Darmstädter Tagblatt 1929


05. Juli 1929

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Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 184
Fre tag, den 5. Juli 1929.
192. Jahrgang

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Kädter und Nationalbonk.

Vor einet Regterangstkhemiwalis

Zuſpihung der innerpolikiſchen Lage.
EP. Paris, 4. Juli.
In den Abendſtunden hielt man in parlamentariſchen Kreiſen
die Regierungskriſe mehr und mehr für wahrſcheinlich. Man
ſprach allgemein davon, daß nach dem Sturz des Kabinettes
Poincars ein bedeutend ſtärker nach links orientiertes Konzen=
trationskabinett
gebildet werde, dem zahlreiche radikale Miniſter
angehören würden. Von den jetzigen Kabinettsmitgliedern wür=
den
vor allem Bonnefou und Tardieu ausſcheiden. Das Koali=
tionskabinett
hätte die Aufgabe, die noch ſchwebenden Nachkriegs=
probleme
einer endgültigen Liquidierung entgegenzuführen. Eine
Beſtätigung dieſer Gerüchte glaubt man in den Erklärungen Her=
riots
zu finden, die dieſer heute abend in den Wandelgängen der
Kammer abgab. Die Radikalen, erklärte Herriot, ſeien äußerſt
unzufrieden mit der ausweichenden Antwort, die Briand den
Mitgliedern der Außenkommiſſion auf ihre auf die Rheinland=
räumung
bezüglichen Fragen gegeben habe. Sie hätten von
Briand eine entgegenkommendere Antwort erwartet. Frankreich
könne ſeinen guten Willen beweiſen, wenn es das Rheinland
räume, ohne die Erörterung der mit dem Inkrafttreten des
Youngplanes zuſammenhängenden Formalitäten abzuwarten.
Dafür gebe es einen Präzedenzfall, denn als er von der Londoner
Konferenz 1924 zurückgekehrt ſei, habe er die Zurückziehung der
Truppen aus dem Ruhrgebiet angeordnet, noch bevor der Dawes=
plan
durchgeführt worden ſei.
Um die Rakifizierung der Schuldenabkommen.
Die Ratifizierung des Schuldenabkommens beſchäftigt nach
wie vor die Regierung und die Parteien. Im heutigen Miniſter=
rat
fand erneut ein Meinungsaustauſch über die damit zuſam=
menhängenden
Fragen ſtatt. Die beiden ſtärkſten Kammer=
ſraktionen
berieten gleichfalls über ihre Haltung in der bevor=
ſtehenden
Ratifizierungsdebatte. Die Sozialiſten faßten
einen rein negativen Beſchluß, indem ſie einſtimmig entſchieden,
daß die Gruppe gegen die Ratifizierungsvorlage in der von der
Regierung eingebrachten Form ſtimmen werde. Die Beſchluß=
faſſung
über die Vorbehalte, die mit dem Ratifizierungsakt ver=
knüpft
werden ſollen, wurde auf ſpäter zurückgeſtellt. Die
Radikale Fraktion beſchloß nach längerer Ausſprache, die
Ratifizierung der Schuldenabkommen davon abhängig zu machen,
daß die Regierung einem Vorbehalt zuſtimme, nach dem Frank=
reich
unter keinen Umſtänden an ſolche Gläubiger mehr bezahlen
ſoll, als es ſelbft aus den internationalen Abkommen erhalte, und
daß die Regierung ferner außenpolitiſch Löſungen annehme, die
die Regelung der geſamten gegenwärtig ſchwebenden internatio=
nalen
Probleme im Geiſte der Völkerſolidarität ermögliche. Die
Ausſprache ergab, daß die meiſten radikalen Abgeordneten für die
Annahme von Vorbehalten und gegen eine bedingungsloſe Rati=
fizierung
der Schuldenabkommen Stellung nehmen.
Neue Schwierigkeiten.
Die heutige Beratung der Finanzkommiſſionüber die
Ratifizierung der Schuldenabkommen führte zu einem Ergebnis,
das wieder einmal die Ausſicht auf eine Regierungskriſe
eröffnet. Nachdem der Berichterſtatter Piétri ſich eingehend
darüber geäußert hatte, welche Form man den mit dem Rati=
fizierungsgeſetz
zu verknüpfenden Vorbehalten geben könne, ſchlug
der radikale Abgeordnete Palmade einen Text vor, der dem
heute von der radikalen Fraktion gefaßten Beſchluß entſpricht.
Dieſer Vorſchlag geht ſoweit, daß die Vorbehalte in den einzigen
Artikel des Ratifizierungsgeſetzes aufgenommen werden ſollen.
Die Kommiſſion nahm dieſen Antrag mit 17 gegen 16 Stim=
men
bei 7 Enthaltungen an. Darauf legte Pistri ſein Amt als
Berichterſtatter nieder. In parlamentariſchen Kreiſen hält
man es für möglich, daß dieſer Vorgang Poincaré zum Rücktritt
veranlaſſen könne, da er in der letzten Sitzung der Kommiſſion
noch mit allem Nachdruck erklärt hatte, die Regierung werde die
Einbeziehung der Vorbehalte in den Text des Ratifizierungs=
geſetzes
unter keinen Umſtänden annehmen.
Briand empfängt den belgiſchen Botſchafter.
Paris, 4. Juli.
Außenminiſter Briand empfing heute den belgiſchen Bot=
ſchafter
zu einer längeren Unterredung, die ſich mit der Ein=
berufung
der politiſchen Konferenz beſchäftigte. Der Botſchafter
teilte dabei auch mit, daß die Brüſſeler Regierung gegen London
als Tagungsort nichts einzuwenden habe. Briand entwicklete da=
gegen
die Gründe, die nach ſeiner Anſicht für die Wahl einer neu=
tralen
Stadt maßgebend ſeien und die er der engliſchen Regie=
rung
mitgeteilt habe. Darauf habe die engliſche Regierung noch
nicht geantwortet. Falls ſie aber auf London beſtehen ſolle, werde
es für die franzöſiſche Regierung ſchwierig ſein, den engliſchen
Wunſch abzulehnen. Auch der deutſchen Forderung, ſämtliche
Probleme in einem Zuge zu erledigen, müſſe nach ſeiner Anſicht
entſprochen werden. Man glaubt nach dieſem Zuſammenhang,
daß die Sachverſtändigenkonferenz nicht vor Auguſt beginnen
werde und daß ſie gleichzeitig und am ſelben Orte wie die poli=
tiſche
Konferenz ſtattfinden werde.

Dr. Streſemann mit der geplanken Verſöhnungs=
kommiſſion
nicht einverſtanden.
TU. London, 4. Juli.
Einer Londoner Meldung zufolge wird in Londoner diplo=
matiſchen
Kreiſen lebhaft bedauert, daß Reichsaußenminiſter
Streſemann ſich am 16. September v. J. mit der von Paris
vorgeſchlagenen Verſöhnungskommiſſion für das Rheinland ein=
verſtanden
erklärt habe. Von zuſtändiger Berliner Stelle wird
hierzu erklärt, daß von einer Einverſtändniserklärung Streſe=
manns
nicht die Rede ſein könne, ſchon aus dem Grunde nicht,
weil Streſemann an der betreffenden Völkerbundstagung per=
ſönlich
nicht teilgenommen habe. Im übrigen ſei damals in Genf
über die Angelegenheit kein von den Verhandlungspartnern
unterzeichnetes Protokoll ausgegeben worden, ſondern lediglich
eine Mitteilung an die Preſſe, aus der hervorgehe, daß eine
Einigung über die Frage eines Verſöhnungsausſchuſſes erzielt
worden ſei. Hiermit ſei noch keineswegs geſagt, daß über die
Frage ſelbſt bereits ein Abkommen herbeigeführt worden ſei.
Man habe ſich lediglich über das Verhandlungsverfahren in
dieſer Frage geeinigt und die Entſcheidung kommenden Ver=
handlungen
überlaſſen. Der deutſche Standpunkt in der Frage
einer Verſöhnungskommiſſion ſei klar und eindeutig und habe
ſich ſeit der obengenannten Völkerbundsverſammlung nicht ge=
ändert
. Auch eine Verquickung der im Friedensvertrag vorge=
ſehenen
Kontrollkommiſſion des Völkerbundes mit der Frage
der von Frankreich geplanten Verſöhnungskommiſſion ſei nicht
angängig.
Engliſch=franzöſiſche Verhandlungen über die
Konkrollkommifſion.
Ueber die Gründe warum die engliſche Regierung ſich in der
Thronrede über den Young=Bericht einer gewiſſen Zurückhaltung
befleißigt hat, glaubt der diplomatiſche Korreſpondent
des Daily=Telegraph folgende Erklärung gefunden zu haben:
England ſei bereit, die neuen finanziellen Opfer des Young=
Berichts nur dann auf ſich zu nehmen, wenn dieſe Opfer tatſäch=
lich
die Gewähr für eine dauernde Befreiung Europas bieten.
Eine lediglich vorübergehende und gekünſtelte Beilegung der
politiſchen Probleme würde die in dem Young=Bericht geforderten
Opfer nicht rechtfertigen. Dieſe Auffaſſung ſolle allen intereſ=
ſierten
Mächten auf dem üblichen Weg Uar und deutlich mitge=
teilt
werden.
Der diplomatiſche Korreſpondent erfährt weiter, daß die
letzten Unterhandlungen zwiſchen London und Paris eine ganz
neue und beunruhigende Tendenz durch das Quai d’Orſay er=
halten
hätten. Dieſe Tendenz ziele darauf hinaus, zwei ur=
ſprünglich
von einander getrennte Körperſchaften, nämlich die
internationale Kommiſſion zur Ueberwachung der Rüſtungen in
Deutſchland laut Artikel 213 des Verſailler Vertrages und die
Ausgleichskommiſſion, der die Ueberwachung des Rheinlandes
ganz oder teilweiſe obliegen ſoll, miteinander zu verquicken.
Frankreich begünſtige die Einſetzung des letzteren Ausſchuſſes,
der nicht international, ſondern aus Vertretern der Alliierten
und deutſchen Delegierten unter dem Präſidium eines Franzoſen
gebildet werden ſoll. Der Ausſchuß ſolle dauernd und nicht auf
beſonderen Wunſch des Völkerbundes in Aktion treten, mit an=
deren
Worten alſo wolle Paris die Ueberwachung etwaiger deut=
ſcher
Rüſtungen dem Urteil des Völberbundes entziehen und einer
Körperſchaft übertragen, die nicht nach den Satzungen des Ver=
trages
zuſtande gekommen iſt. Dieſen Vorſchlag billige London
keineswegs.
Um die Teilnahme an der Regierungskonferenz.

w. Paris, 4. Juli.
Petit Pariſien will berichten können, daß augenblicklich ein
Meinungsaustauſch zwiſchen den Alliierten darüber ſtattfinde, ob
zur Regierungskonferenz auch die weniger intereſſierten Staaten,
wie z. B. Rumänien, die Tſchechoſlowakei, Südſlawien und Grie=
chenland
zugelaſſen werden ſollen. In einigen Kreiſen vertrete
man den Standpunkt, daß es ſich beim Young=Plan genau wie
ſeinerzeit beim Dawes=Plan auch um Intereſſen dieſer Staaten
handele, ſo daß ſie wie ſeinerzeit im Jahre 1924 in London zuzu=
laſſen
ſeien. Natürlich würden dieſe Länder bei den Beratungen
der politiſchen Fragen (Rheinlandräumung uſw.) nicht vertreten
ſein.
Die Kammerwahlen in Holland.
Keine weſenklichen Aenderungen.
Bisher ſind aus 13 von 18 Wahlkreiſen, in die das Land ein=
geteilt
iſt, die Ergebniſſe der Wahlen zur zweiten Kammer be=
kannt
. Es handelt ſich hierbei um die Kreiſe Amſterdam, Haag,
Rotterdam Utrecht Dortrecht, Stilburg, Maaſtricht, Nymwegen,
Arnheim. Zwoele, Aſſen, Leeuwarden und Groningen. Dieſe Kreiſe
geben zuſammengerechnet folgendes Bild: Römiſch=katholiſche
Staatspartei 580 666 (im Jahre 1925 512 245) Sozialdemokratiſche
Partei 667 207 (591 594) Antirevolutionäre Partei 322 068
(316 463), Chriſtlich=Hiſtoriſche Partei 280 401 (274 579), Libe=
rale
Staatspartei (Freiheitsbund 179 266 (217 564) Freiſinnig=
Demokratiſcher Bund 159 864 (139 822) Chriſtliche Reformpartei
63 150 (52 002), Reformiſtiſche Staatspartei 29 891 (18 728),
Bauernbund 29 049 (36 216) Kommuniſten (Anhänger der Mos=
kauer
Internationale) 31 247 (32 236), Kommuniſten (Gegner der
Moskauer Internationale) 27 540 (), Revolutionäre Sozial=
demokraten
18 228 (10 316), Mittelſtandspartei Gruppe Vos 28 536
(), übrige Parteien zuſammen 86 018 (94 537). Bei dieſen Zif=
fern
iſt zu berückſichtigen, daß die Zahl der Wähler ſeit der letzten
Wahl um 263 253 geſtiegen iſt. In der Annahme, daß vermutlich
auf je 25 000 Stimmen ein Sitz entfällt, haben die Parteien auf
Grund der angeführten Ergebniſſe bisher folgende Sitze erlangt:
Sozialdemokraten 20. Katholiken 18. Antirevolutionäre 9,
Chriſtlich=Hiſtoriſche 9. Liberale Staatspartei 5. Freiſinnige
Demokraten 5, Chriſtliche Reformpartei 2, Reformiſtiſche Staats=
partei
1. Kommuniſten (Anhänger der Moskauer Internatio=
nale
) 1. Kommuniſten (Gegner der Moskauer Internationale) 1
und Mittelſtandspartei Gruppe Vos 1.

Kriſenlufkt in Frankreich.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 3. Juli.
Die Frage der Ratifizierung der interalliierten Schulden=
abkommen
iſt zum Angelpunkt in der franzöſiſchen Politik ge=
worden
. Das letzte verzweifelte Aufbegehren der franzöſiſchen
Kammer gegen die Ratifizierung war zwar außenpolitiſch ohne
beſondere Bedeutung höchſtens, daß das Preſtige Frank=
reichs
dadurch erheblich geſchädigt wurde , innerpolitiſch aber
war es ganz offenbar von grundlegender Wichtigkeit. Für eine
Ratifizierung ſcheint ja nun allerdings eine ſichere Mehrheit vor=
handen
zu ſein, aber durch die Debatten der letzten Zeit iſt der
Kredit Poincarés derart erſchüttert worden, daß man heute in
ganz Frankreich erheblich daran zweifelt, ob die derzeitige Re=
gierung
die Ratifizierung überleben wird. In einem plötzlichen
Impuls hat damals die Kammer die Regierung angewieſen, die
Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten von neuem wieder
aufzunehmen und nochmals zu verſuchen, einen Zahlungsaufſchub
zu erlangen. Anſtatt zurückzutreten, hat die Regierung gegen
die Ueberzeugung, in dem Bewußtſein der Ausſichtsloſig=
keit
des ganzen Schrittes, den Auftrag der Kammer ausgeführt.
Wenn jetzt nachträglich auch die Kammer wegen ihrer Haltung
angegriffen wird, ſo gelten doch die Vorwürfe in der Hauptfache
der Regierung, die dadurch verdient oder nichtverdient in
eine ſehr prekäre Lage gekommen iſt. Mögen auch die Wogen der
Begeiſterung in der Kammer allzu hoch gegangen ſein das
Recht dazu hat ja die franzöſiſche Kammer ſeit jeher für ſich in
Anſpruch genommen mag ſie auch horribile dictu das Opfer
einer klug eingefädelten innenpolitiſchen Intrige geworden ſein,
die Verantwortung trägt die Regierung. Dabei
war die Antwort Amerikas ſogar eine angenehme Enttäuſchung,
denn ſie war höflich und taktvoll. Sicherlich höflicher, als
ſie während der Aera Coolidge ausgefallen wäre. Aber das allein
ändert ja an der Situation wenig.
Sehr wichtig iſt auch, daß die Regierungsparteien unter ſich
keineswegs ein Herz und eine Seele ſind. Nirgendwo iſt die Poli=
tik
Poincarés heftiger kritiſiert worden, als im Schoße der Re=
gierungskoalition
. Begreiflich unter dieſen Umſtänden, daß in
der Kammer bereits die Möglichkeiten einer neuen
Regierung erörtert werden. Man redet viel über Umbildung
des Kabinetts und Umgeſtaltung der Mehrheit, insbeſondere
ſollen die Radikalſozialiſten Herriot, Sarraut. Daladier?
wieder in die Regierung. Aber das wäre natürlich nur ein Not=
behelf
. Denn es war ja nicht die Mehrheit, die verſagt hat, und
nicht die Zuſammenſetzung des Kabinetts, ſondern die ganze
politiſche Richtung der Union nationale. Sie hat
ſich eben überlebt und hat zum mindeſten nach der Ratifizierung
keinen Lebenszweck, keinen Lebensinhalt mehr. Das fühlt man
überall und iſt ſich insbeſondere darüber klar, daß die Perſön=
lichkeit
Poincarés ſo ſtark iſt, daß mit ihm weder eine Erneue=
rung
des Kabinetts noch eine Erweiterung der Mehrheit eine
wirkliche Löſung bedeuten würde.
Wenn ſich ſomit auch alles um die Ratifizierung gruppiert,
ſo iſt, realpolitiſch geſehen, dieſe Ratifizierung durchaus nicht das
weſentliche Problem des Augenblicks. Man muß über die
Rheinlandräumung verhandeln, das Verhältnis
zur neuen engliſchen Regierung muß geklärt werden
und der Young=Plan harrt ſeiner Inkraftſetzung. Dabei
weiß man noch immer nicht genau, wo und wann die Konferenz
der Regierungen ſtattfinden wird. In Paris verlautet gerücht=
weiſe
, daß die Regierung dem engliſchen Wunſche, die Konferenz
in London abzuhalten, bereits nachgegeben habe, von anderer
Seite aber wird wiederum verſichert, daß dieſe Information zum
mindeſten noch verfrüht ſei. Auch über den genauen Zeitpunkt
der Konferenz weiß man in ſonſt gut unterrichteten Pariſer Krei=
ſen
noch nichts, und das verſtimmt außerordentlich. Während=
deſſen
ſetzt die Rechtsrreſſe ihre heftige außenpolitiſche Cam=
pagne
fort und propagiert eine Außenpolitik,
die ſich gleichzeitig gegen Amerika, England,
Deutſchland und Rußland richten würde, wobei
man ſich der Abſurdidät dieſer Forderungen nicht einmal bewußt
zu ſein ſcheint.
Daß man in Paris die Politik der engliſchen Arbeiterregie=
rung
lebhaft kommentiert, verſteht ſich von ſelbſt. Die engliſche
Thronrede deutet darauf hin, daß die Beziehungen zu den Sow=
jets
bald wieder aufgenommen werden und die Truppen vom
Rhein zurückgezogen werden ſollen. Beſonders die Haltung Eng=
lands
in der Räumungsfrage empfindet man ſehr peinlich,
insbeſondere die äußerſte Rechte iſt naturgemäß verbittert und
behauptet ſogar, daß eine ſofortige Zurückziehung der engliſchen
Truppen vom Rhein eine Verletzung der beſtehenden Verträge
bedeuten würde. Wenigftens ſo argumentiert man in dieſen
Kreiſen ſollte man die Entſcheidung in der Kontrollfrage
abwarten. Die franzöſiſche Linke andererſeits wünſcht an ſich die
Räumung, und es gilt als feſtſtehend, daß eine Linksregierung
mit ſofortiger Räumung gleichbedeutend ſein würde. Aber die
gegenwärtige Lage, daß einerſeits die Regierung dem Gedanken
der Räumung mit innerer Oppſition gegenüberſteht, während
dieſe andererſeits von engliſcher Seite her gefördert wird, muß
auch von den linksſtehenden politiſchen Kreiſen unangenehm emp=
funden
werden. Die Rechte, ſo erklärte dieſer Tage ein Poli=
tiker
des einſtigen Kartells, erreicht mit ihrer Campagne nicht
die Aufſchiebung der Räumung, ſondern nur, daß die Räu=
mung
ihren moraliſchen Wert für die Verſtän=
digung
mit Deutſchland verliert.
Weniger ſtörend empfindet man die Schwenkung in der
Ruſſenpolitik, die man von der neuen engliſchen Regierung er=
wartet
. Man hat in Frankreich eine feſt ausgeprägte Auffaſſung
von den ruſſiſchen Dingen. Man glaubt, daß mit den Sowjets
weder wirtſchaftlich noch politiſch etwas anzufangen iſt, und daß
deswegen die weltpolitiſche Bedeutung Rußlands ſehr beſchränkt
bleibt, ſolange dort keine gründliche Syſtemänderung eintritt.
Man will daher mit Moskau nicht viel Zeit verlieren und beurteilt
etwaige Hoffnungen der engliſchen Arbeiterpartei auf wirtſchaft=
liche
Vorteile ſehr ſkeptiſch. Trotzdem würden natürlich die in=

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Seite 2

Freitag, den 5. Juli 1929

Nummer 184

birekten Folgen einer engliſch=ruſſiſchen Annäherung für Frank=
reich
inſofern nicht günſtig ſein, als ſie eine Aenderung der eng=
liſchen
Randſtaaten= und Balkanpplitik nach ſich ziehen würde.
Waſhington, trotz der etwas peinlichen Stimmung, die das Nein
Amerikas in der Schuldenfrage hinterließ. Man iſt der Meinung,
zu Unguſten Europas durchaus nicht der Auffaſſung Hoovers
entſpreche.
Alles in allem iſt alſo die außenpolitiſche Lage Frankreichs
reichlich kompliziert und belaſttet die gegenwärtige franzöſiſche
Regierung erheblich. Trotzdem würde ſie für ſich allein eine fran=
zöſiſche
Regierungskriſis noch nicht bedingen. Die innerpolitiſche
politiſchen Entwicklung die Kriſenluft, die heute in Paris weht,
jeden Augenblick zum Sturm werden kann.

Anbefugle Anweſenheit franzöſiſcher Pioniere
im Saargebief.
Saarbrücken, 4. Juli.
In der Saarbrücker Landeszeitung wird mitgeteilt, daß ſeit
Freitag voriger Woche ein franzöſiſches Pionierkommando von
18 Mann und 2 Offizieren bei dem Orte Mechern im Kreiſe Mer=
zig
photographiſche Aufnahmen machte und Vermeſſungen vor=
nehme
. Das Blatt richtet an die Saarregierung die Anfrage, ob
ſich das Militärkommando dort mit ihrem Wiſſen und ihrer Ge=
nehmigung
aufhalte und tätig ſei. Wenn ja, wer habe die Ge=
nehmigung
erteilt und wie rechtfertige die Regierungskommiſſion
die vom Völkerbund unterſagte Anweſenheit und Tätigkeit? Wenn
nein, was gedenke die Regierungskommiſſion zu tun, um 1. die
von der Truppe gemachten Aufnahmen an ſich zu bringen und die
von ihr der Bevölkerung zugefügten Schäden zu erſetzen, um 2. das
Militär bald über die Grenze zu ſchicken und um 3. Genugtuung
für die grobe Völkerrechtsverletzung zu erhalten?
Die Deutſche Parkei prokeſtierk gegen die rumäniſche
Bodenreform.
EP. Bukareſt, 4. Juli.
Der Abgeordnete der Deutſchen Partei, Konnert, brachte in
der geſtrigen Kammerſitzung die Beſchwerden der ſiebenbürger
Deutſchen über die Bodenreform zum Ausdruck, und fordert die
Wiedergutmachung der den deutſchen Bauern zugefügten Benach=
teiligungen
. Der Juſtizminiſter antwordete, daß eine Abänderung
der Bodenreform nicht möglich ſei, doch könnten ſich alle Deut=
ſchen
, die ſich bei der Durchführung der Bodenreform zurück=
geſetzt
fühlten, an die rumäniſchen Gerichte, die jedem zu ſeinem
Recht verhelfen würden, wenden, um ihre Anſprüche geltend zu
machen. Der Abgeordnete gab ſich mit dieſer Antwort des
Miniſters nicht zufrieden und kündigte weitere Schritte an.
Südſlawiſch=italieniſcher Zwiſchenfall.
EP. Mailand, 4. Juli.
Die Blätter berichten über einen italieniſch=ſüdſlawiſchen
Grenzzwiſchenfall im kleinen Hafen Raciſte der Inſel Curzola.
Ein italieniſcher Frachtſegler hatte dort angelegt, um Holz für
Italien zu laden. Die ſüdſlawiſchen Zollwächter fanden an Bord
in einem verſteckten Raum einige Brieftauben, die am Fuß
einen Ring trugen, wie er an anderen Brieftauben bemerkt wor=
den
war, die man in letzter Zeit an der dalmatiſchen Küſte ein=
gefangen
hatte. Die ſüdſlawiſchen Behörden hegen daher den
Verdacht, daß dieſe Brieftauben dem italieniſchen Spio=
nagedienſt
angehören. Nach der Zollkontrolle ſuchte der
Segler die hohe See zu erreichen, wurde aber von einem Motor=
boot
eingeholt und gezwungen, in den Hafen zurückzukehren, wo
der Schiffsführer und die Beſatzung verhaftet wurden. Sie wer=
den
auf Grund des Geſetzes für die Sicherheit des Staates der
Spionage angeklagt und kommen vor das Außerordentliche
Staatsgericht in Belgrad.
Der iſchechoflowakiſch=ungariſche Zwiſchenfall.
EP. Budapeſt, 4. Juli.
Zu dem offiziellen Communiaué der Prager Regierung auf
die vorgeſtern erfolgte Demarche der Budapeſter Regierung wird
hier an zuſtändiger Stelle erklärt, das von der tſchechoſlowakiſchen
Regierung angeführte Eiſenahn=Abkommen, das den Austauſch
mißliebig gewordener Eiſenbahner in den Grenzgebieten vorſieht.
komme im Fall Peſcha nicht in Betracht, da Peſcha auf friſcher
Tat ertappt worden ſei. Das habe Außenminiſter Dr. Walko auch
in ſeiner Antwort auf die tſchechoſlowakiſche Demarche dem Ge=
ſandten
gegenüber betont.

Vom Tage.
Ein führender Beamter des Gewerkſchaftsbndes
Am günſtigſten beurteilt man noch das Verhältnis zu der Angeſtellten, Dr. Mathieſen, hat 150 000 Mark
unterſchlagen.
Geſtern fand in Hamburg in Gegenwarr des preußiſchen Miniſters
daß die Haltung Amerikas viel gemäßigter geworden ſei, und daß für Handel und Gewerbe Dr. Schreiber und des Hamburger Bürger=
eine
beſonders weitgehende engliſch=amerikaniſche Annäherung meiſters Dr. Peterſen im Bürgermeiſterſaal des Rathauſes eine erſte
Sitzung des Verwaltungsrates der Hamburgiſch=
Preußiſchen Hafengemeinſch aft ſtatt.
In Naney wurden die deutſchen Staatsangehörigen
Karl Betz und Karl Kneipp wegen Verleitung von Militärperſonen
zur Deſertation zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Die
beiden Deutſchen waren im Oktober 1928 nach Toul gekommen, um die
Lage aber iſt ſo verfahren, daß im Zuſammenhang mit der außen= Entlaſſung eines Sohnes des Betz aus der Fremdenlegion zu erwirken.
Da die Bemühungen ergebnislos blieben, hatten die beiden Deutſchen
dem jungen Betz und drei anderen Legionären zur Flucht verholfen.
Zum erſten Male ſeit dem Kriege iſt ein deutſches Flugzeug in
Naney gelandet, nämlich das Paſſagierflugzeug der
Lufthanſa, das während der national=franzöſiſchen Poſtausſtellung vom
4.22. Juli auf dem Flug Berlin-Paris regelmäßige Zwiſchenlandun=
gen
in Naney vornimmt.
Der Belgier Ralph Verhulſt Profeſſor an der Göttinger
Univerſität, iſt von der Antwerpener Strafkammer zu zwei Monaten
Gefängnis und 14 Franken Geldſtrafe verurteilt worden, weil er über
die Franktireurfrage einen Brief veröffentlicht hat, der angeb=
lich
für die belgiſche Armee beleidigend iſt. Verhulſt war während
des Krieges Mitglied des Nates von Flandern und wurde deswegen zum
Tode verurteilt, ſpäter aber begnadigt.
Die nationale Vereinigung der belgiſchen Handels= und
Induſtriekammern ſowie das Zentralkomitee für Induſtrie
haben eine große Proteſtkundgebung gegen die neuen
amerikaniſchen Zolltarife veranſtaltet. 30 Handelskammern
und 128 Ortsgruppen des Zentralkomitees für Induſtrie waren ver=
treten
.
Der Präſident der eſtniſchen Kammer beauftragte den Führer
der nichtſozialiftiſchen Arbeiterpartei, Strandmann, mit der Bildung des
neuen Kabinetts. Strandmann nahm den Auftrag an.
Die Ankunft der ſpaniſchen Ozeanflieger der Numancia
und der Beſatzung des engliſchen Flugzeugmutterſchiffs Eagle löſte in
Madrid gewaltige Begeiſterung aus.
Von den außenpolitiſchen Zielen der gegenwärtigen britiſchen Re=
gierung
wird, wie der diplomatiſche Mitarbeiter des Daily Telegraph
meint, die Unterzeichnung der Optionsklauſel des Haager
Schiedsgerichtshofes die geringſten Schwierigkeiten bereiten.
Im Gegenſatz zu der Lage während der britiſchen Reichskonferenz vom
Jahre 1926 ſeien heute von den britiſchen Dominiens ernſte
Schwierigkeiten kaum zu erwarten.

Kabinektswechſel in Japan.

Der neue Miniſterpräſident Hamaguchi (links)
mit dem zurückgetretenen Miniſterpräſidenten Tanaka.

