Darmstädter Tagblatt 1928


09. Oktober 1928

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Nummer 281
Dienstag, den 9. Oktober 1928.
191. Jahrgang

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* Frankreich und Italien.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 8. Oktober.
Die mit ſo viel Eifer in Gang gebrachte Verſöhnungsaktion
zwiſchen Frankreich und Italien ſcheint keine Früchte zu bringen.
Oder aber iſt die kluge und umſichtige Arbeit des franzöſiſchen
Botſchafters in Rom, Beaumarchais nur dazu gut, ein größeres
Unheil zu vermeiden. Denn es iſt unableugbar, daß der fran=
zöſiſch
=italieniſche Gegenſatz bei der geringſten Gelegenheit ſich
ſofort fühlbar macht.
Eine ſolche Gelegenheit lieferte das engliſch=franzöſiſche
Marineabkommen; die italieniſche Preſſe hat während der eigent=
Marineabkommen Stellung genommen, und auch jetzt, wo die
ganze Angelegenheit den franzöſiſchen Wünſchen gemäß ein=
ſchlafen
ſollte, tut man in Italien alles, um das Intereſſe für
die engliſch=franzöſiſchen Beziehungen wach zu halten.
Nach der fasciſtiſchen Preſſe ſoll das Marineabkommen nur
ein Glied in der Kette der franzöſiſch=engliſchen politiſchen und
militäriſchen Abmachungen bedeuten. Wenigſtens iſt ein Teil
der italieniſchen Preſſe dieſer Meinung, während die andere ihm
heftig widerſpricht. In dieſem Punkte ſcheint in dem fasciſtiſchen
Italien eine ganz bemerkenswerte Meinungsfreiheit zu herrſchen.
Die italieniſche Preſſedebatte hält die Aufmerkſamkeit in
Amerika für die franzöſiſch=engliſchen Probleme wach, und zwar
in einem Augenblicke, wo das offizielle Frankreich nichts Beſſeres
zu tun weiß, als daß es den unangenehmen Eindruck in Amerika,
den das Abkomen auslöſte, nach Möglichkeit zu verlöſchen
trachtet.
Einen ähnlichen Liebesdienſt ſcheinen die Italiener Frank=
reich
in Abeſſinien erwieſen zu haben. Seine Majeſtät, der
König der Köwige, der Kaiſer von Abeſſinien, Ras Tafari, ſtand
vor ſeiner Krönung ſtark unter franzöſiſchem Einfluß. Dieſer
franzöſiſche Einfluß wird aber jetzt verdrängt oder wenigſtens
kompenſiert.
Das italieniſche Vordringen in Nordafrika macht ſich immer
ſtärker fühlbar. Es hat zwar politiſch keine feſte Baſis, aber
überallhin erſtrecken ſich Fäden des italieniſchen Einfluſſes. In
Abeſſinien beunruhigt dieſer Einfluß Frankreich mehr und mehr.
Seit der Nomreiſe Venizelos' hat die italieniſche Preſſe noch
etwas Neues erfunden, um Frankreich zu ärgern. Dieſes Neue
iſt der Vorſchlag, die Räumungsfrage zuerſt zwiſchen England
und Italien zu verhandeln und erſt dann ihrer Löſung näher
zu treten. Wenn wir uns aber nicht täuſchen, iſt dieſer italie=
niſcher
Plan nur in der Preſſe neu, diplomatiſch hat man es ſchon
vor eimiger Zeit vergeblich verſucht, ihn in die Wirklichkeit um=
zuſetzen
.
Italiens ablehnende Antwort.
EP. Rom, 8. Oktober.
Die italieniſche Antwort auf das franzöſiſch=engliſche Memo=
randum
vom Auguſt über das Flottenkompromiß trägt auch einer
ergänzenden Mitteilung von Ende September Rechnung, die von
einkommen vorausgegangenen Briefwechſel gemacht wurde. Die
italieniſche Antwort hält ſich an die bekannten Richtlinien der plin der Heimwehrleute machte jeden Zwiſchenfall unmöglich.
fasciſtiſchen Regierung über die Rüſtungsfrage. Unter der Vor=
ausſetzung
des Zuſammenhangs der verſchiedenen Formen der
Rüſtungsbeſchränkungen zu Lande, zu Waſſer und in der Luft
und ihrer Univerſalität und Ausdehnung auf alle Staaten be=
ſtätigt
die italieniſche Regierung die von Muſſolini in ſeiner
Senatsrede abgegebene Erklärung, daß Italien bereit iſt, zum
voraus jede Begrenzung der eigenen Rüſtungen auf eine noch ſo
niedrige Zahl anzunehmen, wenn ſie nur nicht von einer anderen
europäiſchen Kontinentalmacht übertroffen wird, Keine andere
Erklärung könnte beſſer die Loyalität der italieniſchen Abſichten
beweiſen. Hinſichtlich der Seerüſtungen erklärt die italieniſche
Regierung ſich als Befürworter der Geſamtbeſchränkung der Ton=
nage
anſtelle der Beſchränkung der einzelnen Schiffsklaſſen. Es
ſolle jedem Staat überlaſſen bleiben, innerhalb der feſtgeſetzten
Tonnage jene Schiffstypen zu bauen, die ſeinen Anforderungen
entſprechen. Die italieniſche Note begründet dieſen Standpunkt
näher, indem ſie auf die Möglichkeit einer leichteren Verſtändigung
auf dieſer Grundlage hinweiſt. Die Note ſucht in dieſer Hinſicht
Rüſtung alsdann geſtattet, in der freien Wahl, und Anpaſſung
einen gewiſſen Entgelt für die Ueberlegnheit der anderen zu fin=
den
. Sie hebt hervor, wie dieſe Erwägung beſonderen Wert für
ein Land wie Italien habe infolge der beſonderen Erforderniſſe
ſeiner Landesverteidigung, die durch ſeine geographiſche Lage ten. Nach einer Mitteilung eines führenden Mitglieds der kom=
bedingt
werde, wie das Vorhandenſein von nur drei Verkehrs= muniſtiſchen Parteileitung an die Sonn= und Montagszeitung
und Verpflegungswegen mit der übrigen Welt, nämlich dem
Suezkanal, Gibraltar und die Dardanellen, der ungeheueren Aus=
dehnung
ſeiner Küſte mit volksreichen Städten und lebenswich= Verhafteten wieder auf freien Fuß geſetzt.
tigen Zentren an oder unweit der Küſte, dem Beſtehen von zwei
großen Inſeln nebſt dem Dodekanes, die mit der Halbinſel durch
lebenswichtige Verkehrslinien verbunden ſind, ſowie dem Vor=
handenſein
anderer Nationen am Mittelmeer, die eine günſtigere
geographiſche Lage beſitzen.
Die Note berührt weiter techniſche Punkte und befürwortet
die Erweiterung einiger Beſtimmungen des Waſhingtoner Ab=
lichen
Geſinnung der großen Seemächte geben würden. Die Note mit der Simon=Kommiſſion ausgewählt wurde, ein Anſchlag 7
Staaten jedem von ihnen die freie und loyale Zuſtimmung ge= Kommiſſion zu erwarten, wurde bei Manmad in die Luft ge=
ſtattet
.
Zum Schluß betont die italieniſche Regierung ihren ent=
Konſolidierung beizutragen.

Hum Giorten Koiprpmß.
Um die Veröffentlichung
des Flotten=Kompromiſſes.
Schwierige Verhandlungen zwiſchen Paris
und London.
London, 8. Oktober.
Die zwiſchen London und Paris ſchwebenden Verhandlun=
gen
über die Veröffentlichung aller mit dem Flottenabkommen
zuſammenhängenden Dokumente geſtalten ſich nach dem diploma=
tiſchen
Koreſpondenten des Daily Telegraph ſehr ſchwierig.
lichen Verhandlungen in ſtändig wachſendem Maße gegen das / Paris vertrete in Uebereinſtimmung mit der franzöſiſchen Note
vom 20. Juli der Anſicht, daß, ſelbſt wenn die Flottenübereinkunft
durch die amerikaniſche Ablehnung außer Kraft geſetzt worden ſei,
die engliſch=franzöſiſche Zuſammenarbeit mit dem Ziel ähnlicher
Vereinbarungen durch verſchiedene Methoden beibehalten werden
müſſe. Eine ſolche Zuſammenarbeit werde von Paris tatſächlich
als Mittel einer allgemeinen Verſtändigung hingeſtellt, die, wie
man zugeben müſſe, keineswegs klar definiert ſei. England habe
auf die franzöſiſche Anregung in der Note vom 28. Juli zwar
nicht geantwortet, aber die Vereinigten Staaten und Italien,
das letztere als gemeinſamer Garant des Friedens im Rheinland,
würden ſicherlich weitere Erläuterungen verlangen. In der mili=
täriſchen
Frage ſtimmten die offiziellen Darlegungen von eng=
liſcher
und franzöſiſcher Seite nicht überein. Die in Paris nun
zugegebene Tatſache, daß die Vereinbarungen aus dieſem Gebiete
von dem Flottenabkommen unabhängig ſeien, werde in Wirklich=
keit
kaum viel bedeuten, wenn ſie mit den weitergehenden franzö=
ſiſchen
Beſtrebungen der Sicherung einer weiteren engliſch= fran=
zöfiſchen
Zuſammenarbeit auf dem Gebiete der Landrüſtungen
unabhängig von dem Schickſal des Flottenkompromiſſes verbun=
den
würden.
Die engkiſche Preſſe rechnet im allgemeinen damit, daß die
für Mittwoch feſtgeſetzte Sitzung des Kabinetts eine Entſcheidung
über die Veröffentlichung des franzöſiſch=engliſchen Flotten=
abkommens
bringen wird. Zurzeit werden noch, wie der Daily
Telegraph berichtet, Verhandlungen zwiſchen dem Foreign Office
und dem Quai d’Orſay geführt, die ſich auf Einzelheiten beziehen,
insbeſondere darauf, ob die Veröffentlichung von beſonderen er=
läuternden
Erklärungen begleitet ſei und wie im einzelnen das
Schriftſtück abgefaßt werden ſoll.
Der Ausklang der Kundgebungen


in Wiener Neuſtadt.
TU. Wien, 8. Oktober.
Auch die Nacht nach den Kundgebungen in Wiener Neuſtadt
iſt ruhig verlaufen . Der Abtransport der letzten Teilnehmer an
den Kundgebungen in den Abendſtunden ging ohne Zwiſchenfall
vor ſich. Die heimkehrenden Heimwehrtruppen wurden in ein=
den
Regierungen von London und Paris über ihren dem Ueber= zelnen Fällen von Sozialdemokraten mit Pfuirufen empfangen.
Stöcke wurden drohend gegen ſie erhoben. Doch die ſtrenge Diſzi=
Die von auswärts nach Wiener Neuſtadt abkommandierten Trup=
epn
werden heute oder ſpäteſtens morgen in ihre Garniſonen
einrücken.
Kommuniſtiſche Störungsverſuche.

EP. Wien, 8. Okotber.
Der ruhige Verlauf der geſtrigen Demonſtrationen in Wiener
Neuſtadt hat nur eine geringfügige Störung erlitten, als während
des Aufmarſches des republikaniſchen Schutzbundes ſich zahlreiche
Kommuniſten unbemerkt unter die Schutzbündler miſchten und
auf ein gegebenes Zeichen Flugblätter zu verteilen begannen und
revolutionäre Lieder ſangen. Dank dem raſchen Eingreifen der
Ordner konnte dieſer Zwiſchenfall ohne Tätlichkeiten beigelegt
werden. Die Kommuniſten wurden von den Ordnern umringt,
abgedrängt und hierauf von der Gendarmerie nach dem Kreis=
gericht
eskortiert. In Wiener Neuſtadt konnte bereits um 18 Uhr
die Bereitſchaft des Bundesheeres und der Gendarmerie auf=
darzulegen
, wie die Geſamtonnage den Ländern mit geringerer gelöſt werden. In den Abendſtunden hatte die zu ſo plötzlicher
Berühmtheit gelangte Provinzſtadt ihr normales Ausſehen.
Beſonders energiſch ging die Polizei gegen die Wiener Kom=
muniſten
vor, die ſchon ſeit Wochen Sabotageakte namentlich
gegen die Eiſenbahntransporte der Heimwehren vorbereitet hat=
beträgt
die Anzahl der verhafteten Kommuniſten nicht weniger
als 1000, allerdings wurden geſtern abend noch die meiſten dieſer



Anſchlag auf den Verireter Indiens

in der Simon=Kommiſſion.

TU. London, 8. Oktober.
Wie aus Bombay gemeldet wird, iſt auf den Vorſitzenden des
kommens, die nach italieniſcher Anſicht die Rüſtungsbeſchränkung Komitees der indiſchen Zentralregierung,Sir Sankaran Nair,
fördern könnten und der Welt einen greifbaren Beweis der fried= der gleichzeitig als Vertreter Indiens für die Zuſammenarbeit
verweiſt auf die Notwendigkeit einer Löſung, die unter billiger verübt worden. Ein Wagen des Zuges, in dem ſich Sir Sankaran
Berückſichtigung der gerechten Erforderniſſe der verſchiedenen Nair nach Bombay begeben wollte, um die Ankunft der Simon=
ſprengt
. Drei Reiſende wurden getötet und acht verletzt, von denen t
inzwiſchen zwei geſtorben ſind. Nach einer weiteren Meldung
ſchloſſenen Willen, alles zur Rüſtungsbeſchränkung ſowie zu ihrer befand ſich Sir Sankaran Nair nicht in dem Unglückszug, Iondern 2
z
traf aus Simla in Bombay ein.

Indiens Stellung
im britiſchen Weltreich.
Von

Dr. Heinrich Wenz.

Die Geſchichte der britiſchen Herrſchaft in Indien wird für
alle Zeiten ein intereſſantes Kapitel in der Kolonialgeſchichte bil=
den
. Auch wer kein Bewunderer der britiſchen Staatskunſt iſt,
muß zugeben, daß die Aufrichtung der britiſchen Herrſchaft über
Indien und ihre Ausübung ſeit nunmehr 200 Jahren eine glän=
zende
politiſche Leiſtung iſt. Man vergegenwärtige ſich nur einmal
Größe, Ausdehnung und Bevölkerungszahl Indiens und ver=
gleiche
ſie mit den entſprechenden Zahlen, des Herrſcherlandes.
Indien, faſt ein Kontinent für ſich, hat einen Flächeninhalt von
nahezu 5 Millionen Quadratkilometern, alſo die halbe Fläche
Europas; es hat 320 Millionen Einwohner von alter Kultur.
Das Vereinigte Königreich hingegen hat eine Ausdehnung von
nur 315 000 Quadratkilometern und ſeine Einwohnerzahl beträgt
nur etwa 47 Millionen. Welch ein Unterſchied! Dabei iſt Eng=
land
Tauſende von Kilometern von Indien entfernt, iſt Indien
nur eines der vielen Kolonialländer, in denen britiſcher Geiſt
herrſcht. Und obendrein beträgt die Geſamtzahl der in Indien
wohnenden Engländer nur wenig über 300 000, als 1 Prozent
der Geſamtbevölkerung. Von ihnen ſitzen knapp 3000 in den
höheren Zweigen der Verwaltung. Und hinter ihnen ſteht als
einziges äußeres Zeichen britiſcher Macht ein anglo=indiſches
Heer, das nicht mehr als 70 000 britiſche Soldaten enthält. Und
doch war dieſes große Reich, das auch heute noch der Quell und
das Symbol britiſcher Weltmacht iſt, bis jetzt wenigſtens
feſt in britiſcher Hand. Wie war, wie iſt das möglich?
Indien bildet keine Einheit; ſeine Einwohner ſind nicht und
waren auch nie ein einheitliches Volk. Es gibt in Indien ver=
ſchiedene
Völker, die, wie Lord Curzon einmal ſagte, einander
ſo fremd ſind wie Iren und Türken, und die durch Raſſe, Sprache
und Religion voneinander geſchieden ſind. Es gibt, wie jüngſt
ein britiſcher Sprachforſcher in lebenslanger Arbeit feſtgeſtellt hat,
in Indien nicht weniger als 179 Sprachen und 544 Dialekte. Die
Anhänger der beiden bedeutendſten Konfeſſionen in Indien, die
Hindus (etwa 217 Millionen) und die Mohammedaner (etwa
66 Millionen) ſtehen einander in leidenſchaftlichem Haſſe gegen=
über
. Und die Hindus wiederum bilden auch unter ſich keine
Einheit; ſie zerfallen in Kaſten, deren Grenzen auch heute noch
unüberbrückbar ſind. So ſind in Indien die Unterſchiede größer
als in jrgend einem anderen Lande der Erde. Klug haben die
britiſchen Koloniſatoren und Staatsmänner auf dieſem ſo ge=
arteten
Fundament ihre Politik aufgebaut. Weniger mit der
Macht der Waffen als vielmehr mit den Mitteln einer überlege=
nen
Politik hat England nach und nach ſeine Herrſchaft über
ganz Indien aufgerichtet. Oberſter Grundſatz dieſer Politik war
das altrömiſche Divide et impera! Mit vollendeter Kunſt hat
man ihn gehandhabt, hat man ein Volk gegen das andere, eine
Religion gegen die andere, eine Kaſte gegen die andere, Fürſt
gegen Volk und Volk gegen Fürſt ausgeſpielt und dadurch alle
ſich dienſtbar gemacht.
So kommt es auch, daß es heute noch eigentlich zwei Indien
gibt: das eigentliche Britiſch=Indien (etwa zwei Drittel des Rei=
ches
), das wirklicher britiſcher Beſitz iſt, und das Indien der
Fürſten, das aus ungefähr 700 Eingeborenenſtaaten beſteht und
in denen die britiſche Krone nur eine Art Oberherrſchaft ausübt.
Dazu kommt ein weiteres! Seit den Urzeiten der Geſchichte
ſind die Völker Indiens völlig autokratiſch regiert worden; ſie
ſind an blinde Unterwerfung gewöhnt geweſen. Und die eigent=
lichen
Herrſcher waren in den letzten Jahrhunderten meiſtens
von Norden kommende Eroberer. So hatten die Briten, als ſie
ins Land kamen, leichtes Spiel; außerdem lebte in dieſen Maſſen,
von Ausnahmen abgeſehen, ein wenig kriegeriſcher Geiſt. Die
britiſche Herrſchaft befeſtigte ſich in dem Maße, wie die eingebo=
renen
Völker ſahen, daß mit dieſer Herrſchaft in dem bisher durch
innere und äußere Kriege gequälten Lande Recht und Ordnung
einkehrte. Freilich, es war eine pax britannica mit all ihren
Vorzügen und Fehlern. Ungeheuere Reichtümer hat England
aus Indien herausgeholt.

Dieſe pax britannica iſt im Laufe der letzten Jahrzehnte
ns Wanken geraten. Aus den Reihen der Gebildeten entſtand
ne Bewegung, die darauf gerichtet war, das Land von der
remdherrſchaft zu befreien. Merkwürdigerweiſe waren es gerade
ejenigen indiſchen Gebildeten, die in weſtlichem Geiſte erzogen
orden waren, die den Geiſt des Widerſtandes nährten. Mit
Zitterkeit mußten die Briten feſtſtellen, daß die vornehmen indi=
hen
Jünglinge zwar gerne auf britiſchen Univerſitäten die
dendländiſchen Wiſſenſchaften ſtudierten und dort akademiſche
itel und Würden erwarben, daß ſie aber nach Indien zurück=
hrten
, um den Weſten leidenſchaftlich zu haſſen. Aus den
eihen dieſer Männer erſtanden die Träger der indiſchen Frei=
eitsbewegung
.
Der Weltkrieg hat dieſer Bewegung einen ſtarken Aufſchwung
rliehen. Das britiſche Weltreich war in Not, es brauchte die
ilfe Indiens! Sie wurde auch gewährt, über 1 Million Inder
ahmen am Weltkriege teil; aber Indiens nationaliſtiſche Führer
dachten darüber, daß Indiens Völkern der Lohn nicht vorent=
alten
blieb. Noch während des Krieges erklärte ſich die britiſche
egierung zu Reformen in der anglo=indiſchen Verwaltung be=
t
. Im Jahre 1919 wurde in Indien ein neues Regierungs=
tem
eingeführt, das unter dem Namen Dyarchie bekannt iſt.
s iſt eine Art Doppelregierung, die gemeinſam von Indern und
ngländern ausgeübt wird; ſie iſt in ihrem britiſchen Teil auto=
atiſch
und in ihrem indiſchen Teil parlamentariſch=demokratiſch.
ür das ganze Reich werden zentrale geſetzgebende Körperſchaf=
n
und daneben für die verſchiedenen Provinzen Landtage ge=
haffen
. Dieſen Landtagen wurde die ſelbſtändige Regelung
viſſer Staatsgeſchäfte (Bauweſen, Unterrichtsweſen uſw.) über=
gen
. Auf dieſe Weiſe ſollten es die Inder lernen, ſelber zu
zieren und verſtändnisvoll Kritik zu üben. Das große Endziel
eſer Reformen ſoll die allmähliche Uebertragung der gan=
Staatsverwaltung und Geſetzgebung an eingeborene Ele=

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Nummet 281

Seite 2
El er H e
nicht gerüttelt werden.
Allein, die großen Hoffnungen, die die britiſchen Staats=
männer
an die Einführung dieſer bedeutſamen Reformen ge=
knüpft
haben, ſind nicht in Erfüllung gegangen. Die radikalen
Führer der indiſchen Völker kennen nach wie vor nur ein Ziel:
Abſchüttelung der britiſchen Fremdherrſchaft. Aber auch die ge=
mäßigten
Führer geben ſich mit dieſer Abſchlagszahlung nicht
zufrieden; ſie verlangen baldige und vollſtändige Einführung des
Dominion=Status, ſo wie ihn Kanada, Neuſeeland, Auſtralien
und Südafrika heute ſchon beſitzen. Dazu aber iſt die britiſche
Regierung heute noch nicht bereit; ſie hält die indiſchen Völker
für die Einführung demokratiſcher Regierungsformen noch nicht
für reif genug.
So ſteht die im vorigen Jahre geſchaffene Kommiſſion, die
unter der Führung von Sir John Simon ſteht und deren Auf=
gabe
es iſt, die indiſchen Verhältniſſe an Ort und Stelle zu ſtudie=
ren
und dem Unterhaus im nächſten Jahre entſprechende Vor=
ſchläge
zu machen, vor einer ungemein ſchwierigen Situation.
Die britiſchen Staatsmänner ſind ſich des Ernſtes der Lage
vollkommen bewußt; aber ſie ſind weit davon entfernt, ſie für
hoffnungslos zu halten. Indien iſt macht= und waffenlos. Dank
der weitſchauenden Glacispolitik iſt es außenpolitiſch völlig ge=
ſichert
, ſind die Zufahrtsſtraßen nach Indien völlig in britiſcher
Hand, iſt der Indiſche Ozean (ſeit dem Ausgang des Welt=
krieges
) ein britiſches Meer. Es gibt keine deutſche Bagdadbahn
mehr, und etwaigen ehrgeizigen Plänen der Japaner iſt durch
den Ausbau von Singapore zu einem der ſtärkſten Waffenplätze
der Welt ein ſtarker Riegel vorgeſchoben. Und ſchließlich ſind ſich
die politiſchen Führer Indiens über den einzuſchlagenden Weg,
der zur Freiheit Indiens führen ſoll, auch heute noch nicht einig.
Im indiſchen Lager herrſcht wie zu allen Zeiten Zwietracht und
Uneinigkeit. Die Hoffnung, dem Divide et impera der Briten ein
indiſches Viribus unitis entgegenſtellen zu können, iſt trotz allem
und allem auch heute noch gering.
Mögen deshalb die nationaliſtiſchen indiſchen Führer noch
ſo leidenſchaftliche Proteſte in die Welt hinausſchicken, die Ver=
antwortungsbewußten
unter dieſen wiſſen, daß heute wenig=
ſtens
nur durch verſtändnisvolles Zuſammenarbeiten mit Lon=
don
ein weiterer Ausbau der Reformen möglich iſt, und ſie
wiſſen ferner, daß die Stunde der endgültigen Loslöſung vom
britiſchen Weltreich noch lange nicht gekommen iſt!

Die griechiſch=ſüdſſawiſchen Beziehungen.
Paris, 8. Oktober.
Der ſüdſlawiſche Außenminiſter Marinkowitſch hat vor ſeiner Rück=
reiſe
nach Belgrad einem Vertreter des Intranſigeant gegenüber ſich
über die griechiſch=ſlawiſchen Beziehungen und über ſeine Unterredun=
gen
mit Venizelos geäußert. Er erklärte es für ſo gut wie ſicher, daß
man die techniſchen Schwierigkeiten hinſichtlich der Zone von Saloniki
raſch regeln könne. Nach Liquidierung der nebenſächlichen Fragen
werde die Atmoſphäre gereinigt ſein und der Abſchluß eines Freund=
fchafts
=, Schiedsgerichts= und Nichtangriffsvertrages werde von ſelbſt
vonſtatten gehen. Dieſer Vertrag werde zur allgemeinen Feſtigung
der Beziehungen der Balkanländer untereinander und des Friedens
in Südoſteuropa beitragen und es außerdem ermöglichen, durch ein
raſches Verfahren die kleinen Einzelſchwierigkeiten zu regeln, die noch
unter den Balkanſtaaten beſtehen.
Saarländiſche Sachlieferungen an Frankreich.
Saarbrücken, 8. Oktober.
Die zwiſchen der deutſchen und der franzöſiſchen Regierung
vor längerer Zeit vereinbarten Vorſchläge über die Beteiligung
des Saargebiets an den Reparationsſachlieferungen und = Leiſtun=
gen
haben nunmehr, wie wir von der Handelskammer erfahren,
die Billigung des Transfer=Komitees und der Repko gefunden.
Danach werden mit Wirkung vom 1. April 1928 bis zum 31. März
1929 Reparationsverträge über Lieferungen aus dem Saargebiet
bis zum Geſamtwerte von 7,5 Millionen Goldmark zugelaſſen.
Die deutſche Regierung wird ferner darüber hinaus ebenfalls bis
zum 31. März 1929 keinen Widerſpruch gegen die Tätigung von
ſolchen Verträgen erheben, welche franzöſiſcherſeits mit Saar=
werken
über Schienen und in Flanſchen, Schwellen, Betoneiſen,
Profileifen, Träger, Handelseiſen und Grubenſchienen bis zur
Höhe von insgeſamt 110 000 Tonnen abgeſchloſſen werden, wobei
jedoch der Geſamtbetrag der Beſtellungen im Rahmen dieſes
Kontingentes ungefähr 15 Millionen Reichsmark nicht überſchrei=
ten
darf. Nicht zugelaſſen ſind Verträge über die Lieferung von
Kohle oder Koks.

Dienstag, den 9. Oktober 1928

Vom Tage.
Graf Zeppelin iſt von ſeiner Werbſtättenfahrt geſtern nachmittag
um 18.30 Uhr glatt gelandet.
Der Berliner Kriminalpolizei iſt es im Verein mit der Falſchgeld=
abteilung
der Reichsbank gelungen, einer Fälſcherbande auf die
Spur zu kommen, die ſich mit der Herſtellung falſchen Fünfzig=
Pfennig=Stücke beſchäftigte.
Staatsſekretär von Schubert iſt am Samstag abend
in privaten Angelegenheiten nach dem Saargebiet abgereiſt. niſtiſche Landtagsabgeordnete Schulz die Entführung des Re=
Auf der Rückreiſe wird er ſich am Dienstag nach Baden=Baden begeben, dakteurs Schwarz ſelbſt inſzeniert. Er erklärte, daß er nach Durch=
um
mit Dr. Streſemann über die ſich nach der Genfer Tagung ergebende führung des Volksbegehrens ſich ebenſowenig der Verantwortung
außenpolitiſche Lage zu ſprechen.
gegen bisher fünf.
wurde, hat der Bundeskanzler die Obmänner der vier parlamentari=
ſchen
Parteien zu einer Beſprechung über die Sicherung des inneren Darauf habe ihm Jäniſch das Manuſkript ausgehändigt und nach
erklärt und ihr Erſcheinen zugeſichert.
iſt geſtern abend mit dem Orient=Expreß aus London im Wien eine
getroffen. Macdonald befindet ſich, wie bereits gemeldet, auf einer nachts nach Neukölln, wo ich bei Freunden übernachtete. Morgens
Studienreiſe und wird außer Wien auch Prag und Berlin beſuchen.
Untertan, iſt nach Berichten aus Schanghai durch viernationali= dem Verkaufsſtand erklärte mir, daß ſie nur noch eine bürgerliche
laten ließen ihn liegen, als ſie glaubten, daß er tot ſei. Der Vorfall ſanter Artikel vom Berliner Rundfunk darinſtehe. Ich ſtellte mich
liegt ſchon einige Zeit zurück, da die Nanking=Regierung alles tut, um
den Uebergriff geheim zu halten.
Die Agentur Indo Pacific meldet aus Peking: Die nunmehr ver=
öffentlichte
chineſiſche Verfaſſung organiſiert die nationali=
ſtiſche
Regierung in fünf Näte, nämlich einen Sicherheitsrat, einen geſetz=
gebenden
Nat, ein Rechtfertigungsgericht, einen Prüfungsrat und einen
Kontrollrat mit einem Präſidium von 12 bis 16 Mitgliddern, der den
Regierungspräſidenten, den Oberbefehlshaber des Heeres und die Vor=
ſitzenden
der füinf Räte beſtimmt. Der geſetzgebende Rat wird mit 49
bis 99 Mitgliedern beſetzt, die von der Regierung auf zwei Jahre er=
nannt
werden.
Wie die Agentur Indo Pacifie aus Choubin meldet, ſcheint die in hatte.
der Gegend von Tſinanfu ausgebrochene Peſtepidemie nochzulaſſen.

* Die Pudget=Debatte in Frankreich.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 7. Oktober.
Poincarés Budgetentwurf erweiſt ſich elaſtiſcher als man
gedacht hat. Oder, noch richtiger, der franzöſiſche Miniſterpräſi=
dent
ſelbſt hat ſich etwas nachgiebiger gezeigt als man erwartete.
Urſprünglich wollte er von Zuſatzanträgen zum Budget über=
haupt
nichts wiſſen, das Gleichgewicht mit größter Strenge wah=
ren
und bei dem geringſten Widerſpruch drohte er mit ſeiner De=
miſſion
. Es ſtellt ſich aber jetzt heraus, daß er weniger ſtarr au
ſeinem Budgetentwurf feſthält. Der Kammer bleibt alſo doch
eine gewiſſe Bewegungsfreiheit übrig, freilich nicht allzu groß.
Ob ſie damit etwas beſonderes anzufangen weiß, iſt eine andere
Frage.
Vorläufig klogt man auf der Linken allgemein, baß das Land
das Intereſſe am der Politik immer mehr verliert. Es fällt den
Linksparteien wirklich ſchwer, die Aufmerkſamkeit auf ſich zu len=
ken
die Rechte verſucht ſo etwas gar nicht mehr. .
Der Mangel an Intereſſe für die Politik iſt aber nicht allein
der Wirkung des jetzigen Regimes zuzuſchreiben. Die völlige
Programmloſigkeit der Linken fällt ſchwer in die Wagſchale. Die
Schlagworte der großen Revolution klingen ſchon veraltet und
der Schutz der Republik wäre gewiß wichtig, wenn man nur
wüßte, gegen wen man ſie verteidigen ſollte. Tradition allein ge=
nügt
nicht, man müßte ein Programm haben, und das hat man
nicht.
Bei der Debatte über das Vermögen der Kongregationen
verſuchte die Linke den alten Kampf gegen den Klerikalismus zu
entfachen, aber es fehlte überall an innerer Ueberzeugung. Die
Miſſionen haben für Frankreich in ſeiner Kolonialpolitik eine
große Bedeutung, welche die Regierung in der Finanzkommiſſion
unterſtrich.
Rechts beklagt man es, daß die Oppoſition das Gleichgewicht
des Budgets gefährdet. Die Linke, ſoweit ſie in der Oppoſition
iſt, erweiſt ſich ſehr großzügig, ſie möchte alle Steuern reduzieren
und alle Ausgaben erhöhen. Das iſt eben ein Vorrecht jeder
Oppoſition. Aber Pomcaré ſoll ſich zwar nicht bei der Herab=
ſetzung
der Steuer, ſondern bei der Erhöhung der Ausgaben
etwas nachgiebiger zeigen, als man erwartet hat. Von fachmän=
niſcher
Seite äußert man allerdings die Meinung, daß der an=
geblichen
Bedrohung des Budgetgleichgewichts keine beſon=
dere
Bedeutung beikommt. Schwerwiegend an der ganzen Sache
ſcheint nur, daß die ganze Richtung der franzöſiſchen Finanz=
politik
nicht genug auf die Reduktion der Steuer eingeſtellt iſt.

