Darmstädter Tagblatt 1928


22. Mai 1928

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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuftrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 142
Dienstag, den 22. Mai 1928.
191. Jahrgang

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Die Zuſammenſetzung des neuen Reichstags

OasvorläufigeGeſamtergebnis
der Reichstagswahlen.
Die Verteilung der Mandate.
Berlin, 21. Mai.
Nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis (ohne den Ver=
waltungsbezirk
Berlin=Reinickendorf, der noch ausſteht) ſind ins=
geſamt
30 592 442 Stimmen abgegeben worden. Davon entfallen:

Sozialdemokraten . . . 9111 438 152 Mand. (131) Deutſchnationale 4359 586 73 (103) Zentrum 3 705 040 62 ( 69) Deutſche Volkspartei = 2 669 549 44 ( 51) Kommuniſten 3 232 875 54 ( 45) Demokraten (einſchl. Volksrpt.) 1492 899 25 ( 32) Bayeriſche Volkspartei. 936 404 16 ( 19) Linke Kommuniſten . 80 057 0 Wirtſchaftspartei . 1391 133 23 ( 17) Nationalſozialiſten 806 746 12 Deutſche Bauernpartei". 480 613 8 Bölkiſch=Nationaler Block. 264 565 0 Landbund 199 491 3 Chriſtlich=Nationale Bauern. 770 100 13 Volksrecht=Partei. 480 978 2 Evgl. Volksgemeinſchaft . . 51 465 0 Reichspartei für Handw. H.. z 405 0 U. S.P.D. . . .
. * 20 725 0 Volksblock der Inflat. . .. 36 658 Deutſcher Haus= u. Grundbeſitz 35 550 0 Nationale Minderheiten . .. 70 752 0 ....
Alte S.P.D. . 65 246 0 Unpol. Liſte der Kriegsopfer. 60B 0 Dt. Reichsblock der Geſchädigten 7 330 0 Aufwertungs= u. Aufbaupartei. 7 473 0 Chriftlich=Soziale Reichspartei = 110 466 0 Sächſiſches Landvolk. 127633 Rechts. Mieterſchutz .. 2164 0 Evgl. Volksdienſt . . 4676 0

Für ſonſtige Kreiswahlvorſchläge, die an keine Reichswahl=
vorſchläge
angeſchloſſen waren, wurden 6071 Stimmen abgegeben.
Die Geſamtzahl der abgegebenen Stimmen beträgt alſo insgeſamt
30 592 442, auf die zuſammen 489 Mandate entfallen.
Vorerſt kein Rücktritt der Reichsregierung.
Zuſammentritt des neuen Reichstags Mitte
Juni.
Berlin, 21. Mai.
In der Preſſe iſt die Vermutng ausgeſprochen worden, daß
die Reichsregierung vielleicht ſchon morgen zurücktreten könnte.
Demgegenüber iſt darauf hinzuweiſen, daß zunächſt das amtliche
Wahlergebnis abgewartet werden muß. Die Regierung wünſcht,
wie verlautet, auch durch ihren Rücktritt eine Regierungskriſe nicht
eher herbeizuführen, als die Bedingungen für den unmittelbar
bevorſtehenden Zuſammentritt des Reichstages gegeben ſind. Der
Reichstag dürfte in den Tagen zwiſchen dem 10. und 14. Juni
zuſammentreten. Wenn die Regierung lange vorher zurücktreten
würde, ſo würde ſie mit der Führung der Geſchäfte beauftragt
werden müſſen, was gewiſſe Schwierigkeiten mit ſich brächte. Die
Reichsregierung wird, wie von unterrichteter Seite mitgeteilt
wird, vorausſichtlich erſt einige Tage oder einen Tag vor Reichs=
tagsbeginn
zurücktreten. Es wird in dieſem Zuſammenhang
darauf hingewieſen, daß dieſe Praxis bereits ſeit mehreren
Jahren geübt wird und daß bereits nach den Wahlen 1924 nach
dem gleichen Muſter verfahren wurde.
Streſemann auf der Reichsliſte.
* Berlin, 21. Mai. (Priv.=Tel.)
Nach den bisherigen Berechnungen hat die Deutſche Volks=
partei
auf der Reichsliſte etwa 7 Abgeordnete durchge=
bracht
, und zwar Dr. Streſemann, Geheimrat Kahl, Frau
Matz, Gewerkſchaftsſekretär Thiel, Dr. Becker=Heſſen,
Staatsſekretär Kempkes und Poſtamtmann Morath. Es iſt nicht
ausgeſchloſſen, daß, wenn das amtliche Ergebnis vorliegt, auch
noch Dr. Pfaff ein Platz eingeräumt wird. Dr. Streſemann hatte
Urſprünglich die Abſicht, ſich in Oberbayern=Schwaben um ein
Mandat zu bewerben. Infolge ſeiner Erkrankung mußte er aber
den bereits begonnenen Wahlkampf abbrechen. Es unterlag von
dieſem Augenblick ab keinem Zweifel mehr, daß er in Bahern
nicht durchkommen werde. Wie gut ſeine Chancen aber waren,
und daß er alle Ausſicht hatte, ſich hier einen Platz zu ſichern,
wenn er ſeine Propagandareiſe hätte fortſetzen können, zeigt die
Münchener Abſtimmung. Hier hat er die Zahl der volkspartei=
lichen
Stimmen verdoppeln können, trotzdem er in der bekannten
Bürgerbräuverſammlung von ſeinen politiſchen Gegnern nieder=
geſchrien
wurde,
Die vorſichtige Börſe.
* Berlin, 21. Mai. (Priv.=Tel.)
Es iſt doch recht intereſſant, wie an der Berliner Börſe
das Wahlergebnis des 20. Mai aufgenommen wurde. Zunächſt
einmal war eine gewiſſe Beunruhigung unverkennbar, aber ſehr
bald traten Kräfte in Aktion, die unter allen Umſtänden Kurs=
ſtürze
vermieden wiſſen wollten und die Parole ausgaben,
erſt einmal abzuwarten, wie das Ausland ſich zu

dem Wahlausfall ſtellt. Das hatte nun zur Folge, daß
Angſtverkäufe unterblieben, ſogar hier und da Kursbeſſerungen
eintraten. Im großen und ganzen konnte man ſich des Eindrucks
nicht erwehren, daß die Ruhe, mit der man dem Linkskurs gegen=
über
zu treten ſuchte, nicht ganz echt war. Wäre der vielfäch zur
Schau getragene Optimismus nicht dem Beſtreben entſprungen,
Erſchütterungen zu verhindern, dann hätten eigentlich als ſicht=
barer
Ausdruck des Vertrauens auf die Zukunft unter einer
mehr oder weniger durchſetzten ſozialdemokratiſchen Regierung
größere Demonſtrationskäufe ſtattfinden müſſen. Wie man in
Börſenkreiſen Wahlergebniſſe beurteilt, zeigt die im Anſchluß an
die franzöſiſchen Rechtswahlen in der Pariſer Preſſe einſetzende
Hauſſe, die nur als Beweis zu werten iſt, daß ganz Fronkreich
Poincaré die Kräfte zutraut, die Finanzen des franzöſiſchen
Staates in Ordnung zu bringen. Intereſſant iſt dagegen der
Tag nach der Reichstagswahl jetzt an der Berliner Börſe. Die
ausländiſche Preſſe wird ſich ſehr bald mit der unter einer et=
waigen
ſozialdemokratiſchen Regierung zu erwartetenden Wirt=
ſchafts
= und Finanzpolitik beſchäftigen. Von dieſem Urteil wird
es allerdings abhängen, welche Strömungen ſchließlich die Links=
wahl
auslöſen wird.
Franzöſiſche Preſſeſiimmen. Herriot bezeich=
nei
Streſemann als den Sieger des 20. Mai.
EP. Paris, 21. Mai.
Die Abendblätter drücken allgemein ihre Befriedigung über
den Sieg der Linksparteien bei den Reichstagswahlen aus, da ſie
darin eine Gewähr für die Fortſetzung der Locarno=Politik er=
blicken
. Der Temps ſchreibt, daß das deutſche Volk für die
Republik und den Frieden geſtimmt habe. Auffällig ſei vor allem
die Niederlage der Deutſchnationalen, beſonders in den Wahl=
kreiſen
, die bisher als treu monarchiſch galten. Ueber die Gewinne
und Verluſte der Mittelparteien könne man verſchiedener Mei=
nung
ſein. Unumſtritten ſei aber, daß die ſtarken Gewinne der
Sozialdemokraten und die ſtarken Verluſte der Deutſchnationalen
auf eine tiefgreifende Aenderung der öffentlichen Meinung in
Deutſchland hingewieſen. Der Intranſigeant bezeichnet
die Sozialdemokratie als die wahren Sieger der geſtrigen Tages.
Auffallend ſei vor allem ihr Fortſchritt in der Hochburg des deut=
ſchen
Monarchismus, in Bayern. Ueber die kommuniſtiſchen Er=
folge
werde man in Moskau jubeln und darin eine Revanche für
die Niederlage der franzöſiſchen Kommuniſten erblicken. Ueber
die Zuſammenſetzung der neuen Regierung will ſich das Blatt
noch nicht äußern. Immerhin ſtehe feſt, daß
Streſemann und die Locarmopolitik als Sieger
das Schlachtfeld behaupten.
Die Liberté dagegen ſieht keine Veranlaſſung für
Frankreich, ſich über den Sieg der Linksparteien
zu freuen. Man ſcheine vergeſſen zu haben, daß die Sozial=
demokraten
ſeinerzeit für den Ruin der deutſchen Währung ver=
antwortlich
waren. Wenn Deutſchland ſeither wieder hochgekom=
men
ſei, ſo danke es dies lediglich den Rechtsparteien. Die Zei=
tung
fürchtet, daß man der neuen linksorientierten Regierung die
Räumung der Rheinlande jetzt williger zugeſtehen werde als dem
bisherigen Kabinett. Die Alternative bleibe nach wie vor
die gleiche: Entweder ein ſtarkes und zahlungs=
fähiges
Deutſchland, dadurch aber auch ein ge=
fährliches
und revancheluſtiges Deutſchland,
oder ein linksorientiertes friedliches Deutſch=
land
, das aber dadurch gleichzeitig unfähig
würde, die Reparationen zu bezahlen. Die In=
formation
hält es nicht für wahrſcheinlich, daß die Weimarer
Koalition wiedererſtehen werde. Es habe den Anſchein, daß die
Wirtſchaftspartei den Angelpunkt der neuen
Reichstagsmehrheit darſtelle. Der Paris Midi rech=
net
ebenfalls, wie der Temps, damit, daß ein Sozial=
demokrat
Reichskanzler werde und glaubt, daß Stre=
ſemann
Außenminiſter bleiben wird.
Der ſozialiſtiſche Soir ſchreibt zu den deutſchen Reichstagswahlen,
es unterliege keinem Zweifel, daß der Sieg der Arbeiterparteien die
deutſche Innenpolitik ſehr nachhaltig beeinfluſſen werde. Die Feinde
der Republik und tes Friedens ſeien endgültig erdrückt. Der Sieg der
Linken habe aber auch internationale Bedeutung. Die Deutſchnationalen
ſeien beſiegt worden nicht nur, weil ſie die Monarchie befürworteten,
ſondern auch, weil ſie den Krieg und die Nevanche propagierten. Sie
hätten eine ſcharfe Lektion erhalten. Diejenigen, die im Auslande be=
haupteten
, daß Deutſchland unter der Herrſchaft der Junker und In=
duſtriellen
ſchmachte, ſeien ebenfalls eines Beſſeren belehrt worden.
Diejenigen ferner, die ſich auf den angeblichen deutſchen Nationalismus
ſtützten, um die Mäumung der Rheinlande zu verweigern, hätten jetzt
ihr Hauptargument verloren.
Es ſei jetzt dringender als je das Rheinland
zu befreien.
Der Paris Soir hat eine Reihe von politiſchen Perſönlichkeiten
um ihre Anſichten über die deutſchen Reichstagswahlen erſucht. Der
frühere Innenminiſter Malvy kezeichnet den Fortſchritt der Linkspar=
teien
als außerordentlich erfreulich für die Zukunft Europas. Er be=
weiſe
die Stärkung der republikaniſchen Idee in Deutſchland und ſei
dadurch ein ausgezeichnetes Vorzeichen für die Fortſetzung der Völker=
bunds
= und Locarnopolitik. Der Sozialiſt Vineent=Auriol erklärt ſich
aus ſozialiſtiſcher Solidarität heraus erfreut über den Sieg der deutſchen
Sozialdemokraten. Er zweifelt nicht daran, daß die Sozialdemokraten
die Regierung übernehmen werden. Leider ſei die Lage in Frankreich
nicht dieſelbe. Der Sieg der deutſchen Linken ſei aber ein Fingerzeig
für die franzöſiſchen Sozialiſten, auf die franzöſiſche Außenpolitik ein=
zuwirken
, damit die Politik der Annäherung zwiſchen den beiden Völ=
kern
fortgeſetzt werde.
Der frühere Unterſtaatsſekretär der Handelsmarine im Kabinett
Herriot, der Abgeordnete Léon Meyer, bezeichnet Streſemann als den
Sieger des geſtrigen Tages. Die Wahl beweiſe, daß die Politik der An=
näherung
und des Friedens in Deutſchland ganz bedeutende Fortſchritte
gemacht habe. Darüber könne man ſich in Frankreich nur freuen.

Was nun?
Der Ausgang der Wahl hat eigentlich nach allen Seiten ſo
überraſchend gewirkt, daß ſelbſt die Parteien der Linken zunächſt
die Sprache verloren und einige Zeit brauchten, um ſich umzu=
ſtellen
und die nötigen Erklärungen zu finden. Die Deutſch=
nationalen
freilich haben ſich mit ihren Verluſten wohl ſchon vor=
her
abgefunden. Sie führen ihren Mißerfolg auf ihre Tätigkeit
als Regierungspartei zurück und wollen die bittere Lehre be=
herzigen
. Dagegen hat das Zentrum etwas ganz anderes erwartet.
Daß es zuſammen mit der Bayeriſchen Volkspartei über 10 Man=
date
verlor, iſt bei der ſtraffen Organiſation gerade der Zen=
trumswähler
eine Ungeheuerlichkeit. Herr Wirth und ſeine
Freunde machen die Heirat mit den Deutſchnationalen dafür ver=
antwortlich
. Man kann aber ſchließlich ebenſogut ſagen, daß die
enge Verbindung mit den Sozialdemokraten auf die ländlichen
Wähler des Zentrums abſchreckend gewirkt hat. Ueber alle dieſe
Einzelheiten wird ja ſpäter noch Mancherlei zu ſagen ſein, vor=
nehmlich
über den Zuſammenbruch der Demokraten,
die heute nicht viel mehr als ein Drittel der Stimmen haben, mit
denen ſie in der Weimarer Verſammlung einzogen. Für ihren
Führer Koch, der ja die Richtung der Partei in den letzten Jahren
maßgebend beeinflußt hat, muß es eine ſchmerzliche Erkenntnis
ſein, daß er eigentlich von einer Niederlage zur anderen wandert.
Die Berliner Aſphalt=Preſſe der Demokraten, die mit ihm durch
dick und dünn geht, will es zwar nicht wahr haben, aber um die
Erkenntnis wird ſie doch nicht herumkommen, daß die Demokratie
in ihrer heutigen geiſtigen politiſchen Einſtellung weiter nichts als
eine Schrittmacherin der Sozialdemokratie iſt. Die Demokraten
haben gerade in den Großſtädten einen angeheuren Rgitatons=
aufwand
getrieben, haben aber ſogar in Groß=Berlin Einbußen
erlitten und mit ihrer ganzen Propaganda nur den Sozialdemo=
kraten
genutzt. Freilich auch das Bürgertum isgeſamt
trägt ein gut Teil der Schuld an der unerfreu=
lichen
Zuſammenſetzung des neuen Reichstages.
Die Wahlbeteiligung iſt trotz der 2½ Millionen Neuwähler niché
weſentlich größer geweſen als im Jahre 1920, zum größten Teil
wegen der verhängnisvollen Zerſplitterung und Grüppchenbil=
dung
. Trotz aller Warnungen haben die Parteien, die von vorn=
herein
politiſch zum Tode verurteilt waren, Hunderttauſende von
Stimmen erhalten, und wenn man einmal, nach dem Vorliegen
der amtlichen Ergebniſſe die Rechnung aufmacht, wird ſich ver=
mutlich
herausſtellen, daß auf dieſem Wege 1½= Million
Stimmen dem Bürgerblock verloren gegangen
ſind. Das ſind rund 30 Mandate, die, wenn ſie den großen
Parteien zugute gekommen wären, politiſches Schwergewicht be=
kommen
hätten.
Aber das Intereſſanteſte iſt im Augenblick, was nun
eigentlich werden ſoll. Die Demokraten haben ſich raſch getröſtet.
Sie finden ſich damit ab, daß der republikaniſche Gedanke geſiegt
habe, und glauben, daß der Weg nach vorne ſich ſehr bequem
geſtalten werde. Ganz ſo einfach liegen die Dinge aber doch
nicht. Zunächſt iſt einmal negati feſtzuſtellen, daß durch die Ver=
luſte
der Deutſchnationalen, des Zentrums und der Deutſchen
Volkspartei die Mehrheit des gegenwärtigen Ka=
binettes
verloren gegangen iſt. Sie könnte freilich
durch das Hinzutreten der Wirtſchaftspartei und der kleineren
Gruppen ausgeglichen werden. Aber das iſt hoffnungslos: ein=
mal
wegen der Einſtellung des Zentrums gegenüber den Deutſch=
nationalen
, dann aber auch, weil eine Regierung, deren Mehrheit
von Quartetten abhängig iſt, nicht arbeitsfähig ſein kann. Ebenſo
ergibt ſich negativ, daß die Weimarer Koalition, auf
die wohl die Demokraten zunächſt geſtartet waren, nichtin der
Lage iſt, eine Mehrheit zu ſtellen. Sie kann das nur
mit wohlwollender Neutvalität der Kommuniſten oder der Deut=
ſchen
Volkspartei. Das Zentrum wird ſich indes hüten, mit den
Sozialdemokraten in eine Regierung zu gehen, wenn es dabei
nur die Demokraten neben ſich hat, und die Sozialdemokraten
innerhalb dieſer Koalition faſt eine Zweidrittelmehrheit haben,
Das iſt ein Grund, der ſich vermutlich auch in Preußen aus=
wirken
wird. Hier erzählt die Weimarer Koalition von einem
großen Siege, den ſie erfochten haben will. Wenn man aber die
Dinge bei Licht beſieht, reicht der Gewinn der Sozialdemokraten
gerade eben aus, um noch einen kleinen Ueberſchuß über die Ver=
luſte
des Zentrums und der Demokraten zu bilden. Die Weimarer
Koalition hatte in Preußen bisher 226 gegen 224 Stimmen der
Oppoſition. Künftig wird ſie 229 gegen 221 Stimmen zählen.
Aber ſoviel iſt damit nicht gewonnen. Dieſe 8 Stimmen reichen
nicht aus, um poſitive Aufbauarbeit zu leiſten. Deswegen möchten
wir annehmen, daß gerade vom Zentrum aus der Wunſch kom=
men
wird, die Neugeſtaltung der Regierungsver=
hältniſſe
im Reich wie in Preußen einheitlich zu
regeln.
Der Angelpunkt liegt nunmehr bei den So=
zialdemokraten
. Es iſt ein Anhaltspunkt, wenn der Vor=
wärts
in dieſem Augenblick eine offizielle Fraktionsrede des
Parteiführers Wels zitiert, der kurz vor der Auflöſung des
Reichstages davon ſprach, daß die Sozialdemokratie ſich ihrer
Verantwortung bewußt und zur Verantwortung bereit ſei. Das
iſt ein Fortſchritt gegen die Vergangenheit, denn bisher hat die
Sozialdemokratie regelmäßig jede Kombination zerſchlagen, in
die ſie hineingezogen werden ſollte. Das Zentrum hat es den
Sozialdemokraten ja oft genug zu verſtehen gegeben, daß ſie
eigentlich an der deutſchnationalen Regierungstätigkeit ſchuld
ſeien. Aber die ſozialdemokvatiſche Führung iſt auch gerade nicht
auf Roſen gebettet. Sie kann nicht überſehen, daß den größten
Erfolg im Wahlkampf die Kommuniſten hatten, die
bei der Auflöſung des Reichstages nur wenig mehr als 30 Man=
date
hatten, weil der Reſt ihnen abgeſprungen war und die jetzt
mit 54 Mann zurückkehren. Die kommuniſtiſche Flanken=
drohung
wird aber auf die ſozialdemokratiſche Taktik nicht
ohne Einfluß bleiben können, weil auch der radikale Einfluß in=
nerhalb
der ſozialdemokratiſchen Fraktion gewachſen iſt, und weil
die Kommuniſten aus politiſchen Gründen ſicher jetzt mit einem
Angebot an die Sozialdemokraten herantreten werden. Wenn
alſo die Sozialdemokraten überhaupt mit den Bürgerlichen pak=
tieren
wollen, müſſen ſie ſich erſt den Rücken gegen die Kommu=
niſten
decken, und dazu wird viel Geſchick gehören. Dann bleiben
noch die großen Schwierigkeiten, mit den bürger=

[ ][  ][ ]

Seite 2

lichen Parteien der Mitte, eine Verſtändigung
über ein Regierungsprogramm zu erzielen. Es iſt
micht zu vergeſſen, daß wir im nächſten Jahr im Zeichen der
Wirtſchaftspolitik ſtehen, und daß hier die Sozialdemokratie zu
Maßregeln als Regierungspartei gezwungen ſein wird, die bei
ihren Wählern ſicher nicht populär ſind. Wir halten es für eine
Selbſtverſtändlichkeit, daß nicht nur die Deutſche Volkspartei, ſon=
dern
auch Zentrum und Demokraten nicht geneigt ſein werden, verſtorbenen Lord Erroll als britiſcher Oberkom=
einſach
ein Anhängſel der Sozialdemokraten zu ſein, ſondern miſſär im Rheinland iſt, tritt ſeinen Poſten in den nächſten
daß, wenn es zu einer Großen Koalition kommt,
dann die bisherige Politik der Mitte die Richt=
linie
ſeinmuß, der ſichdie Sozialdemokratie an=
zuſchließen
hat, woraus ſich als zweckmäßig ergeben würde,
noch bevor es zu irgendwelchen offiziellen Regierungsverhand=
lungen
kommt, daß Zentrum, Demokvaten und Deutſche Volks=
partei
mit einander Fühlung ſuchen, um den Kern zu bilden, der
Ausgangspunkt der Regierungsbildung ſein muß. Allzu leicht iſt
das allerdings vorderhand noch nicht. Der Reichstag ſoll erſt
ſam 12. Juni zuſammentreten. Vorher wird das HKabinett wohl
noch nicht zurücktreten wollen, um für alle Fälle ſolange arbeits=
fähig
zu bleiben. Vorher wird auch kaum der Reichspräſi=
dent
offiziell verſuchen, zu einer Regierungsbildung zu kommen.
Wir kennen ſeine konſtitutionelle Einſtellung aus früheren Kriſen.
Wir nehmen deshalb ohne weiteres an, daß er vor dem Zu=
ſammentreten
des Reichstages die Demiſſion
des Kabinettes annimmt und dann einen So=
zialdemokraten
mit der Regierungsbildung be=
auftragen
wird. Es ſcheint, als wenn Herr v. Hindenbung
dabei in erſter Linie an den preußiſchen Miniſter=
präſidenten
Braun denkt, der durch ſeine Stellung in
Preußen die Möglichkeit hätte, in Reich und Preußen
eine einheitliche Konſtellation zu ſchaffen, um ſo
auch dazu beizutragen, daß die häßlichen Reibungen zwiſchen
Reich und Preußen verſchwinden. Aber ſoweit ſind wir noch
lange nicht. Zunächſt wird ſich einmal zeigen müſſen, ob die
Sozialdemokratie wirklich bereit iſt, auf die angenehme Stellung
als Oppoſitionspartei zu verzichten und politiſch wie agitatoriſch, ſter Ali Gholi Khan Anſari zum Botſchafter Ver=
die
Opſer zu bringen, zu denen eine Regierungspartei in einer
Koalition entſchloſſen ſein muß. Deshalb iſt bis auf weiteres die
Große Koalition nur reine Theorie. Sie um=
mentariſchen
Mehrheitsregierung, ob ſie jedoch ſich kämpfend nach der Mandſchurei zurückziehen würden.
praktiſch wird, das iſt eine Frage, die von den
Sozialdemokraten beantwortet werden muß er bereite eine Gegenoffenſive gegen die Südtrup=
und an deren Bejahung wir noch nicht recht glauben.

Frankreich und die engliſche Antwort.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 21. Mai.
Man hat hier die engliſche Antwortnote an Kellogg mit
einem Seufzer der Erleichterung zur Kenntnis genommen. Es
iſt wahr, die engliſche Antwort bedeutet keine ausgeſprochene
Stellungnahme für Frankreich. Sie will vermitteln, aber auf
dem Wege der Vermittlung geht Chamberlain ſo weit, daß er
den franzöſiſchen Standpunkt in vieler Beziehung ſtärkt. Die
franzöſiſche Preſſe iſt ſelbſtverſtändlich bemüht, dieſen Umſtand
ſo ſtark als nur irgend möglich hervorzuheben. Die engliſchen
Vorbehalte ſind nicht ſo ſcharf und undiplomatiſch formuliert,
wie es die franzöſiſchen waren, aus denen ja die konſtante Be=
ſtrebung
, eine unruhige öffentliche Meinung zu beſchwichtigen,
herausklang. Die Reſerven Englands ſind ſo formuliert, daß ſie
einen Ausgleich zwiſchen dem franzöſiſchen und amerikaniſchen
Standpunkt ermöglichen ſollen. Das iſt ja der offen betonte
Zweck der engliſchen Politik. Dazu dient ja die eigenartige eng=
liſche
Behauptung, wonach zwiſchen dem amerikaniſchen und fran=
zöſiſchen
Standpunkt kein grundlegender Unterſchied beſtehen ſoll.
Es iſt möglich, daß man in Frankreich die Differenz zwiſchen
ben Vorſchlägen Briands und Kelloggs durch eine rein juriſtiſche
Beurteilung des amerikaniſchen Vorſchlages noch künſtlich ver=
größert
hat. Die franzöſiſche Denkweiſe iſt oft geeignet, in der
Politik zu ſolchen taktiſchen Fehlern zu führen. Aber immerhin
läßt ſich der Gegenſatz zwiſchen den Vorſchlägen Kelloggs und
den Vorbehalten Briands ſelbſt mit der geſchickteſten Formulie=
rung
von Noten nicht aus der Welt ſchaffen. Ja, er wird ſelbſt
dann noch beſtehen bleiben, wenn die allgemeine Kriegsächtung
mit Hilfe von opportuniſtiſchen Redewendungen tatſächlich zu=
ſtande
kommen wird. Aber für Frankreich handelt es ſich längſt
nicht mehr um die Kriegsächtung. Die franzöſiſche Diplomatie
wünſcht für den Augenblick wur eines: ſich aus einer heiklen diplo=
matiſchen
Lage herauszuarbeiten. Wie die Dinge jetzt ſtehen,
ſcheint ihr dies leichter zu gelingen, als die franzöſiſche Preſſe
befürchtet hat.
Es iſt eine andere Frage, ob, wenn dieſes Reſultat erreicht
ſein wird, wan in Frankreich das Recht haben wird, von einem

Dienstag, den 22. Mai 1928

Vom Tage.
Der tſchechoflowakiſche Außenminiſter Beneſch
hat dem Staatsſekretär im Auswärtigen Amt, Dr. Schubert ſeine
Aufwartung gemacht und mit ihm ein längeres Geſpräch
geführt.
Miſter Williams Seeds, der der Nachfolger des
Tagen an.
In dem polniſchen Geſetzblatt wird jetzt das neue Geſetz über
die Militärdienſtpflicht veröffentlicht. Die Dienſtzeit dauert
für die Kavallerie und berittene Artillerie 2 Jahre und 1 Monat, für
die Marine 2 Jahre und 3 Mongte, für die übrigen Waffengattungen
2 Jahre.
Chanberlain teilte im Unterhaus mit, daß die amerikaniſche
Regierung der engliſchen Regierung einen Schieds=
gerichtsvertrag
unterbreitet habe, der an Stelle des im
Jahre 1908 abgeſchloſſenen Vertrages treten würde und der am 4. Juni
ablaufe. Der Entwurf werde gegenwärtig genau geprüft.
Der litauiſche Miniſterpräſident Woldemaras
hatte mit Chamberlein im Unterhaus eine Unter=
redung
. Wie verlautet, wurden Fragen allgemeinen Intereſſes er=
örtert
mit dem Ziele, die traditionelle Freundſchaft der beiden Länder
zu bertiefen. Chamberlain wird zu Ehren von Woldemaras heute ein
Frühſtück geben.
Die engliſche Antwortnote auf die Kelloggſchen Anti=
kriegspakworſchläge
hat in der engliſchen Preſſe im allgemeinen
eine günſtige Aufnahme gefunden, jedoch ſind die Kommentare
nicht frei von ſtarker Kritik.
Nach den letzten Ergebniſſen der Vorwahlen innerhalb der Parteien
dürfte der Gouverneur des Staates Nav York, Smith, als Kan=
didat
der Demokraten für die amerikaniſche Prä=
ſidentſchaftswahl
gelten. Bei den Nepublikanern dürfte
Handelsſekretär Hoover als Kandidat des Parteitages
aufgeſtellt werden, der in Kanſas=City zuſammentreten wird.
König Aman ullah iſt in Angora von Kemal Paſcha partei gewinnt 380 000 Stimmen, die Nationalſozialiſten verli
feierlich empfangen worden.
Meldungen aus Teheran zufolge iſt der bisherige Außenmini=
ſiens
in Moskau ernannt worden.
Meldungen aus Peking zufolge hat der japaniſche Militär= Gruppen im Landtage wahrſcheinlich iſt.
attaché Tſchang Tſo=lin mitgeteilt, daß die Japaner, die
ſchließt den geſunden Gedanken einer parla= mandſchuriſchen Truppen entwaffnen würden, wenn ſie
Aus Tokio wird gemeldet, daß Tſchang Tſo=lin erklärt hat,
penvor.

diplomatiſchen Erfolg zu ſprechen. Aber man hat den Urſprung
der Kriegsächtungsfrage und den Plan einer ſpeziellen franzöſiſch=
amerikaniſchen
Kriegsächtung ſo ſehr und ſo gerne ver=
geſſen
, daß dieſe Frage in Paris nicht einmal mehr auftauchen
kann. Man kommt mit einem mehr oder weniger blauen Auge
davon. Hätte man ſeinerzeit den erſten Schritt in dieſer Ange=
legenheit
beſſer überlegt, ſo brauchte wan ſich heute nicht über
die Annäherung Chamberlains an den franzöſiſchen Standpunkt
ſo zu freuen.
Ein Antrag auf Annullierung des Dawes=
planes
und des Verſailler Vertrags.
EP. New York, 21. Mai.
Der einzige ſozialiſtiſche Abgeordnete im Repräſentauten=
haus
, Berger, hat eine Entſchließung eingebracht, in der Coo=
lidge
aufgefordert wird, eine internationale Konfe=
renz
zur Reviſion oder wenn möglich zur Annul=
lierung
des Dawesplanes und des Verſailler
Vertrages einzuberufen. Berger begründet ſeinen Antrag
damit, daß Deutſchland ſeine Schulden an die Alliierten nur be=
zahlen
könne, wenn es, wie gegenwärtig, neue Schulden mache.
Es könne durch eine Erhöhung ſeiner Ausfuhr bezahlen. Deutſch=
land
könne die nächſtem Dawesannuitäten wicht aufbringen.
Wenn es dieſe Annuitäten in den vergangenen Jahren mit einer
gewiſſen Regelmäßigkeit beglichen habe, ſo ſei dies nur durch die
im Ausland, und beſonders in den Vereinigten Staaten aufge=
nommenen
Anleihen möglich geweſen. Wenn Frankreich von
Deutſchland die Ausführung des Dawesplanes fordere, ſo
würden die Märkte Amerikas und Englands mit deutſchen
Waren überſchwemmt werden, die zu niedrigeren Geſtehungs=
koſten
hergeſtellt ſeien. Das werde zu einer Erhöhung der
Arbeitsloſenziffer in England und zu einer Verſchlechterung der
Lage in den Vereinigten Staaten führen. Berger erklärte wei=
ter
, daß Deutſchland an die Alliierten bereits zehnmal mehr be=
zahlt
habe, als es ſchulde und daß daher der Dawesplan annul=
liert
werden müſſe. Frankreich, das die Bezahlung ſeiner Schul=
den
ablehne, ſollte an Deutſchlands Stelle treten.
Dieſer Antrag wird der Finanzkommiſſion des Repräſen=
tantenhauſes
überwieſen werden, die ihm vorausſichtlich ein ſtil=
les
Begräbmis bereiten dürfte.

Nummer 14.

Die Landtagswahlen.

Vorläufiges amtliches Ergebnis der Wahn
zum preußiſchen Landtag.
Berlin, 21. M
Nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis ſind in den Pᛋ=
ßiſchen
Landtag gewählt:

Sozialdemokraten 136 (114) Deutſchnationale 82 (109) Preuß. Zentrumspartei 69 (81) Zentrumspartei Niederſ. 1 Deutſche Volkspartei 40 (45 Kommuniſten 56 (44) Demokraten 21 (27) Wirtſchaftspartei 21 (11) Nationalſozialiſten 16 (11) Völkiſche 2 Deutſch=Hannoveraner (6) Chriſtlich=Nationale Volksrecht=Partei

Die nunmehr feſtſtehenden Stimmziffern der Parteien bei
preußiſchen Landtagswahlen ergeben folgende Verſchiebu
(auf große Ziffern abgerundet): Die Sozialdemokratiſche P
gewinnt ca. 900 000 Stimmen, die Deutſchnationale Volksp
verliert 1 100 000 Stimmen, die Zentrumspartei verliert 36
Stimmen, die Kommuniſtiſche Partei gewinnt 460 000 Stim
die Deutſche Volkspartei verliert 200 000 Stimmen, die Deu
Demokratiſche Partei verliert 258 000 Stimmen, die Wirtſch
90 000 Stimmen, die Deutſch=Hannoveraner verlieren 72000 &
men. Die rund 276 000 Stimmen der Chriſtlich=Sozialen Ba
und des Landbundes ſind erfahrungsgemäß den Deutſchn
nalen zuzuzählen, inſofern als ein Zuſammenſchluß dieſer be
Das vorläufige Geſamtergebnis der batz
riſchen Landtagswahl.
München, 21. M
Die bayeriſchen Landtagswahlen hatten folgendes amt
Ergebnis: Sozialdemokraten 801 584, Deutſchnationale 305
Deutſche Volkspartei 110 692, Kommuniſten 125983, Bayer
Volkspartei 1031 157, Nationalſozialiſten 201 056, Bayeri
Bauernbund 369 711. Nach dieſen Stimmziffern ergibt ſich
gende Mandatsverteilung: Sozialdemokraten 34, Deutſchnatio
13, Deutſche Volkspartei 4, Kommuniſten 5, Bayeriſche V.
partei 46, Nationalſozialiſten 9 und Bayeriſcher Bquernbun
Mandate.
Da die Sitzverteilung in den einzelnen Fällen auf nur
geringen Ziffernunterſchieden beruhen, können ſchon ganz ger
fügige Abweichungen bei der endgültigen Feſtſtellung der Er
uiſſe, wie das z. T. unvermeidlich iſt, zu einer Veränderung
Ergebniſſe um ein oder das andere Mandat führen. Bei
Ergebnis des Bayeriſchen Bauern= und Mittelſtandsbundes
ten verſchiedene Unterſchiede in den Kennworten zutage.
kann unter Umſtänden dazu führen, daß im Landeswahlausſ=
man
zu einer Aenderung des Ergebniſſes kommt. Die Mi
ſtandspartei, die Demokraten und die ſonſtigen Gruppen wer
bei der Mandatsverteilung vorausſichtlich leer ausgehen.
Sozialdemokraten haben mit einem Gewinn von 9, die Deu
nationalen von 1, die Deutſche Volkspartei von 2, die Natio
ſozialiſten von 3 und der Bayeriſche Bauernbund von 5 Mat
ten zu rechnen. Die Bayeriſche Volkspartei wahrt ihren M
datsſtand. Der Völkiſche Block verliert ſämtliche 12 Mand
die Kommuniſten 2 und die Demokraten ſämtliche 3. Mand

Mandatsverteilung im württembergiſchet
Landtag.
Stuttgart, 21. Ma
Bei der geſtrigen Landtagswahl in Württemberg ſind

gewählt zu betrachten:
S. P. D.
Bez.=Liſte 15, Landesliſte 7, zuſ. 22 D. N. V. P. Zentrum 12 17 Deutſche Volkspartei K. P. D. Demokraten Bauern und Weingärtner 5, Chriſtliche Volksd.

