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F0. Sepiember 2.18 Reichsmark und 22 Pfennig
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentiche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 265
Sonntag, den 23. September 1928. 191. Jahrgang
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jede Verpfliſchtung auf Erfüllung der
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aufträge und Leiſiung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beitreibung fällt jeder
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und Darme
ſtädter und Nationalbank.
*Oer Geiſt von Genf.
Mit Abrüſiung hat das nichts zu iun”.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 22. September.
Die Verhandlungen in Genf werden in Paris mit
wachſen=
de Nervoſität verfolgt. Bis jetzt hat zwar Paul=Boncour
Er=
foge zu verbuchen, ſeine Poſition in der Kommiſſion iſt ſehr
ſik, aber die vielerwähnte Genfer Atmoſphäre ſcheint ſehr
ge=
ſpnrit zu ſein, und es liegt in der Natur der Dinge, daß jedes
zut im voraus überlegte und diplomatiſch vorbereitete Wort
* Hauptmächten, die abzurüſten haben, höchſt unangenehm
kwtten kann. Solche Worte hat Loudon, der Delegierte
Hol=
ſads, prononciert, und die Wirkung blieb nicht aus.
Nichts iſt für die Abrüſtungskommiſſion —
Abrüſtungskom=
mſon und Abrüſtung ſind zwei Dinge, die man
auseinander=
heten muß — ſo gefährilch, als Vorſchläge, welche die
Ab=
rüungsfrage rückſichtslos anpacken. Betrachtet man die Dinge
eimal ganz objektiv und frei von jedem Sentiment, ſo ſieht man
ei, daß es in der Abrüſtungsfrage zwei Wege gibt und daß
mn nicht von dem einen auf den anderen ſpringen kann. Der
eie Weg umgeht alle politiſchen Schwierigkeiten —er iſt
gemäch=
ſit — nur, daß er eben nicht zur Abrüſtung führt. Der andere,
de geradeaus geht, iſt leider ungangbar. Es iſt nur
Geſchmacks=
ſcht, welchen man wählt.
Wenn man im Sinne Paul=Boncours weiterarbeitet, wenn
mn alle politiſchen Argumente und Gegenargumente abwiegt,
Situationen der einzelnen Länder vergleicht und präziſiert
u. immer neue Kompromiſſe ſchließt, ſo leiſtet man eine ſehr
beneſſonte Arbeit, aber mit der Abrüſtung hat das wenig zu
m! Wenn man die Abrüſtung, wie die Diplomaten ſagen „
über=
ſtrien” will, dann kommt man der Sache ſchon eher auf den
burid, nämlich, daß die Mächte nicht abrüſten wollen. Sie
wol=
b Für den Augenblick keinen Krieg, aber das iſt noch keine
Ab=
rtEeng.
In Genf ſoll eine Blamage vermieden werden — die übliche
Af abe — und man wird ſie zu vermeiden ſuchen. Die Schärfe,
It der man auf den Vorſchlag Loudons reagiert hat, und die
Ttſache, daß man darin nur einen diplomatiſchen Vorſtoß
er=
hc— hat, zeigt dies deutlich genug.
Die politiſche Gruppierung der Mächte ſpiegelt ſich gegen=
+rig in der Abrüſtungskommiſſion am beſten wieder. Darin
fergentlich ein Urteil über den Geiſt des Genfer
Abrüſtungs=
arres enthalten.
Stimmenthaltung der deutſchen Oelegation
im Abrüſiungsausſchuß.
* Genf, 22. Sept. (Priv.=Tel.)
Der Abrüſtungsausſchuß der Bundesverſammlung trat heute
ſchmittag zur Annahme des bereits bekannten, von dem
Redak=
tyskommitee ausgearbeiteten Reſolutionsentwurfs an die
Voll=
bicmmlung über den Stand der Arbeiten der Vorbereitenden
Müiſtungskommiſſion zuſammen. Beim Eintritt in die
Tages=
oönung gab Graf Bernſtorff im Namen der deutſchen
Dele=
ation folgende Erklärung ab:
„Die deutſche Delegation hat Kenntnis genommen von den
phatten der dritten Kommiſſion und von dem
Reſolutions=
etwurf, der vom Redaktionskomitee vorgelegt worden iſt.
An=
gſichts der unzweifelhaften Differenzen zwiſchen dem
inhalt der vorliegenden Reſolution und den
dn der deutſchen Delegation eingebrachten
lorſchlägen ſowie im Hinblick auf die Wege, welche die
lurſche Delegation zu ihrer Durchführung vorgeſchlagen hatte,
hen wir keine Möglichkeit, unſere Zuſtimmung
u dieſer Reſolution zu geben. Andererſeits
Alreßt dieſe Reſolution nicht jede Möglichkeit aus,
den=
ſoch zu einer praktiſchen Durchführung der von
ſer deutſchen Delegation gemachten Vorſchläge,
u gelangen. Unter dieſen Verhältniſſen wird
ch die deutſche Delegation der Abſtimmung
nthalten, wenn die Entſchließung der Vollverſammlung zur
bſtimmung unterbreitet wird, und ſie behält ſich vor, bei dieſer
ſelegenheit noch eingehende Erläuterungen zu ihrer Haltung zu
ſhen.”
Der ungariſche Delegierte General Tanczos erklärte
kurzen Worten, daß er ſich der Haltung der
deut=
hen Delegation anſchließe, und ſich ebenfalls
ſer Abſtimmung über die Reſolution enthalten
ſerde. Präſident Carton de Wiart nahm die beiden
Stimm=
nichaltungen zur Kenntnis und erklärte die Reſolution für
ange=
onimen. Der Ausſchuß trat dann in die weitere Tagesordnung
n. Die Diskuſſion lebte bei der
Beſprechung über die regionalen Sicherheits=
Ind Waffenhisfsvertragsentwürfe, beſonders
wegen der Beteil gung dritter Staaten
n derartigen Verträgen, wieder auf. Die Frage war, ob auch
Ictte Staaten die guten Dienſte des Völkerbundes zum Abſchluß
da regionalen Sicherheitsverträgen anrufen könnten.
Paul=Boncour erklärte, daß die ganzen von der Kommiſſion
ASgearbeiteten Modellverträge letzten Endes nur Papier ſeien,
ein man nicht die Staaten durch einen moraliſchen Druck des
Aiterbundsrates zu ihrem Abſchluß zwingen könnte. Aus
die=
im Grunde müſſe es auch möglich ſein, daß dritte Staaten, ſalls
e der beteiligten beiden Parteien ſich dazu entſchließe, die
ſen Dienſte des Völkerbundes anrufen könnten.
Politis hielt dem entgegen, daß der Rat nur von den beiden
reien angerufen werden könne, was ſchon daraus hervor=
gehe, daß die guten Dienſte des Rates nur nach eingehender
Prü=
fung der allgemeinen politiſchen Lage und unter ausdrücklichem
Einverſtändnis der beteiligten Parteien zur Anwendung gebracht
werden könnten.
Staatsſekretär v. Simſon erklärte, die Entſchließung ſei für
die deutſche Delegation nur annehmbar, wenn die guten Dienſte
des Rates lediglich von den beiden Parteien angerufen werden
können.
Schließlich ſchaffte man auf einen Antrag des Grafen
Apponyi Klarheit, indem man ausdrücklich eine Formel in die
Entſchließung aufnahm, nach der nur auf Wunſch „einer der
Parteien” der Rat ſeine guten Dienſte zur Verfügung ſtellen
könne.
Der Wbrüſtungsausſchuß wird wahrſcheinlich ſchon
Mon=
tag, wo ihm der Weltſchiedsgerichtsvertrag vorliegt, ſeine
Ar=
beiten beenden.
Die Abrüſiungs=Reſolution.
Die vom Abrüſtungsausſchuß der Völkerbundsverſammlung
unter Stimmenthaltung Deutſchlands und Ungarns
angenom=
mene Abrüſtungsreſolution hat in Ueberſetzung folgenden
Wort=
laut: „Die Völkerbundsverſammlung erinnert an den engen
Zu=
ſammenhang, der zwiſchen der internationalen Sicherheit und der
Herabſetzung und Beſchränkung der Rüſtungen beſteht. Sie iſt
der Meinung, daß die gegenwärtigen Sicherheitsbedingungen,
wie ſie durch den Völkerbundspakt, durch die Friedensverträge
und vor allem durch die aus dieſen Verträgen hervorgegangene
Herabſetzung der Rüſtungen gewiſſer Länder ſowie durch die
Verträge von Locarno geſchaffen worden ſind, ſchon jetzt den
Aöſchluß einer erſten allgemeinen Konvention zur Herabſetzung
und Beſchränkung der Rüſtungen ermöglichen, und daß ferner
die Regierungen, die glauben, daß ihre Sicherheit nicht
aus=
reichend gewährleiſtet iſt, dank der Arbeit des Komitees für
Schiedsgerichtsbarkeit und Sicherheit über neue Mittel verfügen,
die zur Verſtärkung ihrer Sicherheit geeignet ſind und deren
Ver=
wirklichung im Bedarfsfalle unter Anrufung der guten Dienſte
des Völkerbundsrates durch dieſe Regierungen erhofft werden
kann. Die Verſammlung iſt weiter der Auffaſſung, daß die
Kon=
vention zur Herabſetzung und Beſchränkung der Rüſtungen die
internationale Sicherheit erhöht, und daß die Arbeiten des
Aus=
ſchuſſes der Vorbereitenden Abrüſtungskonferenz, wie auch die
des Komitees für Schiedsgerichtsbarkeit und Sicherheit derart
fortgeſetzt werden müſſen, daß ſie bei ſpäteren Etappen die
progreſſive Herabſetzung der Rüſtungen im Verhältnis mit der
Entwicklung der Sicherheitsbedingungen ermöglichen. Sie ſtellt
die Notwendigkeit feſt, die erſte Etappe auf dem Gebiete der
Herabſetzung und Beſchränkung der Rüſtungen in der kürzeſten
Friſt zu vollenden, und nimmt mit Genugtuung Kenntnis von
den Bemühungen gewiſſer Regierungen, für die zukünftigen
Arbeiten des Vorbereitenden Abrüſtungsausſchuſſes einen
gün=
ſtigen Boden vorzubereiten. Die Bundesverſammlung ſpricht
die beſtimmte Hoffnung aus, daß die Regierungen, zwiſchen denen
noch Meinungsverſchiedenheiten über die Bedingungen für die
Herabſetzung und Beſchränkung der Rüſtungen beſtehen,
unver=
züglich im Geiſte größter Verſöhnlichkeit und internationaler
Solidarität die gemeinſamen Löſungen ſuchen, die den Erfolg
der Arbeiten des Vorbereitenden Abrüſtungsausſchuſſes
ermög=
lichen, und gibt dem Voölkerbundsrat die Anregung, den
Präſi=
denten des Vorbereitenden Abrüſtungsausſchuſſes zu beauftragen,
ſich mit den intereſſierten Regierungen in Verbindung zu halten,
um den Stand ihrer Verhandlungen zu kennen und den Ausſchuß
am Ende dieſes Jahres oder in allen Fällen am Anfang des
Jahres 1929 einberufen zu können.”
* Nach einem längeren Kampf hinter den Kuliſſen hat nun auch
die 3. Kommiſſion des Völkerbundes in Sachen Abrüſtung ein
Ergebnis erzielt, das den deutſchen Wünſchen eigentlich nicht
genügen kann. Es iſt ſchließlich dem Grafen Bernſtorff gelungen,
die ſchlimmſten Giftzähne aus der urſprünglichen Entſchließung
herauszubrechen, was aber übrig blieb, genügt immer noch, um
den Saboteuren der Abrüſtung eine 90proz. Genugtuung zu
be=
reiten, weil ſie mit der neuen Entſchließung neue Möglichkeiten
haben, die Beratungen über die endgültige Abrüſtung ins
un=
endliche zu ſchieben. Nur eine unverbindliche Bemerkung in
ver=
klauſulierter Form weiſt darauf hin, daß es wünſchenswert
ſei, die Vorbereitende Abrüſtungskommiſſion
am Ende dieſes Jahres oder zu Beginn des Jahres 1929
ein=
zuberufen. Die Abrüſtungskonferenz ſelbſt iſt
überhaupt nicht erwähnt. Irgendein beſtimmter
Termin für ſie wird nicht einmal verlangt. Das
ſteht in direktem Gegenſatz zu dem, was Reichskanzler Müller
in der Vollverſammlung angekündigt hat. Trotzdem hat die
deutſche Delegation ſich der Stimme enthalten
und dadurch die Vorausſetzung für die Annahme der
Entſchlie=
ßung gegeben. Dieſer Entſchluß iſt wohl darauf zurückzuführen,
daß in der Entſchließung noch eine gewiſſe
Aus=
ſicht auf Erfüllung der deutſchen Forderungen
offengelaſſen worden iſt, und daß die deutſche
Dele=
gation dieſe Ausſicht nicht berſperren wollte,
indem ſie durch eine Ablehnung die Annahme verhinderte. Jetzt
hat die deutſche Delegation ſich auch für die Vollverſammlung
feſtgelegt, indem ſie auch für dort ihre Stimmenthaltung
an=
kündigte. Das einzige, was bleibt, iſt, daß mit aller Deutlichkeit
die Taktik, die von den Mächten in Genf zur Verhinderung der
Abrüſtung getrieben wird, vor breiteſter Oeffentlichkeit
ange=
prangert wird.
Die Woche.
Ueber dem Hauptakt der diesmaligen Genfer
Völkerbunds=
tagung iſt der Vorhang gefallen, und die Hauptakteure ſind in
ihre Heimat zurückgekehrt. Eine kurze Atempauſe iſt eingetreten
und insbeſondere in Deutſchland rüſtet man ſich für die
kommen=
den wichtigen Auseinanderſetzungen. Dabei handelt es ſich um
ſo grundſätzliche und lebenswichtige Fragen, daß es verſtändlich
und begrüßenswert iſt, daß ihre Erörterung auch in den
Orga=
nen der öffentlichen Meinung lebhaften Widerhall findet.
Un=
zweifelhaft iſt das politiſche Intereſſe der Allgemeinheit, das ja
in bedenklicher Weiſe nachgelaſſen hatte, wieder etwas aufgelebt,
und hat ſich den Fragen unſcrer Außenpolitik etwas mehr
zuge=
wandt. Eine gewiß erfreuliche Erſcheinung, denn die Regierung
eines parlamentariſch regierten Staates iſt nur dann wirklich
aktionsfähig, wenn die Maſſe des Volkes am politiſchen Geſchehen
lebendigen Anteil nimmt. Leider wirkt ſich aber dieſes wieder
erwachte Intereſſe auch in einer weniger erfreulichen Weiſe aus,
inſofern als bereits wieder von verſchiedenen Seiten der
deut=
lich erkennbare Verſuch gemacht wird, aus den Ereigniſſen der
jüngſten Zeit parteipolitiſches Kapital. zu ſchlagen. Umſomehr
erſcheint es angebracht, die Dinge sine jra et studio zu betrachten,
da nur das zu richtigen Ergebniſſen führen kann.
Die Ergebniſſe der Genfer Beſprechungen ſind in jenem
Communiqué zuſammengefaßt, das am Nachmittag des
vergan=
genen Sonntags ausgegeben wurde:
„Am Schluß der dritten Beſprechung, die die Vertreter
Deutſchlands, Belgiens, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens
und Japans abhielten, haben ſie mit Befriedigung den
freund=
ſchaftlichen Charakter feſtgeſtellt, unter dem die wichtigſten Fragen
erörtert worden ſind, die den Gegenſtand ihres
Meinungsaus=
tauſches gebildet haben. Eine Einigung (Agreement) iſt in
fol=
genden Punkten zwiſchen ihnen zuſtandegekommen:
1. Ueber die Eröffnung von offiziellen Verhandlungen über die
vom Reichskanzler vorgebrachte Forderung nach vorzeitiger
Rheinlandräumung.
2. Ueber die Notwendigkeit, das Reparationsproblem
vollſtändig und endgültig zu regeln und zu
dieſem Zwecke eine Kommiſſion von Finanzſachverſtändigen
der ſechs Regierungen einzuſetzen.
3. Ueber die Annahme des Grundſatzes der Einſetzung einer
Feſtſtellungs= und Vergleichskommiſſion (Commission of
Verification and Coneiliation). — Die Zuſammenſetzung;
das Funktionieren, der Gegenſtand und die Dauer dieſer
Kommiſſion wird die Grundlage von Verhandlungen zwiſchen
den Regierungen bilden.
Wir haben an dieſer Stelle ſeit Wochen und Monaten immer
wieder darauf hingewieſen, daß eine endgültige Löſung
der Rheinlandfrage von den Genfer
Beſprechun=
gen ganz gewiß nicht zuerwarten ſei, und wir haben
vor irgendwelchen überſpannten Hoffnungen beſonders
nachdrück=
lich gewarnt, als die während der erſten Tage aus Genf
kom=
menden Nachrichten dafür zu ſprechen ſchienen, daß ſelbſt ſehr
maßgebliche Mitglieder der deutſchen Delegation an eine
plötz=
liche Löſung aller Schwierigkeiten glaubten. Daß derartige
Hoff=
nungen zu Enttäuſchungen führen mußten, lag aus zur Genüge
erörterten Gründen von vornherein klar auf der Hand.
Ver=
gegenwärtigt man ſich aber, daß man in unterrichteten Kreiſen
zum mindeſten ſeit der Pariſer Reiſe Dr. Streſemanns mit
ziem=
licher Beſtimmtheit wußte, daß über die Rheinland=Räumung
erſt im kommenden Herbſt und Winter auf diplomatiſchem Wege
verhandelt werden würde, und daß die perſönlichen
Beſprechun=
gen in Genf nur dazu dienen ſollten, die Grundlagen dieſer
Ver=
handlungen feſtzulegen, ſo kann das Genfer Reſultat wirklich
kaum jemanden enttäuſchen. „Eine Einigung iſt
zuſtandegekom=
men über die Eröffnung von offiziellen Verhandlungen über die
vom deutſchen Reichskanzler vorgebrachte Forderung nach
vor=
zeitiger Rheinlandräumung.” Alſo das, was man nach allem
Vorausgegangenen erwarten konnte. Wobei es natürlich
frag=
lich bleibt, ob die kommenden Verhandlungen zu einem für uns
tragbaren Ergebnis führen.
Sehr bedeutſam iſt der 2. Satz des Genfer Communiqués,
in dem von den Verhandlungsmächten die Notwendigkeit
feſt=
geſtellt wird, „das Reparationsproblem vollſtändig und endgültig
zu regeln und zu dieſem Zwecke eine Kommiſſion von
Finanz=
ſachverſtändigen der ſechs Regierungen einzuſetzen.” Während
noch vor gar nicht langer Zeit Andeutungen des
Reparations=
agenten, daß eine endgültige Löſung des Reparationsproblems
notwendig ſei, in Paris durchaus taube Ohren fand, iſt dieſe
enorm wichtige Frage jetzt nicht nur im Einverſtändnis mit den
Franzoſen, ſondern man kann wohl ſagen auf eine franzöſiſche
Initiative hin von neuem ins Rollen gebracht worden. Von da
bis zu einem Ergebnis der kommenden Verhandlungen iſt
natür=
lich noch ein weiter Weg, und es wäre gewiß verfehlt,
irgend=
welche Triumphgeſänge anzuſtimmen. Wenn man aber daran
denkt, in welchem Maße die deutſche Wirtſchaft dadurch gehemmt
wird, daß das Proviſorium des Dawes=Abkommens noch immer
nicht durch ein Definitivum erſetzt iſt, daß wir auch heute, zehn Jahre
nach Kriegsende, noch immer nicht wiſſen, wie viel
Kriegsentſchä=
digung wir eigentlich an unſere alten Gegner zu zahlen haben,
wenn man ſich vergegenwärtigt, in welchem Maße die politiſchen
Beziehungen der Völker durch dieſen Schwebezuſtand belaſtet
werden, ſo wird man zum mindeſten nicht gerade von einem
Miß=
erfolg der deutſchen Politik ſprechen können. Man wird das umſo
weniger können, als die Franzoſen das Ziel, Rheinland=
Räu=
mung und Reparationsfrage miteinander zu verkuppeln, in Genf
nicht erreicht haben."
Man kann gar nicht deutlich genug darauf hinweiſen, daß
eine Löſung des Reparationsproblems ohne mittelbare oder
un=
mittelbare Beteiligung der Vereinigten Staaten kaum möglich
ſein wird. Da nun aber die Franzoſen — was von ihrem
Stand=
punkt verſtändlich iſt — ſeit langem beſtrebt ſind, das Problem
der deutſchen Kriegsentſchädigung mit dem Problem der
ſogenannten interalliierten Schulden (d. h. der eigenen
Verſchul=
dung an Amerika) in Zuſammenhang zu bringen, wird die
deutſche Politik ſehr ſorgſam darauf bedacht ſein müſſen, daß ſie
ſich nicht eines Tages in eine gegen die Vereinigten Staaten
September 1928
Nummer 265
gerichtete franzöſiſch=engliſche Front eingereiht ſieht.
Repara=
tions=Problem und interalliierte Schulden ſtehen für uns in
keinerlei Zuſammenhang, und nur über das Reparations=
Problem kann von uns verhandelt werden. Es iſt gewiß nicht
ein Ausfluß allgemeiner Menſchenliebe oder beſonderer
freund=
ſchaftlicher Gefühle für uns, wenn die Franzoſen jetzt zu
der=
artigen Verhandlungen bereit ſind. Das f. Zt. viel beſprochene
Mellon=Béranger=Abkommen, das die Rückzahlung der
franzö=
ſiſchen Schulden an die Vereinigten Staaten regeln ſollte, iſt
damals von den Franzoſen nicht ratifiziert worden. Das Kabinett
Briand ſtürzte darüber und Poincars ergriff das Ruder des
franzöſiſchen Staatsſchiffes. Was Poincaré damals ablehnte,
kann er heute nicht unterſchreiben, ohne darüber zu ſtürzen.
Daraus aber ergibt ſich für die franzöſiſche Regierung in einer
Beziehung eine ſehr unangenehme Lage. Für 400 Millionen
Döllar hat man im Jahre 1919 den Vereinigten Staaten das in
Frankreich befindliche amerikaniſche Heeresgut abgekauft und
übernommen. Dieſe 400 Millionen Dollar ſind am 1. Auguſt
1929 fällig. Eine Handelsſchuld, keine politiſche Schuld; eine
Handelsſchuld, die eben bezahlt werden muß, wenn man nicht
den Bankrott anſagen will. Daß die franzöſiſche Regierung trotz
augenblicklich günſtiger Finanzlage 1,6 Milliarden Goldmark
nicht auf den Tiſch legen kann ohne ſchwerſte Erſchütterung
für die ganze franzöſiſche Wirtſchaft bedarf keiner näheren
Be=
gründung. Daher das franzöſiſche Intereſſe an einer endgültigen
Löſung des Reparations=Problems, im Zuſammenhang mit der
ſich vielleicht die deutſchen Eiſenbahnobligationen mobiliſieren
ließen.
Eine deutſch=franzöſiſche Verſtändigung würde auch für
Frankreich ſehr weſentliche Vorteile bieten; immer deutlicher
zeigen ſich die engliſch=amerikaniſchen Gegenſätze, immer
ſchwie=
riger wird für Frankreich damit die Lage. Der trügeriſche Schein
einer Weltmachtſtellung, die den Franzoſen die Annäherung an
England gewährt, dürfte auch dem amtlichen Frankreich zu hoch
bezahlt erſcheinen, wenn man fürchten muß, ſich dadurch in immer
ſchärfere Gegenſätze zu den Vereinigten Staaten verwickelt zu
ſehen. Die Konſequenzen des politiſchen Kurſes, den man in
England z. Zt. verfolgt, liegen ſo klar auf der Hand, daß man
ſich ihnen ebenſowenig wie in Berlin ſo auch in Paris auf die
Dauer wird verſchließen können.
H.
Die Tätigkeit der Kommiſſionen.
* Genf, 22. Sept. (Priv.=Tel.)
Die Kommiſſionen haben bis in die Abendſtunden getagt.
Die politiſche Kommiſſion hat beſchloſſen, für die
Un=
terſtützung der armeniſchen Flüchtlinge in Eriwan
einen Betrag von 50 000 Franken einzuſetzen und den Rat zu
bitten, ſich mit den Regierungen, die das Werk unterſtützen
wol=
ken, wegen der Ausführung des Hilfswerkes in Verbindung zu
ſetzen. (Zu dem Hilfswerk hat bekanntlich nur Deutſchland einen
größeren Beitrag in Ausſicht geſtellt.) — Die
Budgetkom=
miſſion genehmigte 200 000 Franken für die Konferenz zur
Vereinheitlichung des internationalen Rechts, die im Haag
ſtatt=
finden wird. Die holländiſche Regierung wird die Mehrkoſten
dieſer Konferenz aus Staatsmitteln tragen. — Die juriſtiſche
Kommiſſion beſchäftigte ſich in einer ſehr langen Sitzung
mit dem Welt=Schiedsgerichtsvertrag, an den ſie Montag
vor=
mittag, zuſammen mit dem Abrüſtungsausſchuß, die letzte Hand
legen wird. — Die humanitäre Kommiſſion ſprach ſich
mit 14 Stimmen. gegen die Stimmen Italiens und Chinas, für
die Entſendung der Opiumunterſuchungskommiſſion nach dem
Fernen Oſten aus, zu der der Völkerbund 100 000 Franken, die
engliſche Regierung 50 000 Franken leiſtet; es bleiben noch
50 000 Franken für dieſe Enquete zu decken, wegen deren
Auf=
bringung ſich die engliſche Regierung mit den intereſſierten
Re=
gierungen in Verbindung ſetzen wird. Der Rat wird ſpäter
dar=
über entſcheiden, ob die Mittel zur Ausführung der Enquete
aus=
reichen und ob die Enquete durchgeführt werden kann. Die
Bud=
getkommiſſion tritt abends ½11 Uhr noch zu einer Nachtſitzung
zuſammen, in der ſie die endgültige Entſcheidung über den
Neu=
bau des Völberbundspalaſtes fällt. — Die
Organiſations=
kommiſſion, die humanitäre und die politiſche Kommiſſion
haben ihre Arbeiten abgeſchloſſen, die juriſtiſche Kommiſſion und
der Wbrüſtungsausſchuß werden ſie Montag vormittag vollenden.
Nur die Budgetkommiſſion wird bis Dienstag tagen. — Montag
nachmittag, Dienstag vor= und nachmittag finden
Vollverſamm=
lungen ſtatt; Mittwoch vormittag wird vorausſichtlich die neunte
Völkerbundstagung mit einer letzten Sitzung des neuen Rates
geſchloſſen werden.
Kunſtausſtellung
Darmſtadt Mathildenhöhe 1928.
Sehr lange, für die Kunſtſtadt Darmſtadt viel zu lang, ſwaren
die Pforten des Olbrichtempels auf der Mathildenhöhe
geſchloſ=
ſen. Daß ſie es bleiben mußten, iſt außerordentlich bedauerlich.
Bedauerlich in erſter Linie für Darmſtadt, zum anderen aber
auch für die Kunſt im allgemeinen. Wenn Darmſtadt ſeinen Ruf
als Kunſtſtadt wahren und, was nötig, feſtigen will, darf eine
Lüche in den Ausſtellungen auf der Mathildenhöhe nicht wieder
ſo groß werden. Wohl hat der rührige Kunſtverein vielfach
ver=
ſucht, dieſe Lücke auszufüllen, aber mit ſchlechtem Dank. Die
Bevölkerung einer Stadt gräbt deren Ruf ſelbſt das Grab, wenn
ſie ſtändig intereſſelos Beſtrebungen gegenüberſteht, die dieſem
Ruf gelten. Höchſt bemerkenswert iſt an ſich ſchon, daß die
allge=
meine wirtſchaftliche Not ſo viele Menſchen abhält, Kunſtwerke
zu kaufen, und dadurch dem ſchöpfenden Künſtler das zu geben,
ſuas allein ihm ermöglicht, Kulturwerte zu geſtalten. Die
Aus=
ſtellung beſuchen aber kann jeder. —
Für die kleine Gruppe der „Intereſſengemeinſchaft
fortſchritt=
licher Künſtler Heſſens” war es ein Zeichen beachtenswerten
Mutes, eine Ausſtellung in unſerem größten Ausſtellungsraum,
im Olbrichbau zu veranſtalten. Bedauerlich, daß die Eröffnung in
ſo ſpäte Jahreszeit fällt, aber was gut iſt, kommt nicht zu ſpät.
Und dieſe Ausſtellung iſt gut! Sie iſt ſogar, wie der erſte Blick
beim Durchwandeln der vollgehängten Räume zeigt, im
Geſamt=
niveau überraſchend gut. Der Katalog enthält nicht weniger als
203 Nummern, und in einem Nachtrag noch einmal an die 20.
Eine Zahl, die erhöht wird durch die Tatſache, daß
merkwürdiger=
weiſe mehrere Bilder die gleiche Nummer tragen. Die Zahl der
ausſtellenden Künſtler, mit Einſchluß der Gruppe Architektur,
be=
läuft ſich etwa auf ein halbes Hundert. Iſt es an und für ſich ein
erfreuliches Zeichen, daß die Mehrzahl der Künſtler mehr oder
weniger große Kollektionen ausſtellen konnten, ſo bleibt doch
be=
dauerlich, daß wenige der ausgeſtellten Werke aus Privatbeſitz
herangeholt werden mußten, daß, mit anderen Worten, die
Künſt=
ler mit vorhandenen, unverkauften Werken die Wände füllen
konnten.
Hinter der Kunſt aber ſoll für den Beſchauer nichts Hartes
an die wirtſchaftliche Not Erinnerndes ſtehen. Er ſoll ſich der
Dinge freuen, die er ſieht, und ſoll genießen. Er kann das in
dieſer Ausſtellung. Wenngleich er an den Bildern einiger
Künſt=
ler nicht vorübergehen ſollte ohne zu denken. Bilder, die wie An=
Vom Tage.
Marſchall Pilſudſki wird am 30. ds. Mts. zu einem
drei=
tägigen Aufenhalt in Bukareſt erwartet. Am 2. Oktober wird der
Marſchall vorausſichtlich nach Warſchau zurückkehren.
Der franzöſiſche Geſchäftsträger hat dem albaniſchen Miniſterium
des Aeußeren die Anerkennung Zogus als König der
Albaner durch Frankreich mitgeteilt.
Die Budget=Kommiſſion der Bundesverſammlung hat zur
Ent=
ſendung einer Opium=Unterſuchungs=Kommiſſion
nach dem Fernen Oſten einen Völkerbundsbeitrag von
100 000 Goldfranken beſchloſſen und die Erwartung
aus=
geſprochen, daß die intereſſierten Regierungen die übrigen Mittel für
die Durchführung der Enquete aufbringen werden.
Wie in politiſchen Kreiſen Amerikas verlautet, wird die
Veröf=
fentlichung des Rundſchreibens des franzöſiſchen
Außenminiſteriums über das engliſch=franzöſiſche
Flotten=
abkommen keinen Einfluß auf die Antwortnote
Ameri=
kas haben. Die Note dürfte Ende nächſter Woche nach London
ab=
gehen.
Deutſchlands Flotte im engliſchen Licht
Die engliſche Marinezeitſchrift „Naval and Military Record”
behandelt in ihrem letzten Heft die deutſche Flotte, und ihren
militärpolitiſchen Zweck. Sie ſchreibt, Englands Oeffentlichkeit
habe augenblicklich kein Intereſſe für die Marinepläne
Deutſch=
lands. Sie ſei zufrieden damit, daß nichts, was Deutſchland tun
werde oder für eine Reihe von Jahren fähig ſei zu tun, auf
irgend eine Weiſe gegen England gerichtet ſein könnte. Die
An=
ſicht der Zeitſchrift ſei, daß eine ſchlagfertige und angemeſſene
deutſche Flotte eine notwendige Sicherung für den Frieden
Euro=
pas bilde. Ohne ſie würde die Sowjetflotte in der Oſtſee
vor=
herrſchend ſein, die dort Unheil anrichten könne. Als Streitmacht
ſei die heutige ruſſiſche Marine zwar nicht ſehr zu fürchten;
Kom=
munismus und ſchlagkräftige militäriſche Ordnung vertrügen ſich
niemals miteinander. Aber Gelegenheit werde auch die
Bolſche=
wiſten zu Dieben machen. Der alljährliche Beſuch eines engliſchen
Kreuzergeſchwaders in der Oſtſee ſei nicht nach Moskaus
Ge=
ſchmack, obwohl er ruſſiſches Gebiet ſtets meide und mit ruſſiſcher
Politik nichts zu tun habe. Wie Deutſchland ſich in Zukunft auch
einſtellen mag, mit dem Bolſchewismus werde es vermutlich nicht
gehen. Deshalb dürfe man annehmen, daß die deutſche Marine
die Sicherung gegen ruſſiſche Intrigen in der Oſtſee bilde. Die
neue polniſche Marine ſei noch zu klein; auch habe Deutſchland
mit dem Danziger Korridor als ſtändigem Dorn in ſeiner Seele
keinen Grund, Polen zu lieben. Dänemark und Skandinavien
hätten ihre Seemacht zu faſt bedeutungsloſer Kleinheit
herab=
geſetzt. Die Exiſtenz der deutſchen Flotte ſei eine leidlich gute
Sicherung auch gegen Lie Gefahren einer ſolchen Politik.
Deutſch=
land allerdings blicke zur See über die Oftſee hinaus. Im letzten
Jahre habe der deutſche Schiffsverkehr durch den Suezkanal eine
Zunahme um 20 Prozent verzeichnet. Die ganze Welt gebe zu,
daß ein großer Seehandel einen angemeſſenen Flottenſchutz
rechtfertige.
Die Ausführungen der engliſchen Zeitſchrift ſcheinen uns
be=
achtlich, weil ſie Englands Desintereſſement an den Bauplänen
der deutſchen Marine kund tun, von denen Ueberängſtliche eine
Störung der großen Politik befürchten. Sie zeigen außerdem, daß
man auch im Ausland die Notwendigkeit der Exiſtenz der
deut=
ſchen Flotte anerkennt und daß man die Baupläne der deutſchen
Regierung billigt. Daß die Sowjetflotte in letzter Zeit
außer=
ordentlich an Beweglichkeit und militäriſchem Wert zugenommen
hat, iſt in den an die Oſtſee grenzenden Staaten bekannt. Es iſt
dagegen nicht richtig, daß die deutſche Flotte nur im Hinblick auf
Sowjetrußland mit modernen Einheiten ausgeſtattet werden ſoll.
Deuiſchland hat ausgedehnte Küſten und gegebenenfalls auch
ein=
mal ſeine Neutralität zu verteidigen. Deutſchlands Außenhandel
dringt Schritt für Schritt im Ueberſeeverkehr der Welt vorwärts.
Enge Bande verknüpfen das Deutſche Reich mit den großen
Handelsländern der Welt. Die geſamte Steigerung des
Außen=
handels der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahre 1927 in
Höhe von 500 Millionen Mark wurde durch Steigerung des
Warenverkehrs mit Deutſchland gebildet. Die Bautätigkeit auf
deutſchen Werften hat ſich im Jahre 1927 gegenüber dem Vorjahre
nach der Zahl der Schiffe um 50 Prozent, dem Raumgehalt nach
um 25 Prozent erhöht. Die deutſche Handelsflotte, nach
Friedens=
ſchluß etwa an elfter Stelle unter den Handelsflotten der Welt,
hat ſich bis 1927 an die fünfte Stelle hinaufgearbeitet. Im Jahre
1928 wird ſie vermutlich durch Ueberflügelung Frankreichs und
vielleicht auch Italiens die vierte, wenn nicht die dritte Stelle
ereichen. Im Seeſchiffbau ſteht Deutſchland ſogar an zweiter
Stelle. Wir ſtellen feſt, daß die engliſche Zeitſchrift einem Lande
mit einem großen Seehandel angemeſſenen Flottenſchutz zubilligt.
In der Oſtſee für Zwecke der engliſchen Politik benutzt zu
wer=
den, iſt allerdings nicht der Zweck der kleinen deutſchen Flotte. B.
klagen gegen die Geſellſchaft wirken, hat der Künſtler vielleicht mit
dem Herzblut gemalt. Sie ſollten inhaltlich, gegenſtändlich zu
denken geben!
Unſer Kunſttempel liegt in einer wundervoll ſchönen,
herbſt=
lich werdenden landſchaftlichen Umgebung. Wenn die Schönheit
der Natur in Sonne getaucht iſt, bietet der Blick von der Terraſſe
verab ein wundervolles Kunſtwerk der Natur von ſtärkſtem
Ein=
druck. Der Beſucher ſollte, ehe er die Ausſtellung betritt, einige
Minuten verweilen, im Anblick dieſer einzigartigen Schönheit.
Sie wird ihm eine gute Vorbereitung ſein für das Verſenken in
Kunſt und Kunſtwerke, die er im Innern der Ausſtellungshallen
ſieht. Irgendwie iſt ja bei allen Künſtlern ein inniger
Zuſam=
menhang, ein harmoniſches Zuſammenklingen mit den
Schöp=
fungen der Natur vorhanden. Sie bleibt ja doch die größte und
ſtärkſte Lehrmeiſterin, wenn auch wieder jeder auf ſeiner Weiſe
ſucht, ihr das abzuringen, was ſeiner Kunſt, ſeiner künſtleriſchen
Schöpfungsarbeit Wurzeln und Frucht gibt. Und von
ſchöpfe=
riſchem Kunſtſchaffen zeugt eine erfreulich große Anzahl der
ausgeſtellten Werke.
Mehr der Tradition entſprechend, als dem tatſächlichen
Wol=
len, beginnen wir unſeren Rundgang mit dem Ehrenſaal,
rich=
tiger mit dem erſten Saal. Daß er nicht abſichtlich zum Chrenſaal
geſtempelt werden ſollte, wird dem Beſucher ohne weiteres klar.
Die große Kollektion von Reinhold Ewald. Hanau, die faſt die
ganze Stirnwand einnimmt, beweiſt das. Die an ſich ſtarken, vor
allem maleriſch ſtarken Bilder dieſes Künſtlers vertragen
ſchlech=
terdings keine „Geſellſchaft” Ewald betont und behauptet ſeine
Eigenart, die vor allem aus den großen Figurenbildern und
Kompoſitionen ſpricht. Auf den Beſchauer wirken dieſe Bilder
in erſter Linie maleriſch, weniger ſinnlich. Hinter dem Maleriſchen
aber ſteht ein großes Quantum von intellektuellem Wollen. In
wenigen nur iſt das gedanklich Intellektuelle mit Sinnlichem
ge=
paart, findet dieſen gemeinſamen Ausdruck wiederum nur im
Kolorit.
Dann aber kommen die Darmſtädter Maler Alexander Poſch,
Karl Gunſchmann, Georg Breitwieſer u. a., deren
Ar=
beiten überraſchen, dazu der Bildhauer Antes. Karl
Gunſch=
mann, der auch in anderen Sälen vertreten iſt (ſeine Kollektion
umfaßt neun formatlich große Gemälde), gab ſchon des öfteren
Anlaß, zu konſtatieren, daß in ſeinem künſtleriſchen Schaffen eine
Aenderung eingetreten, ſtets war es erfreulicherweiſe ein ſtarker
Schritt vorwärts. Die Kollektion, die dieſer Künſtler hier
aus=
ſtellt, bedeutet das wiederum. Er iſt vielſeitiger, abgeklärter
ge=
worden, nicht mehr unbedingt ungewollt revolutionär. Ein
un=
bedingtes Gefühl für ernſte Schönheit (man verſtehe das, um
Gottes willen, nicht ſalſch) ſpricht aus dieſen Bildern. Seine Far=
Geheimnisvolle Geſchichten.
Koglittonsmärchen.
Das Kabinett Müller ſoll ſich, wie die Deutſchnationalen
ent=
deckt haben, wieder einmal in großen Schwierigkeiten befinden
und zwar — weil das Zentrum aufbegehrt in der einmütigen
Abwehr der ſozialdemokratiſchen Diktaturgelüſte im Reich und in
Preußen. Das iſt ſo ungefähr die Tendenz der geheimnisvollen
Geſchichten, die in mehr oder minder deutlichen Anſpielungen den
deutſchnationalen Leſern aufgetiſcht werden. Daran iſt aber ſo gut
wie alles falſch. Richtig iſt lediglich, wie wir bereits ſagten, daß
im Zentrum eine ſtarke Strömung vorhanden iſt, die eine zu enge
Verbindung mit der Sozialdemokratie im Reich gegenwärtig
ſcheut. Sie arbeitet unter Führung des ehemaligen
Reichs=
kanzlers Marx darauf hin, die heute beſtehende loſe Anlehnung
des Zentrums auch über den Herbſt hin zu retten, weil das
Zentrum dann nach außen hin noch keine Verantwortung zu
tragen hat, aber nach innen über den wünſchenswerten Einfluß
verfügt. Es mag hinzukommen eine gewiſſe Skepſis, inwieweit
mit den Sozialdemokraten zu arbeiten iſt nach dem
Entrüſtungs=
ſturm wegen des Panzerkreuzers in den ſozialdemokratiſchen
Organiſationen. Es mag vielleicht auch der Wunſch mitreden,
den Sozialdemokraten die Verantwortung für den Genfer
Miß=
erfolg allein aufzubürden, zumal da innerhalb der deutſchen
Delegation zwiſchen dem Zentrumsvertreter Kaas und dem
Sozialdemokraten Breitſcheid über die zweckmäßige Taktik nicht
unerhebliche Differenzen entſtanden ſind, bei denen der Kanzler
auf Seiten von Herrn Kaas ſtand. Ganz falſch wäre, auch für
Preußen ähnliche Vorausſetzungen anzunehmen. Im Gegenteil,
In Preußen iſt das Zentrum ſo ſtark mit den Sozialdemokraten
liiert, daß man kaum mehr von einer Weimarer Koalition,
ſon=
dern nur von einer Diktatur Heilmann=Heß ſprechen kann, ſehr
zum Aerger der Demokraten, die unter dieſem Syſtem zu kurz
kommen und bei denen deshalb auch die Sehnſucht nach dem
Eintritt der Deutſchen Volkspartei in die Regierung am ſtärkſten
iſt. Die Demokraten ſind auch bereit, ein oder zwei Miniſterien,
die ſie zurzeit innehaben, für die Volkspartei frei zu machen. Aber
das Zentrum will nicht, weil es dann gleichzeitig einen von ſeinen
heutigen Miniſterſtühlen den Sozialdemokraten abtreten müßte
und weil es außerdem befürchtet, daß die rein parteimäßig
orien=
tierte Perſonalpolitik, die in Preußen in den letzten Jahren Mode
war, Schwierigkeiten erleiden könnte. Da liegen die eigentlichen
Hemmungen, und es wird vermutlich eines ſtarken Druckes der
Volkspartei bedürfen, um darüber hinwegzukommen. Möglich,
daß gerade deshalb das Zentrum das proviſoriſche Kabinett
Müller im Reich fortbeſtehen laſſen möchte, um in Preußen nichts
ändern zu müſſen. Aber wir glauben nicht, daß die Volkspartei
bereit iſt, dieſen Zuſtand zwiſchen Zentrum und
Sozialdemo=
kraten in Preußen länger ſo gehen zu laſſen.
Fite
ſeheinte=
amerit
Die deutſch=eſtländiſchen Verhandlungen.
Die deutſch=eſtländiſchen Verhandlungen über den Abſchluß eies
Handelsvertrages haben eine kurze Unterbrechung erfahren. Der
deutſche Entwurf iſt zwar als Verhandlungsgrundlage angenommen
worden, die Eſten haben jedoch einen Gegenvorſchlag unterbreitet, der
von einem Mitgliede, der deutſchen Delegation nach Berlin gebracht
worden iſt, um dort einer eingehenden Prüfung unterzogen zu werden.
Die allgemeine Atmsſphäre, in der ſich die „Verhandlungen abſpielen,
muß jedoch als durchaus günſtig bezeichnet werden, und es iſt zu
hoffen, daß in abſehbarer Zeit ein Einvernehmen erzielt wird. Es
kann dabei nacht genügend unterſtrichen werden, daß bei dieſen
Ver=
handtungen Deutſchland gewiß nicht an dem kürzeren Hebel ſitzt. Eſtland
iſt durch ſeine Butterausfuhr, die zu 90 v. H. nach Deutſchland geht,
an dem Abſchluß eines Handelsvertrags mit Deutſchland
außerordent=
lich intereſſiert. Hinzu kommt, daß ein ganz erheblicher Teil der
eſtlän=
diſchen Einfuhr aus Deutſchland bezogen wird, und daß eine
Unter=
brechung hier, gerade jetzt, zu Beginn der herbſtlichen Einkaufsſaiſon
für Eſtland äußerſt nachteilige Folgen haben muß. Die deutſche
Dele=
gation hat mit Recht auch eine Regelung der Niederlaſſungsfrage in
den Handelsvertrag aufgenommen. Einer ſolchen Regelung iſt die
größte Bedeutung beizumeſſen, da Eſtland bisher der Niederlaſſung
deutſcher Reichsangehöriger durch entſprechende Verbote die größten
Schwierigkeiten in den Weg legte. Deutſchland hat bereits in der Frage
der Entſchädigung ſeiner in Eſtland enteigneten Staatsangehörigen ſo
viel Entgegenkommen bewieſen, daß Schwierigkeiten, die von den Eſten
jetzt noch gemacht werden ſollten, nur als Sabotage der Verhandlungen
betrachtet werden können.
bengebung iſt ganz zurückhaltend, zart, hin und wieder faſt
ſen=
ſibel geworden, aber mit einer ſpannenden Feinheit ſind die
Blu=
menſtücke gemalt, farbige Sinfonien von ganz zartem Klang,
da=
bei doch lebendig, duftig. Der Beſchauer gewinnt den Eindruck,
daß dieſer Künſtler mit einer gewiſſen Ehrfurcht an die
Wieder=
gabe der herrlichſten Gebilde der Natur herangeht. Einige dieſer
Blumenſtilleben wirken wie Nolimetangere. Die Landſchaften, die
ausdrucksvollen Selbſt= und Doppelbildniſſe und der „Akt auf
Blau” zeugen von einer hoch entwickelten Technik, gutem Blick für
kompoſitoriſche Löſungen und ſtarker Ausdrucksfähigkeit. Ais
allen ſpricht ernſtes, beſinnliches Kunſtſchaffen.
