Einzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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uch 7mallgem Erſcheinen vom 1. Novembel
wienber 2.— Reiſchemark und 20 Pfennig
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher müt * verſebenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangobe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 317
Moniag, den 14. November 1932. 195. Jahrgang
21 mm breite Zeile im Kreife Darmtiadt 23 Reichspig.
FinanzAnzeigen 35 Reſchepſa. Reiſamezelie (92 mm
breitlsReichsmarl. Anzeigen von auswärte 35 Reſchepfg.
Fſnanz=Anzeigen 30 Reſchepſg. 92 mm breite Relſames
zele 300 Reſchemarl. Alle Preiſe in Reſchemart
ſ4 Dollar — 420 Marlt. — m Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Auffuhr. Streit uſw, erliſcht
ede Bewiſchung au Entüſung der
Angelgen=
auſträge und Teiſung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerichtlicher Beltceibung jäll jeder
Nabatt weg. Banſtonio Deuiſche Bont und Darme
ſtädter und Natonaban.
Wieder Ruhe in Genf.
W neuen Zuſanmenföhe. — der Generalfreit bendel. — Verhaftung zuhlreicher Konmunffen.
Teilweiſe Demobiliſierung der Hilfskruppen.
Beim Abſchluß dieſer Tagung haben die Herren Patenötre KPD. 96 275 (100 203) Stimmen, 17 (9) Mandate.
und Marlio von der franzöſiſchen Delegation, und Herr Hermes
Aichſpiel vor dem Militkärgericht.
Genf, 13. November.
Reſt der Nacht iſt in Genf ohne beſondere Zwiſchenfälle
In. Gegen Mitternacht war zeitweilig eine kritiſche
Situ=
ittanden, als die Poſten der Walliſiſchen Bataillone ſich
en. mit aufgepflanztem Bejonett und geladenem Gewehr
ſummlungen vor den Kaſernen aufzulöſen. Die entſchloſ=
Atung der Walliſer verfehlte ihren Eindruck nicht, und
all=
zerſtreute ſich die Menge in den anliegenden Straßen. Die
hat 15 Verhaftungen und zahlreiche Hausſuchungen
vor=
ben
uſwiſchen haben die Gewerkſchaften den Generalſtreik für
erklärt. In einem Aufruf fordern ſie die Genfer Arbeiter=
Tuſ. Diſziplin zu wahren und die Arbeit in aller Ruhe
ſufzunehmen. Daraufhin ſind noch im Laufe des heutigen
it zur Hilfe mobiliſierten Truppen zum Teil
abtrauspor=
biden. Die geſtrigen Vorgänge bei der Truppe
Aben zu mancherlei Kombinationen geführt. So heißt es,
Alem abend erfolgte Hinzuziehung der beiden Walliſiſchen
Ane habe ſich deshalb, als notwendig erwieſen, weil ver=
Anzeichen darauf hindeuteten, daß man ſich im Ernſtfall
bedingt auf die Genfer Truppen hätte verlaſſen können.
biſchenfall bei der Anſprache des Kommandanten. Oberſt
E dem aus den Reihen der Soldaten das Wort „Mörder”
In wurde, hat zur Einleitung eines Verfahrens vor dem
kricht geführt. Es heißt aber auch, daß Teile der Genfer
zeitweilig in bedrohlicher Weiſe von den Fenſtern ihrer
aus mit der Menge zu fraterniſieren begannen. Viele
ſenr ſollen ſich an dem Geſang der Internationale bereiligt
Man ſpricht davon, daß die Lage zeitweiſe äußerſt kritiſch
Werklärt es damit, daß die Truppen in verſchiedene, etwas
Fgelegene Schulen der Stadt verteilt wurden. In die
hn kamen die beiden neuen Bataillone aus dem Wallis, die
beits vorſorglich in die Nähe Genfs transportiert hatte.
kan waren geſtern 4000 Mann Militär in Genf konzen=
Riche Komnuniſtenverhaftungen in Kankon.
Sieben Todesurteile vollſtreckt.
19 einer amtlichen Meldung iſt es der Polizei gelungen,
beime kommuniſtiſche Konferenz auszuheben und 90
füh=
lin eſiſche Kommuniſten zu verhaften. Sieben Kommuniſten,
Mitglieder des Zentralkomites der Kommuniſtiſchen
darunter zwei Frauen, wurden vom Kriegsgericht zum
brurteilt und am Sonntag morgen erſchoſſen.
Mdung zweier deutſch=franzöſiſcher
Induſtrie=Konſorkien.
eutſch franzöſiſchen Wirkſchaftsbeſprechungen
Un Neriſt bendele.
Berlin, 12. November.
tlich wird mitgeteilt:
on (Zuſammenarbeit im Ausland) der deutſch=franzöſiſchen
lit skommiſſion ihre Tagung in Berlin abgeſchloſſen. Sie
Berichte über die Gründung von zwei
Konſor=
uigegengenommen, die in Verwirklichung der Anregungen
letzten Tagung in Paris inzwiſchen erfolgt iſt. Das erſte
hium iſt eine techniſche Vereinigung von deut=
und franzöſiſchen induſtriellen
Geſell=
u. Das 2. Konſortium iſt in der Form einer AG.
en deutſchen, franzöſiſchen und engliſchen
Iſtriellen errichtet worden. Ihre Aufgabe iſt die
Aus=
großer öffentlicher Arbeiten im Ausland, beſonders in
Men, in denen die Durchführung finanzieller Transaktionen
gtenſollierbunden iſt.
4. Unterkommiſſion begrüßt mit aufrichtiger Sympathie
Kung dieſer Konſortien als einen weſentlichen Fortſchritt
M Wege zur Erreichung des gemeinſamen Zieles. Sie hat
huk eimen vorläufigen Bericht über eine engere Zuſam=
Seit zwiſchen den Induſtrien auf dem Gebiete der
ſchen Konſtruktionen, und beſonders der
teil=
lektrifizierung von Eiſenbahnlinien
ge=
erropäiſcher Länder entgegengenommen. Sie hält
zb9tAjang der in dieſem Zuſammenhang gegebenen Anregungen
erſt wertvoll und hat einige Mitglieder der Kommiſſion
Alusarbeitung eines detailierten Planes bis zur nächſten
Seauftragt.
en breiten Naum nehmen in den Beratungen die
Finan=
siagen ein. Es wurden beiderſeits Berichte über das in
klnd und Frankreich geltende Syſtem der Uebernahme von
e: Ausfallgarantien bei Lieferungen ins Ausland er=
M Gebiete ſolcher ſtaatlicher Ausfallgarantien
ie vierte Unterkommiſſion war ſich darüber einig, daß
mächſte Tagung der vierten Unterkommiſſion wird im
us Monats Februar in Paris ſtattſinden.
von der deutſche Delegation ihre lebhafte Befriedigung über die men, 13 (7) Mandate, SPD. 10 738 (12 765) Stimmen 10 (15)
einen bedeutenden Fortſchritt in der europäiſchen Zuſammenarbeit
darſtellen.
Der Führer der franzöſiſchen Abordnung bei den
deutſch=
franzöſiſchen Wirtſchaftsbeſprechungen in Berlin,
Unterſtaats=
ſekretär Raymond Patrendtre, hat dem Vertreter des „Berliner
Börſen=Couriers” eine Unterredung gewährt, in der er ſich
ein=
gehend über die geplante deutſch=engliſch=franzöſiſche
Zuſammen=
arbeit auf wirtſchaftlichem Gebiet äußerte. Das Syndikat, das in
der Form einer Aktiengeſellſchaft gegründet worden iſt, müſſe
Bankiers zuſammenbringen, um die Induſtrien zu finanzieren.
Unter den deutſchen Firmen höre man den Namen Julius Berger.
Die Finanzierungen ſollen hauptſächlich durch engliſche Banken
erfolgen, unter denen Baring Brothers und Schröder in London
genannt würden. Die prozentuale Verteilung der Kräfte im
eng=
liſch=franzöſiſch=deutſchen Pool betrage 40 v. H. für England, 40
v. H. für Frankreich und 20 v. H. für Deutſchland. Die deutſche
Quote ſei deswegen geringer, weil die Finanzierung
hauptſäch=
lich durch ausländiſches Kapital vorgenommen werden ſolle.
Frankreich und die weltpolitiſche Lage.
Auswirkungen der Rooſevelk=Wahl.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
* Paris, 13. November.
Bekanntlich hat man in Paris den Sieg Rooſevelts gewünſcht.
Es fragt ſich jetzt nun, welches die praktiſchen Folgen des Sieges
der Demokraten in U.S.A. für Frankreich und Europa ſein
wer=
den. Die Frage iſt nicht zu früh geſtellt, denn die Demokraten
ſcheinen die Führung faktiſch eher zu übernehmen, als dies
ur=
ſprünglich erwartet werden konnte.
Man erhofft in Paris von Rooſevelt vor allem eine
diplo=
matiſchere Haltung in der Außenpolitik, keine ſo brüsken und
plötzlichen Eingriffe in Europas Angelegenheiten, wie dies unter
Hoover üblich war. Den gefühlspolitiſchen Hoffnungen, die man
TU. Schanghai, 13. November. auf Rooſevelt ſetzte, mißt man gerade in diplomatiſchen Kreiſen
ein verſchwindend geringe Bedeutung zu. Nach dem Wahlkampf
wird in Waſhington kein Platz mehr für Gefühlspolitik übrig
bleiben.
Dem Völkerbund ſtehen die USA.=Demokraten
ſympa=
thiſcher gegenüber als die Republikaner; aber es iſt mehr als
wahrſcheinlich, daß ſie aktiv nichts für die Genfer Körperſchaft
unternehmen
In der Frage der interalliierten Schulden iſt zwar
Rooſevelt nachgiebiger, aber er wird von Frankreich
wirtſchaft=
liche Gegenleiſtungen fordern. Man macht ſich in dieſer Hinſicht
auf äußerſt komplizierte wirtſchaftliche Verhandlungen gefaßt.
Ueber viertauſendſiebenhundert amerikaniſche Warenſorten ſind
auf dem franzöſiſchen Markt anderen ausländiſchen Erzeugniſſen
gegenüber benachteiligt.
In der Abrüſtungsfrage hätte Frankreich von Amerika
eine Bekräftigung des Kelloggpaktes gerne geſehen. Die
Demo=
kraten ſcheinen ſich aber dafür nicht zu begeiſtern, und darum iſt
die franzöſiſche Abrüſtungspolitik ganz kontinental eingeſtellt. In
der Frage der Landabrüſtung ſcheint man auf Englands
Unter=
kh zweitägigen Beratungen hat heute die vierte Unter= ſtützung zu rechnen — auch die Rede Sir John Simons wird in
dieſem Sinne ausgelegt — gegenüber einer entſprechenden
Nach=
giebigkeit in der Seeabrüſtung. Der entſcheidende Punkt bleibt
aber die Verſtändigung mit Deutſchland und Italien.
In ſonſt wohlinformierten Pariſer Kreiſen betrachtet man die
Entwicklung des Verhältniſſes zu Deutſchland recht
opti=
miſtiſch, ohne dieſe Anſicht allerdings durch Tatſachen zu belegen.
Italien gegenüber iſt die Auffaſſung zurückhaltender. Der
italieniſche Botſchafter in Paris hat zwar Herriot die
Zufrieden=
heit Italiens über die Toulouſer Aeußerungen ausgedrückt.
Nichts=
deſtoweniger war die Aufnahme, welche die fasciſtiſche Preſſe den
Liebeswerbungen Herriots bereitete — gelinde geſagt — äußerſt
zurückhaltend. Herriot blieb in der Linie Poincarés und Tar= treten war. Der Streik richtete ſich gegen die verſchärften Ve=
Italien gewinnen wollte. Aber die italieniſche Preſſe ſprach
wie=
der einmal davon, daß Frankreich mit Taten anſtelle von Worten
führenden Kreiſen des Fascismus, ſelbſt die Anerkennung der
Flottenparität durch Frankreich nicht vollauf genügen würde. Die
Wirtſchafts= und Finanzkreiſe in Rom und Mailand ſollen aber
für eine Verſtändigung plädieren.
Ikalieniſch=ungariſche Wirkſchaftskommiſſion.
Als erſtes Ergebnis des Beſuches des Generals Gömbös in
Kommiſſion zum Ausbau des Handelsverkehrs zwiſchen den
bei=
den Ländern angekündigt. Die erſte Verſammlung dieſer
Kom=
miſſion iſt auf Anfang Dezember angeſetzt. Es wurde auch eine
AEs wurde beſchloſſen, die Möglichkeit einer Zuſammenarbeit endgültige Regelung der vom Krieg herrührenden und noch
ſchwebenden finanziellen Fragen getroffen, ſo daß es auf dieſem
Ve- Sonderausſchuß aus vier Sachverſtändigen prüfen zu Gebiet keine offenen Fragen mehr gibt. Die Probleme wurden
durch verſchiedene Abkommen gelöſt, über die mit dem freund=
UaStiſche Löſung dieſer Frage erſt in Verbindung mit lon= ſchaftlichen Geiſt verhandelt wurde, in dem ſich der ganze Außenwelt zu erwecken. Vor dem Gerichtsgebäude ſind zwei
„ßeungehend vorgeprüften Projekten in Betracht kommen kann. Meinungsaustauſch während des Beſuches des ungariſchen Mini= Schupos ſtationiert. In der Umgebung iſt jedoch alles ruhig.
ſterpräſidenten in Rom abwickelte. — Gömbös iſt Sonntag nach= Zu irgendwelchen b
mittag nach Zudapeſt abgereiſt.
Sächſiſche Gemeindewahlen.
Dresden, 13. November.
In Sachſen fanden heute Gemeindewahlen ſtatt, die bei
etwas abgeſchwächter Wahlbeteiligung faſt überall ruhig
ver=
laufen ſind.
In Leipzig erhielten die Natſoz. 101 090 Gbei der
Reichs=
tagswahl am 6. 11. 32 128 053) Stimmen, 18 (am 17. 11. 1929
3) Mandate, Nat. Bürgerliſte 55 858 (54 535) Stimmen 11 (28)
Mandate, SPD. 132871 (153 698) Stimmen, 24 (27) Mandate,
In Zwickau entfielen auf NSDAP. 14 283 (20 456)
Stim=
bereits erzielten greifbaren Ergebniſſe zum Ausdruck gebracht, die Mandate, KPD. 7576 (8 222) Stimmen 7 (4) Mandate, Deutſchn.
3 637 (3 484) Stimmen, 3 (5) Sitze Bürgerl. Freiheitsliſte 3 682
(2 881) Stimmen, 4 (16) Sitze, Chriſtl. 749 (770) 0 (0) Sitze.
Das Geſamtergebnis der Chemnitzer
Stadtverordneteu=
wahl hat ergeben: SPD. 56 630 (59 227), KPD. 47574 (47695),
Mittelſtand 10 010 (3 101), Deutſchnat. 11 554 (13347), DVP.
3 191 (3 626), NSDAP. 69 538 (79 766), Staatspartei und
Zen=
trum 3 728 (3612), Volksrechtpartei und Inflationsgeſchädigte
1896 (1193) Chriſtl. Volksdienſt 2839 (3103).
Die Gemeindewahlen in der Stadt Bautzen; SPD. 3449
(5008) Stimmen, 8 (13) Sitze, NSDAP. 5456 (7804), 10 (41
Sitze, DNVP. 2305 (3073) 5 (4) Sitze, St.P. 664 (374) 1 (3)
Sitze, Kom. 2843 (3155) 5 (2) Sitze Freie Bürgerl. Liſte 595 (—),
1 (2) Sitze, Wirtſchaftspartei 156 (326), 0 (2) Sitze, Chr. Soziale
631 (580). 1 (0) Sitze, Zeutrum 912 (1238), 2 (1) Sitze, DVP.
1157 (12 267) 2 (4) Sitze. Die Wahlbeteiligung betrug 66,95 v.H.
*
Bei den Bürgerſchaftswahlen in Lübeck
ſtimm=
ten für SPD. 30 040 (29 Sitze) Wähler, für Hanſ. Volksbund
4983 (5), KPD. 9902 (9) NSDAP. 27 282 (27), Staatsp. 1 277
(1), Zentrum 748 (1). Haus= und Grundbeſitz 4 165 (4),
Deutſch=
nationale 3 736 (4). Das endgültige Ergebnis ſteht noch aus.
*
Reichskanzler v. Papen hat am Sonntag den Führer der
TXBP., Geheimrat Hugenberg, empfangen.
Die Korimunalwahlen im Saargebiel.
dsk. Saarbrücken, 13. November.
Die letzten Kommunalwahlen im Saargebiet vor der
Volks=
abſtimmung im Jahre 1935, die über das Schickſal des
Saargebie=
tes entſcheiden wird, ſind im großen und ganzen ruhig verlaufen.
Bei den heutigen Wahlen, denen alſo gewiſſermaßen die
Bedeu=
tung einer „Probeabſtimmung” zukommt, entfalteten hauptſächlich
die Kommuniſten und Nationalſozialiſten eine regere
Propaganda=
tätigkeit. Größere Gruppen dieſer Parteien ſammelten ſich vor
einzelnen Wähllokalen, wobei es an verſchiedenen Stellen zu
klei=
neren Reibereien kam. In ein Wahllokal drang eine aufgeregte
politiſche Gruppe ein und demolierte die Inneneinrichtung; zu
größeren Zwiſchenfällen iſt es indeſſen nirgends gekommen.
Das Straßenbild in Saarbrücken hatte heute ſein gewöhnliches
Ausſehen. Man bemerkte lediglich eine größere Anzahl
Flugblatt=
verteiler, Propagandawagen und Muſikkapellen, die durch die
Straßen der Stadt zogen. Soweit ſich vorläufig überſehen läßt,
konnte der von den Franzoſen protegierte Saarbund in einigen
Orten, wie z. B. in Saarlouis und in Schiffweiler, die nötige
An=
zahl Stimmen erlangen, um ſich ein Mandat in der
Gemeindever=
tretung zu ſichern. In Wiebelskirchen dagegen iſt der Saarbund
reſtlos durchgefallen. In Saarbrücken ſelbſt war die
außer=
ordentlich ſchwache Wahlbeteiligung von 59,3 Prozent zu
verzeich=
nen. Hier waren ſtimmberechtigt 84 536 Perſonen, von denen
50 413 gültige Stimmen abgegeben wurden.
Davon erhielten das Zentrum 13 738 Stimmen 17 (18) Sitze,
Sozialdemokraten 6571 Stimmen, 8 (12) Sitze Bürgerl. Mitte
4896 Stimmen, 6 (7) Sitze, Kommuniſten 10 367 Stimmen, 12 (8)
Sitze, Deutſchnationale 1892 Stimmen, 2 (3) Sitze, Kommuniſt.
Oppoſition 1136 Stimmen, 0 (0) Sitze. Deutſch=Saarl. Volksp.
4979 Stimmen, 6 (11) Sitze, NSDAP. 6960 Stimmen 8 (1) Sitze.
In Saarbrücken ſelbſt hatte der Saarbund, da er von
vorn=
herein die Ausſichtsloſigkeit ſeiner Beſtrebungen hier
einſah=
keine eigene Liſte aufgeſtellt.
Gefängnisrevolke in Bielefeld.
Leuknank Scheriuger als Rädelsführer.
Bielefeld, 12. November.
Unter den im Bielefelder Gerichtsgefängnis untergebrachten
Feſtungsgefangenen kam es zu einer Revolte, nachdem ein Teil
der Gefangenen bereits am Mittwoch in den Hungerſtreik
ge=
dieus, als er — in allerdings ungeſchickt gewählten Ausdrücken — ſtimmungen des Strafvollzugs bei der Feſtungshaft. Unter
An=
führung des früheren Leutnants Scheringer kam es im
Ge=
meinſchaftsraum zu turbulenten Lärmſzenen. Die Gefangenen
herausrücken ſollte. Man hatte beinahe den Eindruck, daß in den zertrümmerten das Mobiliar und warfen ihr Eßgeſchirr auf die
Straße. Vor dem Gefängnis rottete ſich eine große
Menſchen=
menge zuſammen, die die lärmenden Demonſtrationen der
Ge=
fängnisinſaſſen mit erregten Zurufen begleitete. Auch in den
Zellen wurde das Mobiliar zertrümmert und das Bettzeug
zer=
riſſen und durch die Luken auf den Korridor geworfen. Die
Beamten der Gefängnisverwaltung hatten gegen die Lärmenden
einen ſchweren Stand. Sie vermochten aber die Revolte ohue
EP. Rom, 13. November. unterſtützung der Polizei niederzuſchlagen.
Die Kundgebungen der kommuniſtiſchen Feſtungsgefangenen
Rom wird die Bildung einer gemiſchten italieniſch=ungariſchen im Gerichtsgefänguis richten ſich, wie ergänzend zu melden iſt,
außer gegen die Aufhebung des freien Ausganges gegen die
durch die verſchärften Beſtimmungen eingeführte Briefkontrolle.
Abgeſehen davon, daß die Gefangenen, mit Scheringer an der
Spitze, Stühle und anderes mehr demolierten, haben ſie die
Eutgegennahme einzelner Mahlzeiten verweigert, ohne daß von
einem Hungerſtreik die Rede ſein kann. Durch erneutes Lärmen
und Johlen ſuchen ſie auch jetzt noch die Aufmerkſamkeit der
kenswerten Ereigniſſen iſt es nicht
ge=
kommen.
Seite 2 — Nr. 317
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Montag, 14. November
Darmſtadt, den 14. November 1932.
Der Gau Volksſtaat Heſſen des Reichsverbandes bildender
Künſtler Deutſchlands veranſtaltet, genau wie im Vorjahre, auch
in dieſem Jahre in den Wochen vor Weihnachten eine Meſſe in
den Räumen der Kunſthalle am Rheintor. Ausgeſtellt werden
Werke der Malerei, Plaſtik und Graphik, ſowie des
Kunſtgewer=
bes, bei welch letzterem Ausſtellungszweig Schmuckarbeiten aller
Art, z. B. getriebenes Silber und handgeſchmiedete
Meſſingarbei=
ten, zum Angebot kommen, auch Kleinplaſtiken und handgemalte
Gewebe.
Die vorjährige Weihnachtsmeſſe zeitigte bekanntlich einen
außerordentlich großen Erfolg mit der zu verzeichnen geweſenen
rieſigen Beſucherzahl. Zu dem großen Erfolg trug auch
weſent=
lich bei der gute Wille und das ſtetig wachſende Intereſſe des
Publiku in unſerer für die bildenden Künſtler beſonders
ſchweren Zeit durch den Ankauf von preiswerten künſtleriſchen
Arbeiten, die am Weihnachtsfeſt als Geſchenkgegenſtände gute
Zwecke erfüllen, dem Künſtler in ſeiner Not zu helfen und ihm
— ſeiner Weihnachtsfreude zu verhelfen. Großen Anreiz bot
auch die Tombola, die gar manchem Ausſtellungsbeſucher das
Glück brachte, in den Beſitz eines Kunſtgegenſtandes zu gelangen,
nicht minder die Porträtslotterie, in der der Beſucher ſein
eige=
nes Porträt, gezeichnet von einem von ihm dazu ausgewählten
Künſtler, gewinnen konnte. Auch in dieſem Jahre werden unter
anderen Veranſtaltungen Tombola und Porträtlotterie wieder in
Betrieb genommen. Es ſind alſo dem Beſucher wiederum ſchöne
Chancen geboten.
