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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentiiche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 316
Dienstag, den 13. November 1928. 191. Jahrgang
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aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtiſcher Beſtreibung fällt ſeder
Wiederzuſammentritt des Reichstages
*Der Ruhrkampf vor dem Reichstag.
Der Reichsarbeitsminiſier Wiſſell
in Verteidigung.
Von dem ſonſt üblichen Brauch, die Arbeit langſam beginnen
zu laſſen und der erſten Sitzung mehr geſchäftsordnungsmäßigen
Charakter zu geben, iſt der Reichstag diesmal abgekommen.
Kaum daß die Abgeordneten nach der langen Sommerpauſe Zeit
hatten, ſich die Hände zu ſchütteln, da mußten ſie ſich ſchon mit
dem Ruhykonflikt in ernſter Weiſe befaſſen, was dem Montag
gleich das Bild eines großen Tages gibt. Unter Führung des
Reichskanzlers iſt faſt das geſamte Kabinett erſchienen. Auch
das Haus iſt gut beſucht und die Tribünen zeigen geradezu
Ueberfüllung. Man hat ſich darauf eingerichtet, daß zunächſt die
drei Interpellationen begründet werden würden, und daß dann
erſt der Reichsarbeitsminiſter das Wort ergreifen würde. Herr
Wiſſel hat es aber für zweckmäßig gehalten, nicht erſt die
An=
fragen abzuwarten, ſondern ſetzte ſeine Ausführungen an die
Spitze der Ausſprache. Vielleicht veranlaßte ihn dazu das
Ur=
teil des Duisburger Arbeitsgerichts, das ihm ſein
Konzept einigermaßen verdorben hat, denn indem das
Ge=
richt den Standpunkt der Arbeitgeber als
ge=
rechtfertigt anerkennt, nimmt es zum mindeſten den
Vorwurf von ihnen, daß ſie bewußt gegen die Staatsautorität
gehandelt hätten und ſchiebt dadurch die ganze Ausſprache
wie=
der zurück auf das Gebiet, das ſie eigentlich nicht hätte verlaſſen
dürfen, nämlich in die rein ſozialpolitiſche Atmoſphäre, wo unter
Ausſchaltung aller politiſchen Streitigkeiten eine Verſtändigung
auch am eheſten möglich iſt.
Nur ſchade, daß der Arbeitsminiſter auch jetzt ſeine Aufgabe
nicht ſo ſehr darin ſieht, dieſen Ausgleich zu fördern — ihm
kommt es in erſter Linie darauf an, ſeine Haltung zu verteidigen.
Er gibt einen langen Vorbericht über die Entwicklung des
ganzen Kampfes, hält aber den Vorwurf gegen die
Ar=
beitgeber aufrecht, daß die Ausſperrung nicht notwendig
ge=
weſen wäre. Darin läßt er ſich auch durch das Duisburger
Ur=
teil nicht irre machen, das er mit einer leichten Handbewegung
beiſeite ſchiebt, weil es ſich nicht um ein Urteil der letzten
In=
ſtanz handelt. Immerhin iſt es doch ein Urteil, und nach alter
Tradition, die ſeit Jahrzehnten im Reichstag beſteht, hätte es
als ſolches größere Rüchſicht gerade von dem Miniſtertiſch her
verdient. Wenn man böswillig iſt, kann man ganz ſchön die
Rede des Arbeitsminiſters als eine ſcharfe Kritik dieſes Urteils
auslegen, die darauf berechnet ſein ſoll, das Urteil der höheren
Inſtanz zu beeinfluſſen. Indeſſen, wir glauben nicht, daß Wiſſel
dieſe Abſicht gehabt hat. Ihm kam es wohl in erſter Linie auf
eine Selbſtverteidigung an, und es iſt menſchlich verſtändlich,
wenn er ſich dabei über die gebotenen Grenzen der
Zurückhal=
tung hinwegſetzte ſoweit, daß auch am Regierungstiſch
gelegent=
lich Befremden entſtand. Herr Wiſſel hat ſtark
durcheinander=
geworfen, wieweit er als Arbeitsminiſter und wieweit er im
Auf=
trage des Kabinetts ſprach. Es kann aber nach alledem, was
man bisher weiß, kein Zweifel darüber ſein, daß er in ſeiner
Haltung vom Kabinett nicht gedeckt wird. Von unterrichteter
Seite iſt uns ſogar geſagt worden, wenn Herr Wiſſel vor der
Verbindlichkeitserklärung des umkämpften Schiedsſpruches das
Kabinett um Rat gefragt hätte, würde er von einer Mehrheit,
in der auch Sozialdemokraten ſaßen, den Rat bekommen haben,
die Verbindlichkeitserklärung zu vermeiden. Der Boden, auf
dem er ſteht, iſt alſo ziemlich unſicher, und das läßt es begreiflich
erſcheinen, daß er mit großem Wortreichtum auch nachträglich
noch ſeine Taktik zu rechtfertigen ſucht, obwohl kein Zweifel
mehr beſtehen kann, daß ſie falſch war. Ueber die zahlreichen
An=
träge, die zu dem Thema vorlagen, ging er verhältnismäßig raſch
hinweg. Eine Unterſtützung der Ausgeſperrten hält er allerdings
ſchon aus finanziellen Gründen für unmöglich. Darüber wird
man ſich in den Ausſchüſſen — und wohl auch ſchon in der
De=
batte — noch ausgiebig unterhalten.
Allzugroß war indes der Arbeitseifer des Hauſes noch nicht.
Man ließ den Kommuniſten Florin noch zu Worte kommen.
Nachher konnte der Vertreter des Zentrums, Herr Stegerwald,
die Interpellation begründen, die recht ſcharf ausfah, allerdings
im weſentlichen eine Kritik der Regierung enthält, an die Herr
Stegerwald die Forderung richtete, ſie hätte für Weiterzahlung
der Löhne bis zum Austrag des Rechtsſtreites ſorgen müſſen.
Die weitere Ausſprache wurde dann auf Dienstag vertagr.
Sitzungsbericht.
Berlin, 12. Nov. (Eig. Bericht.)
Beim Wiederzuſammentritt des Reichstags ergriff zunächſt der
Reichsarbeitsminiſter Wiſſell das Wort.
Der Miniſter teilte eingangs ſeiner Rede unter lebhaftem „Hört!
Hört!” der Linken den Inhalt des Duisburger Urteils mit, wobei er
hinzufügte, daß ihm eine Begründung dieſer Entſcheidung noch nicht
vorliege. Er ſei aber der Anſicht, daß mit Sicherheit das
Reichsarbeits=
gericht angerufen werden würde, daß alſo die Rechtslage nach wie vor
ungeklärt ſei. Der Miniſter ſchilderte dann die hiſtoriſche Entwicklung
des Streites in der Eiſeninduſtrie und der erſten
Schlichtungsverhand=
lungen, wobei er beſonders nachdrücklich auf die Feſtſtellung Wert legte,
daß ſeine und des Schlichters Bemühungen, wenn ſie Erfolg gehabt
hätten, für die Arbeitgeberſeite keinen Preſtige=Verluſt bedeutet hätten.
Den Vorwurf, daß er zu ſpät eingegriffen habe, und daß er nach dem
Scheitern der freien Verhandlungen die Zeit nicht richtig ausgenutzt
habe, wies der Miniſter mit großer Entſchiedenheit zurück. Die
Ver=
bindlichkeitserklärung fei am 31. Oktober vormittags erfolgt und ſei
bäteſtens um drei Uhr in den Händen der Arbeitgeber geweſen, alſo
zu einem erheblich früheren Zeitpunkt als dem, zu welchem die
Beleg=
ſchaften entlaſſen worden ſeien. Was
die Rechtsauffaſſung der Arbeiigeber
anbetreffe, ſo erklärte der Miniſter, bereits in der dem Schiedsſpruch
deigegebenen Begründung dieſer Auffaſſung die ſeinige gegenübergeſtellt
zu haben, die allerdings kein volkswirtſchaftliches oder juriſtiſches Gut=
Echen habe ſein ſollen. Es ſei ihm bekannt geweſen, daß dunch den
Schiedsſpruch eine neuerliche Belaſtung der Werke eintreten werde, er
habe aber andererſeits auch nicht überſehen können, daß in anderen
Be=
zirken der Metallinduſtrie die Löhne der Arbeitnehmer weit günſtiger
ſeien als in der Gruppe Nord=Weſt, und zwar ſogar noch nach
Durch=
führung des umſtrittenen Schiedsſpruches. Der Miniſter betonte, daß
er bei der Erörterung der Rechtslage der Auffaſſung des
Reichsarbeits=
gerichtes nicht vorgreifen wolle, noch könne. Immerhin müſſe er ſagen:
„Selbſt, wenn
die Kündigung rechtsgültig
war, war ſie doch erfolgt zum Zwecke des Arbeitskampfes!” Kündigungen
hätten nur erfolgen können, wenn am 1. November ein vertragsloſer
Zuſtand vorgelegen hätte. Andernfalls ſeien die Kündigungen eine Ver=
Vor den
Reparations=
verhandlungen.
I. Pſpchologiſcher Augenblick.
In Anbetracht der gewaltigen Bedeutung, welche
die kommenden Verhandlungen für unſer politiſches
und wirtſchaftliches Leben haben, werden wir das
Geſamtproblem in mehreren Aufſätzen behandeln,
die, von einem hervorragenden Sachkenner verfaßt,
ſicherlich das beſondere Intereſſe unſerer Leſer
fin=
den werden.
Die Schriftleitung.
letzung der Friedenspflicht des Tarifvertrages geweſen. Ein tarifloſer
Zuſtand ſei in der Tat nicht eingetreten, da am 1. November ſich der
neue Vertrag dem am 31. Oktober abgelauſenen angeſchloſſen habe. Die
Arbeitgeber ſeien daher verpflichtet geweſen, die ausgeſprochenen
Kün=
digungen zurückzunehmen. Trotzdem hätten ſie die Dinge weiterlaufen
laſſen. Wenn die Arbeitgeber ihren Standpunkt, daß
der Schiedsſpruch rechtlich nicht gültig
ſei, hätten durchführen wollen, ſo hätten ſie dies tun können, ohne
gleich 213 000 Arbeiter auszuſperren. Die Rechtsfrage hätte durch die
Arbeitsgerichte entſchieden werden können, auch wenn die Betriebe
weiter gearbeitet hätten. Dadurch, daß die Arbeitgeber dies nicht getan
hätten, hätten ſie einen Wirtſchaftskampf entfeſſelt, der Hunderttauſende,
ja vielleicht Millionen in die ſchwerſte Bedrängnis bringe und der
Wirt=
ſchaft ſchwere Wunden ſchlagen müſſe.
Eine erneute Vermittlungsaktion der Reichsregierung lehnte der
Miniſter für den Augenblick ab. Er ſtellte ſich auf den Standpunkt, daß
durch die Verbindlichkeitserklärung des Schiedsſpruches ein
rechtsgülti=
ger Zuſtand geſchaffen worden ſei. Er, der Miniſter, könne ſeine Hand
nicht dazu bieten, daß dieſer rechtsgültige Zuſtand durch eine als
unge=
rechtfertigt anerkannte Kampfmaßnahme einer Partei geändert werde.
Der Miniſker evinnerte die Arbeitgeber nochmals an ihre.
Verantwor=
tung und daran, daß infolge der Ausſperrung wohl auch andere Werke
zu Feierfchichten gezivungen ſpirden, ſo daß Handel und Wandel in
den Kommunen ſchwer geſchädigt würden. Die Gemeinden müßten ihre
Steuern möglicherweiſe erhöhen, was die Unternehmer mit zu
be=
zahlen hätten. Was die Frage einer
Anterſtützungsaktion für die Ausgeſperrten
betrifft, ſo erklärte der Miniſter, nach 8 94 des
Arbeitsloſenverſicherungs=
geſetzes könne im Falle von Streik oder Ausſperrung die Unterſtützung
nicht gezahlt werden. Diesmal ſei die Streitfrage allerdings noch die,
ob dieſe Beſtimmung auch für Ausſperrungen gelten könne, die unter
Tarifbruch vorgenonrmen worden ſeien. Die Reichsregierung habe zu
dieſer Frage jedenfalls noch nicht Stellung genommen. Der Miniſter
warnte vor der Tendenz, die Folgen der Ausſperrung auf die
Arbeits=
loſenverſicherung überzuleiten. Solange kein anderer Weg gewieſen ſei,
ſei es die Pflicht der Gemeinden, einzugreifen. Um den Gemeinden
dies zu ermöglichen, werde ſich die Reichsregierung mit der preußiſchen
Staatsregierung in Verbindung ſetzen, um nach Maßgabe des Bedarfs
die Gemeinden zu unterſrützen.
Der Miniſtker ſchloß ſeine eineinhalbſtündige Rede mit den Worten:
Die Staatsgewalt hat alles getan, um dieſen Kampf zu verhindern.
Nachdem er ausgebrochen iſt, habe ich alles getan, um eine ſchnelle
Klä=
rung der Rechtslage zu ermöglichen, und ſchließlich glaube ich, ſo den
Weg gewieſen zu haben, auf dem der Kampf ohne ſchwere Schädigungen
der Wirtſchaft beendet werden kann, nämlich dadurch, daß die
Unter=
nehmer ihre Betriebe wieder öffnen und die Klärung der Rechtslage
durch die Gerichte abwarten.
Die Interpellation des Zentrums.
Nach den Ausführungen des Miniſters Wiſſell begann im Reichstag
die Ausſprache über den weſtdeutſchen Arbeitskampf. Der Kommuniſt
Florin ſprach von einem politiſchen Machtkambf und rief die geſamte
Arbeiterſchaft zum Bündnis mit den Hüttenarbeitern auf. Die
Inter=
pellation des Zentrums begründete Dr. Stegerwald. Er kritiſierte das
Vorgehen der Regierung. Sie hätte derfügen müſſen, daß bis zur
Aus=
tragung des Rechtsſtreites die alten Löhne weiter gezahlt werden und
der Reſt rückwirkend nach der gefällten Entſcheidung gezahlt wird. Die
Unternehmer hätten ſchon vor einem Jahr angekündigt, daß ſie bei erſter
Gelegenheit dem Arbeitsminiſter die Stirn hieten wollten und zu
die=
ſem Zweck einen Kampffonds von 50 Millionen angeſammelt. Das
Vorgehen der Unternehmer ſei weder politiſch noch pſychologiſch zu
ver=
antvorten. Die Lohngruppen der nordweſtdeutſchen Eiſeninduſtrie
er=
reichten auch nach dem Schiedsſpruch noch nicht den Betrag der
Umſatz=
ſteuer. Der Nedner forderte zum Schluß, daß die
Verbindlichkeits=
erklärung mit der ganzen Autorität und Rechtskraft ausgeſtattet werde,
die ihrer Bedeutung entſpricht.
Die weitere Ausſprache wurde auf Dienstag, 14 Uhr, vertagt.
Die Verhandlungen
vor dem Arbeitsgericht.
Das Urteil in der Feſtſiellungsklage
der Metallinduſtriellen.
Duisburg, 12. November.
Das hieſige Arbeitsgericht fällte heute vormittag das
Ur=
teil in der Feſtſtellungsklage der
Metallindu=
ſtriellen gegen die drei
Metallarbeitergewerk=
ſchaften. Danach wird feſtgeſtellt, daß ein
Tarifver=
trag auf Grund des verbindlich erklärten Schiedsſpruches vom
26. Oktober 1928 zwiſchen Klägern und Beklagten nicht
be=
ſteht. Die Koſten des Verfahrens tragew die
Be=
klagten. Der Wert des Streitobjektes wurde auf 1 Million
Mark beziffert und die Gerichtskoſten dementſprechend auf 500
Mark feſtgeſetzt.
In der Urteilsbegründung wird feſtgeſtellt, daß
gegen die formelle Zulaſſung der Klage keine Bedenken
beſtün=
den. Das Gericht erkennt ausdrücklich die materielle
Feſt=
ſtellungsklage für berechtigt an und ſtellt ſich auf den
Standpunkt, daß das Schlichtungsverfahren in
einen laufenden Tarifvertrag hineingreift,
abgeſehen davon, daß auch in rein formeller Hinſicht
Mängel des Schiedsſpruches feſtgeſtellt werden
müßten.
München, im November 1928.
War die Zuſtimmung Deutſchlands zum Genfer Protokoll
vom 16. September, das bekanntlich die Einſetzung eines
Sach=
verſtändigen=Ausſchuſſes zur Ausarbeitung einer endgültigen
Reparationslöſung vorſieht, eine Uebereiltheit oder gar ein
ſchwerer Fehler? Arbeitet die Zeit für uns oder für die anderen?
Enthält die Aufforderung Briands damals in Genf etwa einen
Fallſtrick, über den wir diplomatiſch oder politiſch ſtraucheln
ſollen? — Solche Fragen ſind in den letzten Wochen häufig,
aller=
dings nicht immer ſo offen, aufgeworfen worden. Die
Beſorg=
niſſe vor einer bedenklichen Wendung in der Reparationsfrage
werden am ſtärkſten dort gehegt, wo man noch vor wenigen
Mo=
naten ſchwere Vorwürfe gegen die Reichsregierung deswegen
richtete, weil ſie in der Reparationsfrage nicht aktiv genug ſei. —
Wenn wir die Oeffentlichkeit über den Stand der Dinge vor den
bevorſtehenden Sachverſtändigenberatungen unterrichten wollen,
ſo müſſen wir mit der Beantwortung der Frage beginnen, ob der
pſychologiſch richtige Augenblick für ſolche
Beratun=
gen und überhaupt für eine endgültige Bereinigung der wichtigen
Frage gekommen iſt.
Rufen wir uns die Tatſachen ins Gedächtnis zurück: Schon
ſehr bald nach Inkrafttreten des Dawesplanes erhoben ſich bei
uns Stimmen, die eine baldige endgültige Regelung der
Repara=
tionsfrage forderten. Zu einer Zeit, in der unſere
Gläubiger=
länder und die von ihnen beſtellten Reparationsorgane
überein=
ſtimmend erklärten, ein zutreffendes Urteil über das
Funktio=
nieren des Dawesplanes könne erſt früheſtens ein Jahr nach
Inkrafttreten der „Normalleiſtungen” (alſo früheſtens im Herbſt
1929) gewonnen werden, haben deutſche amtliche Stellen die
ſchleunige Wiederaufrollung der Frage gefordert. Jetzt vor einem
Jahre vollzog ſich bei den Empfangsländern ein
Meinungsum=
ſchwung. Der Reparationsgeneralagent Parker Gilbert ſkizzierte
in ſeinem Schlußbericht über das Reparationsjahr 1926/27 (der
Bericht wurde im Dezember 1927 veröffentlicht) die Ziele einer
Reviſion des Dawesplanes. Nach anfänglichem Sträuben
der=
jenigen alliierten Politiker, die auf eine politiſche Ausmünzung
der Reparationsanſprüche nicht verzichten wollten, gelangte der
Reviſionsgedanke zur Herrſchaft. Die Alliierten — in erſter Linie
Frankreich — glaubten aus finanziellen und währungspolitiſchen
Gründen klare Verhältniſſe ſchaffen und eine Teilmobiliſierung
ihrer Gläubigeranſprüche gegenüber Deutſchland betreiben zu
müſſen. So entſtand die Gegenfrage Briands in Genf, ob wir
bereit ſeien, außer über die Räumung der beſetzten Gebiete auch
über die endgültige Bemeſſung unſerer
Reparationsverpflichtun=
gen zu verhandeln. Da liegt doch die Frage nahe, ob unſer
Intereſſe an der Schaffung klarer Verhältniſſe dadurch gemindert
iſt, daß die anderen den gleichen Wunſch äußern. Die Antwort
kann nur lauten: aus ſachlichen und aus moraliſchen Gründen
konnten wir einer Aufrollung der Reparationsfrage nicht
wider=
ſprechen.
Wer dieſe Antwort nicht anerkennt, muß ſich zu der anderen
Frage äußern, ob eine Verſchiebung der Entſcheidung für uns
nützlich wäre und welcher Art die dadurch errungenen Vorteile
ſind. Ganz allgemein kann man ſagen, daß den deutſchen
Gläu=
bigern eine größere Kapitalabfindung erwünſcht iſt. Beſonders
trifft das auf unſeren Hauptgläubiger Frankreich zu, das im
Sommer des kommenden Jahres Zahlungen in Höhe von
meh=
reren Milliarden Goldmark zu leiſten haben wird (z. B. die
Be=
zahlung der amerikaniſchen Rücklaßgüter in Höhe von 400
Mil=
lionen Dollar). — Es wäre doch aber möglich, daß die
Undurch=
führbarkeit des Dawesplanes in einer wirtſchaftlichen Depreſſion
deutlicher zutage getreten wäre, als jetzt in den Ausläufern einer
Hochkonjunktur. Die Erfahrung ſpricht dagegen. Verluſte einer
Volkswirtſchaft an Vermögen und an Ertragsmöglichkeiten können
nicht ſo ſchlagend nachgewieſen werden, wie etwa mathematiſche
Lehrſätze. Wir dürfen unſeren Gläubigern den Beweis unſerer
geminderten Leiſtungskraft nicht dadurch liefern, daß wir ihnen
eine ausreichende Liſte von zerſtörten Wirtſchaftsmöglichkeiten
präſentieren. Auch in einem anderen Punkte wird ein Nachweis
zu unſeren Gunſten ſchwer zu führen ſein: Eine akute Kriſe in
den Reparationsüberweiſungen (Transfers) iſt ſolange
unwahr=
ſcheinlich, wie das Ausland uns durch Freigabe unſeres
Vor=
kriegsvermögens (Amerika) oder durch Darlehen die Mittel zum
Transfer zur Verfügung ſtellt. Wer will ſich dafür verbürgen,
daß hier in abſehbarer Zeit ein grundſätzlicher Wandel eintritt?
Die wichtigſten Gründe dafür, daß die Mehrzahl der
Sach=
kenner in Deutſchland eine baldige Endlöſung der
Reparations=
frage für notwendig hielt, beſtehen unvermindert fort: das
drin=
gende Bedürfnis nach einer Senkung unſeres Zinsfußes auf das
in anderen großen Wirtſchaftsländern geltende Maß, die
Be=
freiung von der Reparationskontrolle und die Neuordnung
un=
ſerer Finanzen. Die Reichsregierung hat (nicht ganz mit Unrecht)
das dringende Erſuchen beſonders der ſüddeutſchen Länder nach
Schaffung eines billigen und dauernden Finanzausgleiches mit
den unbegrenzten deutſchen Zahlungsverpflichtungen an die
Reparationsmächte begründet. Aber auch unſere Gläubiger haben
inzwiſchen eingeſehen, daß es ihnen nichts nützt, wenn
Deutſch=
land zu einer ungeſunden, krampfhaften und ſtoßweiſe ſich
vor=
arbeitenden Ausfuhrpolitik gezwungen wird und ſeinen
Waren=
bezug aus dem Auslande nach Möglichkeit einſchränken muß.
Alle an der Neparationsfrage beteiligten Völker ſind zu der
Ueberzeugung gelangt, daß eine politiſche Beruhigung erſt dann
eintreten kann, wenn die aus dem Kriege überkommenen
uner=
ledigten Gläubigerforderungen und Schuldnerlaſten klar und un=
Nummer 316
Seite 2
abänderlich feſtgeſetzt ſein werden. Auch die nicht unmittelbar
an dieſen finanziellen Auseinanderſetzungen beteiligten Völker
leiden unter der Unſicherheit und unter der Spannung, die durch
unbeſtimmte, dehnbare Rechtstitel hervorgerufen ſind.
Unſere Verhandlungsbereitſchaft bedeutet nicht, daß wir
An=
ſprüchen unſerer Gläubiger zuſtimmen müſſen, wenn wir ſie für
unbillig und für unausführbar halten. Wir werden bei den
Sach=
verſtändigenberatungen und ſpäter bei den ſich anſchließenden
diplomatiſchen Verhandlungen gleichberechtigt mit den anderen
fünf Mächten mitſprechen. Wir brauchen weder uns einem
ge=
ſchäftlich verfehlten Gutachten anzuſchließen, noch uns einem auf
ihm begründeten Staatsvertrag zu unterwerfen. Durch unſere
Beteiligung an den kommenden Reparationsverhandlungen
über=
nehmen wir keinerlei politiſche oder moraliſche Bindungen, die
uns ſpäter zu gefährlichen Entſcheidungen nötigen könnten.
Aufruf der drei Metallarbeiterverbände
an die Mitglieder.
Die drei Metallarbeiterverbände haben an ihre Mitglieder
einen Aufruf gerichtet, in dem es heißt: Das Arbeitsgericht
Duis=
burg hat dem Antrage des Arbeitgeberverbandes, daß der
Schiedsſpruch vom 28. Oktober rechtsungültig ſei, ſtattgegeben. Die
drei Metallarbeiterverbände betrachten dieſes Urteil als ein
Fehl=
urteil und werden den Rechtsweg bis zum Reichsarbeitsgericht
durchfechten. Das Urteil ändert an der gegenwärtigen Lage
nichts. Die Gewerkſchaften werden der Arbeiterſchaft zu
gegebe=
ner Zeit entſprechende Anweiſung geben und erwarten, daß nur
dieſen Folge gegeben wird.
Vermittlungsaftion des Düſſeldorfer
Regierungspräſidenten.
Wie verlautet, werden die Arbeitgeber der Gruppe Nordweſt
der Einladung des Düſſeldorfer Regierungspräſidenten
Berge=
mann zur Beſprechung der Möglichkeiten einer Beilegung des
Lohnkonflikts am Dienstag Folge leiſten.
In einer Unterredung mit einem Mitarbeiter des „Börſen=
Couriers” teilte Regierungspräſident Bergemann=Düſſeldorf mit,
daß die Parteien bereits zugeſagt haben, an der von ihm
ange=
pegten Ausſprache teilzunehmen. Auf die Frage, in welchen
Bahnen ſich dieſe von ihm unternommene Vermittlungsaktion
bewegen werde, teilte der Regierungspräſident mit, daß er aus
Zweckmäßigkeitsgründen es nicht für ratſam halte, ſchon jetzt
Mitteilungen über ſeine Verſtändigungsvorſchläge zu machen,
bevor keine Sondierungen bei den Parteien Möglichkeiten für
eine Verhandlungsbaſis ergeben hätten. Regierungspräſident
Bergemann betonte, daß er ſich lediglich aus Gründen des
Ver=
antwortungsbewußtſeins gegenüber der Bevölkerung ſeines
Re=
gierungsbezirks, eines der größten Induſtriegebiete des Reiches,
und gegenüber der Geſamtwirtſchaft zu ſeiner
Vermittlungs=
aktion entſchloſſen habe. Die Endwicklung in ſeinem.
Verwal=
tungsbezirk mit zurzeit 140 000 Ausgeſperrten führe bei längerer
Dauer des ſozialen Kampfes unumgänglich zur Kataſtrophe.
Die Lage nach dem Urteilsſpruch in der
Eiſeninduſtrie.
In Kreiſen der Metallarbeiterverbände beſteht nach dem
Duisburger Spruch die Auffaſſung, im weiteren Verlauf der
Dinge im Arbeitskampf in der Eiſeninduſtrie nichts zu
über=
ſtürzen. Die Vertreter der drei Verbände haben am Nachmittag
in gemeinſamer Sitzung die Lage beſprochen, jedoch ſind zunächſt
weitere Schritte noch nicht beſchloſſen worden. Es iſt wohl
an=
zunehmen, daß die Rebiſion des Duisburger Spruches eingeleitet
wird. Die Verbände äußern ſich einſtweilen nicht zu dem
er=
gangenen Urteil, ſondern ſie warten die ausführliche ſchriftliche
Begründung des Gerichts ab, die erſt in einigen Tagen zur
Ver=
fügung ſteht. Leider iſt aus der bekanndgegebenen kurzen
Ur=
teilsbegründung über die hauptſächlichſten Streitpunkte keine
wöllige Klarheit zu gewinnen. Aus der künftigen Stellungnahme
der beklagten Metallarbeiterverbände zu dieſer Begründung wird
ſich auch ergeben, inwieweit die Verbände in Zuſammenhang
mit einer Reviſion des Duisburger Spruches ihre Klage auf
Schadenerſatz verfolgen werden. In den am Dienstag
ſtattfin=
denden Beſprechungen mit Regierungspräſident Bergemann in
Düſſeldorf werden, wie bisher bekannt iſt, die Vertreter der
Ar=
beitgeber Nordweſt anweſend ſein. Ob die Vertreter der
Metall=
arbeiterverbände bereits daran teilnehmen, iſt bis zur Stunde von
dieſer Seite auch noch nicht feſtzuſtellen. Es muß abgewartet
wer=
den, wieweit ſich der Spruch des Duisburger Arbeitsgerichts auf
die Verhandlungsbereitſchaft der Metallarbeiterverbände auswirkt.
Dienstag, den 13. November 1928
Vom Tage.
Im Zuſammenhang mit den Meldungen über fortgeſetzte
Ver=
käufe aus den überaus wertvollen Kunſtbeſtänden,
die ſich in der Hohenzollernfamilie befinden, ins Ausland,
hat jetzt der Generaldirektor der Berliner Muſeen, Geheimrat v. Bode,
an den früheren Kaiſer nach Doorn einen Brief geſchrieben, in dem er
an den Chef des Hohenzollernhauſes die dringende Bitte richtet, dieſen
Verkäufen durch Nachkommen und Familienangehörige Einhalt zu
ge=
bieten.
Die Feſtlichkeiten anläßlich des zehnten
Jahres=
tages des Beſtandes der öſterreichiſchen Republik
fanden mit der Enthüllung eines Denkmals der Republik und mit der
Feſtſitzung des öſterreichiſchen Nationalrates ihren Höhepunkt.
Die gewerkſchaftlichen Organiſationen der Danziger
Eiſen=
bahnbeamten, Angeſtellten und Arbeiter erheben in
einer Erklärung an den Präſidenten der polniſchen Staatsbahndirektion
ſchärfſten Einſpruch gegen die von der polniſchen
Eiſenbahnbehörde anläßlich des polniſchen Staatsfeiertages
angeordnete Beflaggung der Dienſtgebäude und
Schmückung der Eiſenbahnzüge im Gebiete der freien
Stadt Danzig.
In rumäniſchen Regierungskreiſen verlautet, daß dieſer Tage
wich=
tige Aenderungen in der rumäniſchen Diplomatie
vorgenommen werden ſollen. Der Pariſer Geſandte Diamandi ſoll
ab=
berufen werden. An ſeine Stelle tritt der gegenwärtige Prager
Ge=
ſandte Emandi. Zum Prager rumäniſchen Geſandten dürfte Sever
Bocu, gegenwärtiger Miniſter für den Banat, ernannt werden.
Zwiſchen der ungariſchen und der deutſchen
Par=
tei einerſeits und dem rumäniſchen
Miniſterpräſiden=
ten Maniu andererſeits iſt es zu einem Abkommen gekommen,
wo=
nach die Minderheitsparteien bei den bevorſtehenden Parlamentswahlen
gemeinſame Liſten mit der Regierung aufſtellen werden.
* Die Perſonalpolitik des Zentrumg.
Ein geheimnisvoll aufgezogener Porſioß.
Ein unfreundlicher Akt gegen Dr. Streſemann.
In politiſchen Kreiſen wird ein Artikel viel beſprochen, der
am Sonntag in der „Germania” erſchien, mit heftigen Angriffen
gegen das Auswärtige Amt und den Außenminiſter Dr.
Streſe=
man. Man würde einem ſolchen Artikel wohl kaum ſo große
Bedeutung beimeſſen, wenn er ſich nicht deckte wit einer Rede,
die der Reichstagsabgeordnete Dr. Schreiber, der für das
Zen=
trum die Perſonalpolitik zu erledigen hat, auf einem Parteitag
in Hamm gehalten hat. Es wird alſo gleichzeitig von zwei
Sei=
ten mit Giftpfeilen geſchoſſen, deren Tendenz nicht nur dahin
geht, die Locarnopolitik madig zu machen, ſondern weiter in die
Forderung der Schaffung einer dauernden Stellvertretung des
Außenminiſters. Soweit wir feſtſtellen konnten, ſteht das
Zen=
trum als Ganzes dieſen Quertreibereien fern, allerdings ſcheint
ſich eine nicht einflußloſe Clique innerhalb der Partei mit
weiter=
gehenden Abſichten zu tragen. Man hat kombiniert, daß Herr
Dr. Wirth dahinter ſtände, der ſich für die bevorſtehenden
Koali=
tionsverhandlungen als Vizekanzler in empfehlende Erinnerung
bringen wolle und zur Auspolſterung dieſer Stellung eine
Sicher=
heitshypothek auf die Stellvertretung des Außenminiſters haben
möchte. Soweit brauchen wir ſohl nicht zu ſuchen. Wir finden
den Schlüſſel eher darin, daß der vielgewandte Herr Schreiber
ſich bei einem beſtimmten Verſuch, ſeine Freunde im
Auswär=
tigen Amt unterzubringen, einen Korb geholt hat, ſeinen Aerger
nun nicht ſo ſehr an dem Außenminiſter, als an dem
Staats=
ekretär Dr. Schubert ausläßt. Große Bedeutung meſſen wir
vorläufig dem ganzen Zwiſchenfall nicht bei. Gewiß läßt ſich
grundſätzlich darüber reden, daß bei Neubeſetzungen von
diplo=
matiſchen Stellungen der Kulturkreis mitberückſichtigt werden
muß, innerhalb deſſen dieſe Stellung liegt. Das Schlimme dabei
iſt aber nur, daß, wenn das Zentrum eine ſolche Frage
grund=
ſätzlich aufwirft, es dann auch gleich eine beſtimmte
Perſonal=
politik verfolgt, die diesmal wahrſcheinlich im Zuſammenhang mit
dem Revirement im Anſchluß an die Neubeſetzung des Moskauer
Botſchafterpoſtens erwartet wird. Die Wahl des Außenminiſters
iſt zunächſt auf den römiſchen Botſchafter von Neurath gefallen,
der am Dienstag in Berlin eintreffen ſoll. Herr von Neurath hat
ſeinerzeit ſchon Waſhington abgelehnt. Ob er jetzt Neigung hat,
für das ſchöne Rom das unwirtliche Moskau einzutauſchen, iſt
einigermaßen zweifelhaft. Sagt er aber zu, dann möchte das
Zentrum die Dinge gern ſo drehen, daß dabei auch der
Sozial=
demokrat Ulrich Rauſcher die Treppe hinauffällt, um die
War=
chauer Geſandtſchaft freizubekommen, für die das Zentrum einen
beſtimmten Anwärter präſentiert. . . . Und dieſe eine
Perſonal=
rage iſt vermutlich der Ausgangspunkt des ſo geheimnisvoll
aufgezogenen Vorſtoßes, der freilich mit falſchen Mitteln arbeitet,
weil — vorſichtig geſprochen — die Beziehungen zwiſchen den
Koalitionsparteien nicht gerade verbeſſert werden, denn es iſt
unvermeidlich, daß nicht nur Dr. Streſemann, ſondern auch die
Volkspartei einen Angriff in dieſem Augenblick, wo der Miniſter
geſund zurückkehrt, als einen recht unerfreulichen Akt empfindet.
