Einzelnummer 10 Pfennige
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ligem Erſcheinen vom 1. Auguſt
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nmern infolge höherer Gewalt
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Zezſeher nicht zur Kürzung des
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Franfurt a. M. 1301.
198
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 224
Samstag, den 13. Auguſt 1932.
195. Jahrgang
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ſw., erliſcht
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ede Verpflichtung auf Erfüllung der
m. Schadenerſatz. Bei
auf
ges und Leiſtung
ſeder
Beſtreibung fä
oder gerſchtliſcher
Rabat weg. Banſlonto Deuſche Banl und
Darm=
ſtädter und Nationalbank.
heute Sitler=Empfang bei Sindenburg
tanzler Papen empfängt Graf Helldorf und Haupkmann Röhm. — Beſprechung mit Adolf Hitler
im Samskag. — Unkerhalkung mit dem Zenkrum über die Regierungsbildung in Preußen
von Nakionalſozialiſten und deukſchnakionalen zunächſt abgeſagk.
eit en
ochpolikiſches Wochenende.
HOK
eben
ruf 10
unſerer Berliner Schriftleitung.
büllſtand in den Verhandlungen über die Umbildung
egierung, der ſich im Laufe des Freitag breitzumachen
ei lußt am Abend offenkundig und deutet auf Beſprechungen,
grnäß kein für die Oeffentlichkeit ſichtbares Ergebnis
ſaben. Man darf aber annehmen, daß dieſer „ſtille
eir ſchnell überwunden ſein wird. Darauf laſſen zwei
DKohne weiteres ſchließen: die im Reich für Samstag
Dispoſitionen, zum andern, daß in Preußen von den
zſaliſten und Deutſchnationalen dem Zentrum eine
die angeregte Unterhaltung über die Regierungsbil=
Tontag erteilt wurde.
unzler v. Papen hat am Freitag nachmitag den
natio=
ſiſchen Abgeordneten Graf Helldorf, der SA.=Führer
und den Stabschef Hitlers, Hauptmann Röhm,
emp=
iziell verlautet, daß dieſe Beſprechung der Vorberei=
Empfanges Adolf Hitlers gegolten habe. Der Beſuch
t eigentlich bereits für Freitag vorgeſehen. Er wurde
hstral)Aund wird jetzt vorausſichtlich am Samstag vormittag
stanzler und anſchließend auch vom Reichspräſidenten
Nach einer anderen Verſion ſoll nur ein Empfang
in Reichspräſidenten, allerdings in Gegenwart des
ees, vorgeſehen ſein. Aus dieſer letzten Verſion wird
Wageſiſſ politiſchen Kreiſen geſchloſſen, daß der Reichspräſident
lei, an dem gegenwärtigen Kanzler weiterhin feſt=
19
eichskanzler hat am Freitag nachmittag dem
Reichs=
über ſeine bisherigen Sanierungen Bericht erſtattet.
re F) gierung naheſtehenden Kreiſen wird betont, daß die
ges Kanzlers auch gerade nach der Unterhaltung mit
nationalſozialiſtiſchen Vertretern am Freitag ſehr
Man ſoll gewiß dieſe ſtimmungsmäßige Beurteilung
ehätzen, immerhin muß als Tatſache feſtgeſtellt werden,
zitiſchen Kreiſen am Freitag abend Optimismus
vor=
inſichtlich der Aufrechterhaltung des
Präſidialcharak=
er kommenden Reichsregierung. In dieſer Beziehung
uiſenſtehende lediglich auf Vermutungen angewieſen,
Aeußerungen Hitlers noch ausſtehen, auf die in der
Aialiſtiſchen Preſſe alles abgeſtellt wird.
erarviſſe Erklärung geben zweifellos die Vorgänge in
drt hatte die Zentrumsfraktion an Nationalſozialiſten
hnationale eine Einladung für Samstag zu einer
Be=
über die Frage der Neuwahl des Miniſterpräſidenten
enbildung der Geſamtregierung ergehen laſſen. In=
Vrhinderung der Deutſchnationalen war dieſe Unter=
Samstag auf Montag verſchoben worden. Am
ſpä=
tiag des Freitag wurde nun bekannt, daß die in
Aus=
wene Beſprechung endgültig abgeſagt worden iſt.
Da=
es vielleicht weniger auf die Motivierung an, die die
Ftaktionen geben, ſondern auf den politiſchen Effekt,
und gerade durch die Nüchternheit der Mitteilung an
flichkeit unterſtrichen wird. Der unvoreingenommene
fann daraus ſchließen, daß Nationalſozialiſten und
rale den Vorſchlag des Zentrums zunächſt zurückge=
, was im Gegenſatz zu den wohlfundierten
Auffaſ=
letzten Tage bedeutet, daß zurzeit die NSDAP. keine
derhandlungen mit dem Zentrum zu führen wünſcht.
inngsumſchwung hat zweifellos auch auf das Reich
So kann es nicht überraſchen, daß man in der
der Reichsregierung zu der Auffaſſung gelangt iſt, die
ſehne auch im Reich jegliche Koalitionsverhandlungen
ſohe die Linie des Präſidialkabinetts. Wieweit dieſe
richtig iſt, wird ſich am Samstag ergeben. Denn
des Reichspräſidenten gehen in der Konzeption des
ſeints als neutraler Obrigkeit doch in einer etwas
an=
ung, als ſie von dem Führer der größten „Maſſen” vertreten werden dürfte, der gerade auf die
ſeiner Wählerſchaft ſtarke Rückſicht nehmen muß.
ſimstag wird erweiſen, ob man ſchon aus dem Zuſtand
wägungen in den beteiligten Kreiſen hinaus iſt und
auf grundſätzliche politiſche Entſcheidungen zuſteuert.
ſpricht dafür, daß der Reichskanzler, nachdem ihm
ſte Iſolierung des Zentrums gelungen iſt, eine Ge=
Keich-Preußen bereithält, die im Mittelpunkt der
en mit Herrn Hitler ſtehen dürfte. Im Rahmen
die=
ares würden naturgemäß auch die Perſonalfragen
Volle ſpielen. Nachdem die Preſſe der NSDAP. auch
erneut die Führung der Politik für Adolf Hitler
berden wir ein hochpolitiſches Wochenende erleben.
noch getarnt erſcheinen, ſo ſteht doch feſt, daß die
alliſten zunächſt ihr ganzes Intereſſe auf das Reich
ASkegierung gegen Länder=Amneſtie.
neuen Notverordnung gegen den politiſchen Terror
ändiger Seite erklärt, daß die in der halbamtlichen
Ithaltenen Ausführungen gegen politiſche Amneſtien
E gegen Amneſtierungen richten, die im
Zuſammen=
eEen ſchärferen, mit Strafe bedrohten Verbrechen und
ehen. Man iſt in amtlichen Kreiſen darüber hinaus
eht, daß mit dem „Unfug der Amneſtien” endlich ein=
Bemacht werden muß. Wenn in Zukunft in einem
e Amneſtie beſchloſſen werden ſollte, wird, ſich die
AIng vrbehalten, die geeigneten Maßnahmen zu
er=
auer ſolchen Amneſtie entgegenzutreten.
Polizeiakkion gegen „Roke Hilſe‟.
* Berlin, 12. Aug. (Priv.=Tel.)
Die preußiſche Polizei hat heute, eine umfangreiche Aktion / reicht, bereits heute macht der Betrag, der konvertiert iſt, obwohl
gegen die kommuniſtiſche „Rote Hilfe” unternommen. Die „Rote
Hilfe” war als eine Organiſatoin zur „Unterſtützung proletariſcher
Gefangener” aufgezogn, ſie hat aber bei jeder Gelegenheit für die
Kommuniſtiſche Partei Propaganda gemacht, wofür bei früheren
Unterſuchungen zahlreiche Belege gefunden worden waren.
Ins=
beſondere wurden auch Zerſetzungsverſuche bei Polizei und
Wehr=
menen Hausſuchungen in dem Berliner Büro der „Roten Hilfe‟
ergaben klar, daß alle Vermutungen berechtigt waren. Ein
außer=
orbentlich reich beſchicktes Lager verbotener Schriften fand ſich vor.
Es wurde von dort an illegale Verbände und Organiſationen
weitergeleitet, die damit Zerſetzungsverſuche unternahmen. So
haben ja erſt kürzlich Mädchen auf einem Tanzabend in der Nähe
von Ordruf an Reichswehrſoldaten Broſchüren verteilt, die als
„Technik der Liebe — von Vandevelde” eingekleidet waren, ſich
in ihrem Inhalt aber als ſchlimmſte Propaganda gegen die
Reichs=
wehr herausſtellten. Einige der Mädchen wurden feſtgenommen.
uend ſo die Bezugsquelle der Broſchüren ermittelt.. Diesmal kunft geſtimmt, was auf die Bewegung der Werte an der New
ſcheint der Zugriff der Polizei gegen die „Rote Hilfe” doch ener= Yorker Börſe nicht ohne Einfluß ſein konnte. Trotzdem wird
Luft ausgehen wird.
Wegen Spionage zugunſten Polens verurkeilk.
Leipzig, 12. Auguſt.
Der Erſte Ferienſtrafſenat des Kammergerichts verurteilte
den Arbeiter Johann Schirk aus Deutſch=Brieſen zu vier Jahren
Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverluſt und Zuläſſigkeit der
Polizeiauf=
ſicht wegen vollendeter Spionage zugunſten Polens. Schirk hatte
lange Zeit mit einem polniſchen Spionageagenten in Verbindung
geſtanden und ihm geheimzuhaltende Nachrichten über die
Grenz=
verhältniſſe gebracht. Er hat auch verſucht, einen Poſtbeamten
als Agenten für Polen zu werben.
Der Hochverraksprozeß gegen die ſudekendeukſchen
Nakionalſozialiſten.
TU. Brünn, 12. Auguſt.
In der Vormittagsſitzung des Brünner Hochverrats=Prozeſſes
am 12. Auguſt wurde zuächſt der einzige von der Anklage
gela=
dene Zeuge Arthur Mendel, iſraelitiſcher Konfeſſion,
vernom=
men. Er erklärte, der tſchechiſchen Nationalität anzugehören. Er
iſt der Mieter des Hauſes, deſſen Kellerlokal auf den
Wein=
bergen bei Prag der Nationalſozialiſtiſche Studentenbund
ge=
mietet hatte. Der Zeuge gab an, daß auch ſchon vorher
Stu=
dentenverbindungen dieſes Kellerlokal gemietet hatten, daß alſo
die Annahme der Anklage, die Nationalſozialiſten hätten dieſes
Kellerlokal wegen der Geheimhaltung ausgeſucht, vollſtändig
er=
ledigt erſcheine. Vom Verteidiger Dr. Stark ausdrücklich
be=
fragt, ob in dem Kellerlokal geſchoſſen worden ſei, erklärte der
Zeuge: „Nein, das wäre nicht geduldet worden."
Dr. Stark:
„Ich ſuche nämlich nach den Waffen, von denen die Anklage
ſo=
viel redet. Ich kann ſie nirgends finden.‟ Der Zeuge gibt an,
daß er bei der Vermietung genau wußte, um welche Geſinnung lich. Saiſonmäßige und andere Kräfte haben das
Produktions=
es ſich bei dem Studentenbund handelte, daß er aber niemals
Staatsgefährliches bei ihnen bemerkte. Im Gegenteil, er habe
gegen ſie keinerlei Mißtrauen gehabt.
Da aus dieſer Zeugenausſage hervorgeht, daß dem ganzen
Verfahren keinerlei verbrecheriſche Taten der Angeklagten
zu=
grunde liegen, wies Dr. Stark darauf hin, daß noch immer fünf
von den ſieben Angeklagten ſich in Haft befinden. Er beantragte,
dieſe Angeklagten ſofort auf freien Fuß zu ſetzen. Der
Gerichts=
hof beſchloß nach 1½ſtündiger Beratung, dieſe fünf Angeklagten
nicht freizulaſſen.
Die Verhandlung wurde auf Dienstag vormittag vertagt.
Neuer ikalieniſcher Botſchafter für Berlin.
Berlin, 12. Auguſt.
Wie nunmehr von amtlicher deutſcher Seite beſtätigt wird,
ſteht die Abberufung des italieniſchen Botſchafters in Berlin,
Orſini Baroni, unmittelbar bevor. Das Agreement für
deſſen Nachfolger, dem bisherigen Botſchafter, in
Braſilien, Vittorio Cerutti, iſt in Berlin bereits
nach=
geſucht und erteilt worden.
Die Einzelheiten des angekündigten großen
italieni=
ſchen Diplomatenſchubs, ſind nunmehr bekanntgegeben
worden. Neu beſetzt worden ſind folgende neun Botſchaften:
Berlin: Cerutti, Paris: Graf Pignatti, Brüſſel:
Graf Vannutelli, Waſhington: Roſſo, Buenos Aires:
Ar=
lotto, Warſchau: Baſtianini, Madrid: Guariglia, Santiago:
Pe=
drazzi, Rio de Janeiro: Cantalupo. — Neu beſetzt wurden ferner
elf Geſandtſchaften. Nach Kopenhagen kommt Graf Capaſſo Torre,
früher Generalkonſul in München. In den Ruheſtand verſetzt
wurden die bisherigen Botſchafter in Berlin, Paris,
Waſhington, Brüſſel und Madrid, ferner fünf Geſandte.
Troß beſſerer Weltſtimmung
keine günſtigeren Wirkſchaftsausſichken.
— In den letzten Wochen traten im Geſamtbild der
Welt=
wirtſchaft einige günſtige Symptome ſtärker in den
Vorder=
grund. Mit dem Abſchluß der Lauſanner Konferenz ſetzte ſich
international eine beſſere Stimmungsatmoſphäre durch, die
je=
doch noch nicht dazu geführt hat, daß ſich das internationale
Kapital, irgendwie oder irgendwo zu neuer Anlage entſchloß.
Denn an den internationalen Geldmärkten beſteht eine kaum je
gekannte Ueberfülle; die Diskontſätze an den Hauptzentren der
„Welt verharren auf einem Tiefſtand als Folge dieſer Ueberfülle.
Die Konverſion der 5prozentigen engliſchen Kriegsanleihe im
Verrage von 2 Milliarden Pfund Sterling, die größte, die die
Wirtſchaftsgeſchichte bisher aufzuweiſen hat, hat ihren Zweck
er=
die Friſt noch nicht abgelaufen iſt, eine Summe von 1,57
Mil=
liarden Pfund Sterling aus. Die Konverſion war aber auch
inſofern ein Erfolg, als ihrer Bekanntgabe eine Hauſſe in
Ren=
tenwerten folgte, die ſcheinbar auf New York und andere
internationale Kapitalmärkte übergreifen will. Einige
Waren=
märkte, die bis vor kurzem in anhaltender Baiſſe verharrten,
haben den Abſchwung unterbrochen und ſtellenweiſe ſogar
leich=
ten Auftriebstendenzen Raum gegeben. Die Panikſtimmung,
macht unternommen. Die am Freitag überraſchend vorgenom= von der die Herbſt= und Wintermonate unter dem friſchen
Ein=
druck der über Europa hereingebrochenen Zahlungs= und
Kredit=
kriſe erfüllt war, ſcheint im Abklingen zu ſein. Wenn auch das
Umſatz= und Produktionsvolumen der Welt bis in die jüngſte
Zeit hinein geſunken iſt, ſo haben ſich doch die Stimmen,
ge=
mehrt, die den Eintritt in die ſolange erhoffte Periode eines
neuen Anſtieges der Weltwirtſchaft als begonnen oder doch als
unmittelbar bevorſtehend bezeichnen. Dabei handelt es ſich
wohl=
gemerkt weniger um etwas Tatſächliches als Stimmungsmäßiges;
hiermit iſt auch die in den letzten Tagen anhaltend günſtige
Tendenz der New Yorker Börſe in Einklang zu bringen. Die
amerikaniſchen Wirtſchaftskreiſe weiſen wohl jeden Optimismus
von ſich, weil ſie aus den Erfahrungen des Proſperity=
Pro=
gramms gelernt haben, ſie ſind aber zuverſichtlicher für die
Zu=
man der Auffaſſung ſein müſſen, daß die Hoffnung auf eine
giſcher zu ſein, ſo daß dieſer Organiſation für einige Zeit die endgültige Beendigung der Depreſſionsperiode in der
Weltkon=
junktur eine ſehr vage iſt. Stimmungsmäßige Einſtellungen
können ſehr raſch wechſeln, und ſolange die internationalen
Kapitalmärkte geſchäftslos bleiben, kann von einer Beſſerung
keineswegs geſprochen werden. Gerade an den Kapitalmärkten
zeigt ſich am deutlichſten, ob das Vertrauen zurückkehrt und
bleibt, um die Grundlage für den angeſichts der Weltdeflation
ſo notwendigen Ausgleich zwiſchen den internationalen
Kapital=
märkten und das normale Funktionieren der Kreditmärkte zu
bilden. Sollten aber die Hoffnungen auf den Beginn eines neuen
Anſtiegs der Weltwirtſchaft ſich erfüllen, ſo wäre die Frage zu
ſtellen, inwieweit auch für Deutſchland und ſeine Wirtſchaft
ſolche Hoffnungen berechtigt ſind, eine Frage, die das Inſtitut
für Konjunkturforſchung zum Gegenſtand einer Unterſuchung
gemacht hat, ohne daß es zu der beſſeren Weltſtimmung, wenn
man ſo ſagen ſoll, Stellung nimmt.
Nach dieſer Unterſuchung zunächſt über den Stand der
Wirtſchaftstätigkeit in Deutſchland lag die Indexziffer der
in=
duſtriellen Produktion noch im Mai um 12,5 Prozent, im Juni
nur noch um 5,3 Prozent über ihrem Tiefſtand vom Januar
dieſes Jahres. Bei Ausſchaltung der Saiſoneinflüſſe ergibt ſich
jedoch ſeit Beginn 1932 eine im weſentlichen als Stagnation
auf unverändertem Niveau zu bezeichnende Bewegung. Ein
ähn=
liches Bild vermitteln die Ziffern über die
Kapazitätsaus=
nutzung der induſtriellen Anlagen. Seit Beginn dieſes Jahres
wurde, wenn man von den ausgeſprochenen Saiſongewerben
ab=
ſieht, Monat für Monat die gleiche Anzahl von Arbeitsſtunden
geleiſtet. Die Ausnutzung der Arbeiterplatzkapazität war, wenn
auch neuerdings in verlangſamtem Tempo, weiterhin rückläufig.
Von den übrigen Produktions= und Umſatzſymptomen blieb
der gewerbliche Stromverbrauch nach Ausſchaltung der
Saiſon=
einflüſſe nahezu unverändert „Die Wagengeſtellung der
Reichs=
bahn dagegen, die ſich bisher ſtets in guter Uebereinſtimmung
mit den Tendenzen der allgemeinen Wirtſchaftskonjunktur
be=
fand, verweiſt auf eine Schrumpfung des Güterumſchlags, die
nur zu Anfang des Jahres zeitweilig unterbrochen war. Das
Bild des Standes der Wirtſchaftstätigkeit iſt alſo nicht
einheit=
bolumen etwas über den Tiefſtand vom Januar des Jahres zu
heben vermocht. Eine konjunkturelle Beſſerung liegt aber nicht
vor. In dieſem Zuſammenhang iſt auch darauf hinzuweiſen,
daß beiſpielsweiſe durch die Ruſſenaufträge Sondermomente
auf=
getreten ſind, die nur von vorübergehender Dauer waren; in
allerletzter Zeit treten jedenfalls wieder die depreſſiven
Tenden=
zen ſtärker hervor. Auch die Entwicklung des Arbeitsmarktes
muß als im allgemeinen zu weiterem Anſtieg der
Arbeitsloſig=
keit neigend betrachtet werden; bekanntlich wird von berufener
Seite für das Rechnungsjahr 1931/32 mit einer durchſchnittlichen
Arbeitsloſenziffer von 6¾ Millionen gerechnet.
Die Ausſichten für die weitere Entwicklung von Abſatz,
Pro=
duktion und Beſchäftigung ſind natürlich von Branche zu
Branche und von Wirtſchaftsbezirk zu Wirtſchaftsbezirk
ver=
ſchieden. Im ganzen beſteht nach Anſicht des Inſtituts die
Ge=
fahr einer weiteren Verſchlechterung. Dieſe Gefahr wird aus
einer Betrachtung der vier großen Abſatzwege, des Exports, des
Verbrauchs, der Anlageinveſtitionen und der
Vorratsinveſtitio=
nen, gefolgert. Die deutſche Ausfuhr iſt bekanntlich ſeit Herbſt
vorigen Jahres erheblich geſunken; ſie lag im Juni mit 454
Mill. RM. um 39 Prozent unter dem Stand zur gleichen Zeit
des Vorjahres. Da das Welthandelsvolumen noch immer ſinkt,
müſſen auch die weiteren Exportausſichten Deutſchlands als
ſchlecht bezeichnet werden. Selbſt eine zunehmende
Konſolidie=
rung der Weltwirtſchaftskonjunktur, von der wir ohne Zweifel
ſelbſt bei Beendigung der Depreſſionsperiode in der
Weltwirt=
ſchaft noch weit entfernt ſind, würde dem deutſchen Export noch
nicht ſogleich eine Entlaſtung ſchaffen können. Denn nach allen
bisherigen Erfahrungen erhöht ſich bei den einer
Wirtſchafts=
belebung entgegengehenden Volkswirtſchaften die
Aufnahmebe=
reitſchaft für ausländiſche Induſtrieprodukte erſt verhältnismäßig
ſpät. Hinzu kommt daß Deutſchlands Exportbaſis zum
über=
wiegenden Teil in Enropa liegt, während ſich höchſtwahrſcheinlich
4als erſte die überſeeiſchen Gebiete (Rohſtoffproduzenten) gus der
Seite 2 — Nr. 224
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 13. Au
allgemeinen Kriſis der Weltwirtſchaft herausheben werden, die
aber hauptſächlich von Großbritannien beliefert werden. Auf den
europäiſchen Exportmärkten ſind aber die Ausſichten weiterhin
denkbar ſchlecht infolge des Anhaltens der Kaufkraftſchrumpfung,
außerdem der zunehmenden handelspolitiſchen Hemmungen
andererſeits iſt darauf hinzuweiſen, daß ungeachtet der
jewei=
ligen Konjunkturtendenz die deutſche Ausfuhr während der
letz=
ten Jahre von Juli bis September bzw. Oktober regelmäßig
ſtark zugenommen hat, indem die ſaiſonmäßigen Einflüſſe im
dritten Quartal ſtets ziemlich ſtark auch beim Export
hervorzu=
treten pflegen.
Was nun den Verbrauch im Inlande anbelangt, ſo
nimm=
der Abſatz an Verbrauchsgütern ab. In den
Einzelhandelsprei=
ſen iſt ein weiterer Rückgang wie bishet nicht mehr zu
erwar=
ten, während die Schrumpfung der Verbrauchereinkommen un=
verändert anhält. Die Folge davon iſt eine Zuſammenpreſſung
des mengenmäßigen Konſums der Bevölkerung, und dieſe Ten=
denz dürfte in den nächſten Monaten anhalten, zumal ſich an
den internationalen Warenmärkten die Preiſe beſtimmter
Agrar=
produkte und Textilrohſtoffe zunehmend konſolidiert haben. Die
„nduſtrieländer ſind deshalb nicht mehr in gleicher Weiſe wie
vordem in der Lage, einen Teil des Preisausfalls, den ſie an
ihren Fertigwaren erleiden, durch verbilligte Rohſtoffpreiſe
aus=
zugleichen. In dem Maße, in dem die Tendenz zur
Einſchrän=
kung der Produktion agrariſcher Rohſtoffe anhält, werden die
Induſtrievölker entweder ihren Konſum einſchränken oder höhere
Preiſe bewilligen müſſen. Für die Rohſtoffländer und für die
Weltwirtſchaft als Ganzes iſt natürlich dieſe Bereinigung der
Rohſtoffmärkte ein Gewinn, läuft doch die kommende
Weltwirt=
ſchaftskonferenz auf nichts anderes aus als auf eine
Stabili=
ſierung der Rohſtoffpreiſe, um damit die fehlende Kaufkraft für
Induſtriewaren wieder zu ſchaffen. Für Deutſchland aber, deſſer
Exportwaren aller Wahrſcheinlichkeit nach weiter im Preiſe
ſinken werden, und deſſen Deviſenſituation eine weitere
Import=
ſchrumpfung befürchten läßt, kann daraus leicht eine
Erſchwe=
rung erwachſen. Denn wird der Rohſtoffbezug infolge
Steige=
rung der Rohſtoffpreiſe teuer, ſo müſſen mehr Deviſen als
bis=
her zur Verfügung geſtellt werden, die natürlich nur durch
erhöhten Export beſchafft werden können. Dritter und vierter
Abſatzweg ſind, wie oben geſagt, die Anlageinveſtitionen und
die Vorratsinveſtitionen. Der Abſatz von Inveſtitionsgütern i
abhängig von der Errichtung neuer und der Ausbeſſerung alter
Anlagen, zurzeit iſt die Inveſtitionstätigkeit auf einen Tiefſtans
geſchrumpft, der nicht einmal zum Erſatz des laufenden
Ver=
ſchleißes ausreicht. In dem Moment, in dem die größeren
Wirt=
ſchaftshemmungen überwunden ſind, würde zweifellos daran
ge=
gangen werden, derartige Inveſtitionen vorzunehmen, die wegen
der Unſicherheit der weiteren Entwicklung bisher von den
Unter=
nehmern zurückgeſtellt worden ſind. Ein plötzliches Einſetzen
umfangreicher Erſatzinveſtitionen iſt allerdings unwahrſcheinlich
Auf dem Gebiete der Neuinveſtitionen wirken aber die Unergie
bigkeit der Kapitalmärkte und die Unrentabilität faſt aller
Be=
triebszweige als zunächſt nicht überwindbare Hemmungen.
Bezüglich der Vorratsinveſtitionen iſt feſtzuſtellen, daß au
manchen Gebieten, wo die Preiſe auf einen Tiefſtand geſunken
ſind, eine größere Bereitſchaft von Fabrikation und Handel ſich
beobachten läßt, die ſtark abgebauten Warenbeſtände wieder um
einiges zu erhöhen. Aber auch in dieſer Hinſicht beſteht, ſoweit
Rohſtoffe in Betracht kommen, eine Grenze in den knappen
Deviſenbeſtänden der Reichsbank, da ſie faſt ausſchließlich
ein=
geführt werden müſſen.
Wenn die bisher wirkſamen Tendenzen, wie ſie hier
geſchil=
dert worden ſind, anhalten, ſo wird die Abſatznot während der
kommenden Monate nicht abnehmen, ſich wahrſcheinlich ſogar in
gewiſſem Umfange verſtärken. Infolgedeſſen werden die
allge=
meinen Großhandelspreiſe ſowohl der Rohſtoffe wie der
Fertig=
waren, aber auch die Einzelhandelspreiſe aller Wahrſcheinlichkeit
nach weiter abſinken. Eine entſcheidende Wendung des
Konjunk=
turverlaufs kann aber vor allem deswegen nicht erwartet werden,
weil die Kreditmärkte der Unternehmertätigkeit einen größeren
Spielraum immer noch nicht geben. Solange an den
Kapital=
märkten keine Verflüſſigung eintritt, weil nur dann die private
Wirtſchaft und auch die öffentliche Hand in die Lage verſetzt
wird, kurzfriſtige Schulden zu konſolidieren und Langkredite zu
konvertieren, iſt an eine Beſſerung nicht zu denken. Bisher aber
hat ſich an den internationalen Kreditmärkten der Kreditüberfluß
im weſentlichen auf die Geldmärkte beſchränkt. Immerhin ſpricht
die Bewegung der Rentenkurſe dafür, daß die
Verflüſſigungs=
tendenzen auf die Kapitalmärkte überzugreifen beginnen. Aber
dieſe Umlagerung des Kapitals vom Geld= zu den
Renten=
märkten muß erſt größeren Umfang annehmen, um zu bewirken,
daß ſich das Zinsniveau an den Kapitalmärkten in einem ſolchen
Maße ſenkt, daß der Wirtſchaft die Inanſpruchnahme von
Kapital unter Zugrundelegung der gegenwärtigen Preis= und
Koſtenverhältniſſe ermöglicht wird.
Vom Tage.
Der Berliner Rundfunkintendant Fleſch hat
geſtern, nach einer Rückſprache mit dem neuen
Rundfunkkommiſ=
ar Scholz, ſein Amt niedergelegt. Das gleiche taten die
Leiter der Aktuellen und Literariſchen Abteilung. Die
Pro=
grammgeſtaltung wird proviſoriſch von Dr. Duſke mit
über=
nommen.
Am Freitag nachmittag wurden gleichzeitig in den
Kre=
felder Einheitspreisgeſchäften der Firmen
Wool=
worth, Ehape und Leonhard Tietz Tränengasbomben
ge=
worfen. Die Feuerwehr griff ein. Die Täter wurden noch nicht
ermittelt.
Geſtern hat die Welle der Terrorakte etwas
nachge=
laſſen. Im Sonneberger Volkshaus wurden 8
Kleinkaliberwaf=
en und 2 Kleinkaliberbüchſen mit 300 Schuß Munition
be=
ſchlagnahmt.
Am 21. September wird in Genf eine Sondertagung des
Verwaltungsrates des Internationalen Arbeitsamts
ſtattfinden, um den Vorſchlag zu erwägen, auf einer
außerordent=
lichen Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz beſchleunigt
ein internationales Uebereinkommen über die Verkürzung
der Arbeitszeit zur Bekämpfung der Arbeitsloſigkeit zu
ſchließen.
