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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
ischentich 7mallgem Erſchelnen vom 1. November
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſkrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſebenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſiattet.
Nummer 328
Freitag, den 25. November 1932.
195. Jahrgang
21 mm brelie Zelle im Kreiſe Darmſtadt 23 Reichspia.
Finanz=Anzeigen 28 Reſchepfg. Relamezelie (92 mm
breit/2Reſchemart Anzelgenvon auswärte 3s Neichspfg.
FinanzAnzeigen 30 Reſchepfg. 92mm breite
Reſſame=
zelle 2,00 Reſchemart. Alle Preiſe in Reichemart
ſt Dollr — 420 Marlt. — im Fale heherer
Gewalt, wie Krieg, Auffuhr, Streil uſw erliſcht
ſede Verpfſchtung auf Erfüllung der
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auſträge und Teſiung von Schadenerſatz. Bei
Konturs oder gerſchtiſcher „Beitrteibung ſäll jeder
Nodat wes Bonſonlo Denuſche Ban umd Darm
ſtädter und Nationalbanl.
WWib enbag tennt S9
Meig worsciagde!
Mdenburg ſtellt feſt: Adolf Hiller hak die Ausführung des ihm erkeilken Aufkrages abgelehnk und dafür Kanzleramt
mit Präfidialgewalk geforderk. — Der Reichspräſidenk lehnk Abkrekung ſeiner präfidialen Vollmachken an einen
Parkeiführer wegen Gefahr einer Parkeidikkakur und Verſchärfung der Gegenſähe im deutſchen Volke ab.
Hindenburgs Abfage.
Berlin, 24. November.
Staatsſekretär Dr. Meißner hat am Donnerstag nachmittag
hAuftrag des Reichspräſidenten in einem Brief an Adolf
ſiler deſſen Gegenvorſchlag auf Betrauung mit dem
Fileramt einer Präſidialregierung ablehnend
beant=
brtet. Der Staatsſekretär gibt aber im Auftrag des
Reichs=
ſidenten der Erwartung Ausdruck, daß die
Zuſam=
hnarbeit zwiſchen Hitler und Hindenburg
ſes Tages doch noch zuſtande kommen werde,
betont, daß der Reichspräſident jederzeit Herrn Hitler zu
fr Ausſprache irgendwelcher Art zur Verfügung ſtehe.
Die Gründe für Hindenburgs „Nein”.
Amtlich wird mitgeteilt:
ſoder Aussh In ſeinem Schreiben vom 23. November 1932 hat Herr Adolf
getänell er es abgelehnt, den ihm erteilten Auftrag
Feſtſtellung einer parlamentariſchen Mehrheit für eine von
eisuen! zu bildende Regierung auszuführen und hat
ſeiner=
vorgeſchlagen, daß der Herr Reichspräſident ihn
Hirgd
te Vorbehalte und ohne vorherige
Feſtſtel=
ir einer Reichstagsmehrheitmit der Bildung
dir Regierung betrauen und dieſer die
Prä=
hialvollmachten zur Verfügung ſtellen ſolle.
der Herr Reichspräſident hat dieſen Vorſchlag
ab=
ehnt, da er glaube, esvor dem deutſchen Volke
ſcht vertreten zu können, den Führer einer
41tei, die immer erneut ihre
Ausſchließlich=
betont hat, ſeine präſidiale Vollmachten zu
en, und da er befürchten müſſe, daß ein von
rn Hitler geführtes Präſidialkabinett ſich
ungsläufig zu einer Parteidiktatur mit all
en Folgen für eine außerordentliche
Ver=
lärfung der Gegenſätze im deutſchen Volke
Awickeln würde, die herbeigeführt zu haben,
Herr Reichspräſident vor ſeinem Eid und
023)nem Gewiffen nicht verantworten könnte.
025 Die Einzelheiten der Verhandlungen der letzten Tage er=
1060 hen ſich aus dem Schriftwechſel, der im Wortlaut im Laufe
04 heutigen Tages veröffentlicht wurde.
n008
190
ſ4009 Der Anſatz zu einer parlamentariſchen Re=
03ö ltung der Nationalen Konzentration unter
Lalf Hitler iſt alſo geſcheitert, und, das iſt das
60,75 herzlichſte, ohne daß er von Hitler überhaupt
055 hthaft verſucht worden iſt. Der Briefwechſel
650)ſchen Adolf Hitler und Staatsſekretär Dr. Meißner
058 lwrklich, man kann es nicht anders nennen, eine
natio=
w025lle Tragödie. Es iſt beinahe unbegreiflich, daß zwei
009 buchen, die doch ernſthaft dasſelbe wollen, ſo vollkommen
an=
u4 009 huder vorbeireden, wobei allerding hinzugefügt werden muß,
g 010½ die Schuld an dieſem Vorbeireden ausſchließlich auf ſeiten
0.88 Nationalſozialiſten liegt.
075War es wirklich nötig, in dieſem Augenblick ſeitenlange
erechtliche Deduktionen in Notenform auszutauſchen, auch
Punkte, die theoretiſch vielleicht ſtrittig ſein konnten,
prak=
doch aber gar nicht zur Debatte ſtanden? Denn weshalb
ſtreitet Adolf Hitler dem Reichspräſidenten
92 Recht auf Ernennung des Wehrminiſters
) des Außenminiſters, wenn er ſpäter von ſich aus
Vorſchlag macht, in ſein Kabinett Hitler die beiden Herren
Bertrauensleute des Reichspräſidenten zu übernehmen? Doch
4ᛋum künſtliche Hinderniſſe zu ſchaffen und Gründe für die
090 Nesnung einer Aufgabe zu finden, die ihm zu undankbar
er=
er. Der Nachweis jedenfalls, daß eine
Re=
erungsbildung unter den vom
Reichspräſi=
iten vorgeſchlagenen Auflagen unmöglich
ſt Herrn Hitler nicht gelungen, konnte ihm um
eniger gelingen, als ihm ja ausdrücklich in Ausſicht ge=
1A war, daß der Reichspräſident über jeden einzelnen Punkt
Eich reden laſſen wollte, wenn daran die Kabinettsbildung
Eſern ſollte. Es kam ihm nur darauf an, daß Herr Hitler
Ju den übrigen Parteien begab und ihnen präziſe
Vor=
use uuterbreitete, die ſich im Rahmen ſeines Auftrages
Fen. Herr Meißner beruft ſich darauf, daß alle dieſe
la gen mit den übrigen Parteiführern be=
Liochen und auf keiner Seite Widerſpruch ge=
Auden hätten.
2 Sitler weiſt demgegenüber darauf hin, daß die Bayeriſche
„uspartei offenbar über die Löſung des Dualismus Reich=
Neußen eine weſentlich andere Auffaſſung gehabt hätte, die in
M Beſprechung beim Reichskanzler nicht ſo ſcharf herausgeſtellt
aoen ſein ſoll wie ſpäter. Es war ja aber gerade die Auf=
2Adolf Hitlers, folche Widerſprüche zu
r en, und wenn Hitler ſich in einzelnen Punkten direkt mit
Parteien nicht durchſetzen konnte, dann wäre ſehr
wahr=
amlich Herr b. Hiudenburg bereit geweſen, hier zur Be=
Bung der Schwierigkeiten Zugeſtändniſſe zu machen. Jeden=
falls iſt die Andeutung der Natſoz, daß Herr
von Hindenburg den Auftrag von vornherein
nicht ernſthaft gemeint hätte, ſondern Hitler
ſich totlaufen laſſen wollte, mit dem Ernſt, in
dem der Reichspräſident die Verhandlungen
von Anfang an geführt hat, nicht vereinbar.
Hitler und diejenigen ſeiner Unterführer und Freunde, die
zunächſt zum Einſatz der Nationalſozialiſtiſchen Partei bereit
waren, haben ſelbſt das Gefühl gehabt, daß für ein reines
Nein” auch in der Oeffentlichkeit kein großes
Verſtändnis herrſchen würde. Deshalb kam ja der
Gegenvorſchlag Hitlers an den
Reichspräſi=
denten. Er geht darauf hinaus, daß der Reichspräſident ihn
auf Grund eines kurzen Programmes zunächſt zum Kanzler
ernennen und die Miniſter beſtätigen ſolle, und daß er erſt
dann in Verhandlungen mit dem Parlament treten wolle wobei
Vorausſetzung iſt, daß Hitler alle präſidialen
Voll=
machten gegeben wurden. Das würde praktiſch auf
eine Diktatur Hitlers hinausgelaufen ſein,
bei der ſich die Aufgabe des Reichspräſidenten
im weſentlichen darauf beſchränkt hätte, die
verfafſungsmäßigen Machtmittel zur
Ver=
fügung zu ſtellen.
Man kann es verſtehen, daß der Reichspräſident das
ab=
lehnte wegen des Strebens der Natſoz, zur Ausſchließlichkeit,
Am Ende einer Entwicklung hätte eine ſolche Löſung vielleicht
ſtehen können. Sie wäre ja durchaus analog dem Fall Brüning
geweſen, der ja auch als parlamentariſcher Kanzler begann und
Präſidialkanzler wurde, eben auf Grund des
Vertrauens=
verhältniſſes, das ſich zwiſchen dem Reichspräſidenten und ihm
herausgebildet hatte. Es iſt möglich, daß die Dinge zwiſchen
Hitler und Hindenburg den gleichen Weg gegangen wären. Aber
die Vorbedingung eines vertrauensvollen
Zuſammenarbeitens mußte erſt einmal
zu=
ſtandegekommen ſein. Sie iſt nicht geſchaffen
worden, weil Hitler auch jetzt wieder ſeine
Forderungen überſpannt hat.
Hindenburg empfängt den Zenkrumsführer Dr. Kaas
Der Reichspräſident hat am Donnerstag abend noch
den Zentrumsführer Dr. Kaas empfangen, der
eine Stunde bei ihm weilte, und ihm ein ähnliches
An=
gebot gemacht. Herr Kaas hat ſich ſeine
Ent=
ſcheidung bis Freitag abend vorbehalten. Er
wird bis dahin mit anderen Parteien Fühlung nehmen, um ſeine
Ausſichten abzuwägen. Sie ſind aber, nach der Abſage der
Natio=
nalſozialiſten, nicht allzu groß, ſo daß Herr v. Hindenburg, wenn
nicht ein Wunder geſchieht, doch gezwungen ſein wird, zu einer
Präſidialregierung zurückzukehren, die vielleicht in eine
Wieder=
betrauung Papens hinauslaufen könnte, vielleicht wird er aber
auch einen anderen Vertrauensmann an die Spitze der neuen
Re=
gierung ſtellen. In jedem Falle werden im Kabinett ſich einige
Aenderungen vollziehen. Am Donnerstag abend ſind noch die
Führer der Deutſchnationalen, der Deutſchen
Volkspartei und der Bayeriſchen Volkspartei
von Staatsſekretär Dr. Meißner über die Lage
unterrichtet worden. Sie werden vielleicht am Freitag vom
Reichspräſidenten empfangen, der auch einen Beſuch der
Sozial=
demokraten in Ausſicht genommen hat.
(Eine nationale Tragödie.
Die Bilanz ſechskägigen Berhandlungen des Führers der NSDAP. um die Möglichkeit einer
Regierungs=
bildung mit parlamenkariſcher Mehrheit.
Die Dokumenke
über das Aufkragsangebok an Hikler.
Der Briefwechſel zwiſchen Hindenburg und Hikler.
Berlin, 24. November.
Der Briefwechſel zwiſchen Hindenburg und Hitler wird in
einer amtlichen Mitteilung veröffentlicht, die folgendermaßen
lautet:
„In der Unterredung, die am Samstag, 19. Rovember 1932,
zwiſchen dem Herrn Reichspräſidenten und Herrn Adolf Hitler
ſtattfand, erklärte Herr Hitler, daß er ſeine Bewegung
nur für ein Kabinett zur Verfügung ſtellen würde,
an deſſen Spitze er ſelbſt ſtände. Ferner, gab er der
Erwartung Ausdruck, daß er in Beſprechungen mit
den Parteien eine Baſis finden werde, anf der
er und eine von ihm zu bildende neue Regierung
ein Ermächtigungsgeſetz vom Reichstag
bekom=
men werde. Daher fühlte ſich der Herr
Reichs=
präſident verpflichtet, die Bildung einer
Mehr=
heitsregierung unter Hitlers Führung zu
ver=
ſuchen.
Hitlers Auffrag.
Bei ſeiner zweiten Beſprechung am Montag, 21. November
1932, vormittags, übergab der Herr Reichspräſident daher Herrn
Adolf Hilter die folgende formulierte Erklärung:
„Sie wiſſen, daß ich den Gedanken eines Präſidialkabinetts
vertrete. Ich verſtehe unter einem Präſidialkabinett ein Kabinett,
das nicht von einem Parteiführer, ſondern von einem
überpartei=
lichen Manne geführt wird, und daß dieſer Mann, eine Perſon
meines beſonderen Vertrauens iſt. Sie haben erklärt, daß Sie
ihre Bewegung nur für ein Kabinett zur Verfügung ſtellen
könn=
ten, an deſſen Spitze Sie, der Parteiführer, ſtehen würden. Wenn
ich auf dieſen ihren Gedanken eingehe, ſo muß ich verlangen, daß
ein ſolches Kabinett eine Mehrheit im Reichstag hat. Deshalb
erſuche ich Sie, als den Führer der ſtärkſten Partei, feſtzuſtellen,
ob und unter welchen Bedingungen Sie für eine von Ihnen
ge=
führte Regierung eine ſichere, arbeitsfähige Mehrheit mit feſtem,
einheitlichem Arbeitsprogramm im Reichstag haben würden. Ich
bitte Sie um Ihre Antwort bis Donnerstag abend.”
Auf Anfrage von Herrn Hitler ſtellte der Herr
Reichsprä=
ſident
folgende Vorausſekzungen
feſt für eine Regierungs= und Mehrheitsbildung, die er Herrn
Hitler ſchriftlich formuliert übergab:
„1. Sachlich: Feſtlegung eines Wirtſchaftsprogramms —
keine Wiederkehr des Dualismus Reich und Preußen — keine
Ein=
ſchränkung des Artikels 48.
2. Perſönlich behalte ich mir die endgültige Zuſtimmung
zu einer Miniſterliſte vor. Die Beſetzung des Auswärtigen Amts
und des Reichswehrminiſteriums iſt in Wahrung meiner
verfaſ=
ſungsmäßigen Rechte als völkerrechtlicher Vertreter des Reichs
und Oberbefehlshaber des Reichsheeres Sache meiner perſönlichen
Entſcheidung.”
Herr Hitler nahm dieſe beiden Schriftſtücke entgegen mit der
Erklärung, ſeine Antwort dem Herrn Reichspräſidenten ſchriftlich
übermitteln zu wollen.
Hillers Rückfragen.
In einem Schreiben an den Staatsſekretär Dr. Meißner vom
gleichen Tage ſtellte Herr Hitler einige Rückfragen. Das
Schrei=
ben hatte ſolgenden Wortlaut:
„Berlin, 21. November 1932.
Sehr verehrter Herr Staatsſekretär!
Erfüllt von der großen Verantwortung in dieſer ſchweren
Zeit habe ich eine gründliche Durchprüfung des mir heute vom
Herrn Reichspräſidenten zugeſtellten Auftrags vorgenommen.
Nach eingehenden Ausſprachen mit führenden Männer meiner
Be=
wegung und des ſonſtigen öffentlichen Lebens bin ich dabei
zu=
nächſt zu folgendem Ergebnis gekommen:
Ein Vergleich der beiden Schriftſtücke des mir gewordenen
Auftrags einerſeits und der vorausgeſetzten Bedingungen
ande=
rerſeits ergibt in einer Reihe von Punkten einen mir unlösbar
erſcheinenden Widerſpruch. Ehe ich dazu Stellung nehme und
da=
von meine endgültige Entſcheidung abhängig mache, darf ich Sie,
Herr Staatsſekretär bitten, die Anſicht des Herrn
Reichspräſiden=
ten feſtzuſtellen und mir mitzuteilen, welche Regierungsform der
Herr Reichspräſident wünſcht und in dieſem Falle im Auge hat.
Schwebt ihm ein Präſidialkabinett vor unter Sicherſtellung der
verfaſſungsmäßig nötigen parlamentariſchen Tolerierung, oder
will ſeine Exzellenz ein parlamentariſches Kabinett mit
Vorbehal=
ten und Einſchränkungen der mir bekanntgegebenen Art, die
ihrem ganzen Weſen nach nur von einer autoritären
Staatsfüh=
rung eingehalten und damit verſprochen werden können.
Sie werden, Herr Staatsſekretär, bei einem kritiſchen
Ver=
gleich der beiden Dokumente, unter Berückſichtigung der
verfaſ=
ſungsrechtlichen Vorausſetzungen, der verfaſſungsmäßigen
Stel=
lung und damit Verantwortung einer parlamenkariſchen
Regie=
rung die Wichtigkeit dieſer grundſätzlichen Klärung von ſelbſt
erkennen. Hinzufügen möchte ich noch, daß Herr Reichskanzler
Brüning einer der parteipolitiſchen Führer des Zentrums war
und geblieben iſt und dennoch in ſeinem zweiten Kabinett
Präſi=
dialkanzler wurde. Ich ſelbſt habe mich nicht als „Parteiführer”
gefühlt, ſondern einfach als Deutſcher, und nur um Deutſchland
Seite 2 — Nr. 328
Darmſtadter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
vom Druck des Marxismus zu erlöſen, gründete und organiſierte
ich eine Bewegung, die weit über die Grenzen des Deutſchen
Reiches hinaus lebt und wirkſam wird. Daß wir in die
Parla=
mente gingen, hat ſeinen Grund nur in der Verfaſſung, die uns
zwang, dieſen legalen Weg zu beſchreiten. Ich ſelbſt aber habe
mich bewußt von jeder parlamentariſchen Tätigkeit ferngehalten.
Der Unterſchied zwiſchen meiner und der Auffaſſung des Kabinetts
Papen über die Möglichkeit einer autoritären Staatsführung
liegt nur darin, daß ich gerade bei dieſer vorausſetze, daß ſie eine
Veranterung im Volke beſitzt. Dies im Intereſſe der deutſchen
Nation geſetzmäßig herbeizuführen, iſt mein ſehnlicher Wunſch und
mein vornehmſtes Ziel.
Mit dem Ausdruck vorzüglichſter Hochachtung
Ihr ſehr ergebener
(gez.) Adolf Hitler.
Sigaisſekretär Meißners Ankwork
auf Hiklers Rückfragen.
Staatsſekretär Dr. Meißner beantwortete am Dienstag, 22.
November, die Fragen des Führers der NSDAP. Adolf Hitler,
In dem Schreiben heißt es u. a.:
Berlin, 22. November 1932.
Sehr verehrter Herr Hitler!
Auf Ihr geſtriges Schreiben beehre ich mich, im Auftrag des
Herrn Reichspräſidenten folgendes zu erwidern:
Der Herr Reichspräſident ſieht den Unterſchied zwiſchen
einem Präſidialkabinett und einer parlamentariſchen Regierung
in folgenden Merkmalen:
1. Das Präſidialkabinett — aus der Not der Zeit und dem
Verſagen des Parlaments geboren — wird in der Regel die
not=
wendigen Regierungsmaßnahmen ohne vorherige Zuſtimmung
des Parlaments auf Grund des Artikels 48 der Reichsverfaſſung
in Kraft treten laſſen. Es bezieht ſeine Machtvollkommenheiten
alſo in erſter Linie vom Reichspräſidenten und braucht die
Par=
lamente im allgemeinen nur zum Sanktionieren oder Tolerieren
dieſer Maßnahmen. Daraus ergibt ſich, daß der Führer eines
Präſidialkabinetts nur ein Mann des beſonderen Vertrauens des
Herrn Reichspräſidenten ſein kann.
2. Das Präſidialkabinett muß überparteilich geführt und
zu=
ſammengeſetzt ſein und ein vom Reichspräſidenten gutgeheißenes,
überparteiliches Programm verfolgen. Eine parlamentariſche
Re=
gierung wird in der Regel von dem Führer einer der für eine
Mehrheits= oder Koalitionsbildung in Frage kommenden
Par=
teien und aus Mitgliedern dieſer Parteien gebildet und verfolgt
im weſentlichen Ziele, auf die der Reichspräſident nur in
gerin=
gem Maße und nur mittelbaren Einfluß hat. — Hiernach kann
ein Parteiführer, noch dazu der Führer einer die
Ausſchließlich=
keit ſeiner Bewegung fordernden Partei, nicht Führer eines
Prä=
ſidialkabinetts ſein.
3. Reichskanzler Brüning hat bei ſeiner erſten Berufung ein
ausgeſprochen parlamentariſches, auf die Parteien geſtütztes
Kabinett gebildet, das ſich erſt allmählich zu einer Art
Präſidial=
kabinett verwandelt hat, als der Reichstag bei der Geſetzgebung
verſagte und Herr Brüning ſich das Vertrauen des Herrn
Reichs=
präſidenten in weiteſtem Maße erworben hat. Auf ähnlichem Wege
könnte naturgemäß auch eine von Ihnen geführte
parlamenta=
riſche Regierung im Laufe der Zeit ſich zum Präſidialkabinett
wandeln.
4. Das Kabinett Papen war ein reines Präſidialkabinett,
das nur zurückgetreten iſt, weil es eine Mehrheit im Parlament
zur Beſtätigung oder zur Duldung ſeiner Maßnahmen nicht
fin=
den konnte. Ein neues Präſidialkahinett wäre alſo nur dann
eine Verbeſſerung, wenn es dieſen Mangel beſeitigen könnte und
gleichzeitig die Eigenſchaften des Kahinetts Papen beſäße.
5. Nach dieſen Ausführungen kann es ſich bei dem Auftrag
des Herrn Reichspräſidenten an Sie, ſehr verehrter Herr Hitler,
nur um die Bildung eines parlamentariſchen Mehrheitskabinetts
handeln. Der Herr Reichspräſident hat ſich zu dieſem Verſuch
entſchloſſen, nachdem ſeine Beſprechungen mit den Parteiführern
die Möglichkeit der Bildung einer Mehrheit im Reichstag für ein
von Ihnen geführtes Kabinett ergeben und Sie ſelbſt in der
Be=
ſprechung am 19. November die Schaffung einer Mehrheit für
eine von Ihnen gebildete Regierung und für ein dieſer zu
ertei=
lendes Ermächtigungsgeſetz des Reichstags für ausſichtsreich
ge=
halten haben.
Die von dem Herrn Reichspräſidenten Ihnen auf Ihre
Fra=
gen mitgeteilten „Vorausſetzungen” für eine ſolche
Regierungs=
bildung ſtehen mit einer parlamentariſchen Löſung nicht im
Widerſpruch. Der Herr Reichspräſident hat in Feſthaltung der
von ſeinem Amtsvorgänger wie auch von ihm ſtets ausgeübten
Staatspraxis bisher jedem Kabinett gewiſſe grundſätzliche
Forde=
rungen auferlegt; im übrigen haben auch die Beſprechungen des
Herrn Reichspräſidenten mit den Parteiführern erkennen laſſen,
daß gegen dieſe Forderungen grundſätzliche Widerſtände nicht
be=
ſtehen. Falls indeſſen eine der Ihnen bekannt gegebenen Voraus=
ſetzungen des Herrn Reichspräſidenten für die Regierungsbildung
ſich als entſcheidendes Hindernis zur Erreichung einer ſicheren
Mehrheit erweiſen ſollte, ſo würde das Gegenſtand der erbetenen
Berichterſtattung über den Erfolg Ihrer Feſtſtellungen ſein.”
Hillers Rückäußerung und Gegenvorſchlag.
Auf dieſes Schreiben antwortete, Herr Adolf Hitler am
23. November u. a. folgendes:
Die Behauptung, daß das Präſidialkabinett überparteilicher
ſein könnte, als ein parlamentariſches, widerlegt ſich erſteus aus
der Art des Werdens eines ſolchen Kabinetts und zweitens aus
der Begrenzung ſeiner Arbeitsfähigkeit ſowohl, als auch aus der
dabei angewandten Methode. Wenn ein Präſidialkabinett mit
dem Artikel 48 zu regieren gezwungen iſt, dann benötigt es die
nachträgliche Billigung einer parlamentariſchen Mehrheit.
Damit iſt es genau ſo abhängig von einer Parteimehrheit,
wie auch das parlamentariſche Kabinett. Damit muß der ein
ſolches Kabinett führende Staatsmann genau ſo das Vertrauen
der Mehrheit des Reichstags entweder beſitzen oder erobern, als er
ſelbſtverſtändlich das Vertrauen des Reichspräſidenten benötigt.
Ob ein Regierungsprogramm parteilich oder
überparteilich erſcheint ſpielt keine Rolle.
Weſentlich hingegen iſt, das es richtig iſt, und
daß es zum Erfolge führt. Ich proteſtiere dagegen, daß
ein an ſich richtiges Programm etwa deshalb, nicht durchgeführt
werden könnte, weil es Eigentum und Gedankengut einer Partei
iſt und mithin von einer Präſidialregierung, die überparteilichen
Charakter beſitzen müſſe, abzulehnen ſei.
Ich habe die Ueberzeugung vertreten, daß es mir unter der
Vorausſetzung des Vertrauens des Herrn Reichspräſidenten am
eheſten gelingen wird, eine Kataſtrophe zu vermeiden, weil ſich
immerhin zwei Drittel der zur Tolerierung
nöti=
gen Zahl von Abgeordneten ſchon in meiner
Partei allein befinden.
Sie teilen mir mit, daß der Herr Reichspräſident nunmehr
eine 100prozentige parlamentariſche Löſung wünſche. Dieſe
Auf=
gabe kann überhaupt nicht gelöſt werden, wenn die Stellung
die=
ſes Auftrages mit Bedingungen verbunden iſt, die die Löſung an
ſich verhindern. Denn wenn ſchon der nur parlamentariſche Weg
beſchritten werden ſoll, dann können dafür aber auch keine anderen
Vorausſetzungen zur Auflage gemacht werden, als die in der
Wei=
marer Verfaſſung ſelbſt gegebenen.
Danach iſt in erſter Linie die parlamentariſche Mehrheit
maß=
gebend, ſowohl für die Beauftragung mit der Regierungsbildung,
als auch für die Zuſammenſetzung des Kabinetts und für das
Regierungsprogramm. Vorausſetzungen von anderer Seite können
nur inſoweit aufgeſtellt werden, als ſie der Verfaſſung entſprechen.
Da der Reichspräſident den Reichskanzler und die Miniſter
ernennt, hat er ſelbſtverſtändlich die letzte Entſcheidung über die
Miniſterliſte. Aber nicht zu vereinbaren mit dem
Ar=
tikel 53 der Verfaſſung wäre dann die
Voraus=
ſetzung, daß die Beſetzung des Auswärtigen
Amts und des Reichswehrminiſteriums Sache
der perſönlichen Entſcheidung des
Reichsprä=
ſidenten ſei. Auch der Reichsaußen= und der
Reichswehrminiſter können nur auf Vorſchlag
des Reichskanzlers ernannt werden.
Feſtlegung des Wirtſchaftsprogramms, keine Wiederkehr des
Dualismus zwiſchen Reich und Preußen, keine Einſchränkung des
Artikels 48, das ſind alles Vorausſetzungen, die bei einem
parla=
mentariſchen Mehrheitskabinett dem Reichspräſidenten nur nach
Maßgabe der Artikel 68 ff. über die Reichsgeſetzgebung zuſtehen.
Wenn Sie nun erklären, nach der bisher von dem
Herrn Reichspräſidenten und ſeinem
Amtsvor=
gänger geübten Staatspraxis ſeien jedem
Ka=
binett grundſätzliche Forderung auferlegt
wor=
den, ſo darf ich Ihnen darauf folgendes erwidern:
1. Noch nie in dieſem Sinne und in dieſem Umfange.
2. Noch nie war die kataſtrophale Lage Deutſchlands innen=
und außenvolitiſch und insbeſondere wirtſchaftlich ſo wie heute,
und daher noch nie die volle Autorität eines Reichskanzlers
nötiger als jetzt, und
3. darf ich doch auch darauf hinweiſen, daß noch zu keiner Zeit
ſo ſchwere Eingriffe in das parlamentariſche Regierungsſyſtem
vorgenommen wurden, wie unter dem Präſidialkabinett des
Herrn v. Papen, die ich nun nachträglich den Parteien zur
parla=
mentariſchen Behandlung, und zwar zur Tolerierung und
Billi=
gung vorlegen ſoll.
Sie ſchreiben, daß bei den Vorbeſprechungen mit
den anderen Parteiführern bereits deren
Bereit=
willigkeit geklärt worden ſei, auf dieſe Vorbehalte
einzu=
gehen. Dieſe Erklärungen liegen jedenfalls nicht ſchriftlich vor=
Aus der Beſprechung, die der Reichstagspräſident Goering (vor
der Erteilung des Auftrags des Herrn Reichspräſidenten an mich)
mit anderen Parteien hatte, geht das Gegenteil hervor. Die
Zuſicherung nun, daß ich im Falle des Scheiterns meiner
Verhand=
lungen dem Herrn Reichspräſidenten ja die Gründe mitteilen
* Geiiebte Bell.
„Geliebte Welt” iſt der ſchöne Titel eines ſchönen Buches,
des neuen Wilhelm Michel. — „Schön” iſt vieldeutig. Wenn
das Wort hier in Doppel angewandt wird, ſoll es mehr ſagen
als „gut”!
Wenn ein Dichter wie Wilhelm Michel, deſſen dichteriſches
In die Welt treten” Kampf war, heute, mitten in die Zeit
ſchwerer zerfleiſchender Kämpfe hinein ein Buch ſtellt, das ſo
ganz auf Liebe, auf Verſöhnung eingeſtellt iſt, ſo iſt das von
einer Bedeutung, die weit hinausgeht über die Tatſache, daß
etwa ein Dichter ſeinen Leſern ein neues Buch offeriert. Es
iſt ſymptomatiſch für die Geiſtigkeit unſerer Zeit, wenn ein
„Kämpfer” der noch mitten im Leben ſteht, mitten im
kämpfenden Leben, einem Buch den Titel gibt „Wir heißen
Euch hoffen”, und einem weiteren den „Geliebte Welt”
Es iſt die Erkenntnis des reifen Mannes, des Menſchen
der durch Leid gegangen, und dem das Leid der Menſchheit
ans Herz greift, wenn er nach helfendem Ausweg ſucht, zu dem
einzig wahren und ſchönen Ziel kommt, dem dieſes Buch die
Menſchheit näher bringen ſoll (und kann!), daß Liebe
all=
umfaſſende Liebe allein vielleicht den Weg zeigen und führen
kann aus den Wirrniſſen der Zeit, die die Menſchheit ratlos
umfangen halten.
eigenes Leben eingebettet iſt, bejahen. Das iſt es was in
der Naturliebe heilt und rettet.
Menſchen verdorren, weil ſie zu wenig ſchauen, träumen,
lieben. Sie ſind an Kindern, Tieren, Bergen und Wäldern
zu raſch vorüber gegangen, nicht ahnend, daß
Kind=
haftes, Tierhaftes, Waldhaftes den Grund ihres eigenen
Daſeins bildet. Das will beträumt, beſonnen und verweilend
beſchaut werden damit es ſich wohl fühlt, und das Ich ſamt
Wollen und Denken tragen kann.”
Nicht die Liebe, die Bibel und Religion fordern und geben,
die Selbſtverſtändliches iſt, meint Michel. Es iſt eine andere.
Vielleicht größere noch und opfervollere, aber eine Liebe,
die, weil ſie nicht Schrift= und Dogmengebunden, in alle Menſchen,
die guten Willens ſind, eingehen kann. Eine, die ihren Urborn
immer wieder aus dem Tiefſten, Unerſchöpflichen quellen läßt
aus der Natur!
„Lieber Menſch”, ſagt Michel, „die Welt will von Dir
geliebt werden. Die Morgenlüfte, die Baumſchatten, die
Blumen=
farben haben nicht durch Zufall eine Sprache, die Du verſtehſt.
Sie haben ſie deshalb, weil ſie von vornherein im
Zuſam=
menhang mit Dir erdacht ſind. Indem Du auf ſie
horchſt, ſtellſt Du Dein Leben in den urſprunghaften und darum
heilenden Zuſammenhang wieder ein. — Alles was menſchliche
Weisheit heißt, fängt damit an, daß der Menſch zunächſt zu
den Geſchöpfen geht und ſeinen Frieden mit ihnen macht.
Die Welt, die Landſchaft, die Blumen lieben, heißt mit allen
Gemütskräften den Grund und Zuſammenhang, in den unſer
*) „Geliebte Welt” von Wilhelm Michel.
und Kunſtverlag Gotthard Peſchko.
Darmſtädter Buch=
Ein Buch von Kindern, Tieren, Blumen und Frauen hat
Wilhelm Michel ſein Buch geheißen. Er hat ihm nichts
voran=
geſtellt, das ſagen ſoll „für” wen er ſein Buch ſchrieb. — Das
wäre überflüſſig geweſen. Wer „Geliebte Welt” lieſt, der fühlt
es: es iſt für uns, für die Menſchheit geſchrieben.
