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eles. Beſſellungen und Abbeſtellungen durch
euihre Verbindlichkelt für uns. Poſtſchechlonio
Franffurt a. M. 4301.
Nummer 316
Sonntag, den 13. November 1932. 195. Jahrgang
ede Berwſichung au Erftlung der
Amelgen=
aufträge und Teſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtiſcher Beltreibung ſälli jeder
Nabatt weg. Bankkonto Deutſche Bani und
Darm=
ſtädter und Nationalbant.
AetahunterKonforniam vei kandet.
Nic dkwendigkeit der Reichsreform von den Ländern anerkannk. — Behebung der durch die Reichserekukion
ſeiz Preußen eingekrekenen Gleichgewichtsveränderung erwünſcht. — Zugeſtändniſſe an die Länder.
Wiederherſtellung der Finanzhoheit in Ausſichk geſtellk.
eingeſetzt. Die ſachlichen Intereſſen haben ſchließlich den
Aus=
ſchlag gegeben. Die Länderregierungen verſuchten, möglichſt viel
Erfolg Papens
von ihren eigenen Wünſchen anzubringen. Der urſprüngliche
Entwurf einer Verfaſſungsreform war ja ſchon föderaliſtiſch
ge=
jan Verfaſſungsausſchuß des Reichsrafs.
halten. Wir glauben nicht fehlzugehen in der Annahme, daß
Berlin, 12. November.
er Verfaſſungsausſchuß des Reichsrates trat am Samstag
ſeur mit Spannung erwarteten Sitzung zuſammen. Da
nau e Miniſterpräſidenten der größeren deutſchen Länder und
ſehe indere Länderminiſter erſchienen waren, ſo mußte die
löitzug in den größten Saal des Reichstages verlegt werden,
„ fur ſit der Haushaltsausſchuß des Reichstages benutzt. Für
ſe „AchSregierung waren Reichsinnenminiſter Freiherr v. Gayl
eyu inanzminiſter Graf Schwerin v. Kroſigk erſchienen, für
ſritun zum erſten Male ſeit dem Verfaſſungskonflikt auch
ſillietpräſident Braun und Finanzminiſter Klepper. Die
konzBeteiligung der Länderminiſter iſt darauf zurückzuführen,
zit Finanzfragen den Hauptverhandlungsgegenſtand der
fuften Ausſchußſitzung bilden.
ſber die Beratung wurde folgende amtliche Verlautbarung
bSrgeben:
* der heutigen Sitzung der Vereinigten Ausſchüſſe des
lethents wurde zunächſt die Finanzlage von Neich,
Käſern und Gemeinden beſprochen. Der
Reichs=
m mniniſter Graf Schwerin=Kroſigk gab dazu einen ueber=
—linl der die Finanzlage im Reich. Danach rechnet er mit einem
uall bei den Steuer= und Zolleinnahmen in
Nüch von etwa 700 bis 800 Millionen RM. von
wa ttwa 400 Millionen das Reich, der Neſt die Länder
4 Außerdem legte der Miniſter den Schuldenſtand des
feiy und die Verpflichtungen des Reichs aus Garantien uſw.
rihrt. Die Länder machten ihre bekannten Forderungen
Fzm4
ſchlagszahlung des Reichs an die Länder auf die Eiſen=
„lhnofindung, Beteiligung der Länder an den Zuſchlägen zur
ickhamensſteuer, und ſchließlich einheitliches Vorgehen des
eich und der Länder bei der Ergreifung von Sparmaßnahmen.
ſr Reichsfinanzminiſter ſagte zu, dieſe
For=
ewiaen der Länder innerhalb der Reichsregierung zu be=
* der Nachmittagsſitzung gab der
Reichsinnen=
tüttſter Freiherr v. Gayl eingangs einen ueberblick über
iielläne der Regierung zur Reichsreform wo=
Beiut betonte, daß dieſe Pläne in enger Fühlung
Düe den Ländern weiter bearbeitet werden
oNſn. Hieran ſchloß ſich eine ausführliche Ausſprache.
Ab=
heſeend faßten die Vereinigten Ausſchüfſe folgende
Enkſchließung.
ſieſt im Reichsrat in ſeiner nächſten Plenarſitzung vorgelegt
Die Maßnahmen des Reichs vom 29. und 30. Oktober
Eehen über die Maßnahmen, die auf Grund der Notverord=
Mecuon 20. Juli 1932 getroffen wurden, weit hinaus. Ohne
eis eſem Anlaß die Frage der Rechtsbeſtändigkeit dieſer
An=
erdchngen weiter zu berühren, ſtellt der Reichsrat feſt, daß durch
iMaßnahmen eine grundlegende und
tief=
eirgſinde Veränderung im bisherigen
ver=
ahugsmäßig feſtgelegten Kräfteverhältnis
wſihen dem Reich und Preußen, zwiſchen dem
EEund den Ländern und zwiſchen den
Län=
ekluntereinander herbeigeführt worden iſt. Die
besm Reichsorgane haben wiederholt die Zuſage gegeben,
NieAI oem grundſätzlichen Verhältnis zwiſchen dem Reich und
Deid ändern nichts geändert werden ſoll. Der Reichsrat
Erihftet daher, daß die Reichsregierung im Hinblick auf die
Ruchz oraſch wie möglich die zur Behebung der
bet retenen Gleichgewichtsveränderung
er=
loller lichen Maßnahmen trifft.
Bei der großen Bedeutung einer Reichsreform für das
d a von Volk und Reich ſtellt der Neichsrat an die Neichs=
SegNanm das dringende Erſuchen, unter Vermeidung über=
Müchr Maßnahmen und einer übereilten Behandlung die
deut=
cechaander bei der Geſtaltung der Entwürfe noch vor ihrer
Becrciedung im Reichskabinett und vor einer öffentlichen
Be=
ſardigh e maßgebend zu beteiligen.
Die Berſaſſungsreform — Angelpunkk
der Innenpolikik.
71 v. Papen hat ſich in zweitägigem ſchweren Ringen im
veStauc ſchließlich doch durchgeſetzt. Von der ganzen Front, die
Wihm aufmarſchiert war, iſt nicht mehr viel übrig geblieben.
DeEyſichließung, die zuletzt vom Verfaſſungsausſchuß angenom=
We Sunde und die in der nächſten Woche den Reichsrat ſelbſt
izen ſoll, ſind die ſchlimmſten Zähne ausgebrochen. Mit
Des Eergebnis kann Herr v. Papen zufrieden ſein. Man kann
Hn omn, daß die ganzen Länder eine Art Stillhalte=
S Ilox tium gebildet haben und nun abwarten, welche
Vor=
epit, ſie aus dieſer Taktik herausſpringen. De n umſonſt hat
Der2 Baven natürlich ihre wohlwollende Neutralität nicht be=
BoichT. Er hat ſehr geſchickt taktiert, indem es ihm einmal
ge=
tand enchſen als Vermittler zu gewinnen. Der ſächſiſche
Mini=
ner äſcbent Schieck hat ſich im Sinne eines Ausgleichs ſehr ſtark
Herr v. Papen nach der Richtung hin noch weitgehende
Zugeſtändniſſe über die Finanzhoheit und die
Gebietsautonomie der Länder, ſowie auch rein
finanzieller Art gemacht hat. Er hat darüber hinaus
erklärt, daß er an eine Verewigung des Zuſtandes in Preußen
nicht denke, daß vielmehr der Dualismus endgültig gelöſt
wer=
den ſollte, und daß deshalb die Reichsexekution in
Preu=
ßen aufhören werde, ſobald eine
ordnungs=
mäßige Regierung vorhanden ſei, die in ſich
eine Gewähr für die Aufrechterhaltung von
Ruhe und Ordnung biete. Eine Formulierung, die
aller=
dings wieder ziemlich auslegungsfähig iſt. Jedenfalls verſtärkt
ſich der Eindruck, daß die Abſicht des Reichskanzlers
dahin geht, die Verfaſſungsreform zum
Angel=
punkt der Innenpolitik zu machen und ſie auch
gegen=
über dem Reichstag in den Vordergrund zu ſchieben.
Neuregelung der Bukkereinfuhr.
Erhöhung des Bukterzolls.
Berlin, 12. November.
Mit Wirkung vom 15. November 1932 wird die Einfuhr von
Butter neu geregelt. Der Zollſatz für Butter beträgt von dieſem
Tage ab autonom 100 RM., jedoch vertragsmäßig für alle
meiſt=
begünſtigten Länder 75 RM. für einen Doppelzentner. Die
Ein=
fuhr von Butter wird von dieſem Tage ab grundſätzlich
ver=
boten. Sie wird jedoch ohne Einfuhrbewilligung zugelaſſen für
beſtimmte, den einzelnen Erzeugungsländern zugeteilte
Kontin=
gente, die nur über die mit den Erzeugungsländern vereinbarten
Zollſtellen eingeführt werden dürfen. Als Einlaßſtellen gelten
bis auf weiteres die bisher zur Abfertigung der
Butterkontin=
gente benutzten Zollſtellen.
Die für das Kalenderjahr 1933 feſtgeſetzten Kontingente
dürfen, wie bisher die Zollkontingente, nur in Monatsteilen von
nicht mehr als dem zehnten Teil des einzelnen Kontingents bis
zu deſſen Erſchöpfung eingeführt werden. Jedoch können in den
einzelnen Monaten nicht ausgenutzte Kontingentsteile in den
fol=
genden Monaten bis zum Ende des Kalenderjahres eingeführt
werden.
Sobald das dem einzelnen Lande zugeteilte Kontingent
er=
ſchöpft iſt, darf Butter, die aus dem betreffenden Lande ſtammt,
nicht mehr zur Einfuhr zugelaſſen werden.
Mit manchen Ländern, nämlich mit Belgien, Dänemark.
Eſt=
land, Finnland, Lettland, Litauen, Neuſeeland den
Niederlan=
den, Oeſterreich, Schweden, Ungarn, ſowie der Union der
Sozia=
liſtiſchen Sowjetrepubliken, iſt eine Vereinbarung getroffen
wor=
den, wonach Butter, die in dieſen Ländern erzeugt iſt, nur dann
auf das ihnen zuſtehende Kontingent anzurechnen iſt, wenn die
Sendung mit einer Kontingentsbeſcheinigung des
Urſprungslan=
des verſehen iſt. Solche Sendungen dürfen von den Einlaßſtellen
nur dann auf das Kontingent abgefertigt werden, wenn die
Kon=
tingentsbeſcheinigung bei der Zollabfertigung vorgelegt wird.
Butter, die aus Ländern ſtammt, die zwar Einlaßſtellen benannt,
aber keine Beſtimmung über Kontingentsbeſcheinigungen
getrof=
fen haben, iſt ohne weiteres auf das dem betreffenden Land
zu=
ſtehende Kontingent anzurechnen.
Die Fälligkeis der Hypokheken.
Berlin, 12. November.
Durch eine heute veröffentlichte Verordnung des
Reichs=
präſidenten wird das Recht des Gläubigers, die Rückzahlung
von dinglich geſicherten Forderungen zu verlangen, bis zum
1. April 1934 hinausgeſchoben. Dieſe Maßnahme war
erforder=
lich, da es bei der Unergiebigkeit des Kapitalmarktes dem
Schuldner zurzeit nicht möglich iſt, ſich eine Erſatzhypothek zu
beſchaffen. Aus dieſem Grunde iſt deshalb bereits in der
Ver=
ordnung vom 27. September 1931 die Fälligkeit von
landwirt=
ſchaftlichen Hypotheken bis zum 1. April 1935 hinausgeſchoben
worden. Eine ähnliche Vergünſtigung beſteht, wenn auch aus
anderen Erwägungen, für die Schuldner von
Kündigungs=
hypothen auf Grund der 4. Notverordnung vom 8. Dezember
1931, denen ein Kündigungsſchutz bis zum 31. Dezember 1933
gewährt iſt. Es war daher ein Gebot der Gerechtigkeit, auch
den übrigen hypothekariſchen Schuldnern, insbeſondere dem
ſtädtiſchen Grundbeſitz, einen ähnlichen Zahlungsaufſchub zu
bewilligen.
Die Verordnung bezieht ſich auch auf bereits fällige
Hypo=
theken, jedoch dann nicht, wenn die Fälligkeit durch einen
be=
ſonderen Anlaß, zum Beiſpiel, den Verzug mit den Zinſen,
herbeigeführt worden iſt. In dieſem Falle kann aber der
Schuldner den Zahlungsaufſchub beanſpruchen, wenn er binnen
einem Monat die rückſtändigen Beträge nachbezahlt. Den
Inter=
eſſen des Gläubigers iſt dadurch Rechnung getragen, daß er in
dem Falle eines dringenden Bedarfs der geſchuldeten Beträge
das Amtsgericht mit dem Antrage anrufen kann, daß die
Hin=
ausſchiebung der Fälligkeit ganz oder teilweiſe unterbleibt.
Ab=
geſehen von Tilgungshypotheken findet die Verordnung
ins=
beſondere keine Anwendung auf Aufwertungshypotheken, auf
landwirtſchaftliche Hypotheken, ſowie auf Kündigungshypotheken
da in ſoweit andere Schutzbeſtimmungen gelten, auch nicht auf
Hypotheken, die zur Sicherung eines bankmäßigen Perſonal=
kredits und ähnlicher kurzfriſtiger Darlehen dienen.
*Die Woche.
Bemerkenswert ſchnell iſt die Erregung, die das deutſche
Volk während der letzten Woche des Reichstagswahlkampfes
er=
griffen hatte, wieder abgeebbt. Kommentatoren aller Richtungen
haben, wie das ſo üblich, das Wahlergebnis von allen Seiten
beleuchtet, alle Möglichkeiten und Unmöglichkeiten
heraus=
gerechnet. Aber all das ändert ja nichts an der Tatſache, daß
auch dieſer neue Reichstag praktiſch ebenſo arbeitsunfähig iſt
wie der am 12. September nach Hauſe geſchickte. Wenn man
die Preſſe der verſchiedenen Parteien verfolgt, ſo findet man
zwar faſt überall ſchärfſte Kritik an der gegenwärtigen
Reichs=
regierung, kaum irgendwo aber wirkliche poſitive Vorſchläge,
und erſt recht kein Wort darüber, wer denn nun eigentlich an
die Stelle der gegenwärtigen Regierung treten ſoll. Auch in
dieſem neuen Reichstag gibt es nur negative Möglichkeiten. Der
Parlamentarismus Weimarer Prägung, der für unſere
Verhält=
niſſe niemals paßte, hat hoffnungslos abgewirtſchaftet. Daran
kommt man nicht vorbei, auch wenn man die zweifellos
vor=
handenen Vorzüge, die ein parlamentariſches Syſtem haben
kann, noch ſo hoch einſchätzt. Man hat in weiten Kreiſen des
deutſchen Volkes lange Zeit mit diktatoriſchen
Regierungs=
formen geliebäugelt, das Verſagen des vorhandenen
parlamen=
tariſchen Syſtems hat dazu geführt, daß man mit dem
Ge=
danken einer gänzlichen Ausſchaltung der Parlamente ſpielte.
Das iſt ganz außerodentlich gefährlich. Auch die Unhaltbarkeit
der bisherigen Zuſtände darf nicht darüber hinwegtäuſchen, daß
ein modernes Kulturvolk wie das deutſche heute auf die Dauer
nicht mehr mit den Methoden des Abſolutismus zu regieren iſt.
Unhaltbar iſt der gegenwärtige Zuſtand. Das ſollte man
um ſo rückhaltloſer ausſprechen, gerade wenn man den
Leich=
nam unſeres gegenwärtigen Parlamentarismus nun endlich
beerdigen möchte. Erfreulicher Weiſe hat ja auch die
gegen=
wärtige Reichsregierung für derartige Gedankengänge bisher
ſtets ſehr viel Verſtändnis gehabt. Die klar ausgeſprochene
Ab=
ſicht, dem neuen Reichstag bereits bei ſeinem Zuſammentreten
den fertigen Entwurf einer neuen Verfaſſung vorzulegen, zeigt
deutlich, daß die Regierung Papen unſere gegenwärtigen
Ver=
hältniſſe nur als eine Uebergangskriſis anſieht. Inwieweit
aller=
dings der neue Reichstag, fähig iſt, an der Schaffung neuer
Grundlagen für unſer ſtaatliches Leben ſachlich mitzuarbeiten,
muß erſt noch abgewartet werden. Gerade in dieſer Beziehung
ſollte man nicht allzu optimiſtiſch ſein. Die Reichsregierung
hat ſich zunächſt vom Reichspräſidenten gewiſſermaßen ihren
Auftrag neu beſtätigen laſſen und dann ihre Bereitſchaft erklärt,
mit den Parteien über die von ihr geplanten Maßnahmen zu
verhandeln. Vielleicht kann man ja hoffen, daß auch die Führer
unſerer Parteien aus der Vergangenheit gelernt haben und nicht
in die gleichen Fehler verfallen wie im Sommer. Aber dabei
handelt es ſich doch letzten Endes mehr um Fragen der Taktik
als um Grundſätzliches. Unſere Parteien ſind ſich allmählich
faſt ausnahmslos ſo ſehr zum Selbſtzweck geworden, daß ſie
kaum noch in der Lage ſind, das Parteiintereſſe für das
All=
gemeinintereſſe zu opfern. Die von der nationalſozialiſtiſchen
Preſſe täglich wiederholten Kampfanſagen gegen die Regierung
ſchlechthin ſprechen ja auch nicht gerade für gute
Erfolgsaus=
ſichten der kommenden Verhandlungen.
Immerhin werden auch die Parteien des neuen Reichstags,
wenn ſie nicht hoffnungslos abwirtſchaften wollen, kaum umhin
können, ſich mit den Plänen der Reichsregierung wenigſtens
zu=
nächſt einmal ſachlich auseinanderzuſetzen, und dieſe Pläne ſind
ja letzten Endes wichtiger wie alle taktiſchen Erwägungen. Die
Reichsregierung hat auch nicht gezögert, ſie in Angriff zu nehmen.
Man hat in der Wilhelmſtraße allmählich eingeſehen, daß eine
Aenderung des Verhältniſſes zwiſchen dem Reich und Preußen
auch das Verhältnis des Reichs zu den übrigen Ländern
außerordentlich ſtark berührt, und es war deswegen nur richtig,
daß man aus dieſer Erkenntnis die Folgerungen zog und
zu=
nächſt einmal Fühlung mit den ſüddeutſchen Ländern ſuchte.
Daß der bayeriſche Miniſterpräſident ſich vor den Wahlen ſo
außerordentlich ſtark im Ton vergriff, daß alle perſönlichen
Ver=
handlungen abreißen mußten, bleibt in jeder Beziehung und
insbeſondere auch vom ſüddeutſchen Standpunkt aus tief
be=
dauerlich. Die Haltung Herrn Helds iſt um ſo unbegreiflicher,
als doch gerade die gegenwärtige Reichsregierung ihrem ganzen
Programm nach bereit iſt, den Ländern Zugeſtändniſſe zu
machen, die noch bis vor kurzem undenkbar geweſen wären.
Und es iſt wirklich kaum einzuſehen, warum man nicht über
die Mißſtimmungen hinwegkommen ſollte, die durch die
Fehl=
griffe des Sommers entſtanden ſind. Man hat leider über die
Würzburger Beſprechungen der ſüddeutſchen Staatspräſidenten
nur ſehr wenig Poſitives gehört, und ſo bleibt nur zu hoffen,
daß es ſich um ſachliche Vorbeſprechungen im Hinblick auf die
Reichsratsverhandlungen gehandelt hat, und nicht etwa um
einen Verſuch, die ſüddeutſchen Länder und Sachſen von
vorn=
herein auf ein Nein gegenüber allen Reformplänen feſtzulegen.
Man kann ſo grundſätzliche Reformen wie die Beſeitigung des
Dualismus zwiſchen Reich und Preußen gewiß nicht durch
Not=
verordnung dekretieren. Aber mit aller Deutlichkeit muß auch
ausgeſprochen werden, daß es ſich bei dieſen Dingen auch nicht
um ein Schachergeſchäft handeln darf. Die ſüddeutſchen Länder
wollen unter den gegenwärtigen Verhältniſſen ihre
Eigenſtaat=
lichkeit erhalten, weil ſie einen öden Zentralismus nach
fran=
zöſiſchem Muſter auf das Schärfſte ablehnen. Aber auch für die
ſüddeutſchen Länder ſteht doch trotz allem der Reichsgedanke
das Intereſſe des deutſchen Reiches, an erſter Stelle. Auch
die ſüddeutſchen Länder haben alſo das größte Intereſſe daran,
daß die unmöglichen Verhältniſſe, die ſich durch den Dualismus
zwiſchen Reich und Preußen in Berlin herausgebildet haben,
endgültig beſeitigt werden. Ueberaus ernſte weittragende Fragen
ſind es, um die es ſich dabei handelt, Fragen, die nur in
gemein=
ſamer von gegenſeitigem Verſtändnis getragener ſachlicher Arbeit
geklärt und geregelt werden können.
Daß jetzt endlich ruhige ſachliche Arbeit an die Stelle
dema=
gogiſcher Verhetzung tritt, iſt nicht nur eine politiſche, ſondern
mindeſtens ebenſo auch eine wirtſchaftliche Notwendigkeit. Die
Wiederbelebung unſerer Wirtſchaft, die eine
Lebensnotwendig=
keit für das ganze deutſche Volk iſt, ſetzt Vertrauen voraus,
Vertrauen insbeſondere in die ruhige Weiterentwicklung unſerer
politiſchen Verhältniſſe. Man mag die Maßnahmen der
Reichs=
regierung im einzelnen noch ſo ſcharf kritiſieren, die
Behaup=
tung, daß ihr wirtſchaftliches Programm ſich ſchon jitzt als ein
Seite 2 — Nr. 316
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Fehlſchlag erwieſen habe, iſt geradezu gewiſſenlos. Daß die
Beſſerung nicht durch ein Regierungsdekret über Nacht
hervor=
gezaubert werden könnte, konnte ſich jeder vernünftige Menſch
doch von vornherein ſagen. Tatſächlich iſt in den letzten Wochen
eine leichte Beſſerung überall feſtzuſtellen. Das beweiſen nicht
nur die Arbeitsloſenziffern. Während gegenüber dem Jahr 1924
die induſtrielle Erzeugung im Quartal von Juli—September
im Jahr 1929 um 2 Prozent, im Jahr 1930 um 2 Prozent, im
Jahr 1931 um 6½ Prozent zurückging, zeigt der gleiche
Zeit=
raum dieſes Jahres eine Zunahme um 2 Prozent. Das iſt um
ſo höher zu werten, als ja noch die Entwicklung bis zum
Auguſt d. J. durchaus rückläufig war, und erſt der September
dann eine Steigerung um 3½ Prozent brachte. Es mag ganz
dahingeſtellt bleiben, inwieweit dieſe Beſſerung durch
Regie=
rungsmaßnahmen hervorgerufen oder gefördert worden iſt. Die
erfreuliche Tatſache einer leichten Beſſerung bleibt beſtehen, und
dieſe erſten Anſätze zu fördern und weiter auszubauen, iſt jetzt
nicht nur die Pflicht unſerer Regierung, ſondern auch die
jedes einzelnen.
Daß für einen weiteren Wiederanſtieg unſerer
Wirtſchafts=
kurve auch die außenpolitiſche Entwicklung der nächſten Zukunft
mit von ausſchlaggebender Bedeutung iſt, liegt auf der Hand
Auch wenn natürlich für uns die europäiſche Entwicklung nach
wie vor im Vordergrund des Intereſſes ſteht und ſtehen muß,
ſo bedeutet doch das Ergebnis der amerikaniſchen
Präſidenten=
wahlen weltpolitiſch ſo viel, daß es die ganze kommende
Ent=
wicklung auch in Europa außerordentlich ſtark beeinfluſſen wird.
Die amerikaniſchen Präſidentenwahlen haben zunächſt einmal
einem Zuſtand der Ungewißheit ein Ende bereitet, der
allmählick=
verhängnisvoll zu werden drohte. Es iſt ja immer ſo, daß
amerikaniſche Präſidentſchaftswahlen ſchon lange Zeit vorher
ihre Schatten vorauswerfen. Keine amerikaniſche Regierung
wird ſich, wenn die Wahlen bevorſtehen, zu entſcheidenden
Ent=
ſchlüſſen aufraffen. Unter der Präſidentſchaft Hoovers iſt das
beſonders deutlich in die Erſcheinung getreten, weil ſich wieder
einmal gezeigt hat, daß organiſatoriſche Begabung und
Ein=
ſicht allein ſelbſt in dem Maße, wie ſie Hoover beſaß, noch
nicht zum wirklichen Staatsmann ausreichen. Ob die Regierung
ſeines jetzt gewählten Nachfolgers Rooſevelt das Steuer
her=
umwerfen wird, iſt eine offene Frage. Der neue amerikaniſche
Präſident, der während des Wahlkampfes jede Feſtlegung
ver=
mieden, muß ſeine ſtaatsmänniſchen Fähigkeiten erſt währeno
ſeiner Regierungszeit erweiſen. Wir werden insbeſondere
ab=
zuwarten haben, welchen wirtſchaftspolitiſchen Kurs die neue
amerikaniſche Regierung einſchlagen wird. In Frankreich hofft
man auf ihre Nachgiebigkeit in der Frage der Kriegsſchulden.
Aber das hängt ſo eng mit den großen politiſchen Fragen
zu=
ſammen, daß Prognoſen doch wohl einigermaßen verfrüht
er=
ſcheinen. Auch die Abrüſtungsfrage ſpielt hierbei ja eine
aus=
ſchlaggebende Rolle, und es iſt vielleicht nicht ganz ausgeſchloſſen,
daß die Genfer Abrüſtungskonferenz durch die amerikaniſchen
Präſidentenwahlen neuen Antrieb erhält.
Es iſt nicht zu leugnen, daß der franzöſiſche
Miniſter=
präſident gerade in der Abrüſtungsfrage ſeit einigen Wochen
einen Stellungswechſel vorbereitet. Seine Haltung den deutſchen
Forderungen gegenüber iſt nicht mehr ſo grundſätzlich
ab=
lehnend wie noch vor kurzem, wozu die ruhige und feſte Haltung
der deutſchen Außenpolitik vielleicht auch ihr Teil beigetragen
haben dürfte. Auf der anderen Seite wäre es ſicherlich verfehlt,
wenn wir uns hinſichtlich der künftigen franzöſiſchen Haltung
irgendwelchen Illuſionen hingeben würden. Die Schwenkung der
polniſchen Außenpolitik in der Frage des Nichtangriffpaktes mit
Rußland, die deutlich auf das Geheiß Frankreichs vollzogen
wurde, und die ſogar zu einem Bruch zwiſchen Warſchau und
Bukareſt führte, beweiſt deutlich, daß man in Paris die alten
Clemenceauſchen Einkreiſungspläne noch keineswegs aufgegeben
hat, und daß die Gefahren, die ſich für uns möglicher Weiſe
im Oſten ergeben, noch keineswegs endgültig beſeitigt ſind
Oſt= oder Weſtorientierung? Dieſe alte Frageſtellung taucht
immer wieder auf, und ſie iſt heute ebenſo falſch wie je. Eine
deutſche Option für die eine Seite iſt unter den gegenwärtigen
Verhältniſſen ebenſo falſch wie für die andere. Im übrigen
blieb es einem Zentrumsblatt vorbehalten, ſich darüber
auf=
zuregen, daß die Reichsregierung kürzlich an einem feierlichen
Empfang der Sowjet=Botſchaft in Berlin teilgenommen. Es
ſcheint, als ob wir außenpolitiſch wirklich unbelehrbar wären.
Wir wollen nicht ſehen, wie ernſt unſere außenpolitiſche
Lage auch heute noch iſt. Der harte Kampf, den wir nach außen
hin zu führen haben, bewegt die breiten Maſſen
verhältnis=
mäßig wenig, denn hier handelt es ſich ja nicht um das
Inter=
eſſe dieſer oder jener Partei, ſondern nur — um Lebensfragen
der Nation.
M.
Die Berhandlungen mit den Parkeien
ſind noch nicht in Fluß gekommen. Da der Kanzler am Montag
in Dresden iſt, werden ſie auch erſt am Dienstag oder Mittwoch
vor ſich gehen. Dabei iſt immer noch ungewiß, was Adolf Hitler
tun wird. Da aber ſein Reichspropagandaleiter Göbbels auch
jetzt wieder die Parole ausgibt: Papen verhandelt — aber ohne
uns!” iſt ſachlich vollkommen ſicher, daß die Nationalſozialiſten
Vom Tage.
Nach dem engliſchen und franzöſiſchen Schritt in Waſhington
wird erwartet, daß auch Italien und andere europäiſche
Schuld=
nerländer eine Aufſchiebung der Schuldenzahlungen an Amerika
beantragen werden.
Im Quai d’Orſay fand geſtern ein Kabinettsrat unter dem
Vorſitz des Miniſterpräſidenten Herriot ſtatt, in dem das von den
„Abrüſtungstechnikern” verfaßte Memorandum über den
franzö=
ſiſchen konſtruktiven Abrüſtungs= und Sicherheitsplan einer letzten
Prüfung unterzogen wurde. Der Plan, der elf
Schreibmaſchinen=
ſeiten umfaſſen ſoll, wird am Montag dem Miniſterrat zur
end=
gültigen Billigung vorgelegt werden.
Der franzöſiſche Botſchafter in Madrid, Herbette, ſoll jetzt
endgültig abberufen werden. Als Nachfolger ſoll der jetzige
Ge=
ſandte in Wien, Graf Clauzel, in Frage kommen. Wenn dies den
Tatſachen entſpricht, kann Herbette als Opfer der Demonſtrationen
bezeichnet werden, die ſich bei der Anweſenheit des Miniſterpräſi=
In Waſhington gilt es jetzt als wahrſcheinlich, daß nach dem
Regierungsantritt Rooſevelts die Anerkennung Sowjet=Rußlands
durch die Vereinigten Staaten ausgeſprochen wird, zumal ſich auch
der Nachfolger Borahs, der Senator Swanſon, ſich in dieſem Sinne
ausſprechen wird.
Der javaniſche Chefdelegierte im Völkerbundsrat. Matſuoka,
iſt Samstag mittag, aus Tokio kommend, in Paris eingetroffen.
Matſuoka wird bekanntlich im Völkerbundsrat die Haltung
Ja=
pans zum Lytton=Bericht über die Mandſchurei darlegen. In
Pa=
ris findet am Sonntag eine Konferenz der japaniſchen
diplomati=
ſchen Vertreter Europas ſtatt
Der von der japaniſchen Regierung jetzt fertigeſtellte
Haus=
haltsentwurf für das Finanzjahr 1933/34 ſieht Ausgaben in Höhe
von 2 Milliarden 235 Millionen Yen vor. Davon ſind 662
Mil=
lionen Yen für das Heer und 472 Millionen Yen für die Marine
beſtimmt. Seit dem ruſſiſch=japaniſchen Krieg ſind die Finanzen
Japans nicht mehr in einem derartigen Umfang für militäriſche
Zwecke angeſpannt geweſen
ſich dieſem Kanzler verſagen werden. Vielleicht iſt es auch
darauf zurückzuführen, wenn bereits Gerüchte im Umlauf ſind,
die davon wiſſen wollen, daß der Reichstag noch vor ſeinem
Zuſammentritt aufgelöſt werde. Die Regierung dementiert das
mit aller Entſchiedenheit. Das Dementi iſt wohl auch richtig,
jedenfalls einſtweilen. Denn die Beſprechungen des Kanzlers
mit den Parteiführern waren ja doch immer nur als einleitende
Verhandlungen gedacht. Man hält immer noch daran feſt, daß,
falls ſie zum Scheitern gelangen, der Reichspräſident eingreifen
und die Parteiführer zu einem letzten Appell zu ſich bitten wird
Sollte auch dieſer Verſuch ſcheitern, und damit auch endgültig
der Nachweis der Arbeitsunfähigkeit des Reichstages erbracht
ſein, dann wäre immerhin denkbar, daß die Reichsregierung zur
Auflöſung ſchreiten würde, aber auch nur denkbar. Beſchlüſſe
nach dieſer Richtung ſind noch nicht gefaßt. Es iſt ebenſogut
möglich, daß man eine Ausſprache im Reichstag einleitet in der
Hoffnung, auf eine Vertagung, die eine Löſung der Kriſe über
Weihnachten bis ins nächſte Jahr verſchieben würde.
Borarbeiken für Genf.
Deutſche Sondierungen in London.
* Berlin, 12. Nov. (Priv.=Tel.)
Durch die letzte Rede des engliſchen Außenminiſters haben
die diplomatiſchen Verhandlungen, ſoweit ſie ſich um die
Betei=
ligung Deutſchlands an der Abrüſtungskonferenz drehen, einen
neuen Auftrieb erhalten. Der deutſche Botſchafter in London
v. Hoeſch, hat auf Grund der Ausführungen des engliſchen
Außen=
miniſters eine ſehr eingehende Unterredung mit Sir Simon
ge=
habt. In nächſter Zeit wird vorausſichtlich Herriot in
öffent=
licher Rede zum gleichen Thema ſprechen, ſo daß dann eine
zu=
nächſt ausreichende Baſis für die Fortführung der diplomatiſchen
Verhandlungen geſchaffen iſt.
Die Einladung Englands, eine Vorkonferenz abzuhalten, um
die Vorausſetzungen für die Wiederbeteiligung Deutſchlands an
der Abrüſtungskonferenz zu ſchaffen, beſteht nach wie vor.
Mac=
donald hat ſeine Einladung noch nicht zurückgezogen, wenn er
ſich auch damit einverſtanden erklärte, daß bis zum Ablauf der
deutſchen und amerikaniſchen Wahlen weitere Bemühungen
zu=
nächſt einmal ruhen ſollen. Die Wahlen ſind nun vorüber.
Außerdem ſteht die Völkerbundsverſammlung in Genf vor der
Tür, die ſich vornehmlich mit dem mandſchuriſchen Konflikt
be=
ſchäftigen ſoll. Bei dieſer Gelegenheit werden wieder einmal
ſämtliche Außenminiſter in Genf verſammelt ſein. Auch der
deutſche Außenminiſter von Neurath wird ſich zu dieſer Tagung
des Rates nach Genf begeben müſſen. Da ſchon vor einigen
Wochen in Ausſicht genommen worden iſt, in Genf von Miniſter
zu Miniſter zu verhandeln, um die Vorkonferenz in Gang zu
bringen oder aber ſchon hier die deutſchen Bedenken
auszuräu=
men, müſſen natürlich jetzt die entſprechenden Vorbereitungen in
Genf getroffen werden, damit die Verhandlungen hinter den
Ku=
liſſen einen einigermaßen guten Start erhalten.
*
Beitng wegen wutſche Biiſchaft.
Mit dieſem verdienſtvollen klug und gut geſchriebenen Buche*!
ſetzt hier der Verlag die ſtattliche Reihe politiſch=wirtſchaftlicher
Bücher fort, die bereits Autoren wie Moeller, van den Bruck,
Winnig, Blüher, Stapel, Fritz Klein, Mariaux u. a. aufweiſt.
Es iſt kein erfreuliches Leſen. Am wenigſten für den, der (wie
etwa der Berichtende) dieſen Wirtſchaftskrieg gegen Deutſchland
aus nächſter Nähe und am eigenen Körper geſpürt hat. Aber das
gehört ja zur Tragik unſeres deutſchen Schickſals, daß die Not
nicht endete, als Krieg und Nachkrieg mit tauſend Opfern
durch=
kämpft war, ſondern daß Kampf und Elend weiter geht und auch
auf unſeren Kindern laſtet, die doch keinen Anteil an jenem
Kriegsgeſchehen hatten! Und zu dieſen ſchmerzlichen Nachwehen
der Kriegsjahrzehnte gehört ja auch dies nochmalige
Durchleben=
müſſen all des Leides und Unrechtes an Hand der Bücher, die
ſich der bitteren, aber dankenswerten Aufgabe unterziehen, dieſem
Geſchehen in Urſache und Auswirkung nachzugehen. Dankenswert,
weil kommende Geſchlechter wiſſen ſollen, wie die Welt uns
be=
handelt hat und wie unendlich ſchwer es geweſen iſt, Deutſchland
zu erhalten! —
Zu dieſen Büchern bitterer Rückerinnerung gehört auch das
vorliegende, das den Weltkrieg gegen die deutſche Wirtſchaft bis
hinein in unſere Tage ſchildert. Da wird auch dem Fernſtehenden
klar, — was wir Auslandsdeutſche ſchon immer wußten oder doch
ſpürten —, daß die politiſche Einkreiſung Deutſchlands vor dem
Kriege in erſter Linie der Abwürgung ſeiner ſo wunderbar
ent=
wickelten Wirtſchaft galt. Allzu mächtig war ſeine Handels= und
Induſtrietätigkeit geworden, zu groß die Handelsflotte, zu
welt=
umſpannend ſein Wirken und Einfluß. Zumal für Großbritannien,
das immer mehr von ſeiner Weltgeltung in die fleißigen Hände
des deutſchen Konkurrenten entgleiten ſah und ſchließlich erkennen
mußte, daß dieſem gefährlichen Gegner nur mit gleichen Waffen
zu begegnen wäre: mit harter Arbeit, mit Anpaſſung, mit
An=
ſpruchsloſigkeit. Das aber lag dem Briten, den eine langjährige
Weltherrſchaft reich und mächtig und bequem gemacht hatte, nicht
mehr —, ſo mußte nun Politik und Gewalt helfen, den
Konkur=
renten unſchädlich zu machen. Bundesgenoſſen finden ſich leicht,
wo es gilt, einen gemeinſamen Gegner abzuwürgen, der einem
das leichte Leben und Reichwerden erſchwert, und ſo war bald die
halbe Welt gegen Deutſchland mobiliſiert, militäriſch und
wirt=
ſchaftlich.
So wenig harmoniſch und wirkſam die militäriſche Strategie
der Alliierten war, ſo trefflich arbeitete ihr Vernichtungswerk
gegen unſere Wirtſchaft ineinander, Keiner der Staaten und
Stä8cchen wollte da zurückbleiben und ſich von England
übertref=
fen laſſen, das die Führung in dieſem edlen Streite übernommen
hatte. (Anſtändige Engländer ſchämen ſich noch heute der Rolle,
die ihr Land — unter Mißachtung allen Völkerrechts — dabei
ge=
ſpielt hat!)
Es fing an mit dem Raube deutſchen Eigentums in
Geſtalt von Schiffen, Ladungen, Geſchäften, Patenten, Kaufläden
u.ſ.f. Gleichzeitig wurden die Betroffenen hinter Stacheldraht
ge=
ſetzt und dadurch verhindert, ihrem Berufe und ihrem Rechte
nach=
zugehen. Bald darauf erfolgte die Verſchleuderung deutſchen
Eigen=
tums in äußerlich ſcheinbar korrekter, tatſächlich aber
verbreche=
riſcher Form. Geſchäfte, die wichtig erſchienen, wurden durch
eng=
liſche Vertrauensleute weitergeführt, natürlich nur mit dem
Zwecke, davon zu profitieren und die verhaßte deutſche
Konkur=
renz durch Stehlen ihrer Geſchäftsmethoden und =Geheimniſſe
ohne viel Mühe zu vernichten. Dann ging es weiter ins neutrale
Ausland. Dort wurden, — immer unter Führung des
geſchäfts=
tüchtigen Englands — die berüchtigen „Schwarzen Liſten”
einge=
richtet, jene Zuſammenſtellung von Firmen, die irgenwie mit
Deutſchland Handel trieben oder Beziehungen hatten. Teilweiſe
mit Gewalt wurden ſie, die doch Neutralen, gezwungen, ihre
Bücher vorzulegen und dann jeglichen Handel mit dem „Feinde‟
einzuſtellen, — alſo Handelsſpionage und Nötigung im ſchlimmſten
Sinne! Doch der Zweck heiligt die Mittel, ging es doch darum,
den deutſchen Außenhandel zu erdroſſeln und das Land
auszuhun=
gern und für einen Gewaltfrieden geneigt zu machen!
Auch militäriſch wirkt ſich dieſe brutale Blockade immer
dro=
hender aus, ſo daß es ſchließlich zum Niederbruch der
Zentral=
mächte kommt. Schwerſten Herzens legt Deutſchland die
unbeſieg=
ten Waffen nieder, hofft heimlich doch noch auf Wilſons vierzehn
Punkte. Deren dritter verſpricht: „Beſeitigung aller
wirtſchaft=
lichen Schranken, ſoweit irgend möglich iſt, und Herſtellung gleicher
Handelsbeziehungen unter allen Staaten.” Aber furchtbar iſt die
Enttäuſchung durch das ſchmachvolle Verſailler Diktat: Beraubt
wird Deutſchland wichtigſter Gebietsteile, ſeiner ſämtlichen
Kolo=
nien, eines Großteils der Handelsflotte, der Transportmittel, der
Induſtrien, der Ernährungsmöglichkeit, — kurzum alles deſſen,
was es zum Wiederaufſtieg benötigt. Nicht aber beſchränkt ſich
dieſer „Raubzug”, wie ihn der engliſche Wirtſchaftler Keynes ſelbſt
brandmarkt, aufddas Inland, nein, er geht auch gegen alles das,
was im Auslande noch an deutſchem Eigentum und Schaffen
übriggeblieben iſt. Da bleiben auch die ſchärfſten Proteſte aus den
eigenen Reihen (z. B. von Morel) wirkungslos.
Dabei laſtet ſchwer auf dem ausgebluteten Lande die
furcht=
bare Bürde der Sachlieferungen, wahnſinnig in ihrem Ausmaße,
wahnſinnig auch in ihrem wirtſchaftlichen Unverſtand und in
Sonntag, 13. November
Amerika=Schuldner in Berzug.
Frankreich und England
erſuchen um Zahlungsaufſchub.
Waſhington, 12. Novem
Das Schatzamt hat die geſtern fällig geweſene Rate —
griechiſchen Regierung nicht erhalten. Die ungariſche Re= dem Schatzamt mitgeteilt, daß es ihr nicht möglich
zur Bezahlung der am 15. Dezember fällig werdenden R
40792 Dollar nötigen Deviſen aufzubringen.
Die franzöſiſche Regierung beſtätigt heute nachmitt /
ziell, daß ſie bei der amerikaniſchen Regierung Schritte
Stundung der am 15. Dezember fälligen Schuldenrate
nommen hat.
Der Schritt der franzöſiſchen Regierung
ſich, wie übrigens auch der der engliſchen Regie.
vorerſt einmal ausſchließlich auf die Frage der am 15. D
fälligen Rate in Höhe von 20 Millionen Dollar. Die all.,
Kriegsſchuldenfrage ſelbſt ſoll nicht aufgeworfen werde
franzöſiſche Regierung ſcheint lediglich um eine „Verſch/
der fälligen Rate nachgeſucht zu haben.
Zur Begründung dieſes Antrages hebt die
franzöſiſyn=
gierung hervor, daß Frankreich in Lauſanne auf Betrei b/wunhe Eeu
Vereinigten Staaten einer Reduzierung ſeiner Forderuryd/ Mr 2
Deutſchland zugeſtimmt habe, die praktiſch einer Streich-nk/ n
deutſchen Reparationszahlungen gleichkomme. In framoßt di Me
Kreiſen Waſhingtons glaubt man, daß die Amerikaner Osct us
liſche Stundungsgeſuch bewilligen werden, da die Zahlu/
95 Millionen Dollar betragenden Schuldenrate den Krus/ 0 mit
engliſchen Pfundes gefährden könnte, woran die Ver au
Staaten nicht das geringſte Intereſſe hätten. Man bei
zwar, daß der amerikaniſche Kongreß auf den Unterſchied
der ſchwierigen engliſchen und der günſtigen franzöſiſchen
lage hinweiſen könne, hoffe aber, daß ſchließlich doch in
handlung der beiden Länder keine Diskriminierung
werde.
Gleichzeitige Beröffenklichung der engliſchie=
und der franzöſiſchen Schuldennoke.
Staatsſekretär Stimſon gab heute bekannt, daß die 5
franzöſiſchen und der britiſchen Regierung überreichten.
zur Kriegsſchuldenfrage am nächſten Dienstag gleichze
den Vereinigten Staaten und den Hauptſtädten der intere
Länder veröffentlicht werden.
Amerikaniſche Skimmen gegen Schulden=Rev /
Die Stimmung gegen eine Reviſion der Kriegsſchulden
einer Streichung überhaupt nicht zu ſprechen — iſt nach n
ſehr groß. Der demokratiſche Senator Robinſon forderte 7.
Rede die amerikaniſche Regierung auf, kategoriſch zu e
daß die Eintreibung der Kriegsſchulden einer der wic
Punkte bleibe. Auch das republikaniſche Mitglied des
ausſchuſſes des Senats, Reed, hat ſich zu den Gegnern der
m
denreviſion bekannt und der Erwartung Ausdruck gegeben,
Schuldner die am 15. Dezember fällige Rate zahlen ni
Ueber die franzöſiſchen Klagen führte Reed aus, Frankrei)
an dem Verkauf der ihm überlaſſenen amerikaniſchen Het G0
ſtände mehr verdient, als es an die U. S.A. insgeſamt an
ſchuldenzahlungen leiſte. Gleichwohl verſchreie Frankrei
immer Amerika als einen unerbittlichen Gläubiger.
Der demokratiſche Senator Swanſon betonte gleichfalz//2 bſterer
er kategoriſch jede Maßnahme ablehnen werde, „die dem Gifſsin und
kurz vor den Wahlen in Chicago abgegebenen Parteierc0= M
widerſpricht” Auf der Chicagoer Tagung wurde, wie ei
lich, die Außenpolitik etwas ſtiefmütterlich behandelt. Di
teierklärung betonte die „Heiligkeit der Verträge und die 2
vor den eingegangenen Verpflichtungen”, ſprach ſich gegaßl-ſorm
„Schuldenſtreichung” aus, ließ jedoch die Frage einer R1fk.
und etwaigen Verminderung der Schulden offen.
Der republikaniſche Senator Reed gab der Anſicht Auf
daß der Kongreß den europäiſchen Schuldnerländern ein
Moratorium nicht gewähren werde.
Wirkſchaftsvereinbarung zwiſchen Ikalien n. UN
Wie verlautet, haben die Verhandlungen zwiſchen Mä
und dem ungariſchen Miniſterpräſidenten Gömbös in Po
einer vollſtändigen Einigung über den Abſchluß einer Wir 104
vereinbarung geführt, deren Einzelheiten noch von den Srſſ
ſtändigen ausgearbeitet werden müſſen. Nähere Einzelheit a
dieſe Vereinbarungen waren bei den beiden Regierung”
nicht zu erlangen; ſie werden erſt nach Abſchluß der Sach =Fla
digenarbeiten veröffentlicht werden.
Gömbös trifft am Montag vormittag von ſeiner Rn
in Budapeſt ein, wo ihm ein feſtlicher Empfang bereitet
ihren verheerenden Wirkungen auf den geſamten Weltd
Himmelſchreiend und zugleich unſäglich paradox, was da a
fordert wird und geleiſtet: Deutſche Sachlieferungs=
Kohler=
nach Frankreich=Belgien, werden von dort nach England 2N
und dann weiter nach Deutſchland, wo ſie als „engliſche I0
eingeführt werden! Und in dieſem Stile geht es fort und wi
natürliche Kreislauf der Wirtſchaft hoffnungslos zerſtört
am ſchlimmſten wirkt ſich dieſe Schädigung durch die Ruhrb
aus, deren zermürbendem Drucke auch der mannhafteſte
Widerſtand ſchließlich ſich beugen muß. Eine lebensgefc
Wunde iſt dem deutſchen Wirtſchaftskörper geſchlagen, de
lange ſchwärt und weite Gebiete in Mitleidenſchaft zieht. 2i
Abſchnürung des Saarlands, das durch allerlei Vergewa!
gezwungen wird, Frankreich wirtſchaftlich dienſtbar zu vN
England ſieht unwillig und doch als tertius gaudens zu.
