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ſelnummer 10 Pfennige
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Franfſurt a. M. 1304.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentiiche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 192
Dienstag, den 17. Juli 1928.
191. Jahrgang
Die Paktverhandlungen zur Kriegsächtung.
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zeiſe 300 Reiſchemark. Alle preiſe in Reſchemant
(1 Dollar — 420 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wſe Krieg, Aufruhr. Streſt uſw. erſiſcht
ſede Verpflſchtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konlurs oder gerſchtlſcher Beſtreibung fällt ſeder
Rabat weg. Danſlonto Deuſche Bank und Dam
ſtädter und Naionalbank.
Die franzöſiſche Antwort
auf Kenloggs Part=Borſchiag.
Frankreich ebenfalls zur Unterzeichnung des
Vertrages in der vorgeſchlagenen Form bereit.
Paris, 16. Juli.
In der franzöſiſchen Antwortnote auf den Paktvorſchlag
Kelloggs heißt es: Zunächſt ergibt ſich aus der neuen Präambel,
daß der vorgeſchlagene Vertrag in der Tat den Zweck hat, die
friedlichen und freundſchaftlichen Beziehungen zwiſchen den
Völ=
kern dauernd aufrecht zu erhalten. Die Regierung der Republik
erklärt ſich gern mit dieſen neuen Beſtimmungen einverſtanden.
Die Regierung der Republik nimmt andererſeits auch gern Akt
von der Auslegung, die die Regierung der Vereinigten Staaten
dem neuen Vertrage gibt, um den verſchiedenen franzöſiſcherſeits
vorgebrachten Bemerkungen Rechnung zu tragen. Dieſe
Aus=
legung läßt ſich folgendermaßen zuſammenfaſſen:
Nichts indemneuen Vertrage beſchränktoder
beeinträchtigt irgendwie das Recht der
Selbſt=
verteidigung. Jedes Volk behält in dieſer Hinſicht ſtets
die Befugnis, ſein Land gegen einen Angriff oder einen Einfall
zu verteidigen. Es hat allein zu entſcheiden, ob die
Umſtände es nötigen, zu ſeiner eigenen
Vertei=
digung zum Krieg zu ſchreiten. Zweitens ſteht keine
der Beſtimmungen des neuen Vertrages im Widerſpruch zu den
Beſtimmungen der Völkerbundsſatzung und ebenſo wenig zu
denen der Locarnoverträge oder der Neutralitätsverträge.
Ande=
rerſeits würde jede Verletzung einer Beſtimmung des neuen
Ver=
trages durch eine der Vertragsmächte die anderen Vertragsmächte
von ſelbſt von ihren Verpflichtungen gegen den
Zuwiderhandeln=
den befreien. Dank der Klarſtellung, welche die neue Präambel
ſo gebracht hat, und dank der andererſeits dem Vertrag gegebenen
Auslegung ſieht die Regierung der Republik zu ihrer
Genug=
tuung, daß ſich die Beſtimmungen mit den beſtehenden Verträgen
vereinbaren laſſen, an denen Frankreich ſonſt als Vertragsmacht
beteiligt iſt und deren uneingeſchränkte Achtung ihm
Vertrags=
treue und guter Glaube natürlich zur unabweislichen Pflicht
machen. Angeſichts dieſer Sachlage und unter dieſen Umſtänden
freut ſich die Regierung der Republik, der Regierung der
Ver=
einigten Staaten erklären zu können, daß ſie
nunmehrdurch=
aus bereit iſt, den Vertrag in der durch das Schreiben
Eurer Exzellenz vom 23. Juni 1928 vorgeſchlagenen Form zu
unterzeichnen.
Der „Temps” zur franzöſiſchen Antwort=Note.
Der „Temps” erklärt, daß der Kriegsächtungspakt Kelloggs
unter Bedingungen verwirklicht werde, die gewiſſermaßen den
ſicherten, ohne eines der Frankreich am Herzen liegenden
Inter=
eſſen zu opfern. Wenn vom allgemeinen Standpunkt aus die
Verwirklichung des Paktes einen Akt von großer moraliſcher dem letzten Text des Vertrages des amerikaniſchen Staatsſekre=
Tragweite darſtelle, da er tatſächlich die Vereinigten Staaten an tärs nur einen Entwurffehler darſtelle, und daß die Auslegung
die Seite der anderen Mächte bringe, um die Aufrechterhaltung
des Friedens in der Welt wirkſamer zu ſichern, ſo bilde er.
be=
ſonders vom franzöſiſchen Standpunkt aus geſehen, ein
minde=
ſtens ebenſo bedeutendes Ereignis. Er ſchaffe eine Art
morali=
ſcher Solidarität zwiſchen Frankreich und den Vereinigten Stag=
Initiative Kelloggs den Erfolg eines diplomatiſchen Werkes
ge=
ſichert hätte, zu dem jede der beiden Nationen und jede der
bei=
den Regierungen das Beſte ihres Geiſtes und Herzens, ihren
Friedenswillen und ihr hohes Bewußtſein von der menſchlichen
Solidarität beigetragen hätten. Alles in allem ſei es auf eine
franzöſiſche Initiative und auf das Verdienſt Briands
zurück=
zuführen, wenn die Vereinigten Staaten die Geſte ausführten,
die ſie praktiſch zu Teilnehmern an den Bewühungen der
euro=
päiſchen Mächte um den Weltfrieden mache, und um zwiſchen der
neuen und alten Welt ein morgliſches Band zu knüpfen, das
nichts mehr lockern könne
glücklich abgefaßt zu ſein. Sicherlich wäre es beſſer geweſen,
europäiſchen Kabinette ſich über eine gemeinſame
interpretie=
rende Note geeinigt hätten. Aber die Hauptſache ſei, daß man
ſich über den Sinn, den Frankreich dem Pakt beilege, klar ſei. Regierung der Vereinigten Staaten dieſem Vertrage mit ihrer
Die franzöſiſche Note ſei klar genug, um jede Verwirrung
dar=
über zu vermeiden. Der Kriegsächtungspakt ſei in der
urſprüng=
lichen Faſſung Kelloggs außerordentlich gefährlich geweſen und zur Unterzeichnung bereit.
hätte nicht angenommen werden können. In ſeiner
gegenwärti=
gen Form dagegen rechtfertige er keinen Widerſtand mehr.
Die Auffaſſung in Berlin.
In Berliner politiſchen Kreiſen iſt man der Auffaſſung, daß
franzöſiſchen Oeffentlichkeit zugeſchnitten iſt und daher den
An=
ſchein zu erwecken ſucht, als ob die bekannten franzöſiſchen
Vor=
behalte noch irgend eine Rolle ſpielen, daß die Note in
Wirklich=
keit aber bereits den Verzicht auf alle dieſe Vorbehalte bedeutet
und daher ein weſentliches Nachgeben Frankreichs gegenüber
ſei=
ner früheren Haltung. Es kann feſtgeſtellt werden, daß
Frank=
reich nicht nur dem amerikaniſchen Vertragstext, ſondern auch der
amerikaniſchen Interpretation des Paktes vorbehaltlos
zuge=
ſtimmt hat. Die franzöſiſche Note ſteht alſo auch nicht in
Wider=
ſpruch mit der letzten deutſchen Note, vielmehr bringt ſie, wenn
auch in andeter Form und bedeutend weitſchweifiger, in ihrem
Kern das gleiche zum Ausdruck wie die deutſche Note. In
Ber=
liner politiſchen Kreiſen iſt man daher der Anſicht, daß der
Ge=
friedens wieder einen erheblichen Schritt nach vorwärts getan hat.
Vor der Ueberſendung der engliſchen Antwort
an Kelogg.
EP. London, 16. Juli.
ſo daß ſie, wenn alles programmäßig verläuft, dem Kabinett zur
Zuſtimmung vorgelegt werden kann. Der Text der engliſchen
Textes der Note. Auf eine Anfrage des Abgeordneten Kenworthy neuten Bewertung zu unterziehen.
teilte Chamberlain mit, daß er hoffe, am Mittwoch die engliſche
Antwort dem amerikaniſchen Geſchäftsträger in London
über=
geben zu können. Alle Dominions hätten ihre Stellungnahme
noch nicht mitgeteilt. Die Regierung von Indien und die Do=
Schriftwechſel in der Form eines Weißbuches veröffentlicht
wer=
den würde.
Ein großer Teil der engliſchen Preſſe, vor allem die
libera=
len Blätter, bedauert, daß infolge der langen
Auseinanderſetzun=
gen dem engliſchen Schritt die urſprüngliche Wärme genommen
würde. Chamberlains zögernde und ängſtliche
Haltung möge wohl Frankreich gefallen haben, ſo ſchreibt der
Daily Chornicle”, aber ſie habe dem britiſchen
An=
ſehen in Amerika geſchadet. Hieran ſchließen ſich
ziem=
lich heftige Kritiken gegen den Innenminiſter wegen deſſen
Aus=
flug auf politiſches Gebiet am Samstag und ſeiner
Aufforde=
rung an Amerika, das Abrüſtungsproblem erneut aufzugreifen
und von ſich aus mit gutem Beiſpiel voranzugehen.
Der vorausſichtliche Inhalt der engliſchen
Antwort=Note.
wird ſich die britiſche Regierung in ihrer Note bereit zeigen, den
Pakt in der revidierten Form zu unterzeichnen, wie er vom
Staatsſekretär Kellogg am 24. Juni übermittelt wurde,
voraus=
geſetzt, daß die neue Prägmbel, wie ſie von dem amerikaniſchen
ſonderen Aufklärungen, wie ſie in der britiſchen Note vom 19.
Mai verlangt wurden, darſtellt, nämlich 1. daß das Recht der
Kriegführung in rechtmäßiger Selbſtverteidigung durch den
neuen Pakt nicht berührt wird, 2. daß die Verpflichtungen der
britiſchen Regierung auf Grund der Locarnoverträge und des
Völkerbundsſtatutes in keiner Weiſe berührt werden, und 3. daß
ein Bruch des Paktes durch irgendeinen der Stagten, die den
Vertrag unterzeichnen, die anderen Vertragsſtaaten ohne weite= ſchuldpropaganda verzichtet habe, ſtützt ſich u. a. auf jenen
res von ihren Verpflichtungen gegenüber dem vertragbrechenden
Höchſtertrag eines derartigen diplomatiſchen Unternehmens Unterzeichnerſtaat entbinden. Die britiſche Antwortnote werde wurde, daß Deutſchland frei von jedem Geiſt der Vergeltung
ihrem Inhalt nach annehmen, daß der ſcheinbare Widerſpruch
zwiſchen der letzten Präambel des Staatsſekretärs Kellogg und
gemäß des Punktes 3 die richtige ſein ſoll. Als Sir Ceeil Kurſt
in Genf den Sitzungen der Sicherheitskommiſſion beiwohnte, habe
er dieſen Punkt 3 mit dem franzöſiſchen Sachverſtändigen
Fro=
gut wäre, Deutſchlands Zuſtimmung zu der Auslegung, die ſie
ten, infolge der Tatſache, daß die Initiative Briands und die dieſem Punkte geben, zu erhalten. Darauf ſei die Berliner Reiſe
gegeben habe. Dies ſei jedoch eine rein gkademiſche Angelegen= blikaniſche Syſtem erweiſt ſich als gefeſtigt, die monarchiſche
Be=
land Staatsſkretärs Kelloggs zweiten Vorſchlag ebenſo prompt zunächſt als eingeſtellt betrachtet werden. Auch wird lobend her=
und vorbehaltlos angenommen habe als den erſten.
Auch Italien zur Unterzeichnung bereit.
Dem „Journal des Debats” ſcheint die franzöſiſche Note ſehr die italieniſche Antwort zu dem Paktvorſchlag Kelloggs über= brav gewordenen Jungen ſanft über den Scheitel ſtreichelt. Nur
wenn der Pakt ſelbſt vervollſtändigt worden wäre oder wenn die Regierung, die den letzten von den Vereinigten Staaten vor= brav republikaniſch gewählt hat, auch gewiſſermaßen „belohnen”
geſchlagenen Vertragsentwurf zur Aechtung des Krieges aufmerk= wollte, ſo dürſte er ſich — ſofern es England betrifft — einer
Täu=
ſam geprüft hat, nimmt Kenntnis von der Interpretation, die die ſchung hingeben.
Antwortnote vom 23. Juni gibt, und ſtimmt dieſer Interpretation tet gelaſſen werden”, ſchrieb allerdings dieſer Tage ein
angeſehe=
zu. Sie erklärt ſich unter der Vorausſetzung dieſer Interpretation nes Londoner Blatt. Es meinte jene drei Grundforderungen,
Spanien und der Kellogg=Pakt.
EP. Madrid, 16. Juli.
die franzöſiſche Note zwar in ihrer Form auf das Bedürfnis der rikas zur Teilnahme an den Verhandlungen über den Kellogg= mung der beſetzten Gebiete. England iſt im Prinzip für eine
erkannt und hat in Spanien Befriedigung hervorgerufen. Die die allgemeine Abrüſtung. Gewiß, es iſt in all dieſen Fragen mit
den Staaten gehören würde, die den Kellogg=Pakt als erſte republikaniſch gewählt hat. Aber es hat zu all dieſen Fragen
unterzeichnen.
Kein Revirement in Frankreich?
EP. Paris, 16. Juli.
angekündigten und auch von der engliſchen Preſſe gemeldeten rung der Produktion Ausbalancierung des Budgets,
Reorgsni=
danke des Antikriegspaktes und damit des allgemeinen Völker= Rede ſein könne. Der Generalſekretär im Quai dOrſ— Berthe= bemerkenswerten Leiſtungen, die nur dank den vereinigten
An=
lot, denke nicht daran, ſeinen Poſten zu verlaſſen.
England und Deutſchlands
neue Regierung.
Von unſerem (O=Korreſpondenten.
London, im Juli.
Die Regierungsbildung in Deutſchland hat ſo ungebührlich
viel Zeit in Anſpruch genommen, daß man auch im Auslande,
Das Foreign Office hat die Antwort an die Vereinigten vor allem im bedächtigen England ein gewiſſes Recht zu haben
Staaten in Sachen des Kelloggſchen Paktvorſchlages fertiggeſtellt, glaubt, zur veränderten deutſchen Lage mit einiger Verſpätung
Stellung nehmen zu dürfen. Es geſchieht jetzt langſam und mit
Antwort auf die zweite Kelloggnote iſt den Dominions mitgeteilt Reſerve, aber immerhin mit genügender Klarheit, um aus dieſem
worden. Die Kabinettsmitglieder befinden ſich im Beſitz des Anlaß die hauptſächlichſten engliſch=deutſchen Probleme einer er=
Da iſt zum Beiſpiel das für England intereſſante Thema
vom deutſchen Nachkriegs=Parlamentarismus.
„Ein mechaniſches Spielzeug, durch die Weimarer Verfaſſung
minions aber würden, woran er nicht zweifle, ihre Antwort zur dem deutſchen Volke in die Hand gegeben”, nennt es ein engliſcher
gegebenen Zeit veröffentlichen. Einer Anregung des Abgeord= Beurteiler deutſcher Verhältniſſe und fügt hinzu: „als es neu
neten Kenworthy folgend, ſagte Chamberlain zu, daß der geſamte war, da bereitete es jedem Deutſchen Vergnügen; heute jedoch, da
es nicht mehr glatt läuft, beginnt es auffallend an Intereſſe zu
verlieren‟. Die einzelnen Vorgänge der Kabinettsbildung haben
dem Engländer — ſo ſagen ſie — wieder mal gezeigt, auf welche
Schwierigkeiten eine rarlamentariſche Regierungsform
notwen=
digerweiſe in einem Lande ſtoßen muß, wo es der Parteien ſo
un=
endlich viele wie in Deutſchland gibt. Nur vermögen ſie dieſe
unzweifelhafte Tatſache nicht mit jener anderen, nicht minder
augenfälligen zu verbinden, daß — trotz dieſer „geringen
parla=
mentariſchen Erfahrung” — die Konſolidierung der deutſchen
Republik ſich in den letzten Jahren in ſo rapidem Tempo
voll=
zogen hat. Dieſer Umſtand wird daher in allererſter Linie
her=
vorgehoben.
Zwei andere deutſche Probleme, welche zurzeit die
Aufmerk=
ſamkeit der engliſchen öffentlichen Meinung auf ſich lenken, ſind
die monarchiſche Bewegung und die
Kriegsſchuld=
propaganda, vielmehr die Tatſache, daß (wie man jedenfalls
in England annimmt) Deutſchland im Reſultat der letzten Wah=
Wie der diplomatiſche Korreſpondent des „Obſerver” meint, len auf beide genannten Dinge bis auf weiteres verzichtet habe.
Nach engliſcher Einſchätzung ſtehen die Aktien jener greiſe, die für
eine Wiedereinführung der Monarchie in Deutſchland ſind, zurzeit
niedriger denn je. Dieſe Frage wird augenblicklich als „außerhalb
Staatsſekretär entworfen wurde, eine formelle Billigung der be= der Sphäre jeder praktiſchen Politik” betrachtet und jene
kaiſers=
treuen Aeußerungen, die ſich in Deutſchland noch wahrnehmen
laſſen, werden als Tribute eingeſchätzt, welche eher der einſtigen
Größe des Reiches, als dem ernſtlichen Gedanken einer
Rück=
berufung der Hohenzollern zu gelten haben.
Die in England neuerdings aufkommende Annahme, daß
Deutſchland vor der Hand auf die Fortführung der Kriegs=
Abſchnitt der Programmrede des Kanzlers, in welchem erklärt
wäre. Nicht, daß die Engländer ſich in dieſer Frage dem
deut=
ſchen Standpunkt verſchließen würden. Sie geben zu, daß die
Einbeziehung des Schuldparagraphen in den Verſailler Vertrag
nein Urteilsfehler der Allierten und unfair” geweſen war. Aber
ſie ſind der Anſicht, daß „eine zu frühe Erörterung dieſes
Pro=
blems die beginnende Befriedung Europas gefährden, Monate
mageot eingehend verhandelt. Beide hätten beſchloſſen, daß es mühſeliger Arbeit koſten und ſchließlich die Angelegenheit in eine
ſchlimmere Verwirrung als vorher hineintreiben würde.”
Die moraliſche Zenſur, die der neuen deutſchen Regierung
erfolgt, nach deren Abſchluß Dr. Gauß auch ſeine Zuſtimmung von engliſcher Seite zuteil wird, iſt demnach eine gute: das
repu=
heit. Das bedeutende diplomatiſche Ereignis ſei, daß Deutſch= wegung iſt merklich abgeflaut, die Kriegsſchuldpropaganda kann
vorgehoben, daß das Verbleiben des „loyalen und vorſichtigen”
Gröner auf dem Poſten des Reichswehrminiſters ein friedliches
und Abenteuern abgeneigtes Verhalten der Reichswehr durchaus
gewährleiſten würde. Dieſe engliſche Zufriedenheit mit der neuen
Nom, 16. Juli. Lage in Deutſchland hat faſt etwas vom biederen Wohlwollen
Muſſolini hat geſtern dem amerikaniſchen Botſchafter in Rom eines alten Onkels an ſich, der ſeinen bisher widerſpenſtigen, nun
mittelt, die folgenden Wortlaut hat: „Die königliche italieniſche wenn der gute Michel glauben ſollte, daß man ihn dafür, daß er
„Deutſchlands Forderungen ſollten nicht
unbeach=
welche als die Hauptpfeiler der deutſchen Außenpolitik in der
Rede des Reichskanzlers aufgeſtellt wären: eKäumung der
be=
ſetzten Gebiete. Ueberprüfung des Reparation splanes und
Ver=
wirklichung der allgemeinen Abrüſtung. Im Grunde erfahren
dieſe, ins Gebiet der praktiſchen Politik gehörenden Fragen durch=
Das Kabinett erörterte in einer Sitzung die Einladung Ame= aus die Billigung Englands: England iſt für eine baldige Räu=
Pakt. Die freundſchaftliche Faſſung der Einladung wurde an= Ueberprüfung des Dawes=Planes und England iſt theoretiſch für
ſpaniſche Regierung würde es ſehr begrüßen, wenn Spanien zu Deutſchland eines Sinnes, beſonders mit einem Deutſchland, das
„einige Einwendungen” zu machen, und dieſe ſind leider von
ſol=
cher Art, daß eine engliſche Initiative zwecks baldiger
Verwirk=
lichung dieſer elementaren deutſchen Forderungen kaum erwartet
werden kann.
Das von Deutſchland ſeit 1923 vollbrachte Werk des wirt=
Hier verlautet, daß von dem von einer Pariſer Wochenſchrift ſchaftlichen Wiederaufbaus — Stabiliſierung der Mark. Steige=
Perſonalwechſel an der Londoner Botſchaft, der gleichzeitig eine ſierung der Reichsbahn, prompte Zahlung der Repara=
Umbeſetzung der Berliner Botſchaft verurſachen würde, keine tionen uſw. — wird von engliſcher Seite voll anerkannt: „Dieſe
ſtrengungen der ganzen deutſchen Nation und dank einer tech=
Seite 2
niſchen Organiſation, die der übrigen Welt als leuchtendes
Bei=
ſpiel dient, möglich waren, werden von England ſtets
unein=
geſchränkt bewundert werden ." Aber die Anerkennung dieſer
beiſpielloſen Leiſtungen wird keineswegs von einem Vorſchlag
zur Ueberprüfung der Reparationsbeſtimmungen begleitet. „Das
geht nicht”, denn dieſes iſt ein Problem, deſſen Löſung nicht von
England allein, ſondern weit mehr von Frankreich und vor allem
von den Vereinigten Staaten abhängt, die leider noch durchaus
keine Neigung zeigen, jene Summen, welche die Alliierten ihnen
ſchulden, ſelbſt um ein Geringes zu reduzieren. „Es wäre daher,”
ſchreibt ein maßgebendes engliſches Wirtſchaftsblatt, „für die
Sache der engliſch=deutſchen Zuſammenarbeit geradezu
kata=
ſtrophal, wollte das deutſche Volk hoffen, daß es durch Hilfe
Eng=
lands eine erwähnenswerte Herabſetzung der Reparationslaſten
oder ſelbſt nur eine Modifizierung des gegenwärtigen
Zahlungs=
planes erreichen könnte.
In der Frage der Rheinland=Räumung liegen die
Dinge nicht viel anders. England zeigt in dieſer Angelegenheit
beſonders ſtarke Neigung,die bequeme Haltung des „nicht
unmit=
telbar Intereſſierten” beizubehalten. „In dieſer Sache hat ſich mit
Antritt der neuen deutſchen Regierung ſo gut wie nichts
ge=
ändert”, konnte man in dieſen Wochen in faſt allen engliſchen
Blättern leſen. Nach wie vor verlangt Deutſchland die Räumung
der beſetzten Gebiete, und nach wie vor macht Frankreich
Schwie=
rigkeiten. Selbſt Briand hat Thoiry gänzlich vergeſſen und den
Satz „donnant — donnant” aufgeſtellt. Inzwiſchen haben ſich
aber in den Beziehungen Englands zu Frankreich allerhand neue
Dinge ereignet. Die engliſch=franzöſiſchen
Erörte=
rungen über den Kellogg=Pakt und der
bedeut=
ſame Londoner Beſuch Berthelots haben eine
Neuwendung geſchaffen. England iſt neuerdings mehr
denn je bemüht, Frankreich von der einſeitigen Orientierung in
der Richtung ſeiner „öſtlichen Vaſallen” abzubringen und den
ehemaligen Alliierten davon zu überzeugen, daß „ein engeres
Zu=
ſammenarbeiten mit den Vereinigten Staaten und mit
Groß=
britannien” ihm weit größeren Nutzen, als ſeine öſtlichen
Bin=
dungen einbringen würde. Deutſchland findet in dieſem Spiel der
Großmächte nur in zweiter Linie Beachtung und hat die Koſten
zu tragen.
Zieht man nun in Betracht, wie in den meiſten Fragen der
Weltpolitik (beſonders deutlich in der Reparations= und der
Räumungs=Frage erſichtlich) allerhand „interalliierte‟”
Erwägun=
gen in negativem Sinne ausſchlaggebend ſind, ſo wird man leicht
begreifen können, daß auch in bezug auf ſeine Forderung
nach einer allgemeinen Abrüſtung für Deutſchland
nur wenig zu hoffen iſt. Ohne Zweifel wird in England eine
eifrige Kampagne für eine allgemeine Abrüſtung getrieben. Lord
Ceeil wird nicht müde, hierfür tagaus, tagein zu werben. Er
weiſt mit Recht darauf hin, daß der von Kellogg gemachte
Vor=
ſchlag „eine günſtige Baſis für ein weiteres Fortſchreiten in der
Richtung zur allgemeinen Schiedsgerichtsbarkeit ergeben würde‟,
und daß dieſer Umſtand dann auch das Problem einer allgemeinen
Abrüſtung „der Verwirklichung näher bringen” dürfte. In dieſer
Richtung bewegen ſich aber die Gedanken nur weniger Engländer.
Während andererſeits nicht nur die Mitglieder der Regierung,
ſondern auch der ſtets gern zitierte „Mann von der Straße”
die=
ſes Problem in den bekannten, für die Engländer gewiß
kenn=
zeichnenden Satz zuſammenzufaſſen pflegt: „Für Abrüſtung, aber
— gegen Abſchaffung der britiſchen Flotte!”
Es bleibt für Deutſchland, ſofern es, in die Zukunft ſchauend,
ſeine Blicke auf England richtet, immerhin die Hoffnung auf die
nach etwa einem Jahre zu erwartenden engliſchen
Parlaments=
wahlen. Es iſt für die zukünftige Entwicklung der engliſch=
deut=
ſchen Beziehungen nicht einmal von entſcheidender Bedeutung, ab
der Ausgang der kommenden Wahlen in England eine der
Oppoſitionsparteien ans Ruder bringen oder ob die
Konſer=
vativen bleiben werden. Bedeutſamer iſt die durch die Wahlen
zu erwartende Klärung. Natürlich iſt die Tatſache, daß England
zurzeit vor den Wahlen ſteht (und daß auch in den Vereinigten
Staaten die Präſidentenwahl eventuell eine neue Konſtellation
ſchaffen dürfte) mit einer der Gründe, welche es der konſervativen
Regierung im gegenwärtigen Augenblick beſonders plauſibel
er=
ſcheinen laſſen, weiter in der beliebten wait and sea=Haltung zu
verharren und keine Initiative in den Deutſchland betreffenden
außenpolitiſchen Problemen zu ergreifen. Erſt innerhalb
Jahres=
friſt dürfte hierin eine Aenderung zu erwarten ſein. Sollte aber
inzwiſchen das Kabinett Hermann Müller — wie die meiſten
eng=
liſchen Blätter hoffen — im Herbſt eine Feſtigung ſeiner Baſis
erfahren und ihm in der Tat eine lange Lebensdauer beſchieden
ſein, ſo wird gewiß eine Regierung der Großen Koalition (die in
Fragen der Außenpolitik den größeren Teil der öffentlichen
Mei=
nung Deutſchlands hinter ſich hätte) der denkbar geignetſte
deutſche Partner für Verhandlungen mit der kommenden
eng=
liſchen Regierung ſein, ganz gleichgültig, wie ſich die parteiliche
Beſchaffenheit der Letzteren im Reſultat der Parlamentswahlen
erweiſen ſollte.
Nummer 192
Dienstag, den 17. Zuli 1928
Vom Tage.
Geſtern vormittag empfing Bundeskanzler Dr. Seipel
in Wien die deutſchen Ozeanflieger Köhl und v.
Hüne=
feld. Hierauf wurden die Flieger in Begleitung des deutſchen
Ge=
ſandten Lerchenfeld vom Bundespräſidenten Hainiſch empfangen.
Einer Privatmeldung zufolge hat der rumäniſche Geſandte
in Berlin Comnen den Auftrag erhalten, die
Beſpre=
chungen in Berlin zur Regelung der ſtrittigen Fragen zwiſchen
Rumänien und Deutſchland wieder aufzunehmen.
Die ſchwediſche Regierung erwägt die Anregung einer gerichtlichen
Unterſuchung über die „Italia”=Kataſtrophe und den Tod Malmgrens,
die durch norwegiſche Gerichte vorgenommen werden ſoll.
Nach den letzten Meldungen hat der ruſſiſche Eisbrecher
„Kraſſin” auch den Flieger Tſchuchnowſki und ſeine
drei Gefährten beim Kap Wrede aufgenommen.
Vom amerikaniſchen Staatsdepartement wird mitgeteilt, daß
Italien den Kriegsächtungspakt=Vorſchlag
Kel=
loggs angenommen habe.
Das Befinden Giolittis hat ſich neuerdings wieder ſo
verſchlechtert, daß er Sonntag mitternacht die letzte Oelung
erhielt.
Amtlich wird gemeldet, daß die ſüdchineſiſche Fahne noch
im Verlauf dieſes Monats in der Mandſchurei gehißt
wer=
den wird.
Wie aus Schanghai gemeldet wird, iſt nach dort eingegangenen
Nachrichten aus Urumski der Militärgouverneur von
Chi=
neſiſch=Turkeſtan, Yang Tſcheng=ſin, am 7. Juli von
Soldaten der Leibwache des Außenminiſters ermordet worden. Die
Täter wurden verhaftet.