Und es mußte in unſerer Zeit geſchrieben werden. Es
kommt weder zu früh noch zu ſpät. Und in wundervoller Tiefe
und Vertiefung hat er den Titel erſchöpft. Ein Augenblick der
Stille im Walde gibt die Sammlung, des „auf ſich ſelbſt
Be=
ſinnen”, das notwendig iſt, wenn wir die ganze große Liebe
erfaſſen, auf uns einſtrömen laſſen wollen, die dann offen wird
in kriſtallenem Schimmer waſſerheller Reinheit. Mit Augen und
Sinnen, mit Seele und Herz gefühlte Frühlingsſtunde führt zum
Tag der Fliederblüte, zum heißen Ruf des Frühlings. Und
gebettet in dieſes Fühlen der Liebe zur und aus der Natur,
dann die des und zum Menſchen: „In eine geſchloſſene Dand
kann man keine Gaben ſtopfen. Das iſt eins der wichtigſten
Dinge, die der Menſch zu lernen hat. Und das Zweitwichtigſte
Die Hände auftun und ſich in Gottes Namen beſchenken laſſen.” —
Wo und wann iſt nicht die Natur bereit, zu ſchenken in
reichſter Fülle, dem der die Hände und das Herz aufzutun
vermag, das Geſchenkte zu empfangen? Wilhelm Michel zeigt es
in den Herbſtfarben der Frühlingsgärten und in dem Erlebnis
mit den fünf kleinen Amſelkindern. In ſeinem (es ſollte
unſer aller ſein!) Erleben der Heimat, ihrer Geſchöpfe, die
vom Schöpfen zeugen, vom Wald und ſeinen Quellen, von
Säulen und Bäumen, vom Abend und von der Nacht und
von — Gräbern! —
In ſeiner klugen und fein gefühlten Definition läßt
Wil=
helm Michel uns die Wunder mit erleben, die ihm Wald und
Abend und Nacht erſchloſſen. Und in der reinen Form ſeiner
dichteriſchen Sprache. In Poeſie und Proſa ergießt er ſein
Fühlen, und ſeine Proſa wird zur poetiſchen Lyrik.
Bilder alter Meiſter läßt er für ſich und für ſeine Wahrheit
zeugen. Baldung und Huber, Burgkmair und Dürer Altdorfer
und Lucas Cranach zeugen in beſten ihrer Werke dafür, daß
es uralte ewig beſtehende Wahrheit iſt, die Michel in Erinnerung
könnte, ändert gar nichts an der Tatſache, daß man einfas
Recht feſtſtellen würde, die Erfüllung eines übernommenen
trages ſei mir nicht gelungen.
Die Folgerungen, die ſich daraus für die nalionalſozials
Bewegung und damit auch für das ganze deutſche Volk er
würden, liegen auf der Hand. Ich habe in redlichſten
mühen Auftrag und Bedingungen immer wieder miteim
verglichen, bin aber genau ſo, wie meine ſämtlichen Mitar5
rMI
zu der Ueberzeugung gekommen, daß
dieſer Aufkrag infolge ſeines inneren Widerſp
in ſich undurchführbar
liche
geriſchen.
zu
ſen n!
d
iſt. Ich habe daher davon abgeſehen, in dieſen Tagen mit
Partei Fühlung zu nehmen, und bitte Sie deshalb, Se
Exzellenz, dem hochverehrten Herrn Reichs)
ſidenten, folgende ehrerbietigſte Meldung äf
mitteln zu wollen:
Den mir am Montag, 21. d. M., vom Herrn Reichsprad
ten erteilten Auftrag kann ich infolge ſeiner inneren Ur
führharkeit nicht entgegennehmen und lege ihn daher in die
des Herrn Reichspräſidenten zurück. Angeſichts der troſtloſe
unſeres Vaterlandes, der immer ſteigenden Not und der
pflichtung jedes einzelnen Deutſchen, ſein Letztes zu tun,
ber die
Volk und Reich nicht im Chaos verſinken, möchte ich nach we
dem ehrwürdigen Herrn Reichspräſidenten und Feldmarſchau 1n4994
Weltkriegs die nationalſozialiſtiſche Bewegung mit dem GLu/9s)10
A
der Kraft und der Hoffnung der deutſchen Jugend zur Verf!
ze
ſtellen. Ich ſchlage daher unter vollſtändiger Umgehung
immer nur verwirrenden Begriffe folgenden
pofikiven Weg
— 1. Der Herr Reichspräſident fordert mich auf, vom Tag
Auftragserteilung an binnen 48 Stunden ein kurzes Proon
über die beabſichtigten innen=, außen= und wirtſchaftspoli
Maßnahmen vorzulegen.
2. Ich werde nach Billigung dieſes Programms binne
Stunden dem Herrn Reichspräſidenten eine Miniſterliſte vor
3. Ich werde neben anderen aus der derzeitigen Regi
zu übernehmenden Miniſtern dem Herrn Reichspräſidenten
für das Reichswehrminiſterium als ſeinen mir bekannten pei
lichen Vertrauensmann General v. Schleicher, für das
außenminiſterium Freiherrn v. Neurath vorſchlagen.
4. Der Herr Reichspräſident ernennt mich darauf zum M
kanzler und beſtätigt die von mir vorgeſchlagenen und vor
anerkannten Miniſter.
5. Der Herr Reichspräſident erteilt mir den Auftrag, fürſſichen Mehrhei
ſes Kabinett die verfaſſungsmäßigen Vorausſetzungen zur A. inſolge der d
zu ſchaffen und gibt mir zu dem Zweck jene Vollmachten, die
kritiſchen und ſchweren Zeiten auch parlamentariſchen Reichsl
lern nie verſagt worden ſind.
6. Ich verſpreche, daß ich unter vollem Einſatz meiner D). Ich habe
und meiner Bewegung mich aufopfern will für die Rettung Ea ſondern ein
res Vaterlandes.
Hindenburgs Ablehnung
des Hillerſchen Gegenvorſchlages.
h.
F1 Ich habe de
Mu werden, die
Luaden Vorſchle
bebreitet.
4 I. Ich habe zu
Hüit eines in
der Volksvert
Am 21. November erwiderte Staatsſekretär Meißner
be ſolchen geſetz
Hitler folgendes:
7. Ich habe n
Sehr verehrter Herr Hitler!
h vie im Augt
Auf Ihr geſtriges Schreiben beehre ich mich Ihnen)ien dafür in
Auftrage des Herrn Reichspräſidenten folgeßin, um eine 2
zu erwidern:
1. Der Herr Reichspräſident uimmt Ihre. Antwor/Mn), das Kal
Tenntnis, daß Sie den Verſuch der Bildung einer parlaß lhinett zu h
tariſchen Mehrheitsregierung nicht für ausſichtsreich hᛋ* iſt daher
und deshalb den Ihnen erteilten Auftrag zurückgeben.
Dren aufbauwil
Zu der von Ihnen für dieſe Ablehnung gegebenen
gründung läßt der Herr Reichspräſident bemerken, daß er „b fur Mögl.
nach den Ausführungen der Führer des Zentrums un
Bayeriſchen Volkspartei, aber auch nach Ihren eigenen
führungen in der Beſprechung vom 19. November in di
Teil annehmen mußte, daß eine Mehrheitsbildung im Re
tag möglich war.
Einen „inneren Widerſpruch” in ſeinem Auftrage ve/ ion auch ſch
der Herr Reichspräſident um ſo weniger anzuerkennen, aP 0 war vo
meinem erläuternden Schreiben vom 22. November ausdrüp” dereit ſein
auf die Möglichkeit einer weiteren Rückſprache hingewieſen ?. ihen zur Ver
falls eine der von dem Herrn Reichspräſidenten erwähnten F. i fühle miet
ausſetzungen ſich als ein entſcheidendes Hindernis bei z e der von
Verhandlungen erweiſen ſollte.
2. Der Herr Reichspräſident dankt Ihnen, ſehr vereP. e Zeit zwa
Herr Hitler, für Ihre Bereitwilligkeit, die Führung /4
zurückruft, daß wir, daß die Meuſchheit nur geneſen kau
und in der Liebe!
Und wenn er von Kindern, Tieren, Blumen und
ſpricht, ſo in der Erkenntnis, daß ſie das gotterkorene köft
Gefäß aller Liebe ſind. — Ein mit wundervoller ſüßer Za
gegebenes Geſpräch über Liebe ſchließt das Buch.
Unſere Leſer ſind in Michels „Geliebte Welt” beſten?
geführt durch ihn ſelbſt. Eine Reihe von Einzelſtücken ſin
Laufe von Monaten an dieſer Stelle zum Abdruck gelangt
höhtes Intereſſe für unſere Leſer gibt die Tatſache, daf
Buch an vielen Stellen Porträtzüge der Darmſtädtiſchen
ſchaft aufweiſt.
Warum dieſes ſchöne Buch, das durchaus die Sprache
heutigen Zeit ſpricht, Illuſtrationen nach Werken alter M
erhielt? Michel ſagt darüber, als er nach Bildern ſuchre
allungen mußte
*ydazu trotz
ſidialkabinett
Puch in der B
Frütigkeit dieſt
5. ich habe au
Weinem Experi
iunen deutſch=
mit ſeinen Gedanken über Landſchaft und Tiere, über Lieki
Kindern und Frauen übereins klangen, da fand er im Be
der modernen Kunſt nichts vor. Er fand unermeßlich P
an meiſterlich geſchilderter Natur, aber nichts, das jenen
ſchwiegenen dichteriſchen Unterton von Naturfrömmigkeit 9
hätte, nach dem er ſpürte. Selbſt wo er Poeſie fand, wel
eine kühle, gleichſam in blauem Licht liegende Poeſie des A
nicht des Herzens. Die aber, die er ſuchte, trat ihm in beit
loſer Fülle und Dichtigkeit entgegen bei den Meiſtern um
und Altdorfer: „Der vollkommene Ausgang der Menſchenſee
die Landſchaft, durchſchwungen von einer ſommerlichen Gel
melodie der echten Naturverſenkung —.‟ Die alten Meiſter
das über alle Zeiten gültige deutſche Kreaturgefühl, da
Merkmal deutſcher Frömmigkeit ward, weil es Geſchöp
Schöpfer in einem Gedanken denkt und daher im
paradieſiſch geſinnt iſt.
Wilhelm Michel gab viel Kämpferiſches und viel Schd
In ſeinem jüngſten Werk offenbart er wahres, reines und
ſchließliches Dichtertum.
Max Stre
Annette Kolb: Beſchwerdebuch, (Rowohlt Verlag, Berlin
— Die Dichterin vereinigt hier eine Reihe kleinerer Arb
aus ganz verſchiedenen Themenkreiſen. Einige Beiſpiele
der bunten Fülle ihrer Motive: Radiofreuden und =Leiden,
Rheinreiſe, eine Berliner Theaterprimiere, die Atmoſphäre
chens Zeppelin. Problem der Todesſtrafe, neuere engliſche Li
tur. Aber die Gegenſtände ſind nur Anlaß zur Entfaltung
wahrhaft entzückenden Begabung, einer Grazie, wie man ſie
ſelten findet. Der Liebhaber ſtiliſtiſcher Feinheiten kommt be
Lektüre dieſes Werkes in ebenſo vollem Maße auf ſeine Koſten
der ſchlichte aufnahmefreudige Leſer.
ſtiſidialkabinetts” zu übernehmen. Er glaubt aber, es vor dem
gtſchen Volke nicht vertreten zu können, dem Führer einer
grtei ſeine präſidialen Vollmachten zu geben, die immer
neut ihre Ausſchließlichkeit betont hat, und die gegen
i perſönlich, wie auch gegenüber den von ihm für notwendig
achseten politifchen und wirtſchaftlichen Maßnahmen,
über=
vegend verneinend eingeſtellt war. Der Herr
gichspräſident muß unter dieſen Umſtänden
befürch=
za, daß ein von Ihnen geführtes
Präſidial=
ſinett ſich zwangsläufig zu einer
Partei=
hitatur mit allen ihren Folgen für eine
außer=
wentliche Verſchärfung der Gegenſätze im
hutſchen Volke entwickeln würde, die
herbei=
gührt zu haben, er vor ſeinem Eid und ſeinem
zwiſſen nicht verantworten könnte.
3. Nachdem Sie, zum lebhaften Bedauren des Herrn
gchspräſidenten, ſowohl in den bisherigen Beſprechungen mit
ih, als auch in Ihrer geſtrigen, mit ſeinem Wiſſen geführten
üerhaltung mit dem Herrn Reichswehrminiſter General
göchleicher, jede andere Art der Mitarbeit
inner=
yib oder außerhalb einer neu zu bildenden
gierung — gleichgültig unter welcher
Füh=
ig diefe Regierung auch ſtehen möge — mit
iler Entſchiedenheit abgelehnt haben,
ver=
ſicht ſich der Herr Reichspräſident von
wei=
en ſchriftlichen oder mündlichen
Erörterun=
über dieſe Frage keinen Erfolg.
unabhängig hiervon wiederholt der Herr
ſichspräſident aber ſeine Ihnen in der letzten
Be=
ſchung am Montag abgegebene Erklärung, daß ſeine
er jederzeit für Sie offen ſtehe, und wird immer
beit ſein, Ihre Auffaſſung zu den ſchwebenden Fragen
an=
zſuören; denn er will die Hoffnung nicht aufgebeu,
ſiz es auf dieſem Wege mit der Zeit doch noch gelingen
ſorde, Sie und Ihre Bewegung zur
Zuſammen=
lseit mit allen anderen aufbauwilligen
Kräf=
der Nation zu gewinnen.
Mit dem Ausdruck vorzüglichſter Hochachtung verbleibe ich,
verehrter Herr Hitler, Ihr ſehr ergebener
(gez.) Dr. Meißner.
Hiklers Ankwork auf Hindenburgs „Nein”.
THitler hat am Donnerstag nachmittag an Staatsſekretär Dr.
„N5ner folgendes Schreiben gerichtet:
Indem ich Ihr Schreiben, das die Ablehnung meines Vor=
„ſges zur Löſung der Kriſe durch den Herrn Reichspräſidenten
ſält, zur Kenntnis nehme, muß ich abſchließend noch ein paar
Eitellungen treffen.
1. Ich habe nicht den Verſuch der Bildung einer
parlamen=
cichen Mehrheitsbildung für ausſichtslos gehalten, ſondern ihn
infolge der daran geknüpften Bedingungen als unmöglich
be=
net.
12. Ich habe darauf hingewieſen, daß, wenn Bedingungen
ge=
ſit werden, dieſe in der Verfaſſung begründet ſein müſſen.
3. Ich habe nicht die Führung eines Präſidialkabinetts
ver=
ſyt ſondern einen mit dieſem Begriff in keinem Zuſammenhang
henden Vorſchlag zur Löſung der deutſchen Regierungskriſe
ſerbreitet.
4. Ich habe zum Unterſchied anderer unentwegt die
Notwen=
ſteit eines in der Verfaſſung begründeten Zuſammenarbeitens
der Volksvertretung betont und ausdrücklich verſichert, nur
ſer ſolchen geſetzmäßigen Vorausſetzungen arbeiten zu wollen.
F5. Ich habe nicht nur keine Parteidiktatur verlangt, ſondern
— wie im Auguſt dieſes Jahres, ſo auch jetzt bereit, mit allen
hnenſderen dafür in Frage kommenden Parteien Verhandlungen zu
n foſaſſten, um eine Baſis für eine Regierung zu ſchaffen. Dieſe
Ver=
hlungen mußten erfolglos bleiben, weil an ſich die Abſicht
mißſnd, das Kabinett Papen unter allen Umſtänden als
Prä=
er patlah lkabinett zu halten.
ſtsreich /5 Es iſt daher auch nicht nötig, mich zur Zuſammenarbeit mit
eren aufbauwilligen Kräften der Nation gewinnen zu wollen,
„Eich dazu trotz aller Anfeindungen, ſchon in dieſem Sommer
Is nur Mögliche getan habe. Ich lehne es aber ab, in dieſem
Eſidialkabinett eine arbeitsfähige Kraft zu ſehen, und ich habe
ſuuch in der Beurteilung der Tätigkeit und des Mißerfolges
Tätigkeit dieſes Kabinetts bisher recht behalten.
6. Ich habe aus dieſer Erkenntnis heraus auch immer gewarnt
einem Experiment, das am Ende zur nackten Gewalt, führt
Pdaran auch ſcheitern muß.
7. Ich war vor allem nicht bereit und werde auch in Zukunft
hnals bereit ſein, die von mir geſchaffene Bewegung anderen
auslf bereſſen zur Verfügung zu ſtellen als denen des deutſchen
Vol=
ewieſe 9 Ich fühle mich dabei verantwortlich mit meinem Gewiſſen,
Ehre der von mir geführten Bewegung und der Exiſtenz der
lionen deutſcher Menſchen, die durch die politiſchen Experimente
bletzten Zeit zwangsläufig einer immer weitergehenden
Verelen=
bg entgegengeführt wurden.
Die „Beyron=Höhle” eingeftürzk.
s Ende einer weltberühmten Grotte. — Beyrons Liebesglück.
Die 16jährige Gattin eines 60jährigen Grafen.)
Bei Porto Venere in der Nähe von Spezia befindet ſich die
kihmte Beyron=Grotte. Sie liegt idylliſch auf der Südſpitze der
Plichen Halbinſel, die den Golf von Spezia bildet, und iſt ſeit
Ariehnten das Ziel der Reiſenden, die Erinnerungsſtätten an
WDichter Beyron aufſuchen. Hier hat angeblich der Dichter des
ren geweilt und einige ſeiner köſtlichſten Werke niedergeſchrie=
N Damals war Lord Beyron in Genua, wo er mit dem Grafen
Inda einen innigen Verkehr hatte. Die Grafen Gamba waren
Mem Herzen beſonders nahe durch ihre Schweſter, die ſchöne
lährige Thereſa Gamba, die den 60jährigen Grafen Guiccioli
Makete. In dieſe Zeit fällt der erſte Entwurf ſeines „Don Juan”.
„Pfolgten einige köſtliche Jahre der Liebe zu der jungen Gräfin,
A6von ihrem Gemahl geſchieden war. Das unglückliche Ende der
Fſoution der Cabonari, an der die Grafen Gamba beteiligt
en, zwang ſie, mit ihrer Schweſter nach Piſa zu fliehen. Bey=
Woolgte ihnen nach und lernte hier den Dichter Shelley kennen,
er kurz darauf die letzte Ehre erweiſen mußte. Shelley war
einer Spazierfahrt ertrunken, und Beyron ließ ihn verbren=
Im Sommer 1822 ſiedelte er mit den Gambas nach Genua
wo er bis zum Jahre 1823 blieb. Hier lernte er die Grotte
Lorto Venere kennen, die ihn durch ihre herrliche Lage heran=
Es iſt eine wahrhaftige Liebesgrotte. In den letzten
Jah=
ſchien ſie bereits durch Waſſer ſtark bedroht. Einige Quellen
Mer ihren Weg durch das Felsgeſtein gefunden. Zahlreiche Riſſe
Niken ſchon lange an, daß hier die Elemente ihr zerſtörendes
i ausübtens Man hatte ſchon mehrere Male den Verſuch ge=
N, durch künſtliche Mittel die Riſſe in dem Geſtein zu heilen
zu verkleben. Alle Verſuche waren aber erfolglos. Das
er übte langſam, aber mit tödlicher Sicherheit, ſeine zer=
Meende Wirkung aus und ſprengte den Felſen durch das ſtete Zer=
Dien, als ob Dynamit hier gearbeitet hätte. Die Wände waren
ehlich durch das niederrieſelnde Waſſer beſchädigt, daß ſchon
Engerer Zeit Einſturzgefahr beſtand. Nunmehr iſt vor kurzer
die berühmte Grotte Beyrons, von der man einen ſchönen
A lick über das terraſſenförmig anſteigende Meeresgeſtade hatte,
AImengebrochen. Sie iſt vollkommen zerſtört, ſo daß auch die
Fe an einen Wiederaufbau aufgegeben werden mußten. Inter=
Soct iſt im Zuſammenhang mit dieſer Grotte noch die Tatſache,
Beyron mit dem jungen Grafen Gamba von hier aus nach
chenland zog, um ſich an dem Freiheitskampf der Hellenen zu
Eeligen. Er ſtarb hier, wenige Monate, nachdem er die Fahne
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Im übrigen bitte ich, Seiner Exzellenz, dem Herrn
Reichs=
präſidenten, nach wie vor den Ausdruck meiner tiefen Ergebenheit
übermitteln zu wollen.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Ihr ſehr ergebener
(gez.) Adolf Hitler.
Von unterrichteter Seite wird zu dem veröffentlichen
Briefwech=
ſel mit Adolf Hitler unterſtrichen, daß ein Kabinett Hitler ſich
ähn=
lich wie das Kabinett Brüning mit der Zeit zum Präſidialkabinett
hätte wandeln können. Das iſt nach Auffaſſung politiſcher Kreiſe
die größte Chance, die der Reichspräſident dem Führer der
natio=
nalſozialiſtiſchen Bewegung gegeben hat, um ſo mehr, als auch
Reichstagspräſident Goering in ſeiner Preſſekonferenz von der
Möglichkeit einer Reichstagsauflöſung für den Fall ſprach, daß die
Mehrheit nicht vorhanden wäre. Damit wird nach Auffaſſung
politiſcher Kreiſe nicht nur zugegeben, daß Hitler keine Bedenken
gehabt hat, ſich über den Reichstag hinwegzuſetzen, ſondern daß er
auch den Weg zum Präſidialkabinett für möglich hielt. Um ſo
mehr hätte der Führer der NSDAP. dem Erſuchen des
Reichsprä=
ſidenten entſprechen müſſen. Hitler aber verlangte die
bedin=
gungsloſe Betrauung mit dem Kanzleramt und wollte nach ſeiner
Ernennung erſt die Auseinanderſetzung mit dem Reichstag
be=
ginnen. Das iſt ein Weg, den der Reichspräſident nicht einem
Parteiführer, vielmehr nur einer über den Parteien ſtehenden
Perſönlichkeit ſeines beſonderen Vertrauens öffnen kann. Was
nun die Erklärungen anlangt, die Hitler noch in ſeinem
Schluß=
brief vorbringt, ſo richten ſie ſich zum Teil gegen Dinge, die der
Reichspräſident gar nicht von ihm verlangt hat, ſo, wenn er
feſt=
ſtellt, daß er ſeine Bewegung niemals anderen als den Intereſſen
des deutſchen Volkes zur Verfügung ſtellen werde. Im übrigen iſt
der Eindruck dieſes Briefes in politiſchen Kreiſen, daß er nach
Form und Inhalt zum mindeſten ebenſo ungewöhnlich und
befrem=
dend iſt, wie das geſtern von nationalſozialiſtiſcher Seite
veröf=
fentlichte Kommuniqué.
Nr. 328 — Seite 3
Ausſprache zwiſchen Hikler und Hugenberg.
Wie wir bereits geſtern ſagten, iſt es noch zu einer
Aus=
ſprache zwiſchen Hitler und Dr. Hugenberg gekommen. Der Zweck
der Ausſprache lief wohl darauf hinaus, die beſtehenden
Gegen=
ſätze innerhalb der „Harzburger Front” zu beſeitigen. Der Beſuch
erfolgte ſofort nach der Bekanntgabe des Briefwechſels zwiſchen
Hitler und dem Büro des Reichspräſidenten. Von den
beteilig=
ten Stellen wird über den Inhalt der Unterredung ſtrengſtes
Stillſchweigen gewahrt.
Man erfährt jetzt erſt, daß am Mittwoch abend noch eine
Unterredung zwiſchen Hitler und General v. Schleicher im
Einver=
nehmen mit dem Reichspräſidenten ſtattgefunden hat, und daß
Hitler auch hier jede Unterſtützung oder auch nur eine
Tolerie=
rung eines Kabinetts, das nicht unter ſeiner Führung ſteht,
ab=
gelehnt hat. Das hat Reichstagspräſident Goering am
Donners=
tag abend auch im Auftrag Adolf Hitlers beſtätigt, und jedem
Kabinett, welches es auch ſei, den ſchärfſten Kampf angekündigt.
Unter dieſen Umſtänden ſtehen alle weiteren Bemühungen zur
Kabinettsbildung unter einem ungünſtigen Stern.
Zehn Jahre Zuchlhaus für einige Stockhiebe.
Vor dem Sondergericht Gladbach hatte ſich der
Reichs=
bannermann Karl Klein zu verantworten, der bei einem
Ueber=
fall auf Nationalſozialiſten als einziger von den Angreifern
ge=
ſtellt worden war. Der Ueberfall hatte ſich zwei Tage nach
Er=
laß der Terrornotverordnung ereignet. Klein war mit einigen
Nationalſozialiſten in einen Wortwechſel geraten, der dazu
führte, daß Bewohner der benachbarten Kolonie ein
Stein=
bombardement auf die Nationalſozialiſten eröffneten. Klein
ſelbſt hatte den Gegnern einige Stockhiebe verſetzt. Damit war
der Tatbeſtand der Zuſammenrottung zwecks Vornahme von
Gewalttätigkeiten erfüllt und das Gericht verhängte nach den
Beſtimmungen der Notverordnung die Mindeſtſtrafe von zehn
Jahren Zuchthaus. Das Gericht will ein Gnadengeſuch
befür=
worten.
Noch kein Ergebnis in Genf.
Shure Halkung Frankreichs. — Der franzöſiſche Plan foll jetzk auch die Berhandlungsgrnndlage
für die Mächke=Konferenz abgeben. — Ablehnende Halkung der Mächke.
Einzelbeſprechungen
über die deutſche Gleichberechkigungsforderung.
Die Abrüſtungs= und Gleichberechtigungs=Ausſprache in Genf
hat auch am Donnerstag wieder keine Ergebniſſe gezeitigt.
Der deutſche Außenminiſter hat in ſeinen bisherigen
Unter=
redungen mit den Vertretern Englands, Amerikas und Italiens
für den Wunſch dieſer Mächte, Deutſchlands Rückkehr zur
Abrü=
ſtungskonferenz zu erleichtern, volles Verſtändnis und
weigehen=
des Entgegenkommen gezeigt.
Die poſitive Haltung Deutſchlands gegenüber der Konferenz
kommt darin zum Ausdruck, daß Deutſchland die Vorſchläge der
Simonſchen Rede — bei aller Kritik im einzelnen — als eine
brauchbare Diskuſſionsgrundlage über die
Gleichberechtigungs=
frage anerkennt. Gleichzeitig muß aber mit Bedauern feſtgeſtellt
werden, daß es dem engliſchen Außenminiſter bisher nicht
ge=
lungen iſt, auch Frankreich, auf deſſen Haltung es in der ganzen
Frag= entſcheidend ankommt, für den gleichen Standpunkt zu
ge=
winnen.
Die Franzoſen verharren nach wie vor auf ihrem
ablehnen=
den Standpunkt gegenüber dem 1. Teil der engliſchen
Regierungs=
erklärung in der Abrüſtungsfrage, die eine Erſetzung des Teiles 5
des Verſailler Vertrages vorſieht und Deutſchland die
theoreti=
ſche Gleichberechtigung zuerkennt. Frankreich iſt vielmehr der
An=
ſicht, daß als Baſis für die Ausſprache einer gemeinſamen
Groß=
mächtekonferenz lediglich der franzöſiſche Plan gelten könne, der
aber nach Auffaſſung der amerikaniſchen, engliſchen, italieniſchen
und deutſchen Vertreter kein geeignetes Inſtrument darſtellt, den
deutſchen Gleichberechtigungsforderungen zu genügen.
Solange Frankreich bei dieſer Haltung bleibt, ſind
naturge=
mäß für eine Konferenz der Mächte, von der in den letzten Tagen
ſoviel geſprochen wird, die logiſchen Vorausſetzungen nicht
gege=
ben, denn eine derartige Konferenz hätte nur dann Zweck und
Sinn, wenn ſie auf die allein akute und von allen übrigen
Groß=
mächten gewünſchte Erörterung der Simonſchen Vorſchläge
be=
ſchränkt bliebe. Andernfalls wäre dies ein überflüſſiges
Konkur=
renzunternehmen zur Abrüſtungskonferenz. Da noch keine Anzei=
des Freiheitskrieges ergriffen hatte, am 19. April 1824. Sein
Freund, Graf Pietro Gamba, der Bruder ſeiner Geliebten, führte
ſeine Leiche nach England.
Die Kriſe in der Literakur.
„Die Kriſis der Gegenwart und ihr Spiegelbild in der
Literatur” war der Titel des Vortrags, den geſtern Abend Herr
Geh. Hofrat Prof. E. Berger im Darmſtädter
Jour=
naliſten= u. Schriftſtellerverein hielt.
Verheißungs=
voll wie das Thema waren die Einleitungsworte des Redners, in
denen er ankündigte; vom ideengeſchichtlichen Standpunkt die
kriſenhaften Erſcheinungen der Gegenwart als Teilſtücke eines
ungeheuren, nicht nur deutſchen und europäiſchen ſondern
Welt=
zuſammenhanges aufzuzeigen, und die zeutrale Urſache der
mannigfachen Störungserſcheinungen zu benennen; ſodann
dar=
zulegen, wie ſich das deutſche Schrifttum zu dieſer Kriſe, ihr
unterliegend oder ihr entgegenarbeitend, verhält. Dieſem
Pro=
gramm wurde der Vortrag im Ganzen leider nicht gerecht.
Weder in ſeinem kulturpſychologiſchen erſten Teil, der mit
teil=
weiſe abgebrauchten Formulierungen zwar eine Analyſe des
mechaniſtiſchen und rationaliſtiſchen Materialismus gab, nicht
aber der gegenwärtigen Kriſis, die in der geſchilderten Situation
ihre Urſache hat, aber etwas geſchichtlich Neues und weit
dar=
über Hinausgehendes iſt. Noch in ſeinem zweiten
literar=
hiſtoriſchen Teil, der zwar in der Kennzeichnung der
Verfalls=
erſcheinungen, der „Erſatzdichtung” Minderwertiges zu Recht
ab=
lehnte, aber hinſichtlich des Poſitiven Maßſtab und Augenmaß
vermiſſen ließ, und ſtatt kritiſcher Scheidung einen allzubunten
Dichterſtrauß bot, in dem Barthel neben Waſſermann, Blunck
neben Scherbart prangte, George mit Thomas Mann verglichen
wurde, und ſich ganz Große, wie Mombert oder Däubler,
wunderlich genug neben harmloſen Gänſeblümchen ausnahmen,
ohne daß die Welt, die zwiſchen ihnen und Schriftſtellern vom
Range Grafs oder Grimms liegt, fühlbar gemacht worden
wäre.
Konnte ſomit der Vortrag ſeine Ueberſchrift nicht
recht=
fertigen, ſo war er intereſſant und unterrichtend in den
hiſto=
riſchen Ausführungen, alſo da, wo er die Anfänge des
Literaten=
tums in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts, die
Wieder=
aufnahme dieſer Tendenz im Naturalismus ſchilderte, und die
anſchließenden Strömungen des Impreſſionismus
Symbolis=
mus und der modernen aktiviſtiſchen Literatur ſkizzierte. Er
war, abgeſehen von dieſer literarhiſtoriſchen Ueberſicht, poſitiv
und erfreulich in dem Glauben an eine Ueberwindung der (in
ſeiner furchtbaren Schärfe allerdings nicht erfaßten) Kriſe, in der
Ablehnung der Zerrformen intellektueller Ziviliſationsliteratur,
und in der Hoffnung auf eine neue Dichtung aus der Mitte
Dr. N.
großer Menſchlichkeit.
chen für eine Aenderung der franzöſiſchen Haltung vorliegen, läßt
ſich ein Zeitpunkt für dieſe Konferenz nicht abſehen.
Der Stand, der in den Gleichberechtigungsgeſprächen bis heute
erreicht iſt, läßt ſich dahin zuſammenfaſſen, daß vorerſt in
Einzel=
beſprechungen weiter verſucht werden ſoll, Frankreich von ſeinem
ablehnenden Standpunkt abzubringen und eine
Einigungsmög=
lichkeit durch die Annahme der engliſchen Vorſchläge zu erzielen.
Vor der Ratsſitzung ſuchte der franzöſiſche Delegierte Paul=
Bon=
cour den engliſchen Außenminiſter Sir John Simon auf. Es
ver=
lautet, daß ſich die Beſprechungen um die Frage einer
even=
tuellen Vierer= oder Fünferkonferenz gedreht haben. Solange die
franzöſiſche Delegation auf ihrer eigenartigen Konzeption von der
Gleichberechtigung, die von den übrigen Mächten nicht geteilt
wird, beſteht und in keiner Weiſe zu erkennen gibt, daß ſie
wenig=
ſtens auf die Baſis der Simonſchen Vorſchläge treten will, würde
eine ſolche Konferenz kaum viel Zweck haben können.
Keine Ergebniſſe in der Berakung
der mandſchuriſchen und Danziger Frage.
Auch der Streit, der ſich um die weiteren Kompetenzen des
Lytton=Ausſchuſſes in der Mandſchureifrage entſpann, konnte noch
nicht geregelt werden, da die Japaner noch wie vor es ablehnen,
den Lytton=Ausſchuß vor dem Völkerbund nochmals zu Worte
kommen zu laſſen. Man einigte ſich vorerſt dahin, eine
juri=
ſtiſche Darlegung des japaniſchen Standpunktes in dieſer
Ange=
legenheit entgegenzunehmen. Erſt danach kann darüber
entſchie=
den werden, ob der Lytton=Ausſchuß nochmals in Genf zu den
Darlegungen des chineſiſchen und des japaniſchen Vertreters
wegen des Mandſchureikonfliktes gehört werden kann.
Die Angelegenheit der Zwangseinführung des polniſchen
Zloty auf der Danziger Eiſenbahn wurde heute weiter behandelt,
indem der Rechtsausſchuß des Völkerbundsrats Erklärungen des
Danziger Senatspräſidenten Dr. Ziehm und des polniſchen
Ver=
treters entgegennahm. In Völkerbundskreiſen neigt man zu der
Anſicht, daß das polniſche Vorgehen unbegründet iſt, da der
pol=
niſche Vertreter lediglich angab, der Grund für das Vorgehen
Polens ſei der, daß der polniſchen Eiſenbahnverwaltung in
Dan=
zig das Arbeiten mit zwei Währungen läſtig ſei.
* Frankfurker Muſikbrief.
Gaſtſpiel Georges Baklanoff.