*Herbſt im Hochmoor.
Von Edmund Schorein.
Der Wald liegt hinter uns, und die zahlreichen Hinderniſſe,
die das Hochmoor mit ſeinen Gräben, ſeinen ſumpfigen Stellen
am Rande aufweiſt, ſind überwunden.
Der Hühnerhabicht, der irgendwo im hohen Holz aufgeregt
geſchickert hatte, iſt verſtummt. Noch einmal ſauſt der Mauer=
ſegler
, der uns während mühſamer Wanderung das Geleit ge=
gegeben
hatte, an uns vorbei. Dann taucht er zwiſchen Erlen und
Birken unter. Stille umfängt uns. Die Sprache des Waſſers,
dieſe geheimnisvolle Sprache iſt alles, was das Ohr hört.
Allein in der Wüſte des Hochmoors. . .
Vor uns dehnt ſich eine weite, faſt baumloſe Fläche, gleich
einem rieſigen lebloſen Körper. Rot, grün und gelb ſind die
hervorſtechenden Farben. Für ſich allein genommen wirken ſie
eintönig; aber die Sonne weiß etwas aus ihnen zu machen. Wenn
ſie das Rot des Sumpfmoores und den Sonnentau mit ihrem
Glanz umgibt und das ſatte Grün in ihr Licht taucht, dann geht
ein Leuchten weit über das Moor. Weiße und rote Blüten wer=
den
ſichtbar, und Glöckchen von zartem Roſenrot bewegt der leiſe
Wind. Dann iſt das Hochmoor kein toter Schläfer; Leben zeigt es
überall, in allen Gründen und Schlünden.
Aus unbeſtimmter Ferne tönt ein Ruf in die Stille dieſer
Mooreinſamkeit hinein, und noch einer. Klangvolle Stimmen
ſind es, die dem Kranich gehören. Darum weiter, trotz aller Hin=
derniſſe
, die die fahlgelben Gräben hier bilden, trotz Sonnen=
brand
und Waſſerſtücke. Weiter dem lockenden Ruf nach!
Den Kranich in ſeiner ureigenen Heimat zu ſehen, iſt keine
Anſtrengung zu groß, kein Weg zu breit. Der Blick geht nach
unten, das Moos iſt niedergedrückt: ein Wildwechſel und da=
neben
noch einer. Das facht den Mut an: kommt das Wild
durch, ſo kann man’s auch wagen. Und es geht auch ganz gut
durch alle die gelben und gelbgrünen Stellen. Die Sicherheit
kommt mit der Dauer der Wanderung, der Länge des Weges im
Moor. Alſo weiter, nur weiter, dem Trompetenton des Kranichs
nach! Die Jungbirke in der Hand, dieſer Moorſtecken, taſtet über
gelbe und ſchwarze Stellen, und erweiſt ſich als brauchbare Stütze.
Und der Blick geht über der Krüppelkiefern niederen Wuchs hin=
weg
in weite Ferne, bis er an einer Stelle im Sonnenglaſt haften
bleibt: von dort kam wohl der Ruf der ſtolzen Vögel. Da ſinkt
der Körper plötzlich. Es iſt, als zögen ihn kräftige Arme
hinab. Von unten herauf ertönt ein leiſes Gurgeln: die Sprache

der nach unten geht, zeigt den geringen Abſtand vom Auge bis zur
ſchwarzen Decke des Moors. Aber ſchon ergreifen die Hände die
dargebotene Stange. Befreit aus den Fangarmen des Moors!
Allmählich ſchließt ſich die klaffende Oeffnung; Waſſer ſteigt
empor, trübes Waſſer. Und kleine Bläschen irren an der Ober=
fläche
unſtet umher, bis ſie zuckend vergehen. Seltſam klingt das
dauern klingt’s, daß das Moor ſein Opfer verfehlt. Es war eine
der düſteren, mattglänzenden Stellen, in welchen ſich das Moor
am tückiſchſten zeigt.
Aber da da hat ſchon einer von uns Erfahrungen geſam=
melt
. Ein Menſch? Bewahre! Ein zweibeiniges Lebeweſen, ſo=
fern
es nicht Flügel hat, bleibt dieſem trügeriſchen Moor fern.
Was da den ſchwarzen ſtumpfglänzenden Moraſt genarbt hat, alles kein Hindernis; Heimatboden. ..
iſt ein Stück Wild geweſen. Aber ſeine Fährte iſt nicht zu be=
ſtimmen
. Tief ſind die Schalen eingeſunken, und ein anſehnlich
Stück von den Läufen folgte hinterher.
Das kleine Intermezzo iſt vergeſſen. Aufwärts geht der
Blick: ein Schreiadlerpaar zieht ſeine Kreiſe. Kein Flügelſchlag
iſt ſichtbar. Ein majeſtätiſches Bild! Aber einen Ruf haben die
beiden da oben für uns übrig. Laute ſind es, die ſich einprägen
und doch ſchwer zu beſtimmen, durch unſere Sprache kaum auszu=
drücken
ſind. Etwas Helles, Frohlockendes liegt in dem Stimmen= die klangvollen Töne. Und das Auge hängt an den Luftwandern.
klang der ſtolzen Segler da oben. Rufen ſie uns ihren Gruß zu?
Sie hätten am wenigſten Veranlaſſung, den Menſchen, der dem ſteigen ſie, bald fallen ſin, dann brechen ſie ab. Und überall
ſtolzen und obendrein nützlichen Vogel ſo böſe mitgeſpielt hat,
zu grüßen. Nur noch wenige Horſte bewohnt er in deutſchen
Freunde, er wäre längſt aus der Fauna geſtrichen. Gelöſcht, wie
ſtehen, bis ſie in lichter Höhe als kleine Punkte erſcheinen.
Vor uns, wo die helle Mittagsſonne in Moos und Forſt
gewölbten Moospolſtern tanzt, regt ſich etwas. Aber das Auge
müht ſich vergebens. Nur die ſchmutzig=weißen Blüten des Woll= Flugmanöver auf dem großen Luftexerzierplatz deutlich hervor.
graſes zucken unter den Stößen des Windes. Da iſt eine Gruppe Und jedes einzelne Glied zeigt ſeine Bedeutung, jede Feder, ſo
von Kiefern, die ſich hier zuſatimengetan haben, zu gemeinſamem
Kampf gegen die Tücken des Moors. Zwerghaft ſind ſie im ſich als Helfer, erfüllt ihren Zweck.
Wuchs und Ausſehen. Gewunden ſind ihre Stämmchen, viel=
fach
verſchlungen iſt das knotige Gezweig, an dem die gelblich=
Alt
eiſe. Und wie die Sonne

Die Rundfunk=Köpenickiade.
Wie Schulz ſich verborgen hielt. Rache
des Vorwärts.
Berlin, 8. Oktober.
Wie eine Berliner Korreſpondenz mitteilt, hat der kommu=
entziehen
wolle, wie ſeine übrigen Freunde, die nicht ins Aus=
Als Ergebnis dar lettländiſchen Parlaments= land gegangen ſeien. Schulz gibt auch zu, daß er den Anſager
wahlen ſſt ein großer Wahlerfolg, der deutſchen Ein= des Rundfunks, Jäniſch, bewußt getäuſcht habe. Allerdings habe
heitsliſte zu verzeichnen. Die Wahl ergab ſechs deutſche Mandate er ſich nicht als Dr. Schwarz bezeichnet, ſondern er habe ſich =
niſch
nur mit den Worten vorgeſtellt: Ich habe die Ehre, um
Im Einklang mit einer Erklärung, die im Nationalrat abgegeben 7.30 Uhr im Rundfunk über Friedensprobleme zu ſprechen.
Friedens für den Vormittag des 11. Oktober eingeladen. Die parla= einiger Zeit die Sprechſtelle verlaſſen. Nach meinem Vortrag,
mentariſchen Parteien haben ſich mit dieſer Beſprechung einverſtanden ſo ſoll Schulz erklärt haben, habe ich das Vox=Haus verlaſſen,
nachdem ich nicht weniger als ſechsmal das mir zugedachte Hono=
Der frühere engliſche Premierminiſter Ramſay Maedonald rar zurückweiſen mußte. Ich begab mich dann in den Reichstag,
ſvo ich mit politiſchen Freunden eine Konferenz hatte und fuhr
fuhr ich dann zur Untergrundbahnſtation und wollte an einem
Der Zollkommiſſar in Nanking, Johnſton, ein britiſcher Zeitungsſtand eine Arbeiterzeitung kaufen. Das Fräulein in
ſtiſche Soldaten ſchwer mißhandelt worden. Die Sol= Zeitung beſitze und riet mir, dieſe zu kaufen, da ein hochintereſ=
vollkommen
unwiſſend und ſo erzählte mir die Verkäuferin alle
Einzelheiten meines Streiches. Ich benutzte wiederum die Unter=
grundbahn
bis zum Potsdamer Platz und ging zu Fuß nach dem
Reichstag, ohne daß mich jemand erkannt hätte. Dort blieb ich den
ganzen Tag und bin dann abends nach Hauſe gefahren, bis ich
am Hermannplatz den
Zuſammenſtoß
mit dem Porwärts=Redafteur Schiff
Dieſer Zuſammenſtoß trug ſich nach der B. Z. folgender=
maßen
zu: Der Vorwärtsredakteur Schiff traf in der Nacht zum
Montag am Untergrundbahnhof Halleſches Tor den kommuniſti=
ſchen
Landtagsabgeordneten Schulz und folgte ihm bis zum
Bahnhof Hermannplatz. Hier trat Schiff am Hermannplatz auf
Schulz, der ſich offenbar bereits beobachtet fühlte, zu, und ſagte
zu ihm: Herr Schulz, Sie gehen mir heute nicht mehr durch die
Finger. Herr Schulz andwortete, offenbar in dem Glauben, es
mit einem Kriminalbeamten zu tun zu haben: Sie können mir
nichts mehr machen, worauf Schiff fortfuhr: Jawohl, ich bin
im Bilde, Sie verkriechen ſich hinter. Ihre Immunität, die Sie
geſtern zu Ihrer Straftat mißbraucht haben. Gegen Verhaftung
ſind Sie zwar immun, aber nicht gegen meine Fauſt. Nach
dieſen Worten verſetzte er dem kommuniſtiſchen Abgeordneten
einen Schlag ins Geſicht. Es entſpann ſich ein Ringen, dem erſt
dadurch eine Ende bereitet wurde, daß ein Bahnhofsbeamter ein=
griff
und beide mit Hilfe von Polizeibeamten in ſeinen Dienſt=
raum
führte. Gegenüber dem Untergrundbahnbeamten wies Schulz
auf ſeine Immunität hin, um dieſen zu veranlaſſen, von weiterer
Benachrichtigung der Polizei Abſtand zu nehmen.
Darſtellung des Nundfunk=Kommiſſars.
Berlin, 8. Oktober.
Vom Rundfunkkommiſſar des Reichspoſtminiſters wird eine Mit=
teilung
verbreitet, in der es unter anderem heißt:
Die Unterſuchung der Vorgänge beim Kommuniſten=Ueberfall auf
die Berliner Funkſtunde am 6. Oktober hat ergeben, daß die Vorkeh=
rungen
zur Ueberwachung der gehaltenen Vorträge an ſich unzureichend
ſind. Ein in einem beſonderen Raum ſitzender Angeſtellter hat die
Aufgabe, alle Vorträge am Lautſprecher zu kontrollieren und nötigen=
falls
durch Betätigung eines beſonderen Ausſchalters zu verhindern,
daß die Worte des Redners über den Sender gehen. In dem vorlie=
genden
Falle iſt der Kontrollbeamte unmittelbar nach Beginn der Rede
des Kommuniſten Schulz, der ſich zuerſt an den Wortlaut des Manu=
ſkriptes
gehalten hat, anſcheinend planmäßig von ſeinem Platz durch
Telephonanrufe weggelockt worden. Er hat, ſtatt auftragsgemäß den
Vortrag anzuhören, den Lautſprecher abgeſtellt und Telephongeſpräche
abgewickelt. Auf dieſe Weiſe iſt es möglich geworden, daß Herr Schulz
ſeine Rede unkontrolliert hat zu Ende halten können. Der Angeſtellte
iſt ſofort ſeiner Kontrolltätigkeit enthoben worden. Der Leitung der
Funkſtunde kann ſomit eine Schuld an dem Vorkommnis nicht ohne
weiteres beigemeſſen werden. Die Redner waren der Funkſtelle durch
die vorherigen Verhandlungen ſtets bekannt, und es konnte nicht an=
genommen
werden, daß an Stelle eines entführten Redners ein an=
derer
erſcheinen könnte. Auch der angeſetzte Redner Herr Schwarz
war der Funkſtunde und dem Kontrollbeamten bekannt, und es iſt un=
erklärlich
, daß er trotzdem einen anderen an ſeiner Stelle zugelaſſen
hat. Das ganze Unternehmen war ſo geſchickt angelegt, und der an=
gebliche
Herr Schwarz iſt mit ſolcher Sicherheit aufgetreten, daß der
Kontrollbeamte ſich hat täuſchen laſſen.
der Moorgeiſter, die ſich auf ihr Opfer freuen . . . Und der Blick, verſchwindet und einen fahlen Streifen über die weite Fläche des
Moors zieht, da treten plötzlich neue Farben hervor aus dem
ſtumpfen Grün und dem krankhaften Gelb der Bodenbewachſung.
Zwiſchen den müden Greiſen der Krüppelkiefern ſtehen kraftvolle
Bewohner des Moors, aufgeſtört aus wohliger Mittagsruhe.
Elche .. . verhoffend. Ihre Lauſcher ſind nach vorn gerichtet, die
Lichter hängen in Staunen an dem Beſuch, iſt doch der Menſch
leiſe Wiſpern aus ſchwarzer, unbekannter Tiefe. Wie ein Be= hier mitten im Moor faſt unbekannt. Da kommt Bewegung in
die ſtarren Tiergeſtalten. Weiß leuchtet es in dem Grau und
Grauſchwarz der Decken, und in dem federnden Troll ziehen die
Elche über das Moor. Zwei vier fünf. Wie ſie die Läufe
mit den harten Schalen ſetzen! Das Fahlgelb der Bodenbe=
wachſung
, das Düſter des unbekleideten Moors, das jedem Lebe=
weſen
, das es nicht achtet, ſeine Tücke zeigt ihnen bedeutet das
Verſchwunden ſind die fünf zwiſchen zwerghaften Birken und
Krüppelkiefern. Und nur noch die kleine Unordnung im Gekräuſel
des Moores zeigt ihren Weg.
An den Blänken. Eingebettet in Binſen, umgeben von dem
erhabenen Schweigen dieſer Mooreinſamkeit, liegen die Waſſer=
becken
, die die Natur hier vor undenklichen Zeiten geſchaffen hat.
Und das unbewegte Waſſer ruht und träumt von dem ewigen
Einerlei der Jahrtauſende. Aber auf einmal ſind ſie wieder da,
Kraniche über den Blänken .. . in ſtolzem ruhigen Flug. Bald
herrſcht Ordnung, und Sicherheit verrät die Haltung und jede
Bewegung. Die können die Reiſe, die ſie über ferne Länder und
Landen. Und hätte er in wackeren Jägern nicht aufrichtige Meere bringen ſoll, wohl überſtehen. Aber da nebenan der Flug
da hapert’s noch mit der Sicherheit. Verſchieden iſt die Kopf=
ſo
viele. Höher ſteigen die kühnen Flieger, ſchrauben ſich hinauf haltung, hier und dort pendeln die Ständer, als müßten ſie mit=
zu
den weißen Wölkchen, die da vereinzelt am mattblauen Himmel helfen. Und die Alten wiſſen, was der Brut noch fehlt; ſie ſind
mit den Leiſtungen nicht zufrieden. Darum wird die Uebung
fortgeſetzt. Wieder ein Schwenkung, und noch eine, und dann
Farben hervorzaubert und die heiße Luft flimmernd über hoch= kommt ein Abbrechen. Kurz abgeriſſen, und doch ſich ins
Ganze geſchickt einfügend. Und jeder einzelne tritt bei dieſem
bedeutungslos ſie ſich im Gefieder auch ausnehmen mag, erweiſt
Ja, in einigen Tagen ſeid auch ihr ſo weit, daß ihr die weite
Reiſe antreten könnt. Dann wird das Moor einſam und ver=
grünen
Nadeln verdroſſen hängen. Und doch haben ſie ein hohes, laſſen daliegen, bis euer klingender Ruf es in ſtrahlender Lenz=
ſonne
wieder zu neuem Leben erweckt.

[ ][  ][ ]

Nummer 281

Dienstag, den 9 Oktober 1928

Seite 3

*Der juriſtiſche Beigeſchmack.
Die Sozialdemokraten ſind in ihrem humorloſen Aerger über
den Streich ihrer noch roteren Genoſſen im Berliner Rund=
funk
mit ſcharfen Worten fir dei der Hand. Sie ſprechen von Ver=

mit dem harmloſen Namen Schulz aus Neukölln anlangt, ſo wird
man ihm nicht allzu viel anhaben können ganz abgeſehen von
der Immunität. Unmittelbare ſtrafrechtliche Verſtöße hat er ſich
nicht zuſchulden kommen laſſen. Die Vorausſetzungen des Be=
truges
und der Urkundenfälſchung fallen weg, da er eine Quit=
tung
nicht unterſchrieben hat und die Annahme des Honorars ein
dutzendmal verweigerte. Auch mit dem Paragraphen des Haus=
friedensbruches
wird man ihn kaum packen können, da der Nach=
weis
, daß er ſich widerrechtlich in den Räumen der Rundfunk=
ſtunde
aufgehalten habe, nicht zu erbringen ſein dürfte. Das
einzige bliebe wohl grober Unfug, den er angerichtet hat. Darüber
hinaus freilich kommt er wahrſcheinlich als intellektueller Ur=
heber
oder Mittäter in Frage für die Art, wie dem Redakteur des
Vorwärts Schwarz mitgeſpielt worden iſt. Die drei geheimnis=
vollen
Männer im Auto haben ſich zweifellos einer Nötigung im
Sinne des § 40 Str. G.B. im Zuſammenhang mit Freiheitsbe=
raubung
nach § 239 ſchuldig gemacht, wobei der Charakter der
mitgeführten Piſtolen völlig gleichgültig iſt. Für Freiheitsberau=
bung
ſieht das Geſetz Strafen bis zu 5 Jahren Gefängnis vor,
wobei natürlich die Vorausſetzung iſt, daß man die Uebeltäter
erſt einmal erwiſcht. Der Kreis der Wiſſenden ſcheint im übrigen
ziemlich groß zu ſein. Wenn auch die den Kommuniſten nahe=
ſtehende
Welt am Abend behauptet, die Beteiligten würden
nach dem Abſchluß des Volksbegehrens ſich der Polizei ſtellen. So
wird dieſe doch nicht ſolange warten können und ſchon aus
Preſtigegründen ſich auf die Beine machen müſſen, um der ge=
heimnisvollen
Autoinſaſſen habhaft zu werden. Ihre Ausſichten
ſind nach den bisherigen Erfolgen auf dem Gebiet der Kommu=
niſtenbekämpfung
nicht ſonderlich günſtig zu nennen.
Schulz ſiellt Strafantrag.
Der kommuniſtiſche Landtagsabgeordnete Schulz, der von
dem Vorwärts=Redakteur Schiff wegen ſeiner Rundfunkrede
einen Fauſtſchlag in der Untergrundbahn erhalten hat, hat gegen
Schiff Strafantrag wegen Mißhandlung und Sachbeſchädigung
geſtellt.
Es hilft alles nichts.
Die Hoffnung der Kommuniſten, daß ſie mit ihrem Huſaren=
ſtreich
im Berliner Rundfunk die Einzeichnungen verſtärken könn=
ten
, haben ſich bis jetzt nicht erfüllt. Am Samstag haben ſich in
Berlin nach ihrer Angabe 13 000 und am Sonntag rund 37000
Wähler eingezeichnet, und im ganzen auf 76 000 Stimmen ge=
kommen
, während die beiden letzten Wahlen in Groß=Berlin
600 000 Stimmen aufbrachten. Vermutlich iſt auch im Reich die
Einzeichnungsfreudigkeit nicht beſſer.

Major v. Tſchudi *
* Der Weg des Stahlhelms.

Eine eigenartige Tragik hat es gewollt, daß an demſelben
Tage, an dem in Berlin die Internationale Luftfahrt= Ausſtel=
lung
eröffnet wurde, der Führer und der kräftigſte Förderer der
deutſchen Luftfahrt, Major v. Tſchudi, aus ſeinem Wirkungs=
kreis
durch den Tod abberufen wurde.
Am Montag morgen verſtarb er plötzlich an einer Rippen=
fellentzündung
und Herzſchwäche. Er hatte vor einigen Tagen
das Sanatorium aufgeſucht, um ſich einer Operation zu unter=
ziehen
, verſchied aber ganz plötzlich noch vor der Opevation. Major
von Tſchudi ſtand im 67. Lebensjahr. Er war geſchäftsführendes
Mitglied des Deutſchen Luftrates, Vizepräſident des Deutſchen
Aero=Klubs, 2. Vorſitzender des Deutſchen Luftfahrtverbandes

*Das ſchwankende Zentrum.
Am Samstag und Sonntag hat in Berlin der Parteivorſtand
des Zentrums getagt, von deſſen Beratungen man einen Finger=
zeig
für die kommende innerpolitiſche Entwicklung erwartet hatte.
Die Vorausſage iſt nicht ſo in Erfüllung gegangen. Das aus=
gegebene
Communiqué begnügt ſich mit der Feſtſtellung, daß
Uebereinſtimmung geherrſcht habe und daß die Ausſprache auf
dem Parteitag am 8. Dezember in Düſſeldorf fortgeſetzt werden
ſoll. In unſer geliebtes Deutſch übertragen heißt das, daß der
Parteivorſtand des Zentrums ſich ebenſowenig hat einigen kön=
nen
wie der Franktionsvorſtand. Innerhalb der Partei ringen
drei Gruppen um die Mehrheit: der rechte Flügel, der im Augen=
blick
ſtark zurückgedrängt iſt und wieder Anſchluß nach rechts
ſuchen möchte; der linke Flügel, der die Große Koalition im
Reiche will, und die Mitte, die ſich um Dr. Marx gruppiert. Die=
ſer
möchte ſich vermutlich gerne revanchieren für die Art, wie er
abgehalftert wurde, und gibt deshalb die Parole, daß das Zen=
trum
ſich nach dem Mißerfolg vom Mai nicht zu eng binden ſolle
ſondern mehr Gewehr bei Fuß ſtehen müſſe, und er ſcheint hierbei
eine ſehr ſtarke Gefolgſchaft gefunden zu haben, ſo daß eine Klä=
rung
der Frage Diſtanz oder Koalition? nicht herbeizuführen
war. Auffallend iſt es auch, daß der Parteitag, der erſt für An=
fang
November angeſetzt war, nun erſt vier Wochen ſpäter ein=
berufen
wird. Vermutlich deshalb, weil das Zentrum hofft, bis
dahin die Verhandlungen im Reich und in Preußen wo jetzt
das Konkordat eine große Rolle zu ſpielen beginnt ſoweit ge=
fördert
zu haben, daß der Landesparteitag die Möglichkeit hat,
ſich endgültig nach der einen oder anderen Seite zu entſcheiden.
Jedenfalls geht das Zentrum ohne eine feſte Marſchroute in die
kommenden Verhandlungen hinein, wodurch die Ueberſichtlichkeit
nicht gerade verſtärkt wird.

Major a. D. von Tſchudi.
und Vertreter Deutſchlands in der Fédération Aeronautique In=
ternationale
. Sein Name iſt mit der Entwicklung der deutſchen
Luftfahrt aufs engſte von den erſten Anfängen an verbunden. Er
iſt der Motor geweſen, der ſeit 20 Jahren die Theoretiker und
Praktiker immer wieder in Betrieb brachte, ſo daß es nicht zuletzt
ſeinem Verdienſt zuzuſchreiben iſt, wenn wir heute, trotz der
Hemmungen, die Jahre hindurch der Verſailler uns auferlegte
und die auch heute noch nicht ganz beſeitigt ſind, den Vorſprung
der übrigen Staaten wieder eingeholt haben und in der Ver=
kehrsfliegerei
mit dem Ausbau unſerer Flugzeuge wohl an der
Spitze marſchieren.
Major v. Tſchudi wurde am 29. Januar 1862 als Sohn des
naſſauiſchen Oberſten von Tſchudi in Wiesbaden geboren. Er
trat 1881 als Fahnenjunker in das Füſilier=Regiment von Gers=
dorf
ein. Im Jahre 1883 wurde er Leutnant. Von 18901894
beſuchte er die Kriegsakademie und kam von dort zum Luftſchiffer=
Bataillon. Im Februar wurde er Hauptmann und Kompagnie=
Chef im Infanterie=Regiment von Alvensleben. Fünf Jahre
ſpäter wurde er zum Lehrer im Luftſchifferbataillon ernannt. Von
1902 bis 1906 war er gleichzeitig Führer der Funkentelegraphen=
Abteilung, die ihm ihre erſte Organiſativn verdankt. Im Jahre
1906 trat er als Chef=Ingenieur in den marokkaniſchen Soaats=
dienſt
über: 1908 kehrte er nach Deutſchland zurück und über=
nahm
1909 die Leitung in der Internationalen Luftſchiffahrts=
Ausſtellung (Ila) in Frankfurt a. M. Von 19101914 war er
Direktor des Flugplatzes Berlin=Johannisthal. Während des
Krieges war er u. a. Leiter des Flugzeugdepots in Antwerpen
und wurde 1917 zum Geſchäftsführer des Aero=Klubs in Deutſch=
land
ernannt. Seit 1927 iſt von Tſchudi Vizepräſident des Deut=
ſchen
Luftfahrtverbandes und der Fédération Aeronautique In=
ternationale
geweſen.
Ein Huldigungs=Telegramm des Reichs=
verkehrsminiſters
an den Reichspräſidenten.
Berlin, 8. Oktober.
Bei dem Empfang, den Reichsverkehrsminiſter v. Guérard
am Sonntag aus Anlaß der Eröffnung der Ila gab, ſandte er
dem Reichspräſidenten v. Hindenburg folgendes Telegramm:
Von dem heutigen Empfangsabend, an dem ich die Freude
habe, faſt alle in Berlin beglaubigten Botſchafter, Geſandten und
Geſchäftsträger des Auslandes und die namhafteſten Vertreter
der ausländiſchen und deutſchen Luftbehörden Induſtrie und
Wiſſenſchaft bei mir zu ſehen, darf ich Ihnen, hochverehrter
Herr Reichspräſident, als Protektor der höchſt eindrucksvollen
Internationalen Luftfahrt=Ausſtellung ehrerbietige Grüße über=
mitteln
."

Von unſerer Berliner Redaktion.
Leider etwas zu ſpät hat der Führer des Stahlhelms, Herr
Seldte, ſich entſchloſſen, die Linie ſeines Bundes wieder etwas
mehr nach der Mitte zu verſchieben und die rein politiſchen Stim=
mungen
abzudämpfen, die ihn noch über den äußerſten rechten
Flügel der Deutſchnationalen hinauszuziehen drohten. Er hat in
Frankfurt a. M. in einer Rede die völlige Unabhängigkeit des
Stahlhelms von Perſonen und Parteien verkündet und hat dabei
auch die Haßbotſchaft von Fürſtenwalde, die den Ausgangspunkt
der Haßbotſchaft des Stahlhelms bildete, preisgegeben mit dem
Zugeſtändnis, daß es ſich dabei um die Meinung eines Unter=
führers
handle, die programmatiſche Bedeutung nicht bean=
ſpruchen
könne. Wir wären uns freuen, wenn mit dieſer Rede
der erſte Anfang einer Selbſtbeſtimmung verbunden wäre und
gleichzeitig der Verſuch der Bundesleitung, die Zügel wieder
feſter zu packen, die ihr durch unbequeme Ratgaber entwunden
wurden. Nur dadurch hat wahrſcheinlich auch vermieden werden
können, daß Reichspräſident v. Hindenburg den Ehrenvorſitz
niederlegt, der es mit ſeiner ganzen Denkungsart nicht verein=
baren
kann, einem Verbande anzugehören, der in dieſer Form
den Haß gegen den Staat predigt. Von dem Bundesführer ſelbſt
iſt bekannt, daß er allen radikalen Seitenſtrömungen abhold iſt.
Er hätte es auch vielleicht in der Hand gehabt, den Bruch mit der
Volkspartei zu vermeiden, wenn er früher eingegriffen hätte. Es
iſt ein billiges Vergnügen, wenn jetzt von Stahlhelmſeite und
noch mehr aus deutſchnationalen Kreiſen der Volkspartei der
Vorwurf gemacht wird, ſie habe ihre parlamentariſchen Mitar=
beiter
aus dem Stahlhelm berufen, um ſich dadurch den Weg für.
die Große Koalition in Preußen zu öffnen. Gerade umgekehrt
liegen doch die Dinge. Die Führung der Volkspartei hat abge=
wartet
, ob der Stahlhelm von der Haßbotſchaft abrücken würde.
Das hat er nicht getan, und dadurch war, weil der Stahlhelm ſich
gleichzeitig als politiſche Partei ausgab, die Möglichkeit, beiden
Gruppen anzugehören, nicht mehr gegeben. Der Fraktionsvor=
ſtand
der Volkspartei hat ſeinen Beſchluß gefaßt und veröffent=
licht
, eben um zu vermeiden, daß, wenn einmal die Verhand=
lungen
um die Große Koalition anfangen, man ihm nachſagen
kann, er habe unter ſozialdemokratiſchem Drucke gehandelt. Der
Vorwurf iſt aber auch ſchon rein zeitlich völlig unhaltbar. Die
Entſcheidung der Volkspartei iſt bekanntlich gefallen, bevor auch
nur unverbindliche Beſprechungen über die Große Koalition be=
gonnen
haben, ſie iſt gefallen aus der Notwendigkeit der Partei=
diſziplin
heraus.
Im übrigen haben am Sonntag, wie wir aus dem Jung=
deutſchen
erſehen, erneut Beſprechungen zwiſchen den nationalen
Verbänden ſtattgefunden mit dem Zweck, einen Führerring zu
bilden, der in großen politiſchen Fragen gemeinſam handeln ſoll.
Die Anfänge dazu ſind bereits im Auguſt gemacht. Am 7. Okto=
ber
hatten ſich der Jungdeutſche Orden, der Stahlhelm, der Bund
Oberland, der Wehrwolf, der Niederſachſenring, der Front=
kämpferbund
Weſtküſte und der Widerſtandskreis, der ſich um die
Altſozialiſten Winnig und Nickiſch gruppiert, zuſammengefunden.
Die Verhandlungen ſind aber geſcheitert, weil der Stahlhelm von
den übrigen Verbänden verlangte, daß ſie jetzt bereits ihre Zu=
ſtimmung
zu der Einbringung des vom Stahlhelm propagierten
Volksbegehrens geben ſollten. Dieſes Verlangen wurde abge=
lehnt
. Der Verſuch, ohne den Stahlhelm einen Führerring zu
bilden, blieb ebenfalls ohne Erfolg, ſo daß vorläufig die einmal
vielverſprechenden Anſätze in dieſer Richtung als mißlungen zu
betrachten ſind.
Komitee für internationale Ausſprache‟.
Berlin, 8. Oktober.
In dieſen Tagen hat ſich ein Komitee für internationale Ausſprache
gebildet, das aus den Führern der großen politiſchen Parteien im
Reichstag wie auch den Vertretern der maßgebenden Kreiſe Deutſchlands
beſteht. Dieſes Komitee hat die Abſicht, die gegenſeitige Orientierung
und die Fühlungnahme zwiſchen den deutſchen und ausländiſchen
Staatsmännern, Wirtſchaftsführern, Gelehrten und Schriftſtellern zu
fördern. Es hat zu dieſem Zweck Vorträge von führenden Perſönlich=
keiten
des Auslandes in Ausſicht genommen. Das Komitee beſteht aus
Dr. Bremm, Prof. Albert Einſtein, Gerhard Holzmann, Frau Marie
von Hindenburg, Prälat Kaas, Reichsminiſter Koch=Weſer, Herrn von
Lindeiner=Wildau, Reichstagspräſident Loebe, Präſident der Handels=
kammern
Franz von Mendelsſohn, Reichsminiſter des Aeußern Dr.
Streſemann, Prof. Dr. Ludwig Stein und Frau Antonia Vallentin.
Reichstagspräſident Loebe hat für dieſe Vorträge den Plenarſaal des
Reichstags zur Verfügung geſtellt. Der erſte Vortrag in dieſer Ne be
wird am Montag, den 15. Oktober, der Führer der engliſchen Labour
Party Ramſay Macdonald halten.

en u.

*Die Radierung.

Weder die pathetiſche Aquatinta, weder das milde vernis
mou noch der etwas behäbige Kupferſtich oder irgend eine andere
Manier hat ſoviele Möglichteiten zur Hand wie die Radierung.
Sie geſtattet einfach alles auszudrücken, was wir nur irgend
durch das Auge in uns aufnehmen und in uns wirken laſſen kön=
nen
. Schwarz und Weiß das ſind die Grenzen ihrer Mittel,
nur ſcheinbar enge Grenzen, zwiſchen denen ſich Wille und Drang
zur Geſtaltung in den unerhörteſten Wundern austoben.
Man beachte nur die Vielartigkeit, in der das Licht in dieſen
Werken ſeine Miſſion erfüllt: Hier als flackerndes Feuer, dort
zu geſchloſſenem Strahl gebunden, der irgend etwas aus dem
Dunkel herausreißt und es der Beachtung endgegenbringt. An=
derswo
liegt es leicht über den Dingen, es iſt da, und man ſieht
nicht, woher es kommt. Dabei lächelt es warm und behaglich auf
den Formen, kann aber auch kalt und wetalliſch glänzen. Es
kann ſtille Glut ſein oder blendend, grell und feindlich ſprühen.
Die Radierung geſtattet ihm freies Spiel und mit all dieſen
Wandlungen höchſten Triumph. Und wo es den Schatten nicht
zum Weichen bringt, da wirkt dieſer am Ganzen machtvoll mit.
Er gibt den Formen Hintergrund und läßt ſie kräftig hervor=
treten
, indem er ſich um ſie legt, ſie abgrenzt und plaſtiſch geſtal=
tet
, ob er nun ſanft darüber gegoſſen erſcheint, oder ſie feſt um=
ſpannt
. Schwarz und ſtill erfüllt er den Raum, in ſeiner unend=
lichen
Tiefe Geheimnisvolles bergend, oder er rauſcht herab in
abgeſetzten Bündeln von dichten Strichen. Dann iſt er aufge=
wühlt
und unruhig und bringt Bewegung in die Atmoſphäre.
Licht und Schatten ſie dehnen den Raum, können ihm
Grenze geben oder ihn ins Uferloſe ausklingen laſſen. Sie um=
ſpielen
die Form oder ſchaffen ſie erſt. Wo beide nicht ſind, da
herrſcht die Linie allein. Denn auch allein kann ſie lebendig ge=
ſtalten
.
Der Strich der Radierung iſt klar und ſcharf. Er iſt ihr
Element; alle Erſcheinungen überträgt die Nadel in einzelne
oder zu Flächen und Körpern zuſammengefaßte Striche. Dieſes
Nebeneinander verſchiedenartiger Striche beſitzt bisweilen die
Kraft, die Illuſion farbiger Flächen vorzuzaubern. Die Reinheit
der Linie wird ſelten aufgegeben, um mit weicher Unbeſtimmtheit
beſondere Wirkung hervorzurufen. Dieſe Klarheit und Bereit=
willigkeit
der Linie verleitet dazu, peinlich nach dem Urbild zu
ſchaffen und das Werk mit Eindrücken zu überladen, doch weiß
der freiere Schöpfer ſie zu kühnſten Stiliſierungen zu gebrauchen
und zu großartigſter Symbolik. Zarte, fein geſchwungene Linien,

faſt nur Träger des Gefühls, umſchließen ſchier unwirkliche Ge=
bilde
, und dann finden ſich wieder harte, feſt zupackende Striche,
die ausdrucksvoll das Weſentliche bannen.
Jede Geſinnung, jede Stimmung findet in der Radierung
eine geeignete Mittlerin. Einmal iſt ſie ſinnlich, dann wieder
durchgeiſtigt. Sie vermag ſehr ruhig und brav zu ſein, aber das
liegt nicht ſo ſehr in der Richtung ihres Weſens wie die Eleganz
geiſtreicher, treffſicher hingeworfener Aphorismen, die aber leicht
in eiteles, oberflächliches Dandytum ausartet. Gern überläßt
ſie ſich dem Raffinement, das ſich erfolgreich ihrer ariſtokratiſchen
Sicherheit und Ueberlegenheit bedient und ſie dabei ſo oft von
Ueberfeinerung zu Dekadenz und Laſterhaftigkeit hinabzieht. In
düſterer Tragik weiß ſie zu erſchüttern. Von den dämoniſchen
Kräften der Verneinng beſeelt, verſchreibt ſie ſich jetzt dem
Grauſigen und Grotesken, um dann wieder den harmloſen Sinn
für naive Komik und gemütlich ſchmnzelnden Humor aufzu=
bringen
.
Dem wahren Künftler gewährt ſie Offenbarung ſeiner ſelbſt,
dem raffinierten Könner ein leidlich ſicheres Verſteck für ſeine
Hohlheit. Aber irgendwie iſt dann meiſtens doch ein Verrat!
Rudolf Gläſer.
* Tanzabend Urſula Falke.
Freie Literariſch=Künftleriſche Geſellſchaft.
(Kleines Haus des Landestheaters.)
Wenn auch der Abend für manchen, dem die Tanzkunſt der
Urſula Falke unbekannt war, vielleicht eine Enttäuſchung brachte,
darf doch der Auftakt der Freien Literar.=Künſtl. Geſellſchaft für
1928/29 als ſtarker künſtleriſcher Erfolg gebucht werden. Urſula
Falkes ſchlanke, jünglingshaft=herbe Schönheit in der Plaſtizie=
rung
mittelalterlicher Kirchen= und Klöſterholzſchnitzereien from=
men
Vorwurfs, oder in der moderner Expreſſionen aus Gemäl=
den
und Plaſtiken zu ſehen, iſt keine Tanzkunſt im gewohnten
Sinne. Darum blieben Auftakt, Hetze und Bulbul, von
kühlem Eindruck. Soweit das gemeiſterte Spiel der ſchlanken
Glieder bis in die kapriziös beweglichen Fingerſpitzen nicht faſzi=
nierenden
Eindruck löſte. Das blieb Kennern vorbehalten.
Der Reichtum an tanzkünſtleriſchen rhythmiſchen Nuancen
iſt bei Urſula Falke nicht groß. Sie gibt aber in ſchneller Folge
eine Reihe koſtbarer Einzelbilder von ſtarkem Ausdruck inneren
Empfindens. Dabei fällt dem Koſtüm eine führende Rolle zu.

Das Beſte, Feſſelndſte, was die Künſtlerin gab, ſind die
Masken: der Prinz, die weiße Frau Roſa. Hier einten
ſich die plaſtiſch=rhythmiſche Kunſt der Tänzerin mit der Starr=
heit
der lebendig= lebloſen Masken von Lukſch, die in dieſer
Starrheit von faſt unheimlichem Ausdruck waren, zu einer Bild=
folge
von zwingendem Gepräge verlebendigter Empfindungen.
Meiſterhaft, wie hier Koſtüm und Bewegung in einer ſtarken
Einheit zuſammenfloſſen. Fabelhaft, wie Urſula Falke den
Masken durch feinſt abgeſtimmte Kopfhaltung und Bewegung
erſtarrende Lebensmomente gab.
Von den Figuren feſſelte beſonders Strawinſkys Pe=
truſchka
in der verzweifelten Bitte der Schlußpoſe. Va=
rieté
war Tanz: farbig, fröhlich, graziös.
M. St.

Die im 49. Jahrgang ſtehende altangeſehene Neue Muſik=
Zeitung wurde am 1. Okt. mit der Monatsſchrift Die Muſik
(Redaktion Kapellmeiſter Schuſter=Berlin, Verlag Deutſche Verlags=
Anſtalt Stuttgart=Berlin) vereinigt.
* Paul Bommersheim, Beiträge zur Lehre von Ding und Geſetz.
Teubner. Leipzig.
Eine Unterſuchng auf dem Gebiet der Naturlogik, als ſolche eine
philoſophiſche Facharbeit, deren Ergebniſſe immerhin auch der Laie auf=
nehmen
mag. Die Schwierigkeit für ihn iſt dabei nicht, den Darlegungen
zu folgen, ſondern ihren Zweck voll einzuſehen, bei umſtändlich ſcheinen=
der
Gründlichkeit zu wiſſen, daß es ſich um die innerhalb dieſes Fachs
verabredeten Spielregeln handelt, deren korrekte Innehaltung eben den
Begriff Logik ausmacht. Es gehört wohl viel Sinn für Ordnung im
denkeriſchen Haushalt der Menſchheit, Ordnung um ihrer ſelbſt willen
dazu. Das gilt für alle derartigen Arbeiten, die vorliegende ſtellt die
Frage, ob es Arten des Naturgeſetzes gebe und findet, daß in der Tat
das Kaufalgeſetz nur eine Art des Naturgcſetzes iſt. Von da führt die
Unterſuchung über die Arten der Eigenſchaften der Dinge zu Arten ihrer
Struktur und zu den Atomen. Neben der Feſtſtellung von Naturgeſetz=
arten
vermögen die Bemerkungen über das Schöpferiſche in der Logik
und über die Antinomie des Anfangs zu intereſſieren: das denkeriſche
Einheitsſtreben will von einem Erſten ausgehen und kaun doch nur von
Dr. N.
einer Mehrheit die Vielheit ableiten.
Handbuch der Reklame für den Selbſtuntericht des praktiſchen Kauf=
manns
von Johann Frank. Tagblatt=Bibliothek Steyrermühl=
Verlag, Wien, 1928.
Unter der Fülle von Reklameliteratur fällt dieſes Buch durch zwei
Merkmale auf: Erſtens durch den ungewöhnlich wohlfeilen Preis, der
beſonders in anbetracht der ſehr ſorgfältigen Ausſtattung und des
reichen Illuſtrationsmaterials bemerkenswert iſt; zweitens dadurch, daß
es ausſchließlich auf die Bedürfniſſe des Praktikers, alſo des reklame=
treibenden
Klein= und Mittelunternehmers, zugeſchnitten iſt.

[ ][  ][ ]

Dienstag, den 9 Of ober 4928

Nummer 287

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[ ][  ][ ]

Nummer 281

Dienstag, den 9 Oktober 1928

Seite 5

Die Jubiläumstagung des Heſſiſchen Landeslehrervereins.
An 2000 heffſiſche Lehrer in Darmſtadt. Feſtakt im Städtiſchen Saalbau unter Teilnahme der Staatsregierung,
der Siod, der Hochſchuſen, der poltſchen Parteien und verwandter Verbände.

