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Unverkautlich!
Einzelnummer 15 Pfennige
2mallgem Erſcheinen vom z. Junl
Si 2.18 Reſchomark und 22 Pfennig
ogegels abgeholt 2.25 Reichsmart, durch die
inturen „ Ceſchsmark frei Haus. Poſibezugöpreis
Jun orn ſeſtellgeld monatlich 2.75 Reichemark.
antwor — t für Aufjahme von Anzelgen an
Jmmten= en wird nicht Übernommen.
Nicht=
beinen —. er Nummern infolge höberer Gewalt
ſchigt Bezieher nicht zur Kürzung des
Clugsprer ) eſſellungen und Abbeſſellungen durch
Lanruf oE erbindlichkeiſt für unsd. Doſiſcheckonto
Frantfurt a. M. 1301.
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentiche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Queſſenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſfattet.
191. Jahrgang
Nummer 174
Sonntag, den 24. Juni 1928.
Anzeigenpreis:
A mm breite Zelle im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
Finanz=Anzelgen 40 Neſchapfg. Nellainezelle (62 mm
breith 2.-Meichemark. Anzeinent von aue twärte 40 Reichepfg.
Finanz=Anzelgen 60 Melchepfg. 92 mut breite
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(1 Dollar — 4.30 Markl. — Im Falle bPborer
Gewalt, wie Krleg, Alufruhr, Streik uſtp., erllſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
Auzelgen=
auftrCge und Leiſtſung von Schadenerſaßt. Vel
Konkur” oder gerlchtlicher Veltreibung fäif ſeder
Nabatt weg. Dankkonto Deutſche Dank und Darm=
Nädier und Matlonialbauf.
Die Stabiliſierung des Franfen.
Art. 2. Der Wert des Frauken entſpricht einem Gewicht von
2MPannung in Frankreich. x Gramm. Die Zahl der Gramme, aus der der
Stabiliſierungs=
kurs berechnet werden könnte, iſt im Dekret nicht eingeſetzt.
on unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 23. Juni.
Dies de Poincarés kam wirklich in der letzten Minute. Es
zr eirnioße und ſchöne Rede und ſie hatte Erfolg. Und zwar
f faſrz en Seiten der Kammer. Die Stabiliſierung iſt
nun=
ehr v / gen. Sie braucht nur noch eine „Natifizierung”, der
ſer ke /orinzipielle Bedeutung mehr beikomt. Vor der Rede
oimca rſchien die Lage in der Kammer verzweifelt. Die Vor=
Ahrradhaße ds inten haben die Rechie dermaßen verbittert, daß man
ſie Au ring der Koalition befürchten mußte. Die Rede
Poin=
res die Kammer quaſi beſchämt, und eine Verlegenheit
dar tim er Begeiſterung der Deputierten zu fühlen. Aber auch
e Nes Boincarés war nicht frei von einer Spur von
Ver=
genhes Die Rechte hat ihm offen innenpolitiſche Fehler vor=
Dworſe ind es war klar zu erkennen, daß er ſich durch dieſe
TORRKDE ſorwür getroffen fühlte.
Ei weilen iſt alſo die Situation gerettet.
„7an h ie Streitereien auf eine ungewviſſe Zukunft verſchoben.
ber i Grunde genommen iſt nichts geändert
UUHEN
ord . Die Kräfteverteilung in der Kammer iſt dieſelbe,
nd dFe efühle der Deputierten ſind wohl auch dieſelben ge=
Genlülieben Das mußte ſo ſein, davon hat ſich auch Poincaré
ſtechen nt gegeben. Sonſt hätte er nicht wider ſeine
Gewohn=
leit eir ibjektive und perſönliche Rede gehalten. Sonſt ſpricht
Er eher cken und kühl. Aber diesmal mußte er einen Abgrund
mberbri, und das war nur auf dieſe, perſönliche Weiſe
mög=
ſich. 2 tit ja nicht geſagt ſein ſoll, daß es in der Rede des
MMiniſt ; iſidenten an ſachlicher Dokumentation fehlte.
MHagt, Poincaré hätte durch ſeine Rede zwei
Stabiliſie=
ungerr) Czogen. Die des Franken und die der politiſchen Lage
nFrey ich. Es liegt aber im Intereſſe des Franken, daß die
ſeidenm biliſierungen nicht gleichwertig ſind. Denn die
Stabi=
ranzBreiliſeru u des Franken iſt ſicher fundiert und vorbereitet, die
Stabil) ang der politiſchen Lage erſcheint aber etwas proviſo=
Sit
iſch. incaré hat Oel auf die Wellen gegoſſen”, ſagt man
dei ders nachgiebigen Feinden der Regierung.
OberRäſ. WSl ber die Situation im Augenblick ſteht, kann man ohne
ſondd. Wagemut behaupten, daß die Lage der Regierung
uuf ein verhältnismäßig lange Zeit geſichert erſcheint.
Vor=
geſf: daß Poincaré ſeine bisherige Taktik ändert und den
ſtaky it der Kammer beſſer wahrt. Denn, daß er noch ge=
Uge beſitzt, um eine gebrechliche Koalition — gebrechlich
1 S jetzt nicht der Ausgangspunkt der erhofften
innen=
tiſe) Reform ſein kann oder will — vorläufig weiter
zu=
nme halten, das hat er mit ſeiner Stabiliſierungsrede be=
Poincarés Währungsreform.
EP. Paris, 23. Juni.
Ir0 Liniſterrat, der heute nachmittag ½4 Uhr
zuſammen=
tretesl hat Poincaré den endgültigen Entwurf für die
Sta=
biliſierx Svorlage verleſen. Dieſer wurde einſtimmig
gutge=
eißenn o. der Kammer überwieſen. Der Entwurf beſteht aus
2 en, dem eigentlichen Währungsgeſetz und einem
Ab=
kommel tit der Bank von Frankreich. Im erſten Teil wird der
Stabilli lingsſatz feſtgeſetzt werden, der vorläufig noch
geheim=
gehalt y wird, der ſich aber in der Nähe des gegenwärtigen
Matzes vegen dürfte, da der Miniſterpräſident in ſeiner letzten
Aamnrn de erklärte, der Franken werde nach der Stabiliſierung
Wuergenau u viel wert ſein wie vorher. Das Geſetz ſieht ferner die
Nückehr zum Gold Bullion—Standard vor, d. h.
der Il tauſch der Banknoten gegen Gold iſt nur
ländiſchen Zahlungsverkehr möglich.
brand”
ur 2 inländiſchen Verkehr, werden nur Silberwünzen im
Wertesl, fünf und zehn Franken ausgegeben werden, und zwar
Dis zuu rem Höchſtbetrag von 2 Milliarden Franken. Das Ab=
Tommen rit der Bank von Frankreich ſieht die Bereinigung der
BaukEll zen durch die Aufwertung des Goldbeſtandes vor. Auf
Lieſe werden die geſamten Vorſchüſſe der Bank an den
Siaat 1 auf einen für das Schatzamt notwendigen Reſt von
Mill gen, ſowie der Poſten „Nicht verfügbares Gold im
Aus=
de1s der Bilanz verſchwinden. Der 6 Milliarden Franlen
beirasl e Poſten „Ruſſiſche Guthaben” wird auf die Amorti=
Verur) ſſe überſchrieben werden, mit der geſtern ein beſonderes
Aokoru 7 über die Tilgung dieſes Poſtens unterzeichnet worden
. 2 Banknotenumlauf und die Depots werden durch die
9old— Deviſenreſerve ſowie ſämtlicher Aktiven in Höhe von
„iwa Srozent gedeclt werden. Die Paſſiven des Staates wer=
Dei m roch etwa 10 Prozent der Bankaktiven ausmachen. In
D S liſierungsvorlage iſt der Stabiliſierungskurs nicht ent=
Nalter ieſer wird der Finanzkommiſſion erſt heute abend 9 Uhr
bekan N geben werden, d. h. kurz bevor die Vorlage der Kammer
dur W8 mimung unterbreitet wird. Die Kammer iſt heute
nach=
hlttaM fort nach Schluß des Miniſterrats einberufen und ihr
Dr El urf unterbreitet worden. Er wurde ſofort der
Finanz=
ma n ni zur Begutachtung und Berichterſtattung überwieſen.
Seſe2*d heute abend 9 Uhr ihren Bericht der Kammer
be=
iannt) ui. Wie wir erfahren, dürfte der Stabiliſierungskurs ſich
wiſc) 124 und 125 halten und die letztere Ziffer kaum
über=
ſchrei3”
Die Stabiliſierungsvorlage.
EP. Paris, 23. Juni.
Stabiliſierungsvorlage wurde heute veröffentlicht. Sie
Deſer) ſtens aus dem Stabiliſierungsdekret von 13
Nua), zweitens der neuen Konvention mit der
Danleon Frankreich von 11 Artikeln, und drittens aus
enlenvention mit der Amortiſierungskaſſe
vo
Crtikeln.
Stabiliſierungsdekret beſtimmt in
El 1: Der Zwangskurs der franzöſiſchen und algeriſchen
nu en wird proviſoriſch aufgehoben.
Art. 3. Die Bank von Frankreich wird gehalten, die
Bank=
noten gegen Gold auszutauſchen, allerdings nur am Platze der
Bank. Immerhin kann ein ſolcher Austauſch auch nur in
ge=
ringen, noch feſtzuſetzenden Grenzen erfolgen. Die Bank iſt
da=
zu verpflichtet, Gold und Silber in allen ihren Zweigſtellen zum
neu feſtgeſetzten Franksumrechnungskurs anzukaufen.
Art. 4. Die Bank von Frankreich iſt verpflichtet, immer eine
Golddeckung in Goldbarren im Betrage von 35 Prozent des
Notenumlaufs und der ſonſtigen Barverpſlichtungen zu beſitzen.
Die Beſtimmungen über den Maximalbanknotenumlauf ſind
auf=
gehoben.
Art. 5. Die Münzverwaltung wird demnächſt ermächtigt
werden, Silbermünzen auszuprägen.
Art. 6. Ein Negierungsdekret wird ſpäter auch das Datum
für die Prägung von Goltmünzen feſtſetzen.
Art. 7. Die Banknoten im Werte von 5, 10 und 20 Franes
werden im Uimfange der Ausgabe von Silbermünzen
zurück=
gezogen werden. Sie werden vom 31. Dezember 1932 an keinen
Kurs mehr haben. An ihre Stelle ſollen Silbermünzen von 5
und 10 Franes zu einem Feingehalt von 680/1000 und zu einem
Höchſtbetrag von 3 Milliarden Franes treten. Ein 5 Fraues=
Silberſtück muß 5 Gramm Silber enthalten; ein 10 Franes=Stück
10 Gramm Silber. In den Zahlungen müſſen die
Silbermün=
zen bis zum Betrage von 250 Franes angenommen werden.
Art. 8. Die im Verkehr befindlichen Bronze=Münzen der
Handelskammer im Werte von 50 Centimes, 1 und 2 Fraues,
ſollen zurückgezogen und durch ſtaatliche Münzen erſetzt werden.
Kleingeld dieſer Art muß bis zum Höchſtbetrage von 50 Fraues
angenommen werden.
Art. 9. Die Gold= und Silbermünzen der Vorkriegszeit
haben keinen Kurs mehr.
Art. 10. Der Gold= und Silberbeſtand der Bank von
Frauk=
reich und der Staatsbanken der Kolonien wird im Verhältnis
des neuen Frankenkurſes aufgewertet und der Gewinn dem
Stagt gutgeſchrieben werden.
Die Artikel 11—13 enthalten Beſtimmungen untergeord
neter Art.
Die Konvention mit der Bank von Frankreich
beſtimmt, in den erſten Artikeln, welche Poſten der Bilanz der
Bank von Frankreich eine Auſwertung erfahren, auf welcher
Grundlage dies geſchehen ſoll und wie die dadurch für den Staat
entſtehenden Gewinne zu verbuchen ſind. — Artikel 9 beſtimmt,
daß die Bank von Frankreich das Recht haben ſoll, ausländiſche
Effekten und kurzfriſtige Rentenpapiere anzukaufen.
In Artikel 10 verpflichtet ſich die Vank, dem Staat die in
ihrem Beſitz befindlichen Silbermünzen zu verkaufen, um ſie als
neue Silbermünzen auszuprägen.
Die Konvention mit der Amortiſierungskaſſe
beſtimmt, daß dieſe Kaſſe das dubioſe Guthaben der franzöſiſchen
Regierung gegenüber der zariſtiſchen Regierung im Betrage von
5930 Millionen Franes, das von der Bank von Frankreich
es=
komptiert wurde und das in der Vilanz regelmäßig aufgeführt
wird, zu übernehmen und zu amortiſieren. Das heißt alſo wwohl,
daß auf die Eintreibung dieſes Guthabens verzichtet wird und
der Staat die franzöſiſchen Gläubiger ſelber zu befriedigen
ge=
denkt. Es werden auch verſchiedene Einnahmen feſtgeſetzt, um
dieſe Amortiſierung möglich zu machen. So ſoll u. a. jährlich
uoo des Kapitals aus dem Budget geſpendet werden.
Dieſen drei Konventionen geht eine Begründung voraus, die
ſich zum Teil mit der Stabiliſierungsrede Poincarés vom
ver=
gangenen Donnerstag declt. Außerdem aber geht aus beſtimmten
Stellen unzweifelhaft hervor, daß der gegenwärtige Sterlingkurs
von 124,17 kaum eine weſentliche Veränderung erfahren wird.
Es werde ausdrücklich, erklärt die Vorlage, auf eine noch ſo
ge=
ringe Franesbaiſſe verzichtet werde, um nicht dadurch die
Klein=
rentner zu ſchädigen. Mit Bezug auf die Goldmünzen wird
mit=
geteilt, daß es noch lange dauern werde, bis ſolche zur Ausgabe
gelangen könnten. Außerdem wird bekannt, daß der Goldbeſtand
der Bank von Frankreich ihre Sichtverpflichtungen von 40
Pro=
zent deckt, während die Bank ſich bekanntlich nur zu einer Deckung
von 35 Prozent verpflichten muß. Der Gewinn, der dem Staat
aus der Aufwertung des Gold= und Silberbeſtandes erwächſt,
wird mit 16,5 Milliarden Franes angegeben. Daraus kann
ent=
nommen werden, daß die Schuld des Staates gegenüber der Bank
von Fpankreich nach Verrechnung dieſes Gewinnes tatſächlich
er=
loſchen ſein wird.
Die Ausſichten der Stabiliſierungevorlage
in der Kammer.
Da die meiſten Kammergruppen bereits geſtern ihre Haltung
in der Ratifizierungsdebatte definiert haben, kann mit
Beſtimmt=
heit vorausgeſagt werden, daß ſich eine große Mehrheit für die
Vorlage finden wird. Das „Journal” will wiſſen, daß die
Ne=
gierung keineswegs, wie gerüchtweiſe verlautete, die Abſicht
habe, ſofort nach der Abſtimmung zu demiſſionieren. Erſt wenn
die in der nächſten Woche ſtattfindende Interpellationsdebatte
über die allgemeine Politik dem Miniſterpräſidenten nicht die
der Zuſammenſetzung des Kabinetts entſprechende Mehrheit
bringe, werde er dem Präſidenten der Nepublik die
Geſamt=
demiſſion des Kabinetts überreichen und zweifellos von dieſem
mit der Neubildung der Regierung beauftragt werden.
Dem „Echo de Paris” zufolge, hat der Miniſterpräſident
die=
ſen Beſchluß den Radikalen bekanntgegeben. Bezeichnenderweiſe
äußert die „Volonté” das Organ der Caillauxſchen Nadikalen,
heute die Anſicht, es ſei nicht anzunehmen, daß der
Miniſterpräſi=
dent nach der Stabiliſierung in der Radikalen Partei die (5
Stimmen zur Billigung ſeiner Politik finden werde, die er von
ihr verlange.
Die Woche.
Nachdem man in Berlin elf Tage lang verhandelt hat, iſt
man am zwölften ſchließlich zu dem Reſultat gekommen, daß man
auf dem eingeſchlagenen Wege nicht weiter kommt. Die
Verhand=
lungen der verſchiedenen Parteien über die Bildung einer
Regierung der großen Koglition ſind geſcheitert, und die
Partei=
führer konnten nur feſtſtellen, daß man ſich wieder einmal
hoff=
nungslos feſtgefahren hatte. Hoffnungslos? Herr Müller=
Franken hat die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, und ſo
will er jetzt verſuchen, eine Negierung der Weimarer Koalition
auf die Beine zu ſtellen. Wir waren ſchon vor der
Reichstags=
wvahl und erſt recht nach dem Wahlergebnis vom 20. Mai der
Auffaſſung, daß unter den gegenwärtigen Verhältniſſen eine
Ne=
gierung der großen Koalition allein eine gewiſſe Gewähr für eine
ruhige Entwicklung unſerer politiſchen Arbeit biete. Die
Bereit=
ſchaft zur Beteiligung an einer ſolchen Negierung ſchien bei den
dafür in Frage kommenden Parteien und ihrer Führern
vor=
handen und ſo konnten Optimiſten glauben, daß alles auf dem
beſten Wege ſei, nachdem der Führer der Sozialdemokraten vom
Reichspräſidenten mit der Negierungsbildung beauftragt war.
Herr Müller=Franken aber wählte einen Weg, den man recht
ſkeptiſch beurteilen müßte. Wieder einmal haben die Skeptiker
leider Recht behalten. An ſich hatte der Gedanke des
ſozialdemo=
kratiſchen Führers entſchieden manches für ſich. Er glaubte, daß
eine Regierung der großen Koalition auf die Dauer nur dann
wirklich praltiſche Arbeit werden leiſten können, wenn es gelänge,
vorher die verſchiedenen Parteien auf ein ſeſt umriſſenes
Pro=
gramm feſtzulegen. Das kann man verſtehen, denn Herr Müller=
Franken hat ſicherlich an jene erſte große Koalition im Jahre
1923 gedacht, wvo es ihm mehr wie einmal nicht gelang, die
Zuſtimmung ſeiner Partei zu auch von ihm als dringend
notwen=
dig erkannten Regierungsmaßnahmen zu erhalten. Der von
Herrn Müller eingeſchlagene Weg bot alſo entſchieden größere
Garantien als der dem Sinne des darlamentariſchen Syſtems
eigentlich mehr entſpreihende, ſich anſtelle der Parteien mit
be=
ſtimmten Perſönlichkeiten über ein Regierungsprogramm
zu einigen; bot größere Garantien — wenn es glückte, auf ihm
zum Ziel zu gelangen. Das aber mußte jedem, der unſere
Par=
teiverhältniſſe einigermaßen kennt, doch von vornherein recht
frag=
lich erſcheinen. „Vorerſt haben noch die Parteitaktiler das Wort,
und es iſt durchaus nicht ausgeſchloſſen, daß durch alle möglichen
taktiſchen Erwägungen und Feinheiten die Dinge ſo kompliziert
werden, daß ſchließlich überhaupt etwas Vernünftiges nicht mehr
herauskommen kann.” Wir haben leider recht behalten mit dieſer
peſſimiſtiſchen Auffaſſung, der wir vor 4 Wochen an dieſer Stelle
Ausdruck gaben. Weil die Sozialdemokratie glaubte, einen
Preſtige=Erfolg zu brauchen, machte man aus dem viel berufenen
Panzerkreuzer und dem Nationalſeiertag am 11. Auguſt
Kardi=
nalfragen, und bei der einzigen wirklich bedeutſamen
Schwierig=
keit, der von der Deutſchen Volkspartei verlangten Umbildung
der Preußen=Regierung konnte man nicht zu einem Reſultat
kom=
men, da Herr Braun jedes Entgegenkommen ablehute. War das
alles wirklich nötig, oder hätte man nicht vielleicht doch bei einigem
Geſchick über die Schwierigkeiten hinwegkommen können?
Es hat ſehr wenig Sinn, wenn jetzt die verſchiedenen
Be=
teiligten mit allen Mitteln der Dialektik verſuchen, dem anderen
die Schuld am Mißerfolg zuzuſchieben. Denn dieſe Schuld liegt
nicht ſo ſehr an der einen oder der anderen Forderung, oder an
irgend einem Verhandler, ſondern letzten Endes doch an dem
Aufbau und der ſich darans ergebenden
Ein=
ſtellung unſerer Parteien. Das Wahlergebuis vom 20.Mat:
daß der Durchſchnittswähler bei den Parteien die große politiſche
Linie vermißt, und daher die Reigung hat, ſeine Stimme für eine
möglichſt robuſte Vertretung irgendwelcher perſönlicher
Sonder=
intereſſen zu geben. Das gilt nicht nur für die bürgerlichen
Par=
teien, wo ſich dieſe Tendenz in einer ſtarken Zerſplitterung
aus=
drückte, ſondern ebenſo auch für die Sozialdemokratiſche Partei,
die, urſprünglich eine Weltanſchuungspartei, ganz und gar
zu einer rein wirtſchaftlichen Jutereſſenvertretung geworden iſt.
Aus dem Ergebnis der letzten Reichstagswahl ziehen nun aber
unſere Parteien nicht die naheliegende Folgerung, daß es für ſie
höchſte Zeit zur Umkehr iſt, ſondern ſie bemühen ſich vielmehr,
den Jutereſſen ihrer Wähler möglichſt praktiſch etwas zu bieten,
und ſo iſt es gekommen, daß ſich die Verhandlungen um die
deut=
ſche Regierungsbildung zu einem Streit um jede einzelne
Poſition entwickelt haben wie etwa die Verhandlungen zweier
Länder über einen Handelsvertrag. Wir kennen nun allmählich
dieſes Bild, das ganz gewiß nicht zur Erhöhung des Anſehens
des deutſchen Parlamentarismus beiträgt. Es iſt die allerhöchſte
Zeit, daß hier endlich einmal Wandlung geſchaffen wird, und es
muß ganz offen ausgeſprochen werden, daß dieſe notwendige
Wandlung von den Parteien, ſo wie wir ſie heute haben, kaum
zu erwarten iſt. Wir müſſen wieder verſtehen lernen, daß das
politiſche Leben nicht ein mehr oder weniger erbitterter Kampf
um Mark und Pſennig iſt, ſondern in erſter Linie eine
Auseinan=
derſetzung über Ideen. Dieſe Ideen zu zeigen und danach zu
handeln, d. h. ſie verwirklichen, iſt die Aufgabe der Parteien, und
wenn ſie dazu in ihrer heutigen Geſtalt nicht in der Lage ſind, wird
ſich die politiſche Front eben anders gruppieren müſſen. Man hat
in letzter Zeit viel von einer Verſchmelzung der Deutſchen
Volks=
partei und der Demokratiſchen Partei geſprochen. Die
Erörte=
rungen ſind aber in den meiſten Fällen nicht über ein Rechen=
DDer Berint üdnr
Nia Nalelesfahrs=Wertache
79 Onab=MaPalnatsesgen6
auf entte 14
Geite 2
exempel hinausgekommen, das die Stimmen= oder
Abgeordneken=
zahl der einzelnen Parteien irgendwie zuſammenaddierte. Damit
iſt ganz gewiß nichts gewonnen. Das Zuſammenkoppeln zweier
oder mehrerer Parteiapparate wird das politiſche Intereſſe nicht
wirkſam beleben, wenn man nicht endlich einmal ernſtlich
daran=
geht, die großen gemeinſamen Intereſſen des
geſamten deutſchen Bürgertums in den Vordergrund
zu ſtellen. Es gilt das deutſche Bürgertum aus Verdroſſenheit
und Verärgerung aufzurütteln, nicht mit Schlagworten oder den
Verſprechen irgendwelcher wirtſchaftlicher Vorteile, ſondern durch
das Wiedererwecken der jetzt ruhenden geiſtigen Kräfte, die das
deutſche Bürgertum einſt groß gemacht haben. Ein geſunder
ſozialer Liberalismus, der ſeine Kräfte freudig in den Dienſt des
Staates ſtellt, wird vom ganzen deutſchen Bürgertum freudig
ver=
ſtanden werden, und von der gemeinſamen Grundlage aus wird
man den gefunden und notwendigen Ausgleich zwiſchen den
Intereſſen einzelner Gruppen ſehr viel leichter finden als jetzt,
wo man ſich in „feindlichen Lagern” mißtrauiſch gegenüberſteht.
Eine Reform unſeres Parteiweſens von Grund auf. Sie in
Angriff zu nehmen, iſt es allerhöchſte Zeit, wenn nicht die große
Maſſe dem Staatsgedanken völlig entfremdet werden ſoll. Wir
ſind an ſich — leider — ein unpolitiſches Volk, und das politiſche
Getriebe in jüngſter Vergangenheit und Gegenwart iſt nicht
gerade geeignet, in dieſer Beziehung Wandlung zu ſchaffen. Wir
können nicht mehr lange warten, nicht warten, wie wir auf die
Reform unſeres Wahlrechts gewartet haben, die, von aller
Par=
teien als notwendig anerkannt, niemals über erſte Erörterungen
hinausgekommen iſt, weil diejenigen, welche die Reform hätten
in Angriff nehmen müſſen, die Parteien, gleichzeitig die
Nutz=
nießer des beſtehenden Zuſtandes waren. Die Reform unſeres
Parteiweſens wird nur dann wirkſam in Angriff genommen
werden können, wenn führende Perſönlichkeiten ſich mit allem nur
möglichen Nachdruck für ſie einſetzen. Die politiſche Partei kann
immer nur Mittel zum Zweck ſein, darf niemals zum Selbſtzweck
werden. Das iſt es, was man überall im deutſchen Volke mehr
oder weniger deutlich empfindet. Jeder Verſuch, aus der
gegen=
wärtigen Verknöcherung herauszukommen, wird von der
über=
wältigenden Mehrheit des deutſchen Bürgertums freudig begrüßt
MI.
werden.
*Kriſenwochenende.
Die erſte Etappe der Regierungsbildung.
Im Reichstag herrſcht Ferienruhe. Von dem lebhaften
Trei=
ben der letzten Tage iſt nichts mehr zu merken, kaum daß einzelne
Abgeordnete erſcheinen, um die Zeitungen zu leſen. Die Deutſche
Volkspartei hat ihre Fraktion nach Hauſe entlaſſen, weil ſie
vor=
läufig vollkommen ausgeſchaltet iſt und zunächſt abwarten muß,
ob die Verſuche zur Wiederbelebung der Weimarer Koalition
von Erfolg ſind. Auch Demokraten und Sozialdemokraten tagen
nicht. Vorläufig bleibt alles in der Schwebe, bis am Montag
abend das Zentrum ſich zur Weimarer Koalition äußert.
Inzwiſchen wird die Pauſe benutzt, um rückſchauende
Be=
trachtungen über die erſte Etappe anzuſtellen. Dabei zeigt ſich
zwiſchen Zentrum, Demokraten und Sozialdemokraten eine
auf=
fallende Uebereinſtimmung darin, der Deutſchen Volkspartei die
Schuld an dem Scheitern der Verhandlungen zuzuſchieben.
Un=
ſeres Erachtens nach zu Unrecht. Die Verantwortung liegt
allein bei Hermann Müller. Schon aus der ganzen Art, wie er
die Verhandlungen führte, beſonders aber deshalb, weil er zum
Schluß jene bekannten vier Punkte formulierte, die der
Volks=
partei nur die Wahl ließen, entweder unter dem kaudiniſchen
„Joch der Sozialdemokraten hindurchzugehen oder ein „Nein” zu
ſagen. Daß die Volkspartei in dieſer Zwangslage zur
Ableh=
nung kam, iſt eigentlich eine Selbſtverſtändlichkeit. Ebenſo
ſelbſt=
verſtändlich, wenn Hermann Müller die Große Koalition kaputt
machen wöllte, er gar nicht geſchickter hätte operieren können.
Es iſt doch eine ſtarke Zumutung, gerade die Fragen
herauszu=
ſuchen, die für die Sozialdemokraten propagandiſtiſch die
wert=
vollſten im Wahlkampf waren und damn von der Deutſchen
Volkspartei zu verlangen, daß ſie gerade hier unter allen
Um=
ſtänden nachgeben müſſe. Man braucht gar nicht einmal den
Preſtigeſtandpunkt herauszukehren; tatſächlich hätte die
Volks=
partei ihre ganze Vergangenheit geleugnet, wenn ſie dem Verzicht
auf den Panzerkreuzer zuſtimmte, und ſie hätte ſich grundſätzlich
umſtellen müſſen, wenn ſie plötzlich der Einführung des 11.
Auguſt als Nationalfeiertag ihre Zuſtimmung geben wollte. Sie
hätte zudem ſtaatspolitiſch unverantwortlich gehandelt, wenn ſie
die ſozialdemokratiſche Forderung auf Heraufſetzung des
ſteuer=
freien Exiſtenzminimums annahm. Das bedeutete einen Ausfall
von 150 Millionen, die doch nicht einfach wild in die Gegend
geworfen werden können, das Gleichgewicht im Staatshaushalt
wäre ins Wanken gekommen, der Reparationsagent wäre ſehr
brüskiert, die Länderparlamente hätten die Realſteuern erhöhen
Zum Johannisfeſte.
Von Reinhold Braun.
Er muß wachſen; ich aber muß abnehmen.
Joh. 2, 30.
Da ſteht er auf der Höhe des Jahres, der Johannes der
Täufer, herrliches Sinnbild, groß, ernſt, klar und ſchlicht,
Sinn=
bild wahrer Opfergeſinnung. Unvergänglich ſchön in ſeiner
ſtar=
ken Mannheit, Gipfelerſcheinung der Treue und jener Größe, die
das Geheimnis ihrer Strahlkraft in der Demut hat, die das
Haupt beugt vor Offenbarungen der höheren Welt und alles
Reinen und Gott=Erfüllten, aber nimmermehr irdiſchen
Macht=
habern gehorcht, aller Lauheit und Unentſchiedenheit geſchworener
Feind!
Wie ein Fels ragt der Johannes im Wogen der Zeiten.
Unerſchütterter Adel des wahren Menſchen, ungebrochene
Leben=
digkeit aus ewigen Gründen, heilige Beharrlichkeit, ganze
urmäch=
tige Erfaßtheit durch den Gehorſam gegenüber dem großen
Befehle, dem Rufe Gottes an Herz und Gewiſſen.
Das Johannisfeſt ruft uns zum Bekenntnis auf: „Zeige, wer
du biſt; Sklave und Anbeter des Ungeiſtes der Zeit, oder kämpfſt
du gegen ihn als einer von der größeren Zugehörigkeit, als ein
Eigener, weil du der Inbrünſtige biſt zu dem Gottesfunken
in dir!“
Ja, wer biſt du: Meinungs=Pendler, Protz im Gewande des
Harlekin, oder biſt du einer von denen, auf die meine Sprüchlein
paſſen:
Beſſer Urwuchs und Bettelmann
Als Schablone und Seide an!
oder:
Beſſer zerſtürmt
Als kraftlos zerwürmt! —
Gerade am Johannisfeſt wollen wir es ſpüren: „Die Guten
ſind nie allein!“
Ob wir um ein Feuer mit unſeren Weggenoſſen ſtehen oder
einſam dem Gedanken der Johannisgeſtalt nachgehen: wir wollen
uns verbunden fühlen im Geiſte der gleichen Geſinnung!
Dieſer aber iſt der Geiſt der unbedingten Ehrlichkeit und
Wahrheit, der Anerkennung alles Heiligen und Großen, alles
Unvergänglichen und deſſen, was echte Liebe und Treue iſt, wie
ſie unerreichte Verkörperung gewann in der Perſönlichkeit deſſen,
dem Johannes der Vorläufer war.
Auch wir wollen abnehmen im Dienſte am wahrhaften Leben,
auf daß es zunehme und Macht gewinne über viele.
Fröhlich wollen wir ſein und das Gut der Zeit nützen in
der Erkenntnis, daß wir abnehmen müſſen. Nicht traurig ſoll
Sonntag, den 24. Juni 1928
Vom Tage.
Die neue amerikaniſche Note über den
Kriegs=
verzichtpakt wurde am Samstag vormittag in Berlin,
Pa=
ris und London überreicht.
Die Konferenz der Interparlamentariſchen
Wirtſchaftsunion beſchäftigte ſich in ihrer Schlußſitzung mit
der Frage der nächſtjährigen Tagung. Der deutſche Delegierte,
Reichs=
tagsabgeordneter Dr. Oskar Meyer, überbrachte die Einladung
der deutſchen Gruppe, die unter allgemeinem Beifall
angenom=
men wurde. Die nächſtjährige Tagung findet alſo in Berlin
ſtatt.
In einer Eingabe an den Reichsverkehrs= und den
Reichswirt=
ſchaftsminiſter hat der Reichsverband der deutſchen
In=
duſtrie verlangt, die Erhöhung der Gütertarife ſo
lange wie möglich noch zu vermeiden.
In der Samstagſitzung des Oldenburgiſchen Landtags wurde das
Mißtrauensvotum gegen die Oldenburgiſche
Regie=
rung, das von den Sozialdemokraten eingebracht worden war, mit
27 gegen 20 Stimmen abgelehnt.
Der deutſche Botſchafter hat dem Außenminiſter Briand, bei
ſeiner Unterredung die Glückwüſche der deutſchen Regierung zu ſeiner
völligen Wiederherſkellung ausgeſprochen.
Wie die „Politika” aus Paris meldet, iſt der jugoſlawiſche
Finanz=
miniſter Dr. Markowitſch aus London in Paris eingetroffen. Die
jugoſlawiſche Auslandsanleihe werde als
geſchei=
tert angeſehen.
Nach Moskauer Meldungen hat ſich der
Geſundheitszu=
ſtand Tſchitſcherins derart verſchlimmert, daß ihm
die Aerzte geraten haben, von ſeinem Poſten als
Volkskommiſ=
ſar für auswärtige Angelegenheiten zurückzutreten.
Wie aus Moskau gemeldet wird, hat die Nachricht über die
Be=
ſetzung Tſchantſchuns durch die japaniſchen
Trup=
pen in Moskau große Erregung hervorgerufen. Man
rechnet in Moskauer politiſchen Kreiſen damit, daß die japaniſchen
Truppen in den nächſten Tagen weiter vorrücken werden, um die
chineſiſche Oſtbahn zu beſetzen.
müſſen, wenn ihnen durch einen Federſtrich 100 Millionen
ent=
zogen würden. So kann man derart wichtige Probleme nicht
anfaſſen.
Soweit wir wiſſen, hat auch das Zentrum — wohl auf den
Einfluß des Finanzminiſters hin — über das volksparteiliche
Zugeſtändnis einer Prüfung der Möglichkeiten einer Erhöhung
des Exiſtenzminimums nicht hinausgehen wollen. Die Bayern
haben der Behauptung, daß ſie bereit geweſen wären, den
11. Auguſt als Verfaſſungstag anzuerkennen, ein geharniſchtes
Dementi entgegengeſetzt. Es iſt alſo ein reines
Taſchenſpieler=
kunſtſtückchen, wenn nun in den ſachlichem Punkten mit aller
Ge=
walt die Deutſche Volkspartei zum Sündenbock geſtempelt werden
ſoll. Das gilt nicht einmal für Preußen. Denn dieſelben
Zen=
trumsblätter, die die Deutſche Volkspartei wegen ihrer
unglaub=
lichen Unnachgiebigkeit tadeln, werden doch gegen die Art, wie
der preußiſche Miniſterpräſident die Volkspartei brüskiert hat,
recht zahm. Die „Kölniſche Volkszeitung” ſpricht von einer
ſchroffen Abweiſung, einem markiert unhöflichen Ton, der
un=
angenehm auffällt. Sie ſtellt auch ausdrücklich feſt, daß das
Zentrum mit der Interpretation, die Herr Braun der
grund=
ſätzlichen Bereitſchaft, zu gegebener Zeit in Verhandlungen
ein=
zutreten, gegeben hat, nicht konform geht. Die „Germania” geht
ſogar ſoweit, die Anſicht zu entwickeln, daß zwiſchen der
Erklä=
rung, die Herr Braun der Deutſchen Volkspartei gegeben hat,
und der Auffaſſung der preußiſchen Zentrumsfraktion ein
Unter=
ſchied, ja ein Gegenſatz beſteht. Wenn das aber richtig iſt, dann
fallen die Angriffe gegen die Deutſche Volkspartei in ſich
zuſam=
men, denn an der Preußenfrage iſt doch im letzten Grunde die
ganze Kombination geſcheitert. Hätte die Volkspartei in Preußen
bindende Zuſagen erhalten, dann wäre man vielleicht über
Un=
geſchicklichkeiten, die Hermann Müller bei der Formulierung der
übrigen drei Punkte begangen hatte, noch hinweggekommen. Aber
daran iſt nichts mehr zu ändern. Die Entſcheidung iſt in
nega=
tivem Sinne gefallen.
Es bleibt nun abzuwarten, ob beim Zentrum und der
Baye=
riſchen Volkspartei die Neigung vorhanden iſt, auf den
unſiche=
ren Boden der Weimarer Koalition zu treten. Sie werden ſich
dabei allerdings klar ſein müſſen, daß es für die Volkspartei
nicht möglich iſt, einer ſolchen Koalition gegenüber wohlwollende
Neutralität oder auch nur Neutralität zu üben. Sie können auch
nicht damit rechnen, daß etwa Herr Dr. Streſemann als
Fach=
miniſter dieſem Kabinett ſich zur Verfügung ſtellt. Im Gegenteil.
Er braucht gerade aus außenpolitiſchen Gründen eine breite
Baſis und wird deshalb, wie wir beſtimmt wiſſen, die
Beteili=
gung an einem ſolchen Kabinett ablehnen. Rein parteitaktiſch
geſehen, wäre die Weimarer Koalition zweifellos für die
Volks=
partei das angenehmſte, denn ſie würde in einer ſehr behaglichen
Oppoſitionsſtellung ſtehen. Sie hat aber mit Recht die
parteitak=
tiſchen Erwägungen gegen den ſtaatspolitiſchen Zwang
zurück=
treten laſſen. Nachdem ihr die Türe vor der Naſe zugeſchlagen
wurde, kann ſie nun abwarten, wie die Entwicklung weitergeht.
uns dieſe Erkenntnis machen, ſondern nur noch weſentlicher und
treuer. Als die Königlichen wollen wir unſer Werk vollbringen
bis ins letzte Verſtrömen.
Jedes echte Dienen iſt eine Darangabe von Kräften und
Inhalten der Seele, des Geiſtes und auch des Körperlichen. Es
kommt nimmer darauf an, womit wir dienen, ſondern wie wir
dienen!
Aus der Erkenntnis und mit dem Weitblick eines Johannes!
Treu bis auf den Grund der rauheſten Wirklichkeit,
unwandel=
bar in der Geſinnung aus Liebe, wo ich und was ich auch tun
mag! Und doch immer in der Schau des geewigten Menſchen
und im Hinblick auf den Sieg des Göttlichen in der Welt!
Nicht ſchöne Worte wollen wir am Johannisfeſte machen,
ſondern es ſoll uns helfen, daß wir immer mehr Anker werfen
in den Gründen alles Letzten, daß wir Blühende und Fruchtende
der Tatwelt werden!
In meinem inneren Leben aber ſoll es ſo ſein: Wenn auch
des Leibes Kräfte ſchwinden und welken, zunehmen ſoll an Fülle
meine Seele. Altert mein Körper und muß er Schmerzen leiden,
ſo ſoll dies das Werk meiner Inbrunſt ſein, daß meine Seele
immer mehr hinauf wachſe in die Gnaden der ewigen Jugend!
Dieſe aber will ich noch im weißen Haare offenbaren durch
ein rechtes, heiter=inniges Opferweſen und ein ſchlichtes ehrliches
Tun!
Laſſet die Feuer glühen, die ſichtbaren und die inwendigen,
Brüder und Schweſtern vom Geiſte des Johannes!
*Georg Habich.
Am 24. Juni feiert ein Sohn Darmſtadts, deſſen Namen weit
über Deutſchlands Grenzen bekannt iſt, ſeinen 60. Geburtstag.
G. Habich, ordentlicher Honorarprofeſſor der Univerſität München,
Vorſtand des Bayeriſchen Münzkabinetts und Mitglied der
Baye=
riſchen Akademie der Wiſſenſchaften, machte ſeine archäologiſchen
Studien an den Univerſitäten Bonn und München. In München
fand er ſeine neue Heimat, und hier wurde er Beamter an der
K. B. Münzſammlung und ſchließlich Nachfolger von Profeſſor
Riggauer in leitender Stellung. Habichs Arbeitsfleiß verdanken
wir eine große Anzahl wichtigſter Veröffentlichungen in ſeinem
engeren Fache, wie auf dem Gebiete der Kunſtgeſchichte.
Beſon=
ders fruchtbar waren ſeine grundlegenden Forſchungen über die
Bildhauer der deutſchen Gotik und Renaiſſance, über Leinberger,
Daucher, Hagenauer u. a. na., um nur einige Namen zu nennen.
Als letztes Werk von internationaler Bedeutung erſchien ſein
Buch über die Medaillen der italieniſchen Renaiſſance bei der
Deutſchen Verlagsanſtalt in Stuttgart, und die unermüdliche
Tagung der Kolonialen
Arbeitsgemeinſchaft in
Verkündung eines allgemeinen deut
Kolonialprogramms.
Köln
Anläßlich der geſtern nachmittag von der Kolonial
gemeinſchaft veranſtalteten kolonialen Kundgebung auf
wurde ein von allen angeſchloſſenen Verbänden gebin
deutſches Kolonialprogramm verkündet, daß die deutſche
derungen vom Boden der gegenwärtigen politiſchen
Tatſachen endwickelt.
In dem Programm wird u. a. geſagt, daß, nachdem
Haltloſigkeit der von den alliierten Regierungen in der Not
1919 gegen die frühere deutſche Kolonialpolitik erhobenen Reich
einwandfrei erwieſen und nachdem die Alliierten ſelbn
Schuldtheſe dadurch verworfen haben, daß ſie mit der
Auf=
lans in den Völkerbund und die Mandatskommiſſion ſein
tigung mit den „fortgeſchrittenen Nationen” im Sinne des 9
Völterbundsſatzung anerkannt haben, die Vorausſetzungen fi
des Verſailler Vertrages, wodurch Deutſchland die
Ver=
ſeine Kolonien aufgezwungen wurde, hinfällig geworden
ſehen von dieſer veränderten Rechtslage erſtehe Deutſchlond
aus der Mitgliedſchaft im Völkerbunde zu mindeſten ein Res
auf Uebertragung der mandatariſchen Verwaltung ſeiner Koſo
durch das Mandatsſyſtem die deutſchen Kolonien in die zeitw
waltung, nicht aber in das Eigentum der Mandatsſtagten iu
ſind, erſtehe vom Boden der Völkerbundsſatzung aus der deutf
anſpruch, daß das Mandatsſyſtem nicht gegen den Willen o.
einſeitig zugunſten einer der Mandatsmächte abgeändert wer
insbeſondere die für die Ausübung des Mandats erlaſſenen Bei
mit der Völkerbundsſatzung in Uebereinſtimmung gebracht me
Dieſe aus den gegenwärtig rechtskräftigen Verträgen ſich
Rechtsanſprüche zur Anerkennung und praktiſchen Geltung
ſo heißt es in dem Programm weiter, ſei ein unumgängliches
nis zur Erhaltung der nationalen Wirtſchaft, der Erfüllung
nationalen Verträge und Wahrung des Weltfriedens, ſowie de
lichung einer wahrhaften Zuſammenarbeit der Völker on d.
ſamen Aufgaben der Weltwirtſchaft und Weltkultur. Da die
Urſache der ſozialen und wirtſchaftlichen Erſchütterungen ur
in denen das deutſche Volk ſeine beſten Kräfte aufzehrte, der u
daß für die ſtändig anwachſende deutſche Bevölkerung weder
Raum noch genügend Rohſtoffe und Lebensmittel innerhalb
begrenzten Wirtſchaftsgebietes vorhanden war, ſo ſei die
Schaffung eigener großer Siedlungsgebiete in noch freien
eine Pflicht der nationalen Selbſterhaltung. Deutſchland kön
alle Zukunft darauf verzichten, den aus der Heimat ſtetig ab
Bevölkerungsüberſchuß der eigenen Wirtſchafts= und Kulturg
zu erhalten. Die wirtſchaftliche Not großer deutſcher Vollsſe
unerträglichen finanziellen Laſten, die aus den internatior
pflichtungen auf der deutſchen Wirtſchaft liegen, und die z
Verſchuldung Deutſchlands an das Ausland erfordern es gebie
möglichſt alle Produktions= u. Handelsgewinne aus der Verſ=
Mutterlandes mit Kolonialpvodukten und aus dem Abſatz
Waren der eigenen Volkswirtſchaft zugeführt werden,
Sodann wird in dem Programm darauf hingewieſen, da
wicklung Deutſchlands zur wirtſchaftlichen Weltmacht ohne
reichenden Lebens= und Wirtzſchaftsrgum eine der Urſachen
nationalen Gegenſtände geweſen war, die zum Weltkriege u
wirtſchaftlichen Feſſelungen des Vevſailler Vertrages führten.
ſchaftliche und politiſche Friede unter den Völkern müſſe ab
gefährdet bleiben, als Deutſchland nicht wie jede anden 2
großmacht der Erde über hinreichenden Entfaltungsraum verſt
komme, daß die planmäßige Erſchließung aller Wirtſchaftskräſte
vorausſetze, daß die kolonialwirtſchaftlichen Fähigk ſiten den
nicht von dieſer Gemeinſchaftsaufgabe der Völker ausgeſchloſſt
Aus all dieſen angeführten Gründen erheben die in der
Reichsarbeitsgemeinſchaft zuſammengeſchloſſenen kolonialen un
intereſſierten Vereine, Verbände und Wirtſchaftsunternehme
lands, der Deutſchtumsverbände und der Preſſe, unter Aufreck
aller deutſchen kolonialen Rechtsanſprüche, die Forderung auf
Wiedereintritt Deutſchlands in eine aktive Kolonialarveit
Kolonialgebieten.
An das deutſche Volk richten die genannten Kreiſe die
die wahre Urſache der wirtſchaftlichen und ſozialen Nöte und
Ohnmacht in der räumlichen Einengung Deutſchlands und ſ
ſchließung von den großen Lebens= und Wirtſchaftsräumen
endlich in ihrem vollen Umfange zu erkennen und tatkräft
Erfüllung der kolonialen Notwendigkeiten mitzuwirken. Die
Parteien werden aufgefordert, die deutſche Kolonialbewegung
eigenen Sache zu machen und die deutſchen kolonialen Fordern!
Parteiprogramm aufzunehmen, während von der Reichsreg
wartet wird, daß ſie die koloniale Frage als eine Lebensfrag
ſchen Volkes erkennt und derum auch von ihr aus die 2
nationalen und internationalen Schwierigkeiten verſucht,
Arbeitskraft des Gelehrten ſtellt uns ein Corpus der 9e
Medaille in nahe Ausſicht. Mit der lebenden Kun
Verbindung, hat G. Habich unzähligen Künſtlern und E
den Anregung gegeben und gehört zu den führenden 7
keiten der bayeriſchen Landeshauptſtadt.
N9
*
P
Von Oeutſchlands Hoben Schulel
Verlin: Die Privatdozenten für Chirurgie an der Unibe
med. Hans Landau, Dr. Otto Stahl und Dr. Grwil
bandt ſind zu nichtbeamteten a. o. Profeſſoren ebends
worden.
Dresden: Dem Aſſiſtenten am Botaniſchen Inſtitut 2M
Söding iſt die Lehrberechtigung für das Fach Boian!
mathematiſch=naturwiſſenſchaftlichen Abteilung der Techſile
ſchule erteilt worden.
Erlangen: Profeſſor Dr. Johann Radon hat den. 6
gangenen Ruf auf den Lehrſtuhl der Mathematik an der
Breslau als Nachfolger des emer. Geheimrats A. Kneſer Rutz
Gießen: An unſerer Univerſität ſtudieren im begonnene”
Semeſter 1629 Studenten, darunter befinden ſich 86 Frans.
Hoſpitantinnen. Zu den 1629 ordentlichen Studenten iel
180 Gaſthörer und Hörerinnen. Von den 1629 Studierende”
folgende Studienfächer gewählt: Jura 335, Medizin Whe Ne*
158, Tierheilkunde 133, Staatswiſſenſchaft 129, Mathemail. *
wiſſenſchaft 109, Theologie 97, Forſtwiſſenſchaft 81, Lenoſ
Chemie 66, Philoſophie 49, Klaſſiſche Philologie 83, Rict
Geſchichte 3. — Die Sonnwendfeier am Bismarckturm lt”
der Studentenſchaft am 21. Juni abends 9 Uhr ſtafh,
Hamburg: Profeſſor Dr. Graff, von der hieſigen.
hat einen Ruf als ordentlicher Profeſſor der Aſtronoſie. Li
der Sternwarte an der Univerſität Wien erhalten, bel."
des Symmers folgen wird.,
Jena: Die Sängerſchaft zu St. Pauli an der Anſce
ihr 100jähriges Stiftungsfeſt. Als farbentragende Korpoi.