Re

* Das antike Olympia und der heutige
Sport.
Von Kaſimir Edſchmid.
Der repräſentative Sportplatz der Antike beſitzt zugleich die
weichlichſte Landſchaft. Hellas wendet ſich hier atemlos von ſeiner
ſteinernen Kälte weg und erlebt ſeine femininen Minuten. Mit
einem Glücksſchauer in der Luft wie über Venedig und Sevilla.
Hinter den zwei Flüſſen ſteht die Ebene mit Rebenhügeln und
Gärten. Olivenkronen ruhen über den Kornfeldern. Ein paar
Herden lagern ſtill im Schatten von breiten Bäumen. Alles ver=
goldet
. Die Pinien ſtehen darin wie ein grünſilberner Nebel.
Am Fuß des dreieckigen Kronos=Hügels liegt auf einem
halben Quadratkilometer ein Haufen Steine. Der heilige Bezirk.
Nach den Meetings, die hier gehalten wurden, ordnete die antike
Welt ihre Zeitrechnung. Dieſe Steinwüſte iſt der Reſt von
Trainingshäuſern, Tempeln, Rennbahnen, Büros, Hotels. Eine
Stadt gab es nicht, damals wie heute. Hier, mitten in Elis,
hatten die Griechen ihre Götter am majeſtätiſchſten auf die Erde
geſetzt. Sie bewieſen vor ihnen ihr ſportman=ſhip‟. Da auch
die Götter Sporting=Geiſt beſaßen, war man antik unter ſich.
Trotzdem drückten die Hellenen mit ihren Matchs etwas mehr aus
als die Oxforder Studenten. Der Sport iſt immer nur ein
Sinnbild. Er wurde in Olympia ausgeübt von einer adeligen
Raſſe, die vom Geiſt immer wieder zur Natur zurückkehrte. Die=
ſes
Nebeneinander iſt ein Teil der zwangsmäßigen Harmonie, die
alles Antike umfaßt. Der Zeustempel in Olympia iſt dafür ein
furchtbarer Beweis. Wer die ungeheuren umgeſtürzten Säulen
geſehen hat, weiß, daß die Macht des Tempels in einer drama=
tiſchen
Landſchaft grauenhaft geweſen wäre. Dadurch, daß er in
die anmutigſte helleniſche Landſchaft kam, bekam er etwas von
Weisheit. So hat auch Phidias ſeinen ungeheuerlichen Zeus
gemeint, der nicht nur groß, ſondern auch heiter iſt.
Die antiken griechiſchen Stämme, die ſich in beſtimmten
Zeiträumen zum Sport hier trafen, bewieſen ſich ihr inneres
Niveau ſehr einfach. Sie liefen, ließen Pferde rennen und box=
ten
. Dies war das höchſte helleniſche Feſt. Es gab keinen Edel=
ſchmus
. Alles Geiſtige war vorausgeſetzt. Die Statuen der Ath=
leten
zeigen, daß es ſich um Cracks handelte, die auch das
intellektuelle Leben durchdrungen hatten. Das Gentlemau=Ideal
der Griechen verlangte, daß der gebildete Menſch ſeinen Körper
beherrſchte. Andererſeits nahm es die Rekorde nicht wichtiger,
als blaſſes Aeſthetentum. Der Sport war weder Senſation noch
Geſchäft. Er hatte, ausgeſprochen oder nicht, immer den höchſten

Sinn. Er zeigte die wahrhaftige Elite. Wenn die geiſtigen
Kreiſe des Kontinents heute den europäiſchen Sport mit etwas
lächerlichem Hochmut betrachten, ſo beweiſt das nur, daß ſie dieſe
Erziehungsidee nicht verſtanden haben. Andererſeits machen die
Sport=Cracks in Deutſchland ſich alle Mühe, durch Rekordſucht
ſtatt durch ſportliche Fairneß zu wirken. Man trieb in der Antike
Sport, wie man ſich badete und . Die Uebung des Körpers
war genau ſo ſelbſtverſtändlich wie diejenige der Idee. Ohne
Zweifel hätte ohne dieſen Ausgleich ein ſportloſes Hellas kein
Parthenon hervorgebracht. Bezeichnend iſt, daß die geiſtigen Cracks
in Olympia nicht ausgeſchaltet waren. Herodot las einen Ab=
ſchnitt
ſeines Werkes hier einmal vor. Man weiß, daß Leute wie
Pindar engagiert waren, die ſiegreichen Cracks zu beſingen, was
nur dadurch erklärlich iſt, daß man die Tat, aber nicht die Perſon
lobte. Das geht auch aus den Preiſen hervor. Man gab den
Siegern ein Bankett und einen Oelzweig. Gibt es etwas Demü=
tigeres
als dieſen Ruhm? Der Glanz dieſes Ruhmes war aber
ſtark genug, durch Generationen die Familie der Sieger hervor=
zuheben
. Olympia war eben der Höhepunkt des nationalen Be=
wußtſeins
. Um Themiſtokles beſonders zu ehren, gab man ihm
einen Empfang im Stadion. Man konnte damals die höchſte
nationale Würde an einer Stelle beweiſen, wo nackte Jünglinge
um die Wette liefen.
Man möge dabei aber nicht vergeſſen, daß die antiken Völker
Götter hatten, die in der gleichen Weiſe Pferdegeſpanne lenkten
und Diskus warfen wie die Athleten im Peloponnes. Es iſt klar,
wie rund dieſe Raſſe lebte und empfand, da ſie nur ein paar
Etagen tiefer als der Himmel dieſelben Geſten machte, dieſelben
Schlachten ſchlug, dieſelben Tugenden beſaß wie ihre Götter. Das
Gentleman=Ideal der Griechen war dasſelbe wie das ihrer Schick=
ſalslenker
. Dieſe vollkommene Einheit von nationalem Bewußt=
ſein
, von Religion und Leben unterſcheidet ſie, was den Sport
betrifft, am tiefſten von uns. Man lenkt zwar keine Viergeſpanne
mehr und wirft nur aus Kurioſität Diskus. Um populäre Dinge
zu bringen, müßte man Tennis, Fußball, Autorennen, Boxen
dagegen ſetzen. Niemand wird aber davon Notiz nehmen wollen,
daß durch die Figuren der Herren Lacoſte, Dempſey und Brilli
Peri unſere Anſchauungen von göttlichen Weſen dargeſtellt wür=
den
. An dieſer Stelle müßte man eine halbe Stunde über die
Verſchiedenheiten der Situationen von damals und heute ein=
gehend
reden, um dann doch zu dem Reſultat zu kommen, daß,
wenn wir auch kein Olympia darſtellen können, die gleichen Tugen=
den
wie in Olympia durch den Sport erzogen werden können.
In der Bildung der nachrevolutionären republikaniſchen Geſell=
ſchaft
ſpielt der Sport, eine große Rolle. Es bildet ſich ohne
Zweifel, körperlich und in den Anſchauungen, eine neue junge

deutſche Raſſe. Wer mit den Sportkreiſen viel zuſammen iſt, w
daß gewiſſe Begriffe der Nobleſſe und der Loyalität heute d
am ſicherſten zu Hauſe ſind. Wenn Fair play ein mage
Ideal iſt, ſo liegt das an der Epoche. Daß es immerhin e
ganze Menge iſt, kann niemand beſtreiten, der die Charalter?
unſerer Zeitgenoſſen kennt.
Das ganze mak=up der olympiſchen Spiele zeigt den Er.
mit welchem Hellas ſich repräſentiert, in voller Figur. Griech
land ſteht hier angeſichts des Stadions mit den Göttern in eit
Reihe und verbeugt ſich vor den Geſetzen. Die Eleer ließen !
dem Meeting den Gottesfrieden öffentlich in ganz Griechenla
ausrufen. Jeder freie Grieche war berechtigt, an den Meetin
teilzunehmen. Daß man die Frauen ausſchloß, hatte heroiſch
Sinn. Das ſportliche Ideal der Antike ging vom Leben bis z1
Sterben. Man ſtarb mit Männern, die man deshalb auch liel
So kühn und ſo nobel, wie die antiken Athleten die Welt ſah
ſo furchtbar, wie ſie den Staat liebten, ſo ſüß, wie ſie den Ru.
als nationales Symbol erſtrebten, ſo gewaltig reichte
Spannung der Frau in dieſer Epoche nicht. Der Eintritt
Frau in dieſes heldiſche Leben iſt eine Revolution unſerer Epo
und von einer humanen Bedeutung wie die Befreiung
Geiſteskranken von den Ketten. Für die Weltgeſchichte iſt er
wichtig wie die Schlacht von Lepanto oder zehn Bände Nouſſe‟
Aber hier wie anderswo werden die geſellſchaftlichen Revolutior
zugunſten der politiſchen leicht überſehen. Die Griechen alſo
merten ſich damals nicht die Spur um die Frau, wenn ſie 1
kühnſten Veranſtaltungen hatten.

Schon bei Beginn der Kampfſpiele, zeigte ſich die ſtro,
Diſziplin. Die Teilnehmer waren zu einem zehnmonatigen 2r
ning verpflichtet, von denen ſie mindeſtens vier Wochen
Olympia zubringen mußten. Sie ſchworen vor dem Match
Feſtbüro dem Zeus, die Geſetze und Paragraphen genau zu
folgen. Wer auskniff oder gegen die Beſtimmungen verſti
wurde belangt. Es gibt eine Anzahl Strafſtatuen in Olymp
wie es auch einen Park von Siegerſtatuen gibt. Eines der lieber
würdigſten und tiefſten Geſetze erlaubte, dem dreimaligen Siet
eine Statue mit ſeinen Porträtzügen aufſtellen zu laſſen. Er i
damit den göttlichen Protektor=,Captains in den Tempeln zle
lich nahe gerückt. Tatſächlich focht über jedem Match zwile)
den Jünglingen der einzelnen Stämme unſichtbar ein Gott
paar mit. Da oben gab es auch Parteien. Wie Sparta ſtrayl
wenn es die Spiele gemacht hatte, ſo ſtrahlte Zeus, ſoenn, le*
Lieblinge ſiegten. Im übrigen bekämpften die Griechen ſich
nur, um zu zeigen, daß fie Hellas ſeien, das ſich vor ſich ſe4
ſalutierte. Hinter dem Stacheldraht von Olympia ſtanden drauß

[ ][  ][ ]

Nummer 142

Dienstag den 22 Mai 1928

Siftgas=Kataſtrophe im Hamburger Safen.
Zahlreiche Vergiftungserſcheinungen. Die Arſache erſt unbekannt. Panik
unter der ahnungsloſen Bevölkerung. Eine Phosgen=Stahlflaſche undicht.
Feuerwehrleute in Lebensgefahr.

Seite 3

Einſatz von Reichswehr
mnit Gasmasken.
Fürchterliche Wirkung des Giftgaſes.
* Hamburg, 21. Mai. (Priv.=Tel.)
Eine gottſeidank nur recht ſeltene Kataſtrophe trat am
Wahlſonntag in Hamburg ein, die unter der ahnungsloſen Be=
völkerung
Entſetzen und Unheil im weiteſten Ausmaß
verbreitete. Auf dem Lagerplatz einer chemiſchen Fabrik im Ham=
burger
Freihafen war das gefährliche Phosgen=Gas
aufbewahrt worden. Aus irgendwelchen noch unbekannten Grün=
den
löſte ſich der Verſchluß einer Stahlflaſche, in denen das Gas
aufbewahrt wird. Sobald Phosgen mit der atmoſphäriſchen Luft
in Verbindung tritt, bildet ſich ein außerordentlich giftiges Gas,
das ſich langſam am Boden verbreitet. Es iſt dem Auge unſicht=
bar
und macht ſich auch nicht durch irgendwelche Geruchserſchei=
nungen
bemerkbar. Daher war es möglich, daß die ſich bildende
Giftgaswolke durch das Hamburger Gebiet nach der benachbarten
preußiſchen Stadt Wilhelmsburg getrieben wurde, ohne daß zu=
nächſt
eine Perſon von deren Vorhandenſein eine Ahnung hatte.
Aber das Gift hinterließ ſehr bald ſeine Spuren: Menſchen und
Tiere brachen unter den üblen Vergiftungserſcheinungen zuſam=
men
, ohne daß man zunächſt die Urſache der Erſcheinungen feſt=
ſtellen
konnte. Allmählich kam man auf die mutmaßliche Urſache
der Vergiftungen, ging der Windrichtung, durch Gasmasken ge=
ſchützt
, nach, und ſtieß auf den Phosgenbehälter im Freihafen.
Leider konnte dieſer nicht ſofort unſchädlich gemacht werden, weil
die erſten Rettungsmannſchaftennurmit Rauch=
masken
ausgerüſtet waren. Erſt mit von der Reichs=
wehr
gelieferten wirkſamen Schutzpatronen und unter Mitwir=
kung
von 100 Mann Reichswehr konnte man die Gefahrenquelle
unſchädlich machen.
Zu der Giftgaskataſtrophe teilt die Hamburger Polizeibehörde
mit, daß im Laufe der Nacht etwa 80 Perſonen ins Krankenhaus
St. Georg eingeliefert wurden, von denen fünf inzwiſchen geſtor=
ben
ſind. Die Arbeiten der Feuerwehr und der Polizeibeamten
waren mit größter Lebensgefahr verbunden. Es mußten im Laufe
der Nacht von der in Ratzeburg liegenden Reichswehr Gasmasken
mit Phosgeneinſatz ſowie Ammoniak zum Zwecke der Bekämpfung
herangeſchafft werden. Die Feuerwehr hatte, nachdem die frag=
lichen
Gasbehälter unter Waſſer geſetzt waren, mit Ammoniak
arbeiten könenen und das auf dieſe Weiſe wirkungslos gemachte
Phosgen in Abwäſſer geleitet. Vier Feuerwehrleute und fünf
Polizeibeamte befinden ſich unter den Erkrankten. Ueber das Be=
finden
der im Krankenhaus Eingelieferten läßt ſich im Augenblick
noch nichts ſagen. Montag morgen trafen etwa 100 Mann des
Infanterie=Regiments Nr. 6 aus Ratzeburg ein, um an etwa noch
erforderlichen Arbeiten teilzunehmen.
Von der Gaswolfe überraſcht.
Ein vom Hamburger Fremdenblatt entſandter Sonder=
berichterſtatter
meldet über die Giftgaskataſtrophe auf der Veddel:
Der Wind trieb die Gaswolken am Boden vor ſich her, über den
Hofekanal zur Müggenburger Straße. In einem Boot auf dem
Kanal wurden zwei junge Angler von der Gaswolke überraſcht
und mußten beſinnungslos abtransportiert werden. Am jenſeiti=
gen
Ufer des Hofekanals wurden ein Platzmeiſter, deſſen Frau
und Sohn vergiftet. Auch ein Wächter mußte vergiftet ins
Krankenhaus geſchafft werden. Im Laufe des Abends verſtärkte
ſich die Gefahr; die Feuerwehr mußte ein zweites Mal zur
Unfallſtelle ausrücken, nachdem man am Nachmittag angenommen
hatte, die Gefahr beſeitigt zu haben. Von der Veddel und aus
Wilhelmsburg wurden zahlreiche neue Erkrankungen gemeldet.
wohl die Stämme im Machtkampf mit feindlichen Armeen ſich
gegenüber. Hier aber war Pauſe für jeden Streit. Im Innern
des heiligen Bezirks erhob ſich die griechiſche Antike feſſellos, in
nationalem Glanz.
Die Barbaren waren in der beſten Zeit nur als Zuſchauer
zugelaſſen. Der heilige Bezirk wurde ſpäter zu einer Feſtung
ausgebaut. Die Natur war großmütig, als der Niedergang des
Hellenentums kam. Sie ſah Nero noch als Sieger. Dann warf
ein Erdbeben die ungeheuren Säulen des Zeustempels um. Der
Fluß überſchwemmte die Trümmer und vergrub ſie unter
Schlamm. Die Deutſchen haben das meiſte ausgebuddelt. Man
ſieht heute eine geometriſche Schachaufgabe an Ruinengrundriſſen
voll Wege, voll Fundamente, voll Denkmäler. Die Trainings=
häuſer
, die Hotels müſſen mit ihren tollen Farben, ihren in allen
Farben glühenden Faſſaden, mit dem Elfenbein und Gold des
Zeus unglaublich geweſen ſein. Eine gepflegte Sportraſſe hat
hier ein einzigartiges Dokument hinterlaſſen, wie man unter den
Geſetzen kühn leben und mit ſchönen Muskeln und erhabenem
Geiſt gleichzeitig demütig ſein kann.
Das ganze Terrain iſt dabei nicht groß. Beim Stadion gab
es nicht einmal Steinſitze. Man hatte neben dem Kronos=Hügel
einfach drei Dämme aufgeſchüttet. Die Sportarten wechſelten mit
den Moden übrigens auch. Die Pferderennen kamen erſt ſpäter
hinzu, auch der kombinierte Ring= und Boxkampf. Das Ideal
war der Triumph in fünf Sportarten. Das gäbe, wenn man
zum Laufen und Springen noch Tennis, Autorennen und Ski
hinzunähme, die amüſanteſten Reſultate, falls man im Geiſt
unſerer Zeit eine entſprechende Kombination ausfechten laſſen
wollte. Dabei gab es damals, wohl gemerkt, keine Profeſſionals,
auch keine verſchleierten. Der Ruderkampf der beiden engliſchen
Univerſitäten iſt wohl geſellſchaftlich der naheliegendſte Vergleich
zwiſchen den damaligen und den heutigen Sportsleuten. Und
durch den Kombinationskampf wurde ein Spezialiſtentum ber=
mieden
, das im Sport immer der Beginn der Geiſtloſigkeit iſt.
Die Griechen hatten keinen Sinn für Sport=Maſchinen. Sie
wolten ſchöne Körper ſehen, die in ſpieleriſcher und ſouveräner
Art die helleniſche Idee ausdrückten. Keine Sport=Automaten,
ſondern entzückende Kerle, ſtrahlend wie der griechiſche Himmel und
tragiſch umſchattet wie ſein Schickſal, Athleten voll Glanz wie
der Agias in Delphi, Männer, die man liebt und mit denen man
ſtirbt. Man liebte und ſtarb auch für die Nation damals nicht
aus Pflicht, ſondern aus Leidenſchaft. Die jungen Leute des
Leonidas flochten ſich Blumen ins Haar, ehe ſie ſtarben. Sie
liebten wollüſtig nicht nur ſich, ſondern auch ihren Tod. Dieſe
Si ſtelung war keine Geſte, ſondern die Selbſtverſtändlichkeit der
antiken Welt.

Die Feuerwehrleute arbeiteten unter großer
Lebensgefahr, da die zur Verfügung ſtehenden Gas= und
Rauchmasken die Gefahr nicht beſeitigten. Man braucht Gas=
masken
mit Phosgen=Cinlage, die man ſich aus Berlin zu ver=
ſchaffen
verſucht. Der Wind drehte ſchließlich nach Südoſt um
und trieb die Wolke über Wilhelmsburg. Von 20 bis 30 Stellen
zugleich wurden Vergiftungen gemeldet. Alle verfügbaren Kran=
kenautos
ſind nach der Veddel und Wilhelmsburg unterwegs.
Der Arbeiterſamariterbund macht ſeine Kolonnen nach Hamburg
und Wilhelmsburg mobil. Die Harburger Polizei hat in der Nacht
eine Hundertſchaft der Hamburger Polizei zur Unterſtützung bei
der Räumung angefordert. Die Einwohner der am mei=
ſten
bedrohten Gemeinden werden in den Auswan=
dererhallen
der Hamburg=Amerika=Linie untergebracht.
Ein anderer Teil findet in den Krankenhäuſern Unterkunft. Um
2 Uhr nachts meldet das St. Georgs=Krankenhaus 32 eingelieferte
Vergiftete und zahlreiche Obdachloſe.
Von den Vergifteten ſind, wie bereits gemeldet wurde, in=
zwiſchen
drei geſtorben. In den Bauernhäuſern und Milchgeſchäf=
ten
iſt alle verfügbare Milch beſchlagnahmt worden, um ſie den
Kranken einzuflößen. Der Bevölkerung hat ſich eine
ungeheuere Panik bemächtigt. Die Einwohner ſtanden
noch um 3 Uhr nachts auf den Straßen. Man weiß nicht, wohin
die Gaswolke ſchleift und befürchtet, daß das Unglück jeden
Augenblick mit einem Windwechſel eine andere Richtung nehmen
kann. Die Lüneburger Reichswehr ſoll unter allen Umſtänden
eingeſetzt werden, um im ſchlimmſten Falle die ganze bedrohte
Gegend zu räumen. Die Polizei hat umfangreiche Verkehrs=
abriegelungen
vorgenommen.
8 Perſonen tot 150 Perſonen ernſtlich
vergiftet.
Nach den bisherigen Meldungen ſind bereits acht Per=
ſonen
geſtorben, während noch über 150 in den ver=
ſchiedenen
Krankenhäuſern, zum Teil ernſtlich vergiftet
darniederliegen. Auch von den Rettungsmannſchaf=
ten
ſind 10 Helfer vergiftet. Das Gas, das noch heute
in der chemiſchen Induſtrie für ſynthetiſche Zwecke benutzt wird,
iſt eines der gefährlichſten Gifte, die wir kennen. Es gibt dagegen
kein Rettungsmittel. Während des Krieges wurde es bekanntlich
als Gelbkreuz=Gas verwandt. Seine Wirkung war ſtets fürch=
terlich
. Das Gas, das von einem Menſchen oder Tier eingeatmet
wird, ſetzt ſich auf die Schleinhäute der Luftwege und führt zu
ſtarken Aetzungen, meiſt zu einer eitrigen Lungenentzündung, die
nicht geheilt werden kann. Da der Handel mit Giftgaſen frei iſt,
war die Einlagerung im Hamburger Freihafen möglich, ohne daß
die Lagerungsvorſchriften kontrolliert wurden.
Elf Todesopfer in Hamburg.
Hamburg, 21. Mai.
Das in der Fabrik von Stolzenberg am Sonntag abend ent=
wichene
Phosgengas hat bis jetzt elf Todesopfer gefordert. Die
Zahl der Erkrankten betrug um die Mittagsſtunde über 150.
600 Perſonen mußten ihre Wohnungen verlaſſen. Durch die
jedoch heute niedergegangenen Regenfälle hat ſich die Gaswolke
ſoweit verflüchtigt, daß eine Gefahr faſt ausgeſchloſſen iſt.

Einſpruch der Beſatzungsbehörde gegen die Er=
weiterungsbauten
am Rüſſelsheimer Bahnhof.
Rüffſelsheim, 21. Mai.
Der erfreuliche Aufſchwung der Firma Opel hat eine beträchtliche
Erweiterung der Bahnhofsanlagen in Rüſſelsheim nötig gemacht, um
ſowohl die zahlreichen Arbeitermaſſen wie die zu= und abrollenden
Güter befördern zu können. Nach langen Verhandlungen war durch
beiderſeitiges Entgegenkommen zwiſchen der Reichsbahn und der Firma
Opel eine Verſtändigung zuſtande gekommen. Die mit großen Koſten
unternommenen Hoch= und Tiefbauten gehen der Vollendung entgegen;
nunmehr erhebt die Beſatzungsbehörde Einſpruch, ohne Gründe anzu=
geben
. Dieſe dürften auch wohl kaum irgend welche ſachliche Berech=
tigung
haben.
*Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. Sonntag, den 20. Mai.
Die Zauberflöte.
Oper von W. A. Mozart.
Der heutige Gaſt war Adolf Dimano aus Berlin, der
den Tamino ſang. Man ſah eine durchdachte Auffaſſung, intelli=
gentes
, mimiſch belebtes Spiel und manche feine Wendungen.
Seine ſympathiſche Stimme hat eine nicht müheloſe Höhe, gerin=
gen
Umfang und ſitzt vor allem zu weit hinten. Das daher immer
beengt klingende kleine Material wird ſehr vorſichtig und meiſt
im Piano ausgegeben; bei ſtärkerer Tongebung leidet Intonation
und Schönheit; in Enſembles dringt es nicht durch. Der Künſt=
ler
, deſſen äußere Erſcheinung für ſein Rollenfach zu alt wirkt
und der zudem heute die Rolle nicht völlig zu beherrſchen ſchien,
dürfte wohl für uns kaum in Frage kommen.
v. H.

Erfolge deutſcher Künſtler in Paris. Nach=
dem
erſt kürzlich Furtwängler mit dem Berliner Philharmo=
niſchen
Orcheſter in Paris einen Triumph gefeiert hatte, konnten
in der vergangenen Woche zwei weitere Dirigenten mit großem
Erfolg vor das Pariſer Publikum treten. Franz v. Hoeßlin,
der ſchon mit ſeinem erſten Pariſer Konzert im Dezember 1927
eine glänzende Aufnahme bei der Kritik gefunden hatte, gab im
Rahmen der philharmoniſchen Konzerte einen Abend, bei dem
die Meiſterſinger=Ouvertüre und die 7. Sinfonie von Beet=
hoven
zum Vortrag kamen. Ganz beſonderen Beifall errang bei
dieſer Gelegenheit die Pianiſtin Elly Ney mit einem Beet=
hoven
=Konzert für Piano und Orcheſter. Die für die kommende
Saiſon nach Berlin verpflichtete Wagner=Sängerin der Stuttgar=
ter
Oper Margarete Bäumer trug Jſoldes Liebestod ſowie
einige Lieder von Wagner vor. Die Union francaiſe de la
Société univerſelle du theätre organiſierte am Samstag einen
Konzert=Abend, an dem Bruno Walter von der Städtiſchen
Oper in Berlin das Orcheſter des Pariſer Konſervatoriums diri=
gierte
. Bekanntlich wird Walter bei dem in der nächſten Woche
beginnenden internationalen Mozart=Zyklus den Taktſtock führen.
Geſtern gewann er ſich die Herzen ſeiner Zuhörer mit der Ouver=
türe
zu Benvenuto Cellini von Berlioz, mit der 4. Sinfonie
ſeines Lehrers Guſtav Mahler, mit der Oberon=Ouvertüre und
mit dem Konzert für Piano und Blasinſtrumente von Stra=
winſky
, wobei der Komponiſt ſelbſt den Pianopart übernommen
hatte.

Die Anklagerede des Generalſtaats=
anwalts
im Kolmarer Prozeß.
Antlage wegen Komplotts. Das Strafmaß:
Lebenslängliche Verbannung. Gefängnis.
* Kolmar, 21. Mai. (Priv.=Tel.)
Die heutige Sitzung des Autonomiſtenprozeſſes hat ein un=
gewöhnlich
zahlreiches Publikum herbeigerufen, unter dem man
viele politiſche Perſönlichkeiten, zahlreiche Richter und Rechtsan=
wälte
bemertt, die gekommen ſind, um der ſeit mehreren Tagen
erwarteten Anklagerede des Generalſtaatsan=
waltes
Fachot beizuwohnen. Der Vorſitzende verlieſt zu=
nächſt
noch ein Schreiben des Präfekten des Unter=Elſaß, worin
dieſer die ihm vom Zeugen Haegy zugeſchriebene Aeußerung, daß
der Prozeß zu 80 Prozent unhaltbar ſei, beſtreitet.
Dann erhebt ſich der Generalſtaatsanwalt. Er erinnert zu=
nächſt
an den Haegy=Prozeß, der ſich vor einem Jahre im gleichen
Saale abſpielte. Damals habe man die Hoffnung gehabt, den
Abbs Haegy, den man noch nicht genau kannte, zu gewinnen.
Aber ſchon wenige Wochen nach dem verſöhnlichen Abſchluß des
damaligen Prozeſſes habe ſich gezeigt, daß er ſeine geheime Wühl=
arbeit
und die Vergiftung der öffentlichen Meinung im Elſaß
wieder aufgenommen habe. Abbé Haegy kenne eben Frankreich
nicht, daher ſetze er es ſyſtematiſch herunter. Der Generalſtaats=
anwalt
wendet ſich dann der juriſtiſchen Seite ſeiner Aufgaben
zu. Er erklärt, die Anklage wegen Komplotts ſtütze
ſich auf die §8 87, 88 und 89 des Strafgeſetzbuches. Es ſei nicht
notwendig, daß es zu einer Handlung komme; die Tatſache, daß
ſich mehrere Perſonen zuſammenſchlöſſen, um die Form der Re=
gierung
zu ändern und die Bürger aufzuhetzen, einander mit der
Waffe entgegenzutreten, genüge durchaus. Vom Strafmaß
ſprechend, erklärt der Generalſtaatsanwalt, daß unter erſchweren=
den
Umſtänden lebenslängliche Verbannung in Frage
kommen könne. Bei Gewährung von mildernden
Umſtänden gehe die Strafe von Verbannung
bis zu einem Jahre Gefängnis herunter, ſo daß
z. B. ein Angellagter ſo fügte er hinzu , der ſchon 6 Monate
im Gefängnis zugebracht habe, nach 6 Monaten freigelaſſen wer=
den
könne. Es käme ſogar unter Umſtänden eine bedingungsweiſe
Freilaſſung in Frage. Dann erklärte er, daß den Geſchwore=
nen
17 Fragen geſtellt würden, deren erſte laute: Be=
ſteht
ein Komplott? Die Fragen 216 bezögen ſich auf
die Beteiligung jedes der einzelnen der 15 Angeklagten, und die
Frage 17 werde lauten: Iſt dem Komplott ein vorbe=
reitender
Akt vorangegangen? Darauf gibt der
Generalſtaatsanwalt einen Ueberblick über die Geſchichte und die
Entwichlung der autonomiſtiſchen Bewegung, wobei er erklärt,
der Hauptanführer ſei der in Berlin lebende Dr. Robert Ernſt,
der am Sitz des Hilfsbundes für Elſaß=Lothringen ein beſonde=
res
Büro leitete. Pink ſei der Hauptagent für Ernſt im Elſaß
geſpeſen; er habe in Beziehungen zu dem deutſchen Großindu=
ſtriellen
Röchling geſtanden, der aus dem deutſchen Propaganda=
fonds
Millionen bezogen habe; 1926 ſeien es 20 Millionen ge=
weſen
. Auf die Tätigkeit der autonomiſtiſchen Zeitungen über=
gehend
, ſpricht der Redner von der Aufgabe, die jedem Einzelnen
der Angeklagten zugefallen ſei. Er verlieſt auch einen Brief, in
dem von deutſchen Unterſtützungen die Rede iſt. Dr. Ricklin ſei
immer eine Hauptſtütze der deutſchen Politik im Elſaß geweſen.
weshalb es ihm leicht geweſen ſei, nach dem Waffenſtillſtand zu
ſagen, daß ſich das Elſaß wie eine Proſtituierte an den Hals
Frankreichs geworfen habe. (Bei dieſen Worten kommt es zu
einer Kundgebung im Saal, die vom Präſidenten gerügt wird.)
Dann wendet ſich der Generalſtaatsanwalt den Angeklagien
Schall, Hauß und Wertz zu. Darauf wird die Sitzung auf den
Nachmittag vertagt.
Beſchuldigungen des Generalſigatsanwalts
gegen Deutſchland.
Die Nachmittagsſitzung des Autonomiſtenprozeſſes rief wie=
der
ein außerordentlich zahlreiches Publikum herbei. General=
ſtaatsanwalt
Fachot ſetzte ſeine Anklagerede fort. Er ſprach nahe=
zu
vier Stunden. Er legte für jeden einzelnen Angeklagten die
juriſtiſchen Unterlagen der Anklage dar. Er betonte noch ein=
mal
, daß es ſich um eine von Deutſchland genährte Bewegung
handle. Roſſé und Ricklin hätten an der Bewegung einen
Hauptanteil gehabt. Zu den deutſchen Zeiten hätten ſie als
beſte Stützen des Deutſchtums gegolten; nach dem Waffenſtill=
ſtand
hätten ſie gleich für die Trennung des Elſaß von Frank=
reich
gearbeitet. Bei der Gründung der autonomiſtiſchen Zei=
tungen
ſei deutſches Geld im Spiel geweſen. Die Straßburger
Bank Gerardot ſei, wie er ausdrücklich wiederhole, mit dem deut=
ſchen
Großinduſtriellen Hermann Röchling ſtändig in Verbindung
geweſen. Röchling habe in Baſel, St. Jakobſtraße 23, ein Domi=
Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
Frau Hertrich=Urban wurde eingeladen, in der
erſten Hälfte des Monats November bei der Erſtaufführung der
Aegyptiſchen Helena von Richard Strauß an der Metropolitan
Opera in New York zu ſingen. Frau Hertrich=Urban iſt eine gebo=
rene
Darmſtädterin und begann ihre Laufbahn in Darmſtadt.
Albert Trentini, Der Webſtuhl. (Verlag Georg D. W. Callwey,
München, geb. 6,50 Mk.) Das Buch iſt kein Roman im eigentlichen
Sinne des Wortes. Es iſt ein Bekenntnis eines Gottſuchers zum Men=
ſchen
als Webknecht Gottes, der im Leben des Alltags das Göttliche
bewahrt und bewährt, die Geſtaltung eines Menſchenlebens als eines
Gottesdienſtes, eine Gottweltbetrachtung. Verfaſſer ſagt: Wer nicht
Gemeinheit und Jammer immer wieder und wieder, Tag für Tag,
Nacht für Nacht, und im geſammeltſten Kreuzfeuer dieſer Welt drin
durchgemacht hat der wird Ihn niemals ganz ſchauen können:
Niemals nämlich den Gott, wir Er von Sich ſelber aus iſt! Sondern
höchſtens ſeinen Gott; den Gott, den er braucht, und wie er ihn
braucht! Es gibt aber keinen ſolchen Gott! Denn es gibt keinen Gott
der Menſchen, ſondern nur die Menſchen Gottes! Und nicht der Menſch
ruft und erreicht Gott! Sondern Gott ruft und erreicht den Menſchen!
Den aber erreicht er ganz, der ſich endlich ſchon ſo gewöhnt hat, daß
er von Gott gar nichts mehr verlangt! Einzig nur noch will
daß Gott in ihm drin und durch ihn hindurch wolle. Der Leſer muß
ſich zu dieſem Buche einſtellen wie zu einer populär=philoſophiſchen Ab=
handlung
. Eine eigentliche zuſammenhängende Handlung hat es nicht,
alles iſt Epiſode und ihre Handlungen biegen ſich immer in Ideen um,
die Perſonen ſind keine abgeſchloſſenen Charaktere, ſondern nur Trä=
ger
von Ideen. Es iſt nicht leicht, in dieſe von Myſtizismus und Sym=
bolismus
erfüllte Ideenwelt einzudringen, und nicht leicht, die apho=
riſtiſche
, viſionäre und ſinnverſtcckende Sprache zu verſtehen und die
mannigfaltigen Probleme und Rätſel zu löſen, die der Verfaſſer dem
Leſer aufgibt. Wie er ſchreibt, mögen folgende Beiſpiele zeigen: Ich
habe den Anblia ſeines Antlitzes errobotet! Das Unverdienbare ver=
dient
! Aber ihn ervoboten, heiß nicht, Sein Antlitz verdienen! Son=
dern
erſt mein Antlitz erſchaffen! Dieſe Nobot beginnt erſt! Blut
rann mit Varium zuſammen. Licht ſtarb im Schatten, der Gipfel im
Sumpf, Schmetterlingsflügel, fetzig und erblichen, ſchlugen plötzlich am
Zunderfell eines Hundes, und aus zerbröckelndem Weibſchädel glotzte
töricht ein zu Ende rotierendes Gas=Sönnchen. Alles, was vor
einer Minute noch Welt geheißen hatte: eindeutig zu Kosmosſtaub,
Sternnebel, Sonnengefüge, Planet, Lebloſem und Lebendigem ver=
leibtes
Vaterblut plötzlich war es jetzt wieder rinnendes, ungeron=
nenes
, uneingekörpertes Vaterblut! Neuerdings: neues Werkzeug ze.
Das ſprachbildende Talent des Verfaſſers iſt dabei bewundernswert.
Wer alſo das Buch zur Hand nimmt, muß wviſſen, daß er es nicht mit
einer leichten und leichtverſtändlichen Lektüre zu tun hat, ſondern mit
einem Buche, das angeſtrengtes Denken und ſte geiſtige Anſpan=
nung
erfordert. Allerdiugs, bei einmaligem Leſen wird ſich ihm das
Verſtändnis kaum erſchließen,

[ ][  ][ ]

Seite 4

zil gehabt. Sein Brüder wohnte dört. Dorthin hätten ſich die
elſäſſiſchen Autonomiſtenführer oft begeben. Den anderen Ange=
klagten
macht er zum größten Teil die Teilnahme an der Grün=
dung
des Schutztrupps zum Vorwurf. Der flüchtige Angeklagte
Roos ſei ein Agent der deutſchen Spionage geweſen. Er habe
unter Deckadreſſen, wie Erika Schütz, Johanna Müller uſw.,
näch Burg bei Freiburg i. Br. geſchrieben. Das ſeien aber
Deckadreſſen des deutſchen Spionagedienſtes
geweſen. Pink habe einmal 300 000 Franken aus Deutſchland er=
halten
. Der Schweizer Rechtsanwalt Wildi habe ohne Garantie
Hunderttauſende zur Verfügung geſtellt, obwohl er ſelbſt kein
Vermögen beſitze. Der Generalſtaatsanwalt ſchloß mit einem
pathetiſchen Aufruf an die Geſchworenen, nicht daran zu glauben,
daß das Elſaß wirtſchaftlich allein leben könne. Es würde ſehr
bald dem Untergang preisgegeben ſein. Denn es könne nur bei
Deutſchland oder bei Frankreich leben, da es von Ländern mit
hohen Zollſchranken umgeben ſei. Wenn dieſe Bewegung an=
dauere
, ſo wäre Bürgerkrieg und ſogar ein neues Völkermorden
die unvermeidliche Folge. Das wollen wir nicht. Die Juſtiz
mahnt. Wir hätten die Angeklagten vor den Staatsgerichtshof
bringen können. Wir wollten ſie aber vor elſäſſiſche Geſchworene
bringen. Der Redner ſchließt mit dem Appell an die Geſchwo=
renen
, ſich für das Vaterland und gegen den Verrat auszuſpre=
chen
. Es kommt zu einer Beifallskundgebung im Saal. Das
Gericht erhebt ſich und verläßt den Saal. Nach zwei Minuten
kehrt es wieder zurück. Die Verteidigung proteſtiert gegen die
Kundgebung und ſagt, das Publikum ſei wohl ausgeſucht worden.
Die Plädoyers der Verteidigung.
Man beginnt damm mit den Verteidigungsreden. Rechts=
anwalt
Jägle ergreift als erſter das Wort. Er ſogt, pathetiſche
Sätze genügten nicht. Es müßten poſitive Beweiſe für ein Kom=
plott
her. Sie ſeien aber in keiner Weiſe geliefert worden. Es
handle ſich um einen politiſchen Tendenzprozeß, der aber auf
elſäſſiſche Geſchworene keinen Eindruck machen werde. Man
wollte die nationalen Wahlen durchſetzen, und das Gegenteil ſei
der Fall geweſen. Hohe Perſönlichkeiten aus der Regierung und
ſogar der Miniſterpräſident hätten ſich gegen alle Gepflogenheit
in den Prozeß eingemiſcht.
Gegen 6 Uhr wird die Sitzung aufgehoben. Morgen wird
der Verteidiger ſeine Rede fortſetzen. Nächſte Sitzung morgen
vormittag.