* Nach der Totenehrung und der Eröffnung der Lehr= und
Lernmittelſchau, der Ausſtellung Werktätigkeit und Zeichnen und
der Schriftenausſtellung fand am Nachmittag eine Sitzung des
Hauptvorſtandes ſtatt, die nicht öffentlich war. Geſtern vormit=
tag
um 10½ Uhr fand die Jubiläumstagung ihre Fortſetzung in
einem umfangreichen großzügigen, von künſtleriſchen Darbietun=
gen
eingerahmten.
Feſiakt im Städtiſchen Saalbau
ſtatt. Der große Saalbauſaal mit Einſchluß der Galerien war
überfüllt. Es dürften an 2000 heſſiſche Lehrer zu der Jubiläums=
tagung
in Darmſtadt vereinigt ſein.
Der Feſtakt wurde eingeleitet durch das Orcheſter des Heſſi=
ſchen
Landestheaters, das unter Leitung des Herrn General=
muſikdirektors
Dr. Böhm das Vorſpiel zu den Meiſterſingern
von Nürnberg ſpielte und damit dem Feſtakt von vornherein
eine Weihe gab, die ihn über das Alltägliche weit hinaushob.
Dem Vorſpiel folgte in Geſangsvortrag des Sängerchors des
Darmſtädter Lehrervereins, verſtärkt durch Mitglieder des
Mozartvereins und mit Begleitung des Landestheaterorcheſters.
Die Leitung dieſer Programmnummer lag in Händen von
Studienrat Borngäſſer. Der Männerchor ſang Mozarts
O Schutzgeiſt alles Schönen. In der
Begrüßungsrede
des Vorſitzenden des Landeslehrervereins, Herrn Abgeordneten
Reiber, nahm dieſer Gelegenheit, in erſter Linie die geladenen
und erſchienenen Ehrengäſte herzlichſt zu begrüßen und im Rah=
men
dieſes Feſtaktes willkommen zu heißen. Gruß und Willkomm
des Redners galten im beſonderen dem Herrn Staatspräſidenten
und Kultusminiſter Adelung, weiter dem Herrn Finanz=
miniſter
Kirnberger und Wirtſchaftsminiſter Korell. Der
Landeslehrerverein wiſſe es zu würdigen und zu ſchätzen, daß die
hohe Staatsregierung durch drei ſo hervorragende Mitglieder
vertreten ſei. Der Gruß des Nedners galt weiter den Mitglie=
dern
der oberſten Schulbehörde, an deren Spitze Herrn Mini=
ſterialdirektor
Dr. Urſtadt, dem Herrn Landtagspräſidenten tionen der Sozigldemokratiſchen und der Demokratiſchen Partei, der
Delp und mit ihm den Vertretern ſämtlicher Fraktionen des Zentrums= und Deutſchen Volkspartei, der Deutſchnationalen= und der
Heſſiſchen Landtags. Die Tatſache, daß ſämtliche Fraktionen ver=
treten
waren, wurde mit beſonderem Beifall von der Feſtver=
ſammlung
quittiert. Weiter begrüßte der Redner Herrn Provin= Glückwünſche auszuſprechen. 60 Jahre Organiſationsarbeit des Lan=
zialdirektor
Gebhardt, Bürgermeiſter Mueller als Ver=
treter
der Stadt Darmſtadt, der herzlicher Dank für die umfang= zu haben. Nehmen wir einen Einblick in die Geſchichte des Heſſiſchen
reiche Unterſtützung ausgeſprochen wurde, die dem Verband zuteil
geworden; den Vertreter des Stadtſchulamtes Schulrat Löſch, ja ſdgar im Jahre 1850 von der damaligen Regierung aufgelöſt wor=
Vertreter der Techniſchen Hochſchule Geheimrat Dr. A. E. Ber= geſetzt und eine Organiſation geſchaffen, die ſich zu einem Machtfaktor
ger, weiter Profeſſor Dr. Goldſtein, den Direktor des Pädago= entwickelt hat, an dem ſich andere Berufsorganiſationen ein Muſter=
giſchen
Inſtituts Darmſtadt Oberſtudiendirektor Vogel (der beiſpiel nehmen können. Das Ziel des Landeslehrervereins war nicht
Direktor des Mainzer Pädagogiſchen Inſtituts hatte ſich entſchul= nur Hebung ſeiner Mitglieder in ſozialer und kultureller Beziehung,
digen laſſen), den Prälaten D. Dr. Diehl, Herrn Rabbiner
Dr. Bienheim. Der Vorſitzende des Freireligiöſen Landes=
verbandes
hatte ſich entſchuldigen laſſen; eingeladen waren alle
Religionsgemeinſchaften ohne Unterſchied. Weiter begrüßte der ſo iſt es ein Hauptverdienſt des Landeslehrervereins, der dem Geſetz=
Redner Herrn Generalmuſikdirektor Dr. Böhm, Oberbürger=
meiſter
Granzien=Offenbach als Vertreter des Heſſiſchen fahrungen das notwendige Material geliefert hat. Für dieſe Tat ſei
Städtetages, Bürgermeiſter Alexander=Gonſenheim als Ver=
treter
des Landgemeindetages, die Vertreter der Gewerkſchaften, daß der Lehrerſtand mit ſeiner materiellen Lage nicht zufrieden iſt
den Vorſitzenden des Landesverbandes Heſſen des Reichsverban= und auf dem Standpunkt ſteht, daß ſeine pädagogiſchen und praktiſchen
Gelegenheit dankte der Redner der Preſſe im allgemeinen für die ſchaft vom Heſſiſchen Landtag erfüllt worden ſind, ſo war das kein
Förderung, die ſie dem Landeslehrerverein ſtets bewieſen hat, böſer Wille oder Mangel an ſozialem Verſtändnis der Herren Abge=
bundes
, des Heſſiſchen Beamtenbundes und einer Reihe von Ein= vertreter ſeine Entſcheidungen.
zelperſonen wie Profeſſor Mendelsſohn, Profeſſor Köſer,
den Schriftſtellern Wilhelm Michel und Schwarzkopf, alle Parteien die große volkserzieheriſche Arbeit Ihres Standes zu
Maler Poſch, Studienrat Borngäſſer, Profeſſor Wei= würdigen verſtehen und es lebhaft bedauern, daß bei der letzten Be=
gand
, dem Vertreter des Deutſchen Lehrervereins Schulrat
grüßt wurde. Endlich den Vertretern einer großen Reihe von Geſamtheit wahrnehmen und bei kluger Erwägung die Opfer nach der
Lehrervereinen, auch des Katholiſchen Lehrervereins, Frau Obe= Leiſtungsfähigkeit des Einzelnen gerecht verteilen. Hoffen war, beſſe=
rin
Walther für den Lehrerinnenverein, Studienrat Holz= ren Zeiten entgegenzugehen, um auch Ihren berechtigten Wünſchen
häuſer vom Philologenverein, Dr. Zeiger für den Diplom= mehr entſprechen zu können.
Handelslehrerverein, dem früheren Obmann Huff, den Ehren=
mitgliedern
des Landeslehrerverbands und einer großen Zahl Sie auf Ihrer Jubiläumstagung von einem guten Sachkenner das
Schließlich hieß der Redner alle ſonſtigen Teilnehmer herzlich rufener, dieſe großen idealen Gedanken in die Herzen der ihr anver=
willkommen
.
Staatsregierung und die Lehrerſchaft.
Staatspräſident Adelung hielt folgende Anſprache:
Meine ſehr geehrten Damen und Herren!
Als Staatspräſident und Miniſter für Kultus und Bildungsweſen freundliche Einladung und Glückauf zu Ihrer Jubiläumstagung!.
entbiete ich dem Heſſiſchen Landes=Lehrerverein zum Feſte des 60 jähri=
gen
Beſtehens die Grüße und herzlichſten Wünſche der Heſſiſchen Re= Die Stadt Darmſiadt und die Lehrerſchaft.
gierung. Ich tue das um ſo lieber, als ich die Arbeiten des Landes=
Lehrerbereins ſeit vielen Jahren als Landtagsabgeordneter und Schul=
dezernent
der Stadt Mainz in unmittelbarer Fühlungnahme kennen
und ſchätzen gelernt habe. Dadurch war mir Gelegenheit geboten, das
Kämpfen und Ningen Ihrer Organiſation um den Aufſtieg von Schule
und Lehrerſchaft zu einem Teile mitzuerleben.
ſtand der erbitterte Kampf um Geltung und Anerkennung durch die geſteigert, und niemals iſt er ſo jung geweſen wie heute. Das macht:
damalige Staatsgewalt. Dem Organiſationsgedanken der Lehrerſchaft ſeine Gründer haben ihm ihr Herzblut geopfert, das wie ein lebendiges
ſtand der Obrigkeitsſtaat ablehnend und feindlich gegenüber. Die Vor= Feuer alle die Streiter für Schule und Lehrerſtand, für Volk und
und der Gründer Ihres Verbandes büßte ſein Streben hinter Gefäng= Idealismus haben an ſeiner Wiege geſtanden und den folgenden Ge=
nismauern
und mit dem zeitweiſen Verluſt an Amt und Brot. Zähe, ſchlechtern die Sinne geſchärft und den Mut zur Tat gegeben und den
mühe= und opferreiche Arbeit mußte von den Pionieren geleiſtet wer= Willen zum Erfolg.
den, um die Lebensbedingungen einer Organiſation zu ſichern, die
dem kulturellen Aufbau des Volkes dienen ſollte. Auf harten Boden ſelbſtverſtändlich iſt, noch vor wenigen Jahrzehnten heiß umſtritten
Aultur unſeres Volkes würde dereinſt die Gründung der kleinſten Ar= mehr möglich iſt, noch leidenſchaftliche Verteidigung fanden. Im letz= z
beiterorganiſation mehr bedeuten wie die Schlacht von Sadowa, wie= ten Ende iſt es erſt der Krieg und ſein unglücklicher Ausgang und die ſe
viel höher darf man die Gründung einer ſtarken Lehrerorganiſation folgende politiſche, wirtſchaftliche und ſoziale Not geweſen, was unſere C
eiufchätzen! Es iſt aber gut und nützlich, wenn man am ſechzigſten Blicke mit vorher nur Wenigen beſchiedener Klarheit auf den Quell
Jubeltage beſinnlich zurückblickt zu den Anfängen, und aus der Ver= unſerer Kraft gelenkt hat, auf unſere Jugend. Heute wiſſen wir Gott u
gangenheit Mut und Kraft ſchöpft für die Aufgaben der Zukunft, aber ſei Dank, daß unſer ganzes Denken, Fühlen und Handeln der Sorge u
aber Verſtändnis reifen läßt für die große Not der Gegenwart.
die am heutigen Tage Ihrer Organiſation aus vollem Herzen Glück Lebens= und Geltungswillens, denn er iſt der Erzieher und Bildner n
und Gedeihen wünſchen. Sie erkennt dankbar das Wirken des Landes= des aufteigenden Geſchlechts. Darum müſſen wir von ihm wie 9
Lehrervereins an, das darauf gerichtet iſt, den Ausbau des Volksſchul= von kaum einem anderen Stande höchſte Qualität verlangen. Wenn d
weſens zu fördern und die Stellung des Lehrers zu heben. Viele, das aber richtig iſt wie kann jemand Lehrer ſein, ohne eine um= J
Iyrer Forderungen decken ſich mit den Wünſchen der Negierung. Aber faſſende Bildung genoſſen zu habend Und wie kann jemand Lehrer g
biele ideelle und materielle Wünſche müſſen vor der bitteren Not ſein, der mit matierellen und ſeeliſchen Sorgen zu kämpfen hat?. Wie al
unſerer Zeit unerfüllt bleiben. Niemand empfindet das ſchmerzlicher kann er, der ſelbſt freudlos iſt, den Kindern Freude gebend Hel= de
als die Regierung, die mit biel Willen und geringen Mitteln ſich ſchwe= fen wir nicht unſerer Jugend, wenn wir dem Lehrer helfend. Wenn 9
ren Aufgaben gegenüberſieht. Aber ich bin ſicher, auch hier weit= wir ihn mit dem allerbeſten Bildungsrüſtzeug ausſtatten und auskömm= ſte
gehendſtes Verſtändnis in der Lehrerſchaft zu finden.
Auch in einer anderen Frage bin ich der Mitwirkung des Landes= wie lange hat es gedauert, bis ſie uns aufgedämmert iſt?. Der Lehrer
Lehrervereins gewiß: Unſer Heſſen iſt das Land der Simultanſchnle, fordert aber noch ein Drittes für ſich. Er will, daß man ſeinen de
der Gemeinſchaftsſchule. Die Angehörigen der verſchiedenſten religiöſen Stand beſſer reſpektiere, als das früher der Fall war. Es wäre jal

Kampf der Meinungen. Die Mitglieder des Landes=Lehrervereins
ſind Träger des Gedankens der Simultanſchule, weil ſie mit mir der
Auffaſſung zuneigen, daß die gemeinſame Schule die ſicherſte Gewähr
bietet für gegenſeitige Achtung und gegenſeitiges Verſtändnis und ſo=
mit
für den notwendigen konfeſſionellen Frieden in unſerem Staate.
Das ſetzt aber voraus, daß Gemeinſchaftsſchule und Lehrer mit beſon=
derer
Sorgfalt und Gewiſſenhaftigkeit bemüht bleiben, die religiöſen
Gefühle Andersdenkender zu achten und zu ehren und ſo den Grund=
ſtock
zu legen zur ſtärkſten inneren Verbundenheit unſeres Volkes. Die
Erziehung der Jugend zum Staate iſt eine der wichtigſten Aufgaben
der Schule. Die Demokratie, die Republik erheiſcht die Mitarbeit
aller an der ſtaatlichen Volksgemeinſchaft. Die Lehrerſchaft muß die
Jugend dieſen hohen Pflichten entgegenführen, muß ſie mit Erkennt=
nis
und Begeiſterung erfüllen und ſie lehren, ſich der Verantwortung
früh bewußt zu werden, die der Dienſt am Volke fordert.
Ihre ſehr gründliche und überſichtliche Denkſchrift Vom Werden
und Vollen des Lehrerſtandes in Heſſen gibt beredtes Zeugnis von
den Kämpfen und Arbeiten der Lehrerſchaft während anderthalb Jahr=
hunderten
. Sie zeigt vor allem auch, in welch hohem Maße neben
den Fragen der materiellen Beſſerſtellung der Lehrerſchaft der fach=
lichen
Ertüchtigung und Vertiefung im Laufe der Jahrzehnte Mühe
und Sorgfalt gewidmet wurden. Ich beglückwünſche den Landeslehrer=
verein
vor allem auch zu dieſer erfolgreichen Arbeit, die zeigt, daß ſich
die heſſiſche Lehrerſchaft der hohen kulturellen Aufgaben, die ihr ge=
ſtellt
ſind, voll bewußt war. Wenn wir auf unſer deutſches Schul=
weſen
trotz aller Mängel ſtolz ſein dürfen, ſo verdanken wir das in
erſter Linie der ernſten Arbeit unſerer Lehrerſchaft an ſich ſelbſt und
am Bildungswerk. Die Schule iſt der wichtigſte Aktiv=Poſten in unſe=
rem
Volkstum. Nur die Schule kann uns kulturell und wirtſchaftlich
vorwärts bringen. Der Lehrer, dem die Jugend anvertraut iſt, ſchmie=
det
das Schickſal des Volkes.
So wünſche ich von Herzen, daß der Heſſiſche Landes=Lehrerverein
ſich wie bisher ſtets der hohen heiligen Aufgaben des von ihm vertre=
tenen
Standes bewußt bleibt, und daß ihm auch in Zukunft Blühen
und Gedeihen beſchieden ſein möge.
Das heſſiſche Parlament und die Lehrerſchaft.
Landtagspräſident und Bürgermeiſter Delp führte aus:

Durchführung der Jugenderziehung braucht. Er lehnt es mit Recht
ab, nur Mittel zum Zweck zu ſein. Sein Beruf iſt ſo wichtig auch im
allgemeinen vaterländiſchen und volklichen Intereſſe, es werden an ihn
ſo hohe ſittliche Anforderungen geſtellt, daß es Ehrenpflicht für die
Oeffentlichkeit iſt, ihn bei ſeinem Ringen um die ihm gebührende Poſſ=
tion
im öffentlichen Leben und Anſehen zu unterſtützen und ihm 1ch
Wege zu ebnen.
Alle dieſe Fragen werden in Ihrem Tagungsprogramm gewiß
einen breiten Naum einnehmen. Möchten Ihre Verhandlungen auf
hoher Warte ſtehen und von einem ſchönen Gelingen gekrönt ſein!
Daß es für unſere Stadt eine beſondere Freude iſt, der Schau=
platz
der Feier Ihres Geburtstags zu ſein, das habe ich Ihnen ſchon
in der Preſſe und in Ihrem Feſtbuch zugerufen. Ich möchte heute
den Wunſch hinzufügen und die Hoffnung, daß Sie auch gerne hier=
hergekommen
ſind. Darmſtadt iſt ja wohl keinem von Ihnen ganz
unbekannt. Es iſt nicht überall beliebt im Lande. Das iſt das Schick=
ſal
aller Landeshauptſtädte. Wie oft begegne ich der Behauptung,
Darmſtadt ſei langweilig und die Darmſtädter ſeien ſteif und einge=
bildet
. Das ſtimmt mich jedesmal traurig. Denn es iſt ein wirklich
ganz unbegründetes Vorurteil. Gewiß mag es in manchen größeren
Städten vom Standpunkt eines vulgären Geſchmackes betrachtet
kurzweiliger ſein. Und inſofern mag man unſeren notoriſchen Man=
gel
an Etabliſſements der leichtgeſchürzten Muſe bedauern.
Wer aber höhere Anſprüche ſtellt, wer ſich in einer Atmoſphäre
wohl fühlt, die von einer wertvollen kulturellen Ueberlieferung be=
fruchtet
und zugleich von ſtärkſtem Gegenwartsgefühl beherrſcht iſt
kurz; der geiſtig und künſtleriſch Intereſſierte, wird hier beſtimmt auf
ſeine Rechnung kommen. Und das um ſo mehr, als die Schönheit der
Landſchaft ein reizvolles Gegenſtück bietet.
Und der Darmſtädtiſche Menſch?. Ohne Zweifel haben auch wir
ſteife und eingebildete Mitbürger. Aber die gibt es auch anderwärts,
und nimmermehr repräſentieren ſie den Darmſtädter Typ!
Doch entſcheiden Sie ſelbſt, meine Damen und Herren! Sie haben
ja jetzt die beſte Gelegenheit dazu.
Meine beſten Wünſche begleiten Sie in dieſen Tagen und auf
Ihrem ferneren Wege!
Der Heſſiſche Landgemeindeiag

Meine Damen und Herren!
Ich habe den ehrenvollen Auftrag, im Namen der Landtagsfrak=
Volksrecht=Partei ſowie des Heſſiſchen Bauernbundes dem Vorſtand
des Heſſiſchen Landes=Lehrervereins für die freundliche Einladung den
Dank und für die heutige 60jährige Jubiläumstagung die allerbeſten
deslehrervereins heißt, 60 Jahre Kulturarbeit am ganzen Volk geleiſtet
Landes=Lehrervereins, ſo müſſen wir feſtſtellen, daß er in ſeinen Grün=
dungsjahren
manchen Schwierigkeiten und Verfolgungen ausgeſetzt war,
Se. Magnifizenz den Herrn Rektor der Univerſität Gießen; als den war. Trotz dieſer Maßnahmen hat ſich der Lehrerſtand durch=
ſondern
er war auch Wegbereiter für ein modernes Schulweſen, auf
das der Lehrerſtand und das ganze heſſiſche Volk ſtolz ſein können.
Meine Damen und Herren!. Wenn das heutige heſiſche Schul=
geſetz
ein Muſterbeiſpiel für andere Freiſtaaten genannt werden darf,
geber aus der Fülle ſeiner theoretiſchen Kenntniſſe und praktiſchen Er=
dem
Jubiläumsverein nochmals herzlichſt gedankt. Ich weiß ſehr wohl,
Leiſtungen nicht in Einklang zu bringen ſind mit den Bezügen, dce
des der deutſchen Preſſe Herrn Redakteur Streeſe. Bei dieſer er heute erhält. Wenn aber nicht alle materiellen Wünſche der Lehrer= wünſche auszuſprechen. Ich möchte die Gelegenheit benutzen, hier
Sein Gruß galt weiter den Vertretern des preußiſchen Beamten= ordneten, ſondern die finanzielle Lage des Staates diktierte dem Volks=
Meine Damen und Herren! Sie dürfen aber überzeugt ſein, daß
ſoldungsreglung aus den ſchon angeführten Gründen Ihre Wünſche die Schullehrer, damals faſt durchweg Theologen, von allen nie=
Wolff=Berliu, deſſen Erſcheinen mit beſonderer Freude be= ſichtnahne der finanziellen Verhältniſſe des Staates die Intereſſen der züge denen der Akademiker gleichgeſtellt werden ſollten. Die Zei=
Thema behandeln laſſen: Die Schule im Dienſte der Volksverſöhnung
von Mitgliedern, die über 50 Jahre, dem Verein angehören, und der Völkerverſöhnung. Kein Stand als der Lehrerſtand iſt be=
trauten
Jugend einzupflanzen. Die Jugend benötigt nicht nur eine
gute Allgemeinbildung für ihr ſpäteres Leben, ſie muß auch zu guten
Staatsbürgern des neuen republikaniſchen Staates erzogen werden, derten. Ich darf erinnern an die Tätigkeit des Hofpredigers
Möge Ihre Tagung auch in dieſer Hinſicht eine fruchtbringende Arbeit
leiſten zum Wohle Ihrer Mitglieder und zum Segen des ganzen Vol=
kes
. Dies auszuſprechen iſt mir perſönlich ein Herzensbedürfnis für

Bürgermeiſter Mueller:
Hochanſehnliche Feſtverſammlung!
Die Heſſiſche Landeshauptſtadt grüßt den Heſſiſhen Landes= Lehrer=
verein
und beglückwünſcht ihn von Herzen zum 60. Geburtstag. Denn
An der Wiege des Heſſiſchen Landes=Lehrervereins ſtand die Not, die Zahl ſeiner Lebensjahre hat ſeine Kraft und ſeine Initiative nur
läufer des Lehrerverbandes wurden durch behördliche Verbote erſtickt. Vaterland erfüllt hat und erfüllt. Zehrender Hunger und glühender
Es mutet merkwürdig an, zu ſehen, wie ſo manches, was heute
fiel die Saat, aber ſie iſt prächtig aufgegangen und hat einen ſtarken war. Wie es möglich war, daß Anſchauungen und Maßnahmen, über
Baum hervorgebracht. Und wenn einſt ein Philoſoph ſaate für die deren innere Unwahrhaftigkeit und Unvernunft heute gar kein Zweifel (
für dieſe Jugend, für das Volk von morgen, gehören muß, wenn an= h.
ders wir den Wiederaufſtieg unſeres Vaterlandes, ja ſchlechthin ſeinen a
Die gegenwärtige Regierung ſteht in der erſten Reihe unter deneu. Fortbeſtand wollen, Und der Lehrer iſt der Vollſtrecker unſeres Ie
lich beſolden?. Dieſe Erkenntnis iſt ſo einfach und ſo logiſch. Aber, b
Auffaſſungen ſitzen bei uns auf gemeinſamer Schulbank. Um die Frage in der Tat höchſt undankbar, ja unmoraliſch, wollte man den Lehrer un
der Schulgeſtaltung geht aber in deutſchen Landen noch ein heftiger nur deshalb und nur inſoweit fördern, als man ihn dringend zur d.

ließ durch Bürgermeiſter Alexander die herzlichſten Glück=
wünſche
ausſprechen. Er dankte zunächſt für die Einladung und
gab die Verſicherung ab, daß der Landgemeindetag den Be=
ſtrebungen
des Landeslehrervereins volles Verſtändnis ent=
gegenbringe
. Ob wir Vorſitzende des Schulvorſtandes ſind oder
nicht, ob es ſich um einen kleinen Ort des Vogelsberges oder um
eine große Gemeinde nahe den Großſtädten handelt, alle haben
wir die gleichen Intereſſen und das gleiche Beſtreben an der
Hebung des Lehrerſtandes, der unſere Jugend zu erziehen hat.
Wir kennen die Arbeit in den Vollsſchulen und ſind ſtets bereit,
die Lehrerſchaft in allen ihren Beſtrebungen zu unterſtützen.
Sie dürfen verſichert ſein, daß wir Bürgermeiſter volles
Verſtändnis für ihre Kulturarbeit haben, und daß wir, ſoweit es
uns irgend möglich iſt, alle ihre Wünſche unterſtützen werden.
Ich bin einig mit meinen Kollegen, wenn wir dem Landeslehrer=
verein
wünſchen, daß ihm eine weitere glückliche Entwicklung be=
ſchieden
ſein möge.

Die evangeliſche Landeskirche
und die Lebrerſchaſt.
Prälat D. Dr. Diehl, mit herzlichem Beifall von der Feſt=
verſammlung
begrüßt, führte u. a. aus: Ich habe die Aufgabe,
als Prälat der evangeliſchen Landeskirche, des Landeskirchenamtes
und der Kirchenregierung Ihnen herzlichſte Grüße und Glück=
daran
zu erinnern, daß heute Gelegenheit gegeben wäre, noch
eines anderen Jubiljums zu gedenken, das ebenfalls der Grün=
dung
von Lehrervereinigungen galt. Vor 350 Jahren hat der
Superintendent Johann Angelus bereits eine Volksſchulgrün=
dung
ins Leben gerufen und damit die Grundlagen einer heſſi=
ſchen
Volksſchule geſchaffen. Die Gründung ſollte bezwecken, daß
nicht reſtlos erfüllt werden konnten. Ein Parlament muß unter Rück= deren Dienſten entbunden werden ſollten und daß auch ihre Be=
ten
ſind ſeitdem anders geworden. Es traten nämlich durch den
30jährigen Krieg andere Volksteile hinzu und damit kamen
andere Beſtrebungen auf. Die damalige Konfeſſionsſchule iſt
Meine Damen und Herren!. Außerordentlich freue ich mich, daß heute Simultanſchule. Im 19. Jahrhundert wurden die Schulen
der Kirche weggenommen und vom Staat übernommen. Das war
wohl eine Fügung Gottes, mit der wir uns abfinden müſſen. Es
hat aber immer und zu allen Zeiten Kirchenmänner gegeben, die
der Schule, namentlich der Volksſchule, ſtärkſtes Intereſſe ent=
gegenbrachten
und ihre Ziele und Beſtrebungen nach Kräften för=
Ernſt Zimmermann. Die Wünſche und Ziele beſtehen zum Teil
heute noch. Die Männer von damals konnten ſich den Lehrer nicht
denken ohne gkademiſche Bildung. Die Ideale, die ihnen vor=
das
Heſiſche Landesparlament. Nochmals meinen beſten Dank für die ſchwebten, ſind in der Folgezeit verkümmert. Immer aber blei=
ben
wir beſtrebt, den Lehrerſtand zu heben, ſowohl in ſeiner Bil=
dung
wie auch in ſeiner ſozialen Lage. Ich darf in dieſem Zu=
ſammenhang
, ohne unbeſcheiden zu ſein, erinnern an mein mann=
haftes
Eintreten für die Simultanſchule, für die ich auch in Zu=
kunft
immer eintreten werde. (Lebhaftes Bravo.) Ich möchte
ſchließen mit dem Wunſch, daß das gegenſeitige Vertrauen und
die gegenſeitige Wertſchätzung auch in Zukunft bleiben möge wie
bisher, auch wenn wir gezwungen ſind, nicht mehr gemeinſam
unſere Straße zu ziehen. (Lebhaftes Bravo.)

Univerſität, Techniſche Hochſchule
und die Lehrerſchaft.
Geheimrat Dr. A. E. Berger:
Im Auftrage der Heſſiſchen Landesuniverſität zu Gießen, im Auf=
trage
der Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt und der ihr angeſchloſ=
ſenen
Pädagogiſchen Inſtitute zu Darmſtadt und Mainz, habe ich die
Ehre. Ihnen auszuſprechen, daß die vier genannten Anſtalten es ſich
ur Ehre und zur Freude rechnen, an der Jubiläumstagung des Heſſi=
chen
Landes=Lehrervereins teilnehmen zu dürfen und die wärmſten
Brüße und Glückwünſche zu übermitteln. Es liegt uns aber auch da=
ran
, bei dieſem ſchönen Anlaß Zeugnis abzulegen von den wertvollen
ind engen Beziehungen, die zwiſchen Ihrem Arbeitsbereich und dem
inſerigen beſtehen. Da iſt zunächſt die erfreuliche Tatſache hervorzu=
heben
, daß von jeher auch zahlreiche Angehörige des Lehrerſtandes die
an der Univerſität und an der Techniſchen Hochſchule gebotenen Ge=
ſegenheiten
zu ihrer wiſſenſchaftlichen Fortbildung eifrig benutzt haben,
wie andererſeits Profeſſoren und Dozenten der Hochſchulen auch den
Lehrervereinigungen mit Vorträgen und Lehrkurſen oft und gern ge=
jent
haben. Wenn vor nunmehr drei Jahren die beiden Pädagogiſchen
Inſtitute zu Darmſtadt und Mainz an die Techniſche Hochſchule an=
gelehnt
worden ſind, ſo knüpft das bekanntlich nicht nur an an ſehr
te Wünſche der Lehrerſchaft, ſondern es iſt ſogar die bewußte Wie=
eraufnahme
früherer, zum Teil weit zurückliegender Verſuche, die
usbildung der Lehrerſtudenten auf rein gkademiſche Grundlage zu
tellen. Der ſeit 1925 in Heſſen beſchrittene Weg hat, wie jeder neu=
jegangene
Weg, ſeine Verheißungen, aber auch ſeine Schwierigkeiten,
je nicht von heute auf morgen lösbar ſind. Insbeſondere dürfte mit
er kurzen Bemeſſung der Ausbildungsdauer auf nur zwei Studien=
ihre
wohl keiner der Beteiligten ganz zufrieden ſein. Doch einſtweilen
enerfüllt gebliebene Wünſche ſollen ja immer nur ein Anſporn ſein.
ie Ziele nach und nach weiter zu ſtecken, ohne die Freude am bereits

[ ][  ][ ]

Seite 6.
Erreichten zu verkümmern. Es iſt und bleibt eine hochbedeutſame Er=
rungenſchaft
, daß die abſperrenden Schranken der Seminarbildung ge=
fallen
ſind, daß der Lehrerſtand damit endlich eingegliedert worden iſt
in den organiſchen Geſamtaufbau unſeres Bildungsweſens, in dem es
keine trennenden Wände mehr geben ſoll, keine in ſich abgeſchloſſenen
Stockwerke, keine Scheidung von Vorder= und Hintertreppen wenn
der Ausdruck erlaubt iſt , ſondern nur noch die Bildungspolitik der
offenen Tür und der geordneten Verbindungswege, ſo daß jeder
Tüchtige den ſeiner Begabung entſprechenden Aufſtieg finden kann und
bei aller Mannigfaltigkeit der möglichen Bildungswege doch die alle
zuſammenſchließende Einheit gewahrt bleibt. Wie beſtimmen wir aber
das Weſen dieſer Einheit?. Damit kommen wir auf den Kernpunkt,
der für das gedeihliche Zuſammenarbeiten von Hochſchule und Lehrer=
ſchaft
ungleich mehr bedeutet, als alle Ueberlegungen der Schulbehörde
und =organiſation. Das, was uns im letzten Grunde eint und einan=
der
verpflichtet, iſt kurz geſagt der hingebende Dienſt an der
geiſtigen und ſittlichen Höherführung unſeres Volkes. Wer über die
letzten 60 Jahre und noch weiter in die Vergangenheit zurückblickt, der
wird mit Erſtaunen gewahr, welch mühſamen Weg der Lehrerſtand
hat durchwandern müſſen, durch wiebiele Hinderniſſe er ſich hat durch=
kämpfen
müſſen, um das zu werden, was er heute iſt, nicht nur ſeiner
ſozialen und wirtſchaftlichen Stellung nach, ſondern vor allem als rück=
haltlos
anerkannter Kulturträger und Kulturvermittler von grund=
legender
Bedeutung, auf deſſen Arbeit alle anderen Bildungsträger
doch nur weiterbauen, und ohne die ſie keinen feſten Boden unter den
Füßen hätten. Das hohe Ziel aber, dem alle dieſe Bildungswege zu=
ſtreben
, und das ſchon in der Volksſchule angelegt ſein muß, um auf
den höheren Stufen erſt ſeinen vollen Reichtum entfalten zu können,
das iſt die Erziehung zur deutſchen Volksgemeinſchaft auf den Bahnen,
die uns unſere großen Geiſter ſeit Jahrhunderten immer wieder pro=
phetiſch
gewieſen haben, denn alle, mochten ſie auch nicht Erzieher von
Beruf ſein, ſondern Dichter, Philoſophen, Künſtler oder Staatsmänner,
alle fühlten ſich als Erzieher zum Deutſchtum, das noch niemals ein
bequemer Beſitz, ſondern immer eine Aufgabe war; alle glaubten
kämpfen, auch heute wieder, mit uns, wenn wir der Ueberzeugung
leben, daß das überalterte und krank gewordene Europa nur dann
wirklich geneſen kann, wenn in ſeiner niedergebrochenen, verarmten
und zerſtückelten Ruine der deutſche Geiſt wieder mächtig wird, dem die
Gnade gegeben iſt, immer wieder jung zu werden, und deſſen wunder= und Tätigkeit. Der Lehrer war noch auf die Wohltaten anderer ange=
bare
ſchöpferiſche Kraft ſo wenig verbraucht iſt, daß ſie nicht ruhen
und raſten wird, den Weg aus dem Dunkel ins Helle zu finden, nicht
nur für uns ſelber, ſondern auch für die leidende Menſchheit. Unſeren weſen wäre. In den vierziger Jahren kommt aus Friedberg und
Reichtümer in die Seelen der Jugend einzupflanzen und in Ehrfurcht
ohne jegliche Ueberhebung zu pflegen, iſt die vornehmſte Erziehungs=
aufgabe
der deutſchen Schule. Unter dieſem Zeichen, deſſen Würde
alle Parteiunterſchiede, Klaſſengegenſätze einigend überſtrahlt, ſchließt als der Landes=Lehrerverein und der erſte Deutſche Lehrerverein ge=
ſich
auch der Bund zwiſchen Volksſchule und Hochſchule zu gemeinſamer
Front zuſammen. Wenn Fichte einſt ſeinen Volksgenoſſen das mah=
nende
Wort zurief: Wenn ihr verſinkt, ſo verſinkt die ganze Menſch=
heit
mit, ohne Hoffnung einer einſtigen Wiederherſtellung, ſo hat es
im Nahmen unſerek heutigen Tagung einen guten Sinn, dieſes Wort Regierung. Die bald einſetzende Neaktion hat ales wieder zerſchla=
auch
auf unſeren Lehrerſtand anzuwenden. Er darf nicht ſinken, aber dung ging oft die Gründung eines Schulblattes voraus. Der Bildungs=
er
wird auch nicht ſinken, denn das vergangene Jahrhundert hat deut=
lich
gezeigt, welch eine Stärke des Auftriebes in ihm lebendig iſt. An
der Heſſiſche Landes=Lehrerverein ſeinen rühmlichen Anteil gehabt. Gedanken wurden aufgegriffen und durchgearbeitet, zum Beiſpiel die
einem herzlichen Glückauf!.
Weitere Glückwunſchanſprachen
wurden mehr oder weniger umfangreich gehalten von den Herren
Redakteur Streeſe für die Preſſe, Grützner für den Allge=
meinen
Deutſchen Gewerkſchaftsbund, Schulrat Wolff für den
Deutſchen Lehrerverein. Dieſer Redner der Vorſitzende des Ver= wird. Es ſei ein Zeichen wahrer Bildung zu allen Zeiten geweſen,
begrüßt. Er wies darauf hin, daß durch ſeinen Mund 150000
Lehrer Glückwünſche ausſprechen laſſen und daß es beſonders
drei Dinge ſeien, die den Deutſchen Lehrerverein eng mit dem
Heſſichen Landeslehrerverein verbinden: 1. Die Tatſache, daß der
Heſiſche Landeslehrerverein ſich ſchon frühzeitig zur Kultur= Schmitt und Backes. Der Tätigkeit dieſer beiden Männer,
politik bekannt hat, das iſt zum anderen die gemeinſame Schule.
die in Heſſen bereits erreicht iſt und um die in anderen Teilen des
Reiches noch gekämpft wird. Der Deutſche Lehrerverein habe
immer mit Stolz darauf hingewieſen, daß das Vorgehen Heſſens
Heſſen immer Männer gefunden haben, die über ihren eigenen
Verein hinaus bereit waren, an dem großen Deutſchen Lehrer=
verein
mitzuarbeiten. Dieſer Dank gelte inſonderheit Herrn Wohlfahrtseinrichtungen des Verbandes.
Reiber. Lehrer Manekt=Berlin ſprach für den Deutſchen
Beamtenbund, Frau Oberin Walther für den Heſſiſchen Lehre=
rinnenverein
, Studienrat Holzhäuſer für den Heſſiſchen
Philologenverein.
Rektor Reibers Dank. Ehrungen.
Der Obmann des Landeslehrervereins, Herr Rektor Rei=
ber
, ſprach in ſeiner Schlußrede den Vorrednern den herzlichſten
Dank aus für die zahlreichen Glückwünſche. Im weiteren Verlauf
ſeiner Anſprache widmete der Redner
den Toten
herzliche Worte treuen Gedenkens. Die Feſtverſammlung erhob
ſich von den Plätzen und hörte ſtehend Beethovens Trauermuſik
aus der Eroika, geſpielt vom Landestheaterorcheſter, an. Da=
nach
wendete ſich der Redner wieder den Lebenden zu und wid=
mete
beſonders herzliche Worte.
den Veteranen

zwar niemand mehr am Leben, aber von denen, die alsbald nach b
der Gründung dem Verein beitraten und ihm bis heute treu ge=
blieben
ſind, ſind noch neun Kollegen am Leben. Der Vorſtand
hat beſchloſſen, dieſe Kollegen für ihre Treue, die ſie dem Landes= 3
lehrerverein erwieſen haben, zu Ehrenmitgliedern zu er= wohner zählte. Die erſte in den Quellen erwähnte Darmſtädter Schule
nennen. Es ſind dies die Herren Lehrer i. N.

