Darmstädter Tagblatt 1932


21. November 1932

[  ][ ]

Gagelmmmmer 10 Pfennige


W
*
Nef
A
r
Dr
A
Tätn
Bezugspreis:
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
oichentlich 2maligem Erſcheinen vom 1. Novembei
Anzeigenpreis:

na November 2. Reichsmark und 20 Pfennia
ing gebühr, abgeholt 2. Reſchsmark, durch die
euen 2.20 Reichsmart frei Haus. Poſtbezugspreie
ton- ohne Beſtellgeld monatlich 2,60 Reſchemarl.
zzuwortichkeit für Aufnahme von Anzelgen an
gmten Tagen wird nſcht übermommen. Nichte
anen einzelner Nummern infolge föherer Gewall
Feügt den Bezſeher nicht zur Kürzung des
ſütpreſſes. Beſtellungen und Abbeſſellungen durch
eu ohne Verbindlichkeſt für uns. Poſſcheckonio
Franſurt g. M. 4301.

Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſirierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſebenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſtattet.
Nummer 324
Montag, den 21. November 1932. 195. Jahrgang

21 mm breiie Zelle im Kreiſe Darmſtad 23 Reichspfg.
finanz=äinzelgen 35 Reiſchepfg. Rellamezelle (92 mm
breit 2 Reſchsmart Anzelgen von auswärte 3s Reſchepfg.
FinanzeAlnzelgen 50 Reichspifg. 92 mm breite Rellame=
jelle
300 Reichemar, Alls Preiſe in Reſchemart
4 Dollar 420 Markl. Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Strelt uſw. erliſcht
ſede Verpſichtung auf Erfillung der Anzeigene
auſträge und Leiſung von Schadenerſatz. Bel
Konlurs oder gerſchtiſcher Beitreibung ſänlt jeder
Nabatt weg. Banllonio Deutſche Bank und Dorme
NSbir= und Nationalbani.

Seute nene Tagfgtäce Mdenduig
Mitet.
Bginn der Beſprechungen zwiſchen NSDAP. und Zenkrum. Reichskagspräfidenk Goering unkerhandelk als Verkrauens=
tun
Hiklers. Hugenberg lehnk Beſuch bei Goering ab. Fühlungnahme mit Bayeriſcher und Deukſcher Volksparkei.
Die Parkeien am Zuge.
Akkenkaksverſuch gegen Herriok.
Roſting enkſcheidel gegen Polen.

* Berlin, 20. November.
Auch am heutigen Sonntag haben die Verhandlungen über
Aeubildung der Reichsregierung nicht geruht. Nachdem der
Rgspräſident geſtern die erſte Etappe ſeiner Beſprechungen ab=
ploſſen
hat, war bekanntlich vorgeſehen, daß die Parteien, die
Fdie nationale Konzentration in Frage kommen, zunächſt un=
4iuander Fühlung nehmen. Das iſt in der Form geſchehen, daß
behandlungen zwiſchen den Nationalſozia=
ſen
und dem Zentrum ſtattgefunden haben.
ber ſelbſt iſt an dieſen Beſprechungen nicht initiativ beteiligt
beſen. Sie werden vielmehr von dem Reichstagspräſidenten
bring geführt und haben in ſeiner Wohnung ſtattgefunden.
aDnch) Aſf Hitler ſelbſt hat ſich den größten Teil des Sonntags im
Verhof aufgehalten und eine Reihe von Beſprechungen mit
en engeren Parteifreunden gehabt. Ueber den Inhalt der Ver=
bolungen
zwiſchen Nationalſozialiſten und Zentrum wird auf
er Seiten allerſtrengſtes Stillſchweigen bewahrt.
Reichstagspräſident Göring hat auch verſucht, mit den
lutſchnationalen in Fühlung zu kommen. Dieſe Abſicht
fiher zunächſt mißlungen, und zwar deshalb, weil die Deutſch=
ſonalen
wohl erwartet hatten, daß Hitler ſelbſt ſich an ſie wen=
würde
. Der Montag, der Geheimrat Hugenberg naheſteht,
bätet darüber, daß die Verhandlungen in der etwas merk=
ho
gen Art eingeleitet=worden ſeien, daß Reichstagspräſident
ßig am Sonntag nachmittag durch ſeinen Adjutanten Ge=
nat
Hugenberg in das Palais des Reichstagspräſidenten be=
eniche
5
ng u Bel ließ. Dr. Hugenberg habe darauf mitgeteilt, daß er Herrn
91 Hitler wie ſtets, ſo auch jetzt, zu einer politiſchen Be=
caung
zur Verfügung ſtehe. Er müſſe es aber nach den Vor=
bain
der letzten Wochen ablehnen, einer in ſo ungewöhnlicher
ſin erfolgten Aufforderung des Herrn Reichstagspräſidenten
ſüg nachzukommen.
Tach dieſer Abſage bleibt natürlich immer noch die Möglich=
für
direkte Beſprechungen zwiſchen Hitler und Hugenberg
Nu. Mann kann aber wohl annehmen, daß ſie jetzt höchſtens
Em einem ſpäteren Stadium in Frage kommen, wenn zwiſchen
ienalſozialiſten und Zentrum eine größere Klarheit erzielt
inden iſt.
An die Verhandlungen Goerings ſchloſſen ſich noch interne
ſprechungen bei den Nationalſozialiſten im
hiſerhof, wo Adolf Hitler wohnt, und im engeren Kreiſe der
lintrumsführung. Von unterrichteter Seite erfahren
daß die Einladung Goerings zu Beſprechungen
t nur auf das Zentrum und die Deutſchnationalen beſchränkt
ſundern ſich auch auf Deutſche Volkspartei und
eriſche Volkspartei erſtreckt. Es iſt alſo ſicher, daß
und 0/46 mit den Führern dieſer beiden Parteien verhandelt wird.
Fur Konſtruktion dieſer ganzen Verhandlungen werden von
ioalſozialiſtiſcher Seite folgende Geſichtspunkte unterſtrichen:
Nationalſozialiſten ſind bereit, poſitiv die Aufgabe
Regierungsbildung in Angriff zu nehmen, wenn der Reichs=
ü
ent ihnen die Führung überträgt, d. h. Herrn Hitler den
Mtag erteilt. Dieſer Auftrag liege bisher nicht vor, und des=
Vo würden die Verhandlungen auch nicht von Adolf Hitler ge=
Mr. Vielmehr iſt nach nationalſozialiſtiſcher Auffaſſung zunächſt
htostagspräſident Goering der gegebene Mann. Das werde
etinal durch ſeine Stellung als Reichstagspräſident bedingt, uoch
ar aber durch die Tatſache beſtimmt, daß er von den Parteien
Mihlt iſt, die vom Reichspräſidenten zur Frage der nationalen
ientration gehört worden ſind. Seine Unterhaltungen mit
Parteien gehen von der Frage der Reichstagseinberufung
E gelten weiter der Stellung der Parteien zum Kabinett Papen
W von da aus den Möglichkeiten, die zur Bildung einer neuen
oerung führen können. Es wird betont, daß dieſe Verhand=
aen
nur informatoriſch ſind und vorbereitenden Charakter ha=
Dabei iſt aber kein Zweifel darüber, daß ſie ſowohl dem
Urſonenkreis, als auch und das in erſter Linie die Pro=
amfragen
einer gemeinſamen Kabinettsbildung umfaſſen.
Der Staatsſekretär des Reichspräſidenten, Dr. Meißner, hat
Spätnachmittag Adolf Hitler in ſeinem Hotel aufgeſucht und
Ke mit ihm eine längere Unterredung. Meißner überbrachte
Auier die Auforderung des Reichspräſidenten, am Montag die
3wrache mit Hindenburg fortzuſetzen. Von der neuerlichen Un=
Fidung HindenburgHitler morgen erwartet man in politi=
Kreiſen eine entſcheidende Klärung der Lage.
Der Tokenſonnkag in Berlin.

Wie alljährlich am Totenſonntag, veranſtaltete heute vor=
Uung der Reichsbund der Kriegsbeſchädigten, Kriegsteilnehmer
Kriegerhinterbliebenen eine eindrucksvolle Gedenkſtunde für
Toten des Weltkrieges im Plenarſaal des Reichstages. Der
wesvorſitzende Chriſtoph Pfändner gedachte der gefallenen
Meraden. Muſikaliſche Vorträge rahmten die Feier ein, die
Lun würdigen Ausklang mit dem alten Soldatenlied Ich hatt
Ine: Kameraden und dem gewaltigen Die Himmel rühmen
ASRwigen Ehre fand.
9 Die vaterländiſchen Verbände unter Führung des National=
handes
der deutſchen Offiziere hielten am Nachmittag einen
Aengedächtnis=Gottesdienſt in der Kaiſer=Wilhelm=Gedächtnis=
De ab. zu dem auch mehrere Mitglieder des Hohenzollern=
ASs erſchienen waren. Die Gedächtnisrede hielt Hofprediger
Arter Richter=Reichhelm.

Ein Anſchlag brekoniſcher Aukonomiſten.
EP. Paris, 20. November.
Ein Attentatsverſuch iſt heute morgen gegen den Miniſter=
präſidenten
Herriot verübt worden. Ungefähr 20 Kilometer von
Nantes wurden heute morgen 5 Uhr die Geleiſe, über die 3 Stun=
den
ſpäter der Schnellzug, in dem Miniſterpräſident Herriot Platz
genommen hatte, paſſieren ſollte, geſprengt. Ein Bahnbeamter
hörte die Exploſion, ließ zunächſt die Geleiſe ſperren und entdeckte
bei dem Bahnübergang ganz in der Nähe des Ortes Puygarnier,
daß die Geleiſe in einer Länge von etwa 2 Meter in die Luft ge=
ſprengt
waren. Die Reparatur des Geleiſes ging ziemlich ſchnell
vonſtatten. Der Schnellzug, in dem ſich Herriot befand, konnte mit
etwa 45 Minuten Verſpätung die Stelle paſſieren.
In amtlichen Kreiſen vermutet man, daß es ſich um ein Atten=
tat
bretoniſcher Autonomiſten handelt. Man erinnert ſich an das
Attentat, durch das am 7. Auguſt ds. Js, ebenfalls zu einer Zeit,
wo Herriot in einer, allerdings anderen bretoniſchen Stadt weilte,
in Rennes ein Denkmal in die Luft geſprengt wurde, durch das die
Unterwerfung dieſer Landſchaft unter Frankreichs Herrſchaft dar=
geſtellt
war. Daß es ſich nicht um erfahrene Attentäter handelt,
geht ſchon aus der Tatſache hervor, daß das Attentat drei Stunden
vor der Durchfahrt des Schnellzuges begangen wurde. Die Aus=
ſicht
, daß die Sprengung nicht vorzeitig entdeckt werde, war alſo
gering. Herriot ſelbſt drückte in einer Unterredung die Anſicht
aus, daß bretoniſche Autonomiſten die Urheber des Attentats ge=
weſen
ſein könnten.
Einem Sonderkorreſpondenten einer franzöſiſchen Nachrichten=
agentur
in Nantes erklärte Miniſterpräſident Herriot, nach
Bekanntwerden des Anſchlagsverſuchs, für ihn ſei der Ausgangs=
punkt
des Anſchlages keineswegs zweifelhaft. Es handele ſich um
eine Kundgebung der gleichen autonomiſtiſchen bretoniſchen Kreiſe,
die die geringe Anzahl ihrer Anhänger durch lärmende Agitation
und nötigenfalls durch gewaltätige Zwiſchenfälle wettzumachen
ſuchten. Bezüglich der Nachforſchungen nach dem autonomiſti=
ſchen
Denkmalsanſchlag in Rennes erklärte der Miniſterpräſident.
daß die Angeſchuldigten ausgeſagt hätten, das Geld für
ihre Propaganda ſtamme von einem bekannten
deutſchen Journaliſten namens Körber. Körber
ſei ausfindig gemacht worden, aber da kein Beweis für
die Beſchuldigungen erbracht werden konnte,
habe man ſich darauf beſchränken müſſen, ihn als
unerwünſchten Ausländer auszuweiſen.
Nach dem Paris Soir ſind in Nantes 7 Perſonen verhaf=
tet
worden, und zwar bretoniſche Autonomiſten, die aus Rennes,
Paris und anderen Städten zugereiſt waren.
Weitere Skärkung
der franzöſiſchen Offenfivarmee.
Paul=Boncour fordert Mokoriſierung
der Deckungsarmee‟.
TU. Paris, 20. November.
Kriegsminiſter Paul Boncour hat ſeine kürzlichen Er=
klärungen
über die Neuorganiſierung des franzöſiſchen Heeres
einem Berichterſtatter des Petit Pariſien noch ergänzt. Paul
Boncour betonte, daß ſeine ganzen Bemühungen im Augenblick
darauf gerichtet ſeien, die Verteidigungsſtärke des franzöſiſchen
Heeres ſehr viel mächtiger zu geſtalten als dies bisher der Fall
ſei. Die Verwirklichung dieſes Planes verlange jedoch eine
Neuorganiſation des bisherigen Militär=
fyſtems
. Er habe bereits eine Sitzung des Oberſten Kriegs=
rates
vorbereitet, der ſich mit der Angelegenheit beſchäftigen
ſolle. Das Ziel ſeiner Bemühungen ſei die Schaffung einer ſo=
genannten
Deckungsarmee, die mehrere Wochen
hindurch jedem feindlichen Einfall ſtandhalten
könne. Die Motoriſierung des Heeres und die
neuen automatiſchen Feuerwaffen, deren Wir=
kung
ungeheuer ſei, würden hierbei eine große
Rolle ſpielen. Die beabſichtigte Neuorganiſation
werde ganz unabhängig von der Annahme oder
Ablehnung des franzöſiſchen Sicherheits= und
Abrüſtungsplanes in Genf durchgeführt werden
müſſen, wenn man eine wirklich ſichere Verteidigung der fran=
zöſiſchen
Grenzen garantieren wolle.
Steuerhinkerziehungen ohne Ende.
Nach dem erſten großen Steuerhinterziehungskrach, in den
nicht weniger als 1018, zum Teil ſehr bekannte Perſönlichkeiten,
verwickelt ſind, und nach dem zweiten Krach, der erſt am Frei=
tag
bekannt wurde und in den 400 Perſonen verwickelt zu ſein
ſcheinen, wird jetzt ein dritter Fall aufgedeckt. Auch diesmal
handelt es ſich um eine Schweizer Bank, deren Namen noch ge=
heim
gehalten wird, und die durch ihren Pariſer Vertreter
Coupons zur Auszahlung brachte, ohne die 18 b. H. Steuer ab=
zuziehen
. Eine Unterſuchung in den Büroräumen des Vertreters
hat anſcheinend noch keine beſtimmten Ergebniſſe gehabt, da
die Unterlagen rechtzeitig beſeite gebracht wurden.

Schiedsſpruch im Danzig polniſchen Wirkſchaftskonflikk
Danzig, 20. November.
Nach dem Scheitern der polniſch=Danziger Wirtſchaftsverhand=
lungen
und nach der Ablehnung der wiederholten Vergleichsvor=
ſchläge
des vorläufigen Hohen Kommiſſars Roſting durch Polen
hat der Hohe Kommiſſar nunmehr ſeine Entſcheidungen in den
drei großen Streitfragen, 1. polniſche Beſchwerde wegen der
Handhabung der Danziger Zollverwaltung und polniſcher Scha=
denserſatzanſpruch
vom 15. September 1931, 2. polniſcher Antrag
auf Abſchaffung der Danziger Eigenbedarfskontingente und
3. Antrag auf Freizügigkeit der in Danzig bearbeiteten oder
weiterverarbeiteten Waren nach Polen, auf der Baſis des Sach=
verſtändigengutachtens
getroffen.
Der Hohe Kommiſſar hat, wie von maßgebender Seite ver=
lautet
, in den für Danzig weſentlichen Punkten der Danziger Auf=
faſſung
Rechnung getragen. Von größter Bedeutung für die Dan=
ziger
Wirtſchaft iſt insbeſondere ſeine Entſcheidung, daß die Dan=
ziger
Wirtſchaft das Recht auf den Weiterbezug ihrer Eigen=
bedarfskontingente
behält, ſolange nicht eine andere Bedarfs=
deckung
möglich und garantiert iſt, und daß Polen die Danzig=
polniſche
Grenze weder gegen die in Danzig nationaliſierten
Waren, die durch Verarbeitung oder Umarbeitung von Konlin=
gentswaren
geſchaffen ſind, noch gegen die in Danzig rechtmäßig
veredelten Waren ſperren darf.
Skellungnahme Japans
zum Lykkon=Berichl.
EP. Genf, 20. November.
Die japaniſche Delegation hat heute ihre Gegenbemerkungen
zum Lyttonbericht über die Mandſchurei, der den Beratungen des
Völkerbundsrates in ſeiner außerordentlichen Tagung zugrunde
liegen wird, übergeben. Die Gegenbemerkungen umfaſſen 42
Druckſeiten und unterziehen die Darlegungen und Schlußfolgerun=
gen
des Lyttonberichtes einer ſehr ſcharfen Kritik. Der Man=
dſchureifall
dürfe vom Völkerbundsrat nicht geſondert, ſondern nur
im Rahmen der allgemeinen Lage behandelt werden. Japan drückt
in dem Bericht die Ueberzeugung aus, daß das gegenwärtige Re=
gime
in der Mandſchurei den internationalen Verpflichtungen nicht
widerſpreche. Die Anregungen des Lyttonberichtes, eine ver=
ſchleierte
internationale Kontrolle über die Mandſchurei zu errich=
ten
, könne vom japaniſchen Geſichtspunkt aus nicht als annehmbar
betrachtet werden. Die Anwendung der Anregungen der Lytton=
kommiſſion
könne die Verwirrung außerdem nur noch erhöhen, da
China keine ſtarke und vertrauenswürdige Zentralregierung beſitze.
Japan könne auf die Löſung der Mandſchureifrage nicht ſolange
warten, bis ſich in China eine feſte Zentralregierung gebildet habe.
Der chineſiſche Chefdelegierte Yen hat bereits vor
der internationalen Preſſe zu den japaniſchen Gegenbemerkungen
Stellung genommen und erklärt, China ſei trotz ſeiner Abneigung
gegen den Militarismus bereit, nötigenfalls, die Schrecken des
Militarismus auf ſich zu nehmen, um ſein Gebiet von den Ein=
dringlingen
zu befreien. Den wies die Behauptung, China ſei
kein geordneter Staat, zurück. China warte auf eine entſcheidende
Intervention des Völkerbundes.
Vertrauliche Beſprechungen zwiſchen dem Ratspräſidenten de
Valera und verſchiedenen Mitgliedern des Völkerbundsrates über
die Behandlung des Mandſchureikonfliktes haben bereits begonnen,
wobei es dem Vernehmen nach zu ernſten Meinungsverſchiedenhei=
ten
über die Art des Vorgehens in der am Montag beginnenden
Ratstagung gekommen ſein ſoll.
Der amerikaniſche Botſchafter in Berlin, Sackett, iſt heute
abend in Genf eingetroffen. Er ſtattete abends dem deutſchen
Außenminiſter Freiherrn v. Neurath einen Beſuch ab.
Hoover forderk Zahlung

FU. Waſhington, 20. November.
Ueber die ameritaniſche Stellungnahme zur Kriegsſchulden=
frage
verlautet in Waſhingtoner politiſchen Kreiſen folgendes:
Hoover erwartet, daß die europäiſchen Schuldnerſtaaten, die
am 15. Dezember fälligen Zahlungen leiſten, und im Hinblick
auf ihre Kreditwürdigkeit nicht die Zahlungsunfähigkeit erklären
werden. Die Regelung der Schuldenfrage ſoll dem neuen Prä=
ſidenten
Rooſevelt und ſeiner Negierung überlaſſen werden.
Man erwartet in Waſhington, daß die europäiſchen Schuld=
nerländer
nach der Londoner Weltwirtſchaftskonferenz und nach
Rooſevelts Regierungsantritt den Antrag auf Schuldennachlaß
erneuern werden. Es verlautet ferner, daß Rooſevelt den
Schuldennachlaß ablehnt, daß er jedoch unter Umgehung der
internationalen Baukiers zuſammen mit ſeinem Freunde, dem
Profeſſor an der Univerſität Columbig. Nahmond Moleh, einen
eigenen Plan zur Negelung der Kriegsſchuldenfrage ausarbeitet,
der die außeupolitiſchen Notwvendigkeiten der Vereinigten
Staaten berückſichtigt und zugleich den internationalen Handel
fördert.

[ ][  ][ ]

Seite 2 Nr. 324

Aus der Landeshaupkftadt.

Darmſtadt, den 21. November 1932.

Landesbibliokhef.

Neue Erwerbungen der Landesbibliothek (Auswahl) vom 21. No=
vember
an auf 14 Tage im Leſeſaal zur Anſicht aufgeſtellt.
1. E Adamow: Die Diplomatie des Vatikans z. Z. des
Imperialismus. Berlin. 32/2061. 2. Julius Bahnſen: Beiträge
zur Charakterologie. Bd. 1. 2. Leipzig 1932. 32/1759. 3. Alfred
v Barris,; Wie photographiere ich in Farben? Frankfurt a M.
1932. 32/1570. 4. Albert Becker: Deutſchlands Wiedergeburt.
Saarbrücken 1932. 32/1756. 5. Julie Braun=Vogelſtein:
Ein Menſchenleben. Tübingen 1932. 32/1713. 6. Eugen Fiſcher=
Baling; Volksgericht. Berlin 1932. 32/1535. 7. Kurt Frör:
Evangeliſches Denken und Katholizismus. München 1932. 32/1639.
8. Friedrich v. Gottl=Ottilienfeld: Der Mythus der Plan=
wirtſchaft
. Jena 1932. 32/1584. 9. Gerhard Günther: Das wer=
dende
Reich. Hamburg 1932. 32/1737. 10. Ernſt Jünger: Der
Arbeiter, Herrſchaft und Geſtalt. Hamburg 1932. 32/1536. 11. Die
Kirche und das dritte Reich. Herausgegeben von Leopold Klotz.
Gotha 1932. 32/1555. 12. Ernſt Krieck; Bildungsſyſteme der
Kulturvölker. Leipzig. 32/1529. 13. Karl Marbe: Der Straf=
prozeß
gegen Philipp Halsmann. Leipzig 1932. 32/1565. 14. Fried=
rich
Meinecke: Staat und Perſönlichkeit Berlin 1933. 32/1700.
15. Alfred Müller=Armack: Entwicklungsgeſetze des Kapi=
talismus
. Berlin 1932, 32/1764. 16. Guſtav Neckel: Liebe und
Ehe bei den vorchriſtlichen Germanen. Leipzig 1932. 32/1772.
17. Polarbuch. Neue Forſchungsfahrten in Arktis und Ant=
arktis
, Berlin 1933. 32/2029. 18. Reinhard: 19181919. Die
Wehen der Republik. Berlin 1933. 32/1734. 19 Paul Schebaſta:
Bambuti die Zwerge vom Kongo. Leipzig 1932. 32/1563. 20. Otto
Schlier; Aufbau der europäiſchen Induſtrie nach dem Krieg
Berlin 1932. 32/1811. 21. Georg Schulze: Was iſt, was will
Paneuropa? Berlin 1932. 32/1681. 22. Arnold Seligſohn;
Patentgeſetz, Berlin 1932. 32/1687. 23. Martin Spahn und Kon=
ſtantin
W. Sakharow: Die Wahrheit über die tſchechiſche Le=
gion
im Weißen Sibirien, Berlin 1932. 32/1632. 24. Gregor
Straſſer: Kampf um Deutſchland. München 1932. 32/2096.
25. Die rote Wirtſchaft. Prohleme und Tatſachen. Herausge=
geben
von Gerhard Dobbert. Berlin 1932 32/1735. 26. Rudolf J.
Wittwer: Das Buch der Rundfunk=Schaltungen. Berlin 1932.
32/1574. 27. C. Leonard Woolley: Mit Hacke und Spaten. Er=
ſchließung
verſunkener Kulturen. Leipzig 1932. 32/1744. Vom
5. Dezember an verleihbar. Vormerkungen werden im Leſeſaal
angenommen.