Weiter geht die Erpreſſung von Deutſchland, die Sch e
an dem ſo blutarmen Körper. Die Tribute mit ihren teufl. i.
ſtiſchen Beſtimmungen und irrſinnigen Forderungen geben
wieder Gelegenheiten, der deutſchen Wirtſchaft, ſobald ſie
aufatmen will, den Atem zu nehmen und dazu jede Hoffnu!
es je beſſer werden könnte. Unter der Deviſe „Le boche paye‟
werden unerhörte Tributforderungen auferlegt: allein 60 2
den Goldfranken Penſionen für franzöſiſche Kriegsteilnehrr
Milliarden für Liebespakete an franzöſiſche Kriegsgefang
Deutſchland! Und ſo weiter, ohne Sinn und ohne Gnade! 2
geht der mehr unterirdiſche Kampf gegen Deutſchlands wi!
liche Erholung, zumal durch Erſchwerung ſeines Exportes
ſchutzzölle, Zollſchikanen, Einfuhrkontingentierungen und
Maßnahmen müſſen da herhalten, und unter deren Schutze
im Auslande Induſtrien errichtet, die Erſatz für deutſche
ſchaffen. Das iſt nicht ſchwer, nachdem man durch legen
Handelsſpionage und =Raub dem deutſchen Konkurrente:
Wichtige geſtohlen und abgeſehen hat!
Doch genug des Unerfreulichen, wenn auch die fein
Kampfhandlungen noch längſt nicht erſchöpft ſind. Wie da —
land noch weiter beraubt und gequält und geſchwächt
wird=
ſchon die Ueberſchriften der Kapitel an: „Einbruch im 2
Deutſcher Ausverkauf — Unter der Herrſchaft des Fraf!“
20 000 Km. Zollmauern” . . . . Und das letzte Kapitel z79)
Bilanz, eine ebenſo klare wie ernſte Bilanz: Es gibt keine.
rung in de= deutſchen und damit in der Weltwirtſchaft, die
reits zum Chaos und Bolſchewismus treibt, wenn nicht —
land wieder frei und gleichberechtigt wird.
Th. Engelmo
*) Carl Rothe, Weltkrieg gegen deutſche Wirtſchaft,
atiſche Verlagsanſtalt.
ſtstarg, 13. November 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 316 — Seite 3
Tbengoeſcaffmng unn Berwamangsrefori.
eeit teußiſche Landgemeindetag geſchloſſen für den Gerecke=Plan. — Eindringlicher Ruf nach
Selbſt=
verwalkung. — Die Behebung der Arbeitsloſigkeit die Schickſalsfrage des deukſchen Volkes.
Sorgenvolle Fragen
jaf dem preußiſchen Landgemeindetag.
Berlin, 12. November.
s„Sitzungsſaale des Reichstages begann am Samstag
vor=
ſtandr Vertretertag des Verbandes der preußiſchen
Land=
nesien. Bürgermeiſter Lange=Weiswaſſer verlas
zu=
chh= n Telegramm des Reichskanzlers, in dem als eine der
ſennihten Vorausſetzungen geſunder Gemeindefinanzen die
riugung der Arbeitsloſigkeit bezeichnet wird. Auch Reichs=
„Ahrimiſter v. Schleicher verwies in einem Telegramm auf die
ſc=lugebende Bedeutung der Arbeitsbeſchaffung.
JinVerlaufe der Tagung bemängelte der Vorſitzende Lange
deernde Einſchränkung der Selbſtverwaltung und betonte,
iſtder Verband geſchloſſen hinter den ſog.
rute=Plan zur Arbeitsbeſchaffung ſtelle. Die
tti die die Reichsregierung zur Bekämpfung der
Arbeits=
giez auswerfe, ſeien nicht ausreichend, um eine ſchnelle
Ab=
ſetzuſchaffen. Man müſſe mit 7 Millionen Arbeitsloſen rech=
Iſdaß mit deren Familienangehörigen rund 20 Millionen
ſtrch ohne Exiſtenz ſeien.
faaksſekrekär Popik bedauerk den Geiſt
der Verneinung.
zutsſekretär Popitz bedauerte, daß Maßnahmen der
Regie=
ſitgr uag man mit ihnen einverſtanden ſein oder im einzelnen
ſeſte wiſſen, vielfach auf eine geiſtige Einſtellung ſtoßen, die
uinder Kritik zu beſtehen ſcheint, die den Peſſimismus um
ibimismus willen predigt, die Verneinung um der
Ver=
ſunwillen. Der Miniſter betonte dazu, daß die Maßnahmen
ſsſte erung nicht ausreichten. Es müſſe ein umfaſſender Plan
ſtgelült werden, und daß daran gearbeitet wird, und zwar mit
mßlfs Beſchleunigung, ſei ſelbſtverſtändlich. Das Unglück in
ſ5aeindefinanzen ſei durch die Arbeitsloſigkeit
hereingebro=
ſys liege da nahe, von dieſer Seite her zu helfen, und es
huſa nekennenswert, daß der Präſident und der Vorſtand der
mitdemeinden den Mut aufgebracht haben, einen Plan
ſfülen, um dieſer Arbeitsloſigkeit Herr zu werden. Ein ſol=
Ig weiteren Anſprachen des Freiherrn von
Richtheſen=
ſitkeoſen und des Amts= und Gemeindevorſtehers
Zimmer=
arſtmſhg nahm Präſident, Landrat a. D. Dr. Gerecke, das
Mmiſeinem Vortrag über das „
Arbeitsbeſchaffungs=
aſtamm der Landgemeinden und
Verwal=
unſ teform”.
ſcbe tonte, daß die Reformmaßnahmen, ſoweit ſie be=
die dre ländliche Selbſtverwaltung betreffen, keineswegs die
Ayug der Bevölkerung gefunden hätten. Jede geſunde Re=
rſnmiſſe den Zug zur Dezentraliſation und nicht
rldntraliſation haben, wie er in einem Teil der preu=
zeitK
Reformmaßnahmen unverkennbar ſei. Beſonderes
Be=
habe die ſchematiſche Kreiszuſammenlegung erweckt. Alle
und Bedenken würden aber noch weit übertroffen von der
Schickſalsfrage: Wie ſollen wir mit der
narbeitsloſigkeit über die nächſten
Mo=
üinwegkommen, und wie ſollen unſere
Ge=
en, die immer weiter geſtiegenen Wohl=
hutzlaſten aufbringen ?
Heſſiſches Landestheaker.
Feſtakt der Preſſe:
„Likerakur”
Luſtſpiel von Arthur Schnitzler.
der Feier des 25jährigen Beſtehens des Landesverbandes
Weeder deutſchen Preſſe bot das Landestheater als Feſtgabe
eAAfſüührung von Schnitzlers Luſtſpiel „Literatur‟. Die
AMpar in doppelter Hinſicht glücklich.
I erfreute ſich an Schnitzlers außerordentlichem Geſchick,
tn Fäden eines ſolchen Luſtſpieles zu ſpinnen, zu
Dcen, und zu entwickeln. Aus Liebenswürdigkeit und Klug=
2 Grazie und Fronie erwächſt ein reizendes Gebilde.
ſter gert freute man ſich in der literariſch durchſetzten
Zu=
abechaft über die heiteren Züge aus der ſchriftſtelleriſchen
—, die in dem Luſtſpiel ſich ſpiegeln. Es voltigiert auf
au3e zwiſchen literariſchem Zigeunertum und Bürgerlich=
1d beleuchtet mit ſchillernden Lichtern die mannigfachen
biß (tem des Literatentums.
Darſtellung trug dieſem ſchillernden Charakter Rechnung.
De2u ſpiel iſt 1901 entſtanden. Kurt Hirſchfeld ließ es
wund der Zeit ſpielen. Er zog es nicht ins Schwank=
NeAber er überſteigerte es. Er ließ Lichter der Selbſt=
WAbcelen. Er ließ die Diſtanz, die wir bei allem Gefallen
Au tlers feiner Kunſt nach dreißig Jahren zu ihr ge=
Dpiſt haben, ſpüren. Wie er dies machte, war geſcheit und
BM ü ſant.
e Hoffart war die junggeſchiedene Frau, die
ia An, die aus der Boheme in die vornehme Welt und zu=
vEerih den Hafen einer neuen Ehe flüchtet: reizvoll und aus=
Rit mnit allen Künſten der Koketterie.
ſtand zwiſchen zwei Männern: Franz Kutſchera, der
prauen Gehrock des Weaner Barons von 1900 mit
rrug, und Hermann Gallinger, der den verfloſſenen
Se Lus dem literariſchen Schwabing heiter bis zur liebens=
Rüklen. Groteske trieb.
Feſtgäſte unterhielten ſich ausgezeichnet und dankten
himt hrftem Beifall.
Geſelſchaftsabend im Hokel zut Traube
ND8 überfüllter Feſträume den ſchönſten harmoniſchen
Es war ein Feſt, wie es nach allgemeiner Beſtätigung
wt ſei langem gleich ſchön nicht ſah. Der Feſtbericht
en Geſelſchaftsabend der Preſſe folgt morgen.
Eine entſcheidende Hilfe könnten die letzten Maßnahmen der
Reichsregierung nicht bringen. Nach den Feſtſtellungen des
Inſtituts für Konjunkturforſchung hätten wir eine
Erwerbs=
loſigkeit von über ſieben Millionen. Die Gemeinden würden
ebenſo wie die geſamte Wirtſchaft erſt dann die entſcheidende
Erleichterung erhalten, wenn die Arbeitsloſigkeit als ſolche
wirk=
ſam bekämpft worden ſei. Nur dem Programm werde
Erfolg beſchieden ſein, das hinter ſich eine
möglichſt breite Volksfront vereinige. An dem
Programm des Landgemeindeverbandes hätten von Anfang an
Vertreter des Reichslandbundes, des Verbandes der
Landes=
kulturgenoſſenſchaften, des Stahlhelms, des Reichsbanners, der
Nationalſozialiſten ſowie gewerkſchaftliche Kreiſe aktiv
mitge=
arbeitet. Die Klüfte und Abgründe zwiſchen den verſchiedenen
Schichten des deutſchen Volkes würden nur zu überbrücken ſein
durch ſachliche Arbeit am Volksganzen, durch eine umfaſſende
Arbeitsbeſchaffung.
Inzwiſchen war ein Begrüßungstelegramm des
Reichspräſidenten v. Hindenbrug eingetroffen, das unter
lebhaftem Beifall verleſen wurde. Der Reichspräſident gibt darin
der Hoffnung Ausdruck, daß die Tagung dazu beitragen möge,
die Frage der Arbeitsbeſchaffung zu fördern und dadurch
Mil=
lionen von Arbeitsloſen in der Landwirtſchaft und in den
Landgemeinden Hilfe zu bringen.
Reorganiſakion der Erwerbsloſenhilfe
zur Verbilligung des geſamken
Unkerſkükungs=
apparales.
iAln ſei natürlich mit großer Verantwortung verbunden und
ſeh geſtaltet ſein, oder er müſſe ſich ſo geſtalten laſſen, daß
inßinklang ſtehe mit der ernſten Sorge dafür,
ßünſere deutſche Währung unter allen
Um=
mfin geſichert bleibe und daß der
Geſamtzuſammen=
ſſglnt der Lage unſere Finanzen in etatsmäßiger und kaſſen=
„Zite Beziehung innegehalten würde. Der Miniſter ſchloß
ſet tede mit einem Bekenntnis zur Selſtbver
Mng.
Gerecke zur Arbeitsbeſchaffung
und Berwaltungsreform.
* Berlin, 12. November. (Priv.=Tel.)
Der Reichskanzler hat im Anſchluß an ſeine Unterhaltung
mit den Städtevertretern den Reichsarbeitsminiſter gebeten,
erneut das Problem einer Neugeſtaltung der geſamten
Erwerbs=
loſenhilfe zu unterſuchen.
Bereits vor längerer Zeit hat eine größere Kommiſſion
unter dem Vorſitz des früheren Reichsarbeitsminiſters Dr. Brauns
den Verſuch gemacht, einen Weg für die beſſere und billigere
Geſtaltung der Erwerbsloſenhilfe zu finden. Die Kommiſſion
iſt aber ſchließlich darauf abgekommen, der Reichsregierung zu
empfehlen, an dem derzeitigen Zuſtand der Dreiteilung der
Unterſtützung nichts zu ändern. Wir haben alſo z. Zt. die
Arbeitsloſenverſicherung, dann die Kriſenfürſorge und
ſchließ=
lich die Wohlfahrtshilfe. Die Gemeinden haben nun vor einiger
Zeit eine
Uebernahme aller Unkerſtühungen
auf die Gemeindekaſſen
vorgeſchlagen, haben allerdings daran die Bedingung geknüpft,
daß das Reich von ſich aus gewiſſe Zuſchüſſe leiſtet, die noch
im einzelnen feſtzuſetzen wären. Sie ſind der Anſicht, daß es
dann möglich ſein wird, den geſamten Unterſtützungsapparat
weſentlich zu verbilligen. Außerdem gilt die
Bedürftigkeits=
prüfung. In den Gemeinden kann alſo ſchneller als das durch
die Arbeitsloſenverſicherung geſchieht, feſtgeſtellt werden, ob die
Notwendigkeit einer Erwerbsloſenhilfe vorliegt oder nicht. Auf
Grund einer der letzten Notverordnungen iſt nun den
Gemein=
den die Möglichkeit gegeben, die Kriſenfürſorge mit zu
über=
nehmen.
Ein inkereſſanker Verſuch.
Der Leipziger Oberbürgermeiſter Dr. Goerdeler hat nun im
Einverſtändnis mit dem Arbeitsminiſterium den Verſuch
ge=
macht, im Rahmen ſeines Fürſorgebetriebes ſämtliche
Arbeits=
loſen zu betreuen. Das Ergebnis dieſes Experiments war
er=
mutigend. Davon hat ſich auch der Vertreter der
Arbeitsloſen=
verſicherung, der in Leipzig weilt, überzeugt.
Es fragt ſich nun, ob in den anderen Gemeinden, an deren
Spitze ein Parteipolitiker ſteht, und deſſen Arbeiten ſich nach
den Wünſchen beſtimmter Gruppen in den Stadtparlamenten
richten, gegenteilige Wirkungen ausgelöſt werden. Wir können
uns vorſtellen, daß hier die Zuſammenlegung benutzt wird, um
Parteifreunde, die aus der Arbeitsloſenverſicherung kommen,
ohne Not beſondere Zuwendungen zu gewähren. Es muß alſo,
tvenn man zur Zuſammenlegung ſchreitet, eine Sicherung
da=
für eingeſchaltet werden, daß mit dem von dem Reich zur
Ver=
fügung zu ſtellenden Geldmitteln äußerſt ſparſam umgegangen
wird.
Der Reichskanzler hat den Vertretern der kommunalen
Spitzenverbände zugeſichert, daß er zu einer Reorganiſation der
Erwerbsloſenhilfe ſchreiten werde, wenn die anzuſtellenden neuen
Unterſuchungen günſtiges Material für die Vereinheitlichung
der Erwerbsloſenfürſorge bringen werden. Die jetzt eingeleiteten
Vorarbeiten werden natürlich darauf abgeſtellt ſein, daß die
Neuorganiſation bereits am 1. April nächſten
Jahres in die Erſcheinung tritt. Die Vorausſetzung dafür iſt
aber, daß die Reichsregierung von dem Gutachten der Brauns=
Kommiſſion abweicht und ſich ſo ſelbſt auf den Standpunkt
ſtellt, daß eine Vereinheitlichung unausbleiblich iſt.
Ein neuer Erlaß über die Kriſenfürſorge.
Im „Reichsanzeiger” erſchien ein neuer Erlaß des
Reichs=
arbeitsminiſters über die Unterſtützungsdauer in der
Kriſenfür=
ſorge für Arbeitsloſe. Hiernach wird angeordnet, daß in der
Zeit vom 28. November 1932 bis 31. März 1933 die
Kriſenfür=
ſorge nicht dadurch ausgeſchloſſen wird, daß der Arbeitsloſe
wäh=
rend dieſes Zeitraumes die höchſte Bezugsdauer der
Kriſenfür=
ſorge erreicht.
Die Lohnabbau=Noiverordnung rechtsgülkig.
Leipzig, 12. November.
In der heutigen Reviſionsverhandlung im arbeitsrechtlichen
Streit wegen des Lohnabaues im Alexanderwerk in Remſcheid
hatte das Reichsarbeitsgericht über die Rechtsgültigkeit der
Ver=
ordnung zur Vermehrung und Erhaltung der Arbeitsgelegenheit
vom 5. September 1932 zu befinden.
Dieſe Verordnung war von gewerkſchaftlicher Seite auch als
verfaſſungswidrig bezeichnet worden. Man ſtützte ſich im
weſent=
lichen auf die Auffaſſung, daß keine ausreichende Ermächtigung
zu ihrem Erlaß vorgelegen habe und daß der durch ſie erfolgte
Einbruch in den Grundſatz der Unabdingbarkeit des Tarifrechts
auch außerhalb des durch ſie umriſſenen Aufgabenkreiſes liegt,
„zur Erhaltung der ſozialen Fürſorge und zur Erleichterung von
Wirtſchaft und Finanzen, Zuſatzeinrichtungen zu vereinfachen und
zu verbilligen”.
Mit dem Arbeitsgericht Remſcheid hat das
Reichsarbeits=
gericht die Rechtsgültigkeit der Notverordnung vom 5
Septem=
ber grundſätzlich bejaht, wenigſtens ſoweit die hier in Frage
ſtehenden Teile in Betracht kommen.
Gemeindewahlen im Saargebiek.
Heparakiſten auf dem Skimmenfang.
Saarbrücken, 13. November.
Am heutigen Sonntag finden im Saargebiet die Kreistags=
und Gemeinderatswahlen ſtatt, die letzten vor der
Volksabſtim=
mung im Jahre 1935. Allgemein iſt zu berückſichtigen, daß der
Kreis der Stimmberechtigten bei den morgigen Wahlen außer der
bodenſtändigen Bevölkerung auch die ſogenannten „
Saareinwoh=
ner”, umfaßt, die an der Volksabſtimmung nicht teilnehmen
wer=
den. Die frankophilen Tendenzen dieſer Kreiſe kommen diesmal in
einer „Unabhängigen Arbeiter= und Bürgerpartei”, die in
ver=
ſchiedenen Orten beſondere Liſten eingereicht hat, zum Ausdruck.
Neben den Mitgliedern des Saarbundes, einer Vereinigung
frei=
willig oder unfreiwillig auf frankophilem Boden ſtehender
Per=
ſönlichkeiten, ſpielen die ins Saargebiet übergeſiedelten rheiniſchen
Separatiſten darin eine große Rolle. Die Hauptſtütze der neuen
Partei ſind die franzöſiſchen Schulen. In der Führung ſtehen
franzöſiſche Staatsangehörige, die zurzeit hier wahlberechtigt ſind,
und deutſche Ueberläufer, die inzwiſchen die franzöſiſche
Staats=
angehörigkeit erworben haben.
Insgeſamt ſind in etwa einem Dutzend Orten derartige Liſten
aufgeſtellt worden, darunter in Saarlouis. Daß dieſe Liſten neben
den bekannten großen Parteien Ausſichten haben, kann bei der
Geſamtſtimmung der Bevölkerung nicht behauptet werden.
Be=
zeichnend dafür iſt das Schickſal, das dieſe Liſten in zwei Orten
des Warndt hatten, alſo des kohlenreichſten Gebietes im
Saar=
becken, auf das ſich auch die größten Hoffnungen der
franzoſen=
freundlichen Elemente ſtützten. Dort war in drei Orten, in
Karls=
brunn, in Ludweiler und in Lauterbach eine Separatiſtenliſte
auf=
geſtellt worden. In den beiden erſtgenannten Orten aber mußte
die Zulaſſung dieſer Liſten abgelehnt werden, weil von den
Un=
terſchriften, die zur Einbringung eines Wahlvorſchlages
erforder=
lich ſind, in Karlsbrunn nicht weniger als 15 und in Ludweiler
zwei gefälſcht waren. So iſt der einzige ſeparatiſtiſche
Wahlvor=
ſchlag, der im Warndt noch gültig iſt, der in Lauterbach.
Guſtav=Adolf=Feſtſpiel.
Die geſtrige Aufführung des Guſtav=Adolf=Feſtſpiels
ge=
ſtaltete ſich zu einer erhebenden Kundgebung für die Idee der
Reformation und zu einer würdigen Gedenkfeier für den
großen König. Wie im vergangenen Jahr, wo dieſes „Hiſtoriſche
Charakterbild‟ Devrients ſiebenmal vor vollem Hauſe aufgeführt
werden konnte, hat auch in dieſem Jahr die Spielſchar des
Ebangeliſchen Bundes Darmſtadt, unter der bewährten Leitung
des Herrn Enders, Beſtes geleiſtet. Wir wollen auf eine
ausführliche Beſprechung verzichten, da die Leiſtungen der
ein=
zelnen Darſteller an dieſer Stelle ſchon eingehend gewürdigt
wurden. Es ſoll hier nur noch einmal der glänzenden
Dar=
ſtellung Guſtav Adolfs durch Herrn Zulauf gedacht werden,
um den ſich die übrigen Spieler zu einem wirkſamen Ganzen
gruppierten. Die Geſamtwirkung wurde vorteilhaft durch die
Bühnenbilder Elly Büttners gehoben. Der Zweigverein
Darmſtadt des Evangeliſchen Bundes hat mit dieſem Feſtſpiel
die 300=Jahrfeier des Todestags Guſtav=Adolfs mit einer
künſt=
leriſch hochwertigen Vorſtellung begangen. Die Darſteller haben
den warmen Beifall der zahlreichen Zuſchauer wohl verdient.
* Die Welle ... die Arform der Weli.
Das Rätſel der Wellenlängen. — Alle Welt ſpricht von einem
Geheimnis. — Was ſind die unbekannten Wellenlängen?
Wellenlängen der Schwerkraft?
Nicht nur unſer wiſſenſchaftliches, ſondern auch unſer
prak=
tiſches Leben iſt heut von dem Begriff der Wellenlänge erfüllt.
Die ganze Menſchheit intereſſiert ſich für die Wellen, mag es
ſich nun um kosmiſche Strahlungen handeln, die durch Profeſſor
Piccard volkstümlich geworden ſind, um die Wellen der Atome
oder um die Wellenlänge des Rundfunks. Die Wellenlänge iſt
abhängig von der Fortpflanzungsgeſchwindigkeit und der
Schwingungszahl. Was aber die Welle bedeutet, das wiſſen wir
alle nicht. Die Wellenlänge iſt für uns das größte Geheimnis,
obwohl wir alle nicht nur täglich davon ſprechen, ſondern auch
damit rechnen und arbeiten, denn wir bauen Rundfunkapparate
und ſtellen ſie ein, und bei allen dieſen Tätigkeiten ſpielt die
Wellenlänge eine Rolle. Nur ſo viel glauben wir heute bereits
zu wiſſen, daß die Welle die Urform alles Seins in der Welt
iſt. Wir berechnen ziemlich genau die Wellenlänge, die bei der
Entſtehung von Atomen in Betracht kommt, wir wiſſen, daß die
Strahlen um ſo härter ſind, je kürzer die Wellen ſind, wir
wiſſen genau, wie lang die Wellen der Röntgenſtrahlen ſind,
der Ultravioletten Strahlen, des Lichtes uſw. Aber was dieſe
Wellen ſind, und wieſo ſie einmal Licht, einmal Röntgen=
ſtrahlen darſtellen, warum überhaupt die Welle irgendwelche
Eigenſchaften hat, das iſt uns unbekannt. Alle Stoffe ſind
aus kleinſten Energiequanten aufgebaut, denn Energie iſt nur
eine andere Form des Stoffes. Das Atom, das man früher
als das kleinſte Teilchen bezeichnete, iſt nach neueſten
Auf=
faſſungen ein elektromagnetiſches Feld, die Materie iſt ſtrahlende
Energie, iſt eine Form von Wellen. Bei den Wellen rechnet man
mit kleinſten und größten Maßſtäben. Es gibt eine ganze
Rang=
ordnung und Stufenleiter für die Wellen, die ihre Namen nach
ihrer Leiſtung erhalten haben. So haben die Röntgenſtrahlen
eine Länge von 0,0000012 bis 0,000000012 Millimeter. Die
Ultra=
violettenſtrahlen haben eine Länge von 0,002 bis 0,004, die
Licht=
wellen eine Länge von 0,004 bis 0,008. Dieſe kurze Spanne iſt
alles, was wir mit unſerem Auge wahrnehmen können.
Auch andere Wellen ſind für uns unſichtbar. Es gibt aber
noch zahlreiche Wellen, die wir auf andere Weiſe ſpüren und
feſtſtellen, wie z. B. die Röntgenſtrahlen, die Wärmeſtrahlen,
die Ultraviolettenſtrahlen. Vollkommen empfindungslos aber
ſind wir gegen die Wellen des Rundfunks. Der ganze Aether
iſt von ihnen in ihren zahlreichen Längen erfüllt, ohne daß
der Menſch auch nur die geringſte Ahnung davon hat. Er hat
aber empfindliche Apparate gebaut, mit deren Hilfe er dieſe
Wellen feſtſtellt und benutzt. Das größte Rätſel ſind aber die
unbekannten Wellen. Das große Wellenband iſt für uns an
vielen Stellen ſchwarz. Wir können es nicht ausfüllen. Wir
wiſſen nicht, was dieſe ſchwarzen Räume für uns bedeuten.
Trotzdem iſt es ziemlich wahrſcheinlich, daß ſie eine große
Be=
deutung haben, daß ſich alſo Kräfte dahinter verbergen, die
wir noch zu entdecken haben. Würden wir nicht die
Röntgen=
ſtrahlen durch den genialen Gedanken Röntgens entdeckt haben,
dann würden wir auch dieſen Teil des Wellenbandes nicht
deuten können. Man nimmt an, daß die uns dunkle und
unbekannte Schwerkraft einen Teil des Wellenbandes darſtellt.
* Theodor Mommſen „Römiſche Geſchichte‟. Großes Format, 1000
Seiten, 150 Tiefdruckbilder nach antiken Vorlagen. Phaidon=
Verlag, Wien. Ganzleinen 4,80 RM.
Dieſes Werk, das auch heute noch als das Beſte auf ſeinem
Gebiet genannt zu werden verdient, möchte der Verlag dem breiten
Publikum zugänglich machen. Es ſind daher die Partien, die einen
nichtwiſſenſchaftlichen Leſer ermüden, wie die Detailunterſuchungen
über röm. Recht, Ritus, Phaſen der Verwaltung u. ä. weggelaſſen.
um eine Ausgabe zu ſchaffen, die nicht ſtudiert werden muß,
ſon=
dern leicht zu leſen iſt. Die Kapitel, die von der Kunſt und
Lite=
ratur der Römer handeln, werden ſpäter in einem beſonderen
Bande folgen. So bringt dieſe Ausgabe in gekürzter Form dieſe
einzig daſtehende Schilderung der röm. Geſchichte bis zum Beginn
des Kaiſerreiches. Zahlreiche Bilder aus dem geſamten Gebiet der
Dr. W.
Geſchichte, Kunſt und Kultur erläutern den Text.
Seite 2 — Nr. 316
Fehlſchlag erwieſen habe, iſt geradezu gewiſſenlos. Daß die
Beſſerung nicht durch ein Regierungsdekret über Nacht
hervor=
gezaubert werden könnte, konnte ſich jeder vernünftige Menſch
doch von vornherein ſagen. Tatſächlich iſt in den letzten Wochen
eine leichte Beſſerung überall feſtzuſtellen. Das beweiſen nicht
nur die Arbeitsloſenziffern. Während gegenüber dem Jahr 1928
die induſtrielle Erzeugung im Quartal von Juli—September
im Jahr 1929 um 2 Prozent, im Jahr 1930 um 2 Prozent, im
Jahr 1931 um 6½ Prozent zurückging, zeigt der gleiche
Zeit=
raum dieſes Jahres eine Zunahme um 2 Prozent. Das iſt um
ſo höher zu werten, als ja noch die Entwicklung bis zum
Auguſt d. J. durchaus rückläufig war, und erſt der September
dann eine Steigerung um 3½ Prozent brachte. Es mag ganz
dahingeſtellt bleiben, inwieweit dieſe Beſſerung durch
Regie=
rungsmaßnahmen hervorgerufen oder gefördert worden iſt. Die
erfreuliche Tatſache einer leichten Beſſerung bleibt beſtehen, und
dieſe erſten Anſätze zu fördern und weiter auszubauen, iſt jetzt
nicht nur die Pflicht unſerer Regierung, ſondern auch die
jedes einzelnen.
Daß für einen weiteren Wiederanſtieg unſerer
Wirtſchafts=
kurve auch die außenpolitiſche Entwicklung der nächſten Zukunft
mit von ausſchlaggebender Bedeutung iſt, liegt auf der Hand.
Auch wenn natürlich für uns die europäiſche Entwicklung nach
wie vor im Vordergrund des Intereſſes ſteht und ſtehen muß,
ſo bedeutet doch das Ergebnis der amerikaniſchen
Präſidenten=
wahlen weltpolitiſch ſo viel, daß es die ganze kommende
Ent=
wicklung auch in Europa außerordentlich ſtark beeinfluſſen wird.
Die amerikaniſchen Präſidentenwahlen haben zunächſt einmal
einem Zuſtand der Ungewißheit ein Ende bereitet, der allmählich
verhängnisvoll zu werden drohte. Es iſt ja immer ſo, daß
amerikaniſche Präſidentſchaftswahlen ſchon lange Zeit vorher
ihre Schatten vorauswerfen. Keine amerikaniſche Regierung
wird ſich, wenn die Wahlen bevorſtehen, zu entſcheidenden
Ent=
ſchlüſſen aufraffen. Unter der Präſidentſchaft Hoovers iſt das
beſonders deutlich in die Erſcheinung getreten, weil ſich wieder
einmal gezeigt hat, daß organiſatoriſche Begabung und
Ein=
ſicht allein ſelbſt in dem Maße, wie ſie Hoover beſaß, noch
nicht zum wirklichen Staatsmann ausreichen. Ob die Regierung
ſeines jetzt gewählten Nachfolgers Rooſevelt das Steuer
her=
umwerfen wird, iſt eine offene Frage. Der neue amerikaniſche
Präſident, der während des Wahlkampfes jede Feſtlegung
ver=
mieden, muß ſeine ſtaatsmänniſchen Fähigkeiten erſt währeno
ſeiner Regierungszeit erweiſen. Wir werden insbeſondere
ab=
zuwarten haben, welchen wirtſchaftspolitiſchen Kurs die neue
amerikaniſche Regierung einſchlagen wird. In Frankreich hofft
man auf ihre Nachgiebigkeit in der Frage der Kriegsſchulden.
Aber das hängt ſo eng mit den großen politiſchen Fragen
zu=
ſammen, daß Prognoſen doch wohl einigermaßen verfrüht
er=
ſcheinen. Auch die Abrüſtungsfrage ſpielt hierbei ja eine
aus=
ſchlaggebende Rolle, und es iſt vielleicht nicht ganz ausgeſchloſſen,
daß die Genfer Abrüſtungskonferenz durch die amerikaniſchen
Präſidentenwahlen neuen Antrieb erhält.
Es iſt nicht zu leugnen, daß der franzöſiſche
Miniſter=
präſident gerade in der Abrüſtungsfrage ſeit einigen Wochen
einen Stellungswechſel vorbereitet. Seine Haltung den deutſchen
Forderungen gegenüber iſt nicht mehr ſo grundſätzlich
ab=
lehnend wie noch vor kurzem, wozu die ruhige und feſte Haltung
der deutſchen Außenpolitik vielleicht auch ihr Teil beigetragen
haben dürfte. Auf der anderen Seite wäre es ſicherlich verfehlt,
wenn wir uns hinſichtlich der künftigen franzöſiſchen Haltung
irgendwelchen Illuſionen hingeben würden. Die Schwenkung der
polniſchen Außenpolitik in der Frage des Nichtangriffpaktes mit
Rußland, die deutlich auf das Geheiß Frankreichs vollzogen
wurde, und die ſogar zu einem Bruch zwiſchen Warſchau und
Bukareſt führte, beweiſt deutlich, daß man in Paris die alten
Clemenceauſchen Einkreiſungspläne noch keineswegs aufgegeben
hat, und daß die Gefahren, die ſich für uns möglicher Weiſe
im Oſten ergeben, noch keineswegs endgültig beſeitigt ſind.
Oſt= oder Weſtorientierung? Dieſe alte Frageſtellung taucht
immer wieder auf, und ſie iſt heute ebenſo falſch wie je. Eine
deutſche Option für die eine Seite iſt unter den gegenwärtigen
Verhältniſſen ebenſo falſch wie für die andere. Im übrigen
blieb es einem Zentrumsblatt vorbehalten, ſich darüber
auf=
zuregen, daß die Reichsregierung kürzlich an einem feierlichen
Empfang der Sowjet=Botſchaft in Berlin teilgenommen. Es
ſcheint, als ob wir außenpolitiſch wirklich unbelehrbar wären.
Wir wollen nicht ſehen, wie ernſt unſere außenpolitiſche
Lage auch heute noch iſt. Der harte Kampf, den wir nach außen
hin zu führen haben, bewegt die breiten Maſſen
verhältnis=
mäßig wenig, denn hier handelt es ſich ja nicht um das
Inter=
eſſe dieſer oder jener Partei, ſondern nur — um Lebensfragen
der Nation.
M.
Die Berhandlungen mit den Parkeien
ſind noch nicht in Fluß gekommen. Da der Kanzler am Montag
n Dresden iſt, werden ſie auch erſt am Dienstag oder Mittwoch
vor ſich gehen. Dabei iſt immer noch ungewiß, was Adolf Hitler
tun wird. Da aber ſein Reichspropagandaleiter Göbbels auch
jetzt wieder die Parole ausgibt: Papen verhandelt — aber ohne
uns!” iſt ſachlich vollkommen ſicher, daß die Nationalſozialiſten
*
Beieng Besen beutſche WBieiſtchan.
Mit dieſem verdienſtvollen klug und gut geſchriebenen Buche*)
ſetzt hier der Verlag die ſtattliche Reihe politiſch=wirtſchaftlicher
Bücher fort, die bereits Autoren wie Moeller, van den Bruck,
Winnig, Blüher, Stapel, Fritz Klein, Mariaux u. a. aufweiſt.
Es iſt kein erfreuliches Leſen. Am wenigſten für den, der (wie
etwa der Berichtende) dieſen Wirtſchaftskrieg gegen Deutſchland
aus nächſter Nähe und am eigenen Körper geſpürt hat. Aber das
gehört ja zur Tragik unſeres deutſchen Schickſals, daß die Not
nicht endete, als Krieg und Nachkrieg mit tauſend Opfern
durch=
kämpft war, ſondern daß Kampf und Elend weiter geht und auch
auf unſeren Kindern laſtet, die doch keinen Anteil an jenem
Kriegsgeſchehen hatten! Und zu dieſen ſchmerzlichen Nachwehen
der Kriegsjahrzehnte gehört ja auch dies nochmalige
Durchleben=
müſſen all des Leides und Unrechtes an Hand der Bücher, die
ſich der bitteren, aber dankenswerten Aufgabe unterziehen, dieſem
Geſchehen in Urſache und Auswirkung nachzugehen. Dankenswert,
weil kommende Geſchlechter wiſſen ſollen, wie die Welt uns
be=
handelt hat und wie unendlich ſchwer es geweſen iſt, Deutſchland
zu erhalten! —
Zu dieſen Büchern bitterer Rückerinnerung gehört auch das
vorliegende, das den Weltkrieg gegen die deutſche Wirtſchaft bis
hinein in unſere Tage ſchildert. Da wird auch dem Fernſtehenden
klar, — was wir Auslandsdeutſche ſchon immer wußten oder doch
ſpürten —, daß die politiſche Einkreiſung Deutſchlands vor dem
Kriege in erſter Linie der Abwürgung ſeiner ſo wunderbar
ent=
wickelten Wirtſchaft galt. Allzu mächtig war ſeine Handels= und
Induſtrietätigkeit geworden, zu groß die Handelsflotte, zu
welt=
umſpannend ſein Wirken und Einfluß. Zumal für Großbritannien,
das immer mehr von ſeiner Weltgeltung in die fleißigen Hände
des deutſchen Konkurrenten entgleiten ſah und ſchließlich erkennen
mußte, daß dieſem gefährlichen Gegner nur mit gleichen Waffen
zu begegnen wäre: mit harter Arbeit, mit Anpaſſung, mit
An=
ſpruchsloſigkeit. Das aber lag dem Briten, den eine langjährige
Weltherrſchaft reich und mächtig und bequem gemacht hatte, nicht
mehr —, ſo mußte nun Politik und Gewalt helfen, den
Konkur=
renten unſchädlich zu machen. Bundesgenoſſen finden ſich leicht,
wo es gilt, einen gemeinſamen Gegner abzuwürgen, der einem
das leichte Leben und Reichwerden erſchwert, und ſo war bald die
halbe Welt gegen Deutſchland mobiliſiert, militäriſch und
wirt=
ſchaftlich.
So wenig harmoniſch und wirkſam die militäriſche Strategie
der Alliierten war, ſo trefflich arbeitete ihr Vernichtungswerk
gegen unſere Wirtſchaft ineinander, Keiner der Staaten und
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 13. November
Vom Tage.
Nach dem engliſchen und franzöſiſchen Schritt in Waſhington
wird erwartet, daß auch Italien und andere europäiſche
Schuld=
nerländer eine Aufſchiebung der Schuldenzahlungen an Amerika
beantragen werden.
Im Quai d’Orſay fand geſtern ein Kabinettsrat unter dem
Vorſitz des Miniſterpräſidenten Herriot ſtatt, in dem das von den
„Abrüſtungstechnikern” verfaßte Memorandum über den
franzö=
ſiſchen konſtruktiven Abrüſtungs= und Sicherheitsplan einer letzten
Prüfung unterzogen wurde. Der Plan, der elf
Schreibmaſchinen=
ſeiten umfaſſen ſoll, wird am Montag dem Miniſterrat zur
end=
gültigen Billigung vorgelegt werden.
Der franzöſiſche Botſchafter in Madrid, Herbette, ſoll jetzt
endgültig abberufen werden. Als Nachfolger ſoll der jetzige
Ge=
ſandte in Wien, Graf Clauzel, in Frage kommen. Wenn dies den
Tatſachen entſpricht, kann Herbette als Opfer der Demonſtrationen
bezeichnet werden, die ſich bei der Anweſenheit des
Miniſterpräſi=
denten Herriot in Madrid ereigneten.
In Waſhington gilt es jetzt als wahrſcheinlich, daß nach dem
Regierungsantritt Rooſevelts die Anerkennung Sowjet=Rußlands
durch die Vereinigten Staaten ausgeſprochen wird, zumal ſich auch
der Nachfolger Borahs, der Senator Swanſon, ſich in dieſem Sinne
ausſprechen wird.
Der japaniſche Chefdelegierte im Völkerbundsrat. Matſuoka,
iſt Samstag mittag, aus Tokio kommend, in Paris eingetroffen.
Matſuoka wird bekanntlich im Völkerbundsrat die Haltung
Ja=
pans zum Lytton=Bericht über die Mandſchurei darlegen. In
Pa=
ris findet am Sonntag eine Konferenz der japaniſchen
diplomati=
ſchen Vertreter Europas ſtatt.
Der von der javaniſchen Regierung jetzt fertigeſtellte
Haus=
haltsentwurf für das Finanzjahr 1933/34 ſieht Ausgaben in Höhe
von 2 Milliarden 235 Millionen Yen vor. Davon ſind 662
Mil=
lionen Yen für das Heer und 472 Millionen Yen für die Marine
beſtimmt. Seit dem ruſſiſch=japaniſchen Krieg ſind die Finanzen
Japans nicht mehr in einem derartigen Umfang für militäriſche
Zwecke angeſpannt geweſen
ſich dieſem Kanzler verſagen werden. Vielleicht iſt es auch
darauf zurückzuführen, wenn bereits Gerüchte im Umlauf ſind,
die davon wiſſen wollen, daß der Reichstag noch vor ſeinem
Zuſammentritt aufgelöſt werde. Die Regierung dementiert das
mit aller Entſchiedenheit. Das Dementi iſt wohl auch richtig,
jedenfalls einſtweilen. Denn die Beſprechungen des Kanzlers
mit den Parteiführern waren ja doch immer nur als einleitende
Verhandlungen gedacht. Man hält immer noch daran feſt, daß,
falls ſie zum Scheitern gelangen, der Reichspräſident eingreifen
und die Parteiführer zu einem letzten Appell zu ſich bitten wird.
Sollte auch dieſer Verſuch ſcheitern, und damit auch endgültig
der Nachweis der Arbeitsunfähigkeit des Reichstages erbracht
ſein, dann wäre immerhin denkbar, daß die Reichsregierung zur
Auflöſung ſchreiten würde, aber auch nur denkbar. Beſchlüſſe
nach dieſer Richtung ſind noch nicht gefaßt. Es iſt ebenſogut
möglich, daß man eine Ausſprache im Reichstag einleitet in der
Hoffnung, auf eine Vertagung, die eine Löſung der Kriſe über
Weihnachten bis ins nächſte Jahr verſchieben würde.
Vorarbeiten für Genf.
Deutſche Sondierungen in London.
* Berlin, 12. Nov. (Priv.=Tel.)
Durch die letzte Rede des engliſchen Außenminiſters haben
die diplomatiſchen Verhandlungen, ſoweit ſie ſich um die
Betei=
ligung Deutſchlands an der Abrüſtungskonferenz drehen, einen
neuen Auftrieb erhalten. Der deutſche Botſchafter in London,
v. Hoeſch, hat auf Grund der Ausführungen des engliſchen
Außen=
miniſters eine ſehr eingehende Unterredung mit Sir Simon
ge=
habt. In nächſter Zeit wird vorausſichtlich Herriot in
öffent=
licher Rede zum gleichen Thema ſprechen, ſo daß dann eine
zu=
nächſt ausreichende Baſis für die Fortführung der diplomatiſchen
Verhandlungen geſchaffen iſt.
Die Einladung Englands, eine Vorkonferenz abzuhalten, um
die Vorausſetzungen für die Wiederbeteiligung Deutſchlands an
der Abrüſtungskonferenz zu ſchaffen, beſteht nach wie vor.
Mac=
donald hat ſeine Einladung noch nicht zurückgezogen, wenn er
ſich auch damit einverſtanden erklärte, daß bis zum Ablauf der
deutſchen und amerikaniſchen Wahlen weitere Bemühungen
zu=
nächſt einmal ruhen ſollen. Die Wahlen ſind nun vorüber.
Außerdem ſteht die Völkerbundsverſammlung in Genf vor der
Tür, die ſich vornehmlich mit dem mandſchuriſchen Konflikt
be=
ſchäftigen ſoll. Bei dieſer Gelegenheit werden wieder einmal
ſämtliche Außenminiſter in Genf verſammelt ſein. Auch der
deutſche Außenminiſter von Neurath wird ſich zu dieſer Tagung
des Rates nach Genf begeben müſſen. Da ſchon vor einigen
Wochen in Ausſicht genommen worden iſt, in Genf von Miniſter
zu Miniſter zu verhandeln, um die Vorkonferenz in Gang zu
bringen oder aber ſchon hier die deutſchen Bedenken
auszuräu=
men, müſſen natürlich jetzt die entſprechenden Vorbereitungen in
Genf getroffen werden, damit die Verhandlungen hinter den
Ku=
liſſen einen einigermaßen guten Start erhalten.
Amerika=Schuldner in Berzug.
Frankreich und England
erſuchen um Zahlungsaufſchub.
Waſhington, 12. Novem=
Das Schatzamt hat die geſtern fällig geweſene Rate
ver=
griechiſchen Regierung nicht erhalten. Die ungariſche Reg:,
hat dem Schatzamt mitgeteilt, daß es ihr nicht möglich ſe
zur Bezahlung der am 15. Dezember fällig werdenden Rat=
40792 Dollar nötigen Deviſen aufzubringen.
Die franzöſiſche Regierung beſtätigt heute nachmittasy
ziell, daß ſie bei der amerikaniſchen Regierung Schritte
Stundung der am 15. Dezember fälligen Schuldenrate
nommen hat.
Der Schritt der franzöſiſchen Regierung
ſich, wie übrigens auch der der engliſchen Regier-.
vorerſt einmal ausſchließlich auf die Frage der am 15. Dexiu
fälligen Rate in Höhe von 20 Millionen Dollar. Die allge
Kriegsſchuldenfrage ſelbſt ſoll nicht aufgeworfen werder, ſ
ſter v.
franzöſiſche Regierung ſcheint lediglich um eine „Verſchine
die bende
der fälligen Rate nachgeſucht zu haben.
Zur Begründung dieſes Antrages hebt die franzöſiſcht wleilaufe
gierung hervor, daß Frankreich in Lauſanne auf Betreib. „ſw rnde E
Vereinigten Staaten einer Reduzierung ſeiner Forderuns,i der
Deutſchland zugeſtimmt habe, die praktiſch einer Streichur ſet
deutſchen Reparationszahlungen gleichkomme. In franz. /1 di7 Me
Kreiſen Waſhingtons glaubt man, daß die Amerikaner daalsweiſe
liſche Stundungsgeſuch bewilligen werden, da die Zahlum/u caſſel
95 Millionen Dollar betragenden Schuldenrate den Kur- ſ0)ß M
engliſchen Pfundes gefährden könnte, woran die Vereffſche ohe
Staaten nicht das geringſte Intereſſe hätten. Man beff,
zwar, daß der amerikaniſche Kongreß auf den Unterſchied zmſ
der ſchwierigen engliſchen und der günſtigen franzöſiſchen 2u/90000
lage hinweiſen könne, hoffe aber, daß ſchließlich doch in d
handlung der beiden Länder keine Diskriminierung gn
uksſekret
werde.
mg man
Gleichzeitige Beröffenklichung der engliſchei s vien
n dier Kri=
und der franzöſiſchen Schuldennoke.
Staatsſekretär Stimſon gab heute bekannt, daß die b—/‟
wch=
franzöſiſchen und der britiſchen Regierung überreichten
zur Kriegsſchuldenfrage am nächſten Dienstag gleichzei
den Vereinigten Staaten und den Hauptſtädten der intereſ ſ
Länder veröffentlicht werden.