Die heſſiſche Künſtlerſchaft veranſtaltet ihre diesjährige
Weih=
nachtsmeſſe in der Hoffnung, daß genau oder gar in noch
ſtärke=
rem Maße wie im Vorjahre das Publikum die Worte „Helft den
bildenden Künſtlern!” befolgen wird, und das Publikum — das
kann ſicherer Annahme entſprechend geſagt werden — wartet
be=
reits voll Spannung auf die Gelegenheit des Beſuchs der
Weih=
nachtsmeſſe mit den ihm gebotenen Chancen der Tombola und
der Porträtlotterie; ebenſo mit der Gelegenheit, preiswerte
Kunſt=
gegenſtände zu erſtehen.
Sigrker Befuch der Ausftelfung der
Verwalkungsgerichtshof.
Der Beſuch der Ausſtellung in Darmſtadt hat alle
Erwartun=
gen übertroffen. Weit mehr als 5000 Perſonen einſchließlich der
Schulen wurden gezählt. Desgleichen waren auch die Filmvorträge
im Gartenſaal ſehr gut beſucht.
Die Ausſtellung iſt am Montag, den 14. November, nur noch
bis 2 Uhr nachmittags geöffnet, da ein Teil des
Ausſtellungs=
materials in anderen Städten benötigt wird.
Klage des Bezirksfürſorgeverb=
Kreis Darmſtadt gegen Chriſtine Hof
zu Eberſtadt, wegen Rückerſtattung von S
rentnerunterſtützung.
Mozart=Verein. Der Mozart=Verein, immer originell in
ſeinen Darbietungen, bereitet für ſein am 10. Dezember
ſtatt=
findendes Winterfeſt die Uraufführung der 8. Revue vor.
Ge=
boten wird die „bracht”volle Jahresſchau in 25 Bildern mit
Ge=
ſang und Tanz „Wohlerworbene Rechte” von Arno
Egelaſa. Keine Girls, keine Revellers, keine Modeſchau,
ſon=
dern urwüchſiges Spiel bewährter Kräfte in geſchloſſenem Kreis
Den Stoff lieferten die Zeitgenoſſen.
„Alt=Darmſtadt” Verein für Ortsgeſchichte und
Heimat=
kunde. Nächſte Veranſtaltung Donnerstag abend 8.30 Uhr,
Fürſtenſaal. Grafenſtraße. Vortrag mit Lichtbildern von Herrn
Maler und Buchdrucker Heinz Hohmann; Perſönliches und
Künſtleriſches über Hermann Pfeiffer und ſein neues Buch
„Goethe und Merck in Darmſtadt‟ Herr Hohmann wird in
raſchen Augenblicksbildern ſeine wichtigſten Erlebniſſe mit
Her=
mann Pfeiffer vorzeigen, kurz Pfeiffers künſtleriſche Entwicklung
verfolgen und die Schattenbilder der Darmſtädter Goethezeit mit
verbindenden Worten vorübergleiten laſſen. Gäſte können zu
dem Abend durch Mitglieder eingeführt werden.
Der Schriftſteller Anton Betzner wird an zwei Abenden
über die Entwicklung und Bedeutung des
Hör=
ſpiels als neue Kunſtform ſprechen. Das Hörſpiel iſt
zu einem wichtigen Beſtandteil des Rundfunk=Programms
gewor=
den, ſo daß es wohl angebracht iſt, mit ſeinen Beſonderheiten
ver=
traut zu machen. Der erſte Vortrag findet am Freitag, den
18. November, 20.15 Uhr, im Saal 236 der Techniſchen
Hoch=
ſchule ſtatt
Heſſiſches Landestheater
Großes Haus Meran Anf. 19 Ende geg. 22¾ Uhr A 7. Zum 1. Male15. November wiederholt: Don Carlos
Pr. 0.70—5.50 Mittwoch,
16. November 1 19—22½, Uhr. Bühnen=Volksbund H 3.
Pr. 0.50—4.50
Wilhelm Tell. Kleines Haus Montag,
14. November 19½—22½ U r. Zuſ.=Miete V 3.
Die Cſardasfürſein.
Pr. 0.80—4.50 Dienstag.
15. November 20—22 Uhr. Feier zum 70. Geburtstag von
Pr. 0.50—2.00
Gerhart Hauptmann. Mittwoch.
16. November Anf. 20. Ende geg. 22½ Uhr. Zuſ.=Miete II 5.
Pr. 0.80—4.50
Der Barbier von Sevilla.
Heſſiſches Landestheater. Heute abend findet um 19.30 Uhr
im Kleinen Haus die Revue=Operette „Die
Cſardasfür=
ſtin ſtatt. In den Hauptrollen: Erna v. Georgi, Joachim
Satt=
ler, Lilly Maria Palmer, Hermann Gallinger, Käthe Gothe, Joſ.
Sieber und Eugen Vogt. — Verdis „Don Carlos, als
ſtärkſter Opernerfolg dieſer Spielzeit von Publikum und Preſſe
begeiſtert aufgenommen, wird erſtmalig morgen Dienstag
wieder=
holt. Die Aufführung beginnt, mit Rückſicht auf die lange Dauer
des Werkes, bereits um 19 Uhr.
Oberbürgermeiſter Mueller wird im Rahmen der Gerhart
Hauptmann=Feier, die am Dienstag, den 15. November,
im Kleinen Haus ſtattfindet, die Glückünſche der Stadt Darmſtadt
an den Dichter ausſprechen.
Tagesordnung zur Sitzung des Stadtrates am
Donners=
tag, den 17. November, um 17 Uhr, im Rathaus: 1. Beteiligung
der Stadt an der Milchverſorgungs=G.m.b.H. (Berichterſtatter
Stadtratsmitglied Klotz.) — 2. Beiträge zu den ſachlichen Koſten
der Berufsſchalen für nicht mehr berufsſchulpflichtige, die hieſigen
Berufsſchulen freiwillig beſuchenden Schüler. (Berichterſtatier:
Stadtratsmitglied Wieſenecker.) — 3. Feſtſetzung der Hundeſteuer
für 1933 und folgende Jahre. (Berichterſtatter:
Stadtratsmit=
glied Schneider I.) — 4. Krediterhöhung für die Merck=Goethe=
Ausſtellung 1932. — 5. Erleichierung bei der kommunalen
Son=
dergebäudeſteuer. (Berichterſtatter: Stadtratsmitglied Altendorf)
6. Feſtſetzung der endgültigen Steuerausſchlagſätze für das
Rechnungsjahr 1932. 7. Mitteilungen.
Verſammlung der Männervereinigung der Petrusgemeinde.
die letzte Monatsverſammlung der Männervereinigung der
Petrusgemeinde ſtand unter dem Zeichen des Mannes, dem die
deutſche evangeliſche Chriſtenheit viel zu verdanken hat,
näm=
lich des Glaubenshelden Guſtav Adolf. Herr Oberreallehrer
Frank hatte für den genannten Tag Herrn Pfarrer Weiß
als Redner gewonnen, der es verſtand, in der ihm eigenen,
ge=
wandten Art den zahlreich erſchienenen Gemeindemitgliedern
„Guſtav Adolf als Lebens= und Glaubensheld”, in äußerſt
wir=
kungsvoller Weiſe vor die Seele treten zu laſſen. Die großen
Erfolge des ſiegreichen Königs konnten nur erreicht werden von
einem Heere, das Gottesfurcht und Kriegszucht kannte. Echte und
tiefe Frömmigkeit machen den Schwedenkönig zum wahren
Glaubenshelden. Gott war deſſen Harniſch, und alle ſeine
Taten begannen und endeten mit Gott. Er war nicht nach
Deutſchland gekommen, um zu bekehren, ſondern uns allen
Ge=
wiſſensfreiheit zu bringen. Daher war der tapfere
Schweden=
könig auch ein Glaubensdulder. Er wagte Land und
Leute, um zum Schluß ſich ſelbſt einzuſetzen für ſein großes Ziel
das er durch ſeine Standhaftigkeit mit Gottes Hilfe reſtlos
er=
reichen durfte. Die geſpannt lauſchenden Zuhörer erkannten es:
Luther hat uns den evangeliſchen Glauben ge
ſchenkt. Guſtav Adolf aber hat ihn gerettet. Eine
Reihe von ſehr guten Lichtbildern ergänzten die treffenden Worte
des Redners Reicher Beifall der verſammelten
Gemeindemit=
glieder, herzliche und anerkennende Worte des Herrn
Oberreal=
lehrers Frank dankten Herrn Pfarrer Weiß für den
tiefgründi=
gen Vortrag. Möge er in unſerer Gemeinde reiche Früchte
tragen, indem der nordiſche Glaubensheld unſeren
Gemeindemit=
gliedern als leuchtendes Vorbild diene.
Der Provinzialausſchuß hat die Klage abgewieſen,
grundſätzlich ſich der Anſchauung der Unterſtützten
ſen hat.
Darmſtadt hat der Witwe Hof die Auflage gemacht, w
bezogenen Unterſtützung eine zinsloſe Sicherungshypot
tragen zu laſſen. Das vorhandene Grundvermögen ha
Wert von 5500 RM., und Witwe Hof bezieht Invali//4u
Der Provinzialausſchuß hat die Frage, ob die Unterſtü
reichendes Vermögen zur Rückerſtattung beſitze
und zwar unter ausführlicher Würdigung der Vermö
hältniſſe; ein gegenteiliges Verfahren würde ſich als
Härte darſtellen, und die Unterſtützte ſei deshalb bereck
Leiſtung des Erſatzes zu verweigern. Der Provinzia
hat deshalb den Beſchluß des Kreisausſchuſſe
gehoben. Hiergegen hat der Bezirksfürſorgeverband
ſion an den Verwaltungsgerichtshof verfolgt, da nur
rung mit der Hypothek erſtrebt werde.
Der Fall, der hier zu entſcheiden iſt, iſt bedeu=
voll für eine ganze Reihe bereits ſchweb
ſeither zurückgeſtellter Prozeſſe, wie der kuxihſel.
der Witwe Hof ausführt, die Gegenſeite habe ſelbſt zug
daß heute noch kein Fürſorgeerſatzanſpruch beſtehe; vcr)e
wird auf zwei Entſcheidungen des Landgerichts Dresd
mit falle auch jeder Sicherungsanſpruch dahin. Desh
auch der Bezirksfürſorgeverband keinen Anſpruch auf ein
rungshypothek. Die hier berührten Anſprüche unterlä.t
einer kurzen, vierjährigen Verjährung. Sterbe Witwe
ſtänden den Erben eine ganze Reihe von Einreden zu we
dann der Bezirksfürſorgeverband
Unterſtützungsanſprüch=
mache.
Aends
Der Vertreter des Staatsintereſſes betont, es beſteh. kuset Haſſia
ein Anſpruch des Verbandes gegen den Unterſtützten,
Provinzialausſchuß habe ausgeführt, daß hinreichendes Tiyen ver
nicht vorhanden ſei; gegen dieſe tatſächliche Fe
könne die Reviſion nicht ankämpfen; es wird Zurückwei
Rechtsmittels beantragt, wenn nicht in einem Punkto
weiſung an den Provinzialausſchuß notwendig erſcheine.
Das Urteil weiſt die Reviſion als
gründet zurück.
Winter-Ausgabe 1932
Preis 70 Pfennig 8
Erhältlich in den Buchhandlungen, Kiosken, Bahnhofs
buchhandlung und Geschäftsstelle, Rheinstraße 25.
Kampfbund für Deutſche Kultur. Außerhalb der im
Vor=
tragsplan des KfDK. vorgeſehenen Veranſtaltungen beabſichtigt
die Ortsgruppe Darmſtadt, im Laufe des Winters
Mitglieder=
abende abzuhalten, die für Kampfbund=Mitglieder koſtenfrei ſind.
Nichtmitgliedern iſt die Teilnahme gegen einen geringen
Un=
koſtenbeitrag möglich. Der erſte Mitgliederabend findet am
kom=
menden Donnerstag abend im Heylshof ſtatt, worauf die
Mit=
glieder und Freunde der Bewegung heute ſchon aufmerkſam
ge=
macht werden. Der neue Führer der Ortsgruppe Darmſtadt des
KfDK., Dr. Rudolf Erckmann, wird über „Das deutſche
Schrift=
tum in der Zeitenwende” ſprechen, ein Thema, das zum
gegen=
wärtigen Zeitpunkt beſonderem Intereſſe begegnen dürfte, zumal
der Redner als genauer Kenner des Schrifttums gilt.
— Union=Theater. „Kiki” der Werdegang einer keſſen
Ber=
liner Range in Paris, der Stadt der Abenteuer, mit der
entzücken=
den Anny Ondra und Hermann Thimig in den Hauptrollen, wird
heute zum letztenmal vorgeführt.
— In den Helia=Lichtſpielen ſieht man nur noch heute Harry
Liedke und Ery Bos in dem luſtigen Militärſchwank „Liebe in
Uniform.
— Die Palaſt=Lichtſpiele bringen nur noch heute den
Senſa=
tionsfilm aus dem Zirkusleben „Marco, der Clown”. Regie:
Max Reichmann.
— Reſi=Theater. Das „Reſi” zeigt ab heute einen der
ſenſatio=
nellſten Kriminaltonfilme: „Die Pranke” mit Charlotte
Suſa, Fritz Raſp, Hans Rehmann und Eugen Klöpfer. Sehen Sie
ſelbſt, wie ſpannend und aufregend; dazu ein gutes Beiprogramm.
s bot
— Vereinigung der Freunde des humaniſtiſchen Gynuf
Am 18. November, abends, ſpricht im Feſtſaal des
Georgs=Gymnaſiums der bekannte Archäologe Prof. T
Schrader über „Neue Funde zu Phidias. Man dar w einen
ſenſchaftlicher, wie in künſtleriſcher Beziehung einen äuße ſ ſen Sitzen
vollen und anregenden Abend erwarten. Prof. Dr. Ach herzlich
ſteht ſeit ſeinem 1924 erſchienenen Phidiasbuch mit a/berleutnat
Stelle unter den Erforſchern der Werke des größten e Worten
griechiſcher Bildhauerkunſt. Die Schöpfungen des Phidſack, daß de
nahezu alle vernichtet, und nur dem Scharfſinn der Araäele zu helfer
iſt es zu danken, wenn wir uns heute noch eine Vorſtel uſhr de, die
ihnen machen können. Neue Funde nun, erſt in allerjün ſoll und al
dem Meere bei Athen abgewonnen, ergänzen aufs Gſ Gott
unſer ſeitheriges Wiſſen um die Kunſt des attiſchen
Hierüber wird Prof. Dr. Schrader an Hand von Lichtbi!
richten, und man darf gewiß ſein, daß es ihm, einem
des Wortes und der feinfühligen Bildausdeutung, geling
ſeinen Hörern die Kunſt des Phidias nahezubringen.
tritt zu dem Vortrag iſt frei. Doch wird ein freiwilli
trag zur Deckung der Unkoſten am Saaleingang gern ei
genommen.
— Deutſcher Frauenorden. Die Ordensſchweſtern wer
mals darauf hingewieſen, daß heute Montag, nad
4 Uhr, unſere Zuſammenkunft ſtattfindet, mit anſchließen
loſung. Wir bitten um zahlreiche Teilnahme.
— Orpheum. Heute Montag, abends 8 Uhr 15 Min., e
Aufführung von Ludw. Anzengrubers Meiſterwerk „Dex
eidbauer”. Volksſtück in drei Akten (6 Bildern). Die 2i”
ſpielt Anderl Schultes, die Vroni Sefferl Höſer, den Fre
Liebel. Ferner iſt die ganze Truppe beſchäftigt.
— Neueröffnung des „Reichshof”. Mit dieſer Neue
die dieſer Tage ſtattfand, tritt wiederum eine Gaſtſtätt
Reihe der bereits vorhandenen ein, die nach vollſtändige
vierung ſämtlicher Räume den Gäſten einen angenehmen g
halt bietet. Den Gaſtbetrieb hat der aus München ſte
Gaſtwirt Franz Huber übernommen, der — um vor a
„Dienſt am Kunden” durchzuführen — für Bequemlichkeit
Hinſicht in ſeinem Reſtaurant geſorgt hat und, um allen 2
2juhlt ha
gerecht werden zu können, eine vollſtändige Ueberholurt
Küche vorgenommen hat. Der neue Inhaber hatte, was b
intereſſieren dürfte, die geſamte Leitung des großen „Ober
Betriebes im Hauſe der Technik anläßlich der Feſttage de
chen Sängerbundesfeſtes in Frankfurt a. M. Es ſoll,
mitgeteilt wurde, nun auch dem Darmſtädter Publikum
angenehme Abwechſlung geboten werden, daß Mittwochs!
tags und Sonntags abends Konzerte geboten werden. Hi
Obermuſikmeiſter a. D. Matthias Weber gewonnen wo
mit einem gewählten Orcheſter in bekannter Weiſe für and
und ſtimmungsvolle Muſik ſorgen wird. Als Auftakt
Konzerte iſt Mittwoch, 16. November, abends 8 Uhr, ein
Abend vorgeſehen, betitelt: „Der Rhein in Lied und Tan
*
Preſſefeit 1932.
Der Geſelſchaftsabend in der Traube.
„Meine ſehr verehrten Damen und Herren! Nachdem Sie in
liebenswürdiger Weiſe den Intentionen des Feſtausſchuſſes
ent=
ſprochen und die Stunde des abſichtlich verſpäteten Feſtbeginns
dazu benutzt haben, ſich gegenſeitig bekannt zu machen, darf ich
Ihnen eine Mitteilung machen, von der ich überzeugt bin, daß Sie
ſie mit Freude und Genugtuung aufnehmen werden: „Es
wer=
den heute abend keine Reden gehalten!” (Lebhaftes
Bravo!)
Dieſe Anſprache leitete den Feſtabend der heſſiſchen Preſſe
ein, der den Abſchluß des 25jährigen Jubiläums des
Landes=
verbands Heſſen im Reichsverband Deutſche Preſſe bildete. Sie
gab dem Abend auch das Signum und neben der
ſelbſtverſtänd=
lich harmoniſchen und angeregten Unterhaltung den gewünſchten
Zweckgehalt, deſſen Ziel ſein ſollte, die Männer der Feder, die
täglich mehr oder weniger anonym mit ihrer Leſerſchaft in
Ver=
bindung treten, auch einmal perſönlich im Rahmen
anſpruchs=
loſer, aber anregender Geſelligkeit mit geiſtig ihnen
Verbunde=
nen in Fühlung zu bringen. Unter Ausſchaltung alles
Beruf=
lichen und Politiſchen auf der Baſis des ausſchließlich und rein
Menſchlichen geſellſchaftlichen Konnex zu ſuchen.
Dieſe Abſicht wurde in einem überraſchenden Ausmaß
er=
reicht mit dem Enderfolg, daß es wirklich einmal gelang, alles
Trennende und auch die heute wirtſchaftliche und politiſche Not
zu vergeſſen in einigen wenigen Stunden Erholung bietender
Feſt= und Lebensfreude. — Vielfach wurde das Urteil laut, ſeit
vielen Jahren kein ſo ſchönes harmoniſches Feſt auf beſtem
geſellſchaftlichen Nivenn gefeiert zu haben.
Der Beſuch war gegen alle Erwartung ſo ſtark, daß
vorüber=
gehend beängſtigende Fülle herrſchte und die ſonſt ſehr
nach=
teilige Raumeinteilung der Traube=Feſträume ſich beſtens
be=
währte. Der ſtändige Wechſel aus und zu den verſchiedenen
Räumen, bedingt durch eingeſchobene Veranſtaltungen heiterer und
künſtleriſcher Art, bot in dem ſtändigen Wechſel Bilder von
eigenem Reiz. Mit den Männern der Feder vereinten ſich in
Feſtfreude und geiſtvollem Gedankenaustauſch Künſtler und Ver
treter des Schrifttums, führende Wiſſenſchaftler und Wirtſchafts
vertreter, die Spitzen der lokalen, ſtaatlichen und Reichsbeamten
chaft, der Kaufmannſchaft uſw. Erſtaunlich zahlreich war der
Beſuch auch von auswärts: Mainz, Bingen, Nauheim, ſonſtiges
Oberheſſen und Rheinheſſen, Frankfurt, Heidelberg, Mannheim
iſw. uſw.
Trotz der Eigenart der geſellſchaftlichen Zuſammenſetzung der
Beſucher dominierte zwar nicht, aber konnte immerhin ſich im
Geſamtbild behaupten die Jugend!
*
Maitre de Plaisir war der hannoverſche Meiſtertänzer Herr
Brieſe dem ſeine Gattin ausgezeichnet aſſiſtierte. Dieſes
ebenſo elegante wie ſchlanke Meiſtertanzpaar, in Wahrheit
Künſtler des Geſellſchaftstanzes, erregte an Bewunderung
grenzendes Intereſſe. In allen Feſträumen wurden in
Sonder=
vorführungen neueſte Geſellſchaftstänze in ſo wundervoller
har=
moniſcher Ausdrucksform, geführt und erfühlt durch feinnervig
reagierende Muſikalität, gezeigt, daß ſelbſt der „Rumba” ein
Bild eleganteſter anmutig weicher und wechſelvoller Plaſtizität
bot, Wundervoll war vor allem auch Tango, eine Miſchung von
künſtleriſch gebändigtem Temperament mit graziöſeſten Be=
wegungslinien und =formen, und der weich=wiegende aber flotte
„Engliſh Walz”.
Herr Grieſe arrangierte im Verlauf des Feſtes außerdem
eine Reihe amüſanter Tanz= und Geſellſchaftsſpiele, ein
Tanz=
turnier, das viel Intereſſe fand und in dem die Feſtgäſte das
Preisrichteramt ausübten. Sieger wurden Herr Erich
Gab=
ler und ſeine Schweſter Frl. Edith Gabler aus Heidelberg
Im übrigen ſorgte ein Goldfiſchteich, in dem man
ſcherz=
hafte und auch ſehr ſchöne und wertvolle Dinge „angeln” konnte,
für Ausfüllung von Pauſen (die übrigens kaum eintraten) und
für Stimmung.