Dienstag, den 9 Oktober 1928

Nummer 281

Deeele elſehe
Hottes, Leiſelheim,
Roth, Kaſſel,
Bohl, Schlitz,
Weitz, Friedberg,
Becker, Dorn=Aſſenheim,
Pullmann, Neuſtadt,
Gruber, Birkenau,
Rektor Jckes, Pfungſtadt.
Von dieſen Veteranen waren die Herren Vogel, Bohl und Gru=
ber
anweſend und konnten ihre Ehrenurkunden perſönlich ent=
gegennehmen
. Das gemeinſam geſungene Lied Brüder reicht die
Hand zum Bunde beſchloß dieſen Akt der Ehrung der Lebenden
und Toten. Dann hielt
Obmann Reiber ſeine Schluß= und Feſirede.
Er führte nach kurzer Einleitung etwa folgendes aus:
Ueber 3600 Lehrer aller Gattungen gehören dem Verein als Mit=
glieder
an, darunter Schulverwaltungsbeamte und Schulfreunde. Er
ſteht jetzt als ſtarker, feſtgegründeter Baum im heſſiſchen Leben. Stolz
ziemt uns nicht, weil nicht unſere Leiſtungen, ſondern die Leiſtungen
derer, die vor uns gewirkt haben, die Entwicklung des Vereins geſchaf= (1587), und zwar ſcheint die Stadt auf ihre Erhaltung befonderen Wert
fen haben. Mit dankerfülltem Herzen denken wir an ſie zurück. Ohne
die Männer der Gründungszeit des Vereins und der nachfolgenden
Jahrzehnte, ohne ihren zähen Opferwillen ſtünde die heſſiſche Schule
und Lehrerſchaft heute nicht dort, wo ſie ſteht. Der Gedanke des Zu=
ſammenſchluſſes
der Lehrerſchaft kam in jenen Jahren und Jahrzehn=
ten
nicht von ungefähr. Sie ſchloß ſich damals wie andere Stände
zuſammen. In der Mitte des vorigen Jahrhunderts entſtanden ja
doch einmal an den Weltberuf des deutſchen Geiſtes. Und ſie alle auch die Partei= und Gewerkſchaftsgründungen, kam es zur Organi=
ſation
der Schichten, die gerade damals ſich ihrer Bedeutung erſt be=
wußt
wurden. Die früheren Lehrervereinsgründungen um 1800 hatten
noch nicht eine ſolche Bedeutung wie die heutige Organiſation. Damals
war der Lehrerſtand noch kein Stand im Sinne einheitlicher Bildung
wieſen, ohne Sicherheit für ſeine Zukunft und die ſeiner Familie und
ohne das Rüſtzeug, das für Arbeit und Organiſation notwendig ge=
Glauben an die Macht des deutſchen Geiſtes und ſeine angeborenen Kensheim ein Lehrernachwuchs gleicher Vorbildung und gleichgerichte=
ten
Willens. Das Streben nach Zuſammenſchluß zum Zwecke gemein=
aamer
Arbeit kommt nun zum erſten Male um 1848 zum Durchbruch,
gründet werden. Der Verein, den wir heute feiern, war der zweite
Verſuch, eine Lehrerorganiſation zu ſchaffen. Der Verein von 1848
wandte ſich mit einer Denkſchrift über die Umgeſtaltung des Schul=
weſens
an die damalige Nationalverſammlung und an die heſſiſche
gen und führte zur Auflöſung des Vereins. Der Vereinsneugrün= die alte Regelung keſeitigen. Vor allem wurde die Beſtimmung, daß
wille iſt durch alle Jahrzehnte hindurch geblieben, wenn auch die Bil=
dungsformen
wechſelten. Die pädagogiſch=wiſſenſchaftliche und metho=
dieſer
Entwicklung aber hat in den beiden letzten Menſchenaltern auch diſch=praktiſche Arbeit des Vereins verdient alle Anerkennung. Neue
Dafür gebührt ihm unſer aller Dank. Darum grüßen wir ihn mit. Idee Peſtalozzis, Herbarts und anderer. Später wurden zu den Vor=
trägen
Arbeitsgemeinſchaften gebildet, ſchließlich ganze Vortragswochen,
bei denen ſich auch die Hochſchulen in den Dienſt der Fortbildung der
Lehrer geſtellt haben. Die Struktur unſeres öffentlichen Lebens, die
Fortſchritte von Wiſſenſchaft und Technik haben zu Klagen über die Beſoldungskampf entſchieden wie ſo oft im Laufe der Geſchichte zu
Entfremdung zwiſchen Leben und Leiſtungen der Schule geführt. Die Ungunſten des Lehrers.
Lehrerorganiſation verſucht, dieſe Differenz durch ihre Bildungsarbeit
an den Lehrer zu überbrücken. Obmann Reiber ſprach weiter über
den Vorwurf der Halbgehildetheit, der der Lehrerſchaft oft gemacht
bandes, wurde beim Erſcheinen am Podium beſonders herzlich daß man ſich bewußt iſt, wie wenig man kann und weiß, und daß man
einen inneren Drang fühlt, an ſich ſelbſt weiterzuarbeiten. In dieſem
Einne hat die Lehrerſchaft den Vorwurf der Halbbildung nie verdient.
Im weiteren gedachte der Redner neben anderen um den
Verein verdienten Männern vor allem des Wirkens von
beſonders des erſteren, war ein großer Teil der Feſtrede gewid= Glockenſpiels des Darmſtädter Reſidenzſchloſſes zu beſichtigen und mich
bildung des Lehrerſtandes und damit der Jugend ſelbſt, die
gleichen Grundſätze, die heute noch Leitſtern ſind. Dazu
bewieſen hat, daß die gemeinſame Schule gut und nützlich ſei, kommt unverrückbar das Eintreten für die gemeinſame Schule, einen der Landeshauptſtadt würdigen Zuſtand verſetzt und auch unter=
Zum dritten danke der Deutſche Lehrerverein dafür, daß ſich in für die Simultanſchule, die Schule der Volksgemeinſchaft. Schließ=
lich
gedachte der Redner der über 40jährigen Tätigkeit des Kol=
von
Hugo Wolf unter Leitung von Studienrat Borngäſſer ankündigt. Weniger dürfte jedoch bekannt ſein, daß das Glockenſpiel
bildete den eindruckstiefen Abſchluß des Feſtaktes. M. St.

Zum Jubiläum
des Heſchen Landeslehrerbereins.
Von Dr. Adolf Müller.
Unſere Darmſtädter Volksſchule verdankt ihre Entſtehung der
Frömmigkeit des Landesherrn. Im Jahre 1419 begabten Graf Johann
von Katzenelnbogen und Gräfin Anna, ſeine Gemahlin, den Darm=
ſtädter
Altar der heiligen 10000 Ritter mit einer jährlichen Gülte von
40 Malter Korn,
10 Pfund Heller Geld, und
1 Fuder Wein.
Es heißt in der Urkunde, dafür ſolle der Kaplan des Altars fließlich
des Landeslehrervereins. Von den eigentlichen Gründern ſei, mit innekeit für die Seelen der abgeſchiedenen Glieder des Katzeneln=
bogenſchen
Hauſes beten. Außerdem verfügte das gräfliche Paar:
Wir wollen auch, daß ein jeglicher kaplan des ehgenannten altars die
ſchule zu darmſtadt allezeit halten und regieren ſolle, nach ſyme ver=
mögen
. Die Sorge um das eigene Seelenheil weitet ſich hier gur
Fürſorge für die ganze Stadt, die damals noch keine tauſend Ein=
wurde
demnach von einem Prieſter verſehen.

In den 60er Jahren des 15. Jahrhunderts wird allerdings auch
ein verheirateter weltlicher Scholmeiſter erwähnt. Ob er dem Geiſt=
lichen
unterſtand, oder ob neben der Kaplanſchule noch eine private
Klippſchule vorhanden war, iſt nicht mehr zu entſcheiden. Die Schnellig=
keit
der Verbreitung Lutheriſcher Schriften iſt nur zu verſtehen, wenn
man für die vorreformatoriſche Zeit bereits eine gründliche Volls=
bildung
annimmt. Die Reformation hat dieſen vorhandenen Bildungs=
willen
und die Bildungsmöglichkeit allerdings noch erheblich verſtärkt.
Im Jahre 1547 gab es in Darmſtadt zwei Schulſtuben.
Auch ein großes Jugendfeſt wurde im Mittelalter ſchon in unſeren
Mauern gefeiert. Auf Mittfaſten zogen die Darmſtädter Buben und
Mädchen aus, um den ſummer zu holen; ſie erhielten dafür von
der Stadt 10 albus als Geſchenk für zwei vertel wyn.
In den 70er Jahren des 16. Jahrhunderts erzählen die Rechnun=
gen
von einem Schulhausbau. Es ſind Stadtrechnungen; der Wandel
der Zeiten iſt deutlich, die Gemeinde iſt an Stelle der Kirche getreten.
Auch eine Schulleitung tritt um dieſe Zeit zum erſten Male in den
Akten auf. Die Stadt zahlte 1571 2 Gulden an Stoffel Scherern,
daß er den Oberſchulmeiſter bis die neu Schul fertig worden, geher=
berget
hat, iſt faſt ½ Jahr druff gangen. Es war wohl nötig geweſen,
daß ein Schulregiment eingerichtet wurde. Die Darmſtädter Gerichts=
büicher
plaudern mancherlei aus. 1579 wurde Wilhelm, der Unterſchul=
meiſter
, verklagt, weil er einem Bürger die Fenſter eingeworfen hatte.
Ein Jahr ſpäter prügelte derſelbe Jugenderzieher ſich mit einem Knecht
und biß in ſeiner Bedrängnis ſeinem Gegner in den Finger.
Auch eine Mädchenſchule wird bereits im 16. Jahrhundert erwähne
gelegt zu haben, denn ſie bewilligte dem Mägdgesſchulmeiſter Chriſtof=
fel
Pfeilſticker einen jährlichen Zuſchuß von 4 Gulden. Dieſer Zu=
ſchuß
wurde auch Pfeilſtickers Nachfolger ausbezahlt. Sonſt waren die
Lehrer damals in der Regel auf das Schulgeld, das jedes Kind zu ent=
richten
hatte, angewieſen.
Zweimal im Jahr, vor der Faſtenmeſſe und zur Herbſtmeſſe, wurde
die Schule geprüft. Nach der Prüfung, an der Superintendent. Pfar=
rer
, Bürgermeiſter und einige Ratsglieder teilnahmen, wurde auf
ſtädtiſche und kirchliche Koſten getrunken. Von 1601 ab bekamen indes
nur noch die Schulmeiſter bei dieſer Gelegenheit ein Trinkgeld von
2 Gulden, eine Sitte, die ſich, ſoweit ich ſehe, bis in die 30er Jahre des
19. Jahrhunderts erhalten hat.
Beſſungen, das in dieſem Jahre vierzig Jahre mit Darmſtadt ver=
einigt
iſt, hatte im 17. Jahrhundert eine zeitlang keinen Lehrer. Die
Beſſunger Kinder mußten die Darmſtädter Schule beſuchen. Das war
in den unſicheren Zeiten ein rechtes Kreuz. 1671 erklärte ſich daher die
Gemeinde Beſſungen bereit, ſelbſt für die Beſoldung eines Lehrers zu
ſorgen. Außer Holz und ſechs Malter Frucht ſollte der Schulmeiſter
5 Gulden von der Bürgermeiſterei und 20 Albus von jedem Gemeinds=
mann
, Wittih und Schulkind erhalten. Da Beſſungen damals nur
26 Familien mit 30 Kindern zählte betrug die Beſoldung etwa fünfzig
Gulden. Doch die Gemeinde wuchs. Um die Mitte des 18. Jahrhun=
derts
waren in Beſſungen 100 Familien mit etwa 140 Kindern. Der
Beſſunger Lehrer ſtellte ſich jetzt recht gut. Die Gemeinde aber wollte
jeder Bürger zur Schule beizutragen hatte, als Laſt empfunden. Von
1725 ab kämpfte Beſſungen um die Aufhebung dieſer allgemeinen Schul=
ſteuer
, zunächſt ohne Erfolg. In den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts
lebte der Streit erneut auf. Der Beſſunger Lehrer verteidigte hart=
näckig
ſein Recht; alle Vermittelungsvorſchläge der Gemeinde, die mit
ſeinen Leiſtungen durchaus zufrieden war, lehnte er rund ab. Was
geſchah?. Der ſtandhafte Streiter er hieß Gert wurde nach Nau=
heim
verſetzt und verlor dadurch einen beträchtlichen Teil ſeines Ein=
kommens
. Sein Nachfolger in Beſſungen fügte ſich, und ſo war der
Oas Glockenſpiel auf dem Darmſtädter
Reſidenzſchloß.
Wir erhalten folgende Zuſchrift:
Vor etwa drei Jahren hatte ich Gelegenheit, die Einrichtung des
met. Ihre Ziele ſeien ſtets Kampf für den Aufſtieg und die Fort= über den äußerſt vernachläſſigten, baufälligen Zuſtand der Spieleinrich=
tung
zu unterhalten. Bereits damals wollte ich die Angelegenheit der
Oeffentlichkeit unterbreiten mit der Bitte, dafür zu werben, daß run=
lichſt
bald ein Fonds gegründet wird, aus welchem das Glockenſpiel in
halten werden kann.
Den Darmſtädtern und weit über Darmſtadts Grenzen hinaus iſt
legen Kaßlick für die Ludwig= und Alieeſtiftung und andere bekannt, daß das Glockenſpiel jede halbe und ganze Stunde in der
Regel alſo vorausgeſetzt, daß es aufgezogen, geölt und ſonſt einiger=
Der Männerchor mit Orcheſterbegleitung Dem Vaterland maßen in Ordnung iſt automatiſch durch Abſpielen eines Chorals
auch von Hand geſpielt werden kann bzw. daß ſich in einem beſon=
deren
Raum über dem Uhrwerk eine Klaviatur, ähnlich der einer Kir=
chenorgel
, befindet, von welcher aus ſo viel einzelne Drähte, als Glocken
in dem Glockenturm hängen, zu den Hämmern der einzelnen Glocken
führen. Die betreffende Klaviatur und die zur Betätigung der Giocken
bzu. Hämmer angebrachten Drähte ſtellen in ihrem verkommenen Zu=
ſtande
jedoch ein Wirrwarr bzw. ſo undefinierbares Etwas dau, daß,
duie ſchon ſeit Jahren, auch augenblicklich nicht daran zu denken iſt, die
geſchrlderte, wirklich ſinnreiche Einrichtung benutzen zu können.
Mehrere Jahre vor dem Kriege war aus beſonderen Anläſſen des
Glockenſpiel von Hand aus geſpielt und damit viele Gemüter beſonders
erfreut worden.
Meines Erachtens können die in Betracht kommenden Reparaturen
nicht allzu viel Koſten verſchlingen, da es ſich bei den einzelnen Zug=
drähten
um nicht ſehr ſtarken Eiſendraht handelt, und bei einigeruaßen
gutem Willen jeder Darmſtädter ſein Scherflein dazu beiteagen kann,
daß dus Wahrzeichen Darmſtadts nächſt dem Monument, das Glocken=
ſpiel
, wieder in einen einigermaßen annehmbaren Zuſtand verſetzt wird.
Ein anderer wunder Punkt iſt der, daß meines Wiſſeus auch ſonſt
für die Unterhaltung des Glockenſpiels und den Glockenturm wenig
getan wird, mußte doch der Herr, der jeweils die Walze für das auto=
pratiſche
Spielwerk neu ſetzt, die betreffenden Arbeiten ſchon unter auf=
geſpanntem
Regenſchirm verrichten.
Frieb. Karl Bertaloth.

Wir unterbreiten die Anregung gern der Oeffentlichkeit Vielleicht
äußern ſich zunächſt einmal die zuſtändigen behördlichen Stellen.
Die Redaktion.

Deiuoie bent giennt beose

Zu den notwendigen Annehmlichkeiten der Wohnung gehört es, daß ſie
ausreichend und gut beleuchtet iſi. Nirgends darf aber das Licht blenden.
Die elektriſchen Lampen müſſen ſiets von lichtſireuenden Umhüllungen aus Glas
oder Stoff umgeben ſein, oder es müſſen Osram,Opal= Lampen verwendei werden.
Auskunfk über die richtlge Verwendung des elektriſchen Lichtes erhalten Sie bei den
Osram=Verkaufsſtiellen, dem Elektrizitätswerk und ſonſigen Elektrelachgeſchäften.

IBIn 14884

[ ][  ][ ]

Nummet 281.

Dienstag, den 9 Oktober 1928

Seite 7

Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 9. Oktober.
Finanzreferententagung der Deutſchen Evangeliſchen Landeskirchen
zu Darmſtadt. Am 8. Oktober 1928 tagten etwa 50 Vertreter
Deutſcher Evangeliſcher Landeskirchen in Darmſtadt. Verhandelt wurden
in der Hauptſache Finanz= und Steuerfragem der Deutſchen Evangeliſchem
Landeskirchen, ferner unter anderem Fragen über Verſicherung von Geiſt=
lichen
beim Ausſcheiden, Beſteuerung von außerhalb des landeskinch=
lichen
Bezivks wohnhaften Steuerpflichtigen, kinchliche Finanzſtatiſtik,
Steuerfreiheit des Dienſtauſwandes der Geiſtlichen, Grunderwerbs=
ſteuer
der toten Hand, die Bedeutung des Wohnſitzes für das kirchliche
Steuerrecht, Steuerabzug vom Arbeitslohn im Kalenderjahr 1928, ſowie
ſonſtige Steuer= und Finanzfragen. Für den zweiten Tag der Tagung
4 unter Umſtänden eine Beſichtigungsfahrt der Teilnehmer in das
beſetzte heſſiſche Gebiet vorgeſehen, und zwar: Beſichtigung der Schweden=
ſäule
bei Erfelden chier Gedächtnisanſprache des Herm Prälaten
D. Dr Diehl), Beſichtigung der Katharinenkinche in Oppenheim mit
Empfang durch die Stadt Oppenheim, Beſichtigung der renovierten
Kirche in Undenheim unter Beteiligung des dortigen Kinchengeſang=
vereins
und evtl. der Chriſtuskirche in Mainz.
Heſſiſches Landestheater, Darmſtadt. Heute wird im Großen
Haus als geſchloſſene Vorſtellung für dem Heſſiſchem Landeslehververein
Lohengrin gegeben. Im Kleinen Haus wird Calderons
Dame Kobold in der Bearbeitung von Hofmamnsthal zum erſten
Male wieberholt. Die Aufführug beginnt um 20 Uhr und iſt gegen 22
Uhr zu Ende.
Morgen, Mittwoch, gelangt als Volksvorſtellung zu Einheitspreiſen
(50 Pfennig bis 3 Mark) Lortzings Zar und Zimmermann
zur Aufführung. Den Zar ſingt Hans Komregg, den Petev Zwanow
Eugen Vogt, den van Bett Heinrich Kuhn, die Marie Regina Harre,
den Marquis Chateauneuf Adolf Jaeger den Lord Syndham Walter
Schneidev vom Opernhaus Frankfurt a. M. als Gaſt, den Lefort Hans
Neh, Frau Brown Mſartha Liebel. Muſibaliſche Leitung: Max Rudolf.
Beginn: 19,30 Uhr. Zu dieſer Vorſtellug haben Tauſchkarten und Gut=
ſcheine
der Mieter keine Gültigkeit.
Hindenburgfeier des Deutſchordens. Am Freitag fand im gelben
Saale bei Sitte die Feier des Geburtstages uſeres verehrten Geneval=
feldmarſchalls
=Reichspräſidenten von Hindenburg ſtatt. Der Saal war,
außer in der üblichen Weiſe durch friſches Grün ud ein Bild des
Generalfeldmarſchalls geſchmückt. Der Ordensmeiſter, Mojor Appuhn,
der die Leitung der Feier übernommen hatte, berührte zunächſt die wich=
tigſten
politiſchen Ereigniſſe der letzten Zeit und würdigte dann Weſen
und Wirken unſeres großen Feldmarſchalls als Heerführer und Reichs=
präſident
. Die bereits telegraphiſch ausgeſprochenem Glückwünſche des
Deutſchordens wurden durch ein dreifaches Hurra und das Deutſchland=
lied
bekräftigt. Im weiteren Verlauf des Abends hielt Major Appuhn
einem Vortrag über Die vaterländiſche Bewegung in Preußen 1807
bis 1813. Er beſchrieb dabei zunächſt das Verſagem der amtlichen Poli=
tik
ſeit dem Baſeler Frieden, wodurch Preußen im die ſchlimme Lage
hineingedrängt wurde, die zu ſeiner Niederlage 1806/07 und dann zu
immer ſchlimmerer Knechtung durch Napoleon I. führte. Auch nach dem
Tilſiter Frieden führte die amtliche Politik von einem Mißerfolge zum
andem, denn ſie war eine Politik des Friedens um jeden Preis. Schwer
hatte es die Bewegung, die wir heute als vaterländiſche Bewegung
im weiteren Sinne zu bezeichnen pflegen, gegenüber den amtlichen
Stellen, bis ſchließlich tatkräftige Männer, beſonders General York
und Freiherr vom Stein, umter Mißbilligung der Behörden, ja ſogar
under Bekämpfung durch dieſe, die baterländiſche Bewegung der da=
maligen
Zeit zum Ziele führten und auf eigene Verantwortung die
Lage ſchufen, die ſchließlich dem Könige dem Aufruf an ſein Volk er=
möglichte
. Der Vortrag enthielt immer wieder Vergleiche mit unſerer
Zeit und brachte zum Schluſſe einen Hinweis auf die Hemmniſſe und
Ausſichten in unſerer heutigem Lage. Der Vortrag fand großen An=
Tlang und Beifallz die Kmappſchaft ſtimmte von ſich aus das Lied Der
Gott, der Eiſen wachſen ließ an, während der Landkomtur Oberſt Mootz
dem Danke der Verſammlung Ausdruck gab und aufforderte, den 4.
Vers des Deutſchlandliedes zu ſingen. Die fleißige Ordenskapelle und
einige durch Ordenskmappen vorgetragene Gedichte umahmten die An=
ſprachen
. Der Geſang des ſchwungvollen Ordensliedes Pflicht, Ehre,
Vaterland beſchloß die ſchöne Feier.
Der Deutſche Offizierbund teilt zu ſeinem Rundſchreiben vom 3.
Oktober Theaterplätze für Offizievkriegswitwen uſw. mit, daß für
Kleines Theater Zuſatz=Miete UI ſtändig in Betracht kommt. Vorzeigen
der Mitgliedskarten an der Kaſſe und beim Betreten des Theaters not=
wendig
. Sastag, den 13. Oktober, bereits 1. Vorſtellung, die in
Betracht kommt.
HI8. Aus der Hefſiſchen Sängerbundbewegung. Um für das im Jahre
1929 in Darmſtadt ſtattfindende 2. Heſſiſche Sängerbundesfeſt Berech=
nungsunterlagen
zu haben, wurde von der Geſchäftsſtelle des Bundes
eine vorläufige uwerbindliche Anmeldung von dem Bundesvereinen an=
gefordert
. Wenm auch der Schlußtermin für die Einſendung dieſer An=
meldungen
erſt am 10. Oktober abläuft, ſo ſind doch ſchon eine große
Anzahl vom Anmeldungem bei der Bundesgeſchäftsſtelle eingegangen,
die alle Erwartungen übertreffen. Sämtliche bis jetzt gemeldeten Ver=
eine
werden vollzählig bei dem 2. Heſſiſchen Sängerbundesfeſt vertreten
ſein und haben ihre altiwe Mitwirkung zugeſagt. Nach dem bisherigen
Eingang iſt damit zu rechnen, daß alle Anmeldungen bis zum vorge=
ſchriebenen
Endtermin, dem 10. Oktober, vorliegen.
Deutſche Kolonialgeſellſchaft. Vereinigung der Kolonialdeutſchen.
Der Gewerkſchaftsbund der Angeſtellten (G. D. A.) läßt am Mittwoch,
den 10. Oktober, abends 8 Uhr, im Konkordigſaale, Waldſtraße, durch
den bekanntem Afrikaner Hans Schombourgk einen Lichtbilder=Vortrag
über ſeine afrikaniſchen Erlebmiſſe haltem ud hat unſere Mitglieder
hierzu eingeladen. Wir bitten, ſich recht zahlreich daran beteiligen zu
wollen.
Dem Allgemeinen Deutſchen Frauenverein iſt es gelungen, Fran
Reg.=Rat a. D. Dr. Elſe Ulich=Beil, Mitglied des ſächſiſchem Landtags,
eine auf dem Gebiet der Frauenfrage ſehr bekannte und geſchätzte Per=
ſönlichkeit
, für einen Vortrag in Darmſtadt zu gewinnen. Frau Dr.
Ulich=Beil wird über das Thema: Vom Doppelberuf der Frau ſprechen.
Es iſt zu wünſchen, wenn eine große Anzahl Frauen die Gelegenheit
wahrnimmt, den Vortrag anzuhören, der ein Problem behandelt, welches
für alle Fpauen heute bedeutungsvoll iſt. (Näheres ſiehe Anzeige.)
Polizeihundevorführung auf dem Polizeiſportplatz. Bei herrlichem
Sonnenſchein hielt der Verein der Hundefreunde von Darmſtadt und
Umgegend am Sonntag, den 7. Oktober ds. Js., eine Polizei= und
Schutzhundevorführung (Propagandavorführung) auf dem Polizei= Sport=
platz
ab. Der Vorführungsleiter, Herr Kriminalſekvetär Jäger= Darm=
ſtadt
, begrüßte die Zuſchauter, insbeſondere die Vertreter des Miniſteriums,
des Kreiscmts, und des Polizeiamts. Die prachtvollen Tiere zeigten
erſtauenswerte Leiſtungen, und zwar in Naſenarbeiten, Gehorſams=
übungem
und Mannarbeit. Ganz beſonders ſind hervorzuheben die
Leiſtungen der deutſchen Schäferhündin Blanka, Beſitzer Herr Reg.=
Baumeiſter Wolfskehl, Darmſtadt, Führer Herr Körber, Darmſtadt. Ein
fingierter Einbruchsdiebſtahl war die Aufgabe, welche die Hüindin ein=
wandfvei
löſte. Außerdem fielen auf die Raubüberfälle, umd ganz beſon=
ders
der bei dem Rottweiler Cito, der auch ſelbſt durch Stockſchläge,
Schießen und ſogar mit brennender Fackel nicht zurückzuſchlagen war.
Vorgeführt wurden: 5 deutſche Schäferhunde, 2 Rottweiler, 1 Rieſen=
ſchnauzer
und 1 Dobermann. Die Führerin bzw. die Führer der Hunde
ſind Frl. Dofflein=Darmſtadt, die Herven Ahrens=Eberſtadt, Achen, Bauer,
Krauß, Hamm, Schleicher u. Körber, Darmſtadt. Anſchließend an die Vor=
führung
wurde den Führern in der Reſtauration Rummelbwäu fe ein
wertvollen Ehrenpreis überreicht. Die Ehrenpreiſe wurden in dankens=
werter
Weiſe von Darmſtädter Hundefreunden geſtiftet, wobei insbe=
ſondere
die Firma Herdfabrik und Emaillierwerke Darmſtadt, Inhaber Donnerstag, den 11. ds. Mts., ab, worauf alle Spieler auf=
Herr Konzelmamn, zu erwähnen iſt, welche einen Gasherd geſtiftet hatte.
Der Vorſitzende, Herr Rechtsanwalt Rohde, überreichte Herrn Jäger für
die muſtergültige Vorführung im Namen des Vereins ein Geſchenk. Zum
Schluß dankte Herr Jäger für den regen Beſuch der Vorführungen,
die das Intereſſe weiterer Kreiſe auf die Bedeutung der Polizeihunde
gelenkt haben.

Nächtlicher Einbruch im Neuen Palais.
Raubmordverſuch an Graf von Hardenberg. Der Graf ſchwer verletzt. Die Täter
noch nicht gefaßt.
Den Eintritt verſchafften ſich die Täter von der Sandſtraße aus
Der Bergang des Aeverfalies, durch die unverſchloſſene Gartentüre; ſie öffneten mit einem paſ=
ſenden
Türdrücker die auf jener Seite gelegene Haustüre zum

Von mehreren bis jetzt noch unbekannten Tätern
wurde in der Nacht von Sonntag auf Montag ein
Raubüberfall auf Graf Cuno von Hardenberg,
den Haus= und Vermögensverwalter des Großher=
zogs
, ausgeübt. Graf von Hardenberg befindet ſich
ſchwer verletzt im Städtiſchen Krankenhaus.
Zu dem Raubüberfall, der im Zentrum der Stadt auf Graf
von Hardenberg ausgeführt wurde, erfahren wir folgende Einzel=
heiten
: Der Graf bewohnt auf der Südſeite des Neuen Palais
im Erdgeſchoß drei in einer Flucht gelegene Zimmer. Graf von
Hardenberg kam um 1.10 Uhr in ſeine Wohnung und begab ſich
zunächſt durch das Wohnzimmer, in dem er das elektriſche Licht
andrehte, in das anſtoßende Badezimmer, um hier ſeinen Mantel
abzulegen. Als er dann ſein Schlafzimmer betrat, erhielt er im
Augenblick, als er die elektriſche Beleuchtung einſchalten wollte,
von zwei oder drei unbekannten Männern, die ſich im Dunkeln
verborgen hielten, mehrere wuchtige Schläge auf den Kopf, ſo daß
er ſchwer verletzt zuſammenbrach. Sogar auf den am Boden
Liegenden wurde von einem der Täter noch eingeſchlagen mit der
offenſichtlichen Abſicht, den ſchwerverletzten Grafen zu ermorden.
Graf Hardenberg hatte die Geiſtesgegenwart, ſich tot zu ſtellen.
Trotz der ſchweren Verletzung gelang es ihm, einen der Täter, der
ihn mit der Taſchenlampe ableuchtete, zu täuſchen. Es wurde dem
Grafen die Brieftaſche mit einem Betrage von 90 Mark in Bank=
noten
geraubt und dann mit den Kaſſenſchrankſchlüſſeln, die man
dem niedergeſchlagenen Grafen ebenfalls abnahm, Schubladen
und Kaſſenſchrank geöffnet und durchſucht. Nach ungefähr einer
halben Stunde entfernten ſich die Täter.
Graf Hardenberg konnte ſich nach dem Verſchwinden der
Verbrecher aufrichten und zum Fenſter gelangen. Seine Hilferufe
wurden aber in der ſpäten Nachtſtunde nicht gehört. Mit einem
Handtuch um den Kopf ſchleppte ſich der Schwerverletzte über die
Straße nach dem etwa 100 Meter entfernten Polizeiamt in der
Hügelſtraße. Von dort aus wurde das Ueberfallkommando alar=
miert
, der Schwerverletzte aber, der aus mehreren klaffenden
Kopfwunden blutete, durch die Rettungswache nach dem Stadt=
krankenhaus
transportiert. Die Art der Verletzungen weiſen
darauf hin, daß ſie durch wuchtige Schläge mit Metall=Totſchlägern
oder Schlagringen erfolgt ſein müſſen.
Die Kriminalpolizei und das Perſonal des Erkennungsdien=
ſtes
ſind mit Nachforſchungen und Feſtſtellungen eifrig beſchäftigt.
Am Tatort im Schlafzimmer des Grafen ſind der Boden, das
Bett und die ſonſtigen Einrichtungen ſtark mit Blut beſudelt.
Nach der Tatortbeſichtigung, die von dem Leiter der Kriminal=
abteilung
und dem Leiter des Erkennungsdienſtes vorgenommen
wurde, iſt die Vermutung naheliegend, daß es ſich um Leute han=
delt
, die mit der Oertlichkeit gut vertraut waren und nach der Art
der Verbrechensausführung iſt darauf zu ſchließen, daß es ſich
nicht um Berufsverbrecher, ſondern um Lokal= Gelegenheitsver=
brecher
, die es nur auf bares Geld abgeſehen hatten, handelt.

Nebenaufgang und gelangten ſo in die Gemächer. Es beſteht auch
die Möglichkeit, daß die Täter ſich zum Zwecke des Raubüber=
falles
ſchon am frühen Abend des Sonntags in das Palais ein=
geſchlichen
haben.
Der Polizeibericht meldet zu dem Raubüberfall: Geſtern
nacht nach 1 Uhr wurde der Haus= und Vermögensverwalter des
ehemaligen Großherzogs Graf Kuno von Hardenberg beim Nach=
hauſekommen
im Schlafzimmer ſeiner im Neuen Palais gelege=
nen
Wohnung von zwei oder drei Einbrechern überfallen, mittels
Totſchlägers oder Schlagringes niedergeſchlagen und eines Geld=
betrages
von 90 Mark beraubt. Die Einbrecher bemächtigten ſich
ſodann des Schlüſſelbundes des Grafen, öffneten den Kaſſen=
ſchrank
ſowie ſonſtige Behältniſſe und verſchwanden nach Verlauf
von einer halben Stunde. Der ſchwerverletzte Graf Hardenberg
ſchleppte ſich blutüberſtrömt nach dem benachbarten Polizeiamt,
von wo aus er durch die Rettungswache nach dem Städtiſchen
Krankenhaus verbracht wurde.
Die Kriminalpolizei teilt weiter mit: Als Graf Hardenberg
am Boden lag, wurde er von einem der Täter ab und zu mit
einer Taſchenlampe abgeleuchtet. Bei dieſer Gelegenheit hat Graf
Hardenberg geſehn, daß dieſer Täter einen blaugrauen Anzug
mit kleinen ſchwarzen Karos, gelbe Ledergamaſchen und ſchwarze
ſpitze Schnürſchuhe trug. Der Fuß des Täters war verhältnis=
mäßig
klein. In der Wilhelminenſtraße wurde in derſelben
Nacht ein faſt neues grauleinenes Handtuch gefunden, das mit
den Buchſtaben A. B. gezeichnet iſt. Es iſt nicht ausgeſchloſſen,
daß das Handtuch von den Tätern verloren wurde und daß es
zum Zwecke der Erdroſſelung oder um dem Ueberfallenen den
Mund zu verſtopfen Verwendung finden ſollte. Der Eigentümer
wird gebeten, bei der Kriminalpolizei vorzuſprechen, damit be=
züglich
des Handtuches Klarheit geſchaffen werden kann. Alle
diejenigen, die irgendwelche Angaben machen können, werden
gebeten, bei dem Leiter der Kriminalabteilung, Hauptmann Ahl,
Zimmer 9, vorzuſprechen. Alle Mitteilungen werden auf Wunſch
vertraulich behandelt. Derjenigen Perſon, die durch ihre Mit=
teilung
zur Aufklärung des Verbrechens beiträgt, wird eine Be=
lohnung
zugeſichert, die unter Ausſchluß des Rechtsweges zur
Verteilung kommt.
Auf Anfrage wurde uns mitgeteilt, daß die Verletzungen des
Grafen Hardenberg wohl ſchwer, aber, falls keine Komplikationen
eintreten, nicht lebensgefährlich ſind.
Zum Raubmordverſuch im Neuen Palais erfahren wir noch,
daß die Dienerſchaft ſich in den oberen Stockwerken befand und
von dem Verbrechen nichts wahrnahm. Von einer Benutzung des
Telephons ſah Graf Hardenberg ab, da eine Verbindung über die
Telephonzentrale erforderlich geweſen wäre und der Telephoniſt
in tiefſtem Schlafe lag. Der Großherzog befindet ſich mit ſeiner
Familie gegenwärtig in Wolfsgarten. Es war alſo zur Zeit des
Verbrechens faſt niemand im Palais. Wie uns verſichert wird,
dürften die Beweggründe zu der Tat in keinerlei Zuſammenhang
mit politiſchen Angelegenheiten zu bringen ſein.

* Orpheum. Peter Prang bringt heute Dienstag, und die
folgendem Tage einen neuen Lachſchlager, betitelt: Krümels Wochenende‟
und wird dieſes luſtige Stück ſeinem erfolgreichen Vorgänger an toller
Lame und reicher Situationskomik nicht nachſtehen. Das Gaſtſpiel
der Kölner währt nur noch bis 15. Oktober und wird nicht verlängert.
Anfang 8,15 Uhr. Volkspreiſe vom 80 Pfennig an. (Siehe Anzeige.)
Reichshofs=Mittwochs=Konzerte! Wie bereits bebannt gegeben, hat
der neue Inhaber obigen Reſtaurants die Abſicht, regelmäßige Mittwochs
populäre Konzerte mit Matthias Weber zu geben. Bei Darbietung
leichter aber gut dunchgeführten Muſik, ſollen den Beſuchern angenehme
Stunden geboten werden. Das erſte dieſer Konzerte vergangenen Mitt=
woch
hatte bereits einen ſehr guten Beſuch aufzuweiſen, ein Zeichen dafür,
daß Konzerte dergeſtalt vom muſikliebenden Publikum mit Intereſſe
aufgenommen werden. Mittwoch, den 10. Oktober, findet das nächſte
Konzert ſtatt, wobei wiederum ein angepaßtes Progvamm zur Auf=
führung
gelangt. (Siehe auch Inſeratenteil.)

