Einzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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dis 31. Ottober 2.— Reichsmact und 20 Pfennig
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuftrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit + verſebenen Orlginal=Auffätze und eigeven Nachrichten nur mit Queſſenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 294
Samstag, den 22. Oktober 1932.
195. Jahrgang
Z7 mm brelie Zeile im Kreiſe Darmitadt 23 Reichspfg.
FinanzAnzeigen 38 Reichepfg. Neilamezelle (92 mm
breit)/2 Reichsmart-Anzelgen von auswärts 35 Reichspfg.
Finanz=Alnzeigen 30 Reichspfg. 92 mm breite
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zelle 200 Reichsmari. Alle preiſe in Reichemare
(4 Dollar — 420 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streit uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
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auſträge und Lelſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchticher Beltreibung ällt jeder
Nabatt weg. Bankkonto Deutſche Bani und Darme
ſädter und Nationalbant.
Rolens Toftclelt duf Bangig.
Heue Angriffsabſichken der Polen auf die Danziger Helbſtändigkeit und Wirkſchaft. — Eine Warnung der
„Neuen Berner Nachrichken”. — Ernſte Lage an der Weichſel. — Völkerbundskommiſſar Roſting in Danzig.
Was wollen die Polen?
* Berlin, 21. Oktober. (Priv.=Tel.)
Der ſtellvertretende Oberkommiſſar des Völkerbundes für
ſie Freie Deutſche Stadt Danzig, Roſting, iſt am Freitag dort
ein=
ſetroffen. Er ſteht vor der ſchweren Aufgabe, die zahlreichen
zwi=
chen Danzig und Polen beſtehenden ſchwierigen Streitfragen
poli=
tſcher und wirtſchaftlicher Natur ihrer Löſung entgegenzuführen.
Vie der Danziger Senatspräſident mitteilte, ſind eben in Genf
wiſchen ihm und dem polniſchen Außenminiſter Zaleſki
Be=
drechungen aufgenommen worden. Die Polen haben ſehr
weit=
ehende Forderungen aufgeſtellt und möchten am liebſten auf dem
mweg über die Aushöhlung und Knebelung der Danziger
Wirt=
haft den geſamten Freiſtaat in ihre Gewalt bringen.
Von Berlin aus werden die Danziger Vorgänge mit der größ=
4n Aufmerkſamkeit verfolgt. Es beſteht nach wie vor die Gefahr,
laß ſich aus einem Wirtſchaftskonflikt ein ernſter politiſcher
konflikt entwickelt, der den Polen unter Umſtänden den ſchon
unge erſehnten Anlaß zu einer „Aktion” gegen Danzig bieten
binte.
Starkes Aufſehen hat daher eine Mitteilung der „Neuen
Nirner Nachrichten” erregt, wonach ſich die Polen
deuerlich mit Angriffsabſichten auf Danzig
be=
ſhäftigen und zu der Anſicht neigen ſollten, die Danziger
trage allenfalls mit Waffengewalt zu löſen. In
em Berner Blatt wird auch behauptet, daß wieder
beträcht=
ſche Militärabteilungen an derpolniſchen
Weſt=
ſrenze unterhalten werden.
In der Wilhelmſtraße hält man ſich begreiflicherweiſe
lit einer Stellungnahme zu dieſen Nachrichten zurück, läßt aber
urchblicken, daß man die Geſamtſituation für recht
ſenſt anſieht und infolgedeſſen die zuſtändigen Stellen die
teitere Entwicklung des danzig=polniſchen Verhältniſſes mit ganz
tſonderer Aufmerkſamkeit beobachten.
Der neue Kommiſſar für Danzig, der Däne Roſting, wird ſehr
enell Gelegenheit haben, zu zeigen, ob er ein unparteiiſcher
chiedsrichter iſt und ob er auch die Fähigkeiten beſitzt, die
In=
treſſen Danzigs gegenüber den mächtigeren Polen mit Erfolg zu
kützen.
Neue polniſche Schikanen
gegen die deutſche Schule.
TU. Poſen, 21. Oktober.
Nach dem neuen polniſchen Schulgeſetz kann an Privatſchulen
4tionaler Minderkeiten ſolchen Lehrperſonen, denen keine
Loyali=
itsbeſcheinigung ausgeſtellt iſt, die Lehrtätigkeit unterſagt wer=
17. Es war von vornherein klar, daß der dehnbare Begriff
byalität dazu benutzt werden würde, mißliebige deutſche
Lehr=
lifte lahmzulegen und weiterhin das Beſtehen der betreffenden
Eſtalten zu gefährden. Für die deutſche Minderheit in Polen iſt
Izt der erſte Fall dieſer Art wahr geworden, und zwar in
Brom=
brg. Dort iſt dem Paſtor Heſekiel, der den evangeliſchen
Plrgionsunterricht an den deutſchen
Minderheits=
halen in Bromberg erteilt, das „Loyalitäts= und
mora=
ſche Zeugnis” ſowohl in der erſten, als auch in der
Berufungs=
ſtanz verweigert worden. Die gleiche Verweigerung iſt
gegen=
der fünfLehrkräften des deutſchen Privatgymnaſiums aus=
Aurochen worden. Gleichzeitig wurde dieſen ſechs Deutſthen die
hrbefugnis entzogen.
Infolge dieſer Maßnahmen macht ſich auf der genannten
An=
ein Lehrermangel bemerkbar. Manche Unterrichtsfächer
müſ=
bereits ausfallen. Begreiflicherweiſe hat das Vorgehen des
Wſener Schulkuratoriums unter der Bromberger deutſchen Be=
Alerung ſtärkſte Erregung hervorgerufen. Zu erwähnen iſt noch,
ſich die betroffenen Lehrer politiſch nie irgendwie betätigt
Wen. Dem Poſener deutſchen Schulverein war
be=
hidlicherſeits aufgegeben worden, einen Erweite=
Ungsbau ſeines Privatgymnaſiums in die Wege
Teiten, obwohl das betreffende Gebäude als vorbildlich zu
ſien hat. Unter Aufbringung großer materieller Opfer iſt vor
igen Monaten mit dem Bau begonnen worden. Nachdem ſich die
arern jetzt bis zum Erdgeſchoß erhoben hatten, wurde der
4iterbau plötzlich polizeilich unterſagt, weil
Taiblich die Baupläne nicht die erforderliche amtliche
Genehmi=
zng, erhalten haben.
Rein franzöfiſches Kapikal mehr
fär die polniſche Bahn Oberſchleſien-Gdingen.
TU. Warſchau, 21. Oktober
Wie zuverläſſig verlautet, wird die nun ſeit März d. J. fällige
leite Rate der franzöſiſchen Eiſenbahnanleihe für den Bau der
on ders für die Beförderung von Kohlen gedachte Bahnlinie
betächleſien—Gdingen in Warſchau nicht mehr erwartet. Es be=
M daher die Abſicht, das bereits im Bau befindliche Gleis noch
dieſem Jahre zu Ende zu führen und die Bahnim Januar
isleiſig zu eröffnen. Der franzöſiſchen Eiſen=
AAngeſellſchaft ſoll von polniſcher Seite nahegelegt
nden, dieſe Bahn in eigene Verwaltung zu neh=
Ah.. Zu dieſem Zweck ſei das polniſche Verkehrsminiſterium be=
Lokomotiven und die notwendige Zahl Eiſenbahnwagen
gen einen Preis von 100 Mill. Zloty zur
Ver=
ung zu ſtellen. Sollte die Eiſenbahngeſellſchaft nicht gewillt
R Das Geld flüſſig zu machen, würde die Verwaltung und
In=
iebſetzung der Eiſenbahn von dem polniſchen Verkehrsminiſte=
rium ſelbſt übernommen werden. Aus dieſer Darlegung, an deien
Richtigkeit kaum gezweifelt werden kann, geht einwandfrei hervor,
daß die polniſche Regierung nunmehr gewillt zu ſein ſcheint, es
mit der franzöſiſchen Eiſenbahngeſellſchaft nötigenfalls auch zum
offenen Bruch kommen zu laſſen.
Er ſoll König von Polen werden!
Prinz Sixtus von Parma=Bourbon,
Bruder der ehemaligen Kaiſerin Zita von Oeſterreich=Ungarn,
ſoll nach Pariſer Meldungen von Marſchall Pilſudſki als künftiger
König von Polen in Ausſicht genommen ſein.
Deutſche Liplomakiſche Verkrekung
deinn Boiterbang!
* Berlin, 21. Oktober (Priv.=Tel.)
Es hat ſich in den letzten Jahren immer wieder unangenehm
bemerkbar gemacht, daß die Reichsregierung beim Völkerbund
keine ſtändige diplomatiſche Vertretung unterhielt. Im letzten
Jahre haben nicht weniger als 5 Hauptdelegierte die Intereſſen
des Reiches auf Ratstagungen und ſonſtigen Tagungen des
Bundes vertreten, während z. B. die Franzoſen über Paul=
Boncour verfügen, der ſtändig in Genf ſitzt und infolgedeſſen
auch der ganzen Genfer Arbeit Frankreichs eine beſtimmte
Prä=
gung geben konnte. Die Reichsregierung überlegt gegenwärtig,
ob es nicht ratſam iſt, ebenfalls einen Diplomaten ſtändig in
Genf zu haben, der ausſchließlich für die
Völkerbundsangelegen=
heiten zuſtändig wäre.
Ende des Monats wird der Völkerbundsſekretär Sir Eric
Drummond in Berlin weilen, um mit der Reichsregierung
wegen der Beſetzung des freigewordenen
Untergeneral=
ſekretärpoſtens zu ſprechen. Es handelt ſich um den
Poſten für die Wirtſchaftsfragen. Man rechnet damit, daß
Staatsſekretär a. D. v. Trendelenburg dieſen Poſten
über=
nehmen wird, allerdings liegt ein Beſchluß der Reichsregierung
noch nicht vor. Bei dieſer Unterhaltung mit Sir Erie
Drum=
mond wird die Reichsregierung ſicherlich auch die Frage eines
ſtändigen deutſchen Völkerbundsvertreters anſchneiden.
Aenderungen in der Leikung des Inkernakionalen
Arbeitsamkes.
WTB. Genf. 21. Oktober.
Am nächſten Montag beginnt die Oktobertagung des
Ver=
waltungsrates des Internationalen Arbeitsamtes, die in dieſem
Jahre in Madrid ſtattfindet. Hauptgegenſtand der Madrider
Tagung bildet wiederum die von Italien geforderte Einführung
der 40=Stundenwoche in der Induſtrie.
Ueberraſchenderweiſe wird jetzt bekannt, daß der
Verwal=
tungsrat auf dieſer Tagung nicht, wie noch bis vor kurzem
vor=
geſehen war, zu der notwendig gewordenen Neubeſetzung des
Poſtens des ſtellvertretenden Direktors des
Inter=
nationalen Arbeitsamtes Stellung nehmen wird. Die
Ange=
legenheit iſt nochmals vertagt worden, und zwar, wie es heißt,
für Dezember. Dieſe erneute Hinausſchiebung wird im Intereſſe
des Internationalen Arbeitsamtes hier allgemein als abträglich
empfunden. Ob die vielfach geäußerte Annahme richtig iſt, daß
hier einflußreiche Kräfteam Werke ſind, um einen
etwaigen Anſpruch Deutſchlands auf die
Be=
ſetzung dieſer Stelle zu hintertreiben, läßt ſich nicht
beweiſen. Man weiſt darauf hin, daß ein ſolcher Anſpruch
Deutſch=
lands gerechterweiſe von niemandem beſtritten werden kann. Nach
den Vorgängen, die ſich bei der Wahl Butlers ſeinerzeit abgeſpielt
haben, wird allgemein angenommen, daß der Direktor des
Inter=
nationalen Arbeitsamtes bei der Ernennung ſeines
Stellvertre=
ters großen Wert auf die Berückſichtigung der Wünſche der
Arbeit=
nehmergruppe des Verwaltungsrates legt. Es beſteht Grund zu
der Annahme, daß von dieſer Seite einem geeigneten deutſchen
Kandidaten keine Schwierigkeiten in den Weg gelegt würden.
Wie verlautet, wird übrigens der deutſche
Diviſions=
chef des Internationalen Arbeitsamtes,
Mini=
ſterialdirektor Dr. Ritter, dem die innere Verwaltung
unterſtellt iſt, in allernächſter Zeit von ſeinem Poſten
zurück=
treten. Ueber ſeine Nachfolge iſt noch nichts bekannt.
Zwiſchen den Kandidaken.
Von unſerem Berichterſtatter.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe verboten!)
a. New York, Mitte Oktober 1932.
Je näher der 8. November rückt — der Tag, an dem ſich
ent=
ſcheiden wird, wer der künftige Präſident der Vereinigten Staaten
iſt — um ſo deutlicher zeigt es ſich, daß die Ausſichten des
demo=
kratiſchen Kandidaten Rooſevelt ſteigen und daß Hoovers
Hoff=
nungen ſinken. Ob Rooſevelt nun tatſächlich gewählt werden
wird, das muß man wohl noch abwarten; Hoover kann
immer noch aufeine ſehrbeträchtliche
Anhänger=
ſchaft rechnen, ſo daß jedenfalls Rooſevelt der Sieg ſchwer
werden dürfte. Aber immerhin iſt es für die Lage bezeichnend,
daß z. B. die Probeabſtimmung der Zeitſchrift „Literary Digeſt”,
die immer ſehr charakteriſtiſch iſt, eine Zweidrittel=Mehrheit für
Rooſevelt ergab, und auch der Wahlſieg der Demokraten in
Maine zeigt, wie ſtark die Neigung im Publikum iſt, Hoover
abzulehnen und die bisherige Verwaltung „hinauszuwerfen”,
Die Auswirkungen des wirtſchaftlichen Niederganges werden
Hoover zur Laſt gelegt und der allgemeine Glaube geht eben
da=
hin, daß ein neuer Mann in der Lage ſein werde, dem Unheil
Einhalt zu tun und eine Beſſerung herbeizuführen. Wenn
Rooſe=
velt keine Fehler macht, oder wenn nicht ein Wunder Hoover zu
Hilfe kommt, muß man alſo wohl damit rechnen, daß dieſe
Stim=
mung ſich durchſetzt, und Rooſevelt im Frühjahr
näch=
ſten Jahres die Geſchäfte im Weißen Hauſe in
Waſhington übernehmen wird.
Allerdings wird dieſe Anſicht — das verdient beſonders
her=
vorgehoben zu werden — im Lager Hoovers keineswegs geteilt.
Man iſt hier vielmehr des Glaubens, daß Hoover immer noch
gut im Rennen liegt und daß lediglich kleinere Fehler vorgefallen
ſeien, die aber leicht wieder gutgemacht werden könnten. Vor
allem habe Hoover den Einfluß der Wahlreden
ſei=
nes Gegners unterſchätzt, der in nicht zu leugnender
ge=
ſchickter Weiſe die Maſſen aufgeputſcht und allen alles verſprochen
habe. Hoover brauche aber nur perſönlich einzugreifen, dann
werde es ſich zeigen, wie die Stimmung wieder umſchlage.
Aus dieſem Grunde hat man die ſeit Wochen angekündigte
erſte große Wahlrede Hoovers in Jowa, der ſeit Wochen
ge=
ſchwiegen hatte, mit großer Spannung erwartet. Hoovers „
Gegen=
offenſive” mußte ja, wenn ſie wirklich wirkſam ſein ſollte, eine
innerpolitiſche Senſation erſten Ranges für Amerika werden, um
ganz von der Rückwirkung auf die übrige Welt zu ſchweigen.
„Nun aber, da die Rede gehalten worden iſt, muß man
feſt=
ſtellen, daß die Erwartungen, die die Republikaner auf Hoover
geſetzt hatten, enttäuſcht worden ſind. Selbſt die eingeſchworenen
Freunde Hoovers geben mit leiſem Bedauern zu, daß ihr
Kandi=
dat ſo gar nichts von dem Volkstümlichen an ſich habe, das nun
einmal zur Zeit Rooſevelt auszeichnet. Hoover hat ſich in Des
Moines (Jowa) zwar wider alles Erwarten als ein guter
Red=
ner gezeigt, etwas, was man von ihm merkwürdigerweiſe noch
nicht wußte, und der wiederholte Beifall während ſeiner Rede
be=
wies, daß er ſeine Zuhörer auch mitzureißen verſtand — aber alle
Welt zweifelt, ob das Geſagte genügt, um die Stimmung zu
ſei=
nen Gunſten zu beeinfluſſen. Denn Hoovers geſchickte
Selbſtver=
teidigung hat erſt enthüllt, wie groß die Kriſe iſt und wie
ſchwer=
wiegende Fragen zu löſen ſind — und damit hat er zwar vielleicht
die Verantwortlichen aufgerüttelt, aber nicht an das Herz der
Maſſen appelliert, die immer noch in echt amerikaniſcher Weiſe
von ihrem Führer Optimismus und nichts als Optimismus
ver=
langen.
Bisher, ſo heißt es, habe niemand gewußt, daß
auch der Dollar gewackelt habe, oder doch, es habe
nie=
mand geglaubt. Jetzt aber, wiſſe jeder, daß ſchon in einigen
Mona=
ten, wenn die abermalige Verlängerung der Kredie zur Debatte
ſtehe, der Dollar gefährdet ſein werde. Und man erinnert ſich der
Erklärungen des Maomillan=Berichts in England, der Gefahren
für das Pfund feſtſtellte, die bis dahin niemand kannte, und die
dann erſt die Pfundkriſe richtig auslöſten. Hat das Hoover am
Ende auch getan? Um eines billigen Ruhmes willen, nämlich als
Retter des Dollars auftreten zu können? Der Eindruck gerade
dieſer Erklärung war jedenfalls ſo außerordentlich, daß ſie wohl
noch lange nachwirken wird.
Und auch das, was Hoover der Kerntruppe ſeiner
Anhänger=
ſchaft, der Landwirtſchaft, in Des Moines zu bieten hatte, hat nicht
befriedigt. Hoover hat die Hochzollſchutzpolitik
ver=
teidigt und erklärt, daß ohne hohe Zölle (in der Hauptſache
auf Induſtrieartikel anderer Länder!) die Landwirtſchaft nicht zu
ſchützen ſei — in einem Augenblick, in dem man in Amerika
einzu=
ſehen beginnt, daß dieſe amerikaniſchen Induſtrieſchutzzölle die
Hauptſchuld daran tragen, daß die amerikaniſchen Agrarprodukte
in der Welt keinen Abſatz finden, weil die Induſtrieſtaaten ja nur
mit induſtriellen Waren bezahlen können, was ja eben die Zölle
unmöglich macht! Hoover hat die Aufrechterhaltung
der Kriegsſchuldenzahlungen gefordert und
er=
klärt, jeder Cent der Kriegsſchulden würde dazu verwandt
wer=
din, um den amerikaniſchen Agrarprodukten einen ausreichenden
Markt zu ſichern — obwohl endlich auch der Mann auf der Straße
weiß, daß dieſe Zahlungen nur noch auf dem Papier ſtehen und
uneinbringlich geworden ſind, ſo daß ihm hier niemand glaubt.
Und Hoover hat ſchließlich den Farmern neue Kredite und
Kredit=
verlängerungen verſprochen — obwohl niemand mehr neue
Kredite haben will, die doch nur neue Schulden
bedeuten würden, da es ſo ſchon zweifelhaft iſt, ob die
ge=
ſchuldeten Kredite je zurückgezahlt werden können.
Damit iſt natürlich nicht geſagt, wie die Dinge in vier Wochen
ſtehen werden, aber es iſt doch ſowahrſcheinlich
gewor=
den, daß Rooſevelt gewählt werden wird, daß man
auch bereits zu ſpüren beginnt, wie Hoover verloren hat. Die
große Pauſe in der Weltpolitik, die Rooſevelts Wahl zur Folge
haben dürfte — weil er ja bis zu ſeiner Geſchäftsübernahme im
Februar nichts machen kann, Hoover aber natürlich inzwiſchen
auch nichts Rechtes zu tun vermöchte — kündigt ſich daher auch
jetzt bereits an. Der Konjunkturumſchwung, der noch
vor wenigen Wochen allerſeits verzeichnet
wurde, iſt im verebben, die Unternehmungsluſt ſchwindet,
auf außenpolitiſchem Gebiet tritt man auf der Stelle, kurz alles
beginnt auf der Stelle zu treten — da niemand weiß, was denn
nun Rooſevelt für ein Programm hat, oder was er davon durch=
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 22. Oktober 1932
Seite 2 — Nr. 294
führen wird. Denn die Eigentümlichkeit des amerikaniſchen
Wahl=
kampfes bringt es mit ſich, daß der Kandidat in jedem
Staate der U. S.A. ſeinen Wählern etwas anderes
verſprechen muß. Wie ſoll man ſich da ein Bild machen, was
dieſer Mann als Präſident tun wird? Und ſo wartet man eben,
bis ſich die Dinge einigermaßen „geſetzt” haben — eventuell bis
zum Sommer nächſten Jahres!
41 Staaken für Rooſevelt, 7 für Hoover.
EP. Waſhington, 21. Oktober.
Bei der Probeabſtimmung für die Präſidentſchaftswahlen, die
die vielgeleſene Zeitſchrift „Literary Digeſt” veranſtaltet hat, und
woran ſich 2 617 000 Leſer beteiligten, haben 41 Staaten in ihrer
Mehrheit für Rooſevelt und nur ſieben Staaten für Hoover
ge=
ſtimmt. 56,3 Prozent der Stimmen wurden für Rooſevelt, 37,1
Prozent für Hoover abgegeben; der Reſt war zerſplittert.
Aiiltenafter ais Wurfgeſchofſe.
Krach im öſterreichiſchen Rakionalrak.
TU. Wien, 21. Oktober.
Nachdem der öſterreichiſche Nationalrat anſtelle des
zurückge=
tretenen Vizepräſidenten Tauſchitz (Landbund) den Großdeutſch n
Dr. Straffner gewählt hatte, kam es zu ſchweren Zwiſchenfällen.
Der Juſtizminiſter, der Bundeskanzler und der neue Staatsſekretär
für Sicherheitsweſen äußerten ſich zunächſt zu der dringlichen
An=
frage der Sozialdemokraten über die Vorfälle von Simmering.
Unmittelbar nach der Rede des Staatsſekretärs für
Sicherheits=
weſen, Major Fey, rief Dr. Bauer (Soz.) der Rechten zu, ſie ſeien
die richtigen Demokraten. Sie ſeien nun auf Fey gekommen, das
ſei die dieswöchige Geſinnung des Bundeskanzlers Dollfuß. Der
Bundeskanzler rief dem Abgeordneten Bauer zu: Sie haben eine
andere Geſinnung. Sie ſind ſtändig Bolſchewik, der ſich zur Diktatur
des Proletariates und niemals zur ehrlichen Demokratie bekennt.”
Darauf entſtand ungeheurer Lärm. Dr. Bauer antwortete, er habe
auch vor einem Bolſchewiken Achtung, aber für einen, der jede
Woche eine andere Geſinnung habe, hege er nur Verachtung. —
Nach anderen Angaben ſoll Dr. Bauer den Bundeskanzler als
Ge=
ſinnungslumpen bezeichnet haben. Nach dieſem Wortwechſel ergriff
der Heimatblockabg. Lichtenegger zwei Tintenfäſſer und ſchleuderte
ſie gegen die Bänke der Sozialdemokraten. Das eine traf den
Sozialdemokraten Danneberg und ließ einen großen Tintenfleck
zurück, wobei auch die hinter ihm ſitzenden Abgeordneten getroffen
wurden. Das zweite Tintenfaß ſauſte am Kopf Bauers vorbei und
hinterließ auf der Bank eine tiefe Furche. Der Präſident
unter=
brach darauf die Sitzung. Es gelang ihm erſt nach längeren
Be=
mühungen, eine allgemeine Prügelei zu vermeiden,
Nach Wiederaufnahme der Sitzung im Nationalrat gab
Präſi=
dent Dr. Renner eine Erklärung ab, in der er Vorſchläge zur
Erweiterung der Diſziplinargewalt des Parlamentspräſidenten
ankündigte, da der Präſident nach der geltenden Geſchäftsordnung
nicht in der Lage ſei, derartige Szenen zu verhindern, wie ſie ſich
heute abſpielten.
Darauf wurde die Debatte über den Mißtrauensantrag der
Sozialdemokraten in voller Ruhe zu Ende geführt und ſchließlich
ein kombinierter Antrag der Chriſtlich=Sozialen und des
Land=
bundes, mit dem die Regierung aufgefordert wird, zu Beginn der
Frühjahrstagung 1933 des gegenwärtigen Nationalrats einen
Vorſchlag über den Termin der Neuwahlen zu erſtatten, mit 83
gegen 78 Stimmen der Sozialdemokraten und der Großdeutſchen
angenommen. Ein Antrag der Großdeutſchen, zu dem nächſten
geſetzlich zuläſſigen Termin Neuwahlen vorzunehmen, wurde mit
dem gleichen Stimmenverhältnis abgelehnt.
Kabinekt Malivekr gebildel.
EP. Prag, 21. Oktober.
In den heutigen Abendſtunden iſt eine Einigung über die
Verteilung der Miniſterämter im neuen Kabinett Malipetr
er=
folgt. Die Regierung wird ſich demnach folgendermaßen
zuſam=
menſetzen: Miniſterpräſident Malipetr (tſch. Agrarier),
Aeußeres Beneſch (tſch. Natſoz.), Inneres Czerny bisher
Landeshauptmann in Mähren, Finanzen Dr. Trapl, früher
Gou=
verneur der Poſtſparkaſſe. Nat. Verteidigung Bradac (tſch.
Agrarier), Handel Dr. Matuſchek (Nat.=Dem.), Poſt Dr. Franzl
(tſch. Natſoz.), Soziale Fürſorge Dr Czech (Deutſcher Soz.),
Juſtiz Dr. Meißner (tſch. Soz.), Schulweſen Dr. Dehrer (Slow.
Soz.), Oeffentl. Arbeit Ing. Doſtalek (tſch. Volksp.)
Geſund=
heit Dr. Spina (dtſch. Agrarier), Landwirtſchaft Dr. Hodza
(ſlow. Agr.), Eiſenbahn Dr. Bechyne (tſch. Soz.), Unif.
Komiſ=
ſion Schrameck (tſch. Volksp.). — Da noch gewiſſe
Schwierig=
keiten hinſichtlich des Regierungsprogramms ausgeräumt
wer=
den müſſen, wird die Beſtätigung durch den Präſidenten Maſaryk
erſt am Montag erfolgen.
Die Ferien ſind unwiderruflich zu Ende, noch begegnet man
ſonnengebräunten Geſichtern — braune Hautfarbe war heuer
Trumpf — noch ſieht man in Kleidung und Haltung die Spuren
der Badeſaiſon, zum großen Entſetzen derjenigen, die auf die
elegante Note im Stadtbild Wert legen, aber Paris gewinnt
ſein altes Geſicht wieder. Die Rennen in Longchamps beginnen,
das iſt das äußere Zeichen. Und der kurze Zuſammentritt der
Kammer genügte, die Politik wieder zu beleben.
Sie waren beſonders lang, dieſes Jahr die Ferien. Zuerſt
ſchwor jedermann in Paris zu bleiben, um zu ſparen. Dann kam
aber, etwas verſpätet der ſchöne, trockene, warme Sommer und
machte durch alle guten Vorſätze zur Sparſamkeit einen Strich.
Niemand vermochte länger in der Stadt zu bleiben, die
Bade=
orte füllten ſich, man ſcheute keine Opfer und ließ die
unbezahl=
ten Gasrechnungen zuſammen mit vielen anderen in Paris
zu=
rück. Das kühle Meer lockte, umſo ſchlimmer, wenn Hausbeſitzer
und Steuereinnehmer dabei ihr Nachſehen gehabt haben.
Viel=
leicht hat man ſich gerade deshalb ſo wenig beeilt
zurückzukom=
men. Aber ſelbſt die ſchönſten Ferien haben ein Ende, die
be=
kannten Geſichter tauchen der Reihe nach wieder auf, zuletzt die
Beamten. Sie durften ihren Wunſch nach einer längeren
Erho=
lung diesmal befriedigen und monatelang die Natur genießen,
wenn auch — nur bei halbem Gehalt, denn der Staat muß
ſparen.
Die Franzoſen haben diesmal das Ausland entdeckt. Das
markiert eine neue Etappe in der Sittengeſchichte. Treffen
Be=
kannte in Paris zuſammen, ſo ſteht man — voller Stolz oder
nach einigem Zögern, je nach Einſtellung — daß man im
Aus=
lande war. In Belgien, in Spanien, in England, in Italien,
der Mut der verwegenen Stanleys und Cortez kannte diesmal
keine Grenzen. Kein Zweifel iſt möglich, die Franzoſen beginnen
zu reiſen wie die Deutſchen oder Engländer der
Durchſchnitts=
franzoſe, der früher Bedenken hatte, vom rechten Seineufer aufs
linke zu gehen, füllte diesmal die franzöſiſchen Hotels anſtelle
der ausgebliebenen Fremden, die höhere Schicht war im
Aus=
land. Letzter Chic war eine Rußlandsreiſe gerade in den
konſer=
vativſten Kreiſen, zur Empörung aller, die der Meinung ſind,
daß politiſche Einſtellung verpflichtet. Viele Rußlandreiſende
haben das ſcheinbar eingeſehen und kehrten als
Salonbolſche=
wiſten zurück. Während die Zahl der echten Kommuniſten
ab=
nimmt, verbreiten ſich ihre Lehren in Kreiſen, auf deren
Mei=
nung ſie nicht viel zu geben pflegen. Aber nicht alle
Rußland=
reiſenden ſind „bekehrt”, es gibt auch ſolche, die ſich damit
be=
gnügen, ſich in Paradoxen zu ergehen und das gutdiſziplinierte
und tüchtig eingedrillte Hotelperſonal im „Lande des Hammers
Eine amtliche Ankwork an Hikler.
Berlin, 21. Oktober.