Viertes Akademie=Konzert. Es ſei nochmals auf den aus
Anlaß des Tages der deutſchen Hausmuſik am Montag. 21. Nov.,
abends 20 Uhr, ſtattfindenden Kammermuſikabend des Wendling=
Quartetts (Stuttgart) hingewieſen. Die hervorragende Künſtler=
vereinigung
, der volle Einheit des Klanges und der Phraſierung
nachgerühmt wird bringen Streichquartette von Brahms, Mozart
und Reger zum Vortrag.
In den Helia=Lichtſpielen ſieht man heute zum letzten
Male Mady Chriſtians. Hans Heinz Bollmann u. a. in Franz
Lehars Meiſterwerk Friederike‟. Dazu das gute Beiprogramm.
Das Union=Theater bringt heute und folgende Tage
in Erſtaufführung den Brigitte=Helm=Film. Eine von uns nach
dem Erfolgsroman von Irmgard Keun Gilgi, eine von uns,
In den Palaſt=Lichtſpielen bringt das erſchütternde Ton=
filmwerk
Hözerne Kreuze‟ (Jenſeits der deutſchen Gräben) täg=
lich
ausverkaufte Vorſtellungen. Der Film bleibt anderweitiger
Dispoſitionen halber nur noch heute und morgen auf dem
Spielplan.
Heſſiſches Landestheater.

Großes Haus Mittwoch,
23. November Anf. 19 30, Ende geg. 2215 B 7
Preiſe 0.504.50 Mk.
Roſe Bernd. Daneu
24. November Anf. 19. Ende gegen 23.45 Uhr. C.8
Preiſe 0.705 50 Mk.
2on Carlos. Kleines Haus Dienstag,
22. November 19.3020.30 Uhr. Zuſatzmiete 1, 3.
Pr. 0.804.50.
Die Eſardasfürſtin. Mattwoch.
23. November 19.3022.30 Uhr Dſt. Volkso. GGr.I u. II 4. Vorſt.
Preiſe 0804.50 Mk.
Die Cſardasfürſtin Donnerstag,
24. November 19 30 22.15 Uhr. Zuſ.Miete V4.
Preiſe 0.703.80 Mk.
Peripherie.

Morgen abend Die Cſardasfürſtin im Kleinen Haus.
Morgen abend findet eine weitere Aufführung der erfolgreichen
Operetten=Inſzenierung von Rabenalt und Reinking: Die
Cſardasfürſtin von Kalman ſtatt. In der Feſtauffüh=
rung
zu Gerhart Hauptmanns 70. Geburtstag Roſe Bernd
ſpielt Franziska Kinz die Titelrolle, den Flamm: Erwin Faber,
Frau Flamm: Grete Jacobſen, Streckmann: Joſef Keim den
Vater Bernd; Kurt Weſtermann, Auguſt Keil: Emil Lohkamp,
Martel Bernd: Mine Corinth, den alten Kleinert: Hans Bau=
meiſter
. Inſzenierung: Kurt Hirſchfeld; Bühnenbild: Wilhelm
Reinking.

* Paula Moderſohn-Becker.
Zu ihrem 25. Todestag am 21. November.
Ihr Name ruft vertraute Bilder in der Seele herauf, junge
Frauen mit ernſten dämmernden Augen und ſprödem Muno,
kaum erwachte Geſichter voll Fragen und erſten Antworten ,
alte Moorbauern und Bäuerinnen mit großen Köpfen, vom
Alter vermummt und von Arbeit ſteif und ſchwer geworden
Kinder mit Kränzen im Haar, die aus ihren jungen Landſchaf=
ten
in die bewegte Welt der Erwachſenen blicken junge Müt=
ter
mit dem Kind, ſelbſtverloren in den kleinen Herzſchlag an
der Bruſt , Blumen über Blumen in ſchweren Bauernkrügen
und Stilleben voll ſchwermütiger Verſunkenheit , dies alles
war ihre Welt, dies alles hat ſie mit der Kraft ihrer jungfräu=
lichen
Seele geſtaltet und ihrem Nachruhm überlaſſen. Die
Stärke, mit der ihr Gegenſtand erfaßt wird, das iſt die Schön=
heit
in der Kunſt, bekannte ſie vor ihrem Tod, und wirklich,
dieſe Stärke macht ihr Werk ſo reich und beſtändig für die vielen
Augen, die prüfend ſchon dabei verweilten. Die Kraft ihres
Lebens galt ihrem Werk und erfüllte ſich einheitlich in ihren
Bildern, in gelebtem Daſein und in Gattenliebe. Ihre Briefe
und Tagebücher, von verſtändnisvoller Hand geſammelt und
herausgegeben, drücken dieſes kurze, reiche Leben in Worten aus,
eines der wenigen Bekenntnisbücher aus dem Reich der bilden=
den
Kunſt, die harmoniſch zur künſtleriſchen Leiſtung ſtehen.
Auch hier durchdringen ſich volle, ſinnliche Wahrnehmung und
tiefe Vorſtellung, denen eine ungewöhnliche Kraft und Einfach=
heit
des Ausdrucks folgt. Weiße Möwen ſtrichen in weitem
Bogen über meinen Kopf. Ihre Flügel ſtreiften den klaren
Spiegel meiner Seele und verdunkelten ihn ſchrieb ſie im
Juni 1898, alſo 22jährig, auf einer Fahrt nach Norwegen. Ihre
ſinnliche Kraft war Liebe zu allem, Lebensatem und Glut des
Herzens, und dieſe Liebe gab ihr die Welt reicher und tiefer
zurück. In der Ahnung eines frühen Todes beging ſie das Leben
wie ein Feſt der Sinne, tief und hellſichtig nahm ſie an allem
teil. Am Summen der Inſekten zwiſchen reifen, aromatiſchen
Gräſern, am Wehen der ſommerſchweren Bäume, am Leben der
Bauern und Bäuerinnen, am hellen Glanz der Moorwaſſer,
und an Blumen, Blumen. Niemand hat ſo voll die Landſchaft
um Worpswede geſehen wie ſie, auch keiner aus dem
Malerkreis, in deſſen Gegenwart ſie lebte und dem ſie künſtleriſch
ſo bald entwuchs. Ihre ſinnliche Liebe zur Welt war unermeßlich,
von jener Hingabe, wie ſie Frauen zuweilen von ſinnlicher Kraft
und geiſtiger Liebe aufzubringen vermögen. So gehörte auch
ihre ungebrochene Kraft dem Maler Otto Moderſohn, ihrem
Mann an, voll demütiger Seelenhingabe und einer Leidenſchaft,
deren Feinheit man nur erahnen darf.

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Montag, 21. November

Kritiſche Bemerkungen zur Bürgerſteuer 493

Wichtige Einzelheiten
für die Skeuerpflichkigen.
Ausſchneiden und aufbewahren!
Das Reichsgeſetzblatt Nr. 64 vom 29. September 1932 enthält:
1 Die Bürgerſteuerverordnung 1933 und 2. Die Verordnung zu
ihrer Durchführung.
Bei der Durchſicht derſelben ergeben ſich Beanſtandungen, die
im Nachſtehenden wiedergegeben ſind:
8 2 der BStVO. enthält die befreiten Perſonen: 1. Die am
Stichtage (10. Oktober 1932) vom Wahlrecht ausgeſchloſſen oder
rechtlich in der Ausübung des Wahlrechts behindert waren oder
bei denen an dieſem Tage dieſe Ausübung ruhte: 2. die am Fäl=
ligkeitstage
Arbeitsloſen= oder Kriſenunterſtützung empfangen:
3. die am gleichen Tage laufend öffentliche Fürſorge genießen
(insbeſondere die Kleinrentner); 4. die Sozialrentner, ſofern ſie
nicht unter Z. 3 fallen und das geſamte Jahreseinkommen 900
Mark nicht überſteigt; 5. die am gleichen Tage eine Zuſatzrente
nach 8 88 des Reichsverſorgungsgeſetzes vom 22. Dezember 1927
empfangen; 6. von denen nach den Verhältniſſen am Fälligkeits=
tage
anzunehmen iſt, daß ihre geſamten Jahreseinkünfte im Er=
hebungsjahr
den Betrag nicht überſteigen, den der Pflichtige nach
ſeinem Familienſtand im Fall der Hilfsbedürftigkeit von ſeinem
Fürſorgeverband nach den Richtſätzen der allgemeinen Fürſorge
als Wohlfahrtsunterſtützung in einem Jahre erhalten würde
(maßgebend der obengenannte Stichtag).
Der Reichsfinanzminiſter iſtermächtigt, über
16 hinaus weitere Perſonenkreiſe von der
Steuerpflicht zu befreien. Die Höhe der Bürgerſteuer
wird im Landesſatz von den Ländern beſtimmt. Die Staffelung
der Einkommen iſt in der BStVO. näher angegeben. Der Landes=
ſatz
ermäßigt ſich für Perſonen, die einkommenſteuerfrei ſind, auf
die Hälfte des Landesſatzes, der für Perſonen mit Jahreseinkom=
men
von nicht mehr als 4500 Mark gilt.
Als im Gemeindebezirk wohnende Perſonen gelten: 1. Per=
ſonen
, die daſelbſt ihren Wohnſitz haben; 2. ſolche, die zwar keinen
Wohnſitz im Bezirke, aber daſelbſt den gewöhnlichen Aufenthalt
haben.
Von Minderjährigen wird die Steuer nur erhoben, wenn ſie
am 10. Oktober das 18. Lebensjahr vollendet haben.
Die Befreiungsgründe (8 2 BStVO. 3. 16) ſind von den
Pflichtigen nachzuweiſen.
Die Steuer iſt auf Antrag zu ermäßigen: 1. bei Perſonen,
von denen anzunehmen iſt, daß ſie für das Kalenderjahr 1933 ein=
kommenſteuerfrei
ſein werden, auf den der Hälfte des niedrigſten
Landesſatzes entſprechenden Betrag; 2. bei ſolchen, von denen
anzunehmen iſt, daß ihr Einkommen im Steuerabſchnitt 1932
gegenüber ſolchem im Steuerabſchnitt 1931 um mehr als 50
Prozent zurückgegangen iſt, mindeſtens entſprechend dem
Hundertſatz des Einkommensrückganges, wobei jedoch ein ſolcher
Rückgang von 50 Prozent außer Betracht zu laſſen iſt.

Wenn der Reichsfinanzminiſter ermächtigt iſt, über a
nannte 3. 16 hinaus weitere Perſonenkreiſe w
Steuerpflicht zu befreien, ſo wäre dringend zu wünſchaf
dieſe Perſonenkreiſe recht bald namhaf
macht würden, um hier zu befürchtende Erregungen, mod
lich im Mittelſtande, auszuſchalten. Wir haben Hie
ſonders die nicht von der Steuer befreiten alten,
lichen, ganz oder teilweiſe erwerbsunfä
Perſonen im Auge. Hier müßte, da die Bürgerſteue
nur eine verkappte Einkommenſteuer darſtellt,
EinkStG. weitgehenſt herangezogen werden; beſondere win
liche Verhältniſſe, die die Leiſtungsfähigkeit des Pflichtige
ſentlich beeinträchtigen, müſſen im Einzelfalle mit
alem Verſtändnis berückſichtigt werden, zumal die
genannte Geſetzesſtelle nur Beiſpiele anfi
ſo insbeſondere Krankheit und dadurch bedingte Erwerbsunf
keit müßten ganz allgemein einen Befreiungsgrund abgeben.
ſo Belaſtungen, die durch Erfüllung der Unterhaltspflicht
über Verwandten aufſteigender Linie (Eltern und Großelter
wachſen, müßten von der Steuer befreien, auch außerorde
Ernte= und Hochwaſſerſchäden, wie ſolche in dieſem Jahr
feſtzuſtellen waren, müſſen als Befreiungsgründe reſpektien
den. Dabei iſt ja doch immer nicht aus dem Auge zu laſſel
die Gemeinden ſelbſt als die Steuergläubige
Steuer feſtſetzen!
Soweit von den übrigen Steuerpflichtigen (§ 14 Abſ.
BStDB.) die Steuer durch öffentliche Bekanntmachung an
dert wird, iſt zu fordern, daß dieſe Bekanntmachung ſich nie
den ſeither ſo oft üblichen Aushang an Geweindeſtellen beſcht
ſondern in gemeinverſtändlicher Weiſe in den
gesblättern zum Abdruck gelangt mit dem
weiſe darauf, welche Rechtsnachteile im
der Säumigkeit eintreten können.
Nach § 22 BStDB gelten für Erhebung der Steuer,
Rechtsmittel und das Rechtsmittelverfahren die landes
lichen Vorſchriften. Die ſich aus 8 2 der 4. Heſſ. DTmf
2. Dezember 1931 im Zuſammenhalt mit Art. 112 der Genn
ordnung vom 10. Juli 1931 ergebende Mißſtimmigke iſt
für Heſſen alsbald zu beſeitigen.
§ 23 BStDB ſtellt eine Beſchränkung der Reſt
mittel und damit eine Beeinträchtigung des St0
rechtsſchutzes dar, die nicht zu billigen iſt.


u der Eſre

Steuerbeſcheid und Entſcheidungen über Rückerſtattunſt
r deshalb anfechtbar, weil ſich die Steuerſchuldner dun

Höhe der Steuer beſchwert fühlen oder dadurch, daß die Euf fint wid un
pflicht allgemein oder in der betreffenden Gemeinde bejaht uf(,y bewegt
Hier können z. B. namentlich auch falſche Berechnug
(dazu in heutiger Zeit) vorkommen, die für die Frage derſt=cku ſeid
kommenſteuerfreiheit von Einfluß und bei dea
ſtattungsbeſcheid mitunterlaufen ſind. Wir müſſen deshalb d0
geordnete Beſchränkung der Rechtsmittel beanſtanden.
Wenn auch die Erhebung der Steuer für 1933 noch nicht iun
iſt, haben wir es doch für angemeſſen gehalten, dieſe Kritiſch
jetzt hier vorzubringen.

Morgenſeier im Heſia.

Hübſche Bilder von der Auslandsfahrt eines deutſchen Ge=
ſchwaders
bringt der Film Deutſchlands Flotte im
Mittelmeer. Wir begleiten drei Linienſchiffe, einen Kreu=
zer
und einige Torpedoboote auf ihrer Uebungsfahrt und haben
dabei Gelegenheit, nicht nur den verſchiedenſten ſeemänniſchen
Manövern beizuwohnen, ſondern auch ſüdliche Küſten und Hafen=
bilder
zu ſchauen. Neben flüchtigen Momentaufnahmen werden
auch ausführlichere Bilder gezeigt, von der ſpaniſchen Hafenſtadt
Alicante, von dem Palmwald von Elche, von Mallorcas Haupt=
ſtadt
Palma. Eine Serie ſchöner Bilder zeigt Venedig mit ſei=
nen
Lagunen, Kanälen, Brücken und Gondeln und natürlich mit
dem Markusplatz. Endlich Korfu und das Achilleion. Nicht
weniger intereſſant iſt das Leben und Treiben an Bord der
Kriegsſchiffe: Gefechtsmanöver, Paraden, Appell. Exerzieren und
was dergleichen mehr iſt; alles mit äußerſter Schnelligkeit und
Präziſion ausgeführt. Im ganzen ein recht ſehenswerter Film.
zumal für jeden, der ſich für die deutſche Flotte und ihre blauen
Jungens intereſſiert.
A
* Von der Städtiſchen Rettungswache. Am Sonntag nachmit=
tag
verſuchte in der Beſſunger Straße ein junger Mann ſich durch
Gas zu vergiften. Sein Vorhaben wurde rechtzeitig bemerkt, und
er wurde durch die Städt. Rettungswache nach dem Stadtkranken=
haus
verbracht. Bei den Ringkämpfen in der Turnhalle Soder=
ſtraße
erlitt der hieſige Sportler Schm. bei einem Fall eine Aus=
kugelung
des Armes. Er wurde zur Behandlung von der Ret=
tungswache
nach dem Herz=Jeſu=Hoſpital übergeführt.
Tageskalender für Montag, den 21. November 198.
Union=Theater: Eine von uns: Helia=Lichtſpiele: Friederike‟;
Palaſt=Lichtſpiele: Die hölzernen Kreuze‟ Städt. Saalbau,
20 Uhr: 4. Akademie=Konzert Techn. Hochſchule, Saal 234,
15,30 Uhr: Filmvortrag Prof. Kayſer Ueber den Bau der
Georg=Waſhington=Brücke‟.
Ihr künſtleriſches Suchen galt der großen, einfachen Form.
Was will es heißen, wenn ſie von den alten Meiſtern und von
Böcklin gefördert, von Bernhard Hoetger und van Gogh. von
Gauguin und Cézanne in ihrer Formempfindung gewandelt
wurde? Ihre Bilder ſind Ausdruck einer vom vollen Leben er=
ſchütterten
Frau, ſo tief und ſchön, wie ſie keine deutſche Male=
rin
je hervorgebracht hat, herbe Farben und einfache Linien und
Flächen über traumhaft tiefer Lebensdeutung.
Auch ihr Ruhm war Nachruhm. Bewunderung für dieſes
ſtarke Leben blieb nicht aus. Der Freund der Worpsweder
Malerkolose, Rainer Maria Rilke, hat ihr ein Requiem ge=
ſchrieben
und einen ſeiner ſchönſten Gedanken hineingewoben,
der aus dem Leben dieſer Frau erſtrahlte:
Denn das iſt Schuld, wenn irgendeines Schuld iſt:
Die Freiheit eines Lieben nicht vermehren
Um alle Freiheit, die man in ſich aufbringt.
Wir haben, wo wir lieben, ja nur dies:
Einander laſſen; denn daß wir uns halten,
Das fällt uns leicht und iſt nicht erſt zu lernen.
Auf dem Friedhof in Worpswede ſteht ihr Grabmal, von
Bernhard Hoetger geſchaffen: Auf einen Sockel hingeſtreckt ihre
Geſtalt in Ruhe und Stein, Oberkörper und Kopf leicht zum
Himmel erhoben, den Blick in die Ferne geöffnet. Das Kind,
deſſen Geburt ihr Schickſal war, ſitzt in ihrem Schoß, ganz in
ſein kleines Staunen eingezogen, von der Mutter behütet, nicht
mit Armen, aber mit dem Leben, das ſie um ſeinetwillen ge=
führt
hatte. Liebe war ihre Kraft, noch über die Geburt des
Kindes hinaus, die Mutterſchaft, die große Zeit der Reife blieb
ihr verſagt. Ihr Werk, in ſieben jungen Jahren geſchaffen iſt
ihr unvergänglicher Anteil an der Welt, von jener rauſchhaften,
trunkenen=Art, die heute in Edvard Munch und Emil Nolde
ihre großen Künder findet.
Dr. Rudolf Pérard.

Wochenmarkt=Kleinhandelspreiſe vom 19. Novemai
Rpfg. ver Pfund bzw. Stück. Gemüſe: Erdkohlraben
gelbe Rüben 68, rote Rüben 68, weiße Rüben 810. Sc
wurzeln 25. Spinat 810. Rotkraut 58, Weißkraut 361
ſing 68, Roſenkohl 1820, Zwiebeln 810, Knoblauch
Tomaten 4050, Kaſtanien 25, Feldſalat (Lattich) 5060, fn
vienſalat 710. Kopfſalat 812. Blumenkohl 1060,
510, Meerrettich 5070. Kartoffeln; Spärtkartoffel4
Obſt: Tafeläpfel 1525, Wirtſchaftsäpfel 1020. Tafeline
1525, Wirtſchaftsbirnen 1020, Trauben 2535, Nüſſe *
Apfelſinen 1015. Zitronen 510, Bananen 3040. Eßwa
Süßrahmbutter 160180. Landbutter 120130. Weichkäſe
Handkäſe 612, Eier (friſche) 1315. Wild und Geflüe
Haſen 65100, Hühner 7080, Enten 90100. Tauben /
Hafen 65100 Hahnen 110. Fleiſch= und Wurſtwg
Rindfleiſch (friſch) 5670. Kalbfleiſch 70, Schweinefleiſch
Dörrfleiſch 110 Schinken 120, Wurſt 55140, Wurſtfett 50,
(ausgelaſſen) 70.
Wie ſiehts jetzt an der ehemaligen Weſtfront aus? 80
des überraſchend großen Beſuchs des am letzten Donnersta
Direktor Germann, gehaltenen Lichtbildervortrags
derte mußten wegen Ueberfüllung des Saales wieder umkelenſ
finden im Feſtſaal des Realgymnaſiums. Kirchſtr. 22.
Wiederholungen der Veranſtaltung ſtatt und zw
nächſten Dienstag, dem 22. d. M., abends 6 Uhr, und and
chen Tage, abends 8.30 Uhr. Der Eintritt iſt jedesmal fr
Lokale Veranſtallungen.
Die hlerunter erſcheinenden Noiſzen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu foch
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritiſt.
Frauenverein vom Roten Kreuz für Deßſ
über See. Vortrag von Admiral Lützow am Dienstad
22. Nov. 1932. nachm. 4 Uhr, im Hauſe Merck. Annaſtroe
Zuſagen an Frl. v. Lyncker. Rheinſtraße 23. erbeten.
die in hohem Maß vorhandenen ſtimmlichen und darſtelleſ0
Mittel ſeiner fabelhaft vielſeitigen, großen Begabung. Z1

zeigte zwar nicht den dunklen Baß, wie er benötigt win
nicht das dramatiſche Temperament, das eine Figur wüdie
voll ausſchöpfen kann. Aber es erklang ein ſchöner Fis)l
Bariton von ungewöhnlich hoher Kultur und ſeltenen Feſ
heiten des Ausdrucks. Er bewies ferner eine überlegtehoſch=
intelligente
Geſtaltungskraft von ſtarker Geſchloſſenheit un Eſe

dringlichkeit. Die Courage dieſer Improviſation ſah ſie aſlſe
durch eine ſehr erfreuliche Leiſtung gerechtfertigt und vo aſuſ
richtiger warmer Anerkennung belöhnt.
Ein gleiches, für einen jungen Kapellmeiſter vielleit nhoch
gefährlicheres Wagnis nahm Peppo Geiger auf ſich, idſeM

er das anſpruchsvolle Werk dirigierte. Seine ſichere, tepeſſe
mentvolle, energiſche Stabführung führte zu gutem Gelinge und
konnte ſich des gleichen Beifalls erfreuen.

Heſſiſches Landestheaker.

Großes Haus. Sonntag, den 20. November.
Don Carlos
Große Oper von G. Verdi.
Heute gab es eine Senſation. Für den leider noch durch
die beim Fußballſpiel erlittene Sehnenzerrung behinderten Theo
Herrmann ſang Kapellmeiſter K. M. Zwißler den Philipp.
Das klingt phantaſtiſch, aber es ſtellte ſich heraus, daß es gar
kein Experiment war, fondern durchaus begründet wurde durch

Geiſtliche Abendmuſik.