Georges Baklanoff, der den Frankfurtern als Escamillo
Rigoletto und Scarpia bekannt iſt und der kürzlich in Max
Rein=
hards Inſzenierung von Hoffmanns Erzählungen” die drei
Bariton=Partien geſungen hat, gaſtierte in dieſen drei Rollen im
Frankfurter Opernhaus. Baklanoff gehört zu den Künſtlern ganz
großen Formats, zu den Geſtaltern, denen das künſtleriſche
Geſamt=
bild die Hauptſache iſt und die in dieſen Rahmen ihr großes
Können im einzelnen eingruppieren. Der Darſteller Baklanoff,
der außer Schaljavin auf der internationalen Opernbühne einen
Rivalen nicht hat, arbeitet mit ſparſamen, einfachen Mitteln, die
einer einheitlichen großen Linie dienen, erfühlt und gedanklich
überprüft ſind und denen jede Aeußerlichkeit und Manierierheit
fremd iſt. Die Größe dieſer Kunſt beſteht in ihrer Natürlichkeit
und Selbſtverſtändlichkeit — das alles muß ſo ſein, gerade wie
dieſer Georges Baklanoff es macht. Die noch immer ſchöne, in
romaniſcher Schule gebildete Stimme gab ſich alle Mühe, der
„ſweren deutſchen Sprak” Klang und Wärme abzugewinnen.
Von den drei Partien war der Dr. Mirakel die bezwingendſte
Leiſtung. Das ſonſt übliche, effekhaſcherige Spiel mit den
Fläſch=
chen fiel faſt weg; dieſer Dr. Mirakel iſt lang, hager, mit einem
Don=Quichotte=Hut, ängſtlich vor ſich ſelber und vor Creſpel,
wenn dieſer ihn hinauswirft. Aber in den Szenen mit Antonia
da iſt alles brodelnde, von innen arbeitende Dämonie, deren
Ausbrüche furchterregend ſind.
Die Aufführung war im übrigen ein nur äußeres Relief für
Dr. W. Kn.
ein künſtleriſch ganz großes Erlebnis
Gtüne Modelippen.
Kaum, daß die Meldungen über das Leuchthaar die intereſſierte
Welt erſchütterten, wartet London mit neuen Modeſchöpfungen
auf, über die der Fachmann ſtaunt und der Laie ſich mächtig
wundert.
Man höre, ſtaune und werde ſprachlos: Modefarbe für die
beginnende Saiſon iſt grün. Nicht etwa für Damenkleider (da
dominiert lila in allen nur erdenklichen Farbenabſchattungen),
ſondern für Damenlippen.
Was die Schönen aller Welt von der Neuerung erhoffen, ihre
Lippen mit der Farbe der Hoffnung zu bemalen, wiſſen nur die
Götter; dem Zeitchroniſten bleibt, wirklich der — grüne Atem
weg.
Auf daß aber auch die Herren der Schöpfung auf ihre
Rech=
nung kommen mögen im beſcheidenen Schatten ihrer grünlippigen
und leuchthaarigen Weibchen, hat man für die Gentlemen den
Goldſviegel erſonnen. Nicht etwa in der Weſtentaſche, ſondern auf
dem Frack. Dieſe Reform hat wenigſtens einen Vorteil: Iſt ſie
ſchon nicht ſchön, ſo doch wenigſtens reichlich teuer!
Man weiß nun nicht recht, ob man die Schöpfer und die
Nacheiferer dieſer Neuerungen beneiden, oder lieber —
bemit=
leiden ſoll?! ...
Seite 4 — Nr. 328
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 25. November 1932 0
Neuprüſung des Kriegsſchulden=Problems nach Begleichung der Dezember=Raken in Ausſicht geſtelll.
Ohne Rüſtungsverminderung und Anbahnung eines lebhafteren Warenverkehrs mit Amerika überhaupt
keine Zahlungserleichkerung. — Gegen jede Berguickung der Kriegsſchulden mit der Lauſanner
Reparakionsregelung. — Ablehnung jeder Mehrbelaſtung des amerikaniſchen Steuerzahlers.
Amerikas Ankwork.
Die europäiſchen Schuldnerſtaaken müſſen bezahlen.
Waſhington, 24. November.
Die ablehnende amerikaniſche Antwort auf die engliſche
und die franzöſiſche Note über den Aufſchub der Bezahlung der
Schuldenrate vom 15. Dezember iſt noch am Mittwoch abend dem
franzöſiſchen und engliſchen Botſchafter überreicht worden.
In dieſer Note, deren Inhalt in dem geſtern nachmittag
ver=
öffentlichten Communiqus des Präſidenten Hoover bereits
ange=
geben wurde, ſpricht ſich Hoover gegen die Streichung und auch
gegen den Aufſchub der am 15. Dezember fälligen
Kriegsſchulden=
rate aus, ſchlägt jedoch vor, die amerikaniſchen
Dele=
gierten auf der Abrüſtungs= und
Weltwirtſchafts=
konferenz zu bevollmächtigen, Verhandlungen
mit den einzelnen Schuldnerregierungen
ge=
trennt zu führen. Dieſe Verhandlungen ſollen ſowohl die
künftige Zahlungsfähigkeit der
Schuldnerſtag=
ten zum Gegenſtand haben, wie auch dazu dienen, Mittel
und Wege zu finden, durch die die Zahlung
er=
leichtert werden kann.
Verwieſen wird in dieſem Zuſammenhang auf eine
Verminderung der Rüſtungsausgaben, als eines
der möglichen Mittel oder, als ein anderes, die Anbahnung
eines lebhafteren Warenverkehrs ſowie ſonſtige
Methoden, die jedoch die Laſten des amerikaniſchen Steuerzahlers
nicht erhöhen dürfen.
höchſtens Deponierung der Rakenbekräge in den
Schuldnerländern zugunſten Amerikas zugelaſſen.
Falls ein Transfer unüberwindliche Schwierigkeiten machen
ſollte, ſieht das Expoſé Hoovers als Notmaßnahme die
De=
ponierung der Ratenbeträge in den
Schuldner=
ländern zugunſten Amerikas vor. Hoover weiſt
das Argument, der Alliierten zurück, daß das
Lauſanner Abkommen etwas mit Amerika zu tun
habe. Amerika erhalte keine Reparationen und könne daher
nicht die ausgefallenen Reparationszahlungen durch eine
Strei=
chung der Kriegsſchuldenleiſtungen balancieren. Als
feſt=
ſtehende Auffaſſung wird betont, daß ſich die
Alli=
ierten anders als bei den Reparationen bei den
Kriegsſchulden freiwillig zur Rückzahlung
ver=
pflichteten und anerkannten, daß nur eine
tat=
ſächliche Zahlungsunfähigkeit Grund zur
Re=
viſion bieten könne.
Rooſevelts Halkung in der Schuldenfrage.
Der neugewählte Präſident Rooſevelt hat am Mittwoch
abend die Bundeshauptſtadt im Sonderzug verlaſſen und ſich
nach Warn Springs (Georgia) begeben. Während ſeiner
Rück=
reiſe gab Rooſevelt in ſeinem Zuge eine Erklärung über die
Schuldenfrage ab. Er ſagte, die Schuldnernationen könnten ſich
mit der amerikaniſchen Regierung am zweckmäßigſten und
wirk=
ſamſten durch die vorhandenen diplomatiſchen Verkehrswege in
Verbindung ſetzen. Er erklärte ferner: In allgemeiner
Hinficht bin ich der Meinung, daß ein einzelner
Schuldner zu jeder Zeit Gehör bei ſeinen
Gläu=
bigern finden und die Gelegenheit haben ſollte,
dem Gläubiger Tatſachen und Vorſtellungen zu
unterbreiten, und daß der Gläubiger ſolchen Tatſachen
und Vorſtellungen immer höfliche, wohlwollende und gründliche
Erwägungen zuteil werden laſſen ſollte. Ich ſtimme mit der
Anſicht des Präſidenten Hoover vollkommen überein, daß es ſich
bei den Kriegsſchulden um Darlehen handelt,
die in der Annahme gewährt wurden, daß ſie
zurückgezahlt würden, daß jedes dieſer Darlehen iſoliert
und nicht in Gemeinſchaft mit anderen erwogen werden ſollte,
daß Vereinbarungen die Zahlungsfähigkeit berückſichtigen ſollten,
und daß die Schulden mit Reparationen nichts zu
tun haben. Ein Vorteil der Behandlung des
Schulden=
problems durch die normalen diplomatiſchen Kanäle iſt, daß
jede Schuldnernation zu jeder Zeit die
Auf=
merkſamkeit der amerikaniſchen Regierung auf
neue Zuſtände und Tatſachen lenken kann, die
das Schuldenproblem berühren. Rooſevelt
wieder=
holte dann ſeine neuliche Erklärung, daß die
Verantwor=
tung für die Behandlung der in der britiſchen und
in der franzöſiſchen Note aufgerollten Fragen der
gegenwärtigen geſetzgebenden und
vollziehen=
den Gewalt zufalle.
Paris befürchtet kakaſtrophale Rückwirkungen
von dem verweigerken Moratorium.
Die Weigerung der Vereinigten Staaten, den europäiſchen
Staaten einen Aufſchub ihrer Zahlungen vom 15. Dezember zu
gewähren, iſt hier trotz aller Mahnungen und mancherlei
Vor=
boten überraſchend gekommen und hat eine große
Enttäu=
ſchung in allen den Kreiſen bereitet, die bei einer
ent=
gegenkommenden Haltung der Vereinigten Staaten eine
Beſſe=
rung der allgemeinen Lage erwartet hatten.
Das „Journal” erklärt den Hooverſchen Entſchluß mit dem
auf die Präſidentenwahl folgenden politiſchen Wirrwarr in den
Vereinigten Staaten. Vielleicht hätten auch die europäiſchen
Länder unrecht getan, getrennt ihre Anliegen vorzubringen. Ihre
große Sorge ſei geweſen, Amerika nicht den Eindruck zu geben,
als ob es ſich einer europäiſchen Einheitsfront
gegen=
über befinde. Dieſe Bedenken ſeien zwar lobenswert geweſen;
dieſe Taktik habe die Vereinigten Staaten aber auch glauben
machen können, daß die europäiſchen Länder nicht vollkommen
einig über ihre Haltung ſeien, wie dies die Haltung Italiens
übrigens auch beweiſe.
Drohung mit Nichtrakifizierung des Lauſanner
Abkommens.
Die in der Note Hoovers für die Zukunft in Ausſicht
genom=
menen Möglichkeiten genügten ohne Zweifel nicht, um die
Wir=
kungen dieſer Ablehnung, die ſich als kataſtrophal
ankündigten, abzuſchwächen oder zu verzögern. Das in
Lau=
ſanne entſtandene Vertrauen habe einen
fürch=
terlichen Schlag erlitten. Die Wirkung werde um ſo
größer ſein, als das letztjährige Moratorium, die Reiſe Lavals
nach Waſhington, die Art, mit der in den Vereinigten Staaten
das Ende der Reparationen aufgenommen worden ſei, zu
Hoff=
nungen Anlaß gegeben hätten. Natürlich könne von einer
Rati=
fizierung der Lauſanner Abkommen jetzt nicht mehr die Rede ſein.
Die Ergebniſſe der Konferenz von Streſa ſeien ſtark
kompromit=
tiert. Die für das nächſte Jahr nach London einberufene
Welt=
wirtſchaftskonferenz könne ſchon jetzt als auf unbeſtimmte Zeit
aufgeſchoben betrachtet werden, von den Rückwirkungen auf das
engliſche Pfund gar nicht zu ſprechen.
England - zur Zahlung bereit — befürchket
Gefähr-
dung der Lauſanner Beſchlüſſe.
Die Ablehnung der engliſchen Wünſche durch
Waſhington hat in London eine nicht unbeträchtliche
Er=
regung hervorgerufen. Im Laufe des Abends hatte Schatzkanzler
Neville Chamberlain eine Reihe von Beſprechungen mit mehreren
ſeiner Miniſterkollegen und Beamten des Schatzamts. Es gilt
be=
reits jetzt als ſicher, daß die engliſche Regierung ſich
mit dem ablehnenden Beſcheid nicht ohne
weite=
res zufrieden geben, fondern eine zweite Note
nach Waſhington ſenden wird. Hierin ſoll eine
aus=
führliche Darlegung der ſchwerwiegenden Gründe, die zur
Forde=
rung eines Moratoriums führten, gegeben werden, ferner ſollen
die Gefahren aufgezeigt werden, die eine Bezahlung der am 15.
Dezember fälligen 95 Millionen Dollar nach ſich ziehen könnte.
Nach Anſicht der Regierung könnten dadurch heftige
Valuta=
ſchwankungen, ſtörende Kapitalbewegungen und ein allgemeiner
Zuſammenbruch des Vertrauens, das ſeit der Lauſanner
Konfe=
renz im Zunehmen begriffen war, hervorgerufen werden. Auch
dürfte in der Note darauf hingewieſen werden, daß die
Lauſan=
ner Beſchlüſſe, die ein Nachgeben Amerikas zur Vorausſetzung
hatten, gefährdet werden. In politiſchen Kreiſen nimmt man an,
daß, falls Waſhington auf der Ablehnung des Moratoriums
be=
harrt, die engliſche Regierung die Dezemberzahlung leiſten wird,
doch wird auf die Wahrſcheinlichkeit von Gegenmaßnahmen,
ins=
beſondere handelspolitifcher Natur, hingewieſen.
England gibt die Hoffnung auf Erlangung
des Morakoriums nicht auf.
Die Note der amerikaniſchen Regierung in der
Kriegsſchulden=
frage iſt heute im Foreign Office eingetroffen. Miniſterpräſident
Macdonald und Schatzkanzler Neville Chamberlain erhielten je
eine Abſchrift des Schriftſtücks. In Kreiſen, die der Regierung
naheſtehen, iſt im Laufe des Tages die Anſicht zum Ausdruck
ge=
kommen, daß Hoovers Note die Tür zu einem
Mora=
torium offen laſſe und zu einer Wiederholung des
eng=
liſchen Verlangens nach Zahlungsaufſchub geradezu einlade. Man
iſt hier der Auffaſſung, daß Hoover Zeit gewinnen
möchte, bevor er ſich zu einer endgültigen
Stel=
lungnahme entſcheidet. Die engliſche Antwort wird in
aller Eile vorbereitet. Während des ganzen Tages fanden
Be=
ſprechungen zwiſchen den führenden Kabinettsmitgliedern ſtatt.
Die Note dürfte noch vor Ende der Woche abgehen.
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Deutſchlands Amerikaſchulden
durch die Hoover=Entſcheidung nicht berährt.
Die Entſcheidung der amerikaniſchen Regierung über do
Rückzahlung der am 15. Dezember fälligen Raten der Kriegy,
ſchulden verfolgt die Reichsregierung mit der größten Aufmem
ſamkeit. Sie iſt zunächſt auf Preſſemeldungen angewieſen,
ſich zum Teil widerſprechen. Der amtliche Bericht unſeres Boy.
ſchafters iſt in Berlin noch nicht eingetroffen. Unmittelbs
ſind wir an der Kriegsſchuldenfrage der All
ierten nicht intereſſiert. Die Gefahr läßt ſi,
allerdings nicht von der Hand weiſen, daß w
eines Tages die Rückwirkungen zu ſpüren
b=
kommen. Im Anſchluß an die Lauſanner Verhandlungn
kam das ſogenannte Gentleman Agreement zuſtan:),
wonach ſich unſere Gläubiger verpflichten, d=
Ratifizierung des Lauſanner Abkommens von
einer Einigung mit Amerika in der Schulde
frage abhängig zu machen. Das Gentleman Agreemst
hat in Amerika ſtarken Unwillen ausgelöſt, ebenſo der B
ſchluß der franzöſiſchen Kammer, die Zahlu
genan Amerika vom Eingang der deutſchen Za.,
lungen abhängig zu machen.
Der Konflikt um die Ueberweiſung der Dezember=Raten E/
inſofern eine intereſſante Wendung genommen, als Englan)
und Italien bereit ſind, ihren Verpflichtung:
nachzukommen, während Frankreich die Za
lung ablehnt. Aus Amerika wird aber den Franzoſen v.
geworfen, daß ſie die geſamten deutſchen Zahlungen in ict=
Aufrüſtung hineingeſteckt haben, daß ſie mehr als 25 Prozueu
der Goldbeſtände der Welt an ſich geriſſen haben, und jetzt ſogn
dazu übergehen, einen 70 000=Tonnen=Dampfer zu bauen, Sch
das größte Schiff der Welt werden ſoll. Der Druck der AmSzue nan da
kaner auf die europäiſchen Gläubigernationen hängt natürllu nchts nützt.
mit der Abrüſtung ſehr eng zuſammen. Unſere Schulden nduüber kommt
geſteht, und
Amerika werden durch die geſtrige Entſcheidung Hoovers une
berührt, weil wir erſt kürzlich einen Zahlungsaufſchub von meſtl üſcht den
nier Selbſtauſt
als 2 Jahren erreicht haben.
Huf, weil ſie un.
F rcht daran.
M1 zu uns
zua vergeſſen.
ud greifen n
geſteigerten
und 9
eie
Aeußerungen amerikaniſcher Perſönlichkeiten
zu dem Schuldenproblem.
Der neugewählte Vizepräſident der Vereinigten Staaten auſül, der
Vorſitzende des Senats, Garner, führte in einer Erklärung au ſieſwi
die Schuldnerländer Amerikas ſeien in der Lage, zu bezahlen und
würden auch bezahlen. — Der Nachfolger Borahs und Präſitn
des Auswärtigen Senats=Ausſchuſſes, Swanſon, betonte nochm 4
häſt
daß der Vorſchlag Hoovers über die Wiedereinſetzung der Kriel,
ſchulden=Kommiſſion keine Ausſicht habe, vom Kongreß angen w /00 ſehieſ
men zu werden.
Gegenüber den Erklärungen der maßgebenden Perſönlichke 4
der amerikaniſchen Regierung übt der größte Teil der führend
amerikaniſchen Preſſe heftige Kritik an der Haltung der Kong —ſſice
führer und lobt die Stellungnahme Hoovers in der KriegsſchuldFtel
frage.
Wüſte deukſchfeindliche Ausſchreikungek.
Frankfurter
im Prager Skadkparlamenk.
Prag, 24. Novembe
Bei Beratung des Haushaltsvoranſchlags Groß=Prags
1933 kam es in der Zentralvertretung der Stadt zu wü
deutſchfeindlichen Kundgebungen der Ligiſtenpartei. Die
ſchwerden der deutſchen Bevölkerung der Stadt wurden
Lehr
Stadtrat Dr. Eppſtein und dem Stadtverordneten Dr. Schwz
Mfür
vorgebracht.
Dr. Eppſtein lehnte u. a. die Sprachenpraxis
Stadt ab. Aber auch im Rahmen der beſtehenden
Spradz=
verordnung, erklärte er, könne die Stadt den Deutſchen Amdre
mancher Richtung entgegenkommen, wenn ſie ſich wirklich an Aüchen.
beſtehenden Beſtimmungen halten würde. Hierzu ſei ſie rea lriſchen
lich verpflichtet. Sie erfülle aber ihre Pflicſind a
nicht. Ihr Sündenregiſter gegenüber den De
ſchen ſei ſehr groß. Die vollkommene Uebergehung
Deutſchen im Budget ſowie bei der Anſtellung von Beamten
Angeſtellten und im Lieferungsweſen ſei bezeichnend, ebenſo
die Tatſache, daß z. B. die deutſchen Kindergärten von der
meinde 5000 Kronen jährlich erhielten, während für die tſch4
ſchen Kinder 15 Millionen Kronen ausgeworfen würden.
Redner erwähnte ferner das Verbot der deutſchen Sprache
Aufſchriften und Plakaten, und behandelte das Verbot, in M
Sälen der Städtiſchen Zentralbücherei deutſche Vorträge
halten. Die Deutſchen wünſchten einen Ausglei
in allen, auch in nationalen Fragen, die ſo te
nend ſeien, daß ſeit mehr als einem halben Jahrhundert I0
einmal geſellſchaftliche Beziehungen zwiſchen der Stadtverpe
tung und der deutſchen Minderheit beſtünden. Als Beiſpiel”
wähnte Dr. Eppſtein den letzten Beſuch Gerhart Hauptman
in Prag, der für die Leitung der Stadt nicht exiſtiert habe.
Die Rede entfeſſelte ſtürmiſche Zwiſchenrufe aus den Reit
der Ligiſtenpartei, wo u. a. im Sprechchor gerufen wurde: „V
werden Euch hinauswerfen”, und „Hier kommt es nur daß—
an, was wir über die Sprachenfrage denken. Was die Deutfh
denken, intereſfiert uns nicht”. Als wieder Ruhe eingetreten p
ſprach der Stadtverordnete Dr. Schwelb. Er verlangte vor al/4t,
das verfaſſungsmäßig feſtgelegte Recht für die freie
Benut=
der deutſchen Sprache. Es widerſpreche der Verfaſſung,
einer Provokation zu ſprechen, wenn ein Deutſcher auf
Straße oder in der Straßenbahn deutſch ſpreche. Nach der 94
Schwelbs kam es zu neuen Zwiſchenfällen, die zwiſchen
ſozialdemokratiſchen und den ligiſtiſchen Stadtverordneten
nahe zu Tätlichkeiten ausarteten.
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1 Bitag, 25. November 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 328 — Seite 5
Aus der Landeshaupkftadk.
Darmſtadt, den 25. November 1932.
Verhangene Tage.
Yvembernebel hängen über Stadt und Land. Sie greifen
tvie mit geſpreizten Händen nieder auf das Dorf, auf den
Becy ſondern ſie legen ſich über das weite Feld wie ein
flau=
ſchinge Tuch, das kein Ende hat. Grau drückt der Himmel, und
wieſ amer das Auge ſuchen mag, der dichte Vorhang teilt ſich
nichzt gibt kein Stückchen des blauen Himmels frei, den man
dochz urüber weiß, kein Blinzeln der Sonne, die doch dort oben
ihr nWeg zieht. Es iſt Tag, aber es iſt ein müder,
griesgrämi=
gern ag, der nicht froh werden läßt. Es regnet nicht, und es
rege doch, denn aus der Unfreundlichkeit des Nebels ſprühen
wz in verteilte Waſſertropfen, die ſich an Baum und Strauch.
dürren Gräſer am Wege hängen, und an die Zäune,
hin=
den aus halb geſchloſſenen Fenſtern die Häuschen blinzeln.
jaufeine Kriſtalle werden die fallenden Tropfen, und der
ſpäſeverdroſſen dreinblickende Herbſt wird zum Filigrankünſtler.
efug unig wetteifernd mit dem Winter, der bald ſeine
Raufreif=
praich unter blendender Sonne funkeln laſſen wird.
erdroſſen gehen auch die Menſchen dahin. Die Männer
den Rockkragen hochgeſchlagen, die Frauen verſtecken das
Geſc im Pelz. Nur die Kinder ſind einigermaßen
unbeküm=
mert Jetzt iſt die Zeit, da ſich die weite Wieſe geöffnet hat für
ulde Spiel
in Dämmer liegt die Stube. Gibt der Tag nur ſpärliches
„Gäntz ſo hemmen die beſchlagenen Fenſter den Blick fernhin. Es
iſt 10 ob alles dazu angetan wäre, uns auf uns ſelbſt, auf den
eigtem Raum der Behauſung und auf den Bezirk unſeres
inne=
reim ſrlebens zu beſchränken. Die Welt draußen, ſonſt lockend
omus liegend, iſt verhangen, mit grauen Schranken eingeengt.
euchen in die Ferne trifft auf das eintönige Nichts, das
nit unwirſchen Händen zerreißen möchte und doch nicht
zer=
kann. Es iſt, wie wenn man in einem Kerker ſchritte,
ringsum und keinen Weg aus der Enge. Ungeduldig
man dagegen anrennen, und weiß doch, daß alle
Unge=
nichts nützt.
Drüber kommt man dann zur Reſignation, die man ſich
ſtingeſteht, und man macht aus der Notwendigkeit ein
Ver=
au fälſcht den Verluſt in einen Gewinn um, folgert in
ge=
voyner Selbſttäuſchung: Eben dieſe verhangenen Tage ſind ein
he hnk, weil ſie uns zur Beſcheidung führen. Doch man glaubt
ſwicft recht daran. Und wenn ſich morgen ein einziger kleiner
iantrahl zu uns verirrt, iſt aller Vorſatz, aller eingeredeter
ſolzg vergeſſen. Dann ſind wir auch wieder aufrichtig zu uns
Aüſ und greifen nach dem Strahl der Lichter und der Freude
üir dm geſteigerten Verlangen, das ſich jeweils ergibt aus dem
kiht, der nicht freiwillig war. Und iſt überhaupt ein
Ver=
ſt reiwillig? Iſt er nicht doch irgendwie diktiert gegen unſer
ſün und Wünſchen?
Beſchäftigungs- und Verkaufszeiten
auden letzken drei Sonnkagen vor Beihnachten.
Auf Grund des § 105b Abſatz 2 der Gewerbeordnung
am Sonntag, den 4. Dezember, Sonntag, den
1ezember, und Sonntag, den 18. Dezember, für
Eiche Handelsgewerbezweige das Offenhalten der offenen
Ver=
mſtellen ſowie die Beſchäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und
ſbeern in der Zeit von 13 bis 18 Uhr geſtattet. Die
Beſchäf=
chunz von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern bei der
Herſtel=
urt von Back= und Konditoreiwaren iſt auch an dieſen Tagen ver=
Zie Frankfurter Konferenz heſſiſcher Geiſtlichen wird ſich, wie
„IPI. berichtet, auf ihrer Herbſttagung, die am 5. Dezember
1Fankfurt a. M. ſtattfindet, mit einem Problem beſchäftigen,
eute im Vordergrund des theologiſchen Intereſſes ſteht. Prof.
Dr. Allwohn=Walldorf wird die Beſprechungen einleiten mit
ſe Referat über das Thema: „Kann die kirchliche Liebestätig=
Derkündigung ſein?‟
Lehrgang über Siedlungsweſen. Im Rahmen der Lehr=
Au für Erwerbsloſe welche die Volkshochſchule im Auftrage des
nteriums für Kultus und Bildungsweſen in Heſſen zur Zeit
tührt, beginnt am Donnerstag, den 1. Dezember, ein
wei=
tLehrgang über „Grundlagen der Siedlung‟. Der Unterricht
1ᛋwan drei Vormittagen der Woche ſtattfinden und dauert etwa
lochen. Behandelt werden die wirtſchaftlichen, techniſchen und
ützeriſchen Grundlagen der Siedlung. Anmeldungen zur
Teil=
ge ſind an die Volkshochſchule, Neckarſtraße, zu richten.
Darmſtädter Künſtler auswärts. Franz Notholt hat
m Saarbrücker Stadtthcater als Kühleborn in Lortzings
Anine” erfolgreich eingeführt. Das „Abendblatt” ſchreibt:
Nholts ausgiebig ſchwingender Bariton . nimmt ſtark
ge=
aſun, um ſo mehr, als gute Ausſprache, lyriſches Empfinden
Azewandte Darſtellung ihm geſtaltefd zur Seite ſtehen.”
er „Saarbrücker Zeitung” heißt es: „Notholts runder,
ge=
ndiger, weicher Bariton meiſterte die Partie des Kühleborn
ilechthin vorbildlicher Weiſe.‟ — Die „Volksſtimme” rühmt
prächtiges Material in ſelten vollkommener Verbindung
v. H.
üſeinſter Kultur”.
Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus
19.30—22.47 Uhr Dſt Volksb. WGr. I—1V 4,Vorſt.
Pr. 0.50—4.50
25. November Wilhelm Tell.
Wiiche
19.30—22.15 Uhr. E.8
26. November Roſe Bernd.
Preiſe 0.50—4 50 Mk.
11.15 Uhr. „Werdegang eines Bühnenbildes”,
Vortrag von Maſchinerie=Divektor Richter
Unkoſtenbeitrag; Rm. 0.50, für Mieter: Rm. 0.20
14.30—18 Uhr. Außer Miete.
Preiſe 0.50—4.00 Mk.
Wilhelm Tell.
20—22.30 Uhr. Heſſenlandmiete IV, 3. Vorſt.
Preiſe 0 40—4.50 Mk.
Das Konzert.
tag.
27. November
Kleines Haus
19.30—22.30 Uhr. Dſt. Volksb. C Gr. IIIu. 104.Vſt.
Mstag.
26. Nobember die Cſardasfürſtin. Preiſe 0 80—4.50 Mk.
11½— 123Uhr. Beethoden=Morgenfeier des
ſo=
zialiſtiſchen Kulturkartells. Pr. 0.30 u. 0.50.
Hutag.
*27. November Anf. 1930 Ende geg. 22 Uhr. Zuſ.=Miete II, 4.
Die Entführung aus dem Serail. Pr. 080—4.50
Heſſiſches Landestheater. Heute abend wird die erfolg=
2e Inſzenierung von Guſtav Hartung „Wilhelm Tell”
12. Male im Großen Haus wiederholt. — „Die
Entfüh=
tx aus dem Serail” im Kleinen Haus des Landes=
Mters. Mozarts komiſche Oper. „Die Entführung aus dem
Se=
wird am Sonntag, den 27. Nov in den Spielplan des
ſiyen Hauſes aufgenommen. Die muſikaliſche Leitung hat Dr.
As Schmidt=Iſſerſtedt; Inſzenierung: Hermann Adler. — „Die
hrdasfürſtin” im Kleinen Haus. Die nächſte Wiederho=
8 der Operette von Kalman „Die Cſardasfürſtin”, am
Sams=
den 26. November, beginnt nicht um 19.30 Uhr, ſondern um
Uhr.
Bedeutung der Muſikerziehung für unſere Jugend.
Ausbildung des Gemüls durch Pflege der Muſik. — Das dertfche Boll
und der Werk einer muſikaliſchen Erziehung.
Jugend und Muſik.
Von Profeſſor Wilhelm Schmitt,
Direktor der Städt. Akademie für Tonkunſt.
Die Bedeutung der Muſik für die Erziehung der Jugend iſt
zu allen Zeiten anerkannt worden. Die eminente Wichtigkeit, die
ihr in dieſer Beziehung das klaſſiſche Altertum zuſchrieb, iſt
he=
kannt. Die Macht der Muſik dünkt den großen Denkern der
Grie=
chen unter allen Künſten am höchſten, hinſichtlich der Gewalt dieſer
Kunſt über das Gemüt und des entſchiedenen Einfluſſes auf die
ſittliche Bildung. Weder die einſeitige Betonung des Intellekts,
noch die alleinige Ausbildung des phyſiſchen Menſchen können bei
der Jugenderziehung die Lücke ſchließen, die bei vollſtändiger
Ver=
leugnung der Muſik entſteht. Auch die Griechen huldigten dem
Sport und erkannten ſcharf, daß die Ausbildung des Intellekts
nur auf der Grundlage eines geſunden, gekräftigten Organismus
möglich iſt; ſie ſetzten ihr aber eine Ausbildung des Gemüts durch
die Pflege der Muſik entgegen. Vermöge ihrer doppelten Macht zu
erfreuen und uns in eine gemütvolle Stimmung zu verſetzen, iſt
gerade die Muſik geeignet, unſere Jugend, auf die der Reiz des
Tones am ſtärkſten wirkt, vor Gefühlsverrohung und vor der
Ab=
wendung vom Idealen zu bewahren.
Selten kommt jedoch die Muſik zu ihrem vollen Recht. Für die
muſikaliſche Jugenderziehung ſorgt zunächſt die Schule. Von der
Volksſchule an aufwärts bis zur höheren Schule iſt der Geſang=
und Muſikunterricht obligatoriſch. Trotzdem heute für dieſes Fach
ausgezeichnet vorgebildete Lehrkräfte zur Verfügung ſtehen, bleibt
der Erfolg doch hinter den Erwartungen zurück, weil die Lehrpläne
der Muſikerziehung noch nicht die unbedingt notwendige Zeit
ein=
räumen. Man gebe vor allem hier dem Muſikunterricht die
Gleich=
berechtigung etwa mit dem Zeichen= oder Turnunterricht, will man
dieſes köſtliche Kulturgut wirklich nutzbringend fördern. Neben
dem Unterricht in der Schule ſorgen Konſervatorien. Muſikſchulen,
Ober=Medizinalrak Dr. Werner F.
Unerwartet ſtarb am Mittwoch nach einer Darmoperation
im Eliſabethenſtift Obermedizinalrat Dr. Auguſt Werner
Direktor der Landes=Heil= und Pflegeanſtalt Heppenheim. Der
ſo plötzlich verſtorbene ſtand im 50. Lebensjahr. Die Leitung
der Anſtalt hatte Dr. Werner 1911 übernommen.
Bekanntlich wurde Obermedizinalrat Dr. Werner als
medi=
ziniſcher Sachverſtändiger als hervorragender Nervenarzt öfters
von den hieſigen Gerichten beanſprucht. Erſt einen Tag vor
ſei=
nem Tode gab er im Gattenmordprozeß Jöſt ein entſcheidendes
Urteil ab.
— Feier in der Viktoriaſchule. Eine würdige Totenfeier
ver=
anſtaltete dieſer Tage die Viktoriaſchule. Schülerinnen der
Ober=
klaſſen brachten ein Jugendwerk von Hugo, von Hofmannsthal
„Der Tor und der Tod” zur Aufführung. Dieſes ernſte,
gedan=
kentiefe Werk — es iſt ein Vorläufer zu „Jedermann” — kann
große Wirkung auf der Bühne nur dann erzielen, wenn es der
Wiedergabe gelingt über den oft berauſchenden Klang der Verſe
hinaus den tiefen Sinn der Dichtung zu offenbaren. Es iſt ganz
erſtaunlich, wie gut dies trotz der Beſchränktheit des Raumes
und der Mittel der Aufführung in der Viktoriaſchule gelang.
Das Hauptverdienſt gebührt bei dieſem Erfolg Herrn Dr. T.