Amtlich wird mitgeteilt:
In einem offenen Brief an den Reichskanzler hat Adolf Hitler
Behauptungen über den Standpunkt der deutſchen Regierung in
der Abrüſtungsfrage aufgeſtellt, die im Intereſſe der deutſchen
Außenpolitik auf das Schärfſte zurückgewieſen werden müſſen.
Hitler behauptet: Deutſchland ſei mit einem
Aufrüſtungspro=
gramm vor die Welt getreten; es habe die Forderung nach einer
300 000 Mann=Armee erhoben; es habe ferner den Bau von
Groß=
kampfſchiffen uſw. gefordert.
Dieſe drei Behauptungen ſind in vollem Umfange unwahr.
Deutſchland hat niemals andere Forderungen erhoben, als
diejenigen, welche das veröffentlichte Memorandum vom 29. Auguſt
enthält. Es verlangt nach wie vor, daß die anderen Staaten auf
einen Stand abrüſten, der unter Berückſichtigung der beſonderen
Verhältniſſe jeden Landes demjenigen Rüſtungsſtand entſpricht,
der uns durch den Verſailler Vertrag auferlegt worden iſt. Trägt
die Abrüſtungskonferenz dieſer unſerer grundſätzlichen Forderung
nicht Rechuung, ſo müſſen wir verlangen, daß nicht weiter zweierlei
Recht gilt, ſondern daß die in Genf abzuſchließende
Abrüſtungs=
konvention auch auf Deutſchland Anwendung findet. Deutſchland
fordert auch in dieſem Falle keine Aufrüſtung. Der Zuſtand
darf aber nicht weiter beſtehen, daß uns grundſätzlich Waffen
ver=
boten ſind, die anderen Staaten als unentbehrliche Mittel der
Ver=
teidigung erlaubt bleiben.
Die Reichsregierung ſtellt in aller Oeffentlichkeit feſt, daß
Herr Adolf Hitler in ſeinem offenen Briefe vom 20. Oktober
un=
wahre Behauptungen erhoben hat, die geeignet ſind, das Bild der
deutſchen Außenpolitik zu verfälſchen und damit das Intereſſe des
deutſchen Volkes auf das Schwerſte zu ſchädigen. Das Urteil über
dieſes Verhalten des Herrn Hitler überläßt die Regierung dem
deutſchen Volke.
Eine franzöſiſche Stimme zum Thüringer
Kriegsſchuld=Schulerlaß.
TU. Paris, 21. Oktober.
Der thüringiſche Schulerlaß, wonach die Schulkinder den
Artikel 231 des Verſailler Vertrages „Deutſchlands Alleinſchuld
am Weltkriege” auswendig lernen müſſen, veranlaßt die
rodikal=
ſozialiſtiſche „Republique” zu einer ſehr bemerkenswerten
Stellung=
nahme. Das Blatt ſchreibt, die Frage der Verantwortung am
Weltkriege ſei ſo heikel, daß man ſie ausſchließlich der eingehenden
Prüfung durch die Hiſtoriker hätte überlaſſen müſſen. Die
Hiſto=
riker würden nach Beendigung der Prüfung ſicherlich feſtgeſtellt
haben, daß es eine unmittelbare und eine mittelbare
Verantwor=
tung am Weltkriege gebe. Zu den unmittelbar Schuldigen gehöre
beſonders Rußland, während unter die zweite Gruppe alle „
Or=
ganiſationen” fielen, die den Rüſtungswettlauf unterſtützt hatten.
Wie man darüber auch denken möge, man werde niemals an der
Tatſache etwas ändern können, daß Deutſchland das Geſtändnis
der Schuld am Weltkriege aufgezwungen worden ſei. Wenn
Deutſchland frei geweſen wäre, würde es niemals Artikel 231
unterzeichnet haben. Derartige Maßnahmen auch auf
intellektuel=
lem Gebiet ſeien eine unmittelbare Verneinung aller Grundſätze,
an denen Frankreich ſonſt ſtets feſthalte, Frankreich habe 1918
wohl das Recht gehabt, Elſaß=Lothringen zurückzufordern, es ſei
aber nicht berechtigt geweſen, Deutſchland eine Erklärung zu
ent=
reißen, die in dieſem Lande — mit Recht oder Unrecht — als der
Wahrheit widerſprechend betrachtet werde. Gerade deshalb ſei es
zu bedauern, daß die thüringiſchen Schüler dieſen Paragraphen
auswendig lernten, der ſicherlich den Ruhm Frankreichs nicht
ver=
größere. Es ſei zu hoffen, daß die deutſchen Lehrer recht baid
die=
ſem Paragraphen den Abſatz anfügen könnten: „Frankreich erkennt
an, daß Artikel 231 weder den geſunden Methoden einer Kritik,
noch den franzöſiſchen Ueberlieferungen von der Großherzigkeit
ſtandhält. Es hat die Abſchaffung dieſes Artikels vorgeſchlagen.”
Die „Republique” ſteht dem Radikalſozialiſten Daladier nahe,
der zum demokratiſchen Flügel der radikalſozialiſtiſchen Partei
ge=
hört. Der franzöſiſche Miniſterpräſident Herriot darf mit den
Aeußerungen der „Republique” nicht identifiziert werden. So
be=
achtlich auch die Stellungnahme dieſes Blattes zur
Kriegsſchuld=
frage iſt, darf nicht überſehen werden, daß ſie in der franzöſiſchen
Preſſe bisher jedenfalls vereinzelt daſteht. Es bleibt nur zu hoffen,
daß die geſunde Kritik dieſer Zeitung in weiteſten franzöſiſchen
Kreiſen Wurzel ſchlägt.
und der Sichel” zu loben. Es gibt doch ſo etwas wie eine
aus=
gleichende Gerechtigkeit in der Geſchichte. Einſt haben ſich die
freien Söhne der Baſtilleſtürmer mit der Mütze in der Hand für
die Trinkgelder der ruſſiſchen Großfürſten bedankt, heute klappen
die blutdürſtigen ruſſiſchen Revolutionäre wie gutgeölte
Taſchen=
meſſer vor dem trinkgeldgebenden franzöſiſchen Bourgeois
zu=
ſammen
Die Wirkungen der Reiſebereitſchaft, wenn ſie anhält, werden
unabſehbar ſein. Bereits iſt ihr Niederſchlag im Königreich der
Druckerſchwärze zu ſehen. Die Blätter ſtrotzen von Reportagen
und Reiſeberichten aller Art, viel intereſſanter aber als die
bloßen Berichte iſt die Reaktion, welche die Betrachtung des
Auslandes auslöſt. Es regnet von Büchern, die Frankreichs
Stellung zu der übrigen Welt ermeſſen, und die Betrachtung
der anderen führt zu Selbſtbetrachtung. Lucien Romiers „Plaiſir
de France” gehört zu den typiſchſten, in ihr wie in allen anderen
iſt neben viel Objektivität — und Selbſtzufriedenheit — das
Zeichen einer geheimen Unruhe zu ſehen. Man macht
Feſtſtel=
lungen, die früher niemand auszuſprechen wagte und Zweifel
werden wach. Man wird nachdenklich, daß während in aller
Welt politiſche Experimente unternommen werden und Neues
verſucht wird, Frankreich ein ruhender Pol bleibt. Früher war
das anders. Es hat etwas Gutes, die Experimente den anderen
zu überlaſſen, an der Spitze marſchiert man aber damit nicht.
Ja, man beginnt zu fürchten, den Kontakt zu verlieren. Kamen
nicht alle Modeeinrichtungen der letzten Jahre, ob intellektuell
oder andere aus dem Auslande? Hält man überhaupt noch
Schritt?
Die Frage hat etwas Beunruhigendes gerade für die beſten
Geiſter. Man merkt die Beunruhigung ſchon an dem Zögern, mit
dem ſie überhaupt ausgeſprochen wird. Man hat franzöſiſche
Kultur und Lebensform nach dem Kriege ſo ſorgfältig vor
frem=
den Einflüſſen geſchützt, daß Frankreich in Europa beinahe
geiſtig entwurzelt wurde. Im Auslande erſcheint das wohl
ſchwer verſtändlich, wenn man auf Grund der modernen
franzö=
ſiſchen Literatur ſich ein Bild ſchaffen will. Man weiß nicht, wie
tief die Kluft zwiſchen Literatur im eigentlichen Sinne des
Wortes und dem großen Publikum in Frankreich geworden iſt.
Die dünne intellektuelle Oberſchicht, die für das Ausland das
franzöſiſche Schrifttum bedeutet, beſitzt kaum noch Kontakt mit
der breiten Oeffentlichkeit in Frankreich. Das wurde neuerdings
erkannt und ausgeſprochen.
Es iſt kein Zufall, daß die meiſten Bücher, welche von
Franzoſen über Frankreich geſchrieben werden, für das Ausland
beſtimmt ſind. Die Furcht, verkannt und mißachtet zu werden,
beſeelt ſie, ſie klingen oft nach leidenſchaftlicher Rechtfertigung.
Sie wurzeln in dem Gefühl, bei jeder internationalen
Aus=
einanderſetzung iſoliert zu bleiben und für das Geiſtesleben der
anderen nichts zu bedeuten. Gleichzeitig ertönt — in der Preſſe
Am Dienskag vorausſichtlich keine Enkſcheidung.
Leipzig, 21. Oktober.
Die Beratungen des Staatsgerichtshofes für das Deutſch
Reich über das Ergebnis und die Entſcheidung zur Staatsrechts
klage Preußen—Reich, werden in den Amtsräumen des Reichs
gerichtspräſidenten geführt. Die Beratungen ſind noch nicht beende
und man bezweifelt in eingeweihten Kreiſen lebhaft, daß es übex.
haupt möglich iſt, dieſe Beratungen bis zu dem vorläufig in Aus
ſicht genommenen Verkündungstermin am kommenden
Diensta=
abzuſchließen.
TU, Tokio, 21. Oktober.
Amtlich wird mitgeteilt, daß das Außenminiſterium und da
Marineminiſterium nach gemeinſamen Beratungen beſchloſſen
haben, den Vorſchlag des Präſidenten Hoover zur Verminderung Kum
der Seeſtreitkräfte um ein Drittel unter allen Umſtänden abzin
lehnen, und zwar im Intereſſe der japaniſchen Landesverteidigung
Ein kimmerlicher Berſuch!
dsk. Saarbrücken, 21. Oktober.
Bisher hat das kümmerliche Häuflein ſaarländiſcher Separc.
tiſten, das ſich in dem ſogenannten Saarbund zuſammengeſchloſſe
hat, erſt ein einziges Mal verſucht, als politiſche Partei aufzu
treten. Das war bei den Landesratswahlen im Jahre 1924. Da
Ergebnis war ein glänzender Reinfall; denn man konnte nicht ei
einziges Mandat erringen. Noch bei den diesjährigen Landesrats
wahlen hat der Saarbund keine Liſte aufgeſtellt, ſo daß ſich nu
ſolche Parteien um die Sitze im Landesrat bewarben, die vorbe
haltlos für die Rückgliederung der Saar nach Deutſchland eir
treten. Man wußte beim Saarbund ſehr genau, warum man auu
eine Liſte verzichtete. Man wollte nicht vor aller Welt zeigen
was man doch eigentlich für ein erbärmliches Grüppchen ſei.
Nun ſind am 13. November im Saargebiet Kommunalwahlen
übrigens die letzten ſaarländiſchen Wahlen vor der Volksabſtinn
mung. Auch jetzt denkt der Saarbund nicht daran, etwa im ganze=
Gebiet mit eigenen Liſten aufzutreten. Er würde ja in den einzer
nen Orten noch nicht einmal die für einen Wahlvorſchlag notwen
digen Unterſchriften zuſammenbringen! Nur einen einzigen
Om=
hat man ſich ausgeſucht, nämlich die links der Saar, unweit
de=
lothringiſchen Grenze gelegene Ortſchaft Fürſtenhauſen=Fenn=
Dort hat ein franzöſiſcher Ingenieur eine ſogenannte „Unabhän
gige Arbeiter= und Bürgerpartei” gegründet. Er hofft dabei wahn
ſcheinlich die elſaß=lothringiſchen Arbeiter, die man vor Jahreni
Fenne angeſiedelt hat, als Kerntruppe benützen zu können. Dieſe=
Ingenieur hat eine Verſammlung zuſammenberufen, zu der dä
Saarbündler der ganzen Umgebung und Teile der ihm unten
ſtehenden Belegſchaft eingeladen wurden. In der Verſammlung
an der etwa 80 Mann — davon am wenigſten Einheimiſche —
teilnahmen, ſchimpfte dieſer Ingenieur zunächſt reichlich übe
Deutſchland, dann verurteilte er die angeblich im Saargebiet gege.
Frankreich betriebene Hetze. Dann ſchlug er ſich ſelbſt als Spitzer
kandidaten vor. Als er um weitere Kandidatenvorſchläge ba
herrſchte eiſiges Schweigen. Erſt als jemand in den Saal rieß
„Wer hat Mut?” wurden noch weitere Namen genannt. Damf
erklärte er ſich befriedigt; denn man brauche ja den Vorſchlag nickn
mit 23 Namen zu füllen, da man ja doch nur vier durchbekäm=
Alſo man bekam noch nicht einmal ſoviel Namen, um einen volll
ſtändigen Vorſchlag einreichen zu können.
Dieſer franzöſiſche Ingenieur hofft vielleicht durch ſeine polä
tiſche Tätigkeit ſich ein beſonderes Anſehen bei ſeiner vorgeſetzten
Behörde zu verſchaffen. Vielleicht hat er auch von dieſe
Auftrag erhalten. Es fehlt jetzt nur noch, daß man auf der Gruben!
zentrale Fenne beſchäftigte Arbeiter mit der Drohung der Entt
laſſung dazu zwingt, ihren Namen auf einen ſolchen
Wahlvor=
ſchlag zu ſetzen.
Auf jeden Fall aber — und das kann man mit Beſtimmthei
ſagen — wird man mit dieſer Liſte, die durch ihren Spitzenkand/:
daten deutlich genug als Franzoſenliſte gekennzeichnet iſt, einett
klaren Reinfall erleben.
1N
ungde
R
15
w
in
En
und in der Politik — der Ruf nach einer tatkräftigen Auslands=”
propaganda. Man flüſtert Schaudermärchen über die
Prope=
ganda der anderen — vor allem Deutſchlands und Italiens —
die überall anweſend ſein ſoll und vergißt, daß Frankreich ind
der Zeit, als ſein geiſtiger Einfluß überall zu fühlen war, nicht
mehr Propaganda machte als jetzt. Es geht nicht, ſich von allen
fremden Einflüſſen abzuſchließen und gleichzeitig im Mittelpunch
zu ſtehen. Daran kann keine künſtliche Propaganda etwas ändeſſ.
Es bedurfte der Weltwirtſchaftskriſe, die ja unendlich meſt.
als eine bloße Wirtſchaftskriſe iſt, in Frankreich dieſe Gedankels”
gänge aufkommen zu laſſen. Von der Erkenntnis bis zur L0l.
iſt nur ein Schritt. All die Erſchütterungen der letzten Jahfe‟
haben es aber nicht vermocht, den Anſtoß zu dieſem Schritt /4
geben und die Erſtarrung in der geiſtigen Haltung
Frankreige=
zu löſen ..
Eröffnungsfeier der Darmſtädter Volksbühne.
Im Kleinen Haus, das bis auf den letzten Platz gefun.
war, begrüßte geſtern anläßlich der Eröffnungsfeier der Darm.
ſtädter Volksbühne Herr Kreisſchulrat Storck die Erſchienenen
er bezeichnete es als oberſte Aufgabe der Organiſation, ſſal
dafür einzuſetzen, daß das Landestheater davor bewahrt bleige—
Geſchäftstheater zu werden, weil es ſonſt ſeiner Aufgabe, Kul
turtheater zu ſein, untreu werden müſſe. Man kann dieſe Ell”
ſtellung nur freudig begrüßen.
Dann zeigten ſich im bunten Wechſel eine Reihe von Kunle
lern und Künſtlerinnen, die zum Teil ſchon Lieblinge dee
Theaterpublikums geworden ſind und zum Teil es zu wekde.”
hoffen und dies auch ſicher werden. Der Eindruck ſolcher mel”.
oder minder improviſierter Abende muß natürlich ein zuſ
ſpältiger ſein. Die Künſtler vom Theater fühlen ſich im auge
meinen im Konzertſaal nicht ſo unbedingt wohl, wie auf Li"
Bühne, wo Koſtüm und Bewegungsfreiheit ſie ſo mächtig umle.
ſtützen; die kurzen Arien und ſonſtigen Bruchſtücke aus den Ve‟
ſchiedenen Opern, die zudem nie nach einheitlichen Geſichle
punkten zuſammengeſtellt werden können, verhindern die Le
ſchloſſenheit des Eindrucks. Andererſeits ſind dieſe Abende D
von großem Wert. Die Singenden treten in unmittelhe.
Fühlung mit dem Publikum, die neuen und jüngeren M.
glieder des Enſembles haben Gelegenheit, ſich dem Publitt.
vorzuſtellen, und die Neugierde und das Intereſſe für
kommenden Leiſtungen auf der Bühne zu ſtärken. Und das
auch geſtern abend in erfreulichſter Weiſe der Fall. Man Y0
eine ungewöhnliche Anzahl ungewöhnlich ſchöner Stimmen. Oe
glaube, daß es wenige Theater geben dürfte, die ſich deſſen.!
gleicher Berechtigung rühmen können. Suſanne Heilmann mäst.
als Aennchen (Freiſchütz), namentlich aber mit den pirtugs 8e
[ ← ][ ][ → ]Samstag, 22. Oktober 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 294 — Seite 3
Neue komainiſttſche Mnionat.
Vor verſtärkken revolukionären Maſſenakkionen der K. P.d. — Moskau forderk ſchnelleres Tempo der
Bolſchewiſierung Deukſchlands. — Heinz Neumann, der Leiter der Gruppenkämpfe, abgeſägl.
Eine bedeukſame Kaltſtellung.
* Berlin, 21. Oktober. (Priv.=Tel.)
Die Leitung der Kommuniſtiſchen Partei hat ſich kürzlich mit
1iter künſtigen Politik und dem bevorſtehenden Wahlkampf
be=
ha ftigt. Aus der „Roten Fahne” erfährt man jetzt einiges über
1. Sitzungsverlauf und die Beſchlüſſe. Von Intereſſe iſt hier
di glich die Kaltſtellung des Abg. Heinz Neumann, der jahrelang
Moskau und in der deutſchen Parteileitung führend tätig war.
hai wird jetzt vorgeworfen, daß er und andere Mitglieder „auf
ſrand ihrer politiſchen Fehler und Abweichungen von der Linie
er Partei mit den Methoden des Gruppenkampfes die
Wen=
ung der Parteiarbeit zur verſtärkten revolu=
„onären Maſſenpolitik zu ſtören verſucht hätten.” Neu=
Fann iſt denn auch einſtimmig verurteilt worden, wie ſich das
inter linientreuen Moskauern von ſelbſt verſteht. Damit hat ſich
ße Parteileitung von ihm und ſeinem politiſchen Kurs eindeutig
ſtanziert und Neumann dürfte nun wohl den gleichen Weg gehen,
ie andere Parteigenoſſen vor ihm, wenn ſie den Moskauer
Dik=
itoren unbequem wurden.
Recht aufſchlußreich iſt aber der Beſchluß der KPD. deshalb,
eil aus ihm hervorgeht, daß Neumann die treibende
ſraft der zahlreichen kommuniſtiſchen
Einzel=
etionender letzten Zeit geweſen iſt. Anders iſt
jeden=
ills die Wendung von den Methoden des Gruppenkampfes nicht
zyerſtehen. Aber nicht minder bedeutungsvoll iſt der Hinweis auf
de von der Partei angeſtrebte verſtärkte revolutionäre
Maſſen=
alitik. Wir wiſſen, daß die Kommuniſten von Moskau
us kürzlich neue Anweiſungen erhalten haben, ſich
ras mehr zu rühren und die kommenden Monate zu benutzen,
d Bolſchewiſierung der Maſſen voranzutreiben. Die „Rote Fahne‟
btätigt alſo dieſe Anweiſungen. Für die
Sicherheitsbehör=
dn iſt der Beſchluß gegen Neumann nicht minder beachtlich wie
ir jeden, der im politiſchen Leben ſteht. Hier wird ziemlich klar
un Ausdruck gebracht, daß ſich die Kommuniſten auf eine neue
Ifenſive vorbereiten, die nicht unbedingt in einer Vermehrung
de Verſammlungs= und Flugblattpropaganda zu beſtehen braucht.
Gregor Skraſſer an Hugenberg und Leipark.
Berlin, 21. Oktober.
In politiſchen Kreiſen Berlins hat die Rede ſtarke Beachtung
unden, die der Reichsorganiſationsleiter der NSDAP., Gregor
Errſſer, am Donnerstagabend in einer Verſammlung der
Natio=
alſozialiſtiſchen Betriebszellenorganiſation Groß=Berlin im
Eortpalaſt gehalten hat. Gregor Straſſer, der ſich ausführlich mit
Eyn und Weſen des „Deutſchen Sozialismus” auseinanderſetzte,
thiete einen Appell ſowohl an den Führer der DNVP., Dr.
kig enberg, wie an den Vorſitzenden des ADGB., Leipart.
It arbeiten, ſo führte Straſſer aus, mit jedem gemeinſam
zu=
kunen, der Deutſchland über alles ſtellt und Deutſchland retten
iA. Ich habe in der Rede Hugenbergs, die er am Sonntag vor
M7 Sozialpolitiſchen Ausſchuß ſeiner Partei gehalten hat, Worte
junden, die man von dieſer Seite her noch nie gehört hat.
Egenberg hat von der Notwendigkeit einer Entproletariſierung
* beutſchen Arbeiters geſprochen und die Arbeiterbewegung
be=
ſat, die auch wir bejahen. In Abwehr von Zwiſchenrufen bei der
ſynung des Namens Hugenbergs fuhr er fort: Ich glaube, daß
t3t alles für die Wahl geſprochen iſt und daß wir zu einer offe=
Politik kommen werden, die auch der Gegner anerkennt, bis
p Beweis des Gegenteils vom guten Willen. Ich verſtehe nicht,
um die DNVP. unbedingt Papen unterſtützt. Dagegen kann
rich auch mit den Ausführungen Hugenbergs einverſtanden
ſlären, ſoweit ſie das „international vagabundierende Kapital”
breffen. An die Adreſſe Leiparts gewandt, erklärte Straſſer,
Ausführungen des Vorſitzenden der Freien Gewerkſchaften vom
Oktober in Bernau eröffneten Ausblicke in die Zukunft, die
en mit freudiger Zuſtimmung erfüllen müßten. Leiparts
Ab=
enung der Gleichſtellung des nationalen Gedankens mit
ariſto=
btiſch=kapitaliſtiſchen Tendenzen hätten die Nationalſozialiſten
hn ſeit jeher verfochten. Wenn die Gewerkſchaften wirklich dieſe
Eerntnis hätten, müßten ſie ſich folgerichtig von den Heilmann
1 Hilferding trennen, ſich zum deutſchen Staat bekennen und der
Hiernationale entſagen.
ugenen Variationen von Adam „Ach Mama ich ſage dir”,
erſtützt von dem ebenſo virtuos flötenden Martin Geißler,
loininendſten Eindruck. Hier iſt zukunftsreiche
Koloratur=
habung vorhanden. Heinz Schlüter folgte mit der Arie des
A)ar (Freiſchütz) und ſpäter mit der Arie des Baculus
Rilwſchütz), die ſeine ſchöne Baßſtimme und ſeine Begabung
Komik beſonders eindrucksvoll geſtaltete. Gleich freundlichen
Klruck hinterließ die Wiedergabe der Arie der Anna aus den
Wig en Weibern von Windſor durch Charlotte Krauß; das iſt
ſie ergiebige warme Stimme voll lyriſchem Klangreiz. Einen
Abertigen erſten Baritoniſten ſcheint das Landestheater in
ried Urias gefunden zu haben. Er ſang die Arie des
ſtlrng und in der zweiten Abteilung die Arie aus dem
genden Holländer‟. Seine mächtig ſtrömende Stimme, die
Rtelligenz ſeines Vortrages wirkten überzeugend. Ebenſo
nhtig klingt die Baritonſtimme von Herrn Ritzhaupt. Das
hieewo” aus Othello wurde ſtürmiſch beklatſcht. Eine wunder=
Ne Stimme iſt der Sopran von Elſe Kment, die die Arie der
Aeiia aus dem Maskenball ſang und ſpäter Bruchſtücke aus
M=roubadour, zuſammen mit Ritzhaupt, der ſtets zuverläſſi=
9 uund überlegenen Anna Jacobs und Joachim Sattler, der
Henn mit dem ganz hervorragend geſungenen „Liebeslied” aus
Walküre und „Am ſtillen Herd aus den Meiſterſingera
Dſes daß er das Zeug zu etwas ganz anderem hat, als nur
nefeierte „Leopold von Darmſtadt” zu ſein. Kavellmeiſter
Zihler war am Flügel für alle der getreue Ekkehard. O.
*. Vuilleumier: Hilli, Hildebrand und Er. Klettereien über
inde Breitegrade. 300 Seiten. Broſch. 4,80 RM., Leinen
ſ.0 RM. (Amalthea=Verlag.)
Krieg iſt am Auslöſchen. Herbſt 1918. Die Grippe die
Peſt, wütet durch die aufgewühlte, ausgehungerte Welt.
ten in dieſe Wirrnis greift der junge Schweizer Achilles
Siri=
eän. Er iſt Krieg und Peſt entronnen und trifft als erſten
chen im neuen Daſein den eigentümlichen, rätſelhaften Dr.
orand Quinn. Dieſe Begegnung iſt eine Fügung des Schick=
Denn Quinn, der ſchon alle Berufe innegehabt hatte, der
Kriegsende als Spion für beide Teile arbeitete und ſich
oallb nicht mehr aus der ſicheren Schweiz fortbegeben kann;
nn, der in der Peſtzeit Krankenwärter war und nun das
monium bei den Mormonen ſpielt, dieſer ſeltſame Menſch der
ſee*5= und Nachkriegszeit, befreundet ſich mit Hilli Siriſan und
t den jungen Schweizer an ſeiner Statt in die Welt hinaus,
er ihm ſeinen Sohn, den verſchollenen Piotr Quinn, ſuche
eimbringe. Hilli greift zu. Ein neues abenteuerliches Leben
mt für ihn, ſeine Klettereien über fremde Breitegrade. In
ſſtſſten Farben und kraſſen Gegenſätzen ſpielen ſich Erleben und
ab. Gefängnis und Tropen, Meerfahrten und Untergang.
was Hilli Siriſan auf ſeiner abenteuerlichen Reiſe erlebt,
Wäirklichkeit, tatſächliches Geſchehen. Das iſt vielleicht das Selt=
Hohe Zuchkhausſtrafen für polikiſchen Terror.
Duisburg, 21. Oktober
Sechs Kommuniſten ſtanden geſtern vor dem hieſigen
Sonder=
gericht, um ſich wegen eines Ueberfalles auf einen
National=
ſozialiſten, öffentlicher Zuſammenrottung, tätlichen Widerſtandes
gegen Polizeibeamte und politiſcher Gewalttätigkeiten zu
verant=
worten. Der Anklage lag ein Zuſammenſtoß am 15. Auguſt in
Duisburg=Buchholz zugrunde, bei dem es zu Schlägereien zwiſchen
den Angeklagten und Nationalſozialiſten kam. Hierbei wurde ein
Nationalſozialiſt überfallen und mißhandelt. Eingreifende
Polizei=
beamte waren mißhandelt worden. Bei vier Angeklagten ließ ſich
eine Beteiligung an den Ausſchreitungen nicht einwandfrei
feſt=
ſtellen, dagegen wurde die Beteiligung zweier Angeklagten
nach=
gewieſen. Das Urteil gegen ſie lautete auf je 10 Jahre Zuchthaus.
Beide wurden ſofort verhaftet. Die übrigen vier Angeklagten
wur=
den freigeſprochen.
Die Nok im Bayeriſchen wald.
Straubing, 21. Oktober.
Dem Cheftedakteur des „Straubinger Tageblatts” gewährte
Reichsinnenminiſter Freiherr von Gayl in Kötzting eine
Unter=
redung über ſeine Eindrücke von der Oſtmarkreiſe. Der
Reichs=
innenminiſter entgegnete auf die Frage, welche allgemeinen
Ein=
drücke er vom Bayeriſchen Wald habe, er habe ſehr viel Elend
geſehen. Beſonders groß ſei die Not unter den Kindern. Die
Ur=
ſache der Not ſei die gleiche wie überall. Hier dürfte ſich aber das
Darniederliegen der Holzwirtſchaft beſonders auswirken. Der
Bayeriſche Wald iſt zweifellos Grenznotſtandsgebiet. Der
Grenz=
fonds ſei klein; er glaube aber, daß verſchiedene Arbeiten ſofort
in Angriff genommen werden könnten, vor allem der Straßenbau,
dann die kulturellen Dinge, Kinderſpeiſung,
Kleinkinderbewahr=
anſtalten, Kochkurſe für Mädchen. Vor allem müſſe man ſehen,
was im Rahmen des Freiwilligen Arbeitsdienſtes getan werden
könne. Auch die Hilfe für den Bayeriſchen Wald ſtehe und falle
mit der Ankurbelung der Wirtſchaft. Einen Vergleich des
Bayeri=
ſchen Waldes gegenüber Oſtpreußen hielt der Reichsinnenminiſter
für ungerechtfertigt. Oſtpreußen müſſe als vom Reich
abgeſchnit=
ten geſondert betrachtet werden. Der Vorwurf, der der
Reichs=
regierung im Hinblick auf Oſtpreußen gemacht werde, ſei
unge=
rechtfertigt.
Zwiſchenfälle bei einem Hungermarſch
in der Shakeſpeare=Skadt.
EP. London, 21. Oktober.