Amerikaniſche Skimmen gegen Schulden=Revikliue neit
Die Stimmung gegen eine Reviſion der Kriegsſchulden —
einer Streichung überhaupt nicht zu ſprechen — iſt nach w
ſehr groß. Der demokratiſche Senator Robinſon forderte im
Rede die amerikaniſche Regierung auf, kategoriſch zu erk
daß die Eintreibung der Kriegsſchulden einer der wich
Punkte bleibe. Auch das republikaniſche Mitglied des F
ausſchuſſes des Senats, Reed, hat ſich zu den Gegnern der 9
denreviſion bekannt und der Erwartung Ausdruck gegeben, E7
Schuldner die am 15. Dezember fällige Rate zahlen we
Ueber die franzöſiſchen Klagen führte Reed aus, Frankreichtf
an dem Verkauf der ihm überlaſſenen amerikaniſchen Hect.
ſtände mehr verdient, als es an die U. S.A. insgeſamt an Kiü
ſchuldenzahlungen leiſte. Gleichwohl verſchreie Frankreick
immer Amerika als einen unerbittlichen Gläubiger.
A wite
Der demokratiſche Senator Swanſon betonte gleichfall
er kategoriſch jede Maßnahme ablehnen werde, „die dem Ge kküen un
kurz vor den Wahlen in Chicago abgegebenen Parteierkllchu
widerſpricht”. Auf der Chicagoer Tagung wurde, wie er
lich, die Außenpolitik etwas ſtiefmütterlich behandelt. Die
teierklärung betonte die „Heiligkeit der Verträge und die A.d
vor den eingegangenen Verpflichtungen”, ſprach ſich gegenBle
„Schuldenſtreichung” aus, ließ jedoch die Frage einer Reie,
und etwaigen Verminderung der Schulden offen.
Der republikaniſche Senator Reed gab der Anſicht Aus
daß der Kongreß den europäiſchen Schuldnerländern ein
Moratorium nicht gewähren werde.
Wirkſchaftsvereinbarung zwiſchen Ikalien u. Aalk
Wie verlautet, haben die Verhandlungen zwiſchen Mr)/”
und dem ungariſchen Miniſterpräſidenten Gömbös in Rue.
einer vollſtändigen Einigung über den Abſchluß einer Wirtäitz,
vereinbarung geführt, deren Einzelheiten noch von den Sch
ſtändigen ausgearbeitet werden müſſen. Nähere Einzelheiten
dieſe Vereinbarungen waren bei den beiden Regierung/ Inw
nicht zu erlangen; ſie werden erſt nach Abſchluß der Sachv Allen
digenarbeiten veröffentlicht werden.
Gömbös trifft am Montag vormittag von ſeiner Rall.
in Budapeſt ein, wo ihm ein feſtlicher Empfang bereitet m!
Stäcchen wollte da zurückbleiben und ſich von England
übertref=
fen laſſen, das die Führung in dieſem edlen Streite übernommen
hatte. (Anſtändige Engländer ſchämen ſich noch heute der Rolle,
die ihr Land — unter Mißachtung allen Völkerrechts — dabei
ge=
ſpielt hat!)
Es fing an mit dem Raube deutſchen Eigentums in
Geſtalt von Schiffen, Ladungen, Geſchäften, Patenten, Kaufläden
u.ſ.f. Gleichzeitig wurden die Betroffenen hinter Stacheldraht
ge=
ſetzt und dadurch verhindert, ihrem Berufe und ihrem Rechte
nach=
zugehen. Bald darauf erfolgte die Verſchleuderung deutſchen
Eigen=
tums in äußerlich ſcheinbar korrekter, tatſächlich aber
verbreche=
riſcher Form. Geſchäfte, die wichtig erſchienen, wurden durch
eng=
liſche Vertrauensleute weitergeführt, natürlich nur mit dem
Zwecke, davon zu profitieren und die verhaßte deutſche
Konkur=
renz durch Stehlen ihrer Geſchäftsmethoden und =Geheimniſſe
ohne viel Mühe zu vernichten. Dann ging es weiter ins neutrale
Ausland. Dort wurden, — immer unter Führung des
geſchäfts=
tüchtigen Englands — die berüchtigen „Schwarzen Liſten”
einge=
richtet, jene Zuſammenſtellung von Firmen, die irgenwie mit
Deutſchland Handel trieben oder Beziehungen hatten. Teilweiſe
mit Gewalt wurden ſie, die doch Neutralen, gezwungen, ihre
Bücher vorzulegen und dann jeglichen Handel mit dem „Feinde‟
einzuſtellen, — alſo Handelsſpionage und Nötigung im ſchlimmſten
Sinne! Doch der Zweck heiligt die Mittel, ging es doch darum,
den deutſchen Außenhandel zu erdroſſeln und das Land
auszuhun=
gern und für einen Gewaltfrieden geneigt zu machen!
Auch militäriſch wirkt ſich dieſe brutale Blockade immer
dro=
hender aus, ſo daß es ſchließlich zum Niederbruch der
Zentral=
mächte kommt. Schwerſten Herzens legt Deutſchland die
unbeſieg=
ten Waffen nieder, hofft heimlich doch noch auf Wilſons vierzehn
Punkte Deren dritter verſpricht: „Beſeitigung aller
wirtſchaft=
lichen Schranken, ſoweit irgend möglich iſt, und Herſtellung gleicher
Handelsbeziehungen unter allen Staaten.” Aber furchtbar iſt die
Enttäuſchung durch das ſchmachvolle Verſailler Diktat: Beraubt
wird Deutſchland wichtigſter Gebietsteile, ſeiner ſämtlichen
Kolo=
nien, eines Großteils der Handelsflotte, der Transportmittel, der
Induſtrien, der Ernährungsmöglichkeit, — kurzum alles deſſen,
was es zum Wiederaufſtieg benötigt. Nicht aber beſchränkt ſich
dieſer „Raubzug”, wie ihn der engliſche Wirtſchaftler Keynes ſelbſt
brandmarkt, aufddas Inland, nein, er geht auch gegen alles das,
was im Auslande noch an deutſchem Eigentum und Schaffen
übriggeblieben iſt. Da bleiben auch die ſchärfſten Proteſte aus den
eigenen Reihen (z. B. von Morel) wirkungslos.
Dabei laſtet ſchwer auf dem ausgebluteten Lande die
furcht=
bare Bürde der Sachlieferungen, wahnſinnig in ihrem Ausmaße,
wahnſinnig auch in ihrem wirtſchaftlichen Unverſtand und in
ihren verheerenden Wirkungen auf den geſamten. Weltkn
Himmelſchreiend und zugleich unſäglich paradox, was da alls
fordert wird und geleiſtet: Deutſche Sachlieferungs=Kohlen
nach Frankreich=Belgien, werden von dort nach England veb
und dann weiter nach Deutſchland, wo ſie als „engliſche K)
eingeführt werden! Und in dieſem Stile geht es fort und wi)
iatürliche Kreislauf der Wirtſchaft hoffnungslos zerſtört.
am ſchlimmſten wirkt ſich dieſe Schädigung durch die Ruhrbe ),
aus, deren zermürbendem Drucke auch der mannhafteſte Affüc
Widerſtand ſchließlich ſich beugen muß. Eine lebensgefä. / wor
Wunde iſt dem deutſchen Wirtſchaftskörper geſchlagen, die nn
lange ſchwärt und weite Gebiete in Mitleidenſchaft zieht. Da) Atien
Abſchnürung des Saarlands, das durch allerlei Vergewal aM —
gezwungen wird, Frankreich wirtſchaftlich dienſtbar zu w/8)
England ſieht unwillig und doch als tertius gaudens zu.
Weiter geht die Erpreſſung von Deutſchland, die Schra Wſta
an dem ſo blutarmen Körper. Die Tribute mit ihren teuflihi nn
ſtiſchen Beſtimmungen und irrſinnigen Forderungen geben. M. Num
wieder Gelegenheiten, der deutſchen Wirtſchaft, ſobald ſie Eſ Ind
aufatmen will, den Atem zu nehmen und dazu jede Hoffnum.” m
es je beſſer werden könnte. Unter der Deviſe „Le boche paver"
werden unerhörte Tributforderungen auferlegt: allein 60 94
den Goldfranken Penſionen für franzöſiſche Kriegsteilnehm
Milliarden für Liebespakete an franzöſiſche Kriegsgefange‟
Deutſchland! Und ſo weiter, ohne Sinn und ohne Gnade! Dcn
geht der mehr unterirdiſche Kampf gegen Deutſchlands wira!
liche Erholung, zumal durch Erſchwerung ſeines Exportes.
ſchutzzölle, Zollſchikanen, Einfuhrkontingentierungen und (b
Maßnahmen müſſen da herhalten, und unter deren Schutze —
im Auslande Induſtrien errichtet, die Erſatz für deutſche 2
ſchaffen. Das iſt nicht ſchwer, nachdem man durch lega4 g
Handelsſpionage und =Raub dem deutſchen Konkurrenter
Wichtige geſtohlen und abgeſehen hat!
Doch genug des Unerfreulichen, wenn auch die feina!
Kampfhandlungen noch längſt nicht erſchöpft ſind. Wie da 22/76
land noch weiter beraubt und gequält und geſchwächt wird, 4
ſchon die Ueberſchriften der Kapitel an: „Einbruch im Ou
Deutſcher Ausverkauf — Unter der Herrſchaft des Franck.)0,
20 000 Km. Zollmauern” . . . . Und das letzte Kapitel zie",
Bilanz, eine ebenſo klare wie ernſte Bilanz: Es gibt keine
rung in de= deutſchen und damit in der Weltwirtſchaft, die
reits zum Chaos und Bolſchewismus treibt, wenn nicht 2
land wieder frei und gleichberechtigt wird.
Th. Engelma
*) Carl Rothe, Weltkrieg gegen deutſche Wirtſchaft, 2
tiſche Verlagsanſtalt.
[ ← ][ ][ → ]Wagg, 13. November 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 316 — Seite 3
Tabensoeſcaffung unnd Serwmnängsreforn.
er Nußiſche Landgemeindetag geſchloſſen für den Gerecke=Plan. — Eindringlicher Ruf nach
Helbſt=
verwalkung. — Die Behebung der Arbeitsloſigkeit die Schickſalsfrage des deutſchen Volkes.
Eine entſcheidende Hilfe könnten die letzten Maßnahmen der
Sorgenvolle Fragen
Reichsregierung nicht bringen. Nach den Feſtſtellungen des
Inſtituts für Konjunkturforſchung hätten wir eine
Erwerbs=
uf dem preubiſchen Landgemeindeiag.
loſigkeit von über ſieben Millionen. Die Gemeinden würden
Berlin, 12. November.
ImSitzungsſaale des Reichstages begann am Samstag
vor=
kuttaig ſer Vertretertag des Verbandes der preußiſchen Land=
(meſntn. Bürgermeiſter Lange=Weiswaſſer verlas
zu=
chſtz in Telegramm des Reichskanzlers, in dem als eine der
ſewtlyſten Vorausſetzungen geſunder Gemeindefinanzen die
verinſgung der Arbeitsloſigkeit bezeichnet wird. Auch Reichs=
„Auhrymſiſter v. Schleicher verwies in einem Telegramm auf die
sſchilgebende Bedeutung der Arbeitsbeſchaffung.
Jnſ ſerlaufe der Tagung bemängelte der Vorſitzende Lange
1ernde Einſchränkung der Selbſtverwaltung und betonte,
üder Verband geſchloſſen hinter den ſog.
rnie=Plan zur Arbeitsbeſchaffung ſtelle. Die
tteilh die die Reichsregierung zur Bekämpfung der
Arbeits=
gkuiauswerfe, ſeien nicht ausreichend, um eine ſchnelle
Ab=
fe zuſchaffen. Man müſſe mit 7 Millionen Arbeitsloſen rech=
ſodaß mit deren Familienangehörigen rund 20 Millionen
Lutſſt ohne Exiſtenz ſeien.
Maaksſekrekär Popik bedauerk den Geiſt
der Berneinung.
Sitatsſekretär Popitz bedauerte, daß Maßnahmen der
Regie=
füing,z mig man mit ihnen einverſtanden ſein oder im einzelnen
ſeues wiſſen, vielfach auf eine geiſtige Einſtellung ſtoßen, die
inder Kritik zu beſtehen ſcheint, die den Peſſimismus um
Zeimismus willen predigt, die Verneinung um der
Ver=
aß unumwillen. Der Miniſter betonte dazu, daß die Maßnahmen
Recerung nicht ausreichten. Es müſſe ein umfaſſender Plan
tge iet werden, und daß daran gearbeitet wird, und zwar mit
ßtü=Beſchleunigung, ſei ſelbſtverſtändlich. Das Unglück in
Cfeindefinanzen ſei durch die Arbeitsloſigkeit hereingebro=
E liege da nahe, von dieſer Seite her zu helfen, und es
arckennenswert, daß der Präſident und der Vorſtand der
nſſemeinden den Mut aufgebracht haben, einen Plan
zuſteen, um dieſer Arbeitsloſigkeit Herr zu werden. Ein
ſol=
iln ſei natürlich mit großer Verantwortung verbunden und
ſet geſtaltet ſein, oder er müſſe ſich ſo geſtalten laſſen, daß
imEinklang ſtehe mit der ernſten Sorge dafür,
Fjüſere deutſche Währung unter allen
Um=
ahm geſichert bleibe und daß der
Geſamtzuſammen=
gümt der Lage unſere Finanzen in etatsmäßiger und
kaſſen=
ſiüe Beziehung innegehalten würde. Der Miniſter ſchloß
llede mit einem Bekenntnis zur Selſtbver
IUmg.
Gerecke zur Arbeitsbeſchaffung
und Verwalkungsreform.
u weiteren Anſprachen des Freiherrn von
Richthoſen=
den ſiu=ſoſen und des Amts= und Gemeindevorſtehers Zimmer=
Partumerveg nahm Präſident, Landrat a. D. Dr. Gerecke, das
de, mi mrnyſeinem Vortrag über das „
Arbeitsbeſchaffungs=
el bſtumm der Landgemeinden und
Verwal=
ſch m hreform”.
ein: 70r betonte, daß die Reformmaßnahmen, ſoweit ſie
be=
det=zdie ländliche Selbſtverwaltung betreffen, keineswegs die
ſnſicht Aitug der Bevölkerung gefunden hätten. Jede geſunde
Re=
inüſſe den Zug zur Dezentraliſation und nicht
köntraliſation haben, wie er in einem Teil der preu=
Beh Reformmaßnahmen unverkennbar ſei. Beſonderes
Be=
mMhabe die ſchematiſche Kreiszuſammenlegung erweckt. Alle
„Faleuund Bedenken würden aber noch weit übertroffen von der
mrußchSchickſalsfrage: Wie ſollen wir mit der
nmafſnarbeitsloſigkeit über die nächſten
Mo=
eeithinwegkommen, und wie ſollen unſere
Ge=
sFiſllen, die immer weiter geſtiegenen
Wohl=
hütlaſten aufbringen?
Heſſiſches Landeskheaker.
Feſtakt der Preſſe:
„Likerakur”
Luſtſpiel von Arthur Schnitzler.
Ader Feier des 25jährigen Beſtehens des Landesverbandes
Mein er deutſchen Preſſe bot das Landestheater als Feſtgabe
ſe AAfführung von Schnitzlers Luſtſpiel „Literatur‟. Die
MMl uar in doppelter Hinſicht glücklich.
In erfreute ſich an Schnitzlers außerordentlichem Geſchick,
* Iyen Fäden eines ſolchen Luſtſpieles zu ſpinnen zu
Se rhchen und zu entwickeln. Aus Liebenswürdigkeit und Klug=
D it, Al8 Grazie und Fronie erwächſt ein reizendes Gebilde,
9ei gert freute man ſich in der literariſch durchſetzten Zu=
2 auyſhaft über die heiteren Züge aus der ſchriftſtelleriſchen
Me ohle, die in dem Luſtſpiel ſich ſpiegeln. Es voltigiert auf
T. =nze zwiſchen literariſchem Zigeunertum und Bürgerlich=
L, A)d beleuchtet mit ſchillernden Lichtern die mannigfachen
0 biecſtenr des Literatentums.
*Darſtellung trug dieſem ſchillernden Charakter Rechnung.
TAS Lüſpiel iſt 1901 entſtanden. Kurt Hirſchfeld ließ es
Pband der Zeit ſpielen. Er zog es nicht ins Schwank=
W itlE Aber er überſteigerte es. Er ließ Lichter der
Selbſt=
once welen. Er ließ die Diſtanz, die wir bei allem Gefallen
Ghuitzlers feiner Kunſt nach dreißig Jahren zu ihr ge=
Dna/ Haben, ſpüren. Wie er dies machte, war geſcheit und
vhre Aüf ant.
Iſe Hoffart war die junggeſchiedene Frau, die
SWic Ren, die aus der Boheme in die vornehme Welt und zu=
Sie 27 Den Hafen einer neuen Ehe flüchtet: reizvoll und aus=
Peſt49 rnit allen Künſten der Koketterie.
Eand zwiſchen zwei Männern: Franz Kutſchera, der
2 g rauen Gehrock des Weaner Barons von 1900 mit
F9 Trug, und Hermann Gallinger, der den verfloſſenen
RtEIM aaus dem literariſchen Schwabing heiter bis zur liebens=
Apür chen Groteske trieb.
Feſtgäſte unterhielten ſich ausgezeichnet und dankten
nit (h. ftem Beifall.
N Geſellſchaftsabend im Hokel zur Traube
haß Rtotz überfülter Feſträume den ſchönſten harmoniſchen
SStT. Es war ein Feſt, wie es nach allgemeiner Beſtätigung
SuS lalt ſei langem gleich ſchön nicht ſah. Der Feſtbericht
SDes Gen Geſelſchaftsabend der Preſſe folgt morgen.
ebenſo wie die geſamte Wirtſchaft erſt dann die entſcheidende
Erleichterung erhalten, wenn die Arbeitsloſigkeit als ſolche
wirk=
ſam bekämpft worden ſei. Nur dem Programm werde
Erfolg beſchieden ſein, das hinter ſich eine
möglichſt breite Volksfront vereinige. An dem
Programm des Landgemeindeverbandes hätten von Anfang an
Vertreter des Reichslandbundes, des Verbandes der
Landes=
kulturgenoſſenſchaften, des Stahlhelms, des Reichsbanners, der
Nationalſozialiſten ſowie gewerkſchaftliche Kreiſe aktiv
mitge=
arbeitet. Die Klüfte und Abgründe zwiſchen den verſchiedenen
Schichten des deutſchen Volkes würden nur zu überbrücken ſein
durch ſachliche Arbeit am Volksganzen, durch eine umfaſſende
Arbeitsbeſchaffung.
Inzwiſchen war ein Begrüßungstelegramm des
Reichspräſidenten v. Hindenbrug eingetroffen, das unter
lebhaftem Beifall verleſen wurde. Der Reichspräſident gibt darin
der Hoffnung Ausdruck, daß die Tagung dazu beitragen möge,
die Frage der Arbeitsbeſchaffung zu fördern und dadurch
Mil=
lionen von Arbeitsloſen in der Landwirtſchaft und in den
Landgemeinden Hilfe zu bringen.
Reorganiſakion der Erwerbsloſenhilfe
zur Berbilligung des geſamken
Unkerſtükzungs=
apparakes.
* Berlin, 12. November. (Priv.=Tel.)
Der Reichskanzler hat im Anſchluß an ſeine Unterhaltung
mit den Städtevertretern den Reichsarbeitsminiſter gebeten,
erneut das Problem einer Neugeſtaltung der geſamten
Erwerbs=
loſenhilfe zu unterſuchen.
Bereits vor längerer Zeit hat eine größere Kommiſſion
unter dem Vorſitz des früheren Reichsarbeitsminiſters Dr. Brauns
den Verſuch gemacht, einen Weg für die beſſere und billigere
Geſtaltung der Erwerbsloſenhilfe zu finden. Die Kommiſſion
iſt aber ſchließlich darauf abgekommen, der Reichsregierung zu
empfehlen, an dem derzeitigen Zuſtand der Dreiteilung der
Unterſtützung nichts zu ändern. Wir haben alſo z. Zt. die
Arbeitsloſenverſicherung, dann die Kriſenfürſorge und
ſchließ=
lich die Wohlfahrtshilfe. Die Gemeinden haben nun vor einiger
Zeit eine
Uebernahme aller Unkerſtühungen
auf die Gemeindekaſſen
vorgeſchlagen, haben allerdings daran die Bedingung geknüpft,
daß das Reich von ſich aus gewiſſe Zuſchüſſe leiſtet, die noch
im einzelnen feſtzuſetzen wären. Sie ſind der Anſicht, daß es
dann möglich ſein wird, den geſamten Unterſtützungsapparat
weſentlich zu verbilligen. Außerdem gilt die
Bedürftigkeits=
prüfung. In den Gemeinden kann alſo ſchneller als das durch
die Arbeitsloſenverſicherung geſchieht, feſtgeſtellt werden, ob die
Notwendigkeit einer Erwerbsloſenhilfe vorliegt oder nicht. Auf
Grund einer der letzten Notverordnungen iſt nun den
Gemein=
den die Möglichkeit gegeben, die Kriſenfürſorge mit zu
über=
nehmen.
Ein inkereſſanker Verſuch.
Der Leipziger Oberbürgermeiſter Dr. Goerdeler hat nun im
Einverſtändnis mit dem Arbeitsminiſterium den Verſuch
ge=
macht, im Rahmen ſeines Fürſorgebetriebes ſämtliche
Arbeits=
loſen zu betreuen. Das Ergebnis dieſes Experiments war
er=
mutigend. Davon hat ſich auch der Vertreter der
Arbeitsloſen=
verſicherung, der in Leipzig weilt, überzeugt.
Es fragt ſich nun, ob in den anderen Gemeinden, an deren
Spitze ein Parteipolitiker ſteht, und deſſen Arbeiten ſich nach
den Wünſchen beſtimmter Gruppen in den Stadtparlamenten
Guſtav=Adolf=Feſtſpiel.
Die geſtrige Aufführung des Guſtav=Adolf=Feſtſpiels
ge=
ſtaltete ſich zu einer erhebenden Kundgebung für die Idee der
Reformation und zu einer würdigen Gedenkfeier für den
großen König. Wie im vergangenen Jahr, wo dieſes „Hiſtoriſche
Charakterbild‟ Devrients ſiebenmal vor vollem Hauſe aufgeführt
werden konnte, hat auch in dieſem Jahr die Spielſchar des
Evangeliſchen Bundes Darmſtadt, unter der bewährten Leitung
des Herrn Enders, Beſtes geleiſtet. Wir wollen auf eine
ausführliche Beſprechung verzichten, da die Leiſtungen der
ein=
zelnen Darſteller an dieſer Stelle ſchon eingehend gewürdigt
wurden. Es ſoll hier nur noch einmal der glänzenden
Dar=
ſtellung Guſtav Adolfs durch Herrn Zulauf gedacht werden,
um den ſich die übrigen Spieler zu einem wirkſamen Ganzen
gruppierten. Die Geſamtwirkung wurde vorteilhaft durch die
Bühnenbilder Elly Büttners gehoben. Der Zweigverein
Darmſtadt des Evangeliſchen Bundes hat mit dieſem Feſtſpiel
die 300=Jahrfeier des Todestags Guſtav=Adolfs mit einer
künſt=
leriſch hochwertigen Vorſtellung begangen. Die Darſteller haben
den warmen Beifall der zahlreichen Zuſchauer wohl verdient.
* Die Welle ... die Arform der Welk.
Das Rätſel der Wellenlängen. — Alle Welt ſpricht von einem
Geheimnis. — Was ſind die unbekannten Wellenlängen? —
Wellenlängen der Schwerkraft?
Nicht nur unſer wiſſenſchaftliches, ſondern auch unſer
prak=
tiſches Leben iſt heut von dem Begriff der Wellenlänge erfüllt.
Die ganze Menſchheit intereſſiert ſich für die Wellen, mag es
ſich nun um kosmiſche Strahlungen handeln, die durch Profeſſor
Piccard volkstümlich geworden ſind, um die Wellen der Atome
oder um die Wellenlänge des Rundfunks. Die Wellenlänge iſt
abhängig von der Fortpflanzungsgeſchwindigkeit und der
Schwingungszahl. Was aber die Welle bedeutet, das wiſſen wir
alle nicht. Die Wellenlänge iſt für uns das größte Geheimnis,
obwohl wir alle nicht nur täglich davon ſprechen, ſondern auch
damit rechnen und arbeiten, denn wir bauen Rundfunkapparate
und ſtellen ſie ein, und bei allen dieſen Tätigkeiten ſpielt die
Wellenlänge eine Rolle. Nur ſo viel glauben wir heute bereits
zu wiſſen, daß die Welle die Urform alles Seins in der Welt
iſt. Wir berechnen ziemlich genau die Wellenlänge, die bei der
Entſtehung von Atomen in Betracht kommt, wir wiſſen, daß die
Strahlen um ſo härter ſind, je kürzer die Wellen ſind, wir
wiſſen genau, wie lang die Wellen der Röntgenſtrahlen ſind,
der Ultravioletten Strählen, des Lichtes uſw. Aber was dieſe
Wellen ſind, und wieſo ſie einmal Licht, einmal Röntgen=
richten, gegenteilige Wirkungen ausgelöſt werden. Wir können
uns vorſtellen, daß hier die Zuſammenlegung benutzt wird, um
Parteifreunde, die aus der Arbeitsloſenverſicherung kommen,
ohne Not beſondere Zuwendungen zu gewähren. Es muß alſo,
wenn man zur Zuſammenlegung ſchreitet, eine Sicherung
da=
für eingeſchaltet werden, daß mit dem von dem Reich zur
Ver=
fügung zu ſtellenden Geldmitteln äußerſt ſparſam umgegangen
wird
Der Reichskanzler hat den Vertretern der kommunalen
Spitzenverbände zugeſichert, daß er zu einer Reorganiſation der
Erwerbsloſenhilfe ſchreiten werde, wenn die anzuſtellenden neuen
Unterſuchungen günſtiges Material für die Vereinheitlichung
der Erwerbsloſenfürſorge bringen werden. Die jetzt eingeleiteten
Vorarbeiten werden natürlich darauf abgeſtellt ſein, daß die
Neuorganiſation bereits am 1. April nächſten
Jahres in die Erſcheinung tritt. Die Vorausſetzung dafür iſt
aber, daß die Reichsregierung von dem Gutachten der Brauns=
Kommiſſion abweicht und ſich ſo ſelbſt auf den Standpunkt
ſtellt, daß eine Vereinheitlichung unausbleiblich iſt.
Ein neuer Erlaß über die Kriſenfürſorge.
Im „Reichsanzeiger” erſchien ein neuer Erlaß des
Reichs=
arbeitsminiſters über die Unterſtützungsdauer in der
Kriſenfür=
ſorge für Arbeitsloſe. Hiernach wird angeordnet, daß in der
Zeit vom 28. November 1932 bis 31. März 1933 die
Kriſenfür=
ſorge nicht dadurch ausgeſchloſſen wird, daß der Arbeitsloſe
wäh=
rend dieſes Zeitraumes die höchſte Bezugsdauer der
Kriſenfür=
ſorge erreicht.
Die Lohnabbau=Nokverordnung rechtsgülkig.
Leipzig, 12. November.
In der heutigen Reviſionsverhandlung im arbeitsrechtlichen
Streit wegen des Lohnabaues im Alexanderwerk in Remſcheid
hatte das Reichsarbeitsgericht über die Rechtsgültigkeit der
Ver=
ordnung zur Vermehrung und Erhaltung der Arbeitsgelegenheit
vom 5. September 1932 zu befinden.
Dieſe Verordnung war von gewerkſchaftlicher Seite auch als
verfaſſungswidrig bezeichnet worden. Man ſtützte ſich im
weſent=
lichen auf die Auffaſſung, daß keine ausreichende Ermächtigung
zu ihrem Erlaß vorgelegen habe und daß der durch ſie erfolgte
Einbruch in den Grundſatz der Unabdingbarkeit des Tarifrechts
auch außerhalb des durch ſie umriſſenen Aufgabenkreiſes liegt,
„zur Erhaltung der ſozialen Fürſorge und zur Erleichterung von
Wirtſchaft und Finanzen, Zuſatzeinrichtungen zu vereinfachen und
zu verbilligen”.
Mit dem Arbeitsgericht Remſcheid hat das
Reichsarbeits=
gericht die Rechtsgültigkeit der Notverordnung vom 5.
Septem=
ber grundſätzlich bejaht, wenigſtens ſoweit die hier in Frage
ſtehenden Teile in Betracht kommen.
Gemeindewahlen im Saargebiel.
Separakiſten auf dem Skimmenfang.
Saarbrücken, 13. November.
Am heutigen Sonntag finden im Saargebiet die Kreistags=
und Gemeinderatswahlen ſtatt, die letzten vor der
Volksabſtim=
mung im Jahre 1935. Allgemein iſt zu berückſichtigen, daß der
Kreis der Stimmberechtigten bei den morgigen Wahlen außer der
bodenſtändigen Bevölkerung auch die ſogenannten „
Saareinwoh=
ner”, umfaßt, die an der Volksabſtimmung nicht teilnehmen
wer=
den. Die frankophilen Tendenzen dieſer Kreiſe kommen diesmal in
einer „Unabhängigen Arbeiter= und Bürgerpartei”, die in
ver=
ſchiedenen Orten beſondere Liſten eingereicht hat, zum Ausdruck.
Neben den Mitgliedern des Saarbundes, einer Vereinigung
frei=
willig oder unfreiwillig auf frankophilem Boden ſtehender
Per=
ſönlichkeiten, ſpielen die ins Saargebiet übergeſiedelten rheiniſchen
Separatiſten darin eine große Rolle. Die Hauptſtütze der neuen
Partei ſind die franzöſiſchen Schulen. In der Führung ſtehen
franzöſiſche Staatsangehörige, die zurzeit hier wahlberechtigt ſind,
und deutſche Ueberläufer, die inzwiſchen die franzöſiſche
Staats=
angehörigkeit erworben haben.
Insgeſamt ſind in etwa einem Dutzend Orten derartige Liſten
aufgeſtellt worden, darunter in Saarlouis. Daß dieſe Liſten neben
den bekannten großen Parteien Ausſichten haben, kann bei der
Geſamtſtimmung der Bevölkerung nicht behauptet werden.
Be=
zeichnend dafür iſt das Schickſal, das dieſe Liſten in zwei Orten
des Warndt hatten, alſo des kohlenreichſten Gebietes im
Saar=
becken, auf das ſich auch die größten Hoffnungen der
franzoſen=
freundlichen Elemente ſtützten. Dort war in drei Orten, in
Karls=
brunn, in Ludweiler und in Lauterbach eine Separatiſtenliſte
auf=
geſtellt worden. In den beiden erſtgenannten Orten aber mußte
die Zulaſſung dieſer Liſten abgelehnt werden, weil von den
Un=
terſchriften, die zur Einbringung eines Wahlvorſchlages
erforder=
lich ſind, in Karlsbrunn nicht weniger als 15 und in Ludweiler
zwei gefälſcht waren. So iſt der einzige ſeparatiſtiſche
Wahlvor=
ſchlag, der im Warndt noch gültig iſt, der in Lauterbach.
ſtrahlen darſtellen, warum überhaupt die Welle irgendwelche
Eigenſchaften hat, das iſt uns unbekannt. Alle Stoffe ſind
aus kleinſten Energiequanten aufgebaut, denn Energie iſt nur
eine andere Form des Stoffes. Das Atom, das man früher
als das kleinſte Teilchen bezeichnete, iſt nach neueſten
Auf=
faſſungen ein elektromagnetiſches Feld, die Materie iſt ſtrahlende
Energie, iſt eine Form von Wellen. Bei den Wellen rechnet man
mit kleinſten und größten Maßſtäben. Es gibt eine ganze
Rang=
ordnung und Stufenleiter für die Wellen, die ihre Namen nach
ihrer Leiſtung erhalten haben. So haben die Röntgenſtrahlen
eine Länge von 0,0000012 bis 0,000000012 Millimeter. Die
Ultra=
violettenſtrahlen haben eine Länge von 0,002 bis 0,004, die
Licht=
wellen eine Länge von 0,004 bis 0,008. Dieſe kurze Spanne iſt
alles, was wir mit unſerem Auge wahrnehmen können.
Auch andere Wellen ſind für uns unſichtbar. Es gibt aber
noch zahlreiche Wellen, die wir auf andere Weiſe ſpüren und
feſtſtellen, wie z. B. die Röntgenſtrahlen, die Wärmeſtrahlen,
die Ultraviolettenſtrahlen. Vollkommen empfindungslos aber
ſind wir gegen die Wellen des Rundfunks. Der ganze Aether
iſt von ihnen in ihren zahlreichen Längen erfüllt, ohne daß
der Menſch auch nur die geringſte Ahnung davon hat. Er hat
aber empfindliche Apparate gebaut, mit deren Hilfe er dieſe
Wellen feſtſtellt und benutzt. Das größte Rätſel ſind aber die
unbekannten Wellen. Das große Wellenband iſt für uns an
vielen Stellen ſchwarz. Wir können es nicht ausfüllen. Wir
wiſſen nicht, was dieſe ſchwarzen Räume für uns bedeuten.
Trotzdem iſt es ziemlich wahrſcheinlich, daß ſie eine große
Be=
deutung haben, daß ſich alſo Kräfte dahinter verbergen, die
wir noch zu entdecken haben. Würden wir nicht die
Röntgen=
ſtrahlen durch den genialen Gedanken Röntgens entdeckt haben,
dann würden wir auch dieſen Teil des Wellenbandes nicht
deuten können. Man nimmt an, daß die uns dunkle und
unbekannte Schwerkraft einen Teil des Wellenbandes darſtellt.
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Gebiet genannt zu werden verdient, möchte der Verlag dem breiten
Publikum zugänglich machen. Es ſind daher die Partien, die einen
nichtwiſſenſchaftlichen Leſer ermüden, wie die Detailunterſuchungen
über röm. Recht, Ritus Phaſen der Verwaltung u. ä. weggelaſſen.
um eine Ausgabe zu ſchaffen, die nicht ſtudiert werden muß,
ſon=
dern leicht zu leſen iſt. Die Kapitel, die von der Kunſt und
Lite=
ratur der Römer handeln, werden ſpäter in einem beſonderen
Bande folgen. So bringt dieſe Ausgabe in gekürzter Form dieſe
einzig daſtehende Schilderung der röm. Geſchichte bis zum Beginn
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weg, 13. November 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 316 — Seite 5
Aus der Landeshauptſtadk.
Darmſiadt, den 13. November 1932.
Hitzgerbilligung bei Einlagerung von Gekreide.
zdre Heſſiſche Induſtrie= und Handelskammer Darmſtadt
m. daß der Herr Reichsminiſter für Ernährung und Land=
„rtſicht für die Einlagerung von Getreide diesjähriger Ernte
gemaſderlagerſcheine die bisher erfolgte Zinsverbilligung in
hez m jährlich 2 Prozent auch in dieſem Jahre gewährt. Ein
(ſchio wird auch dann bewilligt, wenn der gegen
Orderlager=
eteilte Wechſel über 3 Monate hinaus einmal bis zu
Möonten verlängert wird. Ein weiterer Lagerkoſtenzuſchuß
1/ je Tonne für zwei Drittel der bis zum 30. September
Agerlerten Menge wird reichsſeitig gewährt, wenn die
Ein=
ſemuy dieſer Teilmenge, über die erſte. Dreimonatsperiode
ſusum 2 Monate verlängert wird. Wird die Einlagerung
eiem Drittel der bis zum 30. September eingelagerten
nrzuuf insgeſamt 6 Monate ausgedehnt, ſo wird ein weite=
„Myuß von 1 RM. je Tonne für dieſe Teilmenge gezahlt.
In der Herbſt=Ausſtellung der Freien Vereinigung Darm=
„ſtzrkünſtler wurde vom Kultusminiſterium das Bild „
Herbſt=
ſcht” von Auguſt Soeder angekauft. Der
Oberbürger=
tahrt für die ſtädtiſche Sammlung das Bild „Eichenwald”
idinand Barth erworben, der Verkauf des Bildes „
Ge=
ſekel im Herbſt” von Profeſſor Johannes Lippmann ſteht
Muicht. Heute Sonntag iſt die Ausſtellung von 11—1 Uhr
ien ermäßigten Preis von 0,50 RM. geöffnet. Wir hoffen,
muſt freunde benutzen dieſen verbilligten Preis zu recht
fecur Beſuch.
lusſtellung Dr. Daniel Greiner Gewerbemuſeum, Neckar=
Wir machen nochmals darauf aufmerkſam, daß der für
ſonntag, den 13. November, angeſetzte Vortrag des
Künſt=
für ſeine Werke infolge Erkrankung nicht ſtattfinden kann.
hie its gelöſten Karten behalten Gültigkeit für Sonntag, den
ude können an der Kaſſe zurückgegeben werden. Der Beſuch
güſtellung iſt jedem Kunſtfreund auf das beſte zu empfehlen.
diſtoriſcher Verein. Auf dem 2. Vereinsabend wird
Mon=
p 14. November (18 Uhr, Realgymnaſium) Herr Dr. Kurt
4u, in weiten Kreiſen durch ſeine Porzellanforſchungen be=
ᛋ vrechen über „Kulturbilder aus Kairo”.
Oepheum. — Märchentheater. Sonntagnachmittag
Jugendvorſtellung, einzige Aufführung: „
Aſchen=
ſol: Ein freudiges Erlebnis für alle Kinder. —
Bezüg=
ſajen und Kartenverkauf des Sonntags ſiehe heutige An=
Hefſiſches Landestheater
Anf. 20. Ende geg. 22½ Uhr. Zuſ=Miete II3.
Pr. 0.80—4.59
5. Nobember Der Barbier von Sevilla.
5eſſiſches Landestheater. Die heutige Wiederholung von
ns „Madame Butterfly”, die in der
Neuinſzenie=
in Arthur Maria Rabenalt und Wilhelm Reinking unter
nikaliſchen Leitung von Dr. Hans Schmidt=Iſſerſtedt nach
ihntägigen Pauſe wieder in den Spielplan aufgenommen
abeginnt bereits um 19 Uhr und endigt vor 22 Uhr.
huführungen des „Wilhelm Tell” in der
kom=
dn Woche. Hartungs Neuinſzenierung des „Wilhelm
die bereits 8 Aufführungen erlebte und jedesmal ein
Ueſztes Haus ſah, wird am Mittwoch dem 16., Donnerstag,
I, und als erſte Nachmittagsvorſtellung Samstag, den 19.
ener, 14.30 Uhr, wiederholt. Die Mittwochs=Vorſtellung
be=
uit Rückſicht auf die auswärtigen Beſucher, die an dieſem
onntagskarten benutzen können, um 19 Uhr. —
Aus=
ge Gaſtſpiele des Heſſiſchen Landesthea=
Das Orcheſter des Heſſiſchen Landestheaters ſpielt am
niestag, dem 17. November, in Gießen auf Einladung des
ttu Konzertvereins ein Sinfonie=Konzert,
luer Leitung von Dr. Temesvary ſteht. — Das
Opern=
ſomle gaſtiert am Montag, dem 21. November, im
Feſt=
bhaus Worms mit Roſſinis komiſcher Oper „
DerBar=
ezon Sevilla”.
95 Schauſpiel bereitet zu Gerhart Hauptmanns 70. Ge=
Fg „Roſe Bernd” mit Franziska Kinz in der
Titel=
e or. Gleichzeitig beginnen, die Proben für Zuckmayers
MMtlsück „Katharina Knie”, in dem Conſtanze Menz die
uttille ſpielt. — Nächſte Neueinſtudierung der Oper iſt
Mo=
ttEntführung aus dem Serail” im Kleinen Haus.
Aaü iſche Leitung Dr. Hans Schmidt=Iſſerſtedt: Regie:
Her=
rthldler; Bühnenbild: Sigfrid Sebba. — Am Dienstag, dem
Avember, abends 20.30 Uhr, findet im Kleinen Haus die
ſatz des Heſſiſchen Landestheaters zu Gerhart
Haupt=
tus 70 Geburtstag ſtatt. Die Feier wird durch die
älion der kleinen Dichtung Die Hauptmann=Menſchen” von
umann Neiſſe eröffnet, hierauf ſpielt das Schnurr=
9t= Quartett zwei Sätze von W. A. Mozart, Kurt
eitimann lieſt Lebensdokumente aus Hauptmanns Leben,
atwbfa Kinz lieſt aus Alfred Kerr über Hauptmann. Ernſt
berg rezitiert eine Novelle. Den Schluß des Abends
ldutder Geſang der 3 Engel aus „Hanneles Himmel=
M” in der Vertonung von Paul Graener.
Ein Jubeltag der befſiſchen Preſſe.
Zum 25jährigen Beſtehen des Landesverbandes Heſſen im Reichsverband der Deulſchen Preſſe.
dankte dem Landesvorſitzenden Streeſe für ſeine jahrelange
Tätig=
keit, in der er ehrlich bemüht geweſen, das Berufsethos der Redak=
Kundgebung der Preſſe
teure zu vertiefen. Redner gab dann ein Bild von der Arbeit der
für die Preſſe.
Die heſſiſche Preſſe feierte geſtern in Darmſtadt ihr erſtes
Jubelfeſt. Selten genug kommt es vor, daß die Preſſeleute einen, dritten gegen die wirtſchaftlichen Nöte. In das Gebiet des Kampfes
Feſttag im Jahre ſich einlegen, ja meiſt werden ſogar Jahre
über=
eines Verbandes kann nur einmal begangen werden, und da der
Landesverband Heſſen im Reichsverband der Deutſchen Preſſe vor
25 Jahren gegründet wurde, feierte man dieſen Tag in würdiger
Weiſe.
Am Vormittag fand im Kleinen Haus ein eindrucksvoller
Feftakk
Großes Haus ſtrt, B. November 19—21.45 Uhr Heſſenlandmiete IV 2. Vorſt.T Gr. 1—4. Madaue Butterfly. Pr. 0.70—5.50 November Anf. 19. Ende geg. 22½4 Uhr 4 7. Zum 1. Male
wiederholt: Don Carlos kiy, Nonemher 19—22½ Uhr. Bühnen=Volksbund H 3.
Pr. 0.50—4.50
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Guſtav Adolf.
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Anf. 19, Ende gegen 22 Uhr.
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Guſtav Adolf. 4. November 19½z—224 U r. Zuſ.=Miete V3.
Pr. 0.80—4.50
Die Cſardasfürſin. November 20—22 Uhr. Feier zum 70. Geburtstag von
Pr. 0.50—2.00
Gerhart Hauptmann.
ſtatt. Vertreter der ſtaatlichen und ſtädtiſchen Behörden und der
Einwohnerſchaft Darmſtadts bekundeten ihre Sympathie für die
Preſſe durch ſtarke Beteiligung an ihren Feſtveranſtaltungen. Der
feierliche Akt wurde mit dem Vorſpiel zu „Iphigenie in Aulis”,
einer ausgezeichneten Muſikdarbietung des Orcheſters des
Heſſi=
ſchen Landestheaters, unter Leitung des Herrn Dr. Schmidt=
Iſſerſtedt eröffnet.
Der Vorſitzende des Landesverbandes Redakteur Streeſe.
gedachte nach altem deutſchen Brauch der geliebten Allmutter
Deutſchland und brachte auf unſer Vaterland und den Herrn
Reichspräſidenten von Hindenburg ein dreifaches begeiſtert
auf=
genommenes Hoch aus. — Stehend wurde das Lied der Deutſchen
geſungen.
In ſeiner Begrüßungsanſprache führte der Vorſitzende des
Landesverbandes dann u. a aus:
Die Eigenart unſeres Verbandes, einer beruflichen
Organi=
ſation, die Mitglieder eines freien Berufs umſchließt.
be=
dingt die Tatſache, daß auch dieſes Feſt nicht nur einen beſonderen
Rahmen hat, ſondern auch in ſeiner Bedeutung weit hinaus geht
über den Kreis der Engſtbeteiligten.
Mehr wie je ſchöpft ein großer Teil des deutſchen Volkes,
gerade in heutiger Zeit, ſeine Kenntniſſe über kulturelle, politiſche
und wirtſchaftliche Dinge aus den deutſchen Tageszeitungen.
Da=
mit aber einen erheblichen Teil ſeiner Allgemeinbildung.
Die Größe der Verantwortung, die dieſe Tatſache den
Schrift=
leitern auferlegt iſt uns jederzeit bewußt geweſen. Sie
weit=
gehendſt zu vertiefen, legt uns dem Nachwuchs gegenüber ethiſche
Pflichten auf. Aus dieſer Erkenntnis heraus erſtanden vor etwa
2½ Jahrzehnten überall in deutſchen Landen Verſuche, die
deut=
ſchen Redakteure, die bis dahin nur loſe in Journaliſten= und
Schriftſtellervereinen geduldete Mitglieder waren, verbandlich
zuſammenzuſchließen.
Unſer kleines, in kulturellen Dingen aber ſeit jeher von Ini=
Pr. 0.70—5.50 tiative beſeeltes fortſchrittliches Heſſenland, das Land mit dem
Mut zum Riſiko, legte gemeinſam mit wenigen anderen
Verbän=
den durch den verbandlichen Zuſammenſchluß der heſſiſchen
Redak=
teure den Grundſtein zur Bildung des Reichsverbandes der
Deutſchen Preſſe, der heute bis auf einen kleinen Prozentſatz alle
deutſchen Redakteure zu ſeinen Mitgliedern zählt.
Es wär undankbare Unterlaſſung, wenn ich in dieſer Stunde.
trotz der ſeit dem Weltkrieg geänderten Struktur des Deutſchen
Reiches, nicht auch mit innigem Dank des früheren Herrſchers
un=
ſeres ſchönen Heſſenlandes, Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs Ernſt
Ludwig gedenken würde im Erinnern an die Tatſache, daß der
Großherzog in den Jahren ſeiner Regierung oft vorbildliches
Verſtändnis für die Belange der Tagespreſſe bewieſen hat.
Gern und dankbar erkennen wir auch an, daß wir in den
un=
vermeidlichen Kämpfen der letzten Jahrzehnte, die ihre Krönung
fanden in der Reichsarbeitsgemeinſchaft der deutſchen Preſſe und
in dem großen ſozialen Verſorgungswerk faſt ſtets die
Verleger=
der deutſchen Tageszeitungen, deren ſtarke wirtſchaftliche
Stel=
lung uns unſer Arbeiten für die Volksgemeinſchaft ermöglicht,
nicht nur nicht als Gegner, ſondern als Mitkämpfer zur Seite.
ſtehen hatten.
Sie werden nicht enttäuſcht ſein, wenn ich darauf verzichte,
Ihnen eine Geſchichte dieſer Gründungen zu geben. Sie müſſen
notgedrungen auf die viele tauſend Jahre alte Geſchichte des
Zeitungsweſens überhaupt zurückgreifen.
Eines aber darf ich in dieſer feierlichen Stunde betonen. Der
Reichsverband Deutſche Preſſe und mit ihm unſer heſſiſcher
Lan=
desverband haben den Beweis erbracht, daß es ſehr wohl
mög=
lich iſt, Menſchen, die aus politiſcher Ueberzeugung oder aus
lebensanſchaulicher Einſtellung nicht nur weit auseinander gehen.
ſondern ſich oft ſcharf bekämpfen müſſen, verbandlich
zuſammen=
zufaſſen und ſo den Beweis zu liefern, daß es möglich iſt, über
alles Trennende hinweg, in einem einzig großen Ziel, ſich zu
einigen, wenn dieſes große und ſchöne Ziel der deutſchen
Volks=
gemeinſchaft gilt.