Büch=
ner, deſſen nicht geringe Arbeit als Spielleiter und
Bühnen=
bildner eine ſo erfreuliche Geſamtwirkung erzielte. Großes Lob
auch dem Verſtändnis, mit dem die jungen Mädchen ihre gewiß
nicht leichten Rollen ſpielten. Würdig geſellte ſich hierzu die
muſikaliſche Umrahmung durch ein kleines Orcheſter, das eine von
Talent zeugende Kompoſition des jungen Darmſtädters Fritz
Breidert ſpielte. Es war alles ſo fein abgetönt daß di
Dich=
tung ergreifende Wirkung auf die Zuhörer ausübte. — Heute
Freitag, abends um 8 Uhr, findet eine Wiederholung der
erfolg=
reichen Aufführung in der Viktoriaſchule ſtatt.
Gegen Spröde Hauf
Neue Preise: RM 0.15- 1.008
— Lichtbildervortrag: „Der Werdegang eines Bühnenbildes”.
Zu dem Lichtbildervortrag, den Maſchineriedirektor Richter am
Sonntag, den 27. November, 11.15 Uhr, im Großen Haus des
Landestheaters über den Werdegang eines Bühnenbildes halten
wird, werden Eintrittskarten an Mieter des
Landesthea=
ters heute und morgen gegen einen Unkoſtenbeitrag von
20 Pfg. an der Tageskaſſe des Großen Hauſes abgegeben.
Nicht=
mieter erhalten Eintrittskarten zum Preiſe von 50 Pfg. ab
Sams=
tag, den 26. November. Der Vortrag wird anhand ausgeſuchten
Lichtbildermaterials die Entſtehung des Bühnenbildes vom erſten
Entwurf bis zur fertigen Ausführung zeigen und dem
Theater=
freund einen intereſſanten Einblick in die intenſive Arbeit der
techniſchen Büros und Werkſtätten einer großen Bühne gewähren.
Der Zuhörer wird Gelegenheit haben, den Aufbau der Dekoration
für die Nachmittagsvorſtellung „Wilhelm Tell” mitanzuſehen.
— Wiederum ſteht das ſchönſte aller Feſte. das Weihnachtsfeſt.
vor der Tür, und wiederum ſteht man vor der Frage, was ſchenkt
man ſeinen Lieben. Luxusgeſchenke kommen bei den augenblicklich
ſchwierigen Wirtſchaftsverhältniſſen nicht in Frage, ſondern nur
praktiſche Gegenſtände für den täglichen Gebrauch. Das Sinnbild
eines derartigen Gegenſtandes verkörpert in erſter Linie jeder
elektriſche Apparat, insbeſondere der elektriſche Herd und
Heißwaſſerſpeicher Dieſe beiden Geräte bedingen für die
Hausfrau noch mehr als Arbeitserleichterung und Zeiterſparniſſe:
das iſt die Freude am Kochen. Jede glückliche Beſitzerin dieſer
bei=
den treuen Helfer wird dies gerne beſtätigen. Auch in dem heute
abend 8 Uhr, im Heaghaus., Luiſenſtraße 12,
ſtattfinden=
den Vortrag, iſt allen intereſſierten Hausfrauen Gelegenheit
gegeben, ſich ſelbſt von der idealen Koch= und Backweiſe zu
über=
zeugen; das Backen von Weihnachtsgebäck wird hierbei
beſonders gezeigt, ſo daß der Beſuch des Vortrages nur zu
emp=
fehlen iſt. Aber nicht nur die großen Apparate ſind als dankbare
Geſchenke zu bezeichnen, ſondern auch eine große Anzahl kleinerer
Geräte für den täglichen Gebrauch, wie Tauchſieder, Bratpfanne,
Heizkiſſen, Bügeleiſen, Heißluftduſche uſw. Hierbei ſei auch an
dieſer Stelle nochmals darauf aufmerkſam gemacht, daß man für
jeden gekauften Gegenſtand ein Freilos erhält und ſomit
berech=
tigt iſt, an der von der Heag in Gemeinſchaft mit dem
Inſtalla=
teurverband veranſtalteten Verloſung teilzunehmen. Hierbei
ge=
winnt jedes zehnte Los, und zwar in Höhe des gekauften
Gegen=
ſtandes. Dieſe Gewinnmöglichkeit ſollte man ſich daher nicht
ent=
gehen laſſen.
Privatmuſiklehrer für die weitere muſikaliſche Ausbildung. Hier
haben die Zeiten größtenteils Wandlung geſchaffen. Die
Umſtel=
lung der Lehrpläne in den Konſervatorien, die Einrichtung der
ſtaatlichen Prüfung für Muſiklehrer und Muſiklehrerinnen haben
die frühere einſeitige Ausbildung beſeitigt. Man hat begriffen,
daß an der muſikaliſchen Kultur mehr liegt, als an einer ſinnloſen
Muſiziererei. Nicht, daß jeder eine Rembrandt=Reproduktion an
der Wand hängen hat, nicht daß jeder möglichſt einen Beethoven
ſtümpern kann, vermehrt die Muſikkultur, ſondern daß jeder einen
Rembrandt und Beethoven zu würdigen weiß, wo immer er ihnen
begegnet. Daß wir fähig ſind, von den großen Werken unſerer
Künſtler erhoben zu werden, ſie genießen zu können, darauf kommt.
es in erſter Linie an. Derartige Reſultate laſſen ſich allerdings
nur erzielen, wenn ſich die Einſicht immer mehr Bahn bricht, daß
auch die Muſikerziehung eine Angelegenheit der Entwicklung iſt,
daß ſie nicht in zwei bis drei Jahren beendet ſein kann. Nirgends
mehr als bei der Muſikerziehung und der Wahl der Lehrkraft
trifft der Satz zu: „Für die Jugend iſt das Beſte gerade gut
genug”. Nicht ein zu ſchnelles Fördern, das nur bis zu einem
Punkt führt, an dem es kein vor und zurück mehr gibt, ſondern
nur ein gutes, gediegenes Fundament, auf dem man Stein auf
Stein aufbauen kann, führt ſicher zum Ziel.
Es iſt kein Zufall, daß das deutſche Volk, das Volk der Denker,
gleichzeitig auch das vielbeneidete Muſikvolk der Erde geworden
iſt. Die Wurzel dieſer Seelenkraft muß geſenkt werden in die
Her=
zen der Jugend; man erziehe ſie zu einem kunſtverſtändigen
Publi=
kum, man verhelfe ihr zu einem eigenen geſunden Werturteil. Feſt
ſchließe ſich Glied an Glied der Bildungskette bis hinan in das
reife Alter, bis hinan in das weitverzweigte Berufsleben des
Menſchen. Die Kunſt vereine, was das Leben ſo oft entzweit.
Darum trage jeder dazu bei, daß die Muſikerziehung der Jugend
den ihr zukommenden Ehrenplatz erhalte.
„Wer Deutſchland innerlich glücklich machen will, der mache
es muſikfroh!”
Erleichterungen bei der ſtädt. Hondergebäudeftener.
Auf Grund von Artikel 13, Abſatz 3, Satz 3, in Verbindung
mit Artikel 12 des Sondergebäudeſteuergeſetzes, in der Faſſung der
Bekanntmachung vom 13. Dezember 1930 (Reg.=Bl. S. 313), hat
der Stadtrat in der Sitzung vom 17 November 1932 für die
Rechnungsjahre 1932 und folgende das Nachſtehende
beſchloſſen:
1. Zwingt die gegenwärtige Wirtſchaftslage zur Vermietung
von Gebäuden oder Gebäudeteilen zu einem geringeren
Be=
trag als den, der der geſetzlichen Miete entſpricht,
ſo iſt auf Antrag die hierauf entfallende — auch aus
Rechtsgrün=
den etwa bereits herabgeſetzte, kommunale Sondergebäudeſteuer
im Verhältnis des Mietunterſchiedsbetrages zur geſetzlichen Miete
zu ermäßigen. Die Ermäßigung iſt zu gewähren vom 1. des
Mo=
nats an, für den die geringere Miete zu entrichten iſt. Anträge
ſind jeweils bis zum Ende des Rechnungsjahres, für das ſie gelten
ſollen, bei der Stadtkaſſe zu ſtellen.
2. Soweit Wohngrundſtücke (z. B. Einfamilienhäuſer,
Villen), die bisher eigenbenutzt waren, ganz oder teilweiſe
unverſchuldet leer ſtehen, iſt auf Antrag die — auch aus
Rechts=
gründen etwa bereits herabgeſetzte — kommunale
Sondergebäude=
ſteuer zu ermäßigen. Die Ermäßigung iſt nach dem Verhältnis der
Friedensmiete des leerſtehenden Teils des Grundſtücks zu der
ge=
ſamten Friedensmiete zu berechnen, und zwar für die Zeit vom
1. des Monats ab, in dem die Räumung erfolgt iſt.
Antragſtel=
lung wie bei 1.
3. Wird eine große Wohnung durch weſentliche
Umbauarbeiten in zwei, drei vier uſw. ſelbſtändige
Woh=
nungen geteilt, ſo iſt — ohne Rückſicht auf die erzielten
Miet=
preiſe — die auf die urſprüngliche Wohnung entfallende
kommunale Sondergebäudeſteuer auf Antrag entſprechend zu
er=
mäßigen. Die Ermäßigung tritt ein vom 1. des Monats ab, in
dem die Umbauarbeiten beendet find. Antragſtellung wie bei 1.
— Die vereinigten Bezirksvereine Darmſtadt hielten eine
Ver=
ſammlung ab. Nach einleitenden Ausführungen durch den
Vor=
ſitzenden Herrn Bürodirektor Weber, war man allgemein der
An=
ſicht, daß die Bezirksvereine, die ſchon 4 bis 5 Jahrzehnte lang
zum Wohle der Allgemeinheit tätig ſind, durch engere
Zuſammen=
arbeit im Intereſſe der Stadt und der Darmſtädter Bevölkerung
ihre Tätigkeit rührig entfalten. Grundſatz iſt nach wie vor,
einer=
lei, welcher Parteirichtung die einzelnen Mitglieder auch angehören
mögen, vollkommene Wahrung unparteilicher Neutralität
inner=
halb der Bezirksvereine. Der Bezirksverein „Süd=Oſt” deſſen
Vorſtandsmitglieder zum Teil verſtorben, bzw. erkrankt ſind, hat
daraufhin einen proviſoriſchen Vorſtand neugewählt, dem zunächſt
folgende Mitglieder für ſeine Organiſation und Tätigkeit
ange=
hören: Vorſitzender: Herr P Fröhlich, Tapezierer= und
Polſterer=
meiſter, Nieder=Ramſtädter Straße 45: Schriftführer: Herr
Inſtal=
lationsmeiſter Breitwieſer, Nieder=Ramſtädter Straße 54:
Rech=
ner: Herr Kontrolleur Krämer, Roßdörfer Straße 23.
— Schuloper im Gymnaſium. Da auch die
Wiederholungsauf=
führung der bei Publikum und Preſſe äußerſt erfolgreichen
Schul=
oper „Der Reiſekamerad” von H. J. Moſer, im Ludwig=
Georgs=Gymnaſium, geſtern nachmittag völlig ausverkauft war,
findet auf vielſeitigen Wunſch noch eine dritte Aufführung
nächſten Montag abends 8 Uhr ſtatt. Der Reinertrag iſt zum
Beſten des Landheims des Gymnaſiums.
Die Turngemeinde Darmſtadt 1846 weiſt ihre Mitglieder
darauf hin, daß am Sonntag, den 27. November, eine Wanderung
nach Dreieichenhain ſtattfindet. Der Abmarſch iſt auf 8 Uhr, an
der Odenwaldbrücke in der Dieburger Straße, feſtgeſetzt. Die
Marſchzeit beträgt etwa 5 Stunden. Rückfahrt von Langen.
— Sektion Darmſtadt des Deutſch. u. Oeſterr. Alpenvereins.
Heute abend 8.15 Uhr ſpricht Herr Oberlehrer Auguſt Neber aus
Pirmaſens über „Kreuz und quer durch die ſonnige Pfalz”, in der
Aula des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums. Die Mitglieder der
Sek=
tion Starkenburg und eingeführte Gäſte ſind willkommen.
— Der W.=Kurſus „Akt=, Kopfzeichnen uſw.” von Maler Anton
Hartmann beginnt am 26. November, 14 Uhr, und wird bis
zum 1. 3. 1933, jeden Samstag von 14 bis 16 Uhr, abgehalten. Nach
Vereinbarung kann der Kurſus auf einen Wochenabend verlegt
werden. (Siehe Anzeige.)
— Stenographie und Maſchinenſchreiben. Die
Stenographen=
vereinigung Gabelsberger beginnt heute abend im Ludwig=
Georgs=Gymnaſium, Karlſtraße 2. neue Kurſe in Einheitskurz=
im Hauſe Karlſtraße 23 pt. unter bewährter Leitung
Herſtellung von Bier als Haustrunk durch Privatperſonen.
In der letzten Zeit wurde wiederholt wahrgenommen, daß
Privat=
perſonen, als Haustrunk Bier bzw. bierähnliches Getränk aus
Hopfen, Malz (Malzkaffee), Zucker und Waſſer hergeſtellt haben,
ohne dies vorher der zuſtändigen Zollſtelle anzuzeigen. Es wird
daher auf die Unzuläſſigkeit und Strafbarkeit dieſer Handlung
be=
ſonders hingewieſen.
Naturwahr weil nhononkastisch.
Der Ton lebt. Die Künstler
das ist lindsttöuts
stehen greitbar vor Ihnen —
und bereiten Ihnen Genüsse
erlesenster Art. — Verlangen
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SbTOlN
[ ← ][ ][ → ]Seite 6 — Nr. 328
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 25. November 1932
Jahresfeft im Jugendbund für E.C.
Am 27. November feiert der hieſige Jugendbund, für
entſchiedenes Chriſtentum (auch kurz Jugendbund für
E. C. genannt) ſein 26. Jahresfeſt. Es iſt noch viel zu wenig
be=
kannt, daß es ſich beim Jugendbund für E. C. um die größte
chriſtliche internationale Jugendorganiſation
handelt. Er entſtand, wie ſo viele religiöſe Bewegungen in
Ame=
rika; ſein Gründer und langjähriger erſter Weltbundpräſident war
der Pfarrer Dr. Fancis E. Clark in Portland (Maine). Die
Zweckmäßigkeit des Bundes zur religiöſen Beeinfluſſung und
Er=
ziehung der Jugend, die bald überall erkannt wurde, verhalf ihm
zu einem ungeahnt ſchnellen Wachstum, ſo daß er heute über die
ganze Erde verbreitet iſt und in etwa 80 000 Bünden 4 Millionen
Mitglieder zählt.
Der Weltverband des Jugendbundes für E. C hat ſeinen Sitz
in Boſton (Maſſ.) und wird geleitet von ſeinem Präſidenten, dem
in Amerika auch als Schriftſteller weit bekannten und geachteten
P. D. Dr. Daniel A. Poling. Der zweite Spitzenverband iſt
der europäiſche, mit ſeinem Vorſitzenden Dr. James Kelly
aus Glasgow (Schottland).
Ein Glied des europäiſchen Verbands iſt der deutſche Verband,
an deſſen Spitze Direktor Pfarrer Guſtav Schürmann ſteht.
In Deutſchland fand die Bewegung Eingang durch die
tat=
kräftigen Bemühungen des damaligen Kandidaten der Theologie
(ſpäteren erſten Generalſekretärs des deutſchen E. C.=Verbandes),
Friedrich Blecher. Der erſte Jugendbund wurde 1894 in Bad
Salzuflen durch Pfarrer Hobbing ins Leben gerufen. Auch in
Deutſchland nahm die Bewegung einen raſchen Aufſchwung und
zählt heute in etwa 1500 Ortsgruppen ungefähr 45 000 Mitglieder.
Die Zentrale des deutſchen J.B.=Verbandes befindet ſich ſeit
1926 in dem prächtig gelegenen früheren Sanatorium
Woltersdor=
fer Schleuſe in Woltersdorf bei Erkner (nahe Berlin), wo eine
gute Unterbringung der verſchiedenen Abteilungen des
weitver=
zweigten Unternehmens möglich war. Acht Reiſeſekretäre und ein
ausgedehntes Schrifttum vermitteln die Verbindung von Zentrale
und Ortsgruppen, und drei „Jugendzelte” dienen dem Zweck der
Jugendevangeliſation während der Sommermonate.
Das Ziel des Jugendbundes für E. C. iſt ausſchließlich
reli=
giös und drückt ſich wohl am kürzeſten und treffendſten aus in dem
Motto des E.C.=Weltbundes: For Christ and the Church!“
(„Für Chriſtus und die Kirche!”).
Anläßlich des Jahresfeſtes der hieſigen Ortsgruppe am
kom=
menden Sonntag ſind folgende Veranſtaltungen vorgeſehen:
Nach=
mittags 3 Uhr: Feſtverſammlung Anſprache: Stadtmiſſionar
Käſer, Frankfurt a. M. Thema: Schön iſt die Jugend, ſie kommt
nicht wieder. Abends 8½ Uhr: Adventsfeier (Kleines
Deklama=
torium; muſikaliſche Darbietungen). Anſprache: Dem kommenden
König entgegen! Beide Veranſtaltungen finden im großen Saal
der Stadtmiſſion, Mühlſtraße 24, ſtatt. Der Eintritt zu den
Ver=
anſtaltungen iſt frei.
Mehrleiſtungen in der Angeſtellkenverſicherung.
Durch die Notverordnung der Reichsregierung wurde die
Ge=
nehmigung gegeben, daß in der Sozialverſicherung Mehrleiſtungen
gewährt werden können, wenn hierzu die Möglichkeit gegeben iſt.
Dieſe Verordnung iſt darauf zurückzuführen, daß die
Gewerkſchaf=
ten wiederholt gegen die gleichmäßige Behandlung aller
Verſiche=
rungen Stellung genommen haben.
Praktiſch wird nun die Einführung von Mehrleiſtungen in
erſter Linie in der Angeſtelltenverſicherung möglich ſein. Gerade
bei ihr hat ſich der Abbau der Leiſtungen, der aus rein
pſycholo=
giſchen Gründen erfolgte beſonders nachteilig für die Verſicherten
ausgewirkt. Es iſt z. B. ein großes Unrecht, daß man die
Wai=
ſenrenten und die Kinderzuſchüſſe einfach ſo feſtlegte, daß ſie über
das 15. Lebensjahr hinaus nicht mehr gewährt werden dürſen.
Gerade bei der Schaffung der Angeſtelltenverſicherung wurde Wert
darauf gelegt, daß dieſe Verſicherung den beſonderen Verhältniſſen
dieſes Standes angepaßt wurde. Eine Einſchränkung der
Lei=
ſtungen bei Waiſen und Kindern führt aber dazu, daß die
Ver=
ſicherten nicht mehr in der Lage ſind, die Berufsausbildung für die
Kinder durchführen zu können. Das bedeutet einen großen
Ruck=
ſchritt, weshalb gerade dieſe Beſtimmung den größten Widerſtand
hervorgerufen hat. Das Direktorium und der Verwaltungsrat
der Angeſtelltenverſicherung betrachteten es deshalb als ihre erſte
Aufgabe, dieſes Unrecht zu beſeitigen. Leider liegt die Sache jedoch
ſo, daß das Reichsarbeitsminiſterium zu den Mehrleiſtungen ſeine
Zuſtimmung geben muß. Es bedurfte deshalb eingehender
Ver=
handlungen, um dieſe Zuſtimmung des R. A.M. zu ſichern. Endlich
hat jetzt das R. A.M. wiſſen laſſen, daß es bereit ſei, ſeine
Zuſtim=
mung zur Heraufſetzung des Lebensalters bei Waiſenrenten und
Kinderzuſchüſſen zu geben, wenn ſich dieſe noch in der
Berufsaus=
bildung befinden. Es iſt nun zu hoffen, daß dieſe Beſtimmung
bald in Kraft tritt, damit das Unrecht beſeitigt wird, das durch
den gleichmäßigen Abbau eintrat
Die weitergehenen Anträge ſind leider bisher auf den
Wider=
ſtand des R. A.M. geſtoßen. Die Angeſtelltengewerkſchaften haben
aber Schritte unternommen, damit weitere Aenderungen
ein=
treten.
— Warnung vor Geldſammlern ohne Ausweis. Ein
angeb=
licher „Preſſevertreter aus dem Saargebiet”, der ſich Broß
nannte, ſammelte Mitte November bei Miniſterialbeamten in
Darmſtadt Geld „zur Errichtung einer Preſſeſtelle in den
Grenz=
gebieten‟. Da er ſich trotz Aufforderung bei der zuſtändigen
heſ=
ſiſchen amtlichen Preſſeſtelle nicht vorſtellte, wird — wie auch
aus anderen Anzeichen — angenommen, daß es ſich um einen
Schwindler handelt. Es wird vor ihm gewarnt.
— Der Verband Darmſtädter Frauenvereine eröffnete ſeine
Winterarbeit mit einer Beſichtigungsfahrt nach Mannheim. Der
Stadtverband Mannheimer Frauenorganiſationen hatte in aus=
Ferzdereige aunſens u eiſtitſäahtzudſietling Sichlung
Mütterberatungsſtelle, im Anſchluß daran das Mütter= und
Säuglingsheim. Die Mannheimer Stadtverwaltung hatte
ſach=
kundige Beamte mit der Führung betraut, ſo daß alle Teilnehmer
durch die ausgezeichneten Erläuterungen einen großen Gewinn
von der Beſichtigung hatten. — Von den Mannheimer Frauen auf
das herzlichſte empfangen, wurde der ſehr lehrreiche und
anre=
gende Nachmittag, von dem alle Teilnehmer hochbefriedigt waren,
bei einer gemütlichen Kaffeeſtunde beſchloſſen.
CBrand im Landestheater. Geſtern vormittag gegen 10 Uhr
iſt auf der Bühne des Landestheaters (Großes Haus) ein
Samt=
vorhang in Brand geraten. Das Feuer konnte durch das raſche
Eingreifen des Bühnenperſonals alsbald gelöſcht werden. Die
ſtädtiſche Berufsfeuerwehr, die dank der neuen Feuermeldeanlage
ſofort zur Stelle war, brauchte nicht mehr in Tätigkeit zu treten.
Vereinskalender.
— Rot=Weiß, V. f. R.. Wanderabteilung.
Eine
„Wanderung ins Blaue”, Sonntag, den 27. November als
Novem=
berwanderung. Treffpunkt: 7.30 Uhr, Hauptbahnhof.
Sehnſucht nach gebratenen Tauben.
Wes das Herz voll iſt, des geht der Mund über, aber nicht immer verzagen!
Die Hoffnung und das Streben.
Es iſt das Uebliche, daß man in unſeren Tagen von den
ver=
ſchiedenen Sorgen und Nöten redet, unter denen man leidet oder
zu leiden glaubt. Auch ſelbſtverſtändlich iſt es, da man ja mit
dieſen Dingen am beſten vertraut iſt und auch oft genug an ſie
erinnert wird. Denn wenn das Einkommen nicht reicht, wenn
die Steuern einem über dem Kopf zuſammenwachſen, wenn das
Geſchäft immer mehr zurückgeht, wenn die Schulden anſteigen
und man keine Möglichkeit ſieht, ſie zu tilgen, dann kann man
ſich dieſen Eindrücken nicht entziehen Und wes das Herz voll
iſt, des geht bekanntlich der Mund über
Schließlich wird das aber, wenn es allzulange fortgeſetzt
wird, langweilig. Es gibt, ſo ſagt man ſich in einer
einſichts=
vollen Stunde, gewiß auch noch eine ganze Menge anderer
The=
men, über die man ſich unterhalten kann. Themen, die ſonſt gar
weit anziehender und möglicherweiſe fruchtbringender ſind. Denn
wenn man nur immer in der eigenen Not herumwühlt, wird es
auch nicht beſſer, ſondern man vergißt ſchließlich darüber auch
richtig nachzudenken, wie man aus ihr herauskommt. Und das
iſt doch wohl die Hauptſache. Natürlich ſind einem die Hände
gebunden. Gewiſſermaßen. Aber das iſt zu allen Zeiten ſo
ge=
weſen. Noch niemals ſind einem die gebratenen Tauben in den
Mund geflogen, und wenn es geweſen wäre, ſo iſt anzunehmen,
daß es gar nicht ſo ſehr angenehm geweſen wäre. Stets hat
man ſich um den Erfolg, um das Vorwärtskommen, meiſt ſogar
auch um das dürftige Brot, das der Magen verlangte, ein
Er=
kleckliches plagen müſſen. Man hat die Augen offen halten
müſſen, um jederzeit dort zuzugreifen, wo ſich eine Möglichkeit
bot, ſich einen Vorteil auf anſtändige Weiſe zu ſichern. Das
war aber nicht möglich, wenn man nur immer von dem geredet
hat, was man nicht hatte, ſondern indem man ſich nach dem Eu
geſehen hat, was man zu erlangen wünſchte.
Es iſt das Uebliche, zu klagen. Wenn man aber mana
genauer unterſucht, ſo ſtößt man doch nicht ſelten darauf
die Klagelieder gar nicht ſo ſehr berechtigt ſind. Oft wird
voller Schüſſel geklagt, weil nicht noch eine zweite bereit ſt
und mancher klagt, daß er zu Fuß gehen muß, weil der Nek5y
mann ſeine Sorgen im Auto fährt. Schließlich gibt es auch een /1
Lebensphiloſophie, die ſagt: Sei froh, daß du noch gehen kanz)
oder wäre es dir lieber, als Krüppel gefahren zu werden?
Hepper
Die Dinge des Lebens laſſen ſich von ſehr verſchiedenen Se
ten betrachten, und von den alten Griechen ſtammt ein Wa
Weißt du denn noch nicht, daß der, der nichts beſitzt, nicht
be=
det wird? Zu ſolchem Idealismus wird man ſich allerdß,u hviot
kaum verſteigen in unſerer Zeit. Iſt auch nicht nötig. Aben
Heit
läßt ſich gewiß rechtfertigen, wenn einer auch einmal ſagt:
verſtehe nicht, warum ihr klagt. Mir geht es noch immer 650 1o90
Zwar habe ich böſe Sorgen und Schulden, zwar muß ich den 20 /w
men etwas enger ſchnallen und auf mancherlei verzichten, das / / Elaß ſämtl
haben vielleicht nicht übel wäre. Aber daß ich lebe, daß ich n
von
noch immer der Sonne freue und einigermaßen ſatt werdenko
das iſt doch ſchließlich auch etwas Und am Ende wird es
auch einmal gelingen, aus den Schwierigkeiten herauszukomne
Zwar werde ich dann in anderen Schwierigkeiten ſtecken,
denen ich noch nicht weiß, ob ſie angenehmer und leichter Iy
aber ich hoffe, daß ſie es ſind. Und dann werde ich ebenn
die Möglichkeit haben, mich noch meiner Tage zu freuen,
werde auch noch etwas finden, wonach ich ſtreben kann und
des Strebens wert iſt
Sicher wird man auch noch ſolche Worte hören können.
werden ſie wohl ſo leiſe geſagt, daß ſie im Lärm des T.
untergehen.
Aus den Darmſtädter Lichtſpieltheakern.
Union=Theater.
„Schloß im Mond” das iſt ein modernes Märchen, echt
amerikaniſch, mit all den großen Vorzügen und kleinen Nachteilen
ſeiner Herkunft. Wir ſehen mit großem Spaß, wie der Pariſer
ſät. und if Aeſcendet u0d Feiſtich BieBf.
weltskerl und Schneider Maurice „Courtelin”, alias
Cheva=
lier, in das hochariſtokratiſche Milieu des adligen Landſitzes.
Wenn hier nun die Vertreter der beiden ſozialen Schichten mit
ihren diametral entgegengeſetzten Weltanſchauungen aufeinander
treffen, ergeben ſich Situationen, die kein Auge trocken laſſen.
Be=
ſonders nett erſcheinen mir die Szenen gelungen, wo die ſchmiſſigen
Chanſons des fröhlichen Schneiders ihren Weg in die Menge
neh=
men, und wie ihr Rhythmus ſich auf jeden Schritt und jede
Hand=
bewegung der Paſſanten wie der Schloßbewohner überträgt, ja,
wie dieſem Rhythmus ſogar die ſonſt ſo ſtolze Gemeſſenheit des
Fürſten weichen muß. Daß die Amerikaner die günſtige
Gelegen=
heit auszunutzen wiſſen, alles, was aus dem Motiv als Milieu
ſich ergibt, mit Kunſt und Tücke und viel Aufwand an Geld
heraus=
zuholen, verſteht ſich von ſelbſt. Dazu eine die Handlung dezent
untermalende, fein abgeſtimmte Muſik, die auch die ſehr guten
Stimmen der beiden Hauptdarſteller wirkungsvoll unterſtützt. —
Kurz: ein gut gemachtes modernes Märchen vom „tapferen
Schnei=
derlein und der ſchönen Prinzeſſin”, bei dem natürlich das
„happy end” nicht fehlen darf. — Im reichhaltigen Beiprogramm
läuft unter anderem ein ſehr ſehenswerter und lehrreicher
Kul=
turfilm, der einen intereſſanten Einblick in die Vielgeſtaltigkeit
der Schlangenarten vermittelt.
— Die Helia=Lichtſpiele zeigen heute zum letztenmal Felix
Breſſart, über deſſen groteske Komik man wieder einmal
herz=
erfriſchend lachen kann, in der neuen Tonfilm=Burleske „Ich bin
ja ſo verliebt”.
— In den Palaſt=Lichtſpielen bringt, das erſchütternde
Ton=
filmwerk „Die hölzernen Kreuze‟ (Jenſeits der deutſchen Gräben)
immer noch ausverkaufte Vorſtellungen. Jeder ſollte ſich dieſes
an packender Menſchlichkeit und grandioſer Wirklichkeitsnähe
un=
übertroffene Werk wenigſtens einmal angeſehen haben.
— Helia=Film=Morgenfeier. Am Sonntag, vormittags 11.15
Uhr, wird der mit ſo großem Beifall aufgenommene Kulturfilm
„Deutſchlands Flotte im Mittelmeer” unwiderruflich letztmalig
wiederholt.
— „Aus unſerer ſchönen deutſchen Heimat”, eine Filmſinfonie
in 5 Teilen mit beſonderer Muſikbearbeitung für den Film
un=
ter Mitwirkung des vollen Orcheſters, unter Leitung ſeines
lang=
jährigen Dirigenten Kapellmeiſter Georg Seibert, gelangt am
Sonntag, den 27. November, vormittags 11.15 Uhr, und Montag,
den 28. November, nachmittags 2 Uhr, im Uniontheater zur
Vor=
führung.
— Reſi=Theater. Ab heute zeigt das „Reſi” nur drei Tage den
ſpannenden Auswandererfilm „Die große Fahrt”, Koloſſale
Maſ=
ſenſzenen mit rieſenhaftem Aufwand — gigantiſche
Indianer=
kämpfe, nach wahren Begebenheiten. Dazu ein bekannt gutes
Bei=
programm.
Tageskalender für Freitag, den 25. November 1932.
Union=Theater: „Schloß im Mond”. — Helia=Lichtſpiele: „Ich bin
ja ſo verliebt”. — Palaſt=Lichtſpiele: „Die hölzernen Kreuze‟.
Reſi=Theater: „Die große Fahrt”. — Heaghaus, 20 Uhr:
Vor=
trag „Das Weihnachtsgebäck im elektriſchen Herd.”
Gokkesdienſt der Iſraelikiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, 25. Nov.: Vorabendgottesdienſt 4.30 Uhr.
Samstag, 26. Nov.: Morgengottesdienſt 8.45 Uhr. Predigt.
Sabbatausgang 5.20 Uhr.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7.30, abends 6 Uhr.
Gebeiszeiten der Iſraelikiſchen Religionsgeſellſchaft.
Samstag, 26. Nov.: Vorabend 4,05 Uhr. Morgens 8 Uhr.
Nach=
mittags 4 Uhr. Abends 5.20 Uhr.
Wochentags: Morgens 6,55 Uhr. Nachmittags 4 Uhr.
Dienstag und Mittwoch, den 29. und 30. November: Rauſch
Aus Heſſen.
Chaudeſch Kislew.
Straßenraub bei Raunheim.
Erwachen des „Unkermenſchen” — Vier junge Burſchen überfallen und berauben ein Ehepaar.
Aw. Die Raunheimer Räuber ſtanden am
Donners=
tag vor der Großen Strafkammer. Vier junge Burſchen.
Drei davon Arbeiter in einer Raunheimer Lederfabrik mit einem
Wochenlohn von 20—25 Mk. und nur einer, und der iſt aus
Rüſſelsheim, ſeit Jahren arbeitslos. Der Aelteſte iſt 26 Jahre
alt. In Raunheim war Nachkerb. Die beiden letzten
Angeklag=
ten gingen mit der Frau und der Schwägerin des einen auf
einem Spaziergang am Bahnhof vorbei und ſahen zufällig, wie
der Schwiegerſohn ihres Chefs, des Fabrikbeſitzers, mit ſeiner
Frau in den Zug ſtieg. Sie kamen nachmitags mit den anderen
beiden zuſammen, und ſie faßten zuſammen den Plan, dieſem
Mann, der doch ſicher ordentlich Geld bei ſich habe, aufzulauern,
um ihm ſein Geld abzunehmen. Der erſte hatte noch einen alten
Browning, der zweite zwei Faſtnachtslarven, und zwei
Kinder=
knallpiſtölchen waren auch da. So maskierte man ſich denn
— zwei hingen ſich Schürzen um — und ging an den Zug. Mit
dem erſten kam niemand. Man wartete den ſpäteren ab, mit
dem das Ehepaar dann auch kam. Plötzlich ſtanden zwei
ver=
mummte Geſtalten vor ihnen und riefen mit vorgehaltenem Re=
volver: „Hände hoch!” Von hinten kamen zwei andere, und es
blieb den beiden nichts anderes übrig, als die Hände hoch zu
halten. An die Frau ging man nicht, aber bei dem Manne war
bald die Brieftaſche gefunden, mit der man dann abzog. Sie
gingen dann zwei und zwei nach Hauſe. In der Brieftaſche
waren vier Hundertmarkſcheine und ein Zwanzigmarkſchein, den
ſie rausnahmen und unter ſich verteilten. Die Brieftaſche will
der zweite Angeklagte in ſeiner Aufregung — erſt jetzt ſei ihm
ſo richtig zum Bewußtſein gekommen, was ſie eigentlich
ange=
ſtellt hätten, bisher ſei es ihnen allen eigentlich noch als Spaß
vorgekommen — mitſamt den übrigen 400 Mark verbrannt
haben. Sie wüßten ſelbſt nicht ſo recht, wie ſie eigentlich auf die
Idee gekommen ſeien, dieſe Sache zu machen. Alle vier ſind
bis=
her noch nicht beſtraft und als fleißige und anſtändige junge
Leute bekannt.