Von Alexander Poſch iſt grundſätzlich das Gleiche zu ſagen.
Dieſer Künſtler, der auch ein erhebliches Quantum ſeiner
Ar=
beitskraft organiſatoriſchen und wirtſchaftlichen Fragen ſeiner
Kollegen widmet, iſt im Grunde ſeines Weſens ein Malerpoet.
Nicht ein Poet von verträumtem, beſchaulichem Innenleben, der
weltſremd durch die Kunſtgefilde wandelt. Ein Dichter aber, der
eine ſtarke und eindringliche Sprache redet, dabei ein feiner, gür
beobachtender Pſychologe, der in ſeinen Bildniſſen ungewöhnlich
treffſicher zu charakteriſieren weiß. Die Herrenbildniſſe (
Sturm=
fels, Bodenheimer) und einige Damenbildniſſe zeugen beredt von
dieſer Seite ſeiner Künſtlerſchaft. Von gleichem Wert in ſeinem
Können iſt der ſichere Blick für Farbenharmonie. Dieſe in
ſelt=
ſamem Wechſel von lichtem Ineinanderfließen und ſcharfer
Ab=
grenzung. In beidem aber bleibt es Harmonie. Seine Bilder
ſind von ſtärkſtem Nideau und moderner Auffaſſung, ſie ſind
niemals naturaliſtiſches Porträt, aber ſie ſpiegeln alle die
Charal=
terzüge wieder, die jedem Menſchen irgendwie auch äußerlich ihr
Gepräge geben. Das iſt in den Bildniſſen von kämpferiſcher, faſt
leidenſchäftlicher Herrennatur ebenſo der Fall, wie in dem Bild
des rein=geiſtig literariſch eingeſtellten, äußerlich Zurückhaltenden.
Das iſt gleich meiſterlich erfaßt in der Wiedergabe einer Frau bon
innerem und äußerem Durchſchnitt, wie im Unterſtreichen einer
raſſigen, faſt romaniſch wirkenden Frauenſchönheit, auch wenn
das auf Koſten der Aehnlichkeit (im ländläufigen Sinne) geſchiehr.
Nur ein Künſtler von Kraft kann mit einem gewiſſen Eigenſinn
an der Selbſtforderung feſthalten, in erſter Linie Kunſtwerke zu
ſchaffen, Perſonen ſo darzuſtellen, wie ſein künſtleriſches Auge
ſie ſieht, wie er ſie kennt. Der Liegende Akt von Alexander Poſch
iſt eine maleriſch und kompoſitoriſch gut gelöſte Aufgabe. Seine
Stilleben und Blumenſtücke ſind voll Leben und Farbe, und die
Kreide= und Sepiazeichnungen zeigen das gute handwerkliche
Können, das trotz allem eine unerläßliche Grundlage
künſtle=
riſchen Schaffens iſt.
Ernſt Vogel. Darmſtadt, hat einen Halbakt und ein
Still=
leben ausgeſtellt. Beide Bilder zeugen von Eigenart. Die robüſte
Technik wird gemildert durch guten Farbenſinn. Die ſtarke Be=
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 265
Sonntag den 23. September 1928
Die umelnamſcen gemtgkaungen
Briands Brief zum Flotten=
Kompromiß.
Der amerikaniſche Journalismus ſtärfer als
ſſe Geheim=Oiplomatie. — Aufſehen über die
amerikaniſchen „Enthüllungen”.
EP. London, 22. September.
Die Veröffentlichung des Briandſchen Briefes an ſeine
Bot=
cheifter über das engliſch=franzöſiſche Marine=Abkommen hat
ſaturgemäß in der engliſchen Diplomatie ein
ziem=
ſiches Aufſehen erregt. Es wird jetzt allgemein zugegeben,
ſaß der amerikaniſche Journalismus ſich ſtärker
awieſen hat als die Geheimdiplomatie der
uropäiſchen Mächte. Blätter wie die „Times” erklären
etzt, daß eine weitere Geheimhaltung des Abkommens gar keinen
Zweck mehr habe. Der Text des Abkommens ſei mit Ausnahme
iner Zahl — es handelt ſich wohl um die Tonnageangabe für
ſie Unterſeeboote, die mit 6000 Tonnen angegeben war —
wört=
ich wiedergegeben. Die offiziöſen franzöſiſchen Zeitungen ſtellen
ſie Echtheit der geſtrigen Veröffentlichung der amerikaniſchen
lachrichten=Agentur „New York American” über das
Marine=
lokommen nicht in Abrede. Sie ſprechen ſogar ganz offen von
interſchlagung oder Diebſtahl, was naheliegend ſei,
venn man bedenke, daß der betreffende Brief mit dem
diploma=
ſichen Kurier nach Waſhington geſandt worden war.
Das amtliche Amerika ſchweigt ſich aus.
Waſhington, 22. September.
Das amerikaniſche Staatsdepartement hat es bisher
abge=
ehnt, zu dem als authentiſch bezeichneten Schreiben Stellung zu
tehmen, das der Quai d’Orſay am 3. Auguſt an die franzöſiſchen
Zotſchafter im Auslande über das geheime britiſch=franzöſiſche
Flottenabkommen gerichtet hat. Im Staatsdepartement wurde
ediglich erklärt, daß Präſident Coolidge ſich die Bearbeitung der
lnrgelegenheit des britiſch=franzöſiſchen Flottenabkommens
aus=
ſrüicklich vorbehalten habe und daher ſeine für morgn
angekün=
tigte Rückkehr von der kurzen Reiſe, die er nach ſeinem
Heimat=
taat Vermont unternommen hat, abgewartet werden müſſe. Der
Erlaß des Quai d’Orſay enthält die Mitteilung, daß Frankreich
auf die Feſtſetzung einer Geſamtonnage verzichte, dafür aber die
Berechtigung erhalten habe, eine unbeſchränkte Anzahl kleiner
Tauchboote zu bauen. Dieſer Modus entſpreche auch den
Wün=
ſchen der japaniſchen Marine. Auf Englands Wunſch hin ſei
erner die Beſchränkung des Baues kleiner Kreuzer und der
Ver=
vendung ſechszölliger Geſchütze aufgehoben worden. Dadurch
verde Englands Stärke in dieſer Waffe erheblich vermehrt, da
s viel mehr in Hilfskreuzer umwandelbare und für die
Be=
tirckung mit ſechszölligen Geſchützen geeignete ſchnelle
Handels=
dempfer beſitze als die Vereinigten Staaten. In Zukunft ſoll
urr der Bau der großen Kreuzer und der großen Tauchboote
be=
cränkt ſein, und man hoffe, daß auch Italien die Vorteile dieſer
hegelung einſehen werde. Ueber die angeblichen britiſchen
Zuge=
ndniſſe in betreff der franzöſiſchen Landreſerven, von denen in
or Preſſe oft die Rede war, ſagt der franzöſiſche Erlaß nichts.
Das engliſch=franzöſiſche Abkommen bleibt
be=
ſiehen. — Keine Rückſichinahme auf Amerika.
EP. London, 22. September.
Die weſentlichſte Tatſache in der Angelegenheit des
engliſch=
ſranzöſiſchen Flottenkompromiſſes iſt gegenwärtig darin zu
er=
blicken, daß die engliſchen Regierungsſtellen ſich
arſcheinend end gültig entſchieden haben, die
getrof=
enen Abmachungen mit Frankreich nicht fallen
zit laſſen, wie dies noch vor einigen Wochen in einem Teile
der engliſchen Preſſe behauptet wurde, ſondern daß ſie an den
Abmachungen als Grundlage für weitere Verhandlungen in der
Frage der Abrüſtung in Genf feſthalten wollen. Hierbei wird
die Rückſichtnahme auf Amerika zunächſt in den
Hintergrund geſtellt, da eine unmittelbare Gefahr von
dieſer Seite her nicht droht, dafür aber das Problem der
Eicherheit Europas oder mit anderen Worten
F rankreichs und Englands, vorangeſtellt, für die
die engliſch=franzöſiſchen Abmachungen als nodwendige
Voraus=
ſetzung betrachtet werden.
tonung, des dem Künſtler wichtigſt Dünkenden, wird allein durch
das Kolorit ereicht.
Arthur Grimm, Baden=Baden, zeigt ebenfalls eine eigene
Prägung in ſeinen Bildern. Den ſtärkſten Ausdruck ſeines
künſt=
leriſchen Könnens gibt, für dieſen Trübner=Schüler das
inter=
eſſante Damenbildnis. Wie bei dem Meiſter, dem er die
Grund=
lnge ſeines Schaffens dankt, iſt hier robuſte Kraft mit feinen
Farbenharmonien gepaart.
Eine ſehr merkwürdige Wandlung zeigen die Bilder von
Marcel W. Richter nach einem Pariſer Aufenthalt. Mit dem
verträumt Maleriſchen, das viele ältere Landſchaften dieſes
Künſtlers zeigten, haben dieſe Bilder nichts mehr gemein. Wohl
ſpricht aus ihnen noch der Sinn für farbige Flächenwirkung, ſein
küinſtleriſcher Ausdruck aber iſt harter, betonender geworden. Er
Feht auch in einer Straße, einer Häuſerreihe das flächig Farbige
und gibt es in guten Kompoſitionen wieder.
Richard Walter, Darmſtadt, bringt in ſeiner Kollektion
Vorwürfe aus der Umgebung von Darmſtadt. In erſter Linie
Landſchaften, dann aber auch reine Studien, faſt architektoniſcher
Art. Seine „alten Häuſer”, die er hinter einen Rahmen von
Bäumen ſtellt, ſind außerordentlich beachtenswert. Der Blick für
das Maleriſche in der Natur ſindet gerade in dieſem Bild
über=
zeugenden Ausdruck.
*90. Verſammlung
deutſcher Naturforſcher und Aerzte.
Von unſerem Sonderberichterſtatter.
Hamburg, den 16.—22. Sept. 1928.
Die Wanderverſammlung deutſcher Naturforſcher und Aerzte
hat in dieſem Jahre ihre 90. Tagung in Hamburg abgehalten,
rvo ſie in dem Jahrhundert ihres Beſtehens bereits zum vierten
Male tagt. Der Geiſt der Handelsſtadt trat ſchon in dem erſten
allgemeinen Vortrag über Weltwirtſchaft und
Volks=
ernährung hervor, der nicht von einem Fachgelehrten, ſon=
Dern kon einem praktiſchen Kaufmann, dem Hamburger Senator
Witthoefft gehalten wurde. In dem großangelegten Referat,
wie in den Begrüßungsanſprachen des Rektors der jungen
Ham=
bu giſchen Univerſität, Profeſſor Dr. Blaſchke, und des erſten
Burgermeiſters Dr. Peterſen trat die Sorge um die Not des
deutſchen Volfes und der ſtarke Wille zum Wiederaufbau kräftig
hervor. An dieſem Werk des Wiederaufbaus will die deutſche
Viſſenſchaft mit aller Kraft mitarbeiten, denn wenn wir auch in
vieſem Jahrhundert viel gewonnen und verloren haben, ſo ſind
Obwohl der Brief Briands an die Botſchafter amtlich noch
nicht als echt zugegeben wird, ſo beſteht doch in diplomatiſchen
Kreiſen Londons haum ein Zweifel, daß er in allen weſentlichen
Punkten zutrifft und wahrſcheinlich nicht ohne Abſicht der
ameri=
kaniſchen Preſſe in die Hände geſpielt worden ſei. Die amulichen
Stellen nehmen daher auch, ohne ſich weiter über den Brief an
ſich zu äußern, erneut Stellung zu dem Abkommen. Eine längere
halbamtliche Veröffentlichung entſchuldigt ſich für die
Geheim=
haltung, die nur erfolgt ſei, um den anderen Staaten hinreichend
Zeit zur Erwägung der Vorſchläge zu geben. Dieſe ſollten
lei=
neswegs den Forderungen der anderen Staaten eine
Beſchrän=
kung auferlegen, ſondern ſie ſeien lediglich ein Vorſchlag für eine
beſondere Berechnungsmethode geweſen. Es ſei notwendig
ge=
weſen, daß die beiden Staaten, deren Anſchauungen ſich
gegen=
übergeſtanden hätten, nämlich England und Frankreich,
verſuch=
ten, irgendein Kompromiß zu erreichen, um die Tätigkeit der
vorbereitenden Völkerbundskommiſſion für die
Abrüſtungskonſe=
renz zu erleichtern. Die engliſche Regierung werde jede Art von
Vorſchlägen anderer Regierungen willkommen heißen, die die
Wiederaufnahme der Tätigkeit des Abrüſtungskomitees fördern
könnten, und ſei auch bereit, auf weitere Vorſchläge ſeitens der
Vereinigten Staaten zu warten.
Die engliſche Preſſe greift das Foreign
Of=
fice wegen der ganzen ungeſchickten Art der
Behand=
lung der Angelegenheit ſtark an, weil die Sache
Großbritanniens durch die Geheimabkommen nur gelitten habe
Eine engliſche Erklärung zum
Flotten=
kompromiß.
London, 22. September.
Unter Bezugnahme auf das in der amerikaniſchen Preſſe
veröffentlichte Rundſchreiben des franzöſiſchen
Außenmini=
ſteriums, welches den franzöſiſchen Botſchafter über den Inhalt
des britiſch=franzöſiſchen Marineabkommens informiert, teilt der
amtliche engliſche Funkdienſt mit:
Es iſt nodwendig, darauf hinzuweiſen, daß die
Veröffent=
lichung des Kompromiſſes hinausgeſchoben worden iſt, bis die
anderen führenden Seemächte, denen es unterbreitet wurde, ſich
darüber geäußert haben werden, ob. das Kompromiß als Baſis
für die Beratung des Vorbereitenden Abrüſtungsausſchuſſes in
Betracht kommt. Gegenüber den Gerüchten, die von
verſchiede=
nen Seiten immer wieder vorgebracht werden, iſt feſtzuſtellen,
daß der volle Text des Kompromiſſes und nicht lediglich ein Teil
den Regierungen der Vereinigten Staaten, Japans und Italiens
mitgeteilt worden iſt. Die japaniſche und die italieniſche
Regie=
rung haben Paris und London davon in Kenntnis geſetzt, daß
ſie geneigt ſind, die Vorſchläge als geeignete Grundlage für
Be=
ſprechungen zu betrachten. Die Antwort von Waſhington iſt im
Verlauf des üblichen diplomatiſchen Verfahrens verzögert
wor=
den. Unglücklicherweiſe hat dieſe Verzögerung in dieſem Falle
eine beiſpielloſe Menge von Gerüchten veraplaßt, die Zweck,
Um=
fang und Ziel des Kompromiſſes vollſtändig falſch darſtellen.
Tatſache iſt, daß der Fortſchritt bei den Verhandlungen des
Vor=
bereitenden Abrüſtungsausſchuſſes lange Zeit dadurch
aufgehal=
ten wurde, daß keine Einigung über das Syſtem erzielt werden
konnte, mit deſſen Hilfe die Tonnage berechnet werden ſollte.
Die britiſchen und franzöſiſchem Delegierten waren Wortführer
einer ſich gegenüberſtehenben Anſchauung. Großbritannien
be=
fürwortete, in groben Umriſſen ausgedrückt, die Berechnung nach
Flotteneinheiten, während Frankreich für die Fixierung einer
Ge=
ſamttonnage eintrat, die je nach dem Ermeſſen, der einzelnen
Mächte auf die Flotteneinheiten verteilt werden ſollte. Auf
Grund von privaten Beſprechungen zwiſchen Großbritannien und
Frankreich wurde das Kompromiß erzielt, deſſen Zweck es war,
eine Erfolg verſprechende Wiederaufnahme der Verhandlungen
im Vorbereitenden Abrüſtungsausſchuß zu ermöglichen unter der
Vorausſetzung, daß die übrigen Seemächte das Kompromiß als
annehmbar betrachteten. Wie von Lord Cuſhendun und anderen
Miniſtern ausdrücklich feſtgeſtellt worden iſt, würden die
engliſch=
franzöſiſchen Vorſchläge automatiſch bedeutungslos werden, falls
die übrigen Mächte ihnen nicht zuſtimmen ſollten. In dieſem
Falle müßte der Vorbereitende Abrüſtungsausſchuß die Suche
nach einer anderen Formel wieder aufnehmen. Offizielle Kreiſe
können ſich natürlich nicht über die Authentizität eines Dokuments
äußern, das einer anderen Macht gehört, jedoch ſind die in der
amerikaniſchen Preſſe veröffentlichten Beſtimmungen des Textes
zutreffend, ausgenommen der Hinweis auf die Tonnage.
Hochſee=
tauchboote, und Unterſeeboote werden als Hochſeefahrzeuge
be=
trachtet, wenn ſie eine Größe von mehr als 600 Tonnen und nicht,
wie es in dem amerikaniſchen Bericht heißt, von mehr als 6000
Tonnen haben.
uns doch als unverlierbarer Beſitz, als wertvolles Erbgut geiſtige
Energien verblieben, die ſich ſchließlich als ſtärker erweiſen werden,
als jede Hemmung, die unſere Lebensmöglichkeiten unterbindet.
Hamburg hatte ſein ſchönſtes Feſtkleid angelegt, um die mehr
als 8000 zählende Schar der Beſucher aus allen Teilen des
Reiches, ſowie des Auslandes zu begrüßen. Selbſt der ſonſt
hierzulande meiſt unfreundliche Himmel meinte es gut, ſchönſtes
ſonniges Spätſommerwetter ließ alle Schönheiten der Stadt zu
voller Geltung kommen. Klar und zielſicher war auch der Geiſt,
der die wiſſenſchaftlichen Verhandlungen erfüllte. Wenn man
eine charakteriſtiſche Idee, die beſonders ſtark zum Ausdruck kam,
kennzeichnen ſoll, ſo iſt es die des Rückſchauens auf die geiſtigen
Quellen der Wiſſenſchaft. Nach dem ungeſtümen
Vorwärtsdrän=
gen in techniſcher Beziehung gilt es, die gewonnenen Erkenntniſſe
einzuordnen und mit den älteſten und ewigen Wahrheiten zu
vergleichen. Der Geiſt des Hippokrates, Galileis, Newtons und
Kepplers ſollen den Maßſtab bilden. In dieſem Sinne trug der
bekannte Berliner Chirurg, Geheimrat Bier, in ſeiner
tempera=
mentvollen Art ein Syſtem der Naturauffaſſung vor, das auch
den modernen Forſcher befriedigen ſoll. Bier fußt dabei auf den
Lehren des Hippokrates und Herakleitos. Nicht die eine oder
andere Lehre iſt richtig oder falſch, die Gegenſätze und der Kampf
fügen ſich zur Harmonie. Jeder Nerv, jeder Muskel, jeder
Drüſen=
ſaft hat ſeinen Gegenſpieler (Antagoniſten) Gegenſätze ſind keine
Widerſprüche.
Wie Hippokrates die Grundlagen jedes ärztlichen Denkens
aufgebaut hat, ſo gab uns der großes Jſaak Newton die
mathe=
matiſchen Grundlagen für jede moderne naturwiſſenſchaftliche
Forſchung, aber, ſo ſagte der Rektor der Univerſität in ſeiner
Eröffnungsanſprache: „Das Größte iſt der Geiſt, in dem
New=
ton ſeine Werke ſchuf. Er wollte der Natur ihre Geſetze ablauſchen,
keine luftigen Gedankengänge aufbauen. Mit dieſem Geiſt kann
er unſerer heutigen Zeit, die oft zur mittelalterlichen Myſtik und
andererſeits zu allzu kühner Spekulation neigt, ein Vorbild ſein.”
Derſelbe Geiſt ſpricht aus den Worten eines unſerer größten
Naturforſcher und Künſtler, Lionardo da Vinei, der vor rund
400 Jahren zu Grabe getragen wurde: „Trauet nicht den
Schrift=
ſtellern, die nur mit der Phantaſie ſich zu Dolmetſchern zwiſchen
der Natur und den Menfchen machen, ſondern nur denen, die
nicht nur an den Winken der Natur, ſondern an den Wirkungen
ihrer eigenen Verſuche ihren Geiſt geübt haben.” Auch der erſte
Vorſitzende der Geſellſchaft, der ehrwürdige Wiener Chirurg
Hofrat Freiherr v. Eifelsberg, gedachte der großen Toten
und ihre Werke. Geheimrat Walden, Roſtock, nahm die
große Tat Wöhlers, die Harnſtoffſyntheſe (künſtlicher Aufbau
des Harnſtoffes im Jahre 1827) zum Ausgangspunkt einer weit
ausholenden Stellung der Entwicklung des naturwiſſenſchaftlichen
Seite 3
Ein Havas=Communigué über das
Flotten=
kompromiß.
Paris, 22. September.
Aus Anlaß der Veröffentlichung der Inſtruktion, die
Staats=
ſekretär Berthelot den franzöſiſchen Botſchaftern in Waſhington,
Rom und Tokio in bezug auf das franzöſiſch=britiſche
Seeabkom=
men hat zugehen laſſen, veröffentlicht die Agentur Havas folgende
offenbar offiziöſe Auslaſſung: „Wenn man auch die
Veröffent=
lichung diplomatiſcher Dokumente durch die Preſſe, die nicht die
Archive der Regierung verlaſſen ſollten, als bedauerlich anſieht, ſo
glaubt man doch, daß ſie nur zur Folge haben kann, die bona
fides und Korrektheit der engliſchen und der franzöſiſchen
Regie=
rung in dieſer Form zu beweiſen. Die verandwortlichen
Staats=
männer beider Länder haben verſchiedentlich die wahre
Bedeu=
tung des Abkommens auseinandergeſetzt, das weder ein
Ueber=
einkommen der großen Generalſtäbe, noch eine politiſche
Ab=
machung iſt, noch irgend welche Geheimklauſeln enthält. Die
Ver=
öffentlichung der franzöſiſchen Inſtruktionen beſtätigt erneut dieſe
offiziellen Erklärungen, die nicht in Zweifel gezogen werden
können. Tatſächlich haben die franzöſiſche und die
engliſche Regierung wegen des Mißerfolges der
letzten Seeabrüſtungskonferenz in Genf einfach
geglaubt, in Verhandlungen eintreten zu
ſol=
len, um ein Verſtändigungsterrain zu ſuchen,
das die Wiederaufnahme der Arbeiten dieſer
Kommiſſion geſtattet und ihr Gelingen
be=
günſtigt. Sie ſind zu dem Kompromiß gelangt, das den
übrigen Mächten, entſprechend einem durchaus normalen und
kor=
rekten Verfahren mitgeteilt wurde. Dieſes rein techniſche
Kom=
promiß iſt in keiner Weiſe endgültig und unantaſtbar. Es wird
von den Vertretern ſämtlicher intereſſierten Mächte auf der
näch=
ſten Seeabrüſtungskonferenz erörtert und natürlich abgeändert
werden können. Aus dieſen Erklärungen ergibt ſich offenſichtlich,
daß die engliſche und die franzöſiſche Regierung auf Grund der
ihnen zuſtehenden Rechte gehandelt haben, zu dem ausſchließlichen
Zweck, ein allgemeines Abkommen zu begünſtigen, und daß die
jetzige Veröffentlichung weit davon entfernt iſt, ihre Aktion zu
behindern, nur ihren Geiſt der Verſöhnung und Verſtändigung
hervorhebt."
Die franzöſiſche Abendpreſſe über die
ameri=
kaniſchen „Enthüllungen‟.
Die Pariſer Abendpreſſe ſcheint die Auffaſſung der offiziellen
Note hinſichtlich der Veröffentlichung der Dokumente über das
franzöſiſch=britiſche Seeabkommen nicht zu teilen, namentlich, daß
dieſe Veröffentlichung geeignet ſei, das Mißtrauen beſonders in
den Vereinigten Staaten zu beſeitigen.
Das „Journal des Débats” muß feſtſtellen, daß die
Ver=
öffentlichung eine ziemlich beunruhigende Wirkung in Amerika
ausgeübt habe, und daß ſie große Ungelegenheiten hervorrufe,
weil der Text falſch interpretiert werde und zu ſchlechten
Pole=
miken Anlaß geben könnte. Das Dokument enthalte nichts neues,
aber es ſei nicht wie eine Note abgefaßt, die für eine ausländiſche
Rgierung beſtimmt ſei. Das Außenminiſterium, das ſich an ſeine
Vertreter wende, ſetze ihnen offen die Gründe auseinander, aus
denen die franzöſiſche und die engliſche Admiralität ſich in der
Kreuzerfrage hätten verſtändigen können. Gewiſſe Stellen
wür=
den alſo in Amerika ausgebeutet werden können. Z. B. ſtelle das
Rundſchreiben feſt, daß die für die kleinen Kreuzer
aufrechterhal=
tene Freiheit im Falle eines Krieges zugunſten Englands ſich
auswirken könne. Selbſt wenn England in Friedenszeiten nicht
mehr Einheiten dieſer Art beſitze als die Vereinigten Staaten,
werde die engliſche Flotte zu Beginn von Feindſeligkeiten ſich
ſehr ſchnell dank der Hilfsſchiffe ihrer Handelsflotte, die denen
der ameridaniſchen Flotte weit überlegen ſei, vermehren können.
Man werde nicht verfehlen, hierin unfreundliche Hintergedanken
gegenüber Amerika zu brandmarkem.
China und der Völkerbund.
In gewiſſen Genfer Kreiſen, und beſonders in der Genfer
völkerbundsfreundlichen Preſſe, hat das Gerücht über den eptl.
Austritt Chinas aus dem Völkerbund gewiſſe Beſorgniſſe erweckt
und wird recht eifrig erörtert. Man gibt dabei der Nankinger
Regierung zu bedenken, daß ſie mit dem Austritt aus dem
Völ=
kerbund nichts gewinnen, ſondern vielmehr wertvolle
Verbin=
dungen mit Europa verlieren werde. China brauche zu ſeinem
Wiederaufbau und zur Moderniſierung ſeines Staates die
euro=
päiſche Finanzhilfe und werde Anleihen am beſten und am
leich=
teſten erhalten, wenn ſie vom Völkerbund garantiert würden.
Man verweiſt auch weiter darauf, daß China durch ſeinen
Aus=
tritt nicht mehr die Möglichkeit hätte, Gebrauch von Artikel 19
des Völkerbundspaktes zu machen, der die Reviſionsmöglichkeit
für unhaltbar gewordene Verträge vorſieht, was für die „
un=
gleichen Verträge” Chinas in Frage käme.
Denkens aus dem Halbdunkel philoſophiſcher Spekulation bis
zu den Höchſtleiſtungen der modernen techniſchen Chemie. In
den klaren, überaus anſchaulichen Ausführungen des Redners
wurde das Manchem vielleicht trocken erſcheinende Gebiet zu
einem Erlebnis für alle Zuhörer. Mit geradezu dramatiſcher
Geſtaltungskraft ließ der Referent die Geſtalten der beiden
jugendlichen Forſcher, Wöhler und Liebig, aufleuchten. In
Deutſchland gab es im Jahre 1827 noch keine Chemie, der
be=
wegliche, ideenreiche Liebig ging nach Paris, der kühlere
abwä=
gende Wöhler zu dem nordiſchen Naturforſcher Berzelius. Wenige
Jahre nach ſeiner Rückkehr gelang es Wöhler faſt durch Zufall,
auf chemiſchem Wege einen Stoff herzuſtellen, eben den
Harn=
ſtoff, der ſonſt nur von der lebenden Zelle erzeugt wird. Er
teilte ſeinem Lehrer dieſes überraſchende Ergebnis mit und wies
darauf hin, daß hier ein Widerſpruch gegen das damals
herr=
ſchende Dogma von der Lebenskraft beſtände. Es ſollten aber
noch viele andere Stoffe ſynthetiſch dargeſtellt werden, ehe die
Lehre von der Lebenskraft verblaßte. Auf einer
Naturforſcher=
verſammlung in Berlin hat die durch Wöhlers Tat begründete
neue chemiſche Lehre erſt feſte Wurzeln geſchlagen, und hier wurde
auch die Freundſchaft zwiſchen Wöhler und Liebig geſchloſſen,
die an ſich als eine äußerſt glückliche Syntheſe aufzufaſſen iſt.
Die beiden Männer ſind dadurch zu Lehrmeiſtern der ganzen
Welt geworden. Iſt Wöhler der Entdecker, ſo iſt Liebig der
Träger der Idee, die Seele der Weiterentwicklung der chemiſchen
Syntheſe organiſcher Naturſtoffe ohne Lebenskraft. Der
Vor=
tragende ſchildert dann die Weiterentwicklung der ſynthetiſchen
Forſchung. Einen Höhepunkt ſtellen die ſyſtematiſchen
Unter=
ſuchungen M. Berthelots dar, welcher aus den einfachſten
anor=
ganiſchen Stoffen ſtufenweiſe zu komplizierten, typiſchen
orga=
niſchen Verbindungen gelangte, in dem er Wärme und
Elektrizi=
tät als Reaktionsbeſchleuniger verwandte. Dann kam die
Syntheſe der Farbſtoffe, der künſtlichen Heilmittel, der Riech=
und Geſchmacksſtoffe, der künſtlichen Harze, Gerbſtoffe,
Spreng=
ſtoffe, Textilſtoffe, ſowie Kunſtſeide, wobei ſich beſonders deutſche
Forſcher hervortaten. Der Redner entwarf dann eine Art
Zu=
kunftsbetrachtung und wies darauf hin, daß die Schätze der Erde
einmal erſchöpft ſein werden. Dann müſſen ſtatt der irdiſchen
und unterirdiſchen Stoffreſervoirs immer mehr meteoriſche und
kosmiſche Stoffquellen zur Geltung kommen. Luft, Kohlenſäure
und Waſſerdampf, ſowie Winde, athmoſphäriſche Elektrizität und
Sonnenſtrahlen. Wenn das erſte Jahrhundert der organiſchen
Syntheſe unter der Loſung „los von der Lebenskraft” begann
und ſich entwickelte, möge das zweite Jahrhundert unter der
Loſung ſtehen „zurück zum Leben”.
(Schluß folgt.)
Seite 4
Sonntag den 23 September 1928
Nummer 265
Familiennachrichten
Oa Alle n n
geſunden Töchterchens zeigen
hocherfreut an
Dipl.=Ing. G. Haupt u. Frau
Dorle, geb. Ritſert.
Ludwigshafen (Rhein), 21. Sept. 1928.
(24772
Rottſtraße 47.
Die Geburt ihres 2. Sohnes
geben bekannt
Amtsgerichtsrat Pfannſtiel
und Frau.
Darmſiadt, Inſelſiraße 19 II.
24811)
Ihre Verlobung zeigen an
Marie Menges
Heinrich Schäfer
Darmſtadt, den 23. Sept. 1928.
(*24779
Die Eheleute Nikolaus Thalbeimer,
Schuhmachermeiſiter, Arheilgerſtraße 66,
feiern am 23. September 1928 das Feſt
(*24770
der
Silbernen Hochzeit.
Statt beſonderen Anzeigen.
Die Verlobung meiner älteſien Tochter
Ilſe mit dem Diplom=Ingenieur Herrn
Guſtav Adolf Matthgei zeige ich
hierdurch an.
Jenny v. Weſternhagen
geb. v. Zingler.
.
Darmſtadt
Wilhelminenſtr. 32.
Sepiember 1928.
Meine Verlobung mit Fräulein Ilſe
v. Weſiernhagen, der älteſien Tochter
des verſtorbenen Generalmajors a. D.
Herrn Heinz v Weſternhagen und ſeiner
Frau Gemahlin Jenny, geb. v. Zingler,
beehre ich mich anzuzeigen.
Guſtav Adolf Matthaei
Oipl.=Ing.
Kaldenkirchen
Rheinland.
Statt beſonderer Meldung.
Am Freitag, den 21. d. Mts. ging unſere liebe
Schweſter
Kuige Kulis
beim Läuten der Abendglocken zur ewigen Ruhe ein.
In tiefer Trauer:
Anna Hübner, geb. Kurts
Adeline Kurts.
Darmſtadt, Roßdörferſtr. 86, Görlitz.
Auf Wunſch der Entſchlafenen findet die Beerdigung
in der Stille ſtatt.
24872
Todes=Anzeige.
Allen Verwandten, Freunden
und Bekannten hiermit die tra
i=
rige Nachricht, daß heute morgen
½1 Uhr unſer innigſtgeliebter Vater
Großvater, Urgroßvater,
Schwie=
gervater und Onkel
Peter Luayaupt I.
Landwirt
von ſeinem ſchweren Leiden im
Ater von 82 fahren durch einen
ſanfte: Tod erlöſt wurde
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Friedrich Wilhelm Luckhaupt
„ Adam Luckhaupt
„ Ernſt Gatzge
„ Karl Spriegel
Chriſtoph Luckhaupt Ww.
philipp Luckhaupt
Friedrich Luckhaupt V.
ſowie 16 Enkel u. 4 Urenkelkinder.
Nieder=Ramſtadt, Darmſtadt,
den 22. September 1928.
Die Beerdigung findet Dienstag,
den 25. September, nachmiitags
3½ Uhr, vom Trauerhauſe,
Bahn=
hofſtraße 20 aus ſtatt. (15145
Gott ergeben entſchlief heute
nachlangem ſchweren Leiden meine
lie e Frau, unſere gute Mutter
und Schweſter
Frau Martha Fornoff
geb. Buſchbeck
im 35. Lebensjahre,
Die trauernd Hinterbliebenen:
Wilh. Fornoff u. Kinder
Luiſe Buſchbeck
Adele Buſchbeck.
Rieder=Ramſtadt, den 22. Sept. 1928.
Die Beerdigung findet Dienstag
nachmittag 2 Uhr ſtatt.
152
Hämorrhoiden
können nachweisbar, in lurzer Zeit ohne
Operation dauernd geheilt wverden
Sp echt. in Frankfurt, Mainzerlandſtr. 133,
I. Tr. am Güterplatz), jeden Mittwoch und
(TV. 10887
Sonnabend 8—12 Uhr.
Dr. med. Colemann, Arzt
Am 22. September verſchied unerwartet
im Alter von 54 Jahren unſer treuer Gatte
und Vater
Georg Piel.
Im Namen
der krauernden Hinterbliebenen:
Gertrud Vidl
Egon Viél.
Die Beerdigung findet am 25. September, nachmittags
3 Uhr, von der Kapelle des alten Friedhofs ab ſiatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abzuſehen.
(15193
Von der Reiſe
zurück.
Prof.
Zander
Elifabethenſtift.
IV.1 162)
Von der Reiſe
zurück.
Dr. Hein
Hermannſtr. 25 / 24806
Todes=Anzeige.
Am Samstag, 22. September, entſchlief nach
lan=
gem ſchweren Leiden im Slädt. Krankenhauſe zu
Darmſtadt unſere liebe Mutter, Großmutter,
Schwie=
germutter und Tante
(15196
Marie Etijaberhe Fant, geb. Saul
im Alter von 77 Jahren.
In tiefer Trauer:
Familie Philipp Funk
Familie Johann Karl Klein.
Altheim, Hergershanſen, Darmſtadt, 22. Sept. 1928.
Die Beerdigung findet Dienstag, 25. Sept., nachm.
1½ Uhr, in Altheim vom Trauerhauſe aus ſtatt.
KORPULENZ
(Fettleibigkeit) wird beseitigt durch
„Tonnola- Zehnkun
in kurzer Zeit erheb iche Gewichtsabnahme
u.jugendliche,schlankeFigur Garantiert
inschädlich, ärztlich empfohlen Keine
Diät Kein Heilmitte sondern natürlich
fettzehrend Viele Dankschr Seit 28 Jahren
vewährt. Preisgekrönt m. gold Medaille u
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(*24790)
Am Mittwoch verſchied in München
in=
folge eines Schlaganfalls mein lieber Mann,
unſer treuer Vater, Schwiegervater,
Groß=
vater und Schwager
Auguft kohlich.
In tiefer Trauer:
Charlotte Röhrich, geb. Schmidt
Flore Büchner-Röhrich
Fritz Büchner
und 3 Enkel.
München, Darmſtadt, den 20. Sept. 1928.
Die Beiſetzung findet in aller Stille ſiatt.
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fertigte Kut ist der kleidsamste!
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und Frisur.
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15 dchuchardstraße 1
Todes=Anzeige.
Geſtern abend verſchied nach kurzer,
ſchwerer Krankheit unſer lieber Bruder,
Schwager, Onkel und Petter
entne Hreumänn
im 66. Lebensjahr.
Darmſiadt, 22. September 1928.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beiſetzung findet Dienstag, den 25
Sep=
tember, nachmittags 3 Uhr, vom Portal des
Friedhofs der iſrael. Religionsgemeinde ſiatt.
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Felſen
Nummer 265
Sonntag, den 23. Geptember 1928
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 23. September.
— In den Ruheſtand tritt auf ſein Nachſuchen der
Landgeſtütsober=
ſieher Peter Nieder zu Darmſtadt mit Wirung vom 1. November.
— Kaufmann Fritz Heß †. Am Mittwoch wurde unter
außer=
möhnlich ſtarker Anteilnahme weiteſter Kreiſe der Bevölkerung inner=
„d außerhalb unſerer Stadt Kaufmann Fritz Heß, Mitinhaber und
eichäftsführer der bekannten Firma Philipp Heß G. m. b. H., zu
ſabe getragen. Die unüberſehbare Zahl der Teilnehmer am
Leichen=
gängnis und die überreichen Kranzſpenden legten Zeugnis ab von der
ſhen Wertſchätzung, deren ſich der allzu früh Heimgegangene erfreute.
ſe Firma Heß ſelbſt verliert in dem Abgeſchiedenen ihre Seele, den
ffinungsvollen Sohn und Nachfolger des Gründers Philipp Heß. Er
u, wie die führende „Textilzeitung” in ihrem Nachruf ſchreibt, ſchon
ſit 31 Jahren „ein wackerer und tüchtiger Kaufmann”. Mitten im
chrigen Schaffen überfiel ihn in der Blüte der Jahre und auf der
li tagshöhe ſeines Schaffens, ausgelöſt durch ſchwere ſeeliſche
Erſchüt=
rungen, ein heimtückiſches Nierenleiden. Kurz nach einem
notwendi=
m äußeren operativen Eingriff iſt er entſchlafen. Als Menſch in
ſei=
m Edelmut und ſeiner Selbſtloſigkeit, als Küinſtler mit ſeinem
hüutheitsdurſtigen Auge und als Chriſt mit ſeinem Eindlich=gläubigen
ſerzen hat er ſeinem weiten Verwandten= und Bekanntenkreis ein
ten=
s Vermächtnis hinterlaſſen.
— Heſſiſches Landestheater. Als erſte Opernneuheit im Kleinen
ass, das heute Sonntag mit Romains Komödte, Dr. Knock” ſeine
ſptelzeit eröffnet, wird am Donnerstag, dem N. September, Flotzolus
m iſche Oper „Fatme” in der Inſzenierung Nenato Mordos
gege=
n. Muſikaliſche Leitung: Max Rudolf, Bühnenbild: Lothar Schenck
un Trapp.
In der heute im Kleinen Haus zur Erſtaufführung gelangenden
Ko=
jödie „Dr. Knock” oder „Der „Triumph der Medizin” ſind
beſchäf=
g. die Damen Blum, Carlſen, Gothe, Hoffart, Jaeke=Joſt, Knott, und
e Herren Finc, Gallinger, Keßler, Jürgas, Maletzki, Ney, Zeiger.
n zenierung: Reuato Mordo. Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp.
ſeginn: 19 Uhr 30.
Strindbergs „Traumſpiel” gelangt am Dienstag, dem 25.
Sep=
mber, in der von Renato Mordo beſorgten Inſzenierung der vorigen
tielzeit zum erſten Male in dieſem Jahre zur Aufführung.
Morgen beginnt der Vorverkauf für Mieter zu dem Gaſtſpiel
Fried=
ſc Kayßler—Helene Fehdmer, die am Freitag, dem 28. September, mit
tem Enſemble zur Feier von Tolſtois 100. Geburtstag ſein Schauſpiel
urd das Licht ſcheinet in der Finſternis” zur Aufführung bringen.
In der Woche vom 2. bis 6. Oktober findet in Darmſtadt die
Jubi=
zumstagung des Reuhsverbandes Deutſcher Tonkünſtler und
Muſik=
hrer ſtatt. Das Landestheiter beteiligt ſich an dieſem Feſt außer mit
inigen Kenzerten am 2. Oktober mit der Uraufführung der heiteren
ter „Die ſchwarze Kammer” des Hamburger Komponiſten
funſt Roters, die von Arthur Maria Rabenalt inſzeniert und von
di. Karl Böhm muſikaliſch geleitet wird.
Die Ausgabe der Mietkarten für die
Sinfoniekon=
erte iſt erfolgt. Die noch niclt abgeholten Mietkarten können an
er Hauptkaſſe während der Dienſtſtunden werktäglich von 9—13½ Uhr
eren Zahlung der erſten Rate in Empfang genommen werden. —
Neu=
mmeldungen für Theater= und Konzertmieten werden von der
Miet=
breilung noch entgegengenommen.
— Darmſtädter Künſtler auswärts. Ueber Alfred Günther,
ſaunen=Virtuoſe, Kammermuſiker am Heſſiſchen Landestheater,
—eiben u. a.: „Lixpiſche Rundſchau”: . Mit wachſender
Bewun=
ſe=ung lauſchte man den zum Vortrag gebrachten Bravourſtücken, in
Uchen der empfindſame Vortrag, die vollendete Technik und die
pracht=
a le und edle Tongebung nicht nun den überragenden Virtuoſen, ſon=
—n auch den gereiften Künſtler erkennen ließen. Nur ſelten
ilich wird ſich ein Menſch und Künſtier finden, der die angeborene
gabung und ſo viel ſterbſames Künſtlertum in ſich vereinigt, die
er=
u derlich ſind, um eine derartige muſikaliſche Höchſtleiſtung zu erzielen.
„Mecklenburgiſche Rundſchau”: .. . Aber nicht die vollendete
onveräne Technik allein nimait gefungen, mehr noch lockt die Beſeelung
emes Vortrages. . . . Weich im Anſatz, zart, innig das Piano,
brau=
erd, d ohend das Forte; ſo gelingen ihm die ſchwvierigſten Gänge,
über=
iaß chen ſeine Triſſer und ſein Finale. Die Poſaune ſingt, das ſpröde
Motall erhält b=ſeeltes Flhlen durch einen Künſtler, der in ſein Spiel
iu viel hineinlegt, daß der Abglanz der inneren Welt eines
ſchaffen=
dem Künſtlers ſich zeigt. . . . — „Halliſche Nachrichten”: . . .
unüber=
noffen in vollendeter techniſcher Beherrſching ſeines Inſtrumentes, in
ſarheit und Feinheik der Tongebung, das Forte von edler Kraft, das
Prano weich und ſanft, das Ganze voll Wohlklang und Beſeelung.
„Niederſächſiſche Morgenpoſt” Göttingen: . . . Das war ein reines,
griheloſes Gelingen! Der Künſtler iſt ein ausgeſprochenes Talent.
Eeine Vegabung zu rihmen, iſt eitles Beginnen; man muß ihn hören.
Zuirch eine bewunderswerte Tehnik gab er allen ſeinen Darbietungen
vel des Schönen und Ausdrucksvollen mit. Selbſt die ſchwierigſten
Scellen wurden ſauber und elegant geſpielt und zeigten die ſtart
danhkultivierte Technik und die große Genialität des Künſtlers. —
„Börlitzer Nachrichten‟: Wir können ſagen, daß wir dieſes
In=
ſt=ument noch nie mit ſolcher Meiſterſchaft ſpielen hörten. Der weiche
Amſatz, der reine und zarte Ton, beſonders bei Pianoſtellen, das
glän=
zude Vibrato zeigten, mit welcher Meiſterſchaft Günther ſein
Inſtru=
nent beherrſct.
— Volkshochſchule. Wir machen nochmals darauf aufmerkſam, daß
am Montag, den 24. September, 20 Uhr, im Saal 140 der Techniſchen
Hochſchule der Vortrag von Eva Meyer ſtattfindet. Fräulein Meher
wird ſprechen über „Androklus und der Löwe” von Shaw, um
damit eine Einführung in dieſes Werk zu geben, das demnächſt im
Heſ=
ſſchen Landestheater zur Aufführung kommen wird.
— Orpheum. Der Sonntagskartenverkauf findet ſtatt im
Verkehrs=
biro von 9—12 Uhr, Zeitungskiosh am Schloß anſchließend bis 2 Uhr,
Orpheunskaſſe (Telephon 389) ab 3 Uhr ununterbrochen. (S. Anz.)
Ausflugsfahrten mit Poſtkraftwagen. In der letzten
September=
roche hat die Deutſche Reichspoſt folgende Fahrten vorgeſehen: Am
Mittwoch, den 2. September, eine Nachmittagsfahrt an der Bergſtraße
enitlang bis Jugenheim, dann durch das Balkhäuſer Tal nach Kuralpe,
weiter über Beedenkirchen nach Lindenfels, und dann heimwärts durch
das Modautal. Ein Aufenthalt von 1½ Stunden in Kuralpe ermöglicht,
das Felſenmeer zu beſuchen. Ein gleich langer Aufenthalt iſt in
Linden=
ſeks vorgeſehen. — Am Sonntag, den 30. September, eine Tagesfahrt
an der Bergſtraße entlang nach Heidelberg, weiter längs des Neckars
bis Hirſchhorn, dann durch das Finkenbachtal nach Beerfelden, weiter
über Michelſtadt, Vierſtöck heimwärts. Zwei ſchöne Fahrten, auf denen
mun auch der farbige Herbſtwald ſchimmert! Der Kartenverkauf liegt
in den Händen des Mitteleuropäiſchen Reiſebüros, Rheinſtraße 17,
Fernſprecher 776. Näheres geht aus der Anzeige hervor.
Vom Wochenmarkt. Kleinhandels=Tagespreiſe vom 22.
