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Sen und Abbeſtiellungen durch
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſebenen Orlalnal=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſ. Tagbl.” geſtiattet
Nummer 335
Freitag, den 2. Dezember 1932.
195. Jahrgang
Anzeigenpreis:
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beih 2 Reſchemarl Anzelgen von auswärte 25 Reſchepfg.
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Rellame=
zeiſe 3.00 Reſchemark. Alle preiſe in Reichsmark
(4 Dolſar — 420 Markl. — Im Falle böberer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Sireit uſw., erliſcht
ſede Verpſiſchtung auf Erfüllung der Anzelgene
auſträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtlicher Beltreibung ſäfl jeder
Nabatt weg. Bankkonto Deutſche Bani und
Darm=
ſtädier und Nationalban.
-Papen oder
Das Enkweder —Oder.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Herr v. Schleicher hat am Donnerstag abend dem
Reichs=
mſidenten ſeinen dritten Zwiſchenbericht erſtattet, ohne
kündigt iſt.
Vermutungen angewieſen. Letzen Endes ſind ſie
wahrſchein=
ſzar hineinführen muß, und daß er deswegen immer noch neue
irn könnten.
bede nach wie vor nebeneinander Verhandlungen führen, wobei
Präſidialkabinett, das dem Konflikt mit dem
Reichstag nicht ausdem Wege geht. Er will ſich
offen=
ſichtet ſind, hat er mit dem Führer des Stahlhelms,
Seldte, bereits ſehr enge Verbindung aufgenommen und ihm
ſngeboten, dem als beſondere Abteilung die
Arbeitsbe=
daffung und der Wehrſport unterſtellt werden!
Ilen. Die Kombination Papen bleibt alſo immer noch
ernſt=
ſdent im letzten Augenblick darauf zurückgreift.
General v. Schleicher hatte zwei Eiſen im Feuer: Präſi= Schleicher oder Papen enthalten.
dialkabinett mit parlamentariſcher Untermauerung und reines
(Präſidialkabinett, das unter Umſtänden auch gegen den
Reichs=
tas auftritt. Er hat ſehr ſtark gehofft, daß er mit den
Natio=
ſrlſozialiſten zu einer Art Neutralitätsvertrag kommen
ſwärde, mindeſtens auf die Weiſe, daß die Nationalſozialiſten ihm
leine loyale Oppoſition zuſicherten. Er verſtand unter einer ſolchen
ſpeſitiven Oppoſtion, daß die Nationalſozialiſten keine
kommuni=
chen Anträge unterſtützten, womit die Gefahr eines ſofort
an=
ezommenen Mißtrauensantrages gegen das neue Kabinett
ge=
bemnt war, namentlich wenn vorher eine Aenderung der letzten
Arpen=Notverordnung und der Preußen=Verhältniſſe zuſtande
gckommen wäre. Herr Hitler hat aber eine Ausſprache immer
weder hinausgezögert und ſcheint ſeine Reiſe nach Berlin
end=
ailtig abgeſagt zu haben Straſſer und Dr. Frick, die für
ſeine ſolche verantwortungsbewußte Tolerierungspolitik waren,
ſtd wohl endgültig gegen Göring und Göbbels
unter=
le gen. Schleicher hat alſo von nationalſozialiſtiſcher Seite nichts
nehr zu erhoffen. Herr Hitler hat allerdings dem
Reichs=
präſidenten noch einmal geſchrieben, ſich aber darauf
Ubſchränkt, ſeinen bekannten Gegenplan aufrecht zu erhalten.
Dagegen ſind Schleichers Beſprechungen mit den
Geewerk=
lſcaften nicht ganz negativ verlaufen. Die ſozialdemokratiſchen
Gewerkſchaften haben einen Brief veröffentlicht, den ſie dem
General geſchrieben haben. Der Brief enthält immerhin
An=
ſatze zu einer Verſtändigung und könnte bei einer ent=
Frechenden Umredigierung der Notverordnung hinſichtlich der
Ucnpolitiſchen Maßnahmen, vor allem bei einer Umkonſtruktion
De Syſtems der Steuergutſcheine und Verzicht auf die Einſtel=
Amgsprämie, den parlamentariſchen Konflikt vermeiden. Die Mit=
AFt aber, die Schleicher von der Seite erhalten würde, iſt etwas
IAnn. Politiſche Flankendeckung von den Nationalſozialiſten hat
” nicht zu erwarten, wirtſchaftliche Flankendeckung von den
Ge=
erkſchaften nur ſehr bedingt.
Gegen Schleicher ſpricht das Bedenken, das auch
Außen=
täniſter Neurath aus außenpolitiſchen Erwägungen
Feld geführt hat, daß in ſo kritiſchen Zeiten der Reichskanzler
ucht gleichzeitig Reichswehrminiſter ſein kann, weil dadurch die
Neichswehr in den Mittelpunkt der Innenpolitik gerückt wird.
Ureſer Einwand hat offenbar auch den Reichspräſidenten ſehr
Nachdenklich geſtimmt und ſteht im Augenblick im Mittelpunkt
r politiſchen Strömungen.
Dazu kommt nach der perſönlichen Seite, daß der Reichs=
AINäſident ſich aus Gründen der Loyalität Papen gegenüber noch
AIpflichtet fühlt, der auch nach wie vor ſein Vertrauen genießt.
ährend dieſes Vertrauen Herrn Schleicher gegenüber doch etwas
Prhrenzt iſt, da ſich deſſen Zuſagen, daß er ſchon im Sommer die
Jationalſozialiſten mitbringen würde, nicht erfüllt haben. Es
3 bäre alſo denkbar, daß letzten Endes Herr v. Hindenburg die
weitgehenden Vollmachten im Falle eines Konfliktes mit dem
3/arlament wohl Herrn v. Papen, aber nicht General Schleicher
ben würde. In dieſem ſeeliſchen Kampf ſehen wir zurzeit den
cern der Kriſe.
Die Berichterſtattung Papen=Schleicher bei Hindenburg am
Aonnerstag abend dauerte faſt eineinhalb Stunden. Im Anſchluß
Adrri Had noi die Haase Mi die Hiſe Mie
Ri=
bärtern und Dr. Meißner ſtatt. Beide Anwärter ſind dem
Reichs=
möſtdenten mit gleichgearteten Vorſchlägen gegenübergetreten.
Der Reichspräſident will ſich am Freitag nachmittag darüber
Müſſig werden, wem er nun die Kanzlerſchaft überträgt.
Vorher wird er noch einmal mit Geheimrat Hugenberg eine
Ausſprache haben.
hindenburg vor ſehr ernſter Enkſcheidung. — Papen ſucht Berbindung mit dem Stahlhelmführer Seldte.
hicler ſchreibk an Hindenburg. — Borbeſprechungen Schleichers zur Bildung des Präſidialkabinekts beendel.
Hikler kommt nichk nach Berlin.
Die Reichspreſſeſtelle der NSDAP. teilt mit:
„Gegenüber den von politiſch intereſſierter Seite ſyſtematiſch
in die Oeffentlichkeit gebrachten Meldungen, wonach
Adolf Hitler zugeſagt, mitgeteilt oder auch nur
os eine Entſcheidung gefallen iſt, die nunmehr für Freitag an= beabſichtigt habe, zu Verhandlungen über die
Regierungsbildung mit irgendwelchen amtlichen Stellen nach
Ueber die Gründe der neuen Verzögerung iſt man nur auf Berlin zu kommen, wird hiermit parteiamtlich
feſt=
geſtellt, daß alle diesbezüglichen Meldungen
frei erfunden ſind, um die öffentliche Meinung zu
ver=
lich darin zu ſuchen, daß der Reichspräſident immer wieder, wirren. Zu derartigen Verhandlungen mit den zurzeit in Berlin
edenken hat, eine Entſcheidung zu treffen, die in den offe= mit der Kabinettsbildung befaßten Perſönlichkeiten lag und liegt
in Staatskonflikt hineinführen kann, vielleicht ſo= für die NSDAP. keinerlei Anlaß vor, da ja Adolf Hitler bereits
am 23. November dem Herrn Reichspräſidenten ſeinen der
Oeffentlichkeit bekannten, feſtumriſſenen, klaren und einſeitigen
luswege ſucht, die ſolche Konſequenzen verhin= Vorſchlag zur Löſung der Regierungskriſe in allerkürzeſter Friſt
unterbreitet hat. Die Entſcheidung über Annahme oder Ableh=
Merkwürdig iſt allerdings, daß Papen und Schleicher nung dieſes Vorſchlages, der im Intereſſe von Volk und
Vater=
land unter Umgehung aller verwirrenden Begriffe gemacht iſt
und keinerlei Raum zu Unklarheiten läßt, lag und liegt nicht bei
ymer undurchſichtiger wird, inwieweit aus dieſem Nebeneinan= der NSDAP., deren gradlinige Haltung ſeitdem tagtäglich durch
e ſchon ein Gegeneinander geworden iſt. Herr v. Papen hält die nationalſozialiſtiſche Preſſe in aller nur wünſchenswerten
ſit zweifellos als letzte Reſerve zur Verfügung, für ein Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht worden iſt. Demgemäß hat
ſich auch Adolf Hitler am Dienstag abend programmäßig nach
Weimar begeben, um in den thüringiſchen Gemeindewahlkampf
einzugreifen. Alle andersgearteten Meldungen, insbeſondere auch
ſur Rückendeckung beim Stahlhelm ſuchen. Wenn wir recht unter= über Unſtimmigkeiten innerhalb der „nationalſozialiſtiſchen
Führerſchaft, ſind unwahr.”
Der Führer der NSDAP., Adolf Hitler, hat, wie der „
Ber=
n künftigen Kabinett den Poſten eines Vizekanzlers liner Lokalanzeiger” berichtet, auf verſchiedene Anregungen
zwecks Ausſprache über die politiſche Lage noch einmal nach
Ber=
lin zu kommen, am Mittwoch von Weimar aus einen Brief an
den Reichspräſidenten geſchrieben, deſſen Inhalt bisher weder
von der NSDAP. noch von dem Büro des Reichspräſidenten
be=
luft beſtehen, und es iſt ſehr leicht möglich, daß der Reichspräſi= kanntgegeben wird. Der Brief dürfte lediglich einen Hinweis
auf ſeine, Hitlers, bekannte Stellungnahme zu einem Kabinett
Ein Brief des 29GB. an den Reichswehrminiſter.
Der „Vorwärts” veröffentlicht in ſeiner heutigen
Abend=
ausgabe ein Schreiben des ADGB. an den
Reichs=
wehrminiſter, das, wie erläuternd hinzugefügt wird, nach
der Beſprechung des Vorſtandes des Allgemeinen
Gewerkſchafts=
bundes mit General v. Schleicher auf deſſen Wunſch hin
ver=
faßt wurde, um die in der Unterredung aufgeſtellten
Forde=
rungen der Freien Gewerkſchaften darzulegen und
zu begründen. Das Schreiben trägt das Datum vom 29.
Novem=
ber und erklärt vor allem:
„Die Verordnung des Reichsarbeitsminiſters vom
5. September 1932 iſt außer Kraft zu ſetzen. Die in
der Verordnung vom 4. September 1932 für
Neueinſtel=
lungsprämien zur Verfügung geſtellten 700 Millionen RM.
ſind unverzüglich zur Finanzierung öffentlicher
Arbeiten zu verwenden.”
Zu dem durch die Verordnung vom 5. September den
Unter=
nehmern gegebenen Recht, die Löhne für die 31. bis 40. Stunde
zu kürzen, wird erklärt, dies habe eine große Beunruhigung in
den Betrieben und zahlreiche Streiks verurſacht, obwohl ein
großer Teil der Unternehmer auf die Ausnutzung dieſes Rechts
von vornherein verzichtete.
Das Schreiben fordert weiter: „Die Verkürzung der
Arbeitswoche auf 40 Stunden muß unverzüglich
als geſetzliche Maßnahme durchgeführt werden”, was
damit begründet wird, daß das durch die erwähnte Verordnung
geſchaffene Anrecht zur Verkürzung der Arbeitswoche auf 40
Stunden verſagt habe, angeſichts der Maſſenarbeitsloſigkeit aber
verlängerte Arbeitszeit und Ueberſtunden über 40
Wochen=
arbeitsſtunden hinaus nicht länger geduldet werden könnten.
Sodann wird verlangt, daß das Syſtem der
Steuergut=
ſcheine dahin umzugeſtalten ſei, daß entſprechende
Steuerſcheine als Grundlage für die Finanzierung öffentlicher
Arbeiten verwendet werden könnten. Hier heißt es in der
Be=
gründung: „Die bisherige Auswirkung des Syſtems der
Steuer=
gutſcheine läßt zwei Tatſachen unſtreitig erkennen: Es hat ſich
inſofern bewährt, als es bewieſen hat, daß eine öffentliche
Kreditſchöpfung in gewiſſen Grenzen möglich
und mit keiner Inflationsgefahr verbunden iſt;
es hat inſofern verſagt, als es eine fühlbare
Erweite=
rung der Produktion und Verringerung der
Arbeitsloſigkeit nicht gezeitigt hat.”
Dieſe angeregten Maßnahmen, ſo wird erklärt, machten etwa
13 Milliarden ohne geringſte Inflationsgefahr für
Arbeits=
beſchaffung frei und ermöglichen die Wiederbeſchäftigung von
einer Million Arbeitsloſer. Abſchließend zählt der Brief noch
die folgenden Forderungen auf:
„Die durch die früheren Verordnungen herbeigeführten
Ver=
ſchlechterungen der Sozialleiſtungen müſſen im
Rahmen der Möglichkeit rückgängig gemacht werden; die
Verſorgung der Arbeitsloſen muß namentlich in dem
bevorſtehenden Winter ausreiched verbeſſert werden;
jeder weitere Angriff auf die Löhne und die Rechte der
Arbeiter muß unterbleiben; die Unabdingbarkeit
der Tarifverträge, die durch die Verordnung vom 5.
Sep=
tember aufgehoben war, muß für die Zukunft unangetaſtet
bleiben.”
Von unſerem (D=Korreſpondenten.
London, 30. November.
Der ablehnende Beſcheid, den Präſident Hoover auf das
engliſche Moratoriumsgeſuch erteilt hat, iſt hier begreiflicherweiſe
zurzeit das wichtigſte Ereignis des Tages. Alle anderen
politi=
ſchen Fragen treten vor der Hand hinter dieſem Ereignis
voll=
kommen zurück. Die Situation iſt in der Tat für
England ohne Beiſpiel. Nachdem es ſeit
Menſchen=
gedenken ſtets prompte Erfüllung einmal übernommener
Ver=
pflichtungen gepredigt hat, iſt es nun ſelbſt genötigt, um Aufſchub
ſeiner Zahlungen nachzuſuchen und die öffentliche Diskuſſion
einer ebentuellen Nichterfüllung dulden zu müſſen. Noch nie
zuvor iſt eine engliſche Regierung in einer derartig heiklen Lage
geweſen. Die Erregung, die das Land erfaßt hat, iſt daher nur
zu begreiflich. Vor allem wird das unglückliche Zuſammentreffen
von Umſtänden bedauert, die den britiſchen Schritt begleiteten,
und die Tatſache, daß die wirtſchaftliche Weltlage, die bereits
Anzeichen einer gewiſſen Beſſerung zu zeigen begann, nun durch
dieſes Ereignis einen erheblichen Rückſchlag erlitten hat. Man
bemüht ſich, Amerika in möglichſt logiſcher Weiſe klar zu machen,
wie ſehr die engliſche Forderung durch die vorausſichtlichen
negativen Folgen einer Zahlungsleiſtung begründet iſt und wie
ſehr andererſeits die amerikaniſche Ablehnung kurzſichtig uno
die Geſundung der Weltwirtſchaft ſchädigend wäre. Man
er=
innert, daß der im Laufe der Nachkriegsjahre beharrlich geübte,
unproduktive Transfer großer Geldſummen von einem Lanve
nach dem anderen doch eine der Haupturſachen der gegenwärtigen
Weltkriſe geweſen iſt; und doppelt töricht wäre es daher, meint
man, nun bei dieſer Praxis zu beharren und die Lage noch
weiter zu verſchlimmern. Wird Amerika denn das nicht einſehen!
England jedenfalls ſinnt Tag und Nacht darüber nach, wie dieſe
heikle Angelegenheit am raſcheſten und ſchmerzloſeſten beigelegt
werden kann — ohne Amerika und England ernſtlichen Schaden
zuzufügen und um, im Gegenteil, den Anfang zu einer
Eno=
liquidation des Kriegsſchuldenproblems und der Weltkriſe zu
legen?
Der Inhalt der zweiten Note, die England nach Waſhington
ſenden wird, iſt noch nicht bekannt. Es gehört jedoch kein
beſon=
derer Scharfblick dazu, um zu erraten, welches die
ſchwer=
wiegeuden Gründe ſind, die England bei
Wiederholung ſeines Erſuchens vorbringen
dürfte. Präſident Hoover kennt ſie nicht minder gut, als ſeine
Gläubiger. In ſeiner Antwort meinte er allerdings, daß „ſeitens
der Gläubigerſtaaten keine Tatſachen angeführt worden wären,
die einen Aufſchub der mit Amerika eingegangenen Abmachungen
rechtfertigen würden‟. Doch Präſident Hoover, ſagt mau, kann
unmöglich die Gründe vergeſſen haben, die er felbſt aufzählte,
als er vor 18 Monate ſein Feierjahr verkündete. Er hob damals
hervor, daß ein Aufſchub der Schuldenzahlungen erforderlich
wäre, um eine Wiederbelebung der Weltwirtſchaft zu erzielen.
„Die Kriegsſchulden” erklärte er in ſeinem hiſtoriſchen Manifeſt,
„laſten ſchwer auf dem Welthandel und verſchärfen die allgemeine
Depreſſion. Der unnormale Transfer von Gold nach den
Ver=
einigten Staaten drückt den Kredit der Gläubigerſtaaten nieder,
verringert ihre Fähigkeit, in Amerika einzukaufen und vermehrt
in weiterer Entwicklung die amerikaniſche Arbeitsloſigkeit. . ."
Deutlicher kann es auch die engliſche Regierung in ihrer Note
kaum ausdrücken, als Hoover es vor Jahr und Tag ſelbſt getan
hat. All dieſe Gründe ſind heute nicht weniger, ſondern
unver=
gleichlich mehr überzeugend als ſie es vor 1½ Jahre geweſen.
Die Kriſe macht ſich zurzeit ſtärker bemerkbar. Die
Kreditfähig=
keit der meiſten Gläubigerländer iſt geringer. Eine
Wieder=
aufnahme der engliſchen Schuldenzahlungen würde heute all die
Uebel, die das Hoover=Moratorium vor 1½ Jahren zu mildern
ſuchte, nur mit erneuter Macht aufleben laſſen. Die Folgen
könnten nur verheerende ſein: eine weitere Entwertung des
Sterlingkurſes, ein weiterer Rückgang der amerikaniſchen
Aus=
fuhr, eine kataſtrophale Schädigung des in Lauſanne mit ſo
großer Mühe zuſtandegebrachten Verſtändigungswerkes und eine
Zunichtemachung aller auf den baldigen Zuſammentritt der
Weltwirtſchaftskonferenz geſetzten Hoffnungen. All dieſe
Rück=
ſchläge würde Amerika natürlich ebenſo zu ſpüren bekommen,
wie England und alle anderen Länder der Welt. Gegen dieſe
Argumentationen kann nur ſchwer etwas eingewandt werden.
Und England hofft daher noch immer zuverſichtlich, daß die
amerikaniſche Oeffentlichkeit ſich dieſen Einwänden nicht
ver=
ſchließen und dem zweiten britiſchen Erſuchen gegenüber eine
verſtändigere und freundlichere Haltung einnehmen wird.
Sollte indeſſen, wider Erwarten, ein Entgegenkommen von
amerikaniſcher Seite nicht erfolgen, was hat in dieſem Falle zu
geſchehen? Die große Mehrzahl der engliſchen Oeffentlichkeit läß:
hierüber kaum einen Zweifel aufkommen, daß Eugland in
dieſem Falle die fälligen Beträge an Amerika
voll und prompt zahlen ſoll. Die Gründe hierfür
werden als ebenſo gewichtig betrachtet, wie die für eine
Ver=
längerung des Moratoriums vorgebrachten. Nicht nur daß eine
Zahlungsverweigerung in kraſſeſtem Gegenfatz zur engliſchen
Tradition und kaufmänniſchen Ehre ſtehen würde — ſie würde,
nach engliſcher Anſicht, auch ſonſt die ſchlimmſten Folgen nach
ſich ziehen. Das Gebäude des internationalen Kredits würde
in all ſeinen Grundfeſten wanken. Der Sterlingkurs würde in
einer abgleitenden Bewegung kaum mehr aufzuhalten ſein. Die
britiſchen Staatspapiere würden ihren, mit ſo großen Opfern
hochgehaltenen Wert einbüßen. Das britiſche Beiſpiel würde ſich
in nachteiligſter Weiſe auf alle anderen Länder der Welt
aus=
wirken. Die Frage „Zahlen oder nicht zahlen?” beantwortet
Eng=
land daher — für den Fall einer endgültigen amerikaniſchen
Ablehnung — mit einem höchſt eindeutigen „Zahlen!‟ Dieſen
Standpunkt vertreten ſämtliche britiſchen Staatsmänner und
maßgebenden Perſönlichkeiten der City. England, ſagen ſie, iſt
letzten Endes keineswegs „zahlungsunfähig” im üblichen Sinne
des Wortes. Die Beſchaffung der zur Zahlung der Dezemberrate
erforderlichen ca. 30 Millionen Pfund Sterling wird allerdings
recht ſchwierig, jedoch keinesfalls unmöglich ſein. Ja letzten
Endes wäre England immer in der Lage die Dollarvorräte
ſeines Pfundſtützungsfonds oder die zurzeit etwa 140 Millionen
Pfund Sterling betragenden Goldreſerven der Bank von
Eng=
land in Anſpruch zu nehmen. Seit Aufgabe des Goldſtandards,
ſagen die Befürworter der letztgenannten Löſung, iſt genügend
Zeit vergangen, um die britiſche Nation davon zu überzeugen,
Seite 2 — Nr. 335
daß ſie um eine geringe Verminderung ihrer Goldreſerven in
keiner Weiſe beſorgt zu ſein braucht. Selbſt ein weiteres Fallen
des Sterlingskurſes, als Folge einer Inangriffnahme der
Gold=
reſerven, brauche die Oeffentlichkeit heute keineswegs mehr zu
beunruhigen. England wird in dieſem Falle ſeinen
Einfuhr=
bedarf vorwiegend aus den zur Pfundwährung haltenden
Län=
dern decken. Und, trotz des Schadens, den eine amerikaniſche
Ablehnung England ohne Zweifel zufügen würde, braucht es
dennoch keine unnützen Befürchtungen in bezug auf die Zukunft
zu hegen und in ſeiner Fähigkeit, ſich mit eigenen Kräften
wieder hochzuarbeiten, in keiner Weiſe zu verzweifeln.
Dieſe unerfreuliche, zwiſchen England und Amerika hin und
her gehende Diskuſſion, hat jedenfalls eine poſitive Erkenntnis
mit ſich gebracht, die von unſchätzbarem Wert iſt: mit der
Liqnidation des Kriegsſchuldenproblems iſt
ein endgültiger Anfang gemacht und hiermit, wie
man in England zuverſichtlich hofft, die Endphaſe der Weltkriſe
erreicht worden. Vor der Hand geht es allerdings bloß um die
am 15. Dezember fällige Rate. Auch hat der britiſche Premier
in ſeiner kürzlichen, dem Schuldenproblem gewidmeten Rede, es
noch für nötig befunden, zu beteuern, daß England von Amerika
„weder eine Annullierung, noch eine Herabſetzung der Schuld
erbeten hätte‟. Und ſämtliche Mitglieder der britiſchen Regierung
vermeiden es ſorgfältig, das Wort „Reviſion” auch nur
andeu=
tungsweiſe auszuſprechen. Doch hinter dieſer ängſtlich
aufgerich=
teten Wand von Zartgefühl und Takt, ſieht die britiſche
Oeffent=
lichkeit nur zu deutlich, daß das anglo=amerikaniſche
Schulden=
abkommen von 1923 zurzeit ſeine letzten Tage durchlebt. Es hat,
will man präziſe ſein, genau noch 15 Tage zum Leben. Denn
ob England am 15. Dezember zahlt oder nicht, dieſes Datum
ird in jedem Falle das Ende des zurzeit geltenden Baldwin=
Abkommens und die Erſetzung desſelben durch einen neuen
Ver=
trag einleiten. Hoovers im vorigen Jahre verkündeten Prinzipten
müſſen — unter dem Zwang der wirtſchaftlichen Tatſachen
nun logiſch weiterentwickelt werden. Das weiß England
aus=
gezeichnet. Daher betrachtet es die gegenwärtige Kriegsſchulden=
Kriſe bloß als eine „Kriſe der Geneſung‟. Der Prozeß mag
unter Umſtänden noch einige Zeit in Anſpruch nehmen. Auch)
mag die Zwiſchenzeit noch von mancherlei Rückſchlägen begleitet
ſein. Doch die nun allen klar ſichtbare Perſpektive einer
end=
gültigen Bereinigung des Kriegsſchuldenproblems wird an und
für ſich ſchon als eine Tatfache von größter Wichtigkeit
betrach=
tet, die allein die nachteiligen Rückwirkungen der amerikaniſchen
Ablehnung über kurz oder lang aufheben und den
Geſundungs=
prozeß der Weltwirtſchaft trotz alledem mächtig vorwärts
bringen wird.
Die brifiſche Antworknote in der Schuldenfrage
überreicht.
TU. London, 1. Dezember.
Die britiſche Antwortnote an die Vereinigten Staaten in der
Schuldenfrage iſt dem britiſchen Botſchafter in Waſbington, Sir
Ronald Lindſay, übermittelt worden. Sie wird noch im Laufe des
heutigen Donnerstags der amerikaniſchen Regierung überreicht
werden. Die Veröffentlichung der Note iſt in kürzeſter Zeit zu
er=
warten.
Auch die franzöſiſche Note, die die Gründe für ein
verlän=
gertes Kriegsſchuldenmoratorium darlegt, dürfte einer Pariſer
Meldung zufolge noch im Laufe des heutigen Tages nach
Waſhing=
ton geſandt werden.
Turaki aller Aemter enkhoben.
TU. Rom, 1. Dezember.
Der Abgeordnete Auguſt Turati iſt, wie parteiamtlich
mit=
geteilt wird, vom Parteiſekretär Staraze für unbeſtimmte Zeit mit
der Strafe der Suspenſion von allen Aemtern belegt worden. Als
Grund wird angegeben, daß er in einigen Privatbriefen, die der
Oeffentlichkeit bekannt wurden, Ausdrücke gebraucht habe, die
be=
ſonders bei einem Inhaber ſasciſtiſcher Aemter bedauernswert
und unzuläſſig ſeien. Turati iſt im Dezember 1929 als Nachfolger
Farinazzo Sekretär der Fasciſtiſchen Partei geworden. Dieſes
Amt hatte er bis zum Oktober 1930 inne. Er wurde von Giurati
abgelöſt. Alle Aemter, die Turati noch in dieſem Jahre bekleidete,
hat er jedoch bereits zu Beginn dieſes Herbſtes uiedergelegt.
Generalſtreik in Akhen.
FU. Athen, 1. Dezember.
Dem Streik der Angeſtellten der Privatautobuſſe haben ſich
jetzt auch die Straßenbahnangeſtellten und die Gasarbeiter
an=
geſchloſſen, ſo daß man von einem Generalſtreik im Athener
Ver=
kehrsweſen ſprechen kann. Auch die Bäckergehilfen drohen, ſich
der Streikbewegung anzuſchließen. Die Regierung beabſichtigt,
Sondermaßnahmen zu ergreifen.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
UNB. Berlin, 1. Dezember.
Der ſtändige Ausſchuß des Deutſchen Landwirtſchaftsrates
beſchäftigte ſich heute erneut mit dem handelspolitiſchen Schutz
landwirtſchaftlicher Produkte und ſtellt feſt, daß „das
Reichskabi=
nett ſeine feſten und bindenden Zuſagen hinſichtlich der Droſſelung
unnötiger Auslandseinfuhr durch umfaſſende
Kontingentierungs=
maßnahmen bisher nicht eingelöſt habe.‟ Der ſtändige Ausſchuß
weiſt darauf hin, daß die „Empörung in allen Kreiſen der
deut=
ſchen Landwirtſchaft deshalb aufs höchſte geſtiegen ſei”, und
kün=
digt an, daß die deutſche Landwirtſchaft in ihrer Geſamtheit zu
jedem Reichskabinett in ſcharfe Oppoſition treten werde, das nicht
unverzüglich den Schutz der bäuerlichen Wirtſchaft durch wirkſame
Droſſelung unnötiger Einfuhr durchführt. Die Landwirtſchaft
ſtehe zu jedem Reichsernährungsminiſter in ſcharfem Gegenſatz,
der nicht ſeinen Eintritt in das Kabinett von der vorherigen
Sicherſtellung ſchleuniger Durchführung dieſer Maßnahmen
ab=
hängig macht.
Beſſerungsanzeichen in der Wirtſchaft.
Heute hört man ſehr häufig die Worte: „Die Wirtſchaft
braucht Ruhe, dann wird ſie ſich ſchon erholen”. Dieſe optimiſtiſche
Meinung kann ſich im einzelnen auf eine Reihe von Anzeichen
da=
für ſtützen, daß der Tiefpunkt der Kriſe erreicht iſt. Im Ausland
prägen ſich dieſe Anzeichen deutlicher aus, aber auch in
Deutſch=
land läßt ſich nicht verkennen, daß ein gewiſſer Umſchwung
ein=
geſetzt hat. Selbſtverſtändlich darf man nicht annehmen, daß nach
einer ſo ſchweren Erſchütterung die Beſſerung von heute auf
mor=
gen ſich einſtellt, aber ſie wird ſich durchſetzen, wenn Störungen,
z. B. politiſcher Art, ausbleiben. Ein erfreuliches Zeichen der
Rückkehr des Vertrauens iſt die Spareinlagenentwicklung bei den
öffentlichen Sparkaſſen, die ſchon ſeit einiger Zeit
Beſſerungs=
merkmale zeigt. So iſt z. B. bei den preußiſchen
Spar=
kaſſen im Oktober 1932 — erſtmalig ſeit der Kriſe
ein Einzahlungsüberſchuß feſtzuſtellen. Er betrug
8,6 Mill. gegenüber einem Auszahlungsüberſchuß von 6 Mill. im
September, er hat ſeine Urſache in einer im Verhältnis zu
ſonſti=
gen Oktoberziffern beſonders hohen Steigerung der Einzahlungen
(265,3 Mill.). Einſchließlich der Zins= und
Aufwertungsgutſchrif=
ten ergab ſich eine Erhöhung der preußiſchen Spareinlagen um
17,4 auf 5868,6 Mill. RM. Dieſe langſame Erholung im
Spar=
weſen iſt deswegen beſonders erfreulich, weil ſie zeigt, daß die
vor=
übergehend ſtärker in Erſcheinung tretende Tendenz, das Geld zu
hamſtern, überwunden iſt.
Beſchlüſſe des Reichsrates.
Berlin, 1. Dezember,
Der Reichsrat erledigte in einer am Donnerstag abend unter
dem Vorſitz des Reichsinnenminiſters von Gayl abgehaltenen
Vollſitzung eine Reihe kleinerer Vorlagen. So wurde beſchloſſen.
die Abkommen zur Vereinheitlichung des Wechſelrechtes
und den Entwurf eines Wechſelgeſetzes im Reichstag erneut in der
Faſſung einzubringen, die der Reichsrat früher ſchon beſchloſſen
hat. — Der Entwurf eines Scheckgeſetzes, das die deutſchen
Beſtimmungen den internationalen Vereinbarungen anpaßt, fand
gleichfalls die Billigung des Reichsrates. Ebenſo wurde eine
Ver=
ordnung über die Ausdehnung der Eichpflicht auf die zur
Längen= und Flächenmeſſung dienenden Meßwerkzeuge und
Meß=
maſchinen genehmigt. Die Verordnung ſoll am 1. Januar 1935 in
Kraft treten, damit der Wirtſchaft die Möglichkeit einer
allmäh=
lichen Umſtellung bleibt.
Mit Mehrheit gab der Reichsrat auch einer Verordnung über
teilweiſe Senkung der Eichgebühren ſeine Zuſtimmung.
Die Beſtimmungen ſollen ab 1. April nächſten Jahres in
Kraft treten.
Schließlich ſollen nach einem weiteren Beſchluß des
Reichs=
rates zwei demnächſt frei werdende Reichsgerichtsratsſtellen mit
den beiden dienſtälteſten Hilfsrichtern beſetzt werden.
Politiſcher Ueberfall in Düſſeldorf.
Düſſeldorf. 1. Dezember.
In der Birkenſträße verſuchten heute in aller Frühe mehrere
Männer, in die Wohnung eines Straßenbahnſchaffners zu
gelan=
gen. Als der Inhaber die Tür öffnete, gab einer der Männer
einen Schuß auf den Straßenbahner ab, durch den dieſer ſchwer
verletzt wurde. Die Täter entkamen. Man vermutet, daß die Tat
politiſchen Hintergrund hat.
ſche Geſchichke aus ſechs Jahrhunderfen.
Ausgewählt von Dr. Erich Jeniſch,
Myſtiſche Viſion.
In ſeinem Anfange da geſchah es einſtmals, daß er gerade
in den Chor ging am Sankt Agneſentag, als der Konvent zu
Mittag gegeſſen hatte. Er war da allein und ſtand in dem
niede=
ren Geſtühle des rechten Chores.
Zur ſelben Zeit hatte er ſonderliches Gedränge von ſchweren
Leiden, das ihm oblag. Und wie er alſo troſtlos ſtand und
nie=
mand bei ihm und um ihn war, da ward ſeine Seele verzückt
in dem Leibe oder aus dem Leibe. Da ſah und hörte er, was
allen Zungen unausſprechlich iſt: es war formlos und weiſelos
und hatte doch aller Formen und Weiſen freudenreiche Luſt in
ſich. Das Herz war gierig und doch geſättigt, das Gemüt
fröh=
lich und doch wohl geordnet. Alles Wünſchen war ihm
ent=
fallen und Begehren entgangen. Er tat nichts als nur
hinein=
ſtarren in den glanzreichen Widerglaſt, in dem er ein Vergeſſen
ſeiner Selbſt und aller Dinge gewann.
War es Tag oder Nacht — er wußte es nicht. Es war eine
hervorbrechende Süßigkeit des ewigen Lebens in gegenwärtiger,
ſtillſtehender, ruhiger Empfindung. Er ſprach: „Iſt das nicht das
Himmelreich, ſo weiß ich nicht, was Himmelreich iſt. Soll das
jemand ewiglich beſitzen, ſo kann alles Leiden, das man in
Worten ſagen kann, die Freude nicht nach Billigkeit verdienen.”
Dieſer verzückte Ueberſchwang währte wohl eine Stunde
oder eine halbe; ob die Seele im Leibe blieb oder vom Leibe
geſchieden war, das wußte er nicht. Als er wider zu ſich ſelbſt
kam, da war ihm in aller Weiſe wie einem Menſchen, der
von einer anderen Welt gekommen iſt.