Das Geicht verurteilt ſie nach vierſtündiger Verhandlung
wegen Straßenraubs unter Zubilligung mildernder
Um=
ſtände zu je einem Jahr und drei Monaten
Ge=
fängnis. Das Gericht hält nicht für erwieſen, daß ſie Waffen
bei ſich hatten, denn der Browning exiſtiert nicht mehr. Die
Haftbefehle werden aufgehoben. Das Urteil wird beiderſeits
anerkannt und rechtskräftig.
Dg. Arheilgen, 24. Nov. Hohes Alter. Seinen 87. (ſtsdien
burtstag konnte dieſer Tage, der Invalide Adam Büttrgurden inolge
Obergaſſe 18 begehen. — Hundeſteuer. Die Gemenftiſchräntunge
hundeſteuer für das Kalenderjahr 1933 wurde durch Gememuellng n
ratsbeſchluß auf jährlich 6.— RM. feſtgeſetzt. Für den Hundeſ/i 1—17
nach dem 1. Juli 1933 kommt je Hund der halbe Satz in Arn
nung. — Theaterabend zugunſten der Win pt. Waldn
hilfe. Der Verein katholiſcher Familien, der kürzlich hie ſin der Vor
Tragödie „Solang dein Mütterlein noch lebt” mit Erfolg käftsberich
Aufführung brachte, bringt dieſes Stück am kommenden Soxuſſerug 82 RM
abend im Saale „Zum weißen Schwanen” zur Wiederholung. )ſu das Sch
Griesheim, 24. Nov. Große Kanarienausſtell MMi Mitgliederz
Am Sonntag, den 27. November, hält der Kanarienzucht= uu kommende
Vogelſchutz=Verein im Gaſthaus. Zum Chauſſeehaus” hier Hu Ausgabe.
große Kanarienausſtellung mit Prämiierung ab. Außer Geſonlrblatz errid
und Farbenkanarien werden Sittiche, einheimiſche Singvögel. Auer Promena
ländiſche Finken, Exoten, Goldfaſanen ſowie Kalt= und Wumeden ſoll. Auf
waſſerfiſche zur Schau gebracht. In der reichhaltigen Tond
ſtehen ca. 30 Kanarienhähne und Weibchen ſowie Sittiche/ B. Auerbad
Verloſung. — Turnerſchaft Griesheim. Die Tun/kanſtaltet von
ſchaft veranſtaltet, am kommenden Samstag, 26. Novembe MMre 1932 1on
„Darmſtädter Hof” hier einen Kunſtturn=Wettkampf, bei demſüie konnte der
der Turnverein Nauheim und die Turngeſellſchaft Walldor Fex:, begrü
Gegner gegenüberſtehen. Die Wertung erfolgt durch ein neutz/ieiot
Kampfgericht, und zwar öffentlich.
Dera
Cp. Pfungſtadt, 24. Nov. Hohes Alter. Morgen Fr/
begehen die Witwen G. Fey7. und L. Steinmetz ihren 84
burtstag
(. Ober=Ramſtadt, 24. Nov. Herr Obſtbauinſpektor Be
aus Darmſtadt hielt am 22. November im Schützenhof dahier
Vortrag über Obſtbau im Hausgarten und Obſtverwertung
einen guten Beſuch aufzuweiſen hatte. An den Vortrag ſchlc3
Hepvenl
noch eine lebhafte Ausſprache über Obſtfrevel. Baumpflege
2= und
beerpflanzungen und Rebſpaliere an. Eine Verloſung von A
Den
formbäumchen unter den anweſenden Mitgliedern bildete
vor Mitternacht den Verſammlungsſchluß.
M Die Schau
An. Groß=Zimmern, 24. Nov. Verſammlung des O
gewerbevereins. Der Ortsgewerbeverein hatte eine /
ſammlung in den Ludwigsſaal einberufen. Da über die 7
des Reichszuſchuſſes für Hausreparaturen und Neubauten
über Steuergutſcheine trotz der Aufklärungsarbeit der Preſſe.
vielfach Unklarheit herrſcht, hatte der Ortsgewerbeverein
Dr. Kirmeier von der Handwerkskammer gewonnen, der in
verſtändlicher Weiſe über dieſes Thema ſprach.
— Groß=Umſtadt, 24. Nov. Am kommenden Sonntag, der
November, findet in der Turnhalle der Oberrealſchule abendslen
vom hieſigen Volksbildungsverein veranſtaltetes Konzert Mr
Frau Studienrat Hilsdorf=Darmſtadt wird unter Begleit
von Frau Eidmann=Groß=Umſtadt Lieder von Schuber!!
Brahms ſingen, Herr Müller=Semd, der hier ſchon
beſten=
kannte Geigenkünſtler, Violinkompoſitionen von Mozart
Dvorak vortragen.
Le. Groß=Umſtadt, 23. Nov. Haſſia=Jugendla/ Zogemeldet
Nachdem ſich das Projekt über die Errichtung eines Haſſud Iſt und al
holungsheimes zerſchlagen hat, iſt nun entſchieden worden,
/kpſlich=
das Haſſia=Jugendlager nach Groß=Umſtadt verlegt wird. Füx Met d
Unterkunft von etwa 150 Jugendlichen auf die Zeit von 4 A 24
kommen die ausgedehnten Räume der hieſigen Zuckerfabn
Betracht. Möglicherweiſe kommt auch noch eine Freizeit für
gefähr 50 Mädchen zuſtande.
R. Pfaffen=Beerfurth i. Odw., 24. Nov. Einem h=
Schmiedemeiſter flog geſtern beim Holzkleinmachen das Bei
und drang derart tief in die rechte Hand ein, daß die Sehne
verletzt wurde. Eine Ueberführung in das Krankenhaus wi
ſorderlich.
Ay. König i. O. (Stahlbad), 24. Nov. Autounfall
ſtern abend gegen 10.15 Uhr fuhr ein von Michelſtadt kommel
Perſonenauto auf ein in der Nähe des Kaffees Laub ſtehe
Auto, geriet von der Fahrbahn und riß einen auf dem Bürg/l
ſtehenden Baum um und kam dort mit einem Rad= und Achſen
ſowie ſonſtigen Beſchädigungen zum Stillſtand. Perſonenſte
iſt glücklicherweiſe nicht zu verzeichnen.
Ch. Hainſtadt (Kreis Erbach) 24. Nov. Nach kurzer, ſchnd
Krankheit wurde vorgeſtern, im Alter von 57 Jahren verſtot
Förſter Villhardt in dem benachbarten Wald=Amorhoel
Grabe getragen. — Bei der Obſtbaumzählung des
res 1932 wurden gezählt 2897 (2063) tragfähige Apfelbäumel
(710) Birnbäume 79 (152) Kirſchbäume, 331 (1358) Zwei.ß
bäume, 67 (—) ſonſtige 1359 (1702) nichttragende Apfellis
279 (496) Birnbäume, 31 (36) Kirſchbäume 194 (167) Zwetk
bäume, 39 (—) ſonſtige. Die Geſamtzahl 1913 betrug 6684
end die Zählung von 1932 nur 6079 Obſtbäume ergibt, ſo daß
Rückgang zu verzeichnen iſt. Die Zahlen in Klammern gebe
Zählung von 1913 an.
Ci. Erbach, 24. Nov. Erziehungsvortrag. Der
abend von Herrn Pfarrer Bohn aus Berlin gehaltene Vo”
„Was müſſen Großeltern, Eltern und erwachſene Geſchwiſter
die ſittliche Erziehung der Kinder wiſſen?” war ſehr gut 10
ein Beweis dafür, wie ernſt und wichtig der
Gegenwartsſ=
das Erziehungsproblem auffaßt. — Unfälle. Ein die
ſtraße daherkommendes Auto rannte mit aller Wucht gegel
Kleinkinderſchule und wurde dabei ſtark beſchädigt. Perd
wurden nicht verletzt. — Bei dem Abbauen eines Hausge‟
ſtürzte ein Arbeiter der Brauerei Wörner in dem benachd
Stockheim aus acht Meter Höhe herab. Bewußtlos wurde
der=
unglückte in das hieſige Kreiskrankenhaus eingeliefert. Le
gefahr beſteht nicht.
— Michelſtadt i. O., 24. Nov. Montag, den 28. ds.,
nachmittags von 1—6 Uhr, findet in der Landwirtſchaſt,
Haushaltungsſchule eine Ausſtellung der im laufenden
Kurſ=
gefertigten Handarbeiten ſtatt. Weiterhin zeigt die Ausſe
Backwaren und Molkereiprodukte, welche die Schülexinnen
geſtellt haben.
0 Reichenbach i. Odw., 24. Nov. Elternabend zug
ſten der Winterhilfe. Schule und Lehrerſchaft wollen
zurückſtehen, wenn es gilt, der Wintersnot entgegenzutreten.
dieſem Grunde hat ſich das hieſige Lehrerkollegium entſchloſ
nächſter Zeit einen Elternabend zu veranſtalten, bei welchen,
Klaſſe, auch den Kleinſten, eine Aufgabe zufallen ſoll. Als
für die Aufführung iſt die Turnhalle des Deutſchen Turn?
vorgeſehen.
Freitag, 25. November 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 328 — Seite 7
Aus den Gemeinderaksſihungen.
r. Babenhauſen, 24. Nov. Gemeinderat. Das
Kura=
rſum der Realſchule hat auf Vorſchlag des Leiters dieſer
An=
olr beſchloſſen, die Schule bis zur mittleren Reife (Unterſekunda)
szubauen. Der Gemeinderat ſchließt ſich dieſem Beſchluß an
gter der Vorausſetzung, daß der Voranſchlag 1933 nicht
über=
ſritten wird und daß auch in Zukunft die Koſten nicht weſentlich
ſher werden. — Das Kreisamt will auf Veranlaſſung des
Lan=
gsverſicherungsamtes den ortsüblichen Tagelohn neu feſtſetzen.
Rat beſchließt, die Beibehaltung der bisherigen Sätze (3.—
M.) in Vorſchlag zu bringen. — Das Poſtamt teilt mit, daß die
ſtaftpoſt Babenhauſen—Schaafheim infolge der Wirtſchaftskriſe
ur wenig benutzt wird und daß wahrſcheinlich ein Fehlbetrag
atſtehen wird. Die Gemeinde iſt bereit, nach einem früher
ver=
aten Plan 16 Prozent zu übernehmen, falls die Gemeinde
Schaaf=
uim die reſtlichen 84 Prozent trägt.
ihmigt hat, unter der Bedingung, daß die betr. Arbeiter für die
Mehrſtunden den Arbeitgeberanteil, der Verſicherungsbeiträge
ſbſt tragen. Zur Beratung ſtand auch diesmal wieder die
Win=
ſiverſorgung für die Bedürftigen. Auf Vorſchlag der
Finanz=
inmiſſion wurden folgende Winterhilfsmaßnahmen beſchloſſen:
Erlaß ſämtlicher Meſſermieten für 3 Monate; 2. für 3 Monate
r Erlaß von je 1.— RM. Licht=, Gas= und Waſſerrechnungen:
Stundung der rückſtändigen Zahlungen für Licht, Gas, Waſſer
rd Holz bis 1. April 1933; 4. Abgabe von 1 Meter Holz gegen
kſtattung des Hauer= und Setzerlohnes und hier bei Härten
eundung des Betrages bis 1. April 1933. Den Bedürftigen
inen wegen Nichtzahlung der Lichtrechnung das Licht
abgeſchnit=
n wurde, ſoll auf Antrag im Rahmen der
Winterhilfsmaßnah=
pn dasſelbe wieder angeſchloſſen werden. Wegen Einführung
m Notſtandsarbeiten wird die Stadtverwaltung mit dem
Ar=
ſitsamt verhandeln. Der an die Stadt entfallende Betrag des
ſeichsfonds wird zur Anſchaffung von Briketts verwendet.
Soll=
n außerdem der Stadt aus einer Winterhilfsaktion des Landes
iſſen Mittel überwieſen werden, ſo wird dieſer Betrag bar
aus=
hahlt. Wegen Mangels ſtädtiſcher Mittel wurden weitere
An=
jäge abgelehnt.
Dr. Neckarſteinach. 22. Nov. Der Gemeinderat hat dem
An=
ug des Turnerbundes um Ueberlaſſung eines Turn= und
Spiel=
gländes am Eichelberg, das auf dem Wege des Freiwilligen
Ar=
üitsdienſtes errichtet werden ſoll. ſtattgegeben. — Von der Poſt
urden infolge des ſtarken Verkehrsrückgangs Aenderungen und
inſchränkungen eingeführt, wodurch nunmehr die zweite
Brief=
ſtellung wegfällt. Die Poſtſchalter ſind geöffnet von 8—11 und
un 14—17 Uhr
Die Spanier im Heſſenland!”
12jährige Leidenszeit unſerer Heimak durch die Bedrückung der Spanier. — Furchtbare Brandſchakungen,
Roheiken und Drangſale im 30jährigen Kriege.
laubnis zum Durchzug durch das heſſiſche Gebiet, aber der
Land=
graf lehnte dies Anſinnen rundweg ab. Wütend ſchrieb der „tolle
Unvergeſſene Nokjahre.
Chriſtian” darauf dem Landgrafen; „er ſolle gewiß ſein, daß.
Dk. Waldmichelbach, 23. Nov. Vom Verkehrsverein.
u der Vorſtandsſitzung gab der Schriftführer Helfrich den
Rechen=
ſaftsbericht über das abgelaufene Geſchäftsjahr. Die Einnahme
ſtrug 982 RM. und die Ausgabe 950 RM. An Eintrittsgeldern
ſie das Schwimmbad gingen über 600 RM. ein. Leider hat ſich
de Mitgliederzahl von 58 auf 49 verringert. Der Voranſchlag für
üds kommende Jahr balanciert ungefähr in 1000 RM. Einnahme
1d Ausgabe. Im Laufe des Winters wird am Schwimmbad ein
ußer Gi ſrkplatz errichtet. Bürgermeiſter Röth erläuterte das Projekt
Singoögift ener Promenadeanlage, das in den nächſten Jahren ausgeführt
gurden ſoll. Auf dem Schulturnplatz wird eine Eisbahn angelegt.
Bt. Auerbach, 23. Nov. Geſellenbrief=Uebergabe,
pranſtaltet vom Ortsgewerbeverein. An 20 Prüflinge aus dem
jahre 1932 konnte der Geſellenbrief überreicht werden. Als
Ehren=
gſte konnte der Vorſitzende des Ortsgewerbevereins, Herr Lehrer
ſeherer, begrüßen die Herren Kreisſchulrat Kremer=Bensheim,
relfor i, R. Eiſenhardt, Bensheim, Rektor Keßler, Bensheim,
ürgermeiſter Blickensdörfer und Rektor Mayer, Auerbach. Die ge=
Norgen //Munten Herren beglückwünſchten die Junggeſellen. Der
Vor=
ſiende der Geſellenprüfungskomiſſion. Herr Schloſſermeiſter Peter
ehmitt, gab unter beherzigenswerten Worten an die Prüflinge
ſe Geſellenbriefe aus. Der junge Schreinergeſelle Heinrich
Zim=
ofdohiesſermann ſprach im Namen ſeiner Kollegen den beteiligten
Mei=
erwertun drn und Geſellen bei der Prüfung den Dank aus.
Die Gedächtnisfeiern an Guſtav Adolf und an die Kämpfe in
den beiden „eiſernen Jahren” — 1631 und 1632 — des „Großen
Krieges”, der dreißig Jahre lang unſer Vaterland verheerte, ruft
in uns auch die Erinnerung wach an die Nöte und Drangſale, die
unſere Heimat durch die Spanier erlitten hat.
Zwölf Jahre lang haben die volksfremden Spanier in unſerem
Heſſenlande und in Naſſau geſtanden. Was „beſetztes Gebiet”
be=
deutet — wir haben es ſelbſt erfahren!
In der Schlacht, am weißen Berge bei Prag (8. November
1620) war Kurfürſt Friedrich V von der Pfalz. der böhmiſche
Win=
terkönig”, von dem kaiſerlich=ligiſtiſchen Heere unter Tilly
ver=
nichtend geſchlagen worden. Nun kehrte ſich die ganze Wut des
Siegers gegen das Stammland des Winterkönigs, gegen die
blühende Pfalz am Rhein.
Mit einem Heere von 20 000 Mann zog der ſpaniſche Heerführer
Marquis Ambroſius de Spinola von den ſpaniſchen Niederlanden
her=
auf; nahm Wiesbaden, ging bei Mainz wieder auf das linke
Rheinufer und beſetzte Kreuznach wo er „die hohe Regierung für
das beſetzte Gebiet” einrichtete. Spinolas wohlgerüſtetes Heer
er=
weckte die Bewunderung aller; er führte 16 ſchwere Geſchütze mit
ſich, deren jedes von 16 Pferden gezogen wurde: tauſend
Muni=
tions= und Bagagewagen folgten dem Heere. Oppenheim und
Worms wurden von den Spaniern genommen, die dann nach der
Bergſtraße zogen.
Später wandte ſich Spinola in die Wetterau, um die zur
evan=
geliſchen Union gehörigen Städte und Grafſchaften wie Friedberg.
Gelnhauſen. Solms=Rödelheim Wetzlar und Braunfels, zu
be=
ſetzen. Namentlich richtete ſich der Zorn Spinolas gegen die
Solm=
ſer Grafen, da der Graf Johann Albrecht von Braunfels
Groß=
hofmeiſter und Miniſter des Winterkönigs geweſen war; er hatte
ſeinen Kurfürſten ſtets aber vergeblich, vor dem „böhmiſchen
Abenteuer” gewarnt. Nun wurde der Kurfürſt in die Reichsacht
erklärt, und der treue Solmſer, ebenfalls geächtet, ging mit ihm
in die Verbannung nach Holland. Die Grafſchaft Solms=
Braun=
fels und das Schloß wurden am 19. Februar 1621 von den
Spa=
niern beſetzt und volle elf Jahre behauptet. Am 12. November
1630 wurde Tilly vom Kaiſer „salris onerihns lesitimis realibus und
männiglich in ſeinen Rechten unbeſchadet” mit der Grafſchaft
Braunfels belehnt.
Von Friedberg. Wetzlar und Braunfels aus beherrſchten die
Spanier das umliegende Land und brandſchatzten die Wetterau
und das Lahntal in der fürchterlichſten Weiſe.
Wurden die fälligen Kontributionen nicht vünktlich bezahlt.
ſo ließ der kommandierende General Don Alvano de Laſſada die
Bürgermeiſter, Schultheißen und Rentmeiſter ſolange feſtſetzen,
bis die rückſtändige Summe gezahlt war.
Wie dieſe Truppen in unſerer Heimat gehauſt haben. berichtet
uns das Theatrum Europaeum”, die alte Chronik jener
furcht=
baren Zeit: Die Männer wurden in der entſetzlichſten Weiſe
mißhandelt: Männer und Frauen über dem Feuer aufgehangen
um ihnen das Verſteck ihres Geldes abzupreſſen; die Lebensmittel
in den Koth geworfen. Bettzeug und Hausgerät mit
fortgenom=
men die Pferde aus den Ställen geholt, das Rindvieh
geſchlach=
tet.” Rauben. Plündern, Schändung der Frauen und Jungfrauen
war an der Tagesordnung.
Im Jahre 1621 wurde unſere Heimat von den Truppen des
„tollen Chriſtian”, des Herzogs von Braunſchweig, heimgeſucht:
er war ein Parteigänger des „Winterkönigs‟. Herzog Chriſtian
verlangte von dem Landgrafen Ludwig von Darmſtadt die Er=
inſofern ſeinem Kriegsvolke der geringſte Schaden zugefügt würde.
er im landgräflichen Gebiet ſo hauſen würde, daß ſich noch Kinder
und Kindeskinder darüber beklagen würden.”
Im Buſecker Tal bei Gießen traten ihm Heſſen=Darmſtädter
Truppen und Verbündete entgegen; hier erlitt er am 20.
Dezem=
ber 1621 eine ſchwere Niederlage. Nach Verluſt einiger hundert
Mann zog er plündernd und brennend durch Kurheſſen nach
Weſt=
falen zurück.
Im Mai 1622 erſchien der „tolle Chriſtian” wieder in unſerer
Gegend: am 10. (20.) Juni wurde er von Tilly bei Höchſt am
Main vernichtend geſchlagen; der ſiegreiche Tilly bezog im
No=
vember die Winterquartiere in der Wetterau. Sein
Hauptquar=
tier war in Aſſenheim bei Friedberg: die Wetterau pflegte Tilly
des heiligen römiſchen Reiches Kornkammer” zu nennen.
Furchtbar waren die Laſten, die der Bevölkerung zugemutet
wurden: ein ſpaniſcher Oberſt bekam wöchentlich 200 Reichstaler,
ein Major 50. der Kaplan 10. ein Rittmeiſter 80, ein Leutnant 20.
ein Korporal 4 und jeder Gemeine 2 Reichstaler. Die Lieferungen
an Lebensmitteln waren geradezu ungeheuerlich. Ein
Oberſtleut=
nant erhielt wöchentlich für ſich und ſeinen Stab nicht weniger
als 250 Pfund Rindfleiſch 3 Kälber 3 Hämmel, 6 Gänſe 14
Hüh=
ner 200 Eier, 12 Maß Butter, außerdem Wein und Bier nach
Bedürfnis an Konfekt für zehn Reichstaler.
Daß bei ſolchen Laſten und den täglichen Quälereien die
Be=
völkerung die Verzweiflung ergriff, kann nicht Wunder nehmen.
„Unſere Nachkommenſchaft, ſchrieb ein Zeitgenoſſe, „wird ſich
nicht überzeugen können, daß in Geſtalt von Menſchen Geſchöpfe
auf dem Erdboden vorhanden waren, die alles Menſchengefühl
ausgezogen und Taten verübt haben, dergleichen in den älteſten
und roheſten Zeiten nicht verübt wurden, und wahrſcheinlich,
ſo=
lange die Welt ſteht, nicht wieder erlebt werden.”
Zwölf Jahre lang, von 1620 bis 1622, haben die Syanier in
unſerer Heimat derartig gehauſt erſt Guſtav Adolfs Siegeszug
machte dieſer Ausſaugung ein Ende. Am 17. November 1631 hatte
Guſtav Adolf ſeinen Einzug in Frankfurt gehalten. Am 7. (17.)
Dezember überſchritt er bei Gernsheim den Rhein und vertrieb
die Spanier aus Oppenheim, trotz des heftigen Widerſtandes des
ſpaniſchen Statthalters, des kriegserfahrenen Don Sylva. Am
14. (24.) Dezember zog Guſtav Adolf in Mainz ein; die ſpaniſche
Beſatzung erhielt freien Abzug nach Luxemburg.
Inzwiſchen hatten die Spanier die Städte Wetzlar und
Geln=
hauſen geräumt, nur das feſte Friedberg und Braunfels hielten
ſie noch. Der ſchwediſche Oberſt Chriſtoph Hubaldt beſetzte nach
längeren Verhandlungen mit den Spaniern Friedberg, und nahm
den ſpaniſchen Gubernator” Lovis Verreicken „in Arreſt”,
wäh=
rend die ſpaniſche Beſatzung nach Braunfels abzog.
Dies letzte Bollwerk der Spanier fiel auch nach kurzer Zeit;
der Chroniſt erzählt: Hierauf haben die Wetterauiſchen Grafen,
ſo zu dieſer Zeit zur Defenſion ihres Landes etliche Regimenter
geworben, neben etwas ſchwediſchem Volk die Veſtung Braunfels
belagert, allwo der ſpaniſche Komandant Antonio de Rio
befeh=
ligte welcher die Veſtung nachdem das Schloß heftig beſchoſſen
worden am 17. März 1632 gegen freien Abzug der Beſatzung
übergab, alſo daß die Spanier dadurch aus der ganzen Wetterau
vertrieben wurden.”
Eine zwölfjährige Leidenszeit unſerer Heimat durch die
Be=
drückung der Spanier hatte ein Ende gefunden, aber noch volle
16 Jahre ſollte der große Krieg unſer Vaterland verheeren!
Dr. Ludwig Roth.
rtrag ſolt W. Hepvenheim. 23 Nov. Geflügelzuchtverein. Die
flügel= und Brieftaubenausſtellung war mit etwa 375 Tieren
ſchickt. Den Freunden und Gönnern der Geflügelzucht war
Ge=
genheit gegeben, erſtklaſſige Tiere zu niedrigen Preiſen zu
kau=
n. Die Schau war außergewöhnlich gut beſucht, da die
Eintritts=
nadeskütrten gleichzeitig als Loſe galten. — Geſellenprüfung.
hatte einl e feierliche Ueberreichung der Geſellenbriefe durch den
Orts=
über die hwerbeverein Heppenheim fand im katholiſchen Vereinshaus ſtatt.
ſeubauten chur Geſellenprüfung hatten ſich in dieſem Jahre 37 Lehrlinge
der Pieſ himeldet, von denen einer im Verlaufe der Prüfung wieder
zu=
beverein ”ſicktrat. Die übrigen 36 Prüflinge haben ihre Prüfung
beſtan=
en der ükzin, und zwar 14 mit „gut” und 22 mit „beſtanden‟ —
Evan=
leliſche Gemeinde. Ein Vortrag des Herrn Bulgakow, des
jonntag abemaligen Privatſekretärs des Grafen Tolſtoi, verſammelten die
ule abuskeangeliſchen Gemeindeglieder ſehr zahlreich im Gemeindehaus.
Konzeiſſter Redner ſprach über: „Tolſtoi — Lenin — Gandhi.”
t. Gernsheim, 23. Nov.
HundeſteuerfürdasKalen=
riahr 1933. Laut Mitteilung der Bürgermeiſterei müſſen
ſe Hunde, die im Laufe des Jahres 1932 oder ſchon früher ab=
EiſfeDe Seneie. Nur Schund 2is u Plresbeiſf.
s verpflichtet. — Am Sonntag, den 27. November 1932,
ver=
aſtaltet der Geſangverein, Sängerluſt” im Roſengartenpalaſt
ſei=
en Theaterabend. Zur Aufführung gelangt die Operette „Der
iger aus Kurpfalz”.
P Nauheim (Ried), 21. Nov. Unſere Gemeinde hat auf dem
n Vorjahre abgeholzten Waldgelände umfangreiche Spargel= und
bitbaumanlagen geſchaffen. Hier ſchloſſen ſich die Landwirte zu
ner Obſt= und Gemüſeverwertungsgeſellſchaft zuſammen, die ihre
rodukte zwecks rentablerer Verwertung den Großmärkten
zufüh=
n wird.
Ca. Lorſch, 23 Nov. Bettlerfrechheit. Als in der
Sand=
ſtraße dahier ein Bettler eine verſchloſſene Türe vorfand entfernte
er ſich nicht, ſondern verharrte vor der Türe und begehrte
ſchimp=
fend Einlaß. Die ſich im Hauſe befindliche Frau rief aus Angſt
ihren Mann herbei, der den Frechling zur Rede ſtellte und des
Anweſens verwies. Das brachte aber den Bettler noch mehr in
Aufregung, die ſich ſo weit ſteigerte, daß er den Hausbeſitzer ſogar
als die Polizei zu verſtändigen, die den rabiaten Burſchen
feſt=
nahm und in das Gefängnis einlieferte. Eine empfindliche Strafe
dürfte ſeiner warten, um ein abſchreckendes Exempel zu ſtatuieren,
denn immer wieder hört man Klagen, daß dieſe Almoſen
hei=
ſchende Leute oft die notwendige Höflichkeit vermiſſen laſſen —
Maſſenverhaftung. Ein großer Menſchenauflauf entſtand
heute gegen Abend vor dem hieſigen Amtsgericht, als dort ein
großes Polizeiauto anhielt, von dem 10 Gefangene unter der
nötigen Bedeckung entſtiegen. Wie bekannt wurde, handelt es ſich
um Kommuniſten, die wegen einer politiſchen Schlägerei in
Hep=
penheim von der Kriminalpolizei verhaftet worden waren. Noch
am Abend fanden die Vernehmungen ſtatt, worauf die
Inhaftier=
ten nach Darmſtadt transportiert wurden.
Au. Groß=Gerau, 23. Nov. Tragiſcher Todesfall.
Geſtern mittag verſtarb ganz unerwartet nach kurzem
Kranken=
lager Frau Pfarrer Borngäſſer. Das Ehepaar Borngäſſer iſt
erſt ſeit zwei Wochen verheiratet. — Ueber das
Heimat=
muſeum des Gerauer Landes, das von dem inzwiſchen
verſtorbenen Heimatforſcher H. W. Diehl im alten Rathaus zu
Groß=Gerau eingerichtet wurde, ſprach geſtern abend im Rahmen
einer Vortragsreihe des Volksbildungsvereins Groß=Gerau in
der Realſchule Studienaſſeſſor Niſchwitz. Der Vortrag, zu dem
auch Lichtbilder gezeigt wurden, fand bei den zahlreichen
Zu=
hörern lebhaftes Intereſſe.
— Hirſchhorn, 24. Nov. Waſſerſtand des Neckars am
Pegel am 22. November 1,52 Meter, am 23. November 1.48 Meter.
Vom Freiwilligen Arbeitsdienſt im Kreis Erbach.
Aeilung der geiſtigen und körperlichen
Arueiten.
Die Arbeiten an der Inſtandſetzung der Mümling und
Ger=
renz, die der Verringerung der Hochwaſſergefahr und der
Ver=
eidung der Wieſenverſumpfung dienen ſind an der Mümling
ü1 12. September, an der Gerſprenz ſeit 26. September im Gange
n0 werden in etwa 14 Tagen mit insgeſamt 33 000 Tagwerken
eendigt ſein. Im Lauf der Arbeitszeit ſind immer wieder neue
ſelldungen, auch von Gemeinden, die nicht unmittelbar an den
eiden Bächen liegen, eingelaufen, ſo daß zurzeit nahezu 500 junge
eite im Alter bis zu 25 Jahren an beiden Bächen beſchäftigt
erden. Den Berufsgruppen nach entfallen etwa auf
Handarbei=
ei und Taglöhner 15 Prozent, Fabrikarbeiter 6 Prozent,
Hand=
erker der verſchiedenſten Art 68 Prozent, Kaufleute und Büro=
Im eſtellte 8 Prozent. Techniker 2 Prozent, Abiturienten und
Stu=
enten 1 Prozent. Wenn auch für einen Teil der jungen Leute
* Arbeit an Erde und Waſſer ungewohnt iſt, ſo haben ſie ſich doch
Ae verhältnismäßig raſch der neuen Arbeit angepaßt, zumal ja
9 u. dem Lande zum Glück alle Menſchen noch eine gewiſſe
Ver=
indung mit dem Grund und Boden haben.
M der geiſtigen Arbeit, die nach den Reichsbeſtimmungen mit
em Freiwilligen Arbeitsdienſt verbunden iſt, findet jede Woche
vier Stellen ein Vortrag, teilweiſe mit Ausſprache, ſtatt, ſo
daß in der Geſamtzeit etwa 50 Vorträge gehalten werden. In der
vergangenen Woche wurde ſtatt der Vorträge an den Arbeitsorten
eine Fahrt im Verwaltungsſonderzug der Reichsbahn nach
Darm=
ſtadt unternommen, an der auch Angehörige der
Arbeitsfreiwilli=
gen und Mitglieder der Gemeindevertretungen teilnahmen. Ein
ſtattlicher Zug von über 400 Teilnehmern bewegte ſich mit frohem
Volksliedergeſang vom Oſtbahnhof über die Mathildenhöhe nach
dem Landesmuſeum. Hier haben nach einer kurzen Anſprache des
Leiters Dr. Rindfuß die Herren Direktoren und Abteilungsleiter
die Führung der einzelnen Gruppen übernommen, wofür ihnen
auch an dieſer Stelle herzlich gedankt ſei. — Zwiſchen 12.30 und
13.30 Uhr war im Speiſeſaal der Bereitſchaftspolizei ein
ſchmack=
haftes und reichliches Mittageſſen zum Selbſtkoſtenpreis
bereit=
geſtellt worden, das zur allgemeinen Zufriedenheit dank der
aus=
gezeichneten Organiſation von Polizeiverwaltungsoberleutnant
Schön und ſeiner Mitarbeiter reibungslos in der verfübaren Zeit
eingenommen werden konnte. Dann kam der Höhepunkt des
Tages: Die Aufführung von Schillers „Wilhelm Tell” zu ſtark
er=
mäßigten Preiſen im Heſſiſchen Landestheater. Das Verſtändnis
war in der Woche vorher durch Vorträge über Friedrich Schillei
und ſeinen „Tell” in allen Gruppen geweckt worden. Das Schillerſche
Freiheitsdrama hat bei allen Teilnehmern einen
unauslöſch=
lichen Eindruck hinterlaſſen. Um 7 Uhr abends brachte der
Ver=
waltungsſonderzug der Reichsbahn die freudigen und
hochbefrie=
digten Teilnehmer in ihre ſchöne Odenwälder Heimat zurück. Allen,
die irgendwie zum Gelingen des ſchönen Tages beigetragen haben,
ſei zum Schluß der herzliche Dank des Leiters ausgeſprochen. R.
Aus Mainz und Rheinheſſen.