Eine neue Senſation im Schachtt=Prozeß.
Moskau, 21. Mai.
Im Verlauf der Verhandlungen des Schachty=Prozeſſes, den
ſelbſt die Prawda als einen Klaſſenprozeß bezeichnet hat, ſpielte
ſich wiederum am heutigen dritten Verhandlungstag eine Senſa=
tion
ab. Der Berliner Metallarbeiterverband hatte nämlich be=
antragt
, den nach Moskau gereiſten deutſchen Rechtsanwalt
Munte als Vollverteidiger zuzulaſſen, da ihm bisher nur eine
Beobachterrolle zugedacht iſt. Staatsanwalt Krylenko war der
Anſicht, daß rein ſachlich gegen dieſen Antrag nichts. einzuwenden
ſei, daß dagegen nur Vertreter der Sowjetgewerkſchaften vor ruſ=
ſiſchen
Gerichten vollberechtigt ſeien. Auf ſeine Meinung hin be=
ſchloß
das Gericht ſelbſtverſtändlich die Ablehnung des Antrags.
Dieſer Gerichtsbeſchluß verwundert um ſo mehr, da Moskau die
Odee der internationalen Gewerkſchaften ſtets noch reſpektiert hat.
In der heutigen Vormittagsſitzung wurde die Beweisauf=
nahme
eröffnet. Einer der Hauptangeklagten, Bereſowſki, ein
Ingenieur aus der Zarenzeit, der in der Anklageſchrift als Kapi=
taliſt
von 20 000 Rubel bezeichnet wird, gab ein Schuldbekenntnis
ab, das lediglich ſeine Geſinnung und nicht Tatſachen betraf.
Bereſowſki war nach ſeinen Angaben der Ueberzeugung, daß das

Dienstag, den 22 Mai 1928

Sowjetregime vorübergehend ſei. Er glaubte daher pflichtgemäß
zu handeln, wenn er den Weiſungen früherer Grubenbeſitzer
folgte. Er beſtritt, den Schacht 1 erſäuft zu haben, behauptete
dielmehr, der Schacht habe bereits unter Waſſer geſtanden. Aus
ſeiner Darſtellung ging hervor, daß er kein Verbrechen beabſich=
tigt
hat, ſondern durch das gegenrevolutionäre Verhalten ſeiner
Kollegen mitgeriſſen worden iſt. Er gab zu, den Weiſungen der
früheren Grubenbeſitzer, die die Grubenausbeute möglichſt ver=
ringern
wollten, gefolgt zu ſein. Erſchwerend fällt ins Gewicht,
daß Bereſowſki dafür Geld genommen hat.

* Sudetendeutſche Probleme.
Geirennt marſchzeren, um vereint geſchlagen
zu werden? . . . Die Kriſis der ſudeten=
deuiſchen
Politik.
Von unſerem E=Korreſpondenten.
Prag, im Mai.
Die ſudetendeutſche Politik krankt, darüber gibt es keinen
Zweifel, ſeit Jahresfriſt daran, daß ſie eines einheitlichen Zieles
entbehrt. Während auf der einen Seite die Notwendigkeit ſchärf=
ſter
Oppoſition gegen die abſolutiſtiſche tſchechiſche Regierung her=
vorgekehrt
wird, hat eine andere Seite den Verſuch unternom=
men
, auf dem Wege einer friedlichen, zur Mitarbeit an den Staats=
geſchäften
bereitwilligen Einſtellung die ſcharfen vor allem in
nationaler Hinſicht zwiſchen Tſchechen und Deutſchen beſtehenden
Gegenſätze zu überbrücken. Dieſe Gruppe, die zwei Miniſter in
die Regierung entſendet hat, ſetzt ſich aus Standesparteien zu=
ſammen
, aus dem Bunde der Landwirte und der Gewerbepartei,
denen ſich die Chriſtlichſozialen zugeſellt haben. Die deutſche
Oppoſition vertritt auf bürgerlicher Seite eigentlich nur noch die
Nationalpartei, wenn von den nicht mehr im Parlamente ver=
tretenen
Deutſchdemokraten abgeſehen wird, die wohl in ihrer
Preſſe im allgemeinen einer ſcharfen Gegnerſchaft zu dem minder=
heitenfeindlichen
Syſtem der Prager Regierung das Wort reden,
aber einem wirtſchaftlichen Poſitivismus in Sinne der aktiviſti=
ſchen
Parteien geneigt erſcheinen, wenn auch nicht unter den glei=
chen
Vorausſetzungen wie die Landwirte, Gewerbetreibenden und
Chriſtlichſozialen, denen von gegneriſcher Seite die bedingungs=
loſe
Bereitwilligkeit zur Wahrnehmung ſtaatlicher Intereſſen noch
vor der Erfüllung der kulturellen Forderungen des Sudeten=
deutſchtums
durch die Tſchechen zum Vorwurf gemacht wird.
Dieſer Zuſtand konnte für die Deutſchen in der Tſchechoſlowa=
kei
nicht von Vorteil ſein, denn er brachte es mit ſich, daß die ein=
heitliche
Front, die zur Abwehr des ungehemmt ſich auswirken=
den
tſchechiſchen Chauvinismus notwendig erſchien, nicht zuſtande=
kommen
konnte, daß im Gegenteil die gegenſätzlichen Anſchau=
ungen
unter den deutſchen politiſchen Parteien endloſe Zänke=
reien
und Feindſeligkeiten zwiſchen dem aktiviſtiſchen und dem
oppoſitionellen Lager auslöſten und damit ein Kleinkrieg Deut=
ſcher
gegen Deutſche begann, der nicht nur weſentlich zur Verwir=
rung
der breiten ſudetendeutſchen Volksſchichten beitragen, ſon=
dern
auch eine Schwächung der dem tſchechiſchen Macht= und
Herrſcherwillen gegenüber ſo dringend erforderlichen deutſchen
Front mit ſich bringen mußte.
Gerade dieſe einheitliche Zuſammenfaſſung des Sudeten=
deutſchtums
iſt es aber, die von der Mehrheit des Volkes herbei=
gewünſcht
wird, und es ſind nicht die ſchlechteſten Köpfe in der
Politik der Deutſchen in der Tſchechoſlowakei geweſen, die ſich um
ſie bemüht haben, leider bisher ohne Erfolg deswegen, weil eben
die Kluft zwiſchen den Aktiviſten und Negativiſten durch die an=
dauernden
Feindſeligkeiten (die von Zeit zu Zeit immer wieder

Nummer 142
heftige und häßliche Formen annehmen) ſchon zu breit geword
war und bedauerlicherweiſe der Parteiegoismus immer wiei
über die Wahrnehmung der geſamtvolklichen Intereſſen triu
phierte. Es blieb alſo dabei, daß das deutſche Bürgertum in
Tſchechoſlowakei eine Poli’ik betrieb, deren Hauptfehler in d.
Mangel eines einheitti en Zieles lag, ſo daß ſie ſich zuletzt v.
ſtändig leerlaufen mußte.
Es iſt begreiflich, daß unter ſolchen wenig erfreulichen u
ſtänden jede Aktion, die eine Brücke über den zwiſchen den de
ſchen bürgerlichen Parteien gähnenden Abgrund zu ſchlagen
eignet erſchien, mit ſtarkem Intereſſe verfolgt wurde, denn v
ihrem Erfolg hängt für das Sudetendeutſchtum letzten End
mehr ab als von einigen Vorteilen, die von tſchechiſcher Seite
gelegentliches Aequivalent für das brave Verhalten der Lau
bündler und Gewerbetreibenden zugeſtanden werden. Die
Intereſſe ſteigerte ſich, als vor einigen Monaten ein hervorrage
des Mitglied der deutſchen Nationalpartei es iſt der Abgeo
nete Roſche die Rolle des Vermittlers zwiſchen den fein
lichen deutſchen Lagern übernahm und aller trüben Erfahrung
ungeachtet an der Herbeiführung eines allen deutſchen Partei
in der Tſchechoſlowakei gemeinſamen politiſchen Zieles zu arb
ten begann. Roſche, ein Mann von profundem Wiſſen, erfül
alle Vorausſetzungen für die Miſſion des Vermittlers: ſer
nationale Einſtellung, über jeden Zweifel erhaben, hinderte i
nicht, die Notwendigkeit einer den tatſächlichen Verhältniſſen Re
nung tragenden Politik zu betonen d. h. einer Politik,
nicht von der Hoffnung auf die baldige Zertrümmerung 1
tſchechoſlowakiſchen Staates ſich nährt und dem Verſuche
aktiviſtiſchen Parteien zur lohalen Mitarbeit an den Staa
geſchäften nicht glatt von vornherein einen Nutzen inſofern
zuſprechen, als ſein Mißlingen oder Gelingen zur Richtſchnur
künftig zu betreibenden Politik genommen werden könnte. D
Beginnen, zwiſchen den aktiviſtiſchen und negativiſtiſchen Lage
eine Verſtändigung herbeizuführen, ſcheiterte. Roſche, dieſerhe
nicht entmutigt, erklärte, daß er ſeine Verſtändigungsbemühunge
um ſich nicht in einen offenen Gegenſatz zu den Grundſätzen
ner Partei zu bringen, als parteiloſer Politiker fortſetz
und zu Ende führen wolle; indeſſen wurde ſein Antrag, i
unter Belaſſung ſeines Abgeordnetenmandats parteilos zu ſtelle
abgelehnt, und ſo hat er ſein Mandat zurückgelegt, damit
Prager Parlament in den deutſchen Reihen eine Lücke zurü
laſſend, die ſchwerlich von einem gleich wertvollen Politiker wi
ausgefüllt werden können.
Es iſt nicht ausſchlaggebend, daß Roſche der deutſchen Nat
nalpartei angehört, ebenſo wie in dieſem Aufſatz nicht darük
geſprochen werden ſoll, welche von den deutſchen Gruppen in ?
Tſchechoſlowakei eingeſchlagene Richtung die beſſere iſt. Von all
Parteiunterſchieden abgeſehen, muß feſtgeſtellt werden, daß 4
Fall Roſche neuerdings den Beweis der Kriſis der ſudetender
ſchen Politik erbringt, die ſchon Dr. Lodgman, den ehemalig
Landeshauptmann von Deutſchböhmen, von der Bühne abtret
ließ, die den Abgeordneten Baeran nach Deutſchland vertrieb, 1
den Egerländer Bauernführer Mayer und den Abgeordnet
Hanreich ins Exil verbannte und die, das muß feſtgeſtellt werde
von jenem Parteiegoismus genährt wird, dem die wertvollſt
Kräfte geopfert werden. Die deutſche Nationalpartei in d
Tſchechoſlowakei iſt einſichtig genug geweſen, dem Vermittl
Roſche die Türe zur Wiederkehr offen zu laſſen; das ſpricht f
ſie, aber wertvoller wäre es vielleicht geweſen und hier tri
es ausnahmslos alle ſudetendeutſchen bürgerlichen Parteien
unter allen Umſtänden über Parteiparagraphen hinweg die Ve
ſtändigungsaktion eines Einzelnen ſo ernſthaft zu beraten, m
ſie es verdient hätte. Daß ſie als Opfer gerade einen Menſch
fordert, auf den weite Bevölkerungsſchichten große Hoffnung
geſetzt haben, erſcheint beſonders tragiſch, denn das Sudete
deutſchtum verfügt über ſo wenige ausgeſprochene Führernature
daß es ſich hüten muß, das Reſervoir vorzeitig zu erſchöpfen!

[ ][  ][ ]

Nummer 142

Dienstag, den 22 Mai 1928

Seite 5

Neuerwerbungen der Stadtbücherei.
Aus der Landeshauptſtadt.

Darmſtadt, 22. Mai.

Ernannt wurde am 9. Mai der Lehrer Albert Böck zu Fiſchbach
(Kreis Alsfeld) zum Lehrer an der Volksſchule zu Dietesheim (Kreis
Offenbach) mit Wirkung vom Tage des Dienſtantritts ab.
Aus dem Schuldienſt entlaſſen wurde am 14. Mai der Studien=
rat
an der Realſchule i. E. in Rüſſelsheim Hermann Müller auf
ſein Nachſuchen mit Wirkung vom 1. Mai 1928 ab.
Verſetzung in den Ruheſtand. Am 1. Juli d. Js. tritt der Bau=
vberinſpektor
Friedrich Strauß zu Mainz auf ſein Nachſuchen in
den Ruheſtand.
80 Jahre! Am 23. d. M. begeht Herr Arnold Kleber hier,
Bismarckſtr. 3, ſeinen 80. Geburtstag. Zugleich vollenden ſich bei Herrn
Kleber mehr als 30 Jahre, daß er die Hauptvertretung der Gothger
Feuerverſicherungsbank a. G. inne hat.
Heſſiſches Landestheater. Am Pfingſtſonntag=Vormittag wird
für die Metallarbeiterjugend des Bezirks Frankfurt a. M., die in Darm=
ſtadt
ein Jugendtreffen veranſtaltet, eine Aufführung im Landestheater
gegeben, und zwar nicht, wie urſprünglich geplant, Egmont, ſondern
Zuckmahers Schinderhannes‟ Eine Anzahl von Karten ſind
im Vorverkauf zu haben (Preiſe 0,505 Mk.).
Heute findet die erſte Wiederholung von Georg Kaiſers Schauſpiel
Oktobertag ſtatt. Beginn 20 Uhr.
In der Fidelio=Aufführung morgen Mittwoch ſingt als Gaſt
auf Anſtellung Regina Harre=Hamburg die Marzelline.
Die Bühnenbilder zu Kreneks Jonny ſpielt auf (Premiere am
Pfingſtmontag, den 28. Mai) ſtammen von Lothar Schenck von Trapp.
Loſe Vereinigung der alten Straßburger Univerſitätsangehörigen.
Im Februar 1928 wurde eine loſe Vereinigung der Straßburger Uni=
verſitätsangehörigen
gegründet, die alle Dozenten und Studenten der
alten deutſchen Univerſität umfaſſen ſoll. Dieſe Loſe Vereinigung iſt
nicht als ein Verein mit beſtimmten Satzungen und feſten Beiträgen
gedacht, ſondern ſoll einen zwangloſen Rahmen darſtellen, in dem GHe=
legenheit
gegeben wird, das Zuſammengehörigkeitsgefühl und die Er=
innerung
an die alte ruhmreiche deutſche Hochſchule zu pflegen. Bei=
nahe
1000 alte Kommilitonen haben ſich bis jetzt ſchon im das Verzeich=
nis
der Mitglieder eintragen laſſen. Auskunft erteilt bzw. Anmeldun=
gen
nimmt entgegen das Wiſſenſchaftliche Inſtitut der
Elſaß=Lothringer im Reich an der Univerſität Frank=
furt
a. M., Frankfurt a. M., Bockenheimer Landſtraße 127. Aus=
kunft
für Darmſtadt erteilt auch der Vertrauensmann, Referendar a. D.
Wohmann, Darmſtadt. Dieburger Straße 56. Von dem Ge=
nannten
ſind auch nähere Unterlagen zu erhalten. Es wird darauf hin=
gewieſen
, daß die erſte Zuſammenkunft der alten Straßburger Dozenten
und Studenten in den Tagen vom 8. bis 10. Juni in Frank=
furt
a. M. im Zuſammenhang mit der Jahrestagung des Wiſſenſchaft=
lichen
Inſtituts und mit eier ſehr intereſſanten Tagesordnung ſtatt=
findet
. Meldungen zur Teilnahme ſind daher möglichſt bis
Pfingſten an die Anſchrift des Wiſſenſchaftlichen Inſtituts erbeten. Die
Univerſität Frankfurt, die die Wahrung der alten Straßburger Ueber=
lieferungen
als eine Ehrenpflicht anſieht, wird alles tun, um den Ver=
lauf
der Tagung, bei der ſicher ſo manches frohe und auch wehmütige
Wiederſehen gefeiert werden wird, feſtlich und würdig zu geſtalten.
Kunſtverein. Auf vielſeitigen Wunſch iſt die derzeitige Ausſtellung
der Freien Vereinigung der Graphiker zu Berlin in der Kunſthalle am
Rheintor bis einſchließlich Sonntag, den 27. Mai, verlängert worden.
Von den ausgeſtellten guten Arbeiten hat der Kunſtverein eine weitere
Anzahl für Zwecke der Weihnachtsverloſung angekauft. Da die Aus=
ftellung
, wie bereits des öfteren mitgeteilt, auch privaten Kunſtfreunden
die Möglichkeit gibt, für verhältnismäßig wenig Geld ein gutes Kunſt=
werk
zu erwerben, ſteht zu hoffen, daß in dieſer Woche noch eine größere
Zahl von Ankäufen getätigt wird.

Heuſchele Otto: Die Ausfahrt. Ein Buch neuer deutſcher Dich=
tung
. 1927. 3Ac. v. Altenhauſen, Franziska: Ein Roman aus
dem Leben eines berühmten Mannes (d. i. Haeckel) in Briefen aus den
Jahren 18981903. Hrsg. von Joh. Werner. 1927. 5 L. Kraigher=
Porges Joſepha: Lebenserinnerungen einer alten Frau. II. Kreuz=
wvege
des Lebens. 5 L. Naumann, Margarete: Friedrich Naumanus
Kindheit und Jugend. 1928. 5L. Morus: Wie ſie groß und reich
wurden. Lebensbilder erfolgreicher Männer (Rockefeller, Krupp, Ford,
Stinnes u. a.). 1927. 1L. Storck, Karl: Staatspräſident Karl Ulrich,
Aus ſeinem Leben und Wirken. 1928. 5 L. Diehl, Luiſe: Käthe Koll=
witz
. Eine Einführung in das Leben der Künſtlerin. Mit 36 Abbil=
dungen
. 1927. 70 Kg. Bäumer Gertrud: Die Frauengeſtalt der
deutſchen Frühe. Mit Abbildungen. 1928. 35 Kg. Behrendt, Wal=
ter
C.: Der Sieg des neuen Bauſtils. 1927. 15 Ka. Carter und
Mace: Tut=Ench=Amon. 2. Band. Kc87. Körber, Normann:
Das Bild von Menſchen in der Jugendbewegung und unſere Zeit. 1927.
Ib. Stern Clara und William: Erinnerung, Ausfage und Lüge
in der erſten Kindheit. 1922. 10 Ps. Stern, Clara und William:
Die Kinderſprache. Eine pſychologiſche und ſprachtheoretiſche Unter=
ſuchung
. 1928. Klages, Ludwig: Vom kosmogoniſchen Eros. 1926.
1Ph. Keyſerling, Graf Herm.: Wiedergeburt. 1927. 1 Ph.
Steil Ferdinand: Deutſche Redekunſt. Leitfaden für Schule und
Selbſtunterricht. 1928. 80 S. Honegger, Hans: Volkswirtſchaft=
liche
Gedankenſtrömungen, Syſteme und Theorien der Gegenwart, beſ.
in Deutſchland. 1925. 30 Fn. Harms Paul: Die Zeitung von
heute. Ihr Weſen und ihr Daſeinszweck. 1927. 20 M. Thiene=
mann
, J.: Roſſitten. Drei Jahrzehnte auf der Kuriſchen Nehrung.
Mit 156 Abbildungen und ſechs Karten. 1927. 1Dz. Frobenius Leo,
und Bieber, Friedrich: Zur Herrlichkeit des Sudans. (Afrikaniſches
Heldentum.) 20 Cf. Burmeſter, Herbert: Im Lichte des Orients.
(Afrikaniſches Heldentum.) 20 Cf.

*Schwurgericht.

Das Drama von Reichelsheim i. Odw.

p. Friſeurmeiſter Hch. Heiſt und Spenglergehilfe Hch. Weber, beidé
in 9keichelsheim i. O. geboren und daſelbſt wohnhaft, ſtehen unter der
Anklage, am 11. Januar d. J. zu Reichelsheim gemeinſchaftlich den Ober=
leutnant
a. D. Ph. Dingeldein mittels gefährlichen Werkzeugs, Heiſt
mit einem Stocke, Weber mit einem Kartoffelſtößer, und mittels hinter=
liſtigen
Ueberfalls derart körperlich verletzt zu haben, daß der Tod des
Verletzten verurſacht wurde. Nach dem Ergebnis der ſeitherigen Er=
mittlungen
hat ſich die ſchwere Tat etwa wie folgt zugetragen:
Am 11. Januar d. J. hatten die Angeklagten in der Krone in
Reichelsheim mit dem Getöteten einen Disput; möglicherweiſe war der
Grund dafür der, daß Heiſt in Dingeldein den Verfaſſer eines im Volks=
freund
erſchienenen, gegen den Bruder des Heiſt, den Bürgermeiſter in
Reichelsheim, gerichteten Artikels vermutete. Dingeldein, durch Stiche=
leien
ſchwer gereizt, erwiderte zunächſt mit Worten, ergriff aber dann
eine Flaſche, mit der er gegen die Beiden losging. Die Wirtsleute und
Gäſte hielten jedoch die Streitendem zurück, Heiſt und Weber wurden
mit einem anderen Gaſt aus dem Lokal gewieſen. Die Angeklagten,
ierdurch wohl aufgebracht, gingen zunächſt in ein anderes Wirtshaus,
wollten aber nochmals mit Dingeldein anbinden. Dieſer war inwiſchen
nach Hauſe gegangen, begleitet von einem Gaſte. Die Angeklagten ſahen
Licht in der Wohnung, ſchloſſen daraus, daß Dingeldein in der Wohnung
war, traten mit den Füßen und Fäuſten wider die Haustüre, um Dingel=

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PhilipP Heß

a u Seite 16

Die ehemaligen Konfirmanden des Jahrgangs 1903 des Weſt=
bezirks
der Martinsgemeinde verſammelten ſich am Sonntag im Martins=
ſtift
, Müllerſtraße, zu einer Beſprechung mit ihrem ehemaligen ehr=

würdigen Pfarrer D. Waitz. Es gilt, das B5jährige Jubiläum des
Herrn Pfarrers D. Waitz zu feiern, mithin haben deſſen erſte Konfir=
manden
das Recht, das Bjährige Jubiläum mitzufeiern. Viele jetzt
gereifte Frauen und Männer ſchüfttelten ſich wieder die Hand und wurde
manche vergeſſene Freundſchaft wieder aufgefriſcht, die ſicher nie wieder
kalten wird. Als Erinnerungstag wurde der 17. Juni feſtgelegt, und
ergeht die Bitte an alle ehemaligen Konfirmanden des Jahrgangs 1903
des Weſtbezirks der Martinsgemeinde, ihre Anſchriften, ſoweit Ein=
ladungen
noch nicht ergangen ſind, an Herrn Pfarrer Waitz direkt
gehen zu laſſen.

Unſere Jugendherbergsfahrt nach Miltenberg.

Der ſiebzehnte Mai iſts und Himmelfahrt. An Darmſtadts Marſtall
ſtrömen die Jugendſcharen zuſammen. Ein Laſtauto nach dem andern
fährt vor, ein Trüpplein nach dem andeen wird aufgeladen. Und dann
gehts los, durch den noch regenfeuchten Odenwald über Höchſt zuerſt nach
Amorbach. Wir werden tüchtig durchgerüttelt und geſchüttelt, und der
Wind pfeift uns um die Ohren. Wer den Kopf zu vorwitzig aus dem
Wagen ſtreckt, bekommt eins von den Bäumen ausgewiſcht. Wenn
unſere ſiebzehn Wagen durch die Dörfer rattern, dan ſtrecken überall
die Leute ihre Köpfe zum Fenſter raus und rufen und winken, beſon=
ders
Begeiſterte ſogar mit Bettüchern und was ſonſt noch Großes und
Buntes in der Eile zu erwiſchen war. Unſere weißen Herbergsfahnen
flattern und knattern im Wind. Immer weiter geht die Fahrt bergauf
und bergab in vielen Windungen, vorüber am Breuberg und Kloſter
Engelberg. Und nun ſind wir in Amorbach. Zuerſt eine ſchöne Morgen=
feier
in der Kloſterkirche. Die mächtigen Töne ihrer Orgel brauſen und
unſere Muſikantengilde ſingt. Dann begrüßt der Bürgermeiſter von
Amorbach die Jugend und erzählt vom alten Amorbach. Jetzt wendet
ſich Herr Otto Brambach an die Bürger Amorbachs und erinnert ſie
humor= und bedeutungsvoll an die heute einzuweihende Jugendherberge
ihrer Nachbarſtadt. Das Lied Wenn alle Brünnlein fließen, will
auffliegen, aber es fließt alles durcheinander. Da hebt ſich plötzlich auf
den Armen der Freunde eine Geſtalt über die Menge. Der Muſikanten=
gildedirigent
. Er beſchwört das Chaos und veranſchaulicht den Text
noch durch Gebärden. Und nun fließen die Brünnlein recht. Bald
verklingt der letzte Ton, und der Dirigent ſinkt wieder in die Menge.
Man ſtürzt zu den Wagen, da alle zum Mittageſſen wollen! Nach kurzer
Fahrt marſchiert mit Sing=Sang und Kling=Klang die ganze fröhliche
Bande durch Miltenberg. Im Joh. Butzbach=Heim ſteht ſchon das
Eſſen. Viel iſt bereitet von den ſehr guten Miltenbergern, aber es iſt
auch mehr als ein halbes Tauſend junger hungriger Mäuler. Es werden
alle ſatt. Nachher zerſtreuen ſich die Trüpplein, denn Stadt und Tal
müſſen doch alle ausgekundſchaftet werden. An der neuen Jugendherberge,
unſerer Bleibe, vereinigt ſich jetzt alles wieder zur Weihe. Wie viele
berſchiedenartige Bünde und Leutchen ſtanden da herum, und alle freu=
ten
ſich doch gemeinſam über den feinen Tag und die ſchöne Herberge.
Nach den Reden wieder Geſang! Dann ſinkt die Blumenguirlande vom
Eingang. Groß und klein darf eintreten und bewundern. Noch ein
paar Volkstänze im Städtchen, dann treibt die Heimfahrtszeit und ein
tüchtiger Regenſchauer die Scharen wieder auf die Wagen. Einer nach
dem andern zieht ab, der Regen auch, und Wieſen und Dörfer liegen
friſch gewaſchen in der Abenddämmerung. Dunkler und dunkler wirds.
Bald ſieht man nur noch die großen Wagenlichter den Berg entlang=
kriechen
. Der Wald rauſcht geheimnisvoll, ſtiller und ſtiller werden die
2Nenſchlein, und wir ſind wieder in Darmſtadt. Alle großen und kleinen
Teute gehen heim und ſchlafen ſich aus, bis der Werktag ſie
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wieder weckt.

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Verſendung der Pfingſtpakete möglichſt frühzeitig zu beginnen, damit
Anhäufungen in den letzten Tagen vor dem Feſte vermieden werden,
die Verzögerungen zur Folge haben können. Es empfiehlt ſich, die
Pakete gut zu verpacken, die Aufſchrift haltbar anzubringen und den
Beſtimmungsort, wenn er nicht allgemein bekannt iſt, unter näherer Be=
zeichnung
der Lage, beſonders groß und kräftig niederzuſchreiben. Fer=
ner
darf nicht unterlaſſen werden, auf dem Paket die vollſtändige An=
ſchrift
des Abſenders anzugeben und in das Paket obenauf ein Doppel
der Aufſchrift zu legen. Ebenſo ſind Päckchen recht haltbar zu verpacken
und zu verſchnüren; etwaige Hohlräume ſind mit Holzwolle uſw. aus=
zufüllen
, damit die Sendungen nicht eingedrückt werden können.

Verzinsung von Aufwertungssparguthaben.

Zur Beischreibung der Jahreszinsen für 1927 werden
hiermit neu aufgeruten:

Die alten Sparbücher Kr. 150 001212090
Aufgerufen sind jetzt
alle alten Sparbücher Hr. 1212000

Versägmen

Sie nicht, sich noch heute die Sommerausgabe des

Barmstädten
Pahrplanbuch

zu kaufen. Erhältlich in den Buchhandlungen
Kiosken, Bahnhofsbuchhandlungen, der Geschäfts-
stelle
Rheinstraße 23, und bei den Agenturen
des Darmstädter Tagblatt. Preis 60 Pfennig

Kassestunden: Vormittags 81 Uhr, nachmittags von
341, Uhr.
Samstags Nachmittags geschlossen.
Autwertungsstelle im I. Stock..

dein herauszulocken. Dingeldein, über das Verhalten der Angeklagten
erregt, holte einen Kartoffelſtößer, öffnete die Haustüre ein wenig und
ſchlug durch den Spalt nach den Angeklagten. Dieſe entriſſen ihm den
Stößer. Heiſt, der damit rechnete, daß Dingeldein nochmals heraus=
kommen
werde, eilte in die nahe Wohnung des Weber, zog ſeinen Rock
aus, ergriff einen dicken eichenen Spazierſtock, und begab ſich wieder vor
die Dingeldeinſche Wohnung. Der Dingeldein begleitende Gaſt hatte
mittlerweile das D.ſche Haus verlaſſen. D. kam mit einem Säbel in der
Hand heraus und ſoll nach Behauptung der Angeklagten einem von die=
ſen
mit dem Säbel in die Seite geſchlagen haben. Heiſt und Weber
ſchlugen, fener mit dem Stock, den er geholt hatte, Weber mit dem
Kartoffelſtößer, mit aller Wucht auf D. ein. Letzterer wurde am Kopf
getroffen und fiel ſofort zur Erde. Einer der Angeklagten ſchlug noch
mehrmals auf den am Boden Liegenden ein. Dingeldein wurde in das
hieſige Krankenhaus gebracht, wo er am 20. Januar d. J. an den er=
littenen
Verletzungen ſtarb; er bezog als Kriegsverletzter wegen einer
Beinverletzung eine Penſion, ſeine Nerven hatten durch den Krieg ge=
litten
.
In der Hauptverhanlung berichtigt Angeklagter Heiſt weſentlich die
früher gegebene Darſtellung, namentlich beſtreitet er, von dem Volks=
freund
=Artikel in der Krone überhaupt geſprochen zu haben. Heiſt
wurde am 28. Januar d. J. in Dresden, wohin er ſich mittlerweile be=
geben
und woſelbſt er ſich auch polizeilich angemeldet und der Polizei
zur Verfügung geſtellt hatte, verhaftet.
Heiſt und Weber hatten am Abend der Tat in mehreren Wirtſchaf=
ten
Bier getrunken, der erſtere will ſehr betrunken geweſen ſein. Der
Volksfreund=Artikel, der auszugsweiſe wiedergegeben wird, beſchäftigt
ſich eingehend und kritiſch mit der Perſon des Bürgermeiſters, der nicht
gehalten habe, was er vor der Wahl verſprochen habe. Auch Weber muß
zugeben, daß er damals reichlich Bier getrunken hatte. Er wollte Din=
geldein
, wie er angibt, als er nach ſeiner Wohnung ging, nochmals zur
Rede ſtellen wegen der ſchweren Vorwürfe, die er ſich gegen ihn und
ſeine Mutter vorher in der Wirtſchaft erlaubt hatte. Weber gibt zu,
gegen Dingeldein geſchlagen zu haben. Beide Angeklagten belaſten ſich
gegenſeitig, wie dies auch die Anklageſchrift ergibt. Heiſt beibt dabei,
daß er nur einen Schlag gegen Dingeldein geführt habe.
Als erſter Zeuge, und zwar Tatzeuge, wird der außer Verfolgung
geſetzte Hans Lode in Reichelsheim vernommen; er iſt mit Weber be=
freundet
. Lode, der wo ganz anders wohnte, war von Heiſt eingeladen
worden, mit in deſſen Wohnung zu kommen. Heiſt und Weber ſprangen
nach Lodes Bekundung, die Treppe zur Dingeldeinſchen Wohnung hin=
auf
, Heiſt lief darauf nach Webers Wohnung und kam mit einem Stock
zurück. Aus der D.ſchen Wohnung kam Krämer und kurz darauf Din=
geldein
. Heiſt ſchlug nach Dingeldein zu, Weber ſchlug zeitlich nach Heiſt
auf D., der den Säbel in der Hand hatte. Lode ſah, daß Dingeldein am
Boden lag, kann aber nicht ſagen, daß er noch geſchlagen wurde, während
er am Boden lag. Friedrich Krämer in Reichelsheim iſt in der frag=
lichen
Zeit öfter mit Dingeldein zuſammen geweſen, ſo auch am 11.
Januar in der Wirtſchaft von Gärtner. Mit Dingeldein ging er ohne
beſtimmten Grund damals in deſſen Wohnung. Kurze Zeit darauf gab
es großen Lärm an der Haustüre. Krämer vermutete, daß die Ange=
klagten
und Lode an der Tür ſeien. Dingeldein wurde von außen der
Kartoffelſtößer entriſſen; er war ſehr aufgeregt. Krämer traf die An=
geklagten
und Lode auf der Straße, nahe der Treppe. Dingeldein hatte
zuvor zu Krämer gefagt: Das laſſe ich mir nicht bieten. Dingeldein
hatte den Offiziersſäbel in der Hand, als er nach Krämer aus der Woh=
nung
heraustrat. Krämer kann nicht ſagen, ob D. mit dem Säbel ge=
ſchlagen
hat, er ſah ihn aber auf einen Schlag taumeln und zu Bodem
fallen. Als D. auf dem Boden lag, ſah Krämer, daß er noch geſchlagen
wurde, er kann aber nicht ſagen, wer geſchlagen hat. Ueberhaupt war
es an dem Abend des 11. Januar und auch zur Zeit der Tat vor
Dingeldeins Wohnung ſehr dunkel. Der ganze Vorfall hat ſich ſehr raſch
abgeſpielt, wie Zeuge Krämer am Schluſſe ſeiner Ausſage noch be=
kundet
. Dem Zeugen Claus, der den Dingeldein am 15. Januar be=
ſuchte
, ſagte dieſer, daß es ihm ſchlecht gehe, den Kopf hatte er völlig
verbundem. Dieſem Zeugen hat D. den ganzen Vorfall damals ausführ=
lich
erzählt. Als Täter gab Dingeldein dem Zeugen die Angeklagten
Heiſt und Weber an. Der Zeuge hatte damals den Eindruck, daß
Dingeldein bei vollem Bewußtſein war. Der ſofort zugezogene Arzt
ſtellte fünf Wunden feſt, die auf fünf erhaltene Schläge ſchließen laſſen.
Bei der Sektion wurde eine allgemeine eitrige Hirnhautentzündung und
ein ſehr dünnes Schädeldach feſtgeſtellt. Fieber hatte Dingeldein nach
Bekundung des behandelndem Arztes nicht.
Der Staatsanwalt hält in längeren Ausführungen die beiden Ange=
klagten
der Körperverletzung mit tödlichem Ausgange für überführt;
bezüglich des Strafausmaßes wird gebeten, nicht auf Zuchthaus zu er=
kenen
. Der Strafantrag geht gegen Heiſt auf dreieinhalb Jahre, gegen
Weber auf 3 Jahre Gefängnis. Der Verteidiger Heiſt betont eingangs
ſeines Plädoyers, daß bei mildernden Umſtänden auf Gefängnis nicht
unter drei Monaten erkannt werden könne. Des Weiteren wird aus=
geführt
, daß Heiſt in Notwehr oder deren ſtrafloſer Ueberſchreitung
gehandelt habe, der eingetretene Tod nicht auf ſein Konto zu ſetzen
ſei und er ſchließlich nicht für den Exzeß des Mittäters zu haften habe.
Der Verteidiger des Weber glaubt ſich im Weſentlichen den Darlegungen
des Mitverteidigers anſchließen zu können. Die tiefere Grundlage der
Diffevenzen ſei in der letzten Bürgermeiſterwahl zu ſuchen. Der Streit
an dem unheilvollen Tage ſei von dem Verletzten provoziert wvorden.
Das Urteil erkennt wegen Raufhandels auf je ein Jahr Gefäng=
nis
unter Anrechnung von je drei Monaten der Unterſuchungshaft.