Heinrich Seuſe
Lebensbeſchreibung, 2. Kapitel
Viſion aus dem Barock.
Freytage, 15. Juli. In der Nacht vor drei Tagen, da habe
ich nicht ſchlafen können. Da kam mir für ein dicker Nebel, und
aus dem Nebel kam hierfür eine Hand mit einem Schwert. Der
Nebel aber verging bald wieder. Nach dieſem kam ein Engel
ganz geharniſcht, der ſprach zu mir: Fürchte dich nicht! und er
hatte in einer jeglichen Hand Krone und Szepter, und ſprach:
dieſes werden zwei Königreiche bedeuten in den Niederländiſchen
Landen, aber es iſt ihnen noch verborgen. Der eine in den
niederländiſchen Landen aber muß ſehr zuſetzen, daß er alles in
unſerem Teutſchland wird verderben und verheeren, um des
Worts Gottes willen. Aber es wird Gott wieder einen erwecken,
einen Herold aus Schweden, der ihm Widerſtand tut, aber unſer
Wort Gottes wird ewiglich bleiben.
Das Lamm Gottes hat geredet, und der Engel Gottes ſprach
zu mir: Gott wird dir ein Zeichen geben. Darauf brachen zwei
Kriegesheere in meine Kammer hinein, und auf einem jeden Haufen
ein Trompeter. Da ſprach der Engel Gottes zu dem Kriegsvolk:
Jetzund richtet aus den Befehl Gottes. Da fingen ſie aufeinander
an zu ſchießen. Da das alles ein Ende hatte, begegneten ſie
einander mit bloßen Schwertern. Sie hieben aufeinander, daß
mir Angſt und Bange wurde. Da ſprach der Engel Gottes zu
mir: Da ſiehſt du den Jammer, der über das Teutſchland gehen
wird, daß des Kindes im Mutterleibe nicht ſoll geſchonet
wer=
den. So wird uns Gott auch ſtrafen mit Peſtilenz und
Hungers=
not, daß der Untere ſowohl als der Obere ſterben muß.
Darnach hub der Engel die Krone auf, eine gegen
Mitter=
nacht und eine gegen Niedergang. Da ward es kohlſchwarz. Da
ſprach der Engel Gottes zu mir: Das Königreich wird ganz
ausgerottet und vertilget werden. Ich will dir anzeigen, daß ich
der Würgeengel bin, der viel 1000 Menſchen erwürget hat, um
ihrer Sünden willen. Alſo ſchied der Engel von mir.
Joachim Greulich,
Geſichte und Offenbarungen.
Eine Viſion Gvethes.
In ſolchem Drang und Verwirrung konnte ich doch nicht
unterlaſſen, Friederiken noch einmal zu ſehen. Es waren peinliche
Tage, deren Erinnerung mir nicht geblieben iſt. Als ich ihr die
Hand noch vom Pferde reichte, ſtanden ihr die Tränen in den
Augen, und mir war ſehr übel zu Mute.
Nun ritt ich auf dem Fußpfade gegen Druſenheim, und da
überfiel mich eine der ſonderbarſten Ahnungen. Ich ſah nämlich,
nicht mit den Augen des Leibes, ſondern des Geiſtes, mich mir
ſelbſt, denſelben Weg, zu Pferde wieder entgegen kommen, und
zwar in einem Kleide, wie ich es nie getragen: es war hechtgrau
mit etwas Gold.
Sobald ich mich aus dieſem Traum etwas aufſchüttelte,
war die Geſtalt ganz hinweg.
Sonderbar iſt es jedoch, daß ich nach acht Jahren in dem
Kleide, das mir geträumt hatte, und das ich nicht aus Wahl,
fondern aus Zufall gerade trug, mich auf demſelben Wege fand,
um Friederiken noch einmal zu beſuchen.
Es mag ſich übrigens mit dieſen Dingen wie es will
ver=
halten, das wunderliche Trugbild gab mir in jenen Augenblicken
des Scheidens einige Beruhigung. Der Schmerz, das herrliche
Elſaß, mit allem, was ich darin erworben, auf immer zu
ver=
laſſen, war gemildert, und ich fand mich, dem Taumel des
Lebe=
wohls endlich entflohen, auf einer friedlichen und erheiternden
Reiſe ſo ziemlich wieder.
Goethe
Dichtung und Wahrheit, 3. Teil, 11. Buch.
Romantiſche Viſion.
Einſt, da ich bittere Tränen vergoß, da in Schmerz aufgelöft
meine Hoffnung zerrann, und ich einſam ſtand am durren
Hügel, der im engen, dunklen Raum die Geſtalt meines Lebens
barg — einſam wie noch kein Einſamer war, von unſäglicher
Angft getrieben — kraftlos, nur ein Gedanke des Elends noch —
Die umfaſſenden Reformmaßnahmen in der preußiſchen Ze
tralverwaltung, die durch die Sparverordnung der kommiſſor
ſchen Regierung vom 29. Oktober dieſes Jahres verfügt wurde
ind mit dem 1. Dezember wirkſam geworden. Da die Spi
verordnung ſich auf die ſogenannte Dietramszeller Notverct
nung des Reichspräſidenten ſtützt, jene Verordnung, in der 9
Länder ermächtigt wurden, Sparmaßnahmen zur Herſtellzn
ihres Etatsgleichgewichtes durchzuführen, iſt das Parlament S)
eine andere Stelle nicht in der Lage, die jetzt in die Praxis übe
führten Reformen in der preußiſchen Zentralverwaltung zu= b
ſeitigen. Mit dem 1. Dezember hat daher in Preußen das Zi
herige Miniſterium für Volkswohlfahrt aufgehört zu exiſtiere
Mit dem gleichen Termin führt das bisherige preußic
Handelsminiſterium den Namen „Miniſterium für Wirtſchaft u
Arbeit”. In unterrichteten Kreiſen verlautet, daß in den bei
ligten Fachreſſorts über die Einzelheiten vör allem der Neune
teilung der Aufgaben der Zentralinſtanz noch weiter verhan)
werden wird. Da mit dem 1. Dezember auch die Neuglieder!
des Arbeitsgebiet der Zentralverwaltung formal in Kraft tie
gewinnt weiter die Frage für die Wirtſchaft an aktuellem
tereſſe, wer künftighin die bisher vom Handels= und vom Lcn
wirtſchaftsminiſterium betreuten Schulen zu verwalten hat.
einſtweilige Regelung ſieht vor, daß die Hochſchulen auf den 6
bieten der Fachwiſſenſchaften dem Kultusminiſterium unterſt
verden. Vom Handelsminiſterium ſoll aber außerdem ein
der weiblichen Weiterbildungsſchulen an das Kultusminiſter
gehen.
K1
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Rrüft man, h
Die Kirchenverkräge vom Badiſchen Landtag
angenommen.
Karlsruhe, 1. Dezempei
Am Donnerstag kurz vor 19,30 Uhr ſchritt der Badiſche
Lar=
tag zur Abſtimmung über die beiden Kirchenverträge. Für ſe
Verträge ſtimmten geſchloſſen nur das Zentrum, die Deu ſſe
Volkspartei und die Wirtſchaftspartei. Im Ganzen 44
Abgeo=
nete. Gegen die Kirchenverträge ſtimmten die Kommuniſten, E
zialdemokraten, Demokraten, Nationalſozialiſten und die
Deuſ=
nationalen, ebenfalls 44 Abgeordnete. Den Ausſchlag gab
der Landtagsverfaſſung die Stimme des Präſidenten, der für
Kirchenverträge ſtimmte.
z des chemiſch
Lanlieren, ſo
Hroblems bet
venn man di
mdrs chemiſch
ſtinen rein
Mingt, daß eit
Rumänien enkſchuldigt ſich.
EP. Budapeft, 1. Dezemba
Die geſamte Preſſe beſchäftigt ſich mit den Ereigniſſeun
Klauſenburg, wobei ſie in ſehr erregtem Tone gegen die Mird= in Siebenbürgen proteſtiert und an das ( Europas appelliert. „Magyar Orſzag” ſchreibt, der Brod,
der auf dem Marktplatz in Klauſenburg entfacht wurde, ſei ene
Gefahr für ganz Europa. Bukareſt möge Vorſicht walten loſſt
denn derartige Leidenſchaften ließen ſich nicht ſo leicht beruh
wie ſie entfacht werden könnten. — Das offiziöſe „8=Uhr=BN
erklärt, auf die Brandſtiftung von Klauſenburg könne Curd
nur mit einer Reviſion des Friedensvertrages antworten, den
nur ſo könne dieſer Teil von Oſteuropa wieder zu einem
eſo=
päiſchen Kulturgebiet gemacht werden.
Wie amtlich aus Bukareſt gemeldet wird, hat die rumärig
Regierung dem ungariſchen Geſchäftsträger in Bukareſt duch
den Staatsſekretär im Auswärtigen Amt, Radulescu, ihr tief=s
Bedauern wegen des Angriffs auf das ungariſche Konſulgtn
Klauſenburg ausſprechen laſſen. Gleichzeitig teilte der
Sstac=
ekretär mit, daß die rumäniſche Polizei im ganzen Lande le
erforderlichen Maßnahmen treffen werde, um derartige 98 in Zukunft zu verhindern. Der Staatsſekretäre
tonte, daß die rumäniſche Regierung dieſe Art von Dem
ſtrationen verurteile und ſich mit ihnen nicht identifiziere.
wie ich da nach Hilfe umherſchaute, vorwärts nicht konnte 7d
rückwärts nicht, und am fliehenden verlöſchten Leben mit
ured=
licher Sehnſucht hing: — da kam aus blauen Fernen — vorien
Höhen meiner alten Seligkeit ein Dämmerungsſchauer — 1d
mit einem Male riß das Band der Geburt — des Lichtes Fell.
Hin flog die irdiſche Herrlichkeit und meine Trauer mithr
zuſammen floß die Wehmut in eine neue, unergündlye
Welt — du Nachtbegeiſterung, Schlummer des Himmels jaſt
über mich — die Gegend hob ſich ſacht empor; über der Gegid
ſchwebte mein entbundener, neugeborener Geiſt.
Zur Staubwolke wurde der Hügel — durch die Wolke
ch die verklärten Züge der Geliebten. In ihren Augen ruhteſe
Ewigkeit — ich faßte ihre Hände, und die Tränen wurden!
funkelndes, unzerreißbares Band.
Jahrtauſende zogen abwärts in die Ferne, wie Ungewitt.
An ihrem Halſe weint ich dem neuen Leben entzüclen
Tränen. — Es war der erfte, einzige Träum, — und erſt ſeitm.
fühl ich ewigen, unwandelbaren Glauben an den Himmeler
Nacht und ſein Licht, die Geliebte.
Novalis.
3. Hymne an die Natz
Viſion der Gegenwart.
Die Mahlzeit ſchleppte ſich weiter wie immer, und man
gerade beim Nachttiſch angelangt, als meine Blicke von es
Bewegung ergriffen und mitgenommen wurden, die im Hing”
grund des Saales, im Halbdunkel, vor ſich ging. Dort war
und nach eine, wie ich meinte, ſtets verſchloſſene Türe, iſ
welcher man mir geſagt hatte, daß ſie in das Zwiſchengeſeb
führe, aufgegangen, und jetzt, während ich mit einem mir 95
ſeuen Gefühl von Neugier und Beſtürzung hinſah, trat in
Dunkel der Türöffnung, eine ſchlanke, hellgekleidete Dame /
kam langſam auf uns zu.
Ich weiß nicht, ob ich eine Bewegung machte oder ei
Laut von mir gab, der Lärm eines umſtürzenden Sties
zwang mich, meine Blicke von der merkwürdigen Geſtalt
ru=
reißen, und ich ſah meinen Vater, der aufgegſprungen wargd
nun, totenbleich im Geſicht, mit herabhängenden geballten. .
den, auf die Dame zuging.
Sie bewegte ſich indeſſen, von dieſer Szene ganz unbe uſ,
auf uns zu, Schritt für Schritt, und ſie war ſchon nicht nhl
weit von dem Platz des Grafen, als dieſer ſich mit einem au
erhob, meinen Vater beim Arme faßte, ihn an den Tiſch zid
zog und feſthielt, während die fremde Dame, langſam und
nahmslos, durch den nun freigewordenen Raum vorübe na
Schritt für Schritt, durch unbeſchreibliche Stille, in der ur
irgendwo ein Glas zitternd klirrte, und in einer Tür der
gell=
überliegenden Wand des Saales verſchwand. In dieſem
Anu=
lick bemerkte ich, daß es der kleine Erik war, der mit e*
tiefen Verbeugung dieſe Türe hinter der Fremden ſchloß.
R. M. Rilke,
„Malte Laurids Brig g
R. M. Rilke,
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Perbot des Gemiſchen Krieges.
Mer
„Prakliſche Bedeukung ſehr gering!”
erklärt der Genfer Ausſchußbericht.
WIB. Genf, 1. Dezember.
Ein Komitee aus militäriſchen und wirtſchaftlichen
Sach=
werſtändigen hat einen durch ſtarke Reſignation gekennzeichneten
BBericht über die Möglichkeiten des Verbotes der Vorbereitung
Des chemiſchen und bakteriologiſchen Krieges ausgearbeitet. Der
BBericht kommt nach eingehenden Unterſuchungen zu dem
Ergeb=
mis, daß man die Ausbildung der Streitkräfte im
Gebrauch chemiſcher Waffen verbieten könne, daß
mber die praktiſche Bedeutung dieſes Verbotes
Fehr gering ſein werde. Allgemein erklärt das Komitee, daß
Das Verbot der Vorbereitung des chemiſchen Krieges die
wiſſen=
ſchaftlichen Forſchungen auf dem Gebiet der Chemie und der
PPharmakologie nicht behindern und ſich nicht beziehen dürfe auf
Die Prüfung, die Vorbereitung, die Herſtellung ſowie die Ein= und
Ausfuhr von Schutzapparaten gegen Giftgaſe.
Zu der Frage einer etwaigen Kontrolle der
chemi=
ſchen Induſtrien erklärt der Bericht, daß eine ſolche
Kon=
trolle das Geſchäftsgeheimnis vollkommen aufheben würde. Wollte
man die Kontrolle einem internationalen Organ übertragen, ſo
wäre dann notwendig, die chemiſchen Fabriken der ganzen Welt
won ausländiſchen Inſpektoren kontrollieren zu laſſen. Aber auch
Dann könnten die Kontrollmaßnahmen umgangen werden. Eine
Kontrolle ſetzte einen außerordentlich ſchwerfälligen Organismus
voraus, der eine Quelle zahlreicher Konflikte darſtellen würde.
Prüft man, heißt es am Schluß des Berichtes, die Geſamtheit
Der Maßnahmen, die getroffen werden können, um die
Vorberei=
rung des chemiſchen Krieges zu verbieten, und dieſes Verbot zu
Eontrollieren, ſo kenn man nur von der äußerſten Schwierigkeit
Des Problems betroffen ſein. Man muß den Mut haben, zuzugeben,
Daß, wenn man die moraliſche Seite eines Verbotes der
Vorberei=
kung des chemiſchen und bakteriologiſchen Krieges beiſeite läßt und
nur ſeinen rein techniſchen Wert betrachtet, ſich die Feſtſtellung
aufdrängt, daß ein ſolches Verbot keinen praktiſchen Wert hat.
Englands Ziele in der Blokkenabrüſtung.
10090-Tonnen=Schiffe als Schlachtſchiffe
völlig unbrauchbar.
TU. London, 1. Dezember.
Im weiteren Verlaufe der Unterhausausſprache über die
Seeabrüſtung ging der erſte Lord der Admiralität auf die
An=
regung ein, die Linienſchiffe durch Schiffe von 10 000 Tonnen zu
erſetzen. Die engliſche Admiralität ſei aus techniſchen Gründen der
Anſicht, daß ein 10 000=Tonnen=Schiff vollkommen unfähig ſei, die
Aufgaben eines Schlachtſchiffes zu erfüllen. Das ſei auch im
übri=
gen die Anſicht von 99 Prozent aller Seeoffiziere. Wenn
Eng=
and zum 10 000=Tonnen=Schiff übergehen würde, müſſe es für
eine Zwecke ſo viele davon bauen, daß ſich eher eine
Koſten=
erhöhung als eine Verminderung ergeben würde. England
ver=
iche, die Schlachtſchifftonnage auf 22 000 Tonnen herabzuſetzen.
Weiter wolle es die 10 000=Tonnen=Kreuzer und die
Unterſee=
boote abſchaffen. Wenn die Abſchaffung der U=Boote durchgeſetzt
werde, ſei England bereit, die Zahl der Zerſtörer zu vermindern,
vorausgeſetzt, daß die anderen Staaten ſich dieſem Schritte
an=
ſchlöſſen. England wünſche eine Herabſetzung der Kreuzer=
Ton=
nage auf 7000. Einen ſolchen Kreuzer könne niemand mehr eine
Angriffswaffe nennen. Die engliſche Regierung habe dabei den
Schiffstyp im Auge, der Deutſchland unter dem Verſailler
Ver=
rag erlaubt wurde.
Der konſervative Abgeordnete Carſten ſagte, daß Deutſchland
einen äußerſt gefährlichen Schiffstyp entwickele, der alle
Berech=
nungen der Schlachtſchiffkonſtrukteure der ganzen Welt über den
Haufen werfen werde. England habe nur drei Schiffe, die ſie in
Schach halten könnten. Auch andere Abgeordnete wieſen auf die
„Gefahr” der neuen deutſchen Schiffstypen oder auf ihre
Vor=
bildlichkeit für den Kriegsſchiffbau hin.
Der ehemalige Kolonialminiſter Amery ſagte, es ſei nicht
zu rechtfertigen, daß England durch den Verſailler Vertrag
ge=
zwungen werden ſolle, qualitativ oder quantitativ auf den
deut=
ſchen Stand abzurüſten. Die Folge würde nur Wiederaufnahme
der militäriſchen Aktivität Deutſchlands ſein, um die verlorenen
Gebiete wieder zurückzuerobern. Ein Arbeiterabgeordneter
machte den merkwürdigen Vorſchlag, die engliſche, die deutſche und
die franzöſiſche Flotte ſollten ein gemeinſames Manöver halten,
um die gegenſeitige Freundſchaft zu erhöhen und
Mißverſtänd=
niſſe zu beſeitigen.
Macdonald und Simon nach Genf abgereiſt.
Premierminiſter Macdonald iſt heute in Begleitung des
Staatsſekretärs Sir John Simon nach Genf abgereiſt. Macdonald
erklärte bei ſeiner Abreiſe, daß ſein Aufenthalt in Genf nicht
lange Zeit in Anſpruch nehmen werde. Er hoffe, daß die
Be=
ſprechungen gute Erfolge zeitigen werden.
Japauiſche Offenſive in der Mandſchurei.
Vormarſch längs der oſtchineſiſchen Bahn.
Tokio, 1. Dezember.
Japan hat die Herausforderung des chineſiſchen Befehlshabers
in der Mandſchurei, des Generals Supingwen, angenommen und
eine allgemeine Offenſive in Richtung auf Hailar begonnen.
Es wird befürchtet, daß dieſer Angriff zur Niedermetzelung
der 250 japaniſchen Ziviliſten führen könnte, die General
Suping=
wen in Mandſchuli und Hailar noch immer als Geißeln feſthält.
Die Truppen des Generals hatten im September gemeutert und
eine große Anzahl japaniſcher Zivilperſonen gefangen genommen.
Im Oktober waren infolge der Vermittelungsbemühungen des
Sowjetkonſuls ungefähr 100 japaniſche Frauen und Kinder
frei=
gelaſſen und auf ruſſiſches Gebiet gebracht worden.
Nach ſchnellem Vormarſch längs der Oſtchineſiſchen Bahn
haben die Japaner die Stadt Tſchalantun eingenommen. Man
glaubt, daß die Offenſive, an der rund 20 000 Japaner
teilgenom=
men haben ſollen, weniger den Zweck hat, die ſtarken
Gebirgs=
ſtellungen der Chineſen bei Chingan zu nehmen, als vielmehr den
chineſiſchen Befehlshaber in der Mandſchurei, General
Suping=
wen, zu Verhandlungen zu zwingen. Supingwens Hauptquartier
meldet, daß ſechs japaniſche Flugzeuge den Weſtbahnhof von
Tſcha=
lantun mit Bomben belegt und den Bahnhof und einige
Kaſer=
nen zerſtört hätten. Zwölf Ziviliſten ſollen bei dem Luftangriff
ums Leben gekommen ſein.
Mandſchureikonflikk vor dem Ausſchuß der
Der Neunzehnerausſchuß der außerordentlichen
Völkerbunds=
verſammlung iſt am Donnerstag vormittag unter dem Vorſitz des
belgiſchen Außenminiſters Hymans zuſammengetreten. Der
Aus=
ſchuß billigte die vom Vorſitzenden bereits veranlaßte
Einbe=
rufung der außerordentlichen Verſammlung auf den 6. Dezember.
Der Vorſitzende verlas ſodann ein Schreiben des chineſiſchen
Dele=
gierten Dr. Yen, worin dieſer gegen eine weitere Verzögerung
des Verfahrens Bedenken ausſpricht und mitteilt, daß
gegenwär=
tig in der Mandſchurei wiederum ſchwere Kämpfe zwiſchen
japani=
ſchen Truppen und patriotiſchen Chineſen, die ſich gegen die
mili=
täriſche Fremdherrſchaft auflehnten, im Gange ſeien. Es wurde
beſchloſſen, dem chineſiſchen Delegierten mitzuteilen, daß die
Frage der Verlängerung der Friſt für den Abſchluß des
Verfah=
rens erſt entſchieden werden könne, wenn ſich die Abſichten der
Verſammlung überblicken ließen.
Freiherr v. Neurakh geht erſt nach Bildung
des Kabinetis wieder nach Genſ.
Berlin, 1. Dezember.
Zu den Preſſeerörterungen über die Frage einer
Zuſammen=
kunft der führenden Staatsmänner in Genf zur Beſprechung der
Gleichberechtigungsfrage erfahren wir von zuſtändiger Stelle, daß
der deutſche Reichsaußenminiſter Freiherr von Neurath erſt nach
Bildung des neuen Reichskabinetts nach Genf fahren wird. Die
führenden Staatsmänner der anderen Mächte, die, wie bekannt,
bereits in einigen Tagen wieder in Genf eintreffen, ſind darüber
unterrichtet und haben ihr Verſtändnis für das Verhalten des
Reichsaußenminiſters in Berlin zum Ausdruck gebracht.
Deutſch=
land iſt bei den zu erwartenden Verhandlungen über die
Mand=
ſchureifrage durch den Geſandten von Weizſäcker vertreten.
Nr. 335 — Seite 3
Von Albanien nach Abefſinien.
Von unſerem =Korreſpondenten.
Rom, 30. November.
Von Paris aus werden Manöver verſucht, die wahrſcheinlich
zu keinem Erfolg führen werden, weil ſie rein geographiſch
außer=
ordentliche Schwierigkeiten löſen müßten, die aber doch ſchon
des=
halb in Deutſchland nicht unbeachtet bleiben dürfen, weil ſie das
deutſche freundſchaftliche Verhältnis zu Italien vor eine
Be=
laſtungsprobe ſtellen könnten. Dabei muß bemerkt werden, daß die
Belaſtungsprobe doppelſeitig ſein würde. Deutſchland müßte
viel=
leicht eine derartig vertrauensvolle Anſicht von den
Zukunfts=
plänen Muſſolinis haben, daß die jüngſten Reden des Duce und
ſeine geſamte Haltung in der Abrüſtungsfrage und in bezug auf
die Gleichberechtigung Deutſchlands nachhaltig und ernſtgemeint
wirken und eine feſte Bindung bedeuten, die eine Extratour mit
Frankreich auf Koſten Deutſchlands unmöglich erſcheinen laſſen.
Bei Italien andererſeits könnten die Erfahrungen ſeit zehn
Jah=
ren, die es mit franzöſiſchen Ausgleichsverſuchen gemacht hat,
möglicherweiſe nur bewirken, daß Rom bloß den Nachbar auf die
Probe ſtellen will, um zu erfahren, bis zu welcher Höhe ein Preis
dafür hinaufgetrieben werden kann, der als Gegenleiſtung eine
neue und verſchärfte Iſolierung Berlins zeitigen müßte.
Man braucht nicht ſo phantaſtiſch wie ein berühmter
eng=
liſcher Schriftſteller und Politiker zu ſein, um gleich neue
Kon=
flikte am Rundhorizont des Mittelmeeres zu ſehen, aber es „liegt
was in der Luft” zwiſchen Albanien und Abeſſinien. Die
jugo=
ſlawiſchen Zuſtände geben in Rom zu denken, und man weiß, daß
auch an der Seine der ganze Komplex der Donauuferſtaaten
Kopf=
zerbrechen macht, trotzdem das Hauptintereſſe auf die deutſche
Frage gerichtet erſcheint.
Was ſoll aus Albanien werden? Wie ſoll dieſes italieniſche
Vorwerk und Seitendeckung gegen Adriaüberraſchungen in
näch=
ſter Zeit ſich entwickeln, wenn etwa in Belgrad nicht alles ſo
weitergeht wie bisher? Da iſt ferner das alte Abkommen von
1926 im engliſch=italieniſch=franzöſiſchen Pakt über die
Intereſſen=
ſphären dieſer drei Mächte in Abeſſinien, wodurch für eine Reihe
Jahre etwas Ruhe in den Beſtrebungen dieſer drei Reiche im
Lande des Negus geſchaffen werden ſollte. Daß dabei die eifrigen
Amerikaner durch ihre Arbeiten am abeſſiniſchen Tanaſee das
Fett abſchöpften, war ſicher nicht beabſichtigt. Aber wie oft —
nur mit einer etwas erhöhten Zahl — freut ſich der Vierte, wenn
drei ſich beinahe zanken.
Nun ſcheint Frankreich in ſeinem Streben, noch rechtzeitig zur
Einigung mit Italien zu kommen, um dabei auf den Schultern
Deutſchlands einige Kleinigkeiten unterzubringen, zwei
Lock=
ſpeiſen vor die römiſchen Augen bringen zu wollen. Ein gewiſſes,
aber ungefährliches Abrücken von Jugoſlawien bei etwaigen
anti=
italieniſchen Beſtrebungen, und damit eine Erleichterung der
italieniſchen Arbeit in Albanien, und zweitens eine Art
Abſchlags=
zahlung auf jene Verſprechungen, mit denen Italien im Jahre
1915 zum Eintritt in den Weltkrieg reif gemacht wurde.
England hat mit dem Jubaland die italieniſchen
Kolonial=
wünſche aus jener Zeit verſprechungsgemäß erfüllt, jetzt ſcheint
man in Paris eine Art Parallelaktion verſuchen zu wollen,
in=
dem man im franzöſiſchen Gebiet von Dſchibuti zu einem
Ent=
gegenkommen bereit iſt. Man würde rein geographiſch ſchon durch
die Verlegung von Ausgleichshandlungen Frankreichs nach dem
Roten Meer, alſo von Weſt= und Innerafrika an die Oſtküſte, die
ſtete Gefahr allzu heftiger Anſtrengungen Italiens im Hinterland
von Lybien paralyſieren, man würde etwas opfern, was ſoviel
wert iſt wie die Befreiung von den Saharaſorgen.
Dabei ſcheint es ſich darum zu handeln, daß Frankreich
ge=
wiſſe Rechte an der Bahn von Dſchibuti nach Abeſſiniens
Haupt=
ſtadt Addis Abbeba, dem einzigen Schienenſtrang vom Hochland
nach der Küſte, einräumen würde. Es wäre auch denkbar, daß eine
Verbindungsbahn vom italieniſchen guten Hafen Aſſab am
Süd=
ende der italieniſchen Kolonie Eritrea zur Bahn Dſchibuti—Addis
Abbeba geſchaffen würde, wodurch auch Italien ſeine
ungeſchmä=
lerte und direkte Verbindung zum ausſichtsreichen Hochlande des
abeſſiniſchen Reiches hätte. Daß man an einen direkten Verkauf
oder eine Uebergabe der franzöſiſchen Bahn in italieniſche Hände
denkt, iſt unwahrſcheinlich. Denn Dſchibuti liegt faſt gegenüber
von Aden und iſt die Gegenfeſte gegen die engliſche Blockierung
des Roten Meeres durch Aden. Hier wird die Geographie ſtärker
ſein als der franzöſiſcher Wunſch zum Ausgleich. Aber zwiſchen
Albanien und Abeſſinien liegen neue Reize, die einen Eindruck
auf europäiſche Geſchmacksrichtungen haben könnten.
* Hundert Jahre
Techniſche Lehranſtalken Offenbach.
.
Der Feſtakt.
„Wer tüchtig iſt in ſeiner Arbeit,
Vor Königen mag er ſtehen!“
Dieſes ſtolze und ſchöne Wort iſt der Inhalt der Urkunde,
mit der der Verein für Kunſtpflege in Offenbach die Verdienſte
PProfeſſor Dr. e. h. Hugo Eberhardts durch Verleihung
Der Ehrenmitgliedſchaft geſtern ehrte und anerkannte.
Dieſe Ehrung war der ſchöne Abſchluß einer ganzen Reihe
folcher für den Leiter der Techniſchen Lehranſtalten, zu denen
Das Hundert=Jahr=Jubiläum der Anſtalten und das 25jährige
Eberhardts Anlaß bot. Und deren höchſte war die Verleihung
des Dr. Ing. e. h. durch die Techniſche Hochſchule
Darmſtadt wegen ſeiner Sonderverdienſte um die Schaffung
des Leder=Muſeums, das heute ſeine Schätze, zu denen
Bekanntlich Stücke von Einmaligkeit zählen, zeigen wird. —
Mit zu den in ihrer ſchlichten Herzlichkeit ſchönſten freilich
Sehörten die durch die Schüler und Schülerinnen und den Lehr=
Törper. Mehr wie vieles gaben dieſe Beweis von wahrhaft
Vegensreichem, fruchtbarem Wirken und Schaffen in harmoniſcher
Duſammenarbeit, die höchſt geprieſen wurde, trotz der
frei=
mütigen Anerkennung, daß der alſo Geehrte wie jeder Menſch
Licht= und Schattenſeite habe. Was ſelbſtverſtändlich iſt. —
Zu dem Feſtakt in der ſchönen Aula der Lehranſtalten hatte
bich alles zuſammengefunden, was in Heſſen führend iſt in Kul=
Bur. Kunſt, Kunſtgewerbe, Wiſſenſchaft, Technik. Um Staats=
Bräſident Dr. e. h. Adelung ſcharten ſich viele Vertreter
Darmſtädter Behörden, ſolche der Techniſchen Hochſchule und von
Dehranſtalten ſchweſterlichen Charakters, von Vereinen und
Freunden der Kunſt, von benachbarten Städten uſw.
Künſtleriſche Darbietungen eines Damen=Streich=
Aüartetts leiteten den Feſtakt ein und beſchloſſen ihn. Die
Feier ſelbſt war ein Reigen von Anſprachen und Glückwünſchen
für die Anſtalt und ihren Leiter. Oberbürgermeiſter Granzin
Prach für die Stadt Offenbach und für das Kuratorium der
Lehranſtalten. Seine Rede war Dank und Glückwunſch und An=
Ilfennung der Tatſache, daß den Techniſchen Lehranſtalten die
Stadt Offenbach ihren Ruf weit über Vaterlandsgrenzen hinaus
Lanke, und der heiße Wunſch, der aus allen Reden widerklang,
daß die deutſche Wirtſchaftskriſe bald
überwun=
den ſein möge!
Einen geſchichtlichen Rückblick über die 100 Jahre des
Be=
ſtehens der Lehranſtalten gab Profeſſor Eberhardt ſelbſt. Sicher
berechtigt war ſein Wunſch und ſeine Bitte, dafür zu ſorgen,
daß es den Lehranſtalten möglich bleibt, für Nachwuchs
ge=
ſchulter Lehrkräfte und Qualitätsarbeiter zu ſorgen. Die
Mit=
teilung, daß die Zahl der die Lehranſtalten beſuchenden
Lehr=
linge von 300 im Jahre 1928 auf 19 zurückgegangen,
wirkt beſorgniserregend für die Zukunft.
Staatspräſident Adelung gab ſeiner Rede den Inhalt
„Wir müſſen lernen, auch wirtſchaftlich wieder vom Menſchen
(ſtatt von der Maſchine) aus zu denken und die neue
Ord=
nung der Volkswirtſchaft unter die Idee der Humanität
zu ſtellen. Den Glückwunſch der Staatsregierung begleitete der
herzliche Wunſch, den Leiter Prof. Eberhardt noch lange Jahre
auf ſeinem Arbeitsfeld zu ſehen, für das er wie wenige
be=
rufen iſt. —
Die Ernennung Eberhardts zum Dr. Ing. e. h. der
Tech=
niſchen Hochſchule haben wir vorweg genommen. Sie erfolgte
wegen ſeiner Verdienſte um die Schaffung des deutſchen Leder=
Muſeums.
Es ſprachen weiter Kreisdirektor Merck, Vertreter von
Schweſteranſtalten von Frankfurt, vom Offenbacher
Gewerbe=
verein, vom heſſiſchen Städtetag, ehemaliger Schüler, von der
Stadt Mainz u. v. a. —
Ein Rundgang durch die Ausſtellungen, über die ich geſtern
M. St.
bereits berichtete, beſchloß die Feier. —
Lieder= und Arien=Abend.
Es iſt immer ein Wagnis, alleine einen Liederabend zu
ver=
anſtalten, da muß man ſchon eine ganze Maſſe können; ein erſtes
„großes” Auftreten auf der Bühne iſt lange nicht ſo gefährlich wie
im Konzertſaal, wo alles Fehlerhafte, alles Unfertige und alles
„noch nicht” viel unbarmherziger in Erſcheinung tritt. Um ſo
freudiger darf dem geſtrigen Erfolg zugeſtimmt werden, den eine
junge Darmſtädter Sängerin, Fräulein Gudrun Steuer, vor
einem gewiß nicht anſpruchsloſen Publikum ſich erſang. Die
Stimme iſt ein klarer, heller Sopran, der namentlich in der Höhe
prächtige Fülle und Klangreiz beſitzt; auch die Mittellage trägt
ausgezeichnet; die Tiefe ſcheint, was ganz natürlich iſt, nicht ganz
ſo ergiebig. Entzückend iſt das piano; „namentlich die leiſen
Kopftöne, die ganz frei ſchwingen, klingen beſtrickend. Dazu geſellt
ſich Wärme des Vortrags und muſikaliſches Empfinden. Für die
da und dort ſich bemerkbar machende Undeutlichkeit der
Aus=
ſprache machen wir die nicht gerade günſtige Akuſtik des Saales
der Vereinigten Geſellſchaft verantwortlich. Kurz: wir glauben,
der jungen Sängerin, die gewandt und ſicher auf dem Podium
ſtand, und die ſicher zielbewußt an ihrer techniſchen Vollendung
weiter arbeitet, eine ſchöne Zukunft im Konzertſaal prophezeien zu
dürfen.
Die Vortragsfolge war ſehr klug auf Können und Eigenart
der Vortragenden eingeſtellt: „Das Helle Zarte, Sonnige ſcheint
ihr beſonders zu liegen. Gleich die Eröffnungskantate von Bach:
„Weichet nur, betrübte Schatten”, ein für den geſtrengen
Thomas=
kantor merkwürdig unbekümmert=frohes Werk, gelang techniſch
und muſikaliſch ſehr gut. Vier liebe, einfache Lieder von echt
Haydn’ſcher Herzlichkeit, leiteten über zu fünf Geſängen von C. A.