Proleftundgebung der Sludenken in Berlin.
Berlin, 4. Juli.
Die Allgemeine Studentenſchaft hatte zu Donnerstag mittag zu
einer Kundgebung auf dem Platz am Opernhaus Unter den Linden
aufgerufen. Schon lange vor 1 Uhr hatten ſich mehrere hundert Stu=
dierende
in der Nähe der Univerſität eingefunden. Vor dem Ausgang
zur Dorotheenſtraße ſammelte ſich eine Gruppe der roten Studenten=
und Schülerbewegung. Die Polizei war gleichfalls ſtark vertreten und
hielt mehrere Laſtautos mit Mannſchaften bereit. Die als Wahlkund=
gebung
gedachte Veranſtaltung wurde zu einer Proteſtkundgebung an=
läßlich
der Vorgänge am zehnten Jahrestage des Verſailler Diktates.
Nach dem Geſang Burſchen heraus ſprach der Vorſitzende der Allge=
meinen
deutſchen Studentenſchaft, Hoppe, durch Lautſprecher zu den
verſammelten Studierenden und gab der Empörung der Verſammlung
über die Art Ausdruck, in der das Kultusminiſterium auf eigenem
akademiſchen Boden die akademiſche Freiheit mißachtet habe, indem es
ſämtliche Kundgebungen gegen den Schmachfrieden und die Kriegs=
ſchuldlüge
unterſagte. Mit gleichem Erſtaunen habe man das Vor=
gehen
der Polizei nicht gegen Aufrührer, ſondern gegen Studenten ſehen
müſſen, die von heiligſten vaterländiſchen Gefühlen beſeelt waren. Es
wurde eine Entſchließung angenommen, die beſagt: Die zur Wahl=
kundgebung
der Allgemeinen Studentenſchaft verſammelten Studierenden
nehmen Anlaß, auf das Entſchiedenſte zu betonen, daß ſie dem Ver=
halten
der ſtaatlichen Organe anläßlich der Verſailler Kundgebung mit
dem allergrößten Befremden gegenüberſtehen. Nicht der Geiſt des
Aufruhrs hat die Studenten am 28. Juni geleitet, ſondern heißes
vaterländiſches Empfinden und ein feſter nationaler Wille. Dieſelben
Gefühle beſeelen die hier Verſammelten; ſie geloben, auf ihrem Poſten
und in ihrer Arbeit unbedingt auszuharren für die Errichtung der
akademiſchen Freiheit und der Freiheit des deutſchen Volkes. Die
kommuniſtiſchen Studenten hatten verſucht, die Verſammlung durch
Pfeifen und Johlen zu ſtören. Die Schupo griff ſofort ein und ver=
haftete
einige Perſonen, darunter einen Fahnenträger. Zu Beginn
der Kundgebung gingen Schupobeamte durch die Reihen und forderten
die Abgabe der Stöcke zur Aufbewahrung in der Univerſität. Der Auf=
forderung
wurde Folge geleiſtet.
Am Donnerstag, in den erſten Nachmittagsſtunden, veranſtalteten
größere Trupps von Studenten vor dem Bismarckdenkmal vor dem
Reichstage eine Kundgebung. Im Chore ertönte wiederholt der Ruf:
Deutſchland, erwache! ſowie Heilrufe. Auch Niederrufe wurden da=
zwiſchen
laut. Die Kundgebung hatte zahlreiches Publikum herbei=
gelockt
, das zum großen Teil in die Rufe mit einſtimmte. Die wenigen,
in der Nähe dienſttuenden Schutzpolizeibeamten verſuchten, die An=
ſammlungen
zu zerſtreuen, indem ſie eine Anzahl von Studenten bis
weit in den Tiergarten hinein verfolgten und das Publikum zum
Weitergehen aufforderten, aber immer wieder gelang es den Studenten,
ſich vor dem Bismarckdenkmal zu ſammeln, und die Kundgebung zu
wiederholen, bis ſich beim Erſcheinen eines größeren Polizeiaufgebots
ſchließlich Studenten und Publikum zerſtreuten.
Moskau und der Orlofſ=Prozeß.
* Kowno, 4. Juli. (Priv.=Tel.)
In der ſowjetruſſiſchen Preſſe wird nach Meldungen aus
Moskau der Verlauf des Berliner Prozeſſes gegen die Doku=
mentenfälſcher
Orloff und Pawlonowſki mit außergewöhnlichem
Intereſſe verfolgt. Die führenden Blätter füllen ganze Spalten
mit Berliner Berichten über die Ausſagen der Angeklagten, wo=
bei
hervorgehoben wird, daß ſich in ihnen vielfach Widerſprüche
ergeben hätten. Die Iſweſtija erklärt, die Taktik der Ange=
klagten
habe ſich bereits in der erſten Verhandlung erkennen
laſſen. Das Blatt nennt die Angeklagten weißgardiſtiſche Aben=
teurer
, die der Sache der Sowjetunion Schaden zufügen wollten.
Dementſprechend iſt die ganze Einſtellung der Sowjetunion und
ihrer führenden Organe zu den Angeklagten in dieſem Prozeß.
Das amtliche Blatt der Sowjetregierung betont weiter, daß we=
der
Oploff noch Pawlonowſki in der Lage ſein würden, die
gegen ſie erhobene Anklage zu widerlegen. In ihren Ausfagen
mache ſich das Beſtreben bemerkbar, ihre Schuld in einem mil=
dernden
Licht darzuſtellen; ſie hofften anſcheinend, ſich damit die
Sympathien des Gerichts zu erwerben, und verſuchten, das all=
meine
Intereſſe der deutſchen Oeffentlichkeit für ſich zu gewinnen.
Sie hätten ſich aber in ihren Ausſagen bereits derart ver=
wickelt
, daß dadurch die Machenſchaften der gegen die Sowjet=
union
arbeitenden dunklen Kräfte erſt recht enthüllt worden
ſeien. Das Blatt macht ſeinen Leſern dabei klar, daß die Be=
ſtrebungen
des deutſchen Gerichts darauf gerichtet ſeien, nicht nur
die gegen die Sowjetunion gerichteten Verbrechen der ruſſiſchen
Emigranten, ſondern auch die Verſtöße gegen die deutſchen
Geſetze aufzudecken. Es ſpricht ſchließlich die Hoffnung aus, daß
das Berliner Gericht völlig objektiv und ohne ſich von einem
unangebrachten Mitleid oder von den Ausfällen der Vertei=
diger
leiten zu laſſen, das notwendige harte Urteil, fällen
werde. Dabei wird ſogleich der Wunſch von der Iſtweſtija aus=
geſprochen
, daß von dem Gericht die Notwendigkeit einer weiteren
gründlichen Unterſuchung der verbrecheriſchen Tätigkeit dieſer
internationalen Bande anerkannt werde, zu der Orloff und Ge=
noſſen
gehörten.

Welches war das Lieblingsbuch Ihrer
Anudenagte:
Ein verſchollenes Märchenbuch namens Der Kinder Wun=
dergarten
ſpielte eine bedeutende Rolle und ſtand in Wettſtreit
mit Grimms Märchen, die ich gewohnheitsmäßig zu hören bekam,
und mit Anderſen, den ich ſelber las. Sehr einflußreich war
Friedrich Nöſſelts griechiſche und römiſche Mythologie mit ſchönen
Auszügen aus Homer und Virgil. Dies Buch beſitze ich noch.
Wiederholt hörten wir Reuters Ut mine Stromtid , es war
der erſte Roman, den ich kennenlernte. Aber die Palme gehört
wohl Schillers Don Carlos‟. Es war meine ſtolzeſte Liebe,
meine erſten Uebungen galten ſeiner Nachahmung, und noch heute
weiß ich ihn ſzenenweiſe auswendig. Thomas Mann.
Meine Lieblingsbücher in der Knabenzeit waren einige Er=
zählungen
von Wörishöffer (Robert, der Schiffsjunge, Onnen
Viſſer) und ein Buch Kaiſer, König und Papſt, deſſen Ver=
faſſer
ich vergeſſen habe.
Hugo v. Hofmannsthal.
Erſtes Buch mit 5 Jahren geleſen, Don Quichote, eine Aus=
gabe
für Kinder, mit einigen der Bilder von Doré koloriert.
Heinrich Mann.
Georg Kaiſer.
Der Atlas.
Don Quichote.
Jakob Waſſermann.
Ich erinnere mich nicht, in meinen Knabenjahren ein Lieb=
lingsbuch
gehabt zu haben. Zwar ſtöberte ich in unbeobachteten
Stunden in leidenſchaftlicher Neugier in der Bücherſammlung
meines Großvaters alles durch: die alten Folianten und Per=
gamentbände
, und was ſich an Büchern in der zweiten und drit=
ten
Reihe dahinter verbarg. Aber meine Freude war, in dem
Dunkel der weiten Wälder meiner Vaterſtadt Karlsruhe auf
Abenteuer auszuziehen.
Alfred Mombert.
Die Lieblingsbücher meiner Knabenjahre: bis zum 12.: Karl
May, und zwar die arabiſchen und nicht die Indianerromane.
Von letzteren nur Der Schatz im Silberſee; bis zum 14. etwa
Freytag Soll und Haben. Beide Frauengeſtalten, die tugend=
hafte
und die gefährliche, wirkten ungemein erwärmend auf die
Phantaſie. Eine ſchrecklich illuſtrierte Shakeſpeare=Ausgabe und
ein niederſchmetternder Schundroman von Catull Mendés, deſſen
Titel ich vergeſſen habe. Leider fehlten aus der Mitte des
Buches zwanzig Seiten.
Franz Werfel.
Robinſon Cruſoe‟.
Hermann Bahr.
Aus meiner frühen Knabenzeit weiß ich eigentlich nichts be=
ſonders
Hervorſtechendes. Anderſens und Grimms Märchen,

Onkel Toms Hütte, Lederſtrumpf. Der weitaus ſtärkſte Buch=
eindruck
etwa ſo mit 15 bis 16 Jahren war der Grüne Heinrich
den ich teilweiſe auswendig kannte, dann der Werther und
Storms Immenſee‟. Es war die Zeit, wo mir zum erſten Mal
der Begriff der Form aufging an dieſen Arbeiten; vorher hatte
ich wahllos nur ſtoffmäßige geleſen. Ich entſinne mich noch
genau, welch einen Ruck mir der Grüne Heinrich gab, weil ich
unklar, aber ſehr ſtark in ihm etwas fand, das über Stoff und
Erzählung hinaus auf mich wirkte.
Erich Maria Remarque.
Robinſon Cruſoe.
Hermann Heſſe.
Das Lieblingsbuch meiner Jugend war der Robinſon Cruſoe.
Ich hab ihn an die hundertmal geleſen.
Herbert Eulenberg.
Kein Buch liebte ich in meinen Knabenjahren ſo ſehr wie
Kiplings Dſchungelbuch.
Bruno Frank.
Guſtav Schwab: Die Sagen des klaſſiſchen Altertums
Ernſt Glaeſer.
Das Lieblingsbuch, die beiden Lieblingsbücher meiner
Knabenjahre waren meiner Erinnerung nach Robert der Schiffs=
junge
und Pieter Maritz. Vielleicht aber hat ihnen Robinſon
Cruſoe doch die Krone weggenommen. Ich weiß es nicht mehr.
Wilhelm von Scholz.
Die Geſchichte der Girondiſten von Lamartine; ich leſe die
übrigens heute noch trotz aller hiſtoriſchen Kritik immer wieder
mit gleicher Begeiſterung.
Stefan Zweig.
Cooper: Lederſtrumpf, Karl May: Schatz im Silberſee‟,
Winnetou und Dickens: Pickwickier,
Walter von Molo.
Die Romane von Karl May. Leonhard Frank.
Die Lieblingsbücher meiner Knabenjahre, waren Märchen=
bücher
, Grimm, Hauff, Tauſend und eine Nacht. Außerdem
las ich wieder und wieder Verſe, ſoweit ſie mir immer zugäng=
lich
waren, größte Dichter und auch ganz namenloſe.
Oskar Loerke.
Ich habe erſt mit 9 oder 10 Jahren bewußt das ſoll
heißen gern und ſo, daß ichs tatſächlich verſtand zu leſen an=
gefangen
. Und von daher ſind mir die zwei Bücher: Der Unter=
gang
der Seminolen und Siegismund Rüſtig in bleibender
Erinnerung geblieben. Das erſte, ein Indianerbuch weil es
ſo melancholiſch=romantiſch war, und das zweite von einem
Seematroſen handelnd , weil es ſo was Friſches und Opti=
miſtiſches
hatte. Beſonders aber, weil immer Dunnerlittchen
und Potzblitz und derartig gewaltſame und mir völlig fremd=
artige
Schimpfworte vorkamen. Aber eigentlich die tiefſten und

geradezu erſchütterndſten Wirkungen auf mich übten die Erzäh=
lungen
meines ſeligen Vaters aus dem Kriege anno 1870/71
aus und vor allem Robinſon Cruſoe und Der Schmied von
Ochſenfurt, eine hiſtoriſche Erzählung, welche uns unſer mir
unvergeßlicher Lehrer Karl Männer jedesmal nach den Unter=
richtsſtunden
(von der 4. bis zur 7. Klaſſe) frei vorlas, das heißt,
er wird wohl ſehr viel ſelber dazu gedichtet haben, denn ich hörte
dieſe Erzählungen von ihm die ganzen vier Jahre immer wieder
und hätte ſie immer wieder hören können.
Oskar Maria Graf.
Das, welches den tiefſten Eindruck auf mich machte und in
der Erinnerung heute noch macht, iſt das Knabenbuch Herz von
Edmondo de Amicis; nach dieſem Buch, das mich, wie ichs heute
ahne, ſicher ſehr weſentlich, mit rein künſtleriſchen Mitteln feſſelte,
ſind folgende Bücher für mich wichtig geweſen: ein Roman von
Franz Hoffmann, deſſen Name mir entfallen iſt; Schillers Räu=
ber
: Der Obriſt von Sperl; Das edle Blut von Wilden=
bruch
. Uebrigens habe ich bis zu meinem 16. Jahre außer den
genannten Büchern nur wenige zu Ende geleſen, Bilder waren
mir wichtiger als Bücher. Georg von der Vring.
Ihre Anfrage hat mir eigentlich erſt zum Bewußtſein ge=
bracht
, daß ich auch in den Knabenjahren kein Lieblingsbuch hatte.
Wiederholt und mit wirklicher Freude habe ich damals eigentlich
nur die Werke des großen Wilhelm Buſch geleſen.
Guido Kolbenheyer.
Ihre Umfrage hat mir ein ſchwieriges Vergnügen bereitet;
ich beſann mich auf verſchollene Lieblingsbücher. Ich hatte nicht
eines, ſondern Bände, denn leider habe ich, wie wir alle, in mei=
uen
Knabenjahren außer vielem Schwimmen, Schlittſchuhlaufen
und Herumſtrolchen in den wundervollen, jetzt ganz verbrann=
ten
oberſchleſiſchen Wäldern, maßlos viel geleſen. Zu denjenigen
Büchern, die ich in einem Zeitraum zwiſchen dem 12. und dem
17. Jahre über zehnmal las, gehörter Kupper, Der rote Frei=
beuter
, Siegismund Rüſtig (wenn ich nicht irre, eine dicke
Ueberarbeitung des Buches (Maſtermann Ready), aber auch
viele andere Bücher von Marryat, die in unſerer Schulbibliothek
in Ueberſetzungen vorhanden waren, dann Dahns Kampf um
Rom und Shakeſpeares geſammelte Werke, herausgegeben in
einem Bande von Oelenſchläger und erſchienen in der deutſchen
Verlagsanſtalt. Daß ich ein genauer Kenner des Geſamtwerks
von Karl May, Felix Dahn, Georg Ebers und Guſtav Freytag
war, mindeſtens fünf große Romane von Dickens gründlich kannte
und Dumas Drei Musketiere jedem anderen Soldatenbuche
vorzog, bereitete ſchon auf die Lektüre einer ſpäteren reiferen
Lebensſtufe vor, die mit der Kenntnis zweier moderner Bücher
begann: Felix Holländer, Der Weg des Thomas Truck und
Hermann Bang Am Wege‟.
Arnold Zweig.

[ ][  ][ ]

Nummer 184

Freitag, den 5. Juli 1929

Seite 3

A
Ju nein.
Der Reichsrak und die Lex Brünnkig.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Nach dreijährigem ſchweren Kampf, der in langwierigen Ver=
Handlungen bis zum letzten Augenblick hinter den Kuliſſen geführt
wurde, iſt es dem Finanzminiſter Dr. Hilferding gelungen, mit
dem Reichsrat ein Kompromiß über die Lex Brünning zu finden.
Der Tatbeſtand? Die Lex Brünning verlangt, daß die Ein=
kommenſteuer
geſenkt wird, ſobald ihr Jahresertrag 1300 Millio=
nen
überſteigt. Die vom Reichstag beſchloſſene Aenderung will
dieſe Beſtimmung für die nächſten 5 Jahre ſuspendieren und die
überſchießenden Beträge zur Fundierung der Invaliden= und
Knappſchafts=Verſicherung verwenden. Die Länder ſahen darin
einen Eingriff in ihre Geldreſerven und drohten Einſpruch zu
erheben. Wäre das geſchehen, dann wären wirtſchaftliche Folgen
ſchwerſter Art unvermeidlich geweſen. Die jetzt vom Reichsrat
beſchloſſene Regelung iſt bereits durch die Schiedsſprüche im
Ruhrbergbau und im oberſchleſiſchen Bergbau akkordiert worden,
zu einer indirekten Lohnerhöhung benutzt worden, weil auf dieſem
Wege die Invaliden= und Knappſchaftsbeiträge geſenkt werden
konnten. Die Bergarbeiterverbände hatten bereits angekündigt,
daß ſie Klage auf Nichtigkeit der gefällten Schiedsſprüche beim
Arbeitsgericht anſtrengen würden, wonach neue Arbeitskämpfe
unvermeidlich geweſen wären. Dieſe Folgen haben die Länder
zuletzt doch geſcheut und ſind auf einen Ausweg gekommen, der
ihrem juriſtiſchen Scharfſinn alle Ehre macht. Sie haben zwar
den Antrag Bayern, der gegen das Geſetz Einſpruch erheben
wollte, abgelehnt, dafür aber einen preußiſchen Antrag angenom=
men
, wonach Bedenken dieſer Bewilligung geltend gemacht wer=
den
. Der Einſpruch richtet ſich aber nur gegen die 5jährige Dauer
der Neuregelung. Die Ausſchüſſe wollten ſie auf ein Jahr be=
friſtet
ſehen, während der Reichsrat ſelbſt auf Antrag Preußens
mit 37:29 Stimmen eine zweijährige Friſt beſchloß. Damit iſt ein
Einſpruch erhoben, der nach dem Artikel 74 der Verfaſſung die
Folge hat, daß das Geſetz dem Reichstag zur nochmaligen Be=
ſchlußfaſſung
vorgelegt werden muß, und nur als angenommen
gilt, wenn es eine Zweidrittelmehrheit findet. Theoretiſch müßte
alſo jetzt der Reichstag von neuem zuſammentreten. Das will
aber der Reichsrat verhindern. Deswegen hat er ſich damit ein=
verſtanden
erklärt, daß die Reichsregierung die in dem Geſetz
vorgeſehenen ſozialen Ausgaben einſtweilen außeretatmäßig zahlt.
Praktiſch würde das bedeuten, daß das Geſetz liegen bleibt, bis
der Reichstag Ende Auguſt wieder zuſammentritt und der Streit
dann etatmäßig ausgepaukt wird, daß aber inzwiſchen die Re=
gierung
zahlen kann und die Arbeitsverträge ihre Gültigkeit be=
halten
. Die ganze Konſtruktion, die der Reichsrat gewählt hat,
iſt aber doch wegen der Möglichkeiten, die ſich daraus für andere
Fälle ergeben können, überaus bedenklich, ganz abgeſehen von
den ſtaatsrechtlichen Schwierigkeiten, die ſich auf dem Wege der
Verfaſſungsinterppetation daraus ergeben können.
Enkwurf eines Berufsausbildungsgeſekes.
Berlin, 4. Juli.
Der Reichsrat hat am 2. Juli den Entwurf eines Berufs=
ausbildungsgeſetzes
verabſchiedet. Der Entwurf wird nunmehr
ſchnellſtens dem Reichstage zugehen. Er regelt die Berufsausbil=
dung
Jugendlicher, und zwar aller mit Ausnahme derjenigen,
die in der Landwirtſchaft beſchäftigt werden. Es handelt ſich um
ein Rahmengeſetz. Vorgeſehen iſt weitgehende berufsſtändiſche
Selbſtverwaltung auf der Grundlage der Gleichberechtigung der
Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Neue Behörden zu ſchaffen iſt
nicht beabſichtigt; die Regelung ſoll im Anſchluß an die ſchon
beſtehenden geſetzlichen Berufsvertretungen von Handel, In=
duſtrie
und Handwerk erfolgen.
Das Schickſal der Staaksvereinfachungsvorlage
in Bayern.
München, 4. Juli.
Die Koalitionsparteien traten heute vormittag zu 1 ½ſtün=
digen
Verhandlungen über das Schickſal der Staatsvereinfachungs=
vörlage
zuſammen. Ueber das Ergebnis der Beſprechungen wird
folgende Mitteilung ausgegeben: In der heutigen Beſprechung
der Koalitionsparteien kam eine Einigung dahin, daß die Staats=
regierung
die geplante Vorlage über die Staatsvereinfachung
noch in dieſer Seſſion einbringen ſoll, nicht zuſtande. Die Staats=
regierung
wird deshalb von der Einbringung der Vorlage ab=
ſehen
.

dei Zerichangstag kors.
Berlin, 4. Juli.
Ueber die Ausgeſtaltung des Verfaſſungstages in dieſem
Jahre kann folgendes geſagt werden: Ein allgemeiner Erlaß
zum Flaggen iſt ausgegeben worden. Die Kirchenbehörden ſol=
len
ſich mit den Landes= und Gemeindebehörden über die Feiern
an den einzelnen Orten ins Benehmen ſetzen. In den Schulen
ſoll des Tages in einer beſonderen Feier gedacht werden. Eine
Feſtſchrift wird als Prämie zur Verteilung kommen. Eine be=
ſchränkte
Anzahl von Schülern 30 an der Zahl wird an
der Verfaſſungsfeier im Reichstag teilnehmen. Für Berlin iſt
folgendes vorgeſehen: Um 9 Uhr zieht eine Kompagnie des
Wachtregiments vor dem Palais des Reichspräſidenten auf.
Wegen des Gottesdienſtes wurde den Landeskirchen empfohlen,
Feſtgottesdienſte, abzuhalten oder am Sonntag des Tages zu
gedenken. Um 12 Uhr findet eine Feier im Reichstag und um
4 Uhr eine volkstümliche Feier im Stadion mit einem Feſtſpiel
ſtatt, an dem 11000 Schulkinder mitwirken. Abends 8 Uhr wer=
den
drei Feiern abgehalten, und zwar gemeinſam vom Reich,
von Preußen und von der Stadt Berlin in der Kroll=Oper, in
der Städtiſchen Oper und in der Staatsoper.
* Nach dem Vorbild der preußiſchen Regierung iſt jetzt auch
die Reichsregierung mit einem umfangreichen Feſtprogramm für
den zehnjährigen Verfaſſungstag hervorgetreten. Das ganze
Reich iſt dabei bedacht worden. Am beſten kommt jedoch Berlin
weg, wo die Feiern am frühen Morgen beginnen und bis zum
ſpäten Abend dauern. Die Reichsregierung hat auch ein eigenes
Gedenkbuch drucken laſſen, das in den Schulen des Reiches als
Prämie verteilt werden ſoll. Natürlich koſten ſolche Feiern
allerhand Geld. Merlwürdig nur, daß der Fonds zum Schutze
der Republik", der im Etat noch mit 300 000 RM. eingeſetzt iſt,
dazu herhalten ſoll. Man ſpricht davon, daß etwa zwei Drittel
dieſes Fonds, der doch eigentlich zu ganz anderen Zwechen be=
ſtimmt
iſt, am 11. Auguſt in Anſpruch genommen werden ſollen.
Kirchliche Feiern am Verfaſſungskag.
Berlin, 4. Juli.
Der Verfaſſungstag wird nicht nur in weltlichen, ſondern
auch in kirchlichen Feiern begangen werden. Auf Anvegung des
Reichsminiſters des Innern hat der Präſident des Preußiſchen
Evangeliſchen Kirchenausſchuſſes den Landeskirchen empfohlen,
den Verfaſſungstag nach ihren kirchlichen Verhältniſſen zu be=
gehen
, ſei es durch Veranſtaltung beſonderer Feſtgottesdienſte,
ſei es dadurch, daß gelegentlich des ſonntäglichen Gottesdienſtes
des Verfaſſungstages in den Anſprachen und im Gebete gedacht
werde.
Der Fürſtbiſchof von Breslau hat, wie in den Vorjahren, der
Pfarrgeiſtlichkeit empfohlen, am Verfaſſungstage ein feierliches
Amt zur Erflehung des inneren und äußeren Friedens zu ver=
anſtalten
. Auch kann in der Predigt des Verfaſſungstages ge=
dacht
werden unter warmherzigem Hinweis auf die jedem ob=
liegenden
Pflichten gegen Volk und Vaterland.
Die iſrealitiſchen Religionsgemeinſchaften haben bei den
ihnen angeſchloſſenen Kultusgemeinden auf die Veranſtaltungen
beſonderer religiöſer Feiern hingewirkt.
R
Der Endkampf um das Konkordak.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Der preußiſche Miniſterpräſident will das Eiſen ſchmieden,
ſolange es warm iſt. Am Freitag ſoll bereits im Landtag die
zweite Leſung des Konkordates vor ſich gehen und am nächſten
Dienstag die 3. Leſung mit der Schlußabſtimmung folgen. Ob
freilich alles programmäßig vor ſich geht, iſt noch nicht ganz ſicher.
Vorläufig iſt noch die Möglichkeit offen, daß die Rechte Obſtruk=
tion
treibt und auf dieſe Weiſe die Regierung zwingen kann, die
Hälfte der Abſtimmungsberechtigten allein auf die Beine zu
bringen. Das iſt natürlich zahlenmäßig möglich, zumal die 21
Stimmen der Wirtſchaftspartei noch dazukommen. Die Regie=
rung
hat zuſammen mit der Wirtſchaftspartei 249 Stimmen,
während ſie nur 225 braucht. Auch bei gut beſetztem Haus iſt
aber noch mit Krankheiten und geſchäftlichen Verhinderungen zu
rechnen, wobei noch bei den Sozialdemokraten und Demokraten
politiſche Verhinderungen treten, die einzelnen Abgeordneten die
Abweſenheit bei der Abſtimmung zur Gewiſſenspflicht machen.
Rechneriſch bleibt jedenfalls die Mehrheit der Regierung ſehr
knapp. Vorläufig jedoch ſteht noch nicht feſt, ob die Deutſchnatio=
nalen
Neigung haben, ſich an einer Obſtruktion zu beteiligen.

Reichsernährungsminiſter Diekrich über die Roklage
Oſtpreußens.
Königsberg, 4. Juli.
Auf dem 42. Deutſchen Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftstag
in Königsberg nahm am Donnerstag Reichsernährungsminiſter
Dr. Dietrich zu einer längeren Rede das Wort. Er führte
u. a. aus: Den Kampf, den wir zurzeit in Deutſchland um die
Erhaltung der Landwirtſchaft führen, ſei nicht ein Problem, das
nur das deutſche Volk beſchäftige, ſondern dieſer Kampf durch=
tobe
alle großen Völker der Erde, die gleich uns auf einen Agrar=
ſtaat
einen Induſtrieſtaat aufgebaut hätten. Die große Streit=
frage
, ob die Not der Landwirtſchaft durch handels= und zoll=
politiſche
Maßnahmen oder aber durch Maßnahmen organiſato=
riſcher
Art zu beheben ſei, wäre vollkommen müßig, denn in der
draktiſchen Politik lägen die Dinge ſo, daß beide Maßnahmen
nebeneinander Platz hätten und ſich gegenſeitig ergänzen müßten,
wenn überhaupt ein Erfolg erzielt werden ſolle. Vom 15. Fe=
bruar
1930 ab würden die autonomen Zölle nunmehr überhaupt
für alle Staaten in Kraft treten. Die Erhöhung der Kartoffel=
zölle
, die gleichfalls beſchloſſen worden ſei, werde nach ſeiner
Ueberzeugung den Inlandsverbrauchern nicht viel ſchaden. Sie
werde aber zweifellos zu einer bedeutenden Verminderung der
Einfuhr von ausländiſchen Kartoffeln führen. Der Miniſter kam
dann nochmals auf die beſondere Lage Oſtpreußens und auf die
bekannten Hilfsmaßnahmen zu ſprechen, die von Reich und Staat
durch die Oſtpreußenvorlage zur Behebung dieſer Notlage er=
griffen
worden ſeien. Er habe kürzlich im Reichsrat geſagt, daß
man nicht willens ſei, eine Politik zu betreiben, bei der die Reichs=
grenzen
eines Tages an die Oder zurückverlegt würden. Er werde
auch weiterhin alles aufbieten, um eine ſolche Gefahr zu beſei=
tigen
. Es ſei zu hoffen, daß die Zuſtände in Europa ſich ſo
beſſerten, daß wir in Zukunft die gegenwärtige Sorge um Oſt=
preußen
loswürden und daß die deutſche Wirtſchaft ſich ſo ent=
wickeln
werde, daß auch das ungünſtig gelegene Oſtpreußen lang=
ſam
aber ſicher aus ſeinen Schwierigkeiten herauskäme.
Zinsverbilligung für Molkereikredike.
Berlin, 4. Juli.
Der Reichsminiſter für Ernährung und Landwirtſchaft beab=
ſichtigt
, aus Mitteln des landwirtſchaftlichen Produktionsförde=
rungsprogramms
für das Rechnungsjahr 1929 eine zweite Zins=
verbilligungsaktion
für Molkereikredite durchzuführen. Den
Landesregierungen ſind nunmehr in einem Rundſchrei=
ben
die Richtlinien bekannt gegeben worden. Die Zinsver=
billigung
iſt, ebenſo wie bei der erſten Zinsverbilligungsaktion,
für Darſehen beſtimmt zur Beſchaffung von Anlagen und Ein=
richtungen
, zur Verbeſſerung der Milcherzeugung, des Milchtrans=
portes
und der Verarbeitung der Milch ſowie zur Durchführung
ſonſtiger Maßnahmen, deren Ziel die Rationaliſierung der Milch=
wirtſchaft
und die Standardiſierung und Typiſierung der Mol=
kereiproduktion
iſt. Die Zinsverbilligung wird in der Regel nur
gegeben zur Durchführung von Maßnahmen, die nach dem 1. Ja=
nuar
1929 in Angriff genommen worden ſind, und zwar höch=
ſtens
für fünf aufeinander folgende Jahre. Der
Zinsſatz wird um höchſtens 5½ v. H. mit der Maßgabe ver=
billigt
, daß der von dem Darlehensnehmer ſelbſt zu zahlende
Zinsſatz nicht weniger als fünf v. H. betragen darf. Die Zins=
verbilligung
ſoll in erſter Linie für ſolche Einrichtungen gewährt
werden, die ſich vorbildlich auswirken. In Abänderung des bei
der erſten Zinsverbilligungsaktion durchgeführten Verfahrens
werden für Begutachtung der Anträge für die neue Aktion von
den Landesregierungen bei den Landwirtſchaftskammern oder
ſonſtigen für die milchwirtſchaftliche Fachberatung waßgebenden
und von den Landesvegierungen dazu beſtimmten Stellen Kom=
miſſionen
gebildet werden, bei denen die Anträge einzureichen
ſind. Bei dieſen Kommiſſionen ſind auch die Richtlinien und
die erforderlichen Antragsformulare zu haben. Die Richtlinien
gehen davon aus, daß die Beſchaffung von Darlehen grundſätzlich
Sache der Unternehmer iſt; ſoweit nicht die örtlichen Kreditan=
ſtalten
in der Lage und bereit ſind, Kredite zu gewähren, kom=
men
hierfür die Preußiſche Zentralgenoſſenſchaftskaſſe C 2, die
Deutſche Girozentrale Berlin SW 19 oder die Deutſche Renten=
bank
=Kreditanſtalt in Berlin nach Maßgabe ihrer für dieſen
Zweck bereitgeſtellten Mittel in Betracht.