* Mainz, 24. Nov. Herrmann Abendrothdirigiert
in Mainz. Verlauf und künſtleriſcher Erfolg des zweiten
Sym=
phoniekonzertes dieſes Jahres erwieſen erneut, wie wertvoll und
nutzbringend das (von uns übrigens ſeit Jahren geforderte) Syſtem
der Gaſtdirigenten ſein kann. Am Pulte ſtand diesmal der
Köl=
mit dem Leben bedrohte Es blieb ſchließlich nichts anderes übrig, ner Generalmuſikdirektor Abendroth, ein Künſtler aus ganz
anderem Holze als der Dirigent des erſten Konzertes. Es iſt ein
überaus reizvoller Kontraſt, wie dieſer breitſchultrige Hüne mit
größter Zartheit den feinſten Linien und Farben der Partitur
nachgeht und alles liebevoll ausarbeitet, ohne zugleich die geiſtigen
Zuſammenhänge zu zerreißen. Seine Zeichengebung iſt höchſt
pla=
ſtiſch und eindringlich und ermöglicht jedem der Mitwirkenden
reſt=
loſes Mitgehen. Das Programm des Konzertes war ganz auf
Filigranarbeit geſtellt. In Richard Strauß' „Don Juan” ließ
Abendroth alle Farbnuancen prächtig aufglitzern und legte die
buntverzweigten Maſchen der Tondichtung in überraſchender
Klar=
heit frei. Auch das Hauptwerk des Abends, die 5. Symphonie von
A. Bruckner, hier lange nicht gehört, gab Gelegenheit zu
ein=
gehendſter Kleinarbeit. Vielleicht hätte man an ihrer Stelle lieber
eine der ſpäteren gehört, doch hätte ſich daraus unfehlbar ein
ſtiliſtiſcher Riß ergeben müſſen gegenüber dem erſtgeſpielten Werke.
Die Fünfte läßt den immer wieder gegen Bruckner erhobenen
Vor=
wurf der „Formloſigkeit” nicht ganz unberechtigt erſcheinen, es
fehlt in der Tat hier die große Bogenſpannung etwa der 7. oder 8.,
und das Ausſpinnen vieler Einzelthemen in Verbindung mit
un=
leugbaren Längen läßt ſie nicht ſoganz zu einer einheitlichen Wirkung
kommen. Es wäre fehl am Orte durch gewaltſames
Hineininter=
pretieren den klaren Grundcharakter dieſes Werkes irgendwie
be=
einfluſſen zu wollen, und ſo gab Abendroth wenigſtens in den erſten
drei Sätzen vorwiegend feinſte Analyſe, um im letzten Satze zu
einer machtvollen Steigerung auszuholen. Wobei die ſchwache
Be=
ſetzung der Streicher allerdings beſonders auffiel gegenüber der
Tonflut der verſtärkten Bleche.
Dr. B.
Bo. Mainz, 24 Nov Stahlhelm=Wehrſport=
Be=
ſichtigung. Infolge Verlängerung der Verordnung betreffend
Burgfrieden muß die für Sonntag, den 27. November 1932, in der
Stadthalle angeſetzte Kundgebung „Deutſcher Wehrwillen,
aus=
fallen, ſo daß die Verpflichtungsfeier von 150 neuen
Stahlhelm=
kameraden nicht in der vorgeſehenen Form vor ſich gehen kann.
An Stelle der vorgeſehenen Feier findet nun Sonntag nachmittag
auf dem reichseigenen Gelände an der Wallſtraße eine
Wehr=
ſportbeſichtigung durch die Reichswehrinſpektion des
Stahlhelms ſtatt, wobei auch in ſchlichter Form die Vereidigung
der neuen Kameraden vorgenommen wird. Abends iſt großes
Mili=
tärkonzert der Mainzer Stahlhelmkapelle und kameradſchaftliches
Zuſammenſein im Brauhaus „Zum Rad”. — Konzert der
Mainz=Mombacher Sängerſchaft. Zu einem
inter=
eſſanten, durchaus gelungenen Konzert hatten ſich die unter
ge=
meinſamer Leitung des Chormeiſters Fritz Gläſer=
Main=
ſtehenden Vereine Mombacher Geſangverein 1878, Kath.
Kirchen=
chor Mainz=Mombach und Mainzer Sängerbund
zuſammengefun=
den. Man konnte ſeine Freude daran haben, daß neben großen
Chorwerken bei den konzertierenden Vereinen auch das Volkslied,
dieſe eigentliche Domäne der Geſangvereine, eifrigſt gepflegt wird
Be. Wendelsheim, 24. Nov. Kraftwagen fährt auf
Lokomotive. Auf dem unbewachten
Provinzialſtraßenüber=
gang vor dem Bahnhof Wendelsheim fuhr abends der von dem
Zigarrenhändler J. Förſter aus Kaiſerslautern geſteuerte
Kraft=
wagen gegen die Lokomotive des einfahrenden Perſonenzuges 4120.
Das Auto wurde etwa 30 Meter weit mitgeſchleift und ſchwer
be=
ſchädigt. Glücklicherweiſe blieb Förſter wie durch ein Wunder
unverletzt
Ad. Nierſtein, 24. Nov. Ausſtellung. Das Nierſteiner
Handwerk ſtellt in der Zeit vom 27. November bis 4. Dezember
die Erzeugniſſe ſeines Könnens und Fleißes im Saale. Zur Krone‟
aus, ein Unternehmen, das in der heutigen Notzeit beſondere
Wertſchätzung verdient.
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und Goschmack- Soher
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Das Jagdſchloß „Moritzburg” bei Dresden,
das Lieblingsſchloß Auguſt des Starken, des großen ſächſiſchen Kurfürſten, deſſen Todestag ſich am
1. Februar zum 200. Male jährt. Schon jetzt werden in Dresden die Vorbereitungen für die
Gedenkfeiern getroffen, in deren Mittelpunkt großangelegte Feſtſpiele ſtehen werden, die zum Teil
auch auf der hiſtoriſchen „Moritzburg” ſtattfinden. Die „Moritzburg” eine der wenigen
Waſſer=
burgen Mitteldeutſchlands, wurde 1542 von Kurfürſt Moritz begründet und dann 1722—1730 von
Auguſt dem Starken nach den Plänen Pöppelmanns ausgebaut.
Der vollkommen zerſtörte Bahnhof von Santa Cruz,
dem Zentrum des von dem Tornado heimgeſuchten Gebietes. Allein in dieſer Stadt, die m
der Kataſtrophe einem Trümmerfeld glich, wurden 1700 Perſonen getötet.
Reich und Ausland.
12 Millionen RM. Defizft
im Frankfurker Haushalt.
Frankfurt a. M. Der Magiſtrat der
Stadt Frankfurt hat der
Stadtverordnetenver=
ſammlung eine Vorlage über den Ablauf des
ordentlichen Haushalts 1932 auf Grund der
Wirtſchaftsberichte nach dem Stand von Ende
September zugehen laſſen. Danach iſt mit einem
tatſächlichen Defizitbetrag von rund 12 Mill.
RM. für das laufende Etatsjahr zu rechnen. Die
weſentlichen Urſachen für die Höhe des nunmehr
geſchätzten vorausſichtlichen Fehlbetrages, der
noch nach den Berichten von Ende Juni auf
„nur”, 8 Mill. RM. geſchätzt wurde, liegen vor
allem in den weiteren weſentlichen
Einnahme=
verminderungen.
Todesopfer eines alten Leichtſinns.
Frankfurt a. M. Geſtern mittag, kurz
nach 12 Uhr, ereignete ſich in der Hanauer
Land=
ſtraße ein ſchwerer Unfall, dem ein junges
Men=
ſchenleben zum Opfer fiel. Der 26 Jahre alte
Kaufmann Karl Horſt aus Bruchköbel fuhr auf
ſeinem Fahrrad die Hanauer Landſtraße hinab
und hing ſich mit der einen Hand an einen
Laſt=
kraftwagen. Er hielt ſich dabei in der Höhe der
Vorderräder. Der Radfahrer geriet mit ſeinem
Rad in die Trambahnſchienen, ſtürzte und kam
unter den Laſtkraftwagen zu liegen, deſſen
Hin=
terrad ihm über den Kopf ging. Horſt war
ſo=
fort tot.
„Dr. Mabnſe‟
von ſeinem Freund idenkifiziert.
Wiesbaden. Die Perſon des ſonderbaren
Paſſagiers X aus dem D=Zug Wiesbaden-
Ber=
lin konnte geſtern vormittag einwandfrei
feſt=
geſtellt werden. Es meldete ſich bei der Berliner
Kriminalpolizei ein Mann aus Wiesbaden, der
ſich zurzeit in Berlin aufhält und mit dem
mut=
maßlichen Richard Bauer ſeit acht Jahren
be=
freundet iſt. Ihre Bekanntſchaft datiert aus dem
Wiesbadener Turnverein. Beamte begaben ſich
mit ihm ſofort nach der Anſtalt Herzberge und
ſtellten ihn dort dem rätſelhaften Inſaſſen
gegen=
über. Der Freund erkannte ſofort Richard Bauer
wieder. Dieſer war beim Eintritt ſeines
Freun=
des in den Saal ſichtbar erſchreckt. Er gab aber
keine Zeichen von ſich, daß er ſeinerſeits den
Freund erkenne. Bauer, der nunmehr geſtern
ganz einwandfrei identifiziert werden konnte,
markiert weiter den „ſonderbaren Paſſagier”.
Zwanzig Verletzte bei einem Zugunfall
auf dem Leipziger Hauptbahnhof.
Leipzig. Bei der Einfahrt in den
Leip=
ziger Hauptbahnhof fuhr Donnerstag nachmittag
der D=Zug 30 auf eine im Gleis ſtehende
elek=
triſche Lokomotive auf. Die Zuglokomotive
entgleiſte und neigte ſich zur Seite. Zwanzig
Perſonen wurden leicht verletzt, darunter
befin=
den ſich acht Perſonen aus Berlin und ſeinen
Vororten. Der Zugverkehr wurde nur in
ge=
ringem Maße verzögert. Die Schuldfrage iſt noch
nicht geklärt.
Schwerer Raubüberfall in Wriezen.
Berlin. In Wriezen wurde in den
Nach=
mittagsſtunden des Mittwochs von bisher
unbe=
kannten Tätern auf den Inhaber eines
Konfek=
tionsgeſchäfts namens Jakoby ein Raubüberfall
verübt. Die Männer fielen im Geſchäft plötzlich
über den Kaufmann her und verletzten ihn ſchwer
durch mehrere Meſſerſtiche. Ob und wieviel
ge=
raubt worden iſt, iſt bisher noch nicht bekannt.
Nach dem Ueberfall flüchteten die Täter in einem
Auto. Der Oberſtaatsanwalt in Prenzlau hat
die nähere Unterſuchung eingeleitet.
Ueberfall auf einen polniſchen Poſtwagen.
Drei Tote.
Warſchau. Bei Ozarow in Mittelpolen
burde ein Poſtwagen von Räubern überfallen.
er Poſtillon, der Fahrbegleiter und ein
Fahr=
aſt wurden getötet. Die Banditen entkamen mit
iner Beute von etwa 4200 Zloty.
Der Bau der großen Oderkalſperre im Harz.
Der Betonkern der rieſigen Staumauer,
des Abſchluſſes der mächtigen Talſperre, die jetzt im Südharz ihrer Vollendung entgegengeht.
Eines der ehrwürdigſten Vehikel bei der Ausfahrt aus London.
Zwiſchen London und Brighton fand ein Autorennen für Wagen ſtatt, die vor dem Jahre 1905
gebaut wurden. Die beſte Zeit erreichte ein 38 Jahre alter Daimler, mit einer
Durchſchnitts=
geſchwindigkeit von 37 Kilometern. Von den 61 Veteranen, die geſtartet waren, erreichten
nur 10 nicht das Ziel.
Anklage gegen Direktor Seiffert wegen Bilanz=
Verſchleierung und Untreue.
Berlin. Die Staatsanwaltſchaft I hat jetzt
das wegen des Zuſammenbruchs der Berliner
Bank für Handel und Grundbeſitz, A.=G.,
einge=
leitete Ermittlungsverfahren abgeſchloſſen und
gegen den ehemaligen Direktor dieſer Bank,
Willy Seiffert, Anklage wegen
Bilanzverſchleie=
rung und handelsrechtlicher Untreue erhoben.
Fiſchereiſchutzboot „Weſer” auf der Themſe.
London. Offiziere und Mannſchaft des
deutſchen Fiſchereiſchutzbootes „Weſer”, das
ge=
genwärtig auf der Themſe, gegenüber
Grave=
ſund, vor Anker liegt, ſtatteten vorgeſtern
Lon=
don einen Beſuch ab, der auch einer Beſichtigung
des Tower gewidmet war. Es iſt das erſte Mal
nach dem Krieg, daß ein deutſches
Marinefahr=
zeug auf der Themſe ankert.
Der Komponiſt Okto Skranſky
lödlich verunglück.
Berlin. Der bekannte Komponiſt Ot
Stranſky iſt am Mittwoch abend durch ein
Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Strauſ
verſuchte, an der Ecke der Bismarck= und Kaiſe
Friedrich=Straße in Charlottenburg den Fa
damm zu überſchreiten, um ſich zu ſeinem auf
gegenüberliegenden Seite parkenden Kraftwagd
zu begeben. Hierbei wurde er von einem Straßel
bahnwagen der Linie 58 überfahren. Mit ſchv
ren inneren Verletzungen wurde er in das Hid)
gard=Krankenhaus gebracht und iſt dort kurz no
der Einlieferung geſtorben.
Revolveranſchlag eines enklaſſener
Angeſtellten.
Wien. Auf den Direktor Wilhelm Zieglt
der Margarine= und Butterfabriken K.
Blan=
ſchein in Wien wurde Donnerstag vormiti
auf offener Straße ein Revolveranſchlag verükl
bei dem Ziegler nur durch einen Zufall eind
tödlichen Verletzung entging. Ziegler hatte
Begleitung ſeiner beiden Kinder ſoeben d
Haustor verlaſſen, als ihn einer ſeiner Junge
darauf aufmerkſam machte, daß ihnen ein Man
folge, der einen Revolver in der Hand halt
Ziegler wandte ſich um und ſah einen entlaſſene
Angeſtellten vor ſich, der auf ſeinen Kopf d
legte. Er hörte das Knacken der Waffe, die o
fenbar verſagte. Als er auf den Mann losſpran
ging ein Schuß los, der ihn am Unterarm pel
letzte. Es handelt ſich um den Racheakt ein
früheren Angeſtellten, der wegen ſeines ung
bührlichen Benehmens gegenüber den Kunde
bei der Ablieferung der Waren nach mehrfachel
Ermahnung entlaſſen worden war. Er führ
ſeine Kündigung auf eine Schikane des Dire
tors zurück. Im erſten Verhör hat der Att
täter die Tötungsabſicht ſofort zugegeben.
Haus aus der Römerzeit in Tunis freigelegt
Paris. In Tunis wurde bei Erdarbeit
in der Nähe der ehmaligen Stadt Muſti ein ur
fangreiches Gebäude freigelegt, das zur Zeit de
römiſchen Kaiſers Mark Aurel errichtet ſc
dürfte und von großem archäologiſchen Inte
eſſe iſt.
75. Todeskag des Dichters Eichendor
Joſef Freiherr von Eichendorff,
eine der bedeutendſten und liebenswürdigſe
Erſcheinungen der deutſchen romantiſchen Dit
tung, ſtarb am 26. November 1857. In ſeine
Lyrik zeigte er ſich als Dichter des deutſche
Waldes und der jugendlichen Lebensfreude, mi.
bei er ſtets einen volkstümlichen Ton zu finde
wußte. Seine Novelle „Aus dem Leben eine=
Taugenichts” findet auch noch heute ein dan
bares Publikum.
Seite 8 — Nr. 328
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 25. November 193
Dresden bereitei ſich auf die Gedenkfeier für Anguft den Slarken vor.
50 wükeke der Wirbelſturm auf Kuba.
[ ← ][ ][ → ]Bas,
25. November 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Vom Schutzdienſt der Reichsbahn.
2280 Beamke und 668 ausgebildete Dienſthunde ſchühen Millionenwerke.
Hälfte aus Beamten und Arbeitern beſteht, verſehen ihren regel=
Hetondten 24ss Bieoe feitgendinien mäßigen Dienſt z. B. als Fahrdienſtleiter, Schaffner, Bahnunter=
Nr. 328 — Seite 9
Eislebens eindrncksvolles Ehrenmal.
6 die kriminelle Welle gegenwärtig wieder in einem kräf=
Ueſtieg begriffen iſt, darf nicht wundernehmen.
Arbeits=
u. ſchlimme Entbehrungen und ſteigende Not haben in das
udes Alltags tiefe Furchen gegraben und Kreiſe auf die
EHene gebracht, die unter normalen
Wirtſchaftsbedingun=
ſchr einmal mit dem Gedanken, an eine ſolche Möglichkeit
hätten. Polizei und gemeinnützige Organiſationen müſſen
ſichnung tragen und ſind ſtändig bemüht, alle Maßnahmen,
Schutze des Lebens und der Güter des Volkes getroffen
müſſen, immer weiter auszubauen. Beſonders vielſeitig
niangreich iſt die Aufgabe, die die kleine Schutzeinrichtung
ichsbahn, der Sicherheitsdienſt, zu löſen hat, da es hier ein
hures Gebiet zu betreuen gilt.
tg und Nacht rollen über Schienenwege von 54 000 Kilo=
Geſamtlänge Züge, die nicht nur Menſchen mit ihrer
gſondern auch Güter im Werte von ungezählten Millionen
rr. Weit verſtreut liegen auch Bahnhöfe, Schuppen, Spei=
— Abſtellgleiſe mit Barbeſtänden und Gütern von weiteren
nen. Was will es bei dieſer großen räumlichen Verteilung
übjekte daher beſagen, wenn hier und da gemeldet werden
aß ein Lagerſchuppen oder ein Güterwagen beraubt wurde?
Erälle ſtehen in gar keinem Verhältnis zu jenen
ungezähl=
denen der bewegliche und äußerſt zuverläſſige
Sicherheits=
der Reichsbahn geplante, oder in Ausführung begriffene
ſichen verhinderte oder abwehrte. Dieſer bedeutende Erfolg
Verhältniſſe lagen hier beſonders ſchwierig — hätte ſich
aum ſo durchſchlagend eingeſtellt, wenn nicht Organiſation,
Kdung und Pflichtbewußtſein der einzelnen Glieder in
ge=
bvorbildlicher Weiſe zuſammengewirkt hätten.
„Ki der Reichsbahn unterſcheidet man bekanntlich drei Arten
kicherheitsdienſt: Fahndungs=, Streif= und Bahnſchutzdienſt,
noch eine kleine Wächtergruppe für beſonders wertvolle
Fzur Seite ſteht.
ſr Kern der ganzen Organiſation iſt der Streifdienſt,
II9 ht Piſtolen ausgerüſtet iſt. Teils übt er ſeine Tätigkeit in
buhndienſtkleidung mit der Armbinde „Eiſenbahnpolizei” aus,
Feobachtet er in Zivil, beſonders auf den großen Bahnhöfen,
ſonungsmäßige Abwicklung des Verkehrs. Um den
Streif=
diMfju ßerſt beweglich und damit zugleich ſchlagkräftig zu machen,
„„ihm Fahrräder, Motorräder (mit und ohne Beiwagen)
„cl Autos zur Verfügung. Seine Hauptaufgabe liegt in der
bung und Abwehr von Anſchlägen auf das Leben und
Eigen=
o Reiſenden, auf die rollenden Güter ſowie alle übrigen,
iüteichsbahn eigenen oder ihr anvertrauten Werte. Dabei
be=
ie Kopfzahl des Streifdienſtes zurzeit für das ganze Reich
„ud 2000 mit 670 Polizeihunden, die ſich als wertvolle
erwieſen haben. Alle Angehörigen ſind junge, beſonders
kuhte Leute, die aus dem Eiſenbahndienſt hervorgegangen
zuf da Spezialkenntniſſe bei ihrer vielſeitigen Tätigkeit nicht
das hüdrt werden können. Wie ſchon der Name beſagt, beſtreifen
„Kräfte Tag und Nacht dauernd das Reichsbahngelände und
ort kurz
henenwege, um Bahnfrevel zu verhüten. Nachts erfolgen
ſortrollgänge von beſtimmten Wachen aus, die in Verbin=
Anit der Orts= und Schutzpolizei ſtehen.
„Ja den Aufgabenkreiſen gehört im einzelnen der Schutz von
Tchenklhnlagen. Gebäuden, Fahrzeugen, Gütern, abgeſtellten
La=
hn und Zügen. Weiter die Begleitung von Perſonenzügen,
Geerzügen und Güterzügen, die Beaufſichtigung von
Abfer=
sräumen, Bahnhofswirtſchaften (Taſchendiebe!), von Lade=
* Bahnſteigen und Kaſſenräumen neben einer Reihe von
hen Obliegenheiten, von denen nur die erſte Hilfeleiſtung bei
bcksfällen genannt werden ſoll. Ueberall dort, wo beſonders
Werte zu ſchützen ſind, oder erhöhte Gefahr für die
Ent=
ig von Feuersbrünſten beſteht, verwendet die Reichsbahn
brrliche Wächter, deren Geſamtzahl indes nicht mehr als 200
Juß/ Kährend der Streifdienſt alſo gewiſſermaßen
Schutzpolizei=
ein Miſte für die Reichsbahn verrichtet, iſt die Arbeit des Reichs=
5and hüut Fahndungsdienſtes etwa mit der ſtaatlichen
Kri=
entlaſſeihapolizei vergleichbar. Seine Tätigkeit erſtreckt ſich indes
ört=
n Kop Tdur auf bahneigenes Gebiet und ſachlich auf der Eiſenbahn
affe, di (ßtümliche Delikte wie Eiſenbahndiebſtähle, Fälſchungen von
losſpunſkarten, Frachtbriefen und ſonſtigen Eiſenbahnurkunden. Aber
terarm ſehlfür alle anderen Fälle iſt die reibungsloſe Zuſammenarbeit
heakt ekütter ſtaatlichen Kriminalpolizei geſichert. Alle Beamten des
ines U9lisl ahn=Fahndungsdienſtes, deren Zahl rund 100 beträgt, ſind
en Kun’hmaßig vorgebildet und kriminaliſtiſch geſchult. Sie ſind
zu=
mehrſth/ Hilfsbeamte der Staatsanwaltſchaft
fürl Eimen hauptamtlichen „Bahnſchutz” gibt es nicht. Für den
dieſleines Notſtandes haben ſich verantwortungsbewußte
Eiſen=
er Mefller ohne Rückſicht auf Parteizugehörigkeit und Dienſtgruppe
Unterſchrift verpflichtet, „in Wahrung der Verfaſſung” die
bſbahn, ihren Betrieb und ihre Anlagen, ſowie die ihr
anver=
ber Güter und Menſchen gegen jeden Angriff und Eingriff
hützen. Politik und politiſche Betätigung im Bahnſchutz iſt
hdingt verboten. Der Bahnſchutz iſt anläßlich der mitteldeut=
AUnruhen im Jahre 1921, die der Reichsbahn ſchwere Schäden
liten, ins Leben gerufen worden. Er kann, nur in Fällen
gendſter Gefahr von dem Generaldirektor der Deutſchen
Reichs=
iſkg ſellſchaft im Einvernehmen mit dem Reichsinnenminiſter,
Reichsverkehrsminiſter und den zuſtändigen Länderſtellen
erafen werden. Die Mitglieder des Bahnſchutzes, der zur
haltungsarbeiter und werden nur zu den notwendigen Uebungen
in beſchränktem Umfang herangezogen. Der Bahnſchutz bildet alſo
nur eine Notreſerve für außerordentliche Fälle. Und das iſt gut
ſo! Man vergegenwärtige ſich doch, von welcher Bedeutung die
Eiſenbahn für das Reich, das ganze Wirtſchaftsleben und für den
Einzelnen iſt. Müßte ſie in der Stunde der Gefahr für längere
Zeit brach liegen, ſo wäre eine Hungersnot für das deutſche Volk
kaum abzuwenden.
E Der Sicherheitsdienſt der Reichsbahn im
dritten Vierteljahr 1932. In den Monaten Juli bis
Oktober 1932 wurden 4241 Diebſtähle gegenüber 3883 im
vorher=
gehenden Vierteljahr und 4233 im gleichen Zeitraum des
Vor=
jahres feſtgeſtellt.
Von den Diebſtählen entfallen auf:
Gepäck= und Expreßgut
243 (202),
Eilſtückgut .. .
663 (597),
Frachtſtückgut
2970 (2655),
Wagenladungen
365 (325).
(Die Zahlen des vorhergehenden Vierteljahres ſind in
Klam=
mern angegeben.) Beſchäftigt wurden 94 Fahndungsbeamte, 2009
Streifdienſtkräfte, 177 örtliche Wächter, insgeſamt 2280 Kräfte.
Die örtlichen Wächter verteilen ſich auf Betrieb und Verkehr mit
22. auf die Reichsbahn=Ausbeſſerungswerke mit 155 Kräften. Zur
Unterſtützung des Sicherheitsdienſtes wurden 668 ausgebildete
Dienſthunde verwendet 1138 Diebe ſind feſtgenommen worden,
davon 1013 durch den Sicherheitsdienſt der Reichsbahn.
Die unſicheren Verhältniſſe brachten auch eine verſtärkte
In=
anſpruchnahme des Streifdienſtes durch Begleitung von
Geld=
transporten, Bewachung von Reichsbahnkaſſen vor und während
der Gehaltszahlungen und die Aufrechterhaltung von Ruhe und
Ordnung auf Bahngebiet bei politiſchen Veranſtaltungen mit ſich.
„Das Tor der Mahnung”,
das von dem Bildhauer Richard Horn=Halle geſchaffene
Krieger=Ehrenmal, das jetzt in der Lutherſtadt Eisleben
eingeweiht wurde.
Got Sttoteellsdr.
* Goethes Geiſtgeſtalt von Albert Steffen. (Verlag für ſchöne
Wiſſenſchaften. Dornach.)
Aus der reichen Fülle der Goethe=Literatur von und zu 1932
ragt dieſes Werk hoch hervor. Endlos iſt die Literatur des
Jahr=
hunderts, die Goethes „Verſtehen” erleichtern ſollte, die Wege
ſucht und zeigt, wie man zu dem Olympier geiſtig gelangen kann.
Wer Steffens Buch lieſt, ſich hindurch arbeitet, der bedarf keines
anderen Kommentars, um in ſeine Geiſtesgemeinſchaft zu ge=
**
langen.
— Peter Corneliſſen (Korv.=Kapt. a. D. Fritz Otto Buſch): Minen
und Menſchen. Mit 33 Bildern und 1 Minenkarte der Nordſee.
Leinen 4,50 RM. (Brunnen Verlag, Willi Biſchoff, Berlin
SW. 68.)
Der Korvettenkapitän a. D. Fritz Otto Buſch, der unter dem
Schriftſtellernamen Peter Corneliſſen ſchon 8 Bücher geſchrieben
hat und die Zeitſchrift „Die Reichsmarine” herausgibt, hat mit
dieſem 9. Buche den Vogel abgeſchoſſen. Der Durchſchnittsdeutſche
weiß etwas von der Seeſchlacht vor dem Skagerrak, von den
U=Booten, von der Heizermeuterei. Aber von Minenſuchbooten?
Als wir ſo gut wie gar keine Kriegsmarine mehr hatten? Man
mußte ſich mühſam die Menſchen dazu zuſammenſuchen und ſelber
ein ganz exemplariſch anſtändiger Kerl ſein, um aus dem
her=
gelaufenen Volk in dem gefahrvollen Beruf etwas zu machen. In
Peter Corneliſſens „Minen und Menſchen” wird das ganze ſo
fremde Milieu uns lieb und vertraut. Jede Mine, die da erledigt
wird, iſt ein lebendiges Tier, und jeder Mann der Beſatzung ein
Deutſcher, in deſſen Seele wir ſehen.
— Alexandra Tolſtoj: Wanderer in Ketten. Der Roman meines
Elternhauſes. Erinnerungen von Alexandra Tolſtoi. In Leinen
5,80 RM. (Furche=Verlag G. m. b. H., Berlin NW. 7.)
Es iſt ein ganz unerwartetes Geſchenk für uns, dieſer
Lebens=
roman Leo Tolſtois, geſchrieben von der ihm ganz naheſtehenden
Tochter, die jedes geſprochene und ungeſprochene Wort des Vaters
verſtand. Alexandra Tolſtojs Erinnerungen gelten vor allem dem
Menſchen Tolſtoj und ſeinem einzigartig erſchütternden Schickſal.
Der tiefe Konflikt, an dem dieſer Gläubige der Bergpredigt krankt,
der ſchreckliche Widerſpruch zwiſchen Leben und Lehre, treibt ihn
zuletzt von ſeinem Herrenſitz Jaſſnaja Poljana in Flucht und Tod.
Im Hintergrund des Geſchehens das große Schickſal Rußlands und
die blutigen Vorzeichen der Revolution. Ein Buch von
euro=
päiſcher Bedeutung.
Max Kronberg: „Feuerzauber‟. Ein Lebensroman Richard
Wag=
ners. (Leipzig, Koehler u. Amelang.) Ganzleinen 4,80 RM.
In der Fülle der Wagnerliteratur fehlte bisher ein Buch, das
anſchaulich und feſſelnd den Lebensweg des Menſchen Wagner
zeigt und darlegt, wie, wo und unter welchen Verhältniſſen er ſeine
genialen, unſterblichen Werke ſchuf. Max Kronberg, der beliebte
und vielgeleſene Autor moderner Romane, beſchert uns dieſes
Werk: einen muſikhiſtoriſchen Roman, der das Andenken Richard
Wagners feiert. In packender, lebenswahrer Art verſteht es
Kron=
berg, der ſelbſt im Reiche der Muſik aufgewachſen iſt, alle
über=
ragenden Menſchen und Künſtler aus naher Vergangenheit wieder
auferſtehen zu laſſen: Richard Wagner und Frau Coſima, Hans von
Bülow und Franz Liſzt, Kaiſer und Könige, daraus hervorragend
die Geſtalt des ſagenumwobenen Königs Ludwig II. von Bayern,
der immer ſeine ſchirmende Hand über Wagner hielt.
Geiſtes=
heroen, Dichter und Muſiker in bunter Fülle. Keine Biographie,
die nur den Muſikgelehrten verſtändlich iſt, iſt dies Werk, ſondern
ein Lebensroman, für alle geſchrieben und von allen
Freunden Wagnerſcher Kunſt längſt erſehnt.
* Vertauſchte Rollen, von P. G. Wodehouſe. (Verlag W.
Gold=
mann. Leipzig.)
In der Reihe der heiteren Goldmann=Bücher iſt dieſer
humo=
riſtiſche Roman von dem Lord, der vielleicht ein Friſeur oder von
dem Friſeur, der vielleicht ein Lord iſt, einer der beſten.
Heiter=
keit tut ſo gut heutzutage, und wenn ſie ſo nett vermittelt wird.
beſonders gut. Die Lektüre reißt den Leſer förmlich in einen
luſtigen Strudel von Verwechſlungen und Irrtümern, daß er bald
gefeſſelt wird, mag er wollen oder nicht. und bis zum Schluſſe
ge=
feſſelt bleibt.
— A. de Nora: Am Färbergraben. Erinnerungen um die
Jahr=
hundertwende.
Mit dieſem Buch gibt A. De Nora die längſt erwartete
Fort=
ſetzung zu ſeinen vor zwei Jahren erſchienenen „Erinnerungen
eines Arztes und Dichters”. Aber noch ungleich feſſelnder und
ak=
tueller iſt dieſer Band, in dem die literariſche Blütezeit Münchens
um 1900 in lebendigſter und oft humorvoller Form beleuchtet
wird und eine große Anzahl berühmter Zeitgenoſſen, liebevoll. in
ſcharfen Konturen gezeichnet, vor dem geiſtigen Auge des Leſers
vorüberziehen. Die große Bedeutung, die dieſem
Erinnerungs=
band beizumeſſen iſt, wird noch dadurch erhöht, daß in ihm nicht
nur der Dichter, ſondern auch der Arzt A. De Nora zu Worte
kommt. (L. Staakmann. Leipzig.)
El Gelmuna, der Sandmann. Von George André=Cuel. 316
Seiten mit künſtleriſchem Offſetumſchlag von Georg Salter. In
Ganzleinen geb. 5 RM. (Phönix=Verlag Carl Siwinna,
Ber=
lin SW 11 Tempelhofer Ufer 31.) — Im Kaſino Getuſchel über
den reichen Ruſſen Warneskine, der in Chardaia die „Isba”,
einen Palaſt bewohnt und mit ... Sand aus der Wüſte handelt!
Ein Sonderling: El Gelmuna, das heißt der Vermummte.
Sym=
boliſch der Sandmann aus Anderſens Märchen, der Schlaf und
Tod bringt ... Die ſchöne Frau des Ruſſen. Griſcha? Keiner
kennt ſie, alle lieben ſie heimlich. Einer hält ſie für blond, einer
für rothaarig, einer für brünett. — Um ſie geht der Kampf mit
El Gelmuna, in dem dieſer ſchließlich nach aufregenden Eviſoden
der Sieger bleibt. — Ein intereſſanter, außerordentlich
ſpannen=
der Roman.
Volkstod? Von Dr. R. Lotze. 79 Seiten mit 11 Abbildungen.
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mos, Geſellſchaft der Naturfreunde — Franckh’ſche
Verlagsbuch=
handlung, Stuttgart. (Ganzleinen 1,80 RM.) — Ueber die
Be=
völkerungsfrage hört man viele, oft ganz widerſprechende
Mei=
nungen. Die einen weiſen auf den zurzeit noch vorhandenen
Ge=
burtenüberſchuß, andere fänden in einem Bevölkerungsſchwund gar
nichts Schlimmes, wieder andere .. Da ſucht nun ein Kosmos=
Bändchen Klarheit zu ſchaffen. Auf ſtatiſtiſchen Unterſuchungen,
hauptſächlich auf denen von Fr. Burgdörfer fußend, zeigt Dr. R.