Die Reform der Reichsberfaſſung.
Eine Oenkſchrift der bageriſchen Regierung.
Porſchläge zur Aenderung der Reichsverfaſſung
München, 12. November.
Ueber die Gedankengänge der neueſten bayeriſchen Denkſchrift
verlautet u. a.: Die neue bayeriſche Denkſchrift hat die einzelnen
Vorſchläge zur Aenderung der Reichsverfaſſung, die von Bayern
zu dieſem Zweck gemacht werden, zuſammengeſtellt. Sie beginnen
mit dem Artikel 7 der Reichsverfaſſung, der die Ausſcheidung der
Zuſtändigkeiten zur Geſetzgebung, ſomit die „konkurrierende‟
Ge=
ſetzgebung beſtimmt. Bayern ſtellt ſich erneut auf den bekannten
Standpunkt, daß das Reich keineswegs genötigt iſt, ſeine hier
aufgezählten Zuſtändigkeiten auszuſchöpfen, ſondern von ihnen
nur Gebrauch machen ſoll, wenn die landesgeſetzliche Regelung
nicht ausreicht. Mit Bitterkeit wird es beklagt, daß das Reich
trotz wiederholter Zuſicherungen dieſe Zuſtändigkeiten
überſchrit=
ten hat, wobei es vielfach ſogar die gemachten Zuſicherungen als
unverbindlich erklärte. Im Artikel 7 will Bayern nun die
Aus=
ſcheidung der Fremdenpolizei aus der Reichszuſtändigkeit erzielen,
da das wünſchenswerte Maß von Einheitlichkeit auch durch das
Uebereinkommen der Länder in einer den Bedürfniſſen des
Reiches vollkommen Rechnung tragenden Form erzielt werden
könne. Weitere Wünſche betreffen die Ziffern 5 und 7 dieſes
Artikels, die das öffentliche Fürſorgeweſen regeln, wobei auck
die Modifikation der Zuſtändigkeiten des Reiches auf dem
Ge=
biete des Geſundheits= und Veterinärweſens eine Rolle ſpielt. —
Weitere Anträge zu dieſem Abſchnitt betreffen die Frage des
Ent=
eignungsrechtes (Ziffer 12), der Vergeſellſchaftung von
Natur=
ſchätzen uſw. (Ziffer 13), der Zuſtändigkeit im Bergbau (Ziffer 16),
im modifizierten Straßenbau (Ziffer 19) und ſchließlich im
Theater= und Lichtſpielweſen (Ziffer 20).
Zu Artikel 8 Reichsverfaſſung (Finanzweſen) wird gefordert
die grundſätzliche Scheidung der Steuerquellen und Ueberlaſſung
der direkten Steuern, insbeſondere der Einkommen= und
Körper=
ſchaftsſteuern an die Länder und Gemeinden, ferner Rückgabe
der Verwaltung dieſer Steuern. Die in Artikel 9 bis 11
erwähn=
ter Reichsverfaſſung geregelte Bedarfs= und
Grundſatzgeſetz=
gebung ſoll inſofern geändert werden, als die Länder
insbeſon=
dere die ausſchließliche Geſetzgebung für die in Art. 10 Ziffer 1—5
genannten Gebiete in Anſpruch nehmen; Art. 9 und 10 könnten
ganz entbehrt, Art. 11 müßte entſtrechend geändert werden. Die
veiteren Forderungen Bayerns im Abſchnitt Reich und Länder
der Reichsverfaſſung beziehen ſich auf Art. 12 (
Landesgeſetz=
gebung), Art. 14 (Vollzug der Reichsgeſetze), Art. 15 (
Reichsauf=
ſicht), Art. 17 (Länderverfaſſung), Art. 18 (Gebietsveränderungen
und Neubildung von Ländern), wobei beſonders die
Unter=
abſchnitte 1, 2, 3, 4 und 6 den Lebensintereſſen der Länder
ent=
ſprechend geändert werden ſollen. Ferner Art. 19 (
Verfaſſungs=
ſtreitigkeiten).
Eine grundſätzliche Aenderung ſtrebt Bayern ferner für den
Art. 48 (Ausnahmezuſtand) an. Es begründet ſeine Vorſchläge
damit, daß der Artikel in ſeiner jetzigen Faſſung der
Eigenſtaat=
lichkeit der Länder keine Rechnung trage, ſie im Gegenteil in einer
Art zurückdränge, die mit ihrer Staatshoheit ebenſo unvereinbar,
wie ſie für die vom Verfaſſungsgeſetzgeber verfolgten Zwecke
un=
nötig und abträglich iſt. Die Löſung ſieht Bayern in der
Rich=
tung, daß die Handhabung des Ausnahmerechts zunächſt in die
Hände der Länder gelegt wird und daß die Organe des Reiches
nur eingreifen, wenn die Landesregierung ihrer Pflicht nicht
nachkommt. Das in Art. 49 feſtgelegte Begnadigungsrecht will
Bayern dahin geregelt wiſſen, daß auch Reichsamneſtien ſich nur
ſoweit erſtrecken können, als das Begnadigungsrecht des Reiches
geht, alſo nur auf die Strafſachen, für die Gerichte des Reiches
zuſtändig ſind.
Eine ganze Reihe von Vorſchlägen in den Abſchnitten TV.
und V erſtrebt die Hebung des Reichsrates in ſeinen
Zuſtändig=
keiten, bezogen auf die Geſetzgebung im Reichstag, auf das
Ver=
ordnungsrecht und auf die Führung der Reichsgeſchäfte. Die
Vorſchläge zu Abſchnitt. VI beziehen ſich auf die Artikel
Haus=
haltspläne und Waſſerſtraßen, unter Bezugnahme auf den
Staatsvertrag von 1921, wonach die Verwaltung der
Reichs=
waſſerſtraßen durch die „mittleren und unteren Behörden der
Länder auf Koſten des Reiches und unter Leitung des
Reichs=
verkehrsminiſteriums” vorgenommen wird. In der Rechtspflege
ſollen die Sondergerichte anders geregelt werden. Im zweiten
Hauptteil der Verfaſſung, der von den Rechten und
Grundpflich=
ten der Deutſchen handelt, werden Aenderungen angeſtrebt,
be=
züglich der Staatsangehörigkeit, freien Meinungsäußerung,
Zu=
laſſung zu öffentlichen Aemtern und zur Sonntagsfeier.
Ver=
ſchiedene Wünſche und Forderungen werden weiter zu einzelnen
Artikeln der Abſchnitte Bildung und Schule, ſowie
Wirtſchafts=
leben angeſtrebt.
*Bur Erinnerung
an Wilhelm von Polenz.
Geſtorben vor 25 Jahren am 13. November 1903.
Von Profeſſor Dr. phil. h. c. Karl Berger.
Als Wilhelm von Polenz am 13. November 1903 im beſten
Mannesalter von zweiundvierzig Jahren mitten aus noch
ver=
heißungsvollem Schaffen hinweggeriſſen wurde, da bekannten ſo
urteilsfähige Kritiker wie die Literarhiſtoriker Adolf Stern, Adolf
Bartels und Albert Soergel, daß die deutſche Dichtung der
Gegen=
wart mit ihm ihren beſten Lebensdarſteller, Kulturpoeten und
Menſchengeſtalter verloren habe. Auch heute noch erſcheint der
Epiker Polenz neben den Lyrikern Detlev von Liliencron und
Richard Dehmel und dem Dramatiker Gerhart Hauptmann als
eines der bedeutendſten und eigenartigſten Talente unter jener
Schar von Dichtern, die ſich aus der leidenſchaftlichen Bewegung
in der deutſchen Literatur der achtziger Jahre zu ſelbſtbeſtimmtem
Schaffen emporgerungen haben. Polenz iſt nach eigenem
Ge=
ſtändnis zu ſeiner dichteriſchen Lebensaufgabe nur langſam
herangereift. Geboren am 14. Januar 1861 als Sohn des
Kam=
merherrn Julius von Polenz und ſeiner Gattin Klara geb. von
Wechmar, wuchs er auf dem väterlichen Gute Ober=Cunewalde
in der ſächſiſchen Oberlauſitz heran. Liebe zum Landleben,
Teil=
nahme an den Freuden und Leiden des Volkes, ward ein
Grund=
zug ſeines Weſens. Darin wie in dem angeborenen
Standes=
gefühl wurzeln ſowohl die konſervativen Anſchauungen wie die
ſtarken ſozialen Intereſſen, die, durch Studium und Leben
ver=
tieft und vergeiſtigt, den feſten Untergrund ſeiner ſpäteren,
durch=
aus modernen Weltbetrachtung abgeben ſollten. Für die
Schul=
erziehung des Heranwachſenden ſorgte erſt ein evangeliſches
Pfarrhaus, ſpäter das Gräflich Vitzthumſche Gymnaſium in
Dresden, eine Art Ritterakademie. Das ariſtokratiſche Milien
der Anſtalt verhinderte nicht, daß der von dem eigentlichen
Unter=
richt abgeſtoßene Knabe ſeinen außerordentlichen Leſehunger
duach Verſchlingen aller erreichbaren Werke befriedigte und ſelbſt
ſchon an allerlei Stoffen ſeine dichteriſche Kraft erprobte. Die
literariſchen Neigungen haben den Jüngling dann weiter
be=
gleitet, über das Freiwilligenjahr beim Dresdener Gardereiter=
Regiment in das Rechtsſtudium hinein, dem er ohne rechte Luſt
in Berlin, Breslau und Leipzig oblag. Mehr als ſein
Fach=
ſtudium zogen ihn geſchichtliche, theologiſche und ſoziologiſche
Vor=
leſungen an, und der Trieb, ſeine Erfahrungen, Beobachtungen
und Erlebniſſe künſtleriſch zu geſtalten, bewog ihn, nach der
Dresdener Referendarzeit aus dem Staatsdienſt auszuſcheiden,
auf Reiſen ſeine Welt= und Menſchenkenntnis zu erweitern und
zu vertiefen und trotz des Widerſpruchs ſeiner Eltern zunächſt
ganz der Schriftſtellerei ſich zu widmen. Die Heirat mit einer
engliſchen jungen Dame ermöglichte ihm, dieſen Entſchluß
aus=
zuführen. Sein Literatenleben begann im Verkehr mit der Schar
kärmender Bohemiens, die ſich erſt in Berlin, ſpäter in
Fried=
richshagen um die Brüder Hart ſammelte; ſo wurden
Beziehun=
gen zum Naturalismus, zum Sozialismus und zur religiöſen
Frage angeknüpft. Ein Roman „Sühne”, eine novelliſtiſche
Stu=
die „Die Verſuchung”, die in dem Sammelbande „Die Unſchuld”
vereinigten „Federzeichnungen” und die Dramen „Preußiſche
Männer” und „Heinrich von Kleiſt” gehören dieſer Zeit (1890
bis 1892) an, einer Zeit des Werdens und Sichbildens, des
Taſtens und Verſuchens. In ſkizzenhafter Behandlung erſcheinen
ſchon in dieſen epiſchen Probeſtücken faſt alle die Probleme, denen
Polenz ſpäter in ſeinen breit angelegten Romanen mit größerer
Kunſt und größerer techniſcher Fertigkeit nachſpürte.
Bald zog ſich der Dichter von dem großſtädtiſchen
Literatur=
treiben zurück, um Jahre hindurch im Sommer auf dem
väter=
lichen Gute, im Winter in Berlin zu leben. Daheim entſtand ſein
erſtes größeres Werk, der Roman der religiöſen Kriſe und der
Kriſe des Predigerberufes: „Der Pfarrer von Breitendorf” (1893),
Wie der Roman Moritz von Egidy, dem ehemaligen
Schwadrons=
chef des Gardereiters, gewidmet iſt, ſo ſind Egidys religiöſe
Be=
ſtrebungen und eigene Gewiſſenskämpfe in der Geſtalt des jungen
Pfarrers verkörpert. Mit der Geſchichte des von der Kirche ſich
loslöſenden Geiſtlichen hat Polenz die landſchaftliche Schilderung,
die Volkscharakteriſtik ſeiner engeren Heimat zum erſten Male
verbunden. „Dem deutſchen Nährſtande gewidmet”, erſchien zwei
Jahre ſpäter des Dichters Meiſterwerk „Der Büttnerbauer”, die
Tragödie vom wirtſchaftlichen und menſchlichen Niedergang des
älteren Kleinbauerntums vor dem Anſturm der modernen
Indu=
ſtrie. Ebenbürtig reiht ſich dieſem Bauernroman der
Junker=
roman „Der Grabenhäger” (1897) an, auch er Standes=,
Ent=
wicklungs=, Milieu= und Zeitdarſtellung. Alles iſt aus
unmittel=
barer Anſchauung, aus der Fülle eigener Lebenseindrücke
ge=
ſchöpft: wie hier ein junger Landedelmann vom anſpruchsvollen
Herrſchaftsbeſitzer zum rechten, fürſorgenden Herrn ſeines Gutes
und ſeiner Leute ſich wandelt, wie er zum Segen ſeiner Heimat
überall zugreift und nicht bloß Rechte, ſondern auch Pflichten
ausübt, ſo hat auch der Herr von Ober=Cunewalde die Stellung
des Rittergutsbeſitzers als „Amt” und zwar als ein zu Großem
verpflichtendes Amt auffaſſen gelernt, Arbeit in der Gemeinde
und im Kreiſe geleiſtet, über der Literatur die Verwaltung ſeines
Gutes und über der Gutsverwaltung ſeine ſozialen Pflichten
gegenüber der Allgemeinheit nicht verſäumt.
Der großen Heimat=Trilogie ſind mehrere Bücher
voraus=
gegangen und gefolgt: zwiſchen 1893—1898 die
Novellenſamm=
ungen „Karline” und „Reinheit” die Einzelnovelle „Wald”, das
Drama „Andreas Bockholdt”, dann der den Kampf der
Geſchlech=
ter und die Frauenfrage behandelnde Roman „Thekla Lüdekind‟
(1900), der Künſtlerroman „Liebe iſt ewig” (1901) und aus dem
gleichen Jahre die ſechs Dorfgeſchichten „Luginsland” das Drama
„Junker und Fröner” und ſchließlich im Jahre 1902 der literariſche
Roman „Wurzellocker”. Mögen alle dieſe Werke nicht ganz auſ
der Höhe der drei großen Romane ſtehen, den ernſten, hohen
Zielen zuſtrebenden Geiſt des Dichters verraten auch dieſe
Schöp=
fungen, ebenſo wie die Gedichte und Gedanken, die unter dem
Titel „Erntezeit” (1904) aus dem Nachlaſſe des Frühverſtorbenen
herausgegeben wurden. Unvergeſſen ſollte aber auch das einer
Reiſe nach Amerika entſprungene Buch „Das Land der Zukunft”
(1903) ſein, eine der beſten Darſtellungen der nordamerikaniſchen
Kultur und ihrer politiſch=ſozialen Bedeutung. Der große
Lebens=
beobachter und =darſteller, der Mann der Wahrheit und
Ehrlich=
keit, verleugnet ſich auch in dieſem Proſawerke nicht. Hätte er
inſere Zeit noch geſchaut, ſo wäre er mit ſeinem weiten und
tiefen Blick, dem Drang und der Fähigkeit, alle Sorgen ſeines
Volkes in tiefſter Seele mitzuerleben, der kundigſte Deuter unſeres
Schickſals geworden.
Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Marburg: Nach den bis jetzt vorliegenden Meldungen iſt die Zahl
dreitauſend der Studierenden bereits überſchritten. — Profeſſor D. Haus
Freiherr v. Soden hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrſtuhl
der Kirchengeſchichte an der Univerſität Heidelberg als Nachfolger Geh.
Rats H. v. Schmibert abgelehnt.
Tübingen: Die Univerſitatsſportlehrerſtelle in Tübingen iſt dem
Polizeiwachtmeiſter Karl Klett daſelbſt übertragen worden.
München: Am 3. November verſchied hier der ſeit 1908 im
Ruhe=
ſtand lebende a. v. Profeſſor für Maſchinenbau an der Techniſchen
Hochn=
ſchule Karlsruhe Geheimer Rat Dr. phil., Dr.=Ing. h. c. Karl Heller
im Aulter von 89½ Jahren. — Der a. o. Profeſſor für innere Medizin
und Oberarzt an der 2. Mediziniſchen Klinik, Dr. Paul Martini, Iit
vem I. Dezember 1928 ab zum Chefarzt der inneren Abteilung des
St. Hedwig=Krankenhauſes in Berlin berufen worden.
Leibzig: Auf Grund der Habilitationsſchrift: Der Waſſerhaushalt
der landwirtſchaftlichen Kulturpflanzen in kritiſch=experimenteller
Be=
trachtung” hat die philoſophiſche Fakultät der Univerſität Leipzig dem
Aſſiſtenten am Inſtitut für Pflanzenbau, Dipl.=Landwirt Dr. phil.
Anton Arland, die venia legendi für Landwirtſchaft erteilt.
Hannover: Dem Direktor des Probinzialmuſeums Dr. Karl
Her=
mann Jacob=Frieſen iſt ein Lehvauftrag zur Vertretung der
Vor=
geſchichte an der Univerſität Göttingen erteilt worden.
Nummei 316
Dienstag den 13 November 1928
Seite 3
Das europäiſch=amerikaniſche Verhältnis.
„Keine Hilfe Amerikas über die Geſchäftsbaſis hinaus. — Europas
Boreinge=
nommenheiten Amerika unverſtändlich. — Kein Verſtändnis für amerikaniſche
Lebensideale. — Mehr Entgegenkommen ſeitens Europas... !"
Das europäiſche Problem.
Eine Rede des Präſidenten Coolidge
am Waffenſtiillſiandstag in Waſhington.
Waſhington, 12. November.
Präſident Coolidge hielt aus Anlaß der
Waffenſtillſtands=
feier eine Rede, in der er die gegenwärtig zwiſchen den
Vereinigten Staaten und Europa ſchwebenden
Fragen eingehend erörterte. Coolidge hob hervor, daß die
Vereinigten Staaten beim Friedensſchluß ſich
weder an der Aufteilung, des deutſchen
Kolo=
nialbeſitzes beteiligt, noch das
Privateigen=
tum behalten hätten. Dagegen beliefen ſich Amerikas
Kriegskoſten, ſelbſt nach Abzug der Schulden der Alliierten, auf
36 500 000 000, wozu noch weitere 7 Milliarden Zinſen bis zur
Til=
gung der Schuld des Bundes hinzukämen. Den Koſten dieſer
ſchrecklichen Tragödie ſtünden wenigſtens große Fortſchritte der
Selbſtregierung in Europa gegenüber, wenn auch die ſoziale
Zer=
ſetzung in einzelnen Ländern ſo ſtark ſei, daß ſie ſich neuen
For=
men des Abſolutismus unterwarfen, um der Anarchie
vorzu=
beugen. Geblieben ſei jedenfalls das Problem der
Kriegsver=
hütung und der Verteidigung.
Mißtrauen gegen die engliſch=franzöſiſche
Flottenpolttik.
Er warf einen Rückblick auf die
Abrüſtungsverhand=
lungen in den letzten Jahren, die ergebnislos
geblieben ſeien, da eine Zuſtimmung der
Ver=
einigten Staaten zu den engliſch=franzöſiſchen
Vorſchlägen eine Aufgabe der
Rüſtungs=
beſchränkung für die Flotten Englands und
Frankreichs bedeutet hätte. Die amerikaniſche
Politik verfolgte, im Intereſſe des Friedens die
einzig möglichen Wege: Vorbereitung auf
Verteidi=
gung, Beſchränkung der Rüſtungen und
Kriegs=
verzicht. Die Entwicklung der letzten Jahre führte vielfach
ein neues Verhältnis der Vereinigten Staaten zu der übrigen
Welt herbei, namentlich in der
Frage der amerikaniſchen Haltung
gegenüber Europa.
Geduld, Rückſichtnahme und Hilfsbereitſchaft kennzeichneten dieſe
Haltung. Die Schuldenabkommen wurden abgeſchloſſen nicht im
Hinblick auf die Höhe der Schulden, ſondern unter
Berückſichti=
gung der Zahlungsfähigkeit der Schuldner. Wir leiſteten mit
Rat und Tat Beiſtand, enthielten uns aber jeder unerwünſchten
oder unſerer Anſicht nach erfolgloſen Einmiſchung und wollten
außerdem auch nicht die Rüſtungen unterſtützen. Wem und welche
Hilfe wir auch bei Kriegsbeendigung leiſteten, wir fühlten uns
verantwortungsfrei von Beginn an. Wir wünſchen auch nicht,
künftige Kriegsvorbereitungen zu finanzieren. Wir halfen in der
Nachkriegszeit in gleicher Weiſe Freund und Feind. Die
Deutſch=
land gewährten Amerika=Anleihen hätten zwar nicht
ausſchließ=
lich zur Bezahlung der Reparationsverpflichtungen ausgereicht,
ſie müßten jedoch als bedeutender Faktor der deutſchen
Zahlungs=
fähigkeit angeſehen werden. Präſident Coolidge bemerkte, daß
er wiederholt für finanziellen Wiederaufbau durch
amerikaniſche Anleihen eingetreten ſei. Im
allgemei=
nen habe Europa einen ſolchen Grad der finanziellen
Stabi=
lität und des Wohlſtandes erreicht, ſo daß es von Amerika
keine Verpflichtung zu einer Hilfe erwarten
könne, die über die ſtrikte Geſchäftsbaſis
hin=
ausgehe. Amerika wünſche ſicherlich das Gedeihen Europas,
nachdem die Vereinigten Staaten ſolche Opfer an Blut und Geld
gebracht haben. Indeſſen offenbare ſich ſtets ein
Mangel an gegenſeitigem Verſiehen zwiſchen
Europa und den Vereinigten Staaien.
Amerika finde die Jahrhunderte alten Voreingenommenheiten
Europas unverſtändlich, andererſeits verſtehe Europa nicht die
amerikaniſchen Lebensideale. Amerika wünſche den Frieden um
ſo mehr, als es angeſichts ſeiner vielſeitigen Intereſſen in der
ganzen Welt am härteſten durch den Krieg getroffen worden ſei.
Wenn wir, ſo ſchloß Coolidge, etwas mehr Entgegenkommen
ſeitens Europa finden könnten, namentlich bei der endgültigen
Liquidierung der Kriegsſchulden und bei der Frage der
Rüſtungs=
beſchränkung entſprechend dem Antikriegspakt, wird unſere
Zu=
verſicht auf die Wirkſamkeit weiterer Bemühungen von unſerer
Seite, dem Fortſchritt Europas zu helfen, ſtark gefeſtigt werden.
*
* Die Rede des amerikaniſchen Präſidenten Coolidge zum
Waffenſtillſtandstag wird an Berliner amtlichen Stellen nicht
un=
günſtig beurteilt. Es wird darauf hingewieſen, daß Coolidge
genau die gleichen Abrüſtungsforderungen erhoben hat, die auch
von Deutſchland dauernd in den Vordergrund geſtellt worden
ſind. Ebenſo empfindet man es angenehm, daß ſich der Präſident
allzu ſtarker Siegeshymnen enthalten hat. Zu unterſtreichen wäre
vielleicht noch das ſtarke Mißtrauen, das ſich auf Grund der
eng=
liſch=franzöſiſchen Flottenabmachungen ergeben hat — im übrigen
hat ſich Coolidge ja auch ſehr ſcharf gegen die Flottenpolitik der
europäiſchen Großmächte ausgeſprochen — und die Ablehnung
der Verknüpfung der Reparationsverhandlungen mit der
Schul=
denfrage. „Europa”, ſagte Coolidge, „könne von Amerika keine
Verpflichtung zu einer Hilfe erwarten, die über die ſtrikte
Ge=
ſchäftsbaſis hinausgehe.‟ Das iſt eine deutliche Sprache, die über
den Ozean nach Europa kommt.
Amerika warnt Europa.
Die Rede Coolidges hat in den Vereinigten Staaten
leb=
haftes Aufſehen erregt. Die Schärfe, mit der der Präſident ſeine
Theſen verfocht, hat geradezu ſenſationell gewirkt. Sämtliche
Zei=
tungen legen das Hauptgewicht auf die Sätze über die Abrüſtung.
„New York Herald” ſpricht von einem Appell Coolidges an die
Mächte, die Rüſtungen einzuſchränken. „American” ſieht in der
Rede eine Warnung an Europa. Die gleiche Anſicht
ver=
tritt „New York World” mit der Schlagzeile: „Coolidge ſchilt
Europa, weil es nicht entwaffnet.‟ Die Rede iſt um ſo
bedeut=
ſamer, als ſie unmittelbar nach den Wahlen gehalten wurde, die
es Coolidge, da wieder ein Republikaner gewählt wurde,
geſtatte=
ten, mit aller Offenheit zu ſprichen.
Scharfe Ablehnung in England.
London, 12. November.
Die Rede Coolidges wird in der Londoner Preſſe ſcharf
kriti=
ſiert. Die Regierungspreſſe äußert ſich zum Teil ſehr gereizt. Man
erklärt, daß Coolidge tatſächlich die Bedingungen bekannt gegeben
habe, unter denen die Vereinigten Staaten an dem weiteren
Fort=
ſchritt Europas mithelfen würden. Der „Daily Telegraph”
be=
ſtreitet, daß in England Mangel an gutem Willen gegenüber den
Vereinigten Staaten herrſche. Die amerikaniſche Flotte ſei heute
bereits ſtärker als die britiſche. Die extrem konſervative „
Mor=
ningpoſt” erklärt ironiſch auf Coolidges Bemerkung, daß der
Krieg Amerika 100 Millionen Dollar gekoſtet habe, anſpielend,
Coolidge könne ſeinem Lande vielleicht auch mitteilen, ob dieſes
Geld ebenſo wirtſchaftlich verwendet worden ſei, wie z. B. die
Kriegsausgaben in Deutſchland. Im übrigen ſei zu hoffen, daß
England die Erlaubnis erhalten werde, ſeine eigene Verteidigung
ſicherzuſtellen. — Der Waſhingtoner Korreſpondent der „Times”
ſtellt feſt, daß das Wahlergebnis vom 6. November der Rede eine
ungewöhnliche Kraft und Autorität gegeben habe. Die Rede ſei
eine Warnung an Europa.
* Orittes Akademie=Konzert.
Buſch=Quartett.
Im Saalbau ſpielten die vier berühmten Künſtler. Sie
ſpiel=
ten ſchöner wie je. Beethovens Op. 132 iſt ein Werk, über das
wenig mehr zu ſagen iſt. In ſeiner Mitte ſteht ein Satz „Heiliger
Dankgeſang eines Geneſenden an die Gottheit”, und dieſes
in=
brünſtige Gebet ſtieg in ſo weihevoller Verklärtheit empor, daß
der Saal zum Dom wurde und die Hörer in tiefer Ergriffenheit
ſchweigend ſaßen. Hien ſpielte nicht ein Buſch, hier waren es
viere; gleichwertige Künſtler, denen das Geheimnis der
Beet=
hovenſchen Muſik ſich geoffenbart hat wie keinem anderen
Quar=
tett und wo der Kritik nichts weiter zu ſagen bleibt als „
herz=
licher Dank”. Nach dem gewaltigen Beethoven kam als
Kompo=
niſt ein Violinſpieler zu Wort, und zwar der gleiche Violinſpieler,
der bei Beethoven ſeine Kameraden ſo wundervoll geführt hatte:
Adolf Buſch. Und um es gleich zu ſagen: der Komponiſt
be=
ſtand neben dem überragenden Violinſpieler, in allen Ehren.
Fünf Präludien und Fugen Op. 36 für Streichquartett ſind das
Werk eines Muſikers von reicher Empfindung und meiſterlichem
Können. Ich vermeſſe mich nicht, nach erſtmaligem Hören eine
Kritik abzugeben, ich kann nur den Eindruck ſchildern, den ich
geſtern hatte. Es iſt entzückende Kleinkunſt, die da geboten wird,
die Fuge iſt virtuos verwandt, und in knappſter Form ſind Stücke
geſtaltet, voll verſchiedenen Inhalts und doch alle ein Ganzes
bildend. Haften bleibt namentlich der melancholiſche Sang der
Bratſche im Lento, haften bleibt vor allem aber ein ganz kleines
molto rirace (con sordini), das geheimnisvoll wie Schilfgeflüſter
klang und von den vieren in unerhörter Ueberlegenheit geſpielt
wurde. Das Ganze iſt durchaus lebendige Muſik; die einzelnen
Inſtrumente ſind reich bedacht und offenbaren das tonſetzeriſche
Können des Komponiſten in hellſtem Lichte. Werk und
Ausfüh=
rung wurden ſtürmiſch bejubelt, ein Schickſal, das auch dem
ab=
ſchließenden G=Dur=Quartett Op. 76 von Haydn bereitet wurde.
Was die Herren Buſch, Andreaſſon, Doktor und
Grümmer ſpielen, ſpielen ſie vollendet, und ſo wurde der
geſtrige Abend zum Feſte.
O.
Neue Bücher.
— Nächte um Tiflis. Roman aus den kaukaſiſchen Bergen von Albert
Liebold. Mit 7 Bildern.
Preis gebunden 5 RM. Verlag:
Grunow u. Co., Leipzig C 1, Oſtſtraße 46.
Nächte voll Liebe und Sehnſucht, Luſt und Leid, Erfüllung und
Hin=
gabe, Abenteuer und Grauen ſind es, die wir in dem Buche durchleben
müſſen. Der kaukgſiſche Menſch in ſeiner Leidenſchaftlichkeit, ſeinem
Fanatismus und ſeiner Rachſucht wird lebendig. Feſter Wille kämpft
gegen tierhafte Gier. Alles Geſchehen, alles Erleben wirkt unmittelbar
und fortreißend, da es aufbaut auf dem Natürlichſten. Zwingendſten im
Menſchen und an Herz und Gemüt, nicht an den Verſtand appelliert.
Als Hintergrund das erhabenſte und ſchönſte Gebirge des Kontinents,
der gewaltige Kaukaſus, in ſeiner Wildheit und exotiſchen Buntheit,
ſeinen grenzenloſen Unergründlichkeiten, ſeinem Völkergemiſch, ſeinen
grabesſtillen Vergeſſenheiten und Ginſamkeiten.
Albrecht Dürer Deutſchlands größter Künſtler. Mit einem Bilderatlas.
Von Prof. Dr. Friedrich Haack. (In Sammlung Wiſſenſchaft und
Bildung.) 161 Seiten und 32 Kunſtdrucktafeln mit 48 ganzſeitigen
Abbildungen. Gebunden 2,20 RM. Verlag von Quelle u. Meher in
Leipzig.
Ein erfreuliches Zeichen für das Kunſtintereſſe weiteſter Kreiſe ſind
die zahlreichen Büicher und Schriften, die anläßlich der 400 Wiederkehr
des Todestages Albrecht Dürers erſchienen ſind. Aus dieſer Hochflut
ragt das Dürerbändchen des Erlanger Kunſthiſtorikers durch die
Gedie=
genheit des Textes und die ſorgſame Auswahl der Abbildungen hervor.
Weit mehr als eine Gelegenheitsſchrift, will dieſes reizvolle Bändchen
den einzigartigen Reichtum des Weſens und Wirkens Dürers in ſeiner
ganzen Stärke, Tiefe und Fülle vor dem Leſer ausbreiten, um ſo die
überragende Bedeutung Dürers aufzuzeigen und ſein Leben und ſeine
Werke dem Deutſchen des 20. Jahrhunderts näher zu bringen.
Jus verſchloſſene Land. Ein Kampf mit Menſch und Meile. Von
Gene=
ralkonſul Dr. Werner=Otto von Hentig. 201 bis 205 Tauſend.
1928. Der Weiße Ritter, Verlag Ludwig Voggenreiter, Potsdam.
Kart. 3.20 RM.
Der Bericht der erſten deutſchen diplomatiſchen Miſſion nach
Afgha=
niſtan während des Weltkrieges, der als Ullſteinbuch im kriegsmäßiger
Ausſtattung ſchon zu Hunderttauſenden geſprochen hat, wird, mit neuer
Einleitung verſehen, in beſter, äußerer Geſtalt vorgelegt. Und dieſer
unerhörte Tatſachenbericht nüchternſter und doch atemverſetzender
Dar=
ſtellung verdient es auch, vielfältig weiterzuwirken: denn jener Zug
durch ganz Aſien, über unbegangene Gebirge und durch unbekannte
Wüſten, in geheimer Miſſion und inmitten einer feindlichen Welt,
offenbart ſo viel ſchlichtes, überzeugendes Heldentum, daß dieſes
Vor=
bild und dieſe Leiſtung ebenſowenig der Gegenwart, wie kommenden
Ge=
ſchlechtern vorenthalten werden darf.
