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Nummer 331 Mittwoch, den 28. November 1928. 191. Jahrgang
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ſtädter und Nationalbank.
Perhandlangen über die Große Koglition.
Der Kanzler beim Reichspräfidenken. — Die Parkeiführer beim Kanzler. — Die erſte Ausſprache geſcheiterk.
Verſtimmung unker den Parkeien. — Schwierigkeiken in Preußen. — Gegenſähe auf ſozial= und
finanz=
polikiſchem Gebiel. — Bedenken gegen das Konkordak.
Hermann Müllers Start.
Troßz Müllers Opkinismnus geringe Ausfichken
für das Zuſtandekommen der Koalikion.
Der Reichskanzler hat am Montag dem
Reichs=
räſidenten einen Vortrag über die politiſche
Tage gehalten, der als der offizielle Auftakt zu den
ieuen Verhandlungen über die Bildung der
Kroßen Koalition betrachtet werden darf. Herr Müller
ſat dem Reichspräſidenten ſeine Auffaſſung über die Entwicklung
ſer Dinge dargelegt und betont, daß die gegenwärtige
kegierung ja nur einen proviſoriſchen Charakter trage und
licht ſtark genug ſei, um die geſetzgeberiſche Arbeit des
kom=
nenden Winters zu bewältigen, daß er daher aus innen= und
ußenpolitiſchen Gründen um die Ermächtigung bitte,
Verhand=
ungen zur Bildung der Großen Kvalition zu führen. Der
reichspräſident hat dem Kanzler dieſe
Ermäch=
igung erteilt, was nach ſeiner grundſätzlichen Einſtellung
om Sommer dieſes Jahres zu erwarten war.
Der Kanzler hat alſo den Schein in der Hand, ſo daß er
be=
innen kann. Er ſelbſt ſcheint ſehr zuverſichtlich zu ſein. Er
laubt, die Verſtimmung wegen des
Panzerkreu=
ers bei der Volkspartei aus dem Wege räumen zu
innen mit der Zuſicherung, daß die Sozialdemokratie jetzt die
ntſcheidung des Reichstages reſpektiere und bei den folgenden
aten den Kampf nicht von neuem aufnehmen werde. Er glaubt
ich über die Schwierigkeiten, die ſich aus der
Fi=
anzlage und dem Streit um ein Konkordat
er=
eben, aus der Welt ſchaffen zu können, ſo daß er mit dem
Ab=
hluß der Verhandlungen noch vor Weihnachten rechnet. Wir
nd vorherhand ſkeptiſch, ob dieſes Exempel aufgehen wird, da
ich bei der Volkspartei gerade nach den Auseinanderſetzungen
r letzten Wochen eine ſehr ſtarke Verärgerung verblieben iſt, die
raſch nicht verlaufen wird. Auch die nach Preußen
hinüberſpie=
uden Konkordatsbedenken darf man nicht gering einſchätzen,
inz abgeſehen von den Gegenſätzen, die vorläufig noch aus der
ozialpolitik und auf finanzpolitiſchem Gebiet beſtehen, wozu
och die kulturpolitiſchen Wünſche des Zentrums kommen.
Des=
ilb wird der gemäßigte Optimismus, wie ihn der Kanzler in
einem Kreiſe zur Schau getragen hat, im Reichstag ſelbſt
wenig=
ns nicht überall geteilt.
Die Beſprechungen beim keichskanzler.
Der Reichskanzler huldigt der Theorie, das Eiſen zu
mieden, ſo lange es warm iſt. Er hat deshalb am
Diens=
ig nachmittag, während das Plenum des Reichstages den
itwurf über den endgültigen Reichswirtſchaftsrat beſprach und
ließlich an den Ausſchuß ſchickte, die Parteiführer zu
Ich gebeten und ihnen Mitteilung gemacht von der
Ermäch=
ſung, die er vom Reichspräſidenten erhalten hat, und eine
irze Beſprechung mit ihnen über die
Möglich=
itder Großen Koalition gehabt. Die
Verhand=
ingen ſind dann aber abgebrochen und auf Freitag
’rtagt worden. Schon bei dieſer Gelegenheit haben ſich die
hwierigkeiten, die ſich einer Koalitionsbildung entgegenſtellen,
ieder deutlich gezeigt, zumal da jetzt auch der
Reichs=
nanzminiſter mit ſeinem Finanzprogramm herausrücken
1ß. Es iſt ihm zwar gelungen, durch Abſtriche an dem Etat
er 100 Millionen zu erſparen, ſo daß die Summe, wofür er
ue Steuergelder braucht, auf 300 Millionen geſunken iſt. Aber
dürfte hier ohne ſcharfes Anziehen der Bierſteuer nicht
ar=
iten können, was für die Bayern kaum zu tragen iſt. Hier
rden ſich die Parteien wohl zunächſt die Zähne ausbeißen.
kzu kommen die Schwierigkeiten in Preußen: Die
olkspartei hält daran feſt, daß
die Umbildung der Regierung in Preußen
ichwie vor für ſie Vorausſetzung für den
Ein=
itt in die Große Koalition im Reiche bleibt.
e übrigen Parteien haben die Berechtigung dieſer Forderung
Ihl anerkannt. Im günſtigſten Falle werden die Dinge
nun=
hr ſo laufen, daß zunächſt im Reich die Verhandlungen über
Große Koalition zum Abſchluß geführt und gewiſſermaßen
kaphiert werden, daß dann aber in Preußen die Umgeſtaltung
r ſich geht und Hermann Müller ſein neues Koalitionskabinett
I dann bilden kann, alſo eine Politik auf weite Sicht und mit
Bewiſſen Ausſichten, zumal da die Schwierigkeiten im Reich
9 beinahe täglich ein anderes Geſicht annehmen. Wir
berich=
en bereits davon, daß der preußiſche Wohlfahrtsminiſter
Ekyſiefer in den Ausführungsbeſtimmungen, die er für die
kſorge der Gemeinden im Ruhrkampf ausgege=
* hat, über die Beſtimmungen des Fürſorgegeſetzes weit
lausgegangen iſt, ſo ſtark, daß in einzelnen Fällen
Ausge=
rkte eine Unterſtützung erhalten, die faſt an das Doppelte
er Lohnſumme herankommt. Das iſt ein untragbarer Zuſtand.
iſt aber zunächſt Sache des Kabinetts, ſich damit zu
beſchäf=
en, weil der Reichstag durch die Form ſeiner Entſchließung
le Rechte auf das Reichskabinett übertragen hat. Soweit wir
ſen, wird auch das Reichskabinett ſich am Dienstag mit dieſer
99e auf Anregung des Miniſters Curtius befaſſen. Auch in
-Aben, wo der Miniſter für Volkswohlfahrt ja dem Parlament
verantwortlich iſt, müſſen dieſe Dinge, die natürlich bei der
ſtarken Gereiztheit der Fraktionen
unterein=
ander für die Koalitionsbildung von Bedeutung ſind, bei
näch=
ſter Gelegenheit beſprochen werden. Das Zentrum droht ſchon
wieder damit, es wolle im Reichstag ein Notgeſetz einbringen,
wodurch die Unternehmer gezwungen werden ſollen, ihre
Be=
triebe wieder zu öffnen. Wir wären mit dieſem Antrag wieder
mitten in die Kriſis der vergangenen Woche zurückgeworfen, wo
Zentrum und Sozialdemokraten, ſich bereits über ſehr
weit=
gehende Anträge verſtändigt hatten, deren Annahme mit Hilfe
der Kommuniſten geſichert erſchien. Damals iſt es den
volks=
parteilichen Miniſtern gelungen, dieſe Mehrheitsbildung zu
ver=
hindern durch die Drohung mit ihrem Rücktritt. Jedenfalls kann
aber auch durch den Eiſenkampf in jedem Augenblick eine Lage
eintreten, die alle Verechnungen über den Haufen wirft.
Die Einigungsverhandlungen
im Eiſenkonflikt.
Die Verhandlungen gehen am Mitkeoch weiter.
Düſſeldorf, 27. November.
Beim Düſſeldorfer Regierungspräſidenten Bergemann
be=
gannen am Dienstag um 10 Uhr die gemeinſamen
Verhand=
lungen zwiſchen den Arbeitgebern der nordweſtlichen Gruppe und
den Vertretern der drei Metallarbeitergewerkſchaften. Der kleinen
Kommiſſion, die gegenwärtig Beſprechungen führt, gehören je
ein Vertrever der beteiligten Gewerkſchaften und drei
Arbeit=
gebervertreter an. In den Verhandlungen ergaben ſich nochmals
Schwierigkeiten, zu einer gemeinſamen Vergleichsbaſis zu
kommen. Die Arbeitgeber wollten die heutigen Verhandlungen
zu einer Einigung führen, jedoch erklärten die
Gewerkſchaftsver=
treter, an dem Vorſchlag des Regierungspräſidenten Bergemann
vom 19. November und an ihrem Ergänzungsvorſchlag hierzu
feſthalten zu müſſen. Sie baten die Arbeitgeber, im Laufe des
Mittwoch noch einmal hierzu mit ihren Mitgliedern beſonders
Stellung zu nehmen. Die Gewerkſchaften glauben, daß dieſer
Vorſchlag die beſte Grundlage iſt, beide Teile zu einer
befrie=
digenden Löſung zu führen. Die Verhandlungen, die den ganzen
Tag über von Regierungspräſident Bergemann geführt wurden,
ſind um 20.30 Uhr ſchließlich unterbrochen worden. Sie werden
am Mittwoch nachmittag 15 Uhr fortgeſetzt werden. Ueber den
Stand der Verhandlungen wird von allen Beteiligten ſtrengſtes
Stillſchweigen bewahrt.
Wiederzuſammenkritt des Reichskages.
* Berlin, 27. November. (Priv.=Tel.)
Nach kurzer Pauſe nahm der Reichstag am Dienstag ſeine
Vollſitzungen wieder auf. Er hat vor Weihnachten nur noch eine
Reihe von kleinen Vorlagen zu erledigen; denn der
Haushalts=
plan für 1929, der das Kernſtück der Winterarbeit des Reichstages
bildet, iſt wegen der ungeklärten politiſchen Lage vom
Reichs=
kabinett noch nicht erledigt worden.
Die Sitzung bekam gleich einen lebhaften Auftakt dadurch,
daß die Nationalſozialiſten die Beſchlußfähigkeit des Hauſes
be=
zweifelten. Es handelte ſich dabei um eine Entſcheidung über
einen Einſpruch, den der nationalſozialiſtiſche Abg. Dr.
Göb=
bels gegen zwei Ordnungsrufe erhoben hatte, die ihm in einer
früheren Sitzung erteilt worden waren. Aber das Haus füllte
ſich ſehr raſch, ſo daß der Einſpruch von der Mehrheit des Hauſes
verworfen wurde.
Es begann dann die erſte Beratung des Geſetzentwurfs über
den Reichswirtſchaftsrat.
Reichswirtſchaftsminiſter Dr. Curtius begründete kurz die
Vorlage, die bereits dem vorigen Reichstag vorgelegen hat. Der
Miniſter bat um Verabſchiedung des Geſetzentwurfs.
Trotzdem der Aelteſtenrat angeregt hatte, die Vorlage ohne
Ausſprache einem Ausſchuß zu überweiſen, entſpann ſich doch
eine lebhafte Debatte über die Art der Zuſammenſetzung des
end=
gültigen Reichswirtſchaftsrates. Schließlich wurde die Vorlage
dem Volkswirtſchaftlichen Ausſchuß überwieſen.
Ohne Debatte wurde darauf die Vorlage über die
Hand=
werksnovelle dem Volkswirtſchaftlichen Ausſchuß überwieſen.
Das Haus vertagte ſich dann auf Mittwoch 15 Uhr zur
Be=
handlung kleinerer Vorlagen.
Die Trauerfeier für Admiral Scheer.
Berlin, 27. November.
Die Trauerfeier findet am 30. November, 13.30 Uhr, in
Wei=
mar ſtatt. Die Vertretung des an der Teilnahme verhinderten
Reichswehrminiſters wird der Chef der Marineleitung, Admiral
Dr. e. h. Raeder, übernehmen. Von dem Linienſchiff „Elſaß”,
deſſen Kommandant der Verſtorbene in den Jahren 1907 bis
1909 war, wird der Kommandant und eine Abordnung der
Be=
ſatzung teilnehmen. Auf Befehl des Reichswehrminiſters ſetzen
am Tage der Beiſetzung die Schiffe und Fahrzeuge der
Reichs=
marine Halbmaſt. Der Marineattaché bei der Kgl. Britanniſchen
Botſchaft hat heute vormittag im Namen des Chefs der
eng=
liſchen Admiralität dem Chef der Marineleitung das Beileid
ausgeſprochen.
Heſſiſche Regierungsmethoden
Wenn zu Anfang der nächſten Woche der heſſiſche Landtag
zu ſeiner letzten Tagung in dieſem Jahre zuſammentritt, geht
das erſte Jahr der neuen heſſiſchen Regierung ſeinem Ende
ent=
gegen. Aus dieſem Anlaß liegt es nahe, in eine Prüfung der
bisherigen Tätigkeit des neuen Kabinetts einzutreten und daraus
Schlüſſe auf ſeine künftige Wirkſamkeit zu ziehen.
Sobald man an dieſe Prüfung herantritt, fällt es auf, daß
die neue Regierung mit ihren Plänen und Abſichten nur ſehr
ſparſam an die Oeffentlichkeit getreten iſt und daß ſie für die
nächſte Zeit beſtrebt ſcheint, in gleicher Weiſe den Angriffen der
Oppoſition möglichſt geringe Angriffsflächen zu bieten. Dieſe
kluge Zurückhaltung mag für neue Männer, die ſich zunächſt in
ihre Wirkungskreiſe einarbeiten müſſen, ehe ſie eine ſcharfe
Stel=
lung nach außen hin einnehmen, ſehr zweckmäßig ſein; ſie iſt
aber da nicht möglich, wo die Verhältniſſe ein raſches und
ent=
ſchiedenes Handeln erfordern. Wir werden unten noch darauf
zurückkommen, inwiefern die Lage des heſſiſchen Staates ein
Hinausſchieben entſcheidender Schritte verbietet. Hier wollen wir
zunächſt feſtſtellen, daß das bedächtige Vorgehen des neuen
Kabi=
netts ſeine Vorzüge gegenüber dem oft impulſiven und nicht
immer ſehr geſchickten Drauflosgehen der früheren Staatslenker
aufweiſt. Dieſe Wandlung in der Regierungsmethode iſt um ſo
bemerkenswerter, als die neuen Männer gewiſſermaßen nur eine
jüngere Generation der früheren darſtellen, da beide aus
den=
ſelben Parteifamilien herſtammen.
Man braucht nur Lie Perſönlichkeiten der früheren und der
heutigen Miniſter in ihren hervorſtechenden Eigenſchaften ins
Auge zu faſſen, um dieſen Wandel in der Art der Führung der
Geſchäfte ohne weiteres zu verſtehen. An die Stelle des früheren
Staatspräſidenten, der ſeine ſcharf ausgeſprochene
Parteieinſtel=
lung nie verleugnet hat oder auch nur in den Hintergrund ſtellen
wollte und der ſeine Kampfſtellung gegenüber ſeinen politiſchen
Gegnern auch im Alter keiner Reviſion unterzog, iſt in dem neuen
Staatspräſidenten ein Mann von ausgeſprochen diplomatiſcher
Befähigung getreten. Ebenſo iſt an die Stelle des hartnäckig an
ſeinen politiſchen und wirtſchaftlichen Auffaſſungen feſthaltenden
früheren Finanzminiſters ein Nachfolger getreten, der weniger
mit parteipolitiſcher Befangenheit behaftet iſt und ſich um eine
ruhige, ſachliche Behandlung der ihn beſchäftigenden Fragen
be=
müht. Gegenüber dieſen beiden Miniſterien, die dem früheren
Kabinett das Gepräge verliehen, traten das Innen= und
Wirt=
ſchaftsminiſterium weniger hervor; das lag ſowohl an den
Per=
ſönlichkeiten ihrer Leiter wie auch an deren Tätigkeit, die ſich in
den bewährten, hergebrachten Formen vollzog.
Das neue Kabinett wird, wie ſich jetzt ſchon mit
Beſtimmt=
heit ſagen läßt, ſein Gepräge durch das mit dem
Kultusminiſte=
rium verbundene Staatsminiſterium und durch das
Innenmini=
ſterium erhalten; namentlich wird das letztere aller Vorausſicht
nach der gegenwärtigen Regierung den Stempel aufprägen.
Die Sozialdemokratie hat nicht umſonſt mit großer
Hart=
näckigkeit bei der Neubildung der Regierung auf der Zuweiſung
des Innenminiſteriums an ihre Partei beſtanden, und man muß
zugeſtehen, daß ſie es auch verſtanden hat, den in ihrem Sinne
richtigen Mann mit dieſem Miniſterpoſten zu betrauen. Die auf
die ſogenannte Demokratiſierung der Verwaltung gerichtete
Ab=
ſicht dieſer Partei war durch ihren eigenen früheren
Innen=
miniſter Dr. Fulda vereitelt worden. Deſſen Nachfolger v.
Bren=
tano dachte nicht daran, in der Stellenbeſetzung ſozialiſtiſchen
Sonderwünſchen entgegenzukommen, wie auch Herr Kirnberger
als Innenminiſter jedenfalls nicht dafür zu haben geweſen wäre.
Die Sozialdemokratie mußte alſo darauf beſtehen, ſelbſt dieſes
Miniſterium zu beſetzen, wenn es ſeine immer wieder
zurück=
geſtellten Wünſche durchſetzen wollte, und ſie hat dieſes Ziel
erreicht, weil ſie bei den Verhandlungen über die
Regierungs=
bildung, die ſie gleichzeitig mit Zentrum und Deutſcher
Volks=
partei führte, jede von dieſen beiden Parteien gegen die andere
ausſpielen konnte. Sie hätte es nicht erreicht, wenn das Zentrum,
wie es die Deutſche Volkspartei angeregt hatte und wie es der
früheren Haltung des Zentrums bei Verhandlungen über die
Regierungsbildung entſprach, auf der Herbeiführung der Großen
Koalition beſtanden hätte. So iſt in der Hauptſache das Zentrum
an den Folgen ſchuld, die ſich aus ſeiner ablehnenden Haltung
der Deutſchen Volkspartei gegenüber ergeben.
Und dieſe Folgen werden nicht etwa lediglich darin beſtehen,
daß in einzelnen Fällen Perſönlichkeiten von beſonderer Eignung
auch ohne den vorgeſchriebenen Bildungsgang eine Stelle in der
inneren Verwaltung erhalten, wie es von der Deutſchen
Volks=
partei als Konſequenz unſerer parlamentariſchen Verhältniſſe bei
den Verhandlungen mit ihr zugeſtanden worden war, ſondern
es wird verſucht werden, alle der Regierung und namentlich der
Sozialdemokratie genehmen Perſönlichkeiten in der geſamten
Staatsverwaltung zu bevorzugen und den Beamtenapparat von
politiſch Andersdenkenden möglichſt zu befreien. Es iſt ſehr
inter=
eſſant, die Aeußerungen der ſozialdemokratiſchen Miniſter zu
dieſem Punkt unter die Lupe zu nehmen und den Unterſchied
feſtzuſtellen, der ſich zwiſchen ſolchen im Parlament und
außer=
halb desſelben findet. Als Herr Staatspräſident Adelung am
14. Februar 1928 das Regierungsprogramm vor der Kammer
entwickelte, ſprach er davon, daß, um das Vertrauensverhältnis
zwiſchen Bevölkerung und Behörde noch intenſiver zu geſtalten,
auch einzelne beſonders eng mit dem Volk verwurzelte
Perſön=
lichkeiten, die nicht dem eigentlichen Berufsbeamtentum
entſtam=
men, an für ſie geeignete Verwaltungsſtellen berufen werden
ſollten. In ähnlich vorſichtiger Weiſe äußerte ſich Herr Miniſter
Jaute bassinnt aater maune
e
MMsag!
„Maß wurkorang Zurz.”
Oeite 2
Mittwoch, den 28. November 1926
Numer 331
Leuſchner bei der Beratung des Etats ſeines Miniſteriums am
26. April d. J. über ſeine Perſonalpolitik. Er meinte, ein Miniſter
müſſe das Recht haben, Männer ſeines Vertrauens in ſein
Mini=
ſterium zu nehmen; tüchtige Leute ſollten nicht etwa ausgeſchaltet
werden, namentlich nicht ſolche, die mit der Regierung arbeiten
wollten; die Mehrzahl der höheren Beamten bekenne ſich nicht zu
ſeinen politiſchen Auffaſſungen, er wolle aber dafür ſorgen, daß
die republikaniſch Geſinnten mindeſtens als gleichwertig geachtet
wurden; er werde alles daranſetzen, um den Gegenſatz zu
über=
brücken; die Perſonalpolitik ſei eine Frage der Ehrlichkeit.
Dieſe vor dem Parlament entwickelten Grundſätze laſſen ſich
hören. Es iſt nicht viel dagegen einzuwenden, wenn man die
Verhältniſſe berückſichtigt, in denen wir uns befinden. Und die
Abſicht, die innerhalb der Beamtenſchaft ſelbſt ſowie die zwiſchen
ihr und der Regierung beſtehenden Gegenſätze möglichſt auf dem
Boden der Ehrlichkeit auszugleichen, verrät ſtaatsmänniſche
Klug=
heit. Allein Herr Leuſchner verſteht es auch, andere Regiſter zu
ziehen und Töne zu entwickeln, aus denen man keinen Hauch
von dieſer ſtaatsmänniſchen Klugheit heraushört. Vor kurzem
hielt das Reichsbanner im Saalbau einen geſelligen Abend, bei
dem Herr Miniſter Leuſchner eine Anſprache hielt. Dabei kam er
bei Betrachtungen über die Ausbreitung des republikaniſchen
Gedankens auch auf die Beamtenſchaft zu ſprechen und äußerte,
die Regierung werde mit ganzer Kraft daran arbeiten, daß die
Zahl der republikaniſchen Beamten ſtets ſteigen werde; nicht nur
die oberen Beamtenſtellen ſollten mit Republikanern beſetzt
wer=
den, ſondern allmählich alle; monarchiſtiſche Beamte und Gegner
der Republik dürften auf keine Gegenliebe rechnen. Das ſind
recht unkluge Worte, die bei einer Reichsbannerverſammlung
großen Beifall finden mögen, aber nicht geeignet ſind, zur
Ueber=
brückung der beſtehenden Gegenſätze beizutragen. Herr Leuſchner
kann ſich hiernach nicht wundern, wenn man ſeinen Abſichten in
der Beamtenſchaft mit Mißtrauen begegnet.
Iſt unter dieſen Umſtänden das Innenminiſterium der aus
dem Geſamtkabinett beſonders hervortretende Faktor geworden,
ſo iſt das Finanzminiſterium gegenüber früher ſtark in den
Hin=
tergrund gedrängt. Der Finanzminiſter, der früher das Triebrad
der heſſiſchen Politik war, und auf den ſich deshalb auch die
ſchärfſten Angriffe der Oppoſition richteten, könnte auch heute
noch der Mittelpunkt der Regierung ſein, weil bei ihm alle Fäden
der Staatsverwaltung zuſammenlaufen, und er müßte es um ſo
mehr ſein, als die ſo dringend nötige Verwaltungsreform in
ihrem Endzweck eine reine Finanzfrage iſt. Seit Jahren haben
wir die Verwaltungsreform als äußerſt dringlich hingeſtellt, weil
wir der Auffaſſung waren und ſind, daß der heſſiſche Staat ſich
aus eigener Kraft aus ſeiner Finanzkriſe herausarbeiten muß
und ſich nicht auf Reichsunterſtützung verlaſſen darf. Dieſe
Reichsunterſtützung, deren Höhe wohl ſchon die Entſchädigung
überſteigen wird, die Heſſen aus der Verreichlichung der
Eiſen=
bahn von dem Reich zu erwarten hat, kann keine dauernde
Ein=
richtung bleiben und wird mit der Verſchlechterung der
Reichs=
finanzen von ſelbſt aufhören. Es wäre deshalb längſt Aufgabe
der heſſiſchen Regierung geweſen, rückſichtsloſe
Erſparnismaß=
nahmen in der Staatsverwaltung durchzuführen, wie der frühere
Finanzminiſter ſie ſchon vor dem Einſchreiten des
Reichsſpar=
kommiſſars beabſichtigte. Wir können es nicht als gerechtfertigt
anſehen, daß bisher nichts geſchehen iſt und auch weiter nichts
geſchehen ſoll, bis das Gutachten des Reichsſparkommiſſars
vor=
liegt. Es iſt dabei doch zu bedenken, daß nicht nur die Einigung
über das endgültige Sparprogramm, ſondern auch ſeine
Durch=
führung reichlich Zeit in Anſpruch nehmen wird und daß
in=
zwiſchen die heſſiſchen Finanzen immer tiefer in das Defizit
hinabwandern. Wir können hiernach die abwartende Haltung
des Finanzminiſters nicht billigen, deſſen Mangel an Initiative
ſich auch in der Abſicht zeigt, einen beſonderen Etat für 1929 gar
nicht herauszubringen, ſondern ſich mit der Verlängerung des
laufenden Etats zu begnügen. Die Gründe, die hierfür
vorge=
bracht werden, ſind nicht ſtichhaltig; es iſt insbeſondere ſehr
zwei=
fekhaft, ob das Steuervereinheitlichungsgeſetz ſo raſch von den
Inſtanzen des Reiches verabſchiedet werden wird, daß es auf die
Finanzlage Heſſens im Jahr 1929 Einfluß haben kann. Der
Landtag dürfte ſich jedenfalls nicht darauf einlaſſen, ſich von der
Mitwirkung bei der Feſtſtellung des Staatshaushalts für ein
Jahr einfach ausſchalten zu laſſen.
Das neue Kabinett hat alſo manches Neue in den
Regie=
rungsmethoden gebracht. Daß alles erfreulich wäre, kann leider
nicht geſagt werden.
Spectator.
Der Skellenplan vor dem Hefſiſchen Finanzausſchuß.
Der Finanzausſchuß des Heſſiſchen Landtags ſetzte am
Diens=
tag die Beratungen des Stellenplanes zur Beſoldungsordnung
zum 30. März 1928 bei Kap. 42 (Landes=Heil= und
Pflegeanſtal=
ten) fort. Zu dieſem Kapitel, das angenommen wurde, lagen
eine Reihe von Anträgen vor. Annahme fand ein Antrag Storck
(Soz.), die Kaſſeninſpektoren in den Anſtalten Gießen und Alzey
in die Gruppe A 4 einzuſtufen, ferner ein Antrag Wiedmann
(Soz.) fünf Werkführern für ihre Perſon die Bezüge nach A 7
zu gewähren ſowie ein demokratiſcher Antrag, die Zahl der Ober=
Zur Wiederkehr des 30. Todestages am 28. November.
Von
Frank Lyskirchen.
Milde, ſanft und gütig war die Hand des Todes, die ſich am
28. November 1898 dem dreiundſiebzigjährigen Conrad Ferdinand
Meyer auf die Stirn legte; ſie erlöſte den Dichter von einem
halben Leben, das zwar die Hoffnung noch mit ihrem Grün
be=
kränzte, das aber in Wirklichkeit dem, was ihm alles war, ſeiner
Kunſt und künſtleriſchem Schaffen, ſeit ſechs Jahren ſchon, ſeit
1892 abgeſtorben war.
Heute ſind ſeit dieſem Todestage dreißig Jahre vergangen
und der Schutz, den ſeinen Werken das Geſetz gewährt, erliſcht.
Jeder Verleger kann jetzt die Dichtungen Conrad Ferdinand
Meyers in Einzeldrucken oder in Geſamtausgaben
veröffent=
lichen und, wie immer, wird aus dem Wettbewerb der Leſer den
Vorteil ziehen, der jetzt für wenige Groſchen erwerben kann, was
vorher ebenſoviele Mark koſtete. Wie vor acht Jahren Gottfried
Keller und vor kurzem Theodor Fontane, darf nun auch der
Ver=
faſſer des „Jürg Jenatſch” der „Hochzeit des Mönchs”, des „
Hei=
ligen” und der „Angela Borgia” ganz befreit den Weg ins Volk
antreten; er, der ſeine Jugend gleich jenem Unglücklichen, den
Goethes „Harzreiſe” ſchildert, in „ungenügender Selbſtſucht”
ver=
brachte, der ſich erſt nach dem vierzigſten Lebensjahre aus dem
Dickicht ſeiner gehemmten Perſönlichkeit herausentwickeln konnte,
dem erſt 1870 in „Huttens letzte Tage” der erſte große Wurf
ge=
lang, der dann in zweiundzwanzig Jahren das ſchaffen mußte,
was andere in einem langen gradlinigen Leben geſtalten können;
und der dann die letzten ſechs Lebensjahre wieder ſtumm ſein
mußte, von einem Atersleiden gefeſſelt, das ihn zwar noch
pla=
nen, aber nicht mehr darſtellen ließ.
Lieſt man, wie ſich das Jugendleben Conrad Ferdinand
Meyers abgeſponnen hat, ſo kann man verſtehen, daß er immer
wieder als Helden ſeiner Gedichte und Novellen Tatmenſchen
liebt, vor allem die Helden der Renaiſſancce, die bündigen
Herr=
ſchernaturen, die mächtigen, entſchloſſenen Frauen, man kann es
verſtehen aus dem Gegenſatze heraus. Denn der junge Meyer
hatte von ſeinen Vorfahren die hohe Bildung überfeinerter
Bür=
gergeſchlechter, von ſeiner Mutter aber eine nervöſe Belaſtung
geerbt, die ſich in einem ſeltſamen Hemmungszuſtande ausſprach.
Er entwickelte ſich nicht weiter; er wurde ein Sonderling. Seine
Schulzeit ſchloß nicht mit einer Berufswahl und einer
entſpre=
chenden Berufsvorbereitung ab, er verſchwand, einer krankhaften
Menſchenſcheu nachgebend, ſo ſehr aus dem Kreiſe der Geſell=
Vom Tage.
Das Reichskabinett hat beſchloſſen, in der Frage
des Steuervereinheitlichungsgeſetzes dem
Reichs=
tag eine Doppelvorlage zugehen zu laſſen, nachdem
im Reichsrat der dritte Teil des Entwurfs, das
Gebäudeentſchuldungs=
geſetz, nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit gefunden hat.
Die deutſch=ruſſiſchen
Wirtſchaftsverhanblun=
gen haben in Moskau begonnen.
Der Generalſekretär des Völkerbundes, Sir Erie
Drummond, wird Mittwoch vormittag auf der Durchreiſe von
Warſchau nach Genf zu einem zehnſtündigen Aufenthalt in Berlin
eintreffen. Reichsminiſter des Auswärtigen, Dr. Streſemann, hat Sir
Erie Drummond eingeladen, ihn zu beſuchen. Eine politiſche Bedeutung
kommt dieſem Beſuch nicht zu.
Der litauiſche Außenminiſter Woldemaras hat
dem Generalſekretariat des Völkerbundes mitgeteilt, daß er zur
Ver=
tretung des litauiſchen Standpunktes vor dem Völkerbundsrat
im Dezember ſelbſt an den Verhandlungen teilnehmen werde.
Die rumäniſche Regierung teilt in einem Schreiben mit,
daß der bisherige Außenminiſter Tituleseu auch unter
der neuen Regierung als ſtändiger Vertreter im
Völker=
bundsrat und als Delegierter bei der Vollverſammlung des
Völker=
bundes fungieren werde.
Nach dem um 9,30 Uhr M. E.Z. ausgegebenen ärztlichen Bericht, hat
der engliſche König geſtern einen beſſeren Tag
ver=
bracht. Der Kreuzer „Entrepriſe” in Aden hat ſich nach Dareſſalam
zur Verfügung des Prinzen von Wales begeben.
Nach mehr als einjährigem Sträuben hat ſich Perſien endlich
dem engliſchen Druck gefügt und ſeinen Widerſtand
gegen die Leitung der engliſchen Luftverkehrslinie
nach Indien über perſiſches Gebiet aufgegeben.
Man rechnet damit, daß der argentiniſche Präſident Irigoyen ſeine
Genehmigung für den Bau eines Luftſchiffhafens bei
Camp Mayo in der Nähe von Buenos=Aires erteilen wird. Dieſer
Flugplatz wird für den Zeppelinverkehr Sevilla—
Süd=
amerika beſtimmt ſein.
Der britiſche Botſchafter in Tokio, Sir John Tilley,
hatte eine längere Unterredung mit dem japaniſchen
Unterſtaatsſekretär für auswärtige
Angelegen=
heiten Yoſhida. In dieſer Unterredung wurde der gegenwärtige
Stand der Verhandlungen mit der Nanking=Regierung erörtert.
Die Wahlen, zum Neuſeeländer
Abgeordnaten=
haus hatten folgendes endgültiges Ergebnis: Regierungspartei 39
(bisher 53 Nationalpartei 27 (bisher 11), Arbeiterpartei 19 (bisher 14)
und Unabhängige 5 (bisher 2).
pfleger in der Gruppe 7a von 26 auf 44 zu erhöhen und die
Zahl der Pfleger in Gruppe A 8 entſprechend von 100 auf 82
herabzuſetzen. Die Eingaben zu dem Kapitel wurden teils
zurück=
geſtellt, zum Teil durch die Annahme der Anträge für erledigt
erklärt. Zu dem Kapitel 53 (Miniſterium für Kultus und
Bil=
dungsweſen), das ſodann beraten wurde, liegt ein Antrag
Rei=
ber vor, die Stelle eines Miniſterialoberſekretärs zu ſtreichen
und dafür die Stellen der Miniſterialreviſoren um eine zu
er=
höhen. Der Antrag ſowie das Kapitel wurde angenommen. Zum
Kapitel 57 (Volksſchulen) hat Abg. Glas (Landbund) einen
An=
trag geſtellt, der die Zahl der beſonders gehobenen Stellen von
528 auf 720 und die Zahl der gehobenen Stellen von 126 auf
250 geſetzt ſehen möchte und an die Stelle der Ziffer 2525 für
Lehrer an Volksſchulen die Ziffer 2209. Dieſer Antrag, der wohl
die Forderung der Lehrer enthalten dürfte, wurde abgelehnt.
