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Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrſchten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 123
Donnerstag, den 3. Mai. 1928.
191. Jahrgang
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Kädter und Nationalbank.
Der Autonomiſten=Prozeß in Kolmar.
Bajonette im Gerichtsſaal.
Neue Zuſammenſtöße der Verteidigung mit
dem Generalſiaatsanwalt.
* Kolmar, 2. Mai. (Priv.=Tel.)
Die Atmoſphäre iſt ſehr geladen. Soldaten mit
aufgepflanztem Bajonett ſtehen im Saal. Auch die heutige Sitzung
beginnt mit einem heftigen Zuſammenſtoß zwiſchen Verteidigung
einerſeits und Anklage und Vorſitzendem andererſeits. Dr.
Rick=
lin ſetzt ſeine geſtern begonnene Erklärung fort und ſtellt dabei
ſeine geſtrige Aeußerung, daß ſich die elſäſſiſche Bourgeoiſie an
Frankreich verkauft habe, dahin richtig, daß ſie keine Fühlung
mit dem Volke habe, wie die Wahlen ja gezeigt hätten. Dr.
Rick=
lin weiſt nach, daß ſeine Haltung während des Krieges
aus=
ſchließlich dem Dienſte der elſäſſiſchen Heimat gewidmet geweſen
ſei und beruft ſich dabei auf verſchiedene Dankesſchreiben, die von
der Polizei beſchlagnahmt worden ſeien. Dabei ereignet ſich nun
der oben erwähnte Zuſammenſtoß. Die Verteidiger ſuchen
näm=
lich in den zwei bis drei Kubikmeter Akten und Dokumenten nach
den betreffenden Briefen, können ſie aber nicht finden. Der
Pariſer Rechtsanwalt Berthon wirft nun dem Staatsanwalt vor,
er wolle die Verteidigung in eine Falle locken, indem er
nach=
her in ſeiner Anklagerede ſich auf Dokumente berufe, die niemand
kenne. Es müſſe nach der geſchäftlichen Vorſchrift ein
Doku=
menten=Verzeichnis vorhanden ſein. Das fehle aber, und die
Ge=
ſchworenen müßten doch von den Dokumenten Kenntnis erhalten.
Eine Frage, was die Geſchworenen nun zu tun gedächten,
beant=
wortete ein anderer Verteidiger mit dem Zwiſchenruf: „
Frei=
ſprechen!“ Hierzu bemerkt Staatsanwalt Fachot, er laſſe ſich nicht
herausfordern, ſondern ſpreche erſt, wenn er wolle. Dieſe
Be=
merkung ruft eine große Unruhe im Saal hervor, doch hält ſich
das Publikum angeſichts, der blinkenden Bajonette von einer
Kundgebung zurück. Dr. Nicklin ſetzt dann ſeine Erklärung
über
die geſchichtlich=politifche Entwicklung des Elſaß
fort. Er erwähnt den Fall Brogly, der während des Krieges zu
zehn Jahren Zuchthaus verurteilt worden war und dem er,
Ricklin, ſtets treu zur Seite geſtanden habe. Als man ſpäter
vom Selbſtbeſtimmungsrecht der Völker geſprochen
habe, habe er dieſes Recht auch für Elſaß=Lothringen
nAnſpruch nehmen wollen. An dieſer Stelle bemerkt der
Vorſitzende ausdrücklich, daß er Dr. Ricklin als dem
Hauptange=
lagten volle Redefreiheit gewähre. Ricklin ſpricht dann weiter
von den Möglichkeiten, die während des Krieges erwogen
wor=
den ſeien, das Elſaß zu Bayern oder zu Preußen zu ſchlagen,
und von den jedesmaligen Verſprechungen der deutſchen
maß=
gebenden Stellen, den Elſaß=Lothringern die Autonomie zu
geben. Sodann verlieſt er die Erklärung, die er damals im
Keichstag (am 23. Oktober 1918) abgegeben hat und worin er
das Angebot der Autonomie abgelehnt hat mit der Begründung,
aß das Schickſal Elſaß=Lothringens nunmehr durch die vierzehn
Bunkte Wilſons und die Friedenshoffnungen wohl entſchieden
verden würde. Ferner fügte er hinzu, daß das elſaß=
lothrin=
ſiſche Problem in jenem Augenblick bereits ein internationales
ſeworden war. Danach trat man in die Mittagspauſe ein.
In der Nachmittagsſitzung kam Dr. Ricklin auf den
Einmarſch der Franzoſen ins Elſaß
u ſprechen. Er ſchilderte zunächſt die Vorgänge, die ſich kurz
ſor dem 9. November in Straßburg abſpielten. Seine Abſicht,
urch einen Staatsſtreich die Macht in die Hände des
National=
ats zu bringen, ſei dadurch vereitelt worden, daß der
Soldaten=
at zuvorkam. Als der erſte franzöſiſche Oberkommiſſar für das
lſaß, Maringet, in Straßburg einzog, gab es für ihn keine
Folksvertretung. Er kümmerte ſich nicht um ſie und lehnte es
b, mit ihr zu arbeiten. Er ſei damals in einer gemeinen Weiſe
erleumdet und bei den Franzoſen denunziert worden. Damals
abe die Hetze begonnen, die ihn heute vor das Schwurgericht
ebracht habe. Die elſaß=lothringiſchen Politiker hätten damals
eſchloſſen gehabt, einen elſäſſiſchen Nationalrat und ein
Exeku=
bkomitee zu proklamieren, um die Geſchicke des Landes in die
and zu nehmen. Die einziehenden Franzoſen hätten aber die
echtsgültig gewählten Vertreter des Volkes nicht angehört. Er,
ſicklin, habe deutſchen Beamten, die auf ihren Poſten geblieben
ien, vollen Schutz zugeſichert. Man habe ſie trotzdem über die
ehler Brücke gejagt. Die Regierung habe von den Forderungen
er Volksvertreter keinerlei Notiz genommen. Dann wendet
h. die Darſtellung Ricklins jener Erklärung zu, die der
ationalrat
im Namen des elſäſſiſchen Volkes
gegeben hat. In dieſem Augenblick hätten die
Forderun=
en genannt werden müſſen, die das katholiſche Elſaß
Ir ſtellen hatte:
Erhaltung der deutſchen Sprache, der religiöſen Sonderart
des Landes und ſeiner eigenen Verwaltung. Wären damals
gleich dieſe Forderungen erhoben worden, dann hätte es nie
einen Autonomismus gegeben. Denn dann hätte Frankreich
durch ſeine Stellungnahme ſich feſtgelegt.
i dieſer Gelegenheit brandmarkte Dr. Ricklin das im Elſaß
ngeführte Denunziantentum und ſchilderte die Art
d Weiſe, wie er am 17. März 1919 auf Betreiben der „
Commiſ=
n de Triage” im Brückenkopf von Kehl interniert worden ſei,
i Erwähnung der Affäre Caillaux zeigt der Vorſitzende
merk=
ſe Ungeduld, doch ſetzt ſich die Verteidigung ſofort für Dr.
cklin ein. Er legt weiter dar, daß die allgemeine
Unzufrieden=
t im Elſaß nicht die Folge der autonomiſtiſchen Bewegung ſei,
idern daß ſie bereits nach dem Einzug der Franzoſen ihren
Anfang genommen habe. Die erſte Urſache ſei der Verſuch
ge=
weſen, die deutſche Sprache völlig beiſeite zu ſchaffen. In dieſem
Zuſammenhang gibt Ricklin folgende Erklärung ab: „Ich habe
es immer abgelehnt und ſpreche es heute und immer wieder aus:
Wir wollen Franzoſen bleiben und niemals nach Deutſchland
zurückkehren. Aber wir lehnen als gute Katholiken und gute
Elſäſſer jede bedingungsloſe Aſſimilation ab.” (Bravorufe im
Publikum, Drohung des Vorſitzenden mit Räumung des Saales.)
„Aber”, fährt Ricklin fort:
„Wir haſſen Deutſchland nicht, mit dem wir
durch Sprache und Blut verbunden ſind.
Denn wir ſind germaniſcher, und nicht keltiſcher
Raſſe.”
Richlin äußert ſich dann über den Autonomismus, der nicht
das Malgiſe geſchaffen habe, ſondern der die Folge des
Verfol=
gungsſyſtems und der Verwaltungsfehler ſei und mit
Separa=
tismus nichts zu vn habe. Wasaber die Autonomiſten
wollen, ſei in der Hauptſache, daß die
religiö=
ſen und kulturellen Angelegenheiten des
Lan=
des dem Einfluß der franzöſiſchen Kammer
entzogen würden. Mit dieſen Dingen habe das Ausland
nichts zu tun. Es käme ihm darauf an, mit dieſer Bemerkung
etwa vorhandene Hoffnungen des Auslandes gründlich zu
zer=
ſtören. — Endlich äußerte ſich Ricklin auf ein Frage des
Vor=
ſitzenden über die Zuſammenſetzung und die Rolle
des Schutztrupps, den die Anklageſchrift „Sturmtrupp”
nennt. Eine ſolche Rolle habe die Organiſation nie ſpielen
wol=
len. Sie ſei nach den ſkandalöſen Vorfällen in Kolmar vom
Auguſt 1926 nötig geworden. Wenn der Präfekt die Autonomiſten
vor einem Ueberfall nicht zu ſchützen vermag, dann müßten ſie
ſich ſelbſt ſchützen. Ricklin betont am Ende ſeiner Ausführungen,
die er, ohne unterbrochen zu werden, machen konnte, daß ſein
elſäſſiſcher Patriotismus echt und ehrlich und der einzig
mög=
liche ſei. Man könne von ihm, der
in deutſcher Zeit groß geworden
ſei, nicht verlangen, daß er enthuſiaſtiſchen Patriotismus zeige.
Der Vorſitzende: „Sie beleidigen mit dieſer Bemerkung die
El=
ſäſſer, die unter der franzöſiſchen Fahne gefallen ſind.‟ Der
Zwiſchenfall wird durch die Verteidigung weiter ausgenützt.
Mit dem Schluß der Ricklinſchen Ausführungen, der wörtlich
lautet: „Meine Wähler haben mich freigeſprochen, nun warte ich,
meine Herren, auf Ihren Spruch”, iſt nur der erſte Teil der
Vernehmung beendet. Es wird nun der Vorſitzende Fragen an
Ricklin richten und dabei beſonders einen Punkt berühren, der
heute ſchon Gegenſtand der Diskuſſion war, nämlich jene
brief=
liche Aeußerung Ricklins, daß Autonomie im Rahmen
Frank=
reichs nur eine Faſſade ſei. Ricklin konnte auf eine ihm heute
geſtellte Frage dieſe Aeußerung nicht in Zuſammenhang mit
ſeinen heutigen Darlegungen bringen. Die erwähnte Aeußerung
bildet den Hauptvorwurf, den die Anklageſchrift Richlin macht.
Unmittelbar vor Schluß der Nachmittagsſitzung ereignete ſich noch
ein Zwiſchenfall,
der zunächſt die Fortführung des Prozeſſes zu gefährden ſchien.
Mautre Berthon verfügt in der Provozierung ſolcher
Zuſammen=
ſtöße, wie man ſie in ſeinen Prozeſſen bereits mehrfach erlebt hat,
über ein ganz erhebliches Geſchick. Diesmal kam aber ſein
Vor=
ſtoß ganz unerwartet. Nachdem Ricklin ſein Expoſé beendet,
er=
hob ſich ſein Verteidiger und verlas aus einer Nummer des
„Elſäſſer Kurier” eine Kaiſerrede, die ein Leutnant
der Reſerve Coen im Jahre 1918 gehalten hatte.
Dieſer deutſche Reſerveleutnant iſt niemand
andes, als der eine der beiden Beiſitzer dieſes
Prozeſſes, Conſeiller Coen. Berthons Abſicht war
klar. Sie wurde durch die Frage verdeutlicht: „Kann man
an=
nehmen, daß dieſer Richter unbefangen iſt?‟ Darauf erhob
ſich der Generalſtaatsanwalt und nahm Coen in Schutz. Er ſei
1918 noch jung geweſen und habe Frankreich nicht gekannt. Der
Uebergang habe ihn aber zu einem guten Franzoſen gemacht, an
deſſen nationaler Geſinung nicht gezweifelt werden dürfe. Einen
Vergleich zwiſchen ihm und „einem Ricklin” könne er nicht
zu=
laſſen. Ervegt ſpringt Berthon auf und proteſtiert in heftigſter
Form gegen dieſe Bemerkung. „Ein Ricklin iſt Ihrer, Herr
Staatsanwalt, wert.” In dieſen Worten erblickt Herr Fachot
eine Beleidigung und beantragt ein Einſchreiten gegen Berthon.
Nach mehr als einſtündiger Beratung wird die Sitzung wieder
eröffnet und der Zwiſchenfall noch einmal ſehr breit erörtert.
Nach ſehr heftiger Debatte erklärt am Ende Berthon, es könne
nicht, als Beleidigung aufgefaßt werden, wenn der
General=
ſtaatsanwalt mit einem Abgeordneten des franzöſiſchen Volkes
auf eine Stufe geſtellt werde. — Auf die Frage des
General=
ſtaatsanwalts, ob Berthon gewillt ſei, die Beleidigung
zurück=
zunehmen und ſich zu entſchuldigen, entſchuldigt ſich Berthon,
wenn durch ſeine Worte Herr Fachot ſich beleidigt gefühlt habe.
Damit iſt der Zwiſchenfall beigelegt. Der Staatsanwalt ſchließt
die Debatte mit der Bemenkung: „Es iſt aber das letziemal”.
Morgen wird der Vorſitzende in der Vernehmung Ricklins
fortfahren.
Emiſſion der Reparations=
Schuldverſchreibungen?
Von
Dr. Otto Leibrock, Berlin.
Wir bringen die nachſtehenden Aeußerungen ſehr
gern zur Kenntnis unſerer Leſer, trotzdem ſich unſere
Auffaſſung durchaus nicht in allen Punkten mit
ihnen deckt. Die angeſchnittene Frage iſt aber von
ſo außerordentlicher Bedeutung, daß es ſehr
er=
wünſcht wäre, wenn ſich die öffentliche Meinung in
Deutſchland ſehr eingehend mit ihr befaßte und wenn
ſie durch eine ſachliche Erörterung von allen Seiten
beleuchtet würde.
Die Schriftleitung.
Vor kurzem hat der franzöſiſche Miniſterpräſident eine Rede
gehalten, in der er am Schluſſe auch auf den Dawes=Plan zu
ſprechen kam. U. a. führte er aus, daß bei einer der nächſten
Dawes=Annuitäten es möglich ſei, zu prüfen, wann die in dieſem
Plan vorgeſehenen Eiſenbahn= und Induſtrie=Obligationen
pla=
ciert werden könnten. Verſchiedene deutſche Kreiſe erklärten ſich
ſofort damit einverſtanden und verſuchten die öffentliche
Mei=
nung nach dieſer Richtung zu beeinfluſſen, ohne die damit
ver=
bundenen Nachteile hervorzukehren.
In dieſem Rahmen, ſoll deshalb die finanzwirtſchaftliche
Seite einer Betrachtung unterzogen werden. Daß
franzöſiſcher=
ſeits das Augenmerk auf die hypothekariſch geſicherte deutſche
Verpflichtung in Geſtalt der gegenüber den
Reparationsgläubi=
gern beſtehenden Obligationsſchuld der Deutſchen Reichsbahn=
Geſellſchaft und der deutſchen Induſtrie gerichtet wird, iſt nicht
verwunderlich, übrigens auch nicht neu; iſt doch im Laufe des
Jahres 1926 dieſer Gedanke mehrmals in die franzöſiſche Preſſe
lanciert worden. Das franzöſiſche Augenmerk iſt dabei auf die
Sanierung der Finanzen des Landes gerichtet; denn nur die
Stabiliſierung des Franken kann der franzöſiſchen Volkswirtſchaft
die alte Lebenskraft verleihen, da die Spekulation bei
kommer=
ziellen Geſchäften dadurch im Rahmen des Möglichen auf ein
Minimum beſchränkt wird. Die Verwirklichung des
Poincaré=
ſchen Planes deckt ſich auch mit dem Londoner Abkommen.
Da=
nach ſind für 11 Milliarden Goldmark Schuldverſchreibungen der
Induſtrie den in Betracht kommenden beiden Treuhändern
über=
geben worden. Der Zinſen= und Tilgungsdienſt dieſer
Schuld=
verſchreibungen beträgt 5 plus 1 Prozent, d. ſ. im Normaljahre
660 Millionen Goldmark für die Reichsbahn und 300 Millionen
Goldmark für die Induſtrie. Für die Schuldentilgung wurde
im Plan ein Zeitraum bis zum 1. Dezember 1964 in Ausſicht
genommen. Die Treuhänder ſind berechtigt, die in ihren Händen
befindlichen Schuldverſchreibungen mit Genehmigung der
Repara=
tionskommiſſion zu verkaufen oder zur Sicherſtellung neuer
Wert=
papiere zu benutzen.
Zunächſt ſei nun die Frage aufgeworfen: Wird die Emiſſion
ſchon bald erfolgen? Die Frage kann man verneinen. Die
Gründe hierfür ſind ſowohl politiſcher als auch
finanzwirtſchaft=
licher Art. In politiſcher Beziehung ſprechen hiergegen die überall
ſtattfindenden Wahlen. Vor dem Frühjahr 1929, dem
Amts=
antritt des zu wählenden amerikaniſchen Präſidenten, iſt
ſicher=
lich nicht damit zu rechnen, daß eine ernſthafte Erörterung über
die Reviſion des Geſamtſchuldenproblems erfolgen wird. Hierzu
kommt noch, daß es für die Durchführung einer ſo wichtigen
Ope=
ration einer ruhigen und abgeklärten politiſchen Atmoſphäre
be=
darf, die aber im laufenden Jahre mit ſeinen bei uns wie in
Frankreich ſtattfindenden Parlaments= und Gemeindewahlen
nicht vorhanden iſt.
Die finanzwirtſchaftlichen Geſichtspunkte, die gegen die
Emiſ=
ſion ſprechen, ſind in der Verzinſung und in der Transferklauſel
zu ſuchen. Die Verzinſungsbaſis von 5 Prozent wird dem durch
hoch verzinsliche Anleihen verwöhnten internationalen
Kapital=
markt nicht genügen, trotz des vorzüglichen Rufes der Reichsbahn
und der deutſchen Induſtrie im Ausland. Andererſeits werden
die Reparationsgläubiger auch nicht den Verluſt tragen wollen,
der ſich bei Emiſſion unter dem Nominale ergibt.
Was nun die im Dawes=Plan vorgeſehene Transferklauſel
anlangt, die die Sicherung der Stabilität der deutſchen Währung
zum Ziele hat, ſo wird das Beſtreben der ausländiſchen
Kapi=
taliſten darauf gerichtet ſein, den Zinſen= und Tilgungsdienſt in
ausländiſcher Währung ſicherzuſtellen, mit anderen Worten,
Garantien gegen eine plötzliche Einſtellung des Dienſtes der
Schuldverſchreibungen im Hinblick auf die Schwierigkeiten zu
ver=
langen, die ſich aus den Transfervorſchriften ergeben.
Alles in allem genommen, ſehen wir alſo, daß das Projekt
viele Wenn und Aber enthält, daß es außerordentlich verwickelt
iſt. Für uns kommt es darauf an, wachſam zu ſein und zu
ver=
langen, daß keine neue Belaſtung erfolgt, daß weiter vom
Transferkomitee die währungsſchützende Transferklauſel aufrecht
erhalten wird.
Es gibt allerdings auch bei uns Stimmen, die glaubhaft zu
machen verſuchen, daß der Wegfall der Transferklauſel bei der
Emiſſion der Obligationen uns nicht ſchaden könnte. Dieſe Rufer
im Streit vergeſſen aber, daß die Transferierung bis jetzt nur
durch geborgte hochverzinsliche Zahlungen möglich war.
Deutſch=
land mußte neue Schulden aufnehmen, um ſeine alten zu
be=
gleichen. Wir dürfen deshalb unter keinen
Um=
ſtänden die Beſeitigung der Transferklauſel
zulaſſen.
Schließlich darf bei der ganzen Regelung neben der Gefahr
der Einengung des ausländiſchen Kapitalmarktes für
Deutſch=
lands Kreditwunde auch der Geſichtspunkt nicht vergeſſen
wer=
den, daß durch den Verkauf der Obligationen an Private der
Entſcheidung, ob. Deutſchland weiter in der Lage iſt, die ihm
durch das Dawes=Gutachten aufgebürdeten Laſten zu tragen, in
gewiſſem Sinn vorgegriffen wird. Durch eine derartige
Rege=
lung würden die Reparationsverpflichtungen ihren politiſchen
Charakter verlieren und zu reinen Privatſchulden werden. Auf
Seite 2
Donnerstag, den 3. Mai 1928
Nummer 123
dieſem Wege begäbe ſich Deutſchland eines wichrigen Trumpfes,
der bei künftigen weltpolitiſchen Verwicklungen eventl. eine
aus=
ſchlaggebende Rolle ſpielen kann.
Warum ſollen wir uns durch Sirenenklänge betören und
auf den Dawes=Plan als feſtſtehende Größe feſtlegen laſſen? Es
dürfte wohl keinen vernünftigen Menſchen geben, der einen
ſol=
chen Schritt billigen würde. Geben wir uns doch keinen
Illu=
ſionen hin, daß uns irgend eine Gläubigernation zu Hilfe kommt.
Achten wir vielmehr darauf, daß wir uns nicht wieder, wie ſchon
einmal, zu Abenteuern in der Reparationsfrage angeregt fühlen,
die dann das deutſche Volk und die deutſche Wirtſchaft mit
ſchwe=
ren Schäden bezahlen müſſen. Beſtehen wir angeſichts der überall
lauernden Gefahren feſt auf unſerem Recht und werden wir nicht
müde, das uns im Art. 231 des Verſailler Vertrages erpreßte
Schuldbekenntnis als das hinzuſtellen, was es wirklich iſt,
näm=
lich ein Geſtändnis auf der Folter. Nur ſo können die Schranken
fallen.
Diejenigen Volksgenoſſen aber, die anderer Auffaſſung ſind,
mögen ſich ſtets die Tribut=Normalleiſtung vor Augen halten.
2,5 Milliarden Goldmark müſſen jährlich aus der deutſchen
Volks=
wirtſchaft an das Ausland abgeführt werden; das ſind in der
Sekunde 80 Goldmark, in der Minute 480 Goldmark, in der
Stunde 288 000 Goldmark, je Tag 6 912 000 Goldmark, im Monat
207 360 000 Goldmark. Angeſichts dieſer Ziffern kann es nur die
eine Parole geben: Einig feſthalten an unſerem
Recht!
Rot=Front vor dem Staatsgerichtshof
Keudells Niederlage.
Leipzig, 2. Mai.
Der 4. Strafſenat des Reichsgerichts, der ſich als
Rechtsnach=
folger des Staatsgerichtshofes heute vormittag mit dem Einſpruch
der 16 Länderregierungen gegen das vom Reichsinnenminiſter
beantragte Verbot des Roten Frontkämpferbundes beſchäftigte,
hat nach einer vertraulichen Beratung folgende Entſcheidung
ge=
fällt:
„Die Weigerung der Landes=Zentral=Behörden, dem
Er=
ſuchen des Reichsinnenminiſters ſtattzugeben, iſt begründet. Die
Koſten des Prozeſſes werden dem Reiche auferlegt.”
Zu der Entſcheidung erblärt der Senat, daß die geſetzlichen
Vorausſetzungen für das vom Reichsinnenminiſter verlangte
Verbot des Roten Frontkämpferbundes nicht als gegeben
ange=
ſehen werden können. Weiter wird ausgeführt, daß der Senat
die Vorausſetzung des § 129 R.=Str.=G.=B. für den ganzen
Roten Frontkämpferbund nicht als gegeben erachtet. In Frage
könnten nur Einzelverbote kommen für beſtimmte Ortsgruppen
und Gaue, bei denen ein Beweis gegen ſie vorliege. Dieſe
Ver=
bote ſtänden aber heute nicht zur Verhandlung.
* Die Entſcheidung des Staatsgerichthofes, der ſich gegen
den Reichsinnenminiſter und ſein beantvagtes Verbot des Roten
Frontkämpferbundes ausſprach, bedeutet — darüber beſteht kein
Zweifel — für Herrn v. Keudell perſönlich eine ſchwere
Nieder=
lage. Er iſt in eine ſehr unbequeme Lage hineingedrängt
wor=
den durch die Weigerung von nicht weniger als 16 deutſchen
Ländern, dieſes Verbot durchzuführen, und er hatte eigentlich
nur die Hoffnung, daß nach der ſachlichen Seite hin das
Reichs=
gericht ſein Verlangen billigen würde. Auch darin ſieht er ſich
getäuſcht, ſo daß er jetzt von allen Seiten verlaſſen iſt und ſich
einem begreiflichen Hohngelächter ſeiner linken Oppoſition
ausge=
ſetzt ſieht. Er kann zwar darauf hinweiſen, daß ähnliche Fälle vor
dem Staatsgerichtshof ſchon vorgekommen ſind. Wir brauchen nur
zu erinnern, daß die preußiſche Regierung mit ihrem Verbot der
Vevbindung „Olympia” unterlag, aber ſo ſtark zugeſpitzt auf eine
beſtimmte Sache und eine beſtimmte Perſon war die Situation
doch noch nicht, und gerade das iſt es, was die Lage politiſch ſo
unbequem macht. Vielleicht würde ſich in normalen Zeiten
ſo=
gar die Notwendigkeit eines Rücktritts des Reichsinnenmiiſters
ergeben. Aber auch in den Kreiſen der Partei v. Keudells denkt
heute kein Menſch an dieſe Möglichkeit, weil das Kabinett in
ſeiner Lebensdauer ja ſowieſo bis nach den Wahlen begrenzt iſt.
Die Begründung des Urteils wird wohl bis zum Montag
vorliegen. Solange iſt es natürlich unmöglich, irgendwelche
Schlüffe zu ziehen. Bemerken wollen wir noch, daß auch der
Präſident von Weſtfalen, der dem Zentrum angehörende Herr
Gronowſki, ein ähnliches Verbot für Dortmund ausgeſprochen
hatte, ſich damit aber auch vor dem Staatsgerichtshof nicht
durch=
zuſetzen vermochte. Herr v. Keudell und Herr Gronowfki haben
beide das Gleiche getan. Letzterer brauchte ſich aber nicht ſolch
ſcharfen Angriffen auszuſetzen, wie der Reichsinnenminiſter ſie
auch von dem Zentrum heraus hören mußte.
Vom Tage.
Man teilt mit, daß die Flieger der „Bremen” am 8. Mai
einen Rundflug durch die Vereinigten Staaten
an=
treten werden.
Der Ausſchuß für die Verfaſſungsreform tritt
am 4. Mai zu einer konſtituierenden Sitzung zuſammen. Die
Ein=
ſetzung wurde bekanntlich auf der im Januar ds, J8. ſtattgefundenen
Länderkonferenz beſchloſſen. Seine Konſtituierung hat ſich aber bisher
immer wieder in die Länge gezogen, da verſchiedene Ländervertreter
noch nicht ernannt waren.
Der deutſche Botſchafter von Hoeſch hat in den geſtrigen
Abendſtunden den Generalſekretär des Auswärtigen Amtes, Berthelot,
beſucht, um die Wünſche Dr. Streſemanns zu einer
bal=
digen Geneſung Briands zu überbringen.
Das ungariſche Auslieferungsbegehren für Bela
Khun iſt jetzt in Wien eingetroffen.
Der Senior der neuen franzöſiſchen Kammer wird
Abgeordneter Libille ſein, der im Jahre 1847 geboren wurde.
Er iſt ſeit 1889 ohne Unterbrechung Abgeordneter. Der frühere Senior,
der bekannte Bevölkerungsapoſtel Pinard, hat ſeine Kandidatur nicht
mehr aufgeſtellt.
Kurz vor Mitternacht nahm das engliſche Unterhaus den
von der Regierung eingebrachten Antrag an, die Abgabe auf
Keroſin, die Churchill in ſeiner letzten Budgetrede eingeführt hatte,
wieder aufzuheben. Der Beſchluß tritt ſofort in Kraft,
Wie aus Angora gemeldet wird, wird hier nach Angaben des
Außenminiſteriums der König von Afghaniſtan am 22. Mai
erwartet.
Die Beſetzung Tſinan=fus durch die Südchineſen
wird ſowohl durch Telegramme aus Nord= und Sütdchina, als auch
durch amtliche Meldungen aus China beſtätigt. Der Weg nach
Nor=
den iſt hiermit für die Südchineſen frei.
Das japaniſche Kabinett hat eine Umbildung
vorgenommen. Der Innenminiſter iſt zurückgetreten, angeblich,
weil die Polizei ſozialiſtiſche Ppeſſevertreter mißhandelt hatte.
Poincarés Kabinett demiſſioniert nicht.
Paris, 2. Mai.
Die Miniſter ſind heute vormittag unter dem Vorſitz des
Präſidenten der Republik zuſammengekommen, um über die
durch die Wahlen geſchaffene Lage zu beraten. Die hierüber
ausgegebene amtliche Mitteilung beſagt: Der Miniſterpräſident
iſt im Einvernehmen mit allen ſeinen Kollegen der Anſicht
ge=
weſen, daß der Wahlkörper die Politik der Regierung gebilligt
hat und unter dieſen Umſtänden für das Kabinett kein Anlaß
vorliegt, dem Präſidenten der Republik ſeine Demiſſion zu
über=
reichen. Infolgedeſſen wird die Regierung in ihrer jetzigen Form
ſich am 1. Juni dem Parlament vorſtellen und ihr Programm
für die nächſte Geſetzgebungsperiode bekanntgeben. Der
Miniſter=
rat wird noch vor dieſem Zeitpunkt den Arbeitsminiſter Fallieres,
deſſen Demiſſion angenommen wurde, erſetzen, und hat ihn
er=
ſucht, bis zur Ernennung ſeines Nachfolgers die Geſchäfte des
Miniſters weiterzuführen.
Der Prozeß gegen die deutſchen Ingenieure.
* Berlin, 2. Mai. (Priv.=Tel.)
Dem deutſchen Botſchafter in Moskau iſt von der ruſſiſchen
Regierung mitgeteilt worden, daß der Prozeß gegen die deutſchen
Ingenieure in der zweiten Maihälfte beginnen wird. In der
ruſſiſchen Preſſe wird als Termin der 22. Mai genannt.
Darüber liegt aber an amtlicher Stelle noch keine Beſtätigung
vor. Der deutſche Berater der Angeklagten, Rechtsanwalt
Munte, begibt ſich in den nächſten Tagen nach Moskau,
nachdem die ruſſiſche Regierung ſeine Einreiſegenehmigung
er=
teilt hat.
Ein neuer Schulkonflikt in Oſioberſchleſien.
* Berlin, 2. Mai. (Prib.=Tel.)
Am 21. Mai finden in Polniſch=Oberſchleſien die
Anmel=
dungen für die deutſchen Minderheitsſchulen ſtatt. Nach dem
letzten Haager Urteil dürfen die Polen den deutſchen Eltern keine
Hinderniſſe in den Weg legen. Es ſieht aber nicht ſo aus, als ob
die Polen die Neueinſchulung reibungslos vornehmen wollen.
Das Organ des Kattowitzer Wojewoden läßt durchblicken, daß
neue Gewaltmittel angewendet werden ſollen, um die deutſchen
Schulen zu entvölkern. Die Schulen müßten langſam
verſchwin=
den, und dazu ſolle diesmal der Anfang gemacht werden. Wir
müſſen uns alſo darauf gefaßt machen, daß Ende Mai ein neuer
Schulſtreit in Oſtoberſchleſien entſteht, zumal die Polen bisher
ſich wenig an die Innehaltung internationaler Vereinbarungen
gehalten haben.
Die engliſch=ägnptiſche Kriſe.
Die ägyptiſche Antwort auf das engliſche
Ultimatum.
EP. London, 2. Mai.
Am Dienstag abend wurde dem engliſchen Oberkommiſſar
Lord Lloyd die ägyptiſche Antwort auf das engliſche Ultimatum
übergeben, nachdem das Kabinett drei Stunden lang die
Ange=
legenheit erneut erörtert hatte. Informationen der „Times”, die
im allgemeinen mit denen der engliſchen und der ägyptiſchen
Preſſe übereinſtimmen, beſagen, daß die ägyptiſche Regierung
ihren guten Willen mit der Vertagung der Verhandlungen über
das Verſammlungsgeſetz beweiſen wolle, im übrigen aber die
Pflicht Aegyptens betone, die Unabhängigkeit zu bewahren und
eine Einmiſchung in die inneren Verhältniſſe nicht zuzulaſſen.
Die europäiſchen Kreiſe in Aegypten glauben, daß die
Ant=
wort der ägyptiſchen Regierung nicht genügen
würde. Es ſind bereits Gerüchte im Umlauf, die von einer
mög=
lichen Auflöſung des ägyptiſchen Parlaments
ſprechen. Der Text der Note iſt in London noch nicht
ver=
öffentlicht.
Englands Peto.
EP. London, 2. Mai.
Die akute Kriſe in den engliſch=ägyptiſchen Beziehungen iſt
überwunden, jedoch nicht endgültig beigelegt. Die ägyptiſche
Antwortnote, die am Mittwoch früh im Foreign Office
eintraf, iſt ein längeres Schriftſtück, das beſagt, daß die
Verhandlungen über das Verſammlungsgeſed
bis zum November vertagt werden. Sie drückt i
übrigen die Hoffnung aus, daß die gegenwärtigen
Schwievig=
keiten überwunden werden können und entſpricht auch den
Vor=
usſagen der engliſchen und ägyptiſchen Preſſe.
Das engliſche Kabinett erörterte in langer Sitzung die
ägyp=
tiſche Note und ſandte eine telegraphiſche Antwort an den
eng=
liſchen Oberkommiſſar in Aegypten, Lord Lloyd, die ſpäter von
Chamberlain im Unterhaus bekannt gegeben wurde. Die
eng=
liſche Regierung erklärt ſich durch die Vertagung der
Verhand=
lungen über das Verſammlungsgeſetz zwar befriedigt, wiederholt
aber ihre Forderung, daß das Geſetz in ſeiner gegenwärtigen
Form nie wieder aufleben dürfe. Die engliſche Regierung nimmt
davon Kenntnis, daß die Zuſage und der Beſchluß des
ägyp=
tiſchen Kabinetts in Uebereinſtimmung mit dem ernſten Wunſch
der ägyptiſchen Regierung erfolgt iſt, zu einer Einigung zu
ge=
langen. Die engliſche Regierung ſieht ſich daher zu der
An=
nahme berechtigt, daß die ägyptiſche Regierung
jedes Wiederaufleben der Kontroverſe, die zu der
gegenwärtigen Kriſe geführt hat, ſorgfältig vermeiden
wird.. Da jedoch die ägyptiſche Regierung keine
weiteren Einzelheiten über ihre Abſichten
hin=
ſichtlich des Verſammlungsgeſetzes bekannt gegeben hat, ſo
erachtet es die engliſche Regierung für angebracht,
keinen Zweifel darüber zu laſſen, daß ſie
ge=
wiſſe Beſtimmungen des Geſetzes als eine
Schwächung der ägyptiſchen Staatsgewalt, die
für die Aufrechterhaltung der Ordnung und den Schutz des
aus=
ländiſchen Eigentums verantwortlich iſt, anſieht. Wenn
da=
her die in Frage ſtehenden Geſetzesmaßnahmen wieder
aufgerollt oder wenn irgendwelche anderen Maßnahmen
er=
griffen werden ſollten, die ähnliche Gefahren in ſich enthielten,
ſo würde ſich die engliſche Regierung wieder
zur Intervention wie im gegenwärtigen Augenblick
ver=
pflichtet fühlen. Dieſe Erklärung ſtützt ſich auf die hiermit
nochmals bekräftigten Bedingungen, unter denen England der
ägyptiſchen Ungbhängigkeit zugeſtimmt hat. Die engliſche
Regie=
rung iſt feſt entſchloſſen, auf der genaueſten Durchführung der
Beſtimmungen zu beſtehen und werde keinerlei Abänderung oder
Nichtachtung zulaſſen. Mit dieſer Note hat ſich alſo England
das Vetorecht, zum mindeſten ſoweit die vier Vorbehalte der
Deklaration von 1922 in Frage kommen, nochmals ausdrücklich
geſichert. Chamberlain hat zugegeben, daß auf ſeine Veranlaſſung
hin die engliſchen Kriegsſchiffe nach Aegypten geſandt worden
ſeien. Er erklärte aber, daß auf Grund der ägyptiſchen Note
Gegenbefehl erlaſſen worden ſei.