Es war wirklich ein ſchönes Feſt!
getragen, ohne jede Künſtelei, famos die Schlager in de
zeichneten Nachahmung der Inſtrumente und dem rhythn
dynamiſch enorm diſziplinierten Geſang. Es iſt ſchwer feſt
was am beſten geſungen und wiedergegeben war, 12 Stücke
auf dem Programm, und nicht viel weniger mußten zud
werden bei dem außerordentlichen Beifall, der jeder Da
Hten
folgte. Es war aber auch in ihrer Art eine Spitzenleiſt.
einzigartiger Vollendung, gewürzt durch guten Humor u/ſe
ſame, aber ſehr wirkungsvolle Mimik. Ausgezeichnet war
Pianiſt Bootz, der eine ſtaunenswerte Fühlung mit den O
hatte, Lachen erlöſt, und es iſt bezeichnend, wie viele 9
dieſe Erlöſung ſuchen. Aber die Kunſt muß leiden
und=
gegenüber dieſer glänzenden Artiſtik, awwer ſcheen wars,
ſcheen, — e Frach, ob’s ſcheen war!
Skuttgarker Theater.
Konzerk der Comedian Harmoniſts.
Städt. Saalbau. — Sonntag, den 13. November 1932
Vor anſcheinend ausverkauftem Saal gaben die 5 Sänger mit
ihrem ausgezeichneten Pianiſten Proben ihrer ganz
hervorragen=
den muſikaliſchen Artiſtik. So ungleich die Stimmen an ſich ſind,
der ganz weiche, faſt mädchenhafte 1. Tenor Leſchnikoff, der viel
kräftigere 2. Tenor Collin, der amüſante Jazz=Tenor
Frommer=
mann, der ſchöne Bariton Cycowſki und der tiefe Baß und gute
Falſettiſt Biberti, ſo ausgezeichnet ſind ſie aufeinander abgetönt,
ſo hervorragend iſt ihr Zuſammenwirken. Vorzüglich waren die
einſthaften Volkslieder, fabelhaft tonrein, natürlich und gut vor=
Die Württembergiſchen Landestheater haben das ne
Georg Schmückles, betitelt „Karl IX. von Frankreich”,
aufführung gebracht. Der Dichter betont die politiſchen (c
heiten ſeines Stoffes ſtärker als deſſen religiöſen Geſicht;
Er ſtellt in die Vorgänge unmittelbar vor jener Barthodk.
nacht von 1572 die Figur des glühenden Patrioten ColiM
läßt dieſem Mittel= und Angelpunkt des Dramas gegenid
König Karl IX. vollkommen zum Werkzeug ſeiner eben)
ſamen wie intriganten Mutter herabſinken. In 22 Bildm
rollt er das Schickſal der franzöſiſchen Hugenotten in der .„*
Admiral Colignys Erhebung zum Ratgeber des Königs
blutigen Ende in der Nacht des 24. Auguſt. Es kommt E=
dabei darauf an, im Verlauf ſeiner Bilder darzutun, m
die Kirche die Schuld an der Niedermetzelung der 6000 29
ten trägt, ſondern wie es eigentlich die mit beiſpielloſer 9
loſigkeit gepaarte politiſche Unfähigkeit der Königi
Katharina von Medici war, die das Blutbad heraufb
Georg Schmückle hat das ſehr ſauber und folgerichtig be
arbeitet und in der ſcharfen Gegenüberſtellung der GoN
Katharina — Coligny Momente von ſtarker Spannungsk”
ſchaffen. Daß trotzdem und obwohl Georg Schmückle zuue‟
ein Dichter von Format iſt, das Stück als Ganzes nicht ſh
befriedigen vermag, liegt an dem Mangel, von bühnenſch
Routine. Die 22 Bilder bringen zuviele Wiederholung”
halten zuviele Aehnlichkeiten, als daß ſie eine ſtarke dre
ſich ſteigernde Spannung, die ſich endlich in der Bluthochze
gewaltig entlädt, zu ſchaffen vermöchten. Hier hätte di
ſichtend und verbeſſernd eingreifen können. Herr Branl
ließ es indeſſen dabei bewenden, den Intentionen des
mit liebevoller Sorgfalt zu folgen und im übrigen um gulé
bemüht zu ſein. Die Wiedergabe durch die Darſteller be‟
denn auch reſtlos.
ſtiag, 14. November 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 317 — Seite 3
„Haſſia”=Provinzialtagung.
jaihle Fragen der Schwerkriegsbeſchädigken. — Skarke Beleiligung der Kriegsbeſchädigken äußerliches
Zeichen kreuen Zuſammenarbeikens in der „Haſſia”.
Beigeordneter Knapp hieß im Namen des erkrankten
Bür=
germeiſters die Haſſiamitglieder in Dieburg aufs herzlichſte will=
Einer für alle, alle für einen!
kommen.
zy — in Dieburg abgehalten. Die Beteiligung der
Mitglie=
r unt an beiden Tagen ſehr ſtark. Am Samstag war
nachmit=
le Verſammlung ſämtlicher Bezirksobmänner, Obmänner,
eilite der Organiſationen und der bereits in Dieburg
eingetrof=
nie=kameraden. Wenn auch die Verhandlungen mehr internen
fucter hatten, ſo drehten ſich doch die angeſchnittenen Fragen
nrſz Wohl der Verbandsmitglieder, in derem Intereſſe
mehr=
midie ernſte Arbeit geleiſtet wurde. Die Verſammlung leitete
deirl unant a. D. Krömmelbein=Darmſtadt. Referate hiel=
„Ajor a. D. Regierungsrat Firnhaber=Berlin vom
Kyff=
uüererband der Kb. u. Kh. über die „Erfahrungen aus der
Ver=
ſteritigkeit bei den Berufungsinſtanzen — Verſorgungsgericht
ſau ſeichsverſorgungsgericht”; „Regierungsrat Dr. Bues,
Vor=
etzür des Arbeitsamtes Gießen, über „Die Veränderungen in
zAbeitsloſenhilfe nach der Verordnung vom 14. Juni 1932‟,
”herbeamter Schwind von der Allianz= und Stuttgarter
euverſicherungs A.G., Vertragsgeſellſchaft der „Haſſia”, über
ſin führung der Sterbegeldverſicherung”. Alle Referate
wur=
jnt lebhaftem Intereſſe entgegengenommen. Schließlich
wur=
uh die zahlreich eingegangenen Anträge beſprochen und
ein=
m beſchloſſen, die Behandlung der Anträge dem Vorſtand zu
iſten.
lends fand im Hotel „Mainzer Hof” auf Einladung der
ſuger Haſſia=Kameraden ein ſehr gemütliches
kameradſchaft=
ſtsBeiſammenſein ſtatt, das geſangliche und muſikaliſche
Dar=
yuen verſchönten.
Die Haupkverſammlung am Sonnkag
hſitag um 9 Uhr in dem feſtlich geſchmückien großen Saal des
gi Mainzer Hof” in Dieburg wurde eingeleitet mit einem
ſubdien und erhebenden Totengedenken. Der Vorſitzende
.aſſia‟ Dieburg, Pfirſching gedachte der von uns
Ge=
izeen. Ein Knabenchor aus Dieburg unter Leitung des
Leh=
auli ſang ein ergreifendes Lied für die Toten, die
Ka=
dielte einen Choral, und zum Abſchluß dieſes ſchlichten
Ge=
ſates bot Herr Eichel=Darmſtadt mit ſehr gepflegter
ine einen ernſten Sologeſang. Die Verſammlung hatte ſich
ſten Sitzen erhoben
ſich herzlichen Willkommensworten des Herrn Pfirſching
berleutnant Krömmelbein, der den Vorſitz führte, in
„i Worten eine Begrüßungsanſprache und gab ſeiner Freude
Fa4k, daß der Einladung ſo zahlreich Folge geleiſtet wurde.
ſiee zu helfen, zu unterſtützen, zuſammenzuſtehen und zu
kämp=
ſü die, die ihr Höchſtes fürs Vaterland gaben. Einer müſſe
elund alle für einen eintreten unter der alten Deviſe der
Gott, Ehre Vaterland. Die Not des Volkes ſei groß,
ver auch der Wille, zu helfen. — Sein beſonderes „
Willkom=
alt den zahlreichen Ehrengäſten, unter denen man u. a.
PPräſidenten der Haſſia, Landesfinanzamtsdirektor
Linden=
den Landesverbandsvorſitzenden Ihrig, die Vertreter der
und des Kreiſes Dieburg, Oberregierungsrat Knoll vom
iſerium. Oberregierungsrat, Lancelle=Darmſtadt, uſw. be=
— Nach der Begrüßung erſtattete er den
Tätigkeitsbericht für das Jahr 1531/32,
nt unter anderem folgendes entnehmen: „Seit Erſtattung
pjährigen Tätigkeitsberichtes iſt ein ſchweres Jahr
dahin=
nen, ſchwer für unſer Vaterland, ganz beſonders ſchwer für
Kiegsopfer und nicht zuletzt für diejenigen in unſerer Haſſia,
40 gern und willig in den Dienſt der guten Sache unſerer
ietätigkeit geſtellt haben. Den hohen Sinn der
Dankbar=
tnd der Kameradſchaft zur Tat werden zu laſſen, war der
ſitirn unſeres unermüdlichen Tun und Wollens. Die
Auswir=
tür er Notverordnungen im Jahre 1930 und 31 ſind in unſeren
ſix hinreichend bekannt. Das Schwerwiegendſte aber, was
rzü werden konnte, war die Anrechnung der Kriegsbeſchädig=
1nd Hinterbliebenengebührniſſe auf die
Sozialverſicherungs=
ite Ein Sturm der Entrüſtung ging beim Bekanntwerden
ſ4rſotverordnungen durch die Reihen unſerer Mitglieder. Man
tu unmöglich Verſtändnis dafür haben, daß ein
Kriegsbeſchä=
ta weil er eine Kriegsbeſchädigtenrente bezog, ſeiner
Ren=
hwrüche an die Sozialverſicherung, in die er jahrelang
Bei=
ihzezahlt hat, zum Teil oder ganz verluſtig gehen ſollte. Dieſe
0wordnungen haben ſich auf zahlreiche Gruppen von
Kriegs=
ſiſhigten und Kriegerhinterbliebenen, als untragbare Härten
Swirkt. Die Kriegsopfer wehren ſich dagegen, als
Wohl=
kempfänger angeſehen zu werden. Ganz beſonders drückend
ſurEin ſich die Beſtimmungen der letzten Notverordnungen aus,
itn in bezug auf die Einſchränkung der Waiſenrenten und der
„dzulagen, die bisher bis zum 18. Lebensjahr gezahlt wurden,
1Eund der letzten Notverordnung vom 14. Juni 1932 nur noch
4an 15. Lebensjahr gewährt werden ſollten. Durch die Anrech=
44dr Kriegsbeſchädigtenrente auf die Sozialrente hatte ſich
tuerfreuliche Tatſache herausgeſtellt, daß mancher
Schwer=
ſeihigte faſt die Hälfte ſeines bisherigen Einkommens verlor.
ezu vernichtend wirkte ſich die genannte Notverordnung auf
tegen Kriegsbeſchädigten aus, die ſich mit Hilfe der
Kapital=
ſug ein Eigenheim geſchaffen haben und infolge der
allge=
büne wirtſchaftlichen Notlage jetzt nicht mehr in der Lage waren,
MZimsverpflichtungen nachzukommen. In dieſer Notzeit konnte
unſeren Verband nur ein großes Arbeitsziel geben: ſich
Mdafür einzuſetzen, daß die Sparerlaſſe auf dem ſchnellſten
egür die Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinterbliebenen
auf=
nächn oder auf das Weſentlichſte gemildert werden. Ein kleiner
fich iſt zu verzeichnen durch die Notverordnung vom 4. Septbr.
elisJahres ſowie durch den Milderungserlaß des Herrn Reichs=
Ecminiſters vom 21. Oktober.
„ letzten Notjahr, in welchem ſtändige Abſtriche ſowie Be=
Füungen in ſchnellſter Zeitfolge ſich einſtellten, inſonderheit
4teilung der Entziehungsbeſcheide eine individuelle Nach=
Wſg von ſeiten der Organiſation notwendig war, haben ſich
(richtungen unſeres Verbandes als unentbehrlich und be=
Bſegensreich erwieſen. Es beſtand die engſte Fühlungnahme
We Mitglieder mit unſeren Organen, und es darf nicht un=
D bleiben, daß die gemeinſame wirtſchaftliche Not des
B8 Jahres die Kameraden untereinander noch mehr wie bis=
Sammengeſchloſſen hat. Gerade dieſe Betätigung aufrichtiger
chadſchaft zeigte uns manchmal Wege, wie geholfen werden
Ne Bezüglich der geleiſteten Arbeit will ich kurz einige An=
Eahmachen. Auch im letzten Jahre iſt eine weſentliche Zunahme
ſiegsopfer gegen das Vorjahr zu verzeichnen. Die
Geſami=
mdh Enſerer Mitglieder für die Provinz Starkenburg betrug
n2 Januar 1932 7425. Es iſt ſomit gegenüber dem Vorjahre
hus u nahme von 614 Kriegsopfer zu verzeichnen. An
Dcreritner beträgt in Starkenburg die Mitgliederzahl 1513.
an desverband der Kb. u. Kh. der Haſſia weiſt zurzeit eine
Eec von rund 20 000 Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinter=
Mchen auf. Der Landesverband hat ſomit in ſeiner
Geſamt=
e an Kb.u. Kh. im letzten Jahre um 1300 Mitglieder
Ommen. An Invaliden= und Unfallrentnern betreut er
*SSMitglieder. Wenn wir unſere großen Ziele erreichen wollen,
Anaß es weiterhin unſer Beſtreben ſein, recht viele Kriegs=
Miuund Sozialrentner in unſere Reihen zu bringen.
ox des Notjahres kann geſagt werden, daß unſere Erfolge
Aus geweſen ſind. So hatten wir allein fur das Jahr 1931
iorgreiche Beſcheide unſeren Mitgliedern zuleiten können
ner Geſamtſumme für einmalige Nachzahlungen von rund
Mark. Das Notjahr 1932, gerechnet bis zum 31. Oktober
ynr an Erfolgen auffallenderweiſe noch beſſer. Es kamen
D ethendung 349 erfolgreiche Beſcheide mit einer Nachzahlung
DM 000 Mark.
Dmer ſchilderte dann im einzelnen die große geleiſtete
abeit der Haſſiageſchäftsſtellen und unterſtrich die
Auf=
gen, die in dem Organ des Kyffhäuſerverbandes und in der
gegeben werden. Er ſchloß mit der Hoffnung, daß es auch
um gelingen möge, die durch den Krieg Geſchädigten zu
Es folgten dann eine Reihe ganz ausgezeichneter Fachreferate,
die alle mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurden, und zwar
ſchilderte zunächſt Reg.=Rat Dr. Bues=Gießen die Erfahrungen
im freiwilligen Arbeitsdienſt. In außerordentlich klarer und
ge=
ſchickter Weiſe verſtand es der Redner, an Hand einer Reihe von
Briefen, die Arbeitsdienſtwillige geſchrieben haben, den Wert des
freiwilligen Arbeitsdienſtes hervorzuheben, der helfe die
Wirr=
niſſe unſerer Zeit zu überwinden. Der freiwillige Arbeitsdienſt
hat weiter hohe ethiſche Vorzüge, er gibt den in ihm Beſchäftigten,
wie aus zahlreichen Schreiben hervorging, den höheren Sinn des
Lebens wieder. Redner erläuterte die Vorzüge der offenen
Ar=
beitsdienſtmaßnahmen und die Vorteile der Arbeitsleiſtung in
ge=
ſchloſſenen Arbeitslagern. In einem Arbeitslager, das die
ver=
ſchiedenſten Berufe in ſich ſchließe, wurden beſtehende Spannungen
behoben, und hier zeigten ſich Wege zur Wiederherſtellung der ſo
nötigen deutſchen Einheit. Redner ſprach dann kurz über die
gei=
ſtige und ſportliche Ausbildung der Arbeitsdienſtwilligen und gab
aus Briefſtimmen ein anſchauliches Bild über die Beweggründe,
die die Arbeitsdienſtwilligen gern in den freiwilligen
Arbeits=
dienſt führten. Er ſprach ſich gegen die Altersbegrenzung der
auf=
zunehmenden Arbeitsdienſtwilligen aus und ſchloß mit der
Hoff=
nung, daß dieſe volkserzieheriſche Maßnahme weitere Förderung
finden möge zum Wohle des Vaterlandes.
Reg.=Rat Dr. Heßler=Darmſtadt, der Leiter der heſſ.
amt=
lichen Hauptfürſorgeſtelle, ſprach über aktuelle Rechtsfragen zum
Schwerbeſchädigtengeſetz‟. Er gab die für die
Schwerkriegsbeſchä=
digten (über 50 Prozent Beſchädigten) einſchlägigen geſetzlichen
Beſtimmungen bekannt und beleuchtete in ſeinem umfaſſenden
Referat vor allem die Fragen der Prüfung der Anſprüche, der
Arbeitszeitregelung, der Kurzarbeit der Lohn= und
Gehaltsrege=
lung und der Kündigungsfriſten. Er erläuterte die
Schutzbeſtim=
mungen des Schwerbeſchädigtengeſetzes und die hierzu gehörigen
Einzelheiten über Entlaſſungsſchutz uſw.
In einem weiteren Referat befaßte ſich Major a. D.
Goe=
dicke=Berlin, der geſchäftsführende Vorſitzende des
Kyffhäuſer=
verbandes der Kb u. Kh., ſehr eingehend mit dem neueſten Stand
der Reichs= und Sozialverſorgung und dem Forderungsprogramm
des Kyffhäuſerbundes. Zunächſt ſchilderte er kurz die Bedeutung
der Spitzenorganiſation des Kyffhäuſerbundes und wies auf die
Ueberparteilichkeit des Bundes hin, der mit ſeinen 3
Mil=
lionen angeſchloſſenen Mitgliedern eine mächtige Organiſation iſt.
Er zeichnete dann die Aufwärtsbewegung der
Verſorgungsgeſetz=
gebung bis 1928 und dann den jähen Abſturz, der ſich nach fünf
Notverordnungen und weiteren Sparmaßnahmen bemerkbar
machte, die alle gerade diejenigen am härteſten trafen, die ihr
Höchſtes, ihr Leben, für das Vaterland eingeſetzt hatten. Sofort
haben die Abwehrmaßnahmen eingeſetzt, durch die nicht nur weit
Härteres vermieden, ſondern bereits fühlbare Erleichterungen
er=
reicht wurden. Redner wies auf die erreichten Forderungen hin
und präziſierte im einzelnen das noch nicht erledigte
Forderungs=
programm des Kyffhäuſerbundes, das u a. die Beſſerung der
Kriegshinterbliebenenverſorgung, Wegfall der
Beihilfeeinſchrän=
kung für Waiſen (über 15 Jahre), die Forderung auf
Heilbehand=
lung uſw. vorſieht. Jedenfalls habe der Schwerkriegsbeſchädigte
Anſpruch auf eine Sonderſtellung. Er ſchloß mit dem Wunſche, die
vorgeſehene Verbeſſerung möge durchgeführt werden können und
Deutſchland möge mit ſeiner Wehrhaftigkeit ſeine alte
Weltgel=
tung wieder erreichen.
Es folgte dann noch eine Reihe von Anſprachen. Der 2.
Prä=
ſident der Haſſia, Landesfinanzamtsdirektor Lindenſtruth,
wies eindringlich auf die Notwendigkeit der Pflege des
Verſiche=
rungsweſens und der Sterbegeldverſicherung hin.
Oberregierungs=
rat Lancelle vom Verſorgungsamt Darmſtadt gab in warmen
Worten ſeiner Sympathie für die „Haſſia” Ausdruck und brachte
neben einigen Anregungen zur glatten Abwicklung der Anſprüche
auch beſondere Wünſche zur Kenntnis — Die Wünſche der
Landes=
verſicherungsanſtalt überbrachte im Namen des Herrn Präſidenten
Dr. Neumann Direktor Scherr. — Oberregierungsrat Knoll
vom Miniſterium trat warm und temperamentvoll für die Rechte
der Schwerkriegsbeſchädigten ein. Es möge gelingen, in enger
Zu=
ſammenarbeit mit der Organiſation eine ausreichende gerechte
Verſorgung, zu ſchaffen. — Es ſprachen ferner noch im Namen der
Landwirtſchaftlichen und Forſtwirtſchaftlichen Berufsgenoſſenſchaft
Reg.=Rat Frhr. v. Löw, Major Goedicke, der eindringlich zum
Leſen des Verbandsorgans aufforderte, das Haſſiamitglied
Lam=
bach=Offenbach, der dem Vorſtand das Vertrauen der
Mitglie=
der ausſprach, Reg.=Rat Heuſon für das Kreisamt Dieburg, und
Herr Klein=Gießen. Mit einem dreifachen Hoch auf die Haſſia
und das deutſche Vaterland wurde die arbeitsreiche Tagung der
„Haſſia” geſchloſſen.
Schwurgericht.
Aw. Das Schwurgericht verhandelte am Samstag in
ſeiner zweiten Sitzung unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit gegen
einen 29jährigen Knecht wegen Meineids und
Ab=
treibung und gegen eine 33jährige geſchiedene
Frau, beide aus Eberſtadt, wegen Verleitung zum
Meineid und ebenfalls wegen Abtreibung. In der
Be=
weisaufnahme ergaben ſich einwandfreie Beweiſe der Schuld des
jungen Mannes, ſo daß er wegen Meineids und Abtreibung eine
Geſamtgefängnisſtrafe von ſieben Monaten
er=
hält. Da er bei ſeiner erſten Ausſage im Eheſcheidungsprozeß
die Ausſage hätte verweigern können, um ſich nicht ſelbſt zu
be=
ſchuldigen, kommt ihm die Strafermäßigung des 8 157 zugute.
Zwei Monate Unterſuchungshaft werden ihm angerechnet. Die
Frau erhält wegen Beihilfe zum Meineid — ſie war ja
ein=
verſtanden mit der falſchen Ausſage — und wegen Abtreihung
insgeſamt fünf Monate Gefängnis. abzüglich zwei
Mo=
naten zwei Wochen Unterſuchungshaft. Für den Reſt der zu
verbüßenden Strafe wird ihr eine fünfjährige Bewährungsfriſt
zugebilligt.
Vor falſchen Sammlern wird gewarnt! Am 10. November
1032 wurde in Darmſtadt ein Betrüger feſtgenommen und dem
Richter zugeführt. Der Schwindler gab an, er ſammele für
wohl=
tätige Zwecke, und zwar für die Kleinkinder=Bewahrungsanſtalt
Gitterſee. Eine Anzahl von Perſonen fiel auf dieſen Trick herein
und wurde geſchädigt. Der Feſtgenommene iſt der Kaufmann
Joſef van Ooyen aus Trier. Zu ſeinen Schwindeleien führte er
ein kleines blaues Heft mit, in welches er eine größere Anzahl
Namen aus dem Adreßbuch herausgeſchrieben hatte. Gleichzeitig
trug er verſchiedene Beträge, in den meiſten Fällen über eine
Mark ein, um ſo den Anſchein zu erwecken, daß bereits von
vie=
len Leuten gezeichnet worden ſei. Außerdem führte van Ooyen
einen Ausweis der vorgenannten Anſtalt bei ſich, der ihn aber
keinesfalls zum Kollektieren berechtigte. Nur dadurch, daß dieſer
Ausweis von den Geſchädigten nicht geleſen wurde, war es ihm
möglich, die Betrügereien auszuführen. — Da ohne Zweifel
an=
zunehmen iſt, daß weitere Perſonen geſchädigt worden ſind,
wer=
den dieſe gebeten, zur Anzeigeerſtattung bei der Kriminalpolizei
zu erſcheinen.