Der frühere ſchwediſche Miniſterpräſident Eckmann hat die
Führung der Freiſinnigen Partei niedergelegt.
Schuldenſtreichung gegen Abſahkonzeſſionen.
TU. Waſhington, 12. Auguſt.
In ſeiner mit Spannung erwarteten großen Programmrede
anläßlich der offiziellen Annahme der Präſidentſchaftskandidatur
ſprach ſich Präſident Hoover auf der Terraſſe des Weißen Hauſes
für unverminderte Zölle und für Beibehaltung der
pari=
tätiſchen Zollkommiſſionen aus.
Bezüglich der Kriegsſchulden ſagte Hoover, er hoffe,
daß Fortſchritte in der Abrüſtung die Steuerzahler in den
Schuldnerländern entlaſten und ihnen helfen würden, die
Schul=
den an Amerika zu bezahlen. Er glaube, daß das
ame=
rikaniſche Volk eine Herabſetzung der Schulden
erwägen würde, falls ihm an Stelle einer
be=
ſtimmten Jahreszahlung eine angemeſſene
Ent=
ſchädigung in Form von Abſatzkonzeſſionen,
hauptſächlich für landwirtſchaftliche
Erzeug=
niſſe gewährt würde. Auf keinen Fall komme ein=
Streichung der Schulden oder eine Abwälzung auf die
amerika=
niſchen Steuerzahler in Betracht.
Hoover befürwortete dann, daß Armee und Marine ſtark
genug ſeien, um einen fremden Einfall zu verhindern. Ihr
Verteidigungsſtärke müſſe der anderer Nationen angemeſſen ſein
und die Abrüſtung dürfe nur unter Beibehaltung dieſes
ange=
meſſenen Verhältniſſes erfolgen. Außerdem ſprach er ſich für
eine ſtark verminderte Einwanderung aus.
Herriok zu Skimſons Rede über den Kelloggpakt.
Miniſterpräſident Herriot gab zu den Ausführungen des
ame=
rikaniſchen Staatsſekretärs Stimſon über den Briand —
Kel=
loggpakt u. a. folgende Erklärung ab: Die franzöſiſche
Re=
gierung ſteht allen Bemühungen wohlwollend gegenüber, die
ge=
eignet ſind, die Autorität dieſes Pakts zu verſtärken. Es iſt
wert=
voll, feſtzuſtellen, daß in der Auffaſſung der amerikaniſchen
Re=
gierung dieſer Pakt in ſich ſelbſt die Notwendigkeit gegenſeitiger
Beratungen bzw. Konſultationen enthält. Der hervorragende
amerikaniſche Staatsmann hat ſich nicht geſcheut, das ganze
ame=
rikaniſche Volk für die Anerkennung dieſer Verpflichtungen zu
binden. Frankreich glaubt ſeinerſeits, daß es im
Inter=
eſſe des Friedens unmöglich iſt, dem Pakt
aus=
ſchließlich den Charakter einer Erklärung des
guten Willens zu geben. Auch Frankreich ſieht
in ihm einen bindenden Vertrag. Er muß
notge=
drungen dahin ausgelegt werden, daß er die unterzeichneten
Länder verpflichtet, und zwar ausgenommen den Fall der
legi=
timen Verteidigung, ohne jede Einſchränkung. Wir werden
prü=
fen, welche Maßnahme getroffen werden kann, um zu vermeiden
daß die Verpflichtungen des Paktes umgangen werden. Wenn
Männer, die ſich ihrer Verantwortung bewußt ſind, ein ſo
be=
deutendes Problem prüfen, ſo iſt es ausgeſchloſſen, daß ſie nicht
zu einer Verſtändigung gelangen.
Teilweiſe Enkeignung der Kirche in Bolivien.
TU. Buenos Aires 12. Auguſt.
Meldungen aus La Paz zufolge hat der bolivianiſche
Kon=
greß ein Geſetz angenommen, das alle im Beſitz der Kirche be
findlichen Juwelen ſowie Gold und Platin in das Eigentum des
Staates überführt.
Wochenende in Otkawa.
Kanada gibt nach. — Eine engliſche Re
wirtſchaftsbehörde.
EP. Ottawa, 1.
Die vorletzte Woche der Reichskonferenz in O
heute, und die Delegierten begeben ſich nach verſchiede
um das Wochenende zu verbringen, ohne daß zwiſch
und Kanada eine wirkliche Verſtändigung erreicht u
In den Kreiſen der Delegierten herrſcht jedoch ſtark
mus über den Ausgang der Konferenz, und man hof
für Donnerstag nächſter Woche anberaumte Schluß=
Konferenz befriedigende Ergebniſſe zeitigen wird. 4
heute von Preſſevertretern über den Fortgang der K
fragt wurde lehnte nähere Mitteilungen über den
Konferenz ab und beſchränkte ſich lediglich auf die
Dem Vernehmer
leis: „Und ſie bewegt ſich doch!”
zuverſichtliche Stimmung beſonders unter den eng!
gierten die Folge einer Kapitulation Bennetts in
der Präferenzzölle für engliſche Textilwaren. De=
Miniſterpräſident ſoll den Mitgliedern ſeines Kabir
mitgeteilt haben, daß er ſich gezwungen ſehe, im
Konferenz Konzeſſionen für die Einfuhr von engli
woll= und Woll=Erzeugniſſen zu machen, ſelbſt auf
hin, daß vier oder fünf kanadiſche Miniſter zurücktre
Die engliſchen Delegierten beſtehen auf das entſc
dieſen Zugeſtändniſſen, da die Vertreter der übrigen
und ganz beſonders die der Südafrikaniſchen Unio
die Bevorzugung der engliſchen Textileinfuhr von
lichen Schritt Kanadas abhängig machen.
Verſtä=
will ſich keines der Dominions dem Mutterlande g
etwas verpflichten, was von einem anderen abgel./
Es iſt nun mehr als wahrſcheinlich, daß die in
zuſchließenden Verträge von beſchränkter Wirkung f.
und im übrigen der weitere Ausbau der wirtſchaf
ziehungen zwiſchen den Ländern des Reiches einer met
Wirtſchafts=Behörde überlaſſen ſein wird, die ihren 6
don haben wird. Um den lokalen engliſchen Einflüſſe
zuwirken, ſoll dieſe Behörde einen hervorragenden 47
einem der Dominions zum Vorſitzenden haben. Es 5
wunderlich, daß bereits Gerüchte aufgetaucht ſind,
kanadiſche Miniſterpräſident Bennett für dieſe Stelle
würde.
Wiederaufnahme der engliſchägypkif
WTB. London, 1.
„Daily Expreß” berichtet in ſenſationeller Aufnm
ein engliſch=ägyptiſcher Vertrag vor dem Abſchluß
mehreren informellen Beſprechungen zwiſchen britiſche
tiſchen Staatsmännern ſei eine Grundlage für eine Vin
urb
intit
us
2itut
nund
erzielt worden, durch die die Verhandlungen für d
eines engliſch=ägyptiſchen Vertrages in der nahen Zuſlm Ge
genommen werden können. Es verlaute, daß Sidki M—uſozia
Muüig
ie 2
Premierminiſter Aegyptens, im Oktober nach Londom Mxit au
werde wahrſcheinlich perſönlich die Verhandlungem / m Rei
Staatsſekretär des Aeußeren, Sir John Simon, führe-,.Hm et
tiſche Oberkommiſſar in Aegypten, Sir Percy Loranfd uf eit
gleichfalls eine führende Rolle bei den Verhandlung n/ uherei
men. Die Hauptpunkte des Vertrages würden u.
Bündnis zwiſchen Großbritannien und Aegypten, Archtun
riſche Räumung Aegyptens durch die b
Streitkräfte, der Eintritt Aegyptens in /Auf dn
kerbund, das Ende der Kapitulationen.
nung eines britiſchen Botſchafters in K
En A.
eines ägyptiſchen Botſchafters in London, das Rech
ſie
tens, eine kleine Garniſon im Sudan zu
der Schutz des Suez=Kanals für alle Zeiten, eine A
Aegypten im Austauſch gegen Kanal=Konzeſſionen, duſſe
Militärſtreitkräfte werden Kairo, Alexandrien und AcA*
men, die britiſchen Streitkräfte in der Kanalzone werdorſt
lich vermindert.
Blukige Kämpfe mit General Sandino in Ne
FU. New York, 1:
Wie aus Nicaragua berichtet wird, kam es bei —
ſchweren blutigen Kämpfen. Aufſtändiſche unter Fr)
bekannten Freiheitskämpfers General Sandino hattem
pen der unter maßgebendem amerikaniſchem Einfluß
nicaraguaniſchen Regierung plötzlich überfallen. Die
Toten auf beiden Seiten beträgt 75. Die Aufſtändiſcht,
von der Nationalgarde zurückgeſchlagen und ziehen ſich
kämpfend, zurück.
*
Jalzburger Zeitipieliomhter Laos.
Von Otto Schabbel.
Gottlob, die Grenzſchranken, die ſich uns im letzten
Feſt=
ſpieljahr erſt nach langen Mühen, heißen Beſchwörungen und
unter Vorzeigung eines amtlich geſtempelten „Dienſtvertrags”
öffnen wollten, ſind wieder offen! Zwar die
Deviſenverordnun=
gen, mit greulichen Lettern in unſer Herz gebrannt, ſind nock
da, aber ſie haben, an der öſterreichiſchen Grenze wenigſtens, alle
hölliſche Schrecknis verloren: der Weg ins Bruderland, das für den
Deutſchen nie „Ausland” im üblichen Sinne geweſen iſt, iſt
wie=
der frei! Wenn heute der Zöllner die vorgeſchriebene Frage nach
dem Inhalt der Brieftaſche tut, ſo ſieht man keinen mehr
ſchreck=
haft zuſammenzucken bei dem Gedanken, vor einem Beamten der
modernſten Inquiſition zu ſtehen: ein jeder antwortet mehr
oder minder beſcheiden und gewiſſenrein, was er ſonſt vielleicht
verſchwiegen hätte. Eine kluge Politik, die den Weg ins
öſter=
reichiſche Alpenland nicht bloß frei machte, ſondern ihn auch nochk
mit ſo angenehmen Einrichtungen wie einem Reiſekonte ebnete
Die paar Tauſend, die überhaupt in dieſem Jahr des Sparens
und wiederum Sparenmüſſens es ſich vergönnen dürfen, weiter
als über die heimatliche Stadtmauer zu gucken, nicht bloß auf
den heimatlichen Kreuzberg zu kraxeln und im heimatlichen Bach
zu ſchwimmen, ſie preiſen dankbar dieſe Politik des weiten
Her=
zens und des wirtſchaftlichen Verſtandes zumindeſt eben ſo ſehr
wie die Schönheit und Romantik des Hochgebirges und die
Gaſtlichkeit der Oeſterreicher. Das deutſche Reiſevolk iſt ſowieſo
heftig dezimiert, und es iſt ja doch nur ein höchſt beſcheidenes
Bächlein gegen den ſonſt, in früheren Jahren, üblichen Reiſeſtrom.
Uind auch dieſe Uebriggebliebenen wiſſen mit den ihnen
zuge=
wieſenen Schillingen gewaltig ſparſam umzuzgehen. Wohin ich
kam auf weiter Wanderfahrt, im Süden Italiens, am Lido, in
den Dolomiten, überall ſtehen die Hoteliers mit ſauren Mienen
und klagen über das ſchlechte Erntejahr: wo bleiben, mein Herr
die Deutſchen, unſere beſten Gäſte?
Nur hier in Salzburg ſieht man zufriedene Geſichter. Die
Wirte zehren mit Behagen von der fetten Pfründe, die ihnen
die Internationalen Feſtſpiele bedeuten. Ihre Häuſer ſind voll
bis in die Bodenkammer — und wehe dem müden Reiſenden
der am ſpäten Abend ohne Vorbeſtellung einem Hotelportier ſich
nähert! „Mir ſan bſetzt! klingt es in nicht gerade freundlichem
Ton, in gnadenloſer Abwehr jeder weiteren Frage. Und voll bis
aufs letzte Stühlchen ſind zu den Mahlzeiten die Gaſtſtätten.
Die Speiſekarte ſetzt ſich aus meiſt „grad Geſtrichenem”
zuſam=
men, und die mehr reſche als feſche Kellnerin kommandiert einem
mit einer Stimme, die jede Oppoſition im Keim erſtickt, was
man zu eſſen hat. In dem Bienenſchwarm der Fremden alle
Zungen gibt es keine individuelle Regung, und der Engländer
neben mir, der ſehnſüchtig nach „Hämeggs” verlangt, nach dem
einzigen Gericht, das in der Kabbala der Speiſekarte ihm wie
eine Oaſe dünkt, bekommt ebenſo ſelbſtverſtändlich „Rehſchlögl”
wie ich „Gſölchts mit Kraut” ſtatt des beſtellten Brathuhns.
Andere Völker, andere Sitten — und jeder vertilgt das Seine
und glaubt ans Fatum . . . Im Peterskeller, der damit das ihm
zugehörige Kloſter — im Induſtriedeutſch: ſeine
Dachorgani=
ſation — ernährt, erntet der Gaſt wenigſtens noch den zufrieden
lächelnden Blick vom Bruder Kellermeiſter, der einem auch
ver=
rät, ob der Prälatenwein dem „Jeruſalemer” vorzuziehen iſ
und welcher Jahrgang ſonſt der ſüffigſte. Der Wirt in der
Soutane freut ſich, wenn ſeinen Schäflein auch die irdiſche
Speiſe ſchmeckt. Er übt ſeine heimliche Miſſion auf Erden mit
geſchäftiger Verbindlichkeit und ehret, wem Ehre gebühret. Vor
einem ſeiner Gäſte, der, ſtraffes Geſicht unter ſilbernem Haar,
ſein Mittagsmahl, nicht allein, verzehrt, wird ſeine Reverenz
um einige Grade tiefer: er hat, an unverkennbaren Kennmalen,
ſogleich den deutſchen Kronprinzen erkannt.
Ein hübſcher Gedanke war es, den heurigen Feſtſpielen ein
Werk vorauszuſchicken, das in ſeiner Geſamtheit von
Lebens=
freude, barocker Heiterkeit, tanzdurchwogter Gelöſtheit ein ſo
öſterreichiſcher Weſensausdruck iſt wie der Hofmannsthal=
Strauß’ſche „Roſenkavalier”
Und die Wiene
Staatsoper mit den immer wieder herrlichen Wiener
Philharmonikern unter Clemens Krauß haben gerade
die rechte öſterreichiſche Spielfreudigkeit, dies muſizierſelige
Be=
ſchwipſtſein, das Spritzige für dies Werk, das nötig iſt, um das
Derbe, das abgeſchmackt Gierige des Szenariums zu übertönen
Und ſie haben in Richard Mayr einen Ochs, ein Kapitalſtück
von Ochs ſozuſagen, das in ſeiner Draſtik von nicht zu
überbie=
tender Lebensſattheit iſt, und in Victoria Urſuleac (
Mar=
ſchallin), Margit Angerer (Oktavian) und Adele Kern
(Sophie) ein Trio ſchön ſingender Frauenſtimmen. Als
italieni=
ſcher Belcantoſänger beteiligt ſich Helge Roßwaenge von
der Berliner Staatsoper, das einzige fremde Einſchiebſel in
dieſem wieneriſchen Enſemble.
Aber wohl nur als Motto ſollte der „Roſenkavalier” gelten
Der tiefe, feſtliche bedeutungsvollere Auftakt blühte uns erſt am
nächſten Tag entgegen, als Fritz Buſch, der Dresdener
General=
muſikdirektor, morgens im Morzarteum ein Mozartkonzert, abends
im Feſtſpielhaus, die „Entführung aus dem Serail”
dirigierte. Denn Mozart iſt ja Urſprung und Sinn der
Salz=
burger Feſtſpiele: Schaffung und Bewahrung einer echten
Mozarttradition ihr geiſtiges Ziel, das allein ſie über alle
künſt=
leriſche und wirtſchaftliche Intereſſenſphären hinaus zum
ſchöpfe=
riſchen Kulturfaktor zu ſtempeln vermag. Vier Mozartopern
„Titus” und „Jodomeneo” ſind leider nicht dabei),
Mozart=
meſſen und Mozartſymphonien ſind alſo das Kernſtück der
Salz=
burger Auguſt=Feſtſpiele. Ein immerhin beſcheidener Abglanz
aus der Fülle! Wenn ſich außer den durch Stil oder Geiſtesnähe
zu Feſtſpielen proklamierten Werken wie Fidelio”, deu
Strauß dirigieren wird, dem „Orpheus” und dem
beides unter Bruno Walter, auch Opern wie die
Schatten” geſellen, ſo ſind das Konzeſſionen, die dem
b=
nationalen Charakter der Salzburger Feſtſpiele
Rechn-
müſſen.
Das Reinmozartiſche, das uns in dieſer erſten Fé
boten wurde, war inſonderheit reich und beglückent
inneren Reinheit, in ſeiner muſikaliſchen Kultivier-
Buſch erfüllte mit ſeinem ſehr deutſchen Muſikſinn, 1
ganzen inneren Temperament, abhold aller Tifteleier
weder perſönlicher Manirirtheit, die innere Span=
„Linzer Symphonie” und das dramatiſche Element E.
Symphonie K. V. 504 in einem Konzert, in dem Rus
kin, der ausgezeichnete Baſler Pianiſt, das G=
Dur=
letzter Vollendung und ſtiliſtiſcher Größe ſpielte und —
Sopraniſtin Julia Neſſy zwei Konzertarien mit 4
ſchmack ſang. Und Fritz Buſch leitete auch die von der-
Intendanten Fritz Ebert ſehr geſchickt inſzenierte,
betonende „Entführung”, die leider durch eine dem
alter ſchon entrückte, geſchmackſicher, aber dünn
und=
ſingende Konſtanze der Pariſer Oper (Gabrielle Ritta
ein wenig in ihrem Temperament behindert wurde. He
waenge als Belmonte, Karl Norbert als Osmin,
E=
ger (Dresden), ein etwas kleinbürgerliches Blondche
ſonſt ein ſehr erfreuliches Enſemble.
Die „Coſi fan tutte‟ — Aufführung trugy
wieneriſches Geſicht — bis auf die ſcheußlichen
bühnenbilder Ludwig Sieverts. Clemens Kraus
dir-
mit ſeinem Gefühl für die Leichtigkeit und Wärme der
Lothar Wallerſtein hatte ſie ausgezeichnet inſzenie
Enſemble hielt ſich, wenn auch ohne Sonderleiſtungen,
Tiefſte Wirkung dagegen, wahre Feſtſpielkraft gine
Gluck’ſchen „Orpheus” aus. Wie entband da
Walter aus der Partitur die klaſſiſche Monumenn
gleich mit der edlen Gefühlskraft, wie plaſtiſch meiße
rid Onegin — trotz ſtimmlicher Behinderung odel
die dramatiſchen Rezitative, wie herrlich drama
Maria Müller die Euridike, wie erſtand in d
ſammenſchaffenden Trio Symbol und Weihe des Be
Orcheſter der Wiener Philharmoniker von ſchönſter —
auch die choreographiſchen Bilder von Margarete 2
zum Teil ſehr ausdrucksvoll.
Damit auch der internationale Gedanke zur Geltan.
brachte ein von dem Pariſer Philippe Gauberl
Konzert einen Querſchnitt durch die moderne franzoſle
literatur. In der Hauptſache waren es Impreſſioniſtel.
Tukas, Florent, Schmitt, von dem eine 1907 Ie
„Salome” ſehr intereſſierte und dem anweſenden Au.
rufe eintrug. Und Jaques Thibaut ſpielte mit Ar."
eintet
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 224 — Seite 3
atſchkum auf der Anklagebank.
ien unſerem =Korreſpondenten.
Prag, 11. Auguſt.
enwärtig vor einem Dreierſenat des Brünner
Kreis=
ſich abwickelnden ſogenannten „Volksſport”=Prozeß,
rozeſſe gegen ſieben Mitglieder der ſudetendeutſchen
zaliſtiſchen Organiſation „Volksſport” kommt eine
be=
ſweutung inſofern zu, als an ſeinem Ausgang nicht
zeutſche Volk in der Tſchechoflowakei, ſondern das
überhaupt in ſtärkſtem Maße intereſſiert erſcheint.
ſchichte iſt bekannt: im heurigen Frühjahr erfolgten
ſid in zahlreichen ſudetendeutſchen Orten Verhaftungen
iiedern der nationalſozialiſtiſchen
Volksſportorgani=
zugleich ſetzte eine Maſſenverfolgung von jungen
die irgendwie verdächtig erſchienen, zu der
erwähn=
ſſation und ihren Führern in Beziehungen zu ſtehen,
den zu haben. Der Volksſport”=Verband ſelbſt
1. März als „ſtaatsgefährliche Organiſation”
auf=
ſioerte von jungen Sudetendeutſchen wurden in Haft
ſurt auch nur vorübergehend, und als ſchließlich die
n iggeſtellt war, ergab ſich, daß nicht weniger als 263
natsbürger der Tſchechoſlowakei geheimer Umtriebe
werden, durch welche ſich die tſchechiſche Republik in
enz bedroht geſehen hat. Von den 263 jungen Leuten
hen herausgegriffen, die nunmehr nach monatelanger
ugshaft vor die Richter geſtellt wurden, nachdem alle
re Haftentlaſſung zu erreichen, vergeblich geblieben
Bemühungen der Verteidigung gelang es lediglich,
ſten, daß der Prozeß mit Rückſicht auf die Hetze eines
ies der tſchechiſchen Preſſe nicht in Prag, ſondern
e eisgericht in Brünn durchgeführt wird, deſſen
Ver=
ſral damit zum Schauplatz des größten politiſchen
der Sudetendeutſchen geworden iſt.
ſyklageſchrift geht von der Vorausſetzung aus, daß
ſudetendeutſchen nationalſozialiſtiſchen Partei und
Hitlers in Deutſchland ein enger Zuſammenhang
daß ſich die Ziele der ſudetendeutſchen
National=
mit den Abſichten der NSDAP. Deutſchlands decken,
daß die Anhänger der Organiſation „Volksſport”
n. Mähren und Schleſien auf die Verwirklichung des
Reiches” und auf die Losreißung gewiſſer deutſcher
Tſchechoſlowakei und ihre Eingliederung ins „Dritte
hgearbeitet hätten. Die Anklage ſtützt ſich u. a. auf
Abgeordneten Jung, dem Führer der ſudetendeutſchen
zialiſtiſchen Bewegung, verfaßten „Kleinen
Katechis=
welchem die „Eingliederung der tſchechoſlowakiſchen
hin das Gebilde der mitteleuropäiſchen Staaten, zu
ſiſchland und Oeſterreich gehören ſoll”, hervorgehoben
Vorausſetzung der „endlichen Errichtung des deutſchen
und ſozialen Staates”. Daraus, ſo folgert der
öffent=
ndon
iger, gehe klar hervor, daß ſich die Beſtrebungen der
ialiſtiſchen „Volksſport”=Anhänger gegen die Einheit
Beſtand des tſchechiſchen Staates gerichtet haben
die von der aufgelöſten Organiſation mit der
Hitler=
eint !
Deutſchland unterhaltenen engen Beziehungen und
ms gemeinſam mit reichsdeutſchen Nationalſozialiſten
zuten Geländeübungen geeignet geweſen ſeien, die deut=
Si Flmonalſozialiſtiſchen Organiſationen in der
Tſchecho=
oweit auszurüſten, „daß ſie im Augenblick, wo die
lu führi im Reiche die Staatsmacht übernehmen würde dieſe
ſüſcküggen eventuelle Angriffe aus dem Auslande ſchützen
auf ein aktives Einſchreiten der tſchechoſlowakiſchen
korbereiten konnten.‟ Dieſe Feſtſtellung geſchieht mit
ſeitigen Hinweis auf das Programm Hitlers, deſſen
michtung des einheitlichen nationalen deutſchen
Staa=
alle Deutſchen, die auf dem Gebiete fremder Staaten
ns pühuf dem der tſchechoſlowakiſchen Republik, in ſich
ein=
nN
in/E unmöglich, in dieſem Rahmen auf Einzelheiten der
chen Anklageſchrift einzugehen, die inſoferne nicht
über=
die darin niedergelegten Beſchuldigungen im Weſent=
Anklagen gleichen, die in zahlloſen vorhergehenden
hin Hochverratsprozeſſen gegen Sudetendeutſche erhoben
z iſt ja bekannt, daß die tſchechiſche Republik in zehn
hr „Hochverrats”=Prozeſſe inſzeniert hat als das alte
in einem Zeitraum von ſechzig Jahren . . . Daß alle
aufgezogenen „Umſturzaffären” wie das Hornberger
ierliefen — dafür iſt notwendigerweiſe dem Syſtem
beizumeſſen, das in jedem Heilruf, in jeder Fahne
utſchen Farben eine ſtaatsfeindliche Geſte ſieht. Auch
Prozeß, wohl der größte, der bisher gegen Sudeten=
*M
führt wurde, iſt auf die gleichen unbeſtimmten
An=
win aufgebaut, mit denen die künſtlich überhitzte
Phan=
chechiſchen Oeffentlichkeit ſich in ebenſo kühne wie un=
Kombinationen verliert. Intereſſanterweiſe iſt es
Oeffentlichkeit, ſind es die gleichen Kreiſe, die einſt,
im alten Oeſterreich unterdrückt fühlten, den
Hoch=
nationale Pflicht predigten. Der Präſident der
ſwakei, Prof. Maſaryk, war einer der glühendſten Ver=
fechter dieſer Theſe — als freilich nach der Gründung der
ſelb=
ſtändigen tſchechiſchen Republik die ſudetendeutſchen
Zwangs=
bürger die Forderung nach dem Selbſtbeſtimmungsrecht erhoben,
da gab er ihnen zur Antwort, daß „mit Rebellen nicht
verhan=
delt” werde . . . Vom hohen Roß herab geſehen, bekommt eben
das Geſicht der Umgebung ein anderes Bild . .
Notwendig zu betonen iſt in dieſen Tagen, da der größte
politiſche Prozeß des Auslandsdeutſchtums im Gange iſt, daß
die dreieinhalb Millionen Deutſchen des tſchechiſchen Staates
ſeit Ende 1918, da die Tſchechoflowakei als ſelbſtändiger Staat
ausgerufen wurde, ununterbrochen die Autonomie gefordert, daß
ſie dieſer Forderung wegen Blut vergoſſen und ſchwere Opfer
auf ſich genommen haben. Daß ſie deswegen Hochverräter
ge=
worden wären, das zu beweiſen, wird auch in dem jetzt laufenden
Prozeß den Tſchechen nicht gelingen. Die Sudetendeutſchen
kom=
men ihren ſteuerlichen und militäriſchen Pflichten dem jungen
Staate gegenüber nach, ſie unterhalten keine Maffia, ſie fordern
nicht zu Deſertion und Hochverrat auf und verbinden ſich auch
nicht mit dem Deutſchen Reiche zu ähnlichen Zwecken, wie ſie
ſeinerzeit die Tſchechen Oeſterreichs im Auge hatten, als ſie enge
Fühlung mit Rußland ſuchten. Ihre Loyalität grenzt angeſichts
der ſtändigen tſchechiſchen Nadelſtiche gegen das Deutſchtum
geradezu ans Unglaubliche, und es iſt bezeichnend genug, wenn
ſich unter den hunderten von militäriſchen Spionen, die in der
Tſchechei bisher abgeurteilt wurden, nicht ein einziger
Sudeten=
deutſcher befunden hat! . .."
Das alles weiß auch die tſchechiſche Oeffentlichkeit. Trotzdem
hält man es an verantwortlicher Stelle für notwendig, aus der
ſehr erklärlichen Begeiſterung junger Menſchen über den
Auf=
ſchwung einer Partei im Reich, der ſie ideologiſch naheſtehen,
hechverräteriſche Tendenzen abzuleiten, ein Heer von Gendarmen
auf das an und für ſich genug gedemütigte Sudetendeutſchtum
loszulaſſen, es den Bütteln und Gefängniswärtern auszuliefern
und ſo neues Gift in das deutſch=tſchechiſche Verhältnis zu
Eringen. Von dieſem Geſichtspunkte aus iſt der Brünner „
Volks=
ſport”=Prozeß zu betrachten, der bedauerliche Ausklang einer
noch viel mehr zu bedauernden Angſtpſychoſe, die im ſchlechten
Gewiſſen der tſchechiſchen „Herrennation” verankert iſt!
Dr. Bracht bebt die äußere Kultur
Preußiſche Maßnahmen gegen kulkurelle Zerſehungserſcheinungen im äußeren Bild. — Nackidarſtellungen,
Nacklbaden, Wahl von „Schönheitsköniginnen”, Animier=Schankſtätken und Auswichſe im Skraßenbild
polizeilich verboken.
fach kraſſe Auswüchſe zeitigten. Die Verordnung des preußiſchen
Reichskommiſſars zur Hebung der Sittlichkeit finder ſicherlich viel
Verordnung zur Hebung der chriftlich=
Beifall, und mit Recht. Der geſunde Sinn des Volkes iſt aber
deutſchen Volkskulkur.
Berlin, 12. Auguſt.
