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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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31. Mal 2.— Reichsmart und 20 Pfennig
gegebühr, abgeholt 2.— Reichsmark, durch die
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imen einzeller Nummern infolge höherer Gewalt
tigt den Bezſeher nſcht zur Kürzung des
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Frankfurt a. M. 4301.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Dienstag, den 24. Mai 1932.
Nummer 143
195. Jahrgang
2 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 23 Reichspig.
Finanz=Anzeigen 35 Reichspfg. Rellamezeile (92 mm
breit)/2 Reichsmarf. Anzeigen von auswärts 35 Reichspfg.
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(1 Dollar — 420 Mark). — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streit uſw., erliſcht
jede Verpflichtung auf Erfüllung der
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auſtäge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtiſcher Beltreibung ſällt ſeder
Rabatt weg. Banktonto Deuſche Bank und
Darm=
ſädter und Natſonalbank.
Neue Attentate in Aſien.
liſcher Pizekonſul in Nanking ſchwer verletzl. — Bombenwurf in der japaniſchen Nlederlaſſung in Tienkſin.
Großfener auf einem japaniſchen Truppendampfer.
Drohende Kriegsgefahr
Darg
im Fernen Oſten.
d. 40 P9 Der Ferne Oſten ſcheint ſich wirklich zu einem
Kriegs=
rgeleinng zu entwickeln. Nach den tödlich ausgegangenen Schüfſen
ene 9 ſen japaniſchen Miniſterpräſidenten iſt jetzt wieder einmal
entgegengend inſchlag verübt worden. Der britiſche Vizekonſul Graham,
geliefert, ſeinen Sitz in Nanking hat, wurde von einem aus dem
Ender zel ärdienſt entlaſſenen Soldaten durch einen Schuß ſchwer
3, dieburgerin kt. Die Tat geſchah außerhalb Nankings, an einem Ort,
mMarßt, der Vizepräfident ſich um die Freilafſung eines gefangen
tenen britiſchen Miſſionars Ferguſſon, bemühte. Der
rverletzte engliſche Beamte iſt nach Nanking zurückgebracht
en.
Lurz nach dieſem Attentat wurde von unbekannter Hand
r japaniſchen Niederlafſung in Tientſien eine Bombe auf
Straße geworfen, durch die zwei chineſiſche Frauen ſchwer
ht wurden. Unter der Menſchenmenge entſtand eine große
kſo daß die chineſiſchen Behörden ſofort verſtärkte
Polizei=
en an der Grenze zur japaniſchen Niederlaſſung
auf=
n, um ein Ueberſchlagen dieſer Stimmung zu vermeiden.
Sthe Beiter iſt dann noch auf dem japaniſchen Truppendampfer
ghay Maru”, der etwa zehn Kilometer flußaufwärts vor
Hilli Hafengelände der ſüdmandſchuriſchen Eiſenbahn vor Anker
ein Großfeuer ausgebrochen, das nach japaniſcher
Dar=
ng auf Brandſtiftung zurückzuführen iſt. Die Folgen dieſes
tates ſind noch nicht abzuſehen, doch als äußerſt gefährlich
zeichnen, da ſich auf dem Schiffe eine große Ladung von
sploſiven Stoffen befindet. Sollte dieſe Ladung in die
A gehen, dann ſind gleichzeitig die auf dem Hafengelände
umdenen großen Mengen von Munition und Benzin
ge=
et, durch deren Exploſion alles Umliegende vernichtet werden
e. Bisher ſind 13 chineſiſche Kulis verhaftet worden, die
den Japanern verdächtigt werden, die Brandſtiftung auf
Schiff begangen zu haben.
Fin Anſchlag auf den Völkerbunds=Ausſchnß
in der Mandſchurei?
— Charbin, B. Mai.
imbeſtätigten Gerüchten zufolge ſoll während der Reiſe des
rbundsausſchuſſes von Charbin nach Mukden, und zwar
ſer ſüdlichen Linie der chineſiſchen Oſtbahn beim Bahnhof
nder chache der Zug beſchoſſen worden ſein. Andere Gerüchte
en, daß die chineſiſchen Aufſtändiſchen die Eiſenbahnlinie
hen Tſchangtſchun und Sanſchache zerſtört haben. Obwohl
Verwaltungsrat der chineſiſchen Oſtbahn ſie als falſch be=
Bewe et, veröffentlichen einzelne mandſchuriſche Zeitungen dieſe
eſſien chte. Sie fügen jedoch hinzu, daß nach Eingreifen der
ſiſchen Militärbehörden der Völkerbundsausſchuß
wohl=
ten in Tſchangtſchun eingetroffen ſei. Eine Beſtätigung
Gerüchte aus einwandfreier Quelle liegt nicht vor, da die
ezenſur der japaniſchen Behörden alle Nachrichten über die
im Fernen Oſten ſcharf kontrolliert.
ineſiſcher Prokeſt beim Völkerbund.
„Japan provozierk einen neuen Weltkrieg.”
Genf, 23. Mai.
der chineſiſche Geſandte Yen übermittelte dem
General=
är des Völkerbundes ein Telegramm, in dem darauf
auf=
am gemacht wird, daß die von der japaniſchen Regierung
Erg0. 9 1 Schanghai zurückgezogenen Truppen jetzt zur Beſetzung der
dſchurei verwendet würden, obwohl der in der Mandſchurei
4 Mort
gementll iffene Scheinſtaat noch immer einen integrierenden Be=
1 4au4 ſeil Chinas bilde. Undiſziplinierte japaniſche Soldaten
ſi, vel zierten täglich die chineſiſchen Truppen. Wenn Japan jetzt
vom Völkerbund gezwungen werde, endgültig auf alle
Abſichten zu verzichten, und ſein feindſeliges Vorgehen in
Landſchurei aufzugeben, ſo müſſe mit dem „Ausbruch eines
rieges” gerechnet werden.
bie der Waſhingtoner Korreſpondent der Baltimore Sun
4t, hat Japan die Vereinigten Staaten erfucht, an einer
tiſchkonferenz in Tokio zur Beratung gemeinſamer Maßnah=
Großbritanniens, Frankreichs, der Vereinigten Staaten,
ens und Japans zum Schutze von Leben und Eigentum ihrer
Sangehörigen teilzunehmen. Dieſe Einladung ſoll Staats=
Fär Stimſon in beträchtliche Verlegenheit gebracht haben. Der
vondent meldet weiter, die kommuniſtiſche Gefahr in Amoy
das Staatsdepartement veranlaßt, Kulangſu die Landung
Mannſchaften eines Patrouillenfahrzeuges zu genehmigen,
andere Mächte eine gleiche Aktion unternehmen ſollten.
Fünſ-Mächke=Konferenz in Tokio?
New York, 23. Mai.
Die Regierungsbildung in Japan.
der mit der Neubildung der japaniſchen Regierung
beauf=
e Admiral Graf Saito hat ſich zur Regierungsbildung zwei
Zeit ausgebeten. Es wird erwartet, daß er Mitglieder der
1kai= und der Minſeito=Partei in ſein Kabinett einbeziehen
Admiral Saitos politiſche Geſinnung wird als liberal be=
zeichnet. Das Regierungsorgan „Aſahi” nennt ihn einen
erfah=
renen großzügigen Staatsmann, der einen vernünftigen politiſchen
Kurs verfolgen werde. In den älteren militäriſchen Kreiſen iſt
man mit Saitos Ernennung zum Miniſterpräſidenten als
Vertre=
ter des Militärs befriedigt. Die reaktionären jüngeren Offiziere
bringen Saito jedoch wenig Sympathie entgegen. Um jeden
Aus=
bruch von Unruhen von dieſer Seite zu vermeiden, hat die Tokioter
Polizei alle Vorſichtsmaßregeln ergriffen.
Abmiral Saito.
Admiral Saito hat ſich bereits im ruſſiſch=japaniſchen Krieg.
ausgezeichnet. Er war japaniſcher Vertreter auf der Genfer
Marinekonferenz im Jahre 1927. Als Generalgouverneur in
Korea während der Zeit der größten politiſchen Wirren hat er
ſich große Verdienſte um die Befriedung dieſes Landes erworben.
Ein zweites Todesopfer
des Schanghaier Bomben-Anſchlages.
Schanghai, 23. Mai.
Der Bomben=Anſchlag von Schanghai bei einer am 28. April
im Park von Hongkju abgehaltenen japaniſchen Truppenparade
hat jetzt ein zweites Todesopfer gefordert, und zwar iſt der
japa=
niſche General Schirakawa den damals
erlittenen ſchweren Verletzungen heute
erlegen. — Von den bei dem Attentat
ſchwer verletzten prominenten
japa=
niſchen Perſönlichkeiten war der
Prä=
ſident der in Schanghai lebenden
Ja=
paner, Dr. Kawabata, kurz nach dem
Anſchlag ebenfalls an den erlittenen
Verwundungen geſtorben, während ſich
die übrigen Verletzten, darunter der
japaniſche Geſandte in China,
Schige=
mitſu, Admiral Nomura und eine
wei=
tere Anzahl hoher japaniſcher
Offi=
ziere zum Teil ſchweren Operationen
General Schirakawa. unterziehen mußten. — Das
Bomben=
attentat, als deſſen Urheber man eine
koreaniſche Verſchwörung vermutete und das zur Verhaftung einer
Anzahl verdächtiger Koreaner führte, hatte in Japan eine
un=
geheure Erregung verurſacht.
Der Oberbefehlshaber der japaniſchen Landſtreitkräfte in
Schanghai, General Schirakawa, der das zweite Opfer des
Bom=
ben=Attentats von Schanghai geworden iſt, iſt kurz vor ſeinem
Tod vom Kaiſer von Japan zum Baron ernannt worden. Seine
Leiche wird vorausſichtlich nach Tokio gebracht und dort auf
Staatskoſten beigeſetzt werden.
Kommuniſtiſche Zerſehzungsverſuche
im füdſlawiſchen Offizierskorps.
Belgrad, 23. Mai.
Das Kriegsminiſterium erklärt in einem offiziellen
Commu=
niqué über die Vorgänge in der Marburger Garniſon, daß vor
20 Tagen die Zugehörigkeit der Leutnants Atanaskowitſch und
Miladinowitſch zu einem ausländiſchen kommuniſtiſchen
Propa=
gandadienſt entdeckt worden ſei. Beide Offiziere waren in
Mar=
burg ſtationiert. Dem Leutnant Miladinowitſch iſt es noch in
letzter Minute gelungen, zu fliehen. Leutnant Atanaskowirſch
wurde verhaftet, mit ihm noch ſieben andere Offiziere und der
Major Djokitſch, der beſchuldigt wird, die den Verhafteten zur
Laſt gelegten Taten gekannt und keine Meldung darüber an die
vorgeſetzten Stellen erſtattet zu haben. Dadurch hat ſich Major
Djokitſch mit den ſchuldigen Offizieren ſolidariſiert. Leutnant
Milojkowitſch hat Selbſtmord begangen.
* Bürgerliche Einigung.
Ein Beitrag zu den kommenden Heſſen=Wahlen.
Die abermaligen Heſſen=Wahlen, die durch die Entſcheidung
des Staatsgerichtshofes notwendig geworden ſind, haben ein
Problem über Nacht aktuell werden laſſen, mit dem man ſich
in gewiſſen Kreiſen ſchon ſeit Jahren befaßt hat, das aber
bis=
her faſt unlöslich ſchien. Schon unmittelbar nach der Revolution:
gab es im Lager des deutſchen Bürgertums Stimmen, die mit
Rückſicht auf die völlig veränderten Verhältniſſe eine
partei=
politiſche Neugruppierung nachdrücklichſt verlangten, weil man
mit Recht der Auffaſſung war, daß nur eine ſtraff organiſierte
bürgerliche Front in der Lage wäre, dem Anſturm des
Sozialis=
mus wirkſam zu begegnen. Dieſer zweifellos richtige Gedanke
kam damals nicht zur Ausführung. Man verſah die alten
Parteien mit neuen Firmenſchildern, und ſonſt blieb zunächſt
alles beim Alten. Zunächſt, denn es war nur natürlich, daß
das Fehlen jedes wirklich tragenden Gedankens auf die Dauer
nicht ohne Wirkungen bleiben konnte. Die Parteien wurden
mehr und mehr zu Intereſſenvertretungen, und die weitere
logiſche Folge war die, daß immer mehr Parteien entſtanden,
die ſich die Vertretung wirtſchaftlicher Sonderintereſſen zur
alleinigen Aufgabe ſtellten. Daß in Deutſchland bei
irgend=
welchen Wahlen 20 bis 30 verſchiedene Parteien auftraten, wurde
zur Regel. In weiteſten Kreiſen fand zwar dieſe groteske
Zer=
ſplitterung ſcharfe Kritik, aber trotzdem es, insbeſondere ſeit den
Reichstagswahlen 1928, an warnenden Stimmen nicht fehlte,
blieb ziemlich alles beim Alten. Nur ſo war es überhaupt
möglich, daß dem Nationalſozialismus aus dem bürgerlichen
Lager die Maſſen zuſtrömten. Denn dieſe Maſſen ſuchten
be=
wußt oder unbewußt nach einer politiſchen Idee, die ihre
bis=
herigen politiſchen Vertretungen nicht zu geben vermochten, und
glaubten, ſie im Nationalſozialismus zu finden. Die ſcharfe
Be=
tonung des nationalen Gedankens und der Volksgemeiſchaft
mußte ja ſelbſtverſtändlich auch im bürgerlichen Lager ein
ſympathiſches Echo finden. Darüber aber überſah man ganz,
daß der Nationalſozialismus nicht nur eine nationale, ſondern
auch eine ausgeſpröche s ſozialiſtiſche Bewegung iſt und ſein
will. Daß im übrigen die ſchweren Nöte der Zeit dem
poli=
tiſchen Radikalismus der günſtigſten Boden bereiteten, iſt ohne
weiteres Herſtändlich. So kam es, daß alle Wahlen ſeit 1931,
insbeſondere die Heiſei=Wahlgn vom 15. November, nicht nur ein
gewaltiges Anſchwellen der nationalſozialiſtiſchen Bewegung,
ſondern auch eine völlige Zertrümmerung der bisher beſtehenden
bürgerlichen Parteien brachte. Parteien, die bis dahin das
politiſche Geſchehen ſtark beeinflußt hatten, wurden zu
Splitter=
gruppen, die in den verſchiedenen Landtagen nicht einmal mehr
Fraktionsſtärke aufbrachten. War damit alſo das deutſche
Bürger=
tum politiſch tot, die bürgerliche Ideologie endgültig durch die
ſozialiſtiſche erſetzt?
Daß der triumphierende Sozialismus dieſer Auffaſſung war
und iſt, kann man ihm natürlich nicht verdenken. Erſt dieſer
Tage wieder wandte ja ein namhafter nationalſozialiſtiſcher
Redner unter dem Beifall der bürgerlichen Zuhörer auf das
deutſche Bürgertum die Verſe Wilhelm Buſchs an: „Hier ſieht
man noch die Trümmer rauchen, der Reſt iſt nicht mehr zu
gebrauchen”. Aber dieſe Auffaſſung iſt ſicherlich nicht richtig.
Die bürgerliche Gedankenwelt iſt trotz der Nöte der Zeit noch ſo
lebendig wie ſie es früher war. Die ſtarke ſoziale Einſtellung
unſeres Zeitalters, die geiſtige Ueberwindung jenes
wirtſchaft=
lichen Liberalismus mit dem Grundſatz „Laissez faire, laissez
aller” hat an dem unbedingten Feſthalten am Recht der freien
Perſönlithkeit, insbeſondere auf wirtſchaftlichem Gebiet,
grund=
ſätzlich nichts geändert. Der deutſche Bürger, der Handwerker,
der Gewerbetreibende, der Bauer, lehnt auch heute noch den
Sozialismus grundſätzlich ab, da er ihm weſensfremd iſt. Wenn
aber der Parlamentarismus überhaupt einen Sinn haben ſoll,
iſt es doch der, daß jede Geſellſchaftsſchicht auch ihre politiſche
Vertretung im Staate hat, und daß auf dieſem Wege der
not=
wendige geſunde Ausgleich der Intereſſen gefunden werden
kann. Wenn das deutſche Bürgertum ſich wie bisher der
national=
ſozialiſtiſchen Bewegung zuwendet, kann unter dieſen Umſtänden
die Enttäuſchung natürlich nicht ausbleiben. Sie tritt ein, muß
eintreten in dem Augenblick, in dem der Nationalſozialismus
poſitive Arbeit im Staate leiſten muß. Denn dann ergeben ſich
mit Naturnotwendigkeit die Konflikte zwiſchen der oben
gekenn=
zeichneten bürgerlichen Einſtellung und dem Sozialismus, den ja
gerade die führenden Männer der nationalſozialiſtiſchen
Be=
wegung, wie z. B. Herr Gregor Straſſer, ganz beſonders ſtark
betonen. In Heſſen iſt dieſe Enttäuſchung in gewiſſen Kreiſen
ſchon bald nach den November=Wahlen eingetreten, als die
Nationalſozialiſten im Landtag ihre bekannten
Winterhilfs=
anträge ſtellten und gemeinſam mit den Kommuniſten zur
An=
nahme brachten. Damit iſt das Bürgertum in Heſſen, nachdem
jetzt Neuwahlen notwendig geworden, vor eine ernſte Frage
ge=
ſtellt. Will man aus der tatſächlichen Lage entſchloſſen die
Fol=
gerungen ziehen oder nicht? Mit anderen Worten: Will man
dem Bürgertum im künftigen heſſiſchen Landtag eine ſeiner
Be=
deutung entſprechende politiſche Vertretung ſichern?
Darüber, daß die bürgerlichen Parteien in der Form, in der
ſie bisher beſtanden, abgewirtſchaftet haben, gibt es wohl keine
Meinungsverſchiedenheit mehr. Wenn die ſechs oder ſieben
Par=
teien wie noch im November mit eigenen Liſten auftreten
würden, ſo würde unzweifelhaft — man muß das einmal mit
aller Deutlichkeit ſagen — keine mehr von ihnen auch nur ein
Mandat erhalten. Nicht daß etwa ihre Wähler vom November
inzwiſchen ihre Auffaſſung geändert hätten, aber mit vollem
Recht ſagt ſich jeder Einzelne: Wenn ich eine Partei wähle, die
beſtenfalls einen oder zwei, wenn auch noch ſo tüchtige
Ab=
geordnete in den Landtag zu ſchicken vermag, welche die
poli=
tiſchen und wirtſchaftlichen Entſcheidungen in keiner Weiſe
wirk=
ſam zu beeinfluſſen vermögen, ſo ſchalte ich mich damit ſelbſt
aus. Schon deswegen dürfte auch eine Verbindung verſchiedener
Liſten keinerlei Sinn haben, denn ſelbſt wenn ſolche
Liſten=
verbindungen das Unter=den=Tiſch=fallen von Tauſenden von
Stimmen verhindern würden, ſo würde ein fraktionsmäßiges
Zuſammenarbeiten im Parlament dadurch noch keineswegs
ge=
währleiſtet ſein. Das aber gerade will doch der bürgerliche
Wähler. Er will durch ſeine Wahl ſeinen Gedankengängen
politiſche Stoßkraft geben, und deswegen der Ruf nach
Einigung inweiteſten bürgerlichen Kreiſen. Und
dieſes Verlangen iſt um ſo berechtigter, als ja ernſtliche fachliche
Seite 2 — Nr. 143
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 24. Mai 193:
nachde
ange
zöſiſche
Tard=
macht
tre
aus
konföd
verluſ
haben
währe
von
Wahl
große
Deut
daß
den
hül
vor
ware
vor
mit
Ruck
ſollt
die
Glä.
fing
nich
De
im
Sta
de
a u.
Meinungsverſchiedenheiten, insbeſondere für die heſſiſche
Landes=
politik, zwiſchen den verſchiedenen bürgerlichen Gruppen ſchon
ſeit langem nicht mehr beſtehen. Man will, daß auch der
heſ=
ſiſche Landtag, die heſſiſche Regierung, eine wahrhaft nationale
Politik fördert, ſoweit ihr das möglich iſt, man will eine
ſpar=
ſame, der Leiſtungsfähigkeit des Landes angepaßte Finanzpolitik,
man will eine ſparſame Verwaltung, die ſich als Dienerin des
Staates und nicht als Dienerin einzelner Parteien empfindet.
Man will eine Kulturpolitik, die auf chriſtlicher Grundlage die
konfeſſionellen Intereſſen wahrhaft unparteiiſch wahrt, und man
will die Erhaltung eines Berufsbeamtentums, das ſich freudig
in den Dienſt des Staates ſtellt und dadurch die Durchführung
aller andern Forderungen erſt ermöglicht.
Es hat den Anſchein, als ob das Verlangen weiter Kreiſe
nach einer Einigung des Bürgertums auch bei den politiſchen
Parteien auf fruchtbaren Boden gefallen iſt, und als ob man
auch dort verſtanden hätte, daß es ſich bei einer ſolchen Einigung
nicht nur um ein reines Additionsexempel handelt. Eine bloße
Firmenänderung, etwa wie 1918, würde recht wenig bedeuten.
Wenn man im bürgerlichen Lager wirklich mit Ausſicht auf
Er=
folg in den neuen Wahlkampf gehen will, muß man nicht nur
ein klares praktiſches Programm haben, ſondern ein ſolcher
bürgerlicher Wahlvorſchlag müßte auch Perſönlichkeiten
auf=
weiſen, die jedem Wähler die Gewähr dafür geben, daß ſie auch
den Willen und die Fähigkeit beſitzen, ein ſolches Programm
in der politiſchen Praxis durchzuführen. Würde etwas
Der=
artiges zuſtande kommen, ſo wäre damit wirklich etwas Neues
gegeben, ein neuer Auftrieb für eine lebendige Gedankenwelt,
die ihre natürliche Gegner ſchon tot wähnen. Erfolgt ein
ſolcher Zuſammenſchluß, dann wird er auch Erfolg haben, da er
auch widerſtrebende Parteien zur Mitarbeit zwingen würde.
Oder glaubt wirklich jemand, daß eine
bürger=
liche Partei, die abſeits ſtehen bleiben wollte
gegen eine ſolche neue gemeinſame Front auch
nur irgendeinen Wahlerfolg davon tragen
könnte?
Der Selbſterhaltungstrieb zwingt zum Handeln. Man hat,
wenn wir recht unterrichtet ſind, den Willen zum Handeln.
Es liegt im Intereſſe der geſunden Entwicklung unſeres
Staats=
weſens, daß dieſer Wille auch in die Tat umgeſetzt wird, denn
nur ſo laſſen ſich die Spannungen verringern, die gegenwärtig
alles zu zerſprengen drohen.
M.
Schwere Unruhen in Spanien.
Madrid, 23. Mai.
In El Ferrol haben ſich am Sonntag ſchwere Straßenkämpfe
zwiſchen der Polizei und Streikenden abgeſpielt. Die
Zuſammen=
ſtöße begannen damit, daß die Streikenden zahlreiche Schüſſe gegen
die Kaſernen der Zivilgarde abgaben. Die Einwohner haben ſich
infolge der Unruhen in ihre Häuſer geflüchtet; die Straßen ſind
faſt menſchenleer. Nur vor den Lebensmittelgeſchäften ſtanden die
Käufer Schlange. Man befürchtet weitere Zuſammenſtöße. In
Murcia durchzogen 2000 Streikende die Straßen und ſchlugen
die Schaufenſter vieler Läden ein. Vor dem Rathaus ſtießen ſie
auf eine ſtarke Polizeiabſperrung. Die Ruheſtörer bewarfen die
Polizeibeamten mit Steinen, worauf die Beamten wiederholt
gegen die Angreifer vorgingen. Zahlreiche Manifeſtanten wurden
verletzt. In Bilbao ſangen mehrere hundert Perſonen vor dem
Rathaus die Königshymne. Hier wurden ſieben Perſonen
ver=
haftet.
Das neue belgiſche Kabinekt.
Brüfſel, 23. Mai.
Das zweite Kabinett Renkin, das heute gebildet worden iſt,
ſetzt ſich wie folgt zuſammen: Miniſterpräſident und Finanzen:
Renkin (Katholik); Aeußeres: Hymans (Liberal); Juſtiz: Cocg
(Liberal); Inneres: Carton (Katholik); Nationale Verteidigung:
Brokaert (Katholik); Verkehr: Forthomme (Liberal);
Wiſſen=
ſchaft und Künſte: Petitjean (Liberal); Poſt: Boveſſe (Liberal);
Kolonien: Tſchoffen (Katholik); Arbeit und Sozialverſicherung:
Heyman (Katholik); Oeffentliche Arbeiten: Sap (Flämiſche
Rechte); Ackerbau: van Dievoet (Katholik).
Das zweite Kabinett Renkin zählt wie das erſte ſieben
Katholiken und fünf Liberale. Die meiſten Miniſter des alten
Kabinetts wurden in das neue übernommen. Drei Neulinge
ſind in die Regierung eingetreten, nämlich Carton, Tſchoffen und
Sap. Die beiden erſteren waren jedoch bereits mehrmals in
früheren Kabinetten Miniſter, Forthomme außerdem während
fünf Jahren belgiſcher Oberkommiſſar im Rheinland. Von der
Uebernahme des Verteidigungsminiſteriums durch den
bis=
herigen Kolonialminiſter Brokaert erwartet man eine
Beſchleuni=
gung der Grenzverteidigungsarbeiten an der deutſch=belgiſchen
Grenze.
KoMlgin Laife und der saul voN Däuzig
am 23. Mar leot.
Am 25. Mai 1807 — vor 125 Jahren — ſchrieb Preußens
Königin Luiſe aus Königsberg an ihren Bruder Georg, den
Erbprinzen von Mecklenburg=Strelitz und nachmaligen
Großher=
zog: „Danzig, Danzig, Danzig iſt dahin, ſeit geſtern in
franzöſi=
ſchen Händen, in dieſen verhaßten, über alles gräßlichen
Hän=
den!“ Wie hatte ſich die Königin um dieſes ſtarke Bollwerk, das
ſo tapfer verteidigt wurde, geſorgt! Bis zuletzt hatte ſie gehofft,
daß Danzig ſich bis zum Entſatze halten werde.
In dieſer Hoffnung hatte ſie noch am 15. Mai 1807 an ihren
Vater, den Herzog Karl von Mecklenburg=Strelitz, geſchrieben:
Die gewonnene Schlacht bei Pultuſk (26. Dezember 1806) war
das erſte glückliche Ereignis nach drei Monaten ſchrecklicher
Lei=
den. Die viel entſcheidendere bei Preußiſch=Eylau (7. und 8.
Februar 1807) das zweite Glück und die Ankunft unſeres nahen
Freundes, des Kaiſers von Rußland, die dritte glückliche Epoche.
Nun habe ich wieder Mut, mit der Zunahme meiner phyſiſchen
Kräfte nehmen auch meine Seelenkräfte und Hoffnungen zu!
Die Schlacht bei Eylau war ſehr wichtig in ihren Folgen.
Frei=
lich hat man nicht allen Vorteil davon gezogen, den man hätte
ziehen können, allein die Franzoſen ſind auf eine unerhörte
Weiſe geſchwächt. Sie verloren wenigſtens 30000 Mann, und die
Anbeweglichkeit, die ſeit drei Monaten bei ihnen iſt, iſt wohl der
ſicherſte Beweis, daß ſie ſo geſchwächt ſind, daß ſie nicht an eine
Eroberung denken können. Einer ihrer Deſerteurs, der noch von
mehreren begleitet war, ſagte mir, daß die Bataille von Eylau
ihnen vierzigtauſend Tote und Bleſſierte gekoſtet hätte, und daß
ſie ſchlechterdings nichts zu leben und mit dem größten Elend
aller Art zu kämpfen hätten Die gute Jahreszeit, der
Patriotismus, der ſich mit der erwachenden Natur in jedes
Preußen Bruſt wieder einfindet, die Aktivität, die man bei uns
wahrnimmt, die Sendung des vortrefflichen Blüchers nach
Pom=
mern, alle die Reſerve=Bataillons, die erſt ſeit Monaten
organi=
ſiert ſind, und teils jetzt vorgehen, teils ſchon gut gefochten
haben, alles dies belebt mit neuen Hoffnungen
Ja beſter Vater, ich bin überzeugt, es wird noch alles gut
gehen und wir werden uns noch einmal wieder glücklich ſehen.
Die Verteidigung von Danzig gehet gut, die Einwohner
beneh=
men ſich über alles Lob erhaben, die Soldaten tragen ohne
Murren den ſchwerſten Dienſt, die Einwohner bringen Wein und
Fleiſch herzu, um ſie zu ſtärken. Sie wollen von keiner
Ueber=
gabe reden hören, lieber unter Schutt begraben werden als an
ihrem König untreu handeln. Ebenſo benimmt ſich Graudenz
Vom Tage.
Die ſeit 1. April ds. Js. in Offenbach erſchienene
Tageszei=
tung „Nationaler Beobachter” iſt am vergangenen Freitag mit
ihrer letzten Nummer herausgekommen. Finanzielle
Schwierig=
keiten haben zur Einſtellung des Blattes geführt.
Der Reichsrat iſt jetzt zum kommenden Mittwoch wieder
ein=
berufen worden. Auf der Tagesordnung ſtehen kleine Vorlagen.
Das Große Schöffengericht von Gotha verurteilte im
Schnell=
verfahren 8 Teilnehmer an den Waltershauſener Unruhen, bei
denen es einen Toten und etwa 20 Verletzte gegeben hatte, zu
2 Wochen bis 8 Monaten Gefängnis.
Die erſte Vollſitzung des neugewählten Bayeriſchen Landtags
wird für den 31. Mai einberufen. In dieſer Sitzung des neuen
Landtages wird die Wahl des Präſidiums erfolgen. Als Präſident
wird von der Bayeriſchen Volkspartei der bisherige Präſident Dr.
Stang vorgeſchlagen, der auch wieder gewählt werden dürfte.
Der frühere Landeshauptmann des Burgenlandes, Schreiner,
wurde im Laufe einer heftigen Auseinanderſetzung mit einem
Arbeiter in ſeinem Ziegelwerk erſchoſſen.
Dr. Pfriemer hat die Bundesführung des Deutſchen
Heimat=
ſchutzverbandes übernommen. Er unterſtellt ſich Adolf Hitler, um
öffentlich damit kundzutun, daß die klare einheitliche Linie für den
Heimatſchutz ein= für allemal geſichert iſt.
Der bekannte franzöſiſche Finanzſachverſtändige Profeſſor Riſt
wird ſich Anfang nächſter Woche nach Wien begeben, um die
öſter=
reichiſche Finanzlage zu prüfen.
Die Streiklage in Griechenland hat ſich weiter verſchärft. Auch
die Eiſenbahner Mazedoniens haben ſich dem Streik angeſchloſſen.
Der Simplon=Expreß blieb an der griechiſch=ſerbiſchen Grenze
liegen.
Der türkiſche Gerichtshof in Adana hat in dem Maſſenprozeß
gegen die Aufrührer aus dem Arrarat=Gebiet 34 Angeklagte zum
Tode verurteilt, 179 Angeklagte wurden freigeſprochen und die
übrigen 58 Angeklagten in der Mehrzahl zu 10 Jahren, in
ein=
zelnen Fällen zu 15 und 24 Jahren Zuchthaus verurteilt.