Wir alle kennen keinen ſehnlicheren Wunſch, als dieſe
Tat=
ſache, möglichſt zu verbreitern und ſie als immerhin
Möglich=
keit zu empfehlen.
Mit innigem und aufrichtigem Dank erinnern wir uns heute
der Männer, die die Schwere der kommenden Kämpfe erkennend,
ſich die undankbare Aufgabe des Zuſammenſchluſſes angelegen
ſein ließen: Unſere Gründer. Viele von ihnen gingen in
den 2½ Jahrzehnten den Weg, der uns allen offen iſt. Es waren
Namen von Rang und Klang darunter. Einige wenige leben
noch unter uns Es ſind dies die Herren: Chefredakteur
Noha=
ſchek=Mainz. Chefredakteur Lautz=Mainz, Redakteur Koeppgen=
Mainz, Redakteur Streeſe=Darmſtadt und Chefredakteur i. R. Dr.
Otto Waldgeſtel, den ich zu unſerer lebhaften Freude im Kreiſe
dieſer Feſtverſammlung weiß.
Herr Streeſe verlas dann ein in herzlichen Worten gehaltenes
Glückwunſchſchreiben des Herrn Staatspräſidenten Dr. Adelung,
in dem der Staatspräſident beſonders auf die Verdienſte der Preſſe
während der Beſatzungszeit hinwies. Ein Glückwunſchſchreiben
des Vertreters des Reiches, Freiherrn v. Lersner, fand
eben=
falls Verleſung.
Der Vorſitzende des Reichsverbandes der Deutſchen Preſſe,
Chefredakteur Ackermann=Berlin, überbrachte die
Glück=
wünſche des Reichsverbandes der Deutſchen
Preſſe, der Geſamtorganiſation der deutſchen Journaliſten. Er
Preſſe in der heutigen Zeit, ein Bild von der „Preſſefreiheit” und
zeichnete die Preſſe im Kampf nach drei Fronten,
und zwar gehe der Kampf nach oben, denn die Preſſe ſei heute
vielfach das Objekt des Artikels 48, er gehe nach unten und zum
nach unten gehöre die heutige rohe Willensbildung. Während
ſprungen. Es fehlt ihr an der Zeit. Aber das ſilberne Jubelfeſt früher jeder normale Menſch ſich ſeine politiſche Anſchauung in
innerem Ringen und unter ſtarker Kritik bildete komme heute faſt
ſchon jeder Säugling mit einem fertigen politiſchen Programm in
Einheitspackung auf die Welt. Viele Leſer wollten daher nur noch
ihre politiſche Suggeſtion aus ihrer Zeitung verſtärkt
zurückerhal=
ten und legten auf eigene Meinung keinen Wert. Das „
Partei=
programm” enthalte, nach Alphabet geordnet, Vorſchläge zur
Löſung aller Fragen, oder Fragen würden einfach als nicht
vor=
handen betrachtet. Wenn die Schriftleitung einer unabhängigen
Zeitung eine eigene Auffaſſung, unter verantwortlicher Prüfung
aller Umſtände, auszuſprechen wage, ſo erlebten die Redakteure
alle Angriffe bis zum organiſierten Boykott und zur perſönlichen
Bedrohung. Aus dieſer hundertprozentigen „Ausſchließlichkeit
einer Anſchauung” reſultiere auch das Nichtvorhandenſein von
Brücken oder Vermittlungsmöglichkeiten zwiſchen den Parteien und
ihren Anhängern, aber auch eine Einengung der Rolle der Preſſe
als öffentliches Kontrollorgan.
Dazu trete der Kampf gegen die Preſſefreiheit von oben.
Gewiß ſei der Obrigkeitsſtaat als ſolcher nicht preſſefeindlicher als
ein anderes Regime. Bei der Bildung der Weimarer Verfaſſung
habe man die Preſſefreiheit als ſo ſelbſtverſtändlich betrachtet, daß
ſie unter die Grundrechte der Republik gar nicht aufgenommen
wurde. Die Bürokratie mit ihrem myſtiſchen
Paragraphenglau=
ben erſtrecke ſeit jüngſter Zeit ihr „Wohlwollen” auf die Preſſe,
daß dieſer himmelangſt werde. Man wolle ſie auf den Pfad der
Tugend führen, oder was man gerade dafür halte. Der Redner
erinnert an die Preſſeverbote, an die Auflagenverfügungen, die
vielfach mit ſtaatspolitiſchen Geſichtspunkten wenig zu tun hätten,
an das Syſtem der Dementiermaſchine.
Falſch ſei die Annahme, daß eine Zeitung, die nicht verboten
worden ſei. „Regierungspolitik” treibe. Die Preſſe werde nach
wie vor alle „Profeſſorenpropaganda für Staatspreſſepolitik”
ab=
lehnen. Wo die Meinungsbildung und die Freiheit der
Mei=
nungsbildung aufhöre, gebe es auch keine, eigene Ueberzeugung
mehr, dahinter entſtehe letzten Endes nur noch der Herdentrieb.
Abſchließend ging der Redner auf die Zeitung in der
Wirt=
ſchaftskriſe ein und betonte den Willen der deutſchen Journaliſten,
bei aller Kenntnis der Schwere ihres Kampfes nach beiden
Fron=
ten unbeirrt unter dem Einſatz aller Kräfte und dem Aufgebot des
ganzen Idealismus für die öffentliche Miſſion der deutſchen Preſſe
zum Wohle des deutſchen Volkes auszuhalten, bis zu dem
Zeit=
punkt, da die heutigen politiſchen Zwiſchenzuſtände ihren poſitiven
Niederſchlag gefunden und Freiheit und Selbſtzucht der deutſchen
Preſſe wieder gewährleiſtet ſind.
Oberbürgermeiſter Mueller beglückwünſchte im Namen der
Stadt den Landesverband zu ſeinem Jubelfeſt, in dem er auf das
gute Einvernehmen zwiſchen, den ſtädtiſchen Behörden und der
Preſſe hinwies.
Landtagspräſident Dr. Werner führte u. a. aus, die Preſſe
ſei den Politikern ein unentbehrliches Hilfsmittel zur
Einwir=
kung auf die öffentliche Meinung. Von einer mit allen Mitteln
der modernen Technik arbeitenden Preſſe hinge in vielen Fällen
der Erfolg einer politiſchen Aktion ab, und eine ſachgemäße
Be=
richterſtattung, die das Weſentliche vom Unweſentlichen zu trennen
und das Bedeutſame hervorzuheben wiſſe, werde von jedem
Poli=
tiker und Parlamentarier lebhaft begrüßt werden müſſen. Der
Preſſe deshalb ihre ſchwierige und bedeutſame Aufgabe zu
erleich=
tern, ſei die Pflicht aller Behörden und insbeſondere der
Par=
lamente und ihrer Präſidenten. Er hoffe über das Politiſch=
Tren=
nende im einzelnen Falle hinaus auch in Zukunft auf eine
ver=
ſtändnisvolle=Zuſammenarbeit im Dienſte am Volk.
Generalintendant Härtung vom Heſſiſchen Landestheater
ſprach dann über „Kunſt und Preſſe‟”
Rechtsanwalt Dr. E. E. Hoffmann, der ſeit Jahren der
Rechtsberater des Landesverbandes und des Schriftſtellervereins
iſt, ſprach die Glückwünſche der Freien Literariſch=Künſtleriſchen
Geſellſchaft und des Darmſtädter Journaliſten= und
Schriftſteller=
vereins aus. Herr Stemmer die des Verkehrsverbandes.
Zum Schluß wurden die Urkunden als Ehrenmitglied des
Landesverbandes verliehen, und zwar an Staatspräſident Dr.
Adelung, an den Prälaten der Heſſiſchen Landeskirche D. Dr. Dr.
Diehl und an den Ehrenſenator der Techniſchen Hochſchule,
Fabri=
kant Heinrich Zinnkann. Für die Geehrten fand Prälat Diehl
herzliche und auch humorvolle Worte des Dankes. Das Schanſpiel
des Landestheaters brachte zum Schluß des Feſtaktes, als Geſchenk
an die Preſſe und ihre Gäſte, Arthur Schnitzlers hübſchen Einakter
„Literatur” unter der Regie Kurt Hirſchfelds zur Aufführung, der
an anderer Stelle beſprochen iſt.
Die Berufskollegen erkennen dankbar an, daß der Vorſitzende
des Landesverbandes, Redakteur Streeſe, und die
Vorſtandsmit=
glieder keine Mühe und Arbeit geſcheut haben, das Feſt der Preſſe
ſo ſchön wie möglich zu geſtalten und für eine harmoniſche
Abwick=
lung aller Veranſtaltungen Sorge zu tragen.
Zußball= Pokalkampf Bühne-Preſſe 4:3 (2:2).
Am Nachmittag fand auf dem Stadion des SV. 98, der in
der Zwiſchenpauſe durch ſeine Damen= und Jugendlichen=
Abtei=
lung gefällige Ausſchnitte des Sportbetriebes zeigte, der „
Groß=
kampf” Bühne „Preſſe zugunſten der beiderſeitigen
Wohlfahrts=
kaſſen ſtatt. Mehr als 2000 Perſonen bekundeten das ſtarke
Intereſſe für den Fußball=Pokal=Kampf. Sie ſind ſicherlich alle
auf ihre Koſten gekommen. Trotzdem die Preſſe 4 Tore, die
Bühne nur 3 Treffer erzielte, ſiegte erneut die Elf der Bühne. —
denn die Preſſe hatte zur Aneiferung ihres Gegners bald nach
Beginn ein Selbſttor vorgelegt. Dieſer Kampf überraſchte durch
eine köſtliche Miſchung heiterer und ernſteſter Momente, bewirkte
Lachſalven und ließ auch die Sportherzen höher ſchlagen, wenn
die Kämpen Kabinettſtückchen ihrer von Eifer geladenen
Fuß=
ballkunſt demonſtrierten und ſo dem Ganzen zur harmoniſchen
Abrundung verhalfen.
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Apparate! Der 3-Kreiser macht
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2-Kreiser emptangen Sie tast
ebensoviele Senderebensogut
Seite 6 — Nr. 316
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Die „Deutſche Woche” in Darmſtadt.
Sehr guker Beſuch der Ausſtellung. — Hausfrauenbund und „Deutſche Woche‟
Triumph deutſcher Erzeugniſſe.
Mehr als 2000 Beſucher der Ausſtellung in den oberen
Räumen der „Vereinigten Geſellſchaft” wurden bis zum Samstag
abend gezählt, ein recht erfreuliches Ergebnis, womit die
Aus=
ſteller für ihre Mühe und Arbeit belohnt werden
Für den Sonntag iſt mit einem ſtarken Beſuch zu rechnen.
Die Ausſtellung iſt bereits von vormittags 8 Uhr bis abends
Uhr geöffnet. Wer ſchon vormittags kommt, hat mehr Zeit
und Muße zum Schauen
Es wird gleichzeitig darauf aufmerkſam gemacht, daß die
Ausſtellung bis zum Montag nachmittag 2 Uhr geöffnet bleibt,
um den oberen Volksſchulklaſſen noch Zeit zur Beſichtigung zu
geben. Gleichzeitig wird nochmals auf den um 3.30 Uhr am
Sonntag im Gartenſaal der Vereinigten Geſellſchaft
ſtattfinden=
den Film= und Lichtbildervortrag über Volksernährung und
Landwirtſchaft” hingewieſen. Die Eintrittskarte zur Ausſtellung
(20 Pf.) berechtigt auch zum Beſuch des Vortrags, der um 5 Uhr
wiederholt wird.
Die auf jeden hundertſten Beſucher bisher entfallenen
Ge=
ſchenke wurden den zahlreichen Gewinnern ſofort ausgehändigt.
Jedes Schulkind erhielt als Geſchenk einen deutſchen Apfel, ſowie
einen Zuckerhut.
*
Ein Glanzſtück der „Deutſchen Woche” iſt die Leiſtung der
Darmſtädter Gartenbaubetriebe. Sie allein ſchon iſt eines
Be=
ſuches wert. Zur jetzigen herbſtlichen Zeit, mit dem Abgang der
Blumen im Freien, ſind die dekorativen Zuſammenſtellungen von
Blatt= und Blütenpflanzen, die wundervollen Blumenvaſen und
Blumengebinde eine köſtliche Augenweide. Die Namen der
Fir=
men zu nennen, würde hier zu weit führen, ſie ſind jeweils
ange=
geben. Eine ſchöne Zuſammenſtellung von Obſt und
Herbſtblu=
men, ſo recht veranſchaulichend, wie man einen Gabentiſch zu
frohem Feſt mit deutſchen Erzeugniſſen des Hausgartens
zuſam=
menſtellen kann. zeigt das Schloßgut Ernſthofen. Beſitzer Herr
Stirn.
Der Hausfrauenbund in ſeiner Eigenſchaft als wirtſchaftliche
Organiſation, dem die Hausfrauen als größte Gruppe der
Ver=
braucher von Erzeugniſſen des Handels, der Induſtrie und des
Handwerks angeſchloſſen ſind, iſt dazu berufen, der notleidenden
Wirtſchaft Verſtändnis und Unterſtützung in ihrem ſchweren
Kampfe entgegenzubringen. Dies kann nur geſchehen in richtiger
Erkenntnis der wirtſchaftlichen Zuſammenhänge vom Erzeuger
bis zum Verbraucher, durch richtigen und
verantwortungsbewuß=
ten Einkauf vornehmlich deutſcher Erzeugniſſe, durch
Warenkennt=
nis auf den verſchiedenſten Gebieten, Forderung nach den
Zeit=
verhältniſſen Rechnung tragender Wertarbeit und
verſtändnis=
volle Zuſammenarbeit mit dem einheimiſchen Handel. Die
Haus=
frau muß ihren Einzelhaushalt verantwortungsbewußt in
Ver=
bindung mit dem Volkshaushalt bringen. Dazu bracht die große
Maſſe der Hausfrauen, die bedrückt von der Not des Alltags iſt
und ſich nur ſchwer von den eigenen Sorgen loslöſen kann, neben
theoretiſchen Belehrungen vor allem Anſchauung und Anregung
durch praktiſche Dinge des täglichen Gebrauchs, die zu ihr
ſpre=
chen und die ſie überzeugen. Induſtrie, Technik und Handwerk.
Hygiene. Schulen und Ernährungswiſſenſchaft als Grundpfoſten
einer geſunden Volkswirtſchaft ſind für unſer verarmtes Land
von nicht zu unterſchätzender Bedeutung. Sie können nur in einer
großen Schau praktiſch erfaßt und gefördert werden und ſo zu
einer machtvollen Kundgebung deutſchen Schaffens führen. In
dieſem Streben, der deutſchen Wirtſchaft zu helfen, die
Geſchäfts=
welt und das Handwerk von Darmſtadt mit den Hausfrauen in
enge Fühlung zu bringen, für deutſche Ware zu werben. liegt der
Sinn unſerer Ausſtellung „Deutſche Woche”, geht ihr Wille
und Weg. Es gibt kein Volk auf der Welt, dem Fleiß. Intelligenz
und Arbeitſamkeit ſo ins Blut gelegt iſt, wie dem deutſchen Volke.
Ein ſo hervorragendes Volk, deſſen vorbildliche Qualitätsarbeit
ſich ſtets auf dem Weltmaukt behauptet hat, muß wieder
hochkom=
men! Die deutſche Sprache hat das männlichſte aller
Sprichwör=
ter: „Selbſt iſt der Mann.‟ Das gilt auch für die Geſamtheit:
„Selbſt iſt das Volk!”
*
Hausfrauenbund. Im Rahmen der Deutſchen Woche wird
in Verbindung mit dem Städtiſchen Gaswerk Dienstag, den 15.
November, nachmittags 3 Uhr, im Konkordiaſaal, Waldſtraße 30,
ein großes Preiskochen veranſtaltet „Zeitgemäße Hausmannskoſt”
zuzubereiten, iſt die Aufgabe, die acht Schülerinnen der Städtiſchen
Haushaltungsſchule geſtellt iſt. Es gibt acht verſchiedene
Mahl=
zeiten. Jede Schülerin wird für vier Perſonen ein vollſtändiges
Mittageſſen bereiten, Kochvorſchriften mit genauer
Preisberech=
nung für jede Mahlzeit ſind nach dem Vortrag zu haben.
Koſt=
proben und Preisverteilung. Gäſte und ganz beſonders die Eltern
der Schülerinnen ſind herzlich eingeladen. Großes Intereſſe dürfte
die Veranſtaltung auch für Eltern haben, deren Töchter an Oſtern
aus der Schule entlaſſen werden.
Brok u. Gebäck auf der Ausſtellung „Deutſche Woche‟
Gelegentlich der Deutſchen Woche wird die Bäcker=Innung
Darmſtadt auch in der Ausſtelung in der Vereinigten Geſellſchaft
vertreten ſein. Sie wird dem Publikum, insbeſondere den
ver=
ehrten Hausfrauen, die Gebäckſorten vorführen und insbeſondere
die Brotſorten, welche in den Innungsbäckereien in Darmſtadt
hergeſtellt werden. Dies wird zur Klarſtellung dienen, daß in
den Darmſtädter Innungsbäckereien mehr Brotſorten und
Gebäck=
arten zu erhalten ſind, als man oft im Publikum annimmt. Die
ausgeſtellten Waren werden ohne Ausnahme aus inländiſchem
Getreide hergeſtellt und beweiſen, daß die Landwirtſchaft
durch=
aus in der Lage iſt, die erforderlichen Mehlerzeugniſſe zur
Her=
ſtellung beſter einwandfreier Backwaren zu liefern. Als
beſon=
ders erwähnenswert wird auf das in Darmſtadt gebackene
Rog=
genbrot (Bauernbrot) hingewieſen, welches in ganz vorzüglicher
Qualität in Darmſtadt hergeſtellt wird.
Die Darmſtädter Bäckereien ſind ſämtliche neuzeitlich und
durchaus hygieniſch eingerichtet. Sie ſind durchweg mit Maſchinen
ausgerüſtet, ſo daß bei der Herſtellung des Brotes und der
Back=
waren die Zubereitung mit der Hand nahezu völlig ausſchaltet.
Das Bäckerhandwerk hat in der heutigen wirtſchaftlichen
Not=
zeit genau wie andere Berufe ſehr ſchwer zu kämpfen. Es muß
aber mit anderen Berufszweigen des Mittelſtandes auch heute
noch den Hauptteil der ſtaatlichen und ſtädtiſchen Finanzen decken,
ſo daß an ſeiner Erhaltung jeder Einwohner das größte Intereſſe
hat. Es kommt mit ſeinen Preiſen dem Publikum weitgehendſt
entgegen und verzichtet auf große Gewinne in der Hoffnung auf
eine Beſſerung des infolge der Geldknappheit ſtark
zurückgegange=
nen Umſatzes
Wenn alſo das Publikum bei dem einheimiſchen Bäcker eine
gute und ſchmackhafte Ware beſter Qualität zu billigſtem Preis
bekommen kann, ſo darf das Bäckerhandwerk wohl die Bitte
aus=
ſprechen, daß es von der einheimiſchen Bevölkerung auch in erſter
Linie bei dem Kauf der Ware berückſichtigt wird. Dies gilt auch
für den Kauf von Mehl und Hefe zum Kuchenbacken. Denn der
Bäcker kann nur eine Garantie für gutes Gelingen eines Kuchens
übernehmen, wenn auch gutes Mehl und gute Hefe verwandt
wird. Dies bekommt man beim Bäcker. Man ſoll ſich nicht durch
billige Sonderangebote zum Einkauf minderwertiger Mehle
ver=
leiten laſſen. Man hat dann bei der Herſtellung des Kuchens nur
Verdruß und unnützen Geldverluſt.
Deshalb. Hausfrauen, kauft euer Brot, eure Backwaren. euer
Mehl und Hefe beim einheimiſchen Bäckerhandwerk!
— Die Einführung in die Weihnachtsbäckerei lautet das
Thema eines Vortrages, der am Donnerstag, den 17. November,
abends 8 Uhr, im Vortragsſaal des Städtiſchen Gaswerkes
Eli=
ſabethenſtraße 25½, gehalten wird. Der Vortrag iſt gedacht als
Einleitung zu den in der darauffolgenden Woche beginnenden
Backkurſen, die allen Hausfrauen Gelegenheit geben ſollen,
koſten=
los ihre Kenntniſſe über die Herſtellung von Weihnachtsgebäck
zu bereichern. Die Kurſe ſind jeweils auf zwei Tage in der Woche
verteilt und beginnen am Montag, den 21. November, entweder
Montag und Mittwoch, oder Dienstag und Freitag in der Zeit
von 4 bis 6 oder aber 8 bis 10 Uhr. Jeder Kurs iſt für acht
Teilnehmerinnen. Rechtzeitige Anmeldungen im Stadtbüro des
Gaswerks ſind zu empfehlen. Zu den Vorträgen und Kurſen
finden die Vorführungsherde der Städtiſchen Betriebe
Verwen=
dung, die in ihrer bekannten raſchen, ſauberen und billigen
Arbeitsweiſe den Teilnehmerinnen die Arbeit außerordentlich
er=
leichtern. Es ſei im übrigen auch auf die heutige Anzeige
ver=
wieſen.
Heute ſingen die Comedian Harmoniſts! Pünktlich
be=
ginnt heute abend im Städt. Saalbau das einzige Konzert der
„Comedian Harmoniſts” Man beachte bitte die Anfangszeit,
um Störungen zu vermeiden. Der Kartenverkauf iſt heute,
vor=
mittags von 9 bis 1 Uhr, im Zeitungskiosk am Ernſt=
Ludwigs=
platz; ebenfalls 9 bis 1 Uhr bei A. Skurnik, am Portal der
Haupt=
poſt. Nachmittags ab 2 Uhr ununterbrochen an der Saalbaukaſſe,
bis zum Beginn des Konzerts. Parkplatz im Saalbaugarten,
Ein=
fahrt Saalbauſtraße. (Siehe Anzeige.)
— Verein für das Deutſchtum im Ausland. Die
Frauen=
ortsgruppe lädt Mitglieder und Freunde des Vereins zu
einem Vortrag, den Profeſſor Kiſſinger am Donnerstag, um
5 Uhr, in der Traube hält. Der bekannte Redner wird aus
eige=
nem Erleben Land und Leute von Kärnten ſchildern und
ſein lebendiges Wort durch ſchöne Lichtbilder unterſtützen. Der
Eintritt iſt frei. (Siehe Anzeige.) — Die große
Wohltätigkeits=
veranſtaltung der Frauenortsgruppe findet am 11. Februar im
Saalbau ſtatt. Sie iſt gedacht als großes Volksfeſt „bei der
Rößl=Wirtin.
— Paulusgemeinde. Am Sonntag, dem 13. November 1932,
begeht unſere Jugendvereinigung ihren 24. Jahrestag. Aus
die=
ſem Anlaß findet an dieſem Tage abends 8 Uhr im
Gemeinde=
ſaal ein öffentlicher Gemeindeabend ſtatt, in deſſen Mittelpunkt
die Aufführung des Legendenſpiels „Chriſtofferus” von Otto
Bruder ſteht. Der Eintrittspreis beträgt diesmal nur 20 Pf.,
um jedermann Gelegenheit zu geben, den Abend zu beſuchen.
Karten ſind bei den Mitgliedern und an der Abendkaſſe erhältlich.
Markusgemeinde. Im Gemeindevereinsabend ſpricht Pfarre:
Vogel am Montag (14 „November) über die Frage: „Wie hat uns
Luther das apoſtoliſche Glaubensbekenntnis neu gedeutet?‟ Der
Beſuch der Veranſtaltung, die religiöſer Fortbildung und
Vertie=
fung dienen ſoll, wird den Gemeindegliedern warm empfohlen.
Eine Frankreichfahrt Chriſtlicher Pfadfinder, auf einem
Filmſtreifen feſtgehalten. Bilder aus dem Kampfgebiet des
großen Krieges werden heute, Sonntag, 13. Nov., im
Gemeinde=
hau= der Petrusgemeinde Eichwieſenſtraße 8, gezeigt. Beginn
pünktlich 20.15 Uhr. (Karten an der Abendkaſſe noch erhältlich.)
— Evangeliſationsvortrag „Heil oder Unheil”. Es wird
noch=
mals auf den heute abend 8 Uhr ſtattfindenden
Lichtbildervor=
trag aufmerkſam gemacht, den Herr Hermann Mettel aus Kirn
an der Nahe im Saale der Stadtmiſſion, Mühlſtraße 24, halten
wird. Jedermann iſt eingeladen.
— Die Freireligiöſe Gemeinde Darmſtadt veranſtaltet in
Ge=
meinſchaft mit dem Deutſchen Freidenkerverband am 20.
Novem=
ber, nachmittags, in der Halle des Krematoriums auf dem
Wald=
friedhof eine feierliche Ehrung der Toten. Muſik,
Chor= und Sologeſang, ſowie Rezitation umrahmen die Anſprache.
Es iſt jedermann eingeladen, doch wird beſonders darauf
hinge=
wieſen, daß nach Beginn der Feier die Türen geſchloſſen gehalten
werden. (Siehe Anzeige.)
— Verteidige dich ſelbſt! nach der Methode Dſchiu=Dſchitſu,
der japaniſchen Angriffs= und Verteidigungskunſt ohne Waffen.
Auch ältere Perſonen können, ohne körperliche Nachteile dabei
befürchten zu müſſen, an den Uebungen teilnehmen. Der
Unter=
richt wird durch den Turn= und Dſchiu=Dſchitſu=Leiter der
früberen, Heſſiſchen Schutzmannſchule, Oberturnwart, Hofferbert,
erteilt. Die neuen Kurſe beginnen am Donnerstag,
17. November, in der Turnhalle der Peſtalozziſchule, Stiftſtr. 32.
(Siehe heutige Anzeige.)
Evangeliſche Männervereinigung der Petrusgemeinde.
Alle diejenigen Muſikfreunde, die ſich einen hohen, reinen
Kunſt=
genuß bereiten wollen, ſeien nochmals auf das am Dienstag,
15. 1. M., ſtattfindende Wohltätigkeitskonzert der
Männerver=
einigung der Petrusgemeinde aufmerkſam gemacht und herzlich
dazu eingeladen. Der Kartenverkauf iſt ſo rege, daß jedenfalls
kein Platz unbeſetzt bleibt. Das äußerſt reichhaltige Programm
bietet nur Erſtklaſſiges. Es ſei daraus erwähnt vor allem
Fräu=
lein Gertrud Walz ein „Kind unſerer Gemeinde”, die ihre
geſangsdramatiſchen Studien nunmehr vollendet hat. Die
Kla=
vierbegleitung liegt bei Frau Prof. Kleinen in den
aller=
beſten Händen. Seine Mitwirkung hat ferner zugeſagt der
Orthſche Männerchor, deſſen Leiſtungen bekanntlich auf
künſtle=
riſcher Höhe ſtehen, und als Dritter im=Bunde das Orcheſter
ehe=
maliger Militärmuſiker in Stärke von 30 Mann unter der
be=
währten Leitung von Herrn Kapellmeiſter Gg. Greilich, der in
bunter Reihenfolge Ernſtes und Heiteres bieten wird, nicht
zu=
letzt die alten beliebten Militärmärſche. So hoffen wir, allen
Beſuchern, auch dem verwöhnteſten Geſchmack, Rechnung tragen
zu können. Das Konzert beginnt pünktlich um 8 Uhr im
Ge=
meindehaus. Eichwieſenſtraße 8 Karten ſind dort bei Herrn
Kropp und im Papiergeſchäft Bender zu haben.
— Erſter Vortragsabend der Städt. Akademie für Tonkunſt.
Wie bereits erwähnt, ſind im November 2 Vortragsabende der
Violin=Meiſterklaſſen von Göſta Andreaſſon vorgeſehen,
von denen der erſte am Montag, den 14 d. M., im Kleinen Saal
des Städt. Saalbaues, abends ſtattfindet. Vortragende: Hilde
Freudenberg, Helen Cropp, Willi Hannewald, Carl Cauer und
Fritz Müller. „Begleitung am Flügel: Nelly Birrenbach.
Vor=
tragsſtücke: Konzerte von Vivaldi, Boccherini, Mozart und
Pa=
ganini. Karten, die zu 50 Prozent für Mieter der Akademie=
Konzerte und Schüler der Akademie ermäßigt werden, im
Sekre=
tariat der Städtiſchen Akademie, Eliſabethenſtraße 36. Tel. 3500.
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Union=Theater. „Kiki” der Werdegang einer keſſen
Ber=
liner Range in Paris, der Stadt der Abenteuer, mit der
ent=
zückenden Anny Ondra und Hermann Thimig in den Haupt=
rollen, wird nur noch heute und morgen vorgeführt.
—In den Helia=Lichtſpielen ſieht man nur noch heute und
morgen Harry Liedtke und Ery Bos in dem luſtigen Militär=
Schwank „Liebe in Uniform”.
Die Palaſt=Lichtſpiele bringen nur noch heute und morgen
den Senſationsfilm aus dem Zirkusleben „Marco der Clown”,
mit Ivan Kowal=Samborſki, Berthe Oſtyn, Robert Ley u. a. in
den Hauptrollen. Regie: Max Reichmann.
— Helia=Morgenfeier. Heute, Sonntag, vormittags 11.15
Uhr, wird im Rahmen einer der beliebten Film=Morgenfeiern
der hervorragende Ufa=Kulturfilm „Ewiges Hellas”, ein Film
von Griechenlands Vergangenheit und Gegenwart,
unwiderruf=
lich zum letztenmal wiederholt. Anderweitiger Dispoſitionen
halber ſind weitere Vorführungen dieſes Filmwerkes nicht
mög=
lich. Jugendliche haben Zutritt.
Reſi=Theater. Der intereſſante Fliegerfilm „Gloria”,
(Liebe und Weltrekord), der im „Reſi” läuft, gibt Brigitte Helm
Gelegenheit, ſich in einer ganz anderen Rolle als bisher zu
zei=
gen. Ab morgen zeigt das „Reſi=Theater” einen ſpannenden
Kriminalfilm „Die Pranke‟.
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher
Erkran=
kung ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt
zu rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am
Sonn=
tag, dem 13. November 1932, folgende Aerzte zu deſſen
Vertre=
tung bereit: Dr. med. Gallus, Bismarckſtr. 23, Telephon 3148;
Dr. med. Nahm Heidelberger Straße 83. Telephon 4646;
Dr. med. Weyell, Hölgesſtraße 16. Telephon 253.
Es verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
an=
ſchließenden Woche den Nachtdienſt vom 13. bis 20. November:
die Hirſchapotheke. Nieder=Ramſtädter Str. 21. und die
Nordend=
apotheke, Friedrich=Ebertplatz 17.
Sonntag, 13. November
Polizeibericht.
Autobeſitzer, paßt auf! Am 30. Oktober 1932. zwiſch
und 4 Uhr, wurde in der Rheinſtraße vor dem Kaffee
von einem Perſonenwagen eine Kühlerverſchraubung mit E/
meter (Adlermodell) geſtohlen. Ein gleicher Diebſtahl wu.dn
6 November 1932, zwiſchen 045 und 1.45 Uhr, in der
Ramſtädter Straße vor der Wirtſchaft „Zu den zwölf. Axuu
ausgeführt. Hier wurde von einem Perſonenauto eine Hüre
verſchraubung mit dem Mercedesſtern entwendet. Sollten vie
derartige Diebſtähle vorkommen, ſo iſt es Pflicht der Geſn
ten, ſofort Anzeige bei der Polizei zu erſtatten.
Sachbeſchädigung! In der Nacht zum 11. November
gegen 3 Uhr wurden an verſchiedenen Geſchäftshäuſern
Ernſt=Ludwigſtraße von jungen, mutwilligen Burſchen die
ſtangen an den Jalouſien mit Gewalt verbogen und a=
Angeln geriſſen. Alle Perſonen, die über die Täter ſoh,
liche Angaben machen können, werden gebeten, bei der Krm
polizei, Hügelſtraße Nr. 31/33, Zimmer Nr. 2. vorzuſpre
Immer wieder unſittliche Handlungen! In der letzte,
iſt wiederholt, und zwar in den Abendſtunden, im Herdrok wo
Mann aufgetreten, der Frauen und Mädchen in unſittliche
beläſtigt hat. Der Tater wird wie folgt beſchrieben: Ec
bis 28 Jahre alt, 1,65—1 68 Meter groß, langes, ſchmales.
Geſicht, blondes Haar (Scheitel mitten über den Kopf trik. piüterſt
Bekleidet war dieſer Mann mit dunklem Anzug, ohne
und ohne Kopfbedeckung. Der gleiche Mann iſt auch ſchm
Fierſiadt.
geſehen worden, wo er einen blauen, einreihigen Anzug, ſ.
Lackſchuhe und einen grauen Hut trug — Unter gleiche
ſtänden iſt auch ein Täter in der Waldkolonie hinter dem
bahnhof zwei Frauen gegenübergetreten. Hier wird f
Täterbeſchreibung gegeben: Zirka 28 Jahre alt, 1.70 Mete,
ſchlanke Geſtalt, friſches, ovales Geſicht, langes, hellblonde,
hinten gekämmtes Haar. Er trug hohe braune Schnu
(gamaſchenartig), braunen Sportanzug, ohne Kopfbedeckun
Ein gleicher Sittlichkeitsverletzer iſt in der Kranichſteiner / Micher?
in der Nähe der Pappeln (Ziegelhütte) aufgetreten. He
der Täter etwa 20 bis 22 Jahre alt ſein, zirka 1,65 Meteiſt ei
und dunkelblondes, nach hinten gekämmtes Haar tragen. Amr0
det war dieſer Mann mit grauer Knickerbockerhoſe, dunkelwroe
Rock und grauem Pullover. — Ferner hat noch ei
Täter hinter den Anlagen am Großen Woog (Nähe Oſtb9
ſein Unweſen getrieben. Hier handelt es ſich ebenfalls un
jungen Mann von zirka 25 Jahren. Als Größe wird 1,7
angegeben. Dieſer Täter ſoll mit dunkler Brecheshoſe und
lem Rock bekleidet geweſen ſein. Als Kopfbedeckung hat
Schirmmütze mit auffallend langem Lackſchilde getragen.
faſt allen Fällen iſt es den beläſtigten Frauen und Mädceſ
folge der Aufregung kaum möglich eine genaue Täterheſt
bung zu geben. Es werden daher alle Perſonen, die irgen)
ſachdienliche Angaben machen können, dringend erſuch
Wahrnehmungen der Kriminalpolizei, Hügelſtraße
mer 4 mitzuteilen. Ferner iſt jeder Polizeibeamte berei
dienliche Mitteilungen entgegenzunehmen.
Zeugen geſucht! In unſerem letzten Polizeibericht vom
machten wir auf einen Sittlichkeitsverbrecher aufmerkſan
ſich am 11. Oktober 1932, um die Mittagszeit, an einem
gen Mädchen vergangen hat. Tatort iſt in den Anlagn
Exerzierplatz. Der Täter trug braunen Mantel und En
Hut. Er benutzte einen Spazierſtock, an dem unten ein Cu
klotz befeſtigt war. Der Rohling wurde von einem Hern
einer Dame beobachtet und zur Rede geſtellt. Das mißh
Kind wurde von dem fraglichen Herrn in Schutz genomme
nach Hauſe begleitet. Trotz Veröffentlichung in den
Tageszeitungen hat ſich der fragliche Herr bis heute ni
Zeuge geſtellt. Er wird erneut dringend erſucht, bei der
nalpolizei vorſprechen zu wollen.
Wer hat den Dieb beobachtet? Am 8. November 1932,0
14.30 Uhr wurde von einem Fuhrwerk das in der Klau
ſtraße aufgeſtellt war, ein Paket geſtohlen. In dem Pal
fanden ſich zwei Nähkäſtchen und ſechs ſilberne Löffel (
löffel). Vor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Angab
an die Kriminalpolizei, Zimmer 2. zu richten.
u Münſt
Aurit
Reinhein
„Guſtav Adolf” von Devrient. Heute finden die beid
ten Vorſtellungen des „hiſtoriſchen Charakterbildes” Guſta
von Devrient im Kleinen Haus ſtatt. Die Nachmittagsich
lung beginnt um 3 Uhr, die Abendvorſtellung um 19½ U
dem Guſtav=Adolf=Erinnerungsjahr hat dieſes Stück einel
meine Auferſtehungsfeier erlebt. Es wurde in den meiſte
ſchen Städten aufgeführt. Die Spielſchar des C
liſchen Bundes Darmſtadt, unter der Leitung des Herrn G
hat wiederum die Aufführung übernommen. Im Vorjah)
ſie nicht weniger wie ſiebenmal hintereinander das Klein
gefüllt. Die Ausſtattung iſt vorzüglich, da die geſamten
ſchen Hilfsmittel des Theaters mitbenutzt werden. In
tracht der Notzeit ſind die Preiſe ganz außerordentlich
bemeſſen. Der Eintritt koſtet 0,50 bis 1,50 RM. Der VorW Berfel
hat noch nicht den Umfang erreicht, wie wir es gehofft. E.
beſonders betrüblich, wenn die Spieler nach all der ungeh
Mühe der Einſtudierung vor halbvollem Hauſe ſpielen mütt
Wir machen deshalb nochmals auf das Spiel aufmerkſani
bitten alle Evangeliſchen der Stadt, die es noch nicht
haben unbedingt, ſich und ihrer Familie den Beſuch zu s56
Es wird nicht ohne Gewinn ſein.
— Menſchheitsfragen und Chriſtusantworten iſt der 9
der über den Vorträgen ſteht, die Herr Hermann Mett
Kirn a. d. N. allabendlich im Chriſtlichen Verein Junger
ner, Eliſabethenſtr. 17, hält. Eingeleitet wurden die Vo
mit der Frage um den Wert des Menſchen. Sodann behch
er in packender Weiſe die Frage nach Gott und das Ver!
Satan—Chriſtus, Gut und Böſe. Der Beſuch dieſer Aberd
wies, wie ſehr dieſe Fragen Menſchen unſerer Tage beſchof
Geſtern abend ſprach Herr Mettel über die Brot= und Gelſe
Den Abſchluß der Vortragsfolge bildet ein Lichtbilderr,
über Heil oder Unheil an Hand von Allegorien von
Schneider. Mit überraſchender Wucht und Deutlichkeit hr
Künſtler es verſtanden, in die gewaltigen Kämpfe mit den
ſternismächten die zur Entſcheidung herausfordernde Lich
Jeſu Chriſti einwirken zu laſſen. Dieſer letzte Vortrag
nicht wie ſeither beim C. V. J. M., ſondern im Saale der
miſſion, Mühlſtraße 24, am Sonntag abend, ſtatt. Jeder
iſt eingeladen.
— Orpheum. — Die Tegernſeer. Heute. So
abends: „Almenrauſch und Edelweiß”. Mit
Aufführung bringen die beliebten Oberbayern eines der
Volksſtücke aus dem Leben der Gebirgler, welches ſeinem i
Wert nach und dank ſeiner gehaltvollen, ſpannenden Hau
bisher weit über 5000 Aufführungen durch die reiſenden Br
theater erlebte. — Die Tegernſeer bringen die Geſtalten de
kes lebenswahr urwüchſig und in bodenſtändiger Echtheit
die Bühne — Beſondere Erwähnung verdienen auch die be
röſen, hochkünſtleriſchen Zithervorträge im Zwiſchenakt.
Lokale Veranſtalkungen.
Im Heſſiſchen Haus beginnen ab heute de
liebten Sonntagskonzerte. (Siehe Anzeige.)
— Im Schweizerhaus in Eberſtadt ſpielt
Sonntag Kurt Hof mit ſeiner Kapelle. (Siehe heutige An
Vereinskalender.
— Verein für Leibesübungen Rot=Weiß
Heute nachmittag Spaziergang nach Traiſa zu Gaſtwirt S0
Tanz von 4.30 bis 9 Uhr. Treffpunkt am Tierbrunnen
ſchlechter Witterung Fahrt im Omnibus. (Siehe geſtrige
Jungdeutſcher Orden e. V., Bruderſchaft Darn
Am 13. November vorm. 9 Uhr. beginnt bei Chriſt das
Kapitel. Wegen Beſprechung des „Großen Planes” zur Belz
der Arbeitsloſigkeit ſind alle Brüder zugelaſſen.
— Eine Fahrt ins Blaue in Form eines Ka)
Abends veranſtaltet in der Beſſunger Turnhalle die T
gemeinde Beſſungen 1865 E. V., die alle Mitg”,
Freunde und Gönner des Vereins herzlich einlädt.
—
Tageskalender für Sonniag, den 13. November 1932.
Helia=Lichtſpiele, 11.15 Uhr: „Ewiges Hellas”. — Union=The.
„Kiki”. — Helia=Lichtſpiele: „Liebe in Uniform”. — 2
Lichtſpiele: „Marco der Clown. — Reſi=Theater: „G!
— Orpheum, 15.30 Uhr: Aſchenbrödel”; 20.30 Uhr: „An
rauſch und Edelweiß” — Städt. Saalbau, 8.30 Uhr: Corre
Harmoniſts. — Chauſfeehaus, Märchentheater, 3.30 Uhr:
pelſtilzchen”. — Konzerte: Herrngartencafé, Cafs Ern!”
wig, Reichshof, Hotel=Reſt. zur Poſt, Gaſthaus Knauf..
lokal Clou. Cafs Monopol. Hanauer Hof. Café Ganß”
Zum Heſſiſchen Haus, Weinſtube zum Stachel, Bockshaut.
rugg, 13. November 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 316 — Seite 7
Aus Heſſen.
briesheim, 12. Nov. Autounfall. Der Bäckermeiſter
Aoproſchkenkutſcher Peter Höhl XX., von hier, befand ſich
cupend mit ſeinem Perſonenauto auf dem Heimweg von
dr. Als er nach kurzem Aufenthalt in der Sportklauſe
umitelbarer Nähe des Felſenkellers ſein Auto ankurbeln
Ueſuhr der ebenfalls aus Richtung Darmſtadt kommende
üleiter des hieſigen Gaswerks, Herr Karl Müller, mit
eunPerſonenauto auf das Auto auf. Das Auto des Herrn
mide durch den ſtarken Ruck herumgeworfen, während das
hnde Auto des Herrn Müller gegen das Gleis der
elek=
rastraßenbahn zu liegen kam. Peter Höhl, der durch den
von ſeinem eigenen Auto einen ſtarken Stoß erhielt,
en Schlüſſelbeinbruch, ſowie Kopf= und Beinwunden und
ah einem erhaltenen Notverband durch den alsbald an
mlücksſtelle erſchienenen praktiſchen Arzt Dr. Lehmann nach
Eidtkrankenhaus in Darmſtadt verbracht werden. Herr
kam mit leichteren Splitterverletzungen und
Abſchür=
eundavon. Beide Autos wurden ſehr ſtark demoliert und
abgeſchleppt werden. Die Schuldfrage iſt noch nicht ge=
Die hieſige Ortsgruppe des Odenwaldklubs
ver=
am morgigen Sonntag eine Wanderung nach Brauns=
Veiterſtadt. — Am Montag, 14. Nov., findet auf dem
zu eine Gemeinderatsſitzung ſtatt.
Eßerſtadt. 12. Nov. Turnhallen=Grundſtein=
. Am Sonntag (13. November), nachmittags, findet die
inlegung zum Turnhallenbau des Turnvereins 1876 e. V.
Konzert: Zither= und Mandolinenklub. Der
Srunnd Mandolinenklub veranſtaltet am Sonntag (13.
No=
e abends 8 Uhr beginnend, im Saale „Zum Bergſträßer
ſeter) ſein diesjähriges Herbſtkonzert, unter Mitwirkung
ernvereins Darmſtadt.
Nieder=Ramſtadt, 12. Nov. Gemeindeſteuer 1932.
unzültigen Steuerbeſcheide für das Rechnungsjahr 1932
ge=
iegenwärtig zur Zuſtellung an die Steuerpflichtigen.
Da=
men die Vorauszahlungsbeſcheide für 1932 (blaues
For=
uußer Betracht und werden ungültig. Die auf dieſe
Be=
eleiſteten Zahlungen werden auf die endgültige
Steuer=
ſoter Steuerbeſcheid) aufgerechnet. — Gleichzeitig mit den
nuſcheiden werden auch die Zählbogen für die
Obſtbaum=
mnzgeſtellt. Es wird nochmals auf ſorgfältige Ausfüllung
ſen. Rückgabe an die Bürgermeiſterei hat bis ſpäteſtens
„Nts. zu erfolgen. — Neue Brotpreiſe. Die
hieſi=
züer haben in den letzten Tagen den Brotpreis ermäßigt.
ſt: jetzt 2 Kilogramm Miſchbrot 78 Pfg. und Roggenbrot
Ober=Ramſtadt, 12. Nov. Obſt= und Gartenbau=
. Der Verein macht ſeine Mitglieder auf die am Sonn=
13. November, im Gaſthaus „Zur Sonne” in Roßdorf
nende Hauptverſammlung des Obſt= und
Gartenbauverban=
hamſtadt aufmerkſam und empfjehlt zahlreiche Teilnahme.
ebſtliedertag. Sonntag, den 13. November, abends
ndet im „Schützenhof” hier der diesjährige Liedertag der
fGeſangvereine ſtatt. Die Veranſtaltung liegt diesmal in
undes Geſangvereins „Sängerluſt” — Beſeitigung
Hargelkrautes. Laut Polizeiverordnung vom 13. 11.
ü die Beſitzer, Nutznießer oder Pächter von Feld= oder
usvargelanlagen verpflichtet, das Spargelkraut bis läng=
* Dezember ca. 10 Zentimeter unter der Erdoberfläche ab=
Straßenberichk
ſen und ſofort zu verbrennen. Nichtbefolg dieſer
Anord=
ſtrafbar.
Münſter bei Dieburg, 12. Nov. Hohes Alter. Am
kann Magdalene Witzel, wohnhaft Schulſtraße, ihren
urtstag begehen.
Reinheim. 12. Nov. Gemeinderatsſitzung. Zu
Rfrage der Fraktion der SPD., warum die
Wohlfahrts=
kützungen gekürzt wurden. gab Bürgermeiſter Dr. Göbel die
lnfklärung. — Die Waſſerleitung zum Neubau Burger
gerſt nur proviſoriſch gelegt werden. Sollte im nächſten
er Bau von neuen Häuſern in der dortigen Gegend
fort=
terden, wäre immer noch Zeit, die Waſſerleitung an das
ſhe Netz anzuſchließen. — Auf eine Anfrage teilte der
Bür=
ſr mit, daß die Arbeiten im Freiwilligen Arbeitsdienſt
föhtlich am kommenden Montag begonnen würden.
Zell i. Odw., 12. Nov. Am 13. ds. Mts. führt der
Schützen=
im Gaſthaus „Zur Krone”, das Odenwälder Volksſtück
tück eil
eidiener Strubbes un die Bäſemgräit” auf.
en meiſek Joche hat die Firma Maul Brennmaterial an
minder=
des itvte Familien verteilt. Schon des öfteren hat ſich Herr
erm Ait Maul in den letzten Jahren als Menſchenfreund den
ſhrtlich Schwachen gegenüber gezeigt.
Erbach, 12. Nov. Aerztlicher Sonntagsdienſt.
Sontag, den 13. Nov.: infolge plötzlicher Erkrankung ärzt=
Hfe erforderlich, ſo iſt bei Verhinderung des Hausarztes
2. med. Beck, von hier, zu deſſen Vertretung bereit.