Deutſche Hanfeſtädte. Ein Bilderatlas. Von Dr. P. Zucker. 36 Seiten
Text und 84 Abbildungen auf 64 Tafeln. In Sammlung Wiſſenſchaft
und Bildung. Gebunden 2.20 RM. Verlag von Quelle u. Meyer in
Leipzig.
Deutſche Hanſeſtädte, das iſt der Inbegriff einſtiger Herrlichkeit, das
Sinnbild einer Zeit, da der Wagemut des deutſchen Kaufmannes ſich die
Welt eroberte, während das deutſche Kaiſertum völlig darniederlag und
die Hanſaſtädte darauf angewieſen waren, ſich ſelbſt zu ſchützen. Vieles
iſt noch aus dieſer alten Zeit erhalten, was in den Reichtum dieſer
Kaufmannsſtädte und an den Kunſtſinn ihrer weitgereiſten Handelsleute
erinnert. Es hat einen beſonderen Reiz, ſich an Hand dieſes Bändchens
durch dieſe Zentren alter Kultur führen zu laſſen und auf die
Schön=
heiten und die charakteriſtiſchen Eigentümlichkeiten der alten Hanſeſtädte
aufmerkſam gemacht zu werden, die noch heute ein ganz beſonderes
Ge=
präge tragen.
Der wiedererſtandene Poincaré
Warum Poincaré das Finanzminiſierium
abgab.
EP. Paris, 12. November.
Nachdem geſtern Miniſterpräſident Poincars dem Präfidenten
der Republik das neue Kabinett vorgeſtellt hatte, wurde der
Tra=
dition entſprechend gleich ein erſter Kabinettsrat abgehalten. Die
Regierung wird ſich erſt am nächſten Donnerstag der Kammer
vorſtellen. In der Zwiſchenzeit ſoll ein Einvernehmen über alle
gegenwärtig ſchwebenden Fragen erzielt werden. Zu dieſem
Zweck werden mehrere Kabinetts= und Miniſterratsſitzungen
ſtatt=
finden.
*
* In Berliner amtlichen Kreiſen hat die Nachricht von der
Rückkehr Poincares keine beſondere Ueberraſchung hervorgerufen.
Nach den von unſerer Pariſer Botſchaft vorliegenden Meldungen
war, wie auch wir es bereits vorige Woche in Ausſicht geſtellt
hatten, man von Anfang an damit vertraut, daß Poincaré ſein
Kabinett rekonſtruieren würde, und ſieht darin wahrſcheinlich auch
noch die beſte Löſung. Poincaré iſt nun einmal ſo ſtark, daß er
auch außerhalb der Regierung die ganzen
Reparationsverhand=
lungen maßgebend beeinfluſſen würde, weil jede Regierung ohne
ihn doch auf ſeine Meinung horchen müßte „Ueberraſchend
iſt eigentlich nur, daß er das Finanzminiſterium
ab=
gegeben hat, und noch mehr der Kommentar, den er
hinzu=
fügte, daß er während der
Reparationsverhand=
lungen nach Berlin fahren müßte. Es läßt ſich
eigent=
lich kaum denken, daß er ſelbſt beabſichtigt, die franzöſiſche
Dele=
gation zu führen. Vielleicht handelt es ſich hier nur um ein
Miß=
verſtändnis, daß er zwar die laufenden Arbeiten des
Finanz=
miniſteriums aufgeben will, um deſto mehr Zeit für die
Behand=
lung des Reparationsproblems zu behalten.
Handlungsfreiheit für die kommenden
Repa=
rations=Verhandlungen. — Vor einer Reiſe
Poincarés nach Berlin.
In Paris verlautet, daß Poincaré durch die Abgabe des
Finanzminiſteriums an Chéron ſich die nötige Handlungsfreiheit
für die kommenden Reparationsverhandlungen habe ſichern
wol=
len. Man deutet in dieſem Zuſammenhang an, daß der
Miniſter=
präſident unter Umſtänden Reiſen ins Ausland, unter
Umſtän=
den auch nach Berlin, unternehmen werde. Pertinax hält im „Echo
de Paris” das Verbleiben Poincarés an der Spitze der
franzö=
ſiſchen Regierung als ein Ereignis von europäiſcher Bedeutung.
Seit September ſeien Verhandlungen im Gange, die zur
Räu=
mung des Rheinlandes und zur Regelung des
Reparations=
problems führen würden. Es handele ſich darum, zu wiſſen, ob
das Rheinland aufgegeben werden ſolle, ohne daß Garantien
gegen den Anſchluß Oeſterreichs an Deutſchland verlangt würden.
Auch für das Reparationsproblem ſei keine erträgliche Löſung zu
finden, wenn nicht von franzöſiſcher Seite größte Feſtigkeit gezeigt
werde. Da die engliſche Regierung entſchloſſen ſei, eine
Rege=
lung noch vor den Generalwahlen im Mai 1929 zu erreichen,
könne Frankreich nicht einfach am Rhein bleiben, falls
Deutſch=
land den geforderten Preis nicht bezahle.
Die erſte Sitzung des neuen Kabinetts.
EP. Paris, 12. November.
Der Kabinettsrat hat ſich heute 16 Uhr unter dem Vorſitz
Poincarés zu einer Vorbeſprechung über das Arbeitsprogramm
der Kammer und die Regierungserklärung verſammelt. Heute
vormittag hatte Poincaré Antériou, Henneſſy und Forgeot
emp=
fangen, die ſcherzhaft als die „telephoniſchen Miniſter” bezeichnet
werden, weil ſie telephoniſch von ihrer Miniſterwürde
benach=
richtigt worden ſind. Henneſſy wurde ſodann auch vom
Präſi=
denten der Republik, Doumerque, empfangen, dem er über ſeine
Tätigkeit als Botſchaſter in Bern Bericht erſtattete. — Die neuen
Miniſter haben größtenteils heute nachmittag ihren Vorgängern
Beſuche abgeſtattet und ſich das leitende Perſonal vorſtellen
laſſen.
Der Kabinettsrat hat 234 Stunden gedauert und beſchäftigte
ſich mit den gegenwärtig zur Erörterung ſtehenden Fragen und
der Ausarbeitung des Regierungsprogramms, über deſſen
Grundlinien man ſich verſtändigt hat. Nach neuen Beratungen
am kommenden Mittwoch wird die endgültige Faſſung der
Regierungser klärung in einem für Donnerstag
vor=
mittag anberaumten Miniſterrat feſtgelegt werden. Die
Ver=
leſung im Parlament erfolgt am Donnerstag
nachmittag.
— Jack London: „Michael, der Bruder Jerrys”. Broſch. 3.— RM., in
Leinen 4.80 RM. Univerſitas, Deutſch= Verlags=A.=G., Berlin W 50,
Dauentzienſtr. 5.
Von Jack Londons berühmten Hunderomanen der verbreitetſte: die
erſchüütternden Schilderungen dieſes Werkes waren der Anlaß für
begei=
ſterte Leſer in allen Ländern, den Jack=London=Club zu gründen, der die
Zirkusvorführungen dreſſierter Tiere, die er als ſyſtematiſche
Tierquä=
lerei erkennt, zu verhindern ſucht. Das Buch ſelbſt aber iſt kein
Ten=
denzroman, ſondern ein Werk mit allen Vorzügen Jack Londonſcher
Er=
zählerkunſt; ein Werk, das uns in eine unbekannte, reizvolle und
far=
bige Wirklichkeit hineinreißt und ums fremde Schickſale mit der Kraft
des eigenen miterleben läßt. Die Geſtaltung Michaels zeigt wieder, daß
uns Jack London Tiere auf geradezu unbegreifliche Weiſe lebendig zu
machen und nahezubringen weiß; ſein Weg von dem Augenblick an, als
das junge Hündchen vom Steward des Südſeedampfers geſtohlen wird,
bis zu dem Zeitpunkt, da er nach tauſend Abenteuern ſeinen Bruder
Jerry wiederfindet, iſt in jedem Augenblick nicht nur ſpannend,
ſon=
dern auch lebenswahr und ergreifend.
Hals= und Beinbruch. Hundert luftige Karikaturen, gezeichnet von
Ernſt Udet, mit Verſen von Charlie K. Roellänghoff.
3.— RM. Verlag Wilhelm Kolk, Berlin SW 48.
Ein neuer Wilhelm Buſch iſt uns in Ernſt Uder entſtanden, ſein
Wahlſpruch iſt: Lachen tut not! Und zwerchfellerſchütternd lacht man
bei dieſem Buch, in dem unſer populärſter Flieger mit ſeinen
meiſter=
haften Karikaturen Purzelbäume ſchlägt, aufs prächtigſte unterſtützt von
den Verſen Roellinghoffs, des bekannten Maſſeurs des Zwerchfelles,
wie ihn der Berliner Rundfunk nannte. Wie Udet mit ſeinen
waghal=
ſigen Flügen zu ſtaunender Begeiſterung zwingt, ſo reißt er hier mit
zum erlöſenden Lachen.
Die Verſailler Kriegsſchuldtheſe widerlegt! In einem ſoeben bei dem
Verlag Reimar Hobbing in Berlin erſchienenen Buch „Die Widerlegung
der Verſailler Kriesgſchuldtheſe” hat der langjährige Leiter der
Zentral=
ſtelle für Erfoyſchung der Kriegsurſachen und Herausgeber der
Monats=
ſchrift „Die Kriegsſchuldfrage” Alfred v. Wegerer, alle offiziellen
Schuldanklagen, die während der Friedensverhandlungen und im
Ver=
ſailler Vertrag gegen Deutſchland vorgebracht worden ſind,
zuſammenge=
faßt und überzeugend widerlegt. In dem Buch wird auch der Nachweis
gebracht, daß das gegen uns von den Alliierten abgegebene Urteil in der
Kriegsſchuldfrage auf Grund eines völlig unzureichenden falſchen und
ſo=
gar gefälſchten Dokumenten=Materials aufgebaut war. Schon damit fällt
das Urteil in ſich zuſammen. Im übrigen geht das Buch aber auf alle
Anklagen und Beſchuldigungen Punkt für Punkt ein, und findet die
Widerlegung nur an Hand von einwandfreiem Dokumentenmaterial ſtatt.
Wegerer kommt zu dem Ergebnis, daß das Urteil in der
Kriegsſchuld=
frage, wie es in der Verſailler Kriegsſchuldtheſe zum Ausdruck kommt,
falſch iſt und im Intereſſe unſeres Anſehens, ſowie um die notwendige
moraliſche Grundlage für eine Reviſion des Verſailler Vertrags zu
ſchaf=
fen, beſeitigt werden muß. Die „National Ameriean Society”, die eine
engliſche Ueberſetzung des Buches vorbereitet, urteilt über „Die
Wider=
legung der Verſailler Kriegsſchuldtheſe folgendermaßen: „Das von den
Entente=Kommiſſionen erſonnene und in Verſailles von ihren
Wort=
führern wiederholte Lügengewebe wwird hier vollſtändig durchlöchert und
für alle Zeit der Verachtung aller ehrenhaften Menſchen ausgeliefert.”
Geite 4
Dienstag den 13 November 1928
Nummer 316
Dr. phil. Erich Kemmer
Betty Kemmer, geb. Patz
Vermählte
Sießen
Darmstadt
Kittlerstr. 45
4. November 1928.
(*29749
Die Eheleute Ober=Stadtſekrelär Karl
Müller und Frau, geb. Röder,
Jahnſtr. 27, begehen am 14. Nevember
das Feſt der
Silbernen Hochzeit.
(18368
2
Heppiche
Aohne Anz. in 1
Monatsraten liefert
Spezialhaus, Erbitt
Sie unverb.ndl.
Ver=
treterbeſ. u. S159 an
die Geſchſt. (I. 18343
Lampenſchirme,
Tee=
puppen, Kiſſen
wer=
den aufs modernſte
angef.Weidmann,
Eliſa=
bethenſtr. 29. (29798
Dankſagung.
Für die überaus zahlreichen Beweiſe
aufrichtiger Teilnahme bei der langen
Krank=
heit und dem Tode unſers lieben
Ent=
ſchlafenen ſagen wir hierdurch unſern
herz=
lichſien Oank.
Namens der trauernden Hinterbliebenen:
Pwe. Marie Geher, geb. Keller.
Waſchenbach, November 1928.
(18345
Die Eheleute Polizei= Hauptwachtmeiſter
Joh. Straſſer und Frau Anua,
geb. Schneller, Martinſtraße 95,
be=
gehen am 14. November, das Feſit der
Silbernen Hochzeit.
8367
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tapezieren u.
Polſter=
möbel killig.
Ange=
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gemäße Beurteilung unserer Fenster.
Betonen möchten wir hiermit, daß wir weiterhin bemüht bleiben, unsere
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treuen, wenn Sie ternerhin dieselben mit regem Interesse beachten würden.
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Haſtſct
EckeRhein=u:
Grafenſtraße
Nummer 316
Dienstag den 13. November 1928
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 13. November.
— Ernannt wurden: Am 23. Oitober 1928: der Juſtizinſpektor bei
dem Amtsgericht Büdingen Jakob Dickler, zu Ortenberg wohnhaft,
zum Juſtizinſpektor bei dem Amtsgericht Gießen; am 25. Oktober 1928:
der geſchäftsleitende Juſtizinſpektor bei den Amtsgericht Ulrichſtein
Georg Brücher zum Juſtizinſpektor bei dem Amtsgericht Darmſtadt I,
der Juſtizinſpektor bei dem Amtsgericht Alsfeld Karl Friedrich zum
Juſtizinſpektor bei dem Landgericht Darmſtadt, beide mit Wirkung vom
1. Dezember d. J. ab; der Juſtizinſpektor Jabob Kunt, ohne Amtsſitz,
wohnhaft zu Darmſtadt, zum Juſtizinſpktor bei dem Amtsgericht
Darm=
ſtadt II.
— Verſetzung in den Ruheſtand. Am 8. November 1928 trat auf
Grund des § 1 des Geſetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten
vom 2. Juli und 19. Dezember 1923 in der Faſſung des Geſetzes vom
8. Oktober 1925 (Reg.=Bl. S. 249) der Vermeſſungsrat Georg Maurer
zu Darmſtadt in den Ruheſtand mit Wirkung vom 1. Februau 1929.
Dankſchreiben an Staatspräſident Adelung. Für den „
Reichsver=
band Deutſcher Tonkünſtler und Muſiklehrer E. V.” hat der Vorſitzende
Arnold Ebel folgendes Schreiben an Staatspräſident Adelung ge
handt: „Im Rückblick auf eine ſo erfolgreich verlaufene Jubiläumstagung
weiß ſich der Reichsverband Deutſcher Tonkünſtler und Muſiklehrer dem
Staate Heſſen in beſonderem Maße verpflichtet. In dieſem Bewußtſein
empfindet er das Bedürfnis, dem Herrn Heſſiſchen Staauspräſidenten
ſeinen aufrichtigen Dank für die großzügige Unterſtützung zum Ausdrud
zu bringen, den die Darmſtädter Feſrwoche in ihrem Geſamtaufbau und
allen den Sinn des Feſtes betreffenden Fragen finden durfte.
— Lotterie „Darmſtadt im beſten Licht” — Abholung der 5945
Gewinne. Es wird nochmals daxauf hingewieſen, die
Waren=
gewinne bis ſpäteſtens Mittwoch, den 14. November, in dem
Ausſtellungsladen der Firma Gebrüder Höslein, Ernſt=Ludwig=
Straße, abzuholen. Die Ausgabe der Gutſcheine (50 4 10.—
Mark, 500 4 5.— Mark, 5245 à 3.— Mark) beginnt am
kommen=
den Donnerstag, den 15. November, jeweils in der Zeit von 9 bis
1 Uhr und von 3 bis 6 Uhr Werktags in dem Saal der Böttingers
Brauerei, Ludwigsplatz 8 (Eingang durch den Hof).
— Fortuna iſt eine launiſche Göttin, und ſie trifft nach allgemeinem
Urteil wicht immer das Richtige. Sie teilt das mit allen launiſchen
Fraucn. Dieſes Mal hat ſie wenigſten3 einen Menſchen beglückt, dem
das Glück zu gönnen iſt: Der Hauptgewinn der Lotterie der
Darm=
ſtädter Lüſtveranſtaltung fiel an einen jungen Mann aus Arheilgen,
der mit ſeiner Mutter und Geſchhriſtern in beſcheidenen Verhältniſſen
dork lebt. Der glückliche junge Mann, der nur das eine Los im
Hut=
geſchäft Carl Gräff erſtand, iſt Lehrling einer hieſigen Bank.
— Mehr Geographie! Unſer aller Blick für weltpolitiſche und
welt=
wirtſchaftliche Zuſammenhänge muß noch vielmehr als bisher geſchult
werden. Die Zeit, in der Handel und Wandel von Ort zu Ort, von
Provinz zu Provinz erfolgte, iſt längſt vorüber. Politik und Wirtſchaft
rechnen heute mit Ländern und Kontinenten. Unſere
Taſchen=
atlanten vom Deutſchen Reich und von der ganzen
Welt ſind nicht nur graphiſche Meiſterleiſtungen im Kupferſtich,
ſon=
dern emthalten darüiber hinaus geographiſch ſtatiſtiſche Nachweiſe, wie ſie
in ihrer Ausführlichkeit noch nicht einmal von allen großen
Handatlan=
ten geboten werden. Preis jeder Ausgabe 3,50 Mark in allen
Buchhand=
lungen, Agenturen des Darmſtädter Tagblatts und beim Verlag,
Rhein=
ſtraße B3.
— Heſſiſches Landestheater. Heute wird im Großen Haus „Der
Prozeß Mary Dugan” in der Beſetzung der Erſtaufführung gegeben.
Die Vorſtellung iſt der Miete E zugeteilt und beginnt um 19½ Uhr. Des
ungewöhnlichen Erfolges wegen findet auch morgen, Mittwoch, wieder
eine Aufführung des „Prozeß Mary Dugan” als Vorſtellung der
Miete B um 19½ Uhr ſtatt.
Spielplanänderung. Im Kleinen Haus muß heute wegen
Erkrankungen im Perſonal an Stelle der angekündigten Schubert
Sing=
ſpiele „Der Barbier von Sevilla” in Szene gehen. In den Hauptrollen
ſind die Damen Liebel, Walter und die Herren Dr. Barczinſki als Gaſt,
Ebert=Beyer, Jaeger, Herrmann und Kuhn beſchäftigt. Muſikaliſche
Leitung: Kapellmeiſter Boldſchmidt. Die Vorſtellung iſt der
Zuſatz=
miete I und der Miete T, Gruppe 6, zugeteilt und beginnt um 20 Uhr.
„Die kuſtigen Weiber von Windſor” gekangen in der neuen
Gin=
ſtudierung und Inſzenierung Donnerstag, den 15. November, als
Vor=
ſtellung der Miete C um 19½ Uhr erſtmalig zur Wiederholung.
Die am Sonntag mit ungewöhnlichem Erfolg aufgenommene
Vor=
ſtellung „Die tote Tante und andere Begebenheiten” von Kurt Goetz,
in der Inſzenierung Rolf Abramczyks wird Donnerstag, den 15.
No=
bember, als Vorſtellung der Zuſatzmiete V zum erſten Male wiederholt.
Dieſe und alle weiteren Aufführungen der „Toten Tante” beginnen um
19½ Uhr.
— Der zweite Schubert=Abend des Drumm Quartetts iſt für Diens
tag, den 20. November, im Kleinen Haus angeſetzt.
Bildung eines Sprechchors am Landestheater. Herr
Generalinten=
dant Profeſſor Carl Ebert beabſichtigt, dem Landestheater einen Sprech=
Chor anzugliedern. Herren und Damen, auch Studierende und Schüler,
die an der Mitwirkung intereſſiert ſind, werden um ſchriftliche
Mittei=
lung an das Betriebsbüro des Landestheaters gebeten. Die Anmeldung
(mit dem Vermerk „Sprechchor”) muß bis ſpäteſtens Samstag, den
17. November, erfolgt ſein. Es beſteht die Abſicht, den Sprechchor
be=
reits zu der bevorſtehenden Neuaufführung des „Fauſt” heranzuziehen.
— Vereinigung der Freunde des humaniſtiſchen Gymnaſiums. Bei
der Hauptverſammlung, die Freitag, den 16. November, ſtattfindet,
ſpricht der ſtellvertretende Vorſitzende, Profeſſor Dr. W. Büchner,
über: „Horaz als Reiſebegleite in Italien‟. Der
Vor=
trag gründet ſih auf Beobachtungen über Lend und Leute, die ſich dem
Reiſenden in Italien aufdrängen. Die Eigenart des Landes und manche
Eigentümlichkeiten des Volkes ſind von dem Wechſel der Zeiten
unbe=
rührt geblieben und ſpiegeln ſich ſchon in den Gedichten des Horaz. Der
Dichter hatte einen guten Blick für das Weſentliche an den Dingen und
wußte es knapp und gefällig darzuſtellen. Der Vortrag möchte dieſen
Vorzug des Dichters veranſchaulichen und auch zur Kenntnis des
Landes einiges beitragen. — Nach dem Vortrag ſollen die der
Jahres=
verſammlung vorbehaltenen geſchäftlichen Angelegenheiten der
Ver=
einigung erledigt werden.
— Die 300=Jahrfeier des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums in Darmſtadt
ſoll anfangs September 1929 ſtattfinden. Schon im März 1928 iſt der
Verein „Ludwig=Georgs=Gymnaſium” gegründet worden, der alle
ehe=
maligen Schüler des Alten und Neuen Gymnafiums zuſammenfaſſen
ſoll. Der Aufruf zum Beitritt hat bereits einen ſchönen Erfolg
ge=
zeitigt. Ein neuer Werberuf ergeht nunmehr an alle, die die Mit
gliedſchaft bis jetzt noch nicht erworben haben. Der Verein veranſtaltet
— zuſammen mit der Schule — am nächſten Samstag, dem 17.
No=
dember, abends ½7 Uhr, im Gelben Soal bei „Sitte‟, Karlſtraße, eine
Verſammlung, bei der alle das Teſt betreffenden Fragen und
An=
regungen beſprochen werden ſollen. (Siehe Anzeige.)
— Freunde der Darmſtädter Realanſtalten. Am Mittwoch, dem
14. November, abends 20½ Uhr, werden unſere geſchätzten Gäſte und
Mitglieder gebeten, ſich zur Monatsverſammlung bei „Heß”, Kirchſtraße,
einzufinden, und bittet der Vorſtand um rege Beteiligung.
— Kunſtgewerbe. Für Herren und Damen findet im Schulgebäude
der Höheren Landesbauſchule, Neckarſtraße, Aktzeichnen ſtatt,
Donners=
tags von 7—9 Uhr. Teilnehmer können ſich noch melden.
— Vom Muſikverein wird uns geſchrieben: Wir erinnern nochmals
daran, daß die zweite Rate des Jahresbeitrags der inaktiven
Mitglieder bis zum 15. November im Vereinshaus, Steinſtraße 24, zu
entrichten iſt. — Das nächſte Konzert, am 4. Dezember, bringt in
gründlicher Neueinſtudierung mit vorzüglichen Soliſten Haydns „
Schöp=
fung” Am 26. Februar folgt das hier ſehr lange nicht aufgeführte
Oratorium „P=ulus” von Mendelsſohn=Bartholdy und am Karfreitag
Bachs „Johannespaſſion” Anmeldung neuer aktiver und inaktiver
Mitglieder werden jederzeit noch entgegengenommen von Frau Ella
Arnold, Aeußere Ringſtraße 118. Neu eintretende aktive Mitglieder
ſind im erſten Jahre vom Beitrag befreit. Inaktive Mitglieder zahlen
bei Neueintrikt einen entſPrechend der vorgerückten Konzertſaiſon
er=
mäßigten Jahresbeitrag.
Volkshochſchule. Am Samstag, dem 17. November, 20 Uhr, wird
Herr Andrcas Queſſel in einem Vortrag eine Einführung in die
nachrevolutionäre ruſſiſche Literatur geben. Es werden Werke
behan=
delt von Leonow, Gladkom, Babel, und zuar nur ſolche, die auch in
deutſcher Sprache erſchienen ſind. Der Vortrag findet ſtatt im Feſtſaal
des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums, Karlſtraße 2. Die Eintrittsgebühr iſt
fur Mitglieder auf 50 Pf., für Nichtmitglieder auf 75 Pf. feſtgeſetzt.
Am Donnerstag, dem 22. Novemher, 20 Uhr, wurd im Feſtſaal des
Real=
ahmnaſiums Frau Ilſe Glaſer einen Vortrag mit Demonſtrationen
über: „Reine Menſendieck=Gymnaſtik” halten. Frau Ilſe Glaſer iſt
Leiterin der Menſendieck=Schule und des Seminars in Wiesbaden.
Kar=
ten für unſere Mitglieder 50 Pf. und für Michtmitglieder 75 Pf. in
un=
ſerer Geſchäftsſtelle und am Sagleingang.
Heſſiſcher Handwerks= und Gewerbeverband.
Am 10. und 11. Nobember 1928 hielt der Heſſiſche Handwerks= und
Gewerbeverband in Offenbach ſeine Jahrestagung ab. Am Samstag.
dem 10. Nobember, nachmittags 3 Uhr, fand die Sitzung des
Landes=
ausſchuſſes ſtatt, in der insbeſondere das für die öffentliche
Hauptver=
ſammlung vorgeſehene Programm beſprochen wurde. Außerdem wurden
die Wahlen des Vorſitzenden, des ſtellv. Vorſitzenden, des
Hauptaus=
ſchuſſes und der Unterausſchiſſe vorgenommen. Der ſeitherige
Vor=
ſitzende Nohl=Darmſtadt wurde wiedergewählt.
Um 9 Uhr vereinigte ein von dem Handwerkerkartell Offenbach
veranſtalteter Begrüßungsabend die Teilneymer zu einigen frohen
Stunden,
In der am Sonntag, vormittags 10½ Uhr, ſtattgefundenen
öffent=
lichen Hauptverſammlung erſtattete nach Begrüßung durch den
Vor=
ſitzenden des Offenbacher Handwerkerkartells der Vorſitzende Nohl den
Verwaltungsbericht. Er gab zunäcſſt bekannt, daß infolge der
verän=
derten wirtſchaftlichen Verhältniſſe der in Bad=Nauheim gefaßte
Be=
ſchluß auf Veranſtaltung einer Landesgewerbeausſtellung unter eigener
Trägerſchaft des Verbandes nicht aufreeht erhalten werden kann. Jn
ſeinen weiteren Ausführungen ſchilderte der Vorſitzende die Tätigkeit
der 10 Unterausſchüſſe und erkannte die von dieſen geleiſtete Arbeit au.
Zum Schluß ſpricht er dem Miniſterium, insbeſondere dem Herrn
Ar=
beits= und Wirtſchaftsminiſter Korell, für die geleiſtete Unterſtüitzung,
ſowie den Landtagsabgeordneten, den Vorſitzenden der Ausſchüſſe und
den Referenten den Dauk der Verſammlung aus und richtet an dieſe
den Appell, zuſammenzuſtehen und wirht durch Sonderbeſtrebungen die
Einheitsflont zu durchbrechen.
Als weiterer Redner ſpricht Herr Landtagsabgeordneter
Schreiner=
meiſter Lautenbacher über „Altersfürſorge und Rentenverſicherung für
das ſelbſtändige Handwerk”, ein Problem, das das Handwerk ſchon ſeit
ſeinem Beſtehen beſchäftigt. Redner legte dar, daß das Handwerk einer
Eingliederung in die Reichsoerſicherung niemals zuſtimmen dürfe, da
es dadurch einen Teil ſeiner Selbſtändigkeit aufgebe, und ſchildert die
Vor= und Nachteile einer freiwilligen bzw, einer Zwangsverſicherung.
Er empfiehlt, dieſen Gedanken in den einzelnen Organiſationen zu
be=
prechen, damit aus dem ſo gewonnenen Material eine befriedigende
Löſung gefunden werden könne.
Ueber die die Intereſſen des Handwverks berührenden Geſetzsvorlagen
berichtete Herr Direktor Schſüttler. Nedner behandelte insbeſondere die
Handwerkernovelle, die nunmehr zur Beſchlußfaſſung an den Reichsra
gelangt ſei, das Berufsausbildungsgeſetz und das Arbeitsſchutzgeſetz
Im allgemeinew könne geſagt werden, daß einer Reihe von Wünſchen
des Handwerks= und Gewerbes Rechnung getragen ſei. Es bleibe jedoch
noch Wichtiges zu erfüllen, ſo z. B. ſei die Hauptforderung, die
Schwarz=
arbeit durch geſetzgebeviſche Maßnahmen zu unterbinden, auch gefordert
ton der Spitzenvertretung des Handwerks, nicht durchgedrungen.
Nach Erſtattung der Rahnungsablage durch den ſtellv. Vorſitzenden,
Herrn Bildhauer Dieter, wurde in die Diskuſſion eingetreten, in deren
Verlauf zu den einzelnen Referaten von zahlreichen Rednern Stellung
genommen wurde.
Als nächſtjähriger Tagungsort wurde Alzey beſtimmt.
Zum Schluſſe kam noch ein Vertreter der Oppoſition, wie er ſich
ſelbſt nannte, zu Wort und verſuchte in längeren Ausführungen die
Be=
rechtigung zur Gründung eines neſien Landesverbandes nachzuweiſen.
Sab!
Faus
Sodenen
— Orpheum, Märchen=Rerue. Die entzückende Märchen=Kinder=
Revue „Bettelprinzeßchen” fand bei ahrer Erſtaufführung am Sonntag
nachmittag einen begeiſterten Erfolg des ausverkauften Hauſes. Ueber
tarſend kleine und große Kinder erfreuten ſich an den allerliebſten
Dar=
bietungen, insbeſondere waren es die Kleinen, welche mit heißem Gemait
und roten Backen geſpannt die ſchönen Bilder verſolgten. Dieſer große
Erfolg gibt der Direktion Veranlaſſung, „Das Bettelprinzeßchen” am
Mittwoch, 14. November, nachmittags ½4 Uhr, zu wiederholen, und zwar
bei ganz mäßigen Preiſen von 30 Pf. an. Weitere Mitteilungen folgen.
Die große Abend=Revue „Freut Euch des Lebens” wird am Mittwoch
zum letzten Maſe hier aufgeführt. (S. Anz.)
— Gartenbauverein Darmſtadt. Die letzte Monatsverſammlung
war außerordenntlich ſtark beſucht; jedenfalls hat der angekündigte
Vor=
trag über „Die Roſe” eine ſtarfe Anziehungskraft ausgeübt. Auch die
Dezemberverſammlung dürfte vorausſichtlich einen vermehrten Zuſpruck
aufweiſen, da ſie mehr den Charakter einer Weihnachtsfeier erhalten
wwird, und es ſind dafür ausnahmsweiſe wegen der beſchränkten
Raum=
verhältniſſe nur Mitglieder und deren Angehörige zugelaſſen. — Leider
hat der Verein den Verluſt eines langjährigen, treuen Mitgliedes zu
beklagen. Wie allgemein bekannt, iſt vor kurzem Herr Finanzminiſter
f. R. K. Henrich einem qualvollen Leiden erlegen. Der Gartenbau
verein hat alle Urſache, ſeinen Heimgang aufs tiefſte zu beklagen, denn
der Dahingeſchiedene war nicht nur der Gründer eines vornehmen, von
vielen herrlichen Gärten durchſetzten Stadreils im Süden unſever Stadt,
ſondern hat ſich auch neben ſeinen zeitraubenden Amtsgeſchäften ſelbſt
praktiſch im Gartenbau betätigt und zählte zu den einflußreichſten
Gön=
nern des Vereins. Die Anweſenden ehrten ſein Andenken durch E.
heben von den Sitzen. — Die bekannte Gartenfirma von J. C. Schmidt
in Erfurt hatte zur Ausgeſtaltung des Vereinsabends eine kolorierte
Bilderſerie zur Verfügung geſtellt, in welcher die beſten älteren und
neueren Vertreterinnen aus den verſchiedenen Roſenklaſſen recht
über=
ſichtlich gezeigt und ihre Verwendungsmöglichkeiten in der Gartenkunſt
und der Binderei veranſchaulicht wurden. Die Erläuterungen hierzu
gab in ſehr geſchickter Weiſe Herr Hermann Schulz jun.
Die Karnevalgeſellſchaft Narrhalla hat am Sonntag, dem elften
im Elften, traditionsgemäß ihre Veranſtaltungen für die kommende
Saiſon mit einem karievaliſtiſchen Konzert eröffnet. Den muſikaliſchen
Teil beſtritt das Stadtorcheſter Darmſtadt unter Leitung vom
Kapell=
meiſter Willy Schlupp. Das Orrheſter eröffnete den Abend mit
Hauskes Narrhalla=Marſch, unrer deſſen Klängen der Elferrat einzog.
Schneidige, humoriſtiſche Muſikſtücke von Oſtermann und Franzen, meiſt
Kölner Kompoſitionen, und eine Anzohl Schlagerlieder wurden im
wei=
eren Verlaufe des Konzerts zu Gehör gebracht. Ober=Narr Jakob
begrüßte die Anweſenden aufs herzlichſte und dankte für das zahlreiche
Erſcheinen. Gleichzeitig kam er auch auf die Darmſtädter Lichtwoche zu
ſprechen, die er ſatiwiſcher Kritik unterzog. Der Solovortrag von Herrn
Heberer wurde mit großem Beifall aufgenomnen, ſo daß er ſich zu einer
Zugabe gezwungen ſah. Im weiteren hatte der allſeits bekannte und
beliebte Herr Gutkäſe ſich zur Verfügung geſtellt und brachte allerlei
humorvolle Weiſen zu Gehör, die mit großem Beifall aufgenommen
wurden. Ganz beſonders wäre hervorzuheben „Das Aepfelchen” und
„Heut hab ich noch was vor”. Nach Beendigung des Programms
ver=
weilte alt und jung bei einem gemitlichen Tänzchen.