Auf Alexanders d. Gr. Spuren in Indien.
Der unermüdliche engliſche Erforſcher von Inneraſien, Sir
Aurel Stein, hat vom März bis zum Mai 1926 das Gebiet nörd=
lich
der Peſchawar=Grenze der nordweſtlichen Grenzprovinz In=
diens
bereiſt, um hier einem uralten Problem der Geſchichte nach=
zuſpüren
. Außer den Felszeichnungen, Altären und andern
Ueberreſten der buddhiſtiſchen Zeit liegt nämlich die hiſtoriſche
Bedeutung dieſes wenig erforſchten Gebietes in der Tatſache, daß
Alexander d. Gr. hier auf ſeinem berühmten Zuge von Maze=
donien
nach Indien durchmarſchiert iſt. In den ſpäteren Jahr=
hunderten
lag das Land außerhalb des Bereiches europäiſcher
Studien, und ſo kann man erſt jetzt die einzelnen Stationen
näher erforſchen, die in den Berichten über den Alexanderzug an=
geführt
werden. Im Jahre 327 v. Chr. überſchritt Alexander
zum zweiten Male den Hindukuſch, um nach Indien einzudringen.
Nach den Schilderungen der Geſchichtsſchreiber iſt es möglich,
mit mehr oder weniger Sicherheit einige der befeſtigten Berg=
poſten
feſtzuſtellen, die er eroberte. Beſonders ſchwierig iſt die
Frage nach der Stätte von Aornos, deren Belagerung und Ein=
nahme
die größte ſtrategiſche Tat Alexanders auf dieſem Marſche
war. Früher hatte man dieſe faſt uneinnehmbare Befeſtigung
auf der Mahaban=Bergkette ſüdlich von Buner geſucht. Stein
glaubt aber nun in ſeinem ſoeben erſchienenen Werk Auf Alexan=
ders
Spuren zum Indus die wirkliche Oertlichkeit gefunden zu
haben. Danach lag Aornos auf einem ſteil herabfallenden Felſen=
riff
des Berges Pir=ſar; es iſt ein Felsvorſprung, den der obere
Indus bei einer ſcharfen Wendung nach Oſten umfließt. Die
Abhänge ſind tatſächlich kaum zu erſteigen, aber auf dem Gipfel
befindet ſich eine Alp mit Weideland und Waldbeſtand. Der
Fels war daher für einen ſtrategiſchen Poſten beſonders geeignet.
Alexander mußte beim Anſturm eine tiefe Schlucht durchqueren,
die das Felſenriff von der Hauptbergmaſſe trennt; er ließ dieſe
Sihlucht mit Baumſtämmen ausfüllen, und ſo glückte ihm die
Eroberung. Er vollbrachte alſo etwas, was nach der Sage Her=
kules
nicht gelungen war, und gewiß mag dieſer Mythos dazu bei=
getragen
haben, daß er alle Kräfte einſetzte, um das Felſenneſt
zu gewinnen. Für die Annahme Steins ſpricht nicht nur die
genaue Uebereinſtimmung des Ortes mit der Beſchreibung, ſon=
dern
auch die Aehnlichkeit des Namens Aornos mit der Bezeich=
B.
tung Unaſar, die ſich noch heute vorfindet.

die ägypkiſche Univerſikät und die deutſche Sprache.
Wenn auch die Anfänge der ägyptiſchen Univerſität mit den
Colleges für die Juriſten und Mediziner bis ins erſte Drittel
des 19. Jahrhunderts hinabreichten, hat ſie ſich als einheitliche

Bildungsſtätte doch erſt im Jahre 1925, und zwar auf Anregung
des Königs Fuad I. konſtituiert. Ihre Fakultäten ſind jetzt
vertreten durch Medizin, Rechtswiſſenſchaft, Literatur und die
Naturwiſſenſchaften. Zugleich wurde ihr von dem königlichen
Haus ein Palais im Abbaſia=Viertel mit allen Nebengebäuden zu
Unterrichts= und Lehrzwecken eingerichtet. Unter den 4 Fakul=
täten
iſt die mediziniſche zu der auch die Pharmazeuten und
Zahnärzte gehören, mit 800 Studenten die bei weitem ſtärkſte.
Der internationale Aerztekongreß, der letztes Jahr hier tagte,
galt zugleich der Feier ihres 100jährigen Beſtehens. Während
dieſe Fakultät nach engliſchem Vorbild organiſiert und ihre Lehr=
ſprache
das Engliſche iſt, haben ſich die Rechtswiſſenſchaft und
die literariſche Fakultät nach franzöſiſchem Muſter eingerichtet.
Die letztere gliedert ſich in Philoſophie, Arabiſch, ſemitiſche Spra=
chen
und Aegyptologie. Ihre Lehrkräfte ſind meiſt Franzoſen,
Aegypter und auch einige Italiener. Für die Juriſten und be=
ſonders
die Aegyptologen iſt ſeit 1926 auch die deutſche
Sprache als attributives Lehr= und Examensfach eingeführt, und
eine deutſche Lehrkraft dafür vertraglich angeſtellt. Außerdem
war in dieſem Jahre Prof. Littmann aus Tübingen als Arabiſt
zu einem vierteljährigen Lehrkurſus an die ägyptiſche Univerſi=
tät
engagiert.
In der naturwiſſenſchaftlichen Fakultät (Mathematik, Phyſik,
Chemie, Botanik und Zologie) iſt das Engliſche Lehrſprache, und
ihre Organiſation korreſpondiert im allgemeinen mit der der eng=
liſchen
Univerſität. Den Lehrſtuhl für Zoologie hat gegenwärtig ein
Deutſcher inne. Die Zahl der Studierenden beträgt bis jetzt
ungefähr 300. Seit Oktober 1928 iſt zur Vervollſtändigung des
Studiums der theoretiſchen Mathematik das Franzöſiſche, für Zoo=
logie
und Botanik auch die deutſche Sprache als beſonderes
Fach eingeführt, ſodaß jetzt im ganzen drei deutſche Lehr=
kräfte
an der ägyptiſchen Univerſität tätig ſind.
Die junge: Univerſität, in aufſteigender Entwicklung begrif=
fen
, vermag in den ihr zur Verfügung ſtehenden Räumen kaum
mehr ihren Anſprüchen zu genügen, daher wurde im Frühling
dieſes Jahres in Anweſenheit des Königs der Grundſtein für
das neue Univerſitätsgebäude an den Ufern des Nils im Geſireh=
L. Franck.
Viertel gelegt.
Jenſeits der Berge oder merkwürdige Reiſe ins Land Aspotu. Roman
von Samuel Butler. Phaidon=Verlag in Wien.
Ap. Ein phantaſtiſcher oder, richtiger geſagt, utopiſtiſcher Roman.
Denn Aipotu iſt (rückwärts geleſen) Utopia. Er vermehrt die Utopien,
Staatsromane, die ſeit Thomas Mores Schrift über den Idealſtaat der
Inſel Utopia (d. h. Nirgendwo) am Anfang des 16. Jahrhunderts er=
ſchienen
ſind und gar nicht exiſtierende Staatseinrichtungen ſchildern,
um einen weiteren. Daß ſich der Verfaſſer über den Ort ſeiner Ent=
deckungen
ausſchweigt und ſich in Myſtifikationen hüllt, iſt deshalb ver=

ſtändlich. Er erzählt, daß er in einer Farm im Hinterland, das an die
Ausläufer eines ſehr hohen Gebirges ſtieß, Beſchäftigung fand. In der
Hoffnung, jenſeits der Berge Land zu finden, das ihm reichen Beſitz
und Ertrag einbringen werde, wandert er unter großen Strapazen und
mit Lebensgefahr in das jenſeitige Land, wo er ein Volk, eine herrliche
Raſſe, antrifft, die ſich durch außerordentliche Körperſchönheit aus=
zeichnet
. Er iſt der Ueberzeugung, daß dies die abtrünnigen zehn
Stämme Iſraels ſind. Wegen ſeines blonden Haares wird er überall
angeſtaunt und dem Königspaar auf deſſen Wunſch in der Hauptſtadr
vorgeſtellt, woſelbſt er ſich die Gunſt des Königs erwirbt und gaſtliche
Aufnahme im Hauſe des reichen Kaufmanns Feſoi Reyam (Joſef
Mayer) findet. Hieran ſchließt ſich nun die Schilderung der Staats=
einrichtungen
Utopias. Es iſt keine leichte Aufgabe, ſich in dieſen
phantaſtiſch=utopiſtiſch=grotesken Schilderungen zurechtzufinden und un=
möglich
, auf die Einzelheiten dieſes erdichteten Staates Nirgendwo ein=
zugehen
, der mehr eine Hölle als ein Himmel auf Erden iſt, wo Krank=
heiten
, die in Vergehen und Verbrechen eingeteilt werden, und Unglück
beſtraft werden und das Glück belohnt wird, wo Lungenſchwindſüchtige
als Verbrecher gegen die Mitmenſchen ins Zuchthaus geſteckt werden,
die Geburt der Kinder, die ſchon vor ihrer Geburt als körperloſe Weſen
in einem Zuſtand der Glückſeligkeit gelebt haben, durch ihren Eintrirt
in die Welt aber mit vorbedachter Bosheit die unglücklichen Eltern pla=
gen
und beläſtigen, als ein Unglück, als ein Kapitalverbrechen betrachtet
wird, und die Eltern das Kind, wenn es krank iſt, töten können; ſitt=
liche
Verbrechen dagegen milder, mit Geldbußen und Prügel, beſtraft
werden, die aber miiht entehrend ſind, uſw. Andere Kapitel behandeln
die Anſchauungen der Aipotuaner über Leben und Tod und weltliche
und religiöſe Gebräuche, die teils kurioſer, teils abſcheulicher Art ſind.
Wenn man die Abhandlungen über Die Welt der Ungeborenen‟ Die
Hochſchule der Unvernunft wo nur Hypothetik und die hypothetiſche
Sprache gelehrt werden, und Die Traktate von den Maſchinen lieſt,
geht einem das bekannte Mühlrad im Kopfe herum. Es iſt erſtaunlich,
welche Summe von Geiſt, Scharfſinn und Phantaſie der Verfaſſer auf
dieſe Utopie verwandt hat. Auf den Boden des wirklich Faßbaren kehrt
er am Schluſſe zurück, in dem er die Flucht mit ſeiner Geliebten in
einem Luftballon ſchildert, als er Gefahr lief, angeblich wegen Maſern,
in Wirklichkeit aber wegen des Beſitzes einer Taſchenuhr und des Ver=
ſuches
zur Wiedereinführung von Maſchinen vor Gericht geſtellt zu wer=
den‟
Die Erlaubnis zum Bau eines Luftballons erhält er vom =
nig
, weil er verſprach, zum Himmel aufzuſteigen und den Luftgotk
durch perſönliche Vorſprache um Abhilfe der Dürre zu bitten. Wie
er, der von Luftballonen nichts verſteht, mit Hilfe der in dieſen Dingen
gänzlich unerfahrenen Aipotuaner, den Ballon mit einer Gondel er=
bauen
konnte, gehört zu den vielen Rätſeln des Romans. Nach einer
gefahrvollen, ſpannend geſchilderten Fahrt landet er auf dem Meere,
und beide werden von einem Schiffe aufgenommen und nach England
gebracht. Hier beſchäftigt er ſich mit dem Gedanken, die Aipotuaner zu
bekehren und fordert zur Gründung einer Aipotu=Bekehrungs= Aktien=
geſellſchaft
auf. Was der Verfaſſer mit dieſem utopiſtiſchen Roman
bezweckt, möge den Leſern überlaſſen bleiben, ſelbſt herauszufinden.

[ ][  ][ ]

Seite 4

Freitag, den 5. Juli 1929

Nummer 184

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[ ][  ][ ]

Nummer 184

Freitag, den 5. Juli 1929

Seite 3.

Aus der Landeshaupkſtadt.

Darmſtadt, 5. Juli.
2. Heſſiſches Sängerbundesfeſt.
Darmſtadt, 12. bis 15. Juli.
Dem Inhaber einer Sänger=Feſtkarte iſt die Möglichkeit gegeben,
mit einem reichen Gewinn heimzukehren. Die Stiftungen einzelner
Darmſtädter Firmen und anderer heſſiſcher Geſchäfte ſind erfreulich
zahlreich und wertvoll. Der glücklichſte Gewinner kann in einem Opel=
Auto die Rückfahrt antreten. Jeder aber hat den ſicheren Gewinn er=
hebender
Eindrücke, die von den muſtergültigen Konzertdarbietungen
ausgehen. Daß zudem eine rechte Feſtfreude aufleuchtet, verbürgen die
tätigen Ausſchüſſe, die das große Feſt vorbereitet haben. Der glänzende
Feſtzug am Sonntag gibt eine Ueberſchau über die mächtigen Heer=
ſcharen
dee heſſiſchen Sängerſchaft. Es gilt, ein Volksfeſt im beſten
Sinne des Wortes zu feiern. Den Säumigen ſei der letzte Nat zu
ſchleuniger Anmeldung erteilt.

Ernannt wurden: am 4. Juni der Staatsanwalt bei dem Amts=
gericht
in Gießen Adolf Schudt zum Amtsgerichtsrat bei dem Amts=
gericht
in Gießen, am 21. Juni der Oberförſter Hans Barth zu Lich
zum Forſtmeiſter des Forſtamts Grebenau.
Erledigt iſt eine Schulſtelle für eine evangeliſche Lehrerin an
der Volksſchule in Etzean (Kreis Erbach). Dienſtwohnung iſt vor=
handen
und ſofort beziehbar.
Zurückgenommen wurde die Ausſchreibung einer Lehrerſtelle für
einen evangeliſchen Lehrer an der Volksſchule in Nieder= Beſſin=
gen
(Kreis Gießen).
Heſſiſches Landestheater Darmſtadt. Heute Freitag findet die
letzte Aufführung von Puccinis Oper Manon Lescaut, mit
Anny von Stoſch in der Titelrolle ſtatt. Adolf Jaeger tritt in der
Rolle des Des Grieux zum letzten Male auf. Den Lescaut ſingt Carl
Ebert=Beher, gleichfalls ſein letztes großes Opernauftreten. In den
übrigen Hauptrollen: Heinrich Kuhn, Ernſt Overlack und Hans Ney.
Muſikaliſche Leitung: Carl Bamberger. Die Vorſtellung beginnt um
19.30 Uhr. Miete E.
Morgen Samstag zum letzten Male Die Fledermaus von
Johann Strauß. In dieſer Vorſtellung verabſchieden ſih Paula Kap=
per
(Adele) und Guſtav Deharde Eiſenſtein) vom Darmſtädter Publi=
kum
. In den übrigen Hauptrollen: Regina Harre, Käte Gothe, die
Herren Heinrich Kuhn, Hans Ney, Carl Ebert=Beyer, Hans Höfflin
als Gaſt, Hans Baumeiſter. Muſikaliſche Leitung: Carl Bamberger.
Beginn 19,30 Uhr. Miete K, Bühnenvolksbund.
Als Schlußvorſtellung dieſer Spielzeit gehen Sonntag, den 7. Juli,
Die Meiſterſinger von Nürnberg in Szene. Den Hans
Sachs ſingt Johannes Biſchoff. In den übrigen Hauptrollen: Anny
von Stoſch, Anna Jacobs, Hans Grahl, Theo Herrmann, Heinr. Kuhn
und Hans Höfflin a. G. Muſikaliſche Leitung: Max Rudolf. Dieſe
Vorſtellung beginnt um 17 Uhr und iſt der Miete I. zugeteilt.

Orpheum Sommerſpielzeit Direktor Adalbert Steffter. Heute
Freitag iſt die letzte Aufführung der beliebten Operette Schwarz=
waldmädel
, Morgen Samstag gelangt zum erſten Male die
Kriminalkomödie Der Geiſterzug von Arnold Ridley zur Auf=
führung
, und dürfte dieſes Werk um ſo mehr intereſſieren, als zwei
beliebte Gäſte in demſelben auftreten, und zwar Eliſabeth Horn=
Harprecht als Julia und Bruno Harprecht als Teddie‟.
Die weiteren Hauptrollen ſind beſetzt mit den Damen Neidhart, Engers,
Urban, den Herren Aman, Daurer, Petzold und Schmidt. Regie hat
Direktor Steffter. Ueber das Stück wird uns geſchrieben: Eine Fahrt
ins beſetzte Gebiet iſt nichts im Vergleich zu dem Erlebnis, das die Be=
nützer
des Geiſterzuges erwartet. Da ſind auch die ſchaurigſten Detek=
tivromane
und die phantaſtiſchſten Spukgeſchichten wie langweilige
harmloſe Courths Mahler=Erzählungen. Vor einiger Zeit konnte ein,
allerdings umgeänderter, Vorgang der gleich betitelten Affäre auf der
Leinwand verfolgt werden. Beim Gegenüberſtellen des Filmwerkes
und der Bühnenhandlung wird uns ſo recht deutlich, welch überlegene
Macht dem geſprochenen Wort und der leiblich plaſtiſchen Darſtellung
innewohnt. Alles war faſziniert von den geſchickt verſchlungenen, mei=
ſterhaft
entwickelten und überraſchend zu Ende geführten Handlungs=
zügen
, dem merkwürdigen Ineinandergreifen von Wirklichkeit und
Phantom, dem urplötzlich hineinblitzenden Kriminalmoment, wurden
unwillkürlich ergriffen und erſchreckt von den realiſtiſch zur Darſtel=
lung
gebrachten optiſchen und akuſtiſchen Schreckzeichen, und ſtimmten
dankbar ein in jedes erlöſende Entſpannungswort, das auf der Bühne
fiel. Zum Glück iſt dieſer moderne Nervenſchlager nicht nur eine Kri=
minalſache
, ſondern auch eine Komödie und endet ſouverän erhaben,
voltairiſch beißend mit befreiendem Ausrufezeichen. Den Inhalt zu
verraten, wäre pſtchologiſch falſch, obgleich auch ſo immer noch des
Ueberraſchenden die Fülle vorläge. Aus dem Kamin entſteigt geiſter=
hafter
Rauch, monotoner Regen praſſelt nieder, Glockenſignale ſchrillen,
fürchterliches Röcheln ertönt, der Geiſterzug fährt fauchend in fahlem
Lichterſcheine vorbei, alle Spukgeſpenſter ſind los, Schüſſe knallen,
Schreie zerreißen die unnatürliche Stille, Gasflammen erlöſchen, Ta=
ſchenlampen
blitzen, Pfefferſalven blenden die Augen doch endlich
erhellt der Geiſtesfunke der Gerechtigkeit den düſteren Schauplatz des
Verbrechens. Sonntag, nachmittags 4 Uhr, wird zu ganz kleinen
Preiſen nochmals das beliebte Kindermärchen Hänſel und Gre=
tel
wiederholt. (S. Anzeige.)
Vogelsberger Höhen=Club, Zweigverein Darmſtadt. Wiesbaden,
Platte, Kellerskopf, Niedernhauſen lockte über 100 Wanderer, die
7. Wanderung des Klubs mitzumachen. Alle, die dem Rufe der Führer
gefolgt waren, hatten es nicht zu bereuen. Sehr ſchönes Wanderwet=
ter
, langſam anſteigende Wege auf die Höhen, herrliche Ausblicke mach=
ten
die Wanderung zu einem Genuß. Rückſchauend ſah man das Welt=
bad
Wiesbaden in ſtolzer Ruhe liegen, ein Blick ſeitwärts oder vor=
wärts
zeigte die Höhen der Taunusberge und unſeren deutſchen Strom.
Wald, überall Wald auf dem ganzen Weg. Alle Baumarten waren
vertreten. Des Waldes Duft, ſein geheimnisvolles Raunen und Rau=
ſchen
umhüllten die Wanderer. Und als man an Karl Kleins Born
die erſte Raſt machte, war es bereits Gewißheit geworden, daß es eine
wundervolle Wanderung bis zum Schluß geben wird. Die Platte bot
Mittagsraſt und Ausruhen für ein paar Stunden. Das Forſthaus=
Reſtaurant hatte ſeine gaſtlichen Tore geöffnet und bor Vorzügliches.
Nach reichlicher Stärkung ging es auf dem alten Rendspfad über Trom=
peter
, Raſſel, Bechtewald zum Kellerskopf. Hier kurze Naſt, und weiter
geht es, ſtetig abwärts nach Niedernhauſen, dem Endziel der Wande=
rung
. Nachdem ſich hier im Gaſthaus Zum Trompeter noch Muſi=
kanten
eingeſtellt hatten und bis zum Schluß aufſpielten, wurde es noch
ſchöner, und es war ganz ſelbſtverſtändlich, daß gerade die älteren
Wanderer das Tanzbein zuerſt ſchwangen. Hochbefriedigt traten die
Wanderer um halb 7 Uhr die Rückfahrt an und trafen gegen halb 10
Uhr in Darmſtadt wieder ein. Wohlverdient war der den beiden Füh=
rern
, den V.H.C.=Prüdern Böttcher und Korſchan, von dem V.H.C.=
Bruder Decker ausgeſprochene Dank für die meiſterhafte Führung.
Der Gabelsberger Stenographenverein (gegr. 1861), Ballonſchule,
macht darauf aufmerkſam, daß er am Freitag, den 5., Dienstag, den 9.,
und Freitag, den 12. Juli, von 20 Uhr ab neue Anfängerkurſe
in Reichskurzſchrift in ſeinen Unterrichtsräumen Ballon=
ſchule
(Ballonplatz) beginnt. Die Kurſe ſtehen unter Leitung von
in der Praxis erprobten und bewährten Unterrichtslehrkräften. Der
Beſuch dieſer Anfängerkurſe kann nur empfohlen werden. Die Teil=
nehmergebühren
ſind ſehr niedrig und können in Raten gezahlt werden.
Der Maſchinenſchreibunterricht, der jederzeit begonnen
werden kann, wird in den Unterrichtsräumen, Ballonplatz 7,
von ebenfalls erfahrenen Unterrichtslehrkräften erteilt. (Näheres ſiehe
Anzeige.)

Turngemeinde 1846. Auf die morgen ſtattfindende Monatsver=
ſammlung
ſeien unſere Mitglieder nochmals nachdrücklichſt aufmerkſam
gemacht. In dieſer Monatsverſammlung wird das Rauchproblem,
vom wiſſenſchaftlichen und völkiſchen Standpunkt aus erörtert. Nutzen

und Schaden des Rauchens werden gleich gründlich behandelt.

Die Verhandlungen um die Gas=
fernverſorgung
gehen weiter.
Eine Enkſchließung der Generalverſammlung
der Hekoga.

Nachdem am Donnerstag vormittag zunächſt der Aufſichtsrat ge=
tagt
hatte, fand nachmirtags die Generalverſammlung der Hekoga unter
Ausſchluß der Oeffentlichkeit ſtatt. Es wurde einſtimmig die nach=
ſtehende
Entſchließung gefaßt:
Die Generalverſammlung hat von dem Stand der bisherigen Ver=
handlungen
Kenntnis genommen. Sie ſtellt feſt, daß Vorſtand und
Aufſichrsrat allen Möglichkeiten der Gasbeſchaffung in objektiver Weiſe
nachgegangen ſind und alles getan haben, den Intereſſen der heſſiſchen
Gasverbraucher beſtens gerecht zu werden.
Die Generalverſammlung erkennt insbeſondere auch an, daß Vor=
ſtand
und Aufſichtsrat bemüht waren und nach den abgegebenen Erklä=
rungen
auch zukünftig beſtrebt ſein werden, den berechtigten Intereſſen
des Saargebietes in lohaler Weiſe Rechnung zu tragen.
Die Generalverſammlung ſtellr weiter feſt, daß die bisherigen vor=
bereitenden
Arbeiten den Entſchließungen der in der Hekoga zuſam=
mengeſchloſſenen
kommunalen Verbände in keiner Weiſe vorgreifen.
Die Generalverſammlung iſt hinſichtlich der neuerdings von der
Süwega eingeleiteten Verhandlungen mit Aufſichtsrat und Vor=
ſtand
der Meinung, daß unabhängig von der Frage, ob auf der Ba=
ſis
von 5,16 Pfg. eine Gasfernverſorgung aufgebaut werden kann
wegen des Vorſchlages über die Herbeiführung einer gemeinſamen Pro=
duktionsbaſis
eine Prüfung der Kalkulationen und der Rechnungsunter=
lagen
notwendig iſt, ehe eine grundſätzliche Entſcheidung zu dem An=
gebot
der Süwega in Frage kommen kann, daß aber in erſter Linie der
Vorſtand der Hekoga nunmehr ſeinerſeits der Süwega Vorſchläge für
eine Zuſammenarbeit unter Verwendung der von der Hekoga ſeither
erzielten Verhandlungsergebniſſe unterbreiten ſoll.
Die Generalverſammlung beſchließt: Der Vorſtand bleibt beauf=
tragt
, hiernach die Verhandlungen fortzuführen und ſobald wie mög=
lich
das Ergebnis dem Aufſichtsrat und der Generalverſammlung zur
Beſchlußfaſſung vorzulegen.

Volkshochſchule. Am Freitag, den 5. Juli, ſpricht Herr Dr. Max
Wauer über: Drei amerikaniſche Dichter, Poe, Dreiſer, Lewis. Nach
dem einleitenden Vortrag Lektüre aus: Poe. Das verräteriſche Herz,
Dreiſer, Amerikaniſche Tragödie, Lewis, Babbit‟. Die Vorleſung
beginnt 20.15 Uhr im Saale 140 der Techniſchen Hochſchule. Die Teil=
nehmer
an der Städteführung Worms am Sonntag, den 7. Juli,
melden ſich umgehend auf der Geſchäftsſtelle der Volkshochſchule.
Verkehrsverein. Auf die heute abend 8 Uhr im Rathausſaal
ſtattfindende Hauptverſammlung des Verkehrsverein mit intereſſanter
Tagesordnung wird nochmals aufmerkſam gemacht. Gäſte ſind will=
kommen
.
Jahresfeſt des Starkenburger Hilfsvereins für die Baſler Miſſion.
Sonntag, den 7. Juli, feiert der Starkenburger Hilfsverein für die
Baſler Miſſion in Geinsheim ſein Jahresfeſt, und ladet dazu alle
Miſſionsfreunde herzlich ein. Im Feſtgottesdienſt um 9,30 Uhr ſpricht
Herr Pfarrer Beringer=Schaafheim und Miſſionar Gloeckel
aus Bahern. Nachmittags 2 Uhr Herr Miſſionar Rortmann=
Damſtadt und Miſſionar Gloeckel. Zwiſchen Groß=Gerau und Geins=
heim
iſt Kraftwagenverbindung (8,10 ab Groß=Gerau, 18,50 an Groß=
Gerau.)
Der Herrngartenteich. Auf Anfrage aus dem Leſerkreiſe haben
wir uns wegen des gegenwärtigen Zuſtandes des Herrngartenteiches
an die Stadtverwaltung gewandt und folgende Aufklärung erhalten:
Es iſt richtig, daß der Herrngartenteich ſich eben in einem ſchlechten Zu=
ſtande
befindet. Der Waſſermangel im Woog war ſchuld, daß ſich im
Woog eine ſtarke Algenbildung zeigte. Aus dem Woog wird aber der
Herrngartenteich geſpeiſt. Leider konnte nur wenig Waſſer vom Woog
abgegeben werden, und mit dieſem wenigen Waſſer ſind die Algen auch
in den Herrngartenteich gelangt. Dort haben ſie ſich ſchnell verbreitet.
Leider hat das Waſſerwerk auch den Springbrunnen am Herrngarten=
Eingang zeitweiſe abgeſtellt, deſſen Ueberlauf ebenfalls in den Herrn=
gartenteich
führt. So iſt es gekommen, daß der Teich ſehr ſchlecht aus=
ſieht
. Die Algen ſind keineswegs geſundheitsſchädlich, ja, ſie halten ſo=
gar
das Waſſer auf biologiſchem Wege ſauber. Trotzdem haben wir
den Teich ſchon zweimal reinigen laſſen, und nun einen Apparat be=
ſtellt
, einen Schlitten, mit dem der Teich gereinigt wird. Sobald dieſer
Apparat angekommen iſt, wird der Teich gründlich geſäubert.
Die Kaufm. Stenographengeſellſchaft E. V. unternahm bei ſehr
ſtarker Beteiligung ihre 6. Wanderung nach Koblenz. Frühmor=
gens
um 6 Uhr brachte die Bahn ſämtliche Teilnehmer in 2ſtündiger
Fahrt nach Bingen. Von hier aus begann dann die Dampferfahrt
nach Koblenz. In nahezu vierſtündiger Fahrt erreichte man das Ziel.
Nach dem Mittagstiſch mahnten gegen 3 Uhr die Führer zum Aufbruch,
um die Sehenswürdigkeiten von Koblenz zu bewundern. Man begab
ſich zuerſt nach dem Deutſchen Eck und ſpäter zur Beſichtigung der
Stadt. Nur allzu ſchnell waren die Stunden verfloſſen und man mußte
der Stadt den Rücken kehren. Die Rückfahrt erfolgte mit der Bahn
über VingenMainz nach Darmſtadt, wo alle Teilnehmer abends
gegen halb 11 Uhr eintrafen. Jedem Teilnehmer werden die frohen
Stunden, die er an dieſer Rheinfahrt miterlebte, ſicher noch recht lange
in Erinnerung bleiben.
Warnung vor dem Ankauf geſtohlener Briefmarken. Es wird
mitgeteilt: Bei einem Wohnungseinbruch in Wiesbaden wurde eine
Briefmarkenſammlung im Werte von über 4000 Mark geſtohlen. Es iſt
nicht ausgeſchloſſen, daß die Briefmarken, worunter ſich alte badiſche,
bayeriſche und württembergiſche Marken befinden, zum Kauf angeboten
werden, weshalb Intereſſenten vor dem Ankauf gewarnt werden.
Lokale Beranſtaltungen.
Verein ehem. 117er Darmſtadt. Die Mitgliederver=
ſammlung
findet heute abend im Vereinslokal Philipp Rummel ſtatt.
Nächſten Sonntag beteiligt ſich der Verein an der Fahnenweihe des
Krieger= und Veteranenvereins Nieder=RamſtadtWaſchenbach. Zu=
ſammenkunft
11.30 Uhr vormittags am Böllenfalltor.
Die Mitglieder des Vereins ehem. Heſſ. Leibdrago=
ner
im Kreiſe Darmſtadt treffen ſich zur Teilnahme an der Fahnen=
weihe
des Krieger= und Veteranenvereins Nieder=Ramſtadt Waſchen=
bach
am Sonntag, den 7. Juli, von nachmittags 1 Uhr an (2 Uhr Feſt=
zug
), in Nieder=Ramſtadt im zugewieſenen Standquartier dort Zum
goldenen Anker. Zahlreiche Beteiligung erwünſcht.
Die Kriegerkameradſchaft Germania beteiligt
ſich am Sonntag mit Fahne am Stiftungsfeſt des Kriegervereins Nieder=
NamſtadtWaſchenbach. Treffpunkt 1 Uhr am Böllenfalltor.
Sommerfeſt des Polizei=Sportvereins Darm=
ſtadt
. Nach Beendigung der Verbandskämpfe hält der Polizei= Sport=
verein
heute Freitagabend, 20 Uhr, im Rummelbräu im Kreiſe ſeiner
Mitglieder und deren Angehörigen ſein Sommerfeſt bei freiem Eintritt
ab. Der Abend ſoll der Pflege der Kameradſchaft und Geſelligkeit im
Verein gewidmet ſein und verſpricht, recht genußreich zu werden. Die
Eltern unſerer Schüler und Jugend ſind herzlichſt eingeladen und ge=
beten
, zahlreich zu erſcheinen.
Wiener Kronenbräu=Keller. Allgemeinen Wünſchen
nachkommend, hat der Inhaber obigen Konzertgartens das preisgekrönte
Muſikkorps der Freiwilligen Feuerwehr Neu=Iſenburgs für heute
Freitag, den 5. Juli, für ein einmaliges Konzert gewonnen. Es ſoll
damit dem Publikum eine Abwechſlung geboten werden. Die Leiſtun=
gen
dieſes Orcheſters ſind den Rundfunkteilnehmern bekannt und iſt ein
gennßreicher Abend zu erwarten. (S. Anzeige.)
Brauerei Schul (Schloßgaſſe 25). Heute Freitag, den
5. Juli, abends 8 Uhr, konzertiert ein Enſemble des Stadtorcheſters in
Schuls Brauerei zur Eröffnung der durch Umbau neugeſchaffenen Ter=

raſſe und Gartenwirtſchaft. (Siehe Anzeige.)