Wie der engliſche Unterſtaatsſekretär Colville im Unterhaus
mitteilte, wird die engliſche Regierung Ausfallbürgſchaften für
die Ausfuhr nach Rußland bis zur Geſamthöhe von 1600 000
Pfund zur Verfügung ſtellen. Die Dauer der Bürgſchaften erſtreckt
ſich durchſchnittlich auf 12 Monate, kann jedoch unter beſtimmten
Fällen auf 18 Monate erhöht werden.
Türkiſcher Miniſterbeſuch in Akhen.
Athen, 23. Mai.
Auf der Reiſe nach Italien ſtatteten der türkiſche
Miniſter=
präſident Ismet Paſcha und der Außenminiſter Tewfik Ruſchdi
Bey dem Miniſterpräſidenten Venizelos und dem
Staatspräſi=
denten Zaimis einen einſtündigen Beſuch ab. Sie machten
Mit=
teilung über die auf ihrer Rußlandsreiſe gewonnenen Eindrücke
und teilten dabei mit, daß Sowjetrußland den Wunſch habe gute
Beziehungen zu Griechenland zu unterhalten. Eine Einmiſchung
in ſoziale oder wirtſchaftliche Verhältniſſe ſei jedoch
ausgeſchloſ=
ſen. — Von Athen ſind die Türken nach Rom weitergereiſt, wo
ſie am Dienstag eintreffen.
Der Deutſche Offiziers=Bund an den Reichskanzler.
Vom D.O.B., Landesverband Heſſen, wird uns geſchrieben:
„Im Hinblick auf die durch die Preſſe verbreitete, bisher
un=
widerſprochen gebliebene Nachricht, daß Beamte und Penſionäre,
auf die bisher mit Rückſicht auf die ſtarken Kürzungen ihrer
Be=
züge die Beſtimmungen über die Kriſenlohnſteuer keine
Anwen=
dung fanden, zu dieſer jetzt ebenfalls herangezogen werden ſollen,
hat der Deutſche Offizier=Bund beim Reichskanzler ſchärfſten
Ein=
ſpruch dagegen erhoben, daß trotz aller gegenteiligen
Verſicherun=
gen maßgebender Mitglieder des Reichskabinetts der genannte
Perſonenkreis nun doch einer erneuten Belaſtung unterworfen
werden ſoll.”
Die Regierungsverhandlungen in Würkkemberg
geſcheiterk.
Stuttgart, 23. Mai.
Die in den letzten vierzehn Tagen gepflogenen
Verhandlun=
gen zwiſchen Nationalſozialiſten, Zentrum, Bauernbund,
Deutſch=
nationalen und Chriſtlichem Volksdienſt zur Bildung einer neuen
württembergiſchen Regierung ſind heute ergebnislos abgebrochen
worden. Sowohl die Koalition von den Nationalſozialiſten bis
zum Zentrum, als auch die Koalition von den Nationalſozialiſten
bis zu den Demokraten ohne das Zentrum iſt als geſcheitert zu
betrachten, da ſowohl das Zentrum als auch die Demokraten ſich
weigern, den Nationalſozialiſten den Poſten des
Staatspräſiden=
ten und des Innenminiſters zu überlaſſen. Bei der völlig
un=
geklärten Lage iſt zu erwarten, daß der Württembergiſche
Land=
tag, der auf morgen Dienstag zur Wahl des Staatspräſidenten
einberufen iſt, dieſe erneut vertagen wird.
und Colberg. Gottlob, daß man wieder einmal auf ehrliche,
ihrer Pflicht getreue Menſchen ſtößt!“
Neben dieſen Worten hoher Anerkennung für die tapferen
Ver=
teidiger von Danzig, Graudenz und Colberg finden wir auch eine
Niederſchrift der edlen Königin, aus der die ganze Trauer, die tiefe
Enttäuſchung ſpricht über die feige Haltung ſomancher
Kommandan=
ten der preußiſchen Feſtungen nach der Kataſtrophe bei Jena und
Auerſtädt. Dieſer Schmerzensruf einer treuen deutſchen Frau darf
nicht vergeſſen werden: „Gott, was haben wir für entſetzliche
Erfahrungen gemacht, was haben wir für Menſchen kennen
ge=
lernt! Solange wir an den Folgen einer unglücklichen Schlacht
litten, ſo war ich gefaßt; man hat ſchon mehr ähnliche Fälle
geſehen, und mit der Zeit konnte man hoffen, es wieder gut
zu machen. Aber als die Infamie der Menſchen mit ins Spiel
kam, da war ich — ich geſteh’ es — troſtlos! Denn von nun
an hörte jede Berechnung auf! Die feſten Plätze gingen durch
Feigheit und Verrat über, gerade diejenigen Feſtungen, die uns
Schutz und dem Unglück Grenzen ſetzen ſollten!Der
Komman=
dant von Küſtrin hatte dem König in die Hand perſprochen, die
Feſtung als ehrlicher Mann und Soldat zu verteidigen, und acht
Tage darauf war ſie durch den Verrat dieſes Niederträchtigen
in der Hand des Feindes!”
In Danzig ſtanden als Beſatzung fünfzehntauſend Mann
unter dem Grafen Kalckreuth. Anfang März 1807 rückten die
Franzoſen unter Marſchall Lefébre vor die Stadt. Napoleon
ſelbſt ſtand mit ſeiner ganzen Armee hinter der Paſſarge, um
die Belagerung der wichtigen Stadt zu decken; er ſelbſt nahm
ſein Hauptquartier auf Schloß Finkenſtein. Leider verſäumten
die Ruſſen die friſche Nehrung, welche die Landverbindung mit
Königsberg herſtellte, gehörig zu beſetzen, und ſchon am 20.
März gelang es den Franzoſen, dieſe in ihre Hände zu bringen.
Am 7. Mai eroberten die Franzoſen auch den „Holm”, die
Dan=
zig vorgelegene Weichſel=Inſel, die von 1500 Ruſſen verteidigt
wurde. Jetzt endlich ſandte der ruſſiſche Oberbefehlshaber
Ben=
nigfen unter General Kaminſki ein Korps von 5300 Ruſſen und
1300 Preußen nach Pillau ab, in der Abſicht, von dort aus auf
dem Seewege dieſe Truppen nach Neufahrwaſſer zu werfen. Aber
Napoleon durchſchaute dieſe Abſicht und ſandte ſofort vom Korps
Lannes 12000 Mann und vom Korps Mortier aus Pommern
8000 Mann zur Verſtärkung der Belagerungsarmee ab, die
da=
mit auf ſechzigtauſend Mann anwuchs! Ein Beweis, welche
Be=
deutung der Franzoſenkaiſer der Eroberung der alten
Weichſel=
ſtadt beilegte! Am 15. Mai verſuchte der ruſſiſche General
Kaminſki über Weichſelmünde der belagerten Stadt Entſatz zu
bringen, er wurde aber von Oudinot zurückgeſchlagen. Auch der
von dem preußiſchen Oberſt von Bülow, dem nachmaligen
Zie=
ger von Großbeeren und Dennewitz, unternommene Angriff von
der friſchen Nehrung aus, ſcheiterte.
Das Geheimnis um Preußen.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Der neugewählte preußiſche Landtag tritt am Diens
nachmittag um 3 Uhr zu ſeiner erſten Sitzung zuſammen. V
läufig weiß aber noch kein Menſch, mit welchen Ereigniſſen
rechnen ſein wird. Der Dienstag ſelbſt wird vorausſicht
nur den Namensaufruf bringen. Dagegen wird die ſich
ſchließende Sitzung des Aelteſtenrats von weittragender
deutung ſein. In dieſer Sitzung werden ſich die Fraktio
vertreter — die Mittelparteien haben wegen ihrer zahlenmäßi
Schwäche im Aelteſtenrat keinen Sitz erhalten — darüber
unterhalten haben, ob den Nationalſozialiſten der Landta
präſident oder aber der Miniſterpräſident zugeſtanden wer
ſoll. Für den Landtagspräſidenten werden die Nationalſoziali
die erforderliche Mehrheit aufbringen können. Da ſie aber e
das Miniſterpräſidium für ſich in Anſpruch nehmen, würden
bei einem derartigen Gang der Ereigniſſe in dem ſogenann
Dreier=Komitee die Mehrheit erhalten. Sie könnten dann, w
es ihnen nötig erſcheinen ſollte, in dieſem Komitee die 9
löſung des Landtages und die Ausſchreibung von Neuwal
durchdrücken.
Es wird nun allgemein angenommen, daß im Aelteſter
der Verſuch gemacht werden wird, Fäden zwiſchen dem Ze
trum und den Nationalſozialiſten zu ſpinnen,
Koalitionsverhandlungen in die Wege zu leiten. Im Zenty
iſt man jedoch nach der Rede Hitlers keineswegs mehr h.
nungsvoll. Die Zeitung „Der Deutſche”, die dem Zentrum
naheſteht, erinnert an eine Erklärung des Abg. Steger in
Zentrums=Fraktionsſitzung des preußiſchen Landtages, wor
die Preußenpolitik des Zentrums maßgebend von der Rei
politik beeinflußt ſei. Dieſe Erklärung, ſo heißt es
„Deutſchen”, iſt bon entſcheidender Bedeutung. Sie beſ
daß die Preußenfräktion des Zentrums zu keiner Koalition
Regierung die Hand bietenßwerde, die gegen die Perſon
den politiſchen Kurs des Reichskanzlers gerichtet wäre. 2
Haltung des preußiſchen Zentrums ſchließt nach Anſicht
„Deutſchen” praktiſch jede Möglichkeit einer Verſtändigung
den Nationalſozialiſten in Preußen aus.
Der nationalſozialiſtiſche Abg. Roſenberg meint allerdt
im „Völk. Beobachter”, daß noch nicht alle Türen zugeſchle
ſeien. Er äußerte ſich aber nicht näher über die Möglid
einer Regierungsbildung. Vielleicht wird der nationalſoz
ſtiſche Vertreter im Aelteſtenrat dem Zentrum darüber re
Wein einſchenken. Vorläufig halten die Nation
ſozialiſten noch immer daran feſt, das Herr
Brüning zu verſchwinden hat und der Rei
tag aufzulöſen iſt, und daß für ſie in Preu
eine Regierungsbeteiligungnur dann in Fre
kommt, wenn auch im Reich den Nation
ſozialiſten ein entſprechender Einfluß e
geräumt wird.
Wir können uns nicht vorſtellen, daß in der kurzen Sit
des Aelteſtenrats die Dinge ſchon ſo weit vorwärts getri
werden können, daß man bereits ein Einvernehmen über
Wahl des Miniſterpräſidenten erzielen könnte. Hinzu kon !
daß es noch keineswegs ſicher iſt, ob die Nationalſozialiſten
Beſetzung des Landtagspräſidiums in der Reihenfolge zuſtim Ii
werden. Zunächſt dreht ſich noch alles erſt einmal um
beiden Poſten des Landtagspräſidenten und des Min;
präſidenten. Dann wollen aber die Nationalſozialiſten die
ſchäftsordnung wieder abändern. Sie werden dabei eine Ni
lage erleiden, weil die Kommuniſten bereits durch den
Koenen haben erklären laſſen, daß ſie alles unterlaſſen wer
was für die Nationalſozialiſten von Vorteil ſein könnte.
Selten hat es unmittelbar vor dem Zuſammentritt
Länderparlaments größere Unklarheiten gegeben, als das
in Preußen der Fall iſt. Man weiß nicht was
nächſten drei Tage bringen werden. Man m
erſt recht nicht, wie ſich die weitere Zuku
Preußens geſtalten wird. Die Regierung Otto B
exiſtiert ſeit dem 23. Mai nur noch als geſchäftsführe
Miniſterium. Otto Braun hat aber nicht die geringſte Neie
die Geſchäfte weiterzuführen. Es iſt wohl anzunehmen,
er ſehr bald einen Erholungsurlaub antritt und dem d
älteſten Miniſter die Regierung übergibt. Nach der
Verfa=
muß aber das Kabinett Otto Braun ſo lange im Amt ble
bis ein neuer Miniſterpräſident gewählt iſt. Wann aber
der Fall ſein wird, können ſelbſt die gewiegteſten Parlament
nicht vorausſagen.
je die
Auch hierüber iſt die Königin Luiſe unterrichtet; ſie ſo
am 19. Mai 1807 in tiefem Schmerz und in gerechter Empt
über die Haltung des ruſſiſchen Oberfeldherrn von Bennigſe
den König: „Die Niederlage Bülows, der mißglückte En
Verſuch für Danzig, all” dieſes läßt mich klar erkennen, da
auf dieſen Platz nicht mehr zählen dürfen! Durch den un
digen Starrſinn dieſes elenden Bennigſen, der ſich um die
Sache zu kümmern ſcheint, wie die Sohle um den Stiefel,
alſo dieſer Platz verloren; das wird nicht nur die ſchlim
Folgen haben, ſondern auch für Napoleon ein neuer Trit
ſein und ſicher die Stimmung in Frankreich und auch bei
Truppen mit ihm ausſöhnen! Wäre es nicht möglich, da
mit dem Kaiſer Alexander ſprichſt und ihn dazu bringſt,
Bennigſen befiehlt, etwas Entſcheidendes zu unternehmen”
Zwei Tage nach dem Abgang dieſes Briefes an den
erfolgte der Hauptſturm auf die Stadt, die ſeit dem 23.
von den Franzoſen bombardiert worden war. Der furch
Angriff wurde abgeſchlagen. Drei Monate lang hatte ſid
brave Garniſon in den einfachen Feld=Verſchanzungen
Hagelsberges und der Stadt gegen die franzöſiſche Uebert
heldenmütig gehalten. Nun trat Mangel an Munition un
Lebensmitteln ein. Ein engliſches Schiff machte einen I
Verſuch, beides in die Stadt zu bringen. Es ſegelte flott h
der es beſchießende Feind wurde durch Geſchützfeuer ve
alles jubelte, neue Hoffnung erfüllte Garniſon und Bürger
da ſtrandete das Schiff und mußte vor den Franzoſen die
ſtreichen. Jetzt war alles aus. Danzig mußte ſich am 25.
ergeben, doch durfte die Garniſon mit kriegeriſchen Ehrer
ziehen. Es waren etwa 12000 Mann, die ſich mit Waffen
Gepäck, fliegenden Fahnen, klingendem Spiel, brennenden
ten und zwei beſpannten Geſchützen gegen Pillau wandten.
General Lefebre erhielt von Napoleon den Titel eines
zogs von Danzig”; im Tilſiter Frieden wurde Danzig zum
ſtaat” erklärt, doch blieb eine franzöſiſche Garniſon unter
Gouverneur” in der Stadt liegen. Erſt am 3. Februar
kehrte Danzig unter preußiſche Herrſchaft zurück.
Der Fall von Danzig gab Napolcon erſt die volle
wegungsfreiheit für ſeine Armee wieder.
Die Haltung des ruſſiſchen Oberbefehlshabers Benn
wurde allgemein verurteilt. Der General von der Marwif
Herzog Eugen von Württemberg, Graf Henckell von Don
marck und andere Sachverſtändige haben in ihren Erinnert
ein vernichtendes Urteil über den ruſſiſchen Feldherrn 9‟
„Es war ein wahrer Hohn auf die Kriegskunſt, wenn eine
Armee drei Monate lang ruhig mit anſah, daß eine Feſtun
Danzig, deren Beſitz auf den ganzen Operationsplan C.
hatte, belagert und genommen wurde, und daß Bennigie!
dann wieder zur Offenſive überging, als er die Uebergabe
zigs erfahren hatte‟,
enstag, 24. Mai 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 143 — Seite 3
Buch und Flinke.
mit
Von unſerem =Korreſpondenten.
Rom, Mitte Mai.
In dieſem Jahre der Feiern zur Erinnerung an die
iſtiſche Revolution” folgen ſich Zuſammenkünfte und Feſte
verſchiedenſten Gattungen italieniſcher Fasciſten. Dieſer
nun waren Studenten verſammelt, in ihren
mittelalter=
bunten Filzhüten, die man in Deutſchland nur aus
ten Shakeſpeares kennt. Sie zogen vor den Palazzo
zia, die Reſidenz Muſſolinis, und riefen ſolange nach dem
. bis ſich die berühmte Balkontür auftat, und Muſſolini
ge Worte zu der rieſigen Menge auf dem Platze ſprach.
Vie ſchon ſo oft hat der Kenner der Volksſeele wieder
ein=
in — den nüchterenen Nordländer leicht theatraliſch anmuten=
— Schlagwort geſchaffen, das faſt als Ueberſchrift über
Politik und den Entſcheidungen dieſes Sommers und des
ienden Herbſtes ſtehen könnte. Der Duce trat auf den
on heraus und hob in der rechten Hand eine Flinte, in
linken ein Buch in die Höhe. Während er mit dieſen
bolen winkte, rief er wenige Worte zur Studentenmenge
iter. Darunter war folgender bezeichnender Satz: „Für
r iſt es beſſer, unſern Geiſt und unſere Muskeln zu
n."
Buch und Flinte werden vielleicht die nächſten Monate der
päiſchen Geſchichte beſtimmen. Aus Deutſchland klingen
Stimmen energiſcher, als man bisher gewohnt war, in
kreich dafür ſcheint eine mehr linksgerichtete Regierung
Ruder zu gelangen, bei der man aber unter Herriots
zien auch auf ſcharfe Tonart gewärtig ſein muß. Auf
Fall aber iſt eine derartige Regierung in Italien weniger
geſehen, als es eine rechts gerichtete im Geiſte Tardieus
Aber auch er, der als ein bewußter Verfechter eines
öſiſch=italieniſchen Ausgleichs gilt, hat ſeine Zeit nicht
aus=
zt und die erſte Gelegenheit ſeit geraumer Zeit verſtreichen
, in der eine Bereinigung der wichtigſten Streitfragen
gen Rom und Paris möglich war. Zum Teil war daran
, daß die Wahlen in Deutſchland bei der italieniſchen
Re=
ng den Eindruck erweckten, eine Begleichung alter
italo=
öſiſcher Rechnungen ſei in einem Augenblicke nicht nützlich,
em man vielleicht auf eine beſſere Konjunktur warten
Vor allem aber konnte ſich Frankreich offenbar zu einer
erung des ſogenannten „Status von Tunis” nicht
ent=
zen und ließ auch die von Rom erwarteten härteren
Maß=
en gegen die italieniſchen Emigranten, jene antifasciſtiſchen
rusciti” in Frankreich, nicht eintreten, die am beſten bei
olini den guten Willen zum Ausgleich auf franzöſiſcher
gezeigt hätten. Hier haben wohl Vorbereitungen für die
öſiſchen Wahlen hemmend gewirkt, weil Tardieu den
liſten in Frankreich keinen weiteren Agitationsſtoff
ge=
en wollte. Nun iſt der günſtige Augenblick vorbei. In
en iſt „Buch und Flinte” das Loſungswort.
* )abei iſt zu beachten, daß eine Flinte größer und wuchtiger
s ein Buch. Nicht als ob der Duce einen Krieg wollte.
and will ihn, weil niemand Geld dazu hat. Aber er will,
o wie andere Politiker, daß das eine Buch der Sünde,
Schuldbuch von Verſailles ſamt ſeinen Konten in Amerika
eei andern Gläubigern vernichtet werde. Er will vor allem
e, daß die Flinten abgerüſtet werden, denn die Flinten
veeres koſten zu viel, viel mehr als dieſe eine
Propaganda=
auf dem Balkon des Palazzo Venezia. Gerade nach den
öſiſchen Wahlen zeigt es ſich, daß mehr wie vorher die
hen Forderungen mit den italieniſchen übereinſtimmen,
tß t ſie die Kriegsfolgen mit Verſailles und die Kriegsſchulden
fen. Sogar das heikle Thema der „Donaukonföderation” wird
iem gemeinſamen Sinne lösbar werden, wenn erſt einmal
uuſanne ein Grund und Boden gefunden wird, auf dem
Nind neue Saat für eine neue Ernte auf dem Weltmarkt
auf=
ſoll.
Kuſſolini hat in der letzten Tagung des fasciſtiſchen
en Rats die Hauptforderungen auf
außen=
tiſchem Gebiet kurz zuſammengefaßt. Sie lauteten:
eichung der Reparationen und
Kriegsſchul=
ſofortige Beendigung des Zollkrieges
als duliſion der Friedensverträge Abänderung
matl Aktivierung der diplomatiſchen Methoden
ſchließlich Einſchränkung der Rüſtungen.
Feſtſtellungen erfolgten, kurz nachdem vorher nochmals
i über franzöſiſch=italieniſche Beſprechungen betreffs einer
herung geflüſtert worden war. Offenbar waren aber auch
aal die Fühlungsbeſtrebungen geſcheitert, und der alte
And einer italieniſchen Unzufriedenheit mit der franzöſiſchen
ng in den Italien in vitaler Weiſe betreffenden Punkten
italieniſcher Auffaſſung „vital”) wieder erneut eingetreten.
0A Lichtig iſt unter den oben aufgezählten Punkten in
ulinis Ausführungen nun beſonders der Punkt: Aenderung
Uktivierung der diplomatiſchen Methoden. Dieſes Thema
Ai Bedeutung durch den Ausgang der verſchiedenen Wahlen
in Deutſchland gewonnen. Denn die nationalſozialiſtiſchen
Kreiſe in Deutſchland finden hier eine politiſche Mahnung, die
ſie wahrſcheinlich ebenfalls unterſchreiben werden. Dieſes
Thema Muſſolinis, für deſſen aktuelle Behandlung er Zeit bis
zum Oktober läßt, umſchließt den ganzen Komplex der
Völker=
bundstätigkeit. Man wird zunächſt den Verlauf der Tagung
von Lauſanne abwarten, man wird dort das „Buch” nochmals
ſprechen laſſen. Aber man wird mit der Buchlektüre aufhören,
wenn es ſich im Herbſt als nötig erweiſen wird, ob man
gründlich in den Völkerbund von Genf hineinleuchten muß.
Der Fascismus wird ſich bis zum Oktober Zeit laſſen, ehe er
ſeine Stellung zum Völkerbund genauer präziſiert. Erſt dann
wird ſich zeigen, ob man die Flinte des berühmten Artikel 19
der Völkerbundsverfaſſung hervorholt, laut dem der
Völker=
bund berechtigt iſt, auch die Friedensverträge zu revidieren.
Muſſolini wird die Flinten nicht auf dem Kriegstheater lärmen
laſſen, aber er wird ſie wohl auf dem politiſchen Welttheater
in Genf knallen machen. Er wird dabei Bundesgenoſſen haben.
Und wenn Genf dieſe Flinten nicht hören will, dann kann das
Buch von Genf unter Umſtänden durch eine ſolche Flinte
durch=
löchert werden.
der heſſiſche Etat
durch Rokgeſeh in Kraft geſetl.
Amtlich wird mitgeteilt:
Durch die Ungültigkeitserklärung der Landtagswahl iſt die
Möglichkeit genommen, daß der Staatsvoranſchlag für das
Rech=
nungsjahr 1932 durch den Landtag verabſchiedet wird. Die
Re=
gierung iſt dadurch gezwungen worden, in Anwendung der
Be=
ſtimmungen des Artikels 9 der Heſſiſchen Verfaſſung durch
Not=
geſetz die erforderliche etatrechtliche Grundlage für die Führung
der Staatsgeſchäfte zu ſchaffen. Das Notgeſetz — das ſich
übri=
gens auf den Artikel 48 der Reichsverfaſſung ſowie auf die
Ver=
ordnung des Reichspräſidenten zur Sicherung der Haushalte von
Ländern und Gemeinden vom 24. Auguſt 1931 ſtützt — iſt
inzwi=
ſchen erlaſſen worden. Es wird dem neuen Landtag bei ſeinem
Zuſammentritt ſofort zur Beſtätigung vorgelegt werden.
Genf bringt es an den Tag.
Der franzöſiſche Marineminiſter plauderk aus der Schule. — Der Berſailler Beritag haf deutſchland
auch die Berkeidigungsmikkel nehmen wollen.
lichſt genau zu präziſieren und die Geſchützkaliber entſprechend
den Abrüſtungsbeſtimmungen des Verſailler Vertrages feſtzu=
Eine inkereffanke Zeſtſtellung
ſetzen.
im Genfer Marine=Ausſchuß.
Genf, 23. Mai.
Der Vertrag von Trianon hat bekanntlich Ungarn die
Unter=
haltung von Flußmonitoren von einer gewiſſen Größe ab
ver=
boten. Ungarn hat nunmehr den Antrag geſtellt, Flußmonitore
von einer gewiſſen Größe ab als Angriffswaffe zu bezeichnen.
Der franzöſiſche Vertreter, Marineminiſter Dumont, wandte
ſich heute im Marineausſchuß gegen dieſen Antrag und erklärte,
es ſei nicht angängig, einzelne Beſtimmungen der
Friedensver=
träge zur Begründung von Anträgen mit rein techniſchem
Cha=
rakter heranzuziehen.
Er betonte ausdrücklich, daß man durch die
Entwaffnungs=
beſtimmungen Deutſchland und ſeine Verbündeten auch eines
Tei=
les ihrer Verteidigungsmittel habe berauben wollen, und wies zur
Erläuterung darauf hin, daß auch die Rheinlandfeſtungen, die
doch ausſchließlich Verteidigungszwecken dienten, geſchleift werden
mußten.
Der deutſche Vertreter, Vizeadmiral von Freyberg, wies
dem=
gegenüber darauf hin, daß der Verſailler Vertrag eine ganze
Reihe rein techniſcher Artikel enthalte, und daß, wenn man auch
zugeben könne, daß die Frage eine gewiſſe politiſche Seite habe,
es für die Arbeiten der Abrüſtungskonferenz unumgänglich ſei,
bei jeder Gelegenheit auf dieſe Artikel, in denen das Problem der
Entwaffnung Deutſchlands auch von rein techniſchen
Geſichtspunk=
ten gelöſt worden ſei, hinzuweiſen.
v. Freyberg erklärte, er nehme aber mit größtem Intereſſe
die Feſtſtellungen einer ſo berufenen Autorität, wie es der
fran=
zöſiſche Marineminiſter ſei, zur Kenntnis, daß der Verſailler
Ver=
trag Deutſchland auch die Verteidigungsmittel habe nehmen
wollen.
Hinnloſe Verhandlungen. — Keine Einigung über die
Beſſimmung des Angriffscharakters der Geſchüße.
Genf, 23. Mai.
Die völlige Ergebnisloſigkeit und Sinnloſigkeit der
Verhand=
lungen der techniſchen Ausſchüſſe zeigt ſich deutlich in einer
Ent=
ſchließung des Heeresausſchuſſes, mit der die Beratungen über die
Beſtimmung des Angriffscharakters der Geſchütze abgeſchloſſen
wurden.
Die Entſchließung bedeutet, daß man ſich über die
Beſtim=
mung derjenigen Geſchützkaliber, die als Angriffswaffen gelten
ſollen, nicht geeinigt hat. In ihr kommt zum Ausdruck, daß eine
Reihe von Staaten unter Führung von Frankreich jeder
Defini=
tion der Angriffswaffen und jeder Präziſierung der
Geſchützkali=
ber mit Offenſivcharakter möglichſt ausgewichen ſind und verſucht
haben, die Grenze der Geſchützkaliber mit Angriffscharakter
mög=
lichſt hoch anzuſetzen. Die deutſche Delegation hat im Gegenſatze
dazu darauf hingewirkt, die Geſchütze mit Angriffscharakter mög=
Die Frage der Geſchütze mit Angriffscharakter wird nunmehr
im Rahmen der Fragen über die qualitative Abrüſtung in dem
Hauptausſchuß der Konferenz zur Entſcheidung gebracht werden
müſſen. Die deutſche Delegation wird auch innerhalb der
Haupt=
kommiſſion an ihrem Standpunkt konſequent feſthalten, daß die
Waffenverbote des Verſailler Vertrages zur Richtſchnur der
Be=
ſtimmungen über die allgemeine Abrüſtung gemacht werden.
Frankreichs künfkige Außenpolikik.
Stimmungsmache gegen deutſchland.
Von unſerem A.=Korreſpondenten.
Paris, 23. Mai.
Es wird immer klarer, daß Herriot alle zur Kabinettsbildung
nötigen Elemente in der Hand hält. Selbſt die franzöſiſche Rechte
beginnt, ſich allmählich damit abzufinden. Man glaubt, daß die
Gefahr einer aktiven Teilnahme der Sozialiſten an der
Regie=
rung vorerſt beſeitigt iſt. Man ſchiebt dabei die außenpolitiſchen
Gegenſätze beſonders die in der Abrüſtungsfrage, in den
Vorder=
grund. Die Radikalen wollen nämlich keine „maſſive”
Herab=
ſetzung der Rüſtungen. In der Praxis gibt es auch andere, ebenſo
wichtige Gegenſätze. Man braucht nur die ſozialiſtiſchen
Forde=
rungen der Verſtaatlichung der Verſicherungsgeſellſchaften, der
Eiſenbahnen und den Ausbau der Arbeitsloſenunterſtützung zu
erwähnen. Wenn aber die Sozialiſten außerhalb des Kabinetts,
ja ſelbſt neutral bleiben, ſo bedeutet das noch nicht, daß ihr
Ein=
fluß ſich nicht doch auswirken wird.
Man hält es für ſehrwwahrſcheinlich, daß ein Kabinett Herriot
unter anderen die Namen Queuille, Germain Matin, Deladier
und Chautemps enthalten würde. Herriot ſelbſt ſoll als
Mini=
ſterpräſident das Außenminiſterium für ſich beanſpruchen. Von
rechts her verſucht man, ſich ihm auf dieſem Terrain zu nähern.
Das iſt kein ausſichtsloſes Beginnen; denn manche ſeiner
außen=
politiſchen Anſchauungen, die er in ſeinen früheren Artikeln
nie=
derlegte, decken ſich vollkommen mit den Anſchauungen der
Rech=
ten. Man zitiert ſie immerfort, wenn man dabei auch ziemlich
plump verfährt. Der Ernſt der außenpolitiſchen Lage dient als
Argument für die innere Eintracht, oder, wenn man will, als
Baſis der Annäherung zur kommenden Regierung.
Beunruhi=
gend iſt dabei nur, daß man die außenpolitiſchen Schwierigkeiten
zu dieſem Zweck noch übertreibt. Wie während des
Wahl=
kampfes, ſo wird auch jetzt von rechts her eine Alarmſtimmung
geſchürt, aber jetzt nicht mehr finanzpolitiſch, ſondern
außen=
politiſch. Die Agitation gegen Deutſchland iſt dabei das
wich=
tigſte Mittel, man bedenkt dabei gar nicht, welch ſchweren
Scha=
den man damit verurſacht.
Die außenpolitiſche Situation in Europa verträgt wirklich
keine Belaſtung mehr. Man ſcheint das aber nicht einzuſehen.