.
— Die Darmſtädter Naturſchutzaus
ung iſt Montags bis
Sams=
tags von 10 bis 1 Uhr und 2 bis 4 Uhr und Sonntags von 10 bis 1 Uhr
geöffnet. Der Eintritt iſt in den ſür das Landesmuſeum feſtgeſetzten
eintrittsfreien Beſuchsſtunden auch für die Naturſchutzausſtellung frei.
(Mittwochs und Samstags nachmittags von 2—4 Uhr und Sonntags
von 10—1 Uhr.) An den übrigen Tagen beträgt das Eintrittsgeld
50 Rpf. für die Perſon. Schulen unter Führung ihrer Lehrer haben
auch an dieſen Tagen freien Eintritt in die „Ausſtellung. Da die
Ans=
ſtellung nur von einer beſchränkten Anzahl Klaſſen gleichzeitig beſichtigt
werden kann, werden auswärtige Schulen, ſowie Vereine, die die
Aus=
ſtellung zu beſuchen wüinſchen, gebeten, ſich wegen Zuweiſung paſſender
Stunden mit der Ausſtellungsleitung (Adreſſe: Pädagogiſches Inſtitut
Darmſtadt, Alexanderſtraße) rechtzeitig dorher ins Benehmen zu ſetzen.
— Autounfall. Am 10. November 1928, gegen 12 Uhr mittags,
fuhr der Chauffeur eines hieſigen Fabrikanten in mäßigem Tempo mit
einem Perſonenkraftwagen durch die Hermannſtraße und gab mehrfach
Signale ab. In der Nähe der Hermannſchule überholte der Chauffeur
einen Radfahrer und bog dann wieder auf die rechte Seite der
Fahr=
bahn. Hierbei kamen mehrere Schüler aus der Sſhule herausgelaufen
und einer rannte über die Straße. Der betreffende Schüiler wurde von
dem Auto erfaßt und zur Seite geſchleudert. Der Chauffeur hielt
ſo=
fort an und verbrachte den Jungen in das Herz=Jeſu=Hoſpital, wo bei
dem Verletzten cin Schlüſſelbeinbruch und eine Gehirnerſchüitterung
feſt=
geſtellt wurden. Nach den bis jetzt angeſtellten Ermittelungen ſoll den
Shauffenr keine Schuld treffen.
Seeliſche, hygieniſche und juriſtiſche Beratung
für Einzel= und Familiennot.
Die erſchütternden Familientragödien, die ſich leider ſo häufig
aller=
orts abſpielen, beweiſen, daß mancher aus dem inneren Gleichgewicht
gebrachte Menſch nur noch in Verzweiflungstaten ſeinen letzten Ausweg
ſieht. Von Schuld oder Verbrechen iſt in dieſen Fällen oft nicht zu
ſprechen; es handelt ſich meiſt um Menſchen, die in ungeheurer ſeeliſcher
Verlaſſenheit und Einſamkeit leben, deren wirtſchaftliche Lage oft weniger
drückend iſt, als die innere Not. Verletztes Ehr= und Rechtsgefühl,
Zwie=
tracht mit Verwandten und Gefährten, Zerwürfniſſe unter Eheleuten und
Schwierigkeiten mit Schülern und Kindern, Angſt vor ſcheinbar
unab=
wendbaren Dingen untergraben das Selbſtvertrauen und lähmen jedes
ſinngemäße Tun und Denken. Jeder Menſch iſt an irgendeiner Stelle
ſeines Gewütslebens leicht verwundbar und ſolche Wunden heilen
ſchwer, ſveil ihre Urſache oft nicht verarbeitet und behoben werden kann.
Eine Hilfeleiſtung für derartige Nöte ſoll die Soziale
Beratungs=
ſtelle des Allgemeinen deutſchen Frauenvereins (Karoline=Balſer Hilfe)
ſein.
Die Sprechſtunden ſind Riegerplatz 12 I., die Auskunft wird an
jedermann (auf Wunſch ohne Namensnennung) unentgeltlich erteilt.
Die Erziehungsberatung, Montags ½6—½8 Uhr abends, findet
ſtatt unter Leitung einer Heilpädagogin. Die feeliſchen Nöte der
Er=
wachſenen haben ihren Urſprung meiſt ſchon im Kindesalter. Das Kind
verliert ja beſonders leicht jedes Selbſtvertrauen und läßt ſich durch
falſche Erziehung in eine Oppoſition gegen ſeine Umgebung
hinein=
treiben, die ſich in Trotz, Bettnäſſen, Stottern, Lernhemmungen
ſexuel=
len Unarten, als Neuroſe und Verwahrloſung äußern kann. Die
Er=
ziehungsbergtung bezwcckt Abſtellung und Verhütung ſolcher
Schwvie=
rigkeiten durch koſtenloſe Beratung von Erzieher und Kind.
½8 Uhr abends, unter Leitung einer
Die Ehehilfe, Dienstags ½6-
Aerztin gibt Rar und Aufklärung für alle Fragen des ehelichen Lebens,
über Eignung zur Eheſchließung und Nachkommenſchaft in körperlicher
und ſeeliſcher Hinſicht.
Die Rechtsauskunft, Mittwoch ½6—½8 Uhr abends, unter Leitung
einer Juriſtin bearbeitet Anfragen über Eherecht, Scheidung,
Alimen=
tation, Familienrecht, Erbangelegenheiten, Mietfragen, Pachtverträge,
Bürgſchaften, Kleinrentner, Fürſorge und ähnliches.
— Aus der Petrusgemeinde wird uns geſchrieben: Um die Mittel
zur Bereitung von Weihnachtsfreude zu geſoinnen, veranſtaltet die
Männer=Vereinigung am 22. Norember, abends 8 Uhr, im
Gemeinde=
haus, Eichwieſenſtraße 8, ein Konzert, auf welches jetzt ſchon
hingewie=
ſen ſei. An dieſer Veranſtaltung dürften nicht bloß die Mitglieder
der Männer=Vereiwigung und des Frauen=Vereins, ſondern alle
Glie=
der der Gemeinde, ja darüber hinaus alle muſikliebenden Kreiſe unſerer
Stadt Anteil nehmen, da es ſich um erſtklaſſige künſtleriſche Darbietungen
handeln wird. Es ſeien nur die Namen Hofopernſänger Biſchoff
und Opernſängerin Frau Elſe Varena genannt, um den Stempel zu
kennzeichnen, welchen die Veranſtaltung tragen wird. Eine Quartett=
Vereinigung (Herr Oskar Kleinberg, Frl. Hilde Finger, Herr Carl
Cauer, Herr Walter Pfaff) wird Werke von Franz Schubert und Joſeph
Haydn zum Vortrag bringen. Herr Oskar Kleinberg wird ſich
außerdem, von Frau Profeſſor Kleinen begleitet, ſoliſtiſch auf der
Vio=
line betätigen. Näheres über die auserleſene Vortragsfolge wird noch
bekannt gegeben. So diel darf jetzt ſchon behauptet werden, daß das
Konzert am 22. November im Gemeindehaus der Petrusgemeinde einen
hohen Kunſtgenuß gewähren und für jeden Beſucher zu einem
weihe=
vollen Erlebnis werden wird. Karten zu 2 Mk., 1 Mk. und 0,50 Mi.
ſind bei Kirchendiener Kropp im Gemeindehaus und in der
Schreib=
warenhandlung Bender, Beſſunger Straße 47, erhältlich.
— Paulusgemeinde. Der Frauenverein der Paulusgemeinde
ver=
anſtaltet am Donnerstag, 15. November, abends 8 Uhr, im Saale der
Pauluskirche für dieſen Winter ſeinen erſten Teeabend. Herr
Studienrat Dr. Ph. Krämer, Leſſen geachtete Stellung als
Schrift=
ſteller bekannk iſt, wird von ſeiner Reiſe in die Südſee erzählen und
einen Lichtbildervortrag über „Die Sonneninſel Java” halten.
Dieſer Vortrag iſt von ſo allgemeinem Intereſſe, daß wir auch die
Männer unſerer Gemeinde herzlich dazu einladen. Der Eintritt iſt frei.
Teekarten, wenn erwünſcht, zu 30 Pf. am Saaleingang.
— Lukasgemeinde. Es wird hierdurch nochmals darauf hingewieſen,
daß das Konzert zum Beſten unſerer Nothilfe nicht heute, ſondern
am Donnerstag, den 15. November, abends 8 Uhr, im
Gemeinde=
haus Kiesſtraße 17 ſtattfindet.
— Jugend im gleichen Schritt. Unter dieſem Namen iſt ein neuer
Film herausgekommen, der Bilder aus dem Leben eines Jugendbundes
bringt. Die reizvollen Aufnahmen zeigen das jugendliche Leben, das
ſich eng an den Urquell aller Kraft, an die Natur, anlehnt; aber auf
dieſem Grunde erblüht auch ein Gemeinſchaftsleben, das Jungen uni
Mädels faſt unbemerkt in ihrer Entvicklung und Reifung fördert.
Wi=
bemerken kaum den Einfluß eines Aelteren, der etwa mit beſtimten
erziehlichen Abſichten in den Kreis träte, ſondern auf die natürlichſte
Weiſe entwickelt ſich alles aus den eigenen Antrieben und Erfahrungen
der Jugend. Da es ſich bei dieſem Jugendkreis um berufstätige
Ju=
gend handelt, ſo können natürlüh auch Anſprüche des Berufslebens
nicht unbeachtet bleiben. Wir ſehen, wie die Jugend ſelbſt den Weg
zu höherer Berufsleiſtung ſucht und wie ſie ihn findet. Auch die
Kon=
flikte, wie ſie ſich im Berufsleben zeigen, bleiben nicht aus, und hier
wird auch das einzige Mal im Film das Eingreifen der älteren
Gene=
ration ſichtbar. In der Berufsarleit müiſſen die Generationen ſich eng
zuſammenſtellen; die Jugend würde hier ohne den Schutz und die
Be=
lehrung der älteren Generation nur ihre Kraft unnötig verbrauchen
Der Film zeigt zuletzt, wie die einzelnen jungen Menſchen allmählich
rerſtehen lernen, daß alles Wollen und Können des Einzelnen
einmün=
den muß in die Aufgabem und Forderungen einer größeren
Gemein=
ſchaft. So findet der Film ſeinen Höhepunkt im begeiſterten Anſchluß
an ben Jugendbund, der dem Einzelnen nicht nur hilft, ſondern auch
ſeine Kräfte entfaltet und ihn die hohe Freude lehrt, über ſicht ſelbſt
hinaus für ein gemeinſames Ideal innerhalb unſerer Volksgemeinſchaft
zu wirken. Der Film iſt herausgegeben vom Jugendbund im
Gewverk=
ſchaftsbund der Angeſtellten, hergeſtellt von der Excentric=Film=
Geſell=
ſchaft. Bemerkenswert iſt, daß keine Berufsdarſteller, darin
mit=
gewirkt haben. — Die Uraufführung erfolgte kürzlich anläßlich einer
beſonderen, unter dem Protektorat des preußiſchen Handelsminiſters
Dr. Schreiber ſtehenden Feſer im Plenarſitzungsſaale des preußiſchen
Wohlfahrtsminiſteriums in Berlin.
— Beffunger Knabenſchule. Es dürfte für weitere Kreiſe der
Be=
völkerung von Intreſſe ſein, daß 50 Jahre ſeit Erbauung des
Schul=
hauſes der Beſſunger Knabenſchule verfloſſen ſind. Fährt man im
ſüd=
lichen Stadtteil mit der Straßenbahn durch die Ludwigshöhſtraße, ſo
erblickt man an der lutzten Halteſtelle, Weinbergſtraße, zur Linken einen
langgeſtreckten, zweiſtöckigen Bau, deſſen Front der Herrngartenſtraße
zugekehrt iſt, das Schulhaus der Beſſunger Knabenſchule. Es beherbergt
zurzeit elf Knabenklaſſen: 7 Grundſchulklaſſen und 4 Klaſſen der Obez,
ſtufe, darunter eine Förderklaſſe. Im vorigen Jahre wurden die
Innen=
räume neu hergeröchtet, ein Schülerbad erbaut, eine Warmwaſſerheizung
eingerichſtet und der Schulhof durch Hinzunahme eines Teiles des
Orangeriegartens erweitert. Die am Hauſe angebrachte Gedenktafel
trägt die Inſchrift: Erbaut ihren Kindern, die Gemeinde Beſſungen im
Jahre 1878. Es ſind ſomit 50 Jahre ſeit der Erbauung verfloſſen, und
das ſoll in dieſen Zeilen beſonders hervorgehoben werden. Im Jahre
1878 war Beſſungen noch eine ſelbſtändige Gemeinde. Sie verfügte in
jener Nachkriegszeit über anſehnliche Mittel, auch hatten die dürftigen
Schulräumlichkeiten einen Neulau erforderlich gemacht. So entſchloß man
ſich zur Errichtung eines Schmlhauſes, das nur der männlichen Jugend
Beſſungens dienen ſollte. Der ſo zuſtande gekommene Bau erwies ſih
nach einer Reihe von Jahren als zu klein, es mußte ein Anbau
erfol=
gen, aber auch dieſer erwies ſich bald als unzureichend, und ſo mußte ein
zweiter Anbau angeſchloſſen werden. Daraus erklärt ſich die lange
Faäade nach dem Orangeriegarten. Aber auch der jetzige Bau reichte
ſchon in der Vorkriegszeit nicht mehr aus, es mußten Klaſſen teils in
ein von der Stadt gemietetes Privathaus am Herdweg, teils in die
Mornewegſchule verlegt werden. Bei dem Geburtenrückgang der letzten
Zeit und der damit verbundenen Verminderung der Kiaſſenzahl reichen
jetzt die Räume knapp aus, unter Verzicht auf einen
Werkunterrichts=
ſaal, ein Lehrmittelzimmer und andere notwendige Räume. Ein
Unter=
richtsſaal dient zugleich dem Kinderhort als Arbeitsſtätte. Wenn die
Klaſſenzahl in den nächſten Jahren pieder anwäuhſt, müſſen Klaſſen
wie=
der auswärts gelegt werden, oder es muß ein neues Sſtulhaus erbaut
und das jetzige einem anderen Zweck zugeführt werden. In dieſer
Beſſunger Volksſchule im beſten Sinne des Wortes hat der weitaus
größte Teil der derzeitig anſäſſigen männlichen Bevölkerung des
Beſſun=
ger Stadtteils ſeine Schulbildung genoſſen. An die darin verbrachte
Schulzeit kmüpft ſich eine Menge von Jugenderlebniſſen, die feſt in der
Erinnerung haften. Das Schulhaus iſt aber der Ort und Schauplatz
dieſes gemeinſamen Erlebens. Und ſo wird beſenders in dieſem Jahre
gar mancher Altbeſſunger Bürger mit einer gewiſſen Ehrfurcht auf
jenen Bau hinblicken, worin ſich ſeine Lehrer ehemals um ſeine geiſtige
und ſittliche Ausbildung bemühten.
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Straßen= und
Kanal=
bauarbeiten wird der Herdweg zwiſchen Nieder=Ramſtädter Straße und
Requettewog vom 12. d. M. bis auf weiteres für den Auto=, Fuhrwerks=
und Radfahrverkehy geſperrt.
Seite 6
Dienstag den 13. November 1928
Nummer 316
Preisgefrönte Jagdtrophäen
heſſiſcher Jäger.
Der ſorgfältigſten Durchſicht und Prämiierung der beim Hubertusfeſt
des H.J.K. ausgeſtellten, in der Zeit von Hubertus 1927 bis Hubertus
1928 von Mitgliedern erbeuteten Trophäen hatten ſich in liebenswürdiger
Weiſe die Herren Weingutsbeſitzer W. Mahler=Goppelsroeder, Worms,
und Veterinärrat Dr. Friedrich, Dieburg, unterzogen.
Herr Dr. Friedrich gab das Reſultat mit den Worten der
Anerken=
nung über die Güte der ausgeſtellten Hirſchgeweihe und Rehkronen uſw.
bekannt, dabei den ſichtbaren Erfolg der Hegeringbeſtrebungen des Heſſ.
Jagdklubs betonend.
Es wurden prämiiert (G. M. —Goldene Medaille, S. M. —
Sil=
berne Medaille, B. M. — Bronzene Medaille):
1. Rothirſche: G. M.: ein hochkapitaler Achtzehnender mit prächtig
präpariertem Kopf und Hals für den beſten Hirſch aus Starkenburg und
zugleich beſten Hirſch der Ausſtellung; Erleger: Frhr. Max v. Hehl zu
Herrnsheim, Schloß Rennhof bei Hemsbach a. d. B. — G. M.: f. d. beſt.
Hirſch a. d. Odenwald, ein wuchtiger Zwölfender, mit ſehr gut
präparier=
tem Kopf und Hals ausgeſtellt, erlegt von Direktor Fr. Hering,
Lud=
wigshafen a. Rh. — S. M. f. d. zweitbeſten Hirſch a. d. Odenwald:
Zwölfender, erlegt von Rittm. d. R. a. D. Karl Henk=l, Wiesbaden. —
B. M. f. d. drittbeſten Hirſch a. d. Odenwald: Zwölfender, erlegt von
Konſul Herm. A. Hommel, Wiesbaden. — B. M. f. einen guten
Zehn=
nder a. d. Odenwald: Erleger Fabrikant C. Hommel, Wiesbaden. —
M. f. einen weiteren guten Zehnender a. d. Odenwald erlegt von
Werner Liebler, Ludwigshafen a. Rh. — S. M. f. einen Zehnender aus
dem Kranichſteiner Wildpark, erlegt von Prof. Dr. Goetze, Frankfurt
a. M. — G. M. f. d. beſten Hirſch a. d. Taunus, einen broven
Zwölf=
ender mit hervorragend präpariertem Kopf und Hals, erlegt von H. v.
B. M. für einen Zehnender aus dem
Opel, Rüſſelsheim a. M. —
Taunus, Erleger: H. v. Opel, Rüſſelsheim a. M. — G. M. f. d. beſten
Hirſch a. d. Speſſart, einen Zwölfender, erlegt von M. Braun, Frankfurt
a. M. — S. M. f. d. zweitbeſten Hirſch a. d. Speſſart, Zwölfender,
erledigt von E. Fiſcher, Hanau a. M. — G. M. f. einen kapitalen
Vier=
zehnender, beſter Hirſch, aus Oeſterreich, erlegt von Fritz Hildebrandt,
Pfungſtadt. — S. M. f. d. zweitbeſten Hirſch aus Oeſterreich einen
Zehn=
ender, erlegt von Fritz Hildebrandt, Pfungſtadt. — B. M. f. d. drittbeſt.
Hirſch aus Oeſterreich, ein Zehnender, erlegt von Prof. Dr. Goetze,
Frank=
urt a. M. — G. M. f. einen Zehnender aus den Karpathen, erlegt von
Th. Stemmer ſen. Darmſtadt. — B. M. f. einen Achtender a. d.
Kar=
pathen, Erleger: Th. Stemmer ſen., Darmſtadt. — G. M. f. einen
Zwölf=
ender aus Ungarn, erlegt von Rittm. d. R. a. D. K. Henkell, Wiesbaden.
— Grwähnt ſei, daß ſämtliche ausgeſtellten Hirſchgeweihe, mit Ausnahme
eines einzigen, deſſen Träger im Kranichſteiner Wildpark erlegt wurde,
in der Freiwildbahn erbeutet ſind.
2. Damſchaufler: G. M. f. einen Damſchaufler aus Oberheſſen (
Gat=
ter), erlegt von S. Durchl. Prinz Diether zu Yſenburg u. Büdignen. —
S. M. f. einen Damſchaufler aus Oberheſſen (Gatter), erlegt von Sr.
durchl. Fürſt Carl zu Yſenburg u. Büdingen. — G. M. f. eine Kollektion
von 5 Damſchauflern aus Oberheſſen (Gatter), erlegt von Sr. Durchl.
Prinz Diether zu Yſenburg u. Büdingen.
3. Rehböcke: G. M. f. d. beſt. Bock a. d. vord. Odenwald u. zugl.
beſten Bock d. Ausſtellung, einen ganz kapitalen Sechſer, erlegt von
Kon=
ſul B. Sauerwein, Mainz. — G. M. f. d. zweitbeſten Bock a. d. vord.
Odenwald: Brauereibeſitzer Herm. Wiener, Darmſtadt. — S. M. f. d.
drittbeſten Bock a. d. vord. Odenwald: Brauereibeſ. H. Wiener, Darmſt.
— S. M. f. einen weiteren guten Bock a. d. vord. Odenwald: Dir. F.
Bonte, Darmſtadt! — B. M. f. einen Bock a. d. vord. Odenw. Dir. F.
Bonte, Darmſtadt. — B. M. f. einen Bock a. d. vord. Odenwald: Fabr.
W. Euler, Bensheim a. d. B. — G. M. f. d. beſte Kollektion von ſechs
Böcken a. d. vord. Odenwald: Brauereibeſ. H. Wiener Darmſtadt
S. M. f. d. zweitbeſte Koll. v. 12 Böcken a. d. vord. Odenw. Dir
Bonte, Darmſtadt. — G. M. f. d. beſt. Bock a. d. hint. Odenw. E. B
hardt, Frankfurt a. M. — G. M. f. d. zweitbeſten Bock a. d. hint.
Odenwald: Baumeiſter Chr. Liebler, Ludwigshafen a. Rh. — G. M. f.
d. beſt. Bock a. Oberheſſen: Gutsbeſ. Ewald. Aſſenheim. — G. M. f. d.
zweitbeſten Bock a. Oberh.: Oberformeiſter Seeger, Schlitz. — S. M. f.
d. drittbeſten Bock a. Oberh.: Karl Frick, Friedberg. — B. M. f. einen
guten Bock a. Oberh.: Mühlenbeſ. Goppel, Pfordt b. Schlitz. — G. M. f.
d. beſten Bock a. Starkenburg (Ebene): Fphr. Dr. Corn. v. Heyl zu
Hervnsheim, Worms a. Rh. — G. M. f. d. zweitbeſten Bock a.
Starken=
burg (Ebene): Gottfr. Rind, Neu=Iſenburg. — S. M, f. d. drittbeſten
Bock a. Starkenburg (Ebene): Chr. Görlich 10., Büttelborn. — B. M.
f. einen guten Bock a. Starkenburg (Ebene): Gg. Nungeſſer, Gernsheim
a. Rh. — G. M. f. einen abnormen Bock a. Starkenburg (Ebene);
Sr. Exz. Generalleutnant v. Müller, Darmſtadt. — B. M. f. einen gut.
Bock a. d. Taunus: H. Forch, Frankfurt a. M. — B. M. f. einen Bock a.
d. Taunus: Max Rothſchild. Offenbach a. M. — S. M. f. einen Bock
a. d. Speſſart: A. Rupp, Offenbach a. M. — S. M. f. einen Bock a.
Schleſien: Forſtrat Eckhard, Raunheim.
4. Gamskrickel: G. M. f. einen Bartgams a. d. Allgäu: Frhr. Max
v. Heyl zu Herrnsheim, Schloß Renhof b. Hemsbach a. d. B. — S M.
f. einen Bartgams a. d. Allgäu: Prof. Dr. Goetze, Frankfurt a. M.
5. Keilergewehre: S. M. f. ein Paar Keilergewehre aus Oberheſſen:
W. Reif, Haſelecke b. Bad=Nauheim).
6. Sonſtiges: S. M. für einen Birkhahn (Latſchenhahn) aus
Oeſter=
reich: Apotheker Burkhardt, Bensheim a. d. B.
Die Ausſtellung zeigte, daß unſere Wildſtände wieder langſam an die
frühere Höhe kommen. Nicht die Zahlen von früher ſollen wieder erreicht
werden, aber übertroffen werden ſollen Körperbeſchaffenheit und Geweih
des einzelnen Stückes. Daß wir auf dem richtigen Wege ſind, beweiſt die
glänzende Ausſtellung des Hubertustages 1928.
p. Bezirksſchöffengericht. Die Anklage gegen den Kraftwagenführer
Andreas Dees in Reichenbach und Bremſer Math. Heigl in
Jugen=
heim wegen fahrläſſiger Tötung, worüber in Nr. 311 berichtet wurde,
endete am 10. d. M. mit Freiſprechung der Angeklagten,
da das Gericht die Ueberzeugung von der Schuld nicht zu gewinnen
vermochte.
Briefkaſten.
Jeder Anfrage iſf die letzte Bezugsquittung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechisverbindliſchkeſt.
N. H. Ein Rezept iſt in unſerer Beilage vom 4. November
veröf=
fentlicht.
H. B., Darmſtadt. An die Gerichtsſchreiberei des Heſſiſchen
Amts=
gerichts I, hier.
K. M., hier. Dieſe Beſtimmung iſt bei Erhöhung der Miete auf
120 Prozent der Friedensmiete aufgehoben worden. Eine Ausnahme
gilt nur noch bei Badeanlagen.
J. K. B., hier. Es kommt darauf an, ob Sie ſich verpflichtet haben,
die Ware gegen Poſtnachnahme einzulöſen. Haben Sie ſich dazu nicht
verpflichtet, ſo können Sie wohl die Nachnahme zurückweiſen, bleiben
*Bezirksſchöffengericht.
1. In Numer 25 der hier erſcheinenden „Kritiſchen
Wochen=
ſchrift von Heſſen” vom B. Juni 1928 war ein „Die Heag”
überſchriebe=
ner Artikel enthalten, der anknüpfend an die der Generalverſammlung
vorgelegte Bilanz die Ausſchüttung einer 10prozentigen Dividende auf
4 Millionen Aktienkapital — 400 000 Mark gloſſierte. Die Heag
mar=
ſchiere in der Reihe der beſtverdienenden deutſchen Aktiengeſellſchaften.
Die Anklage erblickt in den gemachten Darlegungen eine Beleidigung
der Vorſtandsmitglieder und des Aufſichtsrats der Heag.
Der Verteidiger des Schriftleiters ſtellt den Antrag auf Ablchnung
des Schöffen Stadtwerordneten Hütſch, da dieſer ſchon öfters von der
Wochenſchrift ſtark angegriffen worden ſei. Der Vorſitzende verkündet
Beſchluß, daß der Ablehnungsantrag zurückgewieſen werde.
Der Verteidiger beanſtandet die Zuläſſigkeit der Nebenklage, da die
angeblich Beleidigten nicht zur Erhebung der Pridatklage befugt ſeien;
er kündigt zugleich an, daß gegen den Beſchluß betreffend die Ablehnung
des Schöffen Hütſch ſofortige Beſchwerde erhoben werde.
Das Gericht beſchließt die Zulaſſung der Nebenklage. Im übrigen
wird das Verfahren ausgeſetzt, bis über die ſofortige Beſchwerde
ent=
ſchieden iſt.
2. Ein Einwohner von Kleeſtadt ſteht unter der Anklage der
fort=
geſetzten gefährlichen Körperverletzung ſeiner 62jährigen Mutter. Der
Angeklagte behauptet, die Mutter habe Räumungsklage gegen ihn
er=
hoben, Mißhandlungen derſelben beſtreitet er. Den Vorgängen liegen
Familienſtreitigkeiten zugrunde. Ein Zeuge bekundet, die Mutter ſei
eine nervöſe Frau, die zwiſchen zwei Feuern ſtehe. Das Urteil
er=
kennt wegen Körperverſetzung auf 20 Mark, wegen tätlicher Beleidigung
auf 10 Mark Geldſtrafe.
3. Ein früherer Bergingenieur ſoll im Februar 1928 bei Abſchluß
eines Kaufrertrages bezüglich eines Hotels über ſeine
Vermögensver=
hältniſſe unwahre Angaben gemacht haben, weshalb Anklage wegen
Betrugs erhoben iſt. In dem wotariellen Vertrag war eine Anzahlung
von 20 000 Mark vereinbart bei einem Geſamtkaufpreiſe von 52 000 Mark.
Der Staatsanwalt findet, daß der Angeklagte unvorſichtig gehandelt
habe, ohne ſich die nötigen Unterlagen zu verſchaffen; von einem
Be=
truge könne aber keine Rede ſein. Es wird die Freiſprechung beantragt.
Der Verteidiger ſchließt ſich dieſem Antrage an, Angeklagter habe ſich
über den Wert des Objekts getäuſcht.
Das Urteil ſprichtfrei.
Lokale Veranſtaltungen.
Die hierunter erſchelnenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Krilk.
— Deutſchorden, Kommende Darmſtadt. Der „
Stahl=
helm”, Bund der Frontſoldaten, Ortsgruppe Darmſtadt, hat uns zu der
morgen Dienstag, den 13. d. M. abends 8 Uhr, im „Bürgerhof”,
Eli=
ſabethenſtraße, ſtattfindenden 10jährigen Gründungsfeier des Vereins
eingeladen. Alle Ordensbrüder mit ihren Angehörigen werden gebeten,
zahlreich zu erſcheinen.
— Bund Königin Luiſe. Heute, Dienstag, den 13.
Novem=
ber, abends 8 Uhr, findet im „Bürgerhof” Elifabethenſtraße, die
zehn=
jährige Gründungsfeier des „Stahlhelm”, Bund der Frontſoldaten, ſtatt.
Die Kameradinnen ſind eingeladen, und wird um zahlreiche Beteiligung
gebeten.
— Hausfrauenbund. Herr Dr. Halberſtadt wird heute mittag
in unſerer Monatsverſammlung einen Vortrag halten über: „Was muß
die Hausfrau von dem Wohnungstarif des Gaswerks und der
Wirtſchaft=
lichkeit der Gasverwendung im Haushalt wiſſen?” Zur vereinfachten
Haushaltführung iſt es nötig, daß die Hausfrauen auch in dieſe
Neue=
rung Einblick bekommen. Wir bitten um zahlreiches, püinktliches
Er=
ſcheinen. Kaffeeſtunde vorher.
— Lichtbildervortrag am Mittwoch, dem 14. November,
abends 8,15 Uhr, im G. D.H.=Heim, Riegerblatz 3, über Aufbau und
Auf=
gaben des Reithes. Herr Schulrat Weißenſtein aus Frankfurt a. M.
iſt für dieſen hohintereſſanten Vortrag gewonnen worden. Der
Vor=
trag iſt von zahlreichen und guten Lichtbildern begleitet. Ein
Eintritts=
geld oder dergleichen wird nicht erhoben, ſo daß ber Beſuch des
Vor=
trags dringend empfohlen werden kann. Nichtmitglieder ſind als Gäſte
herzlich willkommen. —
Am Samstag, dem 17. November, abends
8,30 Uhr wird im gleichen Heim vom G.D.H. die Vortragsreihe „Die
deutſche Wirtſchaft” fortgeſetzt werden, und zwar über das Thema:
„Vom Handwerk zum Truſr”, Von 59 Lichtbildern iſt dieſer Vortrag
be=
gleitet, der auch ohne Eintrittsgeld ſtattfindet.
Aus den Parteien.
— Deutſche Volkspartei, Frauengruppe. Wir
er=
innern unſere Freundinnen an unſere geſellige Zuſammenkunft am
Mittwoch, den 14. November, nachmittags 4 Uhr, auf dem Heiligen
Kreuz. Eine junge Sängerin, Mitglied der Jugendgruppe, wird uns
mit einigen Liedern erfreuen. Wir hoffen auf zahlreichen Beſuch.
Tageskalender für Dienstag, den 13. November 1928.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus Anfang 19.30 Uhr, Ende
gegen 22 Uhr, E 8: „Der Prozeß Mary Dugan
— Kleines Haus,
Anfang 20 Uhr Ende nach 22 Uhr, Zuſatzmiete I (4): „Der treue
Soldat”, hierauf „Die Weiberverſchwörung”. — Orpheum, abds.
20.15 Uhr: „Freut euch des Lebens”. — Konzerte: Schloßkaffee,
Kaffee Rheingold, Hotel Schmitz, Spaniſche Bodega, Sportplatzkaffee.
— Hausfrauenbund nachm. 16 Uhr, Heidelberger Str. 47:
Vortrag. — Kinovorſtellungen: Helia, Palaſt Lichtſpiele,
Reſidenztheater.
Baby jauchzt
vor Wohlbehagen bei der Einpuderung mit Vaſenol=Wund= und
Kinderpuder. Dank ihm bleibt es munter und zufrieden. Es
kennt kein Wundſein, da die Anwendung des Vaſenol=Wund= und
Kinder=Puders einen ſicheren Schutz gegen die Einwirkung der
Feuchtigkeit bietet.
(IL.18 50
Aus Heſſen.
Allgemeine Geflügel=Ausſtellung
in Eberſtadt.
F. Die vom 9. bis 11. November 1928 im Saale des Gaſthauſes
„Zum Schwanen” (Schmitt) veranſtaltete Allgemeine
Geflü=
gelausſtellung, mit deren Durchführung der hieſige
Geflügel=
zuchtverein beauftragt war, hatte aus allen Teilem der Provinz eine
reiche Beſchickung aufzuweiſen und übertraf in ihrem Umfange alle
früheren Ausſtellungen dieſer Art. Einen großen Raum in der
Aus=
ſtellung nahm naturgemäß das Huhn ein, das in allen Raſſen und
Gattungen vertreten war, ſo: Plymouth=Rocks, Orpingtons
Lachshüh=
ner, Wyandottes, Barnevelder, Dominikaner, Rodeländer, Suſſex,
Mi=
norkas, Italiener, Namelsloher, Rheinländer, Brakel, Hamburger,
Oſtfr. Silber=Möven, Ruſſ. Orloff, Paduaner, Amerik. Leghörner u. a.