Septem=
ber 1928 für ein Pſund bzw Stück in Reichspf.: 1. Gemüſe:
Kohl=
rabi 8—10, gelbe Rüben 10—12, rote Rüben 15, Spinat 20, Rotkraut
15—20, Weißkraut 8—10, Wirſing 15, Stangenbohnen 40—45,
Buſch=
bohnen 10—35, Warlsbohnen 45, Erbſen 50, Zwiebeln 12—15, Knoblauch,
80, Tomaten 12—20, Endivienſalat 12—20, Kopfſalat 15—20, Salatgurken
8—60, Einmachaurken 1—3, Blumenkohl 30—120, Rettich 5—10,
Meer=
rettich 120, Radieschen (Bund) 5—8. 2. Kartoffeln:
Frühkartof=
feln 7—8. 3. Obſt: Pfirſiche 30—50, Brombeeren 40—45,
Preißel=
beeren 45—50, Tafeläpfel 20—30, Wirtſchaftsäpfel 15—20, Falläpfel 6
bis 12, Tafelbirnen 20—30, Wirtſchaftsbirnen 8—15, Zwetſchen 12—15,
Trauben 50—55, Nüſſe 100, Zitronen 10—20, Bonanen 45—50. 4.
Eß=
waren: Süßrahmbutter 230—240, Landbutter 200—220. Weichkäſe
waren: Nindfleiſch, friſch 80—19, Nalbfleiſch 19. Hammalfleiſch
80, Schweinefleiſch 126—150, Dörrfleiſch 150, Wurſt 70—140, Wurſtfett
S0, Schmalz, ausgelaſſen 110.
Seite 3
Das Geräuſch der Kraftfahrzeuge.
Nach § 3 Abſ. 1 der Verordnung über Kraftfahrzeugverkehr vom
16. März 1928 müſſen Kraftfahrzeuge insbeſondere ſo gebaut,
einge=
richtet und ausgerüſtet ſein, daß jede Beläſtigung von Perſonen und
Gefährdung von Fuhrwerken durch Geräuſch ausgeſchloſſen iſt. Die
Ab=
führung der Verbrennungsgaſe hat unter Anwendung ausreichender
ſchalldämpfender Mittel zu geſchehen. Die Anbringung von
Auspuff=
klappen und andere Maßnahmen, die es ermöglichen, die Schalldämpfer
in ihrer Wirkung abzuſchwächen oder auszuſchalten, ſind verboten.
Nach § 17 Abſ. 2 derſelben Verordnung iſt der Kraftfahrzeugführer
dafür verantwortlich, daß oben angeführte Beläſtigung oder Gefährdung
in keinem Falle eintritt. Iſt das Fahrzeug in einem Zuſtande, der
vorſtehende Uebelſtände herbeiführen wird, ſo iſt gemäß 8 16 auch der
Halter desſelben, falls ihm die Mängel bekannt ſind, ſtrafbar, wenn er
die Inbetriebnahme des Fahrzeugs anordnet oder zuläßt.
Durch vorſtehende Beſtimmungen hat der Geſetzgeber die
Möglich=
keit des polizeilichen Einſchreitens gegen beläſtigendes Geräuſch der
Kraftfahrzeuge gegeben. Das beläſtigende Geräuſch, an dem in den
meiſten Fällen Anſtoß genommen wird, iſt das Auspuffgeräuſch. Das
Gasgemiſch, beſtehend aus Luft und Kraftſtoff (Benzin, Benzol,
Spiri=
tus) iſt in dem Zylinder oder in den Zylindern des Motors verbrannt,
hat durch ſeine Expanſionskraft den Kolben bewegt und hierdurch die
Umdrehung der Kurbelwelle erzeugt und tritt dann in’s Freie. Gleich
den aus einen Gewehrlauf austretenden Pulvergaſen, die ein Geſchoß
vor ſich hergetrieben haben, hat dieſes verbrannte Gasgemiſch aber noch
einen gewiſſen Druck beim Austreten. Ebenſo wie bei den Schußwaffen
iſt beim Motor die Detonation beim Austreten der Gaſe ein
vorhan=
denes Uebel. Der Erbauer des Kraftfahrzeugs hat kein Intereſſe daran,
ſeine Mitmenſchen mit dieſem Puffen und Knallen zu beläſtigen. Er
iſt wohl beſtrebt, die Auspuffgaſe ſo frei wie nur eben möglich
austre=
ten zu laſſen. Können die Auspuffgaſe, die für die Motorleiſtung keinen
Wert mehr beſitzen, nicht leicht ins Freie treten, ſo wird der Motor in
ſeiner Leiſtung behindert, weil dann der in dem Zylinder verbreibende
Reſt das eintretende Gasgemiſch durchſetzt und hierdurch eine ſchlechte
Verbrenuung, verbunden mit geringer Ausnutzung des Kraftſtoffes,
verurſacht wird.
Zur Vermeidung des Auspuffgeräuſchs dienen Schalldämpfer (
Aus=
pufftöpfe), die in den verſchiedenſten Typen auf den Markt gebracht
werden. Da aber alle Schalldämpfer die Leiſtung des Motors
beein=
trächtigen, konnten früher vor denſelben, alſo zwiſchen Motor und
Schalldämpfer, Auspuffklappen angebracht ſein, die in geöffneter
Stel=
lung einen ungehinderten Austritt der Auspuffgaſe geſtatten und
außerhalb geſchloſſener Ortsteile geöffnet werden durften.
Auspuffklappen und andere Maßnahmen, die es ermöglichen, die
Schalldämpfer in ihrer Wirkung abzuſchwächen oder auszuſchalten, ſind
gemäß 8 3 der Verordnung über Kraftfahrzeuge verboten.
Die meiſten Klagen werden gegen das Geräuſch der Krafträder
ge=
führt. Das im Vergleich zwiſchen Kraftwagen und Krafträdern
feſt=
geſtellte, größere Geräuſch der letzteren hat folgende Urſache: Unter
einem Kraftwagen iſt reichlich Raum geboten, einen umfangreichen
Schalldämpfer und ein langes Auspuffrohr anzubringen. Die
austre=
tenden heißen Auspuffgaſe (das Auspuffrohr wird unmittelbar hinter
den Zylindern bis zur Rotgluthitze erwärmt) haben auf dieſem
ver=
hältnismäßig weiten Weg ſich reichlich abgekühlt und nehmen
infolge=
deſſen keinen beſonders großen Raum mehr ein. Mit der
Raumver=
minderung läßt auch der Druck nach. Die Gaſe treten dann mit wenig
Energie und nicht mehr knallend ins Freie. Anders iſt es bei den
Krafträdern. Bei dieſen können nur verhältnismäßig kurze
ſchalldämp=
fende Mittel angebracht werden. Außerdem ereignet ſich bei den
Kraft=
rädern leichter als bei Kraftwagen ein Entzünden von unverbranntem
Gasgemiſch im Schalldämpfer aus folgendem Grund: Sollte einmal
ohne Verſchulden des Führers das Gasgemiſch nicht im Zylinder
ver=
brannt und dann in den Schalldämpfer gelangt ſein, ſo wird es durch
die ſpäter austretenden, noch brennenden Gaſe desſelben oder eines
anderen Zylinders zur Entzündung gebracht. Die Folge hiervon iſt
das dem Abfeuern einer Schußwaffe ähnliche Knallen der Krafträder.
Ein derartiges einzelnes Knallen kann auch bei einem rückſichtsvollen
Kraftfahrer vorkommen, wenn er, durch beſondere Umſtände veranlaßt,
ſeine Fahrgeſchwindigkeit plötzlich ſtark herabſetzen mußte und dann
wieder dieſelbe erhöht. Das Knallen kann auch mutwillig erzeugt
wer=
den. Es iſt dann gewöhnlich ein häufiges Knallen. Dieſes iſt aber ein
Unfug, der nicht ſtark genug verfolgt werden kann.
Das menſchliche Ohr war für den Straßenverkehr bis vor einigen
Jahrzehnten nur auf das Geräuſch der fahrenden Pferdefahrzeuge und
auf den rhythmiſchen Hufſchlag der im Trab laufenden Pferde
einge=
ſtellt. Der Straßenverkehr iſt ein anderer geworden. Die
Kraftfahr=
zeuginduſtrie hat ſich das Ziel geſetzt, Erzeugniſſe in den Verkehr zu
bringen, die in jeder Beziehung einwandfrei ſind. Behörden ſind
be=
müht, den Verkehr zu regeln und zu überwachen. Der Menſch wird
ſich an die Haſt des heutigen Verkehrs und an den Lärm desſelben,
ſo=
weit er nicht unerträglich iſt, gewöhnen. Die Entwicklung des Verkehrs
muß fortſchreiten, wenn Deutſchland nicht rückſtändig werden ſoll. Jür
Ausland wird auch durch Kraftfahrzeuge Geräuſch verurſacht. Die
Be=
wohner von Ortsteilen, welche von Eiſenbahnlinien durchſchnitten
wer=
den, vernehmen es heute kaum noch, daß Lokomotiven ſchnauben und
ſchrill pfeifen und Güterzüge quietſchen und raſſelp
Verkehrsſicherheit.
Ein einfaches Mittel, um auch ohne Stoppſtrecke im
bis=
herigen Sinne die Geſchvindigkeitz bzw. deren Gefährlichkeit feſtzuſtellen,
wird ſtellenweiſe angeivandt, indem der Verkehrspoliziſt einem
heran=
kommenden Fahrer aus einer vorher abgomeſſenen Entfernung ein
Haltezeichen gibt. Gelingt es dem Fahrer nicht, innerhalb der Strecke
bis zum Poliziſten ſeinen Wagen zum Stehen zu bringen, ſo gilt dies
als Feſtſtellung, daß er zu ſcmell gefahren ſei. Dieſes Syſtem hat den
Vorteil, daß es nicht ſchematiſich auf die reine Geſchwindigkeit abſtellt,
ſondern auf das, worauf es ankommt, die Beheurſchung des Fahrzeugs
durch den Fahrer und die Wirkſamkeit der Bremſen, und es werden
hierbei natürlich auch diejenigen Schätzungsfehler
ver=
mieden, welche einem Verkehrspoliziſten ſonſt unterlaufen, wenn er
ohne Ankaltspunkte die Geſhywindigkeit eines Fahrzeugs und
insheſon=
dere ihre Gefährlichkeil an einer beſtimmten Stelle abſchätzen will.
„Alt=Darmſtadi”, Vereinigung für Ortsgeſchichte und Heimatkunde.
Nächſte Veranſtaltung Donners ay, abends 8.30 Uhr, im Eintrachtſaal,
Cliſabethenſtraße Nr. 12. Vortragsabend; „Reiſeerinnerungen eines
Darmſtädters‟ Herr Dr. Anton Büchner berichtet über ſeine
Nerdlandsreiſe unter Vorführung von Lichtbildern. Nur für
Mitglie=
der und deren Angehörige. Gäſte ſind vorzuſtellen.
„Photographenmeiſter‟. Nachdem der Photograph Fritz Emrich
zu Darmſtadt ſich bei der Prüfungskommiſſion der Provinz
Starken=
burg und der Heſſiſchen Handwverkskammer der Meiſterprüfung im
Photographengewerbe unterzogen und dieſe mit Erfolg beſtanden hat,
iſt derſelbe ſomit berechtigt, den Meiſtertitel zu führen.
Lokale Veranſialtungen.
Die hierunter erſchelnenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten.
im kelnem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritil.
— Der Deutſche Offizierbund und die anderen heſſiſchen
Offizierverbände feiern den Geburtstag des Herrn Generalfeldmarſchalls
von Hindenburg am 2. Oktober in der „Traube‟ Gemeinſames
Abend=
eſſen um 8 Uhr. Anmeldung umgehend erbeten an Herrn Major
Krauße d’Avis, Rheinſtraße 41.
— Train=Vereinigung 18. Am 30. September findet ein
Familienausflug nach Traiſa ſtatt, auf den wir heute ſchon beſonders
hinweiſen. Gäſte ſind herzlich willkommen. Gleichzeitig wird auf die
am 3. Oktober ſtattfindende außerordentliche Hauptverſammlung mit
Vorſtandswahl aufmerkſam gemacht.
— Eine Wiederſehensfeier Reſ.=Inf.=Regt. 118
fin=
det Sonntag, den 14. Oktober, in Erbach i. O. ſtatt. (S. Anz.)
— Kriſhnamurtis Lehre: „Leben — das Ziel”,
heißt das Thema, über welches am Montag, abends 8 Uhr, im
Logen=
ſaal Sandſtraße 10) Frau Iſa Shring ſprechen wird, und wozu alle
ſuchenden Menſchen herzlichſt eingeladen ſind. (Näheres ſiehe heutige
Anzeige.)
— Orangeriehaus. Sonntag, den 23. September, abends
8 Uhr, Künſtler=Konzert bei freiem Eintritt.
— Tanzabend. Im Hotel Prinz Heinrich findet Sonntag
abend Tanz ſtatt.
— „Darmſtädter Hof”. Heute abend 8 Uhr Künſtlerkonzert,
ausgeführt von Mitgliedern des Städtiſchen Orcheſters.
— Im Wiener Kronenbräukeller findet heute großes
Konzert bei freiem Eintritt ſtatt. (Siehe Anzeige.)
Tageskalender für Sonntag, den 23. September 1928.
Heſf. Landestheater, Großes Haus Anfang 18 Uhr, Ende nach
22½4 Uhr, D 2: „Lohengrin” — Kleines Haus, vorm. 11½ Uhr:
Mor=
genfeier der Darmſtädter Volksbühne. — Abends 19½ Uhr, Ende
22 Uhr, Zuſatzmiete V: „Dr. Knock”. — Orpheum, abends 20.15
Uhr Revue „Große Kleinigkeiten”. — Konzerte: Schloßkaffee,
Kaffee Rheingold, Hotel Schmitz, Darmſtädter Hof, Reichshof,
Rum=
melbräu, Hotel zur Poſt, Reſt. Bender, Waldſchlößchen, Frankfurter
Hof, Neckartor, Perkeo, Reichskrone, Stadt Nürnberg, Zur Kanone,
Hotel Prinz Heinrich, Eintracht, Bürgerhof, Zum Ochſen (Beſſunger
Straße 28), Beſſunger Turnhalle, Reſtaurant Dintelmann (
Heidel=
berger Straße 40). — Ludwigshöhe, nachm 16 Uhr: Konzert.
— Orangeriehaus, abends 20 Uhr: Konzert. —
Kinovor=
ſtellungen: Helia, Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz=Theater.
* Provinzialausſchuß.
v. Nach Ablauf der geſetzlichen Ferien trat das Verwaltungsgericht
wieder in ſeine gewohnte Tähigkeit ein, in den alten Räumen zwar,
aber dieſe ſind angenehm und ſinnfällig reſtauriert, wohltnend in weiß
und gran gehalten, während blaue Vorhänge vom Lickt einer
wärmen=
den Herbſtſonne durchflutet werden.
1. Geſuch der Leonhard Tietz A.G. in Köln, Zweigniederlaſſung
Darmſtadt, um Erteilung der Frlaubnis zum Betriebe einer
Schankwirt=
ſchaft mit Branutweinausſchank im Hauſe Markkplatz 7.
Tietz AG. will, wie in anderen Großſtädten, einen
Erfriſchuungs=
raum herrichten, was auch verkohrsfördernd wirken würde. Begehrt
wird Vollkonzeſſion, nur innerhalb der Verkaufszeit ausgeübt, die
Ange=
ſtellten ſollen Mittageſſen erhalten. Als Vertreterin des ſchwer
rin=
genden Gaſtwirtsgewerbes verneint die Gaſtwirteinnung ein Bedürfnis,
in gleichem Sinne ſprechen ſich die Wirtſchaftsdeputation der
Stadt=
verordnetenverſammlung, Polizei= und Kreisamt aus. Auf Befragen
erklärt der Vertreter von Tietz, daß Sonderangebote im Eſſen nicht
gemacht würden.
Das Urteil lehnt das Geſuch ab. Der Streitgegenſtand
wird auf 5900 Mark feſtgeſetzt.
2. G=ſuch des Franz Giſſinger zu Darmſtadt um Erteilung der
Ei=
laubnis zun Betriebe einer Schankwirtſchaft (Kaſſeewirtſchaft) im Hauſe
Ludwigſt=nße 7.
Vor Eintriit in die Verhandlung erklärt der Geſchäftsführer des
Geſuchſtellers, daß das Geſuch zurückgezogen werde.
3. Berufung der Heſſiſchen Lichtſpieltheiter A.G. Darmſtadt gegen
das Urteil des Kreisausſcuuſſes des Kreiſes Darmſtadt vom 30. April
1928 wegen Nichterteilung der Konzeſſion, nach 8 33a der
Gewerbe=
ordnung.
Wir haben über das Sachverhältnis aus Anlaß der Verhandlung
vor dem Kreisausſchuſſe eingehend berichtet. Die Helia möchte
Ein=
lagen (Geſang, Tanz oder mimiſche Aufführungen) beſonderer Art bei
Filmdarbietungen vorführen können, wozu nach dem Geſetze Erlaubnis
erforderlich iſt. Der Kreisausſchuß hat den Beweis eines Bedurfniſſes
nach ſolchen Darbietungen vermißt und deshalb die Erlaubnis verſagt.
Die Bernfung erſtrebt die Erteilung der Konzeſſion. Die Frage des
Bedürfniſſes müſſe aus dem Geſichtspunkt der Beſucher und der Kritik
heraus geprüft werden.
Als Sachverſtändige werden der Obmann des badiſchen und
pfälzi=
ſchen Verbandes der Lichtſpieltheater in Baden=Baden und der
Chef=
redakteur des „D. T.” benannt.
Der Vertreter der Helia verweiſt auf ihre Tanzdarbietungen, das
deutſch=ruſiſche Orcheſter, einen Propagandafilm; reine
Filmvorführun=
gen genügten dem Publikun oft nicht. Chefredakteur Mauve verbreitet
ſich eingehend über die Einlagen, die die Helia vorgeführt hat nach
dem Muſter anderer Großſtädte, das Publikum habe Freude an den
Einlagen, die ſich als Attraktion des Publikums darſtellen. Dieſe
Ein=
lagen ſind in Großſtädten als Variation des Programms gang und
gäbe. Obmann Kienzle ſchließt ſich dieſen Ausführungen voll und ganz
an. Erſt jüngſt ſei in Ludwigshafen ein Lichtſpielthegter neu errichtet
worden, das Einlagen bringen ſolle. Auch der dort neu erbaute
Ufa=
palaſt werde ſolche Einlagen pflegen. In Baden=Baden ſei z. B. Otto
Gebühr als Mitwirkender aufgetreten. Die Stadt Singen habe dem
kortigen Lichtſpieltheater eine Subvention von 40 000 Mark gewvährt,
um eine Bühne einzubauen. Nur künſtleriſch einwandfreie
Darbietun=
gen würde auch die Helia hier pflegen. Das Lichtſpieltheater ſei neben
der Unterhaltungsſtitte auc eine wichtige Kulturſtätte. In Baden=
Baden geſtatte die Polizei ſtillſchwveigend, ſolche Einlagen vorzuführen,
auch ohne daß eine beſondere Konzeſſion beſtehe.
Im Schlußwort betont ber Vertreter der Helia, daß dieſe dem
Landestheater keine Konkurrenz mache, in ſeinen Bereich nicht
ein=
dringe, lediglich das Kinogewerbe pflege und niemals
Kabarettvorſtel=
lungen geben molle. Die Erlaubnis möge erteilt werden, ohne daß eine
polizeiliche Ueberwahung ſtattfinde in der Richtung, ob ein innerer
Zuſammenhang mit den Darbietungen im Film beſtehe.
Das Kreisansſchußurteil wird aufgehoben und
die nachgeſuchte Konzeſſion erteilt.
4. Antrag des Kreisamts Groß=Gerau auf Entziehung der dem
Gaſtwirt Peter Thomas zu Ginsheim erteilten Genehmigung zum
Be=
triebe einer Gaſtwirtſchaft im Hauſe Ginsheim, Mainſtraße 1.
Der Antrag gründet ſich auf eine Beſtrafung des
Konzeſſions=
inhabers. Die Konzeſſion wird entzogen.
5. Geſuch des Juan Mir zu Darmſtadt um Erteilung der
Erlaub=
nis zum Betriebe einer Schankwirtſchat mit Branntweinausſchank im
Hauſe Hüigelſtraße 35.
Es handelt ſich um die früher von Louis Brugal betviebene
Wirt=
ſhaft. Die Wirteinnnung bejaht das Bedürnis, da es ſich um eine
ältere Wirtſchaft handelt. Die übrigen Inſtanzen verneinen ein Be=
Lürfnis. Spaniſche Weine werden auf dem Kapellplatz, Mathildenplatz
und in der Karlſtraße ausgeſchänkt. Brugal bstrieb ſeit 1919 die
Wirt=
ſchaft und wurde zahlungsunfähig. Die Wirtſchaft wurde an Mir
ver=
dachtet, ſie ging gut. Zurzeit iſt ſie geſchloſſen. Die Konzeſſion wird
erteilt.
Die Rauclelden n sebiembeß, ſt die „Merz” eine wertvolle Ergänzung
bedarf der „Merz”=Erfriſchungs=Cigarette — D. R. P. — Es gibt im
ganzen Lande keinen Raucher — Dame wie Herr — dem dieſe
einzig=
artige Spezialeigarette nicht überaus nützlich wäre. Laſſen Sie ſich
kurz ſagen, warum dem ſo iſt: Als Cigarette bildet ſie eine Klaſſe für
lich, infolgedeſſen iſt ſie mit anderen Eigaretten nicht vergleichbar;
die iſt auf wiſſenſchaf licher Grundlage aufgebaut und in ihrer
be=
ſonderen Art den Bedütfniſſen des Rauchers angepaßt. Desinfiziert
Mund und Zähne, ſchützt vor Indispoſitionen und hilft prompt bei
Schnupfen, Katarrhen uſw. Dadurch
für jeden Raucher, beſonders Cigaretten=
Raucher. Qualitativ iſt die „Merz”=Erfriſchungs=Cigarette den feinen
Marken ebenbürtig, ſie beſteht aus beſter Orient=Tabakmiſchung.
Man raucht die „Merz” als ausgleichende, geſundheitsfördernde
ZwiſchenCigarette; als geradezu ideales Anregungs= und
Genuß=
mittel wird ſie empfunden, wenn dem Raucher von Zeit zu Zeit
überhaupt nichts recht ſchmecken will. Die Erfriſchung — nicht
ober=
flächl. Kühlung — iſt im wört’ichen Sinne zu verſtehen, das Klima
Deutſchlands macht die Cigarette zu allen Jahreszeiten gleich wichtig,
Der gute Fachhandel überall führt die „Merz” und erteilt Auskunft,
Fabrik: Merz & Co. Frankfurt a. M.
Bei Nachfragen nach
Verkaufs=
ſtellen wird das Porto vergütet.
Vertreter für den Handel:
Christ. Kelsch, Darmſtadt
Tel. 1869. (19.132) Rheinſtr. 2.
Rationaliſierung und Verbeſſerungen in der Betriebsweiſe des Gaswerks.—Der
Ausbau der Tarife bei fortſchreitender Verwendung von Gas im Haushalt und
Gewerbe. — Anreiz zu vermehrtem Gasverbrauch durch billige Beſchaffung von
Gasgeräten.
In manchen Kreiſen der Bevölkerung iſt die Auffaſſung vertreten,
daß die Verwendung des Gaſes im Haushalt und Gewerbe in Zukunft
immer mehr und mehr durch den elektriſchen Strom verdrängt wird.
Dieſe Auffaſſung iſt jedoch eine irrige. Sowohl das Gas wie auch der
elektriſche Strom haben jetzt und auch in Zukunft ihr
Berechtigungs=
daſein und beſtimmte Arbeitsgebiete, auf denen ſie zweckmäßig und
wirt=
fchaftlich zu verwenden ſind. Ueberall da, wo elektriſcher Strom
vor=
handen iſt, wird er zu Beleuchtungs= und Kraftzwecken immer mehr und
mehr Verwendung finden. Weſentlich anders ſind jedoch die Verhältniſſe
bei der Erzeugung von Wärme gelagert. Hier verdient das Gas infolge
des höheren Heizwertes unbedingt den Vorzug. Iſt doch der Heizwert
eines Kubikmeters Gas etwa viermal ſo groß wie der Heizwert einer
KW. elektriſchen Stroms. In der Vorkriegszeit fand die Verwendung
des Gaſes zur Raumheizung nur in verhältnismäßig geringem
Um=
fange ſtatt. In der Nachkriegszeit haben ſich die Verhältniſſe jedoch
be=
deutend geändert. Die Gasgeräte=Induſtrie hat neue, zweckmäßige und
einen guten Wirkungsgrad beſitzende Gasgeräte für die Raumheizung
und das Gewerbe geſchaffen. Hierdurch haben ſich ſchon eine Reihe
Haushaltungen auf die Raumbeheizung mit Gas umgeſtellt und
zahl=
reiche Induſtrien verwenden heute für ihre Wärme=Prozeſſe gasgeheizte
Anlagen. Die Verwendung des Gaſes als eine raſch, ſauber und billig
arbeitende Wärmequelle findet daher überall mehr und mehr Eingang.
Mit dieſer Entwicklung muß nun gleich wie bei der Elektrizität die
Ausbildung der Tarife Hand in Hand gehen. Hatte man in
der Vorkriegszeit meiſt nur einen einheitlichen Gastarif oder teilweiſe
auch Tarife, die eine Unterſcheidung zwiſchen Leucht= und Kochgas
machten, ſo müſſen die Gaswerke heute den veränderten Zeitverhältniſſen
und der veränderten Verwendung des Gaſes in ihren Tarifen Rechnung
tragen. In Darmſtadt haben wir gegenwärtig zwei
Gas=
tarife, einen allgemeinen Staffeltarif von 18 bis 11 Pfg. nebſt
Grundgebühren, die nach der Meſſergröße berechnet werden, und einen
Sonder=(Mehrverbrauchs=ſtarif für Raumheizung und gewerbliche Zwecke
von 10 und 8 Pfennig.
Es liegen nunmehr die Erfahrungen von über drei
Jahren aus dieſen Tarifen vor und ſind ihre Vor= und Nachteile
deutlich zu erkennen.
Der allgemeine Staffeltarif hat den Nachteil, daß die Staffelung
praktiſch als Anreiz kaum zur Auswirkung kommt, weil ſie nicht ſtark
genug iſt. Der Sonder=(Mehrverbrauchs=ſtarif hat ſchon beſſere Erfolge
gezeitigt und eine erhöhte Gasabgabe gebracht. Aber auch dieſer Tarif
bedarf noch der Verbeſſerung, da mit einem Gaspreis von 10 Pfennig
gegenüber den anderen Brennſtoffen eine ernſthaftere Konkurrenz für
Raumheizung und Induſtriezwecke noch nicht möglich iſt. Ein
An=
reiz für den Gasverbrauch iſt nach den gemachten
Feſtſtellun=
gen nur dann gegeben, wenn der Gaspreis für dieſe Zwecke unter
8 Pfennig für den Kubikmeter liegt.
Ein zweiter Mangel dieſes Sondertarifes iſt die ungerechte
Be=
handlung derjenigen Gasabnehmer, die ſchon vor Einführung des
Son=
dertarifes ſtarke Gasverbraucher waren. Will ein Gasabnehmer Gas
zum Sondertarif beziehen, ſo wird mit ihm ein Vertrag für die
Gas=
preis=Berechnung abgeſchloſſen. In dieſem Vertrag wird feſtgelegt, daß
der ſeitherige Gasverbrauch zum allgemeinen Staffeltarif und der
nun=
mehr darüber hinausgehende Verbrauch zum Sondertarif zu 10 oder 8
Pfennig pro Kubikmeter berechnet wird. Ein Gasverbraucher, der
vor=
her ſchon ſeinen Haushalt in weitgehendſtem Maße auf Gas umgeſtellt
hatte (Gasbadeofen uſtw.), ſchneidet bei dem Vertragsabſchluß weit
un=
günſtiger ab, als derjemge, der vorher Gas nur in geringen Mengen
bezogen hat.
Durch die wiederholten Senkungen der
Gas=
preiſe ſind die Einnahmen des Gaswerks
naturge=
mäß zurückgegangen. Dieſe Mindereinnahmen
konn=
ten durch eine vermehrte Abgabe von Gas nicht vollſtändig ausgeglichen
werden. Sie wurden in der Hauptſache getragen durch
erhöhte Mehreinnahmen aus den Nebenprodukten,
insbeſondere aus dem Verkauf von Koks. Trotzdem konnten die
Minder=
einnahmen durch die Gaspreisſenkungen nicht voll ausgeglichen werden.
Auf der Unkoſtenſeite erwuchſen durch die eintretenden Teuerungen
be=
deutende Mehrausgaben. So ſind die Preiſe für die Kohlen ſeit 1925
um 3,20 Mark für die Tomne geſtiegen. Auch die Aufwendungen für
Gehälter und Löhne verurſachten beträchtliche Mehrausgaben. Infolge
der Vermehrung und Verbeſſerung der
Straßenbeleuch=
tung ſind auch hier die von dem Gaswerk zu tragenden Laſten
be=
trächtlich gewachſen. Insgeſamt ſind für die vorgenannten Ausgaben,
für Kohlen, Gehälter, Löhne und Straßenbleuchtung vom Gaswerk im
Jahre 1927 rund 480 400 Mark mehr aufzubringen, als im Jahre 1925,
wozu noch die Mindereinnahmen durch die Gaspreisſenkungen treten.
Durch die fortgeſetzten Rationaliſierungen und Verbeſſerungen in
der Betriebsweiſe des Gaswerks wurde ſeither verſucht, die
Mehraus=
gaben auszugleichen. Die neuen, in dieſem Jahre eingetretenen
Kohlen=
preisſteigerungen und die erhöhten Perſonalkoſten bedingen jedoch
Maß=
nahmen, die dem Gaswerk erhöhte Einnahmen ſichern und gleichzeitig
den Gasabnehmemn eine erhöhte Verwendung des Gaſes ermöglichen.
Es muß durch einen ſtärkeren Anreiz in den Tarifen der Bevölkerung
die Möglichkeit eines vermehrten Gasverbrauchs gegeben werden, um
hierdurch die Einnahmen zu ſteigern und die erhöhten Unkoſten abzu=
decken. Ein größerer Ausfall in der Gasabgabe iſt in dem
Winterhalb=
jahr durch die Inbetriebnahme der Kohlen=Küchenherde bedingt. Durch
einen Tarif, der die Heizung der Küche mit Gas ermöglicht, würde nicht
nur eine Mehrabgabe für Heizgas, ſondern auch für Kochgas im Winter
zu verzeichnen ſein; ebenſo das Gas für die Warmwaſſerbereitung, die
im Winter zurzeit noch häufig auf dem Kohlenherd erfolgt. Es iſt daher
vorgeſehen, einen
neuen Gastarif — Wohnungstarif
einzuführen. Dieſer neue Wohnungs=(Wahl=)tarif ſoll dem
Wohnungs=
tarif der Heag entſprechen und die Möglichbeit einer gleichartigen
Werbe=
tätigkeit bieten. Er ſoll ein Wahltarif und vorzugsweiſe für die
Ab=
nehmer von Vorteil ſein, die bereit ſind, ihre Küchen auch im Winter
vollkommen auf Gas umzuſtellen. Die ſeitherigen Tarife ſollen dabei in
Geltung bleiben.
Der neue Wohnungs=(Wahl=)tarif iſt wie folgt
be=
antragt:
a) eine Grundgebühr von 1,20 Mark je Zimmer und
b) eine Verbrauchsgebühr von 7 Pfennig je Kubikmeter Gas
Bei der Feſtſetzung der Grundgebühr muß die Küche als ein Zimmer
gerechnet werden, das 5. und 6. Zimmer, das 7., 8. und 9. Zimmer und
die über 10 Zimmer hinausgehenden Zimmer ſollen je zuammengefaßt
uns als ein Zimmer bevechnet werden. Für Nebenräume (Vorplätze,
Treppen, Dielen, Manſardenzimmer), ſoll keine Grundgebühr, in
An=
ſatz kommen.
Da bei vollkommener Umſtellung der Küche und der
Warmwaſſer=
bereitung die Schnittpunkte zwiſchen altem und neuem Tarif überſchritten
werden, koſten nach dem Wohnungs=(Wahl=ſtarif alle darüber hinaus
bezogenen Gasmengen nur noch 7 Pfennig je Kubikmeter.
Der Preis von 7 Pfennig je Kubikmeter iſt auf Grund der
Er=
zeugungskoſten derjenigen Gasmengen errechnet, die über die derzeitige
Gasabgabe hinaus mit den im Gaswerk vorhandenen Anlagen erzeugt
werden können. Die Grundgebühr von 1,20 Mark wurde durch Eintrag
der Wohnungsgrößen in unſeren Gasableſe=Büchern ermittelt.
Das Riſiko, das durch Ueberleitung von Haushaltungen in den für
ſie günſtigeren Wohnungs=(Wahl=)tarif bedingt iſt, ſoll dadurch abgedeckt
werden, daß die als Anreiz für die Hebung des Gasverbrauches im alten
(Staffeltarif) vorhandenen und wenig wirkſamen Staffeln von 16 bis 11
Pfennig aufgehoben werden. Das Gaswerk erwartet beſtimmt, daß durch
den neuen Wohnungs=(Wahl=ſtarif der Gasverbrauch derart geſteigert
wird, daß nicht nur die durch den günſtigeren Wohnungs=(Wahl=)arif
entſtehenden Mindereinnahmen abgedeckt werden, ſondern darüber
hin=
aus noch weitere Einnahmen entſtehen, die unter Berückſichtigung der
weiter vorzunehmenden Betriebsverbeſſerungen alle Mehrausgaben voll
ausgleichen, die durch die Kohlen=, Perſonal=, Frachten= uſw. Mehrkoſten
entſtehen. Zur Errechnung der
Umſiellung der Wohnungen auf Gas
ſteht der Bevölkerung der Bezug der Gasgeräte auf dem
Wege der ratenweiſen Abtragung zur Verfügung. Ein
Gasheizofen für eine Küche koſtet etwa 60—80 Mark. Sie können in
12 oder 14 Monatsraten abgetragen werden. Ein Badeofen koſtet etwa
150 Mark, ein Warmwaſſer=Automat je nach Größe 200 bis 250 Mark.
Auch dieſe Gasgeräte können durch Zahlung in 12 oder 24 Monatsraten
durch uns bezogen werden. Auch den Hausbeſitzern kommt das
Gas=
werk bei der Neuverlegung oder Auswechſelung bei Steigleitungen durch
Gewährung von 12 Monatsratenzahlungen weitgehendſt entgegen. Die
Koſten für eine Steigleitung ſind naturgemäß je nach dem zu
erwarten=
den Gasverbrauch und der Größe der Gebäude verſchieden. Sie werden
bei einem zweiſtöckhigen Wohnhaus 50 bis 80 Mark, bei einem
vier=
ſtöckigen Wohnhaus 100 bis 150 Mark betragen. Werden neue
Innen=
leitungen, die durch die Pravit=Inſtallateure ausgeführt werden,
erfor=
derlich, ſo kann auch hier Begleichung der Forderung des Inſtallateurs
durch das Gaswerk und wieder ratenweiſe Abtragung durch die
Haus=
beſitzer erfolgen.
Zuſammenfaſſend wird hiernach beantvagt, die Gaspreistarife wie
folgt feſtzuſetzen:
1. Anſtelle des ſeitherigen Staffeltarifes ein Haushaltstarif,
bei dem
a) der Gaspreis allgemein 18 Pfg. je Kubikmeter beträgt und
b) die Grundgebühren in der ſeitherigen Höhe von 1—100 Mark zur
Erhebung kommen;
2. einen Sondertarif nach vertraglicher Regelung (
Mehrver=
brauchstarif) für Raumheizung und gewerbliche Zwecke, bei dem der
Kubikmeter Gas mit 10 Pfg. und bei Zentralheizungen mit 8 Pfg.
pro Kubikmeter berechnet wird (wie ſeither);
3. einen Wohnungs=(Wahl=)tarif mit
z)einer Grundgebühr von 120 Mark je Zimmer
einſchließlich der Küche, wobei das 5. und 6.
Zim=
mer, das 7., 8. und 9. Zimmer und die über 10 hinausgehenden
Zimmer als je ein Zimmer gerechnet werden;
b)einer Verbrauchsgebühr von 7. Pfennig pro
Kubikmeter Gas.
Aus Heſſen.
Starkenburg.
J. Griesheim, 22. Sept. In der Woche vom 24. bis B. Sebtemben
finden auf dem hieſigen Truppenübungsplatz täglich von 6 Uhr vormitzt
tags bis 6 Uhr nachmittags ohne Unterbwechungen Scharfſchießübungen
ſtatt. — Am Sonntag, den 23. Septemben, vormittags 7½ Uhr, findet
eine Spezialübung der beiden Züge der Freiwilligen Feuerwehr ſtatzt —
Der Radfahrerverein „Conus”, hier, veranſtaltet am Sonntag den A
September, ſeine diesjährige Schnitzeljagd. Abfahrt der Meute um
1 Uhr vom Vereinslokal. Sämtliche fahrbanen Wege dürſen bewutzt
verden. Von abends 8 Uhr ab findet gutbeſetzte Tanzmuſik, berbunden
mit Siegerehrung und Preisverteilung, im Vereinslokal ſtatt.
F. Eberſtadt, 22. Sept. Obſtverſteigerung. Die Obſternte
auf den GemeindeMühlwieſen (Aepfel und Birnen) wird am Montaa,
den 24. September, nachmittags 4 Uhr, an Ort und Stelle öffentlich
meiſtbietend verſteigert. Im Anſchluß daran gelangt die Ernte von zwei
Nußbäumen (auf dem Steiger und dem Nieder=Ramſtädterweg)
ſowi=
die Weiden an den Bachufern (Mühlwieſen und hinteren Eichen) zur
Verſteigerung. Nähere Auskunft erteilt Flurſchütz Günther. —
Licht=
bildervortrag. Vor dem faſt vollzählig verſammelten
Lehrerkol=
legium hielt Rektor Becker geſtern abend einen Vortrag mit Lichtbildern
über Rothenburg, wobei er zeigte, wie die zahlreichen Bilder von
Bau=
ten und Befeſtigungswerken ſowie die Geſchichte dieſer Stadt im
Unten=
richt Verwendung finden können.
Aa. Eberſtadt, 22. Sept. Hohes Alter. Peter Weißmantel.
wohnhaft Müllerſtraße 13, beging in dieſen Tagen ſeinen 80.
Geburts=
tag. — Todesfall. Zu Beginn dieſer Woche ſtarb einer der älteſten
hieſigen Einwohner, Landwirt Ludwig Fiſcher IV., im Alter von
83 Jahren. Er wurde am Freitag mittag zu Grabe getragen.
F Eberſtadt, 22. Sept. Unfall. Als der Arbeiter Hofmann
von hier vorgeſtern abend mit ſeinem Fahrrad nach der Arbeitsſtelle
in Darmſtadt fahren wollte, ſtieß er mit einem Motorradfahrer aus
Seeheim, der einen Beifahrer bei ſich hatte und auf dem Heimweg
be=
griffen war, an der Oberförſterei zuſammen. Wie dieſer
Zuſammen=
ſtoß paſſieren konnte, ſteht noch nicht feſt. Es iſt nicht ausgeſchloſſen,
daß die ſchlechte Beleuchtung am Ortseingang, über die ſchon ſo häufig
geklagt worden iſt, mit zu dem Unfall beigetragen hat. Hofmann wurde
erheblich verletzt. Der Motorradfahrer kam ohne erheblichen Schaden
davon, dagegen erlitt ſein Beifahrer eine beträchtliche Fußverletzung.
Die hieſige Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz leiſtete die
erſte Hilfe.
Aa. Pfungſtadt, 22. Sept. Volksbühnenagentur. Die
„Darmſtädter Volksbühne” hat hier eine Agentur errichtet, die
Theater=
karten, Abonnements uſw. vermittelt. Die Agentur liegt in den Händen
von Karl Reiß in der Lindenſtraße, der als Vertrauensmann gilt. —
Hundezucht. Der „Verein der Hundefreunde von Pfungſtadt und
Umgebung” nimmt über Sonntag eine Zucht= und Schutzhundeprüfung
vor. Mit der Prüfung, die auf dem Dreſſurplatz ſtattfindet, wurde
be=
reits am Samstag mittag begonnen.
Aa. Eſchollbrücken, 22. Sept. Belohnung. Zur Ergreifung des
Täters, der auf einem Kleeacker Gift ſtreute, an deſſen Folgen hier drei
Stück Rindvieh verendeten, iſt eine Belohnung von 50 Mark ausgeſetzt
worden. — Vereinsturnen. Der Turnverein e. V. hält am
Sonn=
tag, den 23. September, ein Vereinsturnen ab, an deſſen Wettkämpfen
ſich alle Abteilungen (Schüler, Schülerinnen, Turner und Turnerinnen)
beteiligen werden. Das Turnen beginnt nachmittags um 3 Uhr. Abends
findet in der Turnhalle ein Vereinsabend mit Muſik ſtatt, die vom
Muſikverein Pfungſtadt geſtellt wird.
— Nieder=Ramſtadt, 22. Sept. Der in weiten Kreiſen bekannte
Land=
wirt und Pferdemetzger Peter Luckhaupt 1. iſt heute morgen im
Alter von 82 Jahren verſtorben. Die Beerdigung findet am kommenden
Dienstag nachmittag um 3½ Uhr ſtatt.
G. Ober=Ramſtadt, 22. Sept. Montag, den 24. September, nachmitz
tags von 2—3 Uhr, findet im unteren Rathausſaal
Säuglingsberatungs=
ſtunde ſtatt. — Die Liſte derjenigen Perſonen, die zum Amte eines
Schöffen oder Geſchwovenen berufew werdem können, liegt zurzeit auf
dem Bürgermeiſtereibüro zur Einſicht offen. Die Einladung der
Stimmberechtigten zu der am Sonntag, den 30. September d8. Js., von
vormittags 8 Uhr bis nachmittags 5 Uhr ſtattfindenden Wahl eines
Bei=
geordneten iſt durch die Bürgermeiſterei ergangen. Der Ort iſt wie
ſeit=
her in zwei Abſtimmungsbezirke eingeteilt. Für den 1. Bezirk findet die
Wahl im Schulhauſe, Darmſtädter Straße 60, für den 2. Bezirk im
u=
teren Rathausſaale ſtatt. Vorſteher der Abſtimmungskommiſſion im
1. Bezirk iſt Bürgermeiſter Rückert, ſein Stellvertreter Gemeinderat
Byaband, im 2. Bezirk Rektor Lehr, ſein Stellvertreter Gemeinderat
Burger. Es wird auch an dieſer Stelle nochmals darauf hingewieſen,
daß nur ſolche Perſonen wahlberechtigt ſind, die am Wahltage das 20.
Lebensjahr zurückgelegt, Reichsangehörige ſind und ſeit 30. März 1938
ununterbrochen in der Gemeinde wohnen. Zur Ermöglichung einer
glat=
ten Abwicklung des Wahlgeſchäftes wird erſucht, für die Abſtimmung
nach Möglichkeit auch die Vormittagsſtunden zu bemutzen.
G. Ober=Ramſtadt, 22. Sept. Hier befinden ſich die Arbeiter der
Zelluloidinduſtrie bis auf einzelne Ausnahmen ſeit geſtern wegen
Lohn=
fragen im Streik. — Für die am 30. September ſtattfindende Wahl
eines Beigeordneten ſind ſechs Wahlvorſchläge eingegangen. — Die
dies=
jährige Nachkirchweih findet hier am 7. Oktober ſtatt. — In
Arbeits=
loſenunterſtützung ſtehen gegenwärtig hier noch 22 Perſonen, außerdem
6 Perſonen in Kriſenfürſorge.
— Rodau i. Odw., 20. Sept. Am B3. und 24. September findet in
Rodau i. Odw. die Kirchweihe ſtatt. Nachdem von 8 Wochen die
Gaſt=
wirtſchaft „Zur Poſt” und der neue Saal des Metzgermeiſters Joh.
Hofferbert eingeweiht wurde, wird morgen wiederum eine ſchneidige
Muſikapello zum Tanz aufſpielen. Vor Beginn des Tanzes wird die
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9
II
2.
11*
Nummer 265
— Roßdorf, 22. Sept. Zum erſten Fußball=Verbandsſpiel auf
hie=
hm Platze empfängt am morgigen Sonntag der Sportverein die 1.
2. Mannſchaft des Fußballvereins „Viktoria” Griesheim. Die
gunſchaften des hieſigen Vereins ſind vor eine ſchwere Aufgabe ge=
A1, da Griesheim in den letzten Verbandsſpielen zur Kreisliga zählte.
z Spiele beginnen um ½2 Uhr, und dürfte den Zuſchauern ein
in=
eſſanter Kampf vorgeführt werden. — Brieftaubenſport. Bei
m. Bundesflug nach Ansbach (Bayern) erhielt der Brieftaubenklub
eßdorf 36 Preiſe; ein Zeichen, daß ein gutes Material vorhanden iſt.