An=
nahme fanden dagegen die Anträge Reiber—Storck—Hainſtadt:
1. die Zahl der gehobenen Stellen von 126 auf 201 zu erhöhen
und an die Stelle der Ziffer 2525 (Zahl der Lehrer an
Volks=
ſchulen) 2450 zu ſetzen: 2. in den Zahlen Berufsſchullehrer A 3b
iſt ſtatt 30, 36 zu ſetzen und in A 4a ſtatt 92 die Zahl 121, und
in A4b ſtatt 183 die Zahl 148: 3. in der Anmerkung zu den
beſonders gehobenen Stellen ſtatt 104 Stellen 87. Das Kapitel
ſelbſt wird, angenommen, die dazu gemachten Eingaben werden
durch die Beſchlußfaſſung für erledigt erklärt. Kapitel 59 und 60
(Taubſtummenanſtalt und Blindenanſtalt in Friedberg) werden
angenommen. Der Ausſchuß begann ſodann noch die Beratung
des Kap. 61 (höhere Schulen) und vertagte ſich dann auf
Mittwoch.
Ein Demenki.
Berlin, 27. November.
Gegenüber der in der Preſſe aufgetauchten Behauptung, „die
Sowjetregierung fordere die Ernennung des Generaloberſten
v. Seeckt zum Botſchafter in Moskau und werde jeden anderen
Botſchafter zwar dulden, aber auch nicht mehr als dulden”, wird
von zuſtändiger Stelle folgendes mitgeteilt: 1. Beide
Behaup=
tungen ſind vollkommen unwahr und frei erfunden; 2. die
Be=
rufung des Generaloberſten v. Seeckt auf den Botſchafterpoſten
in Moskau iſt in keiner wie immer gearteten Weiſe Gegenſtand
von Geſprächen, Verhandlungen oder Schriftwechſel zwiſchen
deutſchen und ruſſiſchen Stellen geweſen; 3. damit entfallen alle
an die unwahren Behauptungen geknüpften Kommentare und
Kombinationen.
Die internationale Konferenz
für Wirtſchafts=Statiſtik.
Japans Inkereſſe an ſtakiſtiſchen Angaben
anderer Länder.
EP. Genf, 27. November.
Die Internationale Konferenz für Wirtſchaftsſtatiſtik ha
heute ihre Generaldebatte fortgeſetzt. Je mehr die Konferenz au
die Einzelheiten eingeht, deſto offenſichtlicher wird es, welch
große praktiſche Schwierigkeiten und Verwicklungen einer ein
heitlichen Wirtſchaftsſtatiſtik noch im Wege ſtehen. Vor allem ſin)
es die außereuropäiſchen Staaten, die Bedenken gegen die Durch
führung der Prinzipien des Konventionsentwurfes erheben. S.
wies der Delegierte von Niederländiſch=Indien, de Buſſy, au
den Unterſchied in der intellektuellen und wirtſchaftlichen Ent
wicklung zwiſchen den Kolonialländern und den Induſtrieländert
Europas hin. Eine ähnliche Haltung nahm auch der ägyp
tiſche Vertreter, Craig, ein.
Japan dagegen, das durch den Delegiertem Ito und vie
eigens von Oſtaſien nach Genf gekommene
Spezialſtatiſtike=
vertreten wird, nahm dieſelbe Haltung wie die europäiſcher
Mächte ein. Ito ſprach die Hoffnung aus, daß die Konferenz dod
dazu führen würde, in einem gewiſſen Maß die ſtatiſtiſchen
Methoden zu vereinheitlichen. Die Geſchäftsleute Japan/
wünſchten lebhaft genaue ſtatiſtiſche Angaben aus den anderer
Ländern zu beſitzen, um ihren Handel mit dieſen logiſch ent
wickeln zu können.
Schwierigkeiken innereuropäiſcher Ark
behandelten die Ausführungen des Generalſekretärs der Inter
nationalen Vereinigung der Baumwollfabrikanten und =ſpinner
Pearſe. Die Vereinigung umfaßt 21 nationale Gruppen. Pearſe
ſtellte der Konferenz zwar die Mitarbeit der Vereinigung in Aus
ſicht, warnte aber davor, die Induſtrie mit
über=
häuften ſtatiſtiſchen Rundfragen, zu belaſten
Das Reſultat werde ſonſt ſein, daß die Indu
ſtriellen keine Auskünfte mehr geben.
Colſon=Frankreich glaubte, es werde immer Schwierigkeiten
machen, genaue ſtatiſtiſche Ziffern zu erhalten. Entweder ſeien
wie in der Landwirtſchaft die kleineren Betriebe überhaupt nich
erfaßbar, oder zutreffende Angaben würden, wie be
gewiſſen Gruppen induſtrieller Unternehmun
gen, aus Furcht vor der Konkurrenz oder mi
Rückſicht auf die Steuerbehörden verheimlicht
Wie viel Europa in der praktiſchen Ausgeſtaltung aber aud
in der Anwendung der Statiſtiken noch zu lernen hat, ging
au=
dem Beiſpiel hervor, das der amerikaniſche Delegierte Duran.
aus der amerikaniſchen Geſchäftswelt zitierte, wo der kleine Ge
ſchäftsmann ſo gut wie der Großinduſtrielle, ſein ganzes Ge
ſchäftsgebaren auf Grund der reichhaltigen und äußerſt genauer
Statiſtiken aufbaut. Um wirklich zutreffende Ziffern aus der
einzelnen Gewerbezweigen zu erhalten, hat man in Amerika da=
Verfahren gewählt, daß die Ziffern von den Berufsverbänder
geſammelt und ſchon verarbeitet an die amtlichen Stellen fü
Statiſtik weitergeleitet werden, ſo daß die „Steuer= und anderet
ſtaatlichen Behörden keinerlei Rückſchlüſſe mehr auf die Wirt
ſchaftslage des einzelnen Zenſiten ziehen können. Außerdem ha
man aber auch durch Geſetz feſtgelegt, daß ſtatiſtiſche Auskünft
unter keinen Umſtänden zu anderen Zwecken mißbraucht werde:
dürfen.
Eine kleine Senſakion
in der ſonſt rein ſachlich verlaufenen Konferenz bildete die Red
des ruſſiſchen Vertreters Prof. Kritzmann, der zum erſten Mal
in einer Genfer Inſtitution ruſſiſch ſprach. Er trug eine politiſch
Note in die Debatte, als er die Konvention kritiſierte, weil ſi
keine Angaben über die Waffen= und Munitionsfabrikation ent
hält. Eine derartige Statiſtk wäre nicht notwendig geweſen
wenn man das ruſſiſche Abrüſtungsprofekt ſeinerzeit angenom
men hätte. Da dies aber noch nicht geſchehen ſei, müſſe man ver
langen, daß wenigſtens jetzt durch ſtatiſtiſche Veröffentlichungen
eine gewiſſe Kontrolle über die Waffenproduktion geſchaffer
werde. Seine Regierung habe auch den Eindruck, daß die ganz
Konvention darauf abgeſtellt ſei, für ſpätere evtl. wirtſchafts
imperialiſtiſche Sanktionsmaßnahmen, wie ſie der Artikel 16 de=
Völkerbundspaktes vorſehe, die nötigen Unterlagen zu ſchaffen.
Präſident Rappard wehrte dieſe Aeußerungen mit einer ſcherz
haften Bemerkung über die liebenswürdige ſlawiſche Phan
taſie ab.
Die Konferenz konſtituierte dann unter dem Präſidium des
deutſchen Delegierten Prof. Wagemann die Unterkommiſſion fü
Induſtrie=Statiſtik und unter dem Präſidium des amerikaniſchei
Delegierten Durand die Unterkommiſſion für Handelsſtatiſtil
ſchaft, daß er ſelbſt einmal belauſchen konnte, wie ein der
Fa=
milie Befreundeter ihn tot glaubte, weil man ihn nicht mehr
ſah. Er gewöhnte ſich eine Art ſeltſamen Nachtlebens an, am
Tage vergrub er ſich in ſeine Studierſtube, unfruchtbarem
Ar=
beiten und Ueberſetzungen hingegeben, nachts ſtrebte er nach
Conrad Ferdinand Meyer.
draußen, durchſtreifte mit ſeiner einzigen getreuen und
opfer=
freudigen Schweſter Betſy die Stadt und die Umgebung und
machte allein halbe Nächte lang Fahrten auf den Züricherſee
hinaus, oft ſtundenlang ſchwimmend und nach Mitternacht
heim=
kehrend, was Mutter und Tochter immer mit herzbanger Sorge
erfüllte, weil er nicht ſelten Lebensüberdruß äußerte. Und ſein
geiſtiges Leben in dieſen Jahren zwiſchen zwanzig und dreißig
war auch ſolch ein Dämmer= und Nachtleben. Alles, was er
an=
fängt, fördert er nicht, er bleibt in den Hemmungen, in der Ein=
leitung, in den Vorbereitungen ſtecken und reſigniert. Vergeblid
quälte die ſelbſt kranke Mutter den tatenloſen Sohn mit Bitter
und Vorwürfen, vergeblich ſucht die einſichtigere Schweſter ihr
mit leuchtender Hoffnung, unermüdlichem Vertrauen und tätige.
Anteilnahme aufzurichten. „Die Geſellſchaft und er ſelbſt, ſagte
ſie, haben über meinen Bruder ein Leichentuch geworfen!”
E=
ſelbſt mußte einmal als unfreiwilliger Zeuge hören, wie ſeine
Mutter, bekümmert über ſein Weſen, einer Bekannten über ihr
erklärte: Schonen Sie meiner, fragen Sie nicht, mein begabtes
Kind iſt für alle Zukunftshoffnungen einer Mutter verloren! E.
begräbt ſich ſelbſt, er iſt für dieſes Leben nicht mehr da!” Und
er ſelbſt koſtet alle Nöte dieſes Zuſtandes aus; er ſchwankt zwi
ſchen den Künſten hin und her, möchte Maler, möchte Geſchichts
ſchreiber, möchte Dichter werden; ſehnt ſich dazwiſchen nach de
abgeſchloſſenen, beruhigenden Tätigkeit eines bürgerlichen Amtes
Er arbeitet wie ein Automat, ohne rechte Freude, ohne Wärme
ohne Genuß. Und ohne Erfolg, wie unter dem Druck von hun
dert Atmoſphären. Schließlich erkrankte er körperlich, brach aug
geiſtig ganz zuſammen und ſuchte Zuflucht in einer Heilanſtall
Bald entlaſſen, meidet er das elterliche Haus und führt in
Laut=
ſanne das kärgliche, auch in den Ergebniſſen ärmliche Leben einle?
beſcheidenen Privatgelehrten.
Da ſtarb 1856 die Mutter, eine Erbſchaft von anderer Seil
trat hinzu, die beiden Geſchwiſter konnten ſich freier bewegen
Ein Aufblick kam, noch keine Befreiung. Unruhige Wanderſa9t
folgen, Paris, Rom, München, Florenz wurden längere Zeit Le
ſucht. Die Stimmung beſſerte ſich, die Schweſter, die ſich lee
allein dem Bruder widmen konnte, wirkte Wunder; aber ſantz
ſam, ſehr langſam war der Fortſchritt. Lebensluſt, Unterne?
mungsfreude, Hoffnung ſtellen ſich ein, das gehemmte
Bele=
löſt ſich, die unterbundene Entwicklung beginnt wieder Me”
Weg. Und als ein äußeres merkwürdiges Zeichen: zu einer De"
da anderen Männern die Haare auszufallen beginnen unh
Bart weiße Haare zeigt, wuchs im vierzigſten Jahre Nele”
Zögernden ein richtiger Schnauzbart, deſſen zerzauſte Fränſe‟
Stauffer=Berns Radiermodell ſpäter, ſo andächtig feſtge net.
hat. Eine gewiſſe jugendlich=behagliche Fülle der Geſtel.
freier Blick, ein ſtandfeſtes Weſen treten auf. und das Lchr. L
— der Dichter war damals fünfundvierzig Jahre alt — vou.”
dete die Erlöſung mit dem Balladenzyklus „Huttens letzte Sc
Seitdem waren ihm zweiundzwanzig. Jahre des Glucs de
geben. Aus der Schattenpflanze machte das Schichſal pode.
einen nun nicht mehr ringenden, ſondern vollendeten Kuhl.
als ob in all den Jahren, der Strom der Geſtaltung in.
lebendig, aber nur nicht erreichbar geweſen wäre, ſchefft. . .
ſo, als ob er all die tauben Jahre vorher ſchon ſchaffend geiet.
Nummer 331
Mittwoch, den 28. Rovenber 1928
Eeite 3
Ein neuer deutſcher Schritt in Paris
Durch die Einſchalkung der Repko die Verhandlungen erſchwerk. — Deutſche Borbehalte gegenüber der
Repfo. — Gegenſähe zwiſchen dem franzöſiſchen Finanz= und Außenmigiſterium?
Engliſcher Opkimismus in der Reparakionsfrage.
durchblicken, daß der Beſchluß der franzöſiſchen Regierung viel=
*Dte Einennung der Sach= leicht auf die Vorſtellungen der Sozialiſten bei Poincaré
zurück=
zuführen ſein könne, die mit der Ernennung Moreaus nicht
zu=
frieden ſeien. In dieſen Zuſammenhang gehört es zweifellos,
verfandigen durch die Repfo. wenn der ſozaliſtiſche „Populaire” berichtet, Noinears
beabſch=
tige, außer Moreau und Profeſſor Allix noch einen anderen Dele=
Rückfall zu Verſailles?
gierten zu ernennen, falls die Zahl der deutſchen Vertreter dies
Der Beſchluß des franzöſiſchen Miniſterrates, die Delegierten
für die neue Reparationskonferenz, deren Perſönlichkeit bereits
feſtſteht, nicht unmittelbar zu ernennen, ſondern ihre Ernennung
offiziell der Reparationskommiſſion zu überlaſſen, wird
verſchie=
dentlich als ein Verſuch Frankreichs ausgedeutet, die in
Genf zwiſchen den Mächten getroffenen
Ab=
machungen aus der Welt zu ſchaffen und das
ganze Reparationsproblem in Richtung auf
Verſailles zurückzudrehen. Dieſe Befürchtungen
können wir in vollem Umfange nicht teilen. Es iſt nun einmal
nicht zu vergeſſen, daß nach dem Verſailler Vertrag
die Neparationskommiſſion gewiſſe Rechte
be=
ſitzt, daß ſie ſeinerzeit auch England und Frankreich
gezwun=
gen hat, den Abſchluß des Dawesplanes mit Deutſchland ihr zu
überlaſſen. Sie kann einfach nicht ausgeſchaltet werden. Wenn
unſere Gläubigerſtaaten den Wunſch haben, die Kommiſſion in
ſtärkerem Maße einzuſchalten, ſo können wir das nicht
verhin=
dern, zumal die Reparationskommiſſion auch das Organ
derjeni=
gen Gläubigerſtaaten iſt, die bei den Verhandlungen des
Exper=
tenkomitees nicht vertreten ſind. Deutſchland hat deshalb
auch in Paris erklären laſſen, daß es den
Um=
weg der Ernennung der Experten durch die
Reparationskommiſſion nicht für zweckmäßig
halte, daß es aber keinen grundſätzlichen
Ein=
ſpruch dagegen erhebe, — allerdings mit der
doppelten Einſchränkung, daß Deutſchland
ſeine Vertreter unmittelbar ernennt und daß
der Einfluß der Reparationskommiſſion auf
den formalen Akt der Ernennung der
Sachver=
tändigen beſchränkt bleibt. Sollte die Repko darüber
hinaus verſuchen, Einfluß zu gewinnen auf das Mandat der
Fommiſſion oder ſpäterhin auf den Gang der Verhandlungen,
dann wäre das allerdings ein Weg, den Deutſchland nicht
mit=
jehen könne und der für uns wohl gleichbedeutend, mit dem
Scheitern der ganzen Aktion wäre. Wenn wir recht unterrichtet
ind, iſt dieſe deutſche Auffaſſung den übrigen Mächten bereits
ur Kenntnis gebracht worden. Daß durch das
Dazwiſchen=
chieben der Repko die Verhandlungen erſchwert
verden, iſt unbeſtreitbar, ſchon allein durch die Komplizierung
ſes techniſchen Apparates, die von vornherein zwei Arten von
Sachverſtändigen gegenüberſtellt: die deutſchen und die
Sachver=
ändigen der Gläubigerſtaaten, wobei weiterhin noch geklärt
wer=
en muß, in welcher Form die Einladung an die amerikaniſchen
experten zu ergehen hat. Solange aber die Mitwirkung der
kepro rein formal bleibt, halten wir es verfrüht, aus dieſer
Tat=
neße irgendwelche politiſchen Rückſchlüſſe zu ziehen.
Die Auffaffung der Bariſer Preſſe.
EP. Paris, 27. November.
Der plötzliche Entſchluß der franzöſiſchen Regierung, die
Er=
ennung der Sachverſtändigen für die
Reparationsverhandlun=
en der Reparationskommiſſion zu überlaſſen, obwohl ſich die
kegierung bereits in mehreren Sitzungen des Miniſterrats mit
ieſer Frage beſchäftigt hatte, hat trotz dem noch geſtern abend
rfolgten offiziöſen Hinweis, daß es ſich bei dieſer Maßnahme
diglich um eine Formfrage handle, in der Preſſe eine gewiſſe
eberraſchung ausgelöſt. Wie immer, verteidigt die große
Infor=
lationspreſſe auch diesmal wieder den offiziellen Standpunkt.
die verweiſt dabei auf den Artikel 234 des Verſailler Vertrages,
er die Souveränitätsrechte der Reparationskommiſſion feſtlegt,
nd auf den Präzedenzfall des Dawes=Komitees, deſſen
Mitglie=
er gleichfalls von der Kommiſſion ernannt worden ſeien.
Der „Petit Pariſien” wendet ſich insbeſondere dagegen, daß
lan den überraſchenden Entſchluß der franzöſiſchen Regierung
Is ein Verſchleppungsmanöver auslege. Es fehlt jedoch
anderer=
its nicht an Stimmen, die die ſeit geſtern eingetretene Wendung
weniger harmloſem Lichte darſtellen. So läßt der „Gaulois”
ermögliche. — Der „Peuple” ſpricht davon, daß die
franzö=
ſiſche Regierung das Geſpenſt der längſt
über=
lebten Reparationskommiſſion wieder
herauf=
beſchworen habe. Der Beſchluß des Miniſterrats ſei
weni=
ger auf die Treue gegenüber dem Verſailler Vertrag
zurückzu=
führen, als vielmehr auf den Wunſch, einen ſcharfen
Gegen=
angrif” gegen die von Streſemann und in dem
deutſchen Memorandum entwickelte Theſe zu
führen. Sobald nämlich die Reparationskommiſſion
die Sachverſtändigen ernenne, hätten dieſe keine
andere Ziffer für die gegenwärtigen deutſchen
Verpflichtungen zu nennen als die 1921 von der
Kommiſſion feſtgeſetzten 132 Milliarden.
Die engliſche Aniwstk auf die deutſche Noke
vom 30. Skieber fertiggeſtellt.
EP. London, 27. November.
Zu dem gegenwärtigen Stand der Reparationsverhandlungen
berichtet die „Times” wie folgt: Die Anſichten des engliſchen
Kabinetts gehen dahin, daß die Zeit nunmehr gekommen ſei, ohne
Verzögerung die Entſcheidungen auszuführen, die in Genf am
16. September hinſichtlich der Bildung eines neuen
Sachverſtän=
digenkomitees erzielt worden ſeien. Das deutſche Memorandum,
das vergangenen Freitag dem Finanzminiſter Churchill
über=
geben wurde, binde die Alliierten ebenſowenig wie deren
ver=
ſchiedene Memoranden die deutſche Regierung. Man ſei in
Lon=
don der Anſicht, daß nunmehr Schritte unternommen werden
könnten, ſowohl hinſichtlich der Einladung an die amerikaniſchen
Sachverſtändigen in einer Form, die für Waſhington am beſten
annehmbar ſei, als auch zur Feſtſetzung der Zahl der
Sachver=
ſtändigen, ſowie deren Machtbeſugniſſe und für die Beſtimmung
der Zeit und des Ortes des erſten Zuſammentreffens. Die
Antwort der britiſchen Regierung auf die
deutſche Mitteilung vom 30. Oktober ſei nunmehr
fertig, und ſie werde überreicht werden, ſobald die
franzöſiſche Regierung und die übrigen Mächte
mitteilen, daß auch ſie bereit ſeien, das gleiche
in Berlin zutun. Die britiſche Anſicht über die Lage
ſei entſchieden optimiſtiſch. Zum Beweis wird
ange=
führt, daß die jährlichen Zahlungen, die man von Deutſchland
gemäß dem Dawesplan erwarte, die Verpflichtungen der
Alliier=
ten für Kriegsſchulden überſchreiten werden und außerdem noch
ein Reſtbetrag verbleibe, der für die Ausgaben des
Wiederauf=
baues der zerſtörten Gebiete uſw. verwendet werden könne. Es
ſei nötig, daß die deutſche Regierung gebeten werde,
die Initiative zu ergreifen und die Einladung
an die amerikaniſchen Sachverſtändigen durch
ihren Botſchafter in Waſhington ergehen zu
laſſen. Dieſer Schritt würde durch die Botſchafter der Mächte,
die die Genfer Entſcheidung vom 16. September unterzeichnet
haben, unterſtützt werden.
Der diplomatiſche Korreſpondent des „Daily Telegraph”
be=
richtet hierzu, daß hinſichtlich der Antworten der Alliierten
ver=
ſchiedene Entwürfe vorhanden ſeien. Soweit der Quai
d:Orſay in Frage käme, ſcheine es keine
Schwierig=
keiten zu machen, die endgültigen Verhandlungen zu
be=
ſchleunigen. Andere Departements der
franzö=
ſiſchen Regierung aber machten Schwierigkeiten
in bezug auf die wiederum betonte deutſche
Forderung, daß die Zahlungsfähigkeit des
Reiches von neuem geprüft werden ſolle.
Tat=
ſache ſei, daß das franzöſiſche Auswärtige Amt,
das franzöſiſche Finanzminiſterium und die
Leiter der Bank von Frankreich über die
Ange=
legenheit verſchiedene Anſichten hätten, und es
ſei notwendig, ſie in Uebereinſtimmung zu bringen, bevor
Frank=
reich ſeine endgültige Entſcheidung treffen könne.
Die Arbeitsloſigkeit in England.
Von unſerem (O=Korreſpondenten.
London, im November.
Die Arbeitsloſigkeit iſt bei weitem die wichtigſte und
ſchwie=
rigſte Aufgabe, welche England in nächſter Zukunft zu löſen haben
wird. Es iſt zur gleichen Zeit eine Frage wie wirtſchaftlicher, ſo
auch politiſcher Natur und eine Angelegenheit, die das Ausland
nicht weniger als England ſelbſt angeht. Die Arbeitsloſigkeit
wird in weitgehendſtem Maße den Ausgang der kommenden
Parlamentswahlen mitbeſtimmen, und die mit der
Arbeitsloſig=
keit zuſammenhängende Möglichkeit eines Uebertritts Englands
zum Protektionismus iſt eine Frage, welche in direkteſter Weiſe
den Handel der ganzen Welt in Mitleidenſchaft ziehen würde.
Die Erſcheinung an und für ſich iſt für England nichts
Neues: auch vor dem Kriege gab es hier mitunter eine halbe
Million und ſogar mehr Arbeitsloſer. Aber dieſes Uebel war
damals immer ein nur vorübergehendes. Jahre großer
Arbeits=
loſigkeit wechſelten mit ſolchen ab, in denen ſie faſt völlig ſchwand.
Nicht ſo heute. Heute, d. h. etwa ſeit 1921, iſt die
Arbeitsloſig=
keit in England eine abſolut chroniſche Erſcheinung, die Zahl der
Arbeitsloſen beträgt zurzeit etwa 1 400 000, und in keinem der
vorhergegangenen Jahre iſt ſie je weſentlich unter einer Million
geweſen. Dem Generalſtreik, der die Lage nur zeitweilig
ver=
ſchlimmert hatte, die alleinige Schuld am gegenwärtigen
bedroh=
lichen Stand der Arbeitsloſigkeit zuzuſchreiben — wäre zweifele
los ſalſch. Das bedeutende Sinken der Zahl der Arbeitsloſen
Ende 1925 und Anfang 1926 war ausſchließlich eine Folge der
damals erfolgten ſtaatlichen Zuwendungen an die
Kohlenindu=
ſtrie, deren vorübergehende Belebung natürlich auch eine
ent=
ſprechende Rückwirkung auf die Stahl= und Eiſeninduſtrie hatte.
Aber dieſes war nur eine künſtliche Belebung des
Wirtſchafts=
organismus, und es wurde bald offenbar, daß die Urfachen der
andauernden Arbeitsloſigkeit viel tiefer liegen mußten.
Die Frage der engliſchen Arbeitsloſigkeit iſt zurzeit inſofern
beſonders aktuell, als der engliſche Arbeitsmarkt in dieſem Jahre
im Vergleich mit 1927 eine auffallende Verſchlechterung der
Kon=
junktur aufzuweiſen hat. Am ſchlimmſten iſt es natürlich in der
Kohleninduſtrie beſtellt. Hier ſind dauernd etwa 250 000 Mann
außer Arbeit, was im Vergleich mit dem Vorjahre eine Zunahme
von etwa 10 Prozent bedeutet. Doch wollte man die
Arbeits=
loſigkeit in England nur nach der Lage der Kohleninduſtrie
be=
urteilen, ſo würde man ſicherlich ein ungenügendes Bild erhalten.
In faſt allen anderen Induſtrien iſt die Arbeitsloſigkeit ebenfalls
ſehr beträchtlich und hat im Vergleich mit dem Vorjahre
eben=
falls erheblich zugenommen. Der „Miniſter of Labour Gazette‟
gibt folgende Aufſtellung vom gegenwärtigen Stand der Dinge:
Stahl= und Eiſeninduſtrie — Prozentſatz der Arbeitsloſen 23,2
im Vergleich mit 18,3 Prozent im Auguſt 1927; Schiffbau — 27,2
Prozent Arbeitsloſe im Vergleich mit 22,5 Prozent in 1927;
Wollen=Textil=Induſtrie — 14,9 Prozent im Vergleich mit 10
Prozent in 1927; Bauunternehmungen — 10,5 Prozent im
Ver=
gleich mit 7,3 Prozent in 1927; Hafenarbeiter — 31/4 Prozent im
Vergleich mit 22,9 Prozent in 1927 uſw.
Das Bemerkens:serteſte an der engliſchen Arbeitsloſigkeit iſt
die Tatſache, daß es ſich hier nicht um eine Erſcheinung handelt,
die auf abwechſelnde Beſſerungen und Verſchlechterungen des
Handels oder auf irgend welche temporäre
Wirtſchaftsſchwankun=
gen im Inneren Englands zurückgeführt werden könnte. Der
Handel im Inneren Englands gedeiht; es werden heuer im
eigenen Lande ſo viel Waren vertrieben und verkauft, wie ſeit
Jahren nicht; die Kaufkraft iſt eine ſehr große; in den meiſten
Städten tragen die Geſchäfte ein glänzendes Aeußeres zur Schau,
und die Inhaber beklagen ſich nicht über ſchlechten Gang des
Handels; die Zahl der Automobilbeſitzer nimmt mit jedem Tage
rapid zu uſw. Das alles ſind Anzeichen, die, wenn ſie auch nicht
erſchöpfend ſind, dennoch an einen „Niedergang” der engliſchen
Wirtſchaft nur ſchwer glauben laſſen. Auch ſind immerhin mehr
als 11 Millionen regiſtrierter Arbeiter dauernd beſchäftigt. Dieſe
Zahl, ebenſo wie die Zahl der engliſchen Geſamtbevölkerung, iſt
größer als die entſprechenden Vorkriegsziffern, ſo daß zurzeit in
England in der Tat mehr Menſchen mit Arbeit verſorgt ſind, als
dieſes vor dem Kriege der Fall war. Das Uebel der
Arbeitsloſig=
keit hat demnach ſeine Urſache faſt ausſchließlich im
unbefrie=
digenden Stand des engliſchen Außenhandels. Die unter der
Arbeitsloſigkeit am ſchwerſten leidenden Induſtrien ſind gerade
diejenigen, die hauptſächlich von der Ausfuhr engliſcher Waren
nach dem Auslande abhängen. Dieſe aber liegt noch immer hinter
der Vorkriegs=Ausfuhr weit zurück. Die Preiſe der engliſchen
Waren ſind noch immer zu hoch, um einem kontinentalen
Wett=
bewerb ſtandzuhalten. Uns ſind das alles längſt bekannte
Tat=
ſachen. Aber der Engländer beginnt erſt jetzt allmählich
einzu=
ſehen, daß, will er der Arbeitsloſigkeit Halt gebieten, er zunächſt
dafür zu ſorgen hätte, daß ſeine Waren wieder billiger, d. h. auf
dem Weltmarkt konkurrenzfähiger werden.
Die Maßnahmen, welche die Regierung zur Bekämpfung der
Arbeitsloſigkeit ergriffen hat, reſp. zu ergreifen plant, ſind von
nd gearbeitet hätte, reich, edelkernig, abgerundet. Sein Roman
nd ſeine köſtlichen Novellen erſcheinen, doppelte Arbeitsluſt
eibt den Dichter weiter, unermüdlich ſchafft er in ſeinem
Land=
ute Kilchberg, er hat das richtige Gefühl, allzuviel Zeit verloren
t haben und Jahre durch doppelte Mühe einholen zu müſſen.
da reißt ihn 1892, aus der Fülle der Entwürfe, eine neue Form
er alten Erkrankung nicht in den Tod vorläufig, ſondern in
itille und Schweigen. Seit 1892 hat er nichts mehr geſchafft.
Die goldene Ernte dieſes vollen Sommers zwiſchen zwei
Sintern, die reichen Garben dieſer in Triumph einem
wider=
rebenden, ſich ſperrenden Leben abgewonnenen Kunſtſchöpfung,
i unſere Scheunen zu fahren, iſt uns jetzt leicht gemacht. Und
ins bedauern wir nur, daß Conrad Ferdinand Meyer nicht
agebücher geſchrieben hat, daß er uns nicht dies Leben im
chatten, dieſe Qual ſchuldlos verlorener Jahre in reiner
Wirk=
chkeit geſchildert hat, zugleich mit dem Aufſchwung ſeiner
ſchöpferzeit. Das wäre ein Troſt der Menſchheit geworden;
enn beinahe möchte man ſagen, daß die Lebensgeſchichte dieſes
hemmten und erlöſten Dichters noch größer und tiefſinniger
als ſeine ſchönſten Dichtungen.
Ein Mekeor am Theakerhimmel.
Zu A. E. Brachvogels 50. Todestage am 27. November.
Ap. Einſtmals plötzlich zur Berühmtheit gelangt, iſt der Dichter des
Nareiß” Albert Emil Brachvogel, heute faſt vergeſſen. Als
am 27. November 1878 ſtarb, hatte er ſeinen Ruhm ſchon überlebt.
nſtet wie ſein Leben war ſein Schaffen. Nur ein Wurf gelang ihm.
ein Drama „Nareiß”, das am 7. März 1856 am Berliner Königlichen
cauſpielhauſe zur Erſtaufführung gelangte, machte ihn plötzlich zum
feierteſten Theaterdichter und berühmten Mann. Das Drama wurde
faſt alle europäiſchen Sprachen überſetzt. Heute iſt uns dieſer faſt
iſbielloſe Erfolg des Stückes kaum noch verſtändlich. Es lehnt ſich
ifflich an Diderots, von Goethe überſetzten Dialog „Nameaus Neffe‟
unter ſouveräner Verachtung der geſchichtlichen Ueberlieferung. Der
Aloſophierende geſchichtliche Nareiß Rameau iſt mit der ſpäteren Pom=
Odur gar nicht verheiratet geweſen, und alle Geſchehniſſe des
merk=
üirdigen Stückes, die Begegnung des Nareiß mit der Pompadour und
Tod, ſind frei erfunden. Im Gegenſatz zu dem durch hervorragende
hatakterdarſteller, wie Ldw. Deſſoir a. a. mit herbeigeführten
Rieſen=
lolg, den das auf den kraſſen Bühneneffekt gearbeitete Stück ſeinerzeit
Zielte, ſteht das Urteil der Literarhiſtoriker, die ihm jede literariſche
Sdeutung und literariſchen Wert abſprechen und ſchon zu des Dichters
eit abſprachen. Es tauchte wie ein Meteor plötzlich am Theaterhimmel
1I und erloſch, nachdem es eine Zeit lang geblendet hatte, wieder.
Eute iſt es wohl kaum noch auf einem Repertoire zu finden.
Brach=
gel lebte von dem Ruhme ſeines „Narciß”, ſein plötzlicher Erfolg war
m berhängnisvoll geworden. Was er nachher geſchaffen hat, iſt der
ergeſſenheit anheimgefallen.
Die letzte Aufführung des „Narciß” in Darmſtadt fand vor
25 Jahren, im Herbſt 1903, ſtatt. Die Titelrolle ſpielte Herr
Lehr=
wann, die Rolle der Pompadour Frl. Eichelsheim, die des Herzogs von
Choiſeul Herr Hacker und das philoſophiſche Dreigeſtirn die Herren
Knispel, Mickler und Wagner, die heute nicht mehr unter den Lebenden
weilen.
Literariſcher Abend.