Amtlich wird mitgeteilt:
Die Reichsregierung iſt in ihrer Regierungserklärung für die
Wahrung chriſtlicher Grundſätze im Staatsleben eingetreten. In
Uebereinſtimmung hiermit hat ſich der Reichskommiſſar
Dr. Bracht entſchloſſen, kulturellen
Zerſetzungser=
ſcheinungen im äußeren Bild, vornehmlich der
Großſtädte, im Rahmen des Möglichen
entgegen=
zutreten.
Insbeſondere iſt es die ſchamloſe Herabſetzung der Frauenehre
und Frauenwürde, die als typiſche Entartungserſcheinung
chriſt=
lich=deutſcher Volkskultur, Volksſitte und Volksſittlichkeit
zuwider=
läuft. Es ſind deshalb grundſätzlich alle Nackt=
Darſtel=
lungen in Theatern und Revuen, Kabaretts uſw.
ebenſo verboten wie die Verſuche, durch weibliche
Per=
ſonen in dürftiger Bekleidung einen Anreiz zum
Beſuch von Schankſtätten auszuüben.
Deutſche Frauen, nur mit Badekoſtüm bekleidet, durch
Preis=
gerichte oder vielhundertköpfiges Publikum auf ihre körperlichen
Reize abtaxieren zu laſſen, um ſie dann als „
Schönheits=
königin” uſw. zu prämiieren, iſt ein Zeichenkulturellen
Niedergangs. Derartige Dinge werden daher in Zukunft
verhindert werden.
Das Badeleben an unſeren Strömen und Seen hat
For=
men angenommen, die zum Teil nichts mehr zu tun haben mit der
begrüßenswerten Forderung nach Licht, Luft und Sonne. Klagen
aus dem Ausland zeigen, daß derartige Zuſtände auch dem
deut=
ſchen Anſehen im Auslande abträglich ſind. Der Reichskommiſſar
hat daher das Nacktbaden und den Beſuch von
Gaſt=
ſtätten in Badebekleidung, ſoweit ſie nicht unmittelbar mit
dem Badeſtrand in Verbindung ſtehen, verboten. Er hat
außer=
dem die Polizei angewieſen, gegen ärgerniserregendes
Be=
nehmen nachdrücklicher als bisher einzuſchreiten.
Sogenannten Freikörperſchulen war es bisher möglich, in
gro=
ßen Theatern Berlins vor Tauſenden von Zuſchauern
gym=
naſtiſche Nacktvorführungen von Kindern, Jugendlichen
und Erwachſenen beiderlei Geſchlechts unter dem Zeichen der
An=
bahnung einer „neuen proletariſchen Kultur” zu zeigen. Das
deutſche Volk in ſeiner großen Mehrheit lehnt eine derartige
„Kultur” ab. Daher werden ſolche Darſtellungen in Zukunft
verhindert werden.
Die Polizei iſt ferner angewieſen, dem Straßenbild
verſchärfte Aufmerkſamkeit zuzuwenden, um auch dort oft
be=
klagten unerträglichen Auswüchſen
entgegen=
zutreten.
Es iſt unbeſtreitbar, daß auch das kulturelle Leben
Deutſch=
lands einer außerordentlichen Kriſe unterliegt. Sittenund
Sitt=
lichkeit der Vorkriegszeit erfahren Wandlungen, die leider viel=
raſcher geweſen und hat ſchon längſt gerade die
Vergnügungs=
induſtrie gezwungen, zu „bewährten Methoden” der „guten alren
Zeit” zurückzugreifen. Man weiß auch in maßgebenden Berliner
Kreiſen, daß mit dieſer Maßnahme des preußiſchen Innenminiſters
zur Reform der Sitten grundſätzlich nichts geändert wird,
ſo=
lange nicht die Grundlagen der Unkultur unſerer Zeit, ihre
mate=
riellen und geiſtigen Schwindſüchte, überwunden ſind, und aus
einer zukunftsfrohen Lebensanſchauung und einer geſicherten
Lebensgeſtaltung auch eine reinere Geiſtigkeit erblühen kann. Denn
noch niemals hat der Schutzmann Kultur ſchaffen und erhalten
können.
Oldenburg will eigenes Geld drucken.
Hannover, 12. Auguſt.
Auf einer nationalſozialiſtiſchen Kundgebung in Hannover
kündigte der oldenburgiſche Miniſterpräſſident
Röver an, daß, wenn im Reich nicht bald ein
gründ=
licher Wechſel eintrete, Oldenburg als kleines
Land ein Muſterbeiſpiel nationalſozialiſtiſcher
Wirtſchaftsgeſtaltung geben werde. In dieſem Land, in
dem eine Reihe von Städten wirtſchaftlich tot ſei, und den
Be=
amten die Gehälter nicht mehr gezahlt werden könnten, werde
die Regierung zu einfachen Mitteln greifen. Wenn im Reich kein
Wechſel eintrete, würde ſie über die Oldenburgiſche
Staatsbank aus eigenen Machtvollkommenheiten heraus
einen beſtimmten Betrag auf Grund von Werten der
oldenburgiſchen Wirtſchaft flüſſig machen. Wenn die
Reichs=
regierung dann einen Staatskommiſſar ſchicken ſollte,
dann würde Oldenburg die Bauern mobiliſieren und
bis aufs äußerſte kämpfen,
Nakionalſozialiſtiſche Bodenpolikik in Mecklenburg.
Schwerin, 12. Auguſt.
Von der Mecklenburgiſchen Staatsregierung iſt dieſer Tage
zur Regelung des Pachtweſens eine Verfügung an die
Amtshaupt=
leute ergangen, deren Durchführung den Auftakt zu einer völlig
veränderten mecklenburgiſchen Bodenpolitik bedeutet.
Von zuſtändiger Stelle wird hierzu folgendes mitgeteilt: Von
dem Geſichtspunkt aus, daß im Heimatboden die Kraft des Volkes
ruht, iſt die nationalſozialiſtiſche Regierung in Mecklenburg=
Schwerin beſtrebt, allen Perſonen, deren Exiſtenz auf dem Lande
heute nicht mehr gewährleiſtet iſt, ſoviel Grund und Boden aus
den Ländereien der Staatsdomänen zur Verfügung zu ſtellen, wie
ſie zur Sicherung des Unterhalts ihrer Familie bedürfen. Aus
dieſem Grunde ſind die Aemter vom Landwirtſchaftsminiſterium
angewieſen worden, in den Gemeinden ihrer Verwaltungsbezirke
durch Rundfrage feſtzuſtellen, welcher Bedarf bei den einzelnen
Häuslern und Büdnern vorliegt.
hu beſtrickendem Ton Lalos Symphonie Eſpagnole, dem
halen Publikum zu höchſtem Dank.
1Pfehlt im Salzburger Feſtſpielprogramm 1932 gänzlich:
Mel. Nicht einmal für „Iphigenie” oder „ella” war
r liegt’s am Geld? Geblieben iſt nur das Myſterien=
Ludem Dom, der „Jedermann”, wenn auch ohne
Moiſſi, der ſich klug zurückgezogen hat. In der
Ein=
ſtiner asketiſchen Leidensgebärde bleibt er uns un=
Paul Hartmann, ſein Nachfolger, iſt ein
männ=
guter Sprecher, aber ſonſt nicht ſonderlich über=
Kätig. Dafür aber hat Max Reinhardt die
Auf=
ur aufgefriſcht. Nicht nur mit farbigeren Koſtümen,
ſch mit dem dringend notwendigen Zuſchuß an künſt=
Wertiefung und Diſziplin. Und wenn die Abendſchatten
herrliche Faſſade des Domes fenken und aus dem
Gotteshauſes Orgel= und Engelsgeſänge den reuigen
dermann in die Gruft geleiten, ein großartiges
Uni=
rhabener Kuliſſe und religiöſer Stimmung, wird auch
des vielſprachigen Publikums in ſeinem Innern
ge=
men Atemzug ſtockt jedes Menſchenherz.
um dieſes Atemzuges willen lohnt ſich der
Salz=
dermann”.
Die Innendekorakion?
ſit Juli d. J. in neuem Gewand. Die vorliegende
imer in der neuen Aufmachung trägt den Sondertitel
gliche Heim”. „Sie bringt im Rahmen dieſes Titels
Reihe von Aufſätzen über moderne Siedlungsbauten
oderne Ausſtattung neuer Wohnungen in dieſen Sied=
und Einzelhäuſern, Kleinwohnungen und Villen.
iſt das Heft der Werkbundſiedlung, auf der Inter=
Ausſtellung in Wien gewidmet. Eine Anzahl von
Ar=
rufener Feder, führt in die grundlegenden Ziele der
eAlung ein, und zahlreiche ganzſeitige und kleinere
Ab=
on den Siedlungen und ihren Innenräumen ſind den
egeben. Aus allen Bildern ſpricht das Streben des
ichitekten, in ruhigen, graden Linien, Flächen und
endzi
Straßenbild zu wirken, ſowohl bei Reihenhäuſern, wie
elhe
und auch in der Innenausſtattung iſt, wo irgend
ſum Oitg
en, ruhiger, auf den Ton der Sachlichkeit geſtellten
hnlit
Wert gelegt. In Verbindung damit
ſelbſtverſtänd=
aufeff
änzer glichkeit ausſtrahlende Farbengebung und Hygiene.
haumausnützung und harmoniſches Zuſammenarbeiten
Ius gichitektur und Tektonik mit dem Außenarchitekten
* lſch zu Reſultaten von geradezu überraſchender Wir=
MArbeiten über die Werkbundſiedlung bringt das Heft
ſtur, /4 1n Aufſätzen über moderne Wohn= und Geſchmacks=
WVert und Unwert der neuen Sachlichkeit, über mög=
Ne 21 Aſre Grundrißlöſungen u. v. a.
2if Hferander Koch. Darmſtadt- Stutwart.
*
Das Urbild der „Nora” geſtorben.
Aus Ibſens dichteriſcher Werkſtatt. — Wie Ibſen zu dem
„Nora”=Problem kam. — Laura Killer als Nora.
Aus Kopenhagen kommt die Meldung, daß Laura Killer
im Alter von 84 Jahren, von der Oeffentlichkeit vergeſſen,
ge=
ſtorben iſt. Dabei war Laura Killer vor ungefähr 60 Jahren
durch Ibſens Drama „Nora, ein Puppenheim”, das ungeheures
Aufſehen erregte, bekannt geworden, denn ſie war das Urbild zu
der eigenartigen Figur der Heldin. Ibſen war gewohnt, nach
lebenden Vorbildern zu arbeiten, die er für ſeine
geſellſchafts=
kritiſchen Werke benutzte, indem er ihr Leben nach ſeinen Plänen
umdeutete. Stets hat das Leben ſelbſt auf ſein Schaffen den
größten Einfluß ausgeübt, denn er fand in der Wirklichkeit die
Probleme, deren Klärung ihm am Herzen lag. So hat er z. B.
ſein Drama „Der Volksfeind” in Anlehnung an tatſächliche
Vorgänge geſchaffen, und ſein Dr. Stockmann, der gegen die
„kompakte Majorität” kämpfte, iſt der in Chriſtiania als
Origi=
nal bekannte Apotheker Harald Thaulow. Er führte einen
hef=
tigen Kampf gegen Mißſtände, die in Chriſtiania das
unan=
genehmſte Aufſehen erregten, nämlich gegen die Aktiengeſellſchaft
„Dampfküche‟. Seine Anklagerede iſt das Vorbild zu dem großen
vierten Akt des Volksfeindes geworden. Auch der Rosmer in
„Rosmersholm” hat in dem ſchwediſchen Grafen Blank das
Vor=
bild, und die Vorgänge im Drama verlaufen faſt genau wie im
Leben. Nur hat Ibſen die ſeeliſchen Konflikte ſtärker und
typi=
ſcher herausgearbeitet. In den ſiebziger Jahren beſchäftigte den
Dichter das Problem der modernen Frau und ihrer Freiheit
und Selbſtändigkeit. Damals waren dieſe Begriffe noch
unver=
ſtanden, denn die Stellung der Frau war in der alten
Geſell=
ſchaftsordnung der Mannesherrſchaft verankert. Jedes
Aufbe=
gehren dagegen war lächerlich und wurde verſpottet. Mit ſeiner
Frau las er Camilla Colletts Werk „Aus dem Lager der
Stimmen”, die erſte Anklageſchrift einer norwegiſchen Frau. Um
dieſelbe Zeit machte Frau Laura Killer durch ihr Leben und
ihre Schriften, die den ſelbſtändigen Geiſt einer neuen
origi=
nellen Frau verrieten, unliebſames Aufſehen. Ibſen, der für die
Befreiung der Frau aus ihrem Puppendaſein kämpfen wollte,
fand in Laura Killer da” richtige Vorbild, um das Problem,
das ihn ſeit Jahren beſchäftigte, in einem Drama zu verarbeiten.
So wurde Frau Killer zur Nora, wenn ſie auch ſelbſt viel
energiſcher und bewußter die Rechte der Frauen verfocht. Ibſen
wollte aber die Wandlung und das Erwachen einer Frau zeigen
und mußte darum die Geſtalt ein wenig in ſeinem Sinne und
für ſeine Ziele verändern. Trotzdem hat Nora einen ungeheuren
Sturm in ganz Europa erregt, denn nur wenige Auserwählte
verſtanden ihre Beweggründe, ihre eigene Sittlichkeit. Laura
Killer war 26 Jahre alt, als ſie den Dichter kennen lernte. Ste
hatte ſtets für ihn eine große Verehrung und hielt das Exemplar
der „Nora”, das ihr der Dichter ſchenkte, in großen Ehren. Sie
erlebte noch den Sieg ihrer Gedanken und Ziele.
„Ich komme gern!” Roman von Paul von Hahn. 180 Seiten.
Verela Knorr u. Hirth, München. Geh. 1,80 RM.
Paul v. Hahn, der abenteuerliche Erzähler, gibt ſeinem Roman
zum Hintergrund eine der aufregendſten Spionagegeſchichten, die
ſogen. Nildamm=Affäre, die den Aufſtand ſchwarzer Volksſtämme
gegen die engliſche Herrſchaft im Sudan zur Folge hatte. Es iſt
ein unterirdiſches Ringen, ein Kampf gegen einen getarnten
Geg=
ner, den die engliſche Spionageabwehr mit allen Mitteln der Liſt
führt. Denn die unheimlichen Drahtzieher dieſes Aufſtandes ſitzen
im eigenen Lager! Ein Roman, in dem es nicht ohne Lärm, nicht
ohne Flucht und Verfolgung abgeht, in dem es Verräter und
Schufte gibt und in dem Blut fließt. Und doch hat er viel Charme
und Heiterkeit.
p. Berlioz' Geburtshaus. Wie „Tout” berichtet, iſt dank
einer hochherzigen Schenkerin Hektor Berlioz Geburtshaus in
Lo Cöte=Saint=André (Dep. Iſere) jetzt erhalten geblieben. Seit
etwa 30 Jahren, und beſonders als man 1903 den hundertſten
Geburtstag des großen Komponiſten feſtlich beging, hatte man
wiederholt den Erwerb des Hauſes, wo der Meiſter von Fauſts
Verdammnis” ſeine Kindheit erlebt hatte, beabſichtigt. Während
eines Vierteljahrhunderts hat man die für den Ankauf
notwen=
digen 30 000 Fr. nicht zuſammenbringen können. Heute hat er
—10mal mehr gekoſtet
Das alte Haus des Doktor Berlioz
wird ſobald als möglich wiederhergeſtellt und dort das
Berlioz=
muſeum eingerichtet, deſſen Sammlungen in ſchlechtem Zuſtand
in einer Schule der kleinen Stadt der Dauphiné ſeither
aufbe=
wahrt wurden.
Goethe und Großbritannien. Von Dr. Dr. Wilhelm Vollrath.
Univerſitätsprofeſſor in Erlangen. (Verlag von Palm u. Enke,
Erlangen. Preis 1,80 Mk.)
Ap. Goethes Vielſeitigkeit iſt einzigartig und iſt auch einer der
Gründe, warum Goethe die Aufmerkſamkeit der Welt gewonnen
hat. Auch in England iſt die Beſchäftigung mit Goethe
tages=
bedeutſam, und die vorliegende Schrift, die auf Grund von
Stu=
dien im Britiſchen Muſeum entſtanden iſt, iſt ein wertvoller
Bei=
trag zur Auslandskunde und im Goethejahr 1932 von beſonderer
Bedeutung. Der Leitgedanke: Großbritannien im Lichte ſeiner
Urteile über Goethe”, iſt ebenſo anſchaulich wie wiſſenſchaftlich
gründlich behandelt. Soweit es nötig erſchien, hat der Verfaſſer
auch den umgekehrten Geſichtspunkt in den Kreis ſeiner
Erörte=
rungen gezogen, nämlich: was England für Goethe war und
be=
deutet hat, und es ergeben ſich hierbei ſowohl viele Möglichkeiten
gegenſeitigen Verſtehens als auch erwächſt aus dem Studium der
völkiſchen Eigenart eine Klarheit über Gegenſätze des Empfindens
und der Geſinnung. Es war nicht die Abſicht des Verfaſſers einen
Beitrag zur Goetheforſchung zu bieten. Nur die Frage gab
Rich=
tung an: wie kann das „unbekannte England” erkannt werden an
ſeinem Verhältnis zu Goethe. Der Wert einer ſolchen
Auseinan=
derſetzung bleibt jedoch in jedem Falle der Austauſch geiſtiger
Güter, unentbehrlich als kulturelle Pionierarbeit auf dem
dornen=
reichen Wege der europäiſchen Verſtändigung=
Göttingen
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Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen
Karl Löffler und Frau
Marte, geb. Henkel
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Darmstadt, 13. August 1932.
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Kirchl. Trauung 14. August 1932, 2½ Uhr, Paulus-Kirche.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine
innigſt=
geliebte Frau, unſere treubeſorgte, unvergeßliche
Mutter, Großmutter, Schweſter, Schwägerin und
Tante
woeeh
geb. Lehr
im 75. Lebensjahr nach kürzerem Leiden durch einen
ſanften Tod zu ſich in die Ewigkeit zu rufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Jakob Krämer, Lehrer i. R.
Studienrat K. Krämer und Fran
Lehrer A. Helm u. Frau Sophie, geb. Krämer
Studienrat Dr. B. Krämer und Frau
Lehrer Fr. Gölz u. Fran Lina, geb. Krämer
und 9 Enkel.
Darmſtadt, Borms, Erbach, den 11. Anguſt 1932.
Stiftsſtr. 54.
Die Beerdigung findet Montag, den 15. Auguſt,
nachmittags 3 Uhr, auf dem alten Friedhof (Nieder
Ramſtädterſtraße) ſtatt.
(11371
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unſere
unvergeßliche, herzensgute Mutter, Schwiegermutter,
Großmutter, Schwägerin und Tante
Frau Anna Engelhardt
Oberlandesgerichtskanzliſten=Witwe
in die Ewigkeit abzurufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Karl Weber, Frankfurt a. M.
Familie Jac. Banger, Rüſſelsheim.
Darmſtadt, den 13. Auguſt 1932.
Die Beerdigung fand in aller Stille ſtatt.
Beſonderen Dank den Barmherzigen Schweſter:
für die liebevolle Pflege.
(11358
Nach langem Leiden verſchied
unſere geliebte und
unvergeß=
liche Tochter und Schweſter
denne Oppenheimer.
Die trauernd Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 13. Auguſt 1932.
Herdweg 58.
(11364
Die Beerdigung hat in der Stille
ſtattgefunden. Von
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chen bitten dankend abzuſehen.
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Rahmenbau 1.
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Zugelaufen: — 1 graue Kaßé
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ſtände vorhanden ſind, die iin
Bekanntmachungen verzeichnen.
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h. dieſer Märck
Tauſch. Ein Beſue
2
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13. Auguſt 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 224 — Seite 5
Aus der Landeshaupkftadk.
Darmſtadt, den 13. Auguſi 1932.
Amerika und der Waſhingkon=plak.
derbürgermeiſter Mueller, der von der Einweihung des
o=Platzes unter Beifügung von Preſſeberichten und
„Hien dem amerikaniſchen Botſchafter in Berlin
Kennt=
err hatte, erhielt dieſer Tage von dort in deutſcher
Ueber=
gende Antwort:
ir geehrter Herr Oberbürgermeiſter! Ich bin im Beſitz
hundlichen Zeilen vom 30. Juli und 4. Auguſt, denen Sie
ſſeſf ebericht ſowie Photographien der kürzlich abgehaltenen
ſiei ten beifügen, die die Benennung des Platzes vor dem
n Darmſtadt zum
„Waſhington=Platz”
iſtand hatten.
cätze dieſes Zeichen der Freundſchaft, womit die Stadt
ſt das Andenken an unſeren erſten Präſidenten ſo würdig
beſonders hoch und ich erlaube mir, Ihnen und den
Vertretern der Stadt meinen herzlichſten Dank hievfür
ſichen. Abſchriften Ihrer Briefe werde ich zuſammen mit
inalanlagen an Herrn Dr. Frederick Wirth, den Präſi=
„local Executive Committee of the George Waſhington
nal Commiſſion” zur Weiterleitung an die National
de in Waſhington ſchicken, da ich davon überzeugt bin,
die Schriftſtücke mit Freuden ihren offiziellen Akten bei=
Mit freundlichen Grüßen Ihr ſehr ergebener
gez.: Frederic M. Sackett.”
jährigen prieſterzubiläun des Hochw. hern
farrers Danz zu St. Bidelis, Darmſtadt.
über die Grenzen der Pfarrgemeinde St. Fidelis
ſut, hinaus herrſcht in dieſen Tagen bei den katholiſchen
genoſſen aufrichtige Freude ob des Prieſterjubiläums
Pfarrers Danz, der am 11. Auguſt 1932 auf ein
Prieſterwirken zurückblicken kann.
Pfarrer Chriſtian Danz. geb. im Jahre 1883 in Oberts=
Offenbach, empfing am 11. Auguſt 1907 die hl. Prie=
Seine Tätigkeit als Kaplan begann er in
Heppen=
danach als ſolcher in Nieder=Olm. Gau=Algesheim.
hm ſchon als Gymnaſiaſ die Bedeutung der zuſtatten
den damals ſchon recht heißen ſozialpolitiſchen Kämpfen
ſinert geren Heimat aufgegangen war. Im Jahre 1917 wurde
farrer von Wickſtadt (Oberheſſen), und damit zum
bekannten Muttergottesheiligtums Maria=Sternbach
m 1. Dezember 1924 beendete Pfarrer Danz ſeine er=
Wirkſamkeit in Oberheſſen, um auf Wunſch des Herrn
Gie damals neu gegründete Diaſporapfarrei St. Fidelis
intadt zu übernehmen.
wwirkt Herr Pfarrer Danz in der Gemeinde St. Fidelis
Jahre. Sein Arbeiten war allzeit großzügig und mit
Sorgen finanzieller Art verbunden. Die Pfarrei
ſeinem Schaffen die Fertigſtellung der Unterkirche und
Ehrung der notwendigen Pfarrwohnung, ſowie die Her=
und Unterbringung der Gemeindeſchweſtern, die
Ein=
er Kleinkinderſchule und der Winternotküche. Auch der
lufbau der Pfarrgemeinde gelang dem nie raſtenden
vorbildlich. Er erkannte weitblickend den Wert der
UPRine für den feſten Zuſammenſchluß ſeiner Gemeinde und
büfrie
die Gründung des Kirchenchors, des
Mütterver=
s Vincenzvereins und der einzelnen
Jugend=
ugen.
ſeln gehörigen der St. Fidelisyfarrei ſind ſich bewußt, daß
gszeit des Jubilars in ihrer Gemeinde die ſchwerſte
Prieſterlebens war, und daß auch heute noch große
Laſten auf den Schultern des Fidelispfarrers ruhen.
ennen und bekunden die Pfarrkinder des Jubilars
ſeinem Ehrentage, ihre große Dankespflicht. Wohl ſucht
drer Danz als Prieſter Gottes keinen Dank, denn ſein
Menſchen iſt ihm Seelenbedürfnis. Aber all die Vielen,
in Seelen= und Leibesnöten bei ſeinem edlen Prie=
Hilfe ſuchten und fanden, danken heute ſpontan ihrem
ſtelenführer und Freunde von ganzem Herzen. Und alle,
erehrten Jubilar kennen, wünſchen ihm heute in Liebe
eine weitere, reichgeſegnete prieſterliche Tätigkeit.
annos!
in 25jähriges Berufsjubiläum feierte dieſer Tage Herr
Vachtel als Portier bei den Helia=Lichtſpielen. Das
Fubilar war bereits bei dem erſten Kinotheater
ange=
dar 25 Jahren die Urfilme ſchlecht und gerecht in einem
für heutige ſtädtiſche Verhältniſſe ſehr primitiven
Das Vierteljahrhundert ſtand Herr
ſwielt” wurden.
als „Beſchützer” der ihm anvertrauten Theater
Beſucher. In den langen, in treuer Pflichterfüllung
Berufsjahren lernte er Darmſtadts Einwohner
gekehrt ſchätzten ihn die Kinobeſucher wegen ſeiner
undlichkeit und Bereitwilligkeit. Daher ſoll dieſes
bil”
nicht unbeachtet bleiben.
* Schloßmuſeum finden Führungen ſtatt am Sonn=
und 11.30 Uhr vormittags, an den Wochentagen um
130 Uhr vormittags und um 3 und 3.30 Uhr
nachmit=
der einer Führung etwa 1½ Stunden. Die Madonna
etmeiſters Meyer von Baſel, von H. Holbein d. Jg.,
i I geſondert von den Führungen beſichtigt werden.
Ruſſiſche Kapelle auf der Mathildenhöhe iſt jeden Tag
Dr Alltigung von 10 bis 12½z und von 3 bis 7 Uhr geöffnet.
Bühnenſpielgruppe „Unitas” veranſtaltet heute abend
Lnaal, Grafenſtraße, einen großen Bunten Abend, der
eAinie für unſere Kriegsbeſchädigten und
Kriegerhinter=
liebel
liebel=
beſtimmt iſt. Alle Mitwirkenden haben ſich in den
enſter guten Sache geſtellt. Da es diesmal nicht möglich
Kriegsbeſchädigten mit Karten zu verſehen, werden
te2)hende, u. a. auch für Kleinrentner uſw., folgen.
Inter=
enteh Vereinsvorſtände werden gebeten, ſich dieſerhalb mit
bißekretär, F. Geißler, Villenkolonie Eberſtadt, zwecks
Ser Etis von Karten rechtzeitig in Verbindung zu ſetzen.
Die Sondergerichte.
Ihr Zweck und ihre Ziele. — Zuſammenſehung. Zuſtändigkeit und Verfahren. — Verſchärfte Juſiz.
Verein für das Deutſchkum im Ausland,
Landesverband Heſſen,
er Herrn Oberbürgermeiſter der Stadt Darmſtadt nach=
Schreiben gerichtet:
Her verehrter Herr Oberbürgermeiſter!
GLandesverband Heſſen des Vereins für das Deutſchtur
gend nimmt mit dankbarer Genugtuung Kenntnis von der
ſeiner verehrten Mitarbeiterin, der Vorſitzenden der
fiter Frauenortsgruppe des V. D. A., Frau Sabine
durch die Stadt Darmſtadt. Durch die Verleihung
Sieinen Ehrenmünze hat die Verwaltung der Stadt
er=
in ſchönſter Form bewieſen, mit welch
anteilnehmen=
eetandnis ſie die Arbeit des Vereins würdigt und
unter=
iſt uns herzliches Bedürfnis, zu betonen, daß die er=
Arbeit des Vereins nicht zuletzt nur möglich iſt durch
Herzen kommende Unterſtützung ſeitens der Landes=
und aller Kreiſe ihrer Einwohnerſchaft,
* Verein bei dieſer Gelegenheit herz=
(Dank ſagt für die ſeit fünf Jahrzehnten
ille eigene Not hindurch bewieſene
Opfer=
keit für die Erhaltung deutſcher Kultur
utſchen Volkstums in aller Welt.
Mit ausgezeichneter Hochachtung
Verein für das Deutſchtum im Ausland,
Landesverband Heſſen,
R. Block,
gez. Dr. Diemer,
1. Vorſitzender.
Gefchäftsführender Vorſitzender.
Strafprozeßordnung und Sondergerichl.
Von Landrichter Dr. Koehne. Berlin.
Die Verordnung der Reichsregierung über die Bildung von
Sondergerichten vom 9. Auguſt 1932 enthält außerordentlich
ſchwerwiegende Eingriffe in das ſtrafprozeſſuale Verfahren; die
Eingriffe werden aber zur Wahrung der bedrohten
Staatsauto=
rität gegen die politiſchen Ausſchreitungen der letzten Zeit für
notwendig gehalten. Auch werden Sondergerichte, deren Bildung
die Verordnung beſtimmt, nicht im ganzen Reich, ſondern nur in
den einzelnen, beſonders bedrohten Landesteilen eingerichtet,
nämlich in den Oberlandesgerichtsbezirken Königsberg, Breslau,
Kiel. Hamm und Düſſeldorf, die etwa den Bezirken der
preußi=
ſchen Provinzen Oſtpreußen, Schleſien, Schleswig=Holſtein,
Weſt=
alen und dem preußiſchen Regierungsbezirk Düſſeldorf
entſpre=
chen, ſowie in den Landgerichtsbezirken Berlin und Elbing.