Auch einige recht ſchöne Zuchtſtämme waren ausgeſtellt, daneben auch
ein ſchöner Putenhahn aus der Wieſenmühle Gberſtadt. In der
Abtei=
lung „Waſſergeflügel” waren zu ſehen: Pekingenten, Khaki=
Campbell=Enten und indiſche Laufenten. Beſondere Aufmerkſamkeit
er=
regten die ausgeſtellten Zwerghühner, die in allen möglichen
Ab=
ſtufungen vertreten waren, und weiter naturgemäß auch das
Zier=
geflügel, ſo die wunderſchönen Perlhühner von Amelung=
Eberſtadt und die geradezu herrlichen Goldfaſanen von Georg
Breit=
wieſer=Ober=Ramſtadt und Johann Flauaus 2.=Hähnlein. Ene
reizende Schau boten auch die Tauben, von denen an Gattungen
aus=
geſtellt waren: Engl. Kröpfer, Altdeutſche Kröpfer, Heſſiſche Kröpfer,
Engl. Zwergkröpfer, Brünner Kröpfer, Elſterkröpfer, Steigerkröpfer,
Koburger Lerchen Pfautauben, Steinheimer Bagdetten, Thüringer
Flügeltauben, Schildtauben und Schwalbentauben ſowie von der
Gat=
tung der Tümmler: Elſtertümmler, Kölner Tümmler,
Weißſchwanz=
tüimmler, Bärtchentümmber, Selftümmler. Berliner kurze Tümmler,
Stargarder Zitterhälſe, Däniſche Tiger, Deutſche Mövchen, Chineſiſche
Mövchen, Blaſſe Pfaffen, Goldgimpel, Trommeltauben und
Schönheits=
briefer. Auch Futtermittel und Futtergeräte waren ausgeſtellt, ſo von
der Landwirtſchaftlichen Abſatz= und Bezugsgenoſſenſchaft Eberſtadt,
Frau E. Wedde=Eberſtadt und der Firma Bitſch u. Schambach=
Eberſtadt. Die bekannte Firma Spratts A.=G., Berlin=Rummelsburg,
war durch die Firma Philipp Eyſenbach vertreten.
Die Preisrichter hatten bei dem großen Umfang der Ausſtellung
eine rieſige Arbeit zu bewältigen, waren doch über 500
Einzelbewer=
tungen vorzunehmen, eine Aufgabe, die auch nicht leicht und vor allem
ſehr undanbbar iſt. Es iſt unmöglich, das ganze Ergebnis zu
veröffent=
lichen. Es wird dies im Nachfolgenden nur inſoweit geſchehen, als
Ehrenpreiſe zuerhannt wurden.
Hühmer. Plymouth=Rocks: Henne, geſtreift, Z. 28: Bitſch
u. Schambach=Eberſtadt Orpington: Henne, gelb, Z. 28: Ad.
Wen=
ninger=Weinheim. Wyandottes: Henne, ſilber, Z. 28: Wilhelm
Gärtner=Weinheim: „Henne weiß, 3. 28: Peter Rechel 13.=Hähnlein;
Henne, ſchwarz, Z. 28: Joh. Frank=Jugenheim. Barnefelder:
Hahn, Z. 28: Georg Kehres=Darmſtadt. Dominikaner: Hahn,
Z. 28: Ad. Wenninger=Weinheim. Rodeländer: Hahn, 3. 28:
Lehrer Born=Eſchollbrücken. Suſſex: Henne, gelb, 3. 28: Georg
Berbner=Weinheim. Minorka: Hahn, ſchwarz, einfk., Z. B: B.
Kauffmann=Eberſtadt. Italiener: Hahn, rebhuhnfarbig, 3. 28:
Wilhelm Krätzinger=Gberſtadt; „Henne, rebhuhnfarbig, Z. 28: Jakob
Berſch=Elmshauſen; Hahn, ſilberhalſig, Z. 28: Philipp Pfaff 7.=
Sprend=
lingen; Henne, weiß, 3. 28: Paul Krauthahn=Eberſtadt; Henne,
ſchwarz=
ſcheckig, Z. B: Sebaſtian Katzenmeier=Eberſtadt. Ramelsloher:
Henne, alt: Martin Heldmann=Eberſtadt. Rheinländer: Hahn,
ſchwarz, Z. 28: Oskar Dietzel=Zwingenberg; Henne, ſchwarz, alt: Oskar
Dietzel=Zwingenberg. Brakel: Henne, filber, 3. 28: Georg Wiemer=
Eberſtadt. Amerik. Leghorn: Hahn, weiß, alt: Ludwig Itſchert=
Eberſtadt. Zuchtſtämme: Amerik. Leghorn, Z. 28: Friedrich Spalt=
Eberſtadt. Waſſergeflügel. Peking=Enten: Erpel, weiß, alt:
Jakob Treuſch 1.=Bochenrod. Khaki=Campbell=Enten: Erpel,
Z. 28: Georg Wiemer=Eberſtadt. Zwerahühner: Wyandottes:
Hahn, rebhuhnfarbig, 3. 28: Immanuel Koch=Sprendlingen.
Zwerg=
kämpfer: Henne, birkenfarbig, Z3. 2: mmanuel Koch=Sprendlingen.
Deutſche Zwerge: Henne, ſchwarz, alt: Chriſt. Plößer=Groß=Gerat.;
Hahn, orangefarbig, Z. N7: Ad. Beher=Ober=Ramſtadt. Bantam,
ſchwarz: Henne, Z. 28: Gg. Beck=Sprendlingen, Tauben. Altdeutſche
Kröpfer: Tauber, alt, weiß: Fritz Rückert=Eberſtadt. Heſſiſche
Kröpfer: Tauber, alt, blau v. B.: Heinrich Gärtner=Wixhauſen.
Engl. Zwergkröpfer: Tauber, alt, blau geh.: Wilhelm Volk=
Darmſtadt. Brünner Kröpfer: Tauber, alt, ſchwarz: Heinrich
Schuch=Eberſtadt. Elſterkröpfer: Täubin, rot, Z. 28: Philipp
Eſſinger=Reichenbach. Steinheimer Bagdetten: Tauber, alt,
rot: Georg Ludwig 1.=Nieder=Modau. Thüringer
Flügeltau=
ben: Täubin, blau m. B., Z. 28: Jakob Götz=Pfungſtadt. Tümmler.
Elſtertümmler: Täubin, alt, langſchn. rot: Georg Höreth=Ober=
Ramſtadt. Stargarder Zitterhälſe: Tauber, gelb, Z. B:
Chriſt. Plößer=Groß=Gevau. Chineſiſche Mövchen: Täubin, blau, Z. 28
Georg Beck=Sprendlingen. Trommeltauben: Tauber, alt,
Vogt=
länder Weißkopf: E. Tröger=Hähnlein. Sſchönheitsbriefer:
Tauber, alt, rot: Georg Ludwig 1.=Nieder=Modau; Täubin, alt,
dun=
kelgeh.: Heinrich Hill=Eberſtadt; Täubin, dunkelgeh., Z. B: Peter
Win=
tersdorf 2.=Pfungſtadt.
An. Arheilgen, 12. Nob. Eine Beratungsſtunde der Mutter=
und Säuglingsfürſorge findet am 13. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr, in
der Kleinkinderſchule ſtatt. — Die hieſige evangeliſche
Kirchen=
kaſſe gibt bekannt, daß die Martinigefälle, Güterpacht und Holzgelder
bei Meidung der Mahnung bis zum 15. ds. Mts. zu bezahlen ſind. Ab
15. d8. Mts. werden für Holzgelder Zinſen berechnet. — Der
Arbei=
ter=Bildungsausſchuß veranſtaltet, beginnend am 16. ds. Mts.,
abends 8 Uhr, im Bildungsheim eine Vortragsreihe über „Arbeitsrecht”.
Referent iſt Herr Gewerkſchaftsſekretär Wilh. Richter=Darmſtadt. Die
Vorträge ſeien beſonders Betriebsräten, Vertrauensleuten uſw.
wärm=
ſtens empfohlen und finden dieſelben jeweils Freitags von 20—22 Uhr
ſtatt.
Aa. Pfungſtadt, 11. Nov. Familienfeier. Die Ortsgruppe
Pfungſtadt des Verbandes der Nahrungsmittel= und Getränkearbeite
hielt am Samstag abend im Gaſthaus Rädche eine Familienfeier ab, bei
der die Ehrung mehrerer Jubilare vorgenommen wurde. — Der
Ge=
ſangverein „Liederkranz” hielt am Samstag einen Theaterabend ab.
Gegeben wurde der Schwank „Die ſpaniſche Fliege” von Franz Arnold
und Ernſt Bach. Das Stück hatte einen großen Lacherfolg. Eine
Wie=
derholung des Stückes fand am Sonntag jabend ſtatt. Vor der
Auf=
führung brachte der Verein durch ſeinen Männer= ſowie durch ſeinen
Gemiſchten Chor einige Lieder zum Vortrag.
Deieunte Dent Bſen beosek z
Jeder ſchlecht beleuchtete Raum widerſpricht der hohen
Entwicklungs=
ſtufe der heutigen Lichttechnik. Für jeden Beleuchtungszweck
gibt es paſſende Leuchten und paſſende Osram=Lampen.
Laſſen Sie ſich vom Elektrofachmann lichtwirtſchaftlich beraten.
Namme: 16
Denstag, den 13. November 1928
Seite 7
80jähriges Jubiläum
der Inneren Miſſion in Heſſen.
Am Dienstag, 6. November, feierte in Gießen der Oberheſſiſche
Verein für Innere Miſſion ſein 50jähriges Jubiläum. Der
Verein iſt hervorgegangen aus dem Verein für Innere Miſſion in
Gießen und Umgegend, der vor nunmehr 50 Jahren gegründet worden
iſt. Beſondere Förderer und Träger der Arbeit waren die beiden
Männer, derer in Dankbarkeit gedacht wurde: Pfarrer D. Schloſſer
und Profeſſor Stamm. Der Verein arbeitete zunächſt in den
Deka=
naten Gießen, Grünberg, Hungen und Nidda. Die
Gründungsver=
ſammlung legte das nächſte Ziel feſt: Verbreitung guter Schriften,
ſo=
wie Pflege und Rettung verwahrloſter Kinder. Das „Eliſabethenhaus”
in Bad=Nauheim verdankt dem Verein ſein Entſtehen; 1881 errichtet,
1909 in einem neuen Heim untergebracht, hat es ungzählte Kinder zu
erfolgreichen Kuren aufnehmen können. Dem weltberuhmten Profeſſor
Harnack und ſeiner Anregung verdankt die Herberge in Gießen ihre
Entſtehung. Vor einigen Jahren wurde ſie in einem neuen Gebäude
untergebracht und erfreut ſich eines regen Beſuches. Durchſchnittlich
kehren täglich 80 Gäſte in ihr ein. Die Herberge in Friedberg, die der
Inflation zum Opfer gefallen war, wird im Jubiläumsjahr wider
er=
öffnet werden. Auch zur Gründung des Eleonorenhoſpizes in Bad=
Nauheim gab der Oberheſſiſche Verein entſcheidende Anregung.
Der Vorſitzende, Profeſſor Dr. Weimar in Gießen, begrüßte
nach der eindrucksvollen Andacht von Pfarrer Lenz, die zahlreich
Er=
ſchienenen, insbefondere die Vertreter der Landeskirche, der Univerſität
und der ſtaatlichen Behörden. Sein beſonderer Gruß galt Herrn
Kauf=
mann, der ſeit Gründung des Vereins dem Vorſtand angehört. Er
ſo=
wie die Herren Kirchenrat Strack, der langjährige Rechner, und Pfarrer
Adolph wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Es folgten Grußworte
des Vertreters des Landeskirchenamts, des Landesvereins für Innere
Miſſion, der Univerſität, des Predigerſeminars in Friedberg und
ver=
ſchiedener Vertreter ſtaatlicher Behörden. Letztere betonten beſonders
die erfrenliche Zuſammenarbeit der ſtaatlichen und freien
Wohlfahrts=
pflege und gaben der Hoffnung Ausdruck, daß dieſelbe auch in Zukunft
weiter gefördert werden möchte. Profeſſor D. Cordier ſprach über:
„Die Kriſis der modernen Wohlfahrtspflege und die Innere Miſſion”.
Am Nachmittag wurden die Anſtalten der Inneren Miſſion in Gießen
beſichtigt: Die ſchon genannte Herberge zur Heimat und die
verſchie=
denen Anſtalten des Vereins für Armen= und Krankenpflege, der ſich in
den letzten Jahren ſehr entwickelt hat. Erwähnt ſei die „Zuflucht” mit
580 Aufnahmen in 3454 Pflegetagen. Weiter unterhält der Verein das
Evangeliſche Schweſternhaus, in dem im letzten Jahre in 10 616
Pflege=
tagen 851 Kranke verpflegt worden ſind.
In dem zahlreich beſuchten Feſtgottesdienſt, der durch Chorgeſänge
der Chorſchule und des Kirchenchors verſchönt wurde, predigte der
Direktor der Nieder=Ramſtädter Anſtalten, Herr Pfarrer Schneider.
Um 8 Uhr verſammelte ſich eine große Anzahl Innerer
Miſſions=
freunde aus der Stadt Gießen im Kaffee Leib. Der Präſident der
Heſſiſchen Landeskirche D. Dr. Diehl erinnerte in ſeiner
Begrüßungs=
anſprache an die drei „tollen” Jahre: 1848, 1878, das Jahr des
Sozia=
liſtengeſetzes, und 1928, in dem wir — wie er ausführte — nicht wiſſen,
wvie lange es noch einen Freiſtaat Heſſen und eine Heſſiſche
Landes=
kirche geben wird. Aber, führte er weiter aus, das Jahr 1848 bedeutete
den Beginn der Inneren Miſſionsarbeit in Deutſchland, nach Wicherns
Auftreten auf dem Kirchentag in Wittenberg. Im Jahre 1878 entſtand
Gundernhaufen, 12. Nob. Am kommenden Mittwoch, den 14.,
abends 8 Uhr, iſt in hieſiger Kirche ein Miſſionsabend. Miſſionar
Chle=
boun von der Herrnhuter=(Brüder=MMiſſion, wird einen Vortrag mit
Lichtbildern über die Miſſion in Südafrika halten. In zahlreichen
Licht=
bildern wird der Segen der Miſſion lebendig vor Augen geführt. Der
Poſaunenchor will mitwirken.
G. Ober=Ramſtadt, 12. Nov. Bauweſen. Während die
Bau=
arbeiten im allgemeinen der Jahreszeit entſprechend jetzt nach und nach
eingeſtellt werden, iſt man auf der Bauſtelle zum Rathausneubau in
der Darmſtädterſtraße eifrig tätig, um die derzeit immer noch günſtige
Witterung für dieſes Bauvorhaben nach Möglichkeit auszunützen. Dabei
finden eine ganze Anzahl hieſiger Arbeiter Beſchäftigung. — Das dem
künftigen neuen Rathaus gegenüberliegende Kaffee Joos, welches zu
Beginn dieſes Monats pachtweiſe an Herrn Aug. Ehrhardt, hier,
über=
ging, hat nun ſeinen Namen gewechſelt. Es führt jetzt den Namen
Wirtſchaft zum Rathaus”. — Mittwoch, den 14. d. Mts., findet eine
Gemeinderatsſitzung mit ziemlich reichhaltiger Tagesordnung ſtatt. In
dieſer Sitzung wird Gemeinderat Braband als Beigeordneter verpflichtet
und in den Dienſt eingeführt werden.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 11. Nov. Gemeinderatsbericht. Vor
Eintritt in die Tagesordnung wird an Stelle des ausgeſchiedenen
Ge=
meinderatsmitgliedes Reitz der neu eintretende Gemeinderat Chriſt.
Göbel verpflichtet und in ſein Amt eingeführt. — Die Aufwertungsfrage
der Papiermarkſchulden der Gemeinde bei der Heſſiſchen
Landeshypo=
thekenbank nimmt einen breiten Naum der Verhandlungen ein. Die
Bank verlangt einen Aufwertungsbetrag von 50 000 Goldmark, obſchon
ſie ſeinerzeit ausdrücklich bei Rückzahlung der Papiermarkſchulden auf
jede weitere Aufwertung aus der Geldentwertung verzichtet hat. Für
den Gemeinderat war die Frage zu ſchwerwiegend, um ſich in der letzten
Sitzung ſchon endgültig entſcheiden zu können. Die Verwaltung wurde
beauftragt, ein juriſtiſches Gutachten einzuholen. — Die beiden von
der Ludwigſtraße einbiegenden neuen Straßen werden wie folgt
be=
nannt: a) die beim Hauſe Cölln abgehende „Gartenſtraße” und die bei
dem Hauſe Eiſinger abgehende „Hochſtraße‟. — Für die
Oberflächen=
behandlung — Teerung — der verſchiedenen Ortsſtraßen werden als
Anteil der Gemeinden an den entſtandenen Koſten von ſeiten der
Pro=
vinzialbauverwaltung insgeſamt 1331,34 Mark verlangt. Der Betrag
wird genehmigt. — Dem Anſinnen der Firma Ibel u. Lotz=Darmfradt
zur Aufſtellung von fünf bis ſechs Plakatſäulen wird ſtattgegeben.
Der der Anſtalt für Epileptiſche gehörige, bei ihrer Mühle gelegene
freie Platz in der Untergaſſe ſoll gegen Gemeindegelände in der Steig
ausgetauſcht werden. Die Verwaltung wird zur Einleitung der Ver=
der feiernde Verein, und wir dürfen Gottes Hand in dieſem
Zuſammen=
treffen ſehen, daß, während ein Kampf beginnt, ſich hier Chriſten
zu=
ſammenſchloſſen, um praktiſche ſoziale Arbeit zu tun. 1928 bedeutet eine
weitere Stufe in der Entwicklung, in dem die Landeskirche bei
Grün=
dung des Mädchenheims „Glauburg” als Mitarbeiterin an dem
prakti=
ſchen Liebeswerk in Erſcheinung tritt.
Nach wertvollen muſikaliſchen Einlagen hielt Profeſſor Veidt
vom Predigerſeminar in Herborn einen in die Tiefe und in die Weite
führenden Vortrag über „Innere Miſſion und ſoziale Frage”.
Der Mittwoch brachte die Jahresverſammlung des
Heſ=
ſiſchen Landesverbandes und des Landesvereins
für Innere Miſſion. Herr Pfarrer Becker von Gießen
hielt die Morgenandacht. Der Vorſitzende des Landesvereins, Herr
Pfarrer Wagner aus Darmſtadt, begrüßte die Vertreter der Kirche,
des Staates und der Kommune und die aus allen Teilen des Landes
erſchienenen Mitarbeiter der Inneren Miſſion. Aus dem Jahresbericht
des Direktors, Pfarrer Röhricht von Darmſtadt, ſei erwähnt, daß
im April das Krüppel=Lehrlingsheim der Inneren Miſſion in Nieder=
Ramſtadt eröffnet werden konnte, das ſich inzwiſchen mit jungen
männ=
lichen Krüppeln gefüllt hat, die dort als Schneider, Schuhmacher,
Korb=
macher, Beſen= und Bürſtenhinder ausgebildet werden ſollen mit dem
Ziel der Ablegung der Geſellenprüfung. Weiter ſei erwähnt, daß der
Landesverein im Berichtsjahr das Erziehungsheim „Aumühle” und das
Durchgangsheim „Wichernheim” übernommen hat. Für 16 Kinder
wurden im „Eliſabethhaus” in Bau=Nauheim ſechswöchige Kuren
ver=
anſtaltet, die finanziert wurden durch den Verkauf von
Wohlfahrts=
briefmarken. Die Volksmiſſionsarbeit des Landesvereins wird durch
drei Volksmiſſionare und den Vereinsgeiſtlichen ausgeübt. Das alte
Ziel der Verbreitung guter Schriften iſt wieder ins Auge gefaßt
wor=
den, als mit dem 1. Januar ein Kolporteur und Schriften=Miſſionar
angeſtellt wurde. Erfolgreich arbeitete die evangeliſche Sterbevorſorge
und ſeit kurzem die evangeliſche Heimſtättengeſellſchaft, die den
Woh=
nungsbau zu fördern zum Ziel hat.
Der Vereinsgeiſtliche für Innere Miſſion in Frankfurt, Pfarre=
Schuhmacher, hielt ſodann einen Vortrag über: „Wie rüſten wir
uns auf das kommende Wanderergeſetz?” An der Beſprechung beteiligte
ſich der Vertreter des Miniſteriums für Arbeit und Wirtſchaft, Herr
Oberregierungsrat Linkenheld, der dankenswerte Ergänzungen
bot, und das Intereſſe des Miniſteriums für Arbeit und Wirtſchaft an
der Wandererfürſorge der Inneren Miſſion bekundete.
Am Nachmittag vereinigten ſich die Vertreter der im
Landesver=
band der Inneren Miſſion zuſammengeſchloſſenen Anſtalten und
Ver=
eine zur Jahresverſammlung des Landesverbandes der Inneren
Miſ=
ſion in Heſſen. In einſtündigen Ausführungen bekichtete der Direktor
des Landesvereins über die Arbeit in den verſchiedenen Organiſationen
und Anſtalten. Ihm fügte ſich der Vortrag an, den der Direktor des
Wirtſchaftsbundes gemeinnütziger Wohlfahrtseinrichtungen Deutſchlands,
Herr Vietor, über das Thema: „Zweck und Ziel des
Zuſammen=
ſchluiſſes der Anſtalten der Inneren Miſſion im Wirtſchaftsbund” hielt.
Mit herzlichem Dank für alle Mitarbeit und dem Wunſch für
geſeg=
nete Weiterabeit in den mancherlei Arbeitsgebieten der Inneren
Miſ=
ſion unſeres Heſſenlandes konnte der Vorſitzende des Landesvereins die
„I
Verſammlung ſchließen.
Eee Mc Howl mm
handlungen ermächtigt. — Der Freiwilligen Sanitätskolonne vom
Ro=
ten Kreuz wird auf Anſuchen zu Unterrichtszwecken ein Schulſaal zur
Verfügung geſtellt. — Die Arbeiten bei der
Friedhofserweiterungsan=
lage wurden Gegenſtand einer kritiſchen Betrachtung, die zu dem
Be=
ſchluſſe führte, daß eine Beſichtigung an Ort und Stelle ſtattfinden ſoll.
AMN Pei Kuten Keiselkeit Kät.
* Groß=Zimmern, 12. Nov. Am kommenden Donnerstag, den 15.
November, wird abends 81 Uhr im Saale von Wagner auf
Veran=
laſſung der evangeliſchen Gemeinde Herr Miſſionar Chleboun einen
Vortrag halten über ſeine Erlebniſſe in Südafrika, wo er mehrere
Jahre tätig war. Da der Vortragende auch Lichtbilder vorführen wird,
ſo iſt zu erwarten, daß ein lebendiger Eindruck fremden Volkstums
ſowohl wie der Schwierigkeit miſſionariſcher Arbeit vermittelt wird,
ganz zu ſchweigen von dem eigentlichen Ziel der Veranſtaltung — den
Siegeszug des Evangeliums uns vor Augen zu ſtellen in einer Zeit,
da Europäer meinen, es für tot erklären zu dürfen! — Der Eintritt zu
dem Vortrag iſt frei.
I.. Michelſtadt, 11. Nov. Oberrealſchule Michelſtadt
und Finanzlage des Kreiſes. In einem Bericht aus Erbach
in Nr. 300 dieſer Zeitung iſt im Zuſammenhang mit der Beſprechung
der Finanzlage des Kreiſes Erbach auch die Oberrealſchule in
Michel=
ſtadt erwähnt worden. Auf Grund des kürzlch gefaßten
Gemeinderats=
beſchluſſes ſteht feſt, daß die Uebernahme des Kreisanteils der
Ober=
realſchule durch de Stadt Michelſtadt abgelehnt wird. Seit Jahr und
Tag wird die Oberrealſchule von 75 Prozent Schülern von Orten
außer=
halb Michelſtadts beſucht. Aus dieſem Grunde hat der Kreis ſeinerzeit
auch einen Beitrag übernommen. Daß unter Schonung der
Steuer=
zahler des übrigen Kreiſes ausgerechnet die Gewerbetreibenden der
Stadt Michelſtadt herhalten ſollen, wird von maßgeblicher Seite
ent=
ſchieden zurückgewieſen. Die Befürchtung, daß bei deſer Sachlage die
Oberrealſchule fällt, iſt nicht zu ſchwarz gemalt.
Anderungen in den Kraftpoſt=Fahrplänen.
In den Fahrplänen der Kraftpoſten im Oberpoſtdirektionsbezirk
Darmſtadt treten folgende Aenderungen ein:
1. Strecke Mücke—Ulrichſtein
Fahrplanbild 14 im Aushangfahrplan, Fahrplanbild 12 im Fahrplanheft.
Vom 13. November ab wird Dienstags, Freitags und Samstags
eine weitere Fahrt eingelegt. Die Kraftpoſt verkehrt dann nach dem
folgenden Fahrplan:
19A gue) 13u
11 18:e
1522 2o71
184
8 zu ge AA Em 162 650 10 21= 10 10 142 12 10‟ 14:2 12. 220 16 7 in
Eiſenbahnanſchlüſſe
von Gießen nach
von Fulda nach
ab Mücke (Heſſen), Bhf... .. . an
Poſtamt. . 4
„
Ruppertenrod ..........."
Ober=Ohmen. . . . . . . . . . . ."
Abzw. Zeilbachr.... . . . .."
Unter=Seibertenrod ......"
70
N8=
5
5‟
11:0
1312
—
11
19=
10‟
104
104
Faußer
1
gu
se
2”
17
„
17u
und Samstags.
2. Strecke Bensheim-Lindenfels (Odenwald)
Fahrplanbild 21 im Aushangfahrplan, Fahrplanbild 21 im Fahrplanheft.
Die zweite Fahrt von Lindenfels nach Bensheim — jetzt ab
Linden=
fels 5.52 Uhr — wird fhäter gelegt und verkehr
ie folgt:
p
64
Lindenfels (Odw.) Poſt .. . . . . . . . . . ab
Bensheimer Str. + A
Shenitwerke Kreuzer & Böhringer +*
Schöne Ausſicht ..............."
Kolmbach
.................
Gadernheim, Poſt.......... ... .. ."
Abzw. Brandqu... . .."
Lautern +...................."
Marienberg + ... .. ...... .. . ....."
Reichenbach (Odw.), Poſt.. . . . . . . .
Kirche .... . . . .
Pappenfabrik Tempel ..........
Elmshauſen, Mitte —..... ......."
Poſt ............."
Wilmshauſen
.............
Schönberg (Heſſen) +............"
Friedrich Ebert=Haus +..........."
74
Bensheim, Ritterplatz .......... 1
0 Bahnhof....:..an
Eiſenbahnanſchlüſſe
nach Frankfurt (Main)
Darmſtadt
nach Heibelberg ......"
nach Worms.. . . . . . . . .
80
3. Strecke Darmſtadt Hbhf.—Ober=Ramſtadt-Brandau-Neunz
kirchen-Lindenfels.
Fahrplanbild 33 im Aushangfahrplan, Fahrplanbild 20 im Fahrplanheft.
Die Kraſtpoſt verkehrt bis auf, weiteres nur noch auf der Strecks
Darmſtadt—Ober=Ramſtadt-Brandau.
— Hirſchhom, 12. Nov. Wafſerſtand des Neckars am
11. Nobember 0,50 Meter, am 12. November 0,42 Meter.
— Gernsheim, 12. Nob. Waſſerſtand des Rheins am
11. November 007 Meter, am 12. November 0,00 Meter.
z. Groß=Gerau, 12. Nov. Landwirtſchaftliches. Die
Feld=
bereinigungen im Kreis Groß=Gerau ſind beſonders in den
Gemar=
kungen Aſtheim, Trebur, Geinsheim und Leeheim weit fortgeſchritten,
ſo daß in der letzten Woche in Aſtheim und Trebur die erſten
Verſteige=
rungen von Maſſengelände ſtattfanden und dabei ſehr hohe Preiſe
er=
zielt wurden. So wurden in Aſtheim je nach Lage 1200 bis 1500 Mark
pro Morgen geboten, den man früher mit 200 Mark bezahlte. In
Trebur waren die Preiſe etwas niedriger, gegen die früheren aber auch
ſehr hoch. In Aſtheim wurden 40 Morgen Maſſengelände verſteigert.
Eine weitere Verſteigerung durch den Riedentwäſſerungsverband ſteht
bevor, ſo daß die Gemeinde Aſtheim noch etwa 40 Morgen neues
Ge=
lände erhält.
z. Nauheim, 12. Nov. Seinen 89. Geburtstag feierte der
älteſte Einwohner bei voller geiſtiger und körperlicher Kraft, der
Bahn=
meiſter i. R. Peter Dammel.
O. Dreieichenhain, 11. Nov. Wieder brei Eichen. Als
Wahr=
zeichen Dreieichenhains ſtehen auf dem Lindenplatz drei alte Eichen.
Zwei von ihnen haben die Jahre überdauert, wenn auch die eine
bedeu=
tend ſtärker als die andere iſt. Die dritte iſt jedoch ſchon vor 14 Jahren
eingegangen. Um das Wahrzeichen Dreieichenhains wieder vollſtändig
zu machen, ließ dieſer Tage der Geſchichts= und Verkehrsverein
Drei=
eichenhain eine neue junge Eiche von 2½ Meter Höhe ſetzen. Hoffentlich
gedeiht die neue Eiche gut.
By. Langen, 11. Nov. Autounfall. An der hieſigen Apotheke,
wo die Dieburgerſtraße auf die Darmſtädterſtraße mündet, ſtießen
geſtern zwei Autos zuſammen, ſo daß eine Dame durch das Fenſter der
Autotür auf die Straße geſchleudert wurde. Glücklicherweiſe kam ſie
mit leichten Verletzungen davon. — Lichtbilderabend. Die
hie=
ſige Ortsgruppe des Vogelsberger Höhenklubs veranſtaltete geſtern
abend einen Lichtbildervortrag über die Schönheitenn des Odenwaldes.
Der Vortrag wurde von Herrn Brambach=Darmſtadt, dem
Betriebs=
leiter des heſſiſchen Jugendherbergsverbandes, gehalten. Nach der
Vorführung führte die hieſige Jugendgruppe den Schwank „
Krämer=
korb” von Hans Sachs auf. Verſchönert wurde der Abend noch durch
Muſik= und Geſangsvorträge von Mitgliedern des Zweigvereins
Darmſtadt.
Von einem äußerſt hartnäckigen, lang anhaltenden,
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wird immer größer, wenn Sie ein schlechtsitzendes und lästiges
Bruchband tragen. Durch solche Bänder verschlimmert sich
das Leiden und kann zur Todesursache werden. (Es entsteht
Briicheinklemmung, die operiert werden muß und den Tod zur
Folge haben kann). Fragen Sie Ihren Arzt Hat dieser eine
Bandage verordnet, dann muß es in Ihrem Interesse liegen
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antertigen zu lassen. Durch Tag- und Nachttragen meiner
Bandagen haben sich nachweislich Bruchleidende selbst geheilt
Werkmstr. A B. schreibt u. a. mein schwerer Leistenbruch
180 geheilt. Ich bin wieder in meinem 66ten Lebensjahre ein
Landwirt Fr. St.
ganzer und glücklicher Meusch‟
Schreibt u. a : lch sche mich genötigt, Ihnen nach 2 Jahrer
meinen innigen Dank auszusprechen . . . wurde ich ganz
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iſt aus der Geſellſchaft ausgeſchieden.
Gleichzeitig iſt Steinſchleifereibeſitzer
Ge=
org Hottes in Rodau als perſönlich
haf=
tender Geſellſchafter in die Geſellſchaft
eingetreten, mit dem ſie fortgeſetzt iſt.
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62 cm, in braunem Holzrahmen und
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Nummer 316
Dienstag den 13 November 1928
Ge 9
int
Internationale Automobil=Ausſtellung.
Geſamteindruck- Die Perſonenwagen
Berlin, 10. November.
Die größte Automobilausſtellung der Welt! Das iſt der
große und freudige Eindruck, den man beim Beſuch der
Ausſtel=
rungshallen am Kaiſerdamm empfängt. Die größte Ausſtellung,
die größte Automobilausſtellung, die es je gegeben hat, — das
war auch der große Eindruck, der aus den Eröffnungs= und
Be=
grüßungsreden von Geheimrat Dr. Allmers, des Vorſitzenden
des Reichsverbandes der Automobilinduſtrie, von
Reichswirt=
ſchaftsminiſter Dr. Curtius, von Oberbürgermeiſter Böß=Berlin
und von Graf Arnim=Muskau, des Präſidenten des
Automobil=
klubs von Deutſchland, hervorging.
Da ſtehen ſie nun friedlich nebeneinander: deutſche Wagen
und Auslandswagen, und jede Fabrik hat ſich bemüht, ihr Beſtes
zu zeigen. Auf die Internationalität dürfen wir mit Fug und
Recht ſtolz ſein. In der alten Halle, dem Heim der
Perſonen=
wagen, ſind 24 deutſche Automobilfabriken und 36
Auslands=
fabriken vertreten. In der neuen Ausſtellungshalle, die den
Nutz=
wagen reſerviert iſt, ſind 25 deutſche Fabrikate und 9
Auslands=
fabrikate vertreten. In der Funkhalle, dem Heim der
Motor=
räder, ſehen wir 34 deutſche Motorradfabrikate und 13
Auslands=
fabrikate. Hinzu kommen 331 deutſche Zubehör=Ausſteller und 25
Auslands=Ausſteller.