In einer Veranſtaltung des Darmſtädter
Journa=
liſten= und Schriftſtellervereins las Herr Dr. Walter
Beſt eigene Dichtungen. Walter Beſt ſtammt aus Mainz, war
am dortigen Stadttheater tätig und wirkt als Schauſpieler und
Dramaturg am Bamberger Theater; es iſt keine leichte Sache,
in das ſtille, verſunkene Bamberg Leben zu bringen; aber die
Uraufführung von Leo Sternbergs „Separatiſten” hatte ſchönen
Erfolg, und eine weitere Uraufführung von Eulenberg ſteht
be=
vor. Zwiſchendurch geht Walter Beſt unter die Dichter: Er las
zunächſt eigene Lyrik, nicht himmelſtürzend, aber ſchön geformt
und von ſympathiſcher Empfindung erfüllt. Eine „Geſchichte von
dem Mann, der ſich zwiſchen den Jahren verlaufen hat”, zeigte,
daß Walter Beſt auch für die Form der beſinnlichen Novelle eine
ſchöne Begabung beſitzt. — Im Anſchluß hieran berichtete Herr
Hans Walter Wohmann in formvollendetem, oft von Humor
gewürztem Vortrag über die Ausſtellung der „Preſſa” und
be=
leuchtete ihre kulturelle und publiziſtiſche Bedeutung in
hoch=
intereſſanter Weiſe.
X.
Aus den Darmſtädler Lichtſpieltheakern.
Union=Theater: „Spione”.
Fritz Lang und Thea von Harbou haben in dieſem
Film ein deutſches Meiſterwerk geſchaffen. Es intereſſiert nicht,
daß es ſich um die Verfilmung des gleichnamigen Nomans von
Thea von Harbou handelt. Dieſer Film iſt einfach Film. Objekt,
d. h. Vorwurf der Handlung, ſehr gute Darſteller, die
Erſchöp=
fung aller filmtechniſchen Möglichkeiten haben hier
zuſammen=
gewirkt und einfach einen Film geſchaffen. Jedes Bild, jede
Szene iſt packender, ſpannender Film. Selbſtverſtändlich wird mit
techniſchen, phantaſievoll erdachten Unmöglichkeiten gearbeitet. In
unſerer Zeit aber werden die kühnſten Phantaſien auf techniſchem
Gebiet in Erleben, zur Tat.
„Spione” haben ſelbſtverſtändlich immer irgendwie mit
Ruß=
land und ebenſo ſelbſtverſtändlich mit Japan zu tun. Auf Seiten
Rußlands und Japans kämpft die Verſchlagenheit,
unerſchöpf=
licher Ideenreichtum, Brutalität, jegliche Rückſichtsloſigkeit gegen
Menſchenleben — Menſchen ſind nur Nummern, die ausgelöſcht
werden, ſobald ſie ihre Aufgabe erfüllt haben — und kämpfen
unerſchöpfliche Geldmittel. Auf dieſer Seite aber auch werden
techniſche Unmöglichkeiten möglich gemacht. In dieſem Film wird
mit einem unglaublich fein geſponnenen Netz von elektriſchen
Drähten und Aetherwellen gearbeitet. In dieſem Film iſt es
möglich, daß ein Menſch, der allabendlich als Clown in einem
großen Varieté auftritt, im deutſchen Geheimdienſt arbeitet, der
dabei eine wundervolle und weitverzweigte Spionagezentrale
ge=
rade gegen dieſen Geheimdienſt unterhält. Dieſer Direktor Haghi
— nach außen ein Bankdirektor — iſt ein unglaublich vielſeitiger
Menſch. Er behält die eiſerne Ruhe bis zum Schluß. Er iſt in
der Lage, mit Menſchenleben zu ſpielen, und ſchließlich, als ſchon
ein ganzes Polizeiaufgebot ihm auf den Ferſen iſt, ſeine Feſtung,
ſein Bankgebäude, unter Gas zu ſetzen. Er bringt vor allem
fertig, ſich lachend als Clown auf der Bühne die Kugel in die
Schläfe zu jagen.
Gegen ihn kämpfen deutſche Beamte, die alles aufbringen,
auch letzten Opfermut, denen aber die Verſchlagenheit, die Tücke,
die Ausnützung letzter techniſcher Möglichkeiten fehlt. Dennoch
bleiben ſie Sieger.
An dieſem Film aber iſt das Beſte, daß er Film iſt. Ein jagendes
Tempo, eine ſpannende Folge von Bildern und Szenen, die einem
den Atem nehmen. Nicht eine einzige Länge, nicht eine einzige Szene
oder Bildfolge in dieſem Film, die nicht feſſelt, obwohl ſeine
Vor=
führungsdauer faſt 2½ Stunden dauert. Es ſchadet auch nicht,
daß ſelbſtverſtändlich auch eine Liebesaffäre in dieſen
Spionen=
kampf hineinſpielt. Im Gegenteil, ſie macht dieſen Film für uns
Deutſche genießbarer, erträglicher. Sentimentalität iſt reſtlos
ver=
mieden, und dennoch — — iſt es Film.
Die Darſtellung iſt glänzend. Rudolf Klein=Rogge iſt
der rielſeitige Haghi, gut in Maske und Spiel. Sehr lebendig
und ſehr temperamentvoll und ſehr ſchön in allen Situationen
Gerda Maurus als Sonja. Ihre weniger bedeutende
Kol=
legin ſtellt Lien Deyers ſehr gut dar. Willy Fritſch iſt der
offene, aber tüchtige, gewandte und ſchließlich auch ſiegende
Gegenſpieler. Seine hübſche Männlichkeit iſt ihm die beſte Kraft,
ſie zwingt die beſte Stütze Haghis, die Sonja, durch Bande der
Liebe in ſeinen Bann. Auch die übrigen, minder bedeutenden
Rollen ſind ſehr gut beſetzt. — Fritz Lang hat ſich in der Regie
dieſes Films als ausgezeichneter Filmroutinier erwieſen. Für
die Bauten zeichnen Otto Hunte und Karl Vollbrecht.
Ihre fabelhafteſte Leiſtung iſt der Eiſenbahnzuſammenſtoß im
Tunnel. Techniſch das Beſte, was deutſche Filmkunſt je geleiſtet
*a4
hat,
Mittwoch den 28 November 1923
Seite 4
zweierlei Art — ſolche, die beſtimmt ſind, der momentaen Not
d raſch wie möglich Erleichterung zu bringen, und ſolche, die
der wirklichen Urſache der Arbeitsloſigkeit, dem Rückgang des
britiſchen Außenhandels, mit der Zeit abhelfen ſollen (
wirt=
ſchaftliche Reformen). Die wichtigſte ſeitens der Regierung
ge=
blante Maßnahme der erſten Gattung (zeitweilige Hilfeleiſtung
an die Arbeitsloſen) iſt die ſtaatlich organiſierte Ueberſiedlung
von Arbeitern aus den notleidenden Gebieten nach anderen, von
der Arbeitsloſigkeit bisher verſchonten Induſtriebezirken und nach
den Kolonien und Dominien. Die Regierung betrachtet ſelbſt
die Ueberſiedlung einer ſo großen Menſchenmaſſe, wie 200 000
Arbeiter nebſt deren Familien, nicht als ein unmögliches
Unter=
nehmen. Doch es liegt auf der Hand, daß es ſich hier nur um
ein Palliativmittel handeln kann, und Garantien, daß die
ſolcher=
art übergeſiedelten Arbeiter in ihrem neuen Wohnſitz für dauernd
mit Arbeit verſorgt ſein werden, ſind nur ſehr geringe vorhanden.
Eine ganze Reihe von Vorſchlägen zur Behebung der
Arbeits=
loſigkeit wird dauernd von ſeiten der beiden Oppoſitionsparteien
vorgebracht. Hierzu gehört erſtens der Vorſchlag, daß das zum
Schulbeſuch obligätoriſche Alter höher angeſetzt werde, wodurch
die im Kindesalter ſtehenden Arbeitsloſen verſchwinden würden;
zweitens — der Vorſchlag, das Alter der Zwangspenſionierung
von Arbeitern auf 60 Jahre herabzuſetzen; drittens — gegen das
Übel der Elendsquartiere (slums) durch Maſſenbau von
Arbeiter=
häuſern vorzugehen, und viertens — jenen Induſtrien, die dem
öffentlichen Nutzen dienen (Elektrizität, Gas, Telephon,
Wege=
bau uſw.) und faſt ausſchließlich vom Staate abhängig ſind, eine
reichlichere Kreditgewährung ſeitens der Regierung zu gewähren,
wodurch Erweiterungen vorgenommen und viele Tauſende von
Arbeitern mit neuen Verdienſtmöglichkeiten verſorgt werden
könnten. Seitens der Oppoſition (ſo Lloyd George in ſeiner
letzten Parlamentsrede) iſt ſchließlich wiederholt auf die nach=
Nummer 331
teiligen Folgen hingewieſen worden, welche die Rückkehr zum
Goldſtandard für den britiſchen Handel gehabt hat. Doch
hier=
über zu debattieren, dürfte zwecklos ſein, denn, gleichgültig, wer
in dieſem Falle Recht und wer Unrecht hat, liegt es auf der Hand,
daß England jetzt nicht mehr, ohne ſeiner Wirtſchaft erheblichen
Schaden zuzufügen, wieder vom Goldſtandard ablaſſen könnte.
Von den pppoſitionellen Angriffen wegen ihrer „
Tatenloſig=
keit” in der Frage der Arbeitsloſigkeit bedrängt, hat die
Regie=
rung im Laufe des letzten Jahres ihren eigenen Plan großer
organiſcher Wirtſchaftsreformen ausgearbeitet, welche in ihrer
Geſamtheit den Zweck verfolgen, den Außenhandel Englands mit
neuer Lebenskraft zu erfüllen. Die Hauptmaßnahmen. mit Hilfe
welcher die Regierung den wichtigſten Zweigen der Induſtrie
wieder auf die Beine verhelfen will, ſind folgende:
Induſtrie=
ſchutz, Reſorm der Kommunalverwaltungen, Senkung der
ört=
lichen Steuern und Ermäßigung der Inlandsfrachten. Der
Indu=
ſtrieſchutz, der bekanntlich in einigen Zweigen bereits beſteht,
würde ſich bei weiterer Ausdehnung dem Protektionismus
be=
denklich nähern und ſtößt daher bei vielen auf heftigen
Wider=
ſtand. Aber andere, vor allem die Konſervativen, hoffen, daß die
Einführung von Schutzzöllen die Produktionskoſten engliſcher
Waren ſo verbilligen würde, daß dieſe wieder auf dem
Auslands=
markt konkurrenzfähiger werden dürften. Ja, es beſteht gar der
Plan, dieſe Bedingung, d. h. Verbilligung der produzierten
Waren, als eine Vorausſetzung für Gewährung der Schutzzölle
aufzuſtellen. Die Erleichterung, die die Senkung der lokalen
Beſteuerung für die großen induſtriellen Unternehmungen haben
würde, iſt zum Teil eine ganz außerordentliche: die ſogenannten
„produktiven Induſtrien” würden um drei Viertel ihrer
bisheri=
gen Steuerverpflichtungen erleichtert werden. Die Geſamtſumme
der lokalen Steuern wird zurzeit auf 175 Millionen Pfund
Ster=
ling jährlich geſchätzt. Davon ſollen in Zukunft reichlich 100 Mil=
lionen Pfund Sterling in Fortfall kommen, was in der Tat fü.
die Induſtrie eine außerordentliche Erleichterung wäre. Hinz
kommt endlich, daß die Regierung den Eiſenbahngeſellſchafte
eine ähnliche Steuerentlaſtung zu gewähren beabſichtigt — unte
der Bedingung, daß dieſe ihrerſeits den produktiven Induſtrie
eine entſprechende Herabſetzung der Frachten zubilligen.
Zu all dieſen geplanten Maßnahmen der Regierung mu
abſchließend allerdings hinzugefügt werden, daß es vorderban
eben — Pläne ſind. An eine Ausweitung des Induſtrieſchutze
kann vor den Parlamentswahlen nicht gedacht werden. Und n
die Schutzzölle ſich dann in der gewünſchten Form auswirke
werden, iſt auch noch eine Frage. Nur allzu leicht könnte es
au=
umgekehrt kommen und eine nicht unweſentliche Verteuerung de
engliſchen Waren eintreten. Die Senkung der Lokalſteuern un
die Reform der Kommunalverwaltungen (vorausgeſetzt, daß d
betreffende Bill vom Parlament angenommen wird) werden er
im Oktober nächſten Jahres zu funktionieren anfangen. Nur d
Eiſenbahngeſellſchaften haben ſich bereit gefunden, bereits a
dieſen Dezember die Frachten auf landwirtſchaftliche Produrt
Kohle, Eiſen und einige Rohwaren zu ermäßigen. Hieraus ergil
ſich, daß ein völliges Funktionieren des vom Triumvirat Baldwi
—Churchill—Neville—Chamberlain ausgearbeiteten Induſtrie
Hilfsmechanismus erſt nach etwa einem Jahre einſetzen un
deren eventuelle Auswirkungen, d. h. das erhoffte Abebben de
Arbeitsloſigkeit, erſt nach etwa zwei Jahren erwartet werde
kann. Dazwiſchen liegen die Neuwahlen mit ihrem noch unge
wiſſen Ausgang. Sicher iſt zurzeit nur, daß ſämtliche Parteie
Englands ſich in der Tat des außerordentlichen Ernſtes der ar
dauernd hohen Arbeitsloſigkeit vollauf bewußt ſind und daß de
her in den kommenden Jahren der Bekämpfung dieſes engliſche
Hauptübels ſeitens jeder Regierung, einerlei, wie ſie geartet ſei
mag, vor allen anderen Fragen Beachtung geſchenkt werden wir)
Aus den Amtsverkändigungen des Kreisamts
Darmſtadt und den Bekanntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 Kinderregenſchirm. Eine
Kühlerſchutzdecke. 1 brauner Lederbeutel
mit Zugſtrippe. 1 Portemonnaie mit
In=
halt. 1 Brief. Inhalt 75 Pfg. in
Brief=
marken. 1 Paar Hausſchuhe. 1
Vorſteck=
nadel. 1 Vereinsnadel. 1 Kinderſruh
1 Ventildeckel. 3 Schlüſſel. — Zuselaufen:
1 weißer Schäferhund. 1 grauer
Schäfer=
hund 1 Baſtard.
Wir ma hen wiederholt darauf
auf=
merkſam, daß auch noch Fundgegenſtände
vorhanden ind, die in früheren
Bekannt=
machungen verzeichn t waren.
Inter=
eſſenten können die Fundgegen ände
wäh=
rend den Büroſtunden auf Zimmer 1
be=
ſichtigen
Viehzählung am 1. Dezember
1040.
Am 1. Dezember 1928 findet eine
Viehzählung ſtatt. Sie erſtreckt ſich auf
Pferde, Rindvieh, Schafe, Schweine,
Ziegen, Federvieh und Bienenſtöcke.
Wer vorſätzlich die Angaben, zu
denen er bei dieſer Zählung — durch
be=
ſondere Zähler — aufgefordert wird,
nicht erſtattet, oder wer wiſſentlich
un=
richtige oder unvollſtändige Angaben
macht, wird mit Gefängnis bis zu 6
Mo=
naten oder mit Geldſtrafe beſtraft. Auch
kann Vieh, deſſen Vorhandenſein
ver=
ſchiiegen worden iſt, im Urteil für den
Staat verfallen erklärt werden.
Darmſtadt, den 26. Nov. 1928. (st19177
Der Oberbürgermeiſter.
Der Plan über die Herſtellung einer
unkerirdiſchen Telegraphenlinie auf der
Oftſeite der Heidelbergerſtraße und von
da nach der Eſchollbrückerſtraße liegt bei
dem Telegraphenbauamt in Darmſtadt
auf die Dauer von 4 Wochen aus.
Darmſtadt, den 24. Nov. 1928. (19167
Telegraphenbauamt.
Am Freitag, den 30. November,
1928, vormittags 16 Uhr, verſteigere
ich Hokzhofallee 3 zwangsweiſe
meiſt=
bietend gegen Barzählung:
(19162
1 Schreibmaſchine, 3 Schreibtiſche
(Diplomat), 1 Glasſchaukaſten, 5 Tiſche,
1. Aktenrollſchränfchen, 5
Aftenroll=
ſchränke, 1 Kaſſenſchrank, 2
Aktenge=
ſtelle, 1 Wage mit Gewichten, 1
Schreib=
maſchinentiſch, 1 doppelſeit.
Schreib=
pult, 1 einſeitiger Schreibſtehpult, eine
Wanduhr, 2 Stühle zum
Schreibſteh=
pult, 1 Winde von Eiſen.
Verſteigerung findet beſtimmt ſtatt.
Darmſtadt, den 28. Nov. 1928.
Weinheimer,
Gerichtsvollzieher.
Bekanntmachung.
Grundſtüchsverſteigerung.
Im Auftrag der Erben des Leopold
von Werner werden, die nachbenannten
Grundſtücke:
Grundbuch für Bensheim BandXXIII
Blatt 1685, Wohnhaus (Villa),
Darmſtädterſtr. 57, beſtehend aus:
Flur XVII Nr. 104 Grabgarten 240 qw
Flur XVIk Nr. 105 Hofreite 305 qm
Flur X/II Nr. 106 Grabgarten 875 gn.
durch den unterzeichneten Notar am
Montag, den 3. Dezember 1928,
nachmittags 2" Uhr
im Rathaus zu Bensheim a. d. B.
im Wege der freiwilligen Verſteigerung
öffentlich verſteigert.
Die Verſteigerungsbedingungen, ſowie
die Unterlagen können in der Woche vor
dem Verſteigerungstermin in den
Ge=
ſchäftsräumen des unterzeichneten Notars
während der Dienſtſtunden eingeſehen
werden; auch kann durch Vermitilung
des Notars die Beſichtigung des
An=
weſens geſtattet werden.
Bensheim, den 8. Nevember 1928.
Hemmes
73
Notar in Bensheim a. d. B.
Unser
Beginn des-Ausſtoßes. ab 24. Dezember.
Um sicher zu sein, äuch wirklich „Salvätor” ünd nicht elwg eine der Hielfächen
Nachahmungen desselben zu erhalten, beachte man die nachstchend
abge-
bildete, auf jedem Easse und ieder Flasche angebrachte Schutzmarke.
Hünchen
Generalvertreter: Carl Gottschalk, Biergroßhandlung, Frankfurt a. M.,
Bockenheimerlandstraße 74, Fernsprecher: Amt Maingau 72623.
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Woll-Koltern nur ausges vornehme Muster in allen Preislagen
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ſetztem Preis abzu= liegen.
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Am Donnerstag, den 29. Novemk
1928, nachmittags 3 Uhr, verſteiger
ich in meinem Verſteigerungslokal Lu
iſenſtraße 32 zwangsweiſe meiſtbieten
gegen Barzahlung:
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1 Schreibmaſchine, 1 Schreibtiſch, ein
Geige, 1 Magnet, 1 Lichtmaſchine, für
Standuhren, 1 Grammophon, 1 Warer
ſchrank, 1 Ladentheke, 2 Ausſtellſchränk
1 Fahrrad, 1 Klavier, 1 Korbmöbe.
garnitur, verſchiedene Tabakwaren
Lederklubſeſſel, 1 Bild, verſchied. Büche
ſowie Möbel aller Art.
Darmſtadt, den 28. Nov. 1928.
Weinheimer,
Gerichtsvollzieher,
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Los I: Ortsrohrnetz Nauheim;
He=
ſtellen von 8000 Meter
Roh=
gräben und Liefern und
Ve=
legen der Rohre v. 80 Mill.
meter bis 175 Millimeter
Weite ſowie der Hauszule
tungen.
Los II: Ortsrohrnetz Wallerſtädten
Rohrgräben 4900 Mtr. Rohy
v. 80 Millimeter—175 Mill
meter I. Weite.
Los IIT: Ortsrohrnetz Büttelborn
uckei
Rohrgraben 7700 Mtr., Rol
re von 80 Millimeter—17
Millimeter I. Weite.
Los TN: Ortsrohrnetz Klein=Gerau
Rohrgräben 3100 Mete=
Rohre von 80 Millimeter=
150 Millimeter I. Weite.
Worfelden
Los V: Ortsrohrnetz
Rohrgräben 3850 Mete
Rohre von 80 Millimeter=
175 Millimeter I. Weite.
Los NT: Ortsrohrnetz Berkach u. Dort
berg; Rohrgräben 2450 Mtr
Rohre von 80 Millimeter=
150 Millimeter I. Weite.
Eröffnung der Angebote Mittwod
den 19. Dezember 1928, vorm. 10
Uh=
beim Kulturbauamt Darmſtadt. Bleich
ſtraße 1.
Angebotsvordrucke ſind, ſoweit de
Vorrat reicht, zum Preiſe von 1.00 M.
Tatra= für je ein Los bei der unterzeichnete
Behörde erhältlich, woſelbſt auch di
Cabriolet Planunterlagen und die in Frag
kommenden Vorſchriften und Be
bedeutend, herabge ſtimmungen zur Einſichtnahme offen
Freie Auswahl unter den Bieter
bleibt vorbehalten.
Darmſtadt, den 24. November 1928
Heſſ. Kulturbauamt. (1919
Zwangsverſteigerung.
Das nachſtehend bezeichnete Grundſtück, das zur Ze
der Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Name
des Heinrich Dörſam, Schreinermeiſter in Darmſtadt, i!
Grundbuch eingetragen war, ſoll
Dienstag, den 22. Januar 1929, nachmittags 3", Uhr
durch das unterzeichnete Gericht, Zimmer 219, verſteiger
werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvoll
ſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 19. Juli 1928 in da
Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Verſteig!
rungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich ware!
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der Auffor
derung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichnete
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſprich
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellun
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der Be
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Glat
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſteher
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung de
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung de
Verfahrens herbeizuſühren, widrigenfalls für das Recht De
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gege‟,
(19164
ſtandes tritt.
Darmſtadt, den 19. November 1928.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung des Grundſtückhs:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk I, Band Xll, Blatt 9/2=
Betrag de
O.=Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann qm Schätzung
1 771 Wohnhaus Nr. 7
Dön=
gesborngaſſe
R. 97
100
Nummer 331
Mittwoch ten 28 Nevember 1927
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 28. November.
— Ernannt wurde: Am 28. Nobember: der Polizeihauptwachtmeiſter
auf Probe Alois Deißler zu Lampertheim zum
Polizeihauptwackhſt=
meiſter mi: Wirkung vom 1. November 1928.
Techniſche Hochſchule Darmſtadt. Herrn Dr. Georg
Reutlin=
ger zu Darmſtadt wurde die / nin legendi für „Techniſche Phyſik” an
der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt erteilt.
— Ernennungen und Beförderungen. Nach dem „Reichsanzeiger”
ernannte der Re chspräſident an Stelle des Senatspräſidenten Dr.
Mans=
feld=Leipzig den Reichsgerichtsrat Dr. Nieland=Leiszig zum
ſtellvertreten=
den Präſidenten des Reichsdiſziplinarhofes in Leipzig. Ferner
er=
nannte der Reichspräſident nachſtehend bezeichnete
Beamten zu Mitgliedern folgender
Reichsdiſzipli=
narbehörden: Reichsdiſziplinarhof Leipzig: Präſident Dr. Simons,
Präſident des Reichsgerichts Leipzig, ſtellvertretendes Mitglied Dr.
Tittel, Reichsgerichtsrat, Leiszig. Reichsdiſziplinarkammer
Darmſtadt: Mitglied Dr. Fuchs, Landesgerichtsrat,
Darmſtadt, Mitglied Müller, Amtsgerichtsrat,
Darm=
ſtadt, ſtellvertretendes Mitglied Metz, Landesgarichtsrat,
Darmſtadt, ſtellvertreiendes Mitglied Raab, Landesgericht2, Darmſtadt. Reichsdifziplinarkammer Karlsruhe: Präſident
Dr. Kempff, Landesgerichtspräſident, Karlsruhe.
Reichsdiſziplinarkam=
mer Frankfurt a. M.: Präſident Dr. Aſchaffenburg, Landgerichtsdirektor,
Frankfurk a. M., ſtellvertretendes Mitglied Meſſerſhmidt,
Landgerichts=
direktor, Frankfurt a. M. Reichsdiſziplinarkamer Kaſſel: Mitglicd Dr.
Eiſenmann, Landgerichtsrar, Kaſſel, ſtellvertretendes Mitglied
Uhlen=
dorf, Landgerichtsdirektor, Kaſſel. Reichsdiſziplinarkammer Zweibrücken:
Mitglied Bahl, Oberlandesgerichtsrat, Zweibrücken, ſtellvertretendes
Mitglied Neich, Oberlandesgerichtsrat, Zizeibrücken.
— Zu den Unregelmäßigkeiten beim Verbande der öffentlichen
Feuer=
berſicherungsanſtalten in Deutſchland wird uns von amtlicher Seite
mitgeteilt, daß die Heſſiſche Brandverſicherungsanſtalt dem Verbande
nicht angehört und in keiner Weiſe durch jene Unregelmäßigkeiten
be=
rührt iſt.
Emil Preetorius. Es wird noch einmal darauf aufmerkſam
gemacht, daß der von dem Heſſiſchen Gewerbemuſeum
veranſtal=
tete Vortrag von Profeſſor Dr. h. e. Emil Preetoriug über
„Die chineſiſche Kunſt, gemeſſen an der
abend=
ändiſchen” am Donnerstag, den 29. d. M., abends 8½ Uhr,
m Saal 326 der Techniſchen Hochſchule ſtattfindet.
Ein=
rittskarten ſind im Verkehrsbüro erhältlich.
— Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtadt. Heute
abend 8 Uhr iſt im „Fürſtenſaal” bei Chriſt (Grafenſtraße) unſer großer
Lichtbildervortrag. Redner: Herr Syndikus Dr. Kollbach.
Vei=
äume niemand von unſeren Mitgliebern, dieſe Gelegenheit
wahrzu=
nehmen! Freunde des Handwerks ſind herzlich willkommen.
— Heſſiſches Landestheater. In der heutigen Vorſtellung „
Car=
nen” ſingt Leo Husler vom Stadttheater in Eſſen als Gaſt die Partie
ſes Don Jeſé. In den übrigen Hauptrollen ſind, die Damen Roſe
Landwvehr, Anny von Stoſch. Marta Liebol, Maria Kienzl und die
öerren Hans Komregg, Ernſr Overlack, Hans Ney, Franz Tibaldi und
Fugen Vogt beſchiftigt. Muſikaliſ he Leitung: Carl Bamberger. Die
Auführung iſt den Mieten R und M (Darmſtädter Volksbühne) zugeteilt
und beginnt un 19½ Uhr.
Im Kleinen Haus geht heute Georg Kaiſers dreiaktiges Schauſpiel
Oktobertag” mit den Damen Gothe, Stengel und den Herren
Zaumeiſter, Gallinger, Jungbauer, Jürgas in Szene. Die Vorſtellung
ſt der Zuſatzmiete II zugeteilt und beginnt um 20 Uhr.
Morgen findet eine Aufführung des „Don Carlos” in der
Be=
ehung der Erſtaufführung in der neuen Inſzenierung Carl Eberts
att. Die Aufführung iſt der Miete C zugeteilt und begimt um
G½Uhr. — „Traviata” von Ve=5i in der neuen Einſtudierung
urch Carl Bamberger und in der neuen Inſzonierung durch Arthur
Naria Rabenalt wird morgen Donuerstag zum erſten Male
wieder=
olt. Die Vorſtellung iſt der Miete U (Bühnenvolksbund) zugeteilt und
cginnt um 19½ Uhr. Die Beſetzung iſt die der Erſtaufführung.
Die nächſte Aufführung des Senſationsſtückes „Der Prozeß
Cary, Dugan” findet Freitag, den 30. Novzember, pünktlich um
Uhr, ſtatt.
„Fatme” von Flotow ſird Freitag im Kleinen Haus wieder
auf=
führt.
Die nächſte Vorſtellung der „Toten Tante und andere
Be=
ebenheiten” findet Samstag, den 1. Dezember, im Kleinen
aus ſtatt.
— Wilhelm Michel ſpricht am Sonntag, dem 2. Dezember,
vor=
littags 11½ Uhr, im Kleinen Haus, über den „Triumph des
degenſpiels”.
— Dritter Schubert=Abend des Drumm=Quartetts. Der dritte
Schu=
ert=Abend des Drumm=Quartetts findet Mittvoch, den 5. Dezember,
bends 8 Uhr, im Kleinen Haus ſtatt. Zum Vortrag gelangen die
bei=
en Klaviertrios Op. 99 und Op. 100. An bieſem Abend iſt dem
Darm=
ädter Publikum die ſeltene Gelegenheit gegeben, wieder Herrn
General=
uſikdirektor Joſeph Roſenſtock als Kanunermuſikſpieler begrüßen zu
innen.
— Die Schöpfung von Jof. Haydn, zweites Konzert des
Muſik=
ereins am Dienstag, den 4. Dezember, im Großen Haus:
öffent=
che Hauptprobe am Montag. Der Kartenverkauf bei Klavier=Arnold
Sliſabethenſtraße 28) hat ſchon geſtern außerordentlich lebhaft eingeſetzt.
da mit einem ausverkauften Hauſe zu rechnen iſt, empfehlen wir, ſich
echtzeitig gute Plätze zu ſichern. Auch Anmeldungen zur aktiven und
taktiven Mitgliedſchaft werden noch jederzeit angenommen. Für aktive
Nitglieder iſt das erſte Jahr beitragsfrei; für inaktive Mitglieder
mäßigt ſich der Jahresbeitrag entſprechend dem vorgerückten
Vereins=
ihr. — Die letzte Geſamtprobe läßt eine ausgezeichnete
horleiſtung erwarten. Auch die Auswahl anerkannt vorzüglicher
So=
ſten verbürgt eine Aufführung von großer künſtleriſcher Höhe.
— Frankfurter Schauſpielhaus in Darmſtadt. Der Freien
Lite=
ariſch=Künſtleriſchen Geſellſchaft iſt es gelungen, das
rankfurter Schauſpielhaus zu einem Geſamtgaſtſpiel in Darmſtadt zu
elvinnen. Das Gaſtſpiel wiro am Samsrag, dem 8. Dezember, 8 Uhr,
n Kleinen Haus des Landestheaters die Erſtaufführung des reizvollen
uſtſpiels von Klabund=Woikow „Die Liebe auf dem Lande‟
ringen und regſten Intereſſes ſüher ſein. — Zu den Vorträgen von
rofeſſor Preetorins am Donnerstag und Herrn Wilhelm Michel am
konntag erhalten die Mitglieder der Geſellſchaft gegen Vorzeigen der
Litgliedskarte bei den zuſtändigen Verkaufsſtellen Karten zu ermäßigten
zreiſen.
— Zur Naturſchutzausſtellug. Die Ausſtellung „Naturſchutz uud
Schule” im Landesmuſeum, über die ſchon mehrfnh berichtet wurde,
er=
frent ſich vegen Beſuches durch ſo zahlreiche Schulen aus Darmſtadt
und Umgebung, daß die urfprünglich vorgeſehene Dauer von 2 Wochen
nicht ansreichte und auf 3 Wochen verſängert werden mußte, was durch
eui Dfenbach Friedlerg. Lauterbachd Leluiß zurhe ber Diretor
S hüönichen ſeine Sammlungen entſprechend länger zur Verfügung ſtellen.
Dann aber wäre es zu bedauern, wenn die mit großer Mühe von der
Auſtellungsleitung zuſammengeſtellten Bilder uſw., die ſich auf Heſſen
beziehen, nach Schluß der Ausſtellung wieder unwiderbringlich zerſtreut
würden. Es gilt doch auch, die kommenden Geſhlechter uſeres Volkes,
beſonders unſere Volkserzieher, mit dem Gedenken des Naturſchutzes
vertraut zu machen, ihnen zu zeigen, weſche Naturdenkmäler und
Natur=
ſchönheiten unſere heſſiſche Heimat hirgt, die zu ſchonen und zu erhalten
eine wichtige Aufgabe iſt und bleiben wird. Dafür iſt das hier
zuſam=
mengetragene Material ein wertvolles Mittel. Gewiß würde es dem
Staat keine großen Koſten verurſachen, dieſes zu erwerben und dauernd
zuſammenzuhalten, etwva im Anſchluß an die ſtaatliche Bilsſteile, eine
unſerer Hochſchulen oder eine andere geeignete Zentrale, von der
un=
ſere Bildungsanſtalten es jederzeit zur Verfügung geſtellt bekommen
könnten. Angeſichts des tatbereiten Ve=ſtindniſſes, das die maßgebenden
Stellen der ganzen Ausſtellung entgegengebracht haben, iſt zu hoffen,
daß auch dieſe Anzegung ſich verwirklühen läßt.
— Mozartverein. Es hat einen eigenen Reiz, einem neuen
Bühnen=
ſänger, der ſich in anſpruchsvollſten Rollen lauteſten Beifall erſungen hat,
im Konzertſaal wieder zu begegnen. Dieſe Gelegenheit bietet unſer
Heldentenor im Schubertkonzert des Vereins am 1. Dezember. Es iſt
auch von Intereſſe, nach einem Karl Bender unſeren Hans Grahl
als Schubertſänger zu bewundern. Sein Begleiter am Flügel iſt
Kapellmeiſter Friedrich Rehbock. Unter ſeiner Leitung wird der
Mozartchor die ſchönſten Schubert=Chöre zu Gehör bringen. Karten zu
dieſer Schuberthuldigung erhalten Mitglieder bei O. Titze,
Nichkmitglie=
der bei Konzert=Arnold und Arnold am weißen Turm.
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in größter Auswahl (auf Wunſch Gutſcheine empfiehlt
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Darmstadt, Mathildenplatz 8
Verſand auch nach auswärts / Proſpekte fre.
(19072a
An den Adoenten nachmittags geöffnet.
— Voiksbühne. Die Volksbühne erweitert ihren Aufgabenkreis.