Beerfelden. 12. Nov. Hohes Alter. Morgen begeht
Sphie Siefert. Judengaſſe, ihren 85. Geburtstag in
völ=
kperlicher und geiſtiger Geſundheit. Die wackere Jubilarin
ſich noch täglich bei den Arbeiten im Hausweſen ihres
kiteten Sohnes. — Die Bürgermeiſterei erinnert daran, daß
rie Bezahlung des geſteigerten Brenn= und
Nutz=
t die höchſte Zeit iſt. — Mit Rückſicht auf die
Feldbeſtei=
hd die Schlagtauben 14 Tage lang einzuſperren. —
1½zahl Loſe von Laubſtreu aus den Gemeindewaldungen
uuf der Bürgermeiſterei zur Verſteigerung. — Die hieſige
Appe des Odenwaldklubs unternimmt morgen ihre
lwerung: Liederbach—Dicke Eiche—Etzean.
Bensheim, 11. Nov. Wandererehrung im Oden=
Wilub. Aus Anlaß der erſten Wanderung im Wanderjahr
uternahm die Ortsgruppe Bensheim des Odenwaldklubs
Zer Führung von Frl. Jahres eine
Nachmittagswande=
vextier Schönberg, den Knodener Höhenweg, zur Reichenbacher
bet nd von da nach Reichenbach herab. Bei Frau Witwe
ſ9 wurde der Kaffee in mit Grün geſchmücktem Saale
ein=
uen. Alsdann wurde die Ehrung verdienter
Klubmitglie=
ſogenommen. Herr Prof. Ruhl veulas den Bericht über
ſcelaufene Wanderjahr, worauf Herr Forſtmeiſter Wach=
Ehrung ſchritt. Es wurden 19 Klubgenoſſen ausgezeich=
Dienſtjubiläum. Herr Oberpoſtſekretär Bihr
ſß ein 40jähriges Dienſtjubiläum begehen. Aus dieſem An=
Fihde ihm bei einer kurzen Feier im Kreiſe ſeiner Mitarbei=
MtGlückwüunſchſchreiben des Herrn Reichspräſidenten
über=
nd die Glückwünſche des Herrn Reichspoſtminiſters und
ihern Präſidenten der Oberpoſtdirektion Darmſtadt zum Aus=
„Pebracht. Seitens ſeiner Kollegen empfing der Jubilar
F und beſondere Geſchenke.
für die Woche vom 13. bis 19. November 1932.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Fernverkehrsſtraßen in Heſſen:
3 Gießen—Frankfurt a. M. (Ortsdurchfahrt Butzbach) om 14. 11.
geſperrt. Umleitung: Kleeberger Straße und Nußallee in
Butz=
bach.
40 Albig—Alzey (Km. 30,65—32,4) vom 31. 10. bis auf weiteres
geſperrt. Umleitung: Heimersheim.
45 Heldenbergen—Windecken bis auf weiteres für allen Verkehr
geſperrt. Umleitung für den Durchgangsverkehr: Friedberg,
Vilbel, Bergen, Mainkur, Hanau; für den Lokalverkehr: Eichen,
Oſtheim, Windecken.
45 Ortsdurchfahrt Heldenbergen vom Abzweig nach Büdesheim bis
Abzweig nach Groß=Karben vom 26. 9. bis auf weiteres
ge=
ſperrt. Umleitung: Ilbenſtadt, Erbſtadt=Eichen für den
Lokal=
verkehr; für den Durchgangsverkehr ſiehe vorſtehende Sperre.
49 Gießen—Fulda, 1. zwiſchen Alsfeld und Renzendorf, 2. zwiſchen
Alsfeld und Romrod bis auf weiteres geſperrt. Umleitung zu
1. über Eifa—Rainrod, zu 2. Zell—Angerod.
Hauptſtraßen in Heſſen:
Hersfeld—Selters (zwiſchen Hartmannshain und Gedern) vom
8. 9. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Richtung
Hart=
mannshain—Gedern über Volkartshain, Ober=Seemen,
Rich=
tung Schotten über Eichelſachſen—Glashütten bzw. Burkhards
—Sichenhauſen.
Altenſtadt-Lindheim vom 6. 9. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Bleichenbach. Bergheim.
Ober=Ramſtadt—Ernſthofen bis Km. 21.0 vom 26. 9. bis auf
wei=
teres geſperrt. Umleitung: Rohrbach, Asbach.
Ober=Ingelheim nach dem Bahnhof vom 10. 10. bis auf weiteres
geſperrt. Umleitung: Grundſtraße in Ober= und Nieder=
Ingel=
heim.
Ortenberg—Lißberg bis zum Abzweig nach Eckartsborn vom 7. 10.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Bleichenbach-
Berg=
heim—Uſenborn-Hirzenhain.
Lauterbach—Selters (Ortsdurchfahrt Herbſtein) vom 6. 10. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Rixfeld—Stockhauſen—
Alten=
ſchlirf bzw. Engelrod-Lanzenhain—Ilbeshauſen. Altenſchlirf.
Hirſchhorn-Langenthal (Km. 0,00—4,75) vom 17. 10. bis auf
wei=
teres nur Werktags geſperrt. Umleitung: Finkenbach, Falken=
Geſäß, Olfen, Affolterbach.
Sonſtige Straßen in Heſſen:
Eberſtadt—Seeheim-Jugenheim-Zwingenberg (alte Bergſtraße)
vom 8. 9. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Seeheimer=
Tanne, Bickenbach.
Langgöns—Holzheim vom Abzweig Grüningen bis Holzheim vom
22. 9 bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Grüninigen.
Nieder=Weiſel—Oſtheim vom 24. 10. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Butzbach, Hoch=Weiſel.
Kirchgöns-Bahnhof vom 7. 11. bis auf weiteres geſperrt.
Oert=
liche Umleitung.
W. Heppenheim, 10. Nov. Tegernſeer
Bauern=
bühne. Das in Heppenheim bekannte und ſehr beliebte Willy
Roemheld=Theater gab im Saalbau Kärchner wieder zwei
Gaſt=
ſpiele. Die beiden Veranſtaltungen mit „Der Dorftrottel” und
Anzengrubers „Der Glwiſſenswurm” wurden von den
Mitwir=
kenden urwüchſig und charakteriſtiſch dargeſtellt und von den
zahl=
reicherſchienenen Gäſten mit großem Beifall aufgenommen. —
Män=
nergeſangverein 1843. Die Aufführung der Operette:
„Das Walzermädel von Wien” am 30. Oktober war zur vollen
Zufriedenheit der Beſucher ausgefallen, ſo daß, damit allen
Ge=
legenheit zu deren Beſuch gegeben iſt, eine 2. Vorſtellung für den
13. November feſtgelegt iſt.
Ca. Lorſch. 11. Nov. Kurſus. Unter Leitung von Frau
Dierkſen=Mannheim begann vorgeſtern abend hier ein
Gym=
naſtik=Kurſus für Frauen und Mädchen, der ſich eines großen
In=
tereſſenkreiſes erfreute. — Obſtbaumzählung. Im Laufe
der nächſten Woche findet hier eine Obſtbaumzählung ſtatt, die
durch Mitglieder des Obſt= und Gartenbauvereins ehrenamtlich
durchgeführt wird. — Tuberkuloſen=Beratungsſtunde.
In dieſem Monat finden wieder unentgeltliche Tuberkuloſen=
Beratungsſtunden ſtatt, und zwar am 10 und 24. November,
nachm. von 2—4 Uhr in Bensheim. Rodenſteinſtr. 34. —
Nach=
kirchweih. Lorſch feiert am kommenden Sonntag ſein
Nach=
kirchweihfeſt und damit die letzte der diesjährigen Kirchweihen
in nächſter Umgebung.
S. Lampertheim, 12. Nov. Diebſtahl aus einem Auto.
Ein hieſiger Geſchäftsmann fuhr vorgeſtern abend vor einem
Hauſe Ecke Blücherſtraße vor. Er begab ſich mit den Inſaſſen in
eine Wohnung, vergaß aber, den Wagen abzuſchließen. Bei der
Rückkehr mußten ſie die Wahrnehmung machen, daß aus dem
Auto eine Wagendecke und ein kleiner lederner Handkoffer, der
einen größeren Betrag Bargeld und Wertſachen enthielt,
ver=
ſchwunden waren. Decke und Koffer fanden ſich in einem Garten.
Der oder die Diebe fühlten ſich jedenfalls beobachtet und warfen
die Beute ſamt Inhalt weg. Der Vorfall diene wieder
Auto=
beſitzern, ihren Wagen nicht unverſchloſſen ſtehen zu laſſen.
Gl. Gernsheim, 10. Nov. In nächſter Zeit wird in hieſiger
Gemeinde eine Obſtbaumzählung durchgeführt. Obſtbäume
aller Gattungen ſind hierbei einbegriffen. Die Ermittlung dient
nur ſtatiſtiſchen, aber nicht ſteuerlichen Zwecken. Verweigerung
der Angaben oder Erteilen falſcher Auskunft ſind mit Strafe
be=
droht.
d. Gernsheim. 12. Nov. Anläßlich ſeines 76jährigen
Stif=
tungsfeſtes veranſtaltet am kommenden Sonntag abend im
Saal=
bau Haas der Geſangverein „Liederkranz” einen Familienabend.
beſtehend aus Konzert, Theater und Ball. — Zum Pfarrer der
evängeliſchen Kirchengemeinde wurde Herr Pfarrer Dr. Franz
Stumpf, zurzeit in Merlau in Oberheſſen tätig. ernannt. Der neue
Pfarrer ſteht im 43. Lebensjahr. — Bei den
Rheinregulierungs=
arbeiten verunglückte ein Arbeiter aus Hahn. Die erſte ärztliche
Hilfe leiſtete Herr Dr. Diehl aus Biebesheim. Die hieſige
Sani=
tätskolonne beſorgte den erforderlichen Transport in das
Stadt=
krankenhaus Darmſtadt.
— Gernsheim, 12. Nov. Waſſerſtand des Rheins
am 11. November 0,28 Meter, am 12. November 0,22 Meter,
morgens 5.30 Uhr.
A. Wolfskehlen, 12. Nov. Wäſchediebſtahl. In der
vergangenen Nacht wurde eine größere Anzahl Wäſcheſtücke, die in
einer Hofreite in der Darmſtädter Straße zum Trocknen aufgehängt
waren, von unbekannter Seite geſtohlen.
* Errichlung einer Heſſiſchen Feuerwehr=Fachſchule.
An. Friedberg, 12. November.
Nach längeren Bemühungen iſt es dem Landesverband
Heſſi=
ſcher Freiwilliger Feuerwehren mit Unterſtützung der Heſſiſchen
Brandverſicherungskammer (Landesfeuerlöſchkaſſe) gelungen, trotz
der ſchwierigen wirtſchaftlichen Verhältniſſe zur Ausbildung von
Feuerwehrführern eine Feuerwehr=Fachſchule ins Leben zu rufen.
Der erſte Lehrgang an der Feuecwehr=Fachſchule, die in der
Berg=
kaſerne in Friedberg untergebracht iſt, beginnt bereits am
Mon=
tag, den 5. Dezember. Zunächſt ſind drei Lehrgänge mit je 30
Kurſusteilnehmern vorgeſehen. Bei 18 heſſiſchen Kreiſen
ent=
fallen alſo im Winterhalbjahr 1932/33 auf jeden
Kreisfeuerwehr=
verband 5 Teilnehmer. Die Anmeldungen ſind bereits zahlreich
eingegangen.
Die Feuerwehr=Fachſchule bezweckt die ſach= und fachgemäße
Ausbildung von Feuerwehrführern, die gerade in der heutigen
Zeit dringend notwendig iſt; denn beſonders die letzten Jahre
nach dem Kriege haben im Feuerlöſchweſen ſoviel Neues auf dem
Gebiete der Brandbekämpfung gebracht, daß an einen
Feuerwehr=
führer die höchſten Anforderungen geſtellt werden. Die
Ausbil=
dung erfolgt auf Grund eines vom Ausſchuß des Landesverbandes
heſſiſcher Feuerwehren aufgeſtellten Lehrplanes ſowohl theoretiſch,
als auch praktiſch. Die Freiwillige Feuerwehr Friedberg ſtellt für
die praktiſchen Uebungen die erforderlichen Geräte zur Verfügung.
Die Kurſusteilnehmer werden in der Jugendherberge
unter=
gebracht. Für jeden Lehrgang ſind 6 Arbeitstage vorgeſehen.
Teilnabmeberechtigt ſind nur geeignete Feuerwehrleute im Alter
zwiſchen 25 und 35 Jahren. Am Schluß des Lehrganges findet
eine Abſchlußprüfung ſtatt, über deren Ausfall ein Zeugnis
aus=
geſtellt wird. Als äußeres Kennzeichen des erfolgreichen Beſuches
der Feuerwehrſchule erhält der Teilnehmer eine rot=weiße Litze.
Der Kurſusteilnehmer ſoll das in der Schule Gelernte in ſeiner
Heimatwehr nutzbringend verwerten. Nicht zuletzt wird der
er=
folgreiche Beſuch der Feuerwehr=Fachſchule in Zukunft die erſte
Vorausſetzung zur Wahl als Wehrführer und Kommandant bilden.
Ck. Biebesheim. 10. Nov. Gemeinderatsſitzung. Die
Gemeindehundeſteuer wurde auf 4 RM. feſtgeſetzt. Für jeden
wei=
teren Hund ſoll eine ſteigende Gebühr von ebenfalls 4 RM.
er=
hoben werden. Eine Herabſetzung des ortsüblichen Taglohnes
wurde abgelehnt. Der Ankauf von neuem Straßengelände wurde
genehmigt. Eine Straße ſoll mit Schotter gefüllt und teilweiſe
inſtand geſetzt werden. Der Waldwirtſchaftsplan für 1933 wurde
angenommen.
nk Büttelborn. 11 Nov. Hohes Alter. Am 11. November
Landwirtin Nikolaus Senßfelder Wwe 75 Jahre alt, am 12.
No=
vember Landwirtin Georg Raiß 2. Wwe. 76 Jahre alt, am 13.
November Landwirt Peter Gries 2. 78 Jahre alt. — Der hieſige
Kriegerverein hält am Samstag ſeinen Vereinsball in der
Turn=
halle ab. — Mit dem Bau des Schießſtandes durch den
Krieger=
verein auf dem Grundſtück des Wagnermeiſters Ernſt Beſt wird
in den nächſten Tagen begonnen.
Au. Groß=Gerau, 11 Nov. Evangeliſcher
Wohl=
fahrtsdienſt im Kreiſe Groß=Gerau. Die Innere Miſſion
hat in Verbindung mit den epangeliſchen Pfarrämtern des
Krei=
ſes und des Dekanates Groß=Gerau einen Wohlfahrtsdienſt
ein=
gerichtet. Dieſer Dienſt erſtreckt ſeine Tätigkeit auf alle Gebiete
der Fürſorge und Wohlfahrtsangelegenheiten. Die Leitung und
die Geſchäftsſtelle befindet ſich bei dem evangelichen Pfarramt
Büttelborn.
Offenbach, 12. Nov. Tod in der
Transformatoren=
ſtation. Geſtern ereignete ſich in einer Portefeuillefabrik ein
tödlicher Unglücksfall. Der 51jährige Arbeiter Ludwig Herold,
der beim Elektrizitätswerk beſchäftigt iſt, ging trotz an ihn
er=
gangener Warnung in einen Transformatorenraum der Fabrik.
Er kam dem Starkſtrom zu nahe und wurde ſofort getötet.
Aus Mainz und Rheinheſſen.
Ad. Mainz. 12. Nov. Die 40=Stundenwoche wird in
den ſtädtiſchen Betrieben mit Wirkung vom 20. November ab
durchgeführt. Für den Reſt des Rechnungsjahres erwartet man
hierdurch eine Erſparnis von etwa 150 000 RM.
* Proteſt gegen die Einführung der heſſiſchen Schlachtſteuer.
In einer Vollverſammlung der Mainzer Metzger=Innung
kam es nach einem Referat des Obermeiſters Mackauer zu einer
Entſchließung, in der die Mainzer Metzgerſchaft einſtimmig die
Einführung der Schlachtſteuer in Heſſen ablehnt. Die
Metzger=
ſchaft iſt der Auffaſſung, daß die Einführung der Schlachtſteuer in
Heſſen das Metzgerhandwerk allmählich zum Erliegen bringe, eine
Erhöhung der Fleiſch= und Wurſtpreiſe im Gefolge habe, die
Zu=
nahme der Hausſchlachtungen fördere und neue Arbeitsloſigkeit
hervorrufe.
Ah. Bingen (Rhein), 12. Nov. Vermißte zurückgekehrt.
Der ſeit letzten Montag vermißte 10jährige Schüler Hans Pohl,
wohnhaft im Stadtteil Bingen=Büdesheim, hat ſich wieder
ein=
gefunden. Er hatte ſeine Tante in Dieburg (Heſſen) beſucht.
Ab. Nieder=Ingelheim (Rhh.), 12. Nov. Nach
Unter=
ſchlagungen verſchwunden Die Kriminalpolizei iſt
eif=
rig bemüht, ein hier in Stellung geweſenes Dienſtmädchen
aufzu=
finden. Die Angeſtellte iſt ſeit einiger Zeit, nachdem ſie Geld für
mehrere zu bezahlende Rechnungen unterſchlagen und aus dem
Schreibtiſch eine Summe von 350 RM. entwendet hat,
verſchwun=
den.
Oberheſſen.
h. Gießen, 9. Nov. Geheimrat Prof. Dr. Haupt iſt
im hohen Alter von faſt 81 Jahren geſtorben. Er iſt geborener
Gießener und ſtudierte auch an der hieſigen Univerſität, und zwar
Architektur. Den Feldzug 1870/71 machte er mit. Seit 1880 war
er als Architekt tätig, und er wurde ein bedeutender Baumeiſter,
der in vielen deutſchen Städten ſich betätigte.
Gießen, 12. Nov. Kommunales
Bürgerſteuerdik=
tat in Gießen. Die Gießener Stadtverwaltung hat durch
dik=
tatoriſche Anordnung die Gießener Bürgerſteuer für das
Rech=
nungsjahr 1933 auf 500 Prozent feſtgeſetzt, nachdem ſich ſchon bei
der Beratung im Finanzausſchuß des Stadtrats ergeben hatte, daß
eine ſolche Vorlage der Verwaltung einſtimmige Ablehnung
fin=
den würde.
h. Ranſtadt, 12. Nov. Der älteſte Altveteran
Ober=
heſſens dürfte Johs. Kaiſer von hier geweſenſein, der im hohen
Alter von 96 Jahren zu Grabe getragen wurde. Er nahm 1866
an dem preußiſch=öſterreichiſchen Kriege teil.
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Seite 8 — Nr. 316
Die glückliche Geburt einer
geſunden Tochter
zeigen in dankbarer Freude an
Oberforſtrat Eckhard und Frau
Maria, geb. Becker
Darmſiadt, 41. November 1932.
z. Zt. Privatklinik Dr. Klaus Hoffmann und Dr. Paul Wolff
Adolf Rink
Taura Rink, geb. Weiß
Vermählie
Darmſtadt, 12. November 1932.
Plönniesſtr. 14
Todes=Anzeige.
Geſtern verſchied nach langem, ſchwerem, mit
Geduld ertragenem Leiden, wohlverſehen mit den
heiligen Sterbeſakramenten, meine innigſtgeliebte,
treubeſorgte, unvergeßliche Frau, unſere
innigſt=
geliebte Tochter, Schwiegertochter, Schweſter,
Schwägerin und Tante
Ft
geb. Lohfink.
Im Namen der trauernd Hinterbliebenen:
Ludwig Kohlmann
und Kind.
Darmſtadt, Rhönring 31.
Breslau, Steyl=Miſſſonshaus St. Michael.
Die Beerdigung findet am Montag, 14. November,
nachmittags 3 Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Am Donnerstag, 10. November, verſchied
nach ſchwerem Leiden der Direktor unſerer
Anſtalt
Herr Oberbergrat
Er hat acht Jahre lang, bis kurz vor ſeinem
Tode, die Anſtalt in vorbildlicher Weitegeleitet
und ſich durch ſein Wirken und ſeine Werke
in Heſſen einen bleibenden Namen geſichert.
Wir werden ſein Andenken ſiets in Ehren
halten.
Im Namen der Beamten und Angeſtellten
der Geologiſchen Landesanſtalt
Dr. Otto Diehl.
(15783
Todes=Anzeige.
Am 12. November entſchlief ſanft nach kurzem
Leiden unſer lieber Vater, Schwiegervater,
Großvater, Urgroßvater und Onkel
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Heute entſchlief ſanft mein lieber Mann, unſer treuer
Vater und Schwiegervater
Geheimer Baurat
Deidtesrseiges
Ehrenbürger der Stadt Berlin und der Stadt Darmſtadt,
Vizekanzler des Ordens pour le merite der Wiſſenſchaften
und Künſte.
Im Namen aller Hinterbliebenen in Berlin,
Darmſiadt, Freiburg i. Br., Zürich:
Marie Hoffmann, geb. Weisbach
Freda Herzfeld=Wueſthoff, geb. Hoffmann
Karl Johann Hoffmann
Kurt Hoffmann
Annamarie Mommſen, geb. Hoffmann
Ludwig Hoffmann
Ralf Hoffmann
Wilfrid Hoffmann
Franz Herzfeld=Wueſthoff
Konrad Mommſen.
Die Trauerfeſer findet im engſien Familienkreiſe ſiatt.
15824
Berlin, 11. November 1932.
In den Abendſiunden des 11. November iſt der hochverdiente
Ehrenbürger unſerer Stadt
Herr Geheimerat
M.anleig aiſmänn
in Berlin nach lurzer Krankheit ſanft entſchlafen.
Ein großer Künſiler, ein ausgezeichneter Menſch, ein treuer
Sohn ſeiner Heimat, iſt mit ihm dahingegangen. Darmſtadt
wird ſeiner allezeit in Treue gedenken.
Die ſtädtiſchen Gebäude haben halbmaſt geflaggt.
Darmſtadt, am 12. November 1932.
Mueller, Oberbürgermeiſter.
Atfa
Schätze Beine Familie
und Bich seibst!
(15804
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im Alter von 90 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Nieder=Namſtadt, den 12. November 1932.
Kerr Kuldebrand 1st aa
Die Beerdigung findet Dienstag, den 15. Nov.,
nach=
mittags 3 Uhr, vom Trauerhauſe aus ſtatt. (15813
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Seite 10 — Nr. 316
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Reich und Ausland.
Wieder eine „Zinanzkreditkaſſe‟
aufgeflogen.
Frankfurt a. M. Von der
Kriminal=
polizei wurde die Deutſche Finanzkreditkaſſe,
G. m. b. H., verſiegelt und der Geſchäftsſührer
Ludwig Steinmetz feſtgenommen. Steinmetz hatte
durch Anzeigen Vertreter geſucht, denen er
glän=
zende Verdienſtmöglichkeiten verſprach. Dieſe
hatten dann durch Inſerate Darlehnsſucher
aus=
findig zu machen. Zuſtande gekommene
Ver=
träge wurden an Steinmetz geſandt, der von den
Antragsſtellern 6 Proz. der Antragsſumme als
Verwaltungsunkoſten, 3. RM. Aufnahmegebühr
und weitere 15 Prozent der gewünſchten Summe
als Sparguthaben einforderte. Da das
Unter=
nehmen kein Kapital außer den von den
An=
tragſtellern gezahlten Beträgen hatte, mußten
die Darlehensſucher das Unternehmen ſelbſt
finanzieren. So wurde bis jetzt eine Summe
von über 120 000 RM. als Darlehen begehrt,
jedoch erſt 5000 RM. als Darlehen ausgegeben.
Alle Einzahlungen ſollten auf ein ſogenanntes
Sperrkonto gehen, damit die 15proz.
Spargut=
gaben nicht verloren gingen. Steinmetz ließ
je=
doch die Sparguthaben auf ſein Poſtſcheckkonto
überweiſen und hat für das Sperrkonto beſtimmte
Gelder anderweit verwandt. Die Buchführung
beſtand nur aus fliegenden Blättern. Die vier
Angeſtellten des Unternehmens trauern heute
noch ihrem Gehalt nach. Der Geſamtſchaden iſt
noch nicht zu überſehen.
Jagd auf Pfarrhauseinbrecher,
Fulda. Freitag morgen drangen während
des Gottesdienſtes Einbrecher in das Pfarrhaus
im Kreisort Maberzell ein und raubten alles
Bargeld, das ſie in den aufgebrochenen
Behäl=
tern finden konnten. Perſonen, die den
Ein=
bruch beobachtet hatten, nahmen die Verfolgung
der Täter, die in den Gieſeler Forſt flüchteten,
auf. Zwei der Täter konnten, nachdem die
Ein=
wohner der umliegenden Ortsſchaften
benachrich=
tigt worden waren, mit deren Hilfe
feſtgenom=
men werden, während ſich der dritte noch im
Walde verborgen hält. Die beiden
Feſtgenom=
menen wurden dem hieſigen Gerichtsgefängnis
zugeführt. Man vermutet, daß es ſich um die
gleichen Einbrecher handelt, die vor einigen
Ta=
gen Pfarrhauseinbrüche in Alsfeld und
Ruhl=
kirchen ausführten.
Zehn Monate Gefängnis für den Flieger
Antonius Raab.
Krefeld. Im Prozeß gegen den Flieger
Antonius Raab, der ſeit fünf Tagen hier
ver=
handelt wird, wurde geſtern abend nach 2
½=
ſtündiger Beratung das Urteil gefällt. Der
An=
geklagte wurde wegen Konkursvergehens,
Un=
terſchlagung und Untreue in je einem Fall und
wegen Betrugs in zwei Fällen zu einer
Geſamt=
ſtrafe von 10 Monaten Gefängnis verurteilt.
Da Fluchtverdacht beſteht, wurde gegen Raab
Haftbefehl erlaſſen und ſofort im Gerichtsſaal
vollſtreckt. Der Staatsanwalt hatte zwei Jahre
Gefängnis und ſofortige Verhaftung beantragt,
während der Verteidiger auf Freiſpruch
plä=
dierte. Raab beteuerte bis zum Schluß ſeine
Unſchuld.
Dorpmüller=Preis an Studierende der Techniſchen
Hochſchule Hannover.
Hannover. Gelegentlich des Hochſchultags
in der Techniſchen Hochſchule Hannover fand
geſtern die erſtmalige Verteilung des
ſogenann=
ten Dorpmüller=Preiſes an drei Studierende
der Hochſchule ſtatt. An dem Feſtakt nahm als
Vertreter des Generaldirektors der Deutſchen
Reichsbahngeſellſchaft Reichsbahndirektor. Geh.
Baurat Dr.=Ing. Schwarze teil. Der
General=
direktor der Deutſchen Reichsbahngeſellſchaft Dr.
Dorpmüller hatte anläßlich der Hundertjahrfeier
der Techniſchen Hochſchule Hannover im Jahre
1931 namens der Reichsbahn einen Preis für
beſondere Studienarbeiten auf dem Gebiet des
Eiſenbahnweſens der Hochſchule zur Verfügung
geſtellt. Es erhielten geſtern die Studierenden
Rudolf Schmelter und Heinrich Schultetus einen
Preis von je 600 RM. und Heinz Hildebrand
einen Preis von 400 RM. Dem Studierenden
Herbert Kiefert konnte ſeitens der Hochſchule
ſeine Arbeit als Diplomarbeit angerechnet
werden.
9000 RM. Lohngelder geſtohlen.
Werdau. Am Freitag brachen Unbekannte
mit Nachſchlüſſeln in ein Kontor ein und ſtahlen
die auf einem Tiſch liegenden, in Beuteln
ver=
packten Lohngelder in Höhe von rund 9000 RM.
Zuchthaus für eine Räuberbande
Königsberg. Das Sondergericht
verur=
teilte die an dem Raubüberfall auf einen
Kaſ=
ſenboten des Warenhauſes Karſtadt am 3. Okt
Beteiligten, Kraftwagenführer Gell, Klempner
Bouillon und Arbeiter Mett, wegen ſchweren
Raubes zu je ſechs Jahren Zuchthaus, den
Dreher Schulz als Anführer zu acht Jahren
Zuchthaus.
Der furchtbare Brand in dem Züricher
Kinder=
heim die Rache eines Pſychopathen?
Zürich. Es beſteht der Verdacht, daß die
furchtbare Brandkataſtrophe der
Erziehungsan=
ſtalt Bühl am Züricher See, bei der 11
Zög=
linge und ein junges Mädchen den Tod in den
Flammen fanden, durch Brandſtiftung verurſacht
worden iſt. Ein 42jähriger Inſaſſe des neuen
Anſtaltshauſes, ein Pſychopath, der ſchon
mehr=
fach wegelaufen war, aber vor kurzem in die
Anſtalt zurückgebracht wurde, iſt ſeit der
Brand=
nacht ſpurlos verſchwunden. Er hatte ſich des
öfteren ungehörig aufgeführt. Noch wenige
Stunden vor dem Brande hatte das
Verwalter=
ehepaar eine Auseinanderſetzung mit ihm. Man
machte ihn dabei darauf aufmerkſam, daß ſein
Verhalten dazu führen müſſe, daß er nach der
Anſtalt Königsfelden überwieſen werde. Der
Mann drohte daraufhin, daß er mit dem
Ver=
walter noch etwas zu beſprechen habe. Er begab
ſich dann ins Bett. Seitdem wurde er nicht mehr
geſehen. Die Staatsanwaltſchaft hat einen
Steck=
brief erlaſſen.
Sonntag, 13. November
9722
Zum Langemarck-Tag.
Oben: Der Friedhof von Langemarck, auf dem die jungen deutſchen Kriegsfreiwilligen,
die hier den Heldentod fanden, ruhen.
Unten: Der Eingang des eindrucksvollen Denkmals, das im Sommer dieſes Jahres von der
Deutſchen Studentenſchaft als Abſchluß des Friedhofs von Langemarck errichtet wurde.
Am 13. November wird wiederum des Tages feierlich gedacht, an dem im Jahre 1914 junge
deutſche Kriegsfreiwilligen=Regimenter bei dem flandriſchen Dörfchen Langemarck mit dem
Geſang: „Deutſchland, Deutſchland über alles” in den Tod ſtürmten.
Eine ſenſalionelle Borausſage. — 67 Tofe und 100 Schwerverlette
auf der Inſel Cayman=Brac.
Das Grauen auf weſtlindiſchen Inſeln.
Havanna (Kuba). Die Zahl der Toten,
die der verheerende Wirbelſturm in Kuba
ge=
fordert hat, wird nach letzten Meldungen, auf
insgeſamt 2700 Perſonen angegeben. In Santa
Cruz wurde über die Hälfte der Bevölkerung
getötet. Der Sachſchaden beläuft ſich nach den
vorläufigen Schätzungen auf rund 20 Millionen
RM. 40 v. H. der Zückerernte und für zwei
Millionen abgeernteter Zucker ſind vernichtet
worden. Die Stadt Santa Cruz bietet einen
grauenhaften Anblick. Zwiſchen den Trümmern
ſtehen Soldaten, die rückſichtslos auf jeden
Plün=
derer ſchießen. Die Leichen der Getöteten ſind
zu hunderten aufgeſchichtet und werden mit
größter Eile in Maſſengräbern beſtattet, um
an=
ſteckende Krankheiten zu vermeiden. Von allen
Seiten treffen Arzneimittel, Nahrung und
Klei=
dung in Santa Cruz ein, um der von der
Kata=
ſtrophe verſchonten Bevölkerung und den
Ver=
wundeten zu helfen.
Der militäriſche Oberbefehlshaber von Santa
Cruz berichtet von einer ſenſationellen
Voraus=
ſage der Kataſtrophe, die ihm die Rettung von
Hunderten von Menſchen ermöglichte. Ein
Fi=
ſcher ſtürzte mitten in der Nacht in ſeine
Woh=
nung mit den Worten: „Seht das Meer und
den Himmel an, und Ihr werdet wiſſen, daß
ganz Santa Cruz überſchwemmt werden wird.”
Der Befehlshaber tat hierauf ſein möglichſtes,
um die Bewohner zur Flucht zu veranlaſſen,
wo=
bei er des öfteren ſogar mit der Schußwaffe
drohen mußte. Trotzdem gelang es ihm, nur
verhältnismäßig wenige zu retten, bevor die
Kataſtrophe hereinbrach.
Eine Stadt auf Cuba völlig zerſtört.
Havanna. Die Stadt Santa Cruz iſt völlig
zerſtört worden. Wahrſcheinlich wird ſie nicht
wieder aufgebaut werden. Eine Springflut hat
eine bisher unbekannte Anzahl von Opfern
ge=
fordert.
Die Meldungen über die Sturm= und Waſſer=
Kataſtrophe auf der Inſel Cuba lauten immer
troſtloſer. Aus Camaguey wird jetzt berichtet,
daß über 2500 Menſchen das Leben eingebüßt
haben.
Camaguey. Nach den letzten Mitteilungen,
die Reiſende mit dem Zuge aus Santa Cruz del
Sur machten, ſind bisher 260 Leichen begraben
worden. Viele Hunderte ſollen noch in den
Aeſten der Bäume und unter den Trümmern
der Stadt liegen. Nur wenige hundert Perſonen
ſind der Kataſtrophe entgangen. Die meiſten
Einwohner der Stadt hatten nicht Zeit
gefun=
den, die Flucht zu ergreifen und gewahrten die
Gefahr erſt durch den Donner der Woge, die
70 Schiffe im Hafen zertrümmerte. Die
Bevöl=
kerung flüchtete in Panik in leere Güterwagen
auf dem Bahnhof, die von den Wogen
umgewor=
fen wurden, ſo daß ihre Inſaſſen hilflos
ertran=
ken. Die Aerzte arbeiten ſeit Mittwoch
fieber=
haft die Nächte hindurch im Scheine von Kerzen.
Andauernd treffen weitere Flüchtlinge ein, die
furchtbare Einzelheiten von der Kataſtrophe
be=
richten. Auch die Cayman=Inſeln ſind, wie ein
Flugzeug berichtet, von dem Wirbelſturm
heim=
geſucht worden. Der britiſche Dampfer „
Bak=
boa” (1389 Tonnen) wurde vernichtet, doch
konnte die Mannſchaft gerettet werden.
Bergwerksunglück in Lancaſter.
Wigan (Lancaſter). In einer
Steinkoh=
lengrube bei Aſhton in Ankerfield hat ſich eine
ſchwere Schlagwetterkataſtrophe ereignet. Drei
Tote wurden bisher geborgen. Man befürchtet,
daß 20 bis 25 Angehörige der Belegſchaft ums
Leben gekommen ſind.
Profeſſor Murri †.
Bologna. Der berühmte Kliniker Prof.
Auguſto Murri iſt hier im Aſter von 91 Jahren
geſtorben.
denn
Herrenloſe Laſtzüge auf der Landſtra
Andernach. Ein ſchweres Kraftwaen,
unglück ereignete ſich in der Nähe von Kur
Zwei Laſtautos mit je zwei Anhängern mußs
infolge Ueberlaſtung ihre Fahrt unterbreck,
Kurz entſchloſſen ſtellten die Chauffeure dies)
hänger in einer Kurve ab, und ſetzten ihre Fw
fort. Wenige Minuten ſpäter fuhr ein
acht Künſtlern beſetztes Auto in die Kurve.
Lenker bemerkte die Anhänger zu ſpät, ſo
der Kraftwagen aufprallte. Durch den Zuſä
menſtoß wurden ſämtliche Fenſterſcheiven
Wagens zertrümmert. Von den
umherflieg=
den Glasſplittern wurden die Wageninſag,
mehr oder weniger ſchwer verletzt.
Der deutſche Dampfer „Viſtula” auf ein Fely=
Riff aufgelaufen.
New York. Wie aus der Stadt
Mex=
berichtet wird, iſt der deutſche Dampfer „Viſtu.”
mit 60 000 Faß Petroleum auf der Reiſe
Tampico nach Hamburg, ſüdlich von Veracr.
auf ein Felſenriff aufgelaufen. Der Damrm dern
„Rio Bravo” hat die S.O.S.=Rufe der „
Viſtug=
beantwortet und iſt ihm zu Hilfe geeilt. „ Hie Au
Das Meſſingſchild der „Emden‟ Deutſchlam
zurückgegeben.
London. Die auſtraliſche Regierung
beſchloſſen, das Meſſingſchild des Kreuzers 0
ß=
den” als Zeichen des guten Willens Deutſchl!
zurückzugeben. Das Namensſchild der „Endd”
war nach der Zerſtörung des Schiffes am 9.96.
1914 bei der North=Keeling=Inſel, zuſamnn
mit anderen Ueberreſten des Schiffes nach Au= Coſfé
bourne gebracht worden und im Parlament ag
geſtellt worden. Später wurde es in das me He9‟
Bundesparlamentsgebäude nach Canberra
bracht.
Kreuzer „Karlsruhe” in New York.
New York. Der deutſche Schulkreum
Karlsruhe”, iſt am Samstag morgen in Mo
Bork eingetroffen und hat am Pier des Noch
Lloyd feſtgemacht. Der Aufenthalt wird Fi
5 Tage dauern. Am Sonntag finden für a
geſamte Beſatzung Gottesdienſte ſtatt. Dienszentien
abend ſind die Offiziere und Seekadetten (
i=
des Offizierskorps des 7. New Yorker
Natior=
garde=Regiments. Am Mittwoch gibt W1 40haeg
„Deutſch=Amerikaniſche Konferenz” der Beſatz zemlt.-Fſſt
einen Ball, zu dem etwa 1000 deutſche Mäde Msnrit
erwartet werden.
De R
Tonfilme auf See.
Die Umſtellung der Weltfilmproduktion zube Each
den Tonfilm veranlaßt jetzt auch die grerimaſoht
Ueberſeereedereien, den Tonfilm auf in Man
Paſſagierſchiffen einzuführen. Auf den im ISIyre Vertr
mäßigen Hamburg—New=York=Dienſt beſchäf. gue Verdienſt—
ten Dampfern „Albert Ballin”, „Deutſchla m/Vertr. finde
„Hamburg” und „New York” der Hambr ych tüchtige V
Amerika=Linie iſt man zurzeit damit beſchäf. 00 Luſa
die bisherigen Anlagen für die Vorführung I
ſtummen Filmen in eine Tonfilmapparatur n4
Spar=
dem Syſtem Klangfilm=Tobis umzuwandeln..Fſte n. b. 5.
werden künftig Tonfilme in allen drei Klar s ge
vorgeführt werden. Außerdem können MF
und Vorträge durch Mikrophon von der eiihinere
Klaſſe in die andere übertragen werden. wugen ſe
erſtes Schiff mit fertiggeſtellter Tonfilmam)
ratur wird der Dampfer „New York” am 17. R
vember ſeine Ausreiſe antreten. Das behagl :, 4,00
Bordleben der Hapagdampfer, das außer ill. ruhigen Fahrt dieſen Schiffen gr.4 pehr
beſonders die Gunſt des reiſenden Publikmf Wide=Hene
ſichert, erfährt durch die neue Unterhalturns eemaltz
useliert. Be
möglichkeit eine wertvolle Bereicherung. utelwen
Der Nobelpreis für Chemie dem AmerikarP 6chustraße
Irwin Langmuir zugeſprochen.
Stockholm. Der Nobelpreis für Che=1
iſt von der Schwediſchen Akademie der
Wiſ½=
ſchaft dem amerikaniſchen Forſcher Dr. Jrri
Langmuir für ſeine chemiſchen Unterſuchunug,
und Entdeckungen zugeſprochen worden. Zum AEMEfal
ſtenmal ſeit einer ganzen Reihe von Jahremt!00.
keiner der Nobelpreiſe an Deutſchland gefal c/ Hoſſ
Mit Ausnahme des Friedens=Nobelpreiſes,
ſen Verteilung vom norwegiſchen Storting
ſchloſſen wird, ſind nunmehr alle diesjähri:4
Preiſe verliehen. Die feierliche Ueberreichr
durch König Guſtav von Schweden findet
10. Dezember, dem Todestag des Senatu üN
Alfred Nobel in Stockholm ſtatt. — Die Sch n.
diſche Akademie der Wiſſenſchaften hat Donng2 ſi,
tag abend beſchloſſen, die beiden Nobelpr:7M
für Phyſik nicht zu verteilen. Der Preis
1931 wird dem Reſervefonds zugeführt und
für 1932 für das nächſte Jahr zurückgeſtellt.
Deulſche Expedikion bezwingk Amerikas höchſten Berg.
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Dr. Borchers, der Führer der deutſchen Anden=Expedition, die jetzt ihre Forſchungszüge durg —
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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 316 — Seite 11.
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[ ← ][ ][ → ]Sſting, 13. November 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 316 — Seite B
WüsstSad Ae FAat
Handball.
ſplizei Darmſtadt — Rol-Weiß Darmſtadk.
mitgeteilt, findet obige Begegnung um 11 Uhr auf dem
Zoltzoſatz ſtatt. Die Polizeimannſchaft wird in der gleichen
ſufzhurig wie gegen SV. 98 ſpielen. Rot=Weiß bringt
eben=
allekſe ſtärkſte Beſetzung auf den Plan, ſo daß es aller
Voraus=
ſchteuh zu einem harten Ringen kommen wird.
Sport=Abteilung Merck. 1. — Tv. Gundernhauſen.
Sonntag empfängt die 1. Mannſchaft von Merck um 11
lhry ef dem Sportplatz an der Maulbeer=Allee die gleiche vom
rurmre in Gundernhauſen. Beide Mannſchaften lieferten ſich
hozaamer ſchnelle, faire Spiele. — Die 2. Mannſchaft von Merck
ähuß um fälligen Verbandsſpiel nach Braunshardt.
Tgde. Darmſtadt 1846 — Tv. Wolfskehlen.
bute Sonntag muß die 1. Mannſchaft der 46er zum
vorletz=
en uuzwärtigen Pflichtſpiel in Wolfskehlen antreten. Das
Vor=
wienl vr 8 Wochen konnten die 46er für ſich entſcheiden. Ob es
ſer „Aunſchaft aber gelingt, im Rückſpiel ebenfalls Sieger zu
blei=
enu leibt abzuwarten. Denn inzwiſchen ſtellten die Wolfskehler
jieſſge ihre alte Mannſchaft, die ſchon manchem Verein das
Nach=
helugb. Es gilt daher für die 46er, wenn ſie weiter in der
zpützegruppe bleiben wollen, das Spiel ernſt zu nehmen, zumal
„Annſchaft gezwungen iſt, in veränderter Aufſtellung
anzutre=
n.e7e Mannſchaft ſelbſt fährt am Sonntag nachmittag um 1.30
Uhyſea Turnhauſe ab, es ſind noch einige Plätze für Schlachten=
Junoner frei. Die Fahrtkoſten ſind gering.
Tv. Arheilgen — Bickenbach.
4i dem Sportplatz Hammelstrift ſtehen ſich heute mittag
Uſhrie beiden Spitzenmannſchaften der 2. Gaugruppe im 9. Kreis
egguber. Arheilgen führt mit 1 Punkt Vorſprung in der
Ta=
ellle rir 16 Punkten. Für Arheilgen ſowie die Umgegend waren
je jciele der beiden Gegner von jeher ein Ereignis, was auch
euniwieder der Fall iſt. Dem flinken Sturm der Bickenbacher
virws diesmal leicht fallen, durchzubrechen, zumal Arheilgen
hnte vei ſeiner beſten Spieler antreten muß. Arheilgen jedoch
ürfü den Vorteil des eigenen Platzes ausnützen. Wer wird
Das Spiel wird es lehren.
Turngeſellſchaft Ober=Ramſtadt.
In Sonntag empfängt Ober=Ramſtadt die Gemeinſchaft für
eitrübungen Buchſchlag. Im Vorſpiel ſiegte Ober=Ramſtadt
nau ſo daß man diesmal ſehr ſchwer den Sieger vorausſagen
de Ober=Ramſtadt auf ſeinen guten Torhuter verzichten
Jedenfalls iſt ein ſchönes Spiel zu erwarten, da Buchſchlag
aire Mannſchaft im Main=Rhein=Gau gilt. Anfang 3 Uhr.
Aenderung der Handballregeln?
Vorſchläge der 2Sb.
uis trotz ſeiner Jugend ſchon ſehr populäre deutſche
Handball=
bigkloird in ſeiner weiteren Entwicklung durch einen großen
Neihzvirrwarr gehemmt. Die verantwortlichen Stellen haben
we chon lange die Aenderung einzelner Regeln als notwendig
nwinden, getan wurde in dieſer Sache aber herzlich wenig. Nach
etzſyen in Berlin und einigen anderen Orten hat nun die
Beinem kleinen Kreis von Intereſſenten Vorſchläge über
fol=
ſeutt Regeländerungen unterbreitet:
n der Regel 5 ſollen Fangfehler grundſätzlich
mehr beſtraft werden. Hochſchlagen und Wiederfangen
hilles ſollen aber weiterhin verboten bleiben. Das in der
Reiu 6 nur bei Männer=Mannſchaften erlaubte „Aus der Hand
Säülren” des Balles ſoll auch bei Frauenſpielen zuläſſig ſein.
Lehrere Vorſchläge werden für die Abſeitsregel
ge=
mend /Wohl die meiſte Unterſtützung findet der Antrag, die
Ab=
itagel des Fußballes zu übernehmen, wo bekanntlich der
An=
renff zwei gegneriſche Spieler vor ſich haben muß. In Erwägung
ſeiteon iſt auch, die Abſeitslinie von 20 Meter auf 16,50 Meter
ſeſitzutzen und den Torraum von 11 auf 13 Meter zu vergrößern.
Wkithin will man abſeits nur werten, wenn der Spieler
vor=
heik er Ball aber nachher über die Abſeitslinie kommt, was dem
bi=cheigen Gebrauch entſpräche. Weitere Regeländerungen zielen
datku hinaus, das Spiel im Mittelfelde intereſſanter zu machen.
Fußball.
zuiſſen
SV. 98—FC. Egelsbach.
machen nochmals auf das heute nachmittag 2.30 Uhr
dende Verbandsſpiel gegen den FC. Egelsbach aufmerk=
Im 98er Sturm wird zum erſten Male Wöhner (früher
Srzivereinigung Hof) mitwirken,
Polizei Darmſtadt — Germania Eberſtadt.
as Spiel der 2. Mſcht. des Polizeiſportvereins findet nicht,
wiritümlicherweiſe in der Vorſchau angegeben, um 9.30 Uhr,
ſotlwen um 12.45 Uhr vor dem Spiel der Ligamannſchaft ſtatt.
Gechher iſt 2. Mſcht. Eberſtadt, nicht Arheilgen.
* Kreisliga Südheſſen.
Beendigung der Vorrunde.