Zurzeit befinden ſich etwa zweitauſend Arbeitsloſe aus allen
Teilen Englands auf dem Marſch nach London. Sie wollen in
der Hauptſtadt Proteſtkundgebungen gegen die Durchführung
der Beſtimmungen über die Auszahlung der
Arbeitsloſenunter=
ſtützungen veranſtalten. — In der Shakeſpeare=Stadt
Stratford=
on=Avon iſt es bei einem ſolchen Hungermarſch zu ſchweren
Zwiſchenfällen gekommen. Eine Gruppe von 300 Arbeitsloſen,
die ſich auf einem Hungermarſch befindet, kam mit der Polizei
in Konflikt. Die Arbeitsloſen, die eine Nacht in den
Armen=
häuſern der Stadt verbracht hatten, waren mit der ihnen
ver=
abreichten Verpflegung unzufrieden. Als ihre Wünſche unerfüllt
geblieben waren, plünderten ſie die Anſtalten. Die Polizei
er=
ſchien und ſtellte die Ordnung wieder her. Bei den
Zuſammen=
ſtößen mit der Polidei wurden etwa 20 Arbeitsloſe mehr oder
weniger ſchwer verletzt. Der Hungermarſch wurde unter ſtarker
polizeilicher Bedeckung fortgeſetzt.
Handelsabkommen von Otkawa vom Unkerhaus
angenommen.
WTB. London, 21. Oktober.
Das Unterhaus nahm geſtern mit 451 gegen 84 Stimmen die
Finanzentſchließung an, in der die Handelsabkommen von Ottawa
gebilligt werden.
Momenkaufnahme von den ſchweren Arbeiksloſenunruhen in London.
Zum Beginn der Woche
kam es zum erſten Male ſeit
langer Zeit auch in London
zu ſchweren Zuſammenſtößen
zwiſchen der Polizei und
Ar=
beitsloſen, die dagegen
pro=
teſtierten, wie in
Unter=
ſtützungsfällen der Grad ihrer
Bedürftigkeit überprüft
wer=
den ſollte. Starke berittene
Polizei=Abteilungen wurden
eingeſetzt, deren Vorgehen die
Menge durch Werfen von
Feuerwerkskörpern unter die
Pferde zu verhindern ſuchte.
20 Perſonen, darunter fünf
Poliziſten, wurden
verwun=
det. Das Bild zeigt den
Ein=
ſatz der berittenen Polizei am
Dienstag abend im ſüdlichen
London. — Wie der engliſche
Innenminiſter im Unterhaus
erklärte, ſeien die Unruhen
nach beſonderen Anweiſungen
der Moskauer
Kommuniſten=
zentrale ausgeführt worden.
Die Unruhen in London und
Belfaſt werden im Unterhaus
bei der bevorſtehenden
De=
batte über die
Arbeitsloſen=
hilfe noch einmal zur Sprache
kommen.
Die Verhandlung gegen
drei Arbeiter, die geſtern bei
der Eröffnung eines
See=
mannsheimes gegen Prinz
Georg demonſtriert hatten und verhaftet wurden, führte heute
im Oſten Londons zu neuen Zuſammenſtößen.
Eine große Menge Arbeitsloſer verſammelte ſich vor dem
Polizei=Gericht und bombardierte es mit
Steinen und Flaſchen.
Maka Hari im Film.
Dieſer Film (Union=
Theater) iſt ein
Doku=
ment eigener und
viel=
fältiger Art. Er iſt das
Dokument einer
ſchö=
nen Frau, die den
tragiſchen oder auch
hel=
diſchen Tod ſtirbt, den
ihr ein Urteil des
fran=
zöſiſchen Kriegsgerichts
als Spionin bereitete.
Dieſer Tod ſchloß ein
bewegtes Leben ab, das
aus Tiefen zu höchſten
Höhen führte und durch
ſeine
Schickſalsverbin=
dung mit dem Weltkrieg
geſchichtlich wurde.
Dieſer Film iſt zum
zweiten ein
künſt=
leriſches Dokument
allerſtärkſten
For=
mats. Er zeigt eine
Schauſpielerin, die ſeit
Greta Garbo als Mata Hari. langem den Beinamen
die Göttliche hat. So
lange ſchon, daß die Feder des Kritikers ſich ſträubt, ihn immer
wieder zu ſchreiben und daß doch, ihre Kunſt wahr zu
wür=
digen, kaum ein anderer Ausdruck übrig bleibt. Greta
Garbos Schauſpielkunſt iſt in dieſem Film ganz groß. Sie
iſt ſo groß, daß ſie völlig vergeſſen läßt, daß Greta Garbo
Mata Hari darſtellt und daß der Film eigentlich um dieſer Mata
Hari willen gedreht wurde.
Es wird dadurch völlig nebenſächlich, ob und wie weit
die Filmhandlung Geſchichte ſchreibt oder der Geſchichte
ent=
nommen iſt. Gewiß iſt die Regie eine glänzende Leiſtung.
Gewiß iſt auch die übrige Darſtellung zum großen Teil
erſt=
klaſſig. Schwächen einzelner Darſteller werden überſehen. Gewiß
iſt auch, daß der Bau der Handlung in dieſem Film voller
Spannungen iſt und vielfach Momente zeigt, die ins allertiefſte
erſchüttern. Ueber allem aber ſteht die ſchauſpieleriſche
Kunſt der Greta Garbo.
Daß die Garbo fabelhafte Koſtüme, dank ihrer blendenden
Figur mit ebenſo fabelhafter Selbſtverſtändlichkeit zu tragen
weiß, daß ihr die ganz große Dame, vornehmlich die mondäne,
Die Geſchäfte des Viertels ſchloſſen ihre
Läden aus Furcht vor Plünderungen. Polizei zu Perde
und auf Kraftwagen wurde in großem Umfange eingeſetzt
und trieb die Menge auseinander. Zahlreiche
Verhaf=
tungen wurden vorgenommen.
beſonders liegt, iſt allgemein bekannt. In dieſem Film zeigt ſie
eine neue Nüance ihrer Schauſpielkunſt, die ſchlechthin
unüber=
troffen iſt.
Es iſt nicht womit ſie packt, in Bann ſchlägt, wenn ſie auf
geſellſchaftlicher Höhe lebt. Wenn ſie in den Mittelpunkt alles
Geſchehens geſtellt wird. In den des üppigen glanzvollen
Lebens der großen Welt, oder auch in den „unheimlichen” der
Filmhandlung. Wenn etwa ihr Geſchick ſich zu erfüllen droht
und ſie kalten Blutes allem ins Auge ſieht, mit dem ſie ja in
ihrer Aufgabe als Spionin ganz großer Klaſſe jede Minute
rechnen muß. Auf der Höhe ihrer Schauſpielkunſt iſt Greta
Garbo, wenn ſie aus dieſer ſtoiſch=heldiſchen Selbſtſicherheit
herausgeriſſen wird, wenn aus der im Spiel um den höchſten
Einſatz, ums Leben, ſo Sicheren, wenn aus der Spionin das
Weib wird. Wenn ihres Schickſals letzte Entſcheidung die
Liebe zu fällen hat.
Dieſer faſt unmerkliche, aber darum doppelt erſchütternde
Uebergang zeigt Greta Garbo auf der Höhe ihrer Kunſt. Weil
ſie hier gar nicht mehr Theater ſpielt, weil ſie lebt!
Und dann, das Letzte und Höchſte: Greta Garbo, ganz
ſchlicht in der Todeszelle, ohne jeden Schmuck, das Haar ganz
ſtreng zurückgekämmt, im tiefſchwarzen Kleid, ſo daß alles, was
ihrer Kunſt Rahmen geben könnte, von ihr genommen iſt.
Wie ſie in dieſer Situation den blinden Geliebten empfängt,
ihn tröſtend täuſcht über ihr bevorſtehendes Ende, wie ſie ſelbſt
zuſammenzubrechen droht über das in wenigen Minuten
Kommende, das iſt keine ſchauſpieleriſche Leiſtung mehr, das iſt
erſchütterndes, aufwühlendes Leben und Erleben.
Wie geſagt, hinter dieſer Größe der Darſtellungskunſt tritt
alles zurück. Es wird unwichtig, daß der Film eigentlich das
Leben und den Tod der Spionin Mata Hari zeigen,
verleben=
digen will. Es bleibt unwichtig, zu betonen, oder ſich daran
zu erinnern, daß die Perſönlichkeit der Tänzerin nach
akten=
näßiger Darſtellung noch immer umſtritten iſt. Der Film zeigt
Mata Hari eben als Spionin. Seltſamerweiſe erſpioniert ſie
in Paris bei ruſſiſchen Offizieren die Aufmarſchpläne
und wird ſchließlich doch vom franzöſiſchen Kriegsgericht
verurteilt. Es geht aus der Filmhandlung auch nicht hervor,
zu=
gunſten welcher Armee Mata Hari ſpioniert, wenngleich nur
die deutſche in Frage kommen kann. So iſt der Film letztlich
ohne Tendenz. Es kam der Regie wohl ausſchließlich darauf an,
zu zeigen, wie das Schickſal der einzigartigen Frau ſich erfüllen
mußte, deren letztes Wirken ihren Namen der Welt greller und
intenſiver einhämmerte, als ihre Kunſt, ſo ſehr ſie einſt auch
gefeiert war. Die weiſe Beſchränkung darauf, die Kunſt der
Greta Garbo ſtellt dieſen Film mit an die Spitze aller ſeiner
Leiſtungen.
M. St.
Seite 4 — Nr. 294
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 22. Oktober 1932
O
Otto Kaul
Elfriede Kaul
geb. Lang
Vermählte
Mathildenstr. 31
Trauung: Samstag, den 22. Oktober,
3 Uhr, in der Pauluskirche, (*
Schreib-
maschine
vermietet
Garl Winkel
Darmstadt,
Rhein-
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bitten wir auf dieſem Wege innigſten Dank
entgegen zu nehmen. Ganz beſonders danken
wir Herrn Pfarrer Heß für ſeine troſireichen
Worte am Grabe, ſowie für die Blumen= und
Kranzipenden.
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Entſchlafenen ſo großen Anteil
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[ ← ][ ][ → ]Samstag, 22. Oktober 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 294 — Seite 5
Aus der Landeshaupkſtadk.
Darmſtadt, den 22. Oktober 1932.
Opferkag des Euangeliſchen Bundes.
Unter dem Protektorat J. K. H. der Großherzogin.
Das Großherzogspaar hat ſein Erſcheinen zugeſagt.
Nachdem die Proben zur vollen Ausarbeitung des Programms
hührt haben, läßt ſich der hochkünſtleriſche Charakter
Feierſtunde erkennen. Die Dichtung von Frau Mathilde
ſerck, die muſikaliſchen Beiträge der Frau Kuhn=Liebel, die
Mek inſolo des Herrn Fritz Müller von der Städtiſchen Akademie
Tonkunſt, die Chöre der Madrigalvereinigung verbinden ſich
t der Handlung, dem Sprechchor und der Bühnenausſtattung zu
ſim vollendeten Wirkung.
Micht minder wird „Schulze Schoppe” der Wettermacher
„1 Glücksdorf, mit ſeinen reizenden Tänzen, Geſängen und ſeiner
ſilen Stimmung Beifall finden. 80 Perſone
inſen. Uidfer den ſcon Wenlſch Gelgnigegsene 1och
Fiei=
ſitoffe, eine Geige, Handarbeiten u. v. a. m. Das Gaswerk hat
ich einen Heißwaſſerapparat geſtiftet. Die Loſe ſind ſo billig,
jedermann ſich beteiligen kann. Auch die Speiſen und die
Ge=
lucke ſind äußerſt wohlfeil. Jedermann kann dort Kaffee
trin=
ind zu Nacht eſſen.
Ganz beſonders ſei nochmals auf die Zeiten für den Beginn
ugewieſen, da dieſe eine Aenderung erfahren mußten. Anfang
or, Saalöffnung halb 4 Uhr. Das Märchenſpiel beginnt um
Mr.
— Winterhilfsmaßuahmen der Reichsregierung zur
Verbilli=
ug von Friſchfleiſch für die hilfsbedürftige Bevölkerung.
Bezugs=
ien für das verbilligte Fleiſch ſind alle Darmſtädter Metzgereien
iſchließlich der Verkaufsſtellen des Bezirks=Konſum=Vereins. Die
hzugskarten gekangen bei Abholung der Unterſtützungen zur
Usgabe.
— Hohes Alter. Eine alte Darmſtädterin, Frau Eliſabeth
fönberger, geb. Wiener, Heſſiſcher Hof, feiert heute ihren
Geburtstag.
— Drumm=Quartett. Der erſte Kammermuſik=Abend des
dumm=Quartetts findet Freitag, den B. Oktober, im Kleinen
ſus des Heſſiſchen Landestheaters ſtatt. Zur Aufführung
ge=
lgen Werke von W. A. Mozart, unter anderm das berühmte
Arinetten=Quintett. Die Preiſe ſind niedrig gehalten, um es
ſin den heutigen Zeitverhältniſſen einem jeden zu ermöglichen,
9 Konzerte zu beſuchen.
Heſſiſches Landestheater.
Sonntag, 30. Oktober. Weiter fürmorgen; veränderlich
Heſſiſches Landestheater. Heute abend. 19.30 Uhr, wird
der Roſenkavalier” in der erfolgreichen Neuinſzenierung
hs Strohbachs unter muſikaliſcher Leitung von Dr. Hans
Emedt=Iſſerſtedt wiederholt. — Schillers „Wilhelm
III” im Heſſiſchen Landestheater, Morgen, Sonn=
8,30 Uhr, wird das von Guſtav Hartung neuinſzenierte
Sau ſpiel Schillers „Wilhelm Tell” in Szene gehen. In der
führung, deren Bühnenbilder Sigfried Sebba entworfen hat,
Ndes geſamte Schauſpielperſonal des Heſſ. Landestheaters be=
Gü gt. — Volksvorſtellung des „Waffenſchmied
mWorms” im Kleinen Haus. Morgen Sonntag abend
40 zu kleinen Preiſen (0.50 bis 2,50 RM.) Lortzings komiſche
M: „Der Waffenſchmied von Worms” in der Inſzenie=
Eg von Arthur Maria Rabenalt, Bühnenbild: Lothar Schenck
rapp geſpielt. Muſikaliſche Leitung: Fritz Bohne
— Erſtes Volkskonzert im Heſſ. Landestheater. Das erſte der
beliebten Volkskonzerte findet am Montag, den 24. Oktober, im
Gßen Haus ſtatt. Muſikaliſche Leitung: Dr. Hans
Schmidt=
tedt Die lange Jahre nicht mehr gehörte Serenade (An=
Nt0 für Blasinſtrumente von Rich. Strauß iſt ein
Jugend=
bi des größten deutſchen Komponiſten der Gegenwart. Beſon=
2 Intexeſſe dürfte die Erſtaufführung der Sinfonie
Concer=
te von Joſ. Haydn erregen. Gleichfalls als Erſtaufführung
blt das Orcheſter die „Kleine Luſtſpiel=Suite” von Hermann
Arſch, die bei ihrer Uraufführung auf dem Bremer
Ton=
ſitterfeſt vor zwei Jahren einen großen Erfolg hatte. Als
Ab=
ſaß kommt die Euryanthe=Ouvertüre von C. M. v. Weber
Wortrag. Inger Karzn ſingt „An die Hoffnung” von Max
eine Arie aus der Oper „Titus” von Mozart und die
UNoll=Arie der Klytämneſtra aus Glucks „Iphigenie in Aulis”,
Solt der Balkon Winterſchlaf halten?
Richtige Behandlung der Balkonpflanzen. — Das Blumenbrekk am Fenſter.
Der Balkon als Winkergarken. — Zukkerplaß für Vögel.
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gemneinſchaft. Der Datterich Pr. 060—0 90 Mk. Ea.
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Der Balkon, der für uns im Sommer eine Art von
Luftſana=
torium war, hält ſeinen Winterſchlaf. Die Käſten mit wildem
Spalierwein und die Balkonpflanzen müſſen nun richtig
aufbe=
wahrt werden, damit ſie möglichſt im nächſten Sommer wieder zu
gebrauchen ſind, ohne daß Koſten entſtehen. Man bringt die
Wein=
käſten am beſten in den warmen Kellerräumen unter, wo ſie gegen
Kälte geſchützt ſind. Auch die Kakteen und andere Balkonpflanzen
müſſen gut geputzt, geſäubert und in Räumen aufbewahrt werden.
die zwar kühl ſind, aber gegen Froſt geſchützt bleiben. Die
Haus=
frau, die ihren Balkon liebt, wird es aber auch im Winter
ver=
ſtehen, aus ihm einen ſchönen und nützlichen Ort zu machen. Sie
wird es vermeiden, alles Gerümpel der Wohnung auf dem
Bal=
kon unterzubringen, wo es einen wenig ſchönen Anblick gewährt.
Man darf nicht vergeſſen, daß der Balkon einen Teil der
Woh=
nung bildet, die auch von außen einen ſchönen Anblick gewähren
ſoll. Es iſt ein komiſcher Widerſpruch, wenn die Wohnung inne
vor Sauberkeit blitzt und mit ſchönen Möbeln und Teppichen
aus=
geſtattet iſt, während der Balkon von außen einen Anblick bietet
wie ein Rummelplatz. Man kann den Balkon auch im Winter zu
einem ſchönen Garten machen. Man kann z. B. in den eiſernen
Gittern, wo im Sommer die Weinkäſten und Blumentöpfe
unter=
gebracht waren, einige Töpfe mit Tannen aufſtellen, die einen
ganz entzückenden Anblick gewähren und beſonders im Winter, wo
die Natur mit Eis und Schnee bedeckt iſt, durch ihre grüne Farbe
das Gemüt erheitern und die Beziehungen zur Natur herſtellen.
Ganz reizend ſieht es auch aus, wenn die Wände des Balkons mit
Fichtenzweigen ausgeſtattet werden, die den Balkon auch in der
harten Winterszeit ſchmücken und ihm einen farbenfreudigen
An=
ſtrich verleihen. Wer Töpfe mit kleinen Tannen nicht kaufen will,
da ſie in der heutigen Zeit der Wirtſchaftsnot für viele nicht
er=
ſchwinglich ſind, der kann auch die Fichtenzweige dazu benutzen,
das Balkongitter damit zu ſchmücken. Sie bilden dann einen
Er=
ſatz für dieſe Zwergtannen. Beſonders wenn ihre Zweige nach
allen Seiten überhängen, bieten ſie einen entzückenden Anblick,
der nichts oder nur wenig koſtet. Der Balkon, ſoll auch im Winter
die Fortſetzung der Wohnung nach der ſchönen freien Natur hin
bilden und das Band darſtellen, das den Menſchen mit Wald und
Flur verknüpft. Ein derartig geſchmückter Winterbalkon, der durch
das Fenſter ſtets zu ſehen iſt, bildet eine ungewöhnliche Zierde der
Wohnung, zumal wenn dieſe zahlreiche bunte Winterblumen
auf=
weiſt. Auch dieſe Zimmerpflanzen erfordern eine richtige Pflege.
Sie müſſen auf dem Balkon ſo lange gehalten werden, bis die
erſten Knoſpen kommen, denn bis zu dieſer Zeit müſſen ſie
mög=
lichſt kühl gehalten werden, damit ſie nachher lange blühen. Erſt
wenn bereits Knoſpen zu ſehen ſind, dürfen ſie in das warme
Zimmer gebracht werden. Hier bilden ſie am Blumenbrett, das
nunmehr eine Art von kleinem Balkon bildet, einen wundervollen
Schmuck. Zwiſchen dieſem Blumenbrett und dem Balkon ſind
ge=
wiſſermaßen ſeeliſche Beziehungen vorhanden, die nicht gering
ge=
achtet werden dürfen. Nun hat es die Hausfrau in der Hand, den
Balkon noch in einer Weiſe zu beleben, die ihrem Herzen Ehre
macht. Sie kann ihn zum Futterplatz für die armen Vögel machen,
die im Winter bei dem froſtharten Boden nur wenig Nahrung
finden können und auf die Hilfe gütiger Menſchen angewieſen ſind.
Mit geringer Mühe und noch gerigneren Koſten können derartige
Futterplätze an dem Geſims oder an dem Balkongitter angebracht
werden. Die Vögel, die hier regelmäßig ihre Nahrung finden,
gewöhnen ſich bald daran, den Futterplatz zu beſuchen, und es
ent=
wickelt ſich ein heiteres, luſtiges Leben des kleinen befiederten
Völkchens. Den Dank für dieſe Bemühungen wird die Hausfrau
nicht nur in ihrer eigenen Seele finden, ſondern auch in der
Zu=
friedenheit der Vögelchen, die vor den Qualen des Hungertodes
im Winter auf dieſe Weiſe bewahrt werden können. Darum ſoll.
der Balkon keinen Winterſchlaf halten, ſondern er ſoll auch in der
kalten Jahreszeit der Schönheit und dem Mitleid mit der armen
4. 4.
Kreatur dienen!
Lehrgang für erſte Hilfe bei Unglücksfällen.
—Das Heſſiſche Rote Kreuz wird auch in dieſem
Jahre wieder einen Lehrgang für Frauen und
Mädchen in der erſten Hilfe bei Unglücksfällen und in den
Anfangsgründen der Krankenpflege abhalten. Dieſer Lehrgang,
der von Herrn Geh. Medizinalrat Dr. Happel geleitet wird.
ſoll am Donnerstag, den 27. Oktober, abends 19 Uhr, im
Feſtſaal der Ludwigs=Oberrealſchule, am Kapellplatz,
beginnen. Der Beginn iſt auf dieſe ſpäte Stunde gelegt
wor=
den, um auch ſolchen Frauen und Mädchen, die beruflich tätig
ſind, eine Teilnahme zu ermöglichen. Um geäußerten Wünſchen
zu entſprechen, ſoll auch auf praktiſche Uebungen beſonderer Wert
gelegt werden, wobei Schweſtern des Alice=Hoſpitals den Leiter
des Kurſus unterſtützen werden. Es iſt für jede Frau und für
jedes Mädchen von Wichtigkeit, ſich Kenntniſſe und Fertigkeiten
in der Krankenpflege anzueignen, die man bei Krankheiten in
der Familie anwenden kann; auch bei Unfällen iſt es unter
Um=
ſtänden entſcheidend für die Geneſung des Verletzten, daß ſofort,
bis zur Ankunft des Arztes, das Entſprechende geſchieht. Wir
hoffen deshalb, daß recht viele Frauen und Mädchen von der
nun gebotenen Gelegenheit Gebrauch machen. Anmeldungen
bittet man bis zum 27. Oktober 1932 vormittags zwiſchen 10 und
12 Uhr. im Geſchäftszimmer des Heſſiſchen Landesvereins vom
Roten Kreuz. Paradeplatz 4. oder in demienigen des Alice=
Frauenvereins. Dieburger Straße 21 zu erklären. Der
Unter=
richt iſt koſtenlos. Die Einſchreibegehühr beträgt 2 RM. und
dient zur Deckung der entſtehenden Reinigungs= und
Beleuch=
tungskoſten, ſie iſt bei der Anmeldung zu entrichten.
Dr. Daniel Greiner-Ausfkellung.
Die am vergangenen Sonntag im Gewerbemuſeum,
Neckar=
ſtraße 3, eröffnete 30=Jahresſchau Dr. Daniel Greiners
hinter=
läßt bei den Beſuchern der Ausſtellung einen nachhaltigen
Ein=
druck. Schon zu Beginn der Ausſtellung zeigte ſich das große
Intereſſe durch die große Beſucherzahl, die ſich täglich vermehrt.
Die Greinerſche Kunſt iſt mit dieſer Ausſtellung für das hieſige
kunſtſinnige Publikum zum erſten Male in ſolch breitem Umfange
zugängig gemacht. Der Herr Staatspräſident Dr. Adelung, der
ſchon ſeit Jahren die Greinerſche künſtleriſche Tätigkeit mit
größ=
tem Intereſſe verfolgt, beſuchte am Montag die Ausſtellung und
verweilte dort längere Zeit. Infolge vielfacher Anregungen aus
dem Kreiſe der Teilnehmer an der Eröffnungsfeier der Greiner=
Ausſtellung, denen die Ausführungen des Künſtlers tiefſten
Ein=
druck gemacht haben, wird Dr. Greiner an einem der nächſten
Sonntage ſeine Ausführungen über ſeine Kunſt erweitern und
vertiefen um das Thema: Der Künſtler als ſchöpferiſcher
Menſch”, worauf an dieſer Stelle noch näher hingewieſen wird.
Bei Neunalgien, Konf-oder Hessersckmaden
ninm duß hasch witkendle Eibrovanikke.
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Eine öffentliche Gymnaſtikſtunde hielt geſtern abend, von
der „Volkshochſchule aus, die Diplom=Gymnaſtiklehrerin Frl.
Wilma Hofmann, in der Turnhalle der Viktoriaſchule Mit
einer Gruppe von Schülerinnen, Anfängern und
Fortgeſchrit=
tenen, zeigte ſie den Zuſchauern eine einfache Arbeitsſtunde ohne
irgendwelche einſtudierten Vorführungen. Zunächſt grundlegende
Arm= und Beinbewegungen des Gehens und Laufens. Atem= und
Entſpannungsübungen. Sodann komplizierte Körperübungen,
Beugen, Strecken, mannigfaches Anſpannen und Lockern, dazu
kleine Uebungen in Paaren oder Gruppen. — Intereſſierte
hat=
ten ſo die beſte Gelegenheit, ſich mit der Unterrichtmethode der
Lehrerin, die von der Bewegungslehre Laban ausgeht, bekannt
*
zu machen.
77 Der Lehrgang der Landwirtſchaftlichen Schule Darmſtadt
(Riedeſelſtraße 61) beginnt am 7. November.
Varieté im Orpheum. Heute, Samstag, ſowie Sonntag
und Montag, abends 8.15 Uhr, gelangt das ſenſationelle
Eröff=
nungs=Varieté=Programm zur Darbietung. — In dem
abwechſ=
lungsreichen Spielplan wurde noch eine hervorragende
Jongleur=
nummer, Willio Arnoldi, genannt der deutſche Raſtelli,
einge=
fügt. — Morgen Sonntag, nachmittags 3½ Uhr gelangt das
Märchen „Dornröschen” in neuer Einſtudierung einmalig
zur Aufführung. (Siehe Anzeige.)
* Ein Ruhmesblaft der Heſiſchen Dragoner.
Als Mitte Oktober 1914 in Flandern der Vorſtoß engliſcher
Truppen bei Ypern von deutſchen Truppen aufgefangen worden.
war, erhielt die Kavallerie den Auftrag, den ſich in jener
Ge=
gend verſchanzten Feind anzugreifen. Die beiden Heſſiſchen
Dra=
goner=Regimenter beteiligten ſich bei dieſem Angriff, und zwar
erſtmalig rein infanteriemäßig, alſo zu Fuß und nur mit dem
Karabiner ausgerüſtet. Vom 21. bis 29. Oktober ſtehen rote
und weiße Dragoner Schulter an Schulter bei Kruiſeik und
grei=
fen den weit überkegenen und in befeſtigter Stellung befindlichen
Feind an. Ohne jegliches Schanzzeug hält es ſehr ſchwer, in dem
offenen Gelände vorwärts zu kommen, und das mörderiſche,
feindliche Artillerie= und Maſchinengewehrfeuer bringt große
Verluſte. Auch mangelte es auf unſerer Seite an Artillerie, die
die ſtark befeſtigten Stellungen des Feindes für unſere
anſtür=
menden Truppen hätten ſturmreif machen können. So kamen
die wiederholt angeſetzten Angriffe vorerſt nicht zur
Durchfüh=
rung. In tagelanger, zäher Ausdauer hatten ſich unſere Reiter,
trotz des gegneriſchen Feuers, bis an die vorderſten Gräben der
Engländer vorgearbeitet. Als dann endlich, am 26. Oktober, die
feindlichen Stellungen von unſerer Artillerie, unter wirkſames
Feuer genommen wurden, gingen unſere Eskadrons zum Angriff
über und überrannten die feindlichen Stellungen. Hierbei wurde
eine große Anzahl Gefangener gemacht, darunter mehrere
Offi=
ziere jeden Grades bis zum Oberſt. Es waren engliſche Garde=
Infanteriſten, und dieſe konnten es kaum faſſen, daß ſie von
Kavalleriſten, die nur mit dem Karabiner bewaffnet waren,
überwältigt worden waren.
Tagelang hatten unſere Dragoner, ohne jede Zufuhr. von
Lebensmitteln, in ihren Löchern und Gräben, vor dem Feind
aushalten müſſen. In den genommenen Stellungen, die noch bis
zum Weſtrand von Kruiſeik vorgetragen und gegen wiederholte
Gegenangriffe auch gehalten wurden, verblieben unſere Reiter
bis zum 29. Oktober, dann wurden ſie von anderen deutſchen
Truppen abgelöſt und wurden zurückgenommen. In einem
Armee=
befehl des Führers der 6. Armee, Sr. Kgl. Hoheit Kronprinz
Rupprecht von Bayern, wurde den Kavalleriſten für ihre ganz
beſonderen Leiſtungen ihre Aufopferung und zähe Ausdauer
Dank und Anerkennung ausgeſprochen.
Dieſe Tage vor Kruiſeik forderten von unſeren beiden
Regi=
mentern aber auch ſchwere Opfer. Es fielen: 1 Offizier und
31 Unteroffiziere und Dragoner, verwundet wurden: 10Offiziere.
1 Fähnrich und 82 Unteroffiziere und Dragoner, vermißt wurden
16 Mann. So ſchmerzlich dieſe Opfer auch waren, ſo waren ſie
doch nicht umſonſt gebracht worden, denn durch die Ausdauer und
Hingabe unſerer Leute war in Flandern eine große Gefahr
ab=
gewendet worden. Jetzt, da ſich dieſe ſchweren, ruhmreichen Tage
jähren, wollen wir in Dankbarkeit unſerer gefallenen Helden
ge=
denken. So wird morgen, Sonntag, den 23. Oktober, abends
8.15 Uhr, zum Gedächtnis der in jenen Tagen bei Kruiſeik
Ge=
fallenen die Feuerſchale des Heſſiſchen Dragoner=
Denkmals entzündet werden. Die Angehörigen beider
Regimenter werden ſich zu einer kleinen, ſchlichten Feier bei der
einige Muſikſtücke zu Gehör kommen, vor dem Denkmal zuſam=
K.
menfinden.