Die Ermächtigung der Reichsregierung zur Bildung von
Son=
dergerichten beruht nicht auf der letzten Notverordnung de
Reichspräſidenten gegen den politiſchen Terror vom 9. Aug. 1932,
ſondern auf der 3. Verordnung des Reichspräſidenten zur
Siche=
rung von Wirtſchaft und Finanzen und zur Bekämpfung
politi=
ſcher Ausſchreitungen vom 6. Oktober 1931; dieſe Verordnung
ſieht in ihrem ſechſten Teil über die Notmaßnahmen in der
Rechtspflege auch die Möglichkeit der Bildung von
Sondergerich=
en vor. Die Reichsregierung kann in Bezirken, in denen ein
Bedürfnis dafür hervortritt, zur Aburteilung beſtimmter
ſtraf=
barer Handlungen Sondergerichte, und zwar als Gerichte der
Länder, bilden. Die Zuſammenſetzung, die Zuſtändigkeit und
das Verfahren vor den Sondergerichten werden von der
Reichs=
regierung beſtimmt. Von dieſer Ermächtigung iſt nunmehr
Ge=
brauch gemacht worden.
Die durch die Verordnung eingeſetzten Sondergerichte ſetzen
ſich lediglich aus Juriſten, und zwar aus einem Vorſitzenden
und zwei Beiſitzern, ohne Zuziehung von Laien zuſammen;
die Richter müſſen für den Bezirk ſtändig angeſtellt ſein, für den
das Sondergericht gebildet iſt. Ihre Berufung erfolgt durch das
Präſidium des Landgerichts, bei dem das Sondergericht
einge=
richtet wird. Die bei den Sondergerichten tätige Anklagebehörde
wird von der Landesjuſtizverwaltung aus den zum Richteramt
befähigten Beamten der Staatsanwaltſchaft berufen.
Die Zuſtändigkeit der Sondergerichte
beſteht außer für die Verbrechen gegen die gleichzeitig erlaſſene
Notverordnung gegen den politiſchen Terror für alle ſchweren
Straftaten gegen Leben und Geſundheit von Perſonen, gegen
die öffentliche Ordnung aber auch für ſonſtige ſchwere
Straf=
taten, wie Raub Erpreſſung und die gemeingefährlichen
Verbre=
chen und Vergehen (Brandſtiftung, Herbeiführung einer
Ueber=
ſchwemmung. Eiſenbahngefährdung) die Verbrechen und
Ver=
gehen gegen das Sprengſtoffgeſetz, die politiſchen Vergehen, die
in den in den letzten Jahren erlaſſenen Notverordnungen des
Reichspräſidenten unter Strafe geſtellt ſind, ſowie die mit dem
Waffenmißbrauch zuſammenhängenden Vergehen. Dagegen ſind
die Sondergerichte nicht zuſtändig, ſoweit die Zuſtändigkeit des
Reichsgerichts oder der Oberlandesgerichte begründet iſt, alſo vor
allem nicht für die Verbrechen des Hoch= und Landesverrats.
Die Zuſtändigkeit für die genannten Verbrechen und
Ver=
gehen iſt an ſich auch dann begründet, wenn die abzuurteilende
Tat nicht aus politiſchen Beweggründen begangen iſt. Doch kann
in dieſem Falle oder bei jugendlichen Tätern oder wenn die
alsbaldige Aburteilung für die Aufrechterhaltung der öffentlichen
Ordnung oder für die Staatsſicherheit von minderer Bedeutung
iſt, die Anklagebehörde die Strafſache in das ordentliche
Verfah=
ren überleiten. Dagegen muß das Sondergericht in der Sache
auch dann entſcheiden, wenn ſich nach dem Ergebnis der
Haupt=
verhandlung herausſtellt, daß es an ſich für die zur Aburteilung
gelangende Tat nicht zuſtändig wäre.
Für das
Verfahren vor den Sondergerichten
gilt zwar die Strafprozeßordnung und das
Gerichtsverfaſſungs=
geſetz, jedoch mit weſentlichen Abweichungen. So iſt der
Ge=
richtsſtand nicht nur bei dem Gericht begründet, in deſſen
Be=
zirk die ſtrafbare Handlung begangen iſt oder der Angeſchuldigte
zur Zeit der Erhebung der Anklage ſeinen Wohnſitz hat, ſondern
auch bei dem Sondergericht, in deſſen Bezirk der Angeſchuldigte
ergriffen wird oder ſich in Haft befindet.
Eine mündliche Verhandlung im Haftprüfungsverfahren
findet nicht ſtatt. Der Erlaß eines Haftbefehls kann außer
durch den Amtsrichter des Bezirks auch durch den
Vorſitzen=
den des Sondergerichts erfolgen.
Ein Verteidiger muß nur dann beſtellt werden, wenn
nach den allgemeinen Vorſchriften das Schwurgericht zuſtändig
ſein würde oder wenn der Angeklagte ſtumm oder taub iſt. Eine
gerichtliche Vorunterſuchung findet nicht ſtatt,
ſon=
dern die Ermittlungen im Vorverfahren werden ausſchließlich
durch die Anklagebehörde und die Polizei geführt. Die
An=
lage muß zwar ſchriftlich erhoben werden, die weſentlichen
Ergebniſſe der Ermittlungen müſſen aber nur dann in die
An=
klageſchrift aufgenommen werden, wenn die Sache nach den
all=
gemeinen Vorſchriften zur Zuſtändigkeit der Schwurgerichte
ge=
hören würde. Im übrigen ſteht ihre Aufnahme im Ermeſſen der
Anklagebehörde.
Ein beſonderer Beſchluß über die Eröffnung des
Haupt=
verfahrens ergeht nicht.
Der Vorſitzende des Sondergerichts ordnet die Hauptverhandlung
an, fall er keine Bedenken hat. Die Ablehnung einer
Anord=
nung der Hauptverhandlung muß bei Bedenken des Vorſitzenden
durch Gerichtsbeſchluß erfolgen Die Ladungsfriſt von einer
Woche, die ſonſt zwiſchen Zuſtellung der Ladung des Angeklagten
zur Hauptverhandlung und dem Tage der Hauptverhandlung
lie=
gen muß, wird durch die Verordnung auf drei Tage abgekürzt;
ſie kann ſogar auf 24 Stunden herabgeſetzt werden.
Auch der bisher für große Strafſachen aufrechterhaltene
Grundſatz, daß das Gericht den Umfang der
Beweisauf=
nahme nicht nach freiem Ermeſſen beſtimmen kann, wird
durch=
brochen; das Sondergericht kann eine Beweiserhebung ablehnen,
wenn es die Ueberzeugung gewonnen hat, daß die
Beweiserhe=
bung für die Aufklärung der Sache nicht erforderlich iſt. Von
dieſem Ablehnungsrecht von Beweisanträgen werden die
Son=
dergerichte, wie zu hoffen iſt, einen nicht zu umfangreichen
Ge=
brauch machen; denn
die weſentlichſte Einſchränkung der Rechte des Angeklagten
iſt der Ausſchluß jedes Rechtsmittels. Die Sondergerichte
können jede Strafe, auch die Todesſtrafe, mit der Wirkung
der ſofortigen Rechtskraft verhängen.
Einen gewiſſen Ausgleich bietet nur die Erleichterung eines
Antrages auf Wiederaufnahme des
Verfahren=
über den nicht das Sondergericht, ſondern die ordentliche
Straf=
kammer zu entſcheiden hat. Die Wiederaufnahme findet
zugun=
ſten eines Verurteilten auch dann ſtatt, wenn Tatſachen oder
Be=
weismittel beigebracht ſind, die es notwendig erſcheinen laſſen, die
Sache im ordentlichen Verfahren nachzuprüfen. Bei einem
be=
gründeten Antrag auf Wiederaufnahme erfolgt die
Hauptver=
handlung nicht vor einem Sondergericht, ſondern bei dem
zuſtän=
digen ordentlichen Gericht.
Die Verordnung iſt bereits am 10. Auguſt 1932 in Kraft
getreten. Es iſt nur zu wünſchen, daß ſie recht bald den von
der Reichsregierung beabſichtigten Zwech einer wirkſamen
Be=
kämpfung des politiſchen Terrors erfüllt, ſo daß die
Sonder=
gerichte in den Bezirken, in denen ihre Bildung für erforderlich
gehalten worden iſt, nur kurze Zeit tätig ſein müſſen.
Auguſt Mangold †.
Am 7. Auguſt verſtarb im 79 Lebensjahre nach längerem
Leiden der Geh. Oberbaurat i. R. Miniſterialrat Auguſt
Man=
gold. Auguſt Mangold, ein Sohn des Großh.
Hofmuſikdirek=
tors Karl Amadeus Mangold, ſtudierte an der damaligen
Poly=
techniſchen Schule in Darmſtadt und trat nach vollendeter
Aus=
bildung in die württembergiche Eiſenbahnverwaltung ein. Nach
abgelegter Staatsprüfung wandte er ſich dem Fache zu, in dem
er ſpäter ſo Erſprießliches und Unvergeßliches leiſtete dem
Melio=
rationsweſen. Nach zweijähriger Tätigkeit im
Landeskultur=
dienſt in Elſaß=Lothringen trat er im Jahre 1882 als
Kultur=
ingenieur in den heſſiſchen Staatsdienſt und war bis 1. April
1908 Vorſtand des Kulturbauamts Darmſtadt. Von April 19
bis zu ſeiner Verſetzung in den Ruheſtand am 31. Dezember 192
war Mangold in d
Miniſterialabteilung für Landwirtſchaft
als vortragender Rat tätig. In der vierzigjährigen Tätigkeit
im Landeskulturdienſt hat Mangold umfangreiche Meliorationen
in der Provinz Starkenburg durchgeführt und wertvolle
Unter=
lagen für die Entwäſſerung der Rheinebene aufgeſtellt, die ſpäter
im Generalkulturplan für das heſſiſche Ried Verwendung fanden.
Bei ſeinen wiſſenſchaftlichen Arbeiten kamen ihm nicht nur ſeine
vorzüglichen botaniſchen, ſondern auch ſeine hervorragenden
geo=
logiſchen Kenntniſſe zuſtatten. Es ſollen hier nur ſeine Unter,
ſuchungen über „Die alten Neckarbette in der Rheinebene‟
(Band II. Heft 2 der Veröffentlichungen der geolog.
Landes=
anſtalt 1892) erwähnt werden. Auch auf dem Gebiete des
Waſſer=
verſorgungsweſens hat Mangold viel geleiſtet und als erſter in
Heſſen moderne und hygieniſch einwandfreie Waſſerverſorgungen
von Landgemeinden durchgeführt. Die meiſten
Waſſerverſorgungs=
anlagen im Odenwald ſind von ihm entworfen worden. Nur
wenig bekannt iſt, daß unter ſeiner Leitung die erſten
Rieſel=
felder für die Verwertung der Abwäſſer der Stadt Darmſtadt
entſtanden ſind, und daß dieſe Anlagen zu den muſtergültigſten
in Deutſchland gehörten. Die Durchführung der
Feldbereinigun=
gen in Heſſen hat er maßgebend beeinflußt.
Auguſt Mangold hat es verſtanden, einen tüchtigen Stamm
wertvoller Mitarbeiter heranzuziehen und ſeine Kenntniſſe in
intereſſanter und oft origineller Weiſe Berufskollegen zu
ver=
mitteln. Seine geiſtige Beweglichkeit blieb ihm bis in ſein hohes
Alter erhalten, er nahm immer das lebhafteſte Intereſſe an allen
Tages= und Berufsfragen. Nicht nur von ſeinen Mitarbeitern,
ſondern auch von allen, die ihn kannten, wird der Name
Man=
gold immer mit Verehrung und Hochachtung genannt werden, II.
Stadtkirche. Am kommenden Sonntag findet im
Haupt=
gottesdienſt der Stadtkirche die feierliche Einführung der
dies=
jährigen Konfirmanden der Lukas=, Markus= und
Reformations=
gemeinde ſtatt. Die Eltern der Konfirmanden werden herzlich
ge=
beten, mit ihren Kindern dem Gottesdienſt beizuwohnen. Aber
auch alle anderen Glieder der drei Gemeinden ſollten nicht
ver=
ſäumen, zur Kirche zu kommen, um ſo den Kindern, für die doch
durch den Beginn der Kanfirmandenſtunden ſich ein neuer
Lebens=
abſchnitt vorbereitet, das Bewußtſein zu ſtärken, in einer großen,
lebendigen Gemeinde zu ſtehen.
Evangeliſche =Petrusgemeinde. Vortrag über di
Reichsmarine. Im Evangeliſchen Gemeindehaus
Eichwieſen=
ſtraße 8, findet am kommenden Sonntag abend 8½ Uhr, ein
Lichtbildervortrag über die Deutſche Reichsmarine ſtatt.
Vortra=
gender iſt Herr Marinepfarrer Haupt aus Kiel, der vor einigen
Tagen im Reichsfunk die Gedächtnisanſprache für das geſunkene
Segelſchulſchiff „Niobe” gehalten hat. Er iſt auch in Darmſtadt
kein Unbekannter da er vor Jahren als Militärpfarrer und
ſpäter als Zivilpfarrer in Beſſungen wirkte und noch in gutem
Andenken ſteht. Sein Vortrag will Intereſſe wirken für unſere
Deutſche Reichsmarine, ein Bild geben vom Leben und Treiben
an Bord, zeugen von dem prächtigen Geiſt in unſerer beutigen
Reichsmarine, die, wenn auch klein, einen nicht zu
unterſchätzen=
den Faktor unſerer heutigen Wehrhaftigkeit darſtellt. Der
Ein=
tritt iſt frei, doch wird zur Deckung der Unkoſten ein kleiner
Beitrag am Ausgang erbeten.
— Die Turngemeinde Darmſtadt 1846 weiſt ihre Mitglieder
darauf hin, daß am Sonntag, den 14. d. M. ein Nachmittags=
Spaziergang ſtattfindet, der nach dem Bernhardtsbrünnchen.
Beſ=
ſunger Forſthaus, Ludwigsteich, zum Eudziel Turnhalle führt.
Uhr. Ecke Rhönring und Kranichſteiner
Der Abmarſch iſt auf
Straße feſtgeſetzt. Alle Mitglieder ſind zur Teilnahme herzlich
eingeladen.
Beſucht am Sonnkag, 14., und Monkag, 15. Auguſf.
das Darmſtädter Aquarium.
Die ſchönen Sommertage ſollten jedermann veranlaſſen der
Freilandanlage des Vereins für Aquarien= und Terrarienkunde
„Hottonia” e. V. Darmſtadt nächſt dem Botaniſchen Garten
gegen=
über dem Judenteich einen Beſuch abzuſtatten. Die Anlage iſt am
Sonntag den 14. Auguſt, und Montag, den 15. Auguſt, von
mor=
gens 8 bis abends 20 Uhr ununterbrochen geöffnet, und niemanden
wird das kleine Eintrittsgeld von 10 Pfg. für Erwachſene und
Pfg. für Kinder reuen. Die Anlage ſteht zur Zeit in ihrer
ſchönſten Blütenpracht, die Waſſerroſen überſäen die Teiche, und
in den Freilandterrarien herrſcht allenthalben reges Leben. Die
vielen Eidechſenarten huſchen in allen Farben ſchillernd flink
da=
hin, die Schlangen gehen lauernd auf ihre Beute aus und
gravi=
tätiſch ſpazieren die Schildkröten durch ihr Revier. In dem
Aus=
ſtellungshaus ſind eine ganze Reihe von prächtigen Fiſchen und
Reptilien zu ſehen, vor allem auch viele Jungfiſche, die erſt vor
kurzem das Licht der Welt erblickt haben Meerſchweinchen und
Eichhörnchen treiben ihr munteres Spiel, und als beſondere
Sehenswurdigkeit hat ein Mitglied des Vereins einen prächtigen
Kaiſeradler ausgeſtellt.
Wer Freunde an der Natur hat, beſucht daher die
Freiland=
anlage des Vereins für Aquarien= und Terrarienkunde „Hottonia
V. Darmſtadt nächſt dem Botaniſchen Garten, gegenüber dem
Judenteich.
C Das Italieniſche Konſulat bittet uns, mitzuteilen, daß
die „Opera Nazionale Dopolavoro Italiano”, die ſeither nur den
italieniſchen Kriegsteilnehmern gewährten Vergünſtigungen für
Kuraufenthalt und Arztkoſten in den Bädern von Viterbo
(74 Kilometer nördlich von Rom) ebenſo auf ſämtliche
Kriegs=
teilnehmer anderer Länder — einſchließlich Deutſchland —
aus=
dehnen will. Wie bekannt, ſind die Thermalbäder von Viterbo
beſonders zur Heilung der Folgen von Verwundungen geeignet
und wurde hierfür eine beſondere Abteilung zu dieſem Zwecke
eingerichtet. Die Kurſaiſon geht vom 1. Juli bis 31. Oktober.
Die Kriegsfürſorgeverbände und andere verwandte
Vereini=
gungen können bei dieſem Generalkonſulat nähere Auskunft
ein=
holer
Deviſenerleichterungen für den Reiſeverkehr. Durch Erlaß
des Reichswirtſchaftsminiſters vom 10. Auguſt iſt die Möglichkeit,
Alt= und Sperrguthaben, ſoweit ſie nicht aus dem Verkauf von
Wertpapieren entſtanden ſind, für Reiſen zur Erholung und zum
iD Wiein den dierife Fanfeie e ufeffgef
dritter Perſonen ausgedehnt worden jedoch mit der Maßgabe,
daß die freigegebenen Beträge insgeſamt 10 000 RM. je Konto
und Kalendermonat nicht überſteigen. Reiſende erhalten nähere
Auskunft bei den deutſchen Reiſebüros.
Die „Sechs Lachtauben” im Orpheum. Die „Lachtauben”,
Mitglieder der Frankfurter Oper, welche am Sonntag und
Montag., abends 8.30 Uhr hier gaſtieren, wurden ſämtlich für
ein dreiwöchiges Operetten=Gaſtſpiel an das Frankfurter
Schau=
ſpielhaus verpflichtet. Danach iſt eine Verpflichtung für eine
größere Anzahl Gaſtſviele im Ausland feſtgelegt worden. Eine
Wiederholung bzw. Verlängerung des Gaſtſpiels der „
Lachtau=
ben” iſt gänzlich ausgeſchloſſen. Halten Sie ſich einen der beiden
Abende für die „Lachtauben” frei! Die Eintrittspreiſe ſind ſehr
gering. (Siehe Anzeige.)
Sommerſpielzeit Kleines Haus. Heute. 20 Uhr:
Wieder=
holung des Gaſtſpiels Otto Gebühr, als Fridericus Rer in
dem beliebten Luſtſpiel „Die Ballerina des Königs”, von
Pres=
ber und Stein. Ueberall, wo Gebühr gaſtierte, erntete er einen
Rieſenerfolg. Auch in Darmſtadt löſte ſein Auftreten helle
Begei=
ſterung aus. eine unerhörte Leiſtung, ein unerhörter
Er=
folg.
Dieſer Fridericus war in Wahrheit neu erſtanden .. ..
königliche Einzigart.. So ſchrieb die Darmſtädter Preſſe von
und von der Aufführung im
all=
dem berühmten Künſtler .."
gemeinen: „Die Vorſtellung iſt eine Glanzleiſtung unſerer Gie=
— Ende 2230 Uhr. Peter Faſſott führt Regie.
ßener. Gäſte‟.
die Aufführung gilt als 5. Vorſtellung im Freitagabonnement.
Preiſe B. Abonnenten zahlen keinen Zuſchlag. Die nächſte und
letzte Wiederholung iſt morgen, Sonntag den 14. Auguſt.
Darmſtädter Künſtler! Rudi Wünzer, Schüler des
Herrn Prof Beines, wurde für die kommende Spielzeit als erſter
Baſſiſt an die „Pfalzoper” in Kaiſerslautern verpflichtet.
Seite 6 — Nr. 224
Zeuetätarm.
Ein großer Brand rechkzeilig verhindert.
In der Viktoriaſtraße 42 brach geſtern Nachmittag gegen
2 Uhr in den Bodenräumen Feuer aus, das wahrſcheinlich auf
Selbſtentzündung dort lagernder Zelluloidwaren zurückzuführen
Die Berufsfeuerwahr arbeitete unter großer Hitze und
Rauch=
iſt.
beläſtigung und konnte das Feuer nach zweiſtündiger
anſtrengen=
der Tätigkeit auf ſeinen Herd beſchränken. Die Bodenräume ſind
teilweiſe ausgebrannt, dagegen konnte der Dachſtuhl in ſeiner
gan=
zen Ausdehnung erhalten werden. Bei einer erfolgten Exploſion
wurde ein Feuerwehrmann im Geſicht und an den Händen ſtark
verbrannt und mußte im Krankenhaus aufgenommen werden,
konnte jedoch, nach Anlegung von Verbänden, auf ſeinen Wunſch
nach ſeiner Wohnung verbracht werden. Außer der
Berufsfeuer=
wehr wurden noch 2 Züge der Freiwilligen Feuerwehr nach der
Brandſtelle kommandiert.
Nochmals die Kugellokterie der Winkerhilfe.
Man ſchreibt uns: In den letzten Tagen ſind in der Stadt alle
möglichen Gerüchte aufgetaucht, die geeignet ſind, dem Publikum
die Luſt am Kaufen der Marzipankugeln zu verleiden, und ſo die
Mittel zu ſchmälern, die gerade den Aermſten der Armen zugute
kommen ſollen. So wird behauptet, die ganze Lotterie ſei eine
Sache des Caritasverbandes in Wahrheit ſind außer dieſem, und
zwar mit völlig gleichen Rechten und Pflichten, beteiligt das
Rote Kreuz, die Arbeiterwohlfahrt, der 5. Wohlfahrtsverband, der
Zentralverband der deutſchen Juden und die chriſtliche
Arbeiter=
hilfe Dann ſoll angeblich 20 Prozent der Staat einſtecken. Auch
das ſtimmt nicht, im Gegenteil, während man ſonſt meiſt über die
Finanzbehörden ſchimpft, muß man ſie hier loben. Statt der
vor=
ſchriftsmäßigen 17 Prozent wird in Anbetracht des wohltätigen
Zweckes nur 62= Prozent erhoben. Irgendwelche
Verwaltungs=
koſten entſtehen überhaupt nicht, da Mitglieder der beteiligten
Verbände die Arbeit ehrenamtlich ohne einen Pfennig
Entſchädi=
gung leiſten. Auch über den Gewinnanteil herrſcht Unklarheit:
jedes 10. Los gewinnt, und zwar wird U des eingehenden Geldes
wieder als Gewinn ausbezahlt. Die Speſen der Verkäufer ſind
mit 4 Prozent ſo eingerichtet, daß bei gutem Verkauf ein ganz
annehmbarer Verdienſt herauskommt, wenn allerdings das
Publi=
kum nur wenig kauft, dann verringert ſich das Einkommen auch
dieſer Leute in bedauerlicher Weiſe. Im ganzen ſind in
Darm=
ſtadt bis zum 10. Auguſt einſchließlich 12116 Kugeln verkauft
gegen 74 789 in Mainz. Da natürlich bei der Verteilung der
Gel=
der auf die einzelnen örtlichen Winterhilfen die Einnahmen des
betreffenden Ortes auch mit berückſichtigt werden müſſen, ſo wäre
im Intereſſe der Armen in hieſiger Stadt ſehr zu wünſchen, daß
auch wir dem Mainzer Reſultat näher kämen.
* Aus dem Gerichtsſaal.
Die Große Strafkammer verhandelte unter
Aus=
ſchluß der Oeffentlichkeit einen Falſchmünzerprozeß mit
einem Schloſſer und einem Gaſtwirt aus Seeheim, ſowie einem
Hilfsarbeiter und einem Steinhauer aus Ober=Ramſtadt als
An=
geklagten. Von den drei erſteren wurden Ende des vergangenen
Jahres falſche Zweimarkſtücke hergeſtellt und in den Verkehr
ge=
bracht, während der Steinhauer nur wegen des
Inverkehr=
bringens von falſchen Zweimarkſtücken angeklagt war und
verur=
teilt wurde. Die Fälſchungen waren, dem Gutachten des
Sach=
verſtändigen Prof., Dr. Popp zufolge, ſehr gut gelungen. Der
Schloſſer gab Anlaß, an ſeiner Zurechnungs= und
Verantwor=
tungsfähigkeit zu zweifeln, weshalb das Verfahren gegen ihn
abgetrennt und angeordnet wurde, daß er auf ſeinen
Geiſtes=
zuſtand unterſucht wird. Der Ober=Ramſtädter Hilfsarbeiter, in
dem das Gericht den Haupttäter erblickte, erhielt bei
Vernei=
nung von mildernden Umſtänden zwei Jahre Zuchthaus,
mi=
dreijährigem Verluſt der bürgerlichen Ehrenrechte. Bei
Zubil=
ligung mildernder Umſtände erhielt der Gaſtwirt ein Jahr ſechs
Monate Gefängnis, unter Anrechnung von vier Monaten
Unter=
ſuchungshaft. Der Steinhauer kam mit acht Monaten Gefängnis
davon. In der Urteilsbegründung wurde geſagt, daß der
Geſetz=
geber ſo hohe Strafe verhängt wiſſen will, um diejenigen
abzu=
ſchrecken, die die Währung des Staates zu gefährden vorhaben.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
— Volksküche, Waldſtraße 18. Wie uns ſeitens der Leitung
mitgeteilt wird, hatte unſere kürzliche Notiz bereits den Erfolg
entſprechender Nachfrage nach ſogenannten Freikarten. Wie wir
weiter in Erfahrung brachten, ſollen demnächſt auch derartige
Freikarten den Haushaltungen unmittelbar zum Kauf
ange=
boten werden. Es ſind Freikarten zu 0,02, 0,05 und 0.10 Pfg. zu
haben. Sicherlich iſt auf dieſe Weiſe jeder Haushaltung die
Mög=
lichkeit gegeben, ſich einen kleinen Vorrat davon hinzulegen, um
den an die Tür klopfenden Wanderern uſw, eine Freude zu
be=
reiten, die auf der anderen Seite gleichzeitig einem ſeit vierzig
jahren beſtehenden Wohlfahrtsunternehmen hilft, über
dieſ=
ſchweren Zeiten ebenfalls hinwe zukomen.
Jedem
Intereſſen=
ten kann empfohlen werden, einmal die Volksküche zu beſuchen
und ſich davon zu überzeugen, wie ſauber die Speiſenzubereitung
vor ſich geht. Als weitere Annehmlichkeit iſt es ſicherlich
be=
grüßenswert, das gute und ſchmackhafte Mittageſſen an Tiſchen
ſitzend einnehmen zu können, um ſo auch dem ermüdeten Körper
etwas Erholung und Ruhe zu gönnen. Wer für den kleinen
Jahresbeitrag von 2.— RM. Mitglied des Vereins Volksküche
zwecks Unterſtützung des Ganzen werden will, der ſei herzlich
willkommen und melde ſeinen Eintritt an
Die Auszahlung der laufenden Zuſatzrenten für nicht im
Erwerbsleben ſtehende Schwerkriegsbeſchädigte,
Kriegshinterblie=
bene. Altrentner und Altrentnerinnen erfolgt am Montag, den
15. d. M., vormittags von 8—12 Uhr, durch die Stadtkaſſe.
Wie Rin=Tin=Tin entdeckt wurde.
Zum Tode des deukſchen Hunde=Filmſtars in Hollywood. — Rin=Tin=Tin, der Liebling einer ganzue
Im zerſchoſſenen Unkerſtand an der Weſtfronk gefunden. — Wie Rin=Tin=Tin lebte.
Rin=Tin=Tin, der einſt weltberühmte deutſche Schäferhund,
iſt in Hollywood geſtorben und mit allen Ehren begraben
wor=
den, die dieſem bedeutenden Hunde=Filmſtar zukamen. Rin=Tin=
Tin war urſprünglich ein Berliner Polizeihund. Im Weltkriege
kam er wegen ſeiner hervorragenden Klugheit an die Weſtfront,
wo er nach einem langen Marſch in einem zerſchoſſenen
Unter=
ſtand von einem Offizier gefunden wurde. Er war verwundet
und mußte gut gepflegt werden, um wieder geſund zu werden.
Für den Dienſt an der Front war er aber nicht mehr zu
gebrau=
chen. Der alte Offizier ging nach dem Kriege nach Amerika,
und hier wurde Rin=Tin=Tin für Hollywood
entdeckt.
Sein Herr zeigte einem Hilfsregiſſeur in Hollywood, die
große Klugheit des Tieres. Damals machten gerade zwei andere
Berliner Polizeihunde, „Löwenherz” und Peter der Große‟
ungeheure Kaſſen, denn das Publikum ergötzte ſich an den klugen
Streichen dieſer beiden Hunde=Filmſtars. Da war für
vierbei=
nige Filmſterne große Konjunktur, und Rin=Tin=Tin wurde
engagiert. Bald ſtellte es ſich heraus, daß die Filmgeſellſchaft ein
vorzügliches Geſchäft gemacht hatte, denn Rin=Tin=Tim
ſeine beiden Hunde=Konkurrenten bedeutend durch ſg
heit. Außerdem war Rin=Tin=Tin billig, denn ſein
gar nicht gewagt, Honorare zu verlangen, wie ſie d
Zeit des ſtummen Films in Hollywood gezahlt wurdem
herz” erhielt für einen Film die nette Summe von 2500
Aber er brachte mit ſeinem Film 200 000 Dollar ein.
Tin war mit einer Wochengage von 500 Dollar zufri=
Herr war überglücklich über dieſe „Rieſenſumme‟, Al.;
erſte Film mit Rin=Tin=Tin das runde Sümmchen wi
Dollar der Geſellſchaft einbrachte, wußte der Herr RimM M
daß ſein Hund miſerabel bezahlt wurde. Zu ſeinem
zum Pech der Geſellſchaft war der Hund nur für einen: Mut
pflichtet worden.