ſie zum D. D. (Deutſche Sängerſchaft), in der 41 Sänger
deutſchen und öſterreichiſchen Univerſitäten und Tehniſche.
zuſammengeſchloſſen ſind.
Lcipzig: Fünfzig republikaniſche Studenten aus Leice
Halle und Jena hielten am Sonntag in Ncumburc ”o.
kunft ab, die von Oberſtudiendirektor Dr. Bohner, Mithte.
ßiſchen Landtags, im Namen des Bundes freiheitliche.
beſonders begrüßt wurde. Nach einem Neferat eines Bih.
mitgliedes fand die Konſtituierung des Kreiſes Mittelbeht
Deutſchen Studentenverbandes ſtatt. Als Kreisleiter. N.
phil. Geißler=Leiszig gewählt.
Tharandt: Der älteſten deutſchen Forſtelademie. An.
ten gegründeten in Tharandt, wurde das Necht dei
jehen.
ächf
uwahl.
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nd.
de Beiſetzung 0‟
fattung der erm
em abend ſämtliche
goalition nach Agr.
er aus dem engſter
deſſen Krankenlage.
ſich eine Delegatiol
bäuerlich=demokratiſt
und zwar zwei Parlam
unf Delegierten aben
nach Agram reiſenden
zu gab ihnen Pribitſch
zugeben und in 2
kaift für ihre perſönliche
In Agram herrſcht
einer offiziellen Reg
biſchenfällen geben
k=
der Skupſchtina und
Huch Agram.
1u Leichenbegängnis de
ti Paul Raditſch und
a großen nationalen
1n Leichenfeier hatten
Abroatiens und Sle
i4ungefunden. Die
chur dem Bauernhe
Ay hielt, ergriff der
Awitſch das Wort zu
metluß er eine Botſcha
ru der Bauernführer
ku Stunde Ruhe un
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Das Beſinden
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Sonntag, den 24. Juni 1928
Geite 3
ſei u-1
Die Lage in Jugoſlawien.
Die Verteidigung des Mörders der kroatiſchen
Abgeord=
juhigere Beurteilung.
neten, Raſchitſch, hat Rechtsanwalt Simitſch übernommen,
nach=
dem ein radikaler Abgeordneter die Uebernahme der
Verteidi=
m Rücktritt der Regierung. — Der gung abgelehnt hatte.
König beabſichtigt Neuwahlen.
Kriſe in Jugoſlawien.
EP. Belgrad, 23. Juni.
dien iſche Lage, in die Jugoſlawien durch die blutigen
Er=
aniſſe, er Skupſchtina gebracht iſt, hat in den letzten 24
Stun=
in ein= efentliche Milderung erfahren. Dies iſt vor allem der
efſe ing des Zuſtandes von Stephan Raditſch
vers en, von deſſen Rettung heute die
Auf=
chte altung von Ruhe und Ordnung im Lande
um alßten Teil abhängt. Raditſch richtet von ſeinem
rankem er aus beruhigende Botſchaften an die Kroaten, die
in heru nehr als je vergöttern, in denen er ſie zur Ruhe und
eſonn) it mahnt. Ein Glück für das Land iſt es, daß Raditſch
ad Pwſchewitſch heute zuſammenarbeiten, ſonſt hätte die
Er=
gung Kroatien leicht zu einem allgemeinen Kampf zwiſchen
din Kr.yn und den dortigen Serben führen können. Die
Re=
uierw wird demnächſt zurücktreten. König
Alexan=
r. dewi der Bäuerlich=Demokratiſchen Union um Vermittlung
Biuſſucht rde, trachtet eine proviſoriſche Löſung zu finden, die
munächf Gemüter ſoweit beruhigen dürfte, daß man an die
unt uisſche tng von Neuwahlen wird denken können. Geſtern
„ errſchthn ganzen Lande, Ruhe. Nur in Raguſa kam es zu
MAusſch— ngen. Die Demonſtranten ſetzten das Lokal der
dor=
gen R7 kalen in Brand.
B Beiſetzung der Belgrader Opfer.
EP. Agram, 23. Juni
3— jeſtattung der ermordeten kroatiſchen Abgeordneten
dſaren, ern abend ſämtliche Abgeordneten der bäuerlich=
demo=
atiſch— Koalition nach Agram abgereiſt, mit Ausnahme der
z taditſ— ter aus dem engſten Freundeskreis Stephan Raditſchs,
ie ſichw deſſen Krankenlager aufhalten. Urſprünglich war
ge=
lant, ſich eine Delegation des Präſidiums der Skupſchtina
end O bäuerlich=demokratiſchen Partei nach Agram begeben
ollte, zwar zwei Parlamentsſekretäre und drei Abgeordnete.
„Ils die 1 rf Delegierten abends auf dem Bahnhof erſchienen, um
ſch der ch Agram reiſenden oppoſitionellen Abgeordneten
anzu=
chließe; ſab ihnen Pribitſchewitſch den wohlgemeinten Rat, die
Reiſe ugeben und in Belgrad zu bleiben, da man keine
Karanm für ihre perſönliche Sicherheit in Agram übernehmen
önntes in Agram herrſchte eine ſolche Erbitterung, daß der
Inblici rer offiziellen Regierungsdeputation Anlaß zu
pein=
lichen, ſchenfällen geben könnte. Darauf verzichteten die
Dele=
tiertere r Skupſchtina und der demokratiſchen Partei auf die
Reiſe Agram.
Dg leichenbegängnis der beiden getöteten kroatiſchen
Abge=
ordnet, Paul Raditſch und Dr. Georg Baſaritſchek geſtaltete ſich
zu eirv großen nationalen Trauerkundgebung ganz Kroatiens.
Zu do eichenfeier hatten ſich Bauerndeputationen aus allen
Teilen; oatiens und Sloweniens und ſogar eine ſolche aus
Bosny ingefunden. Die Zeremonie begann um 10 Uhr
vor=
mittay or dem Bauernheim. Nach der Trauerrede, die Dr.
Predoa h hielt, ergriff der Führer der Bäuerlichen Demokraten,
Pribin witſch das Wort zu einer großen politiſchen Rede, an
deren yluß er eine Botſchaft an das kroatiſche Volk verlas, in
der e er Bauernführer) das Volk aufforderte, in dieſer
ſchwer” Stunde Ruhe und Selbſtbeherrſchung zu bewahren.
ehelnt! Zum ᛋtige hege er vollſtes Vertrauen. — Dann begab ſich
nei ſiua der 22 rzug vom Trauerheim zur Kathedrale, wo die Särge
i eingeff; t wurden, und dann zum Friedhof. An der Spitze des
Leiche) ges wurde ein Kranz des Königs Alexander getragen;
insges wurden etwa 500 Kränze an den Gräbern
nieder=
gelegt Vährend der ganzen Feierlichkeit, die um 12 Uhr ihr
Ende 3 m, wurde die Ruhe nicht geſtört.
das Befinden Stephan Raditſchs.
EP. Belgrad, 23. Juni.
B. vormittag unterſuchte der Wiener Spezialiſt Dr.
Sin=
ger ſchwerverletzten Stephan Raditſch, worauf eine
Be=
ratunu er Aerzte ſtattfand. In dem dann herausgegebenen
Bullel wird geſagt, daß das Befinden des Kranken ſtationär
aß es keinen Grund zu Beſorgwiſſen gebe. Eine
end=
gültie! jagnoſe ſoll erſt morgen geſtellt werden.
Miniſterpräſident V. Bukitſchewitſch,
Leſſen Regierung vorausſichtlich in den nächſten Tagen
zurück=
treten wird.
König Alexander von Jugoflawien mit der Königin und dem
jungen Kronprinzen Peter.
Zum Abſchluß der Konferenz der Kleinen
Entente.
EP. Bukareſt, 23. Juni.
Titulescu erklärte auf die Frage über die Ausſichten
der Reviſion der Friedensverträge durch den
Völkerbund, daß Artikel 19 des Völkerbundspaktes, der
dem Völkerbund das Recht gibt, Verträge, die ſich als
undurch=
führbar erweiſen, einer Reviſion zu unterziehen, auf Ungarn
nicht angewendet werden könne, da der Vertrag von
Trianon bereits vollkommen und definitiv durchgeführt ſei. Die
Kleine Entente antworte auf die Bemühungen der Ungarn, die
Reviſion zu erreichen, mit einem definitiven „Non possumus!”
Außenminiſter Dr. Beneſch äußerte ſich auch über die
Be=
ziehungen zwiſchen Deutſchland und der
Tſchechoſlowakei und erklärte, daß die im Gang
befind=
lichen Verhandlungen günſtig verlaufen. Dieſe
Wirtſchaftsverhand=
lungen zwiſchen Deutſchland und der Tſchechoſlowakei ſeien auch
in der Konferenz der drei Außenminiſter zur Sprache gekommen,
da Rumänien und Südſlawien an dem Ausgang
dieſer Verhandlungen intereſſiert ſeien. Ueber
die Anſchlußfrage bemerkte Dr. Beneſch, daß
dieſe Frage für ihn nicht beſtehe, denn ſie ſei nicht zu
verwirklichen. Man könne keinen Standpunkt gegenüber einem
ſolchen politiſchen Phantaſieplan einnehmen. Am Abend fand
ein Bankett ſtatt, an dem die drei Außenminiſter und die
Ver=
treter der Preſſe der Kleinen Entente teilnahmen.
Die Kriegsächtungsfrage.
Neue Kellogg=Vorſchläge.
EP. Waſhington, 23. Juni.
Staatsſekretär Kellogg kündigte vorgeſtern an, daß er ſeinen
urſprünglichen Antikriegspaktentwurf den Mächten neuerdings
mit leichten Abänderungen zugehen laſſen werde. Dieſe
Abän=
derungen ſehen die automatiſche Befreiung der
Vertragsteil=
nehmer von ihren Verpflichtungen vor, falls ein Teilnehmer die
Beſtimmungen des Paktes verletzt. Offiziell wird mitgeteilt, daß
die Regierung der Vereinigten Staaten den in Betracht
kommen=
den Regierungen die neue Faſſung des Vertrages zur Aechtung
des Krieges mitgeteilt hat. Die Regierung bittet darum, daß der
Vertrag baldmöglichſt ratifiziert werde. In den Kreiſen des
Staatsdepartements legt man ſich in der Angelegenheit noch
Still=
ſchweigen auf. Es verlautet aber, daß die Aenderung des
ur=
ſprünglichen Entwurfes in einer im Vorwort enthaltenen Klauſel
zum Ausdruck kommt, die vorſieht, daß die Unterzeichner ſofort
von allen Abmachungen mit einer Regierung befreit ſind, die den
Vertrag verletzt. Die Haltung Frankreichs iſt immer noch
zweifel=
haft. Nichtsdeſtoweniger glaubt man in Kreiſen des
Staats=
departements zuverſichtlich an einen Erfolg der diesmaligen
Vor=
ſchläge. Wie verlautet, hat Kellogg den neuen Paktentwurf
be=
reits 14 Mächten übermittelt. Das Staatsdepartement habe auch
ſchon Empfangsbeſtätigungen aus London und Paris erhalten.
Der neue Text werde veröffentlicht werden, ſobald ſämtliche
Empfänger den Eingang beſtätigt hätten.
Ueberreichung der neuen Kollegg=Note
in Paris, London und Berlin.
EP. Paris, 23. Juni.
Der amerikaniſche Botſchafter überreichte heute vormittag
im Quai d’Orſay die neue Note der amerikaniſchen Regierung
über den Abſchluß eines Kriegsächtungspaktes. — Die neue
Note wird, wie bereits bekannt, am Montag veröffentlicht
werden.
Der amerikaniſche Geſchäftsträger in London, Atherton,
ſtattete am Samstag vormittag dem Foreign Office einen Beſuch
ab und hinterließ eine Note von Staatsſekretär Kellogg, die die
veränderten Paktvorſchläge Amerikas enthält. Die amerikaniſche
Botſchaft wird am Samstag nachmittag die Note in London der
Preſſe übergeben; die Veröffentlichung erfolgt am Montag.
Der amerikaniſche Botſchafter in Berlin hat heute im
Aus=
wärtigen Amt eine neue Note des Staatsſekretärs Kellogg
über=
reicht, die ſich mit dem Kriegsverfemungspakt beſchäftigt. Die
Note wird am Montag veröffentlicht werden.
Staaisſekretär Dr. Trendelenburg
nach Genf abgereiſt.
Berlin, 23. Juni.
Staatsſekretär Dr. Trendelenburg hat ſich nach Genf begeben, um
an der Tagung des Wirtſchaftsausſchuſſes des Völkerbundes
teilzu=
nehmen. Der Wirtſchaftsausſchuß wird ſich in erſter Linie mit der
Ausführung der Beſchlüſſe beſchäftigen, die der beratende
Wirtſchafts=
ausſchuß in ſeiner Maitagung gefaßt hat und die inzwiſchen vom
Völkerbundrat dem Wirtſchaftsausſchuß überwieſen worden ſind.
Außerdem ſtehen u. a. die inzwiſchen fortgeführten Arbeiten zur
Ver=
einheitlichung der Zolltarifnomenklatur und Vorbereitung einer
inter=
nationalen ſtatiſtiſchen Kenferenz auf der Tagesordnung. An dieſe
Tagung des Wirtſchaftsausſchuſſes wird ſich die zweite Konferenz der
Abſchaffung der Aus= und Einfuhrverbote anſchließen.
ſich 2
Spie-31
vielſe
ſeine=
gen
jenera!
Sinnn
Barr.
Jahr/
Seinu.
deutz1
darun
ſeine!
im S
banx!
unve
*Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. — Samstag, 23. Juni.
Der Barbier von Gevilla.
rniſche Oper von Storbini. Muſik von Roſſini.
verſelben Rolle, in der er 1924 gaſtierte, verabſchiedete
Barczinski von unſerer Bühne, der er in ſeltener
*d Sangesfreudigkeit gedient hat. Der außerordentlich
gebildete und ungewöhnlich muſikaliſche Sänger hat hier
Lifſtieg erlebt, in ernſter Arbeit anfängliche
Hemmun=
tvunden, um zum fertigen Künſtler zu reifen. Die
geiſtir) Durchdringung und ſtiliſtiſche Sicherheit, die jede ſeiner
Rolle) uf eine höhere Stufe hoben, gaben ſeinem Auftreten
rwer beſchreibbaren Reiz der Kultur. Die vornehme
Er=
ſcheir! wurde durch überzeugende Mimik und künſtleriſchen
r bildhafte Wirkung verſtärkt. Sein lyriſch warmer
gewann, auch ohne blühenden Klang zu beſitzen, von
Jahr an Fülle und charakteriſierender Ausdrucksfähigkeit.
erermüdliche Arbeitskraft wird durch 37 Rollen von 22
Serſoſ enen Komponiſten, die er in vier Jahren hier geſungen,
belegt. Es iſt mehr als nur ſtatiſtiſch intereſſant, daß
2 Kaiſer, 2 Könige und 9 Grafen ſich befinden! Zu
ſten Darbietungen rechnen: René, Marcel, Scarpia, Graf
To, Guglielmo, Rigoletto, vor allem aber ſein Don Gio=
Ind Barbier. — Der ausgezeichnete Künſtler wird hier
v. H.
ſen bleiben.
(Vorbericht.)
chtvorſtellung — allerdings Nachworſtellung, denn
ar es vorbei, als der Theaterdirektor des letzten Sketches
Bühne dem Pförtner den Schluß der Aufführung
tele=
meldete.
Halb nur einen Vorbericht über die drei Einakter, die
chaffenburgwirkungsvoll inſzenierte. Zunächſt eine
Iſante Theater=Plauderei von Franz Molnar: „Das
en”, welches beſcheidene Veilchen ſich als eine recht dufte
enthüllte; ausgezeichnet in der Darſtellung Beſſie Hof=
Martha Ziegler, Maletzki und Klix.
ann der Einakter „Varieté” von Heinrich Mann,
Et und nicht verwurzelt, daher in Darmſtadt eigentlich
Täſſig; auch in der Wiedergabe ohne Spannung.
Schluſſe „Satans Maske” ein Skeich von Paul
Grand Guignol im Landestheater! Hansjoachim
er und Lilly Kann, den gewünſchten Schrecken ein=
Z.
Morgen Näheres.
*Profeſſor Dr. Wilhelm Pinder.
Der Kunſthiſtoriker der Münchener Univerſität Profeſſor
Dr. Wilhelm Pinder feiert am 25. Juni ds. Js. ſeinen
50. Geburtstag. In Profeſſor Dr. Pinder beſitzt die deutſche
Kunſt und Literatur einen ihrer fähigſten Köpfe. Auf dem Ge=
biet der Erforſchung der Plaſtiken des deutſchen Mittelalters iſt
Wilhelm Pinder unbedingt führend.
In Kaſſel geboren, begann Prof. Dr. Wilhelm Pinder ſeine
Lehrtätigkeit an der Techniſchen Hochſchule in Darmſtadt, wy er
einige Semeſter hindurch Kunſtgeſchichte und Kunſtliteratur las.
Von Darmſtadt wurde er nach Würzburg, Breslau und Leipzig
berufen. Im vergangenen Jahr endlich erging an ihn der
ehren=
volle Ruf nach München auf den Lehrſtuhl Wölfflin’s. Kaum
ein anderer war berufen wie Profeſſor Pinder dieſen Lehrſtuhl
des berühmten Münchener Profeſſors einzunehmen. Kaum ein
anderer verfügt über die gleichen tiefen Kenntniſſe und vor allem
pädagogiſchen Fähigkeiten, die geeignet ſind, der jungen
Gene=
ration nicht nur die tiefen Kenntniſſe der Kunſt und
Kunſt=
literatur eindringlich zu vermitteln, ſondern auch ſie in Ehrfurcht
vor der Größe des alten in gleichem Maße zu erziehen wie im
Verſtändnis der jungen modernen Kunſt.
Prof. Dr. Wilhelm Pinder iſt außer durch ſeine Lehrtätigkeit
ſchnell bekannt geworden durch eine Anzahl von
Veröffent=
lichungen, die heute als Standardwerke nicht nur im Inland,
ſondern auch im Ausland anerkannt ſind und die dadurch ihren
dauernden Platz in der deutſchen Kunſtliteratur haben. Seine
erſte Veröffentlichung befaßte ſich mit der „Würzburger
Plaſtik”. Sie war in ihren Grundzügen ein ſtreng
wiſſenſchaft=
licher Vorſtoß in das Gebiet der fränkiſchen Plaſtik überhaupt.
Bald darauf folgte das Buch „Der Naumburger Dom”,
das er im Zuſammenhang mit dem Photographen Hege
heraus=
gab. Ein ausgezeichnetes Werk, dem kurz nach ſeinem Erſcheinen
ſeiner Zeit eine eingehende Würdigung in unſerem Blatt durch
den bekannten Kunſtſchriftſteller Dr. Ernſt Zeh zuteil wurde.
Ein im Grunde wiſſenſchaftliches Buch, textlich aber ſo gehalten,
daß es auch für jeden Laien eine Fundgrube koſtbaren Wiſſens
darſtellt. Weiter erſchien von Prof. Pinder „Der Bamberger
Dom” ebenfalls zuſammen mit dem Photographen Hege, in
textlicher und illuſtrativer Hinſicht 2 Standardwerke von
hervor=
ragendem Niveau.
Sein jüngſtes Werk iſt unſeres Wiſſens das ausgezeichnete
Buch „Das Problemder Generation” das für die neue
kunſtgeſchichtliche Forſchung eine Fülle neuer Anregungen gibt.
Es zeichnet ſich beſonders durch ſeine Objektivität in der
Beur=
teilung unſerer deutſchen Kunſt aus. Außerdem hat Profeſſor
Pinder ausgezeichnete Studien über die literariſchen Quellen
der deutſchen Pietä=Darſtellungen (Veſperbilder) veröffentlicht.
Der ausgezeichnete Lehrer und
er ſteht an ſeinem 50.
Geburtstag in
raft ſeines S=afſens und lehrenden
Wir=
kens. Der Leh
en einſt Zeülſflin in München inne hatte,
iſt ſeiner würdig.
St.
Seite 4
Sonntag, den 24. Juni 1928
Die zweite Perproviantierung
Noontes.
Vergeblicher Verſuch Penſos, auf dem Eiſe
zu landen.
EP. Mailand, B. Juni.
Ueber den zweiten Verſorgungsflug zur Gruppe Nobile werden dem
„Corriere della Sera” aus der Kingsbay folgende Ginzelheiten
ge=
meldet: Maddalena und Penſo verließen mit ihren beiden Flugzeugen
die Kingsbay um 9,30 Uhr. Sie hatten je 1700 Liter Benzin und das
zum Abwurf beſtimmte Material an Bord, darunter zwei pneumatiſche
Faltboote neueſten Typs mit einer Tragfähigkeit für je fünf Perſonen.
Kurz vor dem Start ließ ſich die ſeit Mittwoch verſtummte
Radiofeld=
ſtation Nobiles hören, die ausgezeichnete Sichtverhältniſſe beſtätigte.
Unter Führung von Maddalena erreichten die beiden Flugzeuge mit
wenigen radiotelegraphiſchen Richtungsſignalen Nobiles die
Schiff=
brüchigen. Von der Inſel Foyn brauchten ſie genau 13 Minuten bis
zum Standort Nobiles. Diesmal konnten Einzelheiten der fünf vor dem
Zelt ſtehenden Männer noch beſſer erkannt werden. Die Schiffbrüchigen
trugen lange Bärte, und ihre Geſichter waven von Sonne und Eisluft
ſchwarz gebrannt. Nachdem die Radioakkumulatoren mit Hilfe von großen
Fallſchirmen niedergelaſſen waren, erfolgte der Abwurf des übrigen
Materials, der einem wahren Paketvegen gleichkam. Kommandant Penſo
verſuchte inzwiſchen zu landen. Er ging mehrmals bis auf 5 Meter
nieder, mußte aber die Verſuche aufgeben, da ſich immer wieder
u=
überwindbare meterhohe Eisblöcke dem Verſuch entgegenſtellten
Nach annähernd einſtündigem Ueberfliegen der Schiffbrüchigen
kehr=
ten die beiden Piloten nach der Bingsbay zurück. Sie erklärten dem
Kommandanten der „Citta di Milgno”, daß nach ihrer Anſicht nur ein
Eisbrecher die Gruppe Nobile zu erreichen vermöge. Das Packeis ſei
zwiſchen dem Nordkap und dem Kap Pladen feſt. Nördlich und öſtlich
der Inſel Foyn befänden ſich dagegen zahlreiche Kanäle, die aber einen
Erfolg von Schlittenexpeditionen in Frage ſtellten. Die Flieger
glau=
ben, daß Nobile mit dem jetzt zur Verfügung ſtehenden Material,
ins=
beſondere den Faltbooten, ſich wahrſcheinlich für Erreichung der Inſel
Foyn entſchließt, in welchem Falle die Gruppe als endgültig gerettet zu
betrachten wäre,
Im Laufe der Nacht kehrte die aus zwei Alpenjägern und zwei
Mitgliedern des italieniſchen Alpenklubs beſtehende Patrowille, die nach
der Gruppe Mariano ſuchen wollte, an Bord des Hilfsſchiffs „
Bra=
ganza” zurück. Sie hat ihr Marſchprogramm vollſtändig erledigt, ohne
eine Spur vom Verbleib der Gruppe Mariano zu entdecken. Sie hat
an verſchiedenen Stellen Depots von Nahrungsmitteln zurückgelaſſen,
die durch ſehr ins Auge fallende Signale gekennzeichnet ſind. Jedes
Depot enthält außerdem Inſtruktionen für die Gruppe Mariano.
Funkſprüche Amundſens?
* Berlin, 23. Juni. (Priv.=Tel.)
Amundſen iſt jetzt eine Woche verſchollen. Der ruſſiſche Eisbrecher
„Malygin”, der in der Gegend der Hoffnungsinſeln ſich durch das Eis
hindurch zu arbeiten verſucht, behauptet jetzt, daß er ſchwache Signale
gehört habe, die vermutlich von Amundſen ſtammen. Er hat darauf
ſofort verſucht, mit den Vermißten in Verbindung zu treten, hat aber
bisher damit keinen Erfolg gehabt. Es ſoll nun verſucht werden, auch
von der Kingsbay aus die Gewäſſer an der Südſpitze von Spitzbergen
abzuſuchen. Das wird aber nicht ſo leicht ſein, da ſchon der an Bord
des „Malygin” befindliche ruſſiſche Flieger verſchiedene Flüge infolge
des ſtarken Mebels aufgeben mußte. Von den Wetterkundigen wird jetzt
auch noch das Nahen eines Cyklons gemeldet, ſo daß in den nächſten
Tagen vorausſichtlich überhaupt keine Flüge möglich ſein werden.
Außer=
dem iſt das Gis öſtlich des Nordoſtlandes, alſo dort, wo ſich Nobile be=
findet, in ſtarke Bewegung getbmmen. Das hat bieie
expedition veranlaßt, ſich zunächſt um die Rettung der Mo
zu bemühen, über deren Schickſal man nichts weiß und
ſie noch am Leben iſt, in ſchwere Gefahr kommen muß
herigen Feſtſtellungen kann die Nobilegruppe nur durch
rettet werden, da Schiffe nicht bis zu ihnen vordringen
den bisherigen Beobachtungen hält man es für ausgeſch
Hundeſchlittenexpedition über das Schollengewirr hinvenkonn
Wie es ausſieht, werden die Luftſchiffbrüchigen ſich alſo zu =
Wartezeit einrichten müſſen. Kommen ſie über die Sommern
weg, dann iſt für ſie viel gewonnen, weil mit dem eintntn
die Schollen zum Stillſtand kommen, ſo daß ſie die Wmd
Küſte antreten können. Aber auch das erfordert hohe Ann,
denen die Italiener nicht gewachſen ſein dürften, zumal ein
einen Beinbruch erlitten hat, alſo ſelbſt, wenn er gehei
ſchränkt marſchfähig iſt.
Die deutſchen Ozeanflieger nach B
eingeladen.
EP. Wien,
Letzten Montag empfing der Bundespräſident den der
ſandten, Grafen Lerchenfeld, und den Präſidenten des Deß
Aeroklubs. Dieſer machte dem Bundespräſidenten die Mtt,
bereits vor einigen Woſten der Aeroklub mit den deuckg
fliegern in Verbindung getreten ſei und daß nunmehr der 51
Aeroklub in Verbindung mit der deutſchen Geſandtſchaft ein
Arbeitskomitee gebildet habe, das die deutſchen Ozeanfliege
Beſuch in Wien eingeladen habe. Es iſt in Ausſicht geno
deutſchen Fliegern die höchſte Auszeichnung des Oeſterreichi
klubs, die Goldene Sportmedaille, zu verleihen. Der Beſuch
wird am 13. oder 14. Juli erwartet.
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eb Nezger, der Fabrika
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uet Vortrag durch He
18 gehalten wer
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Kuie Geſamtausſtellung
14 Intereſſe bemerkbar.
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xü bleibt heute Sonn
Taumſtaßt als Kongreß
Arinkaſſen wird, wi
Aüa in Darmſtadt ab
yſthr Tage; ſie wird
Ut bisjährigen Ver
Ukenter teil.
-iuerabzüge von dem
Inf. Drs amerikan””
Tu ſie amerikani
19m Frouhänder be
119 Teufänder wurde
19n iden beſchlagnahnte
Mfrn und den erre
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Arera. rhif 4
[ ← ][ ][ → ]Nu ner 474
28 der Lanvesnauptſtaot.
Darmſtadt, 24. Juni.
— mmerſpielzeit 1928 im Kleinen Haus des Landestheaters.
ſeitunr! direktor Adalbert Steffter. Die Sommerſpielzeit 1928
ſird — er Operette „Die Faſchingsfee” von Emmerich=
Kal=
ian a— k= Juli eröffnet. Die Leitung wird während der Spielzeit
dn new Operetten „Die Goldene Meiſterin”, „
Zare=
uitſc „Adrienne, der letzte Walzer”, bringen, und die
reits= den vergangenen Sommerſpielzeiten aufgeführten Operetten
bräfir ariza”, „Schwarzwaldmädel” und „Orlow” erneut im
Spiel=
du lon z:1 luführung vorſehen. — Abonnementsanmeldungen für die
eMe Wſiomm 1 2lzeit 1938 werden an der Tageskaſſe, des Kleinen Hauſes
en, ſitgeges vmmen.
beſchrift des Landestheaters. Das Landesth=ater verſendet
ente 7: eine Mieter und Freunde eine Werbeſchrift, die in großen
Ldügen. Arbeitsplan für die Spielzeit 1928/29 entwickelt und in
urm die
Nafe e eeſte Heſchendn un eura ie
Miſietbes ges beigefügt. Mieter, die die Sendung bi Dienstag nicht
tihalte rben ſollten, werden gebeten, dies der Mietabteilung mit=
„ſteilern e auch für Nennung weiterer Intereſſenten dankbar wäre.
ſtietawy dungen werden ſchon jetzt entgegengenommen; den bisheri=
Adhen Ah n wird der gemietete Platz bis zum 15. Juli 1928 reſerviert.
nmerbühne Harprecht. Heute Sonntag und morgen Montag
d d=diden letzten Aufführungen von „Gurra, ein Junge”.
der Krverkauf iſt im Verkehrsbureau von 9—12 Uhr und an der
Naſſe. Orpheums ab 3 Uhr nachmittags. Telephon=Beſtellungen
MNr. 32 (Beachten Sie die heutige Anzeige!)
— ngeriegarten. Das Stadtorcheſter unter Leitung ſeines
Ka=
elme=t; W. Schlupp veranſtaltet heute abend 8 Uhr im Orangerie=
Dartem in Rheiniſchen Abend und nicht, wie geſtern
irrtüm=
dch ge et, einen Wiener=Abend.
— tanenhain. Heute vormittags 11 Uhr veranſtaltet das Stadt=
„rcheſsc jiederum ein Promenadenkonzert im Platanenhain.
Bortre lge: Regimentsmarſch von Spontini; Ungariſche
Luſtſpiel=
duver— von Keler=Bela; La Barcarole, Walzer aus „Hoffmanns
Er=
ſählur-. Fantaſie über Kreutzers Werk= von Fetras;
Zigeunerſtänd=
ſien — Nehl: Potpourri über Rheinlieder von Hannemann; Kärnt=
Ner Q2 marſch von Seifert.
— Vortrag im Heag=Haus von Frau Dr. Jakob, fand am
Freita att, der durch den zahlreichen Beſuch wieder zeigte, welch
Nroßess tereſſe bei den Hausfrauen für die Anwendung der Elektri=
Mität I. ſt. Die Vortragende verſtand es aber auch in ganz
vorzüg=
dicher ſe, die Verwendung der einzelnen Apparate, wie Oekonom,
Strom 2, Bratröhre, Koch= und Bratherd, den Zuhörern zu zeigen
Mund zs klären. Gerade jetzt, in den heißen Sommermonaten, bringt
der es ſch beheizte Herd der Hausfrau große Erleichterung. Der
lektrE jekühlte Eisſchrank bewahrt Vorräte und Speiſen vor dem
Eerde=l und erzeugt das Speiſe=Eis für den Nachtiſch; der
Venti=
lator, „ft friſche Luft. Ausführlich ging Frau Dr. Jakob auf die
Neueik; tung der Heag für die Heißwaſſerbereitung mittels der
Heiß=
waſſer her ein. Der Nachtſtrom kann zu dieſen Zwecken für 6 Pfg.
die E2 attſtunde oder pauſchal abgegeben werden, und durch eine
gerinen aufmiete, welche ſich auf drei Jahre erſtreckt, iſt es jedermann
möglEl ch einen ſolchen Apparat zu erwerben. Heißes Waſſer wird
täglis) jedem Haushalt — ſei er noch ſo klein — gebraucht; heißes
Waſſe) aucht auch der Arzt, der Zahnarzt, der Hotelier, der
Fri=
ſeur, Metzger, der Fabrikant. Ueber die Heißwaſſerbereitung mit=
Wwrdige Wnziettels 7 Speicher wird am Freitag, den 6. Juli, abends 8 Uhr, ein
terh 2u ſatz beſom „Vortrag durch Herrn Dipl.=Ing. Zink im Heag=Haus.
Hacht md m kat Luiſes ße 16, gehalten werden, und wird bereits jetzt ſchon hierauf
iche md heil unſis hingeu n.
2. En Beticd wir
icherſtube Alfreb Bodenheimer. Für die von der Büicherſtube
Aofes Gelingam
zte Geſamtausſtellung der Pwver=Drucke macht ſich ein erfreu=
M0 Johru emniſt len lich
Intereſſe bemerkbar. Neben der großen Zahl Bilder, die die
füir Demties Hilf
5öe während des ganzen Jahres zeigt, ſieht man eine Reihe
be=
kaäkmern ſklckl ſontzu chöner neuer Drucke. Die Ausſtellung, die bis Ende Juni
Rele0c. M4c geöfſfüi ſt, bleibt heute Sonntag geſchloſſen.
Rde. Ech Mk 1. darmſtaht als Kongreßſtadt. Der Reichsverband der deutſchen
mt zu hien . Lanku enkaſſen wird, wie wir erfahren, ſeinen nächſtjährigen großen
Awick. VerEly kag in Darmſtadt abhalten. Die Verbandstagung dauert meiſt
dra vier Tage; ſie wird vorausſichtlich anfangs Juni ſtattfinden.
An diesjährigen Verbandstagung in Dresden nahmen weit über
1000 0 kreter teil.
— teuerabzüge von dem beſchlagnahmten deutſchen Eigentum in
Amesu. Das amerikaniſche Schatzamt hat der Verfügung zugeſtimmt,
wonen ie amerikaniſche Einkommenſteuer von dem Erträgnis der
durcknr Treuhänder beſchlagnahmten Vermögen eingezogen werden
Anl foll. e Treuhänder wurde ermächtigt, eine vorläufige Berechnung
des jeden beſchlagnahmten Poſten fälligen Steuerbetrags
vor=
zunesu= und den errechneten Betrag bei der Rückzahlung des
frei=
gegelsr Kapitals zurückzubehalten. Falls die endgültige Berechnung
Raal der ommenſteuer ergibt, daß der veranſchlagte Steuerbetrag zu
gllac großßu , ſo wird die Differenz zurückvergütet. Der Zweck der
Ver=
füguy ſt der, etwaige Verzögerungen zu vermeiden, die durch die
BM2 Sterrurge bei der Rückgabe des beſchlagnahmten Eigentums
ent=
w W ſtehest nnten.
Zochenmarkt zu Darmſtadt. Kleinhandels=
Tages=
prSi. vom 23. Juni (ie Pfund bzw. Stück in Pfg.: Spargeln
Wiclil erſtest rte 80—90, zweiter Sorte 50. Kohlrabi 6—10, Karotten 7—10,
Spirn :5, Römiſchkohl 18—20, Wirſing 18—20, Stangenbohnen 50—
60, 1 en 40—45, Zwiebeln 15—18, Knoblauch 80, Rhabarber 18—20,
Tonn 100, Kopfſalat 8—10, Salatgurken 40—80, Blumenkohl
aus=
ländäu - 80——100, Rettich 10—15, Radieschen 5, Frühkartoffeln 15—20,
Späct offeln 6—8, Erdbeeren 50—80, Kirſchen 45—60,
Johannisbee=
ren 1 30, Apfelſinen 5—15, Zitronen 5—10, Banznen 65—70,
Süß=
rahre ter 210—220. Landbutter 170—200, Weichkäſe 35—40,
Hand=
käſe 3/ 15, friſche Eier 13—15, Hühner 130—150, Tauben 90—100,
Rinn ch. friſch 80—120, Kalbfleiſch 120, Schweinefleiſch 105—130,
Dörri ch 140, Wurſt 60—140, Wurſtfett 50, Schmalz, ausgelaſſen 90.
Vermögensſtezer=Erklärung
zuverläſſige und ſachgemäße Beratung,
auch auswärts (Beſuch mit Auto)
Heſſiſche Treuhandgeſellſchaft
Felix Graetz und Dr. jur. Michel
Georgenſtraße 9. Darmſtadt. Fernſprecher 2895
Seite’s
Kundgebung gegen die Kriegsſchuldlüge. Am 28. Juni 1928
findet von der Darmſtädter Studentenſchaft im Großen Haus des
Heſſiſchen Landestheaters um 20 Uhr eine öffentliche Kundgebung
gegen die Lüge von Deutſchlands Kriegsſchuld ſtatt. Dieſe
Kund=
gebung wird in ganz Deutſchland alljährlich an dem Tage der
Unterzeichnung des Diktates von Verſailles und an dem Tage,
an dem in Sergjewo die für die ganze Welt ſo verhängnisvollen
Schüſſe fielen, von ſämtlichen Einzelſtudentenſchaften veranſtaltet.
Ueber die Wichtigkeit eine derartigen Kundgebung in der
Oeffent=
lichkeit brauchen wohl nicht viel Worte gemacht zu werden. Herr
Profeſſor Dr. Martin Spahn, der bekannte Geſchichtsforſcher
und Verfechter des Anſchlußgedankens, wurde für das Thema:
„Verſailles und Großdeutſchland” gewonnen. Die
Darmſtädter Oeffentlichkeit wird gebeten, recht rege an der
Kund=
gebung teilzunehmen, umſomehr, als der Eintrittspreis nur
Mk. 0,70 beträgt. Am Dienstag wird im Anzeigenteil dieſes
Blattes nochmals darauf hingewieſen.
Miln Hrie Hi
Ich danke Ihnen für Ihre Grüße und teile Ihnen gern
mit, daß ich sowohl den Tiroler Anzug für Fränzchen
als auch den Kieler Waschanzug tür Walter bei
Stegmüller gekauft habe. Gehen Sie nur hin, da finden
Sie genug Auswahl in billigen Anzügen. Viele Grüßze
10471)
Sran King
Auszahlung der Verſicherungsrenten (J. A, K, W. Wk. O) und
Unfallrenten beim hieſigen Poſtamt 1. Die Auszahlung der Invaliden=
und Unfallrenten erfolgt am 2. Juli an den bekannten acht Zahlſtellen.
Alle Quittungen müſſen am Zahltage mit der amtlichen Beglaubigung
der Unterſchrift, der Lebensbeſcheinigung der Kinder oder der ſonſt in
Betracht kommenden Perſonen und der Wiwwenſchaftsbeſcheinigung
verſehen ſein. Die Beglaubigung uſw. darf von der Polizeibehörde
uſw. ſchon jetzt vorgenommen werden. Insbeſondere wird noch
dar=
auf hingewieſen, daß die Rentenempfänger ihre Quittungen auf den
erhöhten Betrag, der ihnen von ihren Verſicherungsträgern bereits
mitgeteilt worden iſt, ausſtellen müſſen.
— Die Elektrizität als Wärmequelle findet auch im Haushalt mehr
und mehr Anerkennung. Wie aus dem Anzeigenteil erſichtlich,
er=
leichtert die Heag die Anſchaffung der außerordentlich praktiſchen
Heiß=
waſſerſpeicher dadurch ganz erheblich, daß ſie dieſe von jetzt ab auf
Kaufmiete abgibt. Gegen monatliche Mietſätze, welche mit der
Strom=
rechnung erhoben werden, können Heißwaſſerſpeicher beliebiger Größe
bezogen werden. Nach drei Jahren bzw. nach 36 Mietzahlungen geht
der Speicher in den Beſitz des Mieters über. Die Mietſätze ſind ſo
niedrig gehalten, daß jeder Haushalt ohne beſondere Anſtrengungen
ſich dieſe bequeme Neuerung zu eigen machen kann. Der
Nachtſtrom=
preis von 6 Pfg. pro Kwſt. für dieſe Speicher iſt ſo gering, daß die
Koſten für dieſe Art der Warmwaſſerbereitung unter den ſonſtigen
Koſten des Haushalts keine nennenswerte Rolle ſpielen. Bei
regel=
mäßiger Benutzung des geſamten Speicherinhalts wird zweckmäßig der
für Heißwaſſerſpeicher neu eingeführte Pauſchaltarif in Anſpruch
ge=
nommen. Es kann erwartet werden, daß dieſe Neueinrichtung wie
bei anderen, beſonders Schweizer Elektrizitäts=
Verſorgungsunterneh=
mungen, ſo auch im Gebiete der Heag den Heißwaſſerſpeicher bald zu
einem allgemeinen und nicht mehr zu entbehrenden Beſtandteil der
modernen Küche machen wird. — Rat, Auskunft und Beſichtigung in
den Ausſtellungs= und Vorführungsräumen der Heag. (S. Anzeige.)
Manne Leennnn
Die Reise- und Ferienzeit eignet sich besonders zur Vornahme
möderer hevarauren an Piugeln, Panosr. armoniung
Gediegenste Ausführung durch die Reparaturwerkstätte
des Pianokorte- und Harmoniumlagers
I. M. Himmermann, Darmstadt, arzſenstr. 21, nächst Aheinsk.
Fachmännische Beratung bereitwilligst und unverbindlich. (10531a
Großes Reit= und Fahrturnier in Bad=Nauheim. Stadt und
Kur=
verwaltung BadMauheim treten in dieſem Jahre wieder mit einem
ganz großzügigen Reit= und Fahrturnier an die Oeffentlichkeit, das
am 4. und 5. Auguſt auf dem herrlichen Turnierplatz in unmittelbarer
Nähe der Kuranlagen abgehalten werden ſoll. Die Ausſchreibungen
ſind jetzt erſchienen und enthalten eine Material=, eine
Eignungsprü=
fung, drei Dreſſurprüfungen, vier Jagdſpringen, darunter eins für
Damen, ſowie zwei Fahrkonkurrenzen. Neben dieſen öffentlichen
Prü=
fungen wird das Turnier durch einige Prüfungen für ländliche
Reiter=
vereine, ſowie eine ganze Anzahl Rennen vervolſtändigt. Beſonders
letztere werden ihre Anziehungskraft auf das Publikum nicht verfehlen.
Die Turnierleitung liegt in dieſem Jahre in den Händen des Herrn
Major a. D. Nette, Sportkartell Frankfurt a. M., woſelbſt
Inter=
eſſenten die Ausſchreibungen beziehen können. Nennungsſchluß iſt der
13. Juli d. J.
— Dr.=Ing. Ehrenhalber. Rektor und Senat der Techniſchen
Hoch=
ſchule Darmſtadt haben auf einſtimmigen Antrag der Abteilung für
Chemie Herrn Dr. Albert Frank; Vorſtandsmitglied der
Bahe=
riſchen Stickſtoffwerke A.G. in Berlin=Halenſee, in Anerkennung ſeiner
bedeutungsvollen Verdienſte um die Entwicklung der Stickſtoffinduſtrie,
inſonderheit der Kalkſtickſtoff=Erzeugung, die Würde eines „Doktor=
Ingenieurs Ehrenhalber” verliehen.
— Hohes Alter. Montag, den 25. Juni, vollendet Frau Marie
Münk Wwe, geb. Grasmück, Wendelſtadtſtr. B5, in geiſtiger und
körper=
licher Friſche ihr 87. Lebensjahr.
Friſtablauf für Entſchädigungen auf U. S.A.=Patente. Auf Grund
des amerikaniſchen Freigabegeſetzes vom 10. März 1928 können
die=
jenigen deutſchen Patentbeſitzer, deren Patentrechte und Erfindungen
von der amerikaniſchen Regierung gebraucht oder gekauft worden ſind,
eine Entſchädigung bei dem dafür errichteten Schiedsrichteramt in
Waſhington beanſpruchen. Die zur Wahrnehmung der hieraus ſich
Ee eien aeche en Gereleind ie en ſce entiche e
Berlin, Neue Wilhelmſtraße 12/14, weiſt nachdrücklich darauf hin, daß
die Friſt für die Anmeldung ſolcher Entſchädigungsanſprüche am
2. Auguſt abläuft, d. h. daß derartige Anträge bis zu dieſem Tage in
Waſhington eingereicht ſein müſſen. Im Hinblick darauf, daß die
Vor=
bereitung der formgerechten Anmeldungen ſowohl hier wie drüben eine
gewiſſe Zeitſpanne erfordert, und unter Berüchſichtigung der Laufzeit
des Ueberſeeſchriftwechſels wird denjenigen Beſitzern von während des
Krieges in den Vereinigten Staaten beſchlagnahmten deutſchen
Paten=
ten, die ſich noch nicht mit der genannten Intereſſenvertretung in
Ver=
bindung ſetzten, dringend empfohlen, dies unberzüglich zu tun, da damit
gerechnet werden muß, daß Anſprüche, die ſeitens der
Intereſſenber=
tretung nicht bis zum 12. Juli an ihr amerikaniſches Büro abgeſandt
ſind, Gefahr laufen, nicht mehr berückſichtigt werden zu können. Es
ſei erneut darauf hingewieſen, daß die Entſchädigungspflicht der amerie
kaniſchen Regierung ſich nur auf Anträge erſtreckt, die bis zum 2. Auguſt
in Waſhington eingereicht ſind. Es handelt ſich dabei um eine ſeitens
des gmerianiſchen Kongreſſes geſetzlich feſtgelegte Friſt, deren
Ver=
längerung im Verwaltungswege infolgedeſſen unmöglich iſt.
Richtige Reklame. Von dem bekannteſten amerikaniſchen Werk
über kaufmänniſche Reklame iſt jetzt eine deutſche Ueberſetzung in den
Büchern der induſtriellen Pſychotechnik erſchienen. Das Werk behandelt
eingehend die verſchiedenen Methoden der Reklame und ihre praktiſche
Anwendung. Die Abfaſſung dev Texte der Druck, Farbengebung uſw.
werden auf Grund eingehender praktiſcher Erfahrung anſchaulich
be=
handelt, ſo daß dem Geſchäftsmanne eins wertvolle Hilfe auf dem
ge=
ſamten Gebiete des Reklamewveſens geboten wird. Das Buch iſt im der
Bücherei des Gewerbemuſeums erhältlich.
Tp. Kleine Strafkammer. In der Nacht vom 1. auf 2.
Weihnachts=
feiertag 1927 fand in Fehlheim eine Schlägerei ſtatt, in deren
Ver=
lauf ein Schreiner von da einen Stich in die linke Rückenſeite erhielt.
Die Verletzung war nicht ſo ſchwer, wie es erſt ſchien, obwohl eine
Lungenberletzung feſtzuſtellen war, und war nach vier Wochen verheilt.
Das Amtsgericht Zwingenberg hat am 30. März d. J3. gegen einen
Maurer von Fehlheim als Täter auf acht Monate Gefängnis erkannt
unter Anrechnung von vier Wochen Unterſuchungshaft. — In der
Berufungsinſtanz wurde die Beweisaufnahme wiederholt. Der Vorfall
hat ſich um 942 Uhr früh etwa auf der Straße abgeſpielt und iſt in
ſeinen Zuſammenhängen nicht ganz aufgeklärt, da es in der fraglichen
Nacht ſehr dunkel war. Immerhin überzeugte ſich das Gericht von der
Täterſchaft des Angeklagten, obwohl der Verletzte der angetrunken
war, den ganzen Streit begonnen hatte. Das Urteil ſetzte die Strafe
auf die Berufung des Angeklagten auf drei Monate Gefängnis
abzüg=
lich vier Wochen Unterſuchungshaft herab, nachdem die
ſtaatsanwalt=
liche Berufung durch Rücknahme gegenſtandslos geworden war.
— Neuerung im Kraftpoſtbetriebe. Auf der Kraftpoſtlinie
Darm=
ſtadt—Ober=Ramſtadt—Neunkirchen-Lindenfels werden vom 24. Juni
ab Rückfahrkarten zu ermäßigtem Preis mit dreitägiger
Gültigkeits=
dauer zwiſchen Darmſtadt und Lindenfels zum Preiſe von 595 RM.
ſowie zwiſchen Darmſtadt und Neunkirchen oder Lützelbach zum Preiſe
von 3,95 RM. ausgegeben. Die Rückfahrkarten können von allen
Halte=
ſtellen in Darmſtadt aus benutzt werden. Gleichzeitig werden auch die
Fahrpreiſe bei Benutzung einfacher Fahrſcheine auf Entfernungen über
10 Klm. etwas ermäßigt. Durch dieſe Neuerung wird der Beſuch der
Luftkurorte Lindenfels, Neunkirchen und Lützelbach von Darmſtadt aus
zweifellos gefördert werden.
