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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentiche iAuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 140
Sonntag, den 20. Mai 1928.
191. Jahrgang
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aufträge und Teiſtung von Schadenerſat. Bel
Konlurs oder gerichtiſcher Beſtreibung fällt ſeder
Rabat weg. Bankkonto Deutſche Bank und Darme
ſtädter und Nationalbanf.
Wahlrecht iſt Wahlpflicht!
Der Tag der Entſcheidung.
Millionen von Erſtwählerne — Die Gefahr.
der Splitterparieien.
Mit einem Stoß der Erleichterung werden die Parteien und
ihre Kandidaten feſtſtellen, daß der Wahlkampf jetzt endgültig
vorüber iſt und die Entſcheidung fällt. Zählt man zu den 6000
Reichstagskandidaten noch die Bewerber um die Sitze bei den
Landtagswahlen und den einzelnen Kommunalwahlen, dann
ſtellen ſich im Ganzen am heutigen Sonntag über 12000
Kandi=
daten zur Wahl, von denen weniger als der zehnte Teil nur
ge=
wählt werden kann. Allein die Durchfallkandidaten würden die
Bevölkerung einer kleinen Stadt von 12000 Einwohnern
aus=
machen. Um bei den Zahlen zu bleiben, ſo muß ſchon für die
Reichstagswahl ein Rieſenapparat aufgezogen
wer=
den. In den 35 deutſchen Wahlkreiſen befinden ſich 68 000
Wahl=
lokale, die mit mindeſtens 6 Perſonen beſetzt ſein müſſen. Das
ſind allein über 400 000 Menſchen, die am Wahltag von
ſtaats=
wegen ehrenamtlich beſchäftigt werden. Dazu kommt das große
Heer der Schlepper, die für die einzelnen Parteien freiwillig
arbeiten. Die Wahlmaſchine ſetzt alſo unmittelbar mehr als eine
halbe Million Menſchen in Bewegung. In den 68000
Wahl=
lokalen werden die Stimmen gezählt und inſtanzenmäßig
weiter=
geleitet an den Bezirksleiter, der ſie dem Wahlkreisleiter
weiter=
gibt. Der Wahlkreisleiter addiert wieder zuſammen und gibt.
ſein Ergebnis telephoniſch, telegraphiſch oder auch eilbrieflich an
den Neichswahlleiter weiter, der in wochenlanger Arbeit dann die
einzeluen Reſultate nachprüft und dem Wahlprüfungsgericht
unterbreitet. Das endgültige Ergebnis der Wahl wird erſt in
einigen Wochen feſtſtehen. Daun handelt es ſich aber auch nur
noch um Verſchiebungen, die höchſtens Einzelmandate betreffen.
Das vorläufige Ergebnis wird wahrſcheinlich bereits in den erſten
MMorgenſtunden des Montag vorliegen.
Die Wahlzeit iſi in dieſem Jahre um eine
Stunde verkürzt, da bereits um 5 Uhr die
Urnen geſchloſſen werden.
Trotzdem wird vermutlich die Maſchine bei weitem nicht ſo raſch
laufen, wie z. B. bei der Präſidentenwahl, wo ſchon nachts um
Uhr ein vollſtändiger Ueberblick vorlag. Einmal deswegen,
temberg die Landtagswahlen verbunden ſind und in Bayern
auch noch die Kommunalwahlen ſtattfinden. Das Zählgeſchäft
wird ohnehin vervielfacht. Es wird dadurch kompliziert, daß die
Zahl der Parteien gegenüber der letzten Reichstagswahl
erheb=
lich geſtiegen iſt, daß außerdem in einzelnen Bezirken
Frauen=
ſtimmen und Männerſtimmen getrennt abgegeben werden. Die
erſten Ergebniſſe werden alſo aus denjenigen Kreiſen vorliegen,
die nur die Reichstagsſtimmen zu zählen haben, und man kann
kaum damit rechnen, daß vor Mitternacht auch nurein
Ueberblick über den vermutlichen Ausgang zu
gewinnen iſt. Ueber
die Ausſichten
ſelbſt etwas zu ſagen, iſt unmöglich. Alle Parteien ſtellen ſich,
z als ob ſie voll größter Zuverſicht ſind. Dabei müſſen ſie aber
doch zugeben, daß ihre fleißige Arbeit bei den Wählern nur ein
ſehr geringes Echo gefunden hat. Die Verſammlungen aller
Par=
teien — von einzelnen Ausnahmen abgeſehen — waren
gleich=
mäßig ſchlecht beſucht. Offenbar ſind die Wähler ermüdet; die
bisherigen Methoden, verfangen nicht mehr. Man muß nach
neuen Möglichkeiten ſuchen, um ihr Intereſſe wachzurufen. Es
iſt aber deswegen noch keineswegs geſagt, daß die
Wahlbeteili=
gung ſelbſt ſchlecht zu ſein braucht. Die Franzoſen haben jetzt
im Wahlkampf die gleichen Erfahrungen gemacht und auf eine
geringe Pahlbeteiligung geſchloſſen. Trotzdem iſt die prozentugle
Wahlziffer gegenüber den Wahlen von 1924 geſtiegen. Etwas
ähnliches können auch wir erleben. Es kann ſehr gut ſein, daß
die 78prozentige Wahlbeteiligung im Jahre 1924 am heutigen
Sonntag überſchritten wird. Daß das Wetter nicht ohne
Ein=
fluß auf die Beteiligung am Wahlgeſchäft iſt, wiſſen wir. Das
größte Element der Unſicherheit liegt aber bei
den Erſtwählern, von denen niemand weiß, wie
ſie ſich entſcheiden. Von ihren Millionen hängt
das Schickſal des neuen Reichstages ab, der
ohne=
hin unter der Kefahr ſteht, daß er infolge der
Liſtenzer=
ſplitterung auch eine ſtarke Parteizerſplitterung aufweiſen
wird. Die meiſten Splittergruppen werden ja durchfallen.
Einige von ihnen werden aber doch zu einem oder mehreren
Mandaten kommen und, wenn es das Unglück will, dann ſind
es ſicher gerade dieſe Stimmen, die für den Handſchlag nach rechts
oder links die Entſcheidung bringen.
Endſpurt in Berlin.
* Berlin, 19. Mai. (Priv.=Tel.)
Der letzte Tag vor der Wahl hat eigentlich zum erſten Male
die eigene Bahlnote in das Straßenbild Berlins gebracht. Die
Parteien rafften alle ihre Agitationskraft zuſammen, um auf die
Wähler zu wirken. Die größten Geldmittel ſcheinen dabei den
Sozialdemokraten zur Verfügung zu ſtehen, die auf den gerade
nicht ſchönen Gedanken gekommen ſind, Seife mit der Aufſchrift
zur Wahl der Liſte 1 zu verteilen und die dann am Samstag die
Reſtbeſtände aus Autos unter das Volk ſtreuten. Sie hatten
ſich dazu noch ein Flugzeug gemietet, das in roter Aufſchrift die
Aufforderung trug: „Wählt Liſte 1‟. Eine beſonders ſchöne
Pointe hat ſich die Abendausgabe des „Vorwärts” ausgedacht,
die — „wie geſchmackvoll!” — in Form einer Todesanzeige das
bevorſtehende Ableben des Bürgerblocks ankündigt und von den
„trauernden Hinterbliebenen‟ Deutſchnationalen, Deutſcher Volks= Staatsbürger iſt aufs engſte verbunden mit dem großen
ſtaat=
partei, Zentrum, Bayeriſcher Volkspartei, ſowie der Wirtſchafts=
Der Rieſenapparat der Reichstagswahl. partei als „ſtille Teilhaber” unterzeichnet iſt. Das iſt reichlich wir wiſſen es oder vielmehr, wir ſollten es wiſſen. Ob man ſich
geiſtlos. Der ſogenannte Bürgerblock iſt ſchon im Februar vom
zahlenmäßig nötig wäre, bleibt noch abzuwarten. Die
Reichs=
zu verhindern. Jetzt am Ende des Wahlkampfes darf doch
ein=
mal feſtgeſtellt werden, wie hilflos es wirkte, daß irgendeine
nicht in die Wege geleitet worden iſt, während im Gegenſatz dazu
mit den robuſteſten Mitteln ausgeſprochene ſozialdemokratiſche
Propaganda zu treiben.
Die Wahlvorbereitungen der Berliner Polizei.
viel zur Ruhe gekommen. Die Beamten der Reviere und
Bereit=
ſchaften wurden dauernd eingeſetzt, um Wahlverſammlungen zu
ſchützen und Demonſtrationen zu ſichern. Von heute nacht ab
befindet ſich die geſamte Berliner Polizei in höchſtem
Alarm=
zuſtand. Alle dienſtfreien Beamten der Schutz= und
Kriminal=
polizei ſind verwendungsbereit. Ab morgen früh 8 Uhr werden
die Wahllokale polizeilich geſichert, um die ungeſtörte
Durchfüh=
rung des Wahlaktes zu gewährleiſten. Starke Kräfte werden als
Streifen auf Schnellautomobilen, Motor= und Fahrrädern
ein=
geſetzt, um Ausſchreitungen in den Straßen ſofort im Keime zu
erſticken. Außerdem werden bedeutende Reſerven bereitgeſtellt,
die ſchnell an irgend einem Punkte eingreifen können, wenn die
dort eingeſetzten Polizeikräfte nicht ausreichen ſollten. Die Polizei
natürlich nicht erſchweren Ausſchreitungen aber mit
rückſichts=
loſem Durchgreifen verhindern wird. Nach Beendigung des
Wahlgeſchäfts werden die Wahlurnen und Stimmzettel unter
polizeiliſcher Begleitung zum Wahlamt gebracht.
Die franzöſiſche Preſſe zu den bevorſiehenden
Reichstagswahlen.
franzöſiſchen Preſſe eingehend beſprochen. Die „Information”
bedauert, daß Streſemann nicht am Wahlkampfe habe teilnehmen
weil mit den Reichstagswahlen in Preußen, Bayern und Würt= können. Trotzdem aber dürfe man annehmen, daß morgen die
Locarnopolitik die Billigung der Mehrheit der deutſchen Wähler
finden und die Friedensidee aus dem Volksurteil des ganzen
Reiches ſtärker hervorgehen werde. Die „Liberté” glaubt, daß
die Reichstagswahlen an der deutſchen Außenpolitik nichts
än=
teilhafteſte Politik ſei, die Deutſchland machen könne.
Beneſch in Berlin.
Unterredungen Beneſchs mit dem Vertreter
Dr. Streſemanns. — Beneſchs Pläne: Eine
Donaukonföderation als Erſatz für die Kleine
Entente?
Der tſchechiſche Außenminiſter iſt nun doch noch am Freitag
abend in Berlin eingetroffen und wird einige Tage hier bleiben.
Daß er, trotzdem der Außenminiſter erkrankt iſt, nach Berlin
ge=
kommen iſt, beweiſt den großen Wert, den er auf den Beſuch in
Berlin gelegt hat. Der diplomatiſche Sprachgebrauch hat ſich hier
den privaten Charakter der Reiſe betont, aber doch gleichzeitig haupt ohne jeden Erfolg bleiben! Ohne jeden Erfolg? Einen
zugeben muß, daß Herr Beneſch Gaſt der Reichsregierung iſt. Erfolg werden auch die Parteien davontragen, die bei der heu=
Das Inkognito iſt alſo nur dürftig und verbirgt den politiſchen
lin auf, um das er ſonſt immer einen großen Umweg machte.
Er wollte alſo kommen und ſich, wenn der Außenminiſter
er=
krankt war, doch wenigſtens mit ſeinem Stellvertreter unter= Stimme für eine der vielen Splitterparteien abzugeben, daran
redungen, die für Montag feſtgeſetzt ſind, ihre eigene Note, halbe Million Stimmen auf dieſe Weiſe verloren gegangen ſind,
Die Tſchechoflowalei fühlt ſich vereinſamt. Die einſt ſo ſtolze
möchte nun ſeine Rolle als Wortführer der Kleinen Entente
nicht aufgeben und darum etwas Neues ſchaffen, einmal indem
er die Feindſchaft gegen Deutſchland abbaut und ſich uns zu
nähern ſucht, dann aber auch, indem er einen Erſatz für
Donau=Konföderation denkt, alſo an eine künſtliche
in Form eines Bündnisvertrages — ſelbſtverſtändlich aber unter
lehnung der deutſchen amtlichen Politik ſtößt, ſteht unzweifelhaft
feſt. Für uns bleibt der Anſchlußgedanke eine der Grundlagen
unſerer Politik, auch wenn er im Augenblick nicht regliſierbar iſt.
kommens ſicher ſein unter der ſelbſtverſtändlichen Vorausſetzung,
daß die Tſchechoflowakei ſich auch innenpolitiſch umorientiert
und die 3½ Millionen Deutſche nicht als Bürger zweiter Klaſſe
die Antwort Beneſchs wird man geſpannt ſein dürſen.
Die Woche.
Wahltag iſt Schickſalstag. Ueber ſein politiſches Schickfal zu
entſcheiden, wird das Volk aufgerufen, über ſein politiſches
Schick=
ſal, d. h. auch über das Schickſal jedes Einzelnen. Auch der letzte
lichen Geſchehen; wir, die wir Krieg und Inflation miterlebten,
Zentrum offiziell gekündigt worden. Seitdem ſteht feſt, daß nach dieſer Tatſache überall im deutſchen Volk bewußt iſt, das iſt
aller=
den Wahlen eine andere Mehrheit geſucht werden muß. Ob das dings leider fraglich, muß fraglich erſcheinen nach dieſem ruhigſten
aller Wahlkämpfe. Gewiß — wir haben dieſe Frage ſchon früher
regierung ſelbſt hat allerdings nicht das geringſte getan, um das erörtert — es iſt nicht nur Teilnahmloſigkeit, welche die
Wahl=
verſammlungen leer ließ. Auch manche anderen Gründe und
amtliche Wahlpropaganda durch die Reichsregierung überhaupt Erklärungen für dieſe Erſcheinung gibt es. Aber es iſt auch
eine gewiſſe Teilnahmloſigkeit, die weite Kreiſe des Volkes
er=
die Preſſeſtelle der preußiſchen Regierung ſich nicht geſcheut hat, griffen hat, Teilnahmloſigkeit, die ihre Urſache hat im
Unver=
ſtändnis. Unmittelbar nach dem Zuſammenbruch war die
not=
wendige allgemeine Anteilnahme vorhanden. Der Deutſche, der
bisher dem politiſchen Leben mit ſtarker Paſſivität und ſogar mit
einer gewiſſen Abneigung gegenübergeſtanden, wurde ein eifriger
Die Berliner Schutzpolizei iſt während der letzten Woche nicht Beſucher jeder Volksverſammlung, und über 90 Prozent des
deutſchen Volkes gab bei der Wahl zur Nationalverſammlung
ſeine Stimme ab. Die unmittelbare Not brannte auch dem
Ein=
zelnen auf den Nägeln, und da man die Grundgeſetze des
poli=
tiſchen Geſchehens nicht kannte, glaubte man, daß nun mit einem
Schlage alles beſſer werden würde, wenn nur das Volk ſein
Schickſal ſelbſt in die Hand nähme. Die große Maſſe ſah ſich
bald bitter enttäuſcht, und die Wirkungen dieſer Enttäuſchung
verſpüren wir noch heute. Man ſah, daß auch die ſchönſten Sätze
des Parteiprogramms die politiſche Praxis nur ſehr wenig
beein=
flußten, man mußte erkennen, daß überall mit Waſſer gekocht wird
verſichert, daß ſie Kundgebungen in einem gewiſſen Rahmen — und man mußte langſam erkennen, daß keine noch ſo ſchönen
Worte uns wieder auf die Höhe zurückbrachten, auf der wir einſt
als Volk geſtanden. Bittere Enttäuſchung ergriff weite Kreiſe
des deutſchen Volkes, und da man die Geſetzmäßigkeit des
Ge=
ſchehens nicht erkannte, da man nicht verſtand, daß wahrhaft
politiſche Arbeit Arbeit auf lange Sicht iſt und ſein muß, ſchalt
man auf unſere politiſche Führung, ohne ſich darüber klar zu
werden, daß nach der Demokratiſierung unſeres Staatsweſens
Die Reichstagswahlen und ihre Ausſichten werden von der das Volk ſelbſt ja über ſeine Führung entſcheidet. Gefördert
durch unſer unſeliges Liſtenwahlſyſtem, wurden die Parteien zu
etwas Unperſönlichem, auf das man bei jeder Gelegenheit ſeinen
Groll abladen konnte. Sogar ſehr handgreiflich, indem man ſie
„zur Strafe” nicht wählte. Gewiß, unſer Parteiweſen iſt
keines=
wegs vollkommen, und manche Ereigniſſe der letzten Jahre haben
berechtigten Anlaß zu ſcharfer Kritik gegeben. Aber jede Kritik
dern werden, da dieſe die intelligenteſte, vernünftigſte und vor= iſt nur dann berechtigt, wenn ſie zugleich auch poſitiv iſt, d. h.,
wenn ſie wirklich beſſern will. Fragen wir einmal
ernſthaft: Sind wir oft ſolcher poſitiven Kritik begegnet während
dieſer letzten Jahre? Iſt es oft vorgekommen, daß einzelne
An=
gehörige irgend einer Partei oder ganze Gruppen, die mit
irgend=
welchen Maßnahmen der Parteiführung nicht einverſtanden
waren, auch nur den Verſuch eines Eingreifens gemacht haben?
Man hat es ſich leider bequemer gemacht. Man hat ſich aufs
Schimpfen beſchränkt und eventuell „die Partei” durch
Fern=
bleiben von der Wahl „beſtraft”, ohne ſich dabei zu überlegen,
daß man durch Nichtbeteiligung an der Wahl nicht nur
irgend=
eine Partei, ſondern in erſter Linie ſich ſelbſt ſchädigt.
Andere wieder haben eine eigene Partei gegründet. Eine
eigene Partei, welche lediglich die Aufgabe haben ſoll, eng
um=
riſſene perſönliche Sonderintereſſen zu vertreten. Man ſoll ſich
doch nur einmal unſere 32 Parteien daraufhin anſehen, die zur
wieder einmal in ſeinen eigenen Formeln gefangen, indem er heutigen Wahl aufmarſchiert ſind. Wieviele aber werden
über=
tigen Wahl kein Mandat erobern, und zwar den, daß die für ſie
Zwecklaum. Herr Beneſch hält ſich zudem zum erſtenmal in Ber= abgegebenen Stimmen verloren gehen. Es ſollten doch
wirk=
lich einmal alle die, welche heute vielleicht die Abſicht haben, ihre
halten. Daß er der anregende Teil iſt, gibt dieſen Unter= denken, daß ſchon bei der letzten Reichstagswahl weit über eine
Wieviel werden es diesmal ſein? Iſt ſich jeder Wähler darüber
Kleine Entente führt kaum noch ein Schattendaſein, weil ihre klar, daß 60 000 Stimmen in einem Wahlkreis erforderlich ſind,
inneren Gegenſätze kaum noch zu überbrücken ſind. Herr Beneſch, daß mindeſtens in einem Wahlkreis ein Mandat
er=
obert werden muß, wenn die für dieſe Partei im ganzen Reich
abgegebenen Stimmen für die Reichsliſte zählen ſollen? Und
wenn eine Organiſation im ganzen Reich ſelbſt eine Million
die Kleine Entente ſchaffen möchte, wobei er an eine Stimmen aufbringen würde, ſo ſind doch dieſe Stimmen verloren,
wenn nicht in einem Wahlkreis mindeſtens 60 000 für ſie abge=
Wiederaufrichtung der alten öſterreichiſch=ungariſchen Monarchie geben ſind. Beſitzen die Führer derartiger Splitterparteien, die
doch ihrer Gefolgſchaft gegenüber die Verantwortung übernehmen,
tſchechoflowaliſcher Führung. Daß er dabei auf die ſchroffe Ab= einen ſo ſtarken Optimismus, daß ſie ernſthaft an einen Erfolg
glauben?
Rund zehn Jahre haben wir jetzt einen demokratiſch regierten
In Wien und Budapeſt ſcheint man ebenſowenig Neigung zu Staat, in dem alſo das Volk ſich ſelbſt regieren ſoll. Noch heute
zeigen, ſich von Herrn Beneſch ins Schlepptau nehmen zu laſſen, aber iſt dieſer Staat für weite Kreiſe etwas Unverſönliches, Frem=
Damit beißt er alſo in Berlin auf Granit. Falls er aber den des, noch heute vermögen dieſe Kreiſe ſich nicht mit dem Staat
Wunſch haben ſollte, die Beziehungen zwiſchen Deutſchland und zu identifizieren. Das iſt verhängnisvoll, muß für uns als Volk
ſeinem Staate herzlicher zu geſtalten, wird er unſeres Entgegen= verhängnisvoll werden, wenn nicht eine Aenderung eintritt. Die
demokratiſche Staatsform ſetzt dieſe Identifizierung des Einzelnen
mit der Geſamtheit, d. h. mit dem Staat, voraus. Tua res
behandelt. Das wird ihm auch Herr Schubert ſagen, und auf agitur! Um Dein eigenes Geſchick handelt es ſich, auch bei der
heutigen Wahl. Hoffentlich verſteht das das deutſche Volk. M.
Seite 2
Sonntag, den 20. Mai 1928
Nummer 140
Streſemanns Befinden.
Der Reichsaußenminiſter auf dem Wege der
Beſſerung. / Wünſchezur baldigen Geſundung
Berlin, 19. Mwi.
Die Beſſerung im Befinden des deutſchen
Reichsaußen=
miniſters macht weitere Fortſchritte. Die Entzündung der nicht
chroniſch erkrankten Niere iſt weſentlich zurückgegangen, ſo daß
ihre Funktion normaler geworden iſt. Die Aerzte glauben, daß
die Gefahr vorüber iſt, und daß vorausſichtlich von weiteren
Kranbheitsberichten Abſtand genommen werden kann.
Der amerikaniſche Botſchafter hat geſtern den Stellvertreter
des Reichsaußenminiſters, Miniſterialdirektor Köpke, informiert,
daß er ein Telegramm von Staatsſekretär Kellogg erhalten habe,
in dem geſagt wird, daß Staatsſekretär Kellogg ſehr beunruhigt
tar durch die Berichte über Dr. Streſemanns Krankheit, und in
dem er ſeiner beſten Hoffnung Ausdruck gab, daß Dr.
Streſe=
wann von ſeiner Krankheit bald wieder geneſen möge. Der
Bot=
ſchafter hat dieſe Nachricht Frau Streſemann übermittelt und
er=
hielt im Laufe des Morgens einen telephoniſchen Anruf von Dr.
Streſemanns Sohn, Herrn Wolfgang Streſemann, der ihm
ſeines Vaters Dank übermittelte.
Der auswärtige Ausſchuß des ungariſchen
Oberhauſes hielt geſtern eine Sitzung ab, an der auch
Mini=
fterpräſident Graf Bethlen teilnahm. Im Laufe der Debatte
er=
griff, auch Bavon Joſeph Szterenyi das Wort, der des erkraukten
Reichsaußenminiſters Dr. Streſemann gebachte und ſeinen
Wün=
ſchen um baldige Geneſung Streſemanns Ausdruck gab. Der
Vorſitzende des Ausſchuſſes, Albert Berceviczy, ſchloß ſich im
Namen des Ausſchuſſes dieſen Wünſchen an.
In einem Leitartikel des „Journal de Genébe” wird dem
lebhaften Bedauern über die Erkrankung Streſemanns und
Briands Ausdruck gegeben. Von beiden Staatsmännern könne
man ohne Uebertreibung ſagen, daß ſie heute Europa ausmachen.
Es wäre unendlich bedauerlich, wenn in einem Zeitpunkt, wo
Verhandlurngen beginnen ſollen, von denen die ganze Liquidation
der deutſch=franzöſiſchen Probleme abhängt, Europa der
Zuſam=
mewarbeit dieſer beiden Staatsmänner beraubt würde, die für
ſeine gegenwärtigen Bedürfniſſe das beſte und weiteſte
Verſtänd=
nis haben. Das Blatt ſpricht deshalb den aufrichtigen Wunſch
aus, daß Briand und Streſemann im September ihre Plätze in
Genf wieder einnehmen können.
Sireſemann zum Tode Dr. Heinzes.
Dresden, 19. Mai.
Reichsminiſter Dr. Streſemann hat anläßlich des Todes Dr.
Heinzes folgendes Beileidstelegram an die Deutſche
Volkspar=
tei Oſtſachſens gerichtet: Der Tod Ihres Führers, Exzellenz
Heinze, reißt eine große Lüche in unſere Reihen. Ich empfinde
das plötzliche Hinſcheiden unſeres gemeinſamen Freundes,
jahre=
langer Tärigkeit in Sachſen für unſere nationalen und liberalen
Ideen gedenkend, ſchmerzlich. Die künftige Reichstagsfvaktion der
Deutſchen Volkspartei wird die Mitarbeit von Heinze, der ſeine
hervorragenden Geiſtesgaben, ſein reiches Wiſſen und Können
ſtets und unermüdlich in den Dienſt der Sache ſtellte, beſonders
vermiſſen. Das Schickſal hat Heinze mitten aus ſeinem Schaffen
herausgeriſſen und unſere Freunde eines Führers beraubt, dem
noch große Aurfgaben bevorſtanden. Mögen aus dem politiſchen
Erbe Rudolf Heinzes, auch in Zukunft die großen Gedanken
natiovaler und libevaler Weltanſchauung dort erhalten bleiben
wo ſie ſtets bodenſtändig waren. gez. Dr. Streſemann.
Die Volkspartei hat während des Wahlkampfes nun ſchon
den Verluft ihres zweiten Spitzenkandidaten zu verzeichnen.
Vor wenigen Wochen iſt der Führer ihrer Liſte im Wahlkreis
Weſer—Ems, Dr. Gildemeiſter, geſtorben, und am Mittwoch
abend iſt ganz plötzlich der Spitzenkandidat von Dresden, der
frühere Vizekanzler und Reichsjuſtizminiſter Dr. Heinze, einem
Herzſchlag erlegen. Heinze war am 22. Juli 1865 in Oldenburg
geboren, hat aber ſeine juriſtiſche Karriere faſt ausſchließlich
in Sachſen durchgemacht. Er kam 1906 als Landgerichtsdirektor
nach Dresden und wurde dann an die Reichsanwaltſchaft, ſpäter
ans Reichsgericht übernommen. In die Politik trat er als
Stadtberordneter von Dresden ein, wo er einen ſcharfen Kampf
gegen den überſpitzten Antiſemitismus führte, und wurde dann
1907 von der damaligen Nationalliberalen Partei in den
Reichs=
tag gewählt, verlor aber 1912 ſein Mandat wieder. Während
des Krieges trat er als Unterſtaatsſekretär in das türkiſche
Juſtizminiſterium in Konſtantinopel ein, um das türkiſche
Rechtsweſen zu reformieren. 1918 kehrte er wieder zurück, um
am 1. Juli, alſo wenige Monate vor der Revolution, das
ſäch=
ſiſche Juſtizminiſterium zu übernehmen. 1919 wurde er für
Dresden in die Nationalverſammlung gewählt und übernahm
die Führung der kleinen Fraktion der Deutſchen Volkspartei,
Vom Tage.
Der Generaldirektor der A. E. G., Felix Deutſch,
der am Mittwoch ſeinen 70. Geburtstag feierte, iſt geſtern an einem
Schlaganfall geſtorben.
Kommerzienrat Dr.=Ing. Heinrich Ernemann, der
Begründer und frühere Beſitzer der Ernemann=Werke, iſt
geſtorben.
Im Zuſammenhang mit dem Beſuch eines engliſchen Geſchwaders
im Laufe des Sommers in den Oſtſeehäfen verlautet, daß während
des Sommers auch deutſche Kriegsſchiffe in Lettland
eintreffen werden.
Der däniſche Innenminiſter Dr. Kragh iſt nach
Nordſchleswig gereiſt, um ebenſo wie der Miniſterpräſident
durch perſönliche Fühlungnahme an Ort und Stelle ſich mit der
wirt=
ſchaftliche Lage in Nordſchleswig vertraut zu machen. Die Reiſe gilt
beſonders den Verhältniſſen der Gemeinden und der Arbeitsloſigkeit.
Wie aus Moskau gemeldet wird, iſt der König von
Afgha=
niſtan von Sebaſtopolnach Konſtantinopel abgereiſt.
Die rumäniſche Regierung hat beim Generalſekretariat
des Völkerbundes die Ratifikationsurkunden der Genfer
Opiumkonvention von 1925 und der internationalen
Pariſer Konvention von 1925 über
Binnenſchiff=
fahrt hinterlegt.
Nach Blättermeldungen aus Bukareſt ſoll Rumänien
beab=
ſichtigen, auf der kommenden Konferenz der Kleinen Entente die
Aufnahme Griechenlands in die Kleine Entente zu
beantragen.
Der litauiſche Miniſterpräſident Woldemaras
traf am Samstig in London ein, um mit Sir Auſten
Chamber=
lain und anderen Perſönlichkeiten des Foreign Office über gewiſſe
Fragen der litauiſchen Außenpolitik und inbeſondere über die
Bezie=
hungen Litauens zu Polen zu verhandeln.
Der „Intranſigeant” teilt mit, daß die ſeit Februar geführten
Verhandlungen über das Tangerſtatut vor dem
Ab=
ſchluß ſtänden und das Ergebnis ſpäteſtens Anfang Juni veröffentlicht
werden könne.
da Dr. Streſemann ſich damals ſtark zurückhielt. Nach der Wahl
1920 bot der damalige Reichspräſident Ebert ihm zunächſt die
Bildung der neuen Regierung an. Er lehnte jedoch ab, weil
die Sozialdemokraten mit der Volkspartei zuſammen nicht
ar=
beiten wollten, trat aber ſpäter als Juſtizminiſter und
Vize=
kanzler in das Kabinett Fehrenbach ein, das nach dem
fehl=
geſchlagenen Angebot an den amerikaniſchen Präſidenten ſeine
Entlaſſung einreichte. Im Jahre 1923 wurde er als
Reichs=
kommiſſar mit der Reichswehr nach Sachſen geſchickt und hat
dort die Liquidation der Aera Zeigner durchgeführt, ſich aber
nachher mehr und mehr von der Politik zurückziehen müſſen,
da er körperlich erkrankte und eine ſchwere Operation
durch=
machen mußte, die ihn monatelang ans Bett feſſelte. Die
Deutſche Volkspartei verliert in ihm einen ihrer tüchtigſten
Juriſten.
Gegenoffenſive der Nordchineſen?
Das neue japaniſche Memorandum.
EP. London, 19. Mai.
Nach Pekinger Meldungen, die allerdings mit Zurückhaltung
aufzunehmen ſein dürften, ſollen die Nordchineſen zur
Gegen=
offenſive übergegangen ſein und bei Pauting drei nationaliſtiſche
Diviſionen vernichtet haben. Japan habe Marſchall Tſchangtſolin
eine Note überreicht, in der es ihn auffordere, die
Feindſelig=
keiten einzuſtellen, Tientſin und Peking zu räumen, und ſich auf
die Mandſchurei zurückzuziehen. Tſchangtſolin habe jedoch im
Gegenteil die Abſicht, Tientſin und Peking mit allen Mitteln zu
verteidigen,
Aus Peking wird gemeldet, daß die japaniſche Regierung mit
dem den beiden chineſiſchen Regierungen übermittelten
Memo=
randum einen neuen Offenſivſchritt eingeleitet habe. In dem
Memorandum wird betont, daß China durch den Bürgerkrieg in
einen Zuſtand der dauernden Unruhe verſetzt worden ſei. Es
ſei der Wunſch der Ausländer, insbeſondere aber Japans als
nächſten Nachbarn Chinas, deſſen Intereſſen beſonders bedroht
ſeien, daß dieſe Unruhen ſo bald wie möglich beendet würden.
Hierauf fordert die japaniſche Regierung beide chineſiſchen
Regie=
rungen auf, Maßnahmen zu ergreifen, um eine Uebertragung des
Bürgerkrieges auf die Mandſchurei zu verhindern. Sollten die
Feindſeligkeiten dagegen in Peking oder ſonſtwo weiter gehen
und die Lage ſo drohend werden, daß die Aufrechterhaltung des
Friedens in der Mandſchurei in Frage ſtehe, ſo würde die
japa=
niſche Regierung die ihr zur Aufrechterhaltung des Friedens
geeignet erſcheinenden Maßnahmen ergreifen. In ausländiſchen
Kreiſen Pekings wird das japaniſche Memorandum dahin
aus=
gelegt, daß Japan beabſichtige, die Mandſchurei als japaniſches
Protektorat zu proklamieren.
* Franzöſiſche Sorgen.
Schwierige Gruppenbildungen. —
Vernach=
läfſigung der Doktrinen. — Diſziplinloſe
Partei=
mitglieder. — Der Kampf um die
Präſident=
ſchaft der Kammer.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 19. Mai.
„Jeder einzelne Deputierte würde am liebſten ſelbſt eine
Gruppe für ſich bilden,” hat mir neutlich ein Politiker erklärt.
Damit iſt die Lage in der franzöſiſchen Kammer eindeutig
charak=
teriſiert. Entweder iſt man der vielbetonten Sachlichkeit der
Union nationale ſatt geworden, oder man fürchtet ſich vor der
Eröffnung der Kammer, die eine neue Aera der Sachlichkeit mit
ſich bringen ſoll; jedenfalls nützt man die bis zur Eröffnung der
Kammer übrig bleibende Zeit aus, um eine möglichft große
Kon=
fuſion herbeizuführen. Die Forderungen der neuen — und auch
der alten — Abgeordneten ſind erſchreckend hoch geſchraubt. Man
möchte alles umſtürzen, und die einzelnen Gruppen erweiſen ſich
unfähig, dieſe neuen politiſchen Kräfte in ihren Rahmen
einzu=
ſpannen. Dazu kommt noch, daß während der Wahlen das
einzige Programm der meiſten Kandidaten nur daraus beſtand,
daß man in die Kammer kommen wollte. Die Doktrinen und
Programme wurden allzu ſehr vernachläſſigt. Die üblen Folgen
ſtellen ſich jetzt ein. Gar mänche haben drückende Verpflichtungen
übernommen, die jetzt verhindern, daß ſie ſich dieſer oder einer
anderen Richtung anſchließen. Die Parteien ſelbſt leiden unter
der vollkommenen Diſziplinloſigkeit ihrer Mitglieder, und doch
verſuchen ſie noch neue Elemente zu ſich herüberzuziehen. Vor
allem tun dies die Radikalſozialiſten. Sie waren vor den Wahlen
die ſtärkſte Gruppe in der Kammer und können es nicht vertragen,
daß die Marin=Gruppe ſie überflügelt hat. Sie ſuchen ihre alte
Kraft dadurch zurückzugewinnen, daß ſie die Republikanſozialiſten
und die radikale Linke zu ſich herüberziehen oder richtiger geſagt
verſchlingen wollen. Das iſt aber ſchwer, denn dieſe zwei
frü=
heren Kartellparteien haben ſich während der Wahlen ganz de
Rechten genähert und ſich mit Leib und Seele der Union
matio=
nale verſchrieben. Die radikale Linke nennt ſich übrigens neuer
dings gerne „republikanradikale” oder „nationalradikale” Partei
und dieſe Namensänderung drückt ein wenig auch die Richtungs
änderung der Partei aus.
Der heftigte Kampf wird gegenwärtig um die Präſi
dentſchaft der Kammer geführt. Fernand Bouiſſon, de
gegenwärtige Präſident, hat ſehr viele Gegner in allen Lagern
rechts, weil er zu den Sozialiſten gehört, und links, weil er di
Politik Poincarés erleichtert. Er ſoll aber die Regierung hinte
ſich haben. Die offenbare Rechtswendung der ſozialiſtiſchen Parte
erleichtert ſeine Lage ebenſo ſehr, wie ſie die Lage gewiſſe
radikalſozialiſtiſcher Politiker erſchwert.
Soll man den Nachrichten, die aus dem Regierungslage
ſtammen, Glauben ſchenken, ſo wird die Eröffnung der Kamme
dieſer Konfuſion gründlich ein Ende bereiten. Noch vor Auguſ
das heißt noch vor dem Beginn der Kammerferien, will Poincar
— ſo behauptet man in gut unterrichteten Kreiſen — ſeine Finan;
reform beenden. Das wird aber nur unter der Bedingung mög
lich ſein, wenn die Kammer ſich wieder zur Sachlichkeit bekeh
und während der erſten Sitzungsperiode ihre Kraft auf da
Votieren nach Poincarés Wünſchen konzentriert.
Unwahre Behauptungen Zalefkis.
Berlin, 19. Moi.
Vor der auswärtigen Kommiſſion des polniſchen Seims he
der polniſche Außenminiſter Zaleſki geſtern eine Rede gehalter
in der er u. a. die Behauptung aufſtellte, das Urteil des Haage
Schiedsgerichts im oberſchleſiſchen Schulſtreit habe die Frag
offen gelaſſen, ob in Oberſchleſien noch weitere Sprachprüfunge
deutſcher Kinder ſtattfinden könnten. Zaleſki behauptete weite
der Völkerbund werde ſich demnächſt mit dieſer Angelegenhe
befaſſen müſſen and zu entſcheiden haben, ob die Prüfungen au
recht zu erhalten ſeien. Dieſe Darſtellung des polniſchen Außer
miniſters darf auf keinen Fall unwiderſprochen bleiben, ſteht
doch in ſchroffem Gegenſatz zu der Haager Entſcheidung. In d
Urteilsbegründung wird ausdrücklich feſtgeſtellt, daß die Sprac
prüfungen in Oberſchleſien beendet ſind, und daß auch keine Nac
prüfung mehr vorgenommen werden kann, ſelbſt für den Fa
daß es ſich herausſtellen ſollte, daß dieſe oder jene Erkläruf
eines oberſchleſiſchen Erziehungsberechtigten objektiv falſch g
weſen iſt. Durch dieſes Urteil entbehren die Behauptungen. d
polniſchen Außenminiſters jeder Grundlage, und es iſt nicht a
zunehmen, daß der Völkerbundsrat einem evtl. polniſchen Antr
in dieſer Frage ſtattgeben wird.
*Der Begründer der deutſchen
Augenheilkunde.
Albrecht von Gräfe zum 100. Geburtstag
am 22. Mai.
Es gibt wenig Denkmäler, die eine ſo eindrucksvolle Sprache
reden wie dasjenige des großen deutſchen Augenarztes Albrecht
von Gräfe vor der Charité in Berlin. Eine ſchlanke
Gelehrten=
geſtalt mit klugen, freundlichen Geſichtszügen hält ein kleines
Inſtrument in Händen und wendet ſich einem von der Mutter
geführten augenkranken Kinde zu. Darunter ſtehen die Worte
aus Schillers „Tell”: „Eine edle Himmelsgabe iſt das Licht des
Auges.‟ Das Denkmal iſt einem Manne gewidmet, der
unge=
zählten Menſchen das Licht des Auges erhalten und
wieder=
gegeben hat und der wohl verdient, daß man ſein Gedächtnis
als das eines Wohltäters der Menſchheit pflegt.
Albrecht von Gräfe, der am 22. Mai 1828 geboren wurde,
hat während der kurzen Spanne ſeines Lebens — er ſtarb im
Alter von 42 Jahren — mehr für die Verhütung der
Augen=
krankheiten getan, als irgend ein Arzt vor ihm. Seine
bedeu=
tendſte Tat war wohl die Entdeckung der erſten brauchbaren
Operation zur Behandlung des grünen Stars. Dieſe
Augen=
krankheit wurde von ihm als eine krankhafte Druckſteigerung im
Augeninneren erkannt, undſer fand in der Iridektome, der
Aus=
ſchneidung eines kleinen Stückes der Regenbogenhaut, einen Weg,
um dieſe Druckſteigerung herabzuſetzen und auszugleichen. Die
Operationstechnik zur Beſeitigung des grauen Stars durch
Ent=
fernung der trüben Linſe wurde von ihm in ſo glücklicher Weiſe
verbeſſert, daß es gelang, 95 Prozent der durch den grauen Star
erblindeten Augen wieder ſehend zu machen.
Albrecht von Gräfe war der Sohn eines Chirurgen. Nach
Beendigung ſeiner mediziniſchen Studien wandte er ſich ebenfalls
der Chirurgie zu, begann ſich aber ſchon früh mit Augenheilkunde,
die damals in Deutſchland nur ein Anhang der Chirurgie war, zu
beſchäftigen. Um ſich auf dieſem Gebiet aber weiter ausbilden
zu können, mußte der junge Arzt ins Ausland gehen. In Prag
hatte er Gelegenheit, eine ungeheuere Zahl von Augenkranken zu
ſehen und Erfahrungen zu ſammeln. In Paris und London
waren in jener Zeit ſchon bedeutende Augenärzte tätig, deren
Schüler Gräfe wurde. In den 50er Jahren kehrte Gräfe nach
Berlin zurück und richtete eine kleine Privataugenheilanſtalt ein.
Warum wählſt du nicht?
Im „Kladderadatſch” leſen wir folgende treffende
Charak=
teriſierung des Nichtwählers:
Manche Leute dürfen nicht wählen.
Der Eine, weil er ein Lump iſt und ſeiner bürgerlichen
Ehrenrechte verluſtig ging. Er hat geſtohlen, betrogen, einen
Meineid geſchworen; Gelder unterſchlagen, gefälſcht.
Der Andere, weil er heimatlos iſt und als Landſtreicher
ſtreunt.
Der Dritte, dem Gott den Verſtand nahm.
Zu welcher Kategorie zählſt du dich, der du am Wahltag
daheim bleibſt . ?
Hier wurde zunächſt mit ſehr beſcheidenen Mitteln gearbeitet,
aber die Erfolge des jungen Augenarztes brachten ihn mit den
führenden Geiſtern in Verbindung. In jener Zeit hatte
Helm=
holtz eine große phyſikaliſche Entdeckung gemacht und durch die
Erfindung des Augenſpiegels eine Tat vollbracht, die für die
geſamte Heilkunde von größter Bedeutung war. Gräfe erhielt
eines der erſten nach Helmholtzſchen Vorſchriften angefertigten
Inſtrumente und begann nun mit größtem Eifer die
Verwend=
barkeit des Spiegels zur Erforſchung des inneren Auges zu
er=
proben und zu üben. Die Erkennung von Augenkrankheiten wurde
auf dieſe Weiſe außerordentlich gefördert, und mit der verbeſſerten
Diagnoſtik ſtieg auch der Behandlungserfolg. Augenkranke aus
allen Ländern ſuchten die Gräfeſche Augenklinik auf. Endlich
öff=
neten ſich ihm auch die Pforten der Univerſität. Gräfe erhielt
eine beſondere Augenabteilung im Charité=Krankenhaus und
wurde 1864 ordentlicher Profeſſor der Augenheilkunde an der
Berliner Univerſität.
Leider konnte dieſer ſchörferiſche Geiſt nur wenige Jahre als
erſter Hochſchullehrer der Augenheilkunde in Deutſchland wirken.
Im Jahre 1870 ſtarb er an einer ſchleichenden Krankheit, aber ſein
Werk hat ihn überlebt und zahlreiche Schüler haben ſeine
For=
ſchung fortgeſetzt. Ueber die Perſönlichkeit dieſes wahren
Wohl=
täters der Menſchheit ſchreibt Göſchen: „Es gibt Sterbliche, die
wie überſchüttet erſcheinen mit allen Vorzügen und Gütern,
kör=
perliche Schönheit, geſinnende Liebenswürdigkeit, ſcharfen, mit
glücklichſter Kombinationsgabe vereinten Verſtand, leichteſtes
Auf=
faſſen, gepaart mit unendlichem Fleiß, äußere Mittel, dieſe Gaben
zu glänzender Verwertung zu führen.
Dr. d. K.
*Ausſtellung Karl Oeppert.
In der Bücherſtube Bodenheimer ſtellt Karl Deppe
eine bemerkenswerte Kollektion ſeiner neueren Arbeiten au
Schon öfter ſind die Bilder dieſes begabten jungen Darmſtäd=
Künſtlers (ſein Lehrmeiſter war unſeres Wiſſens Kurt Kempi
auch in größeren Ausſtellungen aufgefallen durch die ſtark
tonte Eigenart ſowohl des Vorwurfs ſelbſt, wie der eigenwillig
Art, ihn künſtleriſch zu erfaſſen. Eine ſtarke Phantaſie, die
nur ſcheinbar hin und wieder zur Phantaſtik ſteigert, läßt i!
immer wieder an Probleme herangehen, die den Rahmen d
Alltäglichen bewußt verleugnen. Die ſcheinbare Symbolik wi
zelt bei Karl Deppert in einem ausgeprägten Realismus. 2
ſoll heißen, er ſieht Dinge realen Erlebens immer irgendwie ſ9
boliſierend, von phantaſtiſchem Gedanken umrahmt, ohne jed
von dem tatſächlichen Eigenerleben ſich ſoweit losreißen
können (oder auch zu wollen), daß ſeine Kunſtwerke ſich von d
Realen löſen.
So wirkt die Serie von dunklen, (in doppeltem Sinn
Wortes) Aquarellen aus dem Weltkrieg wie eine erſchütter
ſchaurige Sinfonie, wie eine furchtbare Anklage, und doch e
ſie ſcheinbar nur wieder, was unvergeßliche Eindrücke vermit
ten. Die rauſchende Sinfonie der Farben, die in einigen die
Blätter Orgien feiert, vermag nicht den furchtbaren Realisn
zu überſtrahlen. „Der vergeſſene Soldat‟ „Der Verwunde
u. a. ſind Dokumente des Kriegserlebens, die den Beſchauer N
wieder verlaſſen.
Von einem ausgezeichneten Zeichentalent ſprechen die Ral
rungen und feinen Akte. Sichere Linienführung, in den KoP
die Charakteriſierung hin und wieder mit leicht karikierenk
Einſchlag. Das Ganze jedenfalls eine künſtleriſche Arbeit,
man ſich anfehen ſollte.
Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Frankfurt a. M.: Das nichtplanmäßige wiſſenſchaftliche Mit
bei dem Inſtitut für experimentelle Therapie Dr. med. ret. Brung
brecht iſt zum Mitglied an dieſer Anſtalt ernannt worden.