Beim nächſten Film erhielt Rin=Tin=Tin ſchon die Ge
100 000 Dollar. Aber das war auch nicht übermäß;
denn die Film=Konkurrenz bot dem Beſitzer das A.
Honorar.
Jeder Film mit dem berühmten Hundeſtar war in Zſfe viede!
Welt verkauft, bevor er noch gedreht worden war. 7
riſſen ſich um dieſe Bildſtreifen und nahmen zahlreick, wei
wertige Filme mit in Kauf, wenn ſie nur den Ri==henſtune
Film erhielten. Rin=Tin=Tin war eingemau.!
berühmtheit geworden. In China und Auſſi
Afrika und in den Goldſtädten Amerikas ſah man ſeiie
Die Indianer liebten ſie ebenſo wie die Neger, es 0
Unterſchied der Raſſe und Farbe.
Fnn
Aus den Darmſtädter Lichtſpieltheakern.
* Union=Theater
reicht mit dem Tonfilm „Ja, treuiſtdie Soldatenliebe!”
eine leichte Koſt, flott und freundlich geſpielt und aus dem
Vor=
kriegſoldatenleben entnommen. Eine Menge humoriſtiſcher
Ein=
fälle unter Vermeidung tölpelhafter Zeichnung von
Einzelmann=
ſchaften und Chargen zeigt ein typiſches Bild echten ernſten und
auch heiteren Kavalleriſtenlebens, zwar mit einigen kleinen
Ueber=
treibungen, aber doch niemanden verletzend und in der Komik
herzerfriſchend. Eine ganze Reihe temperamentvoller und
ver=
wandlungsfähiger Darſteller geben dem Film den Anſtrich, den er
haben muß, um als „erlebt und empfunden” gelten zu können.
Da iſt vor allem Fritz Schulz als Schmidtlein, ſeines
Zei=
chens Rekrut, Huſar und Clown „Bimbo” der in unverwüſtlichem
Humor und ausgezeichneter Darſtellungskunſt ſich in jeder
Situ=
ation zurechtfindet. H. Fiſcher=Köppe verkörpert einen
waſchechten Wachtmeiſter, er hat in Camilla Spira eine
ent=
zückende Frau und in Petra Unkel einen ſehr hoffnungsvollen
kleinen Sprößling, dem das Mimen im Blute liegt. Auch die
übrigen Künſtler tragen zu einem Gelingen des Tonfilms beſtens
bei. Der Beſuch des Films kann jedem, der ſich an
Kaſernenhof=
blüten, guten Militärmärſchen und einer neckiſchen, kurzweiligen
Handlung freuen will, wobei noch nebenbei hübſche Szenen aus
vergangenen Tagen gezeigt werden, empfohlen werden. — Dazu
läuft noch ein gutes Beiprogramm.
— Die Helia=Lichtſpiele zeigen ab heute den abenteuerlichen
und ſpannenden Kriminal=Tonfilm „Der Hexer” nach dem Roman
von Edgar Wallace. Der Film iſt aus der neuen Produktion
1932/33 und von dem Regiſſeur Karl Lamac inſzeniert. Dazu im
tönenden Beiprogramm „Micky im Seebad”, „Im Joſefstal” und
die neueſte Emelka=Tonwoche.
Die Palaſt=Lichtſpiele bringen ab heute das neue
Tonfilm=
werk „Drei von der Stempelſtelle”, ein Zeitbild über das
Arbeits=
loſenproblem. Dazu das intereſſante Beiprogramm.
— Im Reſi=Theater läuft ab heute in Erſtaufführung der
Tonfilm vom 11. Deutſchen Sängerbundesfeſt in Frankfurt a. M.
Fritz Schulz, Lucy Engliſch,
„Felix Breſſart erwecken Lachſalven
in „Drei Tage Mittelarreſt.
ſtr ereid
Nun wurde das Leben Rin=Tin=Tins verſichert. 255
Gid
lar hätte die Geſellſchaft auszahlen müſſen, wenn dem
Polizeihund ein Unfall zugeſtoßen wäre. Aber R„Fſamid
wurde nur vom Alter und vom ſprechenden Film beiſſolen
führte nicht nur zur Zeit ſeines Ruhmes, ſondern auchyſche auf de
wahrhaft fürſtliches Leben. Um 6 Uhr ſtand er auf uuußim
nach einem ausgiebigen Morgenſpaziergang eine Malk ui de
fünf Eiern in geſchabtem Fleiſch. Dann ging es ins Ba=d)s:
bis 4 Uhr gearbeitet wurde woraufhin der berühmte. Murſeſt u
gutes Mittagbrot einnahm. Dann folgte wieder eine Scuyend der
ziergang, und um 8 Uhr ging es ins Bett. Als ſeines cus
über war, erhielt er ſein Gnadenbrot, denn ſein Herr Müchu
ihn zu einem reichen Manne geworden und gönnte Lan, Motort
Gefährten der Kriegsjahre und der Nachkriegszeit dass Auf 1.2
ben, an das der Hund gewöhnt war. Jetzt iſt er totl he ds
Filmſtare von Hollywood haben dieſem berühmten Koll zy/0/,H1
vergangenen Zeit das letzte Geleit gegeben. Er war
ein Hund, hatte aber den Verſtand und das Gexuueig 12
Menſchen.
Ads Rodt
Händen
Sonderzug nach Stuttgart. Der für den 13. und And dieſer
in Ausſicht genommene Sonderzug nach Stuttgart, Mach unbeiten
und Maulbronn kann wegen nicht ausreichender Beſe=keuhienlin
gefahren werden. Das für bereits gelöſte Fahrkarte=
Fahrgeld wird gegen Rückgabe der Karten zurückgezah.”
ür die 4
Lokale Veranſtalkungen.
keſadt.
— In Schuls Felſenkeller finden Sanmtmrarz
Sonntag große Blaskonzerte, unter perſönlicher Leiturn füurg, i
liebten Kapellmeiſters Willy Schlupp, bei freiem Einnthüis Rei
— Hotel u. Reſt. zur Poſt, am Hauptbahnha eſich, verſel
Samstag, und morgen, Sonntag, ab 8 Uhr. finden inn 0 —Feu
Reſt. zur Poſt Geſellſchaftsabende mit Tanz ſtatt. Diceſlen die F1
lichen und gern beſuchten Abende bieten für jeden ein r.
Stunden, bei wenig Ausgaben. Eintritt frei. (Siekt Fi gro
eligen ſie
Anzeige.)
Städt Saalbau=Garten. Sonntag abe —Ant den de
Konzert, Rheiniſcher Abend mit Tanz. (Siehe morgige iF.
eis Aiol
— Herrngarten=Café. Heute abend Künſt
Die ganze Nacht geöffnet. Sonntag, von 11 bis 12 Ul. Phwpfen
Konzert.
Wuends der
Vereinskalender.
Argen vo
Vereinigung ehem. 116er, Darmſtad”kfuhrer
tag, den 21. Auguſt: Denkmalsweihe der ehem. 118er i T.hr Ernſt
Abfahrt 6.51 Uhr, über Bensheim. Alles nähere in der „m. Die
ſtelle. Heidelberger Straße 103.
ein
Tageskalender für Samstag, den 13. Auguſt 1932
Union=Theater: „Ja treu iſt die Soldatenliebe‟; Helia=L!k
Der Hexer”; Pclaſt=Lichtſpiele: „3 von der Stempel”
— Land
Reſi=Theater: „Drei Tage Mittelarreſt”
Kleines Haus: Gaſtſpiel Otto Gebühr „Ballerina de.
Deutſche Reichspoſt, 13,30 Uhr ab Luiſenplatz
fahrt in den Rheingau. — Heag, 7.15 Uhr ab Heaghaunf
frontfahrt”; 14 Uhr, ab Heaghaus: Fahrt zur Schl
Sporthaus Kolb, Wilhelmir”
tung nach Heidelberg”. —
15 und 18 Uhr: Fahrt zur Schloßbeleuchtung nach K4
Heſſ. Autobus=Verkehrs=Geſellſchaft, Rheinſtr. 5.
Autobusfahrt nach dem Frankfurter Zoo. — Hotel=Rſ
zur Poſt: Geſellſchaftsabend mit Tanz. — Konzer:
Felſenkeller.
Einz
9B
16)
65
Ja, da Sie verheiratek sind.n
Roman von Alfred Carl.
(Nachdruck verboten.)
Wieder falten ſich die Lippen des Barons in leiſem
Hoch=
mut. „Ich glaube es auch zu wiſſen, Herr Rallnik. Sie
wünſchen, daß „Sonnenkönig” den „Großen Preis” nicht
ge=
winnt, und ich werde mein möglichſtes tun.”
„Erlauben Sie bitte!” ſagt Rallnik plötzlich ſehr ruhig.
„Ihr Wunſch iſt es, Herrn Ott, dem Sie begreiflicherweiſe nicht
grün ſind, ein Bein zu ſtellen. Sie haben mir angeboten,
„Sonnenkönigs” Sieg zu verhindern. Ich bin paſſionierter
Sportmann und ſehe meine Pferde ſelbſtverſtändlich gern
ge=
winnen. Wie das geſchieht, überlaſſe ich meinem Trainer, meinen
ſonſtigen Angeſtellten oder Beauftragten.” Aus ſeiner Stimme
klingt jetzt eine leiſe Drohung. „Den Beweis, daß meine
Pferde nicht einwandfrei ſiegen, werden Sie, verehrter Herr
Baron, gegen mich ſchwerlich liefern können.”
Er pflanzt ſich breitbeinig vor Erdmann auf, der
unwill=
kürlich einen Schritt zurücktritt.
„Und wenn Herr Ott nicht zugänglich ſein ſollte . . .?"
fragte er bedrückt.
„Dann kann es immer noch mit einem Stallburſchen verſucht
werden, der dem Gaul vor dem Rennen etwas ins Waſſer
ſchüt=
tet. Fragt ſich natürlich, ob ſo ein Bengel dicht hält — das weiß
man bei dieſen Leuten ja nie. Das Beſte iſt immer, man hat den
oberſten Mann in der Taſche. Und laſſen Sie Lee und Budig aus.
dem Spiel — dem Engländer traue ich nicht über den Weg, und
Budig läßt ſich für Ihlenfeldt totſchlagen. Verſuchen Sie’s vor
allem bei Ott — auf den haben Sie es ja auch abgeſehen.”
Erdmann nickt kurz. Dann ſetzt er ein paarmal vergeblich
zum Sprechen an. Endlich rafft er ſich auf. „Ich muß vielleicht
mit erheblichen Unkoſten rechnen
Rallnik ſieht ihm forſchend ins Geſicht. „Ein Schachzug?‟
fragt er ſcharf. „Wollen Sie meiner ſicher ſein? Oder brauchen
Sie’s wirklich?
Der Baron verſucht einen Reſt von Haltung zu retten. „Ich
hätte Sie ohne dringende Notwendigkeit nicht vor dem Ausgang
der Angelegenheit behelligt.”
„Aha!” ſtößt Rallnik rückſichtslos hervor. Er zieht die
Brief=
taſche und greift nach einem Bündel Banknoten. Als er entdeckt
daß es im Geſicht des anderen zuckt, ſteckt er die Scheine wieder
hinein, nimmt das Scheckbuch und ſchreibt ein Formular aus.
„Wenn Sie es ſchaffen, ſollen Sie ſich nicht über mich
bekla=
gen, Baron. Dann los alſo — hoffentlich höre ich bald von
Ihnen.”
Rallnik nickt knapp und ſtampft ſchwerfällig davon. Er hat
nicht mehr Zeit — und nicht mehr Entgegenkommen für den Mann
übrig, der ſeinen Farben zum Sieg verhelfen ſoll. Eine Laune,
ein herriſcher Wunſch, den er ſich erlaubt — das glaubt der andere
jetzt beſtimmt. Nicht, daß hier ein verzweifelter Gewaltcoup
ver=
ſucht wird — und nicht, daß der Sieg im „Großen Preis”, der die
Farben des Beſitzers populär macht, hier nur ein Mittel von
vielen im Kampf gegen drohenden Zuſammenbruch iſt ..
Betroffen hat Erdmann den Scheck verwahrt. Ein paar
Se=
kunden bleibt er mit geſenktem Kopf in der Laube zurück — dann
nimmt er ſeinen Hut und geht . .."
Es geht nicht länger!
Beate und Herder kommen mittags aus der Univerſität. Sie
haben einen lebhaften Disput; eine Skulptur vom Pergamonfries
bildet den Gegenſtand
Eine Viertelſtunde ſtehen ſie, in die Debatte vertieft, im
Vor=
hof und können ſich nicht einigen.
Herder, der ſich beſtimmt im Recht glaubt — und es auch
tat=
ſächlich iſt — ſchlägt vor, die paar Schritte bis zum Muſeum zu
gehen. Er will vor dem Altar ſelbſt ſeine Anſicht verfechten.
Beate ſieht nach der Uhr. Dann ſchüttelt ſie verlegen den
Kopf. „Ich habe leider keine Zeit mehr, Clemens. Ich muß nach
Hauſe, mich umziehen.”
„Jetzt, am Mittag? Was iſt denn ſchon wieder los?"
„Heute iſt Rennen in Karlshorſt. Lutz muß auf der Bahn
ſein — er meint, ich wäre beſſer dabei . . ."
Eine kleine Pauſe entſteht.
„Das wird ein bißchen viel, Beate — meinſt du nicht auch?‟
Herder ſagt das vollkommen ruhig, mit kaum merklichem
Unter=
ton des Vorwurfes. Aber Beate weiß, daß er ſehr verſtimmt iſt
Erregung zu zeigen, liegt ihm nicht.
Sie hält den Kopf geſenkt und ſchweigt. Was ſollte ſie
ant=
worten — von ſeinem Standpunkt aus hatte er ja recht. Sie hat
ſonſt immer Intereſſe für die Skulpturen des Pergamonfrieſes
gezeigt. Gleichgültig ſind ihr dieſe Dinge auch heute nicht, und
trotz allen feſſelnden Treibens übt die Rennbahn
im=
ziehungskraft auf ſie aus. Aber hinausfahren wird ſimt,
das weiß ſie genau. Das ſeltſame. Abenteuer wird ja im
kurzer Dauer ſein — und in das Pergamonmuſeum kann
andern Tage auch noch gehen.
„Du tuſt wirklich mehr, als dein Vetter verlangen
würde mich intereſſieren, ob er ebenſo hilfreich wäre!”
„Beſtimmt, Clemens!“
Sie erſchrickt ſelbſt im nächſten Augenblick über dieſch u
die eben in ihrer Stimme lag. In Herders klugen Augs)!
Mißtrauen auf — er tut ihr leid, und ſie hätte ihm jeßtn
was Freundliches geſagt — etwas, was den Weg zu ſeiv,
zen finden könnte. Aber es fällt ihr nichts ein — und m.
ſchrickt ſie über ſich ſelbſt.
En/
Können wenige Tage einen Menſchen ſo ändern? KK
die Welt in ſo kurzer Zeit ganz anders betrachten lernen
„Komm doch mit nach Karlshorſt, Clemens!“
Min
„Wozu, Kind? Es intereſſiert mich nicht...
L. Eom
„Mir zu Gefallen . . .", bittet ſie drängend.
Er überlegt kurze Zeit. „Um acht beginnt der
Vortt=
wahr?‟ Ein berühmter engliſcher Archäologe ſpricht and Prche.
in Berlin. „Gut — wir ſind ja noch rechtzeitig wieder= R)
Sie fahren alſo gemeinſam nach Karlshorſt hinaus. MM0ſhe
Lutz kann ſich ihnen auf der Bahn wenig widmen.
U
Konkurrenzen werden Pferde des Stalles Ihlenfeldt
einmal kehrt die hellblau=orange geſtreifte Jacke ſiegrWWen
Waage zurück.
Baron Erdmann läßt ſich Beate und Herder vorſteen
bleibt während des ganzen Nachmittags in ihrer Geſell!
der Tribüne. Nach dem dritten Rennen kommt auch ſei
Sie ſieht blaß und kränklich aus, trägt ein etwas gedrug.”
ſen zur Schau und ſpricht wenig.
Um ſo größere Mühe gibt ſich der Baron. Er weiht 2
der Neuling auf dem Turf iſt, in die Geheimniſſe des
triebes ein, berät ihn und Beate bei den Wetten und tähe
Wiient
mal für ſie zum Toto. Es gelingt ihm auch, ſie mit einle.
Gewinn abſchließen zu laſſen. Er ſelbſt legt höhere Süll,
und ſchneidet recht gut ab.
Dieſen Glücksumſtand benutzt er zum Anlaß, Lutz I0e
zuſammen mit Herder zum Abendeſſen einzuladen.
Lutz bemerkt ſofort aus den Mienen der beiden andee
ihnen die Aufforderung gar nicht gelegen kommt. Der 20
tont auch ſofort, daß er der wiſſenſchaftlichen Veranſtal
keinen Fall fernbleiben könnte.
(Fortſetzung folgt.)
73. Auguſt 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Aus Heſſen.
eisbeim, 12. Aug. Plötzlicher Todesfall. Am
en Abend weilte Herr Heinrich Kraft II. auf dem
Grabe ſeiner Schwiegereltern, um dasſelbe
inſtandzu=
i wurde er von einem plötzlichen Unwohlſein
befal=
ſchied nach ganz kurzer Zeit, ehe ihm ärztliche Hilfe
konnte. Kraft hatte ſich vor einigen Jahren, als die
Beſatzungstruppen auf dem Truppenübungsplatz
ungen abhielten, den Weg aber, den er ahnungslos
gbgeſperrt hatten, durch das plötzlich einſetzende
Ge=
jegen das er ſich durch körperliche Ueberanſtrengung im
e in Sicherheit brachte, dabei derart aufgeregt, daß er
ſeit mit einem ſchweren Herzleiden zu kämpfen hatte,
mleben jetzt ein vorzeitiges Ziel ſetzte. — Vorſicht
tzenſchießen. Vorgeſtern abend gegen 7 Uhr wurde
„Mann von hier in der Schillerſtraße von einem
unvor=
ützen, der in einem naheliegenden Garten auf Spatzen
linke Schulter getroffen. Die Kugel, die noch in der
er Nähe des Armgelenkes ſteckt, wird jedenfalls auf
Wege entfernt werden müſſen. Der Flobert wurde
gngſtadt, 12. Aug. Zwei 81=Jährige. Am
heuti=
egzl konnte Ortsgerichtsmann Jakob Riehl 5., Kirchſtraße
ſeburtstag begehen. Gleichzeitig beging Witwe G.
lebenfalls in der Kirchſtraße wohnhaft, ihren 81. Ge=
=Ramſtadt. 12. Aug. Vom Volksſchwimmbad.
Schwimmbad herrſcht ſeit Eintritt ſchönen
ſommer=
zurs wieder reger Badebetrieb. Am Montag, den 15.
ant im Schwimmbad wiederum ein Lehrgang im
gen abgehalten vom Turnverein 1877 DT. Die
Teil=
iſt unentgeltlich.
zupürf, 12. Aug. Unfälle Der Zuſtand des Georg Hrch.
m dem wir anläßlich eines Autounfalles berichteten,
nmerer Natur, als man anfänglich glaubte. Der
Ver=
teß g anſcheinend infolge des Anpralls innere
Verletzun=
agen und liegt ziemlich ſchwer darnieder
. — Heute
Uhr ereignete ſich ſchon wieder ein Unfall. Ein
Mo=
aus Groß=Zimmern kam in der Darmſtädter Straße,
eſimſtädter Straße, mit einem Radfahrer in Kolliſion,
ſſtolen wollte. Der Motorradfahrer, der ſtarkes Tempo
auf den Bürgerſteig, fuhr dort den aus
entgegenge=
ſärng kommenden Georg Philipp Keßler 1. derart an,
die Straße geſchleudert wurde und fuhr alsdann
ond des Johs. Reinholz ein. Keßler wurde am Arm
ip erletzt und mußte in ſeine Wohnung transportiert
uoſrend der Motorradfahrer, der ſich, ohne um etwas zu
es dem Staube machte, unverletzt blieb. Die polizei=
Unthichung iſt eingeleitet. Zum Glück ſtellte jemand die
Motorrades feſt.
därf. 12. Aug. Sommerfeſt. Infolge ſchlechter
Wit=
das Sommerfeſt des Geſangvereins „Liederzweig”
gerllen. Es findet nun am Sonntag, den 14. Auguſt,
ſenhalle der Schützengeſellſchaft „Weidmannsheil” ſtatt.
Biberg, 12. Aug. Hier findet am Sonntag, den 14.
für die evangeliſche Jugend, des öſtlichen
Oden=
uſnd des Rodgaues ein Singetreffen ſtatt. Die Leitung
in i Händen des Landesjugendpfarrers, Lic. v. d. Au.
ue dieſer Arbeit ſind willkommen, ebenſo jeder, der
aſt igarbeiten will. Das Treffen beginnt um 1.30 Uhr
ſophienlinde. Ausklang 5.30 Uhr. Die Teilnahme
ſanch, 12. Aug. Vom 10. Auguſt bis 1 Oktober 1932
ſeterrrat Dr. Hoffmann zu Erbach geſundheitshalber
ubit ür die Dauer der Beurlaubung wird der Dienſt beim
ſramt Erbach im nördlichen Teil des Kreiſes,
ein=
ſchtAchelſtadt, mit Ausnahme des früheren Bezirks des
tnrarztes in Reichelsheim, von Veterinärrat Dr.
Eſſurg, im ſüdlichen Teil des Kreiſes, einſchließlich des
nten kzirks Reichelsheim, von Veterinärrat Dr. Schrauth,
heſtch, verſehen. Die ſchriftlichen Arbeiten übernimmt
Feuerwehrübung. Am kommenden
Sonn=
antmen die Freiwilligen Feuerwehren von Erbach, Michel=
S inbach in Gemeinſchaft mit der Pflichtfeuerwehr von
ine großangelegte Brandangriffsübung. An der
ſetli gen ſich ferner die Sanitätskolonnen Erbach und
üteit den dazugehörigen Ortsgruppen. — Frau Michael
Sitwe. geb.
Heß, von Hüttenthal, die Mutter des
greiliehers Jakob Wörner, feierte heute ihrn 80. Ge=
BalgVimpfen, 12. Aug. Unfälle. Als vorgeſtern gegen
Ulr bends der Landwirt K. mit einem mit Weizengarben
deners Lagen von der Mathildenbadſtraße in die
Rathaus=
an) fuhr er gegen einen Holzſtoß, der vor dem Hauſe des
eizts Ernſt Pfeiffer am Marktplatz aufgeſtapelt war und
dieſsym. Die auf einer Bank neben dem Holzſtoß ſitzenden
raue und ein 8jähriger Junge kamen unter das Holz zu
um uurden erheblich verletzt. Der Junge erlitt einen
wielruch, die eine Frau einen Naſenbeinbruch, während
übgen zwei Frauen ſo erhebliche Verletzungen
davon=
duſie ärztliche Hilfe in Anſpruch nehmen mußten. — In
gunrſaße fiel der Junge des Landwirts Miſſelbeck ſo
lichem Wagen, daß er den Arm brach,
Geierheim, 12 Aug. Waſſerſtand des Rheins am
uſg 33 Meter, am 12. Auguſt 1,68 Meter
Aütichken des Skandesamts Darmſtadk.
Geſtodlee. Am 5. Auguſt: Beilſtein, Ludwig. Steinhauer,
Biläns, hier, Hermannsſtr. 6. Am 6. Auguſt: Bert, Anne=
Tage alt, Wendelſtadtſtr. 56. Am 7. Auguſt: Fröh=
J., Groß=Zimmern, hier, Heinheimerſtraße 21.
Dörr, Friedrich, Landwirt, 68 J., Habitzheim, hier
Am 7. Auguſt: Mangold. Auguſt, Hermann Karl.
R., 78 J., Heinichſtr. 162. Am 8. Auguſt: Engel=
Auu geb. Wittmann, 81. J. Witwe des
Oberlandes=
sfachlten, Nieder=Ramſtädter Straße 30. Am 10. Auguſt:
nn Guſtav, Technikerlehrling, 16 J., Arheilger Str.
h2lätha Elfriede 1 J. Griesheim, Kreis Darmſtadt,
eintinerſtraße 21. Am 9. Auguſt: Bögel, Ludwig. Garten=
Rhönring 36 Schmelzer Eliſab., geb. Ewald 69 J.
desilfsarbeiters, Steinbach, Kreis Erbach, hier, Stadt=
Kirchliche Nachrichken.
Evangeliſche Gemeinden.
1. Gottesdienſte
Samstag (13. Auguſt).
PAeke bends 8,30 Uhr: Abendandacht.
12. Sonntag nach Trinitatis (14. Augnſt).
(zugleich Eröffnungsgottesdienſt für
brmr. 10 Uhr: Hauptgottesdienſ
Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt.
Eeinterricht). Pfarrer F. Müller
wochent. von 9—6 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet. Eing. Norotüre.
Swnisve Asorm. 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß. (Eröffnungsgottesdienſt
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
WArdenunterricht.)
Müle.
ſd8 6 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfarrer Marx.
Lidppise Klorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Studienrat Knöpp.
Seuih die B Borm. 8 Uhr: Frühgottesdienſt, anſchließend: Chriſtenlehre für beide
Vorm. 1
Uhr=
Nyrtinsgemeinde (Beſt). Pfarrer Dr. Berger.
Pfarrer Dr. Berger. — Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt für die
Ot). Pfarrer Beringer. — Abends 6 Uhr: Gottesdienſt zur Eröffnung
Nenstztnrerichts. Pfarer Beringer.
nker. — Vorm.
Weiw W. Vorm. 7 Uhr: Frühgottesdienſt. Pfarraſſiſten
ottesdienſt.
Vorm. 11,15 Uhr:
Nube ochdienſt. Pfarrer Murx
WeantEche iſt wochentags von 7—7 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet.
D VerElh-6 aus (Gemeindehaus der Walbkolonie). Vorm. 10 Uhr:
Konfir=
ttesdienſt. Pfarraſſiſtent Funker. — Vorm. 11,15 Uhr: Kinder=
Zoſſiſtent Funker.
iger2 Uhe (Betrusgemeinde). Vorm. 8,30 Uhr: Chriſtenlehre für den Oſt=
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt Pfarrer Weiß. — Vorm.
R AStoſtesdienſt für beide Bezirke, Pfarer
Weiß=
ideirE-BBuem. 8,30 Uhr: Chriſtenlehre. Pfarrer Rückert. — Vorm. 10 Uhr:
ſeS)e Pfarrer Rückert. — Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Medirchrs im. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Hickel. — Vorm. 11,15 Uhr:
Mtest
Werhockhicte am Beſſunger Forſthaus. Vorm. 1 Uhr: Lindergottesdien!
Denienistnenichtein. Borm. 10 Uhr: Gotesdienſ. Pfargeſiſtent Niek.
MeNano den an Auchwärtigen: Pfarrer Heß.
Donnerstag (18. Auguſt).
ſotirchn lends 8 Uhr: Betſtunde.
Nr. 224 — Seite 7
* Sintflut in China.
Der kückiſche Sungari=Fluß. — Im Reiche Pu=Jis. — 2as Ueberſchwemmungsgebiet in der Mandſchurei.
Ueberſchwemmungen mit Millionen Opfern.
Eine der größten Kakaſtropphen
der Geſchichte.
Eine Naturkataſtrophe von ungeheuren Ausmaßen hat die
Mandſchurei heimgeſucht. Man iſt geneigt, an die bibliſche
Sint=
flut zu denken, denn auch hier iſt das Waſſer einer ganzen
Bevöl=
kerung zum Tod und Verderben geworden.
30 000, nach anderen Quellen 60 000 Menſchen ſollen dem
tückiſchen Sungarifluß zum Opfer gefallen ſein, der nach
ge=
waltigen Regengüſſen über ſeine Ufer getreten iſt und auf
eine Strecke von mehr als 1000 Kilometer Länge das Land
überflutet hat.
Der Sungari iſt ein Nebenfluß des Amur, des nördlichen
Grenz=
fluſſes der Mandſchurei. Er entſpringt am Schan Alin an der
Grenze von Korea, fließt erſt nordweſtlich und dann nach der
Ver=
einigung mit dem Nonni nach
Nordoſten. Beſonders der ſehr
waſſerreiche Nonni=Fluß
ge=
fährdet durch ſeinen
Zuſam=
menfluß mit dem Sungari das
Land und hat, ſchon manche
furchtbare Kataſtrophe
ver=
urſacht. Der Sungari iſt
zu=
gleich der Segen und das
Un=
heil der Mandſchurei. Er iſt
für Schiffe von geringem
Tief=
gang eine gute Waſſerſtraße
und bietet durch ſeinen
Fiſch=
reichtum der Bevölkerung eine
ſehr einträgliche
Erwerbs=
quelle. Durch den Sungari
iſt die Not in der
Mandſchu=
rei niemals ſo groß wie
häu=
fig in dem übrigen China.
Auch noch andere Schätze birgt
der Sungari, nämlich
Perlen=
muſcheln, gleicherweiſe wie
ſeine Nebenflüſſe. Die
Per=
lenfiſcherei wird hier mit
gro=
ßem Erfolge betrieben. Von
der Schönheit der Perlen, die
C6
hier gefunden werden, legt
die Tatſache Zeugnis ab, daß
die Perlen früher zur Zeit
der Kaiſerherrſchaft an den
Kaiſerhof nach Peking gebracht
werden mußten. Das
frucht=
bare Sungari=Gebiet weiſt
fernerhin einen großen
Wald=
reichtum auf, der eine weitere
Blick
Erwerbsquelle der
Bevölke=
die durch die Waſſer
rung darſtellt. Während eines
großen Teiles des Jahres
wird hier Holzflößerei betrieben. Die Städte Suſu, San=ſhin und
Tſitſikar ſind die Mittelpunkte des Holzhandels des
Sungari=
des zu einer bedeutenden Stadt geworden.