*Rat Hermann Sonne †
Am Sonntag iſt Rat Hermann Sonne nach längerem
Kran=
kenlager verſchieden. Die Einäſcherung fand auf Wunſch des
Verſtorbenen geſtern vormittag in aller Stille ſtatt. Mit Hermann
Sonne iſt eine Perſönlichkeit heimgegangen, die jahrzehntelang
im Mittelpunkt des künſtleriſchen Lebens in Darmſtadt ſtand und
die in einer beiſpielloſen Arbeitsfreudigkeit und fruchtbarer
Ini=
tiative die Kunſt Darmſtadts, beſonders die Muſik, fruchtbar
be=
einflußte. Hermann Sonne iſt 63 Jahre alt geworden. Viele
Jahrzehnte ſeines Lebens galten der Oeffentlichkeit, der Kunſt
und damit der Stadt Darmſtadt. Eine beſonders raſtloſe und
erfolgreiche Tätigkeit hat der Verſtorbene im und für den Richard=
Wagner=Verein entfaltet. Da dieſer Verein jahrzehntelang eine
führende Stelle im Muſikleben Darmſtadts einnahm, wurde ſein
Wirken vorbildlich und fruchtbar für das geſamte Muſikleben.
Hermann Sonne, ein Sohn des bekannten Mitbegründers
des „Handbuchs der Ingenieurwiſſenſchaften” Eduard Sonne,
war zwar nicht Darmſtädter von Geburt, aber von Herzen. In
ſeiner Geburtsſtadt Hannover, wo er am 3. März 1865 das
Licht der Welt erblickte, verlebte er nur ſein erſtes Lebensjahr,
die ſechs folgenden in Stuttgart. Vom Frühjahr 1872 an, wo
ſein Vater, einen Ruf vom Stuttgarter an das Darmſtädter
Polytechnikum erhielt, war Darmſtadt ununterbrochen der
Schau=
platz ſeines Lebens, wenn man von ſeinen Studienjahren abſieht.
Er beſuchte zunächſt das Reinhardtſche Knabeninſtitut, von da
kam er in das Realgymnaſium und dann in das Gymnaſium.
Im Herbſt 1884 bezog er die Univerſität Leipzig. Nach drei
Seme=
ſtern vertauſchte er das theologiſche Studium mit dem juriſtiſchen
und ſiedelte an die Landesuniverſität Gießen über. Nach dem
Beſtehen des Staatsexamens (1893) war er als Aſſeſſor ein
Jahr lang an dem Landgericht und Oberlandesgericht in
Darm=
ſtadt tätig, dann kam er als Sekretär, ſpäter mit dem Titel als
„Rat”, an das Oberkonſiſtorium, wo er bis zu ſeiner Verſetzung
in den Ruheſtand wirkte.
Schon als eand. jur. finden wir ihn im Jahre 1888 unter
denen, die damals den Darmſtädter Zweigverein des Richard=
Wagner=Vereins ins Leben riefen. Sonne war auch
Vorſitzen=
der des Allgemeinen Richard=Wagner=Vereins und Vorſitzender
der Darmſtädter Ortsgruppe der Richard=Wagner=
Stipendien=
ſtiftung, und als ſolcher hat er ſich zahlreiche begeiſterte
Wagne=
rianer dadurch verpflichtet, daß er ihnen den Beſuch der
Bay=
reuther Feſtſpiele ermöglichte.
Ebenfalls in ſeiner Liebe zur Kunſt wurzelte ſeine
journa=
liſtiſche Tätigkeit. Seit dem 2. Auguſt 1891 war er ununterbrochen
bis jetzt als Theater= und Muſikreferent der „Darmſtädter
Zei=
tung” tätig. Daneben war er ſtets Mitarbeiter zahlreicher deut=
ſcher Tageszeitungen und faſt aller Muſikzeitungen Deutſchlands,
Oeſterreichs und der Schweiz. Für das Darmſtädter Schrifttum
wurde er weiterhin dadurch bedeutungsvoll, daß er vor dreißig
Jahren den Journaliſten= und Schriftſtellerverein für Darmſtadt
ins Leben rufen half.
Sein Organiſationstalent bewährte ſich auch in der
Grün=
dung und Leitung des Darmſtädter Vortragsverbandes, die von
1905 bis zu deſſen Erlöſchen im Jahre 1916 ausſchließlich in
ſeiner Hand lag. Er führte dadurch eine Reihe namhafter Dichter,
Redner und Rezitatoren hierher.
Ein beſonderes Verdienſt erwarb ſich Rat Sonne um die
evangeliſche Bevölkerung Heſſens durch die im Februar 1903
unter ſeiner Mitwirkung erfolgte Gründung des „Evangeliſchen
Nachrichtenverbandes, für Heſſen”, der die Aufgabe hat, die
Tages=, Sonntagsblatt= und Gemeindeblattpreſſe mit chriſtlichem
Leſeſtoff zu verſehen. Auch dieſe ausgedehnte Tätigkeit übte
Sonne ehrenamtlich aus. Tauſende von Aufſätzen und Artikeln
ſind hierbei jahraus, jahrein durch ſeine Hände gegangen. In
ähnlicher Weiſe wirkte er während der ganzen Dauer des Krieges
als offizieller Preſſevertreter des Roten Kreuzes für Heſſen.
In dieſen Rahmen fällt auch Sonnes emſige Wirkſamkeit als
Mitglied des Deutſchen Kirchengeſangvereins. Ein
Vierteljahr=
hundert lang, von 1896 bis 1921, war er als Redakteur des
„Korreſpondenzblattes des Evangeliſchen Kirchengeſangvereins
für Deutſchland” tätig, das 1921 einging.
Als in den Revolutionstagen ein „Heſſiſcher Arbeitsrat für
Kunſt” gegründet wurde, wollte man Sonnes Mitwirkung dabei
nicht entraten. So wählte man ihn in verſchiedene Ausſchüſſe, vorzüglicher Weiſe durchführte. Liebevolle Kleinarbeit und
Die einzigen heute noch vorhandenen Ausſchüſſe ſind der Preſſe=
und der Theaterausſchuß, denen Sonne noch angehörte.
Abgeſehen von unzähligen lokalen Veranſtaltungen (
nament=
lich für Wohltätigkeitszwecke), war Sonne die Seele der Jahr= Geringerer bearbeitet hat als F. Buſoni, zu reizvollſter
Wirkung=
hundertfeiern, die in Darmſtadt in den Jahren 1899, 1905 und
fanden.
Außer manchen anderen Vereinen ſeien noch der Literariſche
Vereinstätigkeit in ihrer Vielſeitigkeit zu kennzeichnen.
Opfer=
willig hat Sonne ſeine Zeit und ſeine ganze Perſönlichkeit in
den Dienſt ernſter Zeitaufgaben geſtellt und durch ſeinen Fleiß,
ſeine Ausdauer und ſeine Uneigennützigkeit ein leuchtendes
Bei=
ſpiel idealer Selbſtverleugnung gegeben. Sonne gehörte nie zu
denen, die nach eigenem Ruhm und nach eigenen Ehren ſtreben,
benden Zieles zu tun.
einem Kulturfaktor für Darmſtadt geworden, zu einer Perſön= Schmitt und ſein Orcheſter gefeiert; alle haben es verdient. L
lichkeit, deren geiſtiges Wirken vor allem auch durch ſeine
lang=
jährige kunſtkritiſche Tätigkeit, die nie zerſetzend, ſtets aufbauend
und vor allem die Kunſt der Vaterſtadt fördernd war, weit über
Darmſtadt hinaus geht. Er war auch wiederholt für unſer Blatt
kritiſch tätig.
Der intenſiven Arbeitskraft, dem beiſpielloſen Fleiß, den
Hermann Sonne in ſeiner vielverzweigten Tätigkeit neben ſeinem
beruflichen Wirken entfaltete, war ſeine körperliche Geſundheit
nicht gewachſen. So waren ihm nur wenige Jahre des wirklich
verdienten Ruheſtandes beſchieden. Das aber iſt getriß: Nichl
nur die, die Hermann Sonne kannten, ſondern die ganze Stadt
Darmſtadt und weite Kreiſe darüber hinaus werden ihm eiſ
unvergängliches Gedenken bewahren. R. i. P.
*9. Akademie=Konzert.
Es iſt wirklich erſtaunlich, was der ſtädtiſche Muſikdirektor
W. Schmitt aus dem früheren Inſtrumentalverein gemacht hat.
Das verdient, immer wieder von neuem betont zu werden. Der
Inſtrumentalverein, verſtärkt durch das Orcheſter der Städtiſchen
Akademie für Tonkunſt und Mitglieder des Stadtorcheſters, hat
im Laufe dieſes Konzertwinters ſo überzeugende Proben von
Ehrgeiz und Leiſtungsfähigkeit abgegeben, daß dieſe Konzene
ein vollwertiger Faktor im Muſikleben Darmſtadts geworden ſind.
Das iſt in erſter Linie das Verdienſt des energiſch arbeitenden
und ganz der Sache dienenden Leiters, der auch geſtern wieder
ein vorzügliches Programm zuſammenſtellte und dies in ebenſd
ſchwungvolles Muſizieren verhalf einer Gavotte aus Idomeneb,
zum Konzertvortrag eingerichtet von C. Ramrath, und einer
Konzertſuite gleichfalls aus der Muſik zu Idomeneo, die kein
Ein ſehr heikler Satz für die Holzbläſer im Feſtmarſch, dem
1913 zu Ehren Goethes, Schillers und Richard Wagners ſtatt= dritten Teil der Suite, gelang überraſchend, und ſo ſchloß ſich die
Leiſtung des Orcheſters durchaus würdig an dem geradezu idealen
Zuſammenſpiel der Buſch=Genoſſen G. Andreaſſon und K.
Verein und der ehemalige Flottenverein genannt, um Sonnes / Doktor. Das war wirklich noch Klangſchönheit, rhythmiſche
Präziſion, ſtiliſtiſche Einfühlung und Zuſammenſpiel, ein ideales
Muſizieren. Die Beiden ſpielten eine Konzertante Sinfonie bs=
Dur Nr. 364 für Violine und Viola, ein nach Form und Inhall
vom ſchönſten Mozartgeiſt erfülltes Werk, dem die Wiedergabe
alles gab, was ihm gebührt (auch ſeitens des begleitenden
Orche=
ſters), und wenn möglich noch ſchöner, noch abgerundeter war
ſondern es war ihm nur um die Erreichung des ihm vorſchwe= die zweite Darbietung der beiden Künſtler, ein Duo in O=Dur,
das in ſolcher Vollendung der Höhepunkt des Abends war. Herz=
So war Hermann Sonne — das iſt nicht zuviel geſagt — zu licher Beifall dankte den Künſtlern, und ebenſo herzlich wurden
Numer 423
Ku6
Mittel für die Anwetter=Geſchädigten.
Die Anwetterkataftrophe an der
Berg=
ſtraße und der Heſſiſche Landtag.
Eine Regierungsvorlage. — Beratung des
Bildungsetats.
Präſident Delp eröffnet die Sitzung um 10 Uhr 30 Min. und
teilt dem Hauſe mit, daß eine Regierungsvorlage, betreffend
Unter=
ſtützung der Unwettergeſchädigten an der Bergſtraße, dem Hauſe vorliegt.
Miniſter für Arbeit und Wirtſchaft, Korell, führt
ſodann zu der Unwetterkataſtrophe an der Bergſtraße aus:
Meine Damen und Herren! Ueber die Bergſtraße, das Ried und
einen Teil Rheinheſſens iſt am letzten Sonntag eine ſchwere
Naturkata=
ſtrophe hereingebrochen. Sturm, Regen, Wolkenbruch und Hagel haben
ungeheuren Schaden an Straßen, Bäumem, Obſtbcumen, Weinbergen
und Saaten angerichtet. Eine blühende Landſchaft iſt in einer Stunde
in ein Trümmerfeld, eine vielverſprechende Baumblüte in winterliche
Kahlheit und Getreide= und Kartoffelfelder in Schlamm und Sumpf
verwandelt worden. Gebäude von Staat und Bürgern wurden ſchwer
beſchädigt. Die Bevölberung der heimgeſuchtem Gebiete iſt tiefbedrückt,
in Zwingenberg um ſo mehr, als der Orkan auch den Friedhof, die
Ruheſtätte Verſtorbener, greulich verwüiſtet hat. Der heſſiſche
Staats=
präſident hat in Begleitung der Miniſterien am letztem Montag die
Ver=
wüſtungen in Augenſchein genommen. Trotz ausführlich vorhandener
Meldungen waren wir alle betroffen von der Größe des Unglücks, das
größer iſt, als wir ahnten. Die Heſſiſche Regierung ſpricht den
betroffe=
nen Gemeinden und ihren Bürgern ihr tieſes Mitgefühl aus und will
es nach Kräften durch die Tat beweiſen. Zugleich dankt ſie allem
Hel=
fern, beſonders den Behörden, der Bereitſchaftspolizei und den
Feuer=
wehren, die weit herbeigeeilt waren, um die dringlichſtem Hilfearbeitem
zu leiſten. Der wirkliche Schaden wird erſt in einiger Zeit überſehbar
ſein. Er wird ſorgfältig feſtgeſtellt und die Frage der finanziellen Hilfe
raſch und gründlich erwogen werden.
Der Miniſter übermittelte ſodann dem Hauſe eine
Regierungsvor=
lage, welche einen ſofortigen Kredit von 100 000 RM. bereitſtellt, um
Gemeinden und Landwirten Vorſchüſſe für die Herſtellung von Wegen,
die Beſchaffung von Saatgut und evtl. von Futtermitteln zu
ermög=
lichen. Auch andere dringende perſönliche Not, die aus der
Wetterkata=
ſtrophe entſtanden iſt, ſoll gelindert werden. Das Kulturbauamt
Darm=
ſtadt ſei beauftragt, die Arbeiten in dem Straßem von Zwingenberg
ſo=
fort im Benehmen mit der Gemeinde im Angriff zu nehmen. Die
Land=
wirtſchaftsämter ſollen unmittelbar Feſtſtellungen über die Bedrängnis
der Landwirte vornehmen und der Bevölkerung mit Rat über die
Neu=
bepflanzung der Aecker an die Hand gehen. Feſtſtellungen wegen des
Schadens an Weinbergen und Obſtbäumen müſſen ſich anſchließen. Im
Zuſammenwirben mit der Landwirtſchaftskammer wird das Miniſterium
für Arbeit und Wirtſchaft und die ihm unterſtellten Behörden alles
tun, um die Not zu lindern und den Schaden an dem Kultuvem
auszu=
gleichen. Ueber die Art und Verteilung der Beihilfem ſowie ihre
Auf=
bringung wird ſpäter zu beſchließen ſein. Was unmittelbar notwendig
iſt, findet in der Regierugsvorlage einen vorläufigem Ausdruck.
Auf die kleine Anfrage der Abgeordneten Galm und
Genoſ=
ſen, betreffend Kohlenpreiserhöhung, andwortet das Miniſterium für
Arbeit und Wirtſchaft:
Die Regierung iſt bereit, gegen die geplante Kohlenpreiserhöhung
zu wirken und hat bereits dementſprechende Schritte eingeleitet.
Das Land. Heſſen iſt im Reichskohlenrat nicht vertreten. Seine
Intereſſen werden durch das Land Württemberg wahrgenommen. Das
Württembergiſche Wirtſchaftsminiſterium iſt daher von mir gebeten
worden, ſeinen Vertreter im Reichskohlenrat anzuweiſen, gegen die
Kohlenpreiserhöhung zu ſtimmen. Ferner iſt der Herr
Reichswirtſchafts=
mimiſter für den Fall, daß der Reichskohlenrat dem Antrag des
Reichs=
kohlenverbandes wider Erwarten ſtattgeben ſollte, von mir gebeten
wor=
den, dieſem die erforderliche Genehmigung zu verſagen.
Mehr läßt ſich nach Lage der Sache von ſeiten der Heſſiſchen
Ne=
gierung nicht tun.
Die Kleine Anfrage der Abgeordneten Hattemer wird von der
Regierung wie folgt beantwortet:
An amtlichen Stellen iſt von einer Verlegung des Landesfinanzamts
von Darmſtadt nach Frankfurt a. M. nichts bekannt. Sollte künftig
eine ſolche Verlegung vom Reich erwogen werden, ſo wird die Heſſiſche
Regierung ſofort die geeigneten Schritte tun, um eine ſolche Schädigung
des Landes und der Stadt Darmſtadt zu verhindern.
*
Das Haus ſetzt ſodann die Beratungen beim Kapitel
Landes=
amt für das Bildungsweſen fort.
Abg. Dr. Keller (D.V.P.) ſtellt feſt, daß die Ausführungen der
Kommuniſten gezeigt hätten, daß man rot ſein, aber doch ein Philiſter
bleiben könne. Zu dem Etat des Landesamts für das Bildungsweſen
ſei ſachlich nichts Neues zu ſagen. Dem neuen Kultusminiſter müſſe man
Zeit laſſen, um zu beweiſen, daß er ſich nur von ſachlichen Gründen
bei ſeinem Handeln leiten laſſe. Das Gutachten des
Reichsſparkom=
miſſars werde wohl keine Beſchlüſſe fordern, die angetan wären, den
hohen Stand der heſſiſchen Schule herabzudrücken. Redner erinnert
daran, daß ſeine Partei bei den früheren Beratungen des Kapitels ſtets
Bedenken gegen die geübte Perſonalpolitik geäußert habe. In dieſer
Richtung ſei die Tätigkeit des neuen Miniſters abzuwarten.
Abg. Axt (Volksrechtspartei) will den unteren Klaſſen der höheren
Schulen eine geringere Stärke geben als denen der Volksſchulen, weil
der Lernſtoff höhere Anforderungen an Lehrer und Schüler ſtelle.
Abg. Galm (Komm.) erhält bei ſeinen polemiſchen Ausführungen
gegenüber dem Abg. Keller eine Zurechtweiſung.
Abg. Dr. Werner (Dntl.), der ſich zunächſt mit der Titelführung
von Dr. Strecker beſchäftigt, verlangt vom Abg. Schreiber den
Nach=
weis, an welcher heſſiſchen höheren Schule die Jugend gegen den Staat
aufgeputſcht werde. Er verlangt bei den Schulfeiern die
Berückſichti=
gung der Gefühle Andersdenkenber. Er fordert eine ſtärkere
Heilig=
haltung des Sonntags.
Abg. Keller (D.V.P.) widerlegt die kommuniſtiſchen Angriffe
und unterſtreicht, daß ſeine Partei ſtets für Lehrmittelfreiheit und
Herabſetzung der Schulgelder geweſen ſei.
Staatspräſident Adelung
geht von dem Gedanken aus, daß der Kampf um Weltanſchaungs= und
religiöſe Fragen ſchon ſeit Menſchengedenken am heſtigſten getobt habe.
Es wüiſſe deshalb gerade hier beſonders der Geiſt der Toleranz und der
Duldſamkeit Platz haben, es müſſe Verſtändnis herrſchen für die ſeeliſche
Einſtellung und den Eigenwert des anderen. Von den Rednern ſeien
gegen das Kultusminiſterium erhebliche Vorwürfe nicht erhoben
wor=
den. Vorweg müſſe er allerdings mit Nachdruck beionen, daß die
Er=
ziehung der Jugend zur Volksgemeinſchaft, zur Nation und zum
repu=
blikaniſchen Staat unbeirrbare Nichtlinie ſein müſſe. Hier ſtehe die
Schule und Hochſchule vor beſonders ſchwere Aufgaben. Der
Staats=
präſidenr gibt der Ueberzeugung Ausdruck, daß ſie dieſe Aufgabe
mei=
ſtern wird und daß die republikaniſche Staatsform allmählich nicht nur
die Köpfe, ſondern auch die Herzen erobern wird. Bei der Erteilung
des ſtaatsbürgerlichen Unterrichts ſei allerdings noch mancherlei
abän=
derungsbedürftig, aber es ſei zu hoffen, daß auch hier einmal ein
Wan=
del eintrete, zumal die Lehrerſchaft erkannt habe, daß in einem
demo=
kratiſch=republikaniſchen Staatsweſen die Erziehung zum
republikani=
ſchen Staatsgedanken abſolutes Erfordermis ſei. In der Preſſe und
in Lehrerkreiſen ſei wiederholt zum Ausdruck gekommen, die
Simultan=
ſchule im Heſſen ſei gefährdet, weil das Zentrum an der
Koalitionsregie=
rung beteſligt und auch im Kultusminiſterium vertreten iſt. Der
Staatspräſident erklärt, daß über ſeine perſönliche Stellung kein Zweifel
möglich iſt: Ich ſtehe auf dem Boden der Gemeinſchaftsſchule, weil ich
der Meinung bin, daß durch die gemeinſame Erziehung konfeſſionelle
Werte am beſten gewahrt bleiben und die gemeinſame Schulbank ſehr
viel zum gegenſeitigen Verſtändnis und zur gegenſeitigen Achtung
bei=
trägt. Aber es iſt ja kein Geheimnis, daß das Zentrum grundſätzlich
die Konfeſſionsſchule erſtrebt und der Auffaſſung iſt, durch die
konfeſ=
ſionelle Trennung könne dasſelbe Ziel beſſer erreicht werden;
jeden=
falls muß aber doch anerkannt werden, daß die Herren des Zentrums
unbeſchadet ihrer grundſätzlichen Stellungnahme ſtets loyal dem
Simul=
tanſchulgedanken Rechnung getragen, und ſich niemals der Durchführung
des geſetzlichen Willens widerſetzt haben. Der Abg. von der Schmitt
hat von dem reichlichen Material geſprochen, das ihm zur Verfügung
ſtehe. Was er vortrug, war allerdings ſehr ſpärlich. Weshalb ſtellt er
es nicht zur Verfügung?. Wie kann man von Militarismus ſprechen,
weil die Bänke hintereinander ſtehen oder beim Turnen in Reihen
an=
getreten wird? (Heiterkeit.) Als geſtern die kommuniſtiſche Jugend in
Reih und Glied dewonſtrierte, war das auch Militarismus?. Die von
den Kommuniſten beanſtandete Tatſache, daß Jahreszahlen von
Kai=
ſern und Königen im Geſchichtsunterricht gelernt werden müſſen, läßt
ſich doch nicht gut umgehen, wenn es ſich um hiſtoriſche Daten handelt.
Wenn von dem charakteriſtiſchen Charakter der Schulen geſprochen
wurde, weil in ihnen zum Sparen aufgefordert wird, ſo darf ich doch
darauf hinweiſen, daß auch die Konmuniſten unter Umſtänden
Spar=
kaſſen in Anſpruch nehmen. Es geht auch nicht an, von dem Roten
Kreuz ſo zu ſprechen, wie es der kommumſtiſche Redner getan hat. Das
Rote Kreuz iſt eine Fürſorgeinſtitution, ebenſo wie die Rote Hilfe. Auf
die Frage der Abgeordneten Dr. Werner und Dr. Keller nach dem
Geſetz über die Koſten der höheren Schulen darf ich mitteilen, daß ſich
das Geſetz gerade in Vorbereitung befindet. Dr. Werner hat den
frü=
heren Präſidenten des Heſſiſchen Landesbildungsamts der politiſchen
Hochſtapelei verdächtigt, weil er ſich Kultusminiſter a. D. bezeichnet. Das
iſt formell gewiß nicht richtig, aber zur Bezeichnung der Funktion eines
Leiters eines ſelbſtändigen Reſſorts nicht abwegig. Durch Wendungen,
wie ſie Dr. Werner gebraucht hat, wird der politiſche Kampf unnötig
vergiftet.
Der Staatspräſident gibt darauf eine Darſtellung über die
Aus=
einanderſetzung zwiſchen Staat und Kirche nach der die Abgeordneten
Axt und Hamann gefragt hatten.
Nach Artikel 138 der Reichsverfaſſung werden die auf Geſetz, Vertrag
oder beſonderen Rechtstiteln beruhenden Staatsleiſtungen an die
Reli=
gionsgeſellſchaften durch die Landesgeſetzgebung abgelöſt. Die
Grund=
ſätze hierfür ſtellt das Reich auf. Nach Art, 173 daſelbſt bleiben bis
zum Erlaß dieſes Reichsgeſetzes die erwähnten Staatsleiſtungen an die
Religionsgeſellſchaften beſtehen. Die Grundſätze für die Ablöſung ſind
vom Reich noch nicht aufgeſtellt; es laufen zurzeit darüber noch keine
*Aus den Darmſtädter Lichtſpieltheatern.
„Helia”.
Romane verfilmen, iſt ſehr oft eine bedenkliche Sache.
Dat=
ſächlich ſind die guten Filme, die aus Romanen oder
Roman=
ideen entſtanden, ſelten. Vielleicht liegt das daran, daß es auch
wenig gute Romane gibt, die zur Verfilmung geeignet ſind. Der
jetzt im „Helia” laufende „Liebesreigen” verdankt ſeine
Entſtehung dem Roman „Kämpfer” von Ernſt Klein, er bildet
aber in der Hauptſache ein Werk für ſich. Die Schwächen des
Komanvorwurfs haben die wirkſame Verfilmung beeinträchtigt,
mmerhin aber iſt ein Film mit guten erzieheriſchen Tendenzen
erausgekommen. Er zeugt im lebendigen Bild von der
Wert=
chätzung deutſcher Arbeit im Ausland, von der Macht des
Kapi=
als, von der Wirkſamkeit erzieheriſch guten Vorbilds und
ſchließ=
ich vom Sieg der Moral. Wir betonen das, weil im zweiten
Film des gegenwärtigen Programms, was hier anzuerkennen,
u tadeln iſt.
Ein deutſcher Ingenieur baut in ruſſiſchem Auftrag in
Per=
ien Bahnen. Er wird nach jahrelanger Abweſenheit nach Berlin
ntſandt, um mit dem Großkapitaliſten Heſſenberg wegen einer
Inleihe zu verhandeln. In Heſſenbergs zweiter Gattin erkennt
r eine ehemalige „Freundin” aus Rußland, die es bis zur
Für=
in gebracht hat und, als ſolche geſchieden, von Heſſenberg in
weiter Ehe geheiratet wurde. Er trifft auch in einem berühmten
ſchauſpieler einen Jugendfreund, der mit Frau Heſſenberg ſeine
rau betrügt, und lernt die Tochter Heſſenbergs aus erſter Ehe,
n durchaus modernes Mädel, kennen. Nun beginnt der
Liebes=
eigen, in den entwirrend einzugreifen das Schickſal den
Inge=
ieur Baumeiſter beſtimmt. Seine kraftvolle, ehrliche
Männlich=
it zwingt das Schickſal, ſchließlich heiratet er Heſſenbergs
Toch=
r. So enthält dieſer Film ſchließlich eine Menge Dinge, die das
ublikum ſehen ſoll. Die Darſtellung mit Wilhelm Dieterle,
ans Mierendorff, Claire Rommer und Jack Trevor
ſehr gut. Der köſtliche Hermann Picha und ſeine Filmgattin
kargarete Kupfer, die eine köſtliche Aſta=Nielſen=Parodie
ingt, ſorgen für guten Humor, der die Handlung freundlich
hellt.
Das „populärſte amerikaniſche Luſtſpiel” „Lockvögel” iſt
n recht überflüſſiger Film. Auf derartige Dinge ſollte das
Helia” verzichten. Die Idee, daß Frauen, deren Männer nicht
inz ehedicht ſind, mit mehr oder weniger Erfolg verſuchen,
Lock=
igel zu ſpielen, um ſich mit Jünglingen zu tröſten, iſt weder
u, noch zugkräftig. Um ſo weniger, als in dieſem Film der
harakter des Luſtſpiels herzlich ſchlecht gewahrt iſt. Amerika
nn Beſſeres liefern:
Köſtlich im Humor und in der grotesken Aufmachung iſt die
Jungen=Groteske „Lausbuben und Schützengraben”
ein fröhliches, lebendig bewegtes, an Situationskomik reiches
*
Kriegsbild von Lausbuben und Löwen.
„Aus Urgroßeltern Zeit”
Das Leſen ſoll, wenn es überhaupt einen Sinn hak, unſerem
inne=
ren Leben, unſerer Seele, irgend einen Gewinn bringen, ſei es, daß
wir unſere Erkenntnis in Kunſt und Wiſſenſchaft erweitern oder ein
religiöſes Erlebnis haben oder wir nur einfach Erholung nach des
Tages Laſten und Mühen ſuchen, um neue Kräfte für den Lebenskampf
zu ſammeln. Denn die Zeit zum Leſen ganz wertloſer Bücher
ver=
ſchwenden zu wollen, dazu iſt unſer Leben zu kurz. Zum genußreichſten
und feſſelndſten Geleſe gehören unſtreitig
Lebenserinnerun=
gen, Lebensbeſchreibungen, Briefwechſel und ähnliches; ſie
hal=
ten oft die Mitte zwiſchen der wiſſenſchaftlichen und ſchönen Literatur.
Solch ein Buch, das zu leſen ein Genuß, iſt das in der Ueberſchrift
genannte. Ich möchte an dieſer Stelle deshalb gern auf das Buch
auf=
merkſam machen, weil der Inhalt im beſten Sinne Heimatliteratur iſt.
Es iſt die Familie Buchner, deren Schickſale und Verbindungen
mit den bedeutendſten Menſchen uns hier aus Briefen, Tagebüchern,
Albumblättern und Erzählungen in Briefform dargeboten werden. Die
Verfaſſerin ſagt im Vorwort: „Wenn ich ein kleines Arabeskenwerk um
dieſe Porträts ſchlang, ſo iſt die beſcheidene, ausſchmückende Dichtung
ebenſo wenig wahrheitsverhüllend, als jene Blumenkränze aus buntem
Papier, die man damals um Stammbuchverſe ſchlang.‟ Das Buch
be=
ginnt ganz wundervoll mit Briefen der Dorothea Voigt in
Salzungen an ihren Vater Mallinkrodt in Münden. Wir
durchleben die Zeit der Romantik in den Briefen. Sie ſtarb am 17.
Februar 1815 bei der Geburt einer Tochter Dorette, die am 15.
Sep=
tember 1836 den Profeſſor Wilhelm Rein am Gymnaſium zu Eiſenach
heiratet. Ihre Tochter Dorette iſt das Rehlein”; deſſen Bildnis
iſt gemalt von Luiſe Seidler (1786—1866), die in Goethes Leben
eine Rolle ſpielt. Dann tritt die Frau ihres Vetters Friederike
Nebe auf, eine wundervoll gezeichnete Perſönlichkeit, die von ihrem
Vater, einem Arzt, als Erſatz für ein verſtorbenes Brüderchen, ganz
als Junge erzogen wird und ihn als ſein Gehilfe auf einem Pony
begleitet. Ihre Briefe ſind allerliebſt. Dorette Rein, das oben genannte
„Rehlein”, wird die Frau von dem damaligen Lehrer am Realgymnaſium
zu Eiſenach Wilhelm Buchner (1827—1910) (vgl. Heſſ. Biogr. II,
3, 33), dem Sohn des Dichters und Rechtsanwalts Karl Buchner
(vgl. Heſſ. Biogr. I, 118). Das Leben in Eiſenach, die Maskenbälle und
das ganze geſellige Leben wird in den Briefen anmutig geſchildert.
Dann wechſelt der Schauplatz; wir treten ein in das Darmſtadt zu
Anfang der 40er Jahre, wo das Buchneriſche Haus der
Treff=
punkt aller literariſchen Größen der damaligen Zeit iſt. Wir erleben
den Einzug Freiligraths, der damals auf der Höhe ſeines Ruhms
ſtand. Er macht ſofert in ſeiner Wohnung (Sandſtraße 10) ein Gedicht
auf die Blumenſpenden von Buchners. Wir nehmen teil an einer Ge=
*) Marie Buchner:
bronn, Verlag von E. Sälzer.
gebd. 4,00 Mk.
„Aus Urgroßeltern Zeit”. 1928 He
Mit Bildern. Preis ungebd. 2,50 Mk
Seite 3
Verhandlungen. Die Landesgefetzgebung kamn baher noch nicht
ein=
greifen. Dagegen ſchweben Verhandlungen zur Feſtſtellung der
Grund=
lagen der Staatszuſchüſſe an die Kirchen, insbeſondere darüber,
inwie=
weit die Leiſtungen auf Rechtsverpflichtungen beruhen, oder inwieweit
ſie freiwillig gegeben werden. Die juriſtiſche Fakultät der
Landesuniver=
ſität iſt um ein Gutachten hierüber erſucht worden, das Gutachten ſtehr
aber noch aus. Auch im Finanzminiſterium wird ein Gutachten über
dieſe Frage ausgearbeitet, von dem ein größerer Teil bereits vorliegt
und dem Landeskirchenamt zur Stellungnahme überſandt worden iſt.
Die Antwort des Landeskirchenamts ſteht noch aus. Die Staatszuſchüſſe
werden in ſeitheriger Höhe weiter gewährt. Der Voranſchlag für 1928
ſieht die gleichen Leiſtungen vor wie für 1927, ſoweit Kapitel 38 in
Frage kommt. Von den Staatsleiſtungen für die Kirchen entfallen auf
den Kopf der Bevölkerung: In Heſſen 0,91 Mark, in Preußen 1,89
Mark, in Bahern 4,13 Marb für die katholiſhe Kirche, 3,68 Mark für
die evangeliſche Kirche, in Württemberg 4,57 Mark und in Vaden 1,81
Mark. Die heſſiſche Regierung hat das größte Intereſſe daran, daß
die Verhältniſſe zwiſchen Staat und Kirche im Intereſſe beider Teile
ſobald wie möglich geklärt werden. (Lebhafter Beifall.)