Mangold, für die der Sängerin und dem „Ausgraber” Profeſſor
Dr. Noack beſonders gedankt ſei. Die „Szene der Ingeborg” aus
dem Konzertdrama „Frithiof” die „Liebe als Nachtigall”, mit
der fein tonmalenden Begleitung, das liebenswürdige „
Frühlings=
lied”, das iſt Muſik, die heute noch wert iſt, geſungen zu werden.
Den Abend beſchloſſen ſechs Reger=Lieder, lauter muſikaliſche
Leckerbiſſen, von denen am unmittelbarſten wirkte das in ſüßem
piano geſungene „Zum Schlafen”, das wir gerne noch einmal
gehört hätten.
Viel Blumen und viel herzlicher Beifall begleiteten das erſte
Auftreten der ſympathiſchen Sängerin; er galt nicht minder ihrem
bewährten Lehrer und Führer Profeſſor Dr. Noack, dem es
ſicht=
lich Freude machte, ſeine Schülerin am Flügel zu begleiten.
* Dr. Ernſt Emmerling: Pompeo Bakoni.
Geſellſchaft Heſſiſcher Bücherfreunde.
Pompeo Batoni gehört nicht zu den Kindern des Frühlings
oder Sommers, ſondern zu denen des Herbſtes der italieniſchen
Kunſt. Er gehört zu den Meiſtern, die am Ende einer großen
Epoche ſtehen und weiſt deren Mängel und Vorzüge in vollem
Maße auf. Er iſt ein gewaltiger Techniker der Linienführung
und ein Virtuoſe der Kompoſition, aber er ermangelt dafür der
warmen Innerlichkeit und echten Tiefe, er ſteht dem Salon und
der Geſellſchaft näher als der Natur, er iſt bezaubernd
liebens=
würdig, ohne im letzten Sinne uns zu erobern und ganz zu
feſ=
ſeln. Er iſt — um es kurz zu ſagen — der ausgeſprochene
Ver=
treter des ſterbenden Rokoko. Es iſt viel Tragik um ſeine Werke.
da ſie Kunſt am Ende bedeuten.
Batoni hat gegen Ende, des 18. Jahrhunderts bis in die
Biedermeierzeit hinein ſogar, etwas wie Popularität genoſſen.
Man wallfahrtete geradezu nach Dresden, um ſeine kokette,
wohl=
gepflegte büßende Magdalena im Zwinger zu ſehen. Dafür fehlt
uns heute die Einſtellung, hingegen ſind uns Batonis Bildniſſe
als Meiſterwerke im beſten Sinne repräſentativer
Menſchendar=
ſtellungskunſt noch immer nahe, nahe wie die der großen
Eng=
länder Gainsborough und Reynolds, zu denen Batoni wohl auch
Beziehungen künſtleriſcher Art beſeſſen hat und beſitzt. Aber auch
von der grandioſen Art eines van Dyck, das Elegante und
Vor=
neline im Menſchen zu ſuchen und zu finden, hat Batoni ein gut
Teil in ſich, und ſo bleibt es immer wieder anziehend und
reiz=
voll, ſeiner Kunſt nachzugehen, die auf erleſenſten Traditionen
beruhendes höchſtes Virtuoſentum bedeutet. Merkwürdigerweiſe
iſt Batoni noch niemals in zuſammenfaſſender Weiſe biographiſch
und kunſtkritiſch dargeſtellt worden. Es iſt daher ein Verdienſt,
wenn Dr. Emmerling, der junge Darmſtädter Kunſthiſtoriker,
ſich des halbvergeſſenen Meiſters angenommen hat und im
Rah=
men der Geſellſchaft Heſſiſcher Bücherfreunde einen ſehr gefälligen
Band über Batonis Leben und Wirken der Oeffentlichkeit
über=
gibt. Das geſchmackvolle Werkchen iſt mit ausgezeichneten
Licht=
drucken verſehen und gibt einen umfaſſenden Begriff von ſeinem
Gegenſtande in einer ſehr klaren und überſichtlichen Darſtellung.
Bei aller ſtrengen Wiſſenſchaftlichkeit empfiehlt es ſich daher dem
Kunſtfreunde wie dem kunſthiſtoriſchen Fachmanne in gleicher
Weiſe.
Graf Hardenberg.
Seite 4 — Nr. 335
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 2. Dezember 1932
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Felsausschreiben des Darmstadter Tagblaft
„Der Weihnachtsfeſitz
Dieſer Weihnachtsfeſtzug beginnt in der heutigen Nummer, erſtreckt ſich ferner über die Nummer vom Samstag, den 3. Dezember 1932, und endigt mit der
Ausgabe vom Sonntag, den 4. Dezember 1932.
Die Plazierung der Bilder des Feſizuges erfolgt jeweils am Fuße einer Seite. Es erſcheinen von den Firmen, die ſich am Weihnachtsfeſtzug beteiligen,
2 Ankündigungen und zwar: 1. das Bild im Feſizug, unter dieſem ſieht nur der Name des Inſerenten, das kleine Quadrat iſti für die ermittelten
Buch=
ſtaben vorgeſehen. 2. eine Anzeige, dieſe enthält einen beſonders hervorgehobenen Buchſiaben, denn aneinandergereiht ſollen dieſe Buchſtaben die Löſung
des Preisausſchreibens ergeben.
Zur Auflöſung des Preisausſchreibens entſieht für den Leſer folgende Aufgabe, die wir an einem Beiſpiel erläutern:
1. Bild: Der Leſer lieſi die Firma X, ſucht die Anzeige der Firma X und findet in dieſer Anzeige den Buchſtaben E.
2. Bild: Der Leſerlieſi die Firma V. Im Inſerat dieſer Firma ſieht der Buchſiabe 1. Auch dieſer Buchſiabe wird im Feſizug neben der Firma V eingetragen.
3. Bild: Hier heißt die Firma 2. Im Inſerat ſindet der Leſer den Buchſiaben N. Dieſer Buchſiabe iſt im Feſtzug neben, der Firma Z einzutragen.
Dieſe drei Buchſtaben ergeben das Wort EIN
Hat der Leſer alle Firmen des Feſizuges beachtet, in den Inſergten alle Buchſiaben gefunden und in den Quadraten eingetragen, dam hat er die
Löſung des Preisausſchreibens.
Für die richtige Löſung ſetzen wir Preiſe aus von insgeſamt
Mk. 500.-
1 erſter Preis von Mk. 100.- in bor
1 zweiter Preis von Mf. 50.- in bar
3 Preiſe 2 Mk. 25.- — Mf. 75.- in Gutſcheinen
5 Preiſe 8. Mk. 15.— — M. 75.— in Gutſcheinen
10 Preiſe à Mk. 10.— — Mk. 100.— in Gutſcheinen
20 Preiſe a Mk. 5.— — Mf. 100.- in Gutſcheinen
Außerdem 200 Troſipreiſe. / Die Guiſcheine werden bei Einkauf in hieſigen Geſchäften, die am
Preisaus=
ſchreiben beteiligt ſind, in Zahlung genommen.
Teilnahme=Bedingungen:
Die Löſung iſi auf dem in der Sonntagsnummer (4. 12.) erſcheinenden Töſungsformular einzutragen, und, unter Beifügung der letzten Bezugsquittung, in
verſchloſſenem Briefumſchlag mit der Aufſchrift „Weihnachtspreisausſchreiben” an den Verlag des Darmſtädter Tagblattes, Rheinſir 23, bis ſpäteſtens Montag,
den 12. Dezember 1932, abends 6 Uhr, einzuſenden. Die Teilnahme ſieht allen Beziehern des Darmſtädter Tagblattes frei, mit Ausnahme der
Betriebsangehörigen der L C. Wittich’ſchen Hofbuchdruckerei (Verlag Darmſtädter Tagblatt).
Die Verteilung der Preiſe erfolgt unanfechtbar durch den Verlag des „Darmſtädter Tagblaites” und wird bei gleichwertigen Töſungen durch das Tos entſchieden.
Die Löjung und die Preisträger werden am Sonntag, den 18. Dezember 1932 im Tagblatt bekanntgegeben. Die Gewinne gehen den Preisträgern am
19. Dezember 1932 zu.
Verlag des Darmſtädter Tagblatt.
Seite 6 — Nr. 335
Aus der Landeshauptſtadk.
Darmſitadt. den 2 Dezember 1932.
Nikolausfeſt des Roken Kreuzes.
Heſſiſches Landestheater.
D Freitag,2. Dcrrnßte Anf. 19½ Ende gegen 22½4 Uhr. D 7
Pre ſe 0.50—4.50 Mk.
Katharing Lnie. Samstag
3. Dezember 14½—18 Uhr. Außer Miete.
Preiſe 0.40—4.00 M
Wilhelm Tell.
Anf. 20. Ende geg. 22½4 Uhr. E 9
Pre ſe 0.50—4.50 Mk.
Katharina Knie. Gan
4. Dezember Anf. 19½, Ende gegen 22½ Uhr. C 9.
Preiſe 0.70—5.50 Mk.
Der Troubadonr. Kleines Haus Freitag,
2 Dſgrße 19½—32 Uhr. Außer Miete.
Der Waffenſchwied von Worms. Pr 0.50—3.00. Samstag,
3. Dezember Anf 20. Ende geg. 22½: Zuſatzmiete VI.
Die Entführung aus dem Serail. Pr 0.80—4 50. Sonntag.
4. Dezember 19½—22½ Uhr. D.=Volksb, G. 5. Vorſt, Gr. 1—1
Peripherie.
Preiſe 0.60—3 50 Mr
Drittes Sinfonie=Konzert. In einer Beſprechung der C=Dur=
Sinfonie von Franz Schubert ſagte Robert Schumann in der von
ihm geleiteten „Neuen Zeitſchrift für Muſik”: „Wer dieſe
Sin=
fonie nicht kennt, kennt noch wenig von Schubert”. Bald ſind
100 Jahre verfloſſen, ſeitdem Schumann dieſe Worte ausrief, und
heute zählt die „Große C=Dur=Sinfonie”, wie ſie im Gegenſatz
zu der vorhergehenden ebenfalls in C=Dur Nr. 6 genannt wird
zu den am meiſten geſpielten Sinfonien überhaupt. Seltſam iſt
das Schickſal dieſer Sinfonie. Unmittelbar nach Vollendung des
Werkes überreichte der Meiſter dasſelbe der Geſellſchaft der
Wiener Muſikfreunde. Bereits waren die Orcheſterſtimmen
aus=
geſchrieben, die Proben ſollten beginnen, da fanden „maßgebende‟
Perſönlichkeiten, die Sinfonie ſei zu lang, zu ſchwierig und zu
ſchwülſtig und deshalb die ſechſte als leichter zu empfehlen. Zehn
Jahre vergingen, bis dieſes Meiſterwerk ſeinen Weg in die
Oef=
fentlichkeit fand: Im Jahre 1838 fand Robert Schumann das
Manuſkript bei Ferdinand Schubert, dem Bruder des
Kompo=
niſten. Felix Mendelsſohn führte dann die „Große C=Dur” 1839
im Gewandhaus in Leipzig auf.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 2. Dezember 1932
Was kauft das deutſche Volk zu Weihnachten.
Die höchſten Amſähe in den Weihnachtsmonaken. — Spielwaten 64 Prozent des ganzen Jahres.
Für’s Nikolausfeſt, das, wie alljährlich, vom heſſiſchen
Roten Kreuz veranſtaltet wird, und deſſen Reinertrag den
wohl=
tätigen Zwecken des Roten Kreuzes dienen ſoll, macht ſich, wie
immer, erfreulich ſtarkes Intereſſe bemerkbar.
In dieſem Jahre haben die das Feſt vorbereitenden
Aus=
ſchüſſe beſondere Anſtrengungen gemacht, um ſowohl für die
klei=
nen Beſucher, für die das Feſt vornehmlich am Nachmittag
be=
ſtimmt iſt, wie auch für Erwachſene, denen die
Abendveranſtal=
tungen vorbehalten ſind, anziehend und vielſeitig zu geſtalten.
Das eigentliche Nikolausfeſt für die Kinder, das aber auch
Erwachſene beſuchen ſollten, beginnt ſchon nachmittags um 5 Uhr,
und zwar mit einer reizvollen Aufführung des „
Struwwel=
peter”. In dieſer ſorgfältig einſtudierten Theateraufführung
auf der Saalbaubühne wird eine große Anzahl Darmſtädter
Kinder in den Koſtümen des immer noch beliebteſten Märchens
vom Struwwelpeter mitwirken. Nach Beendigung der Aufführung
werden die kleinen Beſucher ſich zu einer Kinderpolonaiſe ordnen,
die ihren Abſchluß finden ſoll mit dem Beſuch des Nikolaus,
der für all die kleinen Beſucher reizende Ueberraſchungen
ſpenden wird.
Das Feſt am Abend wird ſeine beſondere Anziehungskraft
erhalten durch ein reich ausgeſtattetes und abwechſlungsvolles
Kabarett. Zur künſtleriſchen Mitwirkung in dieſem, das als
Tanz=Kabarett gedacht iſt, hat ſich eine große Anzahl von
Solokünſtlern und =künſtlerinnen des Landestheaters zur
Ver=
fügung geſtellt, die in geſanglichen und deklamatoriſchen
Vor=
trägen, in Duetten und Sketch=Darbietungen eine Sammlung der
neueſten Schlager bringen wird. Die Jazzband des ſtädtiſchen
Orcheſters hat den muſikaliſchen Teil übernommen und wird,
neben vielen anderen Neuheiten, auch den neueſten Mainzer
Schlager zum erſten Male in Darmſtadt ſpielen. Die Oberleitung
des Kabaretts hat Herr Kapellmeiſter Zwißler übernommen,
ein Beweis dafür, daß die Vorführungen ſtarkes künſtleriſches
Niveau, neben ihrem unterhaltenden Charakter haben werden.
Die Begleitung am Flügel hat Kapellmeiſter Palm übernommen.
Karten ſind im Vorverkauf im Verkehrsbüro und in der
Papierhandlung Leuthner zu haben. Es iſt dringend zu
empfeh=
len, auch die Eintrittskarten zum Tanzkabarett im
Vor=
verkauf zu löſen, da nur drei Vorſtellungen ſtattfinden können
und die Anzahl der Plätze beſchränkt iſt.
Pelze 45 Prozenk. — Konfiküren, Wollwaren, Taſchenkücher 35 Prozenk.
Galankeriewaren, Herrenwäſche, Biioukerien, Parfümerien 30 Prozenk.
Das Weihnachtsgeſchäft hat begonnen, und alle Welt hofft,
daß dieſe wenigen Wochen vor Weihnachten den großen Ausfall
des übrigen Jahres zum Teil wettmachen werden. Dieſe Hoffnung
iſt auch nicht trügeriſch, denn die Statiſtik zeigt, daß die
Weih=
nachtswochen auf vielen Gebieten einen ganz ungeheuren
Auf=
ſchwung des Umſatzes bringen. Gibt es doch Artikel, die in den
wenigen Wochen vor Weihnachten 50 Prozent oder gar zwei
Drit=
tel des geſamten Jahresumſatzes bringen. Aus dieſer Statiſtik kann
man auch erkennen, was das deutſche Volk zu Weihnachten kauft.
Obenan ſtehen natürlich Spielwaren, denn Weihnachten iſt das
Feſt der Kinder. So kommt es, daß tatſächlich faſt der ganze
ge=
ſchäftliche Umſatz auf dieſem Gebiete im Jahre in die beiden
Mo=
nate November und Dezember oder noch beſſer geſagt, in die ſechs
Wochen vor Weihnachten fällt. Nicht weniger als 64 Prozent des
geſamten Jahresbedarfs wird in dieſer kurzen Zeit umgeſetzt, ſo
daß auf die übrigen 46 Wochen des Jahres nur 36 Prozent des
eſamten Geſchäftes entfallen. An zweiter Stelle ſtehen Pelzwaren.
Ein wichtiger Grund dafür iſt allerdings der Umſtand, daß die
Weihnachtsmonate zugleich auch den Beginn der kalten Jahreszeit
bedeuten. Immerhin aber wird man auch auf die Weihnachtszeit
einen großen Teil des Umſatzes rechnen dürfen. In dieſer kurzen
Zeit werden nämlich faſt 50 Prozent des geſamten Jahresumſatzes
getätigt. Zahlreiche andere Artikel ſind echte Weihnachtswaren,
wie z. B. Taſchentücher. Es iſt erſtaunlich, daß in drei Wochen vor
Weihnachten mehr als ein Drittel des geſamten Jahresumſatzes zu
verzeichnen iſt. Taſchentücher ſind ein nützliches und billiges
Ge=
ſchenk, und ſo kommt es, daß in faſt 50 Wochen des Jahres nur
etwa mehr als 60 Prozent des geſamten Jahresumſatzes verkauft
werden, während faſt 40 Prozent auf die letzten 2 oder 3 Wochen
des Jahres entfallen. Das gleiche gilt für Konfitüren,
Bijoute=
rien, Galanteriewaren, Herrenwäſche, Wollwaren und Wein. Auch
auf dieſen Gebieten iſt der Umſatz in den Weihnachtswochen vei
hältnismäßig ganz ungewöhnlich groß. Es handelt ſich bei all e
dieſen Waren um echte Geſchenkartikel, die ſich durch Nützlichkeſ
oder Annehmlichkeit auszeichnen. Alle Kosmetiker haben zu Weß.
nachten einen ganz gewaltigen Umſatz, der mehr als ein Drit zu
des geſamten Jahresumſatzes beträgt. Das gleiche gilt für Weäig
und für Konfitüren. Der Pfefferkuchen iſt das echte Weihnach
gebäck, und es iſt nicht verwunderlich, daß gerade in den We i.
nachtswochen der Umſatz ganz gewaltige Dimenſionen annimrnt
Er beträgt ungefähr die Hälfte des geſamten Jahresumſatzes. Aly
Pfefferkuchenfabriken arbeiten ſchon lange vor Weihnachten ry
Hochdruck, um den großen Anforderungen nachkommen zu könnal
die an ſie geſtellt werden. Die Lager werden blitzſchnesl geräunm
denn der Bedarf iſt nicht nur in Deutſchland, ſondern auch
Ausland ganz gewaltig. Schmuckgegenſtände. Damentaſchen. Re
ſe anzue
imn war d
die Zukunft 1n
ngs iſt
koffer, Silber= und Goldſachen, haben in den Weihnachtswocke
einen Umſatz von 30 Prozent des geſamten Jahresumſatzes. Du
bedeutet eine vier= bis fünffache Vergrößerung des Verkaufes We ſch 0. Oe
dieſen Wochen gegenüber anderen Wochen des Jahres. Darc.)) ſein zoſſe.
geht hervor, daß die Hoffnungen der Kaufleute auf Belebung
Geſchäftes zur Weihnachtszeit ziemlich berechtigt ſind. Sehr vilßfe ſt becbſgich
Menſchen ſtellen die geplanten Käufe bis zur Weihnachtszeit / 0ch Verleſild
rück, da ſie die Gegenſtände dann als Weihnachtsgeſchenke, ge ellwuen berels
können. Eine Rolle ſpielt auch noch der Hausrat, wie z. B. Uhreſ
Beſtecke, Gläſer, Porzellane. Auch ſie ſind beliebte Weihnackt
geſchenke. Das geht daraus hervor, daß in den Weihnachtswochel
ein Viertel des geſamten Jahresumſatzes getätigt wird. Au
Schuhe ſind als Geſchenke beliebt, ſo daß der Umſatz in dieſer Eud
zen Zeit auf 23 Prozent des geſamten Jahresumſatzes ſteg
sgemeinde.
Schließlich ſind noch Teppiche zu erwähnen, die ebenſo beliebt ſnd
wie Schuhe, denn der Weihnachtsumſatz iſt ungefähr genau ſo gr)
der Einzelhandel an die Käuferſchaft.
Ausſtellung von Scherenſchnikken.
Kauft am Platze.
Das Weihnachtsfeſt naht heran, das Feſt des Schenkens und
der gegenſeitigen Erfüllung ungezählter offener und heimlicher
Techniſche Hochſchule Darmſtadt. Rektor und Senat der
Tech=
niſchen Hochſchule Darmſtadt haben auf einſtimmigen Antrag der
Abteilung für Kultur= und Staatswiſſenſchaften Herrn Profeſſor
Hugo Eberhardt, Direktor der Techniſchen Lehranſtalten
Offenbach a. M., in Anerkennung ſeiner ausgezeichneten Verdienſte
als Schöpfer und Leiter des Deutſchen Ledermuſeums zu Offenbach,
das eine wertvolle Bereicherung der heſſiſchen kulturhiſtoriſchen
und ethnographiſchen Sammlungen darſtellt, die Würde eines
„Doktor=Ingenieurs ehrenhalber” verliehen.
— Japaniſche Farbenholzſchnitte im Heſſiſchen Landesmuſeum.
In der Eingangshalle des Muſeums ſind zurzeit gut fünfzig
japaniſche Farbholzſchnitte älteren und neueren Datums
aus=
gelegt, darunter 17 Landſchaftsbilder des Hiroſhige aus der 1830
erſchienenen Folge der 53 Reiſeſtationen auf der alten
Handels=
ſtraße Tokaido” dann Bilderbelege zu den Neujahrs= und
Früh=
lingsgebräuchen der Japaner von Utamaro, Toyokuni, Hiroſhige,
Hokuſai und anderen, ſowie moderne Stücke von Haſui — Alle
Blätter gehören in die Sammlung des Profeſſors Petzold in
Tokio und ſind von deſſen Sohn, welcher ſich ſeit einigen Jahren
in Darmſtadt aufhält, zur Verfügung geſtellt worden. Der junge
Architekt Petzold hat auch die Erläuterungen gegeben.
Wünſche. Der Darmſtädter Einzelhandel hat auch dieſes Jahr
ſich in beſonderem Maße gerüſtet und ſeine Läger ergänzt und
aufgefüllt, um ſeiner Kundſchaft größte Auswahl bieten zu
kön=
nen und es ihr zu ermöglichen, bei billigſter Preisſtellung ihre
Weihnachtseinkäufe vorzunehmen. Niemand ſollte zur
Weih=
nachtszeit mit falſcher Sparſamkeit zurückhalten. Auch das
ſchlichteſte Geſchenk, die kleinſte Aufmerkſamkeit iſt dazu angetan,
große Freude zu bereiten. Kaufen iſt darüber hinaus auch das
geeignetſte Mittel, die ſchwer darniederliegende Wirtſchaft zu
beleben bedeutet doch erhöhte Bedarfsdeckung Mehreinſtellung
von Arbeitskräften, beſſeren und größeren Eingang von Steuern
und ſomit Geſundung der wirtſchaftlichen, ſtaatlichen und
kom=
munalen Finanzverhältniſſe.
Die Parole heißt aber, darüber hinaus noch: Kauft am
Platze. In allen Branchen iſt der ortsanſäſſige Einzelhandel am
Platze hervorragend vertreten. Darmſtadt iſt bekannt als eine
Stadt des Geſchmacks und der gediegenen kaufmänniſchen
Unter=
nehmungen, ſo daß niemand es nötig hat, auswärts ſeinen
Be=
darf einzudecken, zumal ſich jeder bewußt ſein ſollte, daß es gilt,
den ortsanſäſſigen Einzelhandel zu erhalten, der ein weſentlicher
Träger der Steuern unſerer Gemeinde iſt. Aus dieſem Grunde
ſoll man auch nicht im Direktbezug von Fabriken oder von
Ver=
ſandhäuſern kaufen, zumal oft die Enttäuſchung über Qualität
und Ausführung der Ware groß und die Möglichkeit einer
Re=
klamation genommen iſt. Auch beim Kauf von Hauſierern bleibt
häufig Enttäuſchung und Reue nicht aus.
Im mittelſtändiſchen Einzelhandelsgeſchäft liegt eine der
weſentlichſten Stützen unſeres Staates und bei ſeiner großen
allgemeinen volkswirtſchaftlichen Bedeutung ſollte jeder darauf
bedacht ſein, ausſchließlich in den Geſchäften des Einzelhandels
ſeine Bedürfniſſe, insbeſondere zur Weihnachtszeit, einzudecken.
Eine junge Darmſtädter Künſtlerin, Frl. Thea Köbri
zeigt im Eckfenſter des Papierwarengeſchäftes Graulich ein
hübſche Kollektion von Scherenſchnitten. Es handelt ſich dad
hauptſächlich um Motive aus den Mozartſchen Opern „Zaubel
flöte”, „Figaros Hochzeit” und Entführung aus dem Serall
Dank ihres außerordentlichen Einfühlungsvermögens in 9
Ideenwelt ihrer Motive, unterſtützt von einer geſchickten Hon
iſt es der jungen Künſtlerin gelungen, die verſchiedenen Szen
mit ihrem ganzen Gefühlsgehalt und ihrer reichen Muſikalität 1
dieſe Schattenbilder zu übertragen. Ein ſtark ausgeprägter Sit
für die Eigenart dieſer „ſchwarzen” Kunſt, eine klare, zuwei
ſehr moderne Art der Linienführung und der Verzicht auf
Auge ablenkende Details erhöhen den erfreulichen Geſamteindn
dieſer kleinen Kunſtwerke. Sehr wirkungsvoll auch zwei Szere
bilder, das „Ständchen” und die Kirchenſzene aus den „Meiſiel
ſingern”, bei denen der Hintergrund bunt angelegt iſt, wodu
die Kontraſte der reinen Schwarz=Weiß=Technik gemildert 1
ſtimmungsmäßig eine Vertiefung erzielt wird. Daneben zeud
eine kleine Auswahl von Aquarellen nach Mörikes „Elfenlie
ſowohl in ihrer flotten Zeichnung, als auch der zarten Tönun
wie ſehr die Künſtlerin auch auf dem Gebiet der Malerei
Hauſe iſt.
ſiti
Veia!!
(n leiſt
kug folgter
in Stra
en Darbietu
be verſtehen
Gaufa.
— Vortrag über die elektriſche Ausſtellung. Der au
ordentlich gute Beſuch des letzten Freitag=Abend=Vortrages
Heaghaus beweiſt das große Intereſſe, das von ſeiten der Haud
frauen der elektriſchen Küche entgegengebracht wird. Die groß
Vorzüge wie Sauberkeit, Arbeitserſparnis, Bf.
ligkeit uſw liegen auch zu offenſichtlich, als daß ſie noch
ger verkannt werden könnten. Auch in dem heute nachmit
tag 4 Uhr im Heaghaus (Luiſenſtraße 12) ſtattfinderd
Fräuf
hnüir dos
der Mitglie
h plötzlichen
huger treueſter
ſauch als Vorſt
e teilnahmsr
enverein unterd
Vortrag iſt wiederum Gelegenheit gegeben, ſich von den Valo 25 Kinde
teilen eines elektriſch eingerichteten Haushalts, zu überzeuns Nädchen,
Der Beſuch iſt deshalb nur zu empfehlen. Auch ſei nicht zr/4 Die Ein
geſſen, darauf hinzuweiſen, daß man bis zum 21. Dezember ſtl Liebestät
jeden gekauften elektriſchen Haushaltungsapparat ein Frei/519,
zu einer Weihnachtsverloſung erhält, wonach jedz Verkehrsu
zehnte Los im Werte des gekauften Gegenſtandes gewin=/10 Uhr, ere
Da nun elektriſche Geräte wirklich praktiſche Geſchenke ſind, end in
Verkehr=
nen ſie ſich wie kaum ein anderer Gegenſtand für den Weihnach=” durt haltende
Erhältlich in Apotheken, Drogerien und wo Plokete ſichtbar
letzt Beutel 55 Pfg-, Dose 40 Pfg. und 75 Pfg.
tiſch. Ein Beſuch der Weihnachtsausſtellung der Heag wird /M Kraſtwage
deshalb lohnen. (Siehe Anzeige.)
Hausfrauenbund. Es wird darauf aufmerkſam gemacht. 431 0c im Gar
Freitag, Samstag. Sonntag und Montag, vom 2.—5. Dezemb./: Zeit iſt in
zwiſchen 10 und 19 Uhr, im Laden Grafenſtraße 30 (Städt. Horlte Einkäufe
bauamt) Heimarbeiten (das Material ſtammt aus hieſigen (=M0en, lieh ſi
ſchäften) zum Verkauf ausgeſtellt ſind. In Anbetracht der guu köhut als Pfe
Sache wäre ein reger Beſuch erwünſcht.
Mierhaus verſtor
Evangeliſche Jugendgemeinſchaft. Die evangeliſchen
Jugend=
bünde der Johannesgemeinde bringen am kommenden Sonntag,
den 4. Dezember, abends, im Gemeindehaus Kahlertſtraße 26
„Das Adventsſpiel” von Franz Herwig zur Aufführung, wozu ſie
alle Bünde und Mitglieder der Evangeliſchen Jugendgemeinſchaft
Darmſtadt recht herzlich einladen. Der Eintritt beträgt 30 Pfg.,
Programme, die zum Eintritt berechtigen, ſind erhältlich bei den
Mitgliedern der Jugendbünde, beim Kirchendiener im
Gemeinde=
haus und an der Abendkaſſe. Wir empfehlen den Gruppen ſehr
den Beſuch des Spieles.
Mein: 7—10 5
Ueber deutſche Kultur= und Schulnot in Polen ſpricht heute
abend im Mozartſaal Schulrat Weißenſtein=Frankfurt a. M.,
der als im Oſten jahrzehntelang tätig geweſener Schulmann ganz
beſonders gut unterrichtet iſt. Zweifellos werden zahlreiche
Darmſtädter, vor allem die Herren Pfarrer und Lehrer, den
Wunſch haben. Näheres über jenes Gebiet der polniſchen
Ent=
germaniſierungspolitik zu hören. Veranſtalter iſt die
Orts=
gruppe des Deutſchen Oſtbundes. Der Abend wird verſchönt
durch Gedichtvortrag von Walter Lehmann. (Näheres ſiehe
An=
zeige.)
Verwaltungsgerichtshof. Zeughausſtraße 2. Oeffentliche
Sitzung findet am Samstag, den 3. Dezember, vormittags 9.15
Uhr. ſtatt: Vorentſcheidung gegen den Polizeimeiſter Braun in
Bensheim (früher Worms).
Heſſiſche Vereinigung für Volkskunde. Die Heſſiſche V=1 ſug dunklen
inigung für Volkskunde unter Leitung von Oberſtudiendirek=/on Lackhandſck
Dr. Faber=Friedberg veranſtaltet am 5. Dezember in Dar=1A Nwember 1
ſtadt ihre diesjährige Jahresverſammlung. Die dabei ſtatn=4) boſe in der
ſende Ausſchußſitzung und ordentliche Mitgliederverſamml/ ſnchen aufge
erledigt die inneren Angelegenheiten der Vereinigung. 11küne ſeide
allgemeinem Intereſſe wird der öffentliche Vortrag mit Liefhoſen y
bildern ſein, den am Abend Univerſitätsprofeſſor Dr. Maurel” um
Erlangen, früher in Gießen, in der Techniſchen Hochſchule hals l—be
Wäſcheſtück=
wird über „Zeitliche, räumliche und ſchichtmäßige Betrachtung:/½ leinenes
der neueren Sprach= und Volkskundeforſchung‟. Der Einntt4
dazu iſt frei. (Siehe beutige Anzeige.)
— Bildnisausſtellung Joſef Plenk. Die Buchhandlung Bei
ſtraeßer zeigt auch in dieſem Jahr wieder eine Reihe von
träts des an der Techn. Hochſchule, wirkenden Profeſſors
Plenk. Die Ausſtellung, die im vorigen Jahre bei Preſſe
Publikum ſtärkſten Widerhall fand, dürfte auch in dieſem Jie
großem Intereſſe begegnen. Der Beſuch iſt unentgeltlich.
— Die Jugendbünde der Johannesgemeinde führen am 1
menden Sonntag, den 4. Dezember 1932. abends 8.15 Uhr.
Gemeindehaus Kahlertſtraße 26 „Das Adventsſpiel” von Fid
Herwig auf. Wir laden hiermit unſere Eltern und Freue!
herzlich ein. „Numerierte Programme ſind bei den Mitgliedal
und dem Kirchendiener erhältlich. Der Reinertrag iſt für
Gemeinde=Nothilfe beſtimmt.
Frurzrn z0O.ERDMANN RADIO-
BOSSLER [ ← ][ ][ → ]
ſeeitag, 2. Dezember 1932
* Gründung der „Gedol”.
Geſtern abend wurde im Saale der Akademie für Tonkunſt
abethenſtraße) die Gemeinſchaft Deutſcher und Oeſterreichi=
Künſtlerinnen und Künſtfreundinnen, Ortsgruppe Darmſtadt,
„Gedok” genannt, ins Leben gerufen. Frau
Wenzel=
ſchalk wies in ihren einleitenden Begrüßungsworten auf
ziele der „Gedok” hin. Die einzelnen Künſtlerinnen=Gruppen,
ſebildet werden, ſollen ſich gegenſeitig anregen, es ſollen nicht
fhr geſellſchaftliche Veranſtaltungen, als vielmehr „geiſtige‟
Füſſe in jeder Form durch Vorträge, muſikaliſche, geſangliche
ſoietungen uſw. geboten werden. Demnächſt iſt beabſichtigt,
Fa „Jugendabend”, verbunden mit einer Ausſtellung von Kin=
Fildern, am kommenden Freitag einen Vortragsabend über
ſizilianiſche Reiſe mit Lichtbildern (in den Räumen der
Fshochſchule, Neckarſtraße 3) zu veranſtalten. Weitere geplante
ſinſtaltungen werden noch bekanntgegeben.
Den „Gründungsvortrag” hielt Frau Dr. Schmitt=Söder
„die Aufgabe der Frau in unſerer Zeit der Wirtſchafts= und
Kurnot”. Nach einleitenden volkswirtſchaftlichen Betrachtungen,
ſeders über das Geldweſen und das Zinsproblem betonte
Red=
n mit Recht, daß nur Einigkeit im deutſchen Volke zum
Wieder=
ieg führen könne. Wir müßten ohne Ausland fertig werden.
ierin ſtellte dann feſt, daß Mann und Frau ſich geiſtig
er=
gen, zuſammenarbeiten und gegenſeitig die Berechtigung der
Ezenſten dynamiſchen (männlichen) und ſtatiſchen (weiblichen)
Fnheiten anerkennen ſollten. Sie verſuchte dann eine
Charak=
bik des Mannes und der Frau zu geben. Es war dabei der
che Wille anzuerkennen, die geiſtige Verfaſſung der Geſchlech=
Frichtig zu zeigen, ganz ſo einfach, wie es geſchah liegen die
ze allerdings im allgemeinen nicht. Selbſt eine Großzahl der
ſürerinnen war davon überzeugt, daß man über den „Mann”,
er ſich in dieſen Ausführungen präſentierte, ſehr geteilter
ſicht ſein konnte. Rednerin ſchloß mit hoffnungsvollen Worten
die Zukunft unſeres Volkes. Eine Wiederholung des
Vor=
s iſt beabſichtigt.
Nach Verleſung der Statuten wurde die „Gedok” konſtituiert.
waren bereits zahlreiche Beitrittserklärungen eingegangen.