Ernſte Lage in Griechenland.
Die Kampagne der Antivenizeliſien gegen die
Anhänger von Penizelos.
EP. Athen, 16. Juli.
Oer Kampf um Hölz.
Die Kommuniſten ſind noch immer nicht zufriedengeſtellt,
ob=
wohl ſie durch die Amneſtie ſo gut wie alle ihnen naheſtehenden
politiſchen Strafgefangenen frei bekommen werden. Außerdem
können auch noch alle diejenigen Kommuniſten nach Deutſchland
zurück, die mit Rückſicht auf die gegen ſie laufenden Prozeſſe es
vorgezogen haben, Sowjetrußland aufzuſuchen. Alles in allem
wird die kommuniſtiſche Front binnen kurzem weſentlich geſtärkt
daſtehen. Ihr Renommiergefangener Max Hölz iſt aber nicht ſo
weit berückſichtigt worden, daß er bereits den Staub des
Son=
nenburger Zuchthauſes von ſeinen Füßen ſchütteln kann. Seine
Zuchthausſtrafe iſt auf eine ſiebeneinhalbjährige Gefängnishaft
zuſammengeſtrichen worden, von der er noch ein halbes Jahr zu
verbüßen hat. Darüber ſind die Kommuniſten empört. Sie haben
ihre geſamte Preſſe mobil gemacht, die tagaus, tagein nach der
Freilaſſung von Max Hölz ſchreit. Hölz ſelbſt ſcheint aber auch im
Sonnenburger Zuchthaus nicht untätig zu ſein. Man hört, daß
es dort zu einer ernſten Beunruhigung der Gefangenen
gekom=
men iſt, die ſchon den Charakter einer beginnenden Meuterei
an=
genomimen hat. Zunächſt iſt ein Hungerſtreik wegen der Amneſtie
inſzeniert worden, dann aber haben ſich die Gefangenen eines
anderen beſchloſſen und zu demonſtrieren begonnen. Das
chor=
weiſe Rufen „Revolution, Revolution!” iſt noch der mindeſte
Aus=
druck der durch die Gefangenen gehenden Bewegung. Die
Auf=
eher haben bisher ihre geſamte Autorität in die Wagſchale
wer=
fen müſſen, um die Gefangenen im Schach zu halten. Der
Hun=
gerſtreik hat ſich auch ſchon auf das Brandenburger Zuchthaus
ausgedehnt. Da es kein Geheimnis iſt, daß zwiſchen den
Kommu=
niſten und den politiſchen Gefangenen ein reger
Meinungsaus=
tauſch hin und hergeht — Max Hölz zum Beiſpiel erfreute ſich
Freiheiten, wie ſie in Gefängniſſen und anderen Strafanſtalten
gerade nicht alltäglich ſind, darf wohl angenommen werden, daß
hinter dieſer Aktion dieſelben Kreiſe ſtehen, die ſich für die ſofor=
In einer Rede erklärte der Miniſterpäſident Venizelos, die
Außenpolitik Griechenlands ſei eine Friedenspolitik.
Griechen=
land ſei für die Anwendung der Verträge, wünſche aber, daß die
anderen Länder auf ſeine Rechte achten.
Die Kampagne der antivenizeliſtiſchen Partei gegen die
An=
hänger von Venizelos nimmt immer ſchärfere Formen an. Der
Führer der Republikaniſchen Union, Papanaſtaſiu, erklärte, die
Methode der neuen Regierung erwecke alle alten Leidenſchaften
wieder und müſſe zu einem heftigen Kampf zwiſchen den
einge=
borenen Griechen und den Flüchtlingen aus Kleinaſien führen. —
Der Chef der Royaliſtiſchen Volkspartei, Tſaldaris, bezeichnete
das Zuſtandekommen der neuen Regierung als einen
Staats=
ſtreich und einen Willkürakt. Man ſteuere nicht auf Neuwahlen
zu, ſondern auf die Diktatur und vollſtändige Anarchie. — Der
Leiter der Freiſinnigen Partei, Metaxas, erklärte, die durch Erlaß
vorgenommene Aenderung des Wahlſyſtems werfe das Land in
einen ſchweren politiſchen Kampf und bereite ſicherlich den
Bürgerkrieg vor.
Als der Abgeordnete Mapromatis die Kammer betreten
wollte, wurde er daran von einem Poſten gehindert. —
Sämt=
lich öffentlichen Gebäude ſtehen unter militäriſcher Bewachung.
Patrouillen durchziehen die Straßen. — Die Abgeordneten ſind
gruppenweiſe vom Präſidenten der Republick empfangen worden,
bei dem ſie gegen die nach ihrer Meinung verfaſſungswidrigen
Handlungen der neuen Regierung proteſtierten.
Genergl Pangalos, der kürzlich aus dem Gefängnis
entlaſ=
ſen wurde, erklärte, er werde vom Premierminiſter Venizelos
ſeine Wiedereinſetzung in ſein Amt als Präſident der Republik
fordern, da ſeine Abſetzung widerrechtlich erfolgt ſei.
Politiſcher Mord in Sofia?
Wien, 16. Juli.
Die Belgrader „Politika” meldet aus Sofia, daß nach einer
aller=
dings hier noch nicht beſtätigten Meldung Iwanow Micheilow, der
Führer des Mazedoniſchen Komitees, heute vormittag in Sofia
er=
mordet worden ſei. Micheilow wurde bekanntlich der Vorwurf gemacht,
die Ermordung des Generals Protogeroff veranlaßt zu haben. Ebenſo
wurde er mit dem jüngſten Attentat in Belgrad gegen den Sektionschef
Lazitſch im Innenminiſterium in Zuſammenhang gebracht. Ganz
offen=
ſichtlich handelt es ſich, falls ſich die Nachricht beſtätigen ſollte, um einen
Racheakt.
tige Freilaſſung von Hölz mit aller Macht einſetzen.
Damit nun aber der alte Kampfruf „Heraus mit den
poli=
tiſchen Gefangenen!” ſeine Werbekraft nicht verliert, iſt am
Sonn=
tag von der „Roten Fahne” in rieſiger Aufmachung das
Eintref=
fen von Hölz für Montag abend auf dem Schleſiſchen Bahnhof
angekündigt worden. Dieſe Nachricht kam allgemein überraſchend.
Sie ſtellte ſich ſehr bald als Bluff heraus, um nachher um ſo
hef=
tiger auf die nicht vorgenommene Amneſtierung von Hölz
ſchimp=
fen zu können. Dennoch bemüht ſich ſeine Verteidigung, ihn
vor=
zeitig frei zu bekommen. Sie hat ſich auf den Standpunkt geſtellt,
daß durch die Reichsbegnadigung die Strafen für ſeine politiſchen
Verbrechen mitamneſtiert worden ſind. Es bliebe alſo nur noch
die Strafe für die Erſchießung des Rittergutsbeſitzers Heß übrig.
Der Oberreichsanwalt hat kürzlich erklärt, daß einem
Wieder=
aufnahmeverfahren nichts im Wege ſtehe. Daraus iſt die
Behaup=
tung herauskonſtruiert worden, daß das ergangene Urteil
repi=
ſionsbedürftig ſei, was auch vom Oberreichsanwalt anerkannt
würde. Wie es ausſieht, haben auch die Verteidiger von Max
Hölz mit ihren Argumenten einen gewiſſen Eindruck bei den
Reichsbehörden hervorgerufen, ſo daß die Möglichkeit einer
vor=
zeitigen Freilaſſung im Falle einer Wiederaufnahme ſeines
Ver=
fahrens nicht von der Hand gewieſen werden kann.
Sollte Hölz frei kommen, dann ergibt ſich die intereſſante
Frage, welche Rolle er in der Partei ſpielen ſoll. Wie man hört,
ſind die internen Auseinanderſetzungen bei den Kommuniſten
wie=
der aufgeflammt. Auf der einen Seite ſteht der neugewählte
Ab=
geordnete Ewert, der auffallenderweiſe auch im Reichstag als
Sprecher der kommuniſtiſchen Fraktion in Erſcheinung trat. An
der Spitze der anderen Richtung ſteht Thälmann, der eine
Min=
derheit führt und der auch ſchon auf die „Rote Fahne” ſelbſt
kei=
nen Einfluß mehr ausüben ſoll. Das Uebergwicht in der
Partei=
leitung ſoll augenblicklich der rechte Flügel beſitzen. Dieſe Gruppe
ſtimmt aber mit den Moskauern überein. Es fragt ſich nun, ob
nun Hölz zu der gemäßigten oder radikalen Parteipolitik neigt,
und ob er binnen kurzem in dem Strudel der Cliquenwirtſchaft
untergehen wird.
Daß man dem Fall Hölz im gegenwärtigen Augenblick ein
größeres Intereſſe entgegenbringt, iſt inſofern notwendig, als
wieder einmal allerlei Anzeichen dafür vorhanden ſind, daß
un=
ſere Behörden im Begriff ſind, einer Partei Zugeſtändniſſe zu
machen, die nach wie vor auf einen gewaltſamen Umſturz
hin=
arbeitet und ihre repolutionären Pläne lieber heute als morgen
verwirklichen würde. Warten wir ab, welches Kuckucksei ſich das
Reich mit der eventuellen Freilaſſung von Max Hölz und der
ibrigen Kommuniſten ins eigene Neſt legen wird.
*Mimoſen, Gazellen, Soldaten
und Beitler.
Biskra, die Oaſenſtadt am Rande der Sahara. — Die Straße der
Tänzerinnen. — Bäder und Moſcheen. — Die große Peſt. —
Hotelpaläſte und Negerhütten. — In die Wüſte; 7½ Kilvmeter!
Das Kreuz des Südens hat viele Reiſende enttäuſcht. Das
lag an den Reiſenden, an ihren falſchgeſetzten Erwartungen.
Denn ob eine Zahl heller Sterne über Kreuz ſteht oder im
Vier=
eck oder in W=Form oder im Bogen, das kann nicht viel
aus=
machen. Der ewige Sternenhimmel iſt wohl überall ein gleich
großartiger Anblick.
Hingegen der Abendhimmel von Biskra, der Oaſe Biskra am
Rande der Sahara, ein hohes, weites Halbkugelgewölbe mit
tau=
ſend Farben, hat noch jeden Fremden überraſcht und in ſeinen
Bann gezogen, hat die Vorſtellungen, die man ſich nach Berichten
und Erzählungen gemacht hatte, noch in jedem Fall weit
über=
troffen. Da verblaßt die berühmte blau=gelb=rote
Poſtkartenſtim=
mung, dagegen ſind die Farbergüſſe der vor zehn Jahren
moder=
nen Künſtler hilfloſes Geſtammel. Dieſe Nuancen des Violett
im Oſten, das infolge der Luftſpiegelung des weſtlichen Orange
im Norden in die feinſten Schattierungen von Braun, ja
Olip=
grün übergeht; d2) flimmernde Blau im Zenith, das nach Weſten
hin über zartlilckſund roſa Töne, vom Feuergelb und Rot der
untergehenden Sonne abgelöſt wird, das alles iſt unſeren durch
die faſt immer gebrochenen Grau=in=Blau=Farben der Atmoſphäre
abgeſtumpften Augen nicht vorſtellbar. (Kein Wunder, daß der
erſte große Farbenkünſtler der franzöſiſchen modernen Malerei,
Delgeroix, ſeine ſtärkſten Anregungen von der Natur in
Nord=
afrika erhielt, daß auch Flaubert der gewiſſenhaften Beſchreibung
dieſer Phänomene in ſeinen Tagebüchern viel Raum widmete.)
Es iſt ein überwältigender Eindruck für den Reiſenden, der
gegen Abend nach zwanzigſtündiger Fahrt von Algier her in
Biskra eintrifft. In dieſer Farbenpracht erſcheinen ihm zum
erſtenmal die berühmte Mimoſenallee, die ſich durch die ganze
Siedlung hinzieht, die Palmengärten, die ſchneeweißen, nun in
allen Farben reflektierenden Gebäude, die bunten
Karnevals=
trachten der Menſchen, das Waſſer des Flußlaufs, der alles Leben
her geſchaffen hat; des „Wida=Biskra”, der in harter
Gerechtig=
keit dafür jedes Jahr in der Ueberſchwemmungszeit einen
be=
trächtlichen Teil der Anlagen, der Pflanzungen und Wohnſtätten,
der 150 000 Dattelpalmen wieder für ſich einfordert. — Doch er iſt
gin milder Herrſcher, gemeſſen an der großen Peſt des 17. Jahr=
hunderts, welche der blühenden Stadt allein im Jahre 166
71000 Einwohner raubte. Heute zählt die Oaſe, das alte römiſch
Raba, das in der frühchriſtlichen Zeit Biſchofsſitz war, ſpäte
unter den Mauren eine blühende Handelsſtadt, nur wenig übe
10 000 Seelen. —
Die Sonne iſt untergegangen und in wenigen Minuten per
blaßt der ganze Zauber. Nächtliches Treiben umgibt uns.
Ein Trommelwirbel. Eine Stimme, deren Klang in der Mitt
liegt zwiſchen Litanei und Hundegebell. Das iſt der Neuigkeiter
Ausrufer, die Biskraer Zeitung; erſt nach und nach bemerkt man
daß ſeine Worte eine entfernte Verwandtſchaft mit der franzö
ſiſchen Sprache haben. Was er zu ſagen hat, intereſſiert niemand
Ringsherum vor den Kaffeehäuſern und Bazaren liegen die
Männer, trinken, rauchen und ſchwatzen (vom Morgen bis in di
Nacht), und laſſen ſich durch nichts aus der Ruhe bringen.
Kaum, daß ſie aufſchauen, wenn ein „Vornehmer”,
begleite=
von einer Schar von Dienern, vorüberkommt. Denn dieſer Luxus
iſt ſehr oft nur Schein. Es gehört zum guten Ton, möglichſt viel
Diener im Gefolge zu haben. Doch das kann nicht jeder ſich lei
ſten. So iſt es Sitte geworden, daß die weniger „reichen” al=
„vornehmen” Herren ihre Dienerſchaft wechſelſeitig ausleihen.
Großes Theater! Das iſt der Stil dieſer Vornehmen. Da=
Publikum, die „Armen”, ſehen es ſich an, ohne ſich ſehr darüber
zu wundern, aber auch ohne ſich zu ärgern. Dem Fremden mach
es Vergnügen, aber er glaubt nicht lange daran. Die Hauptſache
iſt: daß ſie es ſich ſelbſt vorſpielen. Es iſt, als habe ſich in dieſer
Kolonie ein Reſt des höfiſchen Stils des franzöſiſchen
Rokok=
erhalten. Bunte Gewänder, große Geſten, Heuchelei und Intrige
In einem eleganten Café: Zwei Todfeinde begegnen ſich. —
Woher die Todfeindſchaft? Kein Menſch wüßte es zu ſagen
Wahrſcheinlich die Beiden ſelbſt nicht. Man begrüßt ſich feien
lich, ſetzt ſich zuſammen an denfelben Tiſch, ſagt ſich große
Schmeicheleien, küßt und umarmt ſich zum Abſchied, — un
draußen wartet der gemietete Bravo, der dem Todfeind eine
Portion Prügel und im ſchlimmen Falle ſogar einige Zoll kaltes
Eiſen verabreicht.
Der Hauptanziehungspunkt des Abends: Die Straße der
Tänzerinnen, der Ouled=Nails (ſo genannt nach der Gebirgs
gegend in der Wüſte,, die ihre Heimat iſt). — Kleine Kalkhäuſer
die nur im Obergeſchoß bewohnt ſind. Nach hinten hin liegen
die Gaſträume, nach vorn vogelkäfigartige, vergitterte Loggien
aus denen die romantiſch koſtümierten Mädchen auf das Treiben
der Straße herabſchauen.
Am Eingang der Straße ſteht ein Schutzmann, bewaffnet mit
dem Gummiknüttel. Punkt zehn Uhr iſt Polizeiſtunde. Die
Straße wird geräumt. Was in den Häuſern ſich abſpielt, wird
nicht kontrolliert, aber draußen darf ſich niemand mehr zeigen.
Die ganze Nacht hindurch geöffnet ſind die türkiſchen Bäder,
Börſe und Klub der Eingeſeſſenen. Hier verbringt man die
Nacht mit Brettſpiel, Dampfbad, Maſſagen, Rauchen und
Schlä=
fen. An einem Tage der Woche, dem Freitag, dürfen auch Frauen
die Bäder betreten. Eine Konzeſſion an die Forderungen der
Neuzeit, die von ſeiten der Konſerpätiven viel Widerſpruch findet,
der Lebewelt jedoch eine willkommene Gelegenheit geworden iſt
für geheime Rendezvous, verbotene Abenteuer, da den Frauen
ſonſt kaum eine Möglichkeit geboten iſt, ſich außerhalb ihres
Hauſes zu zeigen.
Biskra am Tage: Einen großen Teil des öffentlichen Lebens
beherrſchen die Fremden und der Fremdenbetrieb. Große
luxu=
riöſe Hotels. Straßenhändler, Schuhputzer, Fremdenführer, ein
Schlag Menſchen, der in jedem Augenblick, jedem Gedanken und
jeder Handlung mit raffiniertem Geſchick zwiſchen biederer
Ehr=
lichkeit und raffinierter Gaunerei hin= und herlaviert. Die
Schuh=
putzerjungen verlegen ſich beſonders auf Kundenwerbung. Durch
akrobatiſche Vorführungen, Radſchlagen und Gliederverrenken
und durch vertrauliche Informationen über den aktuellen
Stadt=
klatſch. Autorundfahrten wie in den europäiſchen Großſtädten=
An den Wagen große Reklameſchilder: „In die Wüſte” — 77=
Kilometer!
Bazare locken mit Gewändern, Schmuck und Raritäten zum
Kaufen. Das „Serpice”, die ſorgfältige Kundenbehandlung, iſt
bekanntlich eine der beſonderen Wiſſenſchaften des Orientalen.
Der Kunde wird empfangen mit Glück= und Segenswünſchen.
Man ſpricht alle Sprachen der Welt. Den Damen werden
Par=
füms zur Probe gereicht. Räucherwerk durchzieht mit benebelnden
Düften den Raum. Ein friſcher Kaffee wird aufs Feuer geſehi.
Im Hintergrund des Ladens leiſe Muſik, flöte= und gitarke‟
ſpielende Mädchen.
Der Verkäufer weiß, daß er auf ſeine Koſten kommen wird=
Bemerkt er ſchließlich doch einmal, daß aller Zauber nichts hult.
daß der Kunde nur kiebitzen will, ſo beendet er plötzlich die
Vel=
handlung mit einem kurzen „Makeſch=comprendere‟ (Ich verſtehe
nicht). Er hat ſeine Sprachkenntniſſe vergeſſen. Dafür bekommt
der Kunde noch ein unausſprechbares Schimpfwort in arabiſcher
Sprache nachgerufen.
Draußen erwarten ihn die Bettler, zerlumptes Volk jeden
Alters. Ihre Hartnäckigkeit iſt berühmt. Wer einem gibt, wird
von allen beſtürmt. Wer nichts gibt, wird erſt recht nicht 198
gelaſſen.
Nummer 192
Dienstag, den 17. Juli 1928
Seite 3
Der Zwiſchenfall von Maximiliansau
vor dem Landauer Kriegsgericht.
Nun endlich Schluß mit der franzöſiſchen
Militärjuſtiz.
* Speher, 16. Juli. (Priv.=Tel.)
Noch heute, drei Jahre nach Locarno, laſtet die franzöſiſche
Militärjuſtiz ſchwer auf dem beſetzten Gebiet. Immer und
im=
mer wieder werden Fälle bekannt, in denen die franzöſiſchen
Kriegsgerichte harmloſe deutſche Bürger, die vielleicht nur das
Verbrechen begangen haben, ſich gegen Uebergriffe der
franzöſi=
ſchen Soltadeska zu wehren, mit harten Strafen belegen und ins
Gefängnis werfen. Dabei wird kein Unterſchied gemacht, ob es
ſich um deutſche Zivilperſonen oder um deutſche Beamte handelt.
Viele Beamte, die vielleicht in Erfüllung ihrer dienſtlichen
Pflich=
ten einer Laune franzöſiſcher Soldaten zuwiderhandelten oder
Uebergriffe der Soldaten zu verhindern ſuchten, wurden für ihre
ſelbſtverſtändliche Pflichterfüllung ſchwer beſtraft. Namentlich die
deutſchen Eiſenbahnbeamten wiſſen davon eim Lied zu ſingen.
So verlautet jetzt wieder, daß das franzöſiſche Kriegsgericht in
Landau im ſogenannten Maximiliansauer Zwiſchenfall Anklage
gegen zwei deutſche Eiſenbahnbeamte, den Eiſenbahninſpektor
Hoffmann in Maximiliansau und den Streifendienſtbeamten
Bitzer aus Rohrbach=Landau wegen beleidigender Haltung
gegenüber einen Beſatzungsangehörigen erhoben hat. Dieſer
Vorfall iſt ein Schulbeiſpiel dafür, wie ſich die franzöſiſche
Militärjuſtiz über Recht und Geſetz hinwegſetzt, indem es deutſche
Beamte, die nur ihrer Pflicht genügten, in dem Anklogezuſtand
verſetzt, während ſie vor die Beſatzungsangehörigen ihre
ſchützende Hand hält.
Am 3. Juni, einem Sonnaag, kurz vor Abfahrt eines von
Maximiliansau in Richtung Landau abgehenden Zuges, kam es
auf dem Bahnhof Maximiliansau zu einer Prügelei zwiſchen
einem franzöſiſchen Offizier, der ſich in Begleitung von zwei
Damen befand, und dem 21 Jaher alten Korbmacher Merz aus
Neupfotz in der Pfalz. Die Urſache des Zuſammenſtoßes
zwi=
ſchen dem Franzoſen und dem Deutſchen iſt noch wicht aufgeklärt,
da ſich der Vorfall ſehr raſch abſpielte. Die Urſache der Prügelei
zwiſchen dem franzöſiſchen Offizier und Merz iſt für den Fall der
deutſchen Eiſenbahnbeamten auch völlig unweſentlich. Der
Streifenbeamte Bitzer befand ſich, als der Streit anfing, am
Ende des ſehr langen Zuges, als ihm mitgeteilt wurde, daß
am Zuganfang eine Prügelei im Gange ſei. Er eilte ſofort nach
vorn, hörte beim Näherkommen franzöſiſche Worte, wie Chef de
la Telefonie uſw., und ſah dann, wie ein franzöſiſcher Offizier
einem Ziviliſten, der infoleg der erlittenen Verletzungen aus
Mund und Naſe blutete, an den Haaren zerrte. Der Beamte
trennte ſofort mit den Worten: „Aufhören, Bahnpolizei!” die
Streitenden und forderte den Ziviliſten auf, zur Feſtſtellung
ſeiner Perſonalien mitzukommen. Da ſich der Ziviliſt — es war
Merz — weigerte, dem Beamten zu folgen, erklärte dieſer ihn
für feſtgenommen und verſuchte ihn mit Gewalt mitzunehmen.
Nachdem die Streitenden getrennt waren, gab der
Fahrdienſt=
leiter Hoffmann, der Bitzer dabei unterſtützt hatte, um weitere
Tätlichkeiten zu verhindern, das Zeichen zur Abfahrt. Er wollte
ſich gerade ins Büro begeben, als der feſtgenommene Merz ſich
von dem Streifenbeamten Bitzer losriß, ihm einen Stoß auf die
Bruſt verſetzte und, ehe es der Beamte verhindern konnte, mit
einem Stock den franzöſiſchen Offizier verprügelte. Bitzer ſprang
Merz ſofort nach, entriß ihm den Stock und nahm ihn erneut
feſt. Als mehrere junge Leute den Beomten umringten und
gegen ihn Stellung nahmen, riß ſich Merz wieder los und ſprang
auf einen der letzten Wagen des bereits in Bewegung
befind=
lichen Zuges. Da er auf dem Bauch in der Tür des als
Per=
ſonenwagen benutzten Güterwagens lag, waren ihm die im
Wagen Befindlichen behilflich, ihn in den Wagen zu ziehen,
während der nachgeeilte franzöſiſche Offizier verſuchte, Merz an
den Beinen aus dem fahrenden Zug herauszureißen. Merz
be=
fand ſich in der größten Gefahr, unter die Räder geriſſen und
überfahren zu werden. Um ein Unglück zu verhüten, ſchlugen
einige der Mitreiſenden, darunter der am nächſten Tage von der
franzöſiſchen Gendarmerie verhaftete Mechawiker Holzer aus
Berg nach dem franzöſiſchen Offizier, der dadurch gezwungen
wurde, von ſeinem unſinnigen Vorhaben Abſtand zu nehmen.
Der Vorfall ſpielte ſich ſo ſchnell ab, daß der weit davon
ent=
fernt ſtehende Bahnhofsvorſtand Hoffmann nicht eingreifen
konnte. Jetzt erſt erſchien die von dem Offizier herbeigeholte
fran=
zöſiſche Bahnhofswache und forderte Bitzer auf, ihr zu folgen.
Da er ſich zunächſt weigerte, fällte die Wache das Gewehr gegen
ihn und zwang ihn zum Mitgehen. Er wurde zur franzöſiſchen
Gendarmerie in Maximiliansau gebracht, dort über zwei
Stun=
den verhört und dann wieder freigelaſſen. Bitzer wird jetzt von
der franzöſiſchen Beſatzungsbehörde beſchuldigt, daß er den Merz
habe entkommen laſſen. Die gleiche Anklage iſt gegen Hoffmann
Vor einer Moſchee waren wir einer Schar von Bettelvolk
ver=
fallen. Das Kleingeld war erſchöpft, ein Durchkommen
ausſichts=
los. Da kam uns ein brauner Schutzmann zur Hilfe mit dem
Vorſchlag: „Geben Sie mir zehn Franes, dann vertreibe ich die
Bettler.‟ Er erhielt es, wir betraten das Haus. Als wir wieder
herauskamen, ſtand der Schutzmann immer noch an der Treppe,
in Pbſitur, uns den Weg zu verſperren. Er ſagte: „Geben Sie
mir noch zwanzig Franes, dann gehe ich auch fort.” — „Der
T... .I ſoll dich holen!“
Rings um Biskra liegt die Reihe der Negerdörfer, die von
nordafrikaniſchen Eingeborenen bewohnt werden. Sie leben in
kleinen rechteckigen Lehmhäuſern. Das untere Geſchoß, beſtehend
aus einem winzigen Raum, beherbergt die Frauen, die meiſt am
Webſtuhl ſitzen, eine Schar von Hühnern, eine Ziege und anderes
Viehzeug. Zum vollſtändigen Inventar gehören fünf bis zehn
Kinder, von denen beſtimmt eins gerade fieberkrank iſt und aus
einer Ecke her winſelt.
Ueber eine Stiege erſteigt man das flache Dach, das von einer
Mauerbrüſtung umgeben iſt. Darauf ſtehen ein paar Buden als
Schlafſtätten, und in einer Ecke, mit einem Regenſchutz verſehen,
der Küchenherd.
Die Fremden werden freundlich empfangen. Man trägt ihnen
den einzigen Stuhl des Hausrates Schritt für Schritt nach und
zeigt ihnen alles, mit beſonderem Stolz die Prachtſtücke
europä=
iſchen Kitſches, Bilder, Nippes, Deckchen, die ſinn= und zwecklos
an den Wänden herumhängen und ſtehen.
Aus den Bewohnern dieſer und der entfernter liegenden
Dör=
fer rekrutiert ſich das große Militäraufgebot Biskras. Es gibt
hier drei Kaſernen. Für die Senegaleſen, die Zuaven (Tirail= leber mit Werken vertreten. Eine beſondere Anziehungskraft
leurs) und die Spahis, die berittenen Araber. Die Uniformen dürfte die Ausſtellung in dieſem Jahre dadurch erhalten haben,
ſind von mittelalterlich=phantaſtiſchem Reichtum. Dieſes bunte
Gewand iſt die große Verlockung, die der Truppe den Zuſtrom
von Freiwilligen ſichert. Allein die drei Meter lange rote
Bauch=
binde der Spahis iſt ein Wunderwerk. Sie anzulegen iſt eine
Kunſt. Ohne Aſſiſtenz eines Kameraden bringt es nicht leicht
einer fertig.
Ein anderes wirkſames Anziehungsmittel auf den Rekruten
ſind unvorſtellbare Rieſenzahlen. An den Kaſernenmauern ſteht
in mannshohen Lettern zu leſen: Die franzöſiſche Armee beſteht
aus 1000 000 Soldaten!
Die Exerzierplätze dienen zugleich dem Sport und dem
Volks=
bergnügen. Immer iſt dort irgend ein Fußballmatch im Gange ſalons ein zwar ſtiller, aber deſto zäherer Kampf. Man weiß,
und, umlagert von einer Schar nichtstuender Genießer, ein
Schaubauchtanz. Ein Zauberer oder ein paar Akrobaten präſen=
tieren ſich.
erhoben worden, weil er den Zug habe abfahren laſſen, während
die Anklage gegen den ins Rechtsrheiniſche geflüchteten Merz,
gegen den ſeit 4. Juni in Unterſuchungshaft befindlichen Holzer
ſowie gegen den Anfang Juli verhafteten Korbmacher Kiefer aus
Neupfotz und den auf ſeiner Arbeitsſtelle in Rheinzabern
feſt=
genommenen Moninger auf ſchwere Körperverletzung lautet.