* Der neue Weilbewerb zwiſchen Gas und Elekkrizitäk
bildete das Thema eines Vortrags in der Techniſchen Hochſchule, zu
dem die Vortragsgemeinſchaft techniſch=wiſſenſchaftlicher Vereine Darm=
ſtadts
Herrn Baurat Schöberl, Direktor der Rheiniſchen Elektrizi=
täts
A. G., Mannheim, gewonnen hatte. In einer Begrüßung wies
Profeſſor Dr.=Ing. Heidebroek darauf hin, daß das gegenwärtige
Aufeinanderprallen zweier Energieformen Veranlaſſung zu dem Vortrag
gegeben habe, und daß es notwendig ſei, ſich auf großer Linie mit die=
ſem
Problem auseinanderzuſetzen.
Herr Baurat Schöberl führte dann etwa folgendes aus: Vor
30 Jahren war die Lage eine ganz andere als heute. Alle großen
Städte waren mit Gaswerken und daneben meiſt mit Gleichſtrom= Elek=
trizitätswerken
verſehen. Elektrizität wurde nur zur Lichterzeugung
verwandt, hatte aber neben dem Auerlicht einen ſchweren Kampf zu
beſtehen. Der Gasmotor war eingeführt und allgemein beliebt; der
Elektromotor wurde nur für kurze Betriebsdauer bei hohem Kilowatt=
ſtundenpreis
verwandt. Auf dem Gebiet der Wärme gelang es dem
Gas, ſich immer mehr Anhänger zu gewinnen, da es bei höherem Preis
im Betriebe ſauberer und bequemer war als Holz und Kohlen. In
den vergangenen 30 Jahren iſt das Gas als Beleuchtungsmittel bis
auf geringe Verwendung in ſtädtiſchen Wohnungen verſchwunden; der
Gasmotor gehört der Geſchichte an. Auf dem Lande iſt überall elektriſche
Emergie zur Beleuchtung und als Kraftquelle eingeführt. Der Gas=
herd
hat eine weite Verbreitung in ſtädtiſchen Haushaltungen gefunden.
Jetzt beginnt nach einer langen Vorbereitungszeit ein neuer Kampf
zwiſchen Gas und Elektrizität auf dem Gebiete der Wärme. Im Klein=
gerät
Bügeleiſen, Einzelkocher uſw. herrſcht bereits ziemlich un=
umſtritten
die elektriſche Energie. Um den Herd, den techniſchen Mittel=
punkt
des Haushalts, dreht ſich jetzt der Kampf. Der elektriſche Herd
hat in Ländern, die billige Waſſerkräfte haben, ſeine Ausbildung ge=
funden
und die Kinderkrankheiten überwunden. Nach der Löſung des
techniſchen Problems wird jetzt der Kampf um die wirtſchaftliche Seite
ausgefochten. Man kann hierbei nicht nur die Wärmewerte vergleichen
und ſagen, daß ein Kubikmeter Gas gleich dem Wert von vier Kilo=
wattſtunden
zu ſetzen iſt, ſondern man muß auch die Nutzeffekte berück=
ſichtigen
. Im praktiſchen Betrieb werden, bei richtiger Ausnutzung der
Geräte, zweckmäßiger Tarifgeſtaltung und Verwendung geeigneter Koch=
gefäße
die Koſten etwa gleich hoch be: Elektrizitäts= wie bei Gasherden
ſein. Ein Gaswettkochen erfahrener Hausfrauen in Stettin hat gezeigt,
daß auf einem bekannten Gerät Verbräuche von 490 bis 880 Liter Gas
für eine gleiche Kochleiſtung eintreten. Bei einem noch ſo unbekannten
Geräte wie dem elektriſchen Herde werden noch große Unterſchiede ſicher=
lich
eintreten. Nach den neueſten Erfahrungen kann man annehmen,
daß für ein Mittageſſen je Perſon mit 0,47 bis 0,32 Kwh. gerechnet wer=
den
muß. Die Einführung von elektriſchen Herden beim Elektrizitäts=
werk
Rheinheſſen hat durch die allgemeine Zufriedenheit der Verbrau=
cher
dahin geführt, daß in anderthalb Jahren bereits 750 Herde auf=
geſtellt
wurden. Der Verbrauch für den Kopf und Tag beträgt etwa
11,2 Kwh. Wenn eine fünfköpfige Familie dann für den Tag etwa
50 Pfg. für Kochzwecke aufwenden muß, ſpielen Erſparniſſe von 1015
Pfg. keine entſcheidende Rolle mehr. Die Entwicklung der Krafterzeu=
gung
in den großen Werken hat dahin geführt, daß der kaloriſche Nutz=
effekt
von 10 auf 20 Prozent geſteigert, der Verbrauch an Kohle pro
Kwh. von 1,2 auf 0,5 Kilogramm geſenkt werden konnte. Wenn die
elektriſchen Herde insbeſondere als Sommerherde immer mehr den
Kampf gegen das Gas auf dem Lande aufnehmen, und mir Erfolg auf=
nehmen
, daun muß mit Entſchiedenheit davor gewarnt werden, daß
in Gasfernverſorgungen große Kapitalien inbeſtiert werden. Die Ent=
wicklung
geht dahin, daß dem Gas immer mehr die Verwendung in der
Induſtrie zufällt, die große Mengen Gas insbeſondere in den Städten
heute ſchon aufnimmt, wobei die Elektriztät nicht konkurrieren kann.
Die Gasfernverſorgung hat in erſter Linie ihre Berechtigung, wenn
ſie dazu dient, das überſchüſſige Gas der Ruhrkokereien abzuſetzen. Ver=
ſorgungen
des Landes von größeren Städten aus ſind ein ſehr gewag=
tes
Unternebmen. An Beiſpielen aus eigenſten Erfahrungen konnte
dies nachgewieſen werden. Miſerabel muß der Erfolg dieſer Unter=
nehmen
werden, wenn der Wettkampf des elektriſchen Herdes einſetzt.
Für die Elektrizitätswerke iſt es von größter Bedeutung, daß, wie die
Erfahrung lehrt, die Wärmezeiten Mittagszeit nicht mit den
Lichtzeiten, weder auf dem Lande noch in der Großſtadt, zuſammen=
fällt
. Der jetzt einſetzende Kampf kann für die Verbraucherkreiſe nur
von Vorteil ſein.
Eine lebhafte Diskuſſion ſchloß ſich an die Ausführungen des Red=
ners
an.
brk.

Bezirksſchöffengerichk.
p. 1. Wegen Urkundenfälſchung und Betrugsverſuchs hat ſich ein
junger Zimmermann zu verantworten. Er hat die Unterſtützungskarte
des Arbeitsamtes Frankfurt a. M. mit einem gefälſchten Kontrollſtem=
pel
zwecks Erlangung der Arbeitsloſenverſicherung verſehen, inhaltlich
deren er am Montag, den 18. März d. J., arbeitslos war. Nach ſeiner
Angabe hatte er verſchlafen und nahm Anſtand, dem Vater die Wahr=
heit
zu bekennen. Der Staatsanwalt will den Tatbeſtand des Betrugs=
verſuchs
ausſcheiden und nimmt im übrigen nur Fälſchung einer Pri=
vaturkunde
im Sinne des § 268 StGB. an; es wird die Mindeſtſtrafe
von 1 Woche Gefängnis beantragt. Demgemäß ergehr Urteil.
2. Wegen Untreue hat ſich ein Hilfsarbeiter zu verantworten; er
ſoll nach der Anklage zum Nachteil ſeines Mündels gehandelt haben,
indem er ſich die Waiſengelder rechtswidrig zueignete, die er für An=
ſchaffung
eines auf Abzahlung gekauften Schlafzimmers verwendete.
Angeklagter war, wie er angibt, arbeitslos und die Frau kränklich. Der
Staatsanwalt betont, daß die Untreue begangen wurde, um ſich einen
Vermögensvorteil zu verſchaffen; die Verſuchung möge an den Ange=
klagten
herangetragen worden ſein. Es werden 2 Monate Ge=
fängnis
beantragt. Urteil ergeht dementſprechend.
3. Verhandelt wird über einen Zuſammenſtoß, den das Staatsauto
auf der Straße EberſtadtBickenbach am 18. September 1928 abends
mit einem Laſtauto hatte, das ein Chauffeur von Böblingen ſteuerte.
Der Chauffeur ſteht unter der Anklage der fahrläſſigen Körperverlet=
zung
. Im Staatsauto befanden ſich vier Beamte des Miniſteriums
für Arbeit und Wirtſchaft, unter ihnen der jüngſt verſtorbene Mini=
ſterialdirektor
Präſident Uebel. Die Inſaſſen erlitten ſämtlich Ver=
letzungen
. Der Chauffeur lenkte einen ſehr ſchweren Vomag. Die
Straße iſt an der Unfallſtelle etwas ſchmal. Der Sachverſtändige be=
tont
, das Abblenden des Angeklagten ſei viel zu ſpät geſchehen, das
Verhalten des ihm entgegenkommenden Autos ſei ſachgemäß geweſen.
Angeklagter ſei nicht ſo weit rechts gefahren, wie er angibt. Trotz der
Schmalheit der Straße hätten beide Wagen aneinander vorbeikommen
können. Die Schuld des Angeklagten findet der Staatsanwalt darin,
daß er nicht genügend nach rechts auswich. Beantragt wird eine Geld=
ſtrafe
von 75 Mk. Das Urteil erkennt auf eine Geldſtrafe von
0 Mark.

Reiche Nachzucht im Frankfurter Zoo. Zum erſten Male iſt
Nachzucht bei den Tharen, jenen intereſſanten Hochgebirgs=
antilopen
des Himalaya, die dort eine gemſenähnliche Lebensweiſe
führen, zu verzeichnen. Das winzige Thar=Kitzböckchen folgte ſchon eine
Viertelſtunde nach der Geburt ſeiner Mutter auf die höchſten Felsplat=
ten
ſeines am Aquariumsberg gelegenen Geheges. Im Hirſchhaus
haben bis jetzt außer den beiden jungen indiſchen Axishirſchen
und den beiden Damhirſchkälbchen 2 junge Edelhirſche
das Licht der Welt erblickt. Auch bei den kanadiſchen Rieſen=
hirſchen
oder Wapitis iſt ein Sprößling angekommen. Vorzügliche
Fortſchritte macht das kürzlich geborene Kälbchen der heiligen Nel=
lore
=Zebus. Bereits halbwüchſig iſt der junge, im Frühjahr ge=
borene
Mohren=Maki in der Käfiggallerie am Außengehege des
beliebten Gorilla=Babys Toto
Selbſtmord? Zu dem Ableben des Volontärs Kurt Martin
erfahren wir, daß die Obdukrion ergeben hat, daß mit großer Wahr=
ſcheinlichkeit
Selbſtmord angenommen werden kann. Die Waffe wurde
bisher noch nicht gefunden. Man nimmt weiter an, daß Martin ſich
an einer anderen Stelle die ſchwere Schußverletzung beigebracht und ſich
dann noch bis zu der Stelle geſchleppt hat, wo die Leiche gefunden
wurde.

DM NrA

Ludwigstraße 13

DARMSTADT

Ludwigstraße 13

[ ][  ][ ]

Seite 6

Freitag, den 5. Zuli 1929

Nummer 184

Der Ausklang der Jubelfeier des Evang. Kirchen=
geſangvereins
Beſſungen.
Die Reihe der feſtlichen Veranſtaltungen zur 50jährigen Ju=
belfeier
des Evangel. Kirchengeſangvereins Beſ=
ſungen
(Petrusgemeinde) fand ihren allſeitig befriedigenden Ab=
ſchluß
durch die am letzten Sonntag=Nachmittag ſtattgehabte Nachfeier
in den Räumen des Behrens=Hufnagelſchen Anweſens in Traiſa. Die
überaus zahlreiche Beteiligung der Gemeindeglieder bewies dem K. G.V.
den Dank für ſeinen Dienſt an der Petrusgemeinde. Daß die Treue
der treibende Beweggrund im K.G.V. ſtets geweſen iſt,
und daß ſie es bleiben möge in aller Zukunft das war der leitende
Grundton, welcher durch alle Anſprachen während der Nachfeier hin=
durchklang
. So gleich zu Beginn durch die laumge, eine gemütvolle
Stimmung erzeugende Begrüßungsanſprache des 1. Vorſitzenden, Herrn
Pfarrer Weiß, welche den Blick zunächſt noch einmal zurücklenkte in
ferne Vergangenheit durch den Hinwe,8 auf die faſt genau vor fünfzig
Jahren (29. Juni 1879) ſtattgefundene Teilnahme des K. G.V. an dem
1. Heſſiſchen Kirchengeſangvereinsfeſt in Worms, wo die Treue von
37 Sängern die Probe beſtand, dann aber in Verbindung mit einem
Nückblick auf die Feſtveranſtaltungen betonte, welchen Dank die Ge=
meinde
der von den Mitgliedern des Chors und beſonders von ſeinem
Leiter, Herrn Lehrer Hamm bewieſenen Treue ſchulde, und wie
dieſe Treue auch fernerhin der Leitſtern des K.G.V. bleiben müſſe. Der
Vorſitzende gab der Freude des K. G.V. Ausdruck darüber, daß einer
der Gründer des Vereins, Herr Chriſtoph Wamboldt (jetzt in Nieder=
Namſtadt) an der Nachfeier teilnahm. Der rüſtige, geiſtesfriſche 77=
Jährige ſprach von hoher Wertſchätzung der Kirchengeſangvereinsſache
zeugende und zur Treue ihr gegenüber auffordernde Dankesworte. Von
den Soliſten des Feſtkonzerts konnten Frl. Betty Aßmuth, Frau Lis=
beth
Achatz=Kraft und Herr Niebergall begrüßt werden, welche im Ver=
laufe
des Nachmittags die Anweſenden durch wertvolle Darbietungen
ihrer Kunſt erfreuten. Der Chor legte durch klangſchönen, ausdrucks=
vollen
Vortrag mehrerer Volkslieder Zeugnis ſeiner Fähigkeit ab, auch
den weltlichen Geſang zu pflegen. Zur Verſchönerung der Stunden
trugen auch die gewandten Klaviervorträge des Herrn Schmidt, die
Geigenvorträge des jugendlichen Herrn Burger, und ganz beſonders
die eine hohe Künſtlerſchaft verratenden Piſton= und Xylophonvorträge
des K. G.V.Mitgliedes Herrn Wehlan bei. Der Schriftführer des
Vereins ſprach unter lebhafter Zuſtimmung der Verſammelten dem
Vorſitzenden, Herrn Pfarrer Weiß, für ſeine vorſorgliche, umſichtige
Leitung aller Feſtveranſtaltungen den Dank des K. G.V. und der Ge=
meinde
aus. Er verglich den Vorſitzenden unter Anlehnung an ein von
demſelben vor acht Tagen gebrauchtes Bild mit dem Kapitän des Ver=
einsſchiffleins
, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß er als ſolcher viele
Jahre mit Weisheit, Umſicht, Liebe und Treue die Belange des Ver=
eins
wahrnehmen könne, zum Segen der Petrusgemeinde. Das Heil
unſerm Kapitän! fand begeiſterten Widerhall bei den Anweſenden.
Eine hohe Auszeichnung erhielt dieſe Nachfeier zur Freude alle- Ver=
eins
= und Gemeindeglieder durch das in vorgerückter Stunde erfolgte
Erſcheinen des Ehrenvorſitzenden des Vereins, Herrn Oberkirchenrat
Wagner. Er war vom weit entfernten Vogelsberg, wo die Pflichten
ſeines hohen Amtes ihn bis in die Nachmittagsſtunden hinein feſtgehal=
ten
hatten, herbeigeeilt, um ſeinem alten K.G.V. ſeine Wertſchätzung,
Liebe und Anhänglichkeit zu beweiſen. Lebhaftes, begeiſtertes Hände=
klatſchen
bei ſeinem Erſcheinen im Saal und ſpätere ausgiebige perſön=
liche
Begrüßungen legten Zeugnis davon ab, in welch gutem Andenken
der Herr Oberkirchenrat bei dem K.G.V. ſteht und wie ihn derſelbe
als den Seinen betrachtet. In längerer, warmherziger Anſprache, in
welche manches traute Wort aus dem reichen Schatze der Erinnerung
eingeſtreut war, kekundete der Ehrenvorſitzende, mit welcher treuen Liebe
er zurückblickt auf die Zeit, in der er durch ſein Mitſingen bei den Pro=
ben
Erholung von den Anſtrengungen des Berufes und neue Kraft für
vor ihm liegende Aufgaben gefunden habe. Der Herr Oberkirchenrar
wünſchte dem K.G.V. der Petrusgemeinde drei Dinge für ſeine Zu= bad. Mittwochs: von 818 Uhr: Familienbad; von 1821 Uhr:
kunft und damit ſtimmte er ein in den Grundton der ganzen Nach=
feier
: Treue ſeines Geſangsleiters, Treue ſeiner Sänger und Sän=
gerinnen
, Treue ſeiner Freunde und Gönner innerhalb der Gemeinde.
So iſt nun der Ring der Veranſtaltungen zur 50jährigen Jubelfeier
Zukunft des Vereins zur Ehre Gottes und zum Segen der Petrus=
gemeinde
.

Geſellſchaftsreiſe nach Eiſenach zum Beſuch der Wartburg, ſowie
nah Friedrichroda, Inſelsberg uſw. am 20., 21. und 22. Juli. Eine
volkstümliche MER=Reiſe nach dem Thüringer Land wird am 20., 21.
und 22. Juli veranſtaltet werden. Dieſe Fahrt führt die Teilnehmer
in eines der ſchönſten Landſchaftsgebiete Deutſchlands; ſie vollzieht ſich
für Hin= und Rückfahrt im D=Zug. Außerdem iſt eine Autorundfahrt
vorgeſehen, die Friedrichroda, Tambach, Dietharz und andere ſehens=
werte
Punkte berühren wird. Die Leſer werden auf dieſe Fahrt mit
dem Bemerken aufmerkſam gemacht, daß Proſpekte im Verkehrsbureau
Darmſtadt, Ernſt=Ludwigsplatz, zu erhalten ſind. (Vgl. Anz.)
Aus den Parkeien.
Deutſche Volkspartei, Ortsgruppe Darmſtadt.
Einer Anregung aus Mitgliederkreiſen Folge leiſtend, wollen wir
während der Sommermonate anſtelle vom Politiſchen Abend und
Stammtiſch Abendſpaziergänge machen, um bei dieſer Gelegenheit
wenigſtens einigen Zuſammenhalt zu wahren. Ein erſter ſolcher Abend=
ſpaziergang
ſoll bei gutem Wetter am Freitag, den 5. Juli, abends
nach dem Kaffee Waldesruh bei Traiſa ſtattfinden. Treffpunkt 7.30
Uhr am Böllenfalltor.
Deutſchnationale Volkspartei Darmſtadt. Die
nächſte Mitgliederverſammlung findet am Donnerstag, den 11. Juli,
abends 8.30 Uhr, im Gelben Saal bei Sitte (Karlſtraße 15) ſtatt, Herr
Landesgeſchäftsführer Dr. Brehm wird einen Bericht über die Partei=
vorſtandsſitzung
in Berlin geben und anſchließend über den Young=
Plan ſprechen. Zahlreiches Erſcheinen wird erbeten und unſeren Mit=
gliedern
zur Pflicht gemacht.

Tageskalender für Freitag, den 5. Juli 1929.
Hefſ. Landestheater Großes Haus, Anfang 19,30 Uhr. Enbe
2 Uhr, E 30: Manon Lescaut. Aleines Gaus: Geſchloſſen.
Orpheum abends 20,15 Uhr: Schwarzwaldmädel‟ Kon=
zerte
: Schloß=affge, Hotel Schmitz, Bockshauu, Reichshof. Sport=
blatz
=Reſtaurgnt, Kaffe Gamßmamm. Wiener Kronenbräu=
keller
, abends 20 Uhr: Konzert. Städt. Akademie für
Tonkunſt. Eliſſabethenſtraße, abends 20.,15 Uhr: Oeffentlicher Vor=
trag
: Karl Marx und das reſigiöſe Problem Ausſtellung:
Der ſchöne Menſch Mathildenhöhe 1018 Uhr. Kinv=
vorſtellungen
: Union=Theater, Palaſt=Lichtſpiele.

Gottesdienſt der iſraelitiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße)
in der Starkenburg=Loge, Neckarſtraße 20.
Freitag, den 5. Juli: Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 6. Juli: Morgengottesdient 8 Uhr 30 Min.
Sabbatausgang 9 Uhr 35 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen:
gleiner Betraum (Friedrichſtraße)
Morgens 7 Uhr Min. Abends 7 Uhr 15 Min.
Gebetszeiten in der Synagoge der Iſraelitiſchen Religionsgeſellſchaft.
Samstag, den 6. Juli: Vorabend 7 Uhr 50 Min. Morgens
8 Uhr. Nachmittags 5 Uhr. Sabbatausgang 9 Uhr 35 Min.
Wochentags: Morgens 6 Uhr. Abends 8 Uhr,
Montag und Dienstag, am 8, u. 9. Juli: Rausch, Chaudesch, Tammus.

Aus Heſſen.
Skarkenburg.
An. Arheilgen, 4. Juli. Zu dem Kommers der Sportver=
einigung
04 ſei mitgeteilt, daß die Feſtrede von Herrn Dr. Heß
vom Sportverein 98 Darmſtadt gehalten wurde. Begleitet vom
hieſigen Poſaunenchor unternahm eine größere Schar hieſiger Einwoh= Sonntag werden auch die nachbarlichen Feuerwehren und Sanitäts=
ner
am Sonntag vormittag einen gemeinſamen Spaziergang
durch den Kranichſteiner Park mit dem Endziel: Ludwiysbuche. Da=
ſelbſt
traf man ſich mit den Kranichſteinern, und hielt der Ortsgeiſtliche
von Arheilgen, Herr Pfarrer Grein, unter den herrlichen Buchen einen Aufenthalt zu hieten.
Gottesdienſt, der bei allen Teilnehmern großen Anklang fand. Die
hieſige Bürgermeiſterei gibt bekannt, daß auf Grund des 8 9 der Ver=
ordnung
über die Regelung der Arbeitszeit der Angeſtellten die Er=
laubnis
erteilt iſt, am Freitag, den 5., und Samstag, den 6. ds. Mts.,
die Lebensmittelgeſchäfte bis 8 Uhr abends offen zu halten. Die
60=Jährigen laden zu einer Vorbeſprechung zur gemeinſamen
Geburtstagsfeier im Gaſthaus Wolf ein.
Weiterſtadt, 4. Juli. Sängerfeſt. Letzten Sonntag beging die
hieſige Sängervereinigung die Feier ihres 70jährigen Beſtehens, ver=
bunden
mit Geſangswettſtreit. Schon am Samstag bewegte ſich ein
ſtattlicher Feſtzug durch die reichgeſchmückten Dorfſtraßen nach dem
Feſtplatz, wo nach einer kernigen Anſprache des Vorſitzenden Fr. Römer
und einem von Georg Weber gedichteten und von Frl. Gr. Römer
ſchön vorgetragenen Prolog die Vereinsjubilare geehrt wurden. Bei
Konzert, Geſangsvorträgen und turneriſchen Vorführungen verrann die
Zeit gar raſch, und um 12 Uhr fand Brillantfeuerwerk ſtatt. Sonntag
früh, 9 Uhr, begann das Wettſingen der 23 gemeldeten Vereine mit
nahezu 1100 Sängern in 2 Lokalen. Es hatte folgendes Ergebnis:
2. Landklaſſe: 1. Preis und Dirigentenpreis: Liederkranz= Edders=
heim
. 2. Preis, Klaſſenehrenpreis, höchſter Ehrenpreis und Dirigenten=
preis
: Harmonie=Eberſtadt (letzteren mit Harmonie=Nierſtein brüderlich
geteilt.), 2. Stadtklaſſe: 1. Preis, Klaſſenehrenpreis, höchſter
Ehrenpreis und Dirigentenpreis: Frohſinn=Fechenheim. 2. Preis:
Teutonia=Sprendlingen. 3. Landklaſſe: 1. Preis: Liederkranz=
Haßloch, 2. Preis und 1. Klaſſenehrenpreis Frohſinn=Braunshardt,
Dirigentenpreis: Ginigkeit=Gräfenhauſen und Sängerluſt=Biebesheim.
3. Stadtklaſſe: 1. Preis, Klaſſenehrenpreis, höchſter Ehrenpreis
und Dirigentenpreis: Geſangverein 1912, Seligenſtadt (Heſſen). Ein
Geſangverein, der mit der Wertung der Preisrichter unzufrieden war
(Liederkranz Zellhauſen) hat ſich ſehr übel benommen. Die Preisrichter
arbeiteten einwandfrei. Nach dem Feſtzug am Nachmittag fand das
übliche Leben und Treiben auf dem Feſtplatze ſtatt, abends war in
zwei großen Lokalen Ball. Am Montag beſchloß die ſchön verlaufene
Jubelfeier ein Volksfeſt, das beſonders der Schuljugend viel Freude
bereitete.

Unser ständig stelgender Milllonen-Umsatz sowie das 100jährige Bestohen unserer
FEirma beweisen am
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F. Eberſtadt, 4. Juli. Schwimmbad. In den Vadezeiten des
Gemeinde=Schwimmbads ſind Aenderungen eingetreten. Das Schwimm=
bad
iſt fortan wie folgt geöffnet: Montags: von 813 Uhr: Familien=
bad
; von 1315 Uhr Uhr: Damenbad; von 1517 Uhr: Familienbad;
hierauf Reinigung des Baſſins. Dienstags: von 821 Uhr: Familien=
Schwimmſtunde des Turnvereins 1876 e. V. Donnerstags: von 813
Uhr: Familienbad; von 1315 Uhr: Da nenbad; von 1518 Uhr:
Familienbad; von 1821 Uhr: Schwimmſtunde des Sportkartells. Frei=
des
Evangeliſchen Kirchengeſang=Vereins Beſſungen (Petrusgemeinde) tags: von 821 Uhr: Familienbad. Samstags: von 817 Uhr: Fami=
geſchloſſen
. Möge aus der Feier belebende Kraft ausſtrömen auf die lienbad; von 1721 Uhr: Herrenbad. Sonntags: von 821 Uhr Fami=
lienbad
. Die Abgabe der Abfuhrſcheine über die beſtellten Baumſtützen
erfolgt am Freitag, den 5. Juli, durch die Gemeindekaſſe. Der Hauer=
lohn
beträgt pro Stück 30 Pfg.
Cp. Pfungſtadt, 4. Juli. Zuſammenſtoß. Ecke Mainſtraße
und Eberſtädterſtraße ſtießen zwei Lieferkraftwagen zuſammen. Beide
Wagen wurden beſchädigt. Perſonen kamen nicht zu Schaden. Die
Impfung der im vorigen Jahre geborenen Kinder findet am Don=
nerstag
ſtatt. Am 11. Juli wird die Nachſchau abgehalten. Die Hand=
werker
=Vereinigung hält am Donnerstag abend im Adler eine außer=
ordentliche
Mitgliederverſammlung ab. Die Freiwillige und Pflicht=
feuerwehr
halten am kommenden Sonntag früh eine gemeinſame Feuer=
wehrübung
ab.
f. Roßdorf, 4. Juli. Geburtstagsfeier der 60jährigen.
Einer alten, ſchönen Sitte folgend, begehen die im Jahre 1869 gebore=
nen
Schulkameraden am Sonntag, 21. Juli, hier gemeinſchaftlich ihren
60. Geburtstag. Eingeleitet wird die Feier durch einen gemeinſamen
Kirchgang, anſchließend erfolgt Ehrung der geſtorbenen Kameraden
durch Kranzniederlegung auf dem Friedhof. Der Nachmittag wird durch
ein gemütliches Beiſammenſein im Gaſthaus Zur Sonne ausgefüllt
werden.
f. Roßdorf, 4. Juli. Bannerweihe, verbunden mit Gau=
jugendfeſt
. Am Sonntag, den 7. Juli, feiert der Kraftſportverein
Deutſche Eiche das Feſt der Bannerweihe. Die rege Arbeit der Feſt=
ausſchüſſe
verbürgt einen glatten Verlauf der Veranſtaltung. Mit der=
ſelben
iſt ein Gaujugendfeſt verbunden. Eingeleitet wird das Feſt durch
einen Fackelzug am Samstagabend, anſchließend Begrüßung, Geſang
und ſportliche Darbietungen. Am Sonntag vormittag werden die Sport=
kämpfe
auf dem Feſtplatz ausgetragen. Nachmittags findet ſodann ein
Feſtzug durch die Ortsſtraßen ſtatt, anſchließend die Weihe des Vereins=
banners
, Geſang, Austragung der Schlußkämpfe u. a. m. Nach einem
Volksfeſt am Montag ſoll alsdann die Veranſtaltung durch ein Brillant=
feuerwerk
ihren Abſchluß finden. Die Einwohnerſchaft wird beſtrebt
ſein, durch Flaggen= und Häuſerſchmuck ihre Sympathie für die Veran=
ſtaltung
zum Ausdruck zu bringen. Hoffentlich beſchert der Wettergott
günſtiges Wetter.
G. Ober=Ramſtadt, 4. Juli. Turnverein 1877 D.T. Das
diesjährige Sommerfeſt des Turnvereins nahm einen ſchönen und ge=
mütlichen
Verlauf. Schon bald nach Eintreffen des Werbezugs ent=
wickelte
ſich auf dem geräumigen, ſchön angelegten Turnplatz bei der
Turnhalle reges Leben. Nach einem flotten Eröffnungsmarſch begrüßte
der 1. Vorſitzende, Herr Bürgermeiſter Rückert, die Erſchienenen im
Namen des Vereins und gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch die heu=
tige
Veranſtaltung wieder gemütlich verlaufen und alle Anweſenden
vollauf befriedigen möge. Die Singmannſchaft des Turnvereins trug
hierauf ein Lied vor. Es folgten alsdann in ſteter Abwechſlung tur=
neriſche
Darbietungen der aktiven Abteilungen, und Liedervorträge,
zu denen ſich in liebenswürdiger Weiſe die Geſangvereine Germania,
und Konkordia bereitgefunden hatten, die viel Beifall fanden und beſte
Unterhaltung boten. Im zweiten Teil des Programms folgten am
Abend Volkstänze der Turnerinnen und das Stellen von Pyramiden
gemeinſam mit den Turnern. Für dieſe Darbietungen, die bei beſon=
derer
Beleuchtung durchgeführt wurden, ernteten die Mitwirkenden
lebhafteſte Anerkennung. Zum Abſchluß fand man ſich alsdann in der
Turnhalle ſehr zahlreich zum Tanz ein, der die Anweſenden nach lange
gemütlich zuſammenhielt.
Nieder=Modau, 4. Juli. Unſer im Jahre 1921 gegründeter Turn=
und Sportverein begeht am kommenden Sonntag, den 7. Juli, das Feſt
ſeiner Fahnenweihe. Der im Main=Rhein=Gau durch ſeine turn= und
ſportlichen Leiſtungen gut bekannte Verein wird anläßlich ſeiner Fah=
nenweihe
alles Mögliche aufbieten, um die Beſucher des Feſtes in jeder
Zeziehung zufrieden zu ſtellen. (Näheres ſiehe Anzeige.)