Darmſtädter Wochenmarkt=Kleinhandelspreiſe vom 12. Nov.
(alles per Pfund oder Stück, in Rpfg.); Gemüſe:
Erdkohl=
raben 8—10, Gelbe Rüben 6—7. Rote Rüben 6—8. Weiße Rüben
6—8 Schwarzwurzeln 20—25, Spinat 8—10, Römiſchkohl 8—10,
Rotkraut 6—8, Weißkraut 3—5, Wirſing 5—7, Roſenkohl 18— 20,
Stangenbohnen 35, Zwiebeln 8—10, Knoblauch 60—80.
Toma=
ten 30—50, Kaſtanien 25. Feldſalat, Lattich 50—60
Endivien=
ſalat 5—10. Kopfſalat 5—10, Salatgurken 30—40, Blumenkohl
10—60, Rettich 5—15, Meerrettich 70. — Kartoffeln:
Spätkartoffeln 3—4. — Obſt: Tafeläpfel 15—25.
Wirtſchafts=
äpfel 10—20. Tafelbirnen 15—25, Wirtſchaftsbirnen 10—20,
Quitten 15, Trauben 25—35. Nüſſe 30—35. Apfelſinen 10—15,
Zitronen 5—10 Bananen 30—40. — Eßwaren:
Süßrahm=
butter 160—180. Landbutter 120—130. Weichkäſe 25—30.
Hand=
käſe 6—12. Eier, friſche 13—15. — Wild und Geflügel:
Gänſe 80—100, Hühner 70—80. Enten 90—100, Tauben 50—80,
Haſen 65—100, Hahnen 110.
Fleiſch= und
Wurſt=
waren; Rindfleiſch friſch 56—70. Kalbfleiſch 70.
Schweine=
fleiſch 70—90, Dörrfleiſch 110. Schinken 120. Wurſt 55—140,
Wurſtfett 50, Schmalz. ausgelaſſen 70.
Briefkaſten.
Nr. 99. 1. Wenn der Nachbar es trotz Aufforderung unterläßt,
eine Dachkandel an ſeinem Hauſe anzubringen, ſo daß das
Regen=
waſſer dem erſtellten Holzbau ſchadet, ſo muß er Ihnen für den
Schaden, den er Ihrem Eigentum verurſacht, aufkommen. Wenn
er ein Dachraufrecht behauptet und wenn er den Beweis für dieſe
Dienſtbarkeit erbringen könnte, ſo dürfte er dies Recht doch nicht
auf eine Weiſe ausüben die das Nachbargrundſtück ſchädigt.
2. Von dieſem Punkt gilt das gleiche. Laſſen Sie den Nachbar
zunächſt zum Güteverſuch vor das Amtsgericht laden.
Tageskalender für Montag, den 14. November.
Union=Theater: „Kiki”, — Helia=Lichtſpiele: Liebe in
Uni=
form”.
Palaſt=Lichtſpiele: „Marco, der Clown‟. — Reſi=
Theater:
Orpheum: „Der
Meineid=
e Prmnke‟.
bauer”. — Städt. Saalbau, 20 Uhr: Vortragsabend der Violin=
Meiſterklaſſe Göſta Andreaſſon.
AM
KA
ZIRINI-ZIGARETTE
echt zu verhelfen.
Neiner Begrüßungsanſprache dankte der Landesvorſitzende VI. 7921
dem Provinzialvorſitzenden Krömmelbein für ſeine große
ei ud Arbeit für ſeine Kameraden.
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TRUSTFRB
[ ← ][ ][ → ]Seite 4 — Nr. 317
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Montag, 14. November
Aus Heſſen.
Grundſteinlegung
zut Turnhalle des Turnpereins 1876 e.V. Eberſtadt.
Eberſtadt. 13. November.
P. Der Turnverein 1876 e. V. legte heute den Grundſtein
zu ſeiner Turnhalle, deren Bau — in der
Jahreshauptverſimm=
lung 1931 beſchloſſen — nunmehr ſoweit gediehen iſt, daß ihre
Form und Größe erkennbar iſt. Zu dem feierlichen Akt hatte der
Verein um 3 Uhr mit Fahne und Muſikkapelle an der Bauſtelle
in der Marktſtraße Aufſtellung genommen, woſelbſt ſich eine
große Menge angeſammelt hatte. Der Vereinsvorſitzende.
Bild=
hauer Heinrich Dieter erinnerte in ſeiner Anſprache an die
Tatſache des im Verein ſchon ſeit zwei Jahrzehnten wachen
Turn=
hallengedankens und an die verſchiedenen Umſtände die ſeine
Verwirklichung ſolange verzögerten. Daß man an die Ausführung
der Halle in einer Zeit ſchwerſter Not herangegangen ſei, laſſe
den ſtarken Willen der Turnfreunde zum Handeln in einem
be=
merkenswerten Lichte erſcheinen. Heute ſtehe man am Ende des
erſten Bauabſchnittes des Gebäudes, das ein Heim für den
Ver=
ein werden ſolle, in dem er den großen Zielen deutſcher Turnerei
beſſer wie bisher gerecht werden könne. Mit ſtolzem Mut ſei
man an die Arbeit gegangen und mit Freude und Genugtuung
dürfe man heute auf das bereits in rohen Formen ſich abhebende
Werk ſchauen. Wenn man den Grundſtein an einer beſonderen
Stelle des Mauerwerkes einfüge, ſo habe dies ſeinen Grund
da=
rin, daß an der gleichen Stelle ſpäter eine Gedenktafel für im
Weltkriege gefallenen Turnbrüder des Vereins ihren Platz
fin=
den ſolle. Der herzliche Dank des Redners galt den
Turnfreun=
den, die ſich aus Begeiſterung für die gute Sache in
uneigennützi=
ger Weiſe mit ihrer Arbeitskraft für die Bauarbeiten zur
Ver=
fügung ſtellten und damit große Opfer auf ſich nahmen.
Hierauf verlas Herr Dieter die Urkunde, die wie folgt lautet:
Zwei Kakaſtrophen,
Die Brandſtätte des Kindererziehungsheims Bühl
bei Wädenswill am Züricher See.
12 Mädchen, die ſich nicht mehr rechtzeitig retten konnten,
ſanden den Tod in den Flammen.
Blick auf die Küſte von Cuba,
wo wiederum ein furchtbarer Wirbelſturm hauſte,
der über 2000 Todesopfer gefordert haben ſoll.
„Die Grundſteinlegung der Turnhalle fand am 13.
Novem=
ber 1932 ſtatt, zur Zeit als v. Hindenburg Präſident des
Deut=
ſchen Reiches. Dominicus Führer der Deutſchen Turnerſchaft.
Pfeiffer erſter Kreisvertreter des Kreiſes 9 Mittelrhein. Karl
Roth als erſter Gauvertreter die Geſchicke des Main=Rhein=
Gaues lenkte und Heinrich Dieter erſter Vorſitzender des
Turn=
vereins 1876 e V. zu Eberſtadt war. — Aus der Erkenntnis
der großen Aufgabe der deutſchen Turnerſchaft, als deren
feſt=
verwachſenes Glied wir uns fühlen, hat die
Jahreshauptver=
ſammlung 1931 in ihrer Geſamtheit den Beſchluß zum Bau
einer Turnhalle gefaßt. Trotz ſchwerer wirtſchaftlicher Notzeit
und den bitteren Auswirkungen des großen Krieges 1914/18
blieb uns im Gefühl der Schickſalsverbundenheit die Kraft. mit
ungebeugtem Turnermut ans Werk zu gehen. Der Erwerb
einer Militärbaracke vom Truppenübungsplatz Darmſtadt gab
uns faſt ſämtliches Baumaterial für eintauſend Reichsmark. Die
zu leiſtenden Arbeiten wurden von Turnbrüdern und Freunden
unſerer Sache aus eigener Hände Kraft geſchaffen. Möge mit
Gottes Hilfe uns die Kraft zur glücklichen Vollendung des
Wer=
kes erhalten bleiben. Da nun der Bau dem Boden entwachſen.
in ſeinem Gefüge die Holzkonſtruktion der Turnhalle errichtet,
legen wir den Grundſtein als Dankeszeichen für die uns
gewor=
dene Gnade, aber auch als Rufer aufopfernd uns einzuſetzen bis
zur letzten Vollendung. Als Heimſtätte deutſchen Turnens und
deutſcher Geiſteskultur ſoll der Bau uns und kommenden
Ge=
ſchlechtern dienen. Unſer „Gut Heil” gilt der Deutſchen
Turner=
ſchaft und der Erledigung unſerer großen Aufgabe. Mit Gott
für Volk und Vaterland. Turnverein 1876 e. V. Eberſtadt.
Dieſe Urkunde fand mit einer Entwurfszeichnung der Halle
und einigen Tageszeitungen Aufnahme in einer Kapſel, die an
Ort und Stelle verlötet und von dem Bauleiter. Ludwig
Hof=
mann, in den Grundſtein eingemauert wurde. Die drei üblichen
Hammerſchläge begleitete Herr Dieter mit den Worten, die am
Schluſſe des Urkundentextes ſtehen: „Mit Gott — für Volk
und Vaterland.
Gauvertreter Roth dankte zunächſt für die Einladung zur
Grundſteinlegung und wünſchte, daß es dem Verein vergönnt ſein
möge, das Werk zu einem glücklichen Ende zu führen, damit eine
neue Turnſtätte entſtehe, an der deutſche Jugend Kraft ſammeln
und ungehindert von all den wirtſchaftlichen und politiſchen
Hem=
mungen unſerer Tage in Freiheit wirken könne zur Wahrung der
höchſten und heiligſten Güter unſerer deutſchen Nation, Redner
weihte den Stein mit den ebenfalls von Hammerſchlägen
begleite=
ten Worten: „Ehre — Freiheit — Vaterland.”
Mit dem Geſang des Deutſchlandliedes fand der feierliche Akt
ſeinen Abſchluß.
Ci. Erbach, 12. Nov. Odenwälder Vereinigung
für Kunſt und Wiſſenſchaft Geſtern abend ſprach vor
einer zahlreich erſchienenen Zuhörerſchaft Herr
Stadtbibliotheks=
rat Dr. Beer aus Frankfurt a. M. über „Die junge Generation
im Buch von heute‟. Der Vortragende, ſelbſt ein Glied dieſer
jungen Generation, beſchränkte ſich bewußt und abſichtlich auf
wenige in der letzten Zeit erſchienene Romane. Mit Hilfe
zahl=
reicher Zitate gewährte er einen klaren Einblick in das Ringen
und Streben der Jungen nach Klarheit und neuen Zielen, wobei
er die Werke in erſter Linie nach inhaltlichen, weniger nach
äſthe=
tiſchen Geſichtspunkten würdigte. Es iſt zurzeit noch nicht
mog=
lich, eine klare, einheitliche Richtung in der neuen Literatur
feſt=
ſtellen zu können; doch wird immer deutlicher, daß vor allem
ver=
ſucht wird, politiſche Grundfragen als Probleme herauszuſchälen.
Als politiſche Grundform gilt, das Verhältnis zwiſchen
Indivi=
duum und Gemeinſchaft zu behandeln, wobei ſich feſtſtellen läßt,
daß die literariſche Entwicklung jetzt klar und deutlich auf
bevor=
zugte Behandlung der Gemeinſchaft hinſteuert. Zwar gibt es auch
noch Vertreter des ſtrengen Individualismus, aber ſelbſt in rein
parteipolitiſchen Romanen, mögen ſie Anhänger von links oder
rechts gerichteten politiſchen Parteien als Verfaſſer haben, wird
die Verwirklichung der Gemeinſchaft als das erſtrebenswerte Ziel
hingeſtellt. Ganz wenige Romane allerdings löſen die damit
zu=
ſammenhängenden Probleme bis zur letzten Konſequenz. Hier
zeigen ſich noch deutlich die Einwirkungen, die durch die ganze
wirtſchaftliche und politiſche Entwicklung nach dem Kriege
aus=
gelöſt wurden. Es kam in den Nachkriegsjahren ſelten zur
Reali=
ſierung der verkündeten Ideen, dafür aber andauernd zu weniger
idealen Kompromiſſen. Zu groß war ſtets der Widerſpruch
zwi=
ſchen Wort und Tat. — Reicher Beifall, dem Herr
Oberſtudien=
direktor Dr. Roloff noch einmal ausdrücklich Worte beſonderen
Dankes anfügte, lohnte die anregenden Ausführungen des
Redners.
W. Heppenheim. 12. Nov. Stadtverordnetenſitzung.
der Feſtſetzung der Gemeindeumlagen für 1932 wird entſprechend
einer neuen Verfügung, nach der die Realſteuerſenkungen um 5
Ezw. 12 Prozent vom Steuerſatz vorgenommen werden, vom
Stadt=
rat zugeſtimmt. — Die Antrage bezüglich der Winterverſorgung
der Bedürftigen wurden angenommen. Es wurde beſchloſſen, den
Unterſtützungsempfängern wie im Vorjahre in drei
Wintermona=
ten je 1 RM. Nachlaß für Licht. Gas und Waſſer zu gewähren;
die aus dem Reichshilfefonds zu erwartenden Mehrbeträge ſollen
zum Ankauf von Briketts verwendet werden und außerdem aus
einem außerordentlichen Holzhieb den Bedürftigen 1 Meter Holz
zum Hauer= und Setzerlohn abgegeben werden. Dem Antrag.
die Stundenzahl der beibehaltenen 20 Fürſorgerabeiter von 32
auf 40 Wochenſtunden zu erhöhen, wurde zugeſtimmt. —
Dienſt=
jubiläum. Der beim hieſigen Bahnhof beſchäftigte
Reichs=
bahnoberſekretär W. Wolf konnte geſtern ſein 40jähriges
Dienſt=
jubiläum begehen.
S Lampertheim, 12. Nov. Gemeinderatsſitzung. Zu
der Sitzung hatten ſich die Herren Regierungsbaurat Krauſe und
Regierungsbaumeiſter Berg vom Kulturbauamt Darmſtadt ſowie
Herr Aſſeſſor Nachtigall vom Kreisamt Bensheim eingefunden.
In ſeiner Sitzung vom 18. Oktober hatte der Gemeinderat
be=
ſchloſſen, die Entwäſſerung des Bruches im Wege des Freiwilligen
Arbeitsdienſtes ausführen zu laſſen. Das Heſſ. Miniſterium machte
den Gegenvorſchlag, daß die Arbeit wegen der zu hohen Koſten
unterbleibe und eine Entwäſſerung durch Ziehen von Gräben und
Anlage eines Pumpwerkes erfolgen ſolle. Die ſehr ergiebige
Aus=
ſprache führte dazu, daß ſich der Gemeinderat dafür erklärte, daß
vorerſt 23 Hektar Schilfgelände mit einer 50—60 Zentimeter
hohen Sandſchicht überdeckt werden, und dann ſoll geprüft werden,
ob die Melioration weiterer 30 Hektar erforderlich und
zweck=
mäßig iſt. — Dem Martin Müller 8. wird, die Erlaubnis zum
Betrieb einer Wirtſchaft im gemeindlichen Hauſe Falterweg 15
erteilt. — Der Gemeinderat nimmt davon Kenntnis, daß die in
letzter Sitzung gebildete Kommiſſion, den Ackerpacht für 1931 um
10 Prozent und für 1932 bis zum Ablauf der Pachtzeit um 20
Prozent ermäßigt hat. — Die Althausbeſitzer ſind an die Gemeinde
mit der Bitte herangetreten, ihre Beſtrebungen bei der Regierung
zu unterſtützen. Der Geſamtgemeinderat hat, für die Notlage
Verſtändnis und iſt dafür, daß ſeitens der Gemeinde eine
Unter=
ſtützung erfolgt. — Der kath. Kirchengemeinde wird zur
Vergröße=
rung der Sakriſtei und Anlage einer Zentralheizung ein Stück
gemeindliches Gelände zur Verfügung geſtellt.
Bm. Hofheim (Ried), 12. Nov. Ausdem Gemeinderat.
Einem Geſuch des Erwerbsloſenausſchuſſes um Winterhilfe konnte
bei der ſchlechten Finanzlage der Gemeinde und den ſtändig mehr
ausbleibenden Steuereingängen nicht entſprochen werden. Das
Anliegen wurde den zuſtändigen Regierungsſtellen überwieſen. —
Zur Ortsſammlung für die Winterhilfe ſollen noch zwei Waggon
Briketts verausgabt werden, wozu die Gemeinde den fehlenden
Betrag beſtreitet. — Auf dem früheren Fußballplatz und dem
hin=
teren Teil des ehemaligen Turnplatzes ſollen insgeſamt 50
Klein=
gärten angelegt werden, wozu ſich bereits Bewerber gemeldet
haben.
(. Lorſch, 12. Nov. Brennholzverſteigerung. Seit
langem findet am kommenden Mittwoch, den 16. November, im
Gaſthaus „Zum Weißen Kreuz” dahier eine größere Nutz= und
Brennholzverſteigerung des Forſtamts Lorſch ſtatt, bei der
Stämme, Derb= und Reisſtangen, Scheiter Knüppel und
Reis=
knüppel aller Arten aus den Forſtorten Salzlacke, Galgenlache,
Harzofen und Grasſchlag zum Ausgebot kommen.
P. Raunheim a. M.. 9. Nov. An die Ortsbürger unſerer
Ge=
meinde wird in dieſem Jahre nur dann das herkömmliche Losholz
abgegeben, wenn pro Ortsbürger 7.20 RM. Holzhauerlohn an die
Gemeinde entrichtet werden.
Offenbach. 10. Nov. Der
Mieterbaugenoſſen=
ſchaftsprozeß Knaus u. Gen. wird, nachdem die Reviſion
der Angeklagten teilweiſe von Erfolg begleitet war, die
Darm=
ſtädter Strafkammer am 15. d. M. erneut beſchäftigen.
Rieſeneinſturzkakaſtrophe in Warſchau.
18 Tole und 20 Verlette.
Warſchau. Im Norden der Stadt hat ſich am Sc
eine gewaltige Einſturzkataſtrophe ereignet, die 18 Todesoy
fordert hat. Die Kataſtrophe ſpielte ſich früh um 6 Uhr ab
ſchiedene Umſtände wirkten zuſammen, um ihr Ausmaß ſo
groß zu geſtalten. Das Gebäude, das einſtürzte, beherberg
Brauerei, die dort ihre großen Hopfenvorräte eingelager
Daneben ſtand ein kleines Wohnhaus aus Holz. Das 9
gebäude iſt alt und baufällig geweſen, dem gewaltigen —
Hopfenmaſſen haben die morſchen und teilweiſe ſchon bi
Wände nicht mehr ſtandgehalten. Der Einſturz erfolgte um
geheurem Getöſe. Die Hopfenmaſſen, Stein= und Ziegelt;
ſtürzten auf das kleine Wohnhaus das vollſtändig b.
wurde. Zwar war ſofort Hilfe zur Stelle geweſen, da ſich
anderen Straßenſeite eine Polizeiſchule befindet, deren
im Augenblick der Kataſtrophe herausſtürzten, um ſich al
tungswerk zu machen. Leider waren ihre Bemühungen bih Züdban
vergeblich. Sie konnten nur 18 Perſonen tot unter den Try
bergen, 38 Bewohner beherbergte das Haus. Einer ſpäter
dung zufolge gelang es den fieberhaften Anſtrengungen d
tungsmannſchaft, außer den 18 Toten aus den Trümmern
geſtürzten Brauereigebäudes noch die übrigen 20 Bewoht
Hauſes zu bergen, die alle mehr oder minder ſchwer verletz”,
Brand in einem Bauernhaus. — Zwei Tote.
Köslin. Auf dem Anweſen des Landwirts Ja
Trocken=Glienke im Kreiſe Neu=Stettin brach geſtern nach
aus, das auch auf das Wohngebäude übergriff. Das
Janke kam bei dem Brand ums Leben. Alle Anzeichen
dafür, daß das Feuer angelegt wurde; die beiden Eheleute
dabei den Tod geſucht haben. Die Unterſuchung iſt eingele
Ueber 80 Todesopfer auf der Cayman=Inſt
Kingſton (Jamaica). Der Wirbelſturm, der am Dc=
Cuba und die ſüdlich davon gelegene Inſelwelt heimſudf
den letzten Meldungen zufolge, auf der Cayman=Inſel m=
80 Todesopfer gefordert. Die Zahl der Verletzten beträgt 1
Wekkerbericht.
Das Hochdruckgebiet über Skandinavien hat ſich noch
aufgebaut, ſo daß ſein Einfluß zur Fortdauer der herreo
Wetterlage führt. Allerdings wird vorerſt noch mit der koſy
talen Luft Bewölkung vorgeſchoben, welche ſich von Südott
eingemiſcht hat. Wenn auch dabei ganz geringe Niederſchlig anſe
treten, ſo ſind ſie bedeutungslos. In der Hauptſache bleibt
ken und der rauhe Oſtwind hält die Temperaturen niedrige
liches Aufklaren bewirkt leichten Froſt.
Ausſichten für Montag, den 14. November: Kaltes, wechſeld
kiges Wetter mit Aufklaren und leichtem Nachfroſt,
um Oſt drehende Winde.
Ausſichten für Dienstag, den 14. November: Fortdauer d/
ſchenden Wetterlage.
Hauptſchriftieitung: Rudolf Mauve
Vecantwortlich für Politik und Wiriſchaft: Rudolf Mauve; für Feuiſleton,
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl B8
für den Handel: Dr E. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bel
„Die Gegenwart” Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert
Neit=
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle;
Druck und Verlag: T. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripie wird Garantie der Rückſendung nicht übernomrt
Die heutige Nummer hat 8 Seiten
HHHHET
Todes=Anzeige.
Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Mitteilung, daß unſer lieber Vater,
Groß=
vater, Urgroßvater, Bruder und Onkel
Statt beſonderer Anzeige.
Am 13. November entſchlief r0
kurzem, ſchwerem Leiden un
lieber, guter Vater
Heit Moidag Saug
nach kurzem Leiden im 83. Lebensjahre ſanft
ent=
ſchlafen iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Fam. Hermann Weber
Arheilgerſtr. 167
Nach kurzem ſchweren Leiden verſchied heute morgen um 21/. Uhr
plötz=
lich und unerwartet mein lieber Mann, treuſorgender Vater, Bruder,
Schwager und Onkel
(15862
Herr
Ludwig
Görich=
im Alter von 65 Jahren (15)
Herr Otto Koeniger
Die trauernden Hinterblieben
Graf zu Solms Laubach’ſcher Oberforſtmeiſter
im Alter von nahezu 65 Jahren.
Weiterſtadt, 13. November 193.
B. hnhofſtraße 11.
Die Beerdigung findet Diensd
um 3 Uhr ſtatt.