Worauf ſich die Anklage gegen die beiden deutſchen
Eiſen=
bahr beamten bei dem einwandfrei feſtgeſtellten Tatbeſtand ſtützt,
iſt wirklich nicht zu erſehen. Die Anklage entbehrt jeder
materiel=
len und geſetzlichen Grundlage. Hoffmann und Bitzer haben
beide nur ihren Dienſtvorſchriften entſprechend gehandelt, und
man kann bei Bitzer ſogar die Frage aufwerfen, ob er nicht mehr
getan hat, als er es nach ſeinen Dienſtvorſchriften verantworten
konnte. Sie haben ſich nicht das geringſte Vergehen zuſchulden
kommen laſſen. Dagegen hat ſich der franzöſiſche Offizier gegen
die deutſchen Eiſenbahnvorſchriften, die auch für die franzöſiſchen
Beſatzungsbehörden gelten, ſchwer vergangen. Er hat ohne
Rück=
ſicht auf ein Unglück den Merz aus dem fahrenden Zug zu reißen
verſucht und würde danach wegen Transportgefährdung zu
be=
ſtrafen ſein, wenn er nicht als franzöſiſcher Beſatzungsangehöriger
der deutſchen Gerichtsbarkeit entzogen werde. Der franzöſiſche
Offizier hat die deutſchen Eiſenbahnvorſchriften auch dadurch
übergangen, daß er die Bahnſteigſperre paſſierte, ohne dem
Sperrbeamten ſeine Fahrkarte vorzuzeigen. Auch die franzöſiſche
Bahnhofswache hat nicht rechtzeitig, als noch das ſchlimmſte
ver=
hütet werden konnte, eingegriffen, ſondern iſt erſt erſchienen, als
es ſich um die Verhaftung der Deutſchen handelte. Man wird
dieſen Fall nicht als einen Einzelfall, ſondern als einen Fall von
grundſätzlicher Bedeutung für die Beamtenſchaft des beſetzten
Gebietes betrechten müſſen. Haben ſich deutſche Beamte wirklich
irgendwelche Vergehen zuſchulden kommen laſſen, ſo ſind deutſche
Stellen dazu da, um eine Unterſuchung und eventuelle Beſtrafung
herbeizuführen. Die franzöſiſche Beſatzungsbehörde könnte dieſen
Weg ohne weiteres gehen. Es iſt ein unhaltbarer Zuſtand, daß
heute, drei Jahre nach Locarno, deutſche Beamte, die nach ihren
Dienſtvorſchriften handelten und die ſich nichts haben zuſchulden
kommen laſfen, der franzöſiſchen Militärjuſtiz unterworfen
wer=
den. Darum Schluß mit der Militärjuſtiz im beſetzten Gebiet,
und darüber hinaus Schluß mit der Beſetzung des deutſchen
Ge=
bietes überhaupt!
Grantreic und die beulſch frängeftſgen Probieme.
Die Entſchließungen
des Sozialiſtiſchen Nationalrats
Forderung nach Reviſion der Verträge,
ſo=
fortiger Räumung des Rheinlandes und
Ab=
rüſtung.
EP. Paris, 16. Juli.
Die geſtern abend vom ſozialiſtiſchen Nationalrat
angenom=
mene Entſchließung Paul Faures erklärt, daß der Sozialismus
weiterhin für den Gedanken des Friedens eintrete, da
der Bund für einen ſoliden und gerechten Frieden von Nutzen
ſein könne. Hinſichtlich der Friedensverträge wird von neuem
erklärt, daß der internationale Sozialismus ſeine
vereinigte Tätigkeit auf die Reviſionder Verträge richten
müſſe, damit die Ungerechtigkeiten daraus entfernt und nach
Mög=
lichkeit der Grundſatz des Selbſtbeſtimmungsrechtes der Völker
hineingetragen werde. Das Problem der Abrüſtung
dürfe nicht dem Sicherheitsprobelm
unterge=
ordnet werden. Aus der Schiedsgerichtsbarkeit und der
Ab=
rüſtung zuſammen werde vielmehr die wahre Sicherheit
hervor=
gehen. Die Partei betrachte weiterhin die ſofortige
Räu=
mung des Rheinlandes als unerläßliche
Vor=
bedingung für die deutſch=franzöſiſche
Annähe=
rung, ohne die der Friede Europas und der Welt ſtets unſicher
und bedroht erſcheine. Dieſe Grundſätze hätten die Delegierten
der franzöſiſchen Sozialiſtiſc, u Partei auf dem Internationalen
Kongreß in Brüſſel zu vertreten.
Die zweite Entſchließung des Nationalrates erklärt, daß
man ſich hinſichtlich des Völkerbundsmandates
Paul=Boncours vor einer vollendeten Tatſache
ſehe, und daß Paul=Boncour innerhalb des Bundes einen
lobenswerten perſönlichen Einfluß für den Frieden ausgeübt
habe. Es bleibe daher der Internationale überlaſſen, eventuell
über dieſe Frage Beſchluß zu faſſen, wobei ihr jedoch die
Verſiche=
rung gegeben werden könne, daß Paul=Boncour bei Ausübung
ſeines Mandates keine Miſſion übernehmen werde, durch die er
mit der internationalen AktionsFolitik der Sozialiſtiſchen Partei
in Konflikt gerate.
Nach einer längeren Auseinanderſetzung über
Kolonialfragen wurde der ſozialiſtiſche Nationalrat mit
der Ernennung der Vertreter für den Internationalen
Sozia=
liſtenkongreß in Brüſſel geſchloſſen. Zum Sekretär der
franzö=
ſiſchen Delegation wurde Paul Faure beſtimmt. Die Delegation
erhielt den Auftrag, in Brüſſel die Frage der Beteiligung der
Sozialiſten an der Regierungsgewalt im kapitaliſtiſchen Regime
aufzuwerfen.
Wer arbeitet in Biskra? — Anſcheinend niemand. Jeder
ſchiebt die Arbeit auf den anderen. Der Reiche auf die Diener,
der Arme auf ſeine Frau. Allenfalls iſt man bei der „
Fremden=
induſtrie” tätig. Da gibt es Möglichkeiten zu leichtem Verdienſt.
Schwere Sorgen hat man auch nicht. Man lebt in einem etwas
verkommenen Paradies, wo die Gazellen wie bei uns Katzen und
Hunde ungeniert auf den Straßen herumlaufen. Frauen, die
guter Hoffnung ſind, werden angehalten, den Gazellen in die
Augen zu ſchauen. Das ſoll den kommenden Kindern Schönheit
verleihen.
Eine Schönheit, die bei den Mädchen um das achtzehnte Jahr
ihre Blüte erreicht. Dann beginnen ſie (nicht wie die Romanen
dick zu werden), ſondern einzuſchrumpeln. Ueberreife Früchte,
Opfer der Sonne, die eigentlich das Leben hier nur von Oktober
bis Mai geſtattet. Wer es ſich nicht leiſten kann, im Sommer ans
Meer zu gehen, der wird leicht ein Opfer der Sonne, des Fiebers
oder anderer böſer Krankheiten.
Paradies und Hölle ſind, ſcheint es, auf dieſer Welt
untrenn=
bare Begriffe.
Fero.
*Ausſiellung in Prien am Chiemſee.
„Die Welle” in Stock bei Prien am Chiemſee hat am 1. Juli
ihre diesjährige Sommerausſtellung wieder eröffnet. Außer
B. Klinckerfuß, Profeſſor Fr. Lommel, H. Müller=Samerberg,
P. Roesler, Paul Roloff und Emil Thoma ſind auch Theo
Bin=
ter, B. Eggert, E. Heinsdorff, Profeſſor Hummel und G.
Schön=
daß eine größere Anzahl Bilder von Profeſſor Karl Hagemeiſter
(Werder a. d. Havel) ausgeſtellt ſind. Hagemeiſter iſt im März
dieſes Jahres 80 Jahre alt geworden und „Die Welle” hat es
ſich angelegen ſein laſſen, anläßlich dieſes Jubeljahres
Hage=
meiſters Werke einer breiteren Oeffentlichkeit zugänglich zu machen.
Modeſorgen der Entente cordiale.
Schon ſeit längerer Zeit tobt in den Pariſer erſten
Mode=
daß ſich in Frankreich Jahrhunderte lang das ausgeſchnittene
Kleid bei der Damenwelt beſonderer Bevorzugung erfreute.
Dar=
unter verſtand man natürlich immer das vorn ausgeſchnittene
Die Einſiellung der franzöſiſchen Preſſe
zu den Forderungen der Sozialiſien.
Die Morgenpreſſe nimmt allgemein den Beſchluß des
ſoziali=
ſtiſchen Nationalrates, Paul=Boncour als Vertreter der
franzöſi=
ſchen Regierung in Genf zu belaſſen, günſtig auf. Bezeichnend
für die Einſtellung zu den gegenwärtig ſchwebenden deutſch=
fran=
zöſiſchen Problemen ſind die Kommentare der Blätter zu den
von den Sozialiſten vertretenen Forderungen auf Reviſion der
Verträge, Räumng des Rheinlandes und Abrüſtung.
Der , atin” ſpricht von einer ernſten Entſcheidung des
Nationalrales, die eine bedeutende Aenderung in der
Außen=
politik der Sozialiſtiſchen Partei darſtelle. Sie fordere nichts
ge=
ringeres als die Reviſion der Friedensverträge, ſowie die
ſofor=
tige und bedingungsloſe Räumung des Rheinlandes.
Auch die „Volonté” findet die Forderung nach Räumung
gefährlich. Sie könne, falls ſie von einem Tag zum anderen
an=
genommen würde, ernſthafte Folgen haben. — Der „
Quoti=
dien” erklärt etwas ſpitzfindig, ſämtliche in Genf vertretenen
Staaten ſeien mit einer eventuellen Reviſion der Verträge
ein=
verſtanden, denn dieſe Reviſion ſei ja in einer der Klauſeln des
Paktes enthalten. In Wirklichkeit handle es ſich ja nicht um die
Frage, ob Verträge geändert werden ſollten oder nicht, ſondern
darum, ob ſie geändert werden könnten ohne den Frieden zu
ge=
fährden, und mit welchen Verträgen man beginnen ſolle. Die
von Poincaré, Briand und Paul=Boncour ſelbſt vertretene
Op=
poſition mache geltend, daß der Augenblick noch nicht
gekommen ſei und daß letzten Endes der gute Wille der
Staaten nicht mit Bedingungen verklauſuliert werden dürfe. Der
„Quotidien” glaubt, daß dieſe Anſicht richtig ſei.
Der „Ami du Peuple” findet, daß Paul=Bonccour in
ſtärkerem Maße als Briand franzöſiſche Gefühle beſitze. Er
ge=
höre nicht zu denjenigen, die vergäßen, daß Frankreich Grenzen
beſitze und daß die Oſtgrenze durch Aufgabe des Rheinufers
einem etwaigen Eindringling offenſtehen würde. Er teile auch
nicht die Illuſion ſeiner Freunde, die glaubten, für den Frieden
zu arbeiten, wenn ſie ſich für die Reviſion der Verträge und für
die Einverleibung Oeſterreichs in das Deutſche Reich ausſprächen.
Der „Paris Soir” begrüßt den Beſchluß des
Sozialiſti=
ſchen Nationalrates, Paul=Boncour weiterhin als Vertreter der
franzöſiſchen Regierung in Genf zu belaſſen, findet aber den
weiteren Beſchluß, in dem die Partei die ſofortige und
bedin=
gungsloſe Räumung des Rheinlandes fordert, weniger glücklich.
Seltſamerweiſe iſt das Blatt der Anſicht, daß dieſe Entſchließung
die deutſchen Sozialiſten, die in Berlin bereits unter ſchwierigen
Verhältniſſen operierten, in Verlegenheit bringen werde.
Die „Liberté” erklärt, wenn die Sozialiſtiſche Partei einen
ihrer Führer nach Genf ſchicke, dann geſchehe dies nicht als
Ver=
treter der franzöſiſchen Regierung, ſondern als Vertreter der
Partei. Da aber das Programm, das die Sozialiſtiſche Partei
vor dem Völkerbund verteidigen wolle, genau das gleiche ſei, wie
das Programm des Kabinetts Hermann Müller, habe man wohl
das Recht, mit berechtigter Beunruhigung zu fragen, ob die
An=
weſenheit Paul=Boncours in Genf für die Intereſſen Frankreichs
wicht eine Gefahr darſtelle.
Koſtüm, bis in den letzten Jahren die engliſch=franzöſiſche
Freund=
ſchaſt enger wurde und die Töchter Albions in großen Maſſen
ihre modiſchen Wünſche durch die Pariſer Salons befriedigen
ließen. Seitdem iſt der Ausſchnitt immer kleiner geworden. „Ja,
die engliſchen Frauen zeigten eine ausgeſprochene Abneigung
gegenüber dem Decolleté, jedoch nur gegen den
Bruſtaus=
ſchnitt.” So ſprach vor einigen Tagen mit einem diplomatiſchen
Lächeln einer der erſten engliſchen Schneider, der in Paris zu
Beſuch weilte, und ſagte weiter: „Die Engländerinnen wollen
lieber, daß der Rückenausſchnitt tieſer ſei.” Teils freiwillig, teils
unfreiwillig gerieten tatſächlich die franzöſiſchen Schneider unter
den Einfluß der Engländerinnen, und nach und nach ſchrumpfte
das Bruſtdecolleté auf ein Minimum zuſammen, während der
Rückenausſchnitt immer tiefer wurde. Der zitierte engliſche
Mode=
künſtler bezeichnete das als das Gegenteil eines Zufalls. Es ſei
dies, ſo ſagte er, nur die natürliche Folge deſſen, daß die
eng=
liſchen Damen, Prieſterinnen des Sports, wie ſchon das
Sprich=
wort ſagt, von Natur aus ſchmalbrüſtig ſind. Was
Wunder, daß ſie dies nun aber auch nicht durch ein Decolleté
beſonders zur Schau tragen möchten. Sie treten dafür lieber für
den Rückenausſchnitt ein, da ſie in dieſer Hinſicht unter den
Evas=
töchtern auf beiden Seiten des Atlantik mit mehr Ausſicht auf
Erfolg einen Rekord zu halten hoffen. Aber nun rebellieren
plötzlich die Pariſer Damen gegen dieſe von England beeinflußte
Modeentwicklung. „Um der politiſchen Entente
wil=
len,” ſo ſagen ſie, „haben wie vieles erduldet, man
kann aber nicht von uns verlangen, daß wir uns
aus politiſchen Gründen verſchandeln. Wir ſehen
nicht ein, warum wir, um der von der Natur weniger
Begünſtig=
ten willen, unſere Reize verbergen ſollen.‟ Dieſer Streit iſt
nun langſam aus den Modeſalons, in die Preſſe gedrungen,
Aeſtheten, Künſtler und Schriftſteller beſchäftigen ſich mit der
Frage, was der Welt wohl beſſer gefiele, das Bruſt= oder das
Rückendecolleté. Die Mehrzahl tritt für das erſtere ein und
be=
zeichnet es auch als das Natürlichere. Ein bekannter franzöſiſcher
Aeſthet ſchrieb kürzlich: Wohl kann der Rücken den Künſtlern
Motive liefern und hat dies, wie Gemälde und Plaſtiken zeigen,
in der Kunſtgeſchichte der Jahrhunderte auch getan. Um
ſeinet=
willen kann man jedoch die Bruſt nicht vernachläſſigen. Ehre und
Achtung vor der engliſchen Frau. Die Franzöſin kann aber um
Englands willen nicht auf ihre Eigenheiten verzichten.” Und
der Erfolg des Streites zeigt ſich bereits: Die neueſte Mode
be=
fiehlt, daß das Decoletté vorne tiefer als bisher ſein ſoll,
wäh=
rend der Rückenausſchnitt allmählich zurückzugehen habe. Ja, ja,
die Entente Sortliale hat ſchon ihre Sorgen ...
Für die uns anläßlich unſerer
Ver=
mählung erwieſenenAufmerkſamkeiter
ſagen wir auf dieſem Wege herzlichſten
Dank.
Wilhelm Beckeru. Frau
geb. Krämer
Braunshardt, den 16. Juli 1928.
Todes=Anzeige.
Heute Nacht verſchied nach
langem, mit großer Geduld
ge=
tragenem Leiden mein
innigſt=
geliebter Mann, mein
herzens=
guter Vaterx, unſer lieber Bruder,
Schwager und Onkel
Philipp Antes
Kaufmann
im 41. Lebensjahr.
In tiefem Schmerz:
Frau E. Antes, geb. Degen
Hans Antes
Familie Konrad Schemig
Familie Peter Nikolai.
Darmſtadt, den 15. Juli 1928,
Die Beerdigung findet Mittwoch,
den 18. Juli, nachmittags 4 Uhr,
von der Kapelle des alten Friedhofs
an der Nied.=Ramſtädterſtraße aus
ſtatt.
(*18407
Todes=Anzeige.
Nach längerem Teiden wurde unſer lieber Vater,
Bruder, Schwager, Onkel und Großvater
Heir
Moragan Semmelfein
im faſt vollendeten 75. Lebensjahre durch einen ſanften
Tod erlöſt.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſiadt, den 16. Juli 1928.
Die Beerdigung ſindet Dienstag, des 17. Juli, vormittags 11:/, Uhr,
vom Portal des iſrgel. Frſedhofes aus ſtatt. (18647
Frl. wünſcht gebild.
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Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſiadt, den 13. Juli 1928.
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3½ Uhr, vom Portale des alten Friedhofes
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tal ruiniert. Man hatte mir so
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redet, das selbsttätis waschen
soll. Na, ich danke für solche
SSelbstbetätisungs. Nie
wie=
der !Wäre ich doch bei
Nau-
mann’s Kernseite Extrafeine
Qualitäty geblieben, die sibt
blendend weiße Wäsche mit
sutem, frischem Geruch und
macht nicht arm.
Nummer 192
Dienstag, den 17. Juli 1928
Seite 5
Neger=Nevue=Premiere Sam Wooding.
Tierſchutzverein für Heſſen in Darmſiadt.
Aus der Landeshauptſiadt.
Darmſtadt, 17. Juli.
Eine Kriegsbeſchädigten=Fahrt
nach Bad Homburg.
In 32 Kraftfahrzeugen wurden etwa 80 Kriegsbeſchädigte in
herr=
licher Fahrt nach Homburg v. d. Höhe gebracht, wo im feſtlich
geſchmück=
ten Kurſaal Homburger Damen die Gäſte mit Kaffee und Kuchen
be=
wirteten. 12—1500 Kriegsbeſchädigte des Gaues 3a genoſſen hier
Gaſtfreundſchaft. Herr Kleinböhl, der erſte Vorſitzende des Gaues
Ba dankte in einer Anſprache den Freunden des A. D.A. C., die dieſen
herrlichen Tag ermöglicht hatten. Nach einem ſinnigen Vorſpruch, den
Herr Lehrer Ziegler= Homburg vortrug, entbot Gauvorſitzender
Seibert einen Willkommengruß, indem er ſeinen Dank in beredten
Worten Ausdruck gab und ein Hoch auf den Klub ausbrachte.
Bezirks=
leiter Rett von der Kriegerkameradſchaft Haſſia bezeichnete die Tat
des A. D.A. C. als eine Dankespflicht, die für unſere Kriegsb=ſchädigten
zu entrichten ſei. Im Namen des Kreiſes Homburg bewillkominnete
der ſtellvertrtende Landrat Bürgermeiſter Füller die Gäſte. Als
Vertreter der Städte des Gaues 3a dankte Direktor Butterweck
vom Frankfurter Wohlfahrtsamt dem A.D.A.C. für das ſchöne Feſt
und hob die Hilfsbereitſchaft des Klubs hervor. Den Dank der
Kriegs=
beſchädigten ſtattete Stadtverordneter Sauer=Frankfurt ab.
Folgende Mitglieder des A. D.A.C. ſtellten liebenswürdigerweiſe
ihre Wagen zur Verfügung, die Herren: Gg. H. Hartmann, Friedel
Zahn, Karl Roth, Ad. Brunner, Jakob Emmerich, Gg. Geißler=
Eber=
ſtadt, P. Thoß, Willi Zelder, Jakob Löffler, Gg. Chriſt jun., Hugo
Zimmer, Ph. Heß, J. Dreeſen=Wolfskehlen, Fr. Rundſtadler, Herm.
Volz, H. Metzler, Wilh. Deſch, W. Heldmann, Joſ. Deutſch, P. Arnold,
Willi Roth, Louis Geher, Jonas Meyer, H. Thomas=Schneppenhauſen,
Willi Veith, Emil Stroh, J. Rambock, L. Felmer, Fr. Dahlerbruch=
Eberſtadt, W. Wagner=Eberſtadt, Gg. Burkhardt=Eberſtadt.
Der Reichsbund der Kriegsbeſchädigten und
Hin=
terbliebenen, Gauleitung Heſſen, Darmſtadt, ſchreibt: Eine
jedle Tat zur Nachahmung! Der Allgemeine Deutſche
Auto=
mobil=Club, Gau Frankfurt, Gruppe 3a, veranſtaltete am 14. Juli eine
Schwerkriegsbeſchädigtenfahrt nach Bad Homburg. Die Ortsgruppe
Darmſtadt des Heſſiſchen Motorſportklubs, Mitglied des genannten
Gaues, ſtellte ſich in liebenswürdiger Weiſe unſeren lieben
ſchwerkriegs=
beſchädigten Kameraden von Darmſtadt zur Verfügung und beförderte
zirka 80 Schwerkriegsbeſchädigte nach Bad=Homburg. Dortſelbſt kamen
zirka 1200 bis 1500 ſchwerkriegsbeſchädigte Kameraden zuſammen und
waren dort Gäſte bei freier Bewirtung des genannten Klubs. Dieſe
edle Tat iſt um ſo höher anzurechnen, weil es nicht auf unſere
An=
regung, ſondern aus der eigenen Initiative des genannten Klubs
her=
vorgegangen iſt. Wir empfehlen dem Motorſport=Club Darmſtadt,
idieſe Sache zu wiederholen und erſuchen alle Fahrzeugbeſitzer von
DDarmſtadt, künftighin ihre Fahrzeuge uns zur Verfügung ſtellen zu
twollen. Eine große Anzahl unſerer ſchwerkriegsbeſchädigten
Kamera=
iden mußten leider dieſes Mal mit betrübten Geſichtern zu Hauſe
blei=
ben, und wir hoffen, ſie das nächſte Mal, wenn mehr Fahrzeuge zur
WVerfügung ſtehen, mitnehmen zu können. Im Namen des Reichsbunds
ider Kriegsbeſchädigten und Hinterbliebenen, Ortsgruppe Darmſtadt,
ſprechen wir unſeren verbindlichſten Dank aus und wollen hoffen, daß
idie Gepflogenheit auch fernerhin wieder zum Ausdruck gebracht wird.
*
Der Zentralverband deutſcher
Kriegsbeſchädig=
ſter und Krieg erhinterbliebener e. V., Ortsgruppe
Darm=
fſtadt, ſchreibt uns:
Die Ortsgruppe Darmſtadtz des Zentralverbandes deutſcher Kriegs=
Weſchädigter konnte auf Einladung des A. D.A.C. Gau 3a vergangenen
Tamstag eine größere Anzahl Schwerbeſchädigter an der dargebotenen
ävundervollen Autofahrt nach Bad Homburg v. d. H. teilnehmen laſſen.
Bei mäßigem Tempo wurden zur Fahrt die ſchönſten Waldſtraßen
ge=
hvählt, und konnte man ſogleich feſtſtellen, daß die Organiſation dieſer
Fahrt in beſten Händen lag. Im Kurhaus Bad Homburg trafen
ſſſchließlich an 1500 Schwerbeſchädigte zuſammen, denen bei feſtlichem
Empfang und freier Verpflegung einige genußreiche Stunden bereitet
wvurden. Für dieſe große Opferfreudigkeit ſagen wir dem A.D.A. C.
an dieſer Stelle herzlichen Dank. Aber, ach ſo ſelten begegnen die
Tchwerverwundeten Frontkämpfer ſolch edlen Menſchen.
R.P.
— Aenderung des Geſetzes über den Urkundenſtempel. Der heſſiſche
Juſtizminiſter hat dem Landtage eine Virlage zugehen laſſen, die eine
SAbänderung des Geſetzes über den Urkundenſtempel dahingehend vor=
Fieht, daß für die Genehmigung zum Erwerb von Grundſtücken durch
Hlusländer und juriſtiſche Perſonen der Stempelbetrag auf 10—1000
EReichsmark feſtgeſetzt wird. Das Geſetz ſoll auch Anwendung finden
muf Stempelbeträge, die vor der Verkündung des Geſetzes fällig
ge=
uvorden, aber noch nicht angefordert worden ſind. Bis zur Inflation
nvurde ein Stempel für die Genehmigung zum Erwerb von Grund=
(tücken durch Ausländer erhoben im Betrage von 10—50 Reichsmark.
lells im Jahre 1923 die Grundſtücksübergänge beſonders zahlreich wur=
SSen, belegte man auch die Genehmigung von Grundſtückskäufen durch
äuriſtiſche Perſonen mit einem Stempel. Durch Geſetz vom Februar
1924 war der Stempel auf 1000—10 000 Goldmark feſtgeſetzt, jedoch dem
uſtizminiſterium erlaubt worden, in Billigkeitsfällen Ermäßigung
wder Erlaß eintreten zu laſſen. Bei den ſchwierigen wirtſchaftlichen
WVerhältniſſen wurde das Miniſterium jedoch wegen dieſer Härte mit ſo
Fahlreichen Geſuchen überlaufen, daß es nunmehr die geforderte
Her=
ſbſetzung der Stempelgebühren vom Landtag verlangt.
— In den Ruheſtand verſetzt wurden: am 9. Juli der Lehrer an
Her Volksſchule zu Bechtolsheim (Kreis Oppenheim) Heinrich
Roth=
rnann am 10. Juli die Handarbeitslehrerin an der Volksſchule zu
Mainz Julie Molthan — beide auf ihr Nachſuchen vom 1. Auguſt
928 ab.
— Erledigt ſind: eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer
an der Volksſchule in Stammheim (Kreis Friedberg).
Dienſtwoh=
niung iſt vorhanden und frei; eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen
Lehrer an der Volksſchule in Ulrichſtein (Kreis Schotten).
Woh=
mung iſt vorhanden und frei.
— Zum Rektor der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt iſt für die
Beit vom 1. September 1928 bis 31. Auguſt 1929 der ordentliche
Pro=
eſſor für Phyſik an der Techniſchen Hochſchule Dr. Hans Rau
ge=
wählt und vom Geſamtminiſterium beſtätigt worden.
— Neue Gehälter im Baugewerbe. Vom Zentralverband der
An=
freſtellten wird uns mirgeteilt, daß nunmehr ein Schiedsſpruch für die
Angeſtellten im Baugewerbe ergangen iſt. Die Erhöhung beträgt 5
Pro=
vent. Die neuen Tabellen ſind auf der Geſchäftsſtelle zu haben.
— 10 750 Badegäſte beſuchten am Sonntag den Woog. Eine
Rekordzahl für Darmſtadt, die bei der Hitze erklärlich iſt. Jeder
nreunte Darmſtädter war alſo am Sonntag im Woog.
— Sommerſpielzeit im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheaters
Darmſtadt (Leitung: Direktor Adalbert Steffter). Heute Dienstag
gerſte Abonnementsvorſtellung für Dienstagmieter) und täglich abends
Uhr wird die mit großem Beifall aufgenommene Operette „Die
Faſchingsfee” von Emmerich Kalman aufgeführt. Als nächſte
Operette gelangt „Adrienne” von Walter W. Götze zur Aufführung.
Dieſe Operette gehört zu den beſten Operettenneuheiten, und ſchreiben
Berliner Zeitunge: u. a.: „Eine der beſten Operetten, die in den
letz=
ten Jahren kompeniert wurden; ein reizvolles luſtſpielhaftes Libretto
und eine Partitur, die heute eine Wohltat iſt” „Aus Hannover wird
z. B. geſchrieben: „Beſte Operettenmuſik, vortreffliches Buch, verdienter
Erfolg.”
— Turngemeinde 1846. Wie aus der heutigen Anzeige erſichtlich,
fändet am Donnerstag, den 19. Juli, 20.30 Uhr, im großen Saale der
Turnhalle am Woogsplatz die zweite Werbeveranſtaltung
f ir das Deutſche Turnfeſt in Köln ſtatt. Die Kapelle Kümmel, die
Turnabteilungen und die Singmannſchaft werden wieder für einen
geenußreichen Abend ſorgen.