Gießen: Das Sommer=Semeſter 1928 an der heſſiſchen Landes
verſität ſcheint ein ſehr gutes zu werden. Bisher liegen über 40 2
anmeldungen von Studierenden vor. Die erſte feierliche Immat”
lation fand am Samstag, den 12. Mai, ſtatt.
Marburg: Dr. Hans Weigert aus Dresden hat ſich an der
verſitär mit einer Arbeit über die „Entwicklung des deutſchen 2
ments” als Dozent für Kunſtgeſchichte habilitiert.
Sonntag, den 20. Mai 1928
Seite 3
Numer 440
Entſchließungen des GenferWirtſchaftsrates
Das zukünftige Arbeits=Programm.
Das Landwirtſchafts= und Induſirieproblem.
Wirtſchaftliche Maßnahmen zur Sicherung 1927 könne als das Jahr der
Handels=
des Weltfriedens.
* Genf, 19. Mai. (Priv.=Tel.)
Kohlen= und Zuckerfrage bleibt es dem Völkerbundsrat nach der jedoch auch hier die Beſſerung hauptſächlich auf die europäiſchen
Unterſuchung der Probleme überlaſſen, zu beurteilen, ob eine Staaten beſchränkt. Auf dem europäiſchen Kontinent hätten ſich
internationale Aktion die Löſung dieſer beiden Fragen erleichtern
lönne. Die Stabiliſierung der Goldkaufkraft durch
Zuſammen=
arbeit der Großbanken wird als Vorausſetzung gleichmäßiger überſeeiſchen Märkten.
Produktions= und Preisverhältniſſe der Aufmerkſamkeit der
Wirt=
ſchaftsorganiſationen empfohlen, Wirtſchaftliche Maß= Die Politik zur Beſeitigung der
Handels=
nahmen zur Sicherung des Weltfriedens ſollen
durch Befragung geeigneter und kompetenter Perſönlichkeiten
einem Vorſtudium unterworfen werden. Für die
Landwirt=
ſchaft wird eine Zuſammenarbeit der verſchiedenen
wirtſchaft=
ſichen und wiſſenſchaftlichen Organiſationen der Welt zum Stu= Teilnahme der einzelnen Regierungen an der Wirtſchaftsarbeit
dium der Bedingungen, für Intenſivierung, Kreditbeſchaffung, des Völkerbundes, denn alle internationalen Konventionen könn=
Transport= und Abſatzmöglichkeiten ſowie gemeinſamen
Vor=
gehens der Produzenten= und Konſumgenoſſenſchaften empfohlen.
Die Entſchließungen zum Induſtrieproblem beziehen ſich Präſident Theunis daukte in einem zuſammenfaſſenden
Schluß=
auf Rationaliſierung, Kartellbildung und Statiſtik. Hinſichtlich wort beſonders dem Internationalen Arbeitsamt und der
Wirt=
der Rationaliſierung ſollen die Objekte, Methoden
ge=
meinſamer Begriffsbeſtimmungen und Typiſierungsmöglichkeiten
geprüft werden im Zuſammenwirken mit dem Internationalen
Arbeitsamt und dem Genfer Rationaliſierungs=Inſtitut. Die
Kartellbildung ſoll auf wirtſchaftliche Bedeutung,
juri=
ſtiſche Lage und Veröffentlichungspflicht hin unterſucht werden.
Die wichtigſten Entſchließungen wurden für die Handelspolitik
gefaßt, auf die ſich praktiſch bisher die internationale
Durchfüh=
ung der Weltwirtſchaftsbeſchlüſſe beſchränkt hat. Die
Entſchlie=
zungen halten prinzipiell den
Freihandelsgrundſatz
ufrecht, geben jedoch dem Verlangen nach einem gemäßigten
Protektionismus und einem vorſichtigen Zollabbau ziemlich
fühl=
ar Ausdruck. Für die ſogenannte bilaterale Methode werden
ie in der letzten Zeit zwiſchen Deutſchland und Frankreich,
Deutſchland und Jugoſlawien, Deutſchland und Griechenland
ab=
eſchloſſenen Handelsverträge als Vorbilder empfohlen, mit be= geſtern ausführlich vernommen wurde, legte Wert darauf,
ein=
onderem Nachdruck jedoch die Kollektivmethode zur Tarifſenkung
enterſtrichen. Nach den bisherigen Erfahrungen wird angeregt,
u gemeinſamem Vorgehen die Zölle für gewiſſe Warengruppen
u ſenken und dabei nach Möglichkeit lebenswichtige
Urſtoff=
ruppen ſamt ihren Nebenproduktionsgebieten zu wählen. Die
n dem Bericht urſprünglich ausdrücklich bezeichneten Beiſpiele,
die Textilien, Lebensmittel, metallurgiſche Erzeugniſſe und
Kon=
ruktionsmaterial, wurden auf Antrag Dr. Hermes” geſtrichen.
zu dieſen Teilverhandlungen ſollen jeweils ſowohl Verbraucher
1s auch Produzenten herangezogen werden. — Am heutigen den in Kolmar eingetroffenen Zeugen in einer ſchriftlichen
Zamstag hat der Wirtſchaftsrat des Völkerbundes ſeine erſte
agung abgeſchloſſen. Nachdem geſtern ſchon in einer Reihe kommen zu laſſen. Dieſe Erklärung wird verleſen, Freiherr von
rogramm des Wirtſchaftsrats feſtgelegt worden iſt,
ſchen undweltwirtſchaftlichen Lage und deren
Ent=
oicklung im Jahre 1927 ſowie einen Ueberblick und eine
Würdi=
ung der zur Ausführung der Veltwirtſchaftsbeſchlüſſe von 1926 ſtungszeugen vernommen, die alle für die
Angeklag=
rgriffenen Maßnahmen gibt. Der Bericht ſtellt feſt, daß
eit 1926 aufallenWirtſchaftsgebieten Europas
ich eine langſame Beſſerung bemerkbar macht. dann ſei er ſelbſt ebenſalls ſtraſbar, denn er habe 1925 im Namen
Zehn Jahre nach Kriegsende ſei ungefähr das Vorkriegsniveau
ſem Punkt der Wirtſchaftsentwicklung ſtehe, den Europa vor 15
Jahren eingenommen hat. Der europäiſche Wiederaufbau im zöſiſche Verfaſſung verſtoße.
Jahre 1927 ſei nicht überall gleich geweſen. Die Beſſerung ſei
n Zentral= und Oſteuropa ſchneller vorgeſchritten als im Weſten, handlungsdauer, die Vernehmung der Zeugen endgültig abge=
Im Jahre 1927 habe die europäiſche Stahlproduktion wieder ſchloſſen. Am Montag vormittag iſt mit der Anklagerede des
nehr als die Hälfte der Weltproduktion betragen. Ohne aus= Generalſtaatsanwalts Fachot zu rechnen. Am Nachmittag werden
ändiſche Kapitalzufuhr ſei dieſer Fortſchritt jedoch nicht möglich die erſten der acht Verteidiger das Wort engreifen.
*Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. — Samstag, den 19. Mai 1928.
Oftobertag.
Schauſpiel von Georg Kaiſer.
Als am 29. Januar 1917 der Vorhang über der Uraufführung menſchlichen Schickſalen ſich vergreift.
von Georg Kaiſers „Bürger von Calais” im Neuen
Widerhall fand.
Schon das nächſte Jahr zeigte einen anderen Kaiſer: Die
„Koralle” ließ, die Macht der Idee vermiſſen, aber ſie wirkte. Jean=Marc”; knapp in der Form, ſparſam im Gefühl und doch
den ſittlichen Willen, das Muß der Bekennerſchaft ebenſo wenig Berſon=Würzburg die junge „Catherine”, für die erkrankte
ruszudrücken, wie die weiteren Schauſpiele, die in raſcher, über= Frau Stengel einſpringend.
aſcher Folge ſich anſchloſſen.
Beorg Kaiſer als dem „Denkſpieler, zugrunde.
Verk „Oktobertag”.
Nicht durchblutetes Geſchehen lebender Menſchen vollzieht ſentation.
ich. Nicht eine ſittliche Idee wirkt ſich aus. Ein künſtlicher
Sonderfall wird für Kaiſer zu dem Gerüſt, an dem er ſeine
ge=
dachten Konſtruktionen aufbaut.
An einem Oktobertag, ſieht die junge Catherine auf der
Straße, in der Kirche und in der Oper den Leutnaut Jean=Marc.
Ohne mit ihm geſprochen zu haben, fühlt ſie ſich ihm verbunden
und erwartet ihn nachts in ihrem Zimmer. An Stelle von
Jean=
ſtändniſſes iſt ein Kind.
Derungen an, UIm ſich vor ſich ſelbſt zu retten, erſticht Jean=Mare lerin, die offenbar von der Oberette her kommt, für Mozart,
Den Gegner.
geweſen. Weniger fühlbar ſei die Beſſerung außerhalb Europas.
Die Vereinigten Staaten hätten ihren Status halten können,
dagegen hätten der Ferne Oſten, Japan, China und Südamerika
unter einer wirtſchaftlichen Depreſſion gelitten.
verträge bezeichnet werden.
Allenthalben laſſe ſich ein allmählicher Abbau der Nachkriegszölle
Der Wirtſchaftsrat des Völkerbundes hat geſtern nachmittag feſtſtellen, wenn auch die Entwicklung langſam vor ſich gehe.
Be=
eine Reihe von Entſchließungen über Induſtrie, Landwirtſchaft, ſonders begrüßenswert ſei die Beſeitigung der ſchwerſten Han=
Handel und verſchiedene Untergebiete angenommen. Für die delshinderniſſe, der Ein= und Ausfuhrverbote. Immerhin ſei
die Beziehungen zwiſchen den Nationen viel ſchneller entwickelt
als zwiſchen Europa und den Vereinigten Staaten oder anderen
hinderniſſe
könnte jedoch nur zu einem Erfolg führen, wenn ſie auf die ganze
Welt ausgedehnt würde. Von beſonderer Bedeutung ſei die
ten nur dann den wirtſchaftlichen Fortſchritt ſichern, wenn ſie auch
von den Regierungen ratifiziert und angenommen würden.
ſchaftsorganiſation des Völkerbundes für die bisher geleiſtete ſehr
ſchwierige Arbeit und empfahl den beteiligten Staaten die
Bil=
dung internationaler Organiſationen zur Förderung der
inter=
nationalen wirtſchaftlichen Zuſammenarbeit.
Der Kolmarer Prozeß.
* Kolmar, 19. Mai. (Priv.=Tel.)
Die heutige Vormittagsſitzung begann mit der Verleſung
eines bei Gericht eingegangenen Brieſes des vielgenannten
Züricher Rechtsanwalts Wildi in Zofingen in der Schweiz. Er
erklärt darin auf das Beſtimmteſte, daß es ſich bei dem Darlehen
von 100 000 Schweizer Franken für die autonomiſtiſche
Verlags=
geſellſchaft nur um ein reines Geldgeſchäft gehandelt habe. Die
Summe ſei nur aus Schweizer Geld zuſammengeſetzt geweſen,
von deutſchem Geld ſei keine Rede. Der Zeuge Dr. Haegy, der
für allemal zu betonen, daß die in gewiſſen Zeitungen gegebene
Darſtellung, er habe von Rom, d. h. vom Vatikan, Direktiven
erhalten, wie er auf die Politik im Elſaß einwirken ſolle,
durch=
aus unrichtig ſei. Niemals habe er ſich über dieſen Punkt mit
dem Papſt oder mit dem Kardinalſtaatsſekretär unterhalten.
Ein Antrag der Verteidigung, den ſaarländiſchen
Induſtriel=
len Freiherrn Franz Lothar von Gemmingen aus Völllingen zu
vernehmen, wird nach Einwendungen des Staatsanwalts
abge=
lehnt. Die Verteidigung findet aber doch ein Mittel,
Erklärung, die er ſozuſagen im Korridor abſaßte, zu Wort
on Entſchließungen, das zukünftige Arbeits= Gemmingen, erklärt darin in ſeinem Namen und dem Namen
ſeines Schwiegewaters, des belannten ſaarländiſchen
Großindu=
eriet man heute über den Mantelbericht an den Völ= ſtriellen Hermann Röchling, daß die Behauptung, daß von ihnen
erbundsrat, der eine Darſtellung der europä= den elſäſſiſchen Autonomiſten, verſchiedene Millionen zur
Ver=
fügung geſtellt worden ſeien, eine Legende ſei
Es werden dann eine ganze Reihe von
Entla=
ten günſtig ausſagen, namentlich für die Angellagten
Noſſé und Dr. Ricklin. Aus dem Verhör iſt die Ausſage des
Abg. Walter erwähnenswert, der erklärt, wenn die Angeklagten
wegen der Forderung nach Verwaltungsautonomie ſtraſbar ſeien,
ſeiner Partei in der franzöſiſchen Kammer ein Projekt
einge=
bracht and verteidigt, das Verwaltungsautonomie mit einem
vieder erreicht, ſo daß man jetzt nach 1½ Dekaden wieder an beſonderen Regionalrat und einem Sonderbudget fordert. In
Paris hätte man erklärt, daß das durchaus nicht gegen die fran=
Um 12½ Uhr wird dann, nach faſt drei Wochen langer Ver=
D
Handlung und Worte, in knappeſte Form prägt. Man ſpürt
Spannungen, die an den Nerven rütteln. Aber man kann ſich
nicht darüber täuſchen, daß es ſich nicht um menſchliches Geſchehen,
ſondern um gedachte Konſtruktionen, um Denkſpiele, um
Denk=
ſpielereien auf recht unſicherer Grundlage handelt. Man kommt
von dem unſympathiſchen Gefühl nicht los, daß Kolportage an
Der Erfolg des Abends war in der wirkungsvollen Dar= die von Ernſt Reiterer ſehr geſchickt ausgewählt und zu=
Theater in Frankfurt gefallen war, vermeinten wir, den Dichter ſtellung unter Robert Klupps Leitung begründet. Die Regie ſammengeſtellt wurde, iſt gewiß keine literariſche Sache. Aber ſie
der Zeit und der Zukunft entdeckt zu haben. In geſchloſſener folgte der konſtruktiven Form des Stückes. Die Szenen waren, iſt eine ſehr flotte und luſtige Sache, die bei aller
Anſpruchs=
ramatiſcher Form kündete Kaiſer die ſittliche Idee des tätigen feſt zuſammengeſchloſſen. Die knappe Diktion Kaiſers ließ die loſigkeit der Handlung, dank der ſehr animierten, temperament=
Opfers, eine Idee, die in der Zeit des Weltkrieges doppelten Worte wie Pfeile hin und her ſchnellen. Sie unterſtrich das Ge= vollen und von ſtarkem geſanglichen Können der führenden
Rol=
dachte, Unwirkliche der Handlung.
Ausgezeichnet verkörperte Ulrich Folkmar den „Leutnant Unterhaltung bietet.
urch die ſichere Technik der Form. „Gas 1” und „Gas II”, die menſchliche Erregung hervorholend, ſoweit es die Geſtaltung dungsanwalt Dr. Landtmann (den Guſtab Fahrbeck a. G. ſehr
Naiſer als der „Koralle” weitere Teile folgen ließ, vermochten Kaiſers zuließ. Mit feinen, zarten Tönen zeichnete Zoſic flott ſpielte und ausgezeichnet ſang), ſondern auch ſeinen
Wie ein Unterſuchungsrichter von ſeltener und wenig glaub=
„Das Drama ſchreiben, iſt: einen Gedanken zu Ende denken”, würdiger Ungeſchicklichkeit wandelt „Onkel Coſte” durch das Stück; es blendend, ſeiner Frau Apollonia ein Schnippchen zu ſchlagen.
agt Kaiſer, und mit Recht legt Diebold in ſeiner Mono= mit ſicherem Takt ſucht Hans Baumeiſter die Schwächen der Die Frühlingsluft wirkt aber noch auf verſchiedene andere: auf
graphie dieſes Wort dem von ihm geprägten Kennzeichen von Rolle zu verdecken. Die Erpreſſungen des Metzgergeſellen moti= Dr. Landtmanns zahlreiche Schreiber, auf die entzückende
Stuben=
vierte Hermann Gallinger durch kräftige Ausbrüche einer ſich fee uſw. Und ſchließlich treffen ſich alle auf verbotenen Pfaden
Kaiſer, der Denkſpieler, ſteht auch hinter dem jüngſten mißachtet fühlenden Kreatur. Der Erzieherin Catherines gab wandelnd unter Blüten und Blumen in Blumenau, wo es wohl
Kleines Haus. — Samstag, den 19. Mai 1928.
Zar und Zimmermann.
Komiſche Oper von Albert Lortzing.
Mare, der von nichts weiß, erſcheint nachts im Hauſe der Lieb= hat vieles, was von einer Soubrette erwartet wird: zierliche Enke und Norbert Fels. Alle überſtrahlt aber die entzückende
Daber der Zofe, ein Metzgergeſelle, und wird von Catherine als Figur, feines Auftreten, luſtiges, bewegliches Weſen, eine gut= Soubrette Lydia Petry als Hanni, die auch im Spiel köſtlichen
Dermeintlicher Jean=Mare empfangen. Die Folge des Mißver= ſitzende, ſauber geführte, in der Höhe tragende Stimme, Aller= Humor entwickelt. Die zahlreichen Tanz= und Geſangsduette,
dings kam das anſcheinend hübſche Material infolge flacher Ton= Euſemblegeſänge uſw. wurden geſtern vielfach da (apo verlangt,
Auf dieſer höchſt unglaubwürdigen Grundlage baut Kaiſer gebung und zu vorwiegender Deklamation wenig zum Vorſchein, und es gab auch viel Blumen. Von den vielen übrigen
Dar=
ſein Denkſpiel auf. In Jean=Mare, als Vater des Kindes ge= Das Spiel, ſo fein es war, wirkte, in der Mimik unentwickelt, ſtellern ſeien noch Nuſchi Wiesner, Leni Meyers, Leo
rufen, erwächſt Liebe zu Catherine; er will Catherine als Gattin, wenig perſönlich; Temperament blitzte nirgends auf. Der an ſich Baldus, Richard Guttmann genannt. Ein beſonderes Lob
Heimführen und das Kind als eigenes annehmen. Doch jetzt durchaus tüchtigen, angenehmen Leiſtung fehlte das Eigene, un= gebührt dem lebhaften und ſtimmlich wie darſtelleriſch
ausgezeich=
erſcheint der Metzgergeſelle, Gereizt, meldet er erpreſſeriſche For= mittelbar Jutereſſierende. Es iſt die Frage, ob die junge Künſt= neten C hor beiderlei Geſchlechts.
Verdi, Weber genügen wird.
Englands Antwort an Kellogg.
Vorbehaltloſe Annahme der Kelloggſchen
Vorſchläge.
EP. London, 19. Mai.
Die engliſche Antwortnote auf die Kelloggſchen Vorſchläge
iſt im Laufe des heutigen Samstag in Waſhington übergeben
worden, und ſoll baldmöglichſt in ihrem Wortlaut der
Oeffent=
lichkeit zugänglich gemacht werden. Die engliſche Antwortnote.
iſt ein längeres Schriftſück von rund dreitauſend Worten. Sie
nimmt ſtark auf die franzöſiſchen Vorbehalte
Rückſicht. Eingangs wird der Empfang der amerikaniſchen
Note, der franzöſiſchen Vorbehalte ſowie eine Kopie der deutſchem
Note an Amerika beſtätigt. — Die engliſche Regierung wird mit
Intereſſe die neue Bewegung unterſtützen. Zwiſchen der
ameri=
kaniſchen und der franzöſiſchen Note beſtände nach engliſcher
Auffaſſung kein ernſter Unterſchied im Hinblick auf die Rede
Kelloggs. Artikel 1 des Paktentwurfes erlaube das Recht
der Selbſtverteidigung, ſo daß eine Aenderung des
Artikels nicht notwendig ſei. England nimmt auch Artikel 2 an
unter der Vorausſetzung, daß die Verletzung der Verpflichtungen
durch eine Partei die übrigen Parteien von allen
Verpflichtun=
gen gegenüber dieſem Staat befreit. England müſſe jedoch die
Achtung vor den Verpflichtungen, die ſich aus dem
Völkerbundsſtatut und aus den
Locarnoverträ=
gen ergeben, als grundlegend anſehen. In dieſer Hinſicht
ſtimme die engliſche Lage mit derjenigen der deutſchen Regierung
überein. Die engliſche Regierung könne aber keinen neuen
Ver=
trag annehmen, der dieſe Verpflichtungen, auf denen der Friede
Europas ruhe, ſchwäche oder untergrabe.
Die Note geht dann auf die beſondere Stellung Englands
gegenüber gewiſſen Gebieten ein, für die ſie ſich das Recht
vor=
behält, keine Intervention durch andere Nationen ertragen zu
können. Die engliſche Regierung müſſe ausdrücklich
feſt=
ſtellen, daß ſie den neuen Vertrag unter der
Voraus=
ſetzung annimmt, daß dieſer die engliſche Han
d=
lungsfreiheit in dieſer Hinſicht nicht
beein=
trächtigt.
England erachtet es nicht als notwendig, die Inkraftſetzung
des Vertrages ſo lange hinauszuſchieben, bis alle Nationen der
Welt ihn unterzeichnet haben; denn es gebe Staaten, deren
Re=
gierungen nicht allſeitig anerkannt oder kaum in der Lage wären,
Ordnung und Ruhe in ihren Gebieten aufrechtzuerhalten. Dies
ſei aber eine weniger wichtige Frage, die durch weitere
Verhand=
lungen noch geklärt werden könnte. England ſei jedoch,
nachdem es auf dieſen Punkt aufmerkſam gemacht habe, bereit,
an dem Zuſtandekommen des Vertrages, mit
Amerika zuſammenzuarbeiten, müſſe jedoch
darauf aufmerkſam machen, daß es ſtets mit den
Regierungen der Dominions und Indiens
ge=
meinſam und gleichzeitig dem Vertrage
beitre=
ten müſſe. Falls Amerika eine Einladung ſenden würde, um
an dem Abſchluß des Vertrages teilzunehmen, würde ſowohl die
engliſche Regierung, als auch die Dominions bereit ſein, den
Vertrag anzunehmen.
In Waſhington hofft man, wie die „Times” berichtet, daß
die japaniſche Antwortnote in Kürze folgen wird,
und daß dann damit die Grundlage für weitere Verhandlungen
geſchaffen ſei. Präſident Coolidge und ſeine Berater glaubten
feſter denn je, daß die Verhandlungen, zu einem befriedigenden
Ziele geführt werden könnten.
Die Haltung der Dominions.
Der kanadiſche Premierminiſter, ſprach ſich im=
Parlament dahin aus, daß Kanada an den neuen
Vor=
ſchlägen Kelloggs einen aktiven Anteil nehmen
werde. Er erwarte, daß Kanada eine beſondere Einladung
von der Regierung der Vereinigten Staaten erhalte. Der
Pre=
mierminiſter ſei dann ſicher, daß die engliſche Regierung einer
Annahme der amerikaniſchen Vorſchläge durch die Dominions
günſtig gegenüberſtehe.
Der ſüdafrikaniſche Premierminiſter glaubt,
in den amerikaniſchen Vorſchlägen eine
wert=
volle Ergänzung zum Völkerbundſtatut erblicken
zu können, das an ſich nur einen halben Schritt auf dem Wege
zum allgemeinen Frieden ſei. Das wichtigſte Ereignis ſei, daß
Amerika ebenfalls an dem Pakt teilnehme. Der Premierminiſter
verurteilte ferner ſcharf das Syſtem der Allianzen in Europa
und ſprach ſich für die Notwendigkeit aus, daß auch Rußland an
der Unterzeichnung des Vertrages teilnehmen müſſe. Die
ruſſi=
ſchen Abrüſtungsvorſchläge ſeien auf alle Fälle beachtenswert,
und ihre praktiſche Durchführbarkeit werde durch dieſen neuen
Vertrag der Wirklichkeit näher gebracht, da die Armoſphäre des
internationalen Sicherheitsgefühls ſich verbeſſern werde.
*Orpheum.
Gaſtſpiel des Neuen Operetten=Theaters Frankfurt a. M.
„Frühlingsluft”
Dieſe dreiaktige Operette, zu der Karl Lindau und Julius
Wilhelm das Libretto ſchufen und Joſ. Strauß die Muſik lieferte,
len getragenen Aufführung, ein paar Stunden heiterer, guter
Die „Frühlingsluft” bringt nicht uur den beliebten Schei=
Schwiegervater Vinzenz Kuickebein aus dem Häuschen. Dieſer
alte Schwerenöter (von Karl Reul urkomiſch dargeſtellt) verſteht
Käthe Meißner eine verſtändnisvoll zurückhaltende Reprä= ſehr luſtig und ſangesfroh hergeht, wo aber auch die Bombe
platzt und alle von den zuſtändigen anderen Ehehälften erwiſcht
werden. Schlußverſöhnung und großes Frühlingsſangfinale!
Die Aufführung unter der routinierten Regie Adolf
Wies=
ners iſt, wie geſagt, ausgezeichnet, launig, animiert und von
flottem Temperament. Durch gutes geſangliches Können zeichnen
ſich neben der Darſtellung beſonders aus Inge van Heer (Emilie
Regina Harre aus Hamburg, die heute als Marie gaſtierte, Landtmann), Anni Ottendörfer (Ida von Croiſé), Guſtav
Heute abend iſt Wiederholung. Die wichtigen Wahlreſultate
v II. werden auch den Orpheumsbeſuchern bekanntgegeben.
Seife
Sonntag, den 20 Mai 1928
Nummer 140
Durch die Geburi eines kräftigen,
geſunden Kindes
Werner Wolfgang
wurde uns heute eine große Freude zuteil.
Georg Schmidt, Berufsſchullehrer
Anna Eliſabeth Schmidt, geb. Schreck.
Sandbach i. Odw., 18. Mai 1928.
Af0
Ihre Vermählung geben bekannt
Ernft Stark
Lina Stark
geb. Claus
Darmſiadt
Peterzell
Beſſungerſtr. 53
i. Schwarzw.
19. Mai 1928 B.3686
Julius Strauß
Drma Strauß
geb. Lorch
Vermählte
Reinheim
I. Odw.
Lorsch
(Hessen)
Trauung: Sonntag, den 20. Mai,
nachmittags 1 Uhr, im Hotel „Stadt
Frankfurt‟, Darmstadt. (213677
Für die anläßlich unſrer Silbernen
Hochzeit zuteil gewordenen Geſchenke
und Glückwünſche danken herzlichſt
Wilhelm Ihrig u. Frau.
Darmſiadt, Gervinusſtr. 38.
C13582
Nach langem ſchweren Leiden
verſchied am 18. Mai
Her Joh. Schnart.
Möbelzeichner.
Die trauernd. Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 19. Mai 1928.
Die Beerdigung findet Montag,
den 21. Mai, nachm. 3 Uhr, auf
dem Waldfriedhof ſtatt. (8759
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme beim Tode unſerer
lieben Mutter, ſowie für die
zahlreichen Blumenſpenden ſagen
wir unſeren herzlichſten Dank.
Ganz beſonders danken wir Herrn
Pfarrer Weiß für ſeine tröſtlichen
Worte am Grabe und den beiden
Gemeindeſchweſtern der
Pe=
trusgemeinde für die liebevolle
trene Pflege.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Otto Worzbach und Kinder.
Darmſtadt, Niederſtraße 20.
13618
Statt Karten.
Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen:
Friedrich Geler
Gertrude Geler, geb. Harth
Kirchliche Trauung heute am 20. Mai, nachmittags
3 Uhr, in der Pauluskirche.
Darmstadt
Herdweg 10
Aue
Nieder-Saulheim
(Rheinhessen)
Statt Karten.
Für die Beweiſe herzlicher
Teilnahme anläßlich des
ſchmerz=
lichen Verluſies, den wir durch
den Tod unſerer lieben Mutter
erlitten haben, ſagen wir innigen
Dank.
Dr. med. Wilhelm Barth in
Goddelau
Geheimer Medizinalrat Prof.
Dr. Alt in Gießen.
13585
Statt Karten.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unſere
liebe, gute Mutter, Schweſter und Tante
Frau Auguſte Kretz
verw. Kieſel, geb. Becher
nach langem, ſchwerem Leiden zu ſich zu rufen.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Auguſt Kieſel und Frau
Johann Schacher Wwe.
(13674
Darmſtadt, den 19. Mai 1928.
Gervinusſtr. 45.
Die Einäſcherung fand in aller Stille ſtatt.
Für die uns in ſo überreichem Maß
bewieſene Teilnahme ſage ich auch im
Namen der übrigen Hinterbliebenen
unſeren aufrichtigſten Dank.
Frau 3da Freſenius.
Darmſiadt, im Mai 1928.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem Heimgang unſerer !
lieben Entſchlafenen, ſowie für die zahl= A
reichen Blumenſpenden ſagen wir
hier=
mit Allen unſeren herzlichſten Dank.
Beſonders danken wir Herrn Pfarrer A
Beringer für die troſtreiche Grabrede,
ferner den Schweſtern der
Martins=
gemeinde für ihre liebevolle Pflege.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Adam Brunner und Söhne.
Darmſtadt, den 19. Mai 1928.
Kranichſieinerſtr. 59.
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Telephon 2617.
Statt Karten.
Für die herzliche Teilnahme bei dem
Hin=
ſcheiden unſeres lieben Entſchlafenen, des
Privatiers
Beinic Sabad
ſagen wir tiefgefühlten Dank.
Fritz Hebermehl und Frau
Anna, geb. Schwab.
Darmſtadi, den 19. Mai 1928.
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(13613
Oankſagung.
Für die überaus zahlreichen Beweiſe herzlicher. Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer lieben Mutter, Schwiegermutter
und Großmutter
Margarete Heim
ſowie für die troſtreichen Worte des Herrn Pfarrer Wags, und
insbeſondere für die liebevolle Pflege der hieſigen Schweſiern
und die ſchönen Kranzſpenden ſagen wir hiermit allen unſeren
innigſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Dr. Karl Daab und Frau Eliſe
Carl Heim.
Ober=Ramſtadt, im Mai 1928.
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Fortsetzung folgt!
7.
Meine Damen und Herren! In der selbstverständlichen Erwartung,
daß Sie mich unter dle 500 Beherrscher Deutschlands wählen,
ver=
spreche ich Ihnen, als meine zukänftigen Untertanen, alles, was man
in zolchen Fällen zu versprechen plegt, und das ist viell Mit dem
zullschweisenden Vorbehalte natürlich. daß ich nicht durch
Kompro-
misse genötigt werde, es ganz anders zu machen. Wenn das geschlenf.
dann pllegen die Wähler in den Entrüstungsruf auszubrechen: Nun sind
wir wieder die Lackierten (oder dle Eingeseiſten oder die Gelelmten).
Hoben Sie aber, meine Damen und Herren, jemals gehört, daß genuiſen
worden wäre: Nun sind wir die Kukirolten 7 Müt nichten ! Lack-
Seife, Leim könnten enttäuschen, Kukirol enttäuscht nie!
Kukirolen Sie!
Darn brauchen Sle zunschst das vielmilllonenfach bewährte Kukrol-
Hühneraugen-Plaster, das Sie in 2 Sekunden von Ihren Qualen und
in ganz kurzer Zeit sicher schmerzlos, ungefährlich und unblutlg von
allen unliebsamen Hühneräugelein und allen tausendiach verdammten
Hornhäuten befrelt. Es lst gans dünn und dräckt deshalbd nicht, wie die
in neuerer Zeit angebotenen Hühneraugen-Ringe.
Fußschmerzen, Brennen, Wundlaufen
und Mädigkelt in den Füßen beseltigt das Kuktrol-Fußbad. Boden
Sie Ihre Füße 2 bls 3 mal wöchentlich in dem wohltuenden Kukirol-
Eußbad und reiben Sie sle tüchtig mit dem erfrischenden Kuklrol-
Streupuder ein. Sie werden dann stundenlang gehen und stehen
können, ohne müde zu werden. Das Kuktrol-Fußbad stärkt die Fübe
und macht sie wleder krisch und lelstungsfählg. Eine Sparpackung
Kuktrol-Fußbad für 5 Bfder ausreichend kostet nur 1 Park.
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Sonntag, den 20. Maf 1928
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 20. Mai.
Der Wahldienſt des Darmſtädter
Tagblatts.
Die Reſultate der Reichstagswahl werden von uns ſofort
nach Eintreffen in den hieſigen Lichtſpieltheatern „Helia”
„Palaſt=Lichtſpiele” und „Reſidenztheater” bekanntgegeben werden.
Ebenſo werden unſere Extrablätter mit den Wahlreſultaten
im Schloßkaffee, Kaffee Ernſt Ludwig, Kaffee zur Oper,
Herrn=
gartenkaffee und Rheingauer Weinſtube bekanntgegeben.
— Hefſiſches Landestheater. Die erſte Wiederholung von Georg
Kaiſers Schauſpiel „Oktobertag”, findet Dienstag, den 22. Mai,
ſtatt.
Ernſt Kreneks Oper „Jonny ſpielt auf” inſzeniert als Gaſt
anf Anſtellung Renato Mordo=Dresden.
In der heutigen Aufführung der „Zauberflöte” ſingt nicht,
wie urſprünglich vorgeſehen, Sergei Abranowicz, ſondern Adolf
Di=
mano=Berlin als Gaſt den Tamino.
Heute Sonntag ſchließt mit der Aufführung von Heynickes
Luſt=
ſpiel „Wer gewinnt Liſette?” die Spielzeit im Kleinen Haus.
— Die Darmſtädter Pianiſtin Elſe C. Kraus wurde unter einer
ſtarken Konkurrenz von Bewerbern als erſte tveibliche Lehrkraft für
Klavier an die ſtaatliche Akademie für Kirchen= und Schulmuſik in
Ber=
lin berufen. — Nach verſchiedenen Mitwirkungen als Soliſtin in
Sin=
foniekonzerten im Rheinland, einem bei der Berliner Preſſe beſonders
günſtig hervorgehobenen Klavierabend und vielen weiteren
Mitwirkun=
gen in Berlin und der Prooinz beſchloß ſie ihren ſehr errfolgreichen
Konzertwinter mit der bei Preſſe und Publikum mit Begeiſterung
auf=
genommenen Nürnberger Erſtaufführung von Ernſt Toch’s
Klavier=
konzert unter Generalmuſikdirektor Wendel.
— Hohes Alter. Am Mittwoch, den B. d. M., begeht Fräulein
Doris Anton hier ihren 87. Geburtstag in voller Rüſtigkeit und
gei=
ſtiger Friſche.
— Alt=Darmſtadt, Vereinigung für Ortsgeſchichte und Heimatkunde.
Donnerstag abend 8½ Uhr Vortragsabend, Eintrachſtſaal,
Eliſabethen=
ſtraße Nr. 12. Es ſpricht der hervorragende Kenner unſerer heſſiſchen
Porzellanſammlungen und ihrer Geſchichte, Herr Dr. Roeder über:
„Die Heſſiſche Porzellanmanufaktur Kelſterbach und ihre Geſchichte‟.
— Orangeriehaus. Heute abend veranſtaltet das Städtiſche
Or=
cheſter im Orangeriehaus (Beſſunger Herrngarten) ſeinen erſten Künſtler=
Abend. Das Programm enthält außer Werken der populärſten
Kompo=
niſten Solis für Violine, Flöte, Trompete und Poſaune.
Zweitageswanderung des Odenwaldklubs,
Ortsgruppe Darmſiadt.
— Schon ſeitz vielen Jahren unternimmt die Ortsgruppe
Zwei=
tageswanderungen außerhalb des Klubgebietes. Auf dieſe Art werden
die Wanderer hinausgeführt in andere Gebirgsgegenden unſeres
Vater=
landes, ſie lernen andere Gebirge, andere Menſchen und andere
Weſens=
art kennen und ſchätzen und kommen ſich ſelbſt durch gleiche Intereſſen,
gleiche Freude am Geſehenen und Erlebten während dieſer zwei Tage
viel näher, als dies ſonſt bei den Eintagswanderungen der Fall ſein
kann. Losgelöſt von all dem Kleinkram des Lehens, aufeinander
an=
gewieſen, ſchlägt die Erwartung ſchönen Wanderns, die Ausſiht, fremde
Gegenden kennen zu lernen oder ſvieder zu ſehen, goldene Brücken von
Mann zu Mann. Mit hochgeſpannten Erwartungen wurde die
Zwei=
tageswvanderung am 12./13. Mai in den Schwarzwald angetreten. Sie
wurden voll erfüllt. Der Eilzug am Samstag brachte 5 Wanderer
nach Oppenau, um von dort aus den Kniebis zu erreichen. Von der
Zuflucht aus ging es weiter auf den Schliffkopf und von da nach
Ruhe=
ſtein, woſelbſt übernachtet wurde. Leider im Nebel wurde am Sonntag
früh um 7 Uhr der zweite Teil der Wanderung begonnen, über die
Darmſtädter Hütte, die Hornisgrinde, zum Mummelſee und Hundseck
marſchiert und der Abſtieg durch die Gertelbach=Waſſerfälle nach
Ober=
bühlertal vorgenommen. Wenn auch die Nebelwände am Vormittag
jede Ausſicht nahmen, brachte doch der Nachmittag wundervolle
Fern=
blicke. Wer den Schwarzwald noch nicht kannte, war überwältigt von
ſeiner Schönheit, ſeiner Wucht und ſeinen prächtigen Wäldern. Da
ver=
ſtummte jedes Geplauder. Trunken ruhte der Blick auf dem Geſchauten,
erſchauernd wurde man ſich ſeiner Kleinheit bewußt und oft ſtockte der
Fuß, gebannt von immer neuen Schönheiten. Wie wurde der Kopf und
die Bruſt frei in der köſtlichen Höhenluft, wie mühelos wanderte es ſich
auf den Bergeshöhen. Und wenn zu all dem gern gewährte
Gaſtfreund=
ſchaft bommt, wenn man fühlt, wie willkommen man iſt, dann muß man
tounſchlos zufrieden ſein. Alles wetteiferte, den Odenwaldklubmännern
den Aufenthalt im Schwarzwald angenehm zu machen. Vorzüglich, in
gleicher Güte, wurde die Wanderſchar überall bewirtet. Damit zeigte
ſich, daß der ſchlichte Wandersmann, der hinauszieht, um die Natur zu
genießen, der nicht über reichliche Mittel verfügt, ein gern geſehener
Gaſt iſt, dem man trotz niedrig gehaltener Preiſe ſehr Gutes bietet.
Auch dieſe Anerkennung macht Freude. So verliefen die zwei Tage für
alle Teilnehmer in voller Harmonie, und alle freuten ſich ſchon jetzt auf
die nächſtjährige Zweitageswanderung. Die von den Führern, den
Herren Hochſtätter und Klump, getroffenen Vorbereitungen haben ſich
glänzend bewährt. Ihnen vor allem gebührt herzlicher Dank für ihre
Mühe und Arbeit, aber auch für das außerordentliche Verſtändnis, mit
der ſie die Wanderung zuſammenſtellten und ausführten. Schö.
F
Geflügelzuchtverein e. V. Darmſtadt. Die gut beſuchte
Maiver=
ſammlung wurde durch den 1. Vorſitzenden geleitet. Als neues Mitglied
wurde Herr Schreinermeiſter Ganzert einſtimmig aufgenommen. Die
Bekanntgabe einer Verfügung des Reichswehrminiſteriums bezügl.
Ver=
bot der Geflügelhaltung ſeitens Militärbeamter rief die einmütige
Ent=
rüſtung der Verſammlung hervor. Der Bund Deutſcher Geflügelzüchſter
ſowohl, als auch die A. S.G. und ſämtliche Landes= und
Provinzial=
verbände werden mit aller Energie die Zurücknahme dieſer Verfügung
fordern. Ehrenvorſitzender Herr Brohm berickſtete alsdann eingehend
über die A. S.G.=Verſammlung in Würzburg; er wurde daſelbſt zum
Mitglied des neugebildeten Ehrenrates gewählt. Herr Pfeffer, welcher
mehrere Tauben verſchiedener Raſſen mitgebracht hatte, hielt einen
intereſſanten Vortrag über Haltung und Zucht. Ein Wohltäter unſeres
Vereins hat einen modernen Motorbrüter für 3000 Eier erworben,
wel=
chen er im kommenden Frühjahr nur unſeren Mitgliedern gegen geringe
Gebühr zur Verfügung ſtellt. Erfahrungsgemäß ſind die
Verſammlun=
gen in den Sommermonaten ſchwächer beſucht und wurde daher
beſchloſ=
fen, die Juniverſammlung ausfallen zu laſſen. Als Erſatz hierfür
fin=
det am 10. Juni nachmittags ein Familienſpaziergang mit Beſichtigung
der Zuchten unſerer Mitglieder Schneider, Marienhöhe, Krätzinger und
Wedde, Villenkolonie Eberſtadt b. D. ſtatt. Die Verloſung einer Glucke
mit Zwergwyandottenkücken, mehreren Zuchtpaaren Raſſetauben und
Futtermitteln beſchloß die Verſammlung.
Neue Frachtbriefvordrucke. Mit der vorausſichtlich zum 1.
Okto=
ber 1928 in Kraft tretenden neuen Eiſenbahn=Verkehrsordnung wird
auch ein neues deutſches Frachtbriefmuſter eingeführt. Da nur mit einer
ſehr kurz bemeſſenen Aufbrauchsfriſt der zurzeit geltenden Frachtbriefe
zu rechnen iſt, iſt es für die Intereſſenten nicht ratſam, jetzt noch größere
Vorräte von dieſen Frachtbriefvordrucken auf Lager zu nehmen. Ferner
verlieren mit dem Inkrafttreten des neuen Internationalen
Ueberein=
kommens über den Eiſenbahnfrachtverkehr am 1. Oktober d. Js. die
zur=
zeit geltenden internationalen Frachtbriefe ihre Gültigkeik.
40. Jahreshauptverſammlung der Freiw.
Sanitäts=Hauptkolonne vom Roten Kreuz.
Die Freiwillige Sanitäts=Hauptkolonne vom
Roten Kreuz. Darmſtadt hielt dieſer Tage ihre 40. Jahres=
Hauptverſammlung im großen Saale des „Feierabend” (
Stift=
ſtraße 51) ab, die außer den geladenen Gäſten von nahezu der geſamten
aktiven Mannſchaft beſucht war. — Die Sanitäts=Hauptkolonne mit
ihrer Zweigkolonne der Firma E. Merck zählt zur Zeit außer ihrer
Ehrenführerſchaft und den drei Kolonnenärzten 41 Führer und 166
aktive Mannſchaften.
Den Bericht über das abgelaufene Dienſtjahr 27/28 erſtattete nach
Worten der Begrüßung an die Erſchienenen der Hauptkolonnenführer
Herr Hauptmann à I. s. Lotheißen. Folgende Zahlen erſcheinen
beachtenswert: Die Kolonne ſtellte im abgelaufenen Dienſtjahr 1927/28
bei verſchiedenen Gelegenheiten Wachen, wozu 85 Führer und 449
Mann=
ſchaften Dienſt verrichten und in 963 Fällen erſte Hilfe leiſteten.
Be=
ſonders ſeien erwähnt die Wachegeſtellung anläßlich des Kreisturnfeſtes,
der Landwirtſchaftlichen Ausſtellung u. a. m.
Ausbildungskurſe in der erſten Hilfe wurden abgehalten unter der
tatkräftigen Leitung des Kolonnenarztes Herrn Dr. med. Hein ſowie
des Herrn Kolonnenführers Hauptmann a. 1. s. Lotheißen: 1.
Kurſus für die oberen Klaſſen der höheren Lehranſtalten, 2. Kurſus
in der Landes=Polizeiſchule, 3. Kurſus für die Betriebshelfer der
gewerblichen Berufsgenoſſenſchaften, 4. Kurſus für die Mitglieder der
Rolonne; außerdem nahmen an den Ausbildungs= bzw.
Fortbildungs=
kurſen für Desinfektoren in Gießen, Mainz und Kaſſel einige unſerer
Mitglieder teil
Den Rechenſchaftsbericht der Kolonne erſtattete der Ehrenzugführer
R. Fiſcher, der eine Einnahme von 4302,05 Mk. und eine Ausgabe
ven 4264,93 Mk. aufweiſt. — Herr Geſchäftsführer Werner von der
Sanitätswache legte die Rechnung der Sanitätswache vor, die eine
Ein=
nahme von 21 441,17 Mk. und eine Ausgabe von 17 698,34 Mk. nachweiſt.
— Beiden Herren wurde auf Antrag der Rechnungsprüfer mit dem
Ausdruck des Dankes von der Verſammlung einſtimmig Entlaſtung
er=
teilt. Auch der Voranſchlag der Kolonne ſowie der der Sanitätswache
wurde nach eingehender Begründung einſtimmig gutgeheißen. Den
In=
benturbericht erſtattete Ehrenzugführer Griesheimer. Der
Inven=
tarwert der Kolonne und der Sanitätswache repräſentiert zurzeit einen
Wert von 25 248,50 Mk.
Es folgen ſodann noch die Berichte über die Unterſtützungskaſſe, die
mit einer Einnahme von 366,00 Mk. und einer Ausgabe von 346,50 Mk.
abſchließt; die Gräberſchmückungskaſſe ſchließt mit einer Einnahme von
204,80 Mk. und einer Ausgabe von 152,20 Mk. ab.
Herr Kolonnenführerſtellvertreter Knecht von der Zweigkolonne
E. Merck erſtattete Bericht über die Zweigkolonne, welche im
verfloſ=
ſenen Dienſtjahre außerordentlich tätig geweſen iſt.
Für den Vorſtand der Unterſtützungskaſſe fand eine
Ergänzungs=
wahl ſtatt, bei der die Kameraden R. Franz und Gg. Wegerich
gewählt wurden. Nach Ausgabe der neuen Ausweiskarten für das
Dienſtjahr 1928/29 ſchloß der Herr Kolonnenführer die anregend
ver=
laufene Verſammlung mit Worten des Dankes an die Erſchienenen.