Die große Campagne um die Memoiren Streſemanns — ſie wurde
wirklich an den Haaren herbeigezogen — iſt ein Beweis dafür,
Man hat ſcheinbar an den aktuellen Fragen nicht genug . . .
uch Königin Luiſe ſchreibt an ihren Bruder Georg: „Der
war zu retten, wenn Bennigſen eine kleine Diverſion
um die Aufmerkſamkeit der Belagerer zu teilen. Ein
wäre ihm gewiß geweſen, da die Hauptarmee Napoleons
ordentlich geſchwächt war, und alſo der Feind leichter als
ſchlagen geweſen wäre‟ . . . und dann klingt das Lob der
Bürger und der tapferen Garniſon aus in dem Briefe
önigin: „Danzigs Bürger haben ſich als brave Menſchen
IIs gute Patrioten erwieſen, die Truppen haben Wunder
Tapferkeit und größte Ausdauer bewieſen! 51 Tage und
unterm Gewehr, viele ehrenvolle Ausfälle — und nun
ieſe Anſtrengungen umſonſt, belohnt durch die Kapitula=
Doch gerecht muß ich ſein, auch mitten in meinem Schmerz!
apitulation iſt die ehrenvollſte, die man ſich vorſtellen kann!
Sang und Klang, mit Waffen und Gepäck freier Abzug!
euth hat alle Ehre davon, er hatte kein Pulver mehr —
a hört alles auf! Nur ſo konnte ſich dies fürchterliche
rſpiel enden!"
er tapfere Verteidiger Danzigs, Graf Friedrich Adolf von
euth (geb. 22. Februar 1737) wurde von ſeinem König
Feldmarſchall ernannt; er ſtarb als Gouverneur von
Ver=
n 10. Juni 1818, im hohen Alter von 81 Jahren. Der
ſeinen Entrüſtung über die unverſtändliche und unverzeih=
Haltung Bennigſens gab Preußens tapfere Königin in
Briefe an den Kaiſer Alexander I. vom 2. Juni 1807
uck: „Seit meinem letzten Briefe haben die Dinge ihr
ſehr verändert, und der Verluſt von Danzig hat alle in
ebhaften Kummer geſtürzt. Ich kann Ihnen nicht
ver=
das Herz zermürbt es mir, wenn ich ſehe, mit wie
Eifer man Ihre guten Abſichten zu erfüllen ſucht, und
Jeneral Bennigſen alles tut, um die ganze Welt glauben
ichen, wir hielten unſer Wort nicht und ſeien die
Ur=
ſeiner unbegreiflichen Untätigkeit. Verzeihen Sie, lieber
wenn ich Ihnen zu ſagen wage, daß ich an ſeinen guten
ten zu zweifeln beginne, denn alle acht Tage beruft er
if einen neuen Grund, um ſeine Unentſchloſſenheit zu
ent=
gen. Ihre ruhmbedeckte Armee würde überall neue
Lor=
pflücken, wenn ſie gut geführt würde. Ich bin ſehr kühn,
h in ſolcher Weiſe zu Ihnen ſpreche, aber wer Sie keunr
), wer Ihre erhabene Abſicht kenn: und ſieht, daß all' das
die Schuld eines einzigen Mannes unausgeführt bleibt,
nderſteht nicht dem Bedürfnis, Ihnen ſein Herz
auszu=
n.
y hat vor 125 Jahren Preußens edle Königin um ihr
es Danzig gekämpft, gerungen und getrauert — um die=
Stadt, die auch heute der Gegenſtand unſerer Liebe,
unſe=
rauer, und unſerer Hoffnung iſt!
Dr. Ludwig Roth.
Frankfurker Muſikbrief.
Die Wiederaufnahme des „Ring des Nibelungen” in den
Spielplan iſt in jeder Beziehung zu begrüßen. Die Tetralogie in
Der Inſzenierung Dr. Wallerſteins gehört zu deſſen erfreulichſten
künſtleriſchen Taten; überdies will das Publikum wieder Wagner
hören. Die Zeit der Verkrampfung fangt an zu weichen, ein
Zeichen beginnender Geſundung des Geſchmacks. Die Beſetzung
iſt im weſentlichen dieſelbe geblieben; in erſter Linie iſt der in der
Beherrſchung des Traditionell=Wertvollen ausgezeichnete Siegmund
und Siegfried O. Fangers zu nennen. Die Brunhilde ſingt jetzt
E. Gentner=Fiſcher, ſtimmlich bewundernswert, ohne in der
Ge=
ſtaltung ihre Vorgängerin B. Lauer=Kottlar zu erreichen. Die
muſikaliſche Leitung H. W. Steinbergs hält ſich an der
Ober=
fläche; die Farben werden dick aufgetragen, innerliche Höhepunkte,
wie der Trauermarſch und der Schluß der Götterdämmerung
ver=
ſchwimmen in der blechbetonten Wiedergabe — Das in der
Spiel=
zeit erfolgte Ausſchefden der hochdramatiſchen Kammerſängerin
Lauer=Kottlar reißt eine ſchmerzliche Lücke in dem Enſemble. Sie
vereinigte abgeklärtes geſangliches Können mit gefühlsſtarkem,
künſtleriſch bedeutſamen Erleben. Die von ihr verkörperten
Ge=
ſtalten hatten Monumentalitätkund Echtheit, die größte und
be=
deutendſte Künſtlerin unſerer Oper hat uns mit ihr verlaſſen. Von
ihren zwingendſten Leiſtungen wird man die Brunhilde, Iſolde,
Aida, Amelia. Elektra, und vor allem die Feldmarſchallin im
Roſenkavalier nicht vergeſſen.
Die Tänzerin Niddy Impekoven gab einen Tanzabend im
Schauſpielhaus mit neuem Programm. Dieſe Künſtlerin gehört
zu den Großen ihres Fachs, vielleicht hat ſie überhaupt keine
ernſt=
hafte Konkurrentin in Deutſchland. Die frühlingshafte Naivität
ihrer Kunſt, die kindliche Gläubigkeit ihres Gefühls — die an die
künſtleriſche Eigenart der Sängerin M. Jvogün erinnern —, der
wahrhafte Sinn für Komik und Groteske, das alles ſind Gaben,
die in dieſer Vereinigung ſelten ſind, und die gerade in der jetzigen
Zeit doppelt wohltuend wirken. Sie tanzte Mozart, Schubert und
Bach — daß man Bach tanzen kann, weiß man wohl erſt ſeit
Niddy Impekoven —: den Schluß bildeten Tänze moderner
Kom=
poniſten, wie Bartok und D. Milhaud, die nicht in allem dem
Weſen der Künſtlerin entſprachen. Der Beifall war ganz echt und
herzlich. Man ſollte in dieſen Tagen der Gedrücktheit von Staats
wegen N. Impekoven auftreten laſſen; für die, die ſich das Gefühl
für das Unverfälſchte in der Kunſt bewahrt haben, wird ihre
Kunſt ſeltene Labung ſein.
Dr. W. Kn.
„Aktenſtaub”. Von Stadtrat Hermann Drechsler. (Aus
dem Tagebuch eines Wohlfahrtsdezernenten.) Preis broſch.
2,00 RM. (Verlagsanſtalt „Courier”, Berlin SO. 16.).
Ap. Dies Buch iſt aus der Not geboren, ſagt der Verfaſſer.
Es iſt erſchütternd, was er hier aus den Akten eines
Wohlfahrts=
amtes mitteilt. Er will erzählen, „was er an Laſtern und
Ver=
brechen ſah, an welchen Abgründen von Bosheit und
Verkommen=
heit er dabei vorüberkam, welche Vertiertheit, geſellſchaftliche
Un=
moral, welche ekelhaften Triebe ihn angeſtunken, aber auch welch
ſtilles Heldentum ihm begegnete‟. Man könnte glauben, daß er
übertreibe, wenn er nicht aktenmäßig alles belegen würde. Der
Wohnungsmangel, ſagt er, iſt die Urſache des Wohnungselends;
das hat ſich jedem Wohlfahrtsbeamten tief eingeprägt. Dieſes
Wohnungselend iſt der Nährboden aller Laſter und Verbrechen.
Hier läßt die ſchreckliche Enge der Behauſung verwahrloſen, die
Stickluft der Höfe verkommen und verderben, was ſich ſelbſt
über=
laſſen iſt. Dieſem Elend der Armen und Hungrigen ſtellt er den
Luxus und die Vergnügungsſucht der Begüterten gegenüber,
Einige Zahlen aus dem Buche ſind von Intereſſe: Die
Sozialver=
ſicherung und Arbeitsloſenvexſicherung koſteten im Jahre 1929 eine
Milliarde 308 Millionen Mark, die Verſorgung der Kriegsopfer,
Heer und Flotte, innere und äußere Kriegskoſten zuſammen vier
Milliarden 545Millionen Mark. Das Fürſorgeweſen iſt das
dun=
kelſte Kapitel unſerer Zekt. Hier werden enorme Summen für
vollſtändig unproduktive BZwecke vergeudet. Ungeheuer ſind die
Koſten für Geiſteskranke und Idioten. Deutſchland zählt bereits
280 000 Idioten. Für drei Geiſteskranke uſw. geben wir ſoviel aus
wie für 6000 Kleinkinder. Für jeden Idioten von Geburt oder
unheilbaren Geiſteskranken,für alle dieſe Imbezillen uſw. zahlen
wir für jeden Fall dreimal ſo viel als für einen voll
arbeitsfähi=
gen Erwerbsloſen, achtmal ſo viel als für einen begabten
Volks=
ſchüler; für die Aufzucht von erblich belaſteten Kindern, die der
Fürſorge anheimfallen und lediglich Nachwuchs für die
Gefäng=
niſſe und Zuchthäuſer bilden, verſchleudern wir viele Tauſende,
während der Haushaltsplan für den Aufſtieg Begabter nichts oder
nicht viel vorſieht. Im Hinblick auf die „Herdenweiſe Zeugung
von geiſtig und körperlich minderwertigen Nachkommen” — die
Schwachſinnigen und Trunkenbolde, legen ſich wie geſunde und
begüterte Eltern keinerlei Beſchränkung auf — tritt der Verfaſſer
für eine vernünftige Geburtenregelung und für Bekämpfung
des Alkoholmißbrauchs ein, auf deſſen indirekte oder vererbte
Fol=
gen die gemeinſten Verbrechen faſt immer zurückzuführen ſind. —
Dies iſt nur ein Auszug aus dem Buch, das eine traurige Lektüre
bildet, an der man aber nicht achtlos vorübergehen kann.
Grazia Deledda, Der Alte und die Jungen. Roman. Verlag
Georg Weſtermann. Braunſchweig.
Ein ſardiniſcher Bauernjunge läuft von Büchern und Eltern
fort und verdingt ſich bei dem alten Ulpiano als Schafsknecht, um
der Scholle treu zu bleiben. Sein vergeblicher Kampf gegen die
Liebe und mehr noch der ſeiner Gegenſpielerin Franziska, der
En=
kelin Ulpianos, iſt von Grazia Deleddas reifer Kunſt in
wunder=
voller Schlichtheit dargeſtellt und aus der Epiſode ins
Allgemein=
menſchliche gehoben worden.
Schiffbrüchige im Hafen. Roman. — In dieſem Buche kommt
es nicht auf das grauſame und wilde äußere Erleben an, ſondern
darauf, wie großgeartete und unverbildete Seelen kleiner Leute
Schickſale tragen und beſiegen. Die Liebe eines mütterlichen
Her=
zens iſt darüber gebreitet und verklärt Not und Schande wie
Gottes Mantel. — Die in ihrer Heimat ſehr geſchätzte Dichterin iſt
auch dem deutſchen Publikum keine Unbekannte mehr. Sie hat eine
größere Anzahl von Romanen geſchrieben. Der bekannteſte iſt wohl
der Roman „Flucht nach Aegypten”, der ihr im Jahre 1927 den
Nobelpreis eintrug.
End
zurückke
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Seite 4 — Nr. 143
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 24. Mai 193.
H
OE
Der Schwerkriegsbeſchädigte Auguſt Geſemann,
Kranichſteinerſiraße 8 begeht am 25. Mai ſeinen
60. Geburtstag.
(7817
Heute verſchied plötzlich und unerwartet nach
zwei=
tägiger Krankheit mein guter Mann und Vater,
unſer lieber Bruder und Schwager
itatt jeder beſonderen Anzeige.
Apnit Meber
Vermeſſungsrat
im Alter von 57 Jahren.
In tiefer Trauer:
Anna Kredel, geb. Heddäus
Emmy Kredel
Jakob Kredel, Mittel=Kinzig
Ludwig Kredel, Darmſiadt
Sophie Lutz, geb. Kredel, Freiburg
Heinrich Kredel, Darmſtadt.
Darmſtadt den 23. Mai 1932.
Mühlſtraße 78.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 25. Mai,
nachmittags 3 Uhr, vom Portal des alten
Fried=
hofes, Nieder=Ramſtädterſtraße, aus ſtatt.
Statt beſonderer Anzeige.
Nach kurzer ſchwerer Krankheit entſchlief heute unſer
lieber Vater und Großvater
Mnoie dun Tummann
Kgl. preuß. Major a. D.
Anna Sophie Fabricius
geb. von Hofmann
Ludwig Fabricius
Kupitänleutnant a. D.
2 Enkel.
Darmſtadt, den 21. Mai 1932.
(7775
Die Einäſcherung findet am Mittwoch, 25. Mai 1932,
vorm. 11 Uhr, im Krematorium Waldfriedhof ſtatt.
Statt Karten,
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme, ſowie die
vielen Kranz= und Blumenſpenden bei dem Heimgang
meines lieben, treuſorgenden Gaiten und Vaters
Herrn Adolf Friedrich Siller
Bäckermeiſter
ſprechen wir allen Freunden, Verwandfen und Bekannten
unſeren herzlichſten Dank aus. Ganz beſonderen Dank
Herrn Pſarrer Hübſch für die troſtreichen Worte, den
Schweſtern im Eliſabethenſtift für die liebevolle Pflege,
der Bäckerinnung Mittleres Ried für die
Kranznieder=
legung, den Kollegen und Freunden aus Darmſtadt,
ſo=
wie allen denen, die ihm die letzte Ehre erwieſen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Magdalene Siller
verw. Schaffner, geb. Müller
und Sohn.
(7807
Biebesheim, den 22. Mai 1932.
Gleichzeitig möchte ich bitten, das meinem Manne
er=
wieſene Vertrauen auch weiter auf mich und meinen
Sohn zu übertragen.
Statt Karten.
Wir danken Allen aufrichtig für das
liebevolle, herzliche Gedenken bei dem
Heimgange unſeres lieben Entſchlafenen.
Maria auer Pwe.
und Kinder.
Kranichſiein, den 22. Mai 1932.
Dankſagung.
Für alle Beweiſe herzlicher Teilnahme beim
Heimgange unſerer unvergeßlichen Mutter
Frau Eleonore Keſſel
geb. Rupprecht
ſagen wir innigſten Dank.
Alfred Keſſel und Familie
Lehrer i. R.
Darmſiadt, den 23. Mai 1932.
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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 143 — Seite 5
Ans der Landeshaaprftadt.
Darmſtadt, den 24. Mai 1932.
Ernannt wurden durch Entſchließung des Miniſters für
tus und Bildungsweſen die Studienreferendare. Wilhelm
kmann in Langen und Dr. Herbert Maier in Offenbach
MMain zu Studienaſſeſſoren.
— In den Ruheſtand verſetzt wurde: Am 17. Mai 1932: der
zoberwachtmeiſter bei dem Amtsgericht in Butzbach Heinrich
ink auf ſein Nachſuchen mit Wirkung vom 1. Oktober 1932.
Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung, Darm=
Hierdurch ergeht Einladung an die Mitglieder und deren
hörige, ſowie ſonſtige Freunde von Handwerk und Gewerbe,
Teilnahme an der Sonderfart am Dienstag, den 7. Juni.
Sonderfahrt führt, unter außergewöhnlich günſtigen
Be=
ungen am 7. 6. mit Sonderomnibuſſen nach Kelſterbach
7.. Schwanheim und Frankfurt a. M. Beſichtigt
wer=
das Rhein.=Weſtfäl. Ueberland=Elektrizitätswerk, eine im
befindliche Main=Stauſtufe, ſowie das Goethehaus in
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nach=
rgs 2 Uhr. Näheres, ſowie baldmöglichſte Anmeldungen bei
beſchäftsſtelle, Hügelſtraße 16 (Fernruf 3855), ſowie bei den
en Vorſitzenden der Darmſtädter Innungen und gewerblichen
inigungen.
— Hiſtoriſcher Verein. Der nächſte Ausflug ſoll am
Sams=
den 28. Mai nach Herrnsheim bei Worms führen. Herr
n D. Dr. Corn. Heyl hat freundlichſt geſtattet, das Schloß
ſichtigen. Auch die Kirche mit ihren alten Grabdenkmälern
eſucht werden. Im Vorbeifahren wird ein Abſtecher in die
e zu Hochheim gemacht werden, wo vor kurzem eine alte
ta entdeckt wurde. In Herrnsheim wird vorausſichtlich Herr
lähen A Jacobs, aus Mannheim, der vor kurzem hier über die
iſchen Adelsſchlöſſer, darunter Herrnsheim, ſprach, führen.
hrt im Kraftwagen vom Landesmuſeum um ½2 Uhr pünkt=
Melsterr! Anmeldung im Staatsarchiv bis zum 27. Mai, mittags
Lelelon ür / / hr unbedingt nötig.
Tagung der heſſiſchen Friſeure. Die 21.
Landesverbands=
ig der Friſeure von Heſſen und Naſſau findet am Sonntag,
und Montag, 30. Mai, in Alzey im Städtiſchen Saalbau
Der ſchweren wirtſchaftlichen Notlage entſprechend, in der
as ganze Handwerk befindet wird dieſe Tagung ſich nur mit
haftlichen und beruflichen Fragen beſchäftigen. Die Tagung
wird neben zwei Vorträgen über „Handwerk und Notzeit”
„Handwerk und Steuergeſetzgebung” ſich noch mit der
Be=
ung von kurzfriſtigen Kurſen und der Schwarzarbeit, dem
ingsweſen, dem Abſchluß eines Landestarifvertrages und
eichen mehr beſchäftigen.
Akademie=Chor. Der Akademie=Chor iſt zur Mitwirkung
er Aufführung Fauſt” im Heſſiſchen Landestheater
aufge=
t worden. Die Probe findet daher dieſe Woche am
Diens=
dem 24. d. M., abends, im Saal, Mühlſtraße 70, ſtatt.
Ein Senſations=Gaſtſpiel für die Kinder Darmſtadts
fin=
ommenden Samstag und Sonntag im Orpheum ſtatt.
Original Wiener Märchen=Theater, das mit dem
Zau=
irchen „Der Zauberer Schludrifax am
Kaiſer=
mit ſtärkſtem Beifall an den großen Bühnen Wiens,
reichs und Böhmens gaſtierte, befindet ſich auf einer
iee durch Deutſchland, wobei es nunmehr zum kurzen
Gaſt=
in unſerer Stadt kommt. Die beſonders billigen Preiſe
30 Pf. an) geſtatten allen Kindern den Beſuch dieſes
ermärchens. Vorverkauf iſt im Verkehrsüro. (Siehe Anz.)
Ein bunter Abend bei der Turngemeinde 1846 am
Sams=
en 4. Juni. Als Frühjahrsveranſtaltung wartet die
Turn=
nde am Woogsplatz in dieſem Jahre mit einem „Bunten
)” auf. Eine auserleſene Vortragsfolge mit Anſage wird
eſucher für einige Stunden glänzend unterhalten. Die
Vor=
ungen ſind in vollem Gange. Anſchließend an das bunte
kamm ſpielt das Stadtorcheſter unter Leitung ſeines
Kapell=
rs W. Schlupp zum Tanz auf. Allen Mitgliedern und
den der Turngemeinde iſt ſomit Gelegenheit geboten,
wie=
inmal einige frohe Stunden zu verleben.
Kartenvorver=
deim Hausmeiſter. Die Mitglieder erhalten Vorzugskarten
n Vorverkauf. (Näheres ſiehe heutige Anzeige.)
Autoliſten. Soeben iſt die Autoliſte Nr. 87 erſchienen.
verzeichnet alle Meldungen (Ab= und Zugänge) von
ftfahrzeugen jeder Art in den 18 Kreiſen des
sſtaates Heſſen (Kennzeichen VS., VR. VO) für die
vom 1.—15. Mai 1932. Die Autoliſten
ent=
die ſonſt nicht zugänglichen Meldungen in
der Reihenfolge: Name, Beruf. Wohnort des
Kraftfahr=
e HülA ſitzers; Fahrzeugart, Hubraum in eem und PS (bei Laſtkraft=
Eigengewicht in kg und PS); Fabrikat und Motornum=
Fabrikneue Fahrzeuge ſind durch * kenntlich ge=
Die Meldungen ſind geordnet nach den drei Provinzen
VR. VO) und Kreiſen, und innerhalb dieſer nach
Fahr=
arten. Abgemeldete Fahrzeuge werden beſonders ge=
— Die Autoliſten ſind unentbehrlich, weil ſie
lau=
neueſtes Adreſſenmaterial liefern. Sie erſcheinen
14 Tage, alſo monatlich zwei Liſten. Die ſpäteſtens
eines jeden Monats ausgegebene Liſte enthält die
Mel=
n vom 16.—30. (31.) des voraufgegangenen Monats, und
äteſtens am 23. eines Monats ausgegebene Liſte die
Mel=
n vom 1. bis 15 des gleichen Monats. Wegen des
ißigten Bezugspreiſes vgl. Anzeige! Anfragen
man an den zuſtändigen Verlag L. C. Wittich in Darmſtadt.
Heſſiſches Landestheater.
Reiſt in Deutſchland!
Heimakland. — Sorge um die heimiſche Wirtſchaft bedingk Urlaubsaufenkhalt im eigenen Lande.
Deukſchland als Reiſeland. — Mannigfallige Kur= und Erholungsgelegenheilen.
kunſtſchöpferiſchen Leiſtungshochſtand, ſeinen klimatiſchen
Vor=
zügen und heilkräftigen Quellen, ſeinen hiſtoriſch und architekto=
Vor dem Sommerurlaub.
niſch intereſſanten Plätzen und der international anerkannten Lei=
Warum denn in die Ferne ſchweifen ..."
Vom Heſſiſchen Verkehrsverband Darmſtadt
wird uns geſchrieben:
Wir leben in einer Zeit, die uns erhöhte Verantwortlichkeit
des Handelns, auch in unſeren rein privaten Angelegenheiten,
auferlegt. Unter dieſem Geſichtspunkt muß heute jeder Deutſche
auch ſeine Urlaubsvorbereitungen treffen, ſofern er heute
über=
haupt noch daran denken kann, ſeinen Urlaub auf einer
Erho=
lungsreiſe zu verbringen. Es iſt nicht gleichgültig, ob er im Lande
bleibt, oder die für ſeine Reiſezwecke ausgeworfene Summe in das
Ausland trägt.
Es liegt im Weſen des Deutſchen, daß er bei aller
Heimat=
liebe von einer ſtarken Sehnſucht erfüllt iſt, fremde Länder, deren
Bewohner, ihren Volkscharakter, ihre Kultur und Beſonderheiten
aus eigener Anſchauung kennenzulernen. Die Stärke und die
Vielſeitigkeit dieſes Dranges iſt ein kulturell ſehr ſchätzenswerter
Weſenszug der Deutſchen, den wir nicht miſſen möchten, weil er
eines der wertvollſten und befruchtendſten Elemente für alle
unſere Wiſſens= und Schaffensgebiete iſt, den Blick weitet und
nützliche Wechſelbeziehungen zu anderen Völkern und Ländern
herſtellt. Wenn irgend es die Umſtände erlauben, ſollen wir dieſen
rein ideellen Drang nicht behindern, denn unter normalen
Ver=
hältniſſen kann die Nation in ihrer Geſamtheit daraus nur
Nutzen ziehen.
Dieſe normalen Verhältniſſe liegen aber bei uns nicht vor.
Deshalb müſſen wir auch dieſen ideellen Drang bis auf weiteres
zurückſtellen und
die Sorge um die heimiſche Wirtſchaft und die Förderung
des Gemeinwohls auch bei unſeren Urlaubsgepflogenheiten
in den Vordergrund rücken.
Jeder im Ausland verbrachte Urlaub iſt verknüpft mit einem
Bartransfer in Goldmark in Höhe der verbrauchten Summe. Jeder
ohne wirklich zwingenden Grund vorgenommene Bartransfer iſt
aber ein Paſſippoſten in unſerer Handels= und Zahlungsbilänz,
eine zuſätzliche Selbſtſchwächung der eigenen Zahlungskraft. aus
der zwangsläufia Vermehrung der Arbeitsloſigkeit entſteht.
In=
folge der ziemlich allgemeinen ausländiſchen Autarkiebeſtrebungen
iſt der Ausländerreiſeverkehr in Deutſchland auf ein Mindeſtmaß
zuſammengeſchrumpft. Wenn jetzt auch noch ein Teil der wenigen
Deutſchen, die ſich überhaupt noch eine Urlaubsreiſe leiſten können,
ſeine Ferien im Ausland verbringt, dann muß, ganz abgeſehen
von den geſchilderten Folgewirkungen, auch das deutſche
Fremden=
gewerbe in Kürze zum völligen Erliegen kommen. Unſere
Gegen=
wartsnot und unſer nationalwirtſchäftliches Gewiſſen ſollten uns
davor bewahren, jetzt auch noch unſere ſchwer bedrohte
hochent=
wickelte heimiſche Fremdenverkehrswirtſchaft, in der allein ſchon
in den Beherbergungsbetrieben und in den Einrichtungen der
großen Kurorte ein Kapital von 3 Milliarden Mark inveſtiert iſt,
leichtfertig einer unzeitgemäß gewordenen Neigung zu
Auslands=
reiſen zu opfern und ſo dazu beizutragen, daß weniger bedrängte
Staaten ihre paſſiven Handelsbilanzen mit den Ueberſchüſſen aus
dem Fremdenverkehr ausgleichen können, während im eigenen
Lande die Unterbilanz des Fremdenverkehrs erſchreckende
Aus=
dehnung annimmt und in der heimiſchen Wirtſchaft über 12
Mil=
lionen Hände feiern.
Kein Deutſcher hat ſchon die unendliche Fülle der
Genuß=
werte ſeiner weiteren Heimat auch nur annähernd
aus=
gekoſtet.
Deutſchland ſteht heute erſt am Anfang ſeiner
Entwicklungs=
möglichkeiten als Reiſeland. Mit ſeinen unvergleichlich
vielgeſtal=
tigen landſchaftlichen Schönheiten, ſeinen Kunſtſchätzen und ſeinem
ſtungsfähigkeit ſeiner Gaſtronomie, bietet es, wie kaum ein
an=
deres Land in gleicher Mannigfaltigkeit, Kur= und
Erholungs=
gelegenheiten, Aufenthalts= und Studienreize aller Art. Wer nur
will, kann überall und immer wieder in deutſchen Landen neue,
lohnende Entdeckungen machen. Vielen Mitteldeutſchen, die
bis=
her immer nur das ſüdliche Deutſchland bereiſt haben, iſt der
Oſten, der Weſten und der Norden Deutſchlands heute noch
un=
bekanntes Land. Die gleichen Verhältniſſe finden wir in allen
Umkehrungen vor. Sie ſind vielleicht eine der Haupturſachen des
unſeligen deutſchen Partikularismus und der innerdeutſchen
Ge=
genſätze wirtſchaftlicher, politiſcher und kultureller Art zwiſchen
den einzelnen Volksteilen in den verſchiedenen Staatsgebieten,
zu deren Ueberbrückung und Ausgleichung ebenfalls viel geſchehen
könnte durch einen auch im Ferienreiſeverkehr regeren
gegenſei=
tigen Austauſch im Beſuch der verſchiedenen Landes= und
Volks=
teile. Aus der Beſinnung auf die nationalwirtſchaftlichen
Pflich=
ten und deren Erfüllung würden ſich alſo für die Volksgeſamtheit
in jeder Beziehung recht ſegensreiche Auswirkungen ergeben. Von
dieſen Geſichtspunkten aus hat das alte Oeſterreich ſich immer
be=
müht, ſeiner Beamtenſchaft die Nützlichkeit des
Urlaubsaufent=
haltes innerhalb der Monarchie darzutun. Bei Beginn der
Ur=
laubszeit flatterten regelmäßig Runderlaſſe mit einem Hinweis
auf die beſondere Zweckmäßigkeit der Urlaubsverbringung in der
Heimat durch die Amtsſtuben. So verfehlt das Prinzip wäre,
jemanden in ſeiner Urlaubsfreizügigkeit beſchränken und ihn
ver=
hindern zu wollen, daß er die Welt auch aus einer anderen, als
der Heimats= und Büroperſpektive kennenlernt, ſo angebracht
er=
ſcheint der wenigſtens zeitweilige und freiwillige Verzicht auf
vermeidbare Auslandsreiſen, wenn die Notumſtände von Staat
und Wirtſchaft ihn erheiſchen. Freilich gibt es auch Reiſeländer,
die uns gewiſſe valutariſche Aufenthaltsvorteile bieten. Bei
Licht beſehen, werden aber dieſe Vorteile oft wieder durch gewiſſe
Verzichte auf Bequemlichkeit, Komfort, Aufmerkſamkeit der
Be=
dienung, Qualität des Dargebotenen, koſtſpieligeren Reiſeweg und
andere Nachteile aufgehoben. Im übrigen kommen die
Preisdiffe=
renzen faſt überall dort in Wegfall, wo höhere Anſprüche an die
Leiſtung geſtellt werden. Daß Pilſener Bier, franzöſiſcher oder
italieniſcher Wein im Erzeugungsland billiger als in einem
Im=
portland zu haben ſind, iſt ſchließlich eine Selbſtverſtändlichkeit, zu
deren Feſtſtellung der Deutſche nicht in die Ferne zu ſchweifen
braucht. Er findet in landſchaftlich ſehr reizvollen Gegenden, in
Gegenden, zu denen die Völker der Welt aus fernen Ländern und
über die Meere pilgern, und die nur im eigenen Lande nicht
ge=
nügend gewürdigt werden am Rhein, an der Moſel, in der Pfalz.
in Baden, Württemberg, Bayern und anderwärts maſſenhaft Orte,
die in der Preisſtellung trotz der viel ſchwereren Laſten der
deut=
ſchen Fremdenverkehrswirtſchaft in den meiſten Fällen auf allen
Leiſtungsgebieten auch mit dem valutaſchwächeren Ausland
kon=
kurrieren können.
Es iſt ein beklagenswerter Zuſtand, wenn Mangel an
natio=
nalwirtſchaftlicher Selbſtdiſziplin Maßnahmen erforderlich macht.
die ſich für ein zur Erkenntnis zwingender wirtſchaftlicher
Not=
wendigkeit befähigtes Volk erübrigen ſollten, um ſo mehr. als
möglichſte Inlandsbeſchränkung der Reiſeluſt und der
Erholungs=
bedürfniſſe gerade für den Deutſchen keinerlei ſchmerzliche
Ent=
ſagung bedeuten kann. Daher iſt unter den gegebenen
Verhält=
niſſen der Appell „Reiſt in Deutſchland!” auch für jeden Deutſchen
nur eine ſelbſtverſtändliche, ſich aus ſeinen eigenen
nationalwirt=
ſchaftlichen Ueberlegungen ergebende Forderung der inneren
Ver=
bundenheit mit dem eigenſtaatlichen und wirtſchaftlichen Gedeihen.