Zum heutigen Gaſtſpielbeginn der „Schwarzen Revue” im Orpheum
ſei nachfolgender Kritikauszug des Berliner Lokalanzeigers angezogen:
„Ein Gong. Vorhang auf: Sam Wooding iſt da. Sam
Woo=
ding (Broadway) präſentiert ſich im hellen Sommeranzug,
Elchleder=
ſchuhen, Goldplombe., Taktſtöckchen in der Hand, lächelnd, Gentleman
in Black=Bottom. Er beginnt zu ſtampfen und zu tanzen, er taktiert
n— dem Knie, das Fortiſſimo (Aufbrüllen von Elefanten) mit dem
ganzen Sommeranzug. Und — keine Pauſe. Der Mann hatte vor
zehn Minuten einen Ohnmächtsanfall, raſte vor fünf Minuten in einem
Wagen her und ſtampft, tanzt, projiziert drei Stunden lang, vom
Scheitel bis zur Sohle Rhythmus Broadway. Esf Nummern ohne
Pauſe. Und dann ſechs Nummern ohne Pauſe. Im Hintergrunde
gehen die Kuliſſen auf und nieder wie Schiebladen: Ueberſeedampfer,
Wolkenkratzer, Plakatſchreie, Pazifiklokomotiven, Palme mit Expreſſion.
Vor dieſer Palme in einem roſa Kleid ſang Edith Wilſon engliſch und
dann deutſch iniges von der Liebe (rührend, wie ſie das gelernt hat:
„Iſch glaube niſcht, daß tu miſch lieben tuu!”) Es blieb die einzige
Konzeſſion, die man Old Country machte. — Die „Mannſchaft”: eine
Pauke, 1 Klavier, 4 Trompeten, 3 Saxophonbläſer, 1 Baß (mit Blech
und Holz), 1 vernickeltes Banjo, das Spiegellichter über die Geſichter
blitzte. Und immer der Rhythmus (Sam Woodings Knie)! Zu
die=
ſem Rhythmus geſchehen einige unterſchiedliche Dinge: der unerhörte
Steptänze U. S. Thomrſon im ſchwarzen Anzug hielt zum Beiſpiel
mit donnernden und flüſternden Schuhen eine Wahlrede. Zwei
Tän=
zerinnen jazzen; Straußfedern und blanke Zähne. Johnny Hudgins
zeigt Or' ginal Mwa=Mwa. Mwa=Mwa iſt alles. Mwa=Mwa iſt die
Welt, die Lebensauffaſſung. Ob man tanzt, ſingt, ſtept, flidet”; ſogar
das todestraurige Wolgalied: Wwa=Mwa. — — Das war bei uns im
Anfang ein Spaß; man machte Höllenſpektakel, Katzenmiau,
Nigger=
jajzz. Plötzlich kamen die „Nigger” ſelber. Mit einer unerhörten,
unfaßbaren Muſikalität; da wurde es ernſt. Dieſe Neger — früher
Onkel Toms Hütte — erfaßten den Rhythmus unſerer Zeit. Sie
ge=
ſtalteten ihn. Die erſte und die letzte Ausdrucksform iſt Muſik. Die
erſte Negerwelle war ſentimentaliſch, ſang Plantation=Sehnſucht mit
dem tiefen, weltſchmerzlichen Saxophon. Die nächſte Welle war die
Baker. Sam Wooding von heute iſt die dritte Welle. Die
Senti=
mentalität iſt dahin, das Erotiſch=Groteske iſt beiſeite, es bleibt: Mwa=
Mwa, der Rhythmus. Tänzerinnen, Stepper, Sängerinnen, Exzentrik
ſind im Rhythmus zuckende, vorübergleitende Erſcheinungen. Sie ſind
ſchon unperſönlich, geſchweige Stars. Die eine braune Tänzerin iſt
häßlich wie eine Spitzmaus und ſingt wie eine leere Konſervenbüchſe:
auch dies iſt Mwa=Mwa. Soll man ſagen, daß Sam Wooding die
ſachliche Negerſchule bedeutet? Mit Schlagworten kommt man nicht
weiter, eben jetzt zerſchlagen wir ſie.”
Mit Rückſicht auf das heiße Sommerwetter iſt der Beginn der
heutigen Premiere auf 8.30 Uhr abends feſtgelegt. Im übrigen iſt das
Orpheum beſtens ventiliert und für Kühlung geſorgt. — Preiſe der
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Was man vom Hitzſchlag und Sonnenſiich
wiſſen muß.
Die Stoffe, die dem Körper als Nahrung zugeführt werden,
wer=
den bei der Arbeit in erhöhtem Maße verbraucht. Dadurch wird im
Körper Wärme erzeugt, die an das Individuum (Menſch, Tier)
um=
gebende kältere Luft= oder Waſſerſchicht abgegeben wird. Iſt aber das
infolge großer Hitze an heißen Sommertagen nicht mehr möglich, d. h.
wird der Körper von außen her nicht mehr gekühlt, ſo ſtaut ſich die
Wärme im Körper und verurſacht zum Teil zeitweiſe Schädigungen,
vor allem Blutandrang zum Gehirn und Anſammeln von
Stoffwechſel=
giften. Je nach der körperlichen Konſtitution des Einzelnen zeigen ſich
dann unmittelbar oder etwas ſpäter die Erſcheinungen des Hitzſchlags.
Der hiervon Betroffene weiſt ein hochrotes Geſicht auf, atmet ſtoßweiſe,
keuchend oder überhaupt nicht und iſt bewußtlos. Die Behandlung muß
ſofort bis zum Eintreffen des Arztes energiſch aufgenommen werden
und beſteht im Zufächeln friſcher Luft, Hochlagern des Kopfes im
Schat=
ten, Oeffnen beengender Kleidungsſtücke und Abreiben des Kopfes und
ganzen Körpers mit friſchem Waſſer. — Eine ähnliche Erſcheinung wie
der Hitzſchlag iſt der Sonnenſtich. Seine Urſachen ſind Ueberhitzung
des Kopfes durch Sonnenſtrahlen und dadurch erhöhten Blutandrang
zum Großgehirn. Die Begleiterſcheinungen ſind faſt dieſelben wie bei
dem Hitzſchlag und ebenſo zu behandeln.
Liate Mattse!
Ich kann tatsächlich nicht gut mitgehen, Du findest aber
Stegmüller ganz leicht, denn im Schloßgraben
wehen grüne Fahnen und ganz zu recht, denn
die „grünen Preise” sind ein festliches Ereignis.
11640)
Oainn kou.
epp. 58. Kartellverſammlung des C.V. in Agchen. Der
Kartellver=
band der katholiſchen deutſchen farbentragenden Studendenverbindungen
(C.V.), der größte katholiſche deutſche Sturdentenverband, dem zurzeit
117 Verbindungen und 5 befreundete Verbindungen im deurſchen
Sprach=
gebiet angehören, hält in den Tagen vom 2. bis 6. Auguft ſeine
Jahres=
verſammmlung in Aachen ab.
— „Fußballwanderer‟ Die Gebrüder Berzen, die mit einem 1,20
Meter dicken Fußball eine Deutſchlandsreiſe ſeit dem 18. April 1928
unternommen haben, paſſieren in den nächſten Tagen Darmſtadt. Der
Zweck ihrer Wanderung iſt, alle Hauptfußballvereinslokale von
Deutſch=
land zu beſuchen.
— Tätigkeitsbericht der Sanitätswache Saalbauſtraße 6 (Tel. 400)
im Monat Juni 1928. Im Monat Juni wurden mit dem
Kran=
ken=Kraftwagen 124 Transporte ausgeführt, davon 36 von und nach
auswärts, dabei wurden 1520 Kilometer gefahren. Fahrſtuhlausfahrten
von nicht gehfähigen Kranken wurden 26mal ausgeführt. Die
Verleih=
anſtalt für Krankenpflege=Bedarfsartikel wurde im Monat Juni 97mal
in Anſpruch genommen. — Es ſtehen zur Zeit noch eine Anzahl
Fahr=
ſtühle zum Verleihen fahrbereit.
Auf der 47. Ordentlichen Hauptverſammlung des Tierſchutzvereins
für Heſſen in Bad=Naukeim ſind auf Antrag des Ausſchuſſes folgenden
118 Perſonen 103 Diplome und 1200 RM. Geldgeſchenke
bewilligt worden.
Polizeiaufſichtsperſonal für Förderung des Tierſchutzesr
Gend.=Hauptwachtmeiſter Schupp, Groß=Gerau, Gend.=Meiſter
Bühner, Sprendlingen (Kreis Offenbach), Gend.=Hauptwachtmeiſter
Höbel, Sprendlingen (Kreis Offenbach), Gend.=Hauptwachtmeiſter
Böcher, Büdingen, Gend.=Hauptwachtmeiſter Fornoff, Bad=
Nauheim, Gend.=Meiſter Wenzel, Vilbel, Gend.=Hauptwachtmeiſter
Mayle, Freienſteinau, Gend.=Hauptwachtmeiſter Köhl, Schotten,
Gend.=Meiſter Poth, Laubach, Gend.=Hauptwachtmeiſter Fauſt,
Nieder=Olm, Gend.=Hauptwachtmeiſter Kumpf, Alzey, Gend.=Meiſter
Meßner, Sprendlingen (Rheinh.), Gend.=Hauptwachtmeiſter
Bir=
kenſtock, Sprendlingen (Rhh.), Gend.=Hauptwachtmeiſter Mannz,
Sprendlingen (Rhh.), Gend.=Hauptwachtmeiſter Niſchwitz,
Gunters=
blum, Pol.=Hauptwachtmeiſter Stricker. Darmſtadt, Pol.=
Haupt=
wachtmeiſter Derſt, Lampertehim, Pol.=Hauptwachtmeiſter Marx,
Offenbach, Pol.=Hauptwachtmeiſter Horn, Offenbach, Pol.=
Ober=
wachtmeiſter Seng, Gießen, Pol.=Hauptwachtmeiſter Velde Gießen,
Pol.=Hauptwachtmeiſter Heußner, Gießen, Pol.=Hauptwachtmeiſter
Schneider, Gießen, Pol.=Hauptwachtmeiſter Wolf, Gießen, Pol.=
Wachtmeiſter „Firnhaber, Mainz, Kriminaloberſekretär Heck,
Mainz, Pol.=Wachtmeiſter Grebner, Mainz, Pol.=Oberwachtmeiſter
Gerbens, Mainz, Pol.=Oberwachtmeiſter Ködding, Mainz, Pol.=
Meiſter Günther, Alzey, Pol.=Hauptwachtmeiſter Booß, Alzey,
Pol.=Hauptwachtmeiſter Jakobi, Alzey, Kriminal=Hauptwachrmeiſter
Schulz, Alzey, Pol.=Oberwachtmeiſter Göttelmann, Alzey, Pol.=
Hauptwachtmeiſter Lindhof, Alzey, Pol.=Hauptwachtmeiſter Hahn,
Alzey.
Für treue Tierpflege:
Frl. Helene Numrich, Eſchollbrücken, Georg Altendorf,
Nieder=Beerbach, Phil. Merz, Nieder=Beerbach, Ad. Franz
Weih=
rich Bensheim, Peter Grieſer, Bensheim, Frl. Dora Flaitz,
Bensheim, Heinrich Wiemer Hochſtädten, Heinr. Mayer II.,
Ueberau, Philipp Meyer, Reichenbach, Peter Rößler, Reichenbach,
Frl. Marie Daum, Lützelbach, Friedr. Roßmann, Brandau, Gg.
Mich. Roth, Klein=Umſtadt, Peter Götz III., Kirch=Beerfurth, Mich.
Erbeldinger, Nieder=Klingen, Heinr. Roth, Schaafheim, Jak.
Frell Ebersberg (Kreis Erbach), Georg Schweitzer, Ebersberg
(Kreis Erbach), Karl Vay, Bullau; Frl. Marie Fornoff, Kirch=
Brombach, Georg Treu, Neuſtadt i. Odw., Wilh. Riefling,
Michelſtadt, Wilh. Heil, Michelſtadt, Adam Guthmann,
Gins=
heim, Hch. Ittner, Ginsheim, Aug. Bamberg, Walldorf, Ludw.
Seip, Ober=Sensbach, Kraft, Neckarſteinach, Wilhelm,
Neckar=
ſteinach, Joſef Reinlein, Groß=Steinheim, Joh. Phil. Kratz Vl.,
Dudenhofen, Seraphim Oſter Dudenhofen, Kurt Schröder,
Du=
denhofen, Bernhard Schmitt, Ohmes, Georg May, Alsfeld, Joh.
Groſelis, Alsfeld, Georg Helwig, Dirlammen, Johs. Ruhl,
Alsfeld, Otto Schäfer, Alsfeld, Johs. Kraus, Homberg, Karl
Kimpel Ober=Gleen, Eduard Brill, Büdesheim. Ferdinand
Appel, Engelthal, Andreas Müller, Engelthal, Karl Zahn,
Ortenberg, Frau Emilie Schaller, Butzbach, Franz Sauer,
Reichelsheim i. W., Friedrich May, Wiſſelsheim, Hans Zaiſer
Zad=Nauheim, Ludwig Ehrenberg, Bad=Nauheim, A. Schnautz,
Bad=Nauheim, Johannes Agel, Lollar, Fräulein Marie Wenzel
Allmenrod, Emil Steuernagel, Steinfurt (Kreis Lauterbach),
Wilhelm Lang, Bobenhauſen bei Mücke, Karl Dick, Jugenheim
(Rh.), Jakob Stricker, Flomborn, Philipp Maurer, Flomborn,
Konrad Hang III., Gau=Algesheim, Peter Weber, Oſthofen, Wilh.
Buſch, Oſthofen, Johann Nolte, Oſthofen, Gg. Schumann III.,
Mainz=Koſtheim, Ludw. Stein, Mainz=Koſtheim, Joh.
Hinter=
kirchen, Wöllſtein, Wachtmeiſter Stößel, Gonſenheim,
Wacht=
meiſter Krumpholz, Gonſenheim, Adam Rück, Gonſenheim, Frl.
Marie Weiß. Dexheim, Wilhelm Bub, Dexheim, Johann Jung,
Dexheim, Joſef Hofbauer, Nierſtein, Adam Dill,Nierſtein, Jul.
Heil, Nierſtein, Friedr. Franz Arndt, Nierſtein, Georg
Heb=
ling, Nierſtein, Joſf Hügel, Nierſtein, Peter Kreit III.,
Schorns=
heim, Gg. Kiefer, Schwabsburg, Joh. Rauſchkolb II.,
Wachen=
heim, Johann Schwahn, Worms=Hochheim.
Die Ueberſendung wird Ende Auguſt erfolgen.
N. Kratz.
— Flugtaa in Darmſtadt. Die „Heſſenflieger” Verein für Luftfahrt
e. V., rufen für den 5. Auguſt ihre Anhänger zur Teilnahme an dem
diesjährigen Flugtag auf. Aber nicht nur dem bereits flugſportlich
in=
tereſſiertem Publikum iſt der Beſuch dieſer Veranſtaltung zu empfehlen.
Bei früheren Anläſſen hat es ſich ſtets als Mangel herausgeſtellt, daß
der Zuſchauer den Flugbewegungen wohl folgem konnte, nicht aber ihren
Namen und Sinn erkannte. Flugfiguren wie Turn, Rolling, Trudeln
uſw. ſind dem Namen nach einigen bekannt, der großen Maſſe der
Zu=
ſchauer aber ſagen ſie erſt etwas, wenn die Namen in Verbindung mit
der Vorführung ſtehen. Deshalb werden die Heſſenflieger am 5. Auguſt
mehrere Lautſprecher, auf dem ganzen Flugplatz verteilt, aufſtellen, durch
die ſodann das Publikum ſtets genaueſtens informiert wird. Ueber das
Programm iſt zu ſagen, daß wit einer Reihe der bekannteſten
Kunſt=
flieger verhandelt wird. Wahrſcheinlich kommen die Verhandlungen mit
dem bayeriſchen Piloten Stör zum Abſchluß, der hinter Fieſeler und
Udet als beſter deutſcher Pilot gilt. Auf jeden Fall wird hier zum
erſten Male der ſchwierige Rüchenflug gezeigt werden. Auch die anderen
Programmpunkte ſind nach bewährtem Muſter zuſammengeſtellt und
verſprechen einen vollen ſportlichen Erfolg. Schon fetzt ſei geſagt, daß
ſich die Eintrittspreiſe in ſehr mäßigen Grenzen bewegen. Nähere
Mit=
teilungen ergehen noch.
— Der Gabelsberger Stenographen=Verein von 1861 eröffnet in
der Ballonſchule am Dienstag und Freitag dieſer Woche
wei=
tere Kurſe in der Reichskurzſchrift. (Näheres ſiehe heutige Anz.)
Lokale Veranſkaltungen.
Ole hſerunter erſcheinenden Nofizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten.
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
— Bund Königin Luiſe. Unſere Gedenkfeier findet nicht
Mittwoch, den 18. Juli, ſondern Mittwoch, den 25. Juli, ſtatt.
Täheres wird noch bekanntgegeben.
— Herrngarten=Kaffee. Heute abend 8 Uhr findet
wie=
der ein Künſtler=Konzert (Stadtorcheſter) ſtatt.
— Wiener=Kronenbräu=Keller. Heute Dienstag, den
17. Juli, abends 8 Uhr, konzertiert das Stadtorcheſter unter Leitung
ſeines Kapellmeiſters W. Schlupp im Wiener Kronenbräu=Keller nach
einem volkstümlichen Proxramm, welches jedem Konzertbeſucher einige
wirklich angenehme, unterhaltende Stunden bereiten wird.
— Mittwochs=Konzerte im Orangeriegarten. Von
Nittwoch ab findet allwöchentlich im Orangeriegarten anſtelle der
früheren, ſo beliebten Donnerstag=Saalbau=Konzerte durch das Stadt=
Orcheſter ein größeres volkstümliches Konzert ſtatt. Es iſt Vorſorge
ſetroffen, daß dieſe Unterhaltungskonzerte allen Anforderungen
Rech=
nung tragen. Die Eintrittspreiſe ſind derart gehalten, daß jedem der
Beſuch des Konzerts ermöglicht iſt.
— Ludwigshöhe — Kinderfeſt. Auf der Ludwigshöhe
findet Mittwoch, den 18. Juli, ein großes Kinderfeſt ſtatt; dasſelbe
bietet Erwachſenen wie den ſich daran beteiligenden Kindern größte
Freude. Spiele aller Art mit wertvollen Preiſen ſind vorgeſehen. Das
Stadtorcheſter in großer Beſetzung unter Leitung ſeines Kapellmeiſters
W. Schlupp konzertiert dabei nach einem, der Veranſtaltung gerecht
werdenden Programm.
Tageskalender für Dienstag, den 17. Juli 1928.
Landestheater Großes Haus: Geſchloſſen. — Kleines Haus:
abends 20 Uhr, Sommerſpielzeit: „Die Faſchingsfee‟. — Orpheum
abends 20,15 Uhr: „Die ſchwarze Revue”, — Konzerte: Schloß=
Kaffee, Kaffee Rheingold, Hotel Schmitz, Weinhaus Maxim. —
Kino=
vorſtellungen: Helia, Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz=Theater.
Seite 6
Dienstag, den 17. Zuli 1928
Nummer 192
Aus Heſſen.
Starkenburg.
An. Arheilgen, 16. Juli. Während des Urlaubs uſeres
Orts=
geiſtlichen werden deſſen Funktionen durch Herrn Pfarraſſiſtent
Brem=
mer=Griesheim verſehen und hat derſelbe für dieſe Zeit hier Wohnung
genommen. Herr Pfarrer Grein, der Ortsgeiſtliche, macht gegenwärtig
mit einer größeren Anzahl Jünglingsvereinsmitglieder eine Wanderung
durch die Eifel. — Eine kleine Eröffnungsfeier veranſtaltete der
neue Beſitzer des Gaſthauſes „Zum weißen Schwanen”. Die Kapelle
Anthes ſowie die im Lokale anſäfſigen Vereine ſorgten für ein recht
abwechſlungsreiches Programm. Der Abend verlief in recht animierter
Weiſe. — Der ſeit Jahren hier beſtehende
Dreſchmaſchinen=
bertieb mit Holzſchneiderei, Inhaber Heinrich Korbus, ging an deſſen
Söhne Nikolaus und Karl Korbus, Firwa Gebrüder Korbus, über.
J Griesheim, 15. Juli. Die Landwirtſchaftskammer Darmſtadt hatte
im Auftrage des Heſſiſchen Miniſteriums für Arbeit und Wirtſchaft von
den ſämtlichen hier beſtehenden 5 Frankfurter Marktvereinen und der
neugegründeten Obſt= und Gemüſe=Verwertungs=Genoſſenſchaft Vertreter
zu einer gemeinſamen Ausſprache an die Landwirtſchaftskammer
ein=
geladen. Dieſer Ausſprache lag die Anregung zugrunde, einen
Zuſam=
menſchluß dieſer Organiſationen zu einer großen und infolgedeſſen
leiſtungsfähigen Genoſſenſchaft herbeizuführen. Es war dabei an die
Verwertung der vom Reich der Landwirtſchaft zinslos zur Verfügung
geſtellten Kredite gedacht, wovon in erſter Linie Griesheim welches durch
ſeinen ausgedehnten Gemüſebau weit und breit bekannt iſt, mit einem
größeren Betrage bedacht werden ſollte. Mit Rückſicht auf den in die
Intereſſen der hieſigen Landwirtſchaft tief einſchneidenden Zweck der in
Ausſicht genommenen Beſprechung mußte es naturgemäß eigenartig
an=
muten, daß ſämtliche Vertreter der 5 Markrvereine der Einladung nicht
gefolgt waren. Da nur der Vertrauensmann der
Landwirtſchaftskam=
mer, Herr Landwirt Johannes Schupp I und zwei Vertreter der Obſt=
und Gemüſeverwertungsgenoſſenſchaft den Weg zu der Beſprechung
gefunden hatten, konnte dem Gedanken des im allgemeinen Intereſſe der
Landwirtſchaft gelegenen Zuſammenſchluſſes nicht näher getreten werden,
weshalb die Sitzung reſultatlos aufgehoben werden mußte. Ob die
der=
zeitigen umfangreichen Feldarbeiten oder andere Gründe die Vertreter
der Marktvereine von dem Beſuch der Sitzung abhielten, mag
dahin=
geſtellt ſein. Wie zuverläſſig feſtſteht, kommen aus allen Teilen unſeres
Heſſenlandes andauernd Klagen an die Landwirtſchaftskammer über
allzu hohe Belaſtung und unzureichende Kredite für die Landwirtſchaft.
Es dürfte deshalb logiſcher Weiſe nahe liegen, daß derjenige, der
wirk=
lich Hilfe braucht, auch Hilfe ſucht bzw. die ihm angebotene Hilfe nicht
ohne weiteres ausſchlägt. Wenn man nun aber einer von Staatswegen
eingeleiteten Hilfsaktion, die gar nicht zu unterſchätzende Vorteile für
die Landwirtſchaft bringen ſoll und ohne Zweifel auch bringen würde,
ſeitens der Intereſſentenſchaft ſo wenig Verſtändnis entgegenbringt, ſo
hat man letzten Endes wirklich keinen Grund, ſich darüber zu wundern,
wenn die Vermutung hervortritt, daß die Verhältniſſe der
Landwirt=
ſchaft für eine durchgreifende Reichshilfe zumindeſt in unſerem Bezirke
doch noch nicht ganz reif ſind.
Aa. Pfungſtadt, 16. Juli. Sommerferien. Am Wochenende
haben diesmal nur die Klaſſen der Knabenfortbildungsſchule ihre
drei=
wöchigen Sommerferien begonnen. Die Ferien der Volksſchule und der
Mädchenfortbildungsſchule beginnen dagegen erſt am kommenden
Sams=
tag, den 21. Juli. Der Unterricht für die Knabenfortbildungsſchule
nimmt am 6. Auguſt wieder ſeinen Anfang. Die anderen Schulen
be=
ginnen den Unterricht erſt am 13. Auguſt wieder, — Seltenes
Ehe=
jubiläum. Ende dieſer Woche kann der zum zweitenmal verheiratete
Spenglermeiſter Bauer, in der Mittelgaſſe, ſeine Silberne Hochzeit
be=
gehen. Seine erſte Frau iſt Beuer, der Kriegsveteran von 1870 iſt, vor
nunmehr 28 Jahren geſtorben. — Säuglingsfürſorge. Die
nächſte Beratungsſtunde für Mutter= und Säuglingsfüorſorge findet am
Dienstag, den 17. Juli, nachmittags um 2½ Uhr, in der
Handwerker=
ſchule ſtatt.
Le. Groß=Umſtadt, 16. Juli. Sortieren von Obſt und
Ge=
müſe. Die Landwirtſchaftskammer für Heſſen veranſtaltet am 24. Juli
d. J. in ihrem Muſter= und Verſuchsgut für Obſt=, Gemüüſe= und
Wein=
bau einen Kurs im Sortieren und Verpachen. Die Teilnahme an dieſem
Kurs iſt gebührenfrei, doch müſſen die Anmeldungen zur Teilnahme bis
ſpäteſtens den 19. Juli bei der Landwirtſchaftsbammer in Darmſtadt
er=
folgen. — An dem 10. Deutſchen Sängerbundesfeſt zu Wien, das am
19. bis 22. Juli abgehalten wird, beteiligen ſich 22 hieſige Sänger.
— Reichelsheim i. O., 16. Juli. Dank der eifvigen Tätigkeit der
hieſigen Gemeindeverwaltung und des Verkehrsvereins hat der Verkehr
der Sommerfriſchler in dieſem Jahre einen ſolchen Aufſchwumg
genom=
mem, daß in den Hotels alle Fremdenzimmer belegt und auch zahlreiche
Privatquartiere von Kurgäſten gemiedet ſind. Neben der herrlichen
Land=
ſchaft iſt es vor allem das durch die Gemeinde im Vorjahre errichtete
Schwimmbad, das einen Hauptanziehungspunkt bildet. Von der
Rodenſteiner Straße her iſt das Schwimmbad mit Fuhrwerk zu
errei=
chen, da dort jetzt ein Fahrweg ausgebaut iſt. Im Intereſſe der
Er=
holungſuchenden wäre es erwünſcht, wenn ſeitens der Bürgermeiſterei
dafür Sorge getragen würde, daß durch Anbvingung zweier Tafeln mit
entſprechender Aufſchrift den Radfahrern klar gemacht würde, daß das
Befahren des von der Beerfurther Stvaße nach dem Bad führenden
ſchmalen Fußwegs verboten iſt.
A4i. Vielbrunn, 16. Juli. Landwirtſchaftlicher
Rund=
gang. Der geſtrige, in hieſiger Gemarkung erfolgte
landwirtſchaft=
liche Rundgang kann als intereſſanter Lehrgang bezeichnet werden. Der
Neferent des Landwirtſchaftsamtes Michelſtadt, Herr
Landwirtſchafts=
aſſeſſor Lemb, machte auf dem ausgedehnten, mehrſtündigen Rundgang
durch Feld und Wieſen mit den Teilnehmern vor manchem Grundſtück
Halt und hielt bei wit üppigen Halm= oder Hackfrüchten beſtellten
Aeckern mit ſeiner Anerkennung nicht zurück, andererſeits rügte er
be=
ſtehende Mängel, Begehungs= und Unterlaſſungsſünden. Er referierte
über Bodenbeſchaffenheit und =bearbeitung, Düngung, Saatgutwechſel,
Kartoffelkrankheiten, Getreidebrand und deren Bekämpfung, über
Samenmiſchungen bei Neuanlagen von Wieſen uſw. Zum Schluß wurde
die zweck3 Düngungsverſuche in 21 Parzellen eingeteilte, mit Hafer
be=
ſtellte Verſuchöfläche des Herrn Jakob Fleck beſichtigt und waren die
Unterſchiede der verſchiedenartigen Düngumg ſchon von weitem
erſicht=
lich. Am meiſten hervorſtechend war natürlich die Fläche Volldüngung,
woſelbſt der Hafer eine Durchſchnittslänge von 1,50 Meter aufweiſt.
Ab. Aus dem Moffautal, 16. Juli. Schlechte
Heidelbeer=
ernte. Die diesjährige Heidelbeerernte iſt als gering zu bezeichnen.
Die Beeren dürften vor einigen Wochen under der Kälte ſehr gelitten
haben. Die Händler zahlen für das Pfund 35 Pfennige.
A. Kolmbach, 16. Juli. 40jähriges Stiftungsfeſt des
Gefangvereins „Sängerbund”. Bei ſchönſtem Feſtwetter
feierte der Verein ſein Feſt. Bereits am Samstag fand ein Fackelzug
mit Einleitungsfeier ſtatt, bei der die noch lebenden Gründer (8)
beſon=
ders geehrt wurden. Am heutigen Nachmittage fand dann um 3 Uhr ein
Feſtzug durch die Ortsſtraßen ſtatt, an dem 18 Vereine teilnahmen.
Be=
ſonders erfreulich war es, daß Herr Rektor Meixner von Bürſtadt als
ehemaliger Gründer und erſter Dirigent des Vereins erſchien und den
lange Zeit von ihm geleiteten Männergeſangverein Bürſtadt, alſo
San=
gesbrüder vom Ried, mitbrachte, die Herr Präſident Katzenmaier in
ſei=
nem Willkommensgruß außer den anderen Gaſtvereinen und Feſtgäſten
beſonders willkommen hieß. Fräulein Hartmann überreichte als
Ehren=
dame im Namen der Feſtjungfrauen eine ſchöne Ehrenſchleife. Herr
Bürgermeiſter Bitſch von Glattbach überbrachte den Willkommensgruß
der Gemeinde. Dann ergriff Herr L. Hoffmonn von Lindenfels als
Feſtredner das Wort und ſtreifte die Geſchichte des Vereins, auf den er
ein allſeits freudig erwidertes Hoch ausbrachte. Nun ſang der
feſt=
gebende Verein mit Orcheſterbegleitung „O Schutzgeiſt alles Schönen”
unter Leitung von Herrn Lehrer Schüßler, worauf dann die Gaſtvereine
ihre Chöre ſangen.