Am Abend fand noch zu Ehren des 100jährigen Geburtstages des
Gründers des Roten Kreuzes Henry Dunants eine ſchlichte
Gedenk=
feier in Form eine3 Familienabends ſtatt, die gut beſucht war. — Ein
ſchöner Vortrag über das Leben und Wirken dieſes edlen Mannes,
ge=
halten von dem Kolonnenführer, Herrn Hauptmann Lotheißen, wird
Gr.
noch lange im Gedächtnis der Anweſenden bleiben.
Die Freiwillige Sanitätshauptkolonne vom Roten Kreuz beabſih,
tigt bekanntlich, ihr 40jähriges Juhiläum am 30. Juni und 1. Juli felt
„c zu begehen. Die Arbeiten der verſchiedenen Ausſchüſſe ſind ſowei
gediehen, daß das Programm für die beiden Feſttage in deu I
den Tagen in großen Bügen bekannt gegeben werden kann.
dehen Sie jetzt
Sleich zur Wahll
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— Orpheum. Der Sonntagskartenverkauf iſt im Verkehrsbureau
und Zeitungskiosk von 9—12 Uhr, ferner an der Kaſſe des Orpheums
ab 3 Uhr nachmittags bis Begim der Vorſtellung. Numerierte
Saalkaxten 1,50 Mark. Telephon. Beſtellungen Nr. 389. Es
wird darauf hingewieſen, daß das Wahlergebnis, ſoweit ſolches vor
Ab=
lauf der Vorſtellung vorliegt, bekannt gegeben wird. (S. Anz.)
Von der Feuerwehr. Im Monat April wurde die Städt.
Be=
rufsfeuerwehr 26mal alarmiert, und zwar zu einem Großfeuer, einem
Mittelfeuer, 4. Kleinfeuern, 3 Autounfällen, 2 Waſſerrohybrüchen, 14
Verkehrsſtörungen und einmal zu der Unwetterkataſtrophe in
Zwingen=
berg a. d. B. Der Sanitätsdienſt erſtreckte ſich auf 157 Transporte. Die
zurückgelegte Fahrtſtrecke betrug 1398 Kilometer. In 7 Fällen wurde
erſte Hilfe auf der Wache, Kirchſtraße 13 (Fernſprecher Stadtamt und
Reichspoſtfernſprecher Nr. 600) geleiſtet.
Fortsetzung des
Möbelausgerkaufs
wegen Umbau und vollständiger
Neu-
herrichtung der Ausstellungs-Räume.
Außerordentlich billige Eß-, Herren-
und Schlafzimmer-Einrichtungen
Rost & Bischer
Alexanderstr. 10.
Lokale Veranſialtungen.
Oſe hierunter erſcheinenden Nofizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu beirachten,
in keinem Falſe irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
— Im Hotel „Prinz Heinrich” findet heute Sonntag abend
Konzert mit Tanz ſtatt. (S. Anz.)
Aus den Parteien.
— Deutſche Volkspartei. Unſere Mitglieder und
Parteifreunde, die nicht zum Wahllokal gehen können, werden
Lurch unſere Autos abgeholt. Meldungen durch Fernſprecher 1304, 3540
und 4398 erbeten.
— Deutſche Demokratiſche Partei. Die Parteifreunde
treffen ſich am Sonntag abend zur Entgegennahme der Wahlreſultate
im Fürſtenſaal, Grafenſtraße 18.
— Volksrecht=Partei (Reichspartei für Volksrecht und
Auf=
wertung). Der Parteivorſtand weiſt darauf hin, daß ſich die Wähler
der Partei am Wahlabend im „Reichshof” treffen. (Siehe heutige Anz.)
Tageskalender für Sonntag, den 20. Mai 1928.
Heſſ. Landestheater Großes Haus, Anfang 19 Uhr, Ende
22½ Uhr, F 11 (Darmſt. Volksbühne): „Die Zauberflöte”, — Kleines
Haus, Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr: „Wer gewinnt Liſette‟
Orpheum, abends 20 Uhr, Gaſtſpiel des Neuen Operetten=Theaters
Frankfurt a. M.: „Frühlingsluft” — Konzerte: Schloßkaffee,
Kaffee Rheingold, Hotel Schmitz, Weinhaus Maxim, Waldſchlößchen,
Stadt. Nürnberg, Chauſſeehaus, Rummelbräu, Zur Kanone, Kaffee
Jöſt, Hotel Prinz Heinrich, Reichshof, Zum Neckartor —
Oranga=
riehaus, abends 20 Uhr: Künſtler=Abend des Stadt=Orcheſters.
Kinovorſtellungen: Helia, Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz=
Theater.
* Mahlverſemmlung
der Oeinoftat ſchen Partei.
Am. Am Samstag abend, dem Vorabend der Reichstagswahl,
ver=
anſtaltete die Demokratiſche Partei in der Turnhalle am Woogsplatz
eine öffentliche Wahlverſamnlung, zu der der demokratiſche
Spitzen=
kandidat im Wahlkreis Heſſen, der frühere badiſche Sraatspräſident
Prof. Dr. Hellpach, als Redner gewonnen war. Nach kurzen
Be=
grüßungsworten des Verſammlungsleiters, Herrn Lehrer Germann,
2. Vorſitzender der Darmſtädter Ortsgruppe der Demokratiſchen Partei,
nahm Herr Dr. Hellpach das Wort zu etwa folgenden Ausführungen:
„Erſt ſpätere Geſchlechter werden voll würdigen können, daß es in
ben erſten 10 Jahren der Republik ihren Führern gelungen iſt, das
Deutſche Volk wieder in die Reihe der großen Völker hineinzubringen.
Der Kapp=Putſch, der Hitlerputſch und die Separatiſtenunruhen blieben
gewiſſermaßen nur Eintagsereigniſſe, das deutſche Volk hat in dieſen
Jahren nicht verſagt und bewieſen, daß es nicht unpolitiſch iſt. Eine
ſtattliche Reihe von Perſönlichkeiten ſind in dieſen letzten Jahren aus
der breiten Maſſe emporgeſtiegen, die ſich ehrlich bemühen, das deutſche
Volk hinaufzubringen. Wir wünſchen nicht, daß an unſerer Staatsform
gerüttelt wird, weder im Großen noch im Kleinen. Wir wünſchen auch
nicht, daß innerhalb der geſetzgebenden Faktoren
Machterſchie=
bungen vorgenommen werden. Die Arbeitsweiſe des Reichstags muß
techniſch verbeſſert und den modernen Verhältniſſen angepaßt werden,
aber nur in wenigen Fällen war ein Mißtrauensvotum des
Reichs=
tags ſchuld an einer Regierungskriſe. Die meiſten Regierungen ſind
ein=
fach auseinandergegangen, haben ſich auseinandergearbeitet. Die Schuld
an den ewigen Koalitionskriſen liegt an den unglücklichen deutſchen
Parteiverhältniſſen, und die Zahl der Parteien wird ja mit jedem Tage
größer. Bis wir wirklich wettbewerbsfähig mit den anderen Völkern
werden, müſſen noch viele politiſche Vorurteile aus den Köpfen der
heranwachſenden Generation entfernt werden. In einem Volksſtaat
ſteht und fällt das Weſen eines Volksſtaates damit, daß die beſten
Män=
ner an die verantwortungsvollen Stellen geſetzt werden.
Geſellſchaft=
liche Rückſichten wie im alten Staat dürfen im demokratiſchen Staat
keine Rolle mehr ſpielen. Der Ruck nach links, den man
teil=
weiſe von der Wahl erwartet, muß in der bürgerlichen
Lin=
ken abgefangen werden. Was das Reichsſchulgeſetz anbetrifft, ſo
müſſen wir mit aller Deutlichkeit betonen, daß wir aus keinerlei
tak=
tiſchen Rückſichten heraus einem ſolchen Reichsſchulgeſetz zuſtimmen
werden können, wie es die beiden letzten Entwürfe Schiele=Keudell
ge=
bracht haben. Das deutſche Volk hat unter allen Völkerw den meiſten
Anlaß, den tragiſchen konfeſſionellen Riß, der es in zwei Teile geſpalten
hat, an allen möglichen Stellen zu überbrücken. Und die beſte
Gelegen=
heit hierzu iſt die Erziehung in der Schule. Es darf nichſt dazu
kom=
men, daß neben das katholiſche Zentrum noh ein evangeliſches
Zen=
trum geſetzt wird. Es muß ein ſtarkes Lager in Deutſchland vorhanden
ſein, das über die Gewiſſensfreiheit wacht. Wir wollen, nachdem wir
den Obrigkeitsſtaat in einen Volksſtaat umgewandelt haben, nicht ſehen,
wie dieſer Volksſtaat langſam zu einem kirchlichen Obrigkeitsſtaat wird.
Es iſt ein heller Wahnſinn der politiſchen und wirtſchaftlichen
Selbſt=
zerfleiſchung, daß jetzt 31 Pacteien auf den Plan treten. Dieſe
Ent=
wicklungstendenzen müſſen gehemmt werden. Neun Zehntel unſerer
Nöte kommen daher, weil wir einen der größten Kriege der
Welt=
geſchichte verloren haben. Wir würden neuem Unheil entgegengehen,
wenn wieder das deutſche Volk ſich in kleine und kleinſte
Intereſſen=
gruppen zerſpaltet und die große Linie der Politik gehen läßt.”
Der Rede folgte anhaltender Beifall. Eine Ausſprache wurde nicht
gewünſcht, ſo konnte gegen 10½ Uhr die ruhig verlaufene
Verſamm=
lung geſchloſſen werden.
— Gartenbauverein Darmſtadt. Verſchiedene Umſtände haben es
wünſchenswert erſcheinen laſſen, daß der Verein ſich durch
amtsgericht=
liche Eintragung in das Vereinsregiſter Rechtsfähigkeit erwirbt. Da nun
aber die Vereinsſatzungen den Vorſchriften des Bürgerlichen Geſetzbuchs
angepaßt und daraufhin vielfach abgeändert werden mußten, ſo war die
Einberufung einer außerordentlichen Hauptverſammlung nötig. In
dieſer wurde der neue Entwurf einſtimmig angenommen. Der
Vor=
ſitzende teilte mit, daß alle diefenigen Mitglieder, die ſich beim „
Wett=
bewerb Fenſter=, Balkonſchmuck u. dgl.” beteiligen wollen, bei der
An=
meldung am Verkehrsbüro einen Gutzſchein erhalten, auf welchen ihnen
beim Einkauf von Blumenſtöchen von den Handelsgärtnern ein Rabatt
von 10 Prozent gewährt wird. —— Im kommenden Sommer ſoll u., a,
ein gemeinſamer Beſuch des Frankfurter Palmengartens ſtattfinden:
als geſchickte Einführung dazu war ein beſonderer Lichtbildervortrag auf
die Tagesordnung geſetzt worden. Es muß als ein beſonders glücklicher,
Griff von der Vereinsleitung bezeichnet werden, für dieſen Vortrag
Herrn Dr. Hans Heil, Privatdozent an der hieſigen Techniſchen
Hochſchule, zu gewinnen, da er nicht nur über außergewöhnliche
Keunt=
niſſe auf dem Gebiet der Botanik verfügt, ſondern auch die
beneidens=
werte Gabe beſitzt, ſeine Gedanken über reinwiſſenſchaftliche Dinge in
wohltuender und gemeinverſtändlicher Weiſe zu Gehör zu bringen. Was
aber den Darbietungen ein beſonders hohes Maß von Intereſſe verlieh,
das war die Tatſache, daß zur Illuſtrierung des Vortrages eine große
Zahl ganz wundervoller farbenprächtiger Lumiére=Bilder benützt
wur=
den, die mit geſchickter Meiſterhand von Herrn Albrecht Heil aus
Fränkiſch=Crumbach hergeſtellt worden ſind. Alle zeichneten ſich durch
exakte Wiedergabe der Formen und naturgetreue Darſtellung der
Far=
ben bis zu den feinſten Tonwerten aus, was bekanntlich nur dann
ge=
lingt, wenn man neben erſtklaſſiger optiſcher Ausrüſtung friſches
Plattenmaterial verwendet und die Belichtungszeit genau zu treffen
ver=
ſteht. Da nun Autochrombilder ſelbſt bei vollkommenſter techniſcher
Her=
ſtellung weniger lichtdurchläſſig ſind, als gewöhnliche Glasbilder, ſo
mußten an die Lichtquelle des Projektionsapparates die ausgiebigſten
Anforderungen geſtellt werden, und es war auch Vorſorge getroffen, daß
bei jedesmaligem Bildwechſel eine Verdunkelung eintrat, wodurch ein
Blenden der Augen bei der übergroßen Lichtfülle vermieden wurde. Alle
dieſe Momente halfen zuſammen, daß es ein Hochgenuß war, den zu
einem Palmengartenrundgang zuſammengeſtellten Bildern unter der
geiſtvollen Führung des Redners zu folgen, beginnend bei den im
Lenzesſchmuck prangenden Blumenanlagen vor dem großen
Geſellſchafts=
haus, vorbei an farbenprächtigen Blumenparterres und regelmäßigem
Teppichbeeten, die Blicke ſchweifend zu dunkelgrünen Koniferengruppen
und hin zu den Anzuchtbeeten, dann wieder an ſtillen Gewäſſern
vor=
über mit herrlichen Teichroſen in allen Farben. Ein märchenhafter
Blumenzauber erſchloß ſich dann dem Auge in den Blütengalerien des
Palmenhauſes, woſelbſt in buntem Wechſel eine Gruppe aus Floras
Reich die andere ablöſte. Dann entzückte uns wieder mit ihrem intimen
Reizen feurige Kamelien, prächtige Cyclamen und Begonien, farbenreiche
Gloxinien, rieſenblumige Chryſanthemen, Paſſionsblumen, Pelargonien,
ein Heer von Kakteen und Sukkulenten, Muſas, Orchideen mit ihrem
Formenreichtum an wunderlich geſtalteten Blüten, rieſenblättrige
Nym=
phaceen vom Amazonenſtrom und ſchließlich die herrlichen
Farbenſym=
phonien der Azaleen. — Im zweiten Teil des Vortrages wurden
ſel=
tene exotiſche Falter in buntſchillerndem Glanz des Oberkleides und im
ornamentalem Schmuck des Unterkleides beſprochen. Ebenſo kamen
farbenprächtige Vögel, wie z. B. Pfauen, Faſanen und Papageien, alle
aus der Tropenwelt, in immer herrlicheren Lichtbildern zur
Darſtel=
lung. Die letzten Aufnahmen aber befaßten ſich mit den Schönheiten
unſerer Heimat in den einzelnen Jahreszeiten, der Obſtblüte im
Früh=
ling, dem wogenden Getreidefeld im Hochſommer, dem Obſtſegen des
Herbſtes und den wunderbaren Rauhreifgebilden des Winters;
Schön=
heiten, wie ſie die Tropenwelt nicht beſitzt. Der Vortrag klang in einem
warmen Appell zur Heimatliebe aus und wurde von den zahlreichen
Be=
ſuchern mit ſtarkem Beifall belohnt. Es war ohne Zweifel die ſchönſte
Darbietung während der Wintertätigkeit des Gartenbauvereins.
— Die Wander=Abteilung der Kaufm. Stenographen=Geſellſchaft
unternahm am vergangenen Sonntag ihre 5. Wanderung. Hoffte man
bei dieſer inſolge des gerade nicht günſtigen Wetters nur wenige
Teil=
nehmer anzutreffen, ſo ſah man ſich darin getäuſcht. Der Zug brachte
die Wanderer vormittags 6,10 Uhr über Aſchaffenburg nach Miltenberg.
Von hier aus führte der Weg nach dem Kloſter Engelsberg, und nach
einer kleinen Stärkung daſelbſt ging es weiter durch Groß=Heubach,
Rüdenau an der Lauseiche vorbei nach Vielbrunn. Hier wurde, die
Hauptraſt des Tages gehalten. Nach zirka 2 Stunden gemüitlichen
Auf=
enthalts mahnten nur zu früh die Führer zum Aufbruch, denn man
hatte noch 1½ Stunden nach König zu marſchieren. Kurz vor Abgang
des Zuges langte man dort an, und nach einer nicht mehr allzu langen
Bahnfahrt waren die Teilnehmer wieder in ihrem Heimatort, und
be=
friedigt, an einer hübſchen Wanderung teilgenommen zu haben, bei der
doch noch herrliches Wetter beſchieden war.
Seſte 6
Sonntag, den 20. Mal 1928
Nummer 140
Aus Heſſen.
Heſſiſcher Straßenbericht
für die Woche vom 20. bis 26. Mai 1928.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Hefſen.
Bensheim—Worms iſt an folgenden Stellen geſperrt:
1. Zwiſchen Bensheim und Lorſch Km. 23,8—26,4 vom 9. bis 31.
Umleitung: Heppenheim a. d. B.
2. Zwiſchen Lorſch und Bürſtadt Km. 36,6—38,7 vom 20. 4. bis B. 5.
Umleitung: Kein=Hauſen—Jägersburg-Biblis—Bobſtadt.
5.
Darmſtadt—Mainz (zwiſchen Büttelborn und Groß=Gerau, Km. 12,2
bis 13,7) vom 1. bis 21. 5. geſperrt. Umleitung: Griesheim—
Wolfs=
kehlen.
Michelſtadt—Erbach (Km. 45,45—46,72) vom 1. bis 27. 5 geſperrt.
Umleitung: Eulbacherſtraße bzw. unteren Weg in Michelſtadt.
Darmſtadt—Mörfelden—Frankfurt a. M. Km. 17,585—20,185 (
Lan=
desgrenze) vom 9. 5. bis 2. 6. geſperrt. Umleitung Langen bzw. Neu=
Iſenburg.
Offenbach—Seligenſtad” (zwiſchen Tannenmühle und Froſchhaufen,
Km. 11,2—15,4) vom 16. 5. bis 10. 6. geſperrt. Umleitung: Hainſtadt.
Mainz—Bingen, Km. 18,4—22,4 (Abzweigung nach Gau=Algesheim
—Gaulsheim), vom 23. 4. bis auf weiteres geſperrt. Umleitg: Gau=
Algesheim—Ockenheim—Gaulsheim.
Mainz—Alzey (zwiſchen Nieder=Olm und Wörrſtadt, Km. 12,2 bis
21,5) vom 30. 4. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Sörgenloch—
Hahnheim—Undenheim.
Mainz—Worms (zwiſchen Ludwigshöhe und Guntersblum, Km.
26,2—28,0) vom 7. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Wald=
ülversheim.
Gießen—Marburg (zw ’ichen Lollar und Sichertshauſen) vom 12. 3.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Odenhauſen—Frohnhauſen—
Bellnhauſen.
Frankfurt a. M.—Gießen iſt an folgenden Stellen geſperrt:
1. Zwiſchen Landesgrenze und Vilbel vom 16. 4. bis auf weiteres.
Umleitung: Bad=Homburg—F
2. Zwiſchen Kloppenheim und Vilbel, Km. 47,053—48,300 vom 11. 4.
bis auf weiteres. Umleitung: Für den Durchgangsverkehr: Bad=
Homburg—Friedberg. Für den übrigen Verkehr: Ober=Erlenbach,
3. Zwiſchen Kloppenheim und Okarben, bis zum Petterweiler
Ab=
zweig. Umleitung für den Durchgangsverkehr: Bad=Homburg—
Friedberg. Für den übrigen Verkehr: Selzer Beunnen-Bahnhof
Groß=Karben.
4. Zwiſchen Niedermörlen und Niederweiſel vom 16. 4. bis auf
weite=
res. Umleitung: Steinfurth, Rockenberg, Griedel, Butzbach.
Gießen—Grünberg—Alsfeld (zw. Gießen und Reiskirchen, Km. 5
bis 7), vom 16. 4. bis auf weiteres geſperrt.
Lauterbach—Fulda (zwiſchen Lauterbach und Angersbach) vom 8. 5.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Rudlos bzw. Schlitz=Willofs,
Sonſtige Straßen in Heffen.
Eberſtadt—Seeheim Km. 10,16—12,13 vom 7. 5. bis 3. 6. geſperrt.
Umleitung: Bickenbach.
Bensheim—Schwanheim (Ortsdurchfahrt Bensheim, Rheinſtr.) vom
21. 5. bi3 16.6. geſperrt. Umleitung: Fehlheim-Nodau.
Ginsheim-Biſchofsheim, Km. 94,1—26,3 vom 18. 5. bis 2. 6.
ge=
ſperrt. Umleitung: Guſtavsburg.
Gemäß Polizeiverordnung vom 1. 5. 28 ſind in der Gemeinde
Langen die Borngaſſe, Bruchgaſſe und Feldſtraße für den
Durſchgangs=
verkehr geſperrt die Wallſtraße darf in der Nichtung von Weſten nach
Oſten und die Auguſt=Bebelſtraße in der Richtung von Oſten nach
Weſten nicht befahren werden.
Wöllſtein—Frei=Laubersheim (Ortsdurchfahrt Wöllſtein) vom 20. 3.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung von der Alzeyerſtraße über
Sie=
fersheim—Wonsheim-Neu=Bamberg und Volxheim-Hackenheim.
Genſingen—Kreuznach (Km. 8,2—13,2) vom 23. 4. bis auf weiteres
geſperrt. Umleivung: Genſingen, Nahebrücke, Langenlonsheim bzw.
Boſenheim, Hachenheim.
Ortsdurchfahrt Dromersheim vom 14. 5. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung für den Verkehr Aſpisheim—Dromersheim-Büdesheim über
Herrweiler—Genſingen.
Eſſenheim—Elsheim (Km. 13,1—15,3) vom 30, 4. bis 16. 6. geſperrt.
Umleitung: Stadecken.
Ober=IngelheineGroß=Winternhetm Ki. 3,6—30,4 bom 14. 5. bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Gau=Algesheim—Appenheim-
Nie=
der=Hilbersheim-Bubenheim—Schwabenheim.
Rheinſtraße in Nierſtein bis zur Malzfabrik (Abzweigung nach
Schwvabsburg bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Bleichſtraß=,
Langgaſſe.
Belzerſtraße in Nieder=Ingelheim bis 26. 5. geſperrt.
Ortsdurchfahrt Rodheim v. d. H. im Zuge der Straßen Rodheim—
Köppern und Rodheim—Holzhauſen vom 19. Januar bis auf weiteres
geſperrt. Umleitung: Ober=Erlenbach reſp. Kloppenheim-Petterweil oder
Ober=Roßbach-Nieder=Roßbach.
Ortsdurchfahrt Rodheim v. d. H. in Richtung Nieder=Wöllſtadt vom
22. 3. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung erfolgt über Ortsſtraßen.
Ortsdurchfahrt Großen=Buſeck (Zeilgaſſe) vom 16. Februar bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung über die Kaiſerſtraße in Großen=Buſeck.
Gonterskirchen-Laubach—Schotten (Ortsdurchfahrt Einartshauſen)
vom 1. 3. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Laubach oder Ulfa=
Eichelsdorf.
Ortsdurchfahrt Holzhauſen v. d. H. in der Richtung Friedrichsdorf
und Rodheim v. d. H. vom 22. 3. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Ober=Erlenbach.
Ober=Roßbach-Nieder=Roßbach einſchl Ortsdurchfahrt Nieder=
Noß=
bach vom 29. 3. bis auf weiteres geſperrr. Umleitung: Nieder=
Wöll=
ſtadt—Rodheim v. d. H.,
Münſter—Fauerbach v. d. H. vom 10. bis 26. 5. gefperrt.
Umlei=
tung: Hochweifel.
Berſtadt—Grund=Schwalheim vom 14. 5. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Echzell-Biſſes oder Steinheim—Unter=Widdersheim.
Wehnbach-Wölfersheim vom 30. 4. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung Berſtadt.
Nonnenroth — Ober=Beſſingen und Nonnenroth-Nieder=Beſſingen
(Ortsdurchfahrt Nonnenroth) vom 7. 5. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Röthges—Münſter.
Ober=Florſtadt—Staden vom 21. 5. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Stammheim.
J. Griesheim, 19. Mgi. Radſport. Somtag, den 20. Mai,
hält der Radfahrerverein „Conus” ein Querfeldeinfahren ab, offen nur
für ſeine Mitglieder. Dieſes Ereignis auf radſportlichem Gebiet iſt für
Griesheim etwas neues. Nach den bis jetzt vorliegenden Meldungen
werden ſich etwa 2 Mitglieder daran beteiligen. Der Start iſt
nachmit=
tags 2½ Uhr am Ortsausgang Neue Darmſtädter Straße; die Strecke
geht bis Felſenkeller, links ab durch den Wald auf den altem Darmſtädter
Weg, bis Groß=Gevauer Chauſſee, Kaffee Kunz, Felſenkeller, durch den
Hof nach der Uebungsplatzſtraße, rechts ab durch den Wald nach der
Frankfurter Bierniederlage am Beſſunger Weg, hier querfeld auf
Haus=
weg durch die neue Sandkaute, über vorderen Schießplatz zur alten
Sandkaute, auf Eſchollbrücher Straße mit dem Ziel am Gaſthaus „Zum
grünen Laub”. — In einer der letztem Nächte wurden aus der Hofreite der
Schloſſerei von Heinrich Merker 1. Wwe. 50 Meter halbzöllige
Waſſer=
leitungsrohre geſtohlen. Der Dieb iſt jedenfalls von der Beſſunger
Straße aus durch den Garten in die Hofreite eingedrungen und hat die
Rohre auch auf dieſem Wege fortgeſchafft.
— Roßdorf, 18. Mai. Vom Odenwaldklub. Regenſchwanger
war der Himmel, als in der Frühe des vergangenen Sonntags unſer
kleines Häuflein unentwegter Mitglieder der Ortsgruppe Roßdorf des
Odenwaldklubs, mit der Eiſenbahn gen Homburg fuhren. Nachdem ſich
bereits hinter Langen der Himmel geklärt hatte, konnten wir bei
ſchön=
ſtem Sonnenſchein die Brunnen= und Badeanlagen Bad Homburgs
be=
ſichtigen. Dann ging es in wackerem Marſch hinauf zur Saalburg. Hier
gab es des Intereſſanten eine ganze Menge zu ſehen und konnten wir
manche neue Eindrücke mit nach Hauſe nahmen. Nach kurzem
Mittags=
imbiß im nahen Gaſthof führte uns unſer Weg durch prächtige,
früh=
lingsjunge Wälder, auf ſteinigen Pfaden in einigen Stunden am
Sand=
placken vorbei zum Gr. Feldberg hinauf. Eine ſcharfe Luft wehte über
die kahle Kuppe dieſes höchſten Taunusberges, und wir konnten ſogar
friſchgefallenen Schnee ſehen. Der Abſtieg brachte uns über den
Fuchs=
tanz nach Falkenſtein und weiter nach Cronberg, von wo aus die
Rüich=
fahrt nach Darmſtadt bzw. Roßdorf erfolgte.
P8 Fleckenwas.
Heckt
brennt nicht- hinteblält keine (änden
5O985
I.Moh. 5896
— Traifg, 16. Mal. Die hieſige Ortzgruppe des
Odenwald=
klubs unternahm
Wanderung im Taunus mit dem Zielvunkt
inzahl Wanderer und Wanderinnen nahmen
Saalburg. Eine ſtatt
teil. Die Führer, Herr Fornoff und Spieß 1., hatten es ſich angelegen
ſein laſſen, wirklich hübſche Partien des ſchönen Taunus mit den
Wan=
derern zu durchſtreifen. Bad Homburg mit ſeinen herrlichen Anlagen.
Quellen und ſonſtigen Sehenswürdigkeiten ſowie die Saalburg mit
Muſeum, wurden eingehend beſichtigt und gaben dann auf der
Rück=
fahrt Stoff zur lebhaften Unterhaltung. Jeder Teilnehmer war ſichthar
ergötzt, an der frohen, ſchönen und intereſſanten Wanderung
teilgenom=
men zu haben.
I. Michelſtadt, 19. Mai. Die Deutſche Volkspartei hatte für
heut=
abend zu einer Wahlverſammlung in Schmerkers Garten eingeladen.
in der Landtagsabgeordneter Scholz referierte. Der Vorſitzende der
Kreisgruppe Erbach, Herr Fabrikant Kurz=Hainſtadt, eröffnete die
Verſammlung und gab zunächſt in kurzen Zügen ein Bild von der
Be=
deutung der jetzigen Wahl, die das Wahlrecht zur Wahlpflicht mache.
Alsdann ergriff der Referent des Abends, Herr Landtagsabgeordneter
Schölz, das Wort zu einem längeren Vortrag, in dem er die Stellung
der Deutſchen Volkspartei zur Wirtſchaft, zur Politik und namentlich
zur Außenpolitik behandelte. In ſeinen ſtark feſſelnden Ausführungen
ſkizzierte er die Lage der deutſchen Volkswirtſchaft, hierbei einen Vey
gleich mit den amerikaniſchen Verhältniſſen ziehend, deſſen Wir=ſchaftz,
bedingungen mit unſeren Verhältniſſen ſehr verſchieden ſeien. Zum
Schluß forderte der Redner auf, am Wahltag die Srimme für di
Deutſche Volkspartei abzugeben, die allen Parteiintereſſen den Dienf
am Volke voranſtelle und ſich hierin nicht werde beirren laſſen. Her=
Kurz dankte dem Redner für ſeine vortrefflichen Worte und fordert
nochmals zur Ausübung des Wahlrechts auf für Liſte 4, die uns die
Geſundung der Verhältniſſe in unſerem ſo ſchwer bedrückten Vater
lande hringen werde.
m. Aus dem Kreiſe Erbach, 19. Mai. Zum Beſuch „Der Heſſiſche=
Wanderausſtellung für Geſundheitspflege und ſoziale Fürſorge” hatte
ſich am letzten Dienstag nachmittag eine größere Anzahl Lehrer des gan
zen Kreiſes, Vertreter jeder Schule bzw. jeden Ortes, in Erbach einge
funden. Die Ausſtellung iſt im ſtädtiſchen Saalbau untergebracht, w
Herr Schulrat Gerbig=Erbach die Erſchienenen begrüßte, darunter beſo
ders Frau Regierungsrat Keller und Frau Bürgermeiſter Gläfſing. Dau
auf häelt erſtgenannte Dame einen ſehr eingehenden Vortrag über a
die Geſetze, die die ſoziale Fürſorge belaſten, über all die Maßnahmet
die dazu dienen, die Volksgeſundheit zu heben und den Krankheiten uſn
vorbeugend entgegenzutreten. An den Vortrag ſchloß ſich eine eingehenk
Ausſprache an über das Verhältnis von Schule bzw. Lehrer zu dieſe
Beſtrebungen. Es kam zum Ausdruck, daß die Lehrerſchaft ſich gern i
den Dienſt dieſer Beſtrebungen ſtellt, es wurde aber auch betont, daß b
der Bildung der hierzu berufenen Köwerſchaften ſcheinbar ganz auf d
Mitzwirkung der Lehrer verzichtet wurde, da in keiner Weiſe an d
Lehrerſchaft herangetreten wurde, um ſich deren Mitarbeit zu ſichern.
A=
ſchließend, ſprach Herr Avemarie=Darmſtadt über das genannte Gebie
ſpeziell über die Stellung der Schule und der Lehrer zu den Forderm
gen an jener Seite. Unterdeſſen war eine Erbacher Schulklaſſe (Obe
klaſſe) erſchienen, mit der nun Herr Avemarie die Ausſtellung teils e
fragend, teils witteilend, durchwanderte und dadurch zeigte, wie i
Unterricht aufklärend und aneifernd gewirkt werden kann. Der Fü
vende wußte die Sache intereſſant zu machen, ſo daß die Kinder will
folgten. — Wie nachträglich mitgeteilt wurde, wird obige Ausſtelluf
auch noch an einigen anderen Orten des Kreiſes den In= und Umwo
nern zugänglich gemacht werden; dieſe Maßnahme iſt im Intereſſe d
Zweckes der Ausſtellung ſehr zu begrüßen, denn ſo viel wie nur mögl=
Beſucher ſollen deſſen teilhaftig werden, was die Ausſtellung bietet. (
wird gewiß nicht einer dieſelbe verlaſſen, der wicht irgendetwas profitie
hat, entweder indem er nachahmt: Ernährung uſw., oder indem er kün
tig manches unterläßt: Alkohol, Krankheiten uſw.
— Gernsheim, 19. Mai. Wafſerſtand des Rheins
18. Mai 0,33 Meter, am 19. Mai 0/41 Meter.
— Hirſchhorn, 19. Mai. Waſſerſtand des Neckars
18. Mai 0,85 Meter, am 19. Mai 0,90 Meter.
z. Raunheim, 16. Mai. Ertrunken. Am Main ſpielte ein &
ſchwiſterpaar aus Okriftel, die beide ins Waſſer fielen. Das Mädck
konnte gerette werden, während der 8jährige Junge unter den Flöf
ertvank. Die Leiche wurde geborgen.
z. Kelſterbach, 18. Mai. Funde auf dem Bahnkörper. 9
dem Bahnkörper der Strecke Goldſtein—Schwanheim wurde eine 2
zahl Gegenſtände vorgefunden. Man vermutet hier einen neuen Eiſ
bahnraub. Ermittelungen ſind im Gange.
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Während meiner praktiſchen Tätigkelt in der phrotechniſchen Fabrik Louis
Bock, Berlin, hatte ſch Gelegenheit, meine Kenntniſſe in der Pyrotechnik
be=
deutend zu vervollkommenen. Nach nunmehr beendeter Ausbildung als
Kunst-Feuerwerker
bin ich in der Tage, allen geſtellten Anſprüchen in der Feuerwerkskunſt gerecht
zu werden. Insbeſondere liefere ich Feuerbilder und Schriften in ſeder Größe
und eigner Anfertigung zu konkurenzloſen Preiſen. Die von mir im Laufe der
letzten Jahre abgebrannten Feuerwerke, bengaliſche Beleuchtungen und
Illu=
minatlonen haben bei der Preſſe und in Intereſſentenkreiſen ſolchen Beifall
gefunden, daß ſich ein beſonderer Hinweis auf die Leiſtungsfähigkeit meiner
Spezialfirma erübrigt. Mein direkter Anſchluß an ein führendes großes
Unter=
nehmen der pyrotechniſchen Branche und die Übernommene Generalvertretung
für das geſamte Gebiet des Volksſtaates Heſſen und des Rheinlandes ſetzen
mich in die Tage, hervorragende Feuerwerke und Beleuchtungen zu billigen
Preiſen zu liefern und mit geſchulten Feuerwerkern auszuführen. Eigene
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Nummer 140
Gonntag, den 20. Mai 4928
Seite 7
Wahlverſammlung der Deutſchen VolksparteiinWorms
— Worms, 19. Mai. Die letzte Wahlverſammkung der Deutſchen
Volkspartei zu den morgigen Reichstagswahlen fand heute abend im
ſtark beſetzten großen Saal der „Zwölf Apoſtel” ſtatt. Nach
Eröffnungs=
worten des Herrn Rechtsanwalts Dr. Lulay ergriff
Landtagsabgeord=
neter Dingeldey das Wort zu ſeinem Vortrag, in dem er u. a.
ausführte:
Wir ſtehen am Vorabend der Entſcheidung. Noch einmal wollen wir
den Sinn des Wahlkampfes, wie er ſich uns darſtellt, zuſammenfaſſen.
Wir kämpfen für die bewährte, ſeit fünf Jahren unbeirrt um alle
An=
griffe von rechts und links durch den Führer der Deutſchen Volkspartei,
Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann, in klarer Linie geführte
Außen=
politik. Heute, in den Tagen, in denen Strefemann, von ſchwerer
Krankheit darniedergeworfen, in immer breiteren Kreiſen des Volkes
Anerkennung und Dankbarkeit für ſeine Leiſtungen und ſeine
Auf=
opferung bis zum letzten der perſönlichen Kraft genießt, wollen wir
den Weg, den wir gegangen ſind, noch einmal rückſchauend bedenken.
Ich führe Sie zurück in die erſten Tage nach der Revolution.
Da=
mals, als hier in Worms Ordnung und Ruhe mit einem Schlage
um=
geworfen, an der Spitze der revolutionären Bewegung Perſönlichkeiten
ganden, die ſeitdem ſchon längſt wieder in die verdiente Vergeſſenheit
gerückgeſunken ſind, das enttäuſchte Volk irre geworden an allen
Vor=
ſtellungen, die es bisher verehrt und an die es ſich gehalten hatte, opferte
den neuen Göttern. Auch unſere alte Nationalliberale Partei war vor
der Gefahr der endgültigen Auflöſung. Ich denke noch daran, wie ich
hier als heſſiſcher Staatsbeamter vor dem Entſchluß ſtand, einer Bitte
meines alten Freundes Oſann folgend, die Staatsbeamtenlaufbahn zu
verlaſſen, nach Darmſtadt hinüber zu gehen, um die Partei wieder
auf=
zurichten. Drüben in Heſſen, in Starbenburg, in Oberheſſen, wie auch
in Mainz war das alte Parteigefüge zerſtört. Tauſende und
Abertau=
ſende wollten entweder reſigniert dem politiſchem Leben den Rüchen
keh=
en oder aber unterlagen der Suggeſtion der neugebildeten
Demokra=
tiſchen Partei. In ſchwerer, wochenlanger Arbeit, mit wenigen
Freun=
den gelang es uns, drüben im rechtsrheiniſchen Heſſen, völlig abgetrennt
durch die undurchbrechbare Schranke der Beſatzung von Ihnen hier in
Worms die Deutſche Volkspartei zu gründen und fenen wieder einen
Rückhalt zu ſchaffen, die nichts von den neuen Irrlehren wiſſen wollten.
Damals war der alte Freiherr von Hehl wie ein Fels in der Brandung,
der, unbeirrt von allen ſchwärmenden Zeitgeiſtern, nicht zögerte, in
ſeiner feſtgefügten Wormſer Organiſation die neugegründete Deutſche
Volkspartei mit ſeiner ganzen Kraft zu unterſtützen. Es iſt ein
Treppen=
witz der Parteigeſchichte, daß er ſich damals im Kreiſe Worms und dem
ſüdlichen Rheinheſſen einer Perſönlichkeit als politiſchen Angeſtellten
be=
diente, die ſich heute als deutſchnationaler Parteiſekretär in Darmſtadt
nicht genug tun kann, die Deutſche Volkspartei und ihre Führer zu
ſchmähen, wo immer nur es möglich iſt. Aus kleinen Anfängen heraus
ſchufen wir damals die Grundlage zur Deutſchen Volkspartei. Es
ge=
lang uns in Heſſen, den früheren Finanzminiſter, Exzellenz Dr. Becker,
als Kandidaten und Abgeordneten für die Nationalverſammlung zu
ge=
winnen, der ſich auch nach einiger Bedenkzeit aus vaterländiſchen
Grün=
den gerne zur Verfügung ſtellte. Schon beim erſten Anſturm haben wir
ihn als dem Abgeordneten Heſſens in der Wahlſchlacht durchbringen
und in der unmittelbar darauffolgenden Landtagswahl auch eine, zwar
nicht durch Quantität, aber durch Qualität der Perſönlichkeiten
ausge=
zeichnete Landtagsfraktion ſchaffen können. Bald ernüchterte ſich das
liberale Bürgertum, erinnerte ſich an die alten Traditionen, fand ſich
wieder zurück aus dem Reihen der Demokratiſchem Partei, die ſich
da=
mals immer mehr als eine im Schutz der Sozialdemokratie ſegelnde,
von internationalem Geiſte geführte Partei entpuppte. So kam der
große Wahlſieg des Jahres 1920, der den Strich zog unter die Wirren
nach der Revolution. Wir ſtanden damals in ſcharfer Gegnerſchaft
gegen die Führung der deutſchem Politik dunch Männer wie Erzberger,
Scheidemann und Wirh. In ihnen verſinnbildlichte ſich für uns ein
Geiſt der mationalen Schwväche und des hoffnungsloſen Verſuchs, die
deutſche Außenpolitik auf der Bahn des internationalen Pazifismus zu
führen. Wenn heute von links her unſer Führer Dr. Streſemann
ledig=
lich als Fortfetzer der alten Politik eines Wirth in Anſpruch genommen
wird, ſo lehnen wir das mit Entſchiedenheit ab. Wirth war es, der
das Londoner ultimatum unterſchrieb, und Oberſchleſien damit verlor.
Wirth war es, der auf Grund des Londoner Ultimatums eine Milliarde
Goldmarck den Gegnern überantwortete und damit die Inflation
ver=
urſachte. Wirth war es, der trotz aller dieſer Zugeſtändniſſe, gerade
weil ſie ohne Gegenleiſtung blieben, nicht verhindern konnte, daß
Poin=
caré in konſegenter Entwicklung ſeiner Machtpolitik erſt die Städte
Duis=
burg, Ruhrort und Düſſeldorf als Pfänder nahm und ſchließlich ins
Nuhrgebiet einmarſchierte. Es folgte der Ruhrkampf, ein erbittertes
Ringen eines machtloſen Volkes gegen den waffenſtarrenden fremden
Machthaber. Was erreicht werden ſollte, und was auch zweifellos
er=
reicht worden iſt, das war ein moraliſcher Erfolg. Von dem Tage an,
an dem das Ausland merkte, daß das deutſche Volk nicht bampflos in ſich
zerfallen, ſondern noch fähig zu einem nationalen Entſchluß war, ſtieg
auch die Achtung vor dem Deutſchen Reich wieder in der Welt.
Gleich=
wohl ſank im Ruhrkampf die einſtige Blüte der deutſchen
Weltwirt=
ſchaft, geknickt und ihrer Lebenskraft beraubt, zu Boden. Ruhr= und
Rheinland bildeten die Herzkammern unſeres Wirtſchaftslebens, die nun
abgeſchnürt und blutleer geworden waren. Das deutſche
Volksver=
mögen ſchwand dahin unter den ungeheuren Opfern, die für die Maſſen
des Volkes im beſetzten Gebiete gebracht werden mußten. Gleichwohl
ging der Kampf ſeinem ausſichtsloſem Ende entgegen. Reſignation und
Verzweiflung ergriffen immer breitere Maſſen im beſetzten Gebiet unter
den furchtbaren Nachenſchlägen, die die franzöſiſche Macht und der von
Lockungen und Unterſtützungen geſpeiſte Landesverrat minderwertiger
deutſcher Staatsbürger dem Rheinland verſetzten. Drinnen im
Deut=
ſchen Reich erfaßte ungeheuere Erbitterung alle die, die ihr Vermögen,
das in einem Leben voll Arbeit erſpart und dem Vaterland geopfert
war, verloren ſahen. Drunten in Bayern ſammelte der Rattenfänger
Hitler ſeine Scharen, die unter dem blödem Kriegsgeſchrei: mit
ſchwarz=
weiß=rot über den Rhein und ſiegreich nach Berlin, in der Gegend von
Bamberg und Koburg aufmarſchierten, um die Fahne des Aufruhrs in
das Innere Deutſchlands zu tragen. In Sachſen und Thüringen
ſtan=
den dementgegen die Roten Frontkämpfer, um Deutſchlands
Staats=
gefüge zu zerreißen. In dieſer Stunde ward Streſemann der Führer
des deutſchen Volkes. Und er reifte in den furchtbaren Tagen und
Wochen, die den Beginn ſeines Amtsantritts bildeten, vom Politiker
ßum Staatsmann. Er rang mit dem ſchweren Entſchluß, trotz ſeiner
heißen vaterländiſchen Geſinnung die demütigende Niederlage durch den
Abbruch des Ruhrkampfes auszuſprechen. Heute ſind wir unſerem
Füh=
rer dankbar dafür, daß er die Kraft gefunden hat, den Weg zu gehen,
der allein aus der Knechtſchaft und innerem Aufruhr zur Rettung wenig=
ſtens der Exiſtenz des Reiches führen konnte. Es kamen dann die
Lon=
doner Verhandlungen und der Dawes=Plan. Was war ihr Sinn und
ihr Ziel? Das Londoner Abkommen hat uns endlich dahin gebracht, daß
nicht mehr der mit der militariſtiſchen Macht, ſondern, daß am
Ver=
handlungstiſch zwiſchen Wirtſchaftsſachverſtändigen und Staatsmännern
in ſchwerem gegenſeitigem Ringen und Auseinanderſetzen der Weg
ge=
funden werden ſoll, der zur Abdeckung der Laſten diemt, die das
Frie=
densdiktat uns auferlegt hat. Auch die Laſten des Dawes=Plans ſind noch
merträglich. Die zweite Etappe wird und muß ſein eine endgültige
Feſtſetzung der Reparationsſumme auf einer für die deutſche Wirtſchaft
erträglichen Höhe. Für dieſes Ziel arbeitet Streſemann, und die Fäden
ſind geſponnen, die dazu dienen, eine verſtändige Regelung des geſamten
Problems der Verſchuldung der europäiſchen Mächte untereinander und
gegenüber Ameriba zu finden. Das zweite große Ziel der Außenpolitik
Streſemanns war und iſt die völlige Wiederherſtellung der deutſchen
Souveränität, die Befreiung des deutſchen Bodens und des Rheinlandes.
Dieſem Ziel gilt die Verſtändigungspolitik, welche zum Vertrag von
Locarno und zum Eintritt in den Völkerbund geführt hat. Die
Ver=
ſtändigung wird um ſo leichter und vor allen Dingen um ſo beſſer für
Deutſchland werden, je breiter die Einheitsfront iſt, die der
Außenmini=
ſter hinter ſich weiß. Ohne Waffenmacht, mit notleidender, geſchwächter
Wirtſchaft vermag der Außenminiſter Erfolge nur durch das moraliſche
Gewicht eines einigen nationalen Wollens zu erreichen.
Wir glauben, daß das trübe Kapitel des Wahlkampfes von 1924, in
dem die Deutſchnationale Volkspartei, getragen von ihrem Willen zur
Agitation, ſchmähliche Angriffe gegen die Perſon und die Politik des
Führers der Deutſchen Volkspartei gerichtet hat, beendigt geweſen wäre.
Wir hatten die Hoffnung, daß die Deutſchnationale Volkspartei
endgül=
tig bereit war, den Mut zur Verantwortung auch dann zu haben, wenn
die Verantwortung Unpopuläres von den Parteianhängern forderte.