n. Groß=Bieberau, 4. Juli. Feuerwehrfeſt. Das 50 Jubel=
feſt
der Freiwilligen Feuerwehr rückt immer näher, und diie Vorberei=
tungen
dazu nehmen greifbare Formen an. Die Hallen auf dem Feſt=
platze
ſind bereits aufgeſchlagen. Die Fichtenbäume, die die Ortsſtraßen
ſchmücken, kommen ſchon zur Verteilung. Es heißt jetzt alle Hände
rühren, um den Gäſten einen herzlichen Willkomm zu bieten. Bereits
am nächſten Samstag finder die Kreisfeuerwehrtagung ſtatt, die auch
ſchon zahlreiche Gäſte herbeiführt. Zu der Feier am Abend tragen die
hieſigen Vereine ihr beſtes bei. Zu der großen Feuerwehrübung am
abteilungen zugezogen. Der Feſtzug erhält durch zahlreiche Feſtwagen
ein beſonderes Gepräge. Selbſt eine Jugendwehr wird in Erſcheinung
treten. Es wird alles geboten, um den Gäſten einen angenehmen
A. Aus dem mittleren Odenwald, 3. Juli. Wolkenbruchartige
Regen gingen mehrmals über unſerer Gegend nieder. Wenn ſich da=
durch
auch die Frucht mancher Getreidefelder legte, ſo haben dieſe
Regenmengen doch mehr Nutzen als Schaden gebracht, da es auf den Fel=
dern
ſeither noch ſehr trocken war.
Cl. Airlenbach, 4. Juli. Rabiate Zigeunerin. Hier ver=
urſachte
eine Zigeunerin namens Riſſel einen Skandal. Nachdem ſie
zuerſt im Dorfe gebettelt hatte, ging ſie in die Wirtſchaft Krämer, wo
ſie mit drei Männern Händel anzettelte. Als ſie wegen ihres frechen
Benehmens eine Ohrfeige erhalten hatte, warf ſie mit Aſchenbecher auf
die Männer und mußte zur Wirtſchaft hinausbefördert werden. Auf
der Straße ſetzte ſie ihre Schimpferei fort, ſo daß der Polizeidiener ein=
ſchreiten
mußte. Zur Vorſorge hatte er ſich noch Hilfe mitgenommen.
Die Riſſel leiſtete energiſch Widerſtand, faßte den Polizeidiener an der
Kehle und bedrohte ihn mit einem Meſſer. Später konnte ſie mit wei=
terer
Hilfe überwältigt werden, bis die benachrichtigte Gendarmerie in
Beerfelden ſie ins Amtsgericht Beerfelden einlieferte. Die Zigeunerin
wurde auch von einer anderen Behörde ſteckbrieflich verfolgt.
Cl. Gammelsbach, 4. Juli. Die Einweihung der neuen
Kraftpoſtlinie BeerfeldenGammelsbachEberbach am Montag
geſtaltete ſich zu einem Feſt für Jung und Alt. Die Halteſtellen waren
feſtlich geſchmückt und die Dorfbewohner bekundeten ihr Intereſſe durch
Flaggenſchmuck. Nach Abholung der Gäſte aus Beerfelden, begab man
ſich nach Eberbach, wo in dem Bahnhofshotel zuſammen mit der Stadt=
vertretung
Eberhach das Mittagsmahl gemeinſam eingenommen wurde.
Alsdann fuhren die Teilnehmer in drei Kraftomnibuſſen, voran der
geſchmückte Wagen der neu eröffneten Linie, nach Gammelsbach, wo die
Wirtſchaft Voshag alles aufbot, um die Gäſte in jeder Weiſe zufrieden
zu ſtellen. Auch wechſelten die Tiſchreden und Trinkſprüche, die alle in
dem Wunſche ausklangen, daß die neue Linie den hinteren Odenwald
noch weiter dem Verkehr erſchließen möge. Nach Gammelsbach leiſieten
die Teilnehmer der Einladung der Stadtverwaltung Beerfelden Folge,
wo ſie im Gaſthaus zum Schwanen bewirtet wurden. Während des
Aufenthaltes in den einzelnen Stationen wurden die Schulkinder beider
Gemeinden zu einer Vergnügungsfahrt an den Neckar und nach der
Marbach befördert. Nach dem Aufenthalt von Beerfelden ging es in
flotter Fahrt nach Eberbach, wo dann der Abſchied gefeiert wurde.
W. Heppenheim a. d. B., 4. Juli. Motorradunfall. Bei
dem an der Halbſtundbrücke tödlich verunglückten Motorradfahrer han=
delt
es ſich um den 25 Jahre alten Karl Kleppel aus Frankfurt. Der
Fahrer hatte einen Schädelbruch erlitten und war ſofort tot. Obſt=
und Gemüſeverwertungsgenoſſenſchaft Heppen=
heim
. Zur erſten Generalverſammlung der am 16. Juni gegründeten
Obſt= und Gemüſeverwertungsgenoſſenſchaft Heppenheim hatten ſich zahl=
reiche
Intereſſenten eingefunden. Als Vertreter der heſſiſchen Genoſſen=
ſchaften
war Herr Dr. Hillemann ſowie zwei Herren der landwirtſchaft=
lichen
Zentralgenoſſenſchaft, Abteilung für Obſt= und Gemüſe, Darm=
ſtadt
, erſchienen. Auch die beiden Nachbargemeinden, Hambach und
Kirſchhauſen, wollen ſich dem Verbande anſchließen. Nachdem Vorſtand
und Aufſichtsrat gewählt war, beſchloß die Verſammlung, ſich an die
landwirtſchaftliche Zentrale in Darmſtadt anzuſchließen. Darauf folg=
ten
einige Vorträge über Verpackung, Verwertung uſw. des Obſtes,
denen man mit großem Intereſſe folgte. Auch die Gurkenbauer Hep=
penheims
will man an der Genoſſenſchaft intereſſieren. Beſich=
tigungsfahrt
. Am kommenden Donnerstag (11. Juli) findet eine
Beſichtigungsfahrt zur Forſchungs= und Lehranſtalt für Obſt=, Wein=,
und Gartenbau in Geiſenheim unter Führung von Herrn Kreisobſtbau=
inſpektor
Orthmann ſtatt. Lehrer, die ſich daran beteiligen wollen, ſind
durch das Kreisſchulamt beurlaubt. Kreisfürſorge. Die
Sprechſtunden der Kreisfürſorgerinnen finden ſtatt: in Heppenheim:
Mittwochs vormittags von 912 Uhr, Kreisamt Zimmer Nr. 15; in
Viernheim: Dienstags nachmittags von 4,306 Uhr, Hügelſtraße 8; in
Birkenau: Mittwochs nachmittags von 35 Uhr, in der Hauptſtraße bei
Herrn Bürgermeiſter Jakob, und in Waldmichelbach: Donnerstags nach=
mittags
2,305,30 Uhr, Ludwigſtraße 85.
Dornberg, 4. Juli. Auf der Straße von Nauheim nach König=
ſtädten
überfuhr ein Motorradfahrer das Kind des Peter Diehl von
Nauheim. Glücklicherweiſe ſind die Verletzungen nicht ſehr erheblich.
Den Motorradfahrer ſoll keine Schuld treffen.
4a. Langen, 4. Juli. Vermißt. Seit Tagen wird ein 17 jäh=
riger
junger Mann von hier vermißt. Er wurde zuletzt in Frankfurt
geſehen. Sittlichkeitsverbrechen. Ein kaum aus der Schule
entlaſſener junger Burſche verging ſich hier an einem fünfjährigen Kinde
in unſittlicher Weiſe. Unfall. Zwiſchen hier und Egelsbach verun=
glückte
ein von Darmſtadt kommendes Perſonenauto. Das Auto ſtand
infolge des Unfalles auf dem Kopfe und quer über den Straßengraben.
Eine der Inſaſſen erlitt erhebliche Quetſchungen und mußte in das
Langener Kreiskrankenhaus gebracht werden.
Hirſchhorn, 4. Juli. Waſſerſtand des Neckars am
3. Juli: 0,80 Meter; am 4. Juli: 0,84 Meter. (Morgens 5 Uhr.)
Gernsheim, 4. Juli. Waſſerſtand des Rheins am
3. Juli: 0,81 Meter; am 4. Juli: 0,79 Meter. (Morgens 5 Uhr.)
Rheinheſſen.
* Mainz, 4. Juli. Chronik. Der 54jährige Poſtangeſtellte
Johann Huf aus der Liebnizſtraße, der vor einigen Tagen der Unter=
ſchlagung
von Einſchreibebriefen überführt und verhaftet wurde, hat ſich
nachts in ſeiner Zelle im Mainzer Unterſuchungsgefängnis erhängt.
In den letzten Tagen kam es hier zu einer Reihe von Wohnungs=
und Manfardeneinbrüchen, bei denen den Dieben neben Geld=
beträgen
auch eine Reihe von Einrichtungsgegenſtänden in die Hände
fielen. Auf dem Wochenmarkt wurde einem Mann die Geldbörſe mit
Inhalt aus der Rocktaſche geſtohlen, als er an einem Obſtſtande
Einkäufe machte. In der Holzſtraße lief ein 8 Jahre alter Junge in
einen Perſonenkraftwagen hinein. Dadurch, daß der Wagen langſam
fuhr, konnte er ſofort zum Halten gebracht und ein größeres Unglück
vermieden werden. Der Junge kam mit Hautabſchürfungen davon.
Der 49. Fleiſcherverbandstag wird in den Tagen vom 7. bis
14. Juli in Mainz abgehalten. Man erwartet mehrere Tauſend
Fleiſchermeiſter aus ganz Deutſchland zu den Verhandlungen. Der
Sängerbund der Münchener Straßenbahner ſtattete
der Stadt Mainz einen Beſuch ab. Aus dieſem Anlaß fand in der
Stadthalle ein harmoniſch verlaufener rheiniſcher Abend ſtatt, bei der
Straßenbahndirektor Karpf die Begrüßungsanſprache hielt. Am kom=
menden
Sonntag wird in Mannheim das Endſpiel im Turne=
rinnen
=Handball um die D.=T.=Meiſterſchaft zwiſchen Tv. Mainz
1817 und Turnverein Vorwärts Breslau ausgetragen. Man gibt den
Mainzer Spielerinnen große Chancen auf die Erringung der deutſchen
Meiſterſchaft. Der Tennisklub=Kampf zwiſchen Tennisklub
Mainz und Tennis= und Hockehklub Wiesbaden wurden von Wiesbaden
Dank der Mitwirkung der Meiſter Polizeipräſident Froitzheim und
Kreuzer mit 7:2 Punkten gewonnen.
T. Horchheim, 4. Juli. In die Behaufung des Landwirtes Soſef
Schredelseker wurde am hellichten Tage eingebrochen und 100 Mark
entwendet. Der Beſtohlene hatte am gleichen Platze noch weitere 1000
Mark in einem Umſchlag aufbewahrt, welche glücklicherweiſe von den
Dieben nicht gefunden worden ſind.

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[ ][  ][ ]

Nummer 184

Freitag, den 3. Juli 1929

Seite 7

Aus der Heimat des Korbes
Hamm.

Text und Zeichnung von C. Pink jr., Worms.

Körbe! Körbe! Es gibt ihrer unzählige was Verwen=
dungszweck
, Form und Art anbelangen Und wie kunſtvoll ſind ſie doch
geflochten vom zierlichen Handkörbchen der Hausfrau bis hinauf zum
rieſigen Flaſchen= oder Glasballonkorb der Induſtrie.

aus Gimbsheim, Eich, Gernsheim und Klein=Rohrheim wandern ſehr
viele Weiden nach Hamm. Der Jahresbedarf ſtellt ſich roh gerechnet
auf ungefähr 40 kis 50 Waggon.
Die kleinen ausgeſuchten Weiden werden Wingertsweiden genannt,
weil ſie zum Anbinden der Rebſtöcke dienen. Die übrigen verſchlingen
ſich zu Körben.
Die Herſtellung eines Korbes iſt reine Handarbeitsſache. Maſchi=
nen
, oder irgendwelche andere Hilfsmittel benötigt man nicht. Haltbar=
keit
und Zuſammenhalt des Geflechts beruhen nur auf geſchickte Ver=
klemmung
der Weiden untereinander. An Werkzeugen braucht der
Korbmacher Klopfeifen, Pfriem, Schere und ein Spitzeiſen, das den
Korb auf der Korbbank während der Verarbeitung feſthält.
Zunächſt wird das ſogenannte Bodenkreuz angefertigt. Dazu wer=
den
aus ſtärkeren Weiden ſechs Stücke geſchnitten, immer drei und
drei zuſammen. Die erſten drei, die nebeneinander liegen, werden in
der Mitte ein Stück aufgeſchlitzt, die anderen, ebenfalls nebeneinander
liegend, werden hindurch geſteckt. Das Kreuz iſt fertig. Nun werden
die einzelnen Stücke auseinandergebogen bund, mit Weiden umflochten.

Was ſind ſie? Ein Erzeugnis der menſchlichen ſchaffenden Hand
ein kleines Kunſtwerk uralt ſchon und doch immer wieder neu
da hier der Einfluß der Maſchine verſagte. Und das iſt gut ſo,
ſonſt wäre die Heiminduſtrie in Hamm ſchon lange nicht mehr.
Hamm! Ein kleines Oertchen mit etwa anderthalb Tauſend Ein=
wohnern
kleine Häuschen ziemlich am Rhein gelegen, da, wo der
Fluß bei Gernsheim eine Schleife macht.
Wenn die kleine Vahn vor der Station ihre letzten Warnungs=
pfiffe
ausſtößt ſehen wir ſchon das Wahrzeichen von Hamm: Körbe
und nichts als Körbe auf dem Bahnhof in Schuppen und in
Waggons. Und Weiden gebündelt ſtehend liegend in klei=
nen
Stößen aufeinander geſchichtet und in großen Stapeln. Das
gleiche Bild wiederholt ſich im Orte ſelbſt. In faſt jedem zweiten Haus
Weidenbündel in allen Ecken mit kleinen zarten Kätzchen ver=
ſehen
und Körbe runde und viereckige kleine und große mit
Traggriffen und Traghenkel.
Und wenn man durch die Gäßchen geht ſieht man durch die Fen=
ſter
fleißige Hände ſich regen. Ueberall faſt in jedem zweiten
Haus.
Die Korbinduſtrie in Hamm iſt ſchon ſehr alt. Sie iſt zu einer
Heiminduſtrie geworden. Aber erſt ſeit etwa 50 Jahren kennt man
dort die Kulturweide, die von dem Mennonitenpfarrer van der Smiſſen
aus Ibersheim in Hamm angeſiedelt wurde.
Vorher verwendete man die Baumweide, die wild wuchs. Weide
und Weide iſt übrigens nicht eins, ſondern zweierlei. Es gibt Ameri=
kanerweiden
, gekreuzte Weiden, die Steinweide und die Gelbweide. In
Hamm gab es früher mehr Weiden wie heute; der ſich mehr und mehr
ſenkende Waſſerſpiecel des Rheins hat ſie zurückgehen laſſen. Der Aus=
fall
muß durch Einfuhr aus Schleſien und Bayern gedeckt werden. Auch

Das ganze ſieht jetzt aus wie ein Stern, deſſen Strahlen das Gerippe
des Bodengeflechts werden. Iſt der Boden fertig, werden neue Weiden
rundherum gewiſſermaßen als Verlängerung der Strahlen in den
Boden eingefügt und nach oben umgeknickt. Aufgerichtet ſagt der
Fachmann. Mit flinker Hand legt dann der Korbmacher die Fußweiden
um die aufgerichteten Weiden. Es entſteht die Korbwand. Sie wächſt
zuſehends nach oben. Das geht wie ſpielend. Hat die Wand ihre vor=
geſchriebene
Höhe erreicht, wird zugeſchlagen, d. h. die einzelnen auf=
gerichteten
Weiden werden umgebogen und kunſtvoll verflochten. So
verſchwindet eine nach der andern der Korbrand bildet ſich, bis
ſchließlich die letzte Weide mit ihrem äußerſten Ende in einer kleinen
Lücke im Korbrand ihren letzten Halt findet. Man nennt das gekimmt
oder geſchrenkt‟. Die Kette iſt geſchloſſen es iſt kein Anfang und
kein Ende mehr zu erkennen.

Intereſſant iſt die Anbringung der Traghenkel oder Traggriffe.
Den Kern des Griffes bildet ein U=förmig gebogenes Weidenſtück, das in
den Korbrand eingeſteckt wird. Um dieſes werden dann einzelne Wei=
den
, die mit dem einen Ende am Korbrand befeſtigt werden, wie Stricke
gewunden. Und damit ſie auch elaſtiſch ſind wie Stricke und gicht
brechen, dreht ſie der Korbmacher mit der Hand raſch um ſie ſelbſt
wie eine Spirale. Die Griffe halten dann wie angenietet.
Sehen Sie ſich jetzt bitte einmal einen Korb an, Sie werden zu=
geben
müſſen, daß er wirklich ein kleines Kunſtwerk iſt!
Aberheſſen.
Bg. Vilbel, 4. Juli. Bei den Regulierungsarbeiten an der Nidda,
die zurzeit in großem Ausmaße zwiſchen Dortelweil und Vilbel ſtatt=
finden
, ereignete ſich ein Unglücksfall. Eine für die Dauer der Arbeiten
errichtete Behelfsbrücke ſtürzte ein. Dabei fiel ein Arbeiter ins Waſſer
und verletzte ſich ſo ſchwer, daß er ins Vilbeler Krankenhaus gebracht
werden mußte. Ein hieſiger ſiebenjähriger Schüler erhielt beim Reit=
und Fahrturnier im Galoppreiten den zweiten Preis. In einer ge=
meinſamen
Sitzung des Beamtenkartells und des Gewerkſchaftskartells
wurde zu dem neuen Preisaufſchlag für Schweinefleiſch uſw. Stellung
genommen und Abwehrmaßnahmen vorbereitet.
v. Friedberg, 4. Juli. Zum Flugzeugunglück auf dem
Bodenſee. Das ſchwere Flugzeugunglück auf dem Bodenſee hat,
wie ſchon gemeldet, große Trauer in zwei hieſige Familien gebracht.
Wir teilen dazu noch mit: Oberbaurat Haag weilte mit ſeiner Frau
und dem Ehepaar Firley in Bregenz. Das Unglück ereignete ſich kurz
vor der Heimreiſe nach Friedberg, wo Oberbaurat Haag am Montag
wieder ſeinen Dienſt antreten wollte. Frau Haag nahm an dem Flug
nicht teil. Der verletzte Apotheker Firleyz iſt wieder hier eingetroffen.
Die geſamte hieſige Einwohnerſchaft nimmt lebhaften Anteil an dem
furchtbaren Geſchehnis. Oberbaurat Haag iſt am 6. Januar 1873 ge=
boren
, hat alſo ein Alter von 56 Jahren erreicht. Er ſtudierte in
Darmſtadt und Karlsruhe und trat nach vorheriger Tätigkeit als
Regierungsbauführer in Bensheim und Darmſtadt am 1. April 1903
als Amtsvorſtand beim hieſigen Hochbauamt ein. Er gehörte ſeit
dieſer Zeit auch dem Kurverwaltungsausſchuß in Bad=Nauheim an.
Hier war Oberbaurat Haag in einer Reihe von Ehrenämtern tätig,
vorübergehend war er auch Stadtverordneter. Er erfreute ſich in ſeiner
dienſtlichen Eigenſchaft ſowohl als auch im privaten Verkehr der be=
ſonderen
Wertſchätzung weiteſter Bevölkerungskreiſe in Stadt und Land.
h. Bad=Nauheim, 4. Juli. Ein 65jähriger Maurer geriet
in Nieder=Mörlen an den nicht iſolierten Draht der elektriſchen
Leitung und blieb daran hängen. Zum Glück kam der Sohn des
Hauſes hinzu, ſtellte die Leitung ab und befreite den Maurer. Der
ſchwere elektriſche Schlag hatte den Arbeiter betäubt, doch erholte er
ſich bald wieder.
Gießen, 4. Juli. Gefängnis für einen rückſichts=
loſen
Kraftfahrer. Das hieſige Schöffengericht verhandelte gegen
einen Spenglermeiſter aus Bad=Nauheim, der am Abend des 18. April
auf der Landſtraße zwiſchen Butzbach und Niederweiſel mit ſeinem
Motorrad in ſchneller Fahrt ohne Signal in eine Spaziergängergruppe
von drei jungen Leuten hineinfuhr, wobei ein junger Menſch von 21
Jahren auf der Stelle getötet, ein anderer ſchwer verletzt und der
dritte leicht verletzt wurde. Für ſeine Rückſichtsloſigkeit wurde der
wilde Fahrer vom Gericht auf 10 Monate ins Gefängnis geſchickt.
Nidda, 4. Juli. Schweres Autounglück. Am Dienstag
abend geriet ein Laſtauto aus Ockſtadt bei Friedberg, das aus dem
Schlitzer Land kam und nach Friedberg zurückkehren wollte, inmitten
des benachbarten Dorfes Kohden infolge Exploſion des Benzintanks
plötzlich in Brand. Dabei trug der Lenker des Autos, der Chauffeur
Schneider aus Niederwöllſtadt, durch eine Stichflamme und durch Brand
ſeiner Kleider ſehr ſchwere Brandwunden davon, die ſeine Ueberführung
nach dem Friedberger Krankenhaus notwendig machten. Der Mitfah=
rer
konnte ſich durch ſchnelles Abſpringen retten und kam unverletzt da=
von
. Das ſchwerbeſchädigte Auto, deſſen Ladung zum Teil mitver=
brannte
, mußte nach Nidda abgeſchleppt werden.
Butzbach, 4. Juli. Strenge Beſtrafung einer Milch=
panſcherin
. Das hieſige Amtsgericht verurteilte die Landwirts=
ehefrau
Marie Arch aus Holzheim wegen Milchpanſcherei zu 3 Wochen
Gefängnis und 300 Mark Geldſtrafe. Die Angeklagte hatte dem Milch=
ſammler
Milch geliefert, der auf 100 Teile Milch nicht weniger als 93
Teile Waſſer zugeſetzt waren, und der etwa 45 Prozent des Geſamtfett=
gehalts
entzogen worden waren.
h. Alsfeld, 3. Juli. Die älteſte Einwohnerin des nördlichen
Vogelsberges, Frau Betty Sterm, vollendeta vorgeſtem ihr 95. Lebens=
jahr
bei beſten Müſtigkeit.
h. Schotten, 4. Juli. Das zur Erweiterung unſeres
Krankenhauſes dringend erforderliche Nebengebäude ſoll nunmehr
in Kürze begonnen werden. Die Koſten für den Rohbau ſind mit 13000
Mark veranſchlagt.

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Seite 8

Freitag, den 5. Juli 1929

Nummer 184

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Charlotte, geb. Lancelle

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Todes=Anzeige.
Am Mittwoch abend, um 8½½. Uhr iſt unſer
lieber, guter Vater, Großvater, Urgroßvater,
Schwiegervater, Schwager und Onkel
Wilheim Reeg
Rektor i. R.
im Alter von 83 Jahren ſanft entſchlafen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Wilh. Reeg, Lehrer
Darmſtadt, Beckſtr. 62 und Moosbergſtr. 28,
Fürth i. Odw., Hähnlein, Raunheim, Mainz.
den 4. Juli 1929.
Die Beerdigung findet Samstag, den 6. Juli, nachmitt.
3½ Uhr auf dem Friedhof an der Nieder= Namſtädter=
ſiraße
ſtatt.

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Für die überaus zahlreichen Glückwünſche,
Blumen und Geſchenke, anläßlich unſerer
Vermählung, ſagen wir Allen unſeren
herzlichſten Dank.
Karl Horſt und Frau Lena
geborene Kaffenberger.
Darmſtadi, Karlſtraße 94. (*

Für die freundlichen Glückwünſche
und Geſchenke anläßlich unſerer Ver=
mählung
ſagen wir hiermit unſeren
herzlichſien Dank.
Heinrich Seitz und Frau
Margareta, geb. Bellinger.

Dankſagung.

Für die vielen Beweiſe herzlicher Teil=
nahme
beim Heimgang unſeres lieben Ent=
ſchlafenen
und für die vielen Blumenſpenden
ſagen wir hiermit herzlichen Dank. Ins=
beſondere
danken wir Herrn Pfarrer Waitz
für die troſtreichen Worte amn Grabe und
den Beamten des Landesgeſtüts für die letzte
Ehrung ihres ehemaligen Kollegen.
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Großer Beerfelder
Pferde=, Fohlen= und Zuchtvieh=Markt
mit Pramiierung, nebſt großem Volksfeſt
und Ausſtellung landwirtſchaftlicher Ma=
ſchinen
und Geräte
in Beerfelden i. 9. am 7., 8. und 9. Juli 1929
(Hauptmarkttag: Montag. 8. Juli 1929).
Pferde im Beſitze von Züchtern und Händlern, ſowie Vieh
alle Raſſen, Ziegen und Schweine werden prämiiert und
ſtehen hierzu ca. Mark 5000. Prämiengelder zur Verfügung;
außerdem mehrere Ehrenpreiſe des Verbandes heſſiſcher
Warmblutzüchter
Anerkannt beſte Verkaufs= und Kaufgelegenheit
Großer Jahrmarkt mit reich ausgeſtattetem Zuxplatz,
Ausſtellung landwirtſchaftlicher Maſchinen uſw.
daher für jeden Landwirt hochintereſſant und anerkannt beſte
Gelegeuheit zur Beſichtigung und zum Kauf neuer Maſchinen
modernſter Fabrikation erſter Firmen.
Großes Reit= und Fahrturnier
am Sonntag, den 7. Juli 1929. Wertvolle Ehrenpreiſe und
Geldpreiſe für Beſitzer und Reiter kommen hierbei zur Ver=
teilung
. Nennungen ſind bis ſpäteſtens 1. Juli einzureichen.
Die mit dem Markt verbundene
w Beerfelder Pferdemarkt=Lotterie
gelangt wiederum durch den ſtaatlichen Lotterie=Einnehmer
Willenbücher, i. Fa. Edelmann & Willenbücher in Beerfelden
j. Od., zum Vertrieb, an welchen auch Loſebeſtellungen zu
richten ſind.
Preis des Loſes: Rmk. 1.. Hauptgewinne: Ein Ernte=
wagen
, beſpannt mit 2 Pferden, ein Stuhlwagen, beſpannt
mit Pferd, Pferde, Fohlen, Rinder, Schweine, ſowie land= und
hauswirtſchaftl. Maſchinen aller Art. (Die Lotterie iſt in ganz
Heſſen, ſowie den badiſchen Bezirken Mosbach und Heidelberg
(TV. 10430
genehmigt.)
Anmeldungen zur Prämiierung, ſowie ſonſtige Anfragen betr.
Marktangelegenheiten, Wohnung, Stallung uſw. ſind zu richten an
Das Pſerdemarkt Komitee der Stadt Beerfelden.

[ ][  ][ ]

Nummer 184

Freitag, den 5. Juli 1929

die Stegmüllers Fertigkleidung
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[ ][  ][ ]

Nummer 184

Freitag, den 5. Juli 1929

Seite 11

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Die Hochflut der ſportlichen Ereigniſſe hält an. An ein Nachlaſſen
iſt nicht zu denken, ein Anſchwellen der Veranſtaltungen an Zahl und
Bedeutung muß im Gegenteil feſtgeſtellt werden. Der erſte Juli= Sonn=
tag
bringt in verſchiedenen Sportdiſziplinen und bei den Turnern
Meiſterſchafts=Endkämpfe, daneben fehlen Länderkämpfe ebenſo wenig
wie große nationale und internationale Veranſtaltungen. Im

drängen ſich natürlich die
Endſpiele um die DFB.=Meiſterſchaft
in den Vordergrund des Intereſſes. Vier Mannſchaften ſind in den
harten Ausſcheidungskämpfen, noch als Titelbewerber übrig geblieben,
in der Vorſchlußrunde am Sonntag ſollen zwei weitere ausſcheiden und
die beiden Teilnehmer für das acht Tage ſpäter ſtattfindende Schluß=
ſpiel
ermittelt werden. Die Paarungen für die Vorſchlußrunde wurden
wie folgt vorgenommen:
1. FC. Nürnberg gegen Hertha=BSC., im Berliner Poſtſtadion;
Sp.Vg. Fürth gegen Breslau 08 im Frankfurter Stadion.
Man rechnet allgemein damit, daß die beiden ſüddeutſchen Mann=
ſchaften
ſiegreich bleiben werden und daß dann der Endkampf eine rein
ſüddeutſche Angelegenheit ſein würde. Die Möglichkeit iſt durchaus ge=
geben
. Breslau hat zwar am vergangenen Sonntag auf eigenem Boden
und vor einem fanatiſch mitgehenden Publikum die Münchener Bayern
geſchlagen, aber in Frankfurt ſollten die Schleſier doch an der weſent=
lich
routinierteren und härteren Sp.Vg. Fürth ſcheitern. Wir zweifeln
garnicht an einem ganz glatten Sieg der Fürther. In Berlin wird
der Club kaum zu einer Wiederholung des 6:1 Sieges kommen, den er
wenige Monate vorher an der gleichen Stelle über den gleichen Gegner
erfochten hat. Der Club iſt nicht mehr in der überragenden Form
des damaligen Spieles, er iſt etwas überſpielt und durch die Erkrankung
Wieders geſchwächt. Trotzdem ſollten aber die Nürnberger nach härte=
rem
Kampf knapp, aber ſicher, in Front bleiben. In
Süddeutſchland
werden die Aufſtiegsſpiele fortgeſetzt. Von den acht Gruppen
haben drei ihr Ziel noch nicht erreicht. Diesmal ſpielen: in der Gruppe
Heſſen: Germania Wiesbaden SV. 98 Darmſtadt; Gruppe
Saar: BV. Zweibrücken VfR. Kaiſerslautern; SV. Völklingen
VfB. Dillingen; Gruppe Rhein: Phönix Mannheim FG. Rohr=
bach
; Gruppe Nordbayern: FC. Fürth Schweinfurt 05.
Der Kampf um Beo führt folgende Mannſchaften zuſammen:
Pfalz=Ludwigshafen Hanau 60/94 (Gruppe 1), Sp.Vg. Mundenheim
VfR. Pirmaſens (Gruppe 2), Phönix Ludwigshafen SV. Wies=
baden
(Gruppe 3). Neben dem Städteſpiel Ulm Augsburg
werden auch noch einige wenige Privatſpiele ausgetragen, ſo u. a.
FV. Saarbrücken gegen FC. Idar (Werbeſpiel in Kuſel/Pfalz) und
Würzburg 04 VfB. Coburg.
Fußball=Endkampf auch bei der D. T.
Auch die Deutſche Turnerſchaft ermittelt in dieſen Tagen ihren
Fußballmeiſter. Es iſt das fünfte Fußball=Endſpiel der DT., zu dem
ſich am Sonntag in Mannheim der Tv. 46 Mannheim und der
ATV. Gera nach harten Ausſcheidungsſpielen zuſammenfinden. Von
den beiden Titelbewerbern pflegt Mannheim die typiſch ſüddeutſchen
Fußballſpiele, während Gera als ausgeſprochene Kampfmannſchaft gilt.
Die Mannheimer ſollen im allgemeinen ziemlich ebenbürtig ſein, viel=
leicht
gibt der Platz für die Süddeutſchen den Ausſchlag.
Handball.
Die Handball=Meiſterſchaften der D. T.
Gleichzeitig mit dem Entſcheidungsſpiel um die Fußballmeiſterſchaft
der Deutſchen Turnerſchaft wird in Mannheim die Handballmeiſter=
ſchaft
entſchieden werden. Bei den Männern ſtehen ſich TC. Lim=
mer
Hannover und Tv. Frieſenheim gegenüber, bei den Frauen be=
werben
ſich Tv. Mainz 1817 und Tv. Vorwärts Breslau um die Meiſter=
ſchaft
. Die Spiele ſelbſt werden auf dem Platze des Tv. Mannheim 46
ausgetragen. In dieſen Spielen wird der Meiſtertitel im Männerhand=
ball
zum 9. Male und bei den Frauen zum 7. Male vergeben. Keiner
von den vier Bewerbern, die ſich nun die beiden Endſpiele liefern,
konnte bis jetzt in die Endrunde gelangen, ſo daß ſich alſo in dieſem
Jahre zwei neue Mannſchaften in die Meiſterſchaftsliſte einzeichnen
werden.
Leichtathletik.
Die Leichtathletik beherrſcht ganz überragend das Programm des
kommenden Sonntags. Nachdem am vergangenen Sonntag die Groß=
zahl
, der Verbände ihre Meiſter ermittelt haben, folgen jetzt einige Ver=
bände
damit nach. In Breslau gelangen die ſüdoſtdeutſchen Ver=
bandsmeiſterſchaften
zur Durchführung, während die Meiſterſchaften
von Pommern in Stettin ausgetragen werden. Ebenſo veranſtaltet
als letzter Bezirk des Weſtdeutſchen Spiel=Verbandes der Mittel=
rheinbezirk
am 7. Juli ſeine Meiſterſchaften. Dagegen bringt der
WSV., der ſeine Meiſterſchaften in drei Abſchnitten angeſetzt hat, am
nächſten Sonntag die Staffeln= und die Zehnkampfmeiſterſchaften zum
Austrag. Berlin hält ein Verbands=Frauenſportfeſt ab. Daneben
gibt es noch eine ganze Reihe größerer und kleinerer leichtathletiſchez
Veranſtaltungen. Beginnt man mit Süddeutſchland, ſo veranſtaltet zu=
nächſt
der SV. Cannſtadt nationale Wettkämpfe, an denen ſich ver=
ſchiedene
ſüddeutſche Vereine von Ruf beteiligen werden. Außerdem
gibt es noch Nationale Veranſtaltungen in Frankenthal und in
Arheilgen. Süddeutſche Leichtathleten werden auch bei den natio=
nalen
Jubiläumswettkämpfen der SVg. Osram in Berlin an den
Start gehen, die eine ausgezeichnete Beſetzung gefunden haben. Damit
iſt aber das leichtathletiſche Programm noch nicht erſchöpft. Es iſt wei=
ter
hervorzuheben, der Städtekampf BudapeſtBerlin, zu
dem Berlin eine beſondere Auswahl ſeiner Vertreter getroffen hat.
Nicht unintereſſant verſpricht auch der Städtekampf zwiſchen Halle
und Leipzig in Leipzig zu werden, der in dieſem Jahre zum erſten
Male ſtattfindet. Von beſonderer Bedeutung iſt von den ausländiſchen
Veranſtaltungen die Austragung der engliſchen Leichtathleti=
ſchen
Meiſterſchaften, die bereits am 5. und 6. Juli ſtattfinden.
Bekanntlich werden dieſe ohne eine deutſche Beteiligung vor ſich gehen,
da am 24. Auguſt der Länderkampf DeutſchlandEngland in London
durchgeführt wird, und die DSB. aus Sparſamkeitsgründen diesmal
von einer Beteiligung an den Meiſterſchaften abgeſehen hat.
Schwimmen.
Länberkampf Deutſchland Frankreich.
Es iſt der dritte Länderkampf, der am kommenden Sonntag im
Schwimmen zwiſchen den Nationalmannſchaften von Deutſchland und
Frankreich in Paris ausgetragen wird. Die beiden Wettbewerbe des
Ländertreffens, Waſſerballſpiel und die 4mal 200 Meter=Freiſtilſtaffel,
bilden die Grundlage eines internationalen Wettſchwimmens, bei dem
verſchiedene wertvolle Wanderpreiſe ausgekämpft werden. So ſteht im
100 Meter Freiſtil der Große Preis von Paris, an dem ſich
wahrſcheinlich der Sprintermeiſter Schubert=Breslau beteiligen wird, im
200 Meter Bruſtſchwimmen der Preis der Stadt Paris und
im 100 Meter Rücken der Preis des Präſidenten mit Meiſter