Es wäre das ſchönſte Zeugnis, das man dem Staats= und
Volks=
bewußtſein ſelbſt ausſtellen könnte, wenn man in dieſer Notzeit
ohne von außen kommende Mahnung auf alle nicht notwendigen
Auslandsreiſen — und welche Auslandsreiſen wären
notwen=
dig! — verzichtete.
— Steuerermäßigung für den Hausbeſitz —
Reparaturauf=
träge für das Bauhandwerk. Die Stadtratsfraktion der
Ge=
werbe= und Handwerkervereinigung
Darm=
ſtadt hat einen Dringlichkeitsantrag im Stadtrat eingebracht,
in dem es heißt, der Stadtrat möge beſchließen: Auf Grund von
Hausreparaturen werden dem Steuerpflichtigen auf den
kommu=
nalen Anteil der Sondergebäudeſteuer für das Rechnungsjahr
1932 die gleichen Ermäßigungen zugeſtanden, wie im
vergange=
nen Jahre. Die Verwaltung wird erſucht, bei der Regierung
be=
züglich des ſtaatlichen Anteils in Richtung einer gleichen
Re=
gelung vorſtellig zu werden.
Gesunder Schlaf, ruhiges
Herz, starke Herpen ...
dazu verhilft Kaffee Hag.
— „Alt=Darmſtadt” Verein für Ortsgeſchichte und
Heimat=
kunde, aus dem reichen Schatz ſeiner Lebenserinnerungen wird
Herr Rechnungsrat Jungmann unter dem Titel „Allerlei
Altdarmſtädtiſches” am Donnerstag abend im
Fürſten=
ſaal im Kreiſe von Alt=Darmſtadt berichten. Die Ausführungen
des Vortragenden, der als 86=Jähriger über eine Fülle von
Er=
innerungen aus der Vergangenheit unſere Vaterſtadt verfügt,
bilden wertvolle Kulturbilder aus Darmſtadts Vergangenheit.
Gäſte ſind durch Mitglieder einzuführen.
rStag, 26. Mai Keine Voriellung.
Heſſiſches Landestheater. Heute, Dienstag, abends 19.30
m Großen Haus: „Im weißen Rößl”, Revue=Operette
kalph Benatzky, in der Inſzenierung von Hans Strohbach;
enbilder und Koſtume: F. K. Delavilla; Tänze: Hans Macke;
tliſche Leitung: Karl Maria Zwißler. — Morgen, Mittwoch,
). Mai: „Fauſt”, 1. Teil, zum letzten Male, als
Volks=
tellung zu ermäßigten Preiſen mit Paul
ener als Mephiſto. Die übrige Beſetzung iſt die der Pre=
Inſzenierung: Guſtav Hartung; Bühnenbild: Wilhelm
ing. — Kleines Haus: Wiederholung der erfolgreichen
„Neueinſtudierung. Die Italienerin in Algier
koſſini (Bearbeitung: Hugo Röhr). Muſikaliſche Leitung:
ehen. Das Stück hatte bei ſeiner Uraufführung in „Der
ne” einen großen Publikums= und Preſſeerfolg. Inſzenie=
Günther Haenel; Bühnenbild: Wilhelm Reinking.
Sommer-Agsgabe 1932
Preis 70 Pfennig
Erhältlich in den Buchhandlungen, Kiosken,
Bahnhofs-
buchhandlung und Geschäftsstelle, Rheinstraße 26.
— Die Gewerbeſcheine 1932 können bei der Finanzkaſſe (
ehe=
malige Infanteriekaſerne, Zimmer 46) in der Zeit vom 24. Mai
1932 bis 15. Juni 1932 während der üblichen Kaſſeſtunden
ab=
geholt werden. Die Vorlage des Landesſteuerbeſcheids 1932 iſt
hierzu dringend erforderlich. Näheres ſiehe heutige Bekannt=
machung.
A. 2.A. C. Kriegsbeſchädigkenfahrt des Darmftädter
Aukomobil-Club.
Der Parole des Gau IIIa folgend, hat der Darmſtädter
Auto=
mobil=Club auch dieſes Jahr eine Kriegsbeſchädigtenfahrt
durch=
geführt. Von herrlichſtem Wetter begünſtigt, ging die Fahrt von
Darmſtadt über Roßdorf, Groß=Bieberau, Reichelsheim nach dem
Weſchnitztal. Freundlich grußten die Höhen des Odenwaldes,
und in prächtigſtem Grün leuchteten Wieſen und Wälder.
Sicht=
bare Freude ſtrahlte aus den Augen unſerer Gäſte, die Natur in
ihrer herrlichen Pracht zu genießen, und das freundliche Zuwinken
der Bevölkerung aller Ortſchaften, die wir paſſierten, erhöhte die
Feſttagsſtimmung.
Beim Roſenhöhwirt in Krumbach bei Fürth war die reichliche
Kaffeetafel vorbereitet, und die Stunden des Aufenthalts werden
allen Teilnehmern lauge in angenehmer Erinnerung bleiben.
Be=
ſonders verſchönt wurde der Aufenthalt durch das perſönliche
Mit=
wirken des Herrn Lehrer Schwarz aus Krumbach, welcher mit der
Schuljugend angetreten war und herrliche Lieder von der Galerie
des Saales aus zu Gehör brachte. Reicher Beifall der
Anweſen=
den lohnte die Sänger. Auch verſtand es Frl. Monti, welche ſich
ebenfalls in ſelbſtloſer Weiſe zur Verfügung geſtellt hatte die
An=
weſenden durch reizende Geſangsvorträge zu erfreuen. Hilfsbereit
war die Sanitätskolonne Krumbach=Ellenbach, mit ihrem
Kolon=
nenführer Knapp, am Platze, und auch der Bürgermeiſter des
Ortes ließ es ſich nicht nehmen, die Anweſenden zu begrüßen. Die
trefflichen Weiſen der ehem. Militärmuſiker, die ſich in
liebens=
würdiger Weiſe zur Verfügung geſtellt hatten, ſeien beſonders
er=
wähnt. Ueberaus erfreut wurden die Anweſenden durch die
prachtvollen Trompetenſolis des Herrn Sehr.
Der Vorſitzende des Darmſtädter Automobil=Clubs, Herr G.
H Hartmann, nahm Gelegenheit, alle Anweſenden aufs
herz=
lichſte zu begrüßen und wies darauf hin, daß, wie in früheren
Jahren hierdurch ein Bruchteil des Dankes des Vaterlandes unſern
Kriegsbeſchädigten zum Ausdruck gebracht werden ſoll. Was ſie
geleiſtet in oft übermenſchlicher Weiſe ſei vorbildlich. Wir rechnen
uns zu denen, die es anerkennen wollen immerdar, und im Sinne
einer wahren Volksgemeinſchaft ſoll die heutige Veranſtaltung
durchgeführt werden. Mit herzlichen Dankesworten gaben die
Vertreter der verſchiedenen Kriegsbeſchädigtenverbände ihrer
Freude über die Veranſtaltung des D.A.C. Ausdruck, die dazu
an=
getan iſt, manchem Notleidenden einen Sonnenblick zu beſcheren.
Die Heimfahrt über Lindenfels geſtaltete ſich zu einem
förm=
lichen Triumphzug. Auf der Kolmbacher Höhe wurde nochmals
Halt gemacht, und in wenigen Minuten hatten ſämtliche Wagen=
Inſaſſen, ſoweit es ihre Bewegungsfreiheit geſtattet, mit dem
reichen Grün der Natur ihren Wagen geſchmückt. Schon erklang
von Waldeshöhe durch die Trompete das Lied des Trompeters
von Säckingen: „Behüt dich Gott, es wär ſo ſchön geweſen” und
andere Weiſen. Zwiſchen Kolmbach und Gadernheim bot ſich
noch=
mals das herrliche Frühlingsbild der Apfelbaumblüte. In flotter
Fahrt ging es dann über Reichenbach, Bensheim die Bergſtraße
entlang, der Heimat zu, wo man nach ſtörungsloſer Fahrt um
7.30 Uhr wieder am Theaterplatz eintraf. Herzlicher Dank ſei dem
Sportleiter, Herrn Zahn, für ſeine Bemühungen hinſichtlich
Orga=
niſation und Durchführung, ebenſo allen, die ihre Fahrzeuge zur
Verfügung geſtellt hatten!
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[ ← ][ ][ → ]Seite 6 — Nr. 143
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 24. Mai 19
nachde
gangei
zöſiſche
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macht
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konföt
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Wahl
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daß
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hül
vor
ware
vor
mit
Ruck
Schwerer Verkehrsunfall.
Eine Tofe, zwei Schwerverlehte.
Ein furchtbarer Unfall, der ein blühendes Menſchenleben
for=
derte, ereignete ſich geſtern abend gegen 20.30 Uhr am
Ortsaus=
gang von Dornheim. Der Motorradfahrer Otto Stier aus
Groß=Gerau fuhr, aus Richtung Groß=Gerau kommend, auf der
Straße Dornheim Wolfskehlen auf einen vorſchriftsmäßig auf der
rechten Straßenſeite fahrenden Bauernwagen mit ſolcher Wucht
auf, daß ſeine etwa 23jährige Soziusfahrerin, deren Namen roch
nicht feſtſteht auf der Stelle tot war. Der Motorradfahrer
er=
litt ſo ſchwere Schädelbrüche, Geſichts= und Körperverletzungen,
daß mit ſeinem Ableben gerechnet werden muß. Der
Bauern=
wagen wurde völlig zertrümmert. Der Führer des Gefährts, der
Landwirt Hch. Brodenhecker aus Wolfskehlen, fiel von
ſei=
nem Sitz und kam unter den Wagen zu liegen. Er erlitt ſchwere,
jedoch anſcheinend nicht lebensgefährliche Kopfverletzungen. Das
Motorrad wurde vollkommen demoliert. Der Motorradfahrer ſoll
in übermäßigem Tempo gefahren ſein. Nach Anlegen von
Not=
verbänden durch, einen ſchnell herbeigeholten Arzt wurden die
beiden Verletzten durch die Rettungswache des Roten Kreuzes
(Telephon 400) nach Darmſtadt ins Städtiſche Krankenhaus ver=
Sracht.
* Darzzſſädter Journaliſten= und Schriftſteller-
Verein (E. B.)
18. Literariſcher Abend.
*t. Der eigentlichen literariſchen Veranſtaltung voraus ging
die ordentliche
Hauptverſammlung.
in der der übliche geſchäftliche und geſchäftsordnungsmäßige Teil
erledigt wurden. Herr Rechnungsdirektor H. Enders verlas
das Protokoll der letzten Hauptverſammlung, erſtattete dann den
Jahresbericht und die Rechnungsablage. Ihr iſt zu entnehmen,
daß dank vorſichtiger Kaſſenführung trotz der wirtſchaftlichen
Ver=
hältniſſe die finanzielle Lage des Vereins nicht ungünſtig iſt. Im
übrigen hat es der Verein verſtanden, im Rahmen der gegebenen
Möglichkeiten durch die Veranſtaltung verſchiedener literariſcher
Abende, auch in Gemeinſchaft mit anderen Vereinigungen, in
er=
freulichem Maße zur Belebung des literariſchen Lebens in
Darm=
ſtadt beizutragen. Der Jahresbericht wurde genehmigt, der
Rech=
nungsführung Entlaſtung erteilt.
Die Neuwahl des Vorſtandes des Schieds= und Ehrengerichts
ergab — abgeſehen von einer Erſatzwahl für ein
ausgeſchiede=
nes Mitglied — die Wiederwahl der genannten bewährten
In=
ſtitutionen, ſo daß die Leitung des Vereins auch weiterhin in
Händen des langjährigen verdienſtvollen 1. Vorſitzenden, Herrn
Geh. Hofrats Prof. D. Dr. E. Berger bleibt. — Hinſichtlich des
Mitgliedsbeitrags wurde mit Rückſicht auf die wirtſchaftliche
Not=
lage faſt aller Mitglieder beſchloſſen, bis auf weiteres nur die
Hälfte zu erheben, ein begrüßenswertes und ſicherlich werbendes
Vorgehen. Der Beitritt zum Deutſchen
Schriſt=
ſtellerverband wurde beſchloſſen.
Herr Geheimrat D. Dr. Berger ſchloß den geſchäftlichen
Teil mit Worten herzlichen Dankes für die Mitarbeit im
Vor=
ſtand.
* Der öffentliche Teil des Abends war dann der Vorleſung
der Farce vom Maiſtre Pierre Pathelin durch Herrn Karl
Lettenbaur gewidmet, der dieſe berühmteſte franzöſiſche Farce
des Mittelalters frei übertragen und berabeitet hat. Nach
ein=
leitenden Worten von Herrn Geheimrat Profeſſor Berger
nahm Herr Lettenbaur zunächſt das Wort um einige für das
Verſtändnis des Folgenden wichtige geſchichtliche und
ſprach=
geſchichtliche Anmerkungen vorauszuſchicken. Er führte dabei
un=
gefähr Folgendes aus: Die mittelalterliche dramatiſche Kunſt
Frankreichs geht wie die Griechenlands auf den Gottesdienſt
zurück. Man ſtellte anfangs Szenen aus den Evangelien dar,
erſt im Freien, ſpäter im geſchloſſenen Raum. Dieſe musteres
waren urſprünglich in lateiniſcher, vom 12. Jahrhundert an in
franzöſiſcher Sprache verfaßt. Ihnen folgten die Mirakel,
Wun=
dergeſchichten einzelner Heiliger, die ſchon größere Freiheit und
ſogar die Einfügung heiterer Auftritte ermöglichten, die ſich mit
der Zeit immer breiter machten: Eine neue Kunſtgattung kam
dann mit der Farce auf (von kareir — ſtopfen), die ein heiteres
Einſchiebſel zwiſchen zwei der oft recht langweiligen Moralſtücke
war. Das berühmteſte Stück dieſer Gattung iſt die Geſchichte
vom Maiſtre Pierre Pathelin, die 1464 von einem unbekannten
Autor verfaßt wurde. Es iſt in der Isle=de=France=Mundart
ge=
ſchrieben und bietet ein treues Bild der damaligen Pariſer
Um=
gangsſprache, über deren Ausſprache wir allerdings im unklaren
ſind. Die Verſe ähneln dem Knüppelvers, und in ſolchem iſt die
freie Uebertragung vorgenommen.
Herr Lettenbaur las dann zum dauernd wachſenden
Ver=
gnügen der behaglich folgenden Zuhörer die Poſſe von dem
ſpitz=
bübiſchen Advokaten, der ſich zunächſt durch Beredſamkeit und
ge=
ſchickte Schmeichelei von dem Tuchhändler Kleiderſtoffe für ſich
und ſeine Frau ausborgt, dann, als dieſer ſein Geld zu holen
kommt, ſich wie unſer Datterich ins Bett flüchtet, den totkranken
Mann ſpielt und ſeine Fieberreden mit ſo viel Phantaſie
aus=
ſchmückt, daß der Kaufmann verwirrt wird — und der Hörer
von Vergnügen an dieſem komiſchen Höhepunkt des Stückes
mit=
geriſſen wird. Es folgt eine ergötzliche Gerichtsſzene, bei der 1
Pathelin einen betrügeriſchen Schäfer verteidigt, dem er vorher
beigebracht hat, als einzige Antwort ein einfältiges Bäh hören
zu laſſen. Am Schluß bekommt Pathelin ſelbſt dieſes Bäh zu
hören, als er das ausgemachte Honorar vom Schäfer verlangt,
und wird ſo zum betrogenen Betrüger.
Die Farce iſt mit ihrer derben Ausgelaſſenheit ein
Pracht=
ſtück der primitiven Komik des Mittelalters, dabei verrät ſie in
Aufbau und Technik eine lange Theatertradition und viel Sinn
für die Wirkung des Komiſchen in Erfindung. Dialog und
Perſo=
nen. Daß das Stück auch in dieſer Form nichts von ſeiner
Wir=
kung verlor, zeugt von der Gewandtheit der Uebertragung und
ihrer ſprachlichen Kunſt und Geſchicklichkeit, die auch Herr
Ge=
heimrat Profeſſor Berger in ſeinem Nachwort hervorhob. Die
Hörer aber dankten durch reichlichen Beifall für eine Stunde
be=
haglicher Freude und humorvoller, Luſtigkeit.
— Sommerfahrplan der Kraftpoſten. Der Sommerfahrplan
der Kraftpoſten trat am 22. Mai in Kraft. Die Teilſtrecke
Neun=
kirchen-Lindenfels der Kraftpoſt Darmſtadt—Lindenfels wird
nur in den Monaten Juli und Auguſt, und zwar nur an Sonn=
und Feiertagen befahren.
Aus den Parkeien.
—Deutſche Staatspartei Darmſtadt. Am
Mitt=
woch, dem 25 Mai 1932. abends, findet eine
Mitgliederverſamm=
lung der Deutſchen Staatspartei im Reſtaurant „Eintracht”
Eliſabethenſtraße 12. ſtatt an der der Landesparteivorſitzende
Oberſtudiendirektor Dr. Weiner, über die politiſche Lage im
Reich und in Heſſen und die bevorſtehenden Landtagswahlen
ſpricht.
Lokale Ver
altungen.
Die hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausfchließich als Hinweſſe auf Anzelgen zu betrachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritlk.
Im Garten des Sportkaffees am
Böllen=
falltor, findet am Mittwoch ein Gaſtſpiel, Blaskonzert der
25 Mann ſtarken Kapelle ehem. Militärmuſiker, unter Leitung des
Kapellmeiſters H. Buslau, ſtatt. Anſchließend Geſellſchaftstanz=
Abend. (Näheres ſiehe heutige Anzeige.)
— Wiener, Kronenbräukeller. Die
Konzertpro=
gromme bieten reiche Abwechſelung. Es iſt Gelegenheit gegeben.
bei freiem Eintrit ſich einen genußreichen Abend zu verſchaffen.
(Siehe Anzeige.)
Sinn, Zweck und Aufgabe einer Reichsſchau der deutſchen Landwirkſchaft: Abſah der Produkke, Sfärk
des deukſchen Markkes. — Landwirkſchaft und Induſtrie. — Werk der Leiſtungsprüfungen.
Von Graf Douglas, Präſident der Badiſchen Landwirtſchaftskammer.
Die Landwirtſchafk als
Wirtſchafts=
unkernehmen.
Ein Blick in die Werkſtätte des Landwirts.
Mancher, der in dieſen Tagen die Vorbereitungen zu der
Ausſtellung der Deutſchen Landwirtſchafts=Geſellſchaft in
Mann=
heim ſieht (31. Mai bis 5. Juni), oder der von der Werbung für
den Beſuch dieſer Ausſtellung hört, wird ſich fragen, wie iſt es
möglich, in einer Zeit derartiger wirtſchaftlicher Depreſſion, wie
wir ſie heute durchleben, ein ſolches Unternehmen aufzuziehen?
Mancher wird glauben, daß das Geld, das hier verbaut und
aus=
gegeben wird, beſſer in anderer Weiſe angelegt werden könnte,
und mancher wird vielleicht auch glauben, daß man im Ausland
auf derartige Dinge hinweiſen wird, wenn wir in den kommenden
Monaten mit unſeren Gläubigern verhandeln müſſen. Diejenigen,
die ſo urteilen, kennen nicht Sinn, Zweck und Aufgabe einer
Reichsſchau der deutſchen Landwirtſchaft, wie die D. L.G.=
Wander=
ausſtellungen ſie darſtellen. Viele haben vielleicht noch nie eine
ſolche Ausſtellung geſehen und können ſich deshalb keinen Begriff
von der Bedeutung dieſer Ausſtellung machen. Es ſei mir deshalb
als Vizepräſident der D. L. G. für den Gau, in dem die Ausſtellung
1932 ſtattfindet, geſtattet, mit ein paar Worten eben dieſen Sinn
und die Bedeutung dieſer Ausſtellung zu erklären.
Die deutſche Landwirtſchaft als Ganzes geſehen, iſt ein großes
Wirtſchaftsunternehmen, das für den Abſatz ſeiner Ware Reklame
machen muß. Ganz beſonders notwendig iſt dies in einer Zeit,
in der das Ausland als Konkurrent der deutſchen Landwirtſchaft
auf dem deutſchen Markt erſcheint und dieſen Konkurrenzkampf
mit den ſchärfſten Waffen führt. Die Reklame iſt ferner notwendig
ganz beſonders in einer Zeit, in der die Kaufkraft des
Verbrau=
chers, alſo eben des Käufers landwirtſchaftlicher Erzeugniſſe, ſo
geſchwächt iſt, daß er ſchon dadurch geneigt iſt, ſeinen Verbrauch
an landwirtſchaftlichen Erzeugniſſen aller Art einzuſchränken.
Kein Geſchäftsmann wird die Reklame für ſeine Ware in einer
ſolchen Zeit vernachläſſigen, die ſchärfſten Kampf mit der
Konkur=
renz auf der einen Seite und geringſte Kaufluſt ſeiner Abnehmer
auf der anderen Seite mit ſich bringt. Im Gegenteil, er wird
durch eine beſonders verſtärkte Werbetätigkeit verſuchen, beider
Uebel Herr zu werden.
Eines der zugkräftigſten Mittel in der Werbung der deutſchen
Landwirtſchaft für ihre Erzeugniſſe ſind aber gerode dieſe
Wander=
ausſtellungen der D.LG. die alljährlich in einer anderen
Groß=
ſtadt des Deutſchen Reiches ihre Zelte, im wahrſten Sinne des
Wortes, aufſchlägt, um einem großen Kreiſe von Verbrauchern
zu zeigen, was die deutſche Landwirtſchaft alles arbeitet, wie ſehr
ſie dem Ruf der deutſchen Verbraucherſchaft nach
Qualitätserzeu=
gung nachgekommen iſt gleichzeitig aber einen Blick in die dem
Städter ſo fremde Werkſtätte des Landwirtes zu bieten.
Das iſt der eine Grund, weshalb wir an dem Gedanken
Abhaltung der Mannheimer Ausſtellung trotz aller Widerſt
zäh feſtgehalten haben. Gerade wir badiſchen Landwirte mu
darauf beſtehen, daß nicht dieſe Gelegenheit, einer großen
ſchen Verbraucherſchaft die Leiſtungsfähigkeit der deutſchen
badiſchen Landwirtſchaft zu zeigen, ungenützt vorüberging.
Der zweite Grund, der für die Abhaltung der Ausſtel
auch in dieſem Jahre ſprach, iſt der, daß die deutſche Land:
ſchaft nicht nur an die deutſche Verbraucherſchaft Ware verke
will, ſondern daß ſie in ganz großem Ausmaße auch Käufer
übrigen Gewerbe, vor allem der Induſtrie iſt. Dieſe Reichs
der deutſchen Landwirtſchaft iſt ja nicht nur eine Ausſtel
landwirtſchaftlicher Erzeugniſſe, ſondern in faſt ebenſo gre
Ausmaße eine Meſſe der deutſchen Induſtrie für landwirtſe
liche Maſchinen, Gewerbe uſw. Hier kommt einmal im Jah=
Landwirtſchaft des ganzen Reiches zuſammen, um zu erfa
was Gewerbe und Induſtrie der Landwirtſchaft an Neuer
bieten haben. Hier hat der Landwirt, gleichgültig, welche G
oder welche Maſchinen er kaufen will, die Möglichkeit, unter
vielen deutſchen Fabrikaten Umſchau zu halten, auch ihre
au=
diſchen Konkurrenten zu ſehen, um ſo ſich für das eine oder au
entſcheiden zu können. Hier hat er, was gar nicht hoch
genu=
ſchätzt werden kann, die Möglichkeit, mit dem Fabrikanten
ſönlich zu ſprechen, ohne auf deſſen Vertreter angewieſen zu
Hier hat er auch die Möglichkeit, ſeine Wünſche an Verbeſſeru
und dergleichen dem Fabrikanten mitzuteilen, Ausſprachen
befruchtend für die Induſtrie, ſicherlich für beide Teile kle
wirken.
Der dritte, keineswegs geringſte Grund für die Abhal
der Ausſtellung iſt aber der, daß die deutſche Landwirtſchaft
einmal als Verkäufer, dann als Käufer geſchloſſen der
üb=
deutſchen Wirtſchaft und Verbraucherſchaft gegenübertritt, au
in zahlloſe Einzelbetriebe zerfällt, die ihrerſeits miteinande
Konkurrenz ſtehen. Der Wettbewerb, den dieſe landwirtſchaft!
Betriebe in friedlicher Weiſe miteinander ausfechten, iſt aber
möglich, wenn dieſe ſich an einem Platze vor den Augen de
ſamten deutſchen Landwirtſchaft zur Prüfung durch Preisri
die durch Jahre hindurch eine große Uebung in ihrer Arbei
ſitzen, zu einer Konkurrenz zuſammenfinden. Dieſe
Konku=
die vor allem in der Tierzucht ſo ſehr ſchwer durchzuführe
läßt ſich nur bei einer Schau, wie ſie die Wanderausſtellunge=
D.L G. darſtellen, ausführen. Die Prämiierung auf der Wa
ausſtellung iſt denn auch der Ausgangspunkt für alle and
Wettbewerbe im Reich geworden. Gerade dieſe Prüfungen e
ben es deshalb auch nicht, ein Jahr mit dieſer Schau auszuſ
weil dann die Selbſtkontrolle des einzelnen Züchters, die e
Wettbewerb mit ſeinem Konkurrenten gewinnt, verloren g
Das ſind die drei Gründe die für die Abhaltung der Wa
ausſtellung der Deutſchen Landwirtſchafts=Geſellſchaft aud
Jahre 1932 geſprochen haben. Ich möchte hoffen, daß der Opt
mus, mit dem wir an den Aufbau dieſer Ausſtellung herangi
und der durch die Beſchickung der Ausſtellung heute ſchon
einer Richtung hin gerechtfertigt wurde, auch durch den 2
und den Erfolg dieſer Ausſtellung gerechtfertigt werden mög
* Aus den Darmſtädter Lichtſpieltheakern.
Union=Theater.
Der neue Marlene Dietrich=Film:
Schanghai=Expreß.
Ein vorzüglicher Film und ſicher der beſte Senſationsfilm
ſeit langem. Eine Handlung, die von Anfang bis zu Ende in
un=
ausgeſetzter Spannung hält; eine Regie, die Atmoſphäre ſchafft
und aus Kleinigkeiten Erregung zaubert, ohne darüber den Faden
der Handlung zu verlieren; ſchließlich — und nicht zuletzt — die
ſchauſpieleriſch bisher ſtärkſte Leiſtung Marlene Dietrichs
Schon nach wenigen Minuten iſt man im Banne dieſes Films.
Dabei „geſchieht” zunächſt nichts; was aber feſſelt, iſt eine
ge=
wiſſe Eindringlichkeit und Ueberlegenheit der Milieu= und
Men=
ſchenſchilderung: wir ſehen das lärmende, haſtende Treiben auf
dem Bahnhof in Peking kurz vor Abfahrt des Pullmann=Zuges
Peking—Schanghai. Polizei, Soldaten, Kulis Händler und die
bunt zuſammengewürfelte Geſellſchaft der Reiſenden, ein
franzö=
ſiſcher Oberſt, ein Miſſionar, ein engliſcher Stabsarzt, ein
Ame=
rikaner, ein deutſcher Kaufmann, eine Chineſin und eine
auf=
fallend elegante Europäerin, die nun für zwei Tage Genoſſen
eines Schickſals geworden ſind, das mit allen Zwiſchenfällen und
Aufregungen vorüberzieht. Ein Spion wird verhaftet Rebellen
überfallen den Zug, der engliſche Offizier wird als Geiſel
feſt=
genommen, der Führer der Aufſtändiſchen wird von der kleinen
zarten Chineſin (Anna May Wong) ermordet — und
zwi=
ſchen all dieſen Senſationen vollzieht ſich im Mittelpunkt der
Spannung das Schickſal zweier Liebenden, der eleganten
Lebe=
dame „Schanghai=Lilly” (Marlene Dietrich) und des
eng=
liſchen Offiziers (Clive Brook). zwiſchen denen alle
Gefühls=
kurven von eiferſüchtigem Mißtrauen bis zur opferbereiten Liebe
ſich abſpielen. Marlene Dietrich iſt hier zu einer ſchauſpieleriſchen
Fähigkeit gelangt, mit geringſten mimiſchen Mitteln oft in
vorüberhuſchenden Sekunden ſtärkſtes Gefühl auszudrücken, daß
man dieſe Rolle als ihre beſte bezeichnen kann. Dazu kommt, wie
bereits erwähnt, eine raffinierte Sicherheit der Regie (Joſef
von Sternberg), und ſo entſteht als Ganzes ein blendender
Film, den man als vorbildlich für die Kategorie der
Senſations=
filme empfindet und an dem man außer der engliſchen Tonfaſ=
*
ſung keinen Fehler feſtzuſtellen braucht.
SUNLICHT SEIFE
Aus Heſſen.
Landwirtſchaftliche Haushalkungsſchule
u Mcheſäalf f Den.
Die Landwirtſchaftskammer in Darmſtadt eröffnet am 2.
1932 einen weiteren fünfmongtigen Haushaltungskurſus an
Haushaltungsſchule zu Michelſtadt i. Odw. Die in herrlicher 2
gegend des Heſſ. Odenwaldes gelegene Haushaltungsſchule i
ſonders neuzeitlich eingerichtet und mit ausreichenden
kräften beſetzt. Der praktiſche und theoretiſche Haushaltungsu
richt erſtreckt ſich auf die Anleitung im ſelbſtändigen Kochen
Berückſichtigung der Bebürfnicſe-des ländlichen und bürger
Tiſches, Zubereitung und Aufbzwahrung der Speiſen, Mol
betrieb, Kleintierzucht Gartenwirtſchaft, Waſchen und Bi
Reinhalten des Hauſes, Büchführung, gründlichen Handar!
unterricht, in dem das Stricken, Wäſche=Schnittzeichnen. W
zuſchneiden Hand= und Maſchinennähen, ſowie das Ausbe
erlernt wird. Ferner wird Unterricht in allgemein bilde
Fächern, wie Aufſatz, Rechnen, Singen Geſundheitslehre,
lings= und Krankenpflege erteilt. Die Teilnahme an dem u
richt iſt nicht nur Töchtern von Landwirten, ſondern auch
des Mittelſtandes zu empfehlen. Gründliche Ausbildung et
weiter im Obſt= und Gemüſebau, ſowie im Einmachen von
und Gemüſe.
Anmeldungen zur Teilnahme an dem am 2. Juli 19‟
Michelſtadt beginnenden Kurſus ſind alsbald an die
Landwirtſchaftskammer für Heſſen, Darmſt
Rheinſtraße 62,
zu richten, welche auf Verlangen ausführliche Proſpekte und
meldebogen verſendet. (Vgl. Anzeige. )
DOPPELSTÜcK IETZT 27PF.
BLOckSTücK IETZT 23PF.
NeÜLILo PE. PACKUNG
unS4
— In den Helia=Lichtſpielen läuft heute zum letzten Male
der neue Tonfilm „Haſenklein kann nichts dafür” mit Jacob
Tiedtke als „Präſident für einen Tag” in der Titelrolle.
Jugend=
liche haben Zutritt.
Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen ab heute wieder ein großes
Doppelprogramm, und zwar ſieht man John Boles in dem neuen
Tonfilm in deutſcher Sprache „Meine Kinder — Mein Glück”,
Regie: John M. Stahl. und ferner in Neuaufführung Harry
Piel in dem unerhört ſpannenden Abenteuerfilm „Bobby geht
los‟. „Dazu das gute Beiprogramm.
Tageskalender für Dienstag, den 24. Mai 1932.
Lichtſpieltheater: Union=Theater: „Schanghai=Expreß”
Helia=Lichtſpiele: Haſenklein kann nichts dafür”
Palaſt=Lichtſpiele: „Meine Kinder — mein Glück” und
Bobby geht los”; „Reſidenz=Theater: „Bomben auf
Monte Carlo”, — Wienerkronenbräukeller: Strauß=
Abend.
Dd. Arheilgen, 23. Mai Gemarkungsrundgang
Sonntag nachmittag um 3 Uhr unternahm der Obſt= und Go
bauverein unter Beteiligutg kvon zirka 30 Perſonen einen
reichen Rundgang durch die Obſtanlagen der Gemarkung. In
kundiger Weiſe wurden den Teilnehmern Rat und Belel
erteilt Bemerkenswert war der ſtarke Befall der Obſtbäume
Blutläuſen. Nach dem jetzigen Zuſtand der Bäume zu urteile
in allen Obſtarten im Herbſt mit einer Mittelernte zu ree
Dg. Arheilgen, 23. Mac=Beratungsſtunde. Seiten
Mutter= und Säuglingsfürſorge findet am Mittwoch, den 25.
nachmittags 3 Uhr, auf deih Rathauſe eine Beratungsſtunde
41. Hahn b Pfungſtavk. 21. Mai. Heſſ. Sängerbun
Gau Darmſtadt=Land. Das diesjährige Gauwertungsſingen
am Sonntag den 29. d. M., vormittags 9 Uhr beginnen
Hahn bei Pfungſtadt im Feſtſaal „Zum Schützenhof” ſtatt.
Gauliedertag iſt verbunden mit der 50jährigen
Jubiläum=
des Männergeſangvereins „Sängerluſt” zu Hahn. Außer
Pflichtchor „Volksgebet” von Janoske, der auch bei der Nac
tagskundgebung nebſt dem Chor „Freiheit, die ich meine
Groos als Maſſenchor zur Aufführung gelangt, ſingt jeder ſi.
teiligende Verein noch einen ſellhſtgewählten Chor. Es ſinge
Reihenfolge nach: 1 Mänpergartett Pfungſtadt „Im M
von Bruck: 2 Germania Eberſtobt „Morgen im Wald” von H.
3. Liedertafel Griesheim „Rolcnd” von R. Pracht; 4. Säng
Hahn „Ich hört ein=Pfglein wfeifen” von Schauß; 5. Harn
Pfungſtadt „Waldlied” von Mangold; 6. Sängerbund Grie
„Waldtroſt” von E. Wendel; 7. Sängerluſt Traiſa „Eine
voll weißer Marqueriten” von E. Heußer; 8 Harmonie 2
Ramſtadt „Ständchen” von O. Neubner; 9. Liederkranz N.
Modau „Drei Roſen” von F. Cluesmann: 10. Eintracht
Ramſtadt „Frühlingsgruß” von R. Schumann; 11. Eint
Freundſchaft Nieder=Ramſtadt „Zu ihren Füßen” von A. v.
graven; 12. Germania Erzhauſen „Die Hütte” von H. Kaun
Germania Griesheim „Hymne an die Muſik” von Bachner
Frohſinn Nieder=Beerbach „Abendglocken” von Fr. Abt: 15.
mania Ober=Ramſtadt „Frühling am Rhein” von S. Breu
Sängervereinigung Weiterſtadt „Warnung vor dem Rhein
M. Neumann; 17. Sängerbund Meſſel „Am Bergſtrom” von
ner. Das Amt des Wertungsrichters liegt in den Händen
Herrn Prof. Dr. F. Noack=Darmſtadt. Bei der Nachmittags
gebung werden neben dem Gauvorſitzenden noch Vertreter
Bundesleitung Anſprachen halten.
Siche) OPEL: niedriaste Ersafzteilprelst
T
enstag, 24. Mat 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 143 — Seite 7
Tagung des Haſſig=Bezitks Beusheim.
Br. Beedenkirchen, 23. Mai.
veſtern fand hier in der Gaſtwirtſchaft Emig für den Haſſia=
Bensheim der 1. Bezirkstag für 1932 unter dem Vorſitz des
ksporſtehers und Kam. Rechnungsrat Zeunges=Bensheim
In ſeiner Begrüßung hob er die eifrige und treue Mitarbeit
jr.=V. Beedenkirchen ſeit 1900 hervor und ſtreifte dabei die
der Haſſia. Kam. Krämer Präſident des Beedenkirchener
us, und Herr Bürgermeiſter Roß von dort begrüßten
eben=
in treffenden Ausführungen die zahlreich erſchienenen
Ver=
der Vereine, die ſelbſt aus den entlegenſten Orten ſich
ein=
den hatten. Der Bezirksvorſtand war vollzählig anweſend.
m Anſchluß an die Verleſung des Protokolls über die Tagung
ezirks in Hähnlein am 25. 10. 1931 durch den 2. Vorſitzenden,
Findling=Bensheim, wurde dem Verein Gronau in einer
geinen Abſtimmung eine Strafe von 5.— RM. auferlegt,
er zu dieſer Tagung keinen Vertreter entſandt hatte. Durch
teinen Verſammlungsbeſchluß wurde der Soldaten= und
enverein Klein=Hauſen vom Verband ausgeſchloſſen, weil er
beiden letzten Jahren keinerlei Verpflichtungen mehr
nach=
men war. Der Vorſitzende wurde beauftragt, mit dem
Ver=
vorſitzenden in Verhandlungen einzutreten, damit die Hälfte
ickſtändigen Betrages auf das Verluſtkonto des Verbandes
ommen wird. Eingehende Ausführungen machte alsdann
Zeunges über das Verſicherungsweſen; er hob hervor,
lle Beſchwerden bei den Präſidialſitzungen im Beiſein der
herungsvertreter beſprochen und wohlwollend erledigt wür=
Nur die Rückvergütungsſummen machten es möglich, daß
aſſia ihr Unterſtützungsweſen ſo ausgiebig ausgeſtalten
daß die Unterſtükungsſummen um 10 000 RM. die
ein=
den Mitgliederbeitrage im Jahre 1931 überſtiegen haben.
Findling ekſtattste alsdann Bericht über die
Fürſorge=
eit innerhalb des Bezirks. Seine umſichtige Tätigkeit als
sobmann wikd lobend anerkannt, nur ſeiner Rührigkeit iſt
verdanken, daß der Bezirk Bensheim mit ſeinen 1414 Kb. und
n Landesverband an der Spitze ſteht.
ei der Beratung der Anträge zum Landesverbandstag in
wurde von der Verſammlung allgemein begrüßt, daß das
ſium in ſeinem Antrag den Verbandsbeitrag von 2.— RM.
hauf 1,70 RM. herabgeſetzt wiſſen will. Es wurde
einſtim=
efordert, daß der Vertreter des Bezirks mindeſtens eine
entige Ermäßigung beim Verlag der Verbandszeitſchrift
n müſſe. Nach einer ¼ſtündigen Eſſenspauſe wurde um
in den Verhandlungen über die Anträge fortgefahren.
Da=
i es zu einer eingehenden Ausſprache über das Verhältnis
aſſia=Schießabteilung zu dem Südweſtdeutſchen Sportver=
Alsdann wurde die Kalenderbeſtellung für 1933 erledigt.
Fälle, in denen Vereine mit der Jahresmeldung noch im
und ſind, wurden geklärt, beſonders eingehend wurde dieſe
egenheit bei dem Kriegerverein Hochſtädten dargelegt und
das korrekte und einwandfreie Verhalten des Kam. Zeunges
nnt. Zur Jugendgruppenbildung ſprach alsdann Kam.
erich (Groß=Hauſen); er empfiehlt den Vereinsvorſtänden
jeſuch des Haſſia=Jugendtreffens, das am 9.
10. Juli d. J. in Groß=Hauſen ſtattfinden wird.
Wendel=Zwingenberg machte als Bezirksſchießleiter
Ausführungen über das im Herbſt d. J. geplante
Preis=
nder im Bezirk beſtehenden Vereinsſchießabteilungen. Als
svertreter zum Landesverbandstag wurde Kam. Findling
ſtimmiger Vertrauenskundgebung gewählt. Die Wahl des
für den 2. Bezirkstag 1932 fielt auf Ober=Beerbach. Der
* Verein will damit ſein 50jähriges Jubiläum verbinden.
Findling überreicht alsdann noch im Auftrag des
Präſi=
an die Kam. Grohrock=Bobſtadt und Chriſtmann ſowie
Bie=
m=Nordheim die Haſſia=Verdienſtmedaille. Bei Punkt
Ver=
nes ſpricht der Vorſitzende noch über einige geſchäftliche
An=
nheiten des Bezirks. Der Vertreter des Kriegervereins
ach lädt alsdann die Anweſenden Vertreter zur 60jährigen
ungsfeier ſeines Vereins ein, die am 7. Auguſt d. J.
ſtatt=
wird. Kurz nach 5 Uhr ſchloß Kam. Zeunges die arbeits=
Tagung mit einem Hoch auf das Vaterland.
Eberſtadt, 23. Mai. Aus dem evang.
Gemeinde=
n. In der Provinzial=Pflegeanſtalt fand geſtern nachmittag
onderer Gottesdienſt im Freien ſtatt. Hier predigte, ebenſo
ei den ſich anſchließenden Andachten in den Krankenſälen,
rWeißgerber. Der Kirchenchor verſchönerte den
Got=
iſt und die Andachten durch den Geſang entſprechender
So erlebten die Inſaſſen der Anſtalt einen ſchönen
Maien=
agnachmittag, der für ſie FFreude und Erbauung bedeutete
ihnen Gefühle herzlichet Dankbarkeit auslöſte. Die
Mit=
des Kirchenchores unternahmen anſchließend mit ihren
An=
gen einen Spaziergang durch den nahen Wald. Inzwiſchen
n im Gemeindehaus durch fleißige Frauenhände die Tafeln
affee und Kuchen gedeckt, an denen man ſich ſchließlich in
her Eintracht zuſammenfand und einige ſchöne, gemütliche
en verlebte. Allen ſei herzlichſt gedankt, denn der Genuß
groß und vielſeitig, daß man an die Stunden noch lange
ſenken wird.
. Nieder=Ramſtadt, 23. Mai. Landtagswahl.
Zur=
erden die Wählerliſten für die am 19. Juni Ifd. Is.
ſtatt=
de Neuwahl des Heſſ. Laſkdtags neu aufgeſtellt bzw. er=
Für Neuzugezogeng odex ſolche, die erſt nach der letzten
das 20. Lebensjahr grreicht haben, dürfte es ſich empfehlen,
von zu überzeugen, db ſiein die Wählerliſten aufgenommen
— Ausdem Sängerleben. Die beiden hieſigen
Ge=
reine „Harmonie” und „Eintracht=Freundſchaft” beteiligen
dem am Sonntag, den 29. ds. Mts., in Hahn bei Pfungſtadt
idenden Gauwertungsſingen des Gaues Darmſtadt (Land)
eſſ. Sängerbundes.
Ober=Ramſtadt, 23. Mai. Goldene Hochzeit. Am
Mts. feierten die Eheleute Hauptlehrer i. R.
Würten=
er das ſeltene Feſt der goldenen Hochzeit. Still und
be=
n wollte das Jubelpaar dieſen Tag im engſten
Familien=
verleben, aber die Ober=Ramſtädter wollten es anders.
tag abend begaben ſich der Kirchengeſangverein, der Geſang=
„Germania”, der Turnverein 1877 (D.T.) und das
Doppel=
ett „Concordia” zum Hauſe Würtenberger und brachten dem
oaar in Lied und Port=hekzliche Ovationen dar. Namens
irchengeſangvereins fübexbrachte Herr Pfarrer Nürnberger
ſochzeitspaar die heckzlichſten Glück= und Segenswünſche und
tb als Erinnerung an dieſen Tag ein Bild vom Innern
r Kirche, in der Herr Würtenberger heute noch als Organiſt
Auch das Landeskirchenamt ließ dem Jubelpaar in einem
ben gratulieren. Der Kirchenvorſtand, ſchloß ſich dieſen
dünſchen an. Für den Geſangverein „Germania”
übermit=
derr Georg Burger, für den Turnverein 1877 (D.T.), deſſen
ünder Herr Würtenberger iſt, Herr Bürgermeiſter Rückert
ir den Geſangverein „Concordia” Herr Architekt Herdt den
uten Würtenberger herzliche Glückwünſche. Auch der Herr
präſident und der Heſſ. Miniſter des Innern ließen dem
Paar Glückwunſchſchreiben zugehen. Nachdem der
Poſau=
ram Sonntag vormittag dem Jubelpaar ein Ständchen
dar=
ht hatte, wurde ſeiner auch im Vormittagsgottesdienſt noch
I gedacht. Tiefbewegt dankten Herr und Frau
Würtenber=
ir dieſe Ehrungen, die aus vollſtem Herzen dargebracht
Groß=Zimmern, 23. Mai. Sportwerbetag. Am
en Sonntag veranſtaltete der Fr. V. für Raſenſport
Groß=
ern einen Werbe=Sbonttag. Nach einem Umzug durch die
raßen unter Vorantri/t der Kapelle Reitzel fanden auf dem
platz die Entſcheiduxkgsſpiele verſchiedener Mannſchaften
die am Vormittag ſchön mehrere Spiele gezeigt hatten. Die
ſtaltung nahm ebenfalls einen ſchönen Verlauf.
Brensbach, 23. Mai. Ein Unglücksfall ereignete ſich am
ag nachmittag auf der Straße an der Wirtſchaft „Zum
küh=
rund‟. Es war daſelbſt jenſeits der Straße ein Karuſſell im
b. Ein 6jähriger Knabes der von der Wirtſchaft nach dem
ſell die Straße überqucken wollte, wurde von einem Auto
ein Sück geſchleift und ſchwer verletzt, ſo daß er ins Kran=
1s nach Darmſtadt überführt wurde.
Cm. Kreidach, 21. Mai. Freiwilliger
Arbeits=
dienſt. Die im Rahmen des freiwilligen Arbeitsdienſtes in
un=
ſerer Gemeinde in Angriff genommene Arbeiten zur Errichtung
eines Turn= und Sportplatzes im „Oberen Holſtein”, unweit der
Straße Kr. Höhe—Stallenkandel, ſind in vollem Gange. Eine
ſtattliche Anzahl Erwerbsloſer, zumeiſt jüngere Leute aus unſerer
Gemeinde und zweier Nachbargemeinden, haben auf dieſe Art
Arbeit gefunden. — Baumblüte. Wer jetzt von der Höhe in
unſer reizvolles Tal blickt, der genießt ein buntes idylliſches
Land=
ſchaftsbild. Die Bäume prangen im Blütenſchmuck und umrahmen
die grünen Talwieſen und roten Dächer in maleriſcher Art.
Gernsheim, 23. Mai. Generalverſammlung. In
der Bahnwirtſchaft von Karl Hallmann Witwe tagte am Freitag
abends die diesjährige Generalverſammlung des Verkehrsvereins
Gernsheim unter dem Vorſitz des Herrn Martin Lockowitz,
Lei=
der war der Beſuch der Verſammlung äußerſt ſchlecht. Den
Jahres=
bericht erſtattete der Schriftführer, Herr Michael Meiſter. Die
Rechnungsablage erfolgtze durch den Rechner Herrn Philipp
Me=
dicus. Dem Rechner wuide Entlaſtung erteilt. An Stelle des als
Rechner zurückgetretefer Herrn Philipp Medicus wurde Herr
Ernſt Scholtz gewählt. Derkalte Vorſtand beſtehend aus den
Her=
ren Martin Lockowitz 1. Porſitzender, Michael Meiſter,
Schrift=
führer, Dr. Krichbäuwk, Friedrich Brand, Alexander Stand, Rudolf
Jung und Joſef Moritz als Beiſitzer, wurde wiedergewählt.
Unter Punkt Verſchiedenes wurde insbeſondere die Anbringung
von Schildern innerhalb der Stadt, die Inordnungbringung von
Bänken, die Brückengeldfrage, ſowie die Anpflanzung von
Bäu=
men an dem Einſiedlerpfad u. a. mehr behandelt und entſprechende
Beſchlüſſe gefaßt. Die Anregung, im Laufe dieſes Jahres durch
den Verkehrsverband einen Werbeabend veranſtalten zu laſſen, um
der Bevölkerung die Zwecke und Ziele eines Verkehrsvereins
näher zu bringen, wurde mit großem Intereſſe entgegengenommen
und beſchloſſen, daß dieſer Vortragsabend auch beſtimmt
abge=
halten wird. Des weiteren wurde beſtimmt, daß allmonatlich
eine Mitgliederverſammlung ſtattfindet, um das Intereſſe zu
heben und zu fördern.
Ca. Lorſch, 19 Mai. Auch der diesjährige
Preis=
flug der Reiſevereinigung Bensheim und
Um=
gebung brachte dem Brieftaubenverein „Heimatliebe”, hier,
ſchöne Erfolge. Der Flug erfolgte ab Neumarkt, und mußten die
Tiere alsbald einen ſchweren Regen durchmachen. Wenn trotzdem
der Flug günſtig verlieF, ſo zeugte das von einer guten Qualität
der Tiere. Verluſte ſind faſt keine zu beklagen. Die Tiere wurden
am Vormittag 7.30 Uhr aufgelaſſen, und erreichte die erſte Taube
um 10.26 Uhr in Glattbuchsbei Lindenfels ihren Schlag mit einer
Fluggeſchwindigkeit von 1151 Metern in der Minute. Der hieſige
Verein errang folgende Preiſe: Ludwig Diehl 3., 7. 10., 23., 24.,
27., 31., 39., 41., 44.: Georg Wiegand 4., 45., 52.; Hermann Wüſt
12., 14., 18., 19., 25.; N. Wahlig 13., 30; Franz Wachtel 17 20.,
26., 28.; Adam Seitz 29., Franz Diehl 35., 49.; Karl Dewald 40.,
42., 51.
Sicher iſt ſicher. Wenn photographiſche Aufnahmen nicht recht
ſcharf werden, trotzdem man genau eingeſtellt hat, dann kann es
auch am Film liegen. Dort, wo Licht und Schatten
aneinander=
grenzen, entſtehen nämlich innerhalb des Films leicht
Ueberſtrah=
lungen, die dem Bilde die Schärfe nehmen. Die geringe Lichthof=
Freiheit, die ein Film an ſich hat, nutzt da nichts. Da muß man
ſchon einen Film nehmen, der — wie der Voigtländer=Film —
eine richtige Schutzſchicht hat, die den Lichthof wirklich abfängt.
Dann werden die Aufnahmen auch ſcharf. Alſo, lieber
Voigt=
länder=Film nehmen, denn ſicher iſt ſicher.
T BIn 4113
Hirſchhorn, 23. Mai. Waſſerſtand des Neckars am
22. Mai: 1,80 Meter, am 23. Mai; 1,84 Meter. (Morg. 5,30 Uhr.)
— Gernsheim, 23. Mai. Waſſerſtand des Rheins am
22. Mai: 1,24 Meter; am 23. Mai: 1,21 Meter. (Morg. 5,30 Uhr.)
P Rüſſelsheim, 23. Mai. Verſchönerung des
Stadt=
parkes. Der Ehrenbürger unſerer Stadt, Dr. Fritz Opel, hat
der Gartenbauverwaltung zur Verſchönerung des Stadtparkes
zahlreiche Palmen zur Verfügung geſtellt, die jetzt in der Nähe des
Stadthauſes Aufſtellung gefunden haben. — Nachdem am
Sams=
tag das ſtädtiſche Flußbab eröffnet worden iſt, hat die
Polizeiver=
waltung mit Rückſicht auf die damit verbundene Lebensgefahr das
Baden im freien Main verboten
P. Kelſterbach, 23. Mai. ErwiſchteWilderer. Zwei
junge Burſchen aus Sindlingen wurden im hieſigen Walde beim
Wildern auf Hochwild betroffen und feſtgenommen.
Rheinheſſen.”
— Budenheim, 23. Mai. Leichenländungen. Am
Sams=
tag wurde im Rhein bei Budenheim die Leiche eines
Mannes geländet. Die Leiche muß ſchon lange im
Waſſer gelegen haben. Der Tote iſt etwa 50 Jahre alt,
1,70 Meter groß, hat Glatze (es iſt auch möglich, daß das
Haar im Waſſer ausgefallen iſt), trug dunklen Rock, grauwollene
Hoſe, graue Socken. Im Deckel der Taſchenuhr iſt der Name Rich.
Stumpf, Fuhrmann, Gießen, eingraviert, doch exiſtiert dieſer
Name in Gießen nicht. Weiter fand man in der Kleidung eine
kleine Tabakpfeife und Tabakdoſe &— Weiter wurde am Samstag
bei Kelſterbach die Leiche eines etwa 45—50 Jahre alten
Mannes aus dem Main geländet. Der Tote iſt etwa 1,75 Mtr.
groß, hat mittelblondes Haar, kurz geſtutzten Schurrbart. Im
Oberkiefer fehlt links und rechts je ein Backenzahn. In den
Kleidungsſtücken finden ſich verſchiedene Namen oder
Wäſche=
zeichen, ſo die Militärzeichen „Gefreiter Muchow” 5 Preuß. Inf.=
Regt., ferner die Zeichen E. F., im Taſchentuch B, auf einem
Medaillon die Inſchrift „Gott ſchütze dich, St. Joſeph”. — Wer
Auskunft über die Toten geben kann, wolle dies der nächſten
Polizeiſtelle oder dem Landeskriminalpolizeiamt Darmſtadt,
Zen=
tralſtelle für Vermißte und unbekannte Tote, mitteilen.
geschichten aus adler Welt
Das letzke Werk Raffgels zieht um.
(g) Die Pinacoteca Vaticana, die von Pius III. gegründete
Gemäldegalerie, bereitet ſich wieder auf einen Umzug vor. Die
Kürze der Reiſe ſteht diesmal im umgekehrten Verhältnis zu der
räumlichen Verbeſſerung, die ihr bevorſteht. Neben den zahlreichen
Bauten, die die Vatikanſtadt ſeit dem Lateranfrieden aufgeführt
hat, iſt am Viale della Zitella eine neue Pinakothek entſtanden.
Das zweiſtöckige Renaiſſancegebäude iſt natürlich eine viel
angemeſſenere Behauſung für die Schätze der päpſtlichen Gemälde=
Galerie als die ſieben Säle in dem Palaſtflügel des Vatikans, die
ihr 1909 von Pius X. angewieſen wurden. Dort lag die
Pina=
kothek nämlich gewiſſermaßen „auf dem Wege” zu den
vatikani=
ſchen Muſeen. Wie viele Fremde, die für die Stadt der Päpſte
nur eine beſchränkte Zeit hatten, zog es an dem bisherigen
unan=
ſehnlichen Eingang der Gemäldeſammlung vorbei zu den Muſeen;
winkt doch am Ende des Viale die Belvedere der Zugang zu der
größten Antikenſammlung der Welt. In Zukunft werden die
Mei=
ſterwerke Raffaels Leonardo da Vincis, Giulio Romanos,
Giot=
tos und wie ſie alle heißen ein eigenes würdiges Heim haben.
Die neue Pinakothek iſt ſchon ſo weit fertig, daß man in
ſoge=
nannten gut unterrichteten Kreiſen zu erzählen weiß, der Papſt
werde die Einweihung im Funi vornehmen. Aber es erſcheint
fraglich, ob der Neubau bis dahin für die Gemälde beziehbar ſein
wird. Man hat jetzt chemiſche Mittel aufgeſtellt, um die
Feuchtig=
keit zu meſſen, die in den Räumen noch vorhanden iſt, denn die
Bilder können ihnen erſt anvertraut werden, wenn ſie völlig
trok=
ken ſind. Inzwiſchen ſind die Bilder in der alten Pinakothek von
den Wänden genommen und reiſefertig gemacht. In dieſen Tagen
verließ auch das Prachtſtück der Galerie, die „Verklärung”, das
letzte Werk Raffaels den Platz, den es ſeit 1909 eingenommen hat.
Kein leichtes Unterfangen, denn das Bild wiegt mit dem Rahmen
gut vierzig Doppelzentner. Der Direktor der Pinakothek, Prof.
Biagetti, wohnte dieſer Arbeit perſönlich bei.
Die Verklärung” erwies ſich als gut erhalten, wird aber
einer leichten Säuberung unterzogen werden, ehe ſie verpackt wird.
Vor 21 Jahren mußte dieſes Meiſterwerk bei dem von Pius K.
veranlaßten Umzug der Pinakothek aus dem dritten Stock
her=
untergelaſſen werden und machte an Stricken eine 30 Meter lange
Fahrt durch die Luft. Diesmal iſt der Platzwechſel weniger
ſchwierig.
In der neuen Pinakothek iſt ſchon Quartier gemacht; die erſten
Säle ſind für die Werke Giottos, der Byzantiner und für die
Mei=
ſter des 15. Jahrhunderts beſtimmt, daneben wird Melozzo da Forli
einziehen. Die zweite Gruppe der Säle wird Fra Angelico
ein=
leiten. Weiter wird man Perugino finden und ſchließlich den 10
Meter hohen Saal für Raffael. Ein ſchöner Raum von 28X14
Metern für die drei großen Werke des Meiſters aus Urbino: Die
„Krönung Mariä”, ſein erſtes großes Gemälde, die Madonna von
Foligno” eins der vollendetſten Werke Raffaels, und die berühmte
„Verklärung”, die von ſeinen Schülern Diulio Romano und Penni
vollendete letzte Arbeit Raffaels. Dieſe drei wundervollen
Dar=
ſtellungen ſollen eine Wand einnehmen; die übrigen Wände ſind
für kleinere Gemälde Raffaels und die nach ſeinen Entwürfen
hergeſtellten Gobelins beſtimmt — ein ganzer Raum von zeitloſer
Schönheit.
Der vergeſſene Fall Héon wird den Romanciers und den
Bühnenſchriftſtellern Stoff geben. Währenddeſſen ſitzt in Guyana
der Mann, den man erſt begnadigte um ihn dann wieder zu
ver=
urteilen.
Sekt billiger!
(ht.) Bukareſt. Die Methoden des Preisabbaues ſind
ver=
ſchieden: in Deutſchland wird er auf dem Verordnungswege
ver=
ordnet und alles bleibt beim Alten, in Rumänien nimmt der
Steuerfiskus die Sache in die Hand und erzielt Preiſe, die das
Herz jeder Hausfrau höher ſchlagen laſſen.
Und zwar macht der Fiskus die Geſchichte folgendermaßen:
Iſt der Bürger mit ſeinen Steuern oder ſtaatlichen Abgaben im
Rückſtand, dann wird er kurzerhand wie anno Tobak „
ausgetrom=
melt”, das heißt: ein Dreimännerkollegium, beſtehend aus dem
Gerichtsvollzieher, einem Polizeibeamten und einem Trommler,
rückt ihm auf die Bude, und mit Trommelwirbel wird der
geſam=
ten Nachbarſchaft kund und zu wiſſen getan, daß heute im Hauſe
oder im Laden des Hertn Sopfeſoku „billiger Montag” iſt. Billig
inſofern, als das rumäniſche Geſetz kein Mindeſtgebot für zu
ver=
ſteigernde Waren kenat; den Fuſchlag erhält der, der das meiſte‟
bietet. So kann man ſſich — wie das ſchon mehrfach vorgekommen
iſt — für 3 Mark ein paar Ochſen kaufen, und kürzlich wurde
einem Schuhmachermeiſter die ganze neue maſchinelle
Einrich=
tung ſeines Ladens, die einen Wert von 100 000 Lei hatte, wegen
einer Steuerſchuld von 8000 Lei zum Preiſe von 6000 Lei
ver=
trommelt”, Reſultat: der Schuhmachermeiſter fiel für die nächſte
Steuerkampagne überhaupt aus, der Staat verlor 2000 Lei und
der Konkurrent kam zu einer billigen Einrichtung.
Was aber dem Faß die Krone aufſetzt — um die ſo raſch
beliebt gewordene Thälmannſche Formulierung zu gebrauchen —
das iſt eine Verſteigerung, die kürzlich in Arad ſtattgefunden hat.
Dort iſt eine berühmte Sektkellerei, die in guten Zeiten mehrere
hundert Arbeiter beſchäftigte, „pleite” gegangen und ſoeben kamen
die Reſtbeſtände unter den Hammer. Bei dieſer Gelegenheit
er=
zielte ein Poſten von 2000 — in Worten zweitauſend — Flaſchen
Champagner, von denen im Kleinhandel jede einzelne rund 400
Lei oder 10 Mark koſtete, einen Geſamterlös von 4000 Lei oder
100 Mark, ſo daß die Flaſche Sekt demnach auf genau 5 Rpfg. zu
ſtehen kam. Billiger hätte es auch Herr Goerdeler nicht machen
können!
Eine Pulle Sekt für n Sechſer . . iſt das goldene Zeitalter
eigentlich gekommen oder ſchon vorüber 2
Ein Huſarenſtück.
Begnadigt und doch zurück zur Strafkolonie.
Paris. Zehn lange Jahre verbrachte René Héon in
Guyana. Er hatte in Paris ein paar böſe Sachen begangen.
Dann hatte man ihn begnadigt und in ſein Heimatland
zurück=
gelaſſen. Aber er war kaum dort, als ein neuer Fall ſich
auf=
warf; ein vergeſſener Fall Héon wurde aus der Verſenkung
her=
vorgezogen, ein Fall, den man damals nicht mit abgeurteilt hatte
und der deshalb auf das meue Strafregiſter kam. Und dafür gab
es keine Begnadigung. Und dgees wieder ein Raub war, diesmal
an einer Amerikanerins begangen, wurde er zu lebenslänglicher
Strafkolonie verurteikt, und wartet jetzt auf ſeinen neuen
Ab=
transport. Eine Tragödie entſpinnt ſich alſo um dieſen René
Héon. Er glaubte ausgebüßt und ausgeſühnt zu haben. Er wollte
ein neues Leben beginnen. Da fand man, daß er noch einen Fall
auf dem Gewiſſen hatte.
Voller Hoffnungen auf eine neue Zeit verließ er Guyana, um
nun als Lebenslänglicher wieder dorthin zurückzukehren. Er war
vor Freude bei ſeiner Heimkehr halb irrſinnig geworden. Jetzt
wird der Schmerz ihm den Reſt an Vernunft rauben.
Man will dieſem Verbrecher nicht das Wort reden. Er war
ein gefährlicher Geſelle, aber nur deshalb lebenslänglich zu
be=
kommen, weil er noch einen ſchwarzen Fleck auf ſeiner Seele hatte,
nachdem er der anderen wegen begnadigt worden war, — das iſt
ſchwer und menſchlich furchtbar.