Vorſtandswahl ergab folgendes Bild: 1. Vorſitzende; Frau
Fzel=Gottſchalk; 2. Vorſitzende: Frau Dr. Schmitt=Söder;
chriftführerin: Frau Heydt; 2. Schriftführerin: Frau Götz;
ſtzmeiſterin: Frau Dr. Drauth.
Petrusgemeinde Herr Pfarrer Irle begrüßte beim erſten
Ge=
wdeabend die zahlreich erſchienenen Gemeindeglieder herzlich.
der Redner des Abends, Herr Pfarrer Lic. Bohn=Berlin, und
mitwirkende Künſtlerin des Abends, Fräulein Ingeborg von
zam, wurden willkommen geheißen. Der Kirchenchor
er=
ſte mit ſchönem Geſang. Dann brachte Frl. von Selzam mit
blegter, kultivierter Stimme drei Lieder von Franz Schubert,
hauf Herr Pfarrer Lic. Bohn das Wort ergriff zu ſeinem
trag: „Hat Deutſchland noch eine ſittliche Zukunft?‟. Er
darauf hin, daß er mit Rückſicht auf die bedeutungsvolle
ſentszeit ein ernſtes Thema gewählt habe, denn die Zeit iſt
ernſt und die Not rieſengroß. Am allerſchlimmſten im
Hin=
auf unſere Zukunft iſt der Geburtenrückgang und die
Kin=
bſigkeit. Wenn ſich unſere äußeren und inneren
Verhält=
nicht ändern, haben wir keine ſittliche Zukunft mehr.
neu heranwachſende Geſchlecht muß wieder daran gewöhnt
ägter e. dazu erzogen werden, ſich ſeiner Pflichten bewußt zu werden
zuwlß ſie zu erfüllen, und die beſtehen in erſter Linie im Hinblick
unſer ganzes Volksleben darin, eine Familie zu gründen,
chriſtliche Familie iſt Notwendigkeit für unſeren nationalen
deraufbau. Nur wenn wir, auch im kleinſten, helfen und
ſen, leiſten wir etwas für unſeren wirklichen Wiederauf=
— Auf den mit tiefer Ergriffenheit aufgenommenen
ſtrag folgten, ebenfalls von Frl. von Selzam ſehr anſprechend
ungen, zwei Lieder von Pfitzner und das Wiegenlied von
ard Strauß. Sie fand für ihre, von guter Muſikalität
zeu=
ben Darbietungen reichſten Beifall und mußte ſich zu einer
abe verſtehen. Alle Geſänge wurden von Herrn Kapellmei=
Hauf am Flügel mit guter Einfühlung begleitet
— Martinsgemeinde. Bei der Jahresverſammlung des
uenvereins erſtattete zunächſt der Vorſitzende den
Tätigkeits=
ſcht für das Jahr 1931/32. Daraus iſt zu entnehmen, daß die
M der Mitglieder 1239 die der Helferinnen 54 betrug. Durch
in plötzlichen Tod infolge eines Unglücksfalles ſchied nach
fhriger treueſter Arbeit als Helferin und in den letzten
Jah=
auch als Vorſtandsmitglied Frau Anna Rauch aus. Ihrer
de teilnahmsvoll und dankbar gedacht. Die beiden vom
uenverein unterhaltenen Kinderſchulen wurden
durchſchnitt=
von 225 Kindern die Handarbeitsſchule von 40
ſchulpflich=
hn Mädchen, die Nähſchule von 37 ſchulentlaſſenen Mädchen
ät. Die Einnahmen und Ausgaben für dieſe Anſtalten
chriſt=
r Liebestätigkeit und ſozialer Fürſorge beliefen ſich auf
109.— RM
Verkehrsunfall. Am Donnerstag, den 1. Dezember 1932,
den 9.30 Uhr, ereignete ſich Ecke Dieburger Straße und
Speſſart=
ein Verkehrsunfall zwiſchen zwei Perſonenkraftwagen und
er dort haltenden Straßenbahn. Hierbei wurde der Führer des
en Kraftwagens ſchwer verletzt und iſt auf dem Transport zum
linkenhaus verſtorben. Die Ermittlungen über die Schuldfrage
noch im Gange. — Wer kennt die Betrügerin? In
ter Zeit iſt in Darmſtadt eine Betrügerin aufgetreten. Sie
er=
tie. Einkäufe gemacht und nicht mehr genügend Geld bei ſich
haben, lieh ſich Geld und ließ einen alten Regenſchirm oder
Inenhut als Pfand zurück. Die Betrügerin wird wie folgt
be=
lieben: 35—40 Jahre alt, 1,55—1,60 Meter groß, mittlere
Sta=
trug dunklen Mantel mit Pelzbeſatz ſchwarzen Hut und
barze Lackhandſchuhe. — Wäſchediebſtähle! Am Montag,
28. November 1932 in der Zeit von 17—18 Uhr, wurden aus
em Hofe in der Liebigſtraße verſchiedene Wäſcheſtücke, die dort
Trocknen aufgehängt waren, geſtohlen. Es handelt ſich um eine
braune, ſeidene Hemdhoſe, 4 roſafarbige Trikotunterröcke und
klupfhoſen von gleicher Farbe. — Desgleichen wurden in der
Ucht zum 30. November 1932 aus dem Hofe Arheilgerſtraße 16
ende Wäſcheſtücke entwendet. Ein weißer Damaſtüberzug, ein
ßes, leinenes Bettuch — G. H. — gezeichnet, ein weißer
ge=
tr Bettüberzug, ein Bettuch aus gelblichem Biber, ein
Frot=
handtuch und ein feldgrauer Waffenrock. — Haſendieb=
ℳ)1! In der Nacht zum 29. November 1932 wurden aus einem
Arten im Elfeicherweg zwei Stallhaſen geſtohlen. Es handelt ſich
einen grau= und weiß=geſcheckten und um einen blaugrauen
uckſen. Perſonen, die ſachdienliche Angaben machen können, werden
ſucht, bei der Kriminalpolizei, Hügelſtraße 31/33, vorzuſprechen.
Ein 18 Jahre altes Mädchen, welches ſich von zu Hauſe ent=
„Rui hatte und ſich hier herumtrieb, wurde auf Erſuchen einer
wärtigen Behörde in Schutzhaft genommen.
Briefkaſten.
G. hier. Verſuchen Sie es zunächſt mit einer Strafanzeige beim
itsanwalt hier wegen ruheſtörenden Lärms.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
* Sleuer= und Wirtſchaftskalender
für die Zeit vom 1. bis 15. Dezember 1932.
Ausſchneiden!
Aufbewahren!
Stadtkaſſe. (Schonfriſt bis 10. Dezember 1932.)
Nr. 335 — Seite 7
Aus den Darmſtädter Lichtſpieltheakern.
friſt.)
5. Dezember: Abführung der Lohnſteuer für die in der Zeit
vom 16. bis 30. November 1932 erfolgten Lohnzahlungen.
200 RM. nicht erreicht haben, im Ueberweiſungsverfahren. gehalten.
Abführung der Lohnſteuer für die in der Zeit vom 1. bis
30. November 1932 erfolgten Lohnzahlungen. (Keine
Schon=
friſt.)
5. Dezember: Abführung der im Steuerabzugsverfahren
einbehal=
tenen Ledigenſteuer.
5. Dezember: Entrichtung der Arbeitsloſenhilfe, ſoweit entzückende Lilian Harvey, zuſammen mit Willy Fritſch und Willi
dieſe an die Finanzkaſſe abzuführen iſt.
6. Dezember: Vorlage der Aufſtellung der
Deviſenge=
ſchäfte, die von einem Unternehmen mit genereller
Ge=
nehmigung zum Deviſenerwerb im Monat November 1932 tereſſante Beiprogramm. Jugendliche haben Zutritt.
getätigt worden ſind.
8. Dezember: Ablauf der Schonfriſt für das am 25. No=
Darmſtadt für das Rechnungsjahr 1932/33.
8. Dezember: Ablauf der Schonfriſt für das am 25.
No=
vember 1932 fällig geweſene 4. (gemeindliche) Ziel der
Ge=
meinde=, Kreis= und Provinzialumlagen
für das Rechnungsjahr 1932/33.
8. Dezember: Ablauf der Schonfriſt für das am 25.
Novem=
ber 1932 fällig geweſene 4. Ziel der Müllabfuhr=,
Stra=
ßenreinigungs= und
Kanalbenutzungsge=
bühr in der Stadt Darmſtadt für das Rechnungsjahr
1932/33.
Die vorgenannten 3 Termine ſind eigentlich am 5.
De=
zember 1932 fällig. Nach einer Bekanntmachung der
Stadtkaſſe in Nr. 329 des „Darmſt. Tagblatt” vom
26 November 1932 ſind die vorgenannten Steuern und
Ab=
gaben bei Meidung der Beitreibung und Koſtenberechnung
bis 8. Dezember 1932 an die Stadtkaſſe zu zahlen.
10. Dezember: Zahlung der Börſenumſatzſteuer, ſoweit dieſe
im Abrechnungsverfahren entrichtet wird.
10. Dezember: Ablaufder Schonfriſt für die Entrichtung der
Schulgelder für die Darmſtädter höheren Schulen und
die gewerblichen Fortbildungsſchulen für den Monat
No=
vember 1932.
10. Dezember: Umſatzſteuer=Voranmeldung und
Vorauszah=
lung. (Schonfriſt bis 17. Dezember 1932.)
H. W. Wohmann.
Nichts anderes! Denn es gibt eben
Hautcreme die das hautverwandte
Schwurgericht.
Aw. Ein 68jähriger Penſionär aus Offenbach war anfangs
Auguſt, als die erſten Aepfel geerntet wurden, eines Tages
aus=
gegangen, friſchen „Aeppelwein” zu trinken, den er ſich ja denn
wohl etwas reichlich zu Gemüte führte. Auf jeden Fall kam er, der
ſonſt als friedfertiger Mann bekannt iſt, in der Nacht auf ſeinem
Heimweg mit einem jungen Chauffeur in Streit. Ein Wort gab
das andere, und plötzlich zog der Alte, weil der Junge ihm
viel=
leicht eine beſonders freche Antwort gegeben hatte, einen kleinen
Trommelrevolver, den er, wie er ſagt, wegen der gefährlichen Zeit
immer bei ſich getragen habe, und ſchoß drauflos, dem Jungen
direkt ins Geſicht. Zum Glück ging der Schuß nicht tief, die Kugel
blieb direkt unter der Haut ſtecken und konnte mit Leichtigkeit
ent=
fernt werden. Ein zweiter Schuß traf überhaupt nicht. Der Alte
behauptet heute, er habe ſich angegriffen gefühlt, es ſeien noch
mehrere junge Leute auf ihn eingedrungen. Die Beweisaufnahme
ergibt jedoch nichts in der Richtung. Keiner der jungen Leute hatte
ihn vorher irgendwie berührt. Nachher allerdings verſuchten ſie,
ihm die Waffe abzunehmen. Der Staatsanwalt beantragt wegen
verſuchten Totſchlags und wegen unbefugten
Waf=
fentragens unter Zubilligung mildernder Umſtände 1 Jahr
und 6 Monate Gefängnis. Das Gericht iſt jedoch der Anſicht.
daß der Angeklagte weder den Vorſatz hatte, jemand zu töten noch
daß Bewußtſein, daß er durch ſein Schießen jemand töten könnte,
und verurteilt ihn nur wegen gefährlicher
Körperver=
letzung in Tateinheit mit unbefugtem
Waffen=
tragen zu zehn Monaten Gefängnis. Mildernde
Um=
ſtände könne ihm das Gericht allerdings nicht zubilligen, da es
un=
bedingt erforderlich ſei, gegen derart gefährliches Hantieren mit
Schießwerkzeugen energiſch vorzugehen.
Der Wanderklub „Falke: 1916 Darmſtadt führte ſeine
Herbſtfuchsjagd durch. Schon früh hatten ſich die Füchſe
auf den Weg gemacht, während ſich um 8 Uhr 22 luſtige Jäger
am Tierbrunnen verſammelten, die die geſtreute Spur
aufnah=
men, die ſich bald in verſchiedenen Richtungen verlor. Nach
manchen Irrgängen fand ſich bald die Spur zur Frühſtücksraſt in
Gundernhauſen, wo Gelegenheit gegeben war, ſich neu zu
ſtär=
ken für noch bevorſtehende Anſtrengungen. Bald ſtand ohne
Zweifel feſt, daß ſich die Fuchsneſter in den wilden Klüften des
Roßberges befanden. Man nahm Kurs in dieſer Richtung, und
bald wies alles darauf hin daß die Vermutung richtig war.
Herr Brummer holte den erſten Fuchs aus ſeinem Neſt, und bald
wurde auch der zweite durch den jugendlichen Jäger Robert Bär
geſtellt, ſchließlich wurde auch der dritte Fuchs aus ſeinem ſicheren
Verſteck durch Herrn Dauven geholt. Jedenfalls hatten die
Füchſe ihre Sache gut gemacht. Nach einigen Stunden
gemüt=
lichen Zuſammenſeins in Roßdorf trat man wohlgemut den
Heimweg durch das abendliche Dunkel an.
Palaſt.
Der Stoff, der dem Tonfilm „Die Nacht der Entſcheidung” zu=
1. Dezember: Letzter Tag für die Entrichtung der Schulgelder grunde liegt, iſt in Drama und Film oft behandelt worden: die
für die Darmſtädter höheren Schulen und die gewerblichen Frau, die aus Liebe zu ihrem Mann und um ihm das Leben zu
Fortbildungsſchulen für den Monat November 1932 an die retten, ſich einem anderen hingibt und ſchließlich dieſem verfällt.
Die Perſonen, die in dieſem Film Träger dieſer Handlung ſind,
ſind: ein ruſſiſcher General (den Conrad Veidt mit brutaler
5. Dezember: Abgabe der Beſcheinigung an die Finanz= Kälte ſpielt), ein junger Profeſſor (Peter Voß) und ſeine Frau,
kaſſe, daß die Summe der im November 1932 abgeführten, die Olga Tſchechowa mit weichem, faſt ſchwermütigem Charme
Steuerabzugsbeträge mit der Summe der im November 1932 ausſtattet. Sind ſo die Darſteller der Hauptrollen zu loben, ſo iſt
einbehaltenen Steuerbeträge übereinſtimmt. (Keine Schon= die Regie leider nicht auf gleicher Höhe und arbeitet mit etwas
veralteten Mitteln; das Manuſkript hätte bei der Feinheit
ſeeli=
ſcher Vorgänge mit mehr pſychologiſchem Wiſſen gearbeitet ſein
Falls die bis zum 15. November 1932 einbehaltenen Beträge müſſen. Immerhin iſt eine gewiſſe Spannung erzeugt und durch=
— Im Union=Theater läuft bis auf weiteres Tarzan, der
Herr des Urwaldes‟. Der berühmte gleichnamige Roman von
Edgar Rice Burroughs iſt mit Johnny Weißmüller, dem früheren
Schwimm=Weltmeiſter, in der Hauptrolle verfilmt worden
— Die Helia=Lichtſpiele zeigen heute und folgende Tage die
Forſt, in dem neuen Ufa=Welterfolg „Ein blonder Traum‟. Die
Regie führte Paul Martin und die melodienreichen Schlager
ſtam=
men von Werner R. Heymann. Vorher das bekannt gute und in=
— Helia=Lichtſpiele. Im Rahmen einer der beliebten Film=
Morgenfeiern läuft am Sonntag vorm. 11,15 Uhr der
hervor=
vember 1932 fällig geweſene 4. Ziel der Filialſteuer in, ragende Kulturfilm der Ufa „Wunder der Tierwelt unter Waſſer”
ein Film, von den Lebeweſen der Weiher und Weltmeere Ströme
und Bäche vom Werden und von der Wandlung gewaltiger
Ko=
loſſe, von Erhabenem und Grauſigem, ein Dokument vom
Daſeins=
kampf im Waſſerreich. Jugendliche haben Zutritt.
Reſi=Theater. Ab heute zeigt das „Reſi” den wundervollen
Großfilm „Der träumende Mund” mit Eliſabeth Bergner —
Sonntag Frühvorſtellung des ſpannenden Auswandererfilms
„Die große Fahrt‟. Dazu ein gutes Beiprogramm.
— Das Weihnachtsoratorium von Joh. Seb. Bach iſt ſeit
1916 hier nicht aufgeführt worden. Es iſt daher ſehr zu
be=
grüßen, daß der Muſikverein dieſes herrliche Meiſterwerk in ſein
diesjähriges Konzertprogramm aufgenommen hat. Die
Auffüh=
rung findet am Dienstag, den 13. Dezember, in der Stadtkirche
unter Leitung von Dr Schmidt=Iſſerſtedt und unter
Mitwirkung des Landestheaterorcheſters ſtatt. Die
Eintritts=
preiſe ſind, den Zeitverhältniſſen entſprechend, äußerſt niedrig
gehalten. (Näheres ſiehe heutige Anzeige.)
— Mozart=Verein. In der humorvollen Jahresſchau Egelaſas
„Wohlerworbene Rechte”, die das bekannte
MozartEn=
ſemble am 10. Dezember im Saalbau zur Aufführung bringt,
wir=
ken neben dem Leipziger Tenor=Buffo Ernſt Köffler als Gäſte
mit Hanne Graebener aus Karlsruhe, vielen Darmſtädtern
wohlbekannt von ihrer Tätigkeit am Landestheater, und Aenne
Kneib vom Mainzer Stadttheater. Die Tanzgruppen des
Ver=
eins leitet Aenne Reiß vom Landestheater, Karten nur bei
O. Titze, Eliſabethenſtraße 4. (Siehe Anzeige.)
Varieté=Senſationen im Orpheum! Das Mannheimer
Künſt=
lertheater „Apollo” beginnt, heute Freitag abend im
Orpheum mit einem vorzüglichen Varieté=Programm ein
drei=
tägiges Gaſtſpiel. Der umfangreiche Spielplan bringt 9
Nummern moderner Artiſtik, von dem an erſter Stelle der
Wun=
der=Seelöwe Aqua, von der Chineſin Ju=Liu=San und
Partner vorgeführt, der dreifache Trapezakt der Gebr.
Malmſtröm und die ſpaniſchen Meiſterclowns Danti und
Fer=
nando zu nennen ſind. Jedoch auch die übrigen 6 Nummern
ſind beſte Klaſſe und über dem Durchſchnitt (Siehe Anzeige.)
— Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875, Wander=Abteilung. Zur
Jahres=Schlußwanderung läßt der Wander=Ausſchuß ſeine
Ein=
ladung herausgehen und hofft auf eine zahlreiche Beteiligung. Der
Abmarſch iſt um 2 Uhr an der Odenwaldbrücke Dieburgerſtraße.
Die Halbtagswanderung führt durch den Darmſtädter Wald. Der
Führer, Turner Hahnel, ein ausgezeichneter Kenner unſerer
hei=
matlichen Wälder, wird auch diesmal wieder die Teilnehmer mit
den Schönheiten unſeres Waldes vertraut machen.
Sektion Darmſtadt des D. und Oe. Alpenvereins. In der
letzten Monatsverſammlung ſprach Herr Oberlehrer Auguſt
Neber aus Pirmaſens über die ſonnige Pfalz. Eingangs
be=
richtete der Redner über die Geſchichte des alten deutſchen
Kul=
turlandes und den Volkscharakter, der durch die fränkiſch=
alle=
manniſche Blutmiſchung bedingt iſt. Dann ſchilderte er in
leb=
hafter, oft mit echt Pfälzer Humor gewürzter Rede, das Land
mit ſeinen Wäldern, Felſen, Burgruinen, mit reichen
geſchicht=
lichen Erinnerungen, und dem edlen Wein, der bei den
anhei=
melnden Städtchen gedeiht und Weltruf errungen. Mit
künſt=
leriſchem Empfinden aufgenommene Bilder illuſtrierten den
an=
ziehenden Vortrag, der reichen Beifall der Verſammlung
her=
vorrief. Zum Schluß gab der Redner noch eine anſchauliche
Schilderung der ernſten Vorgänge in der Blutnacht, in welcher
der Separatiſtenherrſchaft in Pirmaſenz ein Ende bereitet wurde.
Neue Anfängerkurſe in der deutſchen Einheitskurzſchrift und
im Zehnfinger=Blindſchreiben, die der Gabelsbergerſche
Steno=
graphenverein von 1861 unter Hinweis auf den beſonderen Wert
dieſer Hilfsmittel für den Kaufmann und Beamten in den
letz=
ten Tagen wiederholt angekündigt hat, beginnen heute abend.
Es wird nochmals auf die Anzeigen der letzten Tage verwieſen.
Tageskalender für Freitag, den 2. Dezember 1932.
Union=Theater: „Tarzan”: Helia=Lichtſpiele: „Ein blonder
Traum”: Palaſt=Lichtſpiele: „Die Nacht der Entſcheidung”.
Reſi=Theater: Der träumende Mund”. Orpheum: Variete.
— Heaghaus, 16 Uhr: Vortrag „Das Weihnachtsgebäck im
elek=
triſchen Herd”. — Konzerte: Café=Reſtaurant Oper.
Gokfesdienſt der Iſrgelikiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, 2. Dezember: Vorabendgottesdienſt 4.30 Uhr.
Samstag, 3. Dezember: Morgengottesdienſt 8.45 Uhr.
Sabbatausgang 5.15 Uhr.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7.30, abends 6.00 Uhr.
Gebeiszeiten der Iſraelikiſchen Religionsgeſellſchaft.
Samstag, 3. Dezember: Vorabend 4.00 Uhr. Morgens 8.00 Uhr.
Nachmittags 4.00 Uhr. Abend 5.15 Uhr.
Wochentags: Morgens 7.05 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr.
Sonntag abend: Tal umotor.
Seite 8 — Nr. 335
Aus Heſſen.
Dekanatskag des evangel. dekaats Eberſtandt
in Eberſtadk.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 2. Dezember 1353
Koche billig und nahrhaft.
F. Im Gemeindehaus zu Eberſtadt fand am Mittwoch der
diesjährige Dekanatstag des evangeliſchen Dekanats Eberſtadt
ſtatt. Faſt alle Gemeinden des Dekanats hatten Vertreter
ent=
ſandt, ſo daß die Tagung einen ſehr guten Beſuch aufzuweiſen
hatte
Nach der Eröffnung mit Geſang, Schriftverleſung und Gebet
erſtattete Pfarrer Strack=Pfungſtadt den Bericht des
Dekanats=
ausſchuſſes über die kirchlichen und ſittlichen Zuſtände des
De=
kanats im Jahre 1931. Aus dem (auch gedruckt vorliegenden)
aus=
führlichen Bericht entnehmen wir folgendes:
In den Pfarrämtern hat es ſeit der letzten Berichterſtattung
manche Veränderungen gegeben. So iſt der im Jahre 1931 in den
Ruheſtand getretene Pfarrer von der Au (Nieder=Modau), der
nach Darmſtadt gezogen war, am 7 Juli 1932 verſtorben In
Nieder=Beerbach ſtarb am 29. März 1932 Pfarrer Hermann Illert
im 69 Lebensjahre. Pfarrer Marguth in Seeheim mußte, was
ſeh bedauert wurde, aus Geſundheitsrückſichten nach der kleineren
Pfarrei Beedenkirchen. Dekanat Zwingenberg. überſiedeln. Aus
denſelben Gründen mußte Dekan Vogel in den Ruheſtand treten.
Der erſtere wirkte 26 Jahre lang im Dekanat Eberſtadt (in
Nie=
der=Beerbach 1905 bis 1918, in Seeheim 1918 bis 22. November
1931) und hat nicht nur ſeinen Gemeinden mit großer
Gewiſſen=
haftigkeit gedient, ſondern auch dem Dekanat als Mitglied des
Dekanatsausſchuſſes. Stellvertreter des Dekans und Leiter der
Kirchengeſangvereine. Dekan Vogel hat das Dekanat Eberſtadt 12
Jahre lang geführt und 35 Jahre lang der Gemeinde Gernsheim
mit großer Treue gedient. Pfarrer Schlamp von Biebesheim
ver=
zog nach Eckartshauſen in Oberheſſen. Die Pfarrei Nieder=Modau
übernahm am 17. Mai 1931 Pfarrer Dr. Hans Kunze, Hahn und
Eſchollbrücken am 31. Mai 1931 Pfarraſſiſtent Friedrich Kempf,
die Pfarrei Biebesheim am 20. Dezember 1931 Pfarrverwalter
Hübſch aus Frankfurt a. M. Nachfolger von Pfarrer Marguth
wurde Pfarrer Reith, ſeither in Wimpfen, und Nieder=Beerbach
wurde kürzlich dem Pfarrer Wißmüller zu Hain=Gründen
über=
tragen.
Das kirchliche Leben zeigte im Berichtsjahr ein
viel=
geſtaltiges Bild. Neben beſonderen Feiern an Totenſonntag,
Ad=
vent, Silveſter und Karfreitag fanden Paſſionsgottesdienſte (in
4 Gemeinden), 7 Kirchenkonzerte 6 Miſſionsgottesdienſte und
Got=
tesdienſte im Wald oder auf Bergeshöhe ſtatt. 14 Gemeinden
haben Kindergottesdienſte.
Von großer Bedeutung für das Leben der Kirchengemeinden
ſind die Gemeindevereine Im Dekanat beſtehen neben den
Vereinen, die mit den Gaben der Muſik die Gottesdienſte
be=
reichern, nämlich 10 Kirchen=, 4 Bläſer=, 2 Frauen= 4
Schüler=
chöre. 17 Frauenvereine und 3 Männervereine, 7 männliche
Jugendgruppen und 10 Mädchengruppen. Außerdem beſtehen in
den Dekanatsgemeinden 15 Krankenpflegeſtationen und
10 Kleinkinderſchulen, die ihre ſegensreiche Arbeit bis
jetzt ohne Einſchränkungen weiter tun konnten.
An die ſehr fruchtbare Ausſprache ſchloſſen ſich die Wahlen
des Dekans, des Dekansſtellvertreters und des geiſtlichen
Erſatz=
mitgliedes des Dekanatsausſchuſſes.
Es wurden gewählt: als Dekan Pfarrer Strack=
Pfung=
ſtadt: als Dekanſtellvertreter Pfarrer Koch=Wolfskehlen und
als geiſtliches Erſatzmitglied des Dekanatsausſchuſſes Pfarrer
Nürnberger=Ober=Ramſtadt.
Zur Zeit der Hungerblockade fehlte es an Nährſtoffen, vor
allem an Fett. Jetzt fehlt es an Geld. Das iſt ſchlimm, aber
nicht ſo ſchlimm wie in der Kriegszeit. Man muß ſich nur das
Nahrhafteſte herausſuchen und auf alles, was irgendwie
entbehr=
lich iſt, verzichten. Entbehrlich ſind Genußmittel. Kaffee. Tee
und alle Lebensmittel, die nur wegen ihres beſonderen
Wohl=
geſchmacks bevorzugt werden. Fleiſch iſt unentbehrlich kann aber
ſtark eingeſchränkt werden. Dreimal wöchentlich ein Fleiſchgericht
darf man als ausreichend anſehen. Wir bringen in den
folgen=
den Tageskoſtvorſchlägen fleiſchfreie Gerichte aus einfachen,
billi=
gen Lebensmitteln, die jedoch kräftigen Nährwert haben. Die
Kochrezepte von Theodora Hoffmann ſollen den Hausfrauen
An=
regungen zur Herſtellung nahrhafter und beſonders
wohl=
ſchmeckender Gerichte geben. Preis und Kalorienwert ſind nach
der Nährkraftpreisliſte der Deutſchen Zentrale für
Geſundheits=
dienſt der Lebensverſicherungen zuſammengeſtellt und gelten für
eine Familie von vier Köpfen, auf jede Perſon kommen etwa
2700 Kalorien.
Zum Frühſtück wollen wir wieder die alte deutſche
Morgen=
ſuppe zu Ehren bringen. Sie hat den ſchönen Namen
Milch=
klüterſuppe.
½ Liter Vollmilch bringt man mit einer Priſe
Salz und 2 Eßlöffeln Zucker zum Kochen. 4 gehäufte Eßlöffel
Roggenmehl, in etwas Waſſer angerührt hineinquirlen, unter
Rühren 7 Minuten kochen laſſen, 2 Eßlöffel Margarine
hinzu=
fügen, dazu 200 Gramm trockenes Vollkornbrot (im ganzen 2085
Kalorien. Preis 0,54 RM.) Das Mittageſſen beſteht aus einer
Kartoffelſuppe von Wurzelwerk. 3½ Pfd. Kartoffeln und 120
Gramm Margarine (2452 Kalorien. 25 Pfg.) und einem Gericht
„Weſtfäliſcher Pöttgesbeutel”: 200 Gramm Reis und 200 Gramm
Gräupchen werden abgebrüht, 250 Gramm Backpflaumen und 60
Gramm Roſinen gewaſchen. Dann legt man eine in heißem
Waſſer ausgewaſchene Serviette auf einen Teller in ein Kaſſerol,
tut Reis. Gräupchen, Pflaumen und Roſinen in mehrfachen
Lagen übereinander in das Tuch, wobei man unter die Reis=
Missen dies Schen
Dd. Arheilgen, 1. Dez. Gemeinderatsſitzung. Nach
einem Schreiben des Kreisamtes bleiben die Privatwaldbeſitzer
von Beiträgen zur Forſtwartbeſoldung verſchont. Ein Antrag zur
Winterhilfe der SPD.=Fraktion verlangte neben
Naturalunter=
ſtützung Geldbeihilfen im Geſamtbetrage von etwa 14 000 Mark,
und ein ſolcher des Erwerbsloſenausſchuſſes Beihilfen im Betrag
von etwa 8000 Mark. Die Angelegenheit wurde einer
Kommiſ=
ſion überwieſen. Die Bedingungen für die
Gemeindeholzverſtei=
gerungen wurden feſtgeſetzt. Das Geſuch des Arbeiterſportvereins
Vorwärts” um Ueberlaſſung der Schulturnhalle wurde dem
Schulvorſtand zur Aeußerung überwieſen. Es lag eine
Rentabili=
tätsberechnung der Heag für die Straßenbahn für 1930 und 1931
vor, wonach auf der Strecke Arheilgen—Merck ein Verluſt von
8000 bzw. 14 000 Mark entſtanden ſei. Die Heag verlangt deshalb
für beide Jahre die volle Garantieſumme von je 7000 Mark. Da
ein von der Gemeinde eingeholtes Gutachten zu weſentlich
niedri=
geren Ergebniſſen kommt, beſchließt der Gemeinderat, das geſamte
Material dem zuſtändigen Regierungskommiſſar zur
Stellung=
nahme zu unterbreiten.
— Arheilgen, 1. Dez. Bunter Abend der
Sportver=
einigung. Nach ſehr langer Pauſe tritt die Sportvereinigung
wieder einmal mit einer geſellſchaftlichen Veranſtaltung an die
Oeffentlichkeit. Nach dem Programm und nach den
Vorbereitun=
gen zu urteilen, iſt mit einem wirklich erſtklaſſigen und
künſtleri=
ſchen Abend zu rechnen. An der Spitze des Programms ſteht als
Anſager Herr Joſef Sieber vom Heſſiſchen Landestheater. Es
wirken ferner mit: das Geſangsſolo=Quartett, Frl. Werra
Kor=
ſchan als Tänzerin und Herr Kavellmeiſter Beppo Geiger.
alle vom Heſſiſchen Landestheater. Etwa Neues für Arheilgen iſt
die Verpflichtung des Handharmonika=Virtuoſen Alb. Dobler,
ſowie des Handharmonika=Quartetts „Aldo”=Wiesbaden, das
durch Mitwirkung von Herren des Darmſtädter Handharmonika=
Orcheſters verſtärkt wurde. Noch keine geſellſchaftliche
Veranſtal=
tung in Arheilgen hat ein derartiges Intereſſe ausgelöſt, wie es
bei dieſer der Fall iſt. Der Erfolg iſt ſomit ſchon heute geſichert.
— Weiterſtadt, 1. Dez. Der hieſige evangeliſche
Mäd=
chenbund veranſtaltete im Gaſthaus „Zur Sonne” eine ſehr
ſchöne, zahlreich beſuchte Adventsfeier, die mit dem
ge=
meinſchaftlichen Geſang des Liedes „Macht hoch die Tür
eingeleitet wurde. Hierauf kamen einzelne Gedichte und Lieder
zu Gehör. Während der Pauſe hielt Herr Pfarrer Uhl einen
erläuternden Vortrag über das im zweiten Teil des Programms
zur Aufführung gekommene Adventsſpiel, in dem die
Darſtelle=
rinnen in orientaliſchen Trachten zu ſehen waren, was die
Feier=
lichkeit des ganzen Abends bedeutend erhöhte.
— Nieder=Ramſtadt, 1. Dez. Der Geſangverein „
Har=
monie” weiſt nochmals auf ſeine kommenden Sonntag, 4. Dez.,
im „Darmſtädter Hof” ſtattfindende Veranſtaltung hin, die zu
beſuchen kein Sangesfreund verſäumen ſollte.
G. Ober=Ramſtadt, 1. Dez. Gefunden. Bei der
Bürger=
meiſterei wurde dieſer Tage eine ſilberne Herrenuhr als gefunden
abgegeben.
— Groß=Umſtadt, 30. Nov. Nächſten Samstag, 3. Dez., abends,
veranſtaltet das Zitherorcheſter im Saale des Gaſthauſes
„Zum weißen Roß” ſein Winterkonzert. Ein feines
reich=
haltiges Programm wird die Beſucher dieſes Abends die Sorgen
des Alltags einige Stunden vergeſſen laſſen.
Sunllcht Selfe 10 Pfg.
WEU1 10 Pfg.-Packung NEu!
Doppel 27 Pfg. Block 23 Pfg.
— Nieder=Modau, 1. Dez. Der
Arbeitergeſangver=
ein „Frohſinn” Nieder=Modau hält Sonntag, 4. d. M., im
Kronenſaal (bei Gg. Schaller 3.) ſeinen diesjährigen
Lieder=
abend ab
R. Pfaffen=Beerfurth i. Odw., 1. Dez. Bei der ſtattgefundenen
Gemeinde=Faſelverſteigerung wurden ſehr mäßige Preiſe erzielt.
Ed. Winterkaſten, 29. Nov. Chriſtbaumbandel. Das
Schlagen von Weihnachtsbäumen im hieſigen Gemeindewald und
in Privatwaldungen hat begonnen. Schon ſah man Wagen und
Laſtautos, mit Weihnachtsbäumen beladen, fahren. Die Nachfrage
nach Chriſtbäumen iſt groß. Die Preiſe ſind etwas niedriger als
im Vorjahre. Je nach Qualität und Größe werden pro Baum
30—60 Pfg. bezahlt.
De. Frankiſch=Crumbach, 1. Dez. Gemeinderatsbericht.
Die Gemeindehundeſteuer für das Jahr 1933 wurde von 6 auf 3
Mark herabgeſetzt unter dem Vorbehalt, daß ſie vom Kreisamt
nicht erhoben wird. — Der Gemeinderat erhebt Beſchwerde gegen
die Einſtellung der Arbeiten des freiw. Arbeitsdienſtes und
be=
auftragt den Bürgermeiſter, am Kulturbauamt deshalb vorſtellig
zu werden. — Laut Beſchluß des Rates werden bei der
dies=
jährigen Holzmacherei im Gemeindewald nur verheiratete
Wohl=
fahrtserwerbsloſe berückſichtigt.
Cd. Michelſtadt, 30. Nov. Aus dem Gewerbeverein.