Hat ſie ſich bisher ausſchließlich der Vermittlung von
Theatervorſtellun=
gen gewidmet, ſo wendet ſie ſich nunmehr auch der Vokal= und
Inſtru=
mentalmuſik zu. Sie will den minderbemittelten Volksſchichten
Gelegen=
heit geben, für wenig Geld gute Geſangs= und Inſtrumentalkonzerte
zu beſuchen, und errichtet deshalb eine Konzertgemeinde, der
Nichtmit=
glieder und Mitglieder der Volksbühne beitreten können. Die
Nicht=
mitglieder ertverben durch ihre Anmeldung zur Konzertgemeinde
zu=
gleich die Mitgliedſchaft zur Volksbühne und genießen dieſelben
Vor=
züige wie die Mitglieder, die bereits einer Theatergemeinde der
Volks=
bühne angehören. Die Volksbühne vermittelt den Mitgliedern der
Konzertgemeinde 5 Konzerte, und zwar als erſtes das Konzert des
Muſik=
vereins am 4. Dezember im Großen Haus des Landestheaters, Joſef
Haydn: „Die Schöpfung‟. Dieſem Konzert werden dann die
nachſtehen=
den Konzerte folgen: Im Januar ein Schubertkonzert des Drumm=
Quartetts, im Februar ein Volkskonzert im Großen Haus vom
Opern=
orcheſter unter Leitung von Generalmuſikdirektor Dr. Böhm, im März
ein Liederabend von Theodor Heuſer und im April wiederum ein
Volks=
konzert im Großen Haus. Ammeldungen nehmen die Geſchäftsſtelle,
Eliſabethenſtraße 34 (Haus Alter) und alle Zahlſtellen der Volkskühne
eutgegen. Nur bis Samstag, den 1. Dezember, eingegangene
Anieldun=
gen können bei der Zuteilung zum Konzerr des Muſikvereins
berück=
ſichtigt werden.
— Darmſtädter Vereinigung der aus Elſaß=Lothringen Vertriebenen.
Am Donnerstag, den 29. November, beginnen die Winterveranſtaltungen
im Fürſtenſaal (Grafenſtraße) mit einem äußerſt intereffanten und
ſpan=
nenden Lichtbilder=Vortrag, den Herr Dr. Auguſt Stolberg,
Direk=
tor der Städtiſchen Muſeen in Nordhauſen (Harz), über „Dieweißen
Wüſten, Erlebniſſe bei den Eskimos” halten wird. Der
Vortragende, der jahrzehntelang in Straßburg im Elſaß lebte, iſt als
Meteorologe — auch an den erſten Verſuchen Graf Zeppelins und vielen
Freiballonfahrten beteiligt — bekannt geworden und hat ſich dann vor
allem als Grönlandforſcher einen Namen gemacht und an drei großen
internationalen Grönlandexpeditionen teilgenommen. Der Vortrag, der
um 8 Uhr abends beginnt, dürfte daher auch in weiteren Kreiſen
Be=
achtung finden. Durch Mitglieder eingeführte Gäſte und Freunde der
Vereinigung ſind herzlich willkommen.
— Volkshochſchule. Der Vertrag des Herrn Poſtaſſeſſors Dipl.=Ing.
Glitſch muß am Mittwoch, demr 28. Novomber, ausfallen. — Der
zwveite Abend von Wilhelm Michel über „Das Schauſpiel am
Heſſi=
ſihen Landestheater” am Mittwoch, dem 28. November, bringt die
Be=
ſprechung von „Toboggan”. Beginn pünktlich 20 Uhr. Einzelkarten
auch am Saaleingang für Mitglieder 75 Pf., für Nichtmitglieder 1 Mk.
— In der Blumen= und Kunſthandlung Schulenburg, Obere
Wilhel=
minenſtraße, ſind zurzeit einige neue Oelgemälde des Altmeiſters
Pro=
feſſor Kröh ausgeſtellt, die anzuſehen ein Genuß iſt und worauf wir
deshalb aufmerkſam machen möchten.
Tp. Große Strafkammer. Wegen Verrats militäriſcher Geheimniſſe
wird auf Berufung des Angeklagten Joſef Fuchs von Maltern bei
Luzern (Schweiz) verhandelt. Das Bezirksſchöffengericht hat ihn am
10. Oktober 1928 zu zwei Jahren Gefängnis abzüglich ſechs Monaten
der erlittenen Unterſuchungshaft verurteilt. Das Urteil verwirft die
Berufung.
Kauzer des Schurkbuſch Augkels.
Einen Mozart=Zyklus bringt uns in dieſem Winter
das Schnurrbuſch=Quartett. Die Viere begannen geſtern
mit dem D=Moll=Streichquartett (Köchel 421). Es iſt im Jahre
1783 in Wien komponiert. In der Form natürlich meiſterhaft, iſt
es ernſter gehalten und herber, als man bei Mozart im
allge=
meinen erwartet. Das Andante trägt mildere Züge, aber dann
das erſte Thema des Menuetts bringt wieder melancholiſches
D=Moll; es hat im Trio einen entzückenden Dur=Teil von echt
Mozartſcher Anmut. Der letzte Variationenſatz bringt zum Schluß
— wenn die verſchiedenen Inſtrumente ſich die Triolen
gegen=
ſeitig wegſpielen — eine köſtliche Probe Mozartſchen Humors.
Als zweite Nummer kam ein Duo für Violine und Viola. Es iſt
erſtaunlich: es ſind doch nur zwei Inſtrumente, und in dieſen
drei Sätzen iſt nirgends ein toter Punkt. Meiſterhaft iſt, wie im
letzten Andante con rariazioni die beiden Inſtrumente ſich
ab=
löſen, umſpielen und mit welcher Fülle von Klang und
harmo=
niſchem Reichtum dieſe entzückende Hausmuſik ausklingt. Eines
der populärſten Stücke Mozarts bildete den Schluß: das
Diver=
timento D=Dur für zwei Violinen, Viola, Baß und zwei Hörner.
Wie reizvoll iſt die Miſchung der Streichinſtrumente (ohne Cello,
dafür aber Baß) mit den Hörnern! Das berühmte Menuett, der
Geſang im Adagio und das ſonnige Rondo iſt immer Freude
zu hören, zumal, wenn es ſo geſpielt wird, wie es geſtern geſchah.
Das glänzend zuſammenſpielende Quartett brachte die drei Werke
in ganz prächtiger Weiſe, in tadelloſer Reine und in klanglich
erfreulichſter Differenzierung. Die Herren Schnurrbuſch,
Jäger, Horn, Klammer und im Divertimento die Herren
Fricke (Kontrabaß), der ſehr weich und diskret ſein Inſtrument
zu ſpielen verſtand, und die beiden bewährten Horniſten
Sa=
witzky und Manecke bereiteten den Werken eine würdige
Wiedergabe, wofür ihnen herzlicher Beifall der dankbaren
Zu=
hörer zuteil wurde.
O.
— Gäſteabend der Jungdeutſchen Schweſternſchaft. Es wird uns
geſchrieben: Dieſer Tage veranſtaltete die Schweſternſchaft des
Jung=
deutſchen Ordens einen Gäſteabend, der in allen Teilen einen
anregen=
den Verlauf nahm. Im Mittelpunkt des Abends ſtand die Rede der
Landesmeiſterin Me hold aus Kaſſel, die umrahmt wurde von Gedicht=
und Geſangsvorirägen der Schw=ſtern. Dringen wir mit dem
geſchicht=
lichen Ueberblick, den die Rednerin ihren Ausführungen voranſtellte,
in den Werdegang der deutſchen Fcau ein, ſo ſehen wir zur Zeit der
alten Germanen, als die Gaugenoſſenſchaficn und Stammgemeinſchaften
beſtanden, die Frau als eine Heilige, verbunden mit dem Manne in
un=
verbru hli her Trene, ihn anſpornend zur höchſten Leiſtung und die
Söhne erziehend zu deutſchen Kämpfern. Es iſt dies die Zeit, da der
ſtärkſte und opferbereiteſte Mann als Führer an die Spitze geſtellt wurde.
In der Folgezeit ſehen wir das Wirken der Frau mehr und mehr
be=
ſchränkt, das verantwortungsvolle Frauentum geht verloren, etwas
Weſensfremdes findet Eingang, und aus der willensſtarken Gefährtin
des Mannes wird ein Spielzeug. Die Zeit der Lehnsherrſchaft iſt es,
da der heldiſche Geiſt für Volk und Staat verſchwindet, der Jch=Menſch
mißbraucht den Schwächeren zum perſönlichen Eigennutz, es tritt der
Untertan in Erſcheinung. Der Man baut ſeine geiſtige Welt auf ohne
die Frau, und wir ſehen, wie aus der Freiheit und Gleichheit ſich die
Frauenbewegung entwickeit, die die Frau zur Konkurrentin des Mannes
erzog. Heute ſehen wir wieder als Führerinnen der Frauenbewegung
mütterliche und ſtarke Frauengeſtalten. Welchem Typ der Frau aber
wird es gelingen, das neue Menſchengeſchlecht zu erziehen, das kommen
muß, um Deutſchland zur Geſundung zu führen? Es werden die Frauen
der fröhlichen Narurverbundenheit und der fraulichen Natürlichkeit ſein,
Frauen, denen es gelingt, die Jugend zur Volkskultur zu erziehen und
die Lebensarbeit des Mannes in der Familie zu ergänzen. So ſ=hen
wir heute deutſche Frauen und Männer, getrennt in jungdeutſchen
Schweſtern= und Bruderſchaſten, ſelbſtändig in ſich, aber vereint im Ziele
—— der Arbeit — ein Menſchentum erziehen, das ſtark und
verantwor=
tungsbewußt heranwachſen muß. So ſuht jungdeutſches Frauentum am
neuen deutſ hen Staate mitzuarbeiten. Starker Beifall lohnte die
Reo=
nerin für ihre Ausführungen. Anſchließend fand eine längere
Aus=
ſprache ſtatt, die weitere Aufſchlüſſe über die Arbeit der
Schweſtern=
ſchaft gab.
Hfm.
— Orpheum. Es ſei hierdurch nochmals beſonders darauf
hinge=
wieſen, daß das derzeitige glänzende Gaſtſpiel der Rolf=Röder=
Prunk=
ſchau „Dies und Das” umwiderruflich nur bis Freitag, 30.
Novem=
ber, währt. Das Enſemble iſt ab Samstag, 1. Dezember, nach
Karls=
ruhe verpflichtet. (Beachte heutige Anzoige.)
— Bühnnevolksbund. Heute, 20,15 Uhr, hält in der Aula des
Real=
gymnaſiums Pater Dr. Expeditus Schmidt aus Wien ſeinen Vortrag
über brennende Fragen der chriſtlichen Theaterbewegung. Karten ſind
zu haben bei Chriſtian Arnold am weißen Turm. Der Eintritt iſt frei.
Gäſte ſind willkommen.
— Evang Jugendgemeinſchaft. Wir machen unſere Mitglieder
noch=
mals aufmerkſam auf den Lichtbildervortrag, den Dr. Philipp Krämev
am Donnerstag, dem 29. November, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus,
Kiesſtraße 17, über „Ein Jugendlager in den Tropen” halten wird.
— Ehemalige Städtiſche Handelsſchüler. Am Donnerstag, dem
29. November, findet im Fürſtenfagl (Weißer Saal), Grafenſtraße, ein
Vortrag des Herrn Direktors Dr. Zeiger über „Reparationsproblem.”
ſtatt. Freunde und Gönner des Vereins werden ergebenſt eingeladen.
— Die „Trauer=Ode” von J. S. Bach wird am Freitag abend
8 Uhr in der Stadtkirche dunch den Kinchengeſangverein der
Stadt=
kinche zur Aufführung gebracht werden. Es wirken dobei mit die Damers
Aßmuth (Sopran) und Kuhn=Liebel (Alt) und die Herren
Landzettel (Tenor) und Biſchoff (Vaß). Orgel: stud. matll.
L. Borngäſſer. Das Oryeſter iſt gebildet aus Mitgliedern des
Landestheaterorcheſters und Freunden der Kirchenmuſik. Die Leitung
liegt in den Händen von Studienrat W. Borngäſſer. Der
Ein=
tritt in die unteren Näume der Hirche iſt frai, doch können beim
Ausgang freiwillige Gaben eingelegt werben.
— 245 Staaten und Länder ſind im geographiſch=ſtatiſtiſchen Teil
bes vom „Darmſtädter Tagblate” herausgegebenen „Taſchenatlas der
ganzen Welt” behandelt. Die Angaben erſtrecken ſich u. a. auf folgende
Punkte: Fläche und Bevölkerung, Wirtſchaft und Verkehr, höchſte Berge,
Währung, Staatshaushalt, größere Orte und Einwohnerzahlen,
poli=
tiſcher Machtbereich uſw. Preis des Leinenbandes 3,50 Mark in allen
Buhhandlungen und beim Verlag, Rheinſtraße 23. Beſtellungen wimmt
jeder Träger des „Darmſtädter Tagblatt” eutgegen.
IV110
je jedes Eewarten ssbertreffende Bekeiligung
an unsenem PPreisausschreißen m es sind weit uben
1o0000 Zelabsrnden ete
eingegangen — Buoiggt das Preissenicht zu wesenthch
langenen Prufung als unspeunglich vongesehen. dem hale
ten uns fun venpflichtet, von diesen im Untenesse einen
Beuuissenhaften Behandlung eintvetenden Gerzögerung
den vevehnten Geilnehmenn engebenst Wéenntnas zu geben.
AMMLLLO Ta
Wicsbadcn-Bschrich -Scid kast 100 Jahrcn um ausscüiesslechen Besttz und unser Leitung der Pauneiic Hsnitch.
Seite 6
Mittwoch, den 26 November 1928
Nummer 331
Die Gründung einer Orksgruppe Darmſtadt des
„Deutſchen Touring=Club”
Die Gründungsverſcmmlung der Ortsgruppe Darmſtadt des „
Deut=
ſchen Touring=Club” fand geſtern abend in den oberen Räumen der
Vereinigten Geſellſchaft ſtatt. Es hatte ſich bereits eine ſtattliche Zahl
Darmſtädter Mitglieder eingefunden, die dem denkwürdigen Abend der
Ortsgruppengründung beiwohnten. Den Vorſitz führte zunächſt Dr.
Rees der 1. Vorſitzende der Landesgruppe Mainz, der die Ortsgruppe
Darmſtadt angegliedert wird. Er begrüßte die Anweſenden und gab
ſeiner Freude Ausdruck, daß Darmſtadt und Mainz in Zukunft im
Touring=Club eng zuſammenarbeiten werden. Er begrüßte beſonders
die Vertreter befreundeter Clubs, die Herren Dr. Bernet und Jakobi,
und übermittelte die Glüchrünſche des Landesverbandes Maing und des
Präſidiums München.
Anſchließend referierte Herr Dipl.=Ing. K. Kinkelin=München
über den „Deutſchen Touring=Club, ſeinen Zweck und ſeine Ziele‟. Er
ſtreifte zunä lſt die Entwickelungsgeſchichte des Clubs, der heute in
England z. B. 300 000, im Italien faſt ebenſobfele und in der kleinen
Schweiz 70 000 Mitglieder zähle, und der ſich die Pflege jeglicher
Touri=
ſrik, alſo des Motorrad= und Auto=, des Rad=, Ski=, Berg=, Winter=,
Waſſer= und Luftſportes angelegen ſein laſſe. Man hoffe, zu Beginn
des Jahres 1929 wieder einen eigenen Ballon zu haben. Der Name des
Cluhs ſei international. Der Touring=Club habe überall die Führug
1bernommen. Im einzelnen habe der Club hervorragenden Anteil in
früheren Zeiten am Aufblihen des Radſportes, in neuerer Zeit an der
Entwickelung des Kanu= und Faltboosſportes und heute insbeſondere an
dem Automobilſport. Er laſſe ſeinen Mitgliedern weitgehenden Schutz
angedeihen im In= und Ausland, biet= ihnen zahlreiche
Vergünſtigun=
gen und Vorteile durch Belehrung, Vorträge, Filmvorführungen,
außer=
dem geſellige Veranſtaltungen. Die allgemeinen Belange,
Straßenhilfs=
dienſt, Markierungen uſw. werden vom Deutſchen Touring=Club
wahr=
genomntelt.
Das Referat wurde ſehr beifällig aufgenommen. Der Vorſitzende
ber Landesgruppe Main; ſtellte die Konſtituierung der Ortsgruppe feſt
und leitete die Wahl des Vo=ſtandes, die ſehr reibungslos vor ſich ging.
Einſtimmig wurde folgender Vorſtand gewählt: 1. Vorſitzender
Ober=
ingenienr G. Hoffmann, 2. Vorſitzender H. Hartoch=Darmſtadt,
1. Schriftführer und Geſchäftsſtelle Kurt Bode, Darmſtadt,
Alexander=
ſtraße 2, 2. Schrifrführer Otto Bode, 1. Sportwart W. Zelder, 2.
Sport=
wart Friedel Ganß, Preſſeivart H. Asmus, Juriſtiſcher Beirat
Rechts=
auſvalt E. Sondheimer, Beiſitzer G. Nungeſſer=Gernsheim, M. Hoff=
1eiſter=Darmſtadt, 9. Kunkel=Darmſtadt.
Es ſikloß ſi.h eine Diskuſſion an, in der der Ortsgruppe von
ver=
ſ.biedenen Seiten, u. a. von Herrn Jakobi, Glück gewünſcht wurde. Nach
Erledigung der Tagesordnung blieben die Mitglieder der nunmehr
neu=
gegründeten Ortsgruppe Darmſtadt des Deutſchen Touring=Clubs noch
einige gemütlih: Stunden beifammen.
— Frühzeitige Tages=, rechtzeitige Weihnachtseinkäufe. Das ſoll
Grundſatz des kaufenden Publikums werden. Es iſt im eigenen
Inrereſſe, Tageseinkäufe nicht erſt in der letzien
Stunde vor Ladenſchluß zu tätigen. Die Käufer können
dann raſcher und ſorgfältiger bedient werden; ſie laufen nicht Gefahr,
lange warten zu müſſen, und ſie verhindern auch, daß andere ihre Zeit
unnötig lang mit Warten verſchwenden müſſen. Gilt dies ſchon vom
Tages=, ſo noch meh.: vom Weihnachtseinkauf. Bei wenig Ueberlegung
muß jeder Käufer zur Erkenntnis kommen, daß
Weihnachtsein=
käufe am reichſortierten Lager, bei ruhiger Auswahl und ſorgſamer
Bedienung und Beratung eheſtens Anfang Dezember zu
machen ſind. Dieſe Erkenntnis dürfte ſich nicht nur bei Hausfrauen,
ihren Vereinen und Verbänden, ſondern ganz allgemein noch mehr
ein=
bürgern. Sie iſt auch die beſte Vorausſetzung zur Einführung für den
5=Uhr=Ladenſchluß am Weihnachtsheiligabend — gewiß ein berechtigter
Wunſch — der in den Verkaufsgeſchäften tätigen Kräfte. Arbeitgeber
wie Angeſtellte des Einzelhandels, können Anſpruch darauf erheben,
ihren Weihnachtsheiligabend ruhig und nicht abgehetzt im Kreiſe ihrer
Familie zu verbringen.
Das Heſſiſche Landesvermeffungsamt hat die Karte im Maßſtab
1:25 0½ von „Darmſtadt und Umgebung” neu erſcheinen laſſen.
Die Karte iſt jetzt auf den neueſten Stand gebracht und enthält jetzt auch
die anderlinien des Odenwaldklubs. Trotz des reicheren Inhalts iſt
der Verkaufspreis derſelbe wie ſeither.
Phlizeibericht. Naubüberfall in Lindtorf, Kreis
Oſterburg Am 23. November 1928, vormittags gegen 11 Uhr,
wurde die Gaſtwirrin Nahrſtedt in Lindtorf, Kreis Oſterburg, überfallen,
mit einem Beil niederneſ hlagen und beraubt. Am 24 Novemöer 1928
iſt die Gaſtwirtin Nahiſtedt ihien ſhweren Verlotzungen erlegen. Als der
Tak dringend ve dächtig iſt ein Mann im Alter von etwva 20 Jahren,
1,65 Dicter groß, ſ.Imales, blaſſes Geſicht, trug ſchmutziggrauen Anzug
und dunkle Schiffexmnite. Dieſer Mann iſt kurz vor der Tat auf dem
Nahrſtedtſchen Grundſtück geſehen worden, wo er ſich in einem
Stall=
einhang verſteckt haitte. — Schwindelhafte Preisrätſel. In
Ten Tageszeitungen und Zeitſchriften erſcheinen oft Preisaufgaben von
Verſandhäuſern und derglei=ien aus den verſchiedenſten Städten
Deutſch=
lands. Fur die richrige Löſung der Rätſei werden unentgeltlich Preiſe
zugeſihert. Nah der Einſendung der Rätſellöſung geht den
Einſen=
dern ein S=hreiben zu. daß ſie einen Photoapparat oder andere
Gegen=
ſtände geonnen hätten und füir Verpackung, Selbſtkoſten pp. ein Bctrag
vyn 2./3—7,60 RM. einzuſenden ſei „Iſt die Einſendung dieſes Betrages
erfolgt, dann kommt meiſtens kein Photoapparat und die Einſender
muſſen Anzeige bei der Polizei erſtatten. In den meiſten Fällen
wur=
den Sirechapparate al3 geionnen zugeſichert, und nachdem der
ange=
forderi= Be rag eingeſ hickt war, kam erneut ein Schreiben mit dem
Be=
merken, daiß der Sendung noch Nadeln und Platten beigefügt würden.
Hierfür ſeien jedoch wieder 12 RM. einzuſenden. In allen Fällen, in
denen bei der Kriminalpolizei Anzeige erſtattet worden iſt, wurde bei
den zuſtändigen Staatsanwaltſchaften und Polizeibehörden feſtgeſtellt,
daß gegen die Veranzeigten Verfahren wegen Betrugs, unlauteren
Wett=
bcwerbs und verbotener Ausſpielung anhängig ſind. Das Publikum
wird vor derartigen Schwindeleien gewarnt. — Feſtnahmen. Ein
25 Jahre alte: Hilfsarbeiter wurde wegen Diebſtahls eines Motorrads
und ein 37 Jahre alter Pfandmeifteraſſiſtent wegen Unterſchlagung im
Amt feſtgenommen und in Unterſuchungshaft gebracht. — Der Reiſende
Theodor Janſen aus Hamborn, der von der Amtsanwaltſchaft in
Det=
mold gefucht wurde, wurde hies aufgegriffen und dem Amtsgericht I
dorgeführt.
Lekale Veranſialtungen.
Die bierunter erſcheineaden Rolizen ſind an 4ſchlieſilich els Hinweiſe auf Arzeigen zu befradten.
in keinem Faſſie irgendwie als Beſdrechung oder Kritie.
— Vogelsberger Höhen=Club Zweigverein
Darmſtadt. Am näcſten Sonntag, dem 2. Dezember, finde: die
letzte programmäßige Wanderung in dieſem Wanderjahre ſtatt. Der
Abmarſe iſt um 10 Uhr am Botaniſchen Garten in der Roßdörfer
Straße. Der Weg führt durch den Roßdörfer Wald nach Nieder=
Ram=
fradt, woſelbſt bei Gaſtwirt Breidert Einkehr gehalten wird. Für
Unter=
haltung iſt beſtens geſorgt. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten.
(Näheres ſiehe Anzeige.)
— Deutſchorden, Kommende Darmſtadt. Freitag,
den 30. November, abends 8,30 Uhr, Kommendeabend bei Sitte (
Karl=
ſtraße), mit Feier des (0. Geburtstages des Großherzogs und Vortrag
des Herrn Profeſſors Martir: Becker über: „Gang durch die
heſ=
ſiſche Geſchichte”. Angehörige der Ordensbrüder und Gäſte
will=
kommen
— Baſtlerbund der Sendung E. V. Alexanderſtraße 18,
im „Deutſchen Haus”, 20,15 Uhr, Vortrag des Herrn Holdenreuter:
„Eingangsſchaltungen für Zwiſchenfrequenzempfänger”
— Schloß=Café Auf die Sonderveranſtaltungen dieſer Woche
ſei hierdurck; beſonders hingewieſen. Das Programm des heutigen
Na=lmittags=Konzeries en hält Werke von Weber, Flotow und Lortzing.
Für das am Freitag abend ſtattfindende Sonderkonzert iſt ebenfalls ein
beſonders gewähltes Programm zuſammengeſtellt, welches verſchiedene
ſoliſtiſche Vorträge bringt. (Näheres ſiehe Anzeige.)
— Jugendgruppe der Deutſchen Volkspartei. Heuie
abend 8 Uhr findet im Fürſtenſaal, Grafenſtraße 8, ein
Lichtbildervor=
trag über die Waſſerſtraßen Deutſchlands und ihren weiteren Ausbau
unter beſonderer Berüickſichtigung Darmſtides ſtatt. Zu dieſem Vortrag
ſtehen 150 Lichtbilder zur Be=fügung. Dieſer Vortrag dürfte ſehr
Inter=
eſſantes und Neues bieten. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten.
Tageskalender für Mittwoch, den 28. Npvember 1928.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 19.30 Uhr, Ende
22.50 Uhr, R 3, N 2: „Carmen”, — Kleines Haus, Anfang 20 Uhr,
Ende gegen 22 Uhr Zuſatzmiete II: „Oktobertag”. — Orpheum
abends 20 Uhr: Bühnen=Prunf=Schau „Dies und Das”. —
Kon=
zerte: Schloßkaffee, Kaffe= Rheingold, Hotel Schmitz, Reſt.
Ben=
der, Spaniſche Bodeaa, Wein:aus Maxim, Sportplatzfaffee, Zur Stadt
Malaga, Kaffee Haſſia, Reichshof, Perkeo. —
Kinovorſtel=
lungen: Union=Theater, Helia,
Aus Heſſen.
Die Biehzählung am 1. Dezember 1928.
Am 1. Dezember findet bekanntlich eine Viehzählung ſtatt. Die
Er=
gebniſſe der Zählung ſind lediglich beſtimmt für volkswirtſchaftliche
Zwecke, insbeſondere um genaue Kenntnis der Lage der Landwirtſchaft
und der Viehzucht zu erhalten. Mit dieſer Zählung iſt erſtmals
gleich=
zeitig eine Ermittlung der in den einzelnen Orten vorhandenen Hunde
aller Art verbunden. Die Ermittlung ſoll aber nicht im Wege der
Zählung ſtattfinden. Die Geſamtzahl der Hunde ſoll vielmehr auf der
Vorderſeite der Gemeindeliſte bei den Orten, wo ſie feſtſteht, auf Grund
der vorhandenen Unterlagen, ſonſt aber ſchätzungsweiſe angegeben
wer=
den. Im dringenden Intereſſe der Reichs= und Staatsverwaltungen
liegt es, durch die Viehzählung einen Aufſchluß über den wirklichen Stand
und den Entwicklungsgrad der Viehwirtſchaft in allen Teilen des Landes
im Vergleich mit den Vorjahren zu erlangen.
J. Griesheim, N. Nov. Der Totenſonntag, der dem
Gedächt=
nis unſerer lieben Heimgegangenen gewidmet war, war ein ſtürmiſcher,
regneriſcher Herbſttag. Bei dieſer Witterung war es nicht
verwunder=
lich, wenn der Beſuch der Friedhöfe diesmal recht ſpärlich war, und auch
die Gedenkfeier am Ehrenmal der Gefallenen und die Totenfeier auf
dem neuen Friedhof ſich im engſten Rahmen abſpielen mußten. Die
Ge=
denkfeier für die Gefallenen fand in der Turnhalle der Friedrich=Ebert=
Schule ſtatt. Sie war umrahmt von den Muſikvorträgen des
Philhar=
moniſchen Orcheſters und des Muſikvereins und den Geſangsvorträgen
des Arbeitergeſangvereins „Laſſallia‟. Die Gedächtnisrede für die
Ge=
fallenen hielt der Vorſitzende der hieſigen Ortsgruppe der
Kriegsbeſchä=
digten und =hinterbliebenen, Herr Heinrich Feuerbach. Am Ehrenmal
waren auch diesmal wieder zahlreiche Kränze, beſonders von den
Hinter=
bliebenen der Gefallenen, niedergelegt worden. Die Totengedenkfeier auf
dem neuen Friedhof ſpielte ſich in der Leichenhalle unter Mitwirkung des
Poſcunenchors ab. Im Anſchluß an die Rede des Herrn Pfarrers
Mangold übergab Herr Beigeordneter Feldmann, den auf dem neuen
Friedhof errichteten Urnenhain ſeiner Beſtimmung. Am Donnerstag,
den 29. November, abends 8 Uhr, findet auf dem Rathaus eine
öffent=
liche Gemeinderatsſitzung ſtatt.
Aa. Eberſtadt, N7. Nob. Eberſtadt a. d. B. In Verfolg der
Werbemaßnahmen Eberſtadts trägt das Poſtamt Eberſtadt jetzt nicht
mehr die zuſätzliche Bezeichnung „Kreis Darmſtadt” ſondern „
Berg=
ſtraße‟. — Theaterabend. Der Geſangverein „Laſſallia” hält am
kommenden Sonntag im Schwanenſaal (Schmitt) einen Theaterabend ab.
Zur Aufführung gelangen zwei Singſpiele „Der wilde Tomi” und
„Märchen vom Glück”
Aa. Eberſtadt, N7. Nov. Selbſtmord. Auf dem Riedberg im
Mühltal hat ein in den 50er Jahren ſtehender Mann Selbſtmord durch
Erhängen verübt. — Die Modaw war am Sonntag infolge der ſtarken
Regengüſſe ſtark angeſchwollen. Ihr Waſſerſtand fällt jedoch bereits
wieder.
Den Kindern
sollte man stets Panfavin-Pastillen
mit-
geben, vor allem auf den Schulweg; denn
die zarten Schleimhäute des Kindes sind
doppelt empfänglich für Krankheitskeime.
Panflavin desinfziert wirksam und bietet
dadurch sicheren Schutz vor Erkältungen
der Luftwege.
DASTTLLEN
(Acſcaſumchland.)
Erhältlich in Apotheken und Drogerien
Aa. Pfungſtadt, N. Nov. Totenfeſt. Am Totenfeſt waren die
Gottesdienſte gut beſucht. Im Vormittagsgottesdienſt, in dem der
Kir=
chenchor mitwirkte, ſprach Pfarrer Zinn über das Johanneswort „Wir
ernten, was andere vor uns geſät und gearbeitet haben. Wohlan, laßt
auch uns arbeiten und ſäen, daß andere wach uns ernten und unſer
An=
denken ſegnen können.‟ Die für nachmittags 2 Uhr vorgeſehene
Ge=
denkfeier zu Ehren der Toten und Gefallenen, die auf dem Friedhof
ſtattfinden ſollte, mußte des ſchlechten Wetters wegen ausfallen. Abends
fand eine liturgiſche Andacht zum Gedächtwis der Geſtorbenen in der
Kirche ſtatt. In dieſer Andachtsſtunde wirkten Bläſerchor und
Kirchen=
chor mit. Die gottesdienſtlichen Handlungen nahm Pfarrer Strack vor.
— Ringerwettkampf. Die Kraftſportvereinigung 1914
Pfung=
ſtadt trat am Sonndag im Ringkampf gegen Bürſtadt an und ſiegte 8:6.
Der Sportverein „Siegfried” Pfungſtadt gewann gegen den
Polizei=
ſportverein Darmſtadt im Vorkampf 15:6 und verlor im Rückkampf 9:11.
Die Arbeiter=Samariter=Kolonne Pfungſtadt hält am Mittwoch, den
B. November, in der Handwerkerſchule eine
Mitgliederver=
ſammlung ab, in der über den Bezirkstag geſprochen wird.
G. Ober=Ramſtadt, 26. Nov. Herbſtgewitter. Am Abend des
letzten Sonntags ging über der hieſigen Gegend ein heftiges Gewitter
nieder, das von ſtarkem Hagelſchlag begleitet war.
G. Ober=Ramſtadt, 26. Nov. Die feierliche Ueberreichung der
Geſellenbriefe und =Zeugniſſe an die geprüften
Handwerks=
lehrlinge fand letzten Samstag im Saale des Gaſthauſes „Zum Löwen”
ſtatt. Ueber ein halbes Hundert Lehrlinge hatten ſich der Prüfung
mit Erfolg unterzogen, und zwar: 13 Schreiner, 11 Mechaniker, 9
Schloſſer, 2 Zimmerer, 9 Maurer, 4 Weißbinder, 2 Schuhmacher, 1
Schuhzuſchneider, 2 Wagner, 1 Bürſtenmacher, 1 Schriftſetzer und 1
Kammacher. Wohl war die Ausſtellung der Geſellenſtücke mit Rückſicht
darauf, daß viele durch ihre Dimenſionen und Eigenart nicht
aus=
geſtellt werden konnten, unterblieben. Doch boten die von Herrn
Fach=
lehrer Jakob ausgeſtellten Zeichnungen mit der reichen
Detaillierungs=
arbeit dem Kenner einen guten Einblick in die gründliche Schulung und
den edlen Wetteifer der angehenden Geſellen. Zur Verſchönerung der
Feier hat der hieſige Mandolinenklub durch anſprechende muſikaliſche
Darbietungen weſentlich beigetragen. Der Vorſitzende des
Geſellen=
prüfungsausſchuſſes, Herr Dachdeckermeiſter Peter Müller 10., hier,
er=
öffnete dieſelbe kurz nach 3 Uhr nachmittags und hieß die zahlreichen
Anweſenden herzlich willkommen. Den jungen Handwerkern gab er
treffliche Mahnworte mit auf den Weg und legte ihnen beſonders ans
Herz, ſich ſtets in guter Geſellſchaft zu bewegen, andere Betriebe kennen
zu lernen und raſtlos die Vervollkommnung im Berufe anzuſtreben,
damit ſie tüchtige Handwerker werden und die Fähigkeit erhalten, trotz
des ſchweren Konkurrenzkampfes mit gutem Erfolg ſich ſelbſtändig zu
machen. Herr Rektor i. R. Hofmann betonte, daß heute die
Geſellen=
prüfung zum Zwecke der Ausbildungskontrolle im Berufe nicht mehr
ſo notwendig ſeien wie früher, da die Geſchäftskonkurrenz ſo groß ſez
daß jeder Meiſter dafür ſorge, daß die Lehrlinge ſo ſchnell wie möglich
zu guten fachlichen Leiſtungen gebracht werden. Die Geſellenprüfung
aber bilde die Vorbedingung für die Ablegung der ſpäteren
Meiſter=
prüfung, welche große Anforderungen an die Prüflinge ſtelle. Sich für
dieſe zu ertüchtigen und dieſelbe gleich nach der Erreichung des
geſetz=
lichen Alters abzulegen, ſollten alle eifrig beſtrebt ſein, da ein
Hinaus=
ſchieben ſie nur erſchwere. Auch übermittelte er die herzlichſten
Glück=
wünſche der Handwverkskammer. Herr Bürgermeiſter Rückert ermaynte
die Geſellen, durch gute Führung und eifriges Weiterſtreben, den Eltern,
Lehrern und Lehrmeiſtern für ihre Sorgen und Opfer ſich dankbar
zu erweiſen und ihnen Ehre zu bereiten. Nachdem die muſikaliſchen
Darbietungen eine heitere Stimmung gezeitigt hatten und die
Ge=
ſellenbriefe und =Zeugniſſe durch den Vorſitzenden überreicht waren, wies
Herr Rektor Hofmann die Geſellen noch einmal auf die Mihewaltung
der Lehrmeiſter, Lehrer und beſonders des Fachlehrers Herrn Jakob hin,
der auch heute wieder durch die Ausſtellung der Zeichnungen Erſatz für
die fehlenden Geſellenſtücke geſchaffen habe. Gegen 6 Uhr abends
war die denkwürdige Feier beendet. Möge es den neuen Geſellen
be=
ſchieden ſein, bei den Wiederaufbauarbeiten unſeres immer noch
ge=
knebelten Vaterlandes kräftig mitwirken zu können.