Wir haben uns leider getäuſcht. Dieſelbe Partei, die fünfviertel Jahre
hindurch im Reichskabinett in jeder einzelnen Kabinettsſitzung
einſtim=
mig die Schritte des Außenminiſters, ſeine Verhandlungsmethode und
Ergebniſſe in Genf und anderwärts gebilligt und mitvertreten hat, dieſe
ſelbe Partei zieht jetzt in den Wahlkampf wiederum in vorderſter Linie
mit dem Kampfgeſchrei gegen Streſemann und die Deutſche Volkspartei.
Wer nicht wählt,
entäußert sich seines wornehmsten
Staatsbürger-Rechts!
Wir gehen außenpolitiſch im vollen, feſtem Vertrauen zu unſerem Führer,
zu der Macht ſeiner Perſönlichkeit und ſeiner politiſchen Begabung den
Weg weiter, weil es für Verſtändige einen anderen micht gibt. Wir
zögern allerdings nicht, die franzöſiſche Politik anzublagen, daß ſie
bis=
her nicht den Mut gefunden, aus den Verträgen von Locarno und den
Beſprechungen von Genf entſchloſſen alle Folgerungen zu ziehen. Ich
nehme das Wort unſeres Freundes von Kardorff auf, der anläßlich der
Verfaſſungsfeier im Reichstag erklärt hat, daß es eine Heuchelei ſei,
wenn heute noch in Frankreich von der bedrohten Sicherheit durch das
abgerüſtete und waffenloſe Deutſchland geſprochen werde. Ich gehe
weiter und ſage: nicht nur weil wir Deutſche keine Waffen mehr haben,
iſt Frankreichs Sicherheit nicht in Gefahr, ſondern vor allem, weil wir
Deutſche uns zu dem feſten Willen durchgerungen haben, mit allen
Kräf=
ten für den europäiſchem Frieden zu wirken. Wir wiſſen in Deutſchland,
und die verſtändigen, eimſichtigen Männer in Frankreich, zu denen heute
vielleicht auch ſchon Poincaré gehört, haben es ebenfalls begriffen, daß
dieſes alte Europa zermahlen werden wird zwiſchen den großen
Mühl=
ſteimen der amerikaniſchem Wirtſchaftskraft und der Volkskraft des
Oſtens, wem es ſich nicht zu einem einträchtigen Sammeln aller Kräfte
aufzuraffen vermag. Wir fordern die Freiheit des Rheins und die
Be=
freiung des Rheinlandes. Gerade deshalb, weil wir ein Symbol dafür
erblichen, daß auch das franzöſiſche Volk bereit iſt, mit uns zuſammen
auf dem Boden der Gleichberechtigung für ein freies und geordnetes
Guropa zu wirken.
Unſere Wirtſchaftspolitik und unſere Innenpolitik iſt beſchattet von
den Problemen der Außenpolitik. Unſere Wirtſchaft, und nicht zuletzt
die Landwirtſchaft, iſt noch in der Kriſe mitten drin. Die Anzeichen der
Beſſerung dürfen micht darüber täuſchen, daß wir in Deutſchland die
ge=
waltigen Reparationslaſten bisher nur dunch die Aufnahme ausländiſcher
Schulden abdechem konnten. Nur durch Mehrverkauf von
Wirtſchafts=
werten ans Ausland kommt mehr Geld nach Deutſchland herein und
nur von dieſem Mehrerlös können wir auf die Dauer das zahlen, was
von uns verlangt wird. Das enthebt die deutſche Wirtſchaftspolitik nicht
der Pflicht, dem Innenmarkt zu kräftigen und vor allen Dingen die Kriſe
der Landwirtſchaft zu beendigen. Gevade Streſemann hat es unlängſt
in Berlin ausgeſprochen: Die Landwirtſchaft iſt gleichſam die
Schlüſſel=
induſtrie der deutſchen Volkswirtſchaft. Geht es der Landwirtſchaft gut,
ſo hat auch die Induſtrie zu arbeiten. Umgekehrt müſſen auch die
Land=
wirte bedenken, daß eine Zerſtörung der deutſchen Induſtrie den
Ver=
fall der geſamten Volkswirtſchaft nach ſich zieht. Töricht iſt es,
Wirt=
ſchaftspolitik nur vom Standpunkt des Landwirts oder nur vom
Stand=
punkt der Induſtrie aus zu treiben. Töricht deshalb die Landwirte, die
glauben, durch die Bildung einer Bauernpartei ihr Los beſſern zu
kön=
nen. Sie werden das Gegenteil erreichen, weil ſie die Widerſtände der
anderen Schichten verſtärken.
Wirtſchaftspolitik und Eroberung der Weltmärkte iſt nicht möglich
ohne Verbeſſerung der Produktionsmöglichkeiten. In Deutſchland wird
Produzienen deshalb zu teuer, weil umſere Wirtſchaft vom Handwerker
bis zum Weltunternehmer, abgeſehen von den Reparationsſchulden, durch
die öffentlichen Abgaben und durch den gewaltigen ſozialen Apparat zu
ſehr belaſtet iſt. Der Arbeiter iſt töricht, der immer nur nach höheren
Löhnen ruft, ohne zu bedenken, daß höhere Löhne ohne geſundere
Wirt=
ſchaft nur zu einer neuen Inflation und Zerſtörung der Kaufkraft
füh=
ren müſſen. Wir müſſen zu einer weit ſtärkeren Vereinfachung im
Staatsleben kommen. Die Reorganiſation der geſamten deutſchen
Staatseinrichtungen mit dem Ziele des Einheitsſtaates muß uns eine
ſtarke Entlaſtung des deutſchen Steuerzahlers bringen. Wir wollen
nicht den öden Zentralismus, wie ihn die Sozialdemokratie erſtrebt. Wir
wollen auch nicht mit Gewalt, ſondern wir wollen dunch die Umſtellung
der Geiſter auf dem Wege der Entwicklung dieſe Verfaſſungsveform
her=
beiführen.
Die deutſche Gewiſſensfreiheit, die Freiheit der religiöſen
Ueber=
zeugungen wird in der Deutſchen Volkspartei, die eine liberale Partei
iſt, auch im neuen Reichstag ihre treueſte Hüterin finden. Auch im
neuen Reichstage kämpfen wir, falls es notwendig ſein wird, für die
Erhaltung unſeres Schulweſens, für die Abwehr kulturpolitiſcher
Rück=
ſchritte, die zugleich eine ungeheure fimanzielle Mehrbelaſtung des
Vol=
kes bringen würden.
Nur dann aber werden wir alle dieſe Ziele erreichen und
verwirk=
lichen, wenn Sie am 2. Mai ausnahmslos, Männer und Frauen und
insbefondere die wahlfähig gewordene Jugend, zur Urne gehen.
Ge=
rade wir von der Deutſchen Volkspartei haben, nachdem unſer verehrter
Abgeordneter Exzellenz Dr. Becker das Opfer gebracht hat, dem Wunſche
der Parteileitung zu folgen und den alten nationallibevalen Wahlkreis
Koblenz—Trier, der das letztemal verloren ging, für die Deutſche
Volks=
partei wieder zu erobern, alles Intereſſe an der ſtarken Wahlbeteiligung.
Dem nachdem die Parteileitung, um Exzellenz Dr. Becker zu ehren und
ihm für dieſes ſein Opfer zu danken, eine der erſten Stellen auf der
Reichsliſte der Deutſchen Volkspartei eingeräumt hat, beſteht, wenn wir
das heſſiſche Mandat halten, die Möglichkeit, daß wir künftighin zwei
volks=
parteiliche Reichstagsabgeordnete, die ihren Wohnſitz in Heſſen haben, im
Reichstag für uns arbeiten ſehen. So vereinigt ſich das parlamentariſche
perfönliche Intereſſe mit den großen Gedanken vaterländiſcher Politik,
die ich vor Ihnen entwickelt habe, um mahnend an Ihr Gewiſſen zu
pochen, daß keiner zu Hauſe bleibt, daß alle zur Wahl gehen, um den
Reichstag zu ſchaffen, der das deutſche Volk frei nach außen und innen,
wirtſchaftlich kräftig, ſeeliſch und geiſtig geſund mache zum Beſten des
Vaterlandes.
Starker Beifall erhob ſich namentlich bei den Ausführungen des
Redners über die Erhaltung der Simultanſchule, den Dankesworten an
Dr. Streſemann und beſonders bei ſeinen Schlußworten, die anhaltenden
großen Beifall fanden. Anſchließend ſprach noch Freiherr Ludwig von
Hetyl, der die Zerſplitterung der Deutſchen geißelte und aufforderte,
nicht irre zu werden an der Treue zur Deutſchen Volkspartei. Der
Satz, der Feind ſteht rechts oder links, ſei falſch. So einfach ſei die
Sache doch nicht. Die Volkspartei wolle die Gegenſätze mildern, aber
nicht vertiefen. Nur die Einigkeit könne uns helfen. Auch ſeinen
Aus=
führugen zollte das Publikum reichen Beifall.
8. Lampertheim, 19. Mai. Wahlverſammlung. Die
Orts=
gruppe der Deutſchen Volkspartei hatte auf vergangenen
Mittwoch abend zu einer öffentlichen Wählerverſammlung in den
„Reichsadler” eingeladen und als Redner Landtagsabgeordneten Dr.
Keller gewonnen. An Stelle des erkrankten Vorſitzenden leitete Herr
Joſt die Verſammlung. Er begrüßte zuächſt die Erſchienenen,
insbe=
ſondere Dr. Keller und den Kreisvorſitzenden, Staatsanwaltſchaftsrat
Kleinjung=Bensheim. In ſeinen folgenden Ausführungen erinnerte
dann Dr. Keller zunächſt an die herben Schickſalsſchläge des deutſchen
Volkes, die auf dieſes einen viel ſchwereren Eindruck machten, als im
ähnlichen Falle auf unſere mehr leichtlebigen weſtlichen Nachbarn. Er
geißelte dann die in Deutſchland herrſchende Eigenbrötelei, die ſich nicht
allein im Kampf einzelner gegeneinander, ſondern auch der einzelnen
Stämme unter ſich, zum Schaden des ganzen, immer und immer wieder
zeige. Zuſammehalt aller, die gewillt ſind, Deutſchland wieder hoch zu
bringen, das müſſe die Parole ſein. Eine Zerſplitterung, wie wir ſie
bei den bevorſtehenden Wahlen hätten, wit 31 Parteien im Reich und
16 im engeren Vaterlande, ſei mehr, als eine gute Republik ertragen
könne. Wir ſeien noch lange nicht ſo weit, daß eine große Partei die
Regierungsbildung übernehmen könne, und deshalb ergebe ſich die
Koa=
lition. Uebergehend auf die wirtſchaftlichen Verhältniſſe Deutſchlands,
erinnerte er daran, wie dieſes früher ein Ackerbauſtaat geweſen, wie
die Zunahme der Bevölkerung auf dem verhältmsmäßig kleinen Raum
eine Auswanderung bedingte, da nicht für alle Arbeitsgelegenheit
ge=
geben war, und wie dann durch das Hochkommen Deutſchlands als
Induſtrieſtaat, die Auswanderung abgenommen, ja faſt ganz
unterblie=
ben ſei, da Arbeitsgelegenheit geboten war. Nun hätten ſich aber auch
die Gegenſätze herausgebildet, hie Stadt — hie Land; hie Bürgertum
— hie Arbeiterſchaft. Grundſatz höchſter Sittlichkeit, daß einer für den
andern ſorgt, daß es heißt „leben und leben laſſen”, das diene dem
Volke zum Wohl. Im weiteren Verlauf kam Redner auf den
Ruhr=
kampf zu ſprechen, der für uns verloven, aber auch durch dieſe Märtyrer
für uns zum Segen geworden ſei, denn erſt jetzt ſeien die Blicke des
neutralen Auslandes auf uns gelenkt worden und auch unſere
ehemali=
gen Feinde hätten begriffen, daß es mit der dauernden Knechtung nicht
weitergehen kann. Als nun Streſemann die Leitung der auswärtigen
Politik übernommen habe und durch Verſtändigung mit dem Feinde
gum Ziele zu kommen hoffe und wohl auch nicht Unweſentliches erreicht
habe, da ſtellten ſich ihm politiſche Heißſporne entgegen. Trotz allen
Verſtändigungswillens habe dieſer aber niemals verſäumt, auf das uns
angetane Unrecht hinzwweiſen. und dunch unſeven Eintritt in den
Völkerbund ſei es auch wieder möglich, für unſere Auslandsdeutſchem
zu ſorgen. Wenn verſchiedentlich behauptet worden ſei, in dieſem
Wahl=
kampf gebe es keine Parolen, ſo gebe es doch eine und das ſei:
Beſon=
nene Fortführung der Außenpolitik. Daß ſchwere ſteuerliche Laſten auf
uns liegen, ſei nach dem verlorenen Krieg etwas ſelbſtverſtändliches.
Was die politiſche Einſtellung des Avbeiterſtandes ſowohl vor, als auch
nach dem Kriege betrifft, ſo kann Redner deſſen Unzufriedenheit mit
dem alten und auch dem neuen Staat begreifen, denn für ihn ſei nicht
genügend geſorgt worden. Der Arbeiter habe unbedingt ein Anrecht
auf ſotziale Fürſorge, und für dieſe ſowohl, als auch für eine ſolche der
Klein= und Sozialrentner, werde die Deutſche Volkspartei unter allen
Umſtänden eintretem und nicht ruhen, bis Abhilfe geſchaffen iſt. Zum
Schluß fordert er alle Stände zur Einigung auf, denn in ſo großer
Not dürfe ſich ein Volk nicht über Dinge ſtreiten, die im großen ganzen
unweſentlich, aber demnoch hinderlich ſeien. — Für ſeine Ausführungem
erntete Dr. Keller begeiſterten Beifall. Zur Diskuſſion, zu der der
Ver=
ſammlungsleiter wiederholt aufforderte, meldete ſich niemand, ein
Be=
weis, wie überzeugend die Worte des Redners waren, und konnte dieſer
mit herzlichem Dank an Dr. Keller und der Aufforderung, der D.V.P.
am 20. Mai die Stimme zu geben, die Verſammlung ſchließen.
Seite 8
Sonntag, den 20. Mai 1928
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Sonntag, den 20. Mai 1928
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Polizei=Sportverein, 1. — Wormatia Worms, 1. (Liga).
Zum Rückſpiel empfängt am heutigen Sonntag, 10.30 Uhr,
vormit=
tags, die 1. Handballelf des Heſſiſchen Polizeiſportvereins, Ortsgruppe
Darmſtadt, die 1. Mannſchaft von Wormatia Worms. Die Gäſte aus
der Nibelungenſtadt haben in letzter Zeit viel von ſich reden gemacht,
ob ihres ſpieleriſchen Könnens. Alle ſeit den Verbandsſpielen
ausge=
tragenen Freundſchaftsſpiele wurden von ihnen gewonnen. Gegner wie
V. f. R. Mannheim, Schwanheim uſw. mußten ſich ihren guten
ſpiele=
riſchen Leiſtungen beugen. Seit dem Uebertritt der drei beſten Spieler
von Alemannia Worms zu Wormatia hat ſich ihre Stärke bedeutend
gehoben. Die Mannſchaft des Pol.=Sportvereins Darmſtadt wird einen
ſehr ſchweren Stand haben, um ein ehrenvolles Reſulat gegen dieſen
Gegner herauszuholen. Worms muß nach der neuen Einteilung in der
kommenden Verbandsſpielzeit mit den Darmſtädter Ligavereinen um
die Punkte kämpfen, ſo daß dieſer Himweis allein ſchon genügt, ſich dieſe
Mannſchaft im Spiele anzuſehen, zumal die Mannſchaft faſt noch gar
nicht dem Darmſtädter Sportpublikum bekannt iſt. — In Anbetracht
der Wahlen und des nachmittags im Stadion ſtattfindenden
Entſchei=
dungsſpieles um den Sürddeutſchen Handballpokal iſt die Austragung des
obigen Spieles auf 10. 30 Uhr vormittags, auf dem Platz des
Polizei=Sportvereins, angeſetzt.
Fußball.
Blau=Weiß Bürgel — Gerwania 03 Pfungſtadt.
Blau=Weiß Bürgel hat in den vergangenen Verbandsſpielen der
Oſtmainkreisliga eine führende Rolle geſpielt. Bis weit in die
Rück=
runde hinein nahm Bürgel abwechſelnd mit Germania Bieber die
Spitze der Tabelle ein. Ein Nachlaſſen kunz vor Schluß ließ die
Mann=
ſchaft die Tabellenführung abgeben. Germania Pfungſtadt kann leider
nicht in beſter Beſetzung antreten und wird ſich ſehr ſtrecken müſſen, um
gegen dieſen Gegner mit Ehren zu beſtehen.
* Kreisliga Südheſſen.
Der Himmelfahrtstag brachte in unſerem Bezirke Ueberraſchungen,
wie man ſie ſich wohl nicht im entfernteſten hätte träumen laſſen. Da
iſt vor allem, und dies wohl die größte Ueberraſhung, das Spiel V.f.R.
Bürſtadt gegen die faſt komplette Bezirksligamannſchaft Wormatia
Worms. Die großen Leute aus Worms, allerdings ohne Gisbert und
mit noch zwei Erſatzleuten, die gegen Fürth ſowohl als auch gegen
Bayern München ein Unentſchieden erkämpften, konnten auch in
Bür=
ſtadt nur ein Unentſchieden erzwingen. Zwar demonſtrierten die
Worm=
ſer nicht den ernſtlichen Kampffußball, den man aus den
Meiſterſchafts=
ſpielen kennt, das „iſt klar, aber Tatſache iſt, daß ſie ſich trotz der
größten Mühe nicht den verdienten Sieg holen konnten. Die Bürſtädter
legten einen Eifer an den Tag, der jeder Kreisliga zum Vorbild dienen
könnte und ſahen ſo die ca. 1000 Zuſchauer einen in jeder Beziehung
feſſelnden Kampf. Die zweite Ueberraſchung, wenn ſie ſich auch in einer
Niederlage auswirkte, erbrachte der Bibliſer Fußballverein. Die
Ried=
leute waren in Oppenheim zu Gaſt und verloren nach wundervollem
Kombinationsſpiel mit dem knappſten aller Reſultate. Das Spiel war
für die Leute aus Biblis eine wahre Propaganda in dem Sinne, daß
die Bibliſer Elf ein in jeder Beziehung tadelloſes Spiel vorführte, das
die zahlreichen Zuſchauer urdentlich begeiſterte. Die dritte
Ueber=
raſchung iſt ein Bombenſieg der Wormſer Olympianer gegen F.V.
Frankenthal und zwar 6:2 auf dem Frankenthaler Felde. Das Vorſpiel
entdete in Worms unentſchieden 2:2, ſodaß man wohl mit einer
Nieder=
lage rechnen konnte. Die Olympianer jedoch gaben die Sache nicht ſchon
im Voraus verloren, und ſpielten wie aus einem Guß, ſo unſeren
Kreis aufs beſte vertretend. — Auch der Sonntag ſieht wieder
ver=
ſchiedene Kreisligavereine in Front. So hat V.f.R. Bürſtadt den F.V.
Hockenheim zu Gaſt und dürfte nach den Leiſtungen am
Himmelfahrts=
tage zu urteilen, evtl. einen glatten Sieg landen. Die
Olympiamann=
ſchaft aus Worms, die „Siegesmannſchaft” wird auch am Sonntag
vorausſichtlich wieder Lorbeeren ernten, und zwar gegen einen alten
Bekannten aus der früheren Kreisligr, Boruſſia Rüſſelsheim. Der
Kampf Starkenburgia Heppenheim gegen V.f.R. Darmſtadt, ſowie auch
Pol. Sp. Darmſtadt gegen Normannia Pfiffligheim, letzterer bei dem
Sportfeſt in Leiſelsheim, muß als ziemlich offen bezeichnet werden,
zu=
mal ſich die Gegner ſehr gleichwertig ſind.
Tennis.
T.= u. E.=K. Darmſtadt — T.=K. Frankfurt, Forſthausſtraße.
Nach ſeinen ſchönen Siegen über Saarbrücken und Ludwigshafen,
ſteht der Tennis= und Eisklub Darmſtadt am bommenden Sonntag vor
einer ſchweren Aufgabe. Er muß in Frankfurt gegen den dortigen Klub
an der Forſthausſtraße antreten. Wohl iſt dies nicht der ſtärkſte der
Frankfurter Klubs — gegen Palmengarten ſtartet Darmſtadt im Juli
— trotzdem bürgen Namen wie Fr. v. Borke, Frl. Zinnt, Crevenwa=
Bolongaro, Kirchholtes Junior uſw. für hohe Spielqualität. Da
außerdem die Einheimiſchen ohne Frl. Nöllner und Kleinlogel antreten,
die das Tennisturnier in Saarbrücken beſuchen, ſo müſſen ſie ſchon in
guter Form ſein, um einen Sieg zu landen. Die Darmſtädter Farben
vertreten vorausſichtlich: Frl. Fiſcher, Frl. Kleinſchmidt, Frl. Loy, Fr.
Türk, Frl. v. Löw, Frl. Seuffert und die Herven Krafft, Deutler,
Werner, Beeck, Steffan und Samesreuther. — Der für Himmelfahrt
angeſetzte Kampf gegen den T.=K. Gießen fiel leider der Witterung zum
Opfer. Um überhaupt einige Spiele durchführen zu können, wurden
in der von Frl. Alter freundlichſt zur Verfügung geſtellten Halle einige
inoffizielle Doppelſpiele ausgetragen, die einen ſehr intereſſanten Verlauf
nahmen. — An den Pfingſtfeiertagen beſtreitet der Darmſtädter Klub
zwei Wettſpiele in Stuttgart. Geplant iſt ferner noch ein Spiel
gegen Ulm.
Keglerverband Darmſtadt und Umgebung.
Städtekampf Offenbach-Darmſtadt.
Am 20. Mai findet im Bürgerverein ein 1000 Kugelkampf zwiſchen
ker erſten Mannſchaft des Verbandes Offenbach und derjenigen von
Darmſtadt ſtatt. Beginn iſt auf 2 Uhr feſtgeſetzt. Aller Vorausſicht
nach dürfte dieſer Kampf, der als ein Freundſchaftsſpiel gedacht iſt, ein
recht ſpannender werden. Die Mannſchaft von Offenbach iſt z. Zt. eine
der ſpielſtärkſten im Süddeutſchen Gau; auch Darmſtadts Mannſchaft
iſt in guter Form. Es dürfte ſich empfehlen, dieſer ſportlichen
Be=
tätigung durch zahlreichen Beſuch Intereſſe entgegenzubringen.
Leichtathletik.
Am 24. Juni Aufmarſch der deutſchen
Sportjugend.
Die Jugend iſt unſere Zukunft!
In klarer Erkenntnis dieſer Tatſache haben die großen
Sportver=
bände es von jeher als ihre vornehmſte Aufgabe betrachtet, unſere
Jugend zu einem kraftvollen, lebensfreudigen Geſchlecht zu erziehen, das
½ den Widerwärtigkeiten des Daſeinskampfes zum beſten der Nation
ſiegreich zu beſtehen vermag. Der Deutſche Fußballbund und die
Deut=
ſche Sportbehörde für Leichtathletik veranſtalten nun am 24. Juni
im ganzen Reich einen Jugendſpieltag, der gewiſſermaßen den
ſichtbaren Beweis für das erbringen ſoll, was in ſtiller, unermüdlicher
Arbeit bisher geſchaffen worden iſt.
Es ſoll wahrhaft ein Tag der Jugend und — der Eltern werden!
Einmal im Jahre wenigſtens ſollen alle Eltern, den Alltag hinter ſich
laſſend, ſelber ſehen, was ihre Jugend gelernt, was Sinn und Ziel
unſerer Bewegung iſt und ob Ziel und Weg nicht gleichermaßen ihre
volle Billigung finden.
Beide Verbände ſtellen kazu für die Sieger eigene Wimpel
zur Verfügung, die ſich folgendermaßen voneinander unterſcheiden:
D. S. B.=Wimpel: Dreieckig, 32 Zentimeter Höhe, 50 Zentimeter
Länge, Grundton gelb, Einfaſſung, Buchſtaben und
Jahres=
zahl blau;
D. F. B.=Wimpel: Dreieckig, 32 Zentimeter Höhe, 50 Zentimeter
Länge, Grundton gelb, Reichsadler, Buchſtaben und
Jahres=
zahl ſchwarz.
Die Ueberraſchung des
Olhm=
piſchen Hockeh=Turniers.
Deutſchland unterliegt gegen Holland 1:2 (1:2)
Amſterdam, 19. Mai. (Eigener Drahtbericht.)
Hat der Samstag eine entſcheidende Wendung gebracht? Es ſcheint
doch ſo. Das Wetder hat ſich aufgeklärt, die Wolben ſind größtenteils
verzogen und ein klarer Himmel verſpricht Sonne und Wärme. Die
Hoffnung, daß es ſo bleiben möge, wird bei allen Beteiligten ſtärker,
bei Spielern, Offiziellen und Zuſchauern. Wieder tauchen
Erinne=
rungen auf an St. Moritz. Auch da wollte man ſchon an der
Möglich=
beit eines Umſchwunges verzweifeln, als dann doch noch die Wendung
eintrat und weitere Mißſtimmung verhinderte.
Der Andrang der Menſchenmengen wird ſtärker, und als die Uhr
die vierte Nachmittagsſtunde anzeigt, iſt das weite Oval des Olympiſchen
Stadions von rund 12000 Zuſchauern umſäumt, vorerſt eine Rekordzahl
für das Olympiſche Hockehturnier.
Das Spiel beginnt.
Die Mannſchaften betreten das Spielfeld. Voran die Deutſchen, nicht
in ihrer Olympiakleidung, ſondern im ſchwarz=roten Länderdreß, wie
man ſie vor längever Zeit ſchon einmal in Amſterdam im Länderkampf
gegen Holland geſehen hat. Damals errangen die Deutſchen einen
überlegenen Sieg, man hat ſie in guter Erinnerung. Herzlicher Beifall
zeigt ihren Eintritt an. Dann die Holländer wit ihrem Ovange=Jerſey.
Der Beifall der in ihrer Begeiſterung ſehr gründlichen Holländer wächſt
zum Orban. Dröhnendes Händeklatſchen, tauſendſtimmige freudige
Zurufe ſind für die elf Holländer ſchon vor Spielbeginn ein mächtiger
Antrieb. Die beiden Schiedsrichter, der Inder Turnbull und der Belgier
Liegeois, begeben ſich in ihre Hälften. Die Mannſchaften ſtellen ſich auf:
Deutſchland:
Brunner,
Proſt,
Wöltje,
Irmer,
Zander,
Heymann,
Dr. Haverbeck, Müller. Theo Haag. Hobein. Boche.
Viſſer, tHooft, Vanderveen, van der Ruwert, Jannink, Kop.
Ankermann,
Brand,
Duſon,
Tresling,
de Woal,
Holland:
Katte.
Gleich mit dem Bully erkennt man den ſtarken Rückhalt, den die
holländiſchen Spieller an ihrem Publikum haben. Angefeuert durch
die typiſchen Temporufe, konzentrieren die Orangehemden ihre Energien
auf den Angriff. Schon entſtehen gefährliche Momente, und ein
Fuß=
fehler von Wöltje läßt die deutſche Kolonie den Atem halten. Aber die
Gefahr wird gebannt, und nun geht auch der deutſche Sturm vor.
Zan=
der treibt die Kugel zu Boche, der läuft durch und flankt zu Müller. Der
Berliner ſetzt zum Schlag an, aber ein Fußfehler unterbindet die
Chance. Die deutſche Läuferreihe baut Angriffe auf und ſchickt ihren
Sturm vor. Eine leichte Ueberlegenheit der Deutſchen ſetzt ein. Bei
der Abwehr eines Angriffs gibt der Schiedsrichter eine Strafecke. Hobein
ſchlägt genau zu Wöltje, der die Kugel ſtoppt. Ein ſchneller Schlag von
Theo Haag, und die 7. Minute verzeichnet das Führungstor für
Deutſch=
land, unhaltbar für Katte. Die Holländer laſſen ſich nicht entmutigen.
Ihre Vorſtöße kommen ſchnell und gefährlich, und einmal iſt es gerade
moch Zander, der in höchſter Nor die Situation klärt. Holland erhält
eine Strafecke, die aber ungenau geſchlagen wird. Die Orangehemden
drängen, ihre Uebenlegenheit wird unverbennbar. Proft und Wöltje
werden mit Arbeit überlaſtet. In der 17. Minute kommen die
Einhei=
miſchen zum wohlverdienten Ausgleich. Proft ſtoppt den vorſtürmenden
Jannink mit dem Körper. Strafecke. Der Ball wird geſchlagen, es
entſteht ein Gedränge vor dem deutſchen Tor. Jannink faßt die Kugel
und ſchlägt kurz ein. Und weiterhin bleiben die Holländer überlegen.
Ihr Sturm leiſtet eine glänzende Angriffsaubeit, ſchafft unermüdlich,
trägt dauernd die Kugel vor, aber kommt nicht durch. Proft und
Wöltje ſind nicht zu überwinden. Was ſie nicht erledigen, bringt
Brunner im Tor in Sicherheit. Die Lage wird mit jedem Augenblick
Eritiſcher. Der Erfolg für Holland muß jeden Moment fallen, denn für
die Dauer iſt es unmöglich, dieſe energiegeladenen Vorſtöße, deren
Schnelligkeit und Genauigkeit frappant ſiſt, abzuſtoppen. Die deutſche
Mannſchaft muß Gamit zufrieden ſein, das Ergebnis voverſt zu halten.
Sie ſelbſt hat kaum eine ernſte Angriffschance. Nur ganz vereinzelt
kommt der deutſche Sturm vor, und dann ohne jede Wirkung, weil das
Zuſpiel ungenau iſt und die holländiſche Abwehr wenig Mühe hat,
ab=
zuwehren. Aber drei Minuten vor dem Abpfiff fällt das entſcheidende
Tor. Kop iſt durchgelaufen, flankt zur Mitte, ſwo wan der Ruwart aus
ſechs Metern Entfernung mit ſcharfem Schlag, für Brunner
unerreich=
bar, das Führungstor für Holland erzielt. Die Menge jubelt, der
Beifall ſcheint kaum moch aufzuhören.
Kein Tor mehr.
Die zweite Halbzeit: Deutſchland hat umgeſtellt. Obwohl Heymann
als Mittelläufer beſte Arbeit leiſtete, wird er auf Linksaußem geſtellt.
Theo Haag übernimmt dafür das Amt des Mittelläufers, da er ſich im
Sturm nicht wohlfühlte, und Boche geht wieder als Mittelſtürmer auf
ſeinen gewohnten Poſten. Tatſächlich gewinnt dadurch das Spiel, die
Angriffe werden dadurch genauer, energiſcher und gefährlicher. Die
Läuferreihe dient mit genauen Vorlagem zum Innenſturm, aber die
holländiſche Verteidigung paßt auf. Und es dauert nicht lange, bis
Holland wieder die Initiative übernommen hat. Deutſchland iſt wieder
zurückgedrängt. Brunner muß eingreifen. Einmal wehrt er in letzter
Not einen Schuß ab, dann muiß er wieder eingreifen, als Kop ſich
durch=
geſpielt hat und freiſtehend ſchießt. Aber damit nicht genurg. Immer
wieder muß Brunner eingreifen, dauernd iſt ſein Tor in Gefahr. Der
deutſche Angriff ſcheitert dagegen ſchon vorzeitig an der gegneriſchen
Verteidigung. Gegen Schluß ſetzt die deutſche Elf zum Endſpurt ein.
Sie macht ſich aus der Umklammerung frei und verlegt das Spiel in
die Hälfte des Gegners. Die letzten Minuten bringen noch einen
auf=
regenden Kampf. Zweimal gibt es Strafechen für Deutſchland, aber
beide Male iſt das Tor ſo gut gedeckt, daß ſie nicht durchkommt.
Verdient?
Aus dem Spielverlauf ergibt ſich ſchon, daß der Sieg der Holländer
berdient war, da dieſe faſt durchweg überlegen ſpielten. In der
deut=
ſchen Mannſchaft trug die Abwehr die Hauptlaſt des Spiels und zwar
in muſtergültiger Weiſe. Auch in der Läuferreihe klappte alles, ſowohl
mit Heymann wie mit Theo Haag. Dagegen kam der Sturm nicht in
Form. Hobein fiel ab, ebenfalls Boche. Herbert Müller erreichte längſt
nicht ſeine beſte Form, und Haverbeck konnte ſich merkwürdigerweiſe
überhaupt nicht durchſetzen. Heymann tat als Linksaußen, was er
konnte. Es fehlte in dieſem Sturm an Zuſammenhang und an letzter
Konzentration. Die war um ſo mehr bei den Holländern vorhanden.
Hier konnte man eine glänzende Kombination, ein haargenaues
Zu=
ſpiel bewundern. Die Abwehr war ohne Tadel, die Läuferreihe wurde
von Duſon taktiſch gut geführt und gab dem Sturm Initiativem, auf die
dieſer auch einging. Im ganzen war die holländiſche Elf tatſächlich
beſſer als die deutſche, ſie hat ſich glänzend entwickelt. Hinter ihr ſtand
aber vor allem auch der unerſchütterliche Wille der Menge, ihre eigene
Elf ſiegen zu ſehen.
Das Spiel Frankreich -— Spanien endeie
2: 1 (0:1) für Frankreich.
Geſchäftliches.
Auch Pfingſten muß es Kuchen geben, und bei den
Kindern ſind Plätzchen, Kränzchen, gefüllte Taſchen oder die
gold=
braunen, knuſperigen Vanille=S beſonders beliebt. Die Herſtellung
ſolchen Kleingebäcks, das ſich auch zur Mitnahme bei Ausflügen ſehr gut
eignet, macht heute der Hausfrau keine große Sorge mehr, denn in
Dr. Oetker’s neuem farbig illuſtrierten Rezeptbuch finden ſich viele
ſchöne Rezepte, nach denen es ſich kinderleicht, ſchnell und auch
preis=
wert bäcken läßt. Wie bekannt, iſt das Buch Ausgabe F überall zu
haben, wo Dr. Oetker’s beliebte Fabrikate geführt werden.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Sonntag, 20. Mai. 8: Morgenfeier. O 11: Mannheim:
Cello=Konzert. Mitw.: Altyzer (Violoncello), Prof. Rehberg (Klav.).
Marcello: Sonate F=dur. — Beethoven: Sonate A=dur. —
Mendelsſohn: Sonate D=dur. o 12: Rektor Wehrhan: Die
Be=
deutung der Elternbeiräte. O 13.30: Für die Landwirtſchaft.
O 15.30: Hanna Lüngen: Von tapferen Kindern (Märchen).
O 16.30: Funkorch.: Richard Wagner. Geb. 20. Mai 1813. Ouv.
Tannhäuſer. Waldweben aus Siegfried. Lieder nach Gedichten von
Mathilde Weſendonck: Stehe ſtill! Im Treibhaus. Schmerzen.
Träume. Ritt der Walküren aus Die Walküre Vorſpiel und Einl.
zum 3. Akt Lohengrin. Einl. zum 3. Akt Meiſterſinger. Muſ.
Leit.: Kapellm. Merten. Mitw.: Lydia Naumann (Alt). o 18:
Stunde des Rhein=Mainiſchen Verbandes für Volksbildung. o 19:
Sportnachrichten. — Ab 19.30 werden viertelſtündlich Frankfurter
bzw. Kaſſeler Teilreſultate der Wahlen durchgegeben. O 20.30;
Berlm: Wiener Abend. 22: Berlin: A hlergebniſſe aus dem
ganzen Reich. Die örtlichen Ergebniſſe werden von den Stationen
Frankfurt a. M. und Kaſſel gegeben. In den Pauſen: Tanzmuſik
der Kapelle Hoffmann=Berlin.
Stuttgart.
Sonntag, 20. Mai. 11: Mannheim: Muſikaliſche Morgenfeier.
Ausf.: Altyzer (Violincello), Prof. Rehberg (Klavier). Marcello:
Sonate F=dur. — Beethoven: Sonate A=dur. — Mendelsſohn:
Sonate D=dur. — Anſchl.: Schloßplatz Stuttgart: Promenadekonzert.
Anſchl.: Schallplattenkonzert. S 15: Märchenſtunde.
Ringelringel=
reihen: Onkel Willo und Tante Lilly von der Rallen. o 16:
Unterhaltungskonzert. Mitw.: Margarete Wetter, Grotz, Funkorch.
Bach: Ouv. Hamlet. — Mozart: Ouv. Zaida. Adagio aus dem
Violinkonzert Nr. 8. — Schubert: Ouv. Roſamunde. Auf dem
Waſſer zu ſingen. — Löwe: Heinrich der Vogler. — Wolf: Biterolf.
— Mozart: Me lett D=dur. Duett aus Zauberflöte. Türkiſcher
Marſch. Duett aus Don Juan. — Bleyle: Zwei Stücke aus
Tauſendundeine Nacht. — Reznicek: Walzerſerenade. — Korngold:
Vorſpiel zu Der Schneemann. — Puccini: Arie der Lauretta
aus Gianni Schicchi. — Gounod: Valentins Gebet aus Margarete,
— Schreker: Wiegenlied aus Der Schatzgräber. — Delibes: Ouv.
Le roi La dit. 18.15: Prof. Dr. Nagel: Wege zur neuen Muſik.
18.45: Käte Graber rezitiert altſchottiſche Balladen. o 19.15:
Dr. Loewenberg: Geſelligkeit in Vergangenheit und Gegenwart,
O 19.45: Sportfunkdienſt. — Während der ganzen Nacht werden
halbſtündlich die Wahlergebniſſe bekanntgegeben. O 20: Heiterer
bunter Abend. Leit.: Struve. Mitw.: Ellen Beck, Hilde Binder,
Maria Thereſia Deimann, Maria Fiechtl, Käte Mann, A. Harlacher,
Hofele, Höger, Ott, Schwarz, Hanus, Stockinger, Struve, Funkorch,
Boſc: Pierrotmarſch. — Strauß: Künſtlerleben, Walzer. —
Offen=
bach: Ouv. Orpheus in der Unterwelt. — Hildach: Der Lenz. —
Reinecke: Guten Abend lieber Mondenſchein. — Wolf: Der
Tam=
bour. — Schumann: Schön iſt das Feſt des Lenzes. — Ancliffe:
Das Mohnblumental, Intermezzo. — „Station AZU 8322‟. Em
Akt von Gerhard Grindel. Perſ.: Der Chef; der Sekretär; der
Buchhalter; Ludwig. — Kämpfert: Schwäbiſche Rhapſodie. —
Volksliederquartett. — Urbach: Zwei ſchwäbiſche Tänze. — Heiteres
aus Schwaben. — Hirſch: Ich ſag” nicht ja, ich ſag” nicht nein. —
Freut euch des Lebens. — Silcher: Im Mai, Duett. — Laſzky:
Der Flieder, Duett. — Schubert=Berte: Melodien aus Das
Drei=
mäderlhaus. — May: Der Wildſchütz. — Engel=Berger: Ich und
du. — Am Neckar, da ſind die Mädels blond. — Wie ſüß iſt es
zu träumen. — Suppe: Ouv. zu Zehn Mädchen und kem Mann,
— Anſchl.: Konzertübertr.
Berlin.
Sonntag, 20. Mai. 9: Morgenfeier. Ausf.: Baſilicachor St.
Hedwig. Dirigent: Pius Kalt. Maria Menoni (Rezit.). o 11.30:
Großes Schauſpielhaus: Funk=Matinee. Konzert des Funkorch.
Dirigent: Generalmuſikdirektor Scheinpflug. Haydn: Sinfonie
G=
dur. — Tſchaikowſky: Suite aus dem Ballett „Der Nußknacker”,
— Smetana: Die Moldau, ſinfoniſche Dichtung aus dem Zyklus
Mein Vaterland” — Scheinpflug: Ouv. zu einem Luſtſpiel von
Shakeſpeare (Mit Benutzung einer altengliſchen Melodie aus dem
16. Jahrhundert. o 14: Funkheinzelmanns Singſtunde. Lieder=
Märchen von Hans Bodenſtedt. Leiter: Prof. Fritz Jöde. „Der
Singſangſurrewald.‟ O 15: Kurzſchrift. O 15.30: Mitteilungen
und praktiſche Winke für den Landwirt. O 15.55: Dr. Tamm:
Die Bedeutung des Feldfutterbaues und die Saatgutfrage. S 16.30:
Dr. Hirſchberg: Die deutſche Legende in Poeſie und Muſik. (Carl
Loewe.) O 17: Salonquartett Hans Raue. Strauß: Ouv. „
Wald=
meiſter”. — Grieg: Gebet und Tempeltanz. — Beethoven: Trio
für Klavier, Violine und Cello, C=moll. — Strauß: Ich trage
meine Minne. — Dvorak: Legende. — Saint=Saens: Fantaſie
aus „Samſon und Dalila”. — Blon: Minnen und Werben. O 19:
Stunde des Journaliſten: Fred Hildenbrandt: Unter dem Strich.
O 19.30: Dr. rer, pol. Fritz Croner: Die geſetzlichen Beſtimmungen
Angeſtellten=Verſicherung nach dem neueſten Stande (Leiſtungen und
Beiträge). O 20: Karl Wilczynſki: Unter Arabern und Beduinen.
(Algier.) O 20.30: Soiree in einem Alt=Wiener Bürgerhauſe.
Mitw.: Dolly Lorenz (Sopran), M. Kuttner (Tenor), Dr. Erich
Fortner (Rez.), Dietrich=Quartett. — Anſchl.: Bekanntgabe der
Wahl=
ergebniſſe bis 3 Uhr morgens. — Zwiſchendurch ſpielt: 22.30:
Kapelle Gerhard Hoffmann. — 0.30: Konzertorcheſter Kermbach.
Stettin. 9: Morgenfeier (Vom Kommen des Geiſtes). Mitw.;
W. Grünberg (Violine), Dora Dahms (Sopran),Leſung: Paſtor
Langkutſch. Anſprache des Studienrates Dr. Wegner. Am Flügel
und Harmonium: Fritz Haſſelmann.
Deutſche Welle. Sonntag, 20. Mai. 9: Berlin: Morgenfeier.
Anſchl.: Glockengeläut des Berliner Doms. — 11.30: Großes
Schauſpielhaus, Berlin: Funk=Matinee des Berliner Funkorch. Dirig.:
Generalmuſikdirektor P. Scheinpflug. O 14: Funkheinzelmanns
Sing=
ſtunde. Liederſpiel=Märchen von Hans Bodenſtedt. Leiter der
Sing=
ſtunde: Prof. F. Jöde. „Der Singſangſurrewald‟. O 15: Jens
Lützen: Praktiſche Winke für Liebhaberphotographen.
Entwicklungs=
kniffe‟ 15.30: Mitteilungen und praktiſche Winke für den
Land=
wirt. O 15,55: Privatdozent Dr. Tamm: Die Bedeutung des
Feld=
futterbaues und die Saatgutfrage, O 16.30: Dr. Leopold
Hirſch=
berg: Die deutſche Legende in Poeſie und Muſik. (Carl Loewe.)
O 17: Salonquartett Hans Roue. O 18: Dr. Eiſenſtädter: Atlantis
und die Schätze von Yeruba Benin. O 18.30: Dr. Müller: Der
Menſch und das Meer. o 19: Geh.=Rat Prof. Dr. Sievers: Das
Berliner Schloß. O 20: Berlin: K. Wilczynſki: Unter Arabern und
Beduinen. (Algier.) o 20.30: Berlin: „Soiree in einem Alt=Wiener
Bürgerhauſe‟. Mitw.: Dolly Lorenz (Sopran), M. Kuttner (Tenor),
Dr. Erich Fortner (Rez.), Dietrich=Quartett. — Anſchl.: Bekanntgabe
der Wahlergebniſſe bis 3 Uhr morgens. Zwiſchendurch ſpielt von
22.30: Kapelle Gerhard Hoffmann. Von 0.30 bis zum Schluß
Konzert=Orcheſter Kermbach.
Wetterbericht.
Gießen, 19. Mai.
Die weſtliche Tiefdruckſtörung hat ſich mit ihrem Kerngebiet übe
Skandinavien ausgebreitet. Warmluft an ihrer Vorderſeite brachte ube
Mitteleuropa geringen Temperaturanſtieg. Da wir jetzt unter den Eilk
fluß der Rückſeite des Tiefs gelangen, ſo bleibt zunächſt das Wette
unruhig. Die Temperaturen gehen dabei wieder zurück und gelegentlie
treten auch Regenſchauer auf.
Witterungsausſichten für Sonntag, den 20. Mai 1928.
Wechſelnde Bewölkung mit Aufklaren, kühl, noch Regenſchaue-.
Witterungsausſichten für Montag, den 21. Mai 1928.
„Weiterhin kühles, wolkiges, auch aufheiterndes Wetter, vereinzel
etwas Niederſchlag.
Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Hauptſchriftleitung. Rudolf Maupr
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feulſleten, Reich And
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann:
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; Hu
Die Gegenwart‟: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willy Kuhle: Die
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangie Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nich / übernommen.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
[ ← ][ ][ → ] Strenge ADAC Prüfung
beweist erstaunliche
Uber-
legenheit des neuen Ford.
ie erste 4D4C- Gebrauchs- und
Wirt-
schaftlichkeitsfahrt war zweifellos die
schwerste Prüfung, der Automobile jemals
unterzogen wurden.
Sieger in Wertungsgruppe I war ein Ford-
Serienwagen, Sieger in allen Klassen war
Henry Fords Grundsatz: Geringes Gewicht
bei hoher Leistung.
Vor einem Menschenalter schon hat Henry
Ford in genialer Voraussicht dieses Prinzip
aufgestellt, Im neien Ford-Wagen ist es bis
zur Vollendung entmwickelt- Ergebnis: der
scrienmässige Ford hat über Wagen
ge-
siegt, die fast das Doppelte kosten.
Wir freuen uns über diesen ersten Versuch,
Automobile s0 zu prüfen, wie sie im Leben
benutzt werden. Denn kein Zeugnis konnte
so wie diese scharfe und kluge Probe
be-
weisen, dass wir die Wahrheit sagten, als wir
die Eigenschaften des neuen Ford
ver-
kündeten.