— Groß=Zimmern, 21. Sept. Das 65jährige Jubiläum
/ hieſigen Turnvereins 1863, nahm einen über alle
Er=
grrungen glänzenden Verlauf. Schon am Nachmittag um halb 2 Uhr
epicrte ſich die ganze aktive Turnerſchaft, gegliedert in ihre einzelnen
„ei= und Sportabteilungen, vor dem Vereinslokal, um gemeinſam an
z Werbeumzug teilzunehmen. Pünktlich um 2 Uhr ſetzte ſich der
mz ug unter dem Kommando des Oberturnwarts unter Vorantritt der
greinskapelle und der in weitem Umkreis bekannten Kapelle Reitzel,
ſie der vorfahrenden Autos mit Gründer Balt. Störger, dem
Ehren=
eſt Herrn Bürgermeiſter, dem Ehrenvorſitzenden und Ehrenſchriftwart
Bewegung, dem anſchließend dann die Feier ſo gegen 3 Uhr folgte.
lich einem ſchwungvollen Eröffnungsmarſch begrüßte der erſte
Vor=
ßende in herzlicher Weiſe alle Feſtgäſte, ſchilderte in kurzen Umriſſen
Verhältniſſe des Vereins und unter welch großen Schwierigkeiten
13 heutige Werk geſchaffen wurde. Er fand warme Worte in bezug
cf unſer heutiges Turnen und forderte alle Feſtteilnehmer auf, doch
nituhelfen an dem Aufbau der guten Turnſache. In den weiteren
gsführungen gedachte der Vorſitzende des Mitbegründers und
alleini=
en Ueberlebenden Joh. Balt. Störger, und überreichte ihm als
ißeres Zeichen der Anerkennung eine Ehrenurkunde. Der von einer
zunerin kernig geſprochene Prolog mit anſchließender
Gefallenen=
grang und Jahn=Huldigung gab der Feier ein weihevolles Gepräge.
uch Herr Bürgermeiſter als Ehrengaſt des Vereins begrüßte im
huien des Ortsvorſtandes den Verein und beglückwünſchte denſelben zu
ſnem Jubelfeſte. Die Feſtrede hielt der 1. Gauvertreter Dr. Spalt
ir in ſeinen Ausführungen das deutſche Turnen beſonders hervorhob
nd das von Turnvater Jahn in bezug ſeiner Turnererziehung näher
kgründete. Das Turnen war bei Jahn mehr als techniſches Können,
nd tiefer als ſportliche Begeiſterung ſollte volkstümlich=vaterländiſcher
ſeiſt hervorgerufen werden. Ja, in dieſem Sinne hat Jahn ſeinem
ſolk und Vaterland große Dienſte geleiſtet, und legte ſomit ſein
grund=
gendes Werk „Das deutſche Turnen”. Mit den Worten, die
Dieſter=
teg ſagte: „Auf Jahn zurückgehen heißt weiterſchreiten”, und mit einem
reifachen kräftigen „Gut Heil” auf den Turnverein 1863 ſchloß der erſte
ſaxvertreter Dr. Spalt ſeine mit großem Applaus aufgenommene
Feſt=
de. Bei dieſer Gelegenheit bedachte er zwei Mitglieder des Vereins
Ludwig Heim und Gg. Wilh. Dietrich — mit der Verleihung
8 Gauehrenbriefes. Turnerinnen und Turner mit ihren packenden
freiübungen, ſowie die allerliebſt ausgeführten Tanzübungen der
Schü=
ſimnen und Volkstänze der Turnerinnen zeigten unter ihren rührigen
lbreilungsleitern nur Vorzügliches. Recht intereſſant waren die
gym=
uſriſihen Uebungen der Schüler, in geſchulter Form ausgeführt; ebenſo
eixte eine ſtattliche Männerriege bei den Uebungen am Barren und
ine zweite Turnerriege am Hochreck ihr Können und ernteten reichen
derfall. Die ſchneidige erſte Riege brachte das deutſche Geräteturnen
vollendetſter Form, und war dies ohne Zweifel der Glanzpunkt der
ſeranſtaltung. Auch alle hieſigen Geſang= und Sportvereine waren
er=
henen und verherrlichten erſtere auf Wunſch die Feier abwechſelnd
uch Vortrag einiger Lieder. Ein markanter Marſch, ausgeführt von
er Kapelle Reitzel, bildete den Schluß der Feier. Die flotte
Durchfüh=
urg der Ordnungsfolge, die ſich ohne größere Pauſen vollzog, verdient
ſarz beſondere Erwähnung. Turner, Turnerinnen ſowie alle
Feſtteil=
ehmer huldigten alsdann dem darauffolgenden Tanz bis in die ſpäten
ſachtſtunden. Nun wird man mit Genugtuung behaupten können, daß
der Beſucher mit ſchöner Erinnerung und guten Eindrücken nach
aiſe ging.
O. Dieburg, 22. Sept. Gruppenwaſſerwerk Dieburg.
ſee Kreistag des Kreiſes Dieburg hat in einer außerordentlichen
isung, die im hieſigen Kreisamtsgebäude ſtattfand, beſchloſſen, der
hmippenwaſſerverſorgung für den nördlichen Teil des Kreiſes Dieburg
wu uſtimmen und das Profekt ſo ſchnell wie möglich zur Durchführung
w bringen. Zuerſt ſollen Dieburg und Groß=Zimmeen verſorgt werden.
Le. Groß=Umſtadt, 22. Sept. Prämiierungsmarkt. Geſtern
irde der diesjährige Pferde=, Rind= und Zuchtviehmarkt unter einer
jetzt noch nicht dageweſenen Beteiligung abgehalten. Die Morgenzüge
wchten ſchon Hunderte auswärtiger Gäſte, und bald entwickelte ſich bei
eherulichſten Sonnenwetter auf dem Markte wie in den verſchiedenſten
8irgnügungslokalen ein reges Leben. Der Auftrieb von Pferden, Kühen,
füßeln, Ziegen und Schweinen war außergewöhnlich ſtark und ein
be=
eltes Zeichen für die hochentwickelte Viehzucht des vorderen Odenwaldes.
Irßer den Tieren, die zur Prämiierung vorgeführt wurden, waren auch
uch etwa 80 Händlerpferde aufgetrieben; teilweiſe recht gutes Material,
5 fo entwickelte ſich hier wie auch in der Abteilung für Faſelvieh bei
ethafter Nachfrage cin reger Handel. Ganz beſonders fiel das prächtige
Zierdematerial auf, und die Preisrichter hatten keine leichte Arbeit. An
em Feſteſſen, das im Gaſthaus „Zum Lamm” ſtattfand und die Gäſte in
ewohnter Weiſe in jeder Hinſicht befriedigte, nahmen etwas über 100
Fitgäſte teil. Dabei fand auch die Ehrung der Herren Veterinärrat Dr.
riedrich aus Dieburg und Direktor Haug zu Groß=Umſtadt, die beide in
en Ruheſtand getreten ſind, in würdiger Weiſe ſtatt. Mit dem
Prä=
näerungsmarkt war wie herkömmlich eine Verloſung verbunden. Bei
ſe— ſoeben ſtattgehabten Ziehung kam der 1. Preis nach Raibach in den
Beſitz des Obſthändlers Orth.
Az. Neuſtadt i. O. mit Burg Breuberg, 21. Sept. Die 11.
Wande=
urig der Ortsgruppe des Odenwaldklubs erfolgte von Dieburg
us. Dort wurden im Rathauſe zunächſt die römiſchen Fundſtücke des
or. Mithrastempels beſichtigt. Dann ging es durch tieſen Wald, teilweiſe
F ſchlechten Wegen, nach der Grube Meſſel zu. Dort war es äußerſt
nereſſant, die einzelnen Stufen des Tagabbaues des bituminöſen
Schie=
eS zu verfolgen. Im gewaltigen Induſtriewerk werden verſchiedene
hemiſche Produkte, wie Schmieröle, Heizöle, Gas, Paraffin u. a. mehr
ſevonnem. Nach kurzer Mittagsraſt am Bahnhof war der große
Wild=
dark das Hauptziel der Wanderung. Daſelbſt wurdem prächtige Hirſche
dewundert. Bald tauchte das Jagdſchloß Kranichſtein auf. Nach der
Be=
ichtigung ſchritt man wohlgemut zum Oberwaldhaus, dort den ſchönen
Feich bewundernd. Zurück mit der elektriſchen Bahn zur Stadt, daſelbſt
urze Ruhepauſe, dann Heimfahrt mit der Bahn.
b. Erbach i. O., 22. Sept. Turnverein 1860. Der diesjährige
Herſtturngang führt die Turner und Turnfreunde am morgigen
Sonn=
tas nach dem herrlichen Eulbach. Abmarſch nachmittags 1 Uhr am
„Schützenhof” — Fußball. Im Verbandsſpiel ſtehen ſich morgen
nacchmittag die erſten Mannſchaften des V, f. R. Erbach und des V. f. R.
Höchſt gegenüber. Da beide Mannſchaften nach früheren Erfahrungen
alles daran ſetzen, ehrenvoll abzuſchmeiden, dürfte ein intereſſantes Spiel
zu erwarten ſein. — Bezirkskonſumverein Erbach.
Inter=
eſſante Zahlen über die Entwicklung des Erbacher Bezirkskonſumvereins
entnehmen wir deſſen Geſchäftsbericht. So iſt der Umſatz im
Geſchäfts=
jahr 1927/28 gegen das Vorjahr um 41 814,76 RM. auf 232 746,67 RM.
gaſtiegen. An Rückvergütungen an die Mitglieder wurden aus dem
Reingewinn 6000 RM. gezahlt. Eine neue Filiale wurde in
Lützelwie=
belsbach eröffnet, ſo daß es dieſer jetzt ſieben ſind (Erbach, Michelſtadr,
König, Höchſt, Sandbach, Neuſtadt, Lützelwiebelsbach). —
Aenderun=
gen im Bahnverkehr. Nach dem am 7. Oktober ds. Js. in Kraft
tretenden Fahrplan der Reichsbahndirektion Mainz ſind die bisherigen
BP=Züge von Frankfurt über Offenbach und Hanau (Anſchlüſſe aus und
nach dem Rheinland) über die Odenwaldbahn und den Neckar entlang
nach Heilbronn und Stuttgart nunmehr in Eilzüge umgewandelt
wor=
den, ſo daß deren Benützung in der Folge nur noch mir Zuſchlagskarte
möglich iſt. Wenn dieſe Tatſache nach einer Richtung vielleicht
bedauer=
lich iſt, ſo wird der finanzielle Nachteil durch viele Vorteile, die einen
verſöhnenden Ausgleich ſchaffen, erträglich. gemacht. Die Züge ſind nun
fir die Zukunft Eilzüge im Sinne der Reichsbahnvorſchriften und haben
den großen Vorteil, daß ſie vor dem Perſonenzügen den Vorrang
ge=
ſießen, ſo daß eine unbedingt ſchnellere Durchführung gewährleiſtet iſt.
üerner werden Eilzüge mit viel beſſerem Wagenmaterial gefahren und
merden für die Folge mit ruhig laufenden, vierachſigem Drehgeſtellwagen
2 und 3. Klaſſe verſehen ſein. Hoffentlich werden die Neuerungen ſich
z—im Segen unſeres Wirtſchaftsgebietes auswirken, und die Züge
da=
duurch ſo benützt werden, wie dies im Intereſſe der Erhaltung dieſer
ver=
beſſerten Bahnverbindung erforderlich iſt. Vielleicht wird dann in
ab=
hbarer Zeit auch der Wunſch der Intereſſentenkreiſe des Odenwaldes
unid des Neckartales nach Einführung des zweiven Eilzugpaares in
Er=
fillung gehen. — Kuban=Koſaken=Chor. Wie uns der
Ver=
kehrsverein mitteilt, iſt der Vorverkauf für die morgigen Konzerte ſo,
laßz mit einem vollen Haus gerechnet werden bann.
L. Unter=Moffau, 21. Sept. Gauſchießen der K.K.S. des
Gaues Mümling=Süd. Von herrlichem Schützenſvetter
begün=
igt, nahur das 3. Gauſchießen des Gaues „Mümling=Süd” einen
durch=
us befriedigenden Verlauf. Der Beſuch durch auswärtige Schüitzen war
ein ſehr ſtarker, was um ſo mehr beſonderer Erwähnung bedarf, als
m gleichen Tage in Reinheim das Haſſia=Schießen ſtattfand. Die
Er=
ebniſſe bei den einzelnen Scließen waren durchweg gute und legten
Zeugnis ab von dem Training, dem ſich die einzelnen Schützen mit
roßzem Eifer unterzogen hatten. Die beſte Leiſtung konnte Herr
Brau=
reibeſitzer Gotrlieb Schmucker=Ober=Moſſau mit 443 Ringen bei 45
Ecuß erzielen, der ſich hiermit den Titel eines Gaumeiſters, ſowie die
Sonntag, den 23 Geptember 1928
Gaumeiſterkette erwarb. Der bisherige Inhaber dieſes Titels, Herr
Karl Glaubrecht=Steinbach, wurde mit 430 Ringen zweiter Sieger. Die
Preisverteilung fand am Abend in Verbindung mit cinem gemütlichen
Beiſammenſein ſtatt und geben wir nachſtehend von den einzelnen
Vereinen diejenigen Schützen bekannt, welche auf Grund ihrer Leiſtung
eine Ehrennadel überreicht erhielten. Verein Moſſau: G. Schmucker
150 Ringe, Fr. Schmucker 147, Fr. Neff 142, Gg. Arras 141, H.
Heck=
mann 141, J. A. Heckmann 139, A. Schott 129, H. Neff 126, G. Neff
124, A. Eckhard 124, Joh. Müller 122, Jak. Müller 120. Verein Erbach:
L. Ehrhardt 148, Fr. Schneider 136, W. Meiſinger 135, L. Stellwag jr.
132, Stellwag ſen. 127, Lutze 124. Verein Würzberg: A. Dick 149, M.
Wehrauch 145, Groll 140, L. Körber 126, Walther 126. Verein Monart:
J. Joſeph 133, Schwöbel 131, Müller 4. 131, J. Ihrig 127. Verein
Steinbach: K. Glaubrecht 150, Fleckenſtein 135, L. Rein 126, Keil 125.
Verein Langen=Brombach: Gg. Meiſinger 129, W. Meiſinger 125, A.
Meiſinger 121. Verein Steinſuch: H. Kredel 145, P. Berres 140.
Verein Hiittenthal: A. Berger 140, L. Hörr 131. Verein Michelſtadt
Pfeiffer 134, Ulrich 120. Verein Rehbach: Rebſcher 124. — Die
Ehren=
nadel wurde für die aus den drei Gauſchießen bervorgegangenen beſten
Schüitzen verteilt. Das Preisſchießen hatte folgendes Ergebnis:
1. Preis Berger=Güttersbach 95, 2. Stellwag jr.=Erbech 91, 3. Fr. Neff
Moſſau 90, 4. Gg. Arra3=Ober=Moſſau 89, 5. Groll=Würzberg 88
L=Klaſſe: 1. Preis Fr. Schmucker=Moſſau 88, 2. W. Neff Moſſau 87.
3. Wilh. Meiſinger=Langen=Brombach 87, 4. Aug. Ulrich=Michelſtadt 85,
5. A. Schott=Moſſau 85. A=Klaſſ= 1. Gg. Neff=Moſſau 84, 2. Fr. Ihrig=
Moſſan 83, 2. A. Neff=Hiltersklingen 83, 4. Joh. Müller=Moſſau 82.
5. Rebſ=hr=Rehbail 82 Ringe. — Friedrich Neff=Unter=Moſſau ſurde
mit 414 Ringen bei 3mal 15 Schuß Gaujungmeiſter.
— Hirſchhorn, 22. Sept. Waſſerſtand des Neckars am
21. September 0,50 Meter, am 22. September 0,47 Meter.
3. Aus dem Schlierbachtal, 21. Sept. Herbſtanfang. Man
möchte es kaum glauben bei dem herrlihen Wetter. Und doch! Schon
färbt ſich da und dort das Laub bereits braunrot und gelb, beſonders
auffällig am nahen Lindenfelſer Schloßwald, wozu die lange Trockenheit
an5 ihren Teil mit beitrug. Ueberall ſind die Wieſen mit
Heubſtzeit=
loſen überſtreuk. Das Vieh wird hinausgetrieben und weidet das Gras
ab, das bei de= Trockenheit auh nur ſpärlich nachwuchs und nicht
ge=
mäht werden kann. Die Kartoffeln reifen auch ſ mell heram, und bis
zum Monatsende dürfte die Kartoffelernte bei uns in vollem Gange
ſein. Allgemein wird von den Landwirten ſehr darüber geklagt, daß
durch die Trockenheit die Kieeäcker nicht umgepflügt werden können,
wodurch ſich die Saatbeſtellung ſehr verzögert. Und man hat es gern,
früh die Winlerſaat hinauszubringen wegen der Schneckenplage und
Ausſvinterung. Tagtäglich kommen noch immer Wandrer durch unſer
Tal, auch ganze S kulen, und freuen ſich an der Pracht unſerer ſchönen
Gegend. Iſt der Frühling ein Dichter, ſo der Herbſt ein Maler der
Natur Wie man hört, ſind auch die Hotels und Penſionen in
Linden=
fels, Neunkirchen, Lützelbach, Spreng, Weſchnitz und Tromm trotz der
vergeſihrittenen Jahreszeit noch gut beſetzt. Ein Kuraufenthalt bei
ſ:hönem Herbſtwetter iſt in unſerer Gegend nicht zu vergchfen.
H. Mörlenbach (Waſchnitztal), 21. Sept. Einweihungsfeier.
Am Sonntag wurde das Schweſternhaus eingeweiht. Der impoſante
Bau wurde unter der Leitung des Herrn Bauinſpektors Knaup=Rimbach
erſtellt und ſoll ein Charitashaus im wahren Sinne für Mörlenbach
und ſeine Umgebung werden. Der ſtattliche Bau weiſt im Erdgeſchoß
einen Saal für 500 Sitze auf für große Verſammlungen. Dieſer kann
durch eine herausnehmbare Wand in zwei Säle geteilt werdem, wovon
der eine für die Mädchenfortbildungsſchule, der andere für die
Klein=
kinderſchule beſtimmt iſt. Im zweiten Stock befindet ſich die
Schweſtern=
wohnung mit dem Kapellenzimmer. Im drittem Stock befinden ſich die
Zimmer für alte hilfsbedürftige Perſonen. Der Geſamtheit der
Bevölke=
rung ſoll dieſer St. Joſephsbau der geiſtige Mittelpunkt ſein.
— Alsbach, 21 Sept. In der am Montag, den 17. September,
ſtatt=
gefundenen Gemeinderatsſitzung wurde der Voranſchlag für das
Rech=
nungsjahr 1923 beraten. Der Rechnungsreſt aus dem Jahre 1926
be=
trägt 35 240 NM. Folgende Steuerſätze wurden ausgeſchlagen: 18 Rpf.
auf je 100 RM. Steuerwert der Gebäude und Bauplätze, 44 Rpf. auf
je 100 RM. Steuerwert des land= und forſtwirtſchaftlichen Grundbeſitzes,
7C Rpf. auf je 100 NM. Steuerwert des gewerblichen Anlage= und
Be=
triebskabitals, 100 Rpf. auf je 1 RM. für das Rechnungsjahr 1925
feſt=
geſtellten ſtaatlichen Geiverbeertragsſteuerſoll. 36.93 Rpf. auf je 1 RM.
des für das Rechnungsjahr 1928 feſtgeſetzten ſtaatlichen
Sondergebäude=
ſteuerſoll. Die niedrigen Ausſchlagſätze beweiſen die günſtige finanzielle
Lage der Gemeinde, obivohr dieſelbe in den letzten Jahren Neuanlagen
(Ouellfaſſung, Straßenneubau) gemacht hat. In der
Eemeindeverwal=
rung beſteht eine kaufmänniſche Finanziecnng.
macht schönes Haar
Kasgrwond Ainesllanbingtlhrfdle
Ay. Bensheim (Bergſtr.), 21. Sept. Eine Ehrung für Prof
Karl Henkelmann. Auf der diesjährigen Hauptverſammlung
des Verbandes der heſſiſchen Hiſtoriſchen Vereine wurde der bekannte
Bergſträßer Geſchichtsforſcher und Kuſtos des Bensheimer Städtiſchen
Archivs und Muſeums, Prof. Karl Henkelmann=Bensheim, als
Beiſitzer in den Vorſtand dieſes Verbandes, und zwar als Vertreter
der Provinz Starkenburg, gewählt. In dieſer Wahl darf Profeſſor
Henkelmann einen äußeren Ausdruck der Anerkennung der Verdienſte
erblicken, die er ſich um die Förderung unſerer heimiſchen Geſchichte,
inſonderheit der Bergſträßer Geſchichtsforſchung, und als Herausgeber
der „Bergſträßer Geſchichtsblätter” erworben hat. — Zur
Neuorga=
niſation der Arbeitsämter in Heſſen. In der
Organi=
ſation der Arbeitsämter in Heſſen wird bekanntlich mit Wirkung vom
1. Oktober d. Js. ab eine einſchneidende organiſatoriſche Veränderung
Platz greifen, derzufolge auch unſer Bensheimer Arbeitsamt als
ſelbſt=
ſtändiges Amt aufhören wird zu beſtehen. Sein Bezirk wird, abgeſehen
von den Riedgemeinden Biblis, Bobſtadt, Bürſtadt, Groß=Rohrheim,
Hofheim, Nordheim und Wattenheim, die nach Worms fallen, dem
Be=
zirk des Arbeitsamtes Darmſtadt angegliedert. Der bisherige
Geſchäfts=
führer des Bensheimer Arbeitsamtes, der ſozialdemokratiſche
Landtags=
abgeordnete Roß, iſt jetzt als ſtellvertretender Vorſitzender des
Arbeits=
amtes Darmſtadt in Ausſicht genommen. — Das
Winterpro=
gramm der Bensheimer Gewerbeſchule. Der Lehrpian
der Bensheimer Gewerbeſchule ſieht für das bevorſtehende
Winterhalb=
jahr 1. einen dreiklaſſigen Kurſus für Bauhandwerker, 2. einen ſolchen
für Dekorationsmaler und 3. bei entſprechender Beteiligung auch die
Cinrichtung von Sonderlehrgängen für Möbelſchreiner und ſonſtige
Be=
rufe vor. Fur dieſe Kurſe wird das Winterſemeſter mit Montag, den
29. Oktober, vormittags, ſeinen Anfang nehmen. Weiterhin iſt in dem
Lehrplan der Anſtalt, wie in früheren Jahren, wiederum ein
Vor=
bereitungskurſus zur Meiſterprüfung vorgeſehen, der
am Sonntag, 4. November, vormittags, beginnt. Die Anmeldungen zu
allen Fachlehrgängen haben, ſpäteſtens bis zum 15. Oktober be: dem
Schulleiter, Rektor Eiſenhardt, zu geſchehen.
W. Heppenheim a. b. B., 22. Sept. Gemeinnützige
Bau=
genoſſenſchaft G. m. b. H. Heppenheim. Die diesjährige
ordentliche Mitgliederverſammlung der Gemeinnützigen
Baugenoſſen=
ſchaft G. m. b. H. dahier erfreute ſich eines guten Beſuches. Bei
Er=
ſtattung des Geſchäftsberichts wurden beſonders die beiden neuen
Wohnhäuſer mit je 3 Wohnungen erwähnt, die bereits an Mitglieder
verkauft ſind und in ihrer Ausführung recht befriedigen. Das der
Ge=
noſſenſchaft augenblicklich zur Verfügung ſtehende Kapital ſoll auch
wieder zu Neubauten verwendet werben, und zwar zum Bau eines
Doppelhauſes in der Kettelerſtraße, das demnächſt begonnen wird. Die
weiteren Punkie der Tagesordnung, wie Rechnungsablage und
Vor=
ſtandsentlaſtung, wurden genehmigt. Zu erwähnen bleibt noch, daf
der von den Mirgliedern noch nicht voll eingezahlte Geſchäftsanteil
durch Sparmarkeneinkauf in bequemen Raten geleiſtet werden kann.
Mit dem Markenverkauf, wird in den nächſten Tagen begonnen. —
Winzervereinigung Vergſtraße. Die Mitglieder der
Winzervereinigung Bergſtraße aus den Gemeinden Hespenheim,
Beus=
heim, Auerbach, Zwingenberg, Gronau und Zell beſuchten am Mittwoch
die Rebenzuchtanlage des Landwirtſchaftskammerausſchuſſes
Rhein=
heſſen in Pfeddersheim. Bei dreiſtündigem Rundgang wurden die
Muſter= und Verſuchsanlagen ſowie die Rebſchulen und Glashäuſer der
Station von den Winzern mit größtem Intereſſe beſichtigt. Nach
Be=
endigung des Rundgangs wurden einige Koſtproben der eigenen
Züich=
tung gereicht, die allgemein Anklang fanden. Der Nachmittag, der
äußerſt lehrreich war, ſchloß mit einer Ausſprache über das Geſehene
und Gehörte: — Obſtverſteigerung. Das an der
Provinzial=
ſtraße Heppenheim-Lorſch ſich ergebende Obſt wird am 25. September,
vormitags 8 Uhr beginnend, bei Heppenhcim an Ort und Stelle
meiſt=
bietend gegen Barzahlung verſteigert. — Lichtbildervorirag.
Am Dienstag abend fand im katholiſchen Vereinshaus ein ſehr
inter=
eſſanter und gut beſuchter Lichtbildervortrag ſtatt. Herr Katechet
Jenatſchke aus Auſſig in der Tſchechoſlowakei führte den
Beſuchern in Wort und Bild den Badeort Reichenhall und ſeine ſchöne
Umgebung vor Augen. Von den etwa 150 Bildern, die gezeigt wurden,
ſeien beſonders die Schneeaufnahmen in der Ramſau, die Hochvildbilder
ſowie die maleriſchen Szenerien vom Königsfee erwähnt, bei denen
über=
all hervorragende Stimmungsmomente im Bilde feſtgehalten wurden.
Wiefenſchluß. Der Wieſenſchluß der Gemarkung Heppenheim wird
auf den 1. Oktober feſtgeſetzt. Das Erntem des Grummets iſt bis
Seite 7
ſpäteſtens zu dieſem Zeitpunkt vorzunehmen, da alsdann wegen der
Reinigung der Bäche und Gräben das Waſſer von letzteren in die
Wie=
ſen und den Bruch übergeleitet wird. — Lieferungsvergebung.
Die Lieferung von künſtlichem Dünger für die ſtädtiſchen Wieſen — 400
Zentner Thomasmehl und 600 Zentner Kainit (fpanko Waggon, Station
Heppenheim) — wird auf dem Submiſſionswege vergeben. Angebote
ſind bis zum 1. Oktober einzureichen. Das Thomasmehl iſt in Kilo=,
prozent citratlöslicher Phoſphorſäure und der Kainit in kiloprozentigem
Kaligehalt anzubieten.
i. Von der Bergſtraße, 21. Sept. Auf der Chauſſee zwiſchen
Lauden=
bach und Heppenhcim ereignete ſich an der berüchtigten ſcharfen S=Kurve
beim „geſalzenen Waſſer” abermals ein ſchwerer Automobilunfall,
nach=
dem erſt vor wenigen Tagen an der gleichen Stelle zwei Aerzte mit
ihrem Auto verunglückt waren. Ein aus der Richtung Weinheim
kom=
mendes Auto, das nach Heppenheim zu fuhr, kam beim Ausweichen vor
einem entgegenkommenden Kraftwagen mit dem rechten Vorderrad der
Grasböſchung zu nahe und geriet in voller Fahrt auf dem Aſphaltpflaſter
ins Schleudern. Dabei drehte es ſich — als der Chauffeur bremſte —
um die eigene Achſe und wurde ſieben Meter zur Seite geſchleudert, wo
es beſchädigt liegen blieb. Der Inſaſſe, Kaufmann Max Gerſchkow aus
Mannheim=Neckarau, erlitt einen ſchweren Schädelbruch und wurde in
hoffnungsloſem Zuſtande in das ſtädtiſche Krankenhaus nach Weinheim
überführt, wo er inzwiſchen geſtorben iſt. Lenker des Autos war der
Kaufmann Martin Faulhaber aus Mannheim, Kompagnon des Herrn
Gerſchkow, mit dem er in Ludwigshafen eine Fahrradhandlung führt.
Herr Faulhaber, der minder ſchwer verletzt iſt, wurde in das
Kranken=
haus nach Heppenheim überführt. Der verſtorbene Kaufmann Gerſchkow
war 43 Jahre alt, verheiratet und gebürtig aus Odeſſa.
D. Biblis, 21. Sept. Das dießjährige Kirchweihfeſt nahm,
begünſtigt von herrlichem „Kerwewetter”, einen recht angenehmen
Ver=
lauf. Der Auftakt zu dieſem von alt und jung ſehr gerne gefeierten
Feſte bildete das Aufhängen des „Kerwekranzes”; hält man doch auch
hier noch an dieſer alten Ueberlieferung feſt. Der Jahrmarkt war
reich=
lich beſtellt mit Karuſſell, Schießbude, Zuckerſtänden und ſonſtigem
Jahrmarktskram, und die zahlreichen Kirchweihgäſte bildeten an den
beiden erſten Kirchweihtagen in der Hauptſtraße eine wahre
Verkehrs=
ſtockung, ſo daß der Verkehr durch die Fiſchergaſſe umgeleitet werden
mußte. In vier Tanzſälen wurde bis zum frühen Morgen recht lebhaft
das Tanzbein geſchwungen, und was die Wirte an Trank und Speiſe
brauchten, war kaum auf= und anzutreiben. Der beliebte „
Kerwemon=
tag” ſtand dieſes Jahr ſchon in aller Frühe im Zeichen äußerſt lebhaften
Verkehrs. Bereits um 6 Uhr früh wurden die ſchlaftrunkenen
Kirch=
weihgäſte durch Feueralarm aus den molligen Betten gejagt, galt es
doch, den Brand einer Scheune zu löſchen und weiteren Schaden zu
verhüten. Gar wunderliche Geſtalten waren am Brandplatze
anzutref=
fen, wovon die ſchlaftrunkenen, ziemlich durſtigen „Kerwebummler” die
ulkigſten waren. Der Kerwemontag nahm trotz dieſes unangenehmen
Vorkommniſſes noch einen recht angenehmen Verlauf, und auch am
Dienstag wurde allſeits noch recht lebhaft gefeiert. Am Mittwoch früh
allerdings wurden die Geſichter allmählich länger und trauriger, und
man ſchickte ſich an, die „Kerb” zu begraben. Anſchließend daran war
allgemeines Geldbeutelauswaſchen in der Weſchnitz, und damit fand
das ſchöne Bibliſer Kirchweihfeſt, das übrigens einen ſehr lebhaften
Zuſpruch von auswärts aufzuweiſen hatte, ſeinen Abſchluß.
g. Gernsheim, 21. Sept. Drei zahme Schwäne, die ihrem Herun
entflohen ſind, haben ihr Standquartier auf dem benachbarten
Sand=
wörth aufgeſchlagen. Die lieblichen Tierchen, die ſich auf dem
Rhein=
ſtrom bs zur Höhe der hieſigen fliegenden Brücke bewegten, waren
wegen ihrer Zutrau nhkeit bald die Lieblinge der Spaziergänger. Den
Uferbauarbeitern gelang es ſogar, die Schwväne ſo anzulocken, daß ſie
aus der Hand gefüittert weuden konnten. Leider ſollte das ſehr ſeltene
Bild eine Aenderung erfahren. Man jagte auf die Vögel”, und zwar
mit dem Erfolg, daß einen Schwan das tödliche Blei traf. Die beiden
anderen Diere, die dem ſicheren Tode entgingen, verzogen ſſch über
Nacht in den hieſigen Weiher. Einem Uferbauarbeiter gelang es auf
ſeinem Heimweg von der Arbeitsſtelle, eines der Tiere zu fangen,
während, das andere auf Nimmerwiederſehen verſchwand. Wie ſchön
wäre es geveſen, wenn man die unnötige Jagerei unterlaſſen hätte
und die Spaziergänger nach dem Rhein könnten ſich heute noch der
ſchwimmenden S hwäne erfreuen. — Verbrannt hat ſich ein am
Hochkran der Gernsheimer Hafenbetriebsgeſellſchaft beſchäftigter
aus=
wärtiger Monteur, als er an die elektriſche Spannungsleitung griff. —
Das Rieſenluftſchiiff „Graf Zeppelin” paſſierte am Donnerstag
nachmittag um 12 Uhr 45 Minuten unſer Städtchen. Die Freude über
dieſes Ergebnis bei jung und alt kann man ſich wohl vorſtellen. —
Kommenden Samstag beginnen die Herbſtferien der ſämtlichen
Volls=
ſchulen und der Realſchule.
— Gernsheim, 22. Sept. Waſſerſtand des Rheins am
21. September 0,49 Meter, am 22. September 0,52 Meter
z. Groß=Gerau, 21. Sept. Waſſerwerksverband „
Ge=
rauer Land”. Im Rathausſaale fand Montag abend eine Sitzung
von Vertretern der in dem Waſſerwerssverband „Gerauer Land”
zu=
ſammengeſchloſſenen Gemeinden ſtatt. Es wurde zunächſt von der
miniſteriellen Genehmigung Kenntnis genommen. Von Darmſtadt iſt in
dieſer Sache kein Angebot mehr eingegangen und wird das
Darm=
ſtädter Projekt als erledigt betrachtet. Wohl aber hat die Stadt Mainz
ein neues Angebot gemacht und ſoll dieſes eingehend geprüft werden.
Die Arbeiten für Errichtung eines eigenen Waſſerwerkes ſollen dennoch
weitergeführt werden. Die reſtliche Bauſumme kann zu günſtigen
Bedingungen beſchafft werden und ſoll Bürgermeiſter Dr. Lüdecke dieſe
Sache zum Abſchluß bringen. Der Waſſerturm wurde nach dem
Pro=
jekt von Regierungsbaumeiſter Günther, dem Architekten des
Kultur=
bauamtes, angenomeinen und das Kulturbauamt zur Ausſchreibung der
Arbeiten ermächtigt. Unter anderem wurde vorgeſchlagen, im
Waſſer=
turm ein Hallenſchwimmbad oder einen Feſtſaal zu errichten.
z. Biſchofsheim. 22. Sept. Am Sonntag fand hier die
Jahres=
berſammlungg, des heſſiſchen Sängerbundes. Gau
Mainſpitze, ſtatt. Mit dem vorgetragenen Lied „Sabbatfrühe‟
durch den Gefangverein „Germania” wurde die Hauptverſammlung
er=
öffnet. Die Vereine des Gaues waren ſämtlich bis auf den
Geſang=
verein Guſtavsburg vertreten. Nah dem Geſchäftsbericht zählt der
Gau Mamſpitze 16 Vereine mit 900 Mitgliedern. Der Kaſſenbericht
zeigte ein kleines Plus. Ueber den Punkt „Uebernahme des
Gauliedertages” referierte Gauchormeiſter, Muſikdirektor
Specht. Er empfiehlt, die Erfahrungen vom letzten Ganliedertag
zu verwenden. Der Gan Mainſpitze wird ſich bei dem Bundesſängerfeſt
in Darmſtadt aktiv beteiligen.
Rheinheſſen.
8d. Oppenheim, 22. Sept. Ehrenmal. Am kommenden
Sonn=
tag wird das zu Ehren der im Weltkrieg gefallenen und verſtorbenen
hieſigen Helden errichtete Denkmal enthüllt und eingeweiht. Es beſteht
aus Muſchelkalt und ſtellt einen Tempel dar. — Hoher Beſuch.
Das Reichs=Ernährungsminiſterium hat für den nächſten Montag in
der hieſigen Lehr= und Verſuchsanſtalt eine Beſprechung mit den
Füh=
rein des deutſchen Weinbaues anberaumt. Zur Tagesordnung gehört
in erſter Linie eine Beſprechung über die Maßnahmen zur Froſtabwehr,
wobei auch der Maurerſche Räucherapparat vorgeführt wird. Man hat
wohl Oppenheim als Tagungsort gewählt, weil die Froſtbekämpfung
im verfloſſenen Fruhjahr unter Leitung der Obſt= und Weinbauſchmile
beſten Sorganiſieri war und die Anſralt in Deutſchland das größte
An=
ſehen genießt
* Wackernheim, 21. Sept. Bauernproteſtverſammlung.
In einer ſtark beſuchten Bauernverſammlung machte der Bürgermeiſter
davon Mitteilung, daß das Reichsvermögensamt in Mainz freihändig
ohne Befragen der Gemeinde Gelände, das früher hieſigen Bauern
ge=
hörte, dem Dreſchmaſchinenbeſitzer Keßler verkauft habe. Gegen das
Vorgehen des Reichsvermögensamtes wandten ſich in längeren
Aus=
führungen Landtagsabgeordneter Dr. Möbus, Reichstagsabgeordneter
Dorſch, Generalſekretär Secker. Die Verſammlung fand ſchließlich ihren
Niederſchlag in folgender Reſolution: „Die am 17. September 1928 im
Rathausſaal in Wackernheim verſammelten früheren Grundbeſitzer
er=
klären ſich einmütig bereit, die früher ihnen gehörigen Teile des
Bahu=
körpers zu einem angemeſſenen Preiſe zurück zu erwerben, welche has
Reichsvermögensamt Mainz an Herrn Keßler=Wackernheim verkauft hat,
und erſuchen um Aufhebung dieſes Kaufvertrages, insbeſondere
des=
halb, weil ſonſt dieſer Fall als Präzedenzfall für eine ganze Reihe
weite=
rer in Ausſicht ſtehender Verkäufe dienen könnte.”
Oberheſſen.
— Gießen, 22. Sept. Herbſtpferdemarkt. Wunderbares
Wetter begünſtigte den am Donnerstag hier abgehaltenen Pferdemarkt,
der einen ſtarken Auftrieb bei einem Maſſenbuch zu buchen hatte. Zum
Verkauf ſtanden 410 Pferde und 37 Fohlen. (1927: 244 Pferde und 20
Fohlen.) Beſonders war gutes Zuchtmaterial der Oldenburger und der
ſchweren Belgier Raſſe vorhanden. Bei flauem Handel waren die
Preiſe recht hoch, beſonders bei ſchweren Belgiern. Je nach Güte des
Pferdes wurden 1500—3000 Mark verlangt. Für die Saugfohlen
wur=
den Preiſe von 300 Mark gefordert. Die Forderungen der Händler
und Zückhter ſtanden zu der Geldknappheit, die beſonders unter der
Landbevölkerung herrſcht, in ſtarkem Gegenſatz. Es mögen auch die
Futterſorgen dazu beigetragen haben.
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16. Deutſches Bachfeſi in Kaſſel.
Dem Genius des unſterblichen deutſchen
Tondichters.
Johann Sebaſtian Bach, 168—1750.
Drei Tage lang, vom 20. bis 23. September, ſteht
Kaſſel im Zeichen des großen Muſikers Johann
Sebaſtian Bach. Eine mächtige Schar von Bach=
Ver=
ehrern ſtrömte nach der ſchönen Fulda=Stadt, um die
vielbewunderten Kantaten, Chorwerke und die
H=Moll=Meſſe des einzigartigen „Johann Sebaſtian”
auf dem 16. Deutſchen Bachfeſt zu hören.
Der erſte Schnee.
Die Temperatur im Hochgebirge iſt bis auf
1 Grad unter Null zurückgegangen. In den frühen
Vormittagsſtunden ſetzte leichter Schneefall ein, der
noch anhält. Vorläufig bleibt der Schnee aber noch
nicht liegen.
Großfeuer durch Brandſtiftung?
Rückershauſen (Oberlahnkreis). Nachts
½1 Uhr brach in der Scheune des
Tabakwarenhänd=
lers Schäfer Feuer aus, das in kurzer Zeit auch das
Wohnhaus erfaßte. Den vereinten Anſtrengungen der
Freiwilligen Feuerwehren von Reichenborn,
Waldern=
bach und Mengerskirchen gelang es, die weiteren
an=
grenzenden Gebäude zu ſchützen. Die Scheune brannte
vollſtändig nieder, während vom Wohnhaus nur der
Dachſtuhl dem Feuer zum Opfer fiel. Da
Brandſtif=
tung vermutet wird, traf alsbald der Staatsanwalt
von Limburg, ferner eine Gerichtskommiſſion von
Rennerod am Brandherde ein. Das Ergebnis der
Unterſuchung liegt noch nicht vor.
Eine Witwe um ihre Erſparniſſe beraubt.
Andernach. Freitag nachmittag wurde bei der
Witwe Schäfer in Plaidt eingebrochen. Der Täter
verſchaffte ſich mit einem Nachſchlüſſel Eingang in das
Haus, wühlte alles durch und ſtahl aus dem
Wäſche=
ſchrank die geſamten Erſparniſſe in Höhe von 1200
Mark, die zwiſchen der Wäſche ſorgſam verſteckt
waren. Die Polizei iſt dem Täter auf der Spur.
Verhaftung eines Mörders.
Arlesheim. Die Kantonalpolizei verhaftete
den ſtexkbrieflich verfolgten Mörder Peter Maerkel,
der vor einiger Zeit in dem badiſchen Dorfe
Tiefen=
bach ſeine Frau erſchoſſen hat. Maerkel befand ſich
ſeit drei Wochen als Knecht auf einem Bauernhof in
Reinach. Die deutſchen Behörden haben um ſeine
Auslieferung nachgeſucht.
Acht Wohnlauben niedergebrannt.
Berlin. Vorgeſtern abend brach in der
Lau=
benkolonie Dammweg in Berlin=Treptow Feuer aus,
das auf mehrere Lauben übergriff. Trotz aller
Löſch=
verſuche der Feuerwehr brannten acht Wohnlauben
vollſtändig und fünf Wohnlauben teilweiſe nieder.
Das Feuer wurde vermutlich durch Fahrläſſigkeit
ver=
urſacht. Zahlreiches Kleinvieh, Tauben, Hühner und
Kaninchen kamen in den Flammen um; Perſonen
wurden nicht verletzt. Den Beſitzern der Lauben iſt
durch den Brand empfindlicher Schaden zugefügt
wor=
den, da ſie nicht verſichert ſind.
Vom Pferdefuhrwerk überfahren und getötet.
Steeden. Infolge Scheuwerdens des Pferdes
des Landwirts Wilhelm Scheu wurde die 65jährige
Witwe Pauline Röder von Limburg, welche
ſchwer=
hörig und gebrechlich war, vom Fuhrwerk erfaßt,
überfahren und getötet.
Der älteſie Mann Deutſchlands.
Hauptlehrer a. D. Guſtav Krauſe
begeht im Dorfe Broſtau in Schleſien am 25.
Sep=
tember ſeinen 102. Geburtstag. Er lebt nach 53
jähri=
ger Lehrertätigkeit ſeit 1899 im wohlverdienten
Ruhe=
ſtand. Vor zwei Jahren, zu ſeinem 100. Geburtstag,
hat ihm der Reichspräſident oine Ehrentaſſe geſchenkt.
Gehör und Sehkraft des älteſten deutſchen Mannes
haben in den letzten Monaten nachgelaſſen, doch ſein
Gedächtnis iſt noch vortrefflich.
Moderne Tarnkappe. — Einnebelung weiter Landſtrecken.
Der Nebelzerſtäuber in Arbeit.
Ein fahrbarer 100 Liter=Apparat.
Der deutſche Ingenieur Dr. Rettemann hat die Landesverteidigung mit der großartigen
Erfin=
dung eines wirkungsvollen Nebelzerſtäubers bereichert. Sein Apparat kann gefährdete
Angriffs=
objekt, und zwar ganze Gebäudekomplexe und weite Landſtrecken dem Blick des Angreifers
voll=
ſtändig unſichtbar machen. Dr. Rettemann war im Kriege Kommandeur eines
Flammenwerfer=
regiments und befaßt ſich ſeit Jahren mit techniſchen und chemiſchen Problemen.
Das Geſicht des kommenden Krieges.
Soldat einer engliſchen Tankabteilung mit Gasmaske.
Ein kommender Krieg dürfte viel eindeutiger als der Weltkrieg ein Kampf der Maſchinen,
der Technik und der Induſtrie werden. Die Einzelleiſtung des Soldaten müßte ganz in den
Hintergrund treten. Ja ſelbſt das Geſicht des Plänklers bleibt durch die Gasmaske verhüllt.
Die letzten engliſchen Tankmanöver ſahen Kämpfer auf dem Uebungsfelde, die mehr den von
ihnen bedienten Maſchinen als wirklichen Menſchen ähnlich waren.
Geſpenſterboot auf dem Ammerſee.
Eine Puppe als Steuermann.
Das Motorboot „Asle‟
unternimmt geſpenſtiſche Fahrten auf dem Ammerſee bei München. Es fährt mit Hilfe einer
neu=
artigen Funkpeilanlage und Selbſtſteuerung automatiſch zu demjenigen Sender hin, der es mit
der dem Boot angeordneten Wellenlänge ruft. Die Fernlenkverſuche werden von der
Verſuchs=
ſtation Gräfelfing für drahtloſe Telegraphie geleitet. Die Beſatzung des Bootes beſteht aus —
einer Puppe.
Kirchenbrand bei Lugano.
Lugano. In der maleriſch gelegenen Kirche
von Morcote, am See von Lugano, entſtand durch
einen Blitzſchlag ein Brand in der Sakriſtei, durch
den ſämtliche wertvollen kirchlichen Geräte und
Aus=
ſchmückungen, namentlich die prächtigen venezianiſchen
goldgeſtickten Brokate, die einen Wert von 100 000
Franken beſaßen, zerſtört wurden. Die von Lugano
herbeigeeilte Feuerwehr konnte das Kirchengebäude
retten, die Sakriſtei war bereits ausgebrannt.
Gefährlicher Erdrutſch auf der Inſel Wight.
London. Auf der Inſel Wight wurde ein
neuer gefährlicher Erdrutſch verzeichnet. Große
Erd=
maſſen brachen vom Riff ab und fielen auf den Weg,
der von Blackgang nach Niton führt. Entlang dieſes
Weges iſt die ganze Erde in Bewegung. Bäume
fallen und künden gefährliche Erdveränderungen an,
Eine Diamantſendung von 4 Millionen Pfund
ſpurlos verſchwunden.
Amſterdam. In London iſt eine
Diamant=
ſendung aus Amſterdam im Werte von vier
Mil=
lionen engliſchen Pfund verloren gegangen und
konnte bisher nicht wieder gefunden werden. Die
Sendung war als eingeſchriebenes Paket abgeſandt
und in London richtig dem Briefträger übergeben
worden.
Meuterer an Bord eines engliſchen Dampfers.
London. An Bord des engliſchen Dampfers
„City of Cheſter” haben geſtern 20 Hindu=Matrofen
gemeutert, einen Schiffsoffizier überfallen und ſchwer
verletzt. Die Meuterer konnten aber feſtgenommen
werden und ſind an Bord eines anderen Dampfers
gebracht worden, der ſie zur Aburteilung nach
Eng=
land bringen wird.
Nummer 263
Die Haftentlaſſung
von Hugo Stinnes.
Eine Million Kaution. — Eine
weitere Haftentlaſſung.