Le. Groß=Umſtadt, 26. Nov. Totenſonntag. Der
Totenſonn=
tag wurde auch in unſerer Stadt in den beiden Gottesdienſten in
würdi=
ger Weiſe, unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung der Gemeinde
und unter Mitwirkung des Kirchenchores begangen. Die Oberreal= und
Höhere Landwirtſchaftsſchule in Verbindung mit der Höheren
Mädchen=
ſchule hielt am Freitag eine Gedächtnisfeier für unſere im Weltkrieg
Ge=
fallenen ab. Herr Pfarrer Becker hielt die Anſprache, die auf alle
An=
weſenden einen tiefen Eindruck machte. Umrahmt war die erhebende
Feier von zwei ſtimmungsvollen Chören, die der Schülerſängerchor zum
Vortrag brachte. Auch in den Volksſchulen fand eine dem Tag
entſpre=
chende Feier ſtatt. Als eine Taktloſigkeit muß es jedoch betrachtet
wer=
den, daß in dem hieſigen Kino an dieſem ſo ernſten und für viele mit ſo
traurigen Erinnerungen verknüpften Tag ausgerechnet der Film „Zu
Rüdesheim a. Rh. ſteht eine Linde” laufen mußte.
Im Kampfe gegen den Krebs.
i. Von der Bergſtraße, 2. Nov. Ein bekannter Forſcher auf de
Gebiete der Krebsbekämpfung, Herr Dr. Wetterer aus Mannbei
hielt geſtern Sonntag nachmittag, ab 5 Uhr, in der Turnhalle des
Re=
gymnaſiums in Weinheim, einen ſehr lehrreichen, zweieinhalbſtündig
Lichtbildervortrag über das Thema „Im Kampfe gegen den Kreb=
Der Redner hatte als erſter 1911/12 zur „Antikrebs=Propaganda” a.
gerufen. Seine Ausführungen galten in der Hauptſache der
Bea=
wortung der Fragen „Wie entſteht die Krebskrankheit?”, „Wie kann
verhütet werden? Und welches ſind die Mittel, die uns die Wiſſenſch
zu ihrer Bekämpfung an die Hand gibt?” Chirurgie, Röntgen=
Tief=
beſtrahlung und namentlich das wunderbare Radium haben in den letzt
Jahren infolge der Vervollkommnung ihrer Anwendungsart zu Erfolg
geführt, die ehedem als abſolut ausgeſchloſſen galten. Auch in
Fäll=
denen das operative Verfahren machtlos gegenüberſteht, könne vielf,
noch Hilfe gebracht werden. Selbſt in verzweifelten Fällen werde
noch Beſſerung und Linderung der Schmerzen, ja Heilung herbeigefüh
Der Vortrag, der mit großem Beifall aufgenommem wurde, war du
ſeine Klarheit und Gründlichkeit eine rechte Belehrung und bedeutete
mit eine Antikrebs=Propaganda im wahrſten Sinne des Wortes.
einem demnächſt für Mannheim beabſichtigten Frageabend will He
Dr. Wetterer über die Verhütung der Dispoſition zu Krebs durch a
dere Ernährung ſowie über das Kapitel „Theorien der Krel
entſtehung” weitere Aufklärung verbreiten.
— Groß=Zimmern, 25. Nob. Aus Groß=Zimmern wird uns
ſchrieben. Die Zeit der angenehmen Winterabende — das Theater
hat begonnen. Den Einwohnern werden in jeder Hinſicht künſtlerif
und heitere Theaterveranſtaltungen geboten. Die Vereine ſtehen ſich
Wettkampfe gegenüber. Am Sonntag, den 9. Dezember, bringt 1
Turnverein 1863 im ſeinem Vereinslokal „Kaiſerſaal” (Karl Pullman
am Bahnhof, die beliebte Schwankoperette „Der Weg ins Paradies” z
erſten Aufführung. Inhalt und Muſik bürgen für einen heiteren u
erbaulichen Abend. Die Theatergeſellſchaft des Vereins, unter der kür
leriſchen Leitung des Turners Jourdan, wird auch dieſes Jahr al
aufbieten, um ihrem guten Ruf die Ehre zu erhalten. In gleicher We
liegt auch das Orcheſter in den beſten Händen (Herr Hans Lortz, Schü
der Städt. Akademie für Tonkunſt in Darmſtadt). Der Kartenvorverke
hat bereits begonnen. Dieſelben ſind in den bekannten Geſchäften: D
gerie Eiſenach, L. Heim, Balth. Reitzel, Joh. Millmann, den Vorſtan.
mitgliedern und im Vereinslokal zu erhalten.
Ag. Lindenfels, 26. Nov. Verſetzungen. Herr Lehrer Stier
der ſeither an der hieſigen Volksſchule wirkte, wurde als hauptamilic
Fortbildungsſchullehrer an die hieſige Fortbildungsſchule verſetzt.
ſeine Stelle trat Herr Lehrer Schneider, ſeither in Schmal=Beerbach.
Die Rote=Kreuz=Sammlung ergab in hieſiger Gemeinde eit
Betrag von 161.30 Mk. Ein ſchöner Betrag im Intereſſe öffentlic
Wohlfahrt und Krankenpflege. — Sparſinn. Sparen hat j
wieder Sinn, ſo denken auch die hieſigen Schulkinder die in 14 Tag
113.— RM. mit 10=Pfg.=Einlagen geſpart haben. Eine ähnliche E
richtung hat auch die hieſige Volksbank für die Erwachſenen eingerich
indem wöchentlich Sparmarken ausgegeben werden. Den jungen S
rern rufen wir zu: „Junges Blut, ſpar dein Gut, Nor im Alter w
tut!“ — Ein Lindenfelſer zum Dr.=Ing. Der Wjähr
Sohn einer hieſigen Bürgersfamilie hat nach vorausgegangener Diple
arbeit nunmehr ſeinen Dr.=Ing. zugeſprochen bekommen. Wir gratu
ren Herrn Dr.=Ing. Ludwig Vogel zu ſeinem ſchönen Erfolg.
* Seeheim, 27. Nov. Totenſonntag. Am Totenſonntag f
ſich eine ſolch große Trauergemeinde im Gotteshauſe um 10 Uhr
ſawmen, daß der letzte Platz beſetzt war. Hatte doch im letzten Kirch
jahr die Totenglocke 20mal geläutet: 14 Aeltere, 2 Menſchenkinder
blühenden Jugendalter, 2 Kinder und 2 aus mittleren Jahren wa
zur letzten Ruhe gebettet worden. Anknüpfend an die vielfach übliche
zeichnung Totenfeſt führte der Ortsgeiſtliche, Herr Pfarrer Marguth,
gewohnter Gründlichkeit die Trauergemeinde hin auf die Frage: „2
finden wir Troſt und Freude auch im Leide?‟ Die erhebende Prel
wurde durch Daubietungen des Kirchenchors würdig umrahmt. Er
3 Choräle von S. Bach und A. Mendelsſohn. Nach Beendigung
Gottesdienſtes ſuchte man die mit Blumen veichgefchmückten Gräber
währenddeſſen der Poſaunenchor weihevolle Choräle blies. Leider
hinderten Sturm und Regen ein längeres Verweilen und Sinnen an
Gräbern. Am Nachmittag fand, wie üblich, eine liturgiſche Feier
die Gefallenen ſtatt. Von der altteſtamentlichen Klage um die gefalle=
Helden ausgehend, wurde die Gemeinde hingelenkt auf den Gedar
der Ewigkeit und des ewigen Lebens. An die einzelnen Schriftleſun
ſchloſſen ſich jedesmal ſtimmungsvolle Einzelgeſänge des Herrn Ru=
Feh=Darmſtadt an, der in ergreifend inniger Weiſe Lieder von R
Hiller, Schubert und F. Mendelsſohn ſang. Frau Pfarrer Margt
Sehrt begieitete den Sänger mit zarten Regiſtern an der alten Or.
An den Gottesdienſt ſchloß ſich Grabgeläute an für diejenigen, für
einſt im fremden Lande keine Glocken geläutet hatten.
Bb. Bensheim, 2. Nov. Der Volksbund für Kriegsgr
berfürſorge, Ortsgruppe Bensheim, veranſtaltete am Sonn
vormittag im hieſigen neuerbauten, ganz modernen Lichtſpieltheg
We=Te=Ko=Li eine ſehr eindrucksvoll verlaufene Gefallenengedächtr
feier. Herr Juſtizoberinſpektor i. R. Schlörb eröffnete die Feierſtur
mit warmen Worten, torauf Herr Lehrer Goebel einen ſchlicht 1
ernſt gehaltenen, von vielen klaren, ſchönen Lichtbildern unterſtütz
Vortrag über die Ruheſtätden unſerer im Weltkrieg Gefallenen, die
früheren Feindesland begraben wurden, hielt. Rund eine Million de
ſcher Krieger, davom 442 000 als namenlos zu bezeichnende, da ihre Jd
tität nicht mehr feſtzuſtellen war, ruhen in fremder Erde, und iſt es
ſchöne, edle Aufgabe des Volksbundes, der ſeine Mitglieder in 43 de
ſchen Gauverbänden zählt, die Pflege und würdige Unterhaltung je
Kriegergräber durchzuführen, wozu er ſich mit 28 früheren feindlic.
Ländern unter Anwendung von 12 fremden Sprachen in Verbindt
geſetzt hat. Die Morgenfeier hier war ſo gut beſucht, daß die wei
Räume des ſchönen Lichtſpielhauſes, das deſſen Beſitzer, Herr W.
münſter, in uneigennütziger Weiſe zur Verfügung geſtellt hatte, der
beſetzt waren, daß viele keinen Eintritt mehr finden konnten.
für den Nachmittag geplante Totenfeier, die, wie alljährlich, von
evangeliſchen Gemeinde unter Mitwirkung des evangeliſchen Poſaun
chors auf dem Friedhofe abgehalten werden, ſollte, mußte des andaue
den Regens und Sturmes halber ausfallen, während im benachbar
Auerbach die Schulkinder in Begleitung ihrer Lehrer am Samstag *
mittag auf dem Heldenfriedhof und am Ehrenmal der Weltkrieger du
eine ſchlichte Gedenkfeier den Totenſonntag einleiteten, indeſſen vorn
tags der Kriegerverein nach dem Hauptgottesdienſt mit ſeiner Fahne
am Ehrenmal einfand, woſelbſt Herr Lehrer Adam Scherer, der zw
Vereinsvorſitzende, in einer ergreifenden Anſprache der Gefallenen
dachte und auf die Nor der heutigen Zeit hinwies. Mit einem Kr.
als Gruß an die Gefallenen ehrte der Verein ſeine Helden. Auch
Auerbach mußte der ſchlechten Witterung halber am Nachmittag
Totengedenkfeier auf dem Friedhofe ausfallen.
— Hirſchhorn, 27. Nov. Waſſerſtand des Neckars
26. November 1,34 Meter, am N. November 2,16 Meter.
— Gernsheim, 27. Nob. Waſſerſtand des Rheins
26. November 0,96 Meter, am 27. November 1,24 Meter.
Bingen, 26. November
Nachdem der Stadtrat von Bingen ſowie die Gemeindebertre
von Büdesheim ihre Zuſtimmung zu der Eingemeindung von Bul
heim nach Bingen bereits vor längerer Zeit erklärt hatten, war
Angelegenheit in der letzten Zeit ins Stocken geraten. Auf Betreiben
Verwaltung der Stadt Bingen ſoll die Eingemeindung von Büdes9”
nunmehr beſchleunigt durchgeführt werden. Miniſterialrat Dr. Siet
von der heſſiſchen Regierung weilte in dieſer Angelegenheit in Diue
und Büdesheim, um die letzten Verhandlungen zu erledigen. Wie
geteilt wird, ſoll die endgültige Eingemeindung am 1. April 1929 b
zogen werden. Büdesheim hatte nach der letzten Volkszählung
Jahre 1925 rund 3594 und Bingen 10 331 Einwohner, ſo daß die S"
Bingen alsdann über eine Einwohnerzahl von rund 14000 het
verfügen würde. Neuerdings machen ſich auch, hauptſächlig
Bingberbrück aus, Beſtrebungen bemerkbar, um auch dieſe Geit”
nach Bingen einzugemeinden. Hier ſind jedoch die Schwierit””
größer, da Bingen heſſiſch und Bingerbrück preußiſch iſt. Die 2
handlungen mit den beiden Ländern Heſſen und Preußen ſind L."
aufgenommen, um auf dem Wege des Austauſches von ange.”
bieten Bingerbrück zu Heſſen zu ſchlagen. Ob die Verhanol..
allerdings zu einem erfolgreichen Ende geführt werden können, ſe..
nicht feſt. Sollte die Eingemeindung von Bingerbrück ebenfals 2c.
werden, ſo würde Bingen auf eine Einwohnerzahl von rund 19
Perſonen anwachſen.
40. Nackenheim, 27. Nov. Bürgermeiſterwahl. de
am Sonntag dahier ſtattgehabten Bürgermeiſterwahl erhiell
Reoroneter A. Sans 643, Ortskrankenkaſſenrechner Lenz 244, Gemeinde
Hebling 154, und der frühere Beigeordnete Paul Bender 151 Srlt
Sans iſt ſomit mit einer Mehrheit von 85 Stimmen gewäst
Wahlbeteiligung betrug 91 Prozent. Der gewählte Kandiogt. O
ſteht dem Zentrum nahe.
Rummer 431
Mittwoch den 28 November 1928
Seite 7
F. Eberſtadt, 27. November.
* Am 1. Nobember 1928 konnte die Provinzial=Pflegeanſtalt in
Eber=
ſtadt auf ihr 25jähriges Beſtehen zurückblicken. Die Anſtalt hat während
dieſer Zeit ihre Daſeinsberechtigung bewieſen, und die ſoziale Arbeit
des Provinzialausſchuſſes der Provinz Starkenburg, die mit der
Errich=
tung der Anſtalt in ein weithin ſichtbares Stadium getreten war, in
vollem Maße gerechtfertigt. Tauſende von Kranken und Siechen jeden
Alters haben in den 25 Jahren in der Anſtalt pflegliche Aufnahme und
ein Heim gefunden; viele durften genefen, andere ihren Lebensabend
in Ruhe und Frieden beſchließen. Letztere ruhen nun auf dem
nahe=
gelegenen Friedhof der Gemeinde. Die Anſtalt ſelbſt iſt ein
unzertrenn=
liches Glied der Gemeinde Eberſtadt geworden, ein Wahrzeichen am
ſüd=
lichen Ausgang des Ortes, mit ihren großen und wuchtigen Bauten,
am Waldesrande ſanft eingebettet; ein Bild der Abgeſchloſſenheit von
dem haſtenden Getriebe der Zeit darbietend.
Nichts liegt näher, als aus Anlaß des 25jährigen Beſtehens der
Anſtalt einen Blick zurückzuwerfen auf die Geſchichte ihrer Entſtehung
und die Entwicklung, die ſie innerhalb dieſer Zeit genommen hat.
Vor nun mehr als 50 Jahren, im Jahre 1877, wurden vom
Pro=
vinzialausſchuß Erhebungen darüber angeſtellt, wieviel hilfs= bzw.
an=
ſtaltsbedürftige Perſonen ſich damals in den einzelnen Kreiſen der
Pro=
vinz befanden. — Das Ergebnis war folgendes:
Zahl der
hilfloſen unterſtützten Perſonen 133 105 149 102 2: 212 3 160 18 162 141 138 Bezahlte
Unterſtützung
jährlich Mk.
8 720
6 463
15 746
8990
9575
11603
16 120
Daraus ergibt ſich, daß für einen damals in unmittelbarer Pflege
der Gemeinde ſtehenden unterſtützten Hilfloſen monatlich 7 Maxk oder
täglich 23 Pfennig aufgewendet worden ſind. Es iſt klar, daß man mit
ſolchen Mitteln auch zur damaligen Zeit keine gedeihliche Pflege
ge=
währen konnte. Kein Wunder, daß da und dort ſolche
Bedauernswer=
ten Menſchen als Opfer der ſozialen Rückſtändigkeit der
Gemeindebehör=
den in ihrem eigenen Elend zugrunde gingen oder zur Schande der
Gemeinde dem Spott der Jugend ausgeſetzt waren.
Durch Beſchluß des Provinzialtages vom 22. Juni 1878 wurde dann
auch der Provinzialausſchuß beauftragt, weitere Ermittelungen wegen
der Errichtung einer Provinzial=Pflegeanſtalt anzuſtellen und dem
ordentlichen Provinzialtage im nächſten Jahre Vorlage zu machen. Das
iſt auch am 29. Juni 1879 geſchehen. Es ſollte eine Anſtalt für etwa
300 Pfleglinge auf einem Gelände von 10—15 Morgen für 320000 Mk.
errichtet werden. Als Vorbild diente die im Jahre 1877 errichtete Kreis=
Pflegeanſtalt in Freiburg i. Br. Aber trotz des allſeitig anerkannten
dringenden Bedürfniſſes wurde der Antrag des Provinzialausſchuſſes
vom Provinzialtag abgelehnt und die Sache zu weiteren Ermittelungen
zurückverwieſen. Dieſe „Ermittelungen” haben über 20 Jahre in
An=
ſpruch genommen, das heißt, die Angelegenheit hat ſo lange faſt
voll=
kommen geruht. Erſt am 23. Juni 1900 hat der Provinzialtag den Bau
einer Pflegeanſtalt beſchloſſen. Die Ausführung erfolgte im Jahre 1902
nach den Plänen des Bauinſpektors, Schneller=Offenbach a. M.
durch den Architekten Georg Scherer=Darmſtadt zur Zeit des
Pro=
vinzialdirektors von Grancy. Als Anſtaltsleiter wurde Direktor
Dr. Textor gewonnen, der bis dahin Oberarzt am Landeshoſpital
in Hofheim war. Der Betrieb in der neu errichteten Anſtalt wurde
am 1. November 1903 aufgenommen. Nach der dem
Be=
ſchluß des Provinzialtages zugrunde gelegten Vorlage ſollte die Anſtalt
für 500 Betten gebaut werden. Die Koſten für den Bau waren auf
640 000 Mark und für die erſte Einrichtung auf 100 000 Mark,
zuſam=
men auf 740000 Mark, veranſchlagt. Bei einer Geſamtausgabe von
145 000 Mark wäre ein jährlicher Zuſchuß der Provinz von 75 550 Mk.
erforderlich geworden. Die weitere Entwicklung wird durch nachſtehend
verzeichnete voranſchlagsmäßige Anſätze veranſchaulicht:
Es hat ſich in der Praxis herausgeſtellt, daß es nicht möglich war,
die urſprünglich vorgeſehenen 500 Betten in der Anſtalt aufzuſtellen.
Sie iſt bei 400 Pfleglingen ſchon ſehr ſtark belegt.
Die jüngſte Entwicklung iſt gekennzeichnet durch die
Aus=
wirkung des Krieges und der Inflation. Es war eine der vornehmſten
Aufgaben des Provinzialausſchuſſes, den Ernährungsſtandard aus der
Kriegs= und Nachkriegszeit für die Pfleglinge und das Perſonal
weſent=
lich zu verbeſſern. Daneben mußte verſucht werden, die verhältnismäßig
hohen Provinzzuſchüſſe zu verringern, ohne daß der Pflegegeldſatz über
ein erträgliches Maß hinaus zu ſteigen brauchte. Das konnte nur
er=
reicht werden durch eine rationelle Bewirtſchaftung und einen
planmäßi=
gen Ausbau der Gartenkulturen bei der Anſtalt. Durch Umbau des
vorhandenen Treibhauſes und Anlage neuer Rieſelfelder wurde der
Gartenertrag nicht unweſentlich gehoben, während durch Verwertung
der Speiſeabfälle in einer rationellen Schweinemäſterei reichliche und
gute Fleiſch= und Wurſtwaren in eigener Hausſchlachtung gewonnen
wurden. Dazu war allerdings auch ein Umbau und Anbau der
Oeko=
nomiegebäude erforderlich. Unter der ſo geſchaffenen Wagenhalle wurde
ein den neuen Anſprüchen genügender Kartoffelkeller eingebaut,
wo=
durch einem dringenden Bedürfnis abgeholfen und größere Schäden
ver=
mieden wurden. Außerdem wurden eine Reihe Grundſtücke angekauft,
die teils, was das beſſere Feld angeht, zur Verbreiterung der
Ernäh=
rungsbaſis der Anſtalt, und zum anderen Teil zu deren ſpäteren
Ver=
größerung dienen ſoll. Zum An= und Abtransport der Pfleglinge ſteht
ein kleines Perſonenauto zur Verfügung und für den Gütertransport
hat ſich ein zweitonniger Schnellaſtwagen bewährt. Zur
Vervollſtän=
digung des Bildes ſei noch erwähnt, daß die Provinz auch zur
Be=
hebung der dringendſten Wohnungsnot dadurch beigetragen hat, daß ſie
für den Oberpfleger und Obergärtner zwei W.hnungen außerhalb, aber
unweit der Anſtalt, erbaut hat. Daneben mußten erhebliche
Aufwen=
dungen für die längſt fälligen Anſtriche im Innern und für den
Außen=
putz gemacht werden, wenn man die Gebäude nicht verwahrloſen laſſen
ſvöllte, wodurch für die nächſte Zukunft nur entſprechend höhere Koſten
entſtanden wären
Es darf bemerkt werden, daß in richtiger Erkenntnis der Aufgaben
und Bedürfniſſe der Anſtalt es der für die Angelegenheiten der Anſtalt
eingeſetzten Kommiſſion durch tatkräftige Unterſtützung des geſamten
Provinzialausſchuſſes ermöglicht wurde, die Anſtalt zu einem
muſter=
gültigen Betriebe auszubauen. Der derzeitige Direktor, Medizinalrat
Dr. Weiffenbach, hat gerade für den wirtſchaftlichen Ausbau der
Anſtalt ein beſonderes Intereſſe und Verſtändnis bewieſen. Die
Kom=
miſſion wurde in landwirtſchaftlichen Fragen durch das Ausſchußmitglied
Heid=Waldmichelbach und bei Perſonalfragen durch das
Ausſchuß=
mitglied Schmetzer=Offenbach ergänzt und beraten.
Die Zukunftsaufgaben ſind bedingt durch die Tatſache, daß
der Frauenbau in der Anſtalt ſchon ſeit geraumer Zeit überbelegt iſt,
ſo daß Aufnahmen neuer Pfleglinge wiederholt zurückgewieſen werden
mußten. Eine Abordnung des Provinzialtages hat ſich von der
Un=
haltbarkeit dieſes Zuſtandes überzeugt und ſich mit den notwendigen
Erweiterungen der Anſtalt bereits beſchäftigt. Es darf heute ſchon
ge=
ſagt werden, daß bei dem nenen Erweiterungsbau bei der
Raumeintei=
lung ein beſonderes Augenmerk darauf gerichtet werden muß, daß die
Pfleglinge mit ihren verſchiedenartigen Gebrechen nicht zuſammen in
größeren Sälen untergebracht werden, ſondern daß ſie nach Art ihres
Leidens bzw. ihres körperlichen und geiſtigen Zuſtandes nach
Möglich=
keit getrennt untergebracht werden können. Dem beſtehenden Bedürfnis
nach einer lichten und geräumigen, aber überdeckten Liegehalle wird
da=
bei Rechnung getragen werden müſſen.
Es iſt ſicherlich klar, daß die Ausführung eines ſolchen Planes,
ins=
beſondere bei der Berückſichtigung der derzeitigen Geldverhältniſſe, eine
nicht zu unierſchätzende Aufgabe für den Provinzialausſchuß darſtellt.
Aber dieſe Aufgabe muß gelöſt werden und kann nicht auf die lange
Bank geſchoben werden. Es dreht ſich hier um die Aermſten der Armen.
Es beſteht kein Anlaß, daran zu zweifeln, daß der Provinzialtag die
erforderlichen Mittel für die Löſung dieſer Aufgabe bewilligen wird.
Daß die Provinzial=Pflegeanſtalt ſich auch fernerhin ihrer hohen
und ſozialen Aufgabe gewachſen zeigen möge, zum Wohle und Segen
ihrer Pfleglinge, ſei ein Wunſch, der änläßlich des nun hinter ihr
lie=
genden Zeitabſchnittes ausgeſprochen ſei. Möge er in Erfüllung gehen!
Oberheſſen.
v. Friedberg, 25. Nov. Die Bad=Nauheimer Klär=
An=
lage vor dem Friedberger Stadtparlament. Die neue
Bad=Nauheimer Kläranlage, die die Abwäſſer der Badeſtadt nach
mecha=
niſcher und biologiſcher Reinigung der Uſa zuführt, hat bekanntlich im
vergangenen Sommer verſagt und dadurch der hieſigen Bevölkerung und
der Stadtverwaltung Anlaß zu Klagen wegen Veminreinigung des
Us=
baches gegeben. Die Angelegenheit, die inzwiſchen durch reſtloſe
Be=
ſeitigung der Störungen in der neuen Anlage aus der Welt geſchafft
worden iſt, hat bereits die Stadtparlamente von Friedberg und Bad=
Nauheim beſchäftigt, wie wir ſeinerzeit berichteten. Auch in der letzten
Sitzung der hieſigen Stadtverordneten war ſie nochmals Hauptpunkt der
Tagesordnung. Bürgermeiſter Dr. Seyd gab in einer längeren
An=
ſprache eine Erklärung ab, die das Verhalten der Stadtverwaltung in
der Sache rechtfertigen ſollte und zu dem Proteſt der Bad=Nauheimer
Stadtverordneten Stellung nahm. Scharf erwidern wollte Bürgermeiſter
Dr. Seyd nicht, um den neu angebahnten
Verſtändigungsver=
handlungen beider Städte kein Hindernis in den Weg zu legen.
Die Verſammlung billigte durch den Mund Geh. Juſtizrats Dr.
Wind=
ecker einſtimmig die Erklärung und das Verhalten der Stadtverwaltung,
nahm aber zu den von Bürgermeiſter Dr. Ahl=Bad=Nauheim in dem
Aufſatz „Wille und Weg” gemachten Anregungen zu einem
Zuſammen=
arbeiten beider Städte auf kommunalem Gebiete zunächſt noch keine
Stellung. Bürgermeiſter Dr. Seyd wird das aber in nächſter Zeit tun.
Die ſachlich verlaufene Sitzung kann ein Beweis dafür ſein, daß auch
der hieſigen Stadtverwaltung die Frage der gemeinſamen Arbeit
durch=
aus diskutabel iſt. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde in einer
ein=
ſtimmig angenommenen Entſchließung Stellung genommen gegen eine
etwa beabſichtigte Verlegung der Taubſtummenanſtalt von
hier. Von einem Gerücht, wonach auch die Exiſtenz des
Prediger=
ſeminars gefährdet ſein ſoll, iſt der Stadtverwaltung nichts bekannt.
r. Bad=Nauheim, 25. Nov. Die hieſige Singakademie hat ſich mit
dem Butzbacher Muſikvereinschor zu einem großen Chor
zuſammenge=
ſchloſſen, der über hundert Sängerkräfte zählt und von Muſikdirektor
Roſenmeier geleitet wird. Eine Hauptaufgabe ſieht der Geſamtchor u. a.
in der Pflege der kirchlichen Oratoriumsmuſik in Butzbach und Vad=
Nauheim. Mit einer Schubertfeier will der Geſamtchor im Januar
erſt=
malig vor die Oeffentlichkeit treten.
Geſchäftliches.
Paulaner Mönche waren es, die unter der Regierung des
Kurfürſten Ferdinand Maria 1657 in ihrem Bräuhaus ein zu großem
Ruf gelangtes gutes Bier brauten, das alle anderen übertraf.
Alljährlich am Feſte des Ordensſtifters der Paulaner Mönche
ausge=
ſchenkt, entſtand bald aus dem Namen „Heilig Vaterbier” auch
„Sankt Vaterbier”, der altbekannte „Salvator”. So alte
Tradition iſt mit dieſem guten Trunk verknüpft! Schon vor Weihnachten
beginnt von der alten Brauſtätte der Paulaner Mönche aus, wie
all=
jährlich, wieder von der Aktiengeſellſchaft Paulanerbräu, München, der
Verſand des Spezialbieres „Salvator”. Am 24. Dezember beginnt der
Ausſtoß.
„Der gute Rat” der unſerer Zeitng heute beiliegt, können
wir unſeren Leſern als gute Hilfe für das große Ueberlegen zum
IV 19037
Weihnachtsfeſt ſehr empfehlen.
Hauptſchriftleitu.ig: Rudolf Maupe
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudoif Maupe; für Feuilleten, Reich und
Ausland und Heſſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. cugen Buhlmann,
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; ſür
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Neite; für den Inſeratentell: Willp Kuhle; Druc
und Verlag: L. C. Wlitich — ſämtlich in Darmſtadt
Fär unverlangte Manuſkripte wird Garantlie der Rückſendung nſch1 Abernommen.
Die heutige Nummer hat 16 Geiten.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Mittwoch, 28. Nov. 6.30: Gymnaſtik e 12.45: Schulfunk,
Roſ. Kleeberg: Neuere franzöſiſche Lyrik. O 13.15: Schallplatten.
O 15.05: Jugendſtunde. Rektor Wehrhan: Freiheitskämpfe deutſcher
Stäm..e: Der Bauernkrieg. O 16.35: Konzert des Funkorch. Neue
Tanzmuſik. 6 18.10: Bücherſtunde. 6 18.30: Kaſſel: Garteningenieur
Hinze: Ratſchläge für den Gartenfreund. O 18.45: Pfarrer Taesler=
Einführung in Goethes Fauſt. 19.15: Dr. Wülker: Neuere
Forſchungen über die Schmarotzer des Menſchen und der Haustiere.
O 19.30: Franzöſiſche Literatur. 6 19.45: Franzöſiſch. O 20.15:
Konzert des Funkorcheſters. Alte Tänze. O 21,115: C. Ebert; Aus
den Werken Conrad Ferdinand Meyers.
Stuttgart.
Mittwoch, 28. Rov. 10.30: Schallplatten. 12.30:
Schall=
platten. S 14: Nachrichten. 15: Kinderſtunde. Tante Gretle, E.
Stockinger. Funkorcheſter, 6 16: J. Ernſt: Briefmarkenkunde für die
Jugend. O 16.35: Frankfurt: Neue Tanzmuſik. 18.15: Dr. Kapps
Conrad Ferdinand Meyer (zu ſeinem 30. Todestag). O 18.45: Dr.
Heim: Reiſen und Studien in Neu=Caledonien. o 19.15: Engliſch,
20: Von Schiffern, Seefahrern und Abenteurern. Leitung: K.,
Köſtlin. Muſikal. Leitung: E. Kahn. Mitw.: Mila Kopp, Elzſabeth,
Gritſch, Elſa Pfeiffer, Th. Brandt, C. Elwenſpoek, E. Stockmger,
Philharmon. Orcheſter, Stuttgart. Mendelsſohn: Ouv. „Die
He=
briden”. — Flibuſtier und Bukaniere. — Brecht: Die Ballade von
den Seeleuten. — Schallplatte. — Freiligrath: Die Auswanderer.
— Mörike: Der Zauberleuchtturm. — Nietzſche: Nach neuen Meeren.
— Meyerbeer: Arie aus „Die Afrikanerin” — London: Der
un=
vermeidliche weiße Mann. — Debuſſy: Aus „Das Meer”. — Der
Untergang der „Titanic”. — Wagner: Senta=Ballade aus „Der
fliegende Holländer” — Geibel: Eine Seeräubergeſchichte. —
Ringel=
natz: Seemannsgedanken übers Erſaufen. — Offenbach: Oup. „Ros
binſon Cruſoe‟. Anſchl.: Nachrichten.
Berlin.
Mittwoch, 28. Nov. 15.30: Prof. Dr. Lewandowſki: Der Arzt
als Erzieher in Schule und Haus. (Beſondere Kinder.) o 16:
Geh. Prof. Dr. Gluck: Die experimentelle und kliniſche Erforſchung
allgemeiner organiſcher Erſatzprobleme. 6 16.30: Jugendbühne. Szenen
aus Schillers Werken. O 18.30: Miniſterialrat Richert: Die
ſtaat=
lichen Bildungsanſtalten in Preußen. O 19: Prof. Dr. Wegener:
Die Polarforſchung. (Die nordweſtliche und nordöſtliche Durchfahrt,
O 19.30: Conrad Ferdinand Meyer (Zum 30. Todestag). Eml.
Worte: Otto Stoffregen=Stauffen. Aus den Werken. Geleſen von
L. Müthel. 20: Sendeſpiel: „Die Perlenfiſcher”. Oper in drei
Prieſterin: Nadir, ein Perlenfiſcher; Zurga, König der Perlenfiſcher
Nurabad, Oberprieſter: Indiſche Perlenfiſcher mit Frauen und
Kindern; Prieſter und Prieſterinnen des Brahma. Ort der Handlung:
Ceylon. O. Anſchl.: Tagesnachrichten. O. Anſchl.: Tanzmuſik. Kapelle
Marek Weber.