* Das Salonorcheſter Fritz Wagner, das kürzlich gegründet
wurde, und ſich aus ausgebildeten Muſikern zuſammenſetzt, legte
in der Aula des Realgymnaſiums in einem Kreiſe Geladener von
ſeinem Können Zeugnis ab. Die Vortragsfolge, die in der
Haupt=
ſache klaſſiſche Muſik verzeichnete, brachte eine Reihe
außerordent=
lich ſchwieriger Stücke, die in ſo ausgezeichneter Weiſe, wie ſie hier
geboten wurden, nur von einem tadellos eingeſpielten und auf
ſich abgeſtimmten Orcheſter ausgeführt werden können. Ruſſiſche
Oſtern” und „Ungariſcher Tanz Nr. 5 und 6”, ſowie „Tancred=
Ouvertüre” wurden in techniſcher und tonlicher Vollendung
ge=
ſpielt. Ebenſo ſtarken Anklang fanden die Muſikſtücke aus „Romeo
und Julia”, aus „Die luſtigen Weiber von Windſor” und „
Or=
pheus”. Die dankbaren Zuhörer kargten nicht mit Beiſall für die
beachtenswert guten Leiſtungen des neugegründeten Orcheſters.
— Muſikfreunde werden darauf aufmerkſam gemacht, daß
bei den in kommender Woche in der Beſſunger Kirche
täglich (20 Uhr), ſtattfindenden Vorträgen des Herrn Direktor
P. Stuhrmann. Godesberg a. Rh. auf Wunſch das Mitglied der
Kirchengemeindevertretung Muſikdirektor Stammler den Inhalt
der Ausſprache in Tönen ausklingen läßt.
Die Auszahlung der Militärverſorgungsgebührniſſe und
der Invaliden= und Unfallrenten beim Poſtamt Rheinſtraße
be=
ginnt in den Wintermonaten (1. November bis 1. April) an den
Hauptzahltagen um 8 Uhr.
ENERAL-VERTRETER: HAAS & BERNHARD, DARMSTADT, RHEINSTRASSE 19/21
[ ← ][ ][ → ]Seite 6 — Nr. 294
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 22. Oktober 1932
Des Stahlhelms Dienſt am Kameraden.
Die ſoziale Bewegung der Fronkſoldaken=Organiſakion. — Stahlhelm und Wirkſchaft.
* Skahlhelm=Selbſthilfe.
Gelegentlich des geſtern abend abgehaltenen Pflichtappells
der Ortsgruppe Darmſtadt des Stahlhelm. B. d. F., hielt
Kame=
rad Hammel, nach der Erledigung der dienſtlichen
Angele=
genheiten, einen Vortrag über die Stahlhelm=
Selbſt=
hilfe, der eindrucksvoll Aufſchluß über dieſe ſoziale Bewegung
innerhalb der großen Frontſoldatenorganiſation gab. Nach
ge=
ſchichtlichen Darlegungen, in denen die Gründe zu ſuchen ſind für
die heute herrſchenden Verhältniſſe, und einer kurzen
ſchlaglicht=
artigen Beleuchtung dieſer vom lebensanſchaulichen Standpunkt
aus, mit der Feſtſtellung der Tatſache, daß man heute allgemein
zur Beſinnung zu kommen ſcheint, führte der Vorredner aus, die
einfache Pflicht der Selbſterhaltung hat zur Selbſthilfe des
Stahlhelmbundes naturnotwendig geführt. Es gilt den
Marxis=
mus zu brechen, um in dieſem und durch dieſen feſtgelegte
Mit=
tel und Kräfte der nationalen Idee zuzuführen. Beſtehenden
nationalen Arbeiterorganiſationen ſoll in keiner Weiſe Abbruch
getan werden. Der Kampf nationaler
Arbeitnehmerorganiſa=
tionen gegeneinander iſt unſinnig. Es gilt, alle die zu faſſen, die
nicht organiſiert ſind, die aber das gleiche Streben haben, das
der Stahlhelm verfolgt, die Befreiung und
Entpoli=
tiſierung des deutſchen Menſchen.
Darauf allein baut die Stahlhelmſelbſthilfe auf, die nur ein
Zweig der großen Bewegung des aus dem Frontgeiſt geborenen
Stahlhelms iſt. Er ſchuf den Stellennachweis und damit die
ſtarke Schutzbewegung für die Stahlhelm=Arbeiterorganiſationen
gegen Vergewaltigung oder Verdrängung durch marxiſtiſche
Gewerkſchaften. An die deutſchen Arbeitgeber iſt im eigenſten
Intereſſe der dringende Appell zu richten, dieſes Streben zu
achten und zu beachten zu unterſtützen, damit die
Selbſthilfe=
organiſation auch wirtſchaftlich ſo ſtark wird, daß ſie ihre
Glie=
der ſchützen kann. Es iſt nicht Notwendigkeit, daß
Arbeitneh=
mer und Arbeitgeber Gegner ſind. Notwendig und wichtig iſt
vielmehr, die Erkenntnis zu verbreiten, daß beide dem
Wirt=
ſchaftskörper ſich harmoniſch einordnen, daß der Arbeiter
wie=
der mit der Zelle der Wirtſchaft verbunden wird.
Die wirtſchaftsfriedliche Einſtellung der
Stahlhelmſelbſt=
hilfe ſchließt Teilnahme am Arbeitskampf nicht grundſätzlich aus.
Der Kampf aber um berechtigte Forderungen ſoll nur mit
geſetz=
lich erlaubten Kampfmitteln geführt werden und ſtets unter
Berückſichtigung der Intereſſen der Volksgemeinſchaft. Ganz
ſelbſtverſtändlich iſt für die Stahlhelmſelbſthilfe die Vermeidung
des die Intereſſen der Volksgemeinſchaft bedrohenden
Bürger=
krieges. Es iſt nutzlos, etwa politiſch Löhne zu erkämpfen,
wenn dadurch die Wirtſchaft bedroht, die Kaufkraft des
Ein=
zelnen geſchmälert und dadurch praktiſcher Erfolg verhindert
wird. Das Recht auf Arbeit ſoll jedem geſichert bleiben, die
Erwerbsloſigkeit hängt unmittelbar zuſammen mit der
Eigen=
tumsfrage, und dieſe wiederum eng mit der Wirſchaftskriſe.
Fra=
gen, die dieſe betreffen, laſſen ſich daher, nur im Rahmen der
Geſamtheit der Volksgemeinſchaft löſen.
Selbſtredend und naturgemäß bringen Ereigniſſe, wie Kriege
uſw. ſtarke Verſchiebungen natürlicher Wert= und
Eigentums=
verhältniſſe. Was normalerweiſe auf breite Maſſen verteilt
war, häuft ſich in wenigen Händen und muß wieder, um normale
Verhältniſſe zu ſchaffen, in irgendeiner Form der Maſſe
zuge=
führt werden. Durch Verarmung auf der einen Seite entſteht
Warenanhäufung auf der anderen, und dadurch wiederum
Ar=
beits= und Erwerbsloſigkeit und im Kreislauf wieder
Vermin=
derung der Kaufkraft und Einſchränkung der Produktion, mit der
Folge der Arbeitsloſigkeit. So iſt auch die heutige
Wirtſchafts=
lage Folge des Krieges und der Tributzahlungen. Aufgabe des
Staates muß es ſein, einen neuen Mittelſtand zu ſchaffen, damit
der Arbeits=, der Erzeugungs= und Verbraucherſtatus wieder ſich
harmoniſch angleichen. Dieſe Aufgabe will die
Stahlhelm=
ſelbſthilfe unterſtützen.
Sie kennt kein Bonzentum keine hohen Verwaltungskoſten.
Die Verwaltungen erfolgen ehrenamtlich. Grundlage iſt die
Gemeinſchaftshilfe. Einzahlungen (Beiträge) bleiben
dem Einzahler in Form von Sparguthaben und werden
gege=
henenfalls zurückgezahlt, nach Abzug von nur etwa 3 Prozent
Verwaltungskoſten. Die Sparguthaben werden in Fällen ſozialer
Not zurückgezahlt, unter Wahrung einer gewiſſen Sperrfriſt.
Aus den angeſammelten Kapitalien werden Unterſtützungen
ge=
zahlt, auch bei Arbeitskämpfen bei Maßregelung wegen
nationa=
ler Betätigung, bei Erwerbsloſigkeit uſw. unabhängig von der
ſtaatlichen Erwerbsloſenfürſorge, im Rahmen der geſetzlichen
Be=
ſchutz gewährt. — So iſt die Stahlhelmſelbſthilfe des
Stahl=
helms Dienſt am erwerhsloſen Kameraden und Dienſt an der
ſozialen Befreiung und Entproletariſierung, ganz im Dienſt der
Stahlhelmbewegung überhaupt.
Der Ortsgruppenführer von Geldern ſprach dem
Vortra=
genden den Dank der Kameraden aus und gab der Hoffnung
Ausdruck, daß bald alle Stahlhelmer der Selbſthilfe beitreten
mögen. — In ſchöner Kameradſchaft blieb man, wie immer, noch
**
einige Stunden beiſammen.
* Aus dem Gerichksſaal.
Aw. Wieder einmal hatte die Große Strafkammer
am Dönnerstag einen Landfriedensbruch zu
ver=
handeln. Elf Angeklagte aus Offenbach ſitzen auf der
Anklagebank, weil ſie beſchuldigt werden, am letzten
Wahlſonn=
tag drei Nationalſozialiſten und ein nationalſozialiſtiſches
Ehe=
paar verhauen zu haben. Bis auf zwei wohnen alle Angeklagten
in einem Haus, in demſelben, in dem auch das Ehepaar wohnt.
Irgendwie war in das ſonſt gute Verhältnis ein Mißton
gekom=
men, ſo daß etliche der jungen Leute das Ehepaar nicht mehr
grüßten. Am Wahlſonntag nun holten die drei
Nationalſozia=
liſten die Frau ab, um ſie auf ihrem Gang zur Wahlurne vor
eventuellen Angriffen zu ſchützen. Beim Weggehen hatte der
eine von ihnen irgendeine Bemerkung gemacht, durch die ſich der
erſte Angeklagte beleidigt fühlte, und als die drei die Frau
zu=
rückbrachten, ſtellte er ihn zur Rede, und daraus entwickelte ſich
bald eine Schlägerei bei der ſich dann auch etliche von den
an=
deren beteiligten. Selbſt der Staatsanwalt hält den Tatbeſtand
des Landfriedensbruchs nicht für gegeben. Dem ſtimmt auch das
Gericht zu, und nicht etwa, weil die Unſchuld der Angeklagten
einwandfrei erwieſen ſei, ſondern weil die Zeugen teilweiſe
ge=
radezu eklatant verſagt hätten. Das Gericht verurteilt den
dritten Angeklagten wegen gefährlicher
Kör=
ververletzung aus politiſcher Gegnerſchaft nach
der Notverordnung vom Juni d. J. zu der
Mindeſt=
ſtrafe von drei Monaten Gefängnis. Der erſte
Angeklagte erhält, da politiſche Motive bei ihm nicht einwand=
wurden
geſprochen
Aw. Wegen vorſätzlicher, gefährlicher
Körper=
verletzung aus politiſchen Motiven und
unbe=
fugten Waffentragens hat ſich am Freitag ein junger
Nationalſozialiſt aus Königſtädten zu
verantwor=
ten. Seit den letzten Wahlen war es auch in Königſtädten, deſſen
Einwohner ſich bisher ungeſtörten Friedens erfreuen konnten, zu
Unruhen zwiſchen den feindlichen Parteien gekommen, und ſeit
die Nationalſozialiſten einige Kommuniſten wegen
Plakatab=
reißens vexprügelt hatten, fühlten ſie ſich ſtändig bedroht und
verfolgt. So ging es auch dem heutigen Angeklagten. Er ſah
Menſchen und hörte Pfiffe wo andere nichts ſahen und hörten,
und in ſeiner Angſt tat er gerade das Verkehrte: Als er am
9. Auguſt nachts allein nach Hauſe mußte, ſteckte er in die
Hoſen=
taſche eine große Weinbergsviſtole und in die Hand nahm er
eine elektriſche Taſchenlampe und leuchtete jeden an, der ihm
entgegenkam. Kurz vor ſeinem Hauſe ſtanden zwei Menſchen
zu=
ſammen, die er auch anleuchtete, und als der Mann ſich das
ganz ruhig verbat und dabei einen Schritt aus dem Licht in
den Schatten trat, vermutete der Angeklagte ſchon einen Angriff
und ſchoß dem anderen eine Ladung Schrot in die Hand und
ins Bein. Der ſprang daraufhin natürlich hinter ihm her und
da ſchoß er ein zweitesmal in das Geſicht des Mannes und ein
drittesmal in die Luft. Zum Glück gab es nur leichte
Ver=
letzungen. Der Angeklagte behauptet nach wie vor, er habe ſich
angegriffen gefühlt; die Beweisaufnahme ergibt jedoch
einwand=
frei, daß er dazu nicht den geringſten Anlaß hatte. Das
Ge=
richt billigt ihm jedoch für den zweiten Schuß vermeintliche
Not=
wehr zu. Aber auch im erſten Fall hält es ihm ſeine große
Angſt zugute und verurteilt ihn nur wegen fahrläſſiger
Körperverletzung zu drei Monaten Gefängnis,
abzüglich einem Monate Unterſuchungshaft. Von einer
Geld=
ſtrafe könne indes gar keine Rede ſein, denn es ſei ſchon eine
ganz grobe Fahrläſſigkeit, wenn man mit einer derartigen
„Kanone” direkt auf einen Menſchen ſchieße. Unter das
Schuß=
waffengeſetz fällt ſeine Piſtole nicht, ſo daß er wegen unbefugten
Waffentragens nicht verurteilt werden kann.
— Die Helia=Lichtſpiele zeigen heute und folgende Tage Paul
Wegener in dem ſpannungsreichen, phantaſtiſchen Filmwerk „
Un=
heimliche Geſchichten”, der unter Richard Oswalds Regie nach
Novellen von Edgar Allan Poe und Louis Stevenſon
entſtan=
den iſt.
— In den Palaſt=Lichtſpielen ſieht man heute und folgende
Tage einen ſenſationellen Kriminaltonfilm aus der Unterwelt
einer amerikaniſchen Großſtadt „Straßen der Weltſtadt”
— Helia=Lichtſpiele. Im Rahmen der beliebten Film=
Mor=
genfeiern wird am Sonntag vormittag 11.15 Uhr der intereſſante
Kultur=Tonfilm „Auf Tigerjagd in Indien” wiederholt.
Jugend=
liche haben Zutritt
Tagesordnung zur Sitzung des Provinzial=Ausſchuſſes am
22. Oktober 1932, vormittags 9 Uhr. 1. Klage des Heſſ.
Bezirks=
fürſorgeverbands Stadt Worms gegen 1. den heſſ.
Bezirksfür=
ſorgeverband Kreis Groß=Gerau und 2. den
Landesfürſorgever=
band Volksſtaat Heſſen wegen Erſatzes von Fürſorgeaufwendungen
für die Familie Friedrich Hetzel. 2. Klage des heſſ.
Bezirksfür=
ſorgeverbands Stadt Worms gegen den heſſ.
Bezirksfürſorgever=
band Kreis Bensheim wegen Erſtattung von
Fürſorgeaufwendun=
gen für die Familie Otto Engel und deren Uebernahme in eigene
Fürſorge, 3. Klage des preuß. Bezirksfürſorgeverbands Stadt
Frankfurt a. M. gegen den Landesfürſorgeverband Volksſtaat
Heſſen wegen Erſatzes von Fürſorgeaufwendungen für den Emil
Schäfer, 4. Berufung des Heinrich Eggel zu Wattenheim und vier
Genoſſen gegen das Urteil des Kreisausſchuſſes des Kreiſes
Bens=
heim vom 4. Dezember 1931 wegen Anforderung von
Entwäſſe=
rungskoſten.
Briefkaſfen.
R. hier. Der Erſatzanſpruch verjährt in 4 Jahren vom Ablauf
des Jahres ab, in dem der Anſpruch entſtanden iſt.
B. in St. Der Gerichtsvollzieher iſt mit Bewirkung der
Räumung vom Kläger zu beauftragen.
* Eine Verſammlung des Hypokhekengläubiger=
und Sparer=Schußverbandes,
Ortsgruppe Darmſtadt, war für geſtern abend in den Fürſtenſaal
einberufen. Nachdem der Verſammlungsleiter, Prof. Axt, die
Erſchienenen begrüßt und auf Zweck und Ziele des Verbandes
hin=
gewieſen hatte, referierte Juſtizrat Lindt über das Thema
Schützt den Sparer, helft dem Volk”. Redner
er=
innerte zunächſt an die ſchweren Schädigungen der Sparer in den
Inflationsjahren und die durchaus ungenügenden Aufwertungen.
Intereſſant ſei, daß bereits Goethe zu ſeiner Zeit bei der
fran=
zöſiſchen Aſſignatenwirtſchaft das Weſen der Inflation erkannt
habe, was u. a. aus einer Szene aus Fauſt, 2. Teil, zu erkennen
ſei. Der Referent verbreitete ſich dann über die
Aufwertungsge=
ſetze und die Stellung der alten Parteien, der DVP. und der
Deutſchnationalen zur Aufwertungsfrage. Erfolge ſeien von dem
Vertreter des Sparerbundes zwar zu verzeichnen jedoch habe
man ihm große Schwierigkeiten bereitet, ſo ſei das Volksbegehren
1926 unmöglich gemacht worden. Hierbei machte Referent eine
Ex=
kurſion in das Verfaſſungsrecht und erläuterte den Begriff des
„Referendum”. Er wies auf die Bedeutung des Volksentſcheids in
der Schweiz hin.
Weiter kam der Redner auf das Sparkaſſenweſen zu ſprechen.
Er verurteilte die von der Regierung genehmigten bankmäßigen
Betriebe in den Sparkaſſen, namentlich den Scheck= und
Wechſel=
verkehr und die Uebereignungsmöglichkeit beweglicher Sachen.
Dabei zeichnete er die Vorteile der Sparerſchutzkaſſen, die ſich z. B.
in Berlin, Frankfurt, Gießen uſw. befinden. Schließlich betonte er,
die Frage der Aufwertung ſei von internationaler Bedeutung, die
Aufwertungsfrage ſei noch keineswegs erledigt und müſſe demnächſt
auch wieder das Parlament beſchäftigen. Die Volksrechtpartei und
der Sparerbund wollen in Deutſchland wieder den alten
Grund=
ſatz von Treu und Glauben zum Recht verhelfen.
Dem lebhaften Beifall der Zuhörer gab der
Verſammlungs=
leiter nochmals beredten Ausdruck und ſprach dem Referenten
herz=
lichen Dank aus. Er unterſtrich deſſen Ausführungen und betonte,
die Arbeiten des Sparerbundes ſeien keinesfalls umſonſt geweſen.
Auch in Zukunft würden Männer wie Präſident Dr. Beſt. Graf
Poſadowſky, der ſeitherige Reichstagsabg. Bauſer und viele
an=
dere für das Recht eintreten. Man möge ſie in ihrem Beſtreben
unterſtützen und ermöglichen, daß Vertreter im kommenden
Reichstag die Ziele der Partei wirkſam vertreten könnten. Mit
nochmaligem Dank an die Verſammlung ſchloß er den Abend.
Jetzt Beutel 35 Pfg., Dose 40 Pfg. und 75 Pfg.
— Deutſcher und Oeſterreichiſcher Alpenverein, Sektion
Darmſtadt. Die Reihe der Wintervorträge eröffnete Freitag
abend Herr Lehrer Walter Stöſſer aus Pforzheim der in der
ſehr gut beſuchten Monatsverſammlung über Hochtouren im
Wallis ſprach. In glänzendem friſchem, von jugendlicher
Begei=
ſterung getragenem Vortrag ſchilderte er die Bezwingung von
zwei beſonders gefürchteten Eisrieſen, der Montblanc=Nordwand
und der Dent d’Herens=Nordwand. Herr Stöſſer der ſchon
früh anfing, ſich in den Bergen zu üben, hatte bereits viele und
ſchwere Klettertouren in den Dolomiten vollbracht, als er im
Sommer 1929 zum erſtenmal in das Wallis kam. Mit ſeinem
Gefährten Fritz Schütt erſtieg er zuerſt das Zinnalrothorn.
Dar=
auf wurde das Matterhorn in einer Woche zweimal traverſiert.
Jetzt kamen größere Aufgaben daran. Die erſt einmal
durch=
ſtiegene Nordwand des Dent d’Hérens wurde in achtſtündiger,
ſchwerſter Eisarbeit glücklich bezwungen. Im nächſten Jahr
be=
ſtiegen dieſelben zweimal in einer Woche den Montblanc von
Süden zuerſt über den Peteretgrad, und dann durch die
furcht=
bare Eisrinne des Brenvatals. Von den enormen
Anſtren=
gungen und Schwierigkeiten gab der Redner eine ſehr
anſchau=
liche Schilderung, die noch beſonders durch die ſehr guten und
oft ſchauerlich maleriſchen Lichtbilder unterſtützt wurde. Der
Abend hinterließ bei allen Zuhörern einen tiefen Eindruck. Der
Deutſche und öſterreichiſche Alpenverein kann mit Recht auf dieſe
Taten ſeines Nachwuchſes ſtolz ſein.
50 000 RM. auf die Nummer 392 208. In der geſtrigen
Vor=
mittagsziehung der Preußiſch=Süddeutſchen Klaſſenlotterie fielen
50 900 RM. auf die Nummer 392 208. In der 1 Abteilung
wurde das Los in Achteln in Niederſchleſien geſpielt, während
die glücklichen Gewinner der 2. Abteilung, die ebenfalls mit
Achtelloſen beteilgt ſind, in Heſſen=Naſſau wohnen.
Tageskalender für Samstag, den 22. Oktober 1932.
Union=Theater: „Das Geheimnis um Mata Hari”; Helia=
Licht=
ſpiele: Unheimliche Geſchichten”; Palaſt=Lichtſpiele: „Straßen
der Weltſtadt”. — Reſi=Theater; „Ronny” — Orpheum:
Va=
rieté=Spielplan. — Konzerte: Café Ernſt=Ludwig, Hotel=Reſt.
zur Poſt. Alte Poſt, Reſt. Rehberger, Waldſchlößchen,
Herrn=
garten=Café, Bahnhofshotel Maxim, Sport=Café am
Böllen=
falltor — Städt. Akademie für Tonkunſt, Eliſabethenſtraße,
20.15 Uhr: Oeffentlicher Vortrag „Von der Umbildung der
ethiſchen Ideale‟.
Muſik und Zußball.
Es ſind uns Anfragen zugegangen, weshalb. Herr Gener alſ
muſikdirektor Roſenſtock Leiter des Fußballſpiels Bühn
gegen Preſſe am 12. 11. 1932 iſt. Ein Muſiker, und ke
aktiver Sportsmann! Wir haben unſeren Sportſachverſtändig
Halfback aufgefordert, unſeren Leſern eine erſchöpfende Auf
klärung zu geben. Herr Halfback ſchreibt uns: „Ihre Nachrit
vom 20. 10. 1932 habe ich erhalten und wundere mich ſehr, diſ
man in die Möglichkeit, einen Muſiker zum Schiedsrichter eine
Fußballſpiels zu wählen, Zweifel ſetzt. Das beweiſt mir.
die Anfragenden über die Aufſtellung einer Fußballelf nih
ganz im Klaren ſind. Eine Mannſchaft beſteht aus 11 May
Davon ſtehen 5 im Sturm. 3 in der Läuferreihe, 2 in der Va
teidigung und einer im Tor. Sie haben alſo 1. ein Quintell
2. ein Trio. 3. ein Duett und 4. einen Soliſten. Es iſt klar, Oi
die Leitung eines ſo verzwickten Enſembles, zumal doch die g9
neriſche Mannſchaft die gleiche Beſetzung aufweiſt, hohe muſi”
liſche Fähigkeiten vorausſetzt. Oder meinen Sie nicht, daß z.
der Zuſammenſtoß eines Quintetts mit einem Duett verſtäd 90
durch einen Soliſten, die greulichſten muſikaliſchen Diſſonanzu
hervorrufen könnte — wenn nicht ein Muſiker die Leitung
ſeinen Händen hält? Gewiß beſteht ja für dieſen Fall die M9/
lichkeit, daß ſich dieſe Diſſonanz in einen übermäßigen Septimel
akkord verdichtet, der ſich zu einem Tor auflöſt. Aber das
wie geſagt, nur eine Möglichkeit! Beſonders muß er daro
achten, daß z. B. die Melodie= (lies Ball=) Führung des Qu 10 fsſens
tetts mit derjenigen des Trios nicht in Widerſpruch gerät! A2) femn nm
dem Soliſten muß er ſeine ganz beſondere Aufmexkſamkeit w.
men. Sind dieſe Herren an und für ſich ſchon geneigt, die 2
ordnungen eines Leiters als überflüſſig anzuſehen, ſo muß a=
hier Herr Roſenſtock darauf achten, daß der Wohlklang zwiſchn
Duett und Soliſten gut durch das Stimmengewirr der andern
Mitſpieler hindurchklingt. Sie ſehen alſo, daß zwiſchen ein=
FeN.
Muſiker als Schiedsrichter und einem Fußballſpiel doch kauſa
Zuſammenhänge beſtehen.”
Soweit unſer Sachverſtändiger, Herr Halfback. Inwiew
dieſe gewiß logiſche Beweisführung zutrifft, können wir ni
entſcheiden Soviel uns bekannt wurde, trainieren die beid= eſchchte
dobei
Mannſchaften ſchon ſehr eifrig (eine davon ſogar bei Nacht).
mit ein wirklich erſtklaſſiger Kampf geboten werden kann. D.
Spiel findet auf dem Sportplatz des Sp.=V. 98 Darmſtadt, ai ſr0. M0
Böllenfalltor, ſtatt Beginn 14.30 Uhr, am Samstag, du ſiol die
ſtimmungen. Den Mitgliedern wird Rechtsberatung und Rechts= 12. November 1932. Ueber nähere Einzelheiten erfolgen nr) uei
Mitteilungen.
Aus den Parkeien.
ſer ſtatt.
Die Frauengruppe Darmſtadt der Deutſche
Volkspartei hatte ihre Mitglieder zu einer Verſammlu
in das Reſtaurant Sitte, Karlsſtraße, eingeladen. Frau Hen
Pleimes. Mitglied des Stadtrates in Frankfurt a. M., pra
über das Thema: „Mit Hindenburg für Deutſchland
Sie zeigte zunächſt das zerriſſene Deutſchland. Sie meinte ab
das deutſche Volk auf der Außenſeite leidenſchaftlich bewegt 19 ſhung al
zerriſſen, in ſeinen breiten Schichten ſei es jedoch fleißig u Kunſtüäk
tüchtig und mehr von dem Gemeinſchaftsgut deutſcher Kult=u nd Stelle.
und deutſcher Zuſammengehörigkeit durchdrungen, als man S ſrhilfe
wöhnlich annehme. Als Beweis für dieſe Behauptung ſchilder, ſich in die
ſie das Deutſchgefühl der Maſſen gelegentlich des großen Sängs.
feſtes in Frankfurt a. M., im Sommer 1932, das in Hochzeit.
politiſcher Erregung ſtattfand und dennoch über alle Partei
hinweg dieſem deutſchen Zuſammengehörigkeitsgefühl begeiſtert
Ausdruck im Lied zu geben wußte. Ihr habe das Miterleb. /
jener Tage von neuem Mut und Vertrauen zum deutſchen A.u
ſtieg gegeben. „Mit Hindenburg für Deutſchland” iſt die Pars
der Deutſchen Volkspartei „Mit Hindenburg”, denn für dieſ
Mann gilt nicht die Partei, gilt nichts anderes, als der Diem 6hrö
an Volk und Vaterland. Für Deutſchland”, nicht für unſe=
Partei. Wir ſind eine kleine Zahl, aber wir wollen, unſer=
Verantwortung dem Vaterland gegenüber bewußt, Schrittmach”
werden auf dem Wege zum Aufſtieg. Man nennt uns ei
T.
„liberale” Partei. Liberal ſein heißt, Mut zu eigener Meinum ſiwſe 4u
haben die Verantwortung nicht ſcheuen, die Kraft haben z ntugs inde
ſelbſtändigem Handeln, nicht die Maſſe regieren laſſen, ſonde
ſtarke Perſönlichkeiten, daß die Luft ſolcher Auffaſſung in de Kyuſtenperei
jetzigen Regierung weht läßt uns hinter ſie treten. Die Re= hug Otberg
nerin beſprach darauf die Maßnahmen der Regierung zur E) urg er auch
bung des Arbeitsmarktes. Sie erklärte das Weſen der Steue Prlndsmeif
ſcheine und kam dann auf die ſoziale Seite des Regierungspr. nongen 7
gramms zu ſprechen. Wir haben Bedenken gegen Teile der ſozi rdßa Hel
len Verordnungen. Den Maßnahmen zur „Ertüchtigung d
Jugend ſtehen wir vorſichtig gegenüber. „Das Wichtige iſt hi
nicht allein zu beſchäftigen, ſondern auch zu erziehen, die Freun
an der Arbeit zu wecken und lebendig zu erhalten. Vorſichtig mu
ebenfalls an der Geſtaltung des ſtudentiſchen Werkjahres gea
beitet werden, und zwar ſowohl für die weiblichen Studente=
(Betonung des Wertes der Hausfrauenarbeit), wie auch für d
männlichen Studenten (Betonung des Wehrgedankens). Was 5
nun in politiſcher Hinſicht unſere Aufgabe als Volksparteile
namentlich auch für uns Frauen? Wir haben den Dienſt au
Vaterland zu leiſten durch Stärkung des Vertrauens zum 9u
ſtieg Deutſchlands, durch Feſthalten an und Eintreten für unſem
volksparteiliche Ueberzeugung durch aufklärendes Wirken
de=
anderen Parteien gegenüber. Wir ſind nur eine
Minderheits=
partei. Aber, wie ſagt Lagarde? „Wem es nicht ein Genuß /7
einer Minderheit anzugehören, die die Wahrheit verficht und
für die Wahrheit leidet, verdient nicht zu ſiegen.” — Die Anuel
ſenden dankten der Rednerin durch lang andauernden Beifar
für ihre Ausführungen. In herzlichen Worten dankte ihr di!