Choralvorſpiele, Orgelvorträge und Gemeindegeſang bochen
die Umrahmung für die Totenmuſik, die geſtern abe Tei

Heſſiſche Singkreis in der Stadtkirche zur Aufführung hcNe,
Im Mittelpunkt der muſikaliſchen Feierſtunde ſtande oie
Sprüche von Leben und Tod, die der im Jahre 1606 in ſtühl=
gart
verſtorbene Fürſtlich Württembergiſche Capelleſte
Leonhard Lechner vertont hat. Um das Werk voll wütſ kl
zu können, müßte man es öfter hören und ſtudieren; abewic
beim erſtmaligen Hören ergreift der tiefe Stimmungsaon og
diefer mit vollendeter Meiſterſchaft zu einem Ganzen geſohel
15 Sprüche, die von der Nichtigkeit des menſchlichen eichſe=
weg
zu Gott führen, zu ſeiner Gnad’ und Güten‟ Erſtchu no
für die damalige Zeit die Untermalung des Wortes dut 9
Muſik. Ganz merkwürdig auch, wie die durchwegs angebn?
Polyphonie des Satzes im 7. Teil, der vom Glück ſin,"
das nicht gebaut werden ſoll, unterbrochen wird von9
homophon gehaltenen Klängen.
Zum Schluß erklang die Chorkantate Befiehl demi
daß er komm von Buxtehude; ernſt und breit ausgeſ.
vereint ſich hier Geſang mit dem Streichtrio, und ſtei9
zum Schluß zum vollen Ausdruck im Jubel des Amen
Der hefſiſche Singkreis, der frühere kleine Cha
Muſikantengilde Darmſtadt, ſteht in ſeinen Leiſtungen auf
Höhe; Klangſchönheit, Klangreinheit und Erfaſſen des kirg.
Stiles, das haben ſie in muſtergültiger Weiſe von ihrem 7..
und Lehrer Simony gelernt; ſo wurde die muſikaliſche‟
bietung, unterſtützt vom jungen Borngäſſer an der O
einer Stunde der Weihe und Andacht.

[ ][  ][ ]

Montag, 21. November 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Reueſte Rachrichten

Gebentſeiell un Loienfonniag.
Feierliche Weihe des Kriegsgefangenen-Ehrenmals auf dem Waldfriedhof. Starke Beteiligung
der Bevölkerung an den Token=Gedenkfeiern. Kranzuiederlegungen a den Denkmälern.
Und ich weihe dieſes Denkmal mit dem Be=
kenntnis
der ehemaligen Kriegsgefangenen:
Ihr ſeid uns unvergeſſen.

Totenſonntag, der Tag der Einkehr, des ſtillen Gedenkens,
Feſtes der Toten weckt in den Lebenden die Trauer um liebe
änſchen, die uns nahe ſtanden und von uns gehen mußten. Und
eer eine ernſte Sonntag im Jahre, der den Toten geweiht iſt,
eirnag gleichſam das eilende Rad der Zeit, wenn auch nur für
ie Minuten oder Stunden anzuhalten, für Stunden, in denen
tan dieſer Welt entrückt iſt, um mit denen im Geiſte zu ſprechen,
he den ewigen Schlaf ſchlafen. Millionen haben geſtern die
rie ber der Ihren mit liebender Hand geſchmückt. Millionen haben
s einzigen Gang an dieſem ſtillen Sonntag, den zu der letzten
ſHeſtätte der Verſtorbenen getan.
Uebers Grab hinaus geht das Gedenken an die teuren Dahin=
gangenen
. Wie ſtark gerade in unſeren wirren Tagen das Be=
irnis
innerer, ernſter Einkehr iſt, wie mächtig gerade heute das
utemento mori die Menſchen erfaßte, bewies die ſtarke Teil=
lai
me an allen kirchlichen und weltlichen Totengedenkfeiern. Eine
r eindrucksvollſten war die mit der
Weihe des Kriegsgefangenen=Ehrenmals
dem Heldenfriedhof des Waldfriedhofes auf Veranlaſſung der
echsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener verbundene
Uelächtnisfeier, an der außer den Spitzen der Behörden der Stadt.
s Kreiſes, der Provinz und des Landes, die Militärvereine,
terländiſchen Verbände, Abordnungen der Studenten uſw. teil=
ſtimen. Tauſende von Menſchen, die in ſtiller Trauer ihrer To=
AAhhn gedachten, hatten ſich vor dem ſchlichten hohen Steinkreuz ein=
e
Gnſffſenden, um der eindrucksvollen Weiheſtunde beizuwohnen. Vor
eſſetinn der Ehrenmalsweihe war vor der Einſegnungshalle, in
iin großen Lichtraum des Waldfriedhofes, eine einfache allge=
he
tine Totengedenkfeier, bei der Pfarrer Lic. v. d. Au
Stſm Gedenkanſprache hielt. Er fand Worte des Troſtes und der
Nochnung, eingedenk des Todes ſich in Einigkeit zu finden und
ſot dem Herren zu vertrauen. Denn Er macht keinen Fehler und
dner duſſu weiß allein die Antwort auf das bange Warum?, das wir
die Shitr Hinſcheiden eines lieben Menſchen fragen. Nur Vertrauen
bejglt ! Gott wird uns aus tiefer Not erheben. Nach dem Gebet des
rechnuſteirn bewegte ſich ein endloſer Zug an das Ehrenmal der ver=
rage
derſwenen Gefangenen, auf dem die ſchlichten Worte ſtehen
bei delhr ſeid uns unvergeſſen.
deshalt zy Die Fahnenabordnungen hatten vor dem Denkmal Aufſtellung
nommen. Nachdem die Kapelle Die Himmel rühmen geſpielt
ſch nat Lte, hielt Pfarrer Lic, von der Au die Weiherede. Der
bitliche verſtand, die Bedeutung des Tages der Kriegs=
Ifengenen, der Männer, die in Ergebenheit und Stille, fern von
hrir Heimat ſtarben, in packenden Worten den in ſtiller Ergrif=
eit
Lauſchenden nahezubringen. Das in Geduld ertragene
eden in fremder Gefangenſchaft das Sterben der Tauſende
Nonat u=ſcher Brüder an Heimweh, vielmehr aber noch an Hunger
h) Kälte in der Einſamkeit, machte dieſe zu wahren Helden, ließ
ein Heldentum erlebeu, das nur die kannten, die die Gefangen=
hat
ſelbſt erduldeten. Der Kampf gegen die tägliche Verſuchung,
uch ℳy Kampf um Deutſchlands Größe, das Deutſchland, das von den
AReimern ſtets geſchmäht und verantwortlich für den Krieg gemacht
60, ſhu de, wurde von unſeren Gefangenen mit Zähigkeit geführt. Sie
viiel 4ten nur eine Hoffnung von Stunde zu Stunde, von Tag zu
Taielichke; und von Jahr zu Jahr auf Deutſchland, und ſie hatten
Nüſſe Au feſten Glauben an ihren Gott. Die, die durchhielten, und die,
Eßwile ſtarben in der Fremde, haben ihr Letztes eingeſetzt für ihr
ichkäſe Halerland und für ihren Gott. Und all denen, die blieben, gilt in
Geflichet er Erinnerung und Dankbarkeit das hohe ſchlichte Kreuz.
auben ℳI=Nach einem in der Stille des Waldfriedhofes ergreifend wir=
urſtwſn
en Chorgeſang Heilig, heilig nahm der Ehrenbundesvor=
tende
des R. E. K., Freiherr v. Lersner, mit folgender An=
riche
die
Enkhüllung des Ehrenmals
Ueber die Kronen dieſer Bäume hinweg richten wir die
Nirke zu den Gräbern unſerer Kameraden, die überall im
K tall, von den äußerſten Fernen Sibiriens bis zu der Wüſte,
s zu Marokkos heißem Sand liegen. Es iſt uns, als ob ſie
und wallt die Blicke auf uns richteten und mit uns dem Kreuz, das
und ar ku e in die Runde der Gräber geſtellt wird, Sinn und Inhalt
mal frehn wollen. So ſtellen wir dieſes Kreuz denn hinein in das
teitte, in die Not einer Zeit, die nach neuer Gemeinſchaft ringt,
kei, die jetzige keine iſt, in der über 5 Millionen Menſchen um
4; erſte Recht, das Recht auf Arbeit, gebracht ſind, wo der Sinn
4s Lebens verzerrt iſt. Wir wollen das aus unſerem Erlebnis
hen. was unſer Volk braucht. Um drei Dinge haben wir ge=
hwft: Um den Nebenmann, um die Heimat, um uns ſelbſt.
Ils wir da draußen nebeneinander ſtanden, haben wir aufge=
br
.. uns zu fragen, ob einer rechts, ob einer links ſei, aus
ſtreckelcher Schicht und welcher Klaſſe er ſtamme, ſondern haben nur
eftagt, was einer als Menſch und als Deutſcher ſei. Wir haben
9s falſche Gleichheitsprinzip der franzöſiſchen Revolution ab=
ſüttelt, das auf der Gleichheit des Beſitzes ruhte, und haben
arſtelleik umnt, daß es nur eine erſtrebenswerte Gleichheit gibt: die er=
3u er Pflicht und menſchlicher Hingabe. Würde nicht all das
El)oen und Neiden fallen, wenn wir den Nebenmann nicht mehr
Lu ſeiner Parteizugehörigkeit, ſondern nach ſeinem inneren
NVert achten und ſchätzen würden? Zum zweiten haben wir um
W Meutſchland gekämpft, jeden Tag. Jeden Tag haben ſie uns vor=
tene
Rrwrfen, wir ſeien Barbaren. Deutſchland ſei ſchuld an allem,
lege li hätten den Krieg gewollt. Aus dem Vergleichen und Be=
m
Focten der Fremden haben wir geſehen, daß keiner der anderen
h Recht hatte, über Deutſchland ſich zu erheben. Wir hatten
/7 beſten Soldaten, den beſten Arbeiter, den beſten Ingenieur
ner Weſen war dem von Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit weit
uer, als alles, war wir drüben geſehen. In jungen Jahren
viellich lih en wir oft das Lied, das Deutſchland über alles ſetzt unver=
ſo
, uDden geſungen haben. Jetzt kommen wir heim und wiſſen, daß
e ſech eutſchland über allen ſteht.
Und haben zum dritten um uns ſelbſt gekämpft. Wie heute
Mer Volk, ſo ſtanden wir damals da, mußten von Grund an
ees Leben aufbauen. Wir haben es nicht vom Ruſſen, nicht
M. Franzoſen, nicht vom Engländer, bei aller Achtung ihrer
ſcheen und ihres Wertes, genommen, die Kraft zu neuem Wer=
I5) ſtrömt dem Menſchen nur aus eigenem Wollen, aus den
Nerten eigenen Volkstums, nie aus Fremdem zu, aus uns ſelbſt
Micd das werden, was wir brauchen. Und ſo geht es nicht darum,
1a wir einig, ſondern anders werden. Nur aus neuer Ein=
lelung
zu den Menſchen und den Dingen wird die Kraft und
Mn gabe, die nötig iſt, daß Deutſchland Freiheit und Recht und
ie iſzeit und Brot werde.
Und der Gedanke, den wir in dieſes Kreuz legen, ſoll der
ſak daß dann erſt wirkliches Leben anfängt, wenn der Menſch
zL. Ganze über ſich fühlt.

Jeder von uns iſt geworden aus Boden und Geſtalt der
Heimat, jeder gewachſen am Schaffen und Denken aller,
die vor uns waren. Was einer iſt, was einer hat, was
einer kann, dankt er Volk und Heimat, nicht nur eigenem
Willen. Das verpflichtet. Vom Vater zum Sohn und
Enkel, jeder ein Glied, ſchaffend am ewigen Werden der
Heimat.
Während der letzten Worte fiel die Hülle des Ehrenmals,
die Fahnen ſenkten ſich und die Kapelle ſpielte die ergreifende
Weiſe vom Guten Kameraden.
Nachdem der 1. Vorſitzende der Darmſtädter Ortsgruppe der
Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener, Herr Flach,
mit ſchlichten Worten das Ehrenmal dem Vertreter der Stadt
Darmſtadt, Herrn Oberbaurat Hoffmann, übergeben hatte,
der es in den Schutz der Stadtverwaltung übernahm, folgte eine
Reihe von
Kranzniederlegungen.
Im Namen Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs Ernſt Ludwig
legte Graf Hardenberg am Denkmal unermeßlichen Leidens
zum Zeichen der Dankbarkeit einen Kranz nieder. Der Vertre=
ter
der Studentenſchaft gedachte der Verſtorbenen und gelobte,
in gleichem Pflichtbewußtſein dem Vaterlande die Treue zu halten.
Weitere Kränze mit warmen Nachrufen legten nieder die Ver=
treter
, meiſt die Vorſitzenden des Stahlhelms, des Reichsbundes
jüdiſcher Frontſoldaten, der Vereinigung ehem. 118er, des Gaues
Südweſtdeutſchland der Reichsvereinigung ehem. Kriegsgefange=
ner
, der vereinigten Kriegervereine des Bezirks und der Krieger=
kameradſchaft
Haſſia des Volksbundes Deutſche Kriegsgräberfür=
ſorge
des Reichsverbandes ehem Kriegsgefangener der Ortsgrup=
pen
Darmſtadt, Wiesbaden, Groß=Frankfurt der Deutſchen Ehren=
legion
uſw
Mit einem Chorgeſang und dem Niederländiſchen Dankgebet
war die erhebende Feier beendet.
Token=Gedächknisfeier der ehem. Kriegsgefangenen
im Saalbau.
* Einen ebenſo einfachen wie wirkungsvollen Abſchluß der
Toten=Ehrungen am geſtrigen Gedenktage bildete die von der
Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefange=
ner
(Ortsgruppe Darmſtadt) im großen Saale des Städtiſchen
Saalbaues veranſtaltete Toten=Gedächtnisfeier. Den einzigen,
ſchlichten Schmuck des Saales bildeten Fahnen in den Farben Heſ=
ſens
und der Stadt Darmſtadt.
Zunächſt brachte die Madrigal=Vereinigung Darm=
ſtadt
unter der Leitung von Herrn Profeſſor Dr. Noack zwei
Chöre ganz wundervoll und klangſchön zum Vortrag. Die weite=
ren
muſikaliſchen Darbietungen, die die Anſprache des Freiherrn
von Lersner umrahmten, beſtritten Studierende unſerer Städt.
Akademie für Tonkunſt. Herr Willi Schmitt ſang
ſtimmgewaltig eine Arie aus Elias, von Nelly Birrenbach
am Flügel anſchmiegend begleitet.
Dann hielt Freiherr von Lersner=Potsdam, der Ehren=
vorſitzende
der R.E.K., über das Thema:
Zwei Generationen im Kampf um Deutſchland
etwa folgende aufrüttelnde Anſprache:
Kein Tag iſt für eine Generation geeigneter zur Ueberprü=
fung
der Frage, ob ſie ihre Aufgabe im ewigen Strom des Volkes
erfüllt hat, als der Tag, an dem die Toten leben, denn jede Ge=
neration
ſchafft an dem Ewigen, was an Gaben und Aufgaben in
ihrem Volke liegt. Das Leben aber keiner Generation iſt ſo vom
Kampfe um ihr Land, um Deutſchland erfüllt geweſen, wie das der
Frontgeneration, denn der Kampf um die Niederwerfung oder das
Beſtehen Deutſchlands hat nicht mit dem Waffenſtillſtand, nicht
mit Verſailles aufgehört, er wird mit anderen Mitteln weiter=
gekämpft
. Es gilt, ihn endlich zu entſcheiden.
Die Jugend unſerer Generation war eine andere als die der
heutigen. Ueber uns ſtand die Vorkriegsgeneration, die in gleich=
mäßigem
Anſtieg Deutſchlands in feſter Form erzogen und gewor=
den
war. Sie hat die Werte weiter herausgebildet, die im Deut=
ſchen
liegen: Sauberkeit, Pflichttreue, Organiſa=
tionskraft
. Sie ſchaffte und gehorchte. Sie hat
die Grundlagen und Urſachen zum Weltkrieg geſchaffen, aber ſie
hat das Volk nicht zum Volk zuſammengeſchweißt.
Trotzdem hat der Uebermut und der Vernichtungswille der
anderen 1914 ein einiges Volk geſehen, nur daß der führenden
Schicht nicht klar genug war, welche Wandlung im deutſchen Ar=
beitertum
geworden war, was es für manche bedeutete, willig und
aus tiefſter Ueberzeugung der Fahne zu folgen, unter der einſt
auch das Sozialiſtengeſetz geworden war. Das zeigt, wie jung
und geſund dieſer Stand war.
Die Vorkriegsgeneration hat den Krieg geführt, erlebt hat
ihn im Innerſten die Kriegsgeneration, d. h. die Menſchen, die im
erſten Mannesalter hinauszogen, fähig und willig, den Einfluß
des Großen in ſich aufzunehmen.
Das große Erleben der Kriegsgeneration iſt, daß ſie das Ge=
meinſame
über dem Trennenden ſah, denn es fielen die Grenzen
des täglichen Lebens der Vorkriegszeit. Alle waren wir Volk,
nicht mehr jeder ein Glied, der ſchaffte, nicht mehr verachtete Num=
mern
. Der Wert des Menſchen lag nicht mehr im Rang, ſondern
im Können, in ſeiner Pflichterfüllung. Nicht der Rock oder phra=
ſenhaftes
Wort haben den Menſchen gemacht, auf den Kerl, der
dahinterſteckt, kam es an. Und ſie legten das Ducken nach oben
langſam ab und ſagten, was geſagt werden mußte. Die Kriegs=
generation
lernte, daß zu dem überlieferten Menſchentum und
Weſen ihres Volkes, das in Wahrhaftigkeit, Gerechtig=
keitsſinn
, Treue wurzelte, noch das tiefe Gefühl der
Volksverbundenheit hinzukam. So wuchs unter den Keu=
lenſchlägen
der Not und dem Trommelfeuer des Krieges deutſches
Volkstum. So trat die Kriegsgeneration mit ihrem Denken und
Werden neben die Vorkriegsgeration. Die Revolution 1918 hat
die mangelnde Verbundenheit zwiſchen Volk und Führung auf=
gezeigt
.
Die Kriegsgeneration hat nicht das getan, was ſie tun mußte:
Mit dem Erlebten und Empfundenen in die Not der Zeit hinein=
zugehen
. Im großen geſehen, war für viele das Ende des Krieges
wie ein großes Wegtreten. Die Sorge um Beruf und Lebens=
unterhalt
ſtanden an erſter Stelle. Es lockten die Parteien, es
lockte der Gewinn. Da ward an Gemeinſchaftsſinn das vergeſſen,
was der Krieg gelehrt, und wir ließen eine Jugend heranwachſen
in Not, ohne Arbeit, ohne Vorbild, ließen ſie umwerben, anſtatt
ſie zu erziehen. Wohl haben wir von 1832 die Einheit des
Reiches erhalten, die Gemeinſchaft des Volkes iſt nicht
weitergewachſen, denn das, was heute iſt, iſt keine Ge=
meinſchaft
. Vor dieſer Lage ſteht jetzt die Frontgeneration, ſie
ſteht diesmal allein. Wieder geht ein Riß zwiſchen Volk und
Führung.

Nr. 324 Seite 3

Die Aufgabe der Kriegsgeneration iſt nicht,
eine neue Partei zu gründen, auch nicht nach der
Macht zuſtreben. Sie ſoll ſich ihres Erlebniſſes bewußt wer=
den
, ſie ſoll wieder zur Gemeinſchaft werden. Sie ſoll der Jugend
zeigen, daß es nicht darauf ankommt, etwas zu ſein,
ſondern etwas zu werden, und daß letztlich das neue
Reich, das die Beſten von uns mit den Beſten der Jugend und
aller Schichten von rechts bis links erſehnen, einmal ſchon da wax,
draußen im Schützengraben, draußen im Gefangenenlager.
Kein Kriegserlebnis iſt vielleicht niederdrückender als das der
Kriegsgefangenen geweſen. Keines ähnelt in ſeiner Art mehr
dem, unter dem wir heute leiden: der Sinn= und Zielloſigkeit.
Wer ſolches aber ſchon einmal erlebt, fühlt, daß im Erleben Auf=
gabe
liegt. Das rufen heute die toten Kameraden uns zu, daß
es jetzt darauf ankommt, ohne nach rechts und links zu
ſehen, ſich die Hände zu reichen, um neue Gemein=
ſchaft
aus größtem Opfer und größtem Erleben
zu ſchaffen. Für Deutſchland gilt es, das Leben bis
zum Tod zu opfern!
Hilde Freudenberg, Helen Cropp und Nelly Bir=
renbach
ſpielten das Konzert 4=Moll für 2 Violinen und Kla=
vier
von A. Vivaldi recht eindrucksvoll, Herr Willi Schmitt,
deſſen ſtimmliches Material gut fundiert iſt, ſang Lieder von Schu=
bert
und Hugo Wolf, und mit dem Chor Die mit Tränen ſäen
von Fr. Riel ſchloß die Madrigalvereinigung die erhebende Ge=
dächtnisfeier
ebenſo ab.
Im Laufe des Sonntags wurden an den Denkmälern der
einzelnen Regimenter Kränze niedergelegt. Am Denkmal der
Dragoner wurden abends die Opferſchalen entzündet.
Am Vormittag des Sonntags fand vor dem Hauptportal
zum Friedhof eine eindrucksvolle Totengedenkfeier der republika=
niſchen
Vereine und Organiſationen ſtatt, bei der Landtagsabg.
Stork eine Gedenkrede hielt. Auf den deutſchen und fremden
Kriegergräbern wurden anſchließend Kränze niedergelegt.
So hatten, wie im ganzen Reiche, auch Darmſtadts Einwoh=
ner
in Trauer und Dankbarkeit ihrer teuren Verſtorbenen ge=
dacht
und an den Gräbern von neuem gelobt. Treue um
Treue zu halten.