Furchtbar aber wird dieſer Hauptſtrom des Landes, wenn er
über ſeine Ufer tritt und ſich über das flache Land ergießt.
Dann bringt er Tod und Verderben und zerſtört auf lange
Zeit das fruchtbare Gefilde und den Handel.
Schon oft ſind Tauſende von Menſchen ſeiner Gewalt zum Opfer
gefallen. Aber noch niemals hat die Kataſtrophe einen ſo unge=
heuren Umfang erreicht, wie es jetzt den Anſchein hat. Sie gehört
nach der Zahl der Opfer zu den größten Elementarkataſtrophen der
Geſchichte. Die Urſachen für die ungeheure Gefahr, die jeder
Waſſerzufluß mit ſich bringt, liegt in dem Mangel an
Sicherheits=
vorkehrungen. Die Chineſen ſind in techniſcher Beziehung noch
ſehr rückſtändig. Zur Kaiſerzeit kümmerte ſich, niemand um die
Sicherung dieſes Gebietes gegen die drohenden
Ueberſchwemmun=
gen, und nach dem Sturze der Dynaſtie herrſchte hier der
Bürger=
krieg. So kam es, daß bis heute noch keine modernen und ſicheren
Schutzmaßnahmen getroffen wurden. Man hofft mit der den
Chi=
neſen eigentümlichen Ergebenheit in das Schickſal, daß der Fluß
gnädig ſein werde, und wenn er mit ſeinen Waſſermaſſen das
Land überflutet und Tauſende von Menſchenleben fordert, dann
iſt es zu ſpät. Aber niemand zieht daraus die Lehre, daß für die
Zukunft derartigen Kataſtrophen vorgebeugt werden muß. Auch
die niedrige Lage der Täler begünſtigt die ſchnelle Ausbreitung
der Waſſermaſſen, ſo daß die Ueberflutung oft mit ungeheurer
Schnelligkeit vor ſich geht und Tauſenden der Weg zur Rektung
verſperrt iſt. Es gibt nur wenige Waſſerkataſtrophen, die mehr
in eine der Hauptſtraßen von Charbin,
des Sungari=Fluſſes meterhoch überſchwemmt wurde.
Menſchenopfer gefordert haben. Die furchtbarſten Kataſtrophen
der Welt ereigneten ſich in Indien und Japan. In Indien fielen
gebietes. Charbin iſt durch die großen Erwerbsquellen des Lan= bereits im Jahre 1737 ungefähr 200 000 Menſchen einer
Ueber=
flutung zum Opfer, und im November 1876 wurden durch eine
Ueberſchwemmung des Brahmaputra nicht weniger als 250 000
Menſchenleben vernichtet. Auch Japan iſt oft von ähnlichen
Waſ=
ſerkataſtrophen heimgeſucht worden, zuletzt in den Jahren 1896,
1907 und 1916. Insgeſamt wird die Zahl der Opfer, die im
letz=
ten Jahrhundert den Waſſerfluten zum Opfer fielen, auf mehr
als eine Million geſchätzt, zumal ſie ſich gerade in ſehr
volk=
reichen Gegenden ereigneten.
Da. Egelsbach, 12. Aug. 25jähriges
Arbeitsjubi=
läum. Herr Georg Heck dahier konnte dieſer Tage auf eine 25 Tätigkeit in der Lagerei der Firma Schade u. Füllgrabe,
Frankfurt a. M., zurückblicken. Aus Anlaß des Jubiläums
wur=
den Herrn Heck von ſeiten der Geſchäftsverwaltung und ebenſo
von ſeinen Mitarbeitern ſchöne Ehrungen zuteil — Am nächſten
Sonntag veranſtaltet der Geſangverein „Sängerluſt” im Walde,
nächſt dem Steinweg, ein Kinderfeſt.
Bad=Nauheim, 12. Aug. Prominente Gäſte. Lilian
Giſh, die berühmte Filmdiva, die im Sommer 1931 längere Zeit
zur Kur in Bad=Nauheim weilte, iſt auch dieſen Sommer zum
Kurgebrauch in Bad=Nauheim eingetroffen. Unter den
ausländi=
ſchen Gäſten des Bades befinden ſich ferner der Außenminiſter
Griechenlands, Andrea Michalokopoulos, und der finniſche
Ge=
ſandte in London. Armas Hermann Saastamoinen.
2. Veranſtaltungen.
Stadtgemeinde: Gemeindehaus (Kiesſtr. 17). Sonntag, 14. Auguſt, abends 8 Uh
gemeinde. — Montag, 15. Auguſt, abends 8 Uhr: Jugend=
Fugendvereinigung der St
eirchengeſangverein
ſeinde. — Dienstag, 18. Au
und der Lukasg
uſt, abends 8 Uhr
tgemeinde.
ſtidchenvereinigun
der Stabtkirche. — Jugendvereinigung der S
ngverein
der Reformationsgemeinde. — Mittwoch, 17. Auguſt, abends 8 Uhr: Kirche
Jugendbund der Markusgemeinde.
der Stadtkapelle und Schloßkirche.
Nädcher
vereinigung der Reformationsgemeinde. — Freitag, 19. Auguſt, abends 8 Uhr:
Jugend=
bund der Kaplaneigemeind
Konfirmandenſaal im Schloß: Dienstag, 16. Auguſt, abends 8 Uhr: Mädchen=
Mittwoch, 17. Auguſt, nachm. 2—4 Uhr:
Hand=
vereinigung der Schloßgemeinde.
rbeitsſchule der Stadtgemeinde. — Donnerstag, 18. Auguſt, abends 8 Uhr:
Fugend=
vereinigung der Stadtgemeinde. — Samstag, 20. Auguſt, nachm. 2—4 Uhr:
Handarbeits=
ule der Stadtgemeinde. — Abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde;
ſaunenchor.
Martinsgemeinde: Gemeindehaus (Liebfrauenſtr. 6). Dienstag, 16. Auguſt,
overeinigung. — Mittwoch, 17. Auguſt, nachm. 2 Uhr:
Handarbeits=
abends 8 Uhr:
Donnerstag, 18. Auguſt, abends 8 Uhr: Mädchenvereinigung (Weſt).
ind Strickſch
Freitag, 19. Auguſt, abends 8 Uhr: Fugendvereinigung, ältere Abtlg. — Samstag,
20. Auguſt, nachm. 2 Uhr, Handarbeits= und Strickſchule
Martinsſtift (Müllerſtr. 28). Donnerstag, 18. Auguſt, abends 8 Uhr:
Mädchen=
vereinigung (Oſt).
Konfirmandenſaal (Mauerſtr. 5). Donnerstag, 18. Auguſt, abends 8 Uhr;
Poſaunenchor
Fohannesgemeinde: Gemeindehaus (Kahlerſtr. 26). Montag, 15. Aug., abends
zor. — Mittwoch, 17. Auguſt, nachm. 2 Uhr: Strickſchull
8 Uhr: Kirchei
ſichwieſenſtr. 9
15. Auguſt, abends
Petrusgemeinde: Gemeindehaus (Ei
Montag
Dien
be für Buben und Mädchen
16. Aug.
15 Uhr: Sing= und Sprechchorpr
Mittwoe
— Poſaunen= und Kirchenchorprobe.
abends 8,15 Uhr: Spielprobe
7. Auguſt, abends 8,15 Uhr: Spielprobe. — Donnerstag, 18. Auguſt, abends 8,15 Uhr:
tädchen: Füngerenkreis. — Poſaunenchorprobe. — Freitag, 19.Auguſt, abends 8,15 u
gruppenabend für die Buben. — Probe des Kirchenchors. — Samstag, 20. Auguſt,
0 Uhr: Singekreis.
abends
Saal der neuen Trainkaſerne. Mittwoch, 17. Auguſt, nachm. 4 Uhr: Jungſchar.
Donnerstag, 18. Auguſt, abends 8.15 Uhr: Chriſtliche Pfadfinderſchaft.
Jugend=
Gemeindeſaal (Ohlyſtraße). Sonntag, 14. Aug
Paulusgemeinn
vereinigung: Zeltlager. — Montag, 15. Auguſt, abends 8 Uhr: Fugendbund. — Dienstag,
abends 8 Uhr; Kirchenchor. — Samstag, 20. Auguſt, abends 8 Uhr: Jugend=
8. Aue
verei
Eliſabethenſtift (Erbacher Straße 25): Ev. Sonntagsverein. Sonntag, 14. Auguſt,
nachm. 4—7 Uhr: Vereinsſtunde
1 Uhr:
m (Mühlſtr. 24): Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde. — Vor=
Stadtmiſſio
kontag,
Nachm. 3,30 Uhr: Bibelſtunde. Miſſionar Michel.
Kindergottesdien
achm. 4 Uhr: Miſſionsarbeitsſtunde. — Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtun
ds 8,30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtur
au Miſſionar Hoffmann=Lindenfels. — Ab
Gemiſchter Chor.
Donnerstag, abends 8,30 Uhr:
Bibel=
ds 8.30 Uhr:
ſitn
Freitag, abends 8,30 Uhr: Bibelſtunde in der Beſſunger
derr Bringmann.
Mädchenſchule (Werkunterrichtsraum), Herr Bringmann. — Samstag, abends 6 Uhr
bends 8 Uhr: Poſaunenchor
ihner=Vereinigung.
Eiſent
Fugendbund für E. C. (Mühlſtr. 24). Sonntag: Beteiligung an der Reichstagung in
ab Hauptbahnhof. — Dienstag, abends
z1 uh
mifurt. Abfahrt 7,51 Uhr und 13
imn (Abendſpaziergang). —
ittwoch, nachn
Uhr: Freundeskreis für junge Mädche,
tuhr: Kinderbund und E. C.=Jungſchar für Mädchen. — Abends 8.30 Uhr:
Freundes=
reis für junge Männer. (Unſere Eindrücke von der Tagung.) — Donnerstag, abends
3 uhr: Gebetsſtunde für junge Männer. — Freitag, abends 6—10 Uhr: Tiſchtennis für
C.=Fungſchar für Knaben.
unge Männer. — Samstag, nachm. 4 Uhr: Kinderbund und E. C.
Ecke Wilhelminenſtr.).
Ehriſtlicher Berein junger Minner e. B. (Gliſabet
Dienstag, abends 8.30 Uh
Sonntag auf Wanderung. — Montag auf dem Sportpla
Bibelſtunde für junge Männer mit Herrn Stadtmiſſionsinſpektor Bringmann
Fungvolk (14—13 Fahre: Sonntag: Zeltlager Abfahrt
A.
nnerstag: Heimabe
Samstag vom Heim. — Montag, abends 7.30 Uhr: Auf dem Sportplatz. — Mittwoch,
us Harringa). — Jung
bends 8.80 Uhr: Fungvolkſtunde: „Eine Gerichtsverhandlung
m. 4,30 Uhr: Fungſcharſtunde mit Geſchichte,
hre): Mittwoch,
char (Fungen bis 14
tplatz. — Samstag: Baden.
Freitag auf dem S
Geſang, Andacht. —
mde junge Mäochen: Freundinnenheim, Sandſtr. 24. Feden
Heimabende für orts
Donnerstag, abends 8,15—10 Uhr: Zuſammenkunft. — Jeden zweiten und vierten
Nittwoch: Nähen und Zuſchneiden. — Donnerstag, 11. und 18. Auguſt: Vorbereitung
ur Generalverſammlung der B. E. 6. — Donnerstag, 25. Auguſt, abends 8.30 Uhr:
im Gemeindehaus, Riesſtr.: Hauptverſammlung der Berufsgemeinſchaft evangeliſcher
Hausangeſtellter
8.=K. im Bund deutſcher Bibelkreiſe, Darmſtadt. (Eliſabethenſtr. 17, I, Ecke
Wilhel=
ninenſtraße.) Donnerstag, 18. Auguſt, nachm. 4 Uhr: Tierbrunnen: Spielen. — Samstag,
20. Auguſt, nachm. 4 Uhr: B.=K. im Heim.
3. Gemeindeämter.
Ev. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17, Vorde
1 Treppe. Sprech=
—6 Uhr
nr. 4584.
m. (außer Samstags) vor
ſtunden vorm. von 10—12 Uhr und
e
Wohnungs=
Soziale Gerichtshilfe, Beratung ir
e, Jugendgerichtshi
igendft
Wanderer= und Gefangenenfürſore
gelege
n. Eheberatung, Trinkerfür
Rechtsauskunftſtelle (auch für Steuer= un
Verſicherungsangelegenheiten):
Sprech=
unden nur vormittags, außer Mittwoch und Samstag
Diakonenſtation für männliche Krankenpflege: Heidelberger Str. 21. Fernr. 288=
Müllerſtr. 28;
Martinsſ
Diakoniſſenſtationen: Gemeindehaus, Kiesſtr. 1
18, Liebfrauenſtr. 6
Gemeindehaus, Kahlertſtr. 26; Gemeindehaus, Eich=
Gemeindeha
neben der Pauluskirche, Ohlyſtraß
wie
Gemeindeamt für Kirchenſteuerangelegenheiten: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17,
Hinterhaus, Saal 3. Geſchäftsſtunden vorm. von 8—12 Uhr und nachm. von 3—6 Uhr.
ittwochs nur von 3—4,30 Uhr.) Fernr. 237
9
Zahlſtelle für das Kirchnotgeld: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17, Hinterhaus, Bim. 4.
—12 Uh
ittwoch und Donnerstag vorm. von
ltage: Mont
Zal
etariat (Feierabend, Stiftsſtr. 51): Rechtsauskunftsſtelle.
Spangeliſches Arbeiterſ.
Uhr. Fernr. 228
Sprechſtunden vorm. von 1
Sonſtige Gemeinſchaften.
Die Ehriſtengemeinſchaft. Im Raum, Alexanderſtr. 22: Sonntag, 14. Auguſt,
7,45 uhr: Menſchenweihehandlun
Evangeliſches Gemeinſchaft, Schulſtr. 9. Sonntag, vorm. 9,30 Uhr: Predigtgottes=
Zeihelmann. — Vorm. 10,30 Uhr: Sonntagsſchule. — Nachm. 2,30 Uhr
Prediger
che Feierſtunde. Prediger Vei
derausflug. — Abends 8 Uhr: Litur,
nann.
ttwoch
fugendverein. — Abends 9 Uhr: Singſtunde. —
* Uhr:
Nontags, abe
ends 8 ur
eichchor. — Donnerstag, abends 8 Uhr:
erbun
achm. 3 Uhr:
Freitag, abends ?
Jungſchar.
Bibelſtunde. — Abends 9 Uhr: Gitarrencht
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtr. 17. Sonntag, 14. Aug.
vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Um 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8,15 Uhr:
Evangeli=
och, 17. Auguſt, abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde. — Freitag,
sverſammlung. — Mittt
Ze
1ig.
uſt. abends 8.,30 Uhr: Gebetsverſammlung. Prediger M. Hähnel.
19.9
Methodiſten=Gemeinde (Ev. Freikirche), Bendelſtadtſtr. 38. Sonntag, 14. Auguſt:
Abends 8 Uhr: Predigt. — Dienstag, 16. Auguſt,
ihr: Sonntagsſchu
Vorm. 11
tunde
abends 8 uhr: Bibel= und G
hriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtr. 40). Sonntag, 14. Auguſt, vorm.
9,30 Uhr: Andacht. Vorm. 11,15 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 3,30 Uhr:
Fugendbund=
vends 8 Uhr: Evangeliumsverkündigung. Prediger Kruſt. — Dienstag, abends
belſtunde. Prediger Kruſt.
Fhriſtlich=wiſſenſchaftliche Bereinigung (Christlan Selenes Soglety) in Darmſtadt,
Aula der Landesbauſchule, Neckarſtr. 3. Gottesdienſte jeden Sonntag, vorm. 10 Uhr
und jeden Mittwoch, abends 8.15 Uhr. Thema am 14. Auguſt: Seele, Goldener Text:
bräer 10:38,39.
Auswärtige Gemeinden.
Kranichſtein. 10 Uhr: Gotresdienſt. Pfarraſſiſtent Nies.
Evangeliſche Kirche Griesheim. 9,30 Uhr: Prediatgottesdienſt. Pfarrer Göbel,
Innere Miſſion. 10,30 Uhr: Kindergottesdienſt. 20,30 Uhr:
Darmſtadt. Kollekte f.
Kand. d.
. Max Weber, Darmſtad
Bibelſtunde.
Evangeliſche Gemeinde Traiſa. Sonntag, 14. Auguſt. 8.45 Uhr: Ehriſtenlehre.
9.30 U
r: Gottesdienſt. Der Kindergottesdienſt der Gr. fällt aus. 13 Uhr:
Kinder=
gottesdienſt der Kl. Montag: Jungvolk. Mittwoch: Mädchengruppe.
Evangeliſche Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, 14. Auguſt, 9,30 Uhr: Gottesdienſt.
ugend=
1g, 6 Uhr: Bubenjungſchar. — 8,30
10.30 Uhr: Kindergottesdienſt. — Mo
*
30 Uhr:
tag: Bibelſtunde.
Nittwoch, 5 Uhr: Mädchenjungſche
verein. —
8 Uhr= Bubenjungſchar. — 8,30 Uhr: Poſaunenchor. —
Kirchencho
donner
Samstag: Jugendverein.
eitag: Mädchenvere
Evangeliſche Kirche Roßdorf. Sonntag, vorm. 9,80 Uhr: Hauptgottesdienſt. Kollekte
har
nere Miſſion. Vorm. 10,30 Uhr: Chriſtenlehre. Nachm. 1.,30 Uhr: F.
vie J
Nachm.
ben. — Dienstag, nachm. 4,30 Uhr: Jungſchar, Mädchen ältere Gru
dends 8.30 Uhr: Kirchengeſangverein. — Mittwoch
Uhr: Kirchenſtenerſprechſtunde. —
ſchm. 3 Uhr: Jungſchar, Mädchen jüngere Gruppe. — Donnerstag: Poſaunenchor. —
eitag: Jungmädchenverein.
Seite 8 — Nr. 224
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 13.
Reich und Ausland.
43 Teilnehmer am Europa=Rundflug.
Berlin. Am Freitag nachmittag um 16 Uhr
ſchloß der letzte Termin für das Eintreffen der
Teilnehmer an dem diesjährigen internationalen
Rundflug in Berlin=Staaken, dem Ort der
tech=
niſchen Prüfung. Die Zahl der
Wettbewerbsteil=
nehmer erhöhte ſich noch um zwei, ſo daß jetzt die
Teilnahme von 43 Fliegern feſtſteht. Dieſe
ver=
teilen ſich auf die einzelnen Staaten wie folgt:
Deutſchland 16, Frankreich acht, Italien acht,
Polen fünf, Tſchechoſlowakei vier, Schweiz zwei.
Gegenüber dem Meldungsergebnis hat die
deutſche Mannſchaft den größten Ausfall zu
ver=
zeichnen, und zwar genau 50 v. H. der
gemel=
deten Teilnehmer. Das kommt dadurch, daß
ein=
zelne Firmen ganz, andere wieder zum Teil
aus=
fielen, wie z. B. ſechs von dem Konſtrukteur
Meſſerſchmidt gemeldeten Flugzeuge, ferner die
drei ſchwanzloſen Flugzeuge, die Fieſeler=Kaſſel
im Bau hatte, ſowie die drei Maſchinen, die
Papenmeier=Hamburg, ein noch junges
Flug=
zeugbauunternehmen, gemeldet hatte. Vollſtändig
erſchienen iſt die Mannſchaft Italiens mit acht
Flugzeugen.
Hinrichtung eines Raubmörders.
Stuttgart. Im Lichthof des Stuttgarter
Juſtizgebäudes wurde geſtern früh der 30 Jahre
alte ledige Kraftwagenführer Gotthilf
Lachen=
meir aus Oppelsbohm (Oberamt Waiblingen),
der am 22. Februar 1931 den Kaufmann Steiner
aus Stuttgart ermordet und beraubt hat,
hin=
gerichtet.
Alle Schneidemühler Schulen wegen ſpinaler
Kinderlähmung geſchloſſen.
Schneidemühl. Hier iſt nach einer
Mit=
teilung des Kreisarztes ein 5. Todesopfer
in=
folge ſpinaler Kinderlähmung zu verzeichnen.
Gleichzeitig wurde bemerkt, daß zwei junge
Mäd=
chen jenſeits des ſchulpflichtigen Alters, die
außerhalb Schneidemühls an ſpinaler
Kinder=
lähmung erkrankten, trotz der Krankheit nach
Schneidemühl zugewandert ſind. Als
Vorbeu=
gungsmaßnahme gegen die neuauftauchende
Ge=
fahr einer Einſchleppung der Krankheit ſind
da=
her mit ſofortiger Wirkung ſämtliche Schulen
in Schneidemühl vorerſt auf 14 Tage geſchloſſen
worden.
Hausmädchen ſteckt Pfarrhaus in Brand.
Winſen a. d. Luhe. Das 19jährige
Haus=
mädchen Erika Wilharm aus Stadthagen in
Schaumburg=Lippe, das bei dem Paſtor Baden
in Handorf beſchäftigt war, hat jetzt unter dem
Druck zahlreicher Zeugenausſagen geſtanden, das
Pfarrhaus vorſätzlich in Brand geſteckt zu haben.
Als Grund nennt das Mädchen ſtarkes Heimweh.
Sie ſei nachts auf den Heuboden gegangen, wo
ſie das Feuer mit einem Streichholz angelegt
habe. Sie habe dann ein anderes Mädchen auf
das Feuer aufmerkſam gemacht und ſich mit
gro=
ßem Eifer am Löſchen beteiligt.
Veruntreuungen eines Bremer Getreidemaklers.
Bremen. Der Mitinhaber der bekannten
Bremer Getreidemaklerfirma Gebr. Rieſe, Ernſt
Rieſe, iſt ſeit einigen Tagen veſchwunden. Man
nimmt an, daß er unter Mitnahme von rund
70 000 Mark ins Ausland, wahrſcheinlich nach
Holland, geflüchtet iſt. Ernſt Rieſe war es
ge=
lungen, größere Mengen Getreide in ſeinen
Be=
ſitz zu bringen, die er jedoch ſofort zu
Schleuder=
preiſen auf den Markt warf, um ſeine
Lieferan=
ten zu befriedigen. Da keinerlei Deckung
vor=
handen iſt, ſollen die Lieferanten einen Schaden
von etwa 50 000 Mark haben während eine
an=
geblich mit 20 000 Reichsmark an der Firma
be=
teiligte Bremer Bank Sicherheiten in Händen
haben ſoll. Gegen Ernſt Rieſe iſt Steckbrief
er=
laſſen worden. Die Ermittlungen der
Kriminal=
polizei ergaben, daß Ernſt Rieſe ſich einen
Aus=
landspaß hat ausſtellen laſſen.
Verkehrter „Arbeitsdienſt”.
Lautenthal b. Goslar. Eine gutgemeinte,
aber mit den Geſetzen nicht in Einklang zu
brin=
gende Arbeit haben in Lauthenthal ſieben junge
Leute vollbracht, die dem Freiwilligen
Arbeits=
dienſt Niederſachſen angehören. In einem Hotel
ſollte eine Pfändung durch den
Obergerichtsvoll=
zieher vorgenommen werden. Auf die Rufe der
Inhaberin kamen die Arbeitsfreiwilligen herbei
und ſetzten den Beamten an die Luft. Dieſer
„Arbeitseifer” dürfte ein gerichtliches Nachſpiel
haben.
Fernſeh=Ueberkragungen
im Dienſte der Landwirkſchaft.
Von der Verfafſungsfeier der Reichsregierung.
Reichspräſident v. Hindenburg ſchreitet nach der Feier im Reichstag die Front der Ehrenkompagnie ab.
In vielen offiziellen Feiern wurde in ganz Deutſchland des Tages gedacht, an dem vor 13 Jahren,
am 11. Auguſt 1919, die deutſche Verfaſſungs=Urkunde unterzeichnet wurde.
Das berühmte Gemälde „Angelus”
Geiſteskranker zerſtört ein berühmtes Bild im Loupre.
Paris. Auf das berühmte Bild „Angelus”
von Millét, das ſeit 1910 im Pariſer Louvre
hängt, wurde in den Nachmittagsſtunden des
Donnerstag von einem Geiſtesgeſtörten ein
An=
ſchlag ausgeführt. Der dienſthabende Wächter ſah
plötzlich einen Mann mit gezogenem Meſſer auf
Geſellſchaftsaukobus
im bayeriſchen Oberland abgeſtürzi.
Der amerikaniſche Landwirtſchaftsminiſter
R. W. Dunlap beim Empfang der erſten
Fern=
ſehübertragung.
Das amerikaniſche Landwirtſchaftsminiſterium
läßt neuerdings durch den Rundfunk Fernſeh=
Filme für Farmer übertragen. Der erſte Film
befaßte ſich mit dem Colorado=Käfer und ſeiner
Bekämpfung. Mit dieſem Schritt der
amerika=
niſchen Verwaltung eröffnen ſich ganz neuartige
Perſpektiven für die Belehrung weiteſter Kreiſe.
München. Im bayeriſchen Oberland
er=
eignete ſich am Donnerstag nachmittag ein
ſchwerer Unfall eines Münchener
Geſellſchafts=
autobuſſes. Am Fuße des Ettaler Berges in der
Nähe von Oberau, unweit von Garmiſch, verſagte
die Steuerung des Autobuſſes. Der Wagen
ge=
riet an den Steilhang, riß mehrere
Einfaſſungs=
ſteine um und ſtürzte dann etwa 20 Meter über
die Böſchung, wo er ſchwer beſchädigt liegen
blieb. Von den ſieben Inſaſſen wurde ein
Fahr=
gaſt namens Schroer aus Heidelberg getötet,
während die übrigen ſechs Perſonen Verletzungen
davontrugen. Vier von den Verletzten wurden
in das Krankenhaus Partenkirchen eingeliefert.
Am ſchwerſten verletzt iſt eine 49jährige
Eng=
länderin, eine gewiſſe Frau Drinckwater aus
London, die eine Kopfwunde und wahrſcheinlich
auch einen Schädelbruch davongetragen hat. Die
59jährige Kaufmannsgattin Margarete Schroer
aus Heidelberg erlitt eine Kopfwunde ſowie
einen Bluterguß am Auge. Mit Prellungen und
anderen leichteren Verletzungen kamen davon der
Kaufmann Waldemar Holland aus Anklam in
Pommern und der Schuhmachermeiſter Ernſt
Jark aus Campe bei Stade, Leichter verletzt
wurde ein Kind ſowie der Wagenführer. Alle
Fahrgäſte waren aus München gekommen.
v. Gronau in Winnipeg gelandet.
Winnipeg (Manitoba). Der deutſche
Flie=
ger v. Gronau iſt geſtern von Milwaukee
kom=
mend hier gelandet.
Kampf gegen die Diebſtähle auf den
ruſſiſchen Eiſenbahnen.
Neunzehn Todesurteile vollſtreckt.
Moskau (über Kowno). Das
Verkehrskom=
miſſariat der Sowjetunion hat eine großzügige
Aktion gegen die Diebſtähle auf den Eiſenbahnen
und auf den Schiffstransporten eingeleitet.
Bis=
her ſind über 70 Perſonen in der Sowjetunion
verhaftet worden. Sondergerichte der OGPU.
haben am Donnerstag 19 Todesurteile
ausge=
ſprochen, die am ſelben Tage vollſtreckt wurden.
Opfer der Berge.
Pontreſina. Am Donnerstag ereignete
ſich am Mount Pers ein Bergunglück. Drei St.
Gallener Touriſten, zwei Herren und eine Dame,
unternahmen von der Diavolezza=Hütte aus
einen Abſtieg nach dem Moteratſch und wollten,
ohne die Route zu kennen, direkt nach den
Ber=
niner Häuſern abſteigen. Sie mußten dabei einen
Abhang paſſieren, der wegen Steinſchlag
gefähr=
lich iſt. Die Dame wurde bei Begehung dieſer
Strecke von einem Stein am Kopfe getroffen,
glitt aus und ſtürzte über eine Felswand 300
Meter tief ab. Ihre Begleiter holten ſofort Hilfe
in Pontreſina. Eine Führerkolonne konnte die
Leiche bergen.
Erdbeben in der Türkei.
Konſtantinopel. Die Ortſchaft Vadiye
in der Nähe von Smyrna wurde geſtern von
einem heftigen Erdbeben heimgeſucht. Ueber
hun=
dert Häuſer wurden vollſtändig, 50 Häuſer
teil=
weiſe zerſtört. Ueber die Anzahl der Toten iſt
noch nichts bekannt;
Der neue Präſident der Prei
Oberregierungsrat Dr. Helf
bisher Leiter der Siedlungsabteilun
ernährungsminiſteriums, wurde zu
ten der Preußenkaſſe gewählt. Die
mit ihrem vollen Namen Preußf
Genoſſenſchaftskaſſe, hat die Aufgal
ſchaftlichen Organiſationen der Geu
zu finanzieren.