Vorſitzende, Frl. E. Pfnorr, und ſchloß nach kurzer Ausſprachd
die angeregte, gut beſuchte Verſammlung.
— Deutſchnationale Volkspartei. Ortsgruppe
Darmſtadt. Wir weiſen nochmals auf unſere öffentliche Wahl!
verſammlung, heute, Samstag abend 8½ Uhr, im Saale de2
Reſtaurants „Krone”, hin. Es ſpricht Univerſitätsprofeſſor 91
Hoffmann, M. d. L.. aus Münſter i. W., über: „Die Regierug!
Papen und wir”.
Lokale Veranſtalkungen.
Vortrag: Raſſe und Menſchenkenntnis. M!
den am Sonntag, dem 23. Oktober, im Fürſtenſaal, Grafenſtrſſ.
ſtattfindenden Vortrag „Raſſe und Menſchenkenntnis”, weiſ !
wir nochmals hin. Das hochaktuelle Thema wird durch einen
der beſten Raſſekenner, Dr. Wex=Düſſeldorf, in einer leicht faht
lichen Art vorgetragen. (Siehe Anzeige.)
— Odenwaldklub Frankonia. Wie alljährlich, veis”
anſtaltet der Odenwaldklub Frankonia am Samstag, den 22. Oſt.—
abends, im Rummelbräuſaal, ſein Herbſtfeſt verbunden mit
Wandererehrung. Die Veranſtaltung, umrahmt von Muſie*
ſtücken und einem Theaterſtück, wird allen Beſuchern einen 9
e=
mütlichen Abend bereiten.
— In der Weinſtube „Mutter Krauß” findet am
Samstag und Sonntag ein Stimmungskonzert ſtatt, verbunden!
mit rheiniſchem Humor. (Siehe Anzeige.)
— Hotel und Reſtaurant zur Poſt am Hauptbahnhoſſ.
veranſtaltet heute, Samstag, den 22. Oktober und Sonntag, dem
23. Oktober, in den gemütlichen herbſtlich geſchmückten Parterre
Räumen ein großes Herbſtfeſtam Rhein. Die beliebte
Hause=
kapelle ſorgt für Rheiniſche Stimmung. (Vgl. heutige Anzeige)
— Im Herrngarten=Café jeden Abend Unterhaltungs”
muſik, Samstags nachts ſtets durchgehend geöffnet. (Vgl. Anzeige!”
— Sport=Café am Böllenfalltor. Ab heute kutös.”
Gaſtſpiel der „The Rhythm Boys”. Beachten Sie bitte die heutigl”
Anzeige.
— Im Reſtaurant Maintor, Mathildenplatz 11, finde.
heute wiederum Schlachtfeſt, und morgen ab 7 Uhr Ko)
zert ſtatt. (Näheres ſiehe Anzeige.)
Vereinskalender.
— Verein der Pioniere und Verk=Truppeli-
Darmſtadt u. Umg., K.K.=Schützen=Abtlg. Am Sonntag, de2
23. d. M., 9 Uhr: Uebungsſchießen und Wertungsſchießen. ve.*
bunden mit Königsſchießen, Fortſetzung. Um zahlreiche Beiel*
ligung wird gebeten.
Gokkesdienſt der Ifraelikiſchen Religionsgemeindr.
Hauptſynagoge.
Schlußtage des Laubhüttenfeſtes.
Samstag, 22. Oktober; Morgengottesdienſt 8.45 Uhr. Abeſle.
gottesdienſt 6.10 Uhr
Sonntag, 23. Oktober: Morgengottesdienſt 6.10 Uhr. Predi9
Feſtesausgang 6.10 Uhr.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7.15, abends 6.10 10
Samstag, 22. Oktober 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 294 — Seite 2
fr künſtleriſche Leiſtungen eine goldene Medaille am Band.
4k. Nieder=Ramſtadt, 20. Oktober. Baulandumlegung
Lohberg”. Nachdem der Bebauungsplan genehmigt iſt, wurde
dr Umlegungsplan für vollziehbar erklärt. Als Tag der
Aus=
thrung gilt Montag, 24. Okt. 1932. Die Uebergabe der neuen
ſrundſtücke erfolgt am gleichen Tage, nachmittags 4 Uhr, an Ort
nd Stelle. Die Beteiligten ſind hierzu eingeladen. —
Win=
thilfe 1932/33. Die außerordentliche Notlage zwingt
ach in dieſem Jahre wieder zu Hilfsmaßnahmen. Zu dieſem
wecke iſt der Winterhilfeausſchuß ſich ſchlüſſig geworden, wie im
orjahre eine Ortsſammlung zu veranſtalten. Die Sammler ſind
ut amtlichen Ausweiſen verſehen. An die Opferwilligkeit der
ſemeindeangehörigen, die ſich im letzten Jahre beſtens
ausge=
aikt hat, wird auch in dieſem Jahre appelliert. Gedenkt der
gelen Notleidenden, gebt nach Kräften! Auch die kleinſte Gabe
willkommen, denn viel Wenig gibt auch ein Viel.
G. Ober=Ramſtadt, 21. Oktober. Hier verſtarb Frau Barbara
(ch röbel Witwe, geb. Bauer, Frau Schröbel war die älteſte
ſinwohnerin unſerer Gemeinde und erreichte ein Alter von
thezu 92 Jahren.
An. Groß=Zimmern, 21. Okt. Am kommenden Sonntag trägt
r Turnverein 1863 auf ſeinem Turnplatz leichtathletiſche
ſimpfe aus, an dem ſich ſämtliche Altersklaſſen beteiligen.
Nach=
uttags findet dann ein Handballſpiel zweier lokaler
Mannſchaf=
in. ſtatt. — Schützenverein Tell. Nachdem es dem hieſigen
ſhützenverein Tell ſchon auf dem diesjährigen Gauſchießen des
ſues Otzberg gelang, mehrere goldene Ehrennadeln zu erringen,
ung er auch auf dem Verbandsſchießen in Reinheim, wobei die
Lerbandsmeiſterſchaft ausgetragen wurde, als Sieger hervor. Es
J. Griesheim, 21. Okt. Reichszuſchüſſe. Anträge auf
6e währung eines Reichszuſchuſſes für die Inſtandſetzung von
Nwhngebäuden, die Teilung von Wohnungen und den Umbau
ge=
ſve rolicher Raume zu Wohnzwecken, können auf der
Bürgermei=
ierei (Baubüro) geſtellt werden, woſelbſt auch nähere Auskunft
ſr eilt wird. — Gewerbe= und Handwerker=
Vereini=
ng. Am Samstag, 22. d. M., findet im Lokale „Zum grünen
3a um” eine öffentliche Verſammlung der Gewerbetreibenden.
dandwerker, nebſt Haus= und Grundbeſitzer Griesheims ſtatt. In
ie ſer Verſammlung wird ein Referat über die Auswirkungen der
et ten Notverordnungen betr. Steuerbegünſtigung,
Beſchäftigungs=
yrrmie, Hausreparatur=Zuſchuß uſw. gehalten. Unterſuchung
on Schulkindern. In den letzten Tagen wurden die
Schul=
ſinder der hieſigen Volksſchule durch den Amtsarzt. Medizinalrat
. Struth, auf ihre Bedürftigkeit für den Genuß eines
Milch=
ühſtücks unterſucht. Die von der Gemeinde und dem
Bezirksfür=
uSeverband zur Verfügung geſtellten Geldmittel ſind indeſſen ſo
eiing, daß von den über 1000 Schulkindern der hieſigen
Volks=
hule nur 60 für den Bezug eines Milchfrühſtückes in Frage
kom=
arr können.
F. Eberſtadt, 21. Okt. Jubiläums=Konzert des
ſangvereins „Frohſinn” (1842). Wie wohl noch in
Uer Erinnerung ſein dürfte, feierte der Geſangverein „
Froh=
nn” (1842) im Juli ds. Js. das Feſt ſeines 90jährigen
Be=
ehens, das einen in jeder Beziehung glänzenden Verlauf nahm.
Lemn nunmehr der Verein ſein diesjähriges Herbſtkonzert, das
m Sonntag im Saale „Zum Bergſträßer Hof” (Peter)
ſtatt=
indet, zu einem Jubiläums=Konzert ausgeſtaltet hat, ſo deshalb.
m das Jubiläum ausklingen zu laſſen in einem Hochgeſang auf
1s deutſche Lied deſſen Pflege Inhalt 90jähriger
Vereinswirk=
m keit war. Alſo Ausklang eines bedeutſamen Jubiläums im
ede. Unter Berückſichtigung dieſes Wollens wird man es auch
erſtehen, wenn der Jubelverein das Bedürfnis empfindet, den
ſtausklingenden Tag durch eine ernſte Feier in der Kirche
ein=
leiten. Die Tatſache einer ſolchen Feier ſteht in der
Orts=
zſchichte Eberſtadts einzig da, zumal der Chor des
Jubelver=
ins dabei ſelbſt ſingen wird. Am Abend iſt dann noch einmal
ſelegenheit, das gute Stimmenmaterial des Vereinschors zu
bren. Im Mittelpunkt der Programmfolge wird die
Zuhörer=
haft die wertvolle Bekanntſchaft mit der Darmſtädter
Konzert=
ingerin Klara Herber machen, die mit ihrer entzückenden
ſtimme alle Herzen auf das beſte erfreuen wird. Schließlich iſt
n Programm ein Akt für die Ehrungen von Perſönlichkeiten,
te ſich anläßlich des Jubelfeſtes in hervorragender Weiſe um den
ſerein verdient gemacht haben, vorgeſehen.
— Eich bei Pfungſtadt, 21 Okt. Der aus unſerem Dörfchen
ge=
litige Kapellmeiſter Albertio Kappes erhielt in Amſterdam
erangen J. Emslander mit 108 Ringen (Tageshöchſtleiſtung)
7 Gg. Held mit 96 Ringen die goldene Plakette.
Aus den Gemeinderatssitzungen=
F Eberſtadt, 21. Okt. Ratsſitzung. Bei der geſtrigen
Ge=
meinderatsſitzung waren nur 13 Mitglieder anweſend, trotz der
zur Tagesordnung ſtehenden Beratung der
Deckungsvor=
ſchläge für den Fehlbetrag von 413 000 RM., den
das Gemeindebudget für das Rj. 1932 ausweiſt.
Der Rat lehnte die Erhöhung der Bürgerſteuer 1933 in der
gefor=
derten Höhe von 500 v. H. des Landesſatzes ab. Für die Realſteuern
1932 wurden die Steuerſätze feſtgeſetzt, die als für die Bemeſſung der
Höhe der Bürgerſteuer 1933 maßgebender Landesdurchſchnitt
gel=
ten. — Die Sonderſteuer wird in gleicher Höhe wie im Ri.
1931 erhoben — Für die am 6 November 1932 ſtattfindende
Reichstagswahl werden die Wahlvorſteher bzw. deren
Stellver=
treter ernannt. — Auf Vorſchlag des Bauausſchuſſes erhalten
fol=
gende neue Straßen Namen: die am Gaswerk und der Hefefabrik
vorbeiziehende Straße: „Induſtrieſtraße” die die Neue und Alte
Darmſtädter Straße verbindende Straße im Bauland=
Umlegungs=
gebiet: „Löfflersweg”; die von dieſer ſüdlich abzweigende
Quer=
ſtraße: „Robert=Koch=Straße”; die Straße am Schwimmbad: „
Hahn=
weg”; die neue letzte Querſtraße der Pfungſtädter Straße (ſüdlich
ziehend): „Uhlandſtraße”; die neue Parallelſtraße zur
Wilhelm=
ſtraße: „Sophienſtraße”; die Straße am Miſſionsſeminar: „Auf
der Marienhöhe”; die neue Straße am Kreuzweg: „Am
ſteiner=
nen Kreuz”; die Straße am Steckenborn: „Steckenbornweg‟. Die
Bezeichnung „Alte Schwanenſtraße” und „Neue Schwanenſtraße‟
ſoll wegfallen. Beide Straßen erhalten nach erfolgter, an der
Alten Darmſtädter Straße beginnender Umnumerierung der
Grundſtücke die Bezeichnung: „Schwanenſtraße‟ — Das Baugeſuch
des Fritz Beuthmann=Darmſtadt wird genehmigt, dem
Ge=
ſuch des Wilhelm Nickel um Ueberlaſſung von Baugelände in
der Friedrichſtraße entſprochen. Auf dem Friedhofe ſollen auf
Vor=
ſchlag der Verwaltung die Quartiere N, C und B umgelegt
wer=
den. Der Rat erteilt hierzu ſeine Zuſtimmung.
E Wixhauſen, 21. Okt. Gemeinderatsſitzung. Der
Gemeinderat beſchloß, die Bürgerſteuer für 1933 auf dem alten
Satz von 300 v.H. zu belaſſen. Die Gemeindebierſteuer wird
eben=
falls bei dem alten Satz belaſſen. — Der Bürgermeiſter teilte mit,
daß die Errichtung einer Badegelegenheit an der Grundſtücksfrage
geſcheitert iſt. — Die Geſamtausgaben der Meliorationsarbeiten
betragen 10 426,72 Mk. Die Einnahmen für Holz beziffern ſich auf
3481,20 Mk. — Die Wohlfahrtserwerbsloſen der Gemeinde können
ihre Winterkartoffeln zu dem verbilligten Preis von 2 Mk. pro
Zentner bei den Landwirten beziehen. Den Betrag ſoll die
Ge=
meinde ratenweiſe an der Unterſtützung abziehen und den
Land=
wirten als Steuer gutſchreiben. Bis jetzt haben noch keine
Wohl=
fahrtsempfänger von dieſem Vorſchlag Gebrauch gemacht. Im
freien Verkauf koſten hier die Kartoffeln 2,50 Mk. pro Zentner.
A. Gräfenhauſen, 21 Okt. Der Gemeinderat
geneh=
migte den Waldwirtſchaftsplan für 1933 mit einem Hiebſatz von
1270 Feſtmetern Holz. — Die Gemeindebierſteuer ſoll im Ri. 33
in Höhe des letztjährigen Satzes erhoben werden. — Die Erhöhung
der Bürgerſteuer von 300 auf 500 Prozent wurde abgelehnt. —
Die Ortslöhne für Tagarbeiter in der Gemeinde ſollen vom neuen
Jahre ab um 10 Prozent geſenkt werden.
r Babenhauſen, 21. Okt. Ausdem Gemeinderat. Herr
Bürgermeiſter Klein teilt mit, daß der Voranſchlag für 1932,
der dem Kreisamt bereits vorgelegt war, von dort zur
nochmali=
gen Ueberprüfung zurückgekommen iſt. Da im Voranſchlag
erſt=
mals der Betrag der Kaſernenmiete in Höhe von 70000 RM.
fehlt, weil ſich der Heſſ. Staat weigert, die vertraglich feſtgelegte
Miete zu zahlen, und die Gemeinde deshalb mit ihm einen Prozeß
angeſtrengt hat, waren zum Ausgleich des Voranſchlages 50 060
RM. eingeſtellt, die durch Kapitalaufnahme beſchafft werden
ſoll=
ten. Unter Berückſichtigung der gegenwärtigen Notzeit lehnt der
Rat einſtimmig jede Steuererhöhung und die Erhebung der
Bür=
gerſteuer ab. Zur Deckung des Fehlbetrags ſoll der Schulhaus=
Neubaufonds mit etwa 30 000 RM. herangezogen werden. — Die
Rechnung 1930 wurde von der Kommiſſion geprüft. — Für den
örtlichen Ausſchuß der Winterhilfe wird von der Gemeinde die
Wohlfahrtskommiſſion beſtimmt — Die Abſtimmungskommiſſionen
für die Reichstagswahl bleiben dieſelben wie bei der letzten Wahl.
Der Ankauf zweier Waldgrundſtücke wird genehmigt.
Bt. Auerbach 20 Oktober. Gemeinderat. Die vom
Kreis=
amt vorgelegte Ortsſatzung über die Erhebung der örtlichen Ge=
tränkeſteuer in Höhe von 10 Prozent wurde genehmigt. — Der
Bürgermeiſter empfiehlt dem Gemeinderat, die Bürgerſteuer im
der Höhe von 500 Prozent anzunehmen, andernfalls würde
die=
ſelbe im Verwaltungswege zur Durchführung kommen. Von allen
Fraktionen wurde jedoch die Einführung der Steuer einſtimmig
abgelehnt.
II. Alsheim, 21. Okt. Ausdem Gemeinderat Die
Ein=
führung der Bürgerſtener wird einſtimmig abgelehnt. — In Sachen
Spieler wird die Koſtenübernahme für rückſtändige
Wohnungs=
miete in Höhe von 308 RM. abgelehnt. — In einer der letzten
Nächte wurde in die an der Bahn gelegene Fruchthalle eines
hie=
ſigen Fruchthändlers eingebrochen. Die Diebe, die bereits zwei
Säcke mit Gerſte gefüllt hatten, wurden durch einen
Bahnbedien=
ſteten aus Gimbsheim in ihrem weiteren Vorhaben geſtört und
mußten ihre Beute zurücklaſſen. — Geſtern vollendete Frau Klara
Sudheimer in voller körperlicher und geiſtiger Friſche ihr
79. Lebensjahr.
As. Erbach, 21. Okt. Odenwälder Vereinigung für
Kunſt und Wiſſenſchaft. Das Winterprogramm der
Ver=
einigung iſt bereits zuſammengeſtellt. Die Vortragsreihe wird am
28. Oktober eröffnet werden. Nach der Auswahl der Redner und
Vorträge zu urteilen, darf auch in dieſem Winter auf die
Teil=
nahme weiteſter Kreiſe gerechnet werden. Vorgeſehen ſind vor
Weihnachten acht und nach Weihnachten 10 Vorträge, die
gewöhn=
lich Freitags abends im Anker zu Stockheim ſtattfinden. Die
Teil=
nehmerkarten werden demnächſt den alten Mitgliedern zugeſtellt.
Neuanmeldungen werden durch Oberſtudiendirektor Dr. Roloff=
Michelſtadt und durch die Rechnerin, Frl. Franz=Erbach,
ent=
gegengenommen. Eine Anzahl koſtenloſer Mitgliedskarten für
Er=
werbsloſe ſind auf Antrag vom Vorſitzenden zu haben. — Von
der Jugendbewegung. Am Montag abend findet im großen
Saale des Hotels, Schützenhof” ein Sing= und Spielabend der
Erbacher Jungenſchaft, Freiſchar junger Nation, ſtatt. Der
Grup=
penführer, Herr Lehrer Magſam wird in ſeinem
Lichtbilder=
vortrag. Quer durch Ungarn und Rumänien” Intereſſantes über
ihre Großfahrt zu erzählen wiſſen.
— Aus dem Mümlingtal, 20. Okt. „Die geologiſche
Ge=
ſchichte des Odenwalds” war das Thema, das Prof. Dr.
Rüger aus Heidelberg vorgeſtern vor den Arbeitsfreiwilligen
in Höchſt und in Stockheim behandelt hat. Ein Schüler von
Geh. Rat Salomon=Calvi, der vor acht Tagen an den gleichen
Orten über „Grundwaſſer und Quellen” geſprochen hatte, verſtand
es Profeſſor Rüger wie jener in ausgezeichneter Weiſe,
wiſſen=
ſchaftliche Gründlichkeit mit unbedingt gemeinverſtändlicher
Dar=
ſtellungsweiſe zu verbinden, ſo daß unſere aufmerkſam folgenden
jungen Leute wieder einen Schritt vorwärts tun konnten in der
Fähigkeit, in dem Buche der Natur zu leſen und ſich über die
Fra=
gen des Alltags, zu erheben in ehrfurchtsvollem Erleben der
Schöpfung
Dk. Waldmichelbach, 20. Okt. Evangeliſche
Kirchen=
gemeinde. Am Samstag abend 8 Uhr findet im Kaiſerhof die
Aufführung des bekannten Feſtſpieles „Guſtav Adolf” ſtatt. Mit
der Aufführung wird eine Gedächtnisfeier für Guſtav Adolf
ver=
bunden. Nachmittags um 4 Uhr findet eine Aufführung für die
Jugend ſtatt. — Unglücksfall. Der Tünchermeiſter Jakob
Hofmann=Unter=Waldmichelbach fiel beim Dreſchen von der
Scheune herunter und erlitt eine Wirbelſäuleverſtauchung.
Du. Jugenheim, 20. Okt. Verſchiedenes. Die vom
Kreis=
direktor Reinhart angeordnete Bürgermeiſterwahl wird auf
Be=
ſchluß des Gemeinderats am Sonntag, den 27. Nov., abgehalten
werden. — Am 23. Oktober, findet das Herbſt=Schauturnen des
Turnvereins hier ſtatt. Wie verlautet, werden ſich alle
Abteilun=
gen des Vereins beteiligen. — Mit der Beförderung zum
Kom=
miſſar wurde Gendarmeriemeiſter Kuhl nach Offenbach verſetzt.
Für den freigewordenen hieſigen Poſten wurde
Gendarmerie=
meiſter Falter, bisher Oſthofen, beſtimmt.
Bickenbach, 21. Okt. Kirchenkonzert. Sonntag, den
23. d. M. abends, veranſtaltet der hieſige Männergeſangverein,
unter Leitung des Herrn Merker=Griesheim, in der Kirche ein
Konzert. Er bringt vier kirchliche Chöre zu Gehör. Ferner hat er
den Konzertſänger Hans Nold zu Sologeſängen und den
Kon=
zertmeiſter Oskar Kleinberg, beide aus Darmſtadt. zu
Violin=
vorträgen gewonnen.
hat der Raucher.
Milkionen sprechen in Beutschland dasseibe
Wortz Salem.
Dammit ist der Sieger im Wettkampf der Ziga=
Fetten genannt.
Die meistgerauchte deudsche Marke ist
die milde
Das ist die Salem-Fabrik
[ ← ][ ][ → ]Seite 8 — Nr. 294
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 22. Oktober 1932
Nachrichten des Standesamts Darmſtadt.
Geſtorbene. Am 14. Oktober: Leichtweiß, Katharina, geb.
Steuernagel. 79 Jahre, Eſchollbrücken, hier, Eliſabethenſtift
Meiſinger, Margarete, geb. Buttner, 59 J.. Ehefrau des
Schrift=
ſetzers, Arheilgen, hier, Stadtkrankenhaus. Am 16. Oktober:
We=
ber, Karl Ludwig Martin Franz, Kaufmann, 79 J., Mühlſtr. 50.
Am 15. Oktober; von Hagen, Karl Friedrich Hans, Oberſtleutnant
i. R., 60 J., Martinsſtr. 47. Am 16. Oktober: Hofmann. Margarete,
14 J., Bickenbach, Kr. Bensheim, hier, Eliſabethenſtift. Meiſinger,
Margarete, geb. Fleck, 50 J., Ehefrau des Landwirts, Kirch=
Brom=
bach, hier, Eliſabethenſtift. Korndörfer, Auguſte, Privatin, ledig,
74 J.. Beckſtr. 76. Wannemacher, Ludwig, Hilfsarbeiter, 28 J.
Klappacherſtr. 56. Am 17. Oktober: Krauße d’Avis, geb. Falck,
78 J., Witwe des Konſuls a. D., Bensheim a. d. Bergſtr. Am
16. Oktober: Keller, Helmut, 1 Tag, Schuſtergaſſe 12. Am 17.
Okto=
ber: Zeh. Heinrich Leopold, Schreiner, 75 J., Lucasweg 13. Geiſt,
Geoxg Philipp, Privatier, 73 J., Rhönring 62. Koch, Mathias,
Bürogehilfe, 64 J., Eliſabethenſtr. 35. Am 19. Oktober: Bachmann,
Charlotte, geb. Gommenginger, 80 J.. Witwe des Schreiners,
Riedeſelſtraße 74. Am 1. Oktober: Haßlocher. Auguſt. Kaufmann,
26 J., Neuſtadt a. d. H., ledig. Stadtkrankenhaus, hier. Am 19.
Ok=
tober:; Kreſſel. Adam. Poſtaſſiſtent i. R., 71 J., Wendelſtadtſtr. 22.
Am 12. Oktober: Trojahn, Paul Andreas, Kaufmann, 33 J.,
Griesheim, Kr. Darmſtadt. Am 20. Oktober: Krüger, Georg Otto,
Ober=Eiſenbahnaſſiſtent i. R., 77 J.. Beſſunger Straße 103. Am
21. Oktober: Bauer, Eliſabeth, geb. Merz, 72 J., Witwe des
Fuhr=
manns, Sandbergſtr. 23. Am 20. Oktober: Trietſch. Emilie, geb.
Retty, 55 J., Ehefrau des Maurers, Alexanderſtr. 2.
iche Nachrichken.
Evangeliſche Gemeinden.
1. Gottesdienſte.
22. Sountag nach Trinitatis (23. Dktober).
Erntedankfeſt.
Stadtkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls.
Pfarrer F. Müller. — Borm. 11,30 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Heß. — Der
Abendgottesdienſt nachm. 5 Uhr fällt aus.
Stadtkapelle. Vorm. 8,30 Uhr: Morgenandacht. Dekan Zimmermann. — Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls. Pfarrer Heß. Die
Neu=
konfirmierten werden dazu beſonders eingeladen. — Vorm. 11,30 Uhr: Kindergottesdienſt
Pfarrer F. Müller
Schloßkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Dekan Zimmermann. — Vorm.
11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Dekan Zimmermann. In Stadtkirche, Stadtkapelle und
Schloßkirche Kollekte für die Zuflucht.
Martinskirche. (Kollekte für die Gemeindepflege.) Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Pfarrer Köhler. — Vorm. 11 Uhr: Gemeinſame Erntedankfeſtfeier für den
Kindergottes=
dienſt der Martinsgemeinde Oſt und Weſt. Pfarrer Köhler. — Abends 6 Uhr: Abend=
gottesdienſt. Landeskirchenrat D. Waitz.
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit heiligem Abendmahl und
Vorbereitung. Pfarrer Goethe. — Vorm. 11,30 Uhr: Kindergottesdienſt. Die
Johannes=
kirche iſt wochentags von 7.30 bis 5 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet.
Paul=Gerhavdt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm. 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt. Pfarraſſiſtent Junker. — Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt.
Pfarr=
aſſiſtent Junker.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). (Kollekte für den Kirchenfonds der
Petrus=
gemeinde.) Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesbienſt. Pfarrer Irle. — Vorm. 11,15 Uhr:
Kindergottesdienſt für beide Bezirke. Pfarrer Irle. — Abends 8 Uhr: Abendgottesdienſt
zur Gröffnung der Evangeliſationswoche. Pfarrer Direktor Stuhrmann.
Pauluskirche. (Kollekte für den Kirchenfonds der Paulusgemeinde.) Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Pfarrer A. Müller. — Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
A. Müller. Die Pauluskirche iſt wochentags von 9 bis 5 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet.
Eingang Niebergallweg.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Waldeck. — Vorm. 11,15 Uhr
Kindergottesdienſt
Lutheriſcher Gottesdienſt. (Selbſt. luth. Kirche.) im Feierabend, Stiftsſtr. 51.
Sonntag, 23. Okt., vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt mit Abendmahlsfeier. Beichte vorm.
9,30 Uhr. Pfarrer Müller, Erbach.
Mittwoch (26. Dktober).
Johanneskirche. Abends 8 Uhr: Kirchenkonzert der Chorſchule.
Feierabend (Stiftsſtr. 51). Abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde, Pfarrer Köhler.
Donnerstag (27. Dktober).
Stiftskirche. Abends 8 Uhr: Betſtunde.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Landeskirchenrat D. Waitz, Mollerſtr. 23,
Telephon 2058.
2. Veranſtaltungen.
Berband Evangeliſch=Kirchlicher Frauenvereine in Heſſen. Donnerstag, 27. Okt.,
im Rummelbräu zu Darmſtadt, Herbſtverſammlung. Thema: „Dienſt am
Nächſten”— Gottesdienſt, das von Prof. Lic. Dr. Allwohn=Walldorf behandelt wird,
Stadtgemeinde: Gemeindehaus (Kiesſtr. 17.) Sonntag, 23. Okt., abends 8 Uhr:
Familienabend der Kaplaneigemeinde. — Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. —
Montag, 24. Okt., abends 8 Uhr: Jugendbund der Lukasgemeinde. — Dienstag, 25. Okt.
abends 8 Uhr: Kirchengeſangverein der Stadtkirche. — Jugendvereinigung der
Stadt=
gemeinde. — Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde. — Mittvoch, 26. Okt.
abends 8 Uhr: Kirchengeſangverein der Stadtkapelle und Schloßkirche. — Jugendbund
der Markusgemeinbe. — Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde. — Freitag,
28. Okt., abends 8 Uhr: Mütterabend der Stadtgemeinde. — Jugendbund der
Kaplanei=
gemeinde.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, 25. Okt., abends 8 Uhr:
Mädchen=
vereinigung der Schloßgemeinde. — Mittwoch, 26. Okt., nachm. 2 bis 4 Uhr:
Hand=
arbeitsſchule der Stadtgemeinde. — Donnerstag, 27. Okt., abends 8 Uhr:
Jugendver=
einigung der Stadtgemeinde. — Freitag, 28. Okt., abends 8,15 Uhr:
Mitgliederverſamm=
lung der Sterbekaſſe der Schloßgemeinde. — Samstag, 29. Okt., nachm. 2 bis 4 Uhr
Handarbeitsſchule der Stadtgemeinde. — Abends 8 Uhr: Jugenbvereinigung der
Stadt=
gemeinde. — Poſaunenchor.