Die Jokenfeiern auf dem Lande.
Ds. Arheilgen, 20. Nov. Gefallenen=Gedenkfeier.
Unter Mitwirkung des Geſangvereins Frohſinn und des evang.
Poſaunenchors veranſtaltete die hieſige Ortsgruppe des Reichs=
bundes
der Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinterbliebenen heute.
nachmittag am Ehrenmal auf dem Friedhof eine kurze, eindrucks=
volle
Toten=Ehrung, zu der ſich faſt die ganze Gemeinde eingefun=
den
hatte. Nach einem einleitenden Choral durch den Poſaunen=
chor
und einem Chor durch den Geſangverein Frohſinn hielt
Gauleiter Tauer eine Anſprache, die in dem Rufe nach Frieden
und der Mahnung, die teuren Toten nicht zu vergeſſen, ausklang.
Anſchließend erfolgten verſchiedene Kranzniederlegungen mit ent=
ſprechenden
Anſprachen. Nach einem weiteren Chor durch den
Geſangverein Frohſinn beſchloß der Poſaunenchor mit dem leiſe
intonierten Liede vom guten Kameraden, das von den Anweſen=
den
mit entblößtem Haupte aufgenommen wurde, die ſchlichte
Feier. Anſchließend brachte der evang. Poſaunenchor im Ge=
denken
an unſere Toten vor der Leichenhalle einige Choräle zum
Vortrag, wobei der Stellvertreter unſeres Ortspfarrers kurze,
ehrende Worte ſprach.
F. Eberſtadt, 20. Nov. Totenſonntag. Der Totenſonn=
tag
wurde hier zunächſt am Vormittag in einem Feſtgottes=
dienſt
in der bis auf den letzten Platz beſetzten evangeliſchen
Kirche gefeiert. Pfarrer Weißgerber predigte über Matthäi,
Kap. 8/26: Ihr Kleingläubigen, warum ſeid ihr ſo furchtſam?"
Verſchönert wurde die ernſte Feier durch die geſangliche Mitwir=
kung
des Kirchenchors, der die Predigt mit den beiden Chören:
Mitten wir im Leben ſind (Tonſatz von Arnold Mendelsſohn)
und Wie groß dein Leid auch ſei (Tonſatz von Julius Rietz) fei=
erlich
umrahmte. Die am Nachmittag alsdann auf dem Fried=
hof
veranſtaltete Toten= und Gefallenen= Gedenk=
feier
, an der eine mehr als tauſendköpfige Menſchenmenge teil=
nahm
, leitete der Poſaunenchor mit der Motette von Karl Kloß
(1792): Chriſtentroſt an Gräbern und dem Choral Jeſus,
meine Zuverſicht, der von den Verſammelten mitgeſüngen wurde,
ein. Nach dem Eingangsſpruch: Selig ſind, die in dem Herrn
ſterben... ſang die oberſte Mädchen= und Knabenklaſſe. Es folgte
Gebet und Schriftverleſung, dann ſang der Kirchenchor das be=
kannte
Lied: Jeruſalem, du hochgebaute Stadt, und nach der
tiefen Eindruck und Troſt hinterlaſſenden Gedächtnisrede, in der
Pfarrer Weißgerber beſonders an die im Weltkrieg. Gefal=
lenen
erinnerte und mahnte, das geiſtliche Lied: Herr, wie du
willſt, ſo ſchicks mit mir (beides Tonſätze von Arnold Mendels=
ſohn
) Der Geiſtliche verlas dann die Namen derer, die im letz=
ten
Kirchenjahr verſtorben ſind und auf dem hieſigen Friedhof be=
ſtaitet
wurden: rund 100 liebe Tote, die geſtern noch unter uns
weilten und heute in kühler Erde ruhen. Mit dem Schlußſpiel:
Näher, mein Gott zu dir vertont von L. Maſon (1828) been=
digte
der Poſaunenchor die würdige Feier. Der Friedhof
prangte im Gräberſchmuck. Ueberall hatten liebende Hände und
trauernde Herzen ihrer Toten gedacht. Auch am Gefallenendenk=
mal
waren vielfach von Angehörigen Gefallener Blumen und
Kränze niedergelegt worden. Außer der Gemeinde, die durch eine
prächtige Kranzſpende ihrer gefallenen Söhne gedacht hatte, waren
Kränze mit entſprechenden Schleifen niedergelegt worden von dem
Reichsbund der Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinterbliebenen
(Ortsgruppe Eberſtadt), dem Verein Soldatenkameradſchaft, der
hieſigen Ortsgruppe der Vereinigung ehemaliger Leibgardiſten,
dem Reichsbanner Schwarz=Rot=Gold, der Nationalſozialiſtiſchen
deutſchen Arbeiterpartei und dem Fußballverein Germania.
Op. Pfungſtadt, 20 Nov. Totenſonntag. Der heutige
Totenfeſtgottesdienſt erfreute ſich eines guten Beſuches. Pfarrer
Zinn ſprach über des Chriſten Troſt und Hoffnung am Grab und
Sterbebett. Der Kirchengeſangverein trug die beiden Lieder
Auferſtehen, ja auferſtehen! und Jeruſalem du hochgebaute!
vor. Nachmittags fand auf dem Friedhof zum Gedächtnis der Ge=
fallenen
eine Feier ſtatt, bei der Pfarrer Zinn ebenfalls die An=
ſtrache
hielt. Abends wurde für die Verſtorbenen und im Welt=
krieg
gefallenen Gemeindeglieder eine Liturgiſche Gedenkfeier ab=
gehalten
, bei der außer dem Kirchengeſangverein die Männerchor=
ſchule
und der Bläſerchor mitwirkten und Pfarrer Strack über
Vergänglichkeit und Ewigkeit ſprach.
Cp. Hahn bei Pfungſtadt, 20. Nov. Amheutigen Toten=
ſonntag
nahmen die hieſigen Vereine einen Kirchgang vor. In
dem am Vormittag ſtattfindenen Trauergottesdienſt wirkte der
Schulchor mit. Pfarrer Kempf hielt die Predigt. Im Anſchluß an
den Gottesdienſt fand am Ehrenmal für die Gefallenen eine feier=
liche
Kranzniederlegung ſtatt, die der Geſangverein Sängerluſt
mit Trauerchorälen umrahmte. Auch in Eſchollbrücken und Eich
fanden ſtimmungsvolle Trauerfeiern ſtatt.
Ag. Langen, 20. Nov. Eine Totengedenkfeier fand
heute nachmittag, unter zahlreicher Beteiligung aus allen Kreiſen
der Bevölkerung, auf dem Friedhof ſtatt. Pfarrverwalter Deſch
hieli die Anſprache. Außer dem Bläſerchor hatte ſich der Geſang=
verein
Frohſinn zur Ausgeſtaltung der Feier zur Verfügung ge=
ſtelli
. Im Vormittagsgottesdienſt ſang der Kirchengeſang=
verein
.

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Montag, 21. November 193-1

Seite 4 Nr. 324

Provinzialausſchuß.

Klage des Bezirksfürſorgeverbands
Stadt Darmſtadt gegen den Bezirksfürſorgever=
band
Kreis Darmſtadt wegen Erſatzes von An=
ſtaltspflegekoſten
für Eliſabeth Hofmann.
E. Hofmann zog mit ihrer Schweſter von Darmſtadt nach Ober=
Ramſtadt, dort wollte der Hausbeſitzer ihr den Zuzug angeblich
nicht geſtatten. Die Stadt Darmſtadt brachte die H. im Verſor=
gungsheim
(Ohlyſtift) einſtweilen unter. Es ſteht in Frage, ob
Abſchiebung vorliegt und wo die Hilfsbedürftigkeit eintrat. Der
Kreis Darmſtadt behauptet, letztere ſei ſchon in Darmſtadt einge=
treten
. Die Hofmann kam von Eppſtein (Pfalz) hierher, um ſich
eine Stelle zu ſuchen und blieb hier bis Anfang April d. J. bis ſie
mit der Schweſter nach Ober=Ramſtadt zog. Der Vertreter der
Klagſeite betont, Anſprüche würden nur wegen Abſchiebung ge=
ſtellt
. Das Urteil gibt dem Klagbegehren ſtatt.
2. Klage der Handwerkskammer in Darmſtadt
gegen den Beſcheid des Kreisamts Bensheim
vom 12. September 1932 wegen Eintragung der
Firma Quarzwerk L. Dude u. Cie. zu Reichenbach
in die Handwerksrolle.
Das Kreisamt hat den Antrag auf Eintrag in die Rolle ab=
gelehnt
. Die Firma Dude ſelbſt will wie früher als induſtrielles
Unternehmen angeſehen ſein; ihr erſcheint der Antrag der Kam=
mer
in der Zeit der gegenwärtigen wirtſchaftlichen Not ganz un=
verſtändlich
, anſcheinend ſpiele die finanzielle Frage eine Rolle.
Bereits 1928 iſt die Frage der Zugehörigkeit im
Sinne der Firma Dude entſchieden worden. Der
anweſende Firmeninhaber gibt ein Bild der Entwicklung der
Quarzinduſtrie im Odenwald, die auf die 1890er Jahre zurückgeht;
der Betrieb ſei heute zu neun Zehntel maſchinenmäßig. Der Roh=
block
des Felsbergs werde im Bruche bearbeitet, dann zerſägt und
in die nötige Form gebracht, alles maſchinenmäßige Arbeit. Die
heutigen wirtſchaftlichen Verhältniſſe könnten
nichtnormgebend ſein.
Der Vertreter der Induſtrie= und Handelskammer betont, was
1928 rechtens geweſen, müſſe auch heute noch gelten.
DasUrteilweiſt die Klage ab. Streitwert 2000 RM.
3. Wilh. Böhm in Eberſtadt betreibt angeblich ein Geſchäft
als Darlehensvermittler, als Rechtsberater und erteilt Auskünfte
über Vermögensverhältniſſe, er bezeichnet ſich ſelbſt als Filiale
eines Auskunfts= und Detektivbüros Müfer in Berlin. Böhm
will nur als Agent von Vermittlern tätig geworden ſein und
für Brand=Hannover für deſſen Geldgeſchäfte gearbeitet haben.
Das Kreisamt Darmſtadt beantragt die Entziehung der Erlaubnis
auch mit Rückſicht auf eine bedingt erlaſſene Vorſtrafe. Böhm be=
tont
, ſein Gewerbebetrieb könne nach allem nicht auf Grund des
§ 35 Gewerbeordnung verboten werden. Das Urteil unterſagt dem
Böhm die Vermittlung von Darlehen, die gewerbsmäßige Bear=
beitung
von Rechtsangelegenheiten und die gewerbsmäßige Aus=
kungserteilung
.
4. Antrag des heſſ. Kreisamts Offenbach auf
Feſtſetzung einer Vergütung für den unbeſolde=
ten
Beigeordneten Luft in Neu=Iſenburg.
Während zweier Beurlaubungen hat Luft in der Gemeinde im
Sommer 1932 eine Vertretung geleiſtet, die bei einer Einwohner=
zahl
von 14 000 das Kreisamt in Höhe von 600 RM. für angemeſſen
hält. Die Einwendungen, die erhoben wurden, liegen auf partei=
politiſchem
Gebiet. Das Urteil ſetzt die Vergütung auf
500 RM. feſt.
Nokappell der Behördenangeſtellten.
Der Bezirk Heſſen, Heſſen=Naſſau im Reichsverband der
Büroangeſtellten und Beamten e. V. veranſtaltete als die Berufs=
organiſation
der Behördenangeſtellten in dieſen Tagen in Darm=
ſtadt
, Kaſſel und Mainz drei wirkungsvolle Kundgebungen, die
ein Notappell der Behördenangeſtellten an Re=
gierung
und Volk waren. Als Redner behandelte der Ver=
handsleiter
des RDB. Herr Dr. Imhof=Berlin, überaus ſach=
lich
die ſchwere Notzeit, die gewiß die Regierungen zu ſcharfen
Maßnahmen zwingt. Ausdrücklich betonte der Redner, daß ſich
die Angeſtelltenſchaft keiner ſachlichen Verwaltungsreform ent=
gegenſtellt
, die im Rahmen dieſer Maßnahmen durchgeführt werde.
Keineswegs aber dürfe dabei vergeſſen werden, daß eine weſent=
liche
Vorausſetzung für die Ankurbelung der Wirtſchaft die Er=
haltung
der Kaufkraft bedeute. Für die Behörde ſei jede
Arbeitszeitverkürzung allein aus verwaltungstechniſchen Gründen
untragbar, die nur einſeitig für die Angeſtellten, die mit den Be=
amten
an einen Arbeitsgang gebunden ſind, durchgeführt werde,
allein ohne Rückſicht darauf, daß ſie für die Behördenangeſtellten
eine weitere Kürzung der Gehälter bis zu 27 Prozent bringe. Zu
einer geſunden Wirtſchaft gehöre auch eine geſunde Sozialpolitik.
Dieſe beſchränkt ſich aber nicht nur auf die Sozialverſicherung.
Jede Maßnahme, für Induſtrie Wirtſchaft und Landwirtſchaft
uſw ſei heute mehr als je Sozialvolitik. Wenn in dieſer Zeit der
Kriſe und Not beſonders durch die große Arbeitsloſigkeit der letz=
ten
Jahre das Verhältnis zwiſchen Beitragszahlen und Renten=
empfängern
ſich gewandelt habe, ſo dürfe z. B. in der Invaliden=
verſicherung
der Selbſtverwaltung ein Vorwurf des Verſagens
hierfür wohl kaum zu machen ſein. Unmöglich dürfen nun die
Rücklagen der Angeſtelltenverſicherung zur Sanierung der In=
validenverſicherung
herangezogen werden, wolle man nicht beide
Einrichtungen vernichten.
Eine Notverordnung vom 4. November 1932 behandelte jetzt
die Frage der Unterbringung der Verſorgungsanwärter.
Gewiß beſtehen für Reich und Länder Verpflichtungen, die anzu=
erkennen
und durchzuführen ſeien. Nie aber dürfe es geſchehen,
daß im Vollzug dieſer Verpflichtungen die Behörden und Verwal=
tungen
, in denen ſeit langen Jahren unter beſter Anerkennung
und unter perſönlichen Opfern jeder Art tauſende Angeſtellte tätig
ſind, nur noch für Verſorgungsanwärter offen bleiben und jeder
Wettbewerb der Leiſtungskräfte oder gar jedes Anrecht auf Mit=
beſchäftigung
anderer Staatsbürger ausgeſchaltet werde.
Kaum ein Stand habe ſo um ſeine Anerkennung und um die
Sicherung ſeines Arbeitsplatzes zu kämpfen, als die Behörden=
angeſtellten
, von denen faſt 50 Prozent heute mit einem Gehalt
von unter 150. RM. das Leben friſten müſſen. Nie aber dürfe
die öffentliche Verwaltung dem Fehler verfallen, daß ſie in über=
ſpannter
Rationaliſierung den Wert des Menſchen vernichte. Dem
ſetzten die Behördenangeſtellten zu jeder ſachlichen beruf=
ſtändiſchen
Arbeit im Rahmen des deutſchen Volkes einen
lebendigen Damm entgegen, der ſeine Kraft herleite aus der
chriſtlich=nationalen Weltanſchauung. Dieſe Welt=
anſchauung
und das Bekenntnis zu berufſtändiſcher Arbeit aber
trage die Hoffnung auf die Zukunft des deutſchen Volkes, auf die
Zukunft eines geſchloſſenen und anerkannten Berufſtandes.
Landesgeſchäftsführer Wambach=Frankfurt a. M. konnte
dieſe Ausführungen mit der berufſtändiſchen Arbeit des RDB er=
gänzen
, die in dieſem Bezirke zu manch ſchönem Erfolge geführt
habe.
An Groß=Zimmern, 19 Nov. Die Holzfällerei im hie=
ſigen
Gemeindewald iſt dieſes Jahr höchſt ungewiß und gefährdet.
Man ſteht bis jetzt unüberwindlichen Schwierigkeiten gegenüber.
Der Gemeinde iſt es unmöglich, die zur Holzfällung nötigen
Arbeitslöhne zu beſchaffen, da ſie kaum mehr die ſchon ſehr hohen
Wohlfahrtsgelder erſchwingen kann. Sie wollte nun zwei Fliegen
mit einer Klappe ſchlagen und hatte beabſichtigt, durch ver=
heiratete
Erwerbsloſe freiwillig die Holzfällung vornehmen zu
laſſen, ſo daß jedem Arbeiter bei Aufarbeitung von 10 Rm. Holz
3 Rm. und 150 RM. als Entſchädigung geboten wurde. Es
wurden darüber ſchon mehrere Verſammlungen gehalten. Leider
konnte bis jetzt noch keine Einigung erzielt werden Errich=
tung
eines Ehrenmals für die Gefallenen End=
lich
will nun auch die Gemeinde Gr.=Zimmern ihren gefallenen
Söhnen ein Ehrenmal ſetzen. Geſtern abend tagte zum erſtenmal
ein erweiterter Denkmalsausſchuß, der ſich aus Vertretern aller
Körperſchaften und Vereine zuſammenſetzte. Grundſätzlich wurde
die Auffaſſung vertreten, daß ein Ehrenmal endlich einmal ge=
ſchaffen
werden müſſe. Ueber die ſchwierigſte Frage, die Finan=
zierung
, wurde längere Zeit lebhaft diskutiert. Von einer Haus=
ſammlung
ſoll bis zur Erledigung der Winterhilfe abgeſehen
werden. Während dieſer Zeit will man Bauſteine abſetzen
Cp. Nieder=Roden, 20 Nov. Doppeljubiläum. Die aus
den beiden früher ſelbſtändigen Geſangvereinen Sängerkranz,
und Polyhymnia entſtandene Sängervereinigung Nieder=
Roden beging am Samstag und Sonntag ein doppeltes Jubiläum.
Der ehmalige Sängerkranz konnte nämlich auf ein 60jähriges
Beſtehen zurückblicken, während die Polyhymnia auf ein 40jähr.
Beſtehen zurückblicken kann. Aus dieſem Anlaß fand am Samstag=
abend
eine Akademiſche Feier ſtatt, an der ſich die Ortsvereine
zahlreich beteiligten. Der für den heutigen Sonntagnachmittag
angeſetzte Liedertag, zu dem bereits eine größere Anzahl aus=
wärtiger
Vereine zugeſagt hatten, mußte umſtändehalber ausfal=
len
und auf einen ſpäteren, noch nicht endgültig feſtgeſetzten Ter=
min
verſchoben werden. Es fand daber heute lediglich eine Schluß=
feier
mit Tanz ſtatt.

Aus den Gemeinderatssitzungen.
E. Winterkaſten. 18 Nov. Aus dem Gemeinderat.
Inangkiffnahme der Planierungsarbeiken
Das Holzhauen im Gemeindewald ſoll Anfang nächſter Woche be=
ginnen
. Es werden 12 bis 15 Arbeitsloſe bei dieſen Arbeiten Be=
ſchäftigung
finden. In erſter Linie ſollen Wohlfahrtsunter= u1 ein Bismarck-Nationaidenkmar duf der Etiſenheil

ſtützungsempfänger berückſichtigt werden. Das Erſuchen der Ge=
meinde
Lindenfels um Teilnahme an der Anſchaffung einer
Motor=Feuerſpritze wurde abgelehnt.
d. Rimbach i. Odw., 19. Nov. Gemeinderatsſitzung.
Der Rat nimmt Kenntnis von dem Amtsblatt Nr. 79 vom 4. No=
vember
1932 und beſchließt einſtimmig, auf Antrag diejenigen Ge=
werbe
einer nochmaligen Veranlagung zur kommunalen Gewerbe=
ſteuer
für Rechnungsjahr 1932 zu unterziehen, bei denen das Ge=
werbekapital
oder der Gewerbeertrag gegenüber den zuletzt feſt=
geſtellten
Beträgen um mehr als 20 Prozent zurückgegangen ſind.
In dieſen Fällen wird die Gewerbeſteuer bis zur endgültigen Ver=
anlagung
zinslos geſtundet. Verſch. Anträge der hieſigen Wohl=
fahrtserwerbsloſen
wurden dahingehend erledigt, daß die Bürger=
meiſterei
mit dem Heſſ. Kreisamt Heppenheim wegen Erhöhung
des Reichszuſchuſſes Verhandlungen führen ſoll, um den Anträgen
gerecht werden zu können Das Heſſ. Forſtamt Birkenau ſoll
wegen eines außerordentlichen Holzhiebes zu Winterhilfszwecken
angegangen werden. Die Landeskommunalbank=Girozentrale
für Heſſen in Darmſtadt hat für ein kurzfriſtiges, zur Rückzahlung
fälliges Gemeindedarlehen entſprechende Sicherheiten zwecks Wei=
terleitung
an die Akzeptbank A.=G. in Berlin verlangt. Das Dar=
lehen
wurde ſeinerzeit als Baudarlehen an Private weiterver=
liehen
, und jetzt iſt die Gemeinde gezwungen, die ihr hiefür ge=
ſtellten
Hypotheken pp. abzutreten, um den Schuldnern bei einem
evtl. zwangsweiſen Vorgehen der Bank jegliche Unkoſten zu er=
ſparen
. Der Heſſ. Landesbank, Staatsbank in Darmſtadt, wurde
für ein Baudarlehen des A. F. der Vorrang eingeräumt. Der Vor=
rangseinräumung
wurde nur zugeſtimmt, da es ſich um eine zur
Hofreite gehörige Parzelle handelt.
Bt. Auerbach, 19 Nov. Gemeinderat. Voranſchlag pro
1932. Bei Rubrik 29 betr. Kirchen lehnte die ſozialdemokratiſche
Fr=ktion den Poſten für die Beſoldung des Organiſten in Höhe
von 468. RM. ab, weil nach der Angabe ihres Sprechers die
Kirche ein Parteilokal geworden ſei. Der Vertreter der Kommu=
niſtiſchen
Partei ſchloß ſich der Ablehnung an. Der Antrag auf
Ablehnung dieſer Poſition wurde durch die Mehrheit der Rechten
niedergeſtimmt. Den größten Ausgabepoſten weiſt die Rubrik 27
(Armenpflege) auf mit 84 282,71 RM., davon ſind 64 000 RM.
Erwerbsloſenkoſten. Für die Notſtandsarbeiten ſind daneben in
Rubrik 43 noch 10 000 RM. vorgeſehen. Der Voranſchlag ſchließt
insgeſamt ab mit einer Ausgabe von 286 679,52 RM. und einer
Einnahme von 147 358,52 RM. Daraus ergibt ſich ein Fehlbetrag
von 139 321 RM. Im Vorjahr betrugen die Ausgaben 240 956.35
RM., die Einnahmen 164 956,35 und der Fehlbetrag 76 000 RM.,
der durch Steuern gedeckt war. Der diesjährige Fehlbetrag von
139 321 RM. wurde bei der Geſamtabſtimmung mit allen gegen
die Stimme des Bürgermeiſters nicht anerkannt und ſomit der
Voranſchlag in ſeiner Geſamtheit nicht genehmigt. Für die Deckung
des Voranſchlages 1932 hatte die Verwaltung die Erhebung von
Steuern in Höhe von 99 321 RM. vorgeſehen, ſo daß noch ein
ungedeckter Betrag von 40 000 RM. verbleiben würde. Es ſollten
zur Erhebung kommen vom bebauten Grundbeſitz 37 Rpf. (im Vor=
jahre
21 Rpf.) mit insgeſamt 37 940 RM.; vom unbebauten Grund=
beſitz
50 Rpf. (im Vorjahr 32 Rpf.) mit insgeſamt 14 335 RM.;
vom Gewerbekapital 72 Rpf. (im Vorjahr 60 Rpf.) mit insgeſamt
8998 RM.; vom Gewerbeertrag 3.25 RM. (im Vorjahr 2,60 RM.)
mit insgeſamt 7364 RM.; Sondergebäudeſteuer bis 7000 RM.
Steuerwert 41,75 Rpf., insgeſamt 3374 RM.; Sondergebäudeſteuer
über 7000 RM. Steuerwert 36,43 Ryf. mit insgeſamt 27310 RM.
Für den ungedeckten Betrag von 40 000 RM. käme ab 1. Januar
1933 die Bürgerſteuer in Betracht, die für ein Vierteljahr auf
2500 RM. im Ergebnis geſchätzt wird. Die Fortführung der Ge=
meindewirtſchaft
wird ſomit zwangsläufig im Verwaltungswege
geſchehen müſſen.
By. Langen, 19. Nov. Gemeinderatsbericht. Im
Monat September iſt beim Gaswerk ein Ueberſchuß von 2286 RM.
zu verzeichnen, bei der Elektrizitätsverſorgung aber nur 46,73 RM.
Die Anträge der kommuniſtiſchen Fraktion werden infolge feh=
lender
Mittel abgelehnt. Dem Erwerbsloſenausſchuß ſoll ein
Schulſaal für die Sitzungen zur Verfügung geſtellt werden Die
Schulkinderſpeiſung wird auch in dieſem Winter durchgeführt. Die
zu ſpeiſenden Kinder werden durch den Arzt beſtimmt. Im
Staats= und Gemeindewald ſoll an etwa 100 Reflektanten Stock=
holz
zu geringen Preiſen abgegeben werden. 365 hatten ſich darum
beworben. Verſchiedene Baugeſuche wurden genehmigt.
Neuſtadt i. Odw., 19. Nov. Dem zurzeit einſetzenden Abbau
auf allen Gebieten iſt auch unſer Poſtamt nun zum Opfer gefallen
und wird vom 1. Januar 1933 ab in eine Agentur umgewandelt
werden; damit hat auch eines der älteſten Poſtämter (ſchon Turn
und Taxis) aufgehört. Dieſer Abbau bedeutet für uns auf poſta=
liſchem
Gebiete einen großen Rückſchritt, da wir früher eine vor=
bildlich
gute Poſtverbindung hatten. Schon in früheren Jahren
hatte man verſchiedentlich den Abbau geplant, er konnte immer
wieder im Intereſſe unſerer Poſtbeſtellung und unſeres Städtchens
abgewehrt werden, zumal auch mit zunehmender Induſtrie
(Gummifabriken) zunehmende Einnahmen gewährleiſtet waren.
So war unſer kleines Poſtamt eines der wenigen, das ſogar noch
Ueberſchuß an Einnahmen abliefern konnte. Mit der vor einiger
Zeit einſetzenden Verkraftung der Landpoſt, die ſich ſehr wohl auch
von hier aus hätte bewerkſtelligen laſſen, wurde das Hinterland
genommen und unſer Amt Zweigpoſtamt von Höchſt i. O. Damit
trat zugleich eine Verteuerung in der Poſtzuſtellung unſerer Nach=
barorte
ein, weil der Ortsverkehr damit wegfallen mußte.
Eb. Nordheim (Ried), 17. Nov. Definitive Beſetzung
der zweiten Lehrerſtelle Schulverwalter Johannes
Schnellbächer, dem Sohn des Buchdruckereibeſitzers Johannes
Schnellbächer zu Auerbach, wurde die hieſige zweite Lehrerſtelle
definitiv übertragen.
Gl. Gernsheim, 18. Nov. Zum Nachfolger des in den Ruhe=
ſtand
getretenen Pfarrers und Dekans Vogel wurde durch die Kir=
chenregierung
Pfarrer Lic Dr. Franz Stumpf=Merlau ( Ober=
heſſen
) zum evangeliſchen Pfarrer von Gernsheim ernannt. Pfar=
rer
Stumpf ſteht im 43. Lebensjahre. Er wurde am 16 Dezember
1889 in Darmſtadt als Sohn eines Lehrers geboren. Nach Been=
digung
ſeiner Theologieſtudien wurde er 1914 Verwalter in Ober=
Moſſau, 1914/15 war er Aſſiſtent in Rüſſelsheim. 1915 noch
wurde er Verwalter in Langen. Von Langen, wurde er nach
Gadernheim verſetzt wo er bis 1919 Aſſiſtent war. 1919 wurde er
zum Pfarrer von Eſchenrod in Oberheſſen ernannt. Von Eſchenrod
kam er nach Merlau.
Bad Wimpfen, 19. Nov. Goldene Hochzeit. Wie aus
Amerika berichtet wird, feierte am 22. Oktober, das Ehepaar
William Maiſenhälder in Winfield (Long=Island), im Beiſein
von 3 Söhnen, 9 Enkeln und 161 Gäſten das ſeltene Feſt der gol=
denen
Hochzeit. William Maiſenhälder iſt noch allen Wimpfenern
in ſehr guter Erinnerung, denn er war es der den erſten Aufruf
an die Wimpfener Amerikaner gleich nach dem Krieg erließ zu
einer Kollekte für die vielen notleidenden Wimpfener. 628 Dol=
lar
konnte W. Maiſenhälder damals an Bürgermeiſter Sailer
überſenden.
Dy. Sprendlingen, 19. Nov. Hohes Alter. Frau Mar=
garete
William, geb. Stroh, Frankfurter Straße 44, kann in äußerſt
ſeltener Friſche am 24. November ds. Js. ihren 84. Geburtstag
begehen. Herr Gg. Stroh 24., der letzte Kriegsteilnehmer aus
1870/71 in unſerer Gemeinde und der einzige Empfänger des
Ehrenſoldes, darf am 25. November ds. Is. ſeinen 83. Geburts=
tag
in bewundernswerter Rüſtigkeit feiern.
P. Rüſſelsheim, 19. Nov. Die Verhandlungen zwiſchen dem
hieſigen Heimatverein und der Stadtverwaltung betreffend Er=
richtung
eines Heimatmuſeums ſind abgeſchloſſen. Die Stadt ſtellt
ſämtliche Räume des Gewerbeſchulhauſes in der Schulſtraße zu
Muſeumszwecken, wenn die Realſchule ihren vergrößerten Neubau
bezogen hat. Das Muſeum ſoll im nächſten Frühjahr der Oeffent=
lichkeit
zugänglich gemacht werden. Das am Maindamm neu
errichtete Opelſche Schloß iſt von ſeinem Beſitzer, Dr. Fritz Opel
ſen,, bezogen worden und bildet eine architektoniſche Zierde des
Landſchaftsbildes.