Von kommuniſtiſcher Seite iſt behauptet worden, daß eine Klaſſe
in einem Falle 90 Schüler habe. Das trifft nicht zu. Es handelt ſich
um eine Schule in Gedern, in der die beiden erſten Schuljahce in eine
Klaſſe zuſammengefaßt ſind, die 90 Schüler hat. Die Klaſſe wird jedoch in
zwei Abteilungen getrennt unterrichtet. Die durchſchnittliche
Klaſſen=
ſtärke in Gedern beträgt 43. Allgemein iſt die durchſchnittliche
Klaſſen=
ſtärke der Volksſchulen in Heſſen 39 in 1927, gegenüber 53 in 1914. Auch
die Frage des Schulgeldes iſt erörtert worden. Hierzu darf ich
mit=
teilen, daß Staat und Gemeinde pro Kopf des höheren Schülers
durch=
ſchnittlich aufbringen 218 Mark, davon entfallen auf den Staat 64
Prozent; auf den Kopf des Volksſchüler entfallen im Durchſchnitt 129
Mark. Die Leiſtungen des Staates für den höheren Schüler und für
den Volksſchüler ſind alſo etwa gleich. Ein abſolut ſchlüſſiger Beweis
iſt allerdings nicht möglich, weil bei den höheren Schulen noch das
Schulgeld in Betracht gezogen werden muß.
Bei der Abſtimmung wird das Kapitel 53 Landesamt für das
Bildungsweſen mit einer Einnahme von 100 Mark und einer Ausgabe
von 325 937 Mark angenommen. Die dazu geſtellten Anträge werden
den Ausſchußbeſchlüſſen gemäß behandelt.
Kapitel 54 Stellvertretungs=, Aushilfs= und ſonſtige
Verwaltungs=
poſten, findet Annahme.
Sodann werden die Abſtimmungen über die Kapitel 33 (Polizei)
und 38 (Kirche) nachgeholt. Es wird den Ausſchußbeſchlüſſen gemäß
beſchloſſen.
Die Kapitel 56 bis 74 (Etat des Kultusminiſteriums) werden
er=
ledigt, die Abſtimmung darüber ausgeſetzt.
Die Beratungen werden für eine halbe Stunde unterbrochen, um
zu Anträgen, den Etat des Arbeits= und Wirtſchaftsminiſteriums
betref=
fend, Stellung zu nehmen.
Nach der Pauſe werden die Beratungen bei Kapitel 75, Miniſterium
für Arbeit und Wirtſchaft, fortgeſetzt.
Abg. Weſp (Ztr.) betont das Eintreten des Zentrums für die
ſoziale Geſetzgebung. Die Arbeiter ſelbſt hätten von den Erträgniſſen
der Rationaliſierung leider nichts. Er wünſcht einen Abbau der in
leitender Stellung befindlichen höheren Angeſtellten und Direktoren,
die im Verhältnis zu Vorkriegszeiten ſich zahlenmäßig unglaublich
ver=
mehrt hätten. Von dem heſſiſchen Miniſter für Arbeit und Wirtſchaft
erwartet Redner das Eintreten für geſunde Löhne.
Abg. Gußmann (Lbd.) ſetzt ſich zunächſt mit den
Dawesab=
kommen und ſeinen Auswirkungen auseinander. Er wünſcht, daß bei
der Berückſichtigung der Unwettergeſchädigten nicht wieder eine
unter=
ſchiedliche Behandlung nach der Größe des Beſitzes erfolge. Redner
wendet ſich gegen die übermäßige Einfuhr von ausländiſchem Obſt und
Gemüſe. Er verlangt eine entſprechende Zollpolitik.
Stellv. Präſident Blank ſchließt die Sitzung um 2 Uhr und
be=
raumt die nächſte Sitzung auf heute vormittag 10 Uhr an mit der
Tagesordnung: Fortſetzung der Beratung des Staatsvoranſchlags bei
Kapitel 75, Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft.
*
Die Regierungsvorlage: die Bewilligung von Mitteln für die durch das
Unwetter am 29. April 1928 Geſchädigten
hat folgenden Wortlaut:
Am 29. April ds. Js. hat ein Unwetter, begleitet von orkanartigem
Sturm und Wolkenbrüchen, in zahlreichen Orten an der Bergſtraße, in
der Rheinebene und jenſeits des Rheins kataſtrophale Schäden
ver=
urſacht. Insbefondere wurden hiervon u. a. betroffen die Orte Alsbach,
Zwingenberg, Bickenbach, Auerbach, Hähnlein, Rodau, Biebesheim,
Gernsheim, Oppenheim, Nierſtein, Nackenheim und Bodenheim. Die
Schäden an Straßen und Gebäulichkeiten in den Ortſchaften an der
Bergſtraße wurden vorwiegend durch die von den Bergen
herabſtür=
zenden Waſſermaſſen, die Felſen, Geröll und Baumſtämme mit ſich
führ=
ten, hervorgerufen, während Hagelſchlag und Ueberſchwemmung die
Obſternte und die Winterfrucht zum größten Teile vernichtete und die
Fluren mit Schlamm und Waſſer überſchwemmte. Den Umfang der
Schäden feſtzuſtellen war noch nicht möglich. Die dringendſten
Hilfs=
maßnahmen ſind bereits eingeleitet. Zu eren Durchführung iſt jedoch
aus wirtſchaftlichen Gründen die ſofortige Bereitſtellung von Mitteln
erforderlich, um den Geſchädigten eine erſte Hilfe gewähren zu können.
Es wird daher im Einvernehmen mit dem Herrn Miniſter des
Innern und dem Herrn Miniſter der Finanzen gebeten, der Landtag
möge vorbehaltlich der Bewilligung weiterer Mittel nach genauer
Scha=
densfeſtſtellung zunächſt einen Betrag von 100 000,— RM. im Wege des
Kredits zur Verfügung ſtellen, um daraus vorſchußweiſe zunächſt die
dringendſten Hilfsmaßnahmen durchzuführen. Die endgültige
Ver=
wendung dieſer Mittel bleibt vorbehalten, bis die bereits eingeleiteten
Ermittlungen die tatſächlich entſtandenen Schäden erkennen laſſen.
Da=
bei muß unter Umſtänden in Ausſicht genommen werden, die
vorſchuß=
weiſe hinausgegebenen Mittel in Zuſchüſſe umzuwandeln, wo und
inſo=
weit die Erhaltung der Exiſtenz dies erfordert.
ſellſchaft, in der Duller, Luiſe von Ploennies, Heinrich Künzel zu Wort
kommen. Man unterhält ſich lebhaft über Karl Ludwig Sand, über
den Buchner ein Büchein geſchrieben. Wir erleben eine luſtige
Wande=
rung mit Ludwig Uhland auf die Ludwigshöhe, wir hören
Juſtinus Kerner auf ſeiner geliebten Maultrommel im Beſſunger
Herrngarten ſpielen. Auch Clemens Brentano, Guſtav. Schwab,
Emanuel Geibel und vor allem der urwüchſige Hoffmann von
Fallers=
leben erſcheinen als Gäſte. Die anderen Söhne von Karl Buchner:
Otto, Adolf, der ſpätere Konſiſtorialpräſident, der jung verſtorbene
Karl (1837—1874), der Buchhändler und Schriftſteller war (vgl. Heſſ.
Biogr. 1, 207). Außerdem berichtet noch Wilhelm B. als Student
in Berlin ſehr feſſelnd über ſeine Unterredungen mit der Bettina
von Armin, den Brüdern Grimm und die Teegeſellſchaften bei
Ludwig Tieck. Dieſe Andeutungen über den überreichen Inhalt
ſollen nur ihn andeuten, nicht ausſchöpfen. Die Verfaſſerin hat ihre
Aufgabe trefflich gelöſt. Möchte dies Buchder Erinnerung recht
viele beſinnliche Leſer und Leſerinnen finden. Es iſt ganz friſch und
unterhaltend, die Verfaſſerin weiß dieſen alten, längſt dahingegangenen
Männern und Frauen neues Leben einzuhauchen.
R. Noack
Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
Heinrich Federer geſtorben. Wie aus Zürich
ge=
meldet wird, ſtarb am Sonntag früh der bekannte Dichter
Hein=
rich Federer im Alter von 61 Jahren an den Folgen einer
Blind=
darmentzündung.
— Pariſer Leben im 18. Jahrhundert. Unter dieſem Motto
wurde dieſer Tage im Pariſer Muſeum Carnavalet in
Anweſen=
heit des Präſidenten Doumergue eine ganz reizende Ausſtellung
eröffnet, die Werke der bedeutendſten Künſtler ſowie Möbel und
Nippſachen aus jener Periode zeigt. Neben Gemälden und
Zeich=
nungen, die die Pariſerin des 18. Jahrhunderts in allen
mög=
lichen, mitunter gewagten, aber ſtets graziöſen Situationen
dar=
ſtellen, findet ſich jener niedliche Kleinkram, jene „unmodernen”
Möbelſtücke, mit denen ſich nicht nur die Pariſer, ſondern auch
unſere eigenen Altvorderen im 18. Jahrhundert zu umgeben
pflegten. Einen großen „Publikumserfolg” kann man einem
Bette aus der Zeit Lutwigs XVI. vorausſagen, einem
Rieſen=
möbel aus vergoldeter Bildhauerarbeit, ſchwellenden Polſtern,
mit Baldachin und Garnituren aus broſchierter Seide, weniger
für verſchwiegene Liebesnächte, als für prunkvolle Levers, eines
jener Betten, wie man ſie auf faſt allen Gravuren des 18.
Jahr=
hunderts erblickt. Zahlreiche Darſtellungen des Lebens und
Trei=
bens auf den Straßen und in den Parks ſchließlich wecken in dem
Beſchauer die Sehnſucht nach jenen Tagen, da noch der
Fuß=
gänger unumſchränkter Herrſcher war und nicht von Minute zu
Minute Gefahr lief, von irgend einem fauchenden, raſſelnden und
hupenden Ungetüm zerquetſcht, zermalmt oder zerſtückelt zu
werden.
Seite 4
* Ein unzuläſſiger Steuervorſchlag.
Dem Heſſiſchen Landtag liegt der Entwurf eines Geſetzes
über die Gewerbeſteuer vor, in dem unter anderem
be=
ſtimmt wird, daß auch die freien Berufe wie Aerzte,
Rechts=
anwälte, Architekten uſw. der Gewerbefteuer unterſtellt werden
ſollen.
Dieſe Beſtimmung iſt ſowohl unbillig als auch rechtlich
unzu=
läſſig.
Unbillig iſt die Beſtimmung, weil die Ausübung eines
freien Berufs ſich in keiner Weiſe mit einem Gewerbebetrieb
ver=
gleichen läßt. Insbeſondere fehlt dem freien Beruf durchaus die
Möglichkeit freier geſchäftlicher Entfaltung, die der
Gewerbe=
treibende hat. Dem Angehörigen des freien Berufes iſt jedes
Werben um Praxis und jede Art der Reklametätigkeit durch
ſtandesrechtliche Vorſchriften unterſagt. Die Vergütung für die
Arbeitsleiſtung der freien Berufe beſtimmt ſich nach geſetzlich
ge=
regelten Sätzen, die nicht überſchritten werden können. Der
An=
gehörige eines freien Berufs kann deshalb nicht wie der
Gewerbe=
treibende erhöhte Unkoſten oder ſonſtige Laſten in die ihm
zu=
ſtehende Vergütung einkalkulieren oder durch eigene geſchäftliche
Initiative auf die Höhe dieſer Vergütung einwirken. Eine Reihe
von freien Berufen, iſt zudem durch geſetzliche Vorſchriften
ge=
nötigt, in beſonderen Fällen die Berufstätigkeit gegen eine
Ver=
gütung auszuüben, die weit unter den angemeſſenen und
nor=
malen Sätzen zurückbleibt, wie beiſpielsweiſe die Rechtsanwälte
bei der Vertretung von Armenſachen oder die Aerzte bei der
Be=
handlung von Kaſſenpatienten. Es ergibt ſich hieraus, daß die
Ausübung eines freien Berufs mit dem Betrieb eines Gewerbes
in keiner Weiſe verglichen werden kann. Weil es bei dem freien
Beruf ein Betriebsvermögen nicht gibt, weil vielmehr eine
beſon=
ders geartete geiftige Arbeitsleiftung das „Kapital” des freien
Berufs iſt, haben auch die freien Berufe unter den Wirkungen
der Inflation mehr zu leiden gehabt wie der Gewerbetreibende,
der ſein Betriebsvermögen wenigftens teilweiſe gegen die
Wir=
kung des Währungsverfalls ſchützen konnte.
Aus all dieſen Gründen iſt die geplante Beſteuerung der
freien Berufe unbillig.
Sie iſt aber auch rechtlich unzuläſſig.
Nach § 8 des Reichsfinanzausgleichsgeſetzes dürfen die
Län=
der Steuern vom Gewerbebetriebe erheben. Aus zahlreichen
Reichsgeſetzen, insbeſondere dem Einkommenſteuergeſetz, ergibt
Donnerstag, den 3. Mai 1926
ſich aber, daß der Reichsgeſetzgeber die Ausübung eines
freien Berufs nicht als Gewerbebetrieb anſieht. Nach § 6 des
Einkommenſteuergeſetzes wird zwiſchen Einkünften aus dem
Ge=
werbebetrieb und zwiſchen Einkünften aus ſonſtiger
ſelbſtändiger Berufstätigkeit ſcharf unterſchieden. Die
Be=
ſteuerung von Gewerbebetrieben wird in § 29 bis § 34 des
Ein=
kommenſteuergeſetzes beſonders behandelt. In § 35 des
Ein=
kommenſteuergeſetzes wird dann im einzelnen aufgezählt, was
unter ſonſtiger ſelbſtändiger Berufstätigkeit, alſo unter einer
Be=
rufstätigkeit, die nicht Gewerbebetrieb iſt, zu verſtehen iſt. Dabei
werden in Ziffer 1 die freien Berufe genannt, deren Ausübung
alſo von dem Reichsgeſetzgeber nicht als Gewerbebetrieb angeſehen
wird. Wenn alſo das Reichsfinanzausgleichsgeſetz den Ländern
das Recht zur Beſteuerung von Gewerbebetrieben gibt, ſo kann
unter Gewerbebetrieb im Sinne dieſes Geſetzes nur dasjenige
verſtanden werden, was andere Reichsgeſetze, wie beſonders das
Einkommenſteuergeſetz, unter dieſem Begriff verſtehen.
Daraus ergibt ſich, daß die Beſtimmung des dem Landtag
vorliegenden Entwurfs, wonach die freien
Be=
rufe der Gewerbeſteuer unterliegen, mit dem
Reichsrecht in Widerſpruch ſteht. Würde dieſer
Ent=
wurf Geſetz werden, ſo wäre das Geſetz inſoweit ungültig,
und die freien Berufe hätten die Möglichkeit, die Unzuläſſigkeit
der Veranlagung zur Steuer durch die Finanzgerichte feſtſtellen
zu laſſen.
Rechtsanwalt Dr. F. Mattern.
Erhöhung der Kohlenpreiſe.
Der Beſchluß des Reichskohlenrates.
Berlin, 2. Mai.
Ueber die Sitzung des Reichskohlenrates, die bis in die
Abendſtunden dauerte, wird, folgendes amtlich gemeldet: Der
Reichskohlenverband und der Große Ausſchuß des
Reichskohlen=
rates haben heute folgenden Beſchluß gefaßt:
Das Rheiniſch=Weſtfäliſche Kohlenſyndikat darf ſeine
Koh=
lenpreiſe ab 1. Mai in einem Grabe erhöhen daß der
Durchſchnittserlös je Tonne des geſamten
Syndikats=
abſatzes ſich um 1 Mark erhöht. Das Syndikat wird die
inwerhalb dieſer Grenze feſtzuſetzenden Preiſe underzüglich dem
Vorſtades des Reichskohlenverbandes vorlegen, der ſie nach
Prüfung im „Reichsanzeiger” veröffentlicht. Dos Rheiniſch=
Weſt=
fäliſche Kohlenſynibat wird den Organen der Kohlenwirtſchaft
Nmmer 123
die wonatlichen Durchſchnittserlöſe jeweils mitteilen. Nach der
Lage des Marktes wird das Rheiniſch=Weſtfäliſche
Kohlenſyn=
dirkat Preiserhöhungen, für Koks und Briketts
zurzeit überhaupt nicht vornehmen. Für den
um=
ſtrittenſten Abſatz wird eine Erhöhung des
Fettförderkohlenprei=
ſes um etwa 2 Mark je Tonne eintreten. Der geſcmte deutſche
Inlandsabſatz des Syndikates wird dadurch um etwa 1 Mark
durchſchnittlich je Tonne im Preiſe erhöht.
Die gleiche Regelung hinſichtlich der Preiserhöhung wurde
für den niederſächſiſchen Kohlenbergba getroffen. Die Preiſe
des ſächſiſchen Steinkohlenſyndikates werden um 1,10 Mark je
Tonne heraufgeſetzt.
Die Oenkſchrift der Reichsbahn über die
beabſichtigte Erhöhung ihrer Tarife.
* Berlin, 2. Mai. (Priv.=Tel.)
Die Reichsbahndirektion hat am Dienstag dem
Reichsver=
kehrsmimiſterium ihre Denkſchrift über die von ihr beantragte
Erhöhung ihrer Tarife zugehen laſſen. In dieſem umfangreichen
Dokument werden die finanziellen Leiſtungen der Reichsbahn
an Reparationen, Löhnen, Gehältern, Materialkoſten und
Auf=
wendungen für laufende Bauten geſchildert, um die
Notwendig=
keit einer Tariferhöhung nachzuweiſen. Es ſoll dabei auch der
Vorſchlag gemacht worden ſein, wit dem bisherigen
Wagen=
klaſſenſyſtem zu brechen und zur Einführung einer Holz= und
einer Polſterklaſſe überzugehen. Die Denkſchrift wird im
Reichs=
verkehrsminiſterium zunächſt eingehend ſtudiert werden. Wie
erinnerlich, hat Reichswverkehrsminiſter Koch bereits ſeinerzeit
ſeinem Bebautern" über die geplanten Tariferhöhungen der
Reichsbahn Ausdruck verliehen. Auch der Reichstag und das
Reichsbabinett waren der neuen Belaſtung der
Wirt=
ſchaft mit 250 Mill. Mark, wie es durch die
Er=
höhung der Eiſenbahntarife geſchieht, gegenüber
ab=
lehmnender Auffaſſung. Da die Reichsbahn mit der
Ausarbei=
tung der Denkſchrift wehrere Wochen gebraucht hat, woraus ſchon
der Umfang der Schrift ſich ſchätzen läßt, wird auch das
Reichs=
verkehrsminiſterium mit der Prüfung ſo raſch nicht fertig
wer=
den. Auf jeden Fall werden die Reichstagswahlen noch
vorüber=
gehen, ehe ſich der Standpunkt des Reichsverkehrsminiſters
ge=
nauer präziſieren läßt.
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in der
ent
jäh
und
Nummer 123
Donnerstag, den 3. Mai 1923
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 3. Mai.
— Ernannt wurden: Am 4. April: der Landgerichtsrat bei dem
Landgericht der Provinz Oberheſſen Jakob Keller zum
Landgerichts=
rat bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg und zugleich zum
Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmſtadt I mit Wirkung vom 1. Mai
1928 ab: am 7. April: der Pfarrer Dr. Paul Laufenberg zum
katholiſchen Geiſtlichen bei der Zellenſtrafanſtalt Butzbach mit Wirkung
vom 1. April 1928 ab; am 21. April: die Forſtaſſeſſoren Hans Barth
aus Kettenheim, Fritz Köhler aus Gießen und Karl Schlich aus
Mainz zu Oberförſtern; am 23. April: die Lehrer Philipp Michel zu
Schwabsburg, Kreis Oppenheim, und Georg Wilhelm Bopp zu
Beer=
felden, Kreis Erbach, zu Lehrern an der Volksſchule zu Oppenheim;
Hermann Hof zu Zahmen, Kreis Lauterbach, zum Lehrer an der
Volks=
ſchule zu Angersbach, Kreis Lauterbach, ſämtlich mit Wirkung vom Tage
des Dienſtantritts an.
— Jubiläum. Herr Georg Heldmann, Rhönring 65 feiert am
4. Mai ſein Bjähriges Dienſtjubiläum bei der Firma E. Merck.
— Muttertag! Zum erſten Male findet in dieſem Jahre ein
Deutſcher Muttertag ſtatt. Aus dieſem Anlaß veranſtalten
ſämtliche Photographen im Reiche vom 6.—13. Mai eine „Werbewoche‟,
für Photographien mit ermäßigten Preiſen. Der Sinn dieſer
Werbe=
woche ſoll ſein, jedem Gelegenheit zu geben, am 13. Mai ſeiner Mutter
die Ehrfurcht und Liebe zu bezengen und ihr zu danken für alle Mühen,
Arbeit und Opfer, die ſie zeitſebens ihren Lieben in unwandelbarer
Treue gebracht hat. Das geeignetſte Geſchenk iſt wohl eine gute
Photo=
graphie. Man ſollte dieſe günſtige Gelegenheit benutzen, ſich
photogra=
phieren, oder noch beſſer, ein Familienbild anfertigen zu laſſen. Das
iſt die beſte und würdigſte Ehrung und eine bleibende Erinnerung als
Andenken an der Muttertag 1928.
*Am. Lichtbildervortrag Dr.=Ing. Zeller. Am Dienstag abend hielt
in der Techniſchen Hochſchule. Herr Profeſſor Dr.=Ing. Zeller=
Charlottenburg auf Veranlaſſung des Mittelrheiniſchen
Ar=
chitekten= und Ingenieurvereins einen Vortrag mit
Lichtbildern über „Klöſter der Benediktiner und
Auguſtiner nördlich des Harzes‟. Der Herr Vortragende,
der ſchon früher an dieſer und anderer Stelle hier ausgezeichnete
Vor=
träge mit Lichtbildern über kunſthiſtoriſche Themen gehalten hat,
ver=
ſtand es auch diesmal, eine ſehr zahlreiche Zuhörerſchaft an Hand klarer
und ausgewählter Lichtbilder mit klugen und feſſelnden Sätzen durch die
Kloſterbauten nördlich des Harze3 zu führen, ein Thoma, das Herr
Pro=
feſſor Dr. Zeller zum Gegenſtand einer beſonderen Unterſuchung gemacht
bat. Dem Vortrag lag die Tendenz zugrunde, die Geltung der ſoliden
bandwerksmäßigen Baukunſt (die ruhig die Errungenſchaften modernſter
Technik ſich dienſtbar machen, ſoll), wie ſie uns z. B. jetzt noch, nach 1000
Jahren, in dieſen Kloſterbauten unverwüſtlich entgegentritt, zu betonen,
im Gegenſatz zu den Beſtrebungen der Modernen, nur abſolut einen
neuen Vauſtil erfinden zu wollen, der dann ſchulmäßig erlernt und
nachgeahmt werden kann. Zuerſt behandelte der Vostragende, ohne
hierbei mehr wie nötig das Liſtoriſche zu ſtreifen, das Benediktiner=
Nonnenkloſter zu Drübeck. Zwei Kulturſtröme, vom Rhein her und
weſerauſwärts trafen am Harz zuſammen, um hier die wundervollen
Bauwerke zu ſchaffen, die, nach der Reformation zum Teil in evange.
liſche Stifte umgewandelt, uns im großen und ganzen noch gut
erhal=
ten geblieben ſind. Der maſſive, faſt öffnungsloſe Unterbau läßt
er=
kennen, daß damals die Kinhen feſtungsmäßig gebaut wurden. Ganz
in der Nähe liegt das Benediktinerkloſter Ilſenburg, das urſprünglich
eine Burganlage war. Dieſes Bauwerk, das noch nicht vollendet war
und im 30jährigen Kriege ſehr gelitten hat, zeigt über dem früheren
Kreuzgang ſehr ſeltene kleine Rundfenſter. Das Benediktinerkloſter zu
Hysburg ſtellt das Idealkloſter des hl. Benedikt dar und iſt auf
Berges=
höhe wunderbar ſchön gelegen. Hier ſind Rundbogen, die bei Drübeck
noch konſtruktive Zwecke erfüllten, zu faſt rein dekorativen Momenten
geworden. Barocke Einbauten, wief z. B. die prächtige Orgel, Altäre
und Kanzel paſſen ſich dem romaniſchen Bau überaſchend gut ein,
ob=
wohl die beiden Bauſtile an 600 Jahre auseinander liegen. Den
Ab=
ſchluß des feſſelnden Vortrages bildeten zwei Auguſtinerbauten, die
Kloſterkirche zu Hamersleben und das Chorherrnſtift in Riechenberg.
Auch in Hamersleben wurde eine Orgel ſpäter eingebaut, ebenſo ein
Rieſenhochaltar aus der Zeit der Gegenreſormation, bei denen das
Ro=
maniſche ſchonend behandelt wird.
H.S. Aus der Heſſiſchen Sängerbundbewegung. Am 4. und 5. Aug.
begeht der Geſangverein Teutonia Darmſtadt ſein 75 Stiftungsfeſt. Als Mitbegründer des Deutſchen
und Heſſiſchen Sängerbundes hat ſich die Teutonia Darmſtadt bleibende
Verdienſte in der deutſchen Sängerwelt und in der Pflege des deutſchen
Liedes erworben. 75 Jahre hat ſie in Freud und Leid, in Not und
Trübſal dem deutſchen Geſang die Treue gehalten und bewieſen, was
echter Sängergeiſt vermag. Das 75jährige Stiftungsfeſt ſoll in einer
würdigen Feier begangen werden. An eine große Anzahl Brudervereine
ſind bereits Einladungen zu dieſer Feier ergangen mit dem herzlichſten
Wunſche, von derſelben reichlichen Gebrauch zu machen. Es iſt
Ehren=
pflicht und Herzensſache eines jeden Vereins, der Teutonia Darmſtadt
am 4. und 5. Auguſt die Treue zu vergelten, die ſie 75 Jahre dem
deut=
ſchen Geſang gehalten hat.
— Liedertafel E. V. 1842. Das Konzert am 4. Mai im Großen
Haus des Heſſiſchen Landestheaters beginnt um 8 Uhr abends. Die
Ein=
trittspreiſe — ſiehe Anzeige und Plakate — ſtehen in keinem Verhältnis
zu den wertvollen Darbietungen und den Koſten, die ſich die Liedertafel
auferlegt hat, um das Kenzert überhaupt zuſtande zu bringen. Um die
Uraufführung — Muſik für acht Inſtrumente von Hans Betz, Schüler
von Dr. Bodo Wolf, Lehrer an der Städtiſchen Akademie für
Ton=
kunſt — mühen ſich acht Herren vom Heſſiſchen Landestheaterorcheſter
unter Leitung von Herrn Konzertmeiſter Paul Schnurrbuſch. Das
Kon=
zert ſchließt mit der gewaltigen „Allmacht” von Franz Schubert in der
Einrichtung von Franz von Liſzt, für Männerchor mit Sopranfoli,
Orgel und Klavierbegleitung, in der Fräulein M. Koch, Schülerin
der Städtiſchen Akademie das Sopranſoli ſingt. Herr Studienrat
Borngäſſer hat die Orgelpartie übernommen. — Nach dem
Kon=
zert treffen ſich die Mitglieder mit Angehörigen im Konkordiaſaale,
Waldſtraße 33. Freunde und Gönner ſind herzlich willkommen.
— Städtiſche Akademie für Tonkunſt. Für Mittwoch, 9. Mai, und
Freitag, 11. Mai, hat die Leitung der Städtiſchen Akademie für
Ton=
kunſt Herrn Dr. Max Wauer für zwei Vorträge gewonnen, die in
erſter Linie für die Studierenden der Opernſchule und der
Ausbildungs=
klaſſen gedacht ſind, zu denen aber auch, ſoweit Platz vorhanden, Karten
für die Allgemeinheit zur Verfügung ſtehen. Die Themen der Vorträge
lauten: 1. „Franz Schubert als Menſch”, 2. „Aus der Werkſtatt des
Regiſſeurs”. Karten ſind im Sekretariat der Städtiſchen Akademie,
Eliſabethenſtraße 36, zu haben.
— Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Mit Rückſicht auf die am
20. Mai ſtattfindende Reichstagswahl wurde die Hauptverſammlung des
Geſamtklubs in Worms auf den 17. Juni verlegt. Hierdurch treten im
Wanderprogramm Aenderungen ein. Es mrden verlegt die
Schwarz=
waldwanderung vom 23./24. Juni auf den 12./13. Mai und die
Wande=
rung zur Hauprverſammlung tom 20. Mai auf den 17. Juni. Die
Geſamtfahrtkoſten für die Schwarzwaldwvanderung betragen rund 8 RM.,
die Ueberngchtungskoſten einſchließlich Frühſtüick je nach Zimmer mit 1
bis 8 Vetten 2,50—4,50 RM. Anmeldungen für dieſe Wanderung und
Zahlung von 4 RM. Fahrtkoſten hat bis ſpäteſtens 7. Mai bei Herrn
Nob. Bergmann zu erfolgen. (Näh. ſ. Anz.)
— „Genialität und Geiſteskrankheit”, öffentlicher Vortrag von Dr.
Heidenreich=Frankfurt a. M. (Pfarrer in der Chriſtengemeinſchaft) am
Freitag, 4. Mai, 20½ Uhr, in der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt,
Eliſabethenſtraße. Die Frage nach dem Weſen und Urſprung der ſog.
Geiſteskrankheiten iſt in den letzten Jahren in erhöhtem Maße brennend
geworden. Vor ganz neue Aufgaben ſieht man ſich z. T. geſtellt. Der
angekündigte Vortrag wird nicht vom Geſichtspunkte des ausübenden
Arztes gehalten. Es ſoll verſucht werden, von den Erfahrungen und
Einſichten der prieſterlichen Seelſorge aus einen Beitrag zur Löſung
der Fragen zu bringen. (Vgl. d. Anzeige.)
— A.H.V., W. S. C., K. S.C. Wie aus der Anzeige in der heutigen
Ausgabe unſeres Blattes zu erſehen iſt, findet der nächſte Fazbenabend
heute auf dem Heſſenhaus, Sandſtraße 30, ſtatt.
Zum 2.5jähr. Dirigenten=Jubiläum
des Chormeiſters Karl Grim.
Der Dirigent der Darmſtädter Liedertafel, Herr Karl Grim,
begeht in dieſen Tagen ſein 25jähriges Jubiläum als
Männerchordiri=
gent. Die Liedertafel benennt ihr diesjähriges Konzert am Freitag,
den 4. Mai, im Großen Haus des Heſſiſchen Landestheaters Karl Grim
zu Ehren Jubiläums=Konzert.
Grims grundſätzliche Einſtellung bei ſeinen Konzert=Programmen
iſt bekannt. Nicht wahllos, ſondern auf einheitlicher Grundlage, unter
Berückſichtigung guter alter Chormuſik und mit Förderung moderner
Komponiſten, baut er ſeine Konzerte auf, die Kulturaufgaben der
Män=
nergeſangvereine damit erfüllend. Seine Lieblingsarbeit iſt die Pflege
des deutſchen Volksliedes. Er hat ſelbſt ſolche bearbeitet, von denen
„Wer das Lieben hat erfunden” (Odenwälder Volkslied) und „Nun ade,
du mein lieb Heimatland,” viel geſungen werden. Bekannt ſind die
Volksliederkonzerte der Liedertafel, die das Volkslied aus mehreren
Jahrhunderten unter ſeiner Leitung behandelten und deren
Vortrags=
art ſeitens der Kritik Anerkennung fand. Bei dieſer Veranlagung iſt
es natürlich, daß Grims Chor=Kompoſitionen Einſchlag ins
Volkstüm=
liche mit gutem fachmänniſchen Chorſatz haben. Er verfügt, weil ſein
ganzes Leben und Sein im Chorweſen wurzelt, über genaue Kenntnis,
was den Stimmgruppen zugemutet werden kann. Karl Grim hat die
väter= und großväterliche muſikaliſche Begabung geerbt. Den erſten
Unterricht in Theorie, Klavier= und Orgelſpiel erhielt er von ſeinem
Vater (Lehrer in Mosbach, Kreis Dieburg), der Schüler des berühmten
Domkapellmeiſters Weber in Mainz war und Motetten und
Orgelkom=
poſitionen geſchrieben hat. Seine weitere Ausbildung, auch in Harmonie
und Kontrapunkt, übernahm Muſikdirektor Martin Klaſſert in
Darm=
ſtadt.
Die erfolgreiche Auswirkung ſeiner Arbeit zeigt ſich auch im hieſigen
Geſangvereinsleben. Zu nennen iſt die Gründung und die Glanzzeit
des Orthſchen Männerquartetts; der Kirchenchor St. Eliſabeth (Knaben
und Männer) ſtand unter ſeiner Leitung. Karl Grim iſt Chormeiſter
der Liedertafel ſeit 1919, der Sängerluſt ſeit 1910, langjähriger
Gauchor=
meiſter des Gerſprenztales. Er hat auch als vielfacher Preis= und
Wer=
tungsrichter einen Namen.
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Ludwigsplatz
— Ausſtellung „Der Menſch”. Um das ſtetig wachſende Intereſſe,
das alle Kreiſe unſerer Bevölkerung dieſer in ihrer Bedeutung ähnliche
Sammlungen weit überragenden Ausſtellung entgegenbringen, zu
er=
halten und zu fördern und auch kleineren Intereſſengruppen,
Vereini=
gungen uſw. den Beſuch zu dem verbilligten Eintrittspreis von 30 Pf.
zu ermöglichen, gibt die Geſchäftsſtelle im Stadthaus, Zimmer 26 (
Fern=
ruf 3500), dieſe Karten jetzt bereits bis zur Mindeſtmenge von 20 Stück
ab. Es empfiehlt ſich, von dieſem Entgegenkommen alsbald eifrigen
Gebrauch zu machen, da die Ausſtellung nur noch wenige Tage in den
Mauern unſerer Stadt weilt.
— Promenadekonzert. Am Freitag, den 4. Mai, nachmittags von
6—7 Uhr, konzertiert das Stadtorcheſter unter Leitung ſeines
Dirigen=
ten Willy Schlupp auf dem Riegerplatz nuch folgendem Programm:
Armeemarſch Nr. 141; Ouvertüre zur Oper „Freiſchütz” von Weber;
Wiener Blut, Walzer von Strauß; Siegmunds Liebeslied aus Walküre
von Wagner; Große Phantaſie aus Cavalleria ruſticana von Mascagni;
Alte Kameraden, Marſch von Teike.
W RUNDFUNK
RUNDFUNK-VERGÜNSTIGUNG!
Darmſtädter Rundfunkteilnehmer erhalten im
ORPMEUM
gegen Vorzeigung eines in den Vertriebsſtellen erhältlichen
Gutſcheines 33½ Ermäßigung. Ausweisſcheine bei:
Sallwey & Co., Grafenstraße 26. Rühl,
Saalbau-
straße 75. Verkehrsbüro, Ernst-Ludwissplatz
Bp. Von der Feuerwehr. Mit der Vertretung der
Kreisfeuerwehr=
inſpektorſtelle wurde nach dem Tode des ſeitherigen Inhabers der
Branddirektor bei der Berufsfeuerwehr Winter beauftragt. Wie wir
erfahren, wurde als Nachfolger der Obermeiſter der Shornſteinfeger=
Innnung Hans Karpfinger ſeitens der Wehren des Kreiſes einſtimmig
in Vorſchlag gebraht. Der Kreisausſchuß wird in ſeiner nächſten
Sitzung in der Angelegenheit entſcheiden.