Lokale Veranſtaltungen.
Die bierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließiſch als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten.
im keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Keitſ.
— Ludwigshöhe. Heute nachmittag 4 Uhr konzertiert das
Stadtorcheſter unter Leitung ſeines Kapellmeiſters W. Schlupp auf der
Ludwigshöhe nach ausgewähltem Programm.
— Herrngarten=Kaffee. Heute finden wiederum
nach=
mittags 4 Uhr und abends 8 Uhr Künſtlerkonzerte des Stadtorcheſters
ſtatt.
— Kronenbräukeller. Auf vielſeitigen Wunſch konzertiert
beute ab 4 Uhr nachmittags bis 11 Uhr abends Herr Obermuſikmeiſter
Rühlemann. Der ganze Garten wird feſtlich illuminiert.
Gartenkonzert mit Tanz. Im Hotel Prinz Heinrich
(Bleichſtraße) findet heute Sonntag abend Gartenkonzert mit Tanz
ſtatt. Der Beſuch wird beſtens empfohlen.
Tageskalender für Sonntag, den 24. Juni 1928.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 19½ Uhr, Ende 22 Uhr:
„Wie es euch gefällt”. — Kleines Haus: Geſchloſſen. — Orpheum,
Anfang 20 Uhr, Sommerbühne Harprecht: „Gurra — ein Junge‟
Konzerte: Schloß=Kaffee, Kaffee Rheingold, Hotel Schmitz,
Wein=
haus Maxim, Waldſchlößchen, Reichskrone, Chauſſeehaus. Reichshof,
Rummelbräu, Neues Schießhaus. Hotel Prinz Karl, Hotel Prinz
Heinrich, Stadt Nürnberg. — Herrngartenkaffee, 16 und
20 Uhr: Konzert. — Wiener Kronenbräukeller, nachm.
16 Uhr und abends 8 Uhr: Konzert. — Ludwigshöhe nachm.
16 uhr: Großes Konzert. Drangeriegarten, 3 Uhr:
Konzert. — Kinovorſtellungen: Helia, Palaſt=Lichtſpiele,
Reſidenz=Theater.
Fannet 6a
Mervenkranke
u. Nervös-Erschöpfte. Spezialkuranstalt Hofheim im Taunus
bei Frankkurt am Main. — Prospekte durch:
(1.6164
Dr. M. Schulze-Kahleyss, Vervenarzt.
Halde Mumter ſauntied Seensmieef !
Dle 5 NSU-Punkte
1. Werden Wagenstehensieht, trittinteressiertnäher.
2. Werihn fahren sieht, blicktihm beuundernd nach.
3. Werim Wagen sitzt, empfindetBehagen.
4. Werihnselbstlenkt, istbegeistert.
5. Werihn besitzt, iststolzdarauf.
„. und ein Hauptpunkt- bereits ab 5550 Mk. ab Werk lieferbar!
1. Repräsenkative Vorteile:
NSU ist eine Marke von Weltruf! Der Wagen zeigt Eleganz in
Form und Luntentährung sontle Gedlegenheit in der Ausstattung.
2. Wirtschaftliche Vorteile:
Geringer Brennstoff- und Oel-Verbrauch. Geringer
Reifenver-
schleiss (vell geringes kigengentcht). Geriuge Steuer (monatlich
etwa Mk. 19—). Die stablle Bauart und die Gualtät von Matertal
und Ausfahruns senken die Reparaturspesen auf das Mindestmas
und sichern eine hohe Lebensdauer des Pahrzeugs.
8. Vorteile für den Grosstadt-Verkehr:
Gutes Anzugsmoment. In wenigen Sekunden vom Schrittempo zur
Höchstgeschmindigkeit. Weiches, sicheres Bremsen leichte
lenkapslähtskell, Höohe Hendiskelk.
4. Vorteile für den Reise-Verkehr:
Stete Fahrbereitschaft, geringste Wartung und Pflege. Der Fahrende
und die Ingassen selbst auf langer Fahrt frel von Anstrengung.
Gute Steigefähigkelt — der Wagen wird in Württemberg, also m
bergigem Gelände, gebaut und eingefahren, kohe
Durchschmitts-
geschwtndigkelt. Eine Gross-Organisatilon prominenter Handler
und Reparateure bietet Garantie für guten Kundendtenst.
5. Vorteile beim Kauf:
Der NSU-Sechszylinder wird in Grosserie in Fliessarbeit gebaut
und iot dadurch niedrig im Preis.
Chassis ..."
..... RM.4500,—
Pnaethon.....
„u...
„:.RM.5550.—
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„„„„„nzuRM. g768—
Cabriolet ...
„uu,RM.6500.—
Auf Wunsch Jahlugserleichterungen.
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IBln 5226
Würzburg: Kramag, Kraftwagen- u. Maschinen G. m. b. H., Exerzierplatz 3
exirRSvarFankatellens Alzey= Bh.: Gebr. Zimmerwann / Darmstadt: Ing. W. Zelder, Auto-Park-Süd, Heidelbergerstr. 126 Dellfeld, Pfalz: Heinrich
reigfer / Pranktkurt a. II.: antohaus Wih. Glöckler, Höchster Str. 1-5 Gernsbach: Gebr. Goldstein / Idar, Nahe: Maschinenfabrik Pecker
Halgerslautern=
mbr. Stolfal, Fackelstr. 10 / Harlernhe: Herlan & Gramling, Gerwigstr. 53 Kirn, Nahe: Gebr. Maurer / Konstanz: Konst. Fahrzeug- und Sporthaus, Wilhelmstr. 42
Seite 6
Sonntag, den 24 Juni 1928
Die Eiſenbahnlinie Baſel—Heidelberg —
Mannheim — Frankfurtſollelektrifiziertwerden
Auf der kürzlich in Mannheim ſtattgehabten Hauptverſammlung
des Badiſchen Verkehrsverbandes wurde vom Vorſitzenden des
Hefſi=
ſchen Verkehrsverbandes, Kaufmann, Stemmer= Darmſtadt, die
Anregung gegeben, daß ſich Badiſcher und Heſſiſcher Verkehrsverband
in gemeinſamer Weiſe für die Elektrifizierung der Eiſenbahnlinie
Baſel—Heidelberg — Mannheim — Darmſtadt—
Frank=
furt einſetzen möcheen; ein Projekt, das zielbewußt weiter gefördert
werden müſſe, um zu verhindern, daß der wichtige badiſch=heſſiſche
Ver=
kehrsweg gegenüber den Elektrifizierungsbeſtrebungen, wie ſie in
Bahern und Württemberg beſtünden, nicht ins Hintertreffen geriete.
Anſchließend wurde eine Entſchließung angenommen, in der die
betei=
ligten Landesregierungen dringend erſucht werden, in Verbindung
mit den zuſtändigen Reichsbahndirektionen auf eine baldige
Elektrifi=
zierung der Nord—Süd=Linie Frankfurt—Darmſtadt—
Mann=
heim—Heidelberg—Baſel bei der Reichsbahn=Hauptverwaltung in
Ber=
lin hinzuwirken.
Geſchäftliches.
Die Firma Georg Keil in Darmſtadt, Eliſabethenſtraße 38, begeht
am B. Junt ihr
25jähriges Geſchäftsjubiläum
Die aus dieſem Anlaß der Jubilarin bereits zuteil gewordenen Ghrungen
und Anerkennungen ſeitens der Behörden, Induſtrie, Kaufmannſchaft
und Kundſchaft ſind der beſte Beweis für den Erfolg, den Herr
Inſtal=
lateurmeiſter Georg Keil ſich in 25jähriger Arbeit errungen hat.
Die Firma wurde am 25. Juni 1908 vom derzeitigen Inhaber
ſelbſt gegründet, mit Hilfe eines aus Erſparniſſen zuſammengefloſſenen
Kapitals. Wie ſo viele andere tüchtige Elektrotechniker kam auch Herr
Keil erſt gegen Ende ſeiner in der Gas= Waſſerleitungs= und
Dampf=
heizungs=Technik begonnenen 6jähr, Lehrzeit (3jähr. Lehrzeit in Gas=,
Waſſerleitungs=, Dampfheizungs=Technik und drei Jahre in
Elektro=
technik) mit der Elektrotechnik in Berührung, der ſich dann allerdings
mit um ſo größerer Begeiſterung gewidmet wurde. Die anſchließenden
Gehilfenjahre führten ihn in die Betriebe namhafter Firmen, wie
Voigt u Haeffner Schuckert u. Co u a. Die Aufgaben in dieſer Zeit
des allgemeinen Aufſchwungs der Elektrizitätsverſorgung wuchſen mehr
und mehr. damit auch die Selbſtändigkeit des jungen Elektrotechnikers
bei der Bauleitung und Montage verſchiedener Elektrizitätswerke und
großer elektriſcher Betriebe.
Wenn auch im Gründungsjahre 1908 ein weites elektrotechniſches
Arbeitsfeld der Bearbeitung harrte, ſo erſchien es bei der
alteinge=
ſeſſenen ſtarken Konkurrenz kein geringes Unterfangen für einen
Frem=
den ſich ein Geſchäft zu gründen. Doch blieb dank guter und
zuver=
läſſiger Arbeit der Erfolg nicht aus. Größere Anlagen in Darmſtadt
wurden inſtalliert. Mit dem Ausbau des Ueberlandnetzes entſtanden
neue Aufgaben, denen Herr Keil in unermüdlichem Arbeits= und
Er=
werbseifer mit Erfolg nachging.
In den erſten Jahren des Krieges noch war Herr Keil die
Mög=
lichkeit gegeben, durch elektriſche Einrichtung fün die Kriegsrüſtung
arbeitender Betriebe an der Widerſtandsfähigkeit Deutſchlands
tatkräf=
tige Mitarbeit zu leiſten, bis im Jahre 1916 er ſchließlich auch zum
Heeresdienſt einberufen wurde.
Der Ausgang des Krieges und die erſte Nachkriegszeit brachte,
wie dem ganzen Gewerbeſtande, ſo auch der Firma Keil neue und nicht
gekannte Arbeiten und — Sorgen. Die Ueberwindung der Inflation
führte in ein ruhigeres Fahrwaſſer, in welchem die Firma einer
hof=
fentlich ſtetigen Weiterentwicklung mutvoll entgegenſegelt.
Das Beſtreben Herrn Keils, gute Facharbeit zu leiſten, die
weiteſt=
gehende Anwendung der Elektrizität im Haushalt, Gewerbe und
Land=
wirtſchaft zu fördern, hat reiche Früchte getragen. Wir ſchließen uns
den allgemeinen Glückwünſchen an und hoffen, daß die Zukunft eine
weitere gedeihliche Entwicklung bringen möge!
Glückauf zum 50jährigen Jubiläum!
Was verſtehen wir unter Gicht und Rheumatismus? Soweit bis
jetzt feſtzuſtellen iſt, eine Anhäufung von harnſauren Salzen in den
Geweben. Da die Harnſäure an allen gichtiſchen und rheumatiſchen
Prozeſſen beteiligt iſt, zielt die moderne Heilkunſt dahin, eine
Aus=
ſcheidung der auf dieſe Weiſe angehäuften Giftſtoffe zu bewirken. Die
Aufgabe erfüllen die Togal=Tabletten in beſonderem Maße. Die oft
überraſchenden Erfolge ſind von 5000 Aerzten anerkannt und von
vie=
len Laien gerühmt.
„Arme, vernachläſſigte Untertanen”, ſo muß man heute die Füße
der meiſten Kulturmenſchen bezeichnen. Immer auf ihren Dienſt
an=
gewieſen, denkt man doch meiſt erſt daran, ſie in ihrer Tätigkeit zu
entlaſten, wenn ſie verſagen. Daß es für geſchädigte Zähne Plomben
und für kranke Augen Brillen gibt, weiß jeder. Daß aber auch den
vernachläſſigten Füßen Hilfe gebracht werden kann, daran denkt man
meiſt ſehr ſpät. Und doch gibt es eine wirkſame Hilfe. Die Supinator
Compagnie hat ſich das Ziel geſetzt, dem Kulturmenſchen wieder zu
ſeinen geſunden, leiſtungsfähigen Füßen zu verhelfen. Durch ein
Sh=
ſtem verſchiedenartiger Einlagen, die den beſonderen Leiden individuell
angepaßt werden, durch Knöchelbänder uſw., kann je nach dem
Ergeb=
nis der Unterſuchung mit dem Mayſpiegelapparat Abhilfe geſchaffen
werden. Für die Unterſuchungen ſtehen außer dem geſchulten
Per=
ſonal periodiſch ſtagtlich geprüfte Schweſtern zur Verfügung.
Koſten=
loſe unverbindliche Fußunterſuchungen werden durch eine
Supinator=
ſchweſter vom 25.—30. Juni hier im Reformhaus Eos,
Eliſabethen=
ſtraße, auf Wunſch vorgenommen. (Näheres ſiehe heutige Anzeige.)
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Sonntag. 24. Juni. 8: Morgenfeier des Wartburgvereins,
Frankfurt a. M. 0 11: Rektor K. Wehrhan: Bericht über die
Elternſtunde. 0 11.30: Koblenz: Einweihungsfeierlichkeiten des
Denk=
mals für Joſeph v. Görres. Kultusminiſter Dr. Becker: Die
Be=
deutung von Görres für das deutſche Volk. 0 13: Für die Land=
wirtſchaft. o 15: Hamburg: Funkheinzelmannſtunde. 0 16: Hamburg:
Das Deutſche Derby. o 16.45: Konzert des Funkorch. Gleichzeitig:
Vom Flughafen Kaſſel=Waldau: Schilderungen vom Kaſſeler Gro
flugtag (Teilnahme der Flieger Udet, Fiedler uſw.). o 18: Stunde
des Rhein=Mainiſchen Verbandes für Volksbildung: „Voltaire und
Rouſſeau” (zum 150. Todestag: 30. Mai und 2. Juni). Vortrag
von Dr. Gebhardt. 6 19: Orgel=Konzert. Engliſche Muſik: Grey:
Sonate in A=dur. — Monk: Angel=voices, ever ſinging. — Dykes:
Lead, kindly Light. — Foulds: Conſolatio aus dem engl. Requiem.
— Te Deum laudamus. — Allitſen: Der 27. Pſalm. — Walker:
Andante with Variations. Ausf.: Chriſtian L. Thomas (Orgel),
Liſa Dyſſon=London (Geſang), der Jugendchor der engliſch=reform.
Gemeinde Frankfurt. o 20.30: Konzert des Funkorch. Leitung:
Kapellm. Merten Mitw.: John Gläſer (Tenor). — Anſchl.:
Berlm: Tanzmuſik. Kapelle Dajos Bela,
Stuttgart.
Sonntag, 24. Juni. 11.15: Ritterſaal des Mannheimer
Schloſſes: Feſtatt des 200jährigen Jubiläums des Mannheimer
Handelsſtandes. Brahms: Andante moderato aus dem a=moll=
Streichquartett. (Kergl=Quartett.) — Anſprache des Präſidenten der
Handelskammer, Herrn Richard Lenel. — Feſtrede von Prof. Dr.
Blauſtein. — Glückwunſchanſprachen. — Mozart: Andante und
Allegro aus dem D=dur=Streichquartett. — Anſchl.: Schallplatten.
0 14: Berlin: Funkheinzelmanns Singſtunde. 0 15:
Unterhaltungs=
konzert. Leit.: C. Struve. Mitw.: Gerda Hanſi, Funkorch. Flügel:
Arth. Haagen. o 16.30: Aus dem Dom in Rottenburg a. N.
Neiseefonlf engerl. Senſſil. Dne Wcdefke Sopnit.
Thekla Ruoff (Alt), H. Ackermann (Tenor), K. Baur (Baß). Leit.:
Domchordirektor Ottenwälder. 0 18.15: Dr. Löwenbetg: Geiſtige
Außenſeiter. 6 19.15: Dichterſtunde. Rud. Utzinger: Nachdenkliche
und kritiſche Proſa. 0 20: Kammermuſikabend. Werke von H. Gal.
Ausf.: H. Gal (Klavier). H. Hedenus (Violine), F. Kirchberger
(Violoncello), Klavierſonate. Trio für Klavier, Violine und
Violon=
cello. O 21: Funkbrettl. Aus drei Jahrhunderten. Leitung: C.
Struve. Mitw: Gerda Hanſi, Käte Mann, Hilde Binder, v.
Wiſtinghauſen, H. Hanus, C. Struve, O. Seyffert, Funkorch. 18.
Jahrhundert: Mozart: Menuett aus der Es=dur=Symphonie. —
Bach: Erbauliche Gedanken eines Tabakrauchers. — Handn: Lob
der Faulheit. — Leſſing: Die eheliche Liebe. — Gellert: Die
glück=
liche Ehe. — Mozart: Die Alte. — Schubert: Die Henne. — Haydn:
Ochſenmenuett. — 19. Jahrhundert: Das Gebet einer Jungfrau.
Seemams Los. Am Elterngrab. Zwei dunkle Augen. Ach, lieber
Herr Schaffner. Man ſteigt nach, Duett. Haben Sie nicht den
kleinen Cohn geſehen? Bitte bitte, laß mich. Mein Herz, das
iſt em Bienenhaus. — Die Gigerlkönigin. — Iſt denn kem Stuhl
da? Hoſchna: Komm in meine Liebeslaube! — 20. Jahrhundert:
Roſe: Mein Liebling heißt Mädi! Fox. Ich hab’ mein Herz in
Heidelberg verloren. Orchidee Heimweh. Die ſchöne Adrienne.
In Niſchn=Nowgorod. Die kleine Pagode. Madonna, du biſt
ſchöner als der Sonnenſchein. Was machſt du mit dem Knie?
Walzerduett aus „Gräfin Mariza”. Paſadena. Adieu Marie! Fox.
— Anſchl.: Nachrichten.
Berlin.
Sonntag, 24. Inni, 6.30: Frühlonzert des Gr. Berliner Konzert=
Orch. Dir.: Muſikdir. Wolff. 6 9: Morgenfeier Lobt froh den
Herren, ihr jugendlichen Chöre. Mitw.: Liturg Wilhelmy und H.
G. Schneider (Orgel). Chor und Orch. der Bismarck=Realſchule,
Berli. Leit.: W. Kuck. Sprechchor des Arndt=Gymnaſiums, Berlin=
Dahlem. Leit.: Dr. Chriſtians. Anſprache des Pfarrers Suderow
vom kirchlichen Jugendamt Berlin. — Anſchl.: Glockengeläut vom
Dom. o 11.30: Konzert des Funkorch. Dir.: Seidler=Winkler.
Mozart: Ouv. Idomeneo. Sinf. C=dur. — Reznicek: Chamiſſo=
Variationen. — Rimſky=Korſſatow: Sinfonietta über ruſſ. Themen.
6 14: Funkheinzelmanns Singſtunde. Liederſpielmärchen von Hans
Bodenſtedt. o 15: Mitteilungen für den Landwirt. 0 1525:
Geh. Reg.=Rat Prof. Dr. Appel: Kraut=Krankheiten der Kartoffel.
2 16: Uebertr. des Derby aus Hamburg. 6 17: Kapelle Gebr.
Steiner. Weber: Ouv. Freiſchütz. — Fall: Walzer aus Kaiſerin.
— Lortzing: Fant. Der Waffenſchmied‟. — Drigo: Suite aus
Die Millionen des Harlekins. — Sibelius: Valſe triſte — Mozart:
Eme kleine Nachtmuſit. — Tarenghi: Serenade. — Suppe: Ouv.
Dichter und Bauer. 6 19: Chefred. v. Heiſter: Fünf Jahre
Rund=
funk=Journalismus. o 19.30: H. Michaelis: Was iſt praktiſcher
Tierſchutz? o 20: Min=Rat Goslar: Wie ſollte man reiſen?
O 20.30: Konzert des Muſikkorps des 1. Batl. 9. Inf.=Regts.
Potsdam. Leit.: Obermuſikm. Hagemann. Fucik: Marſch der
olympiſchen Meiſterſinger. — Cooper: Ouv. Schön Annie. —
Schul=
hoff: Valſe brillante. — Meyerbeer: Fackeltanz C=moll. — Delibes:
Ballett=Suite aus Sylvia. — Lehar: Wiener Lebensluſt, Walzer.
— Lincke: Vom Rhein der Wein. — Anſchl.: Tagesnachrichten.
O 22.30: Tanzmuſik der Kapelle Dajos Bela.
Deutſche Welle. Sonntag, 24. Junt. 6.30: Berlin: Frühkonzert.
o 9: Morgenfeier. Anſprache des Pfarrers Suderow (kirchl.
Jugend=
amt). — Anſchl.: Glockengeläute vom Dom. O 11.30: Berlin: Orch.-
Konzert. O 14: Funkheinzelmanns Singſtunde S 15: Mitteilungen
und praktiſche Winke für den Landwirt. 15.25: Geh. Reg.=Rat
Prof. Dr. Appel: Kraut=Krankheiten der Kartoffel. 0 16: Uebertr.
des Derby aus Hamburg. 6 17: Unterhaltungsmuſik. Kapelle Gebr.
Stemer. 0 18.30: Dr. Schirokauer und Graef: Deutſcher Dichter=
Sommer. Kleiſt=Würzburg., S 19: Oberſtudienrat Dr. Leffſon:
Die Geſtalt des Armmius in Ueberlieferung und Dichtung. O 19.30:
im Leben des Volkes. 0 20.15:
Stodryo fie Chor Got und Drch.” Miw‟. Das ſtödt, Orheſſer.
Duisburg, ſtädt. Chorvereinigung Mülheim=Ruhr ſtädt. Geſangverein
Duisburg
mann. (Ter
Preſſenachr
Aus Heſſen.
J. Griesheim, 22. Juni. In der Woche vom 25. bis 3 0
finden auf dem hieſigen Truppenübungsplatz täglich vor
bis 12 Uhr Scharfſchießübungen ſtatt. — Herr Förſter F.l4
tritt infolge Erreichung der Altersgrenge am 1. Juli d.o
Ruheſtand.
— Ober=Ramſtadt, 22. Juni. Nur noch wenige
Mie Der Hleet Ge erg e e
beſitzen, das aus eigener Kraft entſtanden iſt. Willenskra
keit und Liebe zum Turnſport hat den Vorſtond ud
Mitglied ſchon ſeit Jahren veranlaßt, darauf hinaus zu
eigenes Turnerheim zu gründen. In Sälen, auf freien g
eine Zeitlang in einer Scheune, mußten die Turner ire
den abhalten. Trotz dieſer Unannehmlichkeiten hat ſich in
geſellſchaft ein Stamm Turner erhalten, der, wenn er auch
Jahre ſich aktiv wegen dieſer ungünſtigen Uebungsverhäln
Wetturnen nicht beteiligen konnte, in Zukunft doch zeigen
der alte Turnergeiſt in der Turngeſellſchaft Ober=Rawſto
und hoch gehalten wird. Möge die Turnhalle der Turngeſenſg
Ramſtadt eine Stätte werden, wo alt und jung im Geiſte
Turnvaters Jahn den Körper ſtählen und ertüchtigen ann
aber auch eine Stätte werden, wo der geſellſchaftliche Geiſt emd
möge, zum Wohle unſerer guten Turnſache, zum Wohle unſer
DASZECHENDERGROSSENKLASSE
verbürgt die Erfüllung der höchsten Ansprüche, die man an
Kraftfahr=
zeuge hinsichtlich gleicher Vollendung in Konstruktion Material,
Ausführung und Ausstattung zu stellen berechtigt iet.
14170PS Siebensitzer
12155PS Siebensitzer
1OISOPS Fünfsitzer
Heimat und zum Wohle der Turngeſellſchaft Ober=Ramſtodt, 0
Bk. Groß=Zimmern, 22. Juni. Gemeinderatsſitzn=
Donnerstag, den 21. Juni. Bei Punkt Mitteilungen
Bürgermeiſter Brücher ein Ausſchreiben des Miniſteriums dei
bekannt, wonach die Kreisämter angewieſen ſind, nur in den
ſten Fällen den Gemeinden Genehmigung zu Anleihen zu er
die hohen Zinsſätze in den meiſten Fällen nicht tragbar ſeien
dem Bericht des Kreisſchularztes, der die Schulkinder der mte
mittleren und der oberſten Schulklaſſen des Kreiſes mterſuch
beſonders die große Zahl der an Hals= und Mandelentzündun
ten Kinder und die Zunahme der Kropferkrankungen bemerken
Der demokratiſche Gemeinderat Georg Ludwig Fröhlich hat ſei
tritt als Gemeinderatsmitglied erklärt, ihm wird von ſämt!
meinderatsmitgliedern Entlaſtung erteilt. — Der kommunſtiſ
tagsabgeordnete Angermeier hatte einen Antrag wegen Verle
Gemeindekaſſe eingebracht, der Antrag wurde bei einem Abſt
verhältnis von 8:8 abgelehnt. — Die Stelle des vor kurzem be
Friedhofsaufſehers und Totengräbers wurde nicht wieder ne
Die Stelle wird zu Sätzen ſeiner ſeitherigen Beſoldung (e
100 Proz.), dem Nachtſchutzmann Joh. Haas 8. übertragen.
dabei die Unterhaltungskoſten auf dem alten und neuen Fr
beſorgen, ſowie die Straßenreinigung auf dem alten und ner
hof, auf der Beine= und Friedhofſtraße zu übernehmen. Da
der Kinder zum Friedhof wird abgeſchafft, dafür ein leiner 2
wagen beſorgt. Die dadurch freiwerdende Nachtſchutzmannsf
dem ſeither als Hilfsſeldſchützen proviſoriſch verwendeten Guf
Kuhn übertragen, die freiwerdende Feldſchützenſtelle wird d
meiſter Dietrich übertragen, die Dienſtverrichtung des Wiegnei
von dem Nachtwachtmann Herbert übernommen. Da bei die
lung einer Einſparung von zirka 1700 Mark eine Mehrau
von 400 Mark gegenüberſteht, wird der Vorſchlag der Verwa
ſtimmig angenommen. — Die ſeither von Frau Kabel Witwe in
Wohnung iſt durch Auszug freigeworden. Nach Verfügung 1
ſchul= und Kreisamtes ſind die Zimmer bei ihrem Freiwpe
Dienſtwohnung der Schulbehörde zur Verfügung zu ſtellen.
ratsmitglied, Landtagsabgeordneter Angermeier, ſtellte den A
Wohnung nicht der Lehrerin Ott zur Verfügung zu ſtellen
einem Wohnungsſuchenden, da die Lehrerin ſich leicht mit i!
Staat zur Verfügung ſtehenden Wohnungsgeld eine andere
mieten könne. Obwohl der Antrag der kreisamtlichen Anordonu
ſpricht, und nach Artikel 47 des Schulgeſetzes der Entſcheit
Kreisſchulamtes unterliegt, wird derſelbe angenommen. — 2
lung des Herrn Juſtizinſpektors Breitwieſer als Schriftführer
einigungsamtes wurde gutgeheißen. — Die Neuausſtatug
amme Göbel mit einer Aufwendung von 137 Mark wird
ebenſo der Beitritt der Gemeinde zur Geſellſchaft für Vok
Berlin. — Die Vorſehung einer Offenhaltung der Fpiedensſim)
Kreugung Ringſtraße, und die Vergebung der Anfertigung or
und Kreuzen für 1988 an den wenigſtfordernden Schech
Trautmann, wurden gutgeheißen. — Die Aufnahme verſched
lehen von ſeiten der Gemeinde, die Erweiterung der Bauhol
an Errichter von Kleinwohnungen unter Anrechnung der
Vorſehungen 1929 nach dem Antrag des Mitglieds Hir vurl
migt. — Dem Wirt Gab wird die Konzeſſion zum Betriebe ei
ſchaft erteilt, ſonach haben wir jetzt hier 32 Wirtſchaften. — 2
der Anwohner der Reinheimerſtraße wegen Teerung derſelb
in anbetracht der hohen Geſtehungskoſten zurückgeſtellt werde
r. Babenhauſen, 20. Junk. Zu Begimn der öffentlie
meinderatsſitzung am Dienstag abend übermittelle
ſitzende, Herr Bürgermeiſter Rühl, die ihm von Herm
Leuſchner anläßlich ſeines Beſuches bei der Bürgermeil
getragenen Grüße an den Gemeinderat. Aus der reichen Tage
deren Beratung ſich bis Mitternacht erſtreckte, ſei nur das
mitgeteilt: Die Prüfung der Rechnung für das Jahr 198 ert
Anlaß zu Beanſtandungen; unter dem Vorſitz von Gemeindera
ger wurde ſie genehmigt. Ein von dem Beſitzer des Glektriz
eingegangenes Schreiben beſchäftigt ſich mit der Stromzuleitu
Pumpenhaus. Nach lange währender Ausſprache wird nach
Abſtimmung beſchloſſen, daß das Kulturbauamt mit der Le
Elektrizitätswerkes verhandeln ſoll über die Zeiten der Spitze
und die Strompreisfrage. Kenntnis genommen wird von ein”
ben der Hausbewohner an der Darmſtädter Straße und von
chen des Herrn Baurats Schöberl, betr. Umbau in der
anlage. Die Bankommiſſion wird beauftragt, mit dem Eleltri
zu verhandeln und endgültig abzuſchließen. Für die beiden
wird die Anſchaffung von Uniformen beſchloſſen, die Gemeind
ſich mit drei Fünfteln der Koſten. Dem Kinobeſitzer H. M
ſtern wird auf Antrag die Vergnügungsſtener für emen 2el
die Hälfte ermäßigt. In der Spitalſchule ſoll eine Unterte!
die Fahrräder der auswärtigen Fortbildungsſchüler geſchaffer
Nach Abgabe von 3 Angeboten für 34,7 Fm. Fichtenholz erhäl
ſchlag die höhſtbietende Holzfirma Joh. Wißler=Großöſt
Preiſe von 26,85 Mk. pro Feſtmeter. Den Schluß der Sitzung
Beratung von eingegangenen Unterſtützungsſachen und Bau!
geſuchen.
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Gelſtadt, B. Junt. Verhafteter Scheckſchwindler.
gei de iden hieſigen Genoſſenſchaftsbanken erſchien dieſer Tage ein
mt au) inder Mann, der erklärte, er wolle ſih ein Konto eröffnen.
AEr gars ch gleich dem Wunſche nach Ueberlaſſung eines Scheckbuches
Auzdrmnd legte auf dem einen Konto 10 Mark und auf dem anderen
Donto. Nark ein. Die Bankvorſteher ſchöpften Verdacht und
benach=
richtiat ſe hieſige Gendarmerieſtation. Auf Grund der
ausreichen=
den Ve itsmomente konnte die Verhaftung erfolgen. Bei einer Kon=
Frontat— mit dem Vorſteher der Volksbank Michelſtadt, Herrn W.
vgeller= „uuchte der Verhaftete auszureißen und machte einen tätlichen
Anarif. f. den ihn führenden Obevwachtmeiſter. Sein Vorhaben
ge=
ang iE rdeſſen nicht. Noch am geſtrigen Tage wurde er auf Veran=
Naſſung, Staatsanwaltſchaft nach Darmſtadt transportiert. Wie
feſt=
geſtellt. de, hat der Scheckſchwindler ſein Treiben unter verſchiedenen
geführt.
Conntag, den 24 Juni 1928
Geite 7
rochnet—1n der Wirtſchaft Heilmann in Hetzbach, die außerhalb des
ortes n Beerfelden zu liegt, drückte der Betreffende eine
Fenſter=
ſcheibe, er Küche ein, ſtieg ein, wurde aber bei der Unterſuchung des
Hauſes— y Geld geſtört und entwich unter Mitnahme eines Ruckſackes.
In Be den wurde eine Fortſetzung gemacht, und hier ſind in fünf
Häuſer; eitere Einbrüche nachgewieſen. In mehreren Poſten fielen
dem O twa 120 Mark in die Hände, den größeren Teil des Geldes
holte e 3 aus Kleidungsſtüchen in den Wohnzimmern, — ferner eine
Schacht igarren und ein Paar Damenſtrümpfe. Man vermutet einen
iremde rdfahrer als Täter, deſſen man hoffentlich bald habhaft wird.
m. öllenbach i. O., B. Juni. Bedauernswerter Un=
diall. ; Zimmermann Ihrig von hier hat im Kriege ein Auge
ver=
dſonen, konnte er ſeiner Arbeit noch nachgehen. An einem Neubau
Zin Fri / /Sdorf beſchäftigt, traf ihn ein Stück Holz derart in das ge=
Aſunde —daß auch dieſes wohl verloren ſein wird. Der Verunglückte
üctzwurde rt in die Augenklinik nach Heidelberg verbracht, das Mitleid
mit ih / allgemein, da er auch als fleißiger und brader Menſch
be=
amt
oß=Gumpen, 22. Juni. Unglück. Hier verunglückte
ge=
ſtern S mecht des Landwirts Adam Pfeifer, der zwiſchen zwei Wagen
geriet — derart ſchwer verletzt wurde, daß der zur erſten Hilfe
hinzu=
abgerufe— ſatzt einen Transport ins Krankenhaus für nötig erachtete.
Für d— andwirt iſt dies um ſo unangenehmer, da Arbeitskräfte
zur=
zeit im— Landwirtſchaft kaum zu haben ſind und gerade jetzt bei begin=
„nender— ternte ein ſolches Unglück doppelt ſchwer trifft.
4— lierbach, 22. Juni. Beim Spielen verunglückt.
Beſter— cmittag ſpielten 8—10jährige Knaben i einer Sandgrube am
ſogena n „Jägersgarten”. Anſcheinend wollten ſie Sand abbickeln
nach de Beiſpiel der Erwachſenen. Dabei traf einer der Knaben
ſei=
nen Sameraden, den Sohn des Wagners Wendel, ſo unglücklich an
den K3 daß er blutend und mit einer großen Wunde am Schädel
heimge 9t wurde. Da der Lindenfelſer Arzt gerade im Dorfe war,
konnte— rt ärztliche Hilfe in Anſpruch genommen werden. —
Um=
leittx des Poſtautoverkehrs Lindenfels—Fürth.
Da inu rth zurzeit Kleinpflaſterarbeiten vorgenommen werden und
auch O rovinzialſtraße Fürth-Krmbach repariert wird, findet
zur=
zeit ei 3. mleitung des Poſtautoverkehr Lindenfels—Fürth durch unſer
Tal. S über Kolmbach-Glattbach—Schlierbach-Ellenbach, ſtatt. Es
wäre Haupt ſehr wünſchenswert, wenn auch durch unſer Tal eine
dauerrm Soſtverbindung geſchaffen würde, deren Rentabilität wohl
ge=
ſichert 12.
A.Bekenau, 21. Juni. Wohltätigkeits=Konzert. Am
nächſtei onntag, den 24. ds. Mts., abends 8½ Uhr, veranſtaltet der
Reichss der Kriegsbeſchädigten und Hinterbliebenen, Ortsgruppe
Birkerx; im Saale des Gaſthauſes „Zum Birkenauer Tal” ein
Wohl=
tätigke! lonzert zugunſten der Krankenſchweſtern beider Konfeſſionen
im NAIc ſowie / Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, Birkenau. Das Konzert
Hnsnh i wird= führt von der Kapelle Heß, die durch ihre vorzüglichen Lei=
Sm a) ſtungest ohlbekannt iſt. Wir empfehlen deswegen das Konzert der
hieſigey imwohnerſchaft auf das wärmſte und hoffen — insbeſondere
auch ; öblichen Zweckes wegen —, auf eine recht zahlreiche Beteili=
5 gung.-y denfalls dürfen die Beſucher auf einen genußreichen und
vergny : Abend rechnen.
j..1 der Bergſtraße, B. Juni. In dem Neubau hinter der
Fried c bule in Weinheim ſtürzte geſtern nachmittag der
Zimmer=
meiſte lhelm Knell vom zweiten in den erſten Stock herab. Er
erlitt ᛋr ſchweren Schädelbruch, was den ſofortigen Tod zur Folge
hatte. Verunglückte war verheiratet, 57 Jahre alt, und hinterläßt
De Anzn” ſeine ze und eine Tochter.
HR Min der Bergſtraße, 22. Juni. Obſtgroßmarkt. Der
e letzte: heimer Obſtgroßmarkt war wegen der ungünſtigen Witterung
ir; 9 nur ſ7 t beſchickt. Kirſchen koſteten 38—48 Pfg. und Erdbeeren 45
nioh imh e bis 6B3. das Pfund je nach Qualität. — Ende der
Spargel=
rüdhar zeit. ie Schwetzinger Spargelzeit geht nun dem Ende zu. Auf
me jungers Xern werden nur noch wenig geſtochen, ältere Spargelanlagen
bringey ar noch ſpärliche Erträge. — Ein Zeichen der Zeit.
In S Zheim iſt der Poſten eines Feldhüters zu beſetzen. Hierzu
* habeny nicht weniger als 75 Perſonen aus allen Berufen gemeldet.
— nsheim, 22. Juni. Doppeljubiläum. Das 90jährige
Geſchög tbiläum feiert am Sonntag, den 1. Juli, das altrenommierte
in weu — Umgegend bekannte Uhren= und Goldwarengeſchäft,
ver=
bundest it der Brauche für Optik= und Muſikwaren von H. Klein
dahier; ugleich begeht der jetzige Inhaber, Herr Philipp Klein, ſein
50jähr? Jubiläum als Leiter ſeines vom Vater 1838 gegründeten
mPk und hm 1878 übernommenen Geſchäftes, das ſich dann unter ihm
ſchmtmer zur H ien Höhe entfaltet hat. Derſelbe hat ſeinen Sohn, Herrn
er Ausmgk Heinr/ 2lein, als Teilhaber in den Geſchäftsbetrieb aufgenommen, ſo
me' daß d ununterbrochen in der Familie Klein verblieb und nunmehr
in drri Generation derſelben ſich befindet. Es dürfte wohl das
älteſts) — eines der älteſten Geſchäfte dieſer Art in Heſſen und
wei=
terer ſegend ſein. Wir wünſchen der Firma weiteres Blühen und
Gedeiä=
W eppenheim a. b. B., 20. Juni. Verwaltungsbericht
der irdt Heppenheim. Der Verwaltungsbericht für die
Stadtt0 ppenheim (Bergſtraße) für die Zeit vom 1. Januar bis
51. 2— ber 1927 wurde vom Bürgermeiſter der Stadt in der letzten
Stadtt/ ednetenverſammlung erſtattet. Aus dem Verwaltungsbericht
geht 1r, daß in der Zeit vom 26. September bis 11. Oktober eine
Lilitol, der Stadtkaſſe durch 3 Beamte der Oberrechnungskammer
ſtattfon. Was die allgemeinen Verhältniſſe der Stadt betrifft,
wur=
de u—1 Berichtet, daß die Bautätigkeit auch im abgelaufenen Jahre
wiedes”, rege wie ſelten an einem gleich großen oder größeren Orte
des X ſtaates Heſſen war. Anfangs September konnte die
Ein=
weihrn des erweiterten evangeliſchen Gemeindehauſes und Ende
Ok=
kober Einweihung des Kloſters, zu denen Vertreter der Stadt ein=
belad c aren, erfolgen. Der längſt erſehnte Durchbruch zwiſchen der
Furtky aße und der kleinen Bach (durch den Sickinger Hof) wurde
ausge) E. Auch außerhalb des Weichbildes der Stadt fanden zur
Verſo) =ung und Hebung der Stadt Veränderungen ſtatt. Im Mai
des X htsjahres fand in den Mauern der Stadt Heppenheim die
Daux ammlung des Geſamt=Odenwaldklubs ſtatt. Wie alljährlich,
ſe wo auch in der Berichtszeit die Verfaſſungsfeier am 11. Auguſt
ager) c. Am 30. Oktober wurde der Opfer des Weltkrieges durch
de * Ctung eines Totentrauertages gedacht. Der Bürgermeiſter
ſagte2 mals allen herzlichen Dank, die ſich an den beiden
Veranſtal=
tungey 2teiligten. In der Woche vom 27. November bis 3.
Dezem=
der / im Rathausſaale eine Ausſtellung der Bergſträßer bildenden
Runſty ſtatt, welche beim bildungsſuchenden Bevölkerungsteil guten
Aurle0 fand und hoffentlich der Auftakt für noch weitere derlei
Ver=
thſasl gen in der Zukunft ſein wird. Die Anregung gelegentlich
des hrigen Verwaltungsberichtes, einen Grundſtock für die Er=
Echtr 2ines Ehrenmals für die im Weltkrieg Gefallenen der Stadt
du ba iſt auf fruchtbaren Boden gefallen. Bei dieſer Gelegenheit
Hant=r Bürgermeiſter allen gütigen Spendern. Zu dem Punkt
DeEAl uungsſtand” führte der Bürgermeiſter aus, daß nach der letzten
Solr5 aung die Einwohnerzahl der Stadt Heppenheim 7659 betrug.
An : des Berichtsjahres ergab ſich unter Berückſichtigung der Zu=
N süge, der Geburten und Sterbefälle eine Einwohnerzahl von
1D24- odann folgten ſtandesamtliche und allgemeine Verwaltungs=
N92 n, wobei die Tatſache von Intereſſe ſein dürfte, daß von
ſtmaer vom Steuerausſchuß behandelten Fällen mehr als drei Vier=
I Steuern aus 1926 betrafen. Vom Bürgermeiſter ſelbſt wurden
*S' ungsgeſuche in einfachen Fällen entſchieden. Es wurde weiter
angeregt, wieder eine endgültige Steuerveranlagung zum Beginn jeden
Jahres einzuführen, wobei natürlich auch die derzeitige Ete
des einzelnen, nicht die Steuerwerte uſw. aus etlichen Jahren vorher,
zugrunde zu legen wären. Es folgten ſodann weitere Ausführungen
über Ortsbürgeraufnahmen, polizeiliche Ab= und Anmeldungen,
Per=
ſonalausweiſe, Brandverſicherungsanträge, Kanalpläne, Gewerbeſcheine,
Arbeitsbücher, Steuerkarten, Invaliden= und Unfallverſicherung,
ge=
werbliche Streitigkeiten, Sühnetermine, Hunderegiſter, Zahlungen,
Ortsgericht, Wildſchadenſtreitigkeiten ſowie Brücken= und Viehwaagen.
Längere Ausführungen über die Erwerbsloſenfürſorge und die
Finanz=
verhältniſſe im Rechnungsjahr 1926 ſchloſſen ſich an. Beachtenswert
iſt, daß im Betriebsrechnungsjahr 1926 auch rund 18000 RM. noch zu
zahlender Beitrag der Stadt zur Forſtdienerbeſoldung für 1925 Reſt
und Rechnungsjahr 1926 enthalten ſind. Im Rechnungsjahr 1925
waren 11695 RM. hierfür enthalten. Das Hebregiſter 1927 ergibt
132 985,62 RM. vorläufige Gemeindeſteuern. Mitteilungen über
Mobi=
lien, Jagd und Fiſcherei, Bautätigkeit und ſtädtiſche Gebäude beendeten
den Verwaltungsbericht.
W. Heppenheim a. d. B., B. Juni. 25jähriges
Stiftungs=
feſt des Männergeſangvereins „Sängerbund”, am
23., 24. und 25. Juni. Der Männergeſangverein „Sängerbund”
feiert am B., 24. und 25. Juni ſein Bjähriges Stiftungsfeſt.
Feſtpro=
gramm: Samstag, den B., abends 7 Uhr, Gedächtnisfeier für die
ver=
ſtorbenen und gefallenen Mitglieder des Vereins auf dem Friedhof;
abends 8 Uhr, Feſtkommers unter Mitwirkung des Doppel=Quartetts
„Rheinperle” Worms, Männergeſangverein 1843, Erſten Heppenheimer
Mandolinenklubs und Turwvereins 1891 Heppenheim. Sonntag, den 24.
Juni, 5,30 Uhr vormittags, Weckruf, 7 Uhr Empfang der auswärtigen
Vereine, 8 Uhr Feſtgottesdienſte in beiden Kirchen (kath. und evang.).
Nachmittags 2 Uhr: Aufſtellen des Feſtzuges am Bahnhof, 2.30 Uhr
Abmarſch des Feſtzuges durch die Hauptſtraßen der Stadt, anſchließend
auf dem Feſtplatz Feſtrede vom Bundesvorſitzenden, Obervegierungsrat
Dr. Siegert=Darmſtadt, und Muſik= und Geſangsvorträge hieſiger und
auswärtiger Vereine, Begrüßung, Prolog, Ueberreichung der
Fahnen=
ſchleife der Frauen und Jungfrauen, abends 8 Uhr Feſtball. Montag,
den 25. Juni: Großes Volksfeſt auf der Starbenburg, Kinder= und
Volksbeluſtigung nebſt Konzert, abends 8 Uhr gemütliches
Beiſammen=
ſein mit Schlußtanz.
entfernen Sie Haare und uneleganten Haarklaum.
Jede Dame liebt es, im Sommer Hals und Arme und am Strande
selbst die Beine frei zu haben. Da nichts häßlicher ist als ein
be-
haarter Arm oder ein behaartes Bein oder ein blä ulich schimmernder
Nacken, war bis jetzt die Mehrzahl der Damen gezwungen, die alten
Depilatorien anzuwenden, die unbeguem sind und schlecht riechen
oder das Rasiermesser, was noch schlimmer ist, da auf der rasierten
Haut schwarze Punkte zurückblieben und außerdem das Haar
schneller und spitzer nachwuchs.
„Taky‟, eine parfümierte Creme, die gebrauchsferbig aus der Tube
kommt, bringt sofort Haare und überflüssigen Haarflaum zum
Ver-
schwinden Es ist keine Vorbereitung nötig und keine Hautreise zu
befürchten. Taky” hinterläßt eine weiße und zarte Haut und trocknet
nicht in der Tube aus. Außerdem dringt „Taky” bis zur Haarwurzel
und verhindert oft vollkommen das Nachwachsen.
„Taky” ist erhältlich in allen einschlägigen Geschäften. Preis
Mk. 2.50 pro Tube. Jeder Tube ist ein Garantieschein beigefügt.
Generalvertretung für Deutschland: A. Bornstein & Co., Berlin W 62,
(1V 587
Kelckreuthstraße 4. Telephon Nollendorf 6666/67.
* Hirſchhorn, B. Juni. Waſſerſtand des Neckars am
23. Juni: 0,84 Meter; am 23. Juni: 0,79 Meter.
CWimpfen, 20. Juni. Von Bad Rappenau aus erſchien in den
letztem Tagem eine Preſſenotiz in der Zeitung, wonach eine
Autover=
bindung von Helmſtadt—Hüffenhardt nach Rappenau durch die
Ober=
poſtdirektion Kaulswihe eingeführt wird, und daß eine Eimigung der
be=
teiligten Gemeinden für dieſe Autolimie ſtartgefundem habe. Eine ſolche
Autolinie bedeutet nichts weniger, als eine Verkehrsleitung um die
heſſiſche Exklave Wimpfen herum. In Wimpfen iſt über dieſe
Behand=
lungsart ſeitens der maßgebendem Stellen eine große Empörung. Iſt
dieſe Linienführung doch nichts anderes als eine mit Reichsgeldern
fiwanzierte Grenzpfahlpolitik, die dem Geiſte und Sinne der
Reichsver=
faſſung zuwiderläuft. Wimpfem hofft, daß die maßgebenden Stellen die
beſſere Einſicht beſitzen und nicht die Hand dazu bieten, zur
wirtſchaft=
lichen Schädigung einer auſſtrebenden Gemeinde, auch wenn ſie eine
nichtbadiſche Gemeinde iſt.
Bm. Bürſtadt, 22. Juni. Dieſer Tage weilte hier die Wormſer
Kriminalpolizei, um mit der hieſigen Gendarmevie den Mörder, der die
beiden Lehrerinnen im Schwarzwald ermordete und ſich nach einem
um=
laufenden Gerücht hier aufhalten ſollte, zu ſuchen. Als Mörder vermutet
man einen Knecht, der einige Tage bei einem hieſigen Landwirt in
Stellung war und plötzlich wieder verſchwand. Nähere Einzelheiten ſind
noch abzuwarten. — Der diesjährige Jugendtag des Gaues Ried findet
auf den hieſigen Sportplätzen ſtatt. Es werden intereſſante Wettkämpfe
in Hand= und Fußball, ſowie in Leichtathletik zu ſehen ſein, wozu alle
Sportfreunde höflichſt eingeladen ſind.
Bm. Nordheim, 22. Juni. Elternabend. In Form eines
Elternabends wird die hieſige Vollsſchule am Sonntag, den 24. d. M.,
im Saale „Weingärtner” ihr diesjähriges Jugendfeſt feiern.