Oberheſſen.

Bad Nauheim, 19 Nov. Verleihung des Ehren=
meiſterbriefes
. Die Handwerkskammer Darmſtadt verlieh
Schmiedemeiſter Ohl anläßlich ſeines 80. Geburtstages den
Ehrenmeiſterbrief. Dieſelbe Auszeichnung wurde durch den Vor=
ſitzenden
der Handelskammernebenſtelle Friedberg Schloſſermeiſter
Heß überreicht.

Bingen, 19. November
Zu den Plänen für die Errichtung eines Bismarck=Natio
denkmals auf der Eliſenhöhe bei Bingerbrück teilt der Vorſt.
des Vereins zur Errichtung eines Bismarck=Nationaldenkmal=
Düſſeldorf mit: Im Laufe des Monats Dezember wird mit
Beginn der Arbeiten auf der Eliſenhöhe im Rahmen des Frl
willigen Arbeitsdienſtes gerechnet werden dürfen. Es handelt
dabei nicht nur um Planierungsarbeiten, ſondern auch um
Durchführung volkswirtſchaftlich wertvoller Meliorationen
dem Rebengelände. Weitergehende Pläne, die den Rahmen
genannten Arbeiten überſchreiten, ſcheiden vorläufig aus,
zwar allein ſchon aus dem Grunde, weil das Vermögen des M
eins durch die Inflation in ſeinen Grundfeſten erſchüttert wor
iſt. So erſcheint es im Augenblick auch vollkommen müßig, ul
die Formgebung des Denkmals ſelbſt in Erwägungen einzutreten.
ſteht nur feſt, daß alle früheren Entwürfe wegen der erheblit
Wandlung des Formgefühls unſerer Zeit und der zuſammen
ſchmolzenen Mittel des Vereins für eine Ausführung nicht
Frage kommen. Ob Profeſſor Kreis in Zukunft an der Ausi
rung des eigentlichen Denkmals mitwirken kann und wird,
noch vollkommen dahin.

Gewinnauszug
2. Klaſſe 40. Preußiſch=Süddeutſche Staats=Lotterie.
Ohne Gewähr
Nachdruck verboten

Auf ſede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen I und II.

2. Ziehungstag
19. November 1932
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 300 D.
gezogen
4 Gewinne zu 10000 M. 72396 147728
4 Gewinne zu 5000 M. 309082 345758
2 Gewinne zu 3000 M. 202041
14 Gewinne zu 2000 M. 76514 87112 178468 195426 263796 335080
354264
26 Gewinne zu 1000 M. 31622 81030 112482 1194368 127140 266185
277728 288497 323398 340467 354041 360055 368569
38 Gewinne zu 800 M. 53464 79268 89170 89815 90117 9643
120258 136928 157963 198123 202326 221567 271 120 298100 327035
327081 339960 341797 363956
58 Gewinne zu 500 M. 7616 19473 39114 44781 76614 76743
88846 101871 136879 154695 164744 188042 173467 193141 19870
237531 239790 255755 264596 275467 283941 288580 295903 32687
360131 364335 367992 393903 398958
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne 1
gezogen
2 Gewinne zu 50000 M. 120743
2 Gewinne zu 10000 M. 214721
4 Gewinne zu 5000 M. 200639 227664
6 Gewinne zu 3000 M. 145305 323041 364343,
6 Gewinne zu 2000 M. 206451 310060 892540
24 Gewinne zu 1000 M. 83194 126691 186716 215424 21sir0
230279 269373 296472 316945 331666 337293 337914
40 Gewinne zu 800 M. 42064 49754 64960 81192 83726 9185
113681 114491 145935 146004 232391 247959 254167 255948 25945
314056 337097 374124 385269 391553
58 Gewinne zu 500 M. 15603 31416 36997 41008 49736 85254
105898 140259 140888 159507 169605 181534 190961 208511 22897
232071 266786 273728 275105 309406 344932 357847 358253 36386
381440 385006 386273 392587 396444
Die Ziehung der 3. Klaſſe der 40. Preußiſch=Süddeutſche
(266. Preuß.) Staats=Lotterie findet am 14. und 15. Dezember 197
ſtatt.

4ud Baden
herrſch
ſAeinert n
a 2 Spie
Hm Clubs,
befanden
Nor

15.20
17.00,
18.50: Engliſch.
19.20:
19.45:
20.05:
22.00:

9.30:
10.10:
15.00:
15.45:
16.00:
16.30:
17.30:
18.00:
18.30:
18.00:
19.25:
19.40:
20.00:
21.15:
21.30:
22.15
22.45:
Anſchl.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Montag, 21. Rovember
Dr. phil. Maria Schlüter=Hermkes: Autorität und Liebe
der Familie.
München: Nachmittagskonzert. Werke von Roſſini. Wal
teufel, Kreisler v. Blon u. a.
18.25: Will ich zum Lande zurück? Geſpräch mit einem Induſty
arbeiter, geführt von Dr. Laven,
Menſchliche Ausdrucksformen: Der Ausruf. Von A. Aue
bach und Dr. Laven.
Aktuelle Stunde.
Viertes Montagskonzert des Frankfurter Orcheſter=Verem
Ausf.: Rundfunk=Symphonie=Orcheſter. A. Hoehn (Klavia
Hans v. Stävelmann, ein Geheimer. Aus Timm Krögers 6
ſchichten: Leute eigner Art.
22.30: Zeit. Nachrichten, Wetter, Sport.
22.45: München: Nachtmuſik der Kapelle Max Textor.
Königswuſterhanſen.
Deutſche Welle: Montag, 21. November
Dr. phil. Marga Baganz: Menſchen in Not.
Schulfunk. Geſchichte als Dichtung.
Kinderſtunde. Was Ihr wollt!
W. A. Bludau: Der wahre Werkſtudent.
Berufsſchuldirektor Seifert: Der Berufsgedanke als geſ
tendes Prinzip der Berufsſchule.
Berlin: Nachmittagskonzert.
Ob. Reg.=Rat a. D. Dr. Dr. Morsbach: Deutſche Kulv
politik im Auslande.
Dr. Juſt: Muſizieren mit unſichtbaren Partnern.
Camilla Stiemer: Charakter und Schickſal.
Oberſtleutnant a. D. Reiner: Die richtige Ausbildung
Schlepperführers.
Ob. Ing. Nairz: Viertelſtunde Funktechnik.
Zeitdienſt.

Deutſche Hausmuſik. 1. Alte Muſik. 2. Klaſſiſch=romantſ
Muſik. 3. Zeitgenöſſiſche Muſik.
Tages= und Sportnachrichten.
Stuttgart: Verliebt, verlobt, verheiratet, Schwäbiſche Vrſ
liederſtunde mit Bauernmuſik.
Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Deutſcher See=Wetterbericht.
Tanz=Muſik. Kapelle Adalbert Lutter.

Weiterbericht.
Warmluft iſt über Frankreich bereits bis zum Rhein9
vorgedrungen, wo Morgentemperaturen von 10 Grad Ce
gemeſſen wurden. Da ſich das Islandtief nach Skandinavier!
fortbewegt, ſo wird durch ſeine Südſeite bei uns die milde
ſtrömung gefördert. Es bleibt alſo vorerſt verhältnismäßig
und trübe, zwiſchendurch kann allerdings auch leichtes Auffel
eintreten. Dabei ſind vereinzelt auch Niederſchläge zu erwis
die aber nur in geringen Mengen auftreten.
Ausſichten für Montag, den 21. November: Neblig und bev‟
zwiſchendurch auch leicht aufklarend, ziemlich mild. verein
leichtere Niederſchläge.
Ausſichten für Dienstag, den 22. November: Etwas verän
liches, verhältnismäßig noch mildes Wetter.
Hauptſchriffleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Redl.
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhm
für den Handel: dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdlenſt: Andreas Bau‟
Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nettei
für den Inſeraienteil und geſchäftliche Mitteilungen: Wiliy Kuhle;
Druck und Verlag: L. C. Wittich ſämilich in Darmſtadt.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantle der Rückſendung nicht übernommer

Die heutige Nummer hat 8 Seiten.

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nochrichten

Seite 5

Fleiner Fußball=

Große Ueberraſchungen.

Mainz 05 vergrößert den Vorſprung. Acht
und Kickers V. ſ. B.
rue Auftergstuttotdaten ermittell.

mal 1:1, darunter Club gegen Neuling Germania Nürnberg, Sppgg. Fürth V. ſ. R. Fürth
Skukkgark. Bayern und 60 München unkerliegen, auch Waldhof geſchlagen.

on den 80 ſüddeutſchen Bezirksligiſten waren am Sonntag
ht6 beſchäftigt. Die anderen ſetzten aus, weil in Preußen,
ßi und Baden wegen des dort gefeierten Totenſonntags
verbot herrſchte. Trotzdem alſo das Spielprogramm weſent=
zherkleinert
war, gab es eine Fülle von Ueberraſchungen.
dden 24 Spielen des Tages endeten acht mit einem 1:1, und
ſt den Clubs, die dieſes Unentſchieden in Kauf nehmen
Iſen, befanden ſich auch die beiden führenden Mannſchaften
Fsruppe Nordbayern, 1. FC. Nürnberg und Sp.Vg.
hy. Der Club, der bislang in 14 Spielen noch keinen ein=
Punkt eingebüßt hatte, ließ ſich ausgerechnet von dem
ſung und Tabellen=Vorletzten Germania Nürnberg ein 1:1
ſirngen. Das 1:1 aus dem Treffen der Sp.Vg. Fürth gegen
hVfR. Fürth iſt ſchon eher verſtändlich. Trotz der Ueber=
ſungen
ändert ſich aber nichts an der Tatſache, daß Club
Mleeblatt wieder die Gruppe bei den ſüddeutſchen End=
ſin
vertreten werden. Der Club braucht ſogar aus den
ausſtehenden drei Spielen nur noch zwei Punkte, um
Epenmeiſter zu ſein.
die Serie der Ueberraſchungen fand in Südbayern ihre
zberung mit Punktverluften der beiden führenden Mann=
ſer
Bayern und 1860. Bayern ſpielte gegen Teutonia nur
ſud 1860 mußte gegen Wacker ſogar eine 4:3=Niederlage
2207hcken. Aber auch hier wird ſich an der Situation, daß
hrr und 60 an der Tabellenſpitze bleiben und die Gruppe
hien Endſpielen vertreten werden, nichts mehr ändern. Bayern
ſichen hat durch die Niederlage der 60er ſeinen Vorſprung
gk auf drei Punkte erhöhen können und hat damit nun
auch die Gruppenmeiſterſchaft wieder ſicher.
r=Baden gab es nur ein Spiel. Der Karlsruher FV.
in Schramberg zwar nur 1:0 aber auch das genügte,
oe Vorſprung erneut zu erhöhen.
Bürttembergs Tabellenerſte, Kickers Stuttgart und
Stuttgart, trennten ſich mit einem 1:1. Nach Verluſt=
ſten
gerechnet, ſteht der VfB. mit 7 Punkten immer noch
eſten, ihm folgen die Kickers mit 8, FC. Pforzheim und
E Böckingen mit je 9 Verluſtpunkten. Pforzheim war an
Imn Tage ſpielfrei, Böckingen fertigte zu Hauſe den bereits
Abſtieg verurteilten Tabellenletzten Normannia Gmünd
Wr der Gruppe Rhein wäre im Falle eines Sieges der
Baldhof ſchon an dieſem Sonntag Meiſter geweſen, aber
bhof ließ ſich von Phönix Ludwigshafen 1:0 ſchlagen und
run noch einen weiteren Sonntag warten, um ſich mit
Titel ſchmücken zu können. Die Ausſichten von Phönix
Wigshafen, Zweiter und damit Endſpielteilnehmer zu
hen, ſind durch dieſen Sieg beträchtlich geſtiegen, während
Ait Chancen Viernheims durch das 1:1=Spiel gegen Mann=
18 wieder minderten.
Un der Gruppe Saar konnte der FK. Pirmaſens einen
E: Vorſprung von drei Punkten vor dem Zweiten, 1. FC.
Arslautern gewinnen. Pirmaſens ſchlug nämlich zu Hauſe
Ktrchen 2:1, während Kaiſerslautern in Idar 2:1 ge=
ſen
wurde.
=ſſen und Main hatten nur je ein Spiel auf der
* In Heſſen ſchlug der Tabellenführer Mainz 05 den
Bürſtadt 5:0 und wahrte damit ſeine zwei Punkte Vor=
vor
Wormatia Worms. Am Main wurde das Schick=
ſes
alten FC. 93 Hanau entſchieden. Da Hanau in Fried=
nur
unentſchieden 3:3 ſpielte, wird dieſer alte Bezirks=
nun
wohl zuſammen mit Friedberg den Weg in die
Neli ga antreten müſſen.
Die Fußball=Ergebniſſe.

Verbandsſpiele in Süddeutſchland.
pe Heſſen: FSV. Mainz 05 V. f. R. Bürſtadt 5:0.
hpe Main: V. f. B. Friedberg 1. FC. Hauau 93 3:3.
hpe Nordbayern: Germania Nürnberg 1. FC.
ürnberg 1:1. SpVgg. Fürth V. f. R. Fürth 1:1. 1. FC.
orreuth ASV. Nürnberg 3: 2. Würzburger Kickers
(C. Schweinfurt 2:3.
ye Südbayern: Bayern München Teutonia Mün=
Nen 0:0. Wacker München 1860 München 4:3. DSV. Mün=
GSSV. Ulm 1:1. Jahn RegensburgUlmer FV. 94 1:1.
pe Baden: SpVgg. Schramberg Karlsruher FV. 0:1.
*pe Württemberg: V. f. B. Stuttgart Stuttgarter
Piers 1:1. Sportfr. Eßlingen SV. Feuerbach 1:1. FC.
uckenfeld Stuttgarter SC. 2:1. Union Böckingen Nor=
ANau=nia Gmünd 8:1.
I pe Rhein: Phönix Ludwigshafen SV. Waldhof 1:0.
R. Kaiſerslautern V. f. R. Mannheim 2:2. Amicitia
ienheim FC. Mannheim 08 1:1.
E pe Saar: 1. FC. Idar 1. FC. Kaiſerslautern 2:1.
Mi tkracht Trier Sportfr. Saarbrücken 5:2. FV. Saarbrücken
Sgar 05 Saarbrücken 1:1. SV. 05 Saarbrücken SV.
Lochlingen 3:2. FK. Pirmaſens Boruſſia Neunkirchen 2:1.
eutſche Vereine auf Reiſen: Preußen Münſter
REintracht Frankfurt 0:2. Boruſſia Fulda Germania
Jſicber 4:0.
Mainz 05 hält die Führung.
Mainz 05 VfR. Bürſtadt 5:0.
* Platzherren mußten mit Erſatz für den in Langen ver=
Mittelläufer Decker antreten. Der Erſatz war ungenügend,
motdem hielt ſich die Mannſchaft nach der Pauſe, als der
M4 ungeſtellt worden war, ausgezeichnet und ſie landete
Sinen hohen Sieg. In der erſten Halbzeit erreichte ſie

gegen die zäh kämpfenden Gäſte nur einen Treffer, den Scherm
in der 13. Minute erzielte. Gleich in der erſten Minute nach
dem Wechſel erhöhte Scherm auf 2:0. Engelhardt (zwei) und
Burkhardt fügten noch drei weitere Treffer an. Glaſer=
Neckarſulm leitete das von 3500 Perſonen beſuchte Treffen be=
friedigend
.
Damit haben die Mainzer einen klaren Vorſprung erlangt,
ſie führen nun nicht mehr allein nach Verluſt=, ſondern auch
nach Gewinnpunkten mit zwei Zählern vor Wormatia Worms.
Egelsbach Fr. Tgde. Darmſtadt 2:0 (1:0).
An einen Sieg Darmſtadts glaubte man wohl nicht, wer aber
Gelegenheit hatte, dieſes Spiel zu ſehen, mußte zugeben, daß Egels=
bach
ſeine liebe Not hatte, die zwei Punkte zu erringen. Ein tem=
peramentvolles
Spiel von Anfang bis Ende mit einigen Härten.
Was Egelsbach ſeinen Gäſten an Technik voraus hatte, glichen die
Darmſtädter durch koloſſalen Eifer aus. Beide Hintermannſchaf=
ten
ſind ſich ziemlich gleichwertig. Der Daxmſtädter Hüter hatte
beſtimmt die meiſte Arbeit zu bewältigen und erledigte ſie in beſter
Manier. Die erſte Halbzeit war beſtimmt die beſte des ganzen
Spiels. Der Wechſel bringt dann etwas mehr Leben in die Spie=
ler
, denn eine jede Partei verſucht eine Beſſerſtellung herbeizufüh=
ren
. An Verwarnungen und Strafſtößen fehlt es auch nicht. Gegen
Schluß ſind die Gäſte durch Verletzungen von Spielern nur noch
mit 9 Mann im Spiel, können aber trotzdem das offene Feldſpiel
bis Schluß durchhalten. Das Spiel könnte bis auf einige Kleinig=
keiten
gut gefallen und hatte in dem Schiri, trotz einiger Nörgler,
einen vorbildlichen Leiter. 2. Mannſch, nach ausgeglichenem
Spiel 0:1 für Darmſtadt.
Rund um den Fußball=Sonnkag.
Die Berliner Verbandsſpiele.
Von den ſechs Verbandsſpielen am Totenſonntag in Berlin
verſprach man ſich keine Senſation. Die erzielten Ergebniſſe
entſprachen denn auch den Erwartungen. In der Abteilung A
landeten die beiden Spitzenreiter zwei eindrucksvolle Siege.
Viktoria 89 ſchlug mit 5:1 (2:1) Wedding überlegen, und auch
Tennisburuſſia kam gegen Wacker 04 mit 4:1 (2:0) zu einem
zahlenmäßig hohen Erfolge. Die Poſt und Blau=Weiß ſpielten
2:2. In der Abteilung B ſtand die Begegnung zwiſchen Minerva
und dem VfB. Pankow im Mittelpunkt. 12 000 Zuſchauer er=
lebten
jedoch einen unſchönen Kampf, der ſich lediglich durch
übergroße Härten und übertriebenes körperliches Spiel aus=
zeichnete
. Minervas beſſeres Feldſpiel glich Pankow durch eine
gute Verteidigung aus, ſo daß das Unentſchieden von 1:1 gerecht=
fertigt
iſt. Hertha hatte große Mühe, um in Lichtenberg von
4000 Zuſchauern über die Bewag mit 2:0 (2:0) beide Punkte
in Sicherheit bringen zu können. Während der VfB. Pankow
hinter Hertha auf den zweiten Tabellenplatz vorgerückt iſt, hat
der BSV. 92 durch ſeine 1:2=Niederlage gegen den Spandauer
BC. den Anſchluß verloren. Die ſpieleriſch weit überlegenen
Schmargendorfer vermochten die eiſerne Verteidigung der
Gäſte nicht zu durchbrechen. Zwei ſchnelle Durchbrüche der
Spandauer brachten dagegen ebenſoviele Tore ein.
VfR. Königsberg hat ausgeſpielt.
Der Kampf um die Oſtpreußen=Meiſterſchaft hat
eine ſenſationelle Wendung genommen. Der baltiſche Altmeiſter
VfB. Königsberg wurde auf eigenem Platz von dem Tilſiter SC.
überlegen mit 4:1 (1:0) abgefertigt. Durch dieſe Niederlage hat
ſich der VfB. ſeine Ausſichten auf den Oſtpreußen=Titel ver=
ſcherzt
. Die Entſcheidung liegt nunmehr nur noch zwiſchen
dem letzten Baltenmeiſter Hindenburg Allenſtein und Pruſſia
Samland Königsberg, die ſich in einem Wiederholungsſpiel
am nächſten Sonntag treffen.
Hamburger SV. wieder geſchlagen . .
Die Ueberraſchung im Hamburger Fußball war am Sonn=
tag
die Niederlage des HSV. Die Rothoſen mußten ohne den
disqualifizierten Sveistrup antreten und verloren gegen Eims=
büittel
mit 1:2 (1:1) nicht einmal unverdient.
Aus den mitteldeutſchen Gauen.
In Nordweſtſachſen hat ſich die Lage am Sonntag
ziemlich geklärt. Im Leipziger Lokalderby ſchlug die Spielvgg.
die Sportfreunde mit 6:1, und da der Altmeiſter VfB. ent=
gegenkommenderweiſe
mit Eintracht Leipzig nur 1:1 ſpielte, hat
jetzt die Spielvgg. mit 16:6 P. die Führung in der Tabelle über=
nommen
. Den zweiten Platz hält der VfB. mit 15:7 Punkten.
In Oſtſachſen ſchreitet der Dresdener SC. mit Rieſenſchritten
der Meiſterſchaft zu. Am Sonntag fertigten die Dresdener mit
Erſatz für Hofmann und Sackenheim in Freiberg die dortigen
Sportfreunde überlegen mit 4:1 ab. Im Kampf um den zweiten
Tabellenplatz behielt Ring Greiling mit 2:0 über Guts=Muts die
Oberhand. In Mittelſachſen dürfte der Chemnitzer BC.
das Rennen machen. Die Chemnitzer ſchlugen National ſicher
mit 2:0. Der Tabellenzweite SC. Limbach mußte durch ein 1:1
mit Preußen die Punkte teilen.
Südoſtdeutſche Meiſterſchaft.
In Oberſchleſien kam der Tabellenführer Vorwärts
Raſenſport Gleiwitz gegen Miechowitz in ſtarke Bedrängnis und
gewann nur knapp 1:0, Beuthen 09 ſiegte mit 4:2 über Preußen
Zaborze weit ſicherer, liegt aber durch die Niederlage am Bußtag
einen Punkt hinter den Gleiwitzern zurück. An der Nieder=
lauſitz
trafen die Spitzenmannſchaften zuſammen. Sppgg.
Hoyerswerda ſchlug den Kottbuſer FV. 98 mit 3:1, und durch
dieſen Erfolg dürfte der Sppgg. wohl die Bezirks=Meiſterſchaft
nicht mehr zu nehmen ſein. In Niederſchleſien führt wie=
der
der Altmeiſter. VfB. Liegnitz,