(ark.) Budapeſt. Nicht nur in Budapeſt, ſogar im heutigen
Wien kommt in jeder beſſeren Operette ein ſchneidiger
Reiter=
offizier vor, der ſich nicht nur auf Pferde, ſondern auch auf Frauen
verſteht. Gerade zu der Zeit, wo im Theater an der Wien von
Emmerich Kalmans Gnaden der „Teufelsreiter”, ein durch
Rei=
terkunſtſtücke bekannter Graf der ungariſchen Geſchichte, ſeine
ſtili=
ſierte Auferſtehung feiert, fühlten ſich aber ungariſche
Kavalle=
riſten veranlaßt, in die Fußtapfen der Ahnen zu treten und den
Beweis zu erbringen, daß es auch in der heutigen Zeit wahrhaft
verteufelte Reiter geben kann. Willkommenen Anlaß zu dieſer
kleinen Demonſtration bot der Gedenktag der Schlacht bei
Goro=
chow. Dieſer ſüdweſtlich von Luzk gelegene wolhyniſche Flecken
wurde anno 1916 während der erſten Bruſſilowoffenſive von k.u.k.
Truppen, darunter berittenen Formationen, lange und tapfer
verteidigt. Die Defenſive forderte jedoch ganz enorme Opfer, bis
die deutſchen Hilfskräfte eintrafen und in Zuſammenarbeit mit
den öſterreichiſch=ungäriſchen Regimentern zu erfolgreichen
Gegen=
angriffen übergehen konnten.
Der Gedenktag der Schlacht bei Gorochow wird in Budapeſt
alljährlich mit einer würdigen Totenmeſſe für die gefallenen
Ka=
meraden gefeiert, zu der alle Kavalleriegarniſonen Rumpfungarns
drei Offiziere entſenden. Den Kranz der Garniſon Kecskemét
überbrachten diesmal Major Tyll. Rittmeiſter Szabo und
Ober=
leutnant Magvar. Die drei Teufelsreiter ſchwangen ſich zur 6.
Morgenſtunde in den Sattel, wechſelten fünfmal die Pferde und
galoppierten in ſechs knappen Stunden nach Budapeſt. Wenn man
bedenkt, daß die D=Zugfahrt Kecskemét-Budapeſt annähernd drei
volle Stunden in Anſpruch nimmt, muß man die reiteriſche
Lei=
ſtung wirklich bewundern!
Wenige Minuten vor zwölf kamen die ſchweißgebadeten Gäule
vor der Kirche an. Ihre Herren waren aber weder ſchweißgebadet
noch ſonſtwie erſchöpft. Die Burſchen ſtanden in Bereitſchaft: Eine
kurze Toilette, und in ſtandesgemäßer Aufmachung betraten die
drei in ihren Galauniformen die Kirche
Die verſammelte Menge hätte den drei Reitern am liebſten
Beifall geklatſcht zu ihrer Bravourleiſtung. Der Ort war aber
wenig geeignet zu einer lauten Kundgebung. Und ſo wurde die
laute Feier vermutlich erſt ſpäter im Kaſino abgehalten.
Seite 8 — Nr. 143
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 24. Mai 19
ne
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macht
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haben
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vor
ware
vor
mit
Ruck
Reich und Ausland.
Feierliche Einführung
des neuen ſchwediſchen Erzbiſchofs.
Der Nachfolger Söderbloms.
Upſala. Der als Nachfolger Nathan
Söder=
bloms zum Erzbiſchof von Schweden ernannte
Profeſſor Erling Eidem wurde am Sonntag im
Dom von Upſala feierlich in ſein Amt
einge=
führt. Die Inſtallation nahm Biſchof Bergquiſt
(Lulea) vor, dem faſt ſämtliche ſchwediſchen
Biſchöfe, die anweſenden ausländiſchen Biſchöfe,
Vertreter des Domkapitels und des Erzſtiftes
aſſiſtierten. König Guſtaf von Schweden, das
Kronprinzenpaar, ſowie mehrere andere
Mit=
glieder des ſchwediſchen Königshauſes waren
zugegen, ferner nahmen mehrere Staatsminiſter
ſowie Abgeordnete des Reichstages an dem
feier=
lichen Akt teil. Der Deutſche Evangeliſche
Kirchenbund war durch den Biſchof von
Hol=
ſtein, D. Mordhorſt=Kiel, vertreten, der auch bei
der feierlichen Einführung des Neuernannten in
ſein Amt mitwirkte, der Erzbiſchof von
Canter=
bury durch den Biſchof von Fulham, die übrigen
nordiſchen Kirchen durch die Biſchöfe von
Kopen=
hagen, Drontheim und Tammerfors. Auch
Ab=
geſandte der griechiſch=orthodoxen Kirche, des
franzöſiſchen Kirchenbundes, und der
evangeli=
ſchen Kirche Ungarns waren zugegen. Nach der
Hochmeſſe zog die Prozeſſion unter den Klängen
des „Tedeum” an den Altar, an der Spitze die
Träger der Inſignien. Die Weihe erfolgte nach
den Vorſchriften der ſchwediſchen Kirchenordnung.
Die deutſchen Kinobeſitzer tagen in Frankfurt.
Frankfurt a. M. Die diesjährige
Ta=
gung des Reichsverbands der deutſchen
Licht=
ſpieltheaterbeſitzer findet vom 23. bis 27. Mai in
Frankfurt a. M. ſtatt. Die Tagung hat geſtern
mit einem Empfang der Gäſte im Hotel Briſtol
begonnen. Es wird mit einer Teilnehmerzahl
von mehreren hundert gerechnet. Die
Frankfur=
ter Tagung, die im Zeichen der ſchlimmſten
Wirt=
ſchaftskriſe ſteht, iſt bedeutſam wegen der
Be=
ſprechung und Klärung zahlreicher wichtiger
Fragen, die das Lichtſpielgewerbe betreffen. Eine
Kinoausſtellung wird im Palmengarten
ſtattfin=
den. Am Mittwoch findet dann die
Haupt=
tagung im Palmengarten ſtatt. (Auf den
Ver=
lauf dieſer Tagung kommen wir ausführlich
zurück.)
Kunſtmaler Bayerl †.
München. Der bekannte Maler Profeſſor
Theodor Bayerl iſt nach langem, ſchwerem
Lei=
den in München geſtorben. Der ſchaffensfrohe
Künſtler hat u. a. auch in der gegenwärtigen
Düſſeldorf-—Münchener Kunſtausſtellung ſeine
Werke an bevorzugter Stelle ausſtellen können.
D=Zug Baſel—Oſtende entgleiſt.
Berlin. Wie die Berliner Montagblätter
melden, entgleiſte der D=Zug Baſel—Oſtende am
Samstagabend, kurz vor der Einfahrt in den
Bahnhof von Saarburg. Lokomotive, Tender und
der erſte Wagen 3. Klaſſe ſtürzten um. Der
Loko=
motivführer und der Heizer ſprangen ab, wobei
der Heizer den Tod fand. Etwa 20 Reiſende
ſollen leichte Verletzungen erlitten haben. Die
Urſache des Unglücks iſt noch nicht bekannt.
15 Leichtverletzte bei einem Zugunfall
auf dem Dortmunder Hauptbahnhof.
Dortmund. Die Reichsbahndirektion teilt
mit: Am 22. Mai, 7.38 Uhr, kam der
Perſonen=
zug 1751 (von Wanne nach Dortmund) bei der
Einfahrt in das Kopfgleis im Bahnhof
Dort=
mund=Hauptbahnhof nicht reichtzeitig zum Halten
und wurde durch die Prellbock=Gleitvorrichtung
zum Stehen gebracht. Nachdem ſämtliche
Fahr=
gäſte den Zug verlaſſen hatten, meldeten ſich
15 Reiſende im Stationsbüro als leicht verletzt.
Materialſchaden iſt nicht entſtanden. Die
Unter=
ſuchung über die Schuldfrage wurde ſofort
ein=
geleitet.
Motorbootunglück auf dem Rhein.
Düſſeldorf. Bei dem am Sonntag auf
dem Rhein herrſchenden Sturmwetter ereignete
ſich in der Nähe von Düſſeldorf, bei Stürzelberg,
ein Motorbootunglück. Der Düſſeldorfer
Kauf=
mann Mahlbach fuhr mit ſeinem Boot auf ein
unter Waſſer befindliches Hindernis auf, ſo daß
das Boot kenterte. Der Beſitzer ertrank.
Tödlicher Abſturz eines Segelfliegers
auf Borkum.
Borkum. Der 23jährige Segelflieger Kurt
Oenſner, von der Segelfluggruppe Hamborn des
Flugvereins Niederrhein, ſtürzte am
Sonntag=
mittag bei einem Drachenflug über dem
Muſchel=
felde, am Nordſtrand der Inſel, mit ſeinem
Flugzeug „Hangwind” aus etwa 50 Meter Höhe
ab und war auf der Stelle tot. — Der
bedauer=
liche Fliegerunfall ereignete ſich im Rahmen des
Nordſee=Segelflugwettbewerbs. Die
Veranſtal=
tung wurde ſofort abgebrochen.
Zwei Bergſteiger am Waxenſtein abgeſtürzt.
München. Nach Mitteilung der „
Berg=
wacht” ſind am Sonntagvormittag die beiden
Garmiſcher Karl Reißer, ein bekannter
Ski=
fahrer, und Erich Brox am Zwölfer=Kopf
(Waxenſtein) durch Abſturz tödlich verunglückt.
Die Leichen ſind von einer Expedition der
Ret=
tungsſtelle Garmiſch geborgen worden.
Der Streit um den Schienenzepp.
Am 15. April brachten wir eine Notiz über
den Abſchluß eines Prozeſſes zwiſchen Ingenieur
Kruckenberg und Prof. Wieſinger um die geiſtige
Vaterſchaft des Schienen=Zeppelins. Wir
er=
halten jetzt, nach zirka 5 Wochen, eine Zuſchrift
des Rechtsvertreters des Herrn Kruckenberg, in
der es heißt, daß das Kammergericht nicht über
die geiſtige Vaterſchaft des Schienen=Zeppelins
zugunſten des Herrn Wieſinger entſchieden habe,
vielmehr den Redakteur Jonas verurteilt habe,
dieſe Behauptungen zu unterlaſſen. Die Klage
gegen Prof. Wieſinger ſei lediglich deshalb
ab=
gewieſen worden, weil er ſich dieſe Behauptungen
nicht zu eigen gemacht haben wolle. Zudem, ſo
heißt es in der Zuſchrift weiter, habe der
Man=
dant (Herr Kruckenberg) gegen das Urteil
Re=
viſion beim Reichsgericht eingelegt.
Die Rekordleiſtung einer Frau.
Schwieriger Blug im Nebel 30—109 Meker über dem Meeresſpiegel.
Tödliche Unfälle bei Ankunft der Fliegerin.
Bericht der Ozeanfliegerin
Earhark.
London. Die Ozeanfliegerin, Frau Earhart,
traf am Sonntagnachmittag, bei heftigem
Gewit=
ter, auf dem Flugplatz Hanworth bei London
ein. Infolge des ſtrömenden Regens war Frau
Earhart gezwungen, zunächſt unter den Flügeln
ſagte. Sie war infolgedeſſen gezwungen, trotz
ſtarken Nebels ſich in einer Höhe von nur 30 bis
100 Metern über dem Meeresſpiegel zu halten.
Obendrein war die Vergaſerröhre leck geworden.
Während der Nacht hatte ſie mehrere Stunden
lang gegen heftige Stürme anzukämpfen. Noch
nie hätte ſie einen Sonnenaufgang mit ſolcher
Freude begrüßt, wie am Samstag morgen. Von
da an vollzog ſich der Flug glatt bis zur iriſchen
Küſte. Sie folgte der Eiſenbahnlinie bis
Lon=
donderry, wo ſie einen Flugplatz zu finden hoffte.
Die Landung der Atlantikfliegerin Earhart. (Funkbild.)
des Flugzeuges Schutz zu ſuchen. Erſt fünf
Mi=
nuten ſpäter konnte ſie ſich in das Klubhaus auf
dem Flugplatz begeben, wo ſie von dem
amerika=
niſchen Botſchafter Mellon aufs herzlichſte
be=
willkommnet wurde. Sie fuhr alsdann mit
Mellon und deſſen Tochter nach der
amerikani=
ſchen Botſchaft, wo ſie während ihres Londoner
Aufenthalts wohnen wird. — Präſident Hoover,
Miniſterpräſident Macdonald und
Luftfahrt=
miniſter Lord Londonderry ſandten der
Flie=
gerin in herzlichem Tone gehaltene
Glückwunſch=
telegramme, in denen ſie ihrer hohen
Bewunde=
rung für die von Frau Earhart an den Tag
ge=
legte Kühnheit und Geſchicklichkeit Ausdruck
gaben.
Wie Frau Earhart erzählte, hatte ſich von
der fünften Stunde ihres Ozeanfluges an mit
großen Gefahren und Schwierigkeiten zu kämpfen.
An den Flügeln ihres Flugzeuges ſetzte ſich Eis
an, welches das Gewicht des Apparates erheblich
vermehrte. Hinzu kam, daß der Höhenmeſſer ver=
Da keiner vorhanden war, landete ſie auf
offe=
nem Felde.
Frau Earhart wird in einigen Tagen nach
Rom fliegen, um an dem dort tagenden
Kon=
greß der Ozeanflieger teilzunehmen.
Das Flugzeug des bekannten Londoner Preſſe=
Photographen Barton, der nach Londonderry
geflogen war, um Aufnahmen von der Ankunft
von Frau Earhart zu machen, ſtürzte an der
ſchottiſchen Küſte ab. Sowohl Barton, wie der
Pilot fanden den Tod. Die von Barton
gemach=
ten Aufnahmen konnten jedoch unverſehrt
ge=
borgen werden, und die Bilder erſchienen bereits
geſtern in den Londoner Morgenblättern. Auch
das Flugzeug, mit dem die beiden bekannten
Fliegerinnen Peggy und Salaman, die vor
einigen Wochen einen Rekordflug nach
Süd=
afrika unternahmen, und Lady Bailey Frau
Earhart entgegengeflogen war, wird ſeit
Sonn=
tagabend vermißt.
Der Todesſturz bei dem Avus=Rennen.
Der zertrümmerte Wagen des Fürſten Lobkowicz.
„Do. X” ſchon wieder unterwegs.
Vigo (Spanien). Das Flugſchiff „Do. X‟
iſt am Montagvormittag 11.45 Uhr (M. E.3.)
zum Weiterflug nach Calſhot bei Southampton
geſtartet. Da zurzeit ſtarke Nordwinde
herr=
ſchen, geht der Flug nur verhältnismäßig
lang=
ſam vonſtatten. Dr. Dornier iſt am Montag von
Deutſchland nach Southampton abgereiſt. Erſt
nach der Ankunft des Flugſchiffs daſelbſt wird
ſich entſcheiden, ob der „Do. X” nach Berlin
wei=
terfliegen wird.
Das deutſche Flugboot „Do. X” hat
Mon=
tagmorgen 11 Uhr den Weiterflug von Vigo aus
angetreten. „Do. X” beabſichtigt, nach
Southamp=
ton und von da nach Berlin zu fliegen, wo es
auf dem Müggelſee niedergehen wird.
Southampton. Das Flugſchiff „Dox‟
iſt hier um 19.15 Uhr eingetroffen.
Dr. Eckener über die nächſten Fahrten
des „Graf Zeppelin”.
Kopenhagen. Dr. Eckener, der ſich
augen=
blicklich in Kopenhagen aufhält, verbreitete ſich
gegenüber einem Vertreter des „Dagens
Nyhe=
ter” über ſeine nächſten Pläne. Dr. Eckener
er=
klärte, daß die geplante Fahrt des Luftſchiffes
nach Grönland leider aufgegeben worden ſei, da
die zur Finanzierung des Unternehmens
notwen=
dige Zahl von Paſſagieren ſich nicht gefunden
habe. Bis im Auguſt nach der Regenzeit, die
Südamerikafahrt wieder aufgenommen werden
könnte, werde das Luftſchiff nur einige kleinere
Fahrten, ſo nach der Schweiz, nach Danzig und
nach Oslo über Kopenhagen, unternehmen.
Der Brand
der „George Philippar
Bericht des Kapikäns.
Paris. Der Bericht des Kapitäns
„George Philippar” iſt nunmehr in Paris
getroffen. Es heißt darin: Der Kabinenl
wurde am 16. Mai, kurz nach 2 Uhr, gem
Schon die erſte Unterſuchung hat ergeben.
das Feuer nicht lokaliſiert war, ſondern ſich
verbreitete. Angeſichts der Gefahr wurde
das Alarmſignal gegeben und die Fahrt
ſtoppt. Bald brachen Rauch und Flammen
vor. Nach kurzer Beratung wurde der Be
zum Ausſchiffen gefaßt und alle Mann a
Rettungsboote befohlen. Es konnten nur
oder ſechs S.O.S.=Signale gegeben werde
merkwürdigerweiſe faſt gleichzeitig ſowol
der Funkſtation, wie bei den Reſervebat=
und in den angrenzenden Räumen Flamme=
Durchbruch kamen, obgleich der urſprün
Herd ziemlich weit davon entfernt war.
einer der Offiziere eine Hilfsbatterie in
ſetzen wollte, die ſich ohne jeden erſicht
Grund während der Fahrt entladen hatte,
er durch den Rauch und das Feuer daran
hindert. Unterdeſſen wurde mit großer Ei
Rettung der Fahrgäſte in die Boote organ
Als der Brand weiter vordrang, wurden die
ſagiere nach Achterdeck geleitet, wo das
booten normal verlief. In dieſem Auge
traf der ruſſiſche Petroleumdampfer „Sor
kaja Neft” ein, ſpäter die Dampfer „Cor
tor” und „Mahſud‟. Die Fahrzeuge betei
ſich an der Rettungsaktion und nahmen di
ſagiere an Bord. Als die Fahrgäſte un
Beſatzung das brennende Schiff verlaſſen h
blieb nur noch der Kommandoſtab an Bor
von den Flammen immer weiter zurückged
wurde. Als letzter verließ der Kapitän
8 Uhr morgens das glühende Wrack. Die
Verletzungen und Rauchvergiftungen ſind d
zurückzuführen, daß das Feuer ſich mit ung
licher Schnelligkeit verbreitete. Opfer des
des wurden diejenigen, die vom Ausgang
ſchnitten waren und nicht die Geiſtesgege
beſaßen, ſich ins Meer zu werfen, wo m
vermutlich gerettet hätte.
Wolkenbrüche über Mittelengland.
London. Heftige Wolkenbrüche habe
Sonntagmorgen große Teile von Mittelen
heimgeſucht. In zahlreichen Ortſchaften ſtan
Waſſer meterhoch in den Straßen. In
wurde das Waſſerwerk zerſtört. Der anger
Schaden wird auf mehrere hundertte
Pfund geſchätzt. Soweit bisher feſtgeſtellt:
fanden zwei Perſonen den Tod.
Der Kongreß der Transozeanflieger.
Rom. Die hier verſammelten Trans
flieger wurden geſtern im Quirinal vom
niſchen König empfangen. In der anſchb
den Sitzung des Kongreſſes der Trans
flieger entbot der Vorſitzende des Italier
Aero=Clubs, Abgeordneter Diaz, den Gäſta
Willkommensgruß Italiens.
Keine Spur von Bertram.
Batavia. Ein holländiſcher Zerſtöre
die auſtraliſchen Küſtengebiete und das
vorgelagerte Meer nach dem verſchollenen
ſchen Flieger Bertram abgeſucht hat, n
geſtern in einem Funkſpruch, es ſei ihm
gelungen, irgendeine Spur von Bertrams
kersflugzeug oder von dem Piloten und
drei Begleitern zu finden.
Schachteinſturz in Südafrika.
Kapſtadt. Von den bei einem E
Einſturz auf der Robinſon=Grube in Süt
verſchüttetene 20 eingeborenen Bergark
konnten inzwiſchen fünf gerettet werden.
Schickſal der reſtlichen 15 Arbeiter iſt no
gewiß.
Die
S-Bah
Manfred v. Brauchitſch,
der das Hauptrennen gegen die Elite der
päiſchen Auto=Rennfahrer gewann, mit
Siegeskranz.
Earl Howe,
der das Rennen der kleinen Wagen ge
Howe iſt ein Vetter des engliſchen Ko=
Sas.Sls deAtt
ittelenglan
Jugend ahoi!
Zun Jugendlag am 29. Mai in Darmſtadk.
Von Kreisſportwart Heinz Lindner=Darmſtadt.
Seit einer Reihe von Jahren führen die beiden großen deut=
Sportverbände, der Deutſche Fußball=Bund und die Deutſche
tbehörde für Leichtathletik in allen deutſchen Gauen einen
ndtag durch. An dieſem Tage der Jugend ruht auf allen
en der Sport= und Spielbetrieb, und an wichtigen Orten
mmeln ſich jugendliche und aktive deutſche Sportler, um in
voller Zuſammenarbeit eindringlich für die Ziele unſerer
hen Sportjugend in der Oeffentlichkeit zu werben. Am
kom=
en Sonntag, dem 29. Mai, wird in Süddeutſchland der
Süd=
he Fußball= und Leichtathletik=Verband in allen größeren
en den Jugendtag durchführen. Von den beiden
Veranſtal=
n des Kreiſes Starkenburg wird beſonders die in Darmſtadt
ſte Aufmerkſamkeit verdienen. Jugendtag in Darm=
Ein Mahnruf, dem ſich unſere deutſche Jugend nicht
ver=
ſen ſollte! An dieſem Tage wollen wir zeigen, daß uns
ge=
in der heutigen ernſten Zeit mehr denn je das Wohl unſerer
id am Herzen liegt. Einſeitigkeit, Gottloſigkeit, Stumpf=
und Trübſal, ſie haben in unſeren Reihen ſportfreudiger
skämpfer keinen Platz! Wir haben auch nicht das Programm
politiſchen Partei auf unſere Fahnen geſchrieben! In
brei=
ampffront, in der — partei= und religionspolitiſch neutral
Hunderttauſende deutſcher Männer und Frauen —
Jun=
ind Mädels — eingeordnet haben, arbeiten wir Tag für
in der körperlichen und geiſtigen Geſundung und
Ertüchti=
jedes Einzelnen, zum Wohle der Geſamtheit. zu Nutz und
men unſeres deutſchen Vaterlandes! Und jeder, der zu uns
en will, iſt uns herzlich willkommen, wenn er uns ein guter.
zlicher Kamerad, ein tapferer Mitkämpfer für die
lebens=
inde Idee des Sportes ſein, wenn er die geſchriebenen und
briebenen Geſetze des Sportes beachten will.
ſir, deutſche Jugend, rufen wir zu: Jugend ahoi! Merk auf
omm am Jugendtag hinaus zu uns! Dort draußen auf dem
on am Böllenfalltor wollen wir dir zeigen, in welch hehrem
und mit welcher Begeiſterung wir für die geiſtige und
kör=
e Ertüchtigung arbeiten! Wir wiſſen, wie ſehr gerade die
liche Jugend heute von allen möglichen Bewegungen
um=
n wird. Weil wir dies wiſſen, rufen wir heute um ſo
lau=
d eindringlicher: Deutſche Jugend! Vergiß nicht, daß einzig
Uein die volltönende Harmonie zwiſchen Körper und Geiſt
Zufriedenheit zu ſchenken vermag! Wir bürgen dir dafür.
ſie in unſeren Reihen findeſt. Darum her zu uns! Komm'
onntag hinaus zu uns und erlebe das, was dir jugendliche
ktive Sportler bieten! Wer vieles brinat, wird jedem etwas
en! Auch für dich wird ein Körnlein Freude und
Erkennt=
bfallen! Dem Einzelnen aber wollen wir eindringlich zu=
Mach’ dich frei für unſeren Jugendtag!
* mit Vater und Mutter zu uns, denn auch die Eltern
wir davon überzeugen, daß uns gerade die Ertüchtigung
r jungen Sport= und Lebenskameraden überaus ſtark am
liegt! Wir erwarten auch dich!
Fechken.
Anfängerprüfung des Main—Rhein=Gaues, D. T.
ie für den fechteriſchen Nachwuchs des Main—Rhein=Gaues
idende Prüfung fand unter Leitung des Gaufechtwartes,
jeiſter Kgiſer, in Darmſtadt ſtatt. 19 junge Fechter aus den
ereinen Darmſtadt 1846, Darmſtadt=Beſſungen, Rüſſelsheim,
n. Neu=Iſenburg und König unterzogen ſich der
Anfänger=
ig und beſtanden alle mit mehr oder weniger gutem Erfolg.
en (Tgde, Beſſungen) und Hans Schmidt (T.G. Darmſtadt
erreichten die beſte Bewertung. — Am Nachmittag begann
ehrgang im Florett für die Leiter und Vorfechter der ein=
Gau=Riegen.
Kanuſpork.
ei der 7. Stuttgarter Kanu=Regatta auf dem Neckar (lange
7 Kilometer) belegten die Paddler vom Schwimmklub
Deutſchland ſowohl im Anfänger=Zweier mit
Thomas=
nk (Zeit 36:34 Min.) wie im Junioren=Zweier mit
Fasler=
r (Zeit 35:19 Min.) den 1. Platz und bewieſen damit
er=
daß ſie im Oberrhein=Mainkreis mit an führender Stelle
n nächſten Sonntag ſteigt in Erfelden ein Klubkampf über
leter bzw. 1000 Meter zwiſchen dem Frankfurter Kanuklub,
ſaddlergilde Rot=Weiß Darmſtadt und dem Schwimmklub
Deutſchland, der den Paddlern am Altrhein guten und
inter=
en Sport bietet.
eim Reitturnier in Florenz belegten am zweiten
die deutſchen Offiziere Noſtitz, v. Nagel und Brandt im
Re=
ochſpringen die erſten Plätze
er Deutſche Tennis=Bund entſendet nach
Wimble=
e beiden Damen Außem und Krahwinkel, ſowie die
Davis=
vieler Daniel Prenn, v. Cramm, Nourney und Dr. Deſſart.
Handball.
Polizei Darmſtadt — 5b. 98 Darmſtadt.
Wie bereits bekannt, treffen ſich obige Mannſchaften am
Mittwoch, 18.45 Uhr auf dem Polizeiſportplatz zu einem
Freundſchaftsſpiel. Daß beide Mannſchaften immer noch zu den
erſten Mannſchaften Deutſchlands zählen, beweiſen ihre letzten
Erfolge. Der Polizei war es gelungen, den deutſchen Meiſter,
Polizei Berlin, zu beſiegen, während, der Sportverein 98 den
neuen Süddeutſchen Meiſter, Sp.Vgg. Fürth, recht deutlich mit
11:7 überfahren konnte. Die Mannſchaft des SV. 98, die in den
Endſpielen um die Südd. Meiſterſchaft eine Schwächeperiode
zeigte, iſt wieder deutlich im Kommen. Die Polizei hat im Spiel
gegen Polizei Berlin gezeigt, daß ſie noch zu ſpielen verſteht. Da
zwiſchen beiden Vereinen gegenwärtig ein gutes Einvernehmen
beſteht, glauben wir, daß die Begegnung ihren Zweck, nämlich
Werbung neuer Anhänger für den Handballſport, erfüllen wird.
Wir bitten deshalb das Publikum, das Spiel als
Freundſchafts=
ſpiel zu betrachten und ſich demgemäß einzuſtellen. Die
Eintritts=
preiſe ſind niedrig gehalten. Die Mitglieder beider Vereine zahlen
gegen Vorzeigen der Mitgliedskarte ermäßigte Preiſe.
Das Spiel am Donnerstag, 26. Mai. Polizei — Sportv.
Wiesbaden, wurde vom Sportverein Wiesbaden abgeſagt.
TSV. Braunshardt—Tgde. 1865 Beſſungen 5:15 (3:8).
Bei den Vereinswettkämpfen des T= u. Spv. Braunshardt
gingen als 1. Sieger in den einzelnen Abteilungen hervor: Im
Turnen: L. Hoffmann. Arthur Ruland und Ad. Dechert. In
Leichtathletik; K. Wagner, Fritz Heyd, Peter Heyd, Arth.
Ruland und Ad. Dechert.
In dem anſchließend zum Austrag gebrachten Handballſpiel
obiger Mannſchaften unterlagen die Braunshardter mit dem
überaſchend hohen Ergebnis von 1555. Die Beſſunger Turner
überraſchten durch ſehr gutes Können und erwarben ſich durch
ihre ſchöne und faire Spielweiſe die Sympathien aller
Anweſen=
den. Sie waren der Platzelf in allen Teilen überlegen und
ſieg=
ten verdient. Braunshardts Elf hatte einen ſchwarzen Tag und
lieferte eines ihrer ſchlechteſten Spiele. Konnte man ſchon in
den letzten Spielen einen deutlichen Formrückgang feſtſtellen, ſo
ſpielte die Elf diesmal, vollſtändig zuſammenhanglos und machte
einen völlig überſpielten Eindruck. Man muß zwar
berückſichti=
gen, daß die Spieler vorher an den Wettkämpfen teilnahmen
und ſichtlich übermüdet waren, jedoch hätte die Niederlage nicht
ſo kataſtrophal ausfallen dürfen. Der Torhüter verſagte völlig.
Schiedsrichter Spiegel=Darmſtadt ſehr korrekt. 2. M. 15:2 für Br.
Zußball.
FC. Germania Eberſtadt—SV. 98 Pokal 1:3 (1:2).
Die Pokalmannſchaft des SV. 98 konnte gegen die ſpielſtarken
Germanen beweiſen, daß die letzten Erfolge kein Zufall waren,
Das Spiel ſelbſt war alles andere als ſchön, dafür ließ es aber
an Härte nichts zu wünſchen übrig. War es in der erſten Hälfte
ausgeglichen, ſo war es in der zweiten Hälfte, als SV. ſich auf
Halten des Reſultats verlegte, eine Ueberlegenheit Eberſtadts
un=
verkennbar. Jedoch auch die beſtgemeintn Angriffe ſcheiterten
an der aufmerkſamen Darmſtädter Deckung oder wurden im
Uebereifer von Eberſtadt vergeben. Das Eckenverhältnis ſtand
ſo ſchließlich 19:2. Bei Eberſtadt ſpürte man das Fehlen
Weizen=
müllers. Daß Eberſtadt keine der 19 Ecken auswerten konnte,
ſtellt dem Germanenſturm kein gutes Zeugnis aus Schiedsrichter
Becht=Ober=Ramſtadt hätte ruhiger etwas energiſcher
durchgrei=
fen dürfen.
* Kreisliga Südheſſen.
Abſolute Klärung der Meiſterſchaftsfrage.
Endlich ſind wir nun auch ſoweit, daß wir in unſerem
Ver=
treter, V.f. R. Bürſtadt, auch den Kreismeiſter Südheſſens der
Saiſon 1931/32 begrüßen können. Olympia Lampertheim hat
be=
reits das erſte ſeiner Nachholſpiele in Worms verloren und kann
ſomit Bürſtadt nicht mehr einholen. Das einzige noch ausſtehende
Verbandsſpiel, Pfiffligheim gegen Bürſtadt, iſt nun ohne jeglichen
Belang. Nach hartem Kampf trennten ſich
Olympia/Worms — Olympia Lampertheim 3:1
im Wormatiaſtadion. Die „Kleeblätter” legten wieder das beſſere
Können an den Tag und gewannen ſomit verdient.