Städtische Sparkasse Darmstadt.

Adreßbuch. Es wird nochmals darauf aufmerkſam gemacht, daß
in dem demnächſt erſcheinenden Adreßbuch 1928 auch die Vereine und
Verbände aller Art (Brufsverbände, Turn= und Sportvereine, Geſang=
und Geſelligkeitsvereine, Vereine ſozialer Zwecke uſw.) wieder möglichſt
vollzählig aufgeführt werden ſollen. Zu dieſem Zweck werden im Stadt=
haus
, Zimmer 38, Fragebogen ausgegeben. Die Vereinsvorſtände wer=
den
gebeten, dieſe Fragebogen in Empfang zu nehmen und möglichſt
genau ausgefüllt umgehend wieder dort abzuliefern. Es liegt im In=
terſſe
aller Vereine, dieſe Angaben zu liefern. Wer es verſäumt, hat
ſich ſpäter das Fehlen erwünſchter Angaben im Adreßbuch ſelbſt zuzu=
ſchreiben
.
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten wird
die Pankratiusſtraße von der Wenckſtraße bis zum Rhönring bis auf
weiteres für den geſamten Fahrverkehr geſperrt.

Gasraumheizung. In der Uebergangszeit iſt die Frage der
Raumheizung von ganz beſonderer Bedeutung; treten doch gerade jetzt
durch den öfteren raſchen Temperaturwechſel alle möglichen Krankheiten,
Erkältungen, Schnupfen, Grippe auf. Hier gilt es, eine Heizung zu
finden, die bei auftretenden Witterungsumſchlägen raſch in Betrieb ge=
ſetzt
und ebenſo ſchnell nach Durchwärmung des Raumes wieder abge=
tellt
werden kann. Die vielleicht vorhandene Kokszentralheizung kann
in dieſer Hinſicht unſeren Anſprüchen nicht genügen, da es einerſeits
zu koſtſpielig iſt, wegen einiger kalter Stunden die ganze Heizung in
Betrieb zu nehmen, andererſeits aber der Kokskeſſel bei den in der
Uebergangszeit herrſchenden Temperaturen mit ſchlechtem Wirkungsgrad
und deshalb unwirtſchaftlich arbeitet. Man ſollte daher in der Ueber=
gangszeit
keine feſten Brennſtoffe verwenden. Die ideale Heizung, die
ſich jedem Temperaturwechſel raſch anpaßt, ſofort betriebsbereit iſt und
ſich ebenſo ſchnell wieder abſtellen läßt, iſt die Gasheizung. Sie verhin=
dert
die Bildung von Rauch und Ruß, verbreitet in kurzer Zeit eine
angenehme Wärme und bedarf vor allen Dingen keiner beſonderen
Wartung. Der Einbau eines Temperaturreglers macht jede Gasver=
ſchwendung
vollkommen unmöglich, ſo daß die Gasheizung durch ihre
Anpaſſungsfähigkeit in der Uebergangszeit tatſächlich billiger arbeitet,
als die Heizung mit feſten Brennſtoffen.

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Seite 6

Dienstag, den 22 Mai 1928

Nummer 14

Das Jubiläum des Erziehungsheims
Ohlyſtift in Gräfenhauſen.

* Vor 40 Jahren wurde in Gräfenhauſen vom Darmſtädter Ober=
bürgermeiſter
Ohly das Erziehungsheim gegründet. Soziales Emp=
finden
und der Wille, die Jugend durch zweckentſprechende Fürſorge
und Unterweiſung zu brauchbaren Mitgliedern der menſchlichen Geſell=
ſchaft
zu erziehen, ihnen das Elternhaus zu erſetzen, wenn es notwendig
war, hatten Anlaß zur Gründung dieſer Anſtalt gegeben, die nun 40
Jahre beſteht und dieſes Jubiläum geſtern durch eine kleine, aber wür=
dige
Feier feſtlich beging.

Im Speiſeſaal der Anſtalt, die mit friſchem Grün prachtvoll ge=
ſchmückt
war, war durch Pflanzenſchmuck eine kleine halbrunde Bühne
geſchaffen, in deren Hintergrund die Büſte des Gründers der Anſtalt,
des Oberbürgermeiſters A. Chly, Aufſtellung gefunden hatte. Den muſi=
kaliſchen
Teil der Vortragsfolge beſtritten die Herren Koch, Nömer
und Sulzmann von der Stadtverwaltung Darmſtadt, die ſehr gute,
flott geſpielte Muſikſtücke zu Gehör brachten. Ein ſzeniſcher Vorſpruch,
den Herr K. H. Göbel=Darmſtadt verfaßt hatte, wurde von Mädchen
und Jungen flott und ausdrucksvoll zu Gehör gebracht. Er brachte in
wirkungsvollen Verſen den Dank an die Anſtalt für ihre Sorge und
Mühe um die ihr anvertrauten Zöglinge, ſchilderte die Tätigkeit und
endete mit einer Krönung der Ohly=Büſte mit einem Eichenkranz. Der
Schülerchor der Anſtalt trug die Lieder Die Himmel rühmen von
Beethoven und Mach’s ebenſo von Widmann wirklich klangſchön und
durchaus geſchult vor. Die Begrüßungsanſprache hielt der Vorſitzende
des Kuratoriums, Bürgermeiſter Mueller=Darmſtadt, der folgendes
ausführte:
Hochanfehnliche Feſtverſammlung! Es iſt mir eine beſondere
Freude, feſtſtellen zu können, daß ein ſo großer Kreis amtlicher und
nichtamtlicher Perſönlichkeiten unſerer Einladung gefolgt iſt, um den
Tag mit uns zu feiern, an dem wir auf ein 40jähriges Beſtehen unſerer
Anſtalt zurückblicken.

So heiße ich Sie denn im Namen des Kuratoriums herzlich will=
kommen
: die Damen, die Vertreter der Staats= und der Kommunal=
behörden
, beſonders Herrn Prälat D. Dr. Diehl als oberſten Vertreter der
Kirche abehörde, die Abgeſandten befreundeter Anſtalten, die Repräſentan=
ten
der Darmſtädter Stadtverordnetenverſammlung, die Beamten und
Angeſtellten und früheren Zöglinge und alle Freunde des Heims.
inſonderheit die Preſſe, auf deren Erſcheinen ich beſonderen Wert gelegt
habe, weil ich ihr die Gelegenheit geben möchte, ſich einmal perſönlich
über die Anſtalt zu informieren, die als Hilfserziehungsfaktor im Leben
unſerer Stadt immerhin eine Rolle ſpielt.
Der Herr Oberbürgermeiſter, der lebhaft bedauert, heute am Er=
ſcheinen
verhindert zu ſein, hat ein in warmen Worten gehaltenes Glück=
wunſchſchreiben
überſandt; ebenſo ſind zahlreiche andere Glückwünſche
eingegangen. Nicht zuletzt begrüße ich den bewährten Leiter unſeres
Heims und ſeine verehrte Gattin und nehme gern die Gelegenheit wahr,
dem Ehepaar Joſt an dieſem bedeutungsvollen Tage den Dank des
Kuratoriums und der Stadt für ihre hingebende Arbeit auszuſprechen.
Und Ihnen allen, unſeren verehrten Gäſten, danke ich für das Intereſſe,
das Sie durch Ihr Erſcheinen bekundet haben.
Ein Willkommengruß aber iſt noch übrig, und ihn richte ich mit
beſonderer Wärme an die Jugend, die dieſes Haus bewohnt und mit
ihrem Leben erfüllt.
Ein Feſttag ſoll dieſer Gedenktag ſein, an dem wir uns vor allem
an den verewigten Gründer des Stiftes dankbar erinnern wollen, an
Albrecht Ohly, deſſen Name in unſerem Heim fortlebt, ein Feſttag,
an dem wir die Geſchichte des Hauſes, im Geiſte an uns vorüberziehen
laſſen wollen, ſeine früheren Leiter und Inſaſſen, ſeine guten und ſeine
trüben Tage.
Und ein Tag der Beſinnung ſoll dieſer Feſttag ſein, an dem wir
uns einmal fragen wollen, ob denn das Heim in all den Jahren ſeine
bedeutungsvolle und ſchwierige Aufgabe erfüllt hat. Sicherlich hat es
an dem guten Willen dazu niemals gefehlt, und zahlreiche frühere Zög=
linge
, die heute angeſehene und tüchtige Männer und Frauen ſind, ſie
ſind lebendige Zeugen dafür, daß die Erziehungsgrundſätze des Heims
und die hier empfangenen guten Lehren ihre guten Früchte getragen
haben. Und wenn in anderen Fällen Männer und Frauen im Leben
geſcheitert ſind, die hier ihre Jugendjahre verlebt haben, ſo iſt das kein
Beweis dafür, daß die Anſtalt verſagt hätte. Auch im freien Leben
ſcheitern Menſchen, auf deren Erziehung große Sorgfalt verwendet
wurde.
Welches iſt denn die Aufgabe unſerer Anſtalt? Sie will dem irren=
den
und verirrten jugendlichen Menſchen, der ihrer Obhut anvertraut
iſt, die Familie erſetzen, ihm ein Heim bieten, in dem Zucht und Ord=
ung
und Arbeitſamkeit herrſchen, und in dem zugleich der Liebe und der
Freude ein Platz eingeräumt iſt.
Es iſt ſicher für die Leitung nicht leicht, Vater und Mutter zu ſein
zu vielen, vielen Kindern, die ihren Pflegeeltern doch in der Mehrzahl
der Fälle ganz weſensfremd ſind, und an denen die Erziehungsarbeit
der wirklichen Eltern geſcheitert iſt, Geduld zu haben, unend=
liche
Geduld und Nachſicht, wenn es langſam geht mit den Erfolgen,
oder gar nicht gehen will, Liebe aufzubringen, wo ſich nur zu oft
Widerſtand und Starrſinn zeigen. Gewiß gibt es Richtlinien und all=
gemeine
Grundſätze und Erfahrungen, die als Wegweiſer dienen mögen,
aber auf keinem Gebrete faſt gehen die Meinungen über die Methoden
weiter auseinander als in der Frage der Jugenderziehung und im be=
ſonderen
in der Fürſorgeerziehung. Wie viel iſt allein in den nun
verfloſſenen 40 Jahren des Beſtehens unſerer Anſtalt darüber geredet
und geſchrieben worden! Und wie haben die Anſichten gewechſelt!
Wer aber vermöchte zu entſcheiden, ob man heute richtiger denkt als
vor etwa vier Jahrzehnten? Eine wichtige Erkenntnis freilich ſcheint
mir inzwiſchen gewonnen worden zu ſein, die früher nicht vorhanden
war. Man weiß heute, daß gewiſſe Erſcheinungen im Verhalten des
jugendlichen Menſchen, die man früher ſchlechthin als böſen Willen an=

zuſehen und danach zu behandeln geneigt und gewohnt war, auf krank=
hafte
Willensſchwäche und Seelenſtörungen zurückgeführt werden müſſen.
Welche Folge iſt aber daraus für uns zu ziehen? Das Heim iſt
kein Krankenhaus. Wir können ſeine Leitung nicht einem Pſychologen
anvertrauen, der lediglich eine ärztliche Aufgabe ſieht und unwill=
kürlich
in erſter Linie der wiſſenſchaftlichen Forſchung zu dienen bemüht
ſein würde. Aber das Heim ſteht unter ſtändiger ärztlicher Autſicht,
und alle Zöglinge werden, namentlich auch in pſychiſcher Hinſicht, durch
einen erfahrenen Spezialiſten regelmäßig unterſucht und beobachtet.
Dieſer Spezialiſt ſtellt feſt, ob das Kind im Heim unter den hier ge=
gebenen
Umſtänden und Vorausfetzungen mit Erfolg erzogen und geför=
dert
werden kann, oder ob es in eine Krankenanſtalt gehört. Im erſteren
Falle können im weſentlichen die Erziehungsmethoden angewandt wer=
den
, die auch im geordneten Familienleben üblich ſind und ſich bewährt
haben. Methoden allerdings, die modifiziert ſind durch die notwend’ge
Rückſicht auf die Beſonderheit der Umſtände, unter venen die Unter=
bringung
des Kindes im Ohlyſtift erforderlich geweſen iſt. In gauz
ausgeſprochenem Maße alſo individuelle Erziehung eber auch
dabei das Gemeinſame nicht außer Acht laſſend, es beruckſichtigend in
großer Linie. So wird verſucht, das jugendliche Seeielleben, das in
den hier zuſammenlebenden Kindern ohne Zweifel gauz beſonders kom=
pliziert
iſt, zu reſpektieren, auf der anderen Seite aber zugleich diejeni=
gen
Eigenſchaften zu wecken und zu pflegen, die notwend g ſind, um
unſere Jugend auch zur Bewältigung der ſpäteren großen allge=
meinen
Aufgaben des Lebens fähig und ſtark zu machen.
Und die Mittel, die der Erzieher dabei anzuvenden hat? Im
Grunde ſind es noch dieſelben, wie vor 40 Jahren: Feſtigkeit und Stetig=
keit
und Konſequenz, Erziehung zur Arbeit und zur Freude an ihr, und
zu guter Sitte und jene feine, geläuterte Menſchlichkeit, die man
Liebe nennt. Und auf ihr muß der Akzent liegen, ſie muß alle
Handlungen und Maßnahmen, ſelbſt die ſtrafenden, durchdringen und
durchtränken. Denn gerade hier, außerhalb des Elternhauſes, wird
die Liebe am meiſten entbehrt. Sie zu bieten, die Elternliebe zu er=
ſetzen
, das war immer und wird äuch bei aller Wandlungsmög=
lichkeit
gelehrter Anſichten in aller Zukunft das große Geheimnis
des Erziehungserfolges, die größte und ſchönſte Aufgabe der Leitung
unſeres Hauſes ſein.
Der Heimleiter Vorſteher Joſt hielt eine Anſprache, in der er die
Gäſte, insbeſondere die Ekrengäſte, die Vertreter der kirchlichen, ſtaat=
lichen
und ſtädtiſchen Behörden, herzlich begrüßte und dann einen kur=
zen
Ueberblick über die Geſchichte des Heims gab, das vor vierzig Jah=
ren
gegründet wurde. Das Geld 24 000 Mk. wurde durch einen
Baſar, und 25 000 Mk. durch eine Stiftung aufgebracht und das Ge=
lände
für 17 500 Mk. gekauft. Das erworbene Schlößchen auf dieſem
Gelände, deſſen Geſchichte von Prälat D. Dr. Diehl beſchrieben iſt, wurde
umgebaut. Am 8. Mai 1888 zogen vier Mädchen als erſte Zöglinge ein.
Als erſter Lehrer wurde Adam Hofmann gewonnen, der am 22. Mai
1901 verſtarb; deſſen Nachfolger war bis 1907 Lehrer Rack, und ſeit
dieſer Zeit der jetzige Heimleiter Joſt. In der Anſtalt, die zurzeit mit
58 Knaben und Mädchen beſetzt iſt, ſind Betten für 100 Zöglinge. Bis
heute waren insgeſamt 1241 Zöglinge in dem Heim. Wie anhänglich
manche dieſer Zöglinge ſind, beweiſt die Tatſache, daß eine 53jährige
Frau, die vor 40 Jahren eintrat, an der Feier teilnahm. Der Redner
verbreitete ſich noch über die Tätigkeit in der Anſtalt, der Lehrmethode,
Frei= und Spielzeiten, die ärztliche Aufſicht und den Wirtſchaftsbetrieb.
Gerne gliedere man noch Lehrbetriebe an, aber es mangele an dem
nötigen Geld. Es ſei weiter auch in Zukunft vornehmſte Aufgabe wie
ſeither, zum Wohle der der Anſtalt anvertrauten Kinder zu wirken und
die Einrichtungen weiter auszubauen.
Nach Beendigung der Vortragsfolge und einem gemeinſam einge=
nommenen
Kaffee nahm Herr Oberſtudiendirektor Riſſinger, als
eines der älteſten Mitglieder des Kuratoriums Gelegenheit, all der
Männer zu gedenken, die zur Förderung der Erziehungsanſtalt Hervor=
ragendes
geleiſtet hatten. Er nannte die Lehrer und ihre Famlien,
die ihre Perſon zum Wohle des Heims und der Zöglinge einſetzten, die
Mitglieder der Stadtverwaltung und Stadtverordneten und nicht zuletzt
Geh. Rat Schweißgut, ferner die Geiſtlichen und die Erziehungsgehilfen
der Anſtalt und betonte, daß ja dieſe Erziehungsarbeit nicht umſonſt
ſei. Die Dankbarkeit der Schüler bleibe, die verdienten Männer wür=
den
nie vergeſſen werden. Er habe zwei Wünſche: Darmſtadt ſolle Ohly
und ſein Werk nie vergeſſen; man ſolle die Anſtalt zu einer ſtädtiſchen
oder beſſer zu einer ſtaatlichen Einrichtung machen, oder man ſolle,
ſo lange dies nicht gehe, die Schulkoſten übernehmen. Er wünſchte der
Anſtalt in ihren Beſtrebungen alles Glück.
Kreisdirektor Dr. Merck übermittelte die Glückwünſche zum 40 Jubiläum im Namen der Kreisämter Dieburg und Bensheim.
Er unterſtrich die ſoziale Bedeutung der Anſtalt auch für die Kreis=
verwaltungen
, ſprach ſeine Genugtuung über die geleiſtete Arbeit aus
und gab der Hoffnung Ausdruck, daß ſie zum Glück der in ihr aufge=
nommenen
Kinder weiter wirken möge.
Noch eine große Anzahl von Glückwunſchanſprachen wurde gehalten,
ſo von Bauunternehmer Sames für die Schweſteranſtalt, das Ohly=
heim
in Hähnlein, von Direktor Brinkmann vom Wohlfahrtsamt
Offenbach für die Wohlfahrtsämter von fünf heſſiſchen Städten; von
Rektor Jung, dem Leiter der Erziehungsanſtalt Klein=Zimmern,
von Vorſteher Kupfer als Vertreter der Erziehungsanſtalt Aumühle
bei Wixhauſen, und von Vorſteher Hofmann, dem Enkel des ehe=
maligen
erſten Lehrers der Anſtalt, als Vertreter der Erziehungsanſtalt
Mühlheim. Alle Redner wünſchten von Herzen alles Glück für die An=
ſtalt
und unterſtrichen zum Teil die Ausführungen des Oberſtudiendirek=
tors
Kiſſinger.
Direktor Teckmann von der Darmſtädter Sparkaſſe wies auf
die jahrelangen guten Beziehungen der Sparkaſſe zu der Anſtalt hin,
der man im Laufe der Jahre 120 000 Mark zur Verfügung geſtellt und

die man durch verbilligte Darlehen unterſtützt habe. Nach der Ila=
tion
habe der Zuſchuß eingeſtellt werden müſſen; er hoffe aber
nächſtes Jahr ein Zuſchuß wieder geleiſtet werden könne.
Prälat D. Dr. Diehl wünſchte herzlich Glück zum Jubiläun h.
zeichnete zwei geſchichtliche Bilder als Kontraſt von einſt und ſte.
1568 war der Pfarrer von Gräfenhauſen aus geringfügigem Anla vn
dem damaligen Schloßherrn vertrieben worden, ohne jedes Empf
für die in Not geratene Familie. Heute wird auf demſelben Gih=
ſtück
infolge des ſtarken ſozialen Mitgefühls für Mitmenſchen in ter
Liebe und Aufopferung geſorgt, und dieſe Sorge gerade der Ju nH.
die es ſo nötig habe, zugewendet. Mögen alle Parteten einig ſe in
dieſer Liebe und Sorge für notleidende und bedürftige Mitmen en.
und, wie es in dieſer Anſtalt geſchehe, nach gemeinſamem Ziele arl er
um ſo Gottes Willen näher zu kommen.
Bürgermeiſter Mueller dankte allen denen, die durch he che
Glückwunſchworte ihr Intereſſe an der Anſtalt bekundet hatten.
Name Ohly werde ſtets hochgehalten, und es ſei immerdar der
der Stadtverwaltung, für die Erhaltung der ſegensreichen Ohl f
einzutreten. Der Dank des Kuratoriums gelte allen treuen Helfer
Anſtalt, für die weiter gearbeitet werden ſoll, damit aus ihr t1
Männer und Frauen hervorgehen.
Die Anſprachen wurden von den Anweſenden ſehr beifällie ufr
genommen; auch den Darbietungen hatten die Beſucher reſtloſe
kennung gezollt. Eine ſchöne Ueberraſchung brachte den Feſtgäſte ſer
Frühlingsreigen, den 20 junge Mädchen in weißen Kleidern vorfü g
An dieſe harmoniſch verlaufene und eindrucksvolle kleine Feier ſchl.
eine Beſichtigung der Anſtalt, die bei allen ob ihrer Se
keit und Ordnung einen ſichtlich guten Eindruck hinterließ. Au ).
Ausſtellung der Schularbeiten im früheren Schloßturm zeigte er m
lich ſchöne und präzis ausgeführte Stücke. Große, zweckmäßig
legte Gärten und voll bearbeitete Felder beweiſen, daß in dieſer
ziehungsheim fleißig und ernſt gearbeitet wird. Daß aber auch di
holung und das jugendliche Spiel nicht zu kurz kommt, ließ der hb=
Spielplatz mit ſeiner Schaukel, Rundlauf uſw. erkennen, und vor
das fröhliche Leben, das ſich anläßlich des Jubiläumsfeſtes geral
unſerem Weggehen auf dieſem Spielplatz voll entfaltete. Möge
Erziehungsanſtalt auch in Zukunft ſo weitergeführt werden, wie
den verfloſſenen 40 Jahren zum Segen ihrer Zöglinge und ſom
ganzen Volkes geſchehen iſt.

Ferien=Sonderzüge.
Der Ferienſonderzugfahrplan iſt nunmehr end ig
feſtgelegt worden. Im Bezirke der Reichsbahndirektion Mainz wm
die folgenden Sonderzüge gefahren:
Am 7. Juli von Wiesbaden nach Baſel Bd. Bhf. oder Kon
Fahrkartenverkaufs= und Einſteigeſtationen: Wiesbaden, An
Hbhf., Darmſtadt, Bensheim und Weinheim.
Am 7. Juli von Wiesbaden nach München über Ulm! 8. Fahrkartenverkaufs= und Einſteigeſtationen: Wiesk n,
Mainz Hbhf. Darmſtadt Hbhf., Bensheim und Weinheim.
Am 6. Juli: von Wiesbaden nach Hamburg bzw. Brein.
Fahrkartenverkaufs= und Einſteigeſtationen: Wiesbaden, Aiz
Hbhf. und Darmſtadt Hbhf.
Außerdem ſteht für den Mainzer Direktionsbezirk eine größere )
von Plätzen zur Verfügung in den Ferienſonderzügen:
TrierKoblenzMainzWorms nach Baſel Bad. Bf. bzw. t=
ſtanz
am 2. Aug. Fahrkartenverkaufs= und Einſteigeſtati t:
Bingerbrück Mainz Hbhf. und Worms.
Trier-KoblenzMainzDarmſtadt nach München am 2./3. A.t.
Fahrkartenverkaufs= und Einſteigeſtationen: Bingerbrück, A6z
Hbhf. und Darmſtadt Hbhf.
Frankfurt a. M. bzw. Wiesbaden nach München am 14. Juli d
11. Auguſt. Fahrkartenverkaufs= und Einſteigeſtationen:
baden, Mainz Hbhf. und Darmſtadt Hbhf.
Frankfurt a. M. bzw. Wiesbaden nach Verlin am 7. Juli 1928.
kartenverkaufs= und Einſteigeſtationen: Wiesbaden, Mainz f.
und Darmſtadt Hbf.
KaiſerslauternWormsDarmſtadt nach Hamburg bzw. Bre
am 14./15. Juli 1928. Fahrkartenverkaufs= und Einſteigeſtatil=
Worms und Darmſtadt Hbf.
SaarbrückenMainzFrankfurt a. M. nach Beuthen (Oberſchl. n
1.2. Auguſt 1928. Fahrkartenverkaufs= und Einſteigeſtatic=
Bad Kreuznach und Mainz Hbf.
Neu aufgenommen wurde der Anſchlußverkehr nach Wien. Rei e
mit Ferienſonderzugskarten nach Salzburg erhalten gegen deren
zeigung an den öſterreichiſchen Fahrkartenſchaltern in Salzburg u 5
Prozent ermäßigte Anſchluß=Rückfahrkarten 3. Klaſſe nach Wien
bahnhof über Linz zum Preiſe von 28,80 Schilling 17.30 RM.
Für Reiſende von Darmſtadt ſteht eine Anzahl Plätze für
am 2. Juli ab Frankfurt a. M. laufenden Ferienſonderzug nach S
mündeZinnowitz-Carlshagen=TraſſenheideStralſund zur Verfüg
Die für die Ferienſonderzüge geltenden allgemeinen Beſtimmu=
Fahrpläne und Fahrpreiſe werden in nächſter Zeit in einem beſon!
Heftchen im Druck erſcheinen und zum Preiſe von 0.20 RM. an
Fahrkustenſchaltern bezogen bzw. beſtellt werden können.

Briefkaſten.
J. M. in Sp. Ueber die Erhöhung der Invalidenrenten h
wir erſt in der letzten Zeit im Briefkaſten nähere Mitteilunger
bracht, auf die wir verweiſen. Gegebenenfalls können Sie den 2
in unſerer Geſchäftsſtelle einſehen.

Tageskalender für Dienstag, den 22. Mai 1928.
Landestheater Großes Haus, Anf. 20 Uhr, Ende 22 Uhr, I
Oktobertag Kleines Haus: Geſchloſſen Orpheum:
ſchloſſen. Konzerte: Schloß=Kaffee, Kaffee Rheingold,
Schmitz, Weinhaus Maxim Kinovorſtellungen: 4
Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz=Theater.

ee dife Stadbefte
ist der Schutzgeist jeder Veinsinnigen Geselligkeit. Sie gibt dem Gespräche eben=
souohl
Behaglichkeit und Ruhe wie den munteren Fluß geistoodler Rlauderei.
Sie dämpft unangebrachte Zeidenschaftlichkeit und Pührt über Stockungen der
Unterhaltung oder den toten Punkt des Tichtverständnisses Leicht hinweg. Aul=
zuhitzige
Gegnerschaft wird durch sie gemildert und Freundschaftlicher Zusammen=
halt
gelestigt. Verworrenes wird Klar und Mlares wird einleuchtend.
Ueberdies ist keine Situation so vevlahren, als daß nicht bei dem
gemeinsanen- Genusse einer guten- Sigarette dennoch ein gutes
Einvernehmen erzielt werden könnte.
Rauchen Sie eine
Tuu
OTssbtt
und Sie werden- wissen, was eine gute Sigarette ist.

[ ][  ][ ]

Nummer 142

Dienstag, den 22. Mai 1928

Seite 7

Aus Heſſen.
Starkenburg.
An. Arheilgen, 20. Mai. Gemeinderatsbericht. In der
letzten Gemeinderatsſitzung ſtand bei Punkt Voranſchlag für 1928 der
Ausſchlag der Gemeindeſteuern zur Bevatung. Beſchloſſen wurden die
von der Verwaltung vorgeſchlagenen Ausſchlagſätze, und zwar für Ge=
bäude
und Bauplätze 20 Pfennige auf je 100 Mk. Steuerwert; land=
und forſtwirtſchaftlich genutzte Grundſtücke 54 Pfennige, Anlage= und Be=
triebskapital
vom Gewerbe 60 Pfg., vom Gewerbeertrag 100 Pfg. je
1 Mark der Staatsſteuer, Sondergebäudeſteuer 35,06 Pfg. je 1 Mk. des
Vorſolls 1928. Die Arbeiten für die Badekabinen am Schwimmbad
wurden den Zimmermeiſtern Peter Bauer und Karl Heinrich Schmidt
zum Angebotspreiſe übertragen. Das Geſuch des F. Geb um Bau=
erlaubnis
außerhalb des Ortsbauplans, wurde vertagt, das des Adolf
Ebert zu Auerbach bedingungsweiſe genebmigt. Die Fortführung des
Ortsbauplanes an der Frankfurterſtraße bis zu den Wieſen vor den
Drei=Brücken und Uebernahme der Zinsgarantie für Gasverſorgung,
fand Genehmigung. Der Antrag der Ludwig Weigand Witwe, be=
treffend
Geländetauſch mit der Gemeinde in der Dieburgerſtraße, wurde
abgelehnt. Der von der Verwaltung vorgelegte Gebührentarif für das
Anſchlagen von Bekanntmachungen und Plakaten an den von der Ge=
meinde
errichteten Plakatſäulen, fand die Zuſtimmung der Verſamm=
lung
. Der Turnverein von 1876 unternimmt an Pfingſten eine zwei=
tägige
Wanderung durch den Taunus. Wegen Vornahme von Straßen=
bauarbeiten
iſt die beſonders von Kraftfahrzeugen viel benutzte Reitbahn
bis auf weiteres für den Dunchgangsverkehr geſperrt. Herr Werk=
meiſter
Thomas Dieter konnte am 18. d. M. ſein 25jähriges Dienſt=
fubiläum
bei der Eiſengießerei und Maſchinenfabrik Karl Schenck Darm=
ſtadt
, Werk Arheilgen, begehen. Ehrungen und Geſchenke von ſeiten der
Firma, deren Beamten und Arbeiter, ſowie der Handelskammer wurden
dem Jubilar in reichem Maße zuteil.
Aa. Eberſtadt, 21. Mai. Die Fünfzigjäh=igen kamen am
Samstag abend zu einer Beſprechung zuſammen, um die Abhaltung
eines gemeinſamen Geburtstagsfeſtes zu beſchließen. Die Beſprechung
fand im Gaſthaus Zum Löwen ſtatt. Auch die 60=Jährigen feiern
in dieſem Jahre ein gemeinſcmes Geburtstagsfeſt. Der Radfahrer=
verein
Friſch auf hat auf dem Saalſport=Wertungsfahren in Egelsbach
mit mehreren Mannſchaften gut abgeſchnitten. Der Schachklub
Eberſtadt hat das Gaſthaus Zur Traube zum Vereinslokal er=
koren
. Blumentag des Waiſenſchutzes. Die Ortsgruppe
Eberſtadt des heſſiſchen Fechtvereins Waiſenſchutz hält am 1. Juli einen
Blumentag ab.
Aa. Pfungſtadt, 21. Mai. Gaswerbevortrag. Dieſer Tage
fand wieder ein Gaswerbevortrag ſtatt. Für das Städtiſche Gaswerk
Darmſtadt war Amtmann Kreiter erſchienen, der längere Ausführungen
über das Gaskochen und ſeine Vorteile machte. An den Vortrag ſchloſſen
ſich praktiſche Anleitungen der Firma Ruckelshauſen, Herd= und Ofen=
fabrik
, Pfungſtadt, an. Radfahrerfeſt. Der Radfahrerverein
Friſch auf feiert an Pfingſten ſein 25jähriges Jubelfeſt. Damit ver=
bunden
iſt die Bannerweihe des Vereins. Wie verlautet, haben außer
den Ortsvereinen über 40 auswärtige Vereine ihre Mitwirkung zugeſagt.
Zum Andenken an das Jubiläum iſt eine Feſtſchrift in Ausarbeitung.
Aa. Pfungſtadt, 21. Mai. Blumentag. Die Kolonne Pfung=
ſtadt
der Arbeiterſamariter veranſtaltete am Sonntag einen Blumentag.
Aa. Pfungſtadt, 21. Mgi. Elternabend. Der Elternabend der
Freien Turngemeinde Pfungſtadt erfreute ſich eines guten Beſuches.
Das Program wurde von der Schüler= und Schülerinnenabteilung be=
ſtritten
; es beſtand aus Freiübungen, Geräteübungen, gymnaſtiſchen
Uebungen und Volkstänzen. Gemeinſame Geburtstags=
feier
. Die im Jahre 1892 Konfirmierten beabſichtigen, demnächſt eine
gemeinſame Feier ihres 50. Geburtstages vorzunehmen. Die letzte Zu=
ſammenkunft
ſoll am Samstag abend im Deutſchen Haus ſtattfinden.
Praktiſche Hilfe für Zwingenberg. Die Frauen der
evangeliſchen Gemeinde haben für die Hagelgeſchädigten in Zwingenberg
Salat= und Gemüſepflanzen geſtiftet. Zwei größere Sendungen ſind
bereits abgeliefert. Die nächſte Ablieferung ſoll am 24. Mai ſtattfinden.
Zur Ablieferung gelangten bereits weit über 4000 Pflänzchen.
f. Roßdorf, 21. Mai. Vertilgungder Blutlaus. In einer
öffentlichen Bekanntmachung hat die Bürgermeiſterei alle Baumbeſitzer
und Nutzungsberechtigten aufgefordert, bei jedem Vorkommen der Blut=
laus
die Bäume alsbald gründlich zu reinigen und übermäßig mit Blut=
laus
behaftete Aeſte und Bäume zu entfernen. Bei Zuwiderhandlung
erfolgt Beſtrafung und Reinigung auf Koſten der Säumigen. Ar=
beitsloſenſtatiſtik
. Die Zahl der Arbeitsloſen iſt erfreulicher=
weiſe
weiter zurückgegangen. Gegenwärtig ſtehen 17 männliche und drei
weibliche Perſonen in Kontrolle. Am Montag, 21. Mai, nachmittags
8.15 Uhr, findet eine öffentliche Gemeinderatsſitzung ſtatt.
Aa. Groß=Zimmern, 21. Mai. Blitzſchlag. Bei einem über die
hieſige Gegend niedergehenden Gewitter ſchlug ein Blitz in die elektriſche
Ortsleitung ein, wodurch elektriſche Lampen zerſtört wurden. Die
elektriſche Uhr am Bahnhof ſoll ebenfalls durch den Blitzſchlag zum Still=
ſtand
gebracht worden ſein.

r. Babenhauſen, 19. Mai. An der Frühjahrstagung des Mainbezirks
Stolze=Schrey die am 12. und 13. Mai in Frankfurt a. M.=
Bornheim ſtattfand, beteiligte ſich auch der hieſige Stenographenverein.
Infolge nicht ganz vollzähliger Beteiligung gelang es ihm nicht, den im
Vorjahre errungenen erſten Wanderpreis zu behaupten. Dieſen bekam
mit 66 Punkten Frankfurt=Sachſenhauſen, während der hieſige Verein bei
ſtarker Konkurrenz, in der Geſamtleiſtung an zweiter Stelle ſtehend, ſich
den zweiten Wanderpreis holte. Dank trefflicher Einzelergebniſſe brach=
ten
die heimiſchen Kurzſchriftler mehrere erſte Preiſe und allein 4 Ehren=
preiſe
mit nach Hauſe.
r. Babenhauſen, 21. Mai. Der Wahltag verlief hier ſehr ruhig. Die
Wahlbeteiligung war ſehr gering, beſonders bei der Landwirtſchaft
treibenden Bevölkerung. Während die ſozialdemokratiſchen und demo=
kratiſchen
Stimmen ungefähr den gleichen Stand wie bei der letzten
Reichstags= und Landtagswahl aufweiſen, unter Berüchſichtigung der pro=
zentualen
Beteiligung, hat die Deutſche Volkspartei ein Plus von
Stimmen zu verzeichnen. Vermutlich auf Koſten der Chriſtl.=Nationalen
Bauern= und Landvolkpartei, für die nur 76 Stimmen gegen früher
161 (bzw. 137) abgegeben wurden. Einen auffälligen Rückgang weiſt
auch die Deutſchnationale Volkspartei auf, die nur 39 Stimmen gegen
92 im Jahre 1924 erhielt. Von 1765 Stimmberechtigten haben nur 1012
abgeſtimmt, was einer Wahlbeteiligung von rund 56 Prozent entſpricht.
Fränkiſch=Crumbach, 19. Mai. Die Gendarwerie nahm hier ein
junges Mädchen von auswärts feſt, das wegen Diebſtahls geſucht wurde
und das in dem Kaffee Rheingold Unterſchlupf gefunden hatte.