Im vollbeſetzten Saale der Brauerei Dörr ſprach der Syndikus
der Handwerkskammer=Nebenſtelle Offenbach, Herr Dr. Kirmeier,
vor dem hieſigen Gewerbeverein über das Thema: „
Steuergut=
ſcheine und Reichszuſchuß für Hausreparaturen” In
leichtver=
ſtändlicher Weiſe erläuterte der Redner die Beſtimmungen
hier=
über. Anſchließend hielt der Gewerbeverein ſeine Herbſt=
General=
verſammlung ab.
— Michelſtadt, 1. Dez. Krippenſpiel in der
Stadt=
kirche zu Michelſtadt. Am zweiten Adventsſonntag wird
wieder das Krippenſpiel gefeiert, und niemand, dem deutſche
Weihnacht noch das Feſt des Friedens und der Liebe iſt, wird
miſſen mögen, es zu begehen. Das Krippenſpiel muß immer mehr
zum Gottesdienſt werden. Daher wird in den Wechſelgeſang in
dieſem Jahre auch die Gemeinde mit einſtimmen. Nicht Zuſchauer,
Mitfeiernde laden wir ein. Der Erlös ſoll den ganz armen
Kin=
dern unſerer Gemeinde eine Chriſtfreude ſchaffen helfen und
Chriſtfreude darf nicht aus Haß gewachſen ſein. Wir begehen
das Kirchſpiel „Deutſche Weihnacht” am Sonntag, 4. Dezember,
um 6 Uhr gegen Abend.
* Erbach, 1. Dez. Ehejubiläum. Die Eheleute Chriſt.
Knapp und deſſen Ehefrau Margarethe geb. Haußner, aus dem
benachbarten Dorf=Erbach, konnten das Feſt der Goldenen Hoch=
zeit begehen.
man den Beutel auf eine tiefe, heiße Schüſſel, beſtreut das Gow
mit 125 Gramm Zucker und übergießt es mit 125 Gramm b
ner Butter. Dies Gericht koſtet 95 Pfg. und liefert 3586 Ku
terbe
rien. Schalkartoffeln (4 Pfd.) mit Margarine (90 Gramm)
itzburge
Salzheringen (400 Gramm) bilden das Abendeſſen, das 52
imelt
n verteilt
koſtet und 3320 Kalorien liefert.
Ein zweiter Tageskoſtzettel ſieht zum Frühſtück 1 Liter 2 /Frattner, B.
milch, 8 Scheiben Brot (zuſ. 400 Gramm), 60 Gramm Margcaf
Finnwar”.
und 100 Gramm Marmelade vor (2231 Kalorien. Preis 53 X7d
ulau. Ein
Das Mittageſſen wird durch eine Rohkoſtplatte eingeleitet.
auch den Vitaminfreunden gerecht zu werden. 400 Gr ak ſpütet 6oße
rohes Sauerkraut werden von einem Kranz rohgeriebener Oufocht angebe.
ren (1 Pfund) umgeben, mit Zitronenſaft und ein wenig Bemeiſters Ll.
es zweitäßige
beträufelt. Darauf gibt es die beliebten Kartoffelpuffer
in ihre
Backobſtſuppe. 4 Pfund möglichſt große Kartoffeln roh ſchü
daß ſie al.
waſchen, reiben, in einem feinen Drahtſieb ſchnell ſchwenke
daß das ſich bildende Waſſer abläuft, die Maſſe dann ein weſſig verläle.
ſalzen. mit rundem Löffel handtellergroße Häufchen abſtd
und dieſe auf raſchem Feuer in einer Pfanne mit Kokosfett. wſo Wolfskehlen,
ches ſchon ſiedend heiß ſein muß, auf beiden Seiten knu pigeſangvere
backen. Die heiße, durchgeſchlagene mit 125 Gramm Zucken
z ſein diesjähr
geſchmeckte Backobſtſuppe (aus 1 Pfd. gemiſchtem Backobſt)
Hu der leten Be
man mit etwas in ſüßer Sahne verrührtem Mehl gebunden Pzunde mit ihren
wird zu den friſchen, heißen Puffern gereicht (5555 Kalo
heiſter Bitter”
1.23 RM.). Zur Deckung des Eiweißbedarfes ſollen zum Ale
eſſen 250 Gramm Blutwurſt mit 90 Gramm Margarine und /9 Lſchl.
in ausgezeichnet
Gramm Brot verzehrt werden (2296 Kalorien, 52 Pfg.)
mis von der gu
Jeder dieſer Tageskoſtzettel koſtet für eine Perſon
tüchtigen Ch0
60 Pfg. Das iſt ungefähr der niedrigſte Preis, der bei v,er=Darmſtadt
ausreichender Ernährung für eine erwachſene Perſon veranſell
ra=Darmſtadt
werden muß, es ſei denn, daß billiger eingekauft werden
uf vielſeitigen
Leider wird der volle Kalorienwert z. B. bei Rohkoſt nicht in
i von dem Aben
ganz ausgenutzt. Die Sättigung iſt jedoch befriedigend.
braucht alſo auch bei dieſer Koſt nicht Hunger zu leiden. K Crumſtadl, L.
Dr. G. Mbeflügelzuchtvere
Neür gut beſchickt u
der Zuchttiere
r. Babenbauſen, 1. Dez. Ein Geſchichts= und
Ver=
kehrsverein wurde im Anſchluß an einen Vortrag von Herrn
Pfarrer Creter=Dreieichenhain hier ins Leben gerufen. In
den Vorſtand wurden gewählt die Herren Bürgermeiſter Klein,
Oberreallehrer Müller, Bankbeamter Henkel und
Haupt=
mann Kraft.
Br. Seckmauern, 1. Dez. Dem Jagdpächter Herzog=Frankfurt
a. M. gelang es, in den Landgräfl. Waldungen einen weißen
Hirſch zu erlegen.
Ai. Vielbrunn, 1. Dez. Naturſeltenheit. Baumwart
Georg Lautenſchläger konnte dieſer Tage in ſeinem Garten, die
zweite diesjährige Himbeerernte einheimſen. — Die für das
Eliſa=
bethenſtift Darmſtadt hier erfolgte Hausſammlung an
Lebensmitteln erbrachte 50 Zentner Kartoffeln.
Heu.
Lehrkurſe auf der Schweinezucht=Lehranſtalt Pm Hoſtein (R
ſaſt. Im freiwil
30 junge Leute,
Weſchnikmühle.
ndebades eifrie
— Zotzenbach, 1. DezembAbn. Erfelden. 3
Am vergangenen Samstag konnte der letzte Sechstage=K
für Schweinezucht und =haltung auf der bekannten Lehr=
Verſuchsanſtalt für Schweinezucht und =haltung Weſchnitzr
zu Ende geführt werden. Auch dieſer Kurſus war über
und mußten vier Kurſiſten mehr als vorgeſehen war, mit ir
Kurſus untergebracht werden, ein Zeichen dafür, welches —
eſſe man der Anſtalt entgegenbringt. — Wie aus der Beki/= Gernsheim,
machung der Heſſiſchen Landw. Zeitſchrift hervorgeht, findeßel) am 30. Nob.
dieſem Jahre nur noch ein Dreitages=Kurſus ſtatt. / morgens 000
zwar in den Tagen von Montag, den 12., bis Mittwoch, denſ4. Neu=Iſenbur
Dezember 1932. Der Anmeldeſchluß iſt auf den 5. Ihe hier ein
bei der Landwirtſchaftskammer, Darmſtadt, Rheinſtraße 62 + Wirtſ
gelegt. Neben gründlicher praktiſcher Schulung in der An Ei
finden an allen Tagen aktuelle Lehrvorträge über Schweine
und =haltung ſtatt.
hes
Ci. Erbach, 30. Nov. Neues Gemeinderatsmitg!ſn ausgefüh
Durch Ausſcheiden des Herrn Rentamtmanns Friedrich Steinfite
der auf der Wahlliſte der Wirtſchaftlichen Vereinigung zum
meinderat gewählt worden war, rückte nunmehr Herr Lan)f
Ludwig Haſtert, der früher dem Rat ſchon einmal ange).
an ſeine Stelle vor. — Elternabend der Stadtſchun. Mainz,
Die hieſige Stadtſchule hält Mittwoch, den 7. Dezember, im S4Ahein bei R
zenhofſaal einen Elternabend ab. Zur Darſtellung kommt /hling
für die Märchenſpiele der künſtleriſchen Volksbühne nach beſchäfti
Märchen der Gebrüder Grimm in Reime gebrachte „Marienhcht zum 30.
— Bezirkskonſumverein. Der hieſige Bezirkskonſuv) er anſcheiner
ein hielt am Sonntagnachmittag ſeine Hauptverſammlung ak(p. Main=
Odenwaldklub=Wanderung. Die hieſige Ortsg=ᛋInterſchlg
des Odenwaldklubs führt kommenden Sonntag ihre Jahres)kſocgen. 9.
wanderung durch. Sie führt wieder in die nähere Umgebung
zwar nach Erbuch, und dann über den Hollerbrunnen nach Er
iter der A
zurück. Abmarſch um 1 Uhr im alten Weg. Führerinnen ſind
das Gericht
Stoppelbein und Frau Götz.
niden Delikte
Bt. Auerbach. 28. Nov. Liederabend des Geſofbeider Ausfü
vereins „Sängerluſt 1.863‟ In der Feſtanſprache betd kräfte geweſe
Herr Pfarrer Eßlinger, daß dieſer Konzertabend als Auftsklle Worms
dem 70jährigen Jubiläum gelte. Herr Lehrer Seitz=Hähnleiyhims=Neub
Chorleiter des Vereins, hatte ſich in der Vortragsfolge eine 4u unſerer Vor
Aufgabe geſtellt, für deren glückliche Löſung ihm die zahlr”Auuſen, eingen
Beſucher des Abends große Anerkennung zollten. Außer dem G, wird am zm
wirkten mit Frau Emmy Simon=Aden (Sopran) Darmſtad, ſen, bei dem
Flügel Herr Kapellmeiſter Hans Simon=Darmſtadt. Herr AſAraf ſprech
Helmuth Kempf (Bariton), Zwingenberg, die Herren Fran;Atet,
Fritz Köppner (Flöte und Violine), Bensheim, ſowie ein Orch
von 21 Damen und Herren. Von Herrn E. Schäfer, Major 1)‟ Damm,
aus Darmſtadt, gelangte „Sonntagsmorgen . Chor a capella, Vs Bürgern
ms) namens
Uraufführung. Dem anweſenden Komponiſten wurde für ſeine
wünſche der G
großem Beifall aufgenommene Schöpfung durch den Vorſitzen
Herrn Heinrich Stroßinger, eine ſinnvolle Ehrung zuteil. In ec wurde dem
ſo herzlicher Weiſe dankten durch reichen Beifall die Konp e Pfarrer
beſucher Frau Emmy Simon=Aden und Herrn Hans Simon) ſchie.
die Sologeſänge.
e Bad=Wimpfen 1. Dez. Tödlicher Unfall. Der in
Saline Ludwigshalle in Bad Wimpfen beſchäftigte 34jährige
beiter Joſef Kühner von Duttenberg hat ſich unberechti
weiſe an der Stromleitung im Siedehaus Nr. 6 zu ſchaffen
gemacht, wobei er einen Schlag erhielt, der ſeinen Tod ſoforn
beiführte. Er hinterläßt eine Frau und ein Kind im Alte:!
einem Jahre. — Von der Kreditkaſſe. Die Kreditt
hatte zu einem Vortrage über Steuergutſcheine eingeladen.
Hauptredner, Dr. Müller von Darmſtadt, ſprach über das
ſen und die Verwendung der Steuergutſcheine, die auch Se.
anrechnungsſcheine genannt werden. Aus den Worten des
ners ging hervor, daß die Steuergutſcheine nicht nur den „Gruß,
wie vielfach behauptet wird, nützen, ſondern gerade auch
„Kleinen”, ſei er Landwirt, Handwerker oder Gewerbetreib?
er muß nur die Begünſtigung zu nützen verſtehen. Die Se‟
gutſcheine werden aber auch ausgegeben für Mehrbeſchäft e
von Arbeitnehmern.
Na
DROGERIE
SCHWINN
WELZ AOHLER
GEBR.
ROTHSCHILD
BETTEN-ETAGE
CIGARREN-
PEVER
hiſtag, 2. Dezember 1932
Salzburger Enigranfen
auf dem Durchzug durch Heſſen 1732.
Eine 200jährige Erinnerung.
dem von Pfarrer Hermann Knodt geordneten Stadtarchiv
hlitz befinden ſich — wie der E.P.H. zu melden weiß — zwei
ſſante Urkunden über den zweimaligen Durchzug von um
gevangeliſchen Glaubens willen von Biſchof Firmian
ver=
ünen Salzburger Emigranten, die auch die Namen derſelben
ſt. Die eine lautet:„Vor die über Frankfurt, Hanau, Geln=
und Lauterbach den 23. Juli allhier in Schlitz angekom=
45 Saltzburger Emigranten ſind in hieſiger Stadt neunzig
geſammelt und bei dermaligem Abzug unter dieſelben
Köpfen verteilt worden als folget. Die Namen derſelben
: Trattner, Buchlau, Clausner, Biltzecker, Ehrenreich
Mit=
zner, Finnwarth, Trimbacher, Lechner, Scherckhofer, Bauer,
wer, Bulau. Eine Familie hatte ſechs Kinder mit ſich. Zehn
ſpäter zogen noch vier weitere Familien durch, deren
Na=
ſicht angegeben ſind‟. Das Begleitſchreiben des Lauterbacher
grmeiſters bemerkt, daß „beſagte arme Glaubensgenoſſen ſich
Uhres zweitägigen Aufenthalts ſehr ernſt und gottſelig
auf=
ürt, und in ihrem Chriſtentum ſich wohl fundiert befinden
v, ſo daß ſie allgemein Bewunderung erregten. Sie hatten
Aurg verlaſſen um ihres Glaubens willen.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 335 — Seite 9
Aus Mainz und Rheinheſſen.
Finsloſe Kreditſchöpfung.
n. Wolfskehlen, 30. Nov. Am Sonntagabend hielt der
hie=
ſeſangverein „Germania” im Gaſthaus Zum
Schüt=
ſein diesjähriges Herbſtkonzert ab. Der Saal war
„zuf den letzten Platz beſetzt. Auch hatten ſich auswärtige
San=
hrunde mit ihren Chormeiſtern eingefunden. Herr
Bundes=
meiſter Bitter=Darmſtadt wohnte dieſer Veranſtaltung auch
Das reichhaltige muſtergültige Programm wurde von dem
mn ausgezeichnet durchgeführt. Der Vortrag der Chöre gab
hnis von der guten Schulung, die der Verein unter Leitung
tüchtigen Chormeiſters, Herrn Kapellmeiſter Friedel
yſher=Darmſtadt, genießt. Der zugezogene Soliſt Johann
ra=Darmſtadt brachte tadelloſe Darbietungen zu Gehör und
Auuf vielſeitigen Wunſch einige Zugaben. Die Anweſenden
ſn von dem Abend ſehr befriedigt.
4. Crumſtadt, 1. Dez. Die lokale Geflügelausſtellung
5eflügelzuchtvereins Crumſtadt im Saale des W. Hammann,
eſhr gut beſchickt war, wies einen guten Beſuch auf. Ein großer
Ader Zuchttiere konnte mit der Note „Sehr gut” ausgezeichnet
ven.
m Hofheim (Ried), 1. Dez. Freiwilliger
Arbeits=
ſrſt. Im freiwilligen Arbeitsdienſt beſchäftigt die Gemeinde
m30 junge Leute, welche gegenwärtig an der Errichtung eines
mindebades eifrig tätig ſind.
Wdm. Erfelden. 30. Nov. In der Gemeinderatsſitzung wurde
toſſen, daß die durch die Feldbereinigung zugeteilten
Grund=
am 29. November verpachtet werden ſollen. Betreffs des
eſchnnämrdſtücks in der Sandgrube wünſcht der Gemeinderat eine
„theidung des Schiedsgerichtshofes. Die Verhandlung findet
Nittwoch, den 30. November. Donnerstag, den 1.. und Frei=
„4den 2. Dezember, ſtatt.
Gernsheim, 1. Dezbr. Waſſerſtand des Rheins
ſel) am 30. Nov.: 0,50 Meter, am 1. Dez.: 0,29 Meter — je=
P morgens 5.30 Uhr.
in 4f. Neu=Iſenburg, 1. Dez. Endlich gefaßt. Dieſer Tage
Exe hier ein 24jähriger Erwerbsloſer aus der Pfarrgaſſe in
. Wirtſchaft beim Manteldiebſtahl beobachtet und
feſtgenom=
der Ian Eine Hausſuchung förderte nun auch zwei Damentaſchen
Ge, und ſo fanden ganz überraſchend auch die beiden
Raub=
hälle ihre Aufklärung, die im Auguſt und November dieſes
ches am Waldrand auf von der Straßenbahn heimkehrende
en ausgeführt wurden. Die Ueberfallenen haben in dem
gäfteten einwandfrei den Täter wiedererkannt.
Mainz, 1. Dez. Beim Wachtdienſt ertrunkey.
Rhein bei Rüdesheim iſt jetzt die Leiche des Arbeiters W.
ſling, der bei der Portlandzementfabrik, Mainz=
Amöne=
beſchäftigt war, geländet worden. Mehling verſah in der
zum 30. Oktober auf den Zementkähnen den Wachtdienſt,
i er anſcheinend ins Waſſer gefallen und ertrunken iſt.
Ze. Mainz, 1. Dez. Poſtmeiſter von der Anklage
Unterſchlagung auf Grund des § 51
freige=
ſchen. Der 44jährige Poſtmeiſter K. L. Link, der auf den
ſimtern in Guſtavsburg und Biſchofsheim beſchäftigt war,
unter der Anklage der Unterſchlagung im Amt in zwei Fäl=
Das Gericht kam zu der Ueberzeugung, daß der Angeklagte
eiden Delikte tatſächlich begangen habe, ſprach ihn aber frei,
ſe bei der Ausführung der Tat nicht im Vollbeſitz ſeiner geiſti=
Kräfte geweſen ſei.
Ae. Worms, 1. Dez. 25 Jahre evangel. Kirche zu
hrms=Neuhauſen. Im Dezember 1907 wurde die jüngſte
ſhe unſerer Vororte, nämlich die evangel. Kirche in
Worms=
hauſen, eingeweiht. Aus Anlaß des 25jährigen
Kirchenjubi=
hs wird am zweiten Adventsſonntag ein Feſtgottesdienſt
ab=
hiten, bei dem Prälat D. Dr. Dr. Diehl und Oberkirchenrat
Agraf ſprechen werden. Abends wird ein Kirchenkonzert ver=
Mltet.
4d. Hamm, 1. Dez. Zum 25jährigen
Dienſtjubi=
m des Bürgermeiſters Volz überreichte Kreisdirektor Schön
rms) namens der Staatsregierung eine Dankesurkunde. Die
Itwünſche der Gemeinde ſprach Gemeinderat Fretter aus. Am
id wurde dem Jubilar ein Fackelzug gebracht, wobei der evgl.
kliche, Pfarrer Hagel, die Gluckwunſche des Kirchenvorſtandes
brachte.
4d. Nackenheim, 1. Dez. Paul Jung 1., Ehrenbürger der
keinde Nackenheim, feierte heute bei körperlich und geiſtig
m Wohlbefinden ſeinen 90. Geburtstag.
4h Bingen (Rhein), 1. Dez. Schulkinderſpeiſung
dch die Stadt. Wie im vorigen Jahre wird auch in dieſem
re die Stadt Bingen vom 1. Dezember ab eine
Schulkinder=
bung durchführen.
4h. Bingen a. Rh., 1. Dez. Schiffsunfall im „Bin=
Loch. Mehrſtündige Sperrung, des erſten
Uhrwaſſers. Der Schraubendampfer „Stachelhaus und
loh Nr. 5” (Mühlheim) befand ſich mit drei Kähnen im An=
½ auf der Bergfahrt. Kurz hinter dem „Binger Loch lief
zweite Kahn, „Karl Guſtav” (Rotterdam), „aus dem Ruder”
fuhr nahe dem rechten Ufer feſt, ohne daß er aber Leckage
bntrug. Die beiden anderen Anhängeſchiffe wurden zur Bin=
Reede gebracht und dann der feſtgefahrene Kahn losgeturnt.
Bingerlochfahrwaſſer war durch den Unfall über vier
Stun=
geſperrt, während welcher Zeit die geſamte Schiffahrt durch
zweite (neue) Fahrwaſſer ging.
Wir erhalten von Herrn Dr. Steder,
Darm=
ſtadt, die nachſtehende Zuſchrift, die ſich gegen
einen von uns vor kurzem veröffentlichten
Ar=
tikel wendet. Da es ſich bei der ſogenannten
zins=
loſen Kreditſchöpfung um ein für die deutſche
Volkswirtſchaft zweifellos außerordentlich
bedeut=
ſames Problem handelt, geben wir den
Ausfüh=
rungen Herrn Dr. Steders gern Raum. Wir
wer=
den in unſerer morgigen Ausgabe die Diskuſſion
durch einen Aufſatz des Verfaſſers des erſten
Artikels abſchließen.
Die Schriftleitung
Unter dieſem Titel erſchien in Nr. 326 des Blattes ein von
Herrn Dr. Gauß in Darmſtadt verfaßter Aufſatz. — Die Bedenken,
die der Verfaſſer gegen den von Herrn Dr. Herpel und Herrn Dr.
Gereke aufgeſtellten Plan geltend macht, ſind ſchlechthin Bedenken.
die von Vertretern des Privatkapitalismus gegen die zinsloſe
Kreditierung von Aufbauarbeiten gewöhnlich ins Feld geführt
werden. Grundſätzlich ſei zunächſt folgendes feſtgeſtellt: Bei der
Finanzierung von Aufbauarbeiten ſpielt der Begriff Geld eine
mehr untergeordnete Rolle. Primär iſt der Kredit, denn er ſtützt
ſich nicht auf Depoſiten, die bei Banken oder Kaſſen hinterlegt
ſind, ſondern entſteht durch Schöpfung der öffentlichen Hand
mit=
tels des derſelben zuſtehenden Hoheitsrechtes, der Kredithoheit.
Der Kreditgewährungsvorgang geſchieht, wie bisher auch üblich,
durch Anleihebeſchluß. Der einzige Unterſchied gegen früher iſt
der, daß der Zins ausgeſchaltet iſt, der bei Aufbauarbeiten auch
ſinnlos wäre, da es ſich hierbei durchweg um Arbeiten handelt, die
vom privatwirtſchaftlichen Standpunkt aus „unrentabel” ſind,
weil ſie keine unmittelbare Rente abwerfen, die jedoch im höchſten
Maße volkswirtſchaftlich produktiv ſind, weil ſie das Land
ver=
kehrsmäßig erſchließen, von höchſter Bedeutung für die
Ernäh=
rungslage ſind, und den bevölkerungspolitiſchen Belangen
Rech=
nung tragen. Dieſe Aufbauarbeiten zerfallen in drei Gruppen:
1. Ernährungspolitiſche Aufbauarbeiten zur Sicherung der
Er=
nährungs= und Selbſtverſorgungsgrundlage des deutſchen
Volkes: Waſſerbautechniſcher Ausbau der deutſchen
Stromge=
biete von der Mündung bis zur Quelle, Eindeichungen und
Entwäſſerungsarbeiten zur Neugewinnung und Verbeſſerung
landwirtſchaftlicher Nutzflächen, Aufforſtungen. Auf Boden=
Meliorationen iſt beſonderer Wert zu legen.
2. Volkspolitiſche Aufbauarbeiten mit dem Ziele, bevölkerungs=
und wehrwirtſchaftliche Grundlagen zur Wiedergewinnung
der deutſchen Weltgeltung zu ſchaffen. Bauern= und
Hand=
werkerſiedlung, vornehmlich in Oſtdeutſchland, gärtneriſche
und halbländliche Siedlung in den Großſtadt= und
Induſtrie=
gebieten, Sanierung der unhaltbaren Wohnverhältniſſe in den
Altſtädten.
3, Verkehrspolitiſche Aufbauarbeiten für den wirtſchaftlichen
Aufſchluß mit dem Ziele der Entfaltung des heimiſchen
Mark=
tes: Erſchließung und Baureifmachung des flachen Landes
durch Bau großer Schnellverkehrsverbindungen aller Art und
Ausbau des dazu gehörigen Nahverbindungsnetzes. Ausbau
der Waſſerſtraßen, Schaffung eines engen Netzes von
Flug=
plätzen, Brückenbau, Bau von Kraft=, Waſſer= und Gaswerken
nebſt Leitungsnetzen. Wirtſchaftsſchädliche Konkurrenz für
be=
reits beſtehende Unternehmungen — wie z. B. teilweiſe
zwi=
ſchen Eiſenbahn und Kraftwagen — iſt dabei zu vermeiden.
Dieſe Arbeiten werden, wie ja auch Herrn Dr. Gauß bekannt
iſt, nach einem einheitlichen für das ganze Reich gültigen
Aufbau=
plan durchgeführt und die hierfür erforderlichen Kredite in der
oben angegebenen Weiſe bereitgeſtellt. Dies iſt unbedingt
notwen=
dig, damit einmal die Maſſe der Erwerbsloſen innerhalb der
deutſchen Reichsgrenzen gleichmäßig und dem Anwachſen der
Ge=
ſamtwirtſchaft entſprechend in den Produktions=Prozeß wieder
ein=
geſchaltet wird und damit vor allem eine Kreditfehlleitung
ver=
mieden wird. Daß dies für den Anfang nicht einfach iſt, iſt
zuge=
geben. Eine Kreditfehlleitung iſt aber ausgeſchloſſen, wenn an der
Spitze des Planungs=Ausſchuſſes und der Finanzkommiſſion
Män=
ner ſtehen, die außer Verantwortungsbewußtſein auch die
erforder=
lichen Wirtſchaftskenntniſſe beſitzen. Schaut man auf die letzte Zeit
bis zum Jahre 1918 zurück, dann kann man doch wahrhaftig nicht
behaupten, daß unſere geſamte Kreditsgebarung immer richtig
geweſen iſt. Sonſt hätten ſich die chaotiſchen Zuſtände niemals ſo
herausbilden können, wie wir ſie heute ſehen.
Die Aufbauarbeiten werden, und das ſei ausdrücklich betont,
vom Reich, Staaten oder Gemeinden nicht in eigene Regie
ge=
nommen und auch nicht im Submiſſionswege vergeben. Da es das
Ziel dieſer Arbeiten iſt, die Arbeitsloſigkeit zu vermindern und
zugleich eine Belebung der Wirtſchaft herbeizuführen, werden die
Arbeiten an die freie Wirtſchaft zur Durchführung vergeben.
Die Arbeiten ſind, und das iſt der Kernpunkt des ganzen Planes,
nur zu vollem Lohn und gerechtem Preis und
Ver=
dienſt auszuführen. Denn nur dadurch entſteht die für die
Wie=
derbelebung der Geſamtwirtſchaft notwendige neue
Kaufkraft. Nur durch dieſe neu entſtehende Kaufkraft finden
die Güter des täglichen Lebens Abſatz. Dadurch wird eine
wirk=
liche und dauerhafte Belebung der Wirtſchaft gewährleiſtet.
An=
ſprüche an das Leben, durchaus berechtigte Anſprüche, ſind
ge=
nügend vorhanden, können jedoch nicht befriedigt werden, da eben
die Kaufkraft fehlt. Durch die Wiedereinſchaltung der
Erwerbs=
loſenmaſſe in den Produktionsprozeß fällt für jedes Gemeinweſen
der ſchwierigſte Etatpoſten weg: Die Erwerbsloſenunterſtützung.
Außerdem vermehren ſich mit dem Emporblühen der Wirtſchaft
die Steuereinnahmen in immer ſtärkeren Maße,
ſo daß die jährlichen Tilgungsraten für die beanſpruchten Kredite
ohne große Schwierigkeiten bereitgeſtellt werden können. Es
bil=
den ſich ſehr bald wieder Sparguthaben bei den Sparkaſſen, die in
Form mäßig verzinſter Betriebskredite der Verbrauchsgüter=
In=
duſtrie zufließen.
Eine Ankurbelung der Wirtſchaft durch private Initiative iſt
und bleibt Stückwerk, da die auf den Markt geworfenen Waren
infolge der fehlenden Kaufkraft nicht abgenommen werden. Das
Schwergewicht der deutſchen Wirtſchaft ruht in der Hauptſache auf
dem Inlandsabſatz.
Ganz grundlos ſind die Bedenken hinſichtlich der
öffentlich=
rechtlichen Kreditanſtalten. Dieſe Anſtalten ſind weiter nichts als
die Treuhänder für die von der hohen Hand für die
Aufbauarbei=
ten bereitgeſtellten Kredite. Für die Verwaltung dieſer Kredite
erhalten dieſe Anſtalten einen Verwaltungskoſtenbeitrag bis zu
1 Prozent. Die Einlagen bei den Sparkaſſen werden hiervon in
keiner Weiſe berührt. Im Gegenteil! Durch die neu entſtehende
Kaufkraft ſammeln ſich mehr und mehr wieder Erſparniſſe an, die
ihrerſeits die Sparkaſſen nun wieder in die Lage verſetzen, eine
ſtärkere Liquidität zu entwickeln. Umſchuldungen, d. h. Erſatz
hoch=
verzinslicher Grundſchulden und Hypotheken durch geringer
ver=
zinsliche ſind dann überhaupt erſt möglich.
Die geldtheoretiſchen Bedenken hält Herr Dr. Gauß für die
allerſchwerſten. Hier ſei zunächſt grundſätzlich eins feſtgeſtellt:
Die im Gefolge jeder Kreditausweitung mögliche Vermehrung
der Geldzeichen bildet ſolange keine Gefahr, als dieſe
Geld=
zeichenvermehrung nur durch das infolge der Vornahme von
Aufbauarbeiten wachſende Wirtſchaftsvolumen bedingt wird. Die
gegenwärtige Verknappung im Geldverkehr iſt in erſter Linie mit
darauf zurückzuführen, daß infolge des mangelnden Vertrauens
zur Liquidität unſerer Kreditanſtalten ein außerordentlich hoher
Betrag an Geldzeichen gehamſtert und dem Verkehr entzogen iſt. Die
Gefamtſumme dieſer dem Verkehr entzogenen Beträge mag etwa
1½—2 Milliarden Reichsmark betragen. Es iſt angeſichts dieſes
Zuſtandes durchaus ohne Gefährdung unſerer Währung zu
ver=
antworten, wenn die Reichsbank zur Ingangſetzung des
Arbeits=
beſchaffungsprogramms zunächſt Zahlungsmittel über den
Be=
trag der jetzt von ihr ausgegebenen Mengen hinaus zur
Ver=
fügung ſtellt. Das Reich hat im Rahmen der geſetzlichen
Be=
ſtimmungen noch das Recht, für 280 Millionen Reichsmark
Silbermunzen ausprägen zu laſſen, denn es dürfen je
Ein=
wohner bis zu RM. 30,—, alſo insgeſamt 1950 Millionen
Reichs=
mark Münzen ausgegeben werden, während jetzt erſt für 1670
Millionen Reichsmark geprägt ſind. Außerdem hat die
Reichs=
bank z. Zt. zwiſchen 180—250 Millionen Reichsmark
Silber=
münzen auf Lager, die von der Wirtſchaft infolge des
Schrumpfungsprozeſſes und des Mangels an Krediten nicht in
Anſpruch genommen ſind. Die Höhe dieſer vielleicht erforderlichen
neuen Zahlungsmittel würde etwa ein Zwölftel des für ein
Jahresprogramm benötigten Kredits betragen, weil bei der
ſchnellen Zirkulation des Geldes mit einem etwa zwölfmaligen
Umſchlag zu rechnen iſt. Da andererſeits aber zu erwarten iſt,
daß bei der Inangriffnahme eines produktiven
Arbeits=
beſchaffungsprogrammes wieder mehr Vertrauen in die
Wirt=
ſchaft kommt und ein Teil des jetzt gehamfterten Geldes wieder
in den Verkehr zurückfließt, könnten unter Umſtänden mehr
Zahlungsmittel ausgegeben ſein, als man im Intereſſe der
Wäh=
rung für richtig befindet. In einem ſolchen Falle hätte die
Reichsbank jederzeit die Möglichkeit, regulierend einzugreifen
und wieder Zahlungsmittel aus dem Verkehr herauszuziehen.
Eine Gefährdung der Währung iſt völßig ausgeſchloſſen,
wenn die Kredite von einer zentralen Stelle aus richtig geleitet
werden. Inſofern iſt eine Inflation ausgeſchloſſen. Außerdem
bedeutet die Gefahr einer Inflation noch lange keine Inflation.
Durch die augenblickliche Wirtſchaftspolitik iſt die Währung
mehr in Gefahr als durch die eben beſchriebene
Kreditaus=
weitung auf Grund des Herpel/Gerekeplanes. Den Einwand
der Währungsgefährdung hat der Sachverſtändige der
Reichs=
bank, Herr Dr. Geſtrich, bereits im Oktober v. J. gelegentlich
einer Ausſprache mit Herrn Dr. Herpel fallen gelaſſen. Auch den
hartnäckigen Widerſtand gegen jede Kreditausweitung hat die
Reichsbank inzwiſchen aufgegeben: Die Ausgabe der
Steuergut=
ſcheine wurde von Herrn Dr. Luther genehmigt! Der grundlegende
Fehler dieſer Kreditausweitung iſt folgender: Man belaſtet
die Steuerkraft der Bevölkerung für die Jahre 1934—38, ohne
überhaupt zu wiſſen oder zu fagen, woher denn die
Steuerein=
künfte in dieſen Jahren kommen follen! Hinter den
Steuergut=
ſcheinen ſteht alſo weiter nichts wie die Hoffnung, daß es uns
in Zukunft beſſer geht. Sollte dieſe Hoffnung die Sicherheit für
den Fortbeſtand unſerer Währung ſein? Im übrigen iſt von
den Steuergutſcheinen bis jetzt, wie in einem Teil der
Tages=
preſſe mit Bedauern betont wird, in geringem Maße Gebrauch
gemacht worden, ſo daß dieſe Mehrbelaſtung für den künftigen
Etat des Reiches angeſichts der Höhe der früheren Schulden
kaum ſehr ins Gewicht fallen dürfte.
Zum Schluſſe ſei noch erwähnt, daß gerade Herr Dr. Schacht
öffentlich geäußert hat, der Herpel/Gerekeplan der deutſchen
Landgemeinden ſei 100prozentig durchzuführen! Auch der
be=
kannte Volkswirtſchaftler Prof. Sombart, ſowie der Präſident
des ſtatiſtiſchen Reichsamts, Prof. Dr. Wagemann, halten beide
die von den Landgemeinden vertretene Kreditausweitung nicht
nur für unbedenklich, ſondern ſogar für dringend notwendig!