Aſton Billa ſchlägt Arſenal.
Ueberraſchungen im engliſchen Fußball.
Das Hauptereignis im engliſchen Fußball war an dieſem
Samstag der Großkampf in London zwiſchen den beiden Erſten in
der Tabelle, Aſton Villa und Arſenal. Vor einer ungeheueren
Zuſchauermenge lieferten ſich die beiden Meiſterſchaftsanwärter
einen dramatiſchen Kampf, den ſchließlich Aſton Villa mit 5:3
Toren für ſich entſchied. Wie das Ergebnis erkennen läßt, befan=
den
ſich die Stürmerreihen in großer Fahrt, ſo daß die Auſpizien
für den Länderkampf gegen Oeſterreich etwas beſſer geworden ſind.
Aſton Villa hat ſich durch dieſen Sieg wieder Punktgleichheit mit
Arſenal erkämpft, aber da die Serie der Meiſterſchaftsſpiele erſt
zu einem Drittel vorbei iſt, wiegt dieſe Tatſache nicht allzu ſchwer.
Eine böſe Schlappe leiſtete ſich der Tabellendritte Derby County,
der ſich von Liverpool hoch mit 1:6 ſchlagen ließ. Huddersfield
Town hielt Weſtbromwich Albion knapp mit 2:1 nieder und teilt
ſich nunmehr mit Derby County in den dritten Platz. In der
zweiten Liga bildete das 0:0 des Tabellenerſten Stocke City
gegen den Tabellenletzten Weſtham United die Ueberraſchung des
Tages. Die Punkteinbuße wurde aber dadurch wieder etwas aus=
geglichen
, daß auch der Tabellenzweite Bradford City gegen
Grimsby Town nur ein 1:1=Unentſchieden herausholte. Fulham
wurde durch Mancheſter United 3:4 geſchlagen und von den Totten=
ham
Hotſpurts, die Cheſterfield mit 4:1 hinter ſich ließen, vom
dritten auf den vierten Platz verwieſen. In Schottland
führen die Rangers durch ihren 3:0=Sieg über St. Johnſtone wei=
terhin
allein die Tabelle an. Aberdeen behauptete durch einen
hohen 8:1=Erfolg über Clyde ſeinen zweiten Platz.

Kraftſport.
Polizei Darmſtadt Hösbach . . . . ."
Frankfurt=Eckenheim Polizei Darmſtadt 2.

10:7,
10:8.

Der zweite Kampf der Rückrunde in der Oberliga ſah den
Neuling Hösbach auf der Polizeimatte. Das Vorkampreſultat
wurde diesmal herumgedreht, ſo daß die Polizei die 2 Punkte für
ſich buchen konnte. Hösbachs Mannſchaft iſt wohl ſtark, beſitzt aber
keine Technik. Daher kommt es auch, daß ſehr ſchwerfällig mit ihr
zu kämpfen iſt. Als Kampfrichter fungierte Kreisringwart Wild=
Oberſtein, der ſeiner Aufgabe gewachſen war. Schnauber=Polizei
(Bantam) beſiegte ſeinen Gegner Heeg=Hösbach überlegen n. P.
G. Schanz=P. (Feder) hatte mit dem ſtarken Bormann=H. ſeine
Laſt, über die Zeit zu kommen. Er wurde jedoch einwandfreier
Punktſieger. Im Leichtgewicht Fiedler=P. gegen Koch ging der
Kampf über die Zeit. Beide Kämpfer mußten ſich die Punkte tei=
len
, obwohl Fiedler etwas mehr von dem Kampf hatte. A. Schanz=
Pol. (Welter) kämpfte gegen Heeg überlegen, H. hatte einmal mit
den Schultern die Matte berührt, jedoch der Kampfrichter wertete
es nicht, da ein Teil des Körpers außer Matte war. Durch un=
glücklichen
Selbſtwurf verlor Schanz die Punkte. Als Erſatz für
den noch verletzten Knapp kämpfte zum erſtenmal in dieſem Jahre
Schreuder=P. gegen den bedeutend ſchwereren Göhler (Mittel).
Anfangs vielverſprechend, ſiegte ſchließlich Kraft über Technik. Der
Halbſchwer=Kampf Ließfeld=P. gegen Rauſch bot nichts Intereſſan=
tes
, da R. dauernd die Matte verließ und dadurch Verwarnungen
einſtecken mußte. Ließfeld konnte ſo nicht viel mit ſeinem Gegner
anrichten und erhielt nur den Punktſieg. Kurzen Prozeß machte
Sieber=P. (Schwer) mit Völker. In knapp einer Minute mußte
V. mit der Matte Bekanntſchaft machen. Alles in allem war es
mit einer der härteſten Kämpfe in dieſer Saiſon.
Die Ligamannſchaft der Polizei kämpfte in Frankfurt= Ecken=
heim
am Samstag abend und verlor dort gegen den vorausſicht=
lichen
diesjährigen Meiſter knapp. Der Kampf hätte gewonnen
ſein können, wenn ſich Erbes im Leichtgewicht und Köth im Halb=
ſchwergewicht
etwas beſſer eingeſtellt hätten. Die Ergebniſſe:
Bantamg.: Nönninger=E. Hahl=P. 0:3: Federg.: Schweickert=E.
Keutzer=P. 3:3; Leichtg.: Buchberger=E. Erbes=P. 6:3; Wel=
terg
.: Gemmerich=E. Gerhardt=P. 7:4; Mittelg.: Weider=E.
Lang=P. 7:7; Halbſchwerg.: Kerber=E. Köth=P. 9:7; Schwer=
gew
.: Rau=E. Reuter=P. 10:8.

Darmſtadt 1910 1.
Darmſtadt 1910 2.

Vorwärts Groß=Zimmern 1. 5:13.
Vorwärts Groß=Zimmern 2. 13:6.

Die geſtrige Doppelveranſtaltung der Darmſtädter nahm für
ſie einen ſehr verhängnisvollen Verlauf. Bei beiden Treffen muß=
ten
drei Ringer verletzt vorzeitig die Matte verlaſſen. Die erſte
Mannſchaft hatte beſonders darunter zu leiden, verlor ſie doch
zwei Leute durch ſchwere Unglücksfälle. Zu allem Pech brachte
der Platz=Bantamler noch Uebergewicht. Durch dieſe mißlichen
Umſtände kam die Gäſte=Mannſchaft zu 9 billigen Punkten. Ab=
geſehen
von einigen verſteckten Unfairheiten des 1. Vorwärts=
Leichtgewichtlers, verliefen beide Begegnungen trotz des harten
Kampfcharakters abſolut einwandfrei. Hübler=Neu=Iſenburg war
dent Treffen ein guter Leiter.
2. Mannſchaften: Bantam: Ph. Schäfer (10)Reitzel ( Vor=
wärts
) 3:0 (5.45 Min.). Feder: Hch. Schäfer (10) Göbel
5:0 (15 Min.), Leicht: Winkel (10)Herbert 5:3 (4,45 Min.),
Welter; Haack (10) Lorz 8:3 (50 Sek.). Mittel: Truber
(10) Weber 10:3 (15 Min.). Halbſchwer: Egly (10)
Held 10:6 (d. Aufg.). Schwer: Zimmermann (10) Pull=
mann
13:6 (6 Min.). 1. Mannſch.: Bantam: Borowski
(10) Herbert (Vorwärts) 0:3 (w. Uebergewicht). Feder:
Schwarz (10) Weidner 1:4 (Unentſchieden). Leicht: Daum
(10) Joh. Ohl 1:6 (15 Min.). Welter: Schmitt (10)
K. Ohl 1:9 (d. Aufgabe). Mittel: Keitel (10) Reinhard
2:10 (Unentſchieden) Halbſchwer; Walter (10) Danz
2:13 (d. Aufgabe). Schwer: Veith (10) Fröhlig 5:13 (6.30
Min.).

[ ][  ][ ]

Seite 6 Nr. 324

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Montag, 21. November 1

Von den Sandballfeldern

Zwei neue Meiſter.

Die Handball=Ergebniſſe.

Gruppe Heſſen: Polizei Darmſtadt TSV. Braunshardt 11:3.
Gruppe Nordbayern: Polizei Nürnberg 1. FC. Nürnberg 4:7.
FC. Bamberg Siemens=Schuckert Nürnberg 10:9. SpVgg.
Fürth Nürnberger SC. 15:3. Pfeil Schweinau Bar=
kochba
Nürnberg 5:8.
Gruppe Südbayern (Oſt): 1860 München FC. Fürſtenfeldt=
bruck
3:3.
Gruppe Württemberg: Polizei Stuttgart V.f.B. Stuttgart 9:5.
Kickers Stuttgart TSV. Fellbach 12:2. TV. Wangen
Sportfr. Tübingen 4:6.
Gruppe Saar: V.f. R. Kaiſerslautern1. FC. Kaiſerslautern 4:1.

Am Totenſonntag herrſchte auf den ſüddeutſchen Handball=
feldern
nur ein beſchränkter Betrieb. In den Gruppen Main,
Südrhein und Rhein ruhte der Spielverkehr vollkommen. In
der 1. Abteilung der Gruppe Saar ſicherte ſich der VfR. Kai=
ſerslautern
durch einen 4:1=Sieg über ſeinen Lokalgegner
1. FC. Tabellenſpitze und Meiſterſchaft. In der Gruppe Nord=
bayern
hat ſich bereits am letzten Sonntag der Reichsbahn=
SV. Nürnberg die Meiſterſchaft der Abteilung B geſichert.
Es ſtehen alſo bisher im ſüddeutſchen DSB.=Handball insgeſamt
vier Gruppenmeiſter feſt, und zwar: Ulmer FV. 94 (Südbayern,
Bezirk Weſt), VfR. Kaiſerslautern (Gruppe Saar, Abt. I), Sport=
verein
Merzig (Saar, Abt. II).

Nur ein Treffen in Main=Heſſen.

Im Bezirk Main=Heſſen ſtand am Sonntag nur ein Treffen
in der Gruppe Heſſen auf der Karte. Polizei Darmſtadt hatte
Braunshardt zu Gaſt und beſiegte es ſicher mit 11:3 (8:1). Die
Poliziſten holten damit eines ihrer zahlreichen rückſtändigen
Treffen nach; ſie werden aber doch nicht rechtzeitig fertig, um
das für den 26. Dezember vorgeſehene Entſcheidungsſpiel gegen
den Sportverein 98 auszutragen, wenn ſie nicht an einem der
nächſten Sonntage zwei Spiele nachholen. An einen Punktver=
luſt
eines der beiden Darmſtädter Favoriten iſt jedenfalls nicht
zu denken. Aus der Gruppe Südrhein iſt noch ein Spiel vom
Bußtag nachzuholen, das Kreuznach über Pol. Wiesbaden 6:2
gewann.
Noch keine Entſcheidung in Nordbayern.

Im Bezirk A der Gruppe Nordbayern ſteht die Entſcheidung
noch immer aus. 1. FC. Nürnberg und Sppgg Fürth, die je
zwei Verluſtpunkte beſitzen, geſtalteten ihre ſonntäglichen Spiele
unentſchieden, ſo daß die Entſcheidung vom Rückſpiel der beiden
Mannſchaften abhängen wird.

Fr. Tade. Darmſtadt Groß=Bieberau 8:6 (3:2).

Wohl das ſchlechteſte Spiel lieferte Darmſtadt gegen den Oden=
waldmeiſter
Groß=Bieberau. Wir machten in der Vorſchau darauf
aufmerkſam und wurden angenehm enttäuſcht von den Gäſten, die
ſich in Punkto Eifer und auch Technik faſt ſelbſt überboten. Nicht wie=
derzuerkennen
iſt die Mannſchaft gegen die Spiele vor zwei Jah=
ren
. In Spielaufbau und Balltechnik ſtanden ſie Darmſtadt faſt
wenig nach. In der D. Hintermannſchaft wurden heute die größ=
ten
Schnitzer riskiert, was ja auch in dem vorſonntäglichen Spiel
im Punktverluſt zum Ausdruck kam. Die Torer auf beiden Seiten
ſind für die Mißerfolge ihrer Mannſchaften nicht verantwortlich
und hatten die meiſte Arbeit zu bewältigen. Der Gäſteſturm war
forſcher und einheitlicher als der einheimiſche. Nur das beſſere
Schußvermögen Darmſtadts brachte noch den knappen Sieg.
Darmſtadt 1b Dreieichenhain 1. 9:1: Darmſtadt 2. Ober=
Ramſtadt 1. 8:3.

Um die Bezirksmeiſterſchaft der Jugend im 1. Bezirk.
Sprendlingen Jgd. Fr. Tgde. Darmſtadt Jgd. 3:5 (2:5).

Wenn der Sieg an Darmſtadt fiel, ſo war es beſonders dank
des gut aufgelegten Torers. Sein Gegenüber war beſtimmt nicht
ſchlechter, nur hatte er das Pech, eine unaufmerkſame Verteidigung
vor ſich zu haben.

Norddeutſchlands Hockey marſchierk...

Mikkeldeutſchland in der Silberſchild=Zwiſchenrunde
6:1 geſchlagen.

Norddeutſchlands Hockeygemeinde befindet ſich in taumelnder
Begeiſterung. Mitteldeutſchland wurde im Zwiſchenrundenſpiel
um den Silberſchild geſchlagen, und wie geſchlagen: 6:1, Halb=
zeit
3:0. Die Endſpielgegner für den 21. März ſtehen nunmehr
in Brandenburg und Norddeutſchland feſt. Das norddeutſche
Hockey hat ſich im letzten Jahre ganz ungeheuer entwickelt. Einer
derartigen Stürmerleiſtung, wie man ſie am Sonntag bei den
Norddeutſchen in ihrem Spiel gegen Mitteldeutſchland zu ſehen
bekam, wird Brandenburg ſchwerlich gewachſen ſein.
Eine verhältnismäßig geringe Zuſchauermenge, ungefähr 600,
wurde Zeuge eines mitreißenden, ſpannenden Hockeykampfes, der
durch ſein ſchnelles Tempo und die blitzſchnell wechſelnden Situa=
tionen
begeiſterte. Der norddeutſche Sturm lag nach dem Anpfiff
gleich vor dem mitteldeutſchen Tor. H. Heuſer glückte auch bald
der erſte Torerfolg. Wenig ſpäter erhöhte Buſchow auf 2:0. Das
dritte Tor erzielte kurz vor der Halbzeit der Halbrechte Jacob.
Nach dem Wechſel erzielte der Norden durch ſein beſſeres Zuſam=
menſpiel
durch Heuſer das vierte und durch Lockemann das fünfte
Tor. Erſt dann gelang Mitteldeutſchland durch Würker das
Ehrentor. Dabei muß bemerkt werden, daß die Gäſte noch nicht
einmal ſo ſchlecht waren. Kurz vor Schluß ſtellte dann der Nor=
den
das Endergebnis auf 6:1. Jacob war der Torſchütze.
Der norddeutſche Sturm war in ſeiner Zuſammenarbeit her=
vorragend
, auch die anderen Mannſchaftsteile boten eine ſichere
Partie. Bei Mitteldeutſchland war Heſſe im Tor nicht ganz auf
dem Poſten.
Geſellſchaftsſpiele in Süddeutſchland.
TV. Sachſenhauſen 57 TV. 1817 Mainz 3:3. Damen: TV.
Sachſenhauſen 57 TV. 1817 Mainz 2:1. Rot=Weiß Würz=
burger
Kickers 0:1. Damen: JG. SV. Würzburger Kickers 5:0.
Fußball=Sportverein Stadt SV. Frankfurt 2:1. Damen: Fuß=
ball
=Sportverein Stadt SV. Frankfurt 2:1. Eintracht Vik=
toria
Aſchaffenburg 7:0. Damen: Eintracht BSC. Oberrad 7:0.
THC. Wiesbaden Poſt SV. Frankfurt 6:1. Damen: THC.
Wiesbaden Poſt SV. Frankfurt 7:0. THC. Hanau Offen=
bacher
RV. 1:1. HC. Wacker Münchner SC. 1:2. Münchner
SC. FV. Ulm 94 6:2. 1860 München FV. Ulm 94 2:2.

Rot=Weiß München Schwaben Augsburg 1:1. 1. FC. Nürn=
berg
Hw. Nürnberg 1:6. Nürnberger HTC. TV. 46 Nürn=
berg
5:3. SC. 1880 JG. Sportv. Frankfurt 4:2.

J.G.=SV. Frankfurt (Junioren) SV. 98 Darmſtadt 1:2 (0:2).
Den ſeither mit dem J.G.=SV. gepflogenen guten Beziehungen
auf leichtathletiſchem Gebiete reihte ſich dieſes Spiel würdig an,
zudem mit einem ſchönen Erfolge für 98. Die verſtärkte Junioren=
Elf der J.G. zeigte ein techniſch vorbildliches und routiniertes
Spiel und ſpricht der verdiente Sieg gegen dieſen Gegner für
eine weitere Formverbeſſerung der 98er. Beſonders in der erſten
Halbzeit überraſchte das gute und ſchnelle Spiel, das auch zu den
beiden Toren führte. Erſt in der Schlußminute kam Frankfurt
zu dem verdienten Gegentreffer. Das Spiel nahm einen äußerſt
fairen und ruhigen Verlauf.

nicht ſchlecht, beſonders für ſolche, die bisher für Leibes=
übungen
zu faul waren.
In der ſoeben erſchienenen November=Ausgabe
Der Aktive‟ Unabh. Monatsſchrift für Leicht=
athletik
, Frankenthal/Pfalz (durch die Poſt viertelj.
0,66 RM.) veröffentlicht der Herausgeber,
E. R. Metzner folgende Zuſchrift eines Berufenen,
der zu dem aktuellen Thema Geländeſport einige
beachtliche und notwendigen Sätze ſchreibt:
Als Soldat und Offizier aus der Friedenszeit und ebenſo
als Frontſoldat muß ich jede Wehrausbildung begrüßen, zumal
die Anderen das Gleiche in weit höherem Maße tun.
Als Sportsmann mit 30jähriger Praxis muß ich aber auch
auf unleugbare Gefahren hinweiſen:
1. Die offizielle oder offiziöſe Begleitmuſik bei Schaffung
des Kuratoriums war denkbar ungeſchickt. Jene reichlich
oberflächlichen. Worte vom amerikaniſchen Rekordſport be=
deuten
alles in allem einen Angriff auf Verbände, denen
Millionen eine muſtergültige Schulung ver=
danken
! Sie bedeuten weiter eine Herabſetzung der ſelbſt=
loſen
, ehrenamtlichen Tätigkeit Zehntauſender von Vorturnern,
Sportleitern und Vereinsvorſtänden. Ganz ohne jede Not wird
hier Gegnerſchaft herausgefordert. Man komme hier nicht
mit der Entgegnung, es ſeien doch nur gewiſſe unleugbare
Ausartungen gemeint. Zunächſt iſt es unklug, mit Kritik
zu beginnen, wenn man ſelber noch nichts geleiſtet
hat, und dann wiſſen wir Aelteren allzugenau, wie mißver=
ſtändlich
ſolche Aeußerungen ſind. Wer einmal in der Vorkriegs=
zeit
erlebt hat, wie manche unteren Stellen die klugen, maßvollen
Anordnungen eines v. d. Goltz (Jung=Deutſchland=Bund) miß=
verſtanden
und gegen die Sportbewegung auslegen, der iſt
ſkeptiſch.
2. Wenn die Regierungskreiſe ſo (amerikaniſcher Rekord=
ſport
) denken, warum handelt dann die Reichswehr ganz
entgegengeſetzt und im Sinne der Sportkreiſe?? Schein=
bar
beſteht auch hier ein Gegen= und Durcheinander. Hier die
moderne Reichswehr, die genau weiß, was ſie dem Sport ver=
dankt
, dort eine Gruppe an ſich verdienſtvoller aber durchaus
in veralteten Anſchauungen befangener Militärs.
3. Falls Geländeſport überhaupt ein Sport iſt, ſo nur
dann, wenn er freiwillig aus Paſſion betrieben wird!
In militäriſchen Zwangsformen, nach genau vorgeſchriebenen
Regeln einheitlich betriebener Geländeſport iſt Dienſt
Das wäre an ſich durchaus kein Unglück, aber jeder Dienſt
ſoll nur eine kurze ſtaatliche Pflichterfüllung dar=
ſtellen
, die hernach möglichſt von einer aus Paſſion betriebenen
Leibesübung abgelöſt werden ſoll. Unſer altes Heer und der
Sport in ſeiner heutigen beſſer noch in weit größerer Ver=
breitung
wäre das Ideal!
Es iſt aber Utopie eine Art Militärdienſt als lebens=
begleitenden
Sport einführen zu wollen; es iſt beſtenfalls
Spezialſport kleinerer Gruppen. Wenn ferner das Schießen
ſo zurückhaltend behandelt wird, wie es den Anſchein hat, iſt
das Ganze gerade für die Sportjugend wertlos.
4. Eine große Gefahr beſteht darin, daß man ſich zunächſt
auf die Kreiſe ſtürzt, die es am wenigſtens nötig
haben, die aber am bequemſten zu erfaſſen ſind und
mit denen man ſofort etwas darſtellen kann! Man geht an
die Turn= und Sportjugend heran, während man die
Maſſen der garnicht Organiſierten vernach=
läſſigt
. Es wird eine wichtige Aufgabe der Verbände
ſein, hier auf genaue ſtatiſtiſche Feſtſtellungen zu dringen und
vor allen Dingen darauf zu achten, daß nicht plötzlich gut
bezahlte Amtsperſonen ſich mit Federn ſchmücken, die
alten ehrenamtlichen Arbeitern gebühren! Es iſt
eine Kleinigkeit, aus ſportlich trainierten Jungens eine
tadellos ausſehende Truppe zu machen, das weiß ich aus
vielſeitiger militäriſcher Erfahrung. Es beſteht aber die Gefahr,
daß dieſer äußerlich letzte Schliff hernach als das Weſent=
ichſte
und Verdienſtvollſte erſcheint. Dieſe Zurückſetzung kann
und wird aber eine ungeheuere Verärgerung wei=
teſter
verdienſtvollſter Kreiſe zur Folge haben.
Nachſchrift des Verfaſſers:
Eine faſt ſcherzhaft wirkende Beſtätigung des letzten Abſatzes
finde ich einige Stunden nach der Niederſchrift in einem Bericht
der DAZ. (Deutſche Allgemeine Zeitung Berlin) über Beſich=
tigung
eines Lagers. Da ſchreibt nämlich der Berichterſtatter
von ganz ſtaunenswerten Leiſtungen, ſpeziell in den Körper=
übungen
und ſagt: Eine ſolche Durchbildung jedes Einzelnen
in 8 Tagen erreicht zu haben, darf man als ein Meiſterſtück des
Lehrperſonals bezeichnen.
Ich will ja dem Perſonal in keiner Weiſe zu nahe treten,
aber in 8 Tagen,? Und neben zahlloſen anderen Dienſt=
zweigen
? Man verzeihe einem alten Praktiker! Das ſind
alles Turner und Sportler geweſen, eben jene, die
leicht zu erfaſſen waren, mit denen ſofort etwas darzuſtellen
war! Und der Herr Berichterſtatter iſt denn auch begeiſtert und
feſt davon überzeugt, daß man tatſächlich in 8 Tagen
aus dem Nichts einen Sportmann und Soldaten
ſchaffen kann.
Eine ganz verhängnisvolle Illuſion, die wieder ſei
es geſagt unſere verdienſtvolle Sportbewegung dis=
kreditiert
."