Hirſchhorn, 16. Juli. Waſſerſtand des Neckars am
15. Juli: 0,56 Meter; am 16. Juli: 0,52 Meter.
Ay. Bensheim (Bergſtr.), 16. Juli. Der Mangel einer neuzeitlichen
Anforderungen genügenden Badeanſtalt wird gerade in der
fetzi=
gen Hitzeperiode in Bensheim fühlbar empfunden, zumal andere heſſiſche
Städte mittlerweile in dieſer Hinſicht Vorbildliches geſchaffen haben. —
Von der Aufbauſchule. Der zu Oſtern neu ernannte Direktor
der Bensheimer Aufbauſchule, Oberſtudiendirektor Como, hat nunmehr
ſeinen Wohnſitz endgültig von Bingen nach Bensheim verlegt und die
Dienſtwohnung des Direktors der Anſtalt bezogen. —
EineSommer=
fahrt der Bensheimer Kriegsbeſchädigten in den
Odenwald. Dem Vorbild anderer Städte folgend, veranſtaltete der
Bensheimer Automobilklub am geſtrigen Sonntag eine Sommerfahrt der
hieſigen Kriegsbeſchädigten in den Odenwald, eine Tour, welche
diefeni=
gen, die Gäſte ſein durften, über Lindenfels—Reichelsheim und die
Spreng nach dem Zielpunkt Michelſtadt führte. Nah längerem
Aufent=
halt im dortigen Stadion, das große Bewunderung fand, ging die
Rück=
fahrt über Erbach durch das Marbach=Tal nach Weſchnitz, Fürth und
dann durch das Kirſchhäuſer Tal nach Bensheim zurück. Abgeſehen von
einem Wagen, der ſiebenmal (1) Reifendefekt hatte, nahm die Fahrt
einen wohlgelungenen und eindrucksvollen Verlauf. Nach der Rückkehr
nach Bensheim waren die Kriegsteilnehmer alsdam noch Gäſte des
Klubs im „Deutſchen Haus”.
Wanderungen und das
Wochenende unerläßlich
Pu de Nolse Chlorodont=
Zahn=
paſte und die
dazuge=
hörige Chlorodont=
Zahnbürſte mit gezahntem Borſtenſchnitt zur Beſeitigung fauliger,
übel=
riechender Speiſereſte m den Zahnzwiſchenräumen und zum Weißputzen der
Zähne. Die geſ. geſch. Chlorodont-Zahnbürste von beſter
Quali=
tät, für Erwachſene 1.25 Mk., für Kinder 70 Pf., iſt in blau=weiß=grüner
Original=Chlorodonwpackung überall erhältlich.
TV.485
Bm. Hofheim (Ried), 16. Juli. Bürgermeiſterwahl. Bei
der Bürgermeiſterwahl, bei welcher von 1648 Wahlberechtigten 1535 von
ihrem Wahlrecht Gebrauch machten, wurde Gemeinderat Ferbert mit 809
Stimmen zum Bürgermeiſter gewählt. Der Gegenkandidat,
Beigeord=
neter Lameli erhielt 718 Stimmen. Ungültig waren 8 Stimmen. Dem
neuen Bürgereiſter wurden ſtürmiſche Ovationen dargebracht.
Sporterfolg. Die erſte Elf des hieſigen Fußballvereins gewann im
Abendwettſpiel am Samstag abend gegen W.=Neuhauſen mit 6:2 Toren.
Das Privatwettſpiel am Sonntag gegen die erſte Elf des Sportvereins
Gimbsheim endete unentſchieden 3:3. Dagegen mußte unſere zweite Elf
der gleichen von Gimbsheim einen 4:3 Sieg überlaſſen.
Gernsheim, 16. Juli. Waſſerſtand des Rheins am
15. Juli: 0,56 Meter; am 16. Juli: 0,50 Meter.
O. Groß=Gerau, 16. Juli. Annahme des ſtädtiſchen
Vor=
anſchlags. Der Gemeinderat von Groß=Gevau hat mit allen gegen
zwei Stimmen (Kommuniſten) den Haushaltsvoranſchlag der Kreisſtadt
für das Jahr 1928 angenommen. Die Steuerſätze betragen im
einzel=
nen: bebaute Grundſtücke und Bauplätze 25 Pfennig, gewerbliches
An=
lage= und Berriebskapital ſtatt 1,20 RMM. im Vorjahre jetzt 70 Pfennig,
land= und forſtwirtſchaftlich genutzte Grundſtücke ſtatt 80 Pfennig im
Vorjahre 60 Pfennig, ſtaatliches Gewerbeſteuerertragsſoll 105 Pfennig,
ſtaatliches Sonderſteuerſoll 35 Pfennig (Vorjahre 35,2).
Br. Egelsbach, 16. Juli. Die Gemeinde beabſichtigt, mehrere
Ge=
meindehäuſer zu verkaufen, da Liebhaber dafür da ſind und die Häuſer
für die Gemeinde nicht mehr rentabel ſind; denn jährlich ſind
min=
deſtens 30 Prozent der Miet= für Reparaturen zu verwenden. Auch
von der vorgeſetzten Behörde wird der Gemeinde der Verkauf der
Miethäuſer empfohlen. — Als Vertreter des Handwerks wurde Herr
Karl Herfurth und als Vertreter der Elternſchaft Herr Fritz Kern und
Gemeinderat Noll in den Schulvorſtand gewählt.
Bx Langen, 16. Juli. Nachdem in voriger Gemeinderatsſitzung
der Gemeindevoranſchlag mit 9 zu 9 abgelehnt worden war, iſt er in
letzter Sitzung nach nochmaliger Durchberatung angenommen. Nur
über den Beitrag zur hieſigen Realſchule und zur Kirche entſpann ſich
eine längere Debatte, doch wurden dieſe beiden Punkte in beſonderer
Abſtimmung auch angenommen, dagegen wurde ein Antrag auf
Ein=
ſetzung eines Betrags von 600 Mk. in Einnahme und Ausgabe für
Erbbegräbnisplätze mit 10 gegen 9 Stimmen abgelehnt.
42. Neu=Iſenburg, 16. Juli. Elektrifizierungder
Wald=
bahn. Die Arbeiten zu der Elektrifizierung der Waldbahn haben
be=
gonnen. Die ganze Strecke wird einheitlich ausgebaut. Zu dieſem
Zwecke müſſen an der einen Seite der alten Gleisanlage noch
verſchie=
dentlich Baumfällungen vorgenommen werden. An anderen Stellen
werden ſchon Leitungsmaſte aufgeſtellt. Man gibt ſich der Hoffnung
hin, die Arbeiten noch im Herbſt beendigt zu ſehen.
a. Offenbach, 16. Juli. Die
Stadtverordnetenverſamm=
lung beſchloß am 28. Juni einſtimmig, es möge als Nachfolger des
ver=
ſtorbenen Direktors unſeres Stadtkrankenhauſes, Medizinalrat Dr.
Rebentiſch, der langjährige Oberarzt des Hauſes, Dr. Eberle, zurzeit
Direktor des Krankenhauſes in Münſterlingen (Schweiz), berufen werden.
Dr. Eberle hat in den letzten Tagen den Ruf abgelehnt. Offenbar hat
er, als in ſeiner Vaterſtadt die Berufung nach unſerer Stadt bekannt
wurde, dort das gleiche Entgegenkommen gefunden, das ihm hier
wer=
den ſollte. Die Sselle des Leiters der Chirurgiſchen Abteilung unſeres
Stadtkrankenhaes wird nun zuv bffentlichen Bewerbung ausgeſchrieben.
Rheinheſſen.
Ac. Worms, 16. Juli. Ertrunken iſt hier geſtern abend zwiſchen
6 und 7 Uhr der Wjährige Fabrikarbeiter Val. Börſchinger aus
Weins=
heim, der ſich beim Baden im offenen Rhein zu weit hinausgewagt hatte
und dann offenbar die Kraft verloyen hatte. Retrungsveyſuche, die, als
man das Unglück vom Ufer aus beobachtete, ſofort verſucht wurden,
blieben erfolglos.
Oberbeſſen.
h. Steinfurth, 16. Juli. Die große Roſenſchau, welche die
Bezirksgruppe Steinfurth vom Heſſiſchen Gärtnerverband geſtern
veran=
ſtaltete, bildete den Anziehungspunkt für Tauſende von Roſenfreunden,
die zum Teil aus weiter Ferne in unſerem Roſenort eintrafen.
Hun=
derte von Sorten reihten ſich aneinander, es ſollen nach ſachmänniſchem
Urteil etwa 25 000 Roſen aller Klaſſen geweſen ſein. Die älteſte hieſige
Roſenfirma, Gebrüder Schultheiß, wird nächſten Sawstag in Bad=
Nauheim, und zwar im Kurhaus, eine Roſen=Sonderſchau
veran=
ſtalten.
* Gießen, 16. Juli. Im Wettbewerb zur Erlangung von
Vorent=
würfen zu einem Verwaltungsgebäude der Allgemeinen Ortskrankenkaſſe
Gießen wurde folgenden Entwürfen Preiſe zuerkannt: Motto „Ecklöſung=
(Architekt Erich Hamann=Gießen) 2. Preis; „Aufbau 2” (Architekten H.
Völker und W. Schättler=Gießen) 2. Preis; „So gehts” (
Oberbauinſpek=
tor Georg Mohr=Gießen) 3. Preis; „1928” (Stadtbaurat Gravert=
Gie=
ßen) wurde vom Preisgericht zum Ankauf empfohlen; „Geſtaffelt” (
Archi=
tekten Heinz Schmidt und Ph. Klein=Gießen) wurde vom Preisgericht
zum Ankauf empfohlen; „Rotes Kreuz” (Architekt C. Leichum=Gießen)
erhielt vom Preisgericht lobende Erwähnung.
h. Vom Vogelsberg, 15. Juli. Viel belacht wird ein
Gauner=
ſtreich, den ein durſtiger Handwerksburſche in einem Dorfe des oberen
Vogelsbergs ausführte. Er ließ ſich in einer Wirtſchaft eine leere
Sel=
terswaſſerflaſche mit dem geliebten Kornbranntwein füllen und
ver=
ſenkte ſie dann tief in ſeine Rocktaſche. Nun ſuchte er alle Taſchen aus,
um das Feuerwaſſer zu bezahlen. Schließlich erklärte er ſehr
nieder=
geſchlagen, er habe ſein Geld verloren. Der Wirt verlangte ſeine
Flaſche Schnaps zurück, und mit höflichſter Entſchuldigung verſchwand
der fahrende Geſelle ſchleunigſt aus der Wirtſchaft. Als der Wirt ſeinen
Schnaps wieder in den Krug ſchütten wollte, da merkte er den
Gauner=
ſtreich des Landſtreichers. Dieſer hatte ihm nämlich eine zweite, mit
Waſſer gefüllte Seltersflaſche zurückgegeben und war mit der Beute
verſchwunden.
Ba. Naurod, 16. Juli. Großfeuer auf dem Kellerskopf.
Die geräumige Gaſtwirtſchaft von Chriſt, die mit offener und
geſchloſſe=
ner Halle verſehen war, iſt in vorvergangener Nacht vollſtändig
einge=
äſchert worden. Zu retten blieb bei dem Brande von vornherein nicht
viel, da es ſchwer hielt, das Waſſer auf den 475 Meter hohen
Kellers=
kopf hinaufzuſchaffen. Der eifrigen Tätigkeit der Nauroder Feuerwehr
gelang es dennoch, den 18 Meter hohen Ausſichtsturm zu erhalten. In
dem Gaſthaus befand ſich auch das wit großen Koſten eingerichtete
Klub=
lokal des Rhein= und Taunusklubs, das witverbrannt iſt. Es iſt noch
nicht feſtgeſtellt, wie das Feuer, das nachts 2½ Uhr zuerſt bemerkt
wurde, entſtanden iſt. Der Gaſtwirt erleidet großen Schaden durch
un=
verſicherten Verluſt. Dadurch, daß der Wind günſtig war, wurde ein
großer Waldbrand verhütet.
Geſchäftliches.
Der Ausberkauf bei der Firma Rehfeld dauert bis inkl.
Sams=
tag, den 21. d. Mts. Benützen Sie noch dieſe Gelegenheit, um
außer=
gewöhnlich billig einzukaufen. Nur noch wenige Tage dauert dieſe
Ver=
anſtaltung. Ganz rückſichtslos ſind die Preiſe herabgeſetzt worden,
dik=
tiert von dem Willen, um die Sommerbeſtände möglichſt reſtlos zu
ver=
kaufen. Deshalb der letzte Appell: beſuchen Sie die Firma J. Rehfeld,
Ludwigsſtr. 15, in dieſen Tagen noch, Sie werden erſtaunt ſein über die
billigen Preiſe.
Wetterbericht.
Gießen, 16. Juli.
Eine abermalige Temperaturzunahme hat über Deutſchland
ein=
geſetzt. Berlin und Breslau hatte heute morgen ſchon 28 Grad Celſius.
Auch die Berge weiſen hohe Temperaturwerte auf. (Waſſerkuppe 2,
Kahler Aſten 25 Grad Celſius.) — Ueber Mitteleuropa iſt es zur
Aus=
bildung flacher Druckſtörungen gekommen, die auch bei uns die
Mög=
lichkeit zu Gewittern geben. Da aber über den britiſchen Inſeln und
der Nordſee die dortigen kühleren Luftmaſſen erneut hohen Luftdruck
nach dem Kontinent führen, ſo wird der Störungseinfluß nur
vorüber=
gehend ſein und nach geringer Abkühlung wieder hochſommerliches Wetter
einſetzen
Ausſichten für Dienstag, den 17. Juli: Nach vorübergehend etwas
be=
wölktem Wetter mit vereinzelten Gewitterſtörungen und etwas kühler
wieder hochſommerliches Wetter.
Ausſichten für Mittwoch, den 18. Juli: Heiter, ſehr warm, trocken.
in C‟ Wind: Nieder=
ſchlag
in mr= Schnee=
decke
in cm Gießen: heiter 22— N. — Aachen: heiter 23 SW, Hamburg: bedeckt 21 S8O, 0,4 Berlin: heiter 28 Windſtille — München: wolkenlos SSW, — Königsberg: heiter 2. D Breslau: heiter 28 Windſtille —
Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen:
Feldberg:
(Taunus
(Schwarzw.) heiter 19 NW.
D Zugſpitze: Kahler Aſten: heiter O.
— Fichtelberg: heiter 3 Windſtille Schneekoppe: heiter 17 SSW.
RINDEK
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11636
Nummer 192
Dienstag, den 17. Juli 1928
Seite 7
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[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Dienstag, den 17. Juli 1928
Nummer 192
Reich und Ausland.
Verurteilte Falſchmünzer.
Hanau. Mit einer umfangreichen
Falſchgeld=
affäre hatte ſich zwei Tage lang das Erweiterte
Schöffengericht Hanau zu befaſſen. Angeklagt waren
der 38 Jahre alte Kaufmann Heinrich Laufer in
Langenſelbold bei Hanau und ſeine Ehefrau der
An=
fertigung und Verbreitung falſcher Zweimarkſtücke,
der Althändler Nikolaus Laufer aus Höchſt a. M.
und der Kaufmann Hans Rippert aus Nied a. M.,
der Beihilfe zum Münzverbrechen bzw. der
Ver=
breitung von Falſchgeld. Das Zentralgeſchäft ſcheint
ſich in Frankfurt befunden zu haben. Aufklärung
fand die Affäre durch den Mitangeklagten Rippert,
der am 7. April d. J. bei der Verausgabung von
Falſchgeld verhaftet worden war und dann ein volles
Geſtändnis abgelegt hatte. Heinrich Laufer leugnete
die Anfertigung des Falſchgeldes. Er wurde vom
Schöffengericht ſchuldig befunden der Beſchaffung
und Verbreitung von Falſchgeld und erhielt 4 Jahre
Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverluſt. Auch wurde
auf Zuläſſigkeit der Stellung unter Polizeiaufſicht
erkannt. Bis zu 99 Prozent iſt das Gericht auch
überzeugt, ſo führte der Vorſitzende aus, daß er auch
der Verfertiger des Falſchgeldes iſt. Seine Ehefrau
und ſein Bruder Nikolaus, ſowie Hans Rippert
er=
hielten je 1 Jahr Gefängnis. Dem Rippert wurden
mildernde Umſtände zugebilligt, auch wurde ſein
Haftbefehl aufgehoben.
Großfeuer in Geiſenheim.
Ein Feuerwehrmann tödlich verunglückt.
Wiesbaden. Am Sonntag nachmittag kurz
nach 5 Uhr erſcholl plötzlich Alarmſignal und
Sturm=
geläut. In dem Zwierleinſchen Anweſen war in
dem Obergeſchoß des Hauptgebäudes plötzlich Feuer
ausgebrochen, das mit raſender Geſchwindigkeit um
ſich griff. In kurzer Zeit waren die in dem etwa
35 Meter langen Gebäude befindlichen 5 Wohnungen
vollſtändig niedergebrannt. Die Geiſenheimer Wehr
war ſofort zur Stelle; die Eltviller und Erbacher
Wehren wurden mit ihren Motorſpritzen zu Hilfe
gerufen und erſchienen in kurzer Zeit. Der infolge
der großen Trockenheit beſtehende Waſſermangel
be=
einträchtigte ſehr die Löſcharbeit. Von ¼7 bis 2 Uhr
nachts waren die Feuerwehren an der Arbeit, doch
der gewaltige Brand griff witer um ſich. Bald
mußten auch die Sanitätskolonnen eingreifen; der
Feuerwehrmann Appel wurde von einem Hitzſchlag
betroffen, dem er erlag. Um 9 Uhr wurde der
Wehr=
mann Lux ebenfalls bewußtlos vom Platze getragen,
doch hofft man ihn am Leben zu erhalten. — Um
2 Uhr war der Brand ſowit gelöſcht, daß auswärtige
Wehren abrücken konnten, die Geiſenheimer Wehr
blieb als Brandwache zurück. Das ganze Wohnhaus
mit 5 Wohnungen iſt niedergebrannt, ſämtliches
In=
ventar wurde ein Raub der Flammen; der Schaden
iſt bedeutend. Ueber die Urſache iſt noch nichts
be=
ſtimmtes bekannt geworden, doch wird Brandſtiftung
vermutet.
Wie wir über die Urſache des Großfeuers in
Geiſenheim erfahren, handelt es ſich wohl um
Brandſtiftung; es iſt bereits eine Verhaftung erfolgt.
Franzöſiſche Schleppkähne rammen ein
vollbeſetztes Schwimmbad.
Mannheim. Freitag nachmittag rammten
zwei nebeneinander talabwärts fahrende franzöſiſche
Schleppkähne das vollbeſetzte Männerfreibad. Durch
den Anprall entſtand bei den Beſuchern eine große
Panik. Viele ſtürzten und zogen ſich Verletzungen zu,
die glücklicherweiſe nur leichter Natur ſind. Nach
dem Zwiſchenfall wurde die Badeanſtalt ſofort
ge=
räumt, da man nicht gleich wiſſen konnte, ob der
Zu=
ſammenprall noch ſchlimmere Folgen nach ſich ziehen
konnte. Der Sachſchaden wird noch unterſucht.
Wieder neue Funde im Trierer Tempelbezirk.
Drier. Bei den umfangreichen Ausgrabungen
der Trier=Kommiſſion, des Altbachtales bei Trier,
die der Leitung von S. Loeſchka unterſtehen, ſind
kürzlich wieder gut erhaltene Altäre und Bildwerke
gefunden worden, die für die Kenntniſſe des
ein=
heimiſchen Götterkultus von größter Bedeutung ſind.
Das beſte Stück der neuen Funde iſt ein die
Pferde=
göttin Epona darſtellendes Kultbild aus Jurakalk,
das ſich durch die vorzügliche Art ſeiner Ausführung
und Erhaltung auszeichnet. Die Bedeutung der
Trierer Ausgrabungen geht daraus hervor, daß es
bis jetzt gelungen iſt, an dieſer Stelle die erſten
Reſte des prähiſtoriſchen Trier nachzuweiſen, darüber
den größten Tempelbezirk nördlich der Alpen zu
finden, den Sieg des Chriſtentums in Trier auf das
Jahr 337 feſtzulegen und ſchließlich auch noch die
erſten Wohnbauten des älteſten deutſchen Trier der
früh=fränkiſchen Zeit zu erkennen. Es darf und muß
erwartet werden, daß von ſeiten der die
Ausgra=
bungen fördernden wiſſenſchaftlichen Inſtitute, von
Reich, Staat, Provinz und Kommune alles getan
wird, daß gerade an dieſer Stelle ganze Arbeit
ge=
leiſtet wird, zumal dieſes ungewöhnlich dankbare
Ausgrabungsfeld unbebaut iſt und daher ſyſtematiſch
erſchloſſen werden kann.
Neun Todesopfer der großen Hitze in Berlin.
Der Sonntag brachte in der Mittagszeit für
Ber=
lin eine Rekordtemperatur. Das Thermometer zeigte
laut „Montagspoſt” 38,7 Grad im Schatten. Die
Seen und Flüſſe um Berlin herum hatten eine
Waſſertemperatur von 29 Grad Celſius aufzuweiſen.
Das Wannſeebad hatte eine Beſucherzahl von etwa
70 000 Perſonen. Insgeſamt ſind am Sonntag in
den Gewäſſern in und um Berlin neun Pevſonen
ertrunken.
Ein Autobus mit Ausflüglern in eine Schlucht
geſtürzt.
Brüſſel. In der Nähe von Braine=le=Chateau
fuhr ein mit We. hrern beſetzter Autobus gegen
einen Baum und ſtürzte in eine Schlucht. Acht
Per=
ſonen wurden getötet und mehrere verletzt.
Mißglückter Ausbruchsverſuch.
Der berüchtigte italieniſche Bandit Pollaſtro, der
kürzlich zu acht Jahren Bagno verurteilt wurde und
ſich demnächſt wegen weiterer Vevbrechen zu
verant=
worten haben wird, unternahm am Sonntag im
Santé=Gefängnis einen Ausbruchsverſuch. Nachdem
er die Gitter=Stäbe ſeiner Zelle durchſägt und ſich
an einem zuſammengeknoteten Streifen ſeines
Bett=
tuches in den Gefängnishof hinuntergelaſſen hatte,
verſuchte er einen mit Haken verſehenen Strick über
die Außenmauer zu werfen. Dabei wurde er von
einer Patrouille überraſcht und in ſeine Zelle zurück=
Gerüchte um Amundſen.
Die Reiter der „Jtalia”=Beſatzung.
Profeſſor Samailowitſch und Kapitän Egge an Bord des „Kraſſin”.
Die ganze Welt zollt bewundernde Anerkennung für die Umſicht und Kühnheit, mit der das
ruſ=
ſiſche Eisbrecherſchiff „Kraſſin” die Malmgreen= und die Viglieri=Gruppe der Nobile=Expedition
geborgen hat. Unſer Bild zeigt die verantwortlichen Führer des „Kraſſin” den Kapitän Egge
und den wiſſenſchaftlichen Berater Prof. Samailowitſch (links).
Der Wirklichkeit vorausgeeilt.
* Berlin, 16. Juli. (Priv.=Tel.)
Am Sonntag abend ging durch die Welt die
Nachricht von der Rettung Amundſens
aus Eiſesnot. Dieſe Meldung wurde aus
Oslo verbreitet, wo der innige Wunſch der
Be=
völkerung, den verehrten Landsmann gerettet
zu ſehen, die Veranlaſſung zu dem Gerücht
ge=
geben hat. Leider iſt dieſe Nachricht der
Wirklich=
keit vorausgeeilt. Die „Malygin” Rußlands
zweiter in die Arktis entſandter Eisbrecher, hat
zwar von der Sowjetregierung den Auftrag
er=
halten, die Suche nach Amundſen und der
Bal=
lnogruppe Alexandrini mit allen Kräften
fort=
zuſetzen, da der Eisbrecher „Kraſſin” durch die
Rekordleiſtung der vorigen Woche ganz ohne
Kohle iſt und unbedingt ſeine Vorräte in der
Adventsbay auffriſchen muß, bisher iſt es jedoch
der „Malygin” nicht gelungen, nach dem
Stand=
ort der Ballongruppe vorzuſtoßen. Die
Füh=
rung des Dampfers hält es für zweifelhaft, ob
es dem Eisbrecher überhaupt gelingen wird.
Er beſitzt nicht die Stärke der „Kraſſin”, die als
beſter Eisbrecher der Welt gilt. Profeſſor Wieſe,
der verandwortlicher Leiter der Hilfsexpedition,
glaubt, daß nur ein Flugzeug vom Schlage des
finniſchen Apparats, der die Gruppe Sora rettete,
die Aktion einer Befreiung der noch immer im
Eis eingeſchloſſenen Gruppe Alexandrini
durch=
zuführen in der Lage ſei. Dennoch wird
die „Malygin” verſuchen, möglichſt weit nach der
angegebenen Richtung vorzudringen, um
min=
deſtens der „Kraſſin” eine Fahrrinne zu
ſchaf=
fen, die ihr ſchleunige Fahrt ſichert. Sobald ſie
Kohlen übernommen hat, wird ſie die
Rettungs=
aktion fortſetzen.-
Wie Malmgreen ſiarb.
* Berlin, 16. Juli. (Priv.=Tel.)
Hauptmann Zappi, einer der beiden
Geret=
teten von der Malmgreen=Gruppe, iſt jetzt in der
Lage, einen ausführlichen Bericht über das
Ende des ſchwediſchen Profeſſors Malmgreen
zu geben. Danach brach der Forſcher von der
Lagerſcholle auf, als während der erſten ſechs
Tage nach dem Unglück keine Nachricht auf die
zahlreichen Funkſprüche vom roten Zelt aus
er=
ging. Es ſchien ſo, als wenn die Welt
abge=
ſchloſſen ſei. Malmgreen hätte daher einen
Ret=
tungsverſuch auf eigene Fauſt für geboten
ge=
halten. Sehr ſchlecht ausgerüſtet hätten ſie das
Lager verlaſſen und nach beſchwerlichem Weg
die Inſel Foyn erreicht. Von hier aus ſei die
Wanderung durch das Packeis weiter gegangen.
Malmgreen konnte nur mühſam folgen, weil
ſein linker Arm, der ihm beim Abſturz verrenkt
wurde, ihm heftige Schmerzen bereitete. Aus
dieſem Grunde hätte er auch kaum ſich am
Tra=
gen der mitgeführten Lebensmittel beteiligen
können. Bald ſpürte er, daß er den
Anſtren=
gungen der Wanderung durch das Eis nicht
gewachſen ſei. Er bat die beiden Italiener,
allein weiter zu gehen. Sie ſollten ſich und die
Gruppe Nobile auf Koſten ſeines Lebens retten.
Einen Tag ſpäter bat er ſie, ihm im Eis eine
Grube anzulegen, in der er ſein Grab finden
könne. Sie hätten es mit anſehen müſſen, wie
der geſchwächte Malmgreen in ſein Grab
ge=
ſtiegen wäre. Am nächſten Tag hätten ſie nur
100 Meter zurücklegen können. Von einem
Eis=
hügel aus konnten ſie noch Malmgreen ſehen,
der ihnen zuwinkte. Am andern Morgen jedoch
hätte der noch immer ſichtbare Körper keine
Zei=
chen von Leben mehr gegeben.
Zur ſchweren Autobuskataſtrophe im Südharz.
Der vollſtändig zertrümmerte Autobus und die umgekippte Lokomotive.
Ein mit Ausflüglern beſetzter Autobus fuhr bei Walkenried gegen die Lokomotive der
Südha=
bahn. Beim ſchweren Zuſammenſtoß wurde der ganze Oberbau des Autobus vom Fahrgeſt
geriſſen und zertrümmert. Vier Tote und 21 Schwerverletzte ſind einem ungeſicherten Bahnüb
gang zum Opfer gefallen.
Großfeuer auf dem Eichsfelde.
Heiligenſtadt. Sonntag abend gegen 6 Uhr
entſtand in dem Dorfe Beberſtadt im Eichsfelde aus
bisher unaufgeklärter Urſache Großfeuer, dem bis
gegen 9 Uhr abends fünf Scheunen und acht
Wohn=
häuſer zum Opfer fielen. An Löſcharbeiten war
wegen Waſſermangels überhaupt nicht zu denken.
Sieben Arbeiter verſchüttet.
Paris. Wie „Oeuvre” aus Chambery meldet,
ſind bei den Erdarbeiten zur Anlegung eines
Tun=
nels bei Braman ſieben Arbeiter infolge von
Erd=
rutzſchungen verſchüttet worden. Drei von ihnen
konnten ſchwer verletzt geborgen werden. Die
Ber=
gung der anderen vier wird mehrere Tage Arbeit
erfordern.
Der Prozeß
gegen den Raubmörder Hein.