Muläsen
bei Ludwig Saeng
Kirchstrasse 20. (7046a
Vierhundertjähriger Todestag Albrecht Dürers. An die
Direk=
tionen der höheren Lehranſtalten, die Leiter der höheren Bürgerſchulen
und die Kreis= und Stadtſchulämter iſt ſolgendes Ausſchreiben ergangen:
Am 6. April hat ſich der Todestag Albrecht Dürers zum 400. Male
ge=
jährt. Ich empfehle den Schulen, bis zum Beginn der Sommerferien
des Tages in würdiger Form zu gedenken und hierbei den Schülern
die Perſönlichkeit und das Werk des großen deutſchen Malers, ſoweit es
ſich ermöglichen läßt, nahe zu bringen. Die Heſſiſche Bildſtelle (
Darm=
ſtadt, Mathildenplatz) hat geeignetes Lichtbildmaterial, zuſammengeſtellt,
das den Schulen leihweiſe zur Verfügung ſteht. Wo umfangreiche
Ferien veranſtaltet werden, kann der Unterricht für den Reſt des Tages
ausfallen.
— Das Orpheum iſt heute und folgende Tage geſchloſſen.
Mit=
teilungen über den weiteren Spielplan ſolgen morgen an dieſer Stelle.
Leichtathleten wider Willen.
Man ſchreibt uns: 2000 Treppenſtufen durchſchnittlich täglich ſoll
jeder Darmftädter Briefträger bewältigen; die 205 Träger zuſammen
insgeſamt 18 514 Treppen, alſo 407 000 Stufen, eine Wegeleiſtung von
7(73 Kilometern zu 23 631 Wohnungen, dazu bepackt wie ein Laſttier!
Fürwahr, eine bewundernswerte ſportliche Rekordleiſtung, über die man
ſich ſaſt freuen könnte, wenn der Mann dieſe Leiſtung freiwillig
ver=
richten würde. Ja, aber wer zwingt ihn denn dazu? Etwa ſeine
vor=
geſetzte Behörde, die Deutſche Reichspoſt? Gott bewahre, die ſucht ſein
hartes Los nach Möglichkeit mit Straßenbahnkarten und Fahrrad und
während der heißen Jahreszeit mit leichter Kleidung zu lindern! Wer
iſt es aber dann ſonſt! Ei, du ſelbſt, lieber Leſer, der du es
unter=
läßt, in deinem Hauseingang einen Briefkaſten mit deinem Namen und
einer Klingelanlage zu deiner Wohnung anzubringen. In dieſen
Briefkaſten kann der Mann deine Poſtſachen mühelos eimwerfen, und
du ſelbſt kannſt ſie dir von dort ohne große Mühe abholen oder ab.
holen laſſen. Dabei koſtet eine ſolche Wohltätigkeitsvorrichtung nicht
einmal ganz 7 RM. und, nutzt ein geſchäftstüchtiger Mitbürger dieſen
Briefkaſten zur Reklame aus, ſo zahlſt du für die Einrichtung noch
weni=
ger oder auch gar nichts. Die Deutſche Reichspoſt dankt dir dafür,
in=
dem ſie dir deine Poſtſachen mit Vorrang zuſtellen läßt — natürlich
nur dann, wenn eine hinreichend große Anzahl ſolcher Briefkaſten in
deiner Straße angebracht iſt —. Das Nähere hierüber teilt dir das
Hauptpoſtamt in Darmſtadt gern mit.
In Frankfurt a. M. hat ſchon längſt jeder Hausbewohner ſeinen
beſonderen Briefkaſten am Hauseingang. Soll Darmſtadt hinter ſeine=
Nachbarſtadt Frankfurt, mit der es ſich als ſeiner großen Schweſter ſo
gern vergleicht, zurückſtehen? Mit nichten! Drum, ihr liehen Darm
ſtädter, ſeid hilfreich und gut, habt Mitgefühl für euren Briefträger
und erleichtert ihm ſeinen Dienſt durch Anbringung vor
Hausbriefkaſten!
* Der Straßenbahnerſtreik in Frankfurt a. M. und Offenbach. Wie
wir hören, hat der Reichsarbeitsminiſter die am Streik der
Straßen=
bahner in Frankfurt und Offenbach intereſſierten Kreiſe zu
Einigungs=
verhandlungen für Freitag, vormittags 10 Uhr, nach Berlin eingeladen,
Falls keine Uebereinſtimmung zwiſchen den Parteien erfolgt, dürfte der
Schiedsſpruch für verbindlich erklärt werden, ſo daß am Sonntag die
Wiederaufnahme des Betriebes zu erwarten iſt. Für Darmſtadt iſt
keine Gefahr, daß etwa dieſe Streikbewegung nach hier übergreifen
könnte, da die hieſigen Straßenbahner durch den in der vergangenen
Woche für verbindlich erklärten Schiedsſpruch für die Gemeindearbeiter
erfaßt werden.
— Männergeſangverein Concordia. Das allgemein ſtarke Intereſſe,
welches unſerem Konzert am 5. Mai in der Woogsturnhalle
voraus=
geht, veranlaßt uns, nochmals darauf hinzuweiſen, daß das Konzert
in geſanglicher Beziehung und in ſeiner Zuſammenſtellung eine
Vor=
tragsſolge bietet, deren wertvoller Inhalt allein ſchon durch die
Kompo=
niſten Schubert, Neumann, Suter, Kaun, Hirſch, Stürmer, Orlando
di Laſſo gewährleiſtet iſt. Der zirka 70 Mann ſtarke Chor iſt in ſeiner
jetzigen Schulung durch Muſikdirektor A. Simmermacher in der Lage,
die gewählten Werke vorgenannter Meiſter gut wiederzugeben.
Hein=
rich Hölzlin vom Staatstheater Wiesbaden wird die Zuhörer im erſten
Teil des Konzerts mit ausgeſuchten Schubertliedern und im zweiten
Teil mit dem Programm entſprechend gewählten Vorträgen zu
er=
freuen wiſſen. Die Begleitung liegt in den bewährten Händen des
Herrn Kapellmeiſters Werner Wemheuer, ebenfalls vom Staatstheater
Wiesbaden. Das Konzert iſt in allen ſeinen Teilen gut vorbereitet und
dürfte einen vollen Erfolg erzielen. (Alles weitere ſiehe Anzeige.)
— Vortragskurſus über Automobilweſen. Im Rahmen der
Volks=
hochſchule wird der bekannte Fachſchriftſteller Dipl.=Ing. Ganz
Vor=
träge über das Automobilweſen halten. Es iſt beabſichtigt, über den
Rahmen des allgemein Bekannten hinaus den Teilnehmern Einblick in
die urſächlichen Zuſammenhänge der heutigen und zukünftigen
Kraft=
fahrzeug= (einſchließlich Kraftrad=) Konſtruktion, ſeiner Herſtellung und
ſeines Betriebes zu verſchaffen. Ausgehend von den Grundlagen der
Fahrzeugmechanik werden die Probleme der noch keineswegs
unumſtrit=
tenen Geſamtanordnung behandelt, u. a. die neueſten Errungenſchaften,
wie rahmenloſe Bauarten, Schwingachſen uſw. Die verſchiedenen
An=
triebsmaſchinen, Kuppelungen, Getriebe und dergleichen werden
be=
ſchrieben und kritiſch beleuchtet; aber auch unſere (recht unzulängliche)
Geſetzgebung u. v. a. Bei der allgemeinen Bedeutung, welche dem
Kraft=
fahrzeug zukommt, iſt zu erhoffen, daß von der Gelegenheit, ſich die zu
einem ſelbſtändigen Urteil erforderlichen Fachkenntniſſe zu verſchaffen,
ausgiebig Gebrauch gemacht wird. Die Vortrage beginnen am
Don=
nerstag, den 3. Mai, 20 Uhr, im Saal 140 der Techniſchen
Hoch=
ſchule, Hörerkarten zu 3 Mk. bzw. 4,50 Mk. für 8 Abende werden
ausgegeben in der Geſchäftsſtelle der Volkshochſchule, Mathildenplatz 17.
— Freie Vereinigung der Elektromonteure von Darmſtadt und
Um=
gegend, die nur zur Aus= und Weiterbildung der Monteure beſteht,
veranſtaltete einen Vortragsabend in der Reſtauration Gunder
(am Schloßgartenplatz. Der Redner dieſes Abends, Elektromeiſter
Bauer, wußte die Teilnehmer durch Schildern von elektriſchen
Un=
fällen, deren Folgen und Krankheitserſcheinungen, in einſtündigem
Vor=
trag zu feſſeln. Unterſtützt wurde der Vortrag durch Lichtbilder. — In
nächſter Zeit wird, genannter Herr einen Vortrag über elektriſchen
Scheintod und die erſten Wiederbelebungsverſuche halten.
Vermehrung der Beſchäftigungs= und Verkaufsſtunden am Meß=
Sonntag. Da aus Anlaß der Meſſe am Sonntag, 6. Mai, für die Stadt
ein geſteigerter örtlicher Geſchäftsverkehr zu erwarten iſt, weiſen wir
darauf hin, daß für dieſen Tag folgende Vermehrung der
Beſchäfti=
gungs= und Verkaufszeiten nach der Bekanntmachung des Kreisamtes
Darmſtadt vom 26. November 1925, betreffend Sonntagsruhe im Bezirk
der Stadt Darmſtadt zugelaſſen iſt. I. Es iſt erlaubt: 1. der
Verkauf von Backwaren von 7—10 Uhr und von 11—16 Uhr; 2. der
Verkauf von Konditoreiwaren von 7—10 Uhr und von 11—16 Uhr;
3. der Verkauf von Fleiſchwaren von 7—10 Uhr und von 16—18 Uhr;
4. der Handel mit Blumen und Kränzen von 11 bis 18 Uhr; 5. der
Verkauf von Roheis von 6—13 Uhr; 6. der Betrieb in allen übrigen
Handelsgewerben von 11—18 Uhr. — II. Ferner iſt auf öffentlichen
Wegen, Straßen, Plätzen oder anderen öffentlichen Orten am
Meßſonn=
tag erlaubt: 7. die Ausübung des Gewerbes im Umherziehen von 11
bis 18 Uhr; 8. der ambulante Gewerbebetrieb, d. h. der Hauſierbetrieb
am Wohnort, von 11—18 Uhr.
*p. Bezirksſchöffengericht. Ein Autounfall mit tödlichem Ausgang
beſchäftigt das Gericht. Der fahrläſſigen Tötung iſt ein in Dienſten
einer Frankfurter Firma ſtehender Kraftwagenführer angeklagt. Der
Unfall ereignete ſich am 14. Januar 1928 — wie der Angeklagte angibt,
gelegentlich einer Probefahrt — auf der Straße Groß=Gerau-
Mörfel=
den bei gutem Wetter und trockener Straße, als der Angeklagte mit
ſeinem Lieferwagen ein Fuhrwerk in hoher Geſchwindigkeit zu
über=
holen ſuchte, an deſſen hinterem Ende der tödlich Verunglückte ging,
indem er ſich an der Wagenrunge feſthielt. Auf dem nur zweiſitzigen
Lieferwagen ſaßen vier Perſonen. Der Staatsanwalt betont, daß die
vielen Autounfälle der letzten Zeit die Kraftwagenführer zu beſonderer
Vorſicht verpflichten müßten. Verſchiedene Zeugen bekunden, der
Ge=
tötete ſei in das Auto hineingeſprungen. Dagegen wird bezeugt, daß er
vom Kotflügel erfaßt wurde. Ein Mitverſchulden des Angeklagten wird
in der feſtgeſtellten zu hohen Geſchwindigkeit gefunden, zumal die
Strecke nicht freigeweſen ſei. Vier Leute hätten gedrängt auf dem
Lieferwagen geſeſſen. Schließlich ſei der Angeklagte an dem Fuhrwerk
zu dicht vorbeigefahren. Eine Gefängnisſtrafe von drei Monaten
er=
ſcheine angezeigt. — Der Verteidiger glaubt, daß die Häufung der
Auto=
unfälle in der letzten Zeit die Notwendigkeit von Autoſtraßen erweiſe.
Von einem Zickzackfahren bei einer Probefahrt könne keine Rede ſein.
Dem Angeklagten werde das beſte Zeugnis ausgeſtellt und er als äußerſt
zuverläſſiger Führer geſchildert. Es ſtehe feſt, daß ordnungsgemäß
Signal gegeben und daß es auf dem Fuhrwerk gehört worden ſei. Auch
die Geſchwindigkeit ſei beim Herannahen an das Fuhrwerk entſprechend
gemindert worden; der Angeklagte ſei trotz Beſetzung des Autos mit
vier Perſonen Herr der Situation geblieben. Der Getötete habe die
Fahrbahn des Autos gekreuzt und ſo den Unfall ſelbſt verſchuldet.
Das Urteil iſt freiſprechend. Bei eingehender Prürung aller
Verhältniſſe konnte das Gericht die Ueberzeugung von der Schuld des
Angeklagten nicht gewinnen.
Zum
Festhalten
von Verbänden
Wichtig für Haushalt, Werkstatt, Sport (Radfahrer, Radio-Bastler, Kanufahrer usw.)
Achten Sie auf den Namen Leukaplast, da Nachahmungen im Handel sind.
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Summi
Leukoplast ist immer gut.
Wenn man sich verwunden fur.
Aber nicht nur zu Verbänden
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Goothes Faust und Struwwelpefer,
Alios klebt das LEUKOPLAST.
Sorg’, daß Du’s im Hause hasts
Rf
Donnerstag; den 3: Ma1 4928
Darmſtädter Juriſtiſche Geſellſchaft.
Verkehrsrecht, Verkehrswirtſchaft und Verkehrspolitik.
Zu Beginn des 10. Vortragsabends widmete der Leiter der
Verſammlung, Oberlandesgerichtsrat Dr. Mayer, warme Worte des
Nachrufs dem Manne, deſſen plötzliches Hinſcheiden für die heſſiſche
Juriſtenwelt und das ganze Heſſenland den ſchwerſten Verluſt bedeutet
hatte, den die Geſellſchaft mit Stolz als Mitbegründer und eifrigen
Förderer zu den ihren zählte: Provinzialdirektor Dr. Kranzbühler. Die
Verſammlung ehrte ſein Andenken durch Erheben von den Plätzen.
Das Referat des Abends hatte Herr Regierungsrat Dr. Krebs,
Referent für das Verkehrsweſen im hieſigen Miniſterium des Innern,
übernommen. Er ſprach über „Verkehrsrecht, Verkehrswirtſchaft und
Verkehrspolitik”.
Die großen Zuſammenhänge zwiſchen Wirtſchaft und Recht werden
bei den Problemen des modernen Verkehrsweſens deutlich ſichtbar. Der
reibungsloſe Ablauf der Beförderung von Menſchen G,ütern und
Nach=
richten erheiſcht bei fortgeſchrittener Wirtſchaftsentwicklung ein
geregel=
tes Verkehrsſyſtem. Technik, Organiſation und das Recht ſchaffen es im
Verein. Das Recht kann vorbereitend, hemmend und der Entwicklung
nachfolgend ſein. Das Verkehrsrecht iſt nur zögernd vorwärts
gekom=
men. Seine Normen verteilen ſich zerſtreut und ungeordnet über die
verſchiedenſten Rechtsgebiete.
Das Recht der Beförderung von Perſonen und Sachen auf der
Eiſenbahn, im Kraftwagen, in der Luft, zu Schiff auf See und
Binnen=
gewäſſern, auch die Beförderung durch Fuhrwerk, und letztlich der
Fuß=
gängerverkehr, ſind Gegenſtand eingehenker Regelung. Im
Handels=
geſetzbuch, im Binnenſchiffahrtsgeſetz, in der Eiſenbahnverkehrsordnung,
in den internationalen Uebereinkommen über die Ciſenbahnbeförderung,
im Kraftfahrzeugverkehrsgeſetz und den dazugehörigen Verordnungen,
im Luftverkehrsgeſetz und in den neuen, überall gleichlautenden
allge=
meinen Straßenverkehrsordnungen iſt der Stoff unüberſichtlich
nieder=
gelegt. Von den Einzelfragen intereſſieren vor allem die wichtigen und
für die verſchiedrnen Beförderungsarten unterſchiedlichen Normen über
die Schadenshaftung. In weitem Umfang findet ſich eine qualifizierte
Haftung. Reichshaftpflichtgeſetz und die Normen des Handelsgeſetzbuchs
für die Eiſenbahn, die Vorſchriften des Kraftfahrzeugverkehrsgeſetzes
hinſichtlich der nicht beförderten Perſonen und Sachen für den
Kraft=
fahrzeughalter, am meiſten das Luftverkehrsgeſetz für den
Luftfahrzeug=
halter erweitern die Haftung des Transportführers außerordentlich.
Die Frage der Ausgleichung des Schrdens unter mehereren an
dem=
ſelben Schadensfall beteiligten Schädigern iſt im allgemeinen nach dem
Maß ihrer Mitwirkung bei der Verurſachung gelöſt, ſoweit die
quali=
fizierte Haftung in Frage ſteht, ohne Rückſicht auf Verſchulden. Ein
mitwirkendes Verſchulden des Verletzten oder ſein Alleinverſchulden
ſchließen die Haftung aus oder beſchränken ſie. Dabei wird auch der
Fußgänger die Vorſchriften der neuen Straßenverkehrsordnungen als
Schutzgeſetz im Sinne des 8 823 Abſ. 2 BGB. für ſich gelten laſſen
dür=
fen, aber auch gegen ſich gelten laſſen müſſen. Neben dieſen rein
privat=
rechtlichen Normer treten Vorſchriften des öffentlichen Rechts.
Poſt=
recht, Telegraphenrecht, Preſſerecht, Reichsbahngeſetz und andere Geſetze
ſind wichtig. Die Sicherheit des Verkehrs und ſeiner Ordnung werden
von den verſchiedenen Verkehrsordnungen gewährleiſtet. Die
Ciſen=
bahn= und Betriebsordnung ſchreibt gewiſſe Erforderniſſe für emen
geſicherten Betrieb der Eiſenbahn vor. Die Verordnung über den
Kraft=
fahrzeugverkehr ſtellt die Anforderungen an Fahrer und Fahrzeug auf
dieſem Gebiete feſt. Das Luftverkehrsgeſetz regelt die Konzeſſionspflicht
des Flugbetriebs, die Ausbildung der Führer uſw. Die allgemeine
Straßenverkehrsordnung, in allen Ländern auf formell verſchiedener
Grundlage mit gleichem Inhalt erlaſſen, gibt die Einzelheiten für den
Verkehr der Fuhrwerke, Reiter, Fußgänger, Radfahrer. Strafrechtliche
Vorſchriften finden ſich in den verſchiedenſten Geſetzen. Steuerrechtlich
intereſſiert beſonders das Kraftfahrzeugſteuergeſetz.
Das Verkehrsrecht arbeitet zu ſeinem Teil mit an den großen
Pro=
blemen der Verkehrswirtſchaft und =politik. Beider Gebiet iſt
untrenn=
bar miteinander verbunden und oft ſchwer voneinander unterſcheidbar.
Enger Zuſammenhang mit anderen Wiſſenſchaften wird überall
erkenn=
bar. Die Erſchließung neuer Gebiete iſt zugleich angewandte
Geo=
graphie, angewandte Geologie und angewandte Meteorologie.
Mancher=
lei Art ſind die augenblicklich erörterten Probleme der
Verkehrswirt=
ſchaft: Der Kampf um den Vorrang zwiſchen Eiſenbahn und
Kraft=
wagen hat begonnen. Uebereinſtimmende Beobachtung in allen
Kultur=
ländern zeigt, daß namentlich innerhalb eines gewiſſen Aktionsradius'
der Kraftwagenverkehr die Oberhand gewinnt, auch in der
Güterbeför=
derung. So betreibt die Reichsbahn bereits Kraftwagenlinien und
be=
teiligt ſich an Kraftfahrzeug=Verkehrsgeſellſchaften. Hand in Hand
da=
mit geht das Streben nach dem Bau von zulänglichen reinen
Arto=
mobilſtraßen; die Hafraba iſt das beſte Beiſpiel. Nur ſolche Straßen
geben die günſtigſten Beanſpruchungsbedingungen für das moderne
Kraftfahrzeug. Die Straßen müſſen dauerhaft ſein, aber gewiſſe Arten
der Beuutzung müſſen möglichſt vermieden werden. Steuerliche
Zu=
ſchläge zum Beiſpiel finden Anwendung auf die Verwendung von
Eiſen=
anſtatt Luftbereifung. Die Eröffnung von Kraftwagenlinien bedarf
der ſtaatlichen Genehmigung, um das Verkehrsnetz rationell und
der=
nünftig zu geſtalten.
Die Probleme der Waſſerverkehrsſtraßen, die Elektrifizierung der
Bahn, die Ferngasverſorgung ſind in gleicher Weiſe in der Schwebe.
Die deutſche Verkehrsluftfahrt hat ſich in den letzten Jahren
außer=
ordentlich ſchnell und günſtig entwickelt.
Ein beſonderes Kapitel iſt der Fremdenverkehr. Er bedeutet im
Inlande zunächſt nur eine andere Schaltung des
Zahlungsmittelumlau=
fes. Seine Förderung kann nützlich ſein, was den für den Handel
un=
entbehrlichen Reiſendenverkehr anlangt; ſie kann wirtſchaftlich auch
för=
derlich hinſichtlich des Erholungsverkehrs ſein, da er der Kräftigung
und der Friſcherhaltung der Arbeitskräfte dient. Sie iſt auch bedeutſam
als kulturverbreitender Faktor. Der wirtſchaftliche Wert großer
Frem=
denanſammlungen (Ausſtellung, Meſſen uſw.) iſt dabei oft
problema=
tiſch. Starker Zuſpruch von ſeiten des Auslandes muß mit der
ent=
gegengeſetzten Erſcheinung: Reiſen ins Ausland, in Vergleich geſetzt
werden. Deutſchland kommt dann für die letzten Jahre zu einer nicht
unerheblichen paſſiven Fremdenverkehrsbilanz. Entſcheidend aber bleibt:
Die Verfeinerung der modernen Verkehrsbeziehungen auszunutzen; zu
wiſſen, daß Wirtſchaftlichkeit im Verkehrsweſen für die öffentliche
Wirt=
ſchaft nicht gleichbedeutend mit Rentabilität im privatwirtſchaftlichen
Sinne iſt, daß vielmehr die öffentliche Verkehrswirtſchaft weniger ſelbſt
Kapital bilden, als der Privatwirtſchaft ihre Neubildung ermöglichen
und erleichtern ſoll.
Der Vortrag faßte ein weites, wirtſchaftliche und juriſtiſche Fragen
in Fülle bergendes Gebiet überſichtlich, klar und vollſtändig zuſammen.
Die jeden nicht nur als Juriſten angehenden Ausführungen des
vor=
trefflichen Sachkenners fanden deshalb nicht zum mindeſten dank dem
anregenden und formvollendeten Vortrag reiche Aufmerkſamkeit und
lebhaften Beifall bei der zahlreichen Zuhörerſchaft. Das angeſpannte
Intereſſe blieb der anſchließenden Diskuſſion erhalten, an der neben
Vertretern der Nichterſchaft und Staatsanwaltſchaft ſich insbeſondere
der frühere Provinzialdirektor Geh.=Nat Dr. Fey, der Präſident der
Handelskammer, Fabrikant Schenck, und Regierungsrat Dr. Kayſer,
Verkehrsrefernt bei dem hieſigen Polizeiamt, mit intereſſanten und
förderlichen Darlegungen beteiligten.
Garantiert reiner Bienenhonig.
Eine Warnung an das Publikum.
Wir erhalten folgende Zuſchrift:
In Ihrer Zeitung vom 3. Februar brachten Sie einen Artikel
vor=
ſtehender Ueberſchrift, welcher nicht unbeantwortet bleiben darf, weil er
unwahre Behauptungen enthält.
Aus leicht erkennbaren Gründen wird darin eine Ware ſchlecht
ge=
macht, die heute von großen Teilen des deutſchen Volkes ſtändig ge.
kauft wird, desgleichen werden ehrenwerte Perſonen verdächtigt, die
nichts anderes tun, als das deutſche Volk zu einem für jedermann
er=
ſchwinglichen Preife mit gutem, reinem, einwandfreiem, dem deutſchen
erwieſenermaßen in gar keiner Weiſe nachſtehenden Honig zu
ver=
ſorgen. Man denke g. B. nur an die mannigfache Blütenfülle der
wär=
meren Länder, wogegen bei uns infolge der klimatiſchen Verhältniſſe
ſelbſt in trachtarmen Zeiten die Bienen mit Zucker dunhgefüttert
wer=
den müſſen, welche Zuckerfütterung man draußen überhaupt nicht kennt.
Als Importeur von Auslandshonig, der ich mit die größte
Ein=
fuhr habe, erkläre ich, daß der in dem Artikel beſchriebene Honig hier
wie auch in Hamburg nicht eingeführt wird und es ſolchen auch nicht
gibt. Woher das Glas ſtammt, wird die weitere Unterſuchung ergeben.
Der in dem Artikel angeführte Lehrer iſt ſeinerzeit nur verurteilt
worden, weil er, trotzdem er die zweitgrößte Imkerei Deutſchlands
be=
ſitzt, aber feinſten Auslandshonig mit handelt, geſchrieben hat. Imkerei
und Honigverſand‟. Das Gericht war der Anſicht, daß Händler, die
ſelbſt Imkereibeſitzer ſind, letzteres nicht in der Annonce zum Ausdruck
kringen dürfen. Im Intereſſe der deutſchen Imker ſoll jeder mögliche
Irrtum ausgeſchloſſen ſein, wenngleich das Intereſſe des kaufenden
Publikums in keiner Weiſe dadurch berührt wird, was das Gericht
wei=
ter zum Ausdruck gebracht hat. Es hat ſich alſo gar nicht um die
Qug=
lität gehandelt, ſondern nur um die Firmenbezeichnung. Der ganze
Streit wurzelt lediglich in der Preisfrage.
— Kochkurſus des Hausfrauenbundes. Wie aus der Anzeige
her=
vorgeht, will der Hausfrauenbund Anfang Mai einen Fiſchkoch=
Kurſus in ſeiner Küche, Heidelberger Straße 47 I., veranſtalten. Die
Anregung dazu gab die Seefiſchpropaganda, die vom Reichsminiſterium
für Ernährung und Landwirtſchaft ins Leben gerufen wurde. Leider
verhalten ſich ja die hierfür zuſtändigen Stellen in unſerer Stadt dieſer
Propaganda gegenüber ſehr ablehnend, ſo daß ſie nicht in dem großen
Rahmen, wie zum Beiſpiel in Mainz, durchgeführt werden kann. Der
Hausfrauenbund ſieht es aber als ſeine Pflicht an, für vermehrten
deut=
ſchen Seefiſch=Konſum zu wirken, ſo weit ihm dies möglich iſt. Iſt es
doch geradezu beſchämend, zu leſen, in welchem Maß der Verbrauch
ausländiſcher Lebensmittel bei uns zugenommen hat, während z. B. die
engliſchen Frauen ſich organiſieren, um dem Import ausländiſcher
Waren entgegenzuarbeiten. Auch in hieſiger Gegend kann der Seefiſch=
Konſum gehoben werden, wenn die Kochkenntniſſe für möglichſt
viel=
ſeitige Zubereitung vorhanden ſind. Der geplante Kurſus wird dazu
dienen, dieſe Kenntniſſe zu erweitern. Die Teilnehmerinnen ſellen
ſich ſelbſt an der Zubereitung beteiligen und ſich am Schluß jeden Tages
am Genuß der hergeſtellten Speiſen erfreuen.
Lokale Veranſialtangen.
Di dterunter erſcheinenden Notizen ſind ansſchließlich als Hinwsiſe auf Anzeigen 3u bsfrachten.
in keinem Felle ſrgendwie al Beſprechung oder Keiſk.
— Ein Gang durch die Maggi=Gutswirtſchaft
und Maggi=Werke A.G. in Singen wird nochmals, nachdem
ſo viele Beſucher wegen Ueberfüllung des Saales umkehren mußten,
am Freitag, den 4. Mai, in der Turnſalle am Woogsplatz im Film
gezeigt werden. Der Eintrit: iſt frei, jedoch iſt derſelbe nicht ohne
Ein=
trittskarte geſtattet. Karten ſind durch die mit Plakaten verſehenen
Ge=
ſchäfte zu erhalten. Koſtproben werden während des Filmportrages
ab=
gegeben.
— Deutſchorden. Heute Donnerstag, den 3. Mai,
Knappſchaftsabend. Der Vertrag von Verſailles im Urteil der
Ju=
gend. Eine Wanderung der Ordensknappen im Unwetter. Inſtruktion
für das große Ordenskapitel am 3. Juni lſ. Js. Samstag, den
5. Mai, abends 8 Uhr, im „Bergſträßer Hof” Konzert der Gefolgſchaft
Eberſtadt mit ausgeſuchten Vertonungen. Den Ordensbrüdern und ihren
Angehörigen wird der Beſuch warm empfohlen.
Verzinsung von Aufwertungsgufhaben.
Zur Beischreibung der Jahreszinsen für 1927
werden hiermit neu autgeruten:
Die alten Sparbücher Mr.
Aodd.1o oo
Aufgerufen sind mithin:
Die aßten Sparbücher Mr.
Aalioo00
(St. 7262
Kassestunden: Vormittags von 8— 1 Uhr,
Nachmittags von 3—41, Uhr.
Samstags nachmittags geschlossen.
Aufwertungsstelle im 1. Stock
Städtigeke Sparkasse Darmstadt
Tageskalender für Donnerstag, den 3. Mai 1928.
Heſſ. Landestheater, Anfang 20 Uhr Ende 22 Uhr. C 19:
„Ein Traumſpiel”. Kleines Haus: Keine Vorſtellung. — Orpheum:
Geſchloſſen. — Konzerte: Schloßkaffe, Kaffee Rheingold. Hotel
Schmitz, Weinhaus Maxim.— Ausſtellung „Der Menſch” von
11—31 Uhr, auf der Mathildenhöhe. — Kinovorſtellungen:
Helia, Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz=Theater.
Nummer 123
Hauptverſammlung der kirchlich=poſitiven
Vereinigung für Heffen.
Im Stadtmiſſionshaus zu Offenbach fanb die diesjährige
Hauptver=
ſammlung der kirchlich=poſitiven Vereinigung ſtatt. Der Vorſitzende,
Landeskirchenrat Bernbeck, leitete die Vorſtandsſitzung ſowie die ſich
anſchließende geſchloſſene Mitgliederverſammlung, in denen die
wihtig=
ſten ſchwebenden Fragen der Vereinigung beſprochen wurden. Den
Bericht des Rechners gab Pfarrer Zatzmann=Friedberg; den der
Zeit=
ſchrift „für Bibel und Kirche”, der Schriftleiter Pfarrer Schrimpf
(Dieburg), der zugleich von der beabſichtigten gemeinſamen Herausgabe
des in ſeinen 5. Jahrgang eintretenden Blattes mit den Naſſauer
Freunden Kenntnis gab. An ſämtliche Berichte ſchloß ſich eine
ein=
gehende lebendige Ausſprache, an der ſich eine größere Anzahl von
inter=
eſſierten Freunden beteiligte. Die um 4 Uhr durch den Vorſitzenden im
Hauptſaal der Stadtmiſſion eröffnete öffentliche Verſammlung brachte
nach einer kurzen Andacht von Pfarrer Clotz=Holzhauſen einen ſehr
viel=
ſeitigen und in die Tiefe gehenden Vortrag des Profeſſors Veidt vom
Predigerſeminar in Herborn über die gegenwärtigen und zukünftigen
Aufgaben und Ziele der evangeliſchen Kirche. Der ganze Reichtum der
wichtigen Frage: „Was haben wir an unſerer Kirche?. Wie verhalten
ſich die ſichtbare und die unſichtbare Kirche zueinander? Wie kann
unſere deutſche Jugend, wie können die Lebensreifen ein ehrliches,
warm=
herziges Verhältnis zu ihr gewinnen, die ſie alle mütterlich heben und
Lurch’3 Leben tragen will”, wurde durchwandert und bot allen, die mit
Aufmerkſamkeit folgten, reiche geiſtige Anregung und inneren Gewinn.
Die Quellen, aus denen der Begriff der Kirche im Lauf der Jahrhunderte
abgeleitet worden iſt, bis zur kampferfüllten Gegenwart hin, wurden
auf=
gezeigt, die Gefahren und Nöte des oft in verhängnisvolle Irrgänge
ſich verlierenden heutigen Menſchenkindes offen beſprochen und ebenſo
geiſtesmächtig wie liebevoll der Weg zu ihrer Ueberwindung in Jeſus
Chriſtus gewieſen. Der ganze Reichtum von Schrift und Bekenntnis
kam zu Wort. Die oft verſchitteten Segenquellen wurden in ihrem
unvergänglichen Wert herausgehoben. Das Verhältnis von Kirche und
Staat, von Kirche und Gemeinſchaſt erfuhr eine treffliche Würdigung
von hoher Warte aus. Das religiöfe Ningen und die theologiſche
For=
ſchung vot allem der letzten gwei Jahrzehnte bis zu Tröltſch und Barth
hin ergaben wertvolle Fingerzeige für die neu erkämpfte Pflicht, die die
Glreder der ebangeliſchen Volkskirche, Form und Inhalt des kirchlichen
Lebens ſchätzen und lieben lehrt, zum Segen deutſcher Art und
evan=
geliſcher Volkserziehung. So wirkte der hohe ſeeliſche Anſorderungen
ſtellende Vortrag nach vielen Seiten fördernd und vertiefend für
leben=
dige Chriſten, die trotz aller Notz der Zeitz noch mutigen Glauben im
Sinn von Schrift und Bekenntnis haben.
Hauptverſammlung des Landesverbandes
Heſſen der Deutſchen Lebensrettungs=
Geſell=
ſchaft in Gießen.
Die ordnungsgemäß einberufene Hauptverſammlung am letzten
Sonntag um 9 Uhr in Gießen, gab ein Bild über den Stand der
Lebensrettung in Heſſen. Die Arbeitsgebiete getrennt in die drei
Pro=
vinzen und den ſpz. Bez. Offenbach liegt in bewährten Händen, die
muſtergültigerweiſe die Organiſation der D. L. R. G. und deren
Beſtre=
bungen vertraten. Insgeſamt wurden von geprüften Lebensrettern in
1927 in Heſſen 22 Perſonen vom ſicheren Tode des Ertrinkens gerettet.
Leider wird immer noch von ſeiten der Behörden und beſonders des
Publikums dieſem Verbande, deſſen Mitglieder ſich mit Hintan)zung
des eigenen Lebens der Allgemeinheit widmen und dem ſchrecklichen
naſſen Tode ſein Opfer entreißen, noch zu wenig Verſtändnis
entgegen=
gebracht. Die Statiſtit ergibt erſt einen Mitgliederſtand von 324
Einzel=
perſonen, 31 Körperſchaften, 2 Behörden und 22 Geſellſchaften. Jeder
muß ſein Scherflein dazu beiträgen, denn auch ihm oder einem ſeiner
Angehörigen kann einmal die Gefahr des Ertrinkens drohen.