Lotze in dem Bändchen, wie die Bevölkerungsſtatiſtiken zu leſen
ſind. Alle Fragen der Bevölkerungsbewegung werden in klarer,
leichtverſtändlicher Sprache erörtert. Jedem, der ſich raſch und gut
über die wichtigſten Bevölkerungsprobleme unterrichten will (und
jeder ſollte es), ſei das Bändchen „Volkstod?” empfohlen.
* Max Jungnickel: „Die Meldung.” (R. Vogtländer Verlag.
Leipzig.)
Eine Viſion? Phantaſie? — Nein, Wirklichkeit
entſtammen=
des Nacherleben iſt das. Die Pflichtauffaſſung eines deutſchen
Grabenſoldaten, die weit den Tod, das Diesſeits überdauert. Die
den Meldegänger, die Meldung in der geſchloſſenen Fauſt, als er
längſt von Granatſplittern zerriſſen, ſchemenhaft durch die Zeit
geiſtern läßt. Ein hohes Lied deutſchen Soldatentums. — *
Fel
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Seite 10 — Nr. 33
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 25. November
Oberpoſtſchaffner Hermann Uhrhan und Frau Anna,
geb. Hafner, Tholmannweg 9, feiern am 26. November 1932
das Feſt der
Silbernen Hochzeit.
(16308
Tilli Uhrhan
Anton Ganß
Verlobte
Thylmannweg 9
Mauerſtr. 26
Statt ſeder beſonderen Anzeige.
Am 23. November wurde mein innigſtgeliebter
Mann, mein lieber Vater, unſer guter Bruder, Onkel.
und Schrager
Geronand Siſcher
Verwaltungs=Sekretär
von ſeinem ſchweren, mit unendlicher Geduld
er=
tragenen Leiden durch einen ſanften Tod erlöſt.
Im Namen der tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Thilde Biſchoff, geb. Geſchwindner
Heinz Biſchoff.
Darmſtadt, den 24. November 1932. 16512
Landskronſtr. 71.
Die Beerdigung findet Samstag, den 26. November,
vormittags 12 Uhr, auf dem Beſſunger Friedhof ſtatt.
Beileidsbeſuche dankend verbeten.
Heute iſt meine heißgeliebte, treue Mutter
Frau
Anna Hasper, Wiw.
geb. Meißner
durch den Tod von ihrem ſchweren Leiden
erlöſt worden.
In tiefem Schmerz:
Dr. Eliſabeth Hasper.
Darmſtadt, den 24. November 1932.
Martinſtr. 15.
Die Beerdigung ſindet in der Stille ſtatt.
Es wirb gebeten, von Beileidsbeſuchen abzuſehen.
Dankſagung.
Für die überaus zahlreichen Beweiſe
aufrich=
tiger Teilnahme, die uns beim Heimgang
unferes lieben, unvergeßlichen Entſchlafenen zu
Teil wurden, ſprechen wir hiermit unſeren
herz=
lichſien Dank aus.
Marie Roth und Kinder.
Darmſiadt, den 24 November 1932.
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Vorrundenſchluß in der Starkenburger Kreisliga.
m kommenden Sonntag, den 27. November. beendet die
eaburger Kreisliga ihre Vorrunde mit vier noch
ausſtehen=
hiüiher ausgefallenen Spielen. Es ſind dies die Treffen:
Mörfelden — Polizei Darmſtadt.
Apt=Weiß Darmſtadt — Sportvgg. 04 Arheilgen (11 Uhr).
ſion Darmſtadt — FV. Sprendlingen.
inmania Eberſtadt — Sportverein 1898 Darmſtadt.
Eimſchneidende Veränderungen ſind durch dieſe Spiele nicht
zwarten, aber trotzdem zählen die dabei gewonnenen bzw.
erten Punkte. Das eigentlich unwichtigſte Treffen —
trotz=
er Spitzenreiter daran beteiligt iſt! — iſt die Begegnung
ſſörfelden. Unwichtig deshalb, weil die Polizei ſchon zuviel
grung hat, um ernſtlich gefährdet werden zu konnen. So iſt
ſſerge, ob die Ordnungshüter auch dieſen Kampf ohne
Punkt=
überſtehen können, nur von untergeordneter Natur. Es
o ute, welche den Poliziſten in Mörfelden die erſte
Nieder=
orophezeien. Obwohl dieſe ohne ihren guten, bis Ende
Ja=
geſperrten Halblinken Müller ſpielen müſſen glauben wir
nicht, daß ſie mehr als einen Punkt in Mörfelden laſſen
uin — Intereſſant dürfte nach der neuerlichen
Formverbeſſe=
der Rot=Weißen das Darmſtädter Vormittagsſviel werden:
Maie echnen aber trotzdem mit einem knappen Arheilger Erfolg.
das Nachmittagsſviel an der Heidelberger Straße verſpricht
wannenden Kampf. Die Beſſunger müſſen auf drei Leute
Eten welche auf Grund der Vorfälle im Spiel, gegen die
bei für längere Zeit (zwei für ſechs Monate) geſperrt ſind.
ſem haben die Jonier gegen Rot=Weiß recht anſprechende
hngen gezeigt, ſo daß auch Sprendlingen auf ſtarken
Wider=
ſſtoßen wird. Wir glauben aber doch mehr an einen knappen
unger Erfolg, als an einem ſolchen der Platzherren. Das
ſſanteſte Spiel ſteigt aber in Eberſtadt zwiſchen den dor=
Germanen und dem SV. 98 Darmſtadt. Beide
Mannſchaf=
ſehen nicht zum beſten placiert in der Tabelle. Siegen die
ſtädter, ſo bleiben ſie zwar auf ihrem vorletzten Platz ſtehen.
ſen aber punktmäßig dicht an vier vor ihnen liegende
Ver=
eran. Gewinnt Eberſtadt, kann es ein gut Stück vorrücken,
and die 98er weiter in der Ungewißheit verharren müſſen.
ſwird deshalb beiderſeits auf Sieg ſpielen. Der Ausgang des
ffes erſcheint uns offen. mit einem kleinen Plus für die
Ein=
ſſchen. Hoffentlich ſteht gerade dieſem Kampf ein ganz kapitel=
Unparteiſcher vor. Beginn der Nachmittagsſpiele um 2.30
Die 4=Klaſſe am 27. November.
ſiermania Pfungſtadt empfängt zu einem
Privat=
in Pf. die ſtarke Pokalmannſchaft des mehrfachen
Heſſen=
ſrs Wormatia Worms
Mod, Faftlie A=Kkaſſe hat ab Sonntag wieder Vollbetrieb. In den
en Gruppen finden folgende Spiele ſtatt:
a 5r LaRF
ergſtraße. Reichsbahn Darmſtadt — Boruſſia Dorn=
Sportverein Geinsheim — Poſt Darmſtadt. FSV. Jugen=
— Eintracht Darmſtadt.
denwald. VfL. Michelſtadt — FSV. Groß=Zimmern.
Awerein Roßdorf — VfR. Beerfelden. Sportverein Lengfeld—
oag. Groß=Umſtadt. Viktoria Kleeſtadt — SC. Ober=Ram=
Viktoria Schaafheim — Germania Babenhauſen.
reieich. FC. 02 Dreieichenhain — Union Wirhauſen. SV.
ſuſen — SV. Offenthal. SC. Dietzenbach — FC. Langen.
we.
Fritz
und der gute Ruf der Beſſunger wird bald wiederhergeſtellt ſein.
Spielbeginn: 14.30 Uhr
Morgens 9.30 Uhr trägt Unions Sondermannſchaft das
fällige Rückſpiel gegen SV. 98. Alte Herren, aus. Auch hier darf
mit gutem Sport gerechnet werden.
SV. 98 (Jugend).
1a Jgd —1. Jgd. Polizei, dort. 9.45 Uhr. 1b Jgd.—1. Jgd.
Eberſtadt, hier, 8.45 Uhr. 2a Jgd.—1 Jgd. Pfungſtadt, hier,
2.30 Uhr. 2b Jgd.—
Jgd. Eberſtadt dort, Abfahrt mit Rad
9 Uhr von Beſſunger Turnhalle. 1. Schüler—1. Schüler Polizei
(am Samstag) auf Stadion, 3 Uhr. 2. Schüler—1. Schüler
Wirhauſen, hier, 12.30 Uhr.
Handball.
SV. 98 Darmſtadt—Polizei Worms.
Die 98er haben noch drei Gruppenverbandsſpiele
auszutra=
gen, und zwar zwei Spiele auf eigenem Platz gegen Polizei und
Wormatia Worms und ein Spiel auswärts gegen
Sportvereini=
gung Arheilgen. Das ſchwerſte Spiel der noch ausſtehenden
Tref=
fen iſt der Kampf des kommenden Sonntags gegen die Wormſer
Poliziſten. Dieſe waren zu Beginn der Spielzeit in beachtlich
guter Form, ſo daß die 98er das Vorſpiel in Worms nur knapp
(7:5) für ſich entſcheiden konnten. Wohl hat im weiteren
Ver=
lauf der Verbandsſpiele die Spielſtärke der Wormſer
nachge=
laſſen, und zwar durch Disqualifizierung ihres beſten Mannes
Götz. Da deſſen Sperre mit dem kommenden Sonntag
abgelau=
fen iſt, werden die Gäſte in Darmſtadt in ſtärkſter Aufſtellung
antreten und damit einen nicht zu unterſchätzenden Gegner
dar=
ſtellen. Die Wormſer ſtellen folgende Mannſchaft: Fries;
Gun=
kel. Gollaſch; Spieß, Böhm, Heß; Stühler, Reinig. Galm. Götz,
Mayer.
Die Lilienträger müſſen, um zu einem Entſcheidungsſpiel
um die Meiſterſchaft zu kommen ſich unbedingt die Punkte
ſichern. Da Förſter nicht zur Verfügung ſteht, wird deſſen Platz
von Delp verſehen, für den Dittmar Mittelſtürmer ſpielt; als
Außenläufer findet Fiedler Verwendung. Als Rechtsaußen ſpielt
der neue Mann Spalt, der ſchon bei dem letzten auswärtigen
Verbandsſviel mit Erfolg mitwirkte.
Die Reſerven fahren nach Eppertshauſen. Gegner der 3.
Mannſchaft iſt die gleichrangige Mannſchaft der hieſigen Polizei.
Waldlanſ.
Rot=Weiß Darmſtadt — Sportvgg. Arheilgen.
Im kommenden Sonntag, vormittags 11 Uhr, empfängt Rot=
Arheilgen zum letzten Verbandsſpiel, der Vorrunde. Die
ſind ohne Zweifel auch dieſes Jahr (trotz ihrer Unbeſtän=
ᛋᛋ wieder eine der ſpielſtärkſten Mannſchaften, was ia auch
ute Tabellenplatz am beſten beweiſt. Die Leute vom
Mühl=
ſparen bei ihren Spielen auf dem Exerzierplatz ſchon immer
ſter Verfaſſung und konnten ſtets erfolgreich abſchneiden.
dem Spiel am Sonntag wird vorausſichtlich erſtmals wieder
ſeiannte Sturmführer Murmann mitwirken, was für den
in der Arheilger eine bedeutende Verſtärkung bedeutet,
Rot=
amelha wird ſich ſehr anſtrengen müſſen, um gegen dieſen Gegner
wvoll zu beſtehen. Der Hintermannſchaft wird, man wohl
.. zutrauen können, denn wer die vergangenen Spiele
ver=
weiß, daß noch keine der Spitzenmannſchaften ſich rühmen
leichte Arbeit mit dieſem Mannſchaftsteil gehabt zu haben.
Sturm wird allerdings auch diesmal wieder keinen Erfolg
. wenn die Leute nicht endlich einſehen, daß man als Stürmer
en muß, wenn man Tore erzielen will. Hoffen wir, daß ſich
Treffen den vergangenen in bezug auf Fairniß und
An=
gkeit würdig anreiht. Vorher treffen ſich die Reſerven. Be=
9 Uhr.
SpV. 85 Mörfelden—Polizei Darmſtadt.
der Tabellenführer, Polizei Darmſtadt beſchließt die
Vor=
mit dem Spiel gegen Mörfelden. Mörfelden das in der
Ue einen guten Mittelplatz einnimmt, hatte dieſes Jahr
kei=
huten Start. Nach ſchlechten Anfangsſpielen entwickelte die
ſſchaft nach und nach ihre alte Schlagkraft, und man geht
fehl in der Behauptung, die Mörfeldener ſind im Laufe
Verbandsſpiele zu einer der ſchlagkräftigſten Mannſchaften
Aden. Die Polizei wird dort eine ſchwere Klippe zu
um=
m haben. Sie muß ſich darüber im Klaren ſein, daß man
lann mit einem Sieg aus Mörfelden heimkehren wird, wenn
mit äußerſter Kraftanſtrengung und Selbſtbewußtſein an
lu gabe herangeht. Für Mitglieder und Freunde verbilligte
busfahrt. Eintragungsliſten in den bekannten Stellen.
ki Reſerve beider Vereine. Abfahrt der Reſerve 11.30 Uhr,
i a 13 Uhr ab Wache 24.
FC. Union Darmſtadt—SV. Sprendlingen.
letzten Spiel der Vorrunde empfängt Union die in
Darm=
beſtbekannte Elf von Sprendlingen. Die Gäſte, die nach
ſchwachen Start eine ſtarke Formverbeſſerung aufweiſen
ſo von Sieg zu Sieg eilen, werden nicht gewillt ſein, die
auf der Rennbahn zu laſſen, ſondern, wie überall, bis
Schlußpfiff auf Sieg ſpielen. Sprendlingen, im Vorjahr
bleich mit dem Meiſter, iſt auch jetzt wieder mit an der
Wie ſteht es mit Union? Auch ſie braucht die Punkte,
en. Abſtand vom Tabellenende zu vergrößern. Ein etwas
ſeudiger Sturm wie gegen Rot=Weiß, und das letzte Wort
den Sieger wird noch nicht geſprochen ſein. Wir erwarten
he anſtändige Spiel wie gegen Arheilgen und Rot=Weiß,
Der ASC. Darmſtadt veranſtaltet gegen VfR. Rot=
Weiß Darmſtadt einen Waldlauf=Klubkampf am
Samstag, dem 26. Nov. 1932, Start vom Stadion der Techniſchen
Hochſchule um 16.15 Uhr.
Ein Handballwettſpiel zwiſchen ASO Darmſtadt und
Sportvereinigung Arheilgen findet am Sonntag,
vorm. 11 Uhr, im Stadion der Techniſchen Hochſchule ſtatt.
Sievert in Rekordform.
Der deutſche Zehnkämpfer und Vierter bei den Olympiſchen
Spielen, Hans Heinrich Sievert, kommt leider etwas zu ſpät in
große Form. Sein Studium im Sommer in Kiel hatte ihn etwas
zurückgeworfen, und auch die körperliche Verfaſſung ließ zu
wün=
ſchen übrig. Mehrfach hat er in letzter Zeit im Diskuswerfen
große Leiſtungen vollbracht. Jetzt iſt er auch im Kugelſtoßen in
ganz großer Verfaſſung. Den deutſchen Rekord von 16,045 Meter
hat er im Training mehrfach überboten und jetzt ſogar mit 16.46
Meter den beſtehenden Weltrekord weit übertroffen. Der TV.
Eimsbüttel will Sievert Gelegenheit geben, bei einem Klubkampf
unter offizieller Kontrolle ſein großes Können zu zeigen.
Tiſchkennis.
Tgeſ. 1875 — Reichsbahn Darmſtadt.
Heute abend 8 Uhr ſtehen ſich in der Turnhalle.
Diebur=
gerſtraße 26 (Mathildenhöhſaal), die beiden erſten Mannſchaften
obiger Vereine gegenüber. Beide Mannſchaften konnten ihre
bis=
herigen Spiele ſicher gewinnen, ſo daß mit ſpannenden Kämpfen
zu rechnen iſt.
Schwimmer=Skaffeltag
des Ausſchuſſes für Leibesübungen.
Die am kommenden Sonntagnachmittag im Städtiſchen
Hal=
lenſchwimmbad ſtattfindenden Schwimmwettkämpfe des
Ausſchuſſes für Leibesübungen finden allgemeine Beachtung.
Die Wettkämpfe ſtellen an die beteiligten Vereine erbebliche
Anforderungen. Sind doch Schwimmſtaffeln mit derartig großer
Beteiligung nicht zu oft von ihnen ausgetragen worden. Es iſt
an ſich verſtändlich, daß in der Klaſſe 1 nur die drei zurzeit in
Darmſtadt im Schwimmſport führenden Vereine ſich beteiligen.
In der Kraulſtaffel ſtützt ſich Jung=Deutſchland auf ſeine
bekannten Schwimmer Weicker, Wolfsholz. Schüßler, Orlemann,
Göth. Während Rot=Weiß ebenfalls hier ſeine beſten Kräfte
Schmahlbach, Reſch, Gebr. Hanſt ſtarten läßt, iſt die Turngemeinde
1846 im Kraulſchwimmen eigentlich mit Einzelkönnern noch wenig
hervorgetreten. Anders verhält es ſich aber mit ihnen in der
Bruſtſtaffel. eine Schwimmart, die von den Turnern von
jeher beſonders gepflegt wird. Hier kann man alſo geſpannt ſein.
wie die beiden anderen Vereine abſchneiden werden. Sportlich
der wertvollſte und auch intereſſanteſte Kampf wird zweifellos
die Lagenſtaffel ſein. Auch hier werden die Schwimmer der
Turngemeinde 46 mit ihren beſten Kräften wie Habich. Mion und
Gerhardt ein gewichtiges Wort mitſprechen.
In der Klaſſe 2 iſt der Ausgang der Wettkämpfe vollkommen
offen. Im allgemeinen wird man der Turngeſellſchaft 1875 den
Sieg vor der im Schwimmſport noch wenig hervorgetretenen
Po=
lizei zuſprechen können, wenn nicht die Deutſche Jugendkraft mit
ihren vorzüglichen jugendlichen Schwimmern für die
Ueber=
raſchung des Tages ſorgen ſollte.
Ebenſo bedeutet die Klaſſe 3 (Damen) einen vollkommen
offenen Wettkampf. Ausſicht auf Sieg wird man wohl der mit
ſtark verjüngter Mannſchaft antretenden Turngemeinde 1846 nicht
abſprechen können. Das Zuſammentreffen mit den Jung=
Deutſch=
land=Damen wird ſie zur Hergabe ihres ganzen Könnens
veran=
laſſen
In den Rahmenkämpfen treten ſämtliche Darmſtädter
ſchwimmſporttreibenden Vereine, mit ihren Jugendmannſchaften
an. Man iſt geſpannt auf die Feſtſtellung, ob der Verein, der
Nr. 328 — Seite 11
mit der meiſten Jugend antritt, auch gleichzeitig die beſten Kräfte
aufweiſen kann.
Die Pauſen der Staffelkämpfe werden ausgefüllt mit
Sprin=
gen der bekannten Darmſtädter Schwimmer Gerbig,
Turnge=
meinde 46 (2. Deutſcher Turner=Altmeiſter), Federlin und
Köll=
ner, Schwimmklub Jung=Deutſchland.
Zweifellos wird die Maſſe des Publikums das an die
Staf=
felkämpfe anſchließende Waſſerballſpiel zwiſchen je einer
Mannſchaft der D.T. und des D.S.V. intereſſieren Zum
erſten=
mal treten in Darmſtadt Turner und Sportler im Waſſerball an.
Ein Ereignis, dem man in Schwimmerkreiſen ſchon längere Zeit
mit großer Spannung entgegenſieht.
Garmiſch=Partenkirchen hat jetzt an den Deutſchen Olympiſchen
Ausſchuß ein ausführlich begründetes Geſuch um Ueberlaſſung der
Olympiſchen Winterſpiele 1936 gerichtet. Garmiſch=Partenkirchen
hat ſich bereit erklärt, die für Propaganda und Herrichtung der
Anlagen nötige Summe von ca. 300 000 RM. ſelbſt zu übernehmen.
Eine Werbereiſe für das Deutſche Turnfeſt 1933 in Stuttgart
unternimmt zurzeit der Vorſitzende des Hauptausſchuſſes des Feſtes.
Dr. W. Obermeyer, zuſammen mit dem Vorſitzenden des
Wirt=
ſchaftsausſchuſſes, Konſul Klingler. Die Reiſe wird bis Mitte
Dezember dauern.
Eine Olympia=Revanche im Boxen gab es am Mittwoch in St.
Dizier in Frankreich. In einem Mannſchaftskampf, den eine
ein=
heimiſche Auswahlmannſchaft gegen den Polizeiſportverein
Stutt=
gart 9:3 gewann, trafen ſich auch der deutſche Mittelgewichtsmeiſter
Bernlöhr und der Franzoſe Michelot, wobei der Kampf
unentſchie=
den endete.
Deutſcher Mannſchaftsmeiſter im Gewichtheben wurde am
Mittwoch in München der dortige SV. 1860 mit einer
Geſamtlei=
ſtung von 3550 Pfund; einer Leiſtung, die bisher noch von keiner
Mannſchaft erreicht wurde.
Der Deutſche Tennisbund hält am 19. Februar 1933 in
Hei=
delberg ſeine ordentliche Mitgliederverſammlung ab, der am Tage
zuvor eine Sitzung des Geſamtvorſtandes vorausgeht.
Die Deutſchen Golf=Meiſterſchaften 1933 werden nicht in
Wies=
haden, ſondern in Bad Ems ausgetragen, und zwar werden
ſämt=
liche Titelkämpfe in der Zeit vom 14. bis 20. Auguſt abgewickelt.
Ein intereſſantes Läuferduell gibt es am kommenden Sonntag
zwiſchen dem deutſchen Marathonmeiſter Brauch und dem Meiſter
über 5000 und 10 000 Meter, Syring, über 3 Meilen in Blankeneſe.
Abgelehnt hat die Frankfurter Stadtverwaltung, dem
Bauer=
ſchen Berufsſvieler=Verband, das Frankfurter Stadion zur
Ver=
fügung zu ſtellen.
Geſchäftliches.
Einem Teil unſerer heutigen Landauflage liegt ein Proſpekt
des Heſſiſchen Landestheaters bei, worauf die Leſer an dieſer Stelle
aufmerkſam gemacht werden.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Freitag, 25. November
17.00: München: Nachmittagskowzert.
18.25: E. v. Eydow: Vom Reiz der primitiven Kunſt.
18.50: Aerzte=Vortrag.
19.20: Prof, Dr. Behrmam: Neues aus aller Welt.
19.30: Zitherkonzert Ausf.: Fram Ernſt.
20.00: Köln: Bunter Abend.
21.00: Eichendorff in Leben und Lied. Eine Hörfolge zum 75.
Todestag des Dichters von H. Brandenburg.
22.00: Bäſſe ſingen. Fejodor Schaliapin. Eine Schallplatten=
Untet=
haltung von H. Rosbaud.
22.30: Zeit. Nachrichten, Wetter, Sport.
22.45: Nachtmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Freitag, 25. November
10.10: Schulfunk Engliſch für Fortgeſchrittene.
15.00: Jungmädchenſtunde Die Frauenbewegung.
15.45: Jugendſtunde Praktiſches Naturforſchen.
16.00: Pädagogiſcher Funk
16.30. Leipzia: Nachmittagskonzert.
17.30: Prof., Lohmeyer Weltanfang und Weltenve i den
Re=
ligionen der Völker,
18.00: Reg. Rat Volland: Die Stundung von Reichsſteuern.
18.30.
r. Hagemann: Puppentheater
19.00: Dr. Freyhan: Was ſagt uns der Prinz von Homburg?
19.20. Ein Geſpräch aus dem Arbeitsleben der Wohlfahrtspflege.
19.45: Zeitdienſt
20.00: Kurt G. Sell: Worüber man in Amerika ſpricht. (
Wachs=
platten).
2.15: Konzert der Berliner Liedertafel. Mitw.; W. Drwenskt
(Orgel)
21.00. Tages= und Sportnachrichten.
21.10: Breslau: Eichendorff. Zum 75. Todestage des Dichters,
Hörfolge von F Caſtelle, Muſik von E. A. Voelkel,
22.20: Wetter= Tages= und Sportnachrichten.
22.45: Deutſcher See=Wetterbericht
Anſchl Tanz=Muſik Kapelle Leo Bermann.
Weikerbericht.
Die Nordmeerſtörung wirkt ſich weiterhin auf unſer Wetter
aus. Teils fließen ziemlich milde Luftmaſſen nach dem Feſtland,
denen dann kalte nachfolgen, wodurch der Witterungscharakter
wechſelhaft und unfreundlich bleibt. Es werden des öfteren noch
ſchauerartige Niederſchläge auftreten, die den Bergen Schnee
bringen. Die Temperaturen ſind ebenfalls gewiſſen
Schwankun=
gen unterworfen, ſie werden aber, da ſpäterhin Kaltluft der
Rückſeite die Vorherrſchaft bekommt, niedriger als die letzten
Tage zu liegen kommen. Bei Aufklaren geben ſie in der Nacht
unter den Gefrierpunkt zurück.
Ausſichten für Freitag, den 25. November: Unbeſtändig, wechſelnd
wolkig mit Aufklaren weiterhin Schauer, Temperaturen
ſchwankend, im Durchſchnitt ziemlich kalt.
Ausſichten für Samstag, den 26. November: Immer noch
wechſel=
haftes Wetter
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuilleton, Reſch und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr C H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart” Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Netis;
fär den Inſeraienteil und geſchäftliche Mittellungen: Willy Kuhle;
Druck und Verlag: C. C. Wlttich — ſämilich in Darmſtadt.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 14 Geiten
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Eingang durch die Torhalle.
Wenn Amerika wieder „naß” wird.
Der deutſche Weinbauverband ſehzt nicht allzu große Hoffnungen auf Ausfuhr deutſcher Qualitäksweine
nach Amerika nach Aufhebung der Prohibikion.
Akkuelle Fragen im deutſchen Weinbau.
Im Zuſammenhang mit der amerikaniſchen Präſidentenwahl
und dem überwältigenden Siege des Kandidaten Rooſevelts iſt
für Amerika die Frage der Aufhebung oder Milderung des
Al=
koholverbots akut geworden. Dieſe für die Vereinigten Staaten
ſehr wichtige Angelegenheit wird beſonders auch auf den deutſchen
Markt nicht ohne Rückwirkungen bleiben, ſoweit es ſich um die
Ausfuhr deutſcher alkoholiſcher Erzeugniſſe handelt. In dieſer
Hinſicht iſt von Intereſſe eine in der „Deutſchen Weinzeitung”
veröffentlichte ſachverſtändige Betrachtung in der ausgeführt
wird, daß das Steigen der Weinpreiſe in Deutſchland keineswegs
mit Exporthoffnungen für den vielleicht zu öffnenden großen
amerikaniſchen Markt begründet werden könne. Das Fachblatt
glaubt vielmehr feſtſtellen zu können, daß die jetzt beachtete
Wein=
preisſteigerung in Deutſchland ſehr natürliche Urſachen habe
In einer dieſer Tage ſtattgefundenen Vorſtandsſitzung des
Deutſchen Weinbauverbandes in Mainz unter dem Vorſitz des
Vizepräſidenten Dr. von Baſſermann=Jordan (Deidesheim) befaßte
man ſich u. a. auch mit der Frage der deutſchen Weinausfuhr nach
den Vereinigten Staaten. Es wurde feſtgeſtellt, daß deutſche
Qualitätsweine in Amerika nach Aufhebung der Prohibition
Ab=
ſatz firden können, daß aber die Hoffnungen nicht zu weit geſteckt
werden dürften. Sorge ſei vor allem dafür zu tragen, daß der
deutſche Wein in der amerikaniſchen Geſetzgebung nicht ſchlechter
wegkomme als Weine anderer Länder, ferner, daß eine gewiſſe
Kontrolle der zum Export gelangenden deutſchen Weine
einge=
führt wurde, um die Ausfuhr von Schundweinen durch unlautere
Elemente zu verhüten. Notwendig ſei auch zu gegebener Zeit die
Propaganda für deutſche Weine in den USA. Gemeinſam mit
dem Weinhandel ſoll eine Kommiſſion die mit dieſer
Angelegen=
heit zuſammenhängenden Fragen prüfen. Der Generalſekretär
des Verbandes. Dr. Fahrſchon, berichtete über die mit der
Reichs=
regierung geführten Beſprechungen. Man habe leider nur einen
Teil von den Wünſchen und Forderungen mit Erfolg durchſetzen
können. Hinſichtlich der Winzerkredite müſſe die endgültige
Nie=
derſchlagung weiter betrieben werden. Eine Neuregelung der
Winzerkreditfrage ſei allerdings gegenwärtig nicht möglich. Dr.
Fahrſchon teilte dann mit, daß für Froſtbekämpfung eine
Ar=
beitsgemeinſchaft gegründet wurde. Einer Beteiligung deutſcher
Weine an der Leipziger Meſſe ſteht man ſympathiſch gegenüber,
eine Finanzierung durch den Weinbauverband ſei allerdings nicht
möglich.
Slilles Karkoffelgeſchäft in Südweſtdenkſchland.
1.,65 RM., während Rheinheſſen ſchon mit 1,50—1,60 RM. anbietet
Andere Gebiete rentieren nicht nach hier.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Motorenfabrik Darmſtadt A.=G., Darmſtadt. Die
Motoren=
fabrik Darmſtadt A.=G., Darmſtadt, erzielte in dem am 30. Juni
1932 zu Ende gegangenen Geſchäftsjahr einen Betriebsüberſchuß
von 375 429 (434 668) RM., dem Handlungsunkoſten von 235 746,
Steuern von 26 165, Soziale Laſten von 26 475 (im Vorjahre
Ge=
neralunkoſten 329 964) RM. und Abſchreibungen von 97 241
(102 638) RM. gegenüberſtehen. Aus dem Reingewinn von 12 771
RM. werden nach Beſchluß der Generalverſammlung wieder 6
Prozent Dividende auf die Vorzugsaktien verteilt und 12291
(22 970) RM. auf neue Rechnung vorgetragen. Die Geſellſchaft
hatte beſonders unter dem Exportrückgang infolge der Pfundkriſe
zu leiden; wenn der Geſamtumſatz nur um 20 Prozent geſunken iſt,
ſo iſt das der Steigerung des Inlandsabſatzes zu danken. Im
neuen Geſchäftsjahr konnten verſchiedene Exportgebiete
zurück=
gewonnen werden, während ſich der Inlandsabſatz nicht
nennens=
wert belebte. Aus der Bilanz: Grundſtücke und Gebäude 183 000
(186 000) RM., Maſchinen 148 000 (160 000), Einrichtungen 70 000
(unv.), Vorräte 337 000 (382 000), Außenſtände 211 000 (304 000),
Wechſel 203 000 (197 000); dagegen bei unv. 540 000 RM.
Aktien=
kapital Hypotheken und Darlehen 241 000 (193 000), Kreditoren
206 000 (363 000), Exportkredit der Golddiskontbank 100 000 (unv.).
— Die Erledigung der Regularien, die Aenderung einiger
Satzungen und die Wiederwahl des Aufſichtsrates erfolgten
ein=
ſtimmig. — Die 88 14, 16 und 17 der Satzungen, die
Zuſammen=
ſetzung und Beſtellung des Aufſichtsrates, ſowie Vergütung an ſeine
Mitglieder betreffend, bleiben beſtehen 8 15, die Einberufung von
Aufſichtsratsſitzungen, wird laut den Vorſchriften der
Notverord=
nung neu gefaßt.
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk
Darm=
ſtadt. Neue Konkurſe. Darmſtadt: prakt. Arzt Sanitätsrat
Dr. med. Ludwig Noellner. Anmeldefriſt 7. 12..
Gläubigerver=
ſammlung 7. 12., Prüfungstermin 25. 1. Michelſtadt: Kfm. Paul
Treuſch. Anmeldefriſt 15. 12., Prüfungstermin 11. 1.
Braunkohlen=Schwelkraftwerk Heſſen=Frankfurt a. M. A.=G.,
(Hefrag), Wölfersheim (O.H.). Zu den Nachrichten über eine
Stillegung des Tagebaues der Braunkohlen=Schwelkraftwerk
Heſ=
ſen=Frankfurt (Hefrag) in Wölfersheim und die Kündigung von
140 Arbeitern hören wir von unterrichteter Seite, daß lediglich
der Abraumbetrieb, wie üblich, in den Wintermonaten eingeſtellt
worden iſt und es ſich ſomit nur um eine ſaiſonmäßige Maßnahme
handelt.
Nächſte Frankfurter Schatzanweiſungs=Gläubigerverſammlung
am 19. Dezember. Wir wir hören, iſt im Einvernehmen mit dem
Vertreter der Schatzanweiſungsgläubiger der Stadt Frankfurt
a. M., Miniſterialdirektor Dr. Bail die „nächſte
Gläubigerver=
ſammlung für den 19. Dezember in Frankfurt a. M. vorgeſehen.
Wir hören, noch daß neben der Berichterſtattung des Gläubiger=
Vertreters Vorſchläge zur Regelung der Gläubigerforderungen
ge=
macht werden, ſei es im Falle einer Verſtändigung durch Dr. Bail,
ſei es durch die Stadt Frankfurt a. M. Grundſätzlich hält man an
der Abſicht einer wenigſtens beſcheidenen Teilzahlung feſt, doch iſt
die Frage der Geldbeſchaffung hierfür nach wie vor offen.
Meialinokierungen.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Mit dem November ſind nach Abſchluß des an ſich recht
mäßi=
hen Einkellerungsgeſchäftes die Kartoffelverſendungen im Rhein=
Maingebiet ſtark zurückgegangen, um ſo mehr, als die
Abſatzmög=
lichkeiten nach den weſtlichen Verbrauchergebieten durch die billigen
Angebote aus Hannover, Thüringen und anderen norddeutſchen
Verſandgebieten unterbunden wurden. Infolgedeſſen beſchränkt
ſich der geringe Verſand der ſüdweſtdeutſchen Kartoffelbauern aus.