Der Acht=Zylinder iſt auf dem Siegeszug. 29 verſchiedene
Acht=Zylinder=Typen ſind in der Perſonenwagen=Ausſtellung der
alten Halle am Kaiſerdamm zu ſehen. Geniale Schöpfungen ſind
es, die hier ausgeſtellt werden, und von den heute gezeigten Acht=
Zylindern darf man wohl frei heraus behaupten: Alle ſind gut
und hochwertig, alle bereits erprobt, keiner der Wagen
Verſuchs=
objekt. Dieſe vollendete Erprobung aber iſt das Wertvollſte an
der 1. Internationalen Autoausſtellung in Berlin. Wer dort
einen Wagen kauft, weiß, daß es keine vollkommen neue Type iſt,
ſondern daß ſolch Fahrzeug ſich bereits in langen Fahrten
be=
währt hat. 74 der ausgeſtellten Wagen haben Sechszylinder, 19
haben Vierzylinder. Hinzu kommt der DKW=Zweizylinder und
der Hanomag=Einzylinder.
Es iſt unmöglich, alle Einzeltypen zu beſprechen, jedem
Fabri=
kat Worte der Anerkennung zu zollen oder aber über ſeine Typen
zu berichten. Der Ausſtellungskritiker muß ſich daher darauf
beſchränken, lediglich ſolcher Fabrikate und ſolcher Typen
Erwäh=
nung zu tun, die neu ſind und die durch ihre Originalität
beſon=
deres Intereſſe beanſpruchen.
Die NAG erregt mit ihrem 14/70 PS NAG Protos und dem
12/60 PS Protos=Sechszylinder mit einem neuartigen
Kuppe=
lungsautomaten großes Intereſſe, der für den Anfänger die
Er=
löſung von mehr oder weniger langem Leiden und für den
Fach=
mann eine ebenſo angenehme wie originelle Erfindung darſtellt.
Der NAG=Kuppelungsautomat vermeidet das Einkuppeln beim
Anfahren und das Auskuppeln beim Halten. Anfahren im direkten
Gang iſt möglich. Die Wirkung des NAG=Protos=
Kuppelungs=
automaten iſt etwa gleichzuſetzen der Wirkung des Freilaufs beim
Fahrrad. Der N4G=Protos wird alſo lediglich mit dem
Gas=
pedal und mit der Bremſe, alſo nur mit einem Fuß regiert. Die
NAG=Motoren der beiden Typen haben auf der NAG=
Prüfungs=
bahn eine 45prozentige Steigung glatt überwunden. Dieſe große
Vereinfachung, in ihren Vorzügen für den Fahrer ähnlich wie
die des Mahbach=Wagens, bereitet Vorteile und Annehmlichkeiten
insbeſondere, dem Herrenfahrer und der Dame am Steuer.
Zu den meiſtbeſuchten Ständen des erſten Tages gehörte der
von Mercedes=Benz. Dort iſt es der neue 8=Zylinder=Typ „Typ
Nürburgring”, der prüfend bewundert wird und der bereits am
erſten Tage vielfach verkauft werden konnte. Dieſer neue Acht=
Zylinder 18/80 PS, 4,6 Liter Zylinder=Inhalt, hat ſtehende
Ven=
tile, neunmal gelagerte Kurbelwelle, iſt ſelbſtverſtändlich links
geſteuert und hat Saugluft=Servo=Bremſe, Kugelſchaltung und
eine Drehzahl von 3200 Touren. Auf dem Nürburgring hat dieſer
Mercedes=Benz Achtzylinder in 13 Fahrtagen eine Strecke von
20 000 Kilometer zurückgelegt und mit einer
Durchſchnittsgeſchwin=
digkeit von 64 Kilometer einen Zuverläſſigkeitsrekord vollbracht.
Der neue Mercedes=Benz 8 Zylinder hat ebenſo wie die
bewähr=
ten Typen 8/38, 14/60 PS Flachkühler, während die Mercedes=
Benz Kompreſſor=Typen nach wie vor mit Spitzkühlern geliefert
werden.
Einen außerordentlich intereſſanten Achtzylinder finden wir
ſodann auf dem Stand von Opel. Der neue Opel wird der
ſtärkſte der deutſchen Achtzylinder ſein, hat 6 Liter
Zylinder=
inhalt bei 120 Millimeter Hub und 90 Millimeter Bohrung. Der
Opel=Achtzylinder hat Maybach=Schnellganggetriebe und erreicht
eine Geſchwindigkeit von 120 Kilometer. Durch ſein
Schnellgang=
getriebe verfügt er über 6 abgeſtufte Vorwärts= und zwei
Rück=
wärtsgänge. Dieſe neue Typ, „Opel Regent” genannt, iſt der
Wagen des anſpruchsvollen Maunes, keineswegs ſo billig wie die
anderen Opel=Typen, aber dank ſeiner techniſchen Vorzüge und
ſeiner genauen Durcharbeitung doch außerordentlich preiswert.
Gerade die Mercedes=Benz, Opel, Stoewer, Horch, Mannesmann
Achtzylinder bringen den ſchönen Beweis, daß auch in der
Preis=
geſtaltung die deutſche Automobil=Induſtrie das Ausland nicht
zu fürchten braucht, denn beſſere und billigere Wagen liefert auch
die Rieſenproduktion der Vereinigten Staaten nicht.
Die Horchwerke haben ihren Achtzylinder, den beſteingeführten
und populärſten der deutſchen Achtzylinder, weiter verbeſſert. Der
Horch 8 wird jetzt mit auf 4 Liter verſtärkten Motor geliefert.
Dadurch wird das Anzugsmoment vergrößert und die
Endge=
ſchwindigkeit verbeſſert. Alle neuen Horchwagen werden mit
ſplitterfreiem Kinonglas geliefert. Eindrucksſchmierung iſt ein=
Die neue Autoform des kleinen Hanomag.
gebaut worden und unter Benutzung neuer Erfindungen iſt Horch
zu hydrauliſchen Stoßdämpfern übergegangen, erfreulicherweiſe
auch dazu, die blanken Teile, Kühler, Scheinwerfer, Radkappen
uſw. nunmehr zu verchromen.
Profeſſor Hadank hat für die Horchwagen Karoſſerie=
Ent=
würfe geliefert, die hervorragend ſind in ihrer Farbentönung und
in ihrer Geſamtaufmachung.
Mit die preiswerteſten deutſchen Achtzylinder ſind bei Adler,
Stoewer und Mannesmann ausgeſtellt. Der Wunſch, möglichſt
leichte Wagen zu bauen, iſt bei Adler in großem Maße
verwirk=
licht worden. Der Abbau des Gewichts hat erhöhte
Leiſtungsfähig=
keit des Motors zur natürlichen Folge. Der Adler=Standard 8
Ein „Rembrandt”=Tubus=Omnibus.
hat Oeldruck=Vierrad=Bremſe, die höchſte Drehzahl des Motors
beträgt 3300 Umdrehungen; der Achtzylinder hat 75 Millimeter
Hub, 110 Millimeter Bohrung und leiſtet 70 PS. Die ſtehend
an=
geordneten Ventile werden durch die mittels Rollenkette
ange=
triebene= Nockenwelle geſteuert. Die Kurbelwelle lagert in neuen
Gleitlagern.
Stoewer iſt zum Bau von Achtzylindern völlig übergegangen
und hat ſeine Achtzylinder weiter vervollkommnet. Die
Acht=
zylindertypen 10/50 PS und 50/80 PS ſtellen deutſche
Qualitäts=
arbeit dar, die den Vorzug hat, außerordentlich preiswert zu ſein.
Der Mannesmann 20/100 PS und der Mannesmann Sport
Bewegliche Achſen eines Geländewagens.
10/70 PS ſind neue Achtzylinder, die ſo manche intereſſante
Neue=
rung aufweiſen, wie z. B. die Oelkühlung. Auch der
Mannes=
mann=Achtzylinder hat ſerienmäßig das Maybach=Schnellgetriebe
eingebaut.
Auch die Audiwerke in Zwickau ſind zum Bau von
Acht=
zylindern übergegangen. Der neue 19/100 PS mit Reihenmotor
und ſtehenden Ventilen macht einen glänzenden Eindruck. Der
Preis von 1800 Mark für dieſes Fahrgeſtell iſt in Anbetracht von
Qualität, Material und Genialität der Konſtruktion als
preis=
wert zu bezeichnen.
Hanſa=Lloyd hat ſeinen Achtzylinder durch das Maybach=
Schnellganggetriebe zu noch größerer Leiſtungsfähigkeit gebracht.
Viele Verbeſſerungen ſind vorgenommen worden. Der 100=pferdige
Hanſa=Lloyd=Wagen zeichnet ſich aus durch völlige
Geräuſchloſig=
keit des Motors, durch großen Radſtand, niedrige
Schwerpunkt=
lage, gute Federung und tadelloſe Karoſſierung.
Neu iſt der Röhr=Achtzylinder, der deshalb beſonders
ori=
ginell iſt, weil der Wagen mit vier vollſtändig unabhängig von
einander ſchwebenden Achſen verſehen iſt, wodurch die
Vorder=
achſe durch zwei Querfedern erſetzt iſt. Der Motor leiſtet
50 Brems=PS.
Von den Sechszylindern ſei Maybach an erſter Stelle
ge=
nannt. Die Maybach=Typen werden alle mit Schnellganggetriebe
geliefert und auch in der Preisgeſtaltung iſt Maybach, jene
deutſche Fabrik, die im gleichen Maße wie Rolls Royce in
England nur auf beſte Qualität Wert legt, etwas herabgegangen.
Wir finden auf der Ausſtellung ein Maybach=Cabriolet, das zwar
rund 40 000 Mark koſtet, das aber in Art und Ausführung ſo
hervorragend iſt, daß dieſes Maybach=Cabriolet als einer der
voll=
kommenſten Wagen der Berliner Ausſtellung bezeichnet werden
darf. Der auf dem Maybachſtand ausgeſtellte Flugzeug=Motor
intereſſiert deshalb, weil es ſich um dieſelbe Type handelt, mit
welcher der „Graf Zeppelin” den Ozean bezwungen hat.
Einen ausgezeichneten Sechszylinder, vielbewährt, einen der
ſchnellſten aller Wagen, finden wir bei Hanſa. In friedlicher
Kameradſchaft mit eleganten Limouſinen wird auf dem
Horch=
ſtand der ſiegreiche Alpenfahrt=Sechszylinder 13/65 PS als
Sport=
wagen gezeigt. Die Hanſa=Werke bauen in ihre Chaſſis den
Continental=Motor der amerikaniſchen Continental=
Motoren=
fabrik ein, der größten Motorenfabrik der U. S. A., die zugleich
über die beſten Erfahrungen im Motorenbau verfügt.
Die Wanderer=Werke haben ihren Typ W 10 ausgeſtellt und
ferner die neue Wanderer=Type V 11 mit 2½ Liter=Motor.
Sowohl als Fahrgeſtell wie als viertürige Limouſine macht der
Wanderer einen hervorragenden Eindruck. Der 2½ Liter=
Wan=
derer verfügt über Jalouſie=Kühler, Schnellganggetriebe,
Zen=
traldruckſchmierung und hydrauliſche Bremſen.
Vorbildlich karoſſierte und motoriſch fein durchgebildete Wagen
zeigen die Brennabor=Werke. Die Brennabor=Typen, die 1½
Liter und 3 Liter Brennabor ſind ja bekannt und haben auf den
großenPrüfungsfahrten dieſes Jahres ſo eindrucksvolle Beweiſe
ihres Könnens erbracht, daß ſie vom Ausſtellungsbeſucher als
alte, bewährte Bekannte begrüßt werden.
Die Auslandsausſteller bringen nicht ſehr viel Neues. Jene
Typen, die in Berlin gezeigt werden, ſind bereits erprobt und
bewährt, oder — ſofern es ſich um neuere Typen handelt, im
Pariſer Salon oder auf der Londoner Olympia=Schau ſchon
aus=
geſtellt worden. Bemerkt ſei übrigens, daß die Auslandsausſteller
hervorragend reich ſind an Blumenſchmuck ihrer Stände und auch
dank tadelloſer Karoſſierung der einzelnen Ausſtellungsobjekte
einen ſchönen und gediegenen Eindruck machen. Der Buick
prä=
ſentiert ſich mit ſeinem neuen Kühler in neuer Aufmachung.
Ein=
zelne amerikaniſche Wagen ſind außerordentlich luxuriös
aus=
geſtattet, insbeſondere Cardillac. Die engliſchen
Automobil=
fabriken zeichnen ſich aus durch Feſthalten an alten Traditionen.
Sehr viel freizügiger und den modernen Anforderungen an
Ge=
ſchmack und Technik entſprechender ſind die Italiener. Auf einer
Mittelbaſis halten ſich die Franzoſen. Jſotta Fraſchini=Wagen
ſind mit die ſchönſten, die es auf der Ausſtellung zu ſehen gibt.
Von den Vierzhlindern verdient der neue DKW=Vierzylinder
deshalb größte Beachtung, weil dieſer Zweitakt=Motor eine
tech=
niſche Neuheit darſtellt, wie ſie bisher noch nie und von niemand
geboten wurde. Durch das Zweitakt=Syſtem erreicht der DKW=
Vierzylinder die Leiſtungsfähigkeit eines Achtzylinders. Der
Wagen iſt außerordentlich leicht, wiegt nur 950 Kilogramm. Der
Motor leiſtet 27 Brems=PS und iſt von vorbildlicher Elaſtizität.
Bei einem Verkaufspreis von 3950 Mark für die tadellos
ausge=
ſtattete Innenſteuer=Limouſine wird DK mit dieſem neuen
Fahrzeug fraglos ein gutes Geſchäft machen können.
Die Adlerwerke haben einen neuen Zwei=Liter=Wagen
geſchaf=
fen, den ſie „Adler=Favorit” nennen. Dieſer 8/38 PS=Wagen mit
Vierzylinder=Motor hat alle techniſchen Neuerungen, die man
von modernen Kraftwagen verlangt. Mit einem Preis von 4950
Mark iſt es einer der preiswerteſten deutſchen Wagen.
Der neue Hanomag iſt ein 3/16 PS Vierzylinder, einer der
billigſten Wagen, die es auf dem deutſchen Markt gibt, und
da=
neben einer der beſten deutſchen Kleinwagen. Neben dieſer
Neue=
rung zeigt Hanomag ſeine 2/10 PS Hanomag=Einzylinder. Die
Hanomag, DKW. Dixi, Adler und Opel ſind Fahrzeuge, die in
der Lage ſein werden, den Bedarf an kleinen, preiswerten
Ge=
brauchswagen vollauf zu decken. Vom Rolls Royce des
anſpruchs=
vollen Induſtriellen bis zum Hanomag des kleinen Mannes ſind
alle Fahrzeugtypen auf der Berliner Ausſtellung vertreten. Es
gibt erfreulicherweiſe keine Uebergangstypen mehr. Der
Aus=
ſtellungsbeſucher von heute kann bedenkenlos Wagen von der
Ausſtellung kaufen, ohne befürchten zu müſſen, daß ſein gekaufter
Wagen noch Kinderkrankheiten hat. Daß aber an
Preiswürdig=
keit und Qualität trotz Dawes=Sorgen und Auslandskonkurrenz
ſolche wundervolle Höhe erreicht und ſolche Spitzenleiſtungen von
der deutſchen Autoinduſtrie vollbracht worden ſind, darauf dürfen
wir alle ſtolz ſein.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 10.
Dienstag, den 13 Novenbei 1928
Reich und Ausland.
Richard Bong,
dieſe markante Erſcheinung unter den deutſchen
Ver=
legern, Altberliner mit einem Einſchlag
Hugenotten=
blut, erfüllt von lebhaftem Temperament, Energie
und lebensfrohem Humor, begeht am 14. November
ſeinen 75. Geburtstag. Er kann dabei auf ein Leben
reich an Arbeit und Erfolgen zurückblicken, das ihn,
den Sohn einfacher Eltern, aus eigener Kraft zum
Leiter und Inhaber zweier bedeutſamer Verlage
emporſteigen ließ. Das verdankt er dem Doppelwefen
in ſich: dem Künſtler des Holzſchnitts, als der er
begonnen hat, und dem Verleger, der ſich dazu
ge=
ſellte. So hat Richard Bong 1888 mit der „Modernen
Kunſt in Meiſterholzſchnitten” eine Zeitſchrift
heraus=
gegeben, die zum erſten Male farbige Holzſchnitte,
und zwar in einer Vollendung aufwies, wie ſie für
eine Reproduktionstechnik der ganzen Welt ein
Er=
eignis und Vorbild bedeutete. Durch Richard Bongs
ganzes Schaffen geht, getreu ſeiner eigenen Jugend
und Entwicklung, ein volkstümlicher Zug. Von
die=
ſem Streben erfüllt, hat er in Enzyklopädien, reich
illuſtrierten und anderen Werken großen Stils, von
denen hier nur die Goldene Klaſſiker=Bibliothek
ge=
nannt ſei, Wiſſen und Bildung in ſchöner, leicht
faß=
licher Form weiten Kreiſen unſeres Volkes
erſchloſ=
ſen. Der 75. Geburtstag findet Kommerzienrat Bong
in voller Tatkraft und Geſundheit, während er neuen
Zielen zuſchreitet.
Rieſenbrand in Karbach.
1 Wohnhaus, 11 Scheunen und 16 bis 18 andere
Gebäulichkeiten ein Raub der Flammen.
Vermutlich Brandſtiftung.
Marktheidenfeld, 12. Nov.
Heute früh um ½7 Uhr entſtand, vermutlich
durch Brandſtiftung, in der Gemeinde Karbach bei
Marktheidenfeld, die etwa 1200 Einwohner zählt, ein
gewaltiges Schadenfeuer. 1 Wohnhaus, 11 Scheunen
und 16 bis 18 andere Gebäulichkeiten wurden ein
Raub der Flammen. Die in den Scheunen und
Ne=
bengebäulichkeiten liegenden Erntevorräte ſind
voll=
kommen vernichtet worden. Das Feuer hielt um
6 Uhr abends noch an. Die Feuerwehren von
Markt=
heidenfeld und ſämtlicher umliegender Ortſchaften
ſind noch mit den Löſcharbeiten beſchäftigt. Drei
Feuerwehrleute erlitten durch das Feuer leichtere
Ver=
letzungen. Sonſt ſind Menſchen nicht zu Schaden
ge=
kommen. Der Sachſchaden iſt außerordentlich groß,
doch ſind alle Brandgeſchädigten verſichert geweſen.
Das Vieh konnte zum größten Teil gerettet werden,
lediglich 25 Hühner und 16 Gänſe ſind in den
Flammen umgekommen. Am Brandort erſchien
als=
bald eine Gerichtskommiſſion und der Vorſtand des
Bezirksamtes Marktheidenfeld, Oberregierungsrat
Bauch.
Schwere Auto=Anfälle.
Bexlin. In der Nähe der Lutherbrücke ſtießen
am Sonntag abend um 12 Uhr zwei Kraftdroſchken
zuſammen. Dabei wurden fünf Perſonen mehr oder
weniger ſchwer verletzt. Einer der Chauffeure, der
eine Gehirnerſchütterung davontrug, und ein Inſaſſe,
der einen Beinbruch erlitt, mußten ins Krankenhaus
gebracht werden. Die übrigen konnten nach Anlegung
von Notverbänden in ihre Wohnungen entlaſſen
wer=
den. — In der Marienfelder Straße ſtürzten
unge=
fähr um die gleiche Zeit zwei Motorradfahrer mit
ihrem Motorrad ſo unglücklich, daß der eine auf der
Stelle getötet und der andere ſchwer verletzt wurde.
Chemnitz. In der Blankenauer Straße fuhr
ein Motorrad mit Beiwagen gegen den Pfeiler der
Eiſenbahnbrücke. Dabei wurde ein im Beiwagen
ſitzender 26 Jahre alter Tiſchler mit dem Kopf gegen
den Pfeiler geſchleudert und erlitt ſo ſchwere
Ver=
letzungen, daß er nach ſeiner Einlieferung ins
Kran=
kenhaus verſtarb. Der Führer des Motorrades und
ein auf dem Soziusſitz mitfahrender Hilfsſchloſſer
kamen mit leichteren Verletzungen davon. Das
Fahr=
zeug wurde völlig zertrümmert.
Pilſen. Am Samstag ereignete ſich auf der
Straße Nezwieſtitz-Pilſen ein ſchweres
Automobil=
unglück. Ein mit 23 Perſonen beſetzter Autobus,
der nach Pilſen fuhr, geriet auf der naſſen Straße
ins Schleudern und ſtürzte in den etwa zwei Meter
tiefen Straßengraben, wo er ſich mehrmals
über=
ſchlug. 18 Perſonen wurden größtenteils ſchwer
ver=
letzt in die Krankenhäuſer gebracht.
Kinder warnen die Alten.
Ein Zehntauſendtonnen=Dampfer
in ſchwerer Seenot.
200 Paſſagiere gehen in die
Rettungsboote.
TU. New York, 12. November.
Der 10 000=Tonnen Dampfer „Veſtris”
befin=
det ſich 100 Meilen vor der Küſte von Virginia bei
ſchwerer See in großer Seenot. Die Gründe ſind
bisher noch unbekannt. Nach den letzten Meldungen
mußten die 200 Paſſagiere die
Rettungs=
boote beſteigen, da ſich das Schiff
be=
reits auf die Seite legte. Von allen
Sei=
ten begeben ſich Dampfer zur Unfallſtelle. Das
Ma=
rinedepartement in Waſhington gab dem
Oberbefehls=
haber der amerikaniſchen Marine den
Be=
fehl, alles aufzubieten, um dem ſinkenden Schiff zu
Hilfe zu eilen.
Zehn Schiffe zur Rettung der
„Peſiris”=Beſatzung untet wegs.
Der Dampfer „Veſtris”, war von New York nach
Barbados und den ſüdamerikaniſchen Häfen
unter=
wegs. Das Schiff iſt Samstag nacht in der Nähe
der Küſte in einen Sturm geraten, wobei ſich die
Ladung verſchob, ſo daß das Schiff Schlagſeite
er=
hielt. Ein Telegramm beſagt, daß das Deck auf
Steuerbord bereits unter Waſſer iſt, und daß es dem
Schiff unmöglich iſt, weiterzufahren. Es herrſche
ziemlich ſtarker Seegang. Der Dampfer „San Juan”
hofft, um 16.30 Uhr öſtlicher Zeit die „Veſtris” zu
erreichen. Außerdem ſind noch andere Schiffe zur
Hilfeleiſtung unterwegs, darunter fünf
Küſtenwacht=
ſchiffe, von denen eines über eine Geſchwindigkeit von
32 Knoten verfügt, außerdem der Dampfer „Creole‟
der Morgan=Linie, ein japaniſcher Dampfer, der etwa
100 Meilen von dem Schauplatz des Unglücks entfernt
iſt, und der Dampfer „Santa Barbara”, der um
11.10 Uhr örtlicher Zeit etwa 140 Meilen entfernt
war, im ganzen etwa zehn Schiffe.
Neuer Hilferuf der „Peſiris”.
Der Dampfer „Veſtris” hat einen neuen
dringen=
den Hilferuf an alle in der Nähe befindlichen Schiffe
gerichtet. Die Beſatzung hat bereits einen Teil der
Rettungsboote zu Waſſer gelaſſen. Da die
Schiffslei=
tung der von ihr angegebenen Poſition nicht ganz
ſicher iſt, wurden ihre Kompaßpeilungen der
Peil=
funkſtation Fire Island, Sandyhook, Montoloking
übermittelt.
Ein japaniſcher Dampfer
übernimmt die Paſſagiere.
Der japaniſche Frachtdampfer „Ohio Maru”
hat den ſinkenden Dampfer „Veſtris” erreicht und
bleibt in der Nähe, um die Paſſagiere an Bord zu
nehmen, die um 12.55 Uhr amerikaniſcher Zeit ſich in
die Boote begeben haben. Um 12.25 Uhr war die
Funkanlage der „Veſtris” noch in Tätigkeit. Ein
un=
genannter Dampfer iſt nur noch ſieben Meilen
ent=
fernt. Aus aufgefangenen Funkſprüchen geht hervor,
daß auch der deutſche Dampfer „Berlin” zur
Hilfeleiſtung unterwegs iſt.
Neuer Feuerſtrom bricht aus dem Aetna.
Oben: Die Einwohner von Nunziata verſuchen, ihr Hab und Gut zu retten=
Unten: Ruinen eines vom Vulkan=Ausbruch verwüſteten Dorfes.
Nummer 316
Der Ausbruch des Aetna.
Catania. Das Aetna=Obſervatorium gibt am
Sonntag bekannt: Infolge ſchlechten Wetters war
es unmöglich, eine Erkundung im Flugzeug über
dem Ausbruchsgebiet auszuüben. Die am Freitag
begonnene Räumung des unteren Teiles von
Nun=
ziata wurde am Samstag beendet. Aus dem oberen
Teil des, Lavaſtromgebietes quoll am Samstag
mor=
gen ein Bach hervor, der mit großer Schnelligkeit
900 Meter weit am Südrand des Hauptſtromes
her=
unterfloß und dann allmählich zum Stillſtand kam.
Die alarmierte Bevölkerung von Nunziata erhielt
Unterſtützungen durch den Präfekten und den
Sekre=
tär der Fasciſtiſchen Vereinigung. Der Hauptſtrom
der Lava rückt weiter mit einer Geſchwindigkeit von
fünf Metern in der Stunde nach dem Meere vor. Die
beiden Seitenarme ſind noch nicht zum Stillſtand
ge=
kommen. Es iſt eine neue Strecke für die
Umbeför=
derung der Reiſenden eröffnet worden. Die
Auto=
buslinie, die den Anſchluß an die Eiſenbahn
her=
ſtellt, iſt in regelmäßigem Betrieb. Der zur
Beobach=
tung des Hauptkraters auf dem Aetna verbliebene
Beamte des Obſervatoriums meldet, daß nichts auf
ein Nachlaſſen des Ausbruches hindeute,
Die Ausbruchstätigkeit des Aetna ſchien geſtern
leicht nachzulaſſen. Die Lavamaſſon, die in der
Rich=
tung der Flecken Nunziata und Carrabba vorrüchken.
bewvegen ſich langſam vorwärts. Dieſelben
Feſtſtel=
lungen wurden von Profeſſor Ponte, dem Leiter des
Aetna Obſevvatoriums, während eines Fluges über
den Ausbruchskratern des Aetna gemacht.
Die Tätigkeit des Aetna hat nach neuen
Mel=
dungen tatſächlich nachgelaſſen. Auch die
Geſchwin=
digkeit der Lavaſtröme iſt geringer geworden. Der
Hauptlavaſtrom folgt dem Laufe des Baches Mascali,
ein anderer Arm hat die Richtung auf den Bahnhof,
und ein dritter Arm nähert ſich langſam der Ortſchaft
Nunziata, von der er etwa einen Kilometer
ent=
fernt iſt.
Waſſerrohrbruch in der Köpenicker Straße
in Berlin.
Berlin. Durch einen Waſſerrohrbruch vor
Köpeniker Straße 106 am Sonntag nachmittag, kurz
nach 5 Uhr, wurde der Bürgerſteig in der Breite der
Hausfront aufgeriſſen und die Kellerfront des Hauſes
eingedrückt. Die Straße wurde weithin überſchwemmt
und iſt mit einer dicken Schicht Sand und Schlamm
bedeckt. Ebenſo wurde die vor dem Hauſe befindliche
Baugrube der Untergrundbahn verſchlammt. Die dicht
bei der Unfallſtelle gelegene Neanderſtraße wurde
nicht gefährdet. Intenſiver Gasgeruch an der
Un=
fallſtelle zeigte an, daß auch ein Gasrohr gebrochen
iſt. Perſonen ſind nicht zu Schaden gekommen, zumal
im Augenblick der Eruption die Straße faſt
menſchen=
leer war. Das Haus Köpenicker Straße 106 iſt ſtark
gefährdet, ſo daß es vollſtändig geräumt werden
mußte. Die Rettungsmannſchaften der Feuerwehr
und der Gaswerke konnten ſich zunächſt nur darauf
beſchränken, die Gas= und Waſſerleitungen in der
Umgegend abzuſperren. Nach drei Stunden ließ der
Waſſerzuſtrom nach, ſo daß die Feuerwehr gegen
9½ Uhr abends mit den Räumungs= und Ausf
lungsarbeiten beginnen konnte, die vorausſichtlich
noch mehrere Stunden in Anfpruch nehmen werden.
Der Verkehr iſt bis auf weiteres geſperrt.
Eiſenbahnunfall bei Frankfurt a. O.*
Am Sonntag hat ſich bei Frankfurt a. O. ein
Eiſenbahnunfall ereignet. In der Station
Roſen=
garten fuhr eine Nangierlokomotive auf einen
Trieb=
wagenzug und warf ihn aus dem Gleis. 17 Reiſende
wurden leicht verletzt. Der Verkehr auf der Strecke
Berlin—Frankfurt a. O. war mehrere Stunden
ge=
ſtört.
Ein elfjähriger Lebensretter.
Hersfeld. Der elfjährige Sohn des hieſigen
Metzgermeiſters Huth hat unlängſt in Felsberg einen
vierjährigen Knaben, der in die Edder gefallen war,
vom Tode des Ertrinkens gerettet. Schon im vorigen
Jahr einmal hatte er in Felsberg ähnliche Hilfe ge
leiſtet.
Zur Mordſache Koſch.
Magdeburg. Geſtern wurde die zur
reſt=
loſen Aufklärung des Mordfalles Koſch bisher
ver=
geblich geſuchte Schußwaffe in der Elbe gefunden.
Es handelt ſich um einen Trommelrevolver, der noch
mit vier Patronen geladen iſt, während zwei Hülſen
leer ſind.
Ein preisgekröntes Plakat eines Schülers.
Viele hundert Kinder nahmen an dem Berliner
Preisausſchreiben für Plakate zur Verhütung von
Straßenunfällen teil. Eine ganze Anzahl gelungener
Schülerzeichnungen konnte mit Preiſen ausgezeichnet
werden. Unſer Bild zeigt ein gut durchdachtes und
gezeichnetes Warnungsplakat.
Japan feiert deutſchen Fliegermut.
Kinodirektoren wegen Konkursſchwindels
verhaftet.
Ozeanflieger Freiherr von Hünefeld als Gaſt des kaiferlichen Flugverbands in Tokio.
Die japaniſche Fliegerei hat den beiden aus Deutſchland über die Türkei, Indien und China nach
Japan geflogenen Langſtreckenfliegern Lindner und von Hünefeld beſondere Ehrungen bereitet,
linſer Bild zeigt von links nach rechts: den deutſchen Flieger Lindner, Botſchafter Dr. Solf, die
Gattin des Generals Nagaoka, Freiherr v. Hünefeld (in japaniſcher Tracht) und den japaniſchen
Hindenburg” General Nagaoka im Fliegerklub.
Prag. In Kaſchau wurden der Direktor des
Kinos Forum, Erwin Spitz, und der Direktor des
verkrachten Kinos Apollo, Jgnaz Goldberger, ſowie
die Gerichtsvollzieher Sedlacznk und Szabo verhaftet,
Goldberger hatte vor einiger Zeit Konkurs angeſagt.
Bei der Verſteiyerung erwarb Spitz die auf 120000
Kronen" geſchätzte Kinoeinrichtung des Apollos um
4000 Kronen. Die Gläubiger ſind überzeugt, daß es
ſich um eine abgemachte Sache handelt und bezichtigen
auch die beiden Gerichtsvollzieher der Mitſchuld.
Kinobrand während einer Kindervorſtellung
in Rußland.
Kowno. Wie aus Moskau gemeldet wird, iſt
in Hodiretſch (2 d. Red.), im Gouvernement
Woro=
neſch, während einer Kindervorſtellung ein Brand in
einem Kino ausgebrochen, wobei viele Kinder ums
Leben kamen. Es gelang bisher nur, neun verkohlte
Kinderleichen zu bergen. Die Aufräumungsarbeiten
werden fortgeſetzt. Die genaue Zahl der Opfer ils
noch unbekannt.
Einſturz einer Kirche in der Normandie.
Paris. In der Nacht zum Sonntag iſt das
Kirchengewölbe der altertümlichen normanniſchen
Kirche in Yvetot, die zu den klaſſiſchen franzöſiſchen
Bauwerken zählt, eingeſtürzt. Es iſt ein großes Glück,
daß ſich der Einſturz in der Nacht ereignete, da die
Folgen während des Tages, wo die Kirche ſtändig
beſucht iſt, unabſehbar geweſen wären.
Sechs Perſonen ertrunken.
London. Wie aus Neuſeeland berichtet wird,
iſt im Hafen von Otago eine mit ſieben Perſonen
beſetzte Jacht geſunken. Sechs von den Inſaſſen ſind
ertrunken, während der ſiebente Inſaſſe von einem zu.
Hilfe eilenden Fährboot aufgenommen wurde. .
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[ ← ][ ][ → ]Seite 12
Sport, Spiel und Turnen.
Handball.
Kraftfport.
Rot=Weiß, V. f. R. — H. S.V. Frankfurt 1:2.
Die in der Vorrunde ſo gut aufgelegte Handballiga des Rot=Weiß,
V. f. R., hat ohne Zweifel einen Formrückgang aufzuweiſen. Die
Mann=
ſchaft zeigte nicht mehr das begeiſternde, hinreißende Spiel, ſondern
machte einen ermüdeten, abgekämpftem Eindruck. Der Sturm ſpielte
gegen die harte Verteidigung des Gegners eine klägliche Rolle. Man
fah weder Syſtem, noch Taktik. Schulz, auf dem Poſten des Halblinken,
war die größte Niete. Er iſt viel zu unbeweglich, um als Stürmer in
Frage zu kommen. Ihm und der ganzen Mannſchaft ſcheint die
Gym=
naſtik zu fehlen. Ohne die aufopfernde Arbeit der Hintermannſchaft
einſchließlich Läuferreihe, wäre das Spiel höher verloren gegangen. Die
Frankfurter haben in der Verteidigung und dem hervorragenden
Tor=
mann ebenfalls ihre Stärke, während die Stürmer nicht über den
nor=
malen Durchſchnitt hinauskommen. Ihr gefährlichſter Mann, Kauckrer,
auf den das ganze Spiel zugeſchnitten iſt, wurde von Förſter glatt
ge=
halten. Daß die Gäſte gewannen, haben ſie mehr ihrem Glück zu ver=
Banken, als einer ſpieleriſchen Ueberlegenheit. Wenn man jedoch ihre
glänzende Abwehrtaktik während der Drangperiode der Rot=Weißen
(in der 2. Halbzeit drücktem die Darmſtädter ohne Erfolg) als
Plus=
punkte rechnet, ſo kann man ihren Sieg nicht als ganz unverdient
be=
jeichnen. Hoffentlich ziehem die Rot=Weißen ihre Lehre aus dieſem Spiel.