Zwei Umstände vor allem kommen dem
Ford-Wagen — und seinem Besitzer — zu
gute, zwei Umstände erklären die große
Leistung und den kleinen Preis:
1. Ford-Material ist so hochwertig, dass das
Wagengewicht im Verhältnis zum
Hub-
volumen des Motors niedriger gehalten
werden kann als bei anderen
Auto-
mobilen.
Die höchste Auszcichnung,
die Große Goldene Mcdaille
WAS RORD
LEISTET
1 Startprätung
Ford höchste Wertung
(Wertungsgruppe 1 und m
Z Startprüfung mit Lc.stungsprüfung
Ford allein höchste Wertung
(Wertungsgruppe 1 und 1
Rekordzeit aller Konkurrenten u. Klassen:
58 Sekunden. Mächstboste Zeit 1Minnte
27 Sekunden.
3 Geländefahrbarkeit
Ford höchste Wertung
(Wertungsgruppe I
* Beschleunigung
beim Durchschalten
Ford allein höchste Wertung
(Wertungsgruppe I und II — 9. 5. 28)
Ford beste, zweitbeste und drittbeste Zeit
aller Konkurrenten und Klaggen.
S Kleinstgeschwindigkeit
Ford allein höchste Wertung
(Wertungsgruppe1 — 9.5.28)
O Beschleunigung
bei direktem Gang
Ford allein höchste Wertung
WWertungsgruppe ),
Kürzester Weg aller Konkurronten und
Klasgen (154 Meter zur Beschleunigung
von 10 auf 60 Kilometer pro Stunde).
T Bremstähigkeit
Ford allein höchste Wertung
für kürzesten Bremsweg in
Wertungs-
gruppe 1 (8. 5. 28)
8 Bergsteigtähigkeit
Ford allein höchste Wertung
(Wertungsgruppo I und ID.
Sämtliche Ford-Wagen allen
Konkurren-
ten aller Kassen weit vorang.
Ford 1., 2., 3. und 4. im Bergrennen aut
die gefürchtete Neue Schlesische Baude.
O Steilstreckenrckord
Ford erzielt mit 54 Sek, den absoluten
Rekord auk der berühmten Steilstrecke
in der Eiffel (Nürburgring).
10 Betriebsstoffverbrauch
Ford geringster Brennstoffverbrauch
pro Liter Hubvolumen
13/40 P8 Sport=Coupé nur 9,8 Liter aut
100 km (2,88 RM Breunstofkosten aut
100 km).
11 Höchstgcschwindigkeit
Ford höchste Wertung
(Wertungsgruppe 1)
(an zweiter Stelle in Wertungsgruppe I
A
STT
2. In den Gestehungskosfen der Ford-
Pro=
dukte sind keine Zwischengewinne
ent-
halten, weil Ford alle Rohstoffe selbst
besitzt, selbst transportiert und selbst
verarbeitet.
Wie preiswert der neue Ford ist, hat ce
ADAC-Prüfung leider nicht gezeigt, weil der
Katalogpreis der Wagen nicht Wertungsz
faktor war.
Die Leistungen des neuen Ford bei der
ADAC-Prüfung kann jeder Ford-Händler mit
jedem Serienwagen wiederholen, Verlangen
Sie eine Probefahrt und prüfen Sie selbst!
Sie werden erleben, was wir versprechen: e
fährt wie ein Großer, spart wie ein Kleing,
und ist — mehr wert als er kostet.
er neue Ford hat auf der ADAC-Fahrk
A die höchste Auszeichnung errungen,
die es gab: die Grosse Goldene
Medaille, den ersten Preis! — Wie Ford
in den Einzelprüfungen Rekorde aufgestellt
hat, die von keinem Konkurrenzfabrikat,
gleichgültig welcher Gruppe, welcher Marke
und welchen Katalogpreises, erreicht wurden
— das beweist dem Automobilisten mehr als
alle schönen Worte. Wir geben nebenstehend
die nackten Tatsachen.
Der siegrciche Ford-Wagen ist ein
Serien-Wagen wie alle anderen Ford-Wagen,
die zu vielen Tausenden täglich die Fabrik
verlassen. Keine auch noch so unbedeutende
Veränderung oder Verbesserung war an den
konkurrierenden Fahrzeugen vorgenommen
worden.
ORD MOTOR COMPANT AG. BERLIN-WESTHAFEN.
TV. 1316
[ ← ][ ][ → ]Seite 12
Sonntag, den 20. Mai 1928
Nummer 140
8O cm breite
Nätufarbige WOH-Selde
reinseidene bewährte
Oualität
LInd dieser billige Preis.
Meter
80 cm breite
handbemalte Woh-Selde
reinseidene Ware in
modernen Farbstellungen
Und dieser billige Preis: Meter
80 cm breite
bedruckte
Roh-Selde
reine Seide in aparter
Sommer-Ausmusterung
Lnd dieser billige Preis. Meter
Bestickte
Rohseiden
Borduren
80 breit, reine Seide, in
neuen eleganten Dessins
Und dieser billge Preis, Meter
94 cm breite
bectuckte Foulard-Seide
reinseidene Ware in
neuer Dessins-Auswahl
Und dieser billige Preis:
Meter
100 cm breite
fesch karete 1Olle de Sole.
von der Mode bevorzugt
reinseidene Oualität
Und dieser billige Preis: Heter
Unsere aparten
bedruckten
Crepedechine
reine Seide, doppelbreit
nur Oualitätsware
Und dieser billige Preis:
Meter
Reinseidene
bectuckte Crépe Georgette
die große „Sommer-Mode‟
elegante Dessins, doppelbreit
Und dieser billige Preis:
Meter
Unsere 4 Sta m m.0 1a IItäten in reinseidenem
Orope de chine Genda. 8.90
unerschöpflich große Farbsor- Venedie
2.50
timente zu diesen 4 billigen
Preisen
Meter Serind2:
6.59
4
724
[ ← ][ ][ → ]Nummer 140
Die Eber von Eberbach.
Kloſter Eberbach. Seit Jahresfriſt ſind,
wie in früheren Zeiten, drei ſtarke Ueberläufer (
ein=
jährige Wildſchweine), und zwar ein Keiler und zwei
Bachen, in einem Zwinger unterhalb der
Kloſter=
mauern untergebracht. Vor etwa ſechs Wochen hat
die ſtärkere der beiden Bachen ſechs kräftige,
mun=
tere Friſchlinge zur Welt gebracht, die gut gedeihen
uund einen beſondere Anziehungspunkt für die
Be=
fucher des berühmten Kloſters bilden, da der Städter
Eaum in die Lage kommt, Wildſchweine zu ſehen. Der
zweijährige Keiler vertritt bereits wirkungsvoll das
Eberbacher Wappentier. Bekanntlich ſpiellte bei der
Gründung des Kloſters ein Eber eine ſagenhafte
Rolle. Er ſoll mit ſeinen Hauern eine Furche
auf=
gewühlt haben und ſo den Kloſtergründern die
Grenze für den beabſichtigten Kloſterbau angegeben
haben.
Die letzte Stadtverordneten=Verſammlung
in Wiesbaden geſprengt.
Wiesbaden. Die letzte
Stadtverordneten=
ſitzung hat mit einem ſchrillen Mißklang ihr Ende
gefunden, ohne daß die vorgeſehene Tagesordnung
erledigt werden konnte. Damit konnte auch nicht
üüber zwei wichtige Punkte, die Aufnahme einer
An=
leihe für die Umſtellung des Straßenbahnbetriebs
auf den Omnibusbetvieb und die Feſtſtellung und
Abnahme der Jahresrechnung 1926 beſchloſſen
wer=
den Der Streitpunkt beſtand in der generellen
Pfingſtbeihilfe für alle Unterſtützungsempfänger.
Machdem einem früheren diesbezüglichen Beſchluß
der Magiſtrat ſeine Zuſtimmung verſagt
hatte, hatten die Kommuniſten erneut einen ähnlichen
Antuag eingereicht. Die Mitteilung des
Oberbür=
germeiſters über die ablehnende Stellungnahme des
Magiſtrats veranlaßte den Vertreter der
Sozial=
demokratie, einen ſarken Angriff gegen den Magiſtrat
und den Oberbürgermeiſter zu unternehmen. Er
be=
hauptete, die Stellungnahme des Magiſtrats ſei ſo
brovozierend, daß man keinen parlamentariſchen
Aus=
druck dafür finden könne. Ein Zuſammenarbeiten
zwiſchen der Stadvverordnetenverſammlung und dem
Magiſtrat ſei ganz unmöglich. Der Redner drohte,
wenn der Magiſtrat bei ſeiner Stellungnahme
ver=
harre, mit einem Verwaltungsſtreitverfahren. Der
Oberbürgermeiſter bemühte ſich mit einer Feſtſtellung
der tatſächlich erfolgten Beſchlüſſe der
Stadtverord=
meten=Verſammlung, die eine generelle Auszahlung
von Unterſtützungen zu den Feſttagen nicht vorſehe.
Der Magiſtrat vertrete grundſätzlich den Standpunkt
individueller Beihilfeleiſtungen. Der kommuniſtiſche
Antrag wurde mit einer Stimme Mehrheit
ange=
mommen, darauf ſtellte die Linke den
Geſchäfts=
antrag, die Sitzung kurz zu unterbrechen, um
Gem Magiſtrat Gelegenheit zur Stellungnahme zu
geben. Dieſer Antrag wwurde mit einer Stimme
Mehr=
ceit abgelehnt. Daxauf verließ die Linke geſchloſſen
die Verſammlung und machte die letzte
Stadtverord=
netenverſammlung beſchlußunfähig. Auf der
Straße wurden von kommuniſtiſchen Rednern
An=
ſprachen an die verſammelten
Unterſtützungsemp=
fänger gehalten.
Unregelmäßigkeiten in der Ortskrankenkaſſe
in Oberlahnſtein.
Oberlahnſtein. Bei der hieſigen
Ortskran=
kenkaſſe ſind Unregelmäßigbeiten feſtgeſtellt worden,
die einen erheblichen Fehlbetrag zur Folge haben.
Dem Rendanten der Kaſſe iſt das Dienſtverhältnis
gekündigt, während eine Anzahl
Aufſichtsratsmit=
glieder ihre Aemter niedergelegt haben. Eine
Revi=
ſion wird Aufblärung in den Sachverhalt bringen.
Ein weiteres Rheinjuwel wird zur Beſichtigung
freigegeben.
Königswinter. Ab Pfingſten wird die auf
halber Höhe zwiſchen Königswinter und dem
Drachen=
fels gelegene, rühmlichſt bekannte Drachenburg zur
Beſichtigung wieder freigegeben werden. Die Burg
mit ihrer werwollen Inneneinrichtung und der
her=
vorragenden Gemäldegalerie gehört zu den
ſehens=
werteſten Schlöſſern Deutſchlands.
Die Anklage gegen Poſträuber Hein erhoben.
Koburg. Nach Abſchluß der Vorunterſuchung
iſt nunmehr gegen den Poſträuber Hein die Anklage
erhoben worden. Sie lautet auf Mord in drei
Fäl=
len und verſuchten Mord in zwei Fällen. In
Be=
tracht kommen die Straftaten in Jena, Plauen und
Unterſieman. Der Verhandlungstermin iſt noch nicht
feſtgeſetzt.
Ein Motorradfahrer fährt in eine Gruppe von
Rennfahrern.
Halle. An einer Straßenkurve bei Thallwitz
fuhr ein Motorradfahrer in eine Gruppe von acht
Rennfahrern, die zum Teil ſchwer verletzt wurden.
Der Motorradfahrer erlitt ebenfalls ſchwere
Ver=
letzungen.
Hier wurde Götz von Berlichingen
gefangen.
Sonntag, den 20. Mai 1928
Geite 13
Trage dein Wochenendboot im Ruckſack!
Von der Waſſerſport=Ausſtellung in Potsdam.
Das Gaſthaus „Zum Hirſchen” in Blaufelden
war 1528 der Schauplatz der Gefangennahme Götz
von Beulichingens. Es ſteht noch heute unverändert
da. Die Gemeindeverwaltung von Blaufelden hat
nun den intereſſanten Plan gefaßt, am 400.
Jahres=
kag der Gefangennahme eine einmalige Aufführung
des Goetheſchen Schauſpiels „Götz von Berlichingen”
auf hiſtoriſchem Boden zu vevanſtalten.
Das moderne Wochenendboot mit Zeltbahn
ſtellt eine praktiſche Neuerung auf dem Gebiete des Waſſerſports dar. Es iſt ein aufblasbares
Schlauchboot, welches derartig zu ſammenzulegen iſt, daß es bequem in einem Ruckſack transportiert
werden kann.
Autofahrer, denft auch an Andere, — fahrt rechts!
Die Fahrt in der Chauſſeemitte läßt das Ueberholen nur auf dem Sommerweg zu. Schleudern
und Ueberſchlagen Eurer Weggenoſſen ſind die Folgen Eurer Bequemlichkeit.
(Originalzeichnung von Oehlſchlägel.)
Ein Gladbecker Bankräuber verhaftet.
Eſſen. Am Mittwoch abend wurde in Herne
einer der geſuchten Gladbecker Bankräuber in der
Perſon des 25jährigen Willi Hübfche und ſeine
Geliebte, eine Tänzerin aus Bochum, in einem
Pri=
vathaus verhaftet. Vier weitere in der Wohnung
anweſende Perſonen wurden ebenfalls verhaftet. Nach
ihrer Vernehmunng wurden dieſe aber wieder
frei=
gelaſſen. Hübſche und ſeine Geliebte wurden noch am
Mittwoch abend in das Gefängnis des Eſſener
Poli=
zeipräſiidiums überführt. Bei Hübſche, der
vollſtän=
dig neu eingekleidet war, fand man zwei neue
Leder=
koffer und 700 Mark. Ueber ſeine Ausſagen vor der
Polizei kann im Intereſſe der Aufblärung der
Ver=
brechen zurzeit der Oeffentlichkeit nichts
bekanntge=
geben werden.
Das Autounglück im Müglitztal.
Dresden. Bei dem Autobusunglück im
Müg=
litztal handelt es ſich um einen von einem hieſigen
Kegelklub zu einer Rundfahrt durch das Erzgebirge
gemieteten Sonderſagen der Städt. Straßenbahn.
Da auf der ſteil abfallenden Straße bei Bärenſtein
die Bremſe verſagte, lenkte der Führer das Auto
gegen die Straßenböſchung. Durch den heftigen
An=
prall ſtürzte der Omnibus um uund fiel in die Müglitz.
Es ſind etwa 25 bis 30 Perſonen größtenteils leicht
verletzt worden, die durch Sanitätsautos der
umlie=
genden Ortſchaften in das Johanniter=Krankenhaus
in Heidenau geſchafft wurden. Die Verletzten konnten
bis auf ſechs nach Anlegung von Notverbänden
wieder entlaſſen werden.
Leipzig durch Gewitter im Dunkeln.
Leipzig. Freitag abend, kurz vor 18 Uhr,
ging eine ſchwere Gewitterböe über Leipzig. Um
17.55 Uhr war es ſo dunkel, daß die Autos und
Straßenbahnen mit Beleuchtung fahren mußten. Alle
Ladengeſchäfte mußten die Schaufenſterbeleuchtung
eimſchalten. In den Straßenzügen ohe Läden ruhte
jeder Verkehr. Auf den Bahnhöfen mußten die
Nacht=
ſignale eingeſchaltet werden. Nach den von der
Wet=
terſtelle auf dem Flugplatz Leipzig—Halle angeſtellten
Beobachtungen iſt die Geſwitterböe durch einen Wind
von 80 Stundenkilometern Stärbe über die Gegend
getrieben worden. Auch der Flugplatz lag
vorüber=
gehend im Dunkeln. Nach einem ſtarken Regen von
burzer Dauer iſt wieder Aufhellung eingetreten.
Zwei Schüler in der Elbe ertrunken.
Schönebeck. Bei dem Verſuch, ſich aus einem
Ruderboot zu retten, das bei einem plötzlich
ein=
ſetzenden Sturm auf der Elbe voll Waſſer geſchlagen
war, gerieten der 18jährige Primaner Harry Wolter
und ſſein Bruder, der 16jährige Sebundaner Horſt
Wolter, in einen Buhnenſtrudel und ertranken. Sie
gehörten zur Bemannung eines Schülevvierers des
Ruderklubs Viktoria urd waren trotz der Warnung
des Steuermanns, ſich von den Plätzen zu erheben,
aus dem Boot geſprungen.
Das Dahlemer Exploſionsunglück vor Gericht.
Berlin. Vor dem Großen Schöffengericht
Charlottenburg, unter Vorſitz von
Landgerichtsdirek=
tor Bode, wird am 20. Juni die Hauptverhandlung
gegen den Generalkonſul Robert Weingärtner
ſtatt=
finden. Der Angeklagte wird wegen des
Exploſions=
unglücks, durch das ſeine Villa in Dahlem bei der
Herſtellung von Geuerwerkskörpern in die Luft ging,
ſich zu verantworten haben. Die Anklage lautet auf
fahrläſſige Tötung, fahrläſſige Körperverletzung,
Ex=
ploſion von Gebäuden und Vergehens gegen das
Sprengſtoffgeſetz. Die gerichtliche Verhandlung wird
aufzuklären haben, wie das Unglück entſtanden iſt.
Vom den Rechtsanwälten Dr. Alsberg und Dr.
Peſchke iſt die Ladung einer Reihe von
Sachverſtän=
digen beantragt worden, und es wird vom Gericht
zu prüfen ſein, ob der um Leben gekommene
Schwa=
ger des Angeklagten, Stammer, allein Schuld an der
folgenſchweren Exploſion hatte, indem er, wie zur
Verteidigung behauptet wird, Selbſtmord verübte.
Zunächſt iſt nur ein Verhandlungstag angeſetzt
wor=
den, jedoch rechnet man mit einer Dauer des
Pro=
zeſſes von mehreren Tagen.
Tumult in einem Kinopalaft.
Berlin. Am Donnerstag abend kam es nach
Schluß der zweiten Abendvorſtellung in einem der
größten Kinopaläſte im Berliner Weſten zu
Zwiſchen=
fällen, da das Publikum durch die aufgeführte Revue
angeblich enttäuſcht worden war und das
Eintritts=
geld zurückverlangte. Mit polizeilicher Unterſtützung
wurde das Theater geräumt. Zu weiteren
Zwiſchen=
fällen iſt es nicht gekommen.
Gemeine Straßenräuber.
Schönberg (Mechlenburg). Einen gemeinen
Raubüberfall verübten drei Straßenräuber auf der
Landſtraße in der Nähe der Ortſchaft Boitin in
Meck=
lenburg. Sie ſpannten ein dickes Dvahtſeil am
Frei=
tag abend quer über die Stvaße und ließen einen in
voller Fahrt befindlichen Motorradfahrer
dagegen=
rennen, der dann auch ſchwer verletzt und ſtark
blu=
tend beſinnungslos liegen blieb. Die Verbrecher
raubten dann dem Hilfloſen ſeine Barſchaft von
140 Mark, die Taſchenuhr und Ausweispapiere. Der
Ueberfallene wurde ins Schönberger Krankenhaus
gebracht, wo er hofſnungslos darniederliegt. Die
polizeilichen Ermittlungen nach den Tätern ſind
bis=
her ohne jeden Erfolg geblieben.
Notlandung eines deutſchen Verkehrsflugzeuges
in Frankreich.
Paris. Das deutſche Flugzeug D 443, Pilot
Hencke, das Freitag früh 7.25 Uhr in Köln mit für
Paris beſtimmter Poſt aufgeſtiegen iſt, hat
vormit=
tags 10.10 Uhr, infolge eines Motordefekts, 7
Kilo=
meter von Quesneh, bei Commequiers, notlanden
müſſen. Hierbei ging der Apparat völlig in
Trüm=
mer. Der Führer hat leichte Verletzungen erlitten.
„Empreß of Auſtralia”.
(a) New York. Das kanadiſche Schiff „Empreß
of Auſtralia” hat eine merbwürdige Berühmtheit
er=
langt. Alljährlich unternimmt es eine Weltreiſe,
während der ſeine Paſſagiere weiter nichts zu tun
haben, als die Schönheiten der Erde zu betrachten
und ſich während der Fahrt an Bord zu unterhalten.
Jetzt iſt die „Empreß of Auſtralia” wieder nach
Kanada zurückgekehrt, und als das Schiff in den
Hafen einlief, wurde der Kapitän befvagt, was denn
das bemerkenswerteſte Ereignis während der
Welt=
reiſe geweſen wäre. Nach einigem Beſinnen
ant=
worvete der Kapitän: „Ich habe während dieſer Fahrt
12 Ehen geſtiftet, das iſt, bitte, ein Rekord. Es
bommt nämlich vor, daß Damen und Herren, die
ſich auf dem Schiffe kennnen lernen, die Rückkehr des
Dampfers nicht abwarten, ſondern ſich ſchon während
der Fahrt verloben und durch den Kapitän, der das
Recht hierzu hat, trauen laſſen. Diesmal war ſolches
alſo ſogar mit 12 Paaren der Fall.” Soweit der
Kapitän. Als dieſe Nachricht durch die Preſſe ging,
geſchah das Sonderbare, daß wenige Tage ſpäter
ſämtliche Kabinenplätze für die nächſte Weltreiſe
be=
legt waren. Aber der Kapitän hat wenig Hoffnung,
diesmal ſeinen bisherigen Rekord in der Eheſtiftung
zu brechen, ja er glaubt nicht einmal, daß er ihn
auch mur im entfernteſten erreichen wird. Unter den
neuen Paſſagieren der „Empreß of Auſtralia”
befin=
den ſich nämlich, wie die kanadiſche Preſſe meldet,
über 90 Prozent zwar äußerſt heiratsluſtiger, jedoch
in ziemlich vorgeſchrittenem Alter befindlicher Damen.
Der 6Tſtündige Polarflug
der „Jialia”.
Oslo. Die „Italia” die am Freitag, um
10 Uhr vormittags, bei Windſtille und ſtrahlendem
Sonnenſchein in Kingsbay glatt gelandet iſt, iſt bei
ihrem 67=Stundenflug im allgemeinen von gutem
Wetter begünſtigt geweſen. Nach dreißigſtündiger
Fahrt geriet das Luftſchiff in Nebel, der ſich jedoch
bald wieder lichtete. Am 16. Mai, gegen 8 Uhr
abends, erreichte Nobile Nikolaus=II.=Land. Der
Himmel war klar und die Luft auf 10 Kilometer
wveit ſichtig. Aurf der Rückfahrt hatte die „Italia”
Schneewetter zu überwinden, ſo daß man auf der
„Citta di Milano” ſchon fürchtete, daß ſie Kingsbay
nicht erreichen würde und durch dem Nordweſtwind
nach Vadſö abgetrieben werden wünde.
Im Gegenſatz zu dieſer Meldung ſteht ein
Draht=
bericht des Korreſpondenten der Kopenhagener „
Na=
tional=Tidende”, aus dem hervorgeht, daß Nobile
Nikolaus=II.=Land nicht gefunden hat. Der
Bericht=
erſtatter ſagt, daß die „Italia” weit in die
Polar=
gegend geflogen iſt, wo das Nikolaus=II.=Land liegen
mußte. Trotzdem aber ſei vom Luftſchiff aus kein
Land beobachtet worden. Man müſſe daher
an=
nehmen, daß die Ruſſen, die das Land vor 15 Jahren
entdeckt zu haben glaubten, ſich geirrt hätten.
Schiffszuſammenſtoß.
Trieſt. Der ſüöflawiſche Frachtdampfer „Val”,
ſtieß bei der Ausfahrt nach Griechenland infolge
un=
vorſichtigen Manövrierens mit dem großen
ſchwe=
diſchen Dampfer „Freh” zuſammen, in deſſen
Kurs=
linie er ſich unverſehhens begeben hatte. Der
Fracht=
dampfer wurde faſt entzwvei geſchnitten und ſank
innerhalb zehn Minuten, da ſein Leck ſechs Meter
tief bis in den Maſchinenraum reichte. Die
zwanzig=
köpfige Mannſchaft ſamt Kapitän konnte jedoch dank
der prompten Hilfsmaßnahmen des ſchwediſchen
Dampfers und einiger Boote des Hafens gerettet
werden.
Raubüberfall auf Schiffbrüchige.
London. Nach einer Meldung aus Rio de
Janeiro überfiel eine Räuberbande in Stärke von
etwa 200 Köpfen die Beſatzung des griechiſchen
Damp=
fers „Conſtante Pateras”, der in der Nähe der
Carg=
pebus=Küſte auf Grund gelaufen war. Die Räuber
nahmen den Schiffbrüchigen die Papiere, alle
Wert=
ſachen, ſowie die Kleidung fort. Nur die ſchwere Seg
hielt die Verbrecher davon ab, auch das in der Nähe
der Küſte liegende Schiff auszurauben. Die Behörden
entſandten eine Truppenabteilung in Stärke von
300 Mann zur Wiederherſtellung der Ordnung.
Die Führerin eines Rebellen=Regiments
verwundet.
London. Mexikaniſche Zeitungen
veröffent=
lichen Berichte, wonach der weibliche Oberſt eines
Rebellen=Regiments, Montes, bei einem
Zuſammen=
ſtoß ihres Regiments mit Regierungstruppen bei El
Petrero ſchwer verwundet wurde. Viele Rebellen
wurden bei dem Kampf getötet, eine kleinere Anzahl
gefangen genommen und ſpäter hingerichtet. Die
Führerin des Regiments konnte von ihren Anhängern
in Sicherheit gebracht werden.
Krankenwagen für Hunde.
Ein Motordreirad des Berliner Tierſchutzvereins
hat zum Abtransport kranker Tiere in Horte und
Aſyle zu dienen. Die Neueinrichtung ermöglicht, den
im großſtädtiſchen Straßenverkehr verlitzten Tieren
ſchnellſtens zur Hilfe zu hommen.
Nummer 140
Draffgläisteren
Sonntag, den 20. Mai
Neueſte Nachrchter
Die internationalen Getreidemäukte unterlagen in dieſer Woche
mehrfachen ſtärkeren Schwankungen. Die Geſamttendenz iſt
unverkenn=
bar etwas ſchwächer gegen die Vorwoche, und die Weizenkurſe liegen
heute in Chicago und Winnipeg zirka 4—5 Ets. pro Buſhel unter den
Freitagskurſen der letzten Woche. Auch Roggen wird gegen die
Vor=
woihe an den genannten Börſen niedriger notiert. Die nach Europa
herübergegebenen Angebote waren infolgedeſſen entſprechend billiger
gehalten.
An den ſüddeutſchen Produktenbörſen war das Geſchäft in
Brot=
getreide ganz unabhängig von den joweiligen Auslandskurſen ſehr
ruhig. Handel und Mühlen bekundeten wenig Intereſſe für Weizen
und Roggen. Es hat dies ſeinen Hauptgrund in dem immer noch
ſchleppenden Mehlabſatz; wenn auch der Abruf in Mehlen bei den
Mühſen etwas beſſer geworden iſt, ſo ſind doch noch recht große
Kontrakt=
mengen abzunehmen und inſofern noch mehr wie ausreichende Deikung
für die nächſte Zeit vorhanden. Die zweite Hand iſt erwähnterweiſe
für ſofortige Lieferung bis zu 1½ Mark billiger am Markt. Die Preiſe
ſtellten ſich wie folgt: Weizen inl. 27,75—28,25, ausl. 30—32, Roggen
inl. 28,75—29, ausl. 31, Weizenmehl, Spezial Null, 39,25—39,50,
Wei=
zenbrotmehl 29—30, Roggenmchl 40—42 RM. Am Gerſtenmarkt hat
ſich Weſentliches nicht ereignet. Das Geſchäft lag im allgemeinen ruhig,
ohne größeren Umſatz. Am Hafer= und Maismarkt macht ſich vorläufig
der Streik in der Rheinſchiffahrt am eheſten noch geltend. Während die
Abladungsofferten im allgemeinen unverändert liegen, erfreuten ſich
disponible Partien erhöhten Intereſſes. Die in Frage kommenden
Be=
ſtände ſind jedoch nicht groß, und greifbare Ware erzielt daher höhere
Preiſe. Gerſte ausl. 32,50—36,50, inl. Braugerſte 30,50—32, vorder=
Pfälziſcher Ausſtich 33—34, Futtergerſte 25, Hafer inl. la 28—38,25,
be=
regnet 27,25—R,50, ausl. 28,50, Mais mit Sack auf Bezugsſchein 24,75
Reichsmark.
Am Futtermittelmarkt unterſtützte die kalte Witterung weſentlich
die hohen Preiſe für Mühlennachprodukte. Auch iſt der Oelkuchenmarkt
befeſtigt und die Fabriken gingen, ſoweit ſie überhaupt Abgeber ſind,
mit ihren Forderungen in die Höhe. Soyaſchrot dagegen blieb für nahe
Lieferung ſtärker offeriert, und die Preiſe hierfür gaben eher etwas
nach. Die ſonſtigen Futterartikel ſind im weſentlichen unverändert.
Weizennachmehl 21,50—23, Futtermehl 16,75—17,25, Kleie fein 15,75,
grob 16,25—16,50, Roggenkleie 17—17,50, Erdnußkuchen 22,75—23,
Raps=
kuchen 18,50, Soyaſchrot 21—21,2, Biertreber 19—19,25, Malzkeime
18—18,25 RM.
Frankfurt a. M., 19. Mri.
Im Anſchluß an die feſte Stiumung der geſtrigen Abendbörſe blieb
die Haltung im heutigen Samstagsverkehr freundlich. Das Geſchäft
war allerdings im allgemeinen zienlich ruhig, da im Zuſammenhang
mit den morgigen Wahlen eine gewiſſe Zurückhaltung geübt wurde.
Andererſeits wurde die Stimmung angeregt durch die weitere
Entſpan=
nung der Reichsbank nach dem heute erſcheinenden Bericht. Außerdem
verwies man auf den Rückgang der Arbeitsloſenziffer im April.
Fer=
ner befriedigte es, daß im Befinden Dr. Streſemanns eine merkliche
Beſſerung eingetreten iſt. Bei der erſten Notierung konnten ſich zumeiſt
neue, kleinere Kursbeſſerungen von etwa 1 bis 2 Prozent durchſetzen.
Für eiige Spezialwerte beſtand wieder etwas regeres Intereſſe. Von
Auslandsſeite gefragt blieben Reichsbank, die unter Schwankungen
4 Prozent gewannen. Am Montanmarkt waren Mannesmann und
Rheiniſche Braunkohle mit je plus 3 Prozent bevorzugt. Am
Chemie=
markt lagen J. G. Farben weiter leicht erhöht, Scheideanſtalt jedoch
gaben nach der erheblichen Steigerung an der geſtrigen Abendbörſe auf
Realiſationen 3 Prozent nach. Zellſtoffwerte lagen heute wieder ruhiger
uud gut behauptet., Am Elektromarkt gewannen Gesfürel und Siemens
erneut je 2 Prozent. Bergmann, Schuickert und Lahmeyer waren je
1 Prozent gebeſſert, während A. E. G. und Licht u. Kraft nur behauptet
blieben. Karſtadt gewannen 21 Prozent. Deutſche Anleihen blieben
bei ſtillem Geſchäft behauptet. Von Auslandsrenten waren Türken auf
die drohende Verzögerung der Schuldenregelung etwas ſchwächer. Von
Amevikawerten nannte man im Freiverkehr Enka mit 78—79,
Glanz=
ſtoff mit 10—106 Dollar.
Im weiteren Verlaufe blieb die Stimung feſt, und für die
führen=
den Werte ergaben ſich neue Kursbeſſerungen von 1—1½ Prozent.
Reichsbank blieben rege gefragt. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu
6½ Prozent wieder etwas leichter. Debiſen blieben angeboten. Man
nannte Mark gegen Dollar 4,1782½, gegen Pfunde 2,401, London—
Kabel 4,8820, Paris 124,02, Mailand 92,68, Madrid 29,11 Holland 12,10.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 19. Mai.
Schon im heutigen Vormittagsverkehr war die Stimmung durchaus
weiter freundlich geweſen, obwohl die genannten Kurſe nicht immer ſo
feſt waren, wie geſtern abend in Frankfurt. Die Nachricht von dem
plötzlichen Ableben Geheimrat Deutſch’ von der A.E.G. lief wie ein
Lauffeuer durch die Banbbureaus, hatte aber auf die Tendenz keinen
Einfluß. Auch der erwartete ſchwache Verlauf der geſtrigen Newv
Yor=
ker Börſe wurde nicht ungünſtig beurteilt, da dies ja nur eine Folge
der Diskonterhöhung ſei und beabſichtigt war. Dagegen machte die
wei=
tere erfreuliche Beſſerung im Befinden Dr. Streſemanns einen guten
Eindruck, ferner verwies man auf den Reichsbankausweis per Medio
des Monats, der mit einer Wechſelverringerung von 294 Millionen und
einer Notenabnahme um 250 Millionen eine angemeſſene Entlaſtung
bringe. Die Zunahme der Lombards um 20 Millionen ſei dagegen
trohl in erſter Linie auf Konto begebener Reichsbankwechſel zu ſetzen.
Zu den erſten Kurſen konnte man zumeiſt Kaufaufträge feſtſtellen.
Wäh=
rend aber die Inlandskundſchaft ſich hierbei noch zurückhielt,
beteilig=
ten ſich ſehr patente Auslandskreiſe und intereſſierten ſich beſonders
für unſere guten Werke weiter. Ueber die Durchſchnittsgewinne von
1 bis 3 Prozent hinaus waren Reichsbank, Rhein. Braunkohlen,
Salz=
detfurth, Farben, Gesfürel, Siemens, Wiking Zement, Berger,
Feld=
mühle, Waldhof, Oſtweike und Sarotti bis 8 Prozent erhöht,
Polyphon=
aktien erzielten einen Rekordgewinn von 21½ Prozent. Glanzſtoffe, bei
denen 80½ Prozent Bezugsreihtabſchlag zu berückſichtigen iſt,
eröffne=
neten 5½ Prozent ſchwächer und gaben im Verlaufe weitere 6 Prozent
nach. An den übrigen Märkten machte ſich ebenfalls Realiſationsneigung
bemerkbar, zumal neue Kaufaufträge nur ſpärlich einliefen, und die
Kurſe bröckelten daraufhin leicht ab. Nur Spezialpapiere waren weiter
geſucht. U. a. lagen Montanwerte etwas ſtärker beachtet, Elektrowerte
und Banken hatten einiges Geſchäft, Braubank konnten im Verlauf 5
Prozent und Reichsbank etwa 8 Prozent gewinnen. Lorenz lagen etwa
5 Progent und Zementwerke 5—10 Progent über Anfang. Sarotti
büßten dagegen ihren Anfangsgewinn voll ein. Anleihen behauptet,
Ausländer im Verlauf eher feſter, Rumänen weiter angeboten,
Pfand=
briefwarkt ſtill und ohne größere Veränderung. Deviſen angeboten,
Geldmarkt angeſpannter, Tagesgeld 6½—8 Prozent, ſonſt unverändert.
Der Ertrag des deutſchen Weinbaues.
Die Moſterträgniſſe im Weinbau ſchwanken in den einzelnen Jahr
ſehr beträchtlich, und zwar erſtrecken ſich dieſe Schwankungen nicht n
auf den Geſamtertrag, ſondern auch in den einzelnen Weinbaugegend
verſchieben ſich die Ergebniſſe gegeneinander bisweilen ſehr bedeuten
A. E. G
..
Augsb.=Nürnb. Maſch./107.—
Baſalt .......
Bergmann. . .
Berl. Karlsruhe Ind
Verl. Hand.=Geſ... ..
Braunkohl.= Briketts/177.5 176.5
Bremer Wolle..
Danatbank. . . .
Deutſche Bank..
Diskontogeſ. . .
Dresdner Bank. . . . . /164.125
Deutſche Maſchinen
Deutſche Erdöl .... . /137.75
Deutſche Petroleum.
Dynamit Nobel . . . . /134.5
Elektr. Lieferung .. . 1181.5 1184.—
J. G. Farben ..."
Gelſenk. Berg. . . . . 1140.— 1144.—
G. f. elektr. Untern.
Han. Maſch.=Egeſt. . 62.5 62.—
Hanſa Dampfſch. . . .
Hapag ..
Harpner... . .."
Hemoor Zement. . . .
Helſingfors ..
Wien
Prag
Budapeſt.
Sofia ..
Holland ..
Lslo ........
Kopenhagen".
Stockholm . . .
London ....
Buenos Aires
New=York ..."
Belgien ..
18. 5.
1168.—
89.75
1168.—
49.5
69.70
1278.— 1284.75
1219.875/223.—
164.—
71.75 374.—
172.625 Hirſch Kupfer .. 18. 5
127.— 1128.-— 107.— Höſch Eiſen ...." 153.25
97—
117.25
185.—
325.—
196.5
184.5 186.—
259 —
59.25
156. 125 1159.5
159.5
159.625 80.5
1206.— 1208.—
69.5 6s.—
2755 ſen8.—
1253 75 12515
277.25 1281.5 Hohenlohe Werke.
Kahla Porzellan . . . .
Kali Aſchersleben ...
Salzdefurth.
Weſterregeln
Lindes Eismaſch.
9. Loewe & Co. 171.5
/164.25 1165.5
167.—
48.75 Lingel Schuh
Mannesmann Rök
Niederlauſitzer Ko
Nordd. Loyd. 138.— Orenſtein. Polyphon 444.5 135.— Rütgerswerke
Sachſenwer 97.75
131.— 289.— 1291.—
167.—
1232. — 1231,5 Siemens
Ver. Glanzſt
Ver. Stahlwerke
Volkſtedter Porzell=
Wanderer Werke
Wiffſner Metall.
Wittener Gußſtahl 149.—
836.5
102.— 11
55.5
175.5
152.5
69.—
Deviſenmarkt.
is. s. 19. 5. Geld Brie Geld /Brief 10.51 0.53 10.505/10.525 Italien. 158.72 58.84 58.72 58.84 12.374 12.394 2.371112.391 72.94 73.00 72.94 73.08 3.017 3.02 3.017 3.023 168.36 168.70 168.38/168.7. 111.79 12.01 112.03 112.251 ur1.9 112.21 111.9‟ 20.37 20.418 20.381 1.784 1.789 1.785 4.175 4.183 4.174 58.2 58.34 8.235 53.355 Paris..
Schweiz..
Spanien.
Danzig.
Japan.
111.831112.05 MRio be Janeiro
12.03/112.25 Jugoſlavien ..
712.21 PPortugal ..
20.421 HAthen ......"
1.789 MKonſtantinopel
4 102 Kanada. .
Uruguay . . . . . .
19. 5.
158.76
96.—
122.—
187.75
330.5
199.—
159.—
59.25
159.—
162.5
126.5 1126.25
473.—
97.375
88.
70 —
19. 5.
Geld / Brief
22.0351e 1.985 22.025
16.47 H16.43 16.47
80.455 80.615
69,89
81.4:
1. 943
1.5028
7.353
17.831
5.425
2.153
4.169
4. 286
70.03
81.59
1.947
.5048
7.367
17.87
5.435
2.157
4.177
4.294
Maſchinenfabrik Badenia A. G. vorm. W. M. Platz=Böhme,
Wein=
heim. In der Generalverſamlung unter dem Vorſitz von
Kommerzien=
rat Dr. Jahr=Mannheim waren 8226 Stimmen vertreten. Die
An=
träge der Verwaltung wurden einſtimmig angenommen und die
Regu=
larien erledigt. Nach 6227 RM. Abſchreibungen verbleibt ein
Rein=
geſvinn von 16 916 RM., der auf neue Rechnung vorgetragen wird.
Der Ausweis der Reichsbank.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. Mai hat ſich die
ge=
ſamte Kapitalanlage der Bank in Wechſeln und Schecks, Lombards und
Effekten um 274,6 Mill. auf 2140,3 Mill. RM. verringert, und zwar
haben die Beſtände an Wechſeln und Schecks um 294,4 Mill. auf 1985,9
Millionen Reichsmark abgenommen, während die Lombardbeſtände um
2,5 Mill. auf 59,7 Mill. RMM. angewachſen ſind. Die Anlage in
Effek=
ten iſt mit 94,0 Mill. weiterhin unverändert geblieben. In
Reichsbank=
noten und Rentenbankſcheinen insgeſamt ſind 269,4 Mill. MM. in die
Kaſſen der Bank zurückgeſtrömt; im einzelnen hat der Umlauf an
Reichsbanknoten um 251,8 Mill. auf 3987,1 Mill. RM., derjenige an
Rentenbankſcheinen um 17,6 Mill. auf 565,5 Mill. RMM. abgenommen.
Dementſprechend haben ſich die Beſtände der Reichsbank an
Rentenbank=
ſcheinen auf 60,1 Mill. RM. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit
463,5 Mill. eine Zunahme um 3,0 Mill. RM. Die Beſtände an Gold
und deckungsfähigen Dawiſen zuſammen ſind mit 2253,7 Mill. MM.,
im einzelnen die Goldbeſtände mit 2040,8 Mill RM., die Beſtände an
deckungsfähigen Deviſen mit 212,9 Mill. RM. ausgetvieſen. Die
Deckung der Noten durch Gold allein beſſerte ſich von 48,1 Prozent in
der Vorwoche auf 51,2 Prozenr, die durch Gold und deckungsfähige
De=
viſen von 52,8 Prezent auf 56,5 Prozent.
Unter den letzten Jahren trat beſonders das Jahr 1922 durch ei
außerordentlich großen Moſtertrag hervor; im ganzen wurden bein
3,5 Millionen Hektoliter erzielt. Dieſer große Ertrag des Jahres 1
der ſich beſonders in der Baheriſchen Pfalz und in Badei bemerk
machte, wurde im folgenden Jahre allerdings durch einen ſtarken M
derertrag wieder ausgeglichen.
Seither liegt der Moſtertrag etwa zwiſchen 1 u. 2 Mill. Hektol.
Jahr 1926 hatte einen verhältnismäßig ſehr geringen Ertrag, im Ja
1927 hat ſich wieder ein Aufſtieg ergeben.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 16. Mai 1928. Die
den Stichtag des 16. Mai berechnete Großhandelsindexziffer des
tiſtiſchen Reichsamtes hat ſich mit 141,0 gegenüber der Vorwoche (14
um 0,4 v. H. erhöht. Ven den Hauptgruppen ſind die Indexziffern
Agrarſtoffe und für Kolonialwaren je um 0,7 v. H. auf 135,7 (12
und auf 138,1 (137,2) geſtiegen. Die Indexziffern für induſtrielle 9
ſtoffe und Halbwaren und für induſtrielle Fertigwaren haben je
0,2 v. H. auf 135,2, auf 134,9 und auf 158,5 (158,2) angezogen.
Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Nach vorläufigen Beſprechun
wurden in der Zeit vom 6. bis 12. Mai im Ruhrgebiet in ſechs Arb
tagen 2216 456 Tonnen Kohle gefördert, gegen 2 125847 Tonnen
der vorhergehenden Woche, bei ebenfalls ſechs Arbeitstagen. Die K
erzeugung ſtellte ſich in den ſieben Tagen der Berichtswoche
510 653 Tonnen, gegen 525 977 Tonnen in der vorhergehenden W.
die Preßkohlenherſtellung auf 62303 Tonnen, gegen 61 357 Tonner
ſechs Arbeitstagen. Die arbeitstägliche Kohlenförderung betrug in
Berichtswoche 369 409. Tonnen, gegen 354 308 Tonnen in der vor
gehenden. Woche.‟ Die tägliche Kokserzeugung ſtellte ſich auf 72
75 140) Tonnen, die arbeitstägliche Preßkohlenherſtellung auf 10
(10 226) Tonnen. Wegen Abſatzmangels wurden in der Berichtsw
76 875 (arbeitstäglich 12813) Feierſchichten eingelegt, gegen 6964 (1
in der Vorwoche,
Getreide=Kreditbank, Aktiengeſellſchaft, Mainz. Die H.V. der
ſellſchaft genehmigte den bekannten Abſchluß mit 10 Prozent Divide
Gemäß der Tagesordnung wurde beſchloſſen, das A.K. um RM. 125
zu erhöhen. Die Verwaltung wurde ermächtigt, die Einzelheiten I
zu zu beſchließen. Der Vorſtand gab bekannt, daß ein Konſorti
beſtehend aus de: Direktion der Discontogeſellſchaft, Darmſtädter
Nationalbank, Commerz= und Privatbank und dem Bankhaus Kro
berger u. Co., Mainz, die neuen Aktien übernimmt mit der Verpf
tung, den alten Aktionären ein Bezugsrecht 2:1 zu 107 Prozent a.
bieten. Die neuen Aktien ſind für das laufende
Geſchäftsjah=
dividendenberechtigt. Den Termin der Bezugsfriſt beſtimmt die
waltung. Der Vorſtand erklärte noch, daß der bisherige Verlauf
neuen Geſchäftsjahres befriedigend war und daß die Ausſichten
weiterhin gut ſeien. Die Geſellſchaft finde außer bei den erwähr
Konſortialbanken auch bei anderen Geldinſtituten, ſo z. B. durch
Zentrale der Deutſchen Getreide=Kreditbanken, Aktiengeſellſchaft, in 2
lin, bei der Preußiſchen Staatsbank, einen kräftigen finanziellen 9
halt und nehme an der Umſchuldungsaktion zu Gunſten der Le
wirtſchaft teil. Die Bank ſei lt. miniſterieller Erklärung Gelegen
gegeben, einen Sitz in dem bei der Landesregierung gebildeten Kre
ausſchuſſes zu erhalten.
emm
r, Dar,
I. 1. Reichs=,
änder= und
Schutz=
gebietsanleihen
% Dtſche.
Reichs=
anleihe von 1927
9 Baden
Frei=
ſtaat von 1927.
% Bah. Freiſtaat
von 1927 ..."
o Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927
% Thüringer
Frei=
ſtaat von 1927.
Dtſche. Anl.
Anslo=
ſungsſch. +
Ablöſungsanleil
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Diſche.