Die November=Rummer bringt u. a. einen Aufſatz Spitzen=
könner
zur Breitenarbeit, in dem die deutſchen Olympiakämpfer
für 1936 eine beſondere Stärkung der deutſchen Spitzenklaſſe
fordern, daneben ſchreibt Fr. Schilgen über Ethik im Sport
und man erfährt die betrübliche Tatſache, daß Otto Peltzer von
der Fr. Schulgemeinde Wickersdorf entlaſſen wurde der
Mohr hat ſeine Schuldigkeit getan! und ſtellungslos iſt.

Tiſchkennis.

Tgd. 1846 Tſchft. Griesheim 11:4 (42:17 Sätze).

Das 2. Gauwettſpiel zwiſchen obigen Turnvereinen endete
mit einer klaren Ueberlegenheit der Darmſtädter, die ſich dies=
mal
in beſter Form befanden und ihre 4 Verluſt=Punkte nur in
v Satz=Kämpfen an Griesheim abgaben

Neuer Schwimm=Weltrekord.
Die holländiſche Bruſtſchwimmerin J. Kaſtein wartete, am
Samstag gelegentlich der Amſterdamer Hallen=Schwimm= Meiſter=
ſchaften
mit einer neuen, fabelhaften Leiſtung auf. Ueber 500
Meter Bruſt erreichte ſie 8,12 Minuten und unterbot damit
den bisherigen Rekord der Engländerin Wolſtenholme, der auf
8:23,8 ſtand, ganz beträchtlich.

Deutfchlands Frauen=Athlekik führ
Die Liſte der leichtathletiſchen Frauen=Weltrekorde nac

letzten Stande zeigt Deutſchland an führender Stelle. Vc,
31 Höchſtleiſtungen wurden neun von unſeren Wettkämpfe:
aufgeſtellt. An zweiter Stelle ſteht Polen mit ſechs, dann
Frankreich mit fünf, U. S. A. mit vier, England mit drei, T5y
ſlowakei mit zwei, Oeſterreich und Italien mit je einer
leiſtung.
Nach Abſchluß der Saiſon hat die Weltrekordliſte u
Frauen=Leichtathletik folgendes Ausſehen: 50 Meter: 6.4 g
den: Mejzlikova=Tſchechoſlowakei. 60 Meter: 7,6 Sekunden: M
kova=Tſchechoſlowakei. 80 Meter: 9.9 Sekunden: Stella s
Polen. 100 Meter: 11,9 Sek.: Stella Walſh=Polen. 200 H

24,1 Sek.: Stella Walſh=Polen. 300 Meter: 43,6 Sek.: Mc.
U. S. A. 500 Meter: 1:29,2 Min.: G. Lenoir=Frankreich. 87

ter: 2.16,8 Min.: Lina Radke=Deutſchland. 1000 S
3:04,8 Min.: Lunn=England. 80 Meter Hürden: 11,6 c

Simone Schaller=U. S. A. 4 mal 75 Meter=Staffel: 38,2 Sek
Club Linnet=Frankreich. 4 mal 100 Meter=Staffel: 46,9 Sek
National=Staffel U. S. A. 4 mal 100 Meter=Staffel: 48,8 Sek

Vereinsſtaffel 1860 München. 4 mal 200 Meter=S=

Staffel: 7:45,6 Min: WAF. Wien=Oeſterreich, 4 mal 250 7
Staffel: 2:33.4 Min.: Nationalſtaffel Frankreich. 10 ms
Meter=Staffel: 2:04,4 Min.: Nationalſtaffel England. 10 ru
Meter=Staffel: 2:05.3 Min.: Vereinsſtaffel Bram,

burg Berlin. 100, 100, 200. 800 Meter=Staffel: 3:29,8
Club Feminaſport Paris. 1000 Meter Gehen: 5:14,0 Min.:
Frankreich. Weitſprung o. A.: 2,57 Meter: Holliday=Er

Weitſprung m. A.: 6.02 Meter: Stella Walſh=Polen. Hocls

o. A.: 1.29 Meter: Teſtoni=Italien. Hochſprung m. A.: 1.65 2
Shiley=U. S.A. Speerwurf beſth.: 44,64 Meter: E. Braun
lex=Deutſchland. Speerwurf beidh.: 57,95 Meter; H
Deutſchland. Diskuswurf beſth.: 42.43 Meter: H.
Polen. Diskuswurf beidh.: 66,48 Meter: Konopacka=
Kugelſtoß beſth.: 13.70 Meter: G. Heublein=Deutſch
Kugelſtoß beidh.: 21.47 Meter; Jungkunz=Deutſch
Dreikampf: 218 Punkte: E. Braumüller=Deutſch
(100 Meter, Hochſprung, Speer).

Rad=Länderkampf Frankreich-deutſchland 3
Kataſtrophale Niederlage der deutſchen Fahrer.

Auf der Pariſer Winterbahn ging am Sonnta=
außerordentlich
ſtarkem Beſuch, der 7. Radländerkampf
reich-Deutſchland vonſtatten, der mit einer kataſtrophalen
derlage der deutſchen Fahrer auf der ganzen Linie endete.
einem Verſagen der Straßenfahrer im Omnium hatte man
vornherein gerechnet, daß aber weder in den neun Läufen
Flieger, noch in den fünf Läufen der Dauerrennen nie ein
ſcher Sieg zu verzeichnen geweſen war, hätte man kaum errg
Das Kölner Trio RichterEngelSteffes verſagte ebenſ
ſpäter Möller und Sawall. Mit 3:0 blieben die Franzoſey
überlegene Sieger.

Das 100=Kilometer=Mannſchaftsrenn
Eröffnungsprogramm der Frankfurter Winterbahn wurde
Schön=Buſchenhagen mit Rundenrorſprung vor Funda=Mol
anf
Zims=Perelaer, Gebr. Nickel und Kroll=Wolke gewonnen.
Beim Amſterdamer Sechstagerennen bil
am Sonntag die Mannſchaften Piet van Kempen=Piinenburg
Rauſch=Hürtgen mit Rundenvorſprung die Spitzengruppe.
Die deutſch=amerikaniſche Mannſchaft
becke=Ruſh lag beim Sechstagerennen in Minneapolis no
Stunden mit 2 Runden Rückſtand an vierter Stelle.

Pferdeſpork.

Hoppegartener Auktion.

In der Verſteigerungshalle des Union=Klubs in Hop)
ten fand am Freitag noch einmal eine Auktion von Vell
pferden jeglichen Alters ſtatt. Dieſe Auktion kurz vor
ſchluß hätten viele Ställe gerne benutzt, um überflüſſiges
rial abzuſtoßen. Die Anmeldungen waren recht zahlreich, 1
lich geringer jedoch das vorhandene Intereſſe der in Frage
nenden Abnehmer. Neben einigen freihändigen Verkäufer
gen bei über 50 Anmeldungen nur 18 Pferde unter dem
mer weg. Der Geſamterlös betrug 9690 Mark, der Durchſen
preis ſtellte ſich alſo auf rund 540 Mark. Von den zuerſufnf Aichkeit
u ohrfeig
Verſteigerung gelangten vier Graditzern brachte de

Nuage a. d. Tully gezogene Zweijährige Triſtan 1500 MM
die der Stall Bink anlegte. Sehr preiswert war auch dergafſt
alterige Landſchaft (Nuage=Landgräfin), der Trainer R. ml: var
ſon für 500 Mk. zugeſchlagen wurde. Der Stall Heinz Stahl ſ4
ſich für 570 Mk. den Jährling Gleisner, Trainer W. 0
brachte für 500 Mark den Poiſoned=Arrow=Sohn Amalg enſ
ſich. Neben dem erwähnten Triſtan war Suus das toſſ
Pferd der Auktion. Der vom Stall M. Friedheim zur Vr
gerung geſtellte Lalandſohn, dem einſt klaſſiſche Hoffnungenn
gegenbracht wurden, wanderte für 1500 Mk in den Stal/‟
Trainers A. Horalek. Einige beſonders preiswürdige Ver 0 Kſdie
ſeien noch erwähnt: Sanda (460 Mark, Rittm. Jäger), A00
(720 Mark, Ch. Seiffert), Geranium (500 Mark, Graf Bo:)
Reichstag (310 Mark, Baron Wiedebach).

der S

Der Vorſtand des Norddeutſchen Sportverbandes he
reumütig zum HSV. zurückgekehrten Stürmer Noack
Verſtoßes gegen die Amateur=Beſtimmungen auf 1
disqualifiziert.
Schwedens Fuballmeiſter A. J. K. Stockholrl
am Sonntag in Köln ein Gaſtſpiel. Vor 3000 Zuſchauern ſ
die Schweden gegen den Kölner SC. 99 mit 7:3 (2:0).
Der ſüddeutſche Fußballmeiſter, Eintracht
burt, trug in Münſter i. W. ein Freundſchaftsſpiel aus,
vor 4000 Zuſchauern gegen Preußen Münſter durch Treffe!
Ehmer und Leis mit 2:0 (1:0) gewann.
Großes Intereſſe für den Fußball=Länderkampf
Deutſchland herrſcht in Holland. Von den dem holländiſchen
band zur Verfügung geſtellten 4000 Karten ſind bereits f000
vergriffen.
Georg Daller, der bekannte rheiniſche Tennisſpiel,
an den Folgen einer Blinddarmoperation geſtorben.
Der Deutſche Rugby=Fußball=Bund iſt von?
zöſiſchen Rugbymeiſter 1931/32. Lyon Olympique Univerſitan!
geladen worden, noch im Herbſt eine Auswahlmannſchaft
Lyon zu entſenden. Der DRFV hat dieſe Einladung angenv0
und wird zu dem am 18. Dezember ſtattfindenden Spiel eine
ſüddeutſche Kombination entſenden
Walter Neuſels Geguer bei ſeinem Kampf n
November in der Frankfurter Feſthalle iſt der Engländer 1,
mit dem er ſchon vor einigen Monaten in London boxte.?
Kampf ging damals über die volle Diſtanz von zehn Rundeſſſ
endete mit einem knappen Punktſieg des Deutſchen.

Sportliterafur.
Ein neues Schneelaufbuch.

Maier=Labergo wird Berufsläufer.
Der mehrfache deutſche Meiſter im Eiskunſtlaufen. Maier=
Labergo=München, iſt in das Lager der Profeſſionals übergetre=
ten
. Er wird in Amerika als Trainer und Schauläufer wirken.
Am Montag verabſchiedet er ſich von den Münchenern mit einem
Schaulaufen auf der dortigen Kunſteisbahn.

Die Eishockeymannſchaft des Berliner Schlittſchuh=
Clubs wurde in Prag vor 10 000 Zuſchauern von L.T.C. Prag
mit 3:1 geſchlagen.
Für die Eis=Rennen vom 6. bis 13. Februar in
Innsbruck, die eine ganz hervorragende Beſetzung erhalten ſollen,
hat der Deutſche Ski=Verband ſchon jetzt 30 Teilnehmer gemeldet.

Ja, wirklich, ein neues Buch vom Schneeſchuhlauf.
hängig vom Streit der Richtungen und Schulen ſchre i6!
M. Uhlig über das Schneeſchuhlaufen als Volksübung ul.
Bewegungskunſt auf Schneeflächen. Maßgebend iſt für der
faſſer ein natürliches Turnen im wechſelnden Gelände.,
Lehrende findet in dieſem mit einem Bildtafelanhang aus
teten billigen Buch eine anregende, erfolgverſprechende U:N
ſammlung, der Lernende Anleitung und Wirkung der Ber,
Das Buch veranlaßt, ſich gedanklich mit dem Komplex
und =läufer auseinanderzuſetzen und iſt darum auch als
nachtsgeſchenk für die reifere Jugend geeignet. Erfreulich
ſich von fremdwortgeſpickter Künſtelei der Darſtellung ſ.
Das 200 Seiten ſtarke Buch. Schnee Schneeſchuhe Schr=
läufer
erſcheint ſoeben im Wilhelm Limpert=Verlag
den=A. 1 (Preis 3,20 RM.), deſſen bild= und drucktechniſt,
Erſcheinungen wir ſchon mehrfach anerkennen konnten.

[ ][  ][ ]

hukag, 21. November 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 324 Seite 7

geschichten A.
Dur und Moll.
Wien. Die Wiener Litſasſäulen wurden kürzlich mit
den aufſehenerregenden Plakaten beklebt: Heute morgen iſt
negentiniſcher Papagei entflogen. Der ehrliche Finder erhält
Schilling Belohnung in bar. Die Grundfarbe des Vogels iſt
ſun, der Hals geblich, der Kopf dunkelgrün. Beſonderes Merk=
Der Papagei ſchreit den ganzen Tag laut und vernehmlich
ſorte Dur und Moll, immer voll! Abzugeben iſt der
bei der Direktion des Theaters X.
ſterkten auch die vernünftigen Leſer der geſchickten Anzeige,
ſich lediglich um eine neuartige Reklame handelt (das be=
unde
Theater ſpielte allabendlich die Ausſtattungsrevue Dur
Moll!), ſo ſetzte ſelbſtverſtändlich eine große Vogelvölker=
rung
nach dem betreffenden Stadtteil ein.
an kann ja nie wiſſen?! Die Theaterdiener hatten alle Hände
tun, die ſich maſſenhaft meldenden Vogelfinder abzuweiſen.
ſach einigen Tagen iſt aber ein hagerer Herr mit einer gro=
ürſtlertolle
und einem Papageien erſchienen. Der Vogel war
ſün, mit gelblichem Hals und dunkelgrünen Kopf.
er Herr ließ ſich nicht abweiſen und mußte zuguterletzt dem
tar gemeldet werden. Dieſer empfing den Beſucher lächelnd:
bilden ſich doch nicht ein?!
ſin dieſem Augenblick begann jedoch der Vogel zu ſchreien,
em Direktor verging prompt das Lachen. Der Papagei brüllte
ſch laut und vernehmlich: Dur und Moll, immer voll?
er Direktor erbrachte den Beweis, ein Mann zu ſein, ein
ſter Mann: Er bekam wider Erwarten keinen Schlaganfall.
ein einigte ſich mit dem ehrlichen Finder, mit Rückſicht auf
öeiderſeits vorhandenen ſchlechten Zeiten, auf ein Viertel
Finderlohnes‟ Nur eines wollte er noch wiſſen, der Aermſte:
en Sie, Verehrteſter, wo zum Donnerwetter haben Sie dieſe
eirte Beſtie gefunden?"
Gefunden? lächelte der Hagere ſarkaſtiſch. Ich habe ihn
ſtgefunden, ſondern meine liebe Mühe gehabt, dem Vogel die
wren Worte beizubringen! Ich bin nämlich er ſtand be=
in
der Tür Tierdompteur, und meine Spezialität ſind ſeit
wig Jahren Sprechvögel!!"
Die ehrlichen Ehrlichs.
ht.) Bukareſt. Der Mann, dem dieſe Geſchichte paſſiert
ißt Ehrlich. Siegmund Ehrlich, und wohnt in Zernowitz, wo.
bs irrrümlich heißt, die ehrlichen Leute dünn geſät ſind. Be=
he
Herr bekam nun eines Tages von einer Bank ein ſoge=
mes
Avis, laut deſſen aus New York 400 000 Lei oder

ſtsren
Uhn vu

Fundel

P man auf dieſe Frage mit einer Ohrfeige
antworten . . . ?

10 000 Goldmark für Herrn Siegmund Ehrlich in Zernowitz an=
gekommen
ſeien und der Auszahlung harrten.
Daraufhin ließ Siegmund wer hätte das an ſeiner Stelle
nicht auch getan? in ſeinem Kaffeehauſe, wo er als Zahlkellner
beſchäftigt war, alles ſtehen und liegen und eilte mit fliegenden
Frackſchößen zur Bank, um die Sendung in Empfang zu nehmen.
Irgendwelche Gedanken über die Herkunft des Himmelsgeſchenks
machte er ſich nicht, denn er hatte in New York entfernte Ver=
wandte
warum ſollte nicht irgend ſo ein verſchrobener Onkel
auf den Gedanken gekommen ſein, ſeinem Neffen mal eine kleine
Freude zu machen? Aehnliche Geſchichten las man alle Augen=
blicke
in den Zeitungen unverhoffte Millionenerbſchaften und
ſo ... kurz und gut: als Siegmund auf der Bank erſchien, zahlte
man ihm den Betrag anſtandslos aus, und das erſte, was Sieg=

nunmehr durch einen ſeiner Machtſprüche Recht gegeben. Die
Stadt hat in einem feierlichen Akt die amtliche Bezeichnung
Savignono ſul Rubicone erhalten, und die Italienfahrer haben
ein hiſtoriſch denkwürdiges Reiſeziel mehr
Scheidungsrekord in London.
(g) London. Nach den großen Gerichtsferien im Sommer iſt
nun auch der große Londoner Scheidungsgerichtshof wieder in
Funktion getreten und hat ſeine Sitzungen wieder eröffnet. Im
Laufe des Sommers hat ſich für ihn ein rieſiger Verhandlungsſtoff
angehäuft, und er hat daher ſehr viel zu tun. Täglich hat er über
nicht weniger als durchſchnittlich 60 Scheidungsgeſuche enttäuſchter
Ehemänner und Ehefrauen zu entſcheiden, und daß dabei auf den
einzelnen Prozeß nicht allzuviel Zeit fällt, liegt auf der Hand.
Und wirklich ſcheint dieſer Gerichtshof nunmehr den Rekord=
leiſtungen
der ſowjetruſſiſchen Scheidungspraxis die Stirn bieten
zu wollen, denn man wird vor ſeinen Schranken, wie verſchiedene
Verhandlungen der letzten Tage beweiſen, ſchon in rund zehn bis

mund der Ehrliche tat, war die Bezahlung ſeiner eigenen Schul= zwölf Minuten von ſeinem bisherigen Lebensgefährten getrennt.
den in Höhe von 28 000 Lei. Mit dem Reſt oder vielmehr einem Den Vogel ſchoß ſozuſagen an einem Tage der letzten Woche Lord
kleinen Teil des Reſtes beſchloß er, ſich einen guten Tag zu Melville, einer der Richter des Scheidungshofes, ab der ein Ehe=
machen
, aber aus dieſem Plan wurde leider nichts: Gerade als er paar, das gleichzeitig die Eheſcheidung beantragt hatte, mir nichts
ſich zu Tiſch geſetzt hatte, platzte ein anderer Siegmund Ehrlich, dir nichts in vier Minuten trennte, von denen doch mindeſtens
ſeines Zeichens Vertreter einer großen deutſchen Firma, herein, zwei bis drei Minuten auf die Formalität der Perſonalangaben
der den ganzen Tag über verzweifelt ſeinen Namensvetter in der verwendet werden mußten. Schneller kann es im freien Sowjet=
ganzen
Stadt geſucht hatte, um ihm den irrtümlich ausgezahlten paradies doch beſtimmt nicht vor ſich gehen!

Heicy and Ausland.
Wieviel Uhr iſt es bikke?

Betrag wieder abzuknopfen!
Und nun geſchah das Merkwürdige, kaum Glaubliche: Beide
Ehrlichs machten ihrem ehrlichen Namen Ehre und einigten ſich
auf ehrliche Weiſe: Siegmund I gab das reſtliche Geld heraus, und
Siegmund II verzichtete großmütig auf den fehlenden Betrag, ſo
daß eine Geſchichte zuſtande kam, die ob ihrer Moral von Rechts
wegen in die Schul=Leſebücher für die Unterſtufe gehört.
Aber nicht deswegen haben wir ſie wiedererzählt, ſondern
nur um den Nachweis zu erbringen, daß die Zernowitzer doch beſ=
ſer
ſind als ihr Ruf.

Der Rubikon, in der ganzen Welt durch Caeſars Alca jacta
est! berühmt geworden, darf nunmehr feierliche Urſtänd erleben
Bisher nämlich waren ſich die Gelehrten noch nicht einig darüber,
welcher Fluß= oder Bachlauf Norditaliens eigentlich in Römerzeit
die Ehre gehabt hat, dieſen berühmten Namen zu tragen.
Nun hat ſich die Gemeinde Savignono in der Romagna an
die richtige Schmiede in Italien gewandt, die alles macht, nämlich
an Muſſolini, und hat ihn gebeten, fürderhin die amtliche Be=
zeichnung
Savignono am Rubikon tragen zu dürfen, denn ihre
Lokalchroniſten erblicken in dem Bachlauf, an deſſen Ufern ihr
Städtchen liegt, den Rubikon Caeſars. Und der Duce hat ihnen

Von der Nok des Ruhrgebiekes.