Die Männer ſchimpfen nur
wenn ihnen die Friu oder das Mädchen kurz vorm Weggehen Stärk=
wäſche
darreichen, und wegen allerlei Kleinigkeiten das Anziehen nicht
klappt. Gar zu oft liegt es am Kragen, der in der Wäſche, viel mehr
aber beim Bügeln, nicht ſachgemäß genug behandelt iſt. Eine erſtklaſſige
Wäſchebehandlung blütenweißes Ausſehen, guten Sitz und leichtes An=
ziehen
bei Stehumlegkragen leichtes Durchziehen des Selbſtbinders)
finden Sie immer, wenn Sie Ihre Stärkwäſche nur bei der altbekannten
Großwäſchere Ludwig Hering, Darmſtadt. Schießhausſtr 4. Tel.
3949 waſchen und bügeln laſſen. Annahmeſtellen in allen Stadtteilen.
(8147 a
Brensbach, 20. Mai. Am Sonntag Rogate, den 13. Mai, fand
hier das 16. Kirchengeſangsfeſt des Dekanats Rein=
heim
ſtatt, verbundem mit dem Bjährigen Jubiläum unſeres
Kirchengeſangvereins. Trotz anfänglich regneriſchen Wetters
durfte es ſich einer regen Beteiligung und eines ſchönen Verlaufs er=
freuen
. Sechs Kirchengeſangvereine: die K.=G.=V. von Brandau, Frän=
kiſch
=Crumbach, Groß=Bieberau, Reinheim, Rimhorn (Fradenchor) und
Brensbach vereinigten ſich im Feſtgottesdienſt am Nachmittag zu ein=
drucksvollen
Geſamtchören, unter Leitung des Herrn Lehrers Barth=
Brensbach. Die Feſtpredigt hielt Herr Pfarrer Munk=Reichelsheim.
Feierliche Motetten des durch ſein Können weithin bekannten Poſaunen=
chors
Arheilgen erhöhten die weihevolle Stimmung des Feſtgottesdienſtes
im altehrwürdigen Gotteshaus, das die Hörer kaum zu faſſen vermochte.
Nach dem Gottesdienſt fand nach einem Feſtzug durch die flaggen=
geſchmückten
Straßen der Feſtgemeinde im Pfarrgarten eine ſtark be=
ſuchte
Nachfeier ſtatt, in der die einzelnen Vereine in fleißig ge=
ſchulten
vortrefflichen Einzelchören noch einwal Zeugnis ablegten von
Fleiß, Höhe der Leiſtungen und Hingabe an die Sache. Beſonders ge=
ehrt
wurde der Jubilar, unſer Kirchengeſangverein durch
ehrende Anſprachen und Glückwünſche des Herrn Dekan Keil= Spachbrük=
ben
, Herrn Pfarrer Dr. Meiſinger=Reinheim, des Gründers des Vereins
Herrn Pfarrer Anthes=Geiß=Nidda und ſeines erſten Dirigenten, Herrn
Rektor Vogel=Elmſtadt, deren Erinnerungen an die Tage der Gründung
die Hörer bewegt lauuſchten; zwei Mitglieder des Vereins durfte der Vor=
ſitzende
unſeres K.=G.=V., Herr Pfr. Keitzer, beſonders beglüchwünſchen,
die dem Verein ſeit ſeinem Beſtehen die Treue gehalten: Frl. E. Kuhl und
Herrn M. Lautenſchläger. In ſeinem herzlichen Dankes= und Schluß=
wort
konnte der Ortsgeiſtliche feſtſtellen, daß wir ein ſchönes Feſt feiern
durften, an das alle noch lange fveudig zurückdenbem werden.
N. Reichelsheim, 21. Mai. Sängerfeſt. Der Sängervereini=
gung
Eintracht Reichelsheim iſt das Gaufeſt des oberen Gerſprenzgaues
für 1928 übertragen, verbunden mit Wertungsſingen. Fie Feſtaus=
ſchüſſe
ſind bereits gebildet, und die Verbarbeiten in vollem Gange.
Das Wertungsſingen findet in zwei Klaſſen ſtatt, im Saale des Gaſt=
hauſes
Zur Eiſenbahn; daran anſchließend werden zwei Maſſenchöre
unter Leitung des Gau=Chormeiſters, Herrn Grim=Darmſtadt, zum
Vortrag kommen. Das Feſt findet am 30. Juni, 1. und 2. Juli ſtatt.
(Die Sängervereinignug iſt erſt im vorigen Jahre entſtanden aus den
beiden Geſangvereinen Eintracht und Sängerluſt.) Bienen=
zucht
. Infolge der ſchlechten Witterung ſind die Bienenzüchter der hie=
ſigen
Gegend in ihren Erwartungen bitter enttäuſcht. Anſtatt die
Honigſchleuder in Bewegung ſetzen zu können, ſehen ſich die Imker viel=
mehr
genötigt, ihre Völker fleißig zu füttern, um ſie nach glücklicher
Ueberwinterung nicht jetzt noch zu verlieren.

L. Michelſtadt, 21. Mai. Vom Verein für Leibesübun=
gen
1911. Die Abteilung Leichtathletik nahm in einer gut beſuchten
Generalverſammlung von dem Sportausſchuß Bericht über die in der
Saiſon 1928 geplanten Veranſtaltungen entgegen. Die Trainingsabende
wurden feſtgelegt und ſoll im Juli eine interne Prüfung mit Austra=
gung
der Vereinsmeiſterſchaften erfolgen. Die Abteilung hofft, daß die
Mitglieder ſich rege an dem Training beteiligen. In der Schwimm=
abteilung
herrſcht reger Betrieb, werden doch hier gegenwärtig die Vor=
arbeiten
für das am 3. Juni hier ſtattfindende Gaujugendtreffen ge=
leiſtet
. Rathausbeleuchtung und Brunnenfeſt. Wie
alljährlich, ſo wird auch in dieſem Jahre an Pfingſt=Samstag, =Sonntag
und =Montag die weit und breit bekannte Rathausbeleuchtung ſtattfinden.
In Verbindung hiermit wird einer alten, ſchönen Sitte entſprechend, die
Schmückung der Brunnen vorgenommen werden. Es dürfte auch dieſes
Jahr mit einem außergewöhnlich ſtarken Fremdenverkehr zu rechnen
ſein, haben doch die letzten Jahre gezeigt, daß ſich das Brunnen= und
Lichtfeſt in Michelſtadt einer beſonderem Beliebtheit erfreut und einen
ſtarken Anziehungspunkt für die Beſucher des Odenwaldes darſtellt.
Ueber das Programm zur Rathausbeleuchtung werden wir Einzelheiten
noch bringen.
m. Beerfelden, 21. Mai. Geſellenprüfung. Der hieſige
Ortsgewerbeverein bietet ſchon ſeit der Zeit, als der ſogenannte kleine
Befähigungsnachweis eingeführt wurde, alljährlich dem Handwerkernach=
wuchs
Gelegenheit, ſeine Geſellenprüfung abzulegen. So fand auch
geſtern nachmittag wieder eine Geſellenprüfung ſtatt. Nachmittags
4 Uhr eröffnete der Vorſitzende der Prüfungskommiſſion, Herr Architekt
Karl Weber, in dem einen Saal der Gewerbeſchule des Gewerbevereins
die Prüfung. Herr Fortbildungsſchullehrer Arzt prüfte zunächſt in Kal=
kulation
und Geſchäftsaufſatz, dann richteten die Prüfungsmeiſter Fragen
aus dem Gebiet des Praktiſchen an die Prüflinge. Als Prüfungsmeiſter
fungierten die Hervew: Elektroinſtallateur H. Eſcher; Aug. Hoſmann,
Schriftſetzer; Karl Horn, Maler= und Tünchermeiſter; Jakob Kredel,
Wagnermeiſter; Gemeindebauaufſeher Adam Veit, Maurermeiſter Peter
Walz, Unter=Sensbach. Danach wurde von Herrn Arzt die theoretiſche
Prüfung fortgeſetzt in Buchführung, Verſicherungsweſen und Materia=
lienkunde
. Sämtliche Prüflinge zeigten gute Kenntniſſe. Ihre Geſellen=
ſtücke
und Zeichnungen waren im Prüfungsſaal ausgeſtellt und gaben
Kunde, daß auch in praktiſchen Arbeiten ſchöne Leiſtungen vorlagen. Die
Maurer hatten als Geſellenſtück Eck, Doppeleck und Doppeleck mit Ge=
läuf
hergeſtellt (aber außerhalb des Saales), vom Schriftſetzer lagen
künſtleriſche Briefbogen da; ein Wagenrad, ein Muſterbrett mit Schalt=
anlagen
, Proben von Putzarbeiten, Anſtrich, Lackierungen, Wanddekora=
tion
nach Vorlage zeigten die Fertigkeiten anderer Berufe, ferner eine
Balkenlage mit ſtehendem Dachſtuhl. Nach Abnahme der Prüfung
richtete Herr Karl Weber noch herzliche und wohlgemeinte Worte und
Ermahnungen an die Prüflinge und überreichte ihnen die Geſellenbriefe.
Folgende Junggeſellen beſtanden die Prüfung: H. Buxmann, Schrift=
ſetzer
: Ernſt Edelmann, Elektroinſtallateur; Joh. Heinr. Engelter,
Maurer; Jakob Helm, Tüncher, Vielbrunn; Leonhard Krämer, Maurer;
Airlenbach; Heinr. Krämer, Wagner: Peter Reeg, Zimmermann, Affol=
terbach
; Johann Simon, Tüncher, Hetzbach; Gg. Wolf, Maurer. Die
Prüflinge ohne Ortsbezeichnung ſind von hier. Nach der Prüfung
gings ins Gaſthaus Zum ſchwarzen Bären (W. Heß), wo bei guter
Küche und ausgezeichnetem Wein eine gemütliche Nachfeier dieſem für die
Prüflinge ſo denbwürdigen Tag abſchloß.
Bn. Hirſchhorn, 19. Mai. Schloßbeleuchtung. Am Chriſti=
Himmelfahrtstage fand die erſte diesjährige Schloßbeleuchtung ſtatt.
Viele Fremde aus nah und fern waren gekommen, um ſich an der Be=
leuchtung
, dem Feuerwerk und dem Blütenregen zu ergötzen. Etwas
beeinträchtigt wurde das Schauſpiel durch den Nebel, welcher den Rauch
nicht abziehen ließ. Den beſten Ausblick hatte man oben am Michel=
berger
Feld, da man von hier aus das Ganze von oben herab betrach=
ten
kann. Exkurſion in der Forſtbezirksgruppe
Beerfelden. Am Dienstag, den 15., und Mittwoch, den 16. Mai,
fand in Hirſchhorn eine von der Forſtabteilung in Darmſtadt arran=
gierte
Exkurſion der höheren Forſtbeamten ſtatt. Es waren im ganzen
ungefähr 35 Teilnehmer, darunter Herr Landforſtmeiſter Heſſe, Ober=
forſtrat
Schwieder ſowie noch verſchiedene Herren der Forſtabteilung in
Darmſtadt zugegen. Die meiſten Teilnehmer trafen am Dienstag abend
in Hirſchhorn ein, und hielt Herr Oberforſtrat Schwieder im Gaſthaus
zur Krone einen ſehr intereſſanten Vortrag über das Thema: Begrün=
dung
und Erziehung von Laub= und Nadelholzmiſchbeſtänden unter Be=
rückſichtigung
der beſonderen Verhältniſſe im ſüdlichen Odenwald‟. Am
Mittwochvormittag, kurz nach 8 Uhr, fand die eigentliche Exkurſion in
Form eines Waldbeganges ſtatt, welche Herr Oberforſtrat Schwieder
in Verbindung mit Herrn Forſtrat v. Becker (Hirſchhorn) leitete. Nach
Schluß der Exkurſion begaben ſich die Herren in das Gaſthaus zur
Krone, woſelbſt nach gemeinſamem Mittageſſen der Waldbegang ſeinen
Abſchluß fand.
* Hirſchhorn, A. Mai. Waſſerſtand des Neckars am
20. Mai: 0,88 Meter; am 21. Mai: 0,80 Meter.
Gernsheim, 21. Mai. Waſſerſtand des Rheins, am
20. Mai: 0,31 Meter; am 21. Mai: 0,31 Meter.

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[ ][  ][ ]

Seite 8

Dienstag, den 22. Mai 1928

Nummer 142

Bl. Erlenbach b. Fürth, 19. Mai. Der Fuchs im Hühner=
ſtall
. Einem unliebſamem Beſuch erhielt in der vergangenen Nacht
der Landwirt Michel Wolf von hier. Durch das Gegacker und Geſchrei
ſeiner Hühner wachte er gegen Morgen auf und fand, als er im Hühner=
ſtall
nachſah, einen großen Fuchs in einer Ecke ſitzen. Als er in ſeine
Wohnung eilte, um einen Knüppel zu holen, bewutzte der ungebetene
Gaſt den Augenblick, um das Weite zu ſuchen. Als ſichtbares Zeichen
ſeines Beſuchs nahm er ein Huhn mit, biß zwei andere tot und würgte
den ſtolzem Haushahn, daß ihm Sehen und Hören verging.
Bl. Lauten=Weſchnitz, 19. Mai. Einweihung des Krieger=
denkmals
. Ein großer Tag iſt für unſer Dörfchen vorübergegangen.
Es wurde für die im Weltkriege gebliebenen Söhne unſerer Gemeinde
ein Ehrenmal eingeweiht. Mitten im Dorfe erhebt ſich der ſchöne Stein,
den opferwillige Hände aus Dankbarkeit errichtet haben. Die Anlagen
rundherum wurden geradezu mit Blumen überladen. Bei ſtrahlendem
Sonnenſchein wurde der Feſtzug am Ausgang des Dorfes aufgeſtellt, der
ſich unter den Klängen eines Trauermarſches langſam zum Denkmal be=
wegte
. Hier umgab ſchon eine große Menſchenmenge den Platz. Nach
dem Choral der Kapelle: Ich bete an die Macht der Liebe übergab
Herr Fuhr dem Feſtredner, Herrn Pfarrer Hartmann=Schlierbach, das
Wort zu ſeiner tiefgründigen Anſprache, die ausklang mit der Mahnung
en alle Volksgenoſſen; Seid einig, wie es eure Helden draußen vor dem
Feinde auch waren‟. Danach übernahm Herr Bürgermeiſter Rettig das
Ehrenmal in den Schutz der Gemeinde. Der Geſangverein Sänger=
luſt
unter Leitung von Herrn Lehrer Fritz ſang dann das Lied: Mor=
genrot
und die Schulkinder Eines Helden Tod, weiß von keiner Not.
Nach der Kranzniederlegung des Vorſitzenden des Gefangvereins, Herrn
Winkler, und dem Lied: Ich hatt einem Kameraden, vorgetragen von
der Kapelle, war die erhebende Feier zu Ende.
A. Aus dem Lautertal, 21. Mai. Verkehrsverhältniſſe.
Wie ſtark ſich der Verkehr durch unſer Tal in dem letztem Jahren ent=
wickelt
hat, kann man tagtäglich beobachten; beſonders Sonntags iſt
der Durchgangsverkehr nach Lindenfels ſehr groß. Sehr oft können
dann Poſt= und Privatautos kaum den Verkehr bewältigen. Die Land=
ſtraße
leidet natürlich, zumal ſie auch ſtark, von Laſtkraftwagen befahren
wird, erheblich Not. So iſt ſie zum Beiſpiel von Bensheim bis Reichen=
bach
zurzeit in einem ſchauderhaften Zuſtand. Nun ſind in den letzten
Tagen mehrere Dampfwalzen eingetroffen, und die Reparatuvarbeiten in
Angriff genommen worden, zur Freude aller Intereſſenten. Und wie
man hört, hat auch das Bahnbauprojekt Bensheim-Lindenfels nun
ernſte Ausſichten auf Verwirklichung, womit endlich einmal, die dringende
Verkehrsfrage durch unſer Tal eine einigermaßem befriedigende Löſung
findem würde.
i. Von der Bergſtraße, 19. Mai. Die Gemeinde Hemsbach a. d. B.
errichtet ein Denkmal für die im Weltkriege gefallemen Hemsbacher. Das
aus Odenwälder Granit hergeſtellte Ehrenmal iſt in der Form eines
achteckigen Brunnens ausgeführt. Acht Löwen tragen die gewaltige
Brunnenſchale, in deren Mitte ſich ein 100 Zentner ſchwerer Granitblock
befindet, an deſſen Seiten ſymboliſche Zeichen des Krieges und Friedens
in künſtleriſcher Bildhauerarbeit ausgeführt ſind. Die Enthüllung des
Ehrenmals findet am 3. Juni ſtatt.
* Jugenheim, 19. Mai. Am vergangenen Sonntag fand in der hie=
ſigen
, auf der Anhöhe vor dem Schloß Heiligenberg ſo entzückend ge=
legenen
evangeliſchen Kirche ein Konzert, mit ganz ausgewählter
Vörtragsfolge aus großen Orgelwerken, Kirchenarien mit obligaten In=
ſtrumenten
, Bachſcher und Händelſcher Kammermuſik und neueren geiſt=
lichen
Liedern von Hugo Wolf und Max Reger ſtatt. Die bei der tiefen
Stimmung der Orgel und den beſonderen akuſtiſchen Verhältniſſen
unſerer kleinen Kirche gewiſſe Schwierigkeiten bietende Ausführung des
Programms durch die junge Wiener Sopraniſtin Frau Folkmar=
Wießner, Fräulein Renz (Violine), Herrn Dr. Kulz (Flöte) und
Herrn Organiſten Weber übertraf die hohen Erwartungen der zahl=
reichen
Zuhörer noch um ein Beträchtliches. Ueberraſchend, manchmal
überirdiſch ſchön klangen Flöte und Geige von der ſteilen Orgelempore
herunter, wie inſtrumentale Verklärung religiöſer Gefühle. Wundervoll
klang Frau Folkmars große, ausgezeichnet tragende Stimme auch im
hauchzarteſten Pianiſſimo, und dankbar werden die Zuhörer Herrn
Weber für ſeine vorzügliche Wiedergabe der Orgelwerke ſein. Dür=
fen
wir auf eine baldige Wiederholung ſolcher Weiheſtunden rechnen?
8. Bensheim, 19. Mai. Der Geſangberein Liederkranz veranſtaltete
am Himmelfahrtstage in den Sälen des Hotels Deutſches Haus unter
Mitwärkung der Kapelle ehemaliger Militärmuſiker Darmſtadt und unter
Leitung des Herrn Obermuſikmeiſters Rühlemann eine Schubert=Feier.
Der erſte Teil der Vortragsfolge war ausſchließlich Schubert=Werken
gewidmet. Das erſtklaſſige Programm befriedigte die Teilnehmer in
jeder Weiſe. Es wäre nur zu wünſchen geweſen, daß der Beſuch etwas
beſſer eingeſetzt hätte. Profeſſor Flegler, eine bekannte Bens=
heimer
Perſönlichkeit, feiert heute in ſeltener körperlicher und geiſtiger
Friſche ſeinen 80. Geburtstag. Profeſſor Flegler wirkte lange Jahre an
dem Bensheimer Seminar als evangeliſcher Theologe.
* Heppenheim a. d. B., 21. Mai. Flugrauben. Mit Rückſicht
auf die Ausſaat der Gurken wird das Ausfliegen der Flugtauben für
die Gemarkung Heppenheim von jetzt bis einſchließlich 26. Mai ds. Js.
verboten. Verſchönerung des Rathauſes. Die hieſig=
Stadtverwaltung beabſichtigt, die Fenſter der Rathaushalle entſprechend
dem Charakter des hiſtoriſchen Baudenkmals des Rathauſes zu erneuern.
Die Fenſter und Oberlichter ſollen in Eichenholz mit Antikglas, in Blei
gefaßt, ausgeführt werden. Für die Halle ſind 6 Fenſter und 2 Ober=
lichter
erforderlich. In hochherziger Weiſe wurden bereits ein Fenſter
vom Verband der Granitinduſtriellen des Odenwaldes, Sitz Heppenheim,
und ein anderes Fenſter von zwei anderen hieſigen Induſtriellen ge=
ſtiftet
. Man hofft, daß dieſe Tat Nachahmung findet und unſer Rathaus
bald zum Stolz. der Stadt ein harmoniſches Ganze darſtellt. Ge=
denktag
. Am 12. Mai war die Wiederkehr des 125. Geburtstages
des berühmten Forſchers auf dem Gebiete der Chemie, Juſtus von
Liebig. Da der Gelehrte in der Apotheke unſerer Vaterſtadt ſeine Lauf=
bahn
als Apothekerlehrling begann, ließ die Stadtverwaltung aus die=
ſem
Anlaß das an der Liebig=Apotheke angebrachte Erinnerungs=Schild
ſchmücken.
Bm. Bürſtadt, 19. Mai. Omnibusverkehr. Da die Verkehrs=
ſtraße
BürſtadtWorms jetzt bis zur Rheinbrücke durchgepflaſtert und
damit der direkte Verkehr mit der Nibelungenſtadt wieder aufgenommen
iſt, verkehrt auch die Kraft=Omnibus=Linie wieder zu den fahrplanmäßig
feſtgeſetzten Zeiten. Beſonders während der jetzigen Pfingſtmeſſe in
Worms dürfte die direkte Verbindung als äußerſt bequem und angenehm
empfunden und ausgiebig davon Gebrauch gemacht werden.
* Hofheim (Ried), 19. Mai. Sport am Himmelfahrtstag.
Der hieſige Fußballverein 1911 (A=Klaſſe) konnte am Himmelfahrtstage
durch drei ſchöne Spiele, die alle von den hieſigen gewonnen wurden,
ſeinen Anhängern und Gönnern wieder einmal einen ſchönen Fußball
zeigen. Die hieſige erſte Jugendmannſchaft konnte die gleiche des
Sportvereins Guntersblum mit 6:0 beſiegen. Die hieſige zweite Mann=
ſchaft
ſchlug die erſte Elf von Guntersblum mit 2:1. Die hieſige erſte
Elf hatte die Privatliga=Mannſchaft von Olympia Lampertheim zu Gaſt
und konnte das ſehr ſchöne Spiel mit 6:1 für ſich entſcheiden. Leider
mußte das Sipel, das unſere Mannſchaft einmal wieder auf alter Höhe
ſah, 25 Minuten vor Schluß abgebrochen werden.
D. Biblis, 21. Mai. Motorradunfall. Ein eigenartiger
Motorradunfall ereignete ſich geſtern vormittag unweit unſeres Dorfes
auf der Groß=Rohrheimer Chauſſee. Als ein Motorradfahrer mit
Sozius in der Nähe des Transformatorenhäuschens zu weit an den
Chauſſeegraben kam, ſprang plötzlich ein Hund hervor und dem Fahrer
ins Vorderrad, ſo daß er zu Fall kam. Er erlitt ſchwere Verletzungen,
ebenſo die Beifahrerin, die noch ein Stück nachgeſchleift wurde. Das
Motorrad wurde ſtark beſchädigt. Den Verunglückten war es unmöglich,
die Reiſe fortzuſetzen und begaben ſie ſich deshalb nach Biblis in ärzt=
liche
Behandlung.

40 Jahre Klubwirt auf dem Hoberodskopf.
n. Schotten, 21. Mai. Am 18. Mai 1888 übernahm der Schreiner
Johs. Stein von Rudingshain auf Wunſch des Vogelsberger Höhen=
klubs
die Bewirtſchaftung des wenige Jahre vorher errichteten Klub=
hauſes
auf dem Hoherodskopf. Der damals ſehr geringe Fremdenverkehr
im Vogelsberg hat ſeit dieſer Zeit einen ungeahnten Aufſchwung ge=
nommen
. Zur Feier der 40. Wiederkehr des Tages, da Stein auf dem
Hoherodskopf ſeinen Einzug gehalten, hatte der V.H. Cl. die Freunde des
Altem auf den Berg eingeladen, und gar zahlreich waren ſie dem Rufe
gefolgt. Dr. Bruchhäuſer=Ulrichſtein, der bewährte erſte Vorſitzende des
Klubs, übermittelte dem Jubilar die beſten Glüchwünſche des Geſamtver=
eins
. Der Schriftleiter des Friſch auf, Lehrer i. R. Karl Linck=
Rudingshain, friſchte in humorvoller Weiſe geſchichtliche Erinnerungen
auf, der Zweigverein Offenbach ließ durch ſeinen Vorſitzenden eine
lederne Jubiläumsgabe überreichen (die Offenbacher waren in einer
Stärke von 30 Leuten erſchienen), der Heimatdichter Peter Fuchs dich=
tete
ſeinen alten Freund Stein an; viele Glückwunſch=Schreiben, = Tele=
gramme
und =Gedichte kamen zur Verleſung. Die Sektionen Butz=
bach
, Grünberg, Lauterbach, der Skiklub Gießen, der
Friſchauf=Verlag in Schotten hatten den Jubilar durch
ſinnige Geſchenke geehrt, in denen die Wertſchätzung, die man dem Klub=
wirt
allenthalben entgegenbringt, zum Ausdruck kam. Wer auf dem
Hoherodskopf kein Hotel erwartet, ſondern mit den einfachen Verhält=
niſſen
eines Bergwirtshauſes zufrieden iſt, wird dort allezeit gerne wie=
der
Einkehr halten. Die Luſt hier oben iſt rein und gut, der Alte vom
Berge erfreut ſich der beſten Gefundheit, und er ertrug auch die Stra=
pazen
des recht länglichen Ehrenabends in gewohnter Ruhe.

D. Biblis, 21. Mai. Feuerwehrübung. Geſtern früh um
½6 Uhr fand die erſte diesjährige Feuerwehrübung ſtatt, nachdem in der
vergangenen Woche die Einteilung und Neuaufnahme der einzelnen
Jahrgänge erfolgt war. Die große Beteiligung zeugt von dem Intereſſe,
das für dieſe Sache vorherrſcht; waren doch ſchon kurz nach 5 Uhr
die meiſten jungen Burſchen auf den Beinen. Die Aufſtellung der ein=
zelnen
Gruppen ſowie der freiwilligen Feuerwehr erfolgte am Spritzen=
haus
und mit klingendem Spiel ging es dem Uebungsplatz zu. Die
einzelnen Uebungen der Pflichtfeuerwehr verliefen aufs beſte; jedoch
fehlte es mitunter auch an luſtigen Szenen nicht. Die gut geſchulte
Pflichtfeuerwehr, die wie immer faſt vollzählig erſchienen uer, koi nte
in ihren Uebungen ebenfalls in jeder Hinſicht gefallen und muß un=
bedingt
als muſtergültig bezeichnet werdem. Herr Kommandant Seibert
war mit den Leiſtungen ſehr zufrieden, und wird die nächſte Uebung
vorausſichtlich an einem Brandobjekt vorgenommen werden. Zum
Schluſſe wies Herr Kommandant Seibert nochmals auf den Ausflug
am 23. Juli ds. Js. nach Kaub a. Rh. hin und hofft man mit einer
regen Beteiligung.
g. Gernsheim, 20. Mai. Die Bade=Anſtalt der Gerns=
heimer
Rheinbadehausgeſellſchaft befindet ſich ſeit 16. 5.
wieder in Betrieb. Zu feder Tageszeit werden kalte Bäder und von
morgens 10 Uhr bis nachmittags 6 Uhr werden warme Bäder verab=
reicht
. Die Badeſaiſon dauert vom 16. Mai bis 15. September 1928.
Endlich iſt auch eine Autobuslinie Rhein-Bergſtraße zuſtande gekom=
men
. Unternehmer iſt Herr W. Edel=Hähnlein. Dem Bewohnern der
Bergſtraße iſt es jetzt ein leichtes, auf einfache Art an den Vater Rhein
zu gelangen und bei der warmen Witterung, ein friſches Bad zu neh=
men
. Keiner verpaſſe die Gelegenheit; denn einige ſchöne Stunden am
deutſchen Rhein in Gernsheims Mauern verlebt, iſt eine ſtete Erinne=
rung
. Auch Gernsheimer Autounternehmer ſtehen mit ihren Fahrzeugen
zur Verfügung. Die hieſige Volksbank G. m. b. H. hält am 23. Mai
I. J. im Feſthaus von Philipp Bopp ihre diesjährige Generalverſamm=
lung
ab. Zur Tagesordnung ſtehen: 1. Vorlage der Jahresrechnung
und Bilanz, ſowie Bericht des Vorſtandes dazu; 2. Jahresrechnungs=
und Bilanzbericht des Aufſichtsrats; 3. Bericht über die letzte geſetzliche
Reviſion; 4. Verhandlung und Beſchlußfaſſung über die Genehmigung
der Bilanz, Entlaſtung des Vorſtandes und Verwendung des Reinge=
winns
; 5. Wahl von Vorſtands= und Aufſichtsratsmitgliedern; 6. An=
träge
und Wünſche der Mitglieder. Die Jahresrechnung und Bilanz
liegen zurzeit auf dem Geſchäftszimmer zur Einſicht der Genoſſen offen.
Maria Einſiedel, der altehrwürdige Wallfahrtsort, erhält jetzt, wie
von zuverläſſiger Seite verlautet, eine ſtändige Niederlaſſung von vor=
erſt
zwei Kapuzinerpatres und zwei Laienbrüder. Endlich geht ein lang
gehegter Wunſch in Erfüllung. Gerade Maria Einſiedel iſt es, das
für den wirtſchaftlichen Auſſchſwung Gernsheims im Laufe der Jahre
noch eine entſcheidende Rolle ſpielen wird.

O. Worfelden, 19. Mai. Jubiläum des Turnvereins.
In dieſen Tagen warem 40 Jahre ſeit der Gründung des Turn= und
Sportvereins Worfelden vergangen. Der Verein wurde nämlich Mitte
Mai 1888 gegründet. Sein erſter Vorſitzender war Paul Klink, ſein
erſter Turnwart Johann Hamm. Der Verein feierte iu Jahre 1910 das
Feſt der Fahnenweihe. Sein 25jähriges Jubiläum wurde Mitte Mai
1913 begangen. Im Kriege ſtarben zwölf Turner den Heldentod fürs
Vaterland. Von den Gründern des Vereins leben noch Friedrich
Engel 5., Jakob Engel=Darmſtadt, Johann Raiß, Moſes Kahn, Joh.
Klink, Heinrich Gerbig, Leopold Kahn, Jakob Bauſch, Kazl Klink, Jak.
Kett 4. und Heinrich Engel 3. Der Verein ehrte die Gründer durch
Ueberreichung einer Urkunde.
Dreieichenhain, 19. Mai. Wie alljährlich findet am kommenden
Pfingſtſamstag, den 26. Mai, wieder eine große fachmänniſche, mehr=
farbige
Burgbeleuchtung mit achtfrontigem allerneueſten Brillantfeuer=
werk
ſowie einer großen Beſchießung mit Inbrandſetzung der Burgruine
ſtatt. Bei ungünſtiger Witterung findet die Veranſtaltung acht Tage
ſpäter ſtatt.
a. Offenbach, 21. Mai. Der Geſchäftsführer des hieſigen Haus= und
Grundbeſitzervereins, Johannes Weiſer, hatte die Aeußerung getan, man
könne den Wohnungsbeirat, der bei Vergebung der Wohnungen gehört
wird, durch Zuwendungen beeinfluſſen. Die fünf Stadtverordneten, aus
denen der Beirat beſteht, ſtellten deshalb Strafantrag. Nach wiederholter
Vertagung wurde endlich die Sache ausgetragen. Mit vier Stadtver=
ordneten
berglich ſich der Angeklagte, da er erklärte, er habe ſie bei ſei=
ner
Aeußerung nicht im Auge gehabt. Bezüglich des kommuniſtiſchen
Stadtverordneten Ortlepp wurde der Wahrheitsbeweis in zwei Fällen
als erbracht angeſehen. Weiſer, der auch den Schutz des § 193 in An=
ſpruch
nahm, wurde freigeſprochen. Die Klage des Stadtverordneten
Ortlepp wurde abgewieſen.
Rheinheſſen.
Hamm (Rheinheſſen), 21. Mai. Am letzten Samstag und Sonntag
weilte die Darmſtädter Muſikantengilde unter Leitung von Günther
Simony in unſerem Dorf. Am Samstag abend veranſtaltete ſie eine
muſikaliſche Abendfeier in der evgl. Kirche. Die alten Weiſen vom heili=
gen
Geiſt durchweg meiſterhaft geſungen erhoben die Gemeinde
über den Alltag in die reine Gotteswelt. Auch im Hauptgottesdienſt
des Sonntags wirkte der Chor mit und erfreute die Gemeinde durch
mehrere herrliche Choräle von Bach und Eckart. Am Nachmittag fand
am Rhein eine offene weltliche Singſtunde ſtatt, die allen Teilnehmern
viel Freude brachte. Die Gemeinde iſt der Muſikantengilde ſehr dank=
bar
für ihr Kommen.

Al. Oppenheim a. Rh., 19. Mai. Kriegshinterbliebene
tagung. Hier fand eine Tagung des Bezirks Rheinheſſen des Reich
bundes der Kriegsbeſchädigten und =hinterbliebenen ſtatt, der eine B
ſichtigung der Lehr= und Verſuchsanſtalt für Obſt= und Weinbau vora
ging. Auf dem Poſtplatz fand eine Gefallenenehrung ſtatt, bei der d
Vorſitzende des Gaues Heſſen des Reichsbundes, Kam. Seibert, die G
dächtnisrede hielt. In geſchloſſenem Zuge zog man zur Landskron
wo die zahlreich Erſchienenen von Kam. Kampeis begrüßt wurden u
Kam. Freudenberger über Zweck und Ziele dieſes Bundes ſprach. Muſi
und Geſangsdarbietungen ergänzten die Feier, die einen harmoniſch=
Verlauf nahm.
Al. Spiesheim (Rhh.), 19. Mai. Sängerhallenweihe. Hie
fand die Weihe der Sängerhalle des Geſangvereins Sängerbund ſtat
Geſang und Feſtreigen, turneriſche Vorführungen und anderes wechſelte
in bunter Reihenfolge ab. Die Vorführungen wurden mit reichem Be
fall aufgenommen, ſo daß man die Feier als äußerſt gelungen a
ſprechen kann.
Ah. Bingen a. Rh., 21. Mai. Seinen 80. Geburtsta
feierte dieſer Tage der in Bingen geborene Deutſch=Amerikane
Guſtav Loeb, der extra aus Amerika gekommen war, um hier ſeine
Geburtstag verbringen zu können. Er drückte den Wunſch aus, uo
recht viele Jahre in Bingen und damit ſeinen Lebensabend hier ve=
bringen
zu können.
ji. Weinheim a. b. B., 19. Mai. Korpsſtudentiſche Schr
lungswoche. In Verbindung mit der Pfingſttagung des W.S.(
findet hier erſtmalig eine korpsſtudentiſche Schulungstagung ſtatt. Die
wurde am Donnerstag abend durch einen Kommers im Schwarze
Adler eröffnet. Ingenieur Mulch=München ſprach ſeine Freude übe
die ſtarke Beteiligung aus: Diplom=Ingenieur Günther=Franconia
Karlsruhe gab Aufſchluß über die Zwecke und Ziele der Tagung. (
foll eine ſcharfe Hervorhebung der ethiſchen Werte im inneren Lebe
des Verbandes erreicht und Aufklärung über Stellung von Staat un
Wirtſchaft über Weltwirtſchaftsprobleme uſw. gegeben werden. D.
eigentliche Tagung wurde am Freitag morgen mit einem Vortrage de
Diplom=Ingenieurs Günther über Die Eingliederung des Korpsſtuder
tentums in die Volksgemeinſchaft im Hotel Pfälzer Hof eröffnet. Jr
ganzen werden in dem dreitägigen Kurſe neun Vorträge gehalten. Ar
Sonntag ſpricht Landtagsabgeordneter Kindt=Darmſtadt über Die gre
ßen politiſchen Strömungen und Bewegungen im Deutſchland der Na=
kriegszeit
.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt.