Gedicht=
vorträge, Sig= und Reigenſpiele werden den Abend ausfüllen.
Durch freiwillige Spenden der Einwohner konnte der evangeliſchen
Kirche eine neue Altardecke beſchafft werden, welche als Schmuckſtück ſehr
bewundert wird und nun in Gebrauch genommen wurde.
Bm. Hofheim (Ried), 2. Juni. Theaterabend. Zum Beſten
des katholiſchen Schweſternhauſes veranſtaltete der Kirchenchor Cäcilia”
im „Kaiſerhof” einen Theaterabend, verbunden mit kleinem Baſar. Zur
Aufführung gelangte „Fabiola”, Schauſpiel in 5 Aufzügen, welthes gut
gegeben wurde. Die Beteiligung am Baſar war ſehr gut, ſo daß dem
Schweſternhaus eine nette Summe zugewieſen werden kann.
Togal=Tabletten ſind ein hervorragendes Mittel gegen
Rheuma, Gicht, Ischias, Grippe, Herven- und
Kopfschmerz, Erkälkungskran kheiten!
Schädigen Sie ſich nicht durch minderwertige Mittel ! Ueber
4500 Aerzte und Profeſſoren anerkennen die hervo rragende
Wirkung des Togal. Fragen Sie Ihren Arzt. In allen
Apotheken. Preis Mk. 1.40.
0,46 Chin. 12,6 Lith. 74,3 Acid. acet. sal. ad 100 Ampl. (I.Nch,3 9
Bm. Sofheim (ied), B. Jum. Vortrag. Seitens der
Orts=
gruppe Hofheim des Verbandes für Freidenker und Feuerbeſtattung
fand am Freitag abend in der Wirtſchaft „Zur Vorſtadt” (Adam Hahl)
ein öffentlicher Vortrag ſtatt, zu welchem die hieſige Ortsgruppe die
Einwohner durch Flugblätter eingeladen hatte. Als Redner war Herr
Studienrat Heyl erſchienen, der einen intereſſanden Vortrag hielt über
„Chriſtentum und Sozalismus”. Der Vortvag fand lebhaften Beifall.
— Sporterfolg. Die erſte Mannſchaft unſeres Fußballvereins
weilte zu einem Abendwettſpiel in Worms=Hochheim und konnte auf
dem dortigen Platz die erſte Elf von Worms=Neuhauſen mit 3:1 Torem
ſchlagen, obwohl die unſrigen nur mit 10 Mann ſpielten. — In dem
wohlverdienten Ruheſtand verſetzt wurde mit Wirkung vom 1. Juli
Herr Oberbahnwärter Philipp Löſch von hier, der zuletzt auf dem
Bahnwärterpoſten 6 der Strecke Hofheim-Bensheim (
Kreisſtraßenüber=
gang) im Dienſt ſtand. Mögen dem allſeits dienſttreuen und ſtets
pflichtbewußten Beamten auch im Ruheſtand noch eine Reihe guter Jahre
beſchieden ſein. — Kirchenrenovierung. Der Innenraum der
hieſigen Simultankirche foll noch in dieſem Sommer neu hergerichtet
werden. Die Arbeitem ſollen im öffentlichen Wettbewerb vergeben
wer=
den. In Frage kommen zirka 700 Quadvatmeter Wandanſtrich, ſowie
Oelfarbenanſtrich der Fenſter, Bänke und ſonſtigen Holzeinrichtungen.
Angebote ſind bis ſpäteſtens Mittwoch, den Z7. d. M., vormittags 10
Uhr, beim Hochbauamt Bensheim einzureichen.
Gernsheim, B. Juni. Waſſerſtand des Rheins am
22. Juni: 1,57 Meter; am 23. Juni: 1,61 Meter.
z. Groß=Gerau, 21. Juni. Kreistag. Zu der
Kreiskaſſenrech=
nung für 1926 weiſt Kreisdirekror Dr. Merck darauf hin, daß die
Ge=
ſamteinnahmen 1 481 376,80 Mark beträgt, die Geſamtausgabe 1 223 889
Mark ſodaß ein Reſtt von 257 487 Mark verbleibt. Die Rechnung iſt
geprüft und wird unter Vorbehalt der Prüfung durch die
Oberrech=
uungskammer gutgeheißen. Der Kreisvoranſchlag für 1928 ſchließt in
Einnahme und Ausgabe mit 2061 813 Mark ab. Die Kreisumlagen
bleiben die gleichen wie im vorigen Jahr; die Senkung von 25 Prozent
wird trotz höherer Ausgaben beibehalten. Der Wohlfahrtsetat hat eine
erhebliche Steigerung erfahren.
— Trebur, 21. Juni. Am 23., 24. und 25. Juni fimdet hier das
43. Gauturnfeſt des Main=Rodgaues ſtatt. Wenn der
Wettergott Einſicht hat, kann Trebur wieder ein großes Feſt feiern. Es
werden ſchon Vorbereitungen getroffen. Der feſtgebende Verein
ver=
fügt über eine eigene große Turnhalle und iſt gegründet im Jahre 1886.
— Langen, 20. Juni. Der Männergeſangverei:.
Lieder=
kranz Langen begeht aus Anlaß ſeines 90jährigen Beſtehens am 30.
Juni, 1. und 2. Juli ds. Js. eine große Jubelfeier, verknüpft mit
nationalem Liedertag am Srnntag, den 1. Juli. 18 namhafte
Geſang=
vereine haben ihre Teilxahme zugeſagt, jedoch beſteht die Möglichkeit,
daß ſich bis zum 23. Juni noch weitere Vereine melden können. Außer
einer wertvollen Ehrengabe der Stadt Langen winkt der bedeutende
Jubiläumspreis des Jubelvereins und viele hervorragende Ehrenpreiſe
ſowie zwei geſchmackvolle Dirigentenpreiſe. Dieſes geſangliche
Unter=
nehmen, das trotz des niedrigen Sängerbeitrags einem Wettſtreite
gleichgeſtellt iſt, ſollte in der Sängerwelt unſerer näheren und weiteren
Umgebung ganz beſonders gewürdigt werden.
Aa. Langen, 2. Juni. Der Verkehrsausſchuß hielt dieſer
Tage ſeine Hauptverſammlumg ab. Er beſprach u. a. die Verbindung
mit Darmſtadt und Fvankfurt, die unbedingt wieder auf den Stand des
Fahrplans vom Jahre 1914 gebracht werden müßte. Außerdem wurde
baldiger Bau der Straßenbahn Darmſtadt—Frankfurt
verlangt. Maa gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Frage nach der
Elektrifizierung der Waldbahn nach Neu=Iſenburg nähergetreten werden
könnte. Dem Verkehrsausſchuß gehören zwölf Vereine als korporative
Mitglieder an.
By. Egelsbach, 23. Juni. Nach dem
Gemeindewirtſchafts=
plan für 1928 iſt die Geſamtſumme aller Einnahmen und Ausgaben
202 379,78 RMM. gegenüüber von 207 665,37 RM. im Vorjahre. Der
Um=
lagebedarf, iſt derſelbe wie im Vorjahre, nämlich 46000 RM. Durch
Nichtauszahlen des Ortsbürgernutzens auf 3 Jahre ſoll ein
Betriebs=
mittelfonds gebildet werden, wodurch eine Erhöhung der Steuern
ver=
mieden wird.
a. Offenbach, 23 Juni.
ErſterheſſiſcherLandeskrieger=
tag (14. und 15. Juli). Die Vorarbeiten für den Landeskriegertag
wurden in der geſtrigen Sitzung des Großen Ausſchuſſes, gebildet aus
den hieſigen Militär= und Regimentsvereinen, weſentlich gefördert.
Die Anmeldungen zum Feſte laufen zahlreich ein, und auch das
An=
erbieten der Bezirksvorſitzenden auf dem Haſſiatage zu Wimpfen, für
einen guten Beſuch beſorgt ſein zu wollen, laſſen eine ſtarke Beteiligung
aus dem ganzen Heſſenlande und unſeren Nachbarſtädten erhoffen. Wie
nun feſtſteht, wird am Begrüßungsabend im Anſchluß an die Feſtrede
die Weihe der neuen Fahne der hieſigen Kriegerkameradſchaft „Haſſia”
und der Standarte des Vereins ehemaliger Leibdragoner 24 erfolgen.
Dabei werden ſich Abordnungen der früheren heſſiſchen Regimenter
(einſchließlich des Kriegsregiments 221) im Dienſtanzuge zeigen. Die
Ordnung für den weiteren Verlauf des Abends wurde ebenfalls
feſt=
gelegt. Die bereits vorliegenden Beſtellungen von Feſtabzeichen bieten
die Ausſicht und die Gewähr, daß ſich das Feſt tragen wird. Ein
Feſt=
buch wird die Feſtgäſte mit dem Wichtigſten aus unſerer Stadt und aus
der Geſchichte unſerer kameradſchaftlichen Vereinägungen bekannt machen.
Die Nummer der Verbandszeitſchrift „Heſſiſcher Kamerad” vom 15. Juli
wird einige Tage früher ausgegeben, damit die Bezieher auch dadurch
zum Beſuche des Feſtes angeregt werden. Die jetzige (alte) Fahne der
hieſigen Kviegerkameradſchaft wurde im Jahre 1872 auf dem
Markt=
platze geweiht, während diesmal der Ablauf des Feſtes vorzugsweiſe im
Stadtgarten erfolgen ſoll.
Rheinheſſen.
Ad. Nierſtein, 22. Juni Die Induſtrie= und
Handels=
kammer Maing hielt im Sitzungsſaale des Gemeindehauſes eine
Sitzung ab, der als Vertreter des Bezirks Oppenheim Weingroßhändler
Sittmann und Kaufmann Groſch. von Nierſtein Kaufmann Fritz
Haſſelbach und Weingutsbeſitzer Fritz Schwibinger
beiwohn=
ten. Den Schluß der Tagung bildete nach Erledigung des geſchäftlichen
Teils im Rheinhotel eine von hieſigen Weingutsbeſitzern geſtiftete
Koſt=
probe Nierſteiner Edelgewächſe. Es waren Weine der Kreszenzen 1911,
1915, 1917, 1920, 1921 und 1825, die nach einer Begrüßung durch
Bei=
geordneten Sander den Gäſten vorgeführt wurden und deren
ungeteil=
ten Beifall fanden.
k. Klein=Wintersheim (Rheinheſſen), 22. Juni.
Feuerwehr=
feſt. Anläßlich ihres 50jährigen Beſtehens veranſtaltete die hieſige
freiwillige Feuevwehr ein Feuerwehrfeſt, das ſich von Samstag
bis Montag erſtreckte und mit dem die Bannerweihe verbunden war.
Am Samstag abend bewegte ſich ein Fackelzug durih die Straßen,
an=
ſchließend fand auf dem Feſtplatz ein glänzendes Feuerwerk ſtatt. Am
Sonntag morgen war Feſtgoutesdienſt. Doch am Nachmittag machte der
Wettergott ſich bemerkbar. Es goß derart vom Himmel, daß der prächtige
Feſtzug, der um 2 Uhr gehen ſollte, eine Verſpätung von zwei vollen
Stunden erlitt. Am Montag fanden außer dem Ball nennenswerte
Veranſtaltungen nicht ſtatt, auch waren in den Straßen kaum einige
Leute zu ſehen. Der ſchlechte Beſuch am Montag iſt wahrſcheinlich
eine Folge des ungünſtigen Wetters vom Vortage.
Oberheſſen.
h. Mücke, 22. Juni. Die Errichtung eines Gruppen=
Waſſerwerks wird gegenwärtig, in den drei Dörfern Mücke
Merlau und Flenſungen lebhaft erörtert. Durch die
Entwick=
lung der Induſtrie in den genannten Orten und die Verkehrszunahme
des hieſigen Bahnhofs wäre die Löſung der Waſſerverſorgungsfrage
von größter Bedeutung. Die Bautätigkeit hat ſich in den letzten Jahren
berart geſteigert, daß der freie Zwiſchenraum von Mücke nach Merlau
und von Mücke nach Flenſungen faſt vollſtändig verſchwunden iſt. Die
einſtige Station Mücke mit den drei Wirtshäuſern, wächſt ſich immer
mehr zu einer anſehnlichen Siedlung aus, denn ſie bildet das
Empfangs=
tor nach Ulrichſtein und in den oberen Vogelsberg.
h. Vom Hoherodskopf, 22. Juni. Eine neue
Unterkunfts=
ſtätte hat der Zweigverein Lauterbach vom Vogelsberger Höhenklub
mit der Errichtung der „Lauterbacher Hütte” geſchaffen, deren feierliche
Einweihung am kommenden Sonntag vorgenommen werden ſoll. Die
im Oberwald erbaute Hütte ſoll den vom Unwetter überraſchten
Wan=
derern eine gemütliche Raſt unter ſchützendem Dach bieten. — Das weit
bekannte Hoherodkopffeſt findet am 1. Juli hier oben ſtatt.
Seite 8
Sonntag, den 24. Juni 1928
Uhre Verlobung beehren sich anzuzeigen
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Juni 1928.
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23. Juni 1928. 10529
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Herbert Franke
Ida Franke, geb. Rauſch
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Darmſtadt
Arheilgerſtr. 71
Kirchl. Trauung: Sonntag, den 24. Juni,
nachm. 3 Uhr, in der Martinskirche.
16514)
Todes=Anzeige.
Am 21. Juni verſchied nach kurzem, ſchweren
Leiden unſer lieber, guter Vater, Großvater,
Schwiegervater und Onkel
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Jakob Pfeifer
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im 82. Lebensjahr.
Die trauernd Hinterbliebenen:
Hermann Engelbach u. Frau, geb. Pfeifer
Adolf Dingeldein und Frau, geb. Pfeifer
Eugen Keppler und Frau, geb. Pfeifer
und 5 Enkel,
Darmſtadt, Mainz, Worms, den 22. Juni 1928.
Die Beerdigung findet Montag, den 25. Juni,
nachmittags 3½ Uhr, auf dem Waldfriedhof
ſtatt.
(16710
Todeg=Anzeige.
Allen Verwandten, Freunden
und Bekannten machen wir die
traurige Mitteilung, daß mein
lieber Sohn, unſer lieber Bruder,
Schwager und Neffe
Jakob Hirſch
nach kurzem, ſchwerem
Kranken=
lager heute früh im Alter von
27 Jahren ſanft entſchlafen iſt.
Im Namen der trauernd. Hinterbliebenen:
Babette Hirſch, geb. Krichbaum.
Darmſtadt, den 23. Juni 1928.
Pallaswieſenſtr. 39,
(10517
Die Beerdigung findet Montag,
den 25. Juni, nachmittags 3½ Uhr,
auf dem alten Friedhofe ſtatt.
Dankjagung.
Für die vielen Beweiſe
aufrich=
tiger Teilnahme bei dem uns
be=
troffenen ſchweren Verluſte unſeres
lieben, teuren Entſchlafenen ſagen
wir Allen herzinnigen Dank.
Ins=
beſondere danken wir Herrn Pfarrer
Marx für die troſtreichen Worte
am Grabe, ſowie all denen, die uns
ihr Beileid perſönlich, brieflich und
durch Blumenſpenden ſo zahlreich
entgegenbrachten. Dies alles für
uns ein liebevoller Troſt.
In tiefer Trauer:
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Willy Geiß und Frau Lina,
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Sonniag, den 24
Pom ſüddeutſchen Produktenmarkt.
Auf die ſtarken Rückgänge in den vergangenen Wochen iſt in den
letzten Tagen eine Erhöhung der Auslandsofferte eingetreten. Da in
den letzten zwei Tagen ſich auch das Mehlgeſchäft gehoben hat, wurden
von den füddeutſchen Mühlen entſprechende Weizenkäufe in Deckung
vorgenommen. Ein zuverläſſiges Bild über den tatſächlichen Stand der
Ernte in Nordamerika läßt ſich augenblicklich immer noch nicht geben,
da ſich die Meldungen täglich widerſprechen. Bis zum endgültigen
Einbringen der Ernte in Amerika und Europa werden noch mehrere
Wochen verſtreichen, und das Wetter wird bei der ſpekulativen
Beein=
fluſſung der Chicagoer Weizenbörſe immer wieder eine Rolle ſpielen.
Gegenüber der Vorwoche haben ſich die Forderungen im Cif=Geſchäft
um etwa 60 bis 75 Guldencents erhöht. Man verlangte zuletzt für die
100 Kilvgramm in holländiſchen Gulden (1 holl. Gulden — 1,68,75 RM):
Manitoba 3, Pazifik 13,80 cif (fracht= und verſicherungsfrei) Mannheim;
Manitoba 4, Pazifik 13,35; Manitoba 4, Atlantik 12,90 eif
Rotter=
dam; Auſtral=Weizen 15 eif Mannehim; Baruſſo, 79 Kilogr., Bahia
Blanca 13,40 eif Mannheim. Inlandsweizen war in Reſtpartien aus
Baden und Heſſen zu V,50 bis 28,50 RMM. angeboten, es führten jedoch
nur einige Gebote in Inlandsweizen, die für erſtklaſſige Ware auf
V,50 RM. franko Mühle, einſchließlich ſämtlicher Speſen, lauteten, zum
Abſchluß. Roggen war wieder in Abhängigkeit vom Weizenmarkt
ge=
raten und war mit 17 holl. Gulden Juni=Abladung von Amerika
an=
geboten, während vor einigen Wochen noch bis zu 15 holl. Gulden für
die 100 Kilogramm gefordert wurden. In Deutſchland iſt Roggen noch
ziemlich zurück, und es bedarf günſtigen Wetters, wenn die Verſpätung
eingeholt werden ſoll. Inländiſcher Roggen war nicht am Markte; für
ausländiſchen wurden, waggonfrei, 29 RM. die 100 Kilogramm verlangt.
Im Weizenmehlgeſchäft, follen von den ſüddeutſchen Mühlen
im Wochenverlauf zirka 100 000 Sack umgeſetzt worden ſein, und die
da=
gegen vorgenommenen Weizeneindeckungen trugen erheblich mit zur
Befeſtigung des hieſigen Marktes bei. Man glaubt indeſſen, daß es
ſich nur u meine ſtoßweiſe Erſcheinung handelt, ſo daß der Markt bald
wieder in ſeine alte Lebloſigkeit zurückfallen dürfte. Die Forderungen
wurden trotz der regen Umſatztätigkeit für Weizenmehl, Spezial 0, von
vorwöchentlichen 37,00—38,00 RM. auf 36,75—37,25 RMM., einſchließlich
Sack, ab Mühle, ermäßigt. Roggenmehl in ſüddeutſcher Herkunft
koſtete, je nach Ausmahlung, 38,25—39,00 RM. (39.00—40,50) RM. Das
Geſchäft hierin blieb klein. Norddeutſches, aus Roggen neuer Ernte
hergeſtelltes Mehl wurde zu 34,50—34,75 RM. bahnfrei Rheinſtation,
gehandelt. In Hafer lagen Angebote aus Württemberg,
insbeſon=
dere aus Oberſchwaben und Bahern, vor; der Preis ging von B,00 bis
29,00 auf N,75 bis 28,75 RM. zurück. Futtergerſte unverändert.
Braugerſte geſchäftslos. Prompter Mais blieb gefragt und die
Preiſe befeſtigten ſich für rheinſchwimmende Ware auf B,75 bis 24,00
RM.; disponible Ware fehlte. Spätere Lieferungen waren
vernachläſ=
bigt. Im Cif=Geſchäft erfolgten mehrfache Schwankungen, zum Schluß
waren die Forderungen befeſtigt auf 10,60 holl. Gulden für Juni= und
10,20 holl. Gulden für Juli=Abladung, wogegen zu Wochenbeginn
Juli/Auguſt=Mais noch mit 9,90 holl. Gulden, eif Rotterdam, erhältlich
blieb. Futtermittel hatten kleines Geſchäft. Gefragt blieb Futtermehl
wegen des kleinen Anfalles bei den Mühlen. Die weitere Entwicklung
dürſte davon abhängen, wie die neue Grnte eingebracht wird. Verlangt
wurden für die 100 Kilogramm in RM.: Nachmehle, je nach
Beſchaffen=
heit und Lieferzeit 22,00—24,00; Futtermehle, je nach Beſchaffenheit
16,00—17,25; Kleie 13,75—14,75, auf Lieferung 0,25 RM. billiger;
Trockenſchnitzel weiter feſt und mit 17 RM. umgeſetzt.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 23. Juni.
Die im vorbörslichen Verkehr beſtehende freundlichere Stimmung
konnte ſich aus Anlaß der immer noch unklaren Lage in der
Regierungs=
bildung nicht lange halten und zu Beginn des offiniellen Marktes machte
ſich wieder eine größere Unſicherheit und Luſtloſigkeit bemerkbar. Da
auch die Beteiligung des Auslandes und der Bankkundſchaft weiter klein
iſt, kamen Umſätze nur in einzelnen Spezialwerten zuſtande, die aber
auch nur zeitweiſe etwas lebhafteres Geſchäft hatten. Da auch Gerüchte
von einer Erhöhung des Reportgeldſatzes bekannt wurden, ſchritt die
Spekulation zu Abgaben und das herauskommende Material, das nur
zögernd aufgenommen wurde, erlitt zumeiſt Kursverluſte bis zu 1 Proz.
Die feſte Haltung zum Schluß der geſtrigen New Yorker Börſe und die
weitere Beſſerung in der deutſchen Außenhandelsbilanz regtem dagegen
etwas an, und der Grundton der Börſe war im Zuſammenhang damit
ziemlich widerſtandsfähig, ſo daß aus dieſem Grunde auch
verſchiedent=
lich kleinere Kurserholungen zu verzeichnen waren. Am Bankenmarkt
waren Reichsbank mit minus 3,75 Prozent ſtärker angeboten;
Kommer=
bank blieben dagegen gut behauptet. Am Schiffahrtsmarkt beſtand
einiges Intereſſe für Hapag, die eineinhalb. Prozent gewinnen konnten,
während Nordd. Lloyd mit minus 0,75 Prozent vernachläſſigt waren.
Etwas bevorzugt waren am Montanmarkt Gelfenkirchen (plus 0,5
Pro=
zent) und Rheinſtahl (0,25 Prozent). Am Chemiemarkt konnten J. G.
Farben 0,75 Prozent und Scheideanſtalt 0,25 Prozent anziehen. Am zurückgegangen. Von den Hauptgruppen haben ſich die Inde ziffern für
Markte der Elektrowerte waren Schuckert= und Chade=Aktien gur be= Agrarſtoffe um 0,5 v. H. auf 135,3 (136,0) und für Kolonialwaren um
hauptet. Licht und Kraft konnten 0,5 Prozent gewinnen. Vermehrtes (
Intereſſe beſtand noch für Zement Heidelberg mit plus 1 Prozent. Am
Rentenmarkt war das Geſchäft ſehr ſtill. Ausländer eher etwas
ſchwächer.
Im Verlaufe war die Börſe völlig leblos und Umſätze kamen
kaum noch zuſtande. Die Kurſe blieben im allgemeinen gut gehalten,
Siemens konnten eine Kleinigkeit anziehen. Der Satz für Tagesgeld Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Nach vorläufigen g.
wurde auf 5,25 Prozent ermäßigt. Am Deviſenmarkt nannte man Mark wurden in der Zeit vom 10.—16. Juni im Ruhrgebiet nſoch
gegen Dollar 4,1850; gegen London 20/412; London gegen Kabel 4,8780;
Paris 124,19; Madrid 29,52; Mailand 92,79; Holland 1210½/s.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 23. Juni.
Gegen Schluß der geſtrigen Börſe und abends in Frankfurt hatte
die Tendenz ſich nur knapp behaupten können, im heutigen Vormit= auf 72678 To. (77 755), die arbeitstägliche Preßkohlenberſtell
tagsverkehr und zum offiziellen Beginn wurde ſie aber eher wieder
freundlicher. Ein Grund hierfür war ſchwer erſichtlich. New York
war zwar nach einem ſchwankenden Verlauf zum Schluſſe erholt, ſonſt
aber lagen irgendwelche Anregungen nicht vor. Daß die Löwenſtein=
Anleihe perfekt iſt, war bereits geſtern bekannt, und die vorliegenden
Meldungen über die Regierungsbildung ſowie die Zuſtände am
Bal=
kan wären eher Unſicherheitsfaktoren geweſen. Das Geſchäft ſtagnierte
heute faſt ganz und die Umſatzloſigkeit bewirkte, daß ein großer Teil
der erſten Notierungen ausfiel. Soweit ſie zuſtande kamen, lagen ſie
etwa auf geſtriger Schlußbaſis. Selbſt die ſchweren Papiere (
Kunſt=
ſeideaktien und Kalipapiere, Polyphen uſw.) hatten keine über 3 Proz.
hinausgehenden Verluſte zu verzeichnen. Adlerwerke hatten 3 Prozent
verloren, dagegen eröffneten Siemens 2 Proz, höher, da die
Grün=
dung einer kontinentalen Photomaton Corporation eine Anregung bot.
Die geſtern vom Reichsrat zum Terminverkehr zugelaſſenen Papiere
traten heute kaum hervor. Es iſt eine alte Erfahrung an des Börſe,
daß das Intereſſe der Spekulation ſofort nachläßt, ſobald, wie man
ſagt, die Phantaſie aus einem Papier heraus iſt. Im Verlaufe
ſchrumpfte das Geſchäft, ſoweit das überhaupt noch möglich war,
zu=
ſammen. Die Kurſe bröckelten leicht ab. Rückgänge von mehr als einem
Prozent waren aber äußerſt ſelten. Die Spekulation bekundete
ſtär=
kere Unſicherheit, da verlautete, daß der Reportgeldſatz eventuell eine
Erhöhung erfahren könnte. Anleihen behauptet. Ausländer
geſchäfts=
los, Anatolier feſter, dagegen Bosnier im Zuſammenhang mit den
Balkan=Unruhen nach widerſtandsfähigem Beginn 0,5—0,75 Prozent lung wurde ein Umſatz von 656 534,76 RM. erzielt. Der Br.
ſchwächer. Pfandbriefmarkt ſtill, aber zumeiſt wieder feſter; beſonders
Liquidationspfandbriefe hatten bis 1 Pcozent betragende Steigerungen wurden 31 340,21 RM. zur Abſchreibung auf Immobilien
aufzuweiſen. Deviſen nicht einheitlich, aber eher gefragt. Das Pfund
konnte ſich etwas befeſtigen. Amſterdam und Spanien neigten wieder wurde folgende Verteilung beſchloſſen: 9800— RM. Ueberwe
zur Schwäche. Die Sätze des Geldmarktes blieben unverändert;
Tages=
geld war bei 6—7,5 Prozent etwas knapper.
A. E. G.
Augsb.=Nürnb. Maſch
Baſalt ..
Bergmann. .
Berl. Karlsruhe Ind.
Berl. Hand.=Geſ.
Braunkohl.= Briketts
Bremer Wolle.
Danatbank.
Deutſche Bank.
Diskontogeſ.
Dresdner Bank.
Deutſche Maſchine
Deutſche Erdöl
Deutſche Petroleum
Dynamit Nobel
Elektr. Lieferung
J. G. Farben.
Gelſenk. Berg..
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Vien .......
Prag ......
Budapeſt.
Sofia ...
Solland ..
Lslo ......"
Kopenhagen
Stockholm.
London".
Buenos Aires
New=York ...
Belgien ...
Deviſenmarkt.
22. 6- 23. 6. 22. 6. gebd Brief Geld Brief Geld Briel 10.535 10.52 110.54 Italien ... 21.93 22,03 ſe. 158.835 58.355 58.88 59.00 Baris... 16.415/16.455!1 172.39 12.41 12.39 12.41 Schweiz 80. 595 80. 745le0 72.88 73,02 72.87 7301 Spanien... 69.23 3 69.39 3.oig 9 3.025 3.019 9/ 3.025 Danzig .. s1.48 188.56 188.30 168.48 168.82 Japan. .. 1.948 1.952/ 1.946 1Uh.s7t 112,09 111.88 112.10 Rio de Janeiro”. 0.42950 0.50 150. 112,oif 112.23 112,00 112.22 Fugoſlavien.. 7.353 7.367 7.353 112.,0911 12 31 r2.1112.33 Portugal. 18.83 18.8 120.387 20.427 120.388 20.428 Athen ..... 5.405 1.779 1.782 1.7781 1.782 Konſtantinopel". 2.130 2.134 4 4.1800 4.1880 4 4.18054 1885 Kanada.. .4. 4.169 152.3858 s.4g5 58.38 58.50 I Uruguay. .. 4.256 23. 6.
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1177.—
240.—
48.75
140.5
162.25
158.—
120.—
531.—
100.25
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98.—
98.—
59.5
165.5
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69.11
8i.04 81.52
.500
18.88
5.415) 5.425
2.130
4.177 4.169
1i
69.25
8i. 68
1.950
0.50 2
7.367
18.92
5.435
2.134
4.777
4.264 4.256 4.264
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 20. Juni. Die auf den
Stichtag des 20. Juni berechnete Großhandelsindexziffer des Statiſtiſchen
Reichsamts iſt gegenüber der Vorwoche um 0,1 v. H. auf 141,0 (141,2)
0,1 v. H. auf 138,0 (138,2) geſenkt. Demgegenüber hat ſich die
Index=
ziffer für induſtrielle Fertigwaren um 0,2 v. H. auf 159,2 (158,9)
er=
höht. Die Indexziffer für induſtrielle Rohſtoffe und Halbwanen hat
gegenüber der Vorwoche keine Veränderung erfahren.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
tagen 2057 445 To. Kohle gefördert gegen 1899 898 To, in 6e.
gehenden Woche bei 5½ Arbeitstagen. Die Kokserzeugun
in den ſieben Tagen der Berichtswoche (in den Kokereien im.
Sonntags gearbeitet) auf 508 745 To. gegen 544 286 To, in
gehenden Woche; die Preßkohlenherſtellung auf 6806
61 426 To. in 52/ Arbeitstagen. Die arbeitstägliche Kohlenf,
betrug in der Zeit vom 10.—16. Juni 342 908 To. gegen 3
in der vorhergehenden Woche, die tägliche Kokserzeugun
11344 (11 428) To. Wegen Abſatzmangels wurden in der Beri=
169 486 (arbeitstäglich 28 248) Feierſchichten eingelegt gegen
(20 290) in der Vorwoche.
Sommervergünſtigungen des Kaliſyndikats. Bis zum u
ſind noch die Vergünſtigungen der dritten Periode in Kraſt
ſyndikat gewährt ſeinen Abnehmern auf alle Beſtellungen, die
10. Juli d. Js. auf promtte Lieferung erfolgen, die Vergi
eines zinsfreien Wechſelkredits für drei Monate und
Prolv=
möglichkeit bis zum 28. Dezember 1928 zum jeweiligen
Reich=
kont oder bei Barzahlung einen Skonto von 2,5 Prozent:
wird in beiden Fällen eine Lagervergütung von 1 Prozent
Mit Rückſicht auf die Möglichkeit einer Frachterhöhung dürft
Intereſſe der deutſchen Lardwirtſchaft liegen, ſich ihren 6
möglichſt bald einzudecken.
Die Heſſiſche Handwerker=Zentralgenoffenſchaft, gemeimützi
Gefellſchaft, hielt im Amtsgericht ihre 24, ordentliche General
lung ab. Von der Verwaltung konnte ein in jeder Hinſicht
Geſchäftsbericht vorgelegt werden. In der MaſchinenAbteil
ein Rekordumſatz von 469 807,76 RM. erzielt worden. In de
Abteilung waren dem heſſiſchen Handwerk, teils als Barkre
als Warenkredit, Betriebsmittel im Geſamtbetrage von 4750 00
zugeführt worden. In der Bäcker=Abteilung betrug der
1 739 820,40 RM. In den ſechs Verkaufsſtellen der Schuhmag
ſchuß nach Deckung aller Geſchäftslaſten betrug 65 915,48 RM.
und Kraftwagen verwendet. Ueber den Reſtbetrag von 3457
Rücklagen, 16 854,60 RM., als die für das Inſtitut als geme
Unternehmen zuläſſige Höchſtdividende von 5 Prozent an d
ſchafter und 7 921,67 RM. als Vortrag auf neue Rechnung.
ſichten für das laufende Jahr wurden als gute bezeichnet, ok
allgemeine Wirtſchaftslage ſich gegen das Vorjahr etwas ver
habe. — In allen Abteilungen haben ſich die Umſätze zum
auf der Höhe des Vorjahres behauptet.
Preußiſche Pfandbriefbank, Berlin. Die Bank hat inf
herigen günſtigen Verkaufs Lie letzten Emiſſionen von je 20
Goldmark 8prozent. Goldhypcthekenpfandbriefen Em. 47 und
Goldkommunalobligationen Em. 20 um je 10 Millionen GM.
die zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt werden. Die Zeichnt
ſind 97,5 Prozent für die Pfandbriefe (Börſenkurs 98 Proz)
Prozent für die Kommunglobligationen (Börſenkurs 95 Proz.
nungen werden in der Zeit vom 25. Juni bis 16. Juli d.
Banken, Bankfirmen, Kreditgenoſſenſchaften, Spar= und (
und von der Emiſſiensbank entgegengenommen. Bei ihnen
Proſpekte mit anhängendem Zeichnungsſchein erhältlich. 2
munalobligationen der Bank ſind mündelſicher. Wir verweiſer
Bekanntmachung der Bank im heutigen Anzeigenteil.
Die G.V. der Mannesmann=Röhrenwerke A. G. ſetzte die 2
auf 8 Prozent für die Stammaktien feſt. Ueber das lauf
ſchäftsjahr führte die Verwaltung aus: Die erſten vier Monat
Hüttenbetrieb befriedigend verlaufen. Der Verſand an Rü
trug rund 15 Prozent mehr als in den gleichen Monaten
jahres. Aber auch mit der erhöhten Erzeugung ſind die Anlage
noch nicht voll beſchäftigt. Die Inlandspreiſe waren die
wie 1927. Die Erhöhung der Inlandspreiſe kann ſich erſt in
Monaten auswirken, da ſich die Kundſchaft vorher reichlich
hat. Dagegen ſind die Exportpreiſe für die einzelnen Jahr
Geſellſchaft andauernd zurückgegangen, ſo daß bei einigen
produkten auf Aufträge verzichtet werden mußte. Die Her
koſten ſind derart hoch, daß die Gefellſſhaft nach und nach a
Exportgebieten verdrängt wird, weil die ausländiſche Konkut
trächtlich billiger liefern kann. Die Lage des Ruhrkohlenbergb
durch die Lohnerhöhung eine verhängnisvolle Verſchärfung
Der Preiskampf gegenüber ausländiſchen Kohlen beſteht ube
fort, ſo daß ſich das unbeſtrittene Gebiet, in dem allein ene
preiserhöhung durchgeführt werden kann, immer mehr verlei
läßt ſich heute noch nicht überſehen, welchen Einfluß die Preis
auf die tatſächlichen Erlöſe haben wird, denn die Syndikatzum
Spanne zwiſchen Verrechnungspreis und tatſächlichem Erlös,
Mai über 2 RM. je Tonne betragen.
Vom Rohhäutemarkt. Der Rohhäutemarkt zeigte eine u
liche Tendenz. Bei den ſtattgehabten Verſteigerungen hielten
Preiſe für Schaffelle im allgemeinen auf der Höhe des Vo
während Kalbfelle und auch Großviehkäute nachgaben. Die
erfolgten flott, doch blieben die Preiſe der Entwicklung des M
den letzten Wochen entſprechend hinter, den Erlöſen des Vo
zurück.
werikaniſchte
win
I. 1. Reichs=,
Länder= und
Schutz=
gebietsanleihen
6% Dtſche.
Reichs=
anleihe von 1927
6% Baden
Frei=
ſtaat von 1927..
6% Bah. Freiſtaat
von 1927 ......
62 Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927.
79
ThüringerFrei=
ſtaat von 1927..
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. * 1.
Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe ...
2. Sta dtanleihen
8% Bad.=Bad. v. 26
6% Berlin v. 24
82 Darmſtdt. v. 26
% Dresden v. 26
% Frkf. a. M. v. 26
7%6 Heidelb. v. 26
7% Ludwahf. v. 26
7% Mainz v. 26..
10% Mannh. v. 25
8% Mannh. v. 26
8% Nürnberg v. 26
8% Pforzh. v. 26
8% Pirmaſens v. 26
3. Pfandbrieſe
und
Schuld=
verſchreibungen
7% Bad. Gold.
Kom.Anleihev. 26
8% Berl. Hhp.=Bk.
½ %n „ Lia.=
Pfandbriefe....
% Frkf. Hyp. Bk.
* „aaP
RJ
78.4
86
51.3
18.67
7.1
86.75
93.5
95
86.5
95.5
90
88
Ncie
% Frkf. Pfbrfbank)
4½% Gotha Gr.=
Cred. Lig.=Pfbr.
4½% Hamb. Hhp.=
Bk. Lig.=Pfdbr.
8% Heſſ. Landesbk.
88 Kom.
Landes=
bank. Darmſtadt
8% Landesbank d.
Rheinprovinz
35 Jandesk. Kaſ.
8% Mein. Hyp. Bk.
82 Naſ. Landesbk.
82 Pfälz. Hyp.Bk.
½e
„ . Lig.
Pfandbriefe.
8% Preuß. Ctr.,
Bob.=Cred.. . . .. 91.5
4½% Preuß. Ctr.=
Lig. Pfandbr. ..
8% Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft.
8% Rhein. Hhö.=Bkl
„ Lig
Pfandbriefe...
8% Rhein.=Weſtf.=
Bd.Fredit.
439
„L.=Pf.
8% Südd. Bod.=
Cred.=Bank.
4P0
„Lig.=
Pfdbr. ......
8%0 Württ. Hhp.=B.
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
* Ausl. Ser. I.
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.-=Anl.
* Ausloſ. Ser,III
86.5
84
81.25
95
96
89
9371,
100
95
91
961
96.75
87.5
94
92
86.25
97
91.5
89.5
76.25
75.75
95
93
Paviermark=
Pfandbr. und
Kommunal=Obl.
Frkf. Hyp.=Bk. K.
Obl. Ser, 1 u. 2
Frkf. Pfdbr.=Bank.)
Vorkr.=Pfandbr
Heſſ. Lds=Hyp.=Bk.!
Vorkr.=Pfdbriefel
dgl. Kom.=Obl.
S 1-16
Kom.=Obl.
S. 17-24
Mein. Hyp.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
95 (Nordd. Grunder=
Vorkr.=Pfdbriefel
Preuß. Pfandbrbk.
Vorkr.=Pfdbriefe
Rh. Hyp.=Bk.
Vor=
kr.=Kom.=Oblig.,
Weſtd. Bodenered. Vorkr.=Pf
4. Induſtrie:
Obligationen.
8% Dt.
Linoleum=
werke Bln. v. 26/
18% Heſſ. u.
Herku=
les=Brau. v. 26/ 94
8% Klöchn=Werke
Berlin v. 26...
10% Kom. Elektr.=
Mark.........
7%0 Mainkrw v. 26/
7% Mitteld,
Stahl=
werke von 27.../ 90
8%0 Neckarſulm v. 26
8% Salzmann c Co.
Kaſſel v. 28....
7%o Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 26/ 89.5
7% Ver. Stahlw.
ohne Opt.v. 26
II Auf Sachwerte
laut. Schuldverſchr.
6%Bad.=Bad. Holz. 33
5%Bad nw. Kohl..
6% Heſſ. Braunk.
u. Roggenanleihe
5% Heſſ. Volksſt.
Rogsenanleihe. 19
18.3
14.5
5% Preuß.
Kali=
wertan eihe ...
53 Preuß.
Roggen=
wertanleihe ...
5% Sächſ.
Roggen=
wertanleihe
5% Südd. Feſtw.
9.55
1.65
III. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
5%Bosn. L. E. B. v.
1914 .........
5% Bosn. L.=Inv.=
Anl. v. 1914 ...
4½% Bosn. v. 02
5% Bulg. Tab. v02
1,6% Griech. v. 90
13420 Griech. Mon.
5% Mex inn. (abg.)
102.9
äuß.
Goldan=
leihe (abg.)
inn abg.
Frig..
Anl. ſabg.)
Tamau=
lipas (abg.)
4½% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914
(C. C..Stücke)..
4% Oſt. Goldrente
(C. C.=Stücke)..
4½% Rum. Gold
von 1913
42 Schweiz, Bds.=
Bahnen v. 1912
420 Türk. Admin.
49
1. Bagd.
2. Bagd.
Zollanl.
4½½ ungarn von
1913 (C. C.=St.)
4½” dito von
1914 C. C.=St.
42 dito Goldr.
(C. C.=St.)
%o oito von
1910 (C. C.=St.)
4% dito Kron.
rente (abg.)
2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg.)
42 Lopenb. v. 611
us
11.7
7.4
74½ Liſſab. b. 1888
6.75 4% Stockh. v. 1880
3. Obligationen v.
Transportanſt.
4% Dur=Bodenb.
von 1891
4% Eliſabethbahn”
von 1883
428 Lemberg=Czer.
ſteuerpflichtig.. . 10‟,
490 Lemberg=Czer.
ſteuerfrei.
22.a%0 Oſt. Südb.
(Lombard.) ....
42 Oſt. Staatsb.v.
1883
3% Raab=Odenbg.
v. 1883 ..
42o Rudolfb. i. S. 3.65
t. G.
4½% Anatolier I.
TV.1. Bank=Aktien
Allg. Dt. Creditanſt. 142
Badiſche Bank 160
Bk. f. Brauinduſtr./ 210
Barm. Bankverein/145.5
Bahr. Hyp.= und
Wechſelbank. .. 168.5
Berl. Handelsgeſ.
Hypoth.=Bk.
Comm. u. Privatb. 190.25
Darmſt. u. Nt.=Bk. 279
Deutſche Bant /166.25
Eff.=u. Wechſel=
..1119.5
bank
Vereinsbank: 102
Diskont.=Geſellſch. 164
Dresdener Bank 166
Frankf. Bi.
107
Hyp.=Bk. 150
Pfdbr.=Bk. 156
Gotha. Grundkr. B./136
Mein. Hhp.=Bank/137
Metallbank.
1145
Mitteld. Creoitbk.
Nürnb. Vereinsbr. 160
Oſt. Creditanſtalt 35
Pfälz. Hyp.=Bank
Pr. Bod.=Creditbk. 136
byp.=Akt.=B:. 140
Reichsbank=Ant. 1235
Rhein. Treditbankl
Sps.-Rank490
Südb. Bod. Cr.Bk.)
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Wiener Bankverein
2.
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7% Dt. Reichsbhn=
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Brem.=Beſigh.=Ol
BrownBoverickCie
Brüning & Sohn. /1
Buderus Eiſen.
Bürſtenfbr Erlang.
Cementwerte
Heidelberg
Karlſtadt ..
11
Lothr. (Karisr.).
Ehem.WerkeAlbert.
Brockhues.. 1
Fabrit Milch!
Daimler=Benz 113
Dt. Atl.=Telegr..
Eiſenh Berlin!
Erdöl
Gold= u. Silb.=Anſtalt
Linolwerk.Berl.
Dresden=Leipziger
Schnellpreſſen .11
Dürrwerke Rating.
141
15.5
182
77.
164.75
15811,
125
109
223
142
175
90
107
206
Eichbaum, Brauer.
Eiſenw. Kaiſersltn.
Elektr. Licht u. Kraft
Elektr. Liefer.=Geſ. ”
Elſäſſ. Bad. Wollel”
Emag Elektr. Frkft.
Enzing. Unionwke.
Eſchw. Bergwerk.
Eßling. Maſchinen
Ettling. Spinnerei
Faber, Foh., Bleiſt.
Faber & Schleicher!:
Fahr, Gebr. Pirm.
J. 6. Farbenindſtr.
Felt. & Guilleaum.
Feinmech. (Fetter)
Frkft. Gas
Hof.
1
Maſch. Pe
Pokorny & Wittel.
Geiling & Cie.
Gelſenk. Bergwerkl:
Geſ. f. elektr.
Un=
ternehmungen.
Goldſchmidt Th. 99.1
Gritzner Maſchinen!=
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle Frankf!.
Haid & Neu
Hammerſen (Osn.)
Hanfw. Füſſen ...
Hanſa=LloydBrem.
Harpener Bergbau
Hartm. e Braun 191
Henninger, Kempf.
Stern Brauerei. 1
Heſſen=Naſſau Gasl=
Heyligenſtaedt
Hilpert Armaturfb.
Hindrich3=Aufferm. 1
Hirſch Kupfer . ./1
Hochtief Eſſen
Holzmann. Phil.
Holzverk.=Induſtriel
Ilſe Bergb. Stamm/115
Genüſſe
Inag
Junghans Stamm. / 87.3
Kali Aſchersleben /257
Salzdetfurth.
Kammaarnſpinn.
224
174.5
at
2o1
5
ss
118.5
40
272.75
153
103
77
69
140
133.5
176
133
41
139
455
Karſtadt, R.
Ker. Werke Offſtein!:
Klein, Schanzl.. .
Klöcknerwerke ..../1
Knorr, Heilbronn
Konſerpfabr. Braun
Kraftw. Alt=Württ.
Krauß & Co., Loko.
Lahmeyer &Co. ..
Sech, Augsburg
Lingel, Schuhw..
Löhnberger. Mühlel
Löwenbr. Münch.
Ludwigshaf. Walz/130
Lüdenſcheid Metall
Maintr.=W. Höchſt
Mrin;. Akt.=Br. /280
Mannesm. Röhren!
Mansfeld. Bergb., =
Mars=Werſe.
Metallgeſ. Frankit. /194.5
Miag. Mühlenbaul
Moenus Stamm
Notorenfabr. Deutz
Oberuriel
Münch. Lichtſpielk. /407
MNeckarſ. Fahrzeug. 67
Neckarw. Eßl. .../141
Nieolay, Hofbr. 140
Oberbedar).
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168
104
132
91
174
117
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90.5
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Tucher, Brauerei.
Unterfr. Krs.=Glek.
tr.=Verſ.
Veithwerke
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deutſch Slfahr
Faßfolrkaſe
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Berlin=Frankf.
Königs= und
Laurahütte.
Pinſelſabriſen
Stahlwerke
Utramarin
Zelſt., Berin
Vatländ. Maſch.
Boigt & bgeiſter
Voltohm. Seil
Wanß & Frehtag=
Begelin Ruhichi”
Werger Brauerei.
Zeuuſt. Aſcha ſſenbg:
Memel
aldhof
Zuceri Aeiuel.
4. Verſicherungen
Allianz u. Stutig=
Verſicherung
Friſt. Alg. Be. 8
Franiona Rüdk 1-
Aftienkapital.
Reſerven.
ſens
Gold
von
Mdehalten. Lieferun
Dunedungsſcheinen
Nurfer 174
Sonntag, den 24. Juni 1928
Seite 11
Produktenberichte.
gom Heutſchen Tabakmarkt. Neue Umſätze in bauernfermen=
Aten 2c en ſind nicht zuſtande gekommen, weil die Pflanzer ihre
derum nach Anſicht des Handels viel zu hoch halten. Sie
ver=
gen h—1 für den Zentner 75 bis 85 RM. Bei der Sortierung der
fer tierten Tabake zeigt ſich, insbeſondere bei Tabaken aus
Bah — Oberland, daß mit ſehr viel Schund zu rechnen iſt. In
nrette— aken kamen einige Abſchlüſſe zum Preis 95 bis 100 RM.
Zentmm uſtande. Schneidetabake lagen unverändert bei 110 bis
mm. 1 ippen haben eine Kleinigkeit angezogen. Man verlangt
te fürr Zentner, ab Fabrik, unverpackt 5,50 RM. Die in das
„d geh en Pflanzen haben bisher n
en jedm icht als ungüſtig bezeichnet werden, und man glaubt, daß
bei g.! Witterung den Rückſtand noch gut aufholen werden.
Berl:5 Produktenbericht vom 23. Juni. Bei geringer
Umſatztätig=
verke, der Produktenmarkt trotz der ſchwächeren Meldungen vom
1slandes ſtetiger Haltung. Die Weizenofferten von Ueberſee waren
A m nem Zwert verändert. Auslandsroggen wurde billiger als geſtern
Rebotem Das inländiſche Angebot von Weizen und Roggen blieb
Nrlich, — derungen waren teilweiſe etwas erhöht, es beſtand zwar
Aitzer Y age von ſeiten der Provinzmühlen, höhere Preiſe waren
Wer num ver durchzuholen. Vereinzelt erfolgten auch Umſätze von
glandss ſen nach der Provinz. Am Lieferungsmarkte unterlagen
9. Preisue beide Brotgetreidearten nur unbedeutenderen Schwankun=
M=) iegt nach wie vor ruhig. Für Hafer fordert die Provinz
u te ve =dentlich höhere Preiſe als geſtern; die Kaufluſt iſt jedoch
da nlich rg, wofür auch das Nachgeben des Lieferungspreiſes mit
ußgebern ar.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
n
Kz. 47 Koggen, Juli 120½, Sept. 118, Dez. 118.