Koburg. Im alten Schwurgerichtsſaal des
Landgerichtsgefängniſſes Koburg begann Montag
vormittag die Verhandlung gegen den Poſträuber
Hein. Auf einem Tiſch liegen die Waffen, die Hein
bei ſeinen Taten benutzt hat. Den Vorſitz führt
Landgerichtsdirektor Dr. Schack. Die Anklage
ver=
tritt erſter Staatsanwalt Leimer. Die Verteidigung
hat Juſtizrat Fränkel. Insgeſamt ſind 35 Zeugen
und 10 Sachverſtändige geladen. Der Angeklagte
nimmt auf der Anklagebank zwiſchen zwei
Polizei=
beamten Platz. Er macht einen verhältnismäßig
friſchen Eindruck. Er erklärt auf die Frage des
Vor=
ſitzenden, er fühle ſich wieder geſund. Hein iſt 1902
in Düſſeldorf=Gerresheim geboren und hat als
un=
gelernter Arbeiter in Jena gelebt. Er iſt bisher
nicht vorbeſtraft. Als die Zeugen in den Saal
ge=
rufen werden, kommt es zu einer dramatiſchen
Szene. Unter den Zeugen befindet ſich auch die
Mut=
ter des Angeklagten, die Invalidenrentnersfran
Maria Hein. Als ſie ihren Sohn erblickt, weint ſie
laut auf: „Was iſt denn paſſiert, mein Kind?‟ Dann
bricht ſie auf einem Stuhl zuſammen und ruft laut
weinend: „Jeſus, Jeſus, er wußte ja nicht, was er
tat!‟ Die alte Frau muß ſchließlich aus dem Saal
geführt werden. Man hört noch ihr lautes Weinen
draußen. Der Angeklagte Hein iſt von dem Auftritt
ſichtlich erſchüttert und weint. Der Zeuge
Kriminal=
wachtmeiſter Richard Schumann leidet noch unter den
ihm von Hein beigebrachten Verletzungen und kann
ſich nur auf Krücken in den Saal begeben. Der
An=
geklagte. Hein wird darauf über ſein Leben
ver=
nommen. Er iſt unter ärmlichen Verhältniſſen in
der Düſſeldorfer Glas=Kolonie aufgewachſen. Er
war das älteſte unter vier Geſchwiſtern. Bereits mit
13 Jahren wurde Hein von der Schule genommen,
um zum Unterhalt der Familie beizutragen. Er
wurde ungelernter Arbeiter und wird als fleißig
und ordentlich geſchildert. Kurze Zeit hat er auch
der ſyndikaliſtiſchen Arbeiterjugend angehört.
Opfer der Berge.
Baſel. Ein Schüler aus Berlin, der mit zwei
Kameraden und einem Lehrer das Matterhorn
be=
ſteigen wollte, ſtürzte über die Oſtwand ab. Die
Bergung der Leiche ſcheint ausgeſchloſſen. — Eine
in Zermatt zur Kur weilende deutſche Dame namens
Frau Stauf, die das Matterhorn mit einem Führer
beſtiegen hatte, geriet bei dem Abſtieg in einen
Steinſchlag und erlitt ſchwere Verletzungen an der
Schulter, während der Führer mit dem Schrecken
da=
vonkam. Eine Rettungskolonne zur Bergung der
Verunglückten iſt bereits abgegangen. Profeſſor
Brauntal aus Gera wollte zuſammen mit ſeiner
Gattin bei Gletſch nach dem Rhonegletſcher
hinüber=
gehen. Frau Profeſſor Brauntal kam an der ſteilen
Halde ins Rutſchen und ſtürzte auf dem Gletſcher ab.
Drei Wiener Touriſten durch Abſturz getötet.
Graz. Wie aus Admot gemeldet wird, ſtürzten
am Sonntag von der Nordwand des Hochtors im
Geſäuſe vier Wiener Touriſten ab, drei wurden
getötet, einer ſchwer verletzt.
Starkes Erdbeben in Smyrna.
Angora. Am Sonntag vormittag um 11½
Uhr wurde in Smyrna ein außerordentlich ſtarkes
Erdbeben wahrgenommen. Zahlreiche ſtarbe Erdſtöße
folgten ſodann in Zwiſchenräumen. Einzelheiten
fehlen noch.
Paris. Wie zu dem Erdbeben in Smyrna aus
Angora gemeldet wird, wurden in Smyrna
zahl=
reiche Gebäude beſchädigt und vier Perſonen
ver=
letzt. Der Juſtizpalaſt droht einzuſtürzen, ſſo daß die
Bureaus wieder geſchloſſen wurden. Ebenſo wurden
auch die Tabaklager in Turbali geſchloſſen, wo alles
zerſtört wurde und kein Gebäude in der Umgebung
der Stadt verſchont blieb. Man zählt ſechs
Ver=
wundete.
Badeſchlauch für Nichtſchwimmer.
Der Badeſchlauch für Unſichere und Nichtſchwimmer
hält den Körper in jeder Lage über Waſſer. Seine
gleichmäßige Verteilung ermöglicht ungehemmte
Be=
wegungen und ein Gefühl abſoluter Sicherheit für
den Nicht=, unſicheren oder ängſtlichen Schwimmer im
bewegten, feuchten Element. Das obere Bild zeigt
die geknüpften fahrradſchlauchartigen Gummiſchläuche,
das untere demonſtriert die große Tragfähigleit
des Badeſchlauches.
gern enel.
peke
AS
feWd
2 Werer
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geöffnet, ſo daß die
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geräumt wurde, da
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hat in ihnen einen
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* Vorwürfe geger
baveriſchem Gebie
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Nummer 197
Dienstag den 17. Juli 1928
Geite 9
(Eiſenbahnkataſtrophen in Bagern.
Das Münchener Eiſenbahn=Anglück.
Syſtemfehler der Deutſchen Reichsbahn?
München, 16. Juli.
Die „Münchener Telegrammzeitung” ſchreibt zu dem neuen
Etſenbahnunglück: Dieſe ſtändigen Menſchenopfer, die ſicherlich
ine Folge irgendwelcher Syſtemfehler der Deutſchen Reichsbahn
in.d, fordern energiſch Taten, nicht aber amtliche Berichte. Es
väre ein ſchweres wirtſchaftliches Unglück, wenn die Deutſche
ſrichsbahn in üblen Ruf geriete, und man kann leider nicht
leug=
um, daß ſie nach den kataſtrophalen Ereigniſſen der letzten Zeit
uff dem beſten Wege dazu iſt. Die Bahnbeamten beteuerten auch
n der vergangenen Nacht wieder, daß dieſes Unglück auf
Ein=
parung zurückzuführen ſei. Mag dies nun richtig ſein oder nicht,
* gierung, Parlament und Bevölkerung können eine Wirtſchaft,
ve ſie leider bei der Reichsbahn Platz gegriffen hat, auch nicht
ine Stunde länger dulden. Die Toten und Schwerverwundeten
ordern das Ende dieſes Syſtems.
Am der Unfallſielle. — Rettungsarbeiten im
Scheinwerferlicht. — Erregung in der
Be=
völkerung.
Das neue große Eiſenbahnunglück in München hat in der Bevölke=
„sg große Erregung hervorgerufen. Infolge des Alarmierens der
exevwehr und der Sanitätskolonne ſowie der gewaltigen Feuerſäule,
e mon an der Donnersberger Brücke zum Himmel ſteigen ſah, ſtrömten
r ße Maſſen von Neugierigen in die Gegend der Unfallſtelle. Die
Feuer=
alle ſtammte von dem Brand, der anſcheimend durch Heizgaſe der
Loko=
uckive in den beiden letzten Wagen des Vorzuges des
Verwaltungs=
uDerzuges (Sportzug) nach Augsburg-Nürnberg entſtand. Die
Feuer=
eier bemühte ſich lange Zeit vergeblich mit der Löſchung des Brandes.
Nn ſah, wie die Lokomotive des Stammzuges von dem brennenden
usgrahmen eines Perſonenwagens gewiſſermaßen umgrenzt war. Wäh=
—— die Feuerwehr am Löſchungswerk arbeitete, bemühte ſich die
Sani=
itsmammſchaft bei Scheinwerferlicht um die bereits geborgenen
Zug=
zſſſen. Glücklicherweiſe waren die Fenſter des angefahnenen Zuges
eicfnet, ſo daß die Leichtverletzten durch die Fenſter ins Freie gelangen
mmten, bevor die Wagen in Brand gerieten. Während der Arbeiten
„Sreitete ſich plötzlich intenſiver Gasgeruch, ſo daß die Gefahr einer
asexploſion befürchtet wurde und die Unglücksſtelle zuächſt ſchleunigſt
eräfumt wurde, damit die Feuerwehr allein arbeiten konnte. Infolge
er ſtarken Hitzeentwicklung durch den Brand ſchmolz die elektriſche
Ober=
in ung in der Gegend der Unfallſtelle ab, wodunch große
Verkehrsſtörun=
e eintraten. Leider konnte ein großer Teil der in den brennenden
Beagen befindlichen Perſonen, nicht mehr herausgebracht werden; er
nt in ihnen einen ſchmerzlichen Tod gefunden.
Das falſche Signal.
Die furchtbare Zugkataſtrophe im Münchener Hauptbahnhof
n. all ihren Entſetzlichkeiten, die jetzt bekannt werden, gab den
ekördlichen Stellen Veranlaſfung, eine ſtrenge Unterſuchung der
rdachen des Unglücks einzuleiten. Die Münchener Oeffentlichkeit
b= ſich allerdings mit den Berichten, wie ſie, ſorgſam zurecht
eyracht, laut werden, nicht zufrieden. Es werden ſehr ſcharfe
orwürfe gegen die Reichsbahnleitung erhoben, die allein auf
atzeriſchem Gebiet innerhalb der letzten Wochen drei Unglücke
uizuweiſen hat. Nächſt der Kataſtrophe von Siegelsdorf iſt das
Unglück von München das ſchwerſte der letzten Zeit. Wie ſo oft
uß auch diesmal das Perſonal der Eiſenbahnverwaltung
her=
thnen, um die Eiſenbahn zu rechtfertigen. Es wird nämlich ſchon
I8 behauptet, daß dem auf den Vorzug folgenden Sonderzug
ſirh Signal die Strecke freigegeben wurde, obwohl der
Unglücks=
tg. den Block noch gar nicht überfahren hatte und zudem die Not=
bremſe gezogen war. Die Auslöſung dieſer Bremſe veranlaßt
nach den Mitteilungen der Reichsbahnverwaltung auf offener
Strecke die automatiſche Blockierung aller Signale. Sie fallen
auf Halt, und die Weiterfahrt wird den folgenden Zügen
unmög=
lich. Warum der Fahrdienſtleiter des Münchener Hauptbahnhofs
die Strecke freigab, obwohl der gebremſte Zug dort noch ſtand, iſt
bisher ungeklärt geblieben, und wird es auch nach den
Erfahrun=
gen, die man bei ähnlichen Anläſſen gemacht hat, wahrſcheinlich
bleiben. Das Fahrperſonal, insbeſondere auch das des
Stell=
werkes, wird gegenwärtig von der Polizei vernommen. Von
ſei=
ten der Bahnbeamten wird darauf hingewieſen, daß es an den
veralteten Einrichtungen des Münchener Hauptbahnhofs läge,
wenn trotz der modernen Mittel der Zugſicherung das Unglück
geſchehen konnte. Ein Umbau des Bahnhofs und ſeine
Erweite=
rung wäre ſchon vor dem Kriege notwendig geweſen.
Die Schuldfrage bei der Münchener
Eiſen=
bahnkataſtrophe
Ueber die mögliche Urſache des Eiſenbahnunglücks im
Mün=
chener Hauptbahnhof meldet der Sonderberichterſtatter des
Süd=
deutſchen Koreſpondenzbureaus: Kurz nach der Ausfahrt des
Vorzuges wurde feſtgeſtellt, daß die Plombe der Notbremſe in
dem dritten Abteil des dritten Wagens des Vorzuges verletzt
war. Die Polizeidirektion München ſucht feſtzuſtellen, wie der
Hauptzug Ausfahrt erhalten konnte, obwohl die Rückmeldung
des Vorzuges und damit die Freigabe der Strecke für den
Haupt=
zug von der nächſten Blockſtelle noch nicht vorliegen konnte, weil
der Vorzug den Block noch gar nicht durchfahren hatte.
Feſinahmen wegen des Münchener
Eiſenbahnunglüds.
Auf Antrag der Staatsanwaltſchaft München I ſind im
Ver=
lauf der Unterſuchung über die Urſachen des Münchener
Eiſen=
bahnunglücks und zur Klärung der Frage, wie der zweite Zug
freie Fahrt bekommen konnte, obwohl das Blockſignal geſperrt
geſtellt war, der Oberſtellwerksmeiſter
Schnellrie=
der, der Bahnarbeiter Joſef Hechtl und der
Oberweichenwärter Johann Schall vorläufig
feſtgenommen und ſogleich nach der Vernehmung durch den
Ermittlungsrichter in das Gerichtsgefängnis
einge=
liefert worden. Von den Toten konnte der
37jährige Landespolizeiveterinär, Dr.
Kirch=
leitner aus Augsburg identifiziert werden. Da
man Ausweispapiere auf den Namen Hans Port, 48 Jahre,
Architekt, Augsburg, gefunden hat, vermutet man, daß auch
die=
ſer ſich unter den Toten befindet. Bei der Münchener
Polizei=
direktion iſt bereits eine Reihe von Vermißtenmeldungen
einge=
laufen. Die Polizei iſt mit der Nachprüfung beſchäftigt, ob ſich
die Vermißten unter den Opfern befinden. Die Identifizierung
begegnet gewaltigen Schwierigkeiten, da die Leichen keinerlei
Er=
kennungsmerkwale aufweiſen.
Eiſenbabnunfall bei Reit im Winkel.
Reit im Winkel, 16. Juli.
Geſtern vormittag ereignete ſich auf der Privatbahnſtrecke
Reit im Winkel — Roh=Polding unmittelbar vor Reit im Winkel
ein Eiſenbahnunglück. Infolge der großen Hitze trat eine
Schwellenausdehnung ein, durch die ein Zug entgleiſte. Die
Lokomotive und die beiden erſten Wagen ſtürzten in einen drei
Meter unter dem Bahndamm liegenden Bach. Drei Reiſende
tru=
gen leichte Verletzungen davon. Auch der Lokomotivführer und
der Heizer erlitten leichte Verletzungen.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Dienstag, 17. Juli. 12.30: Kaſſel: Konzert. O 16.30:
Funk=
orch.: Alte Tanzmuſik. 8 17.45: Aus dem Roman „Maler Nolten”
von Eduard Mörike. o 18.15: Vereinsnachrichten Mitteilungen.
2 18.30: Kaſſel: Stunde der Frau. 0 18.45: Kaſſel: Emil Echzell:
Franz Schubert als Klaſſiker der Chormuſik. 19.15:
Stadt=
medizinalrat Dr. Oxenius: Neues aus dem Gebiet der Tuberkuloſe.
O 19.45: Beamtenfortbildungskurſus. Dr. Neumark: Der
Reichs=
wirtſchaftsrat. D 20.15: Schubert=Konzert. Ausf.: Lulli Alzen=
Durieut Alt), Konzertm. W. Caſpar (Violine), L. Wenderoth
Flöte), R. Merten (Klavier), Funkorch. Muſikal. Leitung: Kapellm.
Merten. Ouvertüre Ddur. Fantaſie für Pianoforte und Violine
in Cdur. Lieder. Introduction und Variationen über ein Thema
aus den Müller=Liedern für Pianoforte und Flöte. Sechſte Sinfonie
in C=dur.
Stuttgart.
Dienstag, 17. Juli. 12.30: Schallplatten. O 15.45:
Frauen=
ſtunde: Warenkenntnis der Hausfrau. 6 16.15: Funkorch. Einlagen:
Alice Nick. o 18.15: Ing. Schmoll: Rundfunk in Frantreich.
8 18.45: Dr. P. Schickler: Technik und Gewerbe im Altertum.
19.15: Georg Geiſt: Einige baltiſche Originale. o 19.45:
Nach=
richten ſüddeutſcher Funkvereine. o 20: Feſtſaal tr. Liederhalle
Stuttgart: Konzert des Berliner Mozartchors (Jugendchor).
Chor=
dirig.: E. Steffen. Mozart: Ave verum. — Beethoven: Im
Arm der Liebe (Kanon). — Ruſſiſcher Veſperg
Küt gerſcite e ehe Selſe. e eri eite
Metronoms. — Cherubini: Lachkanon. — Albert: Tanzlied. —
Scandellus: Von einem Hennlein. — Laſſus: Echolied. —
Volks=
weiſen: Waldvögelein; Roſeſtock, Holderblüt; Die Spinnerin. o
An=
ſchl.: Freß=, Sauf= und Liebeslieder. Leitung: K. Köſtlin. Muſikal.
Leit.: O. Kühn. Mitw.: F. Wiſten, E. Thyſſen, Volksliederquartett.
40 Darbietungen. Anſchl.: Nachrichten.
Berlin.
Dienstag, 17. Juli. 6: Gynnaſtik. O 12.30: Für den
Land=
wrt. 0 15.30: E. W. Balk: Deutſche Volkskunſt. 6 16: E. Wittner:
Die Entwicklung der Bühneneinrichtungen. 16.30: Bücherſtunde.
O 17: Kurmuſik aus dem Oſtſeebad Ahlbeck. Dirig.: Obermuſikm.
a. D. Goeriſch. O 19: K. Schoenbach: Die Bedeutung des
Segel=
ſports. O 19.25: Elſe Frobenius: Schleswig=Holſtein,
meerumſchlun=
gen. O 19.55: Prof. Dr. Manes: Streifzüge durch die
Verſicherungs=
ehre (Feuerverſicherung). O 20.30: Vor der Leinwand. Poldini=
Im Steckkiſen: Babys Traum: die erſten Schritte: Marſch der
Kleinen. — Chwatal: Kinderſpiele und Schuljahre. — Herbert: Der
erſten Liebe goldene Zeit: Liebesſang. — Baron: Rendez=vous:
Liebeserklärung — Jenſen: Hochzeit: Hochzeitsmuſik. — Mikulicz:
Eheſtreit. — Rapee: Verſöhnung. — Baron: Die blaue Stunde.
— Huppertz: Muſikaliſche Szenen aus: Metropolis: Die Nibelungen,
— Künneke: Das Weib des Pharao. — Läwit: Tragödie der Liebe.
— Roland: Der Weltkrieg. — Ausf: Artur Guttmanns Sinfoniker.
Charlie K. Roellinghoff: Kientopp=Szenen. o Anſchl.: Tagesnachr.
Deutſche Welle. Dienstag, 17. Juli. 6: Gymnaſtik. o 12:
Franzöſiſch. O 12.25: Min.=Rat Dr. Beyer: 12,25:
Lebenstüchtig=
keit. 15: Carola Herſel: Ich erwarte Geburtstagsgäſte. (Für junge
Mädchen.) e 15.35: Wetter und Börſe. 0 16: Rektor Herzog:
Sonderſchulen für Sehſchwache. O 16.30: Dr. Zucker: Die Stadt
als Kunſtwerk. O 17: Leipzig: Kleine Muſikformen. o 18:
Dr. Günther: Die Bühnenkunſt des 19. Jahrhunderts. Szene aus
Hauptmanns, Roſe Berndt”. 18.30: A. Hein: Wanderung durch
die Oſtſeelandſchaft vor Brüſterort 6 18.55: Prof. Dr. Menz=
Der deutſche Buchhandel. 20.10: Langenberg: Sendeſpiel. Büchner:
„Woyzek”. Spielleitung: Generalintendant Hardt. o 21:
Abend=
konzert des kleinen Orch. des Weſtd. Rundfunks. Leit.: Eyſoldt.
0 22: Berlin: Preſſenachrichten.
Hauptſchriftleituug: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Pollill und Wirtſchaft: Rudelf Maupe; für Feuilleton Reich und
Ausland und Heſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. cugen
Buhimann=
für den Handel: Dr. C. 6. Queiſch; für den Schlußdienſſ: Andreas Baue;; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette: für den Inſeratenteil: Willp Kuble; Drut
und Verlag: C. C. Wittlch — ſämtlich in Darmſtiad”.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht Abernommen.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
EEinträge in das Handelsregiſter,
bzeilung A: Am 2. Juli 1928
hin=
hülich der Firma: Eugen
Müller=
rü geloh, Darmſtadt: Die Firma iſt
lätſchen. Am 13. Juli 1928 hinſichtlich
n Firma: E. Merck, Darmſtadt: Der
itverige Geſamtprokuriſt, Dr. Henry
fotenhauer, Ingenieur in Darmſtadt,
um Einzelprokuriſten beſtellt.
Neu=
nmrag am 10. Juli 1928: Firma
uläus Schimmelbuſch, Heizungs= und
mittäre Anlagen, Darmſtadt. Inhaber:
uläus Schimmelbuſch, Ingenieur in
anmſtadt. — Abteilung B: Am 10.
ulk 1928 hinſichtlich der Firma: A.
ſchmeider, Aktiengeſellſchaft, Darmſtadt:
ſte Generalverſammlung vom 24. Mai
:21; hat die Herabſetzung des
Grund=
wikals auf 161 000.— Reichsmark
be=
flüſſen. Am 11. Juli 1928 hinſichtlich
ierFFirma: Geſellſchaft zur Bekämpfung
in Pflanzenſchädlingen und
Pflanzen=
hkheiten in Weinbau und
Landwirt=
taft mit beſchränkter Haftung,
Darm=
tdrk: Kaufmann Wilhelm Wenz in
mnſtadt iſt als Geſchäftsführer
aus=
ſgheieden. Am 12. Juli 1928
hinſicht=
h der Firma: Heſſiſche
Eiſenbahn=
teengeſellſchaft, Darmſtadt:
Ober=
gemieur Heinrich Hubertus in
Darm=
fdr., iſt zum Geſamtprokuriſten beſtellt,
krart, daß er in Gemeinſchaft mit
gern anderen Prokuriſten der
Aktien=
ſellſchaft zur Vertretung dieſer
Geſell=
ſart befugt iſt.
(11623
2armſtadt, den 14. Juli 1928.
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1864
Sport, Spiel und Zurnen.
Deutſche Leichiathletik=Meiſterſchaften
Abſchluß der Kämpfe. — Barth Zehnkampf=
Meiſier. — Eintracht gewinnt die
Sprinter=
ſiaffel. — Neuer Rekord über 4mal 400 m
Mit dem Zehnkampf und den Staffelkämpfen fanden am Montag
abend im Düſſeldorfer Rheinſtadion die Deutſchen
Leichtathletikmeiſter=
ſchaften ihren Abſchluß. Wie an den beiden vorausgegangenen Tagen
war auch zum Schluß der Sport ſehr gut. Die Tage von Düſſeldorf
haben gezeigt, daß die deutſche Athletik über ein ſchönes
Leiſtungsver=
mögen verfügt. Wir beſitzen zwar nur auf wenigen Gebieten
über=
ragende Leute, die auch in Amſterdam mit wirklich begründeten
Er=
folgsausſichten an den Start gehen können, aber der Durchſchnitt der
Leiſtungen iſt ſo gut, daß wir in reinen Länderkämpfen zur Zeit wohl
nur den Vereinigten Staaten den Vortritt laſſen müſſen.
Im Zehnkampf gab den Ausſchlag der 1500=Meterlauf, da der
Kampf bis zum Schluß unter den drei Erſten ziemlich ausgeglichen
war. Der Süddeutſche Barth=Nördlingen kam mit 534 Punkten nahe
an die bisherige Höchſtleiſtung heran. Seine Einzelleiſtungen waren:
100 Meter 11,7 Sek., Weitſprung 7,04 Meter, Kugelſtoßen 11,06 Meter,
Hochſprung 1,71 Meter, 400 Meter 53,1 Sek., 110 Meter Hürden 15,8
Sek., Diskus 35,18 Meter, Stabhochſprung 3 Meter netto. Speerwurf
40,19 Meter, 1500 Meter 4:48 Min.
In der viermal 100 Meter=Staffel kam die Eintracht=Frankfurt zum
Erfolg, der um ſo höher bewertet werden muß, als die Eintracht
ge=
zwungen war, mit einem Verletzten, Geerling, und ohne Dr.
Wich=
mann zu laufen. Trotz dieſes ſchweren Handicaps lieferte die Eintracht=
Mannſcheft mit Geerling, Eldracher, Metzger, Salz ein ſehr feines
Rennen. Ihr Hauptgegner war der Sp.Cl. Charlottenburg. Der
ver=
letzte Geerling hielt Hubrich glatt. Eldracher holte einen ſchönen
Vor=
ſprung heraus, den Metzger auf fünf Meter vergrößern konnte. Da
der Wechſel zwiſchen Mesger und Salz verpfuſcht wurde, ging dieſer
Vorſprung wieder verloren, und ſo lieferte Salz als Schlußmann
Körnig ein prachtvolles Rennen, den er nicht nur halten konnte,
ſon=
dern auch noch um etwa einen Meter hinter ſich ließ. In der
immer=
hin recht achtbaren Zeit von 41.9 zerriß der Eintracht=Schlußmann das
Zielband mit einem Meter vor Charlottenburg. Sieben Meter weiter
zurück folgte der Berliner Sportklub. Zu einem ſchönen Doppelerfolg
kam Teutonia=Berlin, die bei viermal 1500 Meter dicht an den Rekord
herankam und in der viermal 400 Meter=Staffel einen neuen Nekord
mit 3:18,6 aufſtellte.
4X100 Meter: 1. Eintracht Frankfurt 41,9, 2. Sp. Cl. Charlottenburg
42, 3. Berliner Sp.Cl., 4. Kölner Sp. Cl. 99, 5. Bar Kochba Berlin.
4X400 Meter: 1. Teutonia Berlin (Neumann, Schmidt, Böcher,
Engel=
hardt) 3:18,6 — neuer deutſcher Rekord; bisher Teutonia 3:21.6;
2. Deutſcher Sp.Cl. Berlin 3:21.5, 3. Kölner Sp.Cl. 99.
4X1500 Meter: 1. Teutonia Berlin 16:42, 2. Preußen Stettin 16:58,
3. Hamburger Sp.V. 16:59.
Zehnkampf: 1. Barth=Nördlingen 534 Punkte, 2. Lemperle=Köln 530
Punkte, 3. Huber=Stuttgart 516 Punkte.
Deutſchlands Leichtathleten für Amſierdam.
Die endgültigen Nennungen.
Die Deutſche Sportbehörde für Leichtathletik hat am Montag in
Düſſeldorf gemeinſchaftlich mrit den Sportwarten der Landesverbande
und der Deutſchen Turnerſchaft die endgültige deutſche Leichtathletik=
Expedition für die Amſterdamer Hauptſpiele zuſammengeſtellt. Die
urſprüngliche Liſte erhielt dabei ganz weſentliche Abſtriche.
Bei den Männern wurden 23 Namen geſtrichen und nur drei neu
ein=
geſetzt, bei den Frauen ſtehen verſchiedenen Ausfällen 5 neue Namen
gegenüber. Unbeſetzt bleiben in Amſterdam 400 Meter Hürden, 3000
Meter Hindernislaufen, 10 000 Meter, Hammerwerfen und Dreiſprung.
Insgeſamt werden 41 Männer und 13 Frauen nach Amſterdam
ent=
ſandt. Gemeldet wurden:
Männer:
100 Meter: Körnig, Dr. Wichmam=Frankfurt, Corts=Berlin,
Houben=Bochum.
200 Meter: Körnig=Charlottenburg, Schüller=Krefeld, Dr. Wich=
wann=Frankfurt, Lammers=Oldenburg.
400 Meter: Büchner=Magdeburg. Stortz=Halle, Schmidt=Berlin.
Erſatz: Krebs=Hamburg, Engelhardt=Berlin.
800 Meter: Engelhardt=Berſin, Müller=Zehlendorf, Tarnogrocki=
Dresden, Dr. Peltzer.
1500 Meter: Krauſe=Berlin, Wichmann=Karlshorſt, Böcher=Berlin
5000 Meter: Kohn=Berlin, Boltze=Hamburg.
Marathonlauf: „Hempel=Berlin, Gerhardt=Siegen, Wanderer=
Pots=
dam, Schneider=Hirſchberg, Stellges=Bochum, Hörger=Braunſchweig.
119 Meter Hürden: Steinhardt=Karlsruhe.
Hochſprung: Huhn=Jena, Köppke=Stettin, Bonneder=Regensburg.
Weitſprung: Dobermann=Köln, Köchermann=Hamburg, Meier=,
Schlößke=Berlin.
Stabhochſprung: Müller=Cannſtatt.
Kugelſtoßen: Hirſchfeld=Allenſtein, Uebler=Fürth.
Diskuswerfen: Paulus=Wetzlar, Hoffmeiſter=Münſter, Hänchen=
Berlin.
Speerwerfen: Schlokat=Inſterburg, Stoſchek=Breslau.
4mal 100 Meter: Corts, Dr. Wichmann, Houben, Körnig. Erſatz
Lammers. Schlößke, Schüller.
4mal 400 Meter: Büchner, Stortz, Schmidt, Krebs. Erſatz:
Neu=
mann, Engelhardt, Dr. Peltzer.