ſchließlich auf die Belieferung der „nächſten Verbrauchergebiete.
Dementſprechend ſind die Preiſe, da hier der Bedarf nicht groß iſt
und daneben durch den landwirtſchaftlichen wie ſtädtiſchen
Hauſier=
handel ſtark bearbeitet wird, nur rückgängig. Eine Belebung
dürfte, wenn auch jetzt das Angebot nicht ſehr groß iſt und die
Qualitäten im allgemeinen befriedigen, erſt nach Eintreten und
Anhalten kalter Witterung zu erwarten ſein. Die Preiſe liegen ab
Wetterau, wo das Angebot beſonders ſchwach iſt, auf etwa 1,60 bis
Die Berliner Metalltermine vom 24. November ſtellten ſich
für Kupfer: November 40.25 (40.50) Dezember 40.50 (40.75).
Januar 41 (41). Februar 41.50 (41.75) März 41.,75 (42.25) April
Der Umſtand, daß die Regierungskriſe noch immer nicht
be=
hoben iſt, der ſchwache Verlauf der vorgeſtrigen New Yorker Börſe
und die internationale Verſtimmung, über die Haltung Amerikas
in der Frage der alliierten Kriegsſchulden trugen eine gewiſſe
Unſicherheit in die Berliner Börſe. Das weitere Abgleiten
des Pfundkurſes — in internationalen Finanzkreiſen rechnet man
damit, daß bei Zahlung der am 15. Dezember fälligen
Kriegs=
ſchuldenrate Interventionen notwendig werden — mußte, nicht nur
vom Standpunkt der deutſchen Exportmöglichkeiten aus,
beunruhi=
gen. Trotzdem beſtand kaum Abgabeneigung, da die Meldungen
aus der deutſchen Wirtſchaft weiter zuverſichtlich lauteten und
be=
ſonders im Rheinland erneut größere Aktienpakete placiert
wor=
den ſind. Bei dieſen Paketkäufen außerhalb der Börſe dürfte es
ſich vielfach auch um die Anlage von Stillhaltegeldern handeln
Bei kleinen Umſätzen war die Kursgeſtaltung uneinheitlich. Die
Abweichungen nach oben oder unten betrugen bis zu 1 Prozent,
ſeltener bis zu 1½ Prozent. Montane, einige Kaliaktien und die
Nebenwerte des Schiffahrtsmarktes zeichneten ſich, allerdings bei
Mindeſtumſätzen, durch freundliche Veranlagung aus. Im Verlauf
blieb die Tendenz unregelmäßig; weiter neigte die Börſe zu
Glatt=
ſtellungen, während die Banken für Spezialwerte etwas
Kaufnei=
gung bekundeten. Die Veränderungen gegen den Anfang beliefen
ſich bis zu 1 Prozent. Die Rückgänge überwogen jedoch. Für
Renten war das Geſchäft lebhafter und die Tendenz überwiegend
feſter. Deutſche Anleihen hatten kaum Veränderungen
aufzuwei=
ſen, Reichsſchuldbuchforderungen gewannen, bis zu 3 Prozent
konnten ihre Höchſtkurſe jedoch im Verlaufe nicht voll behaupten
Die preußiſchen Sparkaſſen im Okkobe
Erſtmalig Einzahlungsüberſchuß ſeit der Kriſe.
Nach
bei den p
ſeit der
zahlungsüberſchuß von 86 Mill. RM. gegenüber einem
Auss=
lungsüberſchuß von 6.0 Mill. RM. im Vormonat ergab. Herru
Die Frankfurter Börſe eröffnete uneinheitlich und zeigte
ſtärkere Zurückhaltung. Infolge der ſchwachen New Yorker Börſe
und der Hooverſchen Ablehnung der Stundung der Kriegsſchulden
verhielt ſich die Spekulation abwartend. Es beſteht ferner
Zurück=
haltung angeſichts der innerpolitiſchen Entſcheidung durch
Hinden=
burg. Nur der Markt für Renten lag eine Kleinigkeit anziehend.
Altbeſitzanleihe nannte man bei 57,25, ſpäte
Reichsſchuldbuchforde=
rungen konnten ½ Prozent anziehen. Am Aktienmarkte hörte man
JG. Farbeninduſtrie ½ Prozent niedriger. Deutſche Erdöl konnten
½ Prozent anziehen. Elektrowerte waren ſtärker vernachläſſigt, ſo
AEG. um ½, Siemens um 1, Bekula um ½, Lahmeyer um ¼
Pro=
zent nachgebend. Schiffahrtswerte gaben, bis 5 Prozent nach.
Der Kunſtſeidenmarkt verzeichnet eine Abſchwächung von ½—¾
Prozent. Am Montanmarkte hörte man Mannesmann /,
Stahl=
verein ½. Otavi 8, Gelſenkirchen ½, Buderus ½ Prozent matter.
Der Zellſtoffmarkt lag ruhig und faſt ohne Veränderung.
Kali=
werte im Verlaufe um ¼ Prozent gedrückt. Von Banken gaben
Reichsbankanteile 1 Prozent nach. Der Markt für Einzelaktien
lag gleichfalls allgemein abgeſchwächt. Deutſche Linolum um 8,
Conti Gummi um 1. Holzmann um ½ Prozent gedrückt. Im
ſpä=
teren Verlaufe der Börſe blieb das Geſchäft klein, die Kurſe gaben
allgemein noch eine Kleinigkeit nach. Am Geldmarkt iſt Tagesgeld
immer noch leicht und bedingt 3½ Prozent.
Die Abendbörſe verkehrte bei ziemlich ruhigem Geſchäft
Pu=
blikumsorders lagen, kaum vor, ſo daß bei Glattſtellungen der
gerufen iſt dieſer Ueberſchuß durch eine überſaiſonmäßige
Ste=
rung der Einzahlungen (265,3 gegen 239,66 Mill. RM.), wähmzg”
ſich die Rückzahlungen (256,7 gegen 245,8 Mill. RM.) wen!
ſtark, als nach den üblichen jahreszeitlichen Schwankungen zuun
warten war, erhöhten. Da im Berichtsmonat noch für 0.10
RM. Zinsgutſchriften und 8,7 Mill. RM. Aufwertungsgutſchrif
erfolgten, erhöhten ſich die Spareinlagen der preußiſchen
kaſſen insgeſamt um 17,4 Mill. RM. auf 5868,6 Mill. RM.
Giroeinlagen der preußiſchen Sparkaſſen, verminderten ſich.
jahreszeitlichen Bewegung entſprechend, um 13,9 Mill. RM.
725,7 Mill. RM. Für den November iſt bei dieſen Einleu
üblicherweiſe einer ſtärkere Erhöhung zu erwarten.
Produkkenmärkke.
Mannheimer Produktenbericht vom 24. November
inländ. (76/77 Kilo) 21,40—21,75, Roggen inländ. (72/73
17,25, Hafer inländ, 13,75—14,50 Sommergerſte inländ.
Futtergerſte 17,75—18, gelber La=Platg=Mais auf Bezugsſchein.i
der H
Sack 17 75, Soyaſchrot (Mannheimer Fabrikat) prompt 10,75—1ſch fü
Biertreber mit Sack 10,75—11, Trockenſchnitzel 8 Wieſenheu
5—5,30, Rotkleeheu 5—5,30, Luzernkleeheu 5—5,60, Stroh: P.ſſete au
ſtroh Roggen=Weizen 2,70—2,90. Hafer=Gerſte 2,40—2,80.
Stroh Roggen=Weizen 2,20—2,40, Hafer=Gerſte 2—2,20. We
mehl Spezial 0 mit Austauſchweizen (neue Mahlart) mit
Nov.=Dez. 30—30,25, Weizenauszugsmehl Nov.=Dez. 33—33400
Weizenbrotmehl ſüdd. mit Sack 22—22,25, Roggenmehl mit 30
(60—70prozentige Ausmahlung je nach Fabrikat) 22,75—24, 5)
Weizenkleie mit Sack 8, Erdnußkuchen 12,50. Tendenz: Die oblh
derungen für Weizen ſind im allgemeinen etwas nachgebend. —
rend Roggen unverändert iſt. Der Konſum iſt aber zurückhal=
und das Geſchäft bewegte ſich in engen Grenzen.
Berliner Produktenbericht vom 24. November. Das Geßi”
am Produktenmarkte bleibt infolge des ſchleppenden Mehlabnz
weiter gering. Die Unſicherheit in der Frage der Regierung;
ven
nich leiſe
Spekulation ſich Kursrückgänge ergaben. JG. Farbeninduſtrie
hörte man ½ Prozent niedriger. Am Montanmarkt lagen
Gelſen=
kirchen ½ Prozent ſchwächer, Rheinſtahl waren behauptet,
Har=
pener notierten ſogar eine Kleinigkeit freundlicher. Elektrowerte
lagen allgemein gehalten. Am Rentenmarkt beſtand etwas
Nach=
frage für Türken. Von deutſchen Renten lagen Altbeſitzanleihe ½
Prozent ſchwächer. Pfandbriefe waren behauptet. Im ſpäteren
Verlaufe der Börſe blieb die Haltung ziemlich unverändert. JG.
Farbeninduſtrie ſchloſſen bei 94½ nach 94½ Prozent.
dung beeinträchtigt naturgemäß auch die Unternehmungsluſt.
Inlandsangebot trat heute wieder etwas ſtärker in Erſcheir,
beſonders Weizen iſt von Mitteldeutſchland ſtärker angeboten, Mn an den ſiu
Gebote lauteten im allgemeinen 1 RM. niedriger, am Lieferzg worden, u
markte gaben die Preiſe ſogar trotz einiger Interventionemlogen. Laß ſie
150 RM nach. Roggen wird auch nur durch die Käufe der Sucſe Nadame
lichen Geſellſchaft am Promptmarkte gehalten, während die Apſſen Sie,
len, infolge der ſchlechten Rentabilität gegenüber den erzielhg). Nonſeur, z
Mehlpreiſen, kaum als Käufer im Markte ſind. Die Roggen
rungspreiſe waren aus den bekannten Gründen nur leicht. M erhod ſich
gängig. Weizen= und Roggenmehle ſind zu unveränderten Pr.ßüſrſcheinlich h0
angeboten, aber ſchwer abzuſetzen. Das Offertenmaterial in Sus ingendeinem
und Gerſte überſteigt den Bedarf, und bei luſtloſem Geſchäft i —
Tendenz ſchwächer.
Viebmärkke.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die 2. Holländiſche Kammer hat den Geſetzentwurf der
Re=
gierung über die 30prozentige Erhöhung des Einfuhrzolles' auf
die in Holland nicht fabrizierten Waren angenommen.
Die Schwediſche Zündholzgeſellſchaft hat bei der ſchwediſchen
Regierung eine dreimonatige Verlängerung des Moratoriums
nur in bezug auf gewiſſe Steuerſtempelabgaben beäntragt. Das
allgemeine Moratorium wird alſo Ende November ablaufen.
Darmſtädter Viehmarkt vom 24. November. Aufgetr
waren 10 Ochſen, 144 Kälber, 7 Schafe. Die Preiſe ſtellten ſichu
Kälber auf a) 29—34, b) 23—28 c) 18—22 Pfg. pro Pfd. Sp
tiere über Notiz. Marktverlauf ſchleppend.
Mannheimer Viehmarkt vom 24. November. Zufuhr: 1
Kälber, 10 Schafe, 138 Schweine, 766 Ferkel und Läufer.
für 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.; Kälber b) 341
O) 30—33, d) 24—27: Schafe b) 22—26: Schweine, nicht nor
Ferkel bis 4 Wochen (pro Stück) 6—11, Ferkel über 4 Wk=
12—14, Läufer 15—18 RM. Marktverlauf: Kälber ſchlep 7
langſam geräumt: Ferkel und Läufer mittel.
Frankfurter Viehmarkt vom 24. November. Aufgetr 4.
waren: Rinder ſeit dem letzten Markt 75, Kälber 1065, S
394 und 1123 Schweine, darunter 270 Memelländer und 43/4
Marktbeginn ausgeführt. „Bezahlt wurde pro Zentner Le M0ſ/
Gönſe=
gewicht: Kälber b)32—35. C) 27—31, d) 21—26; Schafe a1) 214
h) 17—20 C) 13—16: Schweine b) 37—40, c) 37—41, d) 36/ bans im A
Marktverlauf: In allen Viehgattungen ſchleppend, ausverkau/ 9, Hohnen.
Fleiſchgroßhandelspreiſe: Ochſenfleiſch 1 50—56, dito 2 45 Youarden
Bullenfleiſch 47—52; Kuhfleiſch 2 36—42, dito 3 2
Kalbfleiſch 2 55—65; Hammelfleiſch 50—60: Schweinefleiſch 5Pen= u. Ra
62. Geſchäftsgang ruhig. Eingebracht waren: 776 Viertel Ric4
104 Kälber, 49 Hämmel und 459 halbe Schweine.
Berliner Kursbericht
vom 24. November 1932
Deviſenmarkt
vom 24. November 1
Berl.Handels=Geſ.
Deutſche Bank u. 1
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban
Hapag
Hanſa Dampfſch.,
Nordd. Lloyzd
A.E.G.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi.
Deutſche Cont. Gas
Nicht
75.—
61.75
16.50
27.—
17.625
32.25
61.375
62.50
20.75
30.125
109.50
94.50
Me
Elektr. Lieferung
F. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ.felektr. untern
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen u.
Köln=Neueſſen
Bhil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Oberſchleſ. Koksw.
ee
70.125
96.—
38.75
72.—
78.—
39.50
55.—
105.25
40.50
55.375
40.25
39.75
Orenſtein & Koppel 35.25
Mane
Rütgerswerke
Salzbetfurth Kal
Leonh. Tietz
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch. 38.50
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind. 48.50
Hirſch Kupfer 13.50
Hohenlohe=Werie
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Drah.
Wanderer=Werke 24.25
MKefe
40.—
167.—
43.375
25.875
111.—
15.75
20,625
71.—
27.50
Helſingfor=
Wien
Prag
Budape‟
Sofig.
Holland
Oslo.
Kopenhagen
Stocholm.
London.
Buenos=Aires
New York.
Belgien
IItalien
Paris
Währung
100 finn. Mk.
100 Schilling
no0 Tſch.Kr.
ſ100 Pengö
100 Leva
100 Gulden
ſ100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
1 L=Stg.
1 Pap. Peſo
t Dollar.
ſ100 Belga
100 Lire
100 Franes
GeldBrief
5.394
81.25
12.485
3.057
89.23
69.73
F1.03
3.43
13.85
0.soo
4.209
58.29
21.54
ne 45
6.006
52.05
12.38:
3.063
169.57
69.87
71.75
73.17
13.69
0.39
27
58.41
21.58
18.5os
Schweiz
Spanien
Danzig
Japan
Rio de Janeiro
Jugoſlawien.
Portugal
Athen.
Fſtambu
Kairo
Kanada
uruguah
Fsland.
Tallinn Eſt.)
Riga
Mi
100 Franken 80.932
100 Peſetas ſ=
100 Gulden
1 Yen
1 Milrer
ſ100 Ding
1o0 C
100 Drachm.) 2.498
1türk. 2
t ägypt. 2
ſteanad. Doll.
Goldpeſo
100 isl. Kr.
100 eſtl. Kr. 1
100 Lats
34.38
81.32
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0.294
5.63a
12.78
2.008
.0
3.62e
1.692
61.69
110.5c
7957=
Surmftädter ans Kattohaloant Barnhtaut, Fillate oir Arrscher Su
Frankfurter Kursbericht vom 24. November 1932.
Kee
fällig 1. 4. 34...
„ 1.4.35...
„ 1. 4. 36 ...
1. 4. 37...
„ 1. 4. 38 ...
90I,
85
30
25.25
71‟
Mee
Pfd.=Anſt. G. Pf.
6% „ Goldoblig
6%Dtſch. Reichsan!
„ v. 2‟
6%
5½% Intern.,,
6% Baden .......
6%Bahern ....."
6% Heſſen ...b. 29
6% Preuß. St. v. 28
6% Sachſen v. 2:
6% Thüringen v.2
88.75
73.75
74.5
757
78
60 Landeskomm.=
Bk.Girozentr. für
Heſſ. Goldobl. R.11
R.12
6% Kaſſeler Land.,
kredit Goldpfbr.
6%Naſſ. Landesbk.
5½% „ Liqu. Obl.
42.25 (42.75), Mai 42,75 (43.25). Juni 43.25 (43.75), Juli 43.75
(44.25), Auguſt 44. 25 (44.50), September 44.75 (45), Oktober 44.25
(44.75). Tendenz: ſchwach. — Für Blei; November 15.25
ber 19 75 (20.25). Januar 20 (20.50), Februar 20 25 (20.75) März
20.50 (21), April 20,75 (21.50) Mai 21 (21 75). Juni 21.25 (22),
Juli 21.50 (22.25), Auguſt 21.75 (22.50) September 22 (22,50),
Oktober 22.25 (23). Tendenz: ſtetig. — Die erſten Zahlen
bedeu=
ten Geld, die in Klammern Brief.
Dtſch. Anl.
Auslo=
ſungsſch. 4½,
Ab=
löſungsanl.. .
Otſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe ...
6% Baden=Baden
6%Berlin .. .v. 24
6% Darmſtadt .
6% Dresden. „v. 26
6% Frankfurt a. M.
Schätze. v. 29
v. 26
62 Mainz .....!
6% Mannheimv. 27
62 München v. 29
6% Wiesbaden v.2s
6% Heſſ. Landesbk.
62 „ Goldoblig.
51 % Heſſ. Landes=
Hhp.=Bk.=Liquid.
4X% „ Kom.=Obl.
57.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
4AuslSer. I
„ „ Ser, II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
6.6
5’l.
55.75
54.75
67
58
59.5
66
76.5
64.5
% Berl. Hyp. Bk.
% „ Ligu.=Pfbr
83 Frkf.Hhp.=Bk.
5½ %0 „ Lig. Pfbr.
Goldoblig
% Frf. Pfbr.=Bk.
15½ % „ Lig.=Pfbr
62 Mein.Hhp.=Bk.
15½0 Lig. Pfbr.
6% Pfälz. Hyp.=Bk.
15½% Lig.Pfbr.
6%Rhein. Hhp. Bk.
5½%0 „ Lig. Pfbr..
62
Goldoblig.
6% Südd. Bod.,
Cred.=Bank ..
5½% Lig. Pfbr.
6% Württ. Hhp.=B.
6% Daimler=Benz
Dt. Linol. Werke
16% Mainkrw. v. 261
835s
6025
78.5
80.25
82
531/
75.5
81.5
80"
83.25
67.75
86
86.25
79.5
Aue
86.5
79.5
84
84.5
85.75
80.75
Mittel
Stal
18%Ber. Stahlwerke
6% Voigt & Häffner
F. G. Farben Bonds
5% Bosn. L. E.B.
L.Inbeſt.
3 Bulg. Tab. v.02
4½%0 Oſt. Schätze
%o Oſt. Goldrente
5L%vereinh. Rumän
4½%0
4%0 Türk. Admin.
„ 1. Bagdadl
„ Zollanl.
432% ungarm 1913
1914
4½%
Goldr.
45
1910
42
4½Budp. Stadtan!
43 Liſſabon
42 Stockholm.
Abtien
Aig.Kunſtzideunie
A. E. G.
AndregeNoris Bahn
Aſchaffbg. Brauerei
Zellſtoff
Bemberg, J. P..
Berl. Kraft u. Licht
Buderus Eiſen....
Cement Heidelberg
Karlſtadt.
F. G. Chemie Baſell
Chem.Werke Albert
Chade ..........!
Contin. Summiw.
59.75
10.5
9eI.
10
3.6
5.75
Sel,
6.15
56.75
32.5
Ja
Wai Hudee
Daimler=Benz..
Dt. Atl. Telegr.
Erdöl
Dt. Gold= u.
Silber=
ſcheide=Anſtalt
Linolwerk. Berl
Dortm. Ritterbräu
Dyckerhoff & Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerk
Eßling. Maſchinen.
Faber & Schleicherl
F. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Fetter)
Felt. & Guillegume
Frankfurter Hof ..
Gelſenk. Bergwerk.
Geſ.f.elektr. Untern.
Goldſchmidt Th.
Gritzner=Kayſer.
Grün c Bilfinger.
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen (Osn.)
Hanauer Hofbrauh.
Hanfwerke Füſſen.
Harpener Bergbau
Henninger Kempf.
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer:....
Hochtief Eſſen ...
Holzmann, Phil.
Zlſe Bergb. Stamm
„ Genüſſel
Junghans ......"
Kali Chemie ....."
„ Aſchersleben;
12.75
109.75
76.5
140.25
4
86
46
86.75
191.75
18.5
35
95.5
24.75
2n
29.75
W
431,
1o5.5
Miei Hue
Klöcknerwerke ..
Knorr C. H.....I.
Lahmeher & Co. ../y
1Laurahütte ...
Sech, Augsburg 4
Löwenbr. Münch.
Lutz, Gebr. Darmſt
Mainkr.=W. Höchſt.
Mainz. Akt.=Br.
Mannesm.=Nöhren
Mansfeld, Bergb.
Metallgeſ. Frankf
Miag Mühlenbau.
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Oberbedarf.
WBhönix Bergbau.
MReiniger, Gebbert.
Nh. Braunkohlen.
Elektr. Stamm
Stahlwerke.
Riebeck Montan..
Roeder, Gebr. ...
Rütgerswerke.
Salzdetfurth Kali
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind.
Schramm. Lackfbr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert, Elektr.
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske.
Südd. Zucker=A. 6.
Fellus Bergbau..
Thür, Liefer.=Geſ.
Tietz Leonhard ..
unterfranken .....
Wer. Stahlwerke .
40.75
182
113.25
16.5
196
5äs
s5),
20
34.5
24.75
68os
36.75
40.5
166
175
142.5
16
53.75
72.75
50
120
125
56.25
83.25
Fa
Nie Miegtc
Boigt & Haeffner.
Bahß & Fretztag..
Weſteregeln Kalf.
Zellſtoff Waldhof
Memel.
Aulg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Bank...
Bk. f. Brauinduſtr.
Baher. Hyp. u. B.)
Berl. Handelsgeſ.
Hhpotherok.
Comm. I. Privatb.
Dt. Bant und Disc.
Dt. Eff. u. Wechſe
Dresdner Bank.
Frankf. Bank....
Hyp.=Bank.
Mein. Hyp.=Ban1.
Pfälz. Hyp.=Ban!
Reichsbank=Ant.
Rhein. Hyp.=Bank.
Südd. Bod.=Cr. Bl.
Württb. Notenbanl
A.-G. . Veriehrsm.!
Alg. Lokalb. Kraftw!
70 Dt. Reichsb. Vzc
Hapag
Nordd. Lloyd.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
Allianz u. Stuttg.
Verſicherung.
„ „ Verein. Verſi.
Frankona Rück=u.M
Mannheim.Verſich.
Otavi Minen ...
Schantungsandels
Ha, 25. November 1932
Darmſtä
e Neueſte Nachrichten
Nr. 328 — Seite 13
R O M AN dere
C• A U
Copurignt
M P EE WSodnen der
gragt mal raus! Der Vierte und der mit der Mütze
zwei Koffer hinaus, ſchwer müſſen ſie ſchleppen, der
Mhſe bleibt, nicht vom Goldrauſch erfaßt, aber merkwürdig
umig. Er kniet am Boden, haut auf eine große Kaſſette
eim ſie er vorhin ſchon mal zurückgedrückt hatte, ſie trägt eine
nincterkennbare dreiſtellige Zahl, der Deckel ſpringt auf —
deu terl zuckt zuſammen, einen winzigen Moment lang —,
unmiklich dreht er ſich herum, dreht den Rücken zum
chrzen am Tiſch, ahnungslos, daß er ſich damit dem un
ſenglichſten, unnachgiebigſten aller Augen ausliefert — einer
Aäpralinſe. Seine Linke, geſchmeidig wie eine Schlange,
ai in die bis obenhin gefüllte Kaſſette hinein, ſeine Rechte
wrhaut unentwegt weiter darauflos, wer die Schläge hört,
u nicht zweifeln, daß der Deckel noch zu iſt.
Aü vermochte nicht die Blicke von den aalglatten
Diebes=
inden oszureißen, er ſchwitzte vor Aufregung. Ein Verbrecher
trütlden andern in deſſen Gegenwart, wird durch den Film
ſtlaru— kein Harry=Piel=Drama, ſondern blutige Wahrheit—
an lonte nicht darüber nachdenken, konnte nur ſehen, ſehen —
femthat die Linke des Malaien etwas erfaßt,, blitzſchneller
Bſi nach rückwärts —, der Schwarze ſortiert, ohne
umzu=
ſchigen — die Hand zuckt zurück, ſchnellt bis zum Kragen,
ſchtiet einen kleinen Gegenſtand —
hil Aſtiß einen heiſeren Laut aus
ſchiiet ihn zwiſchen Hals und Kragen, immer noch ſchlägt
diu ſechte zu, regelmäßig ohne Aenderung im Rhythmus —
emlh fällt der Hammer, fällt der Deckel, im ſelben Moment
keyun die Männer zurück, der Malaie ſchüttet den Inhalt der
Küfſtte auf den Tiſch, der Schwarze prüft ihn flüchtig, dann
ſäh ntereſſiert, ſcharf blickt er die drei Kerle der Reihe nach
ar chiebt den ganzen letzten Haufen in einen bisher noch
leum Koffer, ſchließt zu, ſtellt ihn neben ſich — —
296 Bild blendete ab. Dr. Hſu Sen ſchaltete Licht ein, es
uron dſell im Raum, die Wand glitt zurück.
ihl hatte Schwindelgefühl im Kopf. Er wußte, warum der
erwöne Film aufgenommen wurde, und glaubte zu wiſſen,
s chem Motiv der tollſte Einbruch des Jahrhunderts
unter=
ume worden war.
20.
ſuwenig ſchönes, doch ſehr kurzes Kapitel.
ſch leiſer Unterredung mit Dr. Hſu Sen wandte ſich
uahm an den ſtumm Daſitzenden. „Solche Mittel ſind
auf=
n Looan worden, um in den Beſitz dieſes einzigen Gegenſtandes
glngen. Daß ſie umſonſt waren, iſt die Schuld jener Frau,
Madame nennen. Sie hatte den Burſchen beſtochen.
wſiſſen Sie, was Monſieur Haas uns wert iſt. Kommen
mt, Monſieur, zum zweiten Teil unſeres Programms.”
chl erhob ſich ſteif, von dumpfer Ahnung bedrückt.
Zhrſcheinlich hatte der Malaie vor Verlaſſen des Kellers
irgendeinem Grunde des Gegenſtandes entledigt, der
vielleicht ſpäter geholt werden ſollte — die Mikrokamera hatte
ihn verraten, aber nicht rechtzeitig genug —, denn der
Gegen=
ſtand.
Während Hſu Sen ſie einen engen Gang abwärts führte,
ſchwoll plötzlich über ihren Köpfen ein toſender Lärm an, der
Streben und Boden unter gewaltigem Druck erzittern ließ, aber
nur Sekunden andauerte, Phil hatte das Geräuſch ſofort
er=
kannt: Start oder Ankunft eine Flugzeugs auf der Erde über
ihnen. In einem ſeltenen unklaren Vorgefühl ſeufzte er beinahe
ſehnſüchtig, und mit einem mal wurde ihm klar, wie ſicher
dieſes geheimnisvolle Labyrinth unter dem Niveau des
Flug=
feldes lag. Nie würde hier gebaut werden, nicht einmal
gebuo=
delt, niemand hielt ſich lange Zeit dort oben auf, das
Zu=
gangsgehöft lag weit abſeits, die Garage erklärte hinreichend
Kommen und Gehen von Perſonen und Fahrzeugen — Gefahr
einer Entdeckung war ſo gut wie ausgeſchloſſen.
Hſu Sen öffnete die Tür eines ſchlechtbeleuchteten kleinen
Raumes, dem widerlicher, zum Huſten reizender Qualm
eni=
ſtrömte. Phil ſah flüchtig, daß es nur ein Erdloch war mit
eisverkruſteten Wänden, ſein Blick fiel auf die faſt nackte Geſtalt
eines Menſchen, der in der Mitte des Raumes an allen Vieren
mit Pflöcken am Boden feſtgeſchnallt war. Phil betrachtete ihn
mit Grauen. — War er tot? — Nein, er ſchlug gerade die
Augen auf, brennende Augen eines gequälten Tieres, aus denen
Wahnſinn flackerte. Das Geſicht war geſchwollen, entzündei,
blutbeſudelt — ſofort begann er zu huſten — der beizende Rauch
entſtieg einer Räucherſchale dicht neben ihm, zwang ihn
un=
aufhörlich zu Huſten, ſein Körper flog krampfhaft geſchüttelt in
den Feſſeln hin und her. Sobald er die Eingetretenen bemerkte,
verſuchte er, den Kopf zu heben. Es gelang ihm nur mit
äußer=
ſter Kraftanſtrengung, er ſchnappte wie ein Fiſch auf dem
Trocknen nach dem bißchen Luftzug, der durch die offene Türe
hereinkam, wollte ſprechen, konnte nicht, nur erſchütterndes
Lal=
len drang über ſeine Lippen. Phils Knie wurden weich vor
Entſetzen, er hatte den Menſchen erkannt — es war der Malaie
aus dem Film des Einbruchs!
Unſagbarſte Empörung packte ihn, ſeine Kehle war wie
zu=
geſchnürt, er zitterte vor Zorn und Ekel. — „Das iſt beſtialiſch”
ſtieß er heraus, er ſelbſt mußte bereits huſten, „beſtialiſch,
beſti=
aliſch!” Kein anderes Wort fiel ihm ein: „Seid ihr überhaupt
Menſchen — Beſtien ſeid ihr, hundsgemeine Schweine!” — Außer
ſich vor Grauen und Wut ſtarrte er in das ſtereotyp lächelnde
Geſicht des Dr. Hſu Sen —, irgendein Kontakt in ihm ſchnappte
ein, benahm ihm jede klare Beſinnung, mit einem Satz war er
an der Kehle des feiſten Chineſen, der, von der Plötzlichkeit des
Angriffes überraſcht, ſtrauchelte und rückwärts gegen die Wand
des Ganges ſtürzte. In derſelben Sekunde hatte Vaugham einen
Gummiſchlauch in der Hand und führte einen furchtbaren Hieb
über Phils Schädel, ganz ruhig, kaum war eine Bewegung in
ſeinem Geſicht.
nrich Grimm
Telefon 115
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Haſen
Rücken, Keule, Läufe.
Rehbraten—
auch geteilt.
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Phils Hände löſten ſich, ohne Laut ſchlug er zu Boden wie
ein naſſer Sack.
21.
Alarm!e
Eine halbe Stunde ſtand die Frau im Ledermantel nun in.
der Enge des Schlauches, und es war ihr noch nicht gelungen,
den Mechanismus zum Oeffnen der Ausgangstüre zu finden.
Ihre Fingerſpitzen bluteten, ſo hatte ſie die Steine abgetaſter,
unabläſſig drückend und zerrend, doch ſie war nicht zimperlich
und verlor auch nicht ihre Ruhe. Sie wußte genau, wie einfach
die verborgenen Schlöſſer funktionieren — ſobald man weiß, wo
ſie liegen. Hier aber war nicht einmal feſtzuſtellen, wo die Türe
lag. Im Schein ihrer Taſchenlaterne erblickte ſie nur Mauern,
Mauern aus roten viereckigen Backſteinen mit weißen Fugen
dazwiſchen, überall gleich, ohne Vertiefung, ohne Vorſprung,
Mauern rechts und links und vor ihr. ach ihrer Vermutung
mußte der Ausgang ſich links oder geradeaus befinden. Zur
Rechten lag Dierlamms Garage, es war nicht anzunehmen, daß
man heimlich um ſie herumſchlich, um von der Rückſeite
einzu=
dringen. Mit der Zeit wurde ihr klar, daß ſie den Mechanismus
an der verkehrten Stelle ſuchte. Wahrſcheinlich ſteckte er gar nicht
in der Nähe der Türe, ſondern irgendwo im Gang, vielleicht an
der nächſten Biegung oder ſogar beim Eingang an der Wand
des Torweges.
Einmal mußte ſyſtematiſches Suchen natürlich Erfolg haben,
ſie zweifelte bloß, ob ihr die dazu erforderliche Zeit zur
Ver=
fügung ſtand. Wer hinausgegangen war, würde wohl im
Ver=
lauf der Nacht wieder hereinkommen. Erfolg war lediglich eine
Zeitfrage.
In der vollkommenen Stille, die ſie umgab, durfte ſie ſich
bloß mit größter Vorſicht bewegen. Direkt über ihr befand ſich
ein Raum, den vor knapp zwanzig Minuten ein Mann betreten
hatte, wohl der, der in ſo bedrohliche Nähe gekommen war. Nur
ein dünner Bretterboden ſchien ſie zu trennen. Deutlich hatte ſie
gehört, wie er ein Fenſter öffnete und ſchloß, und daraus
er=
kannt, daß die doppelte Mauer nach oben nicht weitergeführt
war. Geſchickt gemacht, dachte ſie anerkennend. Schuhe polterten
auf den Boden, hart hatte er ſich aufs Bett geworfen, und bis
zu ihr hinunter drang anfangs das Raſcheln von
Zeitungs=
blättern, in denen er zu leſen ſchien. Obwohl allmählich oben
Ruhe eingetreten war, ſtand abſolut nicht feſt, daß der Mann
ſchlief.
Außerdem hatte die Frau Pech.
Trotz ſparſamſten Gebrauches war plötzlich die Batterie ihrer
Taſchenlampe erſchöpft, das Licht erloſch! Dummerweiſe hatte ſie
ſich nicht vorgeſehen — und wie früher ſtets — eine Erſatzbatterie
eingeſteckt.
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