Jahres=
beitrag für Einzelperſonen 1— Mk., für Behörden und Körperſchaften
mindeſtens 10.— Mk. Mit beſonderer Freude wurde begrüßt, daß die
Stadt Darmſtadt und das Heſſiſche Kultusminiſterium Mitglieder der
Geſellſchaft geworden ſind und erſtere mit einem Jahresbeitrag von 50.
Mark, letzteres mit 150— Mk. Die Geſchäfts= und Kaſſenrechnung
wurde gelegt und in Ordnung gefunden und Entlaſtung erteilt. Der
Vorſtand wurde mit Ausnahme des techn. Leiters, Herrn A. Gießmann,
Darmſtadt, einſtimmig wiedergewählt. An Stelle von Herrn Gießmann
trat der Bezirksleiter des Bezirks Starkenburg, Herr Zugwachtmeiſter
Ripper. Dem ausſcheidenden früheren techn. Leiter ſei auch hierorts
aufrichtiger Dank geſagt. Der Vorſtand ſelbſt ſetzt ſich nunmehr
zu=
ſammen: 1. Vorſitzender: Oberreallehrer K. Roth, Darmſtadt, Landgraf=
Georg=Straße 120; 2. Vorſitzender: Mediz.=Rat Dr. Friedrich,
Darm=
ſtadt, Steinſtraße 36; ärztlicher Beirat: Dr. med. Brünning, Darmſtadt
Wilhelminenplatz 15; Geſchäfts= und Kaſſenwart: Geſchäftsführer J.
Wandel, Darmſtadt, Landgraf=Georg=Straße 120; techn. Leiter:
Zug=
wachtmeiſter Ripper, Darmſtadt, Sandſtraße 40, und den Vorſitzenden der
4 Bezirke und zwar: 1. Bezirk Starkenburg: Herr Ripper, Darmſtadt,
Sandſtraße 40; 2. Bezirk: Herr Dr. Herz. Mainz, Flachsmarktſtraße 9;
3. Bezirk: Herr Apotheker Friedrich Paseoe, Gießen, Wetzlaerweg;
4. Bezirk: Dr. Paris, Offenbach, Straße der Republik 100.
Um 11,30 Uhr ſchloß ſich an die Hauptverſammlung eine öffentliche
Verſammlung, an der ſeitens der Proyinzialbehörde Herr
Oberregie=
rungsrat Heß; vom Polizeiemt Gießen, Herr Regierungsrat Wolf: für
die Studienanſtalt Gießen, Frl. Vaubel; für die Mädchenſchule Frl.
Mehla; für das Kreisgeſundheitsamt, Herr Mediz.=Rat Dr. Zinſer;
für die Univerſität. Herr Dr. Möckelmann, für die Reichswehr. Herr
Oberleutnant Rauſcher, ſowie Vertreter der Sanitätskolonne teilnahmen.
Der 1. Vorſitzende ſprach in 1 ſtündigem Vortrag über die Einführung
des obligatoriſchen Schulſchwimm=Unterrichts und ſeine Beziehung zur
D. 2. R. G. Seine Ausführungen wurden mit lebhaftem Beifall
aufge=
nommen. 2 Entſchließungen bezgl. Ausbildung der Lehrerſchaft und
des allgemeinen Bäderbaues wurden angenommen und werden der
Staatsregierung übermittelt. Mit Dank wird von der Entſchließung des
Geſamtminiſteriums Kenntnis genommen, das die Einführung der
Heſſiſchen Rettungsmedaillen beſchloſſen hat. Um 1 Uhr ſchloß mit
Wor=
ten des Dankes an die Anweſenden der Vorſitzende die gut beſuchte
Verſammlung.
Nachmittags 3 Uhr fanden ſodann in Anweſenheit der verſchiedenen
Vertreter im ſtädtiſchen Volksbad, das in entgegenkommender Weiſe
die Stadt Gießen in Anſehung der hohen Ziele koſtenlos zur Verfügung
ſtellte, die praktiſchen Vorführungen ſtatt. Die Leitung lag in Händen
des Herrn Sauer, Gießen, der unter Mitwirkung des Gießener
Schwimmvereins, des Gießener Turnvereins 46, des
Männerturn=
vereins und der Sanitätskolonne treffliche Vorführungen brachte. U. a.
wurden alle Rettungs= und Transportſchwimmen vorgeführt, ebenſo
die Wiederbelebungsverſuche an Perſonen. Dieſe Vorführung eröfnete
Herr Reg.=Baurat Mangold mit einem Apell an die Anweſenden der
D. 2.R. G., die notwendige Unterſtützung nicht zu verſagen. Der
Landes=
verbandsvorſitzende dankte zum Schluß den Herren und dem Gießener
Bezirk für die Vorbereitung und ſchloß die ſchön verlaufene
Werbe=
veranſtaltung.
soll man ihm nicht aufdrängen, denn sonst kann es leicht seine
Ge-
sundheit einem Vorurteile der Eltern zum Opfer bringen. Nicht.
immer ist die Weigerung des Kindes als Eigensinn oder Trotz
an-
zusehen, denn der Organismus fordert Abwechselung unter den
Nahrungsstoffen in ihrer Zusammensetzung, Beschaffenheit und
im Geschmack. Sorgen dieser Art verschwinden. sofort, wenn
Oetker-Puddings auf den Tisch kommen, denn diese weiden
immer gern und restlos verzehrt, weil sie wohlschmeckend,
nahr-
haft und doch leicht verdaulich sind. Dr. Oetkeris
Pudding-
pulver werden durch Zusatz von feinstem Reispuder jetzt in
noch besserer Qualität hergestellt und enthalten außerdem die für
die Blutbildung und den Körperaufbau notwendigen mineralischen
Salze. Ein Päckchen kostet 10 Pfg. Dr. Oetker’s Backin- starke Buch ist in dauerhaftem Pappband, wo nicht vorrätig,
sind in allen Geschäften stets frisch zu haben.WViele Anregungen
zum Backen und zur Bereitung von Süßspeisen bietet Ihnen das Br, Audust Geiker, Lietefeld.
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einschlägigen Geschäften erhältlich ist. Sie erfahren aus dem
Buche auch Näheres über den vorzüglichen Backapparat „
Küchen-
wunder”, mit dem Sie auf kleiner Gaskocherflamme backen,
braten und kochen können. In völlig neuer Bearbeitung ist Dr.
Oetker’s Schulkochbuch, Ausgabe C wieder erschienen. Es
will für jede Haustrau und besonders für die angehenden ein
guter Ratgeber in der Haushaltführung sein, denn es trägt den
veränderten wirtschaftlichen Verhältnissen Rechnung und
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sichtigt die neuen Forschungser gebnisse in der
Ernährungswissen-
schaft. Zahlreiche farbige Tafeln vervollständigen die Sammiung
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Backpulver, Puddingpuler, Vanillin-Zucker; Gustin usw. geg. Einsend. von 30 Pfg. in Mark, von mir portofrei zu beziehen.
Nummer 123
Donnerstag, den 3. Mal 4928
Die Notlage des heſſiſchen Handwerkes.
Die programmatiſchen Forderungen des beſſiſchen Handwerkes und Gewerbes.
Denſchrſton die Stageregierung und den Tandicg.
Eine
* In einer in Mainz ſtattgefundenen „Kundgebung des
Mainzer Handwerks” machte Dr. Schwank Syndihus der
Handwerkskammernebenſtelle Matnz, davon Mitteilung, daß der heſſiſchen
Staatsregierung und dem Landtag demmächſt eine Denkſchrift
über=
mittelt werden ſoll, in der die programmatiſchen
Forde=
gungen des hefſiſchen Handwerks und Gewarbes
näher formuliert find. In dieſer Denbſchrift wind gefordert:
1. Das heſſiſche Handwerk eywartet, daß die
Programm=
bunkte der Spitzenvertretung des deutſchen
Hand=
werks auch von der heſſiſchen Regierung anerkannt werden.
2. Steuern.
Auf ſteuerlichem Gebiet wind gefordert: Aufhebung
derGewerbeſteuer, da dieſe als Sonderſteuer bom Hondwerk und
Gewerbe angeſehen wird. Läßt ſich dies nicht erreichen, dann iſt die
Amgeſtaltung in eine allgemeine Berufsſteuer zu erſtreben.
Weiter iſt bei dieſem Geſetz auf angemeſſene Verteilung der Laſten,
under Schonung der wirtſchaftlich ſchwachen Exiſtenzen hinzuwirken. Die
Embeziehung der freien Berufe, der ſtaatlichen und ſtädtiſchen
Regie=
betriebe iſt feſtzulegen. Weiter wäre eine Kontrolle über das gemeindliche
Buſchlagsrecht zu ſichern.
Wegen der Reichsſteuern wird im allgemeinen auf die
For=
derungen der Spitzenvertretung des deutſchen Handwerks verwieſen.
Zur Schomung alter und kapitalſchwacher Perſonen wird gefordert,
daß Perſonen über 60 Jahre, deren Ginlommen 5000 Mark nicht
über=
ſteigt, auf Antrag von der Steuer aus dem Sonderſteuergeſetz über dem
bebauten Grundbeſitz befreit werden.
Durch Beſchluß des Reichstags wurde infolge Abänderung des 8 33
bes M.=Sch.=G. die Unterſtellung der Neucbauten mit Zuſchüſſen unter
die Mieterſchutzbeſtimmungen geſetzlich feſtgelegt. Allerdings ſollen die
Landegregierungen beſtimmen, welche Gebäulichleiten hiervon betroffen
werden.
Es wird dringend gefordert, daß die heſſiſche Regierung von der
Wänderung des Geſetzes leine Motiz nimmt und dia mit öfſtentlichen
Zuſchüſſen nach dem 1. 7. 1918 erſtellten Gebäulichkeiten wie ſeither
behandelt.
3. Regiebetriebe.
Hier wird Abban der Regiebetriebe, worunter aurch die
Geſängnisawbeiten verſtanden werden, gefondert. Weder der Staat noch
die Gemeinde dürfen ihren eigenen Steuerzahlern Konkurvenz machen.
Was durch die Eigenbetriebe für den öffentlichen Haushalt angeblich
erſpart wird, geht durch Minderung der Steuerkraft und Schwächung
der Exiſtenzmöglichbeiten um ein Vielfaches der Wirtſchaft berloren.
Die Regierung kann in ihrem eigenen Verwaltungsbereich den
Regie=
tendenzen, durch entſprechende Erläſſe entgegenwirken, wenn ſie der
Gmpfehlung des Reichswirtſchaftsminiſters Dr. Curtius folgt, der
bürzlich die Länderregierungen auf die neue bayeriſche Gemeindeordnung
hinwies, wonach Gemeindeeinrichtungen grundſätzlich von der
Geneh=
migung der Aufſichtsbehörde abhängig ſind.
Da der Begriff Verſorgungsbetrieb etwas dehnbar iſt, erſcheint die
Anhörung der berufsſtändigen Wirtſchaftsvertretungen angebracht.
Gven=
tuell wäre eine geſetzliche Feſtlegung dieſer Materie in Erwägung zu
ziehen.
Weiter iſt Einſchränkung der eigenen Wertſtätten i ſtaatlichen und
ſtädtiſchen Krankenhäuſern, Siechenhäuſern, Frrenanſtalten,
Erziehungs=
anſtalten uſwp. zu fordern, die ſich lediglich auf die Bediewung der
An=
ſtaltsimſaſſen zu beſchränken haben.
4. Belebung der Bauwirtſchaft.
Dieſe Frage bildet wohl dem Kernpunkt des großen Problems För=
Gerung der Wirtſchaft, der das Baugewerbe als Schlüſſelgewerbe bei
ſeiner Belebung aller Berufszweige eine Auſwärtsbewegung bringt.
Das heſſiſche Handwerk fordert daher:
a) Vor allem reſtloſe Zuführung des Aufkommens aus der
Sonder=
ſteuer in die private Bauwirtſchaft, unter möglichſter Ausſchaltung der
eigenen Bautätigkeit von Staat und Gemeinden.
b) Weiter Aufhebung mindeſtens aber fortſchreitender Abbau der
Wohnungszwangswirtſchaft, da auf dieſe Weiſe prwate Kapitalien dem
Baumaukt zugeführt werden können. Hereinnahme von Auslandsanleihen
zu Wohnungsbauzwecken. Es iſt nicht zu rechtfertigen, daß Staat und
Gemeinden den Hauptteil der Sonderſteuer, entgegen dem Willen des
Geſetzgebers, für Verwaltzungszwecke verwenden, dagegen nur einen
ge=
ringen Prozentſatz ſeither der Bauwirtſchaft zugeführt haben.
Auch bei Lockerung der Wohnungszwangswirtſchaft wird das pribate
Kapital nebſt Zuführung der Hauszinsſteuer nicht ausreichen, die nötigen
Mittel zur Linderung der Wohnungsnot auſtzucbvingen. Bei Lockerung
der Wohnungszwangswirtſchaft wird aber eine beſſere
Verzinſung geſichert, wie auch erhöhte Bautätigkeit eine allgemeine
Be=
lebung der Wirtſchaſt mit ſich brimgt.
Das heſſiſche Handwerk betrachtet daher die Hereinnahme von
Aus=
landsanleihen und deren Verwendung zu Wohmngsbauten als
produk=
tive Anlage. Die Regierung möge daher für Hereinlaſſung von
Aus=
landsgeldern wirken, wobet allerdings Borſorge vor Ueberſchuldung der
Gemeinden, eotl. Kontingentierung vorzuſehen und auch Gewähr daftr
geboten ſein muß, daß die Gelder auch ihver Zwesbeſtimmg zugeführt
werden. Ferner wird gewünſcht: Beſchleunigte Erledigung der Anträge
auf Zuſchuß ſeitens der Staatsverwaltzung und der Gemeinden, und vor
allem Vorſorge dafür, daß die betwilligten Gelder möglichſt umgehend
zur Auszahlung gelangen. Die Klagen tweten immer wieder auf, daß
Ge=
bäude fertigeſtellt, ſie bereits monatelang bezogen ſind, die ſeit langem
bewilligten Gelder von den ſtaatlichen Stellen jedoch nicht überwieſen
werden. Soweit die Verzögerung auf die Hypothekeneintragung
zurück=
zuführen iſt, wären die Gemeinden zu veranlaſſen, die Zwiſchenbütrgſchaft
zu übernehmen.
5. Vergebungsweſen.
Auf dieſem Gebiet ſollte die nach langjährigen Beratungen zuſtande
gekommene Raichsverdingumgsordnung einigermaßen den Wünſchen des
Handwerks gerecht werden. Der heſſiſche Staat hat für ſeine
Verwal=
tung die Reichsverdingungsordnung eingeführt, auch den Gemeinden die
Einführumg empfohlen. Nach vorliegenden Berichten widerſtveben aber
immer noch einzelne Städte und Gemeinden dieſer Regelung oder ſie
verklauſelieren die Abmachungen in einer Form, daß der Aweck nahezu
iUuforiſch wird. Um ein klaves Bild Wber den derzeitigen Stand zu
ge=
winnen, wäre es erwünſcht, wenn die Regierung mit kurz bemeſſener
Friſt von allen öffentlichen Körperſchaften Staat. Kreis, Gemeinden,
Kirche uſw., eine Uebenſicht einfordern würde, welche Aenderungen oder
beſondere Ausführungsbeftrmmungen hierzu erlaſſen worden ſind.
Ins=
beſondene wäve hiewbei feſtzuſtellen, ob die Anhörung von
Sachberſtän=
digen des Handwerks angeordmet und durchgeführt wurde, worauf zur
Kontrolle des Vergebungsweſens, der Bekämpfung und Beſeitigung der
Submiſſionsblüten ſowie von Unterangeboten, in erſter Linie des
unlau=
teren Wettberwerbs, nachdrücklichſt Wert gelegt werden muß.
6. Vergebung öffentlicher Lieferungen.
Seit Jahren bemüht ſich das Schneider= und Schuhmacherhandwerk
um den Erhalt von Lieferungen für die ſtagtliche Polizei Gendarmerie
und Schutzpoltzei. Alle Bemühungen waren vergeblich. Die Uniformen
werden Mainzer oder Fpankfurter Firmen übertragen, die ſie
nachweis=
lich wieder von Schnehdereibetrieben im Heſſen herſtellen laſſen.
Die Schuhlieferungen erhalten Schuhfabriken, auch einzelne kleimere
handwerkliche Fabribbetriebe. Nun verfügt das heſſiſche Handwerk infolge
der früheren ſtarlen Belebung mit Militär und beſonders inſolgg der
umfangreichen Kriegslieferungen über eine große Bahl leiſtungsfähiger
und durchaus verläßlicher Betriebe, ſo daß ſehr wohl mindeſtens einmal
ein Verſuch gemacht werden könnte, ob es nicht möglich ſt, die
Liefe=
wungen im heſſiſchen Handwerk herzuſtellen. Es haben hierüber ſchon
lange Verhandlungen ſtattgefunden. Das Miniſterium des Innern
be=
zweifelt die Möglichkeit der Herſtellung obwohl die beauftragten Firmen
einen großen Teil ihrer Aufträge doch von heſſiſchen Schneidereien zu
Stücklohn herſtellen laſſen. Auch die Zuführung von Lieſerungen der
Reichswehr an das heſſiſche Handwerk ſtößt auf die größten Widerſtände,
da immer wieder die hohen Preiſe als unzuläſſig verworſen werden.
Sattler und Wagner, Schmiede und Schloſſer, im Kriege geſchult, fallen
ſtets mit ihren Angeboten aus. Ich verweiſe hierbei auf die
Ausfüh=
rungen der Denbſchrift der Handwerkskammern für die beſetzten Gebiete.
7. Schwarzarbeit.
Seit Jahren geht ber Kampf des Handwerls um die durch
Schwarz=
arbeit entſtehenden Schäden. Alle Maßnahmen haben ſich als ungenügend
erwieſen. Wenn auch anerkannt wird, daß dieſe Frage ſich nur durch
Seite 7
gefetzliche Beſtimmungen bei Megelung DeT Mabetegeit einwandfrei
llären laſſen wird, ſo wird doch eine größere Mtwität entſprechend
dem Vorgehen anderer Stagten gefordert.
Die Regierung kann mit einem Erlaß die Mebenarbeit im eigenen
Betrieb nochmals ſchärfſtens verbieten, ſie kanm weiter nochmals mit
einem Erlaß auf die Schädigungen des ſelbſtändigen Gewerbes in der
Oeffentlichkeit hinweiſen und beſonders darauf hinwirken, daß dem
Unt=
fug der Wbgabe von Gewerbepatenten für Nachfeiengbendſtunden
ge=
ſteuert wird.
8. Erwerbsloſenfürſorge.
Die teilweiſe laxe Handhabung dieſer Beſtimmmgen fördert die
Schwarzarbeit in hohem Maße. Kommt es doch öfters vor, daß
Ge=
meinden Arbeiten dem ſelbſtändigen Gewerbe entziehen, ſie duuch
Er=
werbsloſe oder auf Koſten der fogenannten produktiven
Erwerbsloſen=
fürſorge ausführen laſſen. Den Gemeinden die Schäden eines folchen
Verhaltens vor Augen zu führen, wäre äußerſt werwoll.
9. Organiſationen.
Die Handwerkskammer betrachtet es als ihre vornehmſte Aufgabe,
die handwerklichen Betriebe und fachlichen Organifationen zuſammen=
Wechen ode Iich iafid derkamnen, beſondersd. eine der Hckaff.
nämlich die Innungsmitglieder über die Preisbildumg zu belchnen. Der
Begriff der Preisbildung wird hierbei oſt völlig verkanmt, der
keine Preisfeſtlegung bedeutem foll, ſondern nur eine Anweiſumng, wie die
Preisbildug verwünftig und zweckmäßig auf der Baſis reller
Hal=
kulgtion unter Betonuna der Qualitätsarbeit zuſtande kommem ſoll.
Auch der vielfach beobachtete ſtete Wechſel in den Gewerbereferaten
der Kreisämter iſt einer geſunden Handwerkerbewegung nicht förderlich.
Hier müßte Stetigkeit Platz greifen und dieſes Refepat dauernd im Hände
gelegt werden, die mit den Eigentümlichkeiten des Handwerks ud des
Bezirks vertraut und verwachſen ſimnd.
10. Einſchränkung des Haufierhandels.
der Wanderlager uſw. iſt unter allen Umſtänden zu fordern. Durch
ge=
ſetzliche Beſtimmungen iſt der Hwuſierbetrieb in einer Reihe von noch
näher feſtzuſtellender Waren zu umterſagen bzw. durch Verſchärfung des
heſſiſchen Wanderſteuertariſes zu erſchweren.
11. Beirat.
Bur wirkſamen Underſtützung der Forderungen des Handwerks und
aktivev Mitarbeit findet das Handwerk es für angebracht, daß dem
Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft ein Betrat
für wirtſchaftliche Fragen zur Seite gegeben wird.
Eine ſolche Einrichtung beſteht z. B. in Preußen, in dem Fachaussſchuß
für Handwerk und Genoſſenſchaftsweſen, der der Abt. B des preußiſchem
Landesgewerbeamtes beigegeben iſt.
Auch Bayzern, Württemberg und Baden verfügen über folche
Aus=
ſchüſſe, wie auch im Reichswirtſchaftsminiſterium ein Beirat für
Hand=
werk und Kleingewerbe beſteht. Der frühenen Zemtralſtelle für die
Ge=
werbe war ebenfalls, ein Beirat zur Seite gegeben.
Der neue Vonſchlag geht dahin, den Beirat in der Hauptfache ans
Vertretern der Wirtſchaft zuſammenzuſetzen und dieſe mimiſtertell au
beſtellen.
12. Hilfsmaßmahmen für die Landwirtſchaft.
Die vom Reich geplanten Hilfsmaßnahmen kommen ummittelbar nur
der Londwirtſchaft zugute. Es iſt daher nicht überraſchend, daß aus
den Kreiſen des gewerblichen Mittelſtundes, insbeſondere des Handwerks,
ebenfalls lebhafte Rufe nach beſonderen Hilfsmaßnahmen laut geworden
ſind. Hierbei wird ernſthaft darüber geklagt, daß die Landwirtſchaft mn
das Handwerk ſtark verſchuldet iſt, die Zahlung rückſtändiger
Rech=
wugen erfolgt nur ſehr vemögert. Es iſt daher Vorſorge getroffen,
daß bei der Zuführung neuer Gelder an die Landwirtſchaft in erſter
Limie die Forderungen an die Liefergmten zur Tilgumg gelange, von
demen die Landwirtſchaſt Waven umd Leiſtungen bezogen hat. Der
preußiſche Miniſter für Hondel ud Gewerbe tritt bereits dafür ein,
daß bei der Verteilung der der Landwirtſchaft zuzufühwendem Mittel
auch die amtlichen Vertretungen von Indaſtrie, Handel und Handwerk
zur Mitarbeit herangezogen werden.
Das hefſiſche Handwerk ſtellt an den Herrn
Mi=
niſter für Arbeit und Wirtſchaft das Erſuchen, in
gleicher Form für die Belange des Handwerks einzutreten, die
berufsſtändige Vertretung des Handwerks bei der Verteilug der für
die heſſiſche Lamdwirtſchnſt vorgeſehenen Mittel herawzuzichen und
darauf hinzuwirken, daß aus den neuen Reichsmitteln auch die
Ver=
pflüſchtungen der beſiſchen Landwirtſchaft gegenüber dem heſſiſchen
Hand=
werk in erſter. Linie abgedeckt werden.”
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Seite,8
Domerstag, den 3. Mal 1928
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Aus Heſſen.
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Der Kreis Bensheim bewilligt die Summe von 10 000 Mark.
Ay. Bensheim, 2. Mai. Der Kreisausſchuß hat heute vormittag in
ſeiner Sitzung beſchloſſen, zur Behebung der dringendſtem Not im
Un=
wettergebiet an der Bergſtraße den vorläufigen Betrag von 1000 RM.
zur Verfügung zu ſtellen.
Unwetterſchäden in den Bensheimer
Weinbergen.
Ap. Bensheim, 2. Mai. Der Bürgermeiſter der Stadt Bensheim
nahm die Anweſenheit der Herven Regierungsvertreter in Zwingenberg
wahr, um den Herven auch von den in der Gemarkung Bensheim
ent=
ſtandenen Unwetterſchäden Kenntnis zu geben und ſie zu bitten, auch
hiev eine Beſichtigung vorzunehmen. Da es dem Herrn
Staatspräſiden=
ten und dem Herrn Finanzminiſter und dem Herrn Miniſter für Arbeit
und Wirtſchaft nicht möglich war, ſofort perſönlich mit nach Bensheim
zu kommen, fand eine Beſichtigung der Schäden dunch Miniſterialdirekwor
Uebel, in Anweſenheit von noch anderen Herrem des Miniſteriums
ſtatt. Die Herren überzeugten ſich von den zum Teil recht erheblichen
Schäden, die auch Bensheim, insbeſondere in ſeinen Weinbergen
auf dem Kirchberg, erlitten hat. Um die Flurſchäden in ihrer
ganzen Ausdehnung und Tragweite zu beurteilen, ſoll in etwa 14 Tagen
m Anweſenheit des Miniſters für Arbeit ud Wirtſchaft eine erneute
Beſichtigung vorgenommen werden. In den nächſten Taoen wird
be=
reits mit entſprechenden Schadensfeſtſtellungen begonnen werden.
Das Unweitergebiet dasZielvielerNeugieriger.
Aa. Seit Montag wird das vom Unwetter heimgeſuchte Gebiet an
der Bergſtraße von bielen Neugierigen aus nah und fern beſucht.
Be=
ſonders ſtark iſt der Andrang des Publikums am 1. Mai geweſen, da
durch die teilweiſe Arbeitsruhe vielfach beſte Gelegenheit zur Fahrt an
die Bergſtraße gegeben war. Teilweiſe iſt von privaten Unternehmern
ſogar ein regelrechter Autoverkehr eingerichtet worden. Die örtlichen
Stellen haben oft alle Mühe, um eine Behinderung der
Wiederaufbau=
arbeiten durch den ſtarken Verkehr zu vermeiden.
U. PfaſſenBeerfurth i. Odmn, 4. Mat. Tonwerk=ßirſteft
O. Erzhauſen, 2. Mai. Der Geſangverei „Germania”, gegründet
1875, veranſtaltet am Sonntag, den 6. Mai, mit ſemem Dirigenten
Ph. Künkel unter Mitwirkung verſchiedener auswärtiger ſowie der
hie=
ſigen Vereine und der Zivil=Kapelle einen Liedertag in der Krone
—it reichhaltigem Programm.
P. Eberſtadt, 2. Mai. Verſchönerungs= und
Verkehrs=
verein. Das Wiedererwachen des Verſchönerungs= und
Verkehrsver=
eins macht ſich allenthalben zum Vorteil unſeres Ortes bemerkbar. So
ſind im letzten Jahre alte ſchöne Anlagen in der Umgebung wieder
her=
gerichtet, verbeſſert und neue Ruheplätze und Ausſichtspunſte durch ihn
geſchaffen worden. In einem Schriftchen, das der Verein in den
näch=
ſten Tagen herausgeben wird, iſt über die Ziele des Vereins folgendes
geſagt: Der Verſchönerungs= und Verkehrsverein dient, wie alle
Ver=
eine gleichen oder ähnlichen Namens der Hebung und Förderung des
Verkehrs ſowie der Verſchönerung unſeres Heimatortes und ſeiner
nöch=
ſten Umgebung. Der Verein will die Vorzige und Reize, die Gberſtadt
dank ſeiner natürlichen Lage genießt, erhalten und vermehren, die
Schätze der Heimat heben, mit ihnen werben und zur Nacheiferung
an=
ſpornen, um den Heimatort ſelbſt und unſeren Kindern lieb und teuer
zu machen. Wie das geſchehen ſoll und geſchehen kann, ſoll hier nicht
ausgeführt werden. Der Wege gibt es viele, die zum Ziele führen.
Die Hauptſache iſt, daß die Arbeit getragen iſt von dem lebendigen Geiſt
der Liebe und Verbundenheit aller zur heimatlichen Scholle, und daß
ſich dazu Mitarbeiter in großer Zahl in unſerem Verein
zuſammen=
finden. Der Verein ruft zum Beitritt und zur Mitarbeit alle
heimat=
liebenden Gemeindeglieder auf. Jedermann iſt als Mitglied herzlich
willkommen!” Hoffentlich fallen die Worte dieſes Aufrufes auf
frucht=
baren Boden, damit unſerem Orte der Platz werde, der ihm dank ſeiner
vielfachen Vorzüge gebührt. — Gemeinderatsſitzung. Am
Donnerstag (3. Mai) findet im Rathausſaale eine öffentliche
Gemeinde=
ratsſitzung ſtatt.
4a. Gberſtabt, 2. Mai. Muttertag. Zum erſtenmal wird auch
dieſes Jahr in Ebevſtadt der deutſche Muttertag gefeiert werden. Die
Ortsgruppe Eberſtadt des Bundes der Kinderreichen hat ſich nämlich
der Angelegenheit angenommen und beſchloſſen, am zweiten Sonntag
im Mai einen öffentlichen Blumenverkauf vorzumehmen. Sonſtige
Ver=
anſtaltungen find nicht geplant. — Preiskegeln. Das zweite
Preis=
kegeln auf der Kegelbahn des Gaſthauſes „Zum Bergſträßer Hof”
(Fiſcher) iſt in vollem Gange. Das Kegeln findet bis auf weiteres jeden
Samstag abend ab 8 Uhr und jeden Sonntag nachmittag ſtatt.
42. Pfungſtadt, 2. Mai. Unwetterſchäden. In der „
Mal=
cher Tanne” hat das Unwetter am Sonntag nachmittag ebenfalls größere
Verheerugen angerichtet. In einer einzigen Waldabteilung fielen über
70 Bäume dem Sturmwind zum Opfer. — Leſeholznutzung.
Das Holzleſen im Walde iſt in den Monaten Mai und Juni verboten.
Von Juli bis September iſt, wie bereits jetzt mitgeteilt werden kann,
nur ein Leſeholztag in der Woche
G. Ober=Ramſtadt, 2. Mai. Die Zweigkolonne Ober=Ramſtadt der
Freiw. Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz hielt ihre Prüfung am
Sonntag nachmittag in der Schießbergſchule ab. Herr Rektor i. R.
Hof=
mann begrüßte die Erſchienenen, insbeſondere die Vertreter des Heſſ.
Landesvereins vom Roten Kreuz, der Hauptkolonne Darmſtadt und der
Zweigkolonne E. Merck im Namen der Kolonne herzlichſt. Die theo.
retiſche Prüfung, die Herr Dr. Moldenhauer alsdann abhielt, fiel zu
aller Zufriedenheit aus. In der praktiſchen Prüfung wurden mehrere
Notverbände geſchickt und vorſchriftsmäßig angelegt, und die dabet von
Herrn Dr. Eckhardt an die Kolonne gerichteten Fragen wurden gut
be=
antwortet. Nachdem Herr Heilgehilfe Knecht als Vertreter des Heſſ.
Landesvereins vom Roten Kreuz den beiden Kolonnenärzten für ihre
uneigennützige Tätigkeit bei der Ausbildung, und der Kolonne für die
für die kurze Zeit ihres Beſtehens beachtlichen Leiſtungen in
anerken=
nenden Worten gedankt und auch die Teilnahme der Freiw. Feuerwehr
an der Veranſtaltung der Sanitätskolonne und die Unterſtützung ihrer
Beſtrebungen hervorgehoben, ging es mit Muſik zum Vereinslokal „Zum
Adler”, wo noch einige gemütliche Stunden verbracht wurden.
r. Babenhauſen, 2. Mai. 40jähriges Lehrerjubiläum.
Am 1. Mai d. J. beging Herr Rektor Klock von der hieſigen
Volks=
ſchule ſein 40jähriges Amtsjubiläum. Nachdem er im Frühjahr 1888 das
Seminar zu Friedberg verlaſſen und am 1. Mai desſelben Jahres ſchon
dienſtliche Verwendung gefunden hatte, wirkte er 10 Jahre lang als
junger Lehrer in den oberheſſiſchen Gemeinden Staden, Freien=Steinau,
Dudelsheim und Radmühl. Am 24. Februar 1898 kam er an die hieſige
Volksſchule und war an ihr ſomit 30 Jahre lang als Lehrer, ſeit dem
Tode des Herrn Rektors Mathes im Vorjahre als Rektor der Anſtalt
tätig. Das Lehrerkollegium veranſtaltete zu Chren ſeines pflichttreuen
Amtsgenoſſen und verehrten Jubilars am Vormittage eine ſchlichte
Feier, bei der Herr Lehrer Wendel in herzlichen Worten ſeine
Ver=
dienſte um die Schule hervorhob und ihm im Namen des Lehrkörpers
als ſichtbares Zeichen der Wertſchätzung ein prachtvolles Oelgemälde
überreichte. Herr Studienrat UIImann überbrachte die Glückwünſche
des Kollegiums der Höheren Bürgerſchule. Im Laufe des Tages ließ
die Gemeindeverwaltung durch eine Abordnung, beſtehend aus dem
Herrn Bürgermeiſter Rühl und G.R. Franke, dem Jubilar die
Glück= und Segenswünſche der Stadt ausſprechen unter Ueberreichung
eines wertvollen literariſchen Werkes.
H. Aus dem Odenwald, 2. Mai. Neues Landheim.
Nach=
dem im vorigen Jahre in Buchklingen bei Birkenau das Landheim der
Eliſabethſchule=Mannheim eröffnet werden konnte, hat ſich nun auch
die Leſſingſchule=Mannheim ein eignes Landheim erworben, indem ſie
das Gaſthaus „Zur Lochmühle” in Schönau bei Neckarſteinach ankaufte,
und dieſes zu einem herrlichen Landheim um= und ausbaute. Die
Ar=
beiten wurden ſo gefördert, daß die Einweihungsfeier bereits ſtattfinden
konnte; von da ab wurde auch der volle Betrieb aufgenommen.
zum Herbſt, durch Graben und Fahren des Tones in die Fabrik und wurf an Wochentagen der beſchleunigte Perſonenzug 853 gerode die
oberhalb der „Vierſtöck”, in der Richtung nach Oſtern ſich erſtreckenden das Halten der beſchleunigten Perſonenzüge, da ſowohl
Lagern direkt an Faröwerke und andere Abnehmer verkaufen. Um jedoch, von als auch nach Hirſchhorn und Neckarſteinach in den Morgenſtunden
in Betrieb geſetzt wird.
Al. Höchſt i. Odw., 2. Mak. Geſellenprüfung. Die geſetz= ſpricht, zumal er ohne Schwierigkeiten durchzuführem iſt.
liche Geſellenprüfung, an der alle jungen Handwerker, deren Lehrzeit
findet im Monat Mat ſtatt. Anmeldungen zur Prüfung ſind unter flockenbach ein Waldbrand, der eine ziemliche Ausdehnung annahm. Wio
Benutzung des vorgeſchriebenen Formulars, welches bei dem Vorſitzen= ſich num herausſtellt, wunde der Brand von einem 13jährigen Jungen
den des Prüfungsausſchuſſes, Maurerweiſter Wilhelm Mengler erhält= aus Unterflockenbach verurſacht.
lich iſt, bis zum 5. Mai einzureichen. — Das 4. Konzert der
Orcheſter=
vereinigung Höchſt findet am 12. Mai, abends 834 Uhr, im Saale des liſchen Schule wurden im neuen Schuljahre 32 Kinder, 16 Knuben und
Fernſprechdienſtſtunden des hieſigen Poſtamtes haben ab 1. Mat eine In der katholiſchen Schule wurden 20 Kinder aufgenommen, 11 Knaben
tags von 7 Uhr vommittags bis 1 Uhr nachmittags feſtgelegt.
der B. Bezirkstag des Bezirks Darmſtadt. Die Vereinsleitung arbeitet kannt gemacht, daß das Sammeln von Leſeholz in den
Gemeindewal=
raſtlos an den Vorarbeiten für ein gutes Gelingen dieſer Veranſtaltung, dungen während der Monate Mai und Jum verboten iſt.