Die Beerdigung findet am Dienstag, nachm. 2 Uhr,
auf dem alteu Friedhof ſtatt.
(1586
etzt Eliſabethenſtr. 4
Durden Krauty D
Bilder u. Einrahmungen
am billigsten bei
TANGHEINZ
jetzt Schulstraße 10
Damenhüke
werd. mod. u. billig
umgearbeilet.
Mair, Nd.=Ramſt.=
Str. 16, Hth. III.*
Im. Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Ernſt Wilhelm Koeniger, Forſiatſiſtent.
Taubach, den 12. November 1932.
[ ← ][ ][ → ]Neue Ueberraſchungen im Fußball=Lager.
Mainz 05 ſpielt in Langen nur 2:2. — Zürkh in Schweinfurk geſchlagen. — Bayern München rücken vor 60. — 350. Frankſurk Favorik am Main.
Aof benökigk noch 2 Punkte. — Pirmaſens und Kaiſerslaukern an der Saar, KFD. und Phönir in Baden im Endkampf. — Skukkgarter Kickers zurückgefallen.
Dem Ende entgegen.
den ſüddeutſchen Fußball=Punktekämpfen geht es dem
Vorausſichtlich werden ſchon am kommenden Sonntag
euppenmeiſter und einige Endſpielteilnehmer genannt
ſchönnen und in vier bis fünf Wochen dürften die Kämpfe
gemein abgeſchloſſen ſein. Ein Teilnehmer für die
ſüd=
ſ t Endſpiele ſteht ja ſchon feſt: der in Nordbayern
uern Vorſprung führende 1. F. C. Nürnberg. Der Club
(aolesmal ASV. Nürnberg knapp 2:1. Die Sp.Vg. Fürth
u Schweinfurt von der „kommenden Mannſchaft” mit 1:0
gſiderlage, die vielfach erwartet worden war.
3üdbayern haben die Münchener „Bahern” Wacker
aü geſchlagen und damit wieder zwei Punkte Vorſprung
Füichen 60 gewonnen. Die 60er waren ſpielfrei.
Gruppe Main hatte das wichtige Spiel zwiſchen den
abellenführern Fullballſportverein Frankfurt und
Offen=
kickers auf dem Programm. Vor faſt 15 000 Zuſchauern
Für FSV. mit 1:0. Er hat nun drei Punkte Vorſprung
cintracht und vier vor den Kickers. Da nur noch drei
husſtehen, ſo dürfte der Titel diesmal wohl an den
ul Aportverein fallen. Die Eintracht war im 2:0=Spiel
Dos e Sportfreunde wieder in einer weſentlich beſſeren
Ver=
zeichen Fm ls au den letzten Sonntagen. Geradezu ſenſationell war
eleutASieg von Rot=Weiß über Union Niederrad. Niederrads
urgte auf der ganzen Linie
hsefſen büßte der FSV. 05 Mainz beim 2:2=Spiel
ban zwar einen Punkt ein, aber die Mainzer haben immer
ſi Punkte Vorſprung vor Wormatia. Alemannia/Olympia
is ſel durch ſeine 1:2=Niederlage in Kaſtel noch weiter
imuck it beiden Führenden zurück.
P. Waldhof braucht in der Gruppe Rhein aus 4 Spielen
E0 zwei Punkte, um Meiſter zu ſein. Diesmal ſchlugen
Hhöfer Sandhofen mit 5:0, während der Tabellenzweite
Ludwigshafen gegen Mundenheim 3:1 verlor. Phönir
mheim ſtehen nun wieder punktgleich im Kampfe um
gten Platz in den übrigens auch noch der VfL. Neckarau,
Be gegen VfR. Mannheim 1:1 ſpielte, eingreifen kann.
tAder Saar kommen jetzt für die beiden erſten Plätze
FAnur noch FK. Pirmaſens und FC. Kaiſerslautern in
Hsportfreunde Saarbrücken und FV. Saarbrücken ſind
kaue Niederlagen weiter zurückgefallen. Der FV. unter=
Nigenem Platz gegen den Tabellenführer FK. Pirmaſens.
Kaiſerslautern, der nur einen Verluſtpunkt mehr als
äuns hat, beſiegte zu Hauſe den SV. 05 Saarbrücken, der
Fſteigen wird, mit 5:0.
1 in Baden ſind es nur noch zwei Mannſchaften, die
haben, in die ſüddeutſchen Endſpiele zu kommen, KFV.
Eörix Karlsruhe. Der KFV. ſiegte in Offenburg 5:2,
Ic Phönix gegen Schramberg ſogar 7:1 ſiegte Ueber=
Mwar die 1:CNiederlage, die der an dritter Stelle ſtehende
Arlsruhe auf eigenem Platz von dem Abſtiegskandidaten
(Kuzog.
ſhPürttemberg wird es wohl zu einem ſehr harten
bpf kommen, denn zurzeit können noch vier Mannſchaften
C) auf Titel und Plätze machen. Der Tabellenführer
ter Kickers ließ ſich unerwartet auf eigenem Platz von
Wückingen 2:3 ſchlagen, während Pforzheim einen bemer=
Wen 4:0=Sieg über Brötzingen erfocht. Nach Verluſtpunk=
Kyret, ſteht der VfB. Stuttgart mit 6 vor Kickers mit 7,
n und Böckingen mit je 9 am beſten.
Die Fußball=Ergebniſſe.
Verbandsſpiele in Süddeutſchland.
De Heſſen: Fvgg. 06 Kaſtel — Alemannia/Olympia
hms 2:1. VfR. Bürſtadt — Fngg. 03 Mombach 3:1. 1. FC.
Dyen — FSV. Mainz 05 2:2. Wormatia Worms — SV.
Aladen 3:1. Olympia Lorſch — Viktoria Urberach 2:1.
De Main: VfB. Friedberg — Hanau 1893: verlegt auf
t. FSV. Frankfurt — Kickers Offenbach 1:0. Sportfr.
hifurt — Eintracht Frankfurt 0:2. Rot=Weiß Frankfurt
Inion Niederrad 6:1. Germania Bieber — VfL.
Neu=
zſhurg 1:1.
Nordbayern: VfR. Fürth — Germania Nürnberg
2ISB. Nürnberg — 1. FC. Nürnberg 1:2. Schweinfurt
Sppgg. Fürth 1:0. Würzburg 04 — Würzburger Kickers
Sppgg. Erlangen — FC. Bayreuth 0:1.
Südbayern: Bayern München — Wacker München
Teutonia — DSV. München 3:2. Jahn Regensburg —
ſtolben Augsburg 1:2. SSV. Ulm — Sppgg. Landshut 4:2.
Württemberg: FC. Pforzheim — Germania
Birrgen 1:0. Stuttgarter Kickers — Union Böckingen 2:3.
Feuerbach — FC. Birkenfeld 2:3.
Baden: FV. Offenburg — Karlsruher FV. 0:5. SC.
burg — FC. Mühlburg 0:0. Frankonia Karlsruhe —
Ahurger FC. 0:0. Phönix Karlsruhe — Sppgg. Schram=
Fi1. VfB. Karlsruhe — FV. Raſtatt 0:1.
e Rhein: Sppgg. Mundenheim — Phönix Ludwigs=
Zi1. VfR. Mannheim — PfL. Neckarau 3:3. Sppag.
I)pofen — SV. Waldhof 0:5. Germania Friedrichsfeld —
Mannheim 08 1:1. Amicitia Viernheim — VfR. Kai=
Aſgutern 3:1.
Saar; 1. FC. Kaiſerslautern — SV. 05 Saar=
(am 5:0. Saar 05 Saarbrücken — 1. FC. Idar 2:0. SV.
Uengen — Eintracht Trier 1:1. Boruſſia Neunkirchen —
Tanfa. Saarbrüſſen 1i0. FV. Saarbriſcten — FK. Pirma=
1.:5.
Berliner Fußball.
Von den acht Spielen der Berliner Bezirksliga am Sonntag
gab es wiederum die intereſſanteſten Kämpfe in der
Abtei=
lung B. Die meiſten Zuſchauer waren bei der Begegnung
Nor=
den/Nordweſt gegen den Berliner SV. 92 zugegen. 8000 Zuſchauer
glaubten ſchon an einen knappen 1:0 Sieg des Nordens, aber noch
in der Schlußminute kamen die Schmargendorfer durch Appell
zum Ausgleichstor. In einem gleichfalls gut beſuchten Spiel
be=
ſiegte der VfB. Pankow den Luckenwalder BV. ſicher mit 4:2
(2:0). In der Reihenfolge hat ſich nicht viel geändert. Hertha
behauptet weiter vor Minerva und Pankow den erſten Platz.
In der Abteilung 4 ſorgte der ſtark aufkommende
Poſt=
ſportverein durch ſeinen 8:2 (2:2) Sieg über Wacker 04 für eine
angenehme Ueberraſchung. Der Meiſter Tennisboruſſia fertigte
Blauweiß ohne Schwierigkeiten 3:0 (1:0) ab. Einen recht hohen
Sieg errang die an der Spitze liegende Viktoria 89 mit 5:2 über
den Neuling VfB. Hermsdorf, der den letzten Platz kaum noch
abgeben wird. Nach wie vor liegt hier das Rennen nur noch
zwi=
ſchen Viktoria und Tennis, die noch mit den wenigſten
Verluſt=
punkten belaſtet ſind.
Verbandsſpiele in Heſſen.
Mainz 05 und Al/Ol Worms verlieren Punkte.
Der Tabellenführer der Gruppe Heſſen, Mainz 05, hat in
Langen nur 2:2 geſpielt und damit einen wertvollen Punkt
ver=
loren. Mainz hat aber immer noch zwei Punkte Vorſprung vor
Wormatia Worms. Wormatia ſchlug den SV. Wiesbaden 3:1
(1:0) und hat nun wenigſtens den zweiten Platz ſicher.
Aleman=
nia/Olympia Worms fiel von den Führenden durch eine 1:2
Nie=
derlage gegen Kaſtel noch weiter ab. Da Lorſch Platzſperre hat,
mußte es ſein Spiel gegen Viktoria Urberach auf dem Platz des
Gegners austragen, konnte aber auch dort mit 2:1 gewinnen.
Urberachs Schickſal iſt bereits beſiegelt, die Mannſchaft wird
ab=
ſteigen müſſen. Wer ſie in die zweite Klaſſe begleiten wird, ſteht
noch nicht feſt, die Mannſchaft wird aber entweder Lorſch oder
FC. Langen heißen.
Wormatia Worms — SV. Wiesbaden 3:1 (1:0).
Wormatias Sieg war nicht überzeugend. Er ſtand zwei
Mi=
nuten vor Schluß noch in Frage. Erſt zu dieſer Zeit konnte Willy
Winkler mit einem langen Schuß, deſſen Gültigkeit vom Gegner
angezweifelt wurde, den Sieg ſicherſtellen. Der von 3000
Per=
ſonen beſuchte Kampf wurde von Hannewald=Frankfurt recht und
ſchlecht geleitet. Das Spiel konnte in der erſten Halbzeit nicht
begeiſtern. Wormatia übernahm in der 37. Minute durch Ludwig
Müller die Führung und erhöhte neun Minuten nach dem
Wech=
ſel durch Bitter auf 2:0. Von dieſem Moment ab drängte
Wies=
baden unentwegt, aber es konnte nur ein Gegentreffer durch
Schulmeyer erzielt werden.
FC. Langen — SV. 05 Mainz 2:2 (0:1).
In der erſten Halbzeit dieſes Kampfes war Mainz
tonan=
gebend. Burkhardt ſchoß in der 35. Minute den erſten und Schatz
in der 61. Minute den zweiten Treffer. Dann drehte aber
Lan=
gen ſtark auf. Schäfer und Gutjahr ſchoſſen in der 66. und 75.
Minute die beiden Ausgleichstreffer. Panzer=Ludwigshafen war
als Schiedsrichter ausgezeichnet. 500 Zuſchauer.
Viktoria Urberach — Olympia Lorſch 1:2.
Der von Multer=Landau gut geleitete Kampf hatte nur 200
Zuſchauer an ſich gezogen. Wunderlich ſchoß für Urberach das erſte
Tor. Die Gäſte hatten aber die einheitlichere und beſſere
Mann=
ſchaft, die durch Schmidt zum Ausgleich und durch Albert zum
ſiegbringenden Treffer kam.
Kaſtel 06 — Olympia/Alemannia Worms 2:1.
Das Spiel hatte wenig Niveau. Die Mannſchaften ſpielten
ſehr zerfahren. Erſt als das Spiel in der zweiten Halbzeit
ſchnel=
ler wurde, gewann es auch mehr an Intereſſe. Worms hatte im
Sturm zwei Erſatzleute, die ſich bemerkbar machten Außerdem
war aber auch der Tormann unſicher. Durch einen Nachſchuß von
Dietzſch kam Kaſtel ſchon in der dritten Minute zum erſten Tor.
Worms Mittelſtürmer Riedmann erzielte zwar in der 37. Minute
den Ausgleich, aber Kaſtel war in der 8. Minute nach dem
Wech=
ſel durch Dörrhöfer noch einmal erfolgreich. Sterner=Frankfurt
leitete den von 2500 Perſonen beſuchten Kampf gut.
VfR. Bürſtadt — Mombach 3:1 (0:1).
Der hart durchgeführte Kampf verlief meiſt ausgeglichen. Die
größere Durchſchlagskraft der Bürſtädter Angriffsreihe gab den
Ausſchlag. Mombachs Tor fiel durch Endemann, die Treffer für
die Platzherren ſchoſſen Bauſch und der Halblinke Kleber 2.
Straub=Somborn war ein guter Schiedsrichter, 1600 Zuſchauer.
Fußball im Kreis Starkenburg.
Viermal Unentſchieden! — Das Tabellenletzten erſter Sieg.
Polizei Darmſtadt — Germania Eberſtadt 5:1 (3.:1).
SV. 1898 Darmſtadt — FC. 03 Egelsbach 1:1 (1:0).
Rot=Weiß Darmſtadt — Union Darmſtadt 1:0 (1:0).
Spvgg. 94 Arheilgen — SV. Mörfelden 3:1 (1:1).
FV. Eppertshauſen — Haſſia Dieburg 1:1 (0:0).
Viktoria Walldorf — FV. Sprendlingen 3:3 (1:1).
SV. Münſter — Germania Oberroden 0:0.
Der geſtrige Sonntag brachte als bemerkenswerteſtes Ereig
nis vier unentſchiedene Spiele und ferner den erſten Sieg des
Tabellenletzten Rotweiß Darmſtadt. Ob er dieſem viel nützt, iſt
eine andere Frage, aber den unterlegenen Beſſungern könnten
die Punkte unter Umſtänden fehlen. Ueberhaupt haben ſich am
Tabellenende bemerkenswerte Annäherungen der einzelnen
Mannſchaften vollzogen. Egelsbach konnte ſich zwar vom 12. auf
den 10. Platz vorſchieben, aber die geſtern unterlegenen
Eber=
ſtädter und Beſſunger haben dafür noch je ein Spiel
auszu=
tragen. Jedenfalls iſt die Lage am Ende wieder ziemlich
ver=
worren. An der Spitze hat es dagegen eine weitere Klärung
gegeben. Der Tabellenführer gewann auf eigenem Platze gegen
Eberſtadt mit 5:1, verdient zwar, aber zahlenmäßig etwas zu
hoch. Wieder ſtand das Glück auf der Seite des Favoriten, denn
die beiden nächſtfolgenden Mannſchaften. Dieburg und
Spreno=
lingen, verloren je einen Punkt, ſo den Vorſprung der „Grünen”
auf fünf Punkte erhöhend. Dieburg kam in Eppertshauſen zu
einem 1:1, wobei vor der Pauſe die Einheimiſchen, nach
Halb=
zeit aber die Dieburger überlegen waren. Der flotte Kampf
ver=
lief recht anſtändig. Das Spiel in Walldorf litt unter einem
ſehr ſchwachen Schiedsrichter, der Sprendlingen eine Minute vor
Schluß durch einen recht unmotivierten Elfmeter um den
ver=
dienten Sieg brachte. — In den anderen vier Spielen gab es
etwa die erwarteten Ergebniſſe. Arheilgens Sieg über Mörfelden
kommt erwartet, wie auch der von Rot=Weiß über Union nicht
unerwartet eintraf. Das Spiel wurde für ein Lokaltreffen auch
recht fair durchgeführt. Wie recht wir mit unſerer Warnung in
der Vorſchau hatten, zeigt der Ausgang des Spieles am
Böl=
lenfalltor. Der eine Punkt wird den 98er ſehr fehlen.
Mit dem geſtrigen Sonntag haben ſämtliche in der Tabelle
mit 14 Spielen angeführten Mannſchaften die Vorrunde beender.
Der 20. November iſt ſpielfrei, während am 27. November die
reſtlichen Spiele der Vorrunde ausgetragen werden.
Der Tabellenſtand nach dem 13. November.
Spiele Gew. Un. Verl. Tore 2 Pkte. Polizei Darmſtadt 13 11 35: 8 24 Haſſia Dieburg 14 10 32:15 21 FV. Sprendlingen 13 36:22 19 Viktoria Walldorf 14 31:27 17 Sppgg. 04 Arheilgen 13 34:24 16 FV. Eppertshauſen 14 31:29 15 Germania Pfungſtadt 14 29:29 14 Germania Oberroden 14 6 23:34 13 SV. Mörfelden 13 4 31:29 12 FC. 03 Egelsbach 14 5 33:43 11 Germania Eberſtadt 13 4 19:26 10 Union Darmſtadt 13 20:27 10 SV. Münſter. 18:26 SV. 1898 Darmſtadt 13 44:27 Rot=Weiß Darmſtadt 13 9 11:31. SV. 98 Darmſtadt — FV. Egelsbach 1:1 (1:0). Daß es den 98ern n im geſtrigen n Spiel nicht z zu einem Sieg, ſondern nur zu einem Unentſchieden reichte, lag hauptſächlich in
dem ſchwachen Spiel der Läuferreihe begründet. Wenn auch die
Läufer in der Abwehr nicht verſagten, ſo war doch ihre
Aufbau=
arbeit in keiner Weiſe befriedigend. Nur ganz ſelten erhielt der
Sturm der Lilienträger brauchbare Vorlagen. Allerdings bot auch
die Sportvereins=Stürmerreihe keine vollwertige Leiſtung.
Teil=
weiſe hielten die Stürmer den Ball zu lange (Linksaußen) und
teilweiſe ſpielten ſie im Strafraum, alſo gerade in den
entſchei=
denden Momenten zu ungenau zu. Der Beſte der Reihe war der
neue Mann, Böhner, der recht überlegt und ruhig ſpielte. Das
Abwehrtrio arbeitete einwandfrei. Man kann nicht ſagen, daß die
Gäſteelf ſchwächer ſpielte als die Einheimiſchen. In gänzlich
un=
gekünſteltem, dafür jedoch ſehr energiſchem Spiel hielten ſie den
Kampf ſtets offen, um ſogar gegen Spielſchluß leicht überlegen
zu werden. Das Unentſchieden entſpricht ſonach dem Spielverlauf.
wenn es auch auf eine für die 98er ganz außerordentlich
unglück=
liche Weiſe zuſtande kam. Die Darmſtädter, die in der 32. Minute
im Anſchluß an einen Strafſtoß durch Lehr in Führung gegangen
waren, hielten den Vorſprung bis zur letzten Schlußminute. Da
gab kurz vor dem Abpfiff der Rechtsaußen der Gäſte — übrigens
der Beſte der Mannſchaft — einen hohen Ball vors Tor des
Geg=
ners, der von dem klar abſeits ſtehenden Linksaußen eingeköpft
wurde. Da der Schiedsrichter Schreibweiß=Flörsheim, der ſich auch
ſonſt nicht gerade durch allzu große Regelkenntnis auszeichnete,
den Treffer als rechtmäßig anerkannte, war die Punkteteilung
vollendete Tatſache.
Polizei Darmſtadt — Germania Eberſtadt 5:1 (3:1).
Das Spiel brachte nicht die von vielen erhoffte Ueberraſchung,
obwohl Eberſtadt ſeinen Mittelläufer Kaiſer wieder zur Stelle
hatte. Die Leute von der Bergſtraße legten ſich gleich mächtig ins
Zeug und führten ſchon nach 5 Minuten mit 1:0. Jetzt wird das
Tempo verſchärft, und beide Mannſchaften zeigen nun ein ſehr
gutes Spiel, bei dem die Polizei immer etwas im Vorteil iſt. Die
beſtgemeinten Sachen werden von dem Polizeiſturm knapp
ver=
ſchoſſen, oder von dem gut arbeitenden Gäſtehüter gehalten. Erſt
in der 20. Minute kann Göbel durch harten Schuß den Ausgleich
erzielen, dem Pfeiffer kurz danach ein zweites Tor anreiht. Kurz
vor Halbzeit iſt es Kaltwaſſer vorbehalten, das Reſultat auf 3:1
zu verbeſſern. In der zweiten Hälfte flaut das Spiel etwas ab,
ohne jedoch an Spannung zu verlieren. Einige Polizeiſpieler
leg=
ten ſich angeſichts des Sieges vor dem Gäſtetor merkliche
Zurück=
haltung auf, was jedoch nicht immer von ihren früheren
Vereins=
kameraden mit gleicher Geſte erwidert wurde. Während die
Poli=
zei durch Pfeiffer und Matthes noch zweimal erfolgreich iſt,
be=
müht ſich Eberſtadt vergebens um die Verbeſſerung des Reſultats.
Schiedsrichter Beck=Wiesbaden war dem Spiel ein umſichtiger und
gerechter Leiter,
Seite 6 — Nr. 317
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Rot=Weiß Darmſtadt — FC. Union Darmſtadt 1:0 (1:0).
In dem Lokaltreffen zwiſchen obigen Mannſchaften konnte
Rotweiß endlich ſeinen erſten Sieg erringen. Das Spiel ſelbſt
zerfiel in zwei verſchiedene Hälften. Vor der Pauſe waren die
Platzbeſitzer die Beſſeren, während nach dem Wechſel Union mehr
vom Spiel hatte. Der einzige und entſcheidende Treffer fiel
be=
reits in der zweiten Minute durch den Rechtsaußen von Rotweiß.
Wohl hatten beide Parteien des öfteren Gelegenheiten, das
Re=
ſultat zu verbeſſern bzw. zu erhöhen, aber im gegebenen Moment
verſagten ſtets die Nerven der Stürmer, ſo daß es bei dieſem
Reſultat blieb. Ueberhaupt waren in beiden Teams die
Hinter=
mannſchaften das Beſte, während die Stürmerreihen ſchwächer
er=
ſchienen. Der beſte Mann auf dem Platze war ohne Zweifel
Halmdorf im Rotweiß=Tor, der durch ſeine glänzende Leiſtung
(er hielt auch einen Elfmeter) einen Hauptteil an dem Erfolg
ſeiner Mannſchaft hatte. Sehr angenehm berührte die anſtändige
Spielweiſe aller Spieler, und wenn trotzdem ein Unionſpieler
(Arnold) in den Schlußminuten verletzt ausſcheiden mußte, ſo
war dies nur auf einen unglücklichen Zuſammenprall mit
Vogel=
mann zurückzuführen. Der Schiedsrichter, ein Herr aus Worms,
hatte kein ſchweres Amt und wußte zu gefallen. — Vorher ſtanden
ſich die Reſerven gegenüber und mußten hier die Rotweißen, trotz
ihrer Ueberlegenheit, eine knappe 2:1 Niederlage einſtecken.