und Tarnen,
Küppers=Vierſen am Start, zur Entſcheidung. Außerdem gibt es noch
ein internationales Kunſtſpringen, an dem ſich Riebſchläger=Zeitz
beteiligen wird. Der DSV. hat für die 4mal 200 Meter die Aufſtel=
lung
von Schubert, Heinrich, Schrader und Gebert getroffen, während
er in der Waſſerballmannſchaft die Gebrüder Rademacher, die beide er=
krankt
ſind, durch Bähre und Atmer erſetzt hat. Nachdem die beiden
vorhergehenden Länderkämpfe jedesmal unentſchieden endeten, iſt es zu
hoffen, daß ein deutſcher Sieg die Olympiameiſterehren erneuert.
Weitere ſchwimmſportliche Veranſtaltungen gibt es in Worms und in
Darmſtadt. In Worms hält Poſeidon Worms ein verbandsoffe=
nes
Schwimmfeſt ab, während in Darmſtadt der ſüddeutſche Waſſerball=
meiſter
Jung=Deutſchland Darmſtadt ſeine Kräfte mit der Mannſchaft
des M. A. C. Budapeſt meſſen wird.
Tennis.
Die Tennis=Turniere halten unvermindert an. In Frankfurt
wird im Herrendoppel bei einer ausgezeichneten Beſetzung die Meiſter=
ſchaft
von Süddeutſchland entſchieden. Weitere Turniere gibt es in
Augsburg und in Stuttgart, das ſich jedoch nur auf den Be=
zirk
beſchränkt. Ferner beteiligen ſich bekannte ſüddeutſche Spieler und
Spielerinnen an dem Turnier in Eſſen.
Rudern.
Ein ſehr reges Leben entfaltet am kommenden Sonntag wiederum
der Ruderſport. Regatta in Mannheim, Regatta in Godesberg,
in Bremen, Stettin und Leipzig, lauten die einzelnen Pro=
grammpunkte
. Von größerem Intereſſe iſt auch der Start des auſtra=
liſchen
Meiſterruderers und Amſterdamer Olympiaſiegers H. R. Pearce,
der ſich an dev größten engliſchen Regatta in Henley beteiligen wird.
Außerdem kommt in Lugano die Meiſterſchaftsregatta der Schweiz
zur Durchführung.
Turnen.
Die bedeutendſten Ereigniſſe der Deutſchen Turnerſchaft, die Hand=
ball
= und Fußballmeiſterſchaften, ſind bereits erwähnt. Außerdem ver=
dient
auch noch Erwähnung, daß in Freiburg, Tübingen, Lan=
dau
, Köthen und Kaſſel die Kreismeiſterſchaften im Volksturnen
ausgetragen werden.
Rabſport.
Frankfurt a. M. hat ſeine für den nächſten Sonntag geplanten
Dauerrennen wegen des Vorſchlußſpieles um die Deutſche Fußball=
meiſterſchaft
, das im Frankfurter Stadion ſtattfindet, auf den 9. Juli
verlegt. Dagegen bringt Stettin ein 24=Stunden=Radrennen zur
Durchführung, bei dem 14 Paare ſtarten werden. Weitere Bahn=
rennen
gibt es in Forſt und Leipzig. Groß iſt das Intereſſe,
das man den Fliegerkämpfen in Paris um den Grand Prix de Paris
entgegenbringt, zumal verſchiedene deutſche Fahrer ſich an dieſen Ren=
nen
beteiligen. So wird nach den bereits ausgetragenen Vorläufen am
kommenden Sonntag die Entſcheidung, ſowohl bei den Berufsfliegern,
wie auch bei den Amateuren fallen. Außerordentlich zahlreich ſind auch
die für den 7. Juli ausgeſchriebenen Straßenrennen. In Mün=
chen
kommt über 180 Km. der Große Opelpreis von Bahern zur Ent=
ſcheidung
. Ein Quer durch die Pfalz veranſtaltet der Gau Am=
berg
. Durchs Lech= und Donautal führt von Augsburg ausgehend
über 180 Km. der Mifapreis. Der BDR. läßt den Großen Preis von
Stuttgart ausfahren. Ferner gibt es eine Adolf=Klinge= Gedächtnis=
fahrt
, ein Rennen Durch die Thüringer Lande‟ Um den Großen
Sachſenpreis den Großen Straßenpreis von Siegburg, Rund um
Vilbel und zum Schluß die Becherfahrt in Kitzingen.
Motorſport.
Die bedeutendſte der deutſchen motorſportlichen Veranſtaltungen
geht in Stuttgart vor ſich. Dort kommt in dem Solitude=Rennen
ein Meiſterſchaftslauf für Motorräder zur Entſcheidung. Der Nennungs=
ſchluß
hat ein derart günſtiges Ergebnis gezeitigt, daß der ſportliche
Erfolg dieſer Veranſtaltung bereits geſichert iſt. Im Ausland gelangt
auf der Rennſtrecke von Drente die Touriſt Trophy der Nie=
derlande
zum Austrag, bei der auch deutſche Fahrer am Start er=
ſcheinen
werden. Zu dem Großen Preis um Belgien für Automobile,
der in einer 24=Stundenfahrt entſchieden wird, ſind ebenfalls zahlreiche
Meldungen eingegangen.
Pferbeſport
Galopprennen werden in Berlin=Hoppegarten, München=
Riem, Breslau, Köln und in Frankreich in Saint Cloud gelaufen.
Tagungen.
In Eſſen hält der Deutſche Reichsausſchuß für Leibesübungen
ſeine diesjährige Hauptverſammlung ab, in der die Neuwahlen des
Vorſtandes vorgenommen werden ſollen.

Magyar Akhlekikai Club Budapeſt-Jung Deutſchland.
Samstag, abends 8 Uhr.
In dem Spiel des Magyar Athletikai=Club Budapeſt gegen Jung=
Deutſchland am Samstag abend 8 Uhr wird man wieder einmal Ge=
legenheit
haben, Waſſerballkunſt in höchſter Vollendung zu ſehen. Man
wird vor allen Dingen einen Kampf zweier ſchnellen Mannſchaften zu
ſehen bekommen, der, frei von dem Druck eines Meiſterſchaftsſpiels, alle
Feinheiten eines techniſch hochſtehenden Spieles erkennen laſſen wird.
Gerade die Ungarn ſind als Techniker von größter Vollendung bekannt,
und werden daher noch weiter ausgezeichnet durch große Schnelligkeit
und gutes taktiſches Verſtändnis, ein Waſſerballſpiel vorführen, wie
man es ſo ſchnell nicht wieder zu ſehen bekommt. Dafür bürgen vor
allen Dingen die Namen einzelner Spieler, die man zu den Beſten der
ganzen Welt rechnet. Mit der Mannſchaft:
Budai
Jvady Corba
Keſerue
Halaſzy
Verteſſy
Doronoſoſky
bringen ſie alle vier internationalen Spieler der ungariſchen National=
mannſchaft
mit. In dem Torwächter Budai wird man einen Spieler
kennen lernen, den man in Budapeſt mit Brody, der neulich beim
3. Bezirk ein hervorragendes Spiel lieferte, auf eine Stufe ſtellt. In
der Verteidigung überragt Jvady, der ſtändige Verteidiger der ungari=
ſchen
Ländermannſchaft. Ueber Keſerue braucht man nicht viel zu ſagen.
Der Name dieſes vielfachen Internationalen iſt ſelbſt Nicht=Fachleuten
geläufig. Dih Sturm beſitzt in Verteſſy, dem erfolgreichen Torſchützen
der Ländermannſchaft, eine Hauptwaffe.
Daß es Jung=Deutſchland gegen einen ſolchen Gegner ſchwer fallen
wird, in Ehren zu beſtehen, leuchtet wohl jedem ein. Man darf jedoch
den Darmſtädtern zutrauen, daß ſie ſich dank ihrer guten Verfaſſung
in den letzten Wochen, gut aus der Affäre ziehen werden.
Um auch denjenigen den Beſuch des Spieles zu ermöglichen, die
vorher am Böllenfalltor den Kämpfen beiwohnen wollen, hat man den
Beginn erſt auf 8 Uhr feſtgeſetzt. Wir verweiſen nochmals auf den
Vorverkauf bei L. B. Müller, Schulſtr. 14.

Aasſchaß für deieesauungen Burinaer
Der Ausſchuß für Leibesübungen teilt mit, daß der Beginn der
morgen Samstag, den 6. Juli, auf dem Sportplatz des Sportvereins 98
ſtattfindenden Veranſtaltung ſo feſtgeſetzt wurde, daß die an demſelben
Tage angeſetzten ſchwimmſportlichen Veranſtaltungen vom Schwimmklub
Jung=Deutſchland und Rot=Weiß=VfR. im Woog gleichfalls noch beſucht
werden können. Der Start des Einzellaufes über 8000 Meter iſt auf
5,30 Uhr gelegt, hierauf folgen die Staffelläufe der Darmſtädter Schu=
len
, anſchließend die Preisverteilung vom Groß=Staffellauf 1929, ſo daß
pünktlich um 6,30 Uhr das Handballwettſpiel zwiſchen Worms=Stadtelf
und Liga=Sportverein 98 ſeinen Anfang nehmen kann. Alle Vergün=
ſtigungen
bei dieſer Veranſtaltung ſind aufgehoben. Der Eintrittspreis
iſt ſo niedrig feſtgeſetzt worden, daß jedem Gelegenheit geboten iſt, die
Veranſtaltung zu beſuchen. Nur die Inhaber von Ausſchuß= Vertreter=
karten
für 1929 berechtigen zum freien Eintritt. Desgleichen haben die
aktiven Teilnehmer und Schülermannſchaften freien Eintritt; die letz=
teren
müſſen jedoch geſchloſſen unter Führung eines Beauftragten den
Eingang des Platzes paſſieren. Zur Preisverteilung vom Groß= Staffel=
lauf
werden die beteiligten Sport= und Turnvereine gebeten, je einen be=
vollmächtigten
Vertreter zu entſenden.
Rof-Weiß, V. f. R. 5. C. Magdeburg 96.
Wie bereits gemeldet, veranſtaltet, der Rot=Weiß=VfR. am Sams=
tag
, den 6. Juli, nachmittags 4 Uhr, ein Wafſerballturnier für Jugend=
mannſchaften
. Die Darmſtädter haben ſich hierzu keinen geringeren
Verein verpflichtet, als den bekannten Meiſterklub Magdeburg 96, der
ſich zurzeit mit ſeiner Jugendmannſchaft, beſtehend aus 16 Schwim=
mern
, auf einer Süddeutſchlandreiſe befindet. Außerdem wurde der
SS. Heſſen Worms, ſowie der SC. Nikar Heidelberg eingeladen. Ob
allerdings der letztere Verein kommen kann, iſt fraglich, da Rot=Weiß
in letzter Minute ſeine Veranſtaltung wegen dem Start der Budapeſter
Waſſerballer von 6 Uhr auf 4 Uhr verlegen mußte. Das ſportliche
Programm bietet, obwohl es ſich um Jugendmannſchaften handelt, im=
merhin
zahlreiche Abwechſelung. Für gute ſportliche Leiſtung bieten
allein die Magdeburger ſichere Gewähr. Außer den Waſſerballſpielen
tritt Rot=Weiß gegen die Magdeburger in einer 10mal 50 Meter Jugend=
freiſtilſtaffel
und einer 4mal 50 Meter Knabenfreiſtilſtaffel an. In An=
betracht
deſſen, daß die Teilnehmer ſchon allein in den Waſſerballſpielen
ſtark in Anſpruch genommen ſind, wurden die Staffeln auf die kurze
50 Meter=Strecke feſtgeſetzt. Da es ſich um eine Jugend= und um eine
Werbeveranſtaltung handelt, iſt der Eintritt frei, ſo daß zu hoffen iſt,
daß insbeſondere die Jugend ſich nicht entgehen läßt, eine der beſten
Jugendmannſchaften Deutſchlands am Start zu ſehen.

In einem weiteren Vorrundenſpiel um die Deutſche Waſſerball=
weiſterſchaft
ſchlugen Schwimmſportfreunde Barmen Düſſeldorf 99 5:2.
Loni Seiderer, der bekannte Internatonale der Sp.Vg. Fürth hat
beif einem Motorradunfall einen Mippenbruch und Quetzſchungen erlitten.

Geſchäftliches.
Auch aus dem henutigen Inſerat der Fivma Schuhhaus Baar,
Dammſtadr, Markt 12, iſt zu erſehen, daß die Girma tatſächlich billig
verkquft, ſſo daß es für jeden Käufer vorteilhaft iſt, ſeinen Bedarf
dort einzudeiken.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Freitag, 5. Juli. 12.15: Schallplatten. 15.05: Mittelſchul=
rertor
Rößler: Kehricht und Spülicht. O 15.35: Gemüſe= und Obſt=
preiſe
der Frankfurter Markthalle. O 16.35: Hausfrauen=Nachmittag.
Veranſtaltet vom Frankfurter Hausfrauen=Verein. Wochenſchau und
Vereinsmitteilungen. Kochtante: Sommerliche Vorſpeiſen. Ada
Köhnlein: Der Sommergarten. o 17.35: Stuttgart: Konzert des
Funkorch. O 18.30: Stunde des Südweſtdeutſchen Radioklubs.
O 18.50: Prof. Schultz: Neue Sachlichkeit in jüngſter deutſcher Lyrik.
O 19.10: Stenographiſcher Fortbildungskurſus. 19.30: Fort=
ſchritte
in Wiſſchenſchaft und Technik. O 19.50: Film=Wochenſchau.
O 20: Stuttgart: Lübecker Totentanz. Rundfunk=Kompoſition von
Herm. Reutter. Perſ.: Der Tod; die Edelfrau; die Jungfrau; die
ſieche Maid; die Mutter; der König; der Kloſterbruder; der Bauer;
der Landsknecht. Kammerorch, des Philharmon. Orch. Stuttgart.
Dirig.: E. Kahn. O 20.25: Das Käthchen von Heilbronn oder Die
Feuerprobe. Großes hiſtoriſches Ritterſchauſpiel in fünf Aufzügen von
H. v. Kleiſt. Muſik von C. M. von Weber. Perſ.: Der Kaiſer;
Friedrich Wetter, Graf vom Strahl; Gräfin Helena, ſeine Mutter;
Eleonore ihre Nichte; Ritter Flammberg, des Grafen Vaſall;
Gottſchalk, ſein Knecht; Brigitte, Haushälterin im gräflichen Schloß;
Kunigunde v. Thurneck; Roſalie, ihre Kammerzofe; Theobald Friede=
born
, Waffenſchmied aus Heilbronn; Käthchen, ſeine Tochter; Gott=
fried
Friedeborn, ihr Bräutigam; Maximilian, Burggraf von Frei=
burg
; Georg von Waldſtätten, ſein Freund; der Rheingraf vom
Stein, Verlobter Kunigundens; ſeine Freunde: Friedrich von Herrn=
ſtadt
und Eginhardt von der Wart; Räte des Kaiſers und Richter
des heimlichen Gerichts: Graf Otto von der Flühe, Wenzel von
Nachtheim, Hans von Bärenklau; Jaocb Pech, ein Gaſtwirt; Kuni=
gundens
alte Tanten; ein Köhlerjunge; ein Nachtwächter; mehrere
Ritter; ein Herold, zwei Köhler, Bediente, Boten, Häſcher, Knechte.
Volk. Die Handlung ſpielt in Schwaben. Spielleitung: C. Stueber.
Muſikal. Leitung: Kapellm. Merten. O 0.30: Nur Kaſſel: Nacht=
konzert
. Werke von Richard Strauß. Leitung: Kapellm. E. Bodart,
Mitw.; Kammermuſiker Fechner (Waldhorn).
Königswuſterbauſen.
Deutſche Welle. Freitag, 5. Juli. 10: P. Matzdorf: Heimat=
bewegung
, Heimatforſchung, Heimatmuſeen. o 12: Schallplatten.
O 15: Dr. Kayſer: Nutzen und Schaden des Badens im Freien.
O 15.40: Urſula Scherz: Wie ſich Frauen erholen. O 16: Garten=
ſchulleiter
Hühne: Die unterrichtliche Aufgabe der Gartenarbeitsſchule.
O 16.30: Muſikverſtehen. Prof. Dr. Mersmann: Einführung in
Sonate und Sinfonie. O 17: Leipzig: Unterhaltungskonzert. Nordiſche
Muſik. Neues Dresdener Kammerorch. O 18: Dr. Grotkopp: Er=
obert
Amerika mit ſeinen Fertigwaren den Weltmarkt? o 18.30:
Gymnaſialdir. Menge: Wanderungen durch den Harz. e 18.55:
Prof. Dr. Krauſe: Blumen und Inſekten. O 19.20: Wiſſenſchaftl.
Vortrag für Aenzte. 20: Stuttgart: Lübecker Totentanz.
Rundfunk=Kompoſition von Herm. Reutter. O 20.30: Berli: Abend=
Unterhaltung. Mitw.: Dr. Fortner, Marg. Roll (Sopran) Erna
Klem (Flügel). Adolf Becker=Orcheſter, Leitung: Obermuſikmeiſter
a. D. Becker. O Danach: Bildfunk.

Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Polkilk und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feullleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
ür den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: J. V.: Dr. Eugen Buhlmann;
für Die Gegenwart: Dr. Herbert Neite; für, den Inſeratentell: Willy Kuhls
Druck und Verlag: L. C. Wittich ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nich t übernommen.

Die heutige Nummer hat 18 Seiten.

[ ][  ][ ]

* Produkkion und Abſah von Perſonenkrafkwagen.
Wie Produktion und Abſatz von Perſonenkraftwagen der deutſchen
Fabriken ſih in der Zeit vom Januar 1928 bis April 1929 entwickelt
haben, zeigt auf Grund der Mitteilungen des Reichsverbandes der
Automobilinduſtrie das folgende Schaubild. Der Monatsdurchſchnitt
1928 iſt gleich 100 geſetzt.

Der Höhepunkt von Erzeugung und Abſatz der Perſonenkraftwagen
liegt im Frühjahr eines jeden Jahres. Der Abſatz der Händler lag
beſonders im Februar dieſes Jahres außergewöhnlich frill. Im April
und Mai kam das Saiſongeſchäft kräftig zur Entwicklung. Nach vor=
läufigen
Meldungen aus Händlerkreiſen lag der Mai= und Juniabſatz
im ganzen über Vorjahrshöhe.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
4,8 Milliarden Städte=Schulden. Nach den vom Deutſchen Städte=
tag
herausgegebenen Statiſtiſchen Vierteljahresberichten wurden von den
Städten mit mehr als 25000 Einwohnern im erſten Vierteljahr 1929
447,8 Mill. RM., hiervon 381,9 Mill. RM. im Inland, und im ganzen
Rechnungsjahr 1928/29 1329,7 Mill. RM., davon 1042,4 Mill. RM.
im Inland, an langfriſtigen Krediten aufgenommen. Die kurzfriſtige
Verſchuldung erhöhte ſich um 35,4 Mill. RM. Die langfriſtige Verſchul=
dung
erhöhte ſich um 35,4 Mill. RM. Die langfriſtige Verſchuldung der
von der Statiſtik erfaßten Städte betrug am 31. März d. J. 3291 Mill.
RM., wovon 2410 Mill. RM. auf das Inland entfallen. Die kurz=
friſtigen
Kredite ſtellen ſich auf 823,8 Mill. RM. und die Altſchuld auf
681,2 Mill. RM. Die geſamte Verſchuldung dieſer Städte am 31. März
d. J. betrug ſomit rund 4,8 Milliarden Reichsmark.
Heraufſetzung des Zuckerkontingents für Europa. Die Vertreter
ſämtlicher Zuckerproduzenten der Welt ſind in Brüſſel zuſammengetre=
ten
, um das neue Zuckerproduktionskontingent feſtzuſetzen. Nach dem
Antwerpener Blatt Neptune werden die europäiſchen Länder ein
Kontingent von 1 757 Millionen Tonnen fordern, d. h. 250 000 Tonnen
mehr als 1928 auf der Antwerpener Konferenz angenommen worden war.
Neuer Schiedsſpruch in der ſchleſiſchen Textilinduſtrie. Im Lohn=
ſtreit
in der ſchleſiſchen Textilinduſtrie hat am 3. und 4. Juli unter dem
Vorſitz des Vorſitzenden des Landesarbeitsamtes Heſſen, Dr. Engler,
ein neues Schlichtungsverfahren ſtattgefunden. Da eine Einigung der
Parteien wiederum nicht zu erzielen war, bildete der Vorſitzende eine
Schlichterkammer, die gegen 1 Uhr nachts einen Schiedsſpruch fällte;
er ſieht eine ſofortige Erhöhung der Ecklöhne auf 58 und 69 und vom
1. April 1930 ab eine ſolche auf 60 und 61 Pfg. vor. Die Akkordſtück=
ſätze
ſollen ſich ſofort um 4 v. H. und vom 1. April 1930 ab um wei=
tere
drei v. H. erhöhen. Die Vertragsdauer ſoll ſich bis zum 31. März
1931 erſtrecken.
Ah. G.V. der Weinbrennerei Scharlachberg A.G. Am Dienstag
fand die Generalverſammlung der Weinbrennere: Scharlachberg A. G.,
Bingen a. Rh., ſtatt. Es waren von 1 260 000 Mk. Aktienkapital nom.
1 146 300 Mk. Stammaktien vertreten. Einſtimmig fand der vorgelegte
Abſchluß für das Geſchäftsjahr 1928 Genehmigung. Beſchloſſen wurde,
aus dem Reingewinn eine Dividende von 8 Prozent auszuſchüitten;
ferner werden 201 326 Mk. auf neue Rechnung vorgetragen. Die aus
dem Aufſichtsrat ausſcheidenden Herren H. Gerhardt=Rüdesheim und
Konſul Butz=Rüdesheim wurden wiedergewählt. Ueber das laufende
Geſchäftsjahr wurde mitgeteilt, daß die erſten Monate infolge der be=
vorſtehenden
Steuererhöhung und der hierdurch veranlaßten Eindek=
kungskäufe
bedeutende Umſätze brachten, daß aber nach eingetretener
Erhöhung der erwartete Rückſchlag nicht ausgeblieben iſt.
Sehr guter Auftragseingang Frankfurter Maſchinenbau vorm.
Pokorny u. Wittekind A.G. Wie wir von der Verwalvung erfahren,
waren die erſten drei Monate des neuen Geſchäftsjahres 1929 durch die
allgemeine Konjunktur nicht gut, ſodann trat aber, wie ſchon in der
GV. berichtet, eine günſtige Geſchäftsbelebung ein. Die Monate April,
Mai und Juni entwickelten ſich derart, daß dieſe Zeit jeweils Rekord=
monate
darſtellen. Es liegen noch für wehrere Monate gute Aufträge,
beſonders in Großmaſchinen (Objekte von 100 000 bis 250 000 RMt.), im
Aluftrage für die Schwerinduſtrie, die chemiſche Induſtrie, für die Fern=
gasverſorgung
vor. Auch das Auslandsgeſchäft iſt hier beſonders gut.
Amerikaniſche Beteiligung bei Raab=Katzenſtein. Wie wir erfahren,
iſt zwiſchen den Raab=Katzenſtein Flugzeugwerken G. m. b. H. und dem
amerikaniſchen Air Truſt in New York eine vertragliche Vereinbarung
dahin getroffen worden, daß die amerikaniſche Geſellſchaft 19 Prozent
der Geſchäftsanteile der Raab=Katzenſtein Flugzeugwerke G. m. b. H.
erhält und ſämtliche Lizenzen der Kaſſeler Firma für Nord= und Süd=
amerika
übernimmt. Raab=Katzenſtein erhält als Gegenleiſtung für die
Hergabe der Lizenzen außer einer entſprechenden Barentſchädigung
7 Prozent Geſchäftsanteile der mit einem Kapital von 2 Mill. RM.
arbeitenden amerikaniſchen Geſellſchaft. Der Air Truſt, der das An=
und Abzahlungsſyſtem einführen hill, hat die vollkommene Umorgani=
ſation
des Kaſſeler Betriebes verlangt, ſo daß die notwendig werden=
den
Einſchränkungen wahrſcheinlich Arbeiterentlaſſungen nach ſich ziehen
werden. Die amerikaniſche Fabrik wird ſämtliche Flugzeugtypen von
Raab=Katzenſtein herſtellen.
Broduktenberichke.
Mannheimer Produktenbericht vom 4. Juli. Infolge der fortgeſetzt
erhöhten Offerten von den überſeeiſchen Getreidemärkten verkehrte die
Börſe in feſter Haltung. Im nichtoffiziellen Verkehr nannte man gegen
12,30 Uhr in Reichsmark per 100 Kilogramm, waggonfrei Mannheim:
Weizen, ausländiſchen, mit 27,50 bis 30,00; Roggen, hierländiſchen, mit
24,25; Roggen, ausländiſchen, mit 25,25; Hafer, hierländiſchen, mit
23,75 bis 24,00; Hafer, ausländiſchen, mit 21,75 bis 23,00; Braugerſte
geſtrichen; Futtergerſte mit 20,50 bis 21,00; Mais mit Sack 22,00; ſüd=
deutſches
Weizenmehl, Spezial Null mit 37,50; Auszugsmehl mit 41,50;
Weizenbrotmehl mit 31,50; ſüddeutſches Roggenmehl mit 33,00 bis
35,00; Weizenkleie mit 11,25, und Biertreber mit Sack mit 17,0018,00.
Frankfurter Produktenbericht vom 4. Juli. Auch heute war die
Tendenz am Produktenmarkt ſehr feſt; die ſprunghaften Steigerungen
an den ausländiſchen Märkten ſtimmte hauſſierend. Intereſſe beſtand
vor allem wieder für Brotgetreide und beſonders für Mehle. Das Ge=
ſchäft
war aber nur in den genannten Sorten lebhafter. Das Angebot
von Ware wurde wieder geringer. Die Preiſe wurden wie folgt feſt=
geſetzt
: Weizen 26, Roggen 24, Hafer inländ. 23,25, Mais für Futter=
zwecke
22, Weizenmehl ſüdd. 37,5037,75, niederrhein. 37,5037,75, Rog=
genmehl
32,5033, Weizenkleie 12,2512,75, Roggenkleie 13.
Berliner Produktenbericht vom 4. Juli. Die erwartete Reaktion
auf die letzttägigen ſprunghaften Preisſteigerungen am Produktenmaukt
iſt eingetreten. Bereits in den geſtrigen Abendſtunden hatte ſich auf
Grund reichlicheren Inlandsangebotes eine ſchwächere Stimmung be=
znerkbar
gemacht, der jedoch infolge der ſtrammen Schlußmeldungen
von Ueberſee heute vormittag eine Erholung folgte. Zu Börſenbeginn
ſetzten im handelsrechtlichen Lieferungsgeſchäft umfangreiche Realiſatio=
nen
ein, die das Preisniveau für beide Brotgetreidearten in den ſpäte=
ren
Sichten bis um 5½ Mauk drückten. Juliweizen= und Raggenwaren
bei Preiseinbußen von 3 bzw. 1 Mark verhältnismäßig beſſer gehalten.
Vom Inlande iſt Brotgetreide und ebenſo Hafer, wenn auch zu hohen
Forderungen ſtärker als in den letzten Tagen offeriert. Auch in Brot=
getreide
neuer Ermte kommt mehr Angebot heraus. Die erzielbaren
Preiſe liegen jedoc beträcktiich unter den Forderungen. Für Aus=
landsweizen
zeigte ſich auf Baſis der von Nordamerika ſtärker als von
Süidamerika erhöhten Cifofferten heute keine Kaufluſt. Das Mehl=

geſchäft hält ſich weiter in engen Grenzen. Für Roggenmehl belunden
die Mühlen bei unveränderten Py=iſen etwas ſtärkere Verkaufsluſt.
Hafer ausreichend angeboten, Abſchlüſſe ſcheitern zumeiſt an den hohen
Forderungen. Gerſte in unveränderter Marktlage.

Frankfurt a. M., 4. Juli.

Die Börſe eröffnete zwar allgemein etwas freundlicher, bevorzugte
aber nur in erſter Linie den Montan= und vereinzelt den Elektromarkt,
während die übrigen Märkte noch immer außerordentlich ſtill liegen.
Für die Geſamtſtimmung iſt der ſtarke Rückgang des New Yorker Tages=
geldſatzes
mit der Erwartung einer evtl. Diskontermäßigung in New
York maßgebend. Andererſeits glaubt man auch, daß London ſeine
Diskontrate underändert beläßt, da die letzten Goldverkäufe zu nicht
erhöhten Kurſen abgegeben wurden. Die Geldſituation wird gleichfalls
etwas günſtiger beurteilt. Für Montanwerte erwartet man Vorteile
aus den vereinzelten Subventionsabſchlägen für engliſche Kohlenreviere.
Die deutſchen Marktberichte ſelbſt lauten zufriedenſtellend. Es gewannen
Gelſenkirchen 3, Harpener 2,5, Mannesmann 2,5, Rheinſtahl 2,5, Phö=
nix
2,25. Am Elektromarkt beſonders AEG. lebhaft und 3,5 Prozent
höher. Daneben Bergmann um 5, Lichr u. Kraft 2, Geſ. für El. 1,5,
Siemens 2,75, Rheinelektra 2 Prozent höher. Bemerkenswert iſt der
anhaltende Kursdruck am Chemiemarkt, wo die Farbenaktien 12/, Proz.
ſchwächer eröffneten und ſich auch im Verlaufe nicht erholten. Aütgers
I. Prozent niedriger, nur Erdöl 2 Prozent höher. Zellſtoff Aſchaffen=
burg
auf Vorverkäufe zu dem heute erſtmals amtlich notierten Bezugs=
recht
nochmals 4,5 Prozent ſchwächer, alſo gegen die geſtrige Mittags=
börſe
insgeſamt 10 Prozent niedriger. Am variablen Markt Reichs=
bankanteile
leicht erhöht. Hoch=Tief=Aktien erneut 0,75, Frankfurter
Maſchinen 2,75 Prozent höher. Der Börſenverlauf blieb auf den Elek=
tro
= und Montanmarkr konzentriert. Tagesgeld 7,5 Prozent. Pfunde
Mark 20,35½, London-New York 4.84.88, Dollar-Mark 4.19.82.
Bei etwas Geſchäft und mäßigen Umſätzen tendierte die Abend=
börſe
freundlich. Montanwerte ſetzten ihre Steigerung fort. Am
Elektromarkt ergaben ſich Kursveränderungen von 0,250,5 Prozent
nach oben und unten. Die Farbenaktie konnte ſich von ihren anhalten=
den
Verluſten um 1,25 Prozent erholen. Zellſtoffwerte 1 Prozent freund=
licher
. Banken vernachläſſigt. Der Börſenverlauf war gut gehalten
Nenten und Kunſtſeidewerte umſatzlos. Von Einheitswerten ſind zu
nennen: Dresdner Bank 161,5; Buderus 76,75; Ilſe 217,5; Mannes=
mann
125; Rheinſtahl 129,5; Stahlverein 106, Nordd. Lloyd 113,5.
Berlin, 4. Juli.
Im Gegenſatz zu der freundlichen Stimmung des Vovmittagsver=
kehrs
eröffnete die heutige Börſe etwas zurückhaltender. Einige Spezial=
bewegungen
boten der Tendenz aber einen guten Rückhalt und konnten
dann ſpäter auch den übrigen Märkten eine Anregung bieten. Boſonders
für Elektwowert: lagen Auslandscufträge vor, auch Montanaktien fon=
den
heute im Zuſammenhang mit günſtigen Kohlenberichten und auf die
anhaltende Feſtigkeit der Kohleiwerte im Revier mehr Beachtung. Trotz
der wieder nen einſetzenden Goldabgaben der Bank von England ließ
dieſe heute, wie erwartet, ihren Diskont unverändert. Die erſten Kurſe
waren im allgemeinen nur behauptet. Die Umſatztätigkeit blieb, ab=
geſehen
von den Spezialbewegungen, gering. J. G. Farben hatten wieder
unter Angebot zu leiden, dagegen war am Tietzmarkt eine Beruhigung
eingetreten. Im Verlaufe zunächſt nicht ganz einheitlich, ſetzte ſich ſpäter
bei zunehmendem Geſchäft eine freundlichere Stimmung durch. Faſt
alle Marktgebiete konnten 1= bis 2pro entige Gewinne aufweiſen. An=
leihen
und Ausländer geſchäftslos. Pfandbriefe meiſt knapp gehalten.