Schmy : Juli 11,85, Sept. 12,20, Okt. 12,35, Dez. 12,45.
Flei-; Rippen, Juli 12,30, Sept. 12,60, Okt. 12,50; Speck
2o 12 leichte Schweine 9,60—11,10, ſchw. Schweine 10,25
8 11— )weinezufuhr Chieago 7000, im Weſten 25 000.
Bau olle: Juli 21,73 Okt. 21,46.
Es — rten nach Meldungen aus NewYork am 23. Juni
Getr): Weizen, Rotwinter 181½, Hartwinter 156½; Mais
uan—rnte 11428: Mehl ſpr.
Die Entwicklung der Viehpreiſe.
Gewaltige Steigerung der Schweinepreiſe.
Im Laufe des ganzen Winters haben die Preiſe für lebendes Vieh
nur verhältnismäßig geringe Veränderungen erfahren. Der
Rind=
biehpreis iſt gegen Ende April etwas zurückgegangen, er hat aber
zu Anfang Mai wieder eine Steigerung erfahren, die ihn etwa auf den
bisherigen Wert gebracht hat. Die ſonſt im Frühjahr einſetzende
Steige=
rung des Rindviehpreiſes iſt bisher in dieſem Jahre kaum zum
Aus=
druck gekommen.
160
Sckweine
Kälber4
B4
3 Rnnte
Me
Berliner Viokpreise
(M1100 kg Lebendisewicht)
Im Gegenſatz dazu hat der Preis für Kälber während des
Winters eine leicht rückläufige Richtung. Auch der Kälberpreis iſt nach
einigen Schwankungen in der zweiten Aprilhälfte merklich
herunter=
gegangen und im Laufe des Mai dann wieder ſehr ſtark geſtiegen.
Ganz beſondere Beachtung verdient die Bewegung der
Schweine=
preiſe. Dieſe gehen im Winter ſtets beträchtlich zurück und haben
auch im laufenden Jahre bis Anfang April eine merkliche Ermäßigung
erfahren. Nachdem aber im Abril die Preiſe einigermaßen
gleichgeblie=
ben waren, iſt ſeit Anfang Mai eine ganz rieſige Steigerung
einge=
treten, deren Abſchluß anſcheinend noch nicht erreicht iſt.
Die Preiſe für Schafe ſind im Laufe des Winters etwas
geſtie=
gen; ſie haben Ende April einen Höchſtſtand erreicht und ſind ſeither
wieder abgefallen. Erſt in der allerletzten Zeit iſt auch hier eine
leichte Steigerung zu verzeichnen.
Viehmärkte.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am Samstag, den
23. d. M., wurden zugeführt: 281 Schweine. Verkauft wurden 206 Stück.
Milchſchweine wurden verkauft das Stück von 12 bis 18 Mark; Läufer
das Stück von 20 bis 35 Mark.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Auf Vorſchlag des Finanzminiſteriums ſtimmte der Reichsrat
eini=
gen ſteuerlichen Begünſtigungen von Auslandsanleihen zu. Es
han=
delt ſich dabei um eine 100 Millionen=Anleihe für den Bau von
Klein=
wohnungen, die von der Beratungsſtelle genehmigt worden iſt, und
ferner um Begünſtigungen für Auslandsanleihen, die zu gewerblichen
und landwirtſchaftlichen Zwecken aufgenommen worden ſeien.
Zwiſchen der Aafa Film A. G. und der Greenbaum Film G.m.b.H.
iſt ein Abkommen unterzeichnet worden; auf Grund der hierdurch
ent=
ſtandenen Intereſſengemeinſchaft wird die neue Greenbaumproduktion
in Deutſchland im Aafa=Verleih erſcheinen.
Nach dem Geſchäftsbericht hat ſich die allgemeine Entwicklung bei
der Bayeriſchen Staatsbank im Jahre 1927 mehr im Sinne des
Be=
harrens auf dem erreichten Stand als in der Richtung einer weiteren
weſentlichen Ausdehnung vollzogen. Das Hauptgeſchäft bildete das
Kredit= und Wechſelgeſchäft.
Die Wiederaufnahme der Arbeit in der Rheinſchiffahrt ſetzt
all=
mählich ein. Nach Verhandlungen der Gewerkſchaften mit der
Duis=
burg=Ruhrort Hafen=A.G. iſt die Arbeit innerhalb zehn Tagen nach
ergangenem Schiedsſpruch wieder voll aufzunehmen.
Die Vorbereitungen zu dem vom 8.—10. Juli in Beerfelden
ſtatt=
findenden großen Zuchtviehmarkt mit landwirtſchaftlicher Ausſtellung
ſind in vollem Gange. Der Markt, der in dieſem Jahre zum 28. Male
ſtattfindet, dürfte wieder zu einem allgemeinen Odenwälder Bauerntag
werden.
Die Holland—Amerika=Linie hat für ihren Dienſt im Stillen Ozean
bei der Wilton Schifahrtswerft in Rotterdam einen neuen
Fracht=
dampfer von 12000 Tennen mit einer Kühlanlage und einigen
Paſſa=
gierräumen beſtellt. Das Schiff wird 163 Meter lang, 22 Meter breit
und 13 Meter tief ſein.
Wie aus der Wochenbilanz der Bank von Frankreich hervorgeht,
hat der Staat erneut 500 Mill. Fr. ſeiner Vorſchüſſe zurückbezahlt,
Der Banknotenumlauf ging gleichfalls um 308 Mill. Fr. in der
Be=
richtswoche zurück.
Heußiſche Pfandbrief=Bank
Ge Idei 1862
Berlin W9
Staatsaufſicht
Aftienkapital.
RM. 21000000.—
12000000.—
Reſerven".
Darlehensbeſtand" .
395 000 000.—
Zeichnungs=Aufforderung
auf
GR. 10000 000.—
6 ige Gold=Hypotheken=Pfandbriefe Em. 47
(Erweiterungsaüsgabe)
unkündbar bis 1. Juli 1933
B lnitte zu GM. 100.—, 300.—, 1000 — und 3000.— mit
Januar Juli=Zinsſcheinen,
3 Vorzugskurſe von 971/0 (Börſenkurs zur Zeit 9820)
GM. 10 000 000.—
S ige Gold=Kommunal=Obligationen Em. 20
(Erweiterungsausgabe)
mündelſicher, unkündbar bis 1. April 1933
2 ynitte zu GM. 100.—, 500.— 1000.— und 3000.— mit
April/Oktober=Zinsſcheinen,
* Vorzugskurſe von 941/=) (Börſenkurs) zur Zeit 95‟/0)
hnungsfriſt: vom 25. Juni bis 16. Juli 1928,
Hnungsſtellen: Banken und Bankfirmen, Kredit=
Genoſſen=
ten, Spar= und Girokaſſen und die Emiſſionsbank ſelbſi.
czinſen werden bis Eingang des Gegenwertes berechnet.
* e der Zuteilung und früherer Schluß der Zeichnung bleiben
* ehalten. Lieferung der Stücke nach Erſcheinen. Proſpekte mit
* leldungsſcheinen ſind bei vorbezeichneten Stellen erhältlich.
(1V.10440
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fchfätsſtelle, (*16707
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Geſchäftsſt. (*16698
Junges Ehepaar (Angeſtell er) ſucht
beſchlagnahmfreie
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mit Küche evtl, auch teilweiſe möbliert und
Küchenbenutzung Auch Manſard. Ansebpte
unter T 163 an die Geſchäftsſtelle,
erſteigerung.
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rung der Kellereien von
Sell ann Simon in Bingen a. Rh.
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fenstag, den 3. Juli 1923
jedee 1 mittags 12½ Uhr, in der
Bin=
ger Feſthalle.
Zur/ tSgebot kommen: Weine im Faß
* und 5. Stück 1921er, 1925er,
19—1 und 1927er Weißweine von
Ker) r, Schloß=Böckelheim, Bingen,
Die) rn, Nierſtein und Winkel, ᛋᛋ und
1926er, 18/, n. 2, Stück 1927er
Noo ne von Guntersblum,
Büdes=
hei 3 7d Ober=Ingelheim, 60 000
Fla=
ſche? seißweine der Jalrgänge 1915,
1971 b20, 1921, 1922, 1924, 1925 u.
1920 on Rhein, Nahe, Pfalz, Moſel
und Saar. (Mz. 10470
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Da:mſtadt
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trauensſtell. kommt
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Die Oelkohle ein Vorteil!
leder Motor setzt im Laufe des Gebrauchs auf Kolbenboden und Verbrennungsraumwandungen Olkohle ab. Bei
Benutzung von Benzin als Kraftstoff muß man von Zeit zu Zeit die Olkohle unter kostspieliger Demontage auß
kratzen oder von einer fachkundigen Stelle mit Sauerstoff ausbrennen lassen.
Sonst klopft der Motor und neigt zum Heißwerden.
Kluge Fahrer ersparen sich diese Ausgabe und verwandeln die schädliche Olkohle in den Vorteil gesteigertel
Verdichtung!
Sie tun hierzu nichts Anderes, als daß Sie Motalin tanken.
Das kompressionsfeste Motalin (Benzin + Benzol + Eisencarbonyl) verbrennt nichtklopfend selbst in Motoren.
die verölkohlt sind. Der Olkohleabsatz wirkt dann als Verkleinerung des Verbrennungsraums und bringt statt vie
bisher Schaden, mit Motalin die Vorteile hoher Verdichtung, also Mehrleistung und Minderverbrauch.
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carbony)), — sowie unvermischtes Benzin.
Besitzer niedrig verdichtender Motoren (z. B. Fordwagen), bei denen der Motor nicht merklich zum Klopfen Neis‟
tanken vorteilhaft halb Motalin und halb Benzin.
V 9081
ume
174
Sonntag, den 24 Juni 1928
Geite 13
und Austand.
erfall im Stadtbahnzug.
er Täter feſtgenommen.
Im Laufe der Nacht zum Samstag
n Stadtbahnzug ein frecher Ueberfall
ige Schneiderin verübt, die allein in
cherabteil von Weſtend nach Bahnhof
fuhr. Unterwegs kam plötzlich ein
herein, würgte die Frau und ſchlug
e Hilferufe der Ueberfallenen wurden
zeiter im Nebenabteil gehört, der
ſo=
mſe zog, da die Verbindungstür zwi=
Abteilen geſchloſſen war. Der
Ver=
me, im Dunkeln zu entkommen, wurde
cbenarbeitern, die in der Nähe tätig
ew= und mit Seinwürfen angegriffen, ſo
zuoden fiel und feſtgenommen werden
Sindelt ſich um einen 25jährigen
Ma=
narbes der am Freitag morgen ſeine bis=
Ste 4 grundlos aufgegeben hatte. Er
be=
et. e—be mit der Ueberfallenen nur „
ſchön=
woles
zei 2i iter bei einem Bauunfall tödlich
verunglückt.
än. Am Freitag abend iſt beim
Kanal=
din de ſenheimerſtraße das Erdreich ins
Rut=
gekoe n, wobei die Bauſtelle auf etwa 50
p vem et wurde. Zwei in der Tiefe beſchäf=
Arbe wurden begraben. Ein Arbeiter konnte
tet — n, der andere wurde als Leiche
ge=
in ſch es Automobilunglück in Kärnten.
„ Ein ſchweres Automobilunglück
er=
ſic innerstag abend in Villach. Bei einem
des Bundeshceres beſetzten
Laſtauto=
da h zu den feldmäßigen Uebungen nach
ach — en ſollte, verſagte unterwegs die Steu=
D utomobil fuhr gegen ein Gaſthaus und
ümm- die großen Auslagen. Die Inſaſſen
ſen S das Pflaſter geſchleudert und erlitten
ode niger ſchwere Verletzungen. Die
Ver=
agen 3 Majors ſind beſonders ſchwerer Na=
Sier, Offiziere wurden ins Krankenhaus ge=
22 Automobil iſt vollſtändig zertrümmert.
Abgeſtürztes Flugzeug.
Am Freitag früh ſtürzte ein Flugzeug
Zeregiments bei Olmütz ab. Der Pilot
as Flugzeug wurde vollſtändig zerſtört.
loſic nglück bei Vernichtung ehemaliger
Unterſtände.
Am Freitag abend ereignete ſich in
Tager eines mit der Zerſtörung
ehe=
ſcher Unterſtände beauftragten
Unter=
ſchwere Exploſion, durch die das Lager=
und alle Gebäude im Umkreis von 300
* beſchädigt wurden. Bisher ſeien 8
Verletzte aus den Trümmern gezogen
den Verletzten befänden ſich 12 in
Einigen in der Nähe der Unfallſtelle
elended indern ſeien Arme und Beine
fort=
en 1en.
E jahnkataſtrophe in Schweden.
Sto lm. Gegen 11 Uhr am Freitag abend
en II n den 16 Todesopfern der
Eiſenbahn=
ſtrope entifiziert. Unter den Todesopfern
be=
det ſioh n Ausländer. Der Zuſtand zweier von
Verlyk wird als beſorgniserregend angeſehen.
Urſeß daß die Hilfslokomotive auf dem Gleis
dei =preß fuhr, dürfte darin zu ſuchen ſein,
motivführer ein Signal des
Stations=
ilſch verſtanden hat. Der Führer der
cibe wurde ſchwer verletzt. Der Führer
Aſen Heizer der Schnellzugslokomotive
et. Unter den Opfern befindet ſich auch
*9er ſchwediſchen Bauernpartei.
hner Poſtraub in Amerika.
WWBti e (Wichigan). Ein junger Mann
ig aru eitag ganz allein in den Poſtwagen des
ynellzug Detroit—Toledo und raubte einen
Be=
vorn Tdeſtens 50 000 Dollar in bar. Als der
öbel, G
in / Bahnhof Blisville einlief, warf er den
ſtbearm gefeſſelt und geknebelt auf den
Bahn=
ſig unn nutzte die entſtandene Verwirrung, um
aller 72 den Bahnhof zu verlaſſen und im Auto
Fluey t ergreifen.
hres aben aus Eltville für den
Reichspräſidenten
reiſter Röttgen (rechts) und ſeine
Gemahlin
dem Reichspräſideitten von Hindenburg
rgabe der Stadt Eitville a Rh., der
Weines und der Roſen‟. Eine Ausleſe
ten Roſen und Proben der edelſten Weine
Stadt aus dem beſetzten Rheinland dem
Reichsoberhaupte.
Die erſte Wochenendkirche.
Deutſchlands kleinſtes Gotteshaus.
Die erſte Wochenend=Kapelle.
wurde in Berlin=Spandau von dem Parochialverband evangeliſcher Kirchengemeinden inmitten
eines großen Siedlungsgebietes erbaut, in der Sonntagsgottesdienſte für die Wochenendflügler
abgehalten werden.
Neue Schlittenexpeditionen für Nobile
Hundeſchlitten, die auf die Suche nach den zwei verſchollenen Nobile=Gruppen geſchickt wurden
und ſich bereits im nordöſtlichen Gebiet von Spitzbergen befinden. Sie führen alles Nötige mit,
um die Geſuchten mit Kleidung, Medizin und Proviant zu verſehen.
Die älteſte elektriſche Straßenbahn der Welt in Lichterfelde.
Die erſte elektriſche Straßenbahn wird anläßlich des 50jährigen Jubiläums des Berliner Vororts
Lichterfelde gezeigt werden. Dieſer Motorwagen wurde bereits 188k von Werner von Siemens
in Betrieb geſetzt und ſtellte die Materialzuführungsbahn für die Lichterfelder Kadettenanſtalt dar.
Zwei Jahre ſpäter führte Berlin die elektriſche Straßenbahn ein und in raſcher Reihenfolge auch
die übrigen Großſtädte.
Meuterei auf der „Jarvisbay”.
London. Die erſte Nachricht, die der engliſche
Kreuzer „Enterpriſe” von dem bedrohten Schiff
„Jarvisbay” auffing, lautet: „Wir haben
Schwierig=
keiten mit acht aufrühreriſchen blinden Paſſagieren.
Befindet ſich ein Kriegsſchiff auf der Linie 1780
Mei=
len öſtlich, 42 Meilen nördlich von Galle (Cehlon)?
Fahren nach Colombo.‟ Das Kriegsſchiff antwortete:
„Kein Kriegsſchiff auf dieſer Strecke, meldet, ob die
Lage ernſt.‟ Darauf traf 24 Stunden ſpäter die
Rückantwort ein: „Situation ernſt. Erbitten uns
ſo ſchnell wie möglich acht Mann abzunehmen, die
augenblicklich eingeſperrt, aber gefährlich ſind.
Meu=
terei und Brandſtiftung wurden verſucht. Paſſagiere
ſind alarmiert. Dauernde Bewachung der Meuterer
durch freiwillige Paſſagiere. Helft ſo ſchnell wie
möglich. Fällige Ankunft in Colombo Montag
mor=
gen." Zuletzt traf noch folgender Funkſpruch ein:
„Meuterei. Drohung, Schiff unter Feuer zu ſetzen.
Sendet ſofortige Hilfe!” Bisher gelang es nicht, mit
dem bedrohten Schiff irgend welche Verbindung zu
bekommen. Aus dem Schweigen befürchtet man, daß
die 600 Paſſagiere in der Hand der Meuterer ſind.
Unter Führung eines Offiziers wurden 20 Matroſen
auf dem Hilfskriegsſchiff „Slavol” zur Hilfe
ab=
geſandt.
Großfeuer in Damaskus.
Nach Meldungen der „Times” aus Beirut
wur=
den infolge Feuers in Damaskus die bekannte
San=
jakdar=Moſchee, der ſchönſte Teil der Stadt, darunter
einige der Hotels, ſowie ein wertvolles Muſeum
voll=
ſtändig zerſtört. Es ſind ungefähr 800
Häu=
ſer und 70 Läden abgebrannt. Der Schaden wird
auf etwa 500 000 Pfund geſchätzt. Die franzöſiſchen
Truppen gebrauchten Dynamit, um der Ausbreitung
des Feuers Einhalt zu tun und verhinderten
Plün=
derungen. Die Zahl, der Toten und Verletzten wird
mit über 60 angegeben.
Sieben Perſonen verbrannt.
Czenſtochau. In der Grafſchaft Wola
Jan=
kowſka ereignete ſich ein ſchreckliches Unglück. Dort
geriet die Wirtſchaft des Thomas Nowak in Brand.
Eine Löſchung des Feuers war infolge Mangels an
Feuerlöſchgeräten nicht möglich. In dem Hauſe
be=
fand ſich außer Nowak ſeine aus ſieben Perſonen
be=
ſtehende Familie, ſeine Frau, ſeine fünf Kinder und
das Dienſtmädchen, die vollſtändig verbrannte. Nur
Nowak konnte ſich retten, iſt jedoch wahnſinnig
ge=
worden.
Große Ueberſchwemmungen in Lettland.
Riga. Durch die anhaltenden Regengüſſe ſteigt
das Waſſer der Flüſſe Lettlands immer höher. An
vielen Stellen ſind die Flüſſe bereits über das Ufer
getreten. Durch das Fortſchwemmen einer Brücke
bei Rigat in Südlivland ſind der deutſche
Reichsange=
hörige Albert Krakom und deſſen Frau ertrunken.
Die Regierung trifft alle Maßnahmen zur Linderung
der Ueberſchwemmungsgefahren.
Weltrekord im Kleinflugzeug.
Rom. Mit dem kleinſten Flugzeug der Welt
landete der ungariſche Flieger Kaſrala nach einer
etappenweiſen Zurücklegung der Strecke von
Buda=
peſt nach Rom. Der Apparat beſitzt einen Motor von
18 PS, wiegt im ganzen 120 Kg. und wurde von
Studenten des Polytechnikums von Budapeſt
kon=
ſtruiert. Mit der Zurücklegung der Etappe
Buda=
peſt-Pola ſtellte der Apparat einen neuen
Welt=
rekord für Kleinflugzeuge auf, indem er ſich 9½
Stun=
den in der Luft befand.
Eiſenbahnunglück in Sowjetrußland.
Moskau. Der Sebaſtopoler Schnellzug iſt
zwi=
ſchen Moskau und Tula in der Nähe des Bahnhofs
Taußkaja entgleiſt. Vier Perſonen wurden getötet,
acht ſchwer und ſechs leicht verletzt. Vier
Eiſenbahn=
wagen wurden zertrümmert.
Gastag in Hamburg.
Der Deutſche Verein von Gas= und
Waſſerfach=
männern e. V., die große deutſche Organiſation der
geſamten gaserzeugenden und Gasgeräte
produzie=
renden ſowie der Waſſer=Induſtrie, tagte zu ſeiner
69 Jahreshauptverſammlung in Hamburg.
Unter den außerordentlich wichtigen Gegenſtänden
der Tagesordnung erregte das lebhafteſte Intereſſe
eine Serie von Vorträgen zum Problem des
Gas=
werkbetriebes mit beſonderer Berückſichtigung der
Gasfernverſorgungsfrage. Hierzu ſprach in erſter
Linie Herr Direktor Müller, Hamburg, der in
glänzend durchdachten Ausführungen von der Praxis
der Hamburger Werke aus aufzeigte, wie in künftiger
Zeit kommunaler Gaswerksbetrieb zu handhaben ſei,
um eine gedeihliche Entwicklung des Gasfaches zu
ſichern und insbeſondere die Verbreitung des Gaſes
auch in bisher nicht gasverſorgten Gebieten auf
wird=
ſchaftlich und techniſch günſtiger Baſis ſicherzuſtellen.
Im Anſchluß an dieſen Vortrag entwickelte ſich
eine Debatte, in der ein Vertreter der Ruhr=Gas=
Aktiengeſellſchaft, Divektor Starke, Eſſen, ſich
be=
mühte, den Standpunkt der Ruhr=Gas=A. G. zur
Frage der Gasfernverſorgung gegenüber der
Mei=
nung des Deutſchen Vereins von Gas= und
Waſſer=
fachmännern zur Geltung zu bringen. Es ergab ſich,
daß die Mitwirkung des Deutſchen Vereins von Gas=
und Waſſerfachmännern an der Klärung der
Fern=
gasfrage bisher eine außerordentliche Senkung der
Ferngaspreiſe und eine Reviſion der techniſchen
Ein=
zelheiten der Ferngaslieferung nach ſich gezogen hat,
welche eine erhöhte Sicherheit und eine beſſere
wirt=
ſchaftliche Lage der Ferngasbezieher herbeizuführen
geeignet ſind, und es darf erwartet werden, daß die
Tätigkeit des Vereins, über die auf der Hamburger
Tagung erneut unzweideubig Klarheit geſchaffen
wurde, dieſes Problem auch weiterhin in e nem der
Allgemeinheit dienlichen Sinne fördern wird.
Das Problem der Gaswerksrationaliſierung wurde
in einem Vortrag von Herrn Generaldirektor
Kör=
ting behandelt und nachgewieſen, daß heute
Gas=
werksbauten ſchon etwa zu Friedenspreiſen wieder
hergeſtellt und das Gas innerhalb des Werkes trotz
aller Lohn= und Materialverteuerungen ſchon wieder
etwa zu Friedenspreiſen erzeugt werden kann, wenn
man den Betrieb nach modernſten Geſichstpunkten
einzuſtellen in der Lage ſei und über genügend große
Werke verfüge. Auch für vorſichtigſte Beurteiſer der
Sachlage ergibt ſich alſo, daß der Gaswerksbetrieb
und der Verkauf von Gas nach wie vor
volkswirt=
ſchaftlich und für die Wirtſchaft des Einzelnen die
beſten Möglichkeiten für die Verwertung der Kohle
bietet.
Die Probleme der Braunkohlengaserzeugung und
die heute aktuellen Fragen des Waſſerfaches wurden
ebenfalls in außerordentlich hochſtehenden Vorträgen
und Diskuſſionen eingehend erörtert, ſo daß die
un=
gewöhnlich große Zahl der Teilnehmer — man ſchätzt
1800 — ſowie der Kreis der Gäſte, der ſich faſt aus
ganz Europa zuſammengefunden hatte, ein klares
Bild vom gegenwärtigen Stand der Gas= und
Waſ=
ſerinduſtrie in Deutſchland gewann.
Eine Reihe von wiſſenſchaftlichen Beſichtigungen
und ein glänzender geſellſchaftlicher Empfang durch
Behörden und wirtſchaftliche Organiſationen der
Stadt Hamburg umrahmten die bedeutſame Tagung.
Schwere Unwetter in Rumänien.
Bukareſt. Schwere Sturzregen haben am
Freitag in Bukareſt beträchtlichen Schaden angerichtet.
Durch den wolkenbruchartigen Regen, der in kleinen
Unterbrechungen 30 Stunden anhielt, wurde auch der
Straßenbahnverkehr in Mitleidenſchaft gezogen, der
ſchließlich für einen Zeitraum von zwei Stunden
voll=
ſtändig aufhören mußte. In den Vororten ſtanden
verſchiedene Landhäuſer unter Waſſer. Die
Feuer=
wehr war die ganze Nacht über beſchäftigt. Aehnliche
Unwetter haben gleichzeitig faſt ganz Rumänien
heimgeſucht, beſonders den Bezirk Ismail in
Beß=
arabien, wo ſie von beſonders ſtarken elektriſchen
Er=
ſcheinungen begleitet waren; in rund einem Dutzend
Dörfer ſind infolge Blitzſchlages Häuſer in Flammen
aufgegangen, außerdem wurden zehn Perſonen durch
Blitzſchläge getötet.
Die Urſache der Gaskeſſelexploſion in Mexiko.
London. Nach ergänzenden Meldungen aus
Mexiko=Stadt ſind aus den Trümmern der durch eine
Keſſelexploſion zerſtörten öffentlichen Badeanſtalt
ins=
geſamt 31 Leichen geborgen worden. Fünf Häuſer
wurden zerſtört. Die Exploſion wurbe durch den
Heizer hervorgerufen, der in betrunkenem Zuſtand
nach ſeiner Rückkehr vom Mittagsmahl den Keſſel zu
heiß fand und, anſtatt die Sicherheitsventile zu
öffnen, kaltes Waſſer hineingoß.
Feſtakt der Breslauer Zechniſchen
Hochſchule.
Dr. Krumbhaar zum Ehrenſenator ernannt.
Kommerzienrat Dr. Heinrich Krumbhaar,
erſter Präſident des Vereins deutſcher
Zeitungsver=
leger, wurde in Anerkennung ſeiner führenden
Stel=
lung im deutſchen Zeitungsweſen und ſeiner
Ver=
dienſte um die Ausgeſtaltung der Preſſe in techniſcher
Beziehung bei der Einweihung des
Erweiterungs=
baues der Breslauer Techniſchen Hochſchule durch den
preußiſchen Kultusminiſter Dr. Becker mit einer
Anzahl von Perſönlichkeiten des öffentlichen und
Wirtſchaftslebens zum Ehrenſenator der Hochſchulg
ernannt.
Seite 14
Sonntag, den 24 Juni 1928
Kuterenfagerbelfage bes Spel Karelenwägeng.
25 bis 30000 Zuſchauer wohnen dem Schauſpiel bei. — Die Maſſen
durch=
brechen die Abſperrketten. — Fritz v. Opel gegen Senſationen. — Der Angriff
auf den Weltrekord für Fahrzeuge fehlgeſchlagen.
Erprobung der Raketen
bei größerer Geſchwindigkeit.
Der erſte Verſuch geglückt. — Der Weltrekord
nicht gebrochen. — Der zweite Verſuch
miß=
glückt. — Der Wagen demoliert.
Von unſerem nach Burgwedel entſandten
Redaktionsmitglied.
Hannover, 23. Juni.
Der erſte Raketenfahrtverſuch des Opel=
Raketen=
wagens „Rak III”, der auf einer unbenutzten
Eiſen=
bahnſtrecke bei Burgwedel ſtattfand, iſt gelungen.
Eine Rakete iſt geplatzt, hat aber keinen Schaden
an=
gerichtet. Der Verſuch bei der erſten Fahrt des
Opel=Raketenwagens, den bisherigen Weltrekord für
Benzinfahrzeuge von 333 Stundenkilometern zu
über=
bieten, ſchlug fehl. Der Wagen holte eine
Geſchwin=
digkeit von 254 Stundenkilometern heraus und
über=
bot damit die bisherige Geſchwindigkeit für
Schienen=
fahrzeuge von 215 Stundenkilometern um 39
Stun=
denkilometer. Man hat eine zweite Verſuchsfahrt
vorbereitet und will eine Geſchwindigkeit mit vierfach
verſtärkter Ladung von 335 Stundenkilometern
er=
zielen. Um den Luftdruck bei dieſer Geſchwindigkeit
auf ein Lebeweſen auszuprobieren, hat man im
Innern des Wagens eine Katze untergebracht. Nach
dem Startſchuß explodierten die Raketen des „Rak 3‟
unter rieſiger Rauchentwicklung und furchtbarem
Getöſe. Zu gleicher Zeit wurde der „Rak 3” aus den
Schienen geworfen und rechtsſeits auf die Böſchung
hingeſchleudert. Der Wagen wurde demoliert. Der
zweite Verſuch iſt alſo mißglückt, und weitere
Ver=
ſuche können vorerſt nicht vorgenommen werden.
Mit dem Sonderzug nach Burgwedel.
* Wenn auch der heutige Verſuch Fritz v. Opels, den
Welt=
rekord für Fahrzeuge zu brechen, nicht gelungen iſt, ſo ſtanden
doch wohl die ungezählten Tauſende, die dem heutigen
Schau=
ſpiel des dritten Startes des Opel=Sander=
Raketenwagens beiwohnen konnten, unter dem Eindruck
eines ganz gewaltigen Geſchehens, das doch in vielleicht nicht
all=
zuferner Zukunft weltumwälzende Bedeutung erhalten kann. Es
war ein gewaltiges Stück von dem erſten ſchüchternen Verſuch auf
Ber Opelbahn bei Rüſſelsheim über den gut gelungenen Start
auf der Avusbahn zu dem heutigen dritten Verſuch, der an
und für ſich etwas ganz Neues darſtellte, der zum erſten Male
ein Fahrzeug bewegen ſollte, das auf Schienen die
ſchnellftmög=
liche Geſchwindigkeit erreichen kann.
Schon von 11 Uh vormittags begann Fritz von Opel auf der
Rekordſtrecke, die ihm von der Reichsbahndirektion zur
Ver=
fügung geſtellt worden war, ſeine Vorbereitungen. Er war mit
zwei Raketenwagen erſchienen und einem ganzen Stab von
Mon=
teuren und Mitarbeitern. Die Wagen wurden aufmontiert, und
zwar der eine Wagen mit Schienenrädern, der andere, der für den
Fall des Gelingens vorgeſehen war, wie die erſte Rakete auf
Pneumatiks montiert. Entſprechend der zu erwartenden
Sen=
ſation, waren die Vorbereitungen in und um Hannover getroffen.
Im Hauptbahnhof Hannover war ein Sonderſchalter für den
Extrazug bereitgehalten, der ein auffallendes Plakat trug des
Inhaltes, daß nur auf Grund von Einladungs= oder Preſſekarten
Fahrkarten für den Zug verabfolgt würden. Auf jedem Platz
des Sonderzuges lag ein weiteres Plakat mit der Aufſchrift:
„Vorſicht beim Ausſteigen in Burgwedel. Zur eigenen
Sicher=
heit iſt es dringend geboten, den Anordnungen der Polizei und
einer Steinbrücke angewieſen, die den Schienenweg in einem
zirka 88 Kilometer tiefen Taleinſchnitt überſpannt. Man konnte
ſo vom Start aus die ſchnurgerade Strecke faſt ganz überſehen.
Der Raketenwagen
ſelbſt war mit einer Zeltbahn verdeckt, und nur wenigen
Einge=
weihten gelang es, vor dem Start einen Blick auf den
Wunder=
wagen zu werfen. Die Sander=Rakete III=Opel iſt ein
eigen=
artiges Fahrzeug geworden, klein und unſcheinbar. Seine
Ka=
roſſerie gleicht dem Kühler eines Automobils. Die Vorderachſe
iſt etwa einen halben Meter vorgebaut und trägt, faſt bis zur
Erde reichend, die ſtarken flügelartigen Vorrichtungen, die das
Automobil auf die Erde preſſen ſollen und ein in die Höhe gehen
oder Abſpringen von den Schienen vermeiden ſollen. Der Wagen
ſelbſt hat einen grell=roten Anſtrich. Etwa eine halbe Stunde
vor dem Start erſcheint das Flugzeug Raabs, das während der
ganzen Stunde die Strecke auf und abfliegt. Vor dem Start,
als noch die letzten Vorbereitungen, vor allem das Legen der
Radioleitungen und das Legen der Kabel, die genaueſte
Zeitbe=
ſtimmungen ermitteln ſollen, im Gange ſind, werden durch
Fritz v. Opel und Ing. Sander.
einen Sender die Radiohörer angerufen und ſtändig
über den Fortlauf der Startvorbereitungen
und den Start unterrichtet.
Der ungezählten Tauſenden bemächtigt ſich eine kaum noch
zu ertragende Spannung, die ausharren, trotz der glühenden
Hitze, die die Sonne auf die im übrigen fruchtbar prangende
Heide herabſendet. Endlich wird das Automobil enthüllt und
Schußſignale melden den Start.
Der erſie Start des Raketen=Schienenwagens
Mit einem donnernden Getöſe und in eine leuchtende
Flamme gehüllt, ſauſt der Wagen nach kurzem Zögern vom
Start auf uns zu. Dieſes kurze Zögern war entſtanden, weil
eine Rakete ſchlecht funktionierte und zur Seite ſich entzündet
hat. Dann aber ſteigt die Schnelligkeit des Wagens ſofort auf
eine ungeahnte Höhe. Faſt im Augenblicksſchnelle ſauſt der
Wa=
gen unter uns durch die Brücke und verſchwindet auf der anderen
Seite — nichts hinterlaſſend als eine ungeheure weiß=graue
Rauchwolke. Der ſenſationelle Moment iſt vorüber. Nach
kur=
zer Zeit kommen die Telephon= und Radio=
Meldun=
gen, die feſtſtellen, daß der Wagen eine
Durch=
ſchnittsgeſchwindigkeit von 245 Kilometern
er=
reicht hat. Inzwiſchen iſt die Menſchenmenge immer mehr
an=
gewachſen.
Eine Unterredung unſeres Redaklions=
Mitgliedes mit Fritz v. Opel.
Es gelingt mir, Fritz v. Opel zu ſprechen und ihm Grüße
aus Darmſtadt zu überbringen. Er iſt in beſter Laune, freut ſich
ungeheuer, daß der Wagen auf den Schienen geblieben iſt, was er
zunächſt ſelbſt wohl bezweifelt hatte, und erzählt, daß er nun=
DPEL RAKEIENMAGEN RAK3, der am Sonnabend, den 23. Junf auf der Reichsbahnstrecke Burgwedel-Celle den Weltrekord der Geschwindligkeibrschensoll
Rakelenkammer 2 Gekugseller Fil
i Kmmfir Tündr. Schrdleppttelo 14 Aufempſische Beme 5 Jragllächezr Angrerung i. 0 Bramrckele
Abſperrpoſten zu folgen und ſich außerhalb der Gefahrenzone
aufzuhalten.” Wie der Verſuch gezeigt, war die Warnung
durch=
aus berechtigt.
An der Startſtrecke.
Trotzdem konnte nicht verhindert werden, daß zunächſt 400
Preſſevertreter und eine Menſchenmenge von etwa 25 000 — es
mögen auch 30000 geweſen ſein — dem Schauſriel beiwohnten,
weil die ganze lange Strecke eben gar nicht abgeſperrt werden
konnte. Um 1,05 Uhr verließ der Sonderzug Hannover mit 400
Preſſevertretern und zahlreichen Intereſſenten, unter denen ſich
in erſter Linie die Vertreter der Eiſenbahnbehörden und wenige
Glückliche befanden, die auf Grund ihres Dienſtausweiſes
Zu=
tritt zu dem Sonderzug bekamen. Aber ſchon Stunden vorher
hatte eine wahre Völkerwanderung von Hannover nach
Burg=
wedel eingeſetzt. An der langen Strecke und den umliegenden
Ortſchaften waren mindeſtens 2060 Automobile und Motorräder
untergeſtellt, und die Menge, die auf anderen Zufahrtsſtraßen
herbeiſtrömte, ſäumte die faſt 8 Kilometer lange Strecke zu
bei=
den Seiten dicht ein. Zur Abſperrung waren neben der Polizei
Feuerwehr= und Sanitätsmannſchaften aus der Umgegend
her=
angezogen worden, ſo daß zunächſt die Abſperrung gut
funktio=
nierte, allerdings im Moment verſagte, als die eigentliche
Sen=
ſation eintrat. Die Maſſen durchbrachen dann rückſichtslos die
Aſperrketten. Füx die Vertreter der Preſſe wurden Plätze auf
mehr gleich zum letzten Startverſuch gehen wolle, anſtatt — wie
zuerſt vorgeſehen — noch einen Zwiſchenſtart einzulegen. Er will
alſo ſofort die ſtärkſte Raketenladung einbauen und hofft, 450
Kilometer Geſchwindigkeit zu erreichen. Eine oder zwei Rabeten
ſind kurz vor Beendigung der erſten Fahrt ſeitlich ausgebrochen
und haben den Wagen etwas beſchädigt, ſo daß das Einbauen der
Raketen längere Zeit in Anſpruch nimmt. Dieſe Zeit füllt Fritz
v. Opel aus mit einem Vortrag an die Radiohörer. Er weiſt
hierbei u. a. darauf hin, daß es ihm und ſeiner Firma nicht
darauf ankomme, mit dieſen Raketenverſuchen die Oeffentlichkeit
beſonders zu intereſſieren, im Gegenteil wünſche er, in Ruhe und
Frieden arbeiten zu können, damit das, was er ſich als Ziel
geſetzt habe, langſam heranreifen könne. Was uns aufhält, ſagte
er, das iſt der Senſationslärm um unſere Sache, was uns fördert
iſt Sachlichkeit, was uns nottut nur Geduld. Im übrigen ſtellte
er mit ſachlicher Genugtuung feſt, daß die anfängliche Skepſis
einer großen Menge jetzt einem ſtarken Optimismus gewichen ſei,
und zwar einem Optimismus, der anfange, gefährlich zu werden,
denn weit hinaus über das, was er erreichen wolle, geht die
Senſationsgier derjenigen, die von ſeiner Arbeit zunächſt
Uner=
reichbares erwarten. Heiterkeit löſte es aus, als er erzählte, daß
die Bibelforſcher ihm vorwarfen, daß er den Weltuntergang
heraufbeſchwöre, weil er mit feurigen Wagen gen Himmel fahren
wolle. Auch Aſtrologen und Spiritiſten ſchreiben ihm Briefe und
geben ihm Ratſchläge, 3000 Erfindungen ſind ihm in den letzten
Tagen angeboten worden, darunter waren nur i4.
maßen klare Gedanken hatten. Eine lebensmüße
ihm, daß ſie ſich von ihrem Manne trennen wolle, zu
Leben, da ſie ſich doch mit Selbſtmordgedanken ho
Wiſſenſchaft zum Opfer bringen möchte. Das und
mehr erſchweren die wiſſenſchaftliche und ſachliche
übrigen ſtellte Fritz v. Opel feſt, daß
die Verſuche des heutigen Tages den?
der zweiten Etappe ſeiner Pläne
ſollen, alſo die Erprobung der Raketenbei
Geſchwindigkeit, die Erforſchung von Vongang
beim Uebergang zum Raketenflugzeug intereſſieren.
ſtellte weiter feſt, daß das, was die Verſuche bier
hätten, ſchon genügen und von unübertrefflicher Bede.
Heute ſchon ſtehe feſt, daß man Flugzeuge mit eine
ringen Anlauf faſt ſenkrecht in die Luft ſenden kann. n
lich auch bei Notlandungen von erheblicher Bedeut,
dankte ſchließlich dem Generaldirektor der Reichsbahn
und dem Präſidenten und Vizepräſidenten von Hanr
daß ſie ſeine Arbeiten ſo bereitwilligſt unterſtützt
zwiſchen ſind
die Vorbereitungen für den zweite
ſoweit gediehen. Alles iſt voller Erwartung und F
ſelbſt, der lebendig in ſeinem weißen Sportkittel um
herumſpringt, iſt voll freudiger Hoffnung. Beim zwei
ſoll der Raketenwagen mit einer Katze bemannt werd
zuſtellen, wie zunächſt ein Säugetier den ungeheure
ertragen kann. Alle Erwartungen ſind aufs höchſte geſp
es kommt alles anders.
In wohlbedachter Fürſorge läßt Fr. b. Opel durch
ſowohl die Brücke wie die beiden, den Schienenſtrang
den Ufer räumen, um gegen alle Unglücksfäl
zu ſein. Dieſe Räumung ſtößt vielfach auf Widerſtan)
endlich in Ordnung durchgeführt. Dann ein Rakete
unter furchtbarem Krachen entzünden
verſtärkten Raketenladungen des Wag
dieſen nach vorwärts zu ſchießen. 9
Erfolg iſt gegenteilig. Eine ungeheu
flamme hüllt den Wagen ein, reißt
Schienenundin wenigen Sekundeniſtd
platz eingehüllt in eine ungeheure Sta
Rauchwolke der unzähligen nach alle
explodierenden Granaten. Der Wagen
Schienen auf die Mitte der ſeitlichen Böſchung gewor
wo er brennend liegen geblieben iſt. Sofort ertönen
Warnungsrufe „Stehenbleiben
weil das Näherkommen mit Lebenégef win
bunden iſt. Eine kurze Weile verharrt auch die
ihren Plätzen, dann aber bricht doch die Sen
gier durch, und alle Verſuche der
mannſchaften, Ordnung zu halten, ſint
lich. Mehrfach gebildete Ketten werden rüchſichtslos d
Als es mir gelingt, zur Unfallſtelle zu kommen, liegen
mer des Wagens, wie unter einem Leichentuch
verb=
einer großen Segeltuchbahn. Fritz v. Opel ſelbſt iſt,
engſte Umkreis der Unfallſtelle notdürftig abgeſperrt
zunächſt unſichtbar. Da ertönt auch ſchon das ſcht
unſeres Sonderzuges und wir müſſen die Stätte v
gleichzeitig einen Moment des größten Triumphes u
lichſten Verluſtes bot.
Der erſte Verſuch, den Weltrekord d
zeuge zu brechen, iſt Fritz v. Opel nicht g
Sein Ikarus=Flug hat ein vorzeitiges Ende gefunden.
v. Opels Tatkraft und Arbeitsfreudigkeit kennt, weiß,
nicht abſchrecken laſſen wird. In aller Kürze werden !
fortgeſetzt werden, falls nicht überhaupt die Verſuche /o
geheurer Schnelligkeit in Deutſchland, wo wir nicht üb
Strecken verfügen zur Unmöglichkeit werden ſollten.
Max E
Wetterbericht.
Gießen,
Das über den Färören liegnde Tiefdruckgebiet hat
ausgebreitet und infolgedeſſen zur ſüdöſtlichen Verdrängu=
Mitteleuropa lagernden hohen Druckes geführt. Seine
maſſen haben die Temperaturen weiter gehoben, und ſie
nördlichen Deutſchland zu vereinzelten Niederſchlägen un
ſtörungen. (Wilhelmshaven, Hamburg während der vergan
Gewitter.) In unſerem Gebiet zeigte ſich nur gewitterd
wölkung. Da ſich von Weſten her erneuter hoher Luftdrue
ſo bleibt im allgemeinen, außer aufkommenden lokalen Ge
gen, das Wetter heiter und trocken.
Ausſichten für Sonntag, 24. Juni:
Außer lokalen Gewitterſtörungen meiſt heiteres, warme
kenes Wetter, aus Weſten kommende Winde.
Ausſichten für Montag, 25. Juni:
Heiter bis wolkig, warm, trocken.
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Gießen:
Aachen:
Hamburg:
Berlin:
München:
SW,
Königsberg: wolkig 15
SSW,
wolkig 20
Breslau:
Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtatio
NW..
Feldberg: wolkig 13
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[ ← ][ ][ → ]Sonniag, den 24. Juni 1928
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Sonntag, den 24. Zuni 1928
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Handball.
Sporiverein Darmſiadt 1898 —
Polizeiſport=
verein Babenhauſen.
Im Rahmen der aus Anlaß des Jugendtages in Darmſtadt auf
dem Platze des Sportvereins 98 ſtattfindenden Veranſtaltung tritt um
5.30 Uhr die Handball=Ligamannſchaft der 98er zu einem Spiele gegen
den Polizeiſportverein Babenhauſen an. Zu dieſer Begegnung, welche
den Abſchluß des Jugendtages und wohl auch deſſen Höhepunkt bilden
wird, ſtellen beide Mannſchaften ihre ſtärkſte Elf, wobei allerdings bei
den Einheimiſchen der Torwächter Trautwein noch nicht wieder mit
von der Partie iſt. Die Aufſtellung iſt daher wie folgt:
Bordt
Baumann. Sittel
Otto Böhm Laumann
Gunkel Engert Repp. Stühler.
Bohl
Wir finden in der Komiknation die bewährten Stützen der Polizeielf, die
in Darmſtadt ſich insbeſondere auch durch ihre Tätigkeit in
repräſen=
tativen Spielen einen guten Namen geſchaffen haben. Wir glauben,
daß die Vabenhäuſer Poliziſten für die Darmſtädter einen bedeutend
ſtärkeren Gegner abgeben werden wie die Privatſpielgegner der
letz=
ten Wochen. Das Gerippe der Polizeimannſchaft iſt derart ſtabil, daß
es gerade Spieler wir Bordt, Baummann, Böhm, Laumann und Gunkel
fertigbringen ſollten, ihre Mitſpieler zu großen Taten mitzureißen.
Daß gerade Babenhauſen in den Kämpfen gegen die 98er bisher ſtets
ſeine beſten Spiele geliefert hat, iſt ja bekannt. Die 98er ſtellen die
folgende Mannſchaft:
Henß
Rrthenburger Reuter
Pabſt Delp Jäger
Fiedler Werner Fuchs Hennemann Freund.
Zum erſten Male tritt alſo der Sportverein 98 gegen eine
Polizei=
mannſchaft an, ohne ſelbſt in den eigenen Reihen ſich auf Angehörige
der Schutzpolizei zu ſtützen. Dies dürfte die Begegnung doppelt
inter=
eſſant machen, zumal ſie ja auch gleichzeitig Aufſchluß darüber geben
wird, wie ſich das Stärkeverhältnis der beiden Mannſchaften in den
bereits im Auguſt wieder beginnenden Verbandsſpielen geſtalten wird.
Bei der ſportlich einwandfreien Art, in der gerade die letzten
Spiele der beiden Vereine verliefen, dürfte wohl kaum Veranlaſſung
beſtehen, darauf hinzuweiſen, daß gerade die Veranlaſſung des
Spie=
les, innerhalb des Jugendtages werbend für den Handballſport zu
wirken, in erſter Linie gebietet, daß alle Spieler ſich reſtlos
befleißi=
gen, wahrhaft ein Propagandaſpiel zu liefern.
Rotweiß=Darmſtadt—Alemannia=Worms 5:5 (2:2).
Rot=Weiß nahm offenbar ſeinen Gegner nicht allzu ernſt und ſpielte
daher nicht mit der Aufopferung, die zum Siege notwendig geweſen
wäre. Alemannia war ja auch keine überwältigende Mannſchaft. Der
einzige Stürmer, der bei Worms wirklich etwas konnte, und auf den
das ganze Spiel zugeſchnitten iſt, war der Mittelſtürmer. Das hätte
die Verteidigung von Rot=Weiß erkennen und entſprechend ſich
ein=
ſtellen müſſen. Der Sturm von Rot=Weiß, der im allgemeinen zu
lahm iſt, hat erfreulicherweiſe jetzt gelernt, auch den rechten Flügel zu
bedenken. Rettig wird, wenn er erſt einmal die nötige
Schußfreudig=
keit beſitzt, eine der beſten Waffen von Rot=Weiß werden, denn er iſt
der Einzige, der mit dem Ball zu laufen verſteht. Daß der Sturm
auch einen linken Flügel hat, ſcheint man noch nicht begriffen zu haben.