Lährend 10 Vereine unſeres Kreiſes pauſieren, wird im
Wor=
mau/=Stadion in Worms als Vorſpiel vor der Begegnung
Wor=
min — Spv. Wiesbaden der letzte Punktekampf der Vorrunde
Spp. Hochheim — FV. Biblis
auſſtiagen. Durch einen Sieg, der nach der neuen
Mannſchafts=
auſſülung ſehr nahe liegt, können ſich die Bibliſer, mit einem
Plih vor Olympia Lampertheim und fünf Punkten hinter dem
Dlemerſten, Starkenburgia Heppenheim, den zweiten Platz
ei. Mit ihren zahlreichen Heimſpielen haben ſie dann in der
9 Atunde immer noch eine gewiſſe Chance auf die Meiſterſchaft.
Imn der Gruppe 3 Ried ſpitzt ſich die Lage in bezug auf die
herſchaft immer mehr zu. Diesmal treffen ſich: Bobſtadt —
GiBRohrheim, Tgde. Stockſtadt — Olympia Biebesheim, Zwin=
99rg — Fehlheim, Tv. Biebesheim — Hüttenfeld. Mit be=
19 Ucern Intereſſe ſieht man der Begegnung in Bobſtadt entgegen,
wlſe, Zweiten” um die Chance des Anſchluſſes an den
Tabellen=
fü hr kämpfen. Der Ausgang iſt offen. In Stockſtadt werden die
BlgsHeimer ſicherlich ihren knappen Vorſprung weiterhin zu
M Ih wiſſen. Zwingenberg hatte dieſes Jahr bereits zum
zwei=
te Nale, diesmal in Hüttenfeld, das Pech, einen Spielabbruch
OSen zu müſſen, den der Gegner verſchuldete. Natürlich wird
Aden Zwingenbergern auch hier, genau wie im Falle Klein=
Aben. die Punkte zuſprechen müſſen. Mit einem weiteren vor=
Lh lichen Sieg über Fehlheim hält Zwingenberg ſeinen guten
* benſo wie die Biebesheimer Turner durch einen Sieg über
9 Whreld einen annehmbaren Platz beſetzen.
22
Sporkkalender.
9.00 Uhr, Stadion: Kreiswaldläufe des Südd. FLV.
Handball.
10.30 Uhr, Dornheimer Weg: Reichsbahn—FV. Egelsbach.
11.00 Uhr. Exerzierplatz: Polizei—Rot=Weiß Darmſtadt.
15.00 Uhr: Tgſ. 75—TV. Lorſch.
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11.00 Uhr, Rheinallee: Rot=Weiß—Union Darmſtadt.
14.30 Uhr, Stadion: SV. 98—FC. Egelsbach.
14.30 Uhr, Exerzierplatz: Polizei—Germania Eberſtadt.
Schießſpork.
Deutſches Kartell für Jagd= und Sport=Schießen. Landesverband
Heſſen und Naſſau, Gau Darmſtadt. — Deutſcher Städtekampf 1932.
Zu dieſem größten Mannſchaftskampf des Kartells hatten ſich
in dieſem Jahre 50 Mannſchaften gemeldet. Es ſiegte Berlin, das
als einziger Ort eine Mannſchaft aus nur 4=Schützen ſtellen konnte.
Trotz einiger ſchwacher Leiſtungen iſt der Mannſchaftsdurchſchnitt
ſehr hoch und entſpricht den Leiſtungen, die man nach Ergebniſſen
der letzten Zeit von einer erſtklaſſigen Mannſchaft erwarten kann.
Die Stadt Darmſtadt, vertreten durch die Herren Ehrig, Junk,
Schneider, Berghöfer, Schäfer, Schmidt, Schaffnit, Seibel
Hoch=
muth und Grün konnte ſich bei dieſem Großkampf mit 2432 Ringen
den 7. Platz erringen, gegen die Stadt Berlin als Sieger mit 2680
Ringen und den Letzten, Stadt Gleiwitz, mit 923 Ringen. Der
recht gute Erfolg unſerer Darmſtädter Städtemannſchaft wird
hoffentlich als Anſporn dazu dienen, in gutem Training zu
blei=
ben, ſo daß der Sieg auch wieder einmal, wie ſchon früher, nach
Darmſtadt fällt.
Schießſportklub Kleeblatt.
Der langjährige Verbandsmeiſter, SSC. Kleeblatt, trifft am
Sonntag, den 13. ds. Mts., auf ſeinen ſchärfſten Gegner die
Poli=
zei Wiesbaden, der es in dieſem Jahre gelang, den Kleeblättern
erſtmals den Titel zu entreißen. Beide Vereine ſowie die
Schützen=
geſellſchaft Buchſchlag treffen ſich mit ihren beſten Schützen zu
einem Mannſchaftskampf auf den Karlshofſtänden. Es wird in
Gruppen zu je 8 Mann, nach Ausgleichstabelle, die kleine
Kartell=
übung geſchoſſen. Die gute Beſetzung der einzelnen Mannſchaften
verſpricht recht gute und intereſſante Kämpfe.
Aſton Villa verliert erneut einen Punkt.
Engliſcher Fußball am Samstag.
Bei den engliſchen Fußballmeiſterſchaften gab es am
Sams=
tag keine ſonderlich großen Ueberraſchungen. Lediglich die
neuer=
liche Punkteinbuße der lange Zeit in Führung gelegenen Aſton
Villa iſt bedeutungsvoll, da ſich dadurch der Punktvorſprung
Ar=
ſenals auf drei erhöhte. Aſton Villa ſpielte gegen Everton 3:3,
und Arſenal feierte einen knappen 1:0=Sieg über Newcaſtſe
Uni=
ted. Die an dritter Stelle ſtehende Derby County fertigte die
berühmten Bolton Wanderers ſicher mit 4:1 ab. — In der zweiten
Liga ließ ſich der Tabellenführer Stocke City von Southampton
mit 1:0 ſchlagen. Dadurch hat Bradford City, das Burnley 2:1
hinter ſich ließ, wieder größere Ausſichten auf die Meiſterſchaft
bekommen.
*
Erſt im nächſten Frühjahr wird die Entſcheidung über den
Schauplatz der Olympiſchen Winterſpiele 1936 fallen. Beworben
haben ſich Garmiſch=Partenkirchen, Schreiberhau und Schierke=
Braunlage.
Die Pferderennen auf dem St. Moritzer See werden auch im
kommenden Jahre wieder abgehalten. Die drei Renntage werden
am 29. Januar, 2. Februar und 5. Februar abgewickelt.
Im Berliner Sechstagerennen führen nach 65 Stunden Tietz=
Schön in einer Runde mit Buſchenhagen Reſiger,
Broccardo/Guim=
bretiere, Ehmer Rieger und Gebrüder Nickel. Zurückgelegt
wur=
den 1584,500 Kilometer.
Erich Möller ſiegte am Freitag abend im Pariſer
Winter=
pelodrom in einem Stundenrennen vor Graſſin, Maréchal und
Conſtant.
Weltmeiſter Scherons wurde in Paris bei einem
internatio=
nalen Fliegertreffen von dem Franzoſen Gerardin geſchlagen.
Eine Niederlage mußte ſich der deutſche Mannſchafts=
Boxmei=
ſter Punching Magdeburg in Düren mit 11:5 Punkten gefallen
laſſen. Eine Dürener Stadtvertretung war der Bezwinger.
Eine Schweizer Fußball=Ländermannſchaft, allerdings eine
ſo=
genannte B=Formation, wird am 2. April in Stuttgart gegen
Süddeutſchland ſpielen.
Weitere Siege der deutſchen Schwimmerinnen gab es beim
internationalen Schwimmfeſt in Barcelona. Liſa Rocke gewann
200 Meter Bruſt in 3:14,3; Hilde Wöhe ſiegte über 100 Meter
Rücken in 1:33,8.
Wekkerbericht.
Der Luftdruck iſt über Skandinavien ſchnell und
außerordent=
lich ſtark angeſtiegen, ſo daß ſich dort ein Hochdruckkern mit
Baro=
meterſtänden von über 785 Millimeter entwickelt hat An ſeiner
Südſeite hat ſich die Oſtwindſtrömung bei ziemlich lebhafter
Luft=
bewegung bis in größere Höhen durchgeſetzt und treibt die
vor=
gedrungene mildere Ozeanluft zurück. Dabei kommt es teilweiſe
noch zu leichteren Störungen, die aber, nachdem ſich die
kontinen=
tale Luft durchgeſetzt haben wird, aufhören. Nach Frühnebeln
wird ſich der Himmel aufklaren, die Temperaturen gehen zurück
und kommen in der Nacht infolge der Ausſtrahlung bis unter den
Gefrierpunkt zu liegen.
Ausſichten für Sonntag, den 13. November: Neblig mit
Auf=
klaren, kälter, nachts Temperaturrückgang bis unter den
Gefrierpunkt, trocken.
Ausſöten für Montag, den 14. November: Weiterhin
Früh=
nebel, tagsüber aufheiternd, trocken. Nachtfroſt.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Seſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
ür den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußblenſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart” Tagesſpiegel in Bid und Wort: Dr. Herbert Nette;
für den Inſeratenteil und geſchäftlſche Mittellungen: Willy Kuble;
Druck und Verlag: C. C. Wittich — ſämilich in Darmſtad”.
Für unverlangte Manuſtripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen,
Die heutige Nummer hat 22 Geiten.
Geſchäftliches.
Was iſt Prophylaxe?
Unter Prophylaxe verſteht der Arzt Vorbeugung gegen
Krankheit. Prophylaxe, Ernährung, Lebensführung, hängen eng
zuſammen. Zu den am weiteſten verbreiteten Leiden gehören
Herz= und Nervenerkrankungen. Es kann deshalb jedem
Men=
ſchen empfohlen werden, Herz und Nerven zu ſchonen und Kaffee
Hag, den echten Bohnenkaffee ohne Coffein zu trinken. (Siehe
Anzeige.)
Billige Eigenheime.
Die Bauhütte Darmſtadt, G m. b. H., Darmſtadt, hat in den
letzten Jahren einige hundert Kleinwohnungen ſchlüſſelfertig
er=
baut und beſitzt hierin ſehr große praktiſche Erfahrungen. Sie
hat ſich nunmehr zur Aufgabe gemacht, in der nächſten Zeit
Eigenheime mit drei und mehr Zimmern, Küche und Bad im
Zentrum der Stadt zu errichten. Um einen möglichſt großen Kreis
hierfür zu intereſſieren, ſind die Preiſe außerordentlich billig
ge=
ſtellt, und beſteht die Möglichkeit, bereits bei einem Eigenkapital
von 2500 RM. ein Eigenheim zu erhalten. (Siehe Anzeige.)
Die rationelle Unterbringung von
Kraft=
fahrzeugen.
Die bekannten Wolf Netter & Jacobi=Werke,
Bühl in Baden, fabrizieren auf Grund langjähriger
Erfah=
rungen im Stahl= und Wellblechbau zerlegbare, transportable
Garagen, ſowohl in feuerverzinkter Stahlwellblech=, profilierter
Stahlflachblech= und Stahl=Betonplatten,Konſtruktion. Außer den
Garagen liefern die Wolf. Netter &. Jacobi=Werke, Bühl, auch
Stahl= und Wellblechbauten aller Art, wie: Lagerſchuppen,
Baracken, eiſerne Fahrradſtänder Stahltore, Stahl=
Magazin=
regale. Vertretung für Heſſen: Wolf Netter & Jacobi,
Frank=
furt a. M., in Frankfurt a. M., Taunusſtraße Nr. 5.
Aus der Radio=Induſtrie.
Lautſtark fernempfangen auch mit Zweiröhren=
Geräten.
Wenn auch zur neuen Saiſon in erſter Linie Mehrkreis=
Empfänger und Superhets auf den Markt gebracht wurden, ſo
ändert dies doch nichts an der Tatſache, daß in einem weit
größeren Maße Intereſſe und Bedürfnis für hochwertige
Ein=
kreis=Empfänger, alſo Volks=Empfänger vorhanden iſt. Ein
neuer Einkreis=Empfänger mit zwei Röhren wurde vor kurzem
von Lumophon auf den Markt gebracht. (Siehe Anzeige.)
Radiofreunde — aufgepaßt!
Der Dr. Georg Seibt A.=G., Berlin=Schöneberg, iſt ein großer
Wurf von entſcheidender Bedeutung gelungen; der erſte
euro=
päiſche Vierröhren=Superhet iſt da! Im Zeitalter des Superhet
wählt man jetzt den für alle erreichbaren „Superhet für alle‟ —
und jeder Radiokäufer kann ſein Geld für einen bleibenden und
ſicheren Wert anlegen. (Siehe Anzeige.)
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Aue WafcheD i. 2e Daen Serſfe
Wetter, O 13.30: Konzert. O 14: Nachrichten. O 14.10:
Werbe=
konzert (Sa. 14.40). O 15: Gießener Wetterbericht (Sa. 15.20).
O 15.10: Zeit. Wirtſchaftsmeldungen (Sa. 15.25) 0 16.50 und
18.15: Wirtſchaftsmeldungen. O 19.15 (außer Mi.): Zeit,
Pro=
gramm. Wetter, Wirtſchaftsmeldungen.
Re
8.15:
9.30:
1100:
11.30,
12.00:
13.00:
14.00:
Anſchl.
15.00:
16.00:
16.30:
18.00:
18.25:
18.55:
19.20:
Anſchl.
22.10:
22.45:
Sonntag. 13. November
Bremer Hafenkonzert
Katholiſche Morgenfeier.
Stunde des Chorgeſangs. Ausf.: Geſangverein Germania,
Neunkirchen (Saar). Wellesweiler Männerchor (Saar).
10.30: Dichter und Buchhändler, Geſpräch von K. H. Waggerl.
Wally Baumann u. O. W. Studtmann: Die Pläne ver
Winterhilfe.
Leipzig: Bach=Kantate: Du Friedensfürſt, Herr Jeſu Chriſt.
Berkn: Heinrich Schlusnus ſingt Schubert; und Wolf=Lieder,
Mittagskonzert auf Schallplatten
K. Hepp u. Prof. Dr. Neumark: Stadt und Land.
Dr. Baur u. Dr. Hudde: Wie können wir unſere
Land=
jugend für die Heimatpflege gewinnen?
Stunde der Jugend: Kaſperle Holzkopf, Hörſpiel von F.
Mettenleiter.
Nachmittagskonzer auf Schallplatten.
Köln: Nachmittagskonzert.
Die Geſchichte vom langen Asmus un ſeim amerikaniſche
Skizzebüchelche
Dreißig bunte Minuten.
Dr. Matthias: Die Prophezeiungen des Noſtradamus.
Wetter für die Landwirtſchaft.
Sportnachrichten
19.30: Wird noch bekanntgegeben.
20.15: Köln: Waldmeiſter Operette von Joh. Strauß.
Zeit. Nachrichten, Wetter, Sport.
Nachtmuſik. Tanzkapelle der Stuttgarter Philharmoniker,
Königswuſterhauſen.
Derrſche Welle. Gleichbleibende Werktags=Vortragsfolge. 6.15:
Gymnaſtik. o 6.30: Wetter für die Landwirtſchaft, — anſchl.:
Frühkonzert. O 10: Neueſte Nachrichten. 12: Wetter für den
Landwirt, — anſchl.: Konzert — Wiederholung des Wetterberichts.
O 12.55: Nauener Zeit O 13.35: Nachrichten. O 14: Konzert.
O 15.30: Wetter, Börſe. 6 18.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
— Kurzbericht des Drahtloſen Dienſtes.
Deutſche Welle: Sonntag, 13. November
6.15: Funkgymnaſtik.
6.35: Bremer Hafen=Konzert.
8.00: Für den Landwirt
8.10: L. Hartung u. G. Schultze: Was der Landwirt von ſeinen
Steuern wiſſen muß.
8.35: W. Stauß: Rückblick der Woche.
8.55: Morgenfeier
Anſchl. Glockengeläut des Berliner Doms.
10.05: Wettervorherſage
11.00: Langemarck=Gedenkteier in den Wilmersdorfer Tennishallen,
12.00: Heinrich Schlusnus ſingt Schubert= und Wolf=Lieder,
13.00: Orcheſterkonzert des Berliner Funkorcheſters.
14.30: W. Bölſche: Naturwiſſenſchaft und Dichtkunſt.
15.00: Elternſtunde: Das einzige Kind
15.30: A. Krieger: Proſa und Lyrik aus eigenem Schaffen.
16.00: Chorkonzert des Reichsbahn=Sängerbundes. Gau Berlin.
16.30: Hamburg: Militärkonzert.
17.30: Dr. Spiero: Gerhart Hauptmanns dichteriſche Sendung.
18.00: Was ſollen wir werden? Kinder=Oratorium von Hans
Großmann. Text: R. A. Stemmle.
18.35: Junge Generation ſpricht
19.15: Köln: Eine Stunde Kurzweil.
20.00: Idomeneo Opera Seria von W. A. Mozart.
Während einer Pauſe: Tages= und Sportnachrichten.
22.30: Wetter= Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl. Tanzmuſik der Kapelle Oscar Jooſt
ca. 23.30: Hörbericht vom Sechstagerennen im Sportpak
WZG
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Nummer 316
Sonntag, 13. Nove
Die Lage am Geld= und Oeviſenmarkt.
Tagesgeld nach vorübergehender Erleichterung am Wochenſchluß verknappk. — Schwankende Deviſenkurſe
mit vorwiegender Tendenz zur Schwäche.
Geldmarkk=Wochenbekrachkung.
Bis über die Mitte der Woche hinaus erleichterte ſich die
Verfaſſung des Tagesgeldmarktes bei einer Ermäßigung des
Satzes von 3½ auf 3½ Prozent. Am Freitag machte ſich jedoch
wieder eine kleine Verknappung bemerkbar, da infolge der
weni=
ger leichten Lage im Berliner Schecktauſch größere Beträge
dorr=
hin abfloſſen. Gewiſſe Anforderungen mögen auch die
Bereitſtel=
lungen für die Vermögensſteuer und die Lohnzahlungen an den
Markt geſtellt haben. Der Satz erhöhte ſich aus dieſen Gründen
auf 3½ Prozent, gab am Samstag jedoch wieder auf 3½ Prozent
nach. — Am Wechſelmarkt zeigte ſich ſehr geringes Angebot, das
geringe Material in Privatdiskonten wurde zum unveränderten
Satz von 3½ Prozent in der Mitte glatt aufgenommen. —
Waren=
wechſel zum ſelben Satz die ganze Woche über geſucht, es kam aber,
wie gewöhnlich in der letzten Zeit, nur verſchwindend geringes
Material auf den Markt, da gegenwärtig dieſe Wechſel meiſt im
Portefeuille gehalten werden — Reichsſchatzwechſel ver 10. 2 33
gingen zu 33 Prozent gut ab. aus der Kundſchaft lagen
Kauf=
orders vor, die allerdings meiſt über kleinere Beträge lauteten.
Eine recht rege Nachfrage herrſchte auch nach
Reichsſchatzanwei=
ſungen ver 18 4 33, die zum Satze von 434 Prozent gehandelt
wurden. Die Abſchlüſſe in Termingeld beſchränkten ſich faſt
durch=
weg auf Prolongationen, für erſte Adreſſen wurden 4½—4½
Pro=
zent, für Lombardgelder 53—6½4 Prozent gezahlt.
Am Deviſenmarkte hatte das engliſche Pfund in dieſer Woche
größere Schwankungen aufzuweiſen, die wohl, durch
Regulierun=
gen der zuſtändigen Stelle zu erklären ſind. Gegen Ende der
Be=
richtszeit lag das Pfund verhältnismäßig feſt. Der Dollar konnte
ſeine Erholung der letzten Woche fortſetzen und wies ziemlich feſte
Tendenz auf. Dagegen erlitt der franzöſiſche Franc, ebenſo wie
der Schweizer Franken, eine kleine Abſchwächung. Auch der
hol=
ländiſche Gulden und die Peſeta neigten zur Schwäche. Eine
merk=
lich nach unten weiſende Tendenz zeigte der kanadiſche Dollar,
was mit Kreditausweitung zuſammenhängen dürfte. Die
Reichs=
mark lag im Auslande zum erſten Male ſeit längerer Zeit
vor=
übergehend unter der Inlandsparität. Es wird vermutet, daß
dies auf die kleineren Kreditrückzahlungen anfangs der Woche
zurückzuführen iſt. Gegen Wochenſchluß war die Bewertung der
Reichsmark im Auslande wieder recht feſt und ſtieg über die
In=
landsparität.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
In Kreiſen des Publikums machte ſich eine gewiſſe
Enttäu=
ſchung, über die Rückgänge zum Ende des vorgeſtrigen Berliner
Börſenverkehrs bemerkbar, ſo daß der ſtimmungsmäßige Einfluß
der feſten Veranlagung Amerikas, auf den man noch im
Vormittagsverkehr größere Hoffnungen geſetzt hatte, ſo ziemlich
wirkungslos gemacht wurde. Auch die Unternehmungsluſt der
Spekulation ließ zu wünſchen übrig, ſo daß die Samstagsbörſe
bei ruhigem Geſchäft kein einheitliches Bild zeigte. Im übrigen
will man auch die Weiterentwicklung in der Innenpolitik,
ins=
beſondere das Ergebnis der Beſprechungen des Reichskanzlers mit
den Führern der Länderregierungen und Parteien ſowie die
Aus=
wirkungen des Abbaues von 140 Miniſterialbeamten abwarten,
ehe man ſich zu Neuengagements entſchließt. Beachtung fanden
Mitteilungen über Paketverkäufe, die außerhalb der Börſe
vor=
genommen worden ſind, zumal man mit weiteren Umſchichtungen
rechnet. Dem eintägigen Generalſtreik in der Schweiz maß man
keine beſondere Bedeutung bei. Die Veränderungen gegen
vor=
geſtern waren vom Zufall abhängig und beliefen ſich meiſt nur auf
Bruchteile eines Prozentes nach oben oder unten. Ganz ſelten
bemerkte man Abweichungen bis zu 1½ Prozent. Im Verlaufe
ergaben ſich bei kleinſtem Geſchäft Abbröckelungen bis zu 1
Pro=
zent. Am Anlagemarkt war man zunächſt noch feſter. Deutſche
Anleihen hatten kaum Veränderungen aufzuweiſen; im Verlaufe
gaben Neubeſitz und Schutzgebiete bis zu 20 Pfg. nach.
Reichs=
ſchuldbuchforderungen und Reichsbahnvorzugsaktien gingen nach
behaupteter Eröffnung um ½ Prozent zurück. Von variablen
In=
duſtrieobligationen ſetzten Hoeſch 2½ Prozent höher ein, die
übri=
gen Werte gingen nach freundlicher Eröffnung zurück.
Dollar=
bonds konnten ſich eher wieder befeſtigen. Pfandbriefe,
Kommu=
nalobligationen, Stadtanleihen, Landſchaften uſw. wurden bei
Feſtſtellung der Einheitskurſe bis zu ½ Prozent ſchwächer. Von
Ausländern waren Bosnier ſchwächer. Mazedonier etwas
freund=
licher, im übrigen ergaben ſich nur ſehr kleine Abweichungen nach
beiden Seiten. Am Berliner Geldmarkt war die Situation zum
Vortage völlig unverändert, Tagesgeld blieb mit 4½ Prozent an
der unteren Grenze und Monatsgeld mit 5 bis 7 Prozent.
Privat=
diskonten waren des weiteren in geringen Poſten angeboten, doch
ſteht dem genügend Kaufneigung gegenüber. Nach Reichswechſeln
und Reichsſchatzanweiſungen zeigte ſich weiter kleine Nachfrage.
Am Wochenſchluß war die Tendenz der Frankfurter
Börſe uneinheitlich wobei allerdings die Abſchwächungen meiſt
überwogen. Das Geſchäft iſt immer noch ausgeſprochen klein und
ſetzte im Verlaufe teilweiſe vollkommen aus. Verſtimmend wirkte
die innenpolitiſche Lage, deren Schwierigkeit doch noch ziemlich
groß zu ſein ſcheint. Daneben wurde die Meldung über eine
ge=
plante Notverordnung bezüglich eines generellen
Hypotheken=
moratoriums 1934 ſtark beachtet. Auch an den Rentenmärkten war
das Geſchäft entgegen den Vortagen verhältnismäßig klein, die
Kurſe lagen auch hier meiſt niedriger. Altbeſitz ½, ſpäte
Schuld=
bücher ½ Prozent ſchwächer, Pfandbriefe nur wenig verändert.
Am Aktienmarkte eröffneten JG. ½ Prozent niedriger und
ver=
loren nochmals 3 Prozent. Dagegen lagen von ſonſtigen
Chemie=
werten Rütgers ½ Prozent höher. Auch Kunſtſeideaktien weiter
freundlich und um ½—½ Prozent höher. Zellſtoffwerte waren
ohne Bewegung bei gehaltenen Kurſen. Von Schiffahrtswerten
waren Norddloyd eine Kleinigkeit höher, ſonſt lagen
Transport=
werte kaum verändert. Am Elektromarkt überwogen die
Kurs=
abſchwächungen, ſo verloren Lahmeyer 1½, Schuckert und Siemens
je ½ Prozent, Bekula ſowie Licht u. Kraft nur behauptet.
An=
dererſeits AEG. ½, Gesfürel ½, Chade 1 RM. freundlicher. Von
Montankatien waren Buderus und Gelſenkirchen je ½,
Stahlver=
ein ½ Prozent ſchwächer, Phönix waren 1 Prozent niedriger
ge=
ſucht. Kaliwerte anfangs ohne Veränderung. Der Markt für
Einzelwerte lag faſt ohne Bewegung. Deutſche Linol hörte man
1 Prozent niedriger. Im weiteren Verlaufe der Börſe blieb das
Geſchäft ausgeſprochen ſtill. Bei vorherrſchender Abgabeneigung
bröckelten die Kurſe weiter ab. Tagesgeld 3½ Prozent. Die
Nach=
börſe war abgeſchwächt. Farben 95 B.
Produkkenmärkke.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Auf Grund der weiter
rückläufigen Produktion blieb die feſte Stimmung des Marktes
erhalten. Das Geſchäft in Friſcheiern war ſehr gering, da ſich der
Konſum in großem Umfange den billigen Kühlhauseiern
zugewen=
det hat. Der Umſatz hierin war wieder ſehr flott, ſo daß eine
weitere merkliche Verringerung der Beſtände eingetreten iſt. Es
notierten in Pfg. per Stück ab loco Frankfurt a. M.: bulgariſche
10—10.25, jugoſlawiſche 9,50—9,75, rumäniſche 9,50—9,75,
pol=
niſche 9—9,50, holländiſche 9,50—13,50 flandriſche 11,50—13,
deut=
ſche Friſcheier 10—14,50, in= und ausländiſche Mittel= und Schmutz=
eier 7,50—8. Kühlhauseier: rumäniſche 7,50—8
jugoſla=
wiſche 7—8, bulgariſche 8,25—8,50, holländiſche 9—9,50, frandriſche
8,75—9.
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Am
Buttergroßhan=
delsmarkt hat ſich die Lage weiter gebeſſert, und die Preiſe haben
infolge der knappen Anlieferungen eine merkliche Steigerung
er=
fahren, beſonders holländiſche Butter, die um 5—8 RM. höher
notierte. Der Abſatz hat ſich etwas gehoben, da jeder noch mög=
lichſt billig einkaufen wollte. Die Verkaufspreiſe des
Großhan=
dels lauten (in 1=Zentner=Tonnen): holländiſche Butter 135—138,
deutſche Butter 125—130 RM.
Berliner Produktenbericht vom 12 November. Seit geſtern
nachmittag hat ſich das inländiſche Offertenmaterial wieder
ver=
ſtärkt, und da weder das Mehlgeſchäft, noch der Export Anregung
zu Neuanſchaffungen bieten, war die Stimmung an der
Wochen=
ſchlußbörſe faſt allgemein ſchwächer. Für Weizen lauteten die
Ge=
bote Mühlen 2 Mark niedriger als geſtern, bei Feſtſetzung der
amtlichen Notiz erfolgten vereinzelt Käufe zu 1 Mark niedrigeren
Preiſen jedoch fand nicht das geſamte Offertenmaterial
Unter=
kunft. Prompter Roggen wurde von der Staatlichen Geſellſchaft
im Umfange von etwa 300 Tonnen zur Waggonverladung gekauft,
allerdings lautete die Notiz auf 1 Mark niedriger. Am
Liefe=
rungsmarkt vermochten ſich die Preiſe gleichfalls nicht zu
behaup=
ten, allerdings waren die ſpäteren Sichten verhältnismäßig beſſer
gehalten, als vordere Lieſerung, ſo daß ſich die Reports erweitert
haben. Bei den erſten Notierungen nahm die DGH.
ſchätzungs=
weiſe 1200 Tonnen auf. Weizen= und Roggenmehle haben bei
un=
veränderten Preiſen ruhiges Geſchäft; die Abforderungen aus
alten Schlüſſen ſind dagegen ziemlich normal. Hafer und Gerſte
lagen, wie zumeiſt am Wochenſchluß, ſehr ruhig, die Preiſe waren
wenig verändert.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Die Indexziffer der Großhandelspreiſe vom 9. November. Die
vom Statiſtiſchen Reichsamt für den 9. 11. berechnete Großhan=
delsindexziffer iſt mit 94 4 gegenüber der Vorwoche (94 0) um
04 v. H. geſtiegen. Die Inderziffern der Hauptgruppen lauten:
Agrarſtoffe 88,8 (plus 1,3 v. H.). Kolonialwaren 81,5 (minus 0.9
v. H.). induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren 88,0 (plus G.1 v. H.)
und induſtrielle Fertigwaren 114,4 (unv.) Die Indices für
Pro=
duktionsmittel und Konſumgüter ſind mit 116,6 bzw. 112,7
un=
verändert.
Voigt u. Haeffner A.=G., Frankfurk a. M. Die wegen
Beſei=
tigung von Leiſtungszulagen ausgebrochenen Lohndifferenzen ſind
durch gegenſeitige Konzeſſionen beigelegt. Die Mehrheit der
Be=
legſchaft hat ſich grundſätzlich gegen den Streik ausgeſprochen. Es
wird durch die neue Vereinbarung möglich, die jetzt nur noch etwas
über 1000 Mann betragende Belegſchaft (vor wenigen Jahren
noch etwa 4500) in der 40=Stundenwoche zu beſchäftigen, wobei
man offenbar die Lagerhaltung erhöhen wird.
Diſch Hotel= und Verkehrs A.=G., Frankfurt a. M. — Die
Neuordnung. Wie wir erfahren, ſind die Schlußverhandlungen
über die Neuordnung bei der Diſch Hotel= und Verkehrs A.=G.,
Frankfurt, eingeleitet, damit das Vergleichsverfahren eröffnet
werden kann. Die beiden Großbetriebe, Café Wien G. m. b. H.
und Groß=Frankfurt G. m. b. H., ſollen in eine neue A.=G. mit etwa
550 000 RM. Aktienkapital eingebracht werden. Dabei wandeln
die Großgläubiger 30 Prozent ihrer Forderungen in Aktien um.
Die kleinen Gläubiger erhalten eine Barquote von 30 Prozent.
Die vier kleineren G. m. b. H.=Tochtergeſellſchaften werden
liqui=
diert. Daneben gehen die Verhandlungen mit den
Hypotheken=
banken noch einher, und zwar wegen des Verkaufs oder der
Ver=
pachtung des mit 1,2 Mill. RM. belaſteten Hotels Excelſior, das
von der Bayeriſchen Vereinsbank beliehen iſt. Sobald die
Ver=
ſtändigung mit einigen Großgläubigern und noch anderen
Hypo=
thekengläubigern über dieſes Ziel der Neuordnung erreicht iſt,
wird die Eröffnung des gerichtlichen Vergleichsverfahrens
be=
antragt.
Preußiſche Bergwerks= und Hütten=A.=G., Berlin. —
Gold=
bergbau bei Waldeck eingeſtellt. Der von der Preußag auf dem
Eiſenberg bei Waldeck betriebene Goldbergbau iſt in dieſen Tagen
eingeſtellt worden. Der größte Teil der Belegſchaft wurde
ent=
laſſen und nur eine geringe Zahl von Arbeitern und Angeſtellten
weiter beſchäftigt die die Schächte und Anlagen betriebsfähig
halten ſollen. Wie man hört, war den Aufſchlußarbeiten bisher
kein Erfolg beſchieden. Die Ausbeutung des goldhaltigen Metalls
genügt nicht, um eine rentable Gewinnung möglich zu machen. Im
nächſten Frühjahr ſollen, die Unterſuchungsarbeiten allerdings
fortgeführt werden. Ein endgültiger Beſchluß hierüber liegt zwar
noch nicht vor. Er wird einer demnächſt ſtattfindenden
General=
verſammlung vorbehalten.
Vom ſüddeutſchen Eiſenmarkk.
Unter Berückſichtigung der vorgeſchrittenen Jahreszeit iſtt
Geſchäft am ſüddeutſchen Eiſenmarkt behauptet. Mehrarbeit:
zelner Fabriken führte zu einem Bedarf an Stabeiſen, der ſicht untBil
Vorjahreshöhe halten konnte. Dagegen beſtand nur geringe Sl e,/
frage nach Form= und Monierrundeiſen, da die Bautätigkeittſhev/ 6c
vollkommen ruht und die wenigen zur Ausführung kommesie mdt
Objekte nur kleinen Umfang haben. Der Blechmarkt war e=
belebter, doch waren die Werke ſchlecht beſchäftigt, und die
Skundung der Winzerkredite.
räge konnten meiſt promt ausgeführt werden. Der Hauptw/l.!
des ſüddeutſchen Eiſenbedarfes floß wieder den weſtlichen
Wä/ul=
zu die durchweg für normale Spezifikationen in Stab= und Fu
jäger
eiſen kurze Termine ſtellten. Das Lagergeſchäft leidet daru me0
daß auch für kleine Mengen raſche Lieferungsmöglichkeiten ad Untel
Werk beſteht. Auch das Wagenladungsgeſchäft liegt ſehr MSN
nieder.
In Anbetracht der immer noch ungünſtigen Lage im deun
Weinbau hat ſich der Reichsminiſter für Ernährung und
Land=
ſchaft im Einvernehmen mit dem Reichsfinanzminiſterium 3.
einverſtanden erklärt, daß
1. von der Erhebung der Zinſen für die Winzerkredite ishlle
und II für 1932 Abſtand genommen wird. (Winzerkredit Iuffr ümnen
immer zinsfrei);
2. die am 15. November 1932 fällige erſte Tilgungsrate urnſ u M. Arl
weiteren Tilgungsraten der Reichs=Winzerkredite, für ein 1 busſe
geſtundet werden, ſo daß die Kreditnehmer zuerſt am 15. Novelf, stülin
1933 verpflichtet ſind, mit der Rückzahlung nach dem beſteh=Aufu giſch
10jährigen Tilgungsplan zu beginnen.
Die Rückzahlungsverpflichtung für Winzerkredite, ſowe= ſuhigfite
nicht unter den normalen 10jährigen Tilgungsplan fällt, wie /c9h Buha f.
bei Aufgabe des Winzerbetriebes, durch freiwillige oder zw ud Genſo
weiſe Veräußerung der Weinbergsfelder uſw. wird, durch ſc lrue ſen
ſtehende Regelung nicht berührt. Die mit der Winzerkredittſe öſn 7
mittlung befaßten Stellen haben entſprechende Anweiſunge= n nudere pr
halten.
ehrzigslos
Vollſtreckungsſchuh für den Hausbeſik?
it W
Mu d8
Nach Berliner Meldungen ſchweben bei der Regieruns
wägungen, um dem Hausbeſitz ähnlich wie der Landwirach”, ſgel
einen gewiſſen Vollſtreckungsſchutz im Hinblick auf die augen!
lichen ſchlechten Erlöſe für zwangsverſteigerte Grundſtücke a. Mber in rat
währen. Es ſoll eventuell ein Moratorium für ein bis angau verwel
halb Jahren für Zwangsverſteigerungen in Betracht komme /0 eſt !
ſind jedoch an zuſtändiger Stelle Entſcheidungen darüber noch A ebnd
getroffen und werden vermutlich auch nicht vor den Wahls
gehen.
Ai
Kleine Wiriſchaftsnachrichten.
Der Kupferſpezialpreis eif Hamburg erfuhr eine weiter.
höhung auf 5.,65 Dollarcents per 1b, nachdem er geſtern au.
Dollarcents feſtgeſetzt worden war.
In der AR=Sitzung der Hildebrandſche Mühlenwerke
Böllberg b. Halle, wurde beſchloſſen, für das Geſchäftsjahr 19
eine Dividende von 3 (0) Prozent zu verteilen.
Der Verband Heſſen=Naſſauiſcher Induſtrie= und Handel:
mern hat auf Antrag der Induſtrie= und Handelskammer 2
baden in einer Sitzung vom 9 11. d. J. die Frage der Errich
der kaufmänniſchen Ehrengerichte erneut aufgegriffen und lm.
dem Deutſchen Induſtrie= und Handelstag den Antrag ged
die Errichtung kaufmänniſcher Ehrengerichte nach den vom
Verband aufgeſtellten Richtlinien bei der Reichsregierung a
antragen.
ibe
50 000 engliſche Pfund wurden geſtern in London zum 29
von 123/8 — ½ sh pro Unze nach dem Kontinent verkauft.
Der Zentralverband der deutſchen Metall=Walzwerks=
Hütten=Induſtrie gibt folgende ab 11. 11. geltenden neuen Sd
(in RM. je 100 Klg., für Abſchlüſſe auf 100 Klg.) beEin
Kupfer: Bleche 83.— (bisher 89—) Rohre 112.— (11.71V In
Drähte und Stangen 78,65 (77.90) Schalen 173 (172). Die 20
für Aluminium= und Meſſing=Halbzeug blieben unveränder:
Es wird erwartet, daß die am Montag fällige Statiſtik:0
die Kautſchukvorräte in Großbritannien einen Rückgang der
doner Beſtände um 450 To., jedoch keine Verminderung der A
räte in Liverpool ausweiſt.
Wie wir erfahren, hat die Motorenfabrik Darmſtadt S
Darmſtadt auch 1931/32 durchaus gut gearbeitet. Nach bet
lichen Abſchreibungen (i. V. 102 000 RM.) verbleibt, nock, Hart veinen
Ueberſchuß (23 450 RM.), der wieder vorzutragen iſt. G=T.,.00d
ds. Mts.
Berliner Kursbericht
vom 12. November 1932
Oeviſenmarkt
vom 12. Novzmber 2
Berl.,Handels=Geſ.
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordb. Llotzd
A.E. G.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti. Gummi
Deutſche Kont. Gas
Mee
75.—
61.75
17.125
18.—
32.625
58.—
60.25
20.75
28.75
104.50
93.625
Weſ
Glektr. Lieſerung
7. G. Farben
Geli. Bergw.
Geſ.felektr. Untern
Harpener Bergbau
boeſch Eiſen u.
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kalt Aſchersleben 1
glöcknerwerke
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppe‟
Rso
95.25
37.125
76.—
74.
37.375
54.—
101.50
33.—
52.875
35.25
39.75
34.25
„nee
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kalt .
Leonh. Tietz
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nnrb. Maſch.!
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werte
Lindes Eismaſch.
BogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke
Nef
39.625
162.—
44.50
23.50
106.—
17.—
48.50
12.50
20.25
70.25
26.75
24.875
Helſingfor
Wien
Prag
Budapeß
Sofig.
Holland
Hslo
Kopenhagen
Stocholm.
London
Buenos=Atres
New York.
Belgien
Italien
Paris
Bährung
100 finn. Mk.
100 Schillin
100 Tſch. Kr.
100 Pengs
109 Leva.
100 Gulden
00 Kronen !3
100 Kronen
00 Kronen
1 2. Sta.
Pav. Pei=
1 Dollar
100 Belog
100 Lire
100 Franes
Rie
s.054
s1.95
12.465
3,057
189.19
71.08
72.73
73.83
13.98
0.3091
4.209
58.42 5
21.55
1s.51 1
Rit
6.066
52.08
12.385
3.063
189.5.
71.22
77.37
73.27
14.08
0.913
4.215
58.54
21.59
16.55
Schweiz
Spanien
Danzig
.
Japan
Rio de Janeire
Zugoſlawien 1
Bertugal
Athen
Iſtambu
Kairo
Kanada
1
uruguah
Fsland.
Tallinn (Eſtl. / 1
Rigo
Durmſtädter uns Hariohkrbane Surinftaer, Sillute ber
Frankfurter Kursbericht vom 12. November 1932.
Zreioher Oih
Kege
fällig 1. 4. 34.
„ 1. 4.35..
„ 1.4.36..
„ 1.4 37..
„ 1. 4. 38..
6% Dtich. Reichsan
6%0
„ n25
5½%Intern.,
6% Baden......
6% Bahern.....
Heſſen ..b.2‟
6%0 Preuß. St.v. 2
62 Sachſen. v.27
6% Thüringen v. 27
Dtſche. Anl.
Auslo=
ungsſch. 4
½Ab=
löſungsanl..
Tiſche. Anl.
Ablö=
jungsſch. (Neub.
Deutſche
Schusge=
belsanleihe.
6% Baden=Baden.
6% Berlin. . . . v. 24
62 Darmſtadt . . ..
6% Dresden ..v.26
62 Frankfurt a. M.
Schätze, v. 29
60o „ .20
6% Mainz
6% Mannheim v. 27
6% München. v. 2c
6% Wiesbaden v. 28
u% Heſ. Lannesbl.
6%
Goldoblig.
5½% Teſt. Landes=
Shp.=Bk.=Liquid
49% „Kom.=Obl.
902I.
85
80
75.25
71
90
71.25
79.25
89.75
66
55.5
6.7
6.25
58
67.5
57
56
59
66.5
76
63.5
81.5
71
Wee
Pf.=Anſt G. Pf.
6% „ Gelboblig.
6% Landeskomm.=
Br. Girozentr. für
HeſſGldobl. R.11
8So „ „ R1s
6% Kaſſeler Land.,
kredit Goldpfbr.
6% Naſſ. Landesbkr
5½% Liqu. Obl
Dt. Nomm. Sam=!
mel= Ablöſ.=Anl.
tAuslSer.
„. Ser. II
Dt. Komm. Samm.=
Abl.(Neubeſitz).
6% Berl. Cyp. Bi.
5½%„ Liau.:Bfbr.
6% Frki. Hyp.=Bk.
5½% — Lig. Pfbr
Goldoblig.
6%0
62 Frkf. Pfbr.=B!
5½% Lig. Pfbr.
6% Mein. Hyp.=Bt.
1½% Lig. Pſbr.
62 Pfälz. Hyp.=Bk.
5½% — Lig. Pfbr
6% Rhein. Hyp. Bk.
5½% —Lig. Pfbr.
6 „ Goldoblig
6% Südd. Bod.-
Cred.=Bank ...
5½% — Lig. Pfbr
6% Württ. Hhp.=B
6% Daimler=Ben=
Dt. Linol.Werke
6% Mainkrw. v. 26
68
58.25
61
85.25
86
82.75
76
83
81
84
66‟
80.75
87.25
7971,
84
87
87.5
81.25
60
79.5
78
Ma Rd
82Ber. Stahlwerke
6% Voigté Häffner
3. 0. Farben Bonds
5%0 Bosn. L.E.B.
L.Inveſt.
52 Builg. Tab. v. 03
41.2g Oſt. Schätze
42 Oſt. Goldrente
520 vereinh. Rumän
4½2
142
„
4%0 Türk. Admin.
1% „ 1. Bagdad
42 „ Zollanl.
4½% Ungarn 1918
4½% „ 1914
Goldr.
42
1910
4 ½Budp Stadtanl.
4½Liſſabon
4% Stockholm,
Aktien
Rig. Kunſtzüibeunie
A. E. G.
..
AndregeNorisBahn
Aſchaffbg. Brauereil
Zellſteff
Zemberg, J. P....
Berl. Kraft u. Licht
Buderus Eiſen.
Eement Heidelberg
Karlſtadt
J. G.Chemie, Baſe
Chem.Werke Abert
Chade .........
Contin. Gummiw.!
57.5
96
10.75
10.5
5.3
2.75
Sis
2775
80
57.75
32.75
73
28*
81.5
108.5
54
1129
33
2.2 Dan
Daimier=cent .=
Dt. Atl. Telegr.
Erböl
Dt. Gold= u.
Silber=
ſcheide=Anſtalt
„ Linolwerk.Berl.
Dortm. Ritterbräu
Dyckerhoff u. Bidm
Sichbaum=Werger.
Elettr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft
Sſchw. Bergwerk..
Eßling. Maſchinen.
Faber & Schleicher
3. 6. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter
Felt. & Guillegume
Frankfurter Hof ..
Gelſent. Bergweri
Geſ. f.elektr. Untern!
Goldſchmidt Th.
Gritzner=Kahyſer .
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frrft.
Hammerſen / Osn.)
Hanauer Hofbrauh.
Hanfwerke Füſſen.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.
HilpertArmaturfrb.
Eindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer.
Hochtief Eſſen ....!
Holzmann, Pbil.
lſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Junghans
Kali Chemie. ...
„ Aſchersleben
74
1a1
44.75
84
18
Rri
91.25
38
95.1
28.5
37n5
33
52.5
Bs
44
11.5
67.5
103
Mi Kneich
glöcknerwerke ....
Knorr C. H.
Lahmeher & Co. .I.
Laurahütte .....
Lech, Augsburg.
Löwenbr. Münch.
Lutz Gebr. Darmſt.
Maintr.=W. Höchſt.
Mainz.Akt.=Br. ..
Mannesm.=Nöhren
Mansielb Bergb.
Metallge). Franki..
Miag, Mühlenbau.
Montecatini Maild.
Motoren Darmſtadt
Oberbedarf.
Byönix Bergbau..
Reiniger. Gebbert
Ry. Braunkohlen .11
Elertr. Stamm
Stahlwerke ...
Niebea Montan.
Roeder Gebr.
Rütgerswerte ...
Zalzdetfurth Kal.
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind.,
Schramm, Lackſbr.
Schriftg. Stempel.
Schucker: Eiettr.
Schwarz=Storchen
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske.
Südd. Zucker=A. G.
Tellus Bergbau
Thür. Liefer.=Geſ.
Tießz Leonhard
Unterfranfen.
Ber, Stahlwerke,
33
182
107.5
„a
5is
34.5
30
30
10.75
171.5
74
36.5
181
172
141.5
16.
53.5
49
56.5
2Zi.
Me Miugtche
Voigt & Hgeffner
Wahß & Fretztag
Weſteregeln Kalil.
Zellſtoff Waldhof,
Memel.
Allg. Dt. ereditanſt.
Badiſche Bant....
Bk. f. Brauinduſt.)
Baher. Hyp. u. W.
Berl. Handelsgeſ.
bypotherbl.
Comm. u. Privatb.
Dt. Bank und Dise.
Dt. Eff. u. Wechiel
Dresdner Bant
Frankſ. Ban:
Hyp.=Van:
Mein. Hyp. Ban:
Pfälz. Hyp.=Ban!
Reichsbank=Ant.
Rhein. Hyp.=Bani.
Südd. Bod. Gr. Bi.
Bürttb. Notenban
4.-G. I. Vertehrsw.
Allig. Lokalb. Kraftw
770 Dt. Reichsb. Bze
Hapag.
Nordd. Llohzd.
Süod. Eiſenb.=Gei
Alltanz. u. Stutg
Verſicherung ..
.. Verein. Ver
FrankonaRück- u. M
Mannheim. Verſich.
*
4A
AA.