Sie haben zwar hier gegen eine Mannſchaft verloren, die viel beſſer iſt
als ihr Tabellenſtand angibt, aber mit einer ſolchem Spielweiſe, wie ſie
vorgeſtern offenbart wurde, kann man auch gegen ſchlechtere
Mann=
ſchaften auf dem eigenen Platze verlieren. Der Schiedsrichter, ein Herr
aus Wiesbaden, zeigte weit beſſere Leiſtungen als vor 14 Tagen in
Frankfurt. Er war dem Spiele ein guter Leiter. — Nachfolgend die
Ergebniſſe der unteren Mannſchaften: 2. Mannſchaft Rot=Weiß, V. f. R.
—3. Mannſchaft Polizei=Spv. 0:2. — 1. Jugend Rot=Weiß, V. f. R.—
1. Jugend Polizei=Spp. 7:2. — 1. Schüler Rot=Weiß, V. f. R.—1.
Schü=
ler Polizei=Spb. 5:1. — Paddler Rot=Weiß, V. f. R.—Alte Herren Rot=
Weiß 4:5.
3 Mannſchaft-Rot=Weiß, V. f. R., 2. Mannſchaft 2:0, auf dem
Rot=Weiß=Platz. — 1. Jugend—Rot=Weiß, V. f. R., 1. Jugend 2:7, auf
dem P. Sp.V.=Platz. — 1. Schüler—Rot=Weiß, V. f. R., 1. Schüler 1:5,
auf dem Rot=Weiß=Platz. — 2. Jugend—Sp.V. 98, 2. Jugend 0:11, auf
dem Sportplatz am Böllenfalltor.
Fußball.
P. Sp.V. Darmſtadt=Babenhauſen — „Germania” Oberroden 4:0 (2:0).
Die Polizei=Fußballer holten ſich mit dem angeführten Reſultat
weitere 2 Punkte und haben damit ihren Tabellenſtand ganz weſentlich
verbeſſert. Ein guter Geiſt, verbunden mit dem vorhandenen Können,
brachte dieſen Sieg zuſtande; trotzdem ſoll nicht verſchwiegen werden
daß ſich nach der Pauſe im Sturm wieder ein Abflauen zeigte, das
be=
einem weniger günſtigem Torverhältnis leicht verhängnisvoll hätte
wer=
den können. Die Tore fielen in der 2. Minute durch einen unheimlich
ſcharf geſchoſſenen Elfmeter von Matthes; in der 27. Minute drückt
Stephan eine vom Torwächter, ſchlecht abgewehrte Flanke von rechts
geiſtesgegenwärtig ein; ſofort nach Halbzeit ſetzt Bönſel einer halbhohen
Vorlage ſchnell nach und ſein ſcharfer und flacher Linksſchuß ſitzt
unhalt=
bar im Netz; kurz vor Schluß — in der 87. Minute — iſt es wieder
Bönſel, der dem Oberrodener Schlußmann das Nachſehem gibt. Der
Sieg der Poliziſten — auch in dieſer Höhe — war verdient, ſelbſt wenn
man berüchſichtigt, daß Oberroden in der zweiten Spielhälfte zwei ſog.
totſichere Sachen vermaſſelte. Die Polizei leiſtete ſich dieſen Scherz in
der erſten Spielhälfte noch viel öfter. — Der von O. gezeigte Fußball
war recht primitiv, und eigentlich nur die Verteidigung zeigte beſſeres
Können. Aber der Eifer der Mannſchaft iſt vorbildlich. — Bei der
Polizei lieferte Kaiſer als Mittelläufer ein ganz großes Spiel; im
Sturm war Göbel die treibende Kraft; Bönſel zeigte wieder einmal,
daß er noch abzuſpielem und zu ſchießen verſteht. Von den übrigen fiel
nur Bauer etwas ab. Sonſt gebührt der Mannſchaft ein Geſamtlob. —
Der Schiedsrichter leitete ſicher und hatte das Spiel jederzeit in der
Hand.
Viktorig Griesheim — Germania Eberſtadt 2:0 (1:0), Ecken 5:1.
Zum letztem Spiel der Vorrunde mußte Griesheim wieder ohne
Klippel und Becker antreten, während Eberſtadt für Zickler Erſatz
ein=
geſtellt hatte. Bei gleichmäßig verteiltem Spiel, wobei Griesheim die
beſſeren Torgelegenheiten herausarbeitete, konnte Griesheim in der 28. Min.
durch Handelfmeter in Führung gehen. Halbz. 1:0. Nach Wiederbeginn iſt
einmal Griesheim, dann wieder Eberſtadt im Vorteil, bis in der 84.
Mi=
nute, im Anſchluß an die fünfte Ecke Griesheim durch Kopfball des
Mit=
telſtürmers auf 2:0 erhöht. Mit dieſem Erfolg war das Spiel
entſchie=
den und verſtanden es die Gäſte, ihre Niederlage mit Anſtand hinzu
nehmen. Schiedsrichter Eigelsheimer=Mainz war dem Spiel ein
gerech=
ter Leiter. Zuſchauer: 400.
Kritik: Bei Griesheim war der Sturm ſehr gefährlich, die
Läu=
ferreihe hingegen fiel diesmal wieder etwas ab. Verteidigung und
Tor=
wart wie immer gut, letzterer hatte allerdings nicht allzu oft einzu
greifen. — Eberſtadts Sturm iſt anſcheinend das Schmerzenskind; er
verſtand in Tornähe nichts mit dem Ball anzufangen, während er im
Feldſpiel Gutes zeigte. Der beſte Manſchaftsteil iſt die Läuferreihe,
Verteidigung einſchließlich Torhüter. Letzterer iſt eine Klaſſe für ſich.
Weitere Reſultate von Viktoria: 2. Fußballmannſchaft—Gberſtadt 2.
2:0. — 1. Handballmannſchaft—Sp.Vgg. Arheilgen 2., dort, 3:0.
Juniorenfechten in Rüdesheim.
Zu einem trefflichem Zeugnis fechtſportlicher Tätigkeit geſtaltete ſich
das Juniorenturnier in Florett des Verbandes mittelrhein. Fechtklubs
(Gruppe III des Deutſchen Fechterbundes), das am Samstag und
Sonn=
tag in Rüdesheim ſtatvfatk). Schon die große Zahl von 72 Fechterinnen
und Fechter aus allem Fechtklubs vom Mittelrhein (mit Ausnahme von
Mannheim) bewies, daß ſcharfe und anſtrengende Kämpfe zu überſtehen
waren, und daß nur die aufs beſte trainiertem und veranlagten Fechter
ſich zur Siegerrunde durchſetzen konnten. So nahmen denn die oft recht
hartnäckigen Kämpfe mehr als die vorgeſehene Zeit in Anſpruch, obwohl
gleichzeitig vor 4 Kampfgerichten gefochten wurde. In je 6 Vorrunden,
getrennt für Damem und Herren, wobei alle Bewerber gegeneinander
anzutreten hatten und nach deren Ergebnis die Hälfte ausſchied, kämpften
in weiter je drei Zwiſchenrunden 18 Fechterinnen und 18 Fechter und
davon rückten wiederum die Hälfte mit je 9 in die Siegerrunde auf.
Von dem Darmſtädter Fechtklub konnten ſich Fräulein Brückner und
Jordan und die Herren Feid und Koch mit guten Ausſichten in die
Zwiſchenrunde bringen, erlangten aber mit knappem Punkt zu wenig
nicht mehr den Aufſtieg, mit Ausnahme von Fräulein Brückner, die als
Beſte der Zwiſchenrunde in die Siegerrunde gelangte und ſich da einen
guten Platz ſicherte. Bei den Damen waren im erſter Linie Mainz,
Rü=
desheim (Siegerin Fräulein Merz als Linkſerin) und Wiesbaden, wo
ſeit Jahren ſtarke Damengruppen beſtehen, erfolgreich, während
Frank=
furt und Offenbach diesmal ganz ausfielen. Bei den Herren ſchnitten
am beſten ab Frankfurt (Eiſenecker, Sieger vom nationalen Turnier in
Danzig=Zoppot) und Mainz. Den Kämpfen wohnte dauernd eine große
Zuſchauermenge bei, welche die Turnhalle völlig füllte und beim
Aus=
trag der Schlußkämpfe in der Rheinhalle zu Rüdesheim zu gedrängter
Fülle anwuchs. Nach der Siegerverkündung traten die beſten Fechterinnen
und Fechter des Mittelrheinverbands, darunter die Olympiaſieger und
deutſchen Meiſter, Fräulein Helene Mäher=Offenbach und Erwin Casmir=
Frankfurt, zu einigen Schaugefechten an, um den intereſſierten und
bei=
fallsfreudigen Zuſchauern das Fechten in ſeiner eleganteſten Art zu
zei=
gem und ſeine Geeignetheit als treffliche Leibes= und Geiſtesübung
dar=
zutun.
Kraftſportverein Darmſtadt 1910 — T. G. Diebura 12:8.
Vor außerordentlich gur beſetztem Hauſe trafen ſich am Samstag
abend in der Ludwigshalle (Obergaſſe) obengenannte Mannſchaften zwedls
Austragung des letzten Verbandskampfes der Vorrunde. Wie ſchon in
der Vorſchau erwähnt wurde, kam es in allen Gewichtsklaſſen zu den
erwarteten hartnäckigen Kämpfen. Dieburg, ſeiner Stellung als
der=
zeitiger Spitzenreiter der Tabelle bewußt, war von vornherein auf Sieg
eingeſtellt, doch daß es anders kam, dafür ſorgten die ſich in Hochform
befindlichen Einheimiſchen. Die anweſenden Zuſchauer wurden dauernd
in Spannung gehalten und belohnten die Leiſtungen der beiderſeitigen
Kämpfer mit langanhaltenden Beifallskundgebungen. Nur im
Fliegen=
gewicht war das Publikum: mit der Kampfesweiſe des Dieburgers nicht
zufrieden, was es auch nach ſeiner Meinung quittierte. Als
Unpar=
teiiſcher fungierte Herr Hubeler=Neu=Iſenburg; mit ſeinen
Entſcheidun=
gen konnte man zufrieden ſein, wenn auch dieſe im Kampfe Borowſki-
Ohl etwas zu hart für den Darmſtädter ausfiel. — Nun zum Verlau
der Kämpfe
Fliegengewicht: Borowſki (Dſt.)Ohl (Dbg.). Dies hätte wohl der
tech=
niſch ſchönſte Kampf des Abends gegeben, wenn der Dieburger ſich
nicht auf die Abwehr beſchränkt und ſeiner dauernden Mattenfluch
einen ſportsmänniſchen Kampf vorgezogen hätte, denn ſolche
Un=
ſportlichkeit hat ein Ringer von dem Können eines Ohl nicht nötig.
Der Kampf ging deshalb auch über die ganze Zeit. Die anweſenden
Zuſchauer waren denn auch geſpannt, wie ſich der Unparteiiſche
darauf reagieren würde. Die Entſcheidung lautete: Punktſieg für
Dieburg; hier ſetzte eine minutenlange Mißfallenskundgebung ein,
die wir mit Recht verſtehen können, denn es war klar erſichtlich, daß
die getroffene Entſcheidung zu hart für den Einheimiſchem ausfiel,
da er ſich dauernd im Angriff befand. Wenn Borowſki auch durch
eine Fehlentſcheidung „beſiegt” wurde, ſo iſt er doch moraliſch
Sieger. 0:2.
Bantamgewicht: Schwarz (Dſt.)Weisbäcker (Dbg.). Auch hier kam es
zu einem harten Kampf, bei dem der Darmſtädter dauernd im
An=
griff lag. In der 2. Zuſatzrunde konnte er ſeinem Gegner unter
toſendem Jubel des Publikums auf beide Schultern legen. 3:2.
Federgewicht: Siegriſt (Dſt.)Dries (Dbg.). Da der Dieburger
Ueber=
gewicht brachte, fielen die Punkte Daumſtadt kampflos zu. 6:2.
Leichtgewicht: Heß (Dſt.)Wolfenſtetter (Dbg.). Dem ſtürmiſchen
An=
griffen des ſeit langer Zeit wieder auf der Matte einmal ſtehenden
Heß gegenüber konnte ſich Wolfenſtetter nur auf Abwehr verlegen, i
der 6. Minute mußte er dem Darmſtädter die Punkte überlaſſen. 9:
Leichtmittelgewicht: Keitel (Dſt.)Enders (Dbg.). Dieſer Kampf, dem
die größte Spannung entgegengebracht wurde, war wohl der an
Technik ſchönſte. K. mußte infolge Uebergewichts in dieſer Klaſſe
ſtarrten. In prächtiger Manier lieferte er dem techniſch
gleichwer=
tigen, aber ſtärkeren Dieburger einen offenen Kampf. In der 1.
Zu=
fatzrunde legte er ſeinen Gegner, nachdem er ſich ſelbſt in einer
ge=
fährlichen Situation befand, in der 11. Minute auf beide Schultern.
Dieſe prachtvolle Leiſtung belohnte das Publikum mit
langanhal=
tendem Beifall. 12:2.
Schwermittelgewicht: Breymaier (Dſt.)—Dotter (Dbg.). Dem an Technik
überlegenen Gegner mußte ſich B. in 1,30 Minuten beugen. 12:5.
Schwergewicht: Ph. Groh (Dſt.)—Krimm (Dbg.). Da der Sieg der
Darmſtädter Farben bereits ſichergeſtellt war, ſchenkte Groh ſeinem
Gegner die Punkte. 12:8.
Mit dieſem Kampf haben die „Zehner” einem Achtungserfolg vor
großer Bedeutung errungem. Gelang es ihnem doch, den Tabellenerſten
aus dem Sattel zu heben und ſich ein ſtärkeres Anrecht auf den
Meiſter=
titel zu ſichern.
Anmerkung: Die Vereinsleitung weiſt jetzt ſchon darauf hin, daß
am kommenden Samstag, den 17. November, abends 7.30 Uhr, der
fäl=
lige Retourkampf gegen Aſchaffenburg=Damm ſteigt. Näheres im
Vor=
bericht an dieſer Stelle.
Ringen.
P. Sp. V. Darmſtadt=Babenhauſen — Athletenklub 06 Biſchofsheim 17:3
Dieſes Treffen in Biſchofsheim war inſofern beſonders intereſſant,
als ſich in den beiden Gegnern die Tabellenerſten der A=Klaſſe des
Oden=
waldgaues und des Rhein=Mai=Gaues gegenüberſtanden. Der Ausgang
des Kampfes iſt ein ſchöner Beweis, für die Kampfſtärke des Gaues
Odenwald, da deſſen Vertreter ſämtliche Siege mit nur einer Ausnahme
— im Schwermittelgewicht — an ſich bringen konnten. Die Kämpfe
wur=
den äußerſt hart durchgeführt, waren aber trotzdem ſportlich ſehr
hoch=
ſtehend, ſo daß der Schiedsrichter, Herr Schlink aus Mainz, ein leichtes
Amtierem hatte. — Von der Polizei ſiegten: Hahl in 7 Minuten, Daum
in 19 Min., Schanz in 19 Min., Schrauder in 4 Min., Vetter in 1934
Min., Lißfeld in 3 Min.
Auch an dieſer Stelle ſagen die Ringer des P. Sp.V. ihren
Sport=
kollegen in Biſchofsheim nochmals Dank für die gaſtfreundliche Aufnahme.
Bilanz der Oiympiſchen Spiele.
Beſuch: 663 289 Perſonen; Einnahmen: 1424 532 Gulden.
Aus den Berichtem über die einzelnem Kampftage wußte man ſchon,
daß die Olympiſchen Sciele 1928 im Amſterdam auch finanziell ein voller
Erfolg waren. Wie groß dieſer Erfolg im Wirklichkeit war, zeigen die
jetzt bekannt gegebenem Beſuchs= und Einnahmeziffer. Die
Geſamt=
zahl der Befucher bei den Olympiſchen Spielem betrug 663 289
die Geſamteinnahme 1424532 Gulden, alſo faſt 2½
Mil=
lionen Mark! Den Vogel ſchoſſen die Fußballſpiele ab; 19
Veranſtaltungen — an einigen Tagen gab es zwei Spiele —
verſammel=
ten im Stadion 249 560 Menſchen und brachten eine Einnahme von
538 860 Gulden, alſo mehr als eim Drittel der Geſamteinnahme. Ar
zweiter Stelle folgt die Leichtathletik, die an acht Tagen 130 28.
Menſchen, die 278 576 Gulden Eintrittsgeld bezahlten, ins Stadion
ge=
lockt hat, damit alſo relativ noch beſſer abſchnitt als der Fußball. An
dritter Stelle ſteht das Reitturnier (57 501 Perſonen, 152 287
Gulden), an vierter die Schwimmwettkämpfe (50827 Perſonen,
117 264 Gulden). Alle anderen Sports mußten ſich mit weſentlich
nied=
rigeren Zahlen begnügen, wie die nachfolgende Geſamtaufſtellung zeigt:
Beſucher: Einnahm. (Guld.);
Veranſtaltg.:
Sport:
536 860
249 560
„ 19
Fußball
8
278 576
130 282
Leichtathletik
152 287
57 501
Reitturnier .. . .
50 827
117 264
15
Schwimmen
28 799
94 641
Eröffnungstag
..
26 744
62049
Radrennen . . .
53 700
53 146
Hockey
....
41 589
14024
..
Boxen
.
25 574
17 983
Turnen . . . .
24 126
12 406
Rudern . . .. .
10 795
6 399
Fechten .
10 784
5 407
Ringen (gr.=röm.)
9 220
4 543
Segeln
4 459
2947
Ringen (Freier Stil)=
1167
1162
Gewichtheben . . . . 3
663 289
1424 552
William T. Tilden iſt jetzt vom Internationalem Tennisverband
offiziell als Amateur disqualifiziert worden. Die Amateurbewegung
ver=
liert damit ihren vielleicht größten Tennisſpieler.
Der Internationale Poretti, einer der beſten ſchweizeriſchen
Fußball=
ſpieler, wird ab 1. Dezember den Sturm des Karlsruher FV.
ver=
ſtärken.
Engliſche Wafferballſpieler, die im Sommer 1929 das große
Waſſer=
ballturnier der Nationen in Budapeſt beſtreiten, werden auf dem
Rück=
wege auch in Deutſchland Gaſtſpiele geben.
Ein neues Raketenauto, das erhebliche Verbeſſerungen gegen das
bisherige bringt, iſt von dem Düſſeldorfer Ingenieur Volkhardt
kon=
ſtruiert worden. Die erſte öffentliche Probefahrt wird vielleicht ſchon
am 18. November auf der Avus ſtattfinden.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Dienstag, 13. Nov. 6.30: Gymnaſtik. O 13: Funkorcheſter:
Mittagsſtändchen. O 15.05: Jugendſtunde. K. Stricker: Vom Bar
der Pflanzen. o 16.35: Stuttgart: Funkorch.: Konzert. o 18.10:
Aus dem Roman „Maler Nolten” von Ed. Mörike. e 18.30:
Mathilde Meißel: Ratſchläge für Mutter und Kind. e 18.40:
Kaſſel: Dir. Herberg: Neuzeitliche Geflügelzucht. O 19.10: Dr. phil,
Bappert: Die Berufseignungsprüfung von heute. O 19.40: Schach.
20: Stiftskirche Stuttgart: Gedächtnisfeier zum 100. Todestage
von Franz Schubert. Mitw.: Anne Valet (Sopran), Margarete
Olden=Mehlich (Alt), Kammerſänger Ritter (Tenor), Fritz Haas
(Baß), Verein für klaſſiſche Kirchenmuſik, Philharmon. Orcheſter
Stuttgart. Muſikal. Leitung: Martin Hahn. Orgel: Muſikdir
Strebel. O. Anſchl.: Vortragsſtunde: Hans Reimann. O. Darauf:
Schallplatten.
Stuttgart.
Dienstag, 13. Nov. 10.30: Schallplatten. O 12.30:
Schall=
platten. O 15.45: Marie Faulhaber: 25 Jahre Urwaldleben in
Neu=Württemberg, Braſilien. o 16.15: Funkorch.:
Nachmittags=
konzert. Mitw.: Gertrude Hepp. o 18.15: Prof. Beutel: Da=
Rätſel der Bewegung der Geſtirne. o 18.45: Funktechnik für alle,
O 19.15: Pfarrer Manfred Griſebach: Urſachen deutſcher Auswande
rung im Laufe der Jahrhunderte. 20: Stiftskirche Stuttgart:
Gedächtnisfeier zum 100. Todestage von Franz Schubert. Soliſten:
Anne Valet (Sopran), Margarete Olden=Mehlich (Alt), Kammerſänger
Ritter (Tenor), Fr. Haas (Baß). Verein für klaſſiſche Kirchenmuſik,
Philharm. Orcheſter Stuttgart. Orgel: Muſikdir. Strebel.
Offer=
torium. — Große Meſſe in Es=dur für Soloquartett, Chor, Orch
und Orgel. 6 21.30: Frankfurt: Gaſtſpiel Hans Reimann. Anſchl.;
Nachrichten. O Anſchl.: Unterhaltungskonzert. Leitung: Konzertm.
Willi Bage,
Berlin.
Dienstag, 13. Nov. 12.30: Für den Landwirt. o 15.30:
Margarete Sehner: Die Geſundhaltung der Angeſtellten. (Das
Heilverfahren in der Angeſtelltenverſicherung.) O 16: Bücherſtunde,
S 16.30: Unterhaltungsmuſik. Dr. Becces Sinfoniker. e 18.30:
Ingenieur Nelken: Verbrechen und Schickſal. (Die Brandſtiftung.)
19: Dr. Heller: Konſtruktive Fortſchritte im Automobilbau,
0 19.30: Prof. Dr. Liepmann: Bedeutung und Ziele der Frauen=
konzert. Novak: Serenade F=dur. — Dvorak: Arie aus der Chor=
— Suk: Fant.
ballade „Die Geiſterbraut”. (A. Nordenova, Tenor.)
für Violine und Orcheſter. (Jarosla Kocian.) — Smetana: Hakon
Yarl, ſinfoniſche Dichtung. Orcheſter Radioiournal, Dirig.: Prof.
Dr. Krupka. O. Anſchl.: Tagesnachrichten.
Stettin. 19: M. Fritſchner: Das Siedlungsweſen rund um
Stettin.
Deutſche Welle. Dienstag, 13. Nov. Berlin: Nachrichten. 0 12:
Franzöſiſch für Schüler. 6 13.30: Berlin: Nachrichten. O 14.30:
Ober=Ing. Fladrich: Was bietet die internationale Automobil= und
Motorradausſtellung November 1928 in Berlin? o 15:
Jugend=
baſtelſtunde. Wir bauen einen Verſtärker. 15.30: Wetter und
Börſe. 15.40: Dr. Elſe Buddeberg: Die geſellſchaftliche un
rechtliche Stellung der Ehefrau und Mutter. 16: Dir. Pabſt:
Das dramatiſche Leben klaſſiſcher Bühnenwerke. O 16.30: Leipzig:
Bunter muſikaliſcher Nachmittag. O 17.30: Prof. Weitz: Der
Rund=
funk, ſeine Aufgaben, Ziele und Möglichkeiten. O 18: Maria Regina
Jünemann: Gegenwartsdichtung der deutſchen Stämme (
Frauen=
aus Oeſterreich.) 18.30: Franzöſiſch für. Anfänger.
dichtung
18.55: Dr. Speier: Entſtehung und Geſchichte des modernen
Bürgertums. O 19.20: Geh.=Rat Prof. Dr. Brandenburg: Von
Bismarck bis zum Weltkrieg. O 20: Berlin: Literatur der Gegen
wart. „Junge Dichter.” Vortrag und Leſeproben: Alfred Kerr.
O 2.30: Uebertragung von der Radiojournal, Prag. Orcheſter
Konzert. Dirigent: Prof. Dr. Krupka. Orcheſter Radiofournak
Mitw.: A. Nordenova (Geſang) und Jaroſla Kocian (Violine).
O. Anſchl.: Preſſenachrichten.
Wetterbericht.
Das umfangreiche, nordweſtliche Druchkfallgebiet, das ſich weiter
ver=
tieft hat und im Raume von Island ein Barometergefälle bis 725
Milli=
meter aufweiſt, beherrſcht mit ſeiner Südſeite die Witterung
Deutſch=
lands. Weitere maritime Warmluftſtaffeln des Tiefs dringen vor und
laſſen zunächſt das trübe, überwiegend wolkige und regneriſche Wetter
fortbeſtehen. Dabei geſtaltet ſich infolge des engem Barometergefälles
die Luftzufuhr, die vorwiegend aus Südweſten ſtammt, zeitweiſe lebhaft
Die Temperaturen ſteigen vorläufig noch etwas an.
Ausſichten für Dienstag, den 13. November: Fortdauer des meiſt
wol=
kigem bis bedeckten Wetters, Temperaturen noch etwas anſteigend,
zeitweiſe Niederſchläge, aufkommende lebhafte Südweſtwinde.
Ausſichten für Mittwoch, den 14. November: Noch ſvolkiges Wetter mit
einzelnen Niederſchlägen, zunächſt keine ſtärbere
Temperaturver=
änderung.
Ort:
Wetter:
Temp.
in C
Wind:
Nieder=
Schnee=
ſchlag . decke
in mm in cm
Gießen:
Regen
80,
—
29
—
3
Regen
10
Aachen:
SSWs
Hamburg:
SW.
wolkig
Verlin:
wolkig
02 —
S.
München:
Nebel
—
Königsberg: wolkig
—
Breslau:
Nebel
Witterungsverhältnifſe der deutſchen Bergſtationen.
Feldberg:
Nebel
SW.
Taunus
—
SW
Waſſerkuppe Regen
—
Feldberg:
1
Regen
2
SW,
(Schwarzw.)
Zugſpitze:
wolkig
—10
Ne
gef. 35
Kahler Aſten: Nebel
SSW,,
3
—1
—
Fichtelberg: „Nebel
WNW.
—2
—
Schneekoppe: wolkig
3
NW.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feullleton, Reich un
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann.
für den Handel
Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; fur
„Die Gegenwart”
Dr. Herbert Nette; für den Inſeratentell: Willp Kuhle; Drug
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
[ ← ][ ][ → ] Wirtſchaftliche Rundſchau.
Vomn Holzmarkt ſchreibt uns unſer Mitarbeiter: Die
Unentſchieden=
heit der Frage, ob das zwiſchen Deutſchland und Polen beſtehende
Holz=
proviſorium (Ablauf am 30. November) verlängert wird, trägt in das
Holzgeſchäft Unſicherheit hinein und hemmt die Unternehmungsluſt.
Auch zeigen ſich am polniſchen Holzmarkt auch bereits gewiſſe
Wir=
kungen dieſer Unſicherheit in Geſtalt dringender Angebote in
Schnitthölzern aller Arten, die man noch in den nächſten Tagen
heraus=
ſchaffen möchte. Durch die ſtarke Verladetätigkeit iſt eine große
Wag=
gonnot entſtanden. Die deutſche Reichsbahn hat zu deren Behebung
mehrfach gegen Gebührenbereihnung ganze Züge, die dem
Holzabtrans=
port dienen, zur Verfügung geſtellt. In den inländiſchen Forſten ſind
die Preiſe leicht zurückgegangen. Der große Buchenverkaufstermin in
Northeim ſtand ſichtbar unter dem Eindruck der allgemeinen Depreſſion
im Wirtſchaftsleben, die erzielten Preiſe blieben im Durchſchnitt bis
10 Prozent hinter denen des Vorjahres zurück. Mit beſonderer
Span=
nung ſieht man dem Ergebnis der kommenden Rohholzverkäufe in
Oſt=
preußen entgegen; man rechnet auch hier mit Preiseinbußen. Lebhafte
Nachfrage beſtand nur nach blauen aſtreinen Seiten, vor allem nach der
Stärke 23 Millimeter, die im Großhandel bis 72 Mark frei Bentſchen,
deutſcherſeits unverzollt, brachten. Dagegen blieben blanke Seiten
ver=
nachläſſigt und zu 90 Mark Grenze, freilich in beſcheidenen Mengen,
an=
geboten. Bemerkenswert iſt die große Rohholztransaktion zwiſchen der
früheren königl. Hofkammer und einer Breslauer Holzgroßhandlung,
der auf die Dauer mehrerer Jahre die Verwertung des ſchlagbaren
Holzes aus dieſen Forſten übertragen wurde.
Lederwerke Martin Zimmer A.G., Offenbach a. M. Die Mitte
Auguſt beſchleſſene Kapitalsverdoppelung von 600 000 RM. auf 1,2
Mill. RM. iſt nunmehr durchgeführt. Wie wir erfahren, haben die
ge=
meinſame Gruppe Alpina A.G., Bern, und die Ledervertreterfirma
F. Hecht u. Co., New York, davon nom. 500 000 RM. zu 100 Prozent,
die Verwaltungskreiſe gleichfalls zu pari die reſtlichen 100000 RM.
übernommen. Ein weiteres Paket liegt noch bei der N. V. Hollandſche
Leder=Mij, welche der Lederfirma Gebr. Hausmann, Bnd Homburg,
naheſrand und früher etwa 51 Prozent des Zimmer=Kapitals beſaß. Die
Zimmer=A. G. hat ihre Produktion neben Gold= und Silberleder noch
auf andere Spezialfabrikate ausgedehnt.
Andrege=Noris=Zehn A. G., Frankfurt a. M. Wie wir hören, ſollen
am Dienstag zum erſten Male die Aktien der Andreae=Noris=Zehn A. G.
amtlich von der Frankfurter Börſe notiert werden. Man rechnet mit
einem Einführungskurs von 128—129 Prozent.
Gefellſchaft zur Finanzierung elektriſcher Unternehmungen,
Amſter=
dam. Nunmehr werden Einzelheiten über die Gründung der
Maat=
ſchappif tot Financiering van Electriſche Ondernemingen in Amſterdam
veröffentlicht. Von den insgeſamt 10,03 Mill. Gulden betragenden
Aktien=
kapital ſind alle 30 Prioritätsaktien, alle 4000 Vorzugsaktien ſowie 4000
tammaktien, zuſammen alſo 8,03 Mill. Gulden, placiert. Die
Priori=
täts= und Vorzugsaktien ſind voll und die Stammaktien zu mindeſtens
20 Prozent eingezahlt. Die Beteiligungen werden uns beſtätigt, wonach
die Dresdner Bank 4 Prioritäts=, 519 Vorzugs= und 481 Stammaktien,
insgeſamt alſo nominal 1004000 Gulden übernommen hat, die
Darm=
ſtädter und Nationalbank ebenfalls 1004000 Gulden in gleicher
Zu=
fammenlegung und die Elektrizitäts A.=G. vorm. W. Lahmeyer u. Co.
753 000 Gulden, beſtehend aus 3 Prioritäts=, 375 Vorzugs= und 375
Stammaktien. Von holländiſcher Seite haben ſich die Bankfirmen
Preehl und Gutmann mit nominal 1 681 000 Gulden und Gebr. Toixeira
de Mattos mit 2 584 000 Gulden an der Gründung beteiligt, von
eng=
liſcher Seite die Hambros Bank mit 1004 000 Gulden.
4o innere Rumägen=Anleihe von 1889. Wie wir von dem
Bank=
haus Baß u. Herz hören, welches dieſe Anleihe ſeinerzeit in
Frank=
furt a. M. emittiert hat, iſt es gelungen, für dieſe Anleihe dieſelbe
Aufwertung durchzuſetzen,twie für die übrigen in Deutſchland
emittier=
ten 4 % Rumänen, jedoch hat die rumäniſche Regierung ſich für dieſe
Anleihe ausbedungen, daß nachgewieſen werden muß, daß die Stücke am
27. Auguſt 1928 in deutſchem Beſitz waren.
Metallnotierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 12. November ſtellten ſich für
Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen oder Rotterdam (
Notie=
rung der Vereinigung für die deutzſche Elektrolytkupfernotiz) 151.75 RM.
— Die Notierungen der Kommiſſion des Berliner
Metallbörſenvor=
ſtandes (die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte
Lieferung und Bezahlung) ſtellten ſich für Originalhüttenaluminium,
98= bis 99proz., in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 190 MM., desgl
in Walz= oder Drahtbarren 99proz. 194 RM.; Reinnickel, 98. bis 99proz.
350 RM., Antimon Regulus 84—87 RM., Feinſilber (1 Kilogramm
fein) 79.50—81.00 RM.
Die Berliner Metallnotierungen vom 12. November ſtellten ſich für
Kupfer: Januar bis Juli 138.00 138,50, Auguſt bis Oktober 138.25
(138.75), November und Dezember 138.00 (139.00). Tendenz; ruhig.
Für Blei: Januar 41,75 (42.75), Februar bis Mai 41.75 (42.50),
Juni bis Oktober 42.00 (42.50), November 41.75 (42.75), Dezember 41.50
(42.50). Tendenz: abgeſchwächt. — Für Zink: Januar bis März 47.50
(48,50), April 47.75 (48.75), Mai bis Juli 48,00 (49.00), Auguſt bis
Oktober 48.25 (49.00), November 47.00 (48.00), Dezember 47.25 (48.25).