Behnkampf: Der Gewinner der Deutſchen Zehnkampf=Meiſterſchaft.
Frauen:
100 Meter: Junker=Kaſſel, Holdtmann=Hamburg, Schmidt,
Stein=
berg=Berlin.
800 Meter: Radtke/Batſchauer=Breslau, Dollinger=Langenzenn,
Oeſterreich=Jena, Wewer=Lennep.
Hochſprung: „Notte=Düſſeldorf, Bonnetsmüller=München,
Brau=
müller=Berlin.
Diskuswerfen: Reuter=Frankfurt a. M., Mäder=Bernau,
Mollen=
hauer=Hamburg, Heublein=Elberfeld.
4mal 100 Meter: Junker, Holdtmann, Kellner, Schmidt. Erſatz:
Gelius, Gericke, Gerhardt, Steinberg.
Von der Liſte geſtrichen wurden u. a. bei den Herren Geerling=
Frankfurt, Wieſe, Güting, Diekmann. Huſen, Dreckmamn, Helber, Thiede,
Walpert, Reichmann, Troßbach, Welſcher, Schulze. Eicke, Mölle,
Lig=
nau, Schröder, Schauffele, Magck, Mäſer, Molles, Jonath und drei
Zehnkämpfer; bei den Frauen findet man Fräulein Haux nicht mehr,
die unbedingt mit auf die Liſte gehört hätte, wenn ſie auch verhindert
war, durch eine kurze und vorübergehende Indispoſition an den
Mei=
terſchaften teilzunehmen.
Rudern.
Die Meldungen zur Olympia=Regatta.
Sofort nach Schluß des deutſchen Meiſterſchaftsruderns am 8. Juli
in Hannover iſt der deutſche Olympia=Ausſchuß zuſammengetreten und
hat ſich über die nach Amſterdam zu meldenden Mannſchaftem dahin
ge=
einigt, daß die Sieger in jeder Meiſterſchaftsgattung zu Vertretern
Deutſchlands beſtimmt werden. Er iſt zu dieſem Entſchluß gelangt mit
Rückſicht auf die Tatſache, daß ſämtliche deutſche Meiſterſchaftsrennen
völlig einwandfreie Reſultate lieferten und in den meiſten Rennen eine
klare Ueberlegenheit des Siegers über alle Gegner zeigten. Es ſind alſo
für Amſterdam gemoldet worden:
1. Einer: (Frankfurter RV. 1865.) Walter Flinſch.
2. Zweier: (Hellas Berlin.) 1. Bruno Müller; 2. Kurt Moeſchter.
3. Doppelzweier: (Renngemeinſchaft Berlin.) 1. Gerhard Voigt;
2. Horſt Hoeck.
4. Vierer v. St.: (Hellas Berlin.)) 1. Kurtz Hielſcher; 2. Brumo
Müller; 3. Kurt Moeſchter; 4. Albert Lange.
5. Vierer m. St.: (Sturmpogel Berlin.) 1. Werer Kleine; 2. Karl
Hoffmann; 3. Hans Nickel; 4. Karl Golzo; St.: Alfred Krohn.
6. Achter: (Amicitia Mannheim): 1. Hans Maier; 2. Robert Huber;
3. Guſtav Meier; 4. Hermann Herbold; 5. Erwin Hoffſtgetter; 6.
Wil=
helm Reichert; 7. Ernſt Gaber; 8. Karl Aletter; St.: Fritz Bauer;
Er=
ſatz: Rudolf Wild, Heinrich Bender.
Jugendturnen im 3. Bezirk in Jugenheim.
Das an der Bergſtraße gelegene herrliche Jugenheim, einn
Perle unſerer engeren Heimat, hat ſich feſtlich geſchmückt, um ſeirn
Gäſte der Deutſchen Turnerſchaft zu empfangen. Wenn auch diesmal
es ſich nur um ein Jugendturnen handelt, ſo dürfte demſelben dog
eine gewiſſe Bedeutung beizumeſſen ſein, da jeder Deutſche auf der
Werdegang unſerer Jugend ſein Augenmerk richtet. Es dürfte außer
Zweifel ſein, daß die Turn= und Sportvereine in erſter Linie dax
berufen ſind, die Heranbildung der Jugend durchzuführen.
Der Bezirksausſchuß, der am 14. Juli in der Turnhalle zu
Juger=
heim tagte, war ſich ſeiner Aufgabe wohl bewußt, was er von der
Turnerjugend beiderlei Geſchlechts im Geräte= und Volksturnen ver
langen konnte. Grundſätzlich war der Ausſchuß der Meinung, eirn
einheitliche Durchführung des Jugendturnens in allen Bezirken
anzu=
ſtreben. Ferner kam zum Ausdruck, daß der Turnverein Jugenheim
alles getan hat, um das geſteckte Ziel zu erreichen.
Wenn der Ausſchuß in dem Vorhergeſagten allgemeine Geſichts
punkte vertrat, will er nachſtehend die Anſtrengungen des Turnvereim/
Jugenheim würdigen. Es ſei hier zunächſt des freundlichen Empfange;
gedacht, ſowie der herzlichen Begrüßungsworte des erſten Sprecher
Turner Kämmerer. Derſelbe hat es ganz meiſterhaft verſtander,
unter Mitwirkung ſeiner engeren Turnfreunde einen Feſtabend z
veranſtalten, der nach geiſtigem und turneriſchem Gehalt einen volle
Erfolg ergab. Muſikſtücke, Geſangsvorträge und turneriſche Auffüß,
rungen wechſelten in bunter Folge. Ganz beſonders fanden die
Vor=
führungen des Turnvereins Pfungſtadt, ſowie der Bezirks=
Reckrieg=
unter Leitung des Bezirks=Oberturnwarten Schmidt reichen Beifal.
Zündende Worte fand der Bezirkswart Homburg. Derſelbe ſprac)
jedem deutſchen Turner aus dem Herzen, und wenn nur ein Teil ſeiner
Wünſche in Erfüllung geht, kann es um die deutſche Turnſache nicks
ſchlecht ſtehen. Aus der Feſtfelge ſind noch die Glückwünſche der
Bru=
der= und Ortsvereine erwähnenswert, und ganz beſonders ſei der Ge
meinde Jugenheim, für ihre Unterſtützung gedankt, die ſich durch ihren
Bürgermeiſter Burkhard offiziell vertreten ließ.
Der Hauptfeſttag, Sonntag, 15. Juli, begann morgens um
6 Uhr mit allgemeinem Wecken. In den Ortsſtraßen wurde es lebhaft
Auswärtige Turnersleute kamen zum friedlichen Wettkampf. Nach der
Antreten übernahm der Bezirksſchriftwart Homburg wiederum die
Am=
ſprache an die Jugend, ermahnte ſie, ihr Beſtes zu tun, denn ſie
müßt=
ſich bewußt ſein, daß alle Augen auf ſie gerichtet ſeien. Um 8.30 Uhr
begann der friedliche Wettkampf, deſſen Reſultate hierunter folgen-
Der Einfachheit halber werden von jeder Kampfart die erſten Sie
ger genannt:
Zöglings=Oberſtufe: Karl Grünig, Tv. Pfungſtadt, 172 Punkte.
Zöglings=Unterſtufe: Jakob Keller, Tv. Seeheim, 181 Punkte.
Schüler, Jahrgang 13/14, Wilhelm Lehr, Tv. Zwingenberg, 123 P
Schüler, Jahrgang 15/16, Adam Roth, Tv. Hoffnung Hahn, 121 B
Schülerinnen, Jg. 13/14, Helma Mohr, Tgd. Beſſungen 65, 131%
Schülerinnen, Jahrg. 15/16, Anni Jörz, Ver. Tve. Alsbach, 120B
Bei glühender Hitze wurde der Feſtzug um 1 Uhr geordneß,
der den Weg durch den feſtlich geſchmückten Ort nahm. Die
Bevölke=
rung nahm regen Anteil, was allgemein von den Turnern lobend
an=
erkannt wurde. Auf dem Feſtplatz ſelbſt wurde die neue Vereinsfahns
geweiht. Herr Oberreallehrer Weide hatte nach dem Vorſpruck
einer Turnerin in liebenswürdiger Weiſe die Weihe vorgenommem
Seine echt deutſchen Worte ließen manchem das Herz höher ſchlager,
und werden gewiß dazu beitragen. Anhänger der Deutſchen
Turner=
ſchaft zuzuführen. Das Deutſchlandlied ſchloß die Weihefeier. Durch
die unerträgliche Hitze mußten die für den Nachmittag angeſetzten
tur=
neriſchen Vorführungen ausfallen, bis auf den volkstümlichen Drei
kampf. Er gab folgendes Reſultat:
Oberſtufe: Karl Grünig, Tv. Pfungſtadt, 1. Sieg mit 61 Punkten
Unterſtufe: Jakob Keller, Tv. Seeheim, 1. Sieg mit 63 Punkten
Bei der 75 Meter=Pendelſtaffel ſiegte:
Turnverein Seeheim mit 40.2 Sek. als Erſter,
Turnverein Pfungſtadt mit 40.6 Sek. als Zweiter.
Es folgte nun die Siegerverkündigung, die ausklang mit dem
Wunſche des Bezirks=Oberturnwarten Schmidt an die
Wettkampf=
teilnehmer, daß ſie weiter der deutſchen Turnſache die Treue halten:
möchten. Der allerherzlichſte Dank an die Einwohnerſchaft von
Jugen=
heim für die freundliche Aufnahme aller Turnergäſte, ſowie die
ſelbſt=
loſe Arbeit von Kampfrichtern, Riegenführern und Berechnern beſchloß
das in allen ſeinen Teilen gut verlaufene Jugendwetturnen.
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Nummer 192
Dienstag, den 17. Juli
Vom ſüddeutſchen Schnittholzmarit.
Wenn auch vorübergehend eine weitere lleine Abſchwächung im
Schnittwarengeſchäft eingetreten war, ſo wachen ſich doch wieder
An=
neichen einer leichteren Preiserhöhung im Rahmen der nachſtehenden
Notierungen bemerkbar, ſo daß immerhin mit ihrer weiteven
Entwick=
gung unter dem Einfluß einer durch die Freimachuing von Baugeldern
ungeregten Zunahme der Nachfrage ſowie der recht günſtigen
Ernteaus=
ſ=chten gerechnet werden kann. Man notiert Anfang Juli im Verkehr
Hviſchen Produzenten an Wiederverkäufer in Baden frei Waggon
Karls=
mihe für Nadelholz Bauholz ſcharfkantig 74—76; ſüdd. vollkantig 71 bis
w; mit üblicher Waldkante 69—71; bankantig 66—86 RM. pro
Kubik=
nieter je nach Zuſammenſtellung der Liſte. Vorratsholz von 3—6 Meter
Tänge mit 4,5 Meter Durchſchnittslänge 61—63 RM. per Kubikmeter.
Bei Brettern und Dielen erforderten reine und halbreine, Bretter 1‟
—8‟ 115—118, 9—12‟ 125—128 RM.; per Kubikmeter gute Bretter 1‟
7‟ 92—95, 8—9‟ 96—98, 10—11‟ 99—101 und 12‟ 103—105 RM.;
gruite Dielen, 7/. 1½ und 2‟ 103—105 RM.; Ausſchußbretter (4) 1‟ 5—7"
0—62; 8—9‟ 62—63; 10—11‟ 64—65 und 12‟ 69—70 RM.;
Ausſchuß=
läelen 68—70 RM. alles per Kubikmeter. X=Bretter ſind im Preiſe von
(wa 8—12 Prozent billiger als Ausſchußbretter. Für Rahmen notierte
man zuletzt für gute 72—74, für Abrahmen 65—67, und für
Kreuzholz=
tahmen 75—78 RM. per Kubikmeter. Latten, gute, koſteten 8—5—9 Pfg.
4bplatten, Spalierplatten 1,25 RM. per Bund von zirka 75 Ifd. Meter.
1Slochware, Fichte ſtellte ſich auf 80—85 RM., Kiefer auf 110—120 und
MTodellkiefer auf 80—30 fe nach Qualität und Stärke. Hobelware 21/22
Millimeter ſtark gute 2,55—2,60, unſortierte 2,25—2,30, gehobelte A=Bord
190—1,95 RM. per Quadratmeter, Rauchſpund 1,80—1,85 RM. per
4uadratmeter. Die Lage auf dem Hartholzwarkt (Laubholzmarkt) hat
—h im allgemeinen nicht viel geändert, wenn auch die Nachfrage etwas
bhafter geworden iſt, zumal die Lager jetzt meiſt nur noch geringe
Be=
inde älteren Materials aufweiſen. Am ſüddeutſchem Lieferungswerk
„Der Lager notierte Blochware: Eiche 1. 220—300; 2. 160—200: 1a.
Cichendickten 260—400 Mk., Ritbuche 1. 120—150; 2. 85—99; gedämpft
D Prozent mehr, Eſche 1. 240—260; Weißbuche 190—150; Erle 125—155;
„—ußbaum 320—450 RM.,Pappel 1a. Bloch 115—150, 1a. Dickten 180
73 250 RM., alles per Kubikmeter.
Vom Holzmarkt ſchreibt uns unſer Mitarbeiter: Die Sommerzeit
nöacht ſich in dieſem Jahre am Holzwarkt beſonders ſtark fühlbar, Man
lonnte nur wenig Umſätze verzeichnen. Die Nachfrage nach Schnittholz
ſwckt im allgemeinen, weil die Verbraucher nur teilweiſe beſchäftigt ſind.
eie Möbelinduſtrie erhält nur unlohnende kleine Aufträge; die
Küchen=
öbelfabriken könnten zum Teil Beſtellungen erhalten, wenn ſie Ziele
h.s zu 9 Monatem bewilligen wollten. Dieſe Unſitte hat leider oft Platz
eegriffen, denn manche Betriebe gewähren ſolche Kredite um beſchäftigt
zm ſein. Gegen derartige Zahlungsunſitten, die das Geſchäft ungeſund
nachen, muß energiſch Stellung genommen werden. Die
Schnittholz=
reiſe ſind recht gedrückt, und es kann von angemeſſenen Verdienſten in
der Sägewerksinduſtrie keine Rede ſein. Der Baumarkt hat nur mäßig
zu tun. Das Jahr 1928 iſt und bleibt ein ſchlechtes Baujahr. Die
E verrplatteninduſtrie hat gut zu tun, das Geſchäft iſt lebhaft. Auch
Finnland hat viel Sperrholz nach Deutſchland abgeſetzt. Wegen der
wierigen Zollverhältniſſe iſt der Abſatz in Sperpplatten von Polen
rich Deutſchland noch immer unmöglich. Die Nachfrage nach aſtreinen
kCanken Seiten iſt etwas beſſer geworden.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Einheitliche Liefer= und Zahlungsbedingungen in der Ziegel= und
Soninduſtrie. In der in Göttingen abgehaltenen Tagung des
Verban=
dees der deutſchen Ziegelverkaufsvereinigungen wurden die bisher vom
ſi=ddeutſchen Dachziegelverband eingeführten Konditionen den
angeſchloſ=
ſemen Ziegelverkaufsvereinigungem zur Annahme empfohlen, ſo daß der
besher beſtehende Gegenſatz in den Konditionen zwiſchen Süd= und
Nord=
d utſchland künftig im Fortfall kommen ſoll. Um eineß Ausgleich
zwi=
wen den verſchieden gelagerten Erzeugungs= und Abſatzverhältniſſen
dar einzelnen Ziegelverkaufsvereinigungen zu ſchaffen, wurden beſondere
Eirenzſchutzverträge abgeſchloſſen, die zum Teil einzelnen
Verkaufsver=
entigungen beſtimmte Abſatzzonen garantieren, zum Teil zwiſchen
meh=
rren Verkaufsvereinigungen neutvale Grenzzonen einführen. Was die
angenblickliche Lage der Ziegel= und Toninduſtrie anbelangt, ſo iſt im
ſü.ddeutſchen Gebiet ein ſtändiges Nachlaſſen zu verzeichnen, während die
4rage in Norddeutſchland zurzeit noch befriedigend iſt.
Deutſche Reklameſchau 1929. Der Reichsverband Deutſche Reklame=
Sau e. V. beabſichtigt bekanntlich, vom 21. September bis 15. Oktober
u. Berlin eine große deutſche Reklameſchau zu veranſtalten. Der
Ver=
biand Deutſcher Reklamefachleute e. V. wender ſich in einem Communigué
gyegen die Feſtlegung dieſes Termins, ſolange nicht feſtſteht, ob im Jahre
14:29 internationale Kongveſſe gleichzeitig in Berlin ſtattfinden, die
regel=
wöäßig mit Reklameausſtellungen verbunden ſind. Der V.D.R., der ſeit
Jrahren Mitglied der International Advertiſing Aſſociation in New York
iſt= hat das lebhafteſte Beſtreben, den nächſten Kongreß dieſes
Welt=
rüklameverbandes in Deutſchland abzuhalten, und ihn mit einer
inter=
nationalen Reklameſchau zu verbinden. Wie gemeldet wird, hat der in
Tgetroit abgehaltene Weltreklamekongreß beſchloſſen, den nächſtjährigen
Weltkongreß der internationalen Reklamevereimgung im der gleichen
Aeit, alſo vom 21. September bis 15. Oktober 1929 in Berlin
abzuhal=
tm. Wie wir weiter erfahren, iſt die Abhaltung dieſes Pongreſſes
zu=
ſammmen mit der großen deutſchem Reklameſchau, die bekanntliche bereits
—ᛋ einem halben Jahr beſchloſſen iſt, nunmehr hierdurch endgültig
ge=
ſihert.
Motorenwerke Mannheim A.=G. einigen ſich mit J. Ruppel, G. m.
b. H., Ludwigshafen a. Rh. Die ſeit Jahren zwiſcheu den vorgenannten
F—rmen beſtehenden Differenzen ſind auf Grund einer freundſchaftlichen
4Smachung beigelegt worden. Die Firma Motorenwerke Mannheim
ſotvie die ihr naheſtehenden Firmen Knorrbremſen A.=G. Berlin,
Süd=
bremſen A.=G. München, Ansbacher Motorenfabrik, geben der Firma
Aauppel Aufträge in Höhe von etwa zwei Millionen Reichsmark. Im
Naahmen der Abwicklung dieſer Aufträge findet eine vollkommene Ab=
9ichung bei beiden Firmen ſtatt.
Die Zuſammenarbeit der deutſch=tſchechiſchen Induſtrie. Nach der
Prager Preſſe ſind die bereits erwähnten Verhandlungen zwiſchen dem
tſchechoſlowakiſchen Induſtriellenverband und dem Hauptverband der
Trutſchen Induſtrie nunmehr ſoweit gediehen, daß ſowohl
Perſonen=
ftrgen wie auch die Frage der Vertretung im Ausland gelöſt worden
ſeven. Falls keine unvorhergeſehenen Komplikationen entſtehen, werden
de Vorbereitungen für den endgültigen Zuſammenſchluß am 1. Jan.
1229 bereits in der nächſten Woche in Angriff genommen. Durch die
Vereinigung wird die Adminiſtrative beider Verbände erleichtert und
guch bedeutende Erſparniſſe erzielt.
Steigerung der Einfuhr an Getreide und Mühlenerzeugniſſen in
die Tſchechoſlowakei. Der Wirtſchaftsdienſt der „Deutſchen
Landwirt=
ſch aftlichen Preſſe” (Berlin SW. 11) meldet: Eine recht beträchtliche
Ereigerung des Imports an landwirtſchaftlichen Erzeugniſſen macht
ſis bei der Einfuhr von Getreide und Mühlenerzeugniſſen bemerkbar.
Nmmentlich die Aprileinfuhr an Getreide, über die nunmehr genaue
Tnten vorliegen, iſt nahezu doppelt ſo hoch wie die des Vorjahrs. Der
Irport an Mühlenerzeugniſſen zeigt in der gleichen Zeit eine
Zu=
ina hme um 40 Prozent. Nach den ſtatiſtiſchen Mitteilungen des Ver=
Gemdes der böhmiſchen Großmühlen wurden im April 548 04;
Doppel=
zeritner Brotgetreide (gegen 232 640 Dz. im Vorjahr), hiervon 333 762
1B4 760) Dz. Weizen und 124 284 (47 860) Dz. Roggen eingeführt. Die
Ernfuhr an Mühlenerzeugniſſen betrug im Aprik 148 727 (107 240) Dz.,
hiervon 138 657 (107 240) Dz Weizenmehl und 6568 (460) Dz.
Roggen=
mehl. Die Zunahme iſt demnach bei Roggen relativ noch größer als
hei Weizen. Hingegen war die Einfuhr an Weizen= und Roggenkleie
mit 45 162 Dz. ebenſo hoch wie die des Vorjahres (46 440 Dz.). Von
dern importierten Weizenmehl kam faſt die Hälfte über Hamburg, etwa
eim Drittel aus Ungarn, der Reſt aus Kanada, Deutſchland (3990 Dz.),
Fh ankreich, Rumänen und den Vereinigten Staaten. Im erſten Drittel
des Jahres betrug die Weizeneinfuhr insgeſamt 1051070 Dz. (gegen
53880 Dz. im Vorjahre), der Roggenimport 610 480 (310 180) Dz., der
Ageizenmehlimport 544 800 (434 040) Dz., der Geſamtmahlprodukten=
Jmport 586 750 (452 540) Dz., und die Einfuhr an Weizen= und Roggen=
Iie je 211 720 (215 550) Dz. Die Weizeneinfuhr iſt demnach um mehr
als die Hälfte, die Roggeneinfuhr auf nahezu das Doppelte der
vor=
gSrigen Höhe angeſtiegen. Auch der Mahlproduktenimport zeigt eine
Sreigerung um nahezu 30 Prozent, während der Kleieimport etwas
urrückgegangen iſt.
Frankfurter= und Berliner=Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 16. Juli.
Die Börſe eröffnete die neue Woche in faſt vollkommener
Ge=
ſchäftsloſigkeit. Die Umſatztätigkeit wird nach wie vor durch den ſtarken
„Ordermangel gehemmt. Die Grundſtimmung war jedoch im allgemeinen
etwas freundlicher, wenn auch die vorbörslich genannten höheren Kurſe
zu Beginn des offiziellen Verkehrs nicht erreicht werden konnten.
Günſtig wirkte vor allem die am Samstag an der New Yorker Börſe
eingetretene Erholung und die Erleichterung des dortigen Geldmarktes.
Dagegen mahnte die Betrachtung des heimiſchen Geldmanktes zur
Zu=
rückhaltung, da man ſeine zukünftige Entwicklung immer noch ziemlich
ungünſtig beurteilt, zumal durch die ſommerliche Reiſetätigkeit
be=
trächtliche Bargeldmittel beanſprucht werden. Bei der erſten Notierung
gingen die Kursveränderungen nach beiden Seiten nur vereinzelt über
1 Prozent hinaus. Etwas regeres Intereſſe beſtand für Karſtadt, die
4 Prozent anziehen konnten: Am Elektromarkt eröffneten Schuckert 1½
Prozent und Siemens 1 Prozent höher. J. G. Farben waren
vernach=
läfſigt und nur knapp behauptet, Holzverkohlung 1 Prozent erholt.
Montanwerte lagen faſt umſatzlos. Bei dem Rheinſtahlkurs (135 Proz.)
muß der Dividendenabzug berüchſichtigt wrden. Schiffahrtswerte gaben
etwas nach, Banken lagen nicht einheitlich. Von den
Bauunternehmun=
gen konnten Wahß u. Freytag geringfügig anziehen. Autooktien waren
bis 1 Prozent abgeſchwächt.
Am Anleihenmarkt goben Ablöſung für Neubeſitz etwas nach.
Aus=
ländiſche Renten geſchäftslos.
Im Verlaufe wurde die Stimmung außerordentlich luſtlos, und das
Geſchäft ſchrumpfte auf ein Minimum zuſammen. Die Kurſe gaben
meiſt bis etwa 1 Prozent nach. Zellſtoff Waldhof verloren 2 Prozent.
Der Geldmarkt blieb angeſpannt. Tägl. Geld 8 Prozent.
Am Deviſenmarkt konnte ſich die Mark erholen. Man nannte Mark
gegen Dollar 4,1945, gegen Pfunde 20,395, London=Kabel 4,8615, Paris
124,77, Mailand 92,80, Madrid 29,55, Holland 12,08 .
An der Abendbörſe herrſchte weiterhin große Geſchäftsſtille, die
Stimmung war jedoch etwas freundlicher, da von der Spekulation einige
kleine Deckungskäufe vorgenommen wurden. Gegen den Berliner Schluß
konnten ſich daher für die führenden Werte neue Kursbeſſerungen von
etwa 1 bis 2½ Prozent durchſetzen. Einiges Intereſſe beſtand für die
Kaliwerte, von denen Aſchersleben 3½ Prozent anzogen. Am
Banken=
markt waren Danatbank 2½ Prozent und Dresdner Bank 1½ Prozent
gebeſſert. J. G. Farben lagen 1 Prozent erholt. Von den Zellſtoffwerten
wwaren Waldhof mit plus 5½ Prozent ſtärter beachtet. Im Verlaufe
blieb die Stimmung bei minimalen Umſätzen freundlich. Renten lagen
geſchäftslos. Abl. Schuld 17½, Barmer Bank 143. Danatbank 267,
Deutſche Bank 163½, Dresdner Bank 165, Reichsbank 270,
Gelſen=
kirchen 133, Aſchersleben 249, Weſteregeln 251½, Mannesmann 130,
Rheiniſche Braunkohlen 279½, Rheinſtahl 135, Stahlverein 93½,
Adler=
werke 112, AEGX169, Chadeaktien 579, Daimler 108¾, Scheideanſtalt
204, Licht und Kraft 209½, J. G. Farben 256¾, Gesfürel 246½;
Holz=
mann 142, Rütgerswerke 94½4, Siemens 358½, Zellſtoff Aſchaffenburg
224½, Waldhof 237½, Hapag 164, Nordd. Lloyd 15334.
*
Berlin, 16. Juli.
An der heutigen Berliner Börſe herrſchte eine freundliche Stimmung,
nachdem die Kurſe am Freitag teilweiſe ſtärker zurückgegangen waren.
Die ermäßigten Notierungen hatten zu Rückkäufen der Spekulation ſowie
zu Anſchaffungen des Auslandes (namentlich Hollands und der Schweiz)
geführt — Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe hielten ſich die
Anfangs=
notierungen bei ſtagnierendem Geſchäft nur teilweiſe, nur Polyphon
ge=
wannen neue 2 Prozent.
Im weiteren Verlauf der Börſe betrugen die Kurseinbußen
gegen=
über den erſten Kurſen 1—2 Prozent. Die Stimmung war trotzdem
nicht unfreundlich.
Gegen Schluß der Börſe trat bei weiterem Rückgang des Dollars
auf 4,1950 und auf die glatte Abwicklung des heutigen Zahltages hin
eine allgemeine Befeſtigung ein.
N. C. G
Augsb.=Nürnb. M
Baſalt.
Bergmann. .
Berl. Karlsruhe F1
Berl. Hand.=Geſ
Braunkohl. Brike
Bremer Wolle..
Danatbank. .
Deutſche Bank.
Diskontogeſ.
Dresdner Bank
Deutſche Maſchiner
Deutſche Erdöl.
Deutſche Petroleum
Dynamit Nobel ..
Elektr. Lieferung
J. G. Farben.
Gelſenk. Berg.
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Han. Maſch.=Egeſt.
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Hapag".
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Hemoor Zement.
R 146.25
258.— Wittener Gußſtahl". 69.— 68.—
Deviſenmarkt.
Helſingfors
Wien ......"
Prag ....... /12.451112-46
Budapeſt ...
Sofia ......"
Solland ...."
Cslo .......
Kopenhagen
Stockholm ..
London".
Buenos Airel
Neu=York .
Belgien .....
Brie
21.99
„43
.81
89.05
91.83
1.932
0.302
7.382
19.87
5.435
2.140
Metallnotierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin für je 100 Kg. am 16. Juli ſtellten
ſich für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen oder
Rotter=
dam (Notierung der Vereinigung f. d. Dt. Elektrolytkupfernotiz) 140
RM. — Die Notierungen der Kommiſſion des Berliner
Metallbörſen=
vorſtandes (die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte
Lieferung und Bezahlung) ſtellten ſich für Original Hüttenaluminium,
98—99 Prozent, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 190 RM.,
des=
gleichen in Walz= oder Drahtbarren, 99 Prözent, 194 MM., Reinnickel,
98—99 Prozent, 350 RM., Antimon Regulus 88—32 RM., Feinſilber
(1 Kg. fein) 81—82,50 RM.
Die amtl. Preisfeſtſetzungen im Metallterminhandel vom 16. Juli
ſtellten ſich für Kupfer: Januar 126,50 (127), Februar, März, April,
Mai 126,75 (127), Juni 127 (127), Juli 194 (126), Auguſt 125,75 (126),
September 126 (126,25), Oktober 126,25 (126,50), November 126,50
(126,50), Dezember 126,50 (126,75). Tendenz: kaum ſtetig. Für Blei:
Januar 41,75 (42,25), Februar, März 42 (42,25), April, Mai, Juni
42,25 (42,50), Juli 40,75 (41,25), Auguſt 41 (41,25), September 41,25
(41,50), Oktober 41,75, November 41,50 (42), Dezember 41,75 (41,75).