Berlin. Nachdem die Kaution in Höhe
einer Million Mark zur Abwendung der weite
Unterſuchungshaft beim Gericht eingegangen iſt
Hugo Stinnes nach dreiwöchiger Haft wieder
freien Fuß geſetzt worden. Ein Teil der
Ka=
wurde in bar entrichtet, während für den Roi
Mutter von Hugo Stinnes die Bürgſchaft
nommen hat.
Geſtern mittag fand in Moabit ferner für den
im Zuſammenhang mit der Stinnesaffäre verbof,
teten früheren Direktor des öſtrereichiſch=deutſchen
Verkehrsbüros, Leo Hirſch, der Haftprüfungstermin
ſtatt. Nach halbſtündiger Beratung beſchloß das
Ge=
richt, die Unterſuchungshaft aufzuheben und Direſtor
Leo Hirſch auf freien Fuß zu ſetzen.
Widerſpruchsvolle Ausſagen des Gymnaſiaſten
Artmann.
Wien. Zu dem Familiendrama im Hauſe
Art=
mann meldet die Polizeikorreſpondenz, daß der
Gym=
naſiaſt Ferdinand Artmann bei dem geſtern
fortge=
ſetzten Verhör, bei dem er wieder eine unheimlich=
Ruhe zur Schau trug, ſeine Ausſage aufrecht erhielt.
beim Eingreifen in den blutigen Kampf zwiſchen
ſeinen Eltern den wahrſcheinlich tödlichen Stich gegen
ſeinen Vater in Notwehr geführt zu haben. Die
be=
gonnene, aber noch nicht abgeſchloſſene Obduktion der
Leichen des Ehepaares Artmann konnte noch keine
Klarheit über den Verlauf der Bluttat ſchaffen. Am
Nachmittag widerrief der junge Artmann ſein
Ge=
ſtändnis, den tödlichen Stich gegen den Vater geführt
zu haben; er habe ſich nur freiwillig, nur aus
Scho=
nung für die Mutter angegeben. Ferdinand Artmann
erklärte jetzt, er habe, als er auf die Schüſſe hin in
das Schlafzimmer der Eltern eilte, geſehen, wie die
Mutter dem Vater das Meſſer entwand und auf ihn
losſtach. Da habe ihn das Grauen gepackt und er ſei
aus dem Zimmer geflohen. Auch bei dieſer Ausſage
verwickelte der junge Artmann ſich in zahlreiche
Widerſprüche, und es erſcheint zurzeit ausgeſchloſſen,
von ihm ein wahrheitsgetreues Bild der Vorgänge
zu erhalten, deren einziger Augenzeuge, wenn nicht
Mittäter er war.
Schweres Eiſenbahnunglück in Polen.
Warſchau. Auf der Eiſenbahnſtrecke
Wol=
kowyſk—Slonim, in der Nähe von Warſchau,
ereig=
nete ſich am Freitag ein ſchweres Unglück, dem ſechs
Eiſenbahnarbeiter zum Opfer fielen. Als 25 Arbeiter
auf einer Draiſine, in der Meinung, der fällige
Per=
ſonenzug wäre ſchon vorbei, auf dem linken Gleis
fuhren, brauſte plötzlich der Perſonenzug, der einige
Minuten Verſpätung hatte, heran. Wegen Nebels
be=
merkten die Arbeiter das Herannahen des Zuges zu
ſpät. Nur ein Teil konnte ſich durch Abſpringen
retten, während die übrigen mit der Draiſine unter
die Räder kamen. Dabei wurden ſechs Arbeiter auf
der Stelle getötet und mehrere ſchwer verletzt.
Der Eisbrecher „Kraſſin” im Eismeer beſchädigt.
Kowno. Der Eisbrecher „Kraſſin” iſt nach
einem Funkſpruch von Prof. Samoilowitſch auf der
Suche nach Amundſen und der Aleſſandri=Gruppe in
Gebiete des Eismeeres vorgeſtoßen, die bisher
in=
folge der ungünſtigen Eisverhältniſſe nicht hätten
durchſucht werden können. Die Nachforſchungen ſeien
aber erfolglos geblieben. „Kraſſin” habe auf ſeiner
Fahrt ſtark unter Stürmen zu leiden, die die
Eisver=
hätlniſſe täglich veränderten, und ſei durch Eismaſſen
beſchädigt, ſo daß das eindvingende Waſſer
ausge=
pumpt werden müſſe. Es beſtehe Gefahr, daß der
Eis=
brecher, der ſich augenblicklich in der Nähe des
Alexandra=Landes befindet, durch die von den
Stür=
men zuſammengeſchobenen Eismaſſen an der Rückkehr
verhindert werde und im Eismeer überwintern müſſe.
Schwerer Sturm in der Jeniſſei=Bucht.
Moskau. Ein heftiger Sturm wütete in der
Jeniſſei=Bucht. Zwei Dampfer und vier Leichter ſind
geſtrandet. Etwa 100 Fiſcherboote kenterten. Der
Sturm hat mehrere Todesopfer gefordert.
Rettungs=
ſchiffe ſind ausgeſandt worden.
Eiſenbahnunfall in Britiſch=Malakka.
Singapore. In Kelantan, in der Nähe der
nördlichen Grenze von Britiſch=Malakka, entgleiſten
drei Eiſenbahnwaggons, die mit Kulis beſetzt waren.
Die Leute ſuchten ſich durch Abſpringen zu retten.
Dabei wurde ein Kuli getötet, 33 wurden verletzt.
Eine Entführungstragödie.
New York. Nach einer Meldung aus Honolulu
iſt dort vor einigen Tagen der zehnjährige Sohn
eines reichen Bankiers entführt worden, als er ſich
auf dem Wege zur Schule befand. In einem
anonh=
men Briefe wurde ein Löſegeld von 10000 Dollar
gefordert, zunächſt aber nur eine Anzahlung von
4000 Dollar. Der Bankier bezahlte dieſe Summe,
gleichwohl kehrte aber ſein Sohn nicht zurück. Etwa
1000 Freiwillige ſuchten darauf die ganze Inſel ab.
Am Freitag wurde nun die Leiche des Banbierſohnes
am Strande gefunden.
Die Sturmverheerungen in Florida.
New York. In einem Bericht aus Okeeſchobee
City in Florida führt der Hauptmann der
National=
garde, der mit den Rettungsarbeiten in dieſem
Ab=
ſchnitt der Sturmzone beauftragt wurde, aus, daß bis
zum Freitag mittag in dieſer Teilzone 544 Tote
auſ=
gefunden wurden. Die Geſamtzahl der Toten in
die=
ſem Abſchnitt wird auf 1500 geſchätzt, ſo daß ſich die
Verluſte an Toten in der geſamten Sturmzone auſ
2500 belaufen werden. Wegen der großen Zahl der
Leichen war es notwendig, viele auf Küſtenkuttern
auf das Meer hinauszubringen und ſie dort zu
ber=
ſenken. Die zahlreichen Leichen und Tierkadaber
machen die Lage im Sturmgebiet unerträglich. Es
werden Typhusimpfungen ſoweit wie möglich auch
im Hinterlande der Sturmzone vorgenommen, da die
Ueberſchwemmungen und die Hitze die Ausbrpitung
von Epidemien begünſtigen.
Die Geſamtzahl der Opfer des Unwetters
in Florida.
Weſt=Palmbeach. Clawſon, der Leiter der
ärztlichen Hilfsaktion im Orkangebiet, hat dem Roten
Kreuz mitgeteilt, daß die Zahl der bei dem Unwetter
ums Leben Gekommenen auf Grund der neueſten
Berichte insgeſamt 1385 betrage.
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Mi. Verb
er eint anderes
Hrheimiſchen erf
Dal., Zuſamm
ſummer 263
Sonntag, den 23. September 1928
Geite 11
Spotl, Shiel und Tarnen.
Kreisliga im Kreis Starkenburg
am 23. September.
T. u. Sportverein Mörfelden—Sportverein 98 Darmſtadt,
Germania Pfungſtadt—Fußballverein Sprendlingen,
Sportverein Münſter—Viktoria Walldorf,
Biktoria Urberach—Union Darmſtadt,
Bolizeiſporwerein Darmſtadt-—V. f. R. Darmſtadt.
gieder ein recht intereſſanter Sonntag, der auch in der Tabelle ſchon
eiſwe Veränderungen bringen kann. Es ſtoßen nämlich in mehreren
Fiälz bisher punktloſe Mannſchaften mit erfolgreichen zuſammen,
wo=
beu durchaus möglich iſt, daß die Punkte bei den bisher Erfolgloſen
hlen. Der Darmſtädter Favorit S.V. 98 geht nach Mörfelden einen
ſchwer Gang. Wenn die Angriffsveihe der Darmſtädter nicht mit dem
nu n Nachdruck ſpielt, wird es ſchwer ſein, die ſtarke Mörfelder
Hin=
tamniſchaft zu ſchlagen. Die Verteidigung Darmſtadts ſollte dagegen
deylngriffen der Einheimiſchen gewachſen ſein. Ein kmapper Erfolg
danmſte erſcheint möglich, aber auch ein Unentſchieden darf nicht
über=
vavſen — In Pfungſtadt dürfte es eines der ſpannendſten Treffen
g b. Wenngleich Sprendlingen bisher ſeine zwei Spiele gewann und
Arytadt noch punktlos blieb, ſo erſcheint der Ausgang trotzdem offen.
AmPiktoria Walldorf wird es in Münſter nicht ſo leicht haben.
Im=
menn, ſcheinen aber die bisher geoffenbarten ſpieleriſchen Qualitäten
din Valldörfer auch für einen Erfolg in Münſter gur zu ſein.
Jeden=
famwird gevade dieſes Ergebnis mit Spannung erwartet werden, da
e hr das Können der Münſterer erſtmals genauen Aufſchluß geben
ſyll— Auch die Darmſtädter Union hat einen ſchweren Gang vor ſich.
SAlk noch punktlos, ſtößt ſie in Urberach auf einen Gegner, der
eben=
fynach zwei Spielen noch ohne Punkte iſt, tatſächlich aber auch etwas
Ym. Die Changen der Darmſtädter ſtehen hier nicht zum beſten.
Die A=Klaſſe im Gau Bergſtraße.
Giyebniſſe vom 16. September: Germania Eberſtadt—
Bo=
uſſi Dornheim 4:0 (3:0); Sportverein Geinsheim—Eintracht
Darm=
udt 6:3 (4:0); V. f. L. Michelſtadt—Viktoria Griesheim 2:6 (0:3).
ſach zwei Spielſonntagen liegt Germania Eberſtadt mit zwei
ge=
torrnenen Spielen an der Spitze.
zihele am 23. September: Eintracht Darmſtadt—Germania
fberſtadt; Sportverein Groß=Gerau—Sportverein Lengfeld; V. f. L.
Lichelſtadt—Sportverein Weiterſtadt; Sportverein Roßdorf-Viktoria
iesheim. Favoriten ſind Groß=Gerau, Michelſtadt und Griesheim,
nährend im erſten Spiel möglicherweiſe eine Ueberraſchung zuſtande
mmen kann.
Die A=Klafſe im Dreieichgau.
yebniſſe vom 16. September: FC. Dreieichenhain—Haſſia
dieburg 0:7: Sportklub Dietzenbach-FV. Offenthal 3:1; FV.
Ep=
atshauſen—SV. 1911 Neu=Iſenburg 2:4; V. f. L. Neu=Iſenburg
keſſerve—Sportgemeinde Sprendlingen 7:3. — Die Reſultate kommen
Ue mehr oder weniger erwartet. Das geglückte Debut der
Diebur=
er im neuen Gau läßt aufhorchen. Sollte es diesmal zur
Meiſter=
hrft langen?
zſele am 23. September: Haſſia Dieburg—FV.
Eppertshau=
er: Sportverein Offenthal—FC. 03 Egelsbach; Sportklub
Dietzen=
mh—FC. Dreieichenhain; SV. 1911 Neu=Iſenburg—V. f. L. Neu=
Hienburg Reſerve. — Mit Ausnahme des Treffens in Offenthal, wo
ſie Gäſte erfolgreich ſein könntem, darf man überall die (zuerſt
ge=
neninten) Platzvereine als Sieger erwarten.
In der B=Klaſſe
ih durch verſchiedene Rücktritte gemeldeter Mannſchaften erneute
Ter=
mänderungen notwendig geworden. Vom vorigen Sonntag ſind nur
um „Ergebniſſe durch bereits an dieſer Stelle veröffentlichte
Spiel=
rdZe bekannt geworden. Wenn hier erſt einmal alles in Fluß iſt,
„d auch regelmäßig über dieſe Klaſſe referiert werden. Heute ſeien
mvie Spiele des kommenden Sonntags nach der neuen
Tmänliſte genannt: Es ſpielen in Gruppe 1: FSV., Groß=
Zim=
an—Blau=Weiß Jugenheim; Germania Leeheim—Sportverein Meſſel;
Ayt ia Wolfskehlen—Sportvag. Arheilgen 3. — In Gruppe 2 treffen
herjander: V. f. R. Erbach—Sportverein Höchſt, Kickers Hergershau=
—FFC. Groß=Umſtadt; FV. Schaafheim—Germania Dieburg.
F.C. Union 1913 e. V.
Sommenden Sonntag ſetzt Union die Verbandsſpiele fort, indem
Ta= und Liga=Reſervemannſchaften nach Urberach zum dortigen F C.
Ftria fahren. Die Einheimiſchen müſſen zu dieſem Spiel auch noch
Eas für Darmſtädter einſtellen, ſo daß die Elf mit 4 Mann Erſatz das
Sil abſolvieren muß. Es gilt hier für jeden Spieley, ſein ganzes
Kizen einzuſetzen und dadurch endlich ſeinem Verein ein beſſeres
Ab=
ſaerden zu gewährleiſten. Verſteht es die Mannſchaft dieſen Sonntag,
R Verbindung zwiſchen Läuferreihe und Sturm herzuſtellen, dann wird
ſter ein anderes Reſultat als ſeither erzielt werden. Die Abfahrt der
Erheimiſchen erfolgt mit Omnibus, pünktlich um 12 Uhr ab Vereins=
Ey. Zuſammenkunft der Mannſchaften um 3412 Uhr.
Die Samstags=Spiele.
Wacker ſchlägt Bayern München 3:2.
Trotz unfreundlichen Wetters kamen zum Münchener Großkampf
a Samstag abend 16 000 Zuſchauer. Der mit großer Spannung
er=
nirete Kampf endete mit einem verdienten 3:2 (2:1)Sieg von Wacker.
7e Schwarz=Blauen boten die bei weitem beſſere Geſamtleiſtung.
Akern zeigte zwar an techniſchen Feinheiten etwas mehr, aber die Elf
fl durch das Verſagen der Läuferreihe völlig auseinander. Beim
ſieger war dagegen die Läuferreihe faſt der beſte Mannſchaftsteil. Das
trhweg ſehr intereſſaute Spiel begann mit einer Ueberraſchung. Kurz
uch dem Anſtoß konnte der Bahern=Rechtsaußen Welker einen
Straf=
pß direkt verſandeln. Wacker übernahm dann das Kommando und
urde deutlich überlegen. Schon in der 15. Minute fiel der Ausgleich.
lach einem ſchönen Vorſtoß von Altvater—Nebauer kam der Ball zu
zrandl, dieſer umſpielte Kutterer und ſchoß unhaltbar ein. Wacker
lieb im Angriff und kam in der 37. Minute zu eiem weiteren Tor.
luß nach der Pauſe hielt die Ueberlegenheit von Wacker an. In der
Minute kam eine Flanke von Altvater zu Bergmaier, dieſer
um=
ſielte Kutterer und ſchoß ein. Zehn Minuten ſpäter verſchuldeten
Klingseis und Falk durch Sperren von Pöttinger einen Elſimeter, der
von Hariger verwandelt wurde. In der letzten Viertelſtunde hatte
Bayern dann etwas mehr vom Spiel.
1. F.C. Nürnberg—V.f.R. Fürth 2:0.
Das noch nachträglich angeſetzte Meiſterſchaftsſpiel brachte dem Club
vor 2000 Zuſchauern nah mäßigem Spiel einen ſicheren Sieg. Wäre der
Clubſturm nicht reichlich ſchußunſicher geweſen (nur Strobl konnte
ge=
fallen), ſo hätte das Ergebnis höher ausfallen können. Beſter Mann
beim „Club”, der ohne Kalb und Schmidt 2. ſpielte, war der rechte
Läufer Geiger. Hochgeſang ſchoß in der 22. Minute mit Bombenſchuß
aus 30 Meter Emtfernung das Führungstor. Das zweite, nach der
Halb=
zeit gefallene Tor war ein Selbſttor des bedrängten Fürther
Verteidi=
gers Datz.
Handball.
Turngemeinde Darmſtadt 1846.
Heute beginnen im Main=Rhein=Gau D.T. die Pflichtſpiele im
Handball. Die erſte Mannſchaft der Turngemeinde iſt ſpielfrei,
wäh=
rend die zweite um 15,30 Uhr auf dem Platz am Finamzamt gegen Tv.
Roßdorf antritt. Vor dieſem Spiel trifft um 14,15 Uhr, ebenfalls auf
dem Finanzamtsplatz, die dritte Mannſchaft mit dem Tv. Egelsbach
zu=
ſammen. Der Eintritt zu beiden Spielen iſt frei.
nachmittag 3 Uhr
FIelTe Große Radrennen nebst
Motorrad-Geschicklichkeitsfahren
Rot-Weiß-Platz
Am Start: Fahrer aus Köln, Barmen, Kassel, Mainz,
Mann-
heim, Frankfurt, Darmstadt.
15124
Schwimmen.
Turngemeinde 1846 (Schwimm=Abteilung).
Die Schwimm=Abteilung der Turngemeinde 1846 hat am 16.
Sep=
tember ds. Js. mit einem ſchlichten Abſchwimmen ihren diesjährigen
Sommerſchwimmbetrieb im „Großen Woog” beendet. Zahlreiche
Wett=
kämpfe und eine ganze Anzahl Werbeveranſtaltungen wurden von der
Abteilung und ihrer großen Schar Schwimmerinnen und Schwimmer in
dieſem Sommer beſucht und eine Reihe ſehr ſchöner Erfolge erzielt,
darunter als bemerkenswerteſte auch zwei D.T.=Meiſterſchaften im
Schwimmen. In zäher, unermüdlicher Arbeit iſt ein ſtattlicher Stamm
begeiſterter Turnerinnen und Turner ſtets bemüht, das Schwimmen in
der großen Familie der Turngemeinde 1846 — dem zurzeit zweitgrößten
Verein des 9. Kreiſes (Mittelrhein) D.T. — zu hegen und zu pflegen, es
in der Bevölkerung verbreiten zu helfen und neue Freunde des
Schwim=
mens zu werben. Dieſer zielbewußten Tätigkeit entſprechen auch die
von Jahr zu Jahr beſſer werdenden Leiſtungen und Erfolge. Und auch
weiterhin darf man erwarten, daß dieſe unabläſſige Arbeit auf dem
Gebiete des Schwimmens nicht nur der Turngemeinde 1846, ſondern
auch allgemein der Deutſchen Turnerſchaft und ſchließlich dem geſamten
Volkswohl von Nutzen ſein wird.
Nach einer kurzen Ruhepauſe beginnt nun am 1. Oktober der
Win=
terſchwimmbetrieb im Hallenbad. Die Uebungszeiten der Schwimm=
Abteilung der Turngemeinde 1846 finden jeweils an den Abendſtunden,
und zwar Montags, Mittwochs und Donnerstags ſtatt. Auch hier iſt
allen Altersklaſſen beiderlei Geſchlechts Gelegenheit gegeben, nach des
Tages Laſt und Mühen ſich in der Kunſt des Schwimmens unter
be=
währter Leitung zu betätigen. Auch für Damen iſt eine beſondere
Stunde eingerichtet. Kommt ſchwimmen! So ſei allen auch in
den Wintermonaten zugerufen.
Einen verheißungsvollen Anfang der Winterſchwimmzeit bildet das
ſchon am 7. Oktober im hieſigen Hallenbad ſtattfindende 2. Kreis=
Jugendſchwimmen des 9. Kreiſes (Mittelrhein) D.T., deſſen
Durchfüh=
rung wieder die Schwimm=Abteilung der Turngemeinde 1846
übernom=
men hat. Dieſes Jugendſchwimmen, das, erſtmalig im vorigen Jahr,
ſchon eine gute Beſetzung gefunden hat, wird auch diesmal wieder eine
Kundgebung für die Schwimmbewegung in der Deutſchen Turnerſchaft
werden. Denn es bietet bei einer abwechſlungsreichen Wettkampffolge
vielen Jugendlichen Teilnahmemöglichkeit. Der 7. Oktober wird der
Tag der mittelrheiniſchen Kreisſchwimmjugend ſein. Wir werden auf
die Veranſtaltung, für die in dieſen Tagen Meldeſchluß iſt, noch
beſon=
ders zurückkommen.
Die Tennis=Weltrangliſte für 1928 iſt von dem engliſchen Experten
Wallis Myers herausgegeben worden. Die Weltmeiſter ſind. Henri
Cochet und Helen Wills. Frl. Außem rangiert in der Damenliſte an
7. Stelle.
Der Tennis=Länderkampf Deutſchland-—Oeſterreich in München ſteht
nach dem zweiten Spieltag 3:3. Das Spiel Prenn—Mateika mußte
wegen Dunkelheit abgebrochen wevden.
Wetterbericht.
Weitere Kaltluftwellen, die nach Europa vordringen, führen ſowohl
tagsüber als auch nachts zur fortſchreitenden Abkühlung. In der
ver=
gangenen Nacht kam es bereits vielfach zu leichtem Bodenfroſt. Da die
Kaltluftzufuhr noch niche beendet iſt, ſo werden die Temperaturen
zu=
nächſt ihren niedrigen Stand behalten und außerdem werden ſie weiter
zeitweiſe zu Haufengewölk führen. Zu Niederſchlägen, die die letzten
Tage mehrfach an der Küſte auftraten, dürfte es bei uns nicht kommen.
Ausſichten für Sonntag, den 23. September: Weiterhin nachts friſch,
auch tagsüber nur mäßig warmes, veils wolkiges, teils aufheiterndes
Wetter und trocken.
Ausſichten für Montag, den 24. September: Zunächſt noch keine
weſentliche Aenderung, jedoch etwas wärmer.
Die heutige Nummer hat 22 Geiten.
Geſchäftliches.
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Zuchführung bei Hans Schlöſſer, Schwanenſtraße 30, I. (Siehe An=
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werden. Intereſſenten erhalten Probe=Kilos, und machen wir auf die
Veröffentlichung in der heutigen Nummer unſeres Blattes ganz
beſon=
ders aufmerkſam.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
burgverein. O 11.30: Rektor Wehrhan: Das Züchtigungsrecht an
Kindern. O 12: Kaſſel: Mittagsſtändchen des Funkorch. o 13:
Die Bedeutung der Herbſtfurche für die Bodenbearbeitung im
Früh=
jahr .„— Saatmengen im Winterhalmfruchtbau —— Schweinemaſt=
Sonntag, 23. Sept. 8: Morgenfeier, veranſtaltet vom Wark=
Futtermittel. — Untugenden der Hühner. o 15: Hanna Lüngenz
Blumenmärchen. O 17: Hansjürgen Wille lieſt aus eigenen Werken.
O 17.30: Funkorch.: Konzert. O 18.30: Rhein=Mainiſcher Verband
für Volksbildung. O 19.30: Herm. Keſſer lieſt aus dem Roman
„Muſik in der Penſion” 2.30: Konzert des Amar=Quartetts.
Beethoven: Streichquartett in E=moll .— Haydn: Streichquartett in
G=dur. O 21.30: Kaſſel: Klavierkonzert Georg Schumann. Ballade
G=moll. — Klavierſtücke aus Dur und Moll. — Variationen und
Fuge über ein eig. Thema. O. Anſchl.: Tanzmuſik.
Stuttgart.
Sonntag, 23. Sept. 11.15: Kath. Morgenfeier. Mitw.:
Stadt=
pfarrer Ströbele, Singchor des Kath. Familienvereins Kaſino. O 12*
Schloßplatz Stuttgart: Promenadekonzert. O Anſchl.: Schallp atten.
14: Berlin: Funkheinzelmann. O 15: Dr. Elwenſpoek: Sommer
im Süden. O 15.30: Konzert. Mitw.: Margarete Wetter,
Kammer=
ſänger Ritter, Funkorch. 18.15: Th. Brandt: Alles ſchon
da=
geweſen! O 18.45: Mannheim: Dichterſtunde. J. D. Ungerer. O 20:
Bunter Abend. Mitw.: Ellen Beck, Fritz Schätzler, E. Stockinger,
A. Haagen, Funkorch. Schillings: Ouv. Pfeifertag‟. —
Caſtel=
nuovo=Tedeſco: Prolog aus „Mandragola‟. — Däubler:
Dämme=
rung. — Heynicke: Volk. — Werfel: Der gute Menſch. — Reger:
Humoreske. — Pfitzner: Erzählung des Diedrich aus „Der arme
Heinrich”. — Mahler: Ich ging mit Luſt durch einen grünen Wald;
Starke Einbildungskraft; Aus, aus! — Korngold: Tanzlied aus
„Die tote Stadt”. — Pfitzner: Sehnſucht; Michaeliskirchtag. —
Debuſſy: Zwei Arabesken. — Uffm Volksfeſcht. Hörſpiel von Georg
Ott. — Moderne Tänze und Tanzlieder. Mitw.: Lotte Herzog, Käte
Käte Mann, Hans Hanus, Karl Karner, Carl Struve, Funkorch,
— Die Inſtruktionsſtunde. Von Plaut.
Berlin.
Sonntag, 23. Sept. 8.55: Stundenglockenſpiel der Potsdamer
Garniſonkirche. 9: Morgenfeier. Wege zur inneren Freude —
durch Güte und Liebe”, Mitw.: Ernſt Wilhelmy und Collegium
muſicum Weißenſee, Hermine Beihn (Alt), Pfarrer Ungnad Erich
Doms. o 11.30: Muſikkorps 3. Batl. 9. (Preuß.) Inf.=Regts.,
Spandau. Präſentiermarſch. — Auber: Ouv. „Der ſchwarze Domino”.
— Bach: Air. — Rubinſtein: Bajaderentanz Nr. 1 und 2 aus
„Feramors”. — Bizet: Fant. „Die Perlenfiſcher” — Steinbeck:
Regimentsgruß. — Raff: Cavatine. — Waldteufel: Herbſtweiſen
Walzer. — Siede: Die kleine Patrouille. — Meißner: Zum Städtel
hinaus, Marſch. O 14: Funkheinzelmanns Singſtunde. Rheiniſche
Liederſpielmärchen von Hans Bodenſtedt. 0 15: Kurzſchrift. O 15.30:
Mitteilungen und praktiſche Winke für den Landwirt. o 15.45:
Wochenrückblick und Wettervorherſage. O 15.55: Dr. Matſchenz:
Rationelle Landwirtſchaft. O 17: Orcheſter Otto Kermbach. Bellini:
Ouv. „Norma”. — Drigo: Suite aus dem Ballett „Die Millionen
des Harlekin”. — Roſenkranz: Immortellenkranz auf das Grab
Lortzings, Fant. — Blon: Triumph der Schönheit. — Waldteuſel:
Kuß=Walzer. — Komzak: Wiener Volksmuſik, Potp. O 19: Einf. zu
der Uebertr. aus dem Stadttheater Leipzig am 24. Sept. O 19.30:
Hochſtetter: Der Herbſt fängt an . . . O 20: Wirtſchaftsgeograph
Hoffer=Reichenau, Athen: Im Lande der blauen Berge. O 20.30:
„Wenn die Geige erklingt. Mitw.: Elſe Kochhann (Sopran), Wilh,
Gombert (Tenor), Eduard Kandl (Bariton). Offenbach: Ouv.
Orpheus” — Stojanowitſch: Aus „Liebchen am Dach”. — Lehar:
Zigeuner=Chor und Romantiſche Szene aus Zigeunerliebe‟. —
Knopf: Wie ein Blütenrauſch, aus „Der blonde Zigeuner‟ —
Kalman: „Zigeunerprimas”. — Straus: Introduction zu „
Dorf=
muſikanten” — Fall: Intermezzo aus „Der liebe Auguſtin”.
Lehar: „Was ich denke, was ich fühle‟, Duett und Violinſolo
Paganiis aus „Paganini”. — Kalman: „Komm, Zigany”, aus
„Gräfin Mariza”, — Fall: „Spiele auf der goldnen Fiedel”, Lied
aus „Brüderlein fein”. — Offenbach: Rondo=Lied aus „
Zauber=
geige‟. — Stolz: Von 10 Uhr nachts”, aus „Tanzgräfin‟ —
Eysler: „Hol deinen Bogen” aus „Der fidele Geiger”. — Aſcher:
„Das Lercherl von Hernals” aus „Hoheit tanzt Walzer” — Straus:
„Leiſe ganz leiſe‟; „Die Geige” und Marſch der Damenkapelle,
aus „Walzertraum”. O 22.30: Tanzmuſik. Kapelle Dajos Bela.
Deutſche Welle. Sonntag, 23. Sept. 8.55: Stundenglockenſpiel
der Potsdamer Garniſonkirche. 9: Morgenfeier. O Anſchl.:
Glockengeläut des Berliner Doms. O 11.30: Platzmuſik. Muſikkorps
3. Batl. 9. Inf.=Regt. Spandau. O 14: Funkheinzelmanns
Sing=
ſtunde. O 15.30: Mitteilungen und praktiſche Winke für den
Land=
wirt. O 15.45: Marktlage und Wetter. O 15.55: Dr. Matſchenz:”
Rationelle Landwirtſchaft. o 17: Unterhaltungsmuſik. o 18.36:
E. Biſchoff: Die Hilfloſen. (Tiere.) o 19: Dr. Barthel: Freiheit!
und Prädeſtination. o 20.30: „Wenn die Geige erklingt . . .
Berliner Funkorch. und Funkchor. Mitw.: Elſe Kochhann (Sopran),”
W. Gombert (Tenor), Ed. Kandl (Bariton). o 22.30: Tanzmuſik.
Hauptſchriftlettung. Rudolf Mauve
Verantwortlich für Polliſk und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuilleten Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Cugen Buhlmannz
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andrea” Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratentell: Willp Kuble; Druc
und Verlag: L. C. Wittlch — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht Übernommen.
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[ ← ][ ][ → ]Der deutſche Außenhandel im Auguſt 1928.
Ueberraſchend gute Außenhandelsbilanz. — Eine Paſſivität von 58 Millionen Mark gegen
268 Millionen Mark im Vormonat.
Der deutſche Außenhandel zeigt im Auguſt 1928 im reinen Waren verkehr einem Einfuhrüberſchuß von 58 Millionen RM. gegem 268 Mil=
honen RM. im Vormonat.
Warengruppen
1. Lebende Tiere ..............."
2. Lebensmittel und Getränke ... ..
3. Rohſtoffe und halbfertige Waren.
4. Fertige Waren ......... . ....
Reiner Warenverkehr".
5. Gold und Silber”)..."
Zuſammen
Einfuhr 1928 Ausfuhr1928*) Auguſt Juli Jan.=Aug. Auguſt Juli Jan.=Aug. in 1000 RM. nach Gegenwartswerten 10148 8 852 90 802 1704 1637 11974 340 471 385 012 2 800 278 39 187 39 830 347 418 550 299 602 913 4 906 136 215 672 183 445 1532 138 182 501 185 733 1670 369 769 230 689 219 5 585 714 1083 419 1182510 9 467585 1025 793 914 131 7477 244 61885 119 129 438 115 2 818 2 621 17698 1145 304 1301 639 9905 700 1028 611 916 752 7494 942 Die ſtarke Verminderung des Einfuhrüberſchuſſes beruht ſowohl auf
einer Abnahme der Einfuhr, als auch auf einer Zunahme der Ausfuhr.
Die Abnahme der Einfuhr in Höhe von 99,1 Mill. RM. entfällt faſt
ganz auf Rohſtoffe und halbfertige Waren und Lebensmittel und
Ge=
tränke. Die Einfuhr von Fertigwaren iſt nur wenig vermindert, die
Einfuhr von lebenden Tieren hat ſogar etwas zugenommen.
Die Ausfuhr iſt um 111,7 Millionen RM. auf 1025,8 Mill. RM.
geſtiegen; ſie liegt damit um 4,2 Mill. RM. über ihrem bisher höchſten
Stand im März ds. Js. An der Zunahme ſind überwiegend
Fertig=
waren, verhältnismäßig ſtark aber auch Rohſtoffe und halbfertige Waren
beteiligt. Die Ausfuhr von Lebensmitteln und Getränken, ſowie von
lebenden Tierem iſt dagegem kaum verändert.
die Einfuhr
darunter: reiner die Ausfuhr*)
darunter: Waren=
verkehr Lebens=
mittel Rohſtoffe. Fertigwaren Waren=
verkehr Lebens=
mittel Rohſtoffe Fertigwaren März 1928 .....77ff.1..
April „ ..........." 1229,4
1174,7 335,2
338,7
303,5
328,9
385,0
340,5 641,1
609,8 240,4
215,1 1021,6
923,7 49,0
48,2 210,8
191,7 760,8
682,2 Mai „.... 1085,7
1107,8
1182,5
1083,4 566,9 204,1 895,2
892,9 50,2 165,0 677,3
685,0 Juni . ........." 579,2 41,8 Juli „ .... 602,9 185,7 Auguſt.. n.........0 550 182,5
1,3 1025,8 Auguſt 1927 ..........
Auguſt 1926 ..............." „ 1 153,0
925,0 330,9
382,0 588,0
424,0 221,5
107,5 867,6
830,5 317
26,3 M0
232,7 6277
571,0 Monatsdurchſchnitt 1927 .....
1926 ..." 1185,7
833,5 360,6
297,6 599,4
412,3 211,6
113,6 852,0
815,3 34,9.
39,7 187,2.
194,3 629,0
580,4
Im einzelnen iſt folgendes zu berichten:
Die Abnahme der Einfuhr von Lebensmitteln und Getränken beruht
in erſter Linie darauf, daß die Einfuhr bei gewiſſen Waren, insbeſondere
bei Kaffee und Kakao, im Juli infolge von Terminabrechnungen im
Nie=
derlageverkehr überhöht war. Der Rückgang beträgt bei Kaffee 33,5
Mill. RM. und bei Kakao 6,4 Mill. RM. Im übrigen ſteht einer
ſaiſon=
mäßigen Abnahme der Einfuhr bei einer Reihe von Waren eine
eben=
falls ſaiſonmäßig verurſachte Zunahme bei anderen Waren gegenüber.
Abgenommen hat insbeſondere die Einfuhr von Weizen (7,7 Mill. RM.),
Roggen (4,8 Mill. RM.), Gerſte (2,2 Mill. RM.) ſowie von Kartoffeln
(5,0 Mill. RM.) und von Südfrüchten (4,7 Mill. RM.). Zugenommen
hat vor allem die Einfuhr von Obſt (10,0 Mill. RM.), von Mais (5,6
Mill. RM.) und von Speiſebohnen, Erbſen uſw. (3,1 Mill. RM.).
Be=
merkenswert iſt ferner, daß auf die ſtarke Abnahme der Einfuhr von
Eiern im Juli eine noch ſtärkere Zmahme (um 11,6 Mill. RM.) im
Auguſt folgte.
Auch bei Rohſtoffen und halbfertigen Waren iſt die Abnahme der
Einfuhr zu einem erheblichem Teile dadurch bedingt, daß die
Einfuhr=
ziffer im Juli infolge der Terminabrechnungen ſtark erhöht war.
Hier=
aus eiklärt ſich vor allem der Rückgang in der Einfuhr von
Mineral=
ölen (23,7 Mill. RM.); aber auch die Verminderung der Einfuhr von
Bau= und Nutzholz (5.9 Mill. RM.) und von nichtölhaltigen Sämereien
(5,0 Mill. RM.) dürfte größtenteils darauf zurückzuführen ſein. Eine
überwiegend ſaiſonmäßig bedingte Abnahme zeigt die Einfuhr von
Baumwolle (10,6 Mill. RM.), Wolle und anderen Tierhgaren (6,2 Mill.
RM.) und Flachs, Hanf, Jute (3,4 Mill. RM.). Eine ſaiſonmäßige
Zu=
nahme iſt bei der Einfuhr von Eiſenerzen (4,2 Mill. RM.) zu
verzeich=
nen. Geſtiegen iſt außerdem noch die Einfuhr von Oelſaaten und Oel=
früchtem (10,8 Mill. RM.); die Zunahme beruht in dieſem Falle in erſter
Linie wohl darauf, daß die Einfuhr im Juli ſtark zurückgegangen war.
In der Ausfuhr erklärt ſich die verhältnismäßig große Zunahme bei
ſtoffen und halbfertigen Waren, überwiegend aus Saiſongründen;
ſie entfällt nämlich zum größten Teil auf Düngemittel, wie
ſchwefel=
ſaures Ammoniak (13,0 Mill. RM.), Kaliſalze (5,3 Mill. RM.),
Kalk=
ſalpeter, Haruſtoff (2,4 Mill. RM.).
An der Zunahme der Ausfuhr von Fertigwaren in Höhe von 80,0
Mill. RM. ſind insbeſondere ſolche Waren beteiligt, bei denen Saiſon=
einflüſſe eine große Rolle ſpielen. So erklärt ſich vor allem die
Steige=
rung der Ausfuhr von Textilfertigwaren (25,0 Mill. RM.)), von
chemi=
ſchen Erzeugniſſen (7,0 Mill. RM.), von Kinderſpielzeug (4,5 Mill. RM.)
und von Pelzen und Pelzwaren (3,7 Mill. RM.). Da im übrigen an
der Zunahme der Ausfuhr ſehr viele Poſitionen beteiligt ſind, iſt
anzu=
nehmen, daß ſie außerdem durch die Entwicklung der inländiſchen
Kon=
junktur mitbedingt iſt. Zugenommen hat beſonders die Ausfuhr von
Walzwerkserzeugniſſen (9,7 Mill. RM.), von elektrotechniſchen
Erzeug=
niſſen (5,2 Mill. RM.) und von Waren aus Kupfer (3,9 Mill. RM.).
Bemerkenswert iſt, daß die Ausfuhr von Maſchinen, die bereits im
Juli eine Abnahme zu verzeichnen hatte, auch diesmal wieder
zurück=
gegangen iſt (2,4 Mill. RM.).
* Auch in dieſem Jahre hat der Auguſt eine erfreuliche Beſſerung
unſerer Handelsbilanz gebracht. Der Ueberſchuß der Einfuhr über die
Ausfuhr iſt von 268 Millionen im Juli auf 58 Millionen geſunken, ſo
daß wir faſt einem Ausgleich zwiſchen Einfuhr und Ausfuhr
nahekom=
men. Dabei iſt die Einfuhr um rund 100 Millionen zurückgegangen,
während die Ausfuhr um rund 110 Millionen geſtiegen iſt, darunter die
Ausfuhr an Fertigwaren um 80 Millionen. Sie hat damit die
Höchſt=
zahlen des März noch um 4 Millionen überſchritten. Allerdings iſt dabei
zu berüchſichtigen, daß es ſich zum Teil um Zufälligkeiten in der
Ter=
minabrechnung handelt, zum Teil aber auch um ſaiſonmäßige
Einwir=
kungen. Es wäre alſo verfehlt, allzu weitgehende Rückſchlüſſe auf die
Zukunft aus der Auguſtverbeſſerung zu ziehen. Vor allem iſt die
Ein=
fuhr von Lebensmitteln auf unſere eigene einſetzende Emte
zurückge=
gangen. Auch die an ſich begrüßenswerte Steigerung der
Fertigwaren=
ausfuhr finder doch ihre Erklärung in dem nur langſamen Abfinken der
inländiſchen Konjunktur. Die Verflauung des inländiſchen Marktes hat
aber die Induſtrie bereits gezwungen, den ausländiſchen Markt
inten=
ſiver zu bearbeiten, womit ein Nachlaſſen der Preiſe zwecks
Konkurrenz=
fähigkeit mit anderen Ländern verbunden war. Von Januar bis Auguſt
dieſes Jahres iſt aber unſere Handelsbilanz immer noch um mehr als
2 Millarden Mark paſſiv und die nächſten Monate erſt werden zeigen,
ob wir langſam dem ſo dringend notwendigen Ausgleich näher kommen,
oder ob die Beſſerung im Auguſt nur eine einmalige Erſcheinung war.
Warengruppen
Wert= und Mengenergebniſſe der Reparations=Sachlieferungen.
Ausfuhr 1928
Auguſt
Juli
Jan.=Aug.
in 1000 RM. nach Gegenwartswerten
Auguſt
1. Lebende Tiere .................."2. Lebensmittel und Getränke ..... .."
3. Rohſtoffe und halbfertige Waren .."
4. Fertige Waren .... ............ 256
39 384
14 014 106
1728
40251
14735 1074
21 906
283 834
112435 47 267
12 470564
282 3762) Zuſammen .. . . . . . . . . . . . . . .". 53 654 56 820 419 249 12800 207 Außerdem Pferde (Stück)..........." Waſſerfahrzeuge (Stück)........1..."
Juli
Mengen in 3.=
260:)
81 290
13 697 463 100 802 866
283 346:) 1811 730)
Jan.=Aug.
2 556:)
663 056
14062 359
38
103 280 208
370
46
Die wichtigſten Reparationsſachlieferungen im Auguſt 1928 ſind: Mill. RM.: aus der Gruppe Fertigwaren chemiſche Erzeugniſſe mit
aus der Gruppe Rohſtoffe und halbfertige Waren Steinkohlen mit 16,8 3,5 Mill. RM., Maſchinen (ohne elektriſche Maſchinen) mit 2,2 Mill.
Mill. RM., Koks mit 8,2 Mill. RM., ſchwefelfgures Ammoniak mit 7,6 RM. und Eiſenwaren und Walzwerkserzeugniſſe mit 2,1 Mill. RM.
* )ohne Reparationsſachlieferungen. — 1) nicht bearbeitet, Gold= und Silbermünzen. — ) Ohne Pferde. — ) Ohne Waſſerfahrzeuge.
Vom ſüddeutſchen Produkienmarkt.
Am ſüddeutſchen Getreißemarkt blieben die Preiſe in der
diesmali=
gen Berichtswoche ziemlich ſtcbil, wogegen an den norddeutſchen
Märk=
ten in den letzten Tagen bekanntlich anſehnliche Schwankungen
einge=
treten ſind. Von den Seeplätzen aus wurde deutſcher Weizen abermals
zur Ausfuhr nach den ſkandinaviſchen Ländern verkauft, das Rheinland
handelte aus der Kölner Gegend kleinere Poſten rheiniſchen
Landwei=
zens nach dem Elſaß. Obgleich die Landwirtſchaft noch umfangreich mit
Feldarbeiten beſchäftigt iſt, konnte das Angebot an inländiſchem Weizen
als reichlich bezeichnet werden. Der Einfuhrhandel iſt der Anſicht, daß
die Weizenpreiſe ihren Tiefſtand erreicht haben. Ob dieſe Anſicht
be=
rechtigt iſt, wird ſich erſt zeigen, wenn die Ergebniſſe Argentiniens und
Auſtraliens vorliegen. Die letzten Forderungen lauten für die 100 Kilo
Weizen mit Sack frei Waggon Mannheim inländiſcher Herkunft auf
23 RM. (Vorwoche: 23—23,25 RM.), für Auslandsweizen auf 24—28,00
(25—28,00) RM. Zu 24 RM. war norddeutſcher Weizen von 76/77 Kilo=
Hektoliter=Gewicht und mitteldeutſcher Weizen von 77 Kilo=Hektoliter=
Gewicht eif (fracht= und verſicherungsfrei) Mannheim, Waſſerverladung,
September—Oktober, angeboten. Die Noggenpreiſe blieben unverändert
mit 22,25—22,50 RM. die 100 Kilo. Auch dieſe Brotfrucht wurde
reich=
lich angeboten, und von einigen Plätzen wurde gemeldet, daß ſich die
Unterbringung ſchwierig geſtaltet. Mehl ſchleppend bei
unbefriedi=
gendem Abruf. Preiſe unverändert. Von norddeutſchem
Roggen=
mehl ſollen einige Poſten auf ſpätere Sicht gehandelt worden ſein:
es lagen darin Angebote zu 29,75—34,50 RM. die 100 Kilo netto Kaſſe
je nach Ausmahlung vor. In den Fachblättern des Getreidehandels
wird den Mühlen die Frage vorgelegt, warum ſie ſich nicht darum
küm=
meru, daß die kataſtrophal niedrigen Mehlpreiſe wenigſtens auch einen
entſprechenden Nückgang der Brotpreiſe zur Folge haben, weil dann
wenigſtens das eine erreicht werden würde, daß der Abſatz eine ſteigende
Aichtung einnähme. Für Braugerſte trat zu bisherigen Preiſen eine
etwas gebeſſerte Nachfrage der Mälzereien und Brauereien auf. Cif
Mannheim wurde neue vommerſche Sommergerſte zu 27,75 RM.,
eif Antwerpen neue däniſche Gerſte, September—Oktober, zu 18,25—18,75
däniſche Kr. die 100 Kilo angeboten. Deutſche Futtergerſte koſtete 20,50
bis 20,75 (21—22) RM., waggonfrei Mannheim; Donau=Gerſte 60—61
und 62—63 Kilo, 3 Prozent Beſatz, ſeeſchwimmend, 9,20 holl. Gulden
eif Rotterdam. Hafer hatte etwas angenehmere Stimmung, geſtützt
durch einige Auslandsverkäufe; letzte Forderungen 22—22,50 (21,75 bis
22,50) RM., waggonfrei Mannheim, dagegen Auslandshafer 21,00
bis 23,00 (22,75—23,50) RM. Von Meldungen, daß in Amerika,
Ru=
mänien und Italien verhältnismäßig wenig Mais angeboten werde,
blieb der bisherige Markt unbeeinflußt; es wurden 20—20,75 (20,75)
RM. für die 100 Kilo mit Sack verlangt. Futtermittel ruhig bei
unveränderten Preiſen; Mühlenartikel etwas beſſer beachtet: feine Kleie
12,75, mittelgrobe 13,25—13,50, grobe 13,25 RM., Biertreber 18—18,50
RM. die 100 Kilo mit Sack.