Deutſche Welle. Mittwoch, 28. Nov. 10.15: Berlin: Nachrichten.
S 12: Major a. D. Schlee: Ueber Deutſchland mit dem Luftſchiff
Graf Zeppelin. 13.30: Berlin: Nachrichten. S 14.30: Frhr. von
Autenried: Reiſen und Abenteuer: Meine Erlebniſſe im Urwald,
0 15: Rektor Wille: Heimatpflege und Schule. 6 15.30: Wetter und
Börſe. 8 15.40: Hildegard Margis: Weihnachtsgeſchenke für die
Hausfrau und ihre Angeſtellten. 16: Rektor Wille: Heimatpflege
und Schule. O 16.30: Hamburg: Jakobikirche Lübeck: Alte Weiſter
auf hiſtor, Orgel. O 17.30: Prof. Dr. Prion: Das Problem der;
jangfriſtigen Induſtriekredite. O 18: Dr. Münnich: Der unbekannts
Schubert. O 18.30: Franzöſiſch für Fortgeſchrittene. O 18.55: Ing.
Guttwein: Werkmeiſterlehrgang: Arbeitslehre. e 19.20: Prof. Dr.
Mersmann: Einführung in das Verſtehen von Muſik. O 20: Berlin:
Sendeſpiel: „Die Perlenfiſcher”, Oper in drei Teilen. Anſchl.;
Preſſenachrichten. 6 Danach: Tanzmuſik. Kapelle Marek Weber.
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wird die Nordweſtluft noch zu ſtrichweiſen Regenſchauern führen. Die
Niederſchlagstätigkeit läßt aber doch mehr und mehr nach und die
Wet=
terlage dürfte ſich langſam beſſern.
Ausſichten für Mittwoch, den 28. November: Wolkig mit Aufheiterung,
Temperaturen wenig verändert, Nachlaſſen der Niederſchläge.
Ausſichten für Donnerstag, den 29. November: Teils wolkig, teils
auf=
heiternd, keine oder nur ganz vereinzelt geringe Niederſchläge.
Die Heſſ. Wetterdienſtſtelle.
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decke
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[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Mittwoch den 28 November 1928
Nummer 331
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unſere
herzens=
gute, treubeſorgte Mutter, Schwiegermutter, Schweſter, Schwägerin und Tante
geb. Maas
heute abend um 6 Uhr nach langem, ſchwerem, mit großer Geduld ertragenem
Leiden, wohlverſehen mit den hl. Sterbeſakramenten, im 69. Lebensjahre, zu ſich
in die Ewigkeit zu rufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Georg Schäfer, Lehrer i. R.
und Kinder.
Darmſtadt, den 26. November 1928.
Annaſtraße 22.
Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 29. November, nachmittags 3 Uhr,
auf dem alten Friedhof an der Nieder=Ramſtädterſtraße ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man gütigſt abſehen zu wollen. (19176
Todes=Anzeige.
Goit dem Allmächtigen hat es gefallen, unſeren
lieben, guten Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder,
Schwager und Onkel
Straßenwart i. R.
nach kurzem Krankſein im 28. Lebensjahr heute morgen
5 Uhr zu ſich zu nehmen.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Familie Johann Schneider, Maurermeiſier
Familie Philipp Schneider, Straßenwärter
Eliſabeth Menges Wwe., geb. Schneider
und 6 Enkelkinder.
Semd, den 27. November 1928.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 29. November,
nachmittags 1 Uhr ſtatt.
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Dankſagung.
Für die Beweiſe herzlicher
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nahme bei dem Heimgang unſerer
lieben Mutter
ſagen herzlichen Dank
Die Kinder.
Darmſtadt, 27. Nov. 1928. (19209
Familiennachrichten
Heine Praris
befindet ſich jetzt
Die Geburt ihres
dritten Töchterchens
zeigen an
Dr. med. Karl Berger,
Frauenarzt
Frau Elsbeth Berger=Eicken.
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Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe innigſter Teilnahme bei
dem Hinſcheiden meines innigſtgeliebten Gatten und
Vaters, Schwiegervaters, Großvaters, Schwagers
und Onkels
Herrn Jakob Emrich
ſowie für die zahlreichen Kranzſpenden ſagen wir
allen Verwandten, Freunden und Bekannten auf
dieſem Wege unſeren innigſten Dank. Insbeſondere
danken wir Herrn Pfarrer Weiß für die troſtreichen
Worte am Grabe, Herrn Dr. Bernet und den Brüdern
des Herz=Jefu=Hoſpitals für ihre liebevolle Pflege.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Marie Emrich, geb. Roth
Familie Heinrich Emrich.
Darmſtadt, Auerbach (Heſſen), 23. November 1928.
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Mittwoch, den 28. November 1928
Geite‟)
Herbſtreiſen im Mitteimeer.
Crociera — das heißt nicht etwa Kreuzzug, ſondern
Kreuzer=
fahrt, und ſo nennen die Italiener eine Vergnügungsreiſe, die
von einem beſtimmten Hafen ihren Ausgangspunkt nimmt und
nach allerlei Umwegen zu demſelben zurückkehrt.
Die „Stella d’Italia”, der ſchmucke 11000=Tonnen=
Dampfer der Coſulich Line in Trieſt, hat mit dieſer Herbſtreiſe
ihre vorletzte derartige Tour unternommen. Es wird im
Früh=
jahr noch eine Orient=Crociera veranſtaltet, die Ullſtein in Berlin
belegt hat, und dann wird die „Stella” in Zukunft den
regel=
mäßigen Dienſt zwiſchen Trieſt und Konſtantinopel vermitteln.
Eine ſolche Crociera ſoll aber auch eine Art Kreuzzug werden,
und zwar gegen den Alltag und die täglichen Sorgen der Berufs=
und häuslichen Arbeiten. Für uns war es ein ſehr erfolgreicher
Kreuzzug; nach wenigen Tagen intereſſiert man ſich nurmehr für
die Ereigniſſe der Reiſe ſelbſt, die Sehenswürdigkeiten der Städte,
die man beſuchte, Waſſer und Luft und last not least den
Bord=
klatſch, der in jedem Breitegrad üppig gedieh. — Die Reiſe führte
dieſes Mal von Trieſt über Palermo nach Algier, Sevilla, Tanger,
Gibraltar, die Baleariſchen Inſeln, Barcelona und über Neapel
nach Trieſt zurück.
Ein ſonniger Herbſttag, und ich ſitze an den rauſchenden
Waſ=
ern Gaſteins am Fuße der Berge, die ſchon weit herunter mit
Schnee bedeckt ſind. In Gaſtein werden die Betten gelüftet, die
Saiſon iſt zu Ende und der Winter ſteht vor der Tür. Der Zug
tach Trieſt iſt bereits ganz mit „Stella”=Reiſenden beſetzt, die ſich
nuſtern. Nächſten Tages betritt man den Dampfer, der auf mehr
IIs drei Wochen „zu Hauſe” werden ſoll, und die erſten
Bord=
orgen werden wach. Kabine (jeder ſucht auf Schleichwegen, die
eder kennt, eine noch beſſere zu erobern), Platz bei Tiſch (
un=
ſeheuer wichtig), geographiſche Beſtimmung des Liegeſtuhls (noch
vichtiger), die Mitreiſenden. Jeder Mitreiſende iſt nur mit ſich
elbſt beſchäftigt und zeigt deutliche Spuren von Weltflucht.
lußerdem bilden ſich bald Gruppen und Grüppchen, faſt wie in
inem Parlament. Es ſind Deutſche da aus Norden und Süden,
ind unſere deutſchen Frauen können durchaus neben den
Aus=
änderinnen beſtehen, die Zeit der Lodenfräcke und der
Leder=
appen iſt endgültig vorbei. Da iſt die öſterreichiſche Gruppe
mit=
amt den Nachfolgeſtaaten. Scharmante, ſehr elegante Frauen mit
Nännern von der natürlichen Liebenswürdigkeit des guten alten
Lien. Spricht man mit ihnen, ſo iſt Wien ihr geiſtiger und
geſell=
haftlicher Mittelpunkt, wenn ſie auch einen tſchechoſlowakiſchen,
olniſchen oder rumäniſchen Paß beſitzen (gibt es überhaupt
eute mit öſterreichiſchem Paß?). Eine ſehr bemerkenswerte
jruppe hat ihren Heimathafen wie unſer Schiff in Trieſt, oder
e ſtammt, wie ein Teil der Schiffsbeſatzung, von den kleinen
nſeln Iſtriens, deren Bewohner ſchon zu Zeiten der alten
Repu=
lick Venedig die beſten Seeleute und gefürchtetſten Seeräuber
eliefert haben. Es ſind auch einige Stockitaliener unter unſerer
feſatzung, die Schmidl und Bayer heißen und in der ehemaligen
terreichiſchen Kriegsmarine gedient haben. Sie ſprechen ebenſo
ut italieniſch wie deutſch. Der Kapitän iſt ein vorzüglicher
Cock=
il aus Seebär und Gentleman. Dieſe Geſellſchaft iſt trotz
eſagter Gruppen und Grüppchen innerhalb kurzer Zeit
zuſam=
engeworfen — amalgamiert.
Wir fahren! Der Gott der Quernero iſt gnädig, die See iſt
jegelglatt, zwei Tage lang bis Palermo. Ich durchſtreife
rogrammlos die längſt vertrauten Straßen und Plätze und
ver=
inge eine köſtliche Stunde im verwilderten Garten von San
iovanni dei Eremiti. Sarazenentum und Normannentum ſind
tt in Palermo eine künſtleriſche Einheit von unſagbarem
Zau=
r geworden. Mit den Herrlichkeiten von Monreale und ſeinem
tzückenden Kloſterhof kann ſich nichts vergleichen, was wir
äter in Spanien noch ſehen ſollen. In dem Garten von San
fovanni halte ich zwei Amerikanerinnen einen kleinen
Geſchichts=
rtrag, ſie ſind der Meinung, daß Palermo noch zum Königreich
ider Sizilien gehört, über das Muſſolini eine Art Protektorat
1Sübt. Meine Widerlegung intereſſiert ſie nicht ſo ſtark wie ein
ſöner Baum der Grape fruit, die ſie zu Hauſe jeden Tag zum
rühſtück genießen. Dieſer Baum iſt faktiſch vor ein paar Jayren
n einem Gärtner einmal von drüben hierher verpflanzt
wor=
n, aber er iſt glücklicherweiſe das einzig wirklich Amerikaniſche
blieben, was ſich in Palermo befindet.
Algier, in deſſen ſchimmernder Bucht wir zwei Tage
ſpä=
landen, ſoll einen Vorgeſchmack von Afrika geben. Ich habe,
je alle anderen Bordgenoſſen, eine Reihe von Anſichtskarten
it Wüſte, Kamelen und Arabern nach Hauſe geſchickt, ich habe,
iter Eid, eine Taſſe türkiſchen Kaffees getrunken, wie man ihn
Berliner Kaffe am Zoo kaum beſſer und ſicherlich teurer er=
It. Ich habe auch arabiſche Kunſtgegenſtände gekauft, die teils
1s Pforzheim und teils aus Gablonz ſtammten und einem Herrn
iſerer Reiſegeſellſchaft, der ſie ſelbſt fabriziert, zum fünfzigfachen
erſtellungspreis angeboten wurden. Man veranlaßte mich, in
iem echt arabiſchen Reſtaurant zu Nacht zu eſſen, doch flüchtete
von dort in eine nette kleine Braſſerie, die ebenſo gut auf dem
oul Mich vorhanden ſein konnte, und wo ein vorzügliches, ſehr
Darnaliger, Zeit. in. die
Herkunftsgebiete
unsere-
berühmter Edeltabake.
Wieser unserer Lpoche
aufgedrückte Stempel der
SCHNELLEN HHST
kal aber an unserer von.
altersher überkommenen
billiges Pariſer Abendbrot gereicht wurde. Der Kellner ſtammte
aus Grenoble, wo ich einſt ein glückliches Studienſemeſter
ver=
bracht habe, und ſchimpfte auf Algier, das er heiß und teuer fand.
Mir hingegen gefiel Algier, es iſt eine ſehr hübſche, ſaubere
fran=
zöſiſche Provinzſtadt mit vielen Denkmälern franzöſiſcher
Gene=
räle und einem prachtvollen Botaniſchen Garten voll üppigſter
tropiſcher Vegetation. Uebrigens auch einer Anzahl von Arabern,
die auf jedem Münchener Faſchingsfeſt durch ihre ſtilechten
Koſtüme angenehm auffallen würden. Von Afrika habe ich leider
hier keinen Hauch verſpürt, die Juliſonne im Oktober erſchien mir
im Gegenſatz zu dem Kellner der Braſſerie recht angenehm. —
Auf der nun folgenden Seefahrt paſſieren wir nachts
die Straße von Gibraltar, und am frühen Morgen
ankern wir an der Mündung des Guadalquivir. Wir
müſſen auf die Flut warten, welche uns den Fluß die
hundert Kilometer bis Sevilla hinaufträgt. O Poeſie der
ſpani=
ſchen Flüſſe, von denen wir ſchon in der Schule gelernt haben:
„Wo im Schatten die Kaſtanien rauſchen an des Ebro Strand.”
Es iſt allerdings nicht der Ebro, ſondern der Guadalquivir, von
Kaſtanien keine Spur, ganz gewöhnliche Pappeln und Weiden.
Der Guadalquivir ſelbſt trübe und ſtark übelriechend. Wir
ge=
noſſen ihn drei Tage lang im Flußhafen von Sevilla. Ich halte
nichts mehr auf die ſpaniſchen Flüſſe, und ich glaube übrigens
auch nicht mehr, daß am Ebro die Kaſtanien rauſchen. Niemals
würde ich an dieſem Strom mit meiner Dulzinea ſpäzieren gehen,
und kein Klang von Kaſtagnetten, für die ich ohnedies nicht
ſchwärme, könnte imſtande ſein, meinen gar nicht beſonders
ent=
wickelten Geruchsſinn zu übertäuben. — Doch da iſt die
Sil=
houette von Sevilla, die ſchon an einer fernen Flußkrümmung
auftaucht, immer mehr an Geſtalt gewinnt, bis man ſchließlich
deutlich die Kathedrale, die Giralda und die Türme des Alkazars
unterſcheiden kann. Die folgenden Tage ſind der Betrachtung
die=
ſer Herrlichkeiten gewidmet. Allen Kunſtgeſchichten zum Trotz
macht die Ornamentik des Alkazars einen größeren Eindruck als
ein paar Tage ſpäter die Alhambra. In der Kathedrale von
Sebilla erleben wir einen Sonntagsgottesdienſt voll
geheimnis=
voller Schauer und vielen zum Gebet gebückten madonnenhaften
ſchönen Spanierinnen. Sonſt erleben wir die Mantillas und
Schals nur in den Geſchäften der Stadt zu horrenten
Peſeten=
preiſen, dieſelben Schals, koſten 2 Tage, ſpäter in Tanger die
Hälfte und am Nachmittag den dierten Teil in Gibraltar. In
Muſeen und anderwärts wird den vielen Murillos gehuldigt,
mir ſind ſie durch die heimatlichen Trauben= und Meloneneſſer
verleidet, und ich habe nach ſo viel genoſſener Süßigkeit,
Orna=
mentik und Dekoration Sehnſucht nach etwas Herbem und
un=
mittelbar Menſchlichem. Sie wird befriedigt durch ein Porträt
von Greco, das den Knaben des Künſtlers darſtellen ſoll und
deſſen brennende Augen uns noch in den Palaſthof der Herzöge
von Alba rerfolgen. Wir haben übrigens beſonderes Glück in
Sevilla, es iſt Columbustag, ein großer Feiertag. Nachmittags
ein Stierkampf und abends ein glänzender Ball im Hotel
Alfons XIII. mit wirkilchen Granden und Rittern vom goldenen
Vlies. Ich ſuche nach Marquis Poſa oder Primo de Rivera.
Erſterer war nachweislich nicht vorhanden, von Primo aber ſagt
man, daß er allgegenwärtig ſei. Die Damen unſerer Stella
haben auf dem Feſt ſehr gut abgeſchnitten. Ich würde mich
deſſen nicht rühmen, aber die ſpaniſchen Zeitungen anderen
Tages erzählten es, und in Spanien ſteht nur Wahres in den
Zeitungen. Und der Stierkampf? Nie hätte ich mich getraut, von
Spanien nach Teutſchland zurückzukehren, ohne einen Stierkamtf
geſehen zu haben. Da die Stierkämpfe im allgemeinen nur
Sonn=
tags ſind, ſo wäre ich faſt in der Lage geweſen, einen Stierkampf
mit allen ſeinen intereſſanten Phaſen zu erfinden, der Bericht
träre ſicher farbenprächtiger ausgefallen. So habe ich zwar an
einem Freitag, anläßlich des Columbusfeſttages war tatſächlich
ein Stierkampf, einen ſolchen mit angeſehen in einer Arena mit
1200) Zuſchauerr: Dieſe Arena und dieſe Menſchenmenge war
auch wirklich ſehenswert. 12 000 Berliner Börſianer, die in einer
einzigen Börſenſtunde Schwankungen von Kurſen der J.G.
Far=
benaktien von 310 auf 210 miterleben und umgekehrt, können ſich
nicht aufgeregter gebärden. Dieſes Volk mit ſeiner
urſprüng=
lihen Begeiſterung für einen Stierkampf war zweifellos das
Intereſſauteſte an dem für nichtſpaniſche Mägen überaus
wid=
rigen Sihauſpiel. Es ſind weniger die Pferde, die aufgeſpießt
werden, als die braden Siiere, die unſer Mitleid erregen. Den
Pferden, die auftraten, konnte man ohne Gefühlsroheit einen
baldigen, wenn auch etwas weniger grauſamen Tod wünſchen.
Jch nehme an, daß die Spanier die letzten Droſchkenpferde aus
aller Herren Länder zuſammenkaufen, um ſie zu dem Galopp
auf die Stiere in Sevilla zu derwenden. Aber die Stiere!
Harmloſe und friedfertige Tiere, deren pſychiſche Verfaſſung
zweifellos Aehnlichkeit hat mit der des Oberregierungsrates aus
dem bayeriſchen Miniſterium, der neben mir eifrig mit ſeinem
Feldſtecher die einzelnen Phaſen des Kampfes verfolgt. Eine
Unterdrückung auch nur unbedeutender bayeriſcher Belange und
DIE BESCHWERLCHRET
EINER.
OielEfetfEisn
Zu. iberwinden, dazu gehörte
noch vor kaum einem
hal-
ber Jahrbundert eir
ge-
wisser Abenterrersinn.,
Heute takrer unsere
labak-Einrkäuter begwern.
ire einem Briuchteil der
auch nur ein beſcheidenes Maß von Gehaltsreduktion könnten
ihn ſicher in ſehr viel echtere Wut verſetzen, als die verzweifelten
Verſuche der Bandarillos, die harmloſen Stiere zu reizen. Kein
einziger der ſechs Stiere, die an dieſem Nachmittag erledigt
wurden, war richtig wild und keinen haben die verſchiedenen
Eskamillos mit dem bekannten eleganten einzigen Degenſtoß
getötet: „lind Du tateſt” heißt es bei Shakeſpeare, „wie wenn
Du in Deinem eigenen Schlachthaus wäreſt.” Etwas anderes
war es nicht. Die aus vielen Wunden blutenden Stiere
wur=
den ſchließlich durch eine Reihe von Degenſtößen zur Strecke
gebracht und hinausgeſchleift.
Zwiſchen Sevilla und Malaga bildet vormittags Tanger
und nachmittags Gibraltar ein abwechſlungsreiches
Inter=
mezzo. Tanger iſt um viele Grade afrikaniſcher als Algier, auch
ſehr viel buntfarbiger in Geſichtern und Trachten. In der
Kasbah exerzieren franzöſiſche Soldaten, das heißt Marokkaner,
ſie tun es ſicher ebenſo ungern wie am Rhein, aber mich dünkt,
ſie ſind hier doch mehr am Platze. Ob die Araber, die dem
un=
freiwilligen Kriegsſpiel ihrer Landsleute zuſehen, nicht ihre
be=
ſonderen Gedanken haben, laſſe ich dahingeſtellt, man merkt ihnen
jedenfalls nichts an. Es iſt der bekannte Gleichmut, der dieſes
Volk auszeichnet, von dem jeder weiß, der ſich in ſeinem Karl
May auskennt. — Tags darauf führt uns ein Buick, von einem
mutigen ſpaniſchen Burſchen gelenkt, in roſiger Morgenfrühe von
Malaga über die Berge nach Granada. Ich vermiſſe den
Reichtum ſüdlicher Landſchaft, es iſt ein recht wildes Gebirge mit
zackigen Formen, etwa wie die niedrigen Seealpen im
Hinter=
grunde der Niviera. Die Alhambra wirkt unendlich großartig
als Enſemble, in die Details während eines Aufenthalts von
wenigen Stunden eindringen zu wollen, wäre vermeſſen. Dort
vorgenommene Renovierungen wären beſſer unterblieben.
Barcelona iſt ein Klein=Paris, mit einer angenehmen
Seeluft. Man kann dort u. a. moderne Architektur ſtudieren,
wenn man ein reichliches ſpaniſches Diner zu ſich genommen
und auch ſonſt einen guten Magen hat. Die berühmte Kirche
des Architekten Gaudi iſt ein neugotiſches Machwerk ſchlimmſter
Sorte, das bekanntlich nur aus einer äußeren hohen Faſſade
be=
ſteht, während die eigentliche Kirche in einen Keller verlegt iſt,
Die Faſſade ſwird aus Almoſen der kleinen Leute weitergebaut,
es iſt zu wünſchen, daß die kleinen Leute in Spanien bald
aus=
ſterben. Im übrigen rüſtet ſich dieſe betriebſame Stadt, in der
es eine große deutſche Kolonie gibt, auf die Ausſtellung des
Jahres 1929. Die Beſucher werden dort wahrſcheinlich viel
in=
tereſſante Dinge zu ſehen bekommen, nicht zuletzt manche Artikel
made in Germanx. Sehr zu empfehlen iſt den Beſuchern der
kataloniſchen Hauptſtadt ein eingehendes Studium der
Karhe=
drale, ein Bauwerk edelſter Gothik, bei deren Anblick Herrn
Gaudi der Zeichenſtift hätte aus der Hand fallen müſſen. Es gibt
dort auch einen gotiſchen Kloſterhof, der in ſolcher Stilreinheit
tpohl nirgends mehr zu finden iſt. Auch das nächrlichhe Le en
auf den Ramblas, den herrlichen Boulevards von Barcelona,
wdäre zu würdigen, wo das ſüdliche Temperament noch
auf=
flammt und das Volk nach alten Weiſen und modernen Jazz auf
den Straßen tanzt. In dieſer Stadt ſind die Verkehrsſchutzleute
knallrot, es iſt nachweislich noch nie einer überfahren worden,
ſvas mir auch als nachahmungswert erſcheint.
Wir kehren der ſpaniſchen Küſte den Rücken und ſteuern im
immerblauen Meer zwiſchen Korſika und Sardinien hindurch
dem Golf der Parthenope zu. Nach faſt 2tägiger Seefahrt ankern
wir vor Capri, und es iſt höchſte Zeit für die Paſſagiere der
Stella, ſich in die blaue Grotte zu ſtürzen. Einer derſelben, ein
bekannter Fabrikant der Gablonzer Bijouteriewaren, fragt mich,
ob ſie ſehenswert ſei. Ich erkläre ihm, daß er ſie beſtimmt
nach Capri liefern würde, falls ſie nicht ſchon dort
exiſtierte, und merkwürdigerweiſe verzichtet er auf den Beſuch.
Wir laſſen uns ſtatt deſſen noch einmal auf Deck von der Sonne
braten und genießen das Bild des unbeſchreiblichen Golfes, der
ſich vor uns ausbreitet. Es iſt wie ein Hymnus auf des Südens
Fülle und auch die Eindrücke der ſpaniſchen Landſchaft treten in
der Seele zurück. Dort drüben liegt die Stadt mit ihrem
Häuſer=
meer und dem Volk, das kaum weniger buntbewegt iſt, als zu
den Zeiten Goethes. Da liegt Pompei am Fuße des heute
fried=
lich rauchenden Veſuvs mit den unerhörten Schätzen, die die
Neuausgrabungen zutage fördern, und die man glücklicherweiſe
jetzt an Ort und Stelle läßt. Da iſt Sorrent, das ſo gar nichts
von dem Kitſch hat, der ja mit ſeinem Namen verbunden wird.
In Neapel endet für mich und einen Teil der Paſſagiere
die Stellareiſe, während die anderen mit dem Dampfer nach
Trieſt zurückkehren. Es gibt Händedrücke, Abſchiedsgrüße und
wohl auch Abſchiedsküſſe. Bekauntſchaften, ja Freundſchaften,
haben ſich unter den Bordgenoſſen gebildet. Schon bei dem
Kapitäneſſen tags zuvor wurden große Reden gehalten. Ihre
Quinteſſenz iſt Erholtſein und Zufriedenſein: „Wir waren
glückliche Menſchen auf dieſem Dampfer” ſagte ein deutſcher
Redner. (lück iſt natürlich auch Kitſch, und überdies ein
rela=
tiver Vegriff, aber ich muß annehmen, daß es ein Bordglück gibt,
und daß uns dieſes in vollkommenſtem Maße zuteil geworden
iſt. Herrliches Wetter — ſchöne Frauen — eine Fülle des Neuen
und Intereſſanten — eine vorzüigliche Verpflegung und eine
ausgeſucht höfliche, individuelle, liebenswürdige Behandlung.
Ave Stella! — — Es geht nordwärts, der Arbeit entgegen.
Dr. L., München, Nov. 28.
kursorge und bis ins Hleiste
gehender Liebevollen Mlege
des eslen labakgewachses
nichts zu andern vermockt.
Darir liest der diefste
Grund für die Beliebthett,
die sich die Cgarebe
IN
U
SPEZIAL-MAZEDONEN-MISCHUNG
ber allen Kennern i einer
vordem kaum
dagewese-
nen hurzen Leit erworben
bat.
Geite 10
Nummer 331
Reich und Austand.
1930 zwei Zepx-linfahrken nach dem
Nordpol.
Die am Dienstag unter Leitung des Reichsver=
Fehrsminiſters von Guérard zwiſchen dem Luftſchiff=
Dau Zeppelin und dem Vorſtand der Internationalen
Studiengeſellſchaft zur Erforſchung der Arktis mit
dem Luftſchiff Aero=Arktis) geführten
Verhand=
lungen haben zu einem Ergebnis geführt. Die
Be=
ſprechung ergab, daß der Luftſchiffbau Zeppelin der
Aero=Arktis das Luftſchiff „Graf Zeppelin” im Jahre
1930 zu zwei arktiſchen Forſchungsfahrten gegen
an=
gemeſſene Koſtenerſtattung zur Verfügung ſtellen
wird. Dr. Eckener wird nunmehr in den Vorſtand
der Internationalen Studiengeſellſchaft zur
Erfor=
ſchung der Arktis mit dem Luftſchiff eintreten.
Schwerer Automobilunfall.
Weinheim. Auf der Landſtraße zwiſchen
Weinheim und Sulzbach ereignete ſich ein ſchweres
Automobilunglück. Ein Kraftwagen der
Strickhwaren=
firma Stölt in Weinheim ſtieß auf einen
Bauern=
wagen, der mit Langeiſen beladen war. Bei dem
Unfall wurde der im Auto ſitzende 28 Jahre alte
Sohn des Weinheimer Stationsvorſtehers Eberle ſo
ſchwer verletzt, daß er noch an der Unglücksſtelle
ſeinen Verletzungen erlag. Eine zweite ſich im Auro
befindliche Perſon erlitt Verletzungen weniger
ſchwerer Natur.
Die Ratte im Mannheimer Theater.
Mannheim. Im Nationaltheater ereignete
ſich in der Pauſe nach dem erſten Akt im „
Frei=
ſchütz”, ein nicht alltäglicher Zwiſchenfall. In den
oberen Rängen ertönte ein fürchterlicher Schrei, denn
eine Ratte war über den Rücken einiger Zuſchauer
hinwegſpaziert, um dann in einem kühnen Sprung
im Parkett zu landen, wo ſie angeſichts der vielen
ſchönen Beine Angſt bekam und durch die geöffnete
Tür das Weite ſuchte. Zum Glück war das Haus
gerade hell beleuchtet.
Drei Falſchmünzer verhaftet.
Fulda. Die Poliz=ibehörde iſt einer Bande
von Falſchmünzern auf die Spur gekommen. Drei
polniſche Arbeiter ſind in der Umgegend von Fulda
verhaftet und dem Amtsgericht Fulda zugeführt
wor=
den. Es wurden bei ihnen Ein=, Zwei= und Drei=
Markſtücke in großer Menge gefunden. Sie beſitzen
jedoch keine techniſche Vorbildung, ſo daß man
an=
nehmen kann, daß ſie bei der Herſtellung des
Falſch=
geldes Stellvertreter beſeſſen haben. Die Behörden
haben Formen vorgefunden, die zur Herſtellung von
Falſchgeld verwendet wurden.
Das Autounglück von Königſtein.
Königſtein. Am 2. Juni ereignete ſich, wie
erinnerlich, hier ein ſchweres Autounglück, indem ein
mit ſechs Rennpferden beladener Laſtkraftwagen, der
von Köln kam, auf der abſchüſſigen Limburger
Straß” trotz Bremſens in ein ſchnelles Tempo
ge=
riet, den Dachdeckermeiſter Kowald tödlich überfuhr
und äuch ſonſt mancherlei Schaden anrichtete. Das
gegen den Chauffeur Saal aus Köln eingeleitete
Verfahren iſt jetzt endgültig eingeſtellt worden, da
ihm ein ſchuldbares Verhalten nicht nachzuweiſen
war.
Zugentgleiſung.
Odernheim. Am Montag nachmittag, kurz
vor 15 Uhr, entgleiften auf der Glanbrücke vor
Bahn=
hof Odernheim vom Perſonenzug 874 Bad Münſter
a. St.—Homburg die Lokomotibe und der
Pack=
wagen. Die Lokomotive ſtürzte über die Brücke und
lag auf dem linken Ufer der Glan. Der Packwagen
blieb an der Brücke hängen. Die Perſonenwagen
blieben im Gleis. Verletzt wurde der
Lokomotiv=
führer Gottfried Laienberger aus Kaiſerslautern, der
mittels Kraftwagen ins Krankenhaus nach
Kaiſers=
lautern gebracht wurde. Der Lokomotivführer Jakob
Püls aus Kaiſerslautern dürfte tödlich verunglückt
ſein, konnte jedoch bis geſtern noch nicht aufgefunden
werden. Die Entgleiſungsurſache iſt noch nicht
feſt=
geſtellt.
Die falſche Prinzeſſin vor Gericht.
Erfurt. Im überfüllten Schwurgericht begann
Martha Barth, das in der Maske einer angeblichen
Prinzeſſin Margarete von Preußen zahlreichern
Be=
wöhnern von Erfurt und Ilmnau Geldbeträge und
Waren herausgelockt hat. Es handelt ſich um 26 Fälle
des Betrugs und Urkundenfälſchung. Die Angeklngte
iſt bereits im Jahre 1921 mit einem Jahr Gefängnis
wegen Urhundenfälſchung und ſpäter zweimat megen Die Regierung in Schleswig habe B=amte nach Shlt
Betrugs und Diebſtahls beſtraft worden MathaVarih geſandt, die die Regierung über die zu treffenden
war zunächſt als Kindermädchen tätig und hat ſpäter Maßnahmen auf dem Laufenden halten. Die
Be=
in verſchiedenen adeligen Familien als Zofe gedient, ſchädigungen am Hindenburg=Damm ſind verhältnis=
Zwei Jahre Gefängnis für die angebliche
„Prinzeſſin Margarethe‟.
Im Prozeß gegen die „Prinzeſſin Margarethe‟,
die weiblich Konkurrentin Domelas, wurde die
Angeklagte zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt,
von denen ein Jahr auf die Unterſuchungshaft
ange=
rechnet wird. Nach Verbüßung von ſechs Monaten
Gefängnis kann auf Strafausſetzung unter
Zuhil=
ligung einer dreijährigen Bewährungsfriſt erkannt
werden.
Zu dem Mord an Profeſſor Kurz.
Berlin. Wie das „B. T.” meldet, iſt der in
der Nähe der Villa des ermordeten Kunſtmalers Kurz
aufgefundene junge Mann, der eine Schußverletzung
aufwies, inzwiſchen an den Folgen ſeiner
Ver=
letzungen geſtorben. Wie die Feſtſtellungen der
Kri=
minalpolizei ergeben haben, kommt dieſer Fall bei
der Aufklärung des Verbrechens weiter nicht in
Frage, da inzwiſchen feſtgeſtellt wurde, daß der mit
Schußverletzungen eingelieferte Mann durch
Leicht=
ſinn eines anderen beim Entladen einer Waffe den
tödlichen Schuß erhielt.
Ein Räuber zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt.
Trier. Vor dem Trierer Schwurgericht wurde
der Prozeß gegen den Kaufmann Erich Baltruſch
aus Oſtpreußen nach zweitägiger Verhandlung
abge=
ſchloſſen. Der Angeklagte hatte am 13. Oktober 1927
bei einem Raubüberfall auf eine Filiale der Fiuma
Gottlieb den Geſchäftsführer dieſer Filiale Dickles
erſchoſſen und auf einen Verkäufer mehrere Schüſſe
abgegeben. Das Urteil lautete auf 12 Jahre
Zucht=
haus und 10 Jahre Ehrverluſt. Das Gericht ſah als
erwieſen an, daß die Vorausſetzungen für den
Para=
graphen 51 nicht gegeben waren, daß alſo kein Däm= ganze Beſatzung, darunter 80 junge Seekadetten,
ge=
merzuſtand vorlag. Baltruſch hatte behauptet, im rettet und vom deutſchen Dampfer „Heros” über=
Dümmerzuſtand die Tat beaangen zu haben.