Am kommenden Sonntag ſind keine Spiele, und iſt die
Ligamann=
ſchaft für dieſen Tag von der Paddelabteilung des Vereins zu
einem gemütlichen Kaffeeſchmaus in das Bootshaus eingeladen.
Abfahrt 2,30 Uhr Paradeplatz.
Sportvgg. 04 Arheilgen — SpV. Mörfelden 3:1 (1:1).
Leider brachte das Spiel nicht das, was man erwartete.
Schiedsrichter Werner=Mannheim meinte es gut und wollte
an=
ſcheinend energiſch durchgreifen, dadurch litt das Spiel und wurde
vollſtändig verpfiffen. Mitunter wußten die Spieler wirklich nicht
mehr, wie ſie an den Ball herangehen ſollten, dabei befleißigten
ſich beide Mannſchaften eines wirklich fairen Spiels. Aus obigem
Grunde brachte das Spiel nicht viel Intereſſantes und konnte
nicht beſonders begeiſtern. Arheilgen führte bald nach Beginn
durch einen unverhofften Schuß von Bauer. Die Freude dauerte
aber nicht lange und Mörfelden erzielte den Ausgleich. Beiden
Mannſchaften war noch Gelegenheit zu Toren gegeben, aber beide
Stürmerreihen waren nicht auf der Höhe. Nach der Pauſe ſpielte
Arheilgen mit dem Wind, und es ging etwas beſſer. Bald hatte
Bauer wieder Gelegenheit, die Führung für Arheilgen zu
er=
zielen. Arheilgen war nun meiſt überlegen, und bald konnte der
neu eingeſtellte Mittelſtürmer Groth das dritte Tor eindrücken.
Bauer verſchoß noch einen Foul=Elfmeter für Arheilgen.
Deutſche Gerälemeiſterſchaften.
Frey=Kreuznach Deutſcher Gerätemeiſter.
Den Höhepunkt der zweitägigen Deutſchen
Gerätemeiſterſchaf=
ten in Berlin bildeten die am Sonntag nachmittag ausgetragenen
Pflichtübungen der aus den Pflichtübungen hervorgegangenen 22
beſten Teilnehmer. Die neue Ausſtellungshalle am Kaiſerdamm
war bei Beginn der Kämpfe ausverkauft und über 800 Zuſchauer
verfolgten mit größtem Intereſſe die großartigen Leiſtungen. Nach
begrüßenden Worten des erſten Vorſitzenden der DT.,
Staats=
miniſter a. D. Dominicus, und Oberbürgermeiſter Sahm ſetzte der
Endkampf mit dem Barrenturnen ein. Eſchwei=Pforzheim
leitete die Kämpfe ein und erzielte 17 Punkte. Nach ihm kam Frey
ans Gerät, der im Geſamtklaſſement an zweiter Stelle hinter dem
Frankfurter Winter lag, deſſen Leiſtung mit 17,5 Punkten ſchon
etwas beſſer bewertet wurde. Steffens=Bremen, Mock=Berlin und
Hüls=Breslau kamen auf je 18 Punkte. Der Favorit Winter brachte
es nur auf 15 Punkte, der ſeine Uebung in beſtechender Manier
und mit größter Sicherheit ausführte, aber kurz vor Beendigung
außerhalb des Barrens abglitt und dadurch nur 15 Punkte
er=
hielt. Großer Beifall belohnte trotzdem ſeine an ſich großartige
Leiſtung. Nach dieſer Uebung lag Frey mit 123 Punkten vor
Win=
ter mit 121,5 Punkten. Bei den Freiübungen hätte Hüls=
Breslau mehr als 18. Punkte erhalten müſſen, er turnte aber
län=
ger als die zuläſſigen drei Minuten. Seine Uebung ſtellte etwas
in der DT. ganz Ungewohntes dar, da ſie von der ſtarren Form
völlig abwich und mehr einen ungezwungenen rhythmiſch=
gym=
naſtiſchen Stil hatte. Die beſte Note von 19 Punkten erhielten
Kroetzſch und Sandrock, die Führung blieb auch nach der zweiten
Uebung die gleiche. Am Pferd quer war Wertholz (Hann.
Minden) mit 19,5 Punkten der beſte, der die beſten Leiſtungen
auch des Vorjahres übertraf. Mit großer Spannung erwartete
man das Reckturnen, das erſt die Entſcheidung bringen mußte,
da vor Beginn dieſer letzten Uebung Frey mit 160, Steffens mit
159 und Winter mit 158,5 Punkten dicht beiſammen lagen. Winter,
der als Letzter turnte, kam durch einen unbedeutenden Fehler um
den Sieg. Er erhielt 19,5 Punkte und blieb im Geſamtergebnis
um einen halben Punkt geſchlagen. Neuer Kunſtturnmeiſter wurde
Frey=Kreuznach mit zuſammen 178,5 Punkten vor Winter=
Frank=
furt mit 178 Punkten, Steffens=Bremen (177) und dem
Titelver=
teidiger Kroetzſch=Roeſſen (175,5 P.). Der frühere Leipziger war
in den Kürübungen zwar ausgezeichnet, hatte aber am Vortage
zuviel Punkte eingebüßt, um noch aufholen zu können. Eine
be=
ſondere Glanzleiſtung vollbrachte Sandrock=Immigrath, der als
einziger von allen 108 Teilnehmern die höchſte Note von 20
Punk=
ten erhielt. Er zeigte am Reck eine äußerſt ſchwierige Uebung, die
mit einem Schraubenſalto endete.
Bereits am Vormittag waren die Kürübungen der reſtlichen
84 Teilnehmer durchgeführt, von denen eine ganze Reihe die für
eine Auszeichnung erforderliche Punktzahl von 150 erreichte. —
Einzelergebniſſe; 1. Frey=Kreuznach: Pflichtübungen
105,5, Barren 17,5, Freiübung 18, Pferd 19, Reck 18,5, Geſamt:
178,5 Punkte; 2. Winter=Frankfurt (106,5, 15, 18,5, 18,5, 19,5;
178). 3. Steffens=Bxemen (103, 18, 18,5, 19,5, 18: 177). 4. Kroetzſch=
Roeſſen (100, 18. 19, 19. 19,5: 175,5). 5. Wedekind=Forſt (103, 17,
17. 16,5 18,5: 172). 6. Haßler=Bornheim (101,5, 16,5, 17, 17,5, 18;
170,5), 7. Johnke=Berlin (103, 16,5, 18, 15, 17,5: 170). 8. Kleine=
Leipzig (98,5, 17. 17,5, 18,5, 18: 169,5). 9. Gens=Mainz (96,5, 16,
16,5, 19, 19: 167). 10. Lorenz=Hannover (94,5, 17, 17,5, 18,5, 19;
166,5). 11. Sandrock=Immigrath (94,5, 17, 19, 16, 20; 166,5). 12.
Studde=Eichen 165 P. 13. Hermann=Ulm 164,5 P. 17. Volz=
Schwa=
bach und Kindermann=München je 162,5 P. 19. Eſchwei=Pforzheim
162,5 P. 21. Chriſt=München 161 P. 22. Becker=Stuttgart 160,5 P.
29. Cürtet=Oppau 157,5 P. 31. Mühleis=Gr.=Eislingen 157 P.
Kegler-Vereinigung Darmſtadt und Umgebung.
Ausſcheidungskegeln.
Pon den Handballfeldern.
Ueberraſchungen..
In den ſüddeutſchen Handballgruppen gab es am Sonntag
einen reichhaltigen Spielbetrieb und zahlreiche Ueberraſchungen.
So erlitt der Tabellenführer der Gruppe Rhein, SV.
Wald=
hof, durch ein 6:6 gegen Pfalz Ludwigshafen ſeinen erſten
Punktverluſt. Auch der 1. FC. Nürnberg mußte ſich einen
über=
raſchenden Punktverluſt gefallen laſſen, nachdem er gegen den
FC. Bamberg 4:4 ſpielte. In der Maingruppe erlitt der
hart=
näckige Verfolger des Tabellenführers Schwanheim, Eintracht
Frankfurt, gegen Rotweiß eine überraſchende Niederlage mit
3:2. Auch die übrigen Ergebniſſe bergen eine Reihe von
Ueber=
raſchungen, wenn auch meiſtens nur hinſichtlich der
ziffern=
mäßigen Auswirkung.
Die Handball=Ergebniſſe.
Süddeutſche Verbandsſpiele.
Gruppe Heſſen: TV. Königſtädten — Wormatia Worms 14:6.
Polizei — Rot=Weiß Darmſtadt 13:4. Polizei Worms —
Spvgg. Arheilgen ausgef. TSV. Braunshardt —
Darm=
ſtadt 98 3:9.
Gruppe Main: Höchſt 01 — FSV. Frankfurt 0:3. TSV. Langen
— VfL. Sachſenhauſen 5:2. Rot=Weiß — Eintracht
Frank=
furt 3:2. VfR. Schwanheim — Polizei Frankfurt 7:6.
Gruppe Südrhein: Polizei — SV. Wiesbaden 0:6. Mainz 05
— Poſt Wiesbaden 4:1. Haſſia Bingen — Biebrich 1919 7:3.
Siegfried Wiesbaden — Kreuznach 9:8.
Gruppe Rhein: SV. Waldhof — Pfalz Ludwigshafen 6:6. MTG.
— Polizei Mannheim 3:6. Phönix Mannheim —
Mann=
heim 07 11:1. Mannheim 08 — VfR. Mannheim 6:4.
Fran=
kenthal — ASV. Ludwigshafen 8:2.
Gruppe Südbayern: ASV. München — SC. Fürſtenfeldbruck 3:9.
Schwaben — BC. Augsburg 6:4.
Gruppe Nordbayern: 1. FC. Nürnberg — FC. Bamberg 4:4.
Spvgg. Fürth — Polizei Nürnberg 14:5. Siemens=Schuckert
— Nürnberger SC. 8:8. Reichsbahn Nürnberg — Pfeil
Schweinau 8:5. Bayern Erlangen — Kickers Würzburg:
ausgefallen. Barkochba Nürnberg — ASV. Nürnberg 6:5.
Gruppe Württemberg: Kickers Stuttgart — TV. Wangen 9:6.
Sportfz. Tübingen — TV. Sindelfingen 7:0. Sppgg.
Tübin=
gen — TSV. Fellbach 5:7.
Polizei Darmſtadt — Rol=-Weiß Darmſtadk 13:4 (7:1).
Vor wenig Zuſchauern endete das Spiel mit obigem Reſultat.
Die naßkalte Witterung hat manchen Anhänger vom Sportplatz
ferngehalten. Auch auf die Spieler übte das ſchlechte Wetter ſeine
Wirkung aus. Zuweilen hatte man den Eindruck, als ob beide
Mannſchaften wenig Luſt zum Spielen hätten. Hin und wieder
ſah man auch ganz prächtige Einzel= und Geſamtleiſtungen. Im
allgemeinen jedoch war das Spiel langſam und ohne Schwung.
Vom Anſpiel weg wanderte der Ball auf und ab. In der 5.
Minute kam Polizei zum erſten Tor durch Daſcher, der ſich
übri=
gens recht gut aufgelegt zeigte. In etwa gleichen Abſtänden
buchte die Polizei noch drei weitere Treffer, und jetzt erſt konnte
Rot=Weiß den erſten Gegentreffer erzielen. Vom Anſpiel weg
er=
zielte Daſcher einen weiteren Treffer, dem bis zur Pauſe noch zwei
weitere folgten. In der zweiten Hälfte war das Spiel zeitweiſe
noch langſamer als vorher. Nachdem Polizei ihr 8. Tor erzielte,
kam Rot=Weiß etwas auf und ſchoß das zweite Tor. Es war aber
nur ein kurzes Aufflackern, dem gleich wieder der alte Trott folgte.
Kiepfer im Polizeitor holte einmal den Ball in den Schußkreis
zurück. Dafür erhielt Rot=Weiß einen 13=Meterball zugeſprochen,
den Arnold in der Aufregung vorbeiſchoß. Von da ab erzielte
Polizei noch fünf Treffer, Rot=Weiß noch zwei. — Schiedsrichter
Heckel=Frankfurt leitete recht gut. Da das Spiel im allgemeinen
recht anſtändig verlief, hatte er auch kein ſchweres Amtieren.
5b. 98 Darmſtadt — T5B. Braunshardt 9:3 (6:1).
Die Handballer der 98er holten ſich geſtern in Braunshardt
wieder zwei Punkte. Die erſte Halbzeit zeigte ein ſehr
anſprechen=
des Spiel. Ohne ſich voll auszugeben, ſchoß der Sturm in
regel=
mäßigen Abſtänden ſeine ſechs Tore, denen Braunshardt nur ein
Tor entgegenſetzen konnte. Als jedoch zu Beginn der 2. Halbzeit
Braunshardt ein Tor aufholen konnte, wurde es lebhaft
außer=
halb der Barriere, und ſchon war das bis dahin ziemlich faire
Spiel in das Gegenteil verwandelt. Es hagelt nur ſo von
Straf=
würfen, mehrere 13=Meter wären fällig geweſen. Das Spiel ward
auch nicht fairer, als der Braunshardter Spieler Schuchmann auf
Geheiß des Schiedsrichters das Feld verlaſſen mußte. Darmſtadts
Sturm hielt ſich in der Hauptſache zurück und tat recht daran. Drei
Tore waren daher nur die Ausbeute der zweiten Halbzeit. Eine
ſehr gute Leiſtung bot der Braunshardter Torwächter, der wirklich
ein großes Spiel lieferte. Schiedsrichter Beuer hatte das Spiel
feſt in der Hand, obwohl ihm keine leichte Aufgabe geſtellt war.
Poſt Darmſtadt — SV. 98 Darmſtadt komb. 1:0 (0:0).
Auf dem Poſtplatze lieferten ſich beide Mannſchaften ein ſchönes
Freundſchaftsſpiel. Nach einer ausgeglichenen erſten Halbzeit
drückten beide Mannſchaften nach der Pauſe aufs Tempo, aber
ſämtliche Angriffe zerſchellten an der beiderſeitigen guten
Hinter=
mannſchaft. Mitte der zweiten Halbzeit erzielte Poſt das einzige
Tor durch Strafſtoß. Der nun einſetzende Endſpurt änderte an dem
Spiel nichts mehr Der Schiedsrichter hätte in der letzten
Viertel=
ſtunde etwas mehr durchgreifen ſollen, ſonſt gut.
Handball in der 9.J.
32. Hollfelder=Nürnberg 156 P. 35. Fiedler=Darmſtadt
155,5 P. 41. Höfele=Villingen, Müller=Mombach je 154 P. 45.
Endreß=Mannheim, Helmer=Bornheim je 153,5 P. Köble=
Eßlin=
gen 152,5 P.
Im Konkordiaſaal und in der Turnhalle fand am Samstag
und Sonntag das Ausſcheidungskegeln ſeine Fortſetzung, 53
Män=
ner und 3 Frauen erſchienen am Start. Wiederum wurden
außer=
ordentlich hohe Reſultate erzielt, insbeſondere war dies im
Kon=
kordiaſaale der Fall. Die weſentlichen Ergebniſſe ſind: 1
Kon=
kordiaſaal — Männer. 1. Grün=L. L. 08 628. 2. Becher=
DK. 1911=BV. 628. 3. Thümmel=11 BV. 626. 4. Rößler=DK. 23
618. 5. Wenger=DK. 23 601. 6. Katzenmeier=Kranz Eberſtadt 592.
7. Sommer=DK. 1911 BV. 581. 8. Ringler=Sportkegler 576. 9.
Weiher=DK. 23 567. 10. Schrottmeier=Keglerluſt 553. — Frauen.
Frau Wißkirchen 521. — Turnhalle — Männer. 1. Mees=
Einzelm. 615. 2. Reichert=12er 583. 3. Erbes=L.L. 08 583. 4.
Schüßler=Haſſia 560. Hahn=Einzelm. 560. 6. Reinhardt=12er
557. 7. Bangert=Kranz Dſtdt. 553. 8. Schäfer=Kranz Dſtdt. 550.
9. Wenner= L.L. 08 546. 10. Scherer=Haſſia 540. — Frauen.
1. Frl. BäumerRoll Glück 527. 2. Frau Reinhardt=Roll Glück 501.
Kreisklaſſe: Arheilgen-Bickenbach 7:1 (5:0),
Worfel=
den—Pfungſtadt 1:2 (0:1), Bensheim—Sprendlingen 8:4 (5:2),
Langen—Griesheim ausgefallen.
Meiſterklaſſe I: Reichsbahn—Egelsbach 6:4, Tgf. 1875
Darmſtadt-Lorſch 4:4 (2:4), Seeheim-Hahn 4:1 (1:1),
Heppen=
heim-Beſſungen 1:0 (1:0).
Meiſterklaſſe II: Wolfskehlen—Tgde 1846 Darmſtadt
4:7 (1:4), Büttelborn-Nauheim 6:5 (3:1), Groß=Gerau—
Erfel=
den 4:1 (3:0), Walldorf—Wallerſtädten 4:1 (2:1).
A=Klaſſel: Birkenau-Zwingenberg 7:1 (2:1),
Schwan=
heim-Kirſchhauſen 8:2 (5:1), Hüttenfeld—Auerbach 2:6 (1:3).
A=Klaſſe II: Crumſtadt-Biebesheim 7:1 (4:0),
Gerns=
heim—Groß=Hauſen 4:5 (2:1).
A=Klaſſe III: Weiterſtadt—Münſter unbekannt, Ober=
Namſtadt-Buchſchlag 9:2 (7:1).
Spitzenwechſel in der Kreisklaſſe! Arheilgen ſchlug ſeinen
Rivalen Bickenbach mit 7:1 und führt jetzt die Tabelle mit einem
Punkt Vorfprung. Wer Bickenbachs Elf in Pfungſtadt ſiegen ſah.
mußte in Arheilgen den Kopf ſchütteln. Etliche Strafwürfe und
einige gute Durchbrüche waren alles, was die Gäſte zu Wege
brachten. Ganz anders die Arheilger Elf. Man ſpürte, wie ernſt
jeder Spieler ſeine Aufgabe nahm, und dies war auch der Grund
der Gäſte=Niederlage. Bickenbach konnte ſich nur ſelten aus der
Umklammerung frei machen. Bei der Platzelf ſah man Anthes
und Götz im Sturm, die ihr Penſum glänzend erfüllten.
Ueber=
haupt zeigte die Elf keinen ſchwachen Punkt. Die Wogen des
Spieles ſchlugen manchmal recht hoch. Doch verſtand es Nolte=
Sachſenhauſen, ſich durchzuſetzen. Faſt glaubte man an einen
har=
moniſchen Ausgang, als ein Bickenbacher wegen Schiribeleidigung
und ein Arheilger wegen Tretens kurz vor Schluß vom Platze
mußten. Von Griesheim waren ebenfalls Zuſchauer =
die den Arheilger Sieg lebhaft mitfeierten.
Von den Vereinen hörten wir:
Worfelden=
ſpielten anfangs mit 10 Mann und gaben das Spiel ke
verloren. Sehr ſchwach kämpfte der Worfelder Sturm,
iſt auch der Grund der Niederlage. Die Abwehr gefi
wie es auch bei Pfungſtadt überall klappte. Ein au
Sipel.
Beusheim: Die Platzelf legte mächtig los
2:0 in Führung. Auf der Gegenſeite glich Dr. Schmi
Strafwürfe aus. Bensheim blieb weiter im Vorteil
Nach der Pauſe kam Sprendlingen vorübergehend auf,
Erfolg. Der Schluß gehörte ganz der Platzelf, die es au
brachte, während die Gäſte abermals durch Strafwi
Spezialiſten zwei Tore aufholten.
Kreisklaſſe:
10 Spiele 48:30 Tore
Arheilgen
56 :20
Bickenbach
14
45:41
Bensheim
10
38:32
Pfungſtadt
11
10
40:37
Griesheim
24:44
Worfelden
10
33:51
Sprendlingen 10
15:34
Langen
mkfurt
ſchenhau
Meiſterklaſſe: Lorſch hat es ſo ziemlich geſcha
Punkte Vorſprung vor der Reichsbahn, die noch gegen
Darmſtadt zu ſpielen hat. Um den Abſtieg wurde in S
recht hart gekämpft. Die Platzelf führte 1:0, als Ha
raſchend ausglich. Nach der Pauſe war Seeheim
angebend. Happel=Tgde. 1846 mußte zwei Seeheimer
Hahner herausſtellen. Heppenheim: Die Platzelf,
Erſatz, und die Beſſunger, faſt vollzählig, liefertenſ=uuen 1657
anſprechendes Spiel, das 1:0 endete da die Hüter beſag ſechenhe
Glanzleiſtungen vollbrachten. Faſt wäre es zum 1:1/gem-im —Ein
wenn nicht Geyers Bombe kurz vor Schluß gehalten
wäre. Im Ried hat ſich Büttelborn an die Spit
Abſolut gerechnet, ſteht die Tgde. 1846 am beſten, und
ſich die Meinungen, daß die Meiſterſchaft nach Darmin
men werde. Büttelborn: Unter der korrekten Leitug— F19. 1
Sachſenhäuſer Schiris, entwickelte ſich ein flottes StKl. 1600 Fran
die Platzelf ſtets leicht im Vorteil ſah. Schöne Feldtoreſut 1800 2:2.
erzielt zum 6:2. Doch holte Vogel, bekannt durch ſeinlAüuchener S
würfe, drei Tore auf. Walldorf: Ein abwechſelnden SC.
zeitweiſe ſehr gutes Spiel. Anfangs war die Platzelf hM rchen 1:2.
führte 2:0. Dann holte Wallerſtädten ein Tor Auß Nunchen
hielt dieſes Ergebnis bis kurz vor Schluß, dank der gid Auſng 1:0.
Abwehr ſeines Hüters. Faſt mit dem Schlußpfiff fiel
Viktor
Treffer.
uernde
In der A=Klaſſe gab es keine Ueberraſchungen. We
Siege ziemlich deutlich ausfielen, wie in Ober=Ramſta)Moen Reſulta
ſtadt, Schwanheim und Birkenau, ſo lag dies jedesmalßlen Torſchüſſ
Pehulten, de
ſchußfreudigen Sturm.
Ard ſchnelle
Main=Speſſart=Gau.
Kreisklaſſe: Damm—Aſchaffenburg 3:4 (1:2))
Tv. Obernburg 6:1 (3:0), Kl.=Wallſtadt—Wenig Umſtadt
* Odenwald=Gau.