M
*
Otavi Minen
Snne
/1—
S
[ ← ][ ][ → ]t— 13. November 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 316 — Seite 15
Aba Goering war mit ernſter Sachlichkeit vernommen
rdrm ielleicht war der Ton der Beamten etwas
menſch=
der u8 gewöhnlich, da der Schmerz die junge Dame ver=
„neuztelgte — und da kein Mißtrauensantrag gegen ſie
vor=
e hatte Phils Kleider agnosziert, ſich bereiterklärt,
ſentwa Schulden bei der Zimmerwirtin Frau Greben
abzu=
kew adere kamen nicht in Frage, und den Beſcheid erhalten,
ß all ſeinen behördlich vorgeſchriebenen Gang gehen müſſe.
ANie Philipp Spoor mußte noch diverſe ſymmetriſch über
gahiedenen Behörden verteilte Aktenbände durchlaufen,
egen entſetzlich nüchternen Statiſtiken verſchwand, abſackte,
ſ;Träger im eiſigen Waſſer des Sellinſees. — Sie hatte
jefrrd Unterſchrift als echt erkannt, und die Tatſache, daß
Gſhehene nicht in ihren Kopf wollte, daß ſie eher an ihrem
rſtoßn zweifeln wollte, als die grauſige Hinrichtung mit Phil
vomWeſenheit in Einklang bringen, dieſe Tatſache wog
tliſtiicht viel. — „Mein liebes Fräulein, das kommt alle
ge hs, irgend etwas Fremdes ſteigt plötzlich in der Seele
n Menſch wird ſich ſelbſt ein Rätſel, niemand vermag
biigifen, der Vernünftigſte wird zum Tier, nur
Ver=
ſtunnzwille lebt, das gibt Mord oder Selbſtmord, die
An=
örmge können es nicht faſſen, — glauben Sie mir, ich erlebe
hudertmal. Hier liegen ja die Motive ſo klar; ſuchen Sie
oſttt der Arbeit, man wird abgeſtumpft im Laufe der
fhre, ber Sie tun mir leid. Auf Wiederſehen, Fräulein .. .,
jch fräulein Goering, — es wartet ſchon der nächſte Fall,
einzlſer Tiſchler, Frau, zwei Kinder, Gas, — das iſt eine
h (nurigere Tragödie des Alltags.”
Mich Barba trug eine Erklärung mit ſich herum, die ebenſo
ägᛋu, ebenſo tragiſch war. Ihr erſtes Gefühl an jenem
nin litte ſie nicht getäuſcht, — ihre Eiferſucht war berechtigt
beſpen Eine Frau eine Unbekannte war zu Phil gekommen!“
jeweandere praktiſche Deutung des ungewohnten Beſuches
ſeohungslos verkehrt, — eine Frau hatte in ſein Leben
ein=
riffg und ſeinen geheimnisvollen Tod verurſacht!
Bomben=
ſtſtn das in ihr, aber ſie war nicht fähig, ein Wort darüber
äulzen, irgendeine unerklärliche Scheu hielt ſie zurück, ſich
je=
and rit zuteilen, nicht einmal Johan Boſſelt, Phils beſtem
ſtüt umdder in ratloſer Beſtürzung zu ihr gekommen war. Nach
pim verwehenden Worten hatte ſie ihn wieder fortgeſchickt,
muße erſt Diſtanz gewinnen, um ſprechen zu können.
Apa=
chinbrachte ſie die Stunden, ließ die wortreiche Teilnahme
erflirtin, Frau Krüger, müde über ſich ergehen und blieb
nrit
92Eſie am Frühabend des nächſten dieſer entſetzlichen Tage
biem planloſen Gang durch die Straßen heimkehrt —
munfeld hatte ſie drei Tage burlaubt, die drei Tage bis zur
takmg, die die weſtliche Ziviliſation einräumt, um ſich vom
piries Verſchiedenen loszureißen, Zeichen hochanſtändiger
Chefgeſinnung, da ja kein Körper zur Beſtattung da war —,
meldet Elſe, Frau Krügers fünfzehnjährige Tochter, daß ſeit
einer halben Stunde eine fremde Dame in Barbas
Wohnzim=
mer auf ſie warte.
Barba ſchrickt zuſammen. Sie weiß ſofort Beſcheid. Mit faſt
unheimlicher Sicherheit ahnt ſie, wer gekommen iſt. Sie, die
Unbekannte, dieſe Frau, die Phil an ſeinem letzten Tage
auf=
ſuchte und für deren Auftauchen es eine andere Erklärung gibt
als die billige der Polizei, — niemand anders kann es ſein,
niemand anders iſt es! Barba überwindet einen plötzlichen
Schwächeanfall, durcheilt den langen Berliner Flur und reißt
die Tür zu ihrem Zimmer auf. Ihr Herz klopft zum
Zer=
ſpringen, mit eiſerner Anſtrengung zwingt ſie ſich zur Ruhe.
Sie sind überrascht
Wüber die niedrigen Preise unserer
Aussteuerwaren, Kleider- u.
Mantelstoffe, Anzugstoffe
auf die wir im
Werbe-Verkauf
noch exträ 10% Rabatt vergiten.
Hess. Textil-Gesellschaft
Darmstadt, Schützenstraße 4.
Das Zimmer, deſſen wenige moderne Möbel Barba ſelbſt
mit großem Geſchmack und noch größerer Ausdauer erworben
hat, iſt nur von der hellgrünen Tiſchlampe am Fenſter
erleuch=
tet. Neben ihr, aus dem Stahlſeſſel an der Heizung, erhebt ſich
die fremde Dame.
Barba, ſtockend nähertretend, erkennt ein gleichmütiges,
her=
bes, engliſch wirkendes Geſicht über einem koſtbaren
Perſianer=
mantel einfachſten Schnittes, das Gefühl des Haſſes gegen die
Fremde durchzuckt ſie faſt ſchmerzhaft, gleichzeitig aber auch, und
faſt unbewußt, eine kleine Enttäuſchung. Sie hatte nach Frau
Grebens Schilderung eine dämoniſche Kokotte erwartet, ſie ſieht
eine Lady, kühl, überlegen, die ebenſogut in ein Miniſterpalais
gehören könnte wie meinetwegen hinter die Theke einer Bar.
Soll ſie ſich geirrt haben?
„Wer ſind Sie und was wünſchen Sie von mir?” ſagte ſie
froſtig. Daß ihre Stimme ſchlingert, kann ſie nicht verhindern.
Die Dame macht ein offenes Geſicht. „Ich begreife Sie ſehr
gut, Fräulein Goering”, antwortet ſie mit Wärme, „ich bin nicht
die Frau, die in Philipp Spoors Wohnung kam".
Barbas Hand fährt zum Herzen, ſie muß ſich ſetzen — alſo,
doch!
„..und ich habe mit dem furchtbaren Unglück Ihres
Freun=
des nicht das mindeſte zu tun, bitte, glauben Sie das:” Sie
ſtreckt mit einer nicht ganz echten Bewegung die Hand aus, aber
Barba ſchaudert zurück. Die Dame ſetzt ſich ruhig wieder hin.
„Ich kann nicht erwarten, daß Ihr Mißtrauen Ihnen ſo raſch
unbegründet erſcheint, und ich habe auch damit gerechnet, daß
Sie eventuell ſehr läſtige Maßnahmen ergreifen könnten, trotzdem
bin ich hier, weil ich Ihnen hel— — beiſtehen möchte. Wollen
Sie mich zunächſt einmal ganz ruhig anhören?”
Barba hat ſich gefaßt. Sie erhebt ſich, ohne den Blick aus
feindlich geſpannten Augen vom Geſicht der Dame zu löſen. Der
Lampenſchirm beſchattet es, Barba dreht brüsk die
Deckenbeleuch=
tung an, die Phil erſt zu Weihnachten inſtalliert hat. „Ich will
ſehen, wer mit mir redet”, ſagte ſie ſchroff.
Die Dame nickt. „Bitte. Ich heiße Ino Beß, wohne
Kaiſer=
allee zwohundertfünfzehn, zweiter Stock, Telephon Bismarck
zwounddreißigeinundzwanzig — werden wir belauſcht?”
Barba ſchüttelt ſchweigend den Kopf, die Kehle iſt ihr wie
zugeſchnürt, und ums Herz wird es ihr eiskalt — was wird ſie
hören müſſen?
„Ich wiederhole, Fräulein Doering, ich habe nichts zu
ver=
bergen, aber vielleicht haben Sie etwas zu verbergen, wie? —
Wo iſt das Amulett?”
Das iſt ein Angriff, jäh und überraſchend, allein die
Wir=
kung bleibt aus. Barba zuckt nicht zuſammen, ihr Geſicht zeigt
faſſungsloſes Erſtaunen — ſie iſt unorientiert, das ſteht feſt.
„Wo haben Sie das Amulett?” wiederholt Ino Beß
trotz=
dem, ſie verfolgt eine beſtimmte Taktik, „das Spoor Ihnen
gegeben hat, einige Tage vor ſeinem Tode .” ſie unterbricht
ſich, greift nach ihrer Handtaſche, „was iſt . . .?"
Ihnen? will ſie fragen, aber Barba, kalkweiß geworden, hat
ſich ſchon auf ſie geſtürzt, mit unheimlicher Kraft ihre beiden
Unterarme umklammert, ihr Geſicht, in dem die Augen einer
Tigerin rennen, dicht vor Inos — „iſt er ermordet worden?”
ſchreit ſie. Grauen erſtickt die Stimme, iſt er ermordet worden?”
— ſie verſucht, Ino zu ſchütteln, „ſprechen Sie doch, iſt er
er=
mordet worden? — Oh, meine Ahnungen, antworten Sie doch,
oder . . ."
(Fortſetzung folgt.)
erne Patenlöffel usw.
— für Weihnachten —
bitte baldmöglichst bestellenzu
wollen, um jeden Auftrag
recht-
zeitig ausführen zu können
Gangbare Muster sind vorrätig
Juwelen. Gold-
WSEIIET und Siberwaren
Schulstraße, Ecke Kirchstraße
Fernruf 4211
(15572b
atlhnat., reine u
ge u.). akad. geb
Frerrſorber. a. alle
Uel lachh.
Witt=
nmſ. 30, I. (271a
rreeilt Unterr.
7hrug. (Braſ.
rascht.
Preisan=
bosſe nter P. 127
.” (eſchäftsſt.
Violinunterricht
Anfänger erteilt
im eigen. Haus be
ſehr mäßig. Preis.
Angeb. unt. P. 151
Geſchäftsſt.
Katholische
anbahr ung
erfolgreich
Lnu seitte jahr.
Kirchliche Gutheidung.
Einheiralen.
Neuland-Bund 16
Franklurt a. M. I. /
II Nch. 14264)
Geb. Dame, evgl.,
53 Jahre, jung
aus=
ſeh., nette
Erſchei=
nung, tücht
Haus=
frau= geſchäftsgew.
m. ſchön einger. 3=
Z.=Wohn., ſucht paſſ.
Lebenskamerad in
ſich. Poſition. Ang.
P. 128 Geſchſt.
Witwe, 44 J., jgdl.
Erſchein., mit beſt.
Vergangh., häusl.,
ſ. au. d. Wege einen
Herrn mit ſicheren
Eink., auch Landw.
zw. Heir, k. zu lern
Zuſchr. P. 148 Gſt.
Andergrrongre grltang
lerlagsgeſellſchaft Mittelſtand m. b. H.
Nürnberg, Kühnertsgaſſe 33
fernſprecher 24130
Lue* Müürnberger Bürgerzeitung” iſt das Sprachrohr
des ſüenberger und fränk. Hausbeſitzes, des Gaſt=
DI=Gewerbes, des ſelbſtändigen Handwerkes und
LEbhes wie überhaupt des geſamten Mittelſtandes.
Diek ichentlich erſcheinenden Beilagen „Nürnberger
Daabeſitzer=Zeitung”, „Fränk. Gaſtwirte=Zeitung”
Andh Süddeutſche Mittelſtands=Zeitung” erfreuen
Ne37 Hand ihrer wertvollen redaktionellen Beiträge
Arietr Beachtung, ſtets ſteigender Beliebtheit und
Vedhiln die „Nürnberger Bürger=Zeitung” zur
Arwen, deutſchen Mittelſtandszeitung im Sinne
dei Pirtſchaftspartei.
DeAzu teigerte Intereſſe überträgt ſich naturgemäß
Nie au f den Anzeigenteil, ſo daß Anzeigen von
auf=
faſſld guten Erfolgen begleitet ſind. au1544a
Slugen Sie unverbindlich Probenummern u. Preis=
Ru4s wir ſtehen Ihnen hiermit gerne zu Dienſten.
Lehrer
37 J., große ſchlanke
Erſchein., ſtaatl.
an=
geſtellt.penſionsber.
400.— RM. monatl.
Gehalt u. ca. 20 000
RM. Vermög. möchte
ſich verheir. Meine
zuk. Frau ſoll einf.,
natürl. u. v.all. Ding.
e. prkt. Hausfr. ſein.
Ich ſelbſt bin
ver=
trägl. Char. u. lege
d. Hauptw. auf eine
deale Einſt. Ernſte
Intereſſ. ſchreib. mir
(Br. ohne voll.
An=
ſchr. unerw., Lichtb.=
Aust. ſpät.!) unter
P. 50. (TV15685
Fräulein,
30 J., ſehr häusl.,
naturl., gute
Ver=
gangenh., erſ. a. d.
Seite e, ſol.
charak=
tervoll Herrn
har=
moniſche Idealehe.
Anonym zwecklos,
Diskret. zugeſ. Ang.
u. P. 98 Geſchſt.
Reichsbeamter
(Oberſteuerſekr.) in
gehob. Stellg., gut.
Gehalt m.
Penſions=
berecht., 31 J., 1.70,
ſympath. Erſchein.,
wünſcht ſich glückl.
zu verheir. Meine
Zukünftige ſoll
na=
turlieb., ſow.
wirt=
ſchftl. u. häusl.
ver=
anlagt ſei
Maßge=
bend ſind d.
Innen=
werte d. Menſch.
Zu=
ſchr. (anon., poſtl. etc.
zweckl., Lichtb.ſpät.)
b. beiderſ. Diskr. v.
Damen b. höchſt. 30
J. unter P. 48
er=
beten. (TV15683
Rollbetten
Größe 30/400
14.75
Matratzen
gut. Drell 6.50
Roßhaar=
Kiſſen
Orig. Steiner
3.95
Deckbetten
aus beſtem, echt.
Kinderdrell
Größe 60/80
5.95 4.95
Größe 80/4100
8.50 6.50
Kinder=
Koltern
Größe 100/150
3.75 3.30
2. 65
3 Deutſch.
Schäfer=
hunde (Rüd,)
pracht=
volle wachſ. Tiere,
v. 10 M. an.
Gries=
heim b. Dſtdt.,
Hof=
mannſtraße 54.
K
Darlehn
v. 100—3000 RM.
geg. Sicherheit bill.
u. ſchnell d.
Selbſt=
geb. Poſtſchließfach
661, Saarbrücken.
(IV. 15283)
D.B. S.=Darlehen
m. höchſt. Kennziffer
der Ortsgruppe zu
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P. 135 Geſchſt.
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auf allen Gebieten eine durchgreifende Umwälzung vor
Faigen. Bis Ende des Krieges und noch einige Jahre
An Kriege war der Geiſt im Heranbilden einer neuen
generation ziemlich ſtagnierend. Die Kunſt=Akademiker
urch eine überſpannte akademiſche Atmoſphäre an der
ſung einer echten Kunſt geradezu gehemmt. Sie
URCMen nach ſtarren Suſtemen und hatten ſich ſtets innerhalb
Liten Rahmens an ein faſt gleichbleibendes Schema zu
LANM /Es war die Seit des Klaſſizismus, Naturalismus,
„Eio nismus und der vielen anderen verſchiedenen Ismen,
nas4 Ende einer Sackgaſſe ſtecken blieben.
ßge Jahre nach der Revolution hat ſich auch hier
man=
ſandert. Den Künſtlern, Meiſtern und den mit offenen
lehenden Kunſt=PPädagogen wurde klar, daß dieſes
hunhaltbar war und zu einer Verödung der Kunſt füh=
Tzie. Man ſchuf neue Kunſtwerke, die immer langweiliger
Ytaltloſer waren, und die letzten Endes ihrer Seit, die ſie
heoracht hatte, nie etwas Neues geben konnten. Es gab
nige moderne Künſtler, die ſchon einer neuen Epoche
hten; aber was am traurigſten war, die heranwachſende
ktion wurde in einem veralteten Geiſte ausgebildet. Die
be die die Werke dieſer neuen Generation mit den
„h der alten, manchmal recht primitiven Meiſter des
Reilters verglichen, mußten faſt immer zugunſten der längſt
zenen Kunſt ihr Urteil abgeben.
Fortgeſchrittene Arbeik am Stamm.
werden mit Holzſpänen ausgefüllt.
Riſſe im Material
er fertigte auch ſeine Gipsmodelle ſelbſt an, die noch immer nicht
die fertigen Vorbilder waren, denn das Holz wurde nach
eigenen inneren Geſetzen und nach eigenen Ideen des Künſtlers
unter Hammer und Meißel geformt.
In der Staatsſchule für freie und angewandte
Kunſt zu Berlin bedient man ſich ſeit einigen Jahren dieſer
mittelalterlichen Methoden. Von der Behauung eines
Holz=
ſtammes, dem Entwerfen und Modellieren in Gips bis zur
Vollendung der Holzfigur wird alles von den Schülern und
Schülerinnen ſelbſt beſorgt. Man ſkizziert zuerſt und bringt
dann ſeine Gedanken in den weichen Gipsformen zum
Ausdruck, um ſie ſpäter in Holz zu vollenden. Die letzte Form
iſt immer die endgültige. Hier haben Meiſter und Schüler noch
ſehr viele Möglichkeiten, etwas ganz Neues zu ſchaffen, viel
mehr, als nur ein Anhäufen von Atelierwerken, die nie zu*
Geltung, kommen können. Hier wird zweck= und zeitgemäß
gearbeitet. Man ſchafft Kunſtwerke von bleibendem Wert für
Kirchen, öffeutliche Gebäude und auch Gebrauchsgegenſtände
des Alltags. So beſtellen ſehr oft Cheater und
Filmunterneh=
men ihre neuzeitlichen Dekorationsgegenſtände, und auch die
Warenhäuſer laſſen ſich Modelle für Maſſenartikel mit
Vor=
liebe in dieſer neuen Schule anfertigen.
Beſonders die Frau mit Axt, Holzhammer und Meißel in
der Hand iſt typiſch für dieſes neue Kunſtſchaffen und gibt dabei
in der Cat eine gute Sigur ab. Man ſieht ſie überall in den
Arbeitsräumen der verſchiedenen Kunſtſchulen, in den
Werk=
ſtätten ihrer Meiſter und Brotgeber oder in ihren eigenen
Ateliers. Und was das Schönſte an der Sache iſt, ſie betrachten
die Werkzeuge nicht als Spielerei oder Schmuck, ſondern gebei
ſich ihrer Beſchäftigung mit Leib und Seele hin. Von früh bis
ſpät ſitzen ſie in der Werkſtatt und ſtudieren fortwährend, auch
nach dem Abſchluß des Schulſtudiums. Denn dieſe moderne
Frau betrachtet ihren Beruf nicht etwa wie die Frau von geſtern
als Endziel, vielmehr als Lebeusziel, und wer dieſes Siel
ver=
folgt, hat nie genug gelernt. Die Bildhauerei, Holzſchnitzerei
oder Malerei von heute ſteht Cag für Cag vor neuen
Pro=
blemen und Aufgaben, die gelöſt werden müſſen und die kein
beſchauliches Daſein zulaſſen.
Irgendwie iſt die zarte Linie der Gotik, auch in ihrer
modernen Spielart, der Frau weſeunsverwandt und bietet ihr
noch mehr als den Männern — unbeſchadet der
Meiſterleiſtun=
gen etwa eines Barlach —, Anregungen, die ihre Schöpfungen
auf holzbildneriſchem Gebiet wertvoll und naturgemäß machen.
Wen man von der Frau von heute ſpricht, denkt man
immer au einen gewiſſen Cyp, der Hunderte von Eigenſchaften
zuſammenfaßt, die die Frauen der Gegenwart überall da, wo
Külturmenſchen leben, in ſich vereinigen. Nicht alle Frauen
treiben Sport, aber die Sportfrau iſt eine Frau von heute;
nicht alle Frauen ſind Filmſtars, aber die Filmſchauſpielerin iſt
eine Frau von heute. Die Frau, die kurzes Haar trägt, die im
Bureau beſchäftigt iſt, in der Fabrik arbeitet und in jeder
Lebenslage ihren Mann ſtellt, iſt die Frauvonheute.
Vor der Vollendung — Die lekte Klein= und Seinarbeit.
9
De 1
WrT
dgesſpiegel l Bilod ind Aort
13. Nobember 1932
Nummer 46
Siebererwenung untdennger Horgiciigerer
Die neue Gotik und die neue Frau
Nun begann man die Methoden der alten Meiſter=
Werk=
ſtätten zu ſtudieren, und kam auf dieſe Weiſe zu der
Ent=
deckung der Fehler. Der mittelalterliche Meiſter
arbeitete ſtets auf allen Gebieten ſeiner Kunſt und bildete ſeine
Schüler auch in dieſem Sinne aus. So arbeiteten zum Beiſpiel
die großen deutſchen Holzſchnitzer des 13. Jahrhunderts, deren
Werke, ſoweit ſie erhalten ſind, noch heute Staunen und
Be=
wunderung erregen. Die Arbeit des alten Meiſters erſtreckte
ſich nicht nur auf die eigentliche Holzbildhauerei; er kannte
vielmehr auch ſämtliche Sweige der damit zuſammenhängenden
Kunſt. Der Holzbildhauer ſuchte ſelbſt die gefällten Stämme
im Walde aus, trocknete die für ihn geeigneten Blöcke, und
ſchon im rohen Klotz ſah er die Möglichkeit einer ſpäteren
Ge=
ſtaltung. Dieſer Meiſter arbeitete nie nach fertigen Vorlagen;
Adiceſem Stamm ſoll das Kunſtwerk.
Der Meißiel ſoll dem Geſicht den gewünſchken Ausdrucke geben.
[ ← ][ ][ → ]Wie sodl „Er” sein?
Wir ſaßen vertraulich beiſammen und aßen
Swetſchen. Suerſt war das Geſpräch
allge=
mein, und es zeigte ſich, daß ſie eine ganze
Neihe von Sorderungen gemeinſam hatten.
Das Wort, das am häufigſten vorkam, war
Särtlichkeit. Sie wollen Särtlichkeit, viel
Särt=
lichkeit, phantaſtiſch viel Särtlichkeit und noch
mehr. Von Geld und Schönheit war nur ſehr
wenig die Rede. Dieſe praktiſchen jungen
Men=
ſchen wiſſen genau, was man verlangen darf
und was nicht, und ebenſo genau, was ſie nicht
wollen. Großen Abſcheu verrieten ſie vor
Seierlichkeit, Wichtigtuerei, Steifheit,
Lehr=
haftigkeit, Snobbismus, Paſſivität,
Schwarz=
jeherei, Sportfexerei, Kettenrauchen und
Bart=
haaren. Im einzelnen äußerten ſie ſich wie
folgt:
Maria: Eine Menſchengattung iſt
aus=
geſchloſſen: der Künſtler. Mein Mann ſoll einen
ordentlichen männlichen Beruf haben, am
lieb=
ſten einen techniſchen, und darin Leiſtungen
voll=
bringen, die mir imponieren. Er muß von
ſelbſt-
verſtändlicher Uneitelkeit ſein, darf nie von ſich
reden und überhaupt möglichſt wenig ſprechen;
auch ich ſchweige gern. Eiferſucht iſt
ausge=
ſchloſſen.
Epa: Ich ſuche vor allen Dingen Schutz.
Väterliche Nachſicht wäre mir ſehr erwünſcht;
ein durchaus nicht agiler, ſchwerblütiger Menſch,
eine Art von Felsblock ſchwebt mir vor, den zu
erobern ſehr ſchwer iſt, bei dem man dann aber
für Lebenszeit geborgen iſt.
Olſe: Er darf blond oder braun ſein, groß
oder klein, laut oder leiſe. Nur einige
Spezial=
wünſche habe ich. Ich möchte nicht, daß er
Intereſſe für die Hauswirtſchaft hat. Es wäre
mir peinlich, wenn er einen Werkzeugkaſten
hätte. Schön wäre es, mit einem
Improviſa=
tionsgenie verheiratet zu ſein, mit einem
Men=
ſchen, bei dem man nie weiß, was die nächſte
Stunde bringt; der, wenn er die Abſicht hat,
ſich im Verkehrsbureau eine Karte nach Wisby
zu löſen, plötzlich mit einer nach Les Avants
berauskommt; der ſeiner Srau zum Abendbrot
ſechs Gäſte einlädt, ohne ſie davon zu
benach=
richtigen, und ſich dann halbtot lacht, wenn es
im Hauſe nichts als Hering und Kartoffeln gibt
Dorothee: Mein Mann darf kein Held
lein. Ich wünſche, daß er mir geſteht, wenn er
Sahnweh hat, daß er mir erlaubt, ihm einen
warnfen Mantel umzuhängen, wenn die
Witte=
rung im Begriffe ſteht, umzuſchlagen, und daß
er ſich ins Bett legt, wenn er erkältet iſt. Ich
werde trotz alledem immer bereit ſein, ihn zu
bewundern; nur muß er morgens beſonders gut
gelaunt ſein und darf unter keinen
Verhält=
niſſen Witze erzählen.
Brigitt e: Er muß einen bedeutenden
und intereſſanten Beruf haben, bei dem ich
helfen könnte. Er muß glauben, daß nichts
unmöglich iſt. Er muß es gut aushalten,
fort=
während verwöhnt und gelobt zu werden, denn
das habe ich mit ihm vor. Ueber meine Sehler
uuß er mit Humor zur Cagesordnung
über=
gehen. Außerdem verlange ich, ununterbrochen
beſchenkt zu werden, aber es dürfen Geſchenke
ſein, die weniger als eine Mark koſten. Nio
darf er vergeſſen, welche Schokoladenmarke ich
vorziehe. Seine Nettigkeit gegen mich und
andere muß Nuancen haben. Er hat
Streich=
hölzer bei ſich zu haben, auch wenn er nicht
raucht.
Marline: Sch wünſche mir einen, welcher
etwas pflegebedürftig iſt, aber trotzdem feſt und
energiſch die Hand drückt. Wenn wir uns
zu=
ſammen irgendwo ſehen laſſen, möchte ich gern
das Gefühl haben, daß er mich gut kleidot.
Seinen Beruf muß er ernſter nehmen als mich.
Je mehr er lacht, deſto lieber iſt mir das, aber
er muß auch gelegentlich weinen können, denn
es iſt wunderſchön, wenn ein Mann vor
Nüh=
rung weint. Er darf keine Glatze haben und
keinen Senf eſſen beides iſt mir zu männlich.
Lore: Ich wünſche mir einen, der lang und
ſchlank, braun gebrannt, raſch entſchloſſen, flott
an); wenn die Uhr ſtehen bleibt. Sollte er mir
beim Geſchirrwaſchen helfen, ſo wäre ich
be=
glückt. Wenn alle dieſe Vorbedingungen
zu=
treffen, darf er bedeutend, überlegen, geiſtreich,
ja ſogar originell ſein.
Chriſtine: Lebenstechnik darf er keine
beſitzen. Wenn er zu geſchickt, zu gewandt, zu
rezeptiv wäre, ſo würde mich das beunruhigen.
Am liebſten wäre mir ein Wiſſenſchafter, und
zwar ein ſchöpferiſcher Forſcher. Sch möchte ihn
iir täglich neu erobern müſſen. Je ſchwerer
deſto lieber,
Hanny: Sch muß ihn anbeten können, trot
reſtloſer Vertraulichkeit und bei vollkommenem
Mangel jeglicher Diskretion. Er muß vor
Natur aus ſo ſauber ſein, daß Waſchen
bei=
nahe unnötig iſt. In ſchlechten Seiten wünſche
ich mir ihn zäh, gleichmütig und beherrſcht. Er
darf keine Launen haben und immer freundlich
zu allen Leuten ſein. Er muß feſt überzeugt ſein,
hilfsbereit und bei beſtem Appetit iſt. ir
braucht mich nicht zu erhalten, nicht zu
beſchut=
zen, nicht zu tröſten, nicht zu bewundern. Wenn
er mich nur wirklich lieb hat, ſo will ich ihm
ſchon dankbar ſein.
Johanna: Er muß nicht betont männlich
ſein, ſondern vor allem ſanft. Kleine Dinge dar
er nicht verachten. Er muß es wichtig finden.
in welche Vaſe man Blumen ſtellt, und muß
einer Beratung über die Sarbe des Sadens, mit
dem ein Knopf angenäht wird, zugänglich ſein.
Jede Aeußerung muß Gefühl haben. Er muß
ſehr kritiſch ſein, aber mit Güte, weil er alles
verſteht, was paſſiert.
Lili: Ich möchte einen Mann haben, der
lacht, wenn ich etwas Dummes ſage, wenn ſein
Gehalt um 10 v.H. gekürzt wird, wenn einma
ausnahmsweiſe das Frühſtücks=Porridge
an=
gebrannt iſt (Haferflocken legen ſich ſo leich
daß ſeine Kinder nur mich zur Mutter haben
können.
Als die elf Mädchen mit ihren Geſtändniſſen
zu Ende waren, fragte mein anweſender junger
Freund, ob nicht auch er einen Mann ſchildern
könnte, wie ſich ihn ein Mädchen wohl wünſchte.
Wir ſtimmten ab: er durfte ſich äußern.
Hans: Er muß unerhört gütig und
wahn=
ſinnig aufmerkſam ſein, was ſich aber
keines-
wegs andauernd äußern muß. Er muß wie ich
geneigt ſein, durch mich und mit mir für viele,
viele andere Menſchen zu leben. Aeußerlich muß
er groß, kräftig und ausdauernd ſein, ſich gern
körperlich betätigen, aber lieber für zweckmäßige
und nützliche Dinge, als für Sport. Ohne
weh=
leidig zu ſein, muß er ſich gut pflegen laſſen.
Wenn er ſich mit mir beſchäftigt, ſo hat das
vollkommen zu geſchehen, oder ſonſt lieber gar
nicht. Crotzdem und nicht, weil er verheiratet
iſt, müſſen ihm auch andere Frauen gut gefallen.
„Aber Hans!” riefen alle Mädchen, als er
fertig war, „das biſt ja du ſelbſt, den ſie ſich da
wünſcht.” — Natürlich” ſagte Hans, „wac
gehen mich andere Männer an?‟
Dr. Eugenie Schwarzwald.
Kinderglück.
Mama, ich hab mir was Seines
ausge=
dacht!” Glückſtrahlend kommt mein
Sechsjäh=
riger zu mir: Weißt du was? Morgen rufe
ich meine Kaſtanien aus — er hat ſich einen
ganzen Nuckſack voll geſammelt — weißt du,
o wie der Mann da unten immer ſeine
Baua=
nen. Und von dem Seld kaufe ich mir dann,
was ich will. Ein Kinderauto und einen
Tret=
roller, oder — ein Fahrrad mit iner richtigen
elektriſchen Lampe und mit Nücklicht — oder
oder ein Jo=Jol” Lange Pauſe — Meinſt
du, daß ein Jo=Jo mehr koſtet? Weißt du,
Mama, ich möcht’ ſo ſchrecklich gern ein Jo=Jo
haben. Alle Kinder haben ſchon eines und der
Die Miniaturen.
VVon Adolf Obée.
Diesmal hätte ich es mit Herrn
Pflaumen=
baum, meinem alten Freunde, beinahe für
im=
mer verdorben. Ich war vormittags mit einem
Manuſkript, das er mir durchſehen und
be=
urteilen ſollte, bei ihm und natürlich
liebens-
würdig geweſen, hatte leine kunſtrichterlichen
Jähigkeiten gerühmt und ihn meinen Baum der
Erkenntnis genannt, obwohl die kritiſchen
Srüchte, die er für ſein Leben gern austeilte,
bisweilen von bemerkbarer Säure gewelen
waren.
Er hatte das Nichteramt, auch gern
über=
vommen. „Morgen abend komme ich zu dir,
ſagte er, dann ſprechen wir darüber. Sieh
einmal hier”, ſetzte er hinzu und wies die neueſte
Erwerbung für ſeine Sammlungen vor, ein
zier=
liches Käſtchen, in dem ſieben köſtliche
Minia=
turbildchen lagen, die ein Unmenſch vor Seiten
aus einer ſchönen alten Handſchrift
heraus=
geſchnitten hatte. Ich bewunderte ſie aufrichtig,
was ihm wohlzutun ſchien, denn die Blättchen
waren gar nicht billig geweſen.
Dieſer Beſuch bei Herrn Pflaumenbaum hatte
unerwartete Folgen. Am Nachmittag kam er
aufgeregt zu mir und rief ſchon an der Cür,
wenn ich mir etwa einen Scherz erlaubt hätte,
ſo ſei es nun genug; er habe vor Angſt nicht
einmal zu Mittag eſſen können. Ich fragte
ver=
wundert, was er wolle und meine. Weißt du’
wirklich nicht?” ſagte er noch aufgeregter,
„meine Miniaturen ſind fort!“
Ich war peinlich betroffen, zumal ich ein paar
Minuten allein in ſeinem Simmer geweſen war
Er hatte die Bildchen vor meinen Augen in ih
Behältnis zurückgelegt, und als er ſie nach
mei=
nem Weggang nochmals hervornehmen und
be=
trachten wollte, war das Käſtchen leer geweſen
„Ich habe ſie nicht. Pflaumenbaum,” ſagte
ich, „das muß dir genügen.”
Er beſann ſich auf die wenigen Leute, die
außer mir noch bei ihm geweſen waren, es fand
ſich aber keiner darunter, dem ein Intereſſe an
Miniaturen zuzutrauen war. Herr
Pflaumen=
baum wurde ſchweigſam und ſtreifte mich mit
mißtrauiſchen Seitenblicken, bis mir die Geduld
riß und ich ihm die Wahl zwiſchen den drei
Cüren meines Simmers freiſtellte. Durch die
mittlere ging er gekränkt davon.
Gleichwohl kam er am nächſten Abend mit
meinem Manuſkript unter dem Arm. Alſo
ſind die Miniaturen wieder da?” fragte ich
er=
leichtert. Nein,” verſetzte er betrübt, „ſie ſind
und bleiben verſchwunden und geſtern
nach=
mittag, das darfſt du mir nicht übelnehmen; ich
war eben aufgeregt und hatte natürlich nur an
einen Schabernack gedacht. Wie haſt du das nur
ſo falſch auffaſſen können?”
Ich wollte den bedrückten Freund nicht noch
mehr beſchweren und ſchüttelte ihm verſöhnt die
Hand.
Nach der zweiten Caſſe Grog mit ein wenig
Cee — ich mußte dieſe Maskierung wählen,
damit er ſich wenigſtens einbilden konnte, er
halte das ärztliche Abſtinenzgebot — traten
ſeine Sorgen in den Hintergrund. Die
Minia=
turen würden ſich wohl wiederfinden. Vielleicht
habe er ſie doch noch einmal aus der Schachtel
genommen und in der Serſtreuung irgendwohin
gelegt — „ich glaube, in die
Briefpapierkaſ=
ſette”, ſagte er mit plötzlicher Erleuchtung.
Dann kam er auf mein Manuſkript zu
ſpre=
chen. „Ich hab’s aufmerkſam geleſen”, ſagte er,
und äußerte ſich des längeren über Kunſtgeſetze
im allgemeinen; auf Einzelheiten wolle er nicht
eingehen. An denen habe ich nämlich manches
auszuſetzen,” ſagte er, „das gibt nur wieder eine
Spannung; mir kommt ſogar vor, als ſäheſt du
beleidigt aus.” — Durchaus nicht,” ſagte ich,
„wenn dein Urteil auch nicht gerade eingehend
war, ſo war’s doch ehrlich; Aufrichtigkeit
be-
leidigt nicht.” — „Ich verſtehe nicht recht,”
ver=
ſetzte Herr Pflaumenbaum, „warum man an
Urteilen immer die Ehrlichkeit rühmt; die iſt
doch das allererſte Erfordernis!” — „Eben
des=
wegen”, ſagte ich, „wird ſie ſo leicht überſehen”
faßte mein Manuſkript am Rücken,
ſchüt=
telte es — — — und heraus fielen Herrn
Pflaumenbaums ſieben Miniaturen.
Stille.
Werner hat ſeins heute mit in der Schua
habt.” Und ausführlich beginnt er,
Vorzüge und Schönheiten dieſes neuen ;
zu ſchildern.
Ständig verſucht er von da an,
geradezu raffinierte Art und Weiſe zu v.
ihm ein Jo=Jo zu kaufen. Und einig
habe ich ein wunderbares Erziehungsm
der Hand. Sch brauche nur daran zü
en=
daß ich einem lieben Bub ja am Ende de
ein Jo=Jo ſchenken würde, aber bei einer
Kind iſt da natürlich nicht im mindeſt
zu denken, weil ſo was Schönes verdient
muß. Und ſiehe da, einen ſo folgſamen
gen und flinken Bub hat man überhai
cun=
nie geſehen; es iſt ein Senuß und ei=
Sreude,, ſeine Mutter zu ſein.
Plötzlich kommt er wieder mal mit glü=
Geſicht: „Mama, die Edith hat ein
Jo=
ſie will es mir geben, wenn ich ihr i
meinen Sachen gebe. Heut nachmittag
kommen und ſich was ausſuchen. Und
ſich aus, was ſie ſich wohl ausſuchen kör
für. Ohne weiteres iſt er bereit, ſeine 71
Schätze für das erſehute Jo=Jo zu opfen!
leider kommt Edith am Nachmittag do
und immer brennender und größer wiré=
Bubenherz der Wunſch nach dieſem
rollenden Glücksrad.
Aber eines Cages iſt er doch in E
gegangen. Stumm vor Glück, mit rotg
Backen wird der ſo heiß erſehnte
Ge=
von allen Seiten eingehend befühlt und -Mls aicht es
tet. Einen ganzen Cag lang hat nid
ünes
mehr Platz in dem kleinen Bubenker
Seuereifer wird das Nädchen gewor
hoch gehen die Wellen der Begeiſteru
es wirklich ein Stücken wieder
ſchwingt. Geduldig wird die Schnur
u=
kelt und das Spiel von neuem begonne
Jo=Jo muß mit ins Bett, und Vie
rollen und ſchwingen lautlos durch die Ei
Cräume.
Auch der nächſte Cag noch iſt voll
und Glück. Es werden mit den Schulkat
Jo=Jokenntniſſe ausgetauſcht und neue
rungen geſammelt. Sachgemäß wird e.
und wieder zuſammengeſetzt, und wie
und ohne Ende geſchwungen.
Aber langſam beginnt dieſe Freude 0
der zu verblaſſen. „Mama, der
Werr=
es viel beſſer als ich!“ — „Guck dr
Mama, jetzt hat ſich die Schnur ſchon
vorwickelt!“ — Mama, ich krieg es
richtig hoch, das iſt aber doch wirklich .u
mes Jo=Jo!” Und allmählich ſieht ma
andere Dinge, die auch ganz ſchön ſind
vergeht nicht lange Seit, da liegt de
Rädchen, das koſtbarſte Siel, die höch
ſucht vergangener Cage in einer S
Schrankes — ſtill und vergeſſen —
kleine Nad des Glücks.
Dann ſtellte Herr Pflaumenbaum mit einem
unſicheren Lächeln feſt, was wir beide ohnehin
ſahen: Da ſind ſie ja!”
„Ja, ſagte ich, „da ſind ſie. Ich habe ſie
ſo=
gar ſelbſt hineingelegt, ſchön gleichmäßig über
die Seiten verteilt. Wie ſteht es nun mit dem
„allererſten Erfordenis, Freund
Pflaumen=
baum?”
Er war ſehr verlegen. Weißt du,” ſagte er,
„ich habe wirklich keine Seit gehabt und
krän=
ken wollte ich dich nicht auch ſchon wieder
er unterbrach ſich, eine ſittliche Entrüſtung
über-
kam ihn, heftig ſchob er ſeine Grogtaſſe zurück
und rief: Aber das iſt doch der Sipfel der
Un=
aufrichtigkeit!”
Ich ſchwieg reſigniert. Bei Herrn
Pflaumen=
baum hatte ich nun einmal mit meinen
morali=
ſchen Experimenten kein Glück. Seine ſittliche
Perſönlichkeit war wie von einem
Nickelſtahl=
panzer umgeben, von dem jedes Geſchoß
unfehl=
bar auf den Schützen zurückſprang und ihn
nie=
derſtreckte.
Nach einigem Schweigen ſagte er mit der
Großmut des Ueberlegenen — und vielleicht
auch, weil er doch fühlen mochte, daß etwas
gut=
zumachen ſei: „Nun lies mir’s wenigſtens vor!“
Das war vielleicht der beſte Ausweg, die
Verſtimmung zu beheben. Sch miſchte ihm alſo
noch eine Caſſe von ſeinem Geſundheitstee,
rückte meinen Seſſel herum, daß ich Herrn
Pflaumenbaum, um ungeſtörter zu ſein, halb im
Nücken hatte, warf das Manuſkript in die
Ecke, ſagte: „Vorleſen kann ich nicht” und
er=
zählte ihm aus dem Kopf, was darin ſtand.
Beim letzten Satz drehte ich mich, in Erin=
nerung an früher Erlebtes, plötzlich na
Pflaumenbaum um. Er war jedoch gaidl
lächelte vergnügt und erhob ſich zum 2
Ob er mir nun auf eine zierliche Arza/n
tuung geben wollte — jedenfalls holk
Manuſkript aus dem Winkel hervor 2M/0
„Haſt du etwas dagegen, wenn ich z
mitnehme? Ich hätte es gern noch euß
mich durchgeleſen.”
Ich hatte nichts dagegen. Wir ſchie?
ausgeſöhnt.
Am Sonnabend ſtellte er ſich pünk
gab mir das Heft zurück und ſagte, es‟
intereſſant, die Abweichungen des u
Vortrages vom ſchriftlichen zu verfo
mündliche ſchneide dabei beſſer ab. E
wenig enttäuſcht geweſen.
Ich ſchwieg. „Warum ſo wortkarg
er. Biſt du ſchon wieder gekrärnd
„Pflaumenbaum, ſagte ich, „klüger B!
dem letzten Male nicht geworden” — ud
ihm das aufgeklappte Manuſkript hin.
es, ſah hinein und wurde zuſehends vi
Sch hatte ihm nämlich eine Geſchichk
die mir friſch vom Himmel herunter ell
war; im Manuſkript ſtand eine ganz alſ
Er legte das Heft hin, ſah etwas
aus, faßte ſich aber ſchnell und ſagt!
„Nimm’s mir nicht übel, aber an dir Wi
neuerdings eine ganz auffallende Unwerng
keit bemerkbar” — und da ich abern!
niert dreinſah, ſetzte er verſöhnlich hir10 nicht ſo unglücklich aus, ich bin n!
digt. Du lieſt mir dies hier einfach Eiſ
und damit iſt’s erledigt. Aber erſt gibl
Caſſe Cee.”
Während ich ihm ſeinen Sin 1
miſchte, ſetzte er mit ernſter Mahna?
„Und nicht wahr: für die Sukunft er7
Aufrichtigkeit im Verkehr zwiſchen 1!
So, nun wollen wir nicht mehr davoll
Herr Pflaumenbaum iſt eben doſ
Menſch.
Hpuren; links abwärts, rechts at
iſche Spuren
erinſierung des Stoffes, durch den die K1
ibt Aufklärung über die Entfern
ſire uſw.
Photograpbie beginnt nun aber erſt ihre
wich=
tigſto Arbeit, Senn man ſich dem Mord und
Cotſchlag zuveldet. Sie erfaßt den Catort,
ſie dienf dem Erkennungsdienſt — der übrigens
neuerdings ſo weit iſt, ſelbſt bis zur
Uukenntlich-
keit eutſtellte Leichen für die Sdentifizierung
durch Wiſſenſchaftler dieſes Gebietes wieder
menſchenähnlich „herputzen” zu laſſen — ſie
er=
faßt viele Einzelheiten, die das Auge im
Mo=
ment der Unterſuchung überſehen könnte, und
hält vor allen eine ungeheuer wichtige Situation
für den Berlauf der ganzen Aufklärung feſt.
Selbſtmorde werden genau ſo eingehend
behan=
delt wie Morde, denn oft iſt die Grenze zwiſchen
beiden verwiſcht. Man findet einen
blutdurch=
träukten Koffer, mit dem die zweite Hälfte der
Leiche einer Frau transportiert worden iſt und
durch den ſchließlich die Aufklärung eines
ver=
wickelten Salles gelang. Man findet einen kaum
zentimetergroßen Cuchfetzen — er ſtammt aus
einer Uniform und überführte nach ſieben
Jah-
ren den Cäter! Eine Frau hat ihren Maun
mit einem Negenſchirm erſtothen! Dieſes
gefährliche und ſo harmlos ausſehende
Süſtru=
ment, das durchs Auge ins Gehirn drang, ſteht
nun nachdenklich zwiſchen den
Cotſchlagswerk=
zeugen aller Art unter ſeinem Glasbehälter.
Die Unterſcheidung von Sitten- und
Raub=
morden, von Affekt= und überlegten
Handlun=
gen iſt an dieſen Beiſpielen eindringlich
her=
ausgearbeitet und wird erweitert durch ſeltſame
Codesarten. So ſieht man das Bild einer im
Stehen geſtorbenen Frau, die ſich ganz friedlich
an ihre Haustür lehnt — die Aufnahmen jener
im religiöſen Wahnſinn handelnden
Selbſtmör=
derinnen, die ihren Leib mit Petroleum
über=
goſſen und ſelbſt anzündeten.
Was ſoll man alles aufzählen? Die
Brand=
ſtiftungsobjekte? Die Sammlung des
Mate=
rials zum Verbrechen gegen das keimende
Leben? Die kleinen und großen
Falſchgeld=
werkſtätten? Von ihnen ſind einige auf das
Neuzeitlichſte mit Buchdruckpreſſen und
Gal=
vaniſierapparaten, ausgeſtattet, während eine
andere nur mit einer einfachen Wringmaſchine
und eine dritte mit Konſervenbüchſen und mit
kleinen Caſchenlampenbatterien funktionierte.
* Ein Cüchtiger ſchnitt nur aus einer Seitung die
Abbildung von neuen Geldſcheinen in Kupfer=
* tiefdruck aus und klebte die verſchiedenen
Sei=
ten ſorgfältig aufeinander; ein anderer teilte
Die Fundſtelle. Was iſt hier geſchehen?
einen Geldſchein nach einem beſonderen
Ver=
fahren in zwei. Münzen und Scheine häufen
ſich unter Glas, und es ſind kaum die kleinen
Ungenauigkeiten zu erkennen! Selbſt Aktien
und Lotterieloſe ſind gefälſcht — und nicht
min=
der Nauſchgiftel
Es gibt alle Sorten von echten und unochten
Nauſchgiften, die von der Hamburger PPolizei
mit boſonderer Hingabe bekämpft werden. In
der Mitte des Simmers mit dieſen ſchönen
Mitteln thront die vollſtändige Ausrüſtung für
Opiumraucher, denn es gibt bokanntlich ein
Chineſenviertel an der Hamburg= Altonaer
Grenze, das eine gewiſſe kriminelle Bedeutung
hat. Und eine der intereſſanteſten Fälſchungen
iſt wohl in der „Heilmittel-Abteilung” die von
Salvarſan. Packungen, Gläſer, Proſpokte —
alles wurde genau nachgeahmt — bis zahlloſe
Patienten an Venenverſtopfung durch die
Mehleinſpritzungen erkraukten und die Polizei
eine Fährte fand!