Tendenz: ſtetig. Für Zink: Januar 48,50 (49,50), Februar, März,
April, Mai, Juni 48,75, Juli 449 (50), Auguſt 49 (49,50), September,
Oktober, November 49, Dezember 48,75 (49,25). Tendenz: abgeſchwächt.
— Die erſten Zahlen bedeutend Geld, die in Klammern beigefügten Brief.
Die Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 16. Juli ſtellten
ſich für Kupfer (Tendenz: ſtetig): Standard p. Kaſſe 62½—1/tg, 3
Monate 632/½——½, Settl. Preis 62½, Elektrolyt 68½—69½, beſt
ſelec=
ted 65½—66¾, ſtrong ſheets 94, Elektrowirebars 69½; Zinn (Tendenz:
ruhig): Standard p. Kaſſe 210½—½, 3 Monate 207—½, Settl. Preis
2101 Banka (inoff. Not.) 213¾, Straits (inoff. Not.) 213½; Blei
(Tendenz: ſtetig); ausländ, prompt 20¾, entft. Sichten 2012/„., Settl.
Preis 20½; Zink (Tendenz: willig); gewöhnl. prompt 24‟/, entft.
Sichten 24½, Settl. Preis 24½; Aluminium für Inland (inoff. Not.) 95,
für Ausland (inoff. Not.) 100; Antimon Reg. engl. Erzeug.=Preis (inoff.
Not.) 59½—60, chineſ. per (inoff. Not.) 36—½; Queckſilber (inoff. Not.)
20¾; Platin (inoff. Not.) 17; Wolframerz (inoff Not.) 15½: Nickel für
Inland, für Ausland (inoff, Not.) 175: Weißblech (inoff. Not.) 18¾:
Produkienberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 16. Juli. Der Frankfurter
Ge=
treidemarkt lag matt, Futtermittel waren feſter. Es notierten je 100
Kg. Weizen 1. 26; Roggen 27,75; Hafer inländ. 27,75—28,25; Mais
94,75—25; Weizenmehl 36—36,25: Roggenmehl. 37,25—38; Weizenkleie
13,75—14; Roggenkleie 15,75: Erbſen 32—60; Linſem 50—95; Heu neuer
Ernte 7,50: Weizen= und Roggenſtroh 4,30—4,50; dito gebündelt 3,60
bis 3,75; Treber getrocknet 17,75—18,25.
Mannheimer Produktenbörſe vom 16. Juli. Die Produftenbörſe
bekundete Stetigkeit bei Zurückhaltung des Konſums. Man verlangte
für die 100 Kg. ohne Sack waggonfrei Mannheim in Reichsmark:
Wei=
zen inl. 27—7,25, ausl. 28,25—31, Roggen inl. 28,50—28,75, ausl. 28,75,
Hafer inl. 27,25—28, ausl. 27,25—B,50, Braugerſte ausl. 31—35,
Futter=
gerſte 24—25, Mais mit Sack 24,75, ſüddeutſches Weizenmehl, Spezial
Null, 36—36,50, ſüddeutſches Roggenmehl, je nach Ausmahlung, 37,25
bis 38,75, Kleie 13,50.
Berliner Produktenbericht vom 16. Juli. Die ſtarke Hitze bringt
eine ſchmelle Ernte. Am Markt lagen verſchiedene Angebote auf Roggen
vor. Dies drückte auf die Preiſe und mußten Juliſichten 3,50 Mark im
Preiſe nachgeben. Auch ſpätere Sichten lagen ſchwächer, alter greifbarer
Roggen angeboten, ohne verkauft zu werden. Für Weizen lagen aus
dem Auslande keine Anregungen vor. Die Eingaben der verſchiedenen
Intereſſenten an die polniſche Regierung bezüglich der Einfuhr waren
inſofern von Erfolg, als die bis zum 13. Juli zur Verladung gekommene
Ware Importgenehmigung erhalten ſoll. Heute fand für Mehle Umſatz
in Septemberlieferung ſtatt. Mehle und Futtermittel ruhig.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
New York, 16. Juli.
Zucker: Am Zuckermarkt fanden heute bei Beginn Deckungen gegen
die jüngſten Verkäufe von 300 000 To. kubaniſchen Zucker nach Europa
ſtatt. Die Preiſe zogen daraufhin an, gingen aber ſpäter zurück, weil
Glattſtellungen erfolgten.
Baumwolle: Nach beſſerem Beginn wurde die Haltung am
Baum=
wollmarkt ſpäter ſchwächer. Auf die Ankündigung von Regenfällen und
die ſehr günſtigen privaten Ernteberichte ſchließlich konnte ſich auf
Deckung eine teilweiſe leichte Erholung durchſetzen.
Kaffee: Infolge der ſtetigen Haltung der braſilianiſchen Märtke war
die Haltung am Kaffeemarkt auf Deckung und Käufe des Handels feſter.
Chicago, 16. Juli.
Weizen: Unter der Einwirkung eines günſtig lautenden Berichts
aus Auſtralien, der die Ausſichten dort für ausgezeichnet hält und auf
umfangreiche Eiſenbahnzufuhren begann der Weizenmarkt in ſchwacher
Stimmung. Die Preisrückgänge ſetzten ſich fort, als beſſere private
Erntenachrichten einliefen und für das Frühjahrsgebiet klares und
kühles Wetter in Ausſicht geſtellt wurde. Gegen Schluß ſetzte ſich auf
mäßige Deckung eine leichte Erholung durch.
Mafs: Nach anfänglich ſchwacher Stimmung ſetzte ſich ſpäter eine
teilweiſe Erohlung durch, da das Inlandsangebot nachließ,
Roggen: Am Roggenmarkt ergaben ſich beträchtliche Preisabſchläge.
Hafer: Am Hafermarkt zeigte ſich heute infolge der guten Witterung,
die in der Woche geherrſcht hatte, eine Abſchwächung.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 16. Juli:
Getreide: Weizen, Juli 128½, Sept. 131½, Dez. 1357: Mais,
Juli 104½, Sept. 96½, Dez. 81½: Hafer, Juli 48½, Sept. 41½,
Dez. 43½; Roggen, Juli 109½, Sept. 108½, Dez. 1104.
Schmalz: Juli 12.15, Sept. 12,37½, Okt. 12,55, Dez. 12,62½.
Fleiſch: Rippen, Juli 14,05, Sept. 14,25, Okt. 14,20; Speck
loco 14,12½; leichte Schweine 10,35—11,60, ſchwere Schweine 10,/40
bis 11,50; Schweinezufuhr Chicago 45 000, im Weſten 90 000.
Chicagoer Baumwolle: Juli 21,20—21, Oft. 20,91.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 16. Juli:
Getreide: Weizen, Rotwinter 168½, Hartwinter 1417; Mais,
neu ank. Ernte 116½; Mehl ſpr. wheat elears 6,35—7,50; Fracht
nach England 1,3—2, nach dem Kontinent 8 C.
Schmalz: Prima Weſtern loco 12,80; Talg extra loſe 8½,
Kakav: Tendenz: ſtetig, Umſatz in lots 119, loco 13½, Juni
13, Juli 13,12, Auguſt 13,33, September 13,48, Oktober 13,31,
De=
zember 13,10, Jan. 1929 13,02, März 1929 13.
Piehmärkte.
Frankfurter Viehmarkt vom 16. Juli. Zum heutigen Großviehmarkt
waren insgeſamt 1804 Rinder, darunter 462 Ochſen, 121 Bullen, 771
Kühe, 410 Färſen, ferner 486 Kälber, 37 Schafe und 5428 Schweine
auf=
getrieben. Der Auftrieb an Rinder war um 156 größer, während
Schweine ihren letzten Auftrieb nicht erreichten. Schafe des geringen
Auftriebes wegen nicht notiert. Rinder gaben um 4—5 RM., Schweine
um 1—2 Mark nach. Preiſe für 1 Zentner Lebendgewicht: Rinder:
Ochſen: al) 54—58: a2) 50—53: b1) 45—49; Bullen: a) 48—51; b) 44
bis 47: c) —: d) —: Kühe: a) 44—48: b) 39—43: c) 31—38: d) 24—30;
Färſen: a) 55—58: b) 50—54: c) 45—49; Kälber: a) —: b) 72—75;
c) 65—71: d) 52—64: Schweine: über 300 Pfund, 64—66: b) von 240 bis
300 Pfund 65—68: c) 220—240 Pfund 66—69: d) 160—200 67—69,50;
e) 120—160 72—76. — Fleiſchgroßhandelspreiſe: Ochſenfleiſch 1. 90—100;
dito 2. 85—90; Bullenfleiſch 80—88; Kuhfleiſch 1. —; dito 2. 90—100;
Schweinefleiſch 1. 85—30; Gefrierfleiſch (Rindfleiſch), Vorderviertel 54,
Hinterviertel 64.
Mannheimer Viehmarkt vom 16. Juli. Der Auftrieb betrug und es
notierten die 50 Kg. Lebendgewicht je nach Klaſſe: 179 Ochſen 30—60,
226 Bullen 30—52, 372 Kühe 18—52 477 Färſen 38—61, 652 Kälber 44
bis 76, 21 Schafe 44—50, 2575 Schweine 54—71. Marktverlauf: Mit
Großvieh ſchleppend, Ueberſtand, mit Kälbern ruhig, langſam geräumt,
mit Schweinen ruhig, Ueberſtand.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
In den Hauptverſammlungen der zum Konzern der Allgemeinen
Elektrigitäts=Geſellſchaft gehörenden Kohlenveredlung. A. G.,
Berlin, und Schwelwerke Minna Anna AG., Berlin, liegt
der Abſchluß für das erſte vollſtändige, 12 Monate umfaſſende
Geſchäfts=
jahr 1927 vor.
Der Karſtadt=Konzern hat in Offenbach a. M. eine
Zweignieder=
laſſung errichtet, welche als Einkaufskontor für Lagerwaren beſtimmt
iſt. Es ſoll alſo kein Warenhaus errichtet, ſondern nur die gleiche
Ein=
richtung beſchloſſen werden, wie ſie bereits die Leonhapd Tietz A. G.,
Köln, die Hermann Tietz=Geſellſchaft in Offenhach a. M. beſitzen.
In Anbetracht des Reſultates der diesjährigen Londoner Kolonial=
Wollauktionen verkehrte auch der Bradſforder Markt weiterhin
ſehr feſt, Umſätze hielten ſich noch in mäßigen Grenzen, doch wird
all=
gemein in nächſter Zeit ein lebhafteres Geſchäft erwartet.
Tour=
eoing: Im Einklang mit London halten die Produzenten feſt auf
Preis. Umſätze ſind normal.
Ab 16. Juli wird an der Amſterdamer Börſe der Handel in
Zer=
tifikaten von Stammaktien der Britiſh Celaneſe Ltd. aufgenommen
werden. Der Kurs der Zertiſikate wird in Uebereinſtimmung mit dem
Stammaktienkurs an der Londoner Börſe feſtgeſetzt werden.
Nach Unterſuchungen der Stockholmer Börſe zeigt der Geſamtwerk
der ſchwediſchen Börſenpapiere im erſten Halbjahr 1928 eine
Vermeh=
rung um 508 Millionen Kronen.
Die ſchwediſche Einfuhr von Kolonialprodukten zeigt im Jahre 1927
eine Vermehrung von annähernd 10000 Tonnen gegenüber dem
Vor=
jahr, während der Geſamtwert des Importes um 2½ Millionen
Kro=
nen höher war als in der gleichen Zoit des Vorjahres. Der geſamte
Export wird im Berichtsjahr mit 204 379 Tonnen und einem Werte
von 145,7 Mill. Kronen angegeben.
Der ſchwediſch=amerikaniſche Truſt iſt mit der Erſten Kocskeméter
Zündholzfabrik betreffs Ankaufs ihres Betriebes in Verbindung
getre=
ten. Die Geſellſchaft wird in ihrer demnöchſt einberufenen
Hauptper=
ſammlung der Direktion die Ermächtigung zum Verkauf erteilen,
Die Geldflüſſigkeit in Budapeſt hat vor einigen Tagen aufgehört.
Es fanden ziemliche Zurüickziehungen kurzfriſtiger Anleihen aus dem
Auslande ſtatt. Gleichzeitig damit iſt das Auslandsgeld teurer
gewor=
den und ſelbſt für erſte Hände über 6 Prozent geſtiegen. Die
Situ=
ation im Inlande blieb unverändert, doch ſind aueh hier die Sätze
twas geſtiegen.
Geite 12
Dienstag, den 17. Juli 1928
Nummer 192
Mi e H
der vor ca. einem Jahr ſchon in Darmſtadt lief, aber im Reſidenz= Theater,
wo ihn nur wenig Beſücher ſahen. Da Primanerliebe jedoch einer der
wertvollſten Filme des letzten Jahres iſt, haben wir ihn auf unſern
AAM AALLALLEMHILSU
(IV.11651
Spielplan geſetzt.
Dazu läuft: Schlachtenb.
Jugendliche haben keinen Zukrikk.
mler, ein luſtiger amerikaniſcher Film aus der Kriegszeit.
Beginn täglich 3½ Uhr.
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Darmſtädter u. Nationalbank Kommanditgeſelſchaft auf Aktien. Darmſtadt. Frankfurter Kursbericht vom 16. Sul 190
I. 1. Reichs,
Länder= und Schutz
gebletsauleihen
6%0 Dtſche.
Reichs=
anleihe von 1927
69 Baden
Frei=
ſtaat von 1927.
6% Bah. Freiſtaat
von 1927 —
62. Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927.
7%Thüringer
Frei=
ſtaat von 1927.
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. . 1.
Ablöſungsanleih.
Diſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.
Hamburg. Anl.
Aus=
loſungsſch. 4
Ablöſungsanl.
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe
2. Stadtanleihen
8% Bad.=Bad. v.26
SSBerlin v. 24.
89 Darmſtdt.v. 28
7%Dresden v. 26
7PFrkf. a.Mp. 38
7%banau v. 28
7%Heidelb. v. 26
8%Ludwahf. b. 28
80Mginz v. u8.
109 Mannh. v. 25 1
8%Mannh. v. 26
80Nümberg v. 26
820Pforzh. b. 26
8% Pirmaſens v. 26
3. Pfandbriefe
und
Schuld=
verſchreibungen
72, Bad. Gold=
KomAnleihep asl
82, Berl. Hyp.=Br.
18%n Lig=
Pfandbriefe.
82 Frif. Oyp.Bk.
7% „
S.
871.
79
so
80
85.5
51.45
16.85
54.5
6.8
93
5.
88
84.75
92
32,5
102.5
93‟
94
221,
35.5
90.5
88
% do. Lig.=Pfl
82 Frkſ. Pfbrbank.!
12% Gotha Gr.
Cred, Lig=Pfbr.
4½.% Hamb. Hyp.=
Bk. Lig=Pföhr.
82 Heſſ. Landesbr.
d.
ſo
89 Kom. Landes.
bank. Darmſtadz
82 Landesbank b.
Rheinprovinz/!
720
87 Landeskr. Kaſſ.
8% Mein. Hhp.Bk.
4½%, Lig.=Pfbr.
8% Näſſ. Landesbk. 1
ſ.
4½%- Lig.:Obl.
8% Pfälz, Hyp. Br.
R
4½% „ Lig.
Pfandbriefe
89 Preuß. Ctr.=
Bod. Cred.. ..
4½%
Lig.=Pfandbr.
8%0 Preuß. Ctr.=
Stadtſchaſt. ..
„
8%Rhein. Hhp.=Bk.
D
4½% „Lig==
Pfandbriefe.
82 Rhein.=Weſtf.
Bd. Tredit.....
..
4½% „„L.=Pf.
80 Südd. Bod.=
Fred.=Bank ...
42% — =Lig.
Pfdbr.
82 Württ. Hhp.B.
Dt. Komm. Sam.=Ablö.=Anl.
* Ausl. Ser, I.
„ Ser, III
75.75
97.5
86.5
83
78‟1,
B7.25
90.,5
89
94
88.5
83
100
109
96
95
95.5
96‟
101.25
89‟
52
98
92
78",
98.5
76.6
97
91
97.75
98
76.5
e
32,5
75.75
93.
50.75
68
Rheinprov. Ablöſ.
Anl. t Ausloſ.=Sch.
Papiermark=
Pfandbr. und
Kommunal=Obl.
Frkf. Hyp.=Bk. A.,
Hbl. Ser, 1u 9
Heſſ. 2bs.=Hyp.=Bk.)
Kom.=Obl. S.1=16
„S.17-24
Rh. Hyp.=Bk.
Vor=
k.=Kom=Oblig.
4. Induſtrie=
Obligationen.
a) mit Binsberechn.
6SDaimler=B.v25
8% Dt.
Linoleum=
werke Bln. v. 26
8% Heſſ. u.
Herku=
les=Brau. b. 26
89 Klöchn=Werke
Berlin v. 26. ..
10% Lom. Elektr.=
Mark.
720 Mainkrw.b.26.
72 Mitteld.
Stahl=
werke von 27.
82 Neckarſulm v.26
82 Salzmannceco.
Kaſſel v. 26.
7% Ver, Stahlw.
mit Opt. b. 26
720
ohne Opt.b. 26
8%Voigt & Häffner
v. 28.......
b)ohne Zinsberech.
auf RM. umgeſt.)
Alg. Elek. Geſ. S.I
Buderus Eiſen.
Otzich Atlant. Telg
Elekt. Licht u. Kraft
Liefergs.=Geſ.
Felten cGuilleaum
Geſ. f.elekt untern.
Nordb. Lloyd .=
II. Auf Sachwerte
laut. Schuldverſchr.
6% Bad.=Bad. Holz!
53
8.15
4I.
95.5
93
93.75
—
—
89.5
*7.5
m.
94.25
84
84.4
83.5
73
70,5
90.5
245
15% Badenw. Kohl.=)
anleihe .....
6So Heſſ. Braunk.. Roggenanleihe
5% Heſſ. Volksſt.
Roggenanleihe.
5% Preuß.
Kali=
wertanleihe ....
5% Preuß.
Roggen=
wertanleihe ..
5% Sächſ.
Roggen=
wertanleihe.
5% Südd. Feſtw. ....
III. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
5%o Bosn. 2. E.B.o.)
1914...
5% Bosn. 2.= Inv.=
Anl. v. 1914.
4½2 Bosn. v. 62
523 Bulg. Tab. vos
1,82 Griech, v. 30
124%. — Mon.
52 Mex inn. (abg.)
5% äuß. „
4½% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914/
C. C.=Stücke)..
42 Oſt. Goldrente
CE. C.=Stücke)
4½% Rum. Gold
von 1913
42 Schweiz. Bds.=
Bahnen v. 1912
420 Türk. Admin.
45 — 1. Bagd.
475 — 2. Bagd.
42
Zollanl.
4½% Ungarn von
1913 (C. C.=St.)
4½% dito von
1914 C.C.=St.)
42 dito Goldr
(EC.C.=St.
425 dito von 1910
C. C.=St.)
48 dito
Kron=
rente (abg.) .
2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg.
425 Kopenh. v. 61
4½ Liſſab, b. 1888
47 Stoch, b. 1880
18.52
9.5
9.4
8.65
2.16
39
46
93.5
11.5
26.75
26
23.25
1.7
57.75
3. Obligationen v.
Transportanſt.
48 Dur=Bodenb.
von 18912
11
4% Eliſabethbahn
von 1883
2.5
49 LembergEzer,
ſteuerpflichtig. 10
42 Lemberg=Czer.
ſteuerfrei
10I.
2li,% Oſt. Südb.
(Lombard.) ./ 15.25
42 Oſt. Staatsb.v.
1883
... 5.7
3% Raab=Odenbg.
b. 1883 / 26
42 Rudolfb. i. S.
i. G.
42
4½% Anatolier I. 16.75
TV. 1. Bankahtien!.
Allg. Dt. Creditanſt. 138
Badiſche Bank..
Bk. f. Brauinduſtr.
Barm. Bankverein/143.
Bahr. Hyp.= und
Bechſelbank. ./161.5
Berl.Handelsgeſ.
Hypoth.=Bk. 198
Comm. u. Privatb. 131
Darmſt. u. Nt.=Bk. 265.5
162
Deutſche Bank
Dt. Eff.= u. Wechſel=,
121
bank.
Dt. Vereinsbank 7. 103
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Nummer 192
Dienstag, den 17. Juli 1928
Seite 13
Das Spiel mit dem Tode.
25)
Roman von Hans Schulze.
Nachdruck verboten.
Das ſeltſame Verſteck der Taſche hatte auf einmal wieder
9e einſt viel erörterte Möglichkeit eines Zuſammenſtoßes mit
e nem Wilderer in den Vordergrund gerückt; denn ein
berüch=
hgter Wilddieb, der vordem längere Zeit ein abenteuerliches
9 obinſonleben auf der Abtei geführt hatte, war erſt vor kurzem
pieder in der Neudietersdorfer Gegend aufgetaucht.
Infolgedeſſen hatte Herr Schwarzer vor allen weiteren
achritten zunächſt eine genaue Unterſuchung der Fundſtätte
an=
g=regt, und auch Walter war mit ſeinem Vorſchlage ſofort
ein=
zerſtanden geweſen, obwohl ihm im Innerſten ſeines Herzens
enie ſo proſaiſche Löſung des Rätſels eigentlich widerſtrebte. —
Jetzt knirſchte der Bootskiel auf dem Sande der
Landungs=
ſelle.
Der Hegemeiſter ſprang heraus und ſchlang die Kette um
ne Erlenwurzel.
Allerlei aufgeſcheuchtes Getier ſchwirrte und flatterte in den
Nohrbuchten auf; eine wilde Ente patſchte aus dem weißen
Aichts auf die leiſe quirlenden Flutem hinaus.
Ringsum wogten und wallten waſſergetränkte Dünſte, jede
Auusſicht im Junern des kleinen Eilandes ſperrend; deſto
deut=
lrher fühlte man in ihrem uchten Atem die Nähe einer geheim=
Svollen Sumpflandſchaft.
Erſt hinter der Heckenwand des verwilderten Unterholzes
nritete ſich allmählich der Blick.
Die wettergefurchte Stirn eines alten Turmes tauchte in der
g aurieſelnden Oede auf; in der nächſten Minute ſtanden die
bei=
den Wanderer am Fuße der Ruine. —
„Da haben Sie die vielberühmte Abtei!” ſagte der Förſter,
ans einem ehrwürdigen Schweinsblaſenbeutel ſeine Pfeife mit
fäſchem Tabak füllend. „Der verſtorbene Baron kam an ſchönen
Somnmertagen oft hierher. Bei klarem Wetter hat man eine
prächtige Ausſicht bis zum Schloß Neudietersdorf!“
Walter war auf einen der feuchtglänzenden Trittſteine
ge=
fäegen und ſchaute auf den See hinaus, aus deſſen geſpenſtiſchen
M ebelvorhängen die Rufe unſichtbarer Waſſervögel unabläſſig
herüberſchallten.
„Es tut mir leid, daß ich mein Srizzenbuch nicht
mitgenom=
men habe!” meinte er bedquernd. „Die Szenerie hier atmet
ge=
radezu den Geiſt einer ſchottiſchen Ballade!"
Auf einem Schmugglerpfad zwiſchen Dorngebüſch und
Teufelszwirn, der auf den ſteinigen Hängen in unbeſchreiblicher
Fülle wucherte, umſchritten ſie den verfallenen Bau.
Zuweilen kniſterte und wiſperte es in den geborſtenen
Mauern wie das hungrige Nagen der Vergänglichkeit, feiner Kalk
rieſelte leiſe, und der Morgenwind ſpielte in den grünen
Efeu=
ranken, die das alte Gemäuer wie ein Schleier von Jugend und
Hoffnung umgaben.
Innen war alles voll Moder und Grauem und wüſteſter
Ver=
wahrloſung.
Feuchtes Laub, zu ſchwammigen Maſſen
zuſamengeſchim=
melt, bedeckte den morſchen Ziegelboden; ſeltſame Algen und
Mooſe ſproßten in den klaffenden Spalten und fette
Nacktſchnek=
ken hatten allenthalben ihre ſilberglänzenden Fährten gezogen. —
„Hier iſt ſchon ſeit langer Zeit keines Menſchen Fuß mehr
hergekommen!” meinte der alte Forſtmann kopfſchüttelnd, als ſie
aus der Ruine wieder ins Freie traten. „So bliebe uns zum
Schluß nur noch eine Unterſuchung der Kapelle!”
Damit drängte er ein paar mannshohe Königskerzen
bei=
ſeite, die gleich rieſenhaften Trauerleuchtern den Kapelleneingang
umſtanden, und klinkte die wacklige Tür auf.
Eine dumpfe Grabesluft ſchlug aus dem kleinen Raum
ent=
gegen; es war ſo dunkel, daß Walter ſeine elektriſche Lampe aus
der Taſche nahm und ihre Blitze in alle Winkel huſchen ließ.
Dann kniete er auf den Fußboden wieder und unterſuchte ihn
lange und ſorgfältig.
Doch nirgends war etwas Verdächtiges zu entdecken.
Schon wollte er enttäuſcht ſeine Nachforſchungen wieder
ein=
ſtellen, da blinckte es in dem ſcharfen elektriſchem Lichtkegel aus
einer Ritze auf einmal metalliſch auf.
Im nächſten Augenblick ſtand er wieder aufrecht auf den
Füßen und hielt das Eoldmundſtück eines Zigarrettenreſtes in
der Hand.
„Heureka!” ſagte er triumphierend, als ſich die Kapellentür
mit einem quietſchenden Hexengelächter wieder hinter ihm
ge=
ſchloſſen hatte. „Der Ring beginnt ſich zu erweitern!“
Der Förſter ſah aufmerkſam auf das winzige Fundſtück.
„Iſch verſtehe nicht viel von dieſen neumodiſchen Dingern!“
ſagte er mit etwas zweifelnder Miene. „Aber ich glaube nicht,
daß Sie eine große Freude daran erleben werden!“
Walter lächelte.
„Sagen Sie das nicht, Herr Hegemeiſter! Gerade über
der=
artige Kleinigkeiten ſind ſchon die gewiegteſten Verbrecher
geſtol=
pert. Dieſe Zigarette hier iſt aus einem ſehr guten ägyptiſchen
Tabak hergeſtellt. Bitte, prüfen Sie das feine Aroma! Zudem
iſt auch noch ein Stück der Fabrikmarke zu erkennen. Sehen Sie:
„Suleiman freres — Caire.‟ Ich glaube nicht, daß ein
Neu=
dietersdorfer Wilddieb oder ein ähnlicher Genoſſe aus den
Niede=
rungen der menſchlichen Geſellſchaft ein ſo vornehmes Kraut zu
rauchen pflegt. Ein ſolcher ſcheidet alſo für die Täterſchaft
hier=
mit von vornherein aus. Denn ich bin überzeugt, daß der
Mann, der dieſe Zigarette fortgeworfen, hier auch die Brieftaſche
niedergelegt hat!“
„Falls die jungen Mädchen vorgeſtern nicht auf der Inſel
geraucht haben!“
Walter ſchüttelte den Kopf.
„Die Damen ſind in ihren Badeanzügen zur Abtei
gekom=
men, dürften alſo ſchwerlich Zigaretten bei ſich geführt haben.
Auch hat dieſer Stummel nach ſeiner ganzen Beſchaffenheit
ſicher=
lich ſchon länger als achtundvierzig Stunden in der Kapelle
ge=
legen. Natürlich werde ich aber trotzdem mit meinen beiden
Hausgenoſſinnen noch heute ein hochnotpeinliches Verhör
anſtel=
len. Denn unſer Fund kann gegebenenfalls zu einem ſehr
wich=
tigen Beweismaterial werden."
Ein ganz kleines Stückchen blauer Himmel lugte in dieſem
Moment wie ein freundliches Auge durch die höherziehenden
Regentvolken.
Und jetzt bahnte ſich auch ein erſter ſchüchterner Sonnenſtrahl
einen ſchwefelgelben Lichtweg durch den milchigem Nebeldunſt
und ſchnitt einen leuchtenden Kreis auf der zitternden
Waſſer=
fläche aus.
„Es klärt ſich auf!” ſagte Walter, den Zigarettenreſt
ſorg=
fältig in ſeiner Brieftaſche verwahrend. „Kommen Sie, Herr
Hegemeiſter! Wir wollen dieſen Sonnenblick für eine gute
Vor=
bedeutung nehmen!“
Elſe Kwauff kam durch den laubenüberwölbten Mittelgang
des Siebenlinder Wirtſchaftsgartens und deckte in der
Riviera=
laube den Kaffeetiſch.
Die Vorausſage Walters hatte ſich bewahrheitet.
Seit den ſpäten Vormittagſtunden ſchien die Sonen wieder
aus blaßblauem Himmel, und die Luft ging weich und lind,
ge=
ſchwängert von dem Atem des langerſehnten Regens.
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Schna-
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gefähr-
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Krankheit und Tod
da-
durch, daß sie auf
ihren Wegen überall
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Bakterien ablegen.
Die Wissenschaft hat
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Fiit tötet nicht allein
dieses Ungeziefer,
son-
dern zerstört auch dessen
Bier, weil es in die Ritzen
und unzugänglichen
Ver-
stecke dringt, in denen
sich das Ungeziefer
ver-
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