Dienstag, 22. Mai. 12.30: Kaſſel: Mittagsſtändchen Em
Grund zum Trinken. O 16.30: Funkorch Charakterſtücke. o 17.45:
Aus der Geſchichte der Abderiten von Wieland. o 18.15: Vereins=
nachrichten
, Mitteilungen. O 18.30: Kaſſel: Garteningenieur Hinze:
Steingärten und Felſenanlagen. O 18.45: Kaſſel: P. Heidelbach:
Alt=Kaſſeler Pfingſten. 19.15: Funkhochſchule. Dr. Gerums
Uebergeniale und Pſychopathen. 19.45: Landeserziehungsrat,
Dr. Stöffler: Urſachen der Jugendgefährdung und Jugend= Krimi=
nalität
. O 20.15: Bruchſaler Schloß: Hiſtoriſches Konzert. Leit.:
Peiſcher; Mitw.: Ria Ginſter (Sopran), Peiſcher (Violine), dasl

konzert A=dur, Komponiſt unbekannt. Händel: Trioſonate m
D=moll für Flöte, Violine und Continuo. Sacchini: Aria er
C mit Oboeſolo, Paer: Arie aus Griſelda. Stamitz: Orch.=
Quartett G=dur. Anſchl.: Spätkonzert. Alte Geſangsmuſik. Ausf.=

Stuttgart.
Dienstag, 22. Mai. 12.30: Schallplattenkonzert. 13.50:
Nachrichten. 15.45: Frauenſtunde. S 16.15: Funkorch. Einl.:
Löffler. O 18.15: Dr. Loewenberg: Zum 80. Geburtstag Uhdes.
O 18.45: Funktechnik für alle. 19.15: Dr. Graßmann: Die
kulturellen Beziehungen Deutſchlands zu Skandinavien. e 19.45:
E. Wittich: Ueber Tierzauber, Zauberformeln und Vogelſprache.
O 20.15: Aus dem Schloß in Bruchſal: Hiſtoriſches Schloßkonzert.
Muſ. Leit: Peiſcher. Mitw.: Ria Ginſter, Wiesbaden (Sopran),
Peiſcher, Karlsruhe (Violine), Kammerorch, des Badiſchen Kon=
ſervatoriums
für Muſik in Karlsruhe. Pachelbel: Partie 5 aus
der Muſikaliſchen Ergötzung für zwei Violinen und Generalbaß.
Motetto a voce ſola (Sopran), Komponiſt unbekannt. Violin=
konzert
. A=dur, Komp. unbek. Händel: Trio=Sonate in D=moll
für Flöte, Violine Cembalo und obligates Violoncello. Sacchini:
Aria er C. Paer: Arie aus der Oper Griſelda. Stamitz;
Orcheſterquartett. Anſchl.: Stuttgart: O.L. Brandt=Abend. Afrika.
Anſchl.: Nachrichten.
Berlin.

Dienstag. 22. Mai. 12.30: Für den Landwirt. 15.30:
Alois Melichar: Erlebniſſe eines deuiſchen Muſikers im Haukaſus.
6 16: Schachſtunde. Der 6. Kongreß des Brandenburg. Schach=
Verbandes. Mit Partie=Demonſtrationen., o 16.30: Stunde mit
Büchern. O 17: Dr. Becce’s Sinfoniker. 6 18: Altdeutſche Novellen,
nach Dichtungen von Leo Greiner. Maria und die Mutter. Marius
mit den drei Frauen. Die Wiener Meerfahrt. Geleſen von Leo
Greiner. 0 19: Richard Girulatis: Die Fußball=Olympiade. 0 19.25:
Dr. O. Stillich: Die ſoziale Frage, ein Produktions= und Ver=
teilungs
=Problem. (Das Lohn=Problem.) O 19.55: Dr. Adolf Gra=
bowſky
: Die großen Mächte in ihren weltpolitiſchen und welt=
wirtſchaftlichen
Beziehungen. (Vereinigte Staaten von Amerika.)
20.30: Funkorch.: Wagner=Abend. Dirigent: Seidler=Winkler.
Soliſt: Cornelius Bronsgeeſt (Bariton). Ouv. und Arie aus Der
fliegende Holländer. Der Venusberg und Lied an den Abend=
ſtern
, aus Tannhäuſer. Einzug der Götter in Walhall, aus
Rheingold. Waldweben, aus Siegfried‟ Geſang der
Rheintöchter, aus Götterdämmerung Wahnmonolog u. Vorſpiel
aus Die Meiſterſinger Anſchl.: Tagesnachr

Kinder, Tiere, Blumen: Frau Hoffmann v. Fallersleben: A
Blumenbeet im Schrebergarten. O 15: Maria Keller: Die Se
ſchneiderei. O 15.35: Wetter und Börſe. O 16: Schulrat W.
u. Stephan Konetzky: Schulkundliche Fragen. o 16.30: Prof.
Krauſe: Anpaſſungserſcheinungen im Pflanzenreich: Sumpf=
Waſſerpflanzen. O 17: Leipzig: Hausmuſik im 19 Jahrhund

18: Dr. Joh. Günther: Spaßmacher und Schulmeiſter
Theater des Mittelalters und der Renaiſſance. o 18.30: Franzöſ
für Anfänger. O 18.55: Prof. Dr. G. Pfeffer: Auſtraliens Nat
O 20.30: Wagner=Abend. Dirigent: Seidler=Winkler. Mit=
Cornelius Bronsgeeſt (Bariton), Berliner Funkorch. Anſ
Preſſenachrichten.

Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Veranwwortlich für Polltik und Wiriſchaft: Rudolf Mauve; für Feuiſleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmanni
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdſenſi: Andreas Bauer: f
Die Gegenwart: Dr. Herbert Neite; für den Inſeratentel: Willy Kuhle: Dud
und Verlag: L. C. Wittich ſämilich in Darmſfadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

Die heutige Nummer hat 18 Geiten.

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sollten Sie sich noch heute überzeugen. Sie sparen bei uns Zeit,
Geld, Arbeit und Kohlen und haben bei unserem großen Sorten-
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Nummer 142

Dienstag den 22 Mai 1928

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Die Entſchlafene wurde in der Stille in Oſthofen (Rheinheſſen)
zur letzten Ruhe gebettet.
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geb. Diehl
Rechnungsdirektor Metzger u. Frau Mathilde,
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Blumenſpenden und Beileidsbeſuche ſind nicht im
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Im Namen der Hinterbliebenen:
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Darmſiadt, den 21. Mai 1928. (8811
Die Einäſcherung findet in der Stille ſiatt.

Statt jeder beſonderen Anzeige.

Am 17. ds. Mts. entſchlief meine liebe
Frau, unſere gute Mutter

Frau Friederike Brill
geb. Feidel

im 80. Lebensjahr.
Ludwig Brill
Dr. Ernſt Brill, Landgerichtsrat
Anionie Henkel, geb. Brill
Alexander Brill, Major im Reichswehr=
miniſterium

Elſe Brill, geb. Güngerich.

Darmſtadt, den 21. Mai 1928.

Die Beerdigung hat in der Stille ſiattgefunden.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abzuſehen.

(*13735

Dankſagung.
Für die überaus zahlreichen Beweiſe herz=
licher
Teilnahme bei dem uns ſo ſchwer be=
troffenen
Verluſt unſerer unvergeßlichen, lieben
Gattin und treuen Mutter

Frau Sophie Heinrich

geb. Heinrichs
ſagen wir hiermit Allen unſeren tiefgefühlieſten
Dank.
Med.=Rat Dr. Heinrict
Dr. med. Otto Heinrict
Martha Diehl, geb. Heintich.

Darmſtadt und Eppelsheim,
den 21. Mai 1928.

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[ ][  ][ ]

Nummer 142

Dienstag, den 22. Mai 1928

Geite 11

Tel. 09

uſchnen

Handball.
Tade. Beſſungen 1865 e. V.

T.V. Bickenbach 1. Tgde. 1846 Darmſtadt 1. 5:2 (2:1).
Obige Mannſchaften ſtanden ſich am vergangenen Sonntag in
Bickenbach zum fälligen Rückſpiel gegenüber. Das Vorſpiel in Darmſtadt
konnte Bickenbach ſeinerzeit mit 3:2 für ſich entſcheiden. Die Neuauf=
ſtellung
der einheimiſchen Elf, die durch Spielerabgänge in letzter Zeit
motwemdig wurde, hat ſich ebenſo wie gegen Weinheim erneut bewährt.
Beſonders die Hintermannſchaft und der Sturm zeigten ſich den an ſie
geſtellten Anforderungen voll und ganz gewachſen. Zum Spielverlauf
ſei geſagt, daß Darmſtadt durch einen 16,50=Meter=Wurf von Geduldig
in Führung geht. Schneider holt aber noch vor Halbzeit nicht nur den
Ausgleich, ſondern erzielt auch durch 16,50=Meter das Führungstor. Nach
der Pauſe erhöhen Keil und Schneider auf 4:1. Bei dieſem Stande ge=
lingt
es Geduldig abermals, durch 16,50=Meter ein Tor aufzuholen.
Wiederum iſt es Schneider, der die alte Tordifferenz durch einen Pracht=
ſchuß
herſtellt. Die Bickenbacher Jugend mußte ſich in Darmſtadt gegen
den Eiſenbahnſportverein nach ausgeglichenem Spiel eine knappe 4:3=
Niederlage gefallen laſſen.
Fußball.
Blau=Weiß Bürgel Germanja 03 Pfungſtadt 5:1.
Germania Pfungſtadt mußte das Rückſpiel in Bürgel mit mehreren
Erſatzleuten austragen; Krößmann, Gunkel, Nickel und Reinhard fehlten.
Bürgel, das im Vorſpiel in Pfungſtadt mit 4:1 Toren untenlegen war,
trug von Beginn an eine ſehr ſcharfe Note ins Spiel, die der Schieds=
richter
nicht zu dämpfen verſtand. Beim Stand von 2:0 mußte Pfung=
ſtadts
Torhüter Petry verletzt den Platz verlaſſen. Als wenig ſpäter
auch der Mittelläufer Marquard infolge Verletzung ausſcheiden mußte,
hatte Pfungſtadt natürlich wenig Chancen, das Ergebnis günſtig zu ge=
ſtalten
. Beim Stand von 5:0 für Bürgel bam Pfungſtadt durch den
Rechtsaußen Steinmetz zum Ehrentreffer.

Kraftſport.
Aus dem zweiten Kreis.

Fleißig wird augenblicklich innerhalb der Vereine gearbeitet, um in
Freundſchaftskämpfen die Mannſchaften wieder auf die Höhe zu bringen.
Da die Verbandskämpfe am 1. September wieder einſetzen, wird jeder
freie Sonntag ausgenützt, denn die kommenden Kreis= und Gaufeſte be=
anſpruchen
den Einzelnen auf das Härteſte. Soweit wir über Verlauf
und Reſultate dieſer Kämpfe orientiert ſind, wollen wir in Kürze einen
Rückblick auf dieſelben werfen. Vorausgeſetzt ſei allerdings, daß nicht
überall die Verbandsvorſchriften eingehalten wurden und ſo der wirk=
liche
Maßſtab für das Können der Mannſchaften verloren geht. Leider,
gibt es immer noch Kampfrichter, die ohne Waage auszukommen glauben
und es gibt am Schlüſſe ſtatt gefeſtigte Freundſchaft, ſchlimmſte Feind=
ſchaft
.
Groß=Zimmern Ludwigshafen 6:8.
Der Kampf war kein Gradmeſſer zwiſchen Oberliga des vierten und
zweiten Kreiſes, denn beide Mannſchaften ſollen auf die Waage verzichtet
habem. Die intereſſanteſte Begegnung ſpielte im Federgewicht, wo Stahl
ſeinem großen Gegner Ohl eine Schulterniederlage beibrachte. Sonſt
brachte der Kampf keine bemerkenswerten Aufſchlüſſe.
Büdesheim Dieburg 11:9.
Hier dasſelbe Bild. Am Scharlachberg denkt man nicht ans Wiegen
bei Freundſchaftskämpfen. Daß zu einem Mannſchaftskampf ſieben Ge=
wichtsklaſſen
gehören, ſei nur nebenbei erwähnt. Von den Dieburgern
hatte ſo ziemlich jeder ſein Aeffchen, als man die Rückreiſe antrat.

Darmſtadt 1910 Frankfurt 6:8.
In dieſem Kampf ſtellte der Aufſtiegskandidat erneut ſeine derzeitige
Verfaſſung unter Beweis. Mit Erſatz der zurzeit ſehr ſtarken Frank=
furter
Mannſchaft ein ſolch knappes Reſultat abzunötigen, ſpricht für die
gute Verfaſſung der Darmſtädter, die in dieſem Jahre beſtimmt in der
Kreisliga ein Wörtchen mitreden werden.

Frankfurt Sachſenhauſen 10:9.
Anläßlich der Frankfurter Himmelfahrtskampfſpiele brachte obiges
Treffen, welches die Aufmerkſamkeit ſämtlicher Anweſenden des Stadions
auf ſich zog, ſpannende Kämpfe. Beide Mannſchaften ſind in ihrer
Kampfſtärke noch die gleichen und das Glück war diesmal bei Frankfurt,
deſſen Erfatzleute ſich ſo gut anließen, daß ſie keinesfalls als Erſatz mehr
anzuſprechen ſind. Der Kampf war ein echter rechter Freundſchaftskampf,
der dem Kraftſport beſtimmt neue Anhänger gebracht haben dürfte. Bei
der gleichem Veranſtaltung konnte im Gewichtheben

Griesheim Frankfurt 8:6
erſtere den herrlichen Wanderpreis, zu dem ein Fpankfurter Kraftſportler
Modell ſtand, mit nach Hauſe nehmen.
Dieburg Bingen 9:12.
Ein ſchönes Freundſchaftstreffen, das, wenn auch nicht nach Satzun=
gen
ausgetragen, dem Sinn des Wortes Freundſchaft entſprach. Der
beſte Kampf wurde im Fliegengewicht geboten, wo Ohl gegen Exbelding
einen ſchönen Punktſieg landen konnte. Hainz nahm an Enders Revanche
für die bei den Auswahlkämpfen erlittene Niederlage. Eine Rieſenflaſche
Rheinwein, von den Bingern geſtiftet, bekräftigte die Freundſchaft.
An den beidem Pfingſtfeiertagen ſteigt in Oberſtein
das Kreisfeſt des zweiten Kreiſes.
Der Verein bietet Gewähr für eine erſtklaſſige Durchführung des Feſtes
und es ſollte eigentlich ſelbſtverſtändlich ſein, daß jeder Kreisverein dieſe
Bemühungen durch Beſuch des Feſtes lohnt. Man komm nicht mit der
faden Ausrde, es ſei zu weit, denn Oberſtein, welches zu den ſchönſten
Flecken Deutſchlands zählt, iſt als Familienausflugsort wie geſchaffen
nud mit Sonntagskarte innerhalb unſeres Kreisgebietes zu erreichen.
Alſo kann die Pfingſtparole für alle Kraftſportler nur lauten: Auf nach
Oberſtein zum diesjährigen Kreisfeſt!

Schwimmen.

Schwimmfeſt in Worms.
Der 1. S.C. Poſeidon Worms ladet für den 24. Juni zu ſeinem
bierten verbandsoffenen Wettſchwimmen ein, das 16 Konkurrenzen auf=
weiſt
, nämlich 3X100 Meter Senior=Bruſtſtaffel, 100 Meter Jugend=
Freiſtil, 100 Meter Senior=Freiſtil, 100 Meter Jugend=Bruſt, Senior=
Springen, 3X 100 Meter Senior=Lagenſtaffel, 100 Meter Damen=Jugend=
Bruſt, 100 Meter Junior=Bruſt, 200 Meter Senior=Rücken, 3X100
Meter=Senior=Freiſtilſtaffel, 100 Meter Damen=Junior=Rücken, 10X30
Meter Herren=Bruſtſtaffel und Waſſerball.

Das am Sonntag in Worms ſtattgefundene Handballſpiel der
d. Mannſchaft ſtand unter einem ungünſbigen Stern. Die 6:1=Niederlage
i ſpicht mit dem Spiel zu betrachten. Schon der kurze und noch viel
ſſchmälere Platz war für die Beſſunger Elf ungewohnt und als noch der
Regen einſetzte war es kein Spiel mehr. Die bunten Dreß der Spieler
baben ſich alle in ſchwarz vevwandelt. Außerdem mußte Beſſungen mit
gehn Mdann antreten und für zwei erkrankte Spieler Erfatz einſtellen.
Man wird ſich nun bis zum Rückſpiel in Darmſtadt tröſten. Die
weite Mannſchaft konnte mit 9:6 gewinnen. Am beſten bonnte die
Läuferreihe gefallen. Auch Lie anderen Spieler ſtellten ihren Mann.
Die Jugendmannſchaft holte in Roßdorf gegen die 2. Mannſchaft des
T.V. einen 9:0=Sieg.

Der Neu=Erweder der Olympiſchen Epiele.

Baron de Coubertin

hat die berühmten altgriechiſchen Sportſpiele, die im Jahrtauſend von
776 vor Chr. bis 393 nach Chriſti Geburt alle vier Jahre abgehalten
wurden, zu neuem Leben erweckt. Die erſte auf Coubertins Anxegung
zuſtande gekommene moderne Olympiade fand 1896 auf klaſſiſchem Boden
Griechenlands in Athen ſtatt. Hierauf folgten Paris (1900), Saint
Louis (1904, die erſte in Amerika zum Austrag gekommene Olymiade),
London (1908), Stockholm (1912). Die für Berlin (1916) geplanten
Spiele hat der Weltkrieg verhindert. Die Nachkriegsolympiaden wurden
in Antwerpen (1920) und Paris (1924) abgehalten.

Der Olympiſche Schwur

Das Standbild Der Olympiſche Schwur
hat im Stadion zu Amſterdam Aufſtellung gefunden und mahnt die
Kämpfer, die Ehrlichkeit und Ritterlichkeit der olympiſchen Sportkonkur=
renzen
heilig zu halten.

Leichtathletik.

Groß=Staffellauf durch Darmſtadt.
In unſerem Bericht über den Groß=Staffelauf durch Darmſtadt in
unſerer Nummer 138 vom Freitag, den 18. Mai, bitten wir ſtatt Akad.
Turnverein Alemannia richtig zu leſen: Akadem. Turnverbindung
Allemannia.

Einen neuen Rekord im Hammerwerfen ſtellte Wenninger bei einem
internen Sportfeſt der Stuttgarter Kickeus mit 45,59 Meter auf. Der
alte Rekord wurde von Mang=Regensburg mit 43,12 Meter gehalten.
Der württembergiſchſbadiſche Bezirkstag wird in dieſem Jahre am
1. Juli in Eßlingen abgehalten.
Die deutſche Fußball=Vertretung für das Olympiſche Fußball= Tur=
nier
iſt in Amſterdam eingetroffen.
Beim Saarbrücker Tennis=Turnier wurde das Damen=Doppel von
Weihe/Nöllner und das Gemiſchte Doppel von Frl. Weihe/Klopfer
jetonnen.

Aus deutſchen Bädern.

Wildbad, im Schwarzwald.
Saiſonbeginn Veranſtaltungen Geſteigerter Beſuch.
Die planmäßig am 1. Mai beginnende Sommerkurzeit wurde am
Abend zuvor eingeleitet durch einen intereſſanten Lichtbildervortrag des
ſtaatlichen Badearztes Medizinalrat Dr. Schober über ſeinen Aufenthalt.
im letzten Winter in Braſilien. Für die laufende Kurzeit ſind außer
den regelmäßigen täglichen Kurkonzerten, Bällen, Tanztees, Vorträgen
uſw. viele Sonderveranſtaltungen vorgeſehen, von denen nur folgende
genannt ſeien: Die Einweihung des mit großen Koſten erweiterten und
moderniſierten Kurtheaters unter Beteiligung zahlreicher prominenter
Perſönlichkeiten am 23. Mai; eine Mozartwoche im Juli; eine Schubert=
woche
im Auguſt; ein Tennisturnier am 21./22. Juli; ein Tanzturnier
um die Sommermeiſterſchaft von Süddeutſchland am 4. Auguſt; Sin=
foniekonzerte
der mit 36 Künſtlern beſetzten Kapelle unter Leitung des
früheren Königl. Muſikdirektors Eſchrich und Mitwirkung erſtklaſſiger
Soliſten, und als ganz beſondere Sehenswürdigkeiten die weit über
Deutlſchlands Grenzen hinaus berühmten einzigartigen Enz=Anlagen=
Beleuchtungen im Juli und Auguſt. Der ſchon Anfangs April ge=
meldete
gute Beſuch Wildbads hält an. Die Zählung ſowohl der täglich
abgegebenen Bäder als auch der ſeit Jahresbeginn eingetroffenen Gäſte
läßt eine beträchtliche Steigerung des Fremdenzuſtroms gegen 1927 und
1926 erkennen.
Bad Salzſchlirf.

Eine zeitgemäße Neuerung auf dem Gebiete der Badereiſen iſt von
dem bekannten Gichtbade Salzſchlirf bei Fulda neuerdings eingeführt
worden. Das Bad gewährt nicht nur evmäßigte Pauſchalkuren, ſondern
es bewilligt auch die zur Vornahme einer notwendigen Heilkur er=
forderlichen
Mittel durch einen Kredit, der die Koſten der Badekur auf
den Zeitraum von 10 Monaten verteilen ſoll.
Gerade bei Salzſchlirf als Gichtbad ſpielt die ſchnelle Wiederher=
ſtellung
der Arbeitsfähigkeit eine große Rolle. Das Geſundheitsamt
einer ſüddeutſchen Stadt berichtet beiſpielsweiſe der Salzſchlirfer Bade=
verwaltung
folgendes: Wir wollen nicht verfehlen, Ihnen bei dieſer
Gelegenheit mitzuteilen, daß N., ſeit er nach Salzſchlirf geht, keinen
Dienſtausfall wegen Gicht hatte, während er in früheren Jahren immer
46 Wochen mit großen Schmrezen darniederlag. Hiermit ſoll nicht
geſagt ſein, daß in Bad Salzſchlirf ausſchließlich etwa die Gicht kuriert
wird, ſondern es handelt ſich ebenfalls um die ganzen anderen auf
harnſaurer Diatheſe, Stoffwechſelleiden und Arterienklreoſe beruhenden
Krankheiten, alſo auch um Rheuma, Steinleiden, Fettſucht, Ischias und
Podagra, kurzum alle die Krankheiten, die den Körper arbeitsunwillig
und arbeitsunfähig machen. Es iſt demnach ein Dienſt an der Volks=
geſundheit
, wenn Bad Salzſchlirf angeſichts der heutigen ſchwierigen
Verhältniſſe nicht nur auf dem Gebiete der Pauſchalkuren, ſondern auch
auf dem Gebiete der Kreditkuren führend vorangeht.

Geſchäftliches.

Unſerer heutigen Stadtauflage liegt ein Proſpekt über Nuxo=
Nußnahrung bei, worauf wir unſere Leſer an dieſer Stelle aufmerk=

ſam machen.

(8771

Eine frohe Botſchaft für den deutſchen Raucher. Die weltbekannte
Zigarettenfabrik Kyriazi Freres ſtellt ihren berühmten Marken Nep=
tune
und Apis eine neue Schöpfung würdig zur Seite. Die neue
Zigarette Kyriazi Nr. 6 die ſich ſeit kurzem im Handel befindet, iſt
in dem traditionellen großen Format gearbeitet, das keit 55 Jahren den
typiſchen Charakter der Kyriazi=Zigaretten beſtimmt. An das Grün=
dungsjahr
des Stammhauſes Cairo der Firma Kyriazi Freres erinnert
die Formatbezeichnung Uebergröße 1873
Kyriazi Nr. 6 beſitzt einen überraſchend ſympathiſchen Geſchmacks=
Charakter, der Preis von 6 Pfg. iſt niedrig im Vergleich zu dem
Genuß, den dieſe außergewöhnliche Zigarette bereitet.

Interefſante Feſtſtellungen über Suma, das neuartige Waſchmittel
der Sunlicht=Geſellſchaft, macht Bruno Walther, Textilchemiker und
Gerichtsſachverſtändiger in Köln. Er hat gefunden, daß die eine Hälfte
eines Wäſcheſtückes, welche 50mal in Suma gewaſchen worden, nur
1,4 Prozent an Feſtigkeit verlor, während die andere Hälfte, die
50mal mit einem ſogenannten ſelbſttätigen Waſchmittel gewaſchen wor=
den
, 12,4 Prozent an Feſtigkeit einbüßte. Praktiſch bedeutet dies, daß
mit Suma behandelte Wäſche ſehr viel länger hält als andere. Dies iſt
heute, wo fedes Wäſcheſtück einen erheblichen Wert darſtellt, für die
Hausfrau von großer Bedeutung.

Haßt du Rheuma, Hexenſchuß,
Kopf=, Kreuz= oder andere Schmerzen,
Bis zum Lebensüberdruß,
Nimm dir folgendes zu Herzen:
Merke und bedenk es wohl,
Hilfe bringt dir ſtets Carmol.

Man verlange überall ausdrücklich Carmol,
Carmol tut wohl!

Wetterbericht.
Gießen, 21. Mai.
Mitteleuropa liegt im Bereich ſich abflachender Druchſtörungen, die
zunächſt noch zu evwas bewölktem Wetter und gelegentlich zu geringen
Niederſchlägen führen. Da aber von Weſten her der Luftdruck kräftig
anſteigt, ſo dürfte allmählich unter dem Einfluß hohen Druckes die
Wetterlage einer Beſſerung entgegen gehem.
Ausſichten für Dienstag, den 22. Mai: Wolkig mit Aufheiterung,
Temperaturen etwas anſteigend, keine oder nur vereinzelt gerige
Niederſchläge.

Ausſichten für Mittwoch, den 23. Mai: Uebergang zu vielfach heiterem,
wärmerem und durchweg trockenem Wetter,

Witterungsverhältniſſe in Deutſchland heute morgen:

Ort: Wetter: Temp.
in G‟ Wind: Nieder=
ſchlag

in im Fe
decke
in em Gießen: Nebel SO 6,2 Aachen: heiter Windſtille 0,4 Hamburg: wolkig 10 ONO. gef. Berlin: wolkig NNO, 8,0 München: wolkig 8 SW. 9,0 Königsberg: wolkig 16 Os. 3,0 Breslau: wolkig 11 NNW. gef.

Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen:

Feldberg:
(Taunus) wolkig Wst 2,0 Waſſerkuppe: Nebel SW, 10,0 Feldberg:
(Schwarzw.) wolkig 1 SW. 0,1 Zugſpitze: Nebel NW. Kahler Aſten: Nebel Fichtelberg: Schnee NO. Schneekoppe: Regen [ ][  ][ ]

Nummer 142

Dienstag, den 22. Mai

Slffgissster

Umlauf von Schuldverſchreibungen und Be=
ſiand
an Darlehen der öffentlich=rechtlichen
Kreditanſialten.
Die deutſchen öffentlich=rechtlichen Kreditanſtalten verzeichneten am
31. März 1928 einen Umlauf von Liquidations= und Mobiliſierungs=
pfandbriefen
im Betrage von 54 550 600 RM., denen Deckungsdarlehen
in Höhe von 55 875000 RM. gegenüberſtanden. Von dieſen Pfand=
briefen
war der größte Teil, nämlich 52 669 600 RM. 5proz. Reichs=
mark
=, Goldmark= oder Feingoldpfandbriefe liefen insgeſamt am er=
wähnten
Stichtage 1 288 474 500 RM., für die Deckungsdarlehen in der
Höhe von 1 291 345 500 RM. vorhanden waren. Von dieſen Pfandbrie=
fen
waren 600 251 300 RM. 8proz., 390 275 000 RM. Tproz., 187 567 200
Reichsmark 6proz. Roggenpfandbriefe lauteten auf einen Betrag von
insgeſamt 10 066 500 Roggenzentner, von denen 8 677 000 Zentner 5proz.
und der Reſt 10proz. war. Die Deckungsdarlehen erreichten einen Be=
trag
von 10 134 200 Zentner. Von den umlaufenden Kommunal=
obligationen
waren 140 849 500 RM. Aufwertungsſchuldverſchrei=
bungen
, die durchweg 5proz. waren. Ihnen ſtanden Deckungsdarlehen
von 146 727 800 RM. gegenüber. Der Umlauf an Reichsmark= Gold=
mark
= und Feingoldverſchreibungen belief ſich auf 654 900 900 RM., da=
von
waren 313 076 900 RM. Tproz., 216 837 200 RM. 8prozentig und
120 900 500 RM. 6prozentig. Die Summe der dieſen Obligationen gegen=
übergeſtellten
Deckungsdarlehen belief ſich auf 712 536 700 RM. Der
Umlauf an ſonſtigen Schuldverſchreibungen verſchiedener Valuta, Rog=
genzentner
, Dollar, holl. Gulden, To.=Kohle, Lſtrl., Goldmark, Reichs=
mark
, Weizenzentner, in RM. umgerechnet, erreichte am 31. März den
Geſamtbetrag von 252 267 200 RM., wobei die Verzinſung zwiſchen 5
und 8 Prozent ſchwankte. Die Darlehen an öffentlich=rechtliche Körper=
ſchaften
erreichten die Höhe von 302 335 300 RM., daneben waren Hypo=
theken
aus Mitteln der Deutſchen Rentenbank=Kreditanſtalt im Geſamt=
betrag
von 449 429 600 RM. und ſonſtige Hypotheken von insgeſamt
206 517 700 RM. gegeben worden.
Was die Gliederung der Darlehen der öffentlich=rechtlichen Kredit=
anſtalten
angeht, ſo entfielen 1553 987 400 RM. auf Hypotheken, auf
land= und forſtwirtſchaftlich und 74 387 000 RM. auf vorwiegend gewerb=
lich
benutzte Grundſtücke. Ferner 532 831 100 RM. auf Hausgrundſtücke,
wovon 264 245 000 RM. auf Wohnungsneubauten gegeben wurden. Der
Geſamtbetrag der langfriſtigen Darlehen an öffentlich=rechtliche Körper=
ſchaften
erreichte die Höhe von 1 124 131200 RM.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 21. Mai.
Zu Beginn der neuen Woche kam das Geſchäft an der Effektenbörſe
nur langſam und zögernd in Gang, da man offenbar die Auswirkungen
der geſtrigen Wahlen, beſonders im Auslande, abwarten wollte. Die
Stimmung war jedoch weiterhin freundlich, und es wurden verſchiedent=
lich
neue kleine Käufe vorgenommen. Der günſtige Reichsbankausweis
vom Samstag wirkte etwas nach, außerdem führte man die ettoas er=
höhte
Ruhrkohlenförderung an. Die Kursentwicklung war nicht ganz
einheitlich, doch waren auf den meiſten Marktgebieten neue, wenn auch
kleine Kursbeſſerungen zu verzeichnen. Für einige Spezialwerte erhielt
ſich das Intereſſe. So konnten Reichsbank gegen den hohen Schlußkurs
vom Samstag erneut 6 Prozent anziehen. Am Elektromarkt lagen
Bergmann 4,5 Prozent höher. Chemiewerte blieben dagegen vernach=
läſſigt
. J.G. Farben blieben im Kurſe unverändert. Scheideanſtalt
lagen 1 Prozent niedriger. Auch Montanwerte lagen ſehr ſtill und
meiſt nur behauptet. Von Zellſtoffwerten gewannen Waldhof 1 und
Aſchaffenburg 2 Proz. Am Markt der Autoaktien zogen Adlerwerk 2,5
an, Daimler nur behauptet. Schuckert eröffneten 1, A.E.G. 2½/s Pro=
zent
höher, während Siemens und Lahmeyer behauptet blieben. Am
Anleihemarkt waren deutſche Anleihen behauptet, ausländiſche Renten
ſtill. Im weiteren Verlaufe blieb die Grundſtimmung bei ſtillem Ge=
ſchäft
freundlich. Man glaubte annehmen zu können, daß das Wahl=
ergebnis
vom Auslande nicht ungünſtig aufgenommen werde. Die Kurſe
waren meiſt gut behauptet. A E.G. zogen weiter etwas an. Der Geld=
markt
war merklicher entſpannt. Tägliches Geld 6 Prozent. An dem
Deviſenmarkt blieb der Dollar angeboten und der Markkurs wurde er=
neut
erhöht. Man nannte Mark gegen Dollar 4.1776, gegen Pfunde
20.393, London-Kabel 4.8825, Paris 124.02, Mailand 92.65, Hol=
land
12.10, Madrid 29.15.
Die Abendbörſe war einheitlich abgeſchwächt. Die Nachmit=
tagsſchlußkurſe
wurden bis 1,5 Prozent unterſchritten. Im Verlauf ſah
ſich darauf hin die Kuliſſe zu weiteren Abgaben veranlaßt, was das
Kursniveau nochmals leicht drückte. Es verloren Siemens 1,5, Licht
u. Kraft 1,25, Commerzbank 1,5, Danatbank 2, Nordd. Lloyd 1,5,
Reichsbank bis auf 288 abgeſchwächt, nachdem ſie mittags einen Höchſt=
kurs
von 296 erreicht hatten. Montanwerte gleichfalls leicht gedrückt.
An der Nachbörſe blieb die Haltung weiter unſicher und ſchwächer. Far=
beninduſtrie
279, Waldhof 323, A. E.G. 178,75. Im einzelnen nannte
man: Commerzbank 287,5, Danat 281, Metallbank 143, Reichsbank 281,5,
Gelſenkirchen 140, Harpener 174, Mannsmann 158, Rhein. Braunk. 308,
Hapag 168, Nordd. Lloyd 160,5, A. E. G. 179,5, Licht u. Kraft 234, Far=
ben
280, Geſ. für El. 289, Holzverk. 82,5, Rütgers 100,5, Schuckert 211,75,
Siemens 349,5, Waldhof 325,5. Abenddeviſen: London-Paris
124,02, Mailand 92,67, Holland 12,10, Madrid 29,10, Zürich
25.3325. New York 4.8825, Pfunde gegen Mark 20.40, Dollar gegen
Mark 4,1782.

Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 21. Mai.
An der Montagsbörſe bildete das Ergebnis der Parlamentswahlen
in Deutſchland naturgemäß das Hauptgeſpräch. Während man in den
Vormittagsſtunden wegen der Erfolge der Linksparteien ſchwächere
Kurſe nannte, und außerordentlich zurückhaltend geſtimmt war, ſtellte
ſich zu Beginn des amtlichen Mittagsverkehrs heraus, daß ſich das Aus=
land
in ſeiner Kauftätigkeit keineswegs durch politiſche Geſichtspunkte
beeinfluſſen ließ, ſondern weitere Anſchaffungen in Spezialwerten voc=
nahm
. Infolgedeſſen änderte auch die Spekulation ihre Neigung und
betonte die vorausſichtliche unveränderte Fortführung unſerer Außen=
politik
. Die Tendenz geſtaltete ſich auf Grund dieſer Erwägungen ſehr
widerſtandsfähig, für beſondere Papiere, wie Zellſtoffaktien, Polyphon,
einige Banken, Elektrowerte und J.G. Farben, ſogar feſt. Trotzdem
herrſchte keine nennenswerte Unternehmungsfreudigkeit, da andererſeits
vor allem die Provinz ſehr reſerviert war und die am Geldmarkt im
gegenwärtigen wenig durchſichtige Verſteifung anhielt. Tagesgeld wurde
mit 6,58 Prozent genannt, erſte Firmen kamen ebenfalls nicht billiger
an. Erſt im Laufe der Börſe wurde die Lage etwas günſtiger. Mo=
natsgeld
7,58,5; in Warenwechſel fanden Umſätze kaum ſtatt, ſo daß
ſich die Sätze nicht veränderten. Am Deviſenmarkt ſchwächte ſich Lon=
don
-Madrid auf 29.14 ab; die übrigen Deviſen wie am Samstag:
London-Berlin mit 20.4010. Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe wurde
die Tendenz wieder ſchwächer und die Stimmung wegen des Fehlens
der inländiſchen Bankenkundſchaft unſicher. Intereſſe hielt nur für
Bergmann und A.E.F, ſowie für Wiking=Zement an. Im weiteren
Verlauf ließ die Kauftätigkeit des Auslandes weſentlich nach. Infolge=
deſſen
neigte auch die Spekulation wieder zu Realiſationen, ſo daß ſich
die Kurſe überwiegend ermäßigten. Nur in einzelnen Papieren des
Montanmarktes fanden noch nennenswerte Anſchaffungen für Rechnung
der Provinz ſtatt. Das Geſchäft war im Verlauf äußerſt ſchleppend,
nicht zuletzt auch im Hinblick auf die unbefriedigenden Geldverhältniſſe
und eine eventuell mögliche Erhöhung der Privatdiskontnotiz. Die
Notierung wurde aber heute unverändert 6.75 Prozent für beide Sichten
vorgenommen. An der Nachbörſe konzentrierte ſich die Aufmerkſamkeit
auf Elektrowerte unter Führung von A.E.G. mit 182 und Bergmann
mit 219.25. Man behaudtete, daß unter Führung der Danatbank jetzt
neue ernſthafte Verhandlungen über die Bildung eines Elektrotruſts
aufgenommen würden, da dieſe Großbank und ein größeres Privatbank=
haus
in A. E. G.=Aktien beträchtliche Aufkäufe vorgenommen haben ſcll.
Siemens ſtill 352. Im übrigen konnte ſich an der Nachbörſe das Kurs=
niveau
nur knapp behaupten.

A. E. G
Augsb.=Nürnb. Maſch.
Baſalt . .
Bergmann.
Berl. Karlsruhe In
Berl. Hand.=Geſ.
Bremer Wolle.
Danatbank. .
Deutſche Bank.
Diskontogeſ. .
Dresdner Bank..
Deutſche Maſchinen
Deutſche Erdöl .."
Deutſche Petrvleum
Dynamit Nobel .. . . 1135.
Elektr. Lieferung .. 1184.
J. G. Farben ...."
Gelſenk. Berg. .. ...
G. f elektr. Untern. P291.
Han. Maſch.=Egeſt. . / 62. 1 63.
Hanſa Dampfſch. . . /223.
Hapag ..
Harpner. . . . . . ."
Hemoor Zement. . . 1231:5 1238.75

19. 5. 21. 5. 19. 5. 21. 5 Hu72.625 175. Hirſch Kupfer .. 128. 130. 107. 107.25 Höſch Eiſen ..." 158.76 157.5 90.5 91. Hohenlohe Werke. 96. 94 5 J208. 215. Kahla Porzellan. 122. 128. 68. 68.375 Kali Aſchersleben 187.75 184.25 278. 279 5. Salzbefurth. 330,5 232. Braunkohl. Briketts/176.5 1175.75 Weſterregeln 198. 200. f2515 256 Lindes Eismaſch. 186. 192. 1281.5 283. 12. Loewe & Co. 159. 160. 1171.5 174. Lingel Schuh 59.25 62. 1165.5 166.75 MannesmannRö 159.5 160. 1167. 166. Niederlauſitzer K. 159. 159. 48.75 47.75 Nordd. Loyd. 162.5 163.25 138. 138.5 Orenſtein. 126.25 1127.5 68. Polyphon". 473. 491. 35.875 Rütgerswerke 97.375 99.5 184.5 Sachſenwerke 131.5 140. 284,75 284. Siemens Glas 150. 150. 1144. 142.625 Ver. Glanzſtoff 853. 759. 293.5 Ver. Stahlwerke 104.5 104.25 Volkſtedter Porzellan 57.375 223. Wanderer Werke :52s 175. 167. 169. Wiſſner Metall. 155. 154.5 174. 1174. Wittener Gußſtahl". 70 72

Oeviſenmarkt.

Helſingfors
Wien
Prag ..."
Budapeſt.
Sofia ..
Holland".
Cslo ......"
Kopenhagen
Stockholm".
London ...."
Buenos Aires
Nem=York .."
Belgien .."

19. 5.
Geld /Brief
10.50510.525
58.72 58.84
12.371/12.391
72.941 73 08
3.017/ 3.023
168.38 168.72
111.83112.05

112.03
111.99
20.38
4.174

12.25
112.21
20.421
1.7851 1.789
4 182

58.23558.355

Geld
1o.508
58.72
12.371
72.9.
68.40
111.84
112.02/
11.99
20.379
1.78.
4.1740
58.245

21. 5.
Brief
3.017 3.023/Danzig.

0.528/Italien .......
8.84 Paris ......."
2.391/ Schweiz..
73.061 Spanien.
68.741Japan.
112.06/ Rio de Janeiro
12.24Jugoſlavien.
12 211 Portugal
20.419Athen ..
1.789/Konſtantinopel
1.1820/Kanada. .
58.3655üruguay.

19 5. 21 5. Gelt Brie Geld Brie f 21.98 22.025l21.99 22.03 16.43 16.47 16.43 16.47 80.455 80.615 80.45: 80.615 69.89 70 031 69. 88 70.02 81.43 81.5c 81.46/ 81.62 1.943 1.947 1.938/ 1.942 0.5028 .5048 0.5028 0.5048 7.353 7.367 7.353/ 7.367 17.83 17.87 17.831 17.87 5.425 5.435 5.42 5.435 2.153 2.15 2.151 2.155 4.169 4.177 4.16 4.177 4.286 4.294 4.286 4.294

Dividendenhalbierung der Heſſen=Nafſauiſchen Inſtallations=A. G.,
Höchſt a. M. Die nunmehr im Mehrheitsbeſitz der Frankfurter Gas=
geſellſchaft
befindliche früheren Inſtallationsgeſellſchaft der Heſſen= Naſ=
ſauiſchen
Gas=A. G. verteilt dem Vernehmen nach für 1927 auf
384 000 RM. Aktienkapital nur 4 (8) Prozent Dividende. Die dem=
nächſtige
G.V. wird infolge des Mehrheitswechſels auch eine Neubeſetzung
des Aufſichtsrats bringen.

Wirtſckaftliche Rundſchau.
Auslandsanleihe der A. E.G. Die AE.G. hat zur weiteren Stä
kung ihrer Betriebsmittel und für die Finanzierung vorliegender gr
ßerer Geſchäfte unter Mitwirkung der Berliner Handelsgeſellſchaft ei=
20jährige Anleihe mit 6 Prozent Verzinſung von 10 Millionen Do
mit der National City Bank of New York und deren Emiſſionshau
der National City Co., New York, abgeſchloſſen. Der mit dieſer Ba=
abgeſchloſſene
Treuhändervertrag ſieht die Möglichkeit der Ausgabe we
terer fünf Millionen Dollar vor. Die Anleihe von 10 Millionen Dol
wird bereits am Dienstag in den Vereinigten Staaten zur Zeichnun
aufgelegt werden. Der Zeichnungskurs beträgt vorausſichtlich 94,5 Pr=
zent
. Die A.E. G. hat das Recht, die Anleihe zu jedem Zinstermin z
kündigen, und zwar bis zum 1. Mai 1933 zum Kurſe von 102 Prozen
von dann bis zum 1. Mai 1928 zu 101 Prozent und ſpäter zu pari. D
Tilgung erfolgt zur Hälfte ab 1933 48 in halbjährlichen Raten z
pari, die andere Hälfte wird am 1. Mai 1948 zurückgezahlt. Die Ay
leihe iſt eine reine Obligationsanleihe, ohne Gewährung irgend welche
Bezugsrechte.
Vom Holzmarkt ſchreibt uns unſer Mitarbeiter: Die unnatürli
feſte Stimmung der Sägewerksbeſitzer bei der Abgabe von Gebote
auf Rohholz in den Forſtverkaufsterminen, die vom Januar bis Mär
ſtattfanden, iſt merkbar abgeflaut und teilweiſe ſeit kurzem recht g
drückt. Das Verkaufsgeſchäft in Schnitthölzern aller Arten iſt ſtar
abgeflaut, es macht heute viel Mühe, ſelbſt kleine Einſchnitte bei de
Kundſchaft unterzubringen, und die Verſuche, durch Preisermäßigunge
Luft in den Warenlägern und Abſatz zu ſchaffen, um Verpflichtunge
zu erfüllen, nehmen täglich zu. Es zeigt ſich, daß doch in der Erwa=
tung
eines regeren Geſchäftes om Baumarkt Engagements übernomme
wurden, deren Erfüllung bei ſtockendem Geſchäftsgang Kopſſchmerze
verurſahen kann. Dazu kowmen die vielfachen Ausſperrungen un
Lohnbeivegungen, die jede Kalkulation unſicher machen. Auch läßt di
Zahlwveiſe ſehr dieler Verbraucher zu wünſchen übrig, und an den Ver
käufen von Schnittholz an Großabnehmer, die faſt ebenſo einkaufe
wollen, wie die Händler direkt auf den Werken, bleibt kein oder dor
nur ein geringer, in keinem Verhältnis zu den Speſen ſtehender Nutzen
Das Schwellengeſchäft hat eine ſtarke Beeinträchtigung durch Preis
ſenkungen erfahren, die ihren Ausgangspunkt von der erſchütterter
Situation im polniſchen Schwellenhandel nehmen. Die polniſche Bahn
verwaltung hatte große Mengen von Bahnſchwellen in den Winter
monaten abgeſchloſſen, ſcheinbar infolge einer Ueberſchätzung der Lage z
Preiſen, die ſich jetzt nicht mehr rechtfertigen laſſen. Infolgedeſſet
ſtiegen ihre Anſprüche bei der Abnahme von Schwellen, es wurder
große Mengen ausgeſondert. Die Luſt an Lieferung für die polniſch
Bahn ſchwand, das Angebot nach Deutſchland verſtärkte ſich. Aber au=
hier
kauften nur die großen Schwellenfirmen, die einen Druck auf di
Einkaufspreiſe mit Erfolg ausühten. Maſten und Stangen ſind eben
falls vernachläſſigt. Am Kiſtenbrettermarkt iſt es etwas lebhafter ge
worden. Balken waren ſchwer verkäuflich. Oeſterreich und Galizien
ſind mit größeren Angeboten am Markt.

Metallnotierungen.

Die Metallnotierungen in Berlin für je 100 Kg. am D1. Mai ſtellten
ſich für Elektrolytkupfer prompt eif Hamburg, Bremen oder Rotterdan
(Notierung der Vereinigung f. d. Dt. Elektrolytkupfernotiz) 134,75 RM
Die Notierungen der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandel
(die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte Liefe
rung und Bezahlung) ſtellten ſich für Original Hüttenaluminium, 983
Prozent, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 210 RM., desgl. in
Walz= oder Drahtbarren, 99 Prozent, 214 RM., Reinnickel, 9899 Pro=
zent
, 350 RM., Antimon Regulus 93,98 RM., Feinſilber (1 Kg. fein
8383,50 RM.
Die amtlichen Preisfeſtſetzungen im Metallterminhandel vom 21. Ma
ſtellten ſich für Kupfer: Januar 127 (127,25), Februar, März, Aprit
127,25 (127,25), Mai, Jumi 126 (126,50), Juli 126,25 (126,50), Auguſt
126,50 (126,75), September, Oktober 1266,75 (127), November 127 (197)
Dezember 127 (127,25). Tendenz: ſtetig. Für Blei; Januar, Februar,
März 41,25 (41,50), April 41,50 (41,50), Mai 40 (40,25), Juni 40,3
(40,50), Juli 40,50 (40,75), Auguſt 40,75 (41), September, Oktober 41
(41,25), November 41,25 (41,25), Dezember 41,25 (41,50). Tendenz: ſtetig.
Für Zink; Januar 50,75 (51,25), Februar, März 50,75 (51), April
50,50 (51), Mar 51,50 (52,50), Juni 51,25 (51,75), Juli, Auguſt, Sel=
tember
50,75 (51,75), Oktober, November, Dezember 51 (51,25). Tendenz:
ſtill. Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern beigefügten
Brief.
Die Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 21. Mai ſtellten
ſich für Kupfer (Tendenz: feſt): Standard p. Kaſſe 637/4½, 3 Mo=
nate
63½/us, Settl. Preis 63½, Elektrolyt 67½468½, beſt ſelected
65½67, ſtrong ſheets 92, Elektrowirebars 68½; Zinn (Tendenz:
willig): Standard p. Kaſſe 229½Jg, 3 Monate 228¾229, Settl. Preis
229½, Banka (inoff. Not.) 236½, Straits (inoff. Not.) 234; Blei ( Ten=
denz
: unregelmäßig): ausländ, prompt 202/, emtft. Sichten W1o/
Settl. Preis 20½; Zink (Tendenz: ſtetig): gewöhnl. prompt 26, entft.
Sichten 25¾, Settl. Preis 26; Aluminium für Inland (inoff. Not.) 105,
für Ausland (inoff. Nor.) 112; Antimon Reg. engl. Erzeug.=Preis
(inoff. Not.) 59½60, chineſ. per (inoff. Not.) 41½42; Quechilber
(inoff. Not.) 2238½; Platin (inoff. Not.) 17: Wolframerz (inoff. Not.)
15¾8; Nickel für Inland, für Ausland (inoff. Not.) 175; Weißblech (imnoff.
Not.) 1878; Kupferſulphat (inoff. Not.) 26½27¾; Cleveland Gußeiſen
Nr. 3 (inoff. Not.) 66.

Brantfütter Karvoeriche vonr 11. Mar Lo4d.

I. 1. Reichs=,
Länder= und Schutz=
gebietsanleihen

6% Dtſche. Reichs=
anleihe
von 1927
6% Baden Frei=
ſtaat
von 1927.
6% Bah. Freiſtaat
von 1927
6% Sachſen Frei=
ſtaat
von 1927.
7% Thüringer Frei=
ſtaat
von 1927.

Dtſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
. + 11
Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl. Ablö=
ſungsſch
. (Neub.

Dtſche. Schutzge=
bietsanleihe

2. Sta dtanleihen
8% Bad.=Bad. v. 26
6% Berlin v. 24
8% Darmſtdt. v. 26
70 Dresden v. 26
7% Frkf. a. M. v. 26
70 Heibelb. v. 20
8% Ludwahf v. 26
80 Mainz v. 26..
10% Mannh. v. 25
8% Mannh. v. 26
8% Nürnberg v. 26
8% Pforzh. v. 26
8% Pirmaſens v. 2
3. Pfandbriefe
und Schuld=
verſchreibungen

7% Bab. Gold.
Kom. Anleihev. 26
8% Berl. Hyp.=Bk.
4½%,
Lia.:
Pfandbriefe.
8% Frkf. Hyp. Bk.
7½B. Lia.=Pf l

79.75
81
80
81.25
51.85
19.2
8.9

93
87
85

102.25

95.5
92.75

me
93
n5
96.5
92.5
89
75.1

8% Frkſ. Pfbrfbank
4½% Gotha Gr.=
Creb. Lig.=Pfbr.
4½½ Hamb. Hyp.=
Bk. Lig.=Pfdbr.
% Heſſ. Landesbk.
Kom. Landes=
bank
. Darmſtadt
3½ Landesbank d.
Rheinprovinz
82 Landeskr. Kaſſ
8% Mein. Hhp.Bk.
8% Naſſ. Landesbk.
88 Pfälz. Hyp. Bk.
Lig.
Pfandbriefe
O Preuß. Ctr.,
Bod.=Cred..
4½% Preuß. Ctr.=
Lig. Pfandbr. . .
8% Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft.
20
8% Rhein. Hyp.=B!
4½% Lig
Pfandbriefe.
80 Rhein. Weſtf.
Bd.=Credit
4½9
L.=Pf.
8% Südd. Bod.
Cred.=Bank
43
Lig.=
Pfdbr.
8% Württ. Hyp.=B.

Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
+ Ausl. Ser. I.
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
* Ausloſ. Ser, III

98
86
84

Meé
91.75
89
94.5
100
100
96
92
98.5
92
100.5
89.5
96
92

98.5
75
31
98.5
93
78

78.75

96.25
91.5

94.5
51.75
68

Papiermark=
Pfandbr. und
Kommnnal=Dbl.
Frkf. Hyv.=Bk. K.=
Obl. Ser. 1 u. 2
Frkf. Pfdbr.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Heſſ. Lds=Hyp.=Bk.
Vorkr.=Pfdbriefe
dgl Kom.=Obl.
S 1-16
Kom.=Obl.
S. 17-24
Mein. Hyp.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Nordd. Grundcr.=
Vorkr.=Pfdbriefe
Preuß. Pfandbrbk.
Vorkr.=Pfdbriefe
Rh. Hyp.=Bk. Vor=
kr
.=Kom.=Oblig..
Weſtd. Bodencred. Vorkr.=Pf
4. Induſtrie=
Obligationen.
8% Dt. Linoleum=
werke
Bln. v. 26
80 Heſſ. u. Herku=
les
=Brau. v. 26
80 Klöckn=Werke
Berlin v 26.
10% Kom Elektr.=
Mark.
70 Mainkrw v. 2
26 Mitteld Stahl=
werke
von 27
8% Neckarſulm v. 26
8½ Salzmann & Co.
Kaſſel v 26
2% Ver Stahlw.
mit Opt. v. 26
% Ver. Stahlw.
ohne Optv. 26
II Auf Sachwerte
laut. Schuldverſchr.
6%Bad.=Bad. Holz
5%Badenw. Kohl.
6%0 Heſſ. Braunk.. Roggenanleihe
% Heſſ. Volksſt.
Roggenanleihe.

9.5
17.95
13.28
7.45
14.65
14.4
13.5
4l.
14.05
97.5
94
102
84.5
90
88.5
89.25
87.5
22.55
17.75
10

5% Preuß. Kali=
wertan
eihe .. . .
5% Preuß. Roggen=
wertanleihe
. .
5% Sächſ. Roggen=
wertanleihe

5% Südd. Feſtw.=
Gank
(II. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
5%Bosn. L. E. B. v.
1914..
5% Bosn. L.=Inv.=
Anl. v 1914 ...
4½% Bosn. v. 02
5% Bulg. Tab. v02
1,6% Griech v. 90
137 % Griech. Mon.
50 Mex. inn. (abg.)
äuß.
Goldan=

8.65

47
46
NJ
18.5
47

leihe (abg.) 28
inn. (abg.)
Frrig..
Anl. (abg.) 34.5
Tamau=
lipas
(abg.)
4½%0 Oſt. Schatz=
anw
. v. 19141
(C. C.=Stücke)..
4%0 Oſt. Goldrente
(C. C.=Stücke)
4½% Rum. Gold
von 1913
22.5
42 Schweiz. Bds.=
Bahnen v. 19121 95.5
40 Türk Admin.
12
1. Bagd.
2. Bagb.
Zollanl.
12.65
ungarn von
1913 CC. C., St.) 26:I.
dito von
1½9
1914 (C. C.=St.)
49 dito Goldr.
(C. C.=St.)/ 25.9
Lito von
1910 (C. C.=St.)/ 24.75
4% dito Kron. (abg.)
2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg.)/ 58.5
2 Kopenh. v. 01/ 92

4½ Liſſab. b. 1886/ 16
4½ Stockh. v. 1880

3. Obligationen v.
Transportanſt.
4% Dur=Bodenb.
von 1891
4% Eliſabethbahn
von 1883.
42 Lemberg=Ezer.
ſteuerpflichtig. ..
4% Lemberg=Czer.
ſteuerfrei
27/u,%0 Oſt. Südb.
(Lombard.) . . .
4% Oſt. Staatsb.v.
1883
3% Raab=Odenbg.
v. 1883.
4% Rudolfb. i.
i. G
4½% Anatolier I.
TV. 1. Bank=Aktien
Allg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Bank....
Bk. f. Brauinduſtr.
Barm. Bankverein
Bahr. Hyp.: und
Wechſelbank.
Berl. Handelsgeſ.
Hypoth.=Bk.
Comm. u Privatb
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank.."
Eff.=u. Wechſel=
bank

Vereinsbank
Diskont.=Geſellſch
Dresdener Ban!
Franki Bi.
Hyp.=Bt
Pfdbr.=B
Gotha Grundkr. B.

Mein Hyp.=Bank/1 43.25

11.75

11.5
117/,
15.5

23.5
4.05

19

168
215
152

187.5
282
173
120
103
167.5
167.75
108
154.25
156.5
149

144:

Metallbank.
Mitteld Creottbk. 1219
Nürnb. Vereinsbl. /160
Oſt. Creditanſtalt. 38.05
Pfälz. Hyp.=Bank/163.5
Pr. Bod.=Creditbk. /143
Hyp.-Akt.=B1./142
Reichsbank=Ant. 1290
Rhein. Creditbank/130
Hyp.=Bankl

Südd. Bod. Cr. Bk.
Disc.=Geſ...
Wiener Bankverein
2. Verkehrs=
unternehmungen

A.=G.f. Verkehrswſ.
Allg. Lokalb.= und
Kraftwagen
Dt. Eiſenb.=Geſ..
70 Dt. Reichsbhn=
Vorzge.

Hapag.
Nordd. Lloyd.

Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
3. Induſtrie
Adt. Gebr.
Accum. Berlin. .
Adler & Oppenh..
Adlerw (v. Kleyer)
6% AEG Vorzug
AEG. Stamm.
Bad. Maſchf.=Durl.
Bamag=Meguin
Baſt Nürnberg
Beck &. Henkel
Bergm. El. Werke
Brem.=Beſigh.=Ol
BrownBoverickCie
Brüning & Sohn
Zuderus Eiſen
Bürſtenfbr Erlang.
Cementwerte
Heidelberg
Karlſtadt

Lothr. (Karlsr.)
Them. Werke Albert.
Brockhues
Fabrik Miſch
Dumler=Benz
Dt Atl.=Telegr
Eiſenh. Berlin!
Erdöl
Gold= u. Silb.
ſcheide=Anſtalt
Linolwerk. Berl.
Dresden=Leipziger
Schnellpreſſen
Dürrwerke Rating.

139
16

212.5
201
163
94.75
169
64
125.5

Ra
80.25
74.5
176.5
149.75
23.6
230
67.5
215.5
61
133
92.5

43.75
185

91
191

13.5

138.9
207
326
128
59.5

Eichbaum, Brauer.
Eiſenw. Kaiſersltn.
Elektr. Licht u. Kraft
Elektr. Liefer.=Geſ.
Elſäſſ. Bad. Wolle
Emag Elektr. Frkft.
Enzing. Unionwke
Eſchw. Bergwerk
Eßling Maſchinen
Ettling. Spinnerei
Faber, Foh., Bleiſt.
Faber & Schleicher
Fahr, Gebr. Pirm.
F. G. Farbenindſtr
Felt. & Guilleaum.
Feinmech. (Fetter)
Frkft. Gas
Ho
Maſch. Po=
Pokorny & Wittek
Geiling & Cie.
Gelſenk. Bergwer
Geſ. f. elektr. Un=
ternehmungen

Goldſchmidt Th.
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.
HafenmühleFrank
Haid & Neu
Hammerſen (Osn.)
Hanfw. Füſſen
Hanſa=Lloyd Brem.
Harpener Bergbau
Hartm E Braun
Hen tinger Kempf,
Stern Brauerei.
Heſſen=Naſſau. Gas
Heyligenſtaedl
Hilpert Armaturfb.
Hinorichs=Aufferm. /114
Hirſch Kupfer
Hochtief Eſſen
Holzmann Phil.
Holzverk=Induſtrie
Jiſe Bergb. Stamm
Genüſſe 127
Inag
Junghans Stamm.
Kali Aſchersleben.
Salzdetfurth.
Weſteregeln. . 1198
Kammgarnſpinn. 1238

23
233
185
33.5
84.25
46.5
210
224
Af
105
45
A 5
137
83
150
103
74
141
293.5
102.6
133.75
133
46
157
142.5

182
28
84
1.29.25
157.5
82.75
9.
90
187

Karſtadt, R. . . . . . . 268
Ker. Werke Offſtein/180
Klein, Schanzl. /105
Klöcknerwerke
Knorr, Heilbronn .1165
Konſervfabr. Braun
Kraftw. Alt=Württ.
Krauß & Co. Loko,/ 73.5
Lahmeyer ECo
Lech, Augsburg 123
Lingel, Schuhw..
Löhnberger. Mühle/ 37.5
Löwenbr. Münch. /334
Ludwigshaf. Walz/130
Lüdenſcheid Metall/ 98
Maintr.=W. Höchſt/114
Mainz. Akt.=Br. /275.
Mannesm Röhren /159
Mansfeld Bergb.. /1211
Mars=Werie
115
Metallgeſ. Frankft. /187
Miag. Mühlenbau/150.
Moenus Stan
64.
Motorenfabr. D
65
Oberurſ
85
Münch. Lichtſpielk. /112.;
Neckart. Fahrzeug. 70
Neckarw. Eßl.
Nicolay Hofbr 140
Oberbedart
Oſterr. AlpineMon./ 15
Otavi Minen
54,
Peters Union Frrf. /400
Pfälz. Näh. Kayſer/ 60
Philipps A.=G
Phönir Bergbau 1101.5
Porzellan Weſſei / 25
Reintger Gebb 4
105.5
Schall
Ry Braunkohlen
Flettr Stamm 1171
Stahlwerke 1170.5
Rhenania, Kunh
Riebeck Montan
99
kürgerswerke
SalzwertHeilbronn /185
Schneider & Hanau
Schnellpr. Frankth ./ 66
Schöfferhof=Bind. /370
Schramm Lackfbr. 121
Schriftg. Stempel. /121.5
chuckert Elektr. . . 213.5

110.5
48

Schuhfbr. Berneis=
Weſſel.
Schuhfabr. Herz. 27
Schultz Grünlack.
Schwarz Storchen 1170
Seilindſtr. Wolff. 74
Siem Glasinduſtr.
Siemens & Halske 353
Südd. Immobilien 107
Zucker=AG. 152.5
Strohſtoff Ver.
Tellus Bergbau 1123
Thür. Lief.=Geſ..
Tucher. Brauerei
Unterfr. Krs.= Elek=
tr
.=Verſ.
Veithwerke
Ver f. Chem. Ind.
deutſch. Olfabr.
Faßfabr. Caſſel/ 49
Gummifabrik.
Berlin=Frankf. 103
Königs= und
Laurahütte . . 80
Pinfelfabriken 79
Stahlwerke 105
Ultramarin 158
Zellſt., Berlin/148.5
Vatländ Maſch.
Voigt & Haeffnerl183
Voltohm Seil 85
Wanß & Freytag 11591
Wegelin Nußfabrik 139
Werger Brauerei 1172
Bellſt Aſchatfenbg. 216
Memel.
Waldho) 32725
Zucker;, Rheingau
4 Berſicherungen
Allianz u. Stuttg.
Verſicherung 280
Frkft. Allg. Verſ.=G 209
Frankono, Rück= u.
119,8
Mitv
Mannh Verſich.
DarmſtädterBertel
Bahnbedar
Dampik. Rodberg.
Gebr. Lutz
Motoren Darmſtadt/ 67
Gebr. Roeder ...."

[ ][  ][ ]

Nummer 142

Dienstag, den 22. Mai 1928

Seite 13

Produktenberichte.

Mannheimer Produktenbericht vom 21. Mai. Die Produktenbörſe
verkehrte in ruhiger Haltung bei nur kleinen Preisveränderungen. Mehl
etwas billiger angeboten. Man verlangte für die 100 Kilo waggonfrei
Mannheim ohne Sack in Reichsmark: Weizen inländ. 2828,50, ausld.
30,5032,50, Roggen inld. 2929,50, ausld. 31, Hafer inld. 27,7529,
ausld. 27,529, Braugerſte ausld. 31,7535, pfälziſche 31,7532,75,
badiſche, heſſiſche und württembergiſche 30,2531,25. Fuktergerſte 24,50
bis 25,50, Mais mit Sack 24,75, ſüdd. Weizenmehl Spezial Null 38 bis
39,75, ſüddeutſches Roggenmehl je nach Ausmahlung 39,5040,50. Kleie
45,5015,75.
Frankfurter Produktenbericht vom 21. Mai. Der hieſige Produkten=
markt
verkehrte in ruhiger Haltung. Da ſich dem Markte keine An=
regungen
bot, blieb das Geſchäft ſehr klein. Nur Hafer war etwas ſtär=
ker
gefragt, und die höheren Preiſe wurden glatt bewilligt. Auch Kleie
hatte etwas regeres Geſchäft. Mehle waren ſtark vernachläſſigt und an=
geboten
. Roggen lag eine viertel Mark niedriger, da ziemlich Ware an
den Markt kam. Die Preiſe wurden wie folgt feſtgeſetzt: Weizen 1.
26,50: Roggen 2838,25; Hafer inl. 2828,50; Mais für Futterzwecke
25; Mais für andere Zwecke 25; Weizenmehl 3839,25; Roggenmehl
39,5040; Weizenkleie 1515,25; Roggenkleie 17,5017,75; Erbſen 32
bis 60; Linſen 55105; Heu 8,509: Weizenſtroh drahtgepr. 4,755;
gebündelt 44,B5: Treber 19,2519,50. Am Kartoffelmarkt war die
Tendenz etwas feſter. Induſtrie, hieſige Gegend, 4,41 RM. je 50 Kg.
Berliner Produktenbericht vom 21. Mai. Dem Produktenmarkte
fehlte es heute faſt gänzlich an Anregungen, und daraufhin geſtaltete
ſich der Verkehr ſehr ruhig. Der kanadiſche Farmerpool war heute wvie=
der
mit Weizenofferten am Markte; die Forderungen der freien nord=
amerikaniſchen
Exporteure lauteten für Weizen etwas höher, dagegen
zeigten ſich die argentiniſchen Ablader entgegenkommender. Die Preiſe
für Weſternroggen waren leicht erhöht. Von Umſätzen in ausländiſchem
Brotgetreide war bis zur Berichtsabfaſſung nichts zu hören. Vom In=
lande
iſt Weizen, allerdings nur in geringem Ausmaße, zu Samstags=
preiſen
angeboten; Waggonware findet bei den Provinzmühlen ſchlank
Aufnahme, Kahnware begegnet bei den Großmühlen einigem Intereſſe.
Bei Noggen fehlt weiter Angebot von Bahnware; Matertal zur Waſſer=
verladung
, namentlich geringere Qualitäten, iſt reichlicher angeboten,
findet aber nur wenig Beachtung. Am Lieferungsmarkt war das Ge=
ſchäft
bei wenig veränderten Preiſen für beide Brotgetreidearten recht
ſchleppend. Roggen= und Weizenmehle ſind in den Mühlenforderungen
unverändert, die Umſatztätigkeit hält ſich in engſten Grenzen. Hnafer
blieb weiter faſt völlig geſchäftslos, Gerſten gleichfalls ſehr ſtill.

Viehmärkte.

Mannheimer Viehmarkt vom 21. Mai. Zum heutigen Viehmarkt
waren zugeführt und wurden die 50 Kilo Lebendgewicht je nach Klaſſe
gehandelt: 201 Ochſen 3163, 95 Bullen 3053, 349 Kühe 1852, 367
Färfen 4064, 917 Kälber 5086, 44 Schafe 4450, 3815 Schweine 50
bis 66. Marktverlauf: Mit Großvieh anfangs mittelmäßig, dann lang=
ſam
, kleiner Ueberſtand; mit Kälbern lebhaft, ausverkauft; mit Schwei=

nen anfangs lebhaft, ſpäter mittelmäßig, kleiner Ueberſtand. Nächſte
Woche Großviehmarkt (Dienstag, 29. Mai.).
Frankfurter Viehmarkt vom 21. Mai. Der Auftrieb des heutigen
Hauptmarktes beſtand aus 1589 Rindern, darunter 447 Ochſen, 72 Bul=
len
, 636 Kühen, 376 Färſen, ferner aus 1406 Kälbern, 68 Schafen und
7536 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb des letzten Hauptmarktes
waren heute 380 Rinder, 560 Kälber, 42 Schafe und 435 Schweine mehr
angetrieben. Marktverlauf: Geſchäft in allen Viehgattungen rege.
Schweine zum Schluß abflauend, geringer Ueberſtand, ſonſt ausverkauft.
Fette Schweine vernachläſſigt. Bezahlt wurde pro Zentner Lebend=
gewicht
: Ochſen a) 1. 6064, 2. 5659, b) 1. 5255, 2. 4751, Bullen
a) 5257, b) 4751, Kühe a) 1. 4752. 2. 4246, c) 3741, d) 4854,
Kälber b) 7882, e) 7277, d) 6571, Schafe a) 5560, Schweine a) 57
bis 60, b) 5861, () 6063, d) 6063, e) 5760, g) 5053. Im Ver=
gleich
zu den Notierungen des letzten Marktes waren Rinder unverändert.
Schafe und Schweine zogen bis je 5 Mk. an. Kläger blieben gut be=
heuptet
. Fleiſchgroßmarkt. Ochſenfleiſch 1. 95100, 2. 90
bis 95, Bullenfleiſch 8590, Kuhfleiſch 1. 7080, 2. 6070, 3. 4060,
Kalbfleiſch 2. 105115, Hammelfleiſch 100108, Schweinefleiſch 1. 72
bis 78. Gefrierfleiſch: Rintfleiſch Vorderviertel 48, Hinterviertel 60.
Frankfurter Pferdemarkt vom 21. Mai. Der heutige Pferdemarkt
zeigte zahlenmäßig den gleichen Auftrieb als im Vormonat: 550 Pferde.
Gutes, ausgeſuchtes Material war in der Minderzahl; ein Transport
oſtpreußiſcher Pferde fand Beachtung und flotten Abſatz, Schlacktpferde
wurden faſt reſtlos umgeſetzt. Die Kaufluſt war anfangs zögernd, ent=
wickelte
ſich aber im Verlaufe des Marktes, und konnte bei feſter Preis=
geſtaltung
alsdann zufriedenſtellend genannt werden, beſte Tiere wur=
den
zu Preiſen gehandelt, die über der Allgemeinnotierung lagen. Auf=
käufer
aus dem Rheinland und Süddeutſchland haben wie immer die
größten Abſchlüſſe getätigt. Der nächſte Pferdemarkt findet am
18. Juni ſtatt.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chikago, 21. Mai. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der Markt nahm einen überwiegend ſchwachen Verlauf
auf günſtige Wetterberichte und die geringeren Verſchiffungsziffern. Die
niedrigeren Winnipeger Kabel verſtimmten auch.
Mais: Die Termine konnten ſich zunächſt befeſtigen auf die Feſtig=
keit
in Buenos Aires und die Möglichkeit einer Verſchärfung des Dock=
arbeiterſtreiks
in Argentinien. Dann machte ſich eine Reaktion geltend
auf die größere Anbaufläche in Süddakota.
Roggen: Auch Roggen war ſchwach veranlagt auf Liquidationen,
unbefriedigende ausländiſche Nachfrage und günſtige Wetterberichte.
Hafer war anfangs ziemlich ſtetig, gab aber ſpäter ebenfalls nach
im Zuſammenhang mit Mais.
* New York, 21. Mal. (Priv.=Tel.)
Kaffee: Die ſchwächeren braſilianiſchen Kabel ließen die Termine
anfangs unter Liquidationen nachgeben. Dann trat auf ausländiſche
Deckungen eine Erholung ein. Zum Schluß überwog das Angebot.
Zucker: Die Termine lagen heute bei ruhigem Marktverlauf etwas
ſchwächer auf Verkäufe Europas und Hedgingsverkäufe gegen Käufe an
kubaniſchen Plätzen.