Hörr ſpielt zu ſehr Verbindungsmann. Dadurch wird das Vortragen
des Angriffs zu langſam. Das Spiel dürfte als Uebungsſpiel ſeinen
Zweck erfüllt haben. Es ſtand unter der geſchickten und gerechten
Lei=
tung von Dr. Grünewald. Die Zuſchauer mußte man ſich denken. *
Schwimmen.
1. S. V. Ulm — Jungdeutſchland Darmſtadt.
Jungdeutſchland weilte geſtern in Ulm, um gegen den dortigen
1. Schwimmverein einen Schwimmkampf auszutragen. Von den vier
Staffeln konnte Jungdeutſchland die 10X50 Meter Freiſtil und die
5X100 Meter Freiſtil überlegen gewinnen. Schon in der Hälfte der
Staffeln war das Rennen entſchieden. Dagegen gewann Ulm
erwar=
tungsgemäß die 3X100 Meter Bruſtſtaffel und überraſchenderweiſe auch
die 300 Meter=Lagenſtaffel. Der Ulmer Schlußmann Jäger lieferte
Berges einen ausgezeichneten Kampf.
Im Waſſerball mußte Ulm eine 12:0=Niederlage einſtecken, die auch
der Spielſtärke entſpricht.
10X50 Meter Freiſtil: 1. Jungdeutſchland 5:15.8; 2. Ulm 5:18,6.
3X100 Meter Lagenſtaffel: 1. Ulm 3:58.1; 2. Jungdeutſchland 4:06.2.
3X100 Meter Bruſt: 1. Ulm 4:24.2; 2. Jungdeutſchland 4:51.4.
5X100 Meter Freiſtil: 1. Jungdeutſchland 5:47.1; 2. Ulm 6:07.1.
Waſſerball: Ulm—Jungdeutſchland 0:12. (0:7).
Süddeutſche Schwimm=Meiſterſchaften.
Für das am 30. Juni und 1. Juli durch den Erſten Frankfurter
S.C. ausgerichtete Kreisfeſt des Kreiſes V (Süddeutſchland), die
Meiſter=
ſchaftsveranſtaltung des ſüddeutſchen Kreiſes, ſind folgende Meldungen
eingereicht worden:
4X200 Meter Senior=Bruſt: S.V. Göppingen. 200 Meter Senior=
Freiſtil; Berges=Darmſtadt, Balk=Göppingen, Grützner=Offenbach, Vogt=
Heidelberg, Ackermann=Nürnberg, Struck=Offenbach, Frank=Heidelberg.
100 Meter Damen=Rücken: Lindemann=Offenbach, Zerfaß=München
Neh=
meher=Nürnberg, Lohrer=Cannſtatt. 2. Senior=Bruſt, 200 Meter: Frank=
Frankfurt, Thomas=Ulm, Gennes=München, Koppen=Ulm, Endres=
Frank=
furt. 100 Meter Damen=Freiſtil: Böhm=Nürnberg Scheiber=Kreuznach,
Mörſchel=Darmſtadt. 100 Meter Junior=Rücken: Weigel=Offenbach,
Heil=
hecker, Gerſtner=Pforzheim, Schulz=Nürnberg, Scheller=Höchſt, Endreß=
Offenbach, Schaum=Gießen. 3X100 Meter Damen=Lagen: Bayern 07
Nürnberg, 1. Frankf. S. C., D. S.V. München, Offenbach 96. 400 Meter
Senior=Freiſtil: Berges=Darmſtadt, Balk=Göppingen, Grützner=Offenbach,
Budecker=Frankfurt, Struck=Offenbach, Ihrig=Darmſtadt. Senior=
Sprin=
gen: Streuff=Heidelberg, Rosgarſky=Wiesbaden, Boſſo=Mannheim,
Her=
bert=Mainz, RiedlMünchen. Damenkunſtſpringen: H. Breimann=
Mün=
chen. Herren=Turmſpringen: Dr. Schraml=München, Rehborn=Gießen.
4X100 Meter Lagenſtaffel: V.f.v.S. München, 1. Frankf. S.C. S.V.
Göppingen, Bayern 07 Nürnberg. 3X100 Meter Junior=Freiſtil:
Moe=
nus Offenbach, Jung=Deutſchland Darmſtadt, 1. F. C. Nürnberg, Bad.
S.C. Pforzheim, Rot=Weiß Darmſtadt. 2. Senior=Rücken, 100 Meter:
Jünger=Offenbach, Weigel=Offenbach, FiſcherFrankfurt. 3X300 Meter
Damen=Freiſtil: Jung=Deutſchland Darmſtadt, DS.V. München. 50
Meter Tauchen: Zehrer=Höchſt, Schloß=Kreutznach, Wencher=München,
Mannheimer=Mainz. 100 Meter Senior=Freiſtil: Jaeger=Ulm, Lichdi=
Mannheim, Dex=München, Becker=Offenbach, Ackermann=Nürnberg,
Ber=
ges=Darmſtadt, Vogt=Heidelberg, Watrin=Mainz. 3X200 Meter Damen=
Bruſt: 1. Frankf. S.C. Offenbach 96, D. S.V. München. Damen=
Turm=
ſpringen: Breimann=München. 200 Meter Senior=Bruſt: Frank=
Frank=
furt, Fauſt=Göppingen, Staudt=Mannheim, Schwarz=Frankfurt Endres=
Frankfurt Hochſtetter=Ansbach. 100 Meter Seite: Brehm=Frankfurt,
Watrin=Mainz, Wencher=München, Keller=Nürnberg, Petry=Darmſtadt,
Struck=Offenbach, Streicher=Höchſt. 100 Meter Rücken: Frank=
Heidel=
berg, Gerſtner=Pforzheim, NeefMünchen, Schulz=Nürnberg. 4X200
Meter Freiſtilſtaffel: Moenus Offenbach, Jung=Deutſchland Darmſtadt.
Vereinsmehrkampf: 1. Mainzer S.V. d1, V.f.v.S. München, SV. 99
München.
Zußball.
Sp.V. 98 Darmſtadt—Alemannia Worms 2:2 (1:0).
Der Sportverein hatte ſich für geſtern abend die Alemannia=Worms
berſchrieben. Das vollkommen verteilte, ſehr ſchnelle Spiel wurde
außerordentlich hart unter der Leitung von Müller=Griesheim
durch=
geführt. Das Ergebnis entſpricht dem Spielverlauf. Während beim
Sp.V. die Flügel verſagten, war bei Worms dieſer Mannſchaftsteil
am beſten und gefährlichſten. Darmſtadt geht in der erſten Halbzeit
nach ſchöner Kombination in Führung. In der erſten Minute nach
Halbzeit gleicht Worms nach einem Durchbruch des Linksaußen aus.
Darmſtadt geht darch Frey wieder in Führung und Worms gelingt
rt vor Scliß uf eien Strafſtoß hin der Ausgleich.
25 Jahre Raſenſportverein
Germania 03 Pfungſtadt.
In den Tagen vom 30. Juni zum 1. Juli d. J. feiert der nach
dem Sportverein 1898 Darmſtadt älteſte Sportverein der Darmſtädter
Pflege, der Raſenſportverein Germania 03
Pfung=
ſtadt, ſein 25jähriges Beſtehen. Dieſes Ereignis iſt wert, mit einigen
Zeilen gedacht zu werden, denn nicht nur unmittelbar im Fußballbetrieb
Stehende wiſſen, was der Name Pfungſtadt für den Fußballſport
un=
ſerer engeren Heimat bedeutet.
Anfänge von Fußball finden wir in Pfungſtadt bereits im Jahre
1877, wo lt. Notiz im „Pfungſtädter Anzeiger” die Schüler des damals
beſtehenden jüdiſchen Internats, das von vielen Ausländern beſucht
war, einen Fußballklub gründeten. Pfungſtadt darf alſo zweifellos den
Ruhm für ſich in Anſpruch nehmen, einer der Orte Deutſchlands zu
ſein, wo man zuerſt mit dem Fußball bekannt wurde. Es iſt klar, daß
zu dieſer Zeit eine ſolche Gründung keinen Beſtand haben konnte, und
wir finden auch ſpäterhin nichts mehr vom Pfungſtädter Fußballelub
er=
wähnt. 1901 iſt dann das eigentliche Geburtsjahr des Pfungſtädter
Fußballs, wo eine Anzahl Schliler Darmſtädter höherer Schulen den
1. Pfungſtädter Fußballklub gründeten. 1903 ſehen wir
den zweiten Fußballklub in Pfungſtadts Mauern entſtehen, der — von
jungen Kaufleuten begründet — den Namen F.C. Germania
an=
nimmt. Im September desſelben Jahres erfolgte dann die
Verſchmel=
zung der beiden Vereine zum F.C. Germania 03 Pfungſtadt.
Weshalb die berechtigte Jahreszahl 1901 nicht mit übernommem wurde,
iſt unergründlich; ſcheinbar dürften die damaligen „Germanen” die
Majorität beſeſſen haben, was ſich auch im Namen äußerte. Das erſte
Spiel des neuen Vereins mit einer auswärtigen Mannſchaft fand gegen
den F.C. Germania Arheilgen (einen Vorläufer der jetzigen
Sportvereinigung 04) ſtatt und wurde wit 6:1 von Pfungſtadt
ge=
wonnen. Bereits im Jahre 1904 trat der Verein dem 1898 gegründeten
Süddeutſchen Fußballverband bei und wurde im Laufe der Zeit ein ſehr
wertvolles Mitglied desſelben. Das Jahr 1908/09 brachte den
Pfung=
ſtädtern erſtmals cinen Meiſtertitel, der mit hohen Torzahlen errungen
wurde gegen Gegner aus Mainz, Kreuznaſch, Mombach, Kaſtel uſw.
Be=
reits 1910/11 wurde die Meiſterſchaft der nächſthöheren Klaſſe B, der
damaligen 2. Klaſſe, errungen. Unter den geſchlagenen Gegnern
befan=
den ſich ſo namhafte Vereine wie Alemannia und Wormatia Worms,
Mainz 05, S.C. 05 Darmſtadt uſw., die mit mehr oder weniger hohen
Torzahlen die damalige Ueberlegenheit der Pfungſtädter anerkennen
mußten. Allerdings haben ſich in der Folgezeit gerade jene Gegner
beſſer entwickelt wie die Pfungſtädter, wohl eine Urſache der verſchieden
gearteten wirtſchaftlichen Verhältniſſe. Die damals glänzende
Entwick=
lung der Pfungſtädter, gekennzeichnet durch die Erſtellung eines eigenen
Sportplatzes, wurde jäh durch den Krieg unterbrochen. 35 treue
Ver=
einsmitglieder blieben als Opfer des Weltkrieges, und unter ihnen
zahl=
reiche Aktive.
Bereits Ende 1918 gingen die Zurückgekehrten an den Wiederaufbau
des Vereins. 1920 ſchon konnte die neue eigene Sportplatzanlage hinter
dem Friedhof erſtellt werden, welche 1921 eine Einzäunung erhielt. In
dieſem Jahre erfolgte auch die Abänderung des Vereinsnamens in
Naſenſportverein Germania 03 e. V. Auch ſpieleriſch
wurden ſehr gute Erfolge erzielt, konnte doch die 1. Mannſchaft in den
Jahren 1919/20 und 1920/21 die Meiſterſchaft der A=Klaſſe im
Oden=
waldkreis erringen. Aber erſt 1921 erfolgte der langerſehnte Aufſtieg
zur 1. Klaſſe, der Liga. Naturgemäß war in dieſer auserwählten
Kon=
kurrenz kein Bleiben von Dauer, aber die erzielten Ergebniſſe waren
durchaus ehrenvoll und bei Beendigung des erſten Spieljahres der
Ver=
bleib in der vorgeſehenen Zwiſchenklaſſe, der Kreisliga, geſichert. In
dieſe Zeit fällt auch der ſpolzeſte Erfolg der Pfungſtädter, ein 2:1=Sieg
im Pokalkampf über den damaligen Rheinbezirksmeiſter V.f.R.
Mann=
heim auf deſſen eigenem Platze, der großes Aufſehen erregte. Die
weiteren Jahre in der Kreisliga ſind mehr oder weniger bekannt. Die
Erfolge ſtellten ſich nicht in dem erhofften Maße ein, aber imer war
die Pfungſtädter Mannſchaft der Faktor, welcher die Meiſterſchaft mit
entſchied, und ſtets hat ſich die Mannſchaft ſo geſchlagen, daß man nur
rühmlich von ihr ſprach. Das 20jährige Süftungsfeſt im Jahre 1923
fällt in dieſe Zwiſchenzeit. Die Errichtung eines Denkmales für die
Gefallenen war Hauptmerkmal dieſes Jahres. Das auf dem Sportplatz
ſtehende Ehrenmal, eines der ſchönſten in ganz Süddeutſchland,
ent=
ſtammt einem Entwurf des ehemaligen Spielers der 1. Mannſchaft
Ar=
chitekt Peter Grund und wurde von Vereinswütgliedern in
frei=
williger Arbeit erſtellt. 1926/27 ſchien das Ziel der Erringung der
1. Klaſſe erreichbar, aber ſozuſagen um Naſenlänge geſchlagen mußten
die Pfungſtädter die benachbarten Arheilger vorlaſſen, nachdem der
Er=
folg greifbar und durchaus möglich war. Dieſes Mißlingen brachte
dann eine gewiſſe Kriſe mit ſich und auch den Abgang einer ganzen
Reihe guter Spieler, ein Grund dafür, daß im letzten Jahre die
Pfung=
ſtädter erſte Elf nicht die ſonſt von ihr gewohnte Rolle im
Meiſterſchafts=
konzert ſpielen konnte. Immerhin wurde die Kreisliga wiederum
ge=
ſichert und die nunmehr verfloſſene Zeit dazu benutzt, junge Kräfte
aus=
zuprobieren. Wie es ſcheint, mit Erfolg, denn die Ergebniſſe der
bis=
herigen Prwatſpiele gegen anerkannte Gegner laſſen erkennen, daß die
Pfungſtädter der Zukunft wenn auch nicht mit überſchwänglichen
Hoff=
nungen, ſo doch getroſten Mutes entgegenſehen können. In dieſem
Zeichen dürfte auch das am 30. Juni und 1. Juli zu begehende
Ju=
biläum ſtehen, das in der Reihe der ſportlichen Veranſtaltungen auch
ein Treffen der erſten Pfungſtädter Mannſchaft mit der Ligamannſchaft
des Sportvereins 98 Darmſtadt vorſieht, die ſich in
anerken=
nenswerter Weiſe dem alten Weggenoſſen früherer Zeit zur Verfügung
geſtellt hat. Wir werden noch auf dieſes Ereignis zurückkowmen,
glau=
ben aber heute ſchon ſagen zu dürfen, daß die derzeitige gute Form der
beiden Mannſchaften ein dem Jubiläum der Pfungſtädter Germanen
würdiges Spiel garantiert.
Tuenen.
Fünf neue D. T.=Beſileiſtungen.
Eine nachdenkliche Betrachtung.
Wenn Peltzer an einem Sonntag zweimal Dritter wird und unter
anderem für die 1500 Meter 4:21 benötigt, dann geht das mit tötlicher
Sicherheit durch den Rundfunk und ſteht ganz beſtimmt tags darauf im
Sportteil ſämtlicher deutſchen Zeitungen im Fettdruck. Wenn die
Tur=
nerin Leni Junker (Kaſſel) in Leipzig die glänzende neue
Weltbeſt=
leiſtung von 12,1 Sekunden für 100 Meter erzielt, wenn die Turnerin
Fräulein Notte (Düſſeldorf) mit 1,54,5 Sek. eine neue deutſche
Beſt=
leiſtung erzielt, wenn der Turner Müller (Cannſtadt) die D. T.=
Höchſt=
leiſtung im Stagbhochſprung auf 3,80 Meter verbeſſert, wenn Stoſchek
(Breslau) und Kraft (Buchhelz) neue deutſche Turnerbeſtleiſtungen im
Speerwerfen und Kugelſchocken aufſtellen, und dies im Zeichen der
Okympiavorbereitung, die doch die Geſamtvertretung Deutſchlands
im Auge haben ſoll, dann . . . Was gilt die Wette, in welchem
Ver=
hältnis die Leiſtung von Peltzer mehr in der Preſſe verkündet wird als
die fünf turneriſchen?
Darf man ſich da wundern, wenn in den Kreiſen der D.T. ob
ſol=
cher Behandlung ſchärfſte Mißſtimmung hehrrſcht? Ob mit Recht oder
Unrecht, mag das Urteil eines jeden ſachlich Denkenden entſcheiden. Und
die Begeiſterung der D.T. wird dadurch beſtimmt nicht gehoben.
(Wir entnehmen dieſe Darſtellung dem „Preſſe”dienſt der Deutſchen
Turnerſchaft. Die Betrachtung mag zwir nachdenklich ſein, ſie iſt aber
noch nicht nachdenklich genug und außerdem ſchief. D. Red.)
Main=Rheingau D.T.
Der morgige Sonntag iſt innerhalb des Gaues zunächſt der
Betäti=
gung der Schwimmer vorbehalten, die ſich in Ober=Ramſtadt zur
Klaſſeneinteilung einer Leiſtungsprüfung zu unterziehen haben.
Gleich=
zeitig gilt dieſe Leiſtungsprüfung als Wettkampf. Vormittags findet in
Ober=Ramſtadt eine Gauſchwimmausſch.ß=Sitzung ſtatt. Der dritte
Turnbezirk, unter Leitung des Bezirks=Oberturnwartes Schmidt=
See=
heim wird in Eberſtadt vormittags 9 Uhr eine Uebungsſtunde für
Lei=
ter und Leiterinnen von Jugend=Turnabteilungen abhalten und wird
hier beſonders der Uebungsſtff für das am 15. Juli in Jugenheim
ſtattfindende Bezirks=Jugendturnen zugrunde liegen. Das 75.
Feld=
bergturnfeſt, das älteſte Bergturnen der D.T., wird verſchiedene
Volks=
turner des Gaues im Wettbewerb ſtehen ſehen. Zum 9. Frauenturnen
des Gaues iſt Crumſtadt i. Ried zum Feſtort beſtimmt, und wird dieſes
am 1. Juli ſtattfinden. Der Turnverein Crumſtadt verbindet mit
die=
ſem Wetturnen des Gaues die Feier ſeines 25jährigen Beſtehens.
Aus der Geſchichte des Feldber
Eine turngeſchichtliche Betrachtung zum 75. Feldbergfeſt gu
v. Der heutige Sonntag vereinigt auf der Höhe des a
bergs 1600 Turner und Turnerinnen, aus allen Teilen 5
Südweſtdeutſchlands zu friedlichem Einzelwettkampf in zu.
Uebungen (Lauf, Kugelſtoßen, Weitſprung und Freiübung
auch zu ſpannenden hiſtoriſchen Mannſchaftskämpfen um das
horn, den Jahnſchild und den Brunhildenſchild.
Die Veranſtaltung hat als 75. Feldbergfeſt eine beſon
tung. Deshalb ſoll eine Vorfeier am Samstag abend de
Auftakt bilden: Ein Weiheſpiel am Brunhildenfelſen, ein
und eine Sonnenwendfeier der Turnerjugend, ſollen den
lebendig werdere laſſen, der einſt die Gründer und
Förder=
bergfeſtes beſeelte. Beim Schein der Freudenfeuer wollen
die geſchichtliche Bedeutung des Feldbergfeſtes beſinnen, wol
kurzen Rückblick auf der Werdegang der Veranſtaltung
nur ein intereſſantes Stück mittelrheiniſche: Turngeſchi
auch ein bedeutſames Kapitel deutſcher Geiſtesgeſchichte
Das Feldbergfeſt, das älteſte und volkstümlichſte der de
feſte, dem das Turnen im Main= und Rheingebiet und
erſter Linie ſeinen gewaltigen Aufſchwung zu danken hat
viele andere Bergfeſte vorbildlich geworden iſt, iſt ein Kind
richtung in don vierziger Jahren des vorigen Jahrhunf
Vaterland und Freiheit!” waren damals die Loſungsver
den Deutſchen, von denen führende Köpfe, wie E. M.
Weidig und andere, auch an der Wiege des Feldbeng
haben.
Schon am 18. Oktober 1814 verſammelte ſich, dem Rufe
Arndts folgend (der damals in Königſtein ſich aufhielt), au
umwobenen Taunushöhe eine gewaltige Volksmaſſe, um
be=
den Freudenfeuern das Andenken an die Völkerſchlacht
lich zu begehen. Das Jahr 1817 führte dann zuerſt die Hat
auf den Berg; 1926 zogen die Hanauer gemeinſam mit den
hinauf. In ihrer Begleitung befand ſich der damals ſchon
Adolf Spieß, der als Schöpfer des Schuſturnens ſpäter
gewordene Heſſenſohn (geboren in Lauterbach). Solche A
wurden in den folgenden Jahren immer häufiger unterr
führten 1844 ur Abhaltung des erſten Feldbergfeſtes. Geg
ſchen hatten ſich am 23. Juni genannten Jahres auf der Ber
ſammelt, darunter viele Sänger und etwa 200 Turner. Aug
Freiligrath, der Dichter der deutſchen Freiheit, befand ſie
Beſuchern. Die Frankfurter Geſangvereine trugen, geführ
gentenſtab Heinrich Neebs, des Gründers des Frankfurte
Männenhors (geboren in Lich), wuchtige Maſſenchöre vor:
Turndater Auguſt Ravenſtein hielt die zündenden Feſtred
Hanauer Turnwart Auguſt Schärttner, 1848 als Anführer
Turnerſchar bekannt geworden, ließ die Turner zu den u
treten. Volks= und Vaterlandsfreunde ſtellten ſich in der
Jahren in den Dienſt der großen vaterländiſchen Sache
u=
das Feſt, ſo M. Kuhl=Butzbach, Fritz Emminghaus=Uſingen,
Dichter der Taunushöhen. Aber ſchon bald trat der Um
Die reaktionären Regierungen waren dem Turnen feindlich
das 6. Feldbergfeſt konnte 1849 nur nach Ueberwindung ſchw
niſſe abgehalten werden. Das Feſt wurde vom der landgräf
giſchen Regierung, der der Gipfel des Berges zum größten
unter Aufbietung der geſamten Militärmacht unterſagt un
den Fuchstanz verlegt, ins Gebiet der Freien Stadt Fran
die den Turnern und ihren Beſtrebungen gegenüber zu
ſamer war.
In den folgenden Jahren war an eine Abhaltung in de
Form überhaupt nicht mehr zu denken. Auch für den N
Wiesbaden und den Schrenzer bei Butzbach wurden die behi
nehmigungen verſagt. An Stelle des Turnens ließ man
nere Wanderungen auf den Feldberg treten. Erſt Mitte
Jahre zeigte ſich wieder die Morgenröte einer beſſeren 2
hördliche Druck ließ nach, und die Turner konnten ihre Ti
ſam wieder aufnehmen. Von 1859 ab wurde das Feldbergf.
Ausnahmen alljährlich abgehalten. Nur 1861 ſuchte der
Reaktion der Veranſtaltung nochmals ein Hindernis in
legen. Landgraf Ferdinand von Heſſen=Homburg wollte
möglich machen, indem er auf dem ihm gehörenden Teil
eine Fichtenpflanzung anlegen ließ, die aber als turnfeindlich
niemals gedieh. Von 1919 an war die Bergeshöhe für die 2
die Beſatzungsbehörde geſperrt; die Feſte wurden aber in
ren auf dem früheren Homburger Truppenübungsplatz zu
Feldberges, der aus der Ferne ſein= Turner grüßte, glät
geführt, zum Teil bei außerordentlich ſtarker Beteiſigung
durften die Turner aus der Verbannung auf, die liebe
zurückkehren, wo ſich das Feldbergfeſt wieder in ſeiner ga
minderten Schönheit und Friſche entfalten konnte.
Außer Landgrafen, Landräten und ſonſtigen Machthabe=
Feldbergfeſt bis in die neueſte Zeit oft noch einen mächtig
ſacher: das Wetter, das gar manchmal die Durchführut
anſtaltung verhinderte. Kälte, Sturm, Regen oder Nebel ſt
hohe Anforderungen an die Wettkämpfer. Wenn ſich die
dem Trutzſpruch „Sturmesſaus, Wetterbraus, hält den Tur
Haus” über die Tücken des Bergfeſtes allezeit hinwegſet
wünſchen wir aber doch dem wohlvorbereiteten Jubelfeſt
Senntag einen Verlauf, der einmal nicht geſtört wird duu
Wetter, den traditionellen Beſtandteil der Feldbergfeſte.
* Kreisliga Südheſſen.
Der letzte Sonntag ſah wieder ausſchließlich die derze
unſeres Kreiſes in Front, und zwar wieder allgemein
Gegner. So hatten die Olympianer aus Lampertheim
Rivalen aus früheren Verbandsſpielen zu Gaſt, und zwar
meiſter von Untesbaden, Amicitia=Viernheim. Die Gäſte,
guten Kreisliga=Fußball demonſtrieren, waren den Einhe
verſchiedener Beziehung etwas über und konnten deme
einen glatten 2:0=Sieg buchen. Bei Lampertheim klappte es
diesmal nicht wie ſchon ſo oft, ſo daß die Olympianer nicht
Ehrentreffer erzielen konnten. Eine Niederlage mußte
Bürſtadt einſtecken, und zwar verloren die Raſenſpieler &
aus Kreuznach 3:0. Auch hier konnten die Einheimiſchen 1
den Ehrentreffer buchen, was vor allem darauf zurückzuft
daß die Bürſtädter ſich keine allzu große Mühe gaben und
im übrigen recht eigenſinnig und zerfahren ſpielte. Beſſer
diesmal die Wormſer Olympianer, die in Mombach nach aut
Kampf einen 2:1=Sieg errangen. In Biblis war das Rück
Abenheim in letzter Minute abgeſagt worden, dafür erfren
Liga=Reſerve mit einem 5:1=Sieg gegen Gernsheim. Norn
ligheim konnte gegen F.V. Bobenheim nur ein Unentſchiede
ausholen, während Sp.V. Worms=Hochheim gegen
SpP=
ſogar eine 3:1=Niederlage einſtecken mußte.
Beginn der deutſchen Hochſchulmeiſterſchaften. Die Te
in München. Am Donnerstag wurden in München die dent
ſchulmeiſterſchaften im Tennis in Angriff genommen. Der
der Kuhlmann, der hier für Berlin ſtartet, ſchlug den S
Hencke 6:3 6:4, Seriba=München fertigte ſeinen Landsmann.
6:0 ab. Von den weiteren Ergebniſſen iſt noch das Doppe.
Tübben (Berlin) gegen die Darmſtädter Kraft=Deutler 75
zuheben. — Vorher wurde die Münchener Hochſchulmeiſte:
ſchieden. Das Herren=Einzel gewann zum dritten Male
durch einen 2:6 13:11 6:4 6:1=Sieg über Roderwald. Ill „
ſtreiten Roderwald=Peterſen und Oſtermeier=Schetelig 902 S
An der Erſten Deutſchen Kunſtflugmeiſterſchaft, die Hm
Düſſeldorf ſtattfindet, wird einer der ausſichtsreichſten Det
Mainzer Buckler nicht teilnehmen können, da er aus
Gründen nicht in den Beſitz einer konkurrenzfähigen Wclee
konnte.
Olympia=Kurſus der Dauen. Am 30. Juni und 1. Ilt
Leipzig ein Olympig=Uebungskurſus der Freiſtilſchwimmeriſte
werden eingeladen: Reni Erkens=Oberhauſen; Lotte Lehlſt”
Dorle Schönmann=Dresden; Annie Rehborn=Bochum;
Stettin; Gertrud Mörſchel=Darmſtadt; H. Wunder”
Tod auf dem Sportplatz. Aus Frankreich kommt oe
dem tragiſchen Tod eines jungen Sportsmannes. In Bele”
Basketballſpieler namens Muhr ſeinem Kugelſtoßen ie
Freund Lacroix in die Wurflinie und wurde von der Rüh”.
Schläfe getroffen. Der Schädelbruch, den er dabei erhüs
ſeiner Ueberführung ins Krankenhaus ſchon nach wenigel. Re
nen Tod heubei. Dieſer traurige Vorfall muß erneut 0ls 2
äußerſter Vorſicht beim Trgining und der Einteilung ”.
gruppen auf allen Sportanlagen dienen.
vo
t ſich kür
rſchiedener
Er geicht ihm aufs
u Buſe hinter dem
hiert... wie der 2
i Nepinſchen Bilde!
ier Colſtoi Metro
M er etwas zerſtreut
zilie durch die
Abſpe=
itutiſten für die Maſſ=
Dr Vegiſſeur warf e
Mutelte den Kopf ur
„Nein, Sie kann
un ruſſiſcher Cyp!”
Ea1.
-ark
N
Ad4s
P1
TtArAeT Trrz
24. Zuni 1928
Graf Alexander Colſtoi, ein Sohn des Dichters Leo
(ſtoi, hielt ſich kürzlich in Hollywood auf, um die
Ver=
rung verſchiedener Werke ſeines Vaters zu überwachen.
gleicht ihm aufs Haar, und man hat ihn auch ſofort in
Bluſe hinter dem Pfluge zu Veklamezwecken
photogra=
ert ... wie der Alte von Jasnaja Poljana auf dem
pinſchen Bilde! Vor einiger Seit beſuchte Graf Alexan=
Colſtoi Metro Goldwyns Atelier in Culver City, aber
er etwas zerſtreut iſt, verwechſelte er die Eingänge und
Ilte durch die Abſperrung, an der gerade ein Hilfsregiſſeur
atiſten für die Maſſenſzenen in „Auferſtehung” auswählte.
r Negiſſeur warf einen prüfenden Blick auf den Grafen,
üttelte den Kopf und ſagte:
„Nein, Sie kann ich heute nicht brauchen. . . . Sie ſind
in ruſſiſcher Cyp!”
Der Cantalus unſerer Seit. — Statiſtenlos.
In Hollywood muß man, wenn man vom Statieren leben
ill, ein Cyp ſein. Central Caſting, ein
Engagements=
zureau für Statiſten, hat gegen 18000 Namen unter
fol=
enden Nubriken verzeichnet:
Blonde, Gefärbte, Komiker, Charakterſchauſpieler (junge,
ittleren Alters, alte), Cänzer, Exoten, Fette, Fechter, Gut=
Tgezogene (junge, mittleren Alters, alte), Schlittſchuhläufer,
uden, Südländer (junge, mittleren Alters, alte),
Langhaa=
ge, Kammermädchen, Manneguins, Schwimmer, Leute, die
e Hauptkräfte in lebensgefährlichen Situationen vertreten
ollen, Dünne, Dicke, Lange, Sahnloſe, Kahlköpfige, Leute
it Warzen, Chineſen, Cowbous, Koakainiſten, Proletarier,
miformierte, Kellner, Damenkomiker, Spieler, Gendarmen,
indus, Indianer, Jockeys, Maskenkünſtler, Mexikaner,
werge, Einbeinige, Leute ohne Beine und Arme,
Buck=
ge, Akrobaten, Ciere d. h. Menſchen, die Ciere ſpielen
vollen), Bärte und Haushofmeiſter.
Es lebt in Hollywood ein alter franzöſiſcher Marquis
tit großem weißen Bart, den er jeden Morgen in Milch
Echt, damit er richtig glänzt. Wenn ein Negiſſeur eine
dirklich vornehme Geſellſchaft mit einem „pere noble” unter
en Gäſten filmen will, muß der Bart dabei ſein . . . und der
llarquis hat deshalb faſt alle Cage zu zehn Dollar beſetzt.
Der Bart iſt ſeine Exiſtenzberechtigung, ſein Calent, ſein
Vermögen.
Nicht alle ſind ſo glücklich. Ein gewöhnlicher Filmſtatiſt
ekommt 7 Dollar 50 Cents für den achtſtündigen
Arbeits=
ag, aber die wenigſten haben mehr als zwei Cage
wöchent=
ich beſetzt, oft müſſen ſie monatelang auf einen kleinen „Job‟
Harten. . . . Ihre Seit vergeht damit, daß ſie vergeblich ſich
ſetzen, hoffen, hungern! Die Welt der Statiſten iſt eine
Dolle. Crotzdem hören die Leute nicht auf, aus allen
Gegen=
en der Erde heranzuſtrömen. Vielleicht kommt eines Cages
2ie günſtige Gelegenheit, von der ein jeder träumt, vielleicht
oird das Geſicht gerade dieſes Statiſten das muſtiſche T
aufweiſen: Der Abſtand zwiſchen Mund und Augen, die
vertikale Linie, muß nämlich — meint man — genau
der=
elbe ſein, wie der Abſtand zwiſchen den Pupillen, die
hori=
ontale Linie, damit das Geſicht ſich zum Photographieren
2ignet! Eine einzige Geſellſchaft hat 150 ehemalige Polizei=
Deamte angeſtellt, nur um den Andrang vom Atelier
fern=
ühalten. F. A. Datig, der die Statiſten für „Famous
Illuſtrierte Wochenbeilage
IHEAIn
Bilder aus Hollywood.
Von H. Helſſen.
Plauers Lasky” anſtellt, iſt berühmt als der Mann, der
50000 Geſichter kennt. An dem Cage, an dem Univerſal
„Onkel Coms Hütte”, zu drehen begann, meldeten ſich
60 Aſpirantinnen für die Nolle der kleinen Eva, 60 faſt
gleiche Mädchen, alle mit gelben Ningellocken. Wenn ich
morgens nach einem Atelier komme, ſehe ich gewöhnlich
außerhalb der Sperre eine Verſammlung merkwürdiger
Per=
ſonen .. . oft Leute mit viel Haar, langelockte ruſſiſche
Pro=
pheten, Propheten irgendeiner Geſundheitsbewegung in
aus=
gebleichten, bindfadenartigen Lumpen. Wenn ich abends
fortfahre, ſitzen ſie noch da.
Als der junge Fairbanks — Doug junior — im Fox=
Atelier als „PAiglon” zur Probe gefilmt hatte und wir über
die Straße zu ſeinem neuen Auto, einem Weihnachtsgeſchenk
des Vaters, hinübergingen, wurde er von Invaliden umringt,
die auf eine Beſchäftigung in irgendeinem Kriegsfilm
war=
teten. Er ſtand mitten in der Sonne, geſchminkt als der
Herzog von Neichſtadt und in derſelben Cracht mit der
weißen Gardenia, die Sarah Bernhard in der gleichen Nolle
auf der Bühne trug. Die Autos jagten die Weſtern Avenue
hinab. Nings um ihn herum auf dem Aſphalt krochen
Männer ohne Beine, andere ſchwangen die Krücken: „Hallo,
Doug!‟. Denn jeder fühlte ſich als ſeinesgleichen.
Offiziere aus europäiſchen Armeen, die vor wenigen
Jahren einander bekämpften, ſtehen nun kameradſchaftlich
Schulter an Schulter im Kampfe ums Daſein an Hollywoods
breiter Front. Militärs der verſchiedenſten Nationalitäten
ſuchen das Glück, das Abenteuer und das tägliche Brot beim
Film.
„Wir haben allmählich Vertreter der Heere aller Länder
bei uns!” ſagte Ernſt Lubitſch zu mir, während vor dem
Atelier junge, blonde Germanen vom Kriegertyp zu
Hun=
derten anrückten, um als Couleurſtudenten in „Alt=
Heidel=
berg” zu filmen.
Spen Gade hatte unlängſt unter ſeinen Statiſten einen
früheren ruſſiſchen Offizier, der ſich in ſeiner glanzvollen
Vergangenheit einen Nennſtall gehalten und deſſen Pferd
kurz vor dem Weltkrieg das engliſche Derby gewonnen
hatte.
„Das kann ſelbſtverſtändlich jeder verſuchen, mir
ein=
zureden”, ſagte Gade, „aber der Nuſſe zeigte mir Nummern
des „Graphic” und des „Illuſtrated London News” mit
Abbildungen des Ereigniſſes. Er hatte nicht aufgeſchnitten.”
„Mit den Deutſchen iſt es am leichteſten zu arbeiten,”
ſagt Lubitſch, „ſie übertragen die militäriſche Diſziplin auf
Jeden Morgen kocht der Marguis ſeinen großen, weißen
Bart in Milch.
Nummer 26
den Film. Ich hatte neulich einen Grafen Soundſo. Er
ſpielte einen Portier, ein feudaler Ulanenritter in
Portiers=
uniform! Aber er ſchlug die Hacken zuſammen, nahm
Hal=
tung ein und ſagte: „Su Befehl”. .. Ich war ſein neuer
Chef, das war ſein ganzer Unterſchied gegen einſt und jetzt.”
Von den 7 Dollar und 50 Cent, die ein Filmſtatiſt täglich
bekommt, wenn er oder ſie ſo glücklich iſt, Beſchäftigung zu
haben, müſſen ſie nicht nur zurücklegen, um in arbeitsloſen
Seiten durchzukommen, ſondern ſie müſſen auch auf die
teuere Garderobe abzahlen und die wöchentlichen Naten für
das Auto aufbringen — denn ohne Ford können ſie die
Ent=
fernungen zwiſchen den Ateliers gar nicht überwinden — und
Einer von Achtzehnkanſend.
außerdem ſich körperlich gut im Stande halten. Sie leben
nur von ihrem Außeren, und deshalb geht auch ein großer
Ceil des Verdienſtes für Schönheitskliniken, Geſichtsmaſſage,
Dauerwellen und — bei Männern — für Hoſenaufbügeln
und Friſeur darauf. Für das Eſſen bleibt nicht viel übrig.
Ein Sandwich und eine Caſſe Kaffee am Schanktiſch ſind
ſchon ein feines Frühſtück.
Deshalb ſteht immer als beſonders tragiſches Bild ein
Auftritt bei Samous lauers Lasky vor mir, wo man auf
einer der großen geſchloſſenen Bühnen „Evening Clothes”
mit Adolphe Menjou in der Hauptrolle drehte. Die Szene
ſtellte ein mondänes Neſtaurant oder einen Nachtklub vor,
halbgefüllte Champagnergläſer ſchmückten die Ciſche. Auf
dem Büfett prangte eine Unmenge kalter Gerichte, alle von
peinlicher Echtheit: mächtige Lachſe, mit Crüffelſcheiben
garniert, gebratene Spanferkel mit Sitronen in der Schnauze,
gefüllte Puten und Spargelſalat. Und vor dieſen
Herrlich=
keiten ſaßen die Statiſten und warteten und warteten.
Stun=
denlang hatten ſie ſchon ſo ſitzen müſſen.
Adolphe Menjou arbeitete an einigen Großaufnahmen
nebenan, und erſt, wenn er damit fertig war, konnte die
Reihe an die Neſtaurant=Bilder kommen. Der Duft des
raffiniert zubereiteten Eſſens ſtieg indeſſen den
unterernähr=
ten Männern und Frauen in die Naſe. Die Eisblöcke unter
dem Kavjar wurden erneuert, der Champagner ſtand ab in
den Gläſern. Aber vielleicht berührte das nur mich. Die
Statiſten haben ſich daran gewöhnt, in einer Scheinwelt zu
leben, immer in den eleganten Kleidern anderer Leute in den
Näumen anderer aufzutreten, wo das Eſſen anderer Leute
aufgetragen wird.
Ich bin gerade bei Paramounts im Bureau, als aus
New York angerufen wird. Die Stimme am anderen Ende
des Kontinents ſagt: „Hier iſt B. A. Holmes. Ich ſuche
Arbeit für meine Frau beim Film. Sie iſt brünett, fünf Suß,
drei Soll groß und . . ." — Paramount erwidert: „Dieſes
Geſpräch hätten Sie ſich ſparen können. Schicken Sie Ihre
Frau an eines von unſern Ateliers nach Long Island
hin=
über, dann kann man ſie ſich dort anſehen. Und laſſen Sie
je nicht in die Nähe eines Suges nach dem Weſten kommen.
Hier iſt alles voll, Wiederſehen!” —
Neiſe nicht nach Hollywood, um zu filmen. Es iſt eine
Hölle.
Antg4
IHEA
HAABAHHHEHHAAHAAHEAHHIEA
IEAAA
Von Walter Schweter.
Ein Pfmgſtwunder war’s. Nach vielen Frühlingswochen
voller Winterkälte und Näſſe ſteht unter dem Münſterturm zu
Freiburg der erſte Feſttagsmorgen ſo vielverheißend vor unſerer
Herbergstür, daß man auch vom ſchönen Breisgau ſich nicht
ſchwer zu trennen vermag.
Heute habe ich meine Sach’ auf nichts geſtellt, frage nicht,
wo im Wasgenwald ich ſchlafen werde und nach keinem Wege.
Heute bin ich Gaſt der Darmſtädter „Falken” und ihre Führer
ſind meine und ihr Horſt der meine. Abenteuerfroh fahren wir
durchs Markgräfler Land, und in der Erwartung all der
geprie=
ſenen Schönheiten des verlorenen Landes auch dann noch guter
Dinge, als wir ſtatt in Müllheim „uf der Poſt, tauſigſappermoſt,
en quete Wi z’trinke”, wie unſer Johann Peter Hebel, darüber
hinaus und über die Grenze müſſen. Es geht aber doch alles
heute? — Noch ſind die Granattrichter von den letzten Kämpfen
Naſe anſieht.
Auf Sennheim fahren wir zu, in die Bergecke, wo vor rund
neunzehnhundert Jahren ſchon die Germanen mit den Galliern im
Kampfe lagen, der Suevenkönig Arioviſt und Cäſar. — Und
neben den Hunderten von Grabkreuzen im Silberloch und
nicht verwachſen, noch hemmt der Stacheldraht das Streifen
ſeitwärts der Bergpfade. Auf dem Hartmannsweilerkopf ſteht
neben den Hunderten von Grabkreuzen im Silberloch und den
den hohen zerſchoſſenen Vogeſentannen ein friſch aus hellen
Baumſtämmen errichtetes Nieſenkreuz. Ein Gebet und eine
Mahnung. Heute, am ſchönen Pfingſtſonntagmorgen wandern
Hunderte, Freund und Feind, im Roſt der ſtundemweiten
Draht=
verhaue, durch Balken und Bretterwerk, durch die noch
eiſen=
feſten Unterſchlupf= und Beobachtungskatakomben im Gefels des
ſo heiß umſtritten geweſenen Bergkopfes, der wie kein anderer
die ganze Vheinebene bis zur Schweiz beherrſcht. Es wogt unter
dem blauen Lenzhimmel im Lied der Lerchen und dem
Finken=
ſchlag von franzöſiſchen und alemanniſchen Lauten, von bunten
Mädchenkleidern, von Käppis und Wanderhüten, von blonden
und dunklen dachloſen Schöpfen. — Manche Wunde wird wieder
aufgeriſſen, im Nachwehen von Cod und Grauen aber auch manch
neues Band geknüpft. Wie die Cauſende von zerſchoſſenen
Cannen, kann auch das franzöſiſche Nationaldenkmal — aber
nur des fehlenden Geldes wegen — nicht weiterwachſen. Ach,
wemn ſie nur das Kreuz ſtehen ließen.
Ich folge dem Bruder, der durch das faſt undurchdringliche
Gewirr von Löchern und Gräben, von Betonblöcken, Mauern,
Brettern, Wellblechteilen und Stacheldraht, von Selſen und
Dorngeſtrüpp ſeinen alten Kampfplatz ſucht, und gedenke des
anderen Bruders, der ſein Leben dahingeben mußte.
Auch Sennheim, in dem unſer Marſch beginnt, und Uffholz,
durch das wir zuerſt marſchieren, tragen, wie ſo viele Vogeſen=
Studentin.
Eine Feriengeſchichte.
Von Eliſabeth Darge.
Dieſe Geſchichte iſt wahr und ein bißchen kompromittierend
für meine Freundin Anni. Aber ſie ſpielt in einem Sommer jener
Jahre, die, Gott ſei Dank, ſo ſchnell hiſtoriſch geworden ſind,
daß man ihre Geheimniſſe ausplaudern darf. In der
Millionen=
oder Millardenzeit. Jedenfalls... war es damals „wüſt”, wie
wir Studentinnen zu ſagen pflegten.
Anni war die tapferſte unter uns. Das heißt, unter denen,
die nicht von Vaters Caſchen lebten, ſondern „werkſtudierten”
— Stunden gaben, tippten, nähten, Perlenketten fädelten und
in der „freien” Seit Kolleg hörten. Die Studentenhilfe ſtand
erſt in ihren Anfängen, überdies waren wir Mädels ja die
Stiefkinder der Alma Mater. Alſo, wir hungerten uns durch.
(Aber ſo lachend das nackte Elend ertragen, das konnte keine
wie Anni. Als ich ſie kennen lernte, wohnte ſie, weil „möbliert”
zu teuer war, in einem vollſtändig leeren Simmer. Mitten drin
ihr ſtolzer Beſitz: ein Feldbett. Auf einer umgekippten Kiſte
eine rieſige Waſchſchüſſel. Nund um das Feldbett lief Anni auf
den Händen, weil das gut gegen die Melancholie ſein ſollte. Die
Waſchſchüſſel erſetzte eine komplette Kücheneinrichtung. In ihr
ſchlug ſie „Schlagga” — wiſſen Sie noch? Ein roſafarbenes, nach
Leim riechendes Pulper in einer kleinen Cüte Co ziemlich das
dörfer, in ihren Grabenbrücken aus den zurück gebliebenen,
ſtäh=
lernen Schutzſchildern und im zerſchoſſenen Mauerwerk noch
immer die Seichen des Krieges, in den nagelneuen Wohnſtätten
und überaus ſtattlichen neuen Kirchen aber auch die Seichen des
„Sieges”. Vor der Wanderung über den Molkenrain,
Hart=
mannsweilerkopf, Freundſtein und Sudelkopf zum Großen Belchen
laben uns in der gemütlichen „Elſaſſerſtuwa” zu Uffholz
Morgen=
imbiß und Mittagsmahl zugleich. Das kann aber auch leicht
ge=
ſchehen, hier, wo man für ſechs Franken, alſo eine Mark, ſchon
einen Liter guten Wein und für einen Viertelfranken, alſo
zwanzig Pfennige, ſchon ein ſchön fettglänzend=gebackenes Ei mit
dem notigen Weißbrot bekommt, und dementſprechend wohlfeil
auch alles andere. Viel teurer war’s auch auf dem höchſten
Vogeſengipfel nicht, und für einen guten Ferienaufenthalt wäre
der Wasgenwald wohl zu empfehlen; nur muß man ſich ſtets in
alemanniſchen Gaſtſtätten einzuniſten ſuchen, die uns überall mit
ihrer Sauberkeit und Freundlichkeit recht anheimelten, im
Gegenſatz zu den anderen. Man ſtärkt dort durch einen Beſuch
auch das, wie wir ſahen, wieder wachſende Gefühl der
Verbun=
denheit mit denen über dem Rhein. Und nicht nur im Wirtshaus
wurden wir freundlich empfangen, ſondern auch in Straßen und
Gaſſen. Und wenn die dreiundvierzig derbbeſchuhten,
braunge=
brannten jungen und alten Geſellen vom heſſiſchen Wanderverein
mit deutſchem Lied und deutſchem Saitenklang im feſten
Gleich=
ſchritt dahinzogen, da öffneten ſich nicht nur Fenſter und Cüren,
ſondern auch Herzen, und ſo manches wohltuende Wort iſt uns
zu= und nachgeflogen und wird auch weiterleben, hier und dort.
Auf dem Freundſtein, nicht weit mehr von unſerem
Abend=
ziel, dem Großen Belchen, den man jetzt ſo unſchön „Grand
Ballon” nennt, iſt eine kleine, freundliche elſäſſiſche Wirtſchaft,
mit kleinen, freundlichen elſäſſiſchen blonden und ſchwarzen
Mädchen. Aber groß, überwältigend groß und weit und ſchön
ſind Himmel und Erde darum, und groß und weit die Luſt, als
der leichte Canzboden über den grünen Matten vor den
märchen=
blau auf= und abgehenden, unzählbaren Wasgaukuppen, mit
ihren Schneehängen, mit den dunklen Wäldern und tiefen Cälern
dröhnt von den Genagelten der „Falken” und klingt vom
hin=
reißenden Spiel unſerer tüchtigen Muſikanten, und es bedarf des
ganzen Führeranſehens, um die Schar weiterzuführen. Noch ein
Lied erklingt, das vom „wunderſchönen deutſchen Rhein”, von
franzöſiſch und deutſch Denkenden gleich kräftig geſungen, ſo wie
einige Stunden ſpäter im Beichengaſthof Deutſche, Franzoſen
und Engländer — freilich in der Wein- Canz= und Singfreude
— gemeinſchaftlich in das ſchöne Land hinausſchmettern, daß es
wr einen deutſchen Vhein gibt. Aber draußen, fern von
Frack und Lachſchuhen, iſt der Völkerhaß ja meiſt auch nicht halb
ſo arg, als er ſonſt ſcheinen mag.
einzige Eßbare, was man ohne Marken bekam); wenn man es
ſchlug, ſo gab es ein Meer von klebrigem Schaum, das in der
Waſchſchüſſel giſchtete. Es ſchmeckte zwar abſcheulich fad, aber
man konnte faſt glauben, man ſei ſatt. Eine feine Sache. Noch
dazu bekam man die ſchlanke Linie gratis.