Martinsgemeinde: Gemeindehaus (Liebfrauenſtraße 6). Dienstag, 25. Okt.
abends 8 Uhr: Jugendvereinigung. — Mittwoch, 26. Okt., nachm. 2 Uhr: Handarbeits=
und Strickſchule. — Donnerstag, 27. Okt., abends 8 Uhr: Mädchenvereinigung (Weſt). —
Freitag, 28. Okt., abends 8 Uhr: Mütterabend (Weſt). — Jugendvereinigung, ältere
Abtlg. — Samstag, 29. Okt. nachm. 2 Uhr: Handarbeits= und Strickſchule.
Martinsſtift (Müllerſtr. 28). Montag, 24. Okt., abends 8 Uhr: Gemeindeabend mit
Vortrag v. Lehrer Schäfer über: „Proteſtantismus u. Nationalſozialismnus” — Dienst.
25. Okt., abends 8 Uhr: Kirchenchor. — Donnerstag, 27. Okt., abends 8 Uhr:
Mädchen=
vereinigung (Oſt). — Freitag, 28. Okt. abends 8 Uhr: Mütterabend (Oſt).
Saal der Kleinkinderſchule (Mauerſtr. 5). Donnerstag, 27. Okt., abends 8 Uhr:
Poſaunenchor.
Johannesgemeinde: Gemeindehaus (Kahlertſtr. 26), Montag, 24. Okt., abends
8 Uhr: Kirchenchor und Mütterabend. — Mittwoch, 26. Okt., nachm. 2 Uhr: Strickſchule,
nachm. 2,30 Uhr: Nähnachmittag. — Freitag, 28. Okt., nachm. 2,30 Uhr: Nähnachmittag.
Paul=Berhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Dienstag, 25. Okt., abends
8,15 Uhr: Männerabend. — Donnerstag, 27. Okt., abends 8 Uhr: Mütterabend.
Petrusgemeinde: Jeden Abend 8 Uhr: Evangeliſationsvortrag in der Kirche.
Gemeindehaus (Eichwieſenſtr. 8). Montag, 24. Okt., abends 8,15 Uhr:
Mädchen=
vereinigung. — Abends 8,15 Uhr: Jugendvereinigung, Alterenkreis: Beteiligung an der
Evang. Woche. — Dienstag, 25. Okt., abends 8,15 Uhr: Kirchenchor. — Abends 8,15 Uhr:
Poſaunenchor. — Mittwoch, 26. Okt., abends 8 Uhr: Statt Jugendbibelſtunde Teilnahme
am Evangeliſationsvortrag in der Kirche. — Donnerstag, 27. Okt., abends 8,15 Uhr:
Poſaunenchor. — Freitag, 28. Okt., abends 8 Uhr: Mädchenchor. — Abends 8,15 Uhr:
Kirchenchor. — Samstag, 29. Okt., abends 7,30 Uhr: Singekreis.
Paulusgemeinde: Gemeindeſaal unter der Kirche. Sonntag, 23. Okt., abends
8 Uhr: Jugendvereinigung. — Montag, 24. Okt., abends 6 Uhr: Sitzung für die
Winter=
hilfe. — Abends 8 Uhr: Jugendbund. — Dienstag, 25. Okt., abends 8 Uhr: Kirchenchor.
— Donnerstag, 27. Okt., abends 8 Uhr: Mütterabend. — Samstag, 29. Okt., nachm.
4,30 Uhr: Jungſchar. — Abends 8 Uhr: Jugendvereinigung.
Eliſabethenſtift (Erbacher Str. 25): Ev. Sonntagsverein. Sonntag, 23. Okt.,
nachm. 4—7 Uhr: Vereinsſtunden (Geburtstagsfeier).
Stadtmiſſion (Mühlſtr. 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde. — Vorm. 11 Uhr:
Kindergottesdienſt. — Nachm. 3,30 Uhr: Bibelſtunde. Herr Bringmann. — Abends
8 Uhr; Schlußvortrag der Bibelwoche, Herr Pfarrer Köhler=Darmſtadt. — Montag,
nachm. 4 Uhr: Miſſionsarbeitsſtunde. — Männerabend verſchoben auf den 31. Oktober.
— Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. Herr Bringmann. — Abends 8,30 Uhr:
Blaukreuz=Bibelſtunde. Herr Markwort. — Mittwoch, abends 8,30 Uhr: Gemiſchter
Chor. — Donnerstag, abends 8,30 Uhr: Bibelſtunde, Herr Bringann. — Freitag, abends
8,30 Uhr: Bibelſtunde in der Beſſunger Mädchenſchule (Werkunterrichtsraum). Prediger
Menne. — Samstag, abends 8 Uhr: Poſaunenchor.
Evangeliſche Jugendvereinigung der Paulusgemeinde, Darmſtadt.
Monats=
programm für November 1932: Sonntagszuſammenkünfte: Beginn 20 Uhr.
6. Nov. Chriſtopherus. Hauptprobe. — 13. Nov., Gemeindeabend. 24. Jahrestag.
(Beſ. Programm.) — 20. Nov. Heimabend. Langemark. Gedächtnisſtunde. — 27. Nov.
Adventsfeier. — Wochenzuſammenkünfte: Beginn 20 Uhr: 5. Nov. Probe für den
24. Jahrestag. (Turnen.) — 12. Nov. Chriſtopherus. Generalprobe. — 19. Nov.
Gelände=
ſpiel. (Näheres wird noch bekanntgegeben.) — 26. Nov. Turnen.
Außerdem: Jeden Sonnabend von 16,30 Uhr bis 18 Uhr: Jungſcharſtunde. Jeder
Bub von 10 bis 14 Jahre gehört in die Jungſchar. Der Mitarbeiterkreis tritt am
Diens=
tag, den 8. November 1932, abds. 8 Uhr bei Herrn Pfarrer Müller, Heinrichſtraße 64
zuſammen.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr. 24). Sonntag, nachm. 2,30 Uhr: Jugendbundſtunde.
für junge Männer. — Nachm. 4,45 Uhr: Jugendbundſtunde für junge Mädchen. — Abds.
Beteiligung an dem Schlußvortrag der Bibelwoche. — Dienstag, abends 8,30 Uhr:
F.=K.=Weißkreuzſtunde für junge Mädchen. — Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Kinderbund
und E. C.=Jungſchar fürMädchen. — Abends 8,30 Uhr: Freundeskreis für junge Männer:
Gymnaſtik. Leit.: Fr. Woltmann. — Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge
Männer. — Freitag, abends 8,30 Uhr: F.=K.=Rüſtſtunde für junge Mädchen. — Samstag,
nachm. 3 Uhr: Kinderbund und E. C.=Jungſchar für Knaben.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. B. (Eliſabethenſtr. 17, I, Ecke
Wilhelminen=
ſtraße). Sonntag, abends 8 Uhr: Sing= und Unterhaltungsabend. — Dienstag, abends
8,30 Uhr: Bibelſtunde. Herr Stadtmiſſ.=Inſp. Bringmann. — Donnerstag:Heimabend.—
Jungvolk (14 bis 17 Jahre): Fahrt nach Lichtenberg. Bei ungünſtigem Wetter Heim=
Nachmittag. — Mittwoch, abends 8 Uhr: Jungvolkſtunde: „Der tapfere Kolumbus!.
Die Entdeckung Amerikas in luſtigen Filmbildern. Herr Glöckler. — Jungſchar (Jungen
bis 14 Jahre): Mittwoch, nachm. 4 Uhr: im Heim: Singen, Spielen, Heſchichte und
Andacht. — Freitag, nachm. auf dem Sportplatz. — Sonntag, 30. Okt., abends 8,15 Uhr:
Familienabend für alle Abteilungen. Muſikabend.
Heimabende für prtsfremde junge Mädchen: Freundinnenhein, Sandſtr. 3
Jeden Donnerstag, abends 8,15 bis 10 Uhr: Zuſammenkunft. — Jeden zweiten
vierten Mittwoch im Monat: Nähen und Zuſchneiden. — Donnerstag, 20. Okt.: Re
bericht. — Donnerstag, 27. Okt.: Vorbereitung zum Jahresfeſt. — Meldungen zur Te
nahme am wirtſchaftlichen Fortbildungskurs in der Alice=Schule.
B.=K. Darmſtadt im Bund deutſcher Bibelkreiſe. (Eliſabethenſtr. 17, Ecke Wil
minenſtraße). Samstag, 22. Okt. nachm. 3 Uhr Löwentor: Waldſpiele. (Bei Regen 2
im Heim.) — Dienstag, 25. Okt. abends 8,15 Uhr: Alterenkreis. — Donnerstag, 27.
abends 8 Uhr: Heimabend für „Heliand”. — Samstag, 29. Okt. und Sonntag, 30.
Wanderung.
3. Gemeindeämter.
Ev. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17, Vorderhaus, 1 Treppe. Spret
ſtunden vorm. von 10 bis 12 Uhr und nachm. (außer Samstags) vox 5 bis 6 Uhr. Fe
ſprecher 4584. Jugendfürſorge, Jugendgerichtshilfe, Soziale Gertshilfe, Beratul
in Wohnungsangelegenheiten, Eheberatung, Trinkerſürſorge, Wanberer= und Geſa
genenfürſorge. — Rechtsauskunftsſtelle (auch für Steuer= und Verſicherungsangelege,
heiten): Sprechſtunden nur vormittags, außer Mittwoch und Samstag.
Diakonenſtation für männliche Krankenpflege: Heidelberger Str. 21. Fernſprech
2883.
Diakoniſſenſtationen: Gemeinbehaus, Kiesſtr. 17: Martinsſtift, Müllerſtraße g
Gemeindehaus, Liebfrauenſtr. 6; Gemeindehaus, Kahlertſtr. 26; Gemeindehaus, Ei
wieſenſtr. 8; neben der Pauluskirche, Ohlyſtraße.
Gemeindeamt für Kirchenſteuerangelegenheiten: Gemeindehaus, Kiesſtr
Hinterhaus, Saal 3. Geſchäftsſtunden vorm, von 8 bis 12 Uhr und nachm. von 3.
6 Uhr. Dienstag und Freitagnachmittag geſchloſſen. Fernſprecher 2379.
Zahlſtelle für das Kirchnotgeld: Gemeindehaus Kiesſtr. 17, Hinterhaus, Zimmer
Zahltage: Montag, Mittwoch und Donnerstag vorm. von 9 bis 12 Uhr
Evangeliſches Arbeiterſekretariat (Feierabend, Stifsſtr. 51): Rechtsauskunftsſtel
Sprechſtunden vorm. von 10 bis 1 Uhr. Fernſprecher 2288.
Die Chriſtengemeinſchaft. Im Säal der Städt. Akademie f. Tonkunſt, Eliſabethenh
Samstag, 22. Okt., 20,15 Uhr: Offentl. Vortrag von Pfarrer Pauli, München ünd
„Von der Umbildung der ethiſchen Ideale.” — Sonntag, 23. Okt., 10 Uhr: Menſche
weihehandlung mit Predigt. 11,20 Uhr: Kinderſonntagshandlung. 18,15 Uhr: Leſen
Neuüberſetzungen. — 20,15 Uhr: Predigtgottesdienſt. (Pfarrer Pauli) über: „Michſe
Kampf einſt und heute.” — Im Raum, Alexanderſtr. 22: Mittwoch, 26. Okt., 7,45 U
Menſchenweihehandlung. — Donnerstag, 27. Okt., 10,30 Uhr: Menſchenweihehandlu
Auswärtige Gemeinden.
Evangeliſche Kirche zu Traiſa. Sonntag, 23. Okt. Erntedankfeſt. Vorm. 10
Gottesdienſt. Kollekte für die Oſterr. Bewegung. Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt
Großen. Um 13 Uhr: Kindergottesdienſt der Kleinen. 20 Uhr: Beichte und heil. Abg
mahl. — Montag: Jungvolk. — Mittwoch: Mädchengruppe.
Evangeliſche Gemeinde Roßdorf. Sonntag, vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdid
Vorm. 11 Uhr: Chriſtenlehre. Nachm. 3 Uhr: Verſammlung der Helferinnen des
Frau=
vereins. — Montag: Frauenverein. — Dienstag, 5,30 Uhr: Jungſchar Mädchen ib
Gruppe. 6 Uhr: Kirchenſteuerſprechſtunde. 8 Uhr: Kirchengeſangverein. — Mittw)
3 Uhr: Jungſchar Mädchen jüng. Gruppe. 5 Uhr: Jungſchar Buben. 8 Uhr: Jugendby
Wartburg. — Donnerstag: Poſaunenchor, Freitag: Jungmädchenverein.
Evangeliſche Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, den 23. Oktober (Erntedankf
10 Uhr Gottesbienſt, anſchließend Beichte und heiliges Abendmahl. (Kollekte.
Montag, 6 Uhr, Bubenjungſchar. 8.30 Uhr, Jugendverein. — Dienstag, 6—7
Bücherausgabe. 8.30 Uhr, Bibelſtunde. — Mittwoch, 5 Uhr, Mädchenjungfch
8.30 Uhr, Kirchenchor. — Donnerstag, 6 Uhr, Bubenjungſchar. 8.30 Uhr, Poſaun
chor. Helferinnen im Pfarrhaus. — Freit., Mädchenverein. — Samstag, Jugendver
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Sonſtige Gemeinſchaften.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtr. 9. Sonntag, vorm. 9,30 Uhr: Predigtgot
dienſt. Prediger Veihelmann. Vorm. 10,30 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8 Uhr: Prebyſf
Prediger Veihelmann. — Montag, vorm. 8 Uhr: Singſtunde. — Mittwoch, nach.
Uhr: Kinderbund. Nachm. 5 Uhr: Katech. Unterricht. Abends 8 Uhr: Streichchor. O für ihre
Donnerstag, nachm. 3 Uhr: Miſſionsarbeitsverein. Abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Abe
9 Uhr: Gitarrenchor.
Methodiſten=Gemeinde (Evaug. Freikirche), Darmſtadt, Bendelſtadtſtraße 2yſ, I It
Sonntag, vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8 Uhr: Predigtgottesdienſt und Fapſe N ſl, wihe.
des heiligen Abendmahles. Thema „Lebendiges Waſſer” Prediger K. Hirtz. — Diensa/ſfe M0 memia
abends 8 Uhr: Bibelſtunde. — Freitag, abends 8 Uhr: Frauenmiſſionsverein. JederuM wurdigen
iſt herzlich eingeladen.
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Gemeinde gläubig=getaufter Ehriſten (Baptiſten), Mauerſtraße 17. Sonn / Aa ſagt
vorm. 9,30 Uhr: Gebetsandacht. Vorm. 10 Uhr: Predigtgottesdienſt. Vorm., 11 10m5üihen die
Sonntagsſchule. Nachm. 3,30 Uhr: Erntedankfeſt=Gottesdienſt mit anſchließender Er
dank=Feier (Geſänge, Deklamationen uſw.). — Dienstag, abends 8,15 Uhr: Juge
verein. — Mittwoch, abends 8,15 Uhr: Bibelbeſprechſtunde. — Donnerstag, abe
8,30 Uhr: Jugendſingſtunde. — Jederman herzlich willkommen.
Chriſtl. wiſſenſchaftliche Vereinigung (Christian Science Society) in Darmſtakut,c wird.
Aula der Landesbauſchule, Neckarſtr. 3. Gottesdienſte jeden Sonntag, vorm. 10. Uxu wandeln.
und jeden Mittwoch, abends 8,15 Uhr: Thema am 23. Oktober: Die Probezeit nach En
Tode, Goldener Text: 2. Korinther 6:2.
Ehriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt, Mollerſtraße 40. Sonntag, 23. Okt., von
9,30 Uhr: Andacht. Vorm. 11,15 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 3,30 Uhr:
Jugendbr=
ſtunde. Abends 8 Uhr: Evangeliumsverkündigung. — Dienstag, abends 8,15 1
Bibelſtunde. Prediger Kruſt.
Ehriſtl. Gemeinſchaft „Zionsgemeinde‟, Darmſtadt, Nieder=Ramſtädter=Str.
Sonntag, 23. Okt., vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule; abends 8 Uhr: Wortbetrachtung
Liedern des Lautenchores. — Dienstag, 25. 10., abends 8 Uhr: Wortbetrachtung /M
Liedern des Lautenchores; Freitag, 28. 10., abends 8 Uhr: Gebetſtunde
Chriſtl. Gemeinſchaft „Zionsgemeinde‟, Roßdorf. Jeden Vorm. 9 Uhr: Anda,Rump nieme
Jeden Nachmittag 4 Uhr (außer Mittwoch und Samstag): Andacht. — Donners
27. Okt., abends 8,30 Uhr: Wortbetrachtung mit Gebetsgemeinſchaft.
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frrmstag, 22. Oktober 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 294 — Seite 9
Stellungnahme zum „Proiekt Kundt”.
Einzelheiten über die Durchführung und Finanzierung eines deutſchen Siedlungsprogramms
im Innern Südamerikas.
erobern, aber ſchnell wird ſich der Urwald über ihren Gräbern
ſchließen.
zanutdünger
Wir wollen für unſere Volksgenoſſen die genoſſenſchaftliche
Von Generalmajor a. D. Hans Kundt.
Der Leiter der früheren deutſchen Militärmiſſion in
Bolivien, Generalmajor a. D. Hans Kundt, hatte kürzlich
in einer Unterredung mit einem ausländiſchen
Preſſever=
treter in Berlin Einzelheiten über ein deutſches
Siedlungs=
programm im Innern Südamerikas bekanntgegeben, die in
der ſüdamerikaniſchen Preſſe erhebliches Aufſehen erregt
haben. Die „Deutſche La Plata=Zeitung” in Buenos Aires,
die größte deutſche Zeitung in Ueberſee, hatte den Plan
einer außerordentlich ſcharfen Kritik unterzogen. Wir
geben nunmehr dem Generalmajor a. D. Kundt ſelbſt das
Wort zu einer Stellungnahme.
(D. Red.)
Ser ungenannte Verfaſſer des Artikels „Kulturdünger” in
„Deutſchen La Plata=Zeitung” ſchloß ſeine Ausführungen mit
Frage, wie mein Name mit dem Projekt in Verbindung ge=
Fhgt werden konnte. Ich möchte daher zur Aufklärung folgendes
mdern: Es handelt ſich um kein „Projekt Kundt”, ſondern um
ſArojekt der Interkontinentalen
Arbeitsgemein=
it Agro=Induſtrie, von dem ich erſt in dieſem Jahre
hiimis erhalten habe, das mich aber ſo ſtark beeindruckte, daß
tich und meine ſüdamerikaniſchen Kenntniſſe und Erfahrungen
nürbeitsgemeinſchaft zur Verfügung geſtellt habe.
Leider wird es nicht ganz leicht ſein, ſich mit dem Kritiker
aus=
haderzuſetzen. Ich bin der Letzte der ſachliche Kritik ablehnt,
ſſein Projekt wie das in Rede ſtehende, das etwas ganz Neues
Eigenes bringt, muß ſelbſtverſtändlich Kritik herausfordern
Averdient ſie ſicher auch in Einzelfragen. Stellt man ſich aber
gvornherein auf den Standpunkt, daß es ſich um ein
Verbre=
handelt, wird der Plan mit Beiwörtern wie „leichtſinnig”
A.gewiſſenlos” geſchmückt, ſpricht man von einer „
Wahnſinns=
ſo iſt wenig Hoffnung für eine gedeihliche, ſachliche Erörte=
Stellen wir trotzdem folgendes feſt:
Die Interkontinentale Arbeitsgemeinſchaft beſteht aus einer
von Mitgliedern aller Stände, Berufe und Parteien. Sie
Xholut unpolitiſch. Alle ihre Mitglieder arbeiten
ehrenamt=
hund bringen nach Maßgabe ihrer perſönlichen Mittel große
ſyr für ihre Arbeit. Jede Spekulation, jede Geſchäftmacherei iſt
fureſchloſſen. Es ſind keinerlei Finanz= oder ſonſtige
Intereſſen=
aupen an ihr beteiligt. Zu Grunde liegt der einfache Gedanke:
an für unſer Volk zu ſuchen, deutſche Menſchen in
menſchen=
ſen und menſchenleere Gebiete umzuſiedeln, wo ſie unter
men=
pwürdigen Bedingungen, für ſich und ihre Familien leben
nen
Man ſagt vielleicht, wir ſeien Utopiſten oder Idealiſten; nein,
ehen die Verhältniſſe auf unſerem Planeten, die Verteilung
Macht und der wirtſchaftlichen Faktoren ſo, wie ſie wirklich
Wir geben uns keinen unerfüllbaren Wunſchträumen
Wir ſehen klar, wie Oſtafrika britiſch, wie Südweſtafrika
ſuch wird. Wir hoffen nicht mehr auf Gerechtigkeit, wir
wol=
nandeln.
nſer Ziel iſt nicht Siedlung an den Ufern des
Amazonen=
des. Unſere Siedlungsſtätte ſoll auf den andinen Terraſſen
kabhanges der Kordilleren in Höhenlagen zwiſchen 1000 bis
Metern errichtet werden, wo der Europäer leben und arbeiten
So entſchieden wir für Europa jede Planwirtſchaft
ab=
an, ſo ſehr ſind wir davon durchdrungen, daß für den Kampf
Ma den Urwald zunächſt Planwirtſchaft die einzige Möglichkeit
nd daß der einzelne Siedler oder kleine Siedlergruppen dieſen
moi niemals durchführen können. Sie mögen ſich etwas Raum
Planwirtſchaft nicht als Selbſtzweck, ſondern als Mittel zum Zweck,
damit ſie ſpäter zur individualiſtiſchen Wirtſchaft unter geſunden
Lebens= und Arbeitsbedingungen übergehen können. Ob dies in
10, in 20 Jahren der Fall ſein wird, läßt ſich heute natürlich noch
nicht vorausſagen. Weshalb ſoll es ein „naiver Stolz” ſein, wenn
wir mit Genugtuung feſtſtellen, daß wir über deutſche Experten in
der Planwirtſchaft verfugen, die in Rußland mitgearbeitet haben
und wiſſen, wie es gemacht werden muß, und wie die dort
gemach=
ten Fehler zu vermeiden ſind? Kennt unſer Kritiker die neueſten
Errungenſchaften unſerer Technik? Weiß er, wie leicht man heute
vom Flugzeug aus mit den entſprechenden Gaſen den Schädlingen
des Urwaldes, den Erregern und Uebertragern des Fiebers zuleibe
gehen kann? Kennt er die neuzeitliche Tropenhygiene? Ahnt er,
wie unſere Sanitätsbrigaden zuſammengeſetzt werden ſollen? Was
wird nicht alles von den ſogenannten Kennern Südamerikas
zu=
ſammengeſchrieben! Die bolivianiſchen Grenzgarniſonen im
Nor=
den und Nordweſten des Landes, etwa unter dem 10. Grad
ſüd=
licher Breite, und wohlverſtanden in der Tiefe, am Ufer der Flüſſe,
gelegen, waren noch vor 20 Jahren üble Fieberneſter. Heute ſind
ſie, und zwar mit recht beſcheidenen Mitteln, ſaniert. Was iſt über
die „grüne Hölle” des Chaco geſchrieben worden, und wie ſchnell
und günſtig haben ſich dort die Siedlungsödrfer der 3000 Deutſch=
Kanadier und Deutſchruſſen in den letzten zwei Jahren entwickelt!
Südamerika iſt groß, man kann ruhig an den Ufern des La Plata
ſitzen und braucht noch keine Ahnung zu haben, wie es auf den
Ter=
raſſen des Quellengebietes des Amazonas tatſächlich ausſieht. Es
liegen uns übrigens gerade von wirklichen Kennern der in
Be=
tracht kommenden Gebiete ſchon zahlreiche günſtige Aeußerungen
über die Durchführbarkeit des Proiektes vor.
Wir wiſſen wohl, gelingt die Finanzierung nicht, ſo kann das
Projekt nicht ausgeführt werden. Wenn dieſe Finanzierung aber
nicht ein Betätigungsfeld, für die B. J.3. in Baſel iſt, die ja
ge=
rade neue Märkte ſchaffen ſoll, dann hat dieſe Bank überhaupt
keine Exiſtenzberechtigung. Ebenſo ſicher iſt aber auch, daß, wenn
niemand den Mut hat, das Projekt anzupacken, für den deutſchen
Menſchen ſich die letzte Tür ſchließt, die ihm zurzeit noch auf dieſer
Erde offenſteht. Wir glauben, daß keine deutſche Regierung das
Recht hat, ohne eingehende Prüfung und ohne ihre im Rahmen des
Möglichen zu leiſtende Mithilfe dem deutſchen Volk dieſe
einzig=
artige Chance zu vergrämen.
Die Schwierigkeiten, die es zu überwinden gilt, kennen wir
ganz genau, und wir würdigen ſie vollauf, gerade weil wir uns
der Verantwortung unſeren Volksgenoſſen gegenüber bewußt ſind.
Mit einer abfälligen, unſachlichen Kritik iſt aber niemandem
ge=
dient. Glaubt der unbekannte Kritiker in Buenos Aires wirklich,
ſachliches Material zu beſitzen, um wie er ſagt, eine „Tragödie” zu
verhindern, ſo ſoll ſeine Mitarbeit uns herzlich willkommen ſein.
Will er aber nur angreifen und ſchimpfen, ſo können wir den
Arg=
wohn nicht unterdrücken, daß er beſtellte Arbeit liefert, daß ihm
das deutſche Volk, von deſſen Not und Verzweiflung er wohl nur
wenig Ahnung hat, gleichgültig iſt, und daß er im Intereſſe jener
wohlbekannten Land= und Bodenſpekulanten Südamerikas und
ſpe=
ziell Argentiniens ſchreibt, die begreiflicherweiſe mit recht
gemiſch=
ten Gefühlen auf unſere Aktion blicken, weil ſie einſehen, daß dieſe
für ihr ſo einträgliches Geſchäft eine ernſte Gefahr bildet.
Dem deutſchen Volkstum und der Erhaltung des deutſchen
Kulturgutes droht durch unſere Siedlung keine Gefahr. Das
Ver=
fahren vieler ſüdamerikaniſcher Bodenſpekulanten iſt es aber, das
dazu geführt hat, daß Tauſende unſerer Volksgenoſſen — Gott ſei
es geklagt — nichts anderes in Ueberſee geworden ſind als „
Kul=
turdünger”.
Fußball.
Soer SatbTia Saebiene
Süd ſtellt um!
ſie Elf des Südens für das Pokalzwiſchenrundenſpiel gegen
Meientſchland am kommenden Sonntag, auf dem Polizei=Platz,
nmt eine Aenderung erfahren „Ploch, der als
Mittelſtür=
mſt=eit ſtihz vorgeſehen war, iſt noch nicht völlig wiederhergeſtellt und
onu durch ſeinen Vereinskameraden Freund erſetzt. Die
Sicneihe würde dann alſo von links mit Feick, Zacherl.
ufnd. Werner, Pabsdorf ſtehen. Vielleicht wäre es jedoch nütz=
6e licly die Elf ſo umzugruppieren, daß Zacherl auf Halbrechts,
tein Pabsdorf, und Werner in die Mitte rückte, ſo daß der
unnhl F lügel in faſt gewohnter Reihe ſpielen könnte.
Tgſ. 1875 Darmſtadt — Tgſ. 1865 Beſſungen.
Ulm Sonntag, 15 Uhr, ſtehen ſich die genannten Vereine an der
RZuch ſteiner Straße gegenüber. Das Treffen der Lokalgegner
eiyricht intereſſanten Sport. Für beide Vereine gilt es, durch
irin Sieg Anſchluß an die Spitzengruppe zu behalten. Es dürfte
ſaehe zu einem zwar ſcharfen, aber — dafür bürgt die bekannr
auſlEwielweiſe beider Mannſchaften — ritterlichen Kampfe
kom=
nin Eine beſtimmte Vorausſage iſt nur ſehr ſchwer möglich. Das
Voxicl auf der Rennbahn konnten die Beſſunger knapp 7:6 für
ichi iiccheiden. Inzwiſchen hat ſich die Spielſtärke der Platzbeſitzer
becſetlach gehoben, ſo daß jetzt vielleicht das Ergebnis umgekehrr
alt. — Vorher die Reſerven der 75er gegen TV. Nieder=
kiwt 2.
Tv. Groß=Gerau 1846 — Tgde. 46 Darmſtadt.
m, erſten Rückrundenſpiel müſſen die 46er mit ihrer 1. und
umnſchaft in Groß=Gerau ſpielen. Groß=Gerau hat im
Vor=
biſcht Sieg und Punkte in Darmſtadt laſſen müſſen, aber die
öcuitchen vor einer ſchweren Aufgabe. Groß=Gerau führt mit
irne Punkt Vorſprung vor den 46ern die Tabelle an. Wollen
E)er weiterhin mit in der Spitzengruppe bleiben, ſo gilt es
üane Mannſchaft gerade in dieſem ſchweren Spiel, alles
daran=
uhein, daß ſie Sieg und Punkte aus Groß=Gerau entführen
Fonm. Die Mannſchaft fährt mit der Bahn. Es wäre er=
Liſlt, w nn ſich einige Schlachtenbummler anſchließen würden.
rukt und Abfahrtszeit am Anſchlag im Vereinshauſe.