Piccards Aufftieg erneut u
Zürich. Der für Samstag früg
Aufſtieg mußte auf Grund der O
vom Abend abermals verſchoben me
den Tag des mutmaßlichen Aufſtis
Augenblick noch nichts geſagt werDe
vollkommen ſtartbereit, ſo daß de
Entſcheidung nur von den Wetten/
hängt.
Rieſiger Hokeldiebſtahl an d
Paris. Wie aus Juan Les
Mittelmeerküſte gemeldet wird,
einem der großen Hotels ein aufſel
Juwelendiebſtahl ſtattgefunden, de
Werk eines internationalen Hot:”
dürfte. Als ein reicher Engländer mi
milie von einem Spaziergang zurück
er die peinliche Entdeckung machen.
nem Zimmer ein mit einem Sicherh
ſehener Koffer verſchwunden war. e
befanden ſich u. a. Schmuckſachen in
70 000 Pfund Sterling.
Cholera in der Mandſch
Acht Todesopfer der Hitzewelle 7i
London. Die Hitzewelle, von
in den letzten Tagen heimgeſucht m.
geſtrigen Tag in der engliſchen Har)
Todesopfer gefordert.
das Bild losgehen, und noch ehe es ihm gelang,
dazwiſchenzutreten, hatte der Unbekannte der
Lein=
wand mehrere Schnitte beigebracht. An der
voll=
ſtändigen Zerſtörung des Kunſtwerkes konnte er
ſchließlich gehindert werden. In Fachkreiſen
er=
klärt man, daß das Bild wiederherzuſtellen iſt.
Belgiſcher Leutnant aus dem Flug.
und getötet.
Brüſſel. Der Militärflieger 2
in Kortryk in Begleitung des Leu
tour mit einem Militärflugzeug in
Meter Höhe aufgeſtiegen, wo er ploe.
Kunſtflüge auszuführen. Leutnant
ſich nicht angebunden hatte, fiel dal
Flugzeug und war ſofort tot.
Zum Aklankikflug nach Art
und zurück geſtartekl
28 000 Todesopfer der Ueberſchw.
Kataſtrophe.
London. „Daily Telegraph”
Mukden: Der Schrecken, der durch 2i
den Ueberſchwemmungen in der Ma
ſtanden iſt, wurde durch den Ausbr.
lera vergrößert. In Charbin griff
raſch um ſich und forderte eine grer
Opfern. Man ſchätzt jetzt amtlich,
Ueberſchwemmungen rund 28,000 M.
Leben gekommen ſind.
Schwere Gewitter= und Hagell
über ganz England.
London. Nach der Hitzewelle vun
tag, die das Leben von zehn Menſ i
land gefordert hat, ſetzten in den
genſtunden ſchwere Gewitter= und
ein, die großen Schaden anrichteten.
ter entlund ſich zuerſt über Nordwe
ter wurden faſt alle Teile Englandssy
An vielen Stellen waren die Telep
unterbrochen, die Straßen überſchw
reiche Perſonen ſind vom Blitz getra.
Kirchen und Häuſer haben unter den
gelitten. In London verwandelten:
Straßenzüge im Umſehen in reißen
daß der Verkehr an vielen
Stelle=
werden mußte.
Auch der dritte Rekordverſuch von
fehlgeſchlagen.
London. Auch der dritte Ver
engliſche Fliegerin, Frau Bruce,
um den Weltrekord im Dauerflug 13
mußte geſtern nach 2½ Tagen i.
Motorſtörung abgebrochen werden.
Der engliſche Flieger Molli5
iſt zu einem Etappenflug London—Irn!
fundland—New York aufgeſtiegen. 2ch
reichung ſeines amerikaniſchen Ziels I
Sotbad.
ad Satshauden
Oberhebsen
BEWAHRTE HEILOUELLEN • SCHONER ALTER PARK
PREISWERTE PAUSCHALKUREN
g 13. Auguſt 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 224 — Seite 2
Sberſtadk nach Groß=Bieberau.
(Für Sonntag, 14. Auguſt.)
mit der elektriſchen Straßenbahn nach Eberſtadt.
Zei=
am Friedhof links, im Wald ſteigend nach 1 Stunde
ſunckenſtein (397 Meter, Burglinde, Ringmauer, Türme,
ſackhaus, Ausſicht). Zeichen gelb, durch das öſtliche
eil ab nach 1½ Stunden Nieder=Beerbach (Kirche mit
häern der Herren von Frankenſtein). Durch den Ort,
ie gend nach 2 Stunden Frankenhauſen, auf der Straße
„..
Sevensray
„P7a.
eWgernpacht
Aun.2
Mirnn en
icnas2-Biesch
Sen2sh.,7
inusmoren
ſarls Ruhe”, links ab, im Wald auf, durch Feld nach
Ernſthofen (237 Meter, ehemal. Wallbrunnſches
zur „Hohen Straße”, Zeichen A rot, links ab. in
Richtung nach 4 Stunden Rohrbach (um 1700
entſtan=
mocktenkolonie, ebenfalls die Nachbarorte Wembach und
zchen o weiß, in öſtlicher Richtung durch den „
Fichten=
äter auf der Straße nach 5½ Stunden Groß=Bieberau
ſt Reſte römiſcher Bauten)). Rückfahrt über Reinheim.
kbis Darmſtadt=Oſt 90 Pf.
berſtadt nach Groß=Bieberau führt die weiße Scheibe
in ie 2 der Odenwaldklubwegbezeichnung in 4½
Stun=
ſen reizvollen, abwechſlungsreichen Wanderweg, der im
ündet, ſind wir ſchon ein großes Stück gefolgt damals,
Höchſt im Odenwald über den ragenden Breuberg dem
ſeStädtchen Obernburg zuſchritten. Heute iſt dieſe Linie 2
tiang und Ende unſerer Wanderung ſichere Führerin.
üden geſchlagene Bogen, der uns mit Nieder=Beerbach
dien bekanntmachen ſoll, weicht von ihr ab. Kein Auto
ehelligen bei unſerem Marſch, der bewußt die breite
yt= aber er mutet uns, von Weſt nach Oſt gerichtet,
2f und Ab zu, dafür reichlich lohnend durch den
dauern=
herzerfreuender Bilder.
Ziel iſt der Frankenſtein, den wir jahraus,
jahr=
enit der gleichen Freude erſteigen. Die Darmſtädter
Frankenſtein. Wie ein zur Wacht ausgeſtellter Recke
der burggekrönte, waldumwallte Berg. Wir grüßen
ſchling, wenn die Kirſchbäume der Marienhöhe flaggen;
hn auf im Mai, wenn wir aus dem friſchen Grün der
der Bergſtraße neuen Lebensmut holen; erſtaunt
hrr auf die Fremden, die ſich im großen Auto ins
Mo=
in laſſen, und die tauſend Züge, die von Frankfurt nach
ra ttern, werfen ihre Inſaſſen an die linke Fenſterſeite,
der Frankenſtein zuwinkt: Seht, hier beginnt die
Der Aufſtieg auf den Frankenſtein, iſt des kleinen
ſtes touriſtiſches Wagnis; es iſt ſein größter Stolz,
Ruckſäckchen die Himmelsleiter hinauftragen konnte,
ſege von Greiſen, die ich kenne, erprobt immer wieder
ſieit am Frankenſtein.
trdt, einſt der ſtille Ort der Mühlen, heute durch
crafl und Unternehmungsgeiſt mehr Stadt als Dorf,
everveitgedehnte, in den Wald geſtellte Villenkolonie nach
ſtch vortaſtend, mit engen, gewundenen Straßen tollen
ſobetzhe umklammernd, durch den Zuſatz „an der Bergſtraße‟
died illung als Eckpfeiler paradieſiſcher Landſchaft betonend,
s unkt unſerer Wanderung. Der Aufſtieg zum
Fran=
hochſtämmigem Wald beſchattet, macht keine
Schwie=
rklommene Gipfel erfreut durch weite Fernſicht. Von
fünen ſtößt der ſuchende Blick auch oſtwärts. Der
Otz=
ſt auf, Lichtenberg und Neunkirchen werden
ſtwärts ſtreckt ſich der weite Plan der Rheinebene, arm
ſtlichem Reiz, reich an Arbeitsmöglichkeiten auf Acker
filr auf glatter Straße durchraſt von zahlloſen Autos.
Niederwald, Donnersberg und Hardt
ßerſte Umgrenzung. Im Burghof läßt ſich gut raſten.
Die Burg Frankenſtein, von Konrad II. Reitz von Breuberg
erbaut, ſchon 1252 erwähnt, iſt bekannter durch ihre Eſel als durch
ihre Ritter. Hatte in Darmſtadt eine Frau ihren Ehemann
ver=
hauen, ſo wurde ſie, wenn der Verdroſchene ſein Unglück dem
Kri=
minalgericht anvertraut hatte, zur Strafe auf einem Eſel durch die
Straßen der Stadt geführt. War der Mann „in einer offenen
und ehelichen Fehde” ſeinem Weib unterlegen, ſo hatte er ſelbſt
den Eſel am Zaum zu führen, im anderen Falle ein gedungener
Knecht. Dieſes Grautier zur Bändigung „giftiger und böſer
Wei=
ber” zu ſtellen, war Lehenspflicht der Ritter von Frankenſtein.
Das ſeltſame Schauſpiel hat unſere Stadt zum letzten Male im
Jahre 1587 geſehen. Die Burg, die 1662 durch Kauf an Heſſen
fiel, iſt nicht von Feinden zerſtört worden, ſie hat ihren Ruin
ge=
funden als fideles Gefängnis. Hier lagerte das Regiment
Schrau=
tenbach bedenkliche Perſönlichkeiten ab. So begegnen uns da oben
Luſtachius von Strauchwitz und Ferdinand Max Bogislaus aus
Reinfort. Da taucht auch ein Hofbeſtänder Müller auf, der wie
ein Etappenſchwein alles in die Heimat ſchickte, was ſich mit
kräf=
tigen Armen forttragen ließ. Bogislaus hatte in Groß=Umſtand
einen Mann erſchoſſen. Deshalb wurde er lebenslänglich auf den
Frankenſtein geſetzt. Als er blind, taub und ſchwachſinnig wurde,
riß ein Soldatenweib, die Eulerin, die Herrſchaft an ſich. Nachdem
ſie noch den widerſpenſtigen „Eſſigäpfelhannes”, entfernt hatte,
verſilberte ſie nach und nach alle Gegenſtände, die ihr auf der
Burg entbehrlich ſchienen. Da das Syſtem der Eulerin Schule
machte, ſank ein Dienſtgebäude vor den Augen der nahen Obrigkeit
zur Ruine. Der modernen Denkmalpflege blieb dann die
Auf=
gabe, aus den Reſtchen der Burg noch etwas zu machen.
Auch einen Gelehrten hat der Frankenſtein in die Welt
ge=
ſandt, den 1673 geborenen Alchemiſten und Chemiker Johann
Konrad Dippel. Reich an Wiſſen, gefährlich durch ſeine
Zunge und ſeine Feder, unfähig, mit Geld umzugehen, irrte dieſer
geiſtvolle Abenteurer durch die Lande. Er ſtudierte in Gießen
Theologie, hielt dann Vorleſungen in Straßburg über
Chiro=
mantie (Handwahrſag=Kunſt). Von Schulden wimmelnd, kam er
nach Darmſtadt, wurde Pietiſt, trat dann zu den Freigeiſtern über
und verhöhnte das orthodoxe Kirchentum. Er widmete ſich alsdann
der Medizin und Chemie. Großes Aufſehen erregte der Gaukler
durch Erfindung eines Univerſalmittels. In Amſterdam übte er
als Arzt eine große Praxis aus. Aber ſeine Läſterzunge machte
ihn unmöglich. Später tauchte er als däniſcher Kanzleirat auf.
Sein bitterböſes Mundwerk brachte ihn ins Gefängnis. Später
landete er am ſchwediſchen Hof als Arzt. Auch hier verſcherzte er
ſich ſeine Stellung durch ſeine zügelloſe Kritik. Sein ruheloſes
Leben endete 1734 auf Schloß Wittgenſtein.
Grabdenkmäler der Herren von Frankenſtein zeigt die Kirche
in Nieder=Beerbach. Ein Stein iſt dem 1531 verſtorbenen
Ritter Georg von Frankenſtein geweiht, der der Sage nach einen
die Gegend verwüſtenden Lindwurm tötete, aber ſeine Heldentat
mit dem Tode büßte, wodurch ſeinem bürgerlichen Liebchen das
Herz zerbrach.
An entſchwundene Adelsherrlichkeit erinnern auf unſerer
Wanderung auch die Grabdenkmäler der Herren von Wallbrunn
in der Kirche von Ernſthofen.
Rohrbach gehört zu den „welſchen” Dörfern unſerer
Ge=
gend. Das Machtwort Ludwigs XIV. hatte das Edikt von Nantes
zerriſſen, das den franzöſiſchen Proteſtanten Glaubensfreiheit mit
gewiſſen Einſchränkungen gewährt hatte. Bei Galeerenſtrafe und
Güterverluſt war die Auswanderung verboten. Doch trotz
ſchärf=
ſter Ueberwachung der Grenze entkamen Tauſende, wahrlich nicht
die ſchlechteſten Untertanen des verblendeten Sonnenkönigs. Der
heſſiſche Landgraf Ernſt Ludwig, weitblickend und duldſam, nahm
Scharen der Unlücklichen auf und wies ihnen die herrſchaftlichen
Gutshöfe Rohrbach, Wembach und Hahn als Wohnſitze an, wo noch
vom Dreißigjährigen Krieg her viel Oedland lag. Die „Welſchen”
huldigten dem neuen Landesherrn mit den Worten: „Wir ſind
Fürſten treu geweſen, die uns verfolgten, wir werden um ſo mehr
einem Fürſten treu ſein, der uns beſchützt‟. Die geſchloſſene
Bau=
weite der Häuſer und Gehöfte mag noch an die alte Heimat
er=
innern. Die Namen der Guyot, Gaydoul, Lantelme, Jaime u. a.
hat ſelbſt die Heinerzunge eingedeutſcht, und die Einwanderer ſind
kernige deutſche Bauern geworden.
Abwärts durchwandern wir den „Fichtengarten” einen
präch=
tigen Hochwald, und nahen der Stelle, an der die Fiſchbach in die
Gerſprenz mündet. Hier liegt Groß=Bieberau, von dem wir
rühmen ſeine aufſtrebende Bürgerſchule, ſeine rührige
Odenwald=
klub=Ortsgruppe, die volkskundliche Arbeit vorbildlich pflegt, und
E. K.
den Labetrunk ſeiner Brauerei.
Wochenendfahrt nach Mariabuchen im Speſſark.
— Geſamtſtrecke 242,2 Kilometer. —
Empfohlen vom Starkenburger Automobil=Club (ADAC.)
Darmſtadt — Aſchaffenburg — Marktheidenfeld.
32 Klm.
Marktheidenfeld — Lohr — Steinbach — Mariabuchen 22,9 „
Mariabuchen — Lohr — Marktheidenfeld — Wertheim
Miltenberg
66,7 „
Miltenberg — Obernburg — Straßenkreuzung —
Ba=
benhauſen — Darmſtadt
70,6 „
Darmſtadt — Dieburg — Babenhauſen — Aſchaffenburg (auf der
Brücke ſchöner Blick auf Schloß, Pompejanum und Stiftskirche —
Grünewald) — über die Brücke geradeaus. Oben rechts Wegweiſer
Richtung nach Würzburg, gute Straße, bergan mit ſchönem Blick
auf Aſchaffenburg in Kurven nach Haibach — Grünmorsbach —
bergab nach Straßbeſſenbach — Heſſenthal bleibt rechts liegen —
geradeaus bergauf an Forſthaus Echterspfahl mit dem hiſtoriſchen
Aechtungspfahl — Rohrbrunn (bekannt durch Hauffs Wirtshaus
im Speſſart, Jagdſchloß Diana, tauſendjährige Eiche, erreichbar
vom Wirtshaus) — Jagdſchloß Aurora am Parkausgang —
Eſſel=
bach — Kredenbach — bergab zur Brücke nach Marktheidenfeld —
Vorſicht unmittelbar vor der Brücke Haarnadelkurve links nach
Rothenfels (überragt vom alten Schloß, jetzt Jugendherberge
Neuſtadt — Rodenbach — Lohr. In Lohr rechts über die Brücke
und ſofort links nach Steinbach, von hier ſchöner Spaziergang nach
dem herrlich gelegenen Mariabuchen, das auch auf guter
Fahrt=
ſtraße erreichbar iſt (berühmter Wallfahrtsort mit intereſſanter
Wallfahrtskirche, bei den Mönchen gute Verpflegung).
Rückfahrt; Kürzerer Weg über Lohr — Rechtenbach —
Gaſthaus Lohrer Straße — Laufach — Hösbach — Goldbach —
Aſchaffenburg (38,2 Klm.). Oder beſſerer Straße ohne Steigungen
und überſichtlicher: Lohr — Rothenfels — Brücke Marktheidenfeld
geradeaus nach — Eichenfürſt — Altfeld — Unterwittbach —
Kreuzwertheim, über die Brücke nach — Wertheim (an der
Main=
ſchleife ſchön gelegen, lohnender Spaziergang auf die Ruine mit
ſchönem Blick in das Main= und Taubertal) — Freudenberg —
Bürgſtadt — Miltenberg (Marktplatz, „Schnatterloch”, rechts von
dem alten ſchönen Brunnen das Zeichen der alten
Münzgerecht=
ſamkeit) am Marktplatz rechts ab, ſodann links dem Main
ent=
lang nach — Kleinheubach (gegenüber der Engelsberg) —
Lauden=
bach — (von hier aus das „Hainhaus” über Brehmhof erreichbar,
Weiterfahrt über König nach Darmſtadt) — Wörth — Obernburg
Straßenkreuzung „Frühlingsluſt” links ab nach Babenhauſen —
Dieburg — Einſiedel — Darmſtadt.
Wikkerungsvorherſage
für Norddeutſchland weſtlich der Oder. Weſt=, Mittel= und
Süd=
deutſchland (ohne Alpenvorland) für die Zeit vom 12.—21. Aug.
Herausgegeben von der
Staatlichen Forſchungsſtelle für langfriſtige Witterungsvorherſage
in Frankfurt a. M.
Von vorübergehenden gewittrigen Störungen, die ſtellenweiſe
ziemlich ſtarke Niederſchläge und Nachregen bringen können,
ab=
geſehen, wird das Wetter in den nächſten 10 Tagen vorwiegend
heiter, warm und trocken ſein.
Wetterbericht der Heſſiſchen Wetterdienſtſtelle.
Zunehmende Erwärmung auf dem Feſtland, was bei uns zum
Abbau des hohen Druckes führt, und das weitere Vordringen der
Störungstätigkeit von den Britiſchen Inſeln und Frankreich her
werden durch den damit verbundenen Vorſchub ozeaniſcher Luft
Anlaß zu gewittrigen Störungen geben. Die Beeinfluſſung dürfte
aber mehr vorübergehend ſein, ſo daß nur eine zwiſchenzeitliche
Aenderung des herrſchenden Witterungscharakters ſtattfinden
wird.
Ausſichten für Samstag, den 13. Auguſt: Fortdauer des warmen
und aufheiternden Wetters, jedoch Möglichkeit zu
Gewitter=
ſtörungen.
Ausſichten für Sonntag, den 14. Auguſt: Wenig Aenderung der
Wetterlage.
Hauptſchriſfleltung: Rudolf Mauve
dr Feuilleton, Reich und
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaff: Rudolf Mau
Sport: Karl Böhmann;
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Stre
ſchlußdſenſti: Andreas Bauer; für
bi für den
für den Handel:
H. Quetf
in Bild und Won:
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Herbert Nette:
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Druck und Verlag: C. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtat
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Seite 10 — Nr. 224
ädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 13. Auxu
Sport, Spiel und Jurnen
Sanderbericht des „Darmſtädter Tagblatts”.
Neue Medaillen für Deutſchland.
(Infolge Raummangels ſtark gekürzter Bericht.)
Los Angeles, 12. Auguſt.
Die Freitagskämpfe in Los Angeles waren für die deutſche
Expedition endlich etwas günſtiger als die Vortage. Nachdem
am Donnerstag beim
olympiſchen Boxturnier
durch zwei kraſſe Fehlurteile, die auch vom
Publi=
kum ausgepfiffen wurden Spannagel im
Fliegen=
gewicht (gegen den Amerikaner Salica) und Bernlöhr (gegen
den Franzoſen Michelot) im Mittelgewicht ausgeſchaltet
worden waren, gelang es dem Münchener Ziglarſki am
Frei=
tag, vor 8000 Zuſchauern den favoriſierten Amerikaner Lang klau
nach Punkten zu ſchlagen. Das Publikum feuerte den Amerikaner
der zwei Runden lang ſchwach war, zum Schluß frenetiſch an
ſpendete dann aber doch dem Sieger ehrliche Anerkennung. Im
Bantam=Finale trifft Ziglarſki nun auf den Kanadier Gwynne,
der den Philippinen Vilenuova ausgepunktet hatte.
Im Federgewicht ſiegte Schleinkofer ganz überlegen
über den guten Italiener Aleſſandri. Wie Ziglarſki wurde auch
er als beſter Europäer Europameiſter und trifft im Endkampf
auf den Argentinier Rabledo, der den Schweden Carlſon
aus=
ſchaltete.
Im Leichtgewicht wurde der Schwede Ahlquiſt Europameiſter.
Im Fliegengewicht holte ſich der Ungar Enekes mit ſeinem Sieg
über Rodriguez (Italien) den gleichen Titel.
Unbeſchreiblich war der Jubel der Deutſchen und
Deutſch=
amerikaner, als auch der dritte Deutſche in den
Vorent=
ſcheidungen
Campe im Weltergewicht
ſich durch einen
feinen, unbezweifelbaren Sieg über den famoſen und
favoriti=
ſierten Finnen Ahlberg für den Endkampf durchſetzte der
ihn mit dem über Macheave (England) ſiegreichen Amerikaner
Flynn zuſammenbringt.
Drei Silbermedaillen ſind uns alſo ſicher, auch wenn alle
Kämpfe verloren gehen ſollten.
Erſte Goldmedaille der Ruderer.
Auch am Freitag war die Regattaſtrecke am Marineſtadion
in Long Beach von Zehntauſenden umlagert. Neben zahlreichen
Vorentſcheidungen — am Samstag ſollen die Ruderwettbewerbe
abgeſchloſſen werden — fielen auch einige ſpannende Endkämpfe.
Gleich der erſte brachte
im Vierer mit Steuermann
Deutſchland eine Goldmedaille.
die Mannſchaft des
Ber=
liner R.C. —
Eller, Hoeck, C. Meyer, Spremberg und Neumann
am Steuer — ſiegte in einem aufpeitſchenden Endkampf mit
knap=
pem Vorſprung vor Italien, Polen und Neuſeeland.
Ffüt
Kuppers zunfkter uber 100 Meter hücken.
Einen ſpannenden Kampf lieferten ſich die ſechs Teilnehmer
im 100 Meter Rückenſchwimmen, das drei Japaner als Medaillen
träge ſah. Der Deutſche Küppers wurde wie in Amſterdam
Fünfter, da er kurz vor dem Ziel den Amerikaner Zehr
vorbei=
laſſen muße. Das Ergebnis: 1. Kiykape 1:08,6 Min., 2. Iriye
Meter zurück, 3. Kawatſu (alle Japan),
4. Zehr (U. S. A.),
5. Küppers (Deutſchland), 6. Kerber (U. S.A.).
In der Vorentſcheidung über 1500 Meter Crawl
wurde der olympiſche Rekord zweimal verbeſſert. Im erſten Lauf
benötigte der Japaner Kitamura 19:51,6 Min. vor Jean Taris
und dem Amerikaner Criſty. Im zweiten Lauf ſiegte der Japaner
Makino in der famoſen Zeit von 19:38,7 Min. vor dem
Ameri=
kaner Crabbe und dem Auſtralier Ryan. Ausgeſchieden ſind
Iſhibarada, Flamagan (U. S.A.), Coſtoli (Italien) und Carlton
(Auſtralien).
In der 4X100 Meter Crawl=Staffel der Frauen ſiegte
Amerika in 4:38 Min. vor Holland, England und Kanada.
Sietas im 200 Meter Bruſt=Finale.
In der erſten Vorentſcheidung über 200 Meter Bruſt der
Herren ſchwamm Sietas ein fabelhaftes Rennen und qualifizierte
ſich damit für die Entſcheidung.
Drei Amerikanerinnen ſiegen im Turmſpringen.
Am Samstag werden die Schwimmwettbewerbe abgeſchloſſen.
Am Freitag war das Schwimmſtadion wieder ausverkauft. Zehn=
tauſend ſaßen ſchon bei der Eröffnung am frühen Morgen auf den
Rängen und bejubelten die hinreißenden Sprünge
der Damen vom Turm.
Hier waren die amerikaniſchen Artiſtinnen nicht zu ſchlagen.
Unter den 51 Teilnehmerinnen ſiegte Miß Poyeton vor
Georgia Colemann (der Siegerin im Kunſtſpringen) und
Marion Vale=Roper (alle U.S.A.) und der Schwedin
Ingeborg Siöquiſt, der „Schönheitskönigin der Olympiade‟
Die gute Oeſterreicherin Mädy Epply fiel vor Aufregung beim
erſten Sprung ins Waſſer und wurde Siebente.
Silbermedaille für Deukſchland im Waſſerball.
Im Waſſerball ſiegte Deutſchland im Spiel gegen Japan
10:0 (3:0). Damit ſtand Duetſchland mit Amerika punktgleich.
Auf Grund des beſſeren Torverhältniſſes fällt Deutſchland der
zweite Platz und die Silberne Medaille= zu, während Amerika mit
dem dritten Platz die Bronzemedaille erhält.
Unſer einziger Fechter Erwin Casmir
hielt ſich im Säbel=Einzelkampf ganz ausgezeichnet gegen die
Fechterjugend und iſt berechtigt, in der Vorentſcheidung anzutreten.
Behr wurde Vierker.
Abſchluß des Segelns in der Einheitsklaſſe.
* Los Angeles, 11. Auguſt. (Kabel.)
Im letzten Rennen der Monotypklaſſe blieb der Italiener
Treleani vor dem Schweden Thorell und dem Engländer Ratſey
in Front. Behr wurde hinter Dixon=Kanada und Lebrune=
Frank=
reich diesmal nur Sechſter, und büßte damit ſeinen dritten Platz
im Geſamtklaſſement ein. Dabei lagen zwiſchen dem Erſten und
dem Sechſten dieſer Fahrt nur fünf Sekunden Zeitdifferenz.
Im Geſamtergebnis wurde Holland mit 87 Punkten knapper
Sieger vor Frankreich, Spanien, Deutſchland, Kanada und
Eng=
land. Fünf weitere Boote blieben unplaciert.
Für den 18jährigen Hamburger iſt der 4. Platz unter den 18
routinierteſten Seglern der Welt ein ganz großer Erfolg.
Ungarn ſiegt im Sübelfechken.
Im Staatlichen Zeughaus zu Los Angeles wurde am
Don=
nerstag auch das Mannſchafts=Säbelfechten entſchieden. In der
Vorſchlußrunde war Italien über Polen mit 15:1 und Ungarn
mit 13:3 über Amerika ſiegreich. Den Kampf um den dritten Platz
gab es zwiſchen Polen und Amerika, einen 8:8=Endſtand, jedoch
entſchied die beſſere Trefferzahl zugunſten der Ungarn.
Beim Finale zwiſchen Italien und Ungarn war die große
Halle von einer begeiſterten Menſchenmenge bis auf den letzten
Platz gefüllt. Die ungariſchen Säbelfechter waren in einer
gro=
ßen Form. Sie ſchlugen Italien mit 14:2, nachdem Italien beim
Stande von 9:2 aufgegeben hatte.
Eleanor Holm ſiegt
im 100 Meter=Rückenſchwimmen der Damen.
Im Endlauf des 100 Meter=Rückenſchwimmens der Damen
kam die Amerikanerin Eleanore Holm nicht mehr an die
Welt=
rekordzeit heran, die ſie tags zuvor mit 1:18,3 Min. aufgeſtellt
hatte. Sie gewann aber dennoch die Goldene Medaille durch einen
in 1:19,4 Min. erzielten knappen Sieg vor der früheren
Welt=
rekordinhaberin Mealing=Auſtralien. Nur 30 Zentimeter
trenn=
ten die beiden Schwimmerinnen nach einem harten Finiſh im
Ziel. Die nächſten Plätze belegten die Holländerinnen Braun=
Philips, die beiden Engländerinnen Davies und Harding, die
Amerikanerin Sheehy, ſowie die Engländerin Cooper.
Ungarn Waſſerballſieger.
Die Magyaren ſchlagen Amerika mit 7:0.
Die endgültige Entſcheidung im olympiſchen
Waſſerballtur=
nier iſt bereits gefallen. Ungarn konnte in ſeinem letzten Spiel
am Donnerstag Amerika überlegen mit 7:0 abfertigen. Damit
haben die Ungarn das Waſſerballturnier ohne Punktverluſt
ge=
wonnen, die Goldene Medaille gehört ihnen, und man muß ſagen,
daß ſie dieſen Preis auch verdient haben.
Krafiſpork=Doppelveranſtalkung
des Kraft=SV. Darmſtadt 1910.
Verfaſſungswettkämpfe im Ringen
Darmſtadt 1910 — Kölner Club für Kraftſport 1893.
Handball in der 9.T.
Am Sonntag
16 Uhr, ſpielen auf dem Sportplatz am
Dorn=
heimer Weg Poſt Darmſtadt — Richen.