Drei bis vier Stunden nimmt die
oberfläch-
liche Durchwanderung der Simnmer und Säle
in Anſpruch; ununterbrochen werden Cüren
auf= und zugeſchloſſen, bis nach einem
Hände=
druck vom Führer der Beſücher wieder draußen
vor der nüchternen Hausfront des
unerkenn=
baren Kriminalmuſeums ſteht, verwirrt von
der Vielfalt und grauſamen oder heiteren
Phantaſie der aufgeſtapelten und unter Glas
gelegten Ungeſetzlichkeiten. Die Menſchen
ja=
gen gleichgültig vorüber — wer von ihnen ahnt
nur, welche ſtille und nützliche Arbeit hier zu
ſeinem Nutzen zuſammengetragen wird? Wer
von ihnen wird die nächſte Mordwaffe, den
nächſten Erpreſſerbrief liefern, der wert iſt, der
Sammlung eingefügt zu werden? Sauſt da nicht
ein Auto mit geflickter Nummer vorüber? Ein
geſtohlener Wagen? Oder ein Gefährt, das
Verbrecher in Sicherheit bringen ſoll? Oder
nur ein einfach nach einem Suſammenſtoß
repä=
riertes Schild? Man kann den Alltag der
Menſchen nicht mehr von ihren geheimen
Hand=
lungen unterſcheiden und flüchtet ſchnell zu einer
Caſſee Kaffee und einer Sigarette — denn im
Muſeum iſt das Nauchen natürlich verboten —,
m zurückzufinden in die ſchlichte Welt der
Arbeit, der Sorge und einer guten Stunde!
SHAUS mir vru 100 SCHLUSSELA
Guzdegalerie im Krininal- Muſeum
Bitechen unter Slas. Die
krimi=
nan t he Photothek. Salſches Geld
und Rauſchgift.
ᛋuch im Hamburger „Muſeum
der Verbrechen”.
ſter Perſich.
Nau gst, das erfolgreichſte Berbrechen finde
ztigſten unter den Augen der
Oeffent=
ketkatt. Dann wird niemand auf die
Sde=
zu daß der Verbrecher ſoviel Kühnheit
zu soune .. . Dieſer kriminaliſtiſche
Er=
runtſatz wird vermutlich auch die Hambur=
Mcnnalpolizei veranlaßt haben, ihr vor
Hergierigen Blick ſorgfältig gehütetes
Hafu vielſeitigen kriminaliſtiſchen
Studien=
bs dirokt in das Geſchäftsviertel der
ſt zu verlegen und in einem Hauſe unter=
Frmut das jeder für ein Kontor= oder ein
klxt Amtsgebäude halten würde, der ſich
giklauken darüber machen ſollte. Aber
mtut ſich niemand der vielen tauſend
Pal=
kefzlie im Laufe eines einzigen Cages hier
Kräud mmen, Gedanken, denn eine völlig
iügliche Bezeichnung am Eingang des
Ufsnacht es noch unintereſſanter, als Tein
uitiges Aeußere es ohnehin iſt.
it ſoch verbergen ſeine wohlgeputzten
emzt in wunderbarer Ueberſicht eine blutige
ſprdrvolle Romantik: hier ſind in einer
Gixaren Ueberſicht die bedeutendſten und
Fiaſten Kriminalfälle geſammelt, die von
ymburger Polizei ſeit ihrem Beſtehen
Farazt wurden. Für jedes Gebiet des
Ver=
biu ſt der abſonderlichſte und inſtruktivſte
la= und gewertet worden.
/mehr als ſchwierig, die Räume des
Fhas zu betreten. Es bedarf der
Empfeh=
zu Bürgſchaft höchſter Amtsſtellen ſogar
Wiſſenſchaftler, um hier zugelaſſen zu
— während der Kriminalbeamte zu
rts.
gel
ung
ſenüſchläge Sußſpuren werden ausgegangen,
W hch Jazugehörigen Schuh bzw. ſeinen Cräger
aMtteln.
einer Schulung natürlich immer wieder
geführt wird, um am Objekt der
Teine Erfahrungen zu ſammeln.
Merfolgreicher Beamter der
Kriminal=
der alle Spartei des Faches gleich gut
Necht, iſt der Herr über dieſe einzigartigent
Eaiſtimer”. (Seine Verdienſte um die
Sich=
undg Ns Ueberſicht des Ganzen ſind außer=
Tohnise — dennoch verbietet es ſich von
ues Meireien Namen zu nennen, da ſonſt mancher
Mrch dieſen einen Anhaltspunkt für die
A/ Gebäudes bekommen würde.) Sriſch
lebendigſter Freude am Beruf, obenſo
Die unterhaltſam erzählend, führt er den
über lange Korridore von Simmer zu
Koch niemals habe ich ein ſo
wohl=
enes Haus geſehen. Jeder Naum, ja,
rridor iſt durch doppelt: Schlöſſer ge=
Mau darf nirgends eintreten, obne
Sühre; ſogleich wieder die Cür von
rſchließt, und arſt wioder öffnet, woun
MSore Näume eintreten will. Dieſe Sor*
Line Selbſwerſtändlichkeit bei den hier
Die
Aufnahme
fürs
Berbrecher=
album.
geſammelten, für die Polizei unerſetzlichen
Wer=
ten — und der Kriminaliſt hat im Laufe ſeiner 2
Cätigkeit gelernt, daß keine Perſönlichkeit,
kein Beruf, kein Stand aus der Möglichkeit
eines Verbrechens ausſcheidet. Es könnte
im=
merhin vorkommen, daß der ſo glänzend
Emp=
fohlene ein mehr als ſachliches Sutereſſe an den
Muſeumswerten nimmt und mit der Abſicht
kam, hier irgend etwas an ſich zu bringen.
Ihm iſt der Weg ins Freie verriegelt — er
müßte ſchon durch ein Fenſter ſpringen: in den
Lärm einer Verkehrsſtraße hinein!
Am Anfang öffneten ſich Säle und Simmer,
die einer Gemälde=Galerie gleichen. Welcher
Kunſtſinn der Kriminalpolizei, den Beſucher
zuerſt durch Sarbenfreude und einen wahrhaft
fürſtlichen Geſchmack zu erfriſchen! Da hängen
zierliche Degas, träumeriſche Rüdiſühli,
nach=
denkliche Lenbachs und beſinnliche Spitzwegs.
Aber auf einigen ſind, ſchwarze Slecken ſichtbar
— und wenn der Führer die Bilder umdreht,
ſieht man auf ihnen die gewichtigen Stempel
der Polizei. „Das ſind die eingezogenen
Ge=
mälde aus dem großen Bilderfälſcher=Prozeß
von vor einigen Jahren . ." Es iſt erſtaunlich,
mit welch leichter Hand die Fälſcher — oder
nur Nachahmer, wie es die Maler ſein wollten
— jede Pinſelführung, jede beſondere
Grund=
ſtimmung eines alten Meiſters wiederzugeben
verſtanden! So künſtleriſch vorbereitet, tritt
man zunächſt in Näume, die der Polizeigeſchichte
gewidmet ſind, die Entwicklung der Hamburger
Polizei und ſpäter der Kriminalpolizei, die ſich
erſt langſam herausbilden mußte, und ſchließlich
einen hiſtoriſchen Uberblick über die Hilfsmittel
der Kriminaliſtik bieten. Uralte
Verbrecher=
alben, über deren Primitivität man heute nur
lächeln kann, Meßinſtrumente für Schädel= und
Körperbildung, die erſten Anſätze der
Spuren=
ſicherung reihen ſich aneinander. Nun erſt kann
man richtig beurteilen, welche Häufung von
Erfahrung die Grundlage der heutigen
krimi=
naliſtiſchen Suſteme bilden.
Die Ueberſicht über alle Arten von
Verbre=
chen und ihre Aufklärung iſt ſo reichhaltig, daß
man ein Lexikon aus dem Material
zuſammen=
ſtellen könnte. Die Arbeit der Einbrecher wird
an Beiſpielen mühelos klar: Geldſchränke,
auf=
geriſſen wie Konſervenbüchſen, zeugen von der
Geduld und fachmänniſehen Arbeit der Kunden,
Revolver, Dolche, Blendlaternen, Stricke zur
Flucht aus hochgelegenen Fenſtern,
Negen=
ſchirme, mit denen bei Deckeneinbrüchen der
Mörtel aufgefangen wird, von der Sicherung
der Verbrecher.
Die phantaſtiſche Vielſeitigkeit des
Dieb=
ſtahls wird an weiteren Beiſpielen gezeigt:
Mäntel, Weſten, Hoſen, beſonders gearbeitet
für Waren=Beförderung, auch bereits für den
Schmuggel dienlich, Nachſchlüſſel und reizende
Neceſſaires für Wohnungsdiebe; ſchließlich die
Gegenſtände des Diebſtahls, bei denen beſonders
die Inflationsdelikte deutlich hervortreten:
Metalle aller Art, die von den Arbeitern aus
Induſtriewerken entwendet wurden, ja ſelbſt
Celephonkabel und Lichtleitungen.
Geſchmuggelt wird auf alle möglichen und
unmöglichen Arten. Es gibt kleine Blechröhren,
mit denen im Freihafen Säcke „angezapft” wer=
den und durch die der Kaffee, Reis oder Sucker
gleich in die Hoſentaſchen des Diebes läuft.
In Grabſteinen wurde Rauſchgift
ge=
ſchmuggelt. Man ſieht ſo ein Monſtrum, das
ganz und gar hohl iſt, und durch die Beſorgnis
des Empfängers, die Arbeiter könnten beim
Ausladen am Hafenkai nicht ſanft genug damit
umgehen, Verdacht erweckte. Hohle Bäume,
Schuhabſätze, ausgehöhlt, Koffer mit Einlagen
—es iſt alles da!
Welche Entartungen der politiſche Kampt
angenommen hat, zeigt das Arſenal jener
Waf=
fen, die bei Straßenkrawallen und Nazzien
er=
faßt wurden. Da gibt es wie weiland bei König
Etzel, als die Hunnen in Deutſchland einbrachen,
Holzknüppel, an denen mit mehreren
Lederrie=
men ein richtiger eiſerner Morgenſtern mit
fünf Sacken befeſtigt iſt. Gummiſchläuche, mit
Sand gefüllt und ſcharfen Nägeln durchzogen,
Cotſchläger mit Widerhaken und Schlagringe
der barbariſchſten Art — einer hat die Cechnik
des Cotſchlags ſo weit getrieben, einen
Schlag=
ring mit Crommelrevolver und Dolch zugleich
zu verſehen und offenbar induſtriell
herzuſtel=
len. Allerdings iſt dieſe Waffe für den, der ſie
anwendet, faſt ebenſo gefährlich, wie für den
damit Bedrohten.
Verbrechen der Wilderer: Schlingen,
Schuß=
waffen — eine iſt dem Schützen an der Backe
geplatzt und hat ſeinen eigenen Kopf in Stücke
geriſſen! — und ſchließlich das Arſenal der
Er=
preſſungen: Briefe, gezeichnet mit Cotenköpfen,
ſchwarzen Händen und bedrohlichem Inhalt,
Pappkartons und Slaſchen, in denen das
er=
preßte Geld an irgendwelchen Stellen
nieder=
gelegt werden ſollte. Ja, einer, ein Poſtholfer,
iſt auf die Idee gekommen, kleine lächerliche
Jetzen an Stöcken zu befeſtigen und mit dieſen
Fähnchen den Weg und den Ort der
Nieder=
legung anzuzeigen.
In allen Abteilungen, die ergänzt werden
durch die Verbrecherkarteien, durch die
Hilfs=
mittel der Daktyloſkopie, unterſtützt ein reiches
Photomaterial die Unterrichtung. Aufnahmen
von Schauplätzen, Lehraufnahmen, von der
Polizei zu Unterrichtszwecken geſtellt, klären
über die Arbeit der Caſchendiebe auf. Die
Der lachende Seemann / Heiterer Schnack von der Waterkant.
Der Schiffsjunge Hein Lebrecht beugt ſich
über das Geländer, guckt ins Meer und dreht
ſeinen letzten Groſchen zwiſchen den Fingern.
Da entfällt ihm dieſer und verſinkt auf
Nim=
merwiederſehen. Lange ſtarrt er ihm nach und
ſpricht dann wehmuterfüllt: „Na ſoa,
ver=
ſupe wull ick di ſoa, ober nich upp de Oort
(Art)/”
Ein deutſcher Fürſt ſpazierte einſt incognito
am Hamburger Hafen und fragt einen
Schauer=
mann nach dem Namen eines Schiffes. Der
Gefragte glaubt, man wolle ihn uzen, und
er=
widert daher: „Kannſt ni leſen, Schopskopp?
Sperr doch dien Orgen op un kik ſelbs to!”
Ein anderer Herr tritt nun zu dem
Schauer=
mann und ſagt: „Wiſſen Sie auch, daß der
Großherzog von M. ſoeben mit Shnenl
geſprochen hat?” — „Sooo,” meint der
Bie=
dere: „Junge, Junge, denn is man good, dat ich
nich groff (grob) worn bin!”
Der Ozeankandidat möchte immer gern ein
ſicheres Mittel gegen die Seekrankheit
wiſſen. Der Käpten empfiehlt ihm: Den
ganzen Cag Kognak trinken; Profeſſor K.
(von den Paſſagieren) aber erklärt: „Nur keine
alkoholiſchen Getränke!” — Frau W. meint:
„Möglichſt den ganzen Cag liegen”; der
Steuer=
mann: „Unaufhörlich auf und ab gehen;
Silm=
ſtar B. B. dagegen: „Abwechſelnd liegen und
ſpazieren”. — Der am ſicherſten wirkende gute
Nat gegen Seekrankheit dürfte aber lauten:
„Das Schiff verſpäten!“
Pieter ſitzt Mitte Juli bei 282 im Schatten
bei ſeinem ſechſten, ſehr ſteifen Glas Grog.
Ein Beobachter ruft entſetzt aus: „Mann,
wvenn Sie im heißen Sommer ſchon ſo viel Grog
genehmigen, was trinken Sie dann im
Win=
ter?‟ — „Veel (viel), Grog,” verſetzte
Pieter.
Poſtſchkribbdumm: Mer wa
nieierdings widder Beſträwunge im Ge
unſer Städtche um e paar hunnert
irmer zu mache, indem mer’s des
finanzamts un der Owwerpoſtdiräkt
rauwe will. Mer nennt däß „Verwa
vereifachung” nooch däre jo alle Kr
Deitſchland kreiſche, wie en Härſch
friſchem Waſſer. Däß haaßt, ſoweit
ſälbſt vun däre „Vereifachung”
wärrn. Dann daß mer domit aach wid
wiſſe Städt des Waſſer abgrawe d.
dro denkt mer bei däre ganze Kreiſcher
„Verwaldungsvereiffachung” erſt dann,
aam ſällwer an de Bindriehme geb
is alſo in Preiße=Deitſchland mit dä
hewerei vun e paar Landesfinanzemter,
poſtdiräktione, Eiſebah’diräktione unſ
genau ſo, wie bei uns in Heſſe, als
paar Kreisemter, un Amtsgerichte „u
wollt. Mit annern Worte: mer ſchim
Awwer deß allermärkwärdichſte:
nemlich ſowohl bei dere deitſche „Sandwix”=
Hausfraa, als aach bei däre mit ihrm eichene
„Gebäck” hannelt ſich’s gleicherweis um
ſol=
chene, die wo bei gewiſſe Verſammlunge, un
ſogenannte „Deitſche” Awende, mit am
aller=
vornedraſte ſitze
Valleicht kimmt jetzt aaner, un ſeegt, däß
ging mich en Dreck a‟. — Mag ſei. — Awwer
geſagt geheert’s emol, ſchun im Indräſſe
vun unſere Darmſtädter Geſchäftsleit. Dann
wann mer alle Aageblick zum Gruß die Hand
hoch hebt, dann muß mer aach konſiquent ſei,
un muß ſeine ſogenannte „bollidiſche Iwwer=
— — Awwer
zeichung” aach trei bleiwe.
bloß ſo dhu, als wann mer dhu dhet, däß is
jedenfalls emol net „Deitſch”, meiner Aſicht
nooch.
Alſo däß näwebei. — Jedenfalls, die
„Deitſche Woche” will die Stadt= un
Land=
hausfraue emol enanner neher bringe, un es
kennt nix ſchade, wann däß öfter geſchähe
dhet. Däß is aach dem „Balſer Boretſch” ſei
Aſicht, die wo er mir in=eme lange
Schrei=
wes kund gedha hott, indem er druffhie gewiſſe
hott, mir ſollte die Ausſtellung in de
Ver=
einichte Geſellſchaft” fleißich beſuche, damit die
heit, ſo ſchwer ringende Landfraa e bische
Fraad hett, wann mir Stadtweiwer unſer
Indräſſe bekunde dhete for die Beſträwunge,
die ſo ſich die landwärtſchaftliche
Hausfrauen=
vereine geſteckt hawwe. Aach weern die
Land=
fraue dankbar for jed Aregung, wo ſe vun
ihre Geſchlächtsgenoſſinne aus de Stadt
er=
halte dhete.
1s is nor ſchad, daß die „Deitſch Woch”
in de Vereinichte Geſellſchaft bloß drei Dag
dauert. Heit is jedenfalls de letzte Dag, un
Koſtbrowe gibt’s aach, un mei Endebärzelſen
dhut im Indräſſe vun däre ſcheene Sach, ſchun
die ganz Woch ihrn Leib kaſteie, indem ſe ihr
ſemtliche Friehſticks= un Vesberzeide ausfalle
hott loſſe. Dann — ſo hott ſe zu mer geſagt —
mer muß doch dene, wo aam mit Koſtbrowe
unner die Aage geh, alle Ehr a’dhu, daß ſe
orndlich heern, wie’s aam ſchmeckt, un daß ſe
ihr hell Fraad dra hawwe.
Un weiter hott ſe mer uff Ehr un
Seelich=
keid verſproche, daß ſe kimfdich kaa
Auslands=
war mehr kaafe dhet, un wann ſe widder
„O de Kollonnje” brauche dhet, weer ſe gärn
mit=eme Fläſchje Kölniſch Waſſer zufridde, falls
ſe mol in=eme gude Geruch ſteh wollt; was
allerdings höchſt ſelte bei ihr vorkimmt. Aach
dhet ſe ſich for die Winter kaa Filzparieſer
mehr kaafe, ſundern bloß noch echte eiheimiſche
Sallwehndabbe . . .
Woro mer ſieht, daß bei meine
Endebär=
zelſen die „Deitſch Woch” bereits uff
frucht=
baren Bodde gefalle is . ..
Bienche Bimmbernell.
Sunndags Noochmiddags=Bedrachdunge
einichte Geſellſchaft” alles uffgediſcht
hawwe, an ſcheene Goddesgawe.
Un was is alſo der edle Zwäck vun däre
wärklich Deitſche Woch? — Nemlich, daß
mer uns dodra halte ſolle, daß mer im Land
un vum Land unſer Sach kaafe, un net vum
Ausland. Däß bische Gäld, wo mir hawwe,
muß im Land bleiwe un im Land ſchaffe, un
däſtewäje ſoll mer ſich immer erkundiche, wo
die War her is, wo mer kaaft, um daß mer
net em Ausland, wo s Geld genuch gibt, ſei
paar Groſche aach noch in die Daſch ſchiewe
dhut. Mer muß im Nodfall aach e bische
ver=
zichte kenne, un ſich mit unſerm eiheimiſche
Obſt, un unſerm eiheimiſche Gemies, un unſere
ſunſtiche eiheimiſche Erzeichniſſe un Broduckte,
äweſo aach mit unſerm eiheimiſche Wei
zu=
fridde gäwwe. Un grad in Bezugnahm uff
den letztere, do hott mer mei Freund „Hannes
vum iwwerm Rhei” geſchriwwe, der
Neunzeh’=
hunnerdzwaaundreißicher gebt doch noch e ganz
paſſawel Weiche, un was em an Hitz fehle
dhet, däß dhet noochdräglich noch die „
Fran=
kenthaler Sunn” mache (awwer ich ſollt däß
banale Wort „Zucker” kimfdich net mehr ins
Maul nemme . . .)
Jedenfalls hott die Art vun „
Selbſtgeniech=
ſamkeit” mit däre ſogenannte Audarktie net 1s
Geringſte was zu dhu, ſundern däß is ſchun
mehr ſo e Art
Sälbſterhaltungs=
drieb.
Un wann mir immer ſo gärn uff’s
Aus=
land gucke, un uns däß als Beiſpiel nemme,
dann ſolle mer’s aach emol in däre
Be=
ziehung ſo mache wie die Franzoſe, die
Eng=
lenner un de Idalljener, indem mer unſern
Stolz enei ſetze, all däß, was mer im eichene
Land grad ſo gut un ſo billich kaafe kenne, net
inneedicher Weis vum Ausland zu beziehe,
nor um daß mer ſich mit ſeim „vornehme‟
Ge=
ſchmack in ſeim Bekanntekreis an de Lade
leeche kann. Dann weiders is es doch nix.
No, un um nor e Beiſpiel azufiehrn: is
däß valleicht aach „deitſch”, wann mer ſich
awends e paar Bekannte zum „Tee” eilade
dhut, un reicht, als echt deitſche Hausfraa
groß=
moggelich — Sandwix erum. Un deß
Schennſte, de „Belag” is, wie aam des
Dienſt=
mädche briehwarm verzehlt, aus=em — no frog
net..
Freilich, dem „Belag” ſieht mer’s jo als net
a" wo er her is, falls mer’s net ſchmäckt. .
Awwer neilich wo, wo ich geflickt hab, war die
Sach noch peinlicher. Nemlich do hott mer zum
„Tee‟ — Gebäck un ſo Gutzelzeich
erumge=
reicht, un — kaa vun de ei geladene Dame hott
was devo genumme . . . . Is däß net
merk=
wärdich? — Wußte die allmitnanner wo’s her
war . . . ?
Nemlich ich hab ſo e Eidruck, als wie
wann mer jetzt, nooch de Wahl, noch viel
mehr vun de Wahl ſchwätze dhet, als wie
vor de Wahl. Awwer ſo war’s noch bei jeder
Wahl. Bloß hab ich des Gefiehl, daß
hinne=
nooch, wo ſozuſage die Katz de Bach enunner
is, un verſchiedene Lohgärwer allerhand Fell
devo geſchwumme ſin, daß do däß ganze
Ge=
ſchwätz kaan rechte Wert mehr hott, indem doch
nix Geſcheides debei erauskimmt, als wie:
„hette mer” — un „dhete mer”, un „weern
mer”.
Jedenfalls aus jedem hochbollidiſche Winkel,
ſei’s am Stammdiſch odder beim Kaffeeklatſch,
ganz aanerla, mer därf hieheern wo mer hie
will, aus all dene geſcheide un weiſe Redde,
un dene ausgiewiche Noochriff, un dene
drehnereiche Leichebredichte kann mer im
all=
gemeine nix annerſter entnemme, als wie: „hette
mer”, — „dhete mer”, — „weern mer”
No, was mich bedrifft, ſo hab ich jetzt emol
for e Weil genuch vun wäje: hedde mer, dheie
iner un weern mer. Dann dodevo is net
ge=
kocht, un dodevo wärd mer net ſatt.
Un däſſentwäje war’s aach allerheechſte Zeit,
daß mer nooch all dene Wahl= un
Qual=
woche, wo verhältnismeßich doch nix als wie
leeres Stroh gedroſche is worrn, daß mer alſo
nooch dene uffregende, uffreiwende un
uff=
wiejelnde Wahlwoche, während dene mer ſich
gäjeſeiz als „Deitſche” ſchlecht gemacht, un
erunnergeſetzt hott, indem jeder vum annern
behaubt hott, er dhet net „deitſch” denke un
fiehle, un wo vermudlich aus dem Grund ſo
manch Redd, un ſo manch Flugblatt mit:
„Deutſche Menner und Frauen” a gefange
hott, un wo mer noch beſunners ſogenannte
„Deitſche Owende” vera’ſtalt hott, mit
Domm=
bola un Danz un ſo — — — alſo daß nooch
all dem, was ſo forſchtbar „deitſch” gedho
hott, daß alſo do endlich aach emol e
wärk=
lich „Deitſch Woch” geſtieje is; e „Deitſch
Woch” die wo aam emol widder reſtlos
be=
friediche kann, un vun däre mer ſage kann:
„Das ſieht ſchon beſſer aus, man ſieht doch wo
un wie‟.
Un die „Deitſch Woch” gilt vor allem uns,
uns werkdädiche Hausfrauen! — Un do kenne
mir Weibsleit, aach ohne daß mer e Aemtche,
odder e Pöſtche odder ſunſt e broffiddliches
Tiddelche hawwe, wacker mithilfe.
Insbe=
ſunnere, indem mer behärziche, was uns in
allerhand theorediſche Vordräg ſo eidringlich
an unſer midderliches Härz gelegt is worrn.
Un dann vor allem, indem mer uns brackdiſch
vorzeiche loſſe, was unſer Geſchlächtsgenoſſinne
vum Land, ſei’s vum Ried odder Rhei, aus em
vordere odder hinnere Odenwald, in de „Ver=
ganze Johr, un ſeegt, es gebt zuviel 2
un wann e paar hunnerd devo um
gebracht wärrn ſolle, dann ſteht uff an
„Exiſtenz” vun jeweils ere Stadt odd
Städtche uffm Spiel. Ob däß nu Fre
Mainz, Darmſtadt odder Bensheim is
ſich, owwerflächlich bedracht, ganz gleidlg
s mecht halt jedes behalte, was es h
wann’s dann im Notfall aach nor e pag
Biamte ſin —
Valleicht iwwerlegt ſich der un jener
kriſcher” emol die Sach in ere ruhiche
un bedenkt, daß beiſpielsmeßich däß, 10
Darmſtadt als Hauptſtadt recht is, ad
jed anner Städtche als Kreisſtadt
ſei muß.
No, was unſer Städtche bedrifft, ſo
nor gut, daß ſich der Vorſtand vum Ve
verein däre „Läwensfrog” mit Enerſchie
numme hott. Dann es macht beinoh de
als wißt unſer Staatsbräſendend, ur
Owwerowwer gornix devo, was do vor
s weer däßhalb zu emfähle, wann unſe
kehrsvereinsvorſitzender de nechſte Sunn)
jo bekanntlich de Herr Reichskanzler
Darmſtadt kumme will, wann alſo dr
guder Ferdinand emol in ſeine konnit
Art e enerſchich Wörtche mit em Hef
Papen redde dhet; dann däß ſoll jo
„zugenglicher” Herr ſei, wie ner ſo he
wo bei jeder Geläjenheit ſei Aerm we
nache dhut .
No, un wann däß nix nitzt, wie
vann do unſer Herr Owwerowwer en
gude Beziehunge zu Amerika ausnitze d
dhet hinnerum vera’laſſe, daß vun „Woſd
ten” aus e Eiſpruchsnot gäje die Ver
vun de Owwerpoſtdiräktion un=em 9
finanzamt losgeloſſe dhet wärrn. Däß d!c
jedenfalls wärke. No un for was hot
dann ſei gude Beziehunge, wann mer
ausnitze will".
einer großen Sorge für das Weihnachtsfeſt
enthoben. Probehefte durch den Verlag der
„Wiener Handarbeit”, Wien V.,
Schloß=
gaſſe 21.
Langweilig.
Kreuzwort=Rätſel
Küchenzettel vom 14. bis 20. November.
Mitgeteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.
Montag: Geröſtete Grießſuppe, gefüllter
Weißkohlx mit Tomatentunke.
Dienstag: Gelberüben=Suppe, Reisauflauf
mit Aprikoſen.
Mittwoch; Bayreuther Suppe T, gekochte
Mettwurſt, Grünkohl, Kaſtanien.
Donnerstag: Grünkernſuppe, Rindsgulaſch,
Makkaroni.
Freitag: Lauchſuppe, gedämpften Fiſch mit
Peterſilientunke.
Samstag: Weiße Bohnen mit Speck.
Sonntag: Spargelſuppe —, Haſenbraten mit
Rotkohl, Apfelkompott, Makei.
* Gefüllter Weißkohl. 1 Weißkohlkopf
weich kochen, auf Sieb legen und abtropfen und
kalt werden laſſen. In 1 Schüſſel 34—1 Pfund
feine Bratwurſt ausdrücken, 1—2 Eier, Salz,
Pfeffer, etwas aufgelöſte Butter verrühren, das
Kraut mit den Händen klein zerrupfen und
Rip=
pen möglichſt herausnehmen. Dies in gut
gebut=
tertes Küchenwunder glatt drücken, die mit
Weck=
mehl, Butter und Käſe beſtreut wird, 1 Stunde
backen.
Nummer 493.,
Aufgabe 690.
Dr. A. Chicco in Genua.
(Ehrenpreisträger der Schwalbe” im erſten
Quartal 1931: Der beſte Zweizüger.)
Sie: „Sieh mal, heute feiern wir 1
ſilberne Hochzeit. Da mußt du mir ein
geben!
Er: „Das iſt ja gräßlich! Alle 25 Jah‟
Kindereien!"
Entgegengeſetzte Wirkung. Der neu
macht dein Geſicht kürzer.‟ Das iſt dul
merkwürdig. Er machte das Geſicht meine
nes länger.
Süßes Trinkgeld. Der Portier eines
in Aberdeen erzählte von den traurig
fahrungen, die er mit den bekanntlich
ſeh=
ſamen ſchottiſchen Gäſten macht. „Trug
neulich einem ſeinen ſchweren Koffer dre,
pen hoch, und als ich ihn glücklich im
hatte, da ſteckt er mir etwas in die Haf
ſagt: „Das iſt für eine Taſſe Tee.‟ — „Nr
was wars, wohl ein Penny?” wurde geful
Nicht mal das.” erwiderte der Portie
Stück Zucker.”
Landpomeranze. „Nein, das Zimmer
nicht”, proteſtierte die Dame vom Lan)
rüſtet, als der Boy ſie höflich einlud.
zahle mein Geld nicht für einen ſolchen O.
ſtall mit einer harten Bank als Bett.
Sie denken, weil ich vom Lande bin,,
„Aber das iſt doch gar nicht Ihr Zimmer”,
brach ſie der Jüngling verächtlich. „Das
der Fahrſtuhl.
Liebesgeflüſter. „Liebling, würdeſt d.
auch lieben, wenn du fern von mir wäre
„Aber gewiß, mein Engel. Je ferner 19
mir wäreſt, um ſo mehr würde ich dich 1
392. — Alle Rechte vorbehalten. Nachdr. ver
Senkrecht: 1 ſchöner Zeitabſchnitt. 2 Baum.
3 Verſchluß, 5 bewachſene Fläche, 6
Ortsbeſtim=
mung, 8 deutſcher Dichter, 9 Naturerſcheinung,
10 Wild, 14 Vogel. 15 Volk, 18 Naturerſcheinung.
Carl Deubel.
Auflöſung der Rätſel aus Nr. 45.
Magiſches Quadrat.
Maus, Asra, Ural, Salz.
Leider!
Gedankenſplitter.
für die Unterhaltung.”
1 2 3 4 5 6 7 8 Frühling, 9 10 du, 11 12 13 Ate
1932.
498 470 472 492
476 488 486 482
484 480 478 490
Weiß zieht und ſetzt in zwei Zügen matt.
Prüfſtellung: Kh2 De2 Tc1, d6 La6 g3 Se4 Ba7:
Kc7 Tb3 La1, a4 Sa8, C6 Bb6, f6.
Aufgabe 691.
A. F. Mackenzie.
(Brighton Society, 1903—04.)
Weiß: Kf8 Db8 Lc4, e7 Sd6 Bb2, b5, e6, g3, h3: (10),
Schwarz: Ke5 Lh1 Sg2, h8 Ba5, a7, b6. d3, e4, f7, g6.
h5: (12).
Matt in drei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 688 und 689.
688. J. A. J. Smith. 1. T d 2—g 2! (broht 2. D:f4 3. DcI-
.. . . Tg f7 2. Sa5. 1. . . . Tg e7 2. L:c5. 1. . . . Tg d7
2. Sd4. 1. . . . Tgc7, T:g5 2. Sc7. 1. . . . Tg b7 2. S:b4.
Die Abwehrzüge von Tg7 gegen die Drohung von Weiß führen
zu hübſchen Mattwendungen
689. B. G. Laws und A. F. Mackenzie. 1. Th1—h4! Ke3
(3, :c4, e4, e5, c5, Bc5, Bf3-) 2. Te2 (Se2 Tc2 8d5
Sh5 Sd3 Sd5 Se6c. Freiheit des ſchwarzen Königs.
Briefkaſten: A. H.: 688. 1. Sc72 T:c7 2. b6xa7 Tc7xa7!
Der Wunſch, große Freude zu
bereiten, iſt für uns alle in den nächſten
Vochen eine wichtige Sorge und bereitet
be=
ſonders da manches Kopfzerbrechen, wo die
Mittel genau bemeſſen ſind. Deshalb ſollte
man auch jetzt wieder wie früher zu der
ſchönen Angewohnheit zurückkehren und
Hand=
arbeiten auf den Gabentiſch legen, denn die
ſelbſt hergeſtellte ſchöne Handarbeit iſt das
beſte und wertvollſte Geſchenk. Die bekannte
Monatsſchrift „Wiener Handarbeit”
bringt in der Novemberausgabe eine Reihe
von Vorſchlägen und Vorlagen für
Geſchenk=
zwecke und bietet ſo den Frauen die
Möglich=
keit, mit geringen Mitteln koſtbare Geſchenke
herzuſtellen. Wer das Novemberheft der
„Wiener Handarbeit” ſich verſchafft, iſt
Druck, Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei
Rheinſtr. 23.
[ ← ][ ][ → ] Aus alledem geht hervor, daß die
Knopf=
mode unſtreitig zu einem Faktor zu werden
beginnt, der die Aufmerkſamkeit weiteſter
Kreiſe auf ſich lenkt, alſo nicht ohne weiteres
übergangen werden darf. Willy Ungar.
Das fellbeſpannte Ruhebett,
eines der allermodernſten Stücke der neuen
Woh=
nung, iſt ſchon ſeiner Originalität wegen gerne
geſehen.
Es hat die Form eines Streckſtuhls und zeigt
eine originelle Kombination von Stahlrohren
und hölzernem Geſtell.
Sehr nett ſieht es aus, wenn die „
Schlummer=
rolle” aus mattem Sämiſchleder hergeſtellt wird,
das zu dem lebhaft gezeichneten Fell (Tiger= und
Leopardenfell, aber auch verſchiedene
Angora=
pelze ſind hier ſehr beliebt!) in einem reizvollen
Kontraſt ſteht
Willy Ungar
geſehen und werden außer an der Nockpartie
auch an den ſchlanken Unterärmeln angebracht,
während die Oberärmel die neue, weite Form
haben. Eigenartig und reizvoll iſt der mit
Spitze gerahmte fünfeckige Ausſchnitt. Solche
Modelle kommen außer in Schwarz auch in
verſchiedenen Modefarben (wie Dunkel=
Smaragd, Tief=Rubinrot uſw.) ausgezeichnet
zur Geltung (vorletzte Skizze).
Daß Knöpfe nun aber auch in der
Abend=
mode gebräuchlich zu werden beginnen, beweiſt
unſer letztes Bild. Es handelt ſich hier um
ein ſchönes, fließendes Kleid, das — der
neueſten Tendenz entſprechend — kurze,
unter=
halb des Ellbogens durch Gummizug
ge=
haltene Halb=Aermel bringt. Der ſchräg=
über=
kreuzte Oberteil und der breite
Biedermeier=
gürtel ſichern eine intereſſante Linienführung.
Die einzige Garnierung aber bilden drei
große, ſchön gearbeitete Straßknöpfe, die den
Gürtel ſeitlich zuſammenhalten.
Natürlich gibt es außer Straßknöpfen noch
manch andere Typen, die für Abendmodelle
herangezogen werden. Insbeſondere wird man
ſich mit den dekorativen, farbigen
Kriſtall=
knöpfen zu befaſſen haben, die wie geſchliffene
Amethyſte, Saphire uſw. ausſehen. Auch
Knöpfe aus Roſenquarz gefallen für den Abend
ſehr gut, während die elegante Frau auf
aparten Nachmittagskleidern in Form der
kleinen, kantig geſchliffenen Knöpfchen aus
Lapislazuli, die ſich beſonders von ſchwarzem
Seidengrunde ausgezeichnet abheben, eine
aparte Neuheit ins Treffen führt. Da dieſe
Knöpfe ja immer wieder verwendbar ſind,
ſtellen ſie einen bleibenden Wert dar.
ſute: Ihre Bluſe, gnädige Srau!
die Bluſe, die Sie ſo gerne tragen, die
üele Jahre entbehren mußten, und die
wwieder gleichzeitig mit den reizenden
Koſtümen (ſicherlich ebenſo beliebt wie
feierlichen Einzug in Ihre Garderobe
iwen hat.
9 ganz beſondere Beliebtheit läßt es
be=
güich erſcheinen, daß ſich die Bluſe heuer
rüſenden und aber tauſenden Spielarten
töſntiert; ſie hat nämlich nicht etwa nur von
beſtimmten Modezweige Beſitz ergriffen,
rn zeigt ſich für alle Gelegenheiten und
wären hier die verſchiedenen weichen Flanelle
zu empfehlen, die ſich vorteilhaft ausnehmen
und wirklich in jeder Hinſicht ſtrapazfähig
ſind. Die Form dieſer Bluſen, die in
Ver=
bindung mit einem Strapazkoſtüm ſicherlich
gut wirken — iſt dem Materiale entſprechend —
ganz ſchlicht. Ein einfacher Gürtel, ein
ſeit=
licher Knopfverſchluß und ein an der linken
Schulter geteilter und „mitgeknöpfter”
Eton=
kragen ſind ihre bemerkenswerten Details.
Da man für ſportliche Zwecke gerne karierte
Stoffe trägt, und die damit zu kombinierende
geden Verwendungszweck, von ganz
an=
wsloſen Typen bis zu den
phantaſie=
n, eleganteſten abendlichen Modellen.
dider Tatſache, daß die Formen im
„de genommen ſehr einfach ſind, iſt ſicher=
Kas Geheimnis des durchſchlagenden Er=
” zu ſuchen, denn gerade der „Selbſt=
Rndlichkeit”, ihrer Linie und ihrer kor=
Ausarbeitung wegen liebt man die
hin, die jetzt wieder unendlich viele
An=
rinnen beſitzen, ſo daß man es heute
Em mehr begreifen kann, daß eine
mehr=
de Unterbrechung der Bluſenmode über=
1 möglich war, denn man hält dieſe
e neuerdings für ganz unentbehrlich und
chiet ſie als unumgänglich notwendiges
Auſit der Garderobe.
Ner die Materialien, die hier Verarbeitung
m, läßt ſich natürlich nur im
Zuſammen=
mit dem Verwendungszweck der be=
Riden Bluſe ſprechen, da ſie ja durchaus
ihrer jeweiligen Note abhängig ſind.
walls wird man Wert darauf legen,
Rasbluſen nur aus einem gut waſchbaren
abe zu arbeiten, während die Bluſe für
EANachmittag vor allen Dingen das
deko=
m9 Moment zu betonen hat, ſo daß in
W Fällen die allerneueſten Modeſeiden
Pgezogen werden, alſo insbeſondere die
Aie=lörnigen und wellig=gekreppten
Mate=
an, die ſich als „Flamiſſol” „Bambula”
PN„Clo=Clo” in verblüffend kurzer Zeit
uſetzen vermochten; dieſe Gewebe ſind
Ac ſchon ſo effektvoll und originell, daß
2 ſher beſonderen Form der Bluſe bedarf
eDdr gute Effekt für alle Fälle geſichert
rotlüint.
eßarben ſpielen in der Bluſenmode
A richt unwichtige Nolle, wenn man
arch inſoferne „gebunden” iſt, als man
Schattierung zu dem jeweiligen Rock,
n uſw. abzutönen bemüßigt iſt. Immer=
Abt es manch beachtenswerte
Farb=
kion, die für den gewählten Geſchmack
rägerin Zeugnis ablegt.
Dieſe Mode in überſichtlicher Weiſe
Meln, führen wir einige gute Bluſen
Beri Bilde vor Augen.
beginnen mit einem betont ſchlichte
Las ſowohl für die beruflich tätige
—18 auch für ſportliche Gelegenheiten
T brauchbar iſt. Eine ſolche Bluſe hat
Oediugungen zu erfüllen: ſie ſoll gut
ellten und leicht waſchbar ſein; darum
Knopfgarnierungen.
Viele ſind der Meinung, daß Kuöpfe ein
viel zu belangloſer Effekt ſeien, als daß ſie
jemals auf eine Mode beſtimmenden Einfluß
nehmen könnten.
Daß dieſe Auffaſſung durchaus irrig ſei, hat
ſich während der allerletzten Wochen wieder
gezeigt, da man ſich in den großen Salons
neuerdings der Knopfgarnierungen bemächtigt
hat und damit ganz ausgezeichnete Wirkungen
erreicht.
Das Eigenartigſte daran iſt, daß die Knöpfe
nicht nur für eine beſtimmte Modellgattung
herangezogen werden, ſondern das ganze
Modebild durchſetzen.
Daß unter dieſen Umſtänden auch innerhalb
der Knopfmode große Abwechſlung geboten
werden muß, iſt faſt ſelbſtverſtändlich, und es
iſt geradezu ſtaunenswert, welch unerſchöpfliche
Phantaſie die verſchiedenen Modelliſten an
den Tag legen.
Abgeſehen von den Gebrauchsknöpfen aus
Bein und Galalith, die ſich bekanntlich
ſehr=
leicht färben laſſen und die genaue
Schat=
tierung des Grundmateriales annehmen
können, gibt es eingepreßte Knöpfe in
mannig=
faltigen Formen (flache und kugelige Sorten),
die immer nett ausſehen. Dieſe eingepreßten
Knöpfe ergeben — in dichten Längsreihen
an=
gebracht — eine hervorragend elegante Wirkung.
Zu den letzten Neuheiten gehören die
ver=
ſchiedenen originellen Fellknöpfe.
Der metalliſche Knopf, der bis vor kurzem
die Tagesmode beherrſchte, wurde hingegen
durch die vielen Neuheiten auf dieſem Gebiete
etwas in den Hintergrund gedrängt, doch
ſieht man gelegentlich auch jetzt noch metal=
helle Bluſe mit Vorliebe mit einem aus dem
gleichen Karomateriale geſchnittenen Schal
garniert, gibt es in dieſer Richtung
mancher=
lei Anregungen. Sehr apart ſehen ſeitlich
ein=
geſchnittene Knopflöcher aus, durch die der
Schal hindurchgezogen wird, ſo daß auf dieſe
Weiſe ein ausgezeichneter „Uebergang”
zwi=
ſchen dem karierten Koſtümſtoff und dem hellen
Materiale der Bluſe hergeſtellt erſcheint
(Bild 2).
Für den Nachmittag wird gerne eine Bluſe
aus einem der früher beſprochenen ſeidenen
Modematerialien getragen, und zwar
bevor=
zugt man, da es ſich meiſt um pelzverbrämte,
dunkle Samtkoſtüme (in Schwarz, Weinrot,
Nachtblau oder Tief=Flaſchengrün) handelt,
hell=abgetönte Farben, wie Paſtellblau, Roſa,
Hellgrün uſw. Auch hier iſt die Form ganz
unkompliziert. Die aus imitierten Perlen
ge=
bildete mittlere Knopfreihe und eine gleiche
Garnierung an der Außennaht der Aermel iſt
ſicherlich immer elegant. Apart ſind auch die
bauſchigen Oberärmel und ſehr reizvoll der
vorne gebundene, kurze Schalkragen (Figur 3).
Unter dem ſchwarzen Pelzmantel nimmt ſich
des Kontraſtes wegen eine Bluſe aus
elfen=
beinfarbener Glanzſeide vortrefflich aus. Ein
gekreuzter, rückwärts verknoteter Schalkragen
gehört zu den beliebteſten Motiven der neuen
Mode. Der Unterärmel und die Anſteckblume
aus dem Fell des Mantels ſind neuartig und
ſchick (Figur 1 der unteren Reihe).
Zu den dekorativſten Stücken der modernen
Garderobe dürfen ſich die Abend=Bluſen
zählen, die zu jedem Rocke zu tragen ſind.
Man arbeitet ſie gerne aus Spitze in einer
kräftigen Farbe, mit dem aktuellen, viereckig,
nach unten hin verbreiterten „Greta=Garbo=
Ausſchnitt” und verſieht ſie mit einem breiten
Gürtel (aus dem Materiale des Rockes), ſo
daß ein deutlicher Kaſak=Effekt entſteht, der
wvieder allgemein zu intereſſieren beginnt.
Bauſchige Halbärmel ſind eine Mode, die in
allerletzter Zeit für die Theater=Aufmachung
ganz auffallend begünſtigt wird (letztes Bild).
Wagen Sie anders auszuſehen!
Es iſt die „Elegante Welt”, die Ihnen das
zuruft. In dem ſoeben erſchienenen Heft Nr. 23
der Eleganten Welt wird Ihnen der Weg dazu
gewieſen. Die Parole der gegenwärtigen Mode
iſt Individualität, aber beachten Sie das
un=
geſchriebene Geſetz des guten Geſchmacks.
liſche Kugeln, die allerdings — der letzten
Mode entſprechend — ſehr groß ſein ſollen
und als Einzelſtücke zum Aufputze des
nach=
mittäglichen Kleides verwendet werden,
wäh=
rend — im Gegenſatze dazu — die kleinen
Metallknöpfe bisher ausſchließlich in der
Troj=
teurmode gebräuchlich waren.
Die Art der Anordnung der Knöpfe iſt gan
der Phantaſie des Modekünſtlers überlaſſen,
doch darf die Anbringung niemals willkürlich
oder aufdringlich ſein, ſondern muß ſich
ge=
wiſſermaßen „logiſch” aus der Linie des
be=
treffenden Garderobeſtücks entwickeln.
Wie dies zu verſtehen iſt, zeigt beiſpielsweiſe
unſer erſtes Bild, ein geſchmackvolles
Stoff=
kleid, deſſen Oberteil „geometriſch” behandelt
iſt, wobei die einzelnen „Felder” jeweils mit
einem großen Vierlochknopf verſehen werden.
Die unterſte Partie des Kleides iſt faltig
ge=
halten. Der angeknöpfte Ueberärmel, der ſich
nun auch in der Gebrauchsmode durchzuſetzen
beginnt, alſo nicht mehr als Privileg der
nachmittäglichen Aufmachung zu ſverten iſt, ge
ſällt allgemein.
Ganz ausgezeichnet in der Einheitlichkeit des
modiſchen Gedankens ſind die neuen,
doppel=
reihigen Mäntel, für deren Verſchluß aus
dünnem Fell (wie Breitſchwanzklauen u. dgl.)
eingepreßte Knöpfe herangezogen werden. Aus
Fell beſtehen außerdem noch die gebauſchten
Oberärmel und eine ſeitlich geknotete
Hals=
rüſche (Bild 2).
Eng aneinandergereihte eingepreßte
Seiden=
knöpfe ſind bei Beſuchskleidern immer gerne
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