Aber wie das ſo kommt bei der ſchlanken Linie — eines
Cages, kurz vor dem Staatsexamen, macht man ſchlapp und
muß auf Erholung. Arme Anni! Einmal war ſie von der
Stu=
dentenhilfe auf ein Landſchloß geſchickt worden zu fünf ſteinalten
Komteſſen. Da hatte man ſie freilich gut gefüttert, aber allzu
deutlich zu verſtehen gegeben, daß ſie ein ganz unmögliches
Mädchen ſei. Es fehle ihr durchaus die hochgeſchloſſene
Hemd=
bluſe. Und das war richtig! Denn ich muß geſtehen, die gute
Anni beſaß wirklich nichts weiter als zwei Dirndelkleider. Ein
rotes mit grünen Blümchen und ein grünes mit roten Blümchen.
Von Hut natürlich keine Nede. Und an den Füßen
Holzſan=
dalen. Nein, ſie ſtand beim beſten Willen keinem gräflichen
Haushalt an. Keine zehn Pferde hätten ſie noch einmal
hin=
gebracht.
Ubrigens mußte ſie diesmal an die Oſtſee. Immer ſah ſie in
ihren Cräumen die blaue See mit blinkenden Spritzern;
viel=
leicht als Neflex des „Schlagga”=Meeres, deſſen kitſchige Farbe
nicht mehr zu ertragen war? Dunkle Andeutungen von einem
kühnen Neiſeplan machten uns neugierig. Plötzlich war ſie weg.
Hinterließ: Saßnitz. Und was nun kommt, erfuhr ich erſt,
nach=
dem ſie, bronzefarben und munterer denn je, ihr Staatsexamen
bereits beſtanden hatte,
Heiß bremt die Frühlingsſonne auch noch be
ſtieg zum Gipfel des Wasgaues, mit ſeinen 1426 Mat=
auf der ſonnumglühten Kuppe weht ein friſcher Wind
man ſich hinter dem ſchweren Granitblock des Oenſm=
„Diables bleus”, die tapferen ehemaligen Vertei
muß. — Welche Fernſicht hier oben hinüber zum
Sch=
in die Schweiz hinein und über die unüberſehbaren,
grin=
der Vogeſen. Am Abend war alles leicht umſchleier
Alpen unſeren Blicken entzogen. Dafür ſtanden ſie
in=
genfrühe des nächſten Cages aber auch wie eine Fata
am Himmelsrand, Mönch, Eiger und Jungfrau ſich
ſchön und leicht erkennbar abhebend. — Wir hätton
auch den ſchönen Sonnenaufgang über den dunklen
Sch=
höhen in unſeren molligen Swergenbettchen ſchier n
wenn unſer Längſter nicht ſehr viel größer geweſen
das Schneewittchen, und ſo in der Enge um einen
Nachtruhe gekommen wäre.
Mit Sang und Klang gehts in der Frühe weiter
den. Immer ſchöner wird der Weg, der jetzt über den
und den Nothenbacherkopf zum Honeck führt, zum zu
Vogeſengipfel. Wohl glüht wieder die Sonne. Aber d.
wind bleibt um uns, die Lerchen jubilieren, der Himn
wolkenlos über die Matten des Gebirgskammes.
von den großblütigen Bergſtiefmütterchen und Schl
von Narziſſen und Alpenanemonen. Immer wieder
Winde leiſe verwehend, das Lied unſerer Jüngſten, die
aus oder weit hinterdrein ſind, und auch im ſtarrſte
Winterſchlaf liegenden bemooſten Wäldche den
Finken. Vorüber ziehen wir an den für die Vogeſen
riſtiſchen, ſchmuckloſen, weißen Steingehöften, den *
jähen Selsſtürzen, Schneewehen, über ſanft gewölbt
weite Matten und Steinhalden, immer in einer Höhe
tauſend Metern bleibend und immer über tiefen 8.7
verſteckten Siedlungen und kleinen, dunklen Seen. Stei.
Hänge hinab in die Schluchten von St. Amari. 2
Metzeral, die Gebiete von Moſel und Rhein. Und
Cannenwälder wieder dunkel an die Bergwände drän
rauſchen und die ſchwarzen Augen der Seen aus
Cälern heraufblitzen, da iſt auch das Hochland wiede
Schwarzwald ähnlich. Sonſt glaubt man ſich viel e
Alpen verſetzt. Es iſt rührend, zu ſehen, wie die Buch
hier bis in die höchſten Negionen wagen und ſich ſelb
Moos und Flechten umhüllen und ſich tief ducken
nicht zu erfrieren und fortgeriſſen zu werden, tief il
Arme breiten über die Pflänzlein, die unter ihnen Sck
haben und nun, wo alles ringsum noch in winterlick
liegt, ſchon fröhlich blühen und grünen. So
hilfsber=
hier oben. — Und in den lauten Cälern? —
Auch an die moorige Quelle der Moſelotte ſin
kommen und haben bald darauf vom Honeckbuckel w
weit ins Land geſchaut und noch einmal den Weg ve
wir vom Belchen aus gegangen ſind. Am Abend
Schlucht, auf der alten deutſch=franzöſiſchen Grenze, a
lange hinüber und herüber gewechſelt ſind und imn
darüber erſtaunt waren, unſer großes D auf den alte
Granitgrenzſteinen noch unverletzt zu ſehen. Dafür
ä=
uns in Schlucht dann mit anderen Dingen, die uns d
niſchen Gaſtſtätten in immer beſſerem Lichte zeigten. 4
aber waren gut, und ſo auch der Schlaf, und friſch wi=
Cage gings am Pfingſtdienstag auf dem Kamme weiter
und Klang. Jetzt läßt ſich auch wieder das Knieholz
ſehen, das oft wie die vermodernden Geweihe von tau
welthirſchen die abgeſtorbenen weißen Sacken über /
reckt.
Unſer Wanderziel ſind die durch eine hohe Grani
trennten beiden Hochſeen über dem Cal von Urbeis
mer, der ſchwarze und der weiße, die einſam und we
ihren Steinwänden liegen. Noch ein friſcher Crun.
Quelle am zweiten Seeſpiegel, ein letzter wohlfeiler
Imbis im Cal und dam vorüber am Kayſersbers
Vogeſenhängen nach Straßburg, der einſt ſo wun
deutſchen Stadt. Ei Gang vom Bahnhofsplatz, mit
ſeit Jahren nicht mehr gewaſchenen Crikoloren, zum
Man trennt ſich ſchwer, fährt wie im Craum zur N.
geht wie im Craum über den Rhein, und kann es
— daß man aus der Fremde kommt.
Früh uu Sün
m ider die Frogen
ia der Meniendichen.
au fanft noch zur Köret
—u ) Mere Vorjahren kant
Mür, keine elektriſchen
D 14pnd, wir brauchen
Anderterlei Auffriſchur
M. überlege dir, wa.
mit ales das tun willſt,
uhiungend geraten haben
14 Mt. Dieſe Seit fe
D Mnft zur Geld hab
9M
zuf
bd1
an
um 5 Uhr aufſteh
11 kaltes Fichte
A wiche und harte B
mut Aaſſagen, Einreit
niet nach unten und ſe
dier allzu arg vern
M prechnet dauert d
Mir ine halbe S
i jrundeine
aſihe Stunde u
M nit gumnaſti
mn ehrkurs oder ei
M Behandle nach
it bein Gelicht,
Rh haden (Kneten, Stre
ainse nig haſt, kurzum, m
Cyg. Um zwölf Uhr ſet
ut defür mußt du nich
eſigmal, verſchluck die
rege dich nimals auf).
einigen, insbeſonde
uhrend du noch bei
uf keinen Fall auf
Ment — i6 Beit legt
id Schritte gehn.
Aa den Sosier
einen Gedank
Nei Denig 8
Nach den gräflichen Erfahrungen hatte es Mr.
ſchienen, die Wurſt am anderen Ende zu packen. Eil.
Daheim” beſagte, daß Frau Müller, zurzeit mit. O‟
Nügen, für ein paar Wochen ein Mädchen für alles
eigenes Simmer, Sonntag frei und Caſchengeld; 2M
zuſehen, warum das nicht eine Anna” ſein ſolie,
und ein richtiger Küchenpudel natürlich, aber ehrlich 4.
ſam? „Daß du dich nicht verrätſt!” herrſcht Annt Mk.
Menſchen an, „du ſchreibſt „das” mit 6, und ſa9ſ
m Schlaf das gotiſche Vaterunſer auf!‟. Die Bewer”
poſtwendend angenommen, ein Dirndlkleid und del. *
ſind ſchnell gepackt, und ab ſauſt die hagere Anic.
Saßnitz! Da ſie die Stunde der Ankunft nicht ang:”
klappert Anni in den Holzſandalen erſt einmal del *
entlang. — Himmel, wie zauberhaft iſt das, eint Plet
See von faſt unwirklicher Bläue, die Brandung ie"
dann ſteigt ſie in den golddurchfluteten Buchenwal. 2
ennet die Wiſſower Klinken entlang, die Kreideſele
ſchneeweiß leuchten, und macht einen Luftſprung, V
See zwiſchen den Bäumen hindurchſchimmern Ne9”
ſchöner, als ſie ihr im Craum erſchien; o, ſie iſt 9üche.
aus dem Freudentaumel erwacht, fällt ihr Frau 200t
nu helpt dat nix, ſie muß zu den weißen Häülern."
zum Ernſt des Lebens. Und zieht mit grundehrlichell. "
bei Müllers ein.
Dort ſind ſoviel Kinder, daß es wirklich mit D
apert, aber als ſie am erſten Morgen acht Pagr 0o9
ſunfär je gewöhnlich mit „appetitanregenden” Olluſtrationen
Geſundheitsgemäße
Lebensweiſe.
Von Gerhard Schäke.
eim. Leſer, gewiß kennſt du einen großen Ceil der tauſend
Früh’ um Fünf aufſtehen, baden —
erſehl über die Fragen des täglichen geſundheitsgemäßen
ug eben- ber Menſendicken, Simmergymnaſtik, Schlankbleiben
zu ind m onſt noch zur Körerpflege zu rechnen wäre, orientieren
ein vollerz
13e Vorfahren kannten keine Sahnpaſta, keine Sichten=
„adelä)r, keine elektriſchen Maſſagen und waren doch
ſchreck-
er?— ich g d; wir brauchen Gymnaſtik, Spezialbäder, Maſſagen
Au ind K erterlei Auffriſchungsmittelchen, und ſind ſchrecklich
nätemgeſ 7 Überlege dir, was du jeden Cag zu beginnen haſt,
ewenn y alles das tun willſt, was dir kundige Aerzte und
Hugie=
niker aigend geraten haben. Su dieſer Uberlegung brauchſt du
„ſreiliai eit. Dieſe Seit fehlt dir, da du überhaupt keine Zeit
m thaſt t rußt nur Geld haben!), denn ſiehe, ſo iſt dein Cag
aus=
ſehen Pr gefülli
um 5 Uhr aufſtehen, baden (am beſten Kohlenſäurebad
oder 7 kaltes Fichtennadelbad), Haarpflege (drei
g auf den ſm=Käm.n beiche und harte Bürſten, Sle, Bay=Num), Hautpflege
wieder in A/Creny Maſſagen, Einreibungen), Sahnpflege (doppelt bürſten,
den Geweit von / nach unten und ſeitwärts), Ohrenpflege (ein wichtiges
vach und er allzu arg vernachläſſigtes Kapitel), Augenbäder
„Mainzu i.
mit gerechnet dauert das alles bis gegen acht. Dann
früh=
e einſarſtückgl; eine halbe Stunde (Djät iſt das halbe Leben!) und gehſt
dann y indeinehalbe Stunde ſpazieren (Wald!). Nuhe darauf
eine e Stunde und fülle die zweite Hälfte der angebrochenen
Stung tit gymnaſtiſchen Ubungen aus (nach einem
vorgeſchrie-
denens hrkurs oder einfache Ubungen mit Hanteln und
Ge=
wichtte Behandle nach dieſer Cätigkeit aufs
ſorgfäl=
tigl) ein Geſicht, denn die Ubungen werden dich warm
gemas Haben (Kneten, Streichen, Maſſieren), raſiere dich, falls
du de/ Stig haſt, kurzum, mache dich ſchön für den „
anbrechen=
den” y. Um zwölf Uhr ſetz dich zu Ciſch (iß wenig, aber
nicht 1”, dafür mußt du nichts trinken, kaue jeden Biſſen
zwei=
undd d gmal, verſchluck dich nicht, rede und lies nicht beim
Eſſerz) ge dich nimals auf). Nach dem Eſſen haſt du dich
ſorg=
jältigl, reinigen, insbeſondere Sähne und Hände. (Aber tu das
MM nicht:/ hrend du noch bei Ciſche ſitzt!) Nach dem Eſſen darfſt
eu d auf keinen Fall aufs Chaiſelonque oder — ums
Him=
melsel n! — ins Bett legen. Nach dem Eſſen ſoll man ſtehn
dder 7 end Schritte gehn. Du wirſt alſo eine Stunde ſpazieren
geher9 Auf dieſem Spaziergang darfſt du einen Apfel (Djät!)
ehenm; deinen Gedanken, vorausgeſetzt . . . ., nachhängen. Du
muß:? k ein wenig Sport treiben, Neiten, Schwimmen, Nudern,
Cennis, was du gerade willſt und was dir beſonderen Spaß macht
Sei immer darauf bedacht — da jetzt Kaffeezeit iſt, iſt’s
ange=
bracht, darauf hinzuweiſen — wenig zu eſſen und diäteſt zu leben.
Vor allem, verſchmähe deine Leibſpeiſen. Sei ein
Mamn (auch wenn du weiblichen Geſchlechts biſt) und verzichte auf
Alkohol, Nikotin, Coffein. Crink Kamillen= und
Lindenblüten=
kee, aber höchſtens früh oder abends, während des Cages hilft
gegen den Durſt klares, kühles Brunnenwaſſer (
Vor=
ſicht: Magenerkältung!) Nun haſt du ein bis zei Stunden Seit,
dich deier Nebenbeſchäftigung zu widmen. Konzentration iſt
alles. Uberarbeite dich nicht, bedenke die Folgen der
Überan=
ſtrengung auf demen Geiſt und deine Pſyche. Um 6 Uhr ſitzt
du wieder an einem möglichſt frugalen Abendeſſen. Oß roh, ſo
wirſt du froh, iß kalt, ſo wirſt du alt. Oder auch nicht. Alſo:
Comaten, trockenes oder geröſtetes Brot, Pflanzenbutter,
Früchte. Nach dem Eſſen gehe vor deiner Behauſung auf und
ab. Dann ſteigſt du ins Bad. Was nun folgt, ehe du dich auf
dein hartes Feldbett (wollene Decken) ſtrecken darfſt —
auch auf dem Ceppich ſchläft’s ſich ganz gut — iſt ſchnell
geſagt: Körperpflege (Sähne, Ohren)), Bäder, Maſſage,
Frei=
übungen. Und noch einmal dasſelbe. — Dieſen göttlichen Cag
beſchließt ein Schluck leicht angewärmtes Waſſer und, o Freude,
ſchöner Götterfunken, ein ſchmuckes, blitzblankes Apfelchen!
So haſt du, Mitmenſch, zu leben, tagaus, tagein, und du
wirſt geſund ſein und allen Kranken ein Vorbild, dir nachzueifern.
Liebe darfſt du niemals über dich kommen laſſen, ſintemal ſie an
Verſchmähe deine Leibſpeiſen.
deinen (nunmehr armſelig gewordenen) Leibeskräften zehren
würde. — Iſt es nicht eine Luſt, zu leben?
Freilich.
Des göttlichen Cages Schluß — ein Apfelchen.
Erziehungsberatung.
Von Erika Borte=Schroeder.
Die neunjährige Lotte hat ein ſchlechtes Seugnis nach Hauſe
gebracht. Schon ſeit einem Jahr iſt ſie den Anforderungen der
Schule nicht mehr gewachſen. Die Mutter beobachtet an ihr eine
zunehmende Angſtlichkeit. Lehrer und Arzt beſtätigen ihr die
Nervolität des Kindes. Es iſt ein Kriegskind, die Not und
Angſt dieſer Seit haben es ſchon im Entſtehen beeinflußt. Auf
nun erneutes Befragen hält eine Lehrerin es für angebracht, das
Kind in eine Förderklaſſe zu tun, während eine andere der Mutter
vorſchlägt, erſt einmal die von der Vereinigung für Erziehung in
Frankfurt a. M. gegründete Erziehungsberatungsſtelle,
Stift=
ſtraße 30, Eingang A, I. Stock, Simmer 18—19 (Freitags von
16 bis 17 Uhr, jedem koſtenlos zugänglich) aufzuſuchen, da ſie,
ge=
meinſam mit der Mutter, Lotte für ein aufgewecktes, normales
Kind hält, das bis vor einem Jahre gut und leicht gelernt hat.
Die Mutter befolgt dieſen Nat und geht mit dem Kinde in die
Erziehungsberatung.
Die pſychologiſch geſchulte Beraterin unternimmt mit dem
Kinde eine kleine, ihm unbewußt bleibende Prüfung, und kommt
gleichfalls zu dem Neſultat, daß Lotte ein intelligentes Kind iſt
und die Aufgaben in der Klaſſe leicht bewältigen müßte. Das auf
ihre Veranlaſſung eingeholte Gutachten der Jugendſichtung
be=
ſtätigt ihr Urteil.
Im Verlauf der nun folgenden Unterredungen mit der
Mutter ergibt ſich der Beraterin, daß die Mutter, ihres
verant=
wortlichen Erziehungsamtes bewußt, in allzu genauer
Pflicht=
erfüllung beſtrebt iſt, ihre Kinder zu tüchtigen Menſchen
heran=
zubilden. Aber es zeigt ſich, daß ſie dieſes Streben überſpannt
hat und Ehrgeiz daraus wurde. Die kleinſten Verfehlungen der
Kinder bereiten ihr Sorge und betrüben ſie. Sie ſtraft nicht mit
Schlägen und Schelten, aber ſie ſtellt die Kinder in einer zu
ſchweren und ernſten Weiſe, die in keinem Verhältnis zu den
Verfehlungen ſteht, zur Nede. Sie regt ſich über jede Kleinigkeit
auf und weint. Einmal, als die beiden Kinder ungehorſam waren,
droht ſie nicht nur, ſie in eine Anſtalt zu bringen, ſondern packt
einige Sachen zuſammen und macht ſich mit den Kindern auf den
Weg zu einer befreundeten Fürſorgerin. Selbſtverſtändlich
ge=
ſchieht dies alles nur zum Schein, um die Kinder einzuſchüchtern.
Während ſolche Behandlung auf die ältere Cochter ohne
nach-
teilige Folgen bleibt, iſt die kleine Lotte, wie die Beraterin aus
der Beſprechung mit dem Kinde allein feſtſtellt, verängſtigt. Lotte
gibt ſich ihr munter und natürlich. Die Frage der Beraterin, ob
ſie wohl auch ein Märchen erzählen kann, bejaht ſie eifrig.
„Welches iſt denn dein liebſtes Märchen?” „Das
Cränenkrüg=
lein”, und ſie beginnt ohne Sögern das Märchen zu erzählen, das
ſie mit den Worten ſchließt: „... aber das Kind konnte keine
Nuhe im Grabe finden, weil die Mutter ſo weinte, da ging es
zu ihr und ſagte: Liebe Mutter, weine doch nicht mehr, das
Krüglein wird mir zu ſchwer”. Auf die Frage: „Weint deine
Mutter viel?” nickt das Kind mit geſenkten Augen. Auf dieſe
Weiſe verrät es der Beraterin, daß die Cränen der Mutter es ſo
ſchwer bedrücken. Aus dem Verlauf der weiteren Unterhaltung
ging hervor, daß Lotte Angſt vor den Lehrern hat, beſonders vor
einem, der die Kinder ſchlägt.
Nachdem die Beraterin ihr Ergebnis der Mutter mitgeteilt
und ihr die Zuſammenhänge erklärt hatte, erkannte dieſe ſelbſt
die zu ſtarken Wirkungen ihrer Erziehungsweiſe auf dies Kind.
Es iſt erſchreckt worden, verängſtigt, entmutigt, es fürchtet be=.
ShLy zwei kräftige Männerſtiefel und die zierlichen Lackpumps
der sfrau zum Putzen vorfindet, gewinnt ſie einen Überblick
Wdem! Jamilie — nicht allein der Sahl nach. Sie begreift auch,
Laß / raum bei der Hausarbeit die Beiſpiele für die Lautver=
/Diel isgeſetze und die Sache mit der Entſtehungszeit des
Beo=
wuk):d repetieren können, wie ſie ſich das gedacht hat. Sie
bear) mit der Seit noch Verſchiedenes. Sum Beiſpiel, daß
D)0 der „gnädigen Frau” und der „Anna derſelbe Weſens=
Untel ed beſteht wie etwa zwiſchen Katze und Vogel..
Gnädige ſieht Anna ſcharf auf die Finger beim Kochen.
Nand ß ſparen heutzutage, das verſteht ſich. Aber Müllers
200 Aft Gäſte, und da ſoll die Anna in einer weißen Schürze
We:An Dirndlkleid Schinkenplatten herumreichen und leckeres
Lutd brutzeln. Die Eier ſind abgezählt und reichen für alle
Mk2 k für Anni, wobei ſie denn wieder einiges begreift. Und
ſchau amt ein dunkler Punkt in meiner Geſchichte. Denn ich
zunm iht verhehlen, daß Anni mir geſtand, ſie wiſſe nun, wie
Du-h Gemauſtes ſchmecke. Wenn man nämlich brav bei
ein Tlehluppe ſitzen ſolle, während einem noch der Schinken=
PA Som Servieren in der Naſe kitzle, und plötzlich in der
SR ammer eine Speckſeite finde, von deren Exiſtenz die
DaM ru nichts zu wiſſen ſcheine — da ſei einem ganz klar, daß
DA Speckſeite durchaus in treuer, fleißiger Kleinarbeit nicht=
S.” gemacht werden müſſe. Frau Müller, Frau Müller, ich
Ne2 Ihnen geſchah recht! Und ſollten Sie beute dieſe Sellen
leſen, ſo dürfen Sie ſich in dem Gefühl ſonnen, daß Ihr Speck
gut angewandt wurde.
Als Anni mir ſo weit erzählt hatte, wollte ſie ſich
aus=
ſchütten vor Lachen. Der erſte Mauſe=Abend hatte damit
ge=
endet, daß ſie eine neue Einnahmequelle entdeckte. Das
Crink=
geld. Dem erſten Herrn warf ſie es an den Kopf. Der hielt das
für einen reizenden Scherz und kniff ſie in die Backe. Da
be=
griff ſie wieder einmal. Machte ein ehrpuſſeliges Geſicht und
bückte ſich nach dem Geldſchein.
Abends war ſie immer ſchrecklich müde. Suchte ſich eine
ſandige Stelle am Strand und warf ſich hin, hörte eine Weile
im Halbſchlaf dem Gluckſen der Wellen zu und ſchlich dann leiſe
in ihr Kämmerchen. An ihr Examen dachte ſie gar nicht mehr.
Da brachte es ſich ſelbſt in Erinnerung und machte dem Anna=
Idyll ein jähes Ende. Denn eines Cages bekam ſie die Ladung
— 14 Cage früher, als ſie angenommen hatte. Das war Pech!
Gerade für die nächſte Woche war eine einträgliche Crinkgeld=
Kampagne in Sicht geweſen. Außerdem iſt Examen überhaupt
abſcheulich. Etwas niedergeſchmettert verlangte alſo Anni, die
Gnädige zu ſprechen und deckte — „jetzt iſt ja alles wurſcht”
ihre Karten auf. Worauf Frau Müller ein bißchen entrüſtet
war, daß man ſie ſo genasführt hatte. Natürlich dürfe „
Fräu=
lein” Anna ſofort abreiſen. . . . Ja, wenn man das gewußt hätte.
... Aber ſie habe ja nicht einmal einen Koffer gehabt. Und
Holz=
ſandalen.
Nun kommt der zweite dunkle Punkt in der Geſchichte.
Nämlich — Anni bet’s kinter den Ohren! Nachdem ſie mein
mitleidiges Herz durch die Beſchreibung ihrer Examens=
Kater=
ſtimmung beſtürmt hat, rückt ſie damit heraus, daß es ein klein
wenig anders geweſen iſt. Nur ein klein wenig! Mit der
Examensladung war zugleich ein anderer Brief gekommen. Anni
hatte einen Freund. Einen biederen Jungen, auch Werkſtudent
irgendwo. Und durch irgendwelchen Sufall hatte er etwas entra
verdient. „Anni!” ſchreibt er. „Acht Cage Ferien für uns beidel
Hau dort ab und triff mich in Baabe!‟. Das Examen war
näm=
lich in der Cat erſt in 14 Cagen. Nun begreife ich Verſchiedenes.
Daß ſie das Frau Müller nicht ſagen konnte, und daß ſie gar ſo
munter wieder bei uns eintraf. . . .
—
D
Nur durch dieſen letzten Streich aber konnte Annis
Ferien=
reiſe das hochdramatiſche Schlußtableau bekommen, das wieder
einmal zeigt, wie uns das Leben in der Erfindung des komiſchen
Effekts über iſt. Als Anni und Fritz ein paar Cage nach dem
Aufbruch aus Saßnitz ſich im weißen Sande von Baabe rollen,
was verdunkelt da den Horizont? Eine Menſchenwolke: Familie
Müller, zwei Eltern, acht Kinder (eine neue „Anna” ſchiebt das
Jüngſte im Sportwaoen), ein paar Crinkgeld=Herren — und
ſchon ſtehen ſie mit offenen Mäulern, ſchon machen ſie kehrt vor
ſolcher abgrundtiefen Schlechtigkeit. „Und die behauptet, ſie ſei
Studentin!” hört Anni noch Frau Müllers Entrüſtung, „ſo
eine.
Aber nein, Frau Müller, ſie irren ſich — ſie war wirklich
Studenti. . . .
ſtändig, etwas verkehrt zu tun, beſtraft zu werden, fürchtet die
Cränen der Mutter. Aus dem verlorengegangenen
Selbſtver=
trauen heraus verringern ſich die Leiſtungen in der Schule,
ent=
ſtehen Hemmungen. Konnte die erſte Beratung nur aufdecken
und anbahnen, ſo vermochten die weiteren der Mutter zu einer
andern Behandlung des Kindes zu verhelfen. Sie verſuchte, die
kleinen Dinge nicht mehr ſchwer zu nehmen, regte ſich nicht mehr
darüber auf, ſondern war fröhlich mit den Kindern und ermutigte
ſie auf alle Weiſe. Lotte, wieder in die richtige Fühlungnahme
mit der Mutter gekommen und durch Vermittlung der Beraterin
zu einem Lehrer gebracht, der die Kinder nicht ſchlägt, verlor
ihre Angſtlichkeit. Ihre Nervoſität nahm ab, und ſie wurde
wieder eine gute Schülerin.
Fehler in der Erziehung zeigen ſich beim Kinde an, ſei es
durch Angſtlichkeit, Aufgeregtheit, Verſagen in der Schule, oder
Crotz, Widerſpenſtigkeit und andere Unarten. Es ſind Symptome
eines verkehrten Verhaltens dem Leben gegenüber. Alle
Er=
ziehung iſt falſch, die das Kind entmutigt, Hemmungen entſtehen
läßt, das Kind unſicher macht, wodurch es in die Iſolierung
ge=
trieben wird und das Gemeinſchaftsgefühl verliert. Dieſes zu
entwickeln und in einem geſunden Mit= und Füreinander ſich
auswirken zu laſſen, iſt aber in einer Seit wie der unſrigen, in
der das Unverbundenſein der Menſchen ſo deutlich zutage tritt,
von größter Bedeutung. Wie wenig aber oft das Elternhaus
als die gegebene Gemeinſchaft, in der das Kind aufwächſt und
ſeine Kräfte entfalten ſoll, imſtande iſt, das Gemeinſchaftsgefühl
zu entwickeln, beweiſt ein anderer Fall:
Ein Vater beſchwert ſich über ſeinen vierzehnjährigen Sohn,
der der zweiten Mutter gegenüber ſich trotzig und ungebärdig be=. Dieſer ſelbſt zeigt ſchon beim Eintreten eine trotzige
Hal-
tung. Steif, mit zuſammengepreßten Lippen, nimmt er Platz. In
der erſten Unterhaltung gibt er ſein verſchloſſenes, ablehnendes
Weſen nicht auf. In kurzen Antworten ſagt er, daß er nach dem
Code der Mutter meiſt allein war, keine Ordnung im Hauſe
herrſchte. Der Vater ſchilt viel und ſchlägt auch, wenn er
„krech” iſt. Er hat keinen Freund und vergräbt ſich in ſeine.
Bücher. Er gibt zu, daß er die durch ſeine Stiefmutter
wieder=
hergeſtellte Ordnung angenehm empfindet. Mutter und Sohn
ſtehen in keiner Beziehung zu einander, er ſagt, ihr niemals:
„Gute Nacht”. — Dieſes Kind entbehrt Liebe und Wärme. Die
liebloſe, ſtrenge Erziehung haben ihm den Glauben an ſeinen
Eigenwert genommen, er verſchließt ſich. Der weiteren
Behand=
lung gelingt es, ihn dazu zu bringen, der Mutter
entgegenzu=
kommen. Er, der doch beinahe erwachſene Sohn, könne viel tun,
um der Mutter die ihr in der neuen Umgebung erwachſenden
Aufgaben zu erleichtern. Auch die Mutter, ſelbſt eine verſchloſſene
NNatur, wird von der Notwendigkeit, den erſten Schritt zu tun,
überzeugt. Den Eltern wird geraten, das Kind als Erwachſenen,
Großen zu behandeln, ſich kameradſchaftlich zu ihm zu ſtellen und
ſein Vertrauen zu gewinnen.
Strenge, autoritäre Erziehung vernichtet im Kinde das
ge=
ſunde Selbſtvertrauen und das Vertrauen zu andern. Es
be=
trachtet alle als Feind und verliert den Anſchluß an die
Ge=
meinſchaft. Das zur Selbſtbehauptung notwendige
Geltungsbe=
dürfnis wird unterbunden, und damit alle Maßnahmen, die zur
Lebensſicherung dienen, wie z. B. die Leiſtungen, abgeſchnitten.
Das Kind reagiert auf ſolche Behandlung mit einer
Proteſt=
haltung: Crotz, Widerſpenſtigkeit, Verſchloſſenheit.
Ebenſowenig wie eine ſtrenge, liebloſe Erziehung, iſt eine
verzärtelnde Erziehung, durch die ſich die Mutter beim Kinde
unentbehrlich machen möchte, geeignet, die eigenen Kräfte des
Kindes, die es zur Bewältigung der ihm vom Leben geſtellten
Aufgaben ſo notwendig braucht, zu entwickeln.
Die Nervoſität des kleinen Hans veranlaßt eine Mutter,
die Beratung aufzuſuchen. Die Mutter zieht ihn an, päppelt ihn
mit gutem Eſſen und Näſchereien. Der ſiebenjährige Hans iſt
ängſtlich und verſchüchtert, er mag nicht mit anderen Kindern
ſpielen und in die Schule gehen, er fürchtet ſich vor den Lehrern,
fürchtet ſich, allein auf die Straße zu gehen. Als die Mutter das
Simmer verläßt, ſchaut er ihr ängſtlich nach und wird unruhig.
Es gelingt der Beraterin, ihn abzulenken und aufzumuntern. Er
erzählt, daß er ſich im Craum mit anderen Jungen balgt und ſie
beſiegt. Die Frage, ob er ſchon wirklich einmal andere Knaben
beſiegt habe, verneint er, und auf die Frage, warum er es denn
Cyp einer Mutter in der Erziehungsberatungsſtelle.
nicht einmal verſucht habe, antwortet er: „Ich ſiege doch nicht,
ich werde doch nur von ihnen verhauen”. — Der aus dem
Gel=
tungsſtreben entſtandene Wunſch, an andere Kinder
heranzu=
kommen, den zu verwirklichen er ſich nicht zutraut, erfüllt ſich im
Craum.
Der ſchwierige Sohn.
Die Beraterin klärt die Mutter dahin auf.
telnde Erziehung das Kind unſicher und unſelbſts
habe. Sobald es ſich in der Schule, oder im
Spieſtrei=
der allein auf ſich geſtellt ſteht, überfällt ihn
Ban=
nach der Hilfe der Mutter. Werden ihm die Rückſ
ſorge, die er von der Mutter gewöhnt iſt, nicht z
enttäuſcht. Das Gefühl, dem Leben, das er als
findet, nicht gewachſen zu ſein, regt ihn auf, macht
nervöſer. Die Mutter verſucht, das Kind aus dem Go
an ſie zu löſen, es ſelbſtändig zu machen. Bald komnt=
Beraterin berichten, daß er Freunde habe, ſich nicht
der Straße fürchte und allein ſeine Schulaufgaben m
erſten kleinen Erfolge ſtärkten ſein Selbſtvertrauon
Lebensfreude, und ſeine Nervoſität verringerte
Alles menſchliche Cun iſt dem Irrtum unterwor
die Erziehung, zumal, wenn den Erziehern, z. B.
die meiſt ohne jede Vorbereitung ihren Erzieherbern
genötig ſind, die hier ſo notwendige Schulung man
nügt ein Hinweis, eine Anleitung pſuchologiſch
rater, um die begangenen Fehler wieder gutzumge
durch die Liebe, die die Urteilskraft trübt, noch durt
und Charakter, in dem, wie Gottfried Keller in
Amrain” ſagt: „die ganze Erzieherei beruht”, iſt die 9
ſtande, Fehler zu vermeiden und deren Folgen zu
üb=
bedeutet die Erziehungsberatung eine wertvolle
und Erzieher und ermöglicht auch in gemeinſamer
Verbindung zwiſchen Elternhaus und Schule.
Die ſchlanke Linie.
Die ſchlanke Linie ſoll gefährdet ſein!
Die Mode bemüht ſich, jenen Suſtand wiederherzi.
in den aus Sparſamkeitsgründen abgekürzten Heire
als „vollſchl.” bezeichnet wird.
Dieſes ſchwer auszuſprechende Wort hat vielen 2
Kopfzerbrechen betreitet. Man hielt es urſprünglich w.
Beſtandteil eines Kreuzworträtſels, und erſt allmählig
dahinter, daß es „vollſchlank” heißen ſoll.
Augenblicklich tobt der Kampf um den Punktro
Die eine Hälfte der Frauen bemüht ſich ehrlich und
ein paar Pfund des Gewichtes zu verlieren, während
Hälfte mit allen Mitteln danach ſtrebt, ein paar P
nehmen.
Sie ſtreichen die Butter fingerdick auf das Brot,
zehn Stunden, ſie ruhen vor dem Abendeſſen 15 M
trinken während des Eſſens Milch — langſam, ſchlu
ſie naſchen zum Frühſtück ſchon Haferſchleim, ja, ſie ſch
zugehaltener Naſe den ſchon in der Jugend unbeliebten
Welches Opfer würde die Frau nicht für ihre Lin
Die Schwergewichtlerinnen hingegen leben von de
eſſen keine Suppen, keine Mehlſpeiſen, keine Süßig
trinken mit Codesverachtung Eſſig, laſſen ſich maſſier
ſich ſtöhnend mit dem Punktroller die Magengegend /
in heldenhafter Dauerpoſe ſtundenlang im Dampfbad
ſich kindlich über jedes Viertelpfund, das ihnen durd
Mühen verloren geht.
Und nach ſolcher Schwerarbeit kommt die Nachrie
Mode beabſichtigt, die molligen Kurven wieder einzuf
Noch liegt die amtliche Beſtätigung nicht vor. W
nur Andeutungen, Vermutungen!
Dieſe Ungewißheit iſt quälend.
Soll man Punktrollen oder Lebertran trinken?
Die auf beiden Seiten kämpfenden Heere ruhen e
lich. Sie warten auf das erlöſende Wort: ſchl. ode
Punktroller oder Fettzufuhr! Das iſt die Frage.
Mögen die Modegewaltigen ſich bald entſcheid
Frauenwelt von dieſem unerträglichen ſeeliſchen Druck z
Hier bedeutet vielleicht jeder Cag des Sögerns
Fett, während auf der Gegenſeite die Gefahr beſteht, d
überſchlanke Maid zu einem Bindfaden zurückentwickelt
Cages in der Badewanne beim Ablaufen des Waſſers
Ausguß verſchwindet!
A S
ich Me
wie du iwiwe
undſatz, un de
g friſch geit
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be mich nelich 0d
jgdnat ferchterlich 1n
9äß 8 ſet
im härz 4ach 1a4
uat 93 gefellt der
dom — frog ich
ſcheine, wann ei. Me.
—uf dehaam?
dun ponner in ſeine
zt bü dun wärd er 9
ſe ſchlechte Laune hoſt.
g bit, do kannſt=de ſe
111— Ach du heiliche
hiete, dann do unner
Hu zu rede, was er dä1
under de Stachel lökt
Kü ich äwe ſchee geſagt
a loneiem bliehe,
daß=
gim net mit, wanns
Iu wie geſagt, uff was
au wunner mal ſein ſch
MAMt io Däg, wos
Iad rumgeh, wie ein
ähzne. 2o ſchenniert ſe d
ntlr. Sie kenne ſich
Uunh un in jeder Fauf
Aüalzene Ohrfeiche en
prkehrt in de Wäg
diſche Däg hawwe
Uiet warum, un en
us. Nis baßtn, ni
Maes, ſteert ſe, ſie
Et on de Wand in de
uf un devo ſaufe,
hdlich un dauerhaft
Uſt biel un es Dib
u daß es nor ſo ra
der zettg
heiekte
Re=
in Eohald es ſt
Aniglich di
iie mit fein
iit wird, wenn
Aüfbreit nimm
Mdn paſſender
Nummer 264.
Aufgabe 387.
J. L. Millins in Mancheſter.
(1. Preis im 3. internat. Zweizüger=Probl.=Turn. des Grantham
Journal, 1997.)
Weiß zieht und ſetzt in zwei Zügen matt.
Prüfſtellung: Weiß: Ke8 Dd7 Tb5 e8 La3 g8 Sb3 Bd2 e2 (9);
Schwarz: Ke4 Dg4 Th5 Ld5 f8 8d1 e6 Bb7g7 (9); 2R.
Aufgabe 388.
Arthur Klinke in Eppendorf.
(„Münchner Quelle‟ 1924.)
Weiß: Kb3 Td1 Lf2f5 Sb8 d3 Bc5 d6 h2 (9);
Schwarz: Kd5 8g5 Bf3 14 h3 (5).
Matt in drei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 375—378.
375. L. Knotek. Zlata Praha 1924. (Kel Db1 Ld8; Kf4. 4X.) 1. Db1—
b51 Ke4 2. Lc7 Kd4 3. Kd2; 2. . . . Ke3 3.- Dc4; 1 . . . . Ke3 2. Dd5
Kf4 3. Kf2: 1. . . . . Kf3 2 De5 Kg2 3. Lc7: 1. . . . . Kg3 2. Df5 Kg2
3. Lc7. Die Freiheit des ſchwarzen Königs in dieſer Miniatur wird Zug um Zug
vermindert, wobei die Spielführungen in allen Varianten den Echogedanken
wieder=
geben.
376. A. M. Sparke. Good Companin, 1920. (Kel Dg8 Tg4 Le2 g1 Sa6 g6
Bb5; Kd5 De8 Lf8 8a8 15 Ba5 d6 d7 e7 g2; 24.) 1. Tg4—f41 Zugwechſel.
377. A. Adama. 1. Pr. d. Britiſh Cheß Magazine. 1887. (Kd1 Dc2 Ld8 Sc5
18 Bb3 f2: Ke5 Ld7 5g1 Bd5 g4; 3½) 1. Dc2—h71 Kf4 2 Sd3+ (die
Drohung): 1. . . . Kd4 2. Dh6: 1. . . . . Kd6 2. 843: 1. . . . Bd4 2. De4+;
1. . . . . L15 2. Dc7+; 1. . . . Lb5 2. De7 (g7)+. 1. . . . Sf3 2. Sf:d7+.
Die Aufgabe iſt wohl eine der beſten der älteren deutſchen Kompoſitionen. Trotz des
leichten Aufbaues ergeben ſich eine Menge von Varianten.
378. W. A. Shinkmann. Dubuque, Cheß Journal 1871. (Ka2 Df2 Ld5 d8
Se7 h3Ba5; Ke5 8t1 g2 Ba3 d6: 24) 1. Df2—g11 Mit dem originellen
Ein=
leitungszug verſteckt ſich die weiße D hinter den beiden S, um bei einem
Springer=
zug die Linienklärung zum Matt auszunutzen.
Löſerliſte; Reutzel; Leo Schott in Pfaffen=Beerfurth (alle);
A. v. S. (375 u. 377); Franz Buchty in Mainz (375 u. 376); Georg
Peter (376 u. 378).
Rätſel
Silbenrätſel „Frag mich was!”
a — ba — bär — ben — der — dorf — eis — el — frau — ge — ge
gra — hi — hun — il — lay — len — lob — ma — me — nau
nau — ne — nol — or — phie — rei — ſa — ſelbſt — tel — tho — wahr.
Aus obigen Silben bilde man die Antworten zu folgenden Fragen:
1. Welche „Wiſſenſchaft” hat gar viele Anhänger? 2. Womit ſtehen
viele Menſchen auf dem Kriegsfuß? 3. Wie heißt das höchſte Gebirge
der Erde? 4. Welcher Nebenfluß der Elbe heißt ſo wie eine Stadt in
Sachſen=Weimar?, 5. Bei welchem Dorf in Böhmen wurde 1813 eine
Entſcheidungsſchlacht geſchlagen? 6. Wie ſoll man in allem und jedem
ſein?, 7. Welches Tier lebt im hohen Norden? 8. Was iſt kein Ganzes?
9. Wie heißt die berühmteſte Inſel im Mittelmeer? 10. Welche „
Ver=
wandte” gibt es zwar in den buddhiſtiſchen Staaten aber nicht bei uns?
11. Was ſteht in keinem guten Geruch?
Die Anfangs= und Endbuchſtaben nennen eine jetzt häufig geſtellte
Karl Deubel.
Frage.
Pyramiden=Rätſel.
4. Wild, 5. Teil des Wagens, 6. Teil des Oberkörpers,
8. Teil des Kopfes.
Diagonalen=Rätſel.
1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.
a b c d
ghi
Jedes leere Feld erhält einen Buchſtaben. Die Wörter entſtehen,
indem immer zu den Buchſtaben des vorherigen Wortes ein neuer
hin=
zugefügt wird. Bei jeder Wortbildung ſind die Buchſtaben beliebig zu
verſtellen. Die Wörter bedeuten: 1. Vokal, 2. Tonſtufe, 3. Gottheit,
Drnck u. Verlag: L. C. Wittich ſche Hofhuchdruckersi, Rheinſtr. B. — Verant wortlich f. d. Redaktion: Dr. 5. Nette. Fernſpr. 1., 280—B22. Alle Rechte
aag eeeef ghiiiiiikklllmmnnnno
ſſſtttvzz.
Vorſtehende 42 Buchſtaben ſchreibe man in die 42 Quadr”
die Diagonalreihen Wörter von folgender Bedeutung ergeben
maliges öſterreichiſches Kronland, 2—f Waſſerfahrzeug, 3—
name, 4—h Tyrann von Syrakus, 5—i Stadt in Poſen, 6
teil von jetzt, a—5 Männername, b—6 Blume, e—7
Pflan=
d—8 deutſcher Dichter, e—9 Oper von Bellini, f—10 Me
— Die mittlere ſenkrechte Reihe ſagt, was Frauen nicht wo
Carl
Silbenrätſel.
a, ak, berg, bert, buſ, ca, chen, dal, dam, dau, de, de. d
eg, er, es, ge gel, gen, gi, glo, ha, hof, in, in, ka, kel,
Ler=
li, ma, mar, mi, mit, mont, mü, ne, nep, on, obſt, pe, Bel
ran, re reu, ri, ro, ſal, ſe, ſen, ſpan, te, tem, ter, thil, to.
vorſtehenden 63 Silben ſind 26 Wörter zu bilden, deren An
Endbuchſtaben, beide Reihen von oben nach unten geleſeh, 2
eines Oſterliedes von Em. Geibel ergeben.
Die Wörter bedeuten: 1 Ungeheuer, 2 arbeitsunfähigl
3 Stadt in Holland, 4 Kreisſtadt im Regierungsbezirt
5 Weltſprache, 6 deutſcher Dichter, 7 Inſel am Golf de
8 Geſtalt aus der Nibelungenſage, 9 Dichtart, 10 ſcharfe
11 nordweſtlicher Stadtteil von Berlin, 12 Indianerſtamm.
14 Lehrmittel, 15 männlicher Vorname, 16 Fluß in Frantr”!
wandter, 18 ehemalige deutſche Feſtung, 19 ſüdlicher Sta
Berlin, 20 Einſiedler, 21 Stadt in Oberſchleſien, 22 weiht
name 23 Behälter, 24 Alpenberg, 25 Nahrungsmittel, 2
von Goethe.
Auflöfung der Rätſel aus Nr.?0
Silbenrätſel.
1 Senegal, 2 Titania, 3 Indore, 4. Leviathan, 5 Leihnid.
7 Uran, 8 Skarabäus, 9 Chirurgie, 10 Haiti, 11 Allghoe
ſimile, 13 Famulus, 14 Ezechiel, 15 Normandie, 16 Nchob.
18 Chamäleon, 19 Homunkulus, 20 Trapez, 21 Zyantca.
23 Germinal. Der Spruch lautet: Still zu ſchaffen, nich.
ſei des Lebens Ziel.
Beſuchskarten=Rätſel.
Maſchinenmeiſter.
Me nen
Eu
[ ← ][ ][ → ]in m—u us kenne ſemtliche weibliche un mennliche Klattſchbaſe
Iu gemeine liggt mir de Klattſch net, aanerlaa, was dezu
druns pärd, Kaffee, odder Bier, odder meintswääche Wei
d ſo, inn es kimmt ſälte was Vernimfdiches debei eraus.
in de ittſch entſpringt jo meiſt aach nor dem brimmidiefe
unnerk tngsbedärfnis geiſtig minderbemiddelter Zeitgenoſſe.
„n zu. e zehl ich mich nett, gottſeidank, wann ich aach blos
afell- Reehdern bin. Awwer ich frog aach nis denooch, un
„bbery ſas ſe wolle, do dreh ich die Hand net dewääche erum.
m ichl iche ſag ich mir: liewer meeche ſich dauſend iwwer
ich —rn, als wie du iwwer aan! — Däß is en zimmlich
Uallße Iedde= er Grundſatz, un den kann ich wärmſtens empfehle,
er he am jung, friſch. geſund un elaſtiſch, un wer dodenooch
bt, — alt.
D=/ Grundſatz gemeß, hab ich mich aach gornet driwwer
ffger ; wie mich neilich ganer uffſtachele hott wolle, 8 hett
Mſo en adtrat ferchterlich uff mich geſcholle. Dann warum ſoll
er d2 et? — Däß is ſei gudes Recht. Schließlich mach ich
auss im Härz aach kaa Mördergrub, un ſag mei Sach,
un=
ekimm, ob’s gefellt odder net.
Uann — frog ich — uff was ſoll nu eichentlich en
Sitadt— ſchenne, wann er mol des Bedirfnis hott? Uff was?
og i — Uff dehaam?! — No, däß wärd er ſchee bleiwe
oſſe, „7 wann=er in ſeine haisliche Behauſung des Wort
er=
reife 1lz dann wärd er vermutlich geſagt krieje: „Liewerche,
zann ſchlechte Laune hoſt, dann word gefellichſt, bis=de uffm
Pjotho/ biſt, do kannſt=de ſe abringe!” — Un uff em
Rot=
au= — Ach du heilicher Bimmbamm! Do wärd er ſich
chwer 2te, dann do unnerſteht er dem Fracktzionszwang un
ſott E zu redde, was er därf. Un wann=er drotzdem im Eifer
mol. Der de Stachel kökt — Dunnerwedder, „Stachel lökt”
ſäß A ich äwe ſchee geſagt! — alſo wedder de Stachel löckt,
dann yn=ſem bliehe, daß=er kalt geſtellt wärd, un därf es
rechſt:); net mit, wann’s ſchee is.