80

gegen
Husten, Helserkelt,
Verschlelmung

Gartenbauverein Darmſtadt e. V. Am nächſten Donnerstag be=
gimen
wieder die regelmäßigen Vereinsabende. Diesmal wird ein Fach=
ma
, Herv Dr. Govs aus Niederwalluf, am der Hand von Bunt=
bildern
ſich mit der Frage befaſſen: Wie pflanze ich meinen Garten.
Dabei kommen die immer wiederbehrendem Unklanheitem über geeignete
Auswahl von Pflanzen, Pflanzweite, Sorten uſw. bei der Anlage von
Haus=, Roſen=, Vor= und Steingärten zur Sprache, was ſicher in weiten
Kreiſen, ein lebhaſtes Intereſſe erwechen dürfte. Unſere Mitglieder
werden gebeten, von dem Recht der Gäſteeinführung Gebrauch zu machen.
Goldene Hochzeit. Am 12. Oktober feiern die Eheleute Karl
Zöller, Lokomotivführer i. R., und Fraur Eliſabeth, geb. Laub, Moller=
ſtraße
37, im Kreiſe ihrer Kinder und Enkel das ſeltene Feſt der gol=
denem
Hochzeit.
Hohes Alter. Heute, Dienstaa den 9. Oktober 1928, begeht der
Altveteran von 1870/71 Ghriſtoph Reibold, Langgaſſe 21, ſeinen 80.
Geburtstag. An Gratulationen wird es ihm nicht fehlen.
Die Darmſtädter Segelflieger zwrückgekehrt. Die bekannten Darm=
ſtädter
Segelflieger Heſſelbach und Daubenthal, die in Amerika
erfolgreich Segelflüge vorgeführt haben, ſind wieder hier eingetroffen.
Heſſelbach hat bekanntlich einen neuen Rekond aufgeſtellt.
A beſeitigt üblen Mundgeruch u.
Enlorodonthäßlich gefärbten Zahnbelag
TV. 11861

*Bezirksſchöffengericht.

p. Ein nun in Gaulsheim tätiger Lehrer iſt wegen Körperverletzung
im Amte angeklagt. Er war Schulverwalter zuerſt in Dieburg, wirkte
dann als Lehrer in Niederroden, Gau=Algesheim, Ober=Ingelheim,
Gimsheim, Ludwigshöhe, Erbach (Kreis Heppenheim). Aus letzterem
Orte gelangten zahlreiche Beſchwerden am die vorgeſetzte Behörde, Schul=
vorſtand
und der Beigeordnete des kleinen Ortes tratem in Aktion. An=
geklagter
leidet an epileptiſchen Anfällen, die nach ſeiner Angabe in
den letzten Jahren ſtärker aufgetveten ſind, er ſei da meiſt bewußtlos.
Eine große Zahl von Schulkindern ſind als Zeugen zur Stelle: zwei
Sachverſtändige, die Kreisärzte von Heppenheim und Bingen, ſind behufs
Abgabe von Gutachten geladen. Der Kreisſchulrat von Bingen wohnt
der Verhandlung bei.
Die Sache wurde ſchon einmal verhandelt, damals aber der Termin
ausgeſetzt, um eine Begutachtung des Geiſteszuſtandes zu veranlaſſen.
Eine vom Landgericht Mainz wegen ähnlicher Verfehlungen ausgeſprochene
einmonatige Gefängnisſtrafe wurde 1912 verbüßt.
Auf Anwag des Verteidigers wird der genaite Kreisſchulrat als
Zeuge über die Dienſtführung des Angeklagten gehört, er beſtätigt ſeine
guten Leiſtungen ud bekundet, daß er auf Disziplin hielt; ein ſtrenger
Lehrer iſt er nicht, aber er iſt, wie dieſer Zeuge bekundet, inkonſegquent,
er explodiert umermutet und verſteht es, ſich in einer Gemeinde un=
beliebt
zu machen.
Der Staatsawalt beantragt eine Gefängnisſtrafe von 8 Monaten,
5 Tagen und die Aberkenwug der Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher
Aemter. Der Verteidiger möchte den ganzen Komplex von Fällen
milder behandelt ſehen; Angeklagter ſei offenbar in eine falſche Karriere.
hineingekommen. Es hätten ſich hier Stimmen auch zugunſten des
Lehvers erhoben. Vier Fälle ſeien nur als Ueberſchreitung des Züch=
tigungsrechts
klargeſtellt. Nur nach dieſer Richtung möge eine Be=
ſtrafug
eintreten. Die Zuerkennung einer Geldſtrafe ſei angezeigt.
Das Urteil erkennt auf eine Geſamtgefängnisſtrafe von 2 Monaten,
in einem Falle auf eine Geldſtrafe von 30 Mark, im übrigen erfolgt
Freiſprechung.

Briefkaſien.

Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsquittung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rchtsverbindlſchkeit.

Preußiſch=Süddeutſche Klafſenlotterie. Die Erneuerung der Loſe
zur 1. Klaſſe der am 19. und 20. ds. Mts. beginnendem 32. (258.) Lotterie
muß planmäßig 7 Tage vor Beginn der Ziehung bei dem zuſtändigen
Lotterie=Einnehmer erfolgt ſein. Dieſe Erneuerungsfriſt läuft am
merkſam gemacht werden. Die Nachfrage nach Loſen iſt auch diesmal
ſehr groß, ſo daß auch neuen Spielluſtigen empfohlen wird, ſich recht=
zeitig
ein Los zu ſichern.
Der Tote erkannt. Der Tote, der in der Tanne erhängt aufgefunden
wurde, iſt als der 5ljährige Buchdruckereibeſitzer Albert Sauerteich aus
Frankfurt erkannt worden. S. war in der letzten Zeit ſchwermütig.

Lindenfels Z. 100. Ein Verwahrungsvertrag iſt nicht zuſtande
gekommen, da der Kellner hinſichtlich des ihm zur Aufbewahrung über=
gebenen
Gegenſtandes nicht als in Vertretung des Wirtes handelnd an=
geſehen
werden kann. 88 701 flgg. B.G.B. treffen nur zu, wenn der
Gaſt zur Beherbergung aufgenommen wurde. Hierzu genügt
nicht die bloße Einkehr zwecks Einnahme eines Mittageſſens oder einer
Erfriſchung.
Wette‟. Der Hausbeſitzer hat den Zugang zum Hauſe, der Mieter
den Zugang zu ſeiner Wohnung zu beleuchten. Die Beleuchtung hat
ſo lange zu erfolgen, als das Haus einem freien Verkehr offen ge=
halten
wird.
Tageskalender für Dienstag, den 8. Oktober 1928.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 178 Uhr, Ende 22 Uhr:
Lohengrin Kleines Haus Anfang 19½ Uhr, Ende 22 Uhr, Zu=
ſatzmiete
VII 2: Dame Kobold. Orpheum, abends 20,.15 Uhr,
Gaſtſpiel Peter Prang: Krümels Wochenende‟ Konzerte:
Schloß=Kaffee, Kaffee Rheingold, Hotel Schmitz. Weinhaus Maxim.
Kinovorſtellungen: Helia, Palaſtlichtſpiele, Reſidenztheater.

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Seite 8

Dienstag, den 9. Oktober 1928

Nummer 281

Aus Heſſen.
Großfeuer in Rohrbach.
Am Sonntag mittag gegen 1 Uhr brach in Rohrbach bei
Ober=Ramſtadt auf dem Anweſen des Landwirtes Bert Feuer
aus, dem ſämtliche Nebengebäude, wie Stallungen und Scheunen,
ſowie diejenigen des Nachbarhauſes, des Landwirtes Guyot,
zum Opfer fielen. Die Getreide=, Heu= und Strohvorräte wur=
den
raſch ein Raub der Flammen, ſo daß die Wehren, die ins=
beſondere
aus der Umgebung und auch von Darmſtadt anrück=
ten
, ſich größtenteils auf den Schutz der Hauptgebäude beſchränken
mußten. Die Löſcharbeiten litten unter dem mangelnden Druck
der Hydranten, da die Ortſchaft ſehr hoch liegt. Die Druckpumpen
der kleinen Wehren mußten deshalb die Löſcharbeiten mit Jauche
vornehmen. Der Schaden iſt außerordentlich groß.

Hirſchbrunſt in Kranichſtein.

Ak. Nieder=Ramſtadt, 8. Okt. Gemeinderatsbericht. Die
Innenarbeiten in den gemeindlichen Wohnungsbauten wurden nach den
eingelaufenen Offerten und auf Vorſchlag der Baukommiſſion wie folgt
vergeben: die Glaſer= und Schreinerarbeiten den vereinigten Schreiner=
meiſtern
von Nieder=Ramſtadt; die elektriſchen Beleuchtungsanlagen=
und Schloſſerarbeitem den hierfür im Betracht kommendem hieſigen
Handwerkern nach einem beſtimmtem Verteilungsplan; die Verputz=
und Anſtricharbeiten den Weißbinderweiſtern Thomas und Mahr; die
Tapezievarbeiten dem Tapezierer W. Fiſcher; die Inſtallationsarbeiten
dem Seb. Bender; die Ofen= und Herdlieferung dem L. Krautwairſt
zu den jeweiligen Angebots= bzw. reduzierten Angebotspreiſen. Ueber
die Erwerbung des Baher’ſchem Baugeländes bei dem Gemeindewoh=
nungsbauten
iſt man ſich auch jetzt noch nicht vollſtändig im Klaren.
Die Beſchlußfaſſung wird daher zunächſt ausgeſetzt, bis die im Bau
begriffenen Wohnhäuſer der Gemeinde zum Verkauf an Intereſſenten
bereitgeſtellt werden können. Das Schreiben des Kreisamtes, betr.
Probeglarm der Feuerwehr, wird zur Kenntnis genommen. Dem
Geſuch des Arbeitergeſangvereins Modauluſt um Befreiung von der
Vergnügungsſteuer aus Anlaß des Herbſtkonzertes wird ſtattgegeben.
Den Geſuchen des K. Breidert und K. Kindinger zu Nieder= Ram=
ſtadt
um Erteilung der Genehmigung zur Errichtung von Tankanlagen
auf eigenem Gelände wird ſtattgegeben unter Vorbehalt der Geneh=
migung
der Aufſichtsbehörde. Die Probeabnahme des bei der Fa.
Köln=Deutz beſtellten Motors für das Gemeinde=Elektrizitätswerk kann
erfolgen und wird hierfür eine Kommiſſion beſtellt. Der Bürger=
meiſter
erſtattet alsdann noch Bericht über eim Sitzung des Ver=
kehrsausſchuſſes
in Eberſtadt. Der Gemeinderat bewilligt zunächſt einen
Kredit zur Anfertigung von 2 Kliſchees zu Propagandazwecken.
Herbſtkonzert des Geſangvereins Eintracht‟. Wie alljährlich, ſo
auch in dieſem Jahne wieder, veranſtaltet der Verein am Sonntag, den
14. d3. Mts., abends 8 Uhr beginnend, im Saale des Gaſthauſes Zur
Poſt (Breidert) ein Herbſtkonzert. Der Verein hat bedeutende Soliſten
gewonnen, deren Namen dafür bürgen, daß den Zuhövern bei dieſem
Konzert etwas geboten wird. Die vom letztem Jahre her noch in
guter Erinnerung ſtehende, in Nieder=Ramſtadt ja nicht unbekannte
Konzertſängerin Frau Horn=Stoll aus Darmſtadt, iſt wieder zur
Mitwirkung gewonnen. Sie wird außer dem Vortrag mehrerer Lieder
auch noch als Soliſtin (Sopyan) bei dem Vortrag des Chors: Glocken=
türmers
Töchterlein, von Schauſeil, mitwirken. Man hat ganz ſelten
Gelegenheit, derartige Chöre mit Sopranſolo zu hören, da der deutſche
Liederſchatz nur 6 Stück aufweiſt. Ein weiterer, ebenfalls nicht ganz
unbekannter Künſtler, wurde gewonnen. Es iſt ein Herr Bögel aus
Darmſtadt, der mit ſeinen Rezitationen immer ſehr erfreute. Ferner
werden zur Verſchönerung des Programms beitragen die Herren H.
Crößmann, Lehrer an der Städt. Afademie für Tonkunſt in Darm=
ſtadt
(Violine), und Herr Lehrer F. Thöt, z. Zt. in Darmſtadt
(Klavier). Der aktive Chor ſelbſt wird unter der Leitung ſeines Diri=
genten
, Herrn J. Kehr, Darmſtadt, mit dem Vortrag von 6 Chören auf=
warten
, von denen 5 neu einſtudiert ſind. Der erſte Teil des Programms
wird dem Gedenken Schuberts gewidmet ſein. Die Eintrittspreiſe ſind
ſo niedrig wie möglich gehalten, ſo daß ſich niemand den ſo ſchnell nicht
wiederkehrenden Kunſtgenuß zu verſagen braucht.
die diesjährige Nachkirchweihe ſtatt. Herrliches Herbſtwetter brachte dies=
mal
wieder viele auswärtige Gäſte hierher, wenn auch der Zuſtrom
Freuder gegenüber der Kirchweihe ein merklich geringerer war. In den
Gaſtſtätten wie auch auf dem Marktplatz herrſchte reges Treiben und die
Kleinen konnten ſich für dieſes Jahr noch einmal am Karuſſellfahren und
ſonſtigen Laſtbarkeiten ergötzen. Die Gaſthäuſer und Tanzſäle boten
dagegen de Erwahſenen das Gewuinſchte in reichlichem Maße. Ein
klein wenig litt der Beſuch der Vergnügungslokale in den Nachmittags=
ſtunden
darunter, daß ſehr viele Erwachſene zur Beſichtigung der Brand=
ſtätte
nach dem nahen Rohrbach gewandert waren, die Abendſtunden
allerdings glichen darin einen ſchwächeren Beſuch am Nachmittag wieder
aus. Gemeinderatsbericht. Aus den Beſchlüſſen der letzten werkerei Otto Günther=Darmſtadt in der von ihr durchgeführten Be=
Gemeinderatsſitzung iſt folgendes erwähnenswert. Der Termin für die leuchtung ſehen ließ, war einfach fobelhaft. Wuchtig wirkende Bomben=
aus
der Beigcordnetenwahl vom 30. Soptember notwendig gewordene
Stichwahl zwiſchen den Beiverbern Gemeinderat Braband und Mühlen=
beſitzer
Jakob Müllev 2, wird auf den 21. Oktober feſtgeſetzt. An Stelle
des Gemeinderats Braband wird als ſtellvertretender Wehlvorſteher des
Abſtimmungsbezirks I. Gemeinderat Heinrich Keller 6. beſtimmt. Die
am 3. Oktober ſtattgefundene Verſteigerung über die Anlieferung von
Hafer, Dichwurz und Kartoffeln für die Faſelhofreite wird nicht geneh=
migt
. Die Verwaltung wird ermächtigt, die notwendigen Futtermittel
aus der Hand anzukaufen. Nachdem die Wohnungen in zwei in dieſem
Jahre errihteten Flachbauten bezugsfertig geworden ſind, wurden dieſe
an 6 wohnungsſuchende Familien vergeben. Dem Entwurf eines
Pachtvertrages zwiſchen der Gemeinde und Frau Auguſt Ewald 2. Ww.
über einen Geländeſtreifen in der Lichtenbergſtraße wird zugeſtimmt.
Stundungs= und Wohlfahrtsſachen bildeten den Schluß der Sitzung.
Feueralarm. In der Mittagsſtunde des geſtrigen Sonntags wurde
in Rohrbach glarmient und rückte ſchon in kürzeſter Zeit mit der Spritze ſtändigen, ſich jährlich minbeſtens einmal wiederholendem zu mhen. Man
und den erforderlichen Mannſchaften an die Brandſtelle ab. Kurz macht an anderen Orten mit Veranſtaltungen Reklame, die an die
daranf fuhr auch der Beiwagen zur Beförderung weiterer Mannſchaften
nach Rohrbah. Zufälligerweiſe befand ſih anläßlich des Rotkreuztages
an dieſem Vormittag eine Abteilung der bieſigen Freiwilligen Sanitäts= Schauſpiels.
kolonne in Rohrbach, die ſich ebenfalls ſofort an den Hilfeleiſtungen be=
teiligte
und zwei bei den Löſcharbeiten Verletzte, mit Hilfe eines an= verehrter Einwohner Herr Gutsaufſeher i. R. Gg. Jak. Keßler ſeinen
weſeuden Arztes betreute. Gegen 3 Uhr nachmittags rückte die hieſige
Wehr wieder ab. Es war dies in dieſem Jahre der zweite Fall, daß aktiver Soldat in den Krieg 1870/71. In den Schlachten bei Blois,
die Ober=Ramſtädter Wehr auswärts tatkräftige Brandhilfe leiſtete.
0. Groß=Bieberau, 8. Okt. Der hieſige Turnverein, der ſchon
ſeit drei Jahren mit den Vereinen Erbach und Hetzbach, die zu den
beſten und eifrigſten des Odenwaldgaues gehören, einen Wettkampf in führungen. Nach dem i0er Krieg wurde er beim Grafen Beckheim in
volkstümlichen Uebungen eingeht, hat zum drittenmal den von Erbach
geſtifteten Wanderpreis, einen ſchönen Pokal, errungem und damit in nahm er als Pächter das Gut Hiltersklinger Hof in Hiltersklingen.
dauernden Beſitz gebracht. Die Mehrpunktzahl war ſogar recht erheblich,
ſo daß man der hieſigen Mannſchaft, deren Leiſtungen man von Geg=
nern
ſtark unterſchätzte, zu dem Erfolge beglüchwünſchen kann. Das
ſchon vor einigen Jahrem beſchloſſene Denkmal zu Ehren der gefalle= davor ſtarb auch die Frau ſeines Sohnes Jakob, und ſo mußte unſer
nen Helden fängt jetzt an aus dem Boden zu wachſen. Die Grund= und Jubilar, damals 66jährig, mit ſeiner braven und treuen Gattin Eltern=
keit
läßt ſich ſchon erkennen. Im ganzen werden etwa 600 Meter Rauh=
ſteine
verarbeitet. Jedenfalls wird es im kommenden Jahre gelegentlich
des Bezirkskriegerfeſtes eingeweiht werden können.
König, 8. Okt. Katholiſcher Kircheneubau. Unter
großer Beteiligung der Einwohnerſchaft von König und der Katholiken
aus näherer und weiterer Umgebung fand die Grundſteinlegung der
neuen katholiſchen Lirche ſtatt. Es war eine erhehende Feier, bei der Schleudern. Der Wagen ſtreifte an einem Baum und wurde ſtark
Herr Domkapitular Kemmerer aus Mainz die Weiherede hielt und demoliert. Der Lenker des Wagens, Herr Dr. Zurmeher, kam mit
Altarplatz wie Grundſtein ſegnete. Nach Verleſung der Urkunde durch
Herrn Pfarver Epple, die in eine Bleikapfel verſchloſſen und in den
Grundſtein gelegt wurde, ſprach Herr Bürgermeiſter Hofferberth ſehr
eindrucksvoll über den religiöſen und ſittlichen Wert des Gotteshauſes tag.
für die Gemeinde. Nach den üblichen Hammerſchlägen, die zuerſt Herr
Kreisdirektor von Werner vollzog, fand eine Feſtverſammlung im Hotel 7

am Weg, ſingt ein Zaunkönig ſein Abendlied.
ſind nach Süden gezogen und nur Hähergeſchrei iſt zu hören. Ein Haſe
fährt dicht neben nir aus ſeiner Saſſe, ſchnell bringt er ſein koſtbares
Leben in Sicherheit. Eine Schar Krähen fällt lärmend in die Krone
der alten Sammbuche ein. Auf der nächſten Querſchneiſe ſteht ein Alt=
tier
. Einen Augenblick äugt es nach mir, dann äſt es vertraut weiter.
Schon wird es dunkler im Holz, ich eile mich, um an die Wieſe zu kom=
men
. Ein Reh zieht vertraut an mir vorbei.
Auf der großen Waldwieſe ſteht noch kein Wild, ſo ſtelle ich mich
dann hinter den knorrigen Stamm einer dicken Eiche und warte.
Am klaren Abendhimmel tauchen ſchon einzelne Sterne auf. Zwanzig
Schritte ver mir äſen zwei Haſen und über der Wieſe gaukeln Fleder=
mäuſe
mit ihrem geſpenſtigem Flug. Hinter mir im hohen Holz reviert
mit heiſeren Rufen ein Waldsauz und um mich her riſpelt und raſchelt
es. Ueber der tauigen Wieſe bilden ſich dichte Nebelſchleier.
Auf einmal taucht hinter den dunklen Stämmon der Mond auf und
überflutet alles mit ſeinem Silberglanz. Auf die glatten Stämme der
Buchen malt er ſchemenhafte Flecken und vor mir auf den großen Moos=
teppich
zaubert er geſpenſrige Kringelſchatten. Doch noch läßt keiner der
edlen Holgeweihten ſeinen Kampfſchrei ertönen.
Ich mäuſele mir zum Zeitvertreib den Waldkauz heran, einen Augen=
blick
ſchwebt er lautlos über mir, dann ein lautes Flügelklatſchen und
fort iſt er wieder. Ein paarmal wiederhole ich das luſtige Spiel, dann
wird es ihm zu dumm und mit ärgerlichen Rufen, verſchwindet er
zwiſchen den dunklen Stämmen.
Ich ſehe auf die Uhr, halb neun iſt es ſchon plötzlich dringt durch
die Nacht ein gewaltiger Schrei zu mir, gleichdrauf ein zweiter, dann iſt
es wieder ruhig. Nur der Wind rauſcht leiſe in den Baumkronen. Jetzt
höre ich es auf der anderen Seite im Beſtand brechen und rauſchen und
gleich darauf tritt auch ſchon ein Alttier auf die Wieſe. Hinter ihm
kommt ein ganzes Rudel, den Schluß macht ein ſtarker Kronenzwölfer.
Ein herrliches, unvergeßliches Bild, wie der Hochgeweihte dunch den

Büchner ſtatt, bei der, wie vorher bei der Grundſteinlegung, auch der
Kinchenchor von St. Fidelis in Darmſtadt mitwirkte. Die Erbauung
der katholiſchen Kirche, eines Backſteinbaues auf rotem Sandſteinfunda=
ment
, wird in allen vorurteilsfreien Kreiſen durchaus begrüßt. Iſt ſie
doch ihrer Größe nach ſie dürſte wohl über dreihundert Sitzplätze
faſſen mit beſonderer Rückſicht darauf gebaut, daß die vielen katho=
liſchen
Kurgäſte bisher in König ſelbſt keine bequeme Gelegenheit zur
Erfüllung ihrer religiöſen Pflichten hatten. Für die Kur in König wird
die Errichtung der katholiſchen Kirche ſicher einen weiteren Zuzug aus
den rheiniſchen Landen, beſonders der ebenen Kölner Gegend, zur Folge
haben.
Korpulenz iſt unſchön
macht alt und iſt auch ungeſund. Nehmen Sie morgen3 und abends
e =oku a=Kerne. Dieſe Kerne entkalten ettzehrende, den An=
atz
verhindernde, dabei aber unſchädliche Stofe, Sie erhalten die
echten Toluba=Kerne in den Apotheken.
(1V3693

Von Gerhard Heſſe.
* Ein ſonniger Herbſtag geht zur Neige. Noch einmal läßt die ſchei= Nebel hinter ſeinem Rudel herzieht. Hell leuchten im Mondglanz die
dende Sonne das buute Herbſtlaub in ſeiner ganzen Pracht aufleuchten, langen weißen Enden an den armdicken Stangen. Eine halbe Stunde
daun verſchnindet ſie hinter dem Hochwald. In dem Erlengeſträuch dicht äſt ſich das Wild vertraut, langſam zieht es immer weiter in die Wieſe.
Plötzlich wirft der Hirſch auf und ſichert nach dem Beſtand. Von dort
Ich gehe langſam nach der großen Wieſe, freue mich über das Eich= kommt ein lautes Breſchen, aha, ein anderer Geweihter. Der Zwölfer
horn, das iu Fallaub nach Bucheckern und Eicheln ſchut, und ſehe dem zieht dem Gegner entgegen, und jetzt wirſt er den Kopf mit dem weit=
Buſſard zu, der auf einem Aſtzacken baumt und auf Mäuſe lauert. Still ausgelegten Geweih in den feiſten Nacken und ſchreit den Gegner aus
iſt es gehuordem im herbſtlichen Walde. Die meiſten gefiederten Sänger vollem Haſſe herausforderud an. Der im Beſtand antwortet mit einem

b. Erbach i. O., 8. Okt. Die Schloßbeleuchtung, die unter
denbbar günſtigen Witterungsverhältniſſen geſtern ſtattgefundene
Schloßbeleuchtung bedeutet für den Verkehrsverein im beſonderen und
für Erbach überhaupt ein Ereignis. Der Beleuchtung ging um 7.30 Uhr
die Begwißung des Frankfurter Rundfunkſenders voraus: Auf Ver=
C. Ober=Namſtadt, 8. Okt. Nachkirchweihe. Geſtern fand hier, anlaſſung des Vereins der Funkfreunde Erbach i. D. begrüßen wir die
auf dem Schloßplatz Erbach anläßlich der vom Verkehrsverein ver=
anſtalteten
Schloßbeleuchtung Verſammelten, insbeſondere unſere Funk=
freunde
. Wir weiſen ſchon heute darauf hin, daß am M. Oktober ein
Radiowerbeabend im Schützenhof Erbach ſtattfindet. Wir wünſchen
Ihnen guten Empfang und einen ſchönen Verlauf des Abends. Mit
dem guten Empfang wars leider ziemlich mangelhaft. Dauernde
Störungen ließen keine richtige Muſik hören, und wer von den Dar=
bietungen
des in die dunkle Nacht hineinſchrillendem Lautſprechers auf
die Qualität der zu erwartenden Schloßbeleuchtung hätte ſchließen wollen,
dem konnte es angſt und bange werden. Doch hier war die Enttäuſchung
eine unerwartet angenehme. Was die Firma Heſſiſche Kunſt= Feuer=
ſchläge
leiteten die Beleuchtung ein, denen wundervolle Lichterkaskaden
mit römiſchen Lichtern folgten. Mit am ſchönſten wurden die elektri=
ſchen
Waſſerläufe empfunden, die von Schloß und Kirchturm herab=
rieſelnd
einen unvergeßlichen Eindruck hinterließen. Die große bengaliſche
Beleuchtung, die das Schloß, das ehrwürdige Rathaus und den impoſan=
ten
Bau der Kirche in wundervoll dunkelrotem Licht erſtrahlen ließ,
erinnert unwillkürlich an die Heidelberger Schloßbeleuchtung. Hier
machten auch die rieſigen Baumgruppen zu beidem Seiten des herrlich
beleuchteten Bildes einen überwältigendem Eindruck. Die Veranſtaltung
hat wiederum bewieſen, daß unſer Städtchen Schätze in ſeinen Mauern
birgt, die in höchſt vorteilhafter Weiſe zur Verkehrswerbung benutzt
und dienſtbar gemacht werden können. Es kann dem Verkehrsverein
nicht genug gedankt werden, daß er vor dem vorher etwas riskant er=
ſcheinenden
Unternehmen nicht zurückgeſchreckt iſt und es in ſo ganz her=
vorvagender
Weiſe zur Ausführung brachte. Es iſt nun an den an einem
die hieſige Freiwillige Feuerwehr zur Hilfeleiſtung bei dem Großfeuer regen Fremdenverkehr intereſſierten Kreiſen, die Veranſtaltung zu einer
unſrige wirklich nicht im entfernteſten hevareichen. Die vieltauſend=
köpfige
Menſchenmenge verließ hochbefriedigt den Platz des gigantiſchen
Hiltersklingen, 8. Okt. In voller Rüſtigkeit feierte unſer hoch=
80. Geburtstag. In Güttersbach geboren, zog er als 22jähriger
Orleans und Grabelotte kämpfte er in vorderſter Linie mit. Noch
jetzt erzählt er manch ſchönes Soldatenſtückchen aus dem glorreichen Feld=
zuge
1870/71, und ſeine Freunde lauſchen gern dieſen intereſſanten Aus=
Weinheim Gutsaufſeher. Nach der Verſetzung in den Ruheſtand über=
Kurz vor dem Weltkrieg übergab er dieſes Gut ſeinem Sohn Jakob. In
den Krieg von 1914118 ſchickte er vier Söhne. Ein Sohn iſt bis heute
noch vermißt, und ſein Sohn Jakob ſtarb für das Vaterland. Kurz
Umfangsmauern werden zurzeit aufgerichtet. Die Größe und Wuchtig= ſtelle für ſeine beiden 2= und Zjährigen Enkelkinder annehmen. Trotz
der vielen Arbeit ließ ſich dieſer kerndeutſche Mann von Schickſals=
ſchlägen
des Krieges nicht unterkriegen. Wir Hiltersklinger nennen es
daher unſere Pflicht, auch hier dem Jubilar zu ſeinem 80. Geburts=
tege
recht viel Glück und Segen zu wünſchen.
Rimhorn, 8. Okt. Auf der Landſtraße von Breitenbrunn nach
Nimhorn kam das Auto des Herrn Dr. Zurmeher aus Neuſtadt ins
glimpflichen Verletzungen davon.
* Lindenfels, 7. Okt. Am 4. Okt. feierte Herr Wilh Obermeier
als Kurhausbeſitzer im Kreiſe ſeiner Familie ſeinen 70. Geburts=
Hirſchhorn 8. Okt. Waſſerſtand des Neckars am

7. Oktober: 0,52 Meter; am 8. Oktober: 0,42 Meter.

verhaltenen Trenzen, er ſcheint keine Luſt zu haben, ſich mit dem Platz=
hirſch
zu meſſen. Mit zornigem Röhren verſchwindet er lautlos im Holz.
Der Zwölfer wirft ihm noch einen höhniſchen Schrei nach, dann kehrt
er langſam zu ſeinem Rudel zurück.
Wieder herrſcht für kurze Zeit Stille. Es iſt ſehr kalt, deutlich kann
ich bei dem äſenden Wild den Atem erkennen. Da meldet auf einmal
weiter hinten ein Hirſch. Vorſichtig verlaſſe ich meinen Platz und
pürſche im Schatten der Stämme die Schneiſe zurück. Wieder ſchreit ein
Geweihter und wieder antwortet ihm emer. Ich höre deutlich die beiden
Recken auf einander zuziehen. Ganz leiſe, ſchleiche ich von Baum zu
Baum bis fünfzehn Schritte an den hellen Lichtfleck, mitten auf der
Schneiſe. Dort drücke ich mich hinter einen Stamm. Die beiden Käm
pen ſtehen ſich jetzt auf Schneiſenbreite gegenüber. Ich höre, wie ſie
mit den Läufen den Boden aufwerfen und mit den Stangen gegen die
Stamme ſchlagen, daß es laut dröhnt. Auf einmal kommt der eine flüchtig
über die Schneiſe auf ſeinen Gegner zu, laut praſſeln die Geweihe auf=
einander
. Der Stärkere hat ſeinen Gegner überrannt. Hageldicht fallen
jetzt ſeine Schläge auf die Flonken des anderen. Der beſiegte Recke
wendet und geht flüchtig. Der Sieger, ein ſtarker Zehner, tritt auf die
Schneiſe, mitten in den mondhellen Flecken. Er legt den Kopf in den
breiten Nacken und wirft einen gewaltigen Schrei in die Nacht, daß der
weiße Atem lang aus ſeinem Gaäſe kommt. Dann tvollt er in den Be=
ſtand
zurück. Ich trete hinter meinem Stamm hervor, ringsum iſt der
Boden von den Läufen der beiden Kämpen aufgewühlt. Ich lauſche in
die ſtille Nacht hinaus, drüben über der Bahnlinie meldetz ein Hirſch,
ſonſt iſt es ruhig.
Noch ſteht des Mondes Silberſcheibe am dunklen Nachthimmel.
Neben mir im Fallaub pfeifen die Waldmäuſe und ab und an läßt ein
Kauz ſeine markerſchütternde Stimme entönen. Langſam gehe ich heim=
wärts
. Von Zeit zu Zeit ſchreit noch ein Hirſch, ſonſt ſt es ſtill im
nächtlichen Herbſtwald.

Bb. Bensheim, 7. OK. Geſtern nacht erhängte ſich hier oine bon
Auerhach ſtammende junge Frau eines Aubeiters und Mutter bong
3 kleinen Kindern, die ſchon vor einiger Zeit verſucht hatte, ſich die5
Pulsadern zu öffnen. Der Ghemann, der Nachtſchicht gehabt hatte, fand,
als er morgens nach Hauuſſe zurückehrte die Lebensmüde beneits totz vor.
Schwermut ſoll die Urſache der beklagenswerten Tat ſein. Ein
hieſiger Einwohner wird ſeit etwa 8 Tagen vermißt. Derſelbe hatz
vor einer Woche ſeine Wohmung verlaſſen, ohne ſich über ſein Vorhaben
auszuſprechen. Rundfragen bei ſeinen Verwandten und Bekauten haben=
noch
nicht dazu beigetragen, ihn wieder gufzufinden. Der Grumd ſeimss
Verſchwindens iſt noch nicht gellänt.
D. Biblis, 8. Okt. Eine Rieſenkartoffel von 875 Gramm
wurde von dem Landwirt Jakob Dörr, Ludwigſtraße, geerntet. Die
Kartoffel iſt eine Edeltraut, die erſt ſeit wenigen Jahren in unſerer
Gemarkung angepflanzt wird. Dieſe Sorte hat ſich beſonders in dieſem
Jahre bei der nicht gerade günſtigen Kartoffelernte als beſonders gut
geraten gezeigt und iſt auch ſonſt im Haushalt ſehr beliebt.
Gernsheim, 8. Okt. Wafſerſtand des Rheins am
7. Oktober: 0,46 Meter; am 8. Oktober: 055 Meter.
A-t. Goödelau, 8. Okk. Altbürgermeiſter Hartung .
Am Samstag nachmittag fand unter überaus großer Beteiligung die Be=
erdigung
des Altbürgermeiſters Hartung von hier ſtatt. Heinrich Har=
tung
ſtammte aus einer Zimmmermannsſamilie, die 1820 aus Thüringen
hierher übergeſiedelt war, und hatte ebenfalls das Zimmergeſchäft erlernt.
Nach ſeines Vaters Tod führte er das Geſchäft weiter und galt in der
Umgegend bald als einer der tüchtigſten Meiſter, deſſen Rat man gern
einholte. So arbeitete er mit unermüdlichem Eifer und errang durch
ſein offenes, liebenswürdiges Weſen bald das Vertrauen der Burger=
ſchaft
, die ihn zum Mitglied des Gemeinderates wählte, dem er lange
Jahre angehörte. In dem frühzeitig hier ins Leben gerufenen Orts=
gewerbeverein
führte er lange den Vorſitz. Im Jahre 1910 wählte man
ihn zum Bürgermeiſter. Doch ſollte er nicht lange den Poſten in Frieden
verwalten. Recht aufregend und mühevoll war ſein Amt in den Kriegs=
jahren
191418. Hart traf ihm der Tod ſeines älteſten Sohnes, der als
Feuerwerker auf dem Felde der Ehre fiel. Ebenſo ſchwer waren für ihn
die Jahre der Beſatzung. Als deurſcher Mann von feſtem Charakter
erfüllte er nicht alle Wünſche der Beſatzungsbehörden, weshalb er im
Jahre 1923 ausgewieſen wurde und im nahen Eſchollbrücken ſehnſichtig
den Tag der Wiederkehr erwartete 1924 kehrte er endlich wieder zu
ſeiner Familio und ins Amt zurück. Doch die Zeit von 1914 an hatte
dem ſtattlichen, geſunden Mann ſo ſehr zugeſetzt, daß er ſchon 1927 nach
längerer Krankheit in den Ruheſtand treten mußte. Leider konnte er
dieſen nur ein knappes Jahr genießen. Tief erſchütterte darum die ganze
Gemeinde die Nachricht von ſeinem Tode. Seinem Sarge folgte ein ge=
waltiger
Trauerzug. Nach zwei von ſämtlichen hieſigen Geſangvereinen
gemeinſam geſungenen Grabliedern und der ergreifenden Grabrede burch
den Ortsgeiſtlichen folgten Anſprachen und Kranzniederlegungen durch
den Bürgermeiſter, das Ortsgericht, den Schulvorſtand, die Geſang=
vereine
, den Ortsgewerbeverein und die Jagdgeſellſchaften. Wir alle
werden dem Verſtorbenen ein dankbares, ehrendes Andenken bewahren.
Rheinheſſen.
Ad. Oppenheim, 6. Okt. Gefaßter Taſchendieb. Ein
Handwerksburſche hatte während der Eiſenbahnfahrt einer Frau
aus der Manteltaſche den Geldbeutel geſtohlen; er wurde des Diebſtahls
überführt und dem Amtsricſter vorgeführt. Die Gendarmerie
des Kreiſes hielt am Montag in einem Steinbruch nahe bei der Stadt
ihr alljährliches Scharfſchießen ab.
Ad. Nackenheim, 7. Okt. Nachdem der erſehnte Regen endlich
niedergegangen iſt, können die Aecker mit Winterſaat beſtellt werden.
Für Rüben und Kartoffeln, deren Kraut mitunter noch grasgrün iſt,
wird die Feuchtigkeit der vorgerückten Zeit wegen nur noch wenig nützen
können.
Ad. Nierſtein, 7. Okt. Ein Bubenſtreich, der ein gericht=
liches
Nachſpiel haben wird, wurde dem Autobeſitzer Schuch geſpielt,
indem man ihm nachts um 2 Uhr zur Beförderung eines Kranken
telephoniſch beſtellte. Am Hauſe des angeblich nach Mainz zu Trans=
vortierenden
wurde feſtgeſtellt, daß der Autobeſitzer das Opfer eines
Scherzes geworden war.