Binenh! er Zeuge neſtelt an ſeiner Uhrkette und för=
ſchließlich
einen ausgewachſenen Backen=
hn
zutage, den er auf den Tiſch des Hauſes
Das iſt er! ſagt er mit einer Leichen=
bie
ſo weiß wie Elfenbein und makellos, der
ſe Vorſitzende wollen ſich bitte ſelbſt über=
ſen
!
ſer Beklagte wirft einen halben Blick auf
kZahn und dann ſagt er roh: Müllern Sie.
ribt Geiſtesgegenwart und Entſchlußkraft,
Köammerlappen
Aber meine Herren, wir ſind doch nicht mehr
der Straße lenkt der Vorſitzende ein. Ich

de es jedenfalls als meines Amtes betrachten,
der Herr Zeuge ſeinen nächſten Zahn hier
verliert. Ich halte mich überhaupt nur ſo=
Ite mit der Sache auf, weil die Frage, die der
tagte aufgeworfen hat, von einer gewiſſen
ſind ſätzlichkeit iſt: Darf man jemanden ohne
yung ohrfeigen, der einen nachts um zwei
auf einer unbeleuchteten und abgelegenen
ufe nach der Uhr fragt?
dis war alſo das Problem, das vor der
Aeitretungskammer zur Löſung ſtand. Der
Magte war ein Metzgergeſelle, der Zeuge ein
zns zu dieſem Termin aus Karlsruhe herge=
Wei Weinhändler, der zur vorgerückten Stunde
ur deis richt mehr völlig nüchtern, in der Altſtadt
grſſer Zahn verlor.
lMon der geohrfeigten Partei wurde einge=
Uritdr, daß die nächtliche Erſcheinung eines frie=
Aulken, allenfalls leicht beſchwingten Bürgers, der
den verſöhnenden und gemütsglättenden
äciſchen Naturlauten einen Paſſanten nach
Uhr fragt, auch bei müllernden, zu dem
ſtnsſatz, daß der Menſch gut iſt, argwöhniſch
testellten Metzgergeſellen keine Roheitsdelikte
=Mtlſſen dürfe.
Von der beklagten Seite wurde mit ebenſoviel
ſgenden Argumenten entgegnet, daß der
uch von Haus aus augenſcheinlich nicht gut
Das gehe ſchon aus der hiſtoriſchen Erfah=
tistatſache
hervor, daß zwei Tiger, die ſich
cis im Urwald begegnen, heiteren und unbe=
ſurrten
Gemüts aneinander vorbeiſtreichen,
hend zwei Menſchen im gleichen Falle einen
ien Bogen umeinander machen. Und da dem
erlagt F Unte von heute zwar nicht mehr Schwert und
ues, aber eine kräftige und ſportlich geübte
ür als Wehr zur Verfügung ſtehe, ſo ſei es
mButes Recht, daß er davon Gebrauch macht,
Unr er ſich bedroht glaubt.
AAas Gericht billigte Putativnotwehr zu und
arnte auf Freiſprechung.
* Verbrechen an der ſechsjährigen Roſemarie

Oben: Frau und Kind eines Arbeitsloſen auf der Suche nach Schlammkohle aus den Rückſtänden
einer Kokerei. Unten: Der Schiffs=Friedhof in Duisburg,Ruhrort.
Ständig wächſt die Zahl der ſtillgelegten Schiffe, da der Warenverkehr immer mehr einſchrumpft.
unſt.
Der mandſchuriſche Krieg in der modernen japat

die verwöhnte Geſchäfts-Frau.
(a) New York Vanna Miller in Detroit wurde von ihrem
zärtlichen Ehemann über alle Maßen verwöhnt. Und verlangte
aus dieſem Grunde die Scheidung. Der Richter war ſprachlos.
Die kleine Frau klagte ihr Leid. Sie war in einem Büro an=
geſtellt
. Ihr Mann ſandte ihr Tag für Tag Konfekt und Blumen.
Die Kollegen, und insbeſondere Kolleginnen, empörten ſich über
dieſe Kundgebung. Beſchwerten ſich beim Chef. Der Chef ließ die
Angeſtellte kommen und meinte, es ſei nicht ſtatthaft, Eheglück im
Dienſt zur Schau zu tragen, denn dies ſtöre die Arbeitsluſt (2)
des übrigen Perſonals.
Vanna bat alſo Herrn Miller, nicht mehr zärtlich und auf=
merkſam
zu ſein.
Herr Miller verſprach, treu und brav, ſich zu beſſern, das
heißt, unaufmerkſam und unzärtlich zu werden.
Er hat es aber nicht übers Herz gebracht. Sandte auch weiter=
hin
Süßzeug und Gemüſe‟. Die Lage der kleinen Verwöhnten
wurde untragbar. Sie hatte zuguterletzt nur noch die Wahl zwi=
ſchen
einer guten Stellung und einer glücklichen Ehe. Sie wählte
die Stellung und verzichtete auf das ſogenannte Eheglück.
Der Richter ſchüttelte ſein weiſes Haupt und ſprach die
Scheidung aus.

Aufſehen erregende Berhafkung
in Eſtland.
Reval. Die Leiter der Baltiſchen Baum=
wollſpinnerei
, der größten Textilfabrik Eſtlands,
ſind, verhaftet worden. Generaldirektor Jſaak
Citron wurde in Litauen verhaftet. General=
direktor
Citron beſitzt in Memel Induſtriewerke.
Direktor Wachmann war ſchon vorher, beim
Verſuch die eſtländiſche Grenze zu überſchreiten,
verhaftet worden. Dieſe Verhaftung wurde bis=
her
geheimgehalten. Beide Induſtrielle, die im
öffentlichen Leben Eſtlands eine große Rolle
ſpielten, haben mit Hilfe gefälſchter Bilanzen
bei verſchiedenen eſtländiſchen Banken Millio=
nenbeträge
herausgeſchwindelt und dieſe Be=
träge
zum größten Teil ins Ausland verſcho=
ben
. Durch die Schwindeleien ſind in erſter
Linie die ſtaatlichen Banken in Mitleidenſchaft
gezogen worden. Die Verluſte der betreffenden
Bankunternehmen ſtehen bisher noch nicht feſt.
Sie dürften aber laut Preſſemeldungen in die
Millionen gehen. Die Verhaftung dieſer beiden
führenden Induſtriellen hat in Reval allergröß=
tes
Aufſehen erregt.
Sekretär des Luxemburgiſchen Autoklubs
geflüchtet.
Luxemburg. Der Luxemburgiſche Auto=
mobilklub
hat gegen ſeinen Sekretär, den Rechts=
anwalt
Max Metz, Anzeige erſtattet. Dieſem
werden Unterſchlagungen zur Laſt gelegt, die ſich
nach vorläufiger Prüfung auf 1 300 000 luxem=
burgiſche
Franken belaufen. Es handelt ſich um
Gelder, die die Mitglieder des Automobilklubs
als Sicherheitsleiſtung für Grenzpaſſierſcheine
der Kraftwagen hinterlegt haben. Der Beſchul=
digte
, dem auch noch andere Unterſchlagungen
zur Laſt gelegt werden, iſt geflüchtet. Er wird
ſteckbrieflich verfolgt.
Exploſionsunglück in Rotterdam.
Rotterdam Geſtern morgen ungefähr um
4 Uhr ereignete ſich aus bisher noch nicht feſt=
geſtellter
Urſache in einem am Schiedamſche Sin=
gel
gelegenen Gebäude, in dem ein Büromöbel=
geſchäft
untergebracht iſt, eine ſchwere Exploſion,
durch die ein Polizeibeamter getötet und ein
zweiter Polizeibeamter ſowie ſechs andere Per=
ſonen
ſchwer verletzt wurden.
Das Panzerplalten=Glas.

Pokorra=Boddin aufgeklärt.
Berlin. Das Verbrechen an der ſechsjäh=
DIn Roſemarie Pokorra=Boddin, das in Berlin
mrzeit großes Aufſehen erregte, hat eine
eiaſchende Aufklärung gefunden. Die Kleine
e Aube bekanntlich am 12. November bewußtlos
dem Bahngleis zwiſchen den Bahnhöfen
ieſtiner Bahnhof und Geſundbrunnen aufge=
Men. Bei näherer Unterſuchung hatte ſich
Päausgeſtellt, daß das Kind, das ſehr ſchwere
Aetzungen erlitten hatte, offenbar von einer
anßenbrücke aus auf die Bahngleiſe geworfen
Aoen war. Nach außerordentlich langwierigen
Müittlungen konnte jetzt feſtgeſtellt werden,
9 die Mutter des Kindes das Ver=
Shen verübt hat. Die Mutter, die 25=
A ige Ehefrau Martha Boddin, hat nach ſtun=
Stangem Verhör geſtanden, ihr Kind auf die
angleiſe geworfen zu haben. Sie habe jedoch
Tat aus Verzweiflung begangen. Dieſe An=
Anen erſcheinen nicht ſehr glaubwürdig, da die
* lardkommiſſion in der Wohnung der Frau eine
Abeusverſicherungspolice vorfand,

Luch der das Kind bei Tod durch Un=
Mack! mit

Maſchinengewehrpoſten, eine Holzplaſtik des berühmten japaniſchen Bildhauers G. Iſhiki,
Man erſieht, wie ſehr ſich auch die moderne japaniſche Kunſt dem weſtlichen Stil, vor allem aber
dem Realismus annäher:

Fünf Perſonen trägt dieſer ſchmale Streifen
einer neuen Glasart, deren Herſtellung jetzt
nach jahrelangen Verſuchen gelang.
Das Panzerplatten=Glas bricht ſelbſt unter
ſchwerem Druck nicht, ſondern biegt ſich elaſtiſch
nicht anders als Stahl.

[ ][  ]

Seite 8 Nr. 324

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Montag, 21. November 129

Mu Golcdmenn Veſſas

Als die ſchon nahen Schritte ſich wieder entfernten, ent=
ſpannten
ſich ihre Züge ein wenig, und als das Licht erloſch,
dertauſchte ſie ſchnell die Waffe mit einer kleinen Blendlaterne,
die ſie hockend zwiſchen die Knie klemmte, um dann aus einer
winzigen flachen Goldkapſel geſchickt eine Priſe kriſtalliniſch
glitzernden weißen Pulvers, zu ſich zu nehmen. Ein längſt
überwundenes Laſter war das, trotzdem wußte ſie ab und zu
die Wirkung der gefährlichen Droge richtig zu ſchätzen. Jetzt
galt es, noch klarer, noch kühler zu ſein als gewöhnlich, der
ſchſverſte Teil der Nacht ſtand noch bevor.
Durch einen Zufall war ſie vorhin hinter des Geheimnis
der ſchon mehrere Tage beargwöhnten Garage gelangt. Sie
hatte den Lincoln fünfzig Meter vor dem Hauſe halten laſſen,
und war zu Fuß auf dem Fahrdamm bis zum zweiten Tor
gelaufen, wohin der Schein des Shelltransparentes über dem
erſten nicht mehr reichte. Vorſichtig um die Ecke blickend, ſah
ſie, wie der Plymouth haſtig in eine Box gebracht wurde, ver=
nahm
durch die froſtharte Nachtſtille das Atmen des damit
beſchäftigten Mannes, aber noch etwas vernahm ſie in aller=
nächſter
Nähe, ein Geräuſch wie das Schürfen eines ſchweren
Gegenſtandes über Steinboden, ohne die Urſache ſehen zu kön=
en
. Mit ſchneller Entſchloſſenheit glitt ſie vorwärts in den
dunklen Torweg der Ausfahrt hinein, in der rechten Hand den
Revolver, mit der linken ſich an der Außenwand entlangtaſtend.
Plötzlich taſtete ſie ins Leere.
In der Annahme, eine Niſche erreicht zu haben, preßte ſie
lich hinein, ſpürte zuſammenzuckend eine langſame Bewegung
hinter ſich und erkannte im ſelben Moment blitzartig die Ur=
ſache
des ſonderbaren Geräuſches: Die Rückwand der Niſche
glitt nach vorne, die Niſche war im Begriff, ſich zu ſchließen!
So nahe war die Frau den beiden Verfolgten gekommen,
daß derſelbe Rhythmus der mechaniſchen Bewegung beiden zu=

gleich die Geheimtüre öffnete. Mit tiefer Genugtuung wußte
ſie, daß ſich ihr das Geheimnis der Dierlammſchen Garage ent=
hüllt
hatte. Ohne einen Atemzug lang zu zaudern, zwängte ſie
ſich in das dunkle Loch ſeitwärts im letzten Moment! Hin=
ter
ihr ſchloß ſich die ſchwere Tür mit ſanftem Kniſtern, alles
war ſo ſchnell gegangen, daß Vaugham und Philipp Spoor
erſt in dieſer Sekunde das andere Ende des Schlauches erreich=
ten
. Für die Dauer der nächſten Sekunde ſchaltete Vaugham
Licht ein, während er durch Druck auf den verborgenen An=
laſſer
die Ausgangstüre öffnete einen Augenblick lang nur,
der indes zur Orientierung der unbemerkt Eingedrungenen
vollkommen genügte.
Das war ein altbekanntes Milieu niemals verlernte
man, ſich darin zurechtzufinden.
Mit angehaltenem Atem wartete ſie, bis die Ausgangstüre
ſich hinter den Männern geſchloſſen hatte und abſolute Stille
eingetreten war, ſchritt dann leichtfüßig voran, mit ihrer Lampe
ſorgfältig Wände, Boden und Decke ableuchtend. Eine Bie=
gung
, ein ſchachtartiger Gang geradeaus, noch eine Biegung
dann ſtand ſie am anderen Ende, wo der Ausgang war, und
wo ein Meachnismus ſein mußte; der ihn paſſierbar machte.
Unverzüglich und mit eiſerner Ruhe begann die Frau ihn zu
ſuchen. Sie taſtete, klopfte, drückte die Steine dieſes Winkels
ab, verſuchte ſie zu drehen oder zu verſchieben einen nach
dem anderen nahm ſie vor, ſyſtematiſch von oben nach unten
gehend, von rechts nach links, immer wieder von neuem
und immer wieder vergeblich.
18.

höfliche Verbeugung auf, ihm zu folgen. Phil zerdrückte
Zigarette und erhob ſich, um ſich zur merkwürdigſten Au di
ſeines Lebens führen zu laſſen.
Wozu anders hätte er die Wartezeit in dem ſchmutz

uinterſtandsähnlichen Raum benutzen ſollen als zu dem tau
ſten Verſuch, ſich in dem Strudel zu orientieren, der ihr

hierher geſpült hatte. Und zum tauſendſten Male war er
über die Frage hinausgekommen, die einzige und bedenl
Frage: Was wollen ſie von mir?
Die Antwort darauf beſaß ein doppeltes Geſicht, da
auf beiden Seiten gleich unfreundlich zeigte. Ob Vau
von dem Diebſtahl im Café wußte oder nicht ſein Ve
ten blieb in beiden Fällen gleich abgründig rätſelhaft und
fährlich. Die unausbleibliche Offenbarung mußte eine
ſtrophe mit ſich bringen. Gab es denn überhaupt eine Erklän
für das Lügennetz, das Phil mit jedem Wort enger urn
zuſammenzog? Warum hatte er denn nicht gleich geſagt
er beſtohlen worden war? Ja, warum? Wenn er
nur ſelbſt gewußt hätte.

Buddha unter dem Flugfeld.
Ein Chineſe in europäiſcher Livree mit hohen Stiefeln
trat überraſchend ein und forderte Philipp Spoor durch eine

Und jetzt? Man weihte ihn in das unerhörte Gel
nis dieſes Schlupfwinkels ein! War man ſo ſicher daß er
bei der erſten Gelegenheit von der ſenſationellen Erfah=
Gebrauch machen würde oder war man ſicher, daß ſich
Gelegenheit überhaupt nicht mehr bieten würde?
man, ihn mit Geld zum Schweigen zu bringen, oder pil
man andere Methoden, ſeinen Mund verſtummen zu laſſen
Zum Teufel den möchte man ſehen, den dieſe Fragen
nervös machten!
(Fortſetzung folgt.)

Tanzschuie Helmat Fuhrländer

Eigener Unterrichtsraum
Frankfurterstraße 15. (16172
An mehreren Akademiker-Zirkeln
können noch Damen teilnehmen.

AE

Hente letzter Tag

Elektro-Installation
Licht- Kraft- Signal- Radio-Anlagen
Monteurstunde Mk. 1.20
Material u. sämtl. Apparate äußerst billig
Dipl.-Ing. Schilz, Martinstr. 70
Accu-Ladestelle (14790a) Best. ab. Tel. 3999

Eine Perle deutscher Filmkunst.
MADVCHRISTIANS,
die bezaubernde dentsche Darstellerin
und Hans Heinz Bollmann

in Franz Lehar’s Welterfolg:

Das Bägeleisen
ist weraltet?

Friederike

Durch meine fortschritti. Hoffmann-
Dampfbügelmethode wird ein kompl.
Anzug in 15 Minuten kunstgerecht
aufgebügelt, getrocknet und gekählt,
sodaß er sofort wieder angezog, werden
kann, Näheres siehe Schaufenster.
nur Schützenstr. 10
BugOLFIA Verur 3408 (15277a

mit der Original-Musik des
Meisters Franz Lehar.

Hente und Higende Inze TBeeilen Sie sich

DIE VORZUGLICHEN
VENETIANISGHEN
SCHONHEITS-RRARARA

Eine der stärksten, künstlerischen
Persönlichkeiten des Films:

BRIGITTE HELM

Nur noch hente und morgen
sehen Sie das Ereignis der Saison.

Slizabeth

Jugendliche zugelassen
Beginn: 3 45, 6.00 und 8.20 Uhr.

Pie
Mölzernen
Kreuze

M ALLEINVERKAUE

DARFÜMERIE FRAN
ELISABETHENSTR. 9 (13

( Jenseits der deutschen Gr ben)
Eine ungeheuer erscbütternde
Tonfim-Sympbonie.
Ingendliche zugelassen
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.

Das Bügeleis

nicht die ſogen. Bügelmaſchine, mu
fachm. gepflegt. Kleidungsſtücke verv!
werden. Deshalb geben Sie Ihre n
Aufträge nur an die

Kleiderpflege- und Bügel-Anf
Ballonplatz 6 Blitz‟ Telefon.

Umzüge u. Beiladung aller Art
nach Gießen, Geluhauſen, Heidelberg, Worms,
ſteter Verkehrn. Frankfurt, Ofſenbach. (5858a
J. Herzog, Steinackerſtr. 18. Tel.4165

Bilder u. Einrahmungen
am billigsten bei 13902a
TANGHEINZ
ietzt Schulstraße 10

Einige
Schrank= u. Verſenk=
Nähmaſchinen
beſonders billig ab=
zugeben
. (15442a
Reparaturen
raſch und billigſt.
Carl Lorſch,
Pankratiusſtr. 2¼.

Eine von uns

ten erneut Ad
ping erſchien
Mepalais und
un Kaiſerhe
ei die Beſpre
Ice Mitteilt
Nachdem de
uten mit
itei nnr
znitarb
wHerkn H
Fſt
1Beding
Meine ſ
pſeitliche
Iſen würd
hſuchen de
sich m übe

Ein Tonfilm nach dem bekannten
Rowan Gilgi, eine von uns‟
von IRHGARD KEUN.

Kinderſpielſachen.
Puppen.
Puppenwagen.
Roller beſonders
preiswert. (15442a
Carl Lorſch.
Pankratiusſtr. 2½.

Stühl
werd. von 1 Mk. an
geflochten.
Karte genügt. Frau
Marie Pfleger.
n. m. Fuhrmannſtr.,
Dieburgerſtr. 42.

Anf alle
Fahrräder
10%/0
Rabatt!
BENZ
Grafenſtraße 20. (16159b

Bumengate
werd. mod. u. billig
umgearbeikef.

Hauptdarsteller: (V.16116
Brigitte Helm Gustav Diessl
Jessie Vihrog u. a.
Dazu das erstklassige Beiprogramm.
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.

Wer
Qualikätsmöbel
kauft, freut ſich zeit=
lebens
daran!
Qualitäts=Möbel
und ſehr billig bei
Klohe=Klenk.
Grafenſtraße 43.
(15825a)

Mair. Nd.=Ramſt.=
Str. 16. Hth. III.

4polige
Fahrrad= Dyna=
molampen
. 7.25
Dynamo,einzel 5.75
auch 2mal zahlbar
Batterie=Schein.
werfer von 2.00 an
BENZ
Arstwnſtaße 230

Beitadang
Köln
geſucht.
Alter’s Möbel=
transport
G.m. b. H.,
Eliſabethenſtr. 34.
(16178)

Optiker
Spaethe
13121a)
billig
Darmstadt Schuchards

Hypoth., Darlehen.
Günſt. Bed. Bayer.
Zw.=Spark. Münch.
Gen.=Vtr. (Beamt.
i. R.) Darmſtadt.
Ang. R 127 Geſchſt.

Der Führer
uieheten. Der
Mannerstag
und unte
eine
ſen Auft
behalte

Deutsche Arbeit

Dr. med.
Holzmann

Schwanenstraße 73

neueſte Modelle
zu Vorzugs=Preiſen
Ofen= und Herd=
Spezial=Geſchäft
E. L. Göbel
Rheinſtr. 31.
Große Ausſtellung
(15782a)

hat einen gefütterten Nappa=Handſchub
geſchaffen, der den tſchechiſchen Warenhaus=
Handſchuh weit Übertrifft und auch nicht
teurer iſt.
Das Paar für Damen u. Herren M. 5.50
natürlich bei

OOM

Ludwigsplatz 2

Statt jeder beſonderen Anzeige.

Heute morgen verſchied unerwartet meine innigſt
geliebte Frau, unſere treuſorgende liebe Mutter, Tochter,
Schweſter und Tante

Hlau eog Keuh

geb. Rauch

nach kurzem ſchweren Leiden im vollendeten 52. Lebens=
jahre
.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:

Heinrich Koch, Oberbauinſpektor
Heinz Koch
Friedel Koch

Darmſtadt, Ober=Klingen, den 20. November 1932.
Wienerſtr. 42.

Rfee
GOLD

der Wundertee, bei
Ischias, Gicht, Rheu-
matismus
u. Harn-
(14837a
leiden.
Gesund
auch für Gesunde.
35, 70, 1.30 Pf.
MATE-GOLD bei:
Schwanen-Drogerie
Otto Walter
Darmstadt, Gardistenstr. 77
Arheilgen, Dieburgerstr- 9

Auf Wunſch der Entſchlafenen findet die Beiſetzung
in ihrem Heimatorte, und zwar in Ober=Klingen (vom
Elternhauſe ausſam Dienstag, nachm. 1½ Uhr, ſtait.

Von Beileidsbeſuchen bitten wir abzuſehen. (16179

2 alte Geigen
1ital., 1 dtſch. Mei
ſter. Anzuſ. 1315
Uhr Soderſtr. 87, I. *

Kein Jäger ohne
d. maßgebende ſüd=
deutſcheJagdzeitung

DerdeutſcheJäger
München (älteſte
deutſche Jagdzeitg.).
Monatlicher Be=
zugspreis
nur RM
1.80. Probenummer
koſtenfrei. Wegen
der großen durch=
dringendenVerbrei
dringendenVerbrei=
tung
glänzendes
Anzeigenorgan,
auch f. nichtfachliche
Anzeigen. (TV16136

6=Zim.-Wohng.
Wilhelminenſtr. 22
ſofort od. ſpäter.
Näh. weg. Beſichtig.
und Preis durch den
Darmſtädter
Hausbeſitzer=Verein
Telef. 560. (15966a

Die Oblstenlomm gewöhrt geschmecklreies Ei
Imon in Vesbindung mit der übenaschend P4
Wirkung gogen Kopf- Nervenschmerzen, M0
Neuralgien. Oblefen- oder Pulver-Pckg. 5.)
Schüten Sie sich vor diesen Schmerzzit‟
durch des nwerlässzige u. unschödliche Citroil
VI,124

Modern

Heidelbergerſtr. 67,I.
neuherger. gr. 5=Z.=
Wohn., ev. m. Bad,
Linoleum. fr. Lage,
ſof.od. ſpat. Pr. 110
(15126a)

billig zu verkauf.
Frankfurterſtr. 105.