Kreisklaſſe: Erbach — König 1:5 (1:3), Ki
bach—Gr.=Umſtadt 9:5 (5:3).
Cs der Vort
4=Klaſſe: Erbach 2.—Steinbach 3:4, Kirch=Briy. MterSta
—Michelſtadt 4:4.
Nudeburg
Erbachs Zuſchauer hatten von ihrer Elf mehr W=Mter=Er
zumal dieſe in den letzten Spielen eine deutliche FornMclire) nich
rung gezeigt hatte. Das alte Lied wieder: planloſes Sl
gegen fiel König recht angenehm auf. Beiderſeits wurſ
mal allzu hart gekämpft. Doch konnte ſich Geibel=WKuAzu
ein=
durchſetzen. In Kirch=Brombach lieferten ſich die WHeren brag
ein ſchönes und anſtändiges Spiel bis zum Schlufihl negte ſchlie
guten Schiri Zimmer=Sprendlingen. Dreimal ging dießi wmmen d
in Führung, und jedesmal zog Groß=Umſtadt glen
der Pauſe ging Kirch=Brombach mit 9:3 davon. Zwei Mjds5
fehler der Abwehr verhalfen den Gäſten zu zwei Tora
TGS. 1875 Darmſtadt—TV. Lorſch 4:4 (2:4))
Das Spiel brachte ganz das, was man ſich von ihm vel
hatte: Ein raſſiger, bisweilen hart an die Grenzen des
gehender packender Kampf hielt die zahlreichen Zuſchaue
dig in Atem. Die erſte Hälfte verlief ausgeglichen. Lau
das Spiel auf und ab. Endlich gingen die Platzherren dur
wurf in Führung. Doch die Freude währte nicht lang
hatte der Gäſte=Rechtsaußen den Ausgleich erkämpft
Halblinker erzielte Nr. 2, und dann hatte wieder Gärtn
als zwei ſeiner Strafwürfe vom Pfoſten ins Netz prallte
Torwächter unhaltbar. Eine Minute vor Halbzeit jag
der linke Gaſtläufer einen Strafwurf wuchtig in die M
Nach dem Wechſel fiel Lorſch mehr und mehr ab. Die 75
jetzt drückend überlegen, während die Gäſte mit allen M
mit der geſamten Mannſchaft den Vorſprung zu halten
Strafwurf auf Strafwurf hageglte gegen das Lorſcher
nur zwei Bälle kamen durch die von den Gäſten gebildel
und brachten den Ausgleich. Lorſch ſtellte eine in allen
beſetzte Elf, die häufig jedoch ihre körperliche Ueberlegen
ſtark nusnutzte. Die 75er waren heute nicht ganz auf
letzten Spielen gezeigten Höhe. Auffallend viele 70
unterliefen in der erſten Hälfte; auch mangelte es an
Zuſpiel. Vielleicht mag die am vorhergehenden Abend
dene Siegerfeier des Geſamtvereins hierzu beigetragen
2. Mſch. 10: 2.
TGT. 46 Darmſtadt—TV. Wolfskehlen 7:4 (4:1
Mit obigem Reſultat konnten die 46er in Wolfske
reich bleiben und zwei wertvolle Punkte gewinnen. Es
ſich ſofort ein raſches abwechſlungsreiches Spiel, in de
46er gleich finden. Schon in der 2. Minute konnten die
erſte Tor erzielen, das aber poſtwendend von den Wol
ausgeglichen wurde. Bis zur Halbzeit konnten die 46e
Wind im Rücken drei Tore vorlegen. In der zweiten Hä
die Wolfskehler umgeſtellt und verſuchten nun, das R
verbeſſern. Es gelang ihnen zum Teil,, ber in den letz”
minuten zeigten die 46er gut vorgetragene Kombinat
den Sieg brachten. Beſonders in der zweiten Halbzeit ve
die 46er Mannſchaft nicht immer leicht, ſich bei der ha
fairen Hintermannſchaft der Wolfskehler durchzuſetzen.
der 46er merkte man während des Spielverlaufs nich
Mannſchaft wird, wenn ſie es ernſt nimmt, noch ein Wo
Vergebung der Gruppenmeiſterſchaft mitreden.
Merck Darmſtadt — TV. Gundernhauſen 13:4 (7:
Dieſes Freundſchaftsſpiel war eine einſeitige Ang
der Platzbeſitzer. Der heute mit Erſatz ſpielenden Hinterm
konnten die Gäſte ihre 4 Tore verdanken. Der Sturm v
führte ein ſchönes flüſſiges Spiel vor. Die Läuferreihe war
Schmidt im Tor zeigte ſchöne Paraden. Schiedsrichter
ſehr korrekt. — 2. Mſch. verlor in Braunshardt gegen de
Liga=Reſerve 9:5 (2:4).
Darmſt. Spielbund 1931 — Singer Darmſt. 3:3 (19
Während der Spielbund komplett antrat, hatten die
nur 10 Mann zur Stelle. Man ſah ein ſehr ſchönes und
Spiel. Die 1. Halbzeit gehörte dem Spielbund. In der 2.
drückten die Singer=Leute und erzielten nach einem
Endſpurt den Ausgleich von 3:3. Schiedsrichter leitete zu
ſeitigen Zufriedenheit.
Reichsbahn Darmſtadt — Tv. Egelsbach 8:6 (5:2).
94ieſem bis zum Schlußpfiff ſpannenden Spiel war
Reichs=
der erſten Halbzeit tonangebend und führte bald durch
meom Halblinken (2) und Rechtsaußen (2) 4:0. Jetzt erſt
nchſch Egelsbach und erhöhte auf 4:2. Nachdem der Halblinke
rhöhte, geht es in die Halbzeit. Nach dem Wechſel dreht
Ech, mächtig auf, und in ganz kurzen Abſtänden fallen dre
i- Partie ſteht 5:5. Als Egelsbach auf 6:5 erhöhte, erwacht
„höran wieder, und eine zügige Kombination nach der anderen
yen das gegneriſche Tor, doch erſt in den letzten Minuten
Gllusgleich und Sieg. Egelsbach war gegen das Vorſpiei
füderzuerkennen, während Reichsbahn öfters Mängel zeigte,
won ihr nicht gewöhnt iſt. Schiri Heuß=Bensheim gut.
Bauſchheim — Fr. Tgde. Darmſtadt 6:5 (3:3).
ſeiſtadt ging den ſchweren Gang nach Bauſchheim nicht mit
nzten Ausſichten. Erſatz für den linken Läufer, der
zuguter=
ſch nicht einmal mit von der Partie ſein durfte. So waren
oon vornherein im Hintertreffen. Nach kurzer Zeit
gleich=
he Spieles fällt durch D.s Linksaußen das Führungstor.
illt Bauſchheim die Partie wieder gleich. Als D. abermals
ſ ung liegt, geht B. ganz aus ſich heraus. erzielt den
Aus=
fhrd den Führungstreffer. Kurz vor Wechſel ſtellt D.s
Halb=
wrreut remis. Nach der Pauſe bietet Darmſtadt ſein
gan=
ſaiches Können auf und erhöht auch auf 5:3. Noch ſieben
ſchen iſt zu ſpielen, und die ganze B.er Mannſchaft ſtürmt an.
ſcher Zeit iſt das Unglaubliche geſchehen: Bauſchheim führt
ſus hält dieſes Reſultat bis Schluß. Erfreulicherweiſe hatte
reffen einen ſchönen Verlauf, und auch einen guten Leiter
hmmſtadts Jugend verlor 12:2 gegen Bauſchheims 15=Mſch.
chſer Darmſtadt—Weiterſtadt 7:0.
Die Hockey=Ergebniſſe.
Verbandsſpiele in Süddeutſchland.
Frankfurt 1880 — VfR. Mannheim 1:1. J.G. Frankfurt
ASachſenhauſen 1857 1:5. Damen: J.G. Frankfurt — TV.
ARyauſen 1857 2:0. Allianz=SV. Frankf. — Homburger HC.
EB. Fechenheim — Eintracht Frankfurt 1:0. Damen: TV.
wein — Eintracht Frankfurt 0:3. BSC. Oberrad — TSG.
41:0. Höchſter HC. — RV. Mainz 3:1. Offenbacher RV.
Rüſſelsheim 2:1. Damen: Offenbacher RV. — RV. Rüſ=
1:1. THC. Wiesbaden — Rot=Weiß Frankfurt 1:0.
THC. Wiesbaden — Rot=Weiß Frankfurt 7:0. TV. 1817
FTV. 1860 Frankfurt 4:2. Damen: TV. 1817 Mainz
1860 Frankfurt 2:2. Damen: VfR. Mannheim — SC.
t 1880 2:2. TFC. Hanau — TV. Vorwärts Bockenheim
irch ſengürichener SC. — Eiſenbahn=SV. München 6:0. Damen:
mer SC. — Jahn München 2:0. HC. Wacker — Eiſenb. 1:2. Münchener SC. — TSV. 1860 München 1:2.
Ta Wß München — ASC. München 0:0. Schwaben Augsburg
der 1 Paſing 1:0. 1. FC Nürnberg — Nürnberger HTC. 2:3.
Viktoria Aſchaffenburg — SV. 98 0:0.
dauernder Ueberlegenheit mußte ſich Darmſtadt mit
die=
kamſtzMoſen Reſultat infolge großen Schußpechs begnügen. Die
jedesmushen Torſchüſſe wurden von dem guten Aſchaffenburger
Tor=
gehalten, oder ſie verfehlten knapp ihr Ziel. Die techniſch
ſind ſchnellere Mannſchaft war SV. Auf der anderen Seite
Fiktoria durchaus keine ſchlechte Mannſchaft.
g. 14. November 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 317 — Seite 7
Bom Schwimmſeft in Berlin.
Häupttag des großen internationalen Schwimmfeſtes im
Wellenbad Lunapark brachte einen noch weit größeren
Is der Vortag. Den Beginn des Programms machte die
MA Meter=Staffel, die ſich Magdeburg 96 in 2:38 Min. vor
Nagdeburg und der Schwimm=Vereinigung Berlin holte.
f meh M=Meter=Crawlſchwimmen der Damen ließ ſich Hilde
Mid=
ſche Fonn (Nixe) nicht nehmen. Sie ſiegte in 1:17,9 vor ihrer
Ver=
hloſes iberadin Mörſchel und Frl. Wunder=Leipzig, die 1:18.18
ſits wudd 8.8 gebrauchten. In der 400 Meter=Lagenſtaffel kam Kö=
Geibelsz G1 zu einem ſchönen Erfolg in 5:32.1. Das
Kunſtſprin=
ſich di Herren brachte einen heißen Kampf. Mahrau (Poſeidon
Schluzich ſiegte ſchließlich mit 136,90 Punkten. Im 100=
Meter=
ging deſtywimmen der Herren führte der Ungar Czekely vom Start
diſeß er ſiegte nur ſehr knapp in 1:01.1 vor Schubert=Breslau
ichs=Köln.
Kraftſport.
ſtns” Groß=Zimmern-Polizei Darmſtadt 0:21 (abgebr.)
obiges Reſultat beim Rückkampf heraus kam, hat „
Vor=
einem Teil ſeines Publikums zuzuſchreiben. Die Kämpfe,
Angs einwandfrei verliefen, arteten ſchon bei dem Kampf
ſtelgewicht aus, um bei dem Kampfſchluß im
Halbſchwer=
ſich zu Siedehitze zwiſchen Publikum, einigen Ringern
Boß=Zimmern einerſeits und dem Kampfrichter Reimann=
Rheim andererſeits zu ſteigern. Der Kampfrichter, der
Feinlich, aber korrekt amtierte, war dadurch gezwungen,
—das letzte Paar auf der Matte ſtand, den Kampf abzu=
W Bei normalem Kampfverlauf, der durchaus möglich ge=
Twäre, hätte bei guter Aufficht des Kampfrichters die
Fden Kampf vielleicht 13:7 gewonnen. Die
Polizeimann=
elbſt hat ſich in allen Teilen korrekt und zurückhaltend
Mnen;, ſo daß ihr hierin ein Lob gebührt. Die Gebrüder
Abeſiegten einwandfrei den ſtarken Weidner und Rein=
Nährend der Schulterſieg Knapp gegen Danz vom Kampf=
Fherſehen wurde. Ließfeld hat gegen Fröhlich nur ein
Ryieden herausgeholt. Schnauber mußte ſich nach der
Halb=
brch Herbert als beſiegt erklären, Fiedler hat ſich gegen
Fiſter Ohl ganz gut gehalten.
„Eiche” Hanau — Darmſtadt 1910 16:3.
A obigem Reſultat mußten die Darmſtädter geſtern die
179e Kampfſtärke des Tabellenerſten anerkennen. Allerdings
e geſtrige Aufſtellung der Gäſte nicht die ſtärkſte, denn
Nie Verhinderung ihres etatsmäßigen Bantamlers waren
Lpungen, mit Erſatz anzutreten. Außerdem mußten Keitel
Atelgewicht eine zweifelhafte und Zimmermann im Halb=
Biewicht eine kampfloſe Niederlage wegen Uebergewicht
Anen. Schwarz und Daum verloren nach Punkten, erſterer
er Vermeidung einer Verwarnung ſeinen Gang auf
Aſtellen können. Den einzigen Sieg für Darmſtadt buchte
hnergewicht Veith gegen Georgi=Hanau. Die Sieger von
waren vom Bantam aufwärts: Müller über Ph. Schä=
). Wiſſel über Schwarz, Dauth über Daum, Schlee über
Zſhi dt, W. Nelde über Keitel, H. Nelde über Zimmermann.
Aulsnahme ſeiner Entſcheidung im Mittelgewicht war die
Atung von Maſt=Koſtheim zufriedenſtellend.
Fr. Athletik=SV. 1891 Darmſtadt.
.Werbeabend des Fr. Athletik=SV. am Samstagabend im
welbräu zeigte in ſeinem faſt bis in die Mitternachtsſtunde
bdehnendem Programm alle Zweige der Athletik. Aus dem
EAch rten ſei beſonders hervorgehoben die Akrobatengruppe
jungſtädter Turner, die mit zwei Programmnummern auf=
Neu” und ſich uneigennützig zur Verfügung ſtellten. Auch der
SSpielmannszug der Fr. Turner und eine Abteilung
Tur=
desſelben Vereins brachte Abwechſlung. Außerdem
hat=
die Vereine Seeheim, Crumſtadt und Mainz=Weiſenau
iger Kreismeiſter) helfend dem Verein Darmſtadt zur
i 19 geſtellt. Dieſer Abend hat alle Anweſenden hochbefrie=
Rc” allerdings einen beſſeren Beſuch verdient.
Tiſchtennis.
i0 Sbahn Darmſtadt—TV. Jugenheim 13:2 (43:7 Sätze).
ſigem Reſultat ſchickte Reichsbahn am Samstagabend
hach Hauſe. Alle Spiele endeten 3:0, lediglich ein Dop=
e ein Einzelſpiel wurden nach ſtarker Gegenwehr von
daahn 3:2 verloxen.
293 Teilnehmer am Stark.
Bei leichtem Regen wurden am Sonntag um 9 Uhr auf dem
Platz des Sportvereins 98 Darmſtadt die Herbſtwaldläufe und die
Jugend=Pflichtwaldläufe des Kreiſes Starkenburg geſtartet. Trotz
des naßkalten Wetters hatten ſich 239 Teilnehmer am Start
ein=
gefunden. Die Beteiligung war alſo ſehr gut. Bemerkenswert iſt
die Tatſache, daß allein der SV. 98 mit 104 Teilnehmern nahezu
die Hälfte aller Geſtarteten ſtellte; auch der Polizei=SV. war mit
74 Läufern ausgezeichnet vertreten. Die weiteren Teilnehmer
ſtellten noch Rotweiß und Merck=Darmſtadt und dann die
Ver=
eine aus Eberſtadt, Arheilgen, Dieburg, Meſſel, Pfungſtadt,
Wix=
hauſen und Eppertshauſen. Unter Leitung von Sportwart
Lind=
ner wurden die einzelnen Läufe nacheinander geſtartet. Die
weni=
gen Zuſchauer ſahen nahezu in allen ſieben Klaſſen feſſelnde,
ſchöne Endkämpfe, die überdies meiſt nur um ein Geringes
ent=
ſchieden wurden.
In der Klaſſe 1 hielten ſich die jungen Nachwuchsläufer des
SV. 98 ausgezeichnet; ſie konnten in der Schlußrunde allerdings
Waffenſchmidt=Merck — der taktiſch ausgezeichnet lief — nicht
mehr halten. Dafür holten ſie ſich den Mannſchaftslauf dieſer
Klaſſe ſicher.
Auch die Frauen kämpften tapfer um den Sieg. Den vier
Sportvereinlerinnen war nur Frl. Fuchs=Polizei gewachſen. Sie
wurde erſt kurz vor dem Ziel von Frl. Stepp=SV. 98 knapp
ge=
ſchlagen. Der SV. 98 ſtellte auch hier die Siegerinnen im
Damen=
ſchaftslauf.
Die Alten Herren (über 32 Jahre) — die zuſammen mit (5
4=Jugendlichen die gleiche, 3,5 Kilometer lange Strecke zu
durch=
laufen hatten — zeigten wieder einmal mehr beachtliches Können.
Mancher 4=Jugendliche kam erſt nach ihnen durchs Ziel. Maul=
SV. 98 ſiegte ſchließlich vor ſeinem Vereinskameraden Schröck
Mayer=Polizei und Schröck=Rotweiß!
Zu den Pflichtwaldläufen der Jugend waren insgeſamt 177
Jungens angetreten. Sie lieferten ſich auf guten
Waldlaufſtrek=
ken ausgezeichnete Kämpfe, die alle erſt in der Schlußrunde auf
der Bahn entſchieden wurden. Von 65 4=Jugendlichen erwies ſich
Held=SV. 98 als der Beſte. Im Mannſchaftslauf dieſer Klaſſe
konnte diesmal die Polizei ganz knapp vor den Lilienträgern den
Sieg davontragen. Als Erſter von 35 B=Jugendlichen kam der
gute Müller=Eppertshauſen vor Raab=SV. 98 ein. Der SV. 98
holte ſich dafür den Mannſchaftsſieg dieſer Klaſſe. Die C=Jugend
wurde in zwei Gruppen geteilt. In der erſten ſtarteten 47 Schüler,
von denen Jung=Meſſel als Erſter vor Mayer=SV. 98 einkam.
In der zweiten Gruppe ſiegte ſchließlich Pfeiffer=Polizei knapp
vor Ludwig=SV. 98. In beiden Gruppen wurden die Jüngſten des
SV. 98 ſichere Mannſchaftsſieger, ſo daß, alles in allem, der SV.
98 Darmſtadt zweifellos auch ſportlich der erfolgreichſte Verein
des Tages war. Im einzelnen ſind folgende Ergebniſſe zu
berichten:
Klaſſe 1, Aktive (Einzellauf über 6,5 Km.): 1. Waffenſchmidt=
Merck Darmſtadt in 24:17 Min., 2. Löwel 2. 24:19: 3. Leiß 24:29;
4. Hebel 24:37: 5. Hübner 2. 24:38; 6. Leichtlein 24:45 (alle SV.
98 Darmſtadt) 7. Bruder=Pol. Darmſtadt 25:20: 8. Kolb=Pol.
Darmſtadt 25:26; 9. Merkel=SV. 98 Darmſtadt 25:53: 10 Döll=
SV. 98 Darmſtadt 25:53. — Mannſchaftslauf: 1. SV. 98
1. Mannſch. 12 Punkte: 2. Merck Darmſtadt 34; 3. SV. 98
Darm=
ſtadt 2. Mannſch. 40: 4. Pol. Darmſtadt 1. Mannſch. 40: 5. SV.
98 Darmſtadt 3. Mannſch. 50; 6. Polizei Darmſtadt 2. Mannſch.
56; 7. Rotweiß Darmſtadt 65; 8. Polizei Darmſtadt 3. Mannſch.
76: 9. Polizei Darmſtadt 4. Mannſch. 76: 10. Sportvgg. 04
Arheil=
gen 87
Alte Herren (Einzellauf über 3,5 Km.): 1. Maul=SV. 98 D
in 19:01 Min.: 2. Schröck=S. 98 D. 19:18; 3. Mayer=Pol. D 19:30
4. Schröck=Rotweiß D. 20:32.
Frauenklaſſe (Einzellauf über 2 Km.): 1. Stepp=SV. 98 D.
in 8:24 Min.: 2. Fuchs=Pol. D. 8:24,2 Min.; 3. Späth=SV. 98
D. 8:24,4; 4. v. Nyvenheim=SV. 98 D. 8:45: 5. Luley 1.=SV. 98
D. 8:53; 6. Breitenmoſer=Pol. D. 9:10: 7. Fey=Pol. D. 9:15;
8. Patin=Pol. D. 9:31: 9. Lorenz=Pol. D. 9:42. —
Damen=
ſchaftslauf: 1. SV. 98 Darmſtadt 8 Punkte, 2. Pol. Darmſt.
1. Dſch. 15 P.; 3. Pol. D. 2. Dſch. 27 P.
Jugendklaſſe 4 (1914/15) Einzellauf über 3,5 Km.: 1. Held=SV. 98
Darmſtadt in 17:20 Min.; 2. Joſ. Waldmann=TSV.
Epperts=
hauſen 17:30; 3. Lenhard=TSV. Meſſel 17:42; 4. Weicker=SV. 98
D. 17:55: 4. Nebe=Pol. D 17,55: 4. Röth=Pol. D. 17,55; 5. Hahn=
SV. 98 D. 18:05: 6. Gebhardt=Pol. D. 18:18; 7. Lücker=Vol. D
18:20: 8. Pet. Müller=TSV. Eppertshauſen 18:31. —
Mann=
ſchaftslauf: 1. Pol. Darmſtadt 1. Mannſch. 36 Punkte;
2. SV. 98 D. 1. Mannſch. 40 P.; 3. Haſſia=Dieburg 103 P.; 4. Pol
Darmſtadt 2. Mannſch. 115 P.; 5. SV. 98 D. 2. Mannſch. 128 P.
6. Germania Eberſtadt 171 P.; 7. Germania Pfungſtadt 186 P.;
8. Pol. Darmſtadt 3. Mannſch. 245 P.; 9. SV. 98 D. 3.
Mann=
ſchaft 260 P.
Jugendklaſſe B (1916/17) Einzellauf über 2.5 Km.: 1. Aug.
Müller=TAV. Eppertshauſen in 8:17 Min.: 2. Raab=SV. 98 D.
8:23; 3. Schrauth=SV. 98 D. 8:24; 4. Kleinſchmidt=SV. 98 D.