Bolizei Darmſtadt - Polizei Worms.
Merck Darmſtadt — Tv. Groß=Zimmern.
Heute, Samstag abend 6.30 Uhr, treffen ſich beff
ſchaften zu einem Freundſchaftsſpiel auf dem SportvAu
Maulbeerallee. Das Vorſpiel wurde von Groß=Zim
3:2 Toren gewonnen. Groß=Zimmern ſpielt bei den
der Meiſterklaſſe und verfügt über ſehr gute Kräfte
ſpannendes Spiel zu erwarten iſt. Um 5.30 Uhr: 2
der Vereine.
TSV. Braunshardt — Wormatia Worms.
Als nächſten Gegner erwarten die Braunshardter
tag, nachmittags 3 Ur, Wormatia Worms. Die
Wo=
als äußerſt flinke Mannſchaft bekannt ſind, gaben ſa
einen nicht zu unterſchätzenden Gegner ab. Die Bre
werden deshalb gut tun, das Spiel nicht leicht zu n.
2 Uhr: 2. Mſch. beider Vereine im Privatſpiel.
Fußball.
Sppg. Arheilgen — Polizei Darmſtadt.
Mit dieſem Spiel greift der vorjährige Meiſter 5
jährige Verbandsſpielſaiſon ein. Die Rivalität bei
rührt ſchon aus früheren Zeiten her. Die Kämpfe be
ſchaften waren ſchon immer die erbitterten, harten
denen es ſich mehr um die Vormachtſtellung als un
ſtigefrage handelte. Wer in der letzten Saiſon die
erlebt hat, weiß, mit welcher Verbiſſenheit die Kän
geführt wurden. Ueber den Ausgang des Spieles laz
ſchwer eine Vorausſage machen. Feſt ſteht, daß ArHe
den Poliziſten äußerſte Kraftanſtrengung verlangen
beginn 15 Uhr, am Arheilger Mühlchen. Die Polizei=
Anhänger und Freunde treffen ſich um 14.15 Uhr
bahnhof.
Rot=Weiß Darmſtadt — Germania Eberſtad
M Ind
Zum erſten Verbandsſpiel auf eigenem Platz em=
Germania Eb=
Weiß am Sonntag, vormittags 11 1
UAN
Germanen, ein alter Rivale der Darmſtädter aus der
Zeit, haben ſich in der Kreisliga einen guten Namen
Das Reſultat am letzten Sonntag gegen Arheilgen
Lue
ſchließen, daß die Mannſchaft auch in dieſer Saiſon w=
Fahrt iſt. Rot=Weiß konnte im erſten Debüt noch
m t
zeigen, was allgemein erwartet wurde. Da nun zu
fen am Sonntag wieder Müller und Roth zur Verfü aſl 1i
dürfte die Stürmerreihe gegen die vom vergangeneiW1 eien
eine weſentlich ſtärkere ſein, ſo daß man auch bei Rw=wMſc di
einer beſſeren Leiſtung rechnen darf. — Vorher treß
war al
Reſerven beider Vereine.
1Me Der
Oberroden — Spv. 98 Darmſtadt.
Zum 2. Kreisligaverbandsſpiel muß Spv. 98
in=
antreten. Daß dieſer Gegner ſehr ernſt zu nehmen.
Spv. eingedenk des letzten Privatſpiels, das dort all.
ter ungünſtigeren Verhältniſſen 4:0 verloren ging
wußt. Doch ſteht, falls die vorſonntägliche
Spielſtäh=
wird, ein Erfolg in greifbarer Nähe. Die Mannſchaf
Omnibus 14.30 Uhr ab Marſtall ab.
Freie Turngemeinde Darmſtadt.
Im weiteren Verlauf der Serienſpiele begibt
Tgde. Darmſtadt, 1. und 2., nach Urberach. Sorr
ſtadt als auch Urberach hatten am vergangenen Sox
ſchlechten Start erwiſcht, und mußten beide geſchlage
verlaſſen Auf den Ausgang des Spieles am Sonn=t
daher allgemein geſpannt. Die meiſten Gewinn=Cham
wir unbedingt Urberach zuſprechen auf Grund der
grö=
erfahrung und dem Vorteil des eigenen Platzes
Darmſtädter Elf ſich reſtlos einſetzt, dann kann, wem
Sieg, ſo doch ein ehrenvolles Reſultat herausgehst
zpielbeginn, 1. Mſch. 3.30 Uhr, 2. Mſch. 1.50 Uhr.
Gewerkſchaftshaus per Auto 12 Uhr. Fahrpreis für
Weitere Spiele: 3a=Mſch in Nieder=Rax,
0 Pfg.
Uhr, 3b=Mſch. in Büttelborn 1.50 Uhr. Jugend —
9.30 Uhr, hier.
Mit einem vorzüglichen Doppelprogramm im Ringen warten
die „Zehner” am Sonntag in der Turnhalle Soderſtraße auf.
Den erſten Teil bilden die um 9 Uhr vormittags beginnenden
Dornheimer Weg Poſt Darmſtadt
ielen au
. 1. — V
ſes iel
HNe
bik üt
Proze
Hutrie
in der
Auüſt die
1u 1
ſiktorig Git
der Landvereine des Odenwaldgaues im DA.S.V.
1891. Bekanntlich verfügt dieſer Gau über ein ſehr gutes
Ringer=
material, und die Beſucher dürften hier ſchon auf ihre Koſten
kommen.
Um 11 Uhr ſteigt dann die Hauptnummer
Bei den Amateur=Radrennen auf der
Frankfurts=
bahn holte ſich der Offenbacher Siehl den „Preis w.
ausſchuß” gegen Gleim und Reiländer.
Au
„
Rundfunk=Programme.
Mit der Verpflichtung der Kölner dürften die Darmſtädter
einen guten Griff getan haben, beſitzen die Gäſte doch in
Weſt=
deutſchland und darüber hinaus einen ſehr guten Namen. Das
Prädikat „ehemaliger weſtdeutſcher und zweimaliger deutſcher
Meiſter” ſtellt ihrer Kampfkraft das beſte Zeugnis aus. Auch in
einzelkämpferiſcher Hinſicht repräſentieren die Gäſte deutſche
Sonderklaſſe. In ihrer morgigen Aufſtellung, vom Bantam
auf=
wärts mit Bläſing. Jaulus, Eckert. Peter, Siegfried, Felderer,
Müller, können ſie ſich den Darmſtädtern als mehrmalige Gau=
und Kreismeiſter vorſtellen. Beſonders der Letztgenannte iſt in
Darmſtadt kein Unbekannter, denn der fünffache Deutſchmeiſter
war ſchon mehrmals, als ehemaliger Angehöriger von „03 Bad=
Kreuznach”, hier zu Gaſt.
Trotz der hohen Koſten, die mit der
Verpflichtung der Kölner Mannſchaft verbunden, ſind die
Ein=
trittspreiſe ſo niedrig gehalten, daß es jedem ermöglicht iſt,
die=
ſer Doppelveranſtaltung beizuwohnen.
Pflichtſpiele: Kreisklaſſe: Bickenbach — Griesheim;
Sprend=
lingen — Bensheim.
Privatſpiele: Büttelborn — Seckbach, Pfungſtadt — Hahn,
Weiterſtadt — Merck Darmſtadt, Poſt Darmſtadt — Richen,
Blitz=Turnier in
Auerbach, mit Auerbach, Heppenheim.
Lorſch, Zwingenberg und Zell.
Am Sonntag, 15 Uhr, empfängt die Darmſtädter Polizei
ihre Kollegen aus Worms zum fälligen Verbandsſpiel. Die Gäſte
hatten einen guten Start in die Verbandskämpfe. Sie konnten
am verfloſſenen Sonntag die ſpielſtarke Wormatia Worms
über=
zeugend ſchlagen. Die Darmſtädter Mannſchaft, die mit Erſatz
antreten muß, wird ſich anſtrengen müſſen, um die Punkte zu
be=
halten. — Vor Beginn, um 13.45 Uhr, treffen ſich die 2. Mſch.
mit der 1. Mſch. vom Tv. Lengfeld.
Frankfurt a. M.
Samstag, 13. Auguſt
10.10: Schulfunk: Eine halbe Stunde Lokomotivführer.
Stunde der Jugend.
15.30:
17.00: Nachmittagskonzert.
18.25: Vortrag von Dr. Bothe.
18.50
Stunde der Arbeit.
19.30: Operettenkonzert des Philharm. Orcheſters Stutkly
E. Kahn. Soliſtin: Hedi Kettner (Sopran).
tung:
): München: Konzert für 100 Zithern.
AK
20.40: Schwäbiſche Anekdoten, erzählt von A. Hofele.
WKK.
Berlin; Bunter, Abend.
: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
22.20
22.45: Berlm: Tanzmuſik.
Königswuſterhaufen.
Deutſche Welle: Sonnabend. 13. Auguſt.
11.00: Stunde der Unterhaltung
15.00: Prof. Dr. Müller und Margarete Tieß: Wilhelm
boldt an ſeine Freundin. Charlotte Diede (Gedenkſtunds‟
Käte Graber: Deutſche Dichterinnen: Ruth Schau.”
15.4*
von Hoffer=Reichenau: Die Welt des Bauern.
16.00
Hamburg: Nachmittagskonzert.
16.30
0: Dr. Levinthal: Bakterien als Freunde des Menſol
7.50: Wilhelm Michel: Die Pfalz am Rhein, das
1
Wald und Wein.
18.05: Muſikaliſche Wochenſchau. Prof. Hans J.
Moſe=
muſiker und Privatmuſikerlehrer. (Geſpräch).
18.30: Dr. Günther: Der ewige Harlekin (mit hörſzenil
ſpielen).
19.00: Engliſch für Anfänger.
Stille Stunde: „Wann fängt das Leben an?”
19.30,
Anſchl Wiederholung des Wetterberichtes für die Land;
eucht
20.00: München: Konzert für hundert Zithern.
20.45: Tages= und Sportnachrichten.
eipzig: Großer Tanz=Abend. Leipziger Sinfonis
21.00:
Dirigent: Emil Luh. Emdé=Orcheſter. Soliſt: M. Menſir,
Am Flügel: F. Sammler.
ca 22.15: Wetter= Tages= und Sportnachrichten.
Die heutige Nummer hat 12 Geiten.
O
WEuglich
Wirkungskreis.
Alleinſt. ält. Fräul.
d. beſſ. Kreiſe,
per=
fekt in Land= und
Stadthaush.,
kern=
geſund, an rege
Tä=
tigkeit gew., keine
Arbeit ſcheuend, gt.
langi. Zeugn. vorh.,
möchte gern d.
Füh=
rung eines
frauen=
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n. Ohlyſtr. 71. pt.*II
ſeitere Verſchärfung der Weltwirtſchaftskriſe.
Die Erzeugung der Welkinduſtrie 40 Prozenk unker 1929. — Skärkſter Rückgang
in der Produkkionsgükerinduſtrie.
Zeſtſtellungen
Skarke Gekreidebaiſſe in Frankreich.
14 Inſtitkuks für Konjunkkurforſchung.
utwirtſchaftskriſe hat ſich im laufenden Jahre auch auf
der Induſtrieproduktion weiter verſchärft. Die indu=
1roduktion, die ſich im Januar noch auf der Höhe von
tozent des Standes von 1928 bewegte, iſt laut
Wo=
des Inſtituts für Konjunkturforſchung bis zum Juni
Brozent zurückgegangen. Gegenwärtig werden rd. 10
nger Induſtriewaren erzeugt als 1913. Berückſichtigt
ſuß die Bevölkerung der Welt gegenüber dem Jahre
ſnd 12 Prozent zugenommen hat, ſo ergibt ſich, daß die
mit Induſtriewaren je Kopf der Menſchheit ſich um
eit gegenüber der Vorkriegszeit verſchlechtert hat. Seit
ſtiſtand im Jahre 1929 iſt die Welterzeugung um nicht
(twa 40 Prozent geſunken.
ſeiſten iſt der Rückgang in der Produktionsgüterindu=
Eiſen= und Stahlinduſtrie, ſowie in der
Maſchinen=
ſich die Produktion weit mehr als halbiert. Der
ſogar auf ein Zehntel zuſammengeſchrumpft.
Da=
die Verbrauchsgütererzeugung allgemein beſſer
hal=
was in erſter Linie darauf zurückzuführen iſt, daß die
hung der Rohſtoffpreiſe eine erhebliche Verbilligung der
wüglichte. In der Textilinduſtrie liegt der Produktions=
Prozent unter dem Stande von 1928, in der
Nah=
hünduſtrie iſt der Rückgang noch geringer.
In und Frankfurker Effekkenbörſe.
ſich in der innerpolitiſchen Situation noch keine
Klar=
laubt die Berliner Börſe weiter eine
zuverſicht=
ung haben zu dürfen. Man konnte zwar eine gewiſſe
feſtſtellen, aber die Spezialintereſſen wurden hier=
Führt. Und von ſolchen Spezialbewegungen ausgehend,
lgemein freundlicher. Wirtſchaftliche Momente
wur=
ediglich nur zur Kenntnis genommen. New York war
degen Schluß zwar ſchwächer, doch machte dies ebenſo
ſuangegangenen ſtarken Steigerungen kaum Eindruck.
fanden, dagegen die weitere Aufwärtsbewegung der
und die Hauſſe am Silbermarkt. Auch die
Nachrich=
en Weberſtreik in England wurden zur Begründung
ſendliche Stimmung herangezogen. Das Geſchäft nahm
and ganzen aber nicht an Umfang zu. Die Tatſache,
usaufträge aber, ſo gut wie gar nicht vorlagen, gab
hulion Veranlaſſung zu Rückkäufen und Deckungen,
zu=
in Publikumsſeite kleine Kauforders eingetroffen
aben ſich im allgemeinen auch Kursbeſſerungen von
rozent. Stärker geſteigert waren Braunkohlenwerte
emaktien. Rheag und Elektriſch Licht u. Kraft hatten
markt die Führung. Auch Schiffahrtswerte waren,
be=
man ihren niedrigen Kursſtand berückſichtigt, wahr=
Zuſammenhang mit der Abwrackprämie, ſtärker be=
Rentenmarkt war die Tendenz als nicht unfreundlich
Nach kleinen Schwankungen konnten ſich im Ver=
Erſe weitere Beſſerungen durchſetzen. Deckungen und
fe führten zu halbprozentigen Beſſerungen.
jankfurter Börſe behauptete ihren ausgeſprochen
Grundton und hatte an ſämtlichen Märkten
Kurs=
zzu verzeichnen. Die innerpolitiſche Spannung und
mtionen um den vorausſichtlichen Ausgang der Regie=
Kung veranlaſſen immer noch zur Zurückhaltung, ſo
öhäft keinerlei Belebung aufweiſt. Tatſächlich beurteilt
enblicklichen Stand etwas ruhiger. Gleichzeitig
wir=
uefelten Auslandsbörſen günſtig aus; vor allem wird
die amerikaniſche Hauſſebewegung ſowohl an den
Auten wie an den Effektenbörſen nicht nur ſpekulativen,
tichlichen Grundcharakter beſitzt. Bevorzugt waren
er Elektromarkt und vor allem Nebenwerte, wobei
zialitäten herausſucht. J.G. Farben lagen insgeſamt
ter, Rütgers 0,5, Erdöl 0,25, Scheideanſtalt 0,75 Pro=
Am Elektromarkt lagen Siemens mit 3,75 Prozent
in Vordergrunde, daneben Schuckert 1, Licht u. Kraft
25 Prozent höher. Recht gut gehalten, jedoch nur
ſter lag der Montanmarkt. Otavi auf die
Kupfer=
neut auf weſentlich höherer Baſis geſucht. Rheinſtahl
iſter. Kaliwerte gewannen bis 1,5 Prozent. Auch
btien ſetzten ihre Aufwärtsbewegung in Nachwirkung
und Perſonenbeförderungsziffern fort: Nordd. Lloyd
2 Prozent feſter. Am Nebenmarkt Metallgeſellſchaft
Linoleum um 1, Südd. Zucker 0,75, Conti Gummi
feſter. Holzmann unverändert. Am Anleihemarkt
häft etwas angeregter; es zogen Altbeſitz um ½.
Neu=
chuuldbücher ſpäte Fälligkeiten um 0,25 Prozent an.
Verlauf blieb die Börſe bei vorübergehend
lebhaf=
reſt. J.G. 7arben nochmals 0,5, Scheideanſtalt 0,5
geſucht. Tagesgeld iſt weiterhin leicht bei 4 Proz.
endbörſe verlief ſehr ruhig. Die Kurſe waren
der Berliner Schlußkurſe gut behauptet.
Anregun=
vor. Auch die Erklärungen Hoovers zur
Schulden=
m Gegenſatz zur Mittagsbörſe keine beſondere
An=
ieten, da man erſt die Entwicklung der
innerpoli=
lwarten will. Am Rentenmarkt lagen Rhein. Hyp.,
trtioniert waren, 0,75 Prozent höher, Frankfurter
varen bei einer, mittäglichen Steigerung von 1,75
angeboten. Von Kurſen nannte man JG. 885,
AEG. 29,75, Siemens 125, Licht und Kraft 80,
139,5, Erdöl 72.
Mekallnokierungen.
hlnotierungen in Berlin für je 100 Kg. am 12. Aug.
für Elektrolytkupfer, prompt cif Hamburg. Bremen
(Notierung der Vereinigung f. d. Deutſche
Elek=
auf 51,50 RM. — Die Notierungen der
Kom=
erliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe verſtehen
Deutſchland für prompte Lieferung und
Be=
ſich für Original=Hüttenaluminium. 98 bis 99
löcken, Walz= oder Drahtbarren, auf 160 RM., des=
Valz= oder Drahtbarren, 99 Prozent, auf 164 RM.,
bis 99 Prozent, auf 350 RM., Antimon=Regulus
N., Feinſilber (1 Kg. fein) auf 41,25—44,25 RM.
Die
ier Metalltermine vom 12. Auguſt ſtellten ſich für
luguſt 42,50 (43,25), September 42,50 (43). Oktober
0ember 43,25 (44). Dezember 43,75 (44,50), Januar
kruar 45 (45,50), März 45,50 (46), April 46 (46,75),
7. 25).
Juni 47 (47,75). Juli 47,25 (48). Tendenz:
Auguſt 15 (16), September 15 (15,75) Okto=
November 15,75 (16,75). Dezember 16 (17),
(18).
(1750), Februar 16,50 (17,50), März 16,75
Mai 17,.25 (18). Juni 17.50 (18,25) Juli 17,50
ruhig. Für Zink: Auguſt 19 (19.25), Sep=
9,50), Oktober 19,75 (20), November 20,25 (20,50)
(21.25), Februar 21.25
Januar 21.25
Meri S C0 63), Aprik 2150
(22.25). Mai 21,75 (23),
423,25), Tendenz: ſtetig. — Die erſten Zahlen be=
FTAA Ee in Klammern Brief.
Skühungsmaßnahmen für die franzöſiſche
Landwirkſchaft.
Der Preisſturz des Getreides auf dem Pariſer Markt um rd.
33 Prozent innerhalb der letzten zehn Tage hat in den in
Frank=
reich äußerſt einflußreichen Landwirtſchaftskreiſen eine ſolche
Be=
ſtürzung hervorgerufen, daß ſich die Regierung gezwungen ſah,
energiſche Gegenmaßnahmen gegen dieſe ſeit Jahren nicht erlebte
Baiſſe auszuarbeiten. Ein geſtern morgen eigens zu dieſem
Zweck zuſammenberufener Kabinettsrat beſchäftigte ſich mit dieſem
Problem und der Frage der Bekämpfung der Baiſſe. Der
Preis=
ſturz des franzöſiſchen Getreides wird damit erklärt, daß infolge
der verſpäteten Ernte in einigen Getreidegebieten nun ſo ziemlich
die ganze franzöſiſche Ernte, zu gleicher Zeit eingebracht wurde
was ein Maſſenangebot und als Folge davon den ungeheuren
Preisſturz um etwa 60 Franken auf 120 Franken je Doppelzentner
innerhalb 14 Tagen verurſachte. Dieſer Preis liegt weit unter
dem mit etwa 140 Franken veranſchlagten Selbſtkoſtenpreis. Die
landwirtſchaftlichen Organiſationen machen in der Hauptſache
aber die Spekulation für den kataſtrophalen Preisſturz
verant=
wortlich. Die bedeutendſte dieſer Organiſationen, das Landwirte=
Syndikat des Departements Eure=et=Loire, iſt durch dieſen
Preis=
ſturz in ernſte Schwierigkeiten geraten. Es iſt geſtern beim
Mini=
ſterpräſidenten Herriot vorſtellig geworden und hat u. a. die
ſtrengſte Ueberwachung der Operationen an der Getxeidebörſe,
ferner eine Kollektiv=Finanzierung der Ernte evtl. Feſtſetzung
eines Zwangspreiſes und eine beſſere Brotpolitik durch feinere
Ausmahlung des Getreides verlangt. Das Syndikat hat ferner
gefordert, daß die Regierung in größerem Maße als bisher
Ge=
treide aufkaufe und, wenn alle dieſe Maßnahmen nichts nützen, ein
Getreideamt nach amerikaniſchem Muſter errichte. Erwähnt ſei in
dieſem Zuſammenhange, daß in dieſem Jahre die franzöſiſche
Ge=
treideernte ſo gut ausfallen dürfte, daß Frankreich wahrſcheinlich
keinerlei ausländiſchſtes Getreide für ſeinen inneren Verbrauch
nötig hat, der auf 90 Millionen Doppelzentner, Saatkorn
einge=
ſchloſſen, veranſchlagt wird. Die Regierung warnt aber
ihrer=
ſeits vor verfrühten Schätzungen der Ernte, die gegenwärtig noch
nicht möglich ſeien. Tatſächlich ſind ſeit einigen Tagen ganz
phan=
taſtiſche Gerüchte über den Umfang der diesjährigen Ernte
auf=
getaucht, Gerüchte, die die Regierung rund heraus als tendenziös
bezeichnet. Die Regierung ſei entſchloſſen, dieſen
Spekulations=
manövern auf den Grund zu gehen und alle Maßnahmen zu
er=
greifen, um dieſen ſo bedeutenden Zweig der franzöſiſchen
Wirt=
ſchaft vor verdächtigen Umtrieben zu ſchützen.
Der Brotpreis wird infolge des Preisſturzes gleichfalls eine
Senkung erfahren, die in Paris vorausſichtlich 20 Centimes bei
einem heutigen Preis von 2,40 Franken pro Kilogramm betragen
wird.
Der Landwirtſchaftsminiſter kündigte ſeinen Kollegen an, daß
er alle Maßnahmen getroffen habe, um die franzöſiſche
Landwirt=
ſchaft zu ſtützen, und mit aller Schärfe gegen die Schädlinge der
Landwirtſchaft vorgehen werde.
Produkkenmärkke.
Berliner Produktenbericht vom 12. Auguſt. Gegenüber der
ſchleppenden Kaufluſt der Mühlen und des Handels bleibt das
erſthändige Inlandsangebot nach wie vor reichlich. Aus allen
Lan=
desteilen wird Brotgetreide auch zur kurzfriſtigen Verladung
offe=
riert; der Abſatz begegnet in Ermangelung einer Belebung de=
Mehlgeſchäftes und infolge der weiterhin geringen
Exportmöglich=
keiten Schwierigkeiten. Im allgemeinen iſt Weizen ſtärker, als
Roggen angeboten. Am Effektivmarkt lauteten die Gebote für
beide Brotgetreidearten wieder 1 Mark niedriger als geſtern. Im
handelsrechtlichen Lieferungsgeſchäft ergaben ſich Preisabſchläge
bis zu 1,5 Mark Weizen= und Roggenmehle werden zu
entgegen=
kommenden Preiſen nur in Locoware aufgenommen, während ſich
das Geſchäft für Herbſtlieferung noch nicht regelmäßig entwickelte.
Die deutſch=belgiſchen Kohlenverhandlungen in Köln.
Zu den deutſch=belgiſchen Kohlenverhandlungen in Köln wird
von zuſtändiger Stelle darauf hingewieſen, daß es ſich um private
Verhandlungen der beiderſeits beteiligten Induſtrien handelt, und
daß die Vereinbarung über ein Kohlenkontingent nicht von den
Regierungen, ſondern von den beteiligten Induſtriellen getroffen
wird. Selbſtverſtändlich hat die Regierung an dem Ausgang
die=
ſer Beſprechungen ſtärkſtes Intereſſe und hat deshalb einen
amt=
lichen Vertreter nach Köln entſandt.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Erleichterungen der Deviſenbeſchränkungen für die Leipziger
Herbſtmeſſe 1932. Im Intereſſe des deutſchen Exporthandels hat
ſich der Reichswirtſchaftsminiſter damit einverſtanden erklärt, daß
die Deviſenbewirtſchaftungsſtellen Anträgen ausländiſcher Firmen
auf Freigabe von Alt= und Sperrguthaben zwecks Einkaufs von
Waren auf der Leipziger Herbſtmeſſe 1932 genhemigen.
Frankfurter Hypothekenbank, Frankfurt a. M. Nach dem Stand
vom 30. Juni 1932 enthielt die Teilungsmaſſe für die Pfandbriefe
unter Berückſichtigung der bereits geleiſteten Ausſchüttung von 23
Prozent und unter Kürzung des Verwaltungskoſtenanteils einen
Beſtand von 2,64 (2,66) Millionen GM. davon Barguthaben 0,93
(0,83), Liquidations=Goldpfandbriefe 0.15 (0 10), erſtſtellige
Auf=
wertungshypotheken 0,29 (0 29), ſolche mit Nachrang 1,04 (1.08),
Forderungen ohne dingliche Sicherheit 0 12 (0,18) Mill. GM.
Die=
ſen Aktiven ſtehen unv. 484,28 Mill. GM. gegenüber. Mit
Aus=
fällen ſei insbeſondere bei den Forderungen ohne dingliche
Sicher=
heit, bei den nachrangigen und den noch nicht feſtſtehenden
Hypo=
theken zu rechnen. Der Anteil der Tilgungshypotheken an der
Teilungsmaſſe und den Aufwertungshypotheken beziffere ſich auf
rund 8,6 Prozent.
Vor einem Textilarbeiterſtreik in Lancaſhire. In dem
Lohn=
konflikt in Lancaſhire iſt geſtern eine Wendung eingetreten. Der
Hauptausſchuß der Webergewerkſchaft hat in ſeiner Sitzung die
Ausrufung eines Streiks empfohlen. Falls dieſe Empfehlung von
dem Zentralrat der Textilarbeitergewerkſchaften der nördlichen
Gewerkſchaften angenommen wird, werden über 200 000 Arbeiter
in den Ausſtand treten.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Im Juli 1932 belief ſich die Roheiſenerzeugung im deutſchen
Zollgebiet auf 294 485 To. gegen 309 921 To. im Vormonat.
Ar=
beitstäglich wurden im Juli durchſchnittlich 9500 To. erblaſen,
d. h. 8 Prozent weniger als im Juni 1932. Von 155 (Juni 155)
Hochöfen waren 36 in Betrieb (39) und 48 gedämpft (47).
Der Geſamtverband deutſcher Baumwollwebereien berichtet:
Die Geſamtlage der Baumwollweberei hat auch im Juli keine
Wendung zum Beſſeren genommen. Das Saiſongeſchäft war
ge=
ring und das Wintergeſchäft hat ſich bisher noch nicht fühlbar
gemacht. Die Betriebseinſchränkungen in den ſüddeutſchen und
weſtfäliſchen Baumwollwebereien werden auch über den 1. Auguſt
aufrecht erhalten. Durch Schleuderverkäufe wurde der Markt
weiter ſtark beunruhigt.
Die deutſch=däniſche Handelsvereinigung hat in einer Eingabe
an die Reichsregierung gezeigt, daß im erſten Halbiahr 1932 die
Einfuhr aus Deutſchland nach Dänemark um 33,5 Prozent
gefal=
len iſt bei einem Geſamteinfuhrrückgang Dänemarks um 17,5
Pro=
zent. Dagegen konnte ſich die engliſche Ausfuhr nach Dänemark
um 12,5 Prozent ſteigern. Die Vereinigung bemüht ſich, durch
Vermittelung eines direkten Warenaustauſchs
Ausfuhrmöglich=
keiten zu ſchaffen.
Die in der vorigen Woche mit Vertretern Hollands und
Däne=
marks geführten Verhandlungen in der Frage der Regelung der
Buttereinfuhr nach Deutſchland werden, ſoweit Holland in Frage
kommt, am Freitag im Haag fortgeſetzt.
Bei einer unveränderten Elektrolytkupfer=Notierung von 6,25
Dollarcents offerierten die Kupferexporteure zu einem
Spezial=
preiſe für Prompt= und Terminware von 5,50 und 5,55
Dollar=
cents per Ib.
Die politiſchen und wirtſchaftlichen engliſchen Kreiſe ſind in
großer Sorge, daß in der Textilinduſtrie möglicherweiſe mit einem
allgemeinen Streik der Baumwollweber zu rechnen iſt. Die
Blät=
ter heben hervor, daß eine Arbeitseinſtellung in den
Weberei=
betrieben rund 250 000 Arbeiter in Mitleidenſchaft ziehen würde
und daß die durch den Weberſtreik bedingte Stillegung der
Spin=
nereibetriebe weitere 250 000 Arbeiter treffen würde.
Berliner Kursbericht
vom 12. Auguſi 1932
Oeviſenmarkt
vom 12. Auguſt 1932
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