Bei den Aufſtiegſpielen zur Bezirksliga gab
es diesmal zwei große Ueberraſchungen. Mombach, weit unter
Form, verlor gegen die Darmſtädter Poliziſten unerwartet hoch;
ja, man hätte den Mombachern viel eher einen Sieg zugetraut,
als den Bürſtädtern in Rüſſelsheim. Daß dieſes Spiel ſo
gün=
ſtig für unſeren Vertreter endete, iſt auch größtenteils dem
Fuß=
ballglück zuzuſchreiben, denn Rüſſelsheim war ſpieleriſch viel beſſer
und führte auch bis 15-Minuten von Schluß 1:0. Innerhalb zwei
Minuten konnten die Bürſtädter jedoch durch einen Handelfmeter
und einen ſchönen Köpfer von Kleber den Sieg an ſich reißen. So
ſchön der Erfolg iſt, die Bürſtädter müſſen ſich jedoch hauptſächlich
im Sturm noch bedeutend verbeſſern, wenn nicht unliebſame
Ueber=
raſchungen eintreten ſollen.
Bei dem Spiel um den Aufſtieg zur Kreisliga
zwiſchen
Spv. Herrnsheim — Spv. Weinsheim 5:2
holten ſich die Einheimiſchen überraſchend glatt die erſten Punkte.
Damit iſt die Aufſtiegchance für Bensheim wieder ſtark geſunken,
denn Weinsheim iſt geſichert, und Bensheim hat noch in
Herrns=
heim anzutreten.
Das Spiel um den Bezirkspokal in Biblis:
F.=V. Biblis — Mainz=Bretzenheim 3:3
muß zugunſten der Bibliſer gutgeſchriehen werden, da Bretzenheim
auf eine Verlängerung verzichtete. Der Kampf war ſehr hart.
Von einigen Freundſchaftsſpielen liegen, folgende
Reſultate vor: (Sa.) Olympia Lampertheim, komb. — Olympia
Lorſch 2:1; (So.) Pfiffligheim — F.=V. Bobenheim 3:1; F.=V.
Hofheim — V. f. R. Oggersheim 3:0; F.=V. Biblis, Reſ. — F.=V.
Bechtheim 3:1.
Geſchälſches.
Fuß=, Bein= und Rückenſchmerzen! Von Fuß=.
Bein= und Rückenſchmerzen ſind eine ungeheuer große Anzahl
Menſchen befallen. Wer mit einem ſcharfen Blick das Gehen der
Menſchen auf der Straße beobachtet, wird erſchrecken, wie Fuß=,
Beinleiden und ſchlechte Körperhaltungen überhand genommen
haben. Die Statiſtik ſoll feſtgeſtellt haben, daß ſchon 80 Prozent
aller Menſchen von Fußleiden befallen und gequält werden. Ueber
deren Urſache und deren Beſeitigung gibt am 24. und 25. Mai
der Erfinder des Birkenſtock=Fußbett. Herr Konrad Birkenſtock,
bei der Firma M. Kattler, Darmſtadt, Rheinſtraße 3, genaue
und koſtenloſe Auskunft.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Dienstag, 24. Mai.
15.20: Hausfrauen=Nachmittag.
17.00: München: Nachmittagskonzert. Werfe von Roſſini,
Meyer=
beer, Tſchaikowſky. Joh. Strauß, Schmalſtich u. a.
18.25: Landgerichtsdirektor Leibfried: Unter welchen Vorausſetzungen
ſollen Brautleute und Ehegatten einen Ehevertrag ſchließen und
warum?
18.50: Geh. Rat Prof. Dr. Schultze von Gäverniz: Die Stellung
Amerikas in der Weltkriſis der Gegenwart.
19.3): Frühling in Schwetzingen. Funkbericht von C. Struve.
20 30: Junger Mond, du kummervolle Barke. Hörfolge von O. L.
Brandt.
21 30: Ein Hauskonzert bei Hans Fugger (1531—1598), Mitw.: O.
Wolf (Flöte), K. Heß (Violine), A. Faiß (Laute), L. Schuyer
(Gambel.
22.30: Zeit, Wetter, Nachrichten, Wirtſchaftsmeldungen.
22.45: Nachtmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Dienstag, 24. Maf.
15.00: Kinderſtunde: Geſchichten und Gedichte.
15.45: Künſtleriſche Handarbeiten. Modeſtickereien.
16.30: Leipzig: Nachmittagskonzert,
17.30: Prof. Dr. Bavink: Das Weſen des Lebens im Licht der
heutigen Forſchung.
18.00: Prof. Dr. Mersmann: Das Thema in der Inſtrumentalmuſik.
18.30: Engliſch für Fortgeſchrittene.
19.00: Gedanken zur Zeit.
19.35: M. Müller=Jabuſch: Weltpolitiſche Stunde.
20.00: Königsberg: Der Holzdieb. Komiſche Oper von H. Marſchner.
20.50: Reichsminiſter a. D. Dr. Schiffer: Der demokratiſche Staat
in der Kriſe.
21.15: Schloßkonzert anläßlich der Berliner Kunſtwoche. Orcheſter
der Berliner Staatsoper.
22.15: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten,
22.35: Hamburg: Die Weintraubs ſpielen.
Wekterbericht.
Der geſtern über der Nordſee gelegene Tiefdruckwirbel iſt
unter Verſtärkung nach Dänemark und Südſkandinavien
weiter=
gewandert. An ſeiner Rückſeite fließen über den Britiſchen
In=
ſeln kühle Luftmaſſen abwärts, die auch bis in unſeren Bezirk
vor=
dringen und das Wetter noch wechſelhaft geſtalten werden.
Vor=
übergehende Bewölkung, die durch Aufheiterung unterbrochen
wird, mit vereinzelten Regenſchauern charakteriſieren die
Witte=
rung. Da jedoch von Weſten her der Luftdruck wieder anſteigt,
kommen wir ſpäter unter den Einfluß hohen Druckes, ſo daß dann
Wetterberuhigung und Erwärmung eintritt.
Ausſichten für Dienstag, den 24. Mai: Wechſelnd bewölkt mit
Aufheiterung, noch mäßig warm, vereinzelte ſchauerartige
Niederſchläge.
Ausſichten für Mittwoch, den 25. Mai: Wieder etwas ruhigeres,
tagsüber wärmeres und meiſt trockenes Wetter.
Die
Verantwortlich für Polit und Wirtſchaff: Rudolf Maupe: für Feuiſſeton, Reich und
Ausland und Heſſche Nachrſchten: Max Streeſe: für Sport: Karl
Böhmann=
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch: für den Schlußdſenſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”. Tagesſpiegel in Bid und Wort: Dr Herbert Nette:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Wiliy Kuhlei.
Druck und Verlag: C. C. Wittich — ſämilſch in Darmſfadt.
Für unverlangte Manuſfelpte wird Garantle der Rückſendung nicht Übernommen
Die heutige Nummer hat 12 Geiten.
SaBddttAälÖUe dor
Im Internatienalen AuussRennen 1982
Ater H. Bradchitsch auf Mereedes aBenz
2ter Oaraoelola auf Alfa Romeo
4ter Stuck v. Villiez auf Mercedes-Benz
Zter Stuber auf Bugatti
auf Maserati
Ster Kotte
sämtlich mit Oontinental-Reifen. — Dieser Sieg wiegt doppelt, weil ohne
Reifenwechsel und in Rekordzeit:
Stundenkilometer gewonhen.
TOA.
(TV.7805
Ob Ebene oder Gebirge, ob Landstraße oder Rennbahn
PAadt
Reifen
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all Bewährt.
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haben
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Wahl
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no
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Ruck
Nummer 143
AarmſtadeerCagblat
Nege Faſſung zur Oeoiſenveroronung.
die Reichsmark- Forderung. — An den Börſen flaue Skimmung. — Skarke Zerückhalkung in Publikumskreiſen.
Durch die Verordnung des Reichspräſidenten vom 15. April
1932 hat die Reichsregierung die Ermächtigung erhalten, die ge=
Die Arbeitswgekklage in Heſſen
ſamten Vorſchriften über die Deviſenbewirtſchaftung
inneuer Faſſungbekanntzumachen. Dieſe neue Faſſung ſteht
unmittelbar bevor. Im Zuſammenhang damit ſind einige ſachliche
Aenderungen notwendig geworden, die den Inhalt der im
Deut=
ſchen Reichsanzeiger veröffentlichten 12. Durchführungsverordnung
vom 21. Mai bildet. Die wichtigſte Beſtimmung bezieht ſich auf
den Reichsmarkzahlungsverkehr im Inlande für Rechnung von
Ausländern, der in den letzten Monaten eine wachſende Bedeutung
gewonnen hatte. Seit der 10. Durchführungsverordnung bedurfte
jede Verfügung über eine Reichsmarkforderung zugunſten eines
Ausländers der Genehmigung. Nunmehr wird beſtimmt, daß dies
auch für jede Barzahlung an einen Inländer zugunſten eines
Aus=
länders gilt.
Auch zu Beginn der neuen Woche ſetzte ſich die
Abwärts=
bewegung an der Frankfurter Effektenbörſe fort. Es lag erneut
größeres Angebot in einigen Spezialaktien vor, denen keine
Auf=
nahmeneigung gegenüberſtand. Nach wie vor wirkte die ungeklärte
innerpolitiſche Situation verſtimmend, ebenſo wie die neue
Steuer=
notverordnung ein retardierendes Moment war. Vor allem
dürf=
ten aber weitere Liquidationen aus alten Terminengagements
vorgenommen worden ſein, ſo daß gegen den Wochenſchluß
über=
wiegend Kursverluſte bis zu 2 Prozent zu verzeichnen waren. Die
Amſatztätigkeit hielt ſich in ſehr engen Grenzen, zumal das
Publi=
kum vollkommen fehlte. Ausgeſprochen ſchwach tendierten J. G.
Farben, die zur erſten Notiz 2 Prozent und raſch weitere 2
Pro=
zent verloren. Die Nebenwerte des Chemiemarktes wie
Scheide=
anſtalt, Deutſche Erdöl und Rütgerswerke büßten bis zu 2
Pro=
zent ein. Merklicher Kursdruck beſtand auch am Elektromarkt, wo
Licht und Kraft 3,5 Prozent, Geſfürel, Siemens u. a. etwa 2,5
Prozent nachgaben. AEG. blieben relativ gut gehalten. Erſtmals
recht ſchwach lagen auch Montanaktien, von denen beſonders
Gelſenkirchen, Klöcknerwerke und Rheinſtahl mit minus 1,75—2,25
Prozent angeboten waren. Bei Stahlverein, die 1,5 Prozent
nach=
gaben, iſt der Verluſt infolge des niedrigen Kursſtandes (14,5
Prozent) verhältnismäßig noch größer, Kaliwerte gingen bis zu
2 Prozent zurück, auch Reichsbankanteile lagen mit minus 1,5
Prozent matt. Von lokalen Papieren büßten Holzmann 1,25
Pro=
zent ein, Schiffahrtsaktien waren dagegen recht widerſtandsfähig;
Nordd Lloyd notierten mit 11 Prozent unverändert, Hapag gaben
nur Bruchteile eines Prozentes nach.
Nach der ſtarken Abſchwächung an der Mittagsbörſe brachte
die Abendbörſe keine Erholung. Die Kurſe lagen im Gegenteil
meiſt noch ſchwächer bei anhaltender Geſchäftsloſigkeit. Die
un=
klare außen= und innenpolitiſche Situation bewirkte weitere
Zu=
rückhaltung. Daneben verſtimmt auch die Zahlungseinſtellung der
zum Sternberg=Konzern gehörenden Diſch Hotel u. Verkehrs
A.=G., Frankfurt. J.G. Farben eröffneten ½ Prozent niedriger.
Auch Montanwerte eher etwas ſchwächer. Elektrowerte relativ
behauptet. Der Renten= und Anleihemarkt lag ebenfalls ſtill.
Im Verlauf konnten ſich J. G. Farben um ½ Prozent erholen und
ſchloſſen bei 8238 Prozent.
Termine der Leipziger Herbſtimeſſe 1932.
Die Leipziger Herbſtmeſſe 1932 wird Sonntag, den 26. Auguſt,
beginnen. Die Textilmeſſe dauert bis einſchließlich Mittwoch, den
31 Auguſt die übrigen Zweige der Muſtermeſſe und die
gleich=
zeitig ſtattfindende „Meſſe für Bau= Haus= und Betriebsbedarf”
bis einſchließlich Donnerstag, den 1. September.
Die „Meſſe für Bau=, Haus= und Betriebsbedarf” findet in
ſieben Ausſtellungshallen und auf Freiflächen der Techniſchn
Meſſe ſtatt. Sie umfaßt Erzeugniſſe der Induſtrie für den
Sied=
lungs= und Wohnungsbau, für die Einrichtung von Wohnungs=
und Geſchäftsbauten, für die Inſtandhaltung und Reinigung der
Wohn= und Geſchäftsräume uſw. Hilfsmittel für induſtrielle,
ge=
werbliche und handwerkliche Betriebe, kleine Werkzeugmaſchinen,
Werkzeuge, Betriebsmittel, hygieniſche Einrichtungen für die
Be=
triebe. Lieferfahrzeuge uſw. In beachtlichem Umfange werden auch
Rundfunkgeräte neuerer Art ausgeſtellt ſein.
Der Arbeitsausſchuß des Leipziger Meßamtes hat in ſeiner
letzten Sitzung beſchloſſen, mit Rückſicht auf die wirtſchaftliche
Not=
lage auf die Preiſe für Meßausweiſe zur Leipziger, Herbſtmeſſe
1932 wieder einen Kriſenrabatt zu gewähren. Der Preis des
Meßabzeichens, das zum Eintritt in alle Meßhäuſer und =Hallen
während der Dauer der Herbſtmeſſe berechtigt, wird von 8 RM.
auf 6 RM. ermäßigt, ſofern es während der drei erſten Meßtage
gekauft wird. Im Vorverkauf koſtet das Meßabzeichen nur 3 RM.,
wenn das Abzeichen der letzten Frühjahrsmeſſe in Zahlung
ge=
geben wird, ſonſt 5 RM. Die Tageskarten für die „Meſſe für
Bau=, Haus= und Betriebsbedarf” auf dem Ausſtellungsgelände
werden für die Zeit vom Sonntag, den 28. Auguſt. bis
einſchließ=
lich Dienstag, den 30. Auguſt, von 3 RM. auf 2 RM., für
Mitt=
woch, den 31. Auguſt, und Donnerstag, den 1. September, aber
von 2 RM. auf 1,50 RM. herabgeſetzt.
Mekallnokierungen.
Die Berliner Metalltermine vom 23. Mai ſtellten ſich für
Kupfer: Mai 41 (41.25), Juni 40.50 (40.75). Juli 40.75 (41.25),
Augrſt 41 (42), September 41.50 (42.25) Oktober 42 (42.75).
November 42.50 (43.25), Dezember 43 (43.75), Januar 43.50
(44.50), Februar 44 (45). März 44.50 (45.50), April 44.25 (46).
Tendenz: flau. — Für Blei; Mai 15.50 (15.75), Juni 15.75
(16.25), Juli 16 (16.50), Auguſt 16 (17), September 16.25 (17.50),
Oktober 16.50 (18), November 16.50 (18.50), Dezember 17 (19),
Januar und Februar 17.50 (19.50) März und April 18 (20).
Tendenz: ſtetig. — Für Zink: Mai 18 (19) Juni 18.50 (19.25),
Juli 19 (20) Auguſt 19.25 (20) September 19.50 (20,50), Oktober
19.75 (21), November 20 (21.50), Dezember 20,50 (22). Januar 21
(23), Februar 21.25 (23), März 21.50 (23), April 22 (23).
Ten=
denz: ſchwächer. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in
Klammern Brief.
Die Belebung des Arbeilsmarkkes
Zum Stillſtand gekommen.
Berliner und Frankfarker Effekkenbörſe.
Zu Beginn der neuen Woche herrſchte in der Burgſtraße eine
ſchwächere Stimmung. Rein äußerlich geſehen, bot die Börſe im
Anſchluß an den Vormittagsverkehr ein außerordentlich ruhiges
Bild. Die teilweiſe recht ſpät feſtgeſtellten Anfangskurſe ließen
aber erkennen, daß wieder nahezu überall ſtärkeres Angebot
vor=
gelegen hat, denn Abſchwächungen, teilweiſe recht empfindlicher
Art, bildeten die Regel. Meldungen, wie der Dividendenausfall
bei Feldmühle, das Vergleichsverfahren beim Zellſtoffverein, die
Sanierung bei Oberbedarf und die ſtarke Wahrſcheinlichkeit der
Dividendenzahlung in Reichsſchuldbuchforderungen bei der
Deſ=
ſauer Gas A.=G. mußten natürlich verſtimmen. Daneben hat ſich
die politiſche Unſicherheit eher noch verſtärkt. Heute dürften die
Verhandlungen im Preußiſchen Landtag im vollen Umfange
ein=
ſetzen, außerdem verlautete von Schwierigkeiten im Reichskabinett
wegen des Finanzminiſteriums. Die finanzielle Lage Oeſterreichs
wurde im Zuſammenhang mit der unnachgiebigen Haltung
Frank=
reichs wenig günſtig beurteilt. Die Verluſte betrugen im
allge=
meinen 1 bis 2 Prozent. Farben, Chade=Aktien, Licht u. Kraft,
Schubert u. Salzer und Schleſiſche B=Gas büßten etwa 3 Proxent
ein. Deutſche Linoleum ſowie Zellſtoffverein erſchienen ſogar mit
Minus=Minus=Minus=Zeichen. Im Verlaufe ergaben ſich bei
an=
haltend kleinem Geſchäft weitere Rückgänge bis zu 1 Prozent.
Das Publikum beteiligte ſich nur ſehr wenig am Geſchäft, und
man rechnet mit einem ſchwächeren Kaſſamarkt. Deutſche
An=
leihen lagen auffallend ſchwach, Altbeſitz büßten 1½ Prozent ein,
Neubeſitz nach anfänglicher Minus=Minus=Minus=Notiz 0,3
Pro=
zent.
Wie das Landesarbeitsamt Heſſen in Frankfurt a. M.
be=
richtet, iſt die Belebung des Arbeitsmarktes, die Mitte Februar
eingeſetzt hat, am 15. Mai faſt völlig zum Stillſtand gekommen,
weil auch die Saiſon=Außenberufe, von denen gewöhnlich der
An=
trieb zu einer allgemeinen Entlaſtung auszugehen pflegt, nicht
mehr in der Lage geweſen ſind, eine größere Anzahl
Arbeits=
kräfte aufzunehmen; die Gruppe Landwirtſchaft und die
Unge=
lernten haben überhaupt keine, die Induſtrie der Steine und
Er=
den nur 500 und das Baugewerbe rund 800 Abgänge aufzuweiſen.
Im ganzen iſt die Zahl der Arbeitſuchenden um 2230 — 0,7 v. H.
— auf 326 618 gefallen Bei fünf von den 18 Arbeitsämtern im
Bezirk des Landesarbeitsamtes Heſſen hat die Arbeitsloſigkeit
bereits wieder zugenommen. Daß die Entwicklung auf dem
Arbeitsmarkt und die Geſamtlage in dieſem Jahr ganz erheblich
ungünſtiger iſt als im Vorjahre, zeigt die folgende
Gegenüber=
ſtellung;
Zahl der Arbeitſuchenden:
am 15. 2. 1932 (Höchſtſtand);
am 15. 5. 1932:
335 966
326 618
Vorjahr:
Vorjahr:
314 037,
261 655,
Abnahme: 24 348: Abnahme: 52 382.
Die Zahl der Hauptunterſtützungsempfängr in der
Arbeits=
loſenverſicherung iſt in der erſten Maihälfte von 62 912 auf 47 400,
alſo um 5512 zurückgegangen. Die Hauptunterſtützungsempfänger
in der Kriſenfürſorge haben ſich um 2194, von 91 888 auf 89 694
vermindert. Die Zahl der im Freiwilligen Arbeitsdienſt
Beſchäf=
tigten hat ſich von Anfang bis Ende April mehr als verdoppelt,
ſie iſt von 2391 auf 5659 geſtiegen. In der letzten Aprilwoche iſt
an 11105 Perſonen Kurzarbeiterunterſtützung gezahlt worden (im
März an 11 993).
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Handelsverkehr mit Italien. Herr Generalkonſul Dr.
Schmitt aus Mailand hält am Dienstag, den 7. Juni
1932, bei der Außenhandelsſtelle für das Rhein=Maingebiet in
Frankfurt a. M. (Börſe) Sprechſtunden über den Handelsverkehr
mit Italien ab. Firmen, die an den Sprechſtunden teilnehmen
möchten, wollen ſich bis zum 31. Mai ds. Js. bei der
obengenann=
ten Außenhandelsſtelle (Telephon 20 361) anmelden, damit eine
Verteilung der Beſucher auf die zur Verfügung ſtehende Zeit ſtatt=
Knöckel, Schmidt u. Cie., Papierfabriken A.=G., Lambrecht.
Der Rohgewinn hat ſich in dem am 31. Dezember 1931
abgelaufe=
nen Geſchäftsjahr von 2 418 446 auf 1892 701 RM. ermäßigt. Die
Unkoſten gingen andererſeits auf 1s694 004 (2 076 799) RM. zurück.
Nach 169 269 (195 536) RM. Abſchreibungen auf Fabrikanlage
ver=
bleiben 51 833 (162 430) RM. Reingewinn. Der auf den 30. Mai
nach Heidelberg einberufenen Generalverſammlung wird die
Aus=
ſchüttung von wieder 8 Prozent Dividende auf die 40 000 RM.
Vorzugsaktien und von 3½ Prozent (10 Prozent) auf die 1,36
Mill. RM. Stammaktien vorgeſchlagen. Die Nachfrage nach den
Erzeugniſſen reichte infolge der bekannten Wirtſchaftsverhältniſſe
zur vollen Anlageausnutzung nicht aus, die Produktion ging
weſentlich zurück, die Verkaufspreiſe fielen immer weiter. Durch
die Pfundentwertung wurde die Geſellſchaft mitbetroffen des
weiteren durch die Schutzollmaßnahmen. (A.K. 1,4 Mill. RM.)
Kreuger= u. Toll. Die beiden Kammern, des ſchwediſchen
Reichstages haben einſtimmig der ſogenannten lex Kreuger
zu=
geſtimmt, die neue Konkursbeſtimmungen vorſieht, wodurch eine
ruhigere Abwicklung der Kreuger u. Toll A.B. und anderer
Ge=
ſellſchaften, die von der Kreuger=Kriſe betroffen worden ſind,
ge=
währleiſtet werden ſoll.
Verein für Zellſtoffinduſtrie A.G. Um die angekündigten
Sa=
nierungsmaßnahmen in Ruhe durchführen zu können, hat ſich die
Geſellſchaft wegen Beantragung des gerichtlichen
Vergleichsver=
fahrens mit ihren Gläubigern in Verbindung geſetzt. Die Betriebe
werden mit befriedigendem Auftragsbeſtand unveränd, fortgeführt.
Produkkenmärkke.
Mannheimer Produktenbericht vom 23. Mai. Weizen inlä
(75/76 Kilo), gut, geſund und trocken 29—29,30, 73/74 Kilo,
geſund und trocken 28,75, Hühnerweizen eoſiniert 10,75, Rog
inländ., gut, geſund und trocken 22,75, Hafer inländ. 17,75—
Sommergerſte inländ. 20—20,25, Futtergerſte 18—18,25, gel
Plata=Mais mit Sack 16, Soyaſchrot (Mannheimer Fabril
prompt 10,75—11, Biertreber inländ. mit Sack 12—12,25,
ausländ. 11,50—11,75, Trockenſchnitzel loſe 8,75. Wieſenheu
5 60—6,00, Rotkleeheu 5,80—6,20, Luzernkleeheu 5,90—6,60, Str
Preßſtroh Roggen=Weizen 3,80—4,20, Hafer=Gerſte 3,40—3,80,
Stroh Roggen=Weizen 3,80—4,20, Hafer=Gerſte 3,40—3,80. 9
zenmehl Spezial 0 mit Sack (Südd. Großmühlenpreis ab Mül
mit Auslandsweizen 40,50, Roggenmehl mit Sack (70prozen
Ausmahlung) 28,50—29,50, feine Weizenkleie mit Sack 10—
Erdnußkuchen 11,75, Hühnerweizen eoſiniert 10,60—10,75.
denz: Brotgetreide iſt im Preiſe ſtetig, eher höher gehalten, y
rend Futtermittel infolge des ſchönen Wetters eher
nachgieb=
waren.
Frankfurter Produktenbericht vom 23. Mai. Tendenz: ru
Es notierten: Weizen 74 Kg. 28,40—28,25; Roggen 72 Kg. 22
Sommergerſte 20—24, Hafer 17,25—17,75; Mais —, Weizenn
ſüdd. 39,75—40,75; dito niederrhein. 39,75—40,5; Roggenn
70proz. 28—29,75; Weizenkleie 10,25: Roggenkleie 10,25: Erl
26—35; Linſen 24—52; Heu ſüdd. 4,75—5. Weizen= und Roge
ſtroh drahtgepr. und gebünd. 5; Treber 11,50. Induſtrie=Karto
hieſiger Gegend 2,90. Tendenz: ruhig.
Biehmätkke.
Weinheimer Schweinemarkt vom 21. Mai 1932. Zugef
wurden 422 Stück verkauft 360 Stück, und zwar Milchſchw
10—15 Mark, Ferkel 16—23 Mark pro Stück. Marktverlauf
Mannheimer Viehmarkt vom 23. Mai. Auftrieb: 129 Ock
151 Bullen, 254 Kühe, 276 Färſen, 711 Kälber, 1 Schaf,
Schweine 99 Arbeitspferde 62 Schlachtpferde, 7 Ziegen, zuſam
3814 Stück. Preiſe für 50 Kilogramm Lebendgewicht in
Ochſen a) 32—34, b) 26—30, c) 26—30; Bullen a) 25—27,
bis 24, c) 20—22; Kühe a) 24—27, b) 20—22 c) 14—16, d) 10.
Färſen a) 32—34, b) 28—30, c) 25—28; Kälber b) 44—48,
bis 44, d) 35—38, e) 24—30; Schafe b) 22—30: Schweine b
bis 39, c) 39—41, d) 38—40, e) 36—38, f) 32—35. g) 28.
Preiſe pro Stück in RM.: Arbeitspferde 400—1400, Schlachtpf
20—110, Ziegen 10—20. Marktverlauf: Großvieh ruhig, kle
Ueberſtand; Kälber mittel geräumt; Schweine ruhig, kle
Ueberſtand: Arbeits= und Schlachtpferde ruhig. — Nächſter
ber und Schweinemarkt auf 27. Mai verlegt.
Frankfurter Viehmarkt vom 23. Mai. Aufgetrieben wa
Rinder 1242, darunter 261 Ochſen, 123 Bullen, 478 Kühe und
Färſen, ferner 693 Kälber, 28 Schafe und 4275 Schweine. Bez
wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochſen a1) 32—35, a2) 27.
b) 23—26; Bullen a) 28—31, b) 22—27; Kühe a) 25—27, b
bis 24, c) 18—21: Färſen a) 32—35. b) 27—31, c) 23—26: Kä
b) 40—42, c) 35—39, d) 24—34; Schafe nicht notiert; Schm
b) und c) 37—40, d) 35—39, e) 31—37. Marktverlauf: Ri
ruhig, Ueberſtand; Schweine ruhig, ausverkauft; Kälber
Schafe ruhig, geräumt.
ite an,
vorwär
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Nachdem am Freitag im Stolberger Rathaus die Stillegu berſchwind
verhandlungen wegen der Stolberger Zinkhütten ſtattgefu
hatten, iſt am Samstag der geſamten Arbeiterſchaft zum 4.
gekündigt worden. Die Angeſtellten haben bereits vor ein
Wochen die vorſorgliche Kündigung erhalten.
Die Kreditverhandlungen der Diſch Hotle= und Verkel
A.=G., Frankfurt a. M., haben zu einem Ergebnis nicht gef
Die Verwaltung wird infolgedeſſen wegen herrſchender Illig
tät mit ihren Gläubigern Vergleichsverhandlungen einleiten Mſche,
An Bord ſeiner Yacht in Monte Carlo ſtarb am Monta
Alter von 79 Jahren der bekannte Schiffsmagnat Lord Inch
Viscount Inchcape of Strathnaver war eine der bekannteſten
ſönlichkeiten der britiſchen Schiffahrt und zuletzt Vorſitzender
P.= and O.=Line. Er galt als einer der bedeutendſten Finan,
verſtändigen Englands.
Der Londoner Goldpreis beträgt am 23. Mai 1932 für:
Unze Feingold 112 ſh 9 d — 87,2685 RM., für 1 Gramm Fein
demnach 43,4999 Pence — 2,80575 RM.
Die von allen Balkanländern beſchickte Tabakkonferen
Konſtantinopel hat ihre Arbeiten nach einwöchiger Dauer
geſchloſſen. Es wurde ein Protokoll über die Schaffung
Tabak=Zentralſtelle in Konſtantinopel unterzeichnet.
lel, Mit
ersbat
13.2 Pf
F de 9
he‟ 630,6
Mirt, ärztl.
Miteken, 9:
Berliner Kursbericht
vom 23. Mai 1932
Oeviſenmarkt
vom 23. Mai 19
ſige w. A
eſtr. 40,
Etung
Berl.Handels=Geſ.
Danatbank. . .....
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A.E. G.
Bayr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Vcht
19.50
34.75
19.—
10.25
17.—
11.25
21.50
29.375
32.50
18.—
12.75
86.-
75.75
Deutſche Erdöl .
Elektr. Lieferung
J. G. Farben.
Gelſ. Bergw.
Geſ.f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
boeſch Eiſen u. 1
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppell
Rch
58.50
83.75
40.125
Riafe
Rrie
23.50
40.—
85.—
22.
34.—
21.25
32.—
20.75
Kee
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nnrb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werte
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke.
ee
24.625
144.50
52.—
14.50
95.—
13.75
24.50
60.50
15.—
28.25
Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſtl
Sofig.
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stockholm.
London
Buenos=Aires
New Yort.
Belgien
Italien
Paris
Währung
100 finn. Mk.
100 Schilling
100 Tſch. Kr.
100 Bengö
100 Leva
100 Gulden
109 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
1 2.Sta.
1 Pav. Peſo
Dollar.
100 Belga
100 Lire
100 Franes
GeldBrieff
7.123
5195
7.1371
52.05
12.465 12.485
3.057
170.7
7722
84.3,
78.92
15.46
0.928
4.209
59.,00
21.85
18.sos 1
3.083
771.13
77.38
84.531
79 08
15.56
1 002/
4.217
59.12
21.89
16.6451.
Schweiz
Spanien
Danzig
Japan
Rio de Frnetro
Jugoſlawien 100 Dinar
Portugal
Athen
Iſtambu
Kairo
Kanada.
Urugnin
7sland
Tallinn (Eſtl.)
Riga
Währung /(
100 Franken!
100 Beſetas
100 Gulden
1 Yen
1 Milreis
100 Escndosl
100 Drachm.
1 türk. 4
ägnpt. 2
teanad. Doll
1 Goldpeſo
100 isl. Kr.