Oberheſſen.
h. Gießen, 8. Okt. Die Einleitung der Reichstagung des Bundes
für chriſtliche Erziehung in Haus und Schule bildete eine Ver=
ſammlung
der ſüddeutſchen Lehrergemeinſchaft unter dem Vorſitz von
Lehrer Weimar=Frankfurt a. M. Mehr als hundert Lehrer aus Heſſem
und Heſſen=Naſſau hatten ſich eingefunden, Direktor Winkler=Frankfurt
a. d. Oder behandelte das Thema: Braucht unſere Jugend Chriſtus?
Redner kennzeichnete vier Arten der Jugend: die frei=
religiöſe
abwegige Jugend, die reſignierte=frei=chriſtliche, die idea=
liſtiſche
=ehrliche und endlich die chriſtliche Jugend, die Verlangen und
Heimweh nach Heimat und Chriſtus in ſich trägt. Redner wies be=
ſonders
auf die zum Wiederaufbau des deutſchen Volkslebens notwen=
digen
Grundlagen und Vorausſetzungen hin und trat für die Erhaltung
und Pflege ewangeliſchchriſtlicher Kindererziehung ein. Seine tief=
empfundenen
Ausführungen hinterließen bei den Jugenderziehern einen
tiefen Eindruck. Geſtern vormittag fanden in der Johanniskirche und
in der Stadtkirche ſtark beſuchte Feſtgottesdienſte ſtatt.

den Ler=
Aber
Ueber

Sie ausdriicklich
Forderr

Achten Sie auf den Namen MAGGl und die gelb-pote Packung

[ ][  ][ ]

Nummer 281

Dienstag, den 9. Oftober 1928

Seite 9

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vore

*Jumbo‟
Aus dem Leben eines afrikaniſchen Elefanten.
Von Hans Schomburgk.
Mit Erlaubnis des Verfaſſers, der demnächſt hier einen
Vortragsabend hält bringen wir nachſtehend ein Kapitel
aus dem Buche: Bwakuhama. Fahrten und Forſchungen
im unbekannten Afrika.
Der kleine Elefant wußte garnicht, was geſchah. Unwillkür=
ch
lief er der Mutter nach und entging mit knapper Not der
ſefahr, von der Alten erdrückt zu werden.
Ratlos ſteht er nun da. Er kann nicht verſtehen, warum ſich
ie Mutter ſo plötzlich zum Schlafen niedergelegt hat.
Aengſtlich mietend läuft er um ſie herum. Liebkoſt ſie mit dem
üſſelchen. Schlägt ſie auch ſanft, um ſie aufzuwecken, damit ſie
lit ihm weiterziehe. Sein kleines Herz pocht zum Zerſpringen.
ie Angſt ſchnürt ihm die Kehle zu. Furchtſam ſchmiegt er ſich
n den Körper der Mutter. Totenſtille herrſcht ringsum.
Nachdem die Alte gefallen iſt, hat ſich der Weiße mit ſeinem
jäger vorſichtig zurückgezogen. Er weiß, daß der Kleine ruhig bei
er Mutter bleiben wird. Er läßt die Träger, die ihm geblieben
nd, die Laſten ablegen und befiehlt die Stricke herauszunehmen,
ie immer zum evtl. Tierfang bereit ſein ſollen.
Jetzt wirft ſich der Europäer auf ihn. Umklammert ſeinen
dals. In Todesangſt verſucht er ihn abzuſchütteln. Läuft
lindlings in Geſtrüpp und Dornen hinein. Da packen ihn rohe
jäuſte am Schwanz. Arme umſchlingen ſeine Beine. Er fällt,
nter ihm liegt der Weiße. Der Boden iſt weich, denn es iſt
tegenzeit.
Im Augenblick haben die Neger die Beine des laut ſchreien=
en
Tieres gefeſſelt.
Aber in welcher Verfaſſung befindet ſich der Bwana (Herr).
leber und über mit Schlamm und Exkrementen des Elefanten
edeckt. Die leichten Jagdkleider in Fetzen. Mit blutüberſtrömten
zeſicht. Auf der Fahrt durch das Dornengeſtrüpp hatte er einen
Tiß über die Naſe bekommen. Eine klaffende Wunde, aus der
Zlut floß.
Der weiße Jäger gönnt ſich keine Ruhe. Die ganze Nacht
itzt er bei ſeinem Zögling. Redet ihm freundlich zu, in den tief=
urgelnden
Tönen des Elefanten. Streichelt und herzt ihn, wie
S die tote Mutter getan. Bald iſt der kleine beruhigt. Legt
ertraulich das Rüſſelchen um die Schulter des Menſchen. Er
at gemerkt, daß der Menſch ihm wohl will. Seine liebebedürf=
iges
, kleines Herz lechzt nach Zärtlichkeiten. Gegen Mitternacht
oird er hungrig. Saugt noch einmal an den erkalteten Brüſten
ſer toten Mutter. Dann legt er ſich ermüdet nieder. Schläft
in, die Hand des Mannes im Mund, den Rüſſel vertraulich um

ſeine Schultern. So fühlt er ſich geborgen. Aber wehe, wenn der
Weiße ſich rührt. Sofort iſt er wach. Drängt ſich ängſtlich an
den neuen Beſchützer.
Am nächſten Morgen wird der Weg zum Hauptlager ange=
treten
. Ohne ſich weiter um ſeine Mutter zu kümmern, folgt der
Kleine dem Weißen. Fortwährend drängt und ſtößt er ihn, damit
er ſchneller marſchiere als habe er Angſt vor den Verfolgern.
So überträgt der Kleine ſeine ganze Liebe auf den Weißen.
Er folgt ihm auf Schritt und Tritt und fängt kläglich an zu
ſchreien, wenn er ihn nur einen Augenblick aus den Augen ver=
liert
. Er kann gar nicht verſtehen, warum ſein Freund immer
verſucht, ihm etwas kaltes und Hartes in den Mund zu ſchieben.
Aergerlich ſtößt er immer wieder fort. Tropfen einer Flüſſigkeit,
die ihm dabei in den Mund kommen, ſchmecken zwar ganz gut,
faſt ebenſo wie die Milch, die ihm die Mutter ſpendete. Aber
die Flaſche, denn um eine ſolche handelt es ſich, flößt ihm Furcht
und Widerwillen ein. Gegen Mittag wird er durſtig, ſo daß er
anfängt, an einem feuchten Tuche, das man ihm vorhält, zu
lutſchen. Waſſer iſt ja nun nicht gerade ſeine Leidenſchaft, aber
Durſt iſt bitter. Wieder ſetzt er an und zu ſeinem Erſtaunen
rieſelt ihm diesmal ſchöne, warme Milch in die Kehle. Hei, wie
das ſchmeckt, wenn man hungrig und durſtig iſt. Gierig drängt er
nach mehr. Flaſche auf Flaſche leert ſich in den ſchier unergründ=
lichen
Schlund. Daß der feuchte Lappen einfach in Ermangelung
eines großen Gummiſaugers um den Flaſchenhals gewickelt war,
merkt er nicht.
Todmüde von der durchwachten Nacht und den Aufregungen
des Tages legt der Weiße ſich auf ſeine leichte safart kitanda
(Reiſebett). Nach wenigen Minuten iſt er feſt eingeſchlafen. Froh,
daß der Elefant ſich beruhigt, und neben ihm ſteht.
Wüſte Träume quälen den Jäger. Er ſteht am Abhange
eines Verges. Feindliche Neger werfen Felsblöcke hinab. Er
möchte fliehen, doch feſtgewachſen iſt ſein Fuß. Ein großer Stein=
block
rollt auf ihn zu. Begräbt ihn unter ſich. Laut krachend
birſt die Erde. Schweißgebadet erwacht er, greift im Dunklen um
ſich. Findet ſich mit der zerbrochenen Bettſtelle auf der Erde.
Halb auf ihm der kleine Elefant, unter deſſen Laſt das leichte
Bett zuſammengebrochen iſt. Die Liebesbezeigungen und das
Anſchmiegebedürfnis des kleinen Elefanten wirken wirklich er=
drückend
. Den Reſt der Nacht verbringen die beiden friedlich auf
der Erde.
Prächtig gedieh der Kleine unter ſorgfältiger Pflege. Wuchs
heran zu einem richtigen Elefantenlümmel, der nur dumme
Streiche ir Kopfe hatte. Sein Hauptſpaß war es, einen gedeck=
ten
Tiſch abzuräumen. Saß ſein Herr beim Eſſen, kam er ganz
ruhig angeſchlenkert, als ob er nichts Böſes im Schilde führte.
Ruhig legt er ſein Köpfchen mit dem ausgeſtreckten Rüſſel auf
den Tiſch, ſchaut treuherzig den Weißen an. Plötzlich kommt
ihm der Schelm in die Augen. Steif wird der Rüſſel und mit

einem Schwung fegt er alles vom Tiſch. Vergnügt quietſchend
eilt er davon, froh, daß er ſeinem Herrn einen Streich geſpielt
hat.
Alle Schelmenſtreiche aufzuführen, würde zu weit führen,
aber einige ſeien berichtet.
Eines Tages marſchierte er luftig in einen Inderladen, aus
dem die ſchwarze Damenkundſchaft eilends floh. Ganze Körbe
mit Erdnüſſen, ſeiner Lieblingsſpeiſe, ſtanden umher. Wie eine
Maſchine arbeitete ſein Rüſſel. Leer geht er zum Korb, gefüllt in
den Rachen. Vergeblich die Bemühung des Inders, ihn aus dem
Laden zu bringen, ruhig futtert er weiter. Aber ſelbſt ein Elefant
iſt mal geſättigt. Da ſaugt er ſich den Rüſſel voll weißes Mehl;
das in einem anderen Korbe ſteht, puſtet es dem Inder ins Geſicht
und ſtolz verläßt er unter dem Jubel der Zuſchauer den Laden.
Ein andermal trifft Meiſter Jumbo eine Suaheli bibi (Frau),
ein junges ſchlankes Mädchen. Sie zeigt ihm im Scherz eine
Flaſche, auf die er, Milch vermutend, gierig zukommt. Neckend
zieht ſie die Flaſche immer wieder zurück. Da merkt er, daß die
Flaſche leer iſt. Fährt puſtend auf das Mädchen los, das eilig
die Flucht ergreift. Schon hat Jumbo einen Zipfel ihres Tuches
mit dem Rüſſel erwiſcht, reißt ihr das Tuch vom Leibe, und
ſchreiend, im Evakoſtüm, gefolgt von dem Elefanten, der trium=
phierend
das Tuch im Rüſſel ſchwengt, läuft ſie, vom Lachen der
Paſſanten begleitet, durch die Straßen. Wer den Schaden hat,
braucht für den Spott nicht zu ſorgen.
Deſonders verdient machte ſich Jumbo als wandernde Litfas=
ſäule
. Gab es ein Konzert oder friſche Würſte, ſollte ein Auktion
ſtattfinden oder ein anderes wichtiges Ereignis den Bürgern der
Stadt mitgeteilt werden, zog Jumbo durch die Stadt, auf jeder
Seite ein großes Plakat.
Nur ſelten ſah er ſeinen Herrn, der wieder auf Jagdreiſen
im Innern war. Doch wenn er zurückkam gab es einen Freuden=
tag
für Jumbo. Nie hat er ſeinen erſten Freund unter den
Menſchen vergeſſen.
Eines Tages kam ein anderer Weißer, brachte ihn auf ein
Schiff, auf dem ſchon viele Tiere waren.
Mit einem Tiertransport von Hagenbeck kam er nach Europa.
Groß war ſeine Freude, als er hier ſeinen alten Herrn wieder
traf. Faſt erdrückt hat er ihn mit ſeinen Liebkoſungen.
Blauer Himmel wölbt ſich über dem alten Rom. Im Zoolo=
giſchen
Garten der alten Stadt ſteht ein großer Elefant. Weiße
Stoßzähne leuchten. Gutmütig blickt das Auge auf die italieniſchen
Kinder, deren erkorener Liebling er getvorden iſt. Wenn die
Sonne über dem Tiber verſunken, einſam am Abend der Garten,
ſteht er träumend da, wiegt bedächtig das kluge Haupt, denkt
zurück an die Tage im fernen Afrika, als er mit ſeiner Mutter
Wälder und Steppen durcheilte.
Denkt er wohl auch noch mit Liebe an den Weißen, der einſt
Mutterſtelle an ihm vertrat?

Schwerhörigkeit
und Ohrenſauſen ſind Schäden an der
Geſundheit, die oft zu den unerträg=
lichſten
zu rechnen ſind Und wie
häufig ſind dieſe Leiden, die den Kampf
um die Exiſtenz ſo ſehr erſchweren u.
den Schwerhörigen auch im Verkehr
abſeits ſtehen laſſen. Oft iſt Ohren=
ſauſen
nur die Urſache der Schwer=
hörigkeit
und nach Beſeitigung dieſes
Leidens iſt das Gehör auch wieder in
Ordnung Mitunter ſteht die Ge=
lehrtenwelt
all dieſen Leiden ratlos
gegenüber niemand kann helfen
hilflos ſteht man da. Doch warum
verzweifeln?! In meiner 30jährigen
Prax 3 haben ſich weit über 100000
Gehörleidende an mich gewandt, vielen
wurde heholfen u. viele Dankſchreiben
gingen unaufgefordert ein. Rat u.
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[ ][  ][ ]

Seite 10

Dienstag, den 9 Okiober 1928

Nummer 281

Spotg Shet und Turnen.

Reichspräſident von Hindenburg.
empfängt die deutſchen Olhmpiaſieger
Der Herr Reichspräſident hat die Sieger der Olympiſchen Spiele
1928 in Amſterdam und St. Moritz, die drei Vorſitzenden des Deutſchen
Reichsausſchuſſes für Leibesübungen und die Mitglieder des Deutſchen
Olympiſchen Ausſchuſſes zu Samstag, den 13. Oktober d. J., nachmittags
5 Uhr, zum Tee geladen. Die ganze deutſche Turn= und Sportbe=
wegung
wird dies als eine beſondere Anerkennung ihres Erfolges bei
den Spielen dankbar aufnehmen.
Kraftfport.
Rraftſportverein Darmſtadt 1910 Athl.=Klub 1884 Sachſenhauſen 12:8.
Vom Kraftſportverein 1910 geht uns folgende Darſtellung zu:
Vor gutbeſetztem Hauſe trafen ſich am Samstag abend obige Liga=
mannſchaften
in der Ludwigshalle (Obergaſſe) zum 4. Verbandskampf
der Vorrunde. Man konnte es als eine große Unſportlichkeit bezeichnen,
daß Sachſenhauſen nur mit 4 Mann antrat. Als Entſchuldigung
führten ſie Zugverſpätung an, jedoch glauben wir an einen anderen
Umſtand, den wir lieber unerörtert laſſen. Auch die Darmſtädter waren
gezwungen, Erſatz einzuſtellen, und infolge eines kleinen Uebergewichts
von Siegriſt mußten die Einheimiſchen jeweils eine Gewichtsklaſſe höher
ringen. Die Kämpfe, die unter der Leitung Herrn Heckmanns=Dieburg
vor ſich gingen, verliefen folgendermaßen:
Im Bantam=, Feder= und Schwergewicht kamen die Darmſtädter
Vertreter Schwarz, M. Groh (Erſatz) und Schuchmann (Erſatz) je zu
einem billigen Erfolg, da ihre Gegner nicht antraten. 9:0.
Fliegengewicht: Borowſki=Darmſtadt Schäfer=Sachſenhauſen. Hier
konte B. bereits in 25 Sek. durch Schleudergriff über ſeinen Gegner
triumphieren. 12:0.
Leichtgewicht: Siegriſt=Darmſtadt M. Schmidt=Sachſenhauſen. Der
Darmſtädter, obwohl durch Mindergewicht koloſſal gehandicapt,
konnte ſich dem ſchwereren Sachſenhäuſer gegenüber nur auf Ver=
teidigung
verlegen. Trotzdem brachte er denſelben in gefährliche
Situationen, die er aber infolge Gewichtsminus nicht ausnutzen
konnte. Erſt in den Zuſatzrunden konnte ſich Schmidt ein Punkt=
plus
ſichern, der ihm auch den Sieg brachte. 12:2.
Leichtmittelgewicht: Keitel=DarmſtadtE. Schmidt=Sachſenhauſen. Hier
mußte K. für den verhinderten Truber einſpringen. Dieſer der
ſchönſte Kampf des Abends zeitigte hervorragende techniſche Mo=
mente
. In der 9. Minute konnte der Darmſtädter ſeinen Gegner,
der ihm an Kraft und Gewicht erheblich überlegen war, einwandfrei
auf beide Schultern legen, aber der Unparteiiſche hatte es über=
ſehen
und entſchied Weiterringen. Hier ſetzte von ſeiten des ſonſt
ſich korrekt verhaltenden Publikums ein wahrer Proteſtſturm ein.
Die Entſcheidung des Kampfrichters iſt jedoch maßgebend und der
Kampf wird fortgeſetzt. Nachdem die erſten 10 Minuten mit einem
großen Punktplus für K. endigten, ging es in die Zuſatzrunde. Auch
hier war der Sachſenhäuſer im Nachteil. Bei einer Situation am
Mattenrande (Ueberrollen) kam, nachdem der Sachſenhäuſer bereits
gelegen hatte, auch Keitel in dieſelbe Lage, und der Kampfrichter
entſchied Sieg für Sachſenhauſen. Der ſonſt amtierende Unpar=
teiiſche
konnte bei dieſem Kampf nicht befriedigen, wieſo entzieht
ſich unſerer Kenntnis. Jedoch wäre ihm zu empfehlen, bei derarti=
gen
lebhaften Kämpfen ſich denſelben anzupaſſen. 12:5.
Schwermittelgewicht: Breymaier=Darmſtadt Steidle=Sachſenhauſen.
Hier mußte ſich B. dem routinierten Steidle in 1½ Min. beugen.
Zwecks Ausfüllung des Kampfprogramms trugen die beiden Kraftſport=
vereinler
M. Groß und Schwarz einen Schaukampf aus, der hervor=
ragende
techniſche Schönheiten zeigte. Letzterer konnte denſelben in
9½ Min. für ſich entſcheiden. Mit dieſem Kampf dürfte der KSVD.
1910 ſeine Stellung als Tabellenführer weiterhin befeſtigt haben.
Mannſchafts=Ringkämpfe (2. Bezirk) im 2. Kreis des D.A.S.V. 91.
(Kreisliga.)
Obengenannte Kämpfe ſind ſchon ſeit 3 Wochen im Gange, aber lei=
der
konnte infolge mangelhafter Berichterſtattung bis jetzt noch nichts
über die einzelnen Kämpfe verlautbart werden. Erwartungsgemäß
könnten ſich die favorierten Mannſchaften an die Spitze der Tabelle ſetzen.
Die Lage geſtaltet ſich nach dem 5. Oktober wie folgt:
Kämpfe gew. verl. Siegpkt. Kampfpkt.
6:0
0 39:20
Darmſtadt 1910
6:0
0 31:27
Kl.=Oſtheim
38:23
4:2
Iſenburg . .
32:26
4:2
Dieburg . . . .. .
31:30
4:2
Gr.=Zimmern . . . . .
D:26
4:2
Sachſenhauſen .
97:33
2:4
Damm
...
25:35
2:4
Frankfurt . . .
0:6
26:32
Aſchaffenburg . . ..
0:6


Hanau
18:44
Hier einen Tip zu geben, erſcheint verfrüht, da jeder Mannſchaft
noch 15 Kämpfe bevorſtehen und bei der ziemlichen Gleichwertigkeit aller
Mannſchaften noch manche Ueberraſchung fällig ſein

Flugſport.
Abſchluß des Deutſchen Zuverläſſigkeitsfluges.
Ein tödlicher Unfall. Erfolge der Stuttgarter Flieger,
Der vom Deutſchen Luftfahrt=Verband veranſtaltete Deutſche Zu=
verläſſigkeitsflug
fand nach viertägiger Dauer ſeinen Abſchluß. Von
insgeſamt 38 geſtarteten Bewerbern haben 21 das Ziel auf dem Tem=
pelhofer
Feld erreicht. Leider verzeichnete der Flug ein Todesopfer,
da der Kaſſeler Hartwig tödlich verunglückte, während ſeine Begleiterin
Fräulein Thomas=Kaſſel ſchwere Verletzungen davontrug. Von den 21
im Ziel gelandeten Teilnehmern haben 19 mehr als 60 Prozent der
geforderten Flugſtrecke erledigt, und nur vier davon kamen auf das
Geſamtpenſum, das zwiſchen 2000 und 2700 Flugkilometern lag. Dieſe
vier erfolgreichſten Flieger waren der bekannte Stuttgarter Segelflie=
ger
Harth mit Klemm=Daimler 20 PS, der Stuttgarter Schindler mit
ſeiner Begleiterin Fräulein Schumann, ebenfalls auf 20pferd. Klemm=
Daimler, Hern=Duisburg, der mit Udet=Flamingo ſogar am weiteſten
kam, da er es auf 2740 Flugkilometer brachte, und die Akademiſche
Fliegergruppe Berlin mit einem von vier Führern geflogenen Heinckel
H.D. 32. Bis zu 90 Prozent der erforderten Flugſtrecke haben nur
fünf weitere Flieger erreicht. An Prämien ſtehen 80000 Mark zur
Verfügung, die dergeſtalt verteilt werden ſollen, daß für ein voll abſol=
viertes
Penſum (alſo mindeſtens 2000 Kilometer) eine Mark pro Felm.
gegeben wird, und für alle anderen Leiſtungen ein Betrag, der pro=
zentual
nach der Leiſtung errechnet wird. Die übrig bleibende Reſt=
ſumme
ſoll in Form von beſonderen Prämien noch für die Beſtleiſtun=
gen
gegeben werden, ebenſo ſtehen noch 20 wertvolle Ehrenpreiſe zur
Verfügung. Die genauen Ergebniſſe des Fluges können erſt nach dem
Eintreffen der letzten Beurkundungen von den einzelnen Flughäfen ver=
öffentlicht
werden.

Schießſport.

Schießſportklub Kleeblatt.
Bei dem am Sonntag, den 7. Oktober 1928, zu Ende geführten
Herbſtſport= und Werbeſchießen des Kleeblatts konnten die Er=
wartungen
des Klubs trotz der geftellten wertvollem Preiſe nicht
ganz befriedigt werden. Waren es doch immer wieder die Alten,
die ſich den ſchwerſten Kampf um den Sieg lieferten, jedoch ohne
Erfolg. Denn gerade einem, an unſerem Sporthinmel noch un=
bekannten
und jungen Schützen war es vergönnt, den außer=
ordentlich
ſchweren Sieg zu erringen. Die nachfolgend aufgeführ=
ten
Reſultate beweiſen, wie hart ſich unſere Beſten einander auf
den Ferſen ſaßen. Bei einem gemürtlichen Beiſammenſein in
trautem Familienkreiſe konnte der Oberſchützenmeiſter des
Klubs Herr, Karl Metz, die Siegerehrung vornehmen.
1. Wetzſtein, Kleeblatt, 35 Ringe; 2. Gräf, Windmühle, 35
Ringe; 3. Wilke Kleeblatt, 35 Ringe; 4. Lich, Kleeblatt, 34
Ringe; 5. Grimm, Kleeblatt, 34 Ringe; 6. Schäfer, Kleeblatt,
34 Ringe; 7. Schupp, Fledermaus, 34 Ringe; 8. Seipel, Gun=
dernhauſen
, 34 Ringe; 9. Berghöfer. Diana 34 Ringe; 10.
Schütze, Kleeblatt, 34 Ringe; 11. Rau, Ober=Ramſtadt, 34
Ringe; 12. Rau, Arheilgen, 33 Ringe; 13. Henkelmann, Weid=
mannsheil
, 33 Ringe. Plattſchießen (Ehrenpreis):
Bormut, Weidmannsheil, 18 Teiler.
Wetterbericht.
Gießen, 8. Oktober 1928.
Die im Norden vorüberziehenden Druckfallgebiete gewinnem mit
ihrem Randſtörungen weiter ſüdwärts nach Mitteleuropa Einfluß und
bauen den hohen Luftdruck langſam ab. Infolgedeſſew iſt mit einer
vorwiegenden Zufuhr ozeaniſcher Luſtmaſſen zu rechnen, die neben
Bewölkung auch gelegentlich zum Auftreten vereinzelter Niederſchläge
führem. Die Temperaturen dürften ſich zwiſchem Tag und Nacht noch
etwas mehr ausgleichen; im allgemeinen wird die Luftwärwe noch etwas
zunehmen.
Ausſichten für Dienstag, den 9. Oktober 1928: Weiterhin teils
meblig=wolkiges, teilweiſe auuch aufheiterndes Wetter, vorübergehend
geringer Anſtieg der Temperaturen, einzelne Niederſchläge.
Ausſichten für Mittwoch, den 10. Oktober 1928: Wewig Aenderung
des Witterungscharakters.
Sauptichriftleitung. Rudolf Maupe
Verantwortlich für Polliſk und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feullleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Cugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willp Kuhle; Druc
und Verlag: L. C. Wittſch ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernemmen.

Die heutige Nummer hat 18 Geiten.

Geſchäftliches.
Unſerer heutigen Auflage liegt ein Proſpekt der Firma Lindemann
u. Co., A.=G., Frankfurt a. M., Zeil 118122, bei, worauf wir unſere
(TV 15333
VLeſer an dieſer Stelle aufmerkſam machen.
Es gibt kein Putzmittel, das gleich allgemein für alles berwendba=
iſt
wie Vim. Dieſes vorzügliche Putzmittel macht nicht nur Herd, Be=
ſtecke
, Küchengeräte und Köpfe blendend rein, ſondern eignet ſich auch
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lichere
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ganz beſonderer Weiſe. Vim kratzt nicht und ſchmiert nicht, iſt geruch=
los
, ſäurefrei und überaus ſparſam im Gebrauch.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.

Aus dem Roman Maler Nolten von Ed. Mörike. O 18.30: Rat=
ſchläge
für Frau und Kind. O 18.45: Kaſſel: Poſtinſp. Heerdt: Neu=
zeitlicher
Rundfunkempfänger und neuartiger Rundfunkſtörer. O 19.15:
Prof. Braun: Das in Griechenland epidemiſch auftretende Dengue=
Fieber. O 19.45: Gewerkſchaftsſekretär Gammers: Die Geſchichte der
Hirſch=Dunkerſchen Gewerkvereine. O 20.15: Stuttgart: Bunter
Abend. O Anſchl.: Heitere Stunde. Ausführende: O. Karlweiß
(Geſang), Miſcha Spolianſky (Flügel).

Stuttgart.

Dienstag, 9. Okt. 10.30: Schallplatten. O 11: Nachrichten.
O 12.30: Schallplatten. 6 13: Mittagsſtändchen. O 14: Nachrichten.
0 15.45: Frau Ruß=Willig: Die Verkehrsbeamtin. O 16.15: Nach=
mittagskonzert
. Mitw.: Emma Eichenbrenner=Teſter, Funkorcheſter,
O 18: Zeitangabe, Wetterbericht. O 18.15: Dr. Schütze: Kurioſa aus
den Kinderjahren der Funktechnik. O 18.45: Dr. Poritzky: Die Im=
ponderabilien
der Ehe. O 19.15: Prof. Wunderlich: Vom Deutſch=
tum
im neuen Polen. O 19.45: Freiburg: Dr. Villinger: Die erſten
Polarfahrten bis 1900. O 20.15: Bunter Abend. Prinzeſſin Teſſa
und ihre Freier. Hörſpiel von Bernhard Rehſe. Spielleitung: K.
Köſtlin. Perſ.: Teſſa, die Tochter ihres Papas, Bankdirektors und
70facher Aufſichtsrates; Franz, Haushofmeiſter; Rolf. Dolf, Ralf;
Marionetten aus gut bürgerlichen Millionärshäuſern; der Medizial=
rat
; ein Diener. Schauplatz: Die Halle im Palais des Bankdirektors,
Von Liehe und Liebesleid. Leitung: E. Stockinger. Mitw.: Das
Volksliederquartett: Maria Fiechtl, Maria Th. Deimann, Adolf
Harlacher, H. Hofele (Dirig.: O. Kühn), E. Stockinger, Fritz Künſt=
ner
, A. Haagen, W. Hahn, Wl. Martinelli, E. Waldow, Funkorch,
Beethoven: Ouv. Fidelio. Lasker=Schüler: Ein Lied der Liebe,
Münchhauſen: Der Tod und die Liebe. Heine: Liebesballade.
Brahms: Liebesliederwalzer Kreisler: Liebesfreud’ und
Liebesleid. Elgar: Liebesgruß. Buſch: Liebesballede.
Liebeslieder. Strauß: Perlen der Liebe. Funkbrettl. Leitung:
C. Struve. Mitw.: Lucia Delſarta, Reſi Langer, H. Hanus, M.
Marx, Struve, Funkorch.
Berlin.
Dienstag, 9. Okt. 12.30: Für den Landwirt. 16: Bücher=
ſtunde
. 6 16.30: Sonate von Ed. Behm. Curt Vogel (Violine),
Prof. Weiß (Flügel). a 17: Teemuſik. Kapelle Ilia Livſchakoff.
O 18.30: Ingenieur Boehmer: Techniſche Wochenplauderei. O 19:
Dr. med. Rothe: Die Macht der Suggeſtion. (Verwertung unter=
bewußter
Kräfte als Heilmittel.) 6 19.30: Prof. Dr. Reichenbach:
Die Prinzipien der modernen Phyſik. (Relativität.) O 20: Abend=
unterhaltung
. Mitw.: Gertrud Eyſoldt, Chr. Bouchholz. o 21:
Muſik der Gegenwart. Einf. Worte: Prof. Weißmann. Höffer:
Suite für Klavier. Reutter: Sonate für Violine und Klavier,
Thereſe Petzko=Schubert (Violine), P. Höffer (Flügel). O 21.45:
Dr. Kaßner: Die Ergebniſſe der Koblenzer Tagung der Boden=
reformer
. O. Anſchl.: Tagesnachrichten.
Stettin. 20: Kompoſitionsabend Adolf Leßle. Mitw.: Ad.
Leßle (Bratſche), Mimi Leßle (Klavier), Ferd. Schneider (Tenor),
Kurt Bautz (Violine). 6 21: Dominator= und Lieder=Stunde. Mitw.:
Elli Wilke (Sopran), Reinh. Jentſch (Dominator). o Anſchl.: Tages=
nachrichten
.
Deutſche Welle. Dienstag, 9. Okt. 10.15: Berlin: Nachrichten.
12: Franzöſiſch für Schüler. e 13.30: Berli: Nachrichten.
O 14.30: Kinderſtunde. Wie baue ich mir ein Rundfunkempfangs=
gerät
? 0 15.35: Wetter und Börſe. O 15.40: Frieda Radel: Pflich=
ten
und Freuden der Mutterſchaft. (Vorgeburtliche Pflichten.) o 16-
Frau Dr. Gertrud Roſenow: Wie kann die Mädchenſchule das
Elternhaus in ihre Arbeit hineinziehen? O 16.30: Dr. Hoffmann=
Harniſch: Das deutſche Vaterlandsgefühl und ſein Ausdruck in der
Dichtung. O 17: Leipzig: Konzert. Aus deutſchen Singſpielen. o 18:
Dichterſtunde. Eberhard König. Einf.: Staatsminiſter Dr. Boelitz.
18.30: Franzöſiſch für Anfänger. O 18.55: Fr. Fromme: Aus der
Welt der nordiſchen Völker. o 20: Berlin: Abendunterhaltung.
Mitw.: Gertrud Eyſoldt, Chr. Bouchholz. O 21: Muſik der Gegen=
wart
: Herm. Reutter. Einf. Worte: Prof. Weißmann. Mitw.: P.
Höffer (Klavier), Thereſe Petzko=Schubert (Violine). O 21.45: Dr.
Kaßner: Die Ergebniſſe der Koblenzer Tagung der Bodenreformer.
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[ ][  ][ ]

Nummer 281

Dienstag den 9 Oktober 1928

Seite 2

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Ralf;
Medizmal=
idirektor
idirektor=
itm
: Das

*
unter=
enbach
:
Abend=
O 2:
öffer:
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2.45:
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W.
(Tenor),
litw.:
ages=
*
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Zwangsverſteigerung.
Die nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit der
Eintragung des Verſteigerungsvermerls auf den Namen
der Eheleute Friedrich Wilhelm Wenz und Margaretha,
geb. Bruſt, beide in Darmſtadt, zu je ½/, im Grundbuch
eingetragen waren, ſollen
Dienstag, den 16. Oktober 1928, nachmittags 31, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer
Nr. 219, in Anſehung der Grundſtücksbruchteile, die in dem
Anteil des Miteigentümers Friedrich Wilhelm Wenz beſtehen,
verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvoll=
ſtreckung
.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 10. Juli 1928 in das
Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Verſteige=
rungsvermerks
aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der Auffor=
derung
zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der Ver=
teilung
des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Gläu=
bigers
und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehen=
des
Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls, für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegen=
ſtandes
tritt.
Darmſtadt, den 20. Juli 1928.
(12666a
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke:
Grundbuch für Darmſtadt, Bez. V, Band XXXIV, Blatt 2209.

Nr. Flur Nr.
1 V 1060.

1061
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1297) Serne nenme ich Selegenhelt, zu
betonen, daß ich den Kaffee Hag als
das bekömmlichste Setränk für gelstig
Schaffende erkannt habe. Trotz seiner
Unschädlichkelt, dle durch Ausmerzung
des Coffeins erreicht ist, stelle ich nach
Senuß von Kaffee Hag gelstige Anregung
fest, die durch das Bewußtsein der Un=
schädlichkeit
doppelt erfreulich ist. Kaffee
Hag bedeutet keine Erwürgung dessen,
was den Kaffee zum Kaffee macht, plel-
mehr
sind des Kaffees gute Eigenschaften
voller entwickelt, wenn sie der Sefahr
Ernst Welß.
entschält sind.
19631 Berelts selt 2 Jahren trinke 1ch
zum Frünstück, Nachmittags-Kaffee und
als Nachttrank coffeinfreien Kaffee Hag.
Selt Zahren nierenleldend, kann ich
Kaffee Hag bestens empfehlen, weil sich
melne Nerposität vollständig gelegt hat.
F. Bolz.
Aus dem Archip der

Doog

Aaif. z
Fa.
Tatz

Ar R 4

At 6

1842) Seit einem Jahr trinken wir mi
noch Kaffee Hag, weil wir gefunden haben,
daß er mit selnem Seschmack und Hroma
das Pollendetste Ist, was man auf dem
Kaffeemarkt finden kann. Zudem können
wir jedermann bestätigen, daß Kaffee
Hag wirklich Herz und Nerpen schont ung
einen ruhigen Schlaf gewährt. Kaffee Hag
erhöht dle Arbeitskraft und Gsebenslust.
darum bleiben wir sein ständiger Ab-
nehmer
und werden ihn auch weiter
empfehlen. H. Krähenbühl-Zost.
1836 Habe den Kaffee Hag bei melnen
Bekannten und Freunden warm empfohlen
und werde es bel jeder Gelegenheit wleder
tun, denn Kaffee Hag biletet für jedermann,
ab Zung oder Alt, einen wahren Senuß.
dank selnes kräftigen Hroma und seinert
Hans Hauser.
Unschädlichkelt.

affee-bandels-Ektiengesellschaft, Bremen
(I,Hhg12257

[ ][  ][ ]

Wirtſchaftliche Rundſchau.
Gegen die Abſchaffung des Poſtkartenſchecks. In der Vollſitzung
des Fachausſchuſſes für Banbweſen beim A. W. V. wurre bekanntlich
die Beſeitigung des Poſtkartenſchecks gefordert, und es wurde den ein=
zelnen
Bankgruppen nahegelegt, durch Ablehnung des Inkaſſos den Um=
lauf
unmöglich zu machen. Während bei den Großbanken und Sxar=
kaſſew
die Abſchaffung des Poſtkartenſchecks anſcheinend ohne Schwie=
rigkeitem
möglich iſt, erklärt die große Mehrzahl der in dem Deutſchen
Genoſſenſchaftsverbande zuſammengeſchloſſenen ſtädtiſchen Genoſſenſchafts=
banken
, daß die Beſeitigung des Poſtkartenſchecks nicht möglich ſei, weil
beſonders der gewerbliche Mittelſtand den Poſtkartenſcheck als ein be=
quemes
und billiges Zahlungsmittel ſchätzt und ſich mit allen Mitteln
gegen die Abſchaffung ſträuben werde. Der Einzug der Poſtkartenſchecks
ſoll durch die Inkoſſo=Einrichtung des Deutſchen Genoſſenſchaftsrings
auch dann möglich ſein, wenn die Großbanken und Sparkaſſen ihrerſeits
den Einzug ablehnen.
Inlandsanleihe der Stadt Breslau von 9 bzw. 15 Mill. RM. Die
miniſterielle Genehmigung vorausgeſetzt, hat die Stadt Breslau, nachdem
ſie ihre Amerikaanleihe noch nicht realiſieren konnte, nunmehr eine
Inlandsanleihe von zunächſt 9 Mill. RM. mit Option für weitere 6
Mill. RM. abgeſchloſſen. In die Anleihe teilen ſich 2 Konſortien, eines
unter Flihrung des Schleſiſchen Baukvereins, das 6 Mill. RM. feſt und
für weitere 4 Mill. RM. eine Option übernommen hat. Das 2. Konſor=
tium
ſieht unter Führung des Bankhauſes J. Dreyfus u. Co., Frankfurt
a. M.=Berlin, das zunächſt 3 Mill. RM. feſt und eine Option von
2 Mill. RM. übernommen hat. Die Anleihe hat bei 8 Prozent Ver=
zinſung
eine Wjährige Laufzeit und kann durch Ausloſung getilgt
werden. Sie ſoll vorausſichtlich zu 93½ Prozent aufgelegt werden.
Kapitalerhöhung der Faber u. Schleicher A.G., Offenbach a. M.
Wie wir erfahren, wird die Geſellſchaft ihr Kapital von 992000 RM.
um rund 480 000 RM. erhöhen, wobei den alten Aktionären ein Be=
zugsrecht
5:2 zu 107 Prozent gewährt werden ſoll. Die jungen Aktien
ſind ab 1. Januar 1929 dividendenberechtigt. Die Einzahlung ſoll auf
längere Zeit verteilt werden. Die Kapitalerhöhung dürfte angeſichts
des geſtiegenen Umſatzes zur Stärkung der Betriebsmittel dienen. Der
Geſchäftsgang iſt günſtig.
Weitere Abwicklung des J. Sichel=Konzern Mainz. Die J. Sichel
u. Co. A.=G. in Mainz veröffentlicht ſoeben im Reichs=Anzeiger die
bekannten und bereits in der Generalverſammlung vom Juli d. J. ge=
nehmigten
Abſchlüſſe der letzten drei Geſchäftsjahre. Wie wir erfahren,
macht die Abwicklung der Geſellſchaft weitere Fortſchritte. In der letzten
Zeit konnte die erhebliche Beteiligung an der Chemiſchen Fabrik für
Hüttenprodukte, Düſſeldorf=Oberkaſſel, zum Buchwerte abgeſtoßen werden,
wodurch der Geſellſchaft erhebliche Mittel zufloſſen. Man verſucht die
noch vorhandenen Objekte günſtig zu realiſieren. Auch die Verhandlun=
gen
über He bekannte Kombination mit der Agfi=Luzern ſchweben noch.
Dieſe Geſellſchaft ſelbſt konnte in der letzten Zeit gleichfalls eine nen=
nenswerte
Beteiligung veräußern.
Schwierige Lage in der Schwarzwälder Steininduſtrie. Die Schwarz=
wälder
Granitwerke C. Kiederich in Bühl i. B. hat den Betrieb Rau=
münzbach
wegen Auftragsmangel geſchloſſen, wodurch 76 Arbeiter zur
Entlaſſung gelangten. Die ſämtlichen Pribatbetriebe der Induſtrie der
Steinen und Erden ſind im Murgtal damit ſtillgelegt. In Betrieb iſt
lediglich noch der Staatsbetrieb.

Metallnotierungen.