A. E. G....
Augsb.=Nürnb. Maſch.
Baſalt .. . ..
Bergmann. .
Berl. Karlsruhe Ind.
Berl. Hand.=Geſ.
Braunkohl. Brikett=
Bremer=Wolle.
Danatbank".
Teutſche Bank.
Diskontogeſellſcha
Tresdner Bank
Maſchinenb.=Untern
Deutſche Erdöl
Deutſche Petroleum
Dynamit Nobel.
Clektr. Lieferung.
J. G. Farben.
Gelſenk. Berg.
Geſ. f. elektr. Un
Han. Maſch.=Eg.
Hanſa Dampfſch.
Hapag ..
Karpener
Semvor Zement ..

3. 7. 4. 7. 3. 1. 4. 7. 193.5 195. Hirſch Kupfer .. 132.875 133. 88. 91. Göſch Eiſen". 132. 136. 44. 46.25 Hohenlohe Werke 98.375 97. 219. 223.5 Kahla Porzellan. 78. 77.5 61. 60. Kali Aſchersleben 239.5 241. 217 218. Salzdetfurth‟ 402.5 406. 153. 156. Weſteregeln 247.5 246. 175.5 175.25 Lindes Eismaſch. 165. 165. 275. 276.25 L. Loewe & Co.. 203.5 204. 170.875 172.375 Lingel Schuh. . . . 5). 50.5 155.75 156.5 Mannesmann Röhren 121. 123.875 161. 161. Niederlauſitzer Kohle 139. 140. 50.5 51.5 Nordd. Lloyd ..... .! 112. 113.375 110.5 114.25 Orenſtein . . . . . . . . . ." 90.125 91. 59. 59. Polyphon .........! 417.5 420. 25 115. 113.625 Rütgerswerke ...... 88.5 155. 157. Sachſenwerke .. . . . ." 193. 105.5 234. 234.75 Siemens Glas...... 125.5 127. 140.5 142.5 Ver. Glanzſtoff... .! 423. 422. 218. 218.5 Ver. Stahlwerke . . . . 103.25 105.25 44. 44. Volkſtedter Porzellan 37. 155.5 156.75 Wanderer Werke. . .. 81. 81.75 121. 121.25 Wiſſner Metall . 125.25 126 25 145.
269. 149.
262.5 Wittener Gußſtahl". 51. 51.

Die 3 Kaliwerte verſtehen ſich exkl. Bezugsrecht.

Kelſingfors.. 2
Geld 7.
Brief 4. 7.
Geld/Brief Italien ......! 10.54 10.56 10.543 10.563 Wien ... 58.95 59.07 58.97/59.095 Paris ....... Prag ... 12.41 2.43 12.412 2. 432 Schweiz .. Budapeſt. 73.10 73.24 73. 12 3.26 Spanien ... Sofia .. 3.024 3.030 3.027 3.033 Danzig ......! Solland ... 168.37
111.7 68.71
111.94 168.37
111.72/111. 94 168.71 Japan . . . . . .. Lslo ....... Rio de Janeiro Kopenhagen.. 111.69 111.91 111.69111.91 Jugoſlawien. Stockholm. . . . 112.4 112.64 12.39 112.61 Portugal. . ... London......" 20.335
1.759 20.375
1.763 20.337
1.75 20.377
1.7631 Athen .......! Buenos Aires. Konſtantinopel New York.... 4. 194 4. 202 4.194 4.202 Kanada . . . . . . Belgien..... .! 58.22 58.34 58.22 58.34 Uruguay .. .. .

3.
Geld
21.941
16.40
80.655
60.22
1.867
0.4985
7.366
18.73,
5.425
2.008
4.156
4.036

z.I.
Brief Geld /Brief
21.985 21.95 21.93
16.44 116.405 16 445

80,815 80,66 80.32
80.31 60.47 60.59
81.36 81.52 181.33 181.49
1.871/ 1.8631 1.837
.4985 0.49650.498;
7.380/ 7.366/ 7.33:

18.77
5.435
2.012
4. 164

8.73 18.77
5.425/ 5.435
2.008 2.012
4.156/ 4.164

4.044 4.036/ 4.04 4

Die Berliner Metallnotierungen vom 4. Juli ſtellten ſich für Glek=
lektrolytkupfer
170,75 RM., Original Hüttewaluminium 190 RM., des=
gleichen
im Walzen oder Drahtbarren 194 MM., Reinnickel 350 GM.,
Antimon Regulus 6872 RM., Feinſilber 70,7572,50 RM.
Die Berliner Metalltermine vom 4. Juli ſtellten ſich für Kupfer:
Januar 142,50 (142,75), Februar, März 142,25 (142,50), April, Mai,
Juni 142,50 (142,75), Juli 140 (142), Auguſt 140 (142,25), Septembar
141 (142,25), Oktober 142 (142,75), November 142,25 (141,75), Dezember
141,50 (142,50). Tendenz: ſtetüig. Für Blef: Januar, Februar, März,
April 45,25 (45,75), Mai 45,50 (45,75), Juli 45 (45,75), Auguſt 44,25
44,25), September 45 (45,25), Oktober 45,50 (45,50) Tendenz: feſter.
Für Zink: Januar, Februar, März, April, Mai 48.50 (50), Juni,
Juli, Auguſt 48 (50), September 49,25 (49,75), Oktober, November, De=
zember
48,50 (50). Tndenz: luſtlos. Die erſten Zahlen bedeuten
Geld, die im Klammern beigefügten Brief.
Diehmärkke.
Darmſtädter Viehmarkt vom 4. Juli. Aufgetrieben waren 10 Ochſen,
170 Kälber, 4 Schafe, 11 Schweine. Marktverlauf: lebhaft. Die Preiſe
ſtellten ſich für Kälber: a) 7076, b) 6369, c) 5662 Pf. pro Pfund.
Ferkelmarkt Groß=Gerau am 3. Juli 1929. Auftrieb: 239 Tiere.
Es koſteten: Ferkel 4648 Mk. pro Stüick. Marktbewegung: ausber=
kauft
. Nächſter Ferkelmarkt findet am 17. Juli 1929 ſtatt.
Mannheimer Viehmarkt vom 4. Juli. Zum heutigen Viehmarkt
waren zugefahren und wurden die 50 Kilo Lebendger
je nach Klaſſe
in Neichsmark gehandelt: 161 Kälber 5884, 18 Schafe 5658, 77
Schweine 8388, 477 Ferkel und Läufer, Ferkel bis 4 Wochen 2834,
über vier Wochen 3646, Läufer 5260, 3 Ziegen 1224. Marktvem
lauf: Mit Kälbern ruhig, langſam geräumt; mit Schweinen mittel=
mäßig
, ausverkauft; mit Ferkeln und Läufern lebhaft.
Frankfurter Viehmarkt vom 4. Juli. Aufgetrieben waren: 2 Kühe,
1082 Kälber, 126 Schafe, 1110 Schweine. Der Auftrieb war um 790
Kälber, 100 Schafe und 202 Schweine geringer als zum letzten Großvieh=
markt
. Die Preiſe gaben bei Kälbern und Schweinen 12 Mark nach.
Marktverlauf: Schweine lebhaft, geräumt, Kälber und Schafe ruhig,
ausverkauft. Preiſe pro Zentner Lebendgewicht: Kälber b) 7680,
c) 7275, d) 6079! Schafe a1) 5460, b) 4653, c) 3845; Schweine
a) , b) 8890, c) 8991, d) 8890, e) 8689. Fleiſchgroßhandelspreiſe:
Ochſenfleiſch T 95105,II 8592, Bullenfleiſch 9295, Kuhfleiſch II 60
bis 80, III 4560, Kalbfleiſch IT 100115, Schweinefleiſch 1 119115,
Gefrierfleiſch, Vorderviertel 56, Hinterwviertel 65. Geſchäftsgang lebhaft.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Die Abladungen der zum Deutſchen Kaliſyndikat gehörenden Kali=
werke
im Juli betrugen 977 229 Dz. Reinkali gegen 998 822 Doppel=
zentner
im gleichen Monat des Vorjahres. Die Abladungen in den
erſten zwei Monaten (Mai und Juni) des laufenden Düngejahres be=
trugen
1 750 161 Doppelzentner Reinkali gegen 1 636 482 Doppelzentner
in den erſten zwei Monaten des Düngejahres 1928/29.
Die Süddeutſche Zinkblechhändlervereinigung, Sitz Frankfurt am
Main, ermäßigte mit Wirkung vom 2. Juli die Preiſe für Zinkbleche
um rund 2,25 Prozent, nachdem zuletzt am 21. Juni eine Preisermäßi=
gung
um rund 1 Prozent vorgenommen wurde.
Entgegen anders lautenden Gerüchten erfahren wir, daß die Trans=
aktion
wegen des Paketes von Leonhard Tietz=Aktien perfekt iſt.
Die Waggonfabrik Wegmann u. Co., Kaſſel, iſt jetzt dem neu ge=
gründeten
Waggonverband Deuvi beigetreten, und es iſt der Ver=
waltung
gelungen, bedeutende Aufträge für die Mitropa in Berlin und
für die Berliner Hoch= und Untergrundbahn hereinzubekommen.
Die Frankfurter Herbſt=Möbelmeſſe findet programmäßig vom 22.
bis 25. September d. J. ſtatt. Sie iſt die letzte Möbelmeſſe des Jahres
1929 und bietet nochmals Gelegenheit zur Fühlungnahme mit dem ge=
ſamten
Möbelhandel im Süden und Südweſten des Reiches.
Der Abfchluß von Verhandlungen zur ſyndikatsmäßigen Zuſammen=
faſſung
der geſamten Ziegeleiinduſtrie Rheinlands, Weſtfalens, Süd=
deutſchlands
und Oberbayerns iſt praktiſch erreicht. Das Weſtdeutſche
Ziegelſyndikat mit dem Sitze in Köln iſt gegründet worden. Es wird
als Dachorganiſation die geſamten bereits gegründeten und noch zu er=
richtenden
Ortsſyndikate umfaſſen.
Am 9. Juli findet in Stuttgart ein Weltkongreß der Diamanten=
Induſtrie ſtatt, der ſich u. a. mit der Frage der Errichtung von Dia=
mantfchleifereien
in Südafrika befaſſen wird.
Ein Bankenkonſortium unter Führung der Sächſiſchen Staatsbank
und der Seehandlung begibt für das ſächſiſche Finanzminiſterium einen
Betrag bis zu 20 Mill. RM. 8prozentige Schatzanweiſungen. Ein Teil
war davon zum Umtauſch der am 1. Juli 1929 fälligen 7prozentigen
Sächſiſchen Schatzanweiſungs=Anleihe von 1926 Reihe 1 beſtimmt. Der
Neſt iſt nunmehr zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt,
In Amſterdam werden Beſprechungen zwiſchen Vertretern der
mitteleuropäiſchen Zuckerinduſtrie und den kubaniſchen Zuckererzeugern
einerſeits und Vertretern des holländiſch=javaniſchen Zuckerſyndikats an=
dererſeits
zum Zwecke der Begründung einer alle zuckererzeugenden
Länder umfaſſenden Zuckerkonvention beginnen. Dieſe Beſprechungen
ſtehen im engen Zuſammenhang mit der zurzeit in Brüſſel tagenden
internationalen Zuckerkonferenz.
Der Beſuch des Gouverneurs der Bank von England, Montagu
Norman, wird nach New Yorker Meldungen nur von kurzer Dauer
ſein. Während ſeines Aufenthalts in Amerika wird er mit Vertretern
der Federal Reſerve=Banken über internationale Bankfragen verhandeln.
Zwiſchen England und der Türkei wurde ein Handelsproviſorium
vom engliſchen Botſchafter und dem türkiſchen Außenminiſter unterzeich=
net
. Der neue Modus videndi ſoll am 6. Auguſt in Kraft treten und
ſo lange in Gültigkeit bleiben, bis der Abſchluß eines endgültigen
Handelsvertrages zuſtande kommt.

2 Dtſche. Reichs=l
anl. v. 27....."
6% Baden Frei=
ſtaat
v. 27.....
6% Bahern Frei=
ſtagt
v. 27 .....
%6 Heſſen Volks=
ſtaat
v. 28....."
6% Preuß. Staats=
anl
. v. 28.... ..
6% Sachſen Frei=
ſtaat
v. 27.....
7%0 ThüringerFrei=
ſtaat
v. 27.....

Dtſche. Anl. Auslo=
jungsſch
. + */
Ablöſungsanl. . .
Dtſche. Anl. Ablö=
ungsſch
. (Neub.

Dtſche. Schutzge=
bietsanleihe
. . .."

% Bad.=Bad. v. 26
(% Berlin v. 24...
8% Darmſtadt v. 26
v. 28
8
7% Frkf. a. M. v. 26
8% Mainz v. 26..
8% Mannh. v. 26.
8% Nürnberg v. 26
Ti. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
* Ausl. Ser. 1
Ser.II
6% Beil. Shp.=Bt.
8% Frkf. Hhv.Bk.
4½%, -Lia. Pfhr.
8
TfbrBk..
4½%., Lig. Pfbr.

Frankfurter Kursbericht vom 4. Juli 1929.

BI25
74.25
77
87.5
91.4
8C.25
50.90
10.30
5.15

S7.5
87.5
84

50
64.25
97
97
75.15
O7
79

8½ Heſſ. Landesbk.
4½½ Heſſ. 26s. Hp.
Bk.=Ligid. Pfbr..
8% Kom. Landes=
bank
Darmſtadt.
3% Mein. Hyp. Bk.
4½% Lig. Pfbr.
8% Pfälz. Hyp.Bk.
8% Preuß. Ztr.-
Stadtſchaft. .
3½ Rhein. Hyp.=Bk
4½% Lig.Pfbr.
8% Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit .....
8% Südd. Bod.-
Cred.=Bank ....
8% Württ. Hyp.=B.

6% Daimler Benz
von 27........"
80 Klöckner=Werle
Berlin v. 26....
7% Mainlrw.v. 26.
7% Ver. Stahlwke
mit Opt. v. 26..
8% BoigtckHäffner
von 26 ........"

J. G. Farben Bonds
28..........

5 % Bosn. L. E. B.
v. 1914 ........
4:/.%0 Oſt. Schatz=
anw
. v. 1914 ...
4% Oſt. Goldrente
4:/,% Rum. Gold
von 1913 ......
4% Türk. Admin.
4½ 1.Badgad
4% Zollanl.
41,3 Ungarn 1913

96.90
84.5

93.5
82.5
97
74.25
97
95.5
97
79.25
96.5
97.5
97.25
72
89.5
80.5
83
91

125
33.5
34.25

7.75

U/.% Ungarn 1914/ 24.5
Goldr.. 22.90
4%

Aktien.
Allg. Dt. Creditanſt.
Bk. f. Brauinduſtr.
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank ...
Eff.=u. Wechſel=
bank"
.
Vereinsbank
Diskonto=Geſeliſch.
Dresdener Bank ..
Frankf. Bank. . ..
Hyp.=Bk..
Pfdbr.=Bk..
Gotha. Grundtr. B
Mein. Hyp.=Bank
Mitteld. Crebitbk..
Nürnb. Vereinsbr.
Oſt. Treditanſtalt.
Pfälz. Hyp.=Bank.
Reichsbank=Ant. . .
Rhein. Creditbr. . .
Hyp.=Bank ...
Südd. Bod.-Tr. Bk.
Wiener Banwerein

A..=G. f. Verkehrsw
Dt. Eiſenb.=Geſ...
72 Dt. Reichsbahn
Vorzge. ......."

Hapag ..
Nordo. Lloyd ....
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ.

Accum. Berlin. . . .
Adlerw. (v. Kleher)
8% AEG. Vorzu
57

126.5
161
183.5
276.25
172
126.75
156
180.5
104
139.25
141
1.30.5
130.5

30.80
36
330
122
151
162
13

153
88
121
112.5
4.10
116

51.75
93
95

UEG. Stamm. . . /197),
Baſt Nürnberg.
Bergm. El. Werke
BroſvnBroverickCie/137
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Buderus Eiſen .../ 76.5
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Daimler=Benz ... .! 58.5
Dt. Atl.=Telegr.. . .
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Linoleumwerk
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Elektr. Licht u. Kraft/215
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Ettlinger Spinnerei
J. G. Furbenindſtr
Feinmech. (Fetter).
Felt. & Guilleaum./133
Frift. Gas .......
Hof .........
Geiling & Cie ...."
Gelſenk. Bergwer//142
Geſ. f .elektr. Un=
ternehmungen
..
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen/ 73.5
Grün & Bulfinger .
daſenmühle Frkft. 1130
Hammerſen (O3n. /123.75
Harpener Bergbau/1 48.75
Henninger, gempf.
Hilpert Armaturfb./ 95
Hindrichs=Aufferm.
Hirch kupfer ... . 133.

221
179
65
115
113
160
315.5
30.
215
234
86.5
123
71.5
40.5
230
73.10
180
172

Hochtief Eſſen ...."
Holzmann, Phil. . . 1111
Holzverk.=Induſtrie
zlſe Bergb. Stamm
Genüſſe
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Kali Aſchers eben.
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Kammgarnſpinn ./150
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Klöcknerwerke .. . .
Kraftw. Alt=Württ.
Lahmeyer & Co.../168.5
Lech, Augsburg ...
Löwenbr. Münch..
Lüdenſcheid Metall
Butz Gebr. Darmſt.
Mainkr.=W. Höchſt.
Mainz. Akt.=Br.. . .
Mannesm. Röhren
Mansfeld. Bergb.,
Mars=Werſe ....."
Metallgeſ. Frankft.
Miag. Mühlenbau.
MontecatiniMailo.
Motorenfb. Darmſt.
Reckarſ. Fahrzeug..
Nicolay, Hofbr. ...
Oberbedari .. . .
Oſterr. Alpine Mo.
Otavi Minen ....

104.75
90,
214
120
69
405
246
130.5
95
83
286
85
16
108
230
123.5
140
77
126.75

Beters Union Frlf
Phönis Bergbau.
Reiniger, Gebb...
R). Braunkohlen
Elektr. Stamm
Stahlwerke . . .
Riebeck Montan ..
Roeder 8b. Darmſt

53

84

69.75
121
99.25
105
294
152
115

Rütgerswerke ....
Sachtleben A. G...
Schöfferhof=Bind..
Schramm Lackfabr. 103
Schriftg. Stempel".
Schuckert Elektr. . . 1238
Schwarz Storchen.
Siem Glasinduſtr.
Siemens & Halste.
Strohſtoff. Ver. .
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Thür. Lief.=Geſ..
Tucher=Brauerei..
Unterfr. Krs.= Elel=
tr
.=Verſ. ......"
Beithwerke ....."
Ver. f. Chem. Ind.
Gummifabrik
Berlin=Frankf
Laurahütte
Stahlwerle ..
Ultramarin.
Zelliſt. Berlin.
Vogtländ. Maſchin
Voigt & Haeffner..
Wayß & Freytag..
Wege lin Rußfabrit
Werger Brauerei..
Zellſtoff. Aſchaffbg.
Memel. . . . .
Waldho ..."

87
193
303
122.5
164
395
82
148.5
412.5
102.5

Alltanz u. Stuttg.
Verſicherung .. .
Frkft. Allg. Verſ.=G
Frankona Rück= u.
Mitv. . . . . . ..
Manx h. Berſich. 125

102
79.5
81.5
71.25
105
150
109
220
102:½
117
200
167.75
150
250

234
892

[ ][  ][ ]

AKTIEN-GES

LEONMARD

Nummer 184

Freitag, den 5. Juli 1929

Geite 13

din sraran der Nagt.

Roman von Max Brand.
Deutſche Rechte bei Th. Knaur Nachf., Berlin W. 50.
(Nachdruck verboten.)

Es iſt mir einfach vollſtändig unbegreiflich ſeufzte der
Doktor. Geſtern nacht noch habe ich miterlebt, wie Sie in den
brennenden Schuppen geſtürzt ſind, um für dieſen Mann den
Rückweg offen zu halten. Und ich habe erlebt, wie Sie ſich in
den Sattel geſetzt haben und Ihr Leben aufs Spiel geſetzt haben,
1si Dan Barry hierher zurückzubringen. Das beweiſt doch ge=
wiß
, daß zwiſchen Ihnen und ihm eine tiefe Freundſchaft beſteht.
Buck Daniels lachte ein unerfreuliches Lachen, legte ſeine
rieſie Tatze auf Doktor Byrnes Schulter und antwortete: Wenn
das die einzigen Freundſchaftsbeweiſe wären, Doc, dann wär
mir’s nicht ſo zumut, wie mir’s jetzt iſt. Freundſchaftsbeweiſe?
Dan Barry hat mich vom vom Galgen gerettet, und er hat mich
vor Jim Silents Revolver gerettet. Er hat mich aus einem ver=
kommenen
Leben herausgeholt und hat einen Kerl aus mir ge=
macht
, den anſtändigen Leuten gerade ins Geſicht ſehen kann.
Er hielt inne, es ſchien ihm ein harter Brocken in die Kehle
geraten zu ſein. In des Doktors überanſtrengten Augen däm=
merte
ein erſtes Licht des Verſtändniſſes auf.
Mann, fuhr Buck Daniels fort, was man ſo die feineren
Gefühle nennt, das iſt nichts für mich. Ich bin großgezogen
worden, um mich zu wehren, ich bin großgezogen worden als
einer, der hart reiten und verdammt viel Staub ſchlucken muß.
Ich bin mit Whisky und mit Haß großgepäppelt worden. Und
dann bin ich eines Tages auf Dan Barry geſtoßen und hör, ine
Stimme, die ſanfter iſt wie ine Mädchenſtimme und ſeh’ zum
erſtenmal in Augen, die mich nicht mit Mißtrauen anſtarren.
Mich, Mann, ausgerechnet mich, der ich mich in der Nacht bei
ihm eingeſchlichen hatte und drauf und dran war, ihn im Schlaf
um die Ecke zu bringen weil mein Chef mir’s aufgetragen
hatte. Sehn Sie, Mann, das war der Dan Barry, den ich zu=
erſt
kennengelernt hab‟. Er gibt mir die Hand und ſchaut mich an
wie einer, der mir traut, und wie er wieder weg war, da ſetz
ich mich hin und nehm’ den Kopf zwiſchen die Fäuſte und denk
reineweg, mir ſoll das Herz im Bruſtkaſten zerſpringen. 18 war
juſt, Mann, als hätt’ auf einmal der Wind die Wolken von der
Sonne gejagt und ich ſeh’ ihr Licht zum erſtenmal. Damals hab‟
ich geſchworen, daß ich ihm’s vergelten will, wenn die Zeit ge=
kommen
iſt. Jeden Cent, den er an mich verſchwendet hat, ſollt:
er in Gold wiederkriegen. Bis ans Ende der Welt würd’ ich
ihm nachrennen, um zu tun, was er mich heißt.
Seine Stimme verſagte.
O Doc! Dageſeſſen hab’ ich und hab' geheult, und mir
war’s da drin, als wär’ ich ein neuer Menſch geworden. Und
ich hab mich keinen Augenblick geſchämt, daß ich geheult hab‟. Das
hat Dan Barry für mich getan. Und ich hab’s ihm vergolten,
ſoweit’s ging. Ich hab' Kate Cumberland kennengelernt, und
ſie war für mich unter dem Weibervolk, was Dan Barry in meinen

Augen unter den Männern war. Ich ſchäm’ mich nicht, Mann,
das laut herauszuſagen. Geliebt hab’ ich ſie, Mann, bis ich dachte,
in mir iſt alles zu Aſche verbrannt, und ich hab’s noch nicht ein=
mal
gewagt, meine Augen zu ihr aufzuheben, denn ſie gehörte ja
zu ihm. Und dann eines Tages reitet er weg und läßt ſie hien
ſitzen. Und ich bleibe da. Mann, meinen Sie, 1s wär ein
leichtes Stück geweſen, da noch hier zu bleiben? Menſch, ich ſage
Ihnen, Menſch, Tag um Tag hab’ ich mit anhören müſſen, wie
ſie von Dan Barry ſprach und niemals auch nur ein Wört=
chen
für mich! Ja, ich mußt’ mich hinſetzen und mußte ihr Ge=
ſchichten
von Dan Barry erzählen, und was er alles zu tun
pflegte, und ſie ſaß bloß da und ſtarrte irgendwohin Meilen
war ſie da von mir weg. Und da ſitz’ ich und ſehne mich nach
einem Blick von ihr, ſo wild, wie ein verdurſtender Hund ſich nach
Waſſer ſehnt. Und ſchließlich ſetz’ ich mich auf meinen Gaul, um
Kates willen und um ihres Vaters willen, und reit’ nach dem
Süden hinunter meinen Sie, ich hätt’ auch nur einen Funken
von Freundlichkeit in Dans Augen geſehn, wie ich plötzlich vor
ihm ſtand? Vergeſſen hatte er mich, Mann! Selbſt ein Gaul,

Man iſt nur ſo alt, wie man ausſteht,
deshalb benutze man das weltberühmte Exlepäng. Gibt grauen
Haaren die Jugendfarbe wieder. Färbt nach und nach. Vollſtändig
unſchädlich. Seit 30 Jahren Weltruf. Von tauſenden Aerzten, Pro=
feſſoren
uſw gebraucht und empfohlen. Preis Mk. 7.. Für
ſchwarze Haare Extra ſtark Mk. 12 . Erhältlich in Parfüm., Fri=
ſeurgeſch
., Drog. uſw. Wo nicht zu haben Parfümeriefabrik Exlepäng‟,
nur Berlin SO. 131, Muskauerſtraße 9.
(1V.3365
eine dumme Kreatur, vergißt ſeinen früheren Herrn nicht. Aber
er hatte mich vergeſſen. Nach ein paar Monaten ſchon! Nach
all dem, was zwiſchen uns geweſen war! Und noch nicht einmal
Kate bedeutete ihm mehr was. Nichts war ſie für ihn. Und trotz=
dem
bin ich bei meinem Plan geblieben und hab' ihn zurück=
gebracht
. Ich mußt’ ihm ins Geſicht ſchlagen, damit mir’s ge=
lingt
, aber weiß Gott, ich hab' ihm nichts Uebles dabei gewollt.
Gott weiß, daß ich ihm nicht übelgeſinnt war. Und dann bin
ich neulich mitten ins Feuer hinein und hab' mich gegen die
Wand geſtemmt, daß ſie nicht fällt und ihm den Weg verlegt.
Sie wiſſen, wie’s ausgegangen iſt. Wie ich wieder herauskomm,
blind und dreiviertel tot und kann mich kaum noch auf den Füßen
halten, da ſtarrt er mich an und greift ſich ans Geſicht, wo meine
Hand ihn getroffen hatte, und das niederträchtige gelbe Glitzern
kommt in ſeine Augen. Da bin ich auf mein Zimmer hinauf
und hab’s mit mir ausgefochten. Und jetzt will ich Ihnen ſagen,
Mann, was dabei herausgekommen iſt. Wenn ich hierbleibe,
wenn ich bloß noch einmal ſehe, wie’s ihm gelb in die Augen
ſchießt, dann braucht keiner mehr lang zu warten dann iſt’s
ſo weit, daß wir aufm Fleck da unſere Rechnung miteinander
ausmachen, Mann, und bin ich vielleicht ein Hund, daß ich mich
hier in den Ecken herumdrücken ſoll und zuſammenfahren und
ſpringen, wenn er mich ruft?
Mein lieber, guter mein lieber, guter Miſter Daniels,
rief der entſetzte Doktor, Sie faſſen die Sache ſicher ganz falſch

auf. Er würde ſich doch nicht etwa hinreißen laſſen, auf Sie
loszugehen.
Er nicht auf mich losgehen? Bah! Wenn er in Menſch
wär, freilich, dann nicht, aber ich ſag Ihnen, Doc das iſt kein
Mann. Der iſt, was die Kanaken oben im Norden einen Wey=
wolf
nennen. Es iſt keine Gnade und kein Erbarmen in ihm, und
es macht ihm nichts, Blut zu vergießen. Es wäre beſſer für die
Welt, wenn ſie ihn los würde.
Er brach ab. Ein Schauder überlief ihn. Doc, ſagte er
gedämpft und mit einer Art feierlichen Nachdrucks, vielleicht
habe ich zuviel geſagt. Sagen Sie zu Kate nichts davon, was
mich von hier wegtreibt. Laſſen Sie das Mädel den Narren=
traum
weiterträumen. Aber, Mann, hören Sie, was ich Ihnen
ſag: Wenn mir Dan Barry noch einmal über den Weg läuft,
dann iſt’s mit einem von uns beiden zu Ende im Handum=
drehen
, kann ich Ihnen ſagen. Kann ſein, ich bin’s, kann ſein,
er iſt’s. Auf alle Fälle iſt mir der Geduldsfaden geriſſen. Ich
geh von hier weg und bleib weg und wart’ ab, ob Dan Barry
vielleicht doch noch einmal zur Vernunft kommt und einſieht, was
ich für ihn getan hab‟. Das iſt alles. Ich mach’, daß ich hier
wegkomm. Auf dem Haus liegt ein Fluch, und ſein Name iſt
Dan Barry. Doc, ich geh von hier weg, Mann, weil ich immer
denk’, ich kann das Blut ſchon riechen, das hier vergoſſen werden
wird. Hier reitet der Tod ſchon auf dem Dach, und wenn der
Blitz einſchlagen würde, daß alles verbrennt, das Haus und die
Leute drinn, es wär beſſer für die ganze Gegend hierherum.
Und damit drehte er ſich auf dem Abſatz herum und ſchritt
zu den Korrals hinüber. Doktor Byrne ſtarrte ihm mit weit
aufgeriſſenen Augen nach.
Sechsundzwanzigſtes Kapitel.
Auch ein Kampf.
Hinter dem Ranchhaus ſtand ein einzelner Baum. Um ſei=
nen
Stamm hatte man eine Kette geſchlungen, die an Black
Barts Halsband befeſtigt war, und tagaus, tagein lag der rieſige
Hund im Schatten und wartete auf ſeine Geneſung. Neben ihm
ſtand ein Stuhl für Barry der hier viele Stunden des Tages
und manchmal auch einen Teil der Nacht verbrachte.
Oft ſah Kate Cumberland aus dem Schatten der Veranda
nach dem Tier hinüber. Tag um Tag hatte ſie verſucht, mit
dem Hund auf einen freundſchaftlichen Fuß zu kommen. Jedes=
mal
hatte er ſich nicht gerührt, bis ſie in Reichweite war, und
hatte ſie dann zurückgeſcheucht, indem er plötzlich ſeine mörderi=
ſchen
weißen Fangzähne entblößte. Und doch ließ ſie ſich nicht
entmutigen. Sie war beſeſſen von der grimmigen Entſchloſſen=
heit
des Spielers, der Tag um Tag am Tiſch geſeſſen und das
Glück der Karten gegen ſich gehabt hat, bis er den letzten Ein=
ſatz
hinwerfend zwiſchen den zuſammengepreßten Zähnen mur=
melt
: Das Glück muß ſich ändern Kate Cumberland fühlte et=
was
Aehnliches. Sie ſah in dem Hund das einzige Mittel,
um mit Dan eine Verbindung herzuſtellen. Freilich, da war
auch noch der Rappe, aber ſie kannte Satan zu gut.
(Fortſetzung folgt.)