Schutzge=
bietsanleihe
2. Stadtanleihen
8% Bad.=Bad. v. 26
6% Berlin v. 24
8% Darmſtdt. v. 26
70 Dresden v. 26
7% Frkf. a. M. v. 26
7% Heidelb. v. 26
8% Ludwghf. v. 26
8% Mainz v. 26.
10% Mannh. v. 25
8% Mannh. v. 26
8% Nürnberg v. 26
8% Pforzh. v. 26
8% Pirmaſens v. 2e
8. Pfandbriefe
und
Schuld=
verſchreibungen
7% Bad. Gold=
Kom. Anleihev. 26
8% Berl. Hyp.=Bk.
„ Lig.=
4½
Pfandbrie
8% Frkf. Hyp. Bk.
Na.=Bf
7½
87.5
51.85
54.5
87.25
85
102.25
Rag
92.75
87
96
92.5
74.75
z Frf. Pfbrfbank
4½% Gotha Gr.=
Cred, Lig.=Pfbr.
4½% Hamb. Hhp.=
Bk. Lig.=Pfdbr.
8% Heſſ. Landesbk.
Kom.
Landes=
bank. Darmſtadt
8% Landesbank d.
Rheinprovin;
8% Landeskr. Kaſſ.
% Mein. Hhp. Bk.
8% Naſſ. Landesbk.
8% Pfälz. Hhb. B!
4
„ Lig
Pfandbriefe
8% Preuß. Ctr.,
Bod.=Cred.. . . . .
4½% Preuß. Ctr.=
Lig. Pfandbr.
8% Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft. .
½ Rhein,. Hyb.=B.
„ Lig
Pfandbriefe.
80 Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit,
7
„L.=Pf
O.
3% Südd. Bod.=
Creb.=Bank
„Lig
46
8% Württ. Ghp.=B.
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
+ Ausl. Ser. 1.
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.-Anl.
* Ausloſ. Ser, III
757
86
81.75
89.75
94
100
97.5
89.5
94.75
92
74.35
98.5
89.5
95.5
91.5
77I,
96.5
94.5
Papiermark=
Pfandbr. und
Kommunal=Obl.
Frkf. Hyp.=Bk. K.=
Obl. Ser. 1 u. 2
Frrf. Pfdbr.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr
Heſſ. Lds=Hyp.=Bk.
Vorkr.=Pfdbriefe
ögl. Kom.=Obl.
S.1-16
Kom.=Obl.
S. 17-24
Mein. Hyp.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Nordd. Grundcr.=
Vorkr.=Pfdbriefe
Preuß. Pfandbrbk.
Vorkr.=Pfdbriefe
Rh. Hyp.=Bk.
Vor=
kr.=Kom.=Oblig.
Weſtd. Bodencred. Borkr.=Pf
4. Induſtrie=
Obligationen.
8% Dt.
Linoleum=
werke Bln. v. 26
8% Heſſ. u.
Herku=
les=Brau. v. 26
8% Klöchn=Werkel
Berlin v. 26...
10% Kom. Elektr.=
Mark. . .. . . . . .."
70 Mainkrw v. 2
7% Mitteld.
Stahl=
werke von 27..
8% Neckarſulm v. 26
8% Salzmann & Co.
Kaſſel u. 26...
7% Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 26
7% Ver. Stahlw.
ohne Opt.v. 26
II. Auf Sachwerte
laut, Schuldverſchr.
6%Bad.=Bab. Holz.
5%Badenw. Kohl.
.....
6% Heſſ. Braunk.. Roggenanleihe
50 Heſſ. Volksſt.
Roggenanleihe.
14.4
14.05
94
102
84.5
90
89.25
7o
5% Preuß.
Kali=
wertan eihe .. . ."
5% Preuß.
Roggen=
wertanleihe .. ."
5% Sächf.
Roggen=
wertanleihe ..
5% Südd. Feſtw. ... .. ..."
III. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
5%Bosn. L. E. B. v.
1914.........
5% Bosn. L.=Inv.=
Anl. v. 1914 ...
4½‟ Bosn. v. 02
5% Bulg. Tab. v02
1,62 Griech. v. 90
1½% Griech. Mon.
50 Mex. inn. (abg.)
äuß. „
4½
Goldan=
leihe (abg.)
inn. (abg.)
4½%— Irrig.=
Anl. (abg.)
Tamau=
lipas (abg.)
4½% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914
(C. C.=Stücke)...
40 Oſt. Goldrentel
(C. C.=Stücke)...
4½% Rum. Gold
von 1913.
49 Schweiz. Bds.=
Bahnen v. 1912
40 Türk. Admin.,
1. Bagd.
48
2. Bagd.
40
Zollanl.
4½% ungarn von
1913 CC. C.=St.)
4½% dito von
1914 (C. C.,St.)
4% dito Goldr.
(C. C.-St.)
4% dito von
1910 (C. C.,St.)
4% dito Kron. (abg.) ....
2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg.)
4P Kopenh. v. 91.
33
22
19
4½ Liſſab. v. 1886
42 Stockh. v. 1880/
3. Obligationen v.
Transportanſt.
4% Dux=Bodenb.
von 1891 .....
4% Eliſabethbahn
von 1883
4%0 Lemberg=Ezer.
ſteuerpflichtig. .
4% Lemberg=Czer.
ſteuerfrei
2e1 O. Oſt. Südb.
(Lombard.) ...
4% Oſt. Staatsb.v.
1883
..
3% Raab=Odenbg.
v. 1883
..
4%0 Rudolfb. 1, S.
i. G.
4½% Anatolier I.
TV.1. Bank=Aktien
Allg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Bank..
Bk. f. Brauinduſtr.
Barm. Bankverein
Bahr. Hyp.= und
Wechſelbank . . . .
Berl. Handelsgef.
„ Hypoth.=Bk.
Comm. u. Privatb. 186
Darmſt. u. Nt.=Bk. /281
Deutſche Bank ... /171
Eff.-u.
Wechſel=
bank
Vereinsbank 1102
Diskont.=Geſellſch.
Dresdener Bank .. /167.5
Frankf. Bk.
Hyp.=Bk. 1155
Pfdbr.=Bk.
(otha. Grundkr. B./140
M=in. Hyp.=Bank
Metallbank.
Mitteld. Creditbk.
Nürnb. Vereinsbr
Oſt. Creditanſta ./ 36.25
Pfälz.: Hyp.=Bank
Pr. Bod.=Creditbk.
Hyp.=Akt.-Bk. 142
Reichsbank=Ant. . .
Rhein. Creditbank
„ Hyp.-Bankl
11.75
11n75
15.5
23.5
144
120-
167.
1118
156
143.25
142.5
216.25
60
160
143
287
129
Südb. Bod.=Cr. Bk.
„ Disc.=Geſ...
Wiener Bankverein
2.
Verkehrs=
uuternehmungen
A.=G.f. Verkehrswſ.
Allg. Lokalb.= und
Kraftwagen . . .
Dt. Eiſenb.=Geſ.
70 Dt. Reichsbhn=
Vorzge.
Hapag .....
Norbd. Lloyd.
Schantung=Eiſenb.
Südb. Eiſenb.=Geſ.
5. Induſtrie
Abt. Gebr.
Accum. Berlin.
Abler & Oppenh...
Adlerw. (v. Kleyer
6% AEG. Vorzug
AEG. Stamm. . . . /17 2.5
Bad. Maſchf.=Durl.
Bamag=Meguin
Baſt Nürnberg
Beck & Henkel
Bergm. El. Werke/210
Brem.=Beſigh.=Ol.
BrownBoverickCie
Brüning & Sohn.
Buderus Eiſen
Bürſtenfbr Erlang.
Cementwerte
Heidelberg ..... 142
Karlſtadt .. . . ..
Lothr. (Karlsr.)
Cbem. WerkeAlbert.
Brockhues 1100.25
Fabrik Milch
Daimler=Benz
Dt. Atl.=Telegr.
Eiſenh. Berlin!
Erdöl
.
Gold= u. Silb.=Anſtalt /208.5
Linolwerk. Berl.
Dresden=Leipziger
Schnellpreſſen /128
Dürrwerke Rating.
212.5
201.5
163
167.75
163.25
125.5
41.25
230
95.75
148.75
67
Au
162
133
185
116.5
139.5
230
59.5
Eichbaum, Brauer.
Eiſenw. Kaiſersltn.
Elektr. Licht u. Kraf
Elektr. Liefer.=Geſ
Elſäſſ. Vad. Wolle
Emag Elektr. Frlft.
Enzing. Unionwke.
Eſchw. Bergwerk
Eßling. Maſchiner
Ettling. Spinnere
Faber, Joh., Bleiſt
Faber & Schleicher
Fahr, Gebr., Pirm.
F. G. Farbenindſtr.
Felt. & Guilleaum.
Feinmech. (Fetter
Frkft. Gas ..."
Hof.... ...."
Maſch. Po=
Pokorny & Wittek.
Geiling & Cie.
Gelſenk. Bergwerk
Geſ. f. elektr.
Un=
ternehmungen ..
Goldſchmidt Th. ..
Britzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.
HafenmühleFrankf
Haid & Neu
Hammerſen (Osn.)
Hanfw. Füſſen ...
Hanſa=LloydBrem.
Harpener Bergbau
Hartm. & Braun
Henninger, Kempf,
Stern Vrauerei.
Heſſen=Naſſau Gas
Hehligenſtaedt
Hilpert Armaturfb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer
.1.
Hochtief Eſſen
Holzmann. Phil. . 1180.75
Holzverk.=Induſtrie
Ilſe Bergb. Stamm/272
Genüſſe /125
99
Inag
Junghans Stamm.
Kali Aſchersleben . 1188
Salzdetfurth. /333
Weſteregeln. 199
Kammgarnſpinn. 1235
63
235
185
228
59
105
284.5
137.5
82
150
103
81.5
1431,
294.5
103
133.25
85
144.25
183
118
81.5
Karſtadt, R. . . 267.5
Ker. Werke Offſtein/181
Klein, Schanzl.
Klöcknerwerke
Knorr, Heilbronn 169
Konſervfabr. Braun/ 75
Kraftw. Alt=Württ. 92
Krauß & Co., Loko./ 78
Lahmeyer &Co. . /183
121
Lech, Augsburg
Lingel, Schuhw..
Löhnberger. Mühlel 37.5
Löwenbr. Münch..
30
Ludwigshaf. Walz/130
Lüdenſcheid Metall/ 97
Mainkr..W. Höchſt/113.5
Mainz. Akt.=Br...
Mannesm. Röhren /159.75
Mansfeld. Bergb. 1222
Mars=Werle. .. . . . /115
Metallgeſ. Frankft. /187.5
Miag, Mühlenbau
Moenus Stamm . / 64
Motorenfabr. Deutzl 64
Oberurſell 82.5
Münch. Lichtſpielk. /110.25
Neckarſ. Fahrzeug. / 71
138 Neckarw. Eßl.
48 Nicolay, Hofbr. /140
Oberbedart
1111.5
Oſterr. AlpineMon./ 14.75
Otavi Minen".
55
Peters Union Frrf. 109.7
Pfälz. Näh. Kayſer/ 58
Philipps A.=G.
Phönir Bergbau 1101
Porzellan Weſſel
Reiniger. Gebb. &
105.5
S hall
R9. Braunkohlen. /307
Elektr Sramm
Stahlwerke 1172.5
Rhenania, Kunh.
Riebeck Montan
Rütgerswerke / 96.5
SalzwertHeilbronn/186
Schneider & Hanau/ 48
Schnellpr. Frankth ./ 66
Schöfferhof=Bind. 1370.5
Schramm Lackfbr. /122
Schriftg. Stempel. 1125.25
Schuckert Flektr. . . 212.25
( Schuhfbr. Berneis=
Weſſel.
Schuhfabr. Herz..
Schultz Grünlack.
Schwarz Storchen /170
Seilindſtr. Wolff. 75
Siem. Glasinduſtr.
Siemens &. Halske
Südd. Immobilien/10
Zucker=AG./15:
Strohſtoff. Ver.
Tellus Bergbau 112:
Thür. Lief.=Geſ..
Tucher, Brauerei
Unterfr. Krs.=
Elei=
tr.=Verſ.
.111
Veithwerke.
Ver. f. Chem. Inb./ 9
deutſch. Llfabr.
Faßfabr. Caſſel
Gummifabrik.
Berlin=Frankf. /10
Königs= und
Laurahütte ..! 8
Pinſelfabriken
Stahlwerke
Ultramarin ../15
Zellſt., Berlin/14
Vgtland. Maſch.. . E
Voigt & Haeffner
Voltohm, Seil.. S
Wanß & Freytag.116
Wegelin Rußfabrik/13
Werger Brauerei. /17
Beliſt. Aſchaffenbg. 21
Memel ... .11
Waldhof ...33
Zuckerf. Rheingau=
4. Berſicherungen
Allianz u. Stuttg.
Verſicherung ..
Frkft. Allg. Verl.=6 20
Frankona Rück= u.
Mitv.
Nannh. Verſich.
DarmſtädterBerte
Bahnbedarf
Dampfk. Nodberg.
Gebr. Lutz
Motoren Darmſtadt! 6
Gebr. Roeder ....!
Nummer 140
Die Auswirkung der Eifenpreiserhöhung. In Auswirkung der
Giſenpreiserhöhung ſah ſich der Verzinkerverband genöligt, mit
Wir=
kung ab 18. Mai ebenfalls Preiserhöhungen vorzunehmen, und zwar
um etwa 2 Prozent. Die neuen Preiſe für verzinkte Bleche ſtellen ſich
danach wie folgt: Nr. 15 29,50, Nr. 18 33, Nr. 20, 35, Nr. 22 38,50,
Dr. 24 48,50 RMN. Der Grundpreis für verzinktes Bandeiſen beträgt
23,75 RM. Alle Preiſe verſtehen ſich für 100 Kg. Frachtgrundlage
Siegen (Weſtf.).
Die Lage auf den deutſchen Viehmärkten.
In der Woche vom 2. bis 8. Mai hat ſich die allgemeine Lage auf
Hen deutſchen Schlachtviehmärkten nicht weſentlich geändert, insbeſondere
hat der Verkaufsdruck angehalten. Der Auftrieb in Rindvieh iſt mit
21 322 Stück nahezu unverändert geblieben. Auch in der Preislage hat
ſich insbeſondere in Süddeutſchland nichts ändern können. Die Tendenz
bei Kälbern war faſt ausnahmslos ruhig, bei einem Auftrieb von
26 974 Stück (25 225) in der Vorwoche. Das Angebot in Schafen iſt
von 14 035 auf 11 738 Stück zurückgegangen. Bei beſſeren Tieren konnte
ſich anfangs eine Preiserhöhung durchſetzen, die jedoch gegen
Wochen=
ende wieder verloren ging. An Schweinen iſt eine Vermehrung des
Angebotes um rund 23 100 Stück (129 377) eingetreten. Das Geſchäft
war allgemein ruhig. Auf den ſüddeutſchen Märkten war die Stimmung
etwas freundlicher. Leichtere Klaſſen konnten 1—2 Mk. höhere Preiſe
erzielen. Die Abſatzmöglichkeiten für Schweine haben ſich allerdings
nicht nennenswert verbeſſern können.
Piehmärkte.
Stück von 19—33 Mark.
Produkienberichte.
Frankfurter Gemüfemarkt vom 19. Maj. Gemüſe: Zufuhr
all=
gemein gut, ſtark in inländiſchem Kopfſalat, Verkauf ſchleppend; Preiſe
für Spinat und Spargel angezogen, ſonſt wenig verändert. — Obſt
uund Südfrüchte: Genügendes Angebot in Apfelſinen und Aepfeln, auch
Miſtbeet=Erdbeeren waren in größerer Menge am Markt. Abſatz
lang=
ſam. Preiſe für Aepfel und Apfelſinen höher, für Erdbeeren fallend.
Berliner Produktenbericht vom 19. Mai. Der Produktenmarkt
der=
kehrte zum Wochenſchluß in ſehr ruhiger Haltung. Die ausländiſchen
Offerten für Weizen und Roggen lauteten heute wieder etwas höher,
Geſchäft in Auslandsgetreide vermochte ſich jedoch nicht zu entwickeln.
Das inländiſche Weizenangebot iſt ziemlich ſpärlich, die Forderungen
waren um 1 Mark erhöht. Für Roggen iſt weiter Angebot von
Mate=
rial zur Waſſerverladung vorhanden, für das aber kein Intereſſe
be=
ſteht, während Waggonware nach wie vor ſehr knapp angeboten und
von mittleren und kleinen Mühlen rege begehrt iſt. Am
Lieferungs=
markte hielten ſich die Umſätze in engſten Grenzen, Preiſe waren nur
geringfügig verändert. Weizen= und Roggenmehle zu geſtrigen Preiſen
ingeboten, in ſehr ruhigem Geſchäft. Hafer ſpärlich offeriert, aber bei
innachgiebigen Forderungen weiter faſt geſchäftslos. Gerſten ſtill.
Einträge in das Handelsregiſter
Ab=
eilung 4: Am 15. Mai 1928 hinſichtlich
er Firmen: 1. Adolf Geiger,
Darm=
jadt: Der Firmeninhaber Adolf
Geige=
t am 28. April 1926 verſtorben.
Ge=
häft ſamt Firma iſt auf ſeine Witwe
ſtathilde, geborene Hemmer in
Darm=
adt, übergegangen. Die Prokura der
hefrau des Adolf Geiger, Mathilde,
ge=
orene Hemmer, iſt erloſchen. 2. Jacob
Beber, Darmſtadt: Die Firma iſt
er=
öſchen. Am 16. Mai hinſichtlich der
irma: E. Merck, Darmſtadt: Die
Pro=
tra des Kaufmannes Max Erneſti in
armſtadt iſt erloſchen. Neueintrag
m 15. Mai 1928: Firma: Arnold
ſaas, Kraftfahrzeuge, Darmſtadt.
nhaber: Arnold Haas, Diplom=
In=
enieur in Darmſtadt. — Abteilung B:
m15. Mai 1928 hinſichtlich der Firmen:
Weſtdeutſche Wegebaugeſellſchaft
tit beſchränkter Haftung,
Zweig=
jederlaſſung Darmſtadt,
Haupt=
iederlaſſung Düſſeldorf,
Zweignieder=
iſſung Darmſtadt: Die Prokura des
egierungsrates a. D. Oskar Laenge iſt
rloſchen. Regierungsrat a. D. Oskar
aenge in Düſſeldorf und Dr. ing. Alfred
ſtellwaag in Düſſeldorf ſind zu weiteren
ſeſchäftsführern beſtellt. 2.
Bahnbe=
arf Darmſtadt, Werk der Aquila=
Iktiengeſellſchaft für Handels= und
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urt am Main, Hauptniederlaſſung
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Darmſtadt, iſt mit Beſchränkung auf
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aß er die Geſellſchaft in Gemeinſchaft
tit einem Vorſtandsmitglied oder einem
rokuriſten zu vertreten befugt iſt.
Dampfkeſſelfabrik vorm. Arthur
(odberg A. G., Darmſtadt; Durch
Be=
hluß der Generalverſammlung vom
I. April 1928 iſt der Geſellſchaftsver
ag geändert: Zur gültigen Zeichnung
er Geſellſchaft bedarf es der Unterſchrift
on zwei Vorſtandsmitgliedern oder von
nem Vorſtandsmitglied und einem
Pro=
triſten. Unbeſchadet der geſetzlichen
Be=
immungen ſind, auch zwei Prokuriſten
tr Vertretung der Geſellſchaft befugt.
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Sonntag, den 20. Mai 1928
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 19. Mai. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: „IIm Anſchluß an die Meldungen aus Liverpool
herrſchte am Baumwollmarkte eine ſtetigere Stimmung. Anregend
wirkte das unbeſtändige Wetter ſowie Käufe der New Orleanſer Firmen
und ſüdweſtlicher Häuſer. Das Angebot hielt ſich heute in engen
Gren=
zen. Später wurde es wieder ſchwächer, da Wochenſchlußrealiſationen
einſetzten und günſtigere Ernteberichte gemeldet wurden.
Kaffee: Am Kaffeemarkte ſetzten auf Grund der ſchwächeren
tech=
niſchen Poſition Liquidationen ein, außerdem wurden verſchiedentlich
Meinungsverkäufe vorgenommen.
Zucker: Am Rohzuckerterminmarkte nahm die Spekulation zu
Be=
ginn Deckungen vor und auch der Handel ſchritt wieder zu Käufen,
die, wie verlautet, Deckungsoperationen für die jüngſten Verkäufe von
Locoware darſtellen. Gegen Schluß erfolgten verſchiedentlich
Reali=
ſationen.
* Chicago, 19. Mai. (Priv.=Tel.)
Weizen: Weizen war anfänglich etwas ſchwächer, da im zentralen
und weſtlichen Anbaugebiet wohltuende Regenfälle niedergegangen ſind
und die Nachfrage für Exportware nachgelaſſen hat. Im Verlaufe
zogen dann die Preiſe wieder etwas an, da in Teilen von Kanada über
Mangel an Regen geklagt wird, und Hagelſtürme ernſtliche Schäden
in den Texas und Oklahoma angerichtet haben ſollen.
Mais: Am Maismarkte drückten anfänglich ebenfalls wohltuende
Regenfälle in den Staaten Canſas und Illinois auf das Preisniveau.
Ferner wurde gemeldet, daß die Anbaufläche im Staate Nebraska
erheb=
lich zugenommen habe. Im Verlaufe kam es dann zu einer ziemlich
erheblichen Preisſteigerung, da in Argentinien ſtarke Regenfälle
nie=
dergegangen ſind und die ſüdweſtlichen Häuſer gute Kauftätigkeit
ent=
falteten.
Roggen: Auch am Roggenmarkte herrſchte anfänglich auf die
kleinere Nachfrage des Auslandes und beſſere private Ernteberichte eine
ſchwächere Stimmung, doch zogen die Preiſe ſpäter zum Teil ziemlich
erheblich an, da ſich die Zufuhren in mäßigem Rahmen hielten.
Hafer: Der Hafermarkt ſtand anfänglich unter dem Einfluß von
Berichten über beträchtliche Zunahme der Anbaufläche im Staate
Nebraska. Ferner verſtimmte die kleinere Nachfrage nach Locoware.
Hernach erfolgte im Einklang mit Mais eine teilweiſe Erholung.
Fettwaren: Am Fettwarenmarkte war Schmalz anfänglich ſchwächer
veranlagt, da das Locogeſchäft zurückgegangen iſt, doch erfolgte ſpäter
eine teilweiſe Erholung in Uebereinſtimmung mit der Preisgeſtaltung
an den Getreidemärkten.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 19. Mai=
Getreide. Weizen: Mai 147½4, Juli 149½, Sept. 150½;
Mais: Mai 104½, Juli 107½, Sept. 108; Hafer: Mai 64, Juli
55½, Sept. 47½; Roggen: Mai 134, Juli 131, Sept. 121½.
Schmalz: Mai 12/07½, Juli 12,17½, Sept. 12,50.
Fleiſch. Rippen: Mai 12,12½, Juli 12,15, Sept. 12,50: Speck,
loko 12,25; leichte Schweine 8,60—10,00, ſchwere Schweine 9,35
bis 9,90; Schweinezufuhren: Chicago 3000, im Weſten 30 000.
Baumwolle: Mai 20,92, Juli 20,76.
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1V 871
Seite 15
Es notierten wach Meldungen aus NewYork am 19. Mai:
Getreide. Weizen: Rotwinter 209½, Hartwinter 169¾;
Mais, neu ank. Ernte 117½; Mehl, ſpring wheat clears 7,00
bis 7,25: Fracht: nach England 1,6—2,3 Schilling, nach dem
Kontinent 8 bis 10 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,80; Talg, extra, loſe 8½.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Der Stadt Frankfurt a. M. iſt eine Auslandsanleihe in Höhe von
6½ Millionen Dollar genehmigt worden. Die Stadt wählte einen
6½prozentigen. Typ. Der Abſchluß wird mit Rollins u. Sons erfolgen,
die der Stadt einen Auszahlungskurs von 96½ Prozent offeriert
haben.
Mit Wirkung vom 19. Mai 1928 hat die Süddeutſche
Zinkblechhänd=
lervereinigung, Sitz Frankfurt a. M., die Preiſe um rd. 1½ Prozent
ermäßigt. Bekanntlich wurden am 8. Mai 1928 die Preiſe um rd. 1½
Prozent erhöht.
Der Entwicklung des Rohkupfermarktes entſprechend hat die
Ver=
kaufsſtelle des Kupferblechſyndikats den Grundpreis für
Kupferblech=
fabrikate mit Wirkung vom 19. Mai 1928 auf 194 Mk. für 100 Kg.
er=
höht. Die letzte Erhöhung des Grundpreiſes — 193 Mk. für 100 Kg. —
datiert bekanntlich vom 16. Mai 1928.
Wie wir von maßgebender Seite erfahren, wird die Gelſenkirchener
Bergwerks=A. G. für das am 31. März 1928 abgelaufene Geſchäftsjahr
vorausſichtlich wieder eine Diridende von 8 Prozent verteilen. Für
das Geſchäftsjahr vom 1. Oktober 1926 bis 31. März 1927 wurden
be=
kantlich 8 Prozent p. r. t. bzwv. effektiv 4 Prozent ausgeſchüttet.
Der Verein Hamburger Exporteure kann am 19. Mai ds. Js. auf
ein 25jähriges Beſtehen zurückblicken. Er wurde im Jahre 1903 in der
Periode der machtvollen Wirtſchaftsentwicklung Deutſchlands gegründet.
Der Generaldirektor der A. E.G., Felix Deutſch, der am Mittwoch
ſeinen 70. Geburtstag feierte, iſt geſtern an einem Schlaganfall
ge=
ſtorben.
Mit Wirkung ab 16. Mai dürften die Saarkohlenpreiſe für das
be=
ſetzte Gebiet eine Erhöhung um 3—8 Prozent erfahren.
Obwohl noch nicht alle Zeichnungsliſten auf den 5jährigen Vertrag
mit der Gründergruppe einer Zuckerfabrik, die 3000 Joch zum
ratio=
nellen Zuckerrübenbau als unerläßlich erklärt, eingegangen ſind, liegen
beim oberöſterreichiſchen Landeskulturrat doch ſchon bereits Zeichnungen
von etwa 1400 Joch vor. Der Anbau von Zuckerrüben in
Oberöſter=
reich hat während der letzten Kampagne einen ſtarken Aufſchwung
ge=
nommen.
Die däniſchen Staatsbahnen haben nach England einen Auftrag
auf Lieferung von 50 000 To. Kohle vergeben.
Mehrere ausländiſche Kunſtſeidefabriken verhandeln mit einer
unga=
riſchen Gruppe wegen Errichtung einer neuen ungariſchen
Kunſtſeide=
fabrik, die dazu beſtimmt ſein ſoll, den Export nach den Balkanſtaaten
zu betreiben.
Im erſten Vierteljahr 1928 betrug die Einfuhr nach Italien 5 087
Mill. Lire und die Ausfuhr 3 409 Mill. Lire. Es ergibt ſich ſomit ein
Ueberſchuß der Einfuhr über die Ausfuhr von 1 678 Mill. Lire.
Präſident Coolidge unterzeichnete eine Geſetzsvorlage, durch die die
amerikaniſchen Luftpoſtſätze um die Hälfte herabgeſetzt werden.
Zwangsverſteigerung.
Die nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit der
Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen
des 1. Friedrich Rußler, Gärtner, 2. Karl Rußler,
Kauf=
mann, 3. Eliſabeth Rußler, ohne Beruf, 4. Ernſt Rußler,
ohne Beruf, als Geſamtgut der ungeteilten
Erbengemein=
ſchaft im Grundbuch eingetragen waren, ſollen
Dienstag, den 3. Juli 1928, nachmittags 31, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer
Nr. 219, verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvoll=
ſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 3. April 1928 in das
Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteige=
rungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auffor=
derung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
fglaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
Ades geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Gläu=
Albigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten
Gegen=
ſtandes tritt.
Darmſtadt, den 16. April 1928.
(70194
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk VI, Band XX, Blatt 958.
Betrag der
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann am
Schätzung
1 13 62 Acker bei der
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mühle
860 2600 RM.
2 13 64 Acker daſelbſt
1981 6000 RM.
3 13 63 Acker daſelbſt
1363 4000 RM.
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Die Alte Sozialdemokratiſche Partei Deutſchlands (ASBD.) iſt diejenige Arbeitnehmerpartei,
die bereit iſi, Volk und Staat mit ganzer Hingabe zu dienen. Sie lehnt das verantwortungs,
loſe Opponieren gegen den Staat und ſeine Einrichtungen ab, und iſt ſich der Tatſache bewußt,
daß es Pflicht jedes deutſchen Volksgenoſſen iſt, ſich für den Staat und ſeine Bedürfniſſe
einzuſetzen. Die Vertreter der ASDD. haben bei ihrer Tätigkeit in der ſächſiſchen Regierung
bewieſen, daß ſie bereit und in der Tage ſind, für die Intereſſen des werktätigen Volkes
wirkungsvoll einzutreten. Die ASPO. kämpft gegen das internationale Kapital und gegen
den Druck der Fremdherrſchaft. Sie wird ſich nach wie vor für die „Befreiung des
deut=
ſchen Volkes aus dieſer Knechtſchaft mit aller Kraft einſetzen.
Jeder deutſche Wähler, der dieſen Kampf unterſtützen will,
wählt deshalb die Liſte
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Die Brautfahrt der Heringe.
Aus der Ciefe des Ozeaus zur Seſttafel.
Von Fritz Löwe.
Reikjavik auf Island.
Wem nach den allzu reichlichen Freuden der Feſttage
einen der Kater an den Haaren zieht, erinnert man ſich noch
zur rechten Seit als Netters des altbewährten Herings.
Was wiſſen wir eigentlich von ihm? Wie iſt ſein
Lebens=
lauf? Wie iſt es um ſein Liebesleben beſchaffen? Und
welchen Weg muß der Hering zurücklegen, bevor er aus den
Ciefen des Ozeans auf die Seſttafel gelangt. Eine lange
Reiſe ſteht ihm bevor, bis er als leckeres Mahl ſein irdiſches
Daſein beſchließt und noch im Code tapfer den Kampf mit
Affen und Katern aufnimmt.
Die beſten und fetteſten Heringe kommen bekanntlich
aus Osland. Von dieſen Ariſtokraten im Reiche der Heringe
ſoll hier die Nede ſein. Wie die Nürnberger keinen hängen,
ſie hätten ihn denn, ſo iſt der Fang des Herings und ein
gutes Siſchjahr die Vorbedingung für den Genuß dieſes
herzerfreuenden Vortiſches. In Nord=Island iſt der
Heringsfang die große Lebensfrage. Die Orte Siglufjord
und Akureyri ſind die Sentren der isländiſchen
Herings=
fiſcherei, die die größte und maßgebendſte der ganzen Welt iſt.
Unermeßlich reich ſind dieſe Fiſchgründe. Wenn im
Herbſt raſende Stürme Osland umtoſen, beginnt der große
Heringsfang.
Ueber wildzerklüftete Lavaformationen züngeln ſich
blau-
grüne Gletſcher. Schimmernde Gürtel majeſtätiſcher
Alpen=
ketten ſchlingen ſich um die einſame Felſeninſel. Serriſſene
Felſenkuppen tragen Halsketten von blitzenden
Schneekriſtal-
len. Wild ſchlägt die See gegen die ſilbernſchillernden
Bergesketten der Küſte. Aus ſchäumender Flut heben ſich
grotesk gezackte Felſen. Aus kriſtallweißen Feldern ſteigen
geheimnisvolle Nauchwolken, die Anweſenheit von Geyſirn
kündend. In ſchauerliche Schlünde hängen ſchwarze Wolken.
Wahrlich eine würdige Umgebung für das bevorſtehende
Hochzeitsfeſt der Heringe. Denn um ein ſolches handelt es
ſich bei dem großen Fiſchzuge. Wenn in den Herbſtmonaten
der Hering und die Heringin vom Liebestaumel ergriffen
werden, begeben ſie ſich auf die Hochzeitsreiſe. Aber nicht
ſo romantiſch wie die Menſchen veranlagt reiſen ſie einſam,
noch verbringen ſie ihre Flitterwochen in tiefſter
Surückge=
zogenheit. Milliarden und Abermilliarden von liebestollen
Heringen ſchließen ſich zuſammen, um die Hochzeitsreiſe
ge=
meinſam zu erleben.
Eine ſilberglänzende, zappelnde Maſſe wälzt ſich der
is=
ländiſchen Küſte z. Geheimnisvoll treibt ſie die
Liebes=
macht. Hinter ihnen her die Schar der Walfiſche, Haie,
Seehunde und der ganzen Korona der Naubfiſche. Alle dieſe
großen und kleinen Näuber haben ſich zuſammengefunden,
um ſich wieder einmal nach Herzensluſt am fetten
Herings=
fleiſch zu mäſten.
Oft genug aber wird der Jäger zum Gejagten. Vor
Freude über das harrende Feſtmahl ſpritzen ein paar. Wale
hohe Waſſerfontänen in die Luft. Der Matroſe im Ausguck
des fern auf den Wogen tanzenden Walfiſchfängers bemerkte
es. Ein ſchrilles Pfeifenſignal. Pfeilſchnell fliegt der
Dampfer heran. Schon haben ein paar Wale die Harpunen
im Leib. In Codesangſt ſauſen ſie davon. Aber ihre
Be=
wegungen werden ſchwächer und ſchwächer. Bald zeigt die
blutige Meeresfläche das Verenden der Wale an. Am
Vorderteil des Schiffes werden ſie zu beiden Seiten
be=
feſtigt. Ein eigenartiger Anblick, wenn die See das Schiff
in die Höhe wirft und die rieſigen Wale wie Spielzeug in
der Luft ſchweben.
Die ſilberne Schlange der Milliarden von Heringen walz!
ſich indeſſen immer näher der isländiſchen Küſte zu. Wie ein
Märchen wirkt dieſes Hochzeitsfeſt der Siſche im isländiſchen
Felſenlabyrinth, immitten der von blitzenden Schneefirnen
umſchloſſenen blauen Wogen. Um die Felſenzinnen jagen
gleich Sturmpögeln dunkle Wolken. Das flimmert auf den
Schneefeldern, das blitzt auf den Gletſchern. Brillanten und
Rubinen ſtreut die Sonne freigebig auf die wogende Flut.
Cauſende und Abertauſende von Möwen und anderen
gefräßigen Seevögeln flattern beim Nahen des
Herings=
zuges aus den zerriſſenen Klippen. Wie eine weiße Wolke
ſchweben ſie über der willkommenen Beute. Weithin tönt
ihr Gekreiſch und Flügelſchlagen. Immer wieder ſtoßen die
weißen Geſellen herab und können ſich nicht genug tun an
dem fetten Heringsſchmaus.
Die Orte an der Nordküſte Islands gleichen während
des Fanges aufgeſtöberten Bienenneſtern. Vom frühen
Morgen bis in die ſpäte Nacht ſind die engen Straßen von
einer geſchäftig hin= und herwogenden Aenge erfüllt.”
Siſcher, Seeleute, Lotſen, Arbeiter, Siſchaufkäufer, Händler
fluten durcheinander. Der Hering iſt in dieſer Seit das
einzige Cagesgeſpräch. Alles dreht ſich um ihn, alles
be=
ſchäftigt ſich mit ihm, direkt oder indirekt. Im Herbſt
re=
giert auf Nord=Island der Hering. Dann iſt er der König
im Reiche Chule. Ihm beugen ſich alle. Die Erklärung
hierfür liegt auf der Hand.
Wenn der Fang gut iſt, werden zu dieſer Seit im hohen
Norden ganz enorme Vermögen verdient. Während des
Krieges ergoß ſich ein Goldſtrom über das nördliche Osland.
Allerdings gibt es auch eine Kehrſeite, und ein Niſiko bleibt
der Sang ſtets. In den wenigen Wochen desſelben muß
nämlich der Lebensbedarf für das ganze Jahr verdient
wer=
den. Mißglückt der Fang, ſo herrſcht Heulen und Sähne= an der isländiſchen Küſte. Glückt er aber, dann iſt
die Freude doppelt, denn am Hering verdienen ſie alle.
Im Hafen der Lärm und Crubel der aus= und
einfahren=
den Schiffe, das Gewirr der Motorboote, Kutter, Sile
dampfer und hochmaſtigen Segler. Das Geld rollt in dieſer
Seit nur allzu leicht. Wer i ſchwerer Arbeit in ſtetem
Kampf und mit Lebensgefahr dem Meere ſeine Schätze
ab=
gewinnt, läßt gerne was ſpringen. Für die Geſchäfte iſt die
Fangzjeit eine Goldgrube. Sie haben ſich auch entſprechend
verbreitet. Alles, was ein Frauen= und Mädchenherz
er=
freuen kann, iſt m Ueberfluß vorhanden. Vergißt doch kei
heimkehrender Siſcher, ſeinen Lieben zu Hauſe Geſchenke
mitzunehmen.
Wenn die Fiſcherflotte ausfährt, jo herrſcht im
Städt=
chen frohe Feſtſtimmung. Dam ſteht die ganze Bevölkerung
am Strand und winkt den Männern, Brüdern, Söhnen an
Bord noch lange nach. Wie Naubvögel ſchießen die
Motor=
kutter aus dem Hafen, ſtürzen ſich in luſtiger Wettfahrt in
die blau aufſchäumende Giſcht.
Wem draußen die Nieſennetze emporgewunden werden,
entrollen ſich Bilder von phantaſtiſcher Schönheit. Aus den
geheimnisvollen Ciefen des Meeres kommt die zappelnde
Beute jählings an das Cageslicht. In ohnmächtigem Sorn
ſchnellen die überraſchten Weeresbewohner empor, peitſchen
mit den Schwänzen die Luft. Wie eine Phantaſie ergießt
ſich der ſilberleuchtende Siſchſtrom klatſchend und plätſchernd
in das Innere der Boote. Hoch bepäckt mit der zappelnden
Laſt kehren die Siſcherboote zum Hafen zurück. Dort harren
bereits tauſende von Frauen und Mädchen. Aus Naikjavik
und den anderen Orten ſind ſie hier zuſammengeſtromt.
Reichlicher Lohn harrt ihrer. Sie verdienen täglich 50
Kronen (45 Mark). Reinlich allerdings iſt die Arbeit nicht
und anſtrengend dazu. Von einem Achtſtundentag iſt hier
keine Nede. Wenige Stunden Nachtſchlaf müſſen genügen.
Su Bergen häufen ſich die Siſche am Ufer. In der
glitſch=
rigen Maſſe waten die Frauen umher. Mit ſcharfen Meſſern
reißen ſie dem Hering den Leib auf, nehmen ihn aus, ſalzen,
verpacken ihn kunſtfertig in Fäſſer. Conne auf Conne rollt
fort. Hunderte, tauſende, hunderttauſende. Und immer neue
Boote nahen. Immer wieder flutet die goldbringende Laſt
heran.
Das Leben auf den Fiſchkuttern iſt kein leichtes und
erfordert den ganzen Mann. Die Gewäſſer um Island
können oftmals recht tückiſch ſein. Su ſpaßen iſt mit ihnen
jedenfalls nicht. Mancher brave Seemann ließ draußen im
Kampf mit den wilden Elementen ſein Leben.
Mit furchtbarer Gewalt brechen plötzlich, gänzlich
un=
erwartet, Stürme herein. Wenn dieſe ſich zu Orkanen
ſtei=
gern, bilden ſie für die Siſcherflotte eine furchtbare Gefahr.
Der Sturm ſingt ſein ſchauriges Lied, jagt weißgraue
Wol=
ken um die glitzernden Schneefirnen, ballt ſie zu
phantaſti=
ſchen Gebilden. Schwarze Nacht ſenkt ſich auf die
zerriſſe=
nen Klippen. Nieſenwogen ſtürzen donnernd über die nach
allen Nichtungen auseinanderſtiebende Fiſcherflotte. In
ſchnellſter Fahrt ſtreben die Boote dem Hafen zu.
Ja, einen langen Weg muß der Hering zurücklegen von
der Stätte ſeines Liebestaumels bis zur Feſttafel. Was aber
kann man nicht alles mit dem leckeren Geſellen beginen.
Ueberall hat er den Ehrenplatz. In Hütten und Paläſten
iſt er anzutreffen. Bei jeder feſtlichen Veranſtaltung iſt er
zu Gaſte.
Auf weitem Ozeane ſucht ein Dampfer einſam den Weg
zur Heimat. Im Feuer der untergehenden Sonne tauchen
Sslands glitzernde Firnen und blauen Gletſcherfelder auf.
Scharf zeichnen ſich kohlſchwarze Lavafelder vom weißen
Schnee. Von den Bergesrieſen funkeln grüßend Eiskriſtalle.
Am Ufer ſtehen Frauen und Kinder. Der Verkauf war gut.
Goldene Laſt bringt der Dampfer zurück. Im Städtchen
herrſcht eitel Jubel und Freude.
Die Brautfahrt des Herings iſt zu Ende. Die
Braut=
fahrt des jungen Siſchers beginnt. Wenn der Abend naht,
fliegt das junge Volk zum Canz. Swiſchen erſtarrten
Lava=
feldern unter glitzernden Eisrieſen finden ſich junge
Men=
ſchenkinder. Und der Wind ſingt das uralte Liebeslied.
Entſcheidendes Erlebnis.
Von Wilhelm von Scholz,
dem Vorſitzenden der Dichter=Akademie.
Für meine Laufbahn entſcheidendes Frlebnis? — Wir werden
der entſcheidendſten Erlebniſſe ſehr oft erſt viel ſpäter gewahr
oft, wenn wir ſie faſt vergeſſen haben, oft gar nicht.
Wir wiſſen uns manchmal die erſte Begegnung mit Menſchen,
die für unſer Leben die größte, innerſte Bedeutung gewannen,
trotz alles Nachdenkens micht mehr zurückzurufen, weil ſie lange
neben uns hergegangen ſein mögen, ehe ein zündender Sunke
überſprang. Das Bewußwwerden wichtiger Erlebniſſe iſt
durch=
aus micht die Negel. Zumindeſt gibt es bedeutſame Ausnahmen
vvon ihr.
Gewiß iſt das entſcheidendſte Erlebnis in der Jugend jedes
Menſchen, der aufwärts und um Siele ringt, der über das ihm
nur Gegebene hmauslangt, der Augenblick, in dem er den
dauern=
den Antrieb erhält — ſei es durch Erzieher von außen, ſei es
aus ſich, aus ſeinem eigenen Inern.
Wer dieſen einen für alle Dauer einmaligen, ein ganzes Leben
führenden Antrieb nicht dunkel oder in einem entſprechenden
hellen Erlebnis empfing; oder nur durch immer neue Mahnungen
und Strafen erſt ſeiner Erzieher, ſpäter des Lebens, voranbewegt
wird, gewinnt keine Bahn, keinen Weg, keinen Aufſtieg. Das
Erlebnis des dauernden Antriebes iſt für die Laufbahn, die
Ent=
wicklung und die Leiſtung das Entſcheidende. Er trat mir in
einem eindrucksvollen frühen Augenblick, freilich faſt ungreifbar,
ins Bewußtſein. Ich will es zu ſchildern verſuchen.
Es muß am 3). März 1885 geweſen ſein, am Vorabend von
Bismarcks ſiebzigſtem Geburtstag. Ich war als Schüler bei
einem Freund, deſſen Eltern am Wilhelmsplatz wohnten, em=
Mmlagap
geladen, vom Balkon den großen Sackelzug anzuſehen, der dem
Reichskanzler gebracht wurde, und der von den Linden her durch
die Wilhelmſtraße mit Muſik, Rauch der Fackeln und Rauſchen
der Menſchenmenge heranwogte. Als die Feier mit Lärm, Luſt,
Ju ihren Höhepunkt erreicht hatte, und ich von dem mit
Er=
wachſenen und Kindern gedrängt erfüllten Balkon über die volle
Straße, den wimmelnden Platz mit den Fackelſternen hinſah, faßte
mich ein berauſchendes Gefühl des Nuhmes, den ich lebendig
wogend vor ſich ſah. Aus ſeinem Anblick ſtieg eine Sehnſucht,
ein erſtes, noch unerkennbares Wollen in mir auf, welches zu
rein und zu fließend war, als daß ich es Ehrgeiz nennen könnte,
und zugleich dieſe, mich Kind faſt erſchütternde Gewißheit und
Seligkeit einer in mir ſchon umſchloſſenen Leiſtung und einer
ge=
währenden Sukunft.
Wahrſcheinlich, ich glaube es heute, von dieſem gleichzeitig
äußeren und eben inneren Erlebnis, das plötzlich den
herandrän=
genden Bildern ganz aus der Ciefe eines Kinderherzens
ant=
wortet, erhielt ich die Beſtimmung meines Weges, Siel und
Swang, Freude und Kraft, das erhöhte Daſeinsgefühl, das mich
durchflutete, das aber keineswegs — ein Beweis ſeiner Echtheit
— in irgendwie ſchon beſtimmte, beſchränkte Nichtung wies; nicht
etwa auf Grund ſchlechter Jugendverſe des Elfjährigen entſtanden
ſein konnte, deſſen Ideal damals gewiß mehr Napoleon als
Goethe war: dies Daſeinsgefühl, das mich wie ein erſt halb
er=
klärtes, doch vielverheißendes Glückverſprechen, wie ein geahntes.
noch verborgenes Geſchenk beſeligte, iſt bis heute — wenn auch
durch Jahre und Jahrzehnte untergeſunken und vergeſſen — mein
Führer geweſen.
Iſt es Ehrgeiz? Es iſt ihm gewiß verwandt. Aber ich würde
mich auch des Ehrgeizes nicht ſchämen, zmal er mir längſt aus
perſönlichem zum ſachlichen Ehrgeiz geworden iſt, der nur die
Leiſtung will, nicht Perſon oder Namen.
Schickſal, Sufall.
Von Profeſſor Heinrich Sille,
dem berühmten Berliner „Milljöh”=Schilderer.