Mttwoch den 28 November 1928
Die Auswirkungen der Sturiſiat.
Nachlafſen des Unwelkers. — Zahlreiche Schiffsverluſte. — Der ungeheure Sachſchaden noch nicht feftgeftellt.
Der Hafen von Munkmarſch auf Sylt.
Selbſt im Wattenmeer zwiſchen der Inſel und der Schleswig=Holſteiner Küſte gingen die Wellen
ſo hoch, daß die Landungsbrücke in Munkmarſch vom Meere vollſtändig überſpült wurde.
Das Strand=Café von Wenningſtedt auf Sylt
wurde von der Springflut völlig unterſpült. Die Hälfte des allen Sylter Sommergäſten bekannten
Kaffeehauſes hängt frei in der Luft.
Rückgang der Aeberſchwemmungen
an der Norzſee.
Nachdem in der Wetterlage ſeit Montagabend
eine ganz erhebliche Beruhigung eingetreten iſt,
liegen am Dienstag weitere Unwettermeldungen nicht
geſtern die Verhandlung gegen das Dienſtmädchen vor. Die Ueberſchwemmungen ſind überall im
Nück=
gang begriffen.
Der Hindenburg=Damm nicht gefährdet.
Berlin. Wie vom preußiſchen
Innenminiſte=
rium mitgeteilt wird, ſind die an der ſchleswigſchen
Küſte angerichteten Sturmſchäden nicht ſo
gefähr=
lich, daß Gefahr für Leben und Eigentum beſteht.
mäßig gering, ſo daß irgendwelche Befürchtungen
hinſichtlich einer Durchbrechung des Dammes nicht
vorliegen.
Schulſchiff „Bommern” im Kanal
gefugken.
XUnglücksstelle
Die Karte der Unglücksſtelle.
Vierzig Kilometer weſtlich von der Infel Guerneſey
iſt das deutſche Schulſchiff „Pommern” leck
gewor=
den und nach einigen Stunden Kampf gegen den
Sturm untergegangen. Glücklicherweiſe konnte die
nommen werden.
Die Siurmſchäden auf Helgeland.
Hamburg. Ueber die bereits kurz gemeldeten
Sturmſchäden auf Helgoland meldet die „
Helgolän=
der Zeitung”, daß der auf der Düne angerichtete
Schaden in ſeinem ganzen Umfange vorläufig noch
nicht zu überſehen iſt. Das Meer hat ganze
Gelände=
ſtücke und bewachſene Flächen verſetzt oder abgeriſſen.
Der Dünenſand bietet das gleiche Bild wie im Jahre
1926 nach der großen Sturmflut. Die Badekabinen,
die aus Sparſamkeitsrückſichten ſtehen geblieben
waren, wurden nunmehr fortgeſchwemmt oder
ver=
nichtet. Das Bollwerk nordöſtlich vom Kurhaus
wurde gänzlich aufgeriſſen und faſt vollkommen
zer=
ſtört. Auf dem Hafengelände konnte der Sturm
keinen Schaden anrichten, dagegen befindet ſich die
ungeſchützte Uferſtrecke an der Biologiſchen Anſtalt in
großer Gefahr. Zu einer Meldung, daß ein
Ar=
beitskommando, das auf der Düne
Buſchbefeſtigungs=
arbeiten verrichtete, infolge des hohen Seeganges
nach der Inſel nicht habe zurückkommen können, iſt
zu bemerken, daß ſich die Leute dort ſtändig
aufhal=
ten und nur gelegentlich am Wochenende ihre
Fami=
lien auf der Inſel beſuchen. Die „Helgoländer
Zei=
tung” erinnert daran, daß die Mehrheit der
Gemein=
devertretung ſeinerzeit die freigiebig angebotene Hilfe
des Staates abgelehnt habe. Wenn die Helgoländer
ihre Düne vor gänzlichem Verfall retten wollten und
wenn Preußen dann noch das bisher gezeigte
In=
tereſſe haben ſollte, ſo heiße es ſchnell handeln.
Dammbrüche und Verkehrsſtörungen in Belgien
Brüſſel. Zwiſchen Termonde und Grimbergen
ſind an drei Stellen die Dämme der Schelde
durch=
brochen und die Ortſchaften Grimbergen, Morſeke,
Hamme und die Antwerpener Vorſtadt St. Anna
überſchwemmt. Die Eiſenbahnverbindungen ſind
un=
terbrochen. Auch die Kais von Antwerpen ſind jetzt
vollkommen unter Waſſer geſetzt. Da auch die Methe
über ihre Ufer getreten iſt und die Waſſerwerke
überſchwemmt hat, iſt Antwerpen ohne Trinkwaſſer.
Das Sturmwetter in Italien.
Rom. Infolge des Sturmes, der in Süditalien
herrſcht, erleiden die Poſtverbindungen mit Calabrien
und Sizilien Verſpätungen. Es werden große
An=
ſtrengungen gemacht, um die Verbindungen
wieder=
herzuſtellen. Der Sturm hat auch Mittel=Italien
erreicht. Wie aus Iſchia gemeldet wird, hat die
Sturmflut die Provinzialſtraße erreicht. Mehrere
Häuſer ſind durch den ſtarken Sturm abgedeckt
wor=
den. Bei Seſtri Levante iſt die Provinzialſtraße Lot
der Sturmflut teilweiſe ſtark beſchädigt worden, ſo
daß der Auto= und Fußgängerverkehr nur mit
größ=
ter Vorſicht durchgeführt werden kann.
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Die Karte von Sylt.
Die Sturmflut hat durch einen 100 Meter breite
Flutſtrom die ſchmale Halbinſel Ellenbogen im
No=
den und die Halbinſel Hörnum im Süden von de
Mutterinſel Sylt abgetrennt. Weſterland, unſer b
deutendſtes Nordſeebad, ſowie die kleineren Bäde
Wennigſtedt und Kampen, ferner die beiden wichtige
Hafenorte Hörnum (Landungsplatz der Helgolände
Dampfer) und Munkmarſch (Hafen der Wattenmee
Linie) haben außerordentlich große Schäden genon
men. Auch die alten Frieſen=Ortſchaften Keitum ur
Morſum, ſowie Liſt ſind Opfer der gewaltigen Ve
heerungen geworden.
Die Schiffsverlufte.
Kiel. In dem Sturm der letzten Nacht iſt d.
Kieler Dampfer „Käthe Grammerstorf”, der gleie
namigen Reederei in Kiel=Holtenau, auff der Rei
von England nach Stettin in der Nordſee geſunke
Die 12 Mann ſtarke Beſatzung wurde durch de
deutſchen Dampfer „Flora” gerettet.
Amſterdam. Holland wurde zum zwaitz
Male innerhalb weniger Tage von heftigem Stur
heimgeſucht. An der Nordſeeküſte ſind zahlreie
Schiffe aller Ngtionalitäten, meiſt aber ſkandinabiſe
und deutſche, in Seenot geraten. Bei Hoek v=
Holland ſcheiterte der norwegiſche Dampfer Chriſtit
„Michelſen. Von der Beſatzung ertranken drei M
troſen und der holländiſche Lotſe. Die übrigen bie
undzwanzig Mann wurden von einem holländiſch
Rettungsboot mach ſchwerem Kampf mit der hoe
gehenden See gerettet.
Paris. Nach einer Meldung aus Vigo iſt
der dortigen Bucht eine Fiſcherbarke bei einem 8
ſammenſtoß mit einer anderen geſunken. Drei Man
der Beſatzung ſind ertrunken. Wie aus San Seb
ſtian gemeldet wird, iſt der ſpaniſche Dampfer „Am
bal=Mendy”, der ſeir Samstag in Seenot war m
Hilferufe ausſandte, auf der Höhe von Saint Jea
de=Luz geſunken. Die aus 24 Mann beſtehende B!
ſatzung wurde von einem Kutter aufgenommen. J
Golf von Gascogne iſt ein Dreimaſter, der mit Bah
ſchwellen von Santander nach England unterwel
war, geſtrandet.: Die neun Mann ſtarke Beſatzu:
wurde gerettet. Auf der Höhe von Middlegate
der franzöſiſche Dampfer „Sallandrouze de La
monais” geſtrandet; er konnte aber nach mehrſtü
digen Bemühungen wieder flottgemacht werden.
Liſſabon. Der griechiſche Dampfer „Vl
ginia”, der von einem wportugieſiſchen Dampfer
den Hafen von Leixoes Eingeſchleppt wurde, nachde
er von ſeiner Beſatzung verlaſſen worden war,
nunmehr im Hafen geſutzken. Die Hafenbehörden
abſichtigen, den Schiffsrumpf mit Dynamit
ſprengen.
Im Rordſeeſturm auf den Skrand
aufgelaufen.
echiſche 8200=Tonnen=Dampfer „Eugenil
dem entſetzlichen Sturm der letzten Tage
ung im Kanal völlig verloren und lief I
uf die holländiſche Küſte auf. Es iſt gerade
ich, wieſo das Schiff die gefährliche Zuide
ank paſſieren konnte, ohne ſchon dort &
Grund zu geraten.
Nummer 331
Mttwoch den 28 November 1928
Seite 11
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[ ← ][ ][ → ]Sefte 12
Mittwoch den 28 November 1928
Rummer 331
Sport, Spiel
Fußbalt.
Der dezember bringl die Gruppenmeiſter.
In fünf Wochem ſollen bereits die Endſpiele um die Süddeutſche
Fußballmeiſterſchaft und die Kämpfe in den Troſtrunden beginnen.
In=
nerhalb dieſer verhältnismäßig kurzen Friſt müſſen alſo die
Entſcheidun=
gen in den Gruppen gefallen ſein. Es wird das auch möglich ſein, denn
die Höchſtzahl der noch benötigten Spieltage iſt fünf. In einer Reihe
von Gruppen werden ſogar nur zwei und drei Spieltage für die
Durch=
führung der noch ausſtehenden Spiele benötigt. Vorausſetzung iſt aller=
Dings beſſeres Wetter, als wir es am letzten Novemberſonntag zu
ver=
zeichnen hatten. Kommen noch einige ſolcher Regenſonntage, dann drohen
allerdings arge Terminſchwierigkeiten, und es wird kaum möglich ſein,
die Endſpiele zum angeſetzten Termin beginnen zu laſſen.
Die erſte Entſcheidung dürfte wohl in der Gruppe Rhein zu
erwar=
ten ſein. Hier benötigt der V. f. L. Neckarau aus dier noch ausſtehenden
Spielen nur noch drei Punkte, um ſeinen Titel ſicherzuſtellen. Die
zwei=
den und dritten Plätze dürften an V. f. R. Mannheim und den
vorjäh=
rigen Meiſter, SV. Waldhof, fallen. Der nächſte Sonntag wird mit den
Spielen V. f. L. Neckarau gegen V. f. R. Mannheim und Waldhof gegen
Phönix Ludwigshafen vielleicht ſchon die Entſcheidung bringen. —
Eini=
germaßen ſicher hat Bayern München die Meiſterſchaft don Südbayern.
Wenn die „Bayern” am kommenden Sonntag 1860 ſchlagen, dann wird
ihnen der Titel nicht mehr zu nehmen ſein. Sie behalten dann drei
Punkte Vorſprung vor Wacker München bei zwei noch ausſtehenden
Spielen. Verliert aber Wacker München in Regensburg gegen „Jahn”
was ja durchaus nicht unmöglich iſt, dann kann Südbayern ſchon am
2. Dezember die „Bahern” als Meiſter nennen. In Nordbayern wird
die Lage bis zum letzten Tage ungewiß bleiben. 1. FC. Nürnberg und
Sp.Vg. Fürth führen mit gleicher Punktzahl (je 20:4) und haben jeder
noch zwei Spiele auszutragen. Wer in dieſen beiden Spielen einen Punkt
einbüßt, hat den Meiſterſchaftstraum ausgeträumt. Es iſt aber
anzu=
nehmen, daß beide Mannſchaften keinen Punkt mehr derlieren, und daß
dann ein beſonderer Entſcheidungskampf notwendig wird. Am Main
erwartet man am 2. Dezember die Vorentſcheidung. Gelingt es der mit
fünf Punkten Vorſprung führenden Frankfurter Eintracht, im
Lokal=
derby gegen den alten Rivalen, Fußballſportverein, auch nur wenigſtens
einen Punkt zu retten, dann wird ihr der Titel nicht mehr ſtreitig zu
machen ſein. Der FSV. wird ſich dann, zuſammen mit Offenbacher
Kickers oder Rot=Weiß, mit der Teilnahme an der Troſtrunde beſcheiden
müſſen. Daß in Heſſen die Wormatia wieder Meiſter wird, iſt ja auch
Evangelium. Die vier Punkte Vorſprung vor Mainz 05 und Iſenburg
dürften genügen, zumal die Wormſer in den fünf noch ausſtehenden
Spielen verſchiedene leichte Gegner haben. Weſentlich ſchwieriger liegen
die Dinge in den drei übrigen Gruppen. In Württemberg hat es jetzt
allerdings den Anſchein, als ſollte der Neuling, Germania Brötzingen,
als Sieger durchs Ziel gehen. Den Brötzingern werden die Stuttgarter
Kickers in den drei noch ausſtehenden Spielen die beiden Punkte
Vor=
ſprung kaum noch abfagen können. Sehr zahlreich ſind hier noch die
Amärter auf den dritten Platz. — Sehr ungewiß iſt auch die Situation
in der Gruppe Baden, wo jeder Verein insgeſamt 14 Spiele zu
abſol=
vieren hat. Zurzeit führt der Karlsruher FV. knapp mit 18:4 Punkten
vor Freiburger FC. mit 17:5 und Phönix Karlsruhe mit 14:6 Punkten.
Der KFV. ſteht noch vor einigen ſchwierigen Aufgaben, jedoch neigt man
allgemein dazu, ihm dech die beſten Chancen einzuräumen. Außer den
genannten Vereinen kommt für den zweiten und dritten Platz kein
an=
derer in Frage. — In der Gruppe Saau muß jeder Verein 18 Spiele
austragei. Der Tabellenſtand iſt zurzeit folgender: Saar 05 16:6 Punkte,
FC. Virmaſens 15:9. FV. Saarbrücken 14:8. FC. Idar 14:10. Boruſſia
Neunkirchen 13:9. Man ſieht alſo, daß noch verſchiedene Möglichkeiten
offen ſtehen, daß die Lage noch völlig ungeklärt iſt.
Kreisligg-Hüdhefſen.
Durch den Totenſonntag iſt endlich eine willkommene Pauſe für alle
Vereine eingetreten. Die angeſetzten Spiele gelangten nicht zur
Aus=
tragung. Die ſehr erwünſchte Pauſe läßt die Mannſchaften noch einmal
vor der Nachrunde kurz aufatmen und gibt Anlaß zu einem kurzen
Rück=
blick. Olympia Worms als Tabellenerſter hat ſich bis dato recht gut
ge=
ſchlagen, mitunter aber auch mit großem Glück Punkte geholt.
Immer=
hin ſind hier die Meiſterausſichten am beſten. Bürſtadt, Olympia
Lam=
pertheim und Pfiffligheim ſtehen mit einem Punkt weniger gut in der
Tabelle, und man kann nicht wiſſen, was aus dieſen drei punktgleichen
Vereinen noch wird. Nimmt man ſich die Punkte gegeenſeitig nach aller
Regel der Kunſt ab, ſo wird Olympia Worms ſſchon der lachende Vierte
ſein. Lorſch, Biblis und Hespenheim bilden die Mittelgruppe und ſtehen
ſich auch in der Leiſtung eigentlich wenig nach. Man wird dieſes
Klee=
blatt in der Tabelle am Ende kaum ſvo anders zu ſuchen haben. Den
und" Tarnen.
Schluß bilden Horchheim, Pfeddersheim, V. f. L. Lampertheim und
Hoch=
heim, und wird es hier in der Nachrunde wohl noch ein heißes Ringen
wegen des Abſtiegs geben. Die Vorrunde verlief, ausgenommen
gering=
fügiger Bagatellen, allgemein recht gut und wäre zu wünſchen, daß auch
in der Nachrunde nicht über die Stränge gehauen wird.
Handbalt.
Zwei neue Handballmeiſter in Süddeulſchlans.
Sp. Bg. Fürth und Stuttgarter Kickers.
Bei den Gruppenkämpfen im ſüddeutſchen Handball ſallen jetzt die
Entſcheidungen Schlag auf Schlag. Nachdem bereits die beiden
Abtei=
lungsmeiſter der Gruppe Saar in SSV. Saarlouis und V.f.R.
Kaiſers=
lautern ermittelt wurden, brachte der letzte Novemberſonntag zwei neue
Meiſter. In Nordbayern ſchlug der Titelverteidiger Sp.Vg. Fürth
(Pfeil=Nürnberg) mit 8:0 Treffern und ſicherte ſich damit erneut die
Meiſterſchaft ſeiner Gruppe. Es ſtehen war noch einige Spiele aus,
die Fürther Kleeblättler können aber nicht mehr eingeholt werden, wie
aus dem folgenden Stand der Tabelle hervorgeht:
Sp. Vg. Fürth
10 Spiele 68:14 Tore D:0 Punkte.
16:6
1. F C. Nürnberg
93:33
11
15:7
Nürpberger SC.
77:50
11
Auch in Württemberg iſt die Lage geklärt. Die Stuttgarter
Kickers haben am Sonntag den Tabellenzweiten, Sportfreunde Tühingen,
mit 9:1 Treffern geſchlagen. Zwar könnten die Kickers von Tübingen
noch eingeholt werden, dann müßten die Stuttgarter aber in den drei
noch ausſtehenden Spielen noch 5 Punkte einbüßen. Da aber mit
Be=
ſtimmtheit anzunehmen iſt, daß die Kickers wenigſtens noch ein Spiel
ge=
winnen werden, iſt nicht daran zu zweifeln, daß ihnen der Meiſtertitel
erneut zufallen wird. Der Tabellenſtand iſt zurzeit folgender:
Stuttgarter Kickers 9 Spiele 60:10 Treffer 18:0 Punkte.
Sportfrde. Tübingen
11:5
31:B
7:7
2:2
V.f. B. Strttgart
Radfahren.
Der Auftakt zu dem Frankfurter Sechstagerennen.
Pünktlich um 22 Uhr wird am Freitag abend durch den mehrfachen
Deutſchen Meiſter im Fechten, Erwin Casmir, der Startſchuß zum
Frank=
furter Sechstagerennen abgegeben. Vorher beſtreiten ab 20 Uhr
Ama=
teure einige Rennen. Im Mittelpunkt dieſes Auftaktes ſtehen zwei
Halbſtunden=Einzelfahren, die eine ausgezeichnete Beſetzung
gefunden haben. Die beſten Frankfurter Amateure wie Rudolph, Müller,
Siemantel, Koch uſw. treffen mit guten auswärtigen Fahrern, u. a. auch
mit dem Hannoveraner Köther, zuſammen. — Beim Sechstagerennen
ſelbſt werden täglich drei offizielle Wertungen ausgetragen. Die
Nach=
mittagswertung wird geteilt, und zwar kommen je 5 Spurts um 14.30
und um 16.30 Uhr zum Austrag. Die Abendwertung beginnt um
22 Uhr, die Nachtwertung um 2 Uhr. Ein großer Teil der
Sechstage=
akteure iſt bereits in Frankfurt eingetroffen, um auf der
Sportpalaſt=
bahn fleißig zu trainieren. Die Bahn ſelbſt iſt in den letzten Tagen
einer gründlichen Prüfung unterzogen worden, einige kleine
Verbeſſe=
rungen konnten vorgenommen werden.
Fechten.
Neue Lorbeeren Helene Mayers.
EP. Mailand, N. November.
In der großen Fechtveranſtaltung von Montag abend hat die deutſche
Weltmeiſterin Helene Maher die italieniſche Meiſterin Mariſa Cerani
leicht mit 10:3 beſiegt. Sie beherrſchte ihre Gegnerin vollſtändig, die
ihrer Klaſſe nicht gewachſen war. Helene Mayer wurde begeiſtert
ge=
feiert und die Zeitungen ſind voll Lobes über ihre Leiſtungen und ihre
gewinnende Erſcheinung. Da zugleich der Parteiſekretär Turati ein
Treffen mit dem Belgier Feherick austwg und mit 10:8 gewann,
wohn=
ten der Veranſtaltung die Spitzen der Behörden und der Mailänder
Ge=
ſellſchaft bei völlig ausverkauftem Hauſe bei. Ebenſo war der deutſche
Generalkonſul Schmitt mit mehreren Mitgliedern der deutſchen Kolonie
anweſend. Der Weltmeiſter Nedo Nadi beſiegte den franzöſiſchen Meiſter
Hauſſy mit 16:12.
Kraftſport.
Athletikſportvereinigung 1886 Frankfurt a. M.—Kraftſportverein
Darmſtadt 1910 9:11.
Am Totenſonntag weilte die Ligamannſchaft des Kraftſportvereinz
in Frankfurt bei der Athl. Sp.Vgg. 1886, um den zweiten
Verbands=
kampf der Rückrunde zur Austragung zu bringen. Obwohl
erſatz=
geſchwächt, gelang es ihr trotzdem, der ſtarken Frankfurter Vertretung
obiges Reſultat abzuringen und die Punkte nach Darmſtidt zu
ent=
führen. Sämtliche Kämpfe, unter der korrekten Leitung des Herrn
Buxbaum (Groß=Zimmern) ſtehend, boten in jeder Hinſicht
hervor=
ragenden Kraftſport. Nur das Verhalten des in geringer Zahl
er=
ſchienenen Publikums ließ oft zu wünſchen übrig. Nachſtehend den
Verlauf der Kämpfe:
Fliegengewicht: Sendelbach=Frankfurt-Borowski=Darmſtadt. Da
der Frankfurter Uebergewicht brachte, fielen Darmſtadt die Punkte
kampflos zu. 0:3.
Bantamgewicht: Schweikert= Frankfurt—Schwarz=Darmſtadt:
In temperamentvoller Weiſe griff der Darmſtädter ſofort an; in
der dritten Minute konnte er ſeinem Gegner durch Eindrücken der
Brücke das Nachſehen geben. 0:6.
Federgewicht: Berganski=Frankfurt—Siegriſt=Darmſtadt. Dies
war wohl der ſchönſte Kampf des Tages. Beide Ringer techniſch
durchgebildet, hielten die Anweſenden dauernd in Spannung. In
der 12. Minute jedoch gelang es Siegriſt, durch Hamerlok und
Ein=
drücken der Brücke über ſeinen guten Gegner die Oberhand zu
behalten. 0:9.
Leichtgewicht: Flemening=Frankfurt-Keitel=Darmſtadt: Beide
führten einen lebhaften Kampf, bei dem der Darmſtädter ſtets der
Ueberlegene war. Nach Ablauf der 20. Minute, in denen der
Frank=
furter ein paarmal mit beiden Schultern touchierte, konnte Keitel
als hoher Punktſieger die Matte verlaſſen. 0:11.
Leichtmittelgewicht: Gerber=Frankfurt—Trüber=Darmſtadt:
Tru=
ber, der ſich heute in guter Form befand, lieferte dem vorzüglichen
Frankfurter einen offenen Kampf. In der vierten Minute gelang
es Gerber durch verkehrten Hüftſchwung, zu überrumpeln, und
Tru=
ber mußte nach tapferſter Gegenwehr in der Brückenſtellung ſeinem
Gegner die Punkte überlaſſen. 3: 11.
Schwermittelgewicht: Buchholz=Frankfurt-Breymaier=Darmſt.:
Hier ſtand Technik gegen Kraft. Der von Kampf zu Kampf beſſer
werdende Breymaier mußte ſich ſeinem techniſch beſſeren Gegner
nach drei Minuten durch Ueberſtürzer am Boden beugen. 6: 11.
Schwergewicht: Kerber=Frankfurt-Ph. Groh=Darmſtadt: Der
Frankfurter konnte nach drei Minuten über den Darmſtädter
Erſatz=
mann durch verkehrten Hüftſchwung triumphieren. 9: 11.
Mit dieſem Sieg haben die Hieſigen weiterhin ihre derzeitige
Stel=
lung als Tabellenerſter befeſtigt. — Nächſten Samstag, 1. Dezember,
ſteigt der dritte Retourkampf, und heißt der Gegner Neu=Iſenburg.
Näheres an dieſer Stelle im Laufe der Woche.
P. Sp.V. Darmſtadt=Babenhauſen (B=Mannſchaft) — Kraftſportklub
„Siegfried” Pfungſtadt 6:15 und 11:9.
Die neu aufgeſtellte B=Mannſchaft trat am vergangenen Sonntag
in einem Vor= und Rückkampf gegen den Kraftſportklub „Siegfried”
Pfungſtadt zum erſten Male vor die Oeffentlichkeit. Der Vorkampf ging
zwar mit 6:15 an Pfungſtadt verloren, aber im ſofort anſchließenden
Rückkampf konnten ſich die Poliziſten mit dem Reſultat 11:9 bereits
revanchieren. Dieſer Erfolg iſt unter Berückſichtigung des Umſtandes,
daß er beim erſten Auftreten errungen wurde, als gur zu bezeichnen,
um ſo mehr, als 6 Punkte kampflos — die Polizei konnte im Fliegen=
und Bantamgewicht keine Gegner ſtellen — an Pfungſtadt fielen. Wenn
die Polizeimannſchaft noch fleißig trainiert, wird ſie bald einen achtbaren
Gegner abgeben.
Flugſporl.
Anerkannte deutſche Flug=Weltrckorde.
Die Rekordkommiſſion der F.A.J. hat drei Leiſtungen deutſcher
Flieger als Weltrekorde wie folgt anerkannt:
Höhen=Weltrekord für Wafferflugzeuge Klaſſe C: 500 Kg. Nutzlaſt,
7458 Meter, Pilot Chr. Harder auf Junkers=Eindecker W 34, 420 PS.
Briſtol=Jupiter VII=Motor, aufgeſtellt am 6. November 1928 in Deſſau;
mit 1000 Kg. Nutzlaſt, 6389 Meter, Pilot Franz Kneer auf Junkers=
Eindecher W 34, 420 PS. Briſtol=Jupiter III=Motor, aufgeſtellt am 7.
November 1928 in Deſſau.
Streckenrekord (gerade Linie) für Leichtflugzeuge Kategorie I (
zwei=
ſitzig, Gewicht unter 400 Kg.): 1305,5 Km., Pilot Hans Wirth und Frl.
Naumann auf Klemm=Daimler=Eindecker, 20 PS Mercedes=Daimler=
Motor, aufgeſtellt am 16. Oktober 1928 in Mieſchkaczo (Polen).
— Berichtigung, Herbſtwaldlauf der Techn. Hochſchule. Bei der
Ver=
öffentlichung der Reſultate des Herbſtwaldlaufs der Techn. Hochſchule
wurde als 1. Sieger Jerlich genannt. Die Veröffentlichung iſt dahin
zu berichtigen, daß der Sieger in dieſem Waldlauf Herr Hh. Habich,
Mitglied der Waldlauf=Meiſtermannſchaft des Darmſtädter
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Nummer 331
Mittwoch,den 28. Nobbr.
Der Ausweis der Reichsbank.
Berlin. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 23. November
hat die geſamte Kapitalanlage der Bank in Wechſeln und Schecks,
Lom=
bards und Effekten um 153,5 Mill. auf 1887,9 Mill. RM. abgenommen,
und zwar haben ſich die Beſtände an Wechſeln und Schecks um 120,1
Mill. RM. auf 1 759,1 Mill. RM. und die Lombardbeſtände um 33,4
Mill. RM. auf 36,6 Mill. RM. vermindert. Die Anlage in Effekten
weiſt mit 92,3 Mill. RM. annähernd den gleichen Beſtand auf wie am
Ende der Vorwoche.
An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind 142,5
Mill. RM. in die Kaſſen der Bank zurückgefloſſen; im einzelnen hat
der Umlauf an Reichsbanknoten um 129,5 Mill. auf 4043.3 Mill. RM.
und der an Rentenbankſcheinen um 13,0 Mill. auf 501,3 Mill. RM.
abgenommen. Dementſprechend und unter Berückſichtigung, daß in der
Berichtswoche Rentenbankſcheine in Höhe von 20,9 Mill. RM. getilgt
wrden ſind, hat der Beſtand der Reichsbank an Rentenbankſcheinen
auf 36,0 Mill. RM. abgenommen. Die fremden Gelder zeigen mit
einem Beſtand von 588,7 Mill. RM. eine Zunahme um 19,3 Mill. RM.
Die Beſtände an Gold= und deckungsfähigen Deviſen insgeſamt
haben ſich um 14,8 Mill. auf 2763,9 Mill. RM. erhöht. Im einzelnen
ſind die Goldbeſtände mit 2573,5 Mill. RM., die Beſtände an
deckungs=
fähigen Deviſen mit 190,4 Mill. RM. ausgewieſen. Die Deckung der
Noten durch Gold allein beſſerte ſich von 61,4 Prozent in der Vorwoche
auf 63,6 Prozent, diejenige durch Gold= und deckungsfähige Deviſen
von 65.9 Prozent auf 68.4 Prozent.
Von Holzmarki.
ſchreibt uns unſer Mitarbeiter: Die Ausſperrung in der Eiſeninduſtrie,
die nachlaſſende Bautätigkeit und der unbefriedigende Geſchäftsgang in
der Möbelfabrikation üben auf die Lage am Holzmarkt einen
ungünſti=
gen Einfluß aus. Die Unſicherheit iſt groß, die Unternehmungsluſt iſt
zurückgegangen. Dazu kommt, daß die Verbraucher von Händlern, die
kein Vertrauen zu der Preisentwicklung haben, zum Teil zu billigen
Preiſen beliefert werden. Man ſtößt auf ſehr verſchiedenartige Preiſe
beim Verkauf des Schnittholzes. So werden z. B. polniſche
Stamm=
kiefern in guten Spezifikationen im Rheinland zu 145 Mark frei
Ver=
wendungsſtationen, aber auch ſchon zu 137 Mark angeboten. Daß die
Sägewerke, von denen billige Angebote ausgehen, bei ſolchen Preiſen ihr
Auskommen finden können, iſt ausgeſchloſſen. Unter dieſen Offerten
leidet vor allem der legale Zwiſchenhandel, der im Frühjahr eingekauſt
und das Material unter Aufwendung von Koſten eingelagert hat. Er
iſt genötigt, entweder die Ware zu behalten, oder ſie ohne Nutzen
abzu=
ſtoßen. Die Holzverkaufstermine in den Staats= und Privatforſten
kön=
ven ſich den Auswirkungen der flauen Geſchäftslage nicht entziehen.
Wenn auch bisher keine ſehr großen Verkäufe ſtattfanden, ſo haben doch
die bisherigen Submiſſionen gegenüber dem Vorjahre Preisrückgänge
von 10 bis 15 b. H. gebracht. Häufig zeigte ſich auch eine recht geringe
Beteiligung, die dafür ſpricht, daß die Sägewerksinduſtrie nicht geneigt
iſt, große Engagements einzugehen. Dicjenigen Stellen, die Avalkredite
zum Nohholzeinkauf zu gewähren pflegen, ſind zurückhaltend, man
ver=
meidet es unter dieſen Umſtänden, ſo ſtark wie ſonſt ins Zeug zu gehen,
zumal da es zweifelhaft iſt, ob in der kommenden Saiſon das Intereſſe
am vorzeitigen Einkauf zur ſpäteren Lieferung erheblich ſein wird. Vor
allem iſt wenig Neigung zur Hergabe von Anzahlungen zu finden. Die
Sägewerksinduſtrie kann aber im großen und ganzen ohne
Bevor=
ſchußung größerer Abſchlüſſe, wie bisher üblich, nicht auskommen. Die
Frage der Verlängreung des Holzproviſoriums iſt zum Bedauern der
Fackkreiſe und auch der holzverarbeitenden Induſtrien immer noch nicht
entſchieden, trotzdem die Friſt Ende November gbläuft. Lebhafter
ge=
ſucht junren Erlenbohlen, die knapp ſind.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Beu rheinhefſiſchen Weinbau. Im Weingeſchäft herrſcht in dem
rhlinheſſiſchen Weinbaugebiet ſeit dem Herbſt eine ſehr gute Stimmung.
Der nene Wein iſt bereits ſoweit, daß er probiert werden kann. Die
Qualität befriedigt durchaus und der 1928er iſt als ein guter
Mittel=
wein anzuſprechen. Es zeigt ſich, daß die gehegten Hoffnungen auf
einen „neuen 122ler” doch nich in Erfüllung gegangem ſind.
Verſchie=
dentlich kamen einige kleine Umſätz= zuſtande, auch in alten Jahrgängen.
So ſvurden in Nierſtein 3 Stüick 1927er zu 1600 und in Harxheim
8 Stück 1927er zu 1409—1500 Mark verkauft. Für 1928er konnte in
Wörrſtadt einiges abgeſetzt werder zu 930 Mk. Gaubickelheim erlöſte
für die 1290 Liter einen Preis von 1000 Mark. In Wöllſtein hielten
ſich die Preiſe ebenfalls etwa nuf dieſer Höhe mit Begrenzung nach oben
bis 1100 RM.
Adlerwerke, vorm. Heinrich Kleyer, A.=G., Frankfurt a. M. —
dividendenlos? An der Frankfurter Abendbörſe erfolgte ein ſtärkerer
Kursrückgang in den Kleyeraktien, der mit dem hohen Stand der
Bank=
ſchulden und vorausſichtlicher Dividendenloſigkeit für das am 31.
Okto=
ber abgelaufene Geſchäftsjahr 1927/28 begründet wurde. Tatſächlich
be=
ſteht, wie wir von Verwaltungsſeite erfahren, noch der hohe
Schulden=
ſtand von etwa 13,5 Mill. RM. Allerdings müſſe die Geſellſchaft, die
ohne Obligationenkapital arbeitet und ihren Jahresumſatz von 47 auf
etwa 60 Mill. RM. erhöhte, mit Bankkrediten arbeiten. Wenn man auch
zu der wohl zu erwartenden Dividendenloſigkeit wegen der erſt
begon=
nenen Bilanzarbeiten nicht Stellung nimmt, ſo dürften immerhin die
beabſichtigten Maßnahmen zur Konſolidierung der hohen Bankſchulden
ſich derzögern, wenn nicht ſchwieriger geſtalten.