Aus allen Vereinen des Bezirks Darmſtadt laufen beſtändig Meldungen
über die Teilnehmer des Bezirkstags ein. Schon heute können wir auf
Grund der Meldungen feſtſtellen, daß eine ſtarke Konkurrenz zu beob= penheim. Zu dem am Montag nachmittag niedergegangenen
Un=
achten iſt, die gegenüber anderen Begirkstagen früheren Jahre angenehm wetter wird jetzt noch bekannt, daß ſehr viele Einwohner Heppenheims
ins Auge fällt. An alle Stenographen des Bezirks Darmſtadt richten
graphenkranz Gabelsberger, Michelſtadt, hat auch dafüir Sorge getragen,
dort hadt die Vereinsleſitung für rege Unterhaltung der Feſtgäſte Sorge
getragen. Mittags um 4 Uhr werden ſich die Feſtgäſte vom Stadion in
den Städtiſchen Saalbau begeben, damit auch die tanzluſtigen
Teilneh=
mer auf ihre Rechmung kommen. Abends um 6 Uhr erfolgt die
Preis=
berteilung, die auch ſehr intereſſante Ergebniſſe zeigen wird. Ein allen Arbeiten beteiligt,
ſchöner Feſtball, der mit beſonderen Ueberraſchungen ausgeſchwückt iſt,
ſoll den Abſchluß des Bezirkstages bilden.
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b. Erbach i. O., 2. Mai. Albrecht=Dürer=Ausſtellung.
Der Reihe der für das laufende Jahr hier bereits geplanten
Ausſtellu=
gen ſchließt ſich noch eine Albrecht=Dürer=Ausſtellung, veranſtaltet von
der evangeliſchen Jugendvereinigung, unter Leitung des Herrn Pfarrer
Haßlinger an. Die Ausſtellung findet zum Gedächtnis des 400jährigen
Todestages des großen deutſchen Malers Albrecht Dürer in den Tagen
vom 8. bis 13. Mai d3. Js. im evangeliſchen Gemeindehaus ſtatt. Die
Mitglieder der Vereinigung haben bereits eine große Anzahl
Reproduk=
tionen, Kupferſtiche, Holzſchnitte, Gemälde und Handzeichnungen
zuſam=
mengetragen, ſodaß ein ausgiebiger Ueberblick über die Schöpfungen
des Künſtlers gewährleiſtet iſt. Im Rahmen der Veranſtaltung finden
Vorträge mit Lichtbildern, am erſten Abend der Ausſtellung ein ſolcher
über „Dürers Leben und Wirken” ſtatt.
m. Beerfelden, 2. Mai. Verſchiedenes. Der hieſige Verein für
Raſenſport ladet zu einem Vortrag über „Leichtathletik als Ergänzung
zum Fußballſport” ein; es wird alſo geplant ſein, mit der Pflege des
Fußballſports weitere Körperübungen zu verbinden. — Im
benachbar=
ten Hetzbach ſchoß Se. Erl. der Erbgraf Alexander zu Erboch=Erbach
am Freitag morgen auf der Jagd des Herrn Seibert=Ebersberg einen
kapitalen Auerhahn. In früheren Jahren war man gewohnt, daß
um dieſe Zeit der Großherzog ſich kurz hier auſhielt, um genanntes
Wild zu erlegen.
Bn. Hirſchhorn, 30. April. Laut Bekanntgabe der Bürgermeiſterei
Hirſchhorn können auf Antrag durch das Verſorgungsamt Darmſtadt
Erziehungsbeihilfen an ſolche Kriegswaiſen gewährt
wer=
den, die nach 8 41 des Reichsverſorgungsgeſetzes Waiſenrente beziehen,
die vorgeſchriebene Altersgrenze noch nicht überſchritten haben, ſich in
Schulausbildung oder handwerksmäßiger Ausbildung für einen ſpäteren
Lebensberuf befinden und bei denen Bedürftigkeit vorliegt. Auträge
dieſerhalb ſind alsbald bei der Bürgermeiſterei vorzubringen. Für
Anträge, die bis 1. Mai Ifd. Js. geſtellt werden, kann die Beihilfe
be=
reits ab 1. Oktober 1927 gewährt werden. — Während der Zeit vom
29. April bis 6. Mai Iſd. J8. vormittags von 8—12 Uhr und
nachmit=
tags von 2—5 Uhr, an den Sonntagen von vormittags 9 bis
nachmit=
tags 1 Uhr, liegt die Wahlkartei der in der Gemeinde Hirſchhorn zur
Reichstagswahl ſtimmberechtigten Perſonen auf dem Rathauſe dahier
zu jedermanns Einſicht offen. Innerhalb dieſer Zeit kann jedes
Mit=
glied der Gemeinde Einblick in die Kartei nehmen und Einwendungen
dagegen vorbringen. Beſonders werden die auswärts geborenen, hier
wohnhaften Perſonen, welche bei dieſer Wahl erſtmals ſtimmberechtigt
ſind, aufgefordert, Einſicht in die Wahlkartei zu nehmen, da es leicht
möglich iſt, daß ſie überhaupt nicht eingetragen ſind. —
Fremben=
frequenz und Schloßbeleuchtung. Aus Mainz und
Offen=
bach werden demnächſt Fremde per Extrazüigen unſer Städtchen beſuchen.
Ein Sonderzug der Reichsbahndirektion Mainz am Sonntag, den 13.
Mai, bringt mehrere hundert Perſonen aus Rheinheſſen, dabei wird
namentlich die Preſſe ſtark vertreten ſein. Am Himmelfahrtstag, den
17. Mai, findet die erſte diesjährige Schloßbeleuchtung mit
Höhenfeuer=
werk ſtatt.
— Hirſchhorn, 2. Mai. Waſſerſtand des Neckars am
1. Mai 108 Meter, am 2. Mai 1,08 Meter.
Birſchorn, 2. Mak. 8um neuen
Sommerfahrplav=
gerung. Infolge Konkunſes des letzten Beſitzers liegt das vor mehr Das heſſiſche Neckalzal, das beſonders in den Sommermonaten ſtark 5
als 20 Jahren hier in Betrieb geſetzte, große Tonwerk ſeit dem letzten ſucht iſt, findet auch i. neuen Fahrplan keine beſondere Beſſerung ſei=
Sommer ſtill. Wo früher, namentlich inr der Zeit vom Frühjahr bis ner Eiſenbahnverbindungen. Während nach dem neuen
Fahrplanent=
durch Herſtellung und Transport der gebrannten Backſteine und Biegel heſſiſchen Statiowen Neckarſteinach und Hirſchhorn durchfährt, hält deu
viele Leute lohnenden Verdienſt fanden, rucht ſeitdem alles. Doch konnte Rückzug B. 84 an beiden Stationen an. Gerade die großen
Entfer=
unſere Gemeinde den gegrabenen Ton aus ihren in mächtiger Stärke nungen zwiſchen Necharſteinach, Hirſchhorn und Eberbach bedingen auch
das Tonwerk ſeinem eigentlichen Zwecke wieder dienſtbar zu machen, ſoll lebhaftev Verkehr zu verzeichnen iſt. Der beſchleunigte Perſonenzug
auf Antrag der Gläubiger, zu deuen auch die Spar= und Darlehenskaſſe dürfte mit beſonderer Vorliebe, von der Bevölkerung benutzt werden.
gehört, das Werk am 21. Mai öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Nicht allein die Gemeinden Hirſchhorn und Neckarſteinach haben an die=
Man wünſcht allgemein, daß das Tonwerk wieder von einem tüchtigen ſer Regelung ein Intereſſe, ſondern auch die vielen angrenzenden
Ge=
geſchäftsgewandten und gewiſſenhaften Sachverſtändigen erworben und meinden. Es wird dringend gewünſcht, daß die Reichsbahndirektiom
im neuen Sommerfahrplan dieſem Wunſche des heſſiſchen Neckartals ent=
II. Aus dem Gorxheimer Tal, 2. Mai. Waldbrand. Wie wir
ſpäteſtens am Schluß, der Pritfungen beendet iſt, teilnehmen können, bereits meldeten, entſtand in dem Weinheimer Stadtwald bei Unter=
H. Birkenau, 30. April. Volksſchule. In der hieſigen ebange=
Gaſthauſes „Bur Poſt” ſtatt. Ein ſehr gut gewähltes, reichhaltiges Pro= 16 Mädchen, aufgenommen; entlaſſen wurden 30 Kinder, 14 Knaben und
gramm wird den Beſuchern einen genußreichen Abend bereiten. — Die 16 Mädchen; die Geſamtſchülerzahl beträgtz im neuen Schuljahre 240.
ſehr begrüßenswerte Verlängerung erfahren. Der Telephondienſt iſt und 9 Mädchen; entlaſſen wurden 21 Kinder, 13 Knaben und 8
Mäd=
nun werktags auf 7 Uhr vormittags bis A1 Uhr abends und Sonn= chen; die Geſamtzahl der katholiſchen Kinder beträgt 114. Die
Geſamt=
ſchüilerzahl in beiden Schulen hat ſich alſo gegen das Vorjahr kaum ge=
Michelſtadt, 2. Mai. Stenographie. Imer näher rückt ändert. — Verbot. Dieſer Tage wurde durch die Ortsſchelle be=
W. Heppenheim a. b. B., 2. Mai. Das Unwetter in
Hep=
unter Waſſer zu leiden hatten, das in die Keller, eingedrungen war.
Auch wurden viele Gärten durch die viedergegangenen Waſſermengen
wir in letzter Stunde nochmals den Mahnruf nach Michelſtadt, das Herz zerſtört. Desgleichen iſt der an Obſtbäumen und Weinbergsanlagen
des Odenwaldes, zu kommen. Schöne und wertvolle Ehrenpreiſe, unter angerichtete Schaden ein großer. Hohe, umfangreiche Ahorn= und
Lin=
denen ſich auch 2 Ghrenpreiſe des Herrn Staatspräſidenten befinden, denbäume wurden entwurzelt, währenb Pappeln von dem orkanartigen.
werden den Stenograthen für ſeine Arbeit belohnen. Der Stend. Sturm faſt im rechten Winkel gebogen und geſchüttelt wurden. Die
daß den übrigen Feſteilmnehmern ſchöne Stunden geboten werden. Ganz Bahnverbindung zwiſchen Heppenheim und Laudenbach konnte am
Sonn=
beſonders iſt bei der Veranſtaltung die Feſtrede des Herrn Bürgermeiſter tag nur eingleiſig aufrechterhalten werden, da die ungeheuren Waſſer=
Ritzel im Bergſtadion der Stadt Michelſtadt hervorzuheben. Auch mengen den Bahnkörper unterſpült hatten. Unſere Feuerwehr rückte
am Montag vormittag mit ungefähr 50 Mann der freiwilligen Wehr
mit einem Laſtauto und eimer Motorſpritze nach dem von dem Unwetter
ſo kataſtrophal verheerten Zwingenberg, wo ſie ſofort zum Auspumpen
der verſchlammten Keller und ſonſtigen Aufräumungsarbeiten eingeſetzt
wurde, und ſich noch heute ununterbrochen mit vorbildlichem Eifer an
8. Lampertheim, 1. Mai. Generalverſammlung der
Vereinsbank. Nach einſtündiger Verſpätung konnte der Vorſitzende
des Aufſichtsrats, Hermann Wegerle, die auf abends 9 Uhr, im Sale
des Gaſthauſes „Zur Krone” feſtgeſetzte Verſammlung eröffnen. Sein Gruß
galt zunächſt den Erſchienenen, ſein Gedenken der im Laufe des
Geſchäfts=
jahres verſtorbenen Mitglieder, zu deren Gedächtnis ſich die
Anweſen=
den erhoben. Direktor, Fabrikant Jakob Eberhard, gab ſodann den
allgemeinen Geſchäftsbericht. Aus ſeinen Ausführungen klang auch
der auf der geſamten Wirtſchaft laſtende Druck, aber einen Lichtblick zum
Aufſtieg ſieht er in dem Sparſinn, der ſich im abgelaufenen
Geſchäfts=
jahr in erhöhtem Maße gezeigt habe. Handel, Gewerbe, Landwirtſchaft.
viele benötigten Kredite, um in der wirtſchaftlichen Not beſtehen zu
können. Zu einer geſunden Kreditgewährung gehöre aber, daß nicht
planlos über die verfügbaren Mittel und über gebotene Sicherheiten
hinausgegangen werde. Der Vorſtand dürfe für ſich das Recht in
An=
ſpruch nehmen, vorſichtig und gerecht gehandelt zu haben. Mit zum
Aufſchwung des Inſtituts habe auch die geſchäftliche Umſtellung
des=
ſelben unter der zielbewußten Leitung des 2. Direktors Fritz Schmidt
und der andern bankmäßig vorgebildeten Beamten, beigetragen. Ihnen
dankte er für die erſprießliche Arbeit. Anſchließend gab nun Direktor
Schmidt den zahlenmäßigen Rechenſchaftsbericht, dem folgendes
Erfreu=
liche zu entnehmen iſt: Während im Geſchäftsjahr 1926 ein Umſatz
von nahezu 10 Millionen zu verzeichnen war, hat ſich dieſer über das
Doppelte vergrößert und beläuft ſich auf 21 213 575,39 RM., die
Sparein=
lagen ſtiegen von 209 324.— RM. auf 338 163.— RM., auch die
Aufwer=
tungsrücklage konnte von 50 000,— RM. auf 53 059,— RM. erhöht
werden, und ſchließt die Bilanz mit einem Reingewinn von 10 813,00
RM. ab. Ueber die Verwendung des Gewinnes ſtimmte die
Gene=
ralverſammlung dem Vorſchlag des Vorſtandes und Aufſichtsrats zu,
ſo daß 10 Prozent Dibidende aus 23 795,49 RM. zur Verteilung
ge=
langen, je 2000,— RM. dem Delkretere= und
Aufwertungsrückſtellungs=
konto und 4451,77 RM. dem Reſerbefonds zugeführt werden. Da ſich
gegen die Bilanz keine Einwendungen erhoben, wurde dem Vorſtand
Entlaſtung erteilt. Der Vorſitzende 2Zegerle gab dann bekannt, daß
im verfloſſenen Geſchäftsjahr 10 Sitzungen des Aufſichtsrates
ſtatt=
gefunden haben und am 18. und 19. Januar ds Js. eine geſetztliche
Reviſion der Bank erfolgt ſei. Letztere habe keine weſentlichen
Bean=
ſtandungen ergeben, nur lege man ſeitens der Aufſichtsbehörde Wert
darauf, daß auch die Vereinsbank, die Statuten des deutſchen
Genoſſen=
ſchaftsverbands annehme. Es ſei deshalb in der Tagesordnung die
An=
nahme der bezeichneten Statuten vorgeſehen, um deren Annahme er
bitte. Nach kurzer Beſprechung wurde ſeinem Vorſchlag zugeſtimmt.
Gleichzeitig wurde feſtgeſetzt, daß für die Folge ein Eintrittsgeld von
5 RM. zu entrichten iſt und daß die 200,— RM. Stammanteile in
vierteljährlichen Raten von 6.— RM. zu zahlen ſind. Es erfolgte
hierauf die Wiederwahl der aus dem Aufſichtsrat ſcheidenden Herrn
Adam Knecht 9., Phil. Jak. Knecht 1. und Friedrich Kirſh 2. durch
Zuruf. Im Laufe des Jahres hatte die Genoſſenſchaft auch eine
Zu=
nahme an Mitgliedern zu verzeichnen. Während 9 Mitglieder freiwillig
und 17 durch Tod ausſchieden, traten 46 neu ein, ſo daß ſich jetzt ein
Mitgliederſtand von 854 mit 861 Geſchäftsanteilen und einer Haftſumme
von 430 500 RM. ergibt. Direktor Eberhard gab dann noch bekannt,
daß mit dieſer Generalverſammlung Kontrolleur Beigeordneter Billau
ſeit 25 Jahren ununterbrochen dem Vorſtand der Bank angehöre, und
der Kaſſenbote Medert ſeit 20 Jahren ſeinen Dienſt zur Zufriedenheit
des Vorſtandes und Aufſichtsrates verſehe, und dankte ihnen für alle
bisher geleiſtete Arbeit. Vorſitzender Wegerle wollte nicht unerwähnt
laſſen, daß an dieſem Tage Direktor Eberhard 20 Jahre als Direktf
der Vereinsbank, früher Spar= und Darlehnskaſſe, die Geſchicke derſelben
mit Umſicht leitete und ſprach ihm den Dank der Generalverſammlung
aus, worauf er dieſelbe ſchloß.
S. Lampertheim, 2. Mai. Freiwilliger Tod. In einer
Arreſt=
zelle im Polizeiamt hat ein hieſiger Einwohner ſeinem Leben durch
Er=
hängen ein Ende gemacht. Er war wegen Blutſchande feſtgenommen
worden und entzog ſich ſo dem irdiſchen Richter. — Stiftungsfeſt.
Das für den W. Mai d. J. feſtgeſetzte Geſangsfeſt des
Männergeſang=
wereins „Sängerroſe” verbunden mit Punktſingen des Riedgaues des
Heſſiſchen Sängerbundes, wird trotz der Reichstagswahl abgehalten.
Die auswärtigen Sänger ſind benachrichtigt, Stimmſcheine mitzubringen
und ſoll für dieſe Wähler ein eigenes Wahllokal eingerichtet werden.
D. Biblis, 2. Mai. Unfall. Vorgeſtern vormittag ereignete ſich
hier auf der Bobſtädter Landſtraße ein bedauerlicher Unglücksfall. Ein
Pferdeknecht der Firma Löſch=Mannheim wollte ein hier gekauftes Pferd
nach Mannheim bringen, als dieſes plötzlich ſcheute und den etwa 30
Jahre alten Knecht mit den Hufen ins Geſicht traf. Dem Bedauernswerten
wurde der Unterkiefer zerſchmettert. Ein ſofort herbeigeholter Bibliſer
Arzu verband den Veruglückten an Ort und Stelle.
— Gernsheim, 2. Mai. Waſſerſtand des Rheins am
1. Mai —6 Meter, am 2. Mai 1 Meter.
By. Langen, 2. Mai. Durch den furchtbaren Sturm am
Sonntag=
nachmitag wurde die Geflügelfarm Petri im Linden arg mitgenommen.
Die große Halle mit Junggeflügel wurde nach der Seite
zuſammenge=
klappt, ſo daß mehrere Hundert getötet wurden. Eine andere Halle
wurde faſt umgewendet. Auch ſonſt hat der Sturm an Bäumen und
Gebäuden ziemlich Schaden angerichtet. — In der Nacht vom Sonntag
zum Montag wurde ein Motorradfahrer bei Bayerseich von einem Auto
erfaßt und tödlich verletzt ins hieſige Krankenhaus gebracht, wo er am
Montag ſeinen ſchweren Verletzungen erlag.
Schiechter, unreiner Zeint!
Schlechter und unreiner Teint iſt wohl der am häufigſten
vor=
kommende Schönheitsfehler. Es bilden ſich nämlich ſowohl beim
männlichen als auch beim weiblichen Geſchlecht, am häufigſten in
der Entwicklungsperiode, Pickeln, Puſteln, Wimmerln, Miteſſer
und Ekzeme. Dieſe Schönheitsfehler, die naturgemäß jedes
Ge=
ſicht entſtellen, werden beſonders vom weiblichen Geſchlecht heftig,
aber leider meiſt ohne Erfolg bekämpft. Vortrefflich bewährt ſich
nach meinen Erfahrungen folgendes Verfahren: Man nehme ein
Von Dr. med. W.
Stück Zuckers Patent=Medizinal=Seife, reibe mit der Hand oder
noch beſſer mit einer naſſen Bürſte, einem naſſen Pinſel und
der=
gleichen möglichſt dicken Schaum, läßt ihn eventuell noch einige
Zeit ſtehen, bis er ſo dick iſt wie Brei, Salbe oder Sirup, und
trägt ihn dann leicht, ohne zu reiben, auf die zu
behan=
delnden Hautſtellen auf. Am beſten geſchieht das Auftragen des
Abends, damit der Schaum genügend Zeit hat, auf der Haut
ein=
zutrocknen, und die Racht über liegen bleiben kann. Morgenz er=
weicht man ihn mit etwas Waſſer, ſpült ihn dann leicht ab und
trocknet hierauf die Haut, ohne zu reiben oder zu
frot=
tieren, ſanft mit einem weichen Tuch. Nachher ſtets die Haut
mit Zuckooh=Creme, die ebenſo wie Zuckers Patent=Medizinal=
Seife in jeder Apotheke, Drogerie und Parfümerie ſowie in jedem
beſſeren Friſeurgeſchäft zu haben iſt, nachbehandeln. Dieſe
Proze=
dur, richtig durchgeführt, ſchafft in Kürze neue, reine und geſunde
(IV.5575
Haut und verjüngt um Jahre
Nummer 123
Donnerstag, den 3. Maf 1928
Seite 9
Der Brückenbau Rüſſelsheim—Flörsbeim.
Die Bauarbeiten für die ſeit Mai vorigen Jahres in Angriff
ge=
nommene Straßenbrücke zwiſchen Rüſſelsheim—
Flörs=
heim ſind nun ſoweit vorgeſchritten, daß mit der Fertigſtellung im
Laufe dieſes Sommers gerechnet werden kann. Auf dem linken
Main=
uſer iſt der Erdkörper der Brückenrampe vollſtändig angeſchüttet, ſo
daß demnächſt die notwendigen Arbeiten zur Herſtellung der Fahrbahn
begonnen werden können. Die Eiſenbetonarbeiten an den acht
Flut=
öffnungen ſind bereits ſeit längerer Zeit beendet. Gegenwärtig wird
die über den Main führende Eiſenkonſtruktion aufgeſtellt und vernietet.
Im Anſchluß an dieſe Arbeit werden dann noch Fahrbahn und
Fuß=
wege aus Eiſenbeton hergeſtellt und mit Aſphalt überdeckt. Auf dem
rechten Mainufer ſind die Erdſchüttungsarbeiten noch im Gang, die
aber in den nächſten Wochen zum Abſchluß kommen. Die Brücke ſelbſt
erhält elektriſche Beleuchtung, für die die techniſchen Anlagen ebenfalls
in Kürze hergeſtellt werden.
— Ober=Roden, 2. Mai. In dieſem Jahre ſoll hier die neue
evangeliſche Kirche erſtehen. Erbaut wird ſie nah dem Plane
des Architekten Pfuhl=Darmſtadt. Die Maurer= und Zimmerarbeiten
ſind vergeben. Die Grundſteinlegung findet am 3. Juni, nachmittags
3 Uhr, ſtatt. Alle Kreiſe, die an der Sache Intereſſe haben, ſeien jetzt
ſchon auf die Feier aufmerkſam gemacht. Näheres wird ſpäter noch
bekannt gegeben.
a. Offenbach, 1. Mai. In der gutbeſuchten
Monatsver=
ſammlung der Deutſchen (liberalen) Volkspartei trug
Stadtv. Mosbach Erinnerungen an den Deutſchen Städtetag in
Magde=
burg vor. Der Wert einer ſolchen Tagung, ſo bemerkte einleitend der
ſtedner, beſtehe darin, daß Gemeindepolitiher aus allen Gauen
Deutſch=
lands und aller politiſchen Richtungen zuſammenſtrömten, um ihre
An=
ſichten und Erfahrungen über die Verwaltung der Städte auszutauſchen.
Wer keiner Partei angehöre, finde dort eigentlich nicht den rechten
An=
ſchluß. Von dem endgültigen Finanzausgleich zwiſchen Reich und
Län=
dern, der ja einmal kommen ſoll, erhofften auch die Städte eine
Beſſe=
rung ihrer geldlichen Lage. Bis dahin müßten eben die deutſchen Städte
verſuchen, ihren Haushalt aus eigener Kraft auszugleichen. Daß dies
auch in ſchwierigen Zeiten möglich ſei, zeige das Beiſpiel unſerer Stadt,
die 1928 zum erſtenmal wieder den Verſuch unternommen habe,
Ein=
nahmen und Ausgaben auszugleichen. Präſident Muhlert wendete ſich
in Magdeburg entſchieden gegen die Anſicht der Wirtſchaft, die deutſchen
Städte lebten über ihre Verhältniſſe. Zu der Wirtſchaft gehörten
übri=
gens auch die deutſchen Arbeitnehmer. Die Steuern ſeien im Reich am
meiſten, weniger in den Ländern und am geringſten in den Gemeinden
geſtiegen. Offenbach erhebe gegen die Vorkriegszeit rund 50 v. H. mehr
an Steuern. Es müſſe überall verſucht werden, die Sonderſteuer mehr
als bisher für den Wohnungsbau, für den ſie ehemals beſtimmt war,
freizumachen. Im Wohnungsbau ſei Magdeburg vorbildlich. Dort habe
man die Wohnungsnot durch Häuſer mit mehreren Stockwerken zu
mei=
ſtern geſucht. Dadurch ſei auch eine wirtſchaftliche Ausnützung des
Bau=
geländes erreicht worden. Es könne nicht vertreten werden, für ein
Siedlungshaus rund 1000 Quadratmeter Gelände abzugeben, wie man
dies anfangs in Offenbach getan habe. Durch mehrere Wohnungen
über=
einander, werde auch der Erbbauzins erträglich. Die gegenwärtig
wie=
der einſetzende Landflucht und der damit verbundene Wanderungsgewinn
der Städte ſei ein bedenkliches Zeichen. Man dürfe in der
Wohnungs=
frage auch keine übertriebenen Anſprüche ſtellen. Die innerpolitiſche
Flurbereinigung zwiſchen den deutſchen Staaten werde mit der Zeit auch
eine Verbilligung der Verwaltung bringen. An den Vortrag kmüpfte
eine angeregte Beſprechung an. Es wurde ſodann noch die Haltung
der Partei zum diesjährigen Haushalt der Stadt beſprochen. Seine
Ausgeglichenheit ſei wohl mit auf die Mahnungen der Fraktion „
Ver=
einigte Bürgerliſte” zurückzuführen.
— Groß=Steinheim, 1. Mai. Freiwillige Feuerwehr.
Am 14., 15. und 16. Juli 1928 findet in Groß=Steinheim a. M. der
30. Kreisfeuerwehrtag des Kreiſes Offenbach in Verbindung mit der
Bannerweihe der Freiwilligen Feuerwehr ſtatt. Die Vorbereitungen
hierzu ſind bereits in vollem Gange. Weitere Mitteilungen werden
noch bekannt gegeben.
Rheinheſſen.
4c. Worms, 1. Mai. Betrugsprozeß Dr. Thoma.
Nach=
dem von beiden Seiten auf eine größere Anzahl von Zeugen verzichtet
worden war, konnten in den letzten Tagen der Woche die Plädoyers
ſtattfinden. Der Staatsanwalt Dr. Brauns beantragte neun Monate
Gefängmis, der Verteidiger bat um eine weſentlich mildere Beurteilung,
evtl. um eine Geldſtrafe. Seinem gleichzeitigen Antvag aurf
Haftent=
laſſung des Angellagten wurde vom Gericht ſtattgegeben. Heute
vor=
mittag fand nun unter ſtarkem Andrang der letzte Verhandlungstag
ſtatt. Nach einſtündiger Beratung wurde Dr. Thoma wegen fortgeſetzten
Betrugs zu 6 Monaten Gefängnis und zu den Koſten des Verfahrens
verurteilt. Drei Monate Unterſuchungshaft werden angerechnet. Der
Angeklagte hat das Urteil angenommen.
Ad. Nierſtein, 30. April. Etatsberatungen. In der letzten
Gemeinderatsſitzung wurden die Voranſchläge der
Gemeinde, des Elektrizitäts= und Waſſerwerkes nach einer
vier=
ſtündigen Sitzung einſtimmig genehmigt. Die Einnahmen der Gemeinde
ſind mit B8999 Mk. in den Etat eingeſtellt, während die
Geſamtaus=
gabe mit 329 057 Mk. berechnet iſt, ſo daß der Fehlbetrag von
90 075 Mark durch Umlagen aufgebracht werden muß. Da der
Fehl=
betrag um etwas geringer iſt, als im Rechnungsjahr 1997, bleiben die
Steuerſätze wie ſeither. Während der Voranſchlag des Waſſerwerkes mit
28302 Mk. balanciert, ſchließt der Etat des Glektrizitätswerkes in
Ein=
nahme und Ausgabe, mit 63 626 Mk. Im Vorjahre, wurden in der
Oberdorfſtraße 40 Wohnungen und außerdem ein Holzhaus mit 14
Woh=
nungen errichtet, wodurch der Wohnungsnot weſentlich geſteuert
iſt und ſich die Gemeindeverwaltung mehr der Beſſerung der
Straßenverhältniſſe, der Kanaliſations= und
Strandbad=
frage auf dem Kornfand widmen kann. Für die Unterhaltung der
Schulen ſind 15 560 Mark vorgeſehen. Die Ausgaben für die allgemeine
Verwaltung ſind auf 42000 Mark berechnet. Die Steuerüberweiſungen
ſind gegenüber dem Vorjahre um etwa 8030 Mark geſtiegen.
Oberheſſen.
h. Gießen, 2. Mai. Ein ſchreckliches Unglück ereignete ſich
in der Hamſtraße während des Auftriebs zum Viehmarkt. Eine 18
jäh=
rige Fabrikarbeiterin wollte auf dem Fahrrad zwiſchen einem ſchweren
Laſtwagen und einer Viehherde hindurchfahren. Infolge Scheuens
eines Rindes ſtürzte das Mädchen ſo unglücklich, daß es unter den
ſchweren Laſtwagen kam, erfaßt und überfahren wurde. Die Räder
des 20 Zentner ſchwer beladenen Laſtwagens gingen dem Mädchen
über Bruſt und Leib, ſo daß der Tod ſofort eintrat. Den Fahrer des
Wagens trifft keine Schuld. Die Getötete ſtammt aus dem
Nachbar=
dorfe Launsbach und iſt in einer hieſigen Bigarrenfabrik beſchäftigt
ge=
weſen.
T. Ettingshauſen, 2. Mai. Ein ſehr ſchwerer
Unglücks=
fall. Bei den von der A.E.G. hier vorgenommenen Umbauarbeiten
an dem Starkſtromnetz kam der Monteur Reinhold Holſtein auf einem
Dache der Hochſpannungsleitung zu nahe und wurde getötet. Obgleich
ſeine Befreiung vom Geſtänge ſofort erfolgte, blieben die
Wiederbele=
bungsverſuche durch einen Arzt erfolglos. Der Verunglückte
hinter=
läßt eine Witwe, die ſich im Krankenhaus befindet, und ein kleines gind.
Blut-
auffrischend,
Rirä
reinigt die
Organe.
B
(V.1780
Friedrich Schaefer, Darmſtadt, Ludwigspl. 7, Tel.45/6
T. Grüabern, 4. Mak. De hieſige Oberrealſchuke hat für
dieſes Schuljahr wiederum einen erfreulichen Zuwachs von 61 Schülern
erhalten. Am Schluſſe des vergangenen Schuljahres wurden 29
Ober=
primaner entlaſſen, und außerdem treten noch 28 Schüler aus den
ver=
ſchiedenen Klaſſen aus. Sonach iſt der gegenwärtige Stand der Schüler
299 — darunter 56 Mädchen —, die auf 11 Klaſſen verteilt ſind. —
Herr Lauber, Lehrer a. D., hat mit dem letzten Sonntage 30 Jahre den
Organiſtendienſt in der hieſigen Stadtkirche verſehen. Herr
Dekan Schmidt hat am Schluſſe des Gottesdienſtes in einer längeren
Anſprache die Verdienſte, die Herr Lauber ſich der Kirche und Gemeinde
gegenüber erworben, gebührend hervorgehoben. Der
Männergeſang=
verein, deſſen Leiter der Jubilar jahrzehntelang war, verſchönte durch
Vortragen verſchiebener Chöre die Feier. —
Gemeinderats=
ſitzung. Auf die Ausſchreibung zur Inſtandſetzung der Kirchenuhr
find 2 Angebote eingelaufen, und zwar eines über 500, und das andere
über 150 RM. Letzteres Angebot erhielt den Zuſchlag. Die für den
3. Pfingſtfeiertag vorgeſehene Prämiierung ſoll in Anbetracht der in
letzter Zeit allzuhäuſig vorkommenden Prämierungen ausfallen.
Außer=
dem fanden noch einige unbedeutende Punkte ihre Erledigung und einige
andere Punkte wurden zurückgeſtellt.
D
N. Vom Lande, 30. April. Das 3. Schuljahr der
Mäb=
chenfortbildungsſchule. Nach dem neuen heſſiſchen
Schul=
geſetz vom Jahre 1921 ſind die aus der Volksſchule entlaſſenen Mädchen
gleich den Knaben noch drei Jahre verpflichtet, den Unterricht in der
Fortbildungsſchule zu beſuchen. Infolge der Klagen und Beſchwerden
der Landbevölkerung wurde laut Mehrheitsbeſchluß des heſſiſchen
Land=
tags damals, als die erſten fortbildungsſchulpflichtigen Mädchen, nachdem
ſie zwei Jahre den Unterricht beſucht hatten, in das 3. Schuljahr
ein=
treten ſollten, die betreffende Beſtimmng in den Landgemeinden nur
bedingungsweiſe ausgeführt. Das 3. Schuljahr der
Mädchenfortbil=
dungsſchule ſollte nämlich bis zum Beginn des Schuljahres 1928/29 nur
in ſolchen Landgemeinden eingeführt werden, in denen Schul= und
Ge=
meindevorſtand einen dahingehenden Beſchluß faßten. In den Städten
jedoch waren die Mädchen bedingungslos drei Jahre
fortbildungsſchul=
pflichtig. Zahlreiche Gemeinden des platten Landes machten nun von
der ihnen zuſtehenden Vergünſtigung Gebrauch, d. h. die
Gemeindevor=
ſtände mancher größerer und kleinerer Orte beſchloſſen, vorerſt die
Mäd=
chen nur zwei Jahre am Unterricht in der Mädchenfortbildungsſchule
teilnehmen zu laſſen. Da dieſe Friſt aber jetzt abgelaufen iſt, ſo gilt für
alle Mädchen ohne Ausnahme die geſetzliche Vorſchrift des dreijährigen
Beſuches der Mädchenfortbildungsſchule vom neuen Schuljahre ab. Doch
hoffen die Landwirte, denen es tatzſächlich je länger, je mehr an
Arbeits=
kräften gebricht, daß Landtag und Regierung in Anbetracht des
Not=
ſtandes der Landwirtſchaft die allgemeine Einführung des 3.