Ja — 1872 — da lernte ich Lithograph — und warum? Das
bißchen beſſere Seichnen, das mich vor den anderen Jungens
aus=
zeichnete, veranlaßte den Schullehrer, mir das
Lithographie=
gewerbe als Beruf nahezulegen. Er machte es mir klar: Bei
dieſer Arbeit ſitzt man, gut angezogen mit Kragen und Schlips,
man ſchwitzt nicht und bekommt keine ſchmutzigen Finger.
Nach=
mittags 4 Uhr geht man nach Hauſe, die Lehre dauert drei Jahre
und: — Du wirſt mit „Sie” angeredet! Fein — was?
Nun — das entſchied über mein Schickſal — ich lernte
Litho=
graphie — ich lernte Kunſt! Ging an Wochenabenden in die
Kunſtſchule zu Profeſſor Hoſemann, Sonntags in die
Fortbil=
dungsſchule und ins Freie, um mich an Landſchaften zu verſuchen.
Die Volksſchule war traurig geweſen, nach gedruckten Vorlagen
und ſchmutzigen Gipsabgüſſen wurde die Natur geſehen.
Nach dem Krieg 70/71 kam die Bauwut. Die vielen, vielen
Wände brauchten Bilder, es konnten gar nicht genug Herrſcher,
Generäle, Schlachten= und Heiligenbilder gedruckt werden. Ich
kam in viele Wohnungen, wo unſere Bilder hingen, nicht nur aus
Kunſtliebe der Käufer, ſondern auch um die Slecke der
zerquetſch=
ten Wanzen zu verdecken. Die dienten auch als „Wanzenfalle‟.
wurden von Seit zu Seit umgedreht und von den lieben
anhäng=
lichen Cierchen geſäubert. Ich ſehe noch immer — in einer
er=
bärmlichen kleinen Wohnung, wo 7 Menſchen hauſten — ſich das
Porträt des alten Kaiſer Wilhelm I. leiſe bewegen..." ſo diel
Wanzen krabbelten hinter dem Bilde. Da bewährte ſich das dem
alten Kaiſer angedichtete Wort: „Ich habe keine Seit, müde
zu ſein.”
Da regte ſich nun in mir der Wunſch, dieſes armſelige Leben
zu zeichnen — Geſehenes aus der Erinnerung wiederzugeben.
Ich dachte an die Kinderzeit, an häßliche und heitere Erlebniſſe,
verſuchte dieſe aufs Papier zu bringen, mit Ernſt und Humor zu
verſehen. Wie anders als das Abzeichnen von Vorlagen und
Photographien für den Steindruck. Keine Stunde ließ ich un=
benutzt, beobachtete und ſtrichelte drauf los und konnte, trotzde
ich im graphiſchen Gewerbe mein Brot verdienen mußte, mancbe
Beitrag für Seitſchriften mit Erfolg los werden — auch in Aus
ſtellungen meine Seichnungen zeigen.
Als ich als Fünfzigjähriger mich ganz von meiner Seichner
ernähren mußte, das graphiſche Gewerbe verlaſſen hatte, meme
Lieblingswunſch, „Die Vergeſſenen” zu beſchreiben und zu zeich
nen, ausführen konnte, da wurde ſo ſachte der Armeleutemale
fertig, und ich kam wirklich zu meinem Schickſal.
LeLe.
Jetzt aber weiß ich: wenn einem die Parzen kein großes Le
in die Wiege gelegt haben, kann man ſich beim beſten Willen nie
mals auf Seidenkiſſen ausruhen — es wäre wohl auch gegen
„Mein Millio‟
Gequält hab’ ich mich genug, etwas zu erreichen-
— und das iſt mein Schickſal!
Mein wichtigſtes Erlebnis.
Von Walter von Molo, dem bekannten Nomanſchriftſtelle
Mitglied der Dichter=Akademie.
Sumeiſt wird ſich der Menſch erſt zurückblickend über di
wichtigſten Ereigniſſe ſeines Lebens klar. Daher ſind die ent
ſcheidendſten Erlebniſſe des Menſchen faſt immer weit zurück
liegend, was nicht ausſchließt, daß ein entſcheidendes Ereigni
oder Erlebnis näher iſt, oder daß der Menſch mitten darinnen iſ
ohne das zu erkennen. Soweit ich von mir ſelber ſprerhen kanr
glaube ich ein Menſch zu ſein, dem es gegeben iſt, oft, in einer
Erlebnis ſtehend, ſofort zu fühlen, daß dieſes Erlebnis für mei
ganzes Leben entſcheidend wird oder iſt. Perſönliche private Er
lebniſſe, deduziert der Durchſchnittsmenſch, gehen den anderel
nicht an. Das Publikum deduziert aus gewiſſer Senſationsgier
wir haben ein Anrerht, dieſe Erlebniſſe kennen zu lernen.
Das für meine Lebenslaufbahn bisher entſcheidendſte
Erlebni=
war der plötzliche Suſammenbruch meiner Ehe, nach langen, und
wie ich auch heute noch meine, ſehr glücklichen Jahren; das
Er=
kennen eines Abgrundes, über dem ich immer geſchwebt hatte
Swirnsfaden, Ameiſenhaufen
und s Hannesche.
Von Walter Schweter.
Was doch noch alles geſchieht in einer Seit, wo man
glaubt, ſich bald in einer Nakete auf den Mond ſchießen zu
laſſen und ſein Heil im unſinnigſten Umherraſen finden zu können
und nicht mehr glauben will, daß man ſich mit einem ſchönen
Spruch und vernünftigem Cun einen Höcker vom Hals und eine
Krankheit aus dem Leib ſchaffen könne!
Komme ich da vor ein paar Cagen wieder einmal in meine
Waldheimat und in ein mir von den Kindheitstagen her
ver=
traues altes Bauernhaus. Bei meiner innigen Hingabe an die
mir in ſehr willkommener Weiſe aufgezwungene Frühſtückswurſt
vom letzten Schlachtfeſt werde ich auf einmal unvermittelt gefragt,
was ich vom „Beſprechen” halte.
„Gar nichts!” war meine Antwort noch im Kauen.
„Aber, s hat geholfen!”
„S wär ohnedies wieder gut geworden!”
Das ſei nicht wahr, und ich ſolle nur einmal zuhören, wie
es ihnen gegangen ſei.
„Siehſt du da auf meiner Hand noch Warzen, oder da bei
der Anna?” — „Swanzig Stück hab ich gehabt und die Anna
fünfzehn, und alle ſind fort, fort, wie weggeblaſen. Jedes hat in
Swirnsfaden genommen, ſoviel Knoten hineingeknüpft, wie
War=
zen da waren, und ihn unter der Dachtraufe begraben. Am
an=
dern Cag ſind die Warzen entweder ganz fort oder nur noch
ganz ſchwach zu ſehen geweſen. Und jetzt ſind alle verſchwunden.
Und dann, wie war’s bei der Gelbſucht, die unſer Gretchen
gehabt hat? Der Doktor hat ſich ſchon gar net mehr zu helfen
gewußt. Da hab ich die Frau Wimersfeld gefragt, was da zu
tun ſei. Und ſie hat geſagt:
„Ihr müßt das Waſſer von dem kranken Mädchen in einen
funkelnagelneuen Copf ſchütten, ein Ei dazutun und dann das
alles auf dem Herd ſolange kochen, bis das ganze Waſſer fort iſt.
(Dann muß das, was noch übriggeblieben iſt, über der Grenz im
nächſten Ameiſenhaufen vergraben und der Copf hinterrücks fort=
geworfen werden. Und bei allem darf kein Sterbenswörtcher
geſprochen werden.”
Ja, und das hab’ ich dann auch alles ganz ſchön gemacht, und
es war alles gut, bis ich an dem Ameiſenhaufen war, den ich
mir über der Grenz von unſerm Grundſtück im Wald ſchon
ge=
ſucht gehabt hab‟. Grad will ich den leeren Copf fortſchmeißen,
und ich ſteh’ da, als wär’ er mein Hut und ich hätt’ eben grad
Hurra gebrüllt, wer ſteht vor mir? Der Förſter und ſagt nix wie:
„Na?‟
Ja, was wollt’ ich da machen? Hätt’ ich’s Maul net
auf=
gemacht, dann hätt er gedacht, ich wär übergeſchnappt. Und da
hab’ ich halt geſagt, ich hätt’ nur mal gucken wollen, ob’s ſchon
Ameiſeneier gäb, und da wär’n mir die Bieſter in den Copf
ge=
krochen und ich hätt ſie eben wieder rausgeſchüttelt.
Da iſt er wieder abgeſchoben, und ich bin ärgerlich wieder
heimgelaufen. Mein Gretchen war immer kränker geworden,
und ich hab’ ſchon gedacht, es hätt’ net ſein ſollen und das Kind
wär” verloren. Ich hab’s aber doch nochmal probiert. Und am
zweiten Cag, da hatt’s geklappt. Es kam mir keiner in den Weg,
und als ich heimgekommen bin, da hat mein krank” Mädchen im
Bett geſeſſen und war lang net mehr ſo gelb und ’s hat gelacht
und gerufen, es wollt wieder aufſteh’n. Ich hab’s aber noch ein
paar Cag dringelaſſen, und am Sonntag drauf war’s ganz in der
Reih, und der Doktor hat net gewußt, was er ſagen ſollt.
Ja, gelt, jetzt weißt du auch net, was du ſagen ſollſt?”
„Ja, das wußt’ ich auch wirklich nicht und hab' nur noch
ein=
mal wiederholt, daß es ſicher auch ohnedies wieder gut geworden
wäre.
„Und wie’s dem Pfarrer daheim gangen iſt, das weißt du
auch net?”
Suck, der hat ſo’n argen Sorn gehabt auf all die
Aber=
gläubigen und beſonders auf das Hännesche, das ſo’n alter
Nik=
nutz und Umtreiber geweſen iſt, der aber arg gut hat
Krank=
heiten beſprechen können. Von dem ſeinem Kram wollk” der Herr
Pfarrer erſt recht nix hören und hat jedesmal wenigſtens mit
dem Singer gedroht, wenn das Hännesche an ihm
vorbei=
getrottelt iſt.
Auf einmal kriegt der Pfarrer in ganz bös Geſchwür in
den Hals, und kein Doktor hat ihm davonhelfen können. Da
begegnet ihm wieder mal das Hännesche und hat geſagt:
„Herr Pfarrer, ich wüßt n Mittelchen!”
Aber der hat natürlich von dem Hokuspokus, wie er den
Hännesche ſein Beſprechen genannt hat, auch jetzt noch nix wiſſer
wollen und iſt ärgerlich weitergegangen.
Paar Cag ſpäter trifft er wieder das Hännesche. Und als
das ſo ſchepp nach ihm hinſpekuliert, als wenn’s fragen häfk
wollen:
„Na, Herr Pfarrer, immer noch net?”
— da hat der arg geplagte Pfarrer gerufen:
„Hännesche, was habt Ihr eigentlich gemeint vor paar 2ag
mit Eurem Mittelchen?”
„No ja, Ihr wißt doch, Herr Pfarrer! — Soll ich?”
Da hat der Herr Pfarrer das Hännesche ruhig an ſeinen
dicken Hals gelaſſen, und als das ſeinen Spruch herſagt:
„s Hännesche, s Hännesche hat Gold unterm Hot.
Stirbt der Parrer, dann iſt er dot.
Bleibt er aber am Leben,
Dann wird’s auch Brot fürn geben!”
und dabei mit ſeinen knochigen Fingern ihm ganz ſanft die Gurge
außen hinab und hinauf ſtreicht, da muß der Herr Pfarrer )4
fürchterlich lachen, daß das eklige Geſchwür im Hals aufplaß!
und er wieder Luft hat. — Ja, und in paar Cag war der Hal”
ganz gut.”
Ja, da konnt ich halt auch nix weiter mehr ſagen. Und
weil’s Seit zum Mittageſſen geworden war, und’s Gretchen, 902
die Gelbſucht gehabt hat, jetzt aber ausſieht, wie der allerſchonſe
und geſündeſte rheiniſche Kirmesapfel, ſchon am Supprausſchopfen
war, da hab’ ich auch gar nix mehr ſagen wollen.
Der rote Wagen.
Von Volkmar Oro.
Der verheißungsvolle Morgen eines ſtrahlenden Maitage”
des Jahres 1919 entſchied das Leben des Buchhalters Srie
Wernigk.
Als er auf dem Wege zum Kontor an dem Hotel „Exke‟
ſior” vorbei kam, ſtieg eine bildhübſche junge Dame in einet
knallroten Mercedes. Ihr herbes Parfüm ſtrich an ihm vordr”
— die bunten Hotelmarken der Koffer leuchteten, er las Eik!
Marke: Grand Hotel Miramare, Caorming
ohne davon m wiſſen, ohne in dieſen hineingeſtürzt zu ſein — weil
ich glaubte, es ſei kein Abgrund zwiſchen mir und meinem
Näch=
ſten. Entſcheidend für meine Lebenslaufbahn war und iſt dieſes
Ereignis inſofern, als bei mir das perſönliche Erleben als Menſch
für mein Schaffen mehr als bei anderen entſcheidend iſt. Daher
ſteht in mir und meinem Werk jetzt zur Diskuſſion, ob die heutige
Frau überhaupt fähig iſt, Geiſt und Natürlichkeit an ihrer Seite
zu ertragen, ohne verhängnisvoll überſpannt und intellektuell oder
gar gemein zu werden. Ob Strindeergs Anſchauungen abſolut zu
faſſen ſind, oder ob die Frau doch noch Pflichterfüllung gegen den
Geiſt kennt und des großen Geheimniſſes allen Glückes bewußt
iſt, ſich ganz für den Nächſten aufzugeben, um ſich dadurch ganz zu
finden und zu erfüllen. Banal geſagt, ich bin, diesmal perſönlich,
wieder einmal zur Entſcheidung gedrängt, die ewige Frage zu
be=
antworten, ob der Künſtſer „bürgerlich glücklich” ſein kann oder
nicht, ob er tatſächlich nur zu einem Glück in ſeinem Schaffen
verdammt und geſegnet iſt, ob der Geiſt tatſächlich in allen Fällen
zur Selbſtentleibung ſeines Hervorbringers führen muß, wie es
zurzeit meine Anſchauung geworden iſt, wie ſie ſchon früher mich
ahnungsvoll in meinem „Schillerroman” erfüllte oder — ob in
dieſen Dingen, von denen man ſonſt nicht ſpricht, die aber doch
wahrhäft entſcheidende Dinge ſind, auch alles relativ iſt, welche
Frageſtellung und welches Sweifeln wahrſcheinlich nur eine feige
Ausrede iſt.
Kleine Urſachen, große Wirkungen.
Von Dr. Graf von Arco,
dem berühmten Erfinder und Nadio=Ingenieur.
Ich ſoll von Erlebniſſen erzählen, die von entſcheidender
Be=
deutung für meine Lebenslaufbahn geworden ſind?
Hier ſind einige!
In meiner Schulzeit, die ich auf einem Breslauer Gymnaſium
verbrachte, litt ich an nervöſen Magenverſtimmungen. Meine
Eltern, welche auf einem Gut in Oberſchleſien lebten, wollten, daß
ich vor Eintritt der Ferien mich bei einem in einer Nachbarſtadt
wohnenden Arzt, von deſſen Können ſie viel hielten, unterſuchen
laſſen ſollte. Als ich dort eintraf, war ſeine Sprechſtunde ſtark
beſucht, und ich mußte ungefähr eine halbe Stunde im Warte=
Während der Wagen wie ein roter Fleck in dem Grau der
Straße verſchwand, ſah Wernigk plötzlich den tiefblauen Himmel
ohne Freude. Er dachte an Lina, die bei Gebrüder Pfeiffer
täglich acht Stunden auf der Schreibmaſchine klopfte. Sie
woll=
ten heiraten, aber ſein kleines Gehalt reichte nicht.
Er ging ſchneller, um den Aufruhr los zu werden, den der
Wagen und die bunten Hotelmarken, die Ahnung des großen,
orgloſen Lebens jäh entfacht hatte. Im Kontor ließ ihn der
Lhef rufen, war höflich, zuckte die Achſeln: Kein Abſatz, zuviel
Perſonal. Er war mit dem 1. Juni entlaſſen.
Am Abend wartete er von 6 bis 7 Uhr vergebens auf Lina.
Jand daheim einen acht Seiten langen, tränenfeuchten Brief, in
dem ſie verzweifelt ihre Liebe beteuerte, aber mitteilte, daß ſie
dem Drängen ihres Vaters nachgebe und ſich mit dem
Möbel=
händler Möbius verloben werde.
Die Nacht hindurch ſaß Wernigk in ſeinem keleinen
Hof=
zimmer wach. Es war eine laue Frühlingsnacht, noch
ver=
heißungsvoller und ſehnſüchtiger als der Morgen. Er ſah die
verweinten Augen Linas, den Chef, der die Achſel zuckte, den
roten Mercedes: Nichts war mehr zu verlieren, das neue Leben
nur möglich unter der Peitſche ungeheurer Anſpannung, die das
alte vergeſſen ließ:
Der rote Wagen ſtand deutlich vor ſeinen Augen.
Am Morgen hob er ſeine kleinen Erſparniſſe bei der Bank
ab, verkaufte in den nächſten Cagen ſein Fahrrad,
Briefmarken=
album, einen Sack Bücher, packte, was an Erinnerungen und
Kram übrig blieb, in einen Koffer, ganz oben die Bilder ſeiner
Eltern und ein Paket Briefe aus der vierjährigen Bekanntſchaft
mit Lina. Ueberflog einen Brief, der den Feldpoſtſtempel 1914
trug, er ſtand damals vor Verdun. Sie ſchrieb, daß ſie ſich ein
Leben ohne ihn nicht denken könne und ihm folgen würde, wenn
Dm etwas paſſiere. — Er las den Brief noch einmal, legte ihn
zu den anderen, ſchloß den Koffer und ſchleppte ihn mit dem
Sohn ſeiner Quartierfrau auf die Bodenkammer
An einem lauen, verheißungsvollen Maimorgen des Sähres
1927 hielt ein beſtaubter Wagen vor dem Hotel Excelſior.
Dernigk ließ den Chauffeur warten und ſchritt die Straße
wei=
ter, hob den Kopf nach den Aufſchriften, blieb vor dem Laden
des Möbelhändlers Möbius ſtehen. Ein hagerer, graugdar ge
Mann lehnte drinnen über dem Schreibpult, ſeine Srau pre.
mit einem Kunden. Wernigk ſtand fünf Minuten vor dem Schau=
zimmer zubringen. Indem ich eines der auf dem Eiſch
herumf=
jegenden Bücher in die Hand nahm, war ich zufällig auf das
be=
rühmte Büchnerſche „Kraft und Stoff” gekommen, welches ich)
ſofort anfing mit Leidenſchaft z verſchlingen. Von dieſem
Mo=
ment ab war meine Weltanſchauung in den weſentlichſten Zügen
umgeſtaltet!
Als junger Offizier war ich faſt allabendlich in Sivil zu
irgendwelchen Vergnügungen in Berlin und häufig mit emem
gleichalterigen befreundeten Offizier des gleichen Cruppenteils
zu=
ſammen. Es war ein kalter Winterabend, als wir gemeinſam
gegen ½12 Uhr in das Café Joſty am Potsdamer Platz in
fröh=
licher Geſellſchaft einkehrten. Ich fuhr mit dem Vorortzuge um
12 Uhr 30 nach Lichterfelde. Am nächſten Morgen teilte mir der
Kommandeur ſehr ſachlich mit, daß mein Freund ſich gegen 2 Uhr
erſchoſſen habe und ich ſofort in die Wohnung bis zum Eintreffen
der Gerichtskommiſſion bei ſeiner Leiche die Wache zu
über=
nehmen hätte. Fünf Cage ſpäter reichte ich mein Abſchiedsgeſuch
ein und begann meine Ingenieurlaufbahn.
Cheaterzettel=Anekdeten.
In Berlin ſtand einſt im Leſſingtheater die hundertſte
Auf=
führung des Schwanks „Im weißen Nößl” bevor. Oskar
Blumenthal, der glückliche Mitverfaſſer und Direktor, wollte den
Darſtellern einige Aufmerkſamkeiten erweiſen, Eine beſonders
eindrucksvolle hat er einem Mitgliede zugedacht, der ſeine kleine
Nolle ſeit dem erſten Cage brav geſpielt hatte. Auf dem Settel
hieß es nun ſchon 99mal:
Ein Kellner . . . Herr S.
Auf dem Programm der Jubiläumsaufführung aber konnte
der Darſteller ſtolzgeſchwellt leſen:
Ein Oberkellner . Herr S.
Daß der Ceufel eine Großmutter habe, iſt bekamt, daß er
aber auch eine Schweſter beſitze, dies kundzumachen war dem
Linzer Cheaterzettel vom 21. Februar 1881 vorbehalten. Auf
ihm ſteht gedruckt:
.. Herr Searia.
Mephiſtopheles ..
Margarethe, ſeine Schweſter . Frl. Czerwinſka.
Valentin, der Bruder, muß eine beſondere Freude über die neue
Verwandtſchaft gehabt haben.
Ke
K
fenſter, muſterte zum Schein die Küchenmöbel und Ehebetten und
ſtarrte nach der Frau:
Sie war in den acht Jahren vorzeitig gealtert, nur ihre
ſchmalen Hände und der traurige Sug um den Mund erinnerten
ihn an Lina.
Als ſie den Kunden zur Cür begleitete, ging er weiter. Sein
Gang war plötzlich müde und ſeine Hand zitterte, während er
ſich über die Stirne ſtrich. Durch eine rußige Seitengaſſe des
Noßmarktes, dann zwei Creppen horh. Ein junger Mann öffnete.
Der Chef war tot, ſein Bruder verreiſt. In dem engen Naume
brannte eine grünlich-weiße Gasflamme, die Bücher lagen noch
auf dem gleichen Pult, an der Wand hing noch immer der
ver=
gilbte Druck der Schlacht von Sedan. Er ſtieg langſam durch
das muffige Dunkel der Creppe hinab, bog in winklige Gaſſen
ein, deren Häßlichkeit wie Crotz gegen den ſtrahlenden
Mor=
gen ſtand.
Kloſtergaſſe 19. — Der Metzger zerhieb wie vor acht Jahren
unter Geſchrei die Knochen, der lichtloſe Hof war voll von Kiſten
und Margarinefäſſern, im Hintertrakt plärrte eine grelle
Stimme einen alten Gaſſenhauer. Er ſchellte in der dritten Etage.
Ein Brodem ſchlechter Gerüche kam aus der Küche. Ein
ält=
liches Mädchen öffnete. Sie wiſchte ſich die Hände an der
Schürze und rief:
„Ach, Herr Wernigk — ſind Sie’s denn auch?”
Dann ſaß er mit ihr in ſeinem kleinen Simmer, ſah
gegen=
über die Seuermauer wie ein ſchwarzes Ungeheuer den Himmel
verſperren, ließ zwei Männer holen, die ſeinen Koffer vom
Boden ſckleppten. Als er allein war, ſchloß er auf und las den
Brief, der ganz oben lag. Er trug das Datum des 19. Mai 1919.
Er ſaß, den Brief in der Hand, hörte vom Hof herauf den
Lärm der Arbeiter, das Geſchrei des Metzgers — aber alles
war fern und weſenlos, nah nur jener Morgen, der rote Wagen
vor dem Hotel Excelſior, das Achſelzucken des Chefs, der Brief
Linas. Und während er das verrußte Stück Papier in der Hand
hielt, rollte ſein Leben der letzten Jahre wie ein bunter Film ab:
Elende Hungerwochen in Hamburg, dann als Heizer auf einem
Ondiendampfer. Im Roten Meer brach er vor Hitze zuſammen.
ſprach irr, ſtand in der nächſten Nacht wieder in den Kohlen, biß
die Sähne zuſammen, ſah nicht die Glut, ſchweißige Leiber,
ge=
hetzte, ſchwarze Geſichter — ſah nur den roten Wagen. Sah ihn
beim Schleppen von Neisſäcken in Bombag, im „Mont Lavinia
Das Buch.
Von Herbert Schildknecht.
Vor acht Monaten etwa hatte mir mein lieber Freund
Eduard Apfelſtengel den allerneueſten Noman, den jeder geleſen
haben muß, geliehen. Den Noman mit dem urwüchſigen Citel;
Der gelbe Schrei” Ich hatte Eduard, wie es üblich iſt,
ver=
ſprochen, ihm das Buch bis zum übernächſten Cage zurückzugeben,
und wie ich mich keme, hätte Eduard auch beſtimmt innerhalb
vier bis acht Wochen ſeinen Noman wiederbekommen, und es
wäre eie glatte, einwandfreie, durch keinen Makel getrübte
Sache geweſen. Aber wozu hat man eine Braut?
Olli, meine Braut, überredete mich, ihr den „Gelben Schrei”
zu leihen. „Natürlich nur bis übermorgen”, ſagte Olli. Was
ſollte ich machen? Aber ſchließlich war Eduard ein ſeelenguter
Menſch, der mir das Weiterleihen nicht übelnehmen würde.
So ſtanden die Sachen vor acht Monaten, und niemand kann
wiſſen, wie lange ſie noch ſo ſtehen geblieben wären, wenn nicht
Eduard mich vor einiger Seit an das Buch gemahnt hätte. Er
wolle es wieder haben, um dei einer Abendunterhaltung darau,
vorzuleſen.
Donnerſchreck! Ich hatte Eduards Buch vollkommen
ver=
geſſen.
„Lieber Freund!” ſagte ich nach gebührender Entſchuldigung.
„Habe noch einen einzigen Cag Geduld! Morgen früh werde ich
dir das Buch in die Wohnung bringen. Du weißt: Ein Mann,
ein Wort.”
O, hätte ich doch nicht ſo leichtſinnig ein Verſprechen ges
geben!
Als ich am Abend von Olli den „Gelben Schrei” forderte,
ſtellte ſich heraus, daß Olli keinen „Gelben Schrei” mehr hatte.
Olli brauchte ſogar eine geraume Seit, um ſich überzeugen zu
laſſen, daß ich ihr vor Monaten eimmal em ſolches Buch
ge=
liehen hatte.
„Ach, das meinſt du?” ſagte Olli. „Ja, das habe ich natürlich
nicht mehr.”
„Natürlich iſt gut”, demerkte ich, leicht gereizt. „Wo iſt es
dem natürlich geblieben?”
„Das habe ich natürlich längſt verliehen.”
„Natürlich längſt verliehen?” wiederholte ich, vor
Verblüf=
fung eine Oelſardine in meinen Cee fallen laſſend. Das iſt aber,
doch ein ſtarkes Stück! Kann man mit geliehenen Büchern nichts
anderes anfangen als ſie weiter zu verleihen? Unbedingt muß ich
das Buch morgen früh zurückliefern. Mein Freund braucht es.”
Ein meſſerſcharfer Blick durchbohrte mich. „Soooo?” ſagte
Olli. „Dein Freund muß es wieder haben? Natürlich, dein
Freund. Dam iſt es ja gut! Wenn dir alſo dein Freund mehr.
wert iſt als meine Liebe.
Und dann warf ſich Olli aufs Sofa, weinte und ſprach kein
Wort bis ihre Mutter kam. Dann ging es zu zweien über meine
graue Seele her. Ich hatte nur einen Gedanken. Das Buch,
Olli wollte nichts ſagen. Olli fand es emfach empörend, von ihr
nach ſo langer Seit noch Auskunft zu fordern, wem ſie das Buch
geliehen hätte. Schiießlich aber konnte ſich die Mutter beſinnen,
daß eine Frau Mehlrogge ſich ſeinerzeit das Buch mitgenommen
hatte. (Natürlich hatte ſie es bis übermorgen wiederbringen
wollen.) Ich ließ mir die Wohnung der Frau Mehlrogge nennen,
und dann hielt mich nichts mehr im Haus.
Es erübrigt ſich vielleicht, zu bemerken, daß Frau Mehlrogge
am andern Ende der Stadt wohnte. Frau Mehlrogge konnte ſich
auch nur noch ſchwach an den „Gelben Schrei” erinern, meinte
aber, daß ihr Sohn das Buch haben müſſe. Herr Mehlrogge jun.
war — natürlich — leider gerade nicht anweſend. Frau Mehl=,
rogge war indeſſen ſo freundlich, mich bis zur Nückkehr ihres
Sohnes zu einer Caſſe Cee eizuladen. Um neun Uhr kam der
junge Herr.
Aber — o Ceufels Cücke — auch Herr Mehlrogge jun. hatte
das Buch nicht mehr. Ich will nichts über Herrn Mehlrogge
ſagen. Er wußte mir wenigſtens ſofort anzgeben, daß ſein
Freund Neumann ſich damals — natürlich wieder nur bis
über=
morgen — das Buch von ihm geliehen hatte. Wenn ich einige
Cage warten wolle ...
„Nein!” ſagte ich, denn meine Ehre ſtand auf dem Spiel.
„Was man von der Minute ausgeſchlagen, bringt keine Ewigkeit
zurück.”
Ob Herrn Mehlrogge meine kategoriſche Erklärung eine
ſchüchterte oder ob er es Schiller zuliebe tat, mit deſſen Federn
Hotel” in Colombo als Geſchirrputzer, in Singapore als
be=
treßter Portier eines Chineſen=Kinos, ſah ih, als er ein halbes
Jahr auf einem Küſtendampfer zwiſchen Bangkok und Singapore
Schweine in ihren Käfigen tränkte und fütterte und mit den
malaiſchen Wärtern, voll Ungeziefer und Schmutz, auf faulem
Reisſtroh unter Deck ſchlief. Nur das Gedächtnis an jenen
Morgen bäumte ſich noch gegen die dumpfe Verzweiflung und
hielt ihn ab, ſich aufzugeben.
Da kam in Penang der Aufſtieg. Auf einer Gummipflanzung
lernte er, beobachtete, wie Preis und Nachfrage täglich ſtiegen,
borgte etwas Geld, ging mit einigen Pflanzern in das Innere,
kaufte billig und arbeitete täglich zwölf Stunden, während die
Malaien nach ſechs Stunden ſchlaff waren. Unerhörte Nachfrage
trieb zu waghalſigen Spekulationen — ſie glückten, der Wert der
Pflanzungen vervielfachte ſich, New Yorker und Londoner
Kabelnotizen waren fünf Jahre lang einziges Ereignis des
Lebens. In einer Gewitternacht machte er Bilanz, während
un=
geheure Lichtfluten über die Wildnis zuckten:
Der rote Wagen war eine Bagatelle geworden, das Siel
erreicht!
Er verkaufte ſeine Pflanzungen, Anteile und Gummivorräte
— die Schecks lauteten auf Summen, bei denen er ſelbſt
er=
ſtaunte ..
Ueber die Feuermauer fiel ein dünner Streifen Sonne.
Wer=
nigk ſtand auf, nahm den Brief und ein Bild ſeiner Eltern,
ſperrte ab, ließ den Koffer wieder auf den Boden ſchleppen. Gab
der Cochter ſeiner Wirtin eine Banknote, die ſie in Aufregung
verſetzte. Sing langſam, wie im Caumel, durch die Straßen zu
ſeinem Wagen und erſchrak, als der Chauffeur die Kappe hob
und auf das Siel wartete:
Es gab kein Siel mehr — nur bunte Weite, Luxus, das
große Leben — alles klein gegen die ungeheure Spannung, die
den Kreis von acht Jahren, beginnend und endend vor dem Hotel
Excelſior, geſchloſſen hatte!
Der Chauffeur hielt noch die Kappe hoch, Wernigk beſann
ſich. Nahm die Karte, nannte mechaniſch die Noute. Den erſten
Cag bis Bozen. Den zweiten bis Florenz. Dann Nom, Neapel.
Eine bunte Hotelmarke ſtand vor ſeinen Augen, das Letzte,
Un=
erfüllte jenes Morgens: Grand=Hotel Miramara=
Caormina.
ich mich geſchmückt hatte, genug, er bot mir an, mit ihm ſeinen
Freund Neumann aufzuſuchen, der — natürlich — wieder am
andern Ende der Stadt wohnte.
Die kommende Nacht verbrachte ich im Hausflur des Herrn
Neumann, um ſeine Nückkehr mit dem Berliner Frühzug
abzu=
warten. Ich ſchlief dabei ein. Aber Herr Neumann war lo
freundlich, mich bei ſeiner Ankunft durch einen wiewohl
ener=
giſchen ſo doch höflichen Sußtritt an der Schwelle ſeiner
Be=
hauſung zu wecken. Ich rieb mir den Schlaf aus den Augen und
klärte Herrn Neumann über mein Vorhandenſein auf. Leider
hatte Herr Neumann das Buch nicht mehr. Aber er ließ ſofort
einen guten Kaffee brauen, mit dem ich meine erfrorenen Glieder
wieder aufwärmte. Und dann erfuhr ich, daß Herr Neumann eine
Cante i Leipzig hatte, die bei ihrem letzten Beſuch das Buch,
Eduards Buch, mit — nach Leipzig genommen hatte.
Sollte ich raſen? Nach Leipzig! Aber es nützte nichts. Eduard
mußte ſein Buch wiederhaben. Das war ich meiner Ehre ſchuldig.
Am andern Morgen war ich in Leipzig. War das eine Cantel
Aber die Cante. Von der Cante wurde ich zu einem Neffen
geſchickt, vom Neffen zu einem Freund. Dann kam zur
Ab=
wechelung wiedr eine Braut, dann eine Großmutter. Und ſo
ging es weiter. Aus Leipzig wurde ich plötzlich nach Berlin
ver=
ſchlagen, dann nach Breslau. Ich verkehrte in allen Kreiſſen, war
fünfmal drauf und dran, mich nochmals zu verloben, wurde
drei=
mal wegen Beleidigung und einmal wegen Hausfriedensbruch
belangt. Von Breslau verſchlug mich das Geſchick nach Dresden.
Eduards Abendunterhaltung mußte nach meiner Schätzung längt
ſtattgefunden haben. Nichtsdeſtoweniger verfolgte ich die Spur
ſeines Buches weiter.
Am fünfzehnten Cage meiner Entdeckungsreiſe war ich in
Königsberg, und hier fand ich beim 57. Entleiher — nein, nicht
das Buch!. Das wäre des Erfolges zuviel geweſen — ich fand
den Deckel des Buches. Den Deckel des „Gelben Schreis”. Er
hatte ſich zu ſeinem Nachteil verändert und ſchwankte in der
Farbe wiſchen ſchwarz und grau. Der Schuhmachermeiſter, der
dieſen Deckel m Beſitz hatte und als Ablegemappe für bezahlte
Rochmungen bemutzte, namte mich einen Grobian. Er hätte das
Buch ſo zerriſſen bekommen und weitergeliehen. Und was ich mir
ſiderhaupt einbilde und was ihn anderer Leute Bücher angingen.
Ich nahm den Deckel an mich wie ein Heiligtum. Meine
Hoff=
nung, mummehr bald weitere mehr oder minder große
Bruch=
ſtücke des Buches zu entdecken, aber erfüllte ſich nicht. Mein
Weg führte mich weiter nach Pillkallen, wo ich mich auf einen
rufſiſchen Winterfeldzug gefaßt machte. Dann ging es plötzlich in
großem Bogen durch Deutſchlands Gaue nach Hamburg zurück.
Ich landete am 26. Cage meiner Irrfahrt bei einem weitläufigen
Verwandten.
Herr Otten, dieſer Verwandte, erklärte mir, hinter einer
großen Nauchwolke verborgen, da müſſe ich vielmals
entſchul=
digen. Leider könne er mir das Buch im Augenblick nicht geben,
HiRB vor iter Sc un geiſm orn O
Apfelſtengel geliechen hätte.
„Wem?” fragte ich mit einem Geſicht, das ich ſebſt gem
ge=
lehen haben möchte. „Herrn Apfelſtengel?”
„Ja, dem. Er wollte bei einer Abendunterhaltung daraus
vorleſen.”
Eduard alſo hatte ſein Buch längſt wieder, während ich noch
weite Noiſen darum machte. Sollte Eduard ſich einen Scherz
er=
laubt haben? Aber nein, das war nicht möglich.
Mit künſtlicher Nuhe mich wappnend, ging ich zu Eduard.
„Dein Buch”, ſagte ich.
„Laß murl” wehrte Eduard ab. „Es hat noch Seit. Ich habe
mir inzwiſchen ein anderes geliehen. Es iſt zwar nicht mehr
ſchön. Auch fehlt der Deckel, und allerlei Blätter ſind
heraus=
geriſſen. Aber das Kapitel, das ich brauchte, war zufällig noch
ganz.
Kein Zweifel, Eduard war ahnungslos. Ich mußte beichten.
Du, Eduard,” lagte ich, „das Buch, das du dir geliehen haſt,
iſt dein eigenes.‟ Dann erzählte ich meine Abenteuer.
Eduard verſuchte ein ungläubiges Lächeln. Dann holte er ein
wirklich bedauernswertes Fragment von einem Buche hervor.
Es war ihm etwas eingefallen. Auf Seite 15 mußte ſich ein
kleiner Fettfleck befinden.
Wir jahen nach. Es ſtimmte.
Eduard brach erſchüttert zuſammen.
„Wemn es noch mein eigenes Buch geweſen wärel” ſtöhnte
er. „Aber ich habe es mir ja auch mur geliehen.”
Crauernd ſtand ich Eduard zur Seite.
Nächtliche Begegnung.
Von Walter Haſenclever.
Marſeille, im Maf.
In der Nacht vor dem Feſt der Heiligen Johanna verließ ich
mein Hotel am Hafen, um einen Brief zur Poſt zu bringen. Auf
den öffentlichen Gebäuden ſchimmerten ſchon die Lichter der
Illumination, Fahnen wehten, und die Kirche von Notre Dame
de la Garde auf der Höhe warf ihren ſanften Schein übers Meer.
Ich machte einen Umweg durch die Hafengaſſen und ſah eine
Weile den Vatten zu, die im großen Scharen zwiſchen den Häuſern
herumſtoben. In der Stille der nächtlichen Szenerie ſchienen ſie
die einzigen Lebeweſen zu ſein, da ſelbſt die Katzen ihren Umgang
ängſtlich vermieden. Mit unheimlicher Geſchwindigkeit, wie kleine
dicke Schlangen, glitten ſie durch die Abflußgewäſſer über Müll
und Abfall, während oben, wo man ſonſt den Himmel vermutet, die
zwiſchen den Häuſern ausgeſpannte Wäſche trocknete.
Chineſen und Neger ſchlichen am Quai entlang. Herrenloſe
Mädchen hockten vor Kellerlöchern, rauchend und geſtikulierend.
Ein Siſchverkäufer mit abgeplatteter Nale bot krächzend ſeine
Waren an. Dann und wann bewegte ſich eine Palme im
Luft=
hauch; im Schatten verfallenen Gemäuers ſtand unverſehens ein
grüner Baum.
Ich warf meinen Brief in den Kaſten. Am Poſtamt klebte ein
Plakat, auf dem die antiklerikale Partei ihr Mißfallen
aus=
drückte, daß die Kirche das Feſt der Heiligen Johanna mit Pomp
begehe. Mit ſchlagenden Citeln wurden der leſenden Menſchheit
die hiſtoriſchen Catſachen ins Gedächtnis gerufen, denen zufolge
die Heilige Johanna keines natürlichen Codes geſtorben ſein ſoll.
Vor dem Plakat ſtand ein Mann in Lumpen. Die Hoſe
drohte ihm jeden Augenblick zu entgleiten, ſie hing ſozuſagen an
einem Faden. Seine Schuhe beſtanden aus Pappſtücken, die der
Form des Fußes angepaßt waren. Hemd und Weſte fehlten. Aus
den Löchern der Jacke quoll die Haut. Eine armſelige Mütze
hing ihm über die Stirn.
Dieſer Mann bat mich, aus dem Licht zu gehen, weil er auf
dem einen Auge erblindet ſei. So kamen wir ins Geſpräch. Er
war ein glühender Verehrer der Kirche. Er ſang ein Loblied auf
Glauben und Autorität. Er pries die himmliſche Gerechtigkeit.
In langen, religionswiſſenſchaftlichen Ausführungen widerlegte er
die Behauptungen des antiklerikalen Plakates. Es ſtellte ſich
heraus, daß er über die Geſchichte der letzten Jahrhunderte
genau Beſcheid wußte. Und als er ſich zu dem Ausruf verſtiegt
„Brrare humanum est”, glaubte ich eine Inkarnation des
hei=
ligen Franziskus leibhaftig vor dem Poſtamt ſtehen zu ſehen.
„Sie werden ſich”, ſagte der Mann mit trübem Lächeln, „über
meine Kleidung wundern. Ja, ſo kann ein Menſch
herunterkom=
men. Ich habe andere Cage geſehen. Unſereins hat nichts mehr
in einer Welt verloren, die alles nach dem Geldbeutel mißt. Wenn
ich nicht das bißchen Glauben beſäße, ich hätte mich längſt um die
Ecke gebracht.”
Er ſchwieg eine Weile. Arbeiter erſchienen mit neuen
Pla=
katen und klebten ſie über die alten. Man las von
Manifeſta=
tionen, Verſammlungen, Proteſten. Menſchenrecht wurde
ge=
fordert; Geſinnung proklamiert.
„Dankbarkeit”, fuhr der Mann fort, „iſt eine mittelalterliche
Vorſtellung. Ich arbeite manchmal im Hafen, um mir etwas zu
verdienen. Ich habe oft einem armen Ceufel geholfen und mein
bißchen Geld mit ihm geteilt. Sum Dank dafür hat er mir den
Reſt geſtohlen. Und wenn ich dann die großen Worte hier leſe—
alles Schwindell Keiner gönnt dem anderen das Leben.”
Ich verſuchte mit ſchwachen Kräften, meine
menſchenfreund=
liche Anſchauung zu verteidigen. Aber ich ſtieß auf Widerſpruch.
„Die Menſchen ſind Ciere. Es gibt keine Veligion mehr,
lieber Herr. Das iſt das Elend. Sch will nicht behaupten, daß die
Menſchen früher beſſer waren. Aber etwas war ſchon an ihnen.
Glauben Sie, lonſt hätte die Heilige Johanna ſolche Wunder
wirken können? Und heute . .
Er zog mit einem Nuck ſeine Hoſe hoch. Es dämmerte im
Oſten.
„Ich weiß nicht, wer Sie ſind,” ſagte der Mann zum Abſchied,
zund was Sie tun. Und ſchließlich iſt es auch gleichgültig. Aber
ich möchte Ihnen etwas ſagen. Mit Neden und großen Worten
iſt es nicht getan. Dieſe Plakate haben noch keinem Menſchen
geholfen. Glauben Sie, deshalb gibt es weniger Unglück in der
Welt? Das Unglück — das ſitzt da drinnen.”
Er zeigte auf die nackte Bruſt und nickte ein paarmal mit
dem Kopf. Dann gab er mir die Hand, murmelte einen Gruß und
ſchlurfte hinaus in die Nacht.
Nummer 259.
Aufgabe 879.
Erich Brunner in Moscia.
(Baſler Nachrichten, 1926.)
d e
Brüfftellung: Beiß= Kex o93 7ag 89e 593 g2 14 0.
Schwarz: Ke4 Db3 Te3 k7 Se1 Bb5 o4 44 d7 g2 g3 (1), 5R.
Aufgabe 380.
Joſ. C. J. Wainwright in Needham.
(1. Preis, „The Wanderer”, 1886.)
Beiß: Ke1 D13 Tbl 12 La3 Sb8 Be2 h2 (8);
Schwarz: Ka2 Th3 h8 Uh7 Bot d4 e4 h4 (8.
Matt in zwei Zügen.
Löfungen der Aufgaben 366—370.
366. Dr. 3. Mach. 1. Pr., Ces Sholku Sachopniko v. Praze, 1921.
(Ka5 Df2 Te6 Sd1 13: Kd3 Ta2 Lh7 82 03 Ba4 b3 g7; 3F.)1. Te6—e5l
droht 2. Dd2x und 2. Se5x; 1. Sbl(Se3) 2. Selx:1
Sd5 2. Te4i:
1. .. 8g2 2. De3; 1. ... Ke42. 8d2t oder Sg5—T. Ein prächtiges Problem,
das in ſeiner außeren Formpollendung ſich als der böhniſchen Schule zugehörig
kennzeichnet.
367. C. Mansfield. 1. Pr., Hampſhire Telegraph und Poſt, 1919. (Kh2 De6"
Vel d5La2 a5 8a1b3 Be6 d2: Ke4 De2 Ta4 h4 Uf1 803 4 Ba3 h3: 24.)
Man möchte erwarten, daß die direlte Batterieſtellung in graft trete, z. B. 1.
8b5 2. D44B. Zur überraſchung gibt Weiß jedoch die Batterie auf durch ſeinen
feinen Einleitungszug, 1. De6—15) Beſonders erwähnt ſei noch, wie ſich die
Halb=
feſſelung auswirkt: 1. ... 8b5 2. Seötk;1.... Dd3 2. 8d4½.
368. L. A. Kutzers. 1. Pr. „De Amſterdami er. 1893. Kh8 Db7 Tb8 816
Bd3: Kd4 Be5 14 15 h5; 34.) 1. Tb3—a31 B13 2. Db2t. (Die Drohung);
1... Ke5 2. B441: 1. ... Be4 2.... Ph6t: 1.: Kes 2, Db2.
369. A. Schor, Hampſhire Poſt, 1920. (Kre D18 Lb8 847 5 Be8 42:
F45 Ih1. Sa4 Ba5 b5 b7 g6 h5: 34) 1. Ki2—all drobt 2, wis (
Felbd=
räumung); nach 1. ... 9bs erweiſt ſich mit 2. Dik1 der Schläſſelzug als
Linien=
rchumung: 1. . . Leb 2. D13.1
370. M. Grünfeld, 3. Pr. der „Münchener Poſ” 1907. (F 41 D18 Tg2 L.02
Sos Ba3 63; Ke5 1h5 Ba4 a6 84: 24.), 1. Le 2—b5! Schwarzeweiße
Räu=
mung.
Löſerliſte: Reutzel; Leo Schott in Pfaffen=Beerfurth, Franz
Buchty in Mainz (alle); A. b. S. (366, 357 und 369); Hermann Garnier
(367 und 368) Georg Peter (367 und 370).
Mi e
Echr neſernden Seris ridte. Hacheiſ
keit, 5—1 Frauenname.