98 wie geſagt, uff was ſoll nu ſo en Stadtrat eichentlich
ſchenry pann=er mal ſein ſchlechte Dag hott? — Un ſchließlich,
8 giüalt ſo Däg, wo’s de Menſche als net ganz ärdra is,
zu un ma1 rumgeh, wie ein brillender Leewe, zu ſehen, wen er
verſchhl e. Do ſchenniert ſe die Mick an de Wand un die Worſcht
„uffmu ler. Sie kenne ſich ſällwer net mehr leide, un es jucktin
die 2, un in jeder Fauſt ſchleife ſe e paar eins A, brima,
brimm ſalzene Ohrfeiche erum, die wo blos druff worde, bis en
e Ft5l verkehrt in de Wäg laaft, wo ſe neibaſſe. Wie geſagt,
an ſi bdiſche Däg hawwe derort Menſche e Wut im Geſicht,
un k. net warum, un en Zorn, wie e Haus, un wiſſe net
wäceäl as. Nix baßtn, nir ſchmecktn, nis konnfeniertn, alles
ärche), alles ſteert ſe, ſie ſin ſich ſällwer zur Laſt, un mechte
am Te an de Wand in de Heeh grawwele, un uffme feiriche
Eckprd uff un devo ſauſe, odder ſich uff dauſend verſchiedene
Arte Aidlich un dauerhaft umbringe. Korzum an ſo Däg, do
brauzu net viel un es Dibbche leeft iwwer, odder es gibt e
Exhllun, daß es nor ſo raacht.
Der zeitgemäße Haushalt.
ekte Regenſchirme unſichtbar
auszubeſ=
ſerr: Sobald es ſich um kleine Riſſe handelt, iſt es der
Haus=
frau 1 flich, dieſe ſelbſt auszubeſſern. Das oftmals ausgeführte
Stoxzze mit feiner Seide kommt in Wegfall, da es dem Auge
ſichtEl) wird, wenn man den aufgeſpannten Regenſchirm auf
das „tbrett nimmt und von der inneren, alſo linken Seite ein
Stüohr paſſender Regenſchirmſeide (Halbſeide u. ä. m.) auf den
Riß /, um dann auf einem ebenfalls aufgelegten Stückchen
Guttt chapapier von der rechten Seite mit dem heißen Eiſen
feſtzri tten. Selbſt bei größter Näſſe löſt ſich dieſes Stoffpflaſter
nichtte), tritt nach der rechten Seite kaum in Erſcheinung.
gutes Steifmittel zum Appretieren von
leie n Sommerbluſen und =kleidern bietet die
Gelall, und zwar genügen 60 Gramm auf 3 Liter Waſſer, die
man lſtändig aufgelöſt dem letzten Spülwaſſer beifügt. Die
Gelall, hat vor anderen Stärkemitteln den Vorzug, daß ſie das
„Geidl”” nicht ſichtbar verkleiſtert und nicht ſo leicht „knittern”
läßt.4
Heriſche Kirſchknödel. Von zwei in Milch
ein=
gewach en, altbackenen Brötchen, 2 Eiern und Mehl nach Bedarf,
ſowid. Teelöffel Salz und 1 Eßlöffel Süßſtofflöſung bereitet
manu en halbfeſten Teig, unter den man 2 Taſſen ſüße Kirſchen
knet Dann formt man eigroße Knödel, die man in
leichtgeſal=
jenel jedendem Waſſer ſolange kocht, bis ſie an der Oberfläche
ſchr= ten. Man reicht ſie entweder mit brauner Butter
über=
goſſe) * Tiſch oder aber mit einer Vanille=, Mandel= oder
Wein=
ſcha=d dße.
räuchertes Schweinefleiſch,
Peterſilien=
ſoßl nd Kartoffelklöße. Geräucherters Schwarzfleiſch
Dder? hellrippe wird langſam gargekocht. Inzwiſchen bereitet
matkl s gekochten Kartoffeln, Salz und Mehl nicht zu große
Klöd it Semmelbröckchen als Fülle, kocht ſie in Salzwaſſer und
bere! indeſſen eine Mehlſchwitze, verkocht ſie mit Brühe vom
Däß haaßt, im allgemeine ſin jo ſo Stadträt vun=ere
ruhiche un ſamfde Gemietsart, wann=merin de Wille dhut,
un leßt ſe mache un gewährn. Awwer manchmal, do kimmt’s doch
aach iwwer ſe, un ſie verliern ihr innerliches Gleichgewicht, un
krieje ſo e richdich Stimmung, wo ſe alles zſammeſchlage mechte,
un woen nis recht is; un je wenicher als ſe finne, wo ſe ſich
driwwer ärchern kennte, deſto wilder wärrn ſe, un deſto mehr
ärchern ſe ſich. — Un wie geſagt, wo ſoll nu ſo e Stadtrat ſei
Wut ausloſſe, als wie ſchließlich an mir ...
No un gottlob, ich bin verhältnismäßig gut gepolſtert un
kann ſchun emol en Knuff verdrage. Mir macht däß, wie geſagt,
dorchaus nir aus. Un im iwwriche halt ich mich an mein
Grund=
ſatz un ſag mir: liewer mag ſich aal Stadtrat iwwer dich
ärchern, als wie du iwwer ſe alle achtunvärrzich (ſiehe
obennn) ...
Offe geſtanne, mir macht’s de Eidruck, als wann ſich
Der=
jeniche welche, im Grund ſeines Härzens gornet ſo ſehr iwwer
mich geärcherd hott, ſundern vielmehr viel mehr iwwer mein
ageborne Schaffblick, ſozuſage iwwer mei Brofedegab un iwwer
mei hellſeheriche Alage. Allerdings, däß geht nu unſerm
ge=
ſamte Stadtrat ab, in däre Beziehung bin ichen abſolud iwwer,
„Däß ſein halt ſo Gawe”, die hott mer, odder mer hott ſe net.
Un unſer geſamter Stadtrat hott ſe net, leider. —
Dohärn=
gääche unſer Stadtverwaldung, die hott ſozuſage ſo
iwwernadier=
liche Fähichkeide. Awwer die hawwe mehr en Stich ins
Som=
nambule niwwer, ins Draumwandleriſche — „Ich wandle wie
im Draum einher” und ſo — un do is leider net viel demit
azufange, ſie hawwe abſelud kaan brackdiſche Wert. Dann was
nutzt däß, wann e Borjemaaſter ſozuſagen im Schlof an=ere
Dachkannel herlagfe kaun, un am hellichte Dag fehlt=em der Blick,
un des Fuß= und Fingerſpitzegefiehl, un er driet mit dödlicher
Sicherheit vun aam Fättnäbbche in’s annere, un drifft mit
grade=
zu ſtaunenswärter Genauichkeit, anſtatts de Nagel, allemal de
Daume —
Wie geſagt, im Punkte „Schaffblick”, was do unſerm
Stadt=
rat abgeht, däß fehlt leider unſere Stadtverwaldung.
Anſtatts mer awwer nu froh un em Himmel dankbar weer,
daß mer e Perſeenlichkeit hott, die wo alſo nachweisbar un zu
ihrm eichene Schrecke mit derardich hellſäheriche Fähigkeide
be=
hafft is, anſtatts daß mer alſo froh weer for ſo e Perſeenlichkeit,
die wo mit aſtronomiſcher Genauichkeit, im Voraus ſeecht,
wie’s kimmt, un freecht=ſe, ſtatts dem dhun ſe hinnenooch
uff aam ſchenne, wann de Wage im Dräck ſtickt. In annern
Städt hette ſe valleicht lengſt ſo e Perſeenlichkeit in Abedracht
ihrer großen Verdienſte zur Ehrenbircherin gemacht. Un
hier? — Hier dhun ſe ſo=e Perſeenlichkeit in de Staab ziehe, un
ſchiewe’s ihr in die Schuh, wann’s ſchief geht. Awwer ſo ſin
ſe, uffm Rathaus: erſt wiſſe ſe alles beſſer, un hinnenooch ſin
die annern dra ſchuld.
Fleiſch, mit etwas Waſſer verdünnt, zu einer ſämigen Soße, würzt /
ſie mit 3 bis 4 Eßlöffel feingewiegter Peterſilie, läßt das in
Scheiben geſchnittene Fleiſch, ziehen und reicht beides zu den
Klößen.
Matratzen und Federbetten kann man ſehr leicht
und raſch ſelbſt reparieren. Es kommt vor, daß bei einem Umzug,
beim Ausklopfen oder durch Alter in Matratzen Riſſe oder Flecken
entſtehen. Ich kaufte mir in ſolchem Fall ¼ Meter gleichfarbigen
Drell (80 Pf.) und klebte ein paſſendes Stück mit irgendeinem
Tubenleim auf die ſchadhafte Stelle auf, das Stück nur an den
Kanten mit Leim verſehen. Es hält ſehr gut und faſert nie aus.
— Bei einem Riß im Federbett ſchüttele man die Federn ganz
zurück, ſchiebe mit der Stopfnadel ein Stück Leukoplaſt unter den
Riß und bügle mit mäßig warmem Eiſen darüber. Der Riß iſt
nun kaum ſichtbar.
Rhabarberkuchen. 1 Pfund Mehl, 1 Backpulver, 1 Ei,
1’s Pfund Margarine, 4 Eßlöffel Zucker, etwas Salz und Milch
ergeben den Teig. Hiermit wird eine Springform ausgelegt, der
Boden dick, der Rand hoch. 2 Pfund Rhabarber ſauber abreiben,
ungeſchält in 1 Zentimeter dicke Stückchen ſchneiden, dieſen ohne
Zucker auf den Kuchen ſtreuen und 20 Minuten backen laſſen.
Inzwiſchen 2 Eier in ½s bis 34 Liter Milch und etwas Zucker gut
zerquirlen. Sind die 20 Minuten um, ſo nehme man den Kuchen
heraus, ſtreue reichlich Zucker auf den Rhabarber und gieße die
Eiermilch gleichmäßig darüber. Schiebe den Kuchen ſogleich
wie=
der in den Backofen, worin er bei guter Oberhitze ſo lange bleibt,
bis die Milch ſteif geworden iſt. Sehr gut!
Speiſe=Zettel.
Sonntag: Stachelbeerkaltſchale, gefüllte Kalbsbruſt mit
Curryreis. — Montag: Geräuchertes Schweinefleiſch mit
Peterſilienſoße und Klößen. — Dienstag: Königsberger
Klopſe mit Kapernſoße. — Mittwoch: Reis mit Spargel und
Rindfleiſch. — Donnerstag: Grüne Bohnen mit
Hammel=
fleiſch (gebraten). — Freitag: Kartoffelſalat mit gebackenem
Seelachs und grünem Salat. — Samstag: Quarkſpitzen mit
geſchmorten Stachelbeeren.
Awwer ich bin net ſo, un drag nix nooch, ſundern ganz im
Gäächedaal, ich broffezei weider, gradies un franko, aanerlaa, ob
mer mein Rat befolcht, odder leßts bleiwe. Un ſo ſag ich heit
adeidungsweis ſchun im Voraus voraus, ſowohl dene uffm
Land, wie dene in de Stadt: „Laßt die Hend vun de Budder,
dann der Milchhof der frommen Denkungsart, wird ſich in
gährend Drachengift verwandeln!”
Im iwwriche maan ich, hette mer uns vor’s Erſte grad genug
uff de Hals gelade, mit unſere großkotziche Bleen un koſtſpieliche
Fiſſemadende un Spojemende. Un vor=eme Milchhof kimmt
erſt.e Mackthall — die hawwe mer lang genug verſproche
krickt. Hoffentlich bringe mer’s bis zu de Sexhunnerdjahrfeier
noch dezu. Den Milchhof meeche ſich dann die annern in de
neechſte ſexhunnert Johr baue ...
Mein Stadträtche awwer, der wo ſich agäblich iwwer mich
geärchert hott, un hott mich e „Spießern” un e „Philiſtern”
ge=
haaße, for den hab ich aach noch en gude Rat, um daß er ſieht,
daß ich net ſo bin, ſundern ganz im Gäächedaal. Alſo meim
koleeriſche Stadträdche geb ich den ganzich gude Rat: „Menſch,
archere Dich niſcht!“ Dann des Aerchern lohnt ſich net,
un wer de ganze Dag vorſchriftsmeßich odder unvorſchriftsmeßich
Aerchernis nimmt, is ſälwer gans.
Bienchen Bimmbernell,
Poſtſchkribbdumm. In unſere feſtfrohe, ſchnell= un
leichtläwiche Zeit wärd äwe viel gefeiert un viel vergeſſe. Die
Menſchheit kimmt aus de Juwiläumme gornet mehr eraus.
E' Glick, daß es zimmlich ſpurlos an aam vabei geht, un daß
mer nooch zwaa Dag ſchun net mehr waaß, um wen odder um
was ſich’s gedreht hott.
Wann dohärngääche am nechſte Sunndag die „Freiwillig
Sanidäds=Haubtkolonne vum Rote Kreiz” ihr värrzichjährig
Be=
ſteh feiert, do verlohnt ſich’s doch, daß mer e bische inniger
Adaal nimmt, wie gewehnlich. Dann do hannelt ſich’s net drum,
daß widdermal was gefeiert wärd, damit dem, odder jenem ſein
Name in de Zeidung ſteht, um daß’s die ganz Verwandſchaft un
Bekanntſchaft läſe kann, ſundern do hannelt ſich’s um e Sach, die
wo uns allmitnanner ageht, heechſt perſeenlich. Freilich,
wie die Menſche ſo ſin, ſie läwe in de Dag enei, un wiſſe gornet,
wieviel Schutzengel, un wieviel gude Hend im Stille for ſe wirke
un ſchaffe. Sie nemme däß als for ganz ſälbſtverſtendlich hie.
Un zu dene, die wo „Allezeit hilfsbereit” uns zur Seit ſteh,
ge=
heert aach die Sanidädskolonne. Sie is Dag un Nacht uffm
Kiwief, um beizuſpringe, wann uns was zuſtößt. Un es is doch
emol ſo: wer heit vun dehaam fort geht, un macht en Schritt de
Dier enaus, der kann nie ſage, in wellem Zuſtand er widder
haamkimmt — denn das Unglück ſchreitet ſchnell. Mer kimmt
unner de heidige Verhältniſſe ſozuſage aus de verſchiedene
Dodes=
hemder netmehr eraus. En Blick in die dagdägliche
Dages=
zeidunge muß aam ſchun ſage, daß wann die Sanidädskolonne
noch net erfunne weer, daß mer ſe unbedingt erfinne mißt.
Awwer gottlob, ſie is erfunne, un kann mit Stolz am nechſte
Sunndag bereits ihr värrzichjährich Beſteh feiern. Un an dem
Ehrendag wolle mer all herzlich Adaal nemme, un wolle dene
ſelbſtlofe Menner zeiche, daß mer ihr Wirke un Schaffe zu ſchätze
wiſſe, und wolle ſe unnerſtitze in ihrm Dhun — ſo odder ſo, wie’s
aaner kann, damit mer uns net for uns ſelbſt zu ſcheeme brauche,
wann mer in de Not un im Unglick emol ihr Hilf in Aſpruch
nemme miſſe. Alſo, am nechſte Sunndag!
Humor des Tages.
Er hat aus Verſehen mit der neuen Raketenpiſtole geſchoſſen.
Pitter ſteigt mit ſeiner Frau Appolonia auf den 85 Meter
hohen Preſſaturm. Appolonia, bei außerordentlichen Ereigniſſen immer
ein bißchen poetiſch geſtimmt, ſchaut über die weite Rheinebene, ſeufzt
und ſagt: „Schad, Pitter, dat wir kein Ilas mitjenommen han!” —
„Jibrs wat zu ſaufe hier?” fragt Pitter freudig, „dann drinken mer
aus de Flaſch!”
T. „Jugend.”
ADAMSON HAT NTCHIS ZU VERZOLLEN Aus dem Abum: Adamson, Neue Folge, Verlag Dr. Eysler & Co, A. G., Beriin SW68. Marksrafenstr. 77.
[ ← ][ ][ → ] Handſtickerei
am Sommerkleid.
Als die Mode des Frühjahrs endgültig
den ſcharfen Trennungsſtrich zwiſchen
Vor=
mittag und Nachmittag zog und für jenen
ſportliche Note, für dieſen aber das
kapri=
ziöſe, reich garnierte Kleid vorſchrieb, war
es klar, daß man auch wieder jenen Künſten
Ehre antun würde, die einige Zeit ſehr im
Verborgenen gelebt hatten. All die fleißigen
Hände, die jene Techniken beherrſchen, die
oft ſo unendlich mühevoll ſind und darum
von Kennern hoch geſchätzt werden,
bekom=
men jetzt wieder Arbeit: das geſtickte Kleid
iſt letzte Mode für den Sommer 1928!
Frü=
her war es ganz ſelbſtverſtändlich, im
Som=
mer eine reiche Auswahl ganz duftiger
Kleidchen bereitzuhalten, die durch Stickerei
erſt den richtigen Reiz bekamen — jetzt iſt
man wieder auf dieſe Effekte zurückgekommen
und kann den neuen, ſtets irgendwie auch
durch ihre Form intereſſanten Kleidern für
den Sommernachmittag erhöhte
Ausdrucks=
fähigkeit geben.
Selbſt die allereinfachſte Form des
Jumperkleides gewinnt feinen und gefälligen
Reiz, wenn Handlanguetten und
Loch=
ſtickerei den runden Ausſchnitt und den
Rockſaum umranden. Allerdings entſpricht
die abſolute Schlichtheit nicht voll und ganz
dem Begriff nachmittäglicher Eleganz, die
ſtets irgendeine originelle Note am Rock
verlangt. Um dieſer Forderung zu genügen,
reicht es aber vollkommen aus, dem Rock ein
zipflig geſchnittenes, pliſſiertes Teil ſeitlich
einzuſetzen (B). Um ſo mehr, als ja die
Mode die ergänzende Jacke zum Kleid für
dieſen Sommer geradezu fordert! Ein
der=
artiges Kleid wird dann ſofort zum
vor=
bildlich ſchicken Nachmittagsanzug, wenn
man aus dem gleichen Material eine
Schoß=
jacke dazu arbeitet. Sie iſt ebenfalls bluſig
gearbeitet und wird durch einen
Schärpen=
gürtel geſchloſſen, der durch eine Schnalle
gezogen wird. Die Harmonie verlangt, daß ſowohl die Umrandung des Schoßes wie
des einſeitigen Revers, der Aermelmanſchetten wie der inneren Schlußlinie der Jacke
genau die gleichen Languetten= und Lochſtickerei=Motive zeigen wie das dazugehörige
Kleid (C). In weißer Schantungſeide mit gleichfarbiger Languettierung und Stickerei
wird ein ſolches Complet den höchſten Anforderungen ſommerlicher Eleganz entſprechen.
Stickerei wird auch da ſtets als feiner Effekt empfunden werden, wo ſie vor ſtärkeren
Akzenten ein wenig zurücktreten muß: Zweifarbigkeit wirkt ſtets lebendig; aber der
Kenner modiſcher Dinge achtet neben ihr immer auf die kleinen Details als Kennzeichen
erleſenen Geſchmacks. Trotzdem alſo die Stickerei nur am unteren Rande des ſchief
geſchnittenen Faltenrockes oberhalb der abſtechenden Randblende erſcheint, wird ſie hier
Was über die Bluſe zu berichten iſt.
Gerade für den Sommer iſt uns die Bluſe unentbehrlich, denn
dieſe Modelle aus leichter durchſchimmernder Seide bilden, durch ein
einfaches pliſſiertes Crepe de Chine=Röckchen ergänzt, eine willkommene
Bereicherung unſeres Garderobenſchatzes.
Wie=
viel verſchiedene Arten und Formen, welche
Fülle von neuartigen Garnierungen zeigen die
modernen Bluſen, welche reizenden, wirklich
neuen Stoff= und Farbkombinationen kommen
hier beſonders zur Geltung. Wer ſich zum
Bei=
ſpiel ein Pliſſeeröckchen aus einfarbigem Crepe
de Chine und dazu verſchiedene Bluſen aus
glatter, gemuſterter und metalldurchwirkter
Seide anſchafft, iſt im Beſitz der verſchiedenſten
Kleider, ohne daß beſonders viel Geld dafür
ausgegeben wurde. Und für die Reiſezeit, für
den immerhin beſchränkten Raum des Koffers
bedeutet dieſe Mode wirklich einen Gewinn, der
nicht zu unterſchätzen iſt. Den größten Erfolg
haben natürlich die Bluſen, die bei der
Ver=
arbeitung die meiſte Mühe und Arbeit machen,
alſo diejenigen, die ſich, in gleichmäßiger und
ungleichmäßiger Anordnung, aus den
verſchie=
denartigſten Teilen und Teilchen
zuſammen=
ſetzen. Solche Teilungen werden natürlich noch
beſonders betont, wenn man verſchiedene
Far=
ben gegeneinanderſtellt oder wenn man die
genügend zur Geltung kommen, ſchon weil die Verarbeitung des Rockes Beachtung fordert. a
Leibchen nicht gleichförmig, ſondern in einer über der Hüfte zackig nach unten ausſpringen
angeſetzt, die durch die parallelen grünen Paſpel auf dem weißen Voile der Taille noch beſonde
gehoben wird. Unter dieſer Anſatzlinie ſind die reichen Falten des Rockes erſt eingereiht, ehe
entfalten dürfen — alſo eine weitere Unterſtreichung der intereſſanten Verbindungslinie von
Taille, welch letztere ebenfalls durch Einreihung des Stoffes an den Schultern noch einen S.
bekommt (D). Auch das Stilkleid wird im Reigen der eleganten Sommerkleider nicht fehlen
es im Winter der große Favorit des Abends war. Seine ruhige, graziöſe Form geſtattet es ganz
ausgiebig, Stickerei=Effekte zu verwenden. Es beweiſt das feine Verſtändnis für die Wirkung de
überhaupt, wenn man dem Stilkleid Kreuzſtich als Schmuck gibt: in zwei Farben — etwa ſch
rot zu roſa Crépe de Chine — wird er das Stilgemäße des Ganzen weſentlich einprägſamer geſte
ſchmückt daher die dreifache Stufung des weiten Volantrockes, der unter dem breiten, ebenfalls r
ſtich gezierten Gürtelteil hervorbau
ſeitlich oberhalb dieſes Gürtelteils
glatte Leibchen, das nur am run
ſchnitt noch einmal den einfachen, a
ordentlich wirkungsvollen Schr
Kreuzſtiches zeigt (A). — Zu allen
ſind Lyon=Schnitte erhältlich.
U
Die
Modezeichneri=
ein vielbegehrter Fraue
Von Maud Chriſten
Wenn den Eltern oder der Tk
Beruf der Modezeichnerin als mu
Künſtlerin vorſchwebt und als ſole o.
renswert erſcheint, dann ahnen ſe.
nicht, welche große Anforderungen
ausübende Kraft ſtellt. Zunächſt ſcou
junge Mädchen ſich gründlich im C Ism
ausbilden, wobei die geſetzliche Le wu
drei Jahren einem kurzfriſtigen ſu
kurſus entſchieden vorzuziehen iſt.
ſEEn=
faſſende Lehrzeit bietet den V. lend
Abſchluß derſelben die Geſellinn
machen zu können und als ſolche r ſEhe
jähriger praktiſcher Tätigkeit in e ſcw
lier auch zur Meiſterinnenprüfung ſe
zu werden. Auf dieſer Grundlage ſtu,
bietet natürlich der 2—3jährige Be ſen
Kunſtgewerbeſchule zwecks Ausbi rar
Modezeichnerin ganz andere Vo (n
wenn das junge Mädchen nur ein
Ei=
derkurſus durchmacht, da ſie ihr 5
und techniſches Wiſſen gleichzeitig a.
vermittelt und Modezeitſchriften 90
Kräfte als Modezeichnerin anſt 4öe
wirklich gediegenes Wiſſen und §ſrä
die Wagſchale zu werfen haben, ſi—n
Angebot iſt ſehr groß. Iſt aber ein ſt.n
Ausbildung, alſo als Schneiderin 1/
zeichnerin, vorhanden, ſo ſteht d/
zeichnerin, ſräter auch die ſehr aus ſch
Exiſtenz als Inhaberin eines ku Nad
lichen Schneiderateliers offen.
Sw
*
W
ſie den
mundwinkel
ragte er beda
mun ſch noch entſinnen,
Lang So etwas kann doch
4 ich meine es doch ſo von
Sie erwiderte immer n.
in der Kehle aufſteigen
und nun blieb er ſtehen.
aun glangt, und ſo mein
u Nich zu ſeiner Tante g
Ao wie ſteht es?"
Kommen melden,
70 bund entgegen, und
ghaft. Er hielt das
wuendem Tone:
ich verlange eit
hie ſie das
müßlick, und das n
rtlichen S.
Sie riß ſich los und
Eme Bank fand, zur
Muſterungen, beſonders die Streifenmuſter, gegeneinande
läßt; es werden hierdurch verblüffend ſchöne Effekte erziel
Aermel werden ſolche Bluſen ſtets haben — ärmellos dar
Tennis= und die Ruderſportbluſe ſein; eine ſchön verarbeit
de Chine=Bluſe dagegen würde an Eleganz entſchieden ber
Daß die Kaſack und der Jumper nad ſean
die allein geltenden Formen ſind, werd ?.
Frauen ſicher mit Freude wahre
haben. Nur hat ſich inſofern eine 2 ſchſ
vollzogen, daß man dieſe Bluſen kürze. E
die Hüften feſtanliegend arbeitet; erſt DN
der Gürtellinie kommt eine größere
zur Geltung. Neu iſt, daß man ſich i
von dem knapp am Hals abſchließende.
kragen freimacht; für die warmen So
ſind auch die kleidſamen, mäßig tiefen.""
viereckigen und ſpitzen Ausſchnitte
ſchieden vorzuziehen. Loſe Jabotte
ſolche, die, anſtatt von oben nach u.
quer über die Bluſe ziehen, originell au
Blenden und Paſpel, hübſche, eng um
per drapierte Hüftgürtel, die in eimne
Schleife enden — alle dieſe Kleinigk
natürlich mehr oder weniger vom Ma
hängig ſind —, geben den modernel
eine ſehr weiche und ſehr weibliche N4
A
M—ien
Käd
Oiß vor
Genko.
Die Weſte
Die Mode bringt ſie uns in den
verſchieden=
ſten Geſtalten: als einfache, wärmende Hülle, die
man über einer ſchlichten Hemdbluſe trägt, als
ſtreng ſportliches Kleidungsſtück, und in
elegan=
teſter Aufmachung aus wunderſchönen
brochier=
ten Seiden. Natürlich wirkt ſolch eine elegante
Weſte nur, wenn ſie zu einer ſchönen Crepe
de Chine=Bluſe getragen wird!
Weſteneinſätze und Kragen
aus Crépe de Chine oder Batiſt ſind
unent=
behrlich als Ergänzung der Bluſen, die aus
einem wollenen oder ſeidenen Material
gear=
beitet ſind.
Die reizenden Einſätze müſſen einen
dis=
kreten, aber wirkungsvollen Schmuck haben;
Fältchen, Hohlnähte und Rüſchen ſind hierfür
am geeignetſten.
N3 mer 174
Seite 23
Hiratsang
Eine heitere Novelle von A. Wilhelmi.
„right by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale).
Nachdruck verboten.
— enkte das Köpſchen, und war ſehr rot geworden.
2” fragte er, da ſie nicht gleich antwortete.
reinte ſie leiſe: „Iſt es nicht etwas ſeltſam, daß Sie
eichw e paſſende Tante zur Hand haben, wo es mit dem alten
MMangy ichts iſt?"
Sahr auf: „Na ja, da haben wir es ja! Wegen dieſer
lumm, Annonce halten Sie mich nun überhaupt für einen
schl lmeier!” Und ruhiger fügte er hinzu: „Und ich wollte
och. „de die Sache wieder gut machen, indem ich Ihnen zu
iner=; enehmeren Stellung verhalf! Hausdame bei mir, dem
inſar= Junggeſellen, zu werden, darf ich Ihnen doch nicht
mbiel, dazu ſind wir beide noch zu jung; das könnte dumm
msſe. So bin ich eben auf meine Tante verfallen. Sie heißt
Mied It, gleich mir; das dürfte wohl genügen. Die Sache iſt
dänzu inwandfrei, und Tante nimmt Sie beſtimmt auf meine
Smp /ing hin. Nur die eine Frage bliebe noch zu erledigen.
sie —den mich natürlich oft bei meiner Tante ſehen. Würde
Fhnes as ſehr unangenehm ſein, Fräulein Kaiſer?”
Bott, nein,” meinte ſie beklommen, „wo ich doch einſehe,
ſäß — Ihnen dankbar ſein muß für Ihre ſelbſtloſe
Hilfsbereit=
chaft ch bin ja dergleichen gar nicht gewöhnt. Verzeihen Sie
nir (ſalb meinen anfänglichen Zweifel.”
i ſie zwang ſich, zu ihm aufzuſchauen, ſenkte aber ſchnell
den 6 wieder; denn in ſeinen Augen war ein ſo warmer
Stra=y ufgeflammt, daß ſie erſchauerte.
S das anbelangt,” meinte er verſonnen, „ſo kann ich
Ihnes laube ich, gar nicht böſe ſein. Und ſo ſelbſtlos, wie Sie
enkel in ich doch keineswegs. Ich möchte Sie nämlich nicht
zus Augen verlieren, weil Sie mir ſo ſympathiſch ſind. Mir
ſt. ätte ich Sie ſchon einmal im Traume geſehen, oder auf
iner aderen Stern. Wiſſen Sie vielleicht, wo das geweſen
ein ite?”
ſchüttelte ſie den blonden Kopf, während ein feines
ihre Mundwinkel zu umſpielen begann.
n?” fragte er bedauernd. „Schade! Aber ich hoffe, Sie
ſiwerks ſich noch entſinnen, wenn Sie mich erſt näher kennen
„ſerne So etwas kann doch gar nicht einſeitig ſein und bleiben.
und 4meine es doch ſo von Herzen gut, und habe die lauterſten
en Eltern /
erwiderte immer noch nichts, weil ſie einen ſo dummen
maift
„der Kehle aufſteigen fühlte.
ſcheint
nun blieb er ſtehen. Sie waren nun bis an die
Park=
große Anſuin greny elangt, und ſo meinte er, er wolle ſich hier verabſchieden
Kkaſt ſtellt ſ und 4 c zu ſeiner Tante gehen, die drüben in einer der nächſten
hen ſich grinſt Vill U auſe.
wobei die
o, wie ſteht es?” fragte er ſchließlich. „Ich darf doch Ihr
en einem kurmt baldl Kommen melden, Fräulein Kaiſer?‟ Dabei ſtreckte er
cieden borzlüiſt ihr Hand entgegen, und ſie ſchlug wahrhaftig ein, wenn auch
ehrzeit bietet ſurech g ghaft. Er hielt das kleine Händchen feſt, und ſagte in
derſelben die Aaufrü erndem Tone:
können und
er ich verlange ein lautes und deutliches Ja, Fräulein
hauchte ſie das verlangte Wörtchen, und wagte noch
ufblick, und das war ſchlimm.
dem zärtlichen Strahlen ſeiner Augen konnte ſie nicht
Sie riß ſich los und floh in den Park zurück, wo ſie im
eine Bank fand, zur Heimlichkeit geeignet.
K
Aar ſü
Aufchluchzend ſank ſie darauf zuſammen. Doch gingen ihre
Tränen bald in ein jubelndes Jauchzen über.
So ein lieber, guter Menſch, ſtieg es aus ihrem Herzen
her=
auf und nahm den ſonſt ſo klaren Kopf wie ein Wirbel ein. Wie
ſtolz er geſprochen hatte! Meine Tante heißt Wiederholt gleich
mir, und das beſagt genug. Wie wollte ſie dieſe Tante lieben
und ihr dienen um ſeinetwillen, der ſie aus ihrer Sklaverei
erlöſte!
Und heimlich, ſie wagte es ſich kaum einzugeſtehen,
leuch=
teten die roſigſten Zukunftsbilder in ihrem Innern auf. Sie ſah
das ſchöne alte Haus in der Hauptſtraße, an dem ſie jüngſt das
Firmenſchild „Wiederholt & Söhne” geleſen, die Menſchen, die
darin wohnten, ein ganz wenig beneidend. War das eine
Vor=
ahnung geweſen? Sollte ſie einmal als Herrin dort einziehen?
Es war ja nicht auszudenken! Und dennoch! Noch keines
Men=
ſchen Augen hatten ſo deutlich zu ihr geſprochen wie die ſeinen.
Und ſie wußte, daß ſie denſelben jetzt untertan ſein mußte für
immerdar!
(7515a
Kin derwagen
aller Art, neueste Modelle eingetroffen. Es ist Inr Vorteil,
wenn Sie unsere Wagen besichtigen und die Preise hören.
9. Donges & Wiest, Elisabethenstraße 25½
Nun aber ſchnell nach Hauſe und der Gnädigen aufgeſagt,
die ſo eiferſüchtig war ihres ekelhaften, zudringlichen Mannes
wegen. Keine Minute wollte ſie länger bleiben; ſie würde gleich
in ein Hotel gehen. Jawohl, dazu hatte ſie jetzt den Mut. Und
morgen, wenn ihre Aufregung ſich gelegt, dann würde ſie in
angemeſſener Haltung zu Tante Wiederholt gehen, einem
freund=
lichen Schickſal entgegen.
Wiederholt blieb, nachdem ihn Frieda Kaiſer fluchtartig
ver=
laſſen, einen Augenblick verdutzt ſtehen; dann kam ihm aber das
Verſtändnis, und heiße Rührung ſtieg in ihm auf. Nun ja, er
war eben zu ſtürmiſch gewefen, hatte ſie erſchreckt. Er konnte ihr
jedoch jetzt nicht nachlaufen, die Sache noch ſchlimmer machen.
Sie würde ſich ſchon ſelbſt zurechtfinden, war ja ein ſo
verſtän=
diges Mädel — und daß ſie ihr Wort hielt und zu ſeiner Tante
ging, davon war er feſt überzeugt.
Er mußte ihr nun dert den Weg bereiten, doch die Tante
war ſehr ſchlau und durfte ja vorläufig nicht merken, wie es um
ihn ſtand. Wohin alſo mit der Freude? Am beſten erſt einen
tüchtigen Spazierritt! Füchslein tobte ſich auch gern einmal aus.
Dann konnte er Tantchen den ganzen Abend widmen.
Haller war mit leiſem Kopfſchütteln davongegangen.
Merk=
würdig, ſagte er ſich, den Mann hat es, wie es ſcheint, und ich
wollte ihn doch für die Großartige intereſſieren, die ich jetzt treffen
werde. Was fange ich nun mit ihr an?
L.Mch. 539
ips rleckenassel
bternt nictt-hirterlält keine Rändeh
5O985
Sie war noch nicht da. Er ſetzte ſich auf die verabredete
Bank und vertauſchte erſt einmal die weiße Nelke mit einer roten,
die er in der Bruſttaſche geborgen hatte. Sie war freilich etwas
zerdrückt, als er ſie aus dem Seidenpapier wickelte, aber ihre
Schuldigkeit würde ſie ſchon noch tun. Jetzt kam eine Dame die
Allee entlang und ſteuerte direkt auf ſeine Bank zu. Sie war
groß, ſchlank, ſehr elegant und ſehr ſchön. Auf den dunklen, vollen
Haaren trug ſie keinen Hut. An der Leine führte ſie ein komiſches
kleines Hündchen mit ſich. Es ſah aus wie ein Struwwelpeter
und hatte dieſelbe Farbe wie der Sandweg unter ihm.
Haller ſprang auf und nahm die Hacken zuſammen:
„Belladonna?” fragte er; ſo hatte ſie ſich in dem Briefe
unterſchrieben.
Sofort bellte das Hündchen los.
„Ach, kuſch!” ſagte die Dame lachend. „Du biſt ja gar nicht
gemeint.” Und zu Haller gewandt, fügte ſie hinzu:
„Ich habe mich nämlich ſeines Namens als Pſeudonym
be=
dient.” Sie ſetzte ſich und ſchaute den Mann, der ein gleiches
tat, genauer an.
„Alſo Sie ſind der arme, alte Mann, der die edle Dreiſtigkeit
beſitzt, eine junge, ſchöne und reiche Leidensgefährtin für ſich zu
verlangen?”
Ihre Lippen hatten ſich dabei zu einem ſpöttiſchen Lächeln
geſchürzt; ſie ſah entzückend aus.
„Doch nicht ſo ganz,” entgegnete Haller, „der alte Herr iſt
nämlich etwas kopfſcheu geworden wegen all der Angebote, die
auf ſein Geſuch einliefen. So hat er mich als Erkunder
voraus=
geſchickt; ich ſoll ihm dann berichten.”
„So?” ſagte die Dame. „Alſo es haben ſich mehrere gemeldet?
Das iſt ja unglaublich! Denn ich tat es ja nur zum Spaß, wie
mein Brief Ihnen ſchon ſagen mußte.”
„O, für Spaß bin ich auch zu haben, ſehr ſogar!”
„Das glaube ich wohl. Wollten Sie ſich doch nur luſtig
machen über all die armen Weſen, die auf Ihre tolle Annonce
hereinfallen würden; denn Ihr alter Mann exiſtiert überhaupt
nicht. Sie ſind ſelbſt der Anſtifter dieſer frivolen Myſtifikation;
vielleicht eine Wette, was weiß ich?”
Und während ſie ihn mit ihren großen, dunklen Augen
zür=
nend anblickte, ſchien auch das Hündchen, das ſich auf ihren Schoß
gebettet hatte, mit demonſtrieren zu wollen. Es heftete ſeine
großen, ſchwarzen Kulleraugen unter ſtruppigen Haaren hervor,
herausfordernd auf Haller, und ſein kleines, ſchwarzes
Bull=
doggenſchnäuzchen, das ihm einen ſo impertinenten Ausdruck
ver=
lieh, zitterte unter leiſem Murren. Haller beluſtigte das; er war
ein Tierfreund. Aber er ſagte ernſthaft:
„Die Wette will ich nicht leugnen, mein gnädiges Fräulein,
doch von Luſtigmachen kann keine Rede ſein. Eé iſt doch ſehr
ſchön, wenn die Damen beſtrebt ſind, ihren Beruf zu erfüllen.”
„Ach, die dumme Heiraterei! Ich mag gar nichts davon
wiſſen!“
„Bis einmal die Liebe kommt!“
„An die ich nicht glaube! Wenn man immer ſo umſchwirrt
iſt wegen Vaters Fabriken! O, wie ich dieſe Süßholzraſpelei
haſſe! Es iſt geradezu gräßlich und ſo furchtbar langweilig!“
„Merkwürdig!” warf er hin. „Im allgemeinen können doch
die Damen mächtig viel Anſchmachten vertragen. Aber Sie ſollten
ſich auch nicht darüber ärgern und die Sache leicht nehmen.
Ge=
nießen Sie doch Ihre ſchöne Jugend, wie es Ihnen ja vergönnt
zu ſein ſcheint. Sie haben noch ſo lange Zeit, beſonnen und
tief=
gründig zu werden.”
„Das iſt aber einmal nett von Ihnen, daß Sie ſo denken,”
meinte ſie, augenſcheinlich verſöhnt. „Da kann man doch
ver=
nünftig miteinander plaudern.”
Er verneigte ſich dankend:
„Ihr Vertrauen ehrt mich, mein gnädiges Fräulein, und ich
habe Zeit.”
„Kein Stelldichein mehr?” fragte ſie mit neckiſchem Blick von
unten herauf.
„Ich habe die Sache aufgegeben und will lieber als Buße
für meine leichtſinnige Wette ein Heiratsbureau aufmachen,”
meinte er, eingedenk des ſcherzhaften Vorſchlages ſeines Freundes.
(Fortſetzung folgt.)
K
U T
und nnach es Ect
Es iſt ſehr einfach und doch wichtig:
Mache das Waſſer
weich!
Gib vor Bereitung der
Lauge einige Handvoll
SHenko=Bleichſodo in den
mit kaltemtWaſſer
ge=
fällten Kefſel!
Verrühre
diererfor=
derliche Menge Perſil
kalt in einem Eimer!
(Ein :PaketkPerſi reicht
für 2:/, bis 3 Eimer 225
bis 30 Liter=Waſſer.)
Gib dieſe Löſung in
den mit kaltem Waſſer
gefäſten Keſſe!
Lege die Wäſche locker
in dieſe kalte Lauge
und laſſez unter zeitweilie
gem Umrühren: langſam
kochen! Kochdauerketwe
„Stde.
Spüle nach Abkühlen
zuerſt in gut warmem
Woſſer, dann kalt, big
das Spälwaſſer genz Har
bleibt!
Seite 24
Sonntag den 24 Juni 1928
Aur heute und morgen noch:
Sonntag;
Anfang
3 Uhr.
Bas eraachehde leg
TPte
mit Vortrag des Herrn Kurt Zimmermann. Ein Kulturfilm, der Aufſehen erregt hat. Dazu:
Jugendliche haben zu halben Preiſen Zutritt.
und das
Platzvergünſtigung für die Mitgl. der Kulturfilmgem
übrige
Bei=
mit Bühnenvolksbund, für die Volksbühne uſw. (rw
de AddlUlLin Aill IleNAAprogramm
Unſer großes Kriminal= und Senſations=Programm:
Gestrandete Henschen
6 Akte aus dem dunkelſten Hamburg.
Bie Waise von Hell River
Ein Prärie=Roman in 5 Akten.
e
Der Fahnenkräger von Sed=
(Feinde von geſtern)
7 Akte, 1 Vor= und 1 Nachſpiel.
Der falsche Onkel
Tiefseeferschungen in der 90
Luſſpiel.
Kulturſilm
Jugendliche zahlen halbe Preiſe. Miglieder der Kulturfilmgemeinde mit Bü
volksbund uſw. haben Platzvergünſigung.
Orangeriehaus
Bessunger Herrngarten
Sonntag, den 24. Juni 1928
RheiniſcherAbend
Stadt=Orcheſter, Leitung Kapellm. W. Schlupp
Eintritt 30 Pfg.
Anfang 8 Uhr
Zehnerkarten haben Gültigkeit
Die Reſtauration iſt den ganzen Tag geöffnet
Preiswerter Mittagtiſch.
ff. Kaffee und Kuchen, Eis, div. Erfriſchungen
und Wiener Kronenbler.
St10522
Ludwigshöhe
Telephon 591—
Heute nachmittag 4 Uhr
Großes Konzer;
Stadtorcheſier
10473
Leitung: Kapellmeiſter Willy Schlupp.
Eintritt 50 3. Zehnerkarten haben Gültig.
keit. Für Nichtkonzertbeſucher Nebengarten.
Bei unginſtiger Witterung Saalkonzert.
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Heute ab 8 Uhr
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Café Rheingeld
Sonutag, den 24. Juni, v. 4½—6½ Uhr
Tanzriee sios
Ab 8 Uhr: Familien-Konzert
Leitg.: Die beliebte Kapelle Gebr. Ratzel.
Hotel Prinz Heinrich
Heute Sonntag abend
WGarten Konzert mit Sant
Eintritt frei!
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Heute abend 8 Uhr
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Waſſerwärme vorm.
7. Uhr 19 C.
Woogs=Polizei; Wache.
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Symphonie-Konzerte
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Aufführungen
Heute Sonntag, abends 4.00 Uhr 72 Jetzte
Morgen Hontag, abends 8.15 Uhr Auftährungen
Hurra, zein Junge
W 3volle Stunden lachen Sie über Harprechtl c
Karten: Verk.-Büro 9—12, Kasse Orpheum ab 3 Uhr. Tel. 389.
— In Vorbereitung! —
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Heute Sonntag, von 4 bis 11 Uhr abends, großes volkstümliches
KONZERT
Leitung Obermuſikmeiſter Rühlemann
Bei eintreiender Dunkelheit große Illumination des Gartens
Eintritt frei
Hans Tod
Im Ausſchank das belſebie Kronen=Doppel=Bier
Mittagstiſch von 80 Pfg. an
Reichhaltige Tageskarte
Bei ungünſtiger Witterung findet das Konzert in den Lokalitäten ſtatt.
Afße 6
Sonntag, 1. Juli ab, nachm. 4 Uhr
Sommerfeſt
im Rummelbräu
Konzert, Tombola,
Kinderbeluſtigung aller Art. /10469
Tanz im Saal
Hierzu ladet freundlichſt ein
Der Vorſtand
Konzert
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Reſtaurant Karl Glenz
Ecke Kahlert= und Wendelſtadtſtraße
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Sonntag, 24. Juni vorm. 11 Uhr
Mütttututututututunfde
Promenaden=
Konzert
S6 1523
Stadt Orcheſter
Leiſtung: Kapellmeiſter W. Schlupp
Herrngarten-Café
Heute
Künstler-Konzerte
Nachmittag 4 Uhr
Abend 8 Uhr
St 10524
Oafé Barth
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Konditorei Kaffee Reſtaurant
Am Haupi=
Morneweg=
bahnhef TOST platz 3‟
Von 4 Uhr ab
Kaff
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Wo gehen wir hin?
Zur StadtNürnberg
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Heute Stimmungsmusik
Zur Kanone
Heidelbergerstr. 37
Sonntag abend
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Konzert
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die Schiffskarten au gehändigt werden.
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ohne umzuſteigen, von da bis Koblen;
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Rückfahrt erfolgt in derſelben Weiſe
wie die Hinfahrt.
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Luſtſpiel in fünf Aufzü
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von William Shakeſpe
Deutſch von A. W. Schl
Inzenierung: Günter Haei
Bühnenbild: Wilhelm Rei
Muſik Berthold Goldſch
Mitwirkende:
Beiſie Hoffart, Elſa Knott, Kit
Mela Wigandt, Hans Baumeiſ
Domeck, Werner Finck, Hermant
Richard Jürgas Hugo Keßler, G
Rudolf, Klix, Robert Klupp,
Krumb, Paul Maletzli, Hans
Parhla, Gothart Portloff, Artu=
Curt Weſtermann
Spielwart: Willy Krichbe
Preiſe der Plätze: 1—10
Perſonenverzeicht
Der Herzog in der Ver=
Rudol
bannung .. . .."
Friedrich, Bruder des
Herzogs u. Uſurpator
ſeines Gebiets. . .. Hans
Amiens .. . . . . . . Gotha
Nob.r
Jaques . ...."
Le Beau, ein Hofmann,
in Herzog Friedrichs
Werne
Dienſten
Charles, Friedr. Ringer Pa
Söhne des Herm.
Oliver,
Jakob, Freiherrn Artzuu
Orlando,/RolandleBois Karl 2
Richar
Adam!
Denis) Bediente Olivirs H.Hei
Probſtein, der Narr . Hugd
Ehrn Olivarius
Text=
dreher, ein Pfarrer . Pau
Curt A
Cornelius?
Shlvius / Schäfer .. Ernſt
Roſalinde, Tochter des
vertriebenen Herzogs Kitth
Celia, Herzog Friedrichs
Tochter.
Pwoebe, eine Schäfern Beſſe.
Kätchen, ein
Bauern=
mädchen ... ..
Eine Perſon, die den
Johan
Hymen vorſtellt ..
Hans
Erſter Page ..
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ſechtloſigkent der 2
er herrſchenden Pole
zu mehrfache Vorfälle
ſewohl die Deutſchen i.
zu huben, wie es ſchlimnt
ncht herausgenommen h
zu gegenüber Deutzſchla
der beharrlichen Unna
den Wünſchen eingeſchl
deit beiden Tatſachen,
Dr ſehen, müſſen feſtg
uſt der deutſch=p
Eſſerung dieſer Bezie=
Mugsverhmdlungen
MAun den Abſchluß
Mm Vertrages kann,
urhuen ſein, ſolange
Bruer Politik ihr S
rindigen Deutſchtun
Ei der
Schulſchikan=
au Deutſchen Oberſd
er Minderheitenve
rI Eunderordnung, um
Herhandlungen mit
1 Azbiel für die Art, wi
Kuchen Politik treibt
Mu wenig wird in
Lnchlichem Maße
Rüeien, in Weſtpreuf
Ru Polen beachtet.
Wyunenen Poſten deu=
Iien einen Anſprud
PA
E4