Gebrüder Adt, A.=G., Wächtersbach. Wie mitgeteilt wird, hat für
die Erben Komm.=Rat Eduard Adt in Enzheim Frau Alfred Adt die
Nichtigkeitsklage und die Klage auf Ungültigkeitserklärung der
Vor=
zugsaktien (18 750 RM.) eingereicht.
Metallnokierungen.
Die Verliner Metalluotierungen vom 27. November ſtellten ſich für
Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen oder Rotterdam (
Notie=
rung der Vereinigung für die deutſche Elektrolytkupfernotiz) 151.50
RM. — Die Notierungen der Kommiſſion des Berliner
Metallbörſen=
vorſtandes (die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte
Lieferung und Bezahlung) ſtellten ſich für Originalhüttenaluminium,
98 bis 99proz., in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 190 RM., desgl.
in Walz= oder Drahtbarren 99proz. 194 RM.; Reinnickel, 98= bis 99. 350 RM., Antimon Regulus 84—87 RMM., Feinſilber (1 Kilogr.
fein) 7900—80.50 RM.
Die Berliner Metallnotierungen vom 27. November ſtellten ſich für
Kupfer: Januar 138.50 (138.75), Februar 138.50 (138.50), März
138.25 (138.50), April 138.25 (138.25), Mai bis Auguſt 138.25 (138.50),
Sept. und Oktober 138.50 (138,75), November und Dezember 138.50
(139.00). Tendenz: ſtetig. — Für Blei: Januar bis März 42.50
(43.00) April 42.50 (42.75), Mai 42.75 (42.75), Juni 4250 (42.75), Juli
42,75 (42.75), Auguſt bis Oktober 42.75 (43.00), November 43.00 (43.50),
Dezember 42.25 (42.50). Tendenz: ſtetig. — Für Zink: Januar 50.50
(51.25), Februar 50.50 (51.0), März 51.00 (51.00), April 51.00 (51.50),
Mai 51.50 (51.50), Juni 51.25 (52.00), Juli bis September 51.75 (52.00),
Oktober 51.75 (52.25), November 50.50 (51.00), Drzember 50.00 (51.00),
Tendenz: feſt. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern
Brief.
Diehmärkke.
Mainzer Viehhof=Marktbericht vom 27. November. Die Situation
auf dem Schlachtviehmarkt erfuhr gegen den Vormarkt eine
Verände=
ung inſoweit, als der Auftrieb erheblich geringer war. Es trat bei
Kuhen und Kälbern ein Preisrückgang ein. Bei regem Beſuch und
rühigem Handel verblieben bei Großvieh und Kälbern keine Reſtbeſtände.
Se: Großviehmarkt hatte einen Minderauftrieb von 117 Stück gegen
die Vorwoche. Die Preiſe blieben unverändert bis auf Kühe, die in
der oberen Grenze 1 Mark nachgaben. Der Markt wurde langſam
ge=
amt. — Der Kälhermarkt brachte 94 Stück weniger zum Auftrieb wie
* der Vorwoche. Bei langſamem Geſchäft gingen die Preiſe 2 Mark
zurück. Es verblieb kein Ueberſtand. Auf dem Schweinemarkt waren
nur 5 Stück weniger angetrieben. Die Kaufluſt war gedrückt, doch
Lhnten die letzten Notierungen behauptet werden. Es verblieb ein klei=
* Ueberſtand Für 50 Ky. Lebendgewvicht wurden je nach Qualität
Aichende Preiſe erzielt: Ochſen 48—54, 44—48, Bullen 32—43, Kühe 42
bis 44, 35—40, 29—34, 18—29, Färſen 45—57, Kälber 56—63, 43—56,
Schlueine 73—78, 76—78 und 78—80 Mark.
Frankfurker und Berliner Effekkenbörſe.
Frankfurt a. M., 27. November.
Zum Prämienerklärungstag kam ziemlich Material an den Markt
und es machte ſich daher eine allgemeine Zurückhaltung bemerkbar. Das
Geſchäft blieb aus dieſem Grunde klein und beſchränkte ſich im
weſent=
lichen auf einige bevorzugte Werte. Bei uneinheitlicher
Kursentwicke=
lung war die Grundſtimmung nicht unfreundlſh, da der feſte Verlauf
der geſtrigen New Yorker Vörſe, die weitere Entlaſtung des heute
er=
ſchienenen Reichsbankausweiſes und der optimiſtiſch gehaltene
Wirt=
ſchaftsbericht der Deutſchen Bank günſtig aufgenommen wurden. Auch
der weiter ziemlich flüſſige Geldmarkt, trotz des heutigen Ultimos, gab
der Börſe eine Stütze. Trotzdem war aber eine gewiſſe Zurückhaltung
niht zu verkennen, ſo daß gegenüber der geſtrigen Abendbörſe zumeift
Kursabſchwächungen bis zu 1½ Prozent eintraten. Orders von
Publikumsſeite waren kaum vorhanden, nur das Ausland ſoll dagegen
als Käufer aufgetreten ſein, was nur am Elektromarkt für Schuckert
zur Auswirkung kam, und die darauſhin 3½ Prozent anziehen
konn=
ten. Ferner beſtand noch für Bergmann mit plus 2½ Prozent und
Siemens mit plus ¼ Prozent einige Nachfrage. Die übrigen
Elektro=
werte lagen vernachläſſigt und ſchwächer. Am Bankenmaukt hatten
Merall=
bank mit plus 2½ Prozent größeres Geſchäft aufzuweiſen. Dresdener
Bank und Danatbank konnten bis 1 Prozent anziehen. Reichsbank
lagen dagegen auf Realiſationen 1 Prozent ſchwächer.
Auch im Verlaufe blieb das Geſchäft klein und beſchränkte ſich nur
auf die ſchon anfangs bevorzugten Papiere, die gut behauptet blieben
und teilweiſe weiter anziehen konnten. A. E.G. lagen ½Prozent höher.
Reichsbank konnten auf einzelne Deckungen 1 Prozent zurückgeſinnen.
Die Grundſtimmung blieb freundlich, da ſich eine gewiſſe
Widerſtands=
fähigkeit bemerkbar machte. Am Geldmaukt machte ſich zum heutigen
Ultimo eine naturgemäße Verſteifung geltend und Tagesgeld wurde auf
6½ Prozent erhöht. Geld über Ultimo 8 bis 9 Prozent. Am
Deviſen=
markt nannte man Mark gegen Dollar 4,1982, gegen Pfunde 20,346,
London-Kabel 4,3520, Mailand 92,59, Madriß 30,09, Holland 12,07½.
Die Abendbörſe, die durch Sonderbewegungen gekennzeichnet war,
verlief allgemein freundlicher. Beſonders einige Spezialwerte, wie
Schuckert, Siemens, Farbeninduſtrie und ſpäter auch Lahmeher
verzeich=
neten Kursbeſſerungen von 1 bis 4 Prozent. Einem ſtärkeren Kursdruck
unterlagen Adlerwerke Kleyer auf vorausſichtliche Dividendenioſigkeit
und den hohen Stand der Bankſchulden. Renten ohne Umſatz. Im
Ver=
lauf blieb die Abendbörſe gut gehalten. Farben und Schuckert weiter
anziehend. Adlerwerke ſchließlich mit 198½ Proz. angeboten. Im
ein=
zelnen nannte man: Commerzbank 190½, Diskonto 162½, Dresdener
170 Reichsbank 335½, Mansfeld 116, AEG 187, Bergmann 229½,
Daimler 85, Licht u. Kraft 255½, Farbeninduſtrie 262½, Gef. f. El. 268,
Schuckert 252, Siemens 420, Dt. Linoleum 323, Adlerwerke 198½.
Berlin, 27. Novomber.
Die heutige Börſe ſtand undter dem Eindruck der heutigen
Prämien=
erklärung und Liquidation. Trotz des leuhten Geldſtandes übte einige
Prämienware doch einen Kursdruck aus, der ſich allerdings in engen
Grenzen hielt. Nach Feſrſetzung der erſten Kurſe wurde die Tendenz,
ausgehend vom Elektromarkt, allgemein etwas freundlicher. Nach
Be=
endigung der Ultimoberkäufe konnte die Befeſtigung unter einigen
Schwankungen weitere leichte Fortſchritte machen. Ihren Ausgang nahm
die Befeſtigung vom Elektronarkt. Die Börſe ſchlloß nicht ganz
einheit=
lich, doch überwiegend befeſtigt. Größeres Geſchäft hatten bis zum
Schluß des offiziollen Verkehrs Schuckert, Siemens und Bergmann,
Spritwerte und Farben. Auch Kaliwerte blieben gefragt. Die übrigen
Märkte blieben weiterhin ſtill. Nachbörslich blieb die Tendenz weiter
freundlich.
A. E. G.
Augsb.=Närnb. 9
Baſalt
Bergmann.
Berl. Karlsruhe
Berl. Hand.-Ge
Braunkohl.=Bri
Bremer Wolle
Danatbank.
Deutſche Bank
Distontogeſ.
Tresdner Bank..
Deutſche Maſchiner
Deutſche Erdöl ...
Deutſche Petroleum
Tynamit Nobel ..
Elektr. Lieferung .
J. G. Farben.
Gelſenk. Berg.
G. f. elektr. Untern. .
Han. Maſch.=Egeſt. .
Hanſa Dampfſch.
Hapag".
Harpner
Hemoor Zement. . . ."
Kelſingfors
Vien ...
Prag ......
Budapeſt ...
Sofia ....."
Kolland ..
Cslo ...
Kopenhagen
Stockholm ... !
London .....
Buenos Aires
Neu=Yor!
Belgien ..
Deviſenmarkk.
26. 11. Geld Brief Geid Brief 0.543 10.563 10.539 10.55 58.305 59.025 58.90 159.02 2.418 2.438 12.417 2.437 13 06 3.20 73.05 73.19 3.037/ 3.04. 3.027/ 3.03: 1168.25 68.59 168.30 168.64 11.70 111.92 111.72/111.947 11.74 11.96 111.74 111.96 11.9911 12.21 111.97 112 10 20.32: 20.363 20.323 20.36* 1.766/ 1.770 1.766 1.7704 1 1800 1.198( 4. 1890 4.1970 9.24 50.36 58.25 58.37 25. 11.
Geld Brief
21.945 21.985
16.375 16-415
89.72
67 52
1.26
1.936
3.5005
7.363 7.37
0.83
67.6
31.42
1.940
0.5025
8.71/18.75
27.
Geld
1.95
6.38
10 .69
7.51
1.28
1.931
0.5005
7.3 68
18.6 8
5.425
2.102
4.195
4.285
1.
Brief
21.99
16.4 2
80 .85
67.65
81 44
1.935
0.5025
7.3 82
18. 72
5.435
2.106
4.203
4.294
Produkkenberichke.
Frankfurter Produktenbericht vom 27. November. Die Frankfurter
Getreidehörſe war rnhig. Die Preiſe waren unverändert, nur
Weizen=
kleie wau um eine Kleinigkeit erhöht. Es notierten je 100 Kg.: Weizen
25, Roggen 22. Sonmergerſte 24—24,25, Hafer 22,25—B,75, Mais
22,25, Weizenmehl 33,25—34, Roggenmehl 29,25—30, Weizenkleie 13,60
bis 13,75, Roggenkleie 13,75.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
* Chicago, 27. Nob. (Eigene Meldung.)
Weizen: Der Markt nahm einen recht ſchwankenden Verlauf.
An=
fangs bewirkten die ſtetigen Lokomärkte und ungünſtige Wetterberichts
Preisſteigerungen. Dann aber gaben die Termine nach, als die ſtarke
Zunahme der kontraktlichen Vorräte bekannt wurde.
Mais: Auch hier zogen die Preiſe zunächſt an, wuf die
Kauftätig=
keit der Lokofirmen in Dezember= und März=Ware, die beſſeren
Lwer=
pooler Schlußkurſe und die ungünſügen Wetterberichte. Unter
Realifa=
tionen trat dann ein Tendenzwechſel ein, ſo daß die Kurſe anter
geſt=
rigem Niveau ſchloſſen.
Roggen: Einige europäiſche und Loko=Nachfragen, ließen anfangs
die Kurſe anziehen. Später wurde die Tendenz flau und die Kurſe
ſchloſſen bis 158 Cent unter geſtern.
Hafer: Hafer ſchloß ſich der anfangs feſten Haltung der übrigen
Märkte an, doch gingen guch hier die anfänglichen Gewinne wieder bis
zum Schluß verloren.
* New York, N7. Nov. (Eigene Meldung.)
Kaffee: Die Preisgeſtaltung war ſehr unvegelmäßig. Deckungen der
Spehulation bewirkten anfangs Preisſteigerungen im Einklang mit
Käu=
fen europäiſcher Häuſer. Später drückten Realiſationen und
Liquida=
tionen auf die Preiſe.
Zucker: Zunächſt waren die Preife gut beheuptet, auf Deckungen
des Handels und Anſchaffungen kubgniſcher Häuſer. Später drücktem
aber Liquidationen gurf die Preiſe.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 27. Nob.*
Getreide: Weizen: Dez. 115½, März 120½, Mai 123½; Maist
Dez. 84½8, März 87½, Mai 90½; Hafer: Dez. 46½, März 47,
Mai 47½: Roggen: Dez. 101½, März 105½, Mai 107½8.
Schmalz: Nov. 11,25, Dez. 11,25, Januar 1929 11,80, März
12,05.
Fleiſch. Rippen: Dez. 10,75. Januar 110: Speck, loko
10,75; leichte Schweine 8,00—8,70, ſchwere Schweine 8,/40—8,80;
Schweinezufuhren: Chicago 35 000, im Weſten 125 000.
Baumwolle: Dezember 19,95, Januar 20,00.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 27. Rob.?
Getreide. Weizen: Rotwinter 156½, Hartwinter 132½: Mais,
neu angek. Ernte 985; Mehl, ſpring wheat clears 5,75—6,00;
Fracht: nach England 3,0—4,0 Schilling, nach dem Kontinent
16—17 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,00: Talg, extra, loſe 9½;
Kakao. Tendenz: feſt; Umſatz in Lots: 20: Loko: 10;
Dezember 9,63, Januar 9,72, Februar 9,86, März 9,99, April
10,11, Mai 10,27, Juni 10,38, Juli 10,49, Auguſt —, Sept. 10,71.
Kleine Wiriſchaftsnachrichken.
Wie wir erfahren, trifft die Meldung eines rheiniſchen Blattes
über Vereinbarungen der Stadt Köln mit der Ruhrgas=A.=G. über die
Gasverſorgung der Stadt Köln nach keiner Richtung zu. Man hat
ſich an maßgebender Stelle bisher weder für eine Ablehnung des
An=
gebotes der Ruhrgas=A.=G. noch für deſſen Annahme entſchieden.
Wie wir erfahren, haben Vorarbeiten von Kommiſſionen über die
Einigung zu einem neuen Vertrage zwiſchen vereidigten und freien
Maklern an der Frankfurter Börſe gewiſſe Ausſichten auf Erfolg,
ob=
wohl noch nicht alle freien Makler ihre Zuſtimmung gaben,
In einer Verſammlung des chriſtlichen Holzarbeiterverbandes für
Rheinland und Weſtfalen wurde die Kündigung des Reichsmanteltarifs
für das deutſche Holzgewerbe zum 15. Februar 1929 gebilligt.
Vom 30. November 1928 ab ſind von den Aktien der früheren
Metallbank und metallurgiſchen Geſellſchaft nur noch die auf die neue
Firma: Metallgeſellſchaft Aktiengeſellſchaft abgeſtempelten Aktien an der
Frankfurter Börſe lieferbar.
Die deutſch=eſtländiſchen Handelsvertragsverhandlungen ſchreiten
nach Ueberwindung der erſten Schwierigkeiten erfolgreich vorwärts. Wie
Blätter melden, ſind die Fortſchritte ſo gut, daß die Unterzeichnung des
Handelsvertrages noch in dieſer Woche erwartet wird.
Unter der Firma „Société de Vente des Charbons Lorraine” wurdg
mit einem Kapital von 1 Mill. Fr., das auf 5 Mill. Fr. erhöht werden
kann, in Metz eine neue Geſellſchaft gegründet, die den Verkauf
lothrin=
giſcher Steinkohle an Frankreich und das Ausland zum Gegenſtand
hat.
Die polniſche Automobilfabrik des Grafen Stefan Tyſzkiewiſz foll
unter der Firma „Stetyſz” in eine Aktiengeſellſchaft mit einem Kapital
von 3 Mill. Zl. umgewandelt werden. Zu den Gründern gehören eing
Reihe von Mitgliedern des polniſchen Hochadels, ferner Bank Handlow
in Warſchau und Bank Ziemanſki. Die neue Geſellſchaft kauft
gegen=
wärtig eigene Fabrikgebäude und will in der nächſten Zeit mit der
normalen Produktion beginnen.
Nach der „Finaza Italiana” gab es im September 1928 in Italien
14 213 (13 279 im Januar 1928) Aktiengeſellſchaften mit einem
Aktien=
kapital von insgeſamt 44,1 (42,3) Milliarden Lire.
9% Dtſche. Reichs
anleihe von 1927
60 Baden
Frei=
ſtaat von 1927.
6% Bay. Freiſtaat
von 1927 ......
6% Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927.
20
ThüringerFrei=
ſtaat von 1927..
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch.
Ablöſungsanleih
Dtſche. Anl. Ablö
ungsſch. (Neub.
bietäonleihe. .
80 Bad.=Bad.v. 26
60 Berlin v. 24..
8% Darmſtadt v. 26
Frkf. a. M. v. 20
70 Mainz v. 26...
8% Mannh. v. 26
8% Nürnberg v. 26
30 Berl. Hyp.;B1
8% Frkf. Hyp.Bk.
Pfbr.,
8%
8% Heſſ. Landesb!.
8%o Kom.
Landes=
bank Darmſtadt.
Mein. Hhv. B!
Pfälz. Hyp.Bk
Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft.
84
Ra
„0
92
86.5
90.75
92.5
94
97.5
97.5
97.5
97.25
88
85
93.8
85
81.5
98
94.5
97
Nhein.Hhp.=Bk/ 97.75
Rhein.=Weſtf=
Bd.=Crebit . . . . . 97.5
Südd. Bod.
Cred.=Bank
98
8% Württ, Hyp.=B./ 94.25
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöf.=Anl.
+ Ausl. Ser. I
* . Ser,II
3% Daimler Benz
von 27..
0 Klöckner=Werke
Berlin v. 26....
70 Mainkrw.v. 26.
2o Ver. Stahlwke
mit Opt. v. 26..
8% Voigt&Häffner
von 26 ...
6% Bosn. 2. E. B.
v. 1914 ......
4:/,%0 Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914
470 Oſt. Goldrente
41/,% Num Gold
von 1913 .... ..
40 Türk. Admin.
1. Badgad
Zollanl.
„%0 1913 Ungarn
4/,% 1914
42a Ung. Goldr
Aktien
50
66
86.5
43.5
35.2
20
25
g. Dt. Creditanſt. 13:.
Brauinduſtr. 173
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb. /188
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank ..."
Eff.=u.
Wechſel=
bank .. . . . . ..
Vereinsbank ..
Diskonto=Geſellſch.
Dresdener Bank ..
Frankf. Bank... . .
„ Hhp.=B1. .. . . .
„ Pfdbr.=Bk.....
Gotha. Grundkr. B.
Mein. Hyp.=Bank.
Metallbank . . . . . . ."
Mitteld. Creditbk.
Nürnb. Vereinsbk
Oſt. Creditanſtalt.
Pfälz. Hyp.=Ban
Reichsbank=Ant. ..
Rhein. Creditbk. . .
„ Hyp.=Bank .
Südd. Bod.=Cr. Bi
Wiener Bankverein
A.=G. f. Verkehrswl
Dt. Eiſenb.=Geſ...
% Dt. Reichsbahn
Vorzge. .. ...."
Hapag ........."
Nordb. Lloyd ....
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
176
165‟
91.25
143.5
143
121
Accum. Berlin,
Adlerw. (v. Kleher)/103.5
50 AEG. Vorzug! 88.25
87.5
AEG. Stamm. 185
Baſt Nürnberg . . . 236
Bergm. El. Werke 227.75
BrovnBroverickCiel152
Brüning & Sohn., 1124.251 Holzmann. Phil..
Buderus Eiſen
Cemen Heidelberg!
Karlſtadt!
Chem.Werke Albert
Fabrik Milch
Daimler=Benz..
Dt. Atl.=Telegr.. .
Eiſenh. Berlin.
Erdöl
..
Gold= u. Silb.=Anſtalt. 189
Linoleumwerk. /317
Eichbaum, Brauer
Elektr. Licht u. Kraftl251
Liefer.=Geſ.)
Eſchw. Bergwerk.
Eßlinger Maſchiner
Ettlinger Spinnereil
Faber, Joh., Bleiſt.
F. G. Farbenindſtr. /260.9
Felt. & Guilleaum.
Feinmech. (Jetter)
Frkft. Gas .... . . . 143
Hof.
Geiling & Cie. ..
Gelſenk. Bergwerk
Geſ. f. elektr.
Un=
ternehmungen . . /264.75
Goldſchmidt Th. . .! 97.6
Gritzner Maſchinen /119.5
Grün & Bülfinger.
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen (Osn.)
Harpener Vergbaul
Henninger, Kempf.
Hilpert Armaturfb.
Hindrichs=Aufferm.!,
Hirſch Kupfer
Hochtief Eſſen ... .1104.25
Holzverk.=Induſtriel 95.25
Zlſe Bergb. Stamml233
85.5
80
138
315
200
54‟
225
38.5
122.75
86
90.5
121.5
169
134
134.5
183
87
68
34
Genüſſe
Junghans Stamm
Kali Aſchersleben
Salzdetfurth.
Weſteregeln
Kammgarnſpinn.
Karſtadt, R. . . . .".
Klein Schanzl. . . .
Klöcknerwerke ..
Kraftw. Alt=Württ.
Lahmeyer & Co..
Lech. Augsburg ...
Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt.
Maintr.=W. Höchſt.
Mainz. Akt.=Br.. ..
Mannesm. Röhren /122.75
Mansfeld. Bergb.
Mars=Werke .....
Metallgeſ. Frankft. /199
Miag. Mühlenbau
Motorenfb. Darmſt.
Reckar). Fahrzeug..
Nicolay, Hofbr. . . . 157
Oberbedar;
Oſterr. AlpineMon.
Otavi Minen ..
Beters Union Frki
Phönix Bergbau../ 91.5
Reiniger, Gebb....
Rh. Braunkohlen
Elektr. Stamml
Stahlwerke . . /136.5
Riebeck Montan
Roeder Gb. Darmſt. 124 75
Rütgerswerke ....
89
275.5
490
279.5
256
108
89
173
110.75
99
264
115
105
134.75
65
21.75
109.5
14.5
102.5
111
59
10425
Schachtleben A. G.
Schöfferhof=Bind..
Schramm Lackfabr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Elektr.. .
Schwarz Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske.
Südd. Immobilien
Zucker=AG.
Strohſtoff. Ver....
Tellus Bergbau...!.
Thür. Lief.=Geſ...
Tucher=Brauerei..
Nnterfr. Krs.=
Elek=
tr.=Verſ.
Beithwerke
Ver. f. Chem. Ind./ 85.25
Gummifabrik
Berlin=Frankf
Laurahütte . .
Stahlwerke
Ultramarin . .
Zellſt. Berlin. /129
Vogtländ. Maſchin
Voigt & Haeſfner.
Wanß & Frehtag.. 135.5
Wegelin Rußfabrik
Werger Brauerei..
Zellſtoff. Aſchaffbg.
Memel. . . . . 136
Waldho ... . /276
107.75
30
67.75
93
155
71.25
212
138
2723
Allianz u. Stuttg.
Verſicherung ..."
Frkft. Allg. Verſ.=G)
Frankona Rück= u.
Mitv. .. . . . . . .."
Mannh. Verſich. /.
299
1035
176.5
Seite 14
Mittwoch, den 28. November 1928
Nummer 331
Oas sarlorann Jrz.
Roman von Paul Hain.
Copyright 1925 by Verlag Oskar Meiſter, Werdau.
1)
(Nachdruck verboten.)
1. Kapitel.
„Hanni, nun iſt es höchſte Zeit, daß du ins Büro gehſt”, ſagte
Frau Bergmann leiſe und zwang ein mattes Lächeln, um die
ſchmalen, faſt blutloſen Lippen. „Mir iſt ja nun ſchon viel beſſer.
Ich ruhe noch eine Weile — nachher wird ſchon Frau Eiſoldt von
drüben ein bißchen nach mir ſehen. Aber du darfſt dich nun nicht
länger verſpäten, Kind.”
„Ja, Mutter — ich muß nun wohl gehen —
Zögernd kamen die Worte aus dem Munde des jungen
Mäd=
chens, das in ſchlanker Anmut neben dem Bette ſtand und zärtlich
die müden Hände der Mutter ſtreichelte.
Ihr Blick ging durch das Zimmer. Sie hatte alles in
Ord=
nung gebracht — auch die Stube nebenan, das Wohnzimmer der
kleinen Wohnung, zu dem die Tür offen ſtand, war ſchon lange
ſauber gemacht und gelüftet worden. Seit zwei Stunden war
Hanny Bergmann bereits auf den Beinen — ſie hätte ſchon eine
Weile im Büro ſein müſſen. Aber da war wieder dieſer böſe
Schmerzanfall gekommen, der Frau Bergmann laut aufſchreien
ließ — und ſie mußte bleiben, mußte die Kranke feſthalten und
ihr in den Qualen ihres zerrütteten Körpers beiſtehen, der nun
ſchon wieder ſeit Wochen heimgeſucht wurde.
„Geh, Hanni—
Leiſe ſagte es die Kranke.
„Du darfſt nicht zu ſpät kommen. Herr Wittegaſt wartet auf
dich. Der — Anfall iſt ja — vorbei. Und zum Abend bin ich
wie=
der wohlauf. Da kommt ja dann auch der Arzt —
Hanni nickte der Mutter freundlich zu.
„Ich ſage Frau Eiſoldt Beſcheid — ſie ſoll dir am
Nachmit=
tag Geſellſchaft leiſten.”
Zärtlich ruhten die Augen Frau Bergmanns auf der jungen,
reizvollen Geſtalt ihrer Tochter, ihrer Einzigen, die nun wie ein
liebes Wunder mitten in dem Sonnenglanz ſtand, der durch die
Fenſter in das Zimmer ſtrömte. Das ovale, ebenmäßige Geſicht,
dem die großen braunen Augen einen beſonderen anziehenden
Reiz gaben, war von dem weichen Gekräuſel des dunklen Haares
umrahmt, das die Ohren faſt verdeckte. Frei und hell glänzte
die Stirn.
Hanni ſchlüpfte in die leichte Koſtümjacke. Alle ihre
Bewe=
gungen waren beſtimmt, ſchnell und zeugten von einer ſchönen,
klaren Sicherheit. Aber trotzdem war viel Weichheit und
Schmieg=
ſamkeit darin. Eine natürliche Anmut, die ſich ihrer ſelber kaum
bewußt war.
„Auf Wiederſehen, Mama —.
„Auf Wiederſehen, mein Kind Und ängſtige dich nun nicht
mehr. Vorläufig habe ich Ruhe
Hanni küßte ihre Mutter auf die Stirn, dann huſchte ſie aus
dem Zimmer. Die Vorſaaltür fiel hinter ihr zu.
Auf der anderen Seite des Treppenflurs wohnte Frau
Eiſoldt, eine Rechnungsratswitwe, ſchon in den hohen
Sieb=
zigern, aber noch immer rüſtig und voll Humor. Hanni
Berg=
mann war auch ihr Stolz, und als dieſe nun an ihrer Tür
klin=
gelte, wurde mit verblüffender Schnelligkeit geöffnet.
„Ach — Hanni—
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„Liebe Frau Eiſoldt, wollen Sie bitte heute nicht wieder mal
ein bißchen nach Mama ſehen?. Sie hat eine ſehr ſchlechte Nacht
gehabt, vorhin erſt iſt wieder, ein furchtbarer Anfall
vorüber=
gegangen —
Das alte, gute Geſicht der alten Dame war voll Mitgefühls.
„Dacht’ ich mir ſchon, Hanni, weil ich Sie noch nicht hatte
weggehen hören. Aber natürlich — ich gehe gleich nachher rüber.”
„Und wenn — wenn es ſchlimmer werden ſollte, Frau
Eiſoldt — —
„F — wer wird daran denken! Ich bin ja doch da — paſſe
ſchon auf.”
„Gewiß — aber Sie telephonieren mir dann, nicht wahr?
Sie wiſſen ja die Nummer? Es iſt nur, daß ich ruhiger bin.”
„Angſthäschen. Der Arzt gibt doch gute Hoffnung.”
„Ja doch. Aber ich habe Eile. Alſo vielen, ſchönen Dank,
Frau Eiſoldt. Auf Wiederſehen!”
Sie eilte die Treppen nach unten.
Die Vormittagsſonne lag über der Straße. Hanni ſah
flüch=
tig nach der Uhr. Es ging auf neun. Um acht ſollte ſie im Büro
ſein. Sie ſchritt der nächſten Halteſtelle der elektriſchen Bahn zu
und wartete dort. In dieſer etwas abgelegenen Seitenſtraße des
Berliner Nordens ging es um dieſe Zeit etwas ruhiger als ſonſt
zu. Die Hauptmaſſe der Angeſtellten und Arbeiter war bereits
lange an ihrer Arbeitsſtätte — nur wenige „Glückliche”, die ſpäter
ihren Dienſt anzutreten brauchten, ſtanden an der Halteſtelle.
Hanni atmete tief auf. Wie hell doch heute die
Frühlings=
ſonne ſchien! Und wie ſauber die grauen Mietshäuſer nun
aus=
ſahen unter dem freundlichen Sonnenglanz. Ja, alle Geſichter,
die ſonſt hier einen ſo mürriſchen Ausdruck hatten, ſchienen an
dieſem Vormittag heller und freundlicher in die Welt zu blicken.
Da kam die Bahn, die Hanni in das Zentrum brachte,
dort=
hin, wo die Arbeit, der Lärm, der raſſelnde Pulsſchlag emſigen
Geſchäftslebens unermüdlich wirkte.
Sie ſtieg ein. Blieb auf der hinteren Plattform ſtehen, und
während ſie durch die Straßen fuhr, in denen immer ſtärker
täti=
ges Leben brauſte, dachte ſie an die Mutter, die nun allein zu
Hauſe lag mit ihren Schmerzen, und deren Geſundheit allein
von ihrer Arbeitskraft, an der raſtloſen Tätigkeit ihrer Finger
auf der Schreibmaſchine, als Privatſekretärin des großen
Kon=
fektionskönigs Wittegaſt, abhing.
Ihr Blick war in ſich gekehrt. Sie ſah kaum, was rings um
ſie herum vorging. Sie fühlte nur, wie ſchwer die Laſt war, die
auf ihrem Herzen lag.
Vie viele Wochen und Monate war es nun ſchon her, daß
ihre Mutter litt. Eigentlich kränkelte ſie ſchon ſeit jener Zeit
— vor Jahren —, da der Vater ſtarb, der ſo heiß am Leben
ge=
hangen hatte. Ein Unglücksfall hatte ihn plötzlich hinweggeriſſen.
Und es war gut, daß Hanni ſchon zu jener Zeit die
Handels=
ſchule beſuchte und bald ſo weit war, um ſelbſt eine Stellung zu
ſuchen. Die kärgliche Penſion, die Frau Bergmann als Witwe
eines mittleren Beamten bekam, reichte auf die Dauer nicht ſo
weit, um damit auch nur den beſcheidenſten Haushalt zu beſtreiten.
Ja — dieſen furchtbaren Schlag überwand Frau Bergmann
nicht ſo leicht. Sie haderte mit dem Schickſal, mit Gott, mit allem,
was gut in der Welt iſt, und es dauerte lange, bis die zärtliche
Fürſorge ihrer Tochter den Schmerz zu lindern begann. Aber
ihre Geſundheit, die Widerſtandskraft ihres ſonſt ſo robuſten
Organismus, hatte einen argen Stoß erhalten. Es kamen
Perio=
den, in denen ihr Herz ihr bedenklich zu ſchaffen machte, und
langſam fraß das Uebel weiter und zog auch anderes in
Mit=
leidenſchaft.
Nun war es ſo weit, daß ſie oft wochenlang das Bett hüten
mußte. Hanni verlor den Mut nicht. Ihre Jugend fühlte ſich
ſtark genug, um den finanziellen Nöten zu begegnen. Sie hatte
ſich eine hübſche Summe geſpart, die dazu dienen ſollte, eine
kleine Erholungsreiſe mit der Mutter im Sommer zu
unterneh=
men. Nun mußte ſie natürlich angegriffen werden, damit der
Arzt und die mancherlei Medikamente bezahlt werden konnten.
Hanni tat es gern — und — es mußte ja auch ſein. Es gab
da kein Zögern und Ueberlegen. Und zudem: einer war da, der
immer wieder neuen Mut und Troſt in ihre Seele ſprach, wenn
ſie daran dachte, wie die Länge der Krankheit ſo ſchnell an den
Erſparniſſen zehrte. Das war Hubert Wendler, ein Jugend= und
Spielkamerad, der — früh verwaiſt — ſich als Bankangeſtellter
wacker durch das Leben ſchlug und hoffen konnte, mit ſeinen
reichen Kenntniſſen einmal vorwärts zu kommen und,
ehrgeiz=
beſeſſen, etwas zu werden. Bei ſeinen Vorgeſetzten, war er
geachtet, trotz ſeiner Jugend, und es bedurfte vielleicht nur eines
glücklichen Zufalls, um ihn raſcher in die Höhe zu ſchieben.
Er war für Hanni die Erfüllung ihrer Mädchenſehnſucht, ſo
wie ſie für ihn das ſchöne, leuchtende Ziel ſeines Lebens
bedeu=
tete, für das der koſtbarſte Rahmen gerade nur gut genug war=
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