Reichsbahn Darmſtadt — TV. Heppenheim.
huge Mannſchaften ſtehen ſich am Sonntag vormittag. 10.30
Uhg unn fälligen Verbandsſpiel auf dem Sportplatz am
Dorn=
heilen WWeg gegenüber. Das Vorſpiel konnte Reichsbahn nach
auußet hartem Kampfe mit 95 gewinnen. Die Gäſte werden
Aumdexanſetzen, um dieſe Niederlage auszugleichen, aber auch
ehſthuhn darf keinen Punkt mehr verlieren, wenn ſie noch
ernnch für die Meiſterſchaft in Frage kommen will. Nach
an=
arch ſchlechtem Start, iſt die Mannſchaft jetzt wieder in voller
een und da alle ſchweren Spiele ſchon in der Vorrunde aus=
Dae waren, hat ſie jetzt den Vorteil des eigenen Platzes und
kapo den Vorſprung des Tabellenerſten rechneriſch noch auf=
NuM Wor dem Spiel treffen ſich die 2. Mannſchaften.
TV. Nieder=Ramſtadt.
„erſten Spiel der Rückrunde müſſen die Nieder=Ramſtädter
amA o ntag in Gernsheim antreten. Das Vorſpiel konn=
Ser) Rot=Weißen klar mit 8:2 für ſich entſcheiden. Es iſt
auuſee fraglich, ob diesmal wieder ein Punktgewinn gelingt,
denn Gernsheim hat in den letzten Spielen bedeutend an
Spiel=
ſtärke gewonnen, und gerade auf eigenem Platze ſind ſie ſehr
gefährlich. Hoffentlich können die Nieder=Ramſtädter wieder
komplett antreten, und bei Hergabe des ganzen Könnens
er=
ſcheint der Spielausgang unbedingt offen. — Beginn 3 Uhr.
Autoabfahrt um 1.30 Uhr bei Fiſcher. Für Intereſſenten ſind
noch Plätze frei. — 2 Mſchft. in Darmſtadt gegen Tgſ. 75. 2.,
1.45 Uhr; Abfahrt per Rad: 12.30 Uhr, Fiſcher.
Tgſ. Ober=Ramſtadt.
Kommenden Sonntag 3 Uhr ſpielt die Tgſ. auf dem Platze der
Tgſ. gegen TV. Münſter. Man iſt allſeits auf dieſes Treffen
ge=
ſpannt, da Münſter die einzige Mannſchaft war, die gegen Ober=
Ramſtadt in der Vorrunde gewann. Mit einem ſpannenden Spiel
iſt jedenfalls zu rechnen
I9S4
waldgau 9.T.
Hangs-—N
Ta
Gektr. Lieſerung 65.75 IRütgerswerte 38.3
In der Kreiss.
17. G. Farben
94.625 Salzbetfurth Kalt 1161.5
38.25 Leonh. Tietz
Fresdner Ban) 61.75 Geſ. Beraw.
Beſ.f.elektr. Untern 70.625
NGapag
Berein. Stahlwertel 22.7
16.75
iſthanſa Dampfſch. 28.— Harpener Bergbau/ 71:378 Beſteregeln Alkali
Soeſch Eiſen u.
Ktordd. Lloyd
16.25
KL.E. G.
32.50 Bhil. Holzmann 55.— Baſalt Linz
Pzahr. Motorenw. 60.375 Kalt Aſchersleben 98.— Berl. Karlsr. Ind. 47.87
8.25
. P. Bemberg 53.625 glöcknerwerke 33.— Dirſch aupſer
Hohenlohe=Werte
Vergmann Elektr. 20.75 Mannesm. Röhr. 50.875
Berl. Maſch.=Bau 28.— Maſch.=Bau=Untn. 36.375 Lindes Elsmaſch. 68.—
ſontr Gumm 101.50 Oberſchleſ. Kofsw. 40.125 VogelTelegr. Draht/ 26.50
deutſche Cont. Gasl 88.625 Orenſtein & Koppel 32.125 Wanverer=Werte 25.—
Germania Eberſtadt — Union Darmſtadt.
Nach Unions ſchönem Erfolg über Mörfelden, darf man ihr
zu obigem Treffen beſtimmt einige Chancen einräumen Eberſtadt
hat gegenüber dem Vorjahre an Können eingebüßt. Union
da=
gegen gewonnen. Der derzeitige Tabellenſtand dürfte am beſten
darüber Aufſchluß geben. Die Spiele beider Gegner wurden
ſchon immer zähe durchgeführt und endeten mit wechſelndem
Er=
folg. Wer wird am Sonntag Sieger? Die Elf, die bis zum
Schlußpfiff mit Energie und Selbſtbewußtſein bei der Sache iſt,
einen ruhigen Fußball ſpielt, und nicht den Schiri anpöbelt wird
die größten Ausſichten auf Sieg haben. Wir bitten die Anhänger
unſerer Mannſchaft um zahlreiche Begleitung.
Die Juniorenelf trägt um 13 Uhr gegen die
Jugen=
heimer I. ein Freundſchaftsſpiel aus. Wir ſind geſpannt, wie
ſie ſich gegen einen ſo ſtarken Gegner hält.
Viktoria Walldorf — SV. 98, Darmſtadt.
Die Abfahrt der beiden Mannſchaften (Liga und Ligaerſatz)
zum Verbandsſpiel nach Walldorf erfolgt am kommenden
Sonn=
tag, um 12.15 Uhr, ab Marſtall.
Eintracht Darmſtadt.
Nachdem Eintracht die Vorrunde der Verbandsſpiele mit einem
ausſichtsvollen Tabellenplatz beendet hat, tritt bis zum Beginn der
Nückrunde eine vierzehntägige Ruhepauſe ein. Die Vereinsleitung
wird verſuchen, bis zur Rückrunde wieder eine ſpielſtarke
Mann=
ſchaft aufzuſtellen, um dadurch bei Vergebung der Meiſterſchaft
eventuell noch entſcheidend einzugreifen. Eintracht 2. Mſch.: 5 Uhr
in Griesheim.
Rot=Weiß Darmſtadt.
Zur Fortſetzung der Verbandsſpiele begibt ſich die
Ligamann=
ſchaft der Rot=Weißen am kommenden Sonntag nach Egelsbach.
Auf Grund der Leiſtung im letzten Spiel gegen Sprendlingen hat
die Mannſchaft eine grundlegende Aenderung erfahren. Wenn auch
im Voraus feſtſteht, daß die neue Aufſtellung in ſpieleriſcher
Hin=
ſicht nicht an die ſeitherige heranreicht, ſo hat der Vorſtand bei
dieſer Umſtellung doch die Gewißheit, daß gemäß der alten
Tra=
dition des Vereins die Farben in einer würdigen Art und Weiſe
vertreten werden. Die Mannſchaft fährt mit der Bahn und trifft
ſich am Hauptbahnhof 12.40 Uhr.
SV. 1922 Roßdorf — Germania Babenhauſen.
Am Sonntag, 15 Uhr. empfängt SV. Roßdorf Germania
Babenhauſen. Babenhauſen tritt als Neuling der
Odenwald=
gruppe erſtmals in Roßdorf an, und man iſt auf das
Abſchnei=
den der Gäſte ſehr geſpannt, um ſo mehr, da dieſe Mannſchaft
bei ſolidem Können in den letzten Punktſpielen ſchon manchen
Achtungserfolg erzielt hat. Von der Platzelf erwartet man
da=
her, daß Sie mit dem nötigen Ernſt und Eifer bei der Sache iſt.
hockey.
Spv. 98 Darmſtadt — Tgd. 1846 Worms.
Mit dieſem Spiel ſetzt Spv. 98 am Sonntag, 11 Uhr.
die Serie ſeiner Privatſpiele fort. Worms ſpielt ſchon ſeit
Jahren ſehr gutes Hockey und zählt zu den beſſeren
Mannſchaf=
ten des Rhein=Main=Kreiſes.
Tiſchkennis.
Sportabt. Singer Darmſtadt.
Am Donnerstag ſtand die neu gegründete Tiſchtennis=
Abteilung dem TTC. Ping=Pong gegenüber. Nach einem recht
intereſſanten Spielverlauf endete das Spiel 12:3 für Ping=Pong.
— Am kommenden Sonntag 11 Uhr tritt die Handballmannſchaft
gegen die 1. Jugend SV. 98 auf dem Stadion an.
Geſchäftliches.
Warum ſoll ſich die Hausfrau auch noch der Arbeit des Kochens
unterziehen, wenn ſie in den beiden Gaſtſtätten Hotel Bender,
Georgenſtr. 1½, und Reſtaurant Bender, Eliſabethenſtr. 23. gut,
reichlich und für wenig Geld ſpeiſen kann. (Näheres ſiehe Inſerat.)
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Burmſtädter uns Karionarsunt a
Samstag. 22. Oktober
10.10: Schulfunk: Glockenguß und Glockenklang. Von K. Stueber.
15.30: Stunde der Jugend: Die Schülerinnen der Luiſenſchule in
Kaſſel ſingen.
17.00: Mannheim: Unterhaltungskonzert des Philharm. Orcheſters.
Soliſt: A. Färbach Tenor).
18.25: Dr. Jokiſch: Perſönlichkeit und Wirtſchaft.
18.50: Dr. Fabian: Zur Frage der Stärkung des Binnenmarktes.
19.30: Chopin=Klaviermuſik geſpielt von Poldi Sperling=Donath.
20.00: Bayriſcher Abend
22.20: Zeit, Nachrichten, Wetter, Sport.
22.45: Nas.ik. Tanzkapelle der Stuttgarter Philharmoniker.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Sonnabend, 22. Oktober
11.00: Stunde der Unterhaltung.
15.00: Kinderbaſtelſtunde.
15.45: Frauenſtunde: Was junge Mütter wiſſen ſollten.
16.00: Prof. Segal: Kitſch und ſeine Bedeutung für Kunſt und
Leben.
45.— 16.30: Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30: Dr. Wehlau: Mund= und Zahnpflege der Kranken und
Schwangeren.
17.125 B3ln=Neueiſen / 36-25 Agsb.=Nnrb.Maſch,/ 36.— 17.50: Prof. Dr. Fitzner: Uralte Stätten weſtlicher Kultur in der
Ueberlieferung der Odnſſee.
18.05: F. Stöſſinger: Neue Schallplatten.
18.30: Dr. Günther: Deutſch für Deutſche.
19.00: Franzöſiſch.
19.40: Chefredakteur Ernſt: Kirche und Geſellſchaft.
20.00: Wuppertal=Barmen: Veranſtaltung zum Beſten der
Winter=
hilfe.
22.15: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl. Tanzmuſik der Kavelle Adalbert. Lutter
Weikerberichl.
MeN. Zim. wöch.
3. 540 M zu verm.
Aüderſtr. 16
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Mauerſtraße 26, pt.
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Saalbauſtr. 25, II.
frdl. möb. 3. z. v.*
Pae
„v.27
ko½%Intern.,
(6% Baden.. ..
a6% Bahern..
76% Heſſen ...v.28l
6% Preuß. St. v. 28
96% Sachſen v. 27
96% Thüringen v. 27
t Otſche Anl.
Auslo=
u. ungsſch. 4 *,
Ab=
löſungsanl..
Dtſche. Anl.
Ablö=
jungsſch. (Neub.)
i Deutſche
Schutzge=
hietsanleihe
6% Baden=Baden.
6% Berlin. . . . v. 24
6% Darmſtadt . . . .
6% Dresden ..v.26
1 82 Frankfurt a. M.
1 Schätze. v.29
v. 26
6%
626 Mainz .
Gut mi 4” Mannheim v. 27
in zent 4½ München, v. 29
u. oh. 4,/% Wiesbaden v. 28
Wilheln, /, geſſ. Lanvesbi.
Goldoblig.
Straße
½% Heſi. Landes=
Landwel Hyp.=Bk.=Liquid.
links, frds/8 „Kom.=Obl
mit a. 3.:%0 Preuß. Landes=
20 ℳ zu Pf.-Anſt G. Pf.
„ Geldoblig.
Wienerſtr”
ſch. ſep. m
*.
*
87.8
68.25
61.5
47.8
6.6
5.225
56
58
54
69.5
56.5
53.75
58
55.5
73
67.75
Mie Naun
Bk. Girozentr. fürl
„ R.12l
6% Kaſſeler Land.=
—
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
*AuslSer. 1
„. Ser. 1I
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
6% Berl. Syp. Bt.
5½ %„ Liau.-Bfbr.
6% Frkf. Hyp.=Bk..
5½% Lig. Pfbr.
6% „ Golboblig.
6% Frkf. Pfbr.=Bk.
5½%0 „ Lig. Pfbr
6% Mein. Hyp.=Bk.
5½% „ Lig. Pſbr.,
6%0 Pfälz.Hyp.=Bk.
5½%0 „ Lig. Pfbr.
6% Rhein. Hyp.Bt.
5½%0 - Lig. Pfbr.,
Goldoblig
8"
6% Südd. Bod.,
Cred.=Ban ..
5½% „ Lig. Pfbr.
6% Württ. Hhp.=B.
6% Daimler=Benz
6% Dt. Linol. Werke
6% Mainkrw. v. 26
6%0 Mitteld. Stahl.
2%a Ver. Stahlwerkel
Frankfurter Kursbericht von. Das rege Störungsgebiet im Norden iſt noch nicht beendet.
„chdem ein Kerngebiet nach Skandinavien weitergewandert iſt,
Dgt ſich bereits ein neues zwiſchen Island und Irland. An der
Mi6
dſeite des Tiefdruckſyſtems erhält Deutſchland dauernd Zufuhr
Paniſcher Luft, die teils kühlere, im weſentlichen aber mildere
s Boön. 2. C.B.
mperaturen beſitzt. Die unbeſtändige und öfters regneriſche
2. Inbeſt.
gitterung wird alſo zunächſt noch fortdauern.
kredit Goldpfbr. / 76.75 / 590 Bulg. Tab. b.021 10.5
Disſichten für Samstag, den 22. Oktober: Weiterhin ziemlich mild
6% Naſſ. Landesbk. 76.75 1 41),79 Oſt. Schäße
5½% Liqu. Obl./ 79.9 47 Oſt. Goldrentel 11.5 Ei und überwiegend wolkig, zeitweiſe Niederſchläge.
52vereinh. Rumänl, 4.6 Elsſichten für Sonntag, den 23. Oktober: Noch keine weſentliche
7.9
4½%
a.g 151 Beſſerung in Ausſicht.
HeſſGlvobl. R. 11/ 57.25 3. 0. Farben Bondsl 94.5
4511,
63
80.5
76
80
Käs
81.75
75.5
78.5
78.5
83
75.5
80
65.25
80.25
82.75
79.25
48 Türk. Admin.
49
1. Bagdad
Zollanl.
4½% ungarm 1913
1914
4½%
Goldr.
42
1910
4½Budp Stadtanl.
4½Liſſabon".
42 Stockholm,
Abtien
Rig. Kunſtziideulnie
A. E. G.
AndregeNoris Bahn
Aſchaffbg. Brauerei
Zellſtoff
Bemberg, 5. P...
Berl. Kraft u. Licht
Buderus Eiſen.
Cement Heibelberg
Karlſtadt.
J.G.Chemte. Baſel
Chem.Werke Abert!
Chade
Contin. Gummiw.
Linoleum!
Daimler=Benz....!
2.5
6.75
Kl.
33.5
80
55.5
32.5
77
113.75
38.75
49.5
51
123.75
vor
Hauptſchriſtleitung: Rudolt Mauve
antwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuilleton, Reich und
und und Heſche Nachrichten: Max Streeſe;, für Sport: Karl Böhmann;
den Handel: Dr C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: (. V. Karl Böhmann;
für „Die Gegenwart” Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herber: Netie;
für den Inſeratentel und geſchäftliche Mittelungen: Willy Kuhle:
Druck und Verlag: C. C. Wiitſch — ſämtlich in Darmſtad!
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung n icht übernommen.
Die heutige Nummer hat 14 Geiten.
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Roßdörferſtr. 67, II
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Seite 10 — Nr. 294
Heiu 410 Ausland.
Die Mordſache Wagner.
Ein wichtiger Zeuge geſucht.
Frankfurt a. M. In der Unterſuchung
des Raubmordes an dem Kutſcher Wagner wird
ein Mann als Zeuge benötigt, der vor der Tat
(am 1. 10. 32) den ermordeten Wagner auf dem
Heimwege auf der Uferſtraße wiederholt
be=
gleitet hat. Dieſer Mann ſoll mitunter auf dem
Führerſitz des Brotwagens neben Wagner
ge=
ſeſſen haben; manchmal ſoll er auch mit ſeinem
Fahrrade neben dem Fuhrwerk hergegangen ſein
und ſich mit Wagner unterhalten haben.
Perſonen, die Wagner in Begleitung dieſes
Mannes geſehen haben, werden gebeten, ſich bei
der Mordkommiſſion im hieſigen
Polizeipräſi=
dium oder bei der nächſten Polizeiſtation zu
melden.
Wenn Kinder mit Schußwaffen ſpielen.
Marburg. In Langenſtein bei Kirchhain
ſetzten ſich Kinder beim Spielen in den Beſitz
eines achtlos beiſeite geſtellten Teſchings, das
geladen war. Plötzlich löſte ſich ein Schuß; die
Kugel drang dem Töchterchen des Landwirts
Schneider in den Kopf und verletzte es ſo ſchwer,
daß die Ueberführung in die Marburger Klinik
notwendig wurde. Dort ſtellte man feſt, daß ein
Auge des Kindes verloren iſt.
Fünf Anweſen eingeäſchert.
Forſtheim. Am Freitag wurden in
Bir=
kenfeld bei Forſtheim während eines ſchweren
Sturmes fünf Anweſen mit allen
Wirtſchafts=
gebäuden und den Erntevorräten durch Feuer
zer=
ſtört. Vier Arbeiterfamilien, darunter eine
ſolche mit 10 Kindern, verloren ihre
Habſelig=
keiten.
Bronzeringe aus dem Jahre 500—600 v. Chr.
ausgegraben.
Koblenz. In Boſen fand der Sohn eines
Landwirts beim Graben mehrere Bronzeringe
in verſchiedenen Größen. Nach den bisherigen
Ermittlungen iſt anzunehmen, daß es ſich. bei
den Fundſtücken um Schmuck der Bronzezeit aus
den Jahren 500—600 v. Chr. handelt. Die Ringe
ſind aus Kupfer und Zinn. Verſchiedene
An=
zeichen deuten darauf hin, daß eine
Begräbnis=
ſtätte an der Fundſtelle war, in deren Nähe
be=
reits früher derartige Ringe gefunden worden
ſind.
Verwegener Raubüberfall auf einen Kaſſierer.
Luxemburg. Ein verwegener
Raubüber=
fall wurde bei Rumlingen verübt. Vier Männer
überfielen den Kaſſierer einer Hütte und ſeinen
Begleiter, raubten ihnen unter Bedrohung mit
Revolvern eine Geldkaſſette, in der ſich 60 000
luxemburgiſche Franken und etwa 7000
Reichs=
mark befanden und ergriffen dann die Flucht.
Der Kaſſierer, der die Kaſſette mit Geld auf das
nahegelegene Eiſenbahngleis werfen wollte,
wurde durch einen Schuß in das linke Bein
da=
ran gehindert. Die Räuber wandten ſich dann in
einem Kraftwagen der luxemburgiſchen Grenze
zu. Unweit von Diedenhofen wurde ihr
Kraft=
wagen von franzöſiſchen und luxemburgiſchen
Polizeibeamten geſichtet. Als die Banditen die
Beamten bemerkten, verließen ſie den Wagen
und liefen querfeldein. Es gelang, einen der
Räuber, einen Italiener, feſtzunehmen.
Flugzeugtrümmer an der holländiſchen Küſte
angeſpült.
Amſterdam. In Zandvoort wurde das
Höhenſteuer eines Flugzeuges unbekannter
Na=
tionalität, gezeichnet F. 8, angeſpült, das
an=
ſcheinend kurze Zeit im Meer gelegen hat.
Mög=
licherweiſe ſtammt das Stück von dem Flugzeug,
das kürzlich vom Kanal aus Notſignale gab.
Eine Mutter mit ihren vier Kindern verbrannt.
Paris. Ein Stubenbrand brach in den
Abendſtunden des Donnerstag in einem der
Außenbezirke von Paris aus, der einer Mutter
und ihren vier Kindern im Alter von 4—10
Jahren das Leben koſtete. Während es dem
Ehe=
mann und einem Freunde der Familie im letzten
Augenblick gelang, ſich ſpringend aus dem
Fen=
ſter zu retten. Beide wurden mit ſchweren
Brand=
wunden in ein Krankenhaus überführt.
Jagdſchloß Glienicke bei Berlin
ſoll Wochenend=Hokel werden.
Das Jagdſchloß Klein=Glienicke bei Berlin
iſt jetzt von einer Privatgeſellſchaft aufgekauft
worden, die es zum Wochenendhotel umgeſtalten
will.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Die Koburger Hochzeitskage.
Das Brautpaar beim Verlaſſen des Standesamtes. — Reichswehrpoſten halten die Ehrenwache.
epr. Säugl. ſ. Stell.,
Haustochter.
Oben: Die Trſ. 100 Gſch.*
das Brautpaarfräulein
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Darmſtadts
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Berlin unt. M. 127
woch nach dBeſchäftsſt.
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ihren Dienſt Kochen
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Beſſerung.
p. 1. Nov.,
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5 a. d. Geſch.
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ſalt u. Nahen,
Berliut. Zeugniſſ.,
der ſich ſeif= 1. Novemb.
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eine ſchwerte Büglerin
furchtbarem; ½ Tage fr.
Tieren bedr. M. 74 Gſch.
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hweizeriſchen
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Die Brauteltern,
g Ferdinand von
urkeil Lugi Cecchini, der
richt in Locarno
frau Eva Koppel
teilt worden war,
im Zuchthaus in
atte ſchon vorher
„gert.
des Poſtſcheck=
m. etw. Garten
Kriegsſteuerver=
z. 15. Nov. zu
miet. Zu erfragie Unregelmäßig=
Eberſtadtter, Kriegsſteuer=
Mühltalſtr. 27, ſich hierauf dem
(*ds) tändig, eine grö=
haben. Wie das
Ederer Seite noch
Betrag von rund
2 Zim. . RM Unterſchlagungen
Manſ., Gas, elre zurück. Schürch
Licht an ruh.
Lebensaufwand,
Mieter per 1.
rvtl. früher zuele Auslagen aus
mieten. Angelg hatte.
M. 131 Geſch. —
22 Jahre 4 Monate Zuchthaus
als Sühne für die Remagener Bluki4,/4
Koblenz. Vor dem Schwurgericht
Koblenz ſtand die Verbrecherbande zur
Abu=
lung, die in der Nacht zum 27. Juli d. J.
Nachtwächter Röhrig an der Tankſtelle in
magen erſchoſſen hat. Es handelt ſich um
Zahntechniker Walter Schalk, Garagemeiſter
Bell und die Arbeitsloſen =Artur Wels und W
ter Feiſt, alle aus Köln, die ſämtlich ein m
oder weniger langes Vorſtrafenregiſter
weiſen.
Am 26. Juli unternahm das verbrecher
Kleeblatt von Köln aus eine Rheinreiſe
einem am ſelben Nachmittag von Feiſt geſtohl
nen ſchweren Motorrad mit Beiwagen in M
tung Bonn. In Bonn ſahen ſie vor einem Ho
ein leeres Auto ſtehen. Während Feiſt den
gen bewachte, verſuchten ſeine drei Kompl
den Wagen in Gang zu bringen. Sie wur
jedoch durch den Hotelier in ihrem Vorhch
geſtört und flüchteten, nachdem Wels
Hotelier niedergeſchlagen hatte, in ſauſe
Fahrt rheinaufwärts. In Remagen ging ihn
der Betriebsſtoff aus, aus welchem Grund
kurzerhand eine Tankſtelle erbrachen. Wels
Feiſt gingen währenddeſſen auf Raub aus.
einem mißlungenen Einbruchsverſuch in ein
Konſum entdeckten die beiden eine Garage,
wendeten hier ein Auto und fuhren mit die
zur Tankſtelle. Während des Tankens kamen
beiden Nachtwächter Röhrig und Reif hinzu,
feſtzuſtellen, was da vor ſich gehe. Auf Fro
der Nachtwächter gab ſich Wels als Beſitzer
Tankſtelle aus. Als die Beamten nun we
Feſtſtellungen machen wollten, ſchoß der im
tergrund ſtehende Schalk den Nachtwächter Od
rig nieder. Bei dem Verſuch Schalks, auch
zweiten Beamten zu erſchießen, verſagte
Waffe. In dieſem Augenblick ſchwangen
Wels, Feiſt und Bell auf das Motorrad
ſauſten mit Vollgas davon, während Schalk
Dunkel der Nacht verſchwand. Die drei 2
brecher wurden noch im Laufe der Nacht erwick
während Schalk ſich nach einigen Tagen
willig der Polizei ſtellte.
Das Schwurgericht ging über die
Ant=
des Staatsanwalts noch hinaus und verurtel
den Angeklagten Schalk wegen Bandendiebſtau0/!
Nötigung und vorſätzlicher Tötung zu zwölf I
Au ge
ren Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverluſt und SAa, ſreun
lung unter Polizeiaufſicht, den Angeklagse (iner
Wels zu vier Jahren und ſieben Monaten Zuhind außer
haus, Bell zu drei Jahren fechs Monaten. ſchtlnen Papie
Feiſt zu zwei Jahren drei Monaten Zuchtkuſ nch der
und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenre
auf je fünf Jahre.
Bisher 11 Toke ud 40 Berlettef
in St. Margarethen.
Baſel. Die Zahl der Todesopfer bei
Einſturzunglück in St. Margarethen hat ſich
elf erhöht. Bei den Toten handelt es ſich duuc11 Miotent
weg um Arbeiterinnen, Mädchen und Fra-r Momen
Unter den Trümmern ſollen noch zwei bis /,0 Berlin=Ka
Menſchen liegen. Verletzt ſind etwa 40 Arb.uk waren g.
zuite lagen
rinnen, davon einige ſehr ſchwer. Das gunxen feſtye
zweiſtöckige Mittelſtück des zum Schlachtkdinn lager
von St. Margarethen gehörenden Getre)ceen, Rei
ſpeichers iſt eingeſtürzt. Im erſten Stockwerk.
fanden ſich ſechs Räume für Geflügel, wo en
80 Frauen und Mädchen arbeiteten. Man
merkte ein gefährliches Kniſtern und Kna/
Fünf Minuten vor 14 Uhr ſtürzte das geſau
Dach mitſamt den großen Getreidemengen
unter und begrub ca. 50 Arbeiterinnen unter
Die Alarmglocken riefen alle erreichbaren Hüsf
kräfte zuſammen. Es begann nur ein emſFo
Suchen ſowie das Abtragen der Trümmer, Tiüt
huiren Ur
ge dus
n
Akei
Nor
Eine Straßenbahn nach Venedig.
Rom. Venedig wird durch eine Straßenb
Mul=
mit dem Feſtland verbunden werden, die ue,
dem Straßendamm errichtet wird, der geE m
wärtig über die Lagune im Bau iſt.
un
Alk=Berlin im Muſeum.
Getreue Nachbildung einer alten Rauchfang=”
in dem hiſtoriſchen Berliner Ermeler=Haus=
jetzt das Märkiſche Muſeum mehrere neue
eſſante Abteilungen unterbrachte. Es wird —
ſucht, hier nicht in trockener Aneinanderreihul.
ſondern in einprägſamen Gruppen=Darſtelluns.
das Leben vergangener Jahrhunderte ”
zuſpiegeln.
Pilligeß
intd
2 ſch. beſchl.=fr.
190
[ ← ][ ][ → ]iſnmmer 294
Samstag, den 22. Oktober
Platte
Die Neuregelung der Buttereinfuhr.
Sun deutſch=finniſchen Bukkerhandelsabkommen. — Ein bedeukſamer Abſchluß für die Landwirtſchaft.
die Aroensmärrtiage iin sieicy.
Zu der in Verhandlungen mit Finnland gefundenen Regelung
Frage der Buttereinfuhr nach Deutſchland, über die wir be= Auswirkung der ſaifonmanigen Abſchwachung
us kurz berichteten, wird an zuſtändiger Stelle ergänzend
mit=
des Beſchäftigungsgrades.
Dem jetzt feſtgelegten Einfuhrkontingent von 55 000 Tonnen
Die Verkeilung der Konkingenke.
gellt:
jaden im Jahre 1931 100 000 To. und im Jahre 1932 nach den
rechnungen der erſten drei Vierteljahre 72 000 To. gegenüber.
9 Zollſätze waren fünffach verſchieden: nämlich 50 Mk. für ein
Antingent von 5000 To., wozu für die valutaſchwachen Länder
Zuſchlag von 36 Mk. hinzutrat; der Normalſatz von 100 Mark
qu ein Valutazuſchlag von 36 Mk.), ſchließlich der Obertarif
170 Mk. Für 1932 wird ſich der durchſchnittliche Zollſatz nur
u67 Mk. belaufen, da zu den hohen Zollſätzen ohnehin kaum
ein=
ſpihrt wird. Dieſer Durchſchnittsſatz wird für die Buttereinfuhr
innächſten Jahre im Zuge der jetzt gefundenen Kontingentierung
ifollos noch eine Senkung erfahren. Eine Anzahl von Ländern
ſclich war unter der bisher gültigen Regelung in der Lage, die
ſatingente zu niedrigem Zollſatz nicht nur zu erfüllen, ſondern
w ihre Produktion auszuweiten. Die neue Regelung nimmt je=
Rückſicht auf die deutſchen Ausfuhrintereſſen inſofern, als die
ute rausfuhrländer in dem Maße begünſtigt werden, in dem ſie
ü die deutſche Induſtrieausfuhr in Frage kommen. Für die
deut=
ſich Landwirtſchaft entſcheidend iſt ferner die Tatſache, daß
nun=
ger ein feſtes Einfuhrkontingent von 55 000 Tonnen vorhanden
ſtüber das hinaus nichts weiter eingeführt wird. Zur Erfüllung
ſtes Kontingents iſt Deutſchland jedoch nicht verpflichtet,
ſon=
ſen die Butterausfuhrländer zur Erfüllung ihrer Kontingente
Nach dem Bericht der Reichsanſtalt für die Zeit vom 1.—15.
Oktober beträgt die Zahl der Arbeitsloſen, die bei den Arbeits=
Eiſenbahnmakerialbeſtellungen.