Tendenz: ruhig. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern
Brief.
Die Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 12. November
ſtellten ſich für Kupfer: (Tendenz: ruhig) Standard per Kaſſe 6778
bis 671/„g, drei Monate 687/48—68½, Settl. Preis 67¾½, Elektrolyt 74¾
bis 75½, beſt ſelected 72½—733 ſtrong ſheets 98, Elektrowirebars
75½; für Zinn: (Tendenz; ruhig) Standard per Kaſſe 23058 bis
4, drei Monate 224½—224½, Settl. Preis 230¾; inoff. Not.:
Banka und Straits 2:
30¾; für Blei: (Tendenz; ruhig) ausländ.
prompt 201/„a, entf. Sichten 217/4g, Settl. Preis 20¾; für Zink:
(Tendenz: ſtetig) gewöhnl. prompt 947/48, entf. Sichten 94½, Settl.
Preis 243. — Inoffizielle Notierungen; Aluminium für
Inland 95, für Ausland 100; Antimon Regulus, Erzeug.=Preis 59½
bis 60, chineſ per 37; Queckſilber 23—23½, Platin 16, Wolframerz 17
Nickel für Inland und Ausland 175, Weißblich 18½, Kupferſulphat
26½—7, Cleveland=Gußeiſent Nr. 3: 66.
Produktenberichte.
Mannheimer Produktenbericht vom 12. November. Die überſeeiſchen
Forderungen lauteten gegenüber der letzten Börſe eine Kleinigkeit
höher. Bei reichlichem Angebot lag jedoch inländiſches Brotgetreide
ſchwach. Die Forderungen für Roggenmehl wurden herabgeſetzt. Man
verlangte für die 100 Kilo ohne Sack waggonfrei Mannheim in
Reichs=
mark: Weizen inl. 23.75, ausl. 26—28, Roggen inl. 22.75—23, Hafer
inl. 23.25—24, Braugerſte, badiſche, heſſiſche und württembergiſche 25
is 26, pfälziſche 25.50—26.75, Futtergerſte 20—20.25, Mais mit Sack
3. 75, ſüdd. Weizenmehl, Spezial Null, 34.25, ſüdd. Roggenmehl, je nach
Ausmahlung 29.75—32, Kleie 13.25.
Frankfurter Produktenbericht vom 12. November. Die Frankfurter
Getreidebörſe lag flau. Die Preiſe waren größienteils niedriger.
Wei=
zen gab um 15—20 Pf., Roggen um 25 Pf. nach, ebenſo Roggen= und
Weizenkleie um je 25 Pf. Es notierten je 100 Kg.: Weizen 23,10—3,25,
Noggen 22—22,25, Sommergerſte 24—24,25, Hafer 23—23,25, Mais 22,
ſeizenmehl 33,50—34,25, Roggenmehl 29,50—30,25, Weizenkleie 13,50
bis 13,60, Roggenkleie 13,75—14, Erbſen 35—62, Linſen 70—115, Hen
13—13,50, Weizen= und Roggenſtroh drahtgepreßt 5, dto. gebündelt 3,50
Treber 20,25—20,50. — Die Kartoffelbörſe lag ruhig, es notierten je 790 Frkf. a.M. v.26
30 Kg. Induſrvie hieſiger Gegend 3,40 Mk.
Verliner Produktenbericht vom 12. November. Die Produktenbörſe
eröffnete den neuen Berichtsabſchnitt in ruhiger Haltung.
Nordameri=
kaniſche Ablader waren mit Offertenmaterial angeſichts des heutigen
Feiertages kaum am Markte, während vom kanadiſchen Farmerpool An=
Vebot zu unveränderten Preiſen vorlag. Aus dem Inlande hat ſich das
Angebot von Weizen und Roggen nicht verſtärkt, die Forderungen
hal=
ten ſich auf Samstagniveau. Der Export will nur für ſofortige Ware
die Forderungen bewilligen, während ſowohl. von Exporteuren als auch
Du Mühlen für prompte und Novemberlieferung etwa 1 Mark weniger
geboten wird. Der Lieferungsmarkt lag für beide Brotgetreidearten
abgeſchwächt und bis 1½ Mark niedriger. Für Mehl kommt es bei
unveränderten Mühlenforderungen nur zu kleinen Umſätzen, vereinzelt
uine auch Abſchlüſſe für die Frühjahrsmonate zu verzeichnen. Hafer
Dird in den Forderungen weiter hoch gehalten, der Konſum nimmt nur
öogernd Anſchaffungen vor. Gerſten ruhig,
Frankfurter und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 12. November.
Das Geſchäft kam in der neuen Woche nur langſam und zögernd
in Gang, da man die Beſprechungen im der Angelegenheit des
Eiſen=
konfliktes abwarten wollte. Im Zuſammenhang hiermit herrſchte
wie=
der eine merkliche Unſicherheit, und bei anhaltendem Auftragsmangel
ſar die Spekulation auf den meiſten Märkten zu Abgaben geneigt. Die
Beendigung der franzöſiſchen Kabinettskriſe und die Hauſſe an der New
Yorker Samstagsbörſe konnten dem Markt keine, ſtärkere Anregung
bieten. Auch der weiterhin relatib flüſſige Geldmarkt vermochte nicht,
dem Geſchäft neue Impulſe zu geben. Die Kursgeſtaltung war wieder
nicht einheitlich, überwiegend traten jedoch Kursrückgänge von 1 bis 17
Prozent gegen die Schlußnotierungen vom Samstag ein. Am
Chemie=
markr eröffneten J. G. Farben 1¾4 Prozent und Scheideanſtalt 1½
Pro=
zent niedriger. Am Elektromarkt gaben A. E. G., Licht u. Kraft und
Siemens je 1½ Prozent nach, während Schuckert und Lahmeyer je
1 Prozent anzogen und Bergmann behauptet blieben. Banken waren
etwa 1 Prozent abgeſchwächt Zellſtoff Waldhof verloren 1½ Prozent,
während von den Autoaktien Kleyer behauptet blieben, Darmler und
N. S. U. aber etwas nachgaben. Montanwerte lagen auf weitere
Deckungs=
käufe überwiegend etwas feſter, Klöckner, Mannesmann, Oberbedarf und
Phönig konnten 1½ bis 2½ Prosent anziehen. Auch für Otavi hielt ſich
bei weiter ſteigendem Kurs reges Intereſſe.
Im Verlaufe trat lebhaftere Nachfrage nach Elektrowverten hervor,
kon denen Schuckert mit plus 3½ Prozent bevorzugt waren. Bergmann
und Siemens gewannen je 1 Prozent. Die Haltung wurde allgemein
etwas feſrer; J. G. Farben nur geringfügig gebeſſert. Der Geldmarkt
blieb unverändert flüſſig, Tagesgeld 6 Proßent. Am Deviſenmarkt
nannte man Mark gegen Dollar 4,1995, gegen Pfunde 20,358, London—
Kabel 4,8485, Paris 124,11, Mailand 92,59, Madvid 30,06, Holland 12,08.
Die Abendbörſe war gegenüber dem feſten Mittagsſchluſſe
weiterhin freundlich. Durch verſchiedene Sonderbewegungen war das
Geſchäft etwas lebhafter. Montanaktien in Erwartung einer baldigen
Einigung im Lohnkonflikte angeregt, Kaliaktien auf hannoverſche Käufe
beachtet, Otavi ſehr lebhaft und von erſter Seite aus dem Markt
ge=
nommen. Der erreichte Kurs von 61,5 iſt der höchſte ſeit der
Stabili=
ſierung. Die Farbenaktien zwar etwas freundlicher, doch noch ſehr
ruhig. Im Verlaufe Schuckert und Siemens lebhaft und feſt. Auch
Karſtadt leicht anziehend. U. a. nannte man in Farbeninduſtrie 250½,
Karſtadt 243½, Kaliinduſtrie 234, Krügershall 305, Danatbank 289,
Schuckert 239½, Siemens 410½, A. E. G. 184, Mannesmann 129, Phönix
92½, Stahlverein 93¾, Rheinſtahl 135¾, Hapag 147½, Daimler 85½,
Adlerwerke 112, Goldrumänen 23½, 2. Anatolier 21,62.
Berlin, 12. November.
Nach dem vorbörslichen Freiverkehr, der eine freundliche Tendenz
zeigte und für Elektvowerte ſogar höhere Kurſe hören ließ, enttäuſchte
der offizielle Börſenbeginn. Die Provinz und die Bankenkundſchaft
hatte kaum nennenswerte Orders erteilt, und die Spekulation neigte
eher zu Abgaben. Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe wurde die Tenden;
bei kleiner werdendem Geſchäft durchweg ſchwächer. Der weitere
Ver=
lauf der Börſe war uneinheitlich. Nach der anfänglichen Abſchwächung,
die in erſter Linie auf die umfangreichen Abgaben für Schweizer
Rech=
nung in Gesfürel, in Chade und in A.E. G. zurückzuführen war, wurde
die Tendenz, ausgehend vom SchuckertMarkt, an dem große Orders von
Auslandsſeite zur Ausführung kamen, wieder feſter. Die Börſe ſchloß
ruhig, aber feſt, unter Bevorzugung von Schuckert, Vergmann und d
Montanwerte. Nachbörslich blieben die Kurſe durchweg unverändert,
nur Montanwerte konnten weitere Kursbeſſerungen erzielen.
Viehmärkte.
A. E. G........"
1gsb.=Nürnb. Maſch.
Baſalt ........... .
Bergmann. . . . . . . . .
Berl. Karlsruhe Ind
Berl. Hand.=Geſ...
Sraunkohl. Briketts
Bremer Wolle.... ..
anatbank. . . . . . . .
Teutſche Bank. . . . . .
Diskontogeſ. . . . . . . .
resdner
nk. . . . .
Deutſche Maſchinen.
Deutſche Erdöl ....."
Deutſche Petroleum.
Tynamit Nobel ..."
Eleftr. Lieferung ...
J. G. Farben... . . .."
Gelſenk. Berg. ....
G. f. eleltr. Untern..
Han. Maſch.=Egeſt. . .
Kanſa Dampfſch. . . .
Hapag .........."
Harpner.... .. . ..."
Kemoor Zement. . . .
8.
4½
66.—
1217.—
67.125
33.5
325
1290.
*
2.
/161
10
a
9.
91.
119
A
19.:
112.
8.75
41
179.5
146.5
132.-
3 97 167.— W
regeln ... 75 Go 230.2 Lindes Eismaſch. . . . 169.— 88. L. Loewe & Co. ... . . 166. ngel Schug zbre= 2.— 1e1 Nanne3manng 124.5 125 625 Liederlauſitzer Kohle 159.— 158.5 Nordd. Lloyd ...... 42.— 144.— 31
9. „renſtein . . . . . . . . . 25 15.
1c
H9.625 Polyphon ......... Rütgerswerke ... . .." 1105. 105. hſenwerke ... . .. 138.25 136.2 8
24 Siemens Glas ....." 1140.— 40. 4325 Ver. Glanzſtoff...." 30.— K 266.— Fer. Stahlwverke. . . 10.5 93.5 41. Volkſtedter Porzellan 63. 873 33.875 19 75 Vanderer Werke. . . . 277.— 1.30.5 47.— ſſner Metall. . . . 14.5 154.5 133.625)
279.— Wittener Gußſtahl .." 54.— 5 3.5
Deviſenmarkt.
Selſingfors ..
Aien ......"
Frag ......."
Budapeſt ... ."
Sofia ......"
Kolland ....."
Tslo ........"
Kopenhagen
Stockholm .. ."
London ....."
Buenos Aires
Neu=York ...
Beigien ....."
10. 11.
Geld/Brie
10.556/10.57
58.965 59,085
12.434/112.454
73.11
3.027
168.32
111.76
111.81t
112.12/
20.34
1.769
4. 1955
58.285
3.25
3.033
b8.66
111.98
12.0:
12 34
20.38
1.772
4.2035
18.405
12. 11.
Geld /Brief
0.557 10.5
12.434/12.
31113.25
11.77/111.
111.83/112.
1 12.14112.30
20.338120.3
1960 4.204(
7IItalien ......."
58.955 59.0751 Paris ........
Schweiz... . .."
Spanien. .. . .."
3.027/ 3.033/ Danzig ......."
168.39/168.731Japan. . . . . . ."
g9 Nio de Janeiro
Jugoſlavien ...
Portugal ....."
Athen ........"
1.768/ 1.772/ Konſtantinopel
anada. . . . . .
158.28 56.40 1Truguav.. . . .."
10.
21.365
*.
0.;
67.
31.34
1.
0.50
7.370
1s.
5.
2.703
4.191
4.266
.3250
Geld / Brie
22.005
16.415
815
958
9.5
z39
18.92
5.435
2.10.
4.199
4.274
12. 11.
Geld Brief
1.975 22.015
16.395 16.4 21
80.90
G
19 67.73
81.30 81.46
1.957
1.95
„503
.501
384
7.370
18.91/18.95
5.425/ 5.435
2.1031
4.191/4.199
4.285/4.294
Mannheimer Viehmarkt vom 12. November. Zum heutigen
Vieh=
markt waren zugeführt und wurden die 50 Kilo Lebendgewicht je nach
Klaſſe in Reichsmart gehandelt: 258 Ochſen 30—56, 160 Bullen 30—50,
375 Kühe 16—41, 472 Färſen 36—57, 747 Kälber 48—75, 55 Schafe 44
bis 46, 9 Ziegen 10—22, 3534 Schweine 65—79, 110 Arbeitspferde pro
Stück 1000—1700 Mark, 165 Schlachtpferde pro Stück 80—120 Mark.
Marktverlauf: Mit Großvieh und Schweinen ruhig, Ueberſtand; mit
Kälbern mittelmäßig, geräumt; Arbeitspferde mittelmäßig;
Schlacht=
pferde ruhig.
Frankfurter Viehmarkt vom 12. November. Der Auftrieb des
heu=
tigen Hauptmarktes beſtand aus 1746 Rindern, darunter 351 Ochſen, 96
Bullen, 744 Kühen und 501 Färſen, ferner aus 644 Kälbern, 208
Scha=
fen und 5431 Schſveinen. Marktverlauf: Rinder ruhig, Ueberſtand,
Schſveine ruhig, geringer Ueberſtand, Kälber und Schafe ruhig,
ausver=
kauft. Verglichen mit dem Auftrieb des Hauptmarktes der vergangenen
Woche war der Auftrieb in Rindern unverändert. 130 Kälber und 132
Schweine waren mehr angetrieben, während 55 Schafe weniger
ange=
trieben waren. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochſen
a1 54—57, 2 50—53, b1 45—49, Bullen a. 48—52, b 44—47, Kühe a 4:
bis 46, b 36—42, c 30—35, d 22—29, Färſen a 54—58, b 49—53, C 43—48
Kälber 5 70—74, c 64—69, d 55—63, Schafe au 45—50, b 38—44,
Schweine a 87—80, b 78—80, c) 76—79, d 76—79, e 70—76, g 64—68.
Verglichen mit den Notierungen des letzten Marktes blieben Rinder und
Schafe gut behauptet, Kälber wurden 1 Mark niedriger notiert, während
Schweine bis zu 1 Mark anziehen konnten: Fleiſchgroßmarkt:
Ochſen=
fleiſch I 90—95, IT 80—90, Bullenfleiſch 78—84, Kuhfleiſch I 50—65, dito
III 30—50, Kalbfleiſch T 100—105, IT 90—100, Hammelfleiſch 90—100,
Schweinefleiſch T 95—100, Gefrierfleiſch, Rindfleiſch, Vorderviertel
zoll=
frei 54, verzollt 65, Hinterviertel 68 bzw. 78.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 12. Nov.)
Fleiſch: leichte Schweine 8,60—9,30, ſchwere Schweine 8,85
bis 9,35.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 12. Nov.;
Talg, extra, loſe 9½.
Kakav. Tendenz: flau; Umſatz in Lots: 435; Loko: 10
November 9,72, Dezember 9,80, Januar 1929 10,09, Februar
10,08, März 10,21, April 10,29, Mai 10,43, Juni —, Juli 10,61,
Auguſt —, September 10,87.
Wegen des Waffenſtillſtandstages war em Teil der Börſe
geſchloſſen.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Auf Grund einer Anfrage der Induſtrie= und Handekskammer zu
Berlin, die ſich mit den Gerüchten über eine angeblich beabſichtigte
Sperrung des Finow=Kanals beſchäftigte, hat der Regierungspräſident
von Potsdam mitgeteilt, daß bei der Regierung die Abſicht einer
Sper=
rung dieſes Kanals nicht beſtehe.
Es iſt beabſihtigt, die an der Frankfurter Börſe zur Einführung
kommenden Aktien der Spenska Taendſticks Aktiebolaget, Stockholm, mit
dem Tage der Aufnahme der Notiz auch in den Börſenterminhandel
ein=
zubeziehen.
Der große Grubenholzverkauf der heſſiſch=naſſauiſchen Privat= und
Gemeindewaldungen mit einem Teil der heſſiſchen, unterfränkiſchen und
badiſchen Staats=, Gemeinde=, Stiftungs= und Privatforſten, der
erſt=
malig verſuchsweiſe in Frankfurt a. M. ſtattfand, iſt ergebnislos
ver=
laufen. Die abgegebenen Höchſtgebote waren derart niedrig, daß die
Zuſchläge nicht erteilt wurden.
Der Burbach=Gumpel=Konzern hat die Vorſtands= und
Aufſichts=
ratsmitglieder ſämtlicher Konzernwerke, mit Ausnahme der Badiſchen
Werke, zu einer gemeinſamen Sitzung auf den 15. November nach
Magdeburg einberufen, die über die Zuſammenfaſſung der Werke des
Burbach= und Cumpel=Konzerns zu einer Geſellſchaft beſchließen ſoll.
Auf eine 25jährige Tätigkeit als Direktor und Vorſtand der
Ver=
einigten Elbkiesbaggerei, Kalk= und Mörtelwerke A. G., Magdeburg,
kann Direktor Richard Menzel am 14. November dieſes Jahres
zurück=
blicken.
Wie die eſtländiſchen Blätter melden, werden die auf ſechs Wochen
unterbrochenen deutſch=eſtländiſchen Handelsvertragsverhandlungen, am
19. November wieder aufgenommen werden. In Reval wird zu dieſem
Zeitpunkt das Eintreffen einer größeren deutſchen Delegation erwartet.
Für die polniſiche Eiſeninduſtrie liefen im Oktober die lange
erwar=
teten größeren Beſtellungen des Verkehrsminiſteriums in Höhe von
36000 Tonnen ein. Dies geſchah gerade im richtigen Moment, denn
im übrigen war der Abſatz an die Privatabnehmer im Berichtsmonat
ſehr ungüinſtig. Namentlich der Großhandel zeigte eine bedeutend
ſchwächere Nachfrage.
Die tſchechoſlowakiſche Handelsbilanz weiſt im Oktober ein Aktivum
von 225 Mill. Ke. gegenüber nur 150 Mill. Ke. im Oktober des
Vor=
jahres aus. Das Geſamtaktivum der abgelaufenen 10 Monate 1928
bleibt noch um 30 Mill. Ke. hinter dem Ausfuhrüberſchuß des Vorjahres
zurück.
Der aus dem Ausland zurückgekehrte bulgariſche Finanzminiſter
Moloff erklärte Preſſevertretern gegenüber, daß nach Auflegung der
bulgaviſchen Anleihe am 16. Nov. unmittelbar Verhandlungen wit der
Diskonto=Geſellſchaft beginnen können auf Grund der von Bulgarien
gegebenen Zuſicherungen, nach denen es erſt die Anleihe erhalten konnte.
Er kündigte auch die Aufhebung des Staatsmonopols im
Deviſen=
handel an.
Frankfurter Kursbericht vom 12. November 1928.
6% Dtſche.
Reichs=
anleihe von 1927
6% Baden Frei
ſtaat von 1927..
6% Bah,
Freiſtag=
von 1927 .....
6% Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927..
7% ThüringerFrei
ſtaat von 1927..
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. *
Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub.
Dtſche. Schutzge
bietsanleihe. . ..
80 Bad.=Bab. v. 2
6 Berlin v. 24...
Darmſtadt v. 26
70 Mainz v. 26...
2o Mannh. v. 26
8% Nürnberg v. 20
R
78
RF
—
84
51
1471,
6.05
8% Rhein,Hyb.B.
Rhein.=Weſtf=
Bd.=Credit ...
8% Südd. Bod.
Cred.=Bank ..."
8% Württ. Hyp.=B.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
Ausl. Ser.
* . Ser, II
6% Daimler Benz
von 27......."
Klöckner=We
Berlin v. 26..
7% Mainkrw.v. 26
Ver. Stahlwke
mit Opt. v. 26..
8% VoigtcHäffner
von 26 ........
8% Berl. Hyp.;Bk.
% Frkf. Hyp.Bk.
Pfbr.
Heſſ. Landesbk.
88 Kom. Landes
bank Darmſtadt.
„
Mein. Hyv. Bk.
%o Pfälz. Hyp.Bk.
8% Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft. . .
6% Bosn. L. E. B.
—
v. 1914 ......."
4/,% Oſt. Schatz
anw. v. 191
%0 Oſt. Gold
41/,% Rum. Gold
on 1913 ...... 23‟1,
4% Türk. Admin.
t39 1.Badgal
4ſ.% 1913 Ungarn
4.% 1914
4%0 Ung. Goldr 26.45
Aktien.
Allg. Dt. Creditanſt. 1.36.5
B=
k. f. Brauinduſtr.
Berl. Handelsgeſ
Comm. u. Privatb. /187.5
91.5
97.5
98
95
50.25
66
74
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84
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161
167.25
118.5
147.5
153.5
133
138.5
135
208
160
34.5
303
4.75
68
151,
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158
216
201.5
136
276
Ra
191
A5.7
Seite 14
Dienstag, den 13 November 1928
Nummer 316
Arheberrechtsſchutz durch Verlag Oskar Meiſter, Werdau (Sa.)
Nachdruck verboten.
16)
7. Kapitel.
Das Mittageſſen verlief ſchweigſam. Gräfin Sylvia ſtocherte
appetitlos im den Speiſen herum, und Raſſow ſpielte nachdenklich
mit dem Meſſerbänkchen.
Als der Diener das Zimmer verlaſſen hatte, hob Graf
Kolo=
man ſein Glas:
„Pröſtchen, Hanns=Martin, und bitte Herrſchaften, tut mir
die eine Liebe und macht keine ſolchen Leichenbittermienen, das
muß ja ſonſt ſelbſt dem alten Janocz auffallen, — es wird ſo
ſchon noch genug geklatſcht und getraſcht.”
Und dann verſuchte er krampfhaft eine Unterhaltung in
Gang zu bringen, erzählte Feldzugsanekdoten, beſprach die
Jagd=
ausſichten der nächſten Tage, und war doch ſelbſt froh, als Sylvia
gleich nach dem Deſſert die Tafel aufhob.
Drüben, in Graf Daroukas Arbeitszimmer, flackerte ſchon
das bläuliche, gelbe Spiritusflämmchen unter der leiſe
ſummen=
den Wiener Kaffeemaſchine.
„So, jetzt wollen wir uns erſt mal inen Tobak anſtechen; hier,
mein Junge, noch eine richtiggehende Friedens=„Uppmann”
nun ſchießt los, Kinder, es nützt ja doch nichts, wenn wir wie die
Katze um den heißen Brei herumgehen.”
Das junge Mädchen bot Raſſow den Mokka an:
„Ein oder zwei Stückchen Zucker?”
„Wenn ich bitten darf, zwei, Gräfin, ich halte es in dieſer
Hinſicht mit den Orientalen: „Schwarz wie die Nacht, heiß wie
die Hölle, ſüß wie die Liebe.”
Koloman ſtreifte die Aſche ſeiner Importe ab, dann ließ er
ſich in einen der tiefen, weichen Klubſeſſel fallen und ſchlug ein
Bein über das andere.
„Sag mal, Hanns=Martin, ich habe mir die Sache hin und
her überlegt, — willſt du nicht doch lieber ein anderes Zimmer
haben? Wir könnten dich ja neben mir einquartieren?”
„Nein, Mani, ich danke dir, das wäre zwecklos.”
Raſſow hatte ſeinem Freunde gegenüber Platz genommen.
„Wir haben ja erft vor einer Stunde geſehen, daß die Erſcheinung
zu allen Räumen Zutritt hat und dann — ich bin feſt
entſchloſ=
ſen, die Sache zu Ende zu führen, ich betrachte die Löſung dieſes
Myfteriums als eine Aufgabe, eine Miſſion, der ich mich nicht
entziehen kanm und will.”
Gräfin Sylvia ſchob das winzige Täßchen zurück.
„Und damit haben Sie meinem Gefühl nach recht. Mir iſt
nur eins unklar: Wie iſt es möglich, daß wir die Geſtalt, die
doch in Wirklichkeit nicht vorhanden iſt, — gar nicht vorhanden
ſein kann, — ſichtbar wahrnehmen können?
„Ja, dieſe Frage hat mich natürlich auch ſchon beſchäftigt.”
Hanns=Martin ſchnippte ein Aſchenflöckchen von ſeinem
Aermel.” Ich glaube, daß ſich immerhin eine einigermaßen
an=
nehmbare Erklärung für dies Phänomen finden läßt.”
Graf Koloman wirbelte den kleinen, ſchwarzen Schnurrbart.
„Oho! Da bin ich aber wirklich neugierig! Willſt du uns
das nicht einntal näher auseinanderſetzen?
„Gern.” Raſſow richtete ſich ein wenig auf, brannte die
aus=
gegangene Zigarre von neuem an und fuhr dann fort: „Jeder
Strengste Abhärtung
vermag Sie in der rauhen Jahreszeit
nicht vor Ansteckung und gefährlichen
Krankheiten der Luftwege zu schützen.
Lassen Sie stündlich 1—2 Panflavin-
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stillen im Munde zergehen. Von ärztlichen
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Menſch iſt in geiſtiger und körperlicher Beziehung letzten Endes
das Produkt einer langen Ahnenreihe, deren gute und ſchlechte
Eigenſchaften, Vorzüge und Fehler immer wieder, bald ſtärker,
bald ſchwächer, zum Du=chbruch kommen. — Die
Vererbungs=
theorie wurde ja auch von der Wiſſenſchaſt längſt anerkannt, nur
hat man ſich geſcheui, aus dieſer Erkenntnis die letzten
Folgerun=
gen zu ziehen. Und da meine ich nun: In dem Unterbewußtſein
eines jeden von uns lebt die Erinnerung an Dinge, Vorgänge
und Perſonen, die wiſſentlich niemals in den Kreis unſeres
Er=
lebens getreten ſind. — Lediglich dann, wenn der freie Wille, —
ſagen wir einmal durch Hypnoſe, durch Autoſuggeſtion, oder auf
einen rein mechaniſchen Vorgang, etwa Uebermüdung des
Ner=
venſyſtems, ausgeſchaltet wird, treten, die in unſerem
Unter=
bewußtſein ſchlummernden Vorgänge ſchärfer hervor und können
gegebenenfalls plaftiſche Formen annehmen. Als Beiſpiel iöchte
ich anführen, daß der bekannte Hypnotiſeur Hanſen unter
Kon=
trolle von Aerzten und wiſſenſchaftlichen Autoritäten, Perſonen
in den Trancezuſtand verſetzte, und daß dieſe Medien dann über
Geſchehniſſe berichteten, die niemals zu ihrer Kenntnis gelangt
waren und ſich — oft waren es ganz bedeutungsloſe
Kleinig=
keiten — im Leben ihrer Eltern und Großeltern abgeſpielt hatten.
Damit war aber auch zugleich ein Sehen verbunden, das heißt,
die betreiſende Perſon ſah, inmitten der Umgebung, in welcher
ſie ſich gerade befand, das, was ſich vor zehn, dreißig, fünfzig
oder mehr Jahren irgendwo und wann einmal ereignet hatte.
Hanns=Martin machte eine Pauſe, legte die wiedererkaltete
Importe auf den Aſchenbecher und fuhr ſich mit der Hand über
die Stirn
„Die Pſychiater wiſſen längſt, daß es ſogar Dauerzuſtänve
dieſer Art gibt, krankhafte Halluzinationen, die als Paranoig
bezeichnet werden. Es können dann neben den Sehtäuſchungen
auch gleichzeitig Gehörtäuſchungen auftreten.”
„Aber,” unterbrach Gräfin Sylvia, „eine ſolche Annahme iſt
doch wohl in unſerem Falle ausgeſchloſſen?
„Gewiß. Nur dürfen wir eins nicht außer acht laſſen: Als
wir gleichzeitig die Erſcheinung in der Bibliothek ſahen oder
meinetwegen — zu ſehen glaubten —, waren unſere
Gedanken=
gänge durch die Lektüre der Urkunde in einer ganz beſtimmten
Richtung beeinflußt worden, das Nervenſyſtem befand ſich,
ob=
wohl es ermüdet war, in einem Reizzuſtand, und an die Stelle
des kritiſch wägenden Verſtandes, der Fähigkeit, logiſch zu
den=
ken, Wahres von Unwahrem, Vorhandenes von
Nichtvorhan=
denem zu unterſcheiden, trat das Unterbewußtſein.”
„Alſo eine Art von Autoſuggeſtion?” ſiel Graf Tarouka ein,
„Ganz recht, eine unbewußte und daher als ſolche auch nicht
erkannte Selbſttäuſchung. — Auf dieſe Weiſe laſſen ſich auch
mühelos faſt alle Wunder erklären. Die Religionen aller Völker
und Zeiten liefern für dieſe Behauptung eine Ueberfülle von
Beiſpielen, und noch heute kann wohl faſt jeder, der den Orient
bereiſt oder einer S hauſtellung indiſcher Gaukler und Fakire
bei=
geſpohnt hat, aus eigener Erfahrung dieſe Hypotheſe beſtätigen,
Autoſuggeſtion wirkt aber gegebenenfolls anſteckend, wird zur
Maſſenſuggeſtion, die ſogar ganze Völker ergreifen kann. Den
ſchlagendſten Beweis hierfür liefert in unſeren Tagen die
Aus=
breitung des Bolſchewismus. Ein einziger, ſtärkerer —
viel=
leicht krankhafter — Wille — und das iſt das gefährliche! —
beeinflußt Tauſende, Hunderttauſende, Millionen ſchwächerer
Nervenſyſteme, die ſich willenlos einer ihnen aufoktroierten, in
geſchickter Furm ſuggerierten Vorſtellung unterwerfen. Ja, man
kann wohl ſagen, daß alles weltgeſchichtliche Geſchehen, die
Grün=
dung von Religionen, Kriege und Umſturzbewegungen, nur die
Folgen von Maſſenſuggeſtionen und Maſſenpſychofen waren.”
„Aber,” meinte Sylvia, die mit geſpannteſter Aufmerkſamkeit
zugehört hatte, all: dies bietet nech immer keine hinreichende
Er=
klärung dafür, wie es möglich iſt, daß ſich eine Erſcheinung
mate=
rigliſiert, denn was wir vorhin ſahen, war doch ſicher nicht ein
bloßes Phantaſiegebilde?
Naſſow hatte die Fingerſpitzen aneinandergelegt und ſich
vorgebeugt.
„Nein, — oder doch nur zum Teil. Wir kommen da auf das
noch gänzlich unerforſchte Gebiet der Ahnungen, der Telepothie,
der ſeeliſchen Fernwirkung. Meſmer lehrt, daß der zur höchſten
Jutenſität geſteigerte Wunſch, der konzentrierte Wille genügt, um
ſich eine lebende, aber fern von uns weilende oder auch bereits
aus dieſem irdiſchen Daſein" geſchiedene Perſon in plaſtiſcher
Deutlichkeit vorzuſtellen.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 316
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Juſtiz=
ſekretär i. R. Heide bergerſtr 129. 114372b
1910) Mit nachstehenden Zeilen
erlaube ich mir höflichst meine volle
Hnerkennung über die Güte Ihres
von uns geschätzten Kaffee Hag zu
übersenden. Bemerken möchte ich
noch, daß meine Frau schwer herz=
Zeidend war, aber infolge Genusses
von Kaffee Hag ist eine wesentliche
Besserung eingetreten. Wir können
daher jedem den Kaffee Hag
bestens empfehlen in kranken aber
auch in gesunden Tagen. Auch bei
aneiner großen Nervosität hat Kaffee
Hag mir große Dienste geleistet.
Kaffee Hag werden wir weitere
Treue bewahren. Elbin Regler
Aus dem Hrchiv. der
(90)
79
Mor Helt Lans
Tclk.
Aaermsg..
(445)
Wa atte
A Otctt4
Aic whf
1485) Zugleich möchte ich nicht
verfehlen mitzuteilen, daß wir — 4
Personen — bis vor einem Zahr.
täglich ½½ Pfund Bohnenkaffee
tranken und demzufolge sehr an
Nervosität zu leiden hatten, auch
Herzschmerzen und Schlaflosigkeit
blieben nicht aus.
Im Ostseebad Ahlbeck tranken wir
dann im Café zum ersten IIale den
Kaffee Hag, der uns
außerordent=
lich mundete. Von dieser Stunde
an haben wir stets Ihren Hagkaffee
im Gebrauch und fühlen uns
außer-
ordentlich frisch und wohl. Wir sina
sehr dankbar, Ihren Kaffee
gefun=
den zu haben, der anregend und
unschädlich wirkt. 1. Fröhlich.
Hbg 15227
Kaffee-Gandels-Hktiengesellschaft.-Branez
Seite 16
Denstag, den 13. November 1928
Nummer 316
1
Imé
Abfall-Kolter
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lungen . . . . . . . . . 19.75,
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Qualitäten . . . . . . . 26.00,
Woll-Jacquard-Decken
in den neuesten Mustern. besond
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AAIS
75
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50
R4
A
90
deid
Cl8.
N
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