Angeſichts der hohen Zahl der Erwerbsloſen, die z. Zt. mit
7 Millionen nicht zu hoch gegriffen iſt, ſollten eigentlich ſämtliche
theoretiſchen Erwägungen und Bedenken verſtummen. Der
Herpel/Gerekeplan der deutſchen Landgemeinden iſt das beſte
Arbeitsbeſchaffungsprogramm, das bis jetzt vorgelegt worden
iſt. Es iſt bis in alle Einzelheiten durchgearbeitet und
durch=
geprüft. An der Aufſtellung dieſes Planes haben Vertreter aller
politiſchen Richtungen aktiv mitgearbeitet. Hinter dieſem Plan
ſteht die neue Volksfront, bekannt unter dem Namen Querfront,
in der die großen Wehrverbände von links bis rechts, ſowie
Arbeitnehmerverbände und große Wirtſchaftsverbände durch
führende Perſönlichkeiten dieſer Gruppen vertreten ſind. In
dieſer Front iſt der weſentlichſte Teil des deutſchen Volkes
zu=
ſammengefaßt. Und hier genießt dieſer Plan das uneingeſchränkte
Vertrauen des größten Teils des Volkes.
Die heutige Nummer hat 18 Geiten
SEIE-NHAUS
MÜLLER
HUAM MIR
R
ARNOLD
HANDSCHUH-
SCHMI T
Seite 10 — Nr. 335
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Soer. SaterTadSaottete
„Alk werden und jung bleiben!”
Unter dieſer Deviſe will die Altersabteilung
Hof=
ferbert der Turngemeinde 1846 Darmſtadt am
kommenden Montag, abends 8 Uhr in ihrem Turnhauſe
Woogsplatz durch einen Turnabend der Oeffentlichkeit vor Augen
führen, wie deutſches Turnen jung erbält Gerade Leibesübun=
bert, die im Jahre 1901 gegründet wurde, zählt zurzeit über 60
Aktive im Alter bis zu 82 Jahren. In der Deutſchen
Turner=
ſchaft wird es wohl kaum noch Vereine geben, die eine ſolche Zahl
alter aktiver Turner in ihren Reihen ſtehen haben. Sie wollen
nun durch den Turnabend am Montag Fernſtehende in ihre
tur=
neriſche Arbeit einführen und beweiſen, wie vielſeitig deutſches
Turnen betrieben werden kann. Nicht nur Körperſchule durch
Die Altersabteilung der Turngemeinde 1846 Darmſtadt beim Training. (Die Ziffern ſind die Altersangabe.)
gen ſind imſtande, Schäden fernzuhalten oder zu mindern, die
durch die Einflüſſe der wirtſchaftlichen und ſeeliſchen Not ein
früheres Altern begünſtigen. Freude und Liebe zur Turnſache.
enge Turnbrüderlichkeit, umfaſſen eine Gruppe Menſchen, die
deutſches Volkstum pflegen, der Jugend ein Vorbild ſein wollen,
um damit ihrem Vaterlande zu dienen. Die Abteilung Hoffer=
zweckentſprechende Gymnaſtikübungen bildet den Uebungsſtoff, es
ſoll in ausgiebigem Maße an Beiſpielen, gezeigt werden wie
Turngeräte beim Turnen älterer Männer Verwendung finden
ſollen. Spiele geben der turneriſchen Arbeit ein fröhliches
Aus=
klingen. Intereſſenten und Freunde der Turnſache ſind herzlichſt
eingeladen. Eintritt frei!
Fußball im Kreis Skarkenburg.
Rückrundenbeginn in der Kreisliga.
Am kommenden Sonntag beginnt die Starkenburger
Kreis=
liga mit ihren Rückſpielen. Bis jetzt liegen nur für drei
Sonn=
tage die Termine vor. Für den 4. Dezember ſind folgende
Spiele vorgeſehen:
Rot=Weäß Darmſtadt — Polizei Darmſtadt (Vorſpiel 0:1),
SV. 98 Darmſtadt — Union Darmſtadt (Vorſpiel 1:4),
FC. 03 Egelsbach — FV. Sprendlingen (Vorſpiel 3:2),
Germania Pfungſtadt — Haſſia Dieburg (Vorſpiel 0:2),
Viktoria Walldorf — Germania Ober=Roden (Vorſpiel 3:2),
FV. Eppertshauſen — SV. Mörfelden (Vorſpiel 3:3),
SV. Münſter — Germania Eberſtadt (Vorſpiel 1:3).
Das Programm ſieht alſo vollen Betrieb vor, und dabei die vier
Darmſtädter Vereine gegeneinandergeſtellt. Bereits vormittags
um 11 Uhr treffen ſich am Böllenfalltor der SV. 98 und die
Beſ=
ſunger. Der Ausgang iſt im allgemeinen offen, doch halten wir
eine (zahlenmäßig knappere) Revanche der 98er für möglich.
Intereſſant wird das Nachmittagsſpiel an der Rheinallee
wer=
den „Die Rot=Weißen haben ſich ſichtlich verbeſſert und dürften
auch für die Polizei ein recht, ernſter Gegner ſein. Trotzdem
glauben wir aber doch, daß ſich der Faporit erneut durchſetzt.
Dieburg und Sprendlingen, die beiden Nächſten in der Tabelle,
ſtehen diesmal vor ſchweren Aufgaben. Trotzdem halten wir
einen Sprendlinger Erfolg in Egelsbach eher für möglich als
einen der Dieburger in Pfungſtadt. Jedenfalls ſind gerade dieſe
beiden Spiele reichlich offen in ihrem Ausgang. Walldorf wird
ſich gegen Ober=Roden die Punkte nicht entgehen laſſen, und auch
Eppertshauſen und Münſter darf man gegen, ihre Gäſte aus
Mörfelden bzw. Eberſtadt knapp in Front erwarten. Käme es
an dieſen beiden Plätzen anders, wäre es jedoch auch keine
Ueber=
raſchung.
Die A=Klaſſe am 27. November.
Von den angeſetzten Spielen des letzten Sonntags fielen
eine ganze Reihe wegen Disqualifikationen von Vereinen bzw.
wegen Platzſchwierigkeiten aus. Eine Wertung dieſer Spiele in
den Tabellen unterbleibt vorerſt, da hier der Beſcheid der
ſpiel=
leitenden Behörde abgewartet werden muß. Die ausgetragenen
Spiele erbrachten folgende Reſultate:
Gruppe Bergſtraße: SV. Geinsheim Poſt Darmſtadt 11:0
(7:0). — Viktoria Griesheim trug in Dieburg ein
Privat=
ſpiel aus, das von den Dieburgern mit 9:3 (6:1) gewonnen
wurde
Gruppe Dreieich: SV. Erzhauſen — SV. Offenthal 2:4 FC 02
Dreieichenhain — Union Wixhauſen 0:0, SC. 06 Dietzenbach
— FC. Langen Reſ. 6:0.
Gruppe Odenwald: VfL. Michelſtadt — FSV. Groß=Zimmern
0:4 (0:3), Viktoria Schaafheim — Germania Babenhauſen
2:1 (1:1). SV. Lengfeld — Spielvgg. Groß=Umſtadt 1:1 (1:1),
Viktoria Kleeſtadt — SC. Ober=Ramſtadt 0:7 (0:3) Hier
fällt vor allem der klare Sieg Groß=Zimmerns in Michelſtadt
auf. der den Tabellenführer ein gutes Stück vorwärts
ge=
bracht hat.
Eintracht Darmſtadt —
Boruſſia Dornheim.
Handball.
SV. 98 Darmſtadt — Wormakia Worms.
Tabelle der Gruppe Odenwald nach dem 27. November.
FSV. Groß=Zimmern 61:16 Sportverein Roßdorf. 60:15 SC. Ober=Ramſtadt 37:12 VfL. Michelſtadt 37:28 VfR. Erbach 34:2555:* 14 Spielvgg. Groß=Umſtadt . 29 Germania Babenhauſen". 24:32 Sportverein Lengfeld 22:30 10 Viktoria Schaafheim". 19:27 10 Sportverein Höchſt 17:24 VfR. Beerfelden 10:38 Viktoria Kleeſtadt. 12 11:78
Freitag, 2. Dezember 153
Handball in der 2.T.
Kreisklaſſe: Pfungſtadt — Arheilgen, Bickenbach — Spr
lingen, Griesheim — Langen Bensheim — Worfelden.
Meiſterklaſſe I: Lorſch — Beſſungen, Seeheim — Reichsc
Egelsbach — Tgſ. 1875 Darmſtadt. Heppenheim — Hahn.
Meiſterklaſſe II: Büttelborn — Tgde. 1846 Darmſtadt, 5.
Gerau — Wallerſtädten, Wolfskehlen — Walldorf.
A=Klaſſe I: Schwanheim — Auerbach, Birkeuau — Kirſchg
ſen; II: Nieder=Ramſtadt — Groß=Hauſen. Stockſtadt — Gt
heim; III: Ober=Ramſtadt — Eberſtadt, Weiterſtadt —
ſchlag, Erzhauſen — Münſter.
Kreisklaſſe: Der Kampf um die Plätze beginnt, di
Termine zu den Kreisſpielen bekannt geworden ſind. Die be
Erſten ſind ſpielberechtigt und es treffen ſich in der Vorr=
Main=Rhein=Gau Erſter und Odenwaldgau Zweiter; als nächt
Paar die beiden andern Vereine. Die Tabelle veranſchaulicht
Lage, wobei die Feſtſtellung zu treffen iſt, daß die fünf erſten 9
eine noch Ausſicht haben, gute Plätze zu belegen, während.
den drei Letzten der bzw. die Abſteigenden zu ſuchen ſind. Mit
lich ſicheren Siegen von Bickenbach und Griesheim darf gere
werden. Auch Bensheim wollen wir noch mit einbeziehen.
gegen läßt das Pfungſtädter Spiel alle Möglichkeiten offen
Parteien hatten ſchon ſehr gute Tage und darum dreht es ſich
Für Pfungſtadt iſt das Spiel wichtiger, da ein Verluſt die en
Bewerbung ausſcheidet. Wir rechnen damit, daß der kräftigerg
heilger Sturm das Treffen entſcheidet.
In der Meiſterkl. Nord wird Lorſch ſeinen Siegeszug
ſetzen. Etwas ſchwerer ſollte es die Reichsbahn haben, da Seeh
an letzter Stelle ſteht und mit einem Siege die Hahner einüg
kann. Aehnlich liegen die Dinge in Heppenheim, wo Hahn ver
wird, wenigſtens einen Punkt mitzunehmen. Dagegen iſt dasM
fen in Egelsbach gegen Tgſ. 1875 ohne größere Bedeutung
dieſer Gruppe ſpielen alle drei Darmſtädter Vereine auswärts.
der vierte, die Tgde. 1846 begibt ſich in der Weſtgruppe
falls auf die Reiſe, nach Büttelborn. Dort geht es um die Meit
ſchaft. Die Frage nach dem Sieger laſſen wir offen, da uns
Parteien gleich ſtark erſcheinen. In ſolchen Fällen hat der eig
Platz ſchon oft den Ausſchlag gegeben. Für die übrigen Spiele/
ſtände unter Umſtänden noch Ausſicht, doch wir rechnen mit
Siege des Büttelborner Treffens als den kommenden Me
A=Klaſſe: Während an der Bergſtraße die Würfel beu
gefallen ſind, wird ſich die Lage der beiden andern Gruppen
auch klären. In Nieder=Ramſtadt gegen Groß=Hauſen fällt die
Entſcheidung — wir rechnen mit einem Siege der Platzelf — 1
im benachbarten Ober=Ramſtadt fällt die andere gegen Eberſ”
In beiden Fällen iſt der Gegner ſehr ernſt zu nehmen.
Spiele der A=Klaſſe am 4. Dezember.
Groß=Zimmern, VfL.
Gruppe Odenwald: SV. Lengfeld
Michelſtadt — SC. Ober=Ramſtadt, VfR. Erbach — SV.
Roß=
dorf, Germania Babenhauſen — Viktoria Kleeſtadt. Zwei
weitere Spiele wurden abgeſetzt.
Gruppe Bergſtraße: Eintracht Darmſtadt — Poſt Darmſtadt
(1.30 Uhr), Boruſſia Dornheim — SV. Geinsheim, Viktoria
Griesheim — Germania Leeheim, FSV. Jugenheim — SV.
Weiterſtadt
Gruppe Dreieich: Tgde. Sprendlingen — SC. 06 Dietzenbach,
TuSV. Meſſel — SV. Erzhauſen, FC. Langen Reſ. — Union
Wixhauſen.
Rot=Weiß — Polizei Darmſtadt.
Bickenbach 11 Spiele 51:35 Tore 17 Punkte 10 66:35 Pfungſtadt
Bensheim 44:35 10 45:41 Griesheim 45:40 10 Worfelden 30:54 Sprendlingen 1 38:60 Langen 18:36 „ 4
Main=Speſſart=Gau.
Kreisklaſſe: Tgſ. Obernburg — Tv. Aſchaffenburg. Wd
Umſtadt — Leider.
Durch die rechtzeitige Bekanntgabe des Spielplans zu den
menden Kreisſpielen iſt dem Treffen in Obernburg eine übereß
Härte genommen worden. Beide Parteien nehmen an den wein
Kämpfen teil, ſo daß es weniger wichtig iſt, wer Erſter undd
Zweiter wird. Anders dagegen im
Am Sonntag nachmittag 2.30 Uhr auf dem Rot=Weiß=Platz
bringt dieſes Treffen den ungeſchlagenen Tabellenführer mit dem
Tabellenletzten zuſammen, was allein ſchon, noch als Lokaltreffen
gewertet, einen beſonderen Reiz haben dürfte. Die Poliziſten
ſind ohne Zweifel auch in dieſem Spiel wieder als Favorit zu
bezeichnen, ſelbſt auch dann, wenn man die Formverbeſſerung der
Rot=Weißen und den knappen Vorſpielſieg der Grünen in
Be=
tracht zieht. Gewiß wird ſich auch in dieſem Falle ein heißer
Kampf entſpinnen, zumal die Mannſchaft durch die letzten
Er=
folge ſcheinbar das nötige Selbſtvertrauen gefunden hat und
außerdem ihre Stürmerreihe durch das Mitwirken des ehemaligen
Verteidigers Wettengl eine Verſtärkung erfährt. Hoffen wir,
daß ein guter Schiedsrichter zur Stelle iſt und alle Beteiligten
neben dem Punktgewinn eine andere wichtige Sache nicht
ver=
geſſen! Dem Beſten den Erfolg. — Vorher, 12.45 Uhr, Reſ.
Odenwaldgan.
Kreisklaſſe: Groß=Umſtadt — Groß=Zimmern, Kirch=Bm
bach— König.
Der erſte Endſpielteilnehmer iſt in Groß=Zimmern bereit d
mittelt. Dagegen entbrennt um den zweiten Platz ein 9
Kampf, da Kirch=Brombach durch Sieg mit König punktgleich
den kann.
T.H. Darmſtadt — Univ. Fraukfurt.
Heute Freitag trägt die Handballmannſchaft der Mmt. ſind in d
niſchen Hochſchule Darmſtadt ihr erſtes Kreisſpiel gegen die Mu weißt du in
verſität Frankfurt a. M. aus. Das Spiel findet auf dem Aia waren dieſt
ſchulſportplatz ſtatt und beginnt um 15 Uhr. Mannſchaftae, wie du ſie
ſtellung: Meyer; Becker, Schäfer: Cäſar, Leber, Fabian; Back üelhaſten R.
feld, Betke, Ploch, Hantelmann, Feick.
An ſ
Zum Beginn der Rückrunde empfängt Eintracht am Sonntag
vormittag 11 Uhr Boruſſia Dornheim. Bekanntlich war Dornheim
außer Griesheim die einzige Mannſchaft, die Eintracht in der
Vor=
runde beſiegen konnte. Die Einheimiſchen werden ſelbſtverſtändlich
verſuchen, ihre Vorſpielniederlage wettzumachen und ihren
aus=
ſichtsvollen Tabellenplatz zu behaupten. Die unangenehmen
Zwi=
ſchenfälle im Vorſpiel mögen aber für beide Mannſchaften
Veran=
laſſung ſein, ſich vor allem anſtändig zu betragen. Um 12.30 Uhr:
Eintracht 2 — Arheilgen 3.
Kraffſpork.
Darmſtadt 1910 — Polizei Darmſtadt.
vie durch
Eud,
Salzien,
eine
iſſe
Im vorletzten Verbandsſpiel empfangen die 98er am
kom=
menden Sonntag, nachmittags 3 15 Uhr, auf dem Platz am
Böllenfalltor Wormatia Worms. Wenn man auch für dieſes
Treffen mit einem ſicheren Punktgewinn der Einheimiſchen
rech=
nen kann, ſo dürfte der Widerſtand der Gäſtemannſchaft
voraus=
ſichtlich doch ſtärker ausfallen, als man im erſten Augenblick
an=
zunehmen geneigt iſt. Wohl haben die Wormaten am
ver=
gangenen Sonntag durch die Darmſtädter Poliziſten mit 23:0 eine
außergewöhnliche Niederlage einſtecken müſſen. Trotzdem ſteckt
in der Elf ein größeres Können, als aus dieſem Reſultat
her=
geleitet werden könnte, zumal, wenn man bedenkt, daß die
Wor=
matiamannſchaft gegen die Polizei mit nur 10 Mann antrat und
im Verlauf des Spieles durch Platzverweis eines Spielers noch
weiter geſchwächt wurde. Man wird wohl nicht fehlgehen, wenn
man annimmt, daß die Gäſteelf das Spiel gegen die
Lilien=
träger benutzen wird, zu zeigen, daß ſie trotz der 23:0 Toren
Handball zu ſpielen verſteht. Bei den 98ern weiß man im
übri=
gen, daß man ſich keine Scherze leiſten kann
Die Reſerven ſpielen in Mörfelden (Abfahrt ab Marſtall
1.30 Uhr), die 3. Mannſchaft in Braunshardt. Die 1 Jugend
hat 10.45 Uhr die 1. Polizeijugend zum Gegner. Gleichfalls in
Mörfelden ſpielt die 2. Jugend (Abfahrt Marſtall 1.30 Uhr).
Die 1. Schülerelf tritt nachmittags 3 Uhr gegen die Darmſtädter
Tgſ. 1875 an.
ſer neu
Lasſchicht
Unbt iſt durck
lei gleich weitm
Wohl das intereſſanteſte Treffen auf ringeriſchem Gebiet =ichen,
Samstag abend in der Turnhalle Soderſtraße, wo die beiden Adllide vom S
rivalen „Polizei” und „1910” im Rückkampf aufeinandertridltich in dieſer
Will man die Ausſichten auf Grund der vorausgegangenen KäMsM und
dein=
beurteilen, dann müßten die Platzherren die beſſeren für
urhaftet, der
haben, denn von dreien haben ſich zwei zu ihren Gunſten enhi
den. Auch die Tatſache, daß ſie den Vorkampf auf der Polizeinn” uu her
überzeugend gewannen, läßt mutmaßen, daß ihnen dies auf eine geſlügelt
Matte erſt recht möglich ſein müßte. Zieht man aber nurM un iſt dir
Kämpfe beider Mannſchaften gegen andere Gegner in Betid zuhl, em
ſo muß unbedingt den Ordnungshütern das beſſere Stehvern9”ze ſchwebend
zuerkannt werden. Allerdings haben die „Zehner” ſelten in 0.
pletter Aufſtellung kämpfen können, und kamen außerdem u10 Rauſch
Verletzungen um manche Siegeschance. Zu dem morgigen T5099 ein
haben beide Vereine ihre beſten Kämpfer nominiert. Dem Sa/408 Brau
verhältnis nach tut man gut, dieſes Treffen als völlig offe 41M dur
bezeichnen. Bleibt nur noch zu hoffen, daß dieſer Lökalkampf nd llhelt ar
ſportlich=fairen Verlauf nehmen möge. — Da diesmal mit Mieg
andrang zu rechnen iſt, wird die Halle um 20 Uhr geöffnet.
Weiterbericht.
Seitdem das kontinentale Hoch immer weiter öſtlich
drängt worden iſt, wird uns vorübergehend ein Tiefausläuſehe
einfluſſen, der mit der über dem Mittelmeer lagernden Stäunl
Verbindung ſucht. Durch den im Weſten einſetzenden Baron
anſtieg wird maritime Luft nach dem Feſtland gelangen und M
Bewölkung auch zu vereinzelten Niederſchlägen führen. I
Oſtwärtsverlagerung des höheren Drucks tritt aber dann 1
Beruhigung ein.
Ausſichten für Freitag: Wolkig und einzelne Niederſchläge. d
dann wechſelnd bewölkt mit Aufklaren und wieder Tempenu
rückgang.
Ausſichten für Samstag: Nachfroſtgefahr, dunſtig, und bewöllm
Aufklaren, meiſt trocken.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sandſturm über der Nehrung.
Die rollende Sandflut begräbk, erhält und gibt wieder.
ſchweigſamen, verwitterten Geſichtern. Blicke in das Feuer und
Heingeitgrader und Peitſcledhöſe denke nach, erregt und dankbar für den Rauſch den der Sturm
werden freigelegl.
Von Ernſt Keienburg.
Die Dünenkette liegt weiß und ſtill beim erſten Gruß der
e, du ſchreiteſt über den knirſchenden Sand, der hart iſt und
g, blankgeſegt vom Winde und läßt die Augen in die
De gehen: da atmet das Kuriſche Haff, ein Spiegel Gottes,
m die Wolken wandern . . . zu deiner Linken aber wallt
höſtſee weit ausgeſpannt in eine violette Ferne ..."
Es dünkt dich, daß hier alles zart und verwunſchen iſt: die
Frühnebeln überdunſtete Einſamkeit, das rotgelbe
Erlen=
hinter dem geſtern die urweltlichen Häupter der beiden
ſichtbar wurden, das trunkene Taumeln der Möwen über
Brandung, das ruhevolle Gleiten der revierenden Seeadler
dieſer alte Menſch, der dir begegnete, ſilberbärtig, einen
her von Runzeln um die hellen, ſcharfen, doch freundlichen
In. Die Welt ſcheint hier ſtehengeblieben, in den Morgen=
der Schöpfung zurückverſetzt, da alles Ruhe und
Beſeli=
war.
er Wind fächelt und der Sand bröckelt unter deinen Füßen,
zu Platten geſchichtet, bald zu breiten Gipfeln gedreht. Es
9t dunkel durch dein Bewußtſein, daß unter dieſen
ſobergen Dörfer ſchlafen, ſieben blühende
brungsdörfer, die die Wanderdüne begrub.
deine Augen, ſehend geworden in der Einſamkeit und
auf=
loſſen für den Wechſel von Werden und Vergehen, ſchweifen
Abeſonnten Flanken der Düne entlang, die ſeit
Menſchen=
cilen wandern muß unter dem Druck des Windes, oſtwärts
der See zum Haff. Mit langen, tieſen Schritten ſteigſt du
o, wie durch Staubſchnee gehſt du jetzt durch den ſaugen=
9Sand, den großen Vernichter, und das Blut ſchießt dir in
Schläfen, da du dich anſtemmen mußt mit ganzer Kraft
h eine unſichtbare magnetiſche Gewalt, die deine Füße nach
m zieht. Da ſchüttelſt du dich wie ein Tier und ſpringſt auf
ſchmale Inſel, die Pflanzenwuchs geſchaffen hat und ſiehſt
dir den ſterbenden Wald: junge Stämme wie verkrampft
ſtöhnend gebogen vor der Erdrückung des wandernden
des, im Gipfel noch belaubt, doch der Erſtickung unrettbar
Ulen .." und graſige Hänge ſiehſt du, fahl und totgeweiht,
suda lder ſandigen Sturmflut mit gierigen Zungen beleckt.
ne überg Breifbarer treten jetzt die Bilder vor dich hin, die eine alte
den weick onik der Nehrung dir zutrug: der Sturm kam über das
heer gefahren und ſtieg ziſchelnd die Hänge empor, er
wim=
ſe und ſchrie, und heulte auf den gelben Bergen, die Fahne
Flugſandes flackerte über der rauſchenden Düne. Sp geſchah
Jahr um Jahr und Jahrzehnt um Jahrzehnt. Fiſcher und
Ver und Jäger hatten nicht die Macht, dem Anſturm der
loflut zu wehren. So brachen ſie ab, was mitzunehmen war,
/k um Stück und trieben ihre Herden weiter. Und ihre
Wohn=
fraß die gelbe Welle und zermalmte ihre Friedhöfe und
lückte ihr dem Boden Abgerungenes.
(Beſſer verſtehſt du jetzt, in den Geſichtern zu leſen, die dir
znet ſind in dieſen Tagen, den Ablauf des großen
Ge=
ſens weißt du in ihnen nun zu deuten, gleichmütig und
ge=
dem Aſſen waren dieſe großgeſchnittenen Geſichter der Männer und
ſien, wie du ſie nie vorher geſehen haſt, beſtändig und voll
rätfelhaften Ruhe, von der Landſchaft ſelber geformt.
Be=
ſend ſcheint dir nun auch, was dir zuerſt ſpieleriſch erſchien,
der neu erwachte Herrſcherwille unſerer
bensſchicht die wandernde Düne anzuſiedeln
krebt iſt durch das feine Geäder der Sandgräſer, die ſtreng
felt gleich weitmaſchigen Netzen die ſandige Hänge oftmals
ziehen.
beiden 9Müde vom Schauen legſt du dich nieder, der Sand iſt warm
weich in dieſer Mulde, den Wettermantel ſchiebſt du unter
Xopf und deine Augen, weit aufgeſchlagen, ſind dem
Him=
verhaftet, der ſich jetzt matter färbt, kühler und ſtrenger, wie
Blau herbſtlicher Aſtern. Wolken, ſcheint dir halb im Wach=
Im, geflügelte Wolken ziehen dort oben in der ſeligen Weite,
dann iſt dir plötzlich bewußt, daß es Vogelſcharen ſind . .
Zahl, emſig rudernde, hochelnde Geſchwader.
Tie ſchwebenden, gaukelnden Bilder machen deine Augen
e, das Rauſchen des Meeres trifft rhythmiſch dein Ohr und
dich ein. Du gleiteſt ins Nichts. Nun aber iſt dir, als
de das Brauſen ſtärker. Es ſchwillt an und ein hoher ſingender
geht durch die Melodie. Ein kalter Wind iſt aufgeſtanden
rüttelt an deiem Schlummer. Erſtickung breitet ſich über
Entſetzt ſchrickſt du auf von dem unheimlichen Pfühl und
iſt wirr um dich da iſt der Himmel verfinſtert und die
Zne ſo fahl wie der Tod, und tanzender Sand, eine webende,
inde Matte ſchob ſich über deinen Körper. Du ſpringſt auf
taumelſt wie ein Trunkener und wateſt und ſpringſt und
hieſt dich aufpflanzen mit geſpreizten Beinen, halbblind vom
gſand, der dir auf der Stirn und Wangen brennt, mit
enden Geſchoſſen . . . aber unter dir iſt alles beweglich, in
hdlung begriffen. So ſlüchteſt du über den Hang und auf
Keideren Seite hinab in die Krähenhütte hinter dem Gitter
ſchützenden Birken.
Nie der Sturm die Flanken der Hochdüne peitſcht! Wie der
d, eiſig herabgetragen, mit tauſend Sandſtrahlgebläſen
iert! Die Düne raucht. Flach ſteht die Fahne des Flugſandes
der grünlichen Kuppe. Und immer noch dieſer wahnwitzige
hentanz des Sandes und ſchwarze Magie am Himmel und
iebel über der kochenden Tiefe. Chaos des erſten Schöpfungs=
½5 oder Weltuntergang? Jahrtauſende wandert die Düne im
ff. gehorſam dem Winde, dem wahren Herrn der Nehrung.
Aläßt entſtehen und vergehen, er ſchaufelt um und rührt von
und auf, er beugt die Wälder und frißt das Land, er
ver=
ſtiet das Waſſer und ſchafft Neuland, er öffnet die Grüfte
Vergangenheit, Peſtfriedhöfe und Steinzeir=
Aber und begräbt wiederum durch die wandelnden Gebirge,
E ſich ihm entgegenſtellt. Er empört die Flut und jagt die
ße ſchwärme ins Waſſer, daß der Strand beſät iſt weithin
Wdielen kleinen Vogelleichen, er türmt die Wolken zu
phan=
ſichen Gebilden und führte die Geiſter der Höhe an, die
ſlenrieſen in grollendem Zuſammenprall.
Da ſtehſt du kleiner Menſch unter dem Donner der Lüfte und
die Hände vors Geſicht, unter dem flatternden Dach der
Mſchatten. Doch deine Seele jauchzt und dein kosmiſcher
(Nung wird dir offenbar, die Leidenſchaft und die Entfeſſe=
9 des ſtarken, das in dir zeugt und vor dir war im Anfang
Dinge. Und du ſpürſt vor dieſer Schöpfung, daß du nichtig
½ daß du umlernen mußt, wenn du weſentlich werden willſt.
und alle, denen Gewohnheit und Unnatur die Wege zu den
Mer Quellen verſchüttet haben.
Suche das große Gleichnis vom Widerſpiel der Kräfte in
Iex; kühnen Gegenſatz von Himmel und Erde, mein Freund,
92 inne nicht deinem verwittertem Filz nach, den die rollende
Ueflut irgendwo begrub, am Hang vor der Krähenhütte. Viel=
7A findet ihn nach tauſend Jahren ein Mann mit Brille und
orſamkeit und zeigt ihn ſeinen Studenten. Vielleicht lander
ſt im Muſeum, wenn wiederum nach tauſend Jahren der
D2 die Dünenberge umgeſchaufelt hat. Sinne dem Gleichnis
19. wenn du einſam, unter hohen Sternen, durch das Bruch
De Herberge zurückpilgerſt, während das Nachtgeflügel
ſchnat=
mud im toten Holz die Elche brechen. Heim gehe dann zu
andern am Feuer, zu den Hirten und Fiſchern mit den
dir ſchuf, der ungekrönte König der weißen Düne.
Achtzehn Kilometer öſtlich von Rom, an den Hängen der
Albaner Berge, mit lieblichem Rundblick auf die Campagna,
liegt das „neue Tuskulum”; d. h. Frascati mit ſeinen großen
Erinnerungen iſt ja auch nicht mehr neu. So wenig wie das
benachbarte Tuskulum Ciceros oder das ſeiner ſenatoriſchen
Freunde und Gegner von Brutus bis zu Lucius Craſſus.
Aber ſo mögen wohl einſt auch ſchon die altrömiſchen Gärten
ſich hier an den Hängen gedehnt haben, liebliche Durchblicke
frei=
laſſend zwiſchen ragenden Zypreſſen, die nun wie rieſige
Toten=
male über verſunkener Menſchenpracht ſtehen. Die breitſchirmigen
Pinien decken ſich darüber. Eigentlich eine Gräberſtadt, ein
rieſiges Mauſoleum alter Kulturgeſchichte.
In der verfallenen Villa des Lucullus, der hier ſeine
üppigen Gaſtmähler gegeben hat, in der Villa des großen
Pompejus, der hier ſeine Träume von der Eroberung cäſariſcher
Macht geträumt hat, in der Villa des Lucius Sulla, in der
ſpäter Cicero den ſchwachen Abglanz Platos in ſeinen
philo=
ſophiſchen Schriften „Tusculange Disputationes” eingefangen
hat, richteten ſich ſpäter die Papſtmacher Marozia und Alberich
ein. Späte Träume altrömiſchen Kaiſertums, die nicht mehr
Wirklichkeit wurden, ſind dann noch von ihren Kindern, den
Grafen von Tuskulum, erſonnen worden.
Eine andere Herrſchaft war es, die von hier ausging, ein
geiſtiges Kaiſertum, das Papſttum, dem das große Geſchlecht der
Tuskulanen allein ſieben Päpſte gegeben hat, in der Zeit von
904 bis 1058.
Vom alten Tuskulum blieb nichts übrig, ſeit der Zorn der
Päpſte im Jahre 1191 das trotzige Tuskulum mit ſeinen
römiſchen Herrengeſchlechtern zerſtörte und vernichtete. Aber
nahebei entſtand Frascati aus den Trümmern, bis ein neues
Tuskulum wurde, vergingen Jahrhunderte Erſt die hohe
Blüte=
zeit der Renaiſſance hat wieder die Paläſte römiſcher Großer
hier zahlreich auf den über 300 Meter hohen Bergen erſtehen
laſſen. Große Namen, geſchichtliche Namen, die in den Häuſern
zu ſteinernen Denkmälern geworden ſind. Villa Conti, Villa
Aldrobrandini, die ſchönſte von allen, dann Villa Piccolomini,
wo Baronius, der Geſchichtsſchreiber des Renaiſſance=
Kirchen=
ſtaates, ſeine Jahrbücher ſchrieb. Sie iſt heute
Erziehungs=
anſtalt der Väter=Jeſuiten. Und nochmals wie in den Zeiten der
Tuskulanen knüpft ſich Papſtgeſchichte an Frascati Tusculanum.
Von Silveſtro Aldrobrandini, der als päpſtlicher Fiskal die
alt=
florentiniſche Familie mit einem Zweige nach Rom verpflanzte
und deſſen Sohn Ippolito, der als Clemens VIII. die dreifache
Krone trug, geht eine Reihe von Humaniſten und Freunden
der Renaiſſancekunſt bis zu dem Kardinal=Nepoten Pietro
Aldrobrandini, dem großen Förderer der Wiſſenſchaften. Ueber
die Letzte dieſes Geſchlechts gelangt Villa Aldrobrandini in den
Beſitz der Fürſten Borgheſe.
Die alte Gartenbaukunſt feierte neue Triumphe. Künſtler
ſchmückten das auf Säulen ruhende Haus mit Marmorbildern
Nr. 335 — Seite 11
und herrlichen Gemälden. Neues Mäzenatentum ſchien mit der
Entdeckung und dem Erwerb des berühmten altrömiſchen
Hoch=
zeitsbildes, der „aldrobrandiniſchen Hochzeit” unmittelbar von
Mäzenas auf die Aldrobrandini vererbt zu ſein. Aus dem
ver=
ſunkenen Leben Tuskulums webt und wirkt es fort, das ewige
Leben der Künſte und Wiſſenſchaften.
Fledermäuſe.
Die Beſatzung des 10 000 Tonnen=Dampfers „Chautecler”
einer argentiniſchen Frachtlinie machte kürzlich etwa 25 Seemeilen
weit von der braſilianiſchen Küſte entfernt eine ſehr ſeltſame
Ent=
deckung, die ſicherlich auch nicht ohne wiſſenſchaftliches Intereſſe
iſt. An dieſer, alſo von der Küſte ziemlich weit entfernten Stelle
des Ozeans nämlich wurde die Beſatzung von weitem ſchon auf
einen ſich dicht über der Waſſeroberfläche unruhig bewegenden
dunklen Schwarm heftig flatternder kleiner „Vögel” aufmerkſam,
die man ſo weit draußen ſonſt überhaupt nicht mehr antrifft, um
beim Näherkommen zu ihrer ſprachloſen Verwunderung
feſtſtel=
len zu müſſen, daß dieſe vermeintlichen Vögel nichts anderes
waren als ſichtlich vor der völligen Ermattung ſtehende —
Fleder=
mäuſe. Beim Herannahen des Dampfers eilten dieſe beflügelten
Nachttiere mit ihren letzten Flügelkräften herbei und ließen ſich
in ihrer bekannten hängenden Art auf der Reeling nieder. Sie
waren ſo apathiſch, daß ſie ſich ohne weiteres von den Matroſen
des Schiffes anfaſſen und greifen ließen.