In Tabak wurden am Donnerstag die erſten Grumpenpreiſe erzielt.
Eine Bruchſaler Firma kaufte Offenbacher (Pfalz) Ware um 40 RM.
je Zentner.
Frankfurter und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 22. September.
An der Samstagsbörſe konnte die Haltung ſich weiter ebwas
be=
feſtigen. Anregung boten einmal die Konjunkturbetrachtungen im
Wirt=
ſchaftsbericht der Diskontogeſellſchaft, dann die feſte Tendenz der
geſtri=
gen New Yorker Börſe. Außerdem wurden im Verlaufe die Biffern
der Außenhandelsbilanz für Auguſt bekannt, mach denen ſich der
Ein=
fuhrüberſchuß um 210 Millionen verringert hat. Das Geſchäft war
jedoch im Hinblick auf den bevorſtehenden iſraelitiſ hen Feiertag klein,
und nur nach einigen Spezialwerten beſtand etwas regere Nachfrage.
Gegen die Abendbörſe waren meiſt neue Kursbeſſerungen von ½ bis
Prozent zu verzeichnen. Im Vordergrunde ſtanden wieder die
A. C.G=Aktien auf die Meldung von der Erwerbung einer
argentmni=
ſchen Geſelſchaft gemeinſan mit Felten (erneut plus ½ Prozent), auch
Felten im Zuſaumenhang damit weiter verlangt und 1½ Prozent
feſter. Licht u. Kraft und Siemens blieben gut behauptet. Am
Montan=
markt waren Gelſenkirchen mit plus 1½ Prozent ſtärker beachtet. Aur
die feſten Kupferpreiſe lagen Mansfelder mit plus 134 Prozent und
Otavi etwas lebhafter. Mannesmann, Phönix und Stahlverein
gewan=
nen je 1 Prozent. Rege gefragt waren ferner Kaliaktien; Aſchers,
leben konnten 1½ Prozent, Salzdetfurth 4 Prozent anziehen. Am
Markte der Bauunternehmungen ſetzten ſich in Wayß u. Frehtag die
Käufe fort (plus 1½4 Prozent). Autoaktien blieben auf dem
emmäßig=
ten Kursniveau behauptet, N. S.U. aber auf die Ungewißheit über die
erwartete Sanierung ſtark angeboten. Ein Kurs kam zunächſt nicht
zuſtande. (Taxe 42 Prozent, d. h. minns 7½ Prozent.) Chemiewverte
blieben vernachläſſigt. Deutſche Anleihen lagen ſtill, von
Auslands=
renten Anatolier beachtet. Im Verlaufe ſchrumpfte das Geſchüft ſtart
zuſammen, die Stimmung blieb jedoch freundlich. Einiges Geſchäft
war weiterhin in AE.G. bei leicht erhöhtem Kurs. Tagesgeld war
zu 6 Prozent wieder flüſſiger, Monatsgeld jedoch unverändert knabt.
Am Deviſenmark: ſawächte ſich der Pfundkurs weiter ab. Mark gegen
Pfunde 20,348, London-Kabel 4,8500, Paris 124,17, Mailand 92,74,
Madrid 29,37, Holland 12,093.
Berlin, 22. September.
Die freundliche Haltung des vorbörslichen Freiverkehrs übertrug
ſich auch auf den offiziellen Börſenbeginn. Es lag eine Reihe von
gün=
ſtigen Momenten vor, die anregend wirkten und der Börſe teilweiſe
einen kräftigen Impuls gaben. So ſtimmte in erſter Linie die günſtige
Handelsbilanz zuverſichtlich. Auch die Nachricht von dem Abſchluß des
100=Millionen=Kredits der Vereinigten Stahlwerke für Südſlawien
wurde als Zeichen einer Beſſerung in der Induſtrie angeſehen. Nach
Feſtſetzung der erſten Kurſe hielt die rege Umſatztätigkeit an und die
Tendenz blieb weiter freundlich. Im Verlaufe flaute das Geſchäft
er=
heblich ab. Gegen Schluß des offiziellen Verkehrs konnte ſich der
Elektromarkt neu beleben, und A.E.G., Siemens und Chade kohnten
hren Kursſand weiter verbeſſern. Die übrigen Märkte blieben ruhig,
doch konnte ſich allgemein eine leichte Befeſtigung durchſſetzen. Die Börſe
ſchloß in freundlicher Haltung.
A. E. G
Augsb.=Nürnb. Maſch.
Baſalt.
Bergmann..
Berl. Karlsruhe Ind.
Berl. Hand.=Geſ..
Braunkohl. Briketts
Bremer Wolle,
Danatbank.
Deutſche Bank.:
Diskontogeſ.
Dresdner Bank. ..
Deutſche Maſchinen.
Deutſche Erdöl ....
Deutſche Petroleum.
Lynamit Nobel ..
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſenk. Berg.
G.f. elektr. Untern.
Han. Maſch.=Egeſt.
Hanſa Dampfſch.
Sapag.
Harpner.
zemoor Zement.
22.9.
137.
137.—
52—
128—
280.—
460.—
285.—
178.—
252.—
47.—
138.—
170.—
1152,75
117.5
103.875
129.—
144.—
578.—
98.—
66.—
136.—
159.—
555
Deviſenmarkt.
Gelſingfors .
Vien
Prag..
Rudapeſt
Sofia.
Kolland
Cslo...
Kopenhagen
Stockholm
London".
Buenos Aires
(eu=York ..
Belgien..
21. 9.
Geld/Brief
10.552110.572/10.55
58.39 89.11
12.423/12.44311 2.421
73.02 73.16
3.027 3.033
168.06/168. 40
111.73/111.95
111.75111.9
112,07t12s 291 12,0612.29
20.328/20.36c
1.762/ 1.766
4. 1915/4.1995
59,23 58.35 6
22.
Geld
59.01
73 04
3.027
9.
Brief
10.57 I.
59.13
12.441
73.16
3.0331
168.05/168.39
111.70/111.,93
111.738111.851
20.324/20.364
1.763/ 1.767
4 1910 4.198ol
3e.23 58.35
Italien
Paris.
Schweiz.
Spanien.
Tanzig un..
Japan.. .
Nio de Faneiro
Jugoflavien ...
Portugal ....."
Uthen ........
gonſtantinopel .
ganada. . . . . . .
uruguah....
21.
geid
21. 915
71s.365
80.64
69. 18
81.26
1.926
0.500
7.368
18.83
5.425
2.171
4.1815
4.266
9.
80.80
69.32
81.42
1.930
0.502
7.382
18.8:
5.43
2.17
4.199
4:274
22. 2.
Brie Geld Briefs
21.255fe1.32 Rl.m
16.405i16.365 16.4054
60.605 80.765
88,166940
si. 211
1.323
0.z393
7.360
18.8311
5.425
2.171
4.191
4266
21.35
1321
30.50ts
7.302
ac
135
2us
4.ig9
4774
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Nach vorläuſigen Berechnungen
wurden in der Zeit vom 9. bis 15. September im Ruhrgebiet im 6
Ar=
beitstagen 2205 417 To. Kohle gefördert gegen 2173957 To. in der
vorhergehenden Woche bei ebenfalls 6 Arbeitstagen. Die Kokserzeugung
ſtellte ſich in den 7 Tagen der Berichtswoche (in den Kokereien wird auch
Sonntags gearbeitet) auf 563 307 To. gegen 562 595 To. in der
vorher=
gehenden Woche, die Preßkohlenherſtellung auf 70 230 To. gegen 64 651
Tonnen in 6 Arbeitstagen. Die arbeitstägliche Kohlenförderung
le=
trug in der Zeit vom 9. bis 15. September 367 570 To. gegen 362 326
Tonnen in der vorhergehenden Woche, die tägliche Kokserzeugung ſtellte
ſich auf 80 472 To. (80 371 To.), die arbeitstägliche Preßkohlenherſtellung
auf 11705 To. (10 775 To.). Wegen Abſatzmangels wurden in der
Berichtswoche 42803 (arbeitstäglich 7134) Feierſchichten eingelegt gegen
53 243 (8874) in der Vorwoche.
Produktenberichte.
Berliner Produktenbericht vom 22. September. Der Wochenſchluß
brachte dem Produktenmarkt von Ueberſee noch eine ſtärkere Anvegung.
Die Cifofferten für Brotgetreide waren im Einklang mit der
ſtram=
men Haltung der Terminbörſen ganz bedeutend erhöht, von den freien
nordamerikaniſchen Abladern lag Offertenmaterial nur ſehr ſpärlich
vor. Auch das Inland bekundete Zurückhaltung und ſcheint erſt die
weitere Entwickelung der Lage abparten zu wollen. Das Angebot von
Weizen und Roggen aus dem Inlande war ſehr klein, die Forderungen
lauteten etwa 3 Mark höher, das Geſchäft hielt ſich jedoch in engen
Grenzen. Mehle hatten zu erhöhten Preiſen etwas beſſeres Geſchält,
in der Hauptſache für nahe Lieferung. Das Haferangebot bleibt klein
und der Konſum muß zur Deckung ſeines Bedarfs etwa 2 bis 3 Makk
höhere Preiſe bewilligen. Gerſte in guten Brauqualitäten ſtetig,
Futergerſten blieben ſchwer verkäuflich. Am Lieferungsmarkte ergaben
ich für Weizen und Roggen Preisgewinne bis zu 3½4 Mark.
Viehmärkte.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am Samstag, dem
22 d. M., waren 341 Schweine zugeführt. Verkauft wurden 212 Stück.
Milchſchweine wurden verkauft das Stück von 10—15 Mk., Läufer d08
Stück von 20—50 Mark.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chicago, 22. Sept. (Priv.=Tel.)
Weizen: Nach Jer geſtrigen Hauſſe erfuhren die Weizenpreiſe heuie
wieder einen leichten Rückgang im Ausmaße von 3 bis 5 Achteln Cents=
Anfänglich drückten Realiſationen auf das Preisniveau, doch erfolgte
ſpäter eine vorübergehende Erholung, da die Kommiſſionsfirmen
leb=
haſte Kauftätigkeit entfalteten und die Mühlen gute Käufe in
Dezember=
ware im Markte von Minneapolis durchführten. Außerdem ſetzten
ver=
ſchiedene Deckungen ein. Späterhin wurde die Stimmung wieder
ee=
neut ſchwach, da ſi allgemein Neigung zu Glattſtellungen bemerbbar
machte.
Mais: Am Maismarkte verlief die Kursgeſtaltung recht unregel
mäßig. Die ſpäteren Termine büßten nach leicht abgeſchwächter Eröff”
nung 1½ bzw. 13 Cts. ein, während die Sevtemberſicht, die anfangs
ſtetig war, einen Preisſturz von nichr weniger als 7½ Cts. erlitt, wo‟
für in der Haupſache lebhafte Liquidationen maßgebend waren. Ver”
ſtimmend wirkte ferner der Rückgang der Nachfrage nach Lokoware
ſowie die Tatſache, daß in der letzten Nacht kein Froſt eingetreten iſt
wie angekündigt war. Außerdem lagen Kabelberichte vor, nach denen in
Italien wohltuende Regenfälle niedergegangen ſeien.
Roggen: Am Roggenmarkt verlief die Preisbewegung ebenfalls
recht unregelmäßig. Verſtimmend wirkten das Wetter ſowie Abgaben
der nordweſtlichen Häuſer. Des weiteren lag ein amtlicher
baiſſegün=
ſtiger Erntebericht aus Italien vor. Später kam es teilweiſe zu einet
u68
N.
Börsen
om Ta/
den Vominalbe
Die
bard
unserer
[ ← ][ ][ → ]ſummer 265
gblurzg im Zuſammenhang mit dem kleinen Angebot aus der Pro=
7 Im Verlaufe machte ſich aber im Einklang mit Winnipeg eine
eu rott Schwäche bemerkbar.
ſaßer: Der Hafermarkt ſtand unter dem Einfluß von Käufen der
quhyrnen und des geringen Provinzangebotes. Im Verlaufe wurde
zu nitmmung auch hier allgemein ſchwächer, da die Baiſſemeldungen
v wAr aismarkte auf die Stimmung drückten.
i5 notiertien nach Meldungen aus Chicago am 22. Sept.:
ßetreide. Weizen: Sept. 11478, Dez. 118½, März 123: Mais:
u95, Dez. 76¾, März 78½; Hafer: Sept. 43½, Dez. 427,
mä 24½: Roggen: Sept. 105, Dez. 100½, März 102½.
Schmalz: Sept. und Okt. 12,37½, Dez. 12,45, Jan. 1929 12,95.
fleiſch. Rippen: Sept. 14,00, Okt. 13,80, Dez. 13,50; Speck,
19914,50; leichte Schweine 11,00—12,70, ſchwere Schweine 11,70
bi/2G: Schweinezufuhren: Chicago 3000, im Weſten 15 000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 22. Sept.:
ßetreide. Weizen: Rotwinter 164¾, Hartwinter 131½;
Ao, neu angek. Ernte 91½; Mehl, ſpring wheat clears 5,65
bi8,00; Fracht: nach England 1,3—2,0, nach dem Kontinent
Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 13,10; Talg, extra, loſe 834
kakav. Die Hakaobörſe war heute geſchloſſen.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Iaf Antrag der Commerz= und Privatbank und der Deutſchen
Bſ ſt das geſamte Aktienkapital von 1 200 000 RM. Stammaktien der
Gmenhainer Webſtuhl= und Maſchinenfabrik A.=G., Großenhain i. Sa.,
zumandel und Notiz an der Berliner Börfe zugelaſſen worden.
Aſurdem beſtehen noch 9000 RM. Vorzugsaktien.
die ſeit einiger Zeit auftauchenden Gerüchte über Verhandlungen
og Beſtrebungen für eine Preis=Konvention in der Laſtkraftwagen=
Jwſtrie oder einen Zuſammenſchluß in anderer Form entbehren nach
Aſier ungen von ofiziöſer Seite jeder Grundlage.
die Amſterdamſche Bank und die Firma Proehl u. Gutmann
wer=
di u Donnerstag, den 27. September, die bereits früher angekündigte
Efrihrung der Aktien der Dresdner Bank in Höhe von 3 Mill. RM.
cnſer= Amſterdamer Börſe vornehmen. Der Ausgabekurs beträgt
1 3 Prozent.
Nach einer Meldung des Bankhauſes Pierſon u. Co. ſind die in
Ame dam aufgelegten 3,75 Mill. RM. 7proz. Goldpfandbriefe der
Tackſurter Hypothekenbank vollkommen untergebracht worden.
Die Handelsſtatiſtik Norwegens für Auguſt zeigt gegenüber dem
ginet Monat des Vorjahres eine günſtige Entwicklung. Der Wert der
Tluuhr iſt um faſt 5 Millionen geſtiegen, der der Einfuhr um 2 Mil=
I mn geſunken.
Vertreter der belgiſchen Kohlengruben, einberufen von der Société
iale Belgique, werden am Mittwoch kommender Woche den Plan
dwPildung eines Kohlenverkaufskontors beſprechen.
Sonntag, den 23. September 1928
Seite 13
Nach einer bei der bolivianiſchen Geſandtſchaft eingetroffenen
Kabel=
nachricht hat die Regierung Boliviens mit New Yorker Finanzkreiſen
eine Anleihe von 23 Mill. Dollars abgeſchloſſen, die zum Ausbau
ver=
ſchiedener Einrichtungen und Inangriffnahme neuer Arbeiten
verwen=
det werden ſoll.
Wie aus Moskau gemeldet wird, plant die Sowjetregierung die
Anlage einer Naphthaleitung vom Kaspiſchen Meer bis Moskau.
Die Ausfuhr Rußlands über die eurobäiſchen Grenzen im Auguft
erreichte den gleichen Wert wie im Juli, nämlich 62 Millionen Rubel.
Der Wert der Einfuhr im Auguſt betrug 95 Millionen Rubel gegen
88 Millionen im Juli.
Nach einer Havasmeldung aus Buenos Aires ſind in Argentinien
nach einer Mitteilung des Wirtſchaftsminiſteriums angebaut worden
8 400 000 Hektar Getreide, 2 900 000 Hektar Flachs und 1 456 000 Hektar
Hafer.
Mricharbant, Kommanengefeafchäfe
Frankfurter Kursbericht vom 22. September 1928.
6% Dtſche.
Reichs=
anleihe von 1927
6% Baden
Frei=
ſtaat von 1927..
6% Bayh. Freiſtaat
von 1927....."
6% Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927..
7½Thüringer
Frei=
ſtaat von 1927.
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. * 1=
Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe
6% Bad.=Bad. v. 26
6%Berlin v. 24
8% Darmſtdt. v. 26
7% Frkf. a. M. v. 26
8%Mainz v. 26 ..
8%Mannh. v. 26
82Nürnberg v. 26
8% Berl. Hyp.=Bk.
8% Frkf. Hyp. Bk.
79
Pfbr. „
8% Heſt. Landesol.
88 Kom.
Landes=
bank. Darmſtadt
8% Mein. Hyp.Bk.
8% Pfälz. Hyp. Bk.
8% Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft. .
84.25
93
94.8
95.1
95
88
93.5
81.s
95
Pen
8% Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit ..
8% Südd. Bod.=
Cred.=Bank
20 Aßürtt. Hhp.=B.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
* Ausl. Ser. I.
Ser. I
3% Daimler Benz
von 27
....
Klöckn=Werke
Berlin v. 26. .
%o Mainkrw. v. 26.
7% Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 26
8% Voigt & Häffner
v. 26
5% Bosn. L. E. B.v.
1914
....."
4½% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914
4½ Oſt. Goldrente
4½% Rum. Goldl
von 1913 ......"
4% Türk. Admin.
4%0
1. Bagd.
4%
Zollanl.
4½½ 1913 Ungarn
„1914
42o ung. Goidr.
Aßtien
Allg. Dt. Creditanſt.
Bk. f. Brauinduſtr.
Berl. Handelsgeſ..
Comm. u. Privatb.
95
52
76
93
Ri
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank ...
Eff.=u.
Wechſel=
bank ........."
Vereinsbank
Diskonto=Geſellſch.,
Dresdner Bank ..."
rankf. Bank ... . .
Hyp.=Bk.
Pfdbr.=Bk.
Gotha. Grundkr. B
Mein. Hyp.=Bank
Metallbank.
Mitteld. Ereditbk..
Nürnb. Vereinsbk.
Oſt. Creditanſtalt.
Pfälz. Hyp.=Ban
Reichsbank=Ant.
Rhein. Creditban
Hyp.=Bank
Südd. Bod.=Cr. Bk.
Wiener Bankverein
V
168.5
127
164.5
171
1i3
148
154
138
38
136.5
197
160
34:
119.5
125
198
15.25
24
11.n5
10.8
26.7
A.-G.f. Verkehrswſ./185
Dt. Eiſenb.=Geſ.. . 1167
7% Dt. Reichsbahn=
Vorzge.
921/,
Hapag ..."
1161.5
Nordd. Lloyd.
153
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.-Geſ./122.75
Accum. Berlin.
Adlerw. (v. Kleher)/130
6% AEG. Vorzug
AEG. Stamm. 188
Baſt Nürnberg.
Bergm. El. Werke)
BrownBoverickCie 1158.5
Brünina & Sohn. /126.5
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Chem. WerkeAlbert. 83.5
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Dt. Atl.=Telegr.. 1141
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Frkft. Gas ..
Aif.6
Hof..."
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Gelſenk. Bergweri/127
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Gritzner Maſchinen, 128.5
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Karſtadt, R.. .. . . .
Klein, Schanz. ..
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(Flektr. Stamm 1155
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Roeder Gb. Darmſt. .
Rütgerswerke . .
95
251
116
279
285
214
210
105
90
171.75
114
W
120
265
137
116.75
168
189
15.25
108
94
127.5
104
202
Schachtieben A.6.
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Frankona Rück= u.
Mitv. . . . . .
Mannh. Verſich.
128.75
115
121
382.23
25
147
119
108
286.25
IRe
184
FBAMKFURTER HYPOTHEKENBANK
Gegründet 1862
Einladung zur Zeichnung.
Wir legen hiermit zur öffentlichen Zeichnung auf:
Goldmark 5 Millionen
unserer 8lleigen Goldpfandbriefe Reihe 10
nicht rückzahlbar vor 1. Oktober 1933
Zinsscheine April-Oktober — erster Linsschein fällig am 1. April 1929 —
zum Vorzugskurse von 97,5000
(Börsenkurs unserer letzteingeführten 8%igen Goldplandbriefe Reihe 8 — 98%)
Vom Tage der Einzahlung des Gegenwertes werden bis zum 30. September 1928 auf
den Nominalbetrag 8% Zinsen frei von Kapitalertragsteuer vergütet.
Die Eintührung der Galdpfandbriele Reihe 10 an der Frankiurter Börse sowie ihre Lom-
Bardjähigkeit bei der Reichsbank werden von uns beantragt.
Wir legen ferner:
Goldmark 5 Millionen
unserer 8lligen Goldkommunalobligationen Reihe2
nicht rückzahlbar vor 1. April 1933
Zinsscheine April—Oktober
zum Vorzugskurse von 94,500
zur öffentlichen Zeichnu g auf. (Börsenkurs dieser Reihe 94,75%)
Die Komnunal-Obligationen Reihe 2 wrden an der hiesigen Börse amtlich notiert und
sind seitens der Reichsbank zum Lombardverkehr in Klasse A zugelassen.
Unsere Goldptandb iefe und Goldkommunalobligationen lauten auf Goldmark (1
Gold-
mark — 1/2790 kg Feingold), sie sind eingete lt in Stücke zu GM 5000, 2000, 1000, 500 und 100.
Zeichnungen könne an der Kasse der Bank (Gallus-Anlage 8/ oder durch Vermittlung
sämtlicher Banken und Bankgeschäfte erfolgen
Zeichnungs rist: 21. September bis 11. Oktober 1928, Früherer Zeichnungsschluss
bleibt vorbehalten.
Die Stücke der 8%igen Go dplandbriele Reihe 10 und der 8%igen Goldkommunal-
Obli=
gationen Reihe 2 werden sofort geliefert.
Frankfurt a. M., 20. Sept. 1928.
Frankfurter Hypothekenbank.
Gallusanlage 8
Feensprecher Hansa 191 u. 192
Zwangsverſteigerung.
Die nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit der
Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen
des Kaufmanns Adolf Kahn in Darmſtadt im Grundbuch
eingetragen waren, ſollen
Dienstag, den 4. Dezember 1928, nachmittags 3:, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer 219.
verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvoll=
ſtreckung auf Antrag des Reichsfiskus, vertreten durch den
Vorſteher des Finanzamts Darmſtadt=Stadt wegen des
An=
ſpruchs in Höhe von 6659,06 Reichsmark auf Grund
voll=
ſtreckbarer Steuerbeſcheide des Finanzamts Darmſtadt=Stadt.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 9. Auguſt 1928 in das
Brundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteige=
rungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind, ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auffor=
derung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht
glaubhaft zu machen, widrigenfalls, ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten
Gegen=
ſtandes tritt.
(15132a
Darmſtadt, den 17. September 1928.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk III, Band XVl, Blatt 768.
Schätzung 3 III 111 Hofreite, Ruthsſtraße (Schloßgartenſtraße
Nr. 41) 276 20 000 RM. 4 III 112 Hofreite Nr. 1 Schwa= nenſtraße 289 15 000 RM 5 III 1216. Grasgarten (Vorgar= ten) Landwehrſtraße 44 500 RM. 6 III 1217 Hofreite Nr. 11 daſ. 208 21 500 RM.
Llegenheitskauf
Litroén, 3=Sitzer,
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Alaſſer, faſt
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dar. Infolge seiner Unabhängigkeit und
seiner Vorpostenstellung im
rheinisch-
westfälischen Industriegebiet, zugleich
vor den Toren eines neu erschlossenen
ausgiebigen Kohlenzentrums, ist er ein
vventbehrlicher
Mittler
zwischen Erzeuger und Verbraucher
Wirksamstes Anzeigenblatt
am ganzen unteren
Niederrhein
Zwangsverſteigerung.
Die nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit der
Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen der
Eheleute Philipp Riſch der Zweite und Katharina,
geb. Marguth, beide in Darmſtadt (Geſamtgut der
Er=
rungenſchaftsgemeinſchaft), in das Grundbuch eingetragen
waren, ſollen
Dienstag, den 27. November 1928, nachmittags 3½/, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer 219,
verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvoll=
ſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 23. Februar 1928 in
das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteige=
rung Svermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auf=
forderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls, für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegen=
(15133a
ſtandes tritt.
Darmſtadt, den 17. September 1928.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk V, Band XII, Blatt 901.
Betrag der
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann am Schätzung
1 V 88 Grabgarten Sandberg=
4000 RM.
ſtraße
VI 89 Hofreite Nr. 15 daſ. 169 1000 RM.
2
Vergebung von
Weißbinderarbeiten
Auf Grund der
Reichsverdingungs=
ordnung (V. C. B.) und der auf dem
Amt offenliegenden beſonderen
Bedin=
gungen ſollen nachſtehende
Weißbinder=
arbeiten, und zwar:
1. die Herſtellung der Außenſeiten des
Putzes und Oelfarbenanſtrichs der
Hauptſtaatskaſſe Neckarſtraße Nr. 13
— ca. 2300 qm;
2. die Herſtellung der Außenſeiten des
Putzes und Oelfarbenanſtrichs der
Oberrechnungskammer, Neckarſtraße
Nr. 17 — ca. 1250 qm
öffentlich vergeben werden.
Die Zeichnungen und Bedingungen
ſind bei uns, Paradeplatz 3, 1.
Oberge=
ſchoß, Zimmer 7, einzuſehen. Abgabe
erfolgt nicht. Angebotsformulare ſind,
ſoweit Vorrat reicht, dort erhältlich.
Angebote ſind verſchloſſen, portoſrei
nit entſprechender Aufſchrift zum
Er=
öffnungstermin Mittwoch, den 3.
Ok=
tober 1928, vormittags 10 Uhr, bei
uns einzureichen.
(15194a
Zuſchlagsfriſt 8 Tage.
Darmſtadt, den 21. Sept. 1928.
Heſſiſches Hochbauamt Darmſtadt.
Nachlaß
Verſteigerung
Montag, den 24. September ds.
s., vormittags ½10 Uhr und
nach=
mittags ½3 Uhr beginnend,
ver=
ſteigere ich auf freiwilligen Antrag
ge=
gen ſofortige Barzahlung in meinem
Lokale
(15144
23 Karlſtraße 23
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3 zweitürige Schränke, 1 Pfeilerſchrank
mit Spiegel, 1 Konſolſpiegel, 2
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Kredenz, 1 Tiſch, 1 Nähtiſch, 1
Zier=
tiſch, 1 Stegtiſch, 2 Diwans, 1
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(Gritzner), 1 Teppich, (2X3), 1
Flur=
garderobe, 1 Küchenſchrank, 1
An=
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eine Partie Frauenkleider und
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Darmſtadt, den 23. Sept. 1928.
Kunſt= und Auktionshaus
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Lohengrin
Große romant Oper
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1.20—12.00 Mark.
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Romains. — Deutſch
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Preiſe der Plätze:
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Sonntag, 30, Sept.,
11 Uhr, im
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vereinsſaal: (15121
Oeffentliche
Morgenfeier
Beſten es Bahr.
Stipendienfonds.
Otto Danbe
Der junge Rich.
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Sonntag, den 23. Geptember 1928
Geite 15
Druu Rolſchen zwei Beiten.
Roman von Ludwig von Wohl.
Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin 1927.
Sie ſollten nicht ſo lange im Freien bleiben, Madame‟,
taM Girgis freundlich —
O, es macht mir nichts. Es iſt ſo ſchwül heute —‟
Er ſetzte ſich ihr gegenüber.
Ich habe eine gute Nachricht für Sie, Madame.”
Eine gute Nachricht? Für mich?"
Für Sie — und auch für mich. Herr Brouwer hat in die
Sſähuing eingewilligt. Sie ſind frei!!“
cr Geſicht verlor alle Farbe.
öre ſah über die Bläue fort, ſteil ins Nichts.
Frei — —
Es gibt nichts mehr, was Ihnen weh tun darf”, flüſterte
afns heiß. Morgen werden wir heiraten — übermorgen ſind
wmfort von hier — in Kalifornien, in New York — wo Sie
wwen, Giſela! Und in drei Tagen — in drei Tagen ſteht uns
diſarize große Welt offen — wir können nach Hawai fahren, zum
friee des Kilauea — nach Japan zur Kirſchblüte — nach
weir — und von dort nach Aegypten zurück. Sie werden einen
Afuſſ haben — ſo viele Diener wie Sie wollen
Ganz leiſe ſchüttelte Giſela den Kopf.
„E8 iſt nicht das, lieber Freund”, ſagte ſie verſonnen. „Nur
90Ausruhen iſt es — das Gefühl, beſchützt zu ſein — ſicher zu
„Sie willigen alſo ein?” jubelte Girgis auf.
Gifelas Augen wanderten.
Sie wanderten vom tiefen ſatten Dunkelblau des
Nachthim=
uu zu den ſchwarzen Baumkronen.
Von den ſchwarzen Baumkronen zu den Sternen, die trübe
zu gelblich ſchimmerten.
Sie fror plötzlich in all der Schwüle.
„Willigen Sie ein?” fragte Girgis, und es war leiſe Angſt
eimer Stimme —
Da riß er ſie an ſich. Aber ſie bog das Köpfchen beiſeite.
„Warum weinſt du, Giſelas” fragte er erſchrocken.
Sie wiſchte die Träne ab.
„Ich weiß es nicht, lieber Freund”, ſagte ſie und verſuchte
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Ted Moran fühlte ein unangenehmes Rütteln.
„Wat is the matter?” fragte er, noch halb im Schlaf.
Das Rütteln verſtärkte ſich.
Eine leiſe Stimme ſprach unverſtändliche Worte.
Noch immer im Schlaf, ſetzte ſich Ted Moran auf und ſah
verwirrt um ſich. Es war früher Morgen. Vor ihm ſtand Topſy.
151232
VOIZ
Sie zitterte wie Eſpenlaub. Schweißtropfen ſtanden auf ihrer
ſchwarzen Stirne. Beide Fäuſte hatte ſie vor das Geſicht gepreßt
und trommelte ſich auf dem Mund herum.
Ted Moran erinnerte ſich — irgend jemand hatte einmal
ge=
ſagt, daß die Neger das tun, wenn ſie entſetzliche Angſt haben.
„Was iſt denn los?” fragte er verblüfft.
Im gleichen Augenblick kam es ihm zum Bewußtſein, daß es
geradezu unnatürlich heiß war. In wenigen Sekunden fühlte er,
wie ihm das helle Waſſer von der Stirn lief.
Topſy hatte ſeinen Arm ergriffen und deutete nach der Tür.
„So rede doch endlich — was iſt denn nur?”
„Schnell machen, Maſſa — ganz ſchnell machen — Geiſter in
der Luft!”
Ted Moran ſetzte ſich auf den Bettrand.
„Du biſt vollkommen verrückt”, ſagte er ruhig.
Topſy rang die Hände.
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„Ich ſie atmen” — ſie überſtürzte ſich förmlich beim Sprechen.
„Ich ſie ganz deutlich atmen — es liegt in der Luft — — ich bitten
— ich ganz ſehr bitten — Maſſa, ſchnell anziehen und mitkommen.”
Ted Moran war ein nüchterner Mann. Okkultismus,
Spiri=
tismus, Telepathie und last not least Hyſterie waren ihm ein
Greuel.
Aber er war nicht ſo nüchtern, daß er nicht gewußt hätte,
daß die fremden Raſſen faſt alle Inſtinkte beſitzen, die weit über
die Möglichkeiten der weißen hinausgehen.
Unabläſſig vor ſich hinknurend zog er ſich tatſächlich an. In
fünf Minuten war er fertig.
„Was jetzt?”
Topſy atmete ſchwer. Sie wiegte den Kopf hin und her.
„Maſſa mitkommen”, ſagte ſie wie im Trance.
Gehorſam ging er hinter ihr her.
Sie ſchlüpfte die Treppen hinunter — kaum, daß er ihr
fol=
gen konnte. Der Nachtportier riß verwundert die Augen auf.
„Bißchen an die Luft gehen”, grüßte Moran wie
entſchul=
digend.
Der Nachtportier legte wohlerzogen und verbindlich zwei
Finger an die Mütze. Er hatte ein volles, ſattes, rotwangiges
Geſicht.
Topſy rannte über die knirſchenden Parkwege.
Erſt vor dem Gartentor auf der breiten Straße machte
ſie Halt.
„Verrücktes Wetter”, dachte Ted Moran.
Sehr begreiflich, daß man geſtern den geſchlagenen Abend
dageſeſſen hatte, ohne einen Plan faſſen zu können, was man für
die Prinzeſſin tun ſollte.
Topſy witterte wie ein Jagdhund. Ihr Geſicht war
angſt=
verzerrt.
„Es kommt”, heulte ſie und trat, mit den Fäuſten gegen den
Mund trommelnd, von einem Bein aufs andere. „Es kommt!”
Ted Moran runzelte die Stirne. Er wollte ſie anfahren —
zur Ruhe bringen.
Aber ein ſeltſamer Ton, der die ganze heiße Atmoſphäre in
Schwingungen zu ſetzen ſchien, ließ ihn aufhorchen.
Es klang wie der Ton einer verſtimmten Baßtuba und ſchwoll
ſchnell zu ohrenbetäubendem Gebrüll an.
Im nächſten Augenblick lag er mit Topſy an der Erde, die
unter ihnen einen regelrechten Sprung getan hatte.
Ein knirſchendes Berſten —
Und dann ſahen Ted Morans entſetzte Augen, wie ſich das
Dach, das ganze ungeheuere Dach des Hotels mitſamt den beiden
erſten Stockwerken ablöſte, als ob es fliegen könnte —
Es ſchaukelte — ein Wirrwarr rieſiger Trümmer — — in der
Luft und trieb dann in raſendem Fluge ab.
Erſchrocken und demütig ſank das enthauptete Hotel in ſich
zuſammen. Es krachte auf die Erde nieder, die ſich zornig
auf=
bäumte.
Ein helles, klirrendes Sauſen ertönte.
„Feſthalten”, ſchrie Ted Moran.
Es war natürlich nicht zu hören. Aber Topſy verſtand es
trotzdem. Sie umklammerte, ſo gut ſie konnte, eines ſeiner Beine.
Faſt mit einem Schlage war es finſter geworden.
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4. Antragsgegnerin trägt die Kosten des Verfahrens.
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tauſende und abertauſende dieſer Glücksritter daher
alljähr=
lich bemüht ſind, auf illegalen Wegen die Grenzen des „
Gold=
landes” zu überſchreiten. Das paßt den Amerikanern
natür=
lich ſehr wenig und in ihrem Kampfe gegen dieſe heimliche
Einwanderung in die Vereinigten Staaten zeigen ſie ſich
ebenſo unbarmherzig, wie erfinderiſch in den
Abwehr=
methoden.
Namentlich die ruſſiſchen Flüchtlinge wiſſen von den
end=
loſen Laufereien, Plagen und Gemütserſchütterungen ein Lied
zu ſingen, die ſie überſtehen mußten und noch heute oft
über-
ſtehen — da es für ſie, weniger aus Abenteuerluſt, als wegen
der unglücklichen heimatlichen Verhältniſſe, nun gilt, koſte es
was es wolle, ſich ein neues Vaterland zu ſuchen. Sie
ſchrecken nun vor nichts mehr zurück. Das Dunkel der Nacht
der Glaube an ihren Glücksſtern und ein tüchtiger Vorrat an
Entſchloſſenheit, erſetzen ihnen, ſolange ſie in Europa
herum=
irrten, alle Stempel, Unterſchriften und
Einreiſegenehmi=
gungen.
Doch, angeſichts der beſonderen geographiſchen Lage der
Vereinigten Staaten, ſahen ſich ſelbſt ſolche kühne und
ver=
zweifelte Geſellen ſchier unüberwindlichen Verhältniſſen
ge=
genübergeſtellt. Vor allem war es hier der Ozean, der der
ſtrengen Durchführung der Quote ſtets am wirkſamſten zu
Hilfe zu kommen pflegt, und die meiſten ruſſiſchen Flüchtlinge,
im heimlichen Ueberſchreiten ſämtlicher europäiſcher Grenzen
mannigfach erprobt, mußten blutenden Herzens einen Strich
durch alle Hoffnungen auf Betreten des „Gelobten Landes”,
machen und ſich reſigniert und für immer in ihr armſeliges
Schickſal ergeben.
Nicht wenigen Glücklichen gelingt dennoch alljährlich das
Unmögliche. Der Druck der Lebensverhältniſſe, die
Unzähm=
barkeit der menſchlichen Willenskraft, die Vorſtellungen vom
Wohlſtand im Lande ihrer Sehnſucht und anderes mehr,
ſtellen in ihrer Geſamtheit jene Durchſchlagskraft dar, welche
die ſtrengen Quotenvorſchriften nicht ſelten überrennt und die
Core des „Gelobten Landes” öffnet. Und ſo vergeht denn
beinahe keine Nacht, daß ſich die Bevölkerung der
Ver=
einigten Staaten nicht um einige Dutzend neuer, heimlich
ein=
dringender Bürger vergrößern würde. Auf Automobilen,
auf Dampfern, ja ſogar auf Flugzeugen, am häufigſten aber
auf Sußpfaden in dunklen Nächten, überſchreiten dieſe Leute
ſämtliche Grenzen der U. S. A, und überwinden alle
Hinder=
niſſe, alle Schranken, alle Fallen, welche die wachſamen
Ein=
wanderungsbehörden ihnen zu ſtellen für nötig halten.
Es gibt hauptſächlich drei Grenzſtriche, wo dieſe „
geräuſch-
loſe Einwanderung” vor ſich geht. Erſtens — an der ganzen
kanadiſch=amerikaniſchen Grenze, hauptſächlich aber auf der
Strecke zwiſchen Montreal und Detroit warten in manchen
Allonaten tauſende von Menſchen auf den geeigneten
Augen=
blick, um die verbotene Grenze überſchreiten zu dürfen. Die
verſchiedenſten Menſchen ſammeln ſich hier, an dieſem letzten
Siel der Wanderung an, — jugendliche, hoffnungsfreudige
Abenteurer, alte vom Leben noch nicht ganz enttäuſchten
Leute, allerhand öſtliches Volk, das auf Aufnahme bei
Ver=
wandten hofft, unternehmungsluſtige Dirnen, wagemutige
Wegelagerer, geſcheiterte Exiſtenzen uſw. Einer beſonderen
Beliebtheit erfreut ſich die Gegend der kanadiſchen Grenze
bei Mellon, wo zwei Brücken und 26 Straßen aus Kanada
nach den Vereinigten Staaten hinüberführen.
Beliebt iſt auch die Fähre, die zwiſchen Detroit und
Windſor hin und her fährt, ihrer bedienen ſich tauſende von
Kanadiern, die als Gelegenheitsarbeiter nach den Staaten
ziehen, und unter die ſich oft heimliche Einwanderer mengen.
Inmitten von 200 000 kanadiſchen Arbeitern, die im
ver=
floſſenen Jahre dieſen Weg benutzten, ſchlüpften
ſchätzungs=
weiſe gegen 10000 bis 15000 dieſer „ungebetenen Gäſte‟
an der Naſe der amerikaniſchen Grenzmannſchaften vorbei.
Nicht minder lebhabt geht es an der amerikaniſch=
merika=
niſchen Grenze her. Die Behörden in Buffalo haben
er=
rechnet, daß nicht weniger als 60 Prozent unter den
einge-
fangenen und abgeurteilten Verbrechern auf Rechnung der
heimlich Eingewanderten kommen. Und mehr als 25 000
Chineſen und Europäer häufen ſich ſchließlich am dritten der
hauptſächlichen Schmuggelpunkte an, d. i. auf der Inſel
Kuba, von wo aus in manchen Monaten ein heimlicher, aber
roger Einwanderer=Verkehr nach dem amerikaniſchen
Kon=
tinent geht. Hier lauern ſie oft monatelang auf einen
„Glücksfall”, um über den ſchmalen Meeresſtreifen, der
Kuba von den Staaten trennt, nach dem Goldlande
hinüber=
ſetzen zu können.
Ein Amerikaner, W. W. Hasband, der bis zur füngſten
Heit die Stellung eines Direktors des
Einwanderungs=
amtes bekleidete, hat dem Kongreß einen beſonderen
Be=
richt eingereicht, in welchem er dieſen „Schmuggelbetrieb
mit Menſchen” recht anſchaulich ſchildert: Die Hahl der
Perſonen, die geſetzwidrigerweiſe in den Jahrgängen
1925 und 1926 ins Gebiet der Staaten
gelangt ſind, ſchätzt er auf etwa 250 000
Köpfe!. Den meiſten gelingt es, dauernd
in den Staaten zu bleiben. Nur gegen
700 Menſchen werden jeden Monat
wieder abgeſchoben; doch bereits daraus
erwächſt der Waſhingtoner Negierung
eine jährliche Ausgabe von zirka
500 000 Dollars. Und im Jahre 1926
iſt dieſer Betrag gar auf 900000
Dol=
lars geſtiegen.
„Vieles”, ſagt Hasband, „erinnert bei
dieſem Schmuggel mit Menſchen an die
Cooperſchen Nomane. Dieſes
Kontre=
bandentum iſt voller Abenteuer und
Ge=
fahren und häufig auch mit Schießereien,
Blutvergießen und ganzen Schlachten
verbunden. Die profeſſionellen
Schmugg=
ler, rohe und brutale Leute, ſcheuen ſich
hin und wieder, falls die Gefahr eines
Suſammenſtoßes mit der Polizei droht,
auch nicht davor zurück, die „Fracht”,
d. h. die ihnen anvertrauten
Menſchen=
leben einfach über Bord zu werfen. Erſt
vor kurzem fand man im Detroit=Fluſſe ſieben Leichen als
Opfer eines mißlungenen Einwanderungsverſuches, während
es den Schmugglern natürlich gelungen war, zu entkommen.
Und im Dezember vorigen Jahres entdeckte ein
Polizei=
kutter in Sandy Nock einen auf den Wogen treibenden
Dampfer. Im Frachtraum wurden die Leichen von 14
er=
mordeten und ausgeraubten Chineſen gefunden. Aber nichts
war von einer Bemannung, kein Stückchen Papier, zu
ent=
decken, woraus ſich hätte Herkunft und Siel des Dampfers
erſehen laſſen können.
Für die Hinüberſchaffung über die Grenze nehmen die
„Wegweiſer 35 Dollar pro „Stück‟. Die Konkurrenz iſt
indeſſen recht ſtark und hat ſtellenweiſe dieſen Preis auf
10 Dollar heruntergedrückt. Nur für die Chineſen gilt ein
beſonderer Carif, der oft bis zu 1000, ja ſogar 2000
Dol=
lars pro Kopf geht. Bei der Einzahlung des Geldes ſind
manche „Führer” ehrlich genug, gleich zu erklären, daß im
Falle von Gefahr, „jeder für ſich ſelbſt zu ſorgen habe‟. Es
iſt ſoweit gekommen, ſagt unſer Gewährsmann, daß
beſon=
dere Schmuggelorganiſationen, die über große Geldmittei
verfügen, ihre Cätigkeit nicht bloß in den Hafenſtädten
Amerikas, ſondern auch in denen Europas entfalten. Sie
unterhalten Verbindungen mit Gaſthäuſern und
Wirt=
ſchaften und übernehmen die Verpflichtung, den betreffenden
Einwanderer, laut Kontrakt, nach jedem beliebigen Punkt
der Vereinigten Staaten” „zu transportieren”
W. W. Hasband meint in ſeinem Bericht,
die „europäiſchen Silialen” würden mitunter ſo
erfolgreich arbeiten, daß die „Frachten” oft nach
hunderten von „Stück”
zähl-
ten. Dieſen
Schmugglerorga=
niſationen ſind ferner
aller-
hand rooperative
Inſtitutio-
nen angeſchloſſen. W. W.
Hasband gelang es
feſtzu=
ſtellen, daß beiſpielsweiſe die
in den Staaten lebenden
Chineſen auf dem Wege
der Selbſtbeſteuerung, rieſige
Summen zuſammenbringen—
zur Unterſtützung derjenigen
Landsleute, die genötigt ſind,
ſich heimlich dorthin
durchzu-
zuſchlagen. Ja, es gibt
beſon=
dere Schmuggler=
Verſiche=
rungsgeſellſchaften, die
Prä=
mien in den Fällen von
Ver=
haftungen und
Nücktrans=
porten an Geſchädigte zahlen.
Neiſende, bei denen das
Gelde keine Nolle ſpielt, werden für einen
beſonderen Fahrpreis mit Waſſerflugzeugen
nach den Staaten befördert, wobei der Führer
gewöhnlich gleich auch eine Ladung Salvarſan,
Kokain, Opium oder irgend eine andere „
leb=
loſe” Schmuggelware mitnimmt. Die organiſierten
Schmugg=
lerbanden führen im übrigen genau Buch über die
Per=
ſonen die entweder mit großen Mitteln angekommen oder in
der neuen Heimat nach kurzer Seit reich geworden ſind. Sie
halten ſich an denen noch nach Jahren ſchadlos: Erpreſſungen
ſind an der Cagesordnung und erſt kürzlich hat die Polizei
in MNiddle=Weſt, gelegentlich ihrer Nachforſchungen nach
den Mördern von 6 Italienern, Erpreſſungen von „
Schmugg=
lern” als den wahren Grund des Verbrechens aufgedeckt.
IHAHHAAEnHaHHAHEHAEBAEHBLAEEE
IBBBHEAnn
aanznnagagaganaanagaagapngarag
Der Optikaſter.
Erlebt und erzählt von Alfred Kubin.
Die Geſchichte trug ſich zu, als ich noch Lehrling in dem
Atelier meines Onkels, eines bedeuetenden Photographen, war.