Schul=
jahres der Mädchenfortbildungsſchule noch weiter hinausſchieben. Darum
finden in dieſen Tagen auch Verſammlungen in manchen Landorten
ſtatt, in denen gegen die bedingungsloſe Einführung des 3. Schuljahres
der Mädchenfortbildungsſchule Stellung genommen werden ſoll. So
zwechmäßig es einerſeits auch ſein mag, daß der Schulbetrieb in Stadt
und Land gleichmäßig eingerichtet iſt, ſo wiegt doch andererſeits die
Tatſache ſehr ſchwer, daß es den Landwirten unter den heutigen
Ver=
hältniſſen, namentlich bei dem Mangel an willigen und ausreichenden
Arbeitskräften, kaum möglich ſein wird, ihren Betrieb ſo
ordnungs=
mäßig fortzuführen und aufrechtzuerhalten, wenn die jungen
Dienſt=
boten mehrere Stunden in der Woche den Unterricht beſuchen müſſen.
Auch dürfte der Dährige Kurſus ganz ſicher dem Bedürfnis der Jugend
der Landgemeinden angepaßt werden können, ſo daß damit ein Abſchluß
für die fortbildungsſchulpflichtigen Mädchen möglich iſt. Denn hierüber
iſt kein Zweifel, daß die Bildung dem Geſchlechte anzupaſſen iſt, wie
auch, daß in einer Stadt wieder ein anderer Maßſtab an die der Jugend
zu vermittelnde Bildung gelegt werden muß, wie auf dem Lande. Wemn
auch ein dreijähriger Beſuch der Fortbildungsſchule für die ein
Hand=
werk erlernenden Knaben unumgänglich notwendig iſt, ſo ſprechen doch
praktiſche Gründe dafür, daß im allgemeinen für Mädchen, die ja mehr
oder weniger, beſonders auf dem Lande, Hausarbeit verrichten, ein
zwejähriger Beſuch der Mädchenfortbildungsſchule vollſtändig
aus=
reichend erſcheint.
Kaldorf.
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deut=
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[ ← ][ ][ → ]Seite 40
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Nummer 123
Donnerstag, den 3. Mai 1928
Seite 11
Erdbeben in Korinth.
Eine Straßenfront des Grauens im verwüſteten Korinth.
Kein Haus in Korinth iſt bewohnbar geblieben. Selbſt wo irgendein Mauerſtück der Vorderfront
noch hochragt, iſt dahinter nur ein Trümmerhaufen von Ziegelſteinen und
Einrichtungsgegen=
ſtänden zu finden.
Ein Lazarett unter freiem Himmel.
Eine Wand bedeutet Gefahr, ein Dach unheimliche Drohung auf dem Iſthmus von Korinth.
Deshalb werden die vielen hundert Verwundeten des gewaltigen Erdbebens in Lazaretten
untergebracht, die notdürftig unter freiem Himmel errichtet wurden.
Reich und Ausland
Raubüberfall bei Eberswalde.
Berlin. Maskierte und mit Piſtolen bewaffnete
Räuber drangen in der Nacht zum Mittwoch in die
Papierfabrik in Wolfswinkel bei Eberswalde ein und
durchſuchten die Fabrik und die Wohnräume des
Direktors Schmidt. Sie hielten Schmidt mit ihren
Waffen in Schach und erbeuteten Geld= und
Wert=
ſachen, derem Wert noch nicht genau feſtgeſtellt iſt. Die
Räuber ſind unerkannt entkommen. Die
Staatsan=
waltſchaft benachrichtigte die Gberswalder
Kriminal=
polizei und auch die Berliner Landeskriminalpolizei,
die Beamte dorthin ſchickten.
Berlin. Zu dem Raubüberfall in Wolfswinkel
bei Eberswalde wird noch gemeldet: Der
Ueberfal=
lene, Betriebsdirektor Schmidt, erwachte nachts in
ſeiner inmitten der Gebäude der dortigen
Papier=
fabrik gelegenen Villa von dem Schein einer
Blend=
laterne. Ein ſchwarz maskierter Räuber, einen
Re=
volber in der Hand, zwang ihn, ſein Arbeitszimmer
rufzuſuchen, wo er dem Räuber aus dem
Schreib=
iſch 300 Mark aushändigen mußte. Der Maskierte
rklärte nun, Schmidt erſchießen zu wollen. Schmidt
wber flüchtete in ein Nebenzimmer und ſchloß die Tür
Finter ſich ab. Der Räuber ließ jetzt von der weiteren
Verfolgung ab und ſprang aus dem Fenſter des
Ar=
ſeitszimmers. Er iſt auf einem Motorrad in der
Eichtung nach Berlin entkommen. Die
Kriminal=
plizei fahndet nach dem Räuber. Die Siemens=
Schuckert=Werke haben eine Belohnung von 1000 Mk.
ür Angaben ausgeſetzt, die zur Ergreifung der Täter
ühren.
Schwere Straßenunfälle.
Berlin. Im Laufe des 1. Mai waren gleich
rei ſchwere Motorradunfälle zu verzeichnen. In der
Saul=Singer=Straße, im Norden Berlins, ſtieß ein
Notorrad an einer Kreuzung mit dem Triebwagen
mes Straßenbahnzuges zuſammen. Der
Motorrad=
ahrer Nitſchke trug ſchwere Verletzungen davon, ſein
Nitfahrer war auf der Stelle tot. Bei einem
an=
eren Unfall rannten zwei Arbeiter, die zuſammen
uf einem Motorrad fuhren, auf der Landſtraße
ußerhalb Berlins gegen einen Prellſtein und trugen
cwere innere und äußere Verletzungen davon. In
reptow erlitt der Führer eines Motorrades bei
Enem Zuſammenſtoß mit einem Laſtkraftwagen einen
hweren Schädelbruch, ſowie einen Unterſchenkelbruch.
n Spandau geriet ein dreijähriges Kind, unter ein
uto und wurde getötet.
Im Betriebe verunglückt.
Köln. Bei der Land= und Seekabelwerke=A.=G.,
Köln=Nippes flog der Deckel eines
Vukaniſier=
fäßes, angeblich infolge mangelhaften Verſchluſſes,
). Dabei kam ein Arbeiter zu Tode, ein zweiter
urde im Geſicht verbrüht.
Mordverſuch und Selbſtmord.
Osnabrück. Ein Hofbeſitzer in Lechlingen
arde in der Nacht zum 1. Mai von ſeinem Neffen
ſerfallen. Der Neffe ſtreckte ſeinen Onkel mit einigen
hüſſen zu Boden; dann ſchlug er mit einer Latte
f den wehrlos Daliegenden ein. Als die Polizei
n Täter feſtnehmen wollte, war er verſchwunden.
an fand ihn ſpäter mit einer Schußwunde im Kopf
auf.
Vater und Kind in einem Treppenhaus
abgeſtürzt.
Hamburg. In einem Hauſe in der Bankſtraße
rzte ein Eiſenbahner mit ſeinem drejjährigen
chterchen auf dem Arm vom Stochwerk über das
eppengeländer in den Lichtſchacht. Vater und Kind
itten ſchwere Verletzungen und mußten in
beſin=
ngsloſem Zuſtand in ein Krankenhaus gebracht
rden.
Verheerender Zyklon über Bulgarien.
Sofia. Am Nachmittag des 1. Mai wurde die
n bulgariſchen Erdbebengebiet 50 Kilometer
ent=
nte Stadt Stari Zagora von einem aus der
htung Ruſtſchut kommenden Zyklon ſchwer
mgeſucht. Eine Anzahl Häuſer wurden
zer=
rt, viele Dächer abgedeckt und weit in die Luft
chleudert. 50 Perſonen ſollen verwundet
rden ſein. Ueber die Anzahl der Todesopfer iſt
c nichts bekannt. Der Zyklon war von ſtarkem
unter=
iſchen Rollen begleitet. Die telephoniſche
Verbin=
ſchen Stari Zagora und Ruſtſchut iſt unter=
Die erſten „Bremen”=Bilder von Greenlt.
Die „Bremen” vor dem Leuchtturm auf Greenly Jsland.
Dies unwirtliche, verſchneite und vereiſte Gebiet der kleinen amerikaniſchen Inſel kam den
Ozean=
helden nach dem ſiegreichen Kampf gegen die drohende Todesgefahr — wie ein Paradies vor.
Rechts vorn auf unſerem Bilde ſind die Schlittenhunde des Leuchtturmwärters zu ſehen. Die
braven Tiere ſind mit der erſten Depeſche über die Landung der Ozeanhelden meilenweit bis zur
nächſten Nadioſtation gelaufen.
Hauptmann Köhl, Frau John Le Temple, Frhr. v. Hünefeld, Leuchturmwärter John Le Temple.
Die einzigen Menſchen, denen es vergönnt war, die Landung der kühnen Ozeanflieger mit zu
erleben und den Helden des erſten Oſt=Weſt=Fluges beizuſtehen, waren das
Leuchtturmwärter=
paar auf Greenly Island. Unſere tapferen Piloten haben es nicht verſäumt, ſich mit ihren
ein=
fachen, in aufopfernder Pflege und Hilfsbereitſchaft um ſie bemühten Wirten zu photographieren.
Furchtbare Folgen eines Scherzes.
Jäſchkendorf (Kreis Liegnitz). Der
Herr=
ſchaftsgärtner Bittner hantierte am Dienstag
nachmit=
tag mit einem Revolver. Plötzlich legte er im Scherz
auf ein junges Mädchen on. Der Schuß ging los, und
das Mädchen ſank, ins Herz getroffen, tor zu Boden.
Bittner hat ſich aus Verzweiflung hierüber durch
mehrere Schüſſe ſelbſt getötet.
Großfeuer in Somborn.
Somborn. Auf der Adam Kreisſchen
Hof=
reite brach gegen Abend Feuer aus, durch das die
Scheune mit ſämtlichen Stallungem vollſtändig
einge=
äſchert wurde. Dem entſchloſſenen Eingreifen der
Feuerwehr gelang es, den Brand auf ſeinen Herd zu
beſchränken. Die Entſtehungsurſache des Brandes iſt
unbekannt.
Familiendrama.
Sagan. Ein Familiendrama, das zwei
Men=
ſchenleben erforderte, ereignete ſich am Abend des
1. Mai in Nieder=Hartmannsdorf, in der Wohnung
einer Frau Groll. Der Glasmacher Standke aus
Lugnitz, der mit einer Tochter der Groll verheiratet
war und geſchieden iſt, drang in die Grollſche
Woh=
nung ein, wo es zwiſchen dem geſchiedenen Ehepaar
zu einem Streit kam. Als die Frau mit ihrer Mutter
und dem kleinen Sohn ſich entfernen wollte, erſchoß
Standke ſeine geſchiedene Frau. Ein zweiter Schuß
traf das Kind, das ſchwer verletzt wurde. Darauf
erſchoß ſich Standke ſelbſt. Das ſchwer verletzte Kind
wurde in das Saganer Krankenhaus gebracht.
Ein dreizehnjähriger Brudermörder.
Paris. In Nanch hat ein 13jähriger Junga
ſeinen älteren Bruder mit einem Küchenmeſſer
er=
ſtochen. Der jugendliche Mörder nahm ſodann einen
Strick und verließ das elterliche Haus mit dem
Be=
merken, daß er ſich erhängen werde. Alle
Nachfor=
ſchungen der Gendarmerie nach dem Mörder blieben
bisher ohne Ergebnis. Die Urfache des Mordes iſt
unbekannt.
Ein amerikaniſches Kongreßmitglied tödlichz
abgeſtürzt.
NewYork. Bei ſeinem Rückflug von
Waſhing=
ton nach Cobland wurde das Mitglied des
Reprä=
ſentantenhauſes Thaddeus Sweet bei dem Abſturz
ſeines Flugzeuges getötet. Das Flugzeug war
ge=
zwungen, eine Notlandung zu berſuchen. Der Pilot
wurde ernſt, doch nicht lebensgefährlich verletzt.
In einem Jahr 10 000 Automobile geſtohlen.
Letztes Jahr wurden allein in New York
10 000 Automobile geſtohlen. Der Automobildiebſtahl
iſt dort derart zu einer Spezialität geworden, daß ſich
die New Yorker Polizei veranlaßt ſah, ein eigenes
Reſſort dafür einzurichten. Gegenwärtig läßt ſie
ſo=
gar einen 750 Seiten ſtarken illuſtrierten Bericht über
ihre Tätigkeit erſcheinen. Der Bericht enthält
nament=
lich auch die Photos der bekannteſten Automobildiebe
und ihrer Helfer.
Acht Paſſagiere einer Fähre ertrunken.
Uniontown (Pennſylvanien). Auf dem
Monongahala=Fluß ſtieß ein kleines Fährboot mit
neun Perſonen an Bord mit einem treibenden
Baum=
ſtamm zuſammen und kenterte. Acht Paſſagiere
er=
tranken.
Großfeuer in Aegypten.
Kairo. Bei einem Feuer, das am letzten
Samstag in Kafr Chochta, in Unter=Aegypten,
aus=
brach, kamen ſechs Perſonen ums Leben, fünf wurden
ſchwer verletzt, über 200 Häuſer wurden zerſtört.
Eine Kirche im Wohnhausneubau
Die neue ruſſiſche Kirche in Berlin=Wilmersdorf
wurde in einen Wohnhausneubau hineingebaut. Die
Einweihung der mit zahlreichen Kuppeln geſchmückten
Kirche wird in den nächſten Wochen erſolgen.
Geite 12
Donnerstag, den 3. Mai 1928
Nummer 123
Nobiles Nordpolflug.
Der verzögerte Start.
Geneval Nobiles Hoffnung, er könnte noch in der Macht zum
Mitt=
wvoch wit der „Italia” ſtarten, hat ſich wicht erfüllt. Obwohl gegen
9 Uhr abends alle Vorbereitungen zum Start getroffen waren,
erkun=
digte ſich Nobile noch eimmal nach dem Wettevausſichten. Dabei erfuhr
er, daß ſich über Grönland die Wetterverhältniſſe allzu ſehr
verſchlech=
tert hatten. Norwegiſche umd deutzſche Wetterwarten meldeten
überein=
ſtimmend, daß über Spitzbergem im Augenblick eine zwar lleine, aber
ſehr ſtarke Depreſſion liege, die mit großem Hagel= und Schneeſtürmem
verbuden ſei. General Nobile hielt es unter dieſem Umſtänden nicht
für ratſam, den Flug anzutreten und entſchloß ſich, den Start zu
ver=
ſchieben. Die großen Tore der Halle wurden geſchloſſen und die
Mann=
ſchaften und Offiziere zogen ihre Pelzkleidumg wieder aus, um nach
ihrem Stadtquartieren zu gehen. Geſtern abend war bereits der
ita=
lienſche Borſchafter in Berlin, Graf Aldrovandi, in Stolp eingetroffen.
Im ſeiner Gegenwart fand heute nachmittag in Stertin die offinzielle
Abſchiedsfeier ſtatt, an der auch die Vertreter der Reichsbehördem
teil=
nahmen. General Nobile rechnet beſtimmt mit einem Abflug heute
nacht, falls ſich das Wetter noch etwas auufbeſſert, damit er, da er mit
einer Fahrt von 45—50 Stunden rechnet, noch bei Licht in der Kingsbay
eitreffen kann.
Das erſte Raketenflugzeug im Bau.
Die Vorbereitungen zum erſten Start des Opel=Rabetzenwagens auf
der Abus ſtehen kurß vor dem Abſchluß. Mit einem Start iſt am
18. Mai zu rechnen. Ebenſo ſchreitet der Bau der erſten
Flug=
rakgte ſchnell vorwärts. Bei den Opelwerken lieſen in der letzten
Zeit Hunderte von Geſuchen von Leuten ein, die ſich als Paſſagiere für
ei Maketenflugzeug zur Verfügung ſtellen. Unter allen Geſuchem habem
ſich die Opalwerke für den bekanten Piloten Naab entſchieden, mit
dem am 1. Mai d. J. ein diesbezüglicher Vertrag abgeſchloſſen wurde.
Aaab wird alfo der erſte Menſch ſein, der mit Raketenkraft abgeſchoſſen
wird. Hierzu erfahren wir noch, daß die Waab=Katzenſtein=Flugwerke
G. m. b. H. in Kaſſel zuſammen mit den Opelwerbem in Rüſſelsheim
die Erbauung eines Raketenflugzeuges beabſichtigen. Es foll dazu die
Fugzeugtype R. K. 9 „Grasmücke” verendet werden. Dieſes
Leichtflug=
zeng von nur 250 Kg. Gewicht wird nach Angabe des Chefpilotzen Raab,
mit dem bekanntlich die Opelwerke eimen Vertrag zum Raketenflug
ab=
geſchloſſen haben, nicht weſentlich durch den Raketeneinbau im Gewichte
Gelaſtet. Beim Bau des erſten Raketenflugzeuges handelt es ſich um den
erſten Schritt zur Verwirklichung des
Baugedan=
kens eines Raketenflugzeuges mach dem Syſtem Sander—
OpelVallier. Es ſoll jedoch noch kein Vorſtoß in den Weltenraum
mnterwommen, ſondern uter Wahrug aller erdenlichen
Vorſſcktsmaß=
vegeln mr Werſuche innerhalb der Luftſchicht der Erde, d. h. in
begrenz=
ten Regionen auusgeführt werden. Der Führer des Flugzeuges, der
Chefpilotz der Raab=Katzenſteinwerke in Kaſſel, erklärte, daß er auch
durch einen Fallſchirm geſichert ſei. Der Bau des Flugzeuges iſt bereits
in Angriff genomen worden. Aller Vorausſicht mach finden die erſten
Verſuche auf dem Flugplatz Waldau bei Kaſſel ſtatt. Es handelt ſich
alſo vorläufig nur um die Auswertung einer neuen
An=
triebskraft, die Rakete an Stelle des Motors zu
ſetzen.
Geſchäftliches.
Einem Teil unſerer heutigen Stadtauflage liegt ein Proſpekt der
Eiſenwarenhandlung Hugo Zimmer, Schützenſtraße, bei, worauf
wir unſere Leſer aufmerkſam machen.
Gehen Sie mit der Zeit, verehrte Hausfrau. Ihre
Mit=
ſchweſtern machen es ſchon lange ſo. Kochen Sie das Fleiſch nicht mehr
der Fleiſchbrühe wegen aus (dazu iſt das Fleiſch zu teuer), ſondern
ſtellen Sie die benöbigte Menge Fleiſchbrühe aus den erprobten
Maggi’s Fleiſchbrähwürfeln her. Sie können dieſe genau
ſo verwenden, wie die aus friſchem Fleiſch hergeſtellte.
Sobald der erſte Frühlingsſtrahl
Hinein durchs Fenſter zieht,
Hat auch die Hausfrau ihre Oual,
Wenn ſie die Dielen ſieht.
Glanzlos und ſtriemig ſind ſie meiſt,
Weils Bohnerwachs ſich ſchlecht erweiſt.
Doch ſinnt ſie lang nicht, greift zur Kaſſe,
Schickt nach Wichsmädel=Bohnermaſſ
Und ſehet, wie mit einem Schlage
Geſchwunden iſt die Bohnerplage.
Techniſche Fortſchritte in der Zigaretten=Induſtrie.
Bekanntlich ſind Tabake gegen den Einfluß der Außen=Temperatur
ſehr empfindlich. Mag ihre Qualität auch noch ſo gut ſein — wenn
ſie nicht während ihrer Verarbeitung zur Zigarette einen beſtimmten,
wiſſenſchaftlich genau meßbaren Feuchtigkeitsgrad beſitzen, wird der
Raucher kaum auf ſeine Rechnung kommen. Der gemeinſamen Arbeit
von Wiſſenſchaft und Praxis iſt es nunmehr gelungen, dieſes als
Pro=
blem einwandfrei zu löſen.
Die bekannte Zigarettenfabrik Waldorf=Aſtoria hat vor
einiger Zeit als erſte deutſche Fabrik die modernſte
Luftbefeuchtungs=
anlage nach dem Cärrier=Syſtem in Betrieb genommen. Der Fortſchritt
gegenüber den bisherigen Syſtemen liegt vor allem darin, daß der
Roh=
tabak während der ganzen Dauer ſeiner Behandlung im einer gleich=
mäßig feuchten und warmen Temperatur bleibt, die automatiſch reguliert
wird. Die mit dieſer Anlage gemachten praktiſchen Erfahrungen ſind
vorzüglich und übertreffen alle Evwartungen.
Die Firma iſt Herſtellerin der jedem Raucher bekannten Marken:
„Oberſt”, „Aſtor=Haus”, „Blau=Punkt”.
Wetterbericht.
Gießen, 2. Mai 1928.
Das Hochdruckgebiet über Skandinavien hat etwas weiter über
Nordweſt= und Mitteleuropa an Ausdehnung gewonnen, und ſeine
Wind=
ſtrömung greift weiter ſüdwärts vor. Da aber über Framkreich eine
neue Tiefdruckſtörung lagert, ſo dürften deſſen Störungswellen auch
unſer Gebiet noch etwas beeinfluſſen und es zeitweiſe zu Bewölkung
ommen laſſen. Die Temperaturen behalten ihre gegenwärtigen Werts
bei.
Witterungsausſichten für Donnerstag, den 3. Mai 1928.
Teils wolkig, teils aufheiternd, Tempevaturen wenig verändert,
weiſt trocken.
Witterungsausſichten für Freſtag, den 4. Mai 1933.
Keine weſentliche Aenderung.
Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Witterungsverhältniſſe in Deutſchland heute morgen:
in Ge Wind: Mie
ſchlag
in mm Schnee=
decke
in cm Gießen: wolkig 16 NO. 2,4 Aachen: Nebel 12 ſtill 0,1 Hamburg: heiter 15 08O, Berlin: 18 O, München: wolkig 10 Königsberg: heiter 14 „0. Breslau: „ 17 ONO,
Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen:
Feldberg:(Taunus) Nebel 11 OSO. 2 Waſſerkuppe: wolkig 12 OSO, Feldberg:
(Schwarzw.) heiter OSO, Zugſpitze: OSO, Kahler Aſten: wolkig Fichtelberg: heiter 10 OSO, Schneekoppe: wolkig 5 O,
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 123
Donnerstag, den 3. Mai 1928
Seite 13
Rae
Statt beſonderer Anzeige.
Sonntag nachts, den 29. April, entriß mir — nach langem Leiden —
doch unerwartet, plötzlich der Tod den liebevollſien, treueſten Freund, den
gütigen, immer ſelbſtloſen Gefährten meines Lebens — meinen heißgeliebten
Gatten
Aut Hermann Sune.
Die Einſegnung und Feuerbeſtattung wurde am 2. Mai, ½12 Uhr
vor=
mittags, in aller Stille im Krematorium zu Darmſiadt vollzogen.
Im Namen der Geſchwiſter und Verwandten:
Melanie Sonne — Santa Edle von Kosmas.
Darmſtadt, Oſannſtraße.
(7745
Statt beſonderer Anzeige.
Heute entſchlief ſanft im 82. Lebensjahre zu
Mar=
burg unſere liebe Mutter, Großmutter und Urgroßmutter
Frau Dr. von Lengerke
geb. von. Baumbach.
Conrad Heſſe und Frau Elſe, geb. von Lengerke
Otto Chelius und Frau Leni, geb. Heſſe
Kurt Heſſe und Frau Erika, geb. Köhler
Walter Heſſe und Braut Anita Goeckel
Helmut und Helga Heſſe.
Darmſtadt, den 2. Mai 1928.
Wir bitten um Teilnahme, von Beſuchen und Blumenfpenden Abſtand
zu nehmen.
(7739
Heute Nacht verſchied nach
ſchwerem Leiden unſer lieber
Herr Direktor
Ein aufrichtiger
beſcheide=
ner Menſch iſt von uns
ge=
gangen, deſſen Andenken wir
ſtets in Ehren halten werden.
Familie Adam Roßmann.
Traiſa b. Darmſtadt,
den 2. Mai 1928. (7767
Guterh. Herrenrad
m. elektr. Licht, Mark
38,— zu verkaufen.
Georgenſtr. 1½, Ld.
(*11968‟
Todes=Anzeige.
Nach mehrwöchiger Krankheit verſchied am
2. Mai im Stadtkrankenhaus zu Darmſtadt unſer
lieber Bruder, Schwager und Onkel
Wilchelm Lihri
Büro=Direktor am Amtsgericht II
Die Beiſetzung findet ſtatt in Darmſtadt,
Freitag, den 4. Mai, nachmittags 4 Uhr vom
Portal des alten Friedhofs, Nieder=Ramſtädter
Straße aus.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Gammelsbach und Hiltersklingen,
(7773
den 3. Mai 1928.
Todes=Anzeige.
(Statt Karten.)
Gott der Allmächtige hat unſere über alles geliebte,
herzensgute und ſiets treubeſorgte, unvergeßliche Mutter
Frau
KarlMah Wwe.
im Alter von 23 Jahren, nach kurzem Krankenlager und
mit Geduld ertragenem Leiden aus einem arbeitsreichen
Leben ſanft in ein beſſeres Jenſeits zur ewigen Ruhe
von uns abgerufen.
Ein edles, goldnes Mutterherz, der Sonnenſchein
unſeres Lebens, hat aufgehört zu ſchiagen. Wer ſie
immer in ihrem hilfsbereiten, anſpruchsloſen,
beſcheide=
nen Weſen und unermüdlichem Wirken gekannt, wird
unſer namenloſes Weh ermeſſen.
In unſagbarem Schmerze:
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Jacob und Johanna Mah.
Darmſtadt, den 2. Mai 1928.
(12141
Pallaswieſenſtr. 14.
Die Beerdigung findet am Freitag, den 4. Ma),
vor=
mittags 11 Uhr, vom iſraelitiſchen Friedhof aus ſiatt.
Zebr. Herren= und
Damenräder
preis=
wert abzugeben.
Mauerſtr. 6, Laden.
(*12015
Todes=Anzeige.
Statt Karten.
Am 1. Mai entſchlief ſanft nach ſchwerem
Leiden unſere innigſigeliebte Tochter, Schweſter,
Schwägerin und Nichte
im 19. Lebensjahre.
Sofie
Familie Dingeldein.
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Dürerhaus
Elisabethenstr, 25¼(7559
Darmſtadt, den 2. Mai 1928.
Mühlſtraße 36.
Die Beerdigung findet Freitag um 3 Uhr nachmittags
auf dem Waldfriedhof ſtatt. *12100
Heute nachmittag 3 Uhr ſtarb nach kurzer
Krankheit mein lieber Mann
Sanitätsrat
Deentolads Schinn
aus Lindenfels
Im Namen der Hinterbliebenen:
Ella Schmitt, geb. Sildebrand.
Lindenfels, Darmſtadt, 2. Mai 1928.
Die Einäſcherung findet ſtatt: am Samstag, den 5. Mai,
vorm. 11:/, Uhr, auf dem Waldfriedhof zu Darmſtadt.
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Dankſagung.
Für die überaus zahlreichen Beweiſe
aufrichtiger Teilnahme an unſerem ſchweren
Verluſie ſagen wir hiermit herzlichen Dank.
Heinrich Müller
Fritz Müller
Peter Müller.
Darmſiadt, den 1. Mai 1928.
Taunusſtr. 56, Rhönring 83.
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ſtraße B8 I. (*12045
Entlaufen
Entlaufen
ſchwarz und weißer
Kater. Für
Wieder=
bringen od. Angabe
ü. Vevbleib gute
Be=
lohnung. (*1W62dk
Taunusſtr, 11 II.
Die Beerdigung unſerer Mutter
Frau Margarete Förſter
findet Donnerstag vormittag
11½½ Uhr
ſiatt. (7734
Die trauernden Hinterbliebenen.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme aus Freundes= und
Be=
kanntenkreiſen von Nah und Fern bei
dem Heimgange unſeres lieben
Ent=
ſchlafenen ſprechen wir Allen unſeren
herzlichen Dank aus. Insbeſondere
danken wir Herrn Pfarrer Uhl für
die troſtreichen Worte am Grabe,
der Sängervereinigung und dem
Kirchenchor für den erhebenden Geſang.
Auch dem Reichsverband prakt.
Kaſt=
rierer Deutſchlands E. V., der
Land=
wirte=Vereinigung für die
Kranznieder=
legung am Grabe und allen denen,
die ihn mit Kränzen und Blumen be=
dachten.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Fran Margarete Petri Bwe.
Weiterſtadt, den 30. April 1928. (7727
Für die zahlreichen Glückwünſche,
Blumenſpenden und Geſchenke
anläß=
lich unſerer Bermählung ſagen wir auf
dieſem Wege unſeren innigſten Dank.
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Marie, geb. Bitſch.
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Seite 14
Donnerstag, den 3. Mai 1928
Nummer 123
Unſer neues Großprogramm:
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Filmſpiel in T Akten nach dem Roman „Kämpfer” von Ernſt Klein
Hauptdarſteller: Wilh. Dieterle, Hans Mierendorff, Marcella Albani, Jack Trevor, Claire Rommer,
Hermann Picha, Marg. Kupfer.
oder: Wenn Ehefrauen Seitensprünge machen
6 Akte nach dem populärſten amerikaniſchen Luſiſpiel von Ruſſel Mederaſt und Norma Mitſched.
Eine luſige Satire auf die moderne New Yorker Geſellſchaft und eine Warnung für alle Frauen,
deren Männer in den „Klub” gehen.
Lausbuben und Schützengraben, eine Jungens=Groteske in 2 Akten.
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Die glühende aasse
Nach dem Roman von Paul Roſenhagn
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Ein Grotesk=Zuſiſpiel in 6 Akten mit Georg
Alexander, Claire Rommer, Veit Harlan.
Ueber 1 und 1—3 ſchrieb die Fachpreſſe:
Eine der beſſen deutſchen Grotesken, die jemals
zu ſehen waren.
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Dazu: Tack MOXie Mit Tomahawk und Büchſe
und Marys Erbschaft Groteste in 2 Akter
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in der Woogsturnhalle
Konzert
Soliſi:
Heinrich Helzlin
Staatstheater Wiesbaden
Begleitung:
Kapellmeiſter W. Wemheuer
Staaistheater Wiesbaden
Chor: 70 Sänger
Leitung: Muſikdirektor Ad. Simmermacher
Chöre von: Schubert, Neumann, Suter,„Kaun,
Hirſch, Stürmer, Orlando di Kaſſo
Eintrittspreiſe: Numerſert 2.—, 1.50, unnumer. 1.—,50 ₰
Vorverkauf: Chr. Arnold, Ernſt=Ludwigſiraße;
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am Freitag, den 4. Mai ds. Js., abends 8 Uhr, im
großen Haus des Heſſ. Landestheaters anläßlich der
25jährig. Chorleitertätigkeit unſeres gerr Dirigenten K. Grim
Erſtaufführungen: Chöre von Lendvai, Kaun, Buck, Stubbe und
Stürmer. Liederv.RudiStephanu. Joſ. Haas 8
Araufführung: Muſit für 8 Inſtrumente von Hans Betz
2. Teil: Franz Schubert zu Ehren
Ausführende:
Marie Koch, Sopran, Schülerin der Städt. Akademie für
Tonkunſt;KonzertſängerFoh. Willy,Frankfurta. M.,Bariton;
Studienrat W. Borngäßer, Orgel; Kapellmſtr. Fritz Bohne,
Klavier; ein Inſtrumentaloktett vom Orcheſter des Heſſ.
) Landestheaters Konzertmſtr. Schnurrbuſch, Kammermuſiker
Jäger, Horn, Klammer, Geißler; Schäfer, Lange. Wiſchert
ſowie der Chor der Liedertafel, Leitung K. Grim.
Eintrittspreiſe: 4.—, 3.—, 2.— und 1.— RMk.
Vorverkauf bei Konzert=Arnold, Wilhelminenſtr. und
Muſikalienhandlg. Heß,Eliſabethenſtr. Alter’sMöbelhaus)
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Gothe, Beſſie Hoffart, Elſa Knott, Käche
Meißner, Mela Wigandt, Hans Baumeiſter,
Hansjoachim Büttner. Werner Finck,
Her=
mann Gallinger. Richard Fürgas, bugo
Keßler, Rudolf Klix, Robert Klupp, Paul
Maletzki, Karl Paryla, Gothart Portloff,
Artur Schettler, Curt Weſtermann,
Perſonen=Verzeichnis.
.. . Curt Weſtermann
Indra
Die Tochter Indras , Beſſie Hoffart.
Der Glaſer .. . . . Curt Weſtermann
. . HansjoachimBütner
Der Offizier
Die Mutter . . . . . Käthe Meißner
Der Vater . . . . . Hans Baumeiſter
Lina .. . . . . . . Charlotte Jaeke=Joſt
Die Pförtnerin . . Käthe Gothe
Der Zettelankleber. „Hugo Keßler
Ein Ballettmädchen . Johanna Blum
Ein Choriſt . . . . . Adolf Klotz
Die Souffleuſe . . .„Margarete Carlſen
Der Advokat . . . .Rudolf Klie
Ehriſtine
. . Mela Wigandt
DerQuarantänemſtr. Hans Baumeiſter
Eine alte Kokette . „Frene Sche npflug
und ihr Freund. . . Gothart Portloff.
Der Dichter . . . . . Karl Paryla
Er..
„ .Artur Schettlet
Sie ..
„Elſa Knott.
Edith ...
. . Mela Wigandt
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Richard Jürgas
Curt Weſtermann
Ein Blinder
Hermann Gallinger
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Der Lordkanzler. . Hans Baumeiſter
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Donnerstag, den 3. Mai 1928
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Nummer 123
Donnerstag, den 3. Mai 1928
Geite 15
Sport, Spiet und Zurnen.
Au dn Seatſtchen Taurnerſthaft
Turnen.
Aus dem Main —Rheingau D. T.
Die turneriſche Tätigkeit innerhalb des Gaues im Monat Mai
be=
ginnt mit den Ausſcheidungskämpfen für das im Juli in Köln
ſtatt=
findende 14. Deutſche Turnfeſt, und zwar finden dieſe für den 9.
Turn=
kreis (Mittelrhein) am 5. und 6. Mai in Mainz und Saarbrücken ſtatt.
Nachdem Darmſtadt mangels geeigneter Kampfſtätte durch die
Inan=
ſpruchnahme der Städtiſchen Feſthalle auf die Uebernahme dieſer einzig
großen Turnſchau, welche die beſten Geräteturner und =Turnerinnen
des geſamten Kreiſes vereinigt ſehen dürfte, Verzicht leiſten mußte,
wurde Mainz zum Kampfort beſtimmt. Es bleibt Darmſtadt für den
5. und 6. Mai zunächſt die Austragung der Kreismeiſterſchaften im
Fechten vorbehalten und wurden dieſe zur Durchführung der
Turn=
gemeinde Darmſtadt 1846, deren Fechterſchaft mit an erſter Stelle im
9. Turnkreis ſtehen dürfte, übertragen. Die Meiſterſchaften werden in
Florett=, Säbel=, Degen= und Frauenfechten ausgetragen. Der Beginn
der Wettkämpfe iſt für Samstag, den 5. Mai, auf 14 Uhr, und für
Sonntag, den 6. Mai, auf 8 Uhr feſtgeſetzt. Der Gauvorſtand hält am
12. Mai in Büttelborn, dem Feſtort des 47. Gauturnfeſtes am 17. Juni
1928, gemeinſchaftlich mit den vorbereitenden Feſtausſchüſſen eine
Tagung ab, die gleichſam als Auftakt zum Feſt ſelbſt gelten ſoll. Die
Schwimmerſchaft des 9. Kreiſes gibt ſich zu den Meiſterſchaftskämpfen
im Städtiſchen Hallenbad zu Darmſtad: am 13. Mai ein Stelldichein
und ſoll hier die Ausleſe für die D. T.=Meiſterſchaften in Köln gehalten
werden. Für den Gau gilt der 13. Mai als der von der D.T. angeſetzte
allgemeine Wandertag zum Gedächtnis ihres ehemaligen Führers Dr.