Die Berliner Metallnotierungen vom 8. Oktober ſtellten ſich für
Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen oder Rotterdam ( No=
tierung
der Vereinigung für die d. Elektrolytkupfernotiz) 144,75 RM.
Die Notierungen der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes
(die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte Liefe=
rung
und Bezahlung) ſtellten ſich für Originalhüttenaluminium, 98 bis
99 Prozent, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 190 MM., desgleichen
in Walz= oder Drahtbarren, 99 Prozent, 194 MM., Reinnickel, 9899
Prozent, 350 RM., Antimon Regulus 8590 RM., Feinſilber (1 Kg.
fein) 79,2580,75 RM.
Die Berliner Metallnotierungen vom 8. Oktober ſtellten ſich für
Kupfer: Januar 131 (131), Februar, März 131 (131,25), April, Mai,
Juni 131 (131,50), Juli 131,25 (131,50), Oktober 130,25 (131,25), No=
vember
130,50 (130,75), Dezember 131 (131). Tendenz: ruhig. Für
Blei: Januar, Februar 43,75 (44,25), März 44 (44,25), April, Mai,
Juni 44 (44), Juli, Auguſt 43,75 (44), September 44 (44), Oktober 43,75
(44,50), November 43,50 (44,50), Dezember 43,75 (44). Tendenz: ruhig.
Für Zink: Januar, Februar 47,50 (48), März 48 (48), April 47,75
(48,25), Mai 48 (48,50), Juni, Juli, Auguſt, September 48 (48,75) Ok=
tober
47 (48), November 47,25 (47,50), Dezember 47,50 (48,50). Tendenz:
ſtill. Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern beigefügten
Brief.
Die Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 8. Oktober
ſtellten ſich für Kupfer (Tendenz: willig): Standard p. Kaſſe 64½ bis
64½, 3 Monate 6565½/us, Settl. Preis 64½, Elektrolyt 71½34, beſt
ſelected 6869½, ſtrong ſheets 96, Elektrowirewars 71¾; Zinn ( Ten=
denz
: unregelmäßig): Standard p. Kaſſe 218½219, 3 Monate 96¾
bis 217, Settl. Preis 219, Banka (inoff. Not.) 225, Straits (inoff. Not.)
219½; Blei (Tendenz: ſtetig): ausländ, prompt 22, entft. Sichten 213/
Settl. Preis 22: Zink (Tendenz: willig): gewöhnl. prompt W3¾, entft.
Sichten 242/,, Settl. Preis 23¾; Aluminium für Inland, für Ausland
(inoff. Not.) 95; Antimon Reg. engl. Erzeug.=Preis (inoff. Not.) 59½
bis 60, chineſ. per (inoff. Not.) 383439½; Queckſilber (inoff. Not.)
23½24; Platin (inoff. Not.) 17: Wolframerz (inoff. Not.) 15¾; Nickel
für Inland, für Ausland (inoff. Not.) 175; Weißblech (inoff. Not.) 18½;
Kupferſulphat (inoff. Not.) 25½½; Cleveland Gußeiſen Nr. 3 (inoff.
Not.) 66.

Prodaktenberichte.

Frankfurter und Berliner Effektenbörfe.
* Frankfurt a. M. 8. Oktober.
Die Börſe eröffnete die neue Woche in außerordentlich ſtiller Hal=
tung
. Die Umſatztätigkeit war minimal, da die Teilnahmsloſigkeit des
inländiſchen Publikums eher noch zugenommen hat und auch aus dem
Auslande kaum Orders vorgelegen haben dürften. Die Kuliſſe Lekundete
daher eher Abgabeneigung, und bei uneinheitlicher Kursentwicklung traten
gegen die Schlußkurſe vom Samstag überwiegend Rückgänge von etwa
1 bis zu 3 Prozent ein. Die uneinheitliche Haltung der New Yorker
Börſe vom Samstag konnte dem Markte keine Ktütze bieten. Etwas
Intereſſe bei leicht anziehenden Kurſen beſtand für Montanwerte im
Zuſammenhang mit den erhöhten Produktions= und Abſatzziffern beim
Stahlverein. Gelſenkirchen eröffneten ½ Prozent und Klöckner 1 Proz.
höher; Phönix ſetzten unverändert ein, zogen aber im Verlaufe etwas
an. Am Elektromarkt ergaben ſich meiſt Abbröcklungem bis etwa 1 Proz.,
nur Siemens konnten 1 Prozent gewinnen. J. G. Farben waren ſtark
vernachläſſigt, ſodaß ein offizieller Kurs zunächſt nicht zuſtande kam.
Scheideanſtalt konnten dagegen 1 Prozent anziehen. Zellſtoffwerte,
Banken und Schiffahrtsaktien gaben überwiegend leicht nach. Auto=
aktien
lagen auf die Verſtimmung über dem Rückgang von Daimler
ſchwach; Adler und Daimler gaben je 2 Prozent, N. S.U. 2½ Prozent
nach. Auch Kaliwerte waren auf Realiſationen abgeſchwächt; Aſchersleben
büßten 2½ und Salzdetfurth 2 Prozent ein. Angeboten waren ferner
Deutſche Linoleum mit minus 3½ Prozent, J. G. Farben wurden
ſchließlich 1½ Prozent niedriger feſtgeſetzt. Deutſche Anleihen waren
merklicher abgeſchwächt, Ablöſung für Neubeſitz ½ Prozent niedriger,
ausländiſche Rentem ſtill. Im Verlaufe wurde die Haltung aus=
geſprochen
ſchwach. Man war verſtimmt über den ſtarken Kursrückgang
der deutſchen Anleihen, die bis 15,3 Proz. nachgaben. Tagesgeld war
zu 6 Prozent flüſſig. Am Deviſenwarkt war die Mark weiter abge=
ſchwächt
, Mark gegen Dollar 4.2012, gegen Pfunde 20.377, London=Kabel
4.8493, Paris 124.13, Maiiand 92.53, Madrid 29.78, Holland 12.09½
Die Abendbörſe war auf Grund der etwas lebhafteren und feſteren
New Yorker Börſe nicht unfreundlich, doch hielt ſich das Geſchäft in
kleinſtem Rahmen. Auf Deckungen hatte man überwiegend Kursbeſſerun=
gen
von ½3 Prozent feſtzuſtellen. Ewvas lebhafter waren Kaliwerte,
von denen Weſteregeln 1½ und Aſchersleben 1 Prozent anzogen.
Ziemlich lebhaft lagen wieder Neubeſitzanleihe, die auf Deckungen der
Tagsſpekulation bis 15,6 anzogen. Fremde Renten ohne Umſatz. Im
weiteren Verlauf blieb die Abendbörſe feſt, Montanwerte noh etwas
anziehend. Auch die Nachbörſe war feſt. Im einzelnen nannte man:
Commerzbank 189,25, Dresdner 176, Reichsbank 298, Gelſenkirchen 130,
Rheinbraun 289,5, Adler 121, Lahmaher 174,5.
Berlin, 8. Oktober.
Der heute wieder ſtärker hervortretende Ordermangel machte ſich recht
bemerkbar und beeinflußte die Tendenz. Im Gegenſatz zum vorbörs=
lichen
Verkehr, der im Hinblick auf den feſten Schluß der New Yorker
Börſe den ruhigen Verlauf des Wiener Sonntags und der weiter fort=
ſchreitenden
Entſpannung am Geldmarkt eine freundliche Haltung zeigte,
eröffnete die Börſe uneinheitlich und ausgeſprochen luſtlos. Nach Feſt=
ſetzungen
der erſten Notierungen bröckelten die Kurſe leicht ab und die
Spekulation nahm teilweiſe Blankoabgaben vor.
Im Verlaufe trak auf den Kurseinbruch in Neubeſitzanleihe bis auf
1,52, der wohl hauptſächlich aber auf ſpekulative Abgaben zurückzuführen
iſt, eine weitere allgemeine Abſchwächung ein. Mitbeſtimmend hierfür
varen auch die neuerlichen Poſitionslöſungen am Daimlermarkt. Nach
dem vorübergehenden Stillſtand der rückläufigen Bewegung machte zum
Schluß des offiziellen Verkehrs die allgemeine Abſchwächung weitere
Fortſchritte. Die Börſe ſchloß in ſchwacher Haltung und faſt durchweg
zu den niedrigſten Tageskurſen.

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Neu=York.
Zelgien.

6. 10. 8. 10. 6. 10 8. 10. 189.375 186.5 Hirſch Kupfer 136. 135. 99.875 99.25 Höſch Eiſen .. 1.34. 134.5 66.5 66. Hohenlohe Werke. 64 64. 207. 203. Kahla Porzellan. H129 75 1128.75 82. 81. Kali Aſchersleben ... 290. 288. 300.25 299. Salzdetfurth 484 25 479. 1180. 180. Weſteregeln 1295. 287. 1230. 229. Lindes Eismaſch. 179.37: 178.5 1293.75 292.25 2. Loewe & Co.. 259.25 255. 1169. 169.37! Lingel Schuh . 45.875 45. 163.25 162.5 MannesmannRöhre 131.5 131 1170.25 169.5 Niederlauſitzer Kohle y 167.25 162. 52. 51.5 Nordd. Lloyo 151.8131150. 142. 139.5 Orenſtein. 116. 111.5 87. 87.5 Polyphon 495.12 488. 124.5 122.5 Rütgerswerke 105.125 104.125 1179. 179. Sachſenwerke 140.5 139.5 263. 260. Siemens Glas .. 143. 1142. 1130. 130. Ver. Glanzſtoff....." 560. 557.5 4269.5 268.75 Ver. Stahlwerke. 97. 1 97. 42. 42. Volkſtedter Porzellan
Wanderer Werke. .. 66.75 66. 1191.- 190.25 135.75 135. 158.5 156.5 Wiſſner Metall. . . . . 158. 160.25 153.
1265.5 151.25
264. Wittener Gußſtahl .." 60.5 60.5

Deviſenmarkt.

6. 10. 8. 10. Geld Brie Geld /Brief 10.564 0.584 10.568 10.588 59.015 59.135 59.055 69.175 12.435/12.455 2.442/12.462 73. 16: 73.305 73 215/73.35: 3.030 3.036 3.030/ 3.0361 7168.25 168.59 68.34/168.69 111.80 112.02 111.88/112.10 an.s7 112.08 11.94 112.1e Lir2-i9ltt2 41 112.251112.47 20.345 20.385 120.358 20.3981 1.76* 1.767 1.764 1.7681 4.1965 1.2045 1 1985 4.2065 58.315 8.435 58.32 158.44

Italien ..
Paris ..
Schweiz.
Spanien..
Danzig".
Japan..
Rio de Janeiro
Jugoſlavien
Portugal
Athen.
Konſtantinopel
Kanada.
Uruguay.

6.
Geld
21.99
16.39:
80.77
68.32
81.30
1.916
0.501
7.378
18.88
5.425
2.174
4.194
4.266

0.
Brie
22.03
16. 433
80.965/
68.4
81.4
1.920
0.50-
7.392
18.9.
5.435
2.177
4.202
4.274

8. vo.
Geld /Brief
22.00 22.04
16.40 H16.44
30.805 80.965
68.25 68 39
81.35/ 81.51
1.926/ 1.930
). 501510.5035
7.378/ 7.392
18.88/18.92
5.425 5.435
2.168 2.172
1. 197 (4.205
4.266 4.274

Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chikago, 8. Okt. (Priv.=Tel.)
Weizen: Die Feſtigkeit des Marktes gegen Schluß ſetzte ſich heute
fort auf die anziehenden Kabel aus Buenos Aires und Liverpool. In
gleicher Richtung wirkte die gebeſſerte Exportnachfrage. Auf die Zu=
nahme
der ſichtbaren Vorräte und günſtige Wetterberichte wurde ſpä=
ter
die Stimmung ſchwächer.
Mais: Der Markt verkehrte in überwiegend ſchwacher Haltung,
wofüir die ſchleppende Exportnachfrage und Meldungen über weitere
Rückverkäufe des Auslandes maßgebend waren.
Roggen: In Uebereinſtimmung mit Weizen war auch hier der
Markt anfangs befeſtigt auf die beſſere Exportnachfrage. Später gin=
gen
die Gewinne wieder verloren auf die ſtarke Reaktion in Winnipeg.
Hafer: Mangelnde Exportnachfrage und die Schwäche des heimi=
ſchen
Marktes ließen die Kurſe bis 0,5 C. nachgeben.
* New York, 8. Oktober. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Der heutige Markt verkehrte unter lebhaften Schwan=
kungen
. Zunächſt gewannen die Kurſe bis 40 Punkte auf Käufe des
Handels, dann wurde die Stimmung ſchwach auf erhebliche Abgaben
des Südens vor Veröffentlichung des amtlichen Bureauberichts. Nach
dem hauſſegünſtigen Bericht wurden dann lebhafte Käufe getätigt,
wenn auch aus dem Süden neue Verkaufsorders eintrafen.
Kaffee: In nahen Sichten wurden europäiſche Käufe getätigt, wäh=
rend
die Kommiſſionäre ſpätere Termine abgaben.
Zucker: Am Rohzuckerterminmarkt waren die Preiſe geringen
Schwankungen ausgeſetzt. Nach anfänglichen Liquidationen für kuban.
Nechnung wurden Käufe des Handels beobachtet. Der Schluß hatte
teilweiſe unter Liquidationen zu leiden.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 8. Okt.:
Getreide: Weizen, Dez. 125½, März 119, Mai 123½; Mais,
Dez. 87½, März 82, Mai 84½; Hafer, Dez. 46, März 43½, Mai
45: Roggen, Dez. 109½, März 106½, Mai 108½.
Schmalz: Okt. 12,10, Nov. 12,15, Dez. 12,275, Jan. 1929 12,60.
Fleiſch: Rippen, Okt. 13,10, Dez. 12,70; Speck loco 14,25;
leichte Schweine 9,7510,90, ſchwere Schweine 1011,; Schweine=
zufuhr
Chicago 38000, im Weſten 110 000.
Chicagver Baumwolle: Okt. 18,57, März 18,6018,61.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 8. Okt.*
Getreide: Weizen, Rotwinter 164, Hartwinter 1341 Mais neu
angek. Ernte 95; Mehl ſpr, wheat clears 5,906,25; Fracht nach
England 1,32, nach dem Kontinent 910.
Schmalz: Prima Weſtern loco 12,85; Talg extra loſe 9.
Kakao: Tendenz: ſtetig, Umſatz in lots 74, loco 10½, Oktober
10,18, November 10,29, Dezember 10/44, Januar 1929 10,60, Fe=
bruar
10,64, März 10,67, April 10,75, Mai 10,80, Juli 10,94.
Kleine Wirtſchaftsnachrichien.
Wie wir erfahren, haben in dieſen Tagen Verhandlungen zwiſchen
der Spitzenorganiſation der deutſchen Filminduſtrie (Generaldirektor
Klitzſch) und dem Präſidenten Delac der Chambre Syndicale ſtattgefun=
den
, in denen die Frage des deutſch=franzöſiſchen Filmaustauſches im
Jahre 1929 behandelt wurdé. Seitens der Franzoſen wurden poſitive
Vorſchläge gemacht, die jetzt bei den hieſigen Stellen zur Prüfung ſtehen.
Am Samstag, den 13. Oktober, findet in Bitterfeld die Halbjahres=
ſitzung
der J. G. Farbeninduſtrie ſtatt.
Nachdem der September noch 113 Neugründungen brochte, denen 94
Auflöſungen von Genoſſenſchaften und 5 Konkurſe gegenüberſtehen,
zeigt ſich für das abgeſchloſſene 3. Vierteljahr wieder ein Aufſtieg von
rund 150. Für nichtig erklärt wurden im letzten Vierteljahr 42 Genoſſen=
ſchaften
. Es ergibt ſich ein Geſaurtbeſrand der deutſchen Genoſſenſchaften
aller Gruppen am 1. 10. 1928 von 52 502.
Am Montag, den 15. Oktober, vormittags 9.15 Uhr, werden zwei
vom Verein Deutſcher Kalkwerke e. V. Berlin veranſtaltete öffentliche
Kalkvorträge im Ballſaal der Heidelberger Stadthalle gehalten.
Der ſoeben zu Ende gegangene Internationale Kongreß für die
Intereſſen des Fleiſch= und Viehhandels in Utrecht hatte zu einer Aus=
ſpraihe
zwiſchen den holländiſchen und den zahlreichen ausländiſchen
Tagungsmitgliedern geführt. Der Direktor des ſtaatlichen holländiſchen
Viehgeſundheitsdienſtes wies auf die Notwendigkeit einer internarionalen
Regelung der Fleiſchkontvolle hin.
Wie aus Skive (Däncmark) gemeldet wird, iſt dort der Beſchluß
gefaßt worden, an Stelle der zuſammengebrochenen Skive=Bank ein
neues Inſtitut zu errichten.
Die Saarländiſche Maſchinenfabrik (Samag)=Rohrbach, die infolge
des Zuſammenbruches der St. Ingberter Stadtſparkaſſe mangels Ver=
fügungsmöglichkeit
über Bankkredit ihren Betrieb einſtellen mußte, hat
ihren Betrieb wieder eröfſnen können und wird allmählich die entlaſſenen
Arbeiter wieder einſtellen.
Die Londoner Wollverſteigerungen verliefen gegen Schluß ziemlich
ſchleppend bei vielfachen Zurückziehungen der angebotenen Loſe. Die
Schlußpreiſe ſrellten ſich für Mexinos 1015 Prozent tiefer als am
Schluß der vorangegangenen Juliverſteigerung.
Der ruſſiſche Fiſchereitruſt, der die nordiſchen Gewäſſer der Sowjet=
Union umfaßt, hat in Deutſchland 8 Fiſchereidampfer in Bau gegeben,
von denen drei Dampfer bereits im November in Rußland eintreffen.
Das tſchechoſlowakiſche Verteidigungsminiſterium beabſichtigt, im
Einvernehmen mit dem Finanzminiſterium die Staatliche Flugzeugfabrik
bei Prag an die Brünner Waffenfabrik A. G. zu verkaufen. Der ent=
prechende
Geſetzentwurf wurde bereits eingebracht, fand aber ent=
ſchiedenen
Widerſpruch und wurde vorläufig vertagt.

Mannheimer Produktenbericht vom 8. Oktober. Bei höheren ameri=
kaniſchen
Forderungen zog auch Inlandsweizen um ½ bis 34 Mark die
hundert Kilogramm an. Roggen bei unveränderten Preiſen weniger
gehandelt, Hafer und Mais befeſtigt. Die ſüddeutſchen Großmühlen
haben die Preiſe weiter um ½Mark für die 100 Kilogram ermäßigt.
Man verlangte für die 100 Kilogramm, waggonfrei Mannheim: Weizen
inl. 24.50, ausl. 2628,50, Roggen inl. 2223,50, ausl. nicht notiert,
Hafer inl. 22,5023,25, ausl. 2323,50, Braugerſte: badiſche, heſſiſche
und württembergiſche 26,2527,75, pfälziſche elwas ſchwächer mit 27,75
bis B,75, Futergerſte 20,7521, Mais mit Sack 22,2522,50, deutſches
Weizenmehl, Spezial Null, 34.50, Noggenmehl, je nach Ausmahlung,
31,2533,25, Weizenkleie 14,25.

Viehmärkte.

Mannheimer Viehmarkt vom 8. Oktober. Zum heutigen Viehmarkt
jaren zugeführt und wurden für die 100 Kilogramm Lebendgewicht, je
ach Klaſſe, bezahlt: 328 Ochſen 2857, 226 Bullen 3051, 327 Küihe
650, 465 Färſen 3459, zuſammen 1340 Stück Großvieh; ferner 687
älber 4276, 58 Schafe 4045, 13 Ziegen 1022, 3671 Schweine Gr
3 82; ferner 150 Arbeitspferde, pro Stück 121350, 85 Schlachtpferde
0 bis 120 Mark. Marktverlauf: Mit Großbieh ruhig, Ueberſtand, mit
lälbern langſam geräumt, mit Schweinen mittelmäßig geräumt, mit
lrbeits= und Schlachtpferden langſam.
Frankfurter Viehmarktbericht. Der Auftrieb des heutigen Haupt=
narktes
beſtand aus 1642 Rindern, darunter 360 Ochſen, 81 Bullen,
33 Kühen, 430 Färſen, ferner 584 Kälbern, 75 Schafen und 6039
Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb des Hauptmarktes der vori=
gen
Woche waren 8 Rinder, 33 Schafe und 51 Schweine weniger an=
ſetrieben
, während 50 Kälber mehr zum Verkauf ſtanden. Marktver=
auf
: Rinder ruhig, geringer Ueberſtand; Schweine ruhig, Ueberſtand;
kälber und Schafe ruhig, ausverkauft. Bezahlt wurden pro Zentner
eebendgewicht: Ochſen: al) 5559, a2) 5154, b1) 4850, b2) 4347;
zullen: a) 4953, b) 4558; Kühe: a) 4448, b) 3943, c) 3338,
d) 2532; Färſen: a) 5659, b) 5155, c) 4450; Kälber: b) 7377,
6872, d) 5867; Schafe nicht notiert; Schweine: a) 7880, b) 78
is 80, c) 7780, d) 7679, e) 7376, g) 6470. Im Vergleich zu den
Totierungen der vergangenen Woche blieben Rinder gut behauptet.
Gegenüber den Notierungen des Nebenmarktes der vergangenen Woche
varen Kälber 1 Mark billiger, während Schweine bis zu 2 Mark höher
lotiert wurden. Fleiſchgroßmarkt. Ochſenfleiſch 1. 9098, 2. 80
is 90; Bullenfleiſch 7080, Kuhfleiſch 2. 5060, 3. 3050, Kalbfleiſch
95100, Schweinefleiſch 1. 90100. Gefrierfleiſch (zollfrei); Vorder=
jertel
54, Hinterviertel 69; verzollt 70 bzw. 80.

Frankfurter Kursbericht vom 8. Oktober 1928.

Wie Mie ee
anleihe von 1927
%o Baden Frei=
ſtaat
von 1927..
6% Bay. Freiſtaat
von 1927 ......
6% Sachſen Frei=
ſtaat
von 1927..
7%Thüringer Frei=
ſtaat
von 1927..

Dtſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
. + /,
Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl. Ablö=
ſungsſch
. (Neub

Dtſche. Schutzge=
bietsanleihe

6% Bad.=Bad. v. 26
BBerlin v. 24
8½ Darmſtdt. v. 26
7% Frtf. a. M. v. 26
2Mainz v. 26
8%Mannh. v. 26
8%Nürnberg v. 26

8% Berl. Hyp.=Bk.
8% Frkf. Hyp.Bk.
Pfbr.
8½ Heſſ. Landesol
88 Kom. Landes=
bank
. Darmſtadt
60
32 Mein. Hhp. Bk.
80 Pfälz. Hyp.Bk.
8% Preuß. Ctr.=
Stadtſchaf t...."

87.3
V
79.5
A
15.3
6.5

93.25
87.5

98
97.5
97.5
96.75

93.8

98

18% Rhein. Hyb.=B:
8O Rhein.=Weſtf.
Bd.=Credit ....
8% Südd. Bod.,
Cred.=Bank ..."
8% Württ. Hyp.=B.

Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
+ Ausl. Ser. I.
Ser. I

6% Daimler Benz
von 27
0 Klöckn=Werke
Berlin v. 26..
7%9 Mainkrw. v. 26.
%o Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 2e
8%Voigt & Häffner
*

97

5% Bosn. L. E. B.v.
1914........
4½% Oſt. Schatz=
anw
. v. 1914
4% Oſt. Goldrente
4½% Rum. Gold
von 1913 ......
4% Türk. Admin.
1. Bagd
40
Zollanl.
49
4½% 1913 Ungarn
1914
4½ Ung. Godr.
Aktien

Allg. Dt. Creditanſt
Bk. f. Brauinduſtr.
Berl. Handelsgeſ..
ſomm. u. Privatb.

97.75 Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank .. 163.25
97.25 1 Eff.=u. Wechſel=
bank
.. . . . . . . 127
Vereinsbank . .1101
98

A.
68.5

75

92.5
Ra

Ar6

40

24.25

11.5
11:/,

27.75

137.5
177.5
237
189

Diskonto=Geſellſch../162.75
Dresdner Bank . 169
Frankf. Bank
Hyp.=Bk.. 149.75
Pfobr.=Bk. /154.75
Gotha. Grundkr. B. /137.5
Mein. Hyp.=Bank 241.25
1437.75
Metallbank. . ."
Mitteld. Creditbk.
Nürnb. Vereinsbl./160
Oſt. Creditanſtalt. . 35
Pfälz. Hyp.=Ban?/160
Reichsbank=Ant. . 1298
Rhein. Creditbank 125.5
Hyp.=Bank/199.5
Südd. Bod.=Cr. Bk.
Wiener Bankverein/ 15.25 Faber, Fyy., Bleiſt

292.5 Buderus Eiſen

I.-G.I. Verkehrswi.
Dt. Eiſenb.=Geſ...
7 % Dt. Reichsbahn=
Vorzge.
Hapag ..
Nordd. Lloyd. . . .
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ

Accum. Berlin.
Adlerw. (v. Kleher)
% AEG. Vorzug/ 83.5
EG. Stamm
Baſt Nürnberg ..
Bergm. El. Werke/205
BrownBoveriECie 1157.5
Brüning & Sohn.

715

Cement Heidelberg/136.25
Karlſtadt /170
Chem. WerkeAlbert. 84.5
Fabrik Milch
Dalmier=Benz
Dt. Atl.=Telegr.. 1145
Eiſenh. Berlin
Erdö.
Gold= u. Suib.-Anſtalt /21=
Linoleumwert . 383.5

181
165

157.75
151.25
122.5

121.25
85.25
187.25
234
126.5

Eichbaum, Brauer
Elektr. Licht u. Kraft
Liefer.=Geſ.
Eſchw. Bergwerk
Eßlinger Maſchinen
Ettlinger Spinnere
F. G. Farbenindſtr.
Felt. & Guilleaum
Feinmech. (Jetter)

Frkft. Gas
Beilinge Cie.
Gelſenk. Bergwerk
Geſ. f. elektr. Un=
ternehmungen

Goldſchmidt Th.
Gritziter Maſchinen
Grün & Bi.einger
Hafenmühle Frrft.
Hammerien (Osn.
Harpener Bergbau
Henninger, Rempf
Hilpert Armaturfb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kuvfer
Hochtief Eſſen ...
Holzmann, Phil. . .

8
.... 138.5

223
178:1.
45
225
41
260.5
52.75
90.5
145
97.5
130.75

102.5
125
171
140

187
90
107
n9.75
138.25

Holzverk.=Induſtrie
Ilſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Junghans Stamm
Kali Aſchersleben.
Salzdetfurth.
Weſteregeln
Kammgarnſpinn ..
Karſtadt, R.
Klein, Schanzl.
Klöcknerwerke
Kraftw. Alt=Württ:
Lahmeyer & Co...
Lech, Augsburg ...
Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheid. Metal!
Lutz gebr. Darmſt.
Man W. Höchſt
Main;. Akt.=Br.
Mannesm. Röhren
Mansfeld. Bergb.
Mars=Werke
Metallgeſ. Franift.
Miag, Mühlenbau.
Motorenfb. Darmſt.
Neckar., Fahrzeug.
Ricbla) Hyfor
Oyvedar.
Oſterr. Alpine Mon.
Otavi Minen
Pe= aion Frrf.
Phönir Bergbau
Reiniger, Gebo.
R. Braunkohlen..
Elektr. Stamm
Stahlwerke
Riebeck Montan
RoederGb. Darmſt.
Rütgerswerke ....

K
115
89.25
285.5
481
286.5
245
233.5

175
114
320
85

120
266
31
16.25
107
192

32

108.5
15
53.1
109.5
97.5
120

127
104

Schachtleben A. G. 1200
Schöfferhof=Bind..
Schramm Lackfrb.
ſchriftg. Stempel.
Schuckert Elettr.,
Schwarz Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske
Südd. Immobilien
Zucker=AG.
Strohſt off. Ver (280
Tellus Bergbau 1119
Thür. Lief.=Geſ. 1110
Tucher. Brauerei"
Unterfr. Krs.= Elei=
tr
=Ver).
Veithwerke
Ver. ſ. Chem. Ind.
Gummifabrik
Berlin=Frankf.
Laurahütte
Stahlwerke
Ulltramarin. . .
Zellſt., Berlin
Vgtland. Maſchinen
Voigt & Haeffner !
Wanß & Frey 1ag
Wegeliu Rußfabrii
Werger Brauerei.
Zellſt. Aſchaffenke.
Memel ...."
Waldho

Alltanz 1. Stuug.
Verſicherung .
Frkft. Allg. Verſ.=G
Frankona Rück= u.
Mitv. .
Mannh. Verſich.

343
128.5
114
1209
177
395
96
146.75
165

108
92.5

97.75
171
143
82
216
139.75
159
216

140
291.5

183

[ ][  ][ ]

Ot4
Mais

Darmſtadi, den 4. Oktober 1928.
(*26475)

Für die uns anläßlich unſerer
Vermählung in ſo reichem Maße
zugegangenen Glückwünſche und
Geſchenke ſagen wir auf dieſem
Wege unſern herzlichſten Dank.
Karl Jöſt und Frau
Eliſabeth, geb. Backes.
Darmſitadt, den 9. Oktober 1928.
( 26457
Heinheimerſfr. 69.

Statt Karien.

Durchr
ſtattgefun=
uſches
im
den peſitibe
ung ſtehen.
res
na
Men 1on
Genoſſen
haften
mer Mu4

Nio

Regina Gottlieb
Hermann Pever
Verlobte (26484

Darmſſadt

Köln a. Rh.

Krieger=Verein
Darmſtadt 1874

Geſtern verſchied, unſer lieber
Kamerad und langjähriges, treues
Mitglied
Herr Johann Würtz
Krim.=Inſpektor
bei der heſſ. Staatsanwaltſchaft.
Die Beerdigung findet am Diens=
tag
, den 9. d Mts nachm. 3 Uhr,
auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Wir bitten um zahlreiche Be=
teiligung
.
Der Vorſtand.
16137

Pfarrvikar Wilhelm Köhler
und Frau Elſe, geb. Jöſt
geben ihre Vermählung
bekannt.
Eberſtadt b. D.
Wenings i. O.
Kirchl. Trauung: Dienstag, 9. Oktober,
nachm. 3 Uhr, in der Kirche zu Eberſiadt.
Aſ3ß0

Todesanzeige.
Nach langem Leiden ſtarb am
Sonntag, den 7. Oktober meine
liebe, gute Schweſter
Fräulein
Johanna Beyer
Tochter des verſtorbenen Großh.
Hoftheatermalers Carl Beyer
im Alter von 63 Jahren.
Die Beerdigung findet Mitt=
woch
, den 10. Oktober, nach=
mittags
3 Uhr, auf dem alten
Friedhof von derFriedhofskapelle
(*26416
aus ſtatt.
profeſſor Adolf Beger.

Nachruf.

Am Samstag um 3½ Uhr ver=
ſtarb
nach kurzer Krankheit der
Polizeiwachtmeiſter der Bereit=
ſchaftspolizei
Darmſtadt

Dem pflichttreuen, ſtrebſamen
und beliebten Kameraden werden
wir jederzeit ein treues Andenken
(16157
bewahren.
Für die Beamten der
Bereitſchafts=Polizei Darmſtadt
Dr. Uſinger
Polizei=Direktor.

8 PS., N S. U.,
fahrber., m Bel. u.
Soz. zu vk. Eberſtadt,
Heidelbergerſtr 41.
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Die Einäſcherung findet am Mittwoch, den 10 Oktober,
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Frau B. Dintelmann und Familie
L. Dintelmann und Frau.
Darmſtadt, Bremen, den 8. Oktober 1928.
Ochſengaſſe.
Die Beerdigung ſindet Mittwoch, den 10. Oktober 1928,
um 2 ½ Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
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Seite 14

Dienstag, den 9. Oktober 1928

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Nummer 281

Dienstag, den 9. Oktobet 1928.

Seite 13

Reich und Ausland.
Uebergabe der Jugendburg in Freusburg
an die deutſche Jugend.
Freusburg. Ueber 2000 Freunde derJugend=
herbergen
und Mitglieder von Jugendverbänden aller
Richtungen ſowie zahlreiche Vertreter der Behörden
waren am Sonntag auf der Freusburg an der Sieg
verſammelt, um der feierlichen Uebergabe der Ju=
gendburg
an die deutſche Jugend beizuwohnen. Im
Namen der Reichsregierung ſprach Reichsinnenminiſter
Severing, der ſeiner Freude darüber Ausdruck gab,
daß die Vertreter der Jugend aller Bekenntniſſe und
politiſchen Richtungen in Eintracht und jugendfrohem
Wollen ſich zuſammengefunden hätten. Die Jugend
könne ſich nicht früh genug zur Selbſtverwaltung
üben. Deshalb habe auch die Reichsregierung den
Ausbau der Burg tatkräftig unterſtützt.
Paratyphuserkrankungen in Dresden.
Dresden. Vor einigen Tagen ſind im Dres=
dener
Ratsweinkeller mehrere Perſonen nach dem
Genuß verabreichter Speiſen mehr oder weniger
ſchwer unter Vergiftungserſcheinungen erkrankt, die
ſich in hohem Fieber und ſtarkem Brechreiz äußerten.
Unter den Erkrankten, deren Zahl ſich auf 35 beläuft,
befinden ſich mehrere Angehörige des Bakteriologi=
ſchen
Inſtituts im Friedrichsſtädter Krankenhaus,
welche im Ratskeller eine Feier veranſtaltet hatten,
ſowie auch Perſonal des Ratskellers. Die ſtädtiſche
Geſundheitspolizei iſt in Verbindung mit der Landes=
ſtelle
für öffentliche Geſundheitspflege mit der Auf=
klärung
des Falles beſchäftigt. Samstag iſt eine von
auswärts zugereiſte Dame, die anfangs nur leicht er=
krankt
war, unter Erſcheinungen von Herzſchwäche
geſtorben. Soweit die bisherigen Ermittlungen er=
geben
haben, handelt es ſich um Paratyphus B. Die
Erkrankungen ſind zunächſt meiſt ſtürmiſch verlaufen.
In der Mehrzahl der Fälle ſind ſie aber bald ab=
geklungen
. Die Anſteckung iſt am vorigen Dienstag
abend durch einen als Bazillenträger ermittelten
Küchenangeſtellten im Ratsweinkeller erfolgt, der
ſofort aus dem Betrieb entfernt und dem Kranken=
haus
zugeführt wurde. Sämtliche Vorbeugungs=
maßnahmen
ſind eingeleitet worden.
Zu den bei Gäſten des Dresdener Ratsweinkellers
vorgekommenen Darmerkrankungen wird noch mitge=
teilt
, daß zu den bereits gemeldeten Fällen noch wei=
tere
ſechs Krankmeldungen hinzugekommen ſind. Da
auch Küchenangeſtellte erkrankt ſind, iſt vorſichtshalber
Montag früh der Wirtſchaftsbetrieb des Ratskellers
bis auf weiteres medizinalpolizeilich geſchloſſen wor=
den
. Wie wir weiter erfahren, ſtammt die am Sams=
tag
geſtorbene Dame aus dem Rheinland. Das Er=
gebnis
der Montag vorgenommenen Sektion der ge=
richtlich
beſchlagnahmten Leiche ſteht noch aus. In
einer Montag nachmittag ſtattgehabten Preſſebe=
ſprechung
wurde mitgeteilt, daß die Wirtſchaftsan=
lagen
des Ratskellers in beſter Ordnung befunden
worden ſeien. Es beſtätigt ſich, daß die Erkrankungen
tatſächlich von einem als Bazillenträger ermittelten
Küchenangeſtellten ausgegangen ſind, der ſchon ſeit
zwei Jahren im Ratsweinkeller beſchäftigt war.
Großfeuer in Dresden.
Ein Motorradfahrer beim Zuſammenſtoß mit der
Feuerwehr getötet.
Dresden. Am Sonntag nachmittag brannte
ein großer Betriebsſchuppen der Oſtdeutſchen Säge=
baugeſellſchaft
m. b. H., in dem in Tag= und Nacht=.
ſchichten Walzaſphalt hergeſtellt wird, nieder. Wäh=
rend
des Brandes erfolgten mehrere Exploſionen. Bei
der Abfahrt der Feuerwehr wollte ein Motorrad=
fahrer
noch zwiſchen zwei Fahrzeugen hindurchfahren,
wurde aber erfaßt und auf die Straße geſchleudert.
Der Fahrer war ſofort tot. Sein auf dem Sozius
ſitzender Bruder wurde ſchwer verletzt.
Exploſion bei der Deutſchen Erdöl=A.=G.
in Leipzig.
Leipzig. Am Sonntag explodierte bei der
Deutſche Erdöl=A.=G. in Regis=Breitingen ein Gene=
rator
, wobei vier Perſonen, die mit der Reinigung
beſchäftigt waren, verletzt wurden. Sie wurden in
ein Leipziger Krankenhaus eingeliefert. Zwei der
Verletzten ſtarben im Laufe des Tages. Die Explo=
ſionsurſache
iſt bisher noch nicht geklärt.
Straßenbahnzuſammenſtoß in Berlin.
Berlin. An der Kreuzung der Bernauer und
Ackerſtraße ſtieß Sonntag nachmittag der Triebwagen
eines Straßenbahnzuges mit großer Heftigkeit auf
den Anhänger eines anderen Straßenbahnzuges, ſo
daß in dem Anhänger ſämtliche Glasſcheiben zer=
ſprangen
und die Seitenwand eingedrückt wurde. Von
den Inſaſſen erlitten fünf Perſonen leichte Verletzun=
gen
, zwei weitere einen Nervenſchock, ein achter
einen Unterſchenkelbruch.
Wiſſenſchaftlicher Berater
für die Deutſche Bank.

Die Eröffnung der Internationalen Luftfahrt=
Ausſtellung in Berlin.