Da die Fledermaus alles andere als ein Meerestier iſt und
auf dem Meere auch verhungern müßte, da es hier keine Inſekten
gibt, von denen ſie ſich nährt, müſſen dieſe Tiere durch
irgend=
eine höhere Gewalt ſo weit in den Ozean hineingebracht worden
ſein. Man vermutet, daß ſie vielleicht durch einen der letzten
ge=
waltigen Nachtſtürme an der braſilianiſchen Küſte von Land
ab=
getrieben worden ſind. Da es ſich um ganz gewöhnliche
Fleder=
mäuſe handelt, dürfte die andere Annahme, ſie ſeien vielleicht
einem nach Europa heimkehrenden Zoologen aus dem Gewahrſam
ausgebrochen, abwegig ſein,
Geſchäftliches.
Die Ziehung der Eiſenacher Geldlotterie zum Beſten des
Thü=
ringer Muſeums zu Eiſenach findet am 8. Dezember ſtatt. (Siehe
Anzeige.)
Wenn Wäſche reden könnte.
Wenn Wäſche reden könnte — was würden wir da nicht alles
erfahren! Sicherlich würde ſich dann ſo manche Hausfrau nicht mehr
darüber wundern, daß dieſes oder jenes Stück gar ſo raſch
zu=
grunde gegangen iſt. Zu den häufigſten Gefahren, denen wir unſere
Wäſche ausſetzen gehört das Waſchen der Wäſche mit ſcharfen
Waſchmitteln und ſchlechten Seifen, die das Gewebe angreifen.
Doppelte Vorſicht iſt hier am Platze, und um ganz ſicher zu gehen.
wählt die kluge Hausfrau ſtets nur die altbekannte Sunlicht=Seife
Sie iſt mild und ausgiebig, reinigt gründlich und ſchonend und
verleiht der Wäſche einen angenehmen Geruch. Sicherlich — wenn
Wäſche reden könnte, dann würde ſie vor allem wünſchen, ſtets und
nur mit Sunlicht=Seife gewaſchen zu werden.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Freitag, 2. Dezember
15.20: Elternſtunde: In welche weitergehende Schule melde ich mein .
Kind an, das die Grundſchule verläßt?
17.00: Konzert des Funkorcheſters Soliſt: K. Freitag (Klavier).
Anſchl. Alte Tanzmuſik Leitung: W. Caſpar.
18.25: K Harbach: Wie verſuche ich mit den Schwierigkeiten der
Zeit fertig zu werden?
18.50: Aerzte=Vortrag: Wie lerne ich ſchlafen?
19.30: Die großen Redner: Bismarck. Einführende Worte: Paul
Enderling.
20.05: Heilbronn: Pfitzner=Konzert des Philharm. Orcheſters
Stutt=
gart.
21.45; Freiburg: Wiener Volksmuſik. Original Wiener
Schrammel=
quartett.
22.20: Zeit. Nachrichten. Wetter, Sport. — Willi Kreß erzählt aus
ſeiner Torwächterlaufbahn,
22.45: Berlin: Nachtmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Freitag, 2. Dezember
9.00: Schulfunk: 8 Tage verſchollen am höchſten Gletſcher d. Welt,
10.10: Schulfunk: Deutſche Charaktere: Theodor Körner,
11.30: Lehrgang für praktiſche Landwirte.
15.00: Jungmädchenſtunde: Erziehung zur Ehe.
15.45: Jugendſtunde: Neue Winke für den Photobaſtler.
16.00: J. Liepelt: Zeitgemäße Taubſtummenfürſorge.
16.30: Leipzig: Nachmittagskonzert.
17.30: Prof. Lohmeyer: Die Religionen Aſiens (mit Beiſpielen).
18.00: J. Schaffner: Rede für die athletiſche Jugend.
18.30: Oberreg.=Rat Dr. Nathan: Die amerikaniſche Wirtſchaft
nach den Wahlen.
19.00: Wiſſenſchaftlicher Vortrag für Aerzte.
19.20: Zeitdienſt
19.35: Hamburg: Alte und neue Tänze. Verbindende Worte: W.
Hagen — Lieder und Duette zur Laute geſungen. Ausf.:
Ellen Watteyne u. H. Munk.
20.25: Hiv opl Vom Fiſchdampfer bis zur Fiſchküche. Eine Hörfolge.
21.10: Hamburg: Fortſetzung der alten und neuen Tänze.
22.20: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl. Frankfurt a. O.: Abendunterhaltung des Notſtandsorcheſters,
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortſlich für Politſk und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
ür den Handel: Dr C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; füe
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel im Bild und Wort: Dr. Herbert Neite;
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteſlungen: Wiliy Kuhle;.
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämilich in Darmſtadt.
Für unverlangte Manuſtripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
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In Trauerfäll
plötzlich und unerwartet aus dem Leben geſchieden
Wir betrauern auf das Tiefſte ſein allzufrühes Hinſcheiden und
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lieren wir in ihm einen pflichtgetreuen und fleißigen Mitarbeiter, dem
wir allezeit ein ehrendes Andenken bewahren werden.
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Darmſtadt, den 1. Dezember 1932.
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Allen Freunden, Verwandten und Bekannten die
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ſchütternde Nachricht, daß infolge eines Auto=Unfalles
mein innigſtgeliebter Mann und Vater, unſer lieber
Sohn, Schwiegerſohn, Bruder, Schwager und Onkel
Herr Hermann Maher
Für die wohliuenden Beweiſe liebevoller Teilnahme, die
uns beim Heimgange unſerer lieben Mutter
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Marie Hugenſchütz Wiw.
20.— Belohnung
demjenig., der mir
ſachdienl. Angaben
über d. am 30. 11.
i. d. Friedrichſtraße
abhand. gekommene
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mit Ball.=Reif. m.
kann. Vor Ankauf
wird gewarnt.
Bäckerei Daum,
Holzſtraße 21. *
DARMSTAOT
im kaum vollendeten 36, Lebensjahre aus unſerer
Mitte geriſſen wurde.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Hanna Maher, geb. Simon.
zuteil wurde, ſagen wir hiermit Allen unſern herzlichſten
Dank. Beſonderen Dank Herrn Dr. Bernett, ſowie
Herrn Pfarrer Beringer und den Barmherzigen Schweſtern
Emilſtraße für ihre aufopfernde Pflege.
Darmſtadt, den 1. Dezember 1932.
Georgenſtr. 5.
(16747
Die Beerdigung findet ſtatt: Sonntag Vormittag
11 Uhr vom Portale des iſrael, Friedhofes aus.
Blumenſpenden ſind nicht im Sinne des Entſchlafenen.
Im Dezember 1932.
Jacob Hugenſchütz
im Namen aller Hinterbliebenen.
(16759
2.
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Bohnerwacbs aufgefallt
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Durch einen bedauerlichen Unglücksfall iſt unſer
Kollege
Herr Hermann Maher
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Wir betrauern in ihm einen Kollegen, von beſter
Geſinnungsart und werden ihm ein ehrendes
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denken bewahren.
Das perſonal
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Darmſtadt.
Darmſtadt, I. Dezember 1932.
DROGERIE SCHUINN
RHEINSTR. 8
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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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ſteitag,
2. Dezember 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 335 — Seite 15
Reich und Ausland.
Ein Geldbriefträger erſchoſſen.
Täter geflüchtet. — Ein 19jähr. Mörder.
Fxankfurt a. M., 1. Dezember.
ſeute mittag kurz nach 1 Uhr wurde am
Stie=
lag Nr. 5 im Stadtteil Bornheim der
Geld=
träger Hoffmann erſchoſſen. Als Täter
mit ein am 29. April 1913 in Wiesbaden
ge=
her junger Mann namens Knirſch in Frage,
hin dem fraglichen Hauſe bei ſeiner
Groß=
er wohnte und am 1. Oktober 1931 mit
r Mutter von Wiesbaden nach Frankfurt
. übergeſiedelt war. Der Mann iſt flüchtig.
hu dem Mord an dem Geldbriefträger
Hoff=
in am Stiegelſchlag Nr. 5 erfahren wir von
Kriminalpolizei bzw. von der
Oberpoſt=
tion Frankfurt a. M. noch folgende
Einzel=
hn: Der Geldbriefträger Hoffmann hatte der
hinerin und Großmutter des Täters eine
be Rente ausbezahlt und hatte bereits
wie=
die Wohnung verlaſſen, als er in dieſe noch
hal zurückgerufen wurde. Kaum hatte er die
hinter ſich verſchloſſen, als der junge Knirſch
einen Kopfſchuß beibrachte, der den ſofor=
Tod des 48jährigen Briefträgers, der ſeit
Jahre 1907 ſich im Amte befindet, zur
ße hatte. Dann raubte der Täter aus der
taſche des Beamten 2800 RM. und ergriff.
hit ſofort die Flucht. Entgegen der erſten
dung wird der Täter als ein 1,75 bis 1,76
er großer ſchlanker Menſch geſchildert, der
ſiles Haar beſitzt, das er linksgeſcheitelt trägt.
Geldbriefträger hinterläßt eine Frau und
Kinder.
die Unterſuchung iſt noch im Gange.
Neuer=
gs zweifelt man daran, ob die furchtbare
nde, die der Geldbriefträger am Kopfe
da=
getragen hat, tatſächlich von einem Schuß
ihrt, vielmehr muß auch mit der Möglichkeit
ſchnet werden, daß es ſich um einen
furcht=
en Schlag handeln kann. Die
Sachverſtän=
in ſind noch mit der Aufklärung beſchäftigt.
Der Mörder in Wiesbaden verhaftet.
Der 19jährige Schloſſer Wilhelm Knirſch, der
Geldbriefträger Hoffmann erſchoſſen und
bubt hat, konnte bereits im Laufe des
Nach=
ſtags in Wiesbaden durch Frankfurter Krimi=
Geamte feſtgenommen werden. Man fand bei
noch 2000 RM. Der Mörder wurde nach
ſinkfurt transportiert und wird heute einem
ßehenden Verhör unterzogen werden.
Mord an einem Bahnhofsvorſteher.
Lübeck. Am Donnerstag morgen wurde der
hnhofsvorſteher Stuhlmann in Bad
Schwar=
im Dienſtzimmer des Bahnhofsgebäudes er=
Fdet aufgefunden. Der Tote hat eine klaffende
nde am Hinterkopf. Die Verletzung muß durch
den Schlag mit einem ſchweren Eiſenſtück
her=
ſzeführt worden ſein. Wahrſcheinlich liegt
ſubmord vor, da in der Stationskaſſe ein
Be=
r von etwa 50 RM. zu fehlen ſcheint. Die
benburgiſche Polizei hat gemeinſam mit der
becker Kriminalpolizei die Ermittlungen
auf=
kommen Stuhlmann hatte ſeinen Dienſt erſt
5.30 Uhr früh angetreten.
Der Krakakau
wieder in höchſter Tähigkeit.
Der Inſel=Vulkan Krakatau
ft zwiſchen Java und Sumatra gelegen iſt,
be=
indet ſich ſeit einiger Zeit wieder in
gefähr=
cher Tätigkeit. Aus dem Krater brechen
dau=
ud Flammenſäulen hervor, ſo daß die
Bevöl=
gung eine Wiederholung des furchtbaren
sbruchs von 1883 befürchtet, bei dem die halbe
ſſel ins Meer verſank und die dadurch hervor=
Elufenen Flutwellen furchtbare Zerſtörungen an
en Küſten des Indiſchen Ozeans anrichteten.
Entwurfszeichnung für den Umban des Stadions
von Regierungsbaumeiſter a. D. Werner March (Porträt unten rechts).
Das Deutſche Stadion in Berlin wird bei den Olympiſchen Spielen 1936 der Hauptſchauplatz der
Wettbewerbe ſein. Infolgedeſſen müſſen erhebliche Erweiterungsbauten vorgenommen werden,
mit deren Durchführung der Regierungsbaumeiſter a. D. March beauftragt wurde.
Der neueſte Typ der franzöſiſchen Bombenflugzeuge.
Seiten= und Vorderanſicht eines der neuen franzöſiſchen Bombenflugzenge,
das auf dem Flugplatz Touſſus=le=Noble vorgeführt wurde. Unter dem Rumpf ſieht man die
Auf=
hängevorrichtung für die Bomben, von denen jedes Flugzeug eine ganze Anzahl mit ſich führen kann.
Schweres Krafhwagenungligk.
Stettin. Zwiſchen Golnow und Naugard
in der Nähe des Dorfes Retztow ereignete ſich
am Donnerstag vormittag ein ſchweres
Kraft=
wagenunglück. Ein mit vier Perſonen beſetzter
Dienſtwagen der Reichswehr kam auf der ſtark
bereiften Straße ins Schleudern und fuhr mit
großer Gewalt gegen einen Baum. Das
Fahr=
zeug ging dabei in Trümmer. Der Führer des
Wagens, ein Unterfeldwebel, war auf der Stelle
tot. Ein Oberleutnant wurde ſchwer verletzt und
in das Krankenhaus Naugard gebracht.
Abgeſtürzter engliſcher Flieger
erſtarrt aus dem Meer gezogen.
Paris. Ein engliſcher Flieger ſtürzte
unge=
fähr 20 Meilen von Oſtende entfernt in den
Aermelkanal. Zum Glück befand ſich ein
Fiſcher=
boot in der Nähe, deſſen Beſatzung den Flieger
in letzter Minute, als er bereits vor Kälte
er=
ſtarrt dem Ertrinken nahe war, aus dem
Waſ=
ſer ziehen konnte. Das Flugzeug war ſchon längt
untergegangen.
Eiſenbahnräuberbande ausgehoben.
Halle. Dem Fahndungsdienſt der
Reichs=
bahndirektion Halle iſt es in Zuſammenarbeit
mit der Landjägerie Holzweißig gelungen, eine
ſiebenköpfige Eiſenbahnräuberbande unſchädlich
zu machen. Die Täter ſtammen ſämtlich aus
Holz=
weißig. Die Bande arbeitete ſo, daß ſie, nachdem
Güterzüge vor einem Einfahrtsſignal oder auf
einem Bahnhof zum Halten gekommen waren,
einen oder mehrere Güterwagen erbrachen und
Stückgüter abwarfen. Es wurden in der
Haupt=
ſache Stoffe, Luxuszigaretten, Kleidungsſtücke
und Lebensmittel entwendet. Bisher ſind 20
Zugüberfälle aufgeklärt worden. Vier Perſonen
aus Holzweißig wurden wegen Begünſtigung
und Hehlerei in Häft genommen.
Fünf Bergleute durch eine Exploſion getötet.
Montreal. Durch eine ſchwere Exploſion
in dem Kohlenbergwerk River Hebert wurden,
wie aus Halifax (Neuſchottland) gemeldet wird,
fünf Mann getötet. Die Exploſion wurde durch
Ueberſpringen von Funken von einem
Elektro=
motor verurſacht.
Starke Kälkewelle in Meriko,
Hißewelle in Argenkinien.
New York. Wie aus Mexiko Stadt gemeldet
wird, iſt dort eine große Kälte eingetreten. Das
Thermometer fällt bis zu 15 Grad Celſius
un=
ter Null. Auch iſt ein ſtarker Schneefall
nieder=
gegangen. Die Kälte forderte bereits fünf Tote.
— Dagegen wird aus der argentiniſchen
Haupt=
ſtadt Buenos Aires eine große Hitzewelle
ge=
meldet, wobei Temperaturen bis zu 40 Grad
Celſius gemeſſen worden ſind.
Große Hochwafſerſchäden
am Panamakgnal.
New York. Wie aus Panama berichtet
wird, hat das Hochwaſſer des Panamakanals
große Schäden verurſacht. Insbeſondere wurde
der im Bau befindliche Maddendamm vom
Hoch=
waſſer in Mitleidenſchaft gezogen. Dort riſſen
die Fluten eine Anzahl Baukrane und
Dampf=
bagger mit ſich fort. Auch der Chagres=Fluß führt
Hochwaſſer, das den kleinen Ort Cilibrillo
voll=
kommen überſchwemmte. Die Bevölkerung des
Ortes verließ fluchtartig die Wohnungen, wobei
drei Menſchen ertranken.
Schweres Exploſionsunglück in Kanada
Zwölf Tote.
Berlin Das „Tempo” meldet aus New
York: Die Stadt Montreal in Kanada iſt von
einer furchtbaren Exploſionskataſtrophe
betrof=
fen worden, die bisher 12 Todesopfer gefordert
hat. In den Kanaliſationsanlagen, die unterhalb
der Straßendecke liegen, müſſen ſich irgendwelche
exploſiven Gaſe gebildet haben, die ſich plötzlich
entzündeten. An einer Straßenecke wurde
plötz=
lich ein donnerndes Getöſe vernehmbar. Das
Straßenpflaſter hob ſich, wurde aufgeriſſen,
Steine flogen meterhoch und Stichflammen
ſchoſſen überall hervor.
Paßfälſcherwerkſtatt in Berlin ausgehoben.
Berlin. In der Kaiſerallee in Berlin=
Wilmersdorf iſt nach einer Meldung Berliner
Blätter eine Werkſtatt internationaler
Doku=
mentenfälſcher von der Kriminalpolizei
ausge=
hoben worden. Die beiden Führer der
Fälſcher=
bande wurden von der politiſchen Polizei
feſt=
genommen. Sie dürften politiſche Motive
ver=
folgt haben. Bisk r haben ſie jede Ausſage über
ihre Tätigkeit verweigert. In verſchiedenen
Ver=
ſtecken fand die Polizei mehrere Hundert fertiger
Stempel, die den Dienſtſtempeln vieler
euro=
päiſcher Polizeibehörden nachgebildet waren.
U. a. wurden Stempel deutſcher, tſchechiſcher,
ruſ=
ſiſcher, engliſcher und ſchwediſcher
Polizeipräſi=
denten gefunden. Außerdem entdeckten die
Be=
amten eine große Reihe von Fakſimileſtempeln,
die die Namen maßgebender Beamten
europäi=
ſcher Polizeibehörden aufwieſen. In einem
Ver=
ſteck wurden ferner zahlreiche
Blankopoſtformu=
lare gefunden. Die Fälſcher hatten 30 Sorten
verſchiedenfarbiger Tinte, mit deren Hilfe ſie
die in den verſchiedenen Ländern gebräuchlichen
Paßnotierungen vornahmen.
Kampf mit Einbrechern in einem polniſchen
Poſtamt. — Zwei Tote, ſieben Verletzte.
Warſchau. Auf das Poſtamt in Grodek
Jagiellonſka bei Lemberg wurde am Mittwoch
ein blutiger Raubüberfall verübt. Zwei
Per=
ſonen wurden getötet und ſieben verletzt. Der
Ueberfall hatte folgenden Verlauf: Acht
mas=
kierte und mit Revolvern bewaffnete Männer
drangen in das Poſtamt, in dem ſich zwei
Be=
amte und ein Poſtdiener ſowie vier weitere
Per=
ſonen befanden, ein und eröffneten ſofort das
Feuer. Die Beamten ſetzten ſich mit der
Schuß=
waffe zur Wehr, und es entſpann ſich ein
regel=
rechter Nahkampf, in deſſen Verlauf zwei
Ban=
diten getötet wurden und ſämtliche Anweſenden
auf dem Poſtamt Verletzungen davongetragen
Die anderen Banditen flüchteten mit einer Beute
von etwa 4000 Zloty Bargeld.
Henry Ford plöhlich ſchwer erkrankk.
Henry Ford,
der jetzt 69jährige Autokönig, mußte plötzlich
wegen einer Blinddarmentzündung operiert
werden. Der Zuſtand des Patienten gilt als
befriedigend.
O 4517 Aus dem Oreimäderlhaus
Zu jeder Zeit /Nicht klagen
0 4508 Aus Tosca
Wie sich die Bilder gleichen
Und es blitzen die Sierne
0 4999AuskloffmannsErrählungen
Lied des Kleinzack
Ha, wie es in der Seele
entbrennt
ODEON-Platten und Musikapparate
erhältlich in jedem guten Fachgeschäft
Nummer 335
Trralleagdwsſafriendfie ktätjaaſſty
Freitag, 2. Dezemke
Die induſtrielle Weltproduktion.
Anſähe zur Beſſerung der weltwirtſchaftlichen Lage auch in der Gükererzengung bemerkbar.
Deviſenzukeilung auf Gerſte= u. Haferausfuhrſcheigt
Produkkionsſteigerung.
fen. Die Indexziffern der induſtriellen Weltproduktion (1928:
100, „normale” Saiſonſchwankungen ausgeſchaltet) iſt nach dem
Wochenbericht des Inſtituts für Konjunkturforſchung von 66,6 im
Juli, dem bisher tiefſten Stand ſeit 1919, auf 70,7 im September
1932 geſtiegen. Die bisher vorliegenden Einzelangaben, z. B.
die Steigerung bisher nicht ſehr groß: die induſtrielle
Weltpro=
duktion kann im Jahre 1928 auf monatlich etwa 30 Mrd. RM.
(netto) veranſchlagen; in den Preiſen des Jahres 1928
ausge=
drückt, betrug die Produktion im September 1932 21 Mrd. RM.,
und war ſo um eine Milliarde RM. höher als im Juli ds. Js.
Damit iſt der Abſtand zur vorher erreichten höchſten
Monatspro=
duktion (Juli 1929: 33,5 Mrd. RM.) kaum verringert. Die
Gründe für die Produktionsſteigerung liegen zur Zeit auf
kon=
junkturpolitiſch=kreditpolitiſchem Gebiet, daneben hat die
wider=
ſtandsfähigere Haltung der Rohſtoffmärkte bei Induſtrien mit
beſonders hohen Rohſtoffkoſten zu Lageranreicherungen angeregt,
ſchließlich iſt in einigen Induſtrien, entſprechend dem tiefen Stand
der Produktion, der im Herbſt gewöhnlich einſetzende
Saiſonauf=
trieb in dieſem Jahre beſonders ausgeprägt zum Durchbruch
ge=
kommen. Im übrigen iſt darauf hinzuweiſen, daß die allgemeine
Konſtellation der wirtſchaftlichen Kräfte in der Welt noch nicht ſo
ausgeglichen iſt, daß eine ununterbrochene Steigerung der
Welt=
produktion erwartet werden könnte; Rückſchläge liegen im Bereich
der Möglichkeit. Außerdem iſt die Zuſammenſetzung der
inter=
nationalen Sachgüterproduktion noch ganz anders als zur Zeit
der induſtriellen Hochkonjunktur (1928/29). Einmal hat die
Land=
wirtſchaft ihren Anteil erhöht; bereits 1930/31 hatte ſie die gleiche
Relation zur Induſtrieproduktion wie vor dem Kriege,
gegenwär=
tig überſteigt ſie dieſen Anteil beträchtlich — und gleichzeitig
haben innerhalb der Induſtrieproduktion die Verbrauchsgüter
relativ ſtark an Gewicht gewonnen.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Frankfurter Schatzanweiſungs=Tilgung in natura.
Entſpre=
chend dem Berliner Beiſpiel ſchweben zwiſchen dem geſetzlichen
Vertreter der Schatzanweiſungsinhaber und der Frankfurter
Stadtverwaltung Projekte, in denen erwogen wird, gewiſſe
geeig=
nete Teile des ſtädtiſchen Grundbeſitzes an ſtädtiſche Geſellſchaften
zu veräußern, die ihrerſeits auf den Grundbeſitz
Hypothekenſchul=
den aufnehmen könnten. Dabei will man ſich bereit erklären, von
den Hypothekengebern den Schuldbetrag in Schatzanweiſungen,
d. h. alſo in natura, hereinzunehmen. Entſprechend dem
Vor=
gehen anderer Städte, wird auch die Stadt Frankfurt die
Rück=
zahlung privater Schuldverpflichtungen durch Schatzanweiſungen
zulaſſen, doch iſt gegenwärtig noch nicht abzuſehen, welcher
Be=
trag ſo abgedeckt werden kann. Alle dieſe Maßnahmen ſind jedoch
nur Teilmaßnahmen, die die Notwendigkeit einer Stundung
kei=
neswegs umgehen laſſen. Die zweite Gläubigerverſammlung am
19. Dezember wird ſich mit der Angelegenheit zu befaſſen haben
Vom Stickſtoffmarkt. Der Direktor des Stickſtoff=Syndikats in
Berlin v. Harbou betonte in ſeinen Ausführungen in Eſſen, die
außerordentlich große Ausweitung, die die Stickſtoffinduſtrie der
Welt erfahren habe, die zu einem erheblichen Teil in enger
An=
lehnung an die Kohleninduſtrie, bei welcher die wichtigſten
Roh=
ſtoffe billig abfallen, ſich vollzogen habe. Der Verbrauch an
Stick=
ſtoff, der zu etwa 90 Prozent landwirtſchaftlicher Art ſei, habe
dieſer Entwicklung nicht folgen können; vielmehr ſtehe derſelben
ein Rückgang im Verbrauch gegenüber. Dieſe Umſtände im Zu=
ſammenhang mit dem Streben einer ganzen Reihe von Staaten,
die eigene Stickſtoffinduſtrie durch Zölle, Einfuhrſperren und an=
dere Mittel zu ſchützen, habe im Auguſt 1930 für die Zeit bis 30. 6.
1931 zu einer europäiſchen Verſtändigung geführt, die nach einem
erbitterten Kampf im Düngejahr 1931/32 eine Erneuerung erfuhr.
Auch mit der Chileſalpeterinduſtrie ſei die Baſis für ein
provi=
ſoriſches Abkommen gefunden. Ein Wiederanſtieg des
Weltver=
brauchs ſei wahrſcheinlich, wenn auch dieſer nicht zur
Ueberbrük=
kung der Ueberkapazität ausreichen werde.
Der Aufſichtsrat des R.W.E. In der am 22. Dezember
ſtatt=
findenden Generalverſammlung des Rheiniſch=Weſtfäliſchen
Elek=
trizitätswerkes ſoll das bisherige neungliedrige Präſidium des
Aufſichtsrats zum neuen Aufſichtsrat gewählt werden, während
die übrigen Aufſichtsratsmitglieder einen Verwaltungsbeirat
bil=
den ſollen. Wie jetzt bekannt wird, wird die kommunale Gruppe
des R.W.E. die Zuwahl von Bürgermeiſter Dr. Lehr, von
Direk=
tor Dr. Moſer (DD=Bank) als Bankenvertreter in den
Aufſichts=
rat vorſchlagen. Der neue Aufſichtsrat wird dann aus drei
Ver=
tretern der Induſtrie, einem Bankenvertreter, ſechs Vertretern
der Kommunen ſowie einem Vertreter der ſtaatlichen
Elektrizi=
tätsintereſſen (Preag) beſtehen.
Die Zuckerverhandlungen im Haag. Von ſeiten der
kubani=
ſchen Delegation wird zu dem bisherigen Verlauf der im Haag
im Gange befindlichen internationalen Zuckerkonferenz erklärt,
daß die kubaniſchen Produzenten neben einer ihren
Abſatzbedürf=
niſſen entſprechenden Feſtſetzung der Exportquote für 1934 und
1935 beantragen, daß der 115 000 Tonnen betragende Anteil
Kubas an dem deutſchen Exportdefizit für das Jahr 1932 wegen
der auf Kuba eingetretenen Sturmverheerungen erſt im Jahre
1933 in Anſpruch genommen zu werden brauche. Die Kubaner
rechnen im übrigen nicht damit, daß auf der Haager Konferenz
noch ein Beſchluß über ihre zweite Forderung gefaßt wird, was
ſchon wegen der verlangten näheren Begründung mit
ſtatiſti=
ſchen Unterlagen unmöglich ſein dürfte
Konkursantrag einer Kreugergeſellſchaft. Die Kreuger=
Ge=
ſellſchaft Continental=Inveſtment Corporation hat jetzt gegen
Bankdirektor Huldt Konkursantrag geſtellt, da Huldt vom
Stock=
holmer Amtsgericht verurteilt wurde, der Continental
Inveſt=
ment Corporation 337,5 Millionen franzöſiſche Franken als
Scha=
denerſatz zu zahlen und ſich für zahlungsunfähig erklärte. Wenn
der Erſatzanſpruch der Continental Inveſtment vom Amtsgericht
anerkannt wird, was zu erwarten iſt, wird der Konkurs Huldts
neben dem Ipar Kreugers der größte ſein, den das Gericht je
zu verhandeln hatte.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Nach Mitteilung des Statiſtiſchen Reichsamts wurden im
Monat November 1932 durch den Reichsanzeiger 449 neue Kon=
kurſe — ohne die wegen Maſſemangels abgelehnten Anträge auf
Konkurseröffnung — und 267 eröffnete Vergleichsverfahren
be=
kanntgegeben. Die entſprechenden Zahlen für den Vormonat
ſtel=
len ſich auf 459 bzw. 262.
Der Zentralverband der deutſchen Metall=Walzwerks= und
Hütteninduſtrie gibt folgende ab 30. November geltenden neuen
Preiſe (in RM. je 100 Kilo, für Abſchlüſſe auf 100 Kilo) bekannt:
Kupfer: Rohre 109,20 (bisher 109,50), Drähte und Stangen 75.90
(76,15). Die Preiſe für Kupferbleche und =ſchalen ſowie für
Alu=
minium= und Meſſinghalbzeug blieben unverändert.
Die nächſte Sitzung der Internationalen Studienkommiſſion
zur Sanierung der Rheinſchiffahrt, die nochmals über den
abge=
änderten Jägerplan verhandeln ſoll. findet am 9. Dezember ſtatt.
Für die Durchführung des
fizierungsprogramms der
elektriſchen Staatsbahn in Italien werden durch Dekret Ausgaben
von 1200 Millionen Lire bewilligt, die auf vier Rechnungsjahre
zu verzeilen ſind.
Die perſiſche Regierung hat der Anglo Perſian Oil Company
offiziell mitgeteilt, daß ſie die d’Arcy=Konzeſſion annulliere, und
hat hinzugefügt, daß ſie bereit ſei, einer Erneuerung der
Kon=
zeſſion unter anderen Bedingungen näherzutreten. Die Antwort
der Geſellſchaft beſagt, daß im Konzeſſionsvertrag keine Klauſel
über Annullierung enthalten ſei, könne ſie die Mitteilung nicht
anerkennen. Das Konzeſſionsgebiet hat einen Umfang von
500 000 Quadratmetern.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Die Anſätze zur Beſſerung der weltwirtſchaftlichen Lage haben
in den letzten Monaten auch auf die Gütererzeugung übergegrif=
die deutſche Produktionsindexziffer, ſprechen dafür, daß auch im
Oktober das Produktionsvolumen noch geſtiegen iſt. Allerdings iſt
Die Stimmung war vormittags und beſonders zu Beginn
des offiziellen Berliner Börſenverkehrs trotz des ſchwachen
Verlaufes der vorgeſtrigen New Yorker Börſe durchaus
freund=
lich. Außerdem hatte eine Reihe günſtiger Momente aus der
Wirtſchaft weiteres Kaufintereſſe bei der Kundſchaft ausgelöſt,
das ſich allerdings in der Hauptſache immer wieder auf
Spezial=
werte beſchränkte. Aber, auch die Kuliſſe ſchritt allgemein zu
Rückkäufen, ſo daß Kursbeſſerungen bis zu 1 Prozent überwogen
und Rückgänge ſelbſt um Bruchteile eines Prozentes nur
verein=
zelt waren. Nur Leopoldsgrube waren auf die Nachricht von
einer vorausſichtlich weiteren Dividendenloſigkeit um 1.25 Prozent
gedrückt, und die Bank Elektr. Werte, die einen erheblichen Teil
der Aktien dieſer Geſellſchaft im Beſitz hat, büßte im
Zuſammen=
hang mit dieſem Rückgang 1,5 Prozent ein. Zu den bereits
er=
wähnten Spezialpapieren, deren Kreis ſich etwas vergrößert hat,
gehören u. a. die Montanwerte, Siemens, Schleſ. Gas, Deutſche
Kabel, Deutſche Atlanten, Zellſtoff Waldhof, Kunſtſeidewerte und
Maſchinenaktien. Von dieſen Papieren blieb das Geſchäft auch
nach den erſten Kurſen ziemlich lebhaft, doch litten ſie teilweiſe
unter Realiſationsneigung, wobei ein Teil ihrer Anfangsgewinne
wieder verloren ging. Am Anlagemarkt ſprach man im
allge=
meinen von gut behaupteten Kurſen. Nur die Altbeſitzanleihe
ſchien erneut auf Abgaben im Tauſch gegen Aktien gedrückt zu
liegen. Induſtrieobligationen hatten uneinheitliche Tendenz, in
Stahlbonds war das Geſchäft ziemlich lebhaft. Auslandsrenten
lagen wieder überwiegend gebeſſert. Beſonders für Anatolier
machte ſich im Verlaufe Intereſſe bemerkbar. Am Berliner
Geld=
markt machte ſich bereits eine merkliche Entſpannung bemerkbar,
da der Ultimo ziemlich glatt überwunden worden iſt.
Nach der Verordnung über Zolländerungen vom 17. Okts/
1932 kann Hafer und Gerſte nach Anordnung des Reichsminiſtin
der Finanzen bei Nachweis der Ausfuhr einer entſprechen)
Menge von gleichartigem Getreide in Form von Müllereierzeu
niſſen aus dem freien Verkehr des Zollgebietes durch Vorkt
eines Ausfuhrſcheines bis zum 31. Juli 1933 zollfrei eingef:30
werden.
Zur Bezahlung der auf Grund der vorſtehenden Verordn—n
zollfrei eingeführter Hafer= und Gerſtemengen werden auf be)
deren Antrag, der an die örtlich zuſtändige Deviſenbewirtſcho
tungsſtelle zu richten iſt. Deviſen in voller Höhe zur Verfüg un
geſtellt werden. Vorausſetzung für die Erteilung einer SonSe,
genehmigung iſt, daß die Firma jeweils für den Einzelfall ein
Ausfuhrſchein über Erzeugniſſe der Gerſte= oder Hafer=Müllen
vorlegt. In dem Antrag iſt der Betrag anzugeben, der zur B
zahlung der auf Grund dieſer Ausfuhrſcheine zu importieren)
Gerſte= oder Hafermengen erforderlich iſt. Außerdem muß
Antragſteller ſich ſchriftlich verpflichten, ſofort nach Einlöſung
Dokumente zur Kontrolle Belege, aus denen ſich die tatſächli
Zahlung ergibt, einzureichen
nach der 5
Produkkenmärkke.
Mannheimer Produktenbericht vom 1. Dezember. Wekt
inländiſcher, 76—77 Kilo, 21—21,25, Roggen,inländiſcher, 72—
Kilo, 17—17,10: Hafer, inländiſcher 13,75—14,25; inländie
Sommergerſte 18,75—19,75; Futtergerſte 17,75: La=Plata=MZu=
18,50—18,75: Soyaſchrot 10,50—10,60; Biertreber 10,60—107
Trockenſchnitzel, loſe 7.75—8; Wieſenheu, loſes 5—5,30; Rotkle
Rogge
Die Frankfurter Börſe lag ausgeſprochen freundlich
und vereinzelt ziemlich feſt. Die innerpolitiſche Situation ſcheint
nunmehr ihrer Klärung entgegenzugehen. Man hofft, endlich zu
einer Stabilität in der Reichsregierung zu kommen. Die
ſtär=
kere Abwanderung der Spekulation und auch eines Teiles der
Bankenkundſchaft vom Rentenmarkt zu den Aktienmärkten ſcheint
von den verſchiedenſten Gerüchten und Kombinationen über
Kre=
ditausweitungspläne genährt zu werden Beachtung finden
aller=
dings in der Hauptſache alle gut angeſehenen Dividendenpapiere,
jedenfalls ſind die Anlagenkäufe in Aktien ziemlich ausgedehnt
und nicht wahllos. Größere Anregungen ſind auch von der
kräf=
tigen Erholung des engliſchen Pfundes ausgegangen, auch von
Meldungen der Beſſerung am Stickſtoffmarkt und über eine
Er=
klärung der Dynamit=Nobel AG., daß in den letzten Monaten
ſämtliche Gebiete der JG. Fatbeninduſtrie von einer gewiſſen
kon=
junkturellen Beſſerung erfaßt ſind und daß man den Tiefpunkt
der Wirtſchaftskriſe als tatſächlich überwunden anſehen kann. Am
Montanmarkt ſind einzelne Kursſteigerungen ſehr beachtlich,
be=
ſonders Stahlvereinswerte, ſo Stahlverein 0,75, Phönix 1.