Die Mittelbuchſtaben richtig abgeleſen, nennen eine der ſchönen
Carl Deubel.
Magifches Quadrat.
Nach richtiger Ordnung der Buhſtaben=
EI. EI. (B
paare enthalten die wagerechten und die
L.R Rif R
88 ST. SP. ſenkrechten Reilen gleichlautende Wörter.
Carl Deubel.
Kreuzworträtfel.
Wagerecht: 1 deutſcher Philoſoph, 7 Halbinſel am Roten Meer,
s ſpanifche Stadt, 10 Liebesgott, 11 geiſtlicher Würdenträger, 13
Grot=
tenmolch, 15 Organ im Körter, 18 Kartenblatt, 20 etwas Menſchliches=
22 Badeort bei Lüttich, 25 Wind. 26 Märchengeſtalt, 28 engliſche
Schul=
ſtadt, 29 Frauenname, 30 deutſcher Dichter; — ſenkrecht: 1
Körper=
teil, 2 großartig, 3 elaſtiſcher Körper, 4 Nahrungsmittel, 5 Muſe,
6 Männername, 8 Fürwort, 9 Männername. 11 Haustier, 12 Stadt
in S.H.S., 14 möge nie leer ſein, 16 Faultier, 17 Dialektform für
nein, 19 Vogel, 21 Menſchenraſſe. 23 Liebesgott, 24 Stadt in Ober=
Oeſterreich, 26 Dichtungsart, 27 Inſel an der franzöſiſchen Weſtküſte,
Carl Deubel.
Streichholz=Rätſel.
Durch Umlegung von 3 Hölzchen und Verſchiebung zweier Buch=
Carl Deubel,
ſtaben erfährt man, welche Zahl gemeint iſt.
Anflöſung der Rätſel aus Nr. 20:
Magiſches Quabrat.
FE EI
EN
BI EN zI
EN zI AN
Streichholz=Rätſel.
Druck u. Verlag: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckersi, Rheinſtr. 33. — Verant wortlich f. d. Redation: Dr. 6. Nette. Fernſpr. 1. 989—2392. Alle Rechte vorbehalten. Nackdruck verb. — Kliſches: F. Haußmann, alle in Darmſtalt=
ime
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ns Inn
tenigen T
liche Aus
Mann fu
toffenen
Ue Soſt
Oyſein en
herziche
nicht anz
ich be
däß 6
iun An
[ ← ][ ][ → ]MuublasPobmſatobags SSlaafbstiit
Alſo ich kumm=derr Ihne awwer äwe aus de Schwullidhäde
un Uanehmlichkeide net mehr eraus. Alleritt drät ich in meine
ageborene Dabbichkeid in e anner Fäddnäbbche.
So hab ich’s jetzt widdermal mit=eme Daal vun meine
ver=
ehrlichte Mitſchweſtern, die wo däß Bäch hawwe un heern
zu=
fellich uff den Rufname „Sofie” verſchitt. Einiche ſin mer
höchſt=
verſeenlich un zimmlich kurraſchiert uff de Bindel gerickt un
hawwe mer de Standpunkt klar gemacht, daß es nor ſo geraacht
hott. Annern hawwe mers ſchriftlich beſorgt. Un net ſo knabb.
So ſchreibt zum Beiſpiel aa:
Darmſtadt, den 14. 5. 1928.
Madame!
Geſtern nahm ich die Zeitung zur Hand, um mit Behagen
ſes gibt Leute, die nennen ſo etwas: Schadenfreude) das
Bien=
chen zu leſen. Wer beſchreibt meine Entrüſtung, als ich von
der kalten, nein, naßkalten Sofie las. Wie kommen Sie,
ehrſame Jungfrau Sabina, dazu, die Mitſchweſtern, welche
obigen ſchönen (ja, ſchönen!) Namen tragen, derartig bis
ins Innerſte zu verletzen?! — Die Sache kann ja für
den=
jenigen Teil, der noch im Sehnſuchtsalter ſteht,
fürchter=
liche Auswirkungen haben. Denn welcher zärtlich empfindende
Mann ſucht ſich etwas Naßkaltes?! — Müſſen nicht alle
Be=
troffenen ſchmerzlich leiden, daß ſie in aller Offentlichkeit
der=
maßen diskreditiert werden! — Wer ſagt Ihnen aber, daß
alle Soſies kalt ſind? Haben wir etwa als Kaulquappen unſer
Daſein eröffnet? — Bitt ſchön, es gibt auch viele liebe,
warm=
herziche und fröhlicher Fieken, auf die Ihr vernichtendes Urteil
nicht anzuwenden iſt! — Sabina, ich beſchwöre Sie, nehmen
Sie Ihre grauſamen Wörter zurück!!!
Eine warmblütige Sofie
(20 Grad!)
Alſo, wann die Ausrufezeiche in dem Brief däß weern, was
ſe fraglos ſei ſolle, dann weer ich glatt erſchoſſe, erledigt, aus.
Un um vornewäck alle weidere Uanehmlichkeide, als da ſin:
Be=
leichdigung wäächen iebler Nachrede mit tödlichem Erfolch,
Schadeerſatzklage wääche uffgehowene Verlowichunge,
Schädi=
chungsklage wääche verminderte Heiratsausſichte, un was waaß
ich all — zu entgeh, erkleere ich hiermit feier= un öffentlich, daß
ich beziechlich vun dene Bezogene alles zuricknemm un behaub
däß Gäächedaal, indem ich mich beziechlich dene agezogene
Bezogene uffs Wädder bezieh, däß wo mer am letzte Dinnſtag,
alſo uff de Sofie ihrm Namensdag, gehatt hatte, un däß wo,
wann aach net diräckt kalt un naß, ſo awwer doch immerhie
einichermaße ſozuſage uagenehm feicht war; däß wärd
nie=
mand abdiſchbediern kenne, dann mer konnt ohne Feier net ſitze
un ohne Schärm ſich net enausdraue. Was alſo die
Kallen=
ner=Sofie bedrifft, die wo dauernd dene drei odder vier eiskalte
Brieder noochlaaft, ſo kann ich in bezug uff däre ihr
unerfrei=
liche Karraktereichenſchafte jederzeit de Wahrheizbeweis adräte,
bidde.
Was dohärngääche die annern „Fieken” bedrifft, ſo muß ich
ſen iwwerloſſe, gegäwenenfalls 8 Gäächedaal zu beweiſe.
Jedenfalls, die, wo im Owichen ſo dhut, als gotterſprich was
krawwelt do, die kann mir mit ihre „Warmhärzichkeit” noch lang
net imbonniern. 20 Grad! — däß weer mer aach e
Demmbe=
radur, wann aa noch im „Sehnſuchtsalter” ſteht; ei ſoviel bring
jo ich noch uff; wanns bräſſiert im Schatte. Un, wohlgemärkt:
Rehomier; net etwa Fahrenheit, wie valleicht die rächent
mit ihre zwanzich Grädcher.
Jwwrichens kann ſich däß Soffieche dreeſte: zwanzich Grad
Fahrenheit is immer noch beſſer, wie iwwerhaubt kag Hitz.
In däre Beziehung macht uns des Odewäller Liesche noch
was vor, dann die is neierdings ſogar am helle Sunndag kalt
wie e Hundeſchnautz un leßt ihr Verehrer „ſitze” odder „ſteh”
odder „lagfe”, ganz wiesſen baßt. Wie geſagt, des „Odewäller
Liesche” hatt am voriche Sunndag beinoh de Wähk nooch Reinm
net mehr gefunne, weil=ere die Puſte ausgange is. Der Heizer
hott nemlich aus Verſähe unnerwähks es Feier ausgeh loſſe .
18 kennt meechlich ſei, daß dem Heizer vun Owwerunner en
echt ſieddeitſche Riffel verabbliziert is worrn. Awwer ich halt
däß for unrecht. Heit ſoll mer jedem Menſch dankbar ſei, der wo
in all dem Gehetz un Gejagd de Menſchheit die neebich Ruch
bei=
bringt.
Dann die Ruhe is des Birchers erſte Flicht, beſunners wann
ſich’s drum dreht, en neie Reichsdag zuſammezuwehle. Un do
mecht ich heit noch emal meine verehrlichte Mitſchweſtern geheerich
ins Gewiſſe redde. Bekanntlich is eine der greeßten
Errun=
genſchafte, wo uns die Neizeit in de Schooß geſchmiſſe hott, 8
Frauenwahlrecht. Mir ſin alſo in däre Beziehung mit de
Mannsleit uff gleicher Stuf geſtellt un därfe bei de Wahle
mit=
ſtimme. An do is es die Haubtſach, daß mer vun dem Recht de
weidgehenſte Gebrauch mache, dann mir verſtehn im Grund
genumme vun de Bolledick viel mehr als die bornierte eigebilde
Mannsbilder, die doch meiſtens net iwwer ihrn Kärchtorm
enaus=
guche um wo die Bolledick mit Brinzibie um Logik mache wolle und
ſich alſo vun vorenei” uff ihrn Standpunkt verſteiſe un ſich feſtlege.
un wann mer ärchendwo mit Brinzibie un mit Logik nix
aus=
richte kann, dann is des in de Bollidick; wenichſtens beweiſe uns
däß unſer Herrn bollidiſche Mannsbilder, ſowohl im Reichs= wie
im Landdag, klar un deitlich, wann aach valleicht
unfreiwil=
lich. Dohärngääche halte mir Weibsleit vun de Brinzibie net
aſch viel, ſundern mir ſage uns: die Brinzibie ſin in die
Haubt=
ſach dezu do, daß mer ſe brinzibjäll net eihalte dhut. Un was
die Logik abelangt, ſo ſage uns die eigebilde Maansleit nooch,
mir hette kag. Awwer die ageblich net vorhandene Frauenlogik,
die hott noch immer un zu jeder Zeit den Mann eneigeleecht un
um de Finger gewiggelt, do beißt kaa Maus kaan Fadem ab; un
jed Fraa is die geboren Bollidickerin, des kennt der Mann, wann
er net blind weer, des Dags fuffzichmal in ſeim
Haushaltsregi=
ment feſtſtelle; dann ſo e Kindskobb glaabt jo immer, er weer de
Herr im Haus, un is doch bloß ſoviel Herr, als mir ſen ſei loſſe;
er is doch bloß des Inſtrument vun ſeine Fraa, un merkts noch
net emol, Un die Weiwer bringe’s aach am weidſte, die wols net
merke loſſe, ſundern loſſe ihrn Simmbel uff dem gude Glaawe,
er hett die Hoſe a. —
Wann alſo mir Weiver aach ſunſt bei de Mannsbilder nir
gälte, awwer wanns ans Wehle geht, dann ſin mir uff aamol
diejeniche, wo’s Vaderland rette ſolle. Däß hawwe ſo zimmlich
alle Kanndidade behaubt. Dann wann ſichs drum dreht, daß
mir=en unſer ſcheene Stimme gäwwe ſolle, do ſage ſe net, mir
hette kaa Logik un kaa Brinzibie.
Die Frog is allendings die, wem mer dann ſein ſcheene
Sob=
brahn gäwwe ſoll. Nemlich wer hotts in dem Fall net leicht, um es
is e zimmlich ufſgab, bis mer ſich ſo dorch ſemtliche
Wahlverſamme=
lumge dorchgeſchwitzt hott un hott ſich allerhand bollidiſche
Not=
wendichleite uffſchwätze loſſe, wun dene ſich umnſer Schulweisheit nig
ſend Schmaſert drinn weern. Dann wann mer ſe ſo heert, do
kimmt’s aam immer vor, als hett der recht, der wo grad am
ſchwätze is; awwer meiſtens bloß ſolang, bis en annerer dro= do kann mer alleritt emol läſe: „Geſtiftet von der Bürgerſchaft”
kimmt, der mit ſeim Fuß i en gäächedaaliche Standpunkt un ſo. Hier hott däß in de letzte Johrn ſtack noochgeloſſe . .. Un
eneidräte dhut un däßhalb erſt recht recht hott. Un ich muß ſage, doch is däß „ſtiſte” grad e Zeiche echter Bürchergeſinnung.
alles was recht is, mir hawwe e ſchee Auswahl for die Wahl, ſo Wolle mer alſo mol des Beſte hoffe.
daß aam faſt die Wahl weh dhut, dann jed Baddei un jeder
Kann=
un Plethie zu erfille. Ich maan alſo, daß mer dißmol kaan Bircherſinn” net, däß ſolle ſich die Herrn uff ihrm hoche Gaul
Grund hett, der Wahl färn zu bleiwe, dann ſchließlich: aan Dod
muß mer ſterwe, un aa Baddei muß mer wehle, awwer fehle
därf mer net, däß is mer ſich un ſeim Vaderland ſchuldich.
Däß=
halb, mei verehrte Mitſchweſtern, wann=der ſo=en wahlfaule
Brummdobbſch dehaam habt, der wo’s ganze Johr nor
räſſen=
niern kann, machtm jetzt emol eiern Standpunkt klar un
ſagts=
em vor die Blatt, daß, wer heit net wehle geht, ſpeeder aach kaa
Recht hott zu ſchimbfe.
Wann mich awwer jemand freecht, wen ich wehl, ſo muß
ich=
em zu meim Bedauern ſage, daß ich immer noch im Zweifel bin=
Vorausſichtlich wehl ich en volksparteiliche, deitſchnatzionale,
völ=
kiſch=demokradiſche, altmehrheitsſozialiſtiſche, freikonnſervadiefe,
middelſtendleriſche, zenndrümliche,
uffwerdungsvolksrechtsbaddei=
liche Bauernbindler. Awwer ’s is noch net ganz beſtimmt. Im
iwwriche awwer ſag ich jedem: Wehle, wie du, wann de
hoſt, winſche werſt, gewehlt zu haben! Däß is es
ganzich Senkrechte.
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Jetz wolle ſe widder e Orjel!
— Alſo die ſin=der awwer gach, wie die klgane Kinner. Duſchur
hawwe ſe annern Aſchlehk. — Un als wann’s bei dene Zeide net
aach e Ziehharmoniga dhet. — Naa, e Orfel muß es ſei. Sie
ſage ſich jedenfalls, wann heit ſchun e jed beſſer Kino net ohne
e Staatsorjel auskumme kann, dann lann’s de Saalbau, wo
unſer ganzicher Kunzertſaal is, iwwerhaubt net. un da doch
de Saalbau jetzt notdirſdich wioder hergeſtellt, un „nei”
renno=
fiert” wärd, do wolle ſe gach gleich e richdichgehend Orjel
enei=
konnſtruiern. No dodegääche is im große allgemeine Ganze nir
degääche zu ſage. Awwer wann wo, ſo kann mer bei däre Ortel
ſage: „Wo du nicht biſt, Herr Organiſt, da ſchweichen alle
Fleeten!”
Da awwer „die Stadt” nix druff hott, ſolle alſo die Middel
for die Orjel aus de Bärjerſchaft zuſammegeorielt wärrn,
No do ſag ich mir, do ſolle mol die da erſt ins Portwanneh
greiſe, die des greeßte Indräſſe an däre Orjel hawwe. Däß
ſin in erſter Linnje alle Muſik= un Geſangvereine, in zweider
Linnje ſemtliche muſikliewende Kreiſe (un däß is gut die Hälft
vun de Bärjerſchaft) un dann in dritter Linnje die, die net
hawwe wolle, daß unſer Städtche hinner annern zurickſteh ſoll,
die wo valleicht wenicher vun de Kulldur dorchſeicht ſin, wie mir
(un däß is gut die anner Hälft vun de Bärjerſchaft). — No un
do mißt doch des Geld zuſamme kumme, denſ ich mir; for die
letzte fimf Mack, wo dra fehle, bin ich gut. — Valleicht kennt
awwer aach de Rudolf Mueller un de Bux mitnanner ſchnorrn
geh, zum Beiſpiel, wann ſe ſich ans Feixe Eck ſtelle dhete, de
Nudolf mit=ere Drehorjel, un de Auguſt mit=eme leere Hut. Ich
fräß en Bäſem, wann do Aga Geld eigingt.
Do ſchmeißt em Bux jeder was in ſein Schawwesdeckel;
be=
ſunners wann ſe aach noch zwaaſtimmich dezu ſinge dhete, was
ſe grad uff de Walz hätte: „Das Band zärri=hiſſen”, oder ſo...
hott draame loſſe, bo brummt gam zuletzt be Schädel, wie wann baus Alſo ſie ſolle ſich däß emol awwerleie mit bäre Drehorjel, ich
glagb, do gingt das Geld „ſpielend” ei!.
Spaß abbatt. Wann mer ſo in annern Städt erumſchnuffelt,
Allerdings: mir ſin mit unſerm „Niewergall=Dentmal”
didat is bereit, alle un jede Forderunge un Aſprich vun Kretie eklich eiſgange. Un uff die Art hebt mer den viel un oft ziddierte
doch märke ..
Der zeitgemäße Haushalt.
Die Pfingſttafel im Blütenſchmuck. Wie es ſich
wohl jede Hausfrau angelegen ſein läßt, ein feſtliches Mahl für
die Feiertage vorzurichten, ſowie recht lechere Kuchen zu backen,
ſo wird ſie matürlich auch dem Mittagstiſch ein necht feſtliches
Ge=
bräge zu verleihen ſuchen. Den Kindern, gleichviel, ob noch klein
oder ſchon erwachſen, könnte dabei eine recht danlbare Aufgabe
Buſallen. Sie ſollten von ſelbſtgeſammelten Wieſenblumen, die
ſich ja, von gevingen Ausnahmen abgeſehen, ſo vorzüglich halten,
Ueine Knänzchen oder runde, völlig übereinſtimmende Sträußchen
binden und ordnen. Die erſteren, bis kurz vor dem Niederlaſſen
am Tiſche unter darübergeſtürzten Schüſſeln, leicht beſprengt zum
Frſchhalten auſbewahrt und dann zwanglos, ohne jede
Under=
lage, auf den Tiſch neben jedes Gedeck gelegt, vielleicht noch mit
gierlicher Schleife von Seidenband oder =papier geſchmückt, die
Sträußchen in Aeinen, gleichmäßigen Vaſen, wozu ſich auch
Eier=
becher berwenden laſſen, in Ovalform in der Mitte des Tiſches
aufgeſtellt, während in hoher und weiter irdener Vaſe ein
friſch=
grüner Buſch jungen Birkengrüns, dieſer echten Pfingſtmaie,
auf=
geſtellt wird.
Lachs mit Butter. Den in Stücke zerteilten Fiſch blaut
man in bekannter Weiſe, ſetzt ihn abgewaſchen mit Waſſer, Eſſig,
Gewürz, Zitronenſchale, Lorbeerblatt. Pfeffer, Salz und
Zwie=
beln zum Kochen auf. Sobald er aufkocht, zieht man den Topf
zur Seite, ſchäumt ihn gut ab und richtet ihn, wenn gar
ge=
ſotten, mit Zitronenſcheiben, Peterſilie, verlaſſener Butter,
Salz=
bartoffeln und grünem oder gemiſchtem Salat an.
Gefüllte Pfingſthörnchen. Aus 1 Pfund Mehl
125 Gramm Margaune, 3 Eiern, 2 Löffel Zucker, 2 Eßlöffel
Süßſtofflöſung, 1.Teelöffel Salz, und der nötigen Milch bereitet
man einen Würbteig, den wan 2 Stunden ruhen läßt. Inzwiſchen
hat man rotſtenglichen Rhabarber würfliggeſchnitten mit wenig
Waſſer aufgekocht, daß er nicht zerfällt, abgegoſſen und geſüßt.
Nun ſchneidet man 10 Zentimeter große Quadrate, füllt einen
Löffel füßen Rhabapber in die Mitte, rollt ſie übereck zuſammen,
biegt ſie zu Hörnchen und glaſiert dieſe nach dem Backen mit
Vanilleglaſur.
Pfingſt=Speiſezettel.
Sonntag (1. Pfingſtfeiertog): Suppe mit Markklößchen,
Lachs mit Butter, Mollgereme mit Sahne. — Montag
(2. Pfingſtfeiertag): Kerbelſuppe, Kalbsſchnitzel mit
Stangen=
ſpargel, Rhabarberſpeiſe. — Dienstag: Fleiſch=Eierkuchen
mit Kopfſalat. — Mittwoch: Pichelſteiner. —
Donners=
tag: Porreegemüſe mit Hammelfleiſch. — Freitag: Fiſch=
Hoppelpoppel. — Samstag: Quarkkeulchen mit
Rhabarber=
kompott.
Das Brot.
Von HerthaLudwig.
Under allen Völlern der
Erde ſind die ſtärkſten
Broteſſer die Deutſchen.
Der durchſchnittliche
Kon=
ſum an Brot bei uns
be=
läuft ſich pro Kopf und
Woche auf 5½ Kg. In
ſeltenſter Eintracht folgt
Frankreich mit 4½ Kg.
Brot iſt ein
Hauptwah=
rungsmittel unſeres
Vol=
kes; doch wird es auch
vorwiegend zu Suppen
verwandt, doch auch für
Süß= und heubene
Spei=
ſen. Beginnen wir mit
Schwarzbrotſuppe.
Wasbrauchtman?
Zwei Suppenteller voll
geriebenenoder geſtoßenen
Schwarzbrotes, 14 Pfund
geriebene Lochſchokolade,
1 Et, 1 Stück
Zitronen=
ſchale, 1 Priſe Salz, 1
Glas Notwein.
Wiemachtman es?
Mit 1½ Liter Waſſer ſetze
man die
Schwarzbrotbru=
men auf die offene
Gas=
flamme, gebe die Gewürze
und die Schokolade an die
Suppe und ſchmeckle dieſe
mit dem Rotwein ab.
Weißbrotſuppe.
Was brauchtman?
1 gehäufter Suppenteller
voll ſcheibig geſchnittenen
Weißbrotes, 1 Ltr.
Fleiſch=
brühe, 3 Eidotter.
Wiemachtman es?
Die Fleiſchbrühe wird mit
den Brotſcheiben auf
Gas=
feuer geſetzt, etwa 4 Std
durchgelocht und beim
Anrichten mit den
Ei=
dottem vewwührt.
ADAMSONS REINEMACHEN.
r. Eypter &r Co, 4. G, Brimn SW68 Markgrot
Aer Arn Aifn
Elegantes
für den Nachmittag.
Eine geradlinige, glatte und allzu ſchmuckloſe Mode
liegt hinter uns; eine bewegte, graziöſe und reich
gar=
nierte herrſcht im Augenblick. Trotzdem iſt bei beiden,
bei der vergangenen und der augenblicklichen Mode,
die Betonung der ſchlanken Linie Grundbedingung.
Nur hat eben die ganze Anordnung der Stoffe eine
gründliche Umgeſtaltung über ſich ergehen laſſen
müſ=
ſen. Während noch im vergangenen Jahre alles glatt
an der Figur herabfloß, wird jetzt der Stoff in
wei=
chen, graziöſen Linien um den Körper drapiert und
vorn oder an einer Seite mit einer ſchönen Agraffe
zuſammengerafft. Hier bilden ſich dann wieder
Waſ=
ſerfälle, Zipfel, loſe Bahnen, die den Kleidern ſoviel
Grazie und ſoviel Charme verleihen. Auch der
un=
gleiche untere Rockrand gehört mit zu den
charakteriſti=
ſchen Merkmalen der jetzigen Mode. Natürlich
verlan=
gen dieſe Verarbeitungen vor allem Stoffe, die ſo
weich, ſo feinfädig und ſchmiegſam ſind, daß ſie ſich
drapieren, puffen, falten und reihen laſſen ohne
auf=
zutragen, ohne die Figur zu verbeitern. Aber hier
beſteht keine Gefahr, denn was Mode und Induſtrie
an Stoffen gebracht haben, iſt wohl das Zarteſte und
Schönſte, was wir uns nur denken können.
Seiden=
mouſſeline, Crepe de Chine, Georgette, Crepe Satin,
alle ſind ſo weich und exquiſit in der Qualität, daß ſie
ſich für jede Verarbeitung eignen.
Unſere Abbildung zeigt ein paar vorbildlich
ge=
arbeitete Kleider mit außergewöhnlich ſchön drapierten
Röcken. Jedes der drei Modelle hat ſeine eigene aparte
Note, jedes einen ganz anderen Typ.- Das erſte (a)
iſt in der beliebten bluſigen Form gearbeitet, die für
ſchlanke Frauen beſonders vorteilhaft iſt (ſtärkeren
Figuren kann die Querteilung ſowie der Anſatz des
einfarbigen Materials leicht gefährlich werden). An
dieſem Kleid iſt in wundervoller Art der Stoff des
Glockenrockes an der Seite drapiert und in ſchönem
Fall über den zart gemuſterten Stoff gelegt; in
ähn=
licher Art iſt das Jabot angeordnet. An dem zweiten
Kleide (b) ſitzt die Drapierung vorn. Als Material
iſt Crepe Satin geeignet, deſſen ſtumpfe Seite das
Kleid ſelbſt und deſſen glänzende Seite die
Garnie=
rung bildet. In Crepe Satin iſt auch die letzte Figur
auf unſerem Bilde gekleidet. Für dieſes Modell hat
man die glänzende Stoffſeite nach außen genommen,
während die ſtumpfe den Blendenſchmuck bildet.
Ele=
gant wie die Großen iſt auch das Töchterchen
geklei=
det. Man hat ihm ein mit bunten Blüten bedrucktes
weißes Seidenkleidchen angezogen, deſſen einfache
Hängerform für das Mädelchen ſehr kleidſam iſt. Den
Schmuck bilden eine pliſſierte Halsrüſche und am
unte=
ren Rockrand bogig ausgeſchnittene Blenden, die die
Farbe des Blumenmuſters haben. Zu allen Modellen
ſind Lyon=Schnitte erhältlich.
Eine aſumetriſche Anordnung
der Stoffe iſt bei der augenblicklichen Mode ſehr
be=
liebt. Zunächſt lagen dieſe Unregelmäßigkeiten nur im
Schnitt, — allmählich haben ſie ſich auch auf die
Gar=
nituren erſtreckt. Die etwas phantaſtiſche, aber ſicher
anſprechende Anordnung des karierten Beſatzſtoffes an
einem ſchwarzen Seidenkleid ſowie die einſeitige
Aus=
ſchnitt= und Gürtelgarnierung, die wir auf unſerer
Zeichnung zeigen, wird vielen Leſerinnen gefallen.
Der Gürtel
wird immer phantaſtiſcher, immer reicher. Als
Neu=
eſtes hat uns die Mode entzückende Gürtel gebracht,
die aus einzelnen, ſchön ziſelierten Metallgliedern
oder aus mattſchimmernden Perlmutterplättchen
be=
ſtehen. Aehnlich, nur in bedeutend größerem Format
ſind die Schnallen, die die Gürtel zuſammenhalten.
Etwas Neues in Form und Verarbeitung zeigt das
reizende Täſchchen aus ſchwarzem Wildleder.
Kinderkleidung.
Kinder brauchen verhältnismäßig mehr Kleidung
als Erwachſene; denn entweder ſie verhelfen ihren
Kleidern und Mänteln durch eine unachtſame
Behand=
lung zu einem frühen Ende, ober aber ſie wachſen
mit unheimlicher Geſchwindigkeit aus ihren Sachen
heraus; folglich wird die gute Mutter immer für neue
Kleider, Mäntel und Anzüge ſorgen müſſen, damit
ihre kleine Schar ſtets nett und adrett ausſieht. Die
Kleidung der Jungens wird ihr weniger Sorge
machen als die der Töchter, denn Knabenanzüge ſind
dem Wechſel der Mode wenig unterworfen. Heute zum
Beiſpiel gilt der Matroſenanzug wieder nicht nur als
der kleidſamſte und praktiſchſte, ſondern auch als der
modernſte Anzug der Jungens aller Jahrgänge. In
Weiß und in Blau, in Cheviot und in Drell — immer
geben dieſe Anzüge den Herren Söhnen eine ganz
beſonders ſchicke und kindlich=elegante Note (b). Bei
den größeren Mädels iſt — wie bei der Frau Mama —
das Jumperkleid noch immer ſehr beliebt. Ob aus
Wollſtoff, Seide oder Leinen gearbeitet — ein
Jum=
perkleid wirkt in ſeiner ſchicken Machart immer reizend.
Unſer Modell (d) aus zartroſa, ſeidigglänzendem
Lei=
nen iſt beſonders hübſch geſchnitten und ſieht durch
den bis auf den Kragen reichenden Knopfſchluß, die
tiefe Paſſe und die hübſch beſtickten Taſchen ſehr
rei=
zend aus. Zur Farbe der Stickerei paßt der weiche
Ledergürtel, der das Kleidchen eng zuſammenhält und
dadurch die Schlankheit des Mädelchens ſehr betont.
Einen ſehr feſchen Mantel trägt das erſte kleine
Fräulein auf unſerer Zeichnung. Ein ſchöner, heller
Wollſtoff bildet das Material, flott aufgeſetzte
Taſchen und große Knöpfe die Garierung. Die kleine
Dame hat ſich, um die Eleganz ihres Anzuges
beſon=
ders hervorzuheben, einen getupften Crepe de Chine=
DasCackenklei d
(Geſtrickte Modelle und die neueſten
Schaffun=
gen in Stoff und Seide.)
Man ſieht das Jackenkleid ſchon ab und zu im Straßenbilde,
und dies iſt ja immer ein Zeichen für den ſicheren Erfolg einer
Mode. Die modeorientierte Frau iſt, wie man weiß, des Kleides
mit dem langen Mantel ein wenig müde geworden; natürlich
lehnt ſie ihn auch heute noch nicht vollkommen ab, doch wünſcht
ſie eine gewiſſe Abwechſlung in der Garderobe, die keine lange
Umhülle — und hätte ſie ſelbſt den allerneueſten Schnitt — zu
bieten vermag. Nun iſt ja gerade das kurze Jäckchen ſo ganz der
Inbegriff der gegenwärtigen einfach=ſportlichen Mode, daß es
nicht wundernehmen darf, wenn man dieſer Modeneuheit
allent=
halben in den großen Modeſalons begegnet. Das Jäckchen=Com=
plet wird für alle Gelegenheiten herangezogen: für
Strapazier=
zwecke, für den Nachmittag und für den Sport.
In unſerem Bilde iſt an erſter Stelle das geſtrickte
Com=
plet zu ſehen. Der Rock iſt einfarbig und hat in der Mitte eine
tief eingelegte Hohlfalte, die ihn für jedwede ſportliche
Gelegen=
heit brauchbar macht. Der hochgeſchloſſene mit einem Kragen und
einer Seidenbinde garnierte Jumper iſt quergeſtreift und mit
einem Gürtel zuſammengehalten. Das ärmelloſe Jäckchen (in
Amerika ſeit langer Zeit als „Cardegan” bekannt und beliebt)
iſt einfarbig und dunkel abgekantet.
Aus Stoff und Seide kombiniert wird das als zweite Figur
wiedergegebene Schwarz=Weiß=Modell: Jacke und pliſſierter Rock
aus ſchwarzem Stoff, die Bluſe aus weißer Seide. Das Futter
der Jacke aus gleichem Materiale.
Für elegante Gelegenheiten: ein Jacken=Complet aus
bunt=
bedrucktem Chinakrepp, an allen Kanten dunkel gerandet, um
dem farbenreichen Stoffe jene markante Linie zu geben, die die
neue Mode erfordert.
Schal flott um den Hals geknotet; und dieſen Crepe
de Chine hat ſie ebenfalls für die Garnierung ihres
feſchen Strohhütchens — als einfaches Bandeau —
verwendet.
Für das allerkleinſte Schweſterlein hat die Mama
etwas ganz Reizendes gearbeitet. Das hübſche Cape
aus einem weichen weißen Wollſtoff wirkt beſonders
elegant durch eine entzückende Stickerei, in
buntfarbe=
ner Seide ausgeführt, aus der auch die Zierſtiche an
der Paſſe und an der Kapuze beſtehen; und ein
zart=
farbenes Seidenband hält das allerliebſte Modell am
Hälschen der kleinen Mädels zuſammen. Zu allen
Modellen ſind Lyon=Schnitte erhältlich.
Der neue Handſchuh
wird faſt niemals aus Glanzleder, ſondern in den
meiſten Fällen aus feinem, ſchmiegſamem Wildleder
hergeſtellt, das der Vornehmheit und Unauffälligkeſt
der gegenwärtigen Mode viel beſſer Rechnung zu
tra=
gen vermag. Ganz wie die Art des Materiales iſt
auch die Ausführung: diskret und elegant. Die
Stul=
pen ſind keineswegs ſo übertrieben groß wie ſie
ehe=
mals waren; ſondern haben vielmehr die Form lleie
ner, umgeſchlagener Leiſtchen. Oft ſind ſie mit
Blen=
den oder Säumchen Ton=in=Ton garniert, häufig auch
beſtickt. Beſonders die Petit=point= und Gobelin=
Handarbeiten in Blüten oder ornamentalen Muſtern
nehmen ſich hier vortrefflich aus und ſind inſofern
empfehlenswert, als ihre Vielfarbigkeit den
betreffen=
den Handſchuh zu jedem Kleidungsſtücke geeignet
er=
ſcheinen läßt. Die ausgeſprochene Mode=Tönung fur
Handſchuhe aber iſt beige und ſand, das zu allen
Mode=Schattierungen paßt, aber auch zu ſchwarzen
oder marineblauen Modellen vortrefflich wirkt
Nummer 140
Sonntag, den 20 Mai 1928
Seite 23
din Oaasstiagarin.
Roman von Ferdinand Gradl.
17)
(Nachdruck verboten)
Wiesner beaufſichtigte die Bergungsarbeiten. Sie waren
nicht leicht, denn die See war ziemlich bewegt. Der Schiffskran
wurde über Bord gedreht und der am Schwanz angeſeilte
Rieſen=
vogel langſam hochgezogen. Die Matroſen benützten mit
Werg=
ballen verſehene Stangen, um ein Anſtoßen des Flugzeuges an
das ſchaukelnde Schiff hintanzuhalten, und Haſpergough brüllte:
„Foreſight, Tom! Kreuzmillionendonnerwetter, Ben, paß
auf! Hang it! Damn it! Sanft mit deiner Stange, Sam! Das
iſt kein Kohlenbunker, ſondern ein Damenflugzeug! Verſtehſt?!
Und dazwiſchen erinnerte er ſich alle paar Minuten ſeiner Haus=
Ferrenpflichten und kommandierte: „Jimmy, der Dame noch ein
Gläschen . . . und mir in Becher aus der roten Flaſche.”
Nach kurzem war das Flugzeug an Bord und wurde am
Mitteldeck feſtgemacht. Während deſſen hatte Vila drei Liköre
trinken müſſen und Haſpergough hatte, fünf Schnäpſe zu ſich
genommen.
Dann bot er Vika den Arm und führte ſie mit Grandezza zu
ſeiner unter Steuerbord gelegenen Kahine.
Da ſtellte ſich heraus, daß auf dem ganzen Schiff keine
Frauenkleider und keine Frauenwäſche war, ſo daß nichts übrig
blieb, als Vika Männerwäſche und einen Matroſenanzug zur
Verfügung zu ſtellen. Haſpergough brach darob in wieherndes
Gelächter aus, verlieh aber, nachdem er ſich wieder beruhigt,
galant ſeiner Ueberzeugung Ausdruck, daß Vika auch ein Paar
Matroſenhoſen auf das Angenehmſte und Graziöſeſte ausfüllen
werde. Sie möge es ſich in ſeiner Kabine bequem machen, und
wenn ſie ausgeruht, ihn im Kommandantenſalon mit ihrem
Be=
ſuch erfreuen, damit die nötigen Formalitäten und die Eintragung
in das Schiffsjournal vorgenommen werden könnte.
Dieſe Staatsaktion fand denn auch in einer kleinen Stunde
ſtatt. Haſpergough präſidierte, Wiesner ſaß an ſeiner Rechten, an
ſeiner Linken ein alter Seebär, deſſen Stellung auf der Yacht
in=
ſoferne nicht genau präzeſiert war, als er je nach Bedarf bald als
Zahl= und Provianteiſter, bald als Steuermann, aber auch als
Maſchiniſt oder Schiffsarzt in Funktion trat. Das Schiffsjournal
lag vor dieſem vielſeitigen Seemann. Die Herren trugen
dunkel=
blauen Flottenrock, weiße Kragen, ſchwarze Krawatten, hatten
ſich ſoeben raſiert, wovon mindeſtens auf der Hemdbruſt des
See=
bären ein friſcher Blutfleck deutlich Zeugnis ablegte.
Ihnen gegenüber, wie ein hübſcher, ſchlanker Junge, Vika
im Matroſenanzug.
Haſpergough frug nach Nationale und dergleichen und
notierte ihre Ausſagen vorerſt in einer Kladde.
„.. abgeflogen um Mitternacht vom 11. auf den 12. Juni
von der deutſchen Küſte 6 Kilometer nördlich Büſum . . ." ſchrieb
er ein und fügte überraſcht hinzu: „Donnerwetter! Und vor zwei
Stunden haben wir Sie aufgefiſcht.
„Unter 107 15 weſtlich von Greenwich, 510 45! nördlich”, warf
Wiesner ein. „Die Dame iſt in 8 Stunden 750 Seemeilen
ge=
flogen.
„Koloſſal!” rief Haſtergough.
„loſſal!” echote der Seebär.
„Und darf man nach dem Ziel der Reiſe fragen, gnädiges
Fräulein?” erkundigte ſich Haſpergough mit dem
liebenswürdig=
ſten Lächeln, deſſen ſein ungeheuerer Mund fähig war.
„Ich wollte nach Amerika”, entgegnete Vika.
„Nach Amerika?” rief Wiesner überraſcht aufſpringend
„Allein? Ja, Fräulein, ſind Sie bei Troſt?!“
„Hähähä, nach Amerika” lachte Haſpergough, während ſeine
Augen hinterliſtig zu funkeln begannen. „Sie gefallen mir immer
beſſer. Alſo nach Amerika?”
„merika, hähähä!” ſekundierte der Seebär.
„Hm, ja, wenn Sie ſo herübergekommen wären,” erwog
Haſtergough halb für ſich ſprechend, „hätten Sie dieſen
verdamm=
ten Yankees einen mächtigen Dollarhaufen abnehmen können.”
„Schätz” mind’ſtins and’rth’lb Miljon””, ziſchte der Seebär
wie ein undichtes Dampfventil.
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„Ach Gott” ſeufzte Vika, die von ihren Ahnen auch eine
Por=
tion Bauernhabſucht geerbt hatte. Wenn ſie von ſolchen Summen
hörte, blickten ihre Augen hart und böſe drein. „Wenn ich nur
weiterfliegen könnte,” fuhr ſie aufgeregt fort, „was liegt an einer
Zwiſchenlandung? Ich bin überzeugt, daß ich hinkomme. Ach,
Herr Kapitän, Sie kommen mir ſo liebenswürdig entgegen, ſetzen
Sie Ihrer Güte die Krone auf und ermöglichen Sie mir den
Weiterflug.”
Wiesner erklärte ihr Verlangen ziemlich brüsk als
undurch=
führbar. Die Yacht ſei kein Flugzeugmutterſchiff, und ihr
Flug=
zeug ſei kein Waſſerflugzeug, habe keine Schwimmkufen und mit
Rädern könne man auf dem Waſſerſpiegel nicht anfahren.
Vika war der Mann unangenehm. Seine beſtimmte
Rede=
weiſe erſchien ihr rechthaberiſch, aufgeblaſen, ſein ungezwungenes
Benehmen unhöflich und ungehobelt. In jeder Bewegung ſeiner
herkuliſchen Geſtalt lag eine Selbſtſicherheit, die ſie verdroß.
„Es ſagt ſich leicht, es geht nicht,” ſagte ſie, Wiesner feindſelig
in die Augen blickend, „aber Sie wiſſen nicht, was ich damit
aufgebe.”
„Sch’tz mindſtns and rthlb Milion”, warf der Seebär ein.
„Und den Ruhm, als erſte Dame den Ozean bezwungen zu
haben”, ſetzte Haſpergough hinzu.
„Ja, Sie fühlen mit mir, Herr Kapitän”, ſchmeichelte Vika,
„bitte helfen Sie mir! Man könnte ja das Flugzeug auf zwei
Laufbrettern in ein Boot ſtellen" , und ich könnte verſuchen, ſo
hochzukommen.”
„Das iſt eine Naivität!” rief Wiesner, „ich garantiere, daß
Sie ſofort wieder im Waſſer liegen. Und wenn Sie hochfliegen,
kommen Sie erſt recht nicht über den Ozean. Die
meteorologi=
ſchen Stationen erlaſſen Sturmwarnungen über
Sturmwarnun=
gen. Schon lange war die Wettervorausſage nicht ſo ungünſtig
wie dieſer Tage. Ich kann Ihnen den Vorwurf nicht erſparen,
daß Sie den Flug mit einem Leichtſinn und einer Unüberlegtheit
unternommen haben, die vielleicht echt weiblich ſein mag, aber
trotzdem unverzeihlich iſt.”
„Verzeihung, mein Herr!” rief Vika, blutrot aufſpringend,
„Sie werden beleidigend.”
„Hören Sie nicht auf ihn,” miſchte ſich Haſpergough mit
brei=
tem Grinſen ein. „Wiesner iſt ein vortrefflicher Seemann, aber
mehr auf den Umgang mit Haifiſchen und Seehunden als mit
Damen gewöhnt.”
Da wurde auch Wiesner blutrot.
„Ich wollte Sie nicht beleidigen, Fräulein”, ſagte er mit
einer ſeltſamen Weichheit in der Stimme, „aus mir ſprach nur
die Sorge um Sie.”
„Bemühen Sie ſich nicht, mein Herr” entgegnete Vika
ſchnip=
piſch, „ich bin gewöhnt, für mich ſelbſt zu ſorgen.”
„W’s ſollch ſchreib’n”, fragte der Seebär, das Schiffsjournal
zurechtrückend.
„Warten!” brüllte Haſpergough. „Ich bin der Kapitän!”
Dann ſtützte er die Ellbogen auf den Tiſch, ſtützte das Kinn
in die Handflächen, ſeine Augen ſchloſſen ſich und ſein Geſicht
verzog ſich, als habe er eine Zitronenſcheibe auf der Zunge.
Der Seebär legte den Zeigefinger auf die Lippen und
zwin=
kerte Vika zu, als wollte er ſagen: „Still, der Kapitän denkt
nach!"
Wiesner verſchränkte die Rieſenarme über der Bruſt und
blickte den Kapitän über die Schulter mit gerüpfter Naſe an, als
wollte er ſagen:
„Das wird wieder eine Verrücktheit ſein, die der
aus=
ſpekuliert!“
Vika ſenkte das Kinn auf die Bruſt, um Wiesner nicht
an=
ſehen zu müſſen, und ſo ſaßen dann dieſe vier Perſonen, ohne
ſich zu muckſen, um den Tiſch und Haſpergough überlegte.
Endlich klappte er die Lider auf. Seine Augen blickten nun
unſtreitig tückiſch. Er dämpfte ſeine blecherne Stimme, als fürchte
er Lauſcher, frug den Seebären, welche Vorfälle laut
Hondels=
geſetz in das Schiffsjournal eingetragen werden müſſen.
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Sonntag den 20. Mai 1928
Nummer 140
Bie dahlresdltafe ſind zum Teil ab. 9 Uhr zu erwarten. Wir haben mit dem „Darmſtädter.
Tagblatt” eine Vereinbarung getroffen, daß wir alle dorthin kommenden Mitteilungen durch Sonderdienſt ſofort
übermittelt bekommen, um ſie unſern Beſuchern bekanntzugeben. Da die wichtigeren Ergebniſſe erſt gegen 11 Uhr.
zu erwarten ſein dürften, beginnen wir unſere heutige letzte Vorſtellung in allen Theatern
um 9 Uhr!
Unser Programm ist bis morgen noch
Goldrausch „Rosen aus dem Süden
Residenz-Theater am weißen Turm
Nur noch heute und morgen das große Programm für Jugendlichel
Funkzauber
Die wilden Pferde vom Chinooktal und
Letzte Vorſitellung 9 Uhr
Großpapa kanzt
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Lachen Sie heute noch mal über:
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Der braue Soldat Schweik an der Front
und
Pat und Patachon als Millionäre
Anfang 31/ Uhr.
Letzte Abendvorſtellung 9 Uhr.
Die neueſten Wahlergebniſſe
werden heute abend im
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Heute nachmittag ab 4 Uhr
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Leitung: Kapellmeiſter Willy Schlupp
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wozu frdl, einladet.
Guſtav Mahlow.
Die Mitglieder und Wähler der
Deutſchen Bolkspartei
treffen ſich heute abend zur
Ent=
gegennahme der
Wahlergebniſſe
in der Turnhalle am Woogsplatz
Konzert gos
Orpheum
Heute Sonntag, abends 8 Uhr
2. und letztes Gesamt. Gastspiel
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Neuen Operetten-Theaters
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Text von Emanuel Schikaneder.
Muſikaliſche Leitung: Karl Bamberger
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Bühnenbilder: Lothar Schenck von Tra
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Margarete Albrecht, Anna Jacobs, Pau
Kapper, Ellen Kiesling, Martha Liebe
Roſe Merker, Sitta Müller=Wiſchin Gre
Penſe, Käthe Walter, Johannes Biſcho
Guſtav, Deharde, Adolf Dimanp=Berl
a. G., Karl Ebert=Beher, Osear Graue=
Afred Karen, Eugen Vogt.
Perſonen=Verzeichni=
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Erſter
Guſtav Dehard
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Oscar Grauert
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Königin der Nacht
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Erſte. ) Dame in Dien= Roſe Merker.
Zweite ſten d. Königin Martha Liebel
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Britter )
Papageno .... . . . Karl Ebert=Bey/
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Sonntag, den 20. Mai 1928
Anfang 20,00 Uhr Ende nach 22.00 uh
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Ein Luſtſpiel in drei Akten
von Kurt Heynicke.
Inſzenierung: Robert Klupp
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp
Mitwirkende
Fohanna Blum, Käthe Gothe, Hans Bau
meiſter, Hermann Gallinger, Rich. Fürgas
Paul Maletzki, Curt Weſtermann.
Liſette
Johanna Blum
Kurt Weſtermann
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