Berlin, 8. Oktober.
Unter außerordentlicher Beteiligung von promi=
nenten
Vertretern der Reichs= und Staatsverwaltung,
der ſtädtiſchen Körperſchaften, der Diplomatie und der
Preſſe iſt geſtern vormittag die Ila Berlin 1928 der
Oeffentlichkeit übergeben worden. Der Begrüßungs=
anſprache
des Oberbürgermeiſters Böß folgte die Er=
öffnungsrede
des Reichsverkehrsminiſters v. Guérard,
der die Grüße des Protektors der Ausſtellung, des
Reichspräſidenten v. Hindenburg, übermittelte und im
Namen der deutſchen Reichsregierung ganz beſonders
die zahlreichen ausländiſchen Gäſte willkommen hieß.
Die ſtets wachſende Bewegung eines regelmäßig be=
triebenen
Luftverkehrs, an dem wir wegen unſerer
zentralen Lage in Europa ein beſonderes Intereſſe
haben, ſo führte der Reichsverkehrsminiſter aus, hat
trotz aller Bedenken den Entſchluß zu dieſer Inter=
nationalen
Luftfahrtausſtellung gezeitigt. Dieſe Aus=
ſtellung
zeigt die gewaltigen Fortſchritte, die ſeit der
1. Internationalen Luftfahrtausſtellung, die in dem

fahrt beſonders deutlich zeigt, nur gelöſt werden
durch Zuſammenarbeit der Nationen der Erde, nicht
durch Gegeneinanderwirken. Die Schlußanſprache
hielt der Vorſitzende der Ausſtellungsleitung der Ila,
Direktor Dr. Huth, Vorſitzender des Reichsverbandes
der Luftfahrtinduſtrie, der darauf hinwies, daß auf
der Ausſtellung die geſamte Flugzeugbauinduſtrie der
Welt vertreten iſt. Im Anſchluß an die Eröffnungs=
feier
, die mit einem allgemeinen Hoch auf das deutſche
Vaterland und in dem gemeinſamen Geſang des
Deutſchlandliedes ausklang, beſichtigten die Ehrengäſte
die in allen Teilen fertige Ausſtellung.
Feſtabend des Reichsverkehrsminiſteriums aus
Anlaß der Eröffnung der Zla.
Berlin. Zu Ehren der aus Anlaß der Eröff=
nung
der Ila in Berlin anweſenden in= und aus=
ländiſchen
Gäſte veranſtaltete das Reichsverkehrs=
miniſterium
am Sonntag abend im Hotel Eſplanade

Ein ruſſiſcher Aero=Gleiter auf Schneekufen erreicht bei relativ geringem Kraftverbrauch mit Hilfe
eines Flugzeugpropellers 120 Stundenkilometer.

Jahre 1909 ebenfalls unter dem Namen Ila in
Frankfurt a. M. ſtattfand, erzielt worden ſind. Die
gegenwärtige Ausſtellung ſoll die Bedeutung der
Luftfahrt als modernes Verkehrsmittel dartun. Werke
des Friedens, die friedlichen Zwecken dienen, ſind,
nebeneinander geſtellt, nicht fliegende Feſtungen.
Flugzeug und Luftſchiff können ſich nicht an Völker=
grenzen
halten. Sie verbinden die Völker auch über
das Meer hin. Es iſt nicht vermeſſen, wenn ich ſage,
daß vielleicht die Zeit kommt, da unſer Planet zu
klein ſein wird. Auf dem Gebiet der Verkehrsluft=
fahrt
darf kein Platz ſein für Einzelhemmungen. Sie
kann ihre volle Bedeutung nur in der Welt gewin=
nen
. Nur durch Zuſammenarbeit aller Völker der
Erde iſt ihre große Zukunft geſichert. Der Wunſch
der deutſchen Reichsregierung geht dahin, daß das
Werk des Friedens, das dieſe Ausſtellung iſt, dazu
beitragen möge, die Entwicklung der Luftfahrt für die
nahe und fernere Zukunft zu fördern, daß ſie aber
auch helfen möge, die Beziehungen der Völker zu=
einander
herzlicher zu geſtalten. Die großen Kultur=
aufgaben
der Menſchheit können, wie das die Luft=

einen Empfangsabend, zu dem in Vertretung der
zum Teil durch Reiſen verhinderten Mitglieder der
Reichsregierung faſt ſämtliche Staatsſekretäre, zahl=
reiche
preußiſche Miniſter, die Ländergeſandten und
Vertreter der Reichstags= und Landtagsparteien er=
ſchienen
waren. Reichsminiſter von Guérard konnte
in ſeiner kurzen Begrüßungsanſprache außerdem
zahlreiche Herren des diplomatiſchen Korps begrüßen.
Der Abend bot Gelegenheit zu einer ausführlichen
Ausſprache über alle Probleme der internationalen
Luftfahrt, wobei man aus prominentem Munde An=
erkennung
über den hohen Stand der deutſchen Luft=
ſchiffahrt
und über das glänzende Gelingen der Jla‟,
hören konnte. Miniſter v. Guérard wies darauf hin,
daß er ſtolz darauf ſei, daß die Ausſtellung nicht nur
das Intereſſe der Fachleute, ſondern auch der Maſſen
gefunden habe, wie das ſchon der ſtarke Beſuch am
Sonntag bewieſen habe. Er empfahl den anweſen=
den
Diplomaten, noch mehr als bisher den Luftfahr=
zeugen
ihr Intereſſe zuzuwenden und die Flugzeuge
noch mehr als bisher auch in den diplomatiſchen
Dienſt zu ſtellen.

Zur Zentraliſierung des Berliner Fernverkehrs.
Bahnhof, Hotel, Varieté und Bureaus im Wolkenkratzer der Zukunft.

Graf Zeppelin
zur Werkſtättenfahrt geſtartet.
Friedrichshafen. Das Luftſchiff Graf
Zeppelin iſt Montag 13,33 Uhr, zur Werkſtätten=
fahrt
geſtartet.
Friedrichshafen. Zum Start des Graf
Zeppelin zur letzten Werkſtättenfahrt wird er=
gänzend
berichtet: Um 13,15 Uhr wurden die Oſttore
der großen Halle geöffnet. An den Laufkatzen noch
verankert, ſetzte ſich das Luftſchiff um 13,27 Uhr
langſam in Bewegung. Um 13,33 Uhr war der Start
glatt vollzogen, dem viele Zuſchauer, auch aus Oeſter=
reich
und der Schweiz, beiwohnten. Das Luftſchiff
erhob ſich in 100 Meter Höhe und nahm Kurs nach
Oſten, überflog den Bodenſee und drehte dann nach
Weſten in Richtung Konſtanz. An Bord ſind im gan=
zen
80 Perſonen. Dr. Eckener und Kapitän Leh=
mann
fliegen diesmal nicht mit. Sie beobachten
vielmehr die Manöver vom Lande aus. Die Führung
befindet ſich in den Händen des zweiten Kapitäns
Flemming.
Die Vorbereitungen für den Zeppelinempfang
in Amerika.
NewYork. In Lakehurſt herrſcht ſeit Sonntag
großer Andrang. Zahlloſe Beſucher verſuchen, ſich
Eintrittskarten für den Zeppelinempfang zu beſor=
gen
, müſſen jedoch unverrichteter Sache zurückkehren,
da bereits über faſt alle Plätze verfügt iſt. Man
rechnet beſtimmt damit, daß der Marineminiſter Wil=
bur
mit ſeinem ganzen Stabe bei der Landung an=
weſend
ſein wird. Aus Kreiſen der Marineleitung in
Lakehurſt wird ſogar verſichert, daß die Möglichkeit
des perſönlichen Erſcheinens Coolidges nicht ausge=
ſchloſſen
ſei. Los Angeles iſt nach Texas aufge=
ſtiegen
, wird aber noch rechtzeitig zu den Empfangs=
feierlichkeiten
des Graf Zeppelin zurück ſein. Das
Luftſchiff ſoll ſodann am Ankermaſt befeſtigt werden,
während Graf Zeppelin allein in die Halle ge=
ſchoben
wird. Commander Roſendahl ſuchte in
einem Telegramm bei der amerikaniſchen Marine=
leitung
nach, ſämtlichen amerikaniſchen Schiffen die
Zuweiſung zu geben, den Zeppelin während ſeiner
Ueberfahrt mit Wetternachrichten zu beliefern. Die
Marineſtation in Lakehurſt gab eine Zeppelinfeſt=
ſchrift
heraus, in der die Geſchichte Zeppelins mit
zahlreichen Bildern der verſchiedenſten in Friedrichs=
hafen
hervorgegangenen Luftſchiffen dargeſtellt iſt.
Sieben Arbeiter bei Straßenbauarbeiten
getötet.
Neapel. Bei Straßenbauarbeiten ereignete ſich
ein Erdrutſch. Sieben Arbeiter fanden dabei den
Tod, drei wurden verletzt.
Folgenſchwerer Brand im Strafgefängnis
von Ohio.
London. Nach Meldungen aus New York ſind
infolge eines Brandes im Schlafſaal des ſtaatlichen
Strafgefängniſſes von Ohio 15 Gefangene verbrannt.
Das Feuer brach plötzlich nachts aus und verbreitete
ſich mit großer Schnelligkeit, wodurch eine große Ver=
wirrung
entſtand und zahlreiche Gefangene zu en=
fliehen
verſuchten. In dem Schlafſaal waren 28 Ge=
fangene
untergebracht. Außer den Verbrannten haben
acht weitere Gefangene ſo ſchwere Brandwunden er=
litten
, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird.
Vier Flugzeugabſtürze in Amerika.
Acht Tote und zwei Schwerverletzte.
New York. In Detroit ſtießen bei einem Lan=
dungsmanöver
zwei Flugzeuge zuſammen, wobei das
eine in Flammen aufging und das andere vollkommen
zerſtört wurde. Fünf Perſonen fanden den Tod.
In Denver, der Hauptſtadt von Colorado, ſtürzte
ein Flugzeug aus einer Höhe von 2000 Fuß ab. Die
beiden Inſaſſen, zwei Schweſtern, waren auf der
Stelle tot, und der Führer ſchwer verletzt
Bei einem Flugzeugabſturz in Cincinati (Ohio)
wurde der Führer getötet und ein Paſſagier ſchwer
verletzt.
Orkanſchaden in Neu=Südwales.
Sidney. Ein heißer, mit einer Geſchwindigkeit
von 63 Meilen in der Stunde wehender Sturm
wütete am Sonntag in Neu=Südwales. Er riß
Hunderte von Häuſerdächern ab und entwurzelte
Bäume. Außerdem brachen Waldbrände aus, die die
Gefahren noch erhöhten. Einige Automobile ſtießen
infolge der ſchlechten Sicht auf den von Rauch und
Staub eingehüllten Straßen zuſammen. Eine Pa=
pierfabrik
in Cumberland, die in der Brandzone lag,
wurde vernichtet. Der Sachſchaden wird auf 250 000
Pfund Sterling geſchätzt. Es ſteht noch nicht feſt, ob
auch Menſchen ums Leben gekommen ſind.
Die größte Glocke der Welt.

Dr. Melchior Palyi,
der geſchätzte Volkswirtſchaftler der Berliner Han=
delshochſchule
, wurde als wiſſenſchaftlicher Beirat in
die Direktion der Deutſchen Bank berufen. Es iſt
das erſtemal, daß eine deutſche Großbank dem be=
währten
amerikaniſchen Beiſpiel folgt und einen
Theoretiker zur führenden praktiſchen Arbeit heran=
dieht
. Dr. Palyi iſt 37 Jahre alt und Sohn eines
bekannten Budapeſter Chefredakteurs.

Der projektierte Rieſen=Zentralbahnhof am Gleisdreieck in Berlin,
Die Zentraliſierung des Berliner Fernverkehrs wird ſchon ſeit langem gefordert. Zu umſtändlich
iſt der läſtige Bahnhofswechſel, den der von der Nord= oder Oſtſee kommende Reiſende zur Wei=
terfahrt
nach dem Süden, Weſten oder Oſten vorzunehmen hat. Auch der Berliner Stadtverkehr
zwiſchen dem Lehrter bzw. Stettiner und dem Potsdamer bzw. Anhalter Bahnhof iſt hierdurch
ſtark belaſtet. Nunmehr hat der Ingenieur Schammler einen neuen Plan zur Errichtung eines
Zentralbahnhofs für Berlin ausgearbeitet. Dieſer Zentralbahnhof würde der größte der Welt
ſein und dürfte gleichzeitig ein großes Hotel und Bureauhaus in ſich beherbergen. Im 19. und
20. Stockwerk ſoll ſich eine Straße mit Verkaufsläden, über den Schalterhallen ein Welt=Varieté
und in den Lichthöfen größere Ausſtellungshallen befinden. Oben, in 150 Meter Höhe, ſind ein
großes Kaffeehaus und Dachgärten geplant. Unſer Bild zeigt den gewaltigen Eindruck, den der
rieſenhafte Bahnhof machen würde,

Die Zar Kolokiol=Glocke in Moskau
iſt die größte der Welt. Ihr gigantiſches Erzgebilde
wiegt ſoviel wie 209 Laſtpferde und beſitzt ſo un=
geheure
Dimenſionen, daß es ſelbſt in eine Kapelle
umgeſtaltet wurde. Als Eingang dient ein rieſiger
Riß in der Glockenform, über deſſen Entſtehung viele
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Wüstenrausch‟
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Beginn 3½ Uhr.

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Heute noch:
Die letzte Galavorstellung im Zirkus Wolfson
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3X13, ein lustiger Detektivfilm in 5 Akten.
Ab morgen: Matrosenllebchen‟, ein Film der Liebe zweier Frauen zu einem Seemann
der das Leben und Treiben in einer großen Hafenstadt zeigt Dazu:
Streng wertraulicht Eddie Cantor der Lausbub d r allen Erziehungsversuchen
seines Vaters ein schnippchen schlägt und Meister-Detektiv wl d
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Nummer 281

Dienstag den 9 Okiober 1928

Seite 17

Zoun aad ihen Srsnn.

Roman von Walter Weilshaeuſer.
Nachdruck verboten

Fehrenbach ſetzte ſich auf das unbequeme, gelbfüßige Sofa.
Sein Blick ſchweifte durch die Scheiben, vor denen blau und un=
getrübt
der Himmel ſchwamm.
Sonſt ſah er nichts als ſchimmernde Weite.
Schritte kamen die enge Treppe hinauf, ſchwer und ſchlep=
pend
. Die alte Drexler brachte den Nachmittagskaffe, ſchon jahre=
lang
pünktlich auf die Minute. Denn ſie nahm ihre haushälte=
riſchen
Pflichten ſehr ernſt. Sie klopfte, trat ein und ſetzte be=
häbig
das Tablett nieder.
Fehrenberg blickte ſie mit ſeinen liſtigen, grauen Aeuglein
hinter der großen Brille prüfend und mit verhaltener Luſtigkeit
an. Sie hatte etwas auf dem Herzen; das ſah er. Aber noch
konnte ſie ſich nicht entſchließen zu ſprechen. Sie ging unſchlüſſig
zu dem Pult und wiſchte mit dem Schürzenzipfel über eine Ecke.
Er kam ihr nicht zu Hilfe.
Nun endlich: Herr Fehrenberg, Sie wiſſen ja, daß ich nicht
gern über andere Leute rede? Sie trat an den runden Tiſch
heran.
Fehrenberg ließ die Frage als rhetoriſche beſtehen. Denn er
wußte ganz genau, daß die Frau das Menſch gewordene Stadt=
blatt
war und in bezug auf die Nachrichtenverbreitung den lokalen
Teil der Ortszeitung bisher ſtets um mehrere Längen geſchlagen
hatte. Wie alle Frauen, die unbemannt ihr bißchen Leben zu
Ende bringen, hatte ſie oft Langeweile und horchte deshalb gern
auf die Straße. Die empfangenen Neuigkeiten verarbeitete ſie
dann bei einer lebhaften Phantaſie ſo nachdrücklich, daß ſie
ſchließlich ihre urſprüngliche Faſſung gewaltig geändert hatten.
Das merkte ſie aber nicht, ſie glaubte feſt an das, was ſie ſagte.
So klatſchte ſie, nicht gerade aus Schlechtigkeit, ſondern mehr aus
Unterhaltungsbedürfnis. Selbſt nur ein geringes Steinchen im
bunten Moſaik des Lebens, viel getreten und faſt immer über=
ſehen
, war es ihr eine beſondere Genugtuung, etwas über die
beſſern Leute zu erfahren, das ihre Schwächen oder gar Fehl=
tritte
betraf. Sie, die einfache Frau, fand in dieſem Wiſſen eine
Genugtuung einer Klaſſe gegenüber, die ihr gar nicht ſo ärgerlich
geweſen wäre, hätte auch ſie die Vorzüge des Anſehens und ſiche=
ren
Einkommens genoſſen wie jene. Wären alle gleich, würde
keiner den anderen beneiden.
Herr Fehrenberg, da Sie doch der Onkel vom jungen Herrn
Frank ſind, was man ſo redit

Da horchte Fehrenberg auf. Fritz war nicht ſein rechter
Neffe. Aber er verkehrte ſchon jahrelang im Amtsrichterhaus,
hatte Fritz als Kind auf ſeinen einſamen Spaziergängen mit=
genommen
und auch ſpäter immer ein gutes Wort oder einen
guten Rat für ihn übrig gehabt. So war er mit der Zeit der
Familie verbunden, Hausonkel bei Franks geworden, beſſer ge=
litten
als mancher Blutsverwandte.
Nun, was ſpricht man denn, Frau Drexler?
Das klang ruhig, aber doch drückte eine leiſe Beſorgnis ſein
Herz. Er kannte den Amtsrichter.
Ach Gott, wie ſo die Leute reden, ſagte ſie ſcheinbar ver=
ächtlich
. Sie ſpürte nicht, daß ſie ſelbſt zu denen gehörte, die ſie
geringſchätzte. Er läuft mit der Lore vom Kreuz ſagen ſie.
Sagen ſie, nur immer hübſch vorſichtig und ſich nicht feſt=
legen
! Das iſt die bewährte Feigheit des Klatſches.
So, ſo. Fehrenberg warf ein paar Krümel in die Taſſe.
Gewiß, plapperte die jetzt zutraulich werdende Alte, man
könnte dem jungen Herrn und auch dem Mädchen nichts Schlim=
mes
nachſagen, beileibe nicht! Aber man hätte ſie öfter im
Sonnenſchein in’s Wäldchen gehen ſehen, und erſt in der Däm=
merung
ſeien ſie wiedergekommen.
Spritzer, die auf einen ſauberen Rock geworfen wurden, nicht
gerade ſchmutzten, aber doch ſichtbar waren.
Sauberen Rock ..
Nun, man würde ja ſehen. Fehrenberg wehrte der Ge=
ſchwätzigen
leicht mit der Hand und mahnte ſcheinbar gleichmütig:
Drexlerin, ſeien Sie recht vorſichtig! Was Sie mir hier
oben ſagen können, dürfen Sie nicht auf die Straße tragen.
Warum ſoll Herr Frank nicht mit Fräulein Meckler ſpazieren
gehen?
Nahm ſein abgegriffenes Hütchen vom Haken und den feſten
braunen Stock in die Hand und verließ das Stübchen.
Frau Drerler war nicht zufrieden. Sie ſtarrte ein Weilchen
durch das Fenſter auf die Dächer, die im Licht der Sonne ſeltſam
hell glommen.
Dann nahm ſie das Geſchirr und murmelte ein wenig ver=
droſſen
:
Ach, die ...
Womit ſie in ihrer für gewöhnlich ſehr deutlichen Ausdrucks=
weiſe
etwa ſagen wollte:
Eine Krähe hackt der anderen die Augen nicht aus.
Lore ſchlenderte ihren Lieblingsweg hinab, unter den Wei=
den
am ſchnell fließenden Bach dem Stadtwald zu.
Blau und rot und gelb leuchtete es in den Wieſen. Das
Korn ſtand mannshoch und nickte ſchickſalsbewußt auf den hohen,
ſchlanken Halmen im lauen Winde.

Die Gräſer wehten ſchläfrig, wartend ſtand der Wald.
Sie ſchritt die ſchattige Straße entlang.
Harzduft kroch aus verſchwiegenem Dunkel, und die heiße
Luft ſtand unbeweglich zwiſchen den Stämmen und trug den
Geruch von Erde und Pilzen.
Die Fliegen behaupteten hartnäckig und in ſtoßendem Flug
das Feld über der weißen Straße, Hummeln warfen ſich ſchwer=
fällig
von Blüte zu Blüte. Ueberall war ein feines Singen und
Klingen.
Im zitternden Blau ſchwebte ein Weih, die Flügel regungs=
los
gebreitet.
Und in all: dieſe Unbeſorgtheit, dieſen ergreifenden, etwas
hochmütigen Frieden ſchleppte das Mädchen ein Herz voll ſchwe=
rer
Sorgen .Ihre Liebe zu Frank war es, die ſie traurig machte,
und die ſie doch hütete wie ein Heiligtum. Aber das Feuer auf
dieſem opferbeladenen Altar loderte nicht mehr mit der heißen,
hellen Flauime wie damals.
Sie ſelbſt neigte ſich wohl zu ihrem Liebſten in der alten Zu=
neigung
und Hingebung. Sie hatte ihm alles gegeben, und doch
waren ſeine Antworten zögernd, ausweichend, wenn ſie ihn zart
andeutend um das Letzte fragen wollte.
Seine Jugend wehrte zunächſt einem Entſchluß, nicht böſer
Wille.
Als Weib ſah ſie in der Verbindung, die ſie eingegangen war,
naiv und vertrauend, als ſelbſtverſtändliches Ende eines ſolchen
Erlebniſſes die Ehe. Alles in ihr drängte zu dieſem erſehnten
Ziel, das ſie mit geſchloſſenen Augen oft dicht vor ſich ſah.
Sie würde doch einmal offen mit ihm ſprechen.
Da ſtand, ein paar Schritte ins Grün hineingebaut, eine alte
Naturbank, krumm und verwittert, umwuchert von frrotzendem
Nadelholz, ein Plätzchen wie geſchaffen zum Ausruhen und Nach=
denken
. Der ſchmale Zugangsweg, halbverwachſen und feſt=
getreten
, zwiſchen Steinen, Gras und Moos laufend, zeigte wie
ein Finger in die Stille.
Der Specht klopfte, ein Kuckuck rief. Die Sonne wurde müde.
Schritte klapperten auf der Straße.
Lore hörte ſie nicht. In dieſer Einſamkeit ſtand ihr Schickſal
auf einmal drückend groß und drohend vor ihr. Sie ſann. Was
birgt die Zukunft?
Das Weinen war ihr nahe. Sie fühlte ſich ſo verlaſſen
wie nie.
Die Schritte kamen näher, ſchlürfend, ſtockend, dann wieder
ſchnell und haſtig ſtrebend.
Balder war es, mit einem feſten Stock in der Hand, nicht
fröhlich wandernd, ſondern wie ein lauerndes Tier, zögernd, den
ſcheuen Blick hier und da in das Dickicht werfend, mißtrauiſch
und ohne Ruhe.
(Fortſetzung folgt.)

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, daß Siesicher-
lich
diese Gelegenheit gern ergreifen
werden, um so vorteilheft wie bei uns
IhreWünsche Wahrheit werden zulassen

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pe: Melange- Filz-
lfen
mit Kips-
1. Seidenfutter

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neue aufgeschlagene
Modeform, ein- und
rweifarbig Modefarb.

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Auf unsere neu eingerichtete, interessante
Putz.-Abteilung
machen wir Sie besonders aufmerksam.
Sie stcht unter Leitung einer ersten fran-
zösischen
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ser
Abteilung schen, ist äußerster Schick
und feinster Geschmack. Und trotzdcm
sind auch hier unscre Preise nicht ctwa
Phantasie-Preise sondern, wie Sie schon
aus diesen Angeboten schen, durchaus
vorteilhatt und bescheiden.
Unsere Putz.-Abteilung ist ein Schmuck-
kästchen
, und Sie sollten keineswegs ver-
säumen
, ihr einen Besuch abzustatten.

ker Filzhut, glott
langhaarig, fein-
Modellkopie, Pa-
rOriginalputz

Orise
Dden,
2I.
TEchick komd

E
1d verbo

[ ][  ][ ]

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Aagensstattstsadcebesrshanstttteen
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m breit,
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ca. 100 cm breit, Wolle mit
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Crepede chine reinseid, Kleiderware
in gr. Farbenspiel, besond. preiswert Mtr.
Ca. 100 cm breit, reine
Crepe-Satln Seide, in den Modelarben,
der beliebte Stoff für Hbendkleider .. Mtr.

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2
2.
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6
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Velour-Chiffon
Jacquard,
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Mtr. 24 50, T
schaftskleider

in allen Nuancen
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reine Wolle,
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dunkelfarbig
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ca. 100 cm. breit, große
Crepe-Unde Farbenauswahl, reine
Wolle, der Modestoff
Mtr.
ca. 130 cm breit, reine
Crepe-Caid Wolle, die beliebte Stoff=
Mtr.
140 cm br., marine
Woll-Ottomane und schnarz, Sehr
preiswert
Mtr.
gemustert, englische Art,
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täten
, ca. 145 cm breit
Mtr. 6.90,

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ca. 145 cm breit
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8cmMtr. 0.58, 0.42, OO
tücher Mtr. 0.85,C

80 cm breit, ſein-
Heindentuch fädigessüddeutsches
Mtr. 0.58,
Fabrikat

ca. 80 cm breit, starkfädig
Cretonne für Bettwäsche Mtr. 068 9O

Ca. 80 breit, erprobte Qua- E
Renforce ltäten
Mtr. 0,95, 072, OO
30 cm breit für Bettbezüge
Linon Mtr. 1.25, 0.88, ca. 80 cm breit
für Kissenbezüge Mtr. 0,85, 0.68, OO=
ca
. 80 cm breit für
Rein Mako elegante Leibnäsche

Mtr. 0.98, 085, 0O.

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Haustuch 150 cm breit Mtr. 1.,65, 1.25, 1 1
Mtr. 1.45, I
ca. 140 cm breit
ca. 160 cm breit für Bett- und
Cretonne Koltertücher Mtr. 2.10, 1.75,
Mtr. 1.95 4.
ca. 150 cm breit
verschiedene Streiſen, extra
Bettsatih schwere Aussteuer- Quali=
täten
Mtr. 2.75, 2.25, gute Vertrauens-
Mtr. 1,75, 1.35, 1O=
Qualitäten
ca. 130 cm breit, neueste
Bettdamast Blumenmuster

Mtr. 2.10, 1.65,
ca. 130 cm breit. feine
Bettdamast Rein-Mako-Qualitäten in
.. . Mtr. 4.25, 3.60,
aparten Mustern

Wee
Bettuch-Halbleinen Oualts-
ten
, Ca. 160 cm br. Mtr. 3.45,2.95, ca. 150cm
breit Mtr. 2.25, 1.75, ca. 140 cm breit Mtr.

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Ca. 80X80 cm, glatt u. mit ver-
Kissenbezüge schied Festonbogen 1.65, 1.as 989
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ca. 80 X 80 cm mit bestickten 65
Kissenbezüge Eken
1a5, 1
Passendes Koltertuch ca. 150X250 cm 6.25, 5.50
ca. 80X80 cm, Ia Linon oder
KisSenbezuge Renforce mit landgesogenen
Hohlsäumen und Tupfenstickerei".
3.75,
2
Passendes Koltertuch 150 X250 cm 9.75, 8.50
ca. 80 X80 cm, starkfädiger
Parade-Kisseh Linon, vierseitig garniert mit

gebleicht Haustuch ca. 150 X 240 cm
Bettücher geschnitten 4.75, 3.95
ca. 140 X225 cm, geschnitten 4.25,

Säumchen, Klöppeleinsatz und Volant . 6.25,
Fassendes Koltertuch ca. 150X250 cm 10.75, 8.90
aus la gebleicht. Cretonne ca. 150X240
Bettücher em, geschnitten 4.95, 4.25
ca. 150 X 225 cm geschnitten
volle Größe aus gestr. Sat. 6.25, 4.75
Bettbezuge aus Linon in starklädiger Qualität
volle Größe aus Damast in schönen
Bettbezüge Bumenmustern . . . 4.25, 6.50,

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2i
39
2
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mit Hand-Hohlsaum u. Handstickerci aus la Renforcé
u. Reinleinen, reichhaltiges Sortiment, alle Preislagen

voll gebleicht, Damastmuster
Tischtücher dröße 130K165 cm
Stück
Passende Servletten 60X60 cm, Stück 0.68
Ia schlesisches Halbleinen
Lischtücher dröde ca. 1208150 cm Stück
Servietten passend, ca. 56X56 cm, Stück 0.85
Ia Reinleinen, Größe 130X160 cm
Stück
Tischtücher
Servietten passend, ca. 60X60 cm, Stück 1.25
la Reinleinen Jacquard, voll ge-
Lischtücher bleicht, ea. 1258160 cm Stück
Servietten passend, 60X60 cm, Stück 1.45
weiß mit indanthreenfarbig. Borde,
Teegedeck 13o8160 cm, mit 6 Servietten 6.40
ca. 130X130 cm, mit 6 Servietten
Ta Halbleinen, mit Blumenbordüre
Teegedeck ca. 130X160 cm mit 6 Servietten
15.75
Kunstseide, indanthreenfar-
Kaffee-Decken big, in modernen Künstler-
ustern
, ca 130X160 cm
Stück 9.75
ca. 130X160 cm, in schweren
Kaffee-Decken dobelin-Mustern m. kunst-
12.75
seidenen Elfecten .

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aus bestem schlesischen Reinleinen, 180X225 cm
Passende Serrletten, Ca. 60860 cm 2.75 44

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ca. 80 cm breit, Mtr. 0.85, 0.68
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ca. 74 cm b.
Croisé-Finetterasocm br.
extra schwere Qualitäten, fein geköp.
Mtr. 1.98 1
Bettuch-Bieber
1
ca. 148 cm breit, Köperware, Mtr. 1.95
Bettuch-Bieber
schwere Oualitäten, ca. 160 cm breit O25
Mtr. 3.40, 2.95, Ca. 150 cm breit, Mtr. 2.75 Z
Bieber-Bettücher
glatt weiß oder mit indanthreenfarbi-
ger
Kante, ca. 150X220 cm 5.50, 4.75,
ca. 150X200 cm 3.60, 2.95 und ca. 140
R190 cm
Stück 2.45
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in enormer Huswahl, neueste Muster
Ntr. 1.,38, 0gg 159

Ppjama-Flanelle
uni und modernste Streifen u. Caros 7 15
Mtr. 1.75, 1.35 1

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ca. 50X50 cm
Gläsertücher ges. und geb.
Reinleinen rot kariert 0.48, Halbleinen
suck 38.
rot kariert
Geschirrtücher
ca. 55X75 cm, ges. u. geb., rot kariert
65=
Reinleinen 0.78, Halbleinen
Küchenhandtücher
ca. 45X100 cm, ges. u. geb., grau Halb-
leinen
Drell mit roter Kamte Stuck 08=
Zimmer-Handtücher
ca. 48X100 cm, ges. u. geb., Jacquard, m
voll gebleicht
Stuck 18.
Zimmer-Handtücher
ca. 48X100 cm, ges. und geb., Ia Halb-
leinen
Drell
stuck 989
JacquardHandtücher
Halbleinen, ges. und geb., ca. 48X110
cm 1.35, ca. 48X100 cm
Stück

Jacquard-Handtücher
Ia Reinleinen 48X105 cm, ges. u. geb. /
Stuck 2,25 1

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Damentücher deloHatel 0

kante u. farb. bestickt. Ecken, 3 Stück
Batist mit
Linon mit
weiß Batist
stuct 584
saum und Atlaskante
mit farbigem
Kindertücher Kordelrand
und Buchstaben.
GStüek 1

Damentücher Hohlsaum
und modernen Filtiree Ecken Stuck 4O=
Herrentücher Hohlsaumu.
indanthreenlarbigen Kanten, Stuck 40
Herrentücher mit Hohl-

Taschentücher
8=
Handschuhe
Damen-Handschuhe
Leder imitiert mit Manschetten, viele
HA
Farbel
Paar 1.95
Damen-Handschuhe
Leder imitiert, glatt grau und beige,
gesteppt, mit Halblutter Paar 2.95, 2.25 I
Damen-Handschuhe
Nappa, Stepper, gute Qualität, sehr
preiswert
Paar 4.50
Herren-Handschuhe
Leder imitiert, grau, beige, covercoat
Paar 2.75, 1.85
Herren-Handschuhe
Nappa, gute Ausführung,Stepper, auch
250
mit Riegel
Paar 7.50, 6.50 O

[ ][  ][ ]

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guter Wäsche-
stoff
, mod. Win=
delform
, reich
garniert

Schlaf-
Hnzug
feiner Wäsche-
batist
, schicke
Form, verschie
dene Pastell-
farben
. . 8.75

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Passend zur Hemd
hose
7.90

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O

OUM
Ot

At
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Waschseide, künstliche
Damen-Strämpie Seide beige, grau, rose
Paar 1,95 25. Waschseide
Damen-Strümpte künstliche Seide, nur
Paar
modernste Farben
Bemberg-Seide
45
Damen-Strümpte Silverstempel, großes
Paar 2.95
Farbsortimen
Wolle mit Seide meliert,
195
Damen-Strämpfe warm und haltbar, neu-
Paar
Infarben
Seide mit Flor unter-
Damen-Siträmpfe lest, der dichte elegante
Strumpf für den Herbst . Paar 3.90
Lico‟-Bemberg-Gold-
Damen-Strämpie stempel, unser bekann-
ter
Qualitätsstrumpf in eleg. Farben, Paar
Herren-Socken
derne Fantasie-Muste
Paar 1.25, 095 154
Herren-Socken
Flor mit Kunstseide, zu
HerFen-Sochen jedem Hnzug passende
Paar 2.35 1
Farbe

Wolle mit Seide, in den
HerFen-SOchen neuesten Dessins für den
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unter Berücksichtigung aller pe
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Jede weitere Größe 0.15 mehr
grau und beige
Größe
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Jede weitere Größe 0.15 mehr

eine Wolle, 6 X
Kinder-Strämpie strickt, besonders Stra-

Damenwäsche

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Prinzeßröcke Kunstseiden-
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Prinzeßröcke trikot, gestrei
m.mod. Spitzen garn., viele zart. Farb. 5.50
Kunstseidentrikot, fesche
Complets . mit Spitzen reich
garniert, in großer Farbenauswahl 6.90
ägerform
Damenhemden eingearb.
Stickerei-Motiven u. Klöppelspitzen 1.90
Schlupfform,
Nachthemden mit eingear-
beiteten
Stickerei-Motiven, Hohlsaum
und Klöppelspitzenverzierung 3.50
mod. Form,
Nachthemden mit Spitzen
garniert, feinfarbiger Batist 4.25
Batist in vielen
Hemahosen Farben mit ge-
schmack
voller Spitze, flotte Form
4.50
trb. Wäsche-
Schlafanzüge batist, aparte
Formen, in allen Größen . 6.90

Modewaren
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Damenschals Tücher, Crepe de
chine bemalt und bedruckt reichhaltig
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6.75, 5.75,
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Rleiderwesten Modelle, elet
Ausführung in vielen Farben 475, 275, 1

pazierfähig
ede weitere Größe 0.20 mehr

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langem Hrm und weißen Kragen
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4.50,
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stoffen, moderne Formen 1.95, 1.45 6O
gutem Linon mi
Servierschürzen Hohlsaum und Sticke-
rei
-Garnitur
2.25, 1.75
Berufsmäntel aus schwarzem Satin, in
allen Größen . . . 5.50.
Berufsmäntel aus Linon oder Nessel
475 3

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1.50
mit Strumpfhalter
Hüfthalter Brosché mit und ohne Rücken-
nürung
m. 2 Paar Haltern 4.25
Laßform, zarte Farb.,
Gummischlüpfer mit z Paar Hlaltern 593
aus Satindrell oder
Strumpfbandgürtel Brosche, mit zue
3.50, 1.7
Paar auswechselbaren Halter
Kunstseidentrikot, in vielen
Büstenhalter zartenkarben, darunter auch
0.85, 0.65
Milanaise
Drell in
Corsolette gutsitzende I
schönen Wäschefarben . 9.5(

Trikotagen
Kinder, innen gerauht
10
SGhlupthoSen kräftige Qualität, Größe 30
Jede weitere Größe 0.15 mehr
für Kinder, wollgemischt,
Größe 60
Hemdhosen
Jede weitere Größe 0.25 mehr
gestrickt,
Damen-Unterziehhosen weis und viele
1.95, 1.25
mit Bein- und Windel-
Damen-Hemandseh form, geiß u. farbig,
3.50, 2.75
jein gestrickt
t kunstseidener
Damen-Schlupthosen Decke, innen g
375
2
ze und Jacke, echt
Herren-Garnikaren agpptisch Mako, auch
8us
Mormal-Hosen 1. Jacken wollgemischt,
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schwarz, mit Material und
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Eleg. Tischdechen Speise-Zimmer m. rei=
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Valencienne-Spitzen farb. Wäsche

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für Wäsche u. Decken m. pass, Einsätzen Mtr. 1.10, 065 BV.
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Mtr. 6.35, 0.2
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e oder Stickerei
Hemdpassen
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farbiger Lederhalbsch
mit Spange und hohem
L. XV. Absatz . . . 1.

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doppeltbreit,
VekorationsStoffe echtkarbig in
feinen Pastellstreifen . . . Meter
vder moderne Dekora-
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Meter
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Möbelptäsch Wolle, solide Oualität 9
Meter
waus einfarbigem Wir-
Drrandecken belpluschschöneba-

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Täll-Halhstores

et-Halbstore ditter
tüll verarbeitet, solide
Ausführung.

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kationen, sehr vornehm

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Haargarn ca. 250 X 350 cm 85., ca.
200X300 cm

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200X300 cm

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UrnaF-Teppiche Oualität, C.
250X350 cm 185., ca. 200X300 cm

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I-Halbstore Gittertuu=
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tin, in einfarbig und

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Daunendecken
zweiseit. bunt, ele-
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Fußbrett 24.50, chne
Fußbrett

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Bettkoltern
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silbergrau, Pfund O
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Woll-Matratzen
dreiteilig mit Keil,
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90X190 cm 2r V

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Elegante Damen-Beuteltaschen bugel mit Straß
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Wochenend-Koffer Leder, mit Einrichtung

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Mantel seite
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Stoff engl. Art
mit kunstseidener
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,
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Geor-
gette
-
Heid mit
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Stoff engl. Art
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loutine
-
Kleid
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Perl-
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Veloutine-
Kleid jugendl.
Form,Crepedechine
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