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[ ][  ][ ]

Seite 14

Freitag, den 3. Juli 1929

Nummer 184

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8

[ ][  ][ ]

Reich und Ausland.
Gerüſteinſturz auf dem Neubaugelände
der J. G. Farbeninduſtrie.
Frankfurt a. M. Auf dem Baugelände der
J. G. Farbenäinduſtrie, auf dem bekanntlich das Ver=
waltungsgebäude
dieſer Geſellſchaft errichtet wird,
ereignete ſich am Donwerstag wittag gegen 1,30 Uhr
ein bedauerlicher Unglücksfall dadurch, daß die Pfei=
ler
eines Stahlſkeletts, die weder in den Boden ein=
gelaſſen
noch mitcinander verbunden waren, bei einer
plötzlich auftretenden Böe dem Druck nachgaben und
auf die dahinter ſtehenden Pfeiler ſowie auf einen
Kran fielen, der dadurch vollkommen zertrümmert
wurde. Durch die niederſtürzemden Pfeiler wurde ein
Arbeiter getötet, während vier Arbeiter mehr oder
weniger ſchwere Verletzungen davontrugen. Sawi=
tätsmannſchaften
waren ſofort zur Stelle und ſchaff=
ten
die Vewunglückten in die Krankenhäuſer. Die
Unglücksſtelle bietet ein wüüſtes Gewirr durchein=
ander
liegender Maſten und Kronteile. Der Sach=
ſchaden
iſt verhälwismäßig gering. Da es ſich nur
um einen kleinen Teil der Anlage handelt, wird die
Ausführung der übrigen Bwrten in keiner Weiſe be=
hindert
.
Neue Funde auf der Saalburg.
Bad Homburg. Im Saalburgkaſtell ſind
gegenwärtig intereſſante Ausgrabungen im Gange.
In der weiteren Umgebung des Wehrganges auf der
linken Seite hat ſich nördlich von der Porta Siniſtva
wieder eine Backofengruppe herausgeſtellt, die in den
wächſten Dagen wit allen Mitteln modevner Aus=
grabungstechnik
freigelegt wird. Es ſcheint ſich um
eine ähnliche Anlage zu handeln, wöe die im vorigen
Jahr freigelegte und jetzt wach Möglichkeit wieder=
hengeſtellte
Militärbächerei in der Nordweſtecke des
Kaſtells. Die nächſten Tage werden zeigen, ob bei
der neuen Bächerei auch wieder 11 Oefen überein=
ander
liegen wie bei der erſten. Die jetzigen Aus=
grabungen
haben inſofern ihre beſſondere Bedeuutung,
und verdienen beachtet zu werden, da es die letzten
ſind, die im Kaſtell vorgenommen werden, denn es
handelt ſich um das einzige Stück des Kaſtells, das
bisher noch nicht umgegraben iſt.
Nicht auf den fahrenden Zug aufſpringen!
Weilburg. Der Geſchäftsführer der Kreis=
bauernſchaft
H. aus Waldhauſen, der mit der
Weilvalbohm zu einer Tagung nach Frankfurt fahren
wolltze, ſprang auf den beveits fahrenden Zug. Er
trat jedoch fehl und fiel unter den Wagen, von dem
er ein Stück mitgeſchleift wurde. Durch die Umſicht
des Lokomotivführers, der den Vorfall bemerkte,
wurde der Zug auf Wagenlänge zum Stehen ge=
bracht
und der Verunglückte mir Geſichts= und Kopf=
verletzungen
ſowie zerfetzter Kleidung zwiſchen dem
Rädern geborgen.
Ein dreiſtöckiges Fabrikgebäude eingeäſchert.
Sangershauſen. Die Kyffhäuſer= Koffer=
fabrik
in Bennungen, die unmitvelbar an der Bahn=
ſtreche
Sangershauſen-Nordhquuſen liegt, wurde in
der vergangenen Nacht ein Raub der Flammen. Trotz
der Tätigkeit von ſiebem Feuzerwehven wurde das
dreiſtöckige Gebäude mit allem Inwentar bis wuf die
Grundmauerm vermichtet. Der Schaden iſt beträchtlich,
ſoll aber durch Verſicherung gedecht ſein.
Bootsunglück in Bayern.
München. Auf dem Staweiher Enhofen bei
Winhoering bemterte durch leichtſimniges Verhalten
eünes Inſaſſen ein Boot. Der W8jährige Wenk=
ſchloſſer
Johanm Sixt vom Innwerk, Tocting, und
das 15jährige Dienſtmädchen Anna Ecker ertvonken.
Der Gaſtwirtsſohn Geigemberger aus Eggenfellden
konnte gerettet werden.
Dreiſter Geldraub in Berlin.
Berlin. Am Mittwoch nachmittag wurde im
Mitteleuropäiſchen Reiſebüro Umter den Länden ein
verwegener Diebſtahl ausgeführt. Aus einer unter
dem Ladentiſch liegenden Geldtaſche wurden etwa
50 000 Mark gerwubt, die ſich aus allen Sorten aus=
ländiſſchen
Geldes zuſammenſetzten. Ueber den Vor=
gang
konnte folgendes feſtgeſtellt werden: Din den
Schalterdienſt verſehende Beamte benutzte eine kurze
Pauſe, um ſein Mittagsbrot zu ſich zu nehmen. Er
glaubte, die Kaſſe ſeſi völlig ſicher, da dicht neben
ihr ein Angeſtellter ſaß und etwa 3 Meter weiter
drei ondere Beamte beſchäftigt waren. Der Dieb=
ſtahl
wurde erſt entdeckt, als eimne Zweigſtelle des
Reiſebüros um ausländiſches Wechſelgeld bat. Nach
den Feſtſtellungen der Kriminalpolizei kann nur ein
ſehr hagever Menſch mit Cangen Armen den Dieb=
ſtahl
ausgeführt haben, da es für einen normal ge=
bauten
Menſchen ungeheuer ſchwierig iſt, ſich durch
die enge Schalteröffnung zu zwängen und die Geld=
taſche
zu ergreifem. Ueber die Perſon des Täters iſt
moch wichts bebannt.
Drei Kinder mit einer Axt erſchlagen.
Paris. Eine entſetzliche Bluttat ſpielte ſich in
einem kleinen Dorſe bei Remnes ab. Die Frou eines
Landarbeiters, die kürzlich wegen eines unbedeuten=
den
Diebſtahls zu zwei Monaten Gefängnis ver=
urteilt
worden war, hatte ſich dieſe Beſtrafung,
trotzdem ihr Aufſchub gewährt wurde, ſo zu Herzen
genommen, daß ſie beſchloß, ihrem Leben ein Ende
zu wachen und ihre drei Kinder im Alter von 26
Jahren wit ſich in den Tod zu nehmen. In Ab=
weſenheit
des Mannes tötete ſie die ſchlafendem Kin=
der
wit einer Axt, dann verſuchte ſie Selbſtmord zu
begehen, indem ſie ſich mit einem Meſſer die Kehle
durchſchmitt. Die Tat wurde erſt am nächſten mor=
gen
von dem heimkehrenden Gatten entdeckt. Dig
Frau wurde in hoffmngsloſem Zuſtand ins Kran=
kenhaus
verbracht.
Bombenanſchlag auf die Getreidebörſe
von Los Angeles.
New York. Die Getreidebörſe in Los Angeles
wurde am Mittwoch durch die Exploſion einer
Bombe ſchwer beſchädigt. Die Polizei fand in dem
Toiletteraum noch zwei weitere Bomben, die glück=
Eicherweiſe nicht explodiert waren. Nur dem Um=
ſtand
, daß die Exploſion ſich wewige Mimuten vor
der Eröffnung der Börſe ereignete, iſt es zuzuſchrei=
ben
, daß dem Anſchlag keine Menſchenleben zum
Opfer gefallen ſind. Die Urheber und Gründe des
Attenvats ſind unbekamnt. Zu der Bombenexploſion
in de Getreidebörſe melder die Polizei, daſt ſie einen
Kaſſierer verhaftet habe, der zugegeben hobe, die
Bombe niedergelegt zu haben, um die Aufd chung

eines Fehlbetrages in ſeiner Kaſſe zu verhindern.

Deukſchlands größter Ozeandampfer im Southampkoner Dock

Die Bremen erhält im Dock den letzten Anſtrich.

Die Katapult=Startvorrichtung für Flugzeuge anf dem Deck der Bremen.
Deutſchlands neueſter Ozeanrieſe, der 46 000=Tonnen=Dampfer Bremen der geſtern früh das
Schwimmdock von Southampton verließ, iſt geſtern abend von der Reede von Cowes, wo noch Oel
übernommen wurde, zu der angekündigten 24ſtün digen Maſchinenprüfungsfahrt in Richtung Nor=
wegen
ausgelaufen. Neben anderen modernſten Einrichtungen iſt das Schiff auch mit einem

Rieſen=Speicherbrand in Königsberg.

Die ausgebrannten Speicher im Hafen von Königsberg.
In Königsberg (Pr.) gerieten mehrere der größten Speicherhäuſer aus ungeklärter Urſache in
Brand. Die Flammen fanden in den lagernden Warenmengen ſo reiche Nahrung, daß die Speicher=
hallen
faſt vollſtändig ausbrannten.

Ein belgiſcher Arbeiterzug entgleiſt.
Brüſſel. Auf der Bohnſtrecke Huiy in der
Provinz Lüttich entgleiſte ein Wagen, der Arbeiter
und Geräte zur Ausbeſſerung der Streche beför=
derte
, infolge Bruches der Bremſe. Ein Anbeiter
wurde getötet, ſieben wurden verletzt.
Neues Erdbeben auf Neuſeeland.
Neuſeeland. Die Nordinſel Neuſeelands iſt
von einem neuen haftigen Erdboben heimgeſucht wor=
den
, das b ſonders in Weſtport ſchwere Schäden an=
richtete
. In den Gebirgszügen ſind erhebliche Spal=
tungen
eingetreten.
Amerikaniſche Flugzeugexperimente.
Lakehurſt. Mit Hilfe einer trapezartigen
Vorrichtung iſt es einem Marineflugzcug gelungen,
ſich an das Luftſchiff Los Angeles zu hängen und
wieder los zu machen. Der Verſuch wurde zwveimal
erfollgreich wiederholt.

Der Ozeanflug der Chicago Tribune‟.
New York. Das Waſſerflugzeug Unun Bow=
ler
, das im Auftrag der Chicago Tribune den
Etappenflug ChioagvBerli ausführt, hat am
Mittwoch im Millwaukee und Sault St. Marie im
Staate Ontario (Kanada) Zwüſchenlandungem vor=
genommen
uund denn den Flug nach der Hudſon=Bay
fortgeſetzt. Der letzte von den Fliegern aufgefangene
Funkſpruch teilt mit, daß das Flugzeug ſich 200 Mei=
len
nördlich von Sault St. Marie befinde. In
Mihwaukee überreichte der Gouverneur des Stoates
Wiscounſin dem Fliegern eine Botſchaft an Reichs=
präſident
Hindenburg, worin auuf die deutſche Ab=
ſtammung
zahlreicher Einwohner des Stagtes und
auf die gemeinſamen Intereſſen der Vercäimigten
Staaten und Deutſchlands hüingewieſen wird. Die
Botſchaft gibt ferner der Hoffnung Ausdruck, daß
mit dem Fluge des Untin Bowler eſine ſtändige
Luflveibindung zwiſchen den Ver inigten Stagten
und Deutſchland eröffnet werden möge.

Zum Flugzeugunglück auf dem Bodenſee
Karlsruhe. Die Reichsbahndirektion Karls=
ruhe
hat das Ergebwis ihrer Feſtſtellungen zu dem
Flugzeugunglück auf dem Bodenſee veröffentlicht.
Wir entnehmen den ausführlichen Darlegungen: Das
Flugboot war in der Bucht von Bad Schachen in den
See geſtürzt, etwa um die Zeit, als das Dampfboot
ſich anſchickte, den Hafen von Lindau zu verlaſſen.
Weſder der Kapitän, noch die beiden im Steuerhauſe
am Steuerrade ſtehenden Perſonen hatten das Flug=
zeug
niedergehen ſehen. Das übrige Perſonal verſah
ſeinen Dienſt auuf dem mit etwa 450 Reiſenden be=
ſetzvem
Dampfboot. Kurz vor dem Ablenken des
Dampfbootes auf die Landungsſtelle Schachen hatte
ein Ruderboot die Kurslinie des Dampfers gekreuzt
und erſt durch Zuruf des Inſaſſen dieſes Ruderbootes
erfuhr der Kapitän, daß in der Nähe ein Flugzeug
im See lag. Der Kapitän, der 42 Jahre im Dienſt
ſteht und in ſeiner langen Tätigkeit an wancher Ret=
tung
Schiffbrüchiger beteiligt war, hat erblärt, daß
er wicht einen Augenblick im Zweifel geweſen wäre,
ſofort nach der Unfallſtelle zu fahren, wenn er das
Flugzeug hätte abſtürzen ſehen oder erfahren hätte,
daß es erſt von 1015 Minuten abgeſtürzt ſei. Erſt
a der Landungsſtelle Schachen erfuhr der Kapitän
Näheres. Er fuhr darauf nach der Unfallſtelle zurück,
wo er etwa 12 Mönuten ſpäter eintraf als bei ſo=
fortigem
Zuhilfeeilen. Dort ſuchte man mittels einer
Stohldvahttroſſe das 50 Zenter ſchwere Flugzeug
hochzuwinden, aber ohne Erfolg. Das Abſchleppen
mach dem Ufer zu war dem Dampfboot nicht möglich.
Es hätte ſich in ein Fahrwaſſer mit Untiefen und
Felſem, und damit in Gefahr begeben müſſen. Dos
durfte der Kapſitän des ſtark beſetzten Dampfbootes
gicht wagen.
Auch in den weiteren Ausführungen wird dar=
gelegt
, daß auch bei einem ſofortigen Zuhilfeeilen
das Dampfboot Menſchenleben wicht hätte rettem
können, und daß andererſeits die techniſchen Einrich=
tungen
des Dampfbootes wicht ausreichten, das
50 Zentner ſchwere Flugboot aus dem Wa er zu
heben, um ſein Inneres zugänglich zu machem.
Die Reichsbahndirektion Karlsruhe hält es bei
dieſer Sachlage für ein Unrecht, wenn voreilig Vor=
würfe
gegen den Kapitän gemacht wurden. Wemn
auch nur der geringſte begründete Vorwurf gegen den
Kapitän zu erheben wäre, ſo hätte die Reichsbahn=
direktion
wicht gezögert, die Folgerungen zu ziehen.
Unwetter in Bosnien.
Belgrad. In der Umgebung von Sewica in
Bosmien wüiteſte ein furchtbaves Unwerter. Ein zwei
Stunden and uernder Wolkenbruch verurſachte un=
geheuren
Schaden. Das Waſſer überſchwemmte die
umliegenden Ortſchaften und vernichtete die Erntea
vollkommen. 11 Perſonen ſind von den Fluten fort=
geſſchwemmt
worden. Bisher wurden drei Leichem
geborgen.
Eiſenbahnunglück in Polen.
Warſchau. Am Aäittwoch abend ereignete ſich
auf dem Bahnhof Plaszow bei Krakau ein ſchweres
Eiſembachmrnglüick. Eime Lokompotive fuhr in vollen
Geſchwindigkeit auf einen Perſonenzug von hinten
auf und zertrümmmerte den letzten Wagen vollſtändig.
40 Reiſende erlitten mehhr oder mider ſchwere Ver=
letzungen
. In drei Automobilen wurden die Verletz=
ten
im die Krankenhäuſer Kraßaus gebracht.
Der Rieſenbrand in Millvalley.
San Franzisko. Der Rieſenbrand in dem im
der Bucht von Son Franzisko gelegenen, als Som=
werwohnort
vieler kabiforniſcher Millionäre bekann=
ten
Millvalley war nach beinahe 24ſtündiger Dauer
moch immer micht völlig wiedergekämpft, ſſondern
drohte zu dieſer Zeit, ſich noch auf die Wohnhäuſer
in der weiteren Umgebung des brennenden Stadt=
teiles
auuszubreiten. Durch Funkenflug ſind in dem
bewaldeten Cascade=Canyon auf dem Abhang unter=
halb
des Mount Tamalois und längs der Corto=
madera
=Hügelkette neue Brände entſtanden. Das
Feuer brach am Mittwoch auf dem Maunt Damalais
aus und verbreitete ſich ſchnell über den Abhang
durch den Bleythedale=Canyon und bedrohte zeit=
weüſe
ſogar das 3½ Meilen entferte Geſchäftsviertel
der Stadt. Die Bekämpfung des Brandes war durch
Waſſerwangel erheblich behindert. Infolgedeſſen wur=
den
die Banken und Geſchäftshäuſer geräumt, und
Gelld und Waren wurden in Sicherheit gebracht. Un=
ter
dem zahlreichem Freſwilligen, die ſich bei den
Löſcharbeivem beteiligtem, ſah wan Millionäre, kleing
Handwerker und Hausangeſtellte Seite an Seite ſich
abmühen. Nach den letzten Schätzugen beträgt der
Bvondſchaden weit üüber eine Million Dollar. Etwa
200 Wohnhäuſer wurden zerſtört oder beſchädigt,
darunter mehrere wertvolle Bibliotheben, koſtbara
Scmmlugen, Kunſtgegenſtände und Teppiche.
Auch die Willa des früheren Generalkonſul Kurt
Biegler iſt beſchädigt wordem.
Ozeanflieger Stulk ködlich verunglückt.

Ozeanflieger Stultz.
der im Juni 1928 einen geglückten Flug Neu=
fundland
-Wales unternahm, ſtürzte aus bisher
noch nicht geklärter Urſache in der Nähe von
New York mit ſeinem Doppeldecker ab. Die
Maſchine wurde zertrümmert. Stultz ſowie zwei
Paſſagiere fanden den Tod.

[ ][  ][ ]

Seite 16

Freitag, den 5. Juli 1929

Nummer 184

Rragei Senfanlonen.

Von einem geſkürzten General, einem Königsbeſuch und von dem vorläuſigen Ende einer Spionage=
Affäre großen Stils.

An Senſationen iſt Prag auch in dieſer Zeit, die ſo gar nichs
Sommerliches an ſich hat, nicht arm. Vor einigen Tagen bot die
Verurteilung des Führers der tſchechiſchen Fasciſten, des Gene=
rals
Gajda, wegen eines von ihm in Szene geſetzten Ueber=
falles
auf einen Miniſterialrat zum Zwecke der Wegnahme eines
die militäriſche und politiſche Vergangenheit des Generals be=
treffenden
Dokumentes den Pragern Anlaß zu nachdenkſamen
Betrachtungen über die ſchnelle Vergänglichkeit irdiſchen Ruhms;
Gajda iſt heute das, was man einen toten Mann zu nennen pflegt.
Seine militäriſche Laufbahn, die ihn, den ehemaligen Drogiſten=
lehrling
, zur reſpektablen Höhe eines tſchechoſlowakiſchen General=
ſtabschefs
emporgetragen hatte, hat ein ebenſo überraſchendes wie
triſtes Ende genommen, wie ſein Ausflug in die Politik, wobei
allerdings feſtzuhalten iſt, daß gerade das fasciſtiſche Abenteuer
(Gajda unterſtützte als Führer der Prager Schwarzhemden die
Politik der Gegner des Hradſchins, und exponierte ſich dadurch
ſo ſtark, daß ſeine Kaltſtellung nicht ausbleiben konnte) ihn raſch
die Leiter wieder herabgleiten ließ, auf der er als Legionär, immer
mehrere Sproſſen überſpringend, hochgekommen war . . . Und
ſo erfährt man heute, daß Gajda, der Liebling der Prager Natio=
naliſten
, der Held des Volkes, der Retter und Führer im Jahre
1918 zur gleichen Zeit in Wladiwoſtok, wo er General der ruſſi=
ſchen
Armee geweſen iſt, von zwei Telegrammen überraſcht wor=
den
iſt, von denen das eine vom engliſchen König aufgegeben
war, während das andere den jetzigen Präſidenten der Tſchecho=
ſlowakei
, Maſaryk, zum Abſender hatte. Das erſte direkt an
Gajda adreſſierte Telegramm verlieh Gajda den Bath=Orden und
ſtellte ihm einen großbritanniſchen Kreuzer zur Verfügung, die
andere Depeſche an den tſchechoſlowakiſchen Geſandten in Wladi=
woſtok
beſagte kurz und bündig: Sagen Sie Gaida, er ſoll keine
Blödheiten machen. T. G. Maſaryk. Aber die Verſuchung muß
zu ſtark geweſen ſein, und heute erwartet Gajda die Zelle eines
Prager Gerichts zu mehrmonatigem unfreiwilligen Aufenthalt.
Die zweite Senſation des Prager Sommerbeginns war der
Beſuch des ägyptiſchen Königs Fuad, der in dieſer traditionell
antimonarchiſtiſchen Stadt zu Ausbrüchen einer Begeiſterung ge=
führt
hat, wie ſie die Mitglieder des öſterreichiſchen Kaiſerhauſes
zu guter alter Zeit im tſchechiſchen Böhmen nicht erlebt haben.
Es gab Truppenaufmärſche, Kanonendonner, Schauflüge, Emp=
fänge
, Extraausgaben, Blätter mit Interviews der Köche, Kam=
merdiener
und Chauffeure Fuads, und ganz beſonders hoch
ſchlugen die Herzen der braven tſchechiſchen Republikaner, als
König Fuad mit dem Präſidenten Maſaryk die auf dem Parade=
platz
aufgeſtellten Truppen abſchreitend, gar ein Iarmee
tschechoslovague, Nazdar! ausgebracht hatte. Nimmt man
dazu, daß der König von der tſchechiſchen Univerſität zum Ehren=
doktor
promoviert wurde und daß ein wahrer ägyptiſcher Ordens=
regen
über Prag niederging, dann erſcheint es gewiß begreiflich,
wenn weite republikaniſche Kreiſe ein Verslein übel aufgenom=
men
haben, das eine Prager Zeitung anläßlich des hohen Be=
ſuches
veröffentlichte und das dieſen Wortlaut hat:

Aeros defillieren in Maſſe,
Kanonenſchüſſe werden verpufft.
Das Geld lag einſtmals auf der Straße,
jetzt fliegt es in der Luft!
Senſation Nummer drei iſt die Verurteilung des Kapitäns
Jaroslaus Falout aus dem Prager Generalſtab wegen Spio=
nage
zugunſten einer ausländiſchen Macht (die tſchechiſche Preſſe
behauptet: zugunſten Deutſchlands) zu neunzehn Jahren Kerker.
Keine einzige der bisher in der Tſchechoſlowakei aufgedeckten
Spionageaffären hat die tſchechiſche Oeffentlichkeit, im gleichen
Maße bewegt wie der zum vorläufigen Abſchluß gekommene Fall,
denn die ebenfalls zum Hochverratsvergehen auffriſierte Affäre
des ſlowakiſchen Abgeordneten Tuka ſteht noch vor ihrer Er=
ledigung
durch die Gerichte. An dieſen beiden Fällen gemeſſen
ſind die ſeit 1919 in der Tſchechoſlowakei zahlos konſtruierten
Spionageaffären man erinnere ſich an den Fall des deutſch=
nationalen
Abgeordneten Baeran, an die Verurteilung einiger
Gablonzer Nationalſozialiſten wegen Teilnahme an einer aus=
ländiſchen
, an der Bedrohung der Sicherheit und des Beſtandes
des tſchechoſlowakiſchen Staates intereſſierten Organiſation, an
die Aufregung darüber, daß einige reichsdeutſche Filmoperateure
die Schönheiten des Elbetales auf böhmiſchem Gebiete feſtgehal=
ten
haben, und ſchließlich, um auf die jüngere Vergangenheit
zurückzugreifen, an die Verhaftung einiger Bürger aus Sachſen
auf Grund der falſchen Angaben eines betrunkenen tſchechiſchen
Soldaten von ſo geringer Bedeutung, daß die Unſicherheit und
Verwirrung begreiflich wird, die ſeit der Verhaftung Falouts
im Prager Verteidigungsminiſterium ſowohl wie im Außenmini=
ſterium
des Herrn Dr. Beneſch herrſchen. Sie werden verſtänd=
licher
, wenn darauf Bedacht genommen wird, daß es zum erſten
Mal ein Tſcheche geweſen iſt, der militäriſche Geheimniſſe der
Moldaurepublik verraten hat. Die breite tſchechiſche Maſſe iſt
mit dem Urteilsſpruch nicht zufrieden; er dünkt ihr zu milde. Am
liebſten ſähe ſie Falout dem Galgen ausgeliefert. Denn heute, da
die Tſchechen über einen eigenen Staat verfügen, gibt es für ſie
kein größeres und ſchändlicheres Verbrechen, als das der Spio=
nage
und es iſt ihrer Anſicht nach daher auch gar nicht am
Platze, daran zu erinnern, welche Rolle vor 1914 und während
des Krieges ihre Führer geſpielt haben. Heute rufen die gleichen
Leute, die über jeden zu Kriegszeiten von deutſchen, öſter=
reichiſchen
oder ungariſchen Kriegsgerichten zum Tode verurteilten
Verräter aufgeſchrien und das barbariſche Syſtem als ein
ſchändliches Verbrechen an der Menſchheit angeklagt haben, mit
der gleichen Emphaſe nach dem Galgen für den Spion, wie ſie
begeiſtert dem Monarchen eines Landes zuzujubeln vermögen,
das ihnen zwar keine Beamtenſtellen und Exiſtenzmöglichkeiten zu
bieten vermag wie das monarchiſtiſche Oeſterreich, dafür aber
immerhin bereit erſcheint, einige Automobile tſchechoſlowakiſcher
Provenienz anzukaufen und einen Handelsvertrag abzuſchließen.
Dieſe mit Ehrfurcht gepaarte Beſcheidenheit erſcheint vorbehalt=
loſer
Anerkennung ſo wert, daß der gewiſſenhafte Chroniſt ſie zu
verzeichnen nicht unterlaſſen darf! ...
Bohemicus.

Arzk und Krankenhaus.
Der Schluß des deutſchen Aerzkekages in Eſſen.
Der zweite große Verhandlungspunkt des deutſchen Aerztetages
in Eſſen betraf den Fragenkomplex Arzt und Krankenhaus. Obwohl
es ſich dabei in erſter Linie um rein ärztliche Belange handelte, ſo
dürften dieſe Verhandlungen indirekt auch für die breite Oeffentlichkeit
von großenr Intereſſe ſein. Das Gebiet wurde in 4 Referaten vom
Standpunkt des Krankenkaſſenarztes, des frei praktizierenden Arztes,
des Privatklinikinhabers und des Facharztes behandelt. Hervorzuheben
iſt, daß das Krankenhausweſen in den letzten 20 Jahren ungeheuren
Umfang angenommen hat. Die Vermehrung der Krankenbetten beträgt
gegenüber 1913 71 Prozent. So erfreulich und notwendig dies im
Intereſſe einer ſorgfältigen Diagnoſe und techniſch kompl:zierter Be=
handlungsverfahren
iſt, ſo wird doch dadurch die Tätigkeit des frei
praktierenden Arztes weſentlich und oft übermäßig eingeſchränkt. Die
großen ſtaatlichen und kommunalen Krankenanſtalten ſind von allen
Steuern befreit. Die ärztliche Leiſtung an den Anſtalten wird in vielen
Orten nicht nach den einzelnen Leiſtungen, ſondern nur durch ein be=
ſcheidenes
Gehalt entgolten. Vielfach wird ſie umſonſt geleiſtet. In der
niedrigſten Verpflegsklaſſe wird der Verpflegſatz nur zum Teil durch die
Kranken= bzw. Verſicherungsträger getragen. Ungeheure Summen
werden von den Kommunen, d. h. aus den Steuergeldern, zur Unter=
haltung
der Krankenhäuſer zugeſchoſſen. Es handelt ſich dabei alſo um
ein Geſchenk, das von der Allgemeinheit in erſter Linie den Kranken=
kaſſen
gemacht wird. Im Gegenſatz dazu ſind die an ſich zur Ergän=
zung
der öffentlichen Krankenanſtalten ſehr oft notwendigen Privat=
kliniken
durch Steuern überlaſtet und kaum noch konkurrenzfähig. Als
in der letzten Grippeepidemie die Krankenbetten der Krankenhäuſer
nicht ausreichten, konnten die Privatkliniken keinen Erſatz bieten, da
ihre Zahl außerordentlich eingeſchränkt war. Sehr bedenklich ſtimmt
auch die Tatſache, daß ſich an den Krankenhäuſern bereits ein Aſſiſtenren=
mangel
fühlbar macht, während im übrigen Aerzteüberfluß herrſcht
und vor dem Studium der Medizin allgemein gewarnt werden muß.
Damit ſind nur die allerwichtigſten Punkte dieſer für die Aerzteſchaft
und die Volksgeſundheit gleich wichtigen, bedeutungsvollen Fragen an=
gedeutet
. Der Aerztetag glaubt durch eine Anzahl Entſchließungen
Wege angeben zu können, auf denen dieſe Mißſtände beſeitigt oder doch
gemildert werden können. Der Aerztetag fordert eine wirtſchaftliche
Organiſation der Krankenhäuſer derart, daß ſie ſich ſelbſt ohne Zuſchüſſe
aus öffentlichen Mitteln erhalten können, ferner Erleichterung der
Konkurrenzfähigkeit der Privatkliniken, Vermehrung der Chefarztſtellen
und Möglichkeiten für langjährige Aſſiſtenten, in leitende Stellungen
aufzurücken, wie das bereits in den Heil= und Pflegeanſtalten der Fall
iſt, Schaffung von Leichtkrankenhäuſern, an denen auch frei praktierende
Aerzte an der Krankenbehandlung mitwirken können, unter Umſtänden
Schaffung von ſog, offenen Abteilungen, an denen die frei praktierenden
Aerzte ihre Kranken ſelbſt behandeln können.
Der Aerztetag erkennt und würdegt die mit dem Aufſchwung des
deutſchen Krankenhausweſens verbundenen Vorteile für die Volksge=
ſundheit
, für die wiſſenſchaftliche Forſchung und für die ärztliche Aus=
bildung
und Fortbildung. Er iſt aber überzeugt, daß auch im Kranken=
haus
die Perſönlichkeit des Arztes für den Erfolg und die Güte der Be=
handlung
entſcheidend iſt.

Welterbericht.

Die Wetterlage bleibt weiterhin veränderlich. Noch immer gelangen
durch die weſtlichen Druckſtörungen verſchiedene Luftmaſſen nach dem
Kontinent, die ſich in Bewölkung und Niederſchlägen, ſowie Gewitter=
bildungen
auswirken werden. Die vorübergehende Durchbrechung der
Wolkendecke läßt es außerdem zu Aufheiterung kommen. Die Tempe=
raturen
ändern ſich vorläufig wenig, ſo daß es noch feuchtwarm und
zeitweiſe auch ſchwül bleibt.
Ausſichten für Freitag, den 5. Juli: Noch unbeſtändiges Wetter, teils
wolkig, teils aufheiternd, warm, zeitweiſ eNiederſchläge, gewitter=
hafter
Art.
Ausſichten für Samstag, den 6. Juli: Wenig Aenderung der Wetterlage.

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Freitag, den 5. Juli 1929

Nummer 184

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BerKonig vonsohe

Regie: Mauritz Stiller†
Soho ist ein Verbrecherviertel Londons. Jannings (Bill) ist seiner Körperkrätte
wegen der Führer seiner Bande . . . Er wiederholt in dieser Rolle seine Meister-
leistung
in Tragödie der Liebe‟.

Vorher läutt:

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Beginn 3½/, Uhr

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an die Bürgerſchaft unſerer Stadt!

Titelrolle: Ria Urban Tenorpartie: Walter Häcker v.
Stadttheater Mainz. Uebliche Preise von Mk. 1.00 an. Karten:
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(11014

In den Tagen vom 12. 15. Juli wird in Darmſtadt
das 2. Bundesfeſt der Heſſiſchen Sängerſchaft ſtatt=
finden
. Es wird ein Feſt von größtem Ausmaß wer=
den
, das Tauſende von Fremden aus der engeren Hei=
mat
und aus den benachbarten Gauen anſtoßender
deutſcher Länder nach unſerer Stadt führt. Dem deut=
ſchen
Sang und Lied, dieſem Kleinod deutſchen Kultur=
guts
, das in der ganzen Welt deutſche Stammesbrüder
eint und in ihrer Heimattreue feſtigt, gilt das Feſt.
Ich darf daher ſicher ſein, daß unſere Stadt und ihre
Bewohner ihre ſo oft erprobte und bewieſene Gaſt=
freundſchaft
und herzliche Teilnahme auch in dieſem
Falle zeigen und ihr insbeſondere auch dadurch ſicht=
baren
Ausdruck verleihen werden, daß ſie nach Kräften
mithelfen, der Stadt und ihren Straßen durch Fahnen=
und Girlandenſchmuck ein feſtliches Gepräge zu geben.
Das iſt mein herzlicher Wunſch.
Darmſtadt, den 4. Juli 1929.

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