100 eſtl. Kr.
100 Lats
Geid
82.34
31 57
82.
1.319
0.31
7.427
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2.947
2.010
15.87
3.656
1.648
69 42
1o9 3
79.71
Durmſtadter uns Karlokarbant Burinftadt, Batte dtt Arescner Bn
Frankfurter Kursbericht vom 23. Mai 1932.
8S Dtſch. Reichsanl
„ „v.27
(Sos
5½%Intern.,
6% Baden .......
62 Bayern.
68 Heſſen......
69 Preuß, Staat.
6% Sachſen
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. 4½,
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löſungsanl.
Dtſche. Anl.
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ſungsſch. (Neub.
Deutſche
Schurge=
bietsanleihe ....
6% Baden=Baden
6%Berlin. „.v.24
6% Darmſtadt ...
6% Dresden v. 26
6%0 Frankfurt a. M.
Schätze v. 29
„ v. 26
6% Mainz......
62 Mannheimv.27
60 München v. 29
6%Wiesbaden v. 28
6% Heſſ. Landesbk.
6% „ Goldoblig
5½% Heſſ. Lds.=
Hyp.=Bk.=Liquid.
434% „Kom.=Obl
6% Preuß. Lbs..=Anſt. G. Pf.
6% „ Goldobligl
63.25
53
54
60
48
74
61
39
2.8
2.35
40
*
58
72.5
52.5
74.5
66.5
72.25
57
Wie Lu4
Br. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
68 Kaſſeler Land. Goldpfbr.
62 Naſi. Landesbk.!
5½% „ Liqu. Obl
6%o Voigtébäffner 67
45.5 1 J. G. Farben Bondsl 85.75
74.75
56
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
*AuslSer. I
„ „ Ser, II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
5.25
6% Berl. Hyp.Bk.
2an Ligu.=Pfbr.)
6% Frkf. Hyp.=Bk.
5½% „ Lig. Pfbr.
6% „ Goldoblig.
69
Pfbr.=Bk.
5½0
„ Liau
6% Mein.Hhp.=Bk.
5½% „ Lig. Pfbr..
6% Pfälz. Hyp.=Bk.
5½% „ Lig.Pfbr.
6% Rhein. Hyp.Bk.)
51),%0 „Lig. Pfbr.=
6% „ Goldoblig.,
6% Südd. Bod.=
Cred.=Bank.
51,%0 n Lig. Pfbr.
6% Württ. Hyp.=B.
5% Bosn. L. E.B.
„ L. Inveſt.
520 Bulg. Tab.v.02
41/.% Oſt. Schätze
420 Oſt. Goldrentel
5% vereinh. Rumän
41.
420 Türk. Admin.
4
„ 1. Bagdad
„ Zollanl.
41/,% Ungarn 1913
1914
41
Goldr!
1910
Aktien
8.75
6%Daimler=Benz
6% Dt. Linol. Werkel
6%Mainkrw. v. 26
6%Mitteld. Stahl.
6% Ver. Stahlwerkel
Ria. Kunſtzüide Unie
A. E. G.
AndregeNoris Zahn
Aſchaffba.Brauerei
Zellſtoff
Bemberg, J. P..
Bergm. El.=Werke
BrownBoverickCie
Buderus Eiſen....
Eement Heidelberg
Karlſtadt
J. G.Chemie Baſelt
Chem.Werke Abert)
Chade ..........!
Contin. Gummiw.
Linoleum
Daimler=Benz ....
Dt. Atl. Telegr. ..
„Erdöl" ,
...
23
33
17.5
22
23.75
a0.75
40
1341),
26
27.5
75
Dt. Gold=u. Silber!
ſcheide=Anſtalt 1
Linoleumwerke
Eiſenhandel...
Dhckerhoff u. Widml
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
„ Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerk..
EzlingenMaſchinen
Faber & Schleicherl
7. 0. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Fetter)
Felt. & Guilleaume
Frankfurter Hof..
Gelſenk. Bergwer!
Geſ f.elektr. Untern
Goldſchmidt Th.
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger ./151
Dafenmühle Frkft.
Hammerſen (Osn.
Hanauer Hofbrauh.)
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer. ...
Hochtief Eſſen ....!
Holzmann, Phil.
Zlie Bergb. Stamml
„ Genüſſe
Junghans ...
Kali Chemie ...
„ Aſchersleben.
Karſtadt, R.......
Klein, Schanzlin ..
glöcknerwerke ..
Anorr C. H. . .. . .445
1261,
42.5
58
12.5
83P),
14
Aas
17.25
17
40
83
10.5
83.5
6.75
Ku
Laurahüitte .
Lech, Augsburg.
Löwenbr. Münch. 1
Lutz Gebr. Darmſt.
Maintr. W. Höchſt.
Mainz.Akt.=Br.
Mannesm. Röhren
Mansfeld Bergb.
Metllageſ. Frankf.
Miag. Mühlenbau
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Oberbedarf ...."
Phönix Bergbau.
Reiniger, Gebbert
Rh. Braunlohlen
„ Elektr. Stamm
Stahlwerke ..
Riebeck Montan.
Roeder Gebr. ..
Rütgerswerle ..
Salzdetfurth Kali.
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind..
Schramm, Lackfbr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Elektr. .
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske.
Südd. Zucker=A. G.
Tellus Bergbau ...
Thür. Liefer.=Geſ..
Tietz Leonhard ...
nnterfranken ....
Ver. Stahlwerke ..
„ Ultramarin ..
Voigt & Haeffner.
Bahß 2 Frehtag.
A.
16.75
50
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146
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44
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Zellſtoff Waldhof..
Memel
Alig. Dt. Ereditanft.
Radiſche Bank..
Bk. f. Brauinduſtr.
BarmerBankverein!
Bayer. Hyp. u. B.
Berl. Handelsgeſt.!
„ Hypothelbt.!=
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nat.=Bl./
Dt. Bank und Die.
Dt. Eff. u. Wechſel
Dresdner Ban1.
Frankf. Bank
Hyp.=Ban1 ...
Mein. Hyp. Ban!.
Pfälz. Hyp.=Ban
Reichsbank=Ant.
Rhein. Hyp.=Bank.
Südd. Bod.=Cr.Bk.)
Württb. Notenbanf
A.-G. ſ. Verkehrsw.
Allg. Lokalb. Kraftw
7%0 Dt. Reichsb. Vzal
Hapag ........."
Nordd. Lloyzd. . ...
Südd. Eiſenb.=Geſ.
Allianz. u. Stuttg.
Verſicherung ...
„ Verein.Verſ.
FrankonaRück=u.M
Mannh. Verſich.
Otavi Minen ....
Knnnnte
stag, 24. Mai 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 143 — Seite 11
Tauf Bennings großer Zeind.
Roman von
Kurt Siodmak
(Nachdruck verboten.)
Cophright by Carl Duncker Verlag, Berlin 1931
in kam der Krach. Jemand hatte über Viktoria ge=
, als ich dabei war. Das war in einem Klub in Paris.
tte eine Menge verloren und war etwas aufgeregt. Da
in langer Engländer geweſen, der ſpricht plötzlich von
. zu einem Freund. Er wußte nicht, daß ich der
bin.
toria kann machen, was ſie will. Ich kann verſtehen,
ktoria gemacht hat, was ſie wollte. Verdammt noch mal,
man ſo allein daſteht, mit Geld, mit einem kaputten
und immer mit dem Gedanken, daß Jeff nicht wieder=
oich ſchlug dem Kerl eins gegen den Zahn. Es entſtand eine
ire Keilerei, ich wurde ſchrecklich verprügelt. Dann haben
s ausgeſprochen, der Kerl und ich. Er war plötzlich gar
ehr ſo unſympathiſch und furchtbar erſchrocken, daß ich
der war. Er entſchuldigte ſich tauſendmal.
er ich wurde gebeten, den Klub nicht mehr zu betreten
lte innerhalb vierundzwanzig Stunden meine Schuld bei
ipkaſſe einlöſen. Alſo eine Ehrenſchuld, Ehre iſt ſehr
benn man ſo jung iſt, wie ich damals war.
o, ich konnte doch nicht zum Alten gehen. Ich ſprach
ſt, und Juſt gab mir das Geld. Ich war ganz erſtaunt,
eine ganze Menge.
andern Tage aber hat mich der Alte rausgeworfen.
ſo mit väterlichem Fluch. Erſt war ich ſehr gebrochen,
i einem Freund unter, traf mich heimlich mit Viktoria,
r kamen überein, — Viktoria iſt doch ein feiner Kerl, —
mal verſchwinden ſollte. Sie wird mir Geld ſchicken, ich
ur keine Schulden machen.
r trafen uns oft; und eines Tages — ich meinte, der
müſſe einſtürzen — ſagt ſie mir, ſie werde wieder
und zwar — ich fiel faſt vom Stuhl — die „
Sub=
den Juſt. Juſt war die rechte Hand vom alten Herrn.
nningwerke wurden aufgekauft und Juſt übernahm ſie.”
id Ihren Vater haben Sie nicht mehr geſehen?” fragte
Wieviel Schmerzen, wieviel Qualen ſtecken hinter den
dieſes Jungen.
nix mehr gehört, nix mehr geſehn, er hat mir einen
lichen Fluch nachgeſandt. Die Frucht ſeines Leibes, die
ig ſeines Alters, der Stolz ſeines Lebens, — mit allem
gemeint, — hatte ſich nicht ſo entwickelt, wie er es gern
hätte." Ich ſchreibe ihm zum Geburtstag und zu Weih=
und auch zum Silveſter, wenn es mir gerade einfällt,
ſieht das ſicherlich nicht ſo gern, glaube ich. Ich bin tot
Amen. Augenblicklich lebe ich aber ſehr heftig, geſtatten
Er reichte Lien ſein Zigarettenetui, zündete ſich ſelbſt eine
te an, lehnte ſich aufatmend zurück. „Und ſo geht es
enn ich mich jetzt im Höhepunkt meiner bürgerlichen
yn befinde, geachtet von meinen Chefs, mit ehrlicher
vorwärtsgebracht, mit großer Zukunft, einſtmals der
erſuchsfahrer der Ranſtattwerke mit doppeltem Gehalt zu
Kä
„Ich möchte gern Ihre Schweſter kennenlernen”, ſagte Lien
nachdenklich. „Was für eine ſtarke, kluge, ſelbſtbewußte Frau
muß das ſein.”
„Fabelhaft!” ſchrie Frank und ſtand ſo ſchnell auf, daß der
Hund knurrend aus dem Schlafe fuhr, „das wird ſie zu ſchätzen
wiſſen, wird ſich gewaltig freuen”, er überlegte, „leider iſt ſie
jetzt verreiſt, ſie hat mir aber verſprochen, mich in der Schweiz
zu treffen, wahrſcheinlich kommt ſie mit Juſt in Lugano
zu=
ſammen, wenn das Rennen ſtattfindet, Herr Rohmer wollte doch
auch hinunterfahren, vielleicht nimmt er mich mit.”
Hoch heulte die Werkſirene. „Vielen Dank, Frau Lien”
Frank beugte ſich tief über ihre Hand. „Hören Sie, wie die
Sirenen nach mir kreiſchen, Ranſtatt kann nicht weiterarbeiten,
wenn ich nicht komme.”
Er lief aus dem Zimmer, polterte die Treppen hinab mit
weitem glücklichen Herzen, kleidete ſich ſchnell um, hetzte den
Motor über die Bahn, daß die Mitfahrer um ihr Leben
bangten.
Fünfundzwanzigſtes Kapitel.
Ranſtatt betrat aufgeregt, mit gerötetem Geſicht, freudig
und mit ſchnellem Schritt Ralfs Arbeitszimmer. Er hielt einen
umfangreichen Brief in der Hand, legte ihn liebevoll auf die
Schreibtiſchplatte vor Ralf nieder.
„Juſt kommt angekrochen! Er macht uns ein Angebot, ſehr
anſtändiges Angebot. Jetzt haben wir unſer Ziel erreicht. Schluß
mit dieſem furchtbaren Konkurrenzkampf. Ich glaube, Rohmer,
wir können das Angebot unterſchreiben!“
Ralf ſchob den Brief Juſts fort.
„Aber wollen Sie ihn nicht wenigſtens durchleſen? Juſt
bietet einen Aktientauſch drei zu eins an, für je drei ſeiner
Aktien eine der unſeren, wir bekommen zwei Drittel Anteile
an ſeinem Werk. Er hat praktiſch keinen Einfluß auf uns, wir
ſitzen mit im Vorſtand. Sie übernehmen die techniſche
Ober=
leitung des ganzen Konzerns. Er iſt bereit, von jedem Auftrag
fünfundzwanzig Prozent an uns zu überweiſen, das iſt doch kein
Vertrag mehr, das iſt doch Kapitulation.”
Ralf erhob ſich: „Ich mache keinen Vertrag mit Juſt.”
Ranſtatt ſtarrte verſtändnislos.
„Warum denn nicht?” fragte er.
„Ich kann Ihnen das nicht erklären, aber ich mache keinen
Vertrag mit Juſt. Ich will mit Juſt nicht arbeiten. Nichts
weiter."
„Das verſtehe ich nicht; das verſtehe ich wirklich nicht.”
„Vielleicht werden Sie es ſpäter einmal verſtehen. Aber
wenn Sie wollen, Ranſtatt, Sie ſind Herr auf eigenem Boden.
Ich bin nicht einmal zeichnungsberechtigt.”
Ranſtatt überlegte. Er verſtand Ralf wirklich nicht. Er
betrachtete das müde, finſtere, eingefallene Geſicht des Mannes,
der ihn gerettet hatte, als er vor dem Ende ſtand. Welchem
Ziele ſtrebte er zu? Warum verſteckte er ſeinen alten, ehrlichen
Namen? Warum mußte die große Erfindung der drahtloſen
Kraftübertragung geheimgehalten werden? Warum folgte er
nicht der klaren kaufmänniſchen Rechnung?
„Ich werde ohne Sie natürlich nicht unterſchreiben”, ſagte
Ranſtatt ruhig.
„Sie brauchen auf meinen Rat nicht zu hören. Meine
Meinung kann Ihnen gleichgültig ſein, vielleicht irre ich mich,
Ranſtatt, vielleicht iſt es das Beſte, Sie unterſchreiben. Ich
aber ſchließe keinen Pakt mit Juſt. Ich warte, bis er von ſelbſt
geht und uns die ganzen Werke hergebracht werden. So wie
er Sie gezwungen hat, mit ſeinen Direktoren zu verhandeln!“
„Iſt das Ihr letztes Wort?” fragte Ranſtatt.
„Wenn Sie ſich mit Juſt verbünden, muß ich meinen Poſten
verlaſſen.”
„Ich werde mich von Ihnen nicht trennen, Rohmer,
niemals.” Ich werde Juſt abſchreiben.
Er nahm den Brief und verließ das Zimmer.
Ralf wartete, bis Ranſtatt die Tür geſchloſſen hätte. Dann
legte er den Kopf in die Hände.
Warum hatte er das Wort nicht geſprochen? Ein Wort,
Ranſtatt hätte unterſchrieben und alle Kämpfe hätten ein Ende
gehabt.
Er ſah das Bild ſeines Vaters vor Augen, ſah die Mutter
in dem Stuhl ſitzen, neben ihr den alten Selbender, der aus
dem Buche vorlas, Jaſper ſchwang ſich auf ſeinen Krücken an
der Wand entlang, vor, zurück, wieder vor, die Wand zeigte die
Spur ſeines ſchwingenden Körpers.
Ralf ſtöhnte, ſein Kopf glühte.
„Für dich, Hungogo!”
Sechsundzwanzigſtes Kapitel.
Die Motorfahrzeuge knallten durch die engen Straßen
Luganos und donnerten den ſteilen Weg auf den Monte Brée
hinauf. Die Verkehrsſchutzleute, in grüner Uniform, die jungen
Geſichter ernſt und ihrer wichtigen Aufgabe bewußt, regelten den
Aufmarſch der Zuſchauer.
Noch eine Stunde, und das große Rennen begann. Die
Elite der bekannten Fahrer war ſchon eingetroffen, und an der
Materialſtelle, vor den Laderampen des Bahnhofs ſtanden die
Monteure mit glänzenden Zinkkannen, in denen ſich das
Renn=
benzin befand. Ab und zu wurde ein Rennrad aus dem
Güter=
wagen gehoben, verpackt wie ein reiſendes Derbypferd.
Auch die Fahrer erſchienen, magere Geſtalten, ſehnig, mit
harten, energiſchen Geſichtern, in grauen Fahranzügen, den dicken
Sturzhelm über dem Arm.
Unterdeſſen liefen Züge ein, Fahrgäſte beugten ſich
neu=
gierig aus den Fenſtern, alle Sprachen der Welt ſchwirrten
durcheinander.
Juſt wartete im allgemeinen Aufruhr der Durchfahrenden,
er nickte Bekannten zu, die Induſtrie hatte ſich hier verſammelt,
die Herren benutzten das Rennen als Anlaß, um einen ſchnellen,
geſundheitsfördernden Sprung nach dem Süden zu machen.
Blau glänzte der Luganer See, die Berge ſtanden grün,
und hoch und klar ohne Wolken wölbte ſich ein glaſiger Himmel,
durchſichtig, von unwirklichem Blau, das die Herzen fröhlich
macht.
(Fortſetzung folgt.)
ſatait
zum 41
lits vor ei
und Veil
nicht g
2sichtsausschlag
ickel, Miteſſer, Blüten, Wimmerln
erſchwinden ſehr ſchnell durch
ser’s Patent-Medizinal-Selfe
A 54,90 Pfg. u. Mk. 1.35 (ſtärkſte Form).
die
ſeten, Diogerien und Parſüimerien.
ge w. geſp.,
ſäſche. Spez.
auf neu
ge=
gebügelt.
rſtr. 40, I.
6326b)
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AuTOLISTE Nr. 87
Enthält die Meldungen (Ab- und Zugänge) von Kraftlahrzeugen jeder
Art der 18 Kreise des Volksstaats Hessen (Kennzeichen: VS, VR, VO)
für dle Zeit vom 1.—15. Mal 1932. Diese Meldungen sind sonst
nicht zugänglich, also nur durch uns erhältlich.
Die Auto-Listen enthalten die Angaben in folgender
Reihen-
folge: Name, Beruf, Wohnort des Kraftfahrzeugbesitzers,
Fahr-
zeugart, Hubraum in ccm und PS (bei Lastkraftwagen:
Eigen-
gewicht in kg und PS), Fabrikat und Motornummer, Fabrikneue
Fahrzeugs sind durch X kenntlich gemacht. Die Meldungen sind
geordnet nach den drei Provinzen (VS, VR, VO) und Kreisen,
und innerhalb dieser nach Fahrzeugarten. Abgemeldete
Fahrzeuge werden besonders geführt. Die Autolisten sind
unentbehrlich, weil sie laufend
neuestes Adressenmaterial
liefern. Sie erscheinen alle 14 Tage, also monatlich zwel Listen.
Die spätestens am B. eines Monats ausgegebene Liste enthält die
Meldungev vom 16.— 30. (31.) des voraufgegangenen Monats und
die spätestens am 23. eines Monats ausgegebene Liste die
Mel-
dungen vom 1.— 15. des gleichen Monats.
Bezugsprels:
1. Bei Bezug aller Meldungen sämtllcher 18 Kreise für
12 Monate: zum monatlichen Pauschalpreis von
RM. 15.00.
2. Bei Bezug der Meldungen nur für einzelne Kreise
und Städte, gleichob für einen oder mehrere Monate, zu
Staffel-
preisen, die wir bei uns zu erfragen bitten.
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7804
Seite 12 — Nr. 143
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 24. Mai 19
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zöſi
Tardie
macht
tref
aus .
konföt
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haben
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von
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Deutſ
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den
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ware
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Hente und folgende Tage
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Anna Mag=Wong
in dem phantastischen Sensationsfilm:
Schanghain
Regie: Tosef Sternberg.
Ein Filmwerk voll vervenanfpeitschender
Spannung und Leidenschaft.
In Original amerikanischer Fassung mit
unterlegtem deutschen Text.
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.
Ab heute
ein großes Doppel-Programm:
John Boleg in dem neuen
dentschsprachigen Tonfilm:
HeineKinder-meinGlück
Ferner in Neuanfführung:
Harry Piel
in dem unerhört spannenden
Abenteuerfilm:
Bohhy geht los!
Dazu das gute Beiprogramm.
Beginn 3.45 Uhr
letzte Vorstellung 8.15 Uhr
Hente
letzter Tag!
Lien Deyers, Hans Brausewetter.
Joh. Riemann und Jak. Tiedtke
in der politischen Satire:
Hasenklein
kann nichts dafür
Jak. Tiedtke als „Präsident für einen
Tag” garantiert für 2 heitere Stunden.
Jugendliche haben Zutritt. (V.7768
Beginn: 3.45. 6.00 und 8.20 Uhr.
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Leitung Kapellmeister Buslau
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Ab=
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der Firma: Heinrich Pieplow,
Darm=
ſtadt: Die Firma wird von Amtsweger
gelöſcht. — Am 20. Mai 1932
hinſicht=
lich der Firma; Karl Gick & Co., Darm
ſtadt: Die Geſellſchaft iſt aufgelöſt.
Ge=
ſchäft ſamt Firma iſt auf den
ſeitheri=
gen Geſellſchafter Kaufmann Karl Gick
in Darmſtadt als Einzelkaufmann
über=
gegangen. — Abteilung B: Am 7. Ma
1932 hinſichtlich der Firma: Gebrüder
Bauer A. G., Eberſtadt: Die Firma wird
von Amtswegen gelöſcht. — Am 18. Mai
1932 hinſichtlich der Firma; Rivoir
Wilhelm, Gußwerk, Geſellſchaft mit
be=
ſchränkter Haftung, Ober=Ramſtadt: Die
Vertretungsbefugnis der Liquidatoren
iſt beendet. — Die Firma iſt erloſchen.
Darmſtadt, den 21. Mai 1932. (7771
Amtsgericht Darmſtadt.
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Pekanntmachung.
In dem
Zwangsverſteigerungsver=
fahren der Grundſtücke der Eheleute
Maurermeiſter Karl Schwarz und
Mar=
garete, geb. Junghans in Darmſtadt
fällt der am 1. Juni 1932 anſtehende
Verſteigerungstermin aus.
Darmſtadt, den 23. Mai 1932.
Heſſiſches Amtsgericht. (7815
Selannimachung.
In dem
Zwangsverſteigerungsver=
fahren der Grundſtücke der Eheleute
Metzgermeiſter Peter Diehl und Marie,
geb. Henes in Darmſtadt fällt der
Ver=
ſteigerungstermin vom 8. Juni 1932 aus.
Darmſtadt, den 23. Mai 1932.
Heſſiſches Amtsgericht. (7816
Pekanntmachung.
Die Gewerbeſcheine 1932 können bei
der unterzeichneten Kaſſe, Schalter 3
(Zimmer 46) in der Zeit vom 24. Mai
1932 bis 15. Juni 1932 während der
üblichen Kaſſeſtunden abgeholt werden.
Die Vorlage des Landesſteuerbeſcheids
1932 iſt hierzu dringend erforderlich.
Nach dem genannten Zeitpunkt
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folgt zwangsweiſe Beitreibung auf Koſten
(7791
der Pflichtigen.
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Grundſtück: Gemarkung Darmſtadt Bezirk 5, Band 40.
Blatt 2436 Flur V Nr. 1025, Hofreite Nr. 13,
Hofgartenſtraße 258 qm, 2500 RMk.
Flur V Nr. 1026, Grabgarten, daſelbſt (jetzt
Cichwieſenſtraße) 495 qm, 3500 RMk.
Eigentümer: Georg Ludwig Enes in Darmſtadt,
Beſſungerſtraße 59. Die Verſteigerung
er=
folgt im Wege der Zwangsvollſtreckung.
Darmſtadt, den 1. Februar 1932.
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Ferner gründliche Unterweisung in der Fertigung von
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nächsten Kursus 2. Juli 1932.
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Leitung: Kapellmeiſter Willi Schlupp
Eintritt frei!
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vor ſeiner Abreiſe nach Amſterdam
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Eintritt frei!
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Leitung: Kapellmeiſter Willi Schlupp
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im Sitzungsſaal Zimmer 118 des Neuen
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gebäudes.
Grundſtücke: Gemarkung Darmſtadt, Bezirk 3, Bd. 2, Bl. 72:
Flur 3 Nr. 3, Hofreite Magdalenenſtraße 4, 808 qm.
Schätzung: 18 000.— RM.
Eigentümer: a) Büchler Ernſt, Lohnkutſchereibeſitzer, zu ½,
b) Büchler Helene, geb. Möſer, deſſen Ehefrau, zu ½
Die Verſteigerung erfolgt im Wege
der Zwangsvollſtreckung.
Darmſtadt, den 7. März 1932.
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Herren RM. 1.25 einschließlich
Eintritt für Mitglieder nur im Vorverkauf:
Damen RM. 0.50
Herren RM. 1.00 einschließlich
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Termin: Mittwoch, den 20. Juli 1932, vormittags 9
im Sitzungsſaal 118 des Neuen Gerichtsgebäude
Darmſtadt.
Grundſtücke: Gemarkung Darmſtadt, Bez. 5, Bd. 29, Bl.
Flur 18 Nr. 7, Grasgarten Eſchollbrückerſtr., 43.
Schätzung: 4500.— RM.
Flur 18 Nr. 8, Grasgarten daſelbſt, 905 qm.
Schätzung: 9000.— RM.
Flur 18 Nr. 87/zo, Grasgarten daſelbſt, 35 qm.
Schätzung: 100.— RM.
Flur 18 Nr. 9, Hofreite Nr. 12 daſelbſt, 1273 g.
Schätzung: 64 000.— RM.
Flur 18 Nr. 92o, Hofraum mit Teil Stall da
76 qm. Schätzung: 400.— RM.
Eigentümer: Frauenarzt Dr. med. Alfred Altſchül
Darmſtadt.
Die Verſteigerung erfolgt im Weg
der Zwangsvollſtreckung.
Darmſtadt, den 3. März 1932.
Heſſiſches Amtsgericht.
Zwangsverfteigerung.
Termin: Mittwoch, den 20. Juli 1932, vormittags 93
im Sitzungsſaal Zimmer 118 des Neuen Ger
gebäudes in Darmſtadt.
Grundſtücke: Gemarkung Darmſtadt, Bez. 6, Bd. 13, B!
Flur 13 Nr. 2, Acker bei dem Alandsbirnbaum=
1155 qm. Schätzung: 2500.— RM.
Flur 13 Nr. 3, Acker daſelbſt, 1140 qm.
Schätzung: 2500.— RM.
Flur 13 Nr. 4, Hofreitegrund mit Werkſtätte (
Zi=
platz) Pankratiusſtraße 144 daſelbſt, 1042 qm
Schätzung: 6000.— RM.
Flur 13 Nr. 5, Hofreitegrund mit Werkſtätte u.
(Zimmerplatz) Pankratiusſtr. 144 daſelbſt, 93
Schätzung: 4000.— RM.
Flur 13 Nr. 71, Acker mit Gerätehaus bei der
tinsmühle, 932 qm. Schätzung: 1500.— RM.
Flur 32 Nr. 145, Acker Im Schneppenzahl, 781
Schätzung: 5500.— RM.
Eigentümer: Zimmermeiſter Georg Schleidt in Darn
Die Verſteigerung erfolgt im Weg
der Zwangsvollſtreckung.
Darmſtadt, den 16. April 1932.
Heſſiſches Amtsgericht.
Zwungseerheigerang.
Termin: Mittwoch, den 20. Juli 1932, vormittags 9
im Sitzungsſaale 118 des Neuen Gerichtsgebäud
Grundſtücke: Grundbuch f. Darmſtadt, Bez. 6, Bd. 13, 2
Flur 13 Nr. 6, Acker bei dem Alandsbirnbaum, 7
Schätzung: 1600.— RM.
Bezirk 2, Band 4, Blatt 333:
Flur 2 Nr. 418, Grabgarten, 257 qm. Sche
2000.— RM. — Grasgarten, 77 qm. Sche
500.— RM.
Flur 2 Nr. 419, Hofreite Nr. 60 daſelbſt, 356
Schätzung: 21 500.— RM.
Eigentümer: Eheleute Georg Schleidt und Barbau
Schneider in Darmſtadt.
Die Verſteigerung erfolgt im Weg
der Zwangsvollſtreckung.
Darmſtadt, den 17. März 1932.
Heſſiſches Amtsgericht.
Zwangsverfteigerung.
Termin: Mittwoch, den 20. Juli 1932, vormittags 91
durch das unterzeichnete Gericht im Sitzungsſaa
mer 118 des Neuen Gerichtsgebäudes in Darmſ
Grundſtücke: Gemarkung Darmſtadt, Bez. 4, Bd. 3, T
Flur 4 Nr. 858, Grasgarten Hügelſtraße, 162
Schätzung: 1500.— RM.
Flur 4 Nr. 859, Hofreite Nr. 29 daſelbſt, 574
Schätzung: 45 500.— RM.
Eigentümer: Ehefrau des Bäckermeiſter Thomas 2
Eliſabeth verwitwete Heeb geb. Hein in Dar
Die Verſteigerung erfolgt im
We=
der Zwangsvollſtreckung.
Darmſtadt, den 4. März 1932.
Heſſiſches Amtsgericht.
Zwangsverſteigerung.
Termin: Freitag, den 10. Juni 1932, nachmittags
auf dem Ortsgericht in Griesheim.
Grundſtücke: Grundbuch für Griesheim, Band 13. Bl
Flur 35 Nr. 433½/o, Nadelholz die Poſch, 3997
Schätzung: 4000.— RM.
Flur 35 Nr. 4347/vo, Hofreite daſelbſt, 3909 qm
Schätzung: 42 000.— RM.
Flur 35 Nr. 4367/o, Nadelholz daſelbſt, 1841 g
Schätzung: 1800.— RM.
Eigentümerin: Firma W. G. Otto, offene Handel
ſchaft in Darmſtadt.
Darmſtadt, den 15. April 1932.
Heſſiſches Amtsgericht.
Zwangsverſkeigerung.
Termin: Mittwoch, den 8. Juni 1932, vormittags 9
im Sitzungsſaal Zimmer 118 des Neuen G
gebäudes in Darmſtadt.
Grundſtücke: Grundbuch für Darmſtadt, Bez. 6, Bd. 17,
Flur 34, Nr. 20½/zo, Hofreite Gräfenhäuſerweg
rechts der Windmühle zwiſchen dem Gräfen
weg und dem Darmbach, 13 194 qm. Sch
124 000.— RM.
Flur 34, Nr. 18½/yo, Grasgarten mit Gartenh0
ſelbſt. 264 qm. Schätzung: 1000.— RM.
Eigentümer: Geſamtgut der aus Witwe Kaufmann
Strauß Recha geb. Strauß in Frankfurk
Ehefrau Dr. phil. Ernſt Heilbrunn, Hedu.
Strauß in Frankfurt a. M., Kaufmann Wi
in Frankfurt a. M. beſtehenden Erbengemein
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der 3.
vollſtreckung.
Darmſtadt, den 7. März 1932.
Heſſiſches Amtsgericht.