Gel=
ſenkirchen 1,25 Prozent feſter; ferner Mannesmann 1,25.
Rhein=
ſtahl 2, Klöckner 1,5 Prozent freundlicher. JG. Farben ſehr gut
behauptet. Scheideanſtalt in Erwartung einer äußerſt günſtigen
Bilanzvorlage um 0.75 Prozent befeſtigt. Rütgers 0,75 Prozent
höher. Kunſtſeidewerte lagen ziemlich vernachläſſigt, zumal
ver=
lautet, daß im Glanzſtoffkonzern die ſtarke Geſchäftsbelebung
etwas nachgelaſſen hat. Von Zellſtoffwerten Waldhof 1,5 Proz.,
Aſchaffenburger Zellſtoff 1 Proz, höher auf die internationale
Stabiliſierung der Preiſe hin.
Nach der ſprunghaften Steigerung am Schluß der
Mittags=
hörſe im Zuſammenhang mit der bevorſtehenden Ernennung
Schleichers zum Reichskanzler und einer baldigen Durchführung
eines umfangreichen Arbeitsbeſchaffungsprogramms war die
Ten=
denz der Abendbörſe nicht ganz einheitlich. Bei einzelnen Werten
ergaben ſich infolge Realiſationsneigung leichte Rückgänge,
wäh=
rend andere Aktienwerte dagegen noch etwas anzogen. So lagen
JG. Farben ½ Prozent niedriger. Conti Gummi 34 Prozent
ge=
drückt. Am Montanmarkt waren Stahlverein und Klöckner
be=
hauptet. Mannesmann und Phönix je ½ Prozent ſchwächer,
da=
gegen Rheinſtahl. Buderus und Harpener ½ Prozent höher.
Elektrowerte meiſt behauptet, Gesfürel und Bekulg ½ Prozent
gedrückt. Am Kunſtſeidenmarkt gaben Aku 13 Prozent nach
Am Rentenmarkt war das Geſchäft ſtill. Altbeſitz ½ Prozent
ſchwächer ſpäte Schuldbuchforderungen unverändert. Die Börſe
ſchloß behauptet. „JG. Farbeninduſtrie hörte man mit 96½ Proz.
Weizen 270—2,90; desgl. Hafer=Gerſte 2,40—2,80; Stroh. ge
Roggen=Weizen 2,20—2,40, desgl. Hafer=Gerſte 2—2,20; Wetz
mehl Spezial Null mit Austauſchweizen 29,75: Roggenmel
60—70prozentig, Nord—Süddeutſchland. 22,50—25: Weizenk1e/
feine 7,80: Erdnußkuchen 12.25—12,50. Tendenz: ſtetig.
Berliner Produktenbericht vom 1. Dezember. Wie zune
bei rückläufigen Preiſen, hat ſich das Inlandsangebot nach
geſtrigen Abſchwächung eher etwas verringert, jedenfalls war
einem Abgabedruck auf dem ermäßigten Preisniveau nichts
bemerken. Andererſeits hat die Nachfrage noch immer nicht
erhoffte Belebung erfahren: beſonders nach dem Rhein iſt
Abſatz ziemlich ſchwierig. Die politiſche Situation wirkt nau
gemäß auch noch immer geſchäftshemmend. Am Promptmact
war das Preisniveau für Weizen und Roggen unverändert.
auch im Lieferungsgeſchäft wurden die Dezemberſichten auf geſt
ger Schlußbaſis notiert, wobei die über 3000 To betragend
Roggenandienungen ohne Eindruck blieben. In den ſpäteren Sie
ten kam es unter mäßigen Käufen der Staatlichen Geſellſche
wieder zu leichten Preisbeſſerungen. Weizen= und Roggenm4
ſind zu unveränderten Preiſen offeriert, haben aber nur klein
Bedarfsgeſchäft. Das Haferangebot iſt für die vorſichtige Na
frage völlig ausreichend, die Preiſe ſind etwa gehalten. Mitt?
und geringe Gerſten werden namentlich aus Pommern und
Grenzmark über Bedarf angeboten; dagegen iſt das Offertenm!
rial in feinen Qualitäten ziemlich gering.
auch, da
Soh
wiſ
6 Nor zu
nicht zur4
ſant die nur
eu vorgeietzt
üitich wieder
Hau angenomm
laue Nors ma
it Lenus, he=
H und meine
Fichungen zu
Fang der Lolu
Lue, dem Böſel
en in argliſtig
Luch niemals
ge ſch daß
holz entzieht,
Tor, i
und Ser Bir
allein ich
nen, daß das
u Aſche wird
machte 1
Springbrunnen
i Widerſtand
mmalſa ihr ei
Biehmärkke.
* Darmſtädter Viehmarkt vom 1. Dezember. Aufgetried
waren 3 Ochſen und 117 Kälber. Die Preiſe ſtellten ſich für 8ü
ber a) auf 29—32, b) 23—28, c) 16—22 Pfg. pro Pfund. Sol
zentiere über Notiz. Marktverlauf: ſchleppend Ueberſtand.
Mannheimer Viehmarkt vom 1. Dezember. Zufuhr: 134 K0
ber, 111 Schafe, 67 Schweine, 797 Ferkel und Läufer, zuſamt
1109 Stück. Preiſe für 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Käh=
b) 33—35, c) 27—30, d) 22—25: Schafe b) 21—25:
Schwei=
nicht notiert. Ferkel bis vier Wochen koſteten, pro Stück 6—)
über vier Wochen 11—13 Mark, Läufer 14—18 Mark. Marktw
lauf: Mit Kälbern ſchleppend, langſam geräumt: Schweine mit
notiert; Ferkel und Läufer ruhig.
Frankfurter Viehmarkt vom 1. Dezember. Aufgetriebt
waren: 58 Rinder ſeit dem letzten Markt, darunter 9 Ochſen.
Bullen, 11 Kühe und 25 Färſen, ferner 932 Kälber, 436 Sche
und 762 Schweine, darunter 270 Memelländer. Bezahlt
wur=
pro Zentner Lebendgewicht: Kälber b) 31—34, c) 27—30, d):
bis 26 RM.: Schafe a) 1 20—23. b) 16—19, c) 13—15:
Schwei=
a) und b) geſtrichen, c) 38—42, d) 36—42 RM. Marktverlau,
Kälber und Schafe ſchleppend, geräumt: Schweine ruhig ausvo
kauft. — Fleiſchgroßhandelspreiſe: Ochſenfleiſch 1. 50—56. 2. 44-
48: Bullenfleiſch 46—50; Kuhfleiſch 2. 35—40, 3. 25—32: Kal
fleiſch 2. 50—65: Hammelfleiſch 50—58: Schweinefleiſch 56—4
Geſchäftsgang: ſchleppend. Eingebracht waren: 806 Viertel Ru
er, 89 Kälber, 48 Hämmel und 92 halbe Schweine.
Berliner Kursbericht
vom 1. Dezember 1932
Brutſche Sanr and BibromtsrSrfraftafr
Deviſenmarkt
vom 1. Dezember 1934
Md
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresbner Bank
Hapag
Hanſa Damp ſſch.
Nordd. Lloyzd
A.E. G.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Eleftr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi.
Deutſche Cont. Gas
Net
75.—
61.75
16.50
26.375
17.50
32.25
61.875
63.—
20.75
33.50
114.125
96.25
Meſ
Elektr. Lieferung
J. G. Farben.
Gelſ. Bergw.
Geſ.felektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen u.
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
gali Aſchersleben
Kiöchnerwerte
Mannesm. Nöhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Oberſchleſ. Kolsw.
Orenſtein & Koppel
81.125
72.—
95. 625
43.6e5
73.125
80.—
45.75
56.25
107.—
45.50
58.
42.875
Ass
36.—
Miee
Rütgerswerke
Salzdetfurth Aal I.
Leonh. Tietz
Verein. Stahlwerke
Beſteregeln Alkali t
Agsb.=Nrmb. Maſch
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werie
Lindes Eismaſch.
BogelTelegr. Draht
Wanderer=Werle.
45—
41.125
172.—
94.
27.625
112.—
40.—
15.—
49.—
13.—
72.—
28.375
30.
Helſingio:
Wien
Prag
Sofia.
Holland
Oslo
Kopenhagen
London.
New York
Belgien
Italien
Paris
Währung 0
100 finn. Mk./ 5.934
100 Schillinglsf.85
100 Tſch. Kr. 112.36s
Budape) ſ100 Pengö
100 Leva 4.os5
100 Gulden 189.33
100 Kronen 69.53
100 Kronen 0.52
Stockholm 100 Kronen h3.79
1 2=Stg. 13.54
Buenos=Aires ſ1 Pap. Peſv 0.883
t Dollar 4.20s
100 Belgo F2.27
100 Lire gi.40
100 Franes 116.455
Prieft
5.aas
52.05
12.45s
3.08s
189.57
69.67
70.S7
73.52
13.58
0.se5
4.277
5s.39
21.44
is 49s
Schwetz
Spanien
Danzig
Japan
Rio de Janeirolt
Fugoſlawien.
Bortugal
Athen
Fſtambu
Kairo
Kanada
üruguah
Fsland.
Tallinn icm.) 1
Riga
Belds?!
Zurmftädter and Karionatount Burmkaot, Illlan di Ateisner Bunn
Frankfurter Kursbericht vom 1. Oezember 1932.
Kergnne
fällig 1. 4. 34...
„ 1. 4. 35 ...
„ 1. 4. 36 ...
„ 1.4.37 ...
„ 1. 4. 38...
6 %Dtſch. Reichsanl
„ b. 27
6%
5½% Intern.,
6% Baden .....
6% Bayern ......
6%Heſſen ...v. 29
6% Preuß. St. v. 28
6% Sachſen v. 27
6% Thüringen v.27
Dtſch. Anl.
Auslo=
ſungsſch. 4/.
Ab=
löſungsanl.. . .
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe ....
6%Baden=Baden.
6%Berlin ...b. 24
6% Darmſtadt .. .
6% Dresden. .v. 26
6% Frankfurt a. M.
Schätze. v. 29
v. 26
62 Mainz uusaf.
6% Mannheimv. 27
6% München v. 29
6% Wiesbaden v.28
6% Heſſ. Landesbk.
629 „ Goldoblig.
5½% Heſſ.Landes=
Hyp.=Bk.=Liquid.
4¾% „ Kom.=Obl.
90.
85
80
75325
71
75.75
74.5
78.4
69.25
89.55
67.75
64
57
6.5
5.7
56.5
68
56.5
53.5
68.25
G6"
56.9
59.5
66
78.5
82.5
We
Pfd.=Anſt. G. Pf.
6% „ Goldoblig.
6‟ Landeskomm.=
Bk. Girozentr. für
Heſſ. Goldobl. R. 11
R.12
6% Kaſſeler Land. Goldpfbr.,
6%Naſſ. Landesbk.
5½% Liqu. Obl.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
*AuslSer. I
.. Ser. II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz)..
6% Berl. Hyp. Bk.
5½ %„ Liqu.=Pfbr.
6% Frkf. öhp.=Bk.
5½% Lig. Pfbr.
Goldoblig.
6% Frkf. Pfbr.=Bk.
5½% -Lig.=Pfbr.
6% Mein. Hyp.=Bk.
5½% „ Lig. Pfbr..
6% Pfälz. Hyp.=Bk.
5½%0 „ Lig. Pfbr.
62 Rhein.Hyp. Bi.
5½% „ Lig. Pfbr.,
Goldoblig.
Südd. Bod.=
Ered.=Bank.
5½% „ Lig.Pfk
6% Württ. Hyp.B.
0 Daimler=Benz
% Dt. Linol. Werke
% Mainkrw. v. 26
78.5
70.25
60.5
61
65.5
8GI.
84
545
83.5
85.5
80J,
86.75
83.5
82.55
86.75
79.25
70.25
85.25
81
% Mitteld. Stahl.
6% Ver. Stahlwerke
6% Voigts Häffner
J. G. Farben Bonds
5% Bosn. L. E.B.
L. mpeſt.
6 Bulg. Tab. v.02
4½% Oſt. Schätze
420 Oſt. Goldrente
5% vereinh. Rumänl
4½%
425 Türk. Wdmin
42 „ 1. Bagdad
„ Zollanl.
4½2 Ungarm 1913
1914
2o
Goldr.
ta1o
4½Budp. Stadtan!
4½ Liſſabon
42 Stockholm.
Aktien
Alg. Kunſtzüidellnie
A. E. G. ... . . ....
AndregeNoris Zahn
Aſchaffbg. Brauerei
—
Zellſtoff
Bemberg, F. P...
Berl. Kraft u. Lich=
Buderus Eiſen....
Eement Heidelberg
Karlſtadt
J. 6. Chemie, Baſel
66.5 Chem.Werke Albert
Chade ..........
Contin. Gummiw,
Re
61.3
69.75
96.25
13.5
10.25
9.9
32
10
3.35
415
5.s
GLl-
zg
55.75
32:I.
26.25
63
108.75
42
46
1257.
36
114.75
„Contin. Linoleum.
Daimler=Benz....
Dt. Atl. Telegr. ..11
Erdöl ......"
Dt. Gold= u.
Silber=
ſcheide=Anſtalt!
Linolwerk.Berl
Dortm. Ritterbräu
Oyckerhofick Widm
Eichbaum=Werger
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwert
Eßling. Maſchinen.
Faber & Schleicher
F. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Guileaume
Frankfurter Hof ..
Gelſenk. Bergwert.
Geſ.f.elektr. üntern.
Goldſchmidt Th.
Gritzner=Kayſer...
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen (Osn.)
Hanauer Hofbrauh.
Hanfwerke Füſſen.
Harpener Bergbau
Henninger Kempf.
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirich Kupfer. . ..
Sochtief Eſſen ....
Holzmann, Phil.
Slſe Bergb. Stamm
Genüfſe
Junghans .......
Kali Chemie .....
„ Aſchersleben.
104.5
811,
141.5
46.25
18.25
43
70.5
97.5
190.5
34
96.1
25‟,
28
43.5
73
28.5
29.25
168
94
36
80
65
39
42.5
12
69.75
55.25
99
15
71.25
Iac.s
Klöchnerwerke ...
gnorr C. H. ... ...
Lahmeher & Co. ..
Saurahütte .....
Lech, Augsburg ...
Löwenbr. Münch.
Lutz, Gebr. Darmſt.
Mainkr.=W. Höchſt.
Mainz. Akt.=Br. ..
Mannesm.= Röhren
Mansfeld, Bergb.
Metallgeſ, Frankf
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Montecatini Maild.
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Sberbedar‟ ...
WBhönix Bergbau..
Reiniger, Gebbert.
Rh. Braunkohlen. .I
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Stahlwerke ..
Riebeck Montan...
Roeder, Gebr. ...
Rütgerswerke.
Salzdetfurth Kal”
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind.
Schramm Lackfbr.
Schriftg. Stempel=
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Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske
Südb. Zucker=A. 6./1
Fellus Bergbau. ..
Thür, Liefer.=Geſ.
Tietz Leonhard ...
nterfranken .....
Ber. Stahlwerke ..
44.5
183
113.5
ugs
78.5
s8.5
21/.
10.5
30.5
50
178
9
71.5
36.5
41.25
177
16.
53.75
74.25
53
137.5
56
27.5
Ber. Utramarin.:.1
Voigt & Haeffner.
Banß & Freytag.
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Zeliſtoff Waldhof
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Mftg. Dt. Credikanſt.
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Baher, Hyp. u. B.
Berl. Handelsgei.
Sypotherbk.
Eomm. —. Privatb.
Dt. Banlund Dise.
Dt. Eff. u. Wechſeil
Oresdner Ban)...
Frankſ. Bank.. .
ohp.=Bank.
Mein. Hhp.=Ban!.
Pfälz. Hyp.=Ban”
Reichsbank=Ant .!=
Rhein. Hyp.=Banl.
Südb. Bob.Gr. Bk.
Württb. Notenbank
A..G. /. Bertehrsw.
Allg Lokalb. Kraftwl
72 Dt. Reichsb. Bze
Hapag.
Rordd. Lloyd.:
Südd Eiſenb.=Geſ
Allianz u. Stutto.
Verſicherung..
. . Berein. Verſ./41
Frankona Rück=u.
Mannheim. Verſich.
Otavi Minen...
SchantungHandelsl 33
Freſtag, 2. Dezember 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 335 — Seite 1
ᛋzehnten Lebensjahre vor dem weiſen und ehrwürdigen
zgentſchaftsrat von Pamai=Yam legitimieren.
Geſtattet, daß ich zum Ende komme, da meine Kräfte zu
efagen beginnen und meine Augen trübe werden von den
wrähligen Tränen, die ſie vergoſſen.
Ihr wißt, daß das mächtige, hochgeborene Geſchlecht Nor,
ner Seitenlinie des Königlichen Hauſes entſproſſen, mit aller
wwalt nach der Herrſchaft über Pamai=Yam ſtrebt. Ihr wißt,
ge. Fürſt Pandava Nor es verſtanden hat, einen Teil der
Be=
öſcerung gegen die modernen Methoden der Aufklärung und
ei abendländiſchen Kultur König Dikurs einzunehmen, und
ihe wißt auch, daß Pandava Nors ganzes Beſtreben dahin
ſt, Dikurs: Sohn an der Thronbeſteigung zu hindern. Was
he aber nicht wiſſen könnt, iſt die unſagbar beſchämende
Tat=
ſce, daß Nor zur Erreichung ſeines Zieles vor niedrigen
Der geheiligte Schlüſſel bleibt im Tor des Tempels bis
n Geburt des erſten Königſohnes. Dann geht die linke Hälfte
neer Einhaltung der Vorſchriften in den Beſitz des neuen
hronfolgers über — bis zum Tage ſeiner Thronbeſteigung.
Dieſer linke Teil des heiligen Schlüſſels ſollte Ser Biri
zammen mit den unerſetzlich wertvollen Urkunden in ſeinem
ei plötzlich wieder auftauchte, inzwiſchen aber einen europäiſchen
urnen angenommen hatte, angeblich den ſeiner Mutter. Im
luftrage Nors machte er ſich von neuem an meine Frau,
ſukiette Lequis, heran, unterrichtete ſie über die Beſtimmungen
Miurs” und meine Miſſion und verfuchte ſie durch ungeheure
zerſprechungen zu beſtechen, mich zum Verrat und zur
Aus=
ſeſerung der Dokumente und des Schlüſſels zu veranlaſſen.
hüliette, dem Böſen zugänglich, willigte in den Plan ein und
ſeſonn in argliſtiger Weiſe, mir ihre Liebe zu beteuern, was
noch niemals getan hatte. Sie ſchrieb Briefe über Briefe,
ſeikagte ſich, daß ſie einſam verlöſche wie ein Feuer, dem man
ſaß Holz entzieht, und, um es kurz zu machen — ich war der
ſräämalige Tor, ihr zu glauben, und der dreimalige Schuft,
ſuch und Ser Biri zu verlaſſen. Zwar blutete mein Herz
ſabei — allein ich ging zu ihr und meinem Sohn, ich hatte
ſeigeſſen, daß das dürre Holz pfeilſchnell vom Feuer verzehrt
ſns zu Aſche wird. Damals liebte ſie mich ſo wenig wie je
Ein Mann, der die Schatten des Todes ſchon ſein Auge
ver=
dunkeln ſieht, ſpricht die Wahrheit. Ich wies Juliette
ver=
brecheriſches Anſinnen zurück und brachte heimlich die
Do=
kumente und das Kleinod aus meiner Pariſer Wohnung heraus
in das Safe einer Berliner Bank, wo alles in einem
unter=
irdiſchen Treſor ſo ſicher lag wie auf dem Grunde des Meeres.
Ahnt Ihr bereits den Weg des Unheils heraufbeſchworen
durch das ſchlimmſte aller Verbrechen, den Treubruch und die
Läſſigkeit des Herzens?!
IIle lage ist kein Sonntag.
aber ein Stück Sonntag hat
jeder Tag,an dem man
KHFFEE HHG trinkt!
II. Hbg. 16189
utor, ſie machte mich zum hohlen Ball, mit dem der Strahl
ſet Springbrunnens ſpielt, bloß in einem Punkte vermochte
ch ihr Widerſtand zu leiſten, dem niederträchtigen Plan, den
ßakjramakſa ihr eingeflüſtert hatte.
Woher Vaijramakſa die genaue Kenntnis der letzten
Be=
ſtimmungen Dikurs und der näheren Umſtände beſaß, wird
mir ein ewiges Rätſel bleiben. Ueberall blühte Verrat, allein
ich fürchte einſtweilen nichts. Ich war mit Juliette und unſerem
Sohn, der ein Ebenbild des Sonnengottes zu werden verſprach,
von Paris nach Berlin überſiedelt, ich erzog ihn in Ehrfurcht
vor den alten Geſetzen und zur Erfahrenheit im Leben der
Raſſe ſeiner Mutter, meine Abſicht, an der nicht zu zweifeln ich
Euch anflehe, ging dahin, Euch zu Ende des Jahres 1928
auf=
zuſuchen. Euch mit Prinz Ser Biri und der unerſetzlichen
Hinterlaſſenſchaft nach Otakutar zu geleiten und dann für immer
das Land meiner Väter zu verlaſſen. Eines Tages mußte ich
entdecken, daß Vaijramakſa trotz aller Vorſichtsmaßnahmen
meine Spur nicht verloren hatte — er erſchien plötzlich in
meiner Wohnung zu Berlin und verſtand es, durch liſtenreiche
Verſchleierung ſeiner Abſichten, mein Mißtrauen einzuſchläfern.
Wie ein Kahn, den die Strömung erfaßt, unrettbar
fort=
geriſſen wird, dem Abgrund der Stromſchnellen entgegen, ſo
ergeht es dem, der ein einziges Mal ſich in
verabſcheuungs=
würdige Gedanken oder Handlungen gewagt hat. Er kann nicht
mehr zurück, er wird mitgeriſſen in das Meer des Verbrechens.
Vaijramakſa verwickelte Juliette in einen Handel mit
alt=
chineſiſchen und pamaiyatiſchen Kunſtgegenſtänden. Obwohl ich
bald mehr und mehr plumpe Fälſchungen erkannte, hörte
Juliette nicht auf meinen Rat. Eines Tages erſchien
Vaijra=
makſa mit einer neuen Käuferin, die in Juliettens
Abweſen=
heit von mir bedient wurde, und die ich erſt als die Fürſtin
Pchouzee Nor erkannte, als es zu ſpät war, als ich bereits
wegen ſchweren Betruges vor Gericht ſtand. Zu ſpät erkannte
ich die Falle, die der ſchurkiſche Miſchling mir im Auftrage des
Geſchlechtes Nor geſtellt hatte, um mich aus dem Wege zu
räumen, und in die ich blindlings getappt war. Die Frage, ob
Juliette von dem Plan wußte, mögen die Götter beantworten.
Sie zeigte ſich erſchüttert, und um ſie nicht von Jacques Garoda
loszureißen, nahm ich alles auf mich. Es geſchah das
Ent=
würdigende, das ich, ohne ſchuldig zu ſein, dennoch tauſendmal
verdient hatte — ich wurde zu achtzehn Monaten Zuchthaus
verurteilt, und als ich hörte, daß der neuernannte pamaiyatiſche
Geſandte, der ſehr ungünſtig für mich ausgeſagt hatte, niemand
anders war als Fürſt Pandava Nor, der Gatte von Pchouzee,
die mich anklagte — da wurde mir klar, daß die Schlangen des
Verbrechens ihr Gift immer zuerſt gegen denjenigen verſpritzten,
der ſie ausſpeit.
Aber trotz all dieſer Angriffe auf Leib und Seele
wider=
ſtand ich dem Angriff auf die Dinge, die nicht mir, ſondern
Euch gehörten, auch Juliette gegenüber. Immer heftiger drang
ſie bei ihren Beſuchen in mich, ihr den Schlüſſel des Safes
auszuhändigen, das die Koſtbarkeiten Ser Biris barg, den
Schlüſſel, den ich unter Aufbietung größter Liſten und Schliche
vor allen Späheraugen ebenſo unbemerkt zur halten verſtanden
hatte wie die Exiſtenz des Safes, das ich unter falſchem Namen
mietete und von dem nur Juliette wußte — leider! Sie hatte ſich
plötzlich mit Vaijramakſa verfeindet, nachdem es ihm mit größtem
Raffinement noch gelungen war, ihr den Namen der Bank, da
der Schatz lag, zu entlocken — zu ihrem eigenen Aerger, denn
Juliette — — ich kann nicht länger damit zurückhalten — zu ſehr
bin ich ſelbſt von aller Zucht abgewichen, um noch über das Recht
zu verfügen, die verruchten Pläne anderer, und ſei es ſelbſt die
Mutter meines Kindes, zu verheimlichen! — — Juliette hatte
inzwiſchen, unabhängig von Vaijramakſa und gegen das
Ge=
ſchlecht Nor ihren eigenen verbrecheriſchen Plan entworfen.
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(16768
Hochachtungsvoll
Seite 18 — Nr. 335
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 2. Dezember 1937
ELIA
Sonntag vorm. 11.15 Uhr — Film-Morgenſeier — Zum ersten Male
Der ganz hervorragende, interessante Kulturfilm der UFA:
HELII
Wunder der Tierwelt unter Wasser
Ein Film von den L bewesen der Weiher und Weltmeere, Ströme und Bäche, vom Werden und von der Wandlung gewaltiger Kolosse,
und minziger Mikroben, Bilder von Erhabenem und Grausigem, ein Dokument vom Daseinskampf im Wasserreich. (V.16722
Vorverkauf an der Hellakagse.
Kleine Preise.
Jugendliche zugelasgen.
A4
Heute und folgende Tage
Der neue Welt-Erfolg
der UFa:
LILIAN HARYEV
Willr Fritsch und Willi Forst in dem
lustigen Abentener
Ein blonder
Traum
A Jugendliche zugelasgen.
Kommen Sie,
sehen Sie,
urteilen Sie selbst
über die mit großer Begeisterung aufgenommene
filmische Sensation.
TAALATA
(Der Herr des Urwalds)
Täglich ausverkaufte Vorstellungen
Des großen Andranges wegen, bitten wir nach Möglichkeit
die Nachmittags-Vorstellungen zu berücksichtigen.
Ehren- und Freikarten ungültig.
Hente und folgende Tage
CONRAD VEIDT
und
OLGA TSCHESCHOWA
in dem spannenden Tonfilm:
Die
Haont
der
Entscheidung
nach dem Bühnenstück „Der General
Ein Kaffee
der vorzüglich schmeckt
und tatsächlich als billig
im besten Sinne des Wortes
bezeichnetwerden kann, das
ist die Spezial-Mischung
Stemmer-Grün
zu M. 2.60 das Pfund. Wer
den auch nur ein einziges
Mal versucht hat, bezieht
niemals mehr Kaffee von
un-
bekannten Versandhäusern
Anfangszeiten täglich 345, 6.00 und 8.20 Uhr.
Kranke!
Leidende!
Mozart-derein
Samstag, den 10. Dezember, 20 Uhr, Saalbau
Urauttährung
„Wohlerworhene Rechte‟
Prachtvolle Jahresschau in 26
Bil-
dern, mit Gesang und Tanz von
(16763b
Arno Agelasa.
Gäste: Hanne Graebener (
Karls-
ruhe), Aenne Kneib (Mainz), Ernst
Köffler (Leipzig).
Nach der Aufführung: BALL.
Karten von 1.50 Mk. an bei O. Titze,
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straße 4. Studentenkarten 1 Mk.
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Samstag alle ehemaligen Marine-Kolonial-Truppen-
(16741
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Heute Freitag, abends 8½ Uhr
sowie Samstag und Sonntag 5
Gastspiel des Mannheimer
Apollo-Theaters
mit einem sensationellen
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DAS FAMILIEN-KAFFEE
Schützenstraße 10½
(16737a
auch Sonntags geöffnet.
Deutſcher Oſtbund e. V.
Freitag, 2. Dezember, abends 8½ Uhr
Mozariſaal, Schulſtraße 8
Die deutſche Schulfrage in Polen
(16766
Vortrag
Schulrat Weißenſtein, Frankfurt a. M.
(nkoſfen=Beitrag 0.20, reſ. Plätze 0.50
SPIELFLANNA.
der Wunder-
Au 3, Seelöne
Härtings Weinſtuben
„Zum goldenen Pflug‟
Freitag und Samstag, 2. u. 3. Dezember
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Sos
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(16748
Schlachtfeſt
bei billigem Ausſchank beſter Weine.
— Kein Bedienungsgeld.
Fernruf 3038
Heinheimerſtraße 38
Musik
Inſtrum. u. Saiten.
Repatakuren
fachm. u. billigſt!
Mar Gerbert
Kunſtgeigenbauer,
Eliſabethenſtr. 34,
Haus Alter.
(167581
vorgeführt v. d. Orig.-Chinesin
Ju-Liu-San und Partner
Gebr. Malmström
3facher Trapez-Akt
Danti und Fernando
Die spanische Meisterclomns
Maud und Harper
Komische Radfahrer
2 Kolters Alma Heller
Hügelstraße 27
Telephon 2468
Freitag, den 2. Dezember
Metzelsuppe
16737
Warnung!
Reisende, unter Anführung eines Vortrags-
Reduers (ein namenloses Unternehmen) suchen
unter dem Motto:
Kamngraumkrebs
das Pnblikum
jrrexnführen,
demselben
und hinterher
Percheakt
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Zur „Windmühle‟
Morgen Samstag
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Gr. Kaplaneigasse 40.
Einlass
2.30 Uhr
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Die reifste, die menschlichste
Gestaltung einer Rolle, durch
ELISABETH BERGNER
DER TRäuNEnok Muong
RUDDLF FORSTER, ANTON
EDTHOFER. —
Zeitiges
kommen sichert gute Plätze.
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FRÜHVORSTELLUNG
auf vielfachen Wunsch
WViederholung
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Der spannnende
Auswan-
dererfilm. — 2000
Mitwir-
kende, 1000 Indianer, 1500
Butkel. 1400 Pferde ete.
JUGENDVORSTELLUNG
SONNTAGEINLASS1UHR
Schweinemetzgerei Scheriamp
Hauptgeſchäft: Karlſtr. 18. — Verkaufsſtelle II: Schuſtergaſſe 8.
Verkaufsſtelle III: Große Ochſengaſſe.
Für dieſe Woche erhielt ich einen Waggon, enthaltend
70 norddeutſche Scheine allererſter Qualität aus dem
Produktionsgebiet Hannover, im Gewicht von 15904
Pfund. Dieſelben ſind im hieſigen ſtädt. Schlachthof
geſchlachtet worden. — Unter anderem empfehle:
. —.85
Kotelett, friſch und geſalzen . . .
* —.80
Bratenfleiſch
1.05
Bratenfleiſch, ohne Beilage
Lendchen .... 1.20
1.10
Schnitzel
... . 1.20
Zarter Rippenſpeer . .
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reicht!
Ganzes Schmalz —.68
Bei 5—
Pfund —.65
—70
Ausgelaſſenes Schweineſchmalz
—.90
Feine Bratwurſt
1.—
Weſtfäliſche Bauernbratwurſt „Semper idem”
1.—
Geräucherter fetter Speck, extra dick, zum ſpicken.
1.10
Dörrfleiſch, ohne Rippen
1.20
Weſtfäliſche Schinkenſtücke
1.39
Nuß=Schinken, ohne Fett und Schwarte,
—80
Thür. Leber= u. Rotwurſt mit viel Leber= u. Fleiſchſtücke
—90
Prima Fleiſchwurſt, täglich friſch
—30
Feinſter Schwartenmagen, friſch und geräuchert
1.10
Braunſchweiger Leberwurſt 1.— Siedwürſtchen
1.20
1.20 Streichmettwurſt
Preßkopf
1.40
Weſtfäliſche Schinkenſülze
1.40
Weſtfäliſche grobe Mettwurſt.
1.40
Kalbsleberwurſt.
1.60 Weſtfäl. Cervelatwurſt 1.60
Leberpaſtete.
1.70
1.60 ff. Teewurſt
Weſtfäliſche Salami
Feinſter auswahlreicher Aufſchnitt . . . Pfund von —80 an
Täglich, außer Samstags, ab 4 Uhr:
Friſche Hausmacher Leber= und Blutwurſt . . —.60
Auch während der Mittagszeit ſind meine
Verkaufs=
ſtellen geöffnet. — Zu den bevorſtehenden Feiertagen
für Geſchenkzwecke beſonders geeignete Wurſtwaren in
kleinen Stücken.
Meine ſämtlichen Wurſtwaren, auch die billigſten, enthalten kein
Geraube (Innereien) von Ochſen. Rind uſw. Bin an keine
Preisfeſtſetzungen gebunden und beſtimme meine Preiſe ſelbſt.
Kein Stadtverſand!
(16744
Laubſägeholz
Skuhlſiße
Karl Brückner
Holzſtr., a. Brunnen.
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Radium-Präparate
aufzudrängen. Alle diese zweifelhaften
Ver-
anstaltungen haben nichts mit uns zu tun und
werden von uns rücksichtslos bekämpft. Wir
warnen vor Kanf der Präparate, bevor Sie nicht
bei uns kostenlose Auskunft eingeholt haben.
Reichs-Radium Ges, e. V.
Sekretariat für Hessen:
Deutsche Radium A.-C., Zweigstelle Hessen,
Darmstadt, Heidelbergerstraße 83
Bezirksleitung: Karlstraße 45, Telefon 1925. (*
Aufzlärung tut rot!
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Heſſ. Vereinigung für Volkskurd
Einladung
zur ordentlich. Mitgliederverſammit
am Montag, 5. Dez. 1932, in Darmitt
1. 16½ Uhr: Ausſchußſitzung, Reſtaurt
Bender, Eliſabethenſtraße 23.
2. 17 Uhr: Ordentliche
Mitglieder=
ſammlung (Reſtaurant Bender);
Tage Sordnug:
1. Jahresbericht — 2. Rechnungs!
lage — 3. Druck der Blätter,
4. Flurnamenſammlung
5. Verſchiedenes.
3. 20½ Uhr: (Im Hörſaal 326 der
niſchen Hochſchule, Eingang WB M0 beäuſtragt.
portal); Vortrag von Herrn
verſitätsprof. Dr. Friedrich Ma/g00 Papens un=
Erlangen, über „Zeitliche räug Vock
liche und ſchichtmäßige 7Ant
trachtung in der neueren Sprd
und Volkskundeforſchung (4
Lichtbildern)"
Eintritt frei. Gäſte willkommen. (10
Der Vorſitzende: Dr. Faſ
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