Ich zählte 15 Jahre und hatte in Joſef, dem etwas jüngeren
zweiten Lehrling, einen guten Kameraden. Wenn des Cages
Frohn Genüge geleiſtet war, begann oft erſt unſer eigentliches
Leben; da turnten und kletterten wir über Mauern und Dächer
oder vertieften uns in Bücher, die wir aus der Vereinsbibliothek
der Buchdrucker, wohin Beziehungen reichten, erhielten. Die
ge=
meinſame Lektüre dieſer Unterhaltungsſchriften, etwa des „
Gra=
fen von Monte Chriſto” oder anderer Nomane fabulierender
Art, benebelte und entflammte das Gehirn oft ſo ſtark, daß wir
ganze Szenen daraus ſpielten. Es konnte z. B., wenn wir nach
Gcſchäftsſchluß gemeinſam noch Netouchierkammer und
Labora=
torium aufräumten, geſchehen, daß ich mich plötzlich wie ein Ciger
auf Joſef ſtürzte, ihn am Kragen packte, zu Boden drückte und
brüllte: „Hund von einem Sheriff, wie darfſt du es wagen, durch
deine Verleumdung der Ehre der Gräfin zu nahe zu treten?”
worauf er, kalt lächelnd erwiderte: „Sire, ſehen Sie mich
anl Seit 50 Jahren kennt dieſes graue Haupt nur ſeine Pflicht!”
Dann packte uns plötzlich eine neue Leidenſchaft und erfüllte uns
ganz, ſei es nun für das Krebsfangen, Briefmarkenſammeln,
Naupenzüchten oder ähnliches. Das intime Leben angehender
Jünglinge zeigt ja immer eine wirre und reiche Buntheit, bei der
die Einbildung meiſt hundertmal mehr verſpricht, als die
Wirk=
lichkeit halten kann.
So ei. ſinne ich mich, wie meine Aufmerkſamkeit eines Cages
im Empfangsraum, wo illuſtrierte Seitſchriften auflagen, durch
eine Anzeige in den Münchener Sliegenden Blättern ganz
unge=
wöhnlich gefeſſelt wurde. Da ſtand nämlich:
Jedermann ein Künſtler durch Dr. Stachura’s
„Optikaſter”.
Dies iſt ein Seichenapparat, mittels welchem es auch dem
Un=
begabteſten möglich iſt, nach Vorlagen oder der Natur zu
zeich=
nen. Dieſer wundervolle Apparat, deſſen ſinnreiche Konſtruktion
Anpaſſung an jedes Auge erlaubt, leiſtet das Erſtaunlichſte. Er
koſtet in Kaſſette von eleganter Ausführung mit allen
zuge=
hörigen Ceilen und eingehender Beſchreibung zuzüglich
Poſt=
ſpeſen 7 Mark 50 Pfg. Nur zu beziehen gegen Voreinſendung
des Betrages bei Dr. Stachura, Berlin (folgt nähere Adreſſe).
Neben dieſem Cext konnte man auf einem winzigen
Reklame=
bildä,en einen augenſcheinlich der beſſeren Geſellſchaft
angehören=
den Herrn erblicken, welcher an einem Ciſche ſaß und durch einen
ſchwer erkennbaren Gegenſtand, ähnlich einem Lorgnon,
anſchei=
nend in die Ferne einer Hochgebirgslandſchaft ſchaute und
zeich=
nete. Himmel, eine ſolche Maſchine wäre gerade mein Fall
ge=
weſen! Außte ich doch, wenn der Onkel, der meine Begabung
witterte, nicht gerade verreiſt war, oft noch ſpät am Abend die
langweiligſten Augen, Naſen, Ohren und Münder von Vorlagen
abzeichnen. Ich kann gar nicht ſagen, welche Abneigung ich
gegen dieſe öde Methode empfand, bei der niemals etwas
rich=
tiges herauskommen konnte. Hier gab es nun bei dem
geheimnis=
volten Dr. Stachura ein Wunderding, welches alle
Schwierig=
keiten leicht behob! Ja, malen! Ich kolorierte oft Photographien
und wählte in froher Willkür die bunteſten Farben. Das erſchien
mir freilich leicht im Vergleich zu dem tückiſchen Seichnen, wo
jeder Strich genau ſitzen ſollte. Im Herzen war ich ſchon recht
entſchloſſen: der Apparat, der Mühe und Plage überflüſſig
machte, „leiſtete” alles und mußte mein werden! Die Mittel
waren vorhanden; meine Kaſſe wies gegen 6 Mark erſpartes
Geld auf, den Neſt ſolle Joſef mir leihen. Nicht zum Zeichnen
veranlagt, eher Theatermenſch, merkte er in ſeinem Odealismus
doch, daß es ſich hier um Großes handelt. So ſchickte ich nun
kurzerhand das Geld nach Berlin.
Die Geſchwiſter.
Novelle von Oskar A. H. Schmitz.
Und jetzt rauſchte eine Reihe von zauberhaften Cagen herant
Nur wer noch in ſeiner Erinnerung den ganzen Neiz des
Su=
ſtandes nachzufühlen vermag, in den die Erwartung die kindliche
Scele verſetzt, wird mich hier ganz verſtehen. Eine beinahe
un=
unterbrochene Sreude erfüllte mich gerade an der Chance, dem
Ungewiſſen deſſen, was mir dieſe Sendung bieten würde. Die
Anzeige hatte ich mir aus dem Blatt herausgeſchnitten und las
ſie immer wieder, obwohl ich ſie ja ſchon auswendig wußte. Wie
fing es dieſer magiſche Apparat wohl an, um ſeine Sache zu
„leiſten‟? Wie mochte er ausſehen? Ich ſtellte mir ein fein
kempliziertes Werk mit unzähligen Nädchen, Spiralfedern und
Kriſtallinſen vor. Das Ganze würde vielleicht entfernt an einen
Cheodoliten, wie ihn Straßenbaumeiſter benutzen, erinnern.
Sieben Mark fünfzig war ja auch ein tüchtiger Brocken Geld
und für eine ſo anſtändige Summe konnte man ſchon etwas
So=
lides erwarten. Vor den Erwachſenen im Hauſe wahrte ich
vor=
läufig das Geheimnis; ſie hätten mich mit ihren fremden Anſichten
auch niemals verſtanden. Dem Onkel, einem ſcharfen Kritiker
von altmodiſcher Art, wäre der Optikaſter wahrſcheinlich als ein
ſträflicher Verſuch vorgekommen, ſich der ernſten Arbeit, die nie
ohne Mühe iſt, zu entziehen. Der Aſſiſtent und der Netoucheur
waren ſpöttiſche, ja mißgünſtige Geiſter, vor welchen man ſich
überhaupt hüten mußte, und der völlig amuſiſche Kopiſt, ein
Ur=
menſch, deſſen dumpfer Gedankenkreis zur Not die Genüſſe des
Kegelſpiels umſpannte, hätte nie begriffen, daß Seichnen eine
ungeheure Erhöhung des Lebensgefühls bedeuten kann. So wußte
nur Joſef darum und war Seuge meiner Exaltation und
wahr=
haft raſenden Spannung.
Ich ging mit ihm alle Perſonen durch, auf welche ich ſpäter
als Modelle zählen konnte, und wir brachten eine ganze Neihe
guter Köpfe zuſammen. Man könnte ja auch den einen oder
an=
deren durch das Geſchenk ſeines wohlgelungenen Konterfeis
be=
glücken, mir ſollte es darauf gewiß nicht ankommen. Von der
Kopierpreſſe, der höchſten Stelle des Hauſes aus, ſah man über
ſchöne Gärten und die Dächer einer Huſarenkaſerne in der Ferne
als Hintergrund das Gebirge, ein herrlicher Anblick! Das wollte
ich als großes Blatt durch tauſend Einzelheiten belebt, mit dem
Optikaſter ausführen. Mehr noch. Im Hofe wurde für die
heißen Sommermonate ein Selt aufgeſtellt, worin der Onkel mit
ſeinen Gäſten Carock zu ſpielen pflegte. Vor dieſes — plante
ich ſchon — ſollte ſich Joſef halbnackt, mit einem Curban auf
dem Kopf und einer Natter um den Hals maleriſch poſieren.
„Indiſcher Gaukler” konnte dieſes Blatt meinetwegen benannt
werden; Schwierigkeiten beim Seichnen gab es ja nicht mehr.
Kurz, wir beſprachen alles ſchon auf das Genaueſte, und ich
phan=
taſierte dem guten Joſef gewiß über hundert Bilder vor, die ich
mir ausdachte.
Am Abend freilich, wenn der ſo glücklich unbegabte Joſef
leine Freizeit genoß, ſaß ich dann wieder am Ciſch im Eßzimmer
und quälte mich ab untr den ſtrengen Geierblicken des Onkels
ein Ohr in toter, öder Linienmanier nachzuzeichnen, aus einem
dieſer teuflichen, kalten, kaligraphiſchen Vorlagen, welche ſich die
Hermes=Seichenſchule nannte. Voll Ingrimm verſchmierte ich
mein mich anwiderndes Werk mit dem weichen Bleiſtift und
dem Gummi faſt abſichtlich immer mehr, doch gerade an dieſem
Cag fand der Onkel, daß es vorwärts ginge und er mir vielleicht
ſchon im Herbſt einen Kopf zum Kopieren geben könnte. Dabei
war es erſt April, alſo ſchöne Ausſichten! Da erſt erkannte ich
den wahren Wert der glanzvollen Erfindung eines Dr. Stachura!
Man ſieht einfach hin, nimmt den Stift zur Hand, und der
Ap=
parat „leiſtet” dann das Uebrige. Fürwahr, eine Weltwende
zeigte die Erfindung des genialen Inſtruments geradezu an! Wie
Das vor kurzem geborene Brüderchen hatte in der Familie
einige Veränderungen hervorgebracht. Vor allem war der
acht=
jährige Erwin viel weniger beobachtet, als bisher. Eines Cages,
als er in den Gebüſchen des Gartens umherkroch, fand er einen
kleinen flügellahmen Vogel. Er nahm ihn in die Hand und fühlte
das Herzchen heiß an ſeinen Singern pochen, dann eilte er ins
Haus, um den Fund der Mama zu zeigen. Da er ſie aber nirgends
fand, riß er in ſeiner Ungeduld die Cür des elterlichen
Schlaf=
zimmers auf. Dort bot ſich ihm ein Bild, das ihn ſprach= und
bewegungslos machte. Er ſah, wie die Mama ihr Kleid geöffnet
hatte und dem Brüderchen die Bruſt reichte. „Geh doch hinaus,
Kind”, ſagte ſie in aller Nuhe, als ſei gar nichts dabei. Er eilte
hinaus, verließ den Garten, was ihm ſtreng verboten war, und
flüchtete in einen kleinen angrenzenden Cannenhain. Den kleinen
Vogel, der jämmerlich piepte, legte er neben ſich auf den Boden.
Ganz früher hatte er wohl einmal von ſolchen Sachen gewußt.
Er war aber doch inzwiſchen ein großer Bub geworden. Nun
gab es das alles wieder, und die Mama ſchämte ſich nicht einmal.
Eine Wut überkam ihn plötzlich gegen das Brüderchen, dieſen
Eindringling, der das bisherige Paradies ſtörte, der offenbar tun
durfte, was er wollte, der unſauber war, und dafür mehr lieb
gehabt wurde, als die braven Kinder. Sein Herz krampfte ſich
vor Schmerz zuſammen. — Gewiß wußte der Papa nichts von
dieſen Dingen. Was er wohl zu etwas ſo Furchtbarem ſagen würde?
Der hungrige Vogel piepte nun ſo kläglich, daß Erwin ſich um
ihn kümmern mußte. Das war gut, denn wenn er mit dem
Cier=
chen beſchäftigt war, dann merkte man nicht, was in ihm vorging.
Er eilte in die Küche und verlangte aufgeregt etwas zu freſſen für
den Vogel. Die Köchin weichte ein Stück Semmel in Milch auf,
und der Vogel piepte lebhaft darin herum. Erwins Schweſterchen
Edith, die ein Jahr jünger war, kam herbeigeeilt und ſchlug
ſo=
fort vor, aus Sras ein Neſtchen zu machen, worin das arme
Cierchen ſchlafen könne. Beide Kinder eilten in den Garten, und
während Edith das Neſt machte, kämpfte Erwin mit ſich, ob er
ſie zur Mitwiſſerin ſeines ſchrecklichen Geheimniſſes machen ſolle.
Sie war nun ſeine natürliche Bundesgenoſſin gegen die Mama
und den Eindringling. Ehe er zu einer Entſcheidung gekommen
war, wurden ſie ins Haus zum Nachteſſen gerufen. Als er ſpäter
der Mama den Gutenachtkuß gab, bäumte ſich in ihm ein bisher
unbekannter Crotz gegen ſie auf. Mochte ſie nun auch ſo tun, als
hätte ſie ihn noch lieb, er wußte, was ſie mit dem Brüderchen
getan hatte. Er erwiderte den Kuß der Mama nicht. Ihr fiel
dies indeſſen nicht auf.
In den nächſten Cagen liebte Erwin ſeine Schweſter
leiden-
ſchaftlich. Wenn er ſie ſah, umſchlang er ſie heftig, küßte ſie und
wollte ſie nicht mehr loslaſſen. Sie ließ es gern geſchehen. „Die
Mama hat uns jetzt nicht mehr lieb”, flüſterte er ihr einmal ins
Ohr. Edith ſah ihn erſchrocken an, die Cränen traten ihr in die
Augen, und ſie fragte: „Warum nicht?” „Haſt du es noch nicht
gemerkt?” fuhr er fort, „ſie hat jetzt nur noch das Brüderchen
lieb.” Edith weinte und ſagte: „Es iſt doch ſo garſtig.” Nun
ſchlug er ihr vor, er wolle ſie „rauben”. Was denn das ſei? Nun,
er ſei ein fremder Prinz, der ſie heiraten wolle, was aber die
böſe Stiefmutter nicht erlaube. Darum müſſe er ſie rauben und
in eine Hütte im Wald führen, wo er köſtliche Schätze verborgen
habe. Dieſer Vorſchlag gefiel Edith ſehr. Erwin führte ſie
ſofort in den kleinen Cannenhain, wo ſich in der Cat ein dunkles
Holzhüttchen befand. „Hier mußt du nun immer bleiben”, ſagle
Erwin. Sie ließ ſich ruhig in das Hüttchen führen. „So, jehl
bringe ich die Schätze”, ſprach er. Den ganzen Nachmittag ging
er hin und her und trug unbemerkt alles mögliche aus dem
Haus herbei; zunächſt einen alten, vergeſſen in einem Schrank
hängenden pupurſeidenen Schal, den er nur mit Mühe vom Haßen
losbekam. Edith mußte ihn ſich um Kopf und Schulter binden.
Bogen von buntem Glanzpapier wurden an den Wänden der
Hütte befeſttigt, in der ſich genug Nägel befanden. Gegenſtände,
die an ſich nichts beſonderes vorſtellten, wie eine Sießkanne und
ein Bügeleiſen wurden mit farbigen Tüchern umhüllt und ere
ſchienen ſo als geheimnisvolle Koſtbarkeiten. Dagegen durfte die
Viſitenkartenſchale vom Vorplatz und eine Blumenvaſe in eigener
Schönheit prangen. Sie wurden auf einem Gartentiſchchen vok
der geraubten Prinzeſſin aufgeſtellt. Auf der Schale ſaß das
Vögelchen, das munter piepte, aber noch immer flügellahm wat=
„Das iſt dein Falke”, ſagte Erwin.
wollte und konnte ich dann vor allen auftrumpfen, wenn ich
ein=
mal in ſeinem Beſitze war!
Spät und müde ins Bett kommend ſtellte ich mir vor, wie
meine Stellung auf Erden werden könnte: halb Sauberer, haß
Künſtler, von Land zu Land reiſend und mit den Leiſtungen des
Apparats auf angenehme Weiſe Neichtümer erwartend. Aſ. verſchwammen alle Gedanken und wurden zum Craum.
Aus einem See ragte ein ſehr ſchlanker Curm aus Meſſing.
an ſeiner Spitze befand ſich ſein Gemach, das durch einen
durch=
ſichtigen, halbkugelförmigen Kriſtall von der Außenwelt
abge=
ſchloſſen war. Aus dem Boden ragten ſonderbare Hornknöpfe
hervor. Plötzlich erſchrak ich, denn ich ſah am Horizont bald ein Jgnd will
lebel=
rieſiges, rollendes Auge, bald ein ungeheures, wackelndes Ohr
auf und niedertauchen. Schließlich war es ein gewaltiger Mund, e heute. Sch lefle
der ſich ſchrecklich dehnte und dabei die Sähne zeigte, wie ein
gräßliches Lachen kam es mir vor. Mir wurde auf einmal bang
zu Mute ſo ganz allein in meiner kleinen Kafüte. Ich taſtete mit
dem Suße nach den Knöpfen, worauf ſich der ganze Curm wie
ein elaſtiſches Nohr bog, und da bemerkte ich erſt mit Schaudern,
wie mächtig die Wogen des Sees ſtiegen, und meine Lage auf
der Spitze eines biegſamen Maſtes erſchien mir über die Maßen
grauenhaft. Hanze Stöße von Seichnungen ſchwammen auf dem
Waſſer herum und klatſchten an die Glaswände der Kafüte. Da
rwachte ich angſterfüllt.
Man merkt, wie durchflochten meine unterbewußken
Vorſtel=
lungen bereits vom Werk des Berliner Magiers waren.
Sicher=
lich war ich jetzt geradezu beſeſſen von all dem, und es iſt nicht
weiter zu verwundern, daß eine gewiſſe Nachläſſigkeit bei meinen
Arbeiten im Geſchäft bemerkt wurde. Ich weiß heute nicht mehr
genau, wie es herging, aber auf einmal wußten alle Menſchen
im ganzen Hauſe, daß ich mir einen fabelhaften Sauberkaſten
oder etwas ähnliches von auswärts beſtellt hatte.
Der Hausburſche war der erſte, der mich frug, ob „Es” ſchon
angekommen ſei. Wer ſonſt als Joſef konnte geplaudert haben?
Man denke ſich nur meinen Aerger, als der Aſſiſtent mich zur
Nede ſtellte, weil die Crichter im Laboratorium ſeit Cagen
ſchmutzig und ungewaſchen ſeien, mich beſchäftigte ſicher wieder
ein lächerlicher Unſinn. Ich wußte genau, wohin die Spitze ſeiner
Nede zielte; denn die Crichter in Ordnung zu halten, das war
doch wirklich Joſefs Sache, und es wäre aus dieſem Anlaß bald
zu einer kleinen Balgerei zwiſchen uns Lehrlingen gekommen,
vielmehr, wenn ich ganz bei der Wahrheit bleiben will, muß ich
ſagen: es kam dazu, doch ließ ſich der Frieden zwiſchen uns
ſchließlich wieder herſtellen. Es verletzte mich jedoch entſchieden,
wenn man ſich in der Netouchierkammer in meiner Gegenwart
darüber unterhielt, daß ſich da mancher einbilde, ohne richtigen
Fleiß ein großer Seichner werden zu können. Die vielen
ver=
ſteckten Angriffe konnten meinem gehobenen Gemüt im Grunde
aber nichts anhaben, ich war zu ſicher des Erwarteten. Der
Onkel nahm perſönlich keine Notiz von den mir feindlichen
Strö=
mungen, doch ahnte ich aus ſeiner Miene, daß ihm mein
Aus=
nahmezuſtand nicht entgangen ſein konnte.
Dann überſtürzten ſich die Ereigniſſe. Am achten oder
zehn=
ten Cag nach Abgang der Beſtellung rief mich das Klingelzeichen
ins Bureau, wo mir die Empfangsdame, die zugleich
Buchhal=
terin war und die tägliche Poſt entgegennahm, ſagte, es ſei für
mich diesmal auch eine Sendung dabei. Mein forſchender Blick
hatte aber ſchon längſt alles, was ſich auf dem Schreibtiſch
be=
fand, überſehen. Da lag kein umfangreiches Paket oder eine kleine 17 Horch au
Kiſte, wie ich es ungefähr erwartete. Nur ein paar Briefe waren Hüſer. Alte
da und ein unſcheinbares, flaches Päckchen, welches eine aus= Sieh dir
gewachſene Aännerhand leicht decken konnte. Das wurde mir
jetzt zugeſchoben. Ja, ohne Sweifel, es kam aus Berlin! Mit 49 Cüren u
einer gewiſſen Beſtürzung las ich meinen Namen und darüber DM lang
die Worte: „Muſter ohne Wert”. Das Fräulein lächelte etwas Achen.
malitios aber freundlich, und ich zog ab, um das ſo
verhängnis=
voll leichte Päckchen einſtweilen in mein Simmer zu bringen. Een Stunde
Nach der Geſchäftszeit, ungeſtört vor der Neugier Unberufener, DCag um
wollte ich es dann öffnen. Ich wurde nun von allen Angeſtellten
nach der Sendung gefragt, und ob man den Apparat ſehen könne!
affel
der 2
da.
Es gab eil
mied. Wes
derrſchte zu wel
zwolle, traute OI
der gilt M4
Mi andächti
Aite Gaſle
iM Lärm
Eich io
Nierer
De Dnmen
in der ale,
Oiefimme
chleuchte
Prit
antwortete jedem, der es hören wollte, ich hätte mir den
isaſter zu meinem Geburtstag, der in zwei Cagen ſei, ſelbſt
Seſchenk gemacht, und früher werde das Paket nicht
ge=
ſk. Innerlich aber bebte ich vor Erregung und konnte die
zbis zum Sperren des Ateliers kaum abwarten. Endlich kam
o dieſer Seitpunkt heran!
Der mir bevorſtehende große Augenblick war leider ſchon
„as getrübt durch die ſonderbare Leichtigkeit und Kleinheit des
Aft tückes. Aber, ſei es wie es ſei, ich zerſchnitt den Bindfaden,
ernte die Hülle und hielt eine mit rotem chagrinierten Papier
„cleidete Schachtel in den Händen. In goldgepreßten Lettern
ſich ſchräg über den Kaſten die Inſchrift: Optikaſter. Kein
ſeikel, es war die „elegante Kaſſette‟. Mein Lebtag hatten
5 mich Inhalte mehr Intereſſe wie Verpackungen, wenn ſie
ah noch ſo prunkvoll ausſahen, und geſpannter kann ſich wohl
Teilnehmer bei der Oeffnung eines neuentdeckten
Pharaon=
abes gefühlt haben, wie ich in dieſem Augenblick. Die
Sachtel enthielt:
Einen feingeſpitzten Bleiſtift Faber B. B. B. mittelweich.
Zwei Zeichenvorlagen in der Größe von Spielkarten und
mrr a) eine Kaffeekanne, b) ein Schweizerhäuschen darſtellend.
an aber, ſtaunender Leſer, wirſt du mit Necht ſo wie ich damals
nyn: Wo iſt der Apparat, die Maſchine, das Inſtrument? Ach
ges war auch da. Es beſtand aus: 5. drei flachen Holzſtäbchen.
mit zwei Schrauben zuſammengehalten waren. Endlich, wie
Aus alten Gaſſen.
Von Alfred Adam.
Es gab einmal eine Seit, in der ich die alten, engen Gaſſen
äyſtlich mied. Weshalb wohl? Su düſter waren ſie mir, zu tot,
vherrſchte zu wenig Leben in ihnen. Damals verſtand ich die
ſeevolle, traute Sprache alter, winkeliger Gäßchen noch nicht,
ſyend will leben.
Nun aber gilt meine Liebe ganz den alten Gaſſen — nicht erſt
e beute. Ich lernte ſie lieben, die alten Häßchen. Sie ſind nicht
die Derle in der Auſter, fand ich: 4. ein dreikantiges Stückchen
Olas, etwa einen Soll lang. Der Eindruck dieſes beſcheidenen
Onhalts legte ſich mir nun ſchwer auf die Bruſt; recht kleinlaut
geworden entdeckte ich nun noch auf dem Boden der Schachte.
einen bedruckten Settel: die Gebrauchsanweiſung, und hätte dabei
faſt das leiſe Klopfen an der Simmertür, die ich abgeſchloſſen
hatte, überhört. Es war Joſef, der um Einlaß bat. Auch er war
überraſcht, doch ſelbſtverſtändlich weit gefaßter als ich, der
Eigen-
tümer. Nun laſen wir gemeinſchaftlich in der Beſchreibung, daß
der Apparat aus den Hebeln A, B, C beſtände mit den
dazu=
gehörigen Schrauben A. 1, B 1, Q 3. Die Schraube A. 1 endige
in einer Klammer beſtimmt für das Prisma, „das wahre Auge
des Apparates, wie es mit vollem Recht genannt werden kann”,
So war hier großſprecheriſch zu leſen. Das Prisma zeigte in
regelmäßigen Abſtänden Streifen von Spiegelglanz, wie ich jetzt
bemerkte, und wie man auch in der Beſchreibung nachleſen
konnte. Wollte man nach der Vorlage zeichnen, ſo mußte man
dieſe in den Einſchnitt des Hebels C ſchieben. Der Erfinder
ſtellte nun die Behauptung auf, man ſähe das Bild, alſo die
Vorlage oder den natürlichen Gegenſtand zwiefach, wenn man
durchs Prisma ſchaute; nämlich einmal in Wirklichkeit
gerade=
aus, ein zweites Mal ſchräg nach unten geſpiegelt, wo das
Pa=
pier und die zeichnende Hand des Künſtlers ſich befänden, welche
nun gemächlich und mühelos mit dem Stift die Konturen
nach=
ziehen könne. Doch das ging nicht, Stachuras Anleitung erwies
tt. Horch auf das leiſe, geheimnisvolle Flüſtern der alten
füuſer. Alte Gaſſen ſind alte Poeten mit jungem Herzen.
Sieh dir die alten Erker einmal beſchaulich an. Und lies
ein=
nl andächtig die alten, ſeltſam verſchnörkelten Inſchriften über
in Cüren und an den Erkern der alten Häuſer. Du wirſt
manch=
nl lang” und ſeltſam verſonnen vor den alten Geſellen ſtehen
bewen.
Alte Gaſſen, liebe alte Gaſſen... Euch dank’ ich die
köſt=
hſtken Stunden meines Lebens. Da brauſt das Leben
unaufhör=
h Cag um Cag durch eure engen Reihen. Und zwiſchen Haſten
ud Lärmen, zwiſchen Schieben und Stoßen lächelt friedvoll und
tckiſch ſo ein groteskes Figürchen über einen breiten, ein wenig
nſteren Hauseingang.
Die Dämmerung des Spätnachmittags trat leiſe ein. Da kam
rwin der allerbeſte Einfall. Er überzeugte ſich, daß niemand in
mm Schlafzimmer der Eltern war, holte die zwei ſilbernen
ſechttiſchleuchter und zündete die langen Kerzen vor der
ge=
uusten Prinzeſſin an. Am ſchönſten war es, wenn man von
uſen durch das Senſterchen in den engen bunten Naum blickte.
a ſaß Edith mäuschenſtill und ſteif wie eine byzantiniſche
luttergottes in ihrem phantaſtiſchen Kopfputz auf einer Bank
iter den Kerzen. „Wenn ich aber Hunger kriege”, fragte ſie.
Dann bringe ich dir ſo viel Eſſen, wie du nur willſt,” erwiderte
win, „laß mich nur machen. „Muß ich denn auch hier
ſchla=
n2‟ „Natürlich, ich bringe dir ſpäter Kiſſen und Decken.
ſ0 th verzog ein wenig das Mündchen, aber Erwin ſtürzte
leiden=
haftlich auf ſie zu und umarmte und küßte ſie ſchwärmeriſch,
un=
earhtet ihres kunſtvollen Aufputzes. „Ich habe jetzt niemand
iüderes mehr lieb nur dich, erklärte er, „und ſpäter werden wir
n8 heiraten.” Edith wurde immer ſeltſamer zumute, aber ſie
O es doch ſehr ſchön. „Jetzt gehe ich nach Hauſe,” ſagte er,
räiter bringe ich dir dann Schokolade und Swieback aus der
lledenz. „Aber das darfſt du doch gar nicht.” „Mir iſt jetzt
iies einerlei, Bravſein iſt Unſinn.”
Cdith blieb allein, ohne die vorgeſchriebene Stellung zu
ver=
dern. Sie ſchaute nur immer auf ihren lahmen Falken. Schließ=
A aber wurde ihr in der hereinbrechenden Finſternis doch un=
EEnlich zumute. Die Cränen liefen ihr von den Wangen. Sie
Nete nicht, allein hinaus in die Dunkelheit zu gehen. Erwin tat
004IN
2— — —
LiArr-
Und vergiß ja nicht, dir die alten Höfe anzuſehen. Es gibt da
Höfe, die das Entzücken eines jeden Poeten bilden. Wenn du in
den Hausflur tritteſt, iſt’s immer ei wenig dunkel und kühl.
Merkwürdig: daß es in den Sluren der alten Häuſer immer ſo
ein wenig kühl iſt. Vielleicht macht’s das Alter. Vielleicht...
In den alten Höfen findeſt du manchen verborgenen Schatz.
Da ſind alte, von ſchweren, ſchmiedeiſernem Geländer umſäumte
Galerien oder ein feines Schnitzwerk in einer Cür oder ſonſt
irgend etwas Altes, Liebes, Crautes. . . Wenn du Glück haſt,
findeſt du wohl auch einmal in der Ecke eines Hofes einen alten,
manchmal ſchon halb zerfallenen Brunnen. Moos wächſt darin,
und ein frecher Spatz piepſt dich vom Nande des Brunnens
ſpitz=
bübiſch an. Kannſt dir dann aus ſeinem wirſchen Gezirpe ſelbſt
einen Vers machen.
Eines iſt es, was die alten Gaſſen vor allem von dir fordern:
Liebe. Die alten Gaſſen werden ſie dir immer reichlich vergelten.
Frühjahr oder Herbſt, Sommer oder Winter, immer haben lie
ihre Poeſie.
Iſt es nicht ſeltſam, wenn ſich ein blauer, tiefblauer Himmel
über die alten Gaſſen ſpannt? Dann bleibſt du wohl einmal einen
Augenblick ſtehen und träumſt ſtill für dich hin. Und die alten
Mauern zwinkern dir vertraulich zu. Sieh, ſie ſind ſo alt, ſie
ſahen ſo vieles, ſie ſtanden längſt, ehe du geboren wurdeſt. Ich
glaube, die alten Häuſer in den alten Gaſſen ſind alle ein wenig
Philoſophen. Das Alter macht nachdenklich.
Seltſam feierlich iſt dir’s zumute, wenn du aus den alten
Gaſſen wieder heraustrittſt. So nachdenklich biſt du geworden
und doch iſt dir’s ſo leicht und ſo frei zumute. Es iſt, als wärſt
du bei guten, ſtillen Menſchen zu Saſte geweſen. Geh’ in die
alten Gaſſen, die ſtillen Höfe, wenn du die laute Welt einmal für
Stunden nicht mehr magſt. Alte, ſchwarze, modernde Steine, wie
fanft ihr tröſten könnt! . ..
Und ſieh dich noch einmal um, ehe du gehſt. Aus alten Gaſſen
ſcheidet man nicht ohne einen ſtillen, ehrfürchtigen Gruß ..."
Forſcher=Anekdoten.
Als Profeſſor Kehlbruck von ſeiner Braſilienreiſe
zurück=
gekehrt war, erzählte er im Sreundeskreiſe von ſeiner Expedition.
„Am Amazonenſtrom”, ſagte er, kochten wir eines Cages unſere
Stiefel und aßen ſie auf.” — „Hattet ihr keine Vorräte mehr?”
fragte einer der Suhörer. — „Doch,” entgegnete Kehlbruck mit
daheim, als ſei nichts vorgefallen. Bald wurden die Kinder zum
Eſſen gerufen. Erwin kam allein. Gefragt, wo Edith ſei, log er,
er haeb ſie nicht geſehen und geglaubt, ſie ſei im Haus. Das
Haus wurde vergeblich durchſucht. Man ging in den Garten und
rief Ediths Namen, ohne Antwort zu bekommen. Die Mama
er=
ſchien und fragte immer und immer wieder, wo er ſie zuletzt
ge-
ſehen, aber er blieb verſtockt und antwortete ſtets dasſelbe.
Den=
noch war ihm recht ängſtlich zumute. Er wunderte ſich, wie ganz
an=
ders alles am Abend erſcheint, als am Cag. Nachmittags hatte
er doch noch unerſchütterlichen Mut gehabt.
So wurde es acht Uhr. Der Papa kam nach Hauſe. Er
er=
bleichte, als er erfuhr, daß Edith verſchwunden war, und rief
noch lauter als alle anderen ihren Namen in die Nacht. Das
ertrug Erwin nicht länger. Er nahm den Papa bei der Hand
und ſtotterte daß er ihm etwas ins Ohr ſagen wolle, was niemand
anders hören dürfe. „Alſo was iſt es?” fragte der Papa kurz.
ſich zu ihm herabneigend. „Ich weiß, wo ſie iſt.” „Was? Du
weißt es? Alſo wo? ſchnell.” „Ich will dich hinführen, ganz
allein.” Alle ſtanden aufgeregt dabei, aber nun gab ihnen der
Vater einen Wink und ließ ſich von Erwin hinausführen, voll
Angſt, es ſei etwas Schreckliches geſchehen. Erwin aber ſchwoll
wieder der Mut, er kam ſich ſehr wichtig vor. Während er den
Depa nach dem Cannenhain führte, ſagte er: „Wir haben
näm=
lich geglaubt, ihr hättet uns nicht mehr lieb wegen dem
Brüder-
chen, und da habe ich die Edith geraubt. „Geraubt? Was ſoll
denn das heißen?” Inzwiſchen waren ſie an dem Häuschen ange=
ſich als dreiſte Lüge; es war einfach unmöglich, die Kaffeekams
auf dieſe augendreheriſche Art einigermaßen erkenntlich zu
zeichnen. Ich verſuchte nun Joſef zu porträtieren und ſetzte ihn
vor den Optikaſter, und er ſaß wahrhaftig ſo ſchwer und ſtill wie
ein voller Mehlſak da. Das Doppelſehen — ich ſah ihn ſogar
dreifach, nämlich ſchräg in der Höhe nochmals — ſchmerzte im
Auge und das Geſicht des Modells verrutſchte im Prisma zu
einer blöden Fratze. Es wäre das größte Kunſtſtück geweſen, mit
mit dieſen Behelfen, die eher hemmten, etwas anzufangen. Zu
meinem unausſprechlichen Schmerz mußte ich erfahren, daß die
Erfindung Stachuras ein ganz gemeiner Schwindel für
Leicht=
gläubige war, denn der reelle Wert ſeiner Schachtel mitſamt dem
Inhalt überſtieg hoch gerechnet kaum eine Mark. Fruchtlos
waren auch alle Verſuche, die ich am andern Cag mit dem Zeug
machte, ſo daß ich die Schachtel mit dem Optikaſter bei
herauf=
kommender Dämmerung wütend im nahen Stadtkanal verſenkte.
Man mußte mir meine Beſchämung und den tiefen Gram
wohl deutlich angeſehen haben, denn man unterließ es, mich zu
hänſeln. Nur der Netoucheur konnte es ſich nicht verſagen und
bemerkte, daß man ſeiner Anſicht nach einen Bleiſtift auch auf
einfachere und billigere Art erwerben könne.
Die Wunden, welche meine Seele bei dem Sturz aus ihren
Illuſionen in den Orkus der Wirklichkeit bei dieſer Gelegenheit
davongetragen, vernarbten gar bald, aber einen Stachel ließ
dieſe ſchwere Enttäuſchung auf lange Seit in mir zurück.
ſchöner Selbſtverſtändlichkeit, „ich ließ es machen, weil ſich
ſo was in den Berichten ſehr gut ausnimmt!”
Newton, der geniale Naturforſcher, war ein ſcharfer
Be=
obachter. Ein vom Baume herunterfallender Apfel, den ein
gewöhnlicher Sterblicher mit Stumpfſinn fallen ſieht, brachte ihn
z. B. auf ſein berühmtes Gravitationsgeſetz. Doch auch in der
Serſtreutheit ſtellte Newton Nekorde auf.
Seine Haushälterin, die ihn wie ein Kind betreute, wurde
eines Cages gerade abgerufen, als ſie ein Ei kochen wollte.
laſſen. Als ſie kurz darauf zurückkam, fand ſie den Gelehrten
ganz in Gedanken verſunken am Kochherd ſtehen, das Ei in der
Hand — — die Caſchenuhr im kochenden Waſſer. Derſelbe
Newton vergaß, ſo wird erzählt, ſpäter ſeine eigene Hochzeit,
was in den Seitungen große Heiterkeit verurſachte.
Der Afrikareiſende Wißmann mußte einſt in einer
Geſell=
ſchaft das wunderbare elfenbeinerne Schmuckſtück betrachten, das
die Dame des Hauſes von einem Verwandten, der auf einer
Weltreiſe geweſen war, geſchenkt bekommen hatte. Man bat
Wißmann als Elfenbeinkenner ein Urteil abzugeben.
„Gnädige Frau,” ſagte Wißmann, „dieſer Schmuck iſt mir
recht intereſſant. Denn ich habe bisher nicht gewußt, daß es
Elefanten gibt, die falſche Sähne haben.”
kommen. Ein ſchwacher Lichtſtrahl fiel durch das Fenſter und
be=
leuchtete die nächſten Cannen.
Voll Stolz erklärte der kleine Erwin: „Da iſt ſie drin.‟ Der
Vater blickte durch das Fenſter. Edith war in ihrem bunten
Kopftuch an die Wand geſunken und eingeſchlafen. Auf dem Ciſch
brannten noch die Kerzen. Auch das Vögelchen ſchlief auf der
Schale. Als der Papa eintrat, ſchlug Edith die Augen auf. „Du
biſt jetzt erlöſt”, erklärte Erwin. Der Vater, der ſchon auf das
Alierſchlimmſte gefaßt geweſen war, führte die Kinder zurück,
vergeblich bemüht, zu erfahren, was das alles zu bedeuten habe.
Erwin wiederholte nur immer, ſie hätten geglaubt, die Eltern
hätten jetzt nur noch das Brüderchen lieb, und darum hätte er
Edith heiraten wollen.
— — — —
— —
Die Mama ſchloß Edith erregt in die Arme. Erwin ſtand
tretzig dabei und erwartete ſeine Strafe. Statt deſſen gingen die
Eltern ins Nebenzimmer, während die Kinder aßen. Dann
er=
klärte ihnen der Papa ſtreng, was ſie ihm und der Mama für
eine Angſt gemacht hätten, die doch ihre drei Kinder gleich lieb
hätten, wenn auch das Kleinſte jetzt gerade mehr Sorgen
ver=
lange, aber ſo klein ſeien ſie doch ſelbſt auch einmal geweſen, und
ſie müßten nun alle zuſammen das Kleine lieb haben. Edith brach
in heftige Cränen aus. Erwin ſchämte ſich ſehr. 2ils die Kinder
wieder allein waren, fragte Edith: „Sind wir denn jetzt noch
verlobt?” „Selbſtverſtändlich, aber heimlich” erwiderte Erwin,
wieder völlig Herr der Lage.
Es ſchmeckt wie bei Mutter ...
Die Serſtörung einer Legende von M. A.
Von Magda Amann= München.
Warum bevorzugen die meiſten Männer die Blonden?
Als ſie noch kleine Buben waren, ſahen ſie auf den
Weih=
nachtskarten die ſchönen, blondgelockten Engel. Und dann hatten
alle Prinzeſſinnen in den Märchen lange, blonde Haare. Aber
all die Hexen, die böſen Königinnen und andere Schreckgeſtalten
hatten ſelbſtredend dunkle Haare.
So etwas ſetzt ſich feſt.
Wenn die Alänner ſpäter auch eine Brünette heirateten,
die Sehnſucht nach einer Blonden blieb irgendwo verſteckt wach.
Und war es auch nur eine Blonde, deren Haare bei der Geburt
noch durchaus dunkel waren...
Aehnliche Gründe veranlaſſen den Mann, nach Mutters
Küche vergebliche Seufzer der Erinnerung zu ſchicken und den
jungen Frauen dadurch manchmal die Luſt am Kochen gründlich
zu verleiden.
Auch hier ſind es Anklänge an frohe Cage der Jugendjahre,
Eindrücke aus früheſter Kindheit, die lebenslang fortwirken.
„Mutters Küche” war zu einer Seit in Cätigkeit, als der
junge Bub noch mit einem verheerenden Hunger nach Hauſe
ge=
ſtürzt kam. Der geſunde Magen des Knaben nahm alles auf und
rebellierte gegen nichts. Es ſchmeckte alles nicht nur gut, ſondern
es ſchmeckte überhaupt nirgends ſo gut, wie bei Mutter, weil
man ſonſt nirgends etwas bekam und vor allem, weil Mutter
be=
müht war, den kleinen, ſtets offenen Schnabel mit den beſten und
größten Brocken zu füllen.
So etwas bleibt lebenslang hängen.
Der Mann bedenkt nicht, daß ſeine Frau für einen Menſchen
kocht, der mittlerweile erwachſen iſt. Das Leben gab ihm
Ver=
gleichsmöglichkeiten. Gab ihm oft einen frühzeitig ramponierten
Magen, auf den Nückſicht genommen werden muß.
Aber: wenn auch eine Frau die Meiſterin der Kochkunſt wäre,
wenn ihr Calent das der verehrten Frau Schwiegermutter bei
weitem überragte, es iſt halt doch etwas anderes, als das, was
Mutter kochte ..
Ein Croſt bleibt den Frauen: In den Augen des kommenden
Geſchlechtes werden ſie die gut kochende Mutter ablöſen. Ihre
Buben werden dereinſt ihren Frauen Wunderdinge von ihrer
Kochkunſt erzählen, die der Mann ſo recht nicht zu ſchätzen
ver=
ſtand, da es „bei Muttern” doch anders ſchmeckte.
So geht es immer im Leben..
Wenn das Kindermädchen unſerer früheſten Cage gern
Swie-
bel aß, werden wir unſer Leben lang vorſichtig und ſparſam mit
Küſſen ſein.
Wenn unſere Mutter beim Waſchen früher unvorſichtig genug
war, uns Seife in die Augen zu wiſchen, wurden wird bald
waſſerſcheu und kamen ungerechter Weiſe in den Nuf eines
kleinen Dreckſpatzes.
Alle Eindrücke, die wir in der Jugend empfangen, bleiben
verſtärkt haften.
Daher ſollten die Frauen nicht eiferſüchtig werden, wenn der
Mann manchmal mit träumeriſchem Augenaufſchlag von der
Kochkunſt ſeiner Mutter erzählt, die auf die Dauer vielleicht den
„Magen eines Schwergewichtlers ruiniert hätte.
Swei Berufe.
Von Hermann Linden.
Die Platzawweiſerin.
Hat man die Kartenkontrolle paſſiert, die ausgeführt wird
von einem uniformierten Diener oder einer älteren, ſeriöſen
Dame, ſtreift den Vorhang zurück, ſo nähert ſich ſchnell aus
irgendeiner Ecke der Sinſternis ein Weſen, das keinen Wert
darauf legt, angeſehen zu werden, obwohl es weiblichen
Ge=
ſchlechtes iſt. Und zuweilen ſogar recht hübſch. Es hält die
elek=
triſche Caſchenlampe oſtentativ von ſich hinweg, zielt damit
ledig=
lich auf die Hände des Beſuchers, in denen ſich die Eintrittskarte
befinden muß, orientiert ſich an der Farbe der Karte, auf welchen
Platz die neuangekommene Perſon zu ſetzen iſt, das Licht gleitet
von den Händen herab auf die Füße, haftet einen Augenblick wie
in ſtummer Kritik an den Schuhen, wendet ſich ab und huſcht
vor=
wärts. Der Beſucher eilt hinterher. Vor einer der
Parkett=
reihen oder Logen hält die eilende Lampe inne, blitzt die
Stuhl=
reihe entlang, aus einem unſichtbaren Geſicht flüſtert ein Mund
ein „Hier” oder ein „Bitte” man ſetzt ſich, das Licht ſtirbt mit
einem leiſen Knacks, das Weſen das ſeiner Pflicht genügt hat,
kehrt wieder in die Ecke, aus der es aufſtand, zurück. Darin
be=
ſteht die ganze Cätigkeit einer Kinoplatzanweiſerin. Einfacher
Beruf wird man denken.
Der Beruf der Platzanweiſerin gehört zu den merkwürdigen
Berufen. Er erfordert keine Kenntniſſe, nur ein paar flinke
Beine. Er verlangt kein Examen, nur einen Nachweis von
Ge=
duld. Er verzichtet auf beſondere Intelligenz, verlangt jedoch ein
nettes Benehmen, dem von der Direktion ſcharfgezogene
Gren=
zen geſetzt ſind. Obwohl er in der Dunkelheit ausgeübt wird, iſt
er durchaus ein anſtändiger Beruf. Er gehört zu den
Nand=
berufen, die in keiner Statiſtik enthalten ſind. Keine Eltern der
Welt denken bei der Berufswahl arbeitswilliger Cöchter an ihn
und doch ſtehen manche von ihnen ſpäter in den Kinos und führen
die eigene Mama auf einen Vorzugsplatz. — Die
Platzanweiſe=
rinnen ſind meiſtens ältere Mädchen, ſtille, fleißige, höfliche
Ge=
ſchöpfe. Die hübſchen, die ſich zuweilen unter ihnen befinden,
haben dieſen Beruf nur als eine vorübergehende Etappe einer
erwünſchten Karriere erwählt, die ſogar ſchon eingetroffen
ſein ſoll.
Die Platzanweiſerin hat zwar, wie auch alle anderen
arbeiten=
den Menſchen, einen einmaligen jährlichen Urlaub, aber niemals
hat ſie einen Sonntag. In den beſſeren Kinos gibt es regelmäßige
Freitage, die jedoch niemals auf einen Sonntag fallen, da er der
beſte Geſchäftstag der Kinos iſt.