40 Millionen Türken=Aufkräge für die deutſche
Monkan= und Bau=Induſtrie.
ſachtigt. — Was Holland angeht, ſo ſind, die bisher geführten,
e privaten Verhandlungen durch die gefundene Neuregelung
Finnland und den übrigen Ländern überflüſſig geworden.
and erhält nach dieſer Neuregelung von dem Geſamtkontingent
1oH., Dänemark 32 v. H., Schweden 8 v. H., Rußland 5 v. H.,
üund 6. Finnland 3,8, Lettland 10 v.H.
liner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Auch geſtern vermochte ſich die an ſich unverkennbar
vorhan=
affreundlichere und zuverſichtlichere Grundſtimmung an der
ſieliner Börſe kursmäßig kaum auszuwirken, da das
an=
gend außerordentlich geringe Geſchäft die Bewegungen bei den
meinen Papieren in ſtarkem Maß vom Zufall abhängig machte.
iun nach der freundlicheren Haltung der letzten Tage etwas über=
Nenden neuen Schwächeanfall in New York ſtanden verſchie=
* günſtige Momente aus der deutſchen Wirtſchaft gegenüber.
zverwies man vor allem auf die geſtrige Rede des
Reichsbank=
adenten Dr. Luther, die einen ſehr guten Eindruck hinterließ.
nähnenswert war ferner die Zunahme der Beſchäftigung der
Bzwerke, der geſteigerte Abſatz des Ruhrkohlenſyndikats im
Aſat September und die Abnahme der Feierſchichten die
Ver=
gang der Reichspoſtaufträge nach dem
Arbeitsbeſchaffungspro=
emm Arbeitereinſtellungen in verſchiedenen Induſtriezweigen
2 Größere Veränderungen, waren aber kaum zu
verzeich=
ſat im m Chade gingen um über 3 RM. zurück, dagegen zogen Bubiag
und Prozent an. Lahmeyer lagen trotz der eben erwähnten
gün=
ſtar Momente doch 1 Proz. ſchwächer, und auch Conti=Gummi
hen Berlin=Karlsruher büßten 1½ Prozent ein. Deutſche An=
Anin waren gut behauptet und eher ſogar etwas feſter; Schutz=
geſte lagen aber 0.,30 Prozent ſchwächer. Die Tendenz für die
ſüngn feſtverzinslichen Werte war geteilt. Induſtrieobliga=
tynn lagen eher feſter, während Goldpfandbriefe kaum behauptet
ſo dnen. Reichsſchuldbuchforderungen konnten ſich bei etwas
leb=
huren Umſätzen um zirka 0,.25 Prozent befeſtigen. Im Verlauf
ſu we das Geſchäft am Farben= und Elektromarkt etwas
lebhaf=
uund die Kurſe konnten ſich meiſt etwas befeſtigen; ſo zogen
hkert um 1,25 Prozent an; „nur Kalipapiere lagen etwas
ſncher.
Die Frankfurter Börſe verzeichnete einen freundlichen
Gudton. Von den Ausführungen des Reichsbankpräſidenten
gzy eine gewiſſe Anregung aus; daneben ſtimmten die
handels=
käſiſche Verſtändigung mit Dänemark und Finnland, ferner Be=
Frig, üüber Beſſerung im Ruhrkohlenabſatz, über den neuen Plan
Ru35abiliſierung des Kupfermarktes und die günſtige
Entwick=
luy der internationalen Zinkinduſtrie ſowie ſchließlich die
Erho=
uy des Pfundkurſes günſtig. Trotzdem hält ſich das Geſchäft in
huſtordentlich engem Rahmen. Nach vorhörslich eher ſchwächeren
Küren war zum amtlichen Beginn die Grundſtimmung durchweg
ſeltz. Im Vordergrunde ſtanden J.G. Farben in Nachwirkung
ählr Berichts über das dritte Vierteljahr, und ſchließlich
Mon=
tatneite. J.G. Farben zogen bis 94.75 nach 94½ Prozent an.
ReRikahl gewannen 0,5, Buderus 0,75 Phönix 0,75.
Mannes=
mſnn 0,50, Stahlverein 0,50 Prozent. Der Kalimarkt hatte ſehr
9u9tieHauptete Kurſe. Scheideanſtalt in Erwartung eines
gün=
ſtünse Abſchluſſes wieder eine Kleinigkeit freundlicher: der Kurs
hitläich ſchon ſeit Wochen bei etwa 140 Proz., Zellſtoffwerte bei
kliten Umſätzen eher noch etwas ſchwächer, ſo Waldhof um 0,5
Phwyt. Dagegen Kunſtſeide in Anlehnung an die günſtige
Be=
ſchüſzungslage, die etwas beſſere Preisentwicklung weiter leicht
anghend. Gut gehalten lagen Transportwerte und
Schiffahrts=
alsh. Am Elektromarkte bröckelten Lahmeyer, wo die Dividende
am 8, d. M. abgeht, trotz der günſtigen Ausführungen in der
Boſgen G.V., um 0,5 Prozent ab. Dagegen Bekula, Siemens
WNAEG. je 0,5 Prozent, Geſfürel 0.25 Proz. freundlicher. Von
Elhlwerten Holzmann, Conti, Linol nur knapp gehalten.
Me=
tallſalſchaft unverändert. Am Rentenmarkt war das Geſchäft
etab lebhafter. Infolge von Tauſchoverationen zwiſchen ſpäten
Ea Sele e Seieners eteite udn eufeich
weste lbeachtet
Unter dem Einfluß der ſchwächeren Auslandsbörſe verlief die
AElnd börſe ſehr ruhig. Die Kurſe waren behauptet, teilweiſe
nachgehend, jedoch blieb die Börſe im Grunde
widerſtands=
ſädg J. G. Farben eröffneten etwas niedriger. Am Montnmarkt
Hacer 05 Prozent freundlicher. Dagegen Buderus 0,25
Man=
neistm 05 Prozent ſchwächer. Von Elektrowerten Siemens
Igent nachgebend. Südd. Zucker hörte man 0,5 Proz,
freund=
lia R DDer Rentenmarkt war gleichfalls ſtill.
Mekallnokierungen.
ſie Metallnotierungen in Berlin für je 100 Kg. am 21
Okto=
elEen ſich für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg. Bremen
Dishotterdam (Notierung der Vereinigung für die Deutſche
Elsdocytkupfernotiz) auf 53,75 RM. — Die Notierungen der
Kohnibion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe
ver=
ſteiß ſich ab Lager in Deutſchland für prompte Lieferung und
Be=
zlhop ſtellten ſich für Original=Hüttenaluminium 98 bis 99
Pract, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren, auf 160 RM., des=
Alestn in Walz= oder Drahtbarren, 99 Prozent. auf 164 RM.
Raslic el 98 bis 99 Prozent, auf 350 RM. Antimon=Regulus auf
Deu RM., Feinſilber (1 Kg. fein) auf 37.,75—41 RM.
ſie Berliner Metalltermine vom 21. Oktober ſtellten ſich für
RDer: Oktober 41 (42,75), November 41,75 (42,50),
Dezem=
beus anuar 42 (42,25) Februar 42,50 (42,75) März 43 (43.25)
Ayc 1B.50 (43,75), Mai 44 (44,25). Juni 44,75 (45). Juli 45,25
4250 Auguſt 45,75 (46) September 46,25 (46.50). Tendenz:
ſchüher Für Blei; Oktober, November 16 (17). Dezember
GMT 7 Januar 16,25 (1725), Februar 16.25 (17,50), März
(18), Juli 17 (18,25), Auguſt 17.,75
161Mn 75). M
DR 4 I5). November 20 25 (21.25) Dezember 2050 (21.50) Ja=
AMNe-75 (21.75), Februar 21 (22), März 21,50 (22.25), April
2,50),Mai 22 (23). Juni 22 (23,25), Juli 22,50 (23,50).
ämtern gemeldet ſind, Mitte Oktober 1932 rd. 5 150 000. Wenn
dieſe Ziffer auch um rund 48 000 über derjenigen vom Ende des
vorhergehenden Monats liegt, ſo bedeutet dies nicht, daß ſich der
Beſchäftigungsgrad tatſächlich in dem gleichen Umfange
verſchlech=
tert hat. Die gegenwärtige Entwicklung iſt das Ergebnis des ſich
auf dem Arbeitsmarkt vollziehenden Wiederſpieles zwiſchen der im
Herbſt jeden Jahres eintretenden ſaiſonmäßigen Abſchwächung des
Beſchäftigungsgrades und der in erneuten Anſätzen zu
beobachten=
den Belebung einzelner konjunkturabhängiger Wirtſchaftszweige.
Es iſt daher durchaus möglich, daß ſich die Entwicklung im Oktober
ähnlich wie im September vollzieht, in deſſen erſter Hälfte die
Ar=
beitsloſenzahl ziffernmäßig bekanntlich um etwa 40 000
zugenom=
men hatte, während im weiteren Verlauf eine ſtärkere Entlaſtung
des Arbeitsmarktes um rd. 160 000 ſich durchgeſetzt hatte.
Auch der Vergleich der zahlenmäßigen Entwicklung in der erſten
Oktoberhälfte dieſes Jahres mit der entſprechenden Zeit des
Vor=
jahres, in der die Arbeitsloſenzahl um rund 129 000 Arbeitsloſe
geſtiegen war, läßt die ruhigere, verhältnismäßig günſtigere
Ent=
wicklung des Arbeitsmarktes in der Gegenwart erkennen.
Bei der Geſamtzahl der Arbeitsloſen bleibt die Tatſache zu
beachten, daß in der Zahl von 5.150 Millionen Arbeitsloſen auch
rund 200 000 junge Menſchen mitgezählt ſind, die bei dem
freiwil=
ligen Arbeitsdienſt vorübergehend außerhalb der freien Wirtſchaft
Arbeit und Brot gefunden haben.
Die Zahl der Notſtandsarbeiter, die im Laufe des Monats
September 1932 noch um rund 21 000 auf rund 88 000 geſteigert
werden konnte dürfte auch bis Mitte Oktober eher noch etwas
zu=
genommen haben.
In der Zahl von 5.150 Millionen Arbeitsloſen für den
Stich=
tag vom 15. Oktober 1932 ſind rund 580 000
Hauptunterſtützungs=
empfänger in der Arbeitsloſenunterſtützung und 1.175 Millionen
Hauptunterſtützungsempfänger in der Kriſenfürſorge enthalten.
Die Zahl der Wohlfahrtserwerbsloſen wird bekanntlich für Mitte
des Monats nicht feſtgeſtellt.
Wie wir aus Iſtambul erfahren, beſchloß der türkiſche
Mini=
ſterrat in Angora, die nach dem deutſchen Induſtrieabkommen mit
der Türkei in Höhe von 40 Millionen RM. im Jahre 1930
ge=
gebenen Eiſenbahnmaterial=Beſtellungen noch in dieſem Jahr fux
die Einfuhr außerhalb des Kontingents freizugeben. Es handekk
ſich hierbei um Eiſenbahn=Oberbaumaterial nebſt Zubehör,
Brük=
kenkonſtruktionen, ſowie rollendes Material, Lokomotiven und
Waggons. Dieſe Beſtellungen ſind als Schlußſtück des
Bauver=
trages mit dem unter Führung der Julius Berger Tiefbau A.G.
ſtehenden „Oſt=Konſortium” anzuſehen, dem weiterhin die
Fir=
men Friedrich Krupp, Vereinigte Stahlwerke, Gute=
Hoffnungs=
hütte, Henſchel u. Sohn und Otto Wolff angeſchloſſen ſind. Im
übrigen bemüht ſich das Konſortium um neue Aufträge, die über
das Induſtrieabkommen 1930 hinausgehen. Diesbezügliche
Ver=
handlungen ſind eingeleitet.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Rheiniſche Beamtenbank, Köln. Der Gläubigerverſammlung
wurde ein Status per 15. Oktober vorgelegt, wonach ſich das
Ver=
mögen auf 515 000 RM. ſtellt gegenüber 566 000 RM.
Verbindlich=
keiten, ſo daß ein Verluſt von 50 600 RM. entſteht. Im Status
iſt der Grundbeſitz in Köln mit einem Schätzungswert von 259 000
RM. mit rund 152 000 RM. angeſetzt, ſowie eine Forderung an ein
Fahrradgeſchäft in Höhe von 400 000 RM. (ohne Sicherheit), die
mit 150 000 RM. bewertet wurde. Wenn die Abwicklung ſich
all=
mählich durchführen läßt, ſeien die Ausſichten günſtig. Es wurde
ein Ausſchuß gewählt, der zuſammen mit dem Vergleichsrichter die
Intereſſen der 1800 Gläubiger wahrnehmen ſoll.
H. Fuchs Waggonfabrik, A.=G., Heidelberg. Die H. Fuchs
Waggonfabrik A.=G. Heidelberg, bleibt, wie mitgeteilt wird, für
das mit dem 30. 6. 1932 beendete Geſchäftsjahr dividendenlos (im
Vorjahre wurden aus einem Gewinn von 43 056 RM. 40 000 RM.
der Reſerve zugeführt, der Reſt vorgetragen). Das Aktienkapital
von 2,0 Mill. RM. befindet ſich bekanntlich faſt vollſtändig im
Beſitz der Vereinigten Weſtdeutſchen Waggonfabriken A.=G., Köln.
Produktenmärkke.
1. Marktbericht des Obſt= und Gemüſegroßmarktes in
Wein=
heim (Bergſtraße) vom 19. Okt. Preiſe pro Pfd. in Pfg.: Nüſſe
15—28, Walnüſſe 56, Pfirſiche 7—14, Quitten 7—11, Tomaten 13,
Birnen 7—25, Aepfel 8—17. Anfuhr und Nachfrage gut.
Berliner Produktenbericht vom 21. Oktober. Wenn ſich auch
die höchſten Preiſe des Vortags zu Börſenbeginn nicht behaupten
konnten, ſo zeigte der Produktenmarkt heute doch eine etwas
ſteti=
gere Grundſtimmung; die Verhandlungen über die Verlängerung
der Lombardkredite wirkten ſich offenbar ſtimmungsmäßig etwas
beruhigend aus
In einer Verſammlung der Zuckerrübenpflanzer wurde der
Preis für den Zentner Rüben im Einvernehmen mit dem
Süd=
deutſchen Zuckerkontor in Worms auf 1.30 RM. feſtgeſetzt. Das
Geld wird in drei Raten ausbezahlt, und zwar 1.15 RM. 14 Tage
nach Lieferung, eine zweite Rate im Januar und die dritte Rate
im Juni 1933.
Der Verwaltungsrat der Deutſchen Rentenbank=Kreditanſtalt,
Berlin, hat in ſeiner Sitzung vom 11. Oktober Geh. Reg.=Rat Dr.
Kleiner Präſident des Deutſchen Sparkaſſen= und Giroverbandes,
als Sachverſtändigen auf dem Gebiet des Kreditweſens zum
Mit=
glied des Verwaltungsrats der Deutſchen Rentenbank=
Kredit=
anſtalt gewählt.
Der Zentralverband der deutſchen Metallwalzwerks= und
Hütteninduſtrie teilt folgende Aenderungen ſeiner Verkaufspreiſe
ab 20. Oktober mit: Kupfer: Rohre 112,75 (zuletzt 113), Drähte
und Stangen 79,40 (79,65).
Der Londoner Goldpreis beträgt am 21. Oktober 32 für eine
Unze Feingold 121.7 Schill. gleich 86,9321 RM., für ein Gramm
Feingold demnach 46,9079 Pence gleich 2,79 493 RM. Zu dieſem
Preiſe wurden 375 000 Pfund Sterling Gold verkauft, davon
gin=
gen 275 000 Pfund nach Frankreich, der Reſt an einen
unbekann=
ten Käufer.
Von der Naſſauiſchen Landesbank, Landesbankſtelle
Frank=
furt a. M., iſt der Antrag auf Zulaſſung von 5 Millionen GM.
7proz., ab 1. 1. 32: 6 Proz., auf die Inhaber lautende
Goldhypo=
thekenpfandbriefe Reihe 13 der Heſſiſchen Landesbank —
Staats=
bank — Darmſtadt, unkündbar bis 31. 12. 35, zum Handel und
zur Notierung an der Frankfurter Börſe geſtellt worden.
In der geſtrigen Vollverſammlung der Induſtrie= und
Han=
delskammer Köln wurde zum Nachfolger des am 1. Oktober
ver=
ſtorbenen Präſidenten der Kammer, Geheimrat Louis Hagen, Dr.
Paul Silverberg mit überwiegender Mehrheit gewählt.
Aus dem A. R. der Bayeriſchen Filmgeſellſchaft m. b. H. Emelka=
Konzern, München, ſind Rechtsanwalt und Notar Dr. Alfred
Friedmann=Berlin und Generaldirektor Dr. Richard Friedmann=
Berlin ausgeſchieden. Neu in den A.R. gewählt wurden Komm.=
Rat Wilhelm Kraus=München und Geh. Juſtizrat Rechtsanwalt
Wilhelm Foerſt=München.
Wie die ſchweizeriſche Geſandtſchaft in Berlin mitteilt, iſt
die in einem Teil der Preſſe veröffentlichte Meldung über
angeb=
liche Beſchlagnahme von Banken= und Poſtſcheckkonten ſolcher
Ausländer, deren Länder mit der Schweiz Clearingabkommen
ab=
geſchloſſen haben, nicht zutreffend. Es wird darauf hingewieſen,
daß die Clearingabkommen der ſchweizeriſchen Regierung
keiner=
lei Möglichkeit für die Beſchlagnahme ausländiſcher Konten
bieten.
Die Zahl der amtlich unterſtützten Arbeitsloſen in
Frank=
reich iſt in der Woche vom 8. bis 15. Oktober um 4300 auf 251 600
zurückgegangen. Es iſt dies der weitaus ſtärkſte Rückgang ſeit
vie=
len Wochen.
Die erſte Pilſener Aktienbrauerei Gambrinus (dem
Bürger=
lichen Brauhaus Urquell gehörend) fuſioniert rückwirkend ab 1.9.
1932 mit der Böhmiſch=Pilſener Brauerei AG. (Weltbräu). Das
fuſionierte Unternehmen firmirt jetzt Weltbräu=Gambrinus.
Ver=
einigte Pilſener Aktienbrauerei. Damit iſt die geſamte Pilſener
Brauereiinduſtrie zu einem einheitlichen großen Konzern
ver=
ſchmolzen, deren Oberleitung beim Bürgerlichen Brauhaus liegen
wird.
Berliner Kursbericht
vom 21. Oktober 1932
Oeviſenmarkt
vom 21. Oktober 1932.
Aade
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
bapag
Hanſa Dampſiſch.
Nordd. Lloyd
A.E. 6.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr
Berl. Maſch.=Bau
Contie Gumm
Deutſche Cont. Gas
Net
75.—
61.75
16.75
25.*
17.125
32.50
60.375
53.625
20.75
28.—
101.50
3 88.625
We
Gektr. Lieſerung
7. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Beſ.f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
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nbefugten Zutritt ſtrengſtens unterſagt!
n jenem einunddreißigſten Januarmorgen, an dem die
ſtrngen in ſenſationeller Aufmachung den unerhörteſten
Bank=
o uch berichteten, den die Welt je ſah, den Einbruch in die
mufiliale am Waterlooplatz, ſtaute ſich ſchon zu früher Mor=
Yiu unde der Verkehr vor dem Haupteingang des über Nacht
hucär gewordenen Hauſes. Der Bürgerſteig, unter dem die
Förecher einen mehrere Meter langen Gang bis zum
Mnungsſchacht des im Keller liegenden Treſorraumes gegraben
ſen, war abgeſperrt, der Gang ſelbſt, der innen im Hauſe
ür” unter der Haupttreppe begann, war freigelegt, doch zum
50 ſchon mit Brettern zugedeckt, da es den Behörden unnötig
ſuien, die geniale Arbeit der Unterirdiſchen einem größeren
ſoltkum durch den Augenſchein noch näher zu bringen, als es
ſh die Photos und detaillierte Zeitungsberichte bereits ge=
1 0). Mit ungläubigem Staunen betrachteten die Paſſanten
M Maulwurfswerk, das ſich — wochenlang vielleicht — unter
ſihn Sohlen vollzogen, einen Meter unter der Erdoberfläche,
miner Stelle, die täglich von tauſenden Füßen berührt wurde,
müriem der verkehrsreichſten Plätze der Stadt. Bemerkungen
ſüalten, es fehlte weder an Spöttern noch an Bewunderern,
79die Tatſache, daß der Umfang der geraubten Werte nicht
wihernd feſtzuſtellen war, da die einzelnen Betroffenen
uusſichtlich an der öffentlichen Spezifizierung ihres in den
ſiorräumen glücklich verborgenen Vermögens unintereſſiert
„hmn, gab hinreichenden Anlaß für die blutigſten Scherze.
unter all den Gaffern und Nichtstuern, Hausfrauen, Dienſt=
n znern, Stempelgängern und Direktoren, die ſich vor der Front
d eBankfiliale zuſammendrängten, von mehreren Schupos und
Cheirndetektiven im Auge behalten, befand ſich ein junger
Aſen in abgetragenem Mantel. Ein ſtark haarender, kaum
muxepräſentabler Pelzkragen umſchloß ſein friſches, von der
ſ hfen Luft gerötetes Geſicht, dem die Schauluſt momentan eine
ſmitz ungewöhnliche Konzentration verlieh, ohne ſeine offene
Smloſigkeit ganz zu verbergen. Neugier und romantiſche
Teil=
mme der Jugend an Heldentaten, die weder Medaillen noch
Aueer belohnen, hatten auch ihn hergeführt, und obwohl jede
„WZute die Ausſicht auf den beim Erſcheinen der
Morgen=
z/ ung noch freien Büroſekretärpoſten in der Söderlundſtraße 94
bimngerte, ließ er ſich langſam bis zur vorderſten Reihe
durch=
piiſeten, um dort feſten Fuß zu faſſen und mit gemiſchten
Gehlen die Verwüſtung des ſtädtiſchen Pflaſters und der
„ſozilen Ordnung anzuſtarren. Wie die meiſten um ihn herum,
ome er ſich von einer gewiſſen Doſis Hochachtung für die
Pür nicht freimachen, darüber hinaus erſchienen ihm die
Reie, die eingeſetzt, und die Werte, die erbeutet wurden, viel
ßy intaftiſch, um ſchnell mit der Vorſtellung von ihnen fertig
derden, trotzdem das Barometer in der Frühe minus 18
hr zeigte. Während die Paſſanten mit blaugefrorenen Naſen
felrfhüttelnd oder ein wenig befangen von dem Blick in die
ungeahnten Möglichkeiten dieſes Daſeins nach kurzem Verweilen
weiterhaſteten, fand er, daß man ſich eigentlich an dem
unordent=
lichen Loch im Aſphalt und dem bröckeligen Erdhaufen nicht
an=
ſchaulich genug über die geheimnisvollen Vorgänge inſtruieren
könne, und da es ihm ſchon einige Male gelungen, mit ſtiller
Dreiſtigkeit bis zum Mittelpunkt eines gerade aktuellen
Sen=
ſationsfalles vorzudringen, beſchloß er, ſich weiter umzuſehen.
Es war genau elf Uhr dreißig, mit einem leichten Seufzer ließ
er die Hoffnung auf Söderlundſtraße 94 fahren, aber allen
telepathiſchen Phänomenen zum Trotz bewegte ihn nicht die
geringſte Vorahnung, daß dieſer Morgen die große
Lebens=
wendung für ihn bereithielt.
Wie haarſcharf erinnerte er ſich ſpäter der Minute, da er
um die Ecke des Hauſes bog, um vorwitzig in den Nebeneingang
am Waterlooplatz einzudringen, immer wieder empfand er die
Schärfe der nie erlebten Kälte, hörte das metalliſche Knirſchen
unter den Füßen der Leute, vor deren eingehüllten Geſichtern
kleine nebelige Wolken haſtig emporſtiegen, ſah die bläuliche
Dieſigkeit der Luft, die Gebäude und Menſchen unerhört plaſtiſch
hervorhob und ſie dennoch gleichzeitig ins Unwirkliche entfernte,
und immer wieder konnte er es ſpäter mit geſchärften Sinnen
nicht begreifen, daß nichts, aber auch gar nichts, innerlich oder
äuckerlich, ihn vor dem unbefugten Betretens dieſes Hauſes
zurückgehalten hatte.
Dreiundzwanzigjährig, ein zum Büroſekretär erzogener und
beſtimmter Realunterſekundaner, durchſchnittlicher
Hochbahn=
abonnent, nicht beſchränkt, doch ein wenig einſeitig, trotz der
großſtädtiſchen Keßheit leicht verträumt, lebenshungrig wie alle
denen die Mutloſigkeit der vierziger Jahre bevorſteht, ſeit fünf
Monaten ſtellungslos mit der Ausſicht, demnächſt auch mittellos
zu ſein, etwas ſchlakſig, aber kräftig und gewandt, mit ganz
allgemeinen Anſichten und ebenſolchem netten Ausſehen — das
war Philipp Spoor, genannt Phil, bis zu dem Moment, da er
das Haus Klingerſtraße 23 durch den Nebeneingang
Waterloo=
platz 1a betrat."
Genau ſieben Stufen führten hinab, durch einen Kellergang,
und von ihm ſechs wieder hinauf in den Hof, den einige Fenſter
und die über mannshohe Mauer zum Nebengrundſtück
einrahm=
ten. Die zur Bank gehörigen Fenſter waren vergittert, und ſelbſt
das war kein Umſtand, der dieſen Hof von den tauſend anderen
grauen und vernachläſſigten Hinterhöfen der Großſtadt
unter=
ſchied. Trotzdem betrachtete ihn Phil Spoor mit lebhafteſtem
Intereſſe. Die Tatſache, am Schauplatz des tollen Geſchehniſſes
zu ſein, übte einen magiſchen Zauber auf ihn aus. Hier waren
die Verbrecher aus= und eingegangen ungeniert am hellichten
Tage vielleicht oder heimlich in der Nacht, hier hatten ſie die
Millionenwerte abtransportiert, hier hatten ſie ſtatuenhaft
ge=
ſtanden, von einem unerwarteten Geräuſch gebannt, Unterkiefer
vorgeſchoben, Revolper in den Händen — zweifellos, das
Fluidum ihrer Anſtrengungen und ihres Erfolges ſchwebte noch
jetzt über dem ſchmutzigen Aſphalt.
Mit tiefem Aufatmen überquerte er wie ſie den
menſchen=
leeren Hof und trat durch die braungeſtrichene Hintertüre ins
Haus. Links wand ſich der Lieferantenaufgang hinauf rechts
leiteten einige Stufen zum Keller, deſſen Türe hinter einer
kleinen Vertiefung offen ſtand. Zwei junge Burſchen,
Haus=
ſöhne oder Lehrlinge aus den verſchiedenen
Geſchäftsunter=
nehmungen der vier Etagen, unterhielten ſich mit einem älteren,
den ſeine Tellermütze als auf dem richtigen Wege zeigte. Eilig
und beſtimmt ſchritt der Eingedrungene zunächſt hinauf, an
ihnen vorbei, für etwaige Fragen den kurzen am Hauseingang
vermerkten Namen eines kosmetiſchen Arztes bereithaltend,
kehrte indeſſen im zweiten Stockwerk um und miſchte ſich mit der
ihm eigenen Ungeniertheit ins Geſpräch der jungen Leute, das
natürlich den Einbruch behandelte: Als ſie ſich anſchickten, den
Boten an die Stätte des Verbrechens zu führen, begleitete
Phil ſie wie ſelbſtverſtändlich, von ſeinem Erfolg begeiſtert.
Das war ſo die Art von Berichterſtattern und Detektiven, oder
auch die von Verbrechern, die an die Stelle ihrer Untat
zurück=
getrieben werden, und das war ſo eine kleine Abwechſlung,
die nichts koſtete, dafür aber unbezahlbare Freude machte.
Schnell ſetzte er die blinde Hornbrille auf, die nie in den
Taſchen eines Büroſekretärs jedweder Branche fehlt, und auf
dieſe Weiſe im Ausſehen verſachlicht und gehoben, betrat er
mit den Burſchen den Keller der Bank.
Timeo Danaos=
Wie der unbeobachtete Eingang zeugte auch der Keller von
der Kopfloſigkeit, in die plötzliche Unglücksfälle die Betroffenen
zu verſetzen pflegten.
Ueberall war Licht durch lange Verbindungskabel bis in
die dunkelſten Ecken gebracht, Arbeiter in weißen
Maurer=
anzügen ſtanden und liefen herum, im Raum, in dem der Gang
unter dem Bürgerſteig begann, befanden ſich gerade zwei
in=
ſpizierende Beamte, die auch nichts Neues mehr feſtſtellen
konn=
ten, überall war Leben und nervöſe Bewegung, deren Zweck
unklar blieb. Ein Vorarbeiter erläuterte dem ſtreng
drein=
ſchauenden Inſpizienten ſoeben das Loch in einer Wandniſche,
das von ſeiner Firma einige Tage nach dem noch unentdeckten
Raub geſchlagen worden war, um das Eindringen in die von
innen verſperrten Treſorräume zu ermöglichen. „Das war es
ja gerade”, erklärte er eifrig. „Weil ſie nicht in’ Treſor
rein=
konnten, haben ſie gedacht, die neue Türe klemmt ſich, unter uns
geſagt, ſie ſoll noch nicht ganz fertig geweſen ſein, wer dachte
denn an Einbruch? — Zwee Tage noch hat es gedauert, bis ſie
von der Fabrik aus die Türe abgeklappert haben, mit Ingenieure,
und denn erſt haben ſie uns kommen laſſen. Ich ſage Ihnen,
ununterbrochen ſechs Mann fuffzehn Stunden lang hier in die
Wand rin, nicht wie gib ihm, meine Herren, und wie wir
rin=
kamen, da haben wir ja erſt die ganze Beſcherung entdeckt!“
(Fortſetzung folgt.)
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