Es Joferken uach Mehunen us Chieggo m 2. Naht:
Getreide: Weizen, Mai 147½
½, Sept. 149½: Mais,
Mai 103 Juli 106½, Sept. 106½; Hafer, Mai 65, Juli 55½,
Sept. 4638; Roggen, Mai 134, Juli 130, Sept. 11934.
Schmalz: Mai 12,525, Juli 12,15, Sept. 12,45.
Fleiſch: Rippen, Mai 12,125, Juli 12,25, Sept. 12,25: Speck
loco 12,25: leichte Schweine 8,509,95, ſchw. Schweine 9,259,80;
Schweinezufuhr Chicago 50 000, im Weſten 115 000.
Baumwplle: Mai 20,77, Juli 20,62.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 21. Mai:
Getreide: Weizen Rotwinter 208½, Hartwinter 168½: Mais
neu ank. Ernte 116½8 Mehil ſpr. wheat clears 7725 Fracht;
nach England 1,62,3, nach dem Kontinent 810 C.
Schmalz: Prima Weſtern loco 12,75 Talg extra loſe 8½.
Kakao: Tendenz: ſtetig, Umſatz in lots 110, loco 15 Mai,
Juni 14,81, Juli 15,10, Auguſt 15,29, September 15,37, Oktober
15,28, November 14,93, Dezembr 14,/48, Januar 1929 14,33.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die Auflegung der Auslandsanleihe der Deutſchen Girozentrale in
New York, die Montag erfolgem ſollte, wird ſich wahrſcheinlich um
einige Tage verzögern. Dies wird damit begründet, daß der Proſpekt
nicht rechtzeitig fertiggeſtellt werden konnte, und daß an den darauf=
folgenden
Tagen der Woche das emittierende Bankhaus Harris Forbes
u. Co. eine Reihe von anderen Emiſſionen herausbringen wollte.
Gerüchte, daß inzwviſchen der Uebergang der 10 Mill. RM. Daimler=
Aktien an die Danatbank verfekt geworden ſei, treffen nicht zu.
Die Damenkleider=Engrosfirma Julian Bach Berlin, Jeruſalemer=
ſtraße
44, befindet ſich, laut Konfektionär, in Zahlungsſchwierigkeiten.
Den Paſſiven von etiwa 150 000 RM., ſtehen Aktiben von ca. 50 000 R.
gegenüher.
Das europäiſche Aluminiumkartell hat den Rohaluminiumpreis um
10 Pfund Sterling heruntergeſetzt.
Die Stadt Debreezin will, unabhängig von den übrigen ungariſchen
Städten, oine Anleihe im Betrage von 4,5 Mill. Dollar aufnehmen. Es
wurden drei Offerten eingereicht, und zwar eine gemeinſame Offerte
der Peſter Ungariſchen Kommerzialbank und der Peſter Vaterländiſchen
Sparkaſſe, eine Offerte der Ungariſchen Eſkomptebank und eine des
Ungariſchen Bodenkreditinſtitutes.
In Budapeſter Börſenkreiſen will man wiſſen daß die Bauxit=
Truſt=Geſellſchaft im Verein mit den ungariſchen Großaktionären der
Geſellſchaft (d. f. Ung. Allg. Kohlenbergbau, Salgotarjaner, Ung. Allg.
Krebitbank und Manfred Weiß) in der Nähe der neuen elektriſchen
Ueberlandzentrale von Banhida eine Alumnnium=Fabrik zu errichten
gedenkt. Eine Beſtätigung dieſer Gerüichte war bei den intereſſierten
Stellen bisher nicht zu erlangen.
Sechs Warenhausfirmen in den Staaten Ohio und Northkarolina
haben ſich laut Konfektionär zur Firma E. C. Denton Stores Co.,
Cineinnati, mit einem Kapital von 3 Mill. Dollar zuſammengeſchloſſen.

Anſer Feſtprogramm für die Pfingſtwoche:

UV.8805

u
ui
Die hervorragende
Beſetzung:
... . . Jakob Tiedtke
Rentier Beermann.
Ralph Arthur Roberts
Profeſſor Waßner.
Juſizrat Hauſer ...

Nach der Komödie von Ludwig Thoma

Der Erbprinz ....
Kammerherr v. Schmettau . . . . .. ... . . . Ferd. b. Alten Oobler...." .. . . . Fritz Greiner // Polizeiſchreiber Reiſacher .
Fürſt Emil v. Gerolſtein . . . . . . . . . . Julius Falckenſtein Aſſeſſor Ströbel . . . . . . . . . . . . . . . Albert Paulig II. Ninon de Hautebille: EIIG .. . . Paul Grätz

. . . Harrh Halm I Effie Beermann ..
Hilde Jennings
Ernſt Hofmann

Mitglieder des Sittlichkeitsvereins: Paul Morgan, Hugo Oöblin, Karl Harbacher, Jul. E. Herrmann, Fritz Beckmann
Eb
Dann weiter: BeR Lindbershrulmi Mit Eindperoh um die delt
Dazu am Montag, Dienstag und Mittwoch um 5 und 9 Uhr, je ein Lichtbildvortrag unſeres bekannten Darmſtädter Segelfliegers
Nehring, dem Sieger des Segelflugwettwerbes in der Krim und des vorjährigen Rhön=Weitbewerbs.
Leßte Vorſiellung 81l. Uhr
Erſte Vor ſiellung 31. Uhr

Residenz-Theater am weiſien Furm
Neu-Aufführung des deutschen Großfilms

Ladp Hamilten

Lord Nelson’s
letste Liebe.

Beachten Sie die nie wiederkehrende Besetzung!
Reinhold Schünzel, Werner Krauß, Anton Pointner, Georg Alexander, Ilka Grüning,
Conrad Veidt, Paul Bildt, Theoder Loos, Gertrud Welcker, Louis Ralph, Adele
Sandrock, Gelly de Rhevdt, Heinrich George, Friedrich Kühne, Carl Platen.
Liane Haid
Vorführungsdauer 1¾ Stunden.
Lustspiel in
Im
Beiprogramm 9oe im Lande der Holzschuhe 2 4kten

Palast- Lichtspiele, Grafenstraße
Zwel Großflmei
Der Bettler vom Kölner Dom
Kriminalflm in 6 Akten mit
Hanni Weiße, Fritz Kampers, Robert Scholz, Carl de Vogt, Harry Lamberts, Paulsen.
Die Sünde an Alice Berndt
Die Geschichte eines Strebers in 6 Akten.
Dann noch ein Lustspiel in 2 Akten:
Und alles wegen ihn

Der Herrenfahrer,
Dsder am Sonntag
mittag /45 Uhr Ecke
Heinheimer= u. Mül=
lerſtr
. den Motorrad=
fahrer
von hinten
anfuhr, wird höflichſt
um ſeine Adreſſe ge=
beten
. Kaupſtr. 29, II.
13719

Lau=
fend
Sägemehl
abzug. b. Jakob Traſer,
Arheilgen, Dieburger=
( 13705
ſtraße



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Nummer 142

Dienstag, den 22 Mai 1928

Seite 15

Reich und Ausland.
Rückkehr eines totgeſagten.
Aſienforſchers.

Grundſteinlegung der neuen Reichskanzlei.

Dr. h. c. Wilhelm Filchner,
berühmte deutſche Forſchungsreiſende, iſt von
iner Tibet=Expedition heil zurückgekehrt. Die vor
nigen Monaten verbreitetn Nachrichten, daß der Ge=
hrte
von Tibetanern ermordet wurde, haben ſich
ücklicherweiſe nicht bewahrheitet. Filchner, der
reits 1900 ſeinen berühmten Ritt über den Pamir
usführte, war 1903 Leiter der deutſchen Tibet=
ppedition
, 191012 der deutſchen Antarktiſchen Ex=
pedition
und gilt als beſter Kenner Mittelaſiens.
Großer Ladenbrand in der Frankfurter
Altſtadt.
Frankfurt a. M. Um 4,22 Uhr Montag früh
uude die Feuerwehr alarmiert mit dem Ruf:
ladenbrand Börneſtraße 35, Menſchenleben in Ge=
hr‟
. Die Wehr eilte ſofort mit mehreren Zügen
d Maſchinenleitern an die Brandſtelle und griff
n Herd des Feuers an, das ſich inzwiſchen auf wei=
e
Stockwerke ausgedehnt hatte. Die erſchreckten
ausbewohner flüchteten vor dem Rauch und Feuer
3 auf das Dach. Der Feuerwahr gelang es, mit
Ife mehrerer Löſchzüge und Maſchinenrohren den
rand zu löſchen und die Bewohner zu vetten, ſo daß
emand verletzt wurde. Wie das Feuer entſtand und
e hoch ſich der Schaden beläuft, konnte noch nicht
vgeſtellt werden. Zurzeit ſind die Feuerwehrleute
ch mit Aufräumungsarbeiten beſchäftigt.
Der Heidelberger Poliziſtenmörder verhaftet.
Heidelberg. Am Sonntag abend gelang es
erraſchenderweiſe, in dem in Ludwigshafen wegen
heckbetrugs feſtgenommenen Betrüger den Täter
tzuſtellen, der in der Nacht zum 3. Mai in Heidel=
rg
. bei einem Einbruch den Schutzmann Kern er=
oſſen
und einen zweiten Schutzmann verletzt hat.
Verhaftete, der die Heidelberger Tat ſofort ein=
hand
, iſt der 25jährige Franz Ries aus Heidelberg.
in Mittäter, der am Sonntag abend noch kurz vor
ner Verhaftung fliehen konnte, iſt in der vergange=
n
Nacht in Mannheim feſtgenommen worden. Er
nnt ſich Paul Vogel. Man weiß noch nicht, ob
ſer Name zutrifft. Er iſt bei dem Einbruch in
idelberg der Mittäter geweſen. Die beiden haben
nach der Heidelberger Tat einen Tag im Walde
Heidelberg herumgetrieben und waren dann nach
iſel gefahren. Von dort kamen ſie in der ver=
ngenen
Woche über Kehl und Frankfurt a. M., wo
anſcheinend einen Einbruch verübt haben, nach
dwigshafen.
Wegen Anwerbung zur Fremdenlegion
verurteilt.
Landau (Pfalz). Vor dem Landauer Schöffen=
eicht
hatte ſich der 21jährige Schriftſetzer Albert
mer aus Stutgart wegen Anwerbung zweier Deut=
er
zur Fremdenlegion zu verantworben. Er über=
dete
zwei junge Burſchen, mit ihm zur franzö=
hen
Kaſerne zu gehen und ſich für die Fremden=
ſion
anwerben zu laſſen. Die beiden Burſchen
irden dort über Nacht behalten und am nächſten
orgen zur Unterſuchung geführt. Während der eine,
il noch zu jung, nicht angenommen wurde, wurde
andere für tauglich befunden. Er erhielt die
tigen Papiere und Fahrgeld bis Weißenburg in
ihe von 1,60 Mark. Im letzten Augenblick bekam
Junge Reue und iſt nicht zur Grenze gereiſt.
1s Gericht verurteilte Ulmer zu einer Gefängnis=
afe
von drei Monaten und zu den Koſten.
Das Märtyrer=Denkmal in Santa Marta.
Rom. Im hiſtoriſchen Friedhof von Santa Marta
Rom wurde das Denkmai eingeweiht, das durch
denden deutſcher Pilger aus dem Jubeljahr er=
htet
worden iſt. Es gilt dem Gedächtnis der erſten
riſtenmärtyrer aus der Zeit Neros, die an dieſer
eelle den Tod gefunden haben, da ſich hier der
oße Zirkus des römiſchen Kaiſers befand. Der
lieniſche Nuntius in Berlin, Monſ. Pacelbi, hat
Einſegnung vorgenommen und Monſ. David, der
rektor des Deutſchen Hoſpiz’, hielt die Weiherede.
der Feier nahmen auch Kardinal Ehrle, der preu=
che
und bayeriſche Geſandte beim Heiligen Stuhl,
rtreter des Vatikans, ſowie zahlreiche Prälaten
d Vertreter der deutſchen Kolonie Roms teil.
1s Denkmal ſtellt den heiligen Petrus dar, wie er
ne Gläubigen ermutigt, im Namen und für den
zumph Chriſti zu ſterben.
Die Sturmopfer an der ſizilianiſchen Küſte.
Rom. Die während des Sturmes im Thyrreni=
en
Meer verſchollenen Fiſcherbarken von Meſſina
nnten nicht mehr geborgen werden. Man hat daher
de Hoffnung aufgegeben, die fünf Vermißten noch
Hend vorzufinden. Damit iſt die Zahl der Opfer des
ewitterſturmes auf 9 geſtiegen.
Erdbeben im Friaul.
Mailand. Am Samstag wurde im Friaul ein
edbeben verſpürt, das in Tolmein und Gemona be=
nders
ſtark war, während es in Udine nur von
rem Teil der Sevölkerung wahrgenommen wurde.
s werden keine beſonderen Schäden gemeldet

Hindenburg legt den Grundſtein zur neuen Reichskanzlei.
Das Haus der Reichskanzlei, in das Fürſt Bismarck im ſiebenten Jahre ſeiner Kanzlerſchaft ein=
zog
, iſt zu eng geworden. Im ehemals fürſtlich Radziwillſchen Palais hat Bismarck 1878 nur
drei Beamte beſchäftigt. Bei dem mächtig angewachſenen Geſchäftsbereich der Reichskanzlei ſind
zurzeit ein Staatsſekretär, zwei Direktoren, ſechs vortragende Räte und 43 Bureaubeamte im
Hauſe Wilhelmſtraße 78 tätig. Ein großer Erweiterungsbau war ſchon lange nötig. Endlich iſt es
ſo tveit, daß der Grundſtein zum Neubau gelegt werden konnte. Den feierlichen Akt hat, wie
unſer Bild zeigt, Reichspräſident v. Hindenburg vollzogen. Rechts neben dem Reichspräſidenten
iſt der Reichskanzler Dr. Marx zu ſehen.
Jahresſchau deutſcher Arbeit in Dresden.
Eröffnung der Ausſtellung Die techniſche Stadt in Dresden.

Das erſte Kugelhaus der Welt.
Die Ausſtellung Techniſche Stadt in Dresden zeigt die allerletzten Fortſchritte und Errungen=
ſchaften
des modernen Städtebaus. Auf unſerem Bilde iſt das erſte Kugelhaus der Welt zu ſehen.
Seine Größe entſpricht der Höhe des Brandenburger Tores einſchließlich der Quadriga. Während
im unteren Teil des Kugelhauſes in vier Etagen Geſchäftsläden eingerichtet werden, ſoll in
ſeinem oberen Teil unmittelbar unter der Kuppel ein Café=Reſtaurant, zu dem eigene Aufzüge
hinaufführen, zu einem Rundblick über ganz Dresden einladen.
Beginn der Olympiſchen Spiele in Amſterdam.

Die Eröffnungsrede des Präſiventen.
Baron Schimmelpenninck (in der Mitte), der Präſident der Olymdiſchen Spiele 1928, hat vor dem
Eingang des Stadions in Anweſenheit des Prinzen Heinrich der Niederlande (X) die Eröffnungs=
rede
gehalten.

Im Steinbruch verſchüttet.
Mailand. In einem Steinbruch bei Gijon
wurden zahlreiche Arbeiter durch niedergehende Ge=
ſteinsmaſſen
derſchütet. Sechs Arbeiter wurden ge
tötet, die andern erheblich verletzt.

Erdſtoß in Japan.
Tokiv. In der Umgebung von Tokio ereignete
ſich ein ſtarker Erdſtoß, dem kleinere Stöße folgten.
Es iſt kein großer Schyden angerichtet worden, und
es ſind keine Perſonen verletzt oder getötet worden.

* Der Schein iſi trügeriſch.
() Paris. Frau Camp kam auf dem Saint=
Lazare=Bahnhof in Paris an. Eine einfache Frau
aus der Provinz, welche das Seineparadies noch nie
geſehen hat und von dem Tempo der Großſtadt be=
reits
in dem Augenblick derwirrt wurde, wo ſie ihr
Abteil verließ. Sie wandte ſich alſo an den erſten
beſten Uniformierten: Wo iſt hier die Gepäckabgabe=
ſtelle
?
Ich weiß es nicht, Madame, antwortete kurz
und bündig der Mann.
Wann läuft der D=Zug aus Menton ein? lautete
die zweite Frage der verdutzten Provinzlerin.
Das kann ich Ihnen auch nicht ſagen, erwiderte
der Uniformierte gelaſſen.
Was ſind Sie denn, zum Donnerwetter, wenn
Sie nichts wiſſen? kreiſchte empört Frau Camp.
Ich bin Marineoffizier, Madame!
Wenn Sie Offizier ſind, könnten Sie wahrhaftig
höflicher ſein, ſprach die gekränkte Unſchuld vom
Lande mit echter Frauenlogik die Sentenz aus.
Da verließ aber auch den alten Seebäven ſeine
Ruhe: Wenn ich nicht übermenſchlich höflich wäre,
hätte ich Sie ſchon längſt zum Teufel gejagt!
Da ſagte Frau Camp kein Wort mehr, ſondern
ließ ihre Hände ſprechen und verabreichte dem Uni=
formierten
eine kräftige Bachpfeife.
Sie wurde jetzt zu tauſend Franken Geldſtrafe ver=
urteilt
. Denn jeder franzöſiſche Staatsangehörige iſt,
wie das Gericht feſtſtellte, verpflichtet, die Marine=
offiziere
von den Eiſenbahnbeamten unterſcheiden zu
können, wenn auch die Uniformen einander ſtark
ähneln. Und überdies hat ſie den Offizier, und nicht
der Offizier ſie beleidigt. Um von der Maulſchelle
ganz zu ſchweigen ..
Mißglückter Start der Bremen.
NewYork. Nach Meldungen aus St. Johns
auf Neufundland hat die Bremen am Sonntag
einen mißglückten Starvverſuch unternommen. Nach
mehrſtündiger Aubeit an dem Flugzeug beſchloß der
Chefpilot Meſchior, den Aufſtieg zu verſuchen. Die
Mechaniker gaben Vollgas und das Flugzeug erhob
ſich mehrere Meter vom Boden, fiel aber auf das
Eis zurück. Den jüngſten Nachrichten zufolge wurde
die Bremen dabei derartig beſchädigt, daß ſie flug=
unfähig
iſt und abmontiert werden muß. Einige Zu=
ſchauer
eilten nach dem Unfall herbei, um den Flie=
gern
Holfe zu bringen, konnten aber feſtſtellen, daß
die Inſaſſen des Flugzeuges nur unbedeutend verletzt
waren. Eine weitere Meldung beſagt, daß Mel=
chior
in Begleitung des Piloten Cuiſimier ſofort nach
dem Unfall im Motorboot nach Natasquan gefahren
ſei, um Erſatzteile zur Reparatur der Bremen her=
beizuſchaffen
.
Exploſion auf einem Petroleumſchiff.
London. Wie mus Rio de Janeiro gemeldet
wird, ſind infolge einer Exploſion, die ſich auf einer
mit 16 000 Gallonen Petroleum beladenen Bark er=
eignete
, zwwei Perſonen ums Leben gekommen.
Afrikas Minerallagerſtätten beherrſchen den
Weltmarkt.
Die im Eiltempo fortſchreitende Erſchließung
des afrikaniſchem Kontinents fördert einmal den Ab=
bau
der Rohſtofflager bedeutend, zum andeven wer=
den
ſtändig neue reiche Mineralvorkommen entdeckt.
75 Prozent der jährlichen Weltproduktion an Gold
wurden 1925 von Afrika geſtellt, und an der Dia=
mantförderung
hat der Kontinent mit 92 Prozent
den Löwenanteil (das vormalige Deutſch= Südweſt=
afrika
ſtellte 11,2 Prozent der Weltförderung). Ueber
drei Viertel des Weltbedarfs an Radium werden.
von Afrika geliefert, und wenn die kürzlich von
einem Deutſchen in Transvaal entdeckten Platin=
lager
nur einigermaßen das halten, was ſie ver=
ſprechen
, dann hat Afrika das unumſtrittene Mono=
pol
für die wertvollſten Mineralſtoffe. Weiter be=
ſitzt
Belgiſch=Kongo das leiſtungsfähigſte Kupfererz=
bergwerk
der Welt, das nach Behebung der Abbau=
Schwierigkeiten insbeſondere der Frage der Ar=
beitskräfte
die Rieſenvorkommen von Nord= und
Südamerika in Schatten ſtellen wird. Afrikas Phos=
phat
, Vanadin, Kobalt, Asbeſt, Zinn, Mangan,
Glimmer ſtellen große Teile der Weltproduktion,
und Eiſen und Aluminium werden bei der fortſchrei=
tenden
wirtſchaftlichen Erſchließung folgen. Dieſe
Tatſachen und die ſich daraus ergebenden weltwirt=
ſchaftspolitiſchen
Verlagerungen werden in den
Sitzungsbevichten der Preußiſchen Geologiſchen Lan=
desanſtalt
beſprochen.
Die Opfer der Exploſions=
kataſtrophe
im Mathanbergwerk.
26 Tote. 120 Vermißte.
Broſonsville. Bei dem bereits gemeldeten
Exploſionsunglück im Mathanbergweik fanden 26
Bergarbeiter den Tod. Fiinf befinden ſich in Lebens=
gefahr
, neun konnten gerettet werden. 120 Arbeiter
werden vermißt.
Gegen Mitternacht gab man die Hoffnung auf
Rettung der bei der Exploſion im Mathanbergwerk
noch eingeſchloſſenen Leute auf. Man ſchätzt die Zahl
der zurzeit des Unglücks in der Grube befindlichen
Bergleute auf 100 bis über 200. Familien, die An=
gehörige
vermiſſen, haben die ganze Nacht am Ein=
gang
zum Bergwerk verbracht in der Hoffnung, daß
es einigen Verunglückten gelungen fein könnte, ſich
ſelbſt vor den hereinbrechenden Gaſen zu retten.
36 Leichen wurden bisher geborgen, die meiſt furcht=
bar
berſtümmelt ſind.
Ein Arbeiter der Nachtſchicht, der zu den wenigen
gehört, die der Kataſtrophe im Mather=Bergierk ent=
ronnen
ſind, gibt eine Schilderung ſeiner Rettung.
Er hatte, gerade das Bergwverk betreten, als ihn ein
ſcharfer Luftzug, dem Getöſe und eine heiße, ſchwarze
Nauchwolke folgte, zu Boden ſtreckte. Sich auf=
raffend
lief er in völliger Dunkelheit einige hundert
Meter bergeinwärts, bis er über niedergeſtürzte Fels=
blöcke
ſtolpernd von giftigen Schſvaden erreicht wurde
und das Bewußtſein verlor. Er wurde dann von
ihm folgenden Leuten der Nachtſchicht gerettet. Dieſe
hörten noch Hilferufe und machten Verſuche, noch
andere Bergleute in Sicherheit zu bringen. Sie ver=
mochten
meiſt nur Tote zu bergen und wurden von
den giftigen Schwaden zum Rückzug genötigt. Nur
neun Bergleute entkamen mit leichteren Verletzungen,
weitere fünf wurden mit einer ſchweren Gasvergif=
tung
und furchtbaren Brandwunden an die Oberfläche
gebracht.

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Seite 16

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Dienstag, den 22. Mai 1928

Nummer 142

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Nummer 142

Dienstag, den 22 Mai 1928

Seite 17

din Oaasstiagerin.

19)

Roman von Ferdinand Gradl.
(Nachdruck verboten)

Die Urſachen für Haſpergongh ſeniors abnormale Charakter=
bildung
lagen tiefer. Er barg nämlich in ſeinem Bufen einen
großen, unverſöhnlichen Haß. Der Haß war ſo groß, wie der
Gegner, dem er galt. Haſpergough haßte nämlich die Vereinigten
Staaten von Nordamerika. Land und Leute. Alles beides.
Natürlich hatte eine ſolche chroniſche Gemütsbewegung ihre
Gründe. Das hing wieder mit Haſpergoughs Naſe zuſammen.
Leute, die etwas davon verſtehen, urteilen beim erſten Blick auf
Saſpergoughs Geſichtsvorſprung: Schnaps!
Aber Zacharias, der beſſer informiert war, wußte:
Bier! Schn’ps trinkt r nur zw’ſchn dirch, wien Beiſtrich.
Dick Haſpergough war das Reſultat von vier Generationen
Biertrinkern. Sein Urgroßvater war Bräumeiſter geweſen, ſein
Broßvater hat eine kleine Brauerei in England erbaut, ſein
Vater hat ſie erweitert, aber Dick war auch dieſe Erweiterung
zu eng.
Während ſich ſeine Ahnen, wie ſich’s für unentwegte Ver=
hrer
von Hopfen und Malz gehört, durch geruhſame, friedfertige
Lebensführung ausgezeichnet hatten, war Dick vollſtändig aus
der Art geſchlagen. Er hatte einen verteufelten Zug ins Große.
Zunächſt erweiterte er die väterliche Erweiterung, dann ging er
tudienhalber nach München, um dort Braugeheimniſſe auszu=
pionieren
, befreundete ſich mit einem dortigen Oberbräuer, ver=
jebte
ſich in ſeine Tochter und heiratete das Münchner Kindl
chlankweg.
Bezüglich dieſer Familienangelegenheit erzählte Zacharias
ine ſonderbare Geſchichte.
Der Schwiegervater=Oberbräuer ſoll nicht ſehr vermögend,
zber auf eine ungeheure Summe bei einer amnerikaniſchen Lebens=
verſicherungsgeſellſchaft
verſichert gewefen ſein. Er ſtarb. Die
Verſicherungsgeſellſchaft trug ſtatutengemäß kein Selbſtmord=
riſiko
, das heißt ſie zahlte bei jeder Art von Ableben, nur bei
Selbſtmord nicht. Nun hat die Verſicherungsgeſellſchaft Haſper=
zoughs
Schwiegervater monatelang vor ſeinem Hinſcheiden
ſeimlich beobachten laſſen und durch einwandfreie Zeugen feſtge=
tellt
, daß er täglich mindeſtens ſiebenunddreißigeMünchner Maß,
tas ſind vierundſiebzig Halbe Bier getrunken habe.
Wenn man berückſichtigt, daß ein ſolcher Bierkonſument min=
eſtens
neun Stunden täglich ſchlafen muß, bleiben ihm vierzehn
Stunden zum Trinken. Er muß alſo alle elf Minuten und
wanzig Sekunden vom Erwachen bis zum Wiedereinſchlafen ein
frügel in ſich hineingießen, um das zeugenmäßig feſtgeſtellte
Auantum zu bewältigen.
Und das erklärte die amerikaniſche Geſellſchaft für vorbedach=
en
und konſequent durchgeführten Selbſtmord und verweigerte
ie Auszahlung der Verſicherungsſumme.

Damals begann Haſpergoughs Haß gegen Amerika. Er ver=
lagte
die Geſellſchaft und gewann. Das Münchener Landesgericht
oll den klaſſiſchen Spruch gefällt haben, daß vierundſiebzig Halbe
iglich für einen Münchener Bräuer kein ungwöhnliches Maß ſind.
Ob das nun alles wahr iſt, dafür muß die Verantwortung
acharias überlaſſen bleiben. Jedenfalls bekam Haſpergough nach

dem Tode des Schwiegervaters bedeutende Geldmittel in die
Hand und ging nun noch mehr ins Große. Er ſpekulierte haupt=
ſächlich
Bräuhausaktien. Und immer glücklich ... immer glücklich
. . . bis dann der große Purzelbaum kam.
Er war mit einer rieſigen Summe in eine koloſſale Bräuhaus=
gründung
in Portland im Staate Maine eingeſtiegen. Kaum war
er drinnen, gewannen die Alkoholgegner im Senat und im Ab=
geordnetenhaus
des Staates Maine die Majorität, votierten das
Prohibitionsgeſetz, nicht lange darauf wurden die Vereinigten
Staaten insgeſamt vom Prohibitionsfieber erfaßt, und Haſper=
gough
konnte ſich mit ſeinen amerikaniſchen Bräuhausaktien die
Zimmer tapezieren.
Seit der Zeit knirſchte Haſpergough mit den Zähnen, wenn er
eines Amerikaners anſichtig wurde:
Dieſe elenden Yankees! grollte er im Kreiſe von Geſin=
nungsfreunden
. Die Komödienbande! Saufen mehr wie früher,
aber offiziell ſpielen ſie die Mäßigkeitsapoſtel. Vergiften ſollte
man die Heuchlerbrut!
Aber Haſpergough war nicht der Mann, ſich ohne Gegenwehr
in ſein Schickſal zu ergeben. Er war engliſcher Staatsbürger und
beanſpruchte das Recht, wo immer auf der Erdoberfläche Bier
zu brauen! Wer ihn daran hinderte, ob es nun ein Geſetzgeber
oder ein Bandit war, der handelte gegen natürliches Recht und
geſitteten Brauch. Wer nicht trinken will, braucht ſich kein Bier
zu kaufen, daß ſich aber der Geſetzgeber herausnimmt, Menſchen,
die Appetit auf Bier oder Schnaps haben, Waſſer oder Limonade
aufzuzwingen, das iſt Terror! Und wer ſich dagegen zur Wehr
ſetzt, handelt geſetzlich, und der Geſetzgeber, der das unveräußer=
liche
Recht des Menſchen auf einen guten Schluck unterdrücken
will, iſt in Wahrheit der Geſetzesübertreter.
Kurz geſagt: Haſpergough ſchmuggelte Alkohol, in die Ver=
einigten
Staaten. Nicht aus Gewinnſucht. Sondern aus verletz=
tem
Rechtsgefühl und Haß. Aber der Schmuggel brachte ihm
das Mehrfache deſſen ein, was er in den Bräuhausaktien einge=
büßt
. Er war ſteinreich.
Jedoch . . .. der Reichtum freute ihn nicht. Sein Haß kam
nicht auf ſeine Rechnung. Was hatte er von dem Geld? Er kam
ſich vor wie eine Mücke, die einen Elefanten umſchwärmt. Der
Mückenſtachel mag noch ſo ſcharf ſein, er reichte nicht durch die
dicke Haut. Wird’s dem Elefanten zu dumm, wedelt er ein wenig
mit dem Rüſſel, Schwanz oder Ohren und läßt ſich anſonſten
in ſeinem Behagen nicht ſtören.
Und die Mücke Haſpergough grübelte und grübelte, wie ſie
den amerikaniſchen Dickhäuter ſo treffen könnte, daß er voller Wut
aus ſeinem heuchleriſchen Dickicht hervorbricht und unter dem
Hohngelächter der ganzen Welt, mit den Stoßzähnen herum=
hauend
, hinter der Mücke einherrennt.
Das war der ſtolze Traum der Mücke Haſpergough.
Aber es blieb jahrelang ein Traum . . . bis Vika vor der
Revenge ins Waſſer fiel.
Da zuckte durch Haſpergoughs Hirn ein Blitz! Eine Idee!
Ein gigantiſcher Plan formte ſich. Zunächſt ganz undeutlich, nicht
greifbar . . . die Konturen im Bierdunſt verſchwommen . . . aber
mit jedem Knoten, den die Revenge weiterdampfte, wurde das
Projekt klarer, plaſtiſcher.
Das Schiff fuhr nach Hamburg. Das Reiſeziel war eigent=
lich
Portsmouth geweſen, aber wegen Vika wurde nach Hamburg
gefahren. Das Flugzeug ſtand tadellos gereinigt, ſorgfältig mit
einem Segel verhüllt, am Mittelboot zwiſchen den beiden Renn=

booten. In Penzanee, dem weſtlichen engliſchen Hafen, ließ
Haſpergough anhalten und kaufte Vika Frauenkleider. Um die
Schiffsangelegenheiten kümmerte er ſich gar nicht mehr. Das
überließ er Wiesner.
Er widmete ſich nur Vika. Bei Tiſch ſaß er an ihrer Linken,
bediente ſie auf das Zuvorkommendſte, ſuchte ihr die beſten Stücke
aus, wenn ſie an Bord promenierte, wich er nicht von ihrer Seite,
wollte ſie ausruhen, brachte er eigenhändig einen Liegeſtuhl, um=
hüllte
ihre Füße mit einer Decke, nahm neben ihr Platz und plau=
derte
im Tone eines wohlwollenden, in erlaubten Grenzen ver=
liebten
Onkels. Seine heimlichen Abſichten verſtand er wohl zu
verbergen. Mit ſcheinbar unabſichtlichen Fragen, mit vorſichtigem
auf den Buſch klopfen holte er aus der harmloſen Vika alles
heraus, was er wiſſen wollte. Am zweiten Tage kannte er ſo
ziemlich alle Einzelheiten ihres Abfluges.
.. kein Menſch wußte darum? Nur die alte Hausgenoſ=
ſin
? forſchte er, als ſie wieder nebeneinander unter der Kom=
mandobrücke
ſaßen.
Nur Sigbrit.
Koloſſal! rief er. So ein ſpontaner Entſchluß, ohne langes
Fragen und Reden, das imponiert mir!
War nicht viel Imponierendes dabei! entgegnete Vika be=
ſcheiden
. Es war nichts als ein Verſuch, Haus und Hof zu
retten.
.. Und Ihrem Herrn Papa eine herbe Enttäuſchung zu
erſparen, fiel Haſpergough ein, und das ſollte der Kühnheit
Ihres Entſchluſſes Abbruch tun? Im Gegenteil! Ihren Mut
habe ich vom erſten Augenblick bewundert, mein Fräulein, aber
ſeit ich weiß, daß Kindesliebe das treibende Motiv war, verehre
ich Sie
O Sir, Sie beſchämen mich durch das unverdiente Lob
wehrte Vika ab.
Bitte, gnädiges Fräulein, unterbrach er, die Hand hebend,
ich weiß, was Sie ſagen wollen. Sie meinen, ein Verſuch, ein
Vermögen zu gewinnen, verdiene nicht Bewunderung. Denn Sie
dachten doch hauptſächlich an den klingenden Lohn. Oder irre ich
mich? Dachten Sie mehr an ſportlichen Ruhm? fragte er mit
einem lauernden Blick.
Ich muß geſtehen, entgegnete ſie errötend, mir war es
mehr um das Geld zu tun.
Bravo, liebes Kind! rief Haſpergough von Wohlwollen
triefend. Sehen Sie, das freut mich. Nichts iſt mir unſympathi=
ſcher
als dieſe Weiber, die aus ſportlichem Ehrgeiz, nennen wir’s
richtig aus Gefallſucht und Eitelkeit, ihre geſunden Glieder ris=
kieren
. Für das rechte Weib gibt es nur ein Motiv, um das
Leben einuſetzen: die Liebe. Und das iſt bei Ihnen der Fall. Sie
handelten aus Kindesliebe.
Vika wurde blutrot.
Was ich um ſo höher einſchätze, fuhr er fort, als das ſinn=
liche
Moment, hm, ich meine der erotiſche Antrieb nicht mit=
gewirkt
hat.
Vika wurde noch röter. Haſpergough grinſte wie ein Nuß=
knacker
. Er wußte nun, was er wiſſen wollte.
Aber Sie . . . Sie vergeſſen, ſtammelte ſie, ich flog ganz
proſaiſch dem Dollar nach.
Um ſie dem Vater . . .", er machte eine Effektpauſe, zwickte
das Auge ein und fuhr fort: . . . und dem Geliebten zu ſchenken.
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* ich hierdurch beſonders aufmerkſam mache
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Erleichtern Sie sich die Frühjahrs-
reinigung
durch den Hoover

Der Hoover spart Arbeit, wo
sie am schwersten ist: beim
Teppichreinigen. Er reinigt
leichter, schneller und vor
allem gründlicher, als dies auf
eine andere Weise geschehen
kann. Er klopft den tief
eingetretenen Schmutz aus
dem Teppich heraus, bürstet
haftende Haare und Flaum ab
und saugt dann das Ganze
mitsamt dem Oberfächenstaub
in den Beutel hinein. Nur
der Hoover klopft und kann
deshalb, den tief eingetre-

tenen Schmutz herausbringen,
der die Fasern zerschneidei
und so den ganzen Teppich zu
zerstören droht, Wenn Sie
den Hoover auf Ihren eigenen
Teppichen arbeiten sehen, wer=
den
Sie sich überzeugen. wie
wichtig dies alles ist. Schreiben
Sie uns noch heute oder rufen
Sie uns an, und der Hoover
wird Ihnen zu einer Stunde,
die Sie bestimmen, in Ihrem
Heim auf Ihren Teppichen
ohne Kosten und ohne Ver=
bindlichkeit
vorgeführt.

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Jakob Nohl
Darmstadt, Musterausstellung: Wilhelminenstraße 10
Büro und Lager: Martinstraße 24 Telefon: 3871/73
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