Sieben Stunden lebt ſie jeden Cag in einem finſteren Naum,
der nur in kurzen Pauſen beleuchtet iſt. Für ſie iſt in dieſer Seit
die Sonne nur auf der Leinwand ſichtbar, die ſie jedoch nur jede
Woche einmal anzuſehen vermag. Auch eine Platzanweiſerin kann
einen Silm nicht zum dritten Male ſehen, und er läuft vor ihren
Augen jede Woche zwanzigmal vorbei. Selbſtverſtändlich iſt ſie
eine Codfeindin von Harry Liedtke, der mit jedem Film
wochen-
lang die Leinwand beherrſcht. Sie ſetzt ſich dann, wenn ſie Seit
hat, auf einen Stuhl, jedoch mit dem Rücken gegen die Leinwand,
das unwiderſtehliche Lächeln Liedtkes, das die großen Damen
be=
zaubert, wird von der kleinen Platzanweiſerin zum Ceufel
ge=
wünſcht.
Aufgabe 403.
Nummer 27 7.
Jan Hlineny in Chleby, Böhmen.
(Blata Praha 1915.)
d
392. Dr. L. N. de Jong. 1. Pr., Nederland. Schaakbond, 1895. (Ka8 Dd3
T84 La4 8d5 13 B12 g5; Kh3 Tg1 h1 Lh5 Bg6; 24) 1. Dd3—d11 Niedlich.
1... . K: Tg4 2. Ld74 iſt ein reines Matt.
393. P. Graf und W. Henneberger. Schweiz Sch. 3. 1904. (Kh4 Tf7 Lg8 8b8
41 Bb3 e3 d2 d7; Ke6 Ta5 Ld8 g2 8c7 e1 Ba4 b7 d6 e7 g4: 34.) 1. 8
d1—f21 droht 2. Tf3+ oder Tf8+ 1. . . . Kd5 2. Tf5F. 1. . . . K: e5 2. Bd4+.
1. . . . Td5 2. S: g4. 1. . . . Sb5 2. Lg3. 1. . . . B:e5 2. Tf3-. 1. . . . Sf3++
2. T:f3+. 1. . . . Kc2 oder d3 2. Tf4+. Ein gefälliges Variantenproblem.
394. G. E. Carpenter. 2. ehr. Erw. im 4. Meredith=Turnier 1917. (Kb2 D43
Sb1; Kd1Le1 845 g1 Bd2; 24) 1. Dd3—e3. Einvolſtändiger Block=Zweizüger.
Löſerliſte; Reutzel; Leo Schott in Pfaffen=Beerfurth (alle);
Franz Puchty in Mainz (391, 392, 394); A. v. S. (391, 393); H. P.
in G. (391, 392): Georg Peter in Wippenbach (392, 394); Friedrich Balß
in Gadernheim (394).
I Rätſel
Kreuzworträtſel.
Weiß zieht und ſetzt in drei Zügen matt.
Prüfſtellung: Beiß: Kg1 Dc4 Lb2 d1 Se2 Bf3 (6);
Schwarz: Ke3 Sa2 Bb3 b4 c5 d6 15 g4 (8); 3+.
Aufgabe 404.
Max Karſtedt in Kottbus.
(Deutſches Wochenſchach 1898.)
Beiß: Ke2 Db7 Tb6 Lc2 Sd1 f3 Ba2 b4 d6 g6 (10);
Schwarz: Ke4 Ta3 f4 Bd7 e3 (5).
Matt in zwei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 391—394.
391. W. Henneberger Glarus. Schweiz. Sch. Z. 1905. (Ke6 Td4 e4 Lf3
S81 Ba3 b5 c3 d5 15 g4h5; Kh4 Lh1 Bc6 g2 g3 g5 h6: 4+.) 1. T14—a4
Bo64b5 2. Te4—b4 B: Ta4 3. Le4. Hiermit wird die Schußlinie des Tb4
unterbrochen und die Pattſtellung des ſchwarzen Königs aufgehoben. „Die
Matt=
führung Anderſſen’s” 3. . . . K:g4 4. Lf3F. 1. . . . Bc6Xd5 2.Ta4—d4 B: Te4
3. I: e4. Dasſelbe Mattſpiel wie oben 1
. Be5 2. Ld1, der kritiſche Zug,
Be4 3. Te2. Sperrzug, K: g4 4. Te4 4. Die Überraſchung zum Schluß: Ein
glänzender Inder.
Die Wörter bedeuten von oben nach unten: 1 Alte Burg von Athen,
2 Weltſprache, 3 kühnes Unternehmen, 4 feinſter Zucker, 5
Aus=
wvahl, 6 Kleinod. — Von links nach rechts: 1 Kampfplatz, 4
Blüten=
ſtand. 7 Pferd, 8 Heugabel. 9 Gleichwort für „bereit” 10
Homeri=
ſches Gedicht, 11 Dichter, 12 weiblicher Vorname, 13 bedeutender
Komponiſt, 14 Stadt bei Lübeck.
Ein Landmann ſpricht:
„Ich habe „Wort”, daß heuer das „Wort”,
Verſtellt man das zweite und dritte Zeichen,
Des ſchlechten Wetters wegen nicht wird.
Die Menge und Güte des Vorjahrs erreichen.”
Carl Deubel.
Druck u. Verlag: L. C. Witich ſche Hofbuchduckersi, Rheinſtr. B.— Verantwortlich f. d. Redattion: Dr. 5. Nete. Fernſpr. 1. B89.—aga. Alle Rechte
Der Auskuftsmam.
Eine lange Reihe von Stunden jeden Cag. Monate um Moss
nate, Jahr für Jahr, bis zum Lebensabend, ſteht dieſer unerme
ſchütterliche Mann in den Hallen der großen Bahnhöfe; eim
lebendiger Jahrplan, eine ſprechende Cabelle, ein Unikum and
Geduld, Gedächtnis und Geographie. Sein Beruf wird von ihmm
ausgeübt mit der vorzüglichen Promptheit eines exakten Autom
maten, von dem ihn jedoch ſein menſchliches Herz und der Umm
ſtand unterſcheidet, daß er gratis benutzt werden darf.
Damit er auch im dichteſten Getümmel der Sonntage und der
Saiſon den nervös ſuchenden Augen eiliger Neiſenden leicht undde
ſchnell erkennbar iſt, hat man ſeine Bruſt mit einem großen.1
glänzenden Meſſingſchild dekoriert, deſſen Aufſchrift „Auskunftd
ihm die furchtbare Verpflichtung auferlegt, jedem Menſchen ant—
worten zu müſſen, ſelbſt wenn ihn ein Cauber fragt. Eine weißeo
Binde am Arm macht ihn vom Nücken und von den Seitenn
kenntlich. Man ſtelle ſich einmal nur eine Viertelſtunde nebenn
auft
eu e i chihe
dieſen Mann, und man wird ihn unbegreiflich finden. Er gehörtt
nicht nur, da das Gedächtnis ſeine Domäne iſt, ſelbſtverſtänd—
licherweiſe zu den „geiſtigen Arbeitern”, er gehört auch zu jenem
berühmten Männern ohne Nerven, die wir im Silm ſo oft be— und im Leben ſo ſelten bemerken. — Unaufhörlich undt
von allen Seiten, ſchnoddrig oder höflich, preſſant oder geduldig.g
entweder das „Entſchuldigen Sie” oder das „Danke” vergeſſend.”
dringt der Menſchenſtrom auf ihn ein; daß er darin nicht er—
trinkt, iſt ſein Verdienſt — ein Verdienſt der Gewohnheit.
Ex=
hält gut ſtand. Da fragen ihn Menſchen mit viel zu lauten Stim—
men — ſchon von ferne brüllen ſie ihn an —, da flüſtern anderet
ſo leiſe, daß er ſie zur Wiederholung ihrer Frage auffordermn
muß, da kommen ſympathiſche Leute mit einer einzigen knappem
Frage, und es kommen ſolche, die gerne das ganze Verkehrsnetzt
der Eiſenbahn erklärt haben möchten. Da zupfen ihn Kinder amm
Aermel, und er muß ſich herunterbeugen zu ihnen, dann tauchenn
Geſichter auf, plötzlich, zwiſchendurch, Geſichter, wie man ſie nurn
auf Bahnhöfen ſieht, fremdraſſig, abſurd, überraſchend,
er=
ſchreckend. Die Elementarkenntniſſe der internationalen Spra=, die der Auskunftsmann des Weltbahnhofs beſitzt, werdenn
in Anſpruch geuommen.
Kein Cag vergeht im Dienſte des Auskunftsmannes,
ohne=
daß ihm nicht die Vertreter jener ſeltſamen Menſchengattung 9
begegnet wären, die ihre Siele gar nicht kennen, ihre Stationen
unrichtig im Kopfe tragen, ohne ihn regelrecht in die falſchen
Süge ſtiegen.
Seine Auskünfte gibt er blitzſchnell, mit einer gleichmäßigen
Sicherheit, ohne Stocken, ohne Beſinnen. Wie die Süge draußen
auf den Geleiſen, ſo laufen die Fahrzeiten in ſeinem Hirn.
Selten nur, höchſt ſelten, greift ſeine Hand in die Suttertaſche
des Nockes, um den Fahrplan herauszuholen. Wenn er das
öfter tut, ſo iſt er entweder ſchon ſehr alt oder der Fahrplan iſt
vollkommen neu. Ein Auskunftsbeamter erzählt. Der
ſechzig=
jährige Aann mit ſeinen roten, geſunkenen Backen ſaß an dem
ſchwarzen Holztiſch ſeiner kleinen, verräucherten, Boutique und
trank einen Kaffee. Er ſtände nicht gerne in der Halle, ſagte er,
lieber an den Sügen; wenn ſie herein und hinaus führen, gäbe es
mehr Nauch, Donner, Sarbe Nhythmus. Man ſpüre dort mehr !
den Bahnhof, die ewige Bewegung, das Neiſen. Er erzählte!
auch noch, daß ihm ſein Beruf recht gut gefalle, nur ſei es im
vorigen Jahrhundert doch ſchöner geweſen, da war er auf
Schif=
fen, die über ſüdländiſche Meere fuhren. Dann ſtellte er ſeine!
Caſſe zurück in das Schränkchen und ging hinaus in die Hälle,
wo er dieſen Abend Dienſt hatet. Sofort nach ſeinem Erſcheinen
umzog ihn ein Spalier von Geſichtern, Stimmen, Koffern. Sein
gelbes Meſſingſchild glänzte wie das Licht eines Leuchtturmes.
Immerfort liefen die Reiſenden darauf zu.
wie
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2 W We
Huene ne
1a 0 ch Mich
mun guck ich
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auf auf due Beit.
in ve Wicht *
aus wan audch ich
auf dene Diernche
nunner bringt:
ang Hennel 2dde
ſert dder Kärberun
Dierſchlehlt, do muß
Emn offe geſtann
mirtwärdiche Dier
icher Spaßboß
ſannerhie erheblich
aitdsart leichter un
mer fozuſage als
Fader ſuche muß
„Sltafde Näwwel
chm dräckiche Gent
ereckt Krott ſpen
3 kemt ſt.
Vorſtehendem
77 zujage gleichnist
1 macht. Na, däß
27 jälhfredend. dod
Beſcheidenheit ben
iſin un weder unn
Jrun aach net unn
Lyganz beſunner
Hollfrei ſoviel Ge
ſichwindigkeit uf
Hmmt bloß druf
11I. No un Geda
ſſich in ſeine Beſo
Bdhut, warum bei
12Wält unner=ere
rmit dem Flagſch
„miſſe, un ob däß
zum Exembel die
gunge ſin, was
2Awwer däß ſin
Werkehr, die wo ne
Freilich, mit
Tiomiſch Sach. 2
Eauern net, wohi
Frag mich was!
Die Buchſtaben ſind ſo zu ordnen, daß die wagerechten und ſenk—‟
rechten Reihen gleichlautend folgende Fragen beantworten? 1. WasE
wird im Geſpräch manchmal peinlich empfunden? 2. Welcher Flußs
fließt in die Weſer? 3. Wie heißen die türkiſchen Theologen undd
Juriſten? 4. Wie nennt man den Abkömmling eines beſtimmten Vole
kes?, 5. Wie heißt die Muſe der Liebesgeſänge? Carl Deubel.
1. 2. 3. 4. 5.
Anflöſung der Rätſel aus Nummer 38.
Silbenrätſel.
1 Wermut, 2 Eimer, 3 Renette, 4 Flatow, 5 Uranus, 6 Energie—
7 Reznicek, 8 Anderſen, 9 Litewka, 10 Leopold, 11 Elias, 12 Salome—
13 Gertrud, 14 Lebertran, 15 Erdbeere, 16 Inlett, 17 Coſel, 18 Heine.
19 Damaskus, 20 Advokat, 21 Nemeſis, 22 Kolibri, 23 Burgunder.
24 Etage, 25 Geduld, 26 Egmont, 27 Homer.
„Wer für alles gleich Dank begehrt, der iſt ſelten des Dankes wert.
Frag mich was!
1—2 Achat, 2—3 Tabor, 3—4 Rinne, 4—5 Erato, 5—1 Omeßſ—
„Haben!”
Slſo däß is zimmlich allgemein bekannt, daß unſer Härrgott
äre buckeliche Wält en Diergadde hott, in dem allerhand
iEwärdiche un ſunnerbare Diern erum laafe, ſolche un ſolche,
ge niſierte un freibleiwende, beesardiche un gutmiediche, komiſche
verdrehte, dumme un ſaudumme, korzum in alle meechliche
—nmeechliche Spielarte, wie mer ſe will un brauche kann. Der
britt in den Diergadde geſchieht manchmal zimmlich bletzlich un
verwadd, manchmal aach wie’s ſo der Brauch is. Der Ausdritt
hhärngääche, der koſt ’s Läwe. Jedenfalls is awwer for de
nee=
he Bedrieb geſorcht, un der Diergadde wärd ſchun noch e paar
zuend Jahr fortbeſteh, mer brauch alſo kaa Angſt zu hawwe,
uß er aus Mangel an Bevelkerung eines ſcheenen Dags geſchloſſe
uzk wärrn, indem daß e fortwährender Zuzug härrſche dhut,
ſo=
vol an große Diern, als da ſin Grogedille, Ellefande, Nashörner,
tammbeldiern, Kamehle, Rinnozeroſſe, Hornoxe un ſunſtiche
mssviecher, wie aach an ullgiſche un poſſierliche Diern, als da
Mondkälwer, Hooraffe, Babbegeie, Seeſchlange, Meerkatze un
quiche Barradiesveechel; odder gar an ſolche, die wo unner die
ubrick Neidhemmel, Dreckſpatze, Schmier= un Miſtfinke falle.
No un ich muß ſage, wann mer’s als e bißche langweilich
ſitd, dann guck ich mich als e bißche drinn um in dem Diergadde,
Ho fin’ ich immer äbbes, was mich freit odder ärchert, glicklich
der draurich macht, in Zorn odder zum Lache bringt, korzum,
ns aam die Zeit mehr odder wenicher a genehm verdreiwe dhut.
nvvie geſagt, es baſſiert allemal widder äbbes in dem Diergadde,
us, wann aach ſchließlich net alle, awwer doch immerhie einiche
un dene Dierncher unner=enanner, hinner=enanner odder
dorch=
ſariner bringt; ’s is immer äbbes los, Krach odder
Verbriede=
ug, Hennel odder Verſehnung, Mord odder Dodſchlag,
Freide=
ſt odder Kärberummel, un wo aam de Zufall, odder’s Bäch
hie=
wchlehkt, do muß mer halt mitmache, mer mag wolle odder net.
ſarin offe geſtanne, mer geheert jo aach zu dem ſunnerbare un
järkwärdiche Diergadde, wann aach valleicht bloß als
vergniech=
hher Spaßvogel, was aam s Daſein in dem Diergadde
nnierhie erheblich erdräglicher macht, weil mer mit däre
Ge=
nedsart leichter un leidlicher dorch’s Läwe kimmt als wie wann
fer ſozuſage als Dreckſpatz odder Schmierfink kimmerlich nooch
ſuoder ſuche muß un froh is, wann aam vun ärchend ſo=ere zwei=
(haffde Näwwelkreh, die wo nor zwiſche Licht=un=ſieht=mer=nig
am dräckiche Gewärwe noochgeht, e armſeelich Wärmche odder e
reckt Krott ſpendiert wärd —
8 kennt ſei, daß ſich der odder ſäller iwwer däß, was ich in
Fierſtehendem bedräffs vun unſerm Härrgott ſeim Diergadde
ſo=
hge gleichnismeßich vun=mer gäwwe hab, allerhand Gedanke
nght. No, däß bleibt jedem ſälbſt iwwerloſſe, dann ich denk mer
iSſtredend dodebei aach mei Daal un mecht däßhalb in aller
Ri5 cheidenheit bemärke, daß immerhie die Gedanke noch zollfrei
4m un weder unner die Luxusſteier noch unner die Gewärweſteier
Im aach net unner die Gemeindeumlag falle, was jedenfalls e
anz beſunner Glick is, indem daß mer ſich alſo ganz ſteier= un
olfrei ſoviel Gedanke mache kann wie mer will un in de
Ge=
hrvindigkeit uffbringt, s koſt ſo gut wie gornix, ſundern es
immt bloß druff a', daß mer iwwerhaubt Gedanke hott.
No un Gedanke hott ſchließlich aach der Armſte, un wann er
kch in ſeine Beſchrenktheit aach bloß dodriwwer Gedanke mache
heit, warum beiſpielsmeeßich jetzt, ausgerächent jetzt, wo die
Bäilt unner=ere Rekordärnt ſeifze dhut, warum do die Metzjer
nit dem Flaaſch un die Milchhennler mit de Milch uffſchlage
niſſe, un ob däß mit’m deiere Bennzien zuſammehenkt, un warum
urn Exembel die Bäcker mit’m Brot um zwaa Fennich erunner
fanige ſin, was ganz ſicher äwenfalls nix Gudes bedeide kann.
lwwer däß ſin nadierlich alles, ſo zollfreie Gedanke im
Frei=
verkehr, die wo net nodiert wärrn.
Freilich, mit dem Schweineflaaſch, däß is doch e bißche e
orniſch Sach. Dann net wohr, im Friejohr wußte uff aamol die
bauern net, wohie mit de Sai, un ſie hawwe uns Konnſumende
vergeſchmiſſe, mir dhete ſe im Stich loſſe un dhete net genug
iſſe. No, un däß hawwe ſich die Mannsbilder, die wo jo
bekannt=
ſich zu de fleiſchfräſſende Zimmerblanze zehle, net zwaamol ſage
Der zeitgemäße Haushalt.
Guten Hauseſſig aus Fallobſt zu bereiten.
Jede Art Fallobſt und alle Obſtſchalen, ausgeſchnittene und
wutrmſtichige, gedrückte Früchte, ergeben noch einen vorzüglichen,
weinſäuerlichen Eſſig. Zerdrückt oder durch die
Fleiſchhack=
maſchine getrieben, wird der Obſtbrei mit ſoviel kochendem Waſſer
übergoſſen, daß dieſes handbreit darüber ſteht. Mit weichem
Leinen= oder Gazetuch bedeckt und täglich umgerührt, damit ſich
kein „Kahm” bildet, wird der Obſtbrei an warmer Herdſtelle oder
an der Sonne ſtehen gelaſſen, dann durch einen Leinentuch
ab=
ge goſſen, eine am Abend in Eſſig eingeweichte dicke Brotrinde und
1Eßlöffel Zucker dazugetan und im offenen Gefäß, ebenfalls mit
einiem Tuch überdeckt, dem Sauerwerden überlaſſen. Das ſich
bil=
dende braune Häutchen auf der Oberfläche, die ſogenannte „
Eſſig=
mutter” (Eſſigpilz) ziehe man immer wieder nach der Mitte zu
zu=
ſammen und gieße den ſauergewordenen Eſſig nach einigen
WSochen, nach ſorgſamem Abheben der Eſſigmutter mit einem
Schaumlöffel, vom dicken Bodenſatz ab. Sieht er trübe aus, iſt
er leicht mit einem Eßlöffel Milch zu verrühren und zu klären.
Am nächſten Tage iſt er gwöhnlich goldgelb, je nach Art der
Früchte, vom Flockengerinnſel loszugießen und in Flaſchen zu
verwahren. Seine Schärfe nimmt bei längerem Lagern zu und
dre dicklichen Reſte ſind zu Suppen zu verwenden. Die
Eſſig=
mutter dagegen auf eine neue Löſung zur raſcheren Eſſigbereitung
zu heben.
Farbige und weiße Leinenſchuhe behandle man,
wenn ſie durch Schmutzwetter gelitten haben, ebenfalls mit
naſſem Schwamm, evtl. unter Zuhilfenahme weicher Handbürſte
umd Seife, um ſie dann mit flüſſigem „Weiß” oder farbigem
Buder wieder aufzufriſchen. Vom Puder wähle man nie ſolchen
in Steinform, da dieſer beim Auftragen, reſp. Beſtreichen des
2 einens, dieſes mit der Zeit ſchadhaft macht. Pulverförmig, in
duurchläſſiges Leinenbeutelchen gefüllt und damit die Schuhe
ein=
gepudert, iſt er am zweckmäßigſten.
Abrikoſenflane von getrockneten Aprikoſen.
1 Pfund am Tage zuvor kalt eingeweichte, abgewaſchene Aprikoſen
Serden mit ¼ Liter Waſſer zum Kochen aufgeſetzt, dann durch ein
Sieb geſtrichen. Die gewonnene durchgeſtrichene Maſſe mißt man
O ann genau ab und nimmt auf ½ Liter Maſſe 6 Blatt weiße
Gela=
mne, die man mit etwas Weißwein oder Waſſer vollſtändig
auf=
wſte. Dann ſchmeckt man das ganze mit 1 Taſſe Zucker= oder
bis 2 Eßlöffel Süßſtofflöſung und dem Abgeriebenen 1 Zitrone,
loſſe, un hawwe losgeleecht un hawwe Schweinebrote gäſſe, un
Koddlätt, un Ribbchercher, un Heeſercher, un Laaderncher, geſalze
un mit un ohne Kraut, vun de Stebbel Worſcht gornet zu redde.
— Un jetzt, wo ſe ſich langſam dra gewehnt hawwe, jetzt koſt uff
aamol ’s Pund Schweine, ohne Knoche un Beilage, e Mack ſibbzich,
un die Portzione wärrn dementſprächend widder klenner un
klen=
ner, odder falle ganz aus. Nadierlich krakehle ſe jetzt, die
Manns=
leit, un ſchimbfe uff die Nechierung, wo ſchuld weer, daß es
Flaaſch widder ſo deier weer, un kreiſche, 18 mißt annerſt wärrn,
un do mißt e Dunnerwädder eneifahrn, un es mißt äbbes geſchähe,
un geſpart mißt wärrn. Awwer ſpart emol ſo e Hausfraa, die wo
an ihrm Haushaldungsgeld ſich kaum noch es Geld for ihrn
Buwikobb erauszwacke kann, un ſtellt emol ihrm Brummdobbſch
zum Middageſſe e Brodſubb hie, mit Domahdeſalad un Kadoffel,
dann is der imſtand un haagt des Diſcheck ewäck, un kreiſcht, ob
er valleicht e Rohkeſtler weer, un er weer en Mann, un braicht ſei
Flaaſch, un alles annere weer Näweſach.
Jetzt frog ich bloß, wie ſoll’s dann do e Hausfrag eichentlich
mache? Sparn ſoll ſe, un es Flaaſch wärd immer deierer, un meh
Haushaldungsgeld gäwwe die Knicſer vun Mannsleit bekanntlich
aach net her, indem ſe in däre Beziehung noch ſchäwicher ſinn
wie’n Finanzminiſter, un indem ſe liewer zwaa Glas Bier mehr
drinke, eh daß ſe es Haushaldungsgeld uffbeſſern. — Mer kennt
eich, ihr Brieder, un mir macht ihr nis vor, un ich ſchennier mich
net un ſag eich, was ihr noch net wißt. Anſtatts eierm ganze
Ge=
ſchwätz weer’s viel geſcheider, ihr dhet, eh ihr die Welt verbeſſern
wollt, emol bei eich ſälwer affange mit de Verbeſſerung, un deht,
eh ihr eier Fraa akkreiſcht, wann ſe eich kaa Flaaſch uff de Diſch
ſtellt, vernimfdicherweis ſage: So is es recht, wann’s Flaaſch ſo
deier is, brauche mer’s net alle Dag, un wann mer Hunger
hott, ſchmeckt aam äbbes anneres aach gut, die Gorfel is kaa
Stund lang un em Bauch is es egal, un wann mer kaan Hunger
hott, brauch mer ſowieſo kaa Flaaſch”
Awwer nadierlich, zu däre Ei’ſicht bringe’s die Mannsleit net.
Die kenne bloß kragehle un Flaaſch dezu eſſe . . . .
No, gottſeidank, bei uns is es immer noch goldich,
gäächeniw=
wer vun dem, wie’s bei de Wilde hergeht, bei de Kannebahle, wo
es Flaaſch ſo deier is, daß ſe liewer Menſche fräſſe. Un es
ſchau=
dert mich jetzt ſchun, wann ich dra denk, daß mer bei uns aach
emol ſoweit kumme kennt, un es Flaaſch vum Vieh weer deierer
wie däß vun de Menſche. Herr du meines Läwens, ich kann mer’s
dann ſchun denke, wie’s do zugeht; do wärd mer’s nemlich
haubt=
ſächlich uff die Dicke unner uns Menſchekinner abſähe, wie ſe
effenduwäll ſchmäcke kennte, un mir laaft ſchun e Genshaut de
Buckel enunner, wann ich mir ſo ausdenk, wie ſo e
ausgemärchel=
ter, ausgefranzter Hungerleider an mir ſein Gefalle hett, un wie=
em des Waſſer im Maul zuſammelaafe dhet, wann er ſich mich im
geſalzene odder gekochte odder geraicherte Zuſtand vorſtelle deht.
Was mir als ehrſame Jungfraa zimmlich ſchennierlich weer,
bei=
ſpielsmeßich als Schwartemage uffm Diſch zu lieje, ganz ohne
Klaader, bloß in de Haut, un was mir zweidens ſaumeßich
u’a genehm weer, indem ich doch net dezu do bin, daß ich mich vun
annere uffräſſe loß, dann „eſſe” kann mer in dem Fall net mehr
gut ſage.
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Zimmlich ausgeruht un märklich
gekräfdicht hawwe aach die Woch unſer allverehrte Stadtvädder
un diddo =Midder nooch beinoh=eme värdel Johr Ferie den
Be=
trieb uff=em Rodhaus widder ereffent, un ſin neigeſtärkt an die
Arweit gange (wann mer däß „Arweit” nenne kann). Un zwar
hawwe ſe widdermol, un dißmol links ſeidich, die „
Wohnungs=
nod” uffs Dabeed gebracht. Sie ſin dodewääche mit unſere
viel=
geblogte Stadtverwaldung elend in’s Gericht gange, un es ſin
zimmlich hadde Worde gefalle, wie ich geläſe hab, dann hie geh
ich net mehr, 8 is mer zu dumm. Un offe rausgeſagt, ich nemm
aach dißmol den Späckdagel vun wääche dere Wohnungsnod
net weiders ernſt. Dann wie die Erfahrung lehrt, rißgiern ſe
immer de greeßte Rand, wann de Bux net do is. Un zweidens:
mer regt ſich immer bloß dann uff un fiehrt die Wohnungsnod
in’s Dräffe, wann for ärchend was Geld bewillicht ſoll wärrn, was
der odder jener Baddei net in de Kram baßt. So war’s vor=eme
värdel Johr, wo ſich’s um die Bewillichung der Middel for den
Sportblatz an de Kranichſteinerſtroß gedreht hott, un for die
Bordwand. Do hott mer ſich rechtsſeidich uffgeregt un hott
geſagt: „Alles, was net unbedingt needich is, muß zurickgeſtellt
wärrn, jeder Fennich geheert dem Wohnungsbau.” — Jetzt dreht
ſich’s um die Stiehl vum neirennofierte Saalbau, jetzt regt mer
ſich links ſeidich uff un ſeecht: „Alles, was net unbedingt needich
is, muß zurickgeſtellt wärrn, jeder Fennich geheert dem
Woh=
nungsbau.” — Un ſo geht däß wexelſeidich ſchun johrelang. Naa,
ich kann däß net mehr als Ernſt uffnemme.
Wann ſe doch wenichſtens mei Bedrachdunge läſe dhete, do
weern ſe im Bild un kennte ſich manch Blamaaſch vor de
Effent=
lichkeit erſparn. Awwer naa, ſie wiſſe jo immer alles beſſer! —
Schun fimf Johr lang ſchreib ich mer die Finger bludich vun
wääche däre Wohnungsnod, awwer es is, wie wann mer=eme Ox
in’s Horn pätzt. Sie rege ſich heechſtens hie un do emol (ſiehe
oben) kinſtlich uff, un domit glaawe ſe, weer’s gedha. — Un daß
innerhalb unſere Stadtverwaldung net grad es beſte Ei’vernehme
härrſche dhut, un daß ſich do jeder in ſei „Zuſtendichkeitsgrenze‟
eipuppe dhut un macht was er will, was en zimmlich koſtſpielicher
Luxus is, däß is in de Effentlichkeit lengſt bekannt — nor
unſere Stadträt is es nei.
Un dann die „A un O=Bolledick”, däß is e Kabbidel for ſich;
dann wann ſe bei uns emol „A” geſagt hawwe, dann därfe ſe net
bloß „O”, ſundern es ganze Alfabeed, es klaane un es große
Aamoolaans un de Kaddeſchißmuß herſage. Ich erinner bloß an
de Herrngadde, an die Drauwe, an die Feſthall un an de
Rads=
keller. Daß=s beim Saalbau net annerſter wärd, war jedem
Bär=
jer klar — bloß unſer Stadträt dhun jetzt erſtaunt —
Un ſo wärrn wohl aach weiderhie die junge Päärcher bei de
Alte wohne miſſe; un in de Altſtadt un ſunſtwo wärd, nooch wie
vor, die ganz Familch „leffelchesweis” im Bett lieje miſſe, weil ſe
ſich de „preißiſche Adler” wääche Platzmangel net leiſte kann
E Glick, daß es wenichſtens noch Menſche gibt, die wiſſe, daß
mit dem Schwäzze gornix gedho is, wann kaa Tade folche.
Ich mecht bloß uff die Jugendherberge=Bweechung hieweiſe, die
wo unſer Jugend wenichſtens Samsdagsmiddags, odder doch
Sunndags erausreißt „aus niedriger Häuſer dumpfen Gemächern
— aus dem Druck von Giebeln und Dächern”. —Awwer net uff
die ſogenannte Sportblätz, wo rohe Kräfte ſinnlos walte, ſundern
enaus in Goddes freie Nadur, wo net bloß der Bizäbb, ſundern
vor allem Härz un Gemied geſtärkt un geſtählt wärrn.
Wen de Wähk heit morjend nooch Zwingeberg odder heit
middag nooch Auerbach fiehrt, der ſoll ſich die Geläächenheit
net endgeh loſſe. In Zwingeberg wolle ſe heit morjend de
Grund=
ſtaa lege zu=ere neie Jugendherberg, un im Auerbacher
Ferſte=
lager wolle ſe zwaa neie eiweihe. Do kann ſich aaner emol e Bild
mache vun däre Jugend, die wo hellaagich un hellheerich in die
Zukumft quck”, gäächeniwwer vun däre, die wo ſich Sunndags uff
de Sportblätz erumfleezt . ."
ſowie 1 Likörgläschen Rum oder Arrak ab, das man in eine
ge=
fällige Form (Kuppelform) füllt und kaltſtellt. Geſtürzt mit einer
geſchlagenen Vanilleſoße reichen, für den Gäſtetiſch jedoch mit
Schlagfahne gefällig beſpritzt auf den Tiſch bringen.
Brombeertörtchen. Von 300 Gramm Mehl, 1 Ei, 175
Gramm Butter oder Margarine und dem Abgeriebenen einer
halben Zitrone bereitet man einen Mürbeteig, den man 1 Stunde
kaltgeſtellt ruhen läßt. Auf bemehltem Brett nicht zu dünn
aus=
gemangelt, ſticht man mit großem Waſſerglas oder Obertaſſe
runde Teigplatten aus, die mit einem mit Eiweiß aufgeklebtem
Teigrand verſehen, im Ofen bei mäßiger Hitze gebacken werden.
Ausgekühlt füllt man jede Tartelette mit 1 bis 2 Eßlöffel in
Zucker geſchmorten Brombeeren, gießt den mit Gelatine verdickten
Saft darüber und verziert die Törtchen mit gehackten Piſtazien.
Speiſezettel.
Sonntag: Mocturtleſuppe. Gefüllte Kalbsröllchen.
Apri=
koſenflanc. — Monttag: Gerſtenſuppe. Wirſing mit gekochter
Rinderbruſt. — Dienstag: Spinatauflauf mit pikanter
Zwie=
belſoße. — Mittwoch: Pikantes Hammelragout. —
Don=
nerstag: Leberknödel mit Sauerkraut. — Freitag:
Fiſch=
auflauf mit Sardellenſoße. — Samstag: Arme Ritter mit Obſt.
e‟
ech haben, freut ſich der Dritte
Kuhhandel.
„Merkwürdig, es ſteht gar nichts über die Rheinland=Räumung
in der Zeitung.”
(Prager Tageblatt.)
„Vielleicht ſteht’s im Handelsteil!"
Jung verheiratet. „Baby ſchreit! Was ſollen wir bloß tun?” fragt
ſie angſtvoll. „Ja, haſt Du nicht das Buch „Das erſce Kind” mitgenom.
men?” fragt er vorwurſsvoll. „Wozu habe ich es Dir denn ſonſt
ge=
kauft!“
Der Verſchwender. „Der alte Müller hat in ſeinem Teſtament
be=
ſtimmt, daß ſeine Aſche in die vier Winde verſtreut werden ſoll.” „Na,
das wird ſein Sohn, der Verſchwender, ſchon richtig beſorgen!“
Merkwürdig. „Haſt Du ſchon gehört? Ellen hat Egon Müller
ge=
heiratet!” „Was, Egon Müller? Iſt das möglich? Mit dem war ſie doch
verlobt!“
Ballgeſpräch. „Glauben Sie, daß man durch Küſſen ſich anſtecken
kann, mein Fräulein?” „Ich weiß nicht, ich habe noch niemals.
„Was, Sie haben noch nie geküßt?” „Nein, ich habe noch nie eine
Krank=
heit gehabt.”
Befähigungsnachweis. Der Tierwärter war erkrankt und ſeine
Frau bot ſich an, an ſeine Stelle zu treten. „Haben Sie denn darin
Erfahrung, mit Löwen und Tigern umzugehen?” fragte der
Zirkus=
direktor zweifelnd. „Das nicht, aber wird mein Mann nicht mit den
Beſtien fertig?‟ „Gewiß.” „Nun, dann iſt das für mich eine Kleinigkeit,
denn Sie ſollten mal ſehen, wie ich mit ihm fertig werde.
Zumutung. Die Oper war aus. Die elegant gekleidete Dame näherte
ſich einem breitſchultrigen Herrn. „Ich gehe doch nicht fehl,” ſagte ſie,
„wenn ich annehme, daß ich mit unſerem berühmten Baß ſpreche.” Er
nickte geſchmeichelt. „Und woniit kann ich Ihnen dienen, meine
Gnä=
dige?” ſagte er freundlich. „Ich kann meinen Wagen nicht finden,”
er=
widerte ſie. „Möchten Sie nicht ſo gut ſein und einmal mit Ihrem
be=
rühmten Fortiſſimo „Karl” rufen.
Die neuen Herbſthüte.
Es iſt erſtaunlich, daß unſere Modiſtinnen immer wieder aus den gleichen
Materialien andere neuartige Wirkungen hervorzaubern können. Wie lange
ſchon ftehen Filz als Material und Band als Garnierung auf dem
Pro=
gramm der Mode, und Saiſon für Saiſon erſcheinen neue Formen und neue
Möglichkeiten, das Band aufzuarbeiten. Selbſt die einfache, wenig
abwandel=
bare, immer kleidſame ſportliche Form mit dem ſchmalen Glockenrändchen
zeigt immer wieder neue Bandarrangements; zum Beiſpiel ſchneidet man,
um Abwechſlung zu bringen, den Filz aus und läßt ihn pattenartig über
das glatt um den Kopf gelegte Band greifen. Für dieſe Garnierungen
kom=
men in erſter Linie gerippte Bänder in Frage. Neben dieſen kleinen und
anſpruchsloſen Formen, die am Vormittag zum feſchen Tailleurkoſtüm am
Platze ſind, gibt es eine reiche Fülle ganz winziger, kappenförmiger Hüte
— hauptſächlich für den Nachmittag —, die den Kopf ganz feſt umſchließen.
Für irgendwelche anſpruchsvollen und voluminöſen Garnierungen iſt auf
dieſen kleinen Modellen kein Platz. Man ſchafft ſchöne Effekte durch die
Verarbeitung des Materials, durch das Aneinanderfügen zweier
verſchieden=
farbiger Filze, durch die Kombination von Filz und Samt, durch abgenähte
Bieſen uſw. Und ſelbſtverſtändlich greift man wieder zum Band, das man
flach, gerade oder ſich krenzend um den unteren Rand legt, oder das man
zu einer flotten, ziemlich langgeſtreckten Schleife gebunden ſeitlich dem
Hütchen aufnäht, und zwar ſo, daß die Schluppen das Ohr vollkommen
decken. Das Band, das für derartige
Garnierungen in Frage kommt, muß vor
allem weich und ſchmiegſam ſein. Alles
andere, Art, Breite und Farbe, entſcheidet
das Material und die Farbe des Hutes.
Reizend wirkt zum Beiſpiel ein
Schotten=
band auf, oder beſſer an einem
einfar=
bigen Filz= oder Samthütchen. Ganz neu
ſind die Seidenbänder, die ſchräg gewebt
ſind, die ſich folglich dehnen und ziehen
laſſen wie eine Schrägblende und die für
alle Garnierungen ungemein praktiſch
ſind. — Etwas ganz neues hat die Mode
den Frauen von apartem, pikantem Typ
gebracht: große, ziemlich flache
Samt=
formen, bei denen das Band ſich nicht
nur um den Kopf legt, ſondern das durch
Einſchnitte am Kopfanſatz gezogen,
zu=
ſammen mit der Kopfform ſich wie ein
Käppchen fortſetzt; und unterhalb der
Krempe befindet, ſich auch der Knoten,
der das Band zuſammenhält. Uebrigens
kann dieſes aparte Arrangement auch als
hocheleganter Abendhut aus einer anderen Kombination
ent=
ſtehen: aus ſchwarzem Crepe Georgette und breiter Goldſpitze
Dieſe Hüte, die als Gipfel der Eleganz und der
Modiſtinnen=
geſchicklichkeit angeſehen werden können, haben noch den Vorteil.
daß man aus einem Hut zwei machen kann: man ergänzt nämlich
einfach ein raffiniert gearbeitetes Goldſpitzenkäppchen durch einen
breiten Georgettenrand; dieſen kann man loſe über das
Käpp=
chen ziehen — er iſt ja ſo federleicht — und er kann, wenn der
breitrandige Hut nicht zum Stil der Voilette paßt, fortgelaſſen
werden. Die Mode kenn bei aller Eleganz auch einmal ſehr
praktiſch ſein.
A. K.
Hübſches für den Herbſthut.
Band iſt die Garnierung der Herbſthüte. Aber gleichviel wie
man das Band aufarbeitet, irgend einen Anſchluß muß es doch
haben. Unſere kleine Skizze zeigt ein paar Nadeln aus Metall,
Galalith oder Perlen, die hierfür ſehr geeignet ſind, und die
außerordentlich feſch wirken. Und da dieſe Nadeln nur einfach
eingeſteckt werden, kann man ſie zur Abwechſlung hin und wieder
4.K.
einmal durch eine anders geformte erſetzen.
Kindliche Kopfbedeckungen.
Die ſommerlichen Hütchen und Mützchen haben nun
ausge=
dient oder ſind wenigſtens bis zum nächſten Sommer von der
Bildfläche verſchwunden. Der Bub bekommt eine neue
Matroſen=
mütze aus hellem Tuch mit einem dunklen Taftband mit loſe
flatternden Enden. Und für das kleine Schweſterchen wird ein
allerliebſtes Käppchen aus glänzender Seide fabriziert. Helle
Paſpel, zu denen die Bindebänder paſſen, bilden die Garnitur.
Die kleidſame und praktiſche Schürze.
Etwas, das keine Hausfrau miſſen kann, iſt die Schürze, vor
allem die aus einem gemuſterten waſchbaren Stoff. Die moderne
Schürze gibt es in ſo reizenden Formen, daß ſie der fleißigen
Hausfrau direkt als Zierde dienen kann — im Gegenſatz zu der
Hausſchürze unſerer Mütter und Großmütter, die durch die
ſtoff=
reiche ungeſchickte Faſſon die Trägerin nicht gerade verſchönte.
Das Kiſſen als Heimſchmuck.
Von Irene Raſch.
Im höchſten Maße befriedigt, überblickte Frau Dora die zwei
Räume, die ſie ihren beiden Kindern während der Hochzeitsreiſe
eingerichtet hatte. Wie würde ihr lieber Schwiegerſohn ſtaunen,
wenn er heimkehrend feſtſtellen mußte, wie gefällig ſich die von
ihm mitgebrachten Möbel ſeines Arbeitszimmers mit denen ſeiner
jungen Frau zu harmoniſchem Ganzen einten, obgleich auch ſie
dem Heim ihrer Eltern entſtammten, das eine ganz andere
Stil=
richtung aufwies. Bei der Enge der Wohnung konnten ihr die
Eltern vorläufig nur eine neue Schlafzimmereinrichtung
anſchaf=
en, alle weiteren Möbelkäufe mußten ja der Zukunft und damit
der größeren eigenen Wohnung der Jungvermählten vorbehalten
bleiben.
Hochbeglückt ergriff das junge Ehepaar vom neuen Heim
Beſitz, während nunmehr die beiden Eltern die Aufregungen der
Hochzeitsvorbereitungen in einer Sommerfriſche zu vergeſſen
trachteten. Als ſie aus dieſer eines Tages heimkehrten, galt
natür=
lich ihr erſter Gang dem Heim ihrer Kinder, und was ſahen ſie?
Ein überaus trauliches und behagliches „Neſt”, das die junge
Frau unter Anleitung ihres Mannes auf das reizvollſte mit
far=
bigen Kiſſen vervollſtändigt hatte. Nirgends drängten ſie ſich durch
Farbe und Form irgendwie auffällig hervor, ſondern fügten ſich
wie ein unerläßlicher Teil des Ganzen ihrer Umgebung ein. Und
wodurch kam dieſe ſeltene Harmonie zuſtande? Beide ließen ſich
die Wahl der Farben aufs äußerſte angelegen ſein und berieten
gemeinſam, wie und wo Verbeſſerungen vorgenommen werden
konnten. Wo ſie ſelbſt ratlos waren, da ſprang ein Freund des
jungen Ehemannes, ein junger Zeichner, mit ſeinem Rat ein und
verhütete Mißgriffe und Farbendiſſonanzen, die doch vielleicht
möglich geweſen wären.
Kiſſen im Heim! Wie ſie, im obigen Falle, letzte Vollendung,
gleichſam Abſchluß desſelben ſein können, ſo ſind ſie bei ſchlechtem
Geſchmack und ſorgloſer Anſchaffung, die die Geſetze der
Harmo=
nie wie die Wirkungen eines ſchönen Kontraſtes nicht achtet,
eben=
ſo leicht direkte Zerſtörer wohnlichen Behagens.
Dabei ſpielt weniger Form und Garnitur eine Rolle, als
viel=
mehr Grundfarbe, Stickerei und Material. Gebrauchskiſſen
aus lichter, zarter Seide, oder elegante Zierkiſſen, nur
als Schmuck dienend, die ſorgſam zu vermeiden ſind. Auch ein
buntes Vielerlei an Farben wie zu mannigfaltiger Techniken ſind
Feinde der angeſtrebten Harmonie und müſſen ſorgſam beachtet
werden. Ein Kiſſen kann nach Farbe, Form und Ausführung im
Schaufenfter oder bei Freunden und Bekannten unſer höchſtes
Entzücken hervorrufen, um dann doch nachgeahmt und im eigenen
Heim placiert, grellſte Diſſonanzen, ſchreiende Gegenſätze
hervor=
zurufen.
Wo man als Hausfrau nicht ſicher iſt, nach eigenem Geſchmack
das rechte zu treffen, wo auch dem Hausherrn der Blick, das feine
Empfinden für farbige Abſtimmungen fehlt, da ſollten ſich beide
unbedingt wie jenes junge Paar fachlich beraten laſſen oder lieber
Verzicht leiſten, ehe ſie ſich einen „ſtändigen Störenfried”, wie das
unpaſſende Kiſſen kürzlich von einem erſten Möbelkünſtler genannt
wurde, in ihr Heim bringen, in dem auch das kleinſte Ding (und
das iſt wahrlich ein Kiſſen nicht) ſich der Geſamtheit einfügen
muß, wenn es nicht aufdringlich und dadurch aufreizend
wir=
ken ſoll.
Der moderne Schleier.
Ob den Herren der Schöpfung die Mode nun weiblich genug
geworden iſt? Es iſt zu hoffen, denn wir ſind nun recht
beträcht=
lich weit von der ſtrengen, vermännlichenden Mode abgerückt. —
Gibt es wohl etwas Kleidſameres für ein weiches Frauenköpſchen
als den Schleier? Wir wollen heute aber nicht — vielleicht noch
nicht, wer weiß, ob er nicht doch eines Tages wieder auftaucht! —
den feſt um das Geſicht gezogenen Schleier, wir ziehen eine weiche,
loſe flatternde Art bei weitem vor. Als neueſtes zeigen die
Schleier entzückende Stickereien.
Gürtel und Krawatte.
Wer ein einfarbiges, helles oder dunkles Kleidchen beſitzt,
kann ihm durch allerlei nette Dinge eine freundliche Belebung
geben. Auf unſerer Skizze zeigen wir eine Krawatte und einen
Gürtel, die beide aus ſchön gemuſterter Seite hergeſtellt ſind. —
Die kleidſame Kragen= und Aufſchlaggarnitur aus weißem Banſ.
A. K.
iſt mit waſchbarer, farbechter Litze beſetzt.
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