8:30; 5. Weidemann=SV. 98 D. 8:35; 6. Seidel=Pol. D. 8:36;
7. Joſ. Waldmann=Eppertshauſen 8:49: 8. Albus=Pol. D. 8:55;
9. v. Davidſon=SV. 98 D. 8:56; 10. Pockrandt=Pol. D. 8:56. —
Mannſchaftslauf: 1. SV. 98 1. Mannſch. mit 23 Punkten;
2. Pol. Darmſtadt 1. Mannſch. 47: 3. Pol. D. 2. Mannſch. 90;
4. SV. 98 D, 2. Mannſch. 96; 5. Pol. D. 3. Mannſch. 136; 6. SV.
98 D. 3, Mannſchaft 140.
Jugendklaſſe C (1918/19) Einzellauf über 1.5 Km.: 1. Georg=
TSV. Meſſel in 9:15 Min.; 2. Mayer=SV. 98 D. 9:20; 3. Storck=
SV. 98 D. 9:25; 4. Schricker=Pol. D 9:25,5; 5. Neumer=Pol. D.
9:30; 6. Lorenz=Pol. D. 9:31; 7. Enders=Haſſia Dieburg 9:57;
8. Kern=Haſſia Dieburg 9:38: 9. Cloos=SV. 98 D. 9:38: 10.
Röh=
rig=Haſſia Dieburg 9:39. — Mannſchaftslauf: 1. SV. 98
D. 1. Mannſch. 38 P.: 2. Pol. D. 1. Mannſch, 48: 3. TSV. Meſſel
54: 4. SV. 98 2. Mannſch. 110; 5. Pol. D. 2. Mannſch. 129: 6. SV.
98 Darmſt. 3. Mannſch, 185.
Jugendklaſſe C II. (1920 ff.) Einzellauf über 1,2 Kilometer:
1. Pfeifer=Pol. Darmſtadt in 7:37 Min.; 2. Ludwig 7:38: 3. K.
Weidmann 7:58: 4. Darmſtädter 7:59; 5. Seitz 8:03: 6. Rohrer
8:20: 7. A. Salomon 8:28; 8. H. Schmidt 8:30. 9. Senft 8:32;
10. Schütz 8:33 (alle SV. 98 Darmſtadt). —
Mannſchafts=
lauf: 1. SV. 98 Darmſtadt 1. Mannſch. 20 Punkte: 2. SV. 98
D. 2. Mannſch. 46; 3. SV. 98 D. 3. Mannſch. 81.
Deutſchland ſchlägt Polen 14:2
im Box=Länderkampf in der Dortmunder Weſtfalenhalle.
Die Dortmunder Weſtfalenhalle hatte am Sonntag einen großen
Tag, denn ſie war mit etwa 9—10 000 Perſonen außerordentlich
gut beſucht; ein Beweis dafür, daß das weſtfäliſche Publikum
immer noch gern guten Boxſport ſieht. Die deutſche Boxſtaffel
er=
füllte alle auf ſie geſetzten Erwartungen und ſchlug die Polen glatt
mit 14: 2 Punkten.
Es ſiegten: Fliegengewicht: Spannagel=D.—Polus=P.
klar n. P.; Bantamg.: Ziglarski=D.—Forlanski=P. in 1.10
Min. durch k.o.; Federg.: Jakubowski=D.—Lipinski=P. n. P.;
Leichtg.: Schmedes=D.—Arski=P. klar n. P.; Welterg.:
Garn=
carek=P.—Strathmann=D. glatt n. P.; Mittelg.: Bernlöhr=
D. gegen Chmielewski=P. n. P.; Halbſchwerg.: Berger=D.—
Tomaszewſki=P. 2. Runde durch k.o.; Schwerg.: Kohlhaas=D.
gegen Cielenski=P. hoch n. P.
Artur Jonath gewann beim Frankfurter Sportpreſſefeſt
den Sprinterdreikampf vor Welſcher und Schmid (beide Eintracht).
Ueber 800 Meter ſiegte Schilgen vor Danz. Olympiaſieger Brendel
beſiegte im Ringen den Frankfurter Jung. Im Radrennen auf
unterſetzten Rädern gewann Schäfer den Endlauf gegen Beiländer,
nachdem Weltmeiſter Richter und Siehl in den Vorläufen
ausge=
ſchieden waren.
Schießſport.
Sidweſtdeutſcher Sportverband für Kleinkaliberſchießen, Bezirk 1.
An den vom Reichsverband Deutſcher
Kleinkaliberſchützen=
verbände angeſetzten Wettkämpfen um die Landes= und
Reichs=
meiſterſchaft beteiligte ſich der Bezirk 1 mit allen
Schießſport=
vereinen. — Aus den Gau=Landesſchießen gingen bei
9 Schuß Einſatz je Schütze als Sieger hervor:
Gau=Meiſtermannſchaften. Schützen: Gau Ober=Gerſprenz:
KKS. Affhöllerbach 434 R. Gau Bergſtraße=Süd: KKS.
Mann=
heim=Käferthal 434 R. Gau Rhein=Nahe: SSV. Bingen 432 R.
Gau Neunkircherhöhe: KKS. Klein=Gumpen 399 R. Gau Otzberg:
KKS. Groß=Zimmern 392 R. Gau Heidelberg: KKS. Alt=
Hei=
delberg 385 R. Gau Unter=Gerſprenz: KKS. Schaafheim 374 R.
Gau Rhein=Main: KKS. Worfelden 368 R. — Jungſchützen:
Gau Neunkircherhöhe: KKS. Winterkaſten 342 R. Gau Rhein=
Main: KKS. Worfelden 313 R. Gau Bergſtraße=Süd: KKS.
Viernheim 301 R. Gau Rhein=Nahe: SSV. Bingen 278 R.
Gau Ober=Gerſprenz: KKS. Fränkiſch=Crumbach 271 R.
Gau=Meiſterſchützen: Gau Bergſtraße=Nord: J. Schröck=
Beus=
heim 96 R. Gau Unter=Gerſprenz: Gg. Mohr=Groß=Umſtadt
96 R. Gau Otzberg: Gg. Held=Groß=Zimmern 94 R. Gau
Hei=
delberg: Hch. Staudt=Plankſtadt 94 R. Gau Ober=Gerſprenz:
Gg. Becker=Brensbach 93 R. Gau Bergſtraße=Süd: Mich. Kempf=
Viernheim 93 R. Gau Rhein=Nahe: Wilh. Kern=Bingen 92 R.
Gau Rhein=Main: Fritz Emig=Biſchofsheim 91 R. Gau
Müm=
ling=Süd; Karl Glaubrecht=Steinbach 88 R. Gau
Neunkircher=
höhe: Joh. Zehfuß=Knoden 88 R. Gau Mümling=Nord: Friedr.
Stockert=Höchſt 83 R.
Gau=Jungmeiſterſchützen: Gau Nord: Wilh. Fritſch=
Götzen=
hain 90 R. Gau Bergſtraße=Süd: K. Kipphahn=Käfertal 85 R.
Gau Neunkircherhöhe: Joh. Bitſch=Winterkaſten 82 R. Gau Ob.=
Gerſprenz: Ph. Klinger=Fränkiſch=Crumbach 81 R. Gau Rhein=
Main: Auguſt Dörr=Trebur 77 R. Gau Rhein=Nahe: Rudolf
Mehren=Bingen 66 R. Gau Bergſtraße=Nord: Kurt Schwab=
Heppenheim 76 R.
Aus dem Endkampf, dem Landes=Schlußſchießen,
ging die Schützengilde Bensheim mit 759 Ringen als
Sieger hervor. (Schützen Schröck 161 R., Volz 155 R., Klein
151 R., Weißflog 148 R., Köhler 144 R.) Bensheim folgten
Götzenhain mit 714, Affhöllerbach mit 701, Allertshofen=Hoxhohl
mit 689, Plankſtadt mit 685 und Viernheim mit 685 Ringen.
Landes=Jungmeiſter wurde der KKS. Viernheim
mit 558 Ringen. (Jungſchützen Winkenbach 129, Brechtel 119,
Hauf 111, Knapp 104, Hook 95 Ringe.) Viernheim folgten
Doſ=
ſenheim mit 546, Winterkaſten mit 541 und Fränkiſch=Crumbach
mit 534 Ringen. — Landes=Meiſterſchütze wurde Franz
Giegerich=Heppenheim mit 162 Ringen vor Baumgart=
Käfertal 156, Schott=Götzenhain 155. Mühlbauer=Doſſenheim
153 und Schmitt=Affhöllerbach 150 R. — Landes=
Jung=
meiſterſchütze wurde Wilhelm Fritſch=Götzenhain
mit 151 Ringen vor Born=Fr.=Crumbach 139, Jöſt=Rittenweier
133, Lortz=Lützelbach 132, Forell=Klein=Hauſen 128 und Pfeifer=
Handſchuhsheim mit 126 Ringen.
Auch der Landes= und Reichsmeiſterſchaftswettkampf erwies
das hohe Können der heſſiſchen Schützen.
Die mit dem Landesmeiſtertitel ausgezeichneten Schützen= und
Jungſchützenmannſchaften ſowie der Landesmeiſterſchütze und
Lan=
desmeiſter=Jungſchütze erhalten vom Reichsverband die
ReiDs=
meiſterſchaft zuerkannt, ſofern ihre Leiſtungen die
Spitzenleiſtun=
gen im ganzen Reichsverband darſtellen. Ob unſeren heſſiſchen
Siegern dieſe höchſte Anerkenntnis zuteil werden wird, ſteht
zur=
zeit noch nicht feſt. Die Leiſtungen laſſen große Hoffnungen zu,
jedoch darf auf der anderen Seite nicht verkannt werden, daß der
Wettbewerb im Reichsverband, der größten
Schießſportorgani=
ſation Deutſchlands, auf außerordentlich breiter Teilnehmerbaſis
beruht, und deshalb der letzte Sieg — und das natürlich mit
Recht — ein hartes Stück iſt.
„A
Mit einem eindrucksvollen Jagdſpringen der ſchweren Klaſſe
wurde der Samstagabend in Angriff genommen. Wieder wurde
Lt. Brandt Sieger und wiederum war es der Oſtpreuße Chef,
der den beſten Parcours lieferte. Dedo war zunächſt gleichwertig,
mußte aber beim Stechen um den Sieg dem Gegner den Vorrang
laſſen. Die leichte Deſſurprüfung endete in „totem Rennen”
zwi=
ſchen zwei hübſchen oſtpreußiſchen Schimmeln, Lörkes
Lan=
dolo und Frau Duenſings Marhabal. In der
Vielſeitigkeitsprü=
fung holte ſich Oblt. Schunck mit Nelke den Sieg vor dem von
Stallmeiſter Steuble gerittenen Titus der Univerſitäts=Reitſchule
München. Von den drei Wettbewerben dieſer Prüfung war am
Abend noch die Dreſſurprüfung, die Pol.=Oblt. a. D. Rettig
ge=
wann, entſchieden worden.
Am Sonntag nachmittag wurde das Reitturnier mit dem
Jagdſpringen (Klaſſe L.) fortgeſetzt. Sieger blieb wiederum Lt.
Brandt auf Rittmeiſter Cramers Jungfrau. Da der Kurs
ſehr leicht war, vollendeten viele Pferde den Parcours fehlerlos.
Großes Intereſſe löſten auch die Polizei=Meiſterſchaften im Reiten
aus. Ergebniſſe; Polizei=Reit=Meiſterſchaften: 1.
Vielſeitig=
keitsprüfung: 1. Polizei=Reitſchule München, 2. Landespolizei
Nürnberg, 3. Heſſiſche Schutzpolizei Darmſtadt, 4.
Landes=Polizei Baden=Karlsruhe. — Einzelwettbewerbe: 1. Lt.
Schultes=München, 2. Hauptwachtmeiſter Schmid=München. 3.
Hauptmann Steinbach=Nürnberg, 4. Hauptwachtmeiſter Amlinger,
5. Wachtmeiſter Nold=Darmſtadt.
Schön/Tietz lagen beim Berliner Sechstagerennen am
Sonntagabend mit einer Runde vor Buſchenhagen=Reſiger, Siegel=
Thierbach, Broccardo=Guimbretiere und Rieger=Ehmer in Front.
Rundfunk=Programme.
17.00
18.25
18.50
19.30
Aa.
22.00:
22.30;
22.45:
AAr.
10.10:
12.05
15.00
15.45:
18.00:
16.30:
17.30:
18.00;
18.30;
19.00:
19.25:
19.40:
20.00:
21.00:
22.00:
Anſchl.
Frankfurt a. M.
Montag, 14. November
München: Nachmittagskonzert. Werke von Mendelsſohn, R.
Strauß. Bizet. Pachernegg u. a.
Dr. Sternberg: Von der Rheinſchiffahrt und ihrer
inter=
nationalen Rechtsordnung.
Engliſch.
Erich Ponto ſpricht Gerhart Hauptmann Gedichte: Aus
Emanuel Quit — Ketzer von Soana.
Orcheſterkonzert des Funkorcheſters. Werke von Tſchaikowſky.
O. Straus, Kalman, Lehar u. a.
Selbſtanzeigen: Heinrich Lerſch.
Zeit. Nachrichten, Wetter, Sport.
München: Nachtmuſik Leitung: E. Kloß.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Montag, 14. November
M. Schaffer: Seltſame Schickſale deutſcher Abenteurer.
Köln: Schulfunk: Schmuggel an Deutſchlands Weſtgrenze.
Schulfunk: Engliſch für die Oberſtufe.
Kinderſtunde: Was Ihr wollt!
F. Lincke: Phyſikaliſche Zwirnsfäden, über die man leicht
ſtolpert.
Hauptlehrer Schumacher: Wie kann die wenig gegliederte
Schule den Minderbegabten helfen?
Berlin: Nachmittagskonzert.
Prof. Kern: Volk und Raſſe.
Dr. Juſt: Muſizieren mit unſichtbaren Partnern
Major a. D. Dr. v. Wegerer: Die Kriegsſchuldfrage.
Stunde des Landwirts.
Obering. Nairz: Viertelſtunde Funktechnit.
Zeitdienſt.
Magdeburg: Großes Chorkonzert.
Funk=Potpourri. Hallo, London hier iſt Be=lin!
Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
London: Blasorcheſter=Komert.
Seite 8 — Nr. 317
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
AA4
A N
ore H RUMPEE
23) Mit unerhört geſchickter Drehung hat Ino ihre Arme
be=
reit, ſie hat nicht umſonſt zwei Jahre lang bei Breuer Jiu=
Jitſu betrieben, ſie ſtößt das Mädchen zurück, preßt mit feſtem,
aber nicht ſchmerzhaftem Griff ſeine Hände zuſammen, ohne
ſich im geringſten zu alterieren. „Aber, Kind”, ſagt ſie ruhig,
laſſen Sie doch das. Es geht wirklich ohne Drohungen und
Kolportage. Ich hatte nicht gedacht, eine Wildkatze zu finden,
aber Sie ſehen, daß ich mit Raubtieren umgehen kann.” Sie
läßt Barbas Hände los. „Nun ſeien Sie doch vernünftig,
Kind=
chen, und hören Sie zu!”
Barba ſteht dicht vor ihr, den Haß in den Augen verdunkelt
von aufſteigenden Tränen. „Sagen Sie mir nur das eine,
Frau ...” ſie fleht nun faſt, „iſt er ermordet worden?“
Ino drückt ſie ſanft auf den Stuhl. „Ich vermag dieſe Frage
jetzt nicht zu beantworten, aber ich glaube es nicht!“
Barba ſinkt zuſammen und beginnt haltlos zu weinen, ihre
ganze Beherrſchung ſchmilzt dahin, faſt vergißt ſie die
Gegen=
wart der Fremden. Seit dem Morgen in Sommerfelds Laden,
der die ſchreckliche Eröffnung brachte, haben ihre Augen ſich in
trockenem Feuer verzehrt, jetzt kommen die Tränen wie ein
Ge=
witterregen, unaufhörlich und erlöſend.
Ino Beß verhält ſich ſchweigend. Sie denkt an die ähnliche
Szene des vergangenen Tages, da ſie auf einen andern vor
Schmerz zuckenden Frauenkopf niederblickte, auch diesmal zeigen
ihre Mienen weder Mitleid noch Neugier, ſondern ſeltſames
Lächeln, aber es iſt keine Fronie darin, eher vielleicht eine Spur
von Neid — ſo hat Ino Beß in ihrem ganzen Leben nicht ein
einziges Mal um einen Geliebten weinen können.
Ruhig ausweinen laſſen, nachher kann man ſich beſſer
unterhalten.
Nach einiger Zeit erhebt ſich Barba, um in dem winzigen
Schlafraum nebenan die Augen zu kühlen. Sie benetzt die
Schläfen mit Kölniſch Waſſer, kehrt dann auf ihren Platz
zu=
rück, ernſt und gefaßt. „Bitte, reden Sie! — Was Sie von einem
Amulett geſagt haben, iſt mir unverſtändlich, ich weiß nichts
von einem ſolchen Gegenſtand, Phil hat ihn mir nicht gegeben,
auch nicht davon geſprochen, in meinem Beſitz befindet ſich nichts
Derartiges. Erklären Sie ſich, bitte, deutlicher!“
Ino zögerte einen Moment. Es iſt ihr todverhaßt, auf
halbem Wege ſtehen zu bleiben, aber ſo reden, wie ſie möchte,
kann ſie nicht, und ſie weiß, daß ein Wort zuviel nie wieder
einzuholen iſt. Barba gefällt ihr ſehr gut, aber ſie muß ſie
noch prüfen.
„Eine Bekannte von mir verlor dieſen für ſie unerſetzlichen
Gegenſtand” beginnt ſie geſchäftsmäßig. „Ihr Freund Philipp
Spoor hatte ihn durch einen Zufall gefunden, wollte ihn aber
merkwürdigerweiſe nicht herausgeben, als ſie zu ihm kam und
ihm eine hohe Belohnung dafür bot, wohlverſtanden! Nun,
da Ihr Freund — verzeihen Sie — nicht mehr — da iſt, nimmt
meine Bekannte an, daß Sie dieſes Amulett im Beſitz haben,
und bietet Ihnen für ſeine Auslieferung zehntauſend Mark”, ſie
erwartet den Eindruck der Summe auf Barbas Geſicht, es bleibt
ungerührt, „fünfzehntauſend”, fährt ſie fort, „zwanzig! Sie
gibt jede Summe, die man herausſchlagen will?”
Barba unterbricht ſie mit ſprödem Lachen. „Verrückt!
Hören Sie doch auf! Da ich nicht träume, müſſen Sie eine
Märchenerzählerin ſein, mit traurigem Hintergrund allerdings.
Alles iſt gelogen. Phil beſaß keine Talente zum Erpreſſer.
Wenn er etwas gefunden hätte, würde er mir das
ſelbſt=
verſtändlich mitgeteilt haben, woher will denn Ihre Bekannte
wiſſen, daß gerade er das Dings beſaß? Wer war denn der Herr,
der ſpäter kam?”
„Ihr Freund, Fräulein Goering, hatte ein Inſerat
auf=
gegeben”. Ino zündet ſich eine Zigarette an, ohne Barba das
Etui anzubieten, ger ſcheint talentierter geweſen zu ſein, als
Sie denken
Barba blickt zornig auf
„Was durchaus keine Beleidigung ſein ſoll, Fräulein
Goering. Sehen Sie, auf dieſes Inſerat kam meine Bekannte
zu ihm, — der Herr war — ihr Mann, der von dem Verluſt
nichts wiſſen ſollte und Anderes annahm — was liegt näher
als die Vermutung, daß Spoor vor ſeinem freiwilligen Tode
Ihnen das Schmuckſtück übergeben hat, aus dem man ſoviel
Geld ziehen kann?”
Barba richtet ſich froſtig auf. „Wenn Sie auch an meinem
Verlobten zweifeln mögen, da Sie ihn nicht kannten, ſo können
Sie verſichert ſein, daß mir die angedeutete Abſicht ganz fern
liegt. Wenn ich etwas bekommen hätte, das er unrechtmäßig
dem wirklichen Beſitzer vorenthielt, ſo hätte ich keinen Moment
gezögert, es dorthin zu bringen, wohin es gehört — auf die
Polizei. Ihr Summen beeindrucken mich in keiner Weiſe,
da=
gegen beſtarken ſie in mir die Vermutung, daß hier etwas nicht
mit richtigen Dingen zugeht! Das iſt alles ſo ſonderbar — die
fremden Leute, — Phils Verſchwinden, ſein Tod nach drei
Tagen, ich ſage nicht, ſein freiwilliger Tod, verſtehen Sie! —
Jetzt kommen Sie mit den merkwürdigen Erzählungen . . ." ſie
ſtockt und erhebt ſich halb, unwillkürlich die Hand a
preſſend —, „das iſt alles ſo fürchterlich und ſo —
taſtiſch, — ich weiß nicht, wie ich damit fertig werden
Auch Ino ſteht auf, ſie verbirgt nicht die Bewe=
Barbas Qual in ihr hervorruft. „Sehen Sie doch in
Feindin”, ſagt ſie herzlich, „im Gegenteil, was midh
bringe ich Ihnen die größten Sympathien entgegen, d
langem für einen Menſchen empfunden habe. Ich erzäh
keine altdeutſchen Volksmärchen hier, es klingt zwat
worren und unheimlich, aber es iſt Tatſache. Ihr Fr
das unglaubliche Pech gehabt, mit, wie es ſich anſie
plumper Hand in ein Geheimnis hineinzugeraten,
wenige, Ihnen und” — ſie zögert unmerklich, „Ihnen
fernſtehende Menſchen etwas angeht” Sie unterk
wiederum, ſpringt auf: „Aber, Kind, was iſt denn rü
wieder?"
Barba ſcheint einer Ohnmacht nahe, ſie iſt weiß
bis auf die Lippen und ſchlapp zurückgeſunken. Ent
ſie Ino an, flüſtert etwas Unverſtändliches, — Inv
weiteres ins Nebenzimmer, holt Waſſer und die Eſſe
Barbas Schläſen ein, die Hände, — tauſendmal hat ſie
daß ſie kein Talent zur „erſten Hilfe bei Unglücksfälle
aber das hier macht ſie ſehr gut, ruhig, beinahe m
„armes Weib” murmelt ſie vor ſich hin und muß über
ein wenig lächeln.
Barba kommt wieder zu ſich, doch ihre erſchrecken)
weicht kaum. Sie trinkt einen Schluck Waſſer, richtet
„Das Tüchlein”, ſagt ſie leiſe, „mein Gott, wie konnte
das Tüchlein vergeſſen, ich muß es ſofort der Polizei m
Jetzt erſt denkt ſie an Inos Hilfe, „danke”, ſagt ſie,
gegen ihren Willen ſind Ton und Blick freundlicher 2
Dann erzählt ſie Ino von dem Tüchlein, das
Phil=
letzten Abend brachte, ohne zu erklären, woher es ſtan
das Herr Sommerfeld als uralte Wachszeichenarbeit
indiſchen Kulturkreis erklärt hatte. Ino zeigt keinerliſſ
raſchung. „Wo haben Sie es jetzt?” fragt ſie.
„Im Geſchäft, in meinem Schreibtiſch.”
„Liegt es ſicher da?” examiniert Ino ſeltſamerwei
Barba zögert einen Augenblick und ſieht die Frau
„Es liegt in einem Geheimfach”, ſagt ſie ſchließlich lei
(Fortſetzung folgt.)
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