Ferb. Goetz, und werden ſich die Wandergruppen des Geſamtgaues auf
dem Felsberg treffen. Von dort erfolgt um 11½ Uhr der gemeinſame
Marſch nach Reichenbach zur Goetz=Gedächtnisfeier. Der dritte
Maiſonntag (20. Mai) führt die Schiedsrichter des Handballſpiels zum
dritten Ausbildungslehrgang in Beſſungen vormittags 9 Uhr zuſammen.
Die letzten Vorbereitungen turneriſcher Art für das Gauturnen in
Büttelborn und Deutſches Turnfeſt in Köln werden in der
Gaübungs=
ſtunde für das Männerturnen am 2. Mai in der Turnhalle der
Turn=
gemeinde 1846 Darmſtadt getroffen. Die Pfingſtfeiertage (28. und 29.
Mai) bringen zumeiſt Turngäſte aus den Nachbargauen, vielfach um
Freumdſchaftsbande zu knüpfen, auf die Handballplätze einiger
Gau=
vereine und laſſen teils ſehr ſpannende Treffen erwarten. Eine nicht
geringe Anzahl von Handballmannſchaften ſind über die Gaugrenzen
hmaus zu Freundſchaftsſpielen verpſlichtet. Größere
Vereinsveranſtal=
tungen, bei welchem alle Abteilungen der Vereine mitwirken, ſind aus
einigen Gauvereinen für den Monat Mai zu melden. Zunächſt wartet
die Turngemeinde Beſſungen mit einem Vereinsabend am 5. Mai auf,
bei welchem Turner, Turnerinnen ud Sänger mitwirken. Am gleichen
Tage veranſtaltet die Turgeſellſchaft Darmſtadt eine Feſtlichkeft, in
Form eines bunden Abends gekleidet, der ſämtliche Abteilungen, teils
in ernſter turneriſcher Arbeit, teils in humorvolber Art, auftreten läßt.
Der Turnverein Erfelden begeht am 12. Mai, unter Mitwirkung des
Turnvereins Groß=Gerau, ein Frühlingsfeſt am Rhein, in deſſen
Mittel=
punkt eine Maul=Gedächtnisfeier ſtehen wird. Turneriſche
Aufführun=
gen, wie Gruppenſtellung und Reigenaufführungen am fenſeitigen
Rhein=
ufer unter Beleuchtung ſowie Freiübungen und Keulenſchwingen
er=
gänzen das umfangreiche Programm, das ein volles Gelingew für den
P. W.
Abend verſprechen dürfte.
Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875.
Am Sonntag, den 6. Mai, finden in Mainz die
Ausſcheidungs=
kämpfe des Mittelrheinkreiſes für das Deutſche Turnfeſt in Köln im
Frauen= und Männerturnen ſtatt. Die Turngeſellſchaft Darmſtadt hat
zu dieſem Turnen, das eine Leiſtungsprüfung für die Teilnehmer am
Deutſchen Turnfeſte iſt, auch ihre Meldungen abgegeben. Im
Sieben=
kampf der Frauen werden die Turnerinnen P. Aßmuth, M. Aßmuth,
D. Wanemacher und W. Schubkegel antreten. Das Männerturnen ſieht
im Zwölfkampf Wilh. Kunz und im Neunkampf für Altersturnen
un=
ſeren Phil. Schneider unter den Wettkämpfern. Als Vertreter im
Fünfkampf der Altersklaſſe wurde Fritz Huthmann gemeldet.
Die Teilnehmer fahren am Sonmtag vormittag nach Mainz, und
lönnem Mitglieder, die ſich an der Fahrt beteiligen wollen, im
Turn=
haufe näheres hören. Wir wünſchen unſeren Teilnehmern viel Glück
eu dieſen Wettkämpfen, damit ihnen die Teilnghme in Köln nicht
ver=
fagt wird.
Handball.
Kreisgruppen=Meiſierſchaften der D. T.
Die Endkämpfe um die Kreisgruppen=Meiſterſchaften der Deutſchen
Turnerſchaft in Hand= und Fußball finden am 6. Mai ſtatt,
und zwar:
für Süddeutſchland in Fürth,
für Südweſtdeutſchland in Weinheim an der Bergſtraße,
für Weſtdeutſchland in Krefeld,
für Norddeutſchland in Hamburg,
für Sädoſtdeutſchland in Leipzig. — Die Sieger aus dieſen
Kämpfen beſtreiten dann die Endſpiele um die Deutſche Meiſterſchaft
der D. T.
Südweſtdeutſche Meiſterſchaften ber D.T.
Nachdem nun die Meiſter der Deutſchen Turnerſchaft in Hand= umd
Fußball aller Turnkreiſe feſtſtehen, treten dieſe jetzt in die Vorſpiele
um die Deutſche Meiſterſchaft ein. Die 1. Etappe hierzu iſt zunächſt der
Kreisgruppenmeiſter. Unter Kreisgruppe verſteht die Deutſche
Turner=
ſchaft das Zuſammenfaſſen mehrerer Tumkreiſe. Die Kreisgruppe
Süd=
weſt bilden Baden und die Pfalz. Dieſe greifen nun auch am 6. Mai
1928 in die Spiele um die Deutſche Meiſterſchaft ein und zwar je der
Meiſter in Hand= und Fußball. Der Badiſche Handballmeiſter iſt
wie=
derum Pol.=Spv. Heidelberg=Raſtatt, welcher ſchon zweimal, und zwar
1926 und 1927, die höchſte Würde der Deutſchen Turnerſchaft an ſich
bringen konnte. Im Fußball ſieht man ebenfalls wieder Turnverem
1846 Mannheim an der Spitze, welcher ſich im vorigen Jahre bis zum
Finale der Deutſchen Meiſterſchaft durchkämpfte und hier nach tapferſter
Gegenwehr in Dresden gegen die ſich in beſter Hochform befindlichen
Forſter ehrenvoll unterlagen. In der Pfalz ging als Handballmeiſter
Turnverein 1861 Ludwigshafen hervor, welcher ſich ſchon mehrere Jahre
bis zur Entſcheidung um die Kreismeiſterſchaft durchkämpfte. Der große
Wurf gelang ihnen diesmal und ſie greifen erſtmalig in die Vorſpiele
um die Deutſche Meiſterſchaft ein. Es will dies ſchon was heißen, wenn
man bedenkt, daß Ludwigshafen bei ſeinen diesjährigen Spielen den
mehrmaligen Kreismeiſter, Tv. Frieſenheim, welcher ſogar ſchon im
End=
ſpiel um die Deutſche Meiſterſchaft ſtand, hinter ſich laſſem konnte. Eine
Vorherſage des Handballtreffens zu machen, iſt ſchwer. Der Ausgang
des Spieles iſt offen.
Fußballmeiſter der Pfalz iſt Tv. Frieſenheim. Konnte Frieſenheim
bis jetzt noch keine beſonderen Lorbeerem im Fußball ernten, wird man,
an den ſehr guten Leiſtungen dieſes Vereins auf allen Gebieten der
Leibesübungen gemeſſen, ein hevvorragendes Spiel zu erwarten haben.
Eine Vorherſage zu machen wäre verfrüht.
Alles in allem genommen wird der 6. Mai ein Markſtein in der
Spielbewegung der Deutſchen Turnerſchaft werden. Dieſe Spiele
fin=
den, wie bekannt, am 6. Mai unter der Leitung der Turngenoſſenſchaft
Jahm 1878 e. V. in Weinheim an der Bergſtraße auf dem Fußballplatz
ſtatt.
Turn= und Sportverein Mefſel e. V.
Die erſte Mamſchaft trug am vergangenen Sontag ein
Geſell=
ſchaftsſpiel gegen die Ligareſerden der Viktoria Urberach in Urberach
us, das mit 7:1 gewonnem ging. Die 1. Jugend ſpielte gleichfalls
gegen die 1. Jugendmannſchaft von Urberach, konnte jedoch nur ein
Un=
entzſchieden erzwingen. Die 2. Mannſchaft ſpielte imn Meſſel gegen
die=
ſelbe Mannſchaft vom F. C. Egelsbach. Beim Stande von 2:1 für
Egels=
bach mußte das Spiel infolge des Sturmes abgebrochen werden.
Kommenden Sonntag empfängt die 1. Mannſchaft eine
Mann=
ſchaft von V.f.L. „Rot=Weiß” Darmſtadt. Not=Weiß, der dieſes Jahr
Favorit für den B=Meiſter iſt, wird bemüht ſein, ein ſchönes Spiel zu
liefern. Meſſel wird ſich ſehr anſtrengen wüſſem, um gegewüber dieſer
Mannſchaft beſtehen zu können.
Fußball.
Sportverein Zellhauſen 1.—Sportverein Lengfelb 1. 5:1 (3:0).
Am letzten Sonntag trafen ſich genannte Mannſchaften zu einem
Freundſchaftsſpiel in Zellhauſen. Man war geſpannt, wie fich die
Odenwälder gegen den neuen A=Meiſter des Rodgaues halten würden,
um ſo mehr, da Lengfeld mit einer ſehr ſtark verjüngten Elf antrat.
Aber dieſe enttäuſchte nach der angenehmen Seite, beſonders in
Tech=
nik bot ſie gute Leiſtungen. In der erſtem Halbzeit war Zellhauſen
leicht überlegen. In der zweiten Halbzeit wendete ſich das Blatt.
Leng=
feld konnte das Spiel überlegen zu Ende führen, und nur wegen der
Schußunſicherheit ſeiner Innenſtürmer fielen keine Tore. Zellhauſen
hatte ſeine Hauptſtärke in der Sturmreihe und dem Tormann. Bei
Lengfeld war die Hinkermannſchaft in der zweiten Halbzeit glänzend.
Der Sturur konwbinierte gut, nur der geſunde Schuß fehlte. Das faire
Spiel wurde vorr einem Herrn aus Hauſen zur Zufviedenheit beider
Parteien geleitet.
F.C. Eintracht gegen „Germania” Guſtavsburg.
Vergangenen Sonntag folgte Eintracht einer Einladung des A=
Mei=
ſters Germania Guſtavsburg. Nach durchweg verteiltem Spiel unterlag
die mit 3 Mann Erſatz ſpielende Eintracht durch Elfmeter 3:4. —
Vorher traſen ſich die 2. Mannſchaftem beider Vereine und mußte ſich
auch hier die Gäſtemannſchaft erfatzgeſchwächt eine 0:5=Niederlage
ge=
fallen laſſen. — Kommenden Sonntag vormittag finden beide Rückſpiele
hier ſtatt.
Handball.
Pol.=Sportverein Darmſtadt — Germania Wiesbaden 10.15.
Pol.=Sportverein Darmſtadt — Viktorfa Griesheim 11.15.
Mit obigen beidem Treffen wardet am kommenden Sonntag die
Handballabteilung des Heſſ. Pol.=Sporwvereins Darmſtadt auf.
Ger=
wama Wiesbaden, bekannt durch ſeine Aufſtiegsſpiele in die Ligaklaſſe,
iſt Meiſter der A=Klaſſe im Kreiſe Wiesbaden. Wenn es der Mannſchaft
auch nicht gelang, den Anſchluß an die oberſte Klaſſe zu erringen, ſo
vepräſentiert ſie doch immerhin eine recht gute Klaſſe, ſo daß die
Be=
gegnungen beider Mannſchaften ein anfprechendes Spiel garantieren.
Viktoria Griesheim, der jüngſte handballtreibende Verein im Kreiſe
Starkenburg, gab während der Verbandsſpiele, eine beachtliche Figur
ab, ſo daß auch hier ein intereſſantes Treffem zu erwarten iſt. Wer
Sieger aus den beiden Spielen wird, iſt ſchwer vorauszuſagen, zumal
die Spielſtärke der Gegner wicht bekannt, ud die Poll.=Mannſchaften
durch neue Spieler ein anderes Ausſehen als zur Zeit der
Verbands=
ſpiele aufweiſen.
Oiplom=Turn= und Sportlehrer Wehr
beim Sportverein Darmſiadt 1898.
Der Sportverein Darmſtadt 1898 hat Herrn Albin Wehr als
Sport=
lehrer verpflichtet. Herr Wehr ſtudierte von Sommerſemeſter 1925 bis
Winterſemeſter 1927/28 an der Hochſchule für Leibesübungen, an welcher
er vor wenigen Wochen das Diplom=Turn= und Sportlehrerexamen
beſtand. Herr Wehr hat überdies an der Univerſität das ſtaatl.
Sport=
lehrerexamen abgelegt. Schon während ſeines Studiums war Herr
Wehr als Hilfslehrer an der Hochſchule für Leibesübungen tätig; er
leitete bisher auch ſchrn mit beſtem Erfolge Kurſe im Siidweſideutſchen
Fußballverband. Herr Wehr nimmt ſeine Tätigkeit in Darmſtadt am
1. Juni 1928 auf.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Donnerstag, 3. Mai. 13.30: Kaſſel: Kapelle Dobeſch=Dobee,
O 15.30: Mittelſchullehrer Hering: Das Streichholz. O 16.30:
Funk=
orcheſter: Neue Tanzmuſik. O 17.45: Aus den Novellen von Gogol.
O 18.15: Vereinsnachrichten. Mitteilungen. O 18.30: Kaſſel:
Gartening. Hinze: Unſere Zimmerpflanzen im Frühling. O 18.45:
Kaſſel: Dr. Iverſen: Die Zukunft der deutſchen Warmblutzucht.
0 19.15: Poſtrat Piepenbrink: Die Monopolſtellung der Deutſchen
Reichspoſt. 20.15: Konzert des Ural=Koſaken=Chors. Leit.:
Chouloukh. Glinka: Nordſtern. — Die Sonne geht auf (Volkslied),
— Kolatilin: Gebet der Koſaken. — Abt: Serenade. — Niſtchinſky:
Zozoulia. — Archangelſky: Die Nacht kommt. — Sorokin: Ruſſ.
Potp. — Dawidonſky: Ukrainiſche Volkslieder. — Warlamoff:
Schneeſturm. — Kolatilin: Signal=Marſch. O 21.15: Bunter Abend.
— Anſchl.: Funkorch.: Alte Tanzmuſik.
Stuttgart.
Donnerstag, 3. Mai. 12.30: Schallplatten. O 16.15: Funkorch.
Einl.: Gertrude Hepp. O 18.15: Freiburg: Dr. v. Graevenitz;
Vom Deutſchtum am Mittelmeer in Geſchichte und Gegenwart.
O 18.45: Aerztevortrag: Das Geſetz zur Bekämpfung der
Geſchlechts=
krankheiten. O 19.15: Schachfunk. O 20: Liederhalle Stuttgart:
Konzert der Tonkünſtler=Nothilfe. Mitw.: Kammerſängerin Leisner,
Berlm, Prof. Kempff, Verein für klaſſiſhe Kirchenmuſik, Leit.: Hahn.
— Anſchl.: Mannhei: Tanzſtücke für Violine und Klavier. Mitw.:
Luiſe Link=Möckel (Violine), Luiſe Schatt=Eberts (Klavier) Rameau=
Godowſky: Sarabande. — Beethoven: Ecoſſaiſes. — Hummel=
Burmeſter: Walzer. — Martmi=Burmeſter: Menuett. — Field=
Burmeſter: Walzer. — Chopin: Mazurkas. — Mozart=Burmeſter=
Menuett. — Weber: Walzer. — Brahms: Ungariſche Tänze.
— Kreisler; Caprice Viemois. Tambourin Chinois. — Anſchl.:
Nachrichten. — Anſchl.: Tanzmuſik der Kapelle Wende,
Berſin.
Donnerstag, 3. Wai, 12.30: Für den =„Landwirt. e 15.30:
Dr. Graßmann, Stockholm: Deutſch=nordiſcher Kulturaustauſch. O16:
Dr. Nobel: Das moderne Indien. 16.30: Poſtrat Zühlke: Der
deutſche Fernſprechweitverkehr. S 17: Funkorch. Haydn: Sinfonie
Es=dur (mit Paukenwirbel). — Mozart: Nottorno für vier Orcheſter.
— Schubert: Tänze für Streichorcheſter. — Strauß: Ouv. „Die
Fledermaus”, Freut euch des Lebens. o 19: Fremdſprachl.
Vor=
träge: R. Pender: „Engliſh Law” 19.30: Prof. Dr. Eitel:
Aus dem Reiche der Silikate. o 20: Dr. Roſenfeld: Der ſoziale
Gedanke in der modernen Literatur (Frankreich). o 20.30: Dr.
Pohl: Sozialpolitiſche Umſchau. O 21: Klaviertrios. Ausf.: Prof.
Mayer=Mahr (Flüge)), Alfred. Wittenberg (Violie), Prof.
Grün=
feld CCello). — Anſchl.: Tagesnachrichten. O 22.30: Tanzmuſik
(Julian Fuhs mit ſeinem Orcheſter).
Deutſche Welle. Donnerstag, 3. Mai. 12: Mm.=Rak Geh.
Baurat Lerche: Arbeiter unter Tarnkappen. Techniſch=naturwiſſenſch.
Plaudereien. S. 14: Stud.=Rat Thiel: Praktiſche Alltagsphyſik.
O 14.30: Kinderſtunde. Dr. Senger:Reiſen und=Abenteuer: Meine
Reiſe nach Weſtindien. O 415: Reiſefragen.:6 15.35: Wetter und
Börſe. S 16: Erziehungsberatung. S 16.30: Kapellm. Melichar:
Einf. in die moderne Muſik. Hans Pfitzner. Mitw.: Lotte
Remlinger, Sopran. o 17: Berlm: Funkorch. Dir.: Seidler=
Winkler. 18: K. Meißner: Kulturfragen des Deutſchtums
in den an Polen abgetretenen Gebieten. O 18.30: Spaniſch für
Fortgeſchrittene. O 18.55: Domänenpächter Momber: Wie verſichert
der Landwirt ſeine Ernte gegen Hagelſchäden? O 19.20: Dr. Ing.
Weicken: Wirtſchaftliches Verpacken. O 20.30: Dr. Pohl:
Sozial=
politiſche Umſchau. 21: Berlin: Mozart: Klaviertrio B=dur.
— Beethoven: Klaviertrio G=dur. Mitw.: Prof. Mayer=Mahr
(Flügel), Wittenberg (Violine), Prof. Grünfeld (Cello). — Anſchl.:
Preſſenachr. O 22.30: Tanzmuſik.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reſch und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienft: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willp Kuhle; Druck
und Verlag: L. C. Wittſch — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſſripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
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Donnerstag, den 3. Mei
Vom ſüddeutſchen Ledermarkt.
Nachdem die letzte Berichtszeit faſt keinerlei Neukäufe gebracht hatte,
machte ſich in dieſer Berichtswoche durch Bedarfsdeckungen eine kleine
Belebung bemersbar. Die Neukäufe hielten ſich aber immer noch in
beſcheidenem Rahmen, und in Fachkreiſen rechnet man mit einer
dem=
nächſtigen weiteren Belebung, da dann der Bedarf dringlicher geworden
ſein dürfte. Die letzten Rohhäuteverſteigerungen mit ihren
uneinheit=
lichen Ergebniſſen veranlaßten die Lederfabriken, doch etvas mehr
Ent=
gegenkommen in der Preisfrage zu zeigen, ſo daß von dieſer Seite aus
einer Belebung weniger im Wege ſteht. Die Zufuhren an Leder ſind
weiterhin nur beſchränkt. Allgemein geklagt wird weiter über den
ſchlechten Geldeingang, der ein großes Moment bei der Zurückhaltung
im Einkauf bildet. Im einzelnen drat am Unterledermarkt die
Schuh=
induſtrie mit Bedarfskäufen hervor, wobei leichte Sortimente in
Crou=
vons und Vachehälſe und Bäuche bevorzugt werden. Der Schnitthandel
zeigte für die ſtärkeren Sorten ebenfalls etwas mehr Jntereſſe. Am.
Oberledermarkt iſt die Schuhinduſtrie ebenfalls ſtark am Markt, wobei
modefarbige Oberleder infolge des ſtändigen Bedarfs den Hauptteil der
Neukäufe bildeten. Schwere Sortimente blieben gleichfalls gut gefragt.
Die Preiſe ſind unveränderk die gleichen geblieben.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 2. Mai.
Die heutige Börſe eröffnete in weiter freundlicherer Stimmung,
Die weiteren Käufe des Auslandes gaben der Börſe eine ſtarke Stütze
und die Grundſtimmung war feſt. Da ſich aber die Bankkundſchaft noch
nicht beſonders am Geſchäft bekeiligte, blieb im allgemeinen die
Umſatz=
tätigkeit klein. Verſchiedentlich war bei der Spekulation Zurückhaltung
zu erkennen, da der Börſe jede beſondere Anregung fehlte. Das an den
Markt komende Material wurde ziemlich leicht aufgenommen.
Beſon=
ders lebhaftes Geſchäft unter Führung von Siemens u. Halske mit plus
4½ Prozent hatten die Elektrowerte, hauptſächlich machten ſich hier die
Intereſſenkäufe des Auslandes bemerkbar. Auch Gesfürel (plus 2½
Prozent, A. E G. (plus 1½ Prozent), Licht u. Kraft (plus 2½ Prozent),
Rheag (plus 2 Prozent) und Schuckert (plus 1 Prozent) waren ſtärker
verlangt. Am Chemiemarkt waren J. G. Farben mit plus 2 Prozent
und Scheideanſtalt mit plus 1½ Prozent bevorzugt. Am Montanmarkt
war die Kursentwickelung uneinheitlich, das hier ſtärker
herauskom=
mende Material wurde etwas ſchwerer aufgenommen, ſo daß
Kursver=
luſte nicht zu vermeiden waren. Nur Rheinſtahl mit plus 2½ Prozent
und Mannesmann mit plus 3 Prozent waren lebhafter verlangt.
Gelſenkirchen gaben 1½ Prozent, Harpener ½ Prozent und Phöwix
34 Prozent nach. Am Bankenmarkt waren Danatbank angeboten minus
1 Prozent, während Deutſche Bank 1 Prozent anzogen. Zellſtoffwerte
lagen angeboten und vernachläſſigt. Kaliwerte waren weiter gefragt.
Weſteregeln gewannen 3 Proßent. Von Autowerten waren Adlerwerte
leicht abgeſchwächt, Daimler konnten ſich dagegen 1 Prozent erholen.
Am Rentenmarkt konnte ſich reges Geſchäft entwickeln. Deutſche
An=
leihen lagen behauptet. Von Auslandsrenten hatten Türken, Serben
Ungarn und Rumänen bei anziehenden Kurſen rege Umſätze.
Im weiteren Verlaufe wurde das Geſchäft ſtill und die
Umſatz=
tätigkeit ſchränkte ſich beträchtlich ein. Auch die anfangs bevorzugten
Elektrowerte waren auf Gewinnſicherungen ſtärker angeboten. Siemens
u. Halske verloren 1 Prozent, J. G. Farben ½ Prozent, Rheinſtahl
ebenfalls ½ Prozent und A.E.G. blieben knapp behauptet. Tägliches
Geld 7½ Prozenk. Am Deviſenmarkt nannte man Mark gegen Dollar
4,1814, gegen London 20,408, London-Kabel 4,87¾, Paris 124,02,
Mai=
land 92,58, Madrid 29,34, Holland 1209,90 feſter.
Die Abendbörſe war für Spezialwerte weiter feſt geſtimmt. Im
Vordergrund ſtand der Farbenmarkt, wo ſowohl New Yorker, Londoner
und auch Schweizer Käufe am Markte waren. Man rechnet mit einer
Börſeneinführung in New York. Der Farbenkurs war gegenüber der
Nachbörſe bei 280,5 um 3 Prozent höher, ſpäter jedoch auf 280,12 leicht
abgeſchwächt. Rheinſtahl um 134 Prozent mitgezogen. Auch
Farben=
bonds lebhaft und bis 149 erhöht. Die Phönixaktie auf die
Verwal=
tungserklärung in der G.=V., ſtets zwei Prozent über der
Stahlvereins=
dividende zu verteilen, angeregt und 1½ Prozent höher. Die übrigen
Märkte lagen ziemlich ruhig, dagegen die Mittagskurſe jedoch gut
be=
hauptet, teilweiſe leicht erhöht, ſo Siemens um 1½, Mannesmann um
½, Rhein. Braunkohlem um 2½ Prozent. Die Nachbörſe blieb
ange=
regt und behauptet. Rütgerswerke 110,5, Farben 280,25, Siemens 329,
Karſtadt 260,5, Nordd. Lloyd 156,5 und Hapag 158,5. Im einzelnen:
Komm.=Bank 180, Danat 250,75, Metallbank 134,25, Harpener 173,
Mannesmann 155,5, Phönix 102,5, Rheinbraun 294,75, Rheinſtahl 171,75,
Hapag 158, A.E.G. 172,37, Dwimler 111,75, Farben 280,25, Gesfürel
296,5, Holzman 165, Schuckert 204, Siemens 328,25, Waldhof 301,25.
Abenddeviſen: London-Paris 12402, —Madrid 29,34, —Mailand
92,56, — Holland 12,10, —New York 4,8792½, —Zürich B,32/s. Pfunde—
Mark 2,40, Dollar—Mark 4,1812½.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 2. Mai.
Die Börſe berkehrte trotz des zurückhaltenden Tones der preußiſchen
Handelskammerberichte und ungünſtiger Nachrichten über die
Abſatz=
enwickelung in der rheiniſch=weſtfläliſchen Schwerinduſtrie in feſter
Ten=
denz, von der nur wenige Papiere eine Ausnahme machten. Man
konnte insbeſondere wieder feſtſtellen, daß die ausländiſchen Käufe
un=
verminder= anhielten und daneben das Privattzublikum auf breiterer
Baſis als bisher Intereſſe für reine Kaſſawerte zeigte. Die Speku=
lation ließ ſich auf Grund dieſer Anregungen zu weiteren Käufen in
den augenblicklich führenden Terminverten veranlaſſen. Der
Monats=
bericht der Diskontogeſellſchaft war ebenfalls geeignet, der freundlichen
Stimmng einen Rückhalt zu geben. Im Mittelpunkte der
Aufmerk=
ſamkeit ſtanden Elektrowerte, Bauwerte, Polyphon und einzelne
Pa=
piere, die geſtern zurückgegangen waren, ferner noch verſchiedene
Spezialwerte. Der Geldmarkt verzeichnete eine geringe Entſpannung.
Tagesgeld wurde mit 734—9½, für erſte Firmen mit 7½ genannt. Dem
geſtern erfolgten Verkauf von Reichsſchatzwechſeln legte man inſofern
keine Bedeutung bei, als nicht angenommen wurde, daß größere, den
Markt belaſtende Begebungen folgen werden. Warenwechſel zirka 7
Pro=
zent. Am Deviſenmarkt notierte der Dollar im Berlin 4,1815, in
Lon=
don 4,8790. Das engliſche Pfund wurde in Berlin mit 20,40 bewertet.
London—Amſterdam freundlich 12,10, London—Madrid ſchwach 29,35.
Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe ging die Geſchäftsmäßigkeit
zurück. Die Terminnotierungen gaben gleichzeitig um 1—1½ Prozent
nach. Ver. Glanzſtoff lagen beſonders ſchwach gegen geſtern minus 12½,
Bemberg gehalten.
Im weiteren Verlauf ſetzte ſich die während der erſten Stunde
ein=
getretene Abſchwächung zunächſt fort. In der Mitte der zweiten Stunde
änderte ſich das Bild dann wieder, da die Spekulation zu den
ermäßig=
ten Kurſen Rückkäufe vornahm und ſich beſonders lebhaft für
Spezial=
papiere, wie Rütgerswerke, Deſſauer Gas, Siemens, Gesfürel,
Poly=
phon und Spritaktien intereſſierte. Lorenz ſtiegen um 9½ Prozent,
Svenska gewannen 10½ Mark. Auch Sarotti weiter gefragt. Die Börſe
ſchloß angeregt und in freundlicher Tendenz. Privatdiskont
unverän=
dert 6) Prozent für beide Sichten.
An der Nachbörſe konnte ſich das amtliche Schlußniveau nur knapp
behaupten. Polyphon gaben von ihrem Anfangsgewinn 11 Prozent
wieder her und gingen an der Nahbörſe mit 487 ungefähr wieder auf
Baſis der geſtrigen Schlußnotierungen um. Am Elektromarkt fanden
nachbörslich noch Umſätze ſtatt, die aber keine Kursſchwankungen
herbei=
führten. Siemens 327,5, Schuckert 203,5, A. E. G. 171, Gesfürel 237,
Konti=Kautſchur 148,5, Deſſauer Gas 216, Karſtadt 260, Schleſiſche
Elek=
trizitäts= und Gaswerke notierten nachbörslich 227,5 (geſtern 215,5),
J. G. Farben 277,5, Hapag 157,5, Nordd. Lloyd 155, Danatbank 249,
Berger 420, Ver. Glanzſtoff 753, Bemberg 564, Lorenz 145, Sarotti
220, Svenska 420, Neubeſitzanleihe 17,40, Ablöſungsanleihe I und II
52, dto. III 54,12.
A. E. G.."
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Baſalt.
Bergmann.
Berl. Karlsruhe
Berl. Hand.=Geſ.
Braunkohl.= Bril
Bremer Wolle
Danatbank.
Deutſche Bank.
Diskontogeſ.
Dresdner Bank
Deutſche Maſchinen
Deutſche Erdöl.
Deutſche Petroleum.
Dynamit Nobel ....
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J. G. Farben ..
Gelſenk. Berg.
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158.75
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172.25
274.25
140.5
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57.—
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91.—
111.75
188.25
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104.25
135.75
146 —
747.—
97.5
50.—
180.—
150.—
H6.—
128.5
149.875
92.5
111.-
192.25
310.—
202.5
168.5
263.—
62.5
154.25
153.—
154.—
129.25
494.—
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12.377
72.93
3.017
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112.03
58.30
2.39
73,0
3.02:
68.70
12.03
112.02/112.24
112 25
20.37920-419
1.785/ 1.78‟
4.1770/4.1850.
58.315/58.435
Geld Brief
10.51 110.53 talien ...
58,76/ 58.884 Paris ....."
12.379112.39
72.94/ 73.08/ Spanien.
3.019/ 3.025/Danzig.
188.44 168.785Japan.
112.04112.26/Portugal".
20.381/20.421fAthen ..
4.1775 4 1855)Kanada. . . . . . .
Schweiz ...
111.81/112.039Rio de Janeiro
112.03/112.259Jugoſlavien.
1.785/ 1.789/Konſtantinopel
58.30/ 58.42fUruguay. . . . . .
5.
Brief
22.045
16.465
30.63
69 54
81.64
1.981
1.5045
7.372
17.82
5.485
2.136
4.182
4.329
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Von der Frankfurter Nachbörſe. Durch Bekanntmachung wird die
Einſtellung der Notierung der durch Umtauſch in Ablöſungsanleihe
oder durch Barablöſung aus dem Verkehr gezogenen
Papiermarkan=
leihen der Länder, Provinzen, Kreiſe und Gemeinden mit Wirkung vom
3. Mai ds. Js. ab veranlaßt. — Die Zulaſſung von 30 Mill. RM. neue
Stammaktien der Allgemeinen Elektrizitäts=Geſellſchaft zu Berlin zur
Notierung im „Amtlichen Börſenkursblatt der Maklerkammer
Frank=
furt a. M.” wurde genehmigt. — Ebenfalls genehmigt wurde die
Zu=
laſſung der Peſetas 160 Mill. vollgezahlte Aktien, Serie A, B und C
und Peſetas 40 Mill. vollgezahlte Aktien, Serie D mit halber
Divi=
dendenberechtigung für 1227 der Compania Hiſpano Americana de
Electricitad zu Madrid zur Notierung im „Amtlichen Börſen=Kursblatt
der Maklerkammer Frankfurt a. M.
Interefſengemeinſchaft F. Butzke—Bernhard Joſef A. G. — Berlin=
Frankfurter Armaturenfabrik A. G., Frankfurt a. M. Wie wir erfahren,
iſt vorbehaltlich der Genehmigung durch den A. R. der Berliner
Geſell=
ſchaft eine Intereſſengemeinſchaft zwiſchen beiden Unternehmungen
ab=
geſchloſſen worden. Die Initiative dürfte dabei bei dem Großaktionär
der F. Butzke-Bernhard Joſef A. G., der Firma Wolff, Netter u.
Ja=
cobi, Frankfurt a. M., gelegen haben. Mit dieſer Transaktion war
weiterem Vernehmen nach noch ein Beſitzwechſel in den Aktien der
Franbfurker Armaturenfabrik verbunden, in deren Auswirkung die F.
Butzke-Bernhard Joſef A. G. über ihren Großaktionär einige Vertreter
in den A.R. der Frankfurker Armaturenfabrik entſenden wird.
Die Gasfernverſorgung am Mittelrhein. Zur Beſeitigung
wirt=
ſchaftlicher Intereſſengegenſätze in der Gasfernverſorgung am
Mittel=
rhein fand beinr Regierungspräſidenten eine Beſprechung ſtatt, an der
die beteiligten Kommunen, die Gefellſchaft für Kohleverwertung und die
Thüringer Gasgeſellſchaft teilnahmen. Die Verhandlungen führten zu
einer Verſtändigung, die als geeignete Grundlage für eine
grundſätz=
liche Regelung angeſehen werden kann.
Zellſtoffabrik Waldhof, Mannheim=Waldhof. Die in der
Aufſichts=
ratsſitzung vorgelegte Bilanz für das Jahr 1927 weiſt nach angemeſſenen
Rückſtellungen einſchließlich des Vortrages einen Gewinn von 6 887040
(6 260 756) RM. auf, der wie folgt Verwendung finden ſoll: für
Ab=
ſchreibungen 3 153 963 (2 660 030), Zuweiſung an die Invaliden=, Alters=
und Hinterbliebenenkaſſe 200 000 (100 000), für Dividendenzahlungen
3 166 700 wie im vergangenen Jahre, für Genußrechte 6 Prozent gleich
35 400 (36 486), Vortrag auf neue Rechnung 330 977 (297 539) RM. Auf
die für das Geſchäftsjahr 1927 dividendenberechtigten Stammaktien in
Höhe vork 25 150 000 RM. wird wieder eine 12prozentige
Dividenden=
ausſchüttung vorgeſchlagen. Die Vorzugsaktien erhalten die
ſatzungs=
mäßige Dividende. Die G.V. findet am 15. Juni ſtatt.
Calle u. Co. A. G., (Biebrich) Wiesbaden. Die zum Konzern der
J. G. Farbeninduſtrie A. G. gehörige Geſellſchaft nimmt 1927 die
Divi=
dendenzahlung mit 5 (0) Prozent auf 6 Mill. RM. A. K. wieder auf.
G.V. 24 Mri.
Dividendenerhöhung bei dem Allianzkonzern. Wie wir aus Kreiſen,
die de Verwaltung naheſtehen, erfahren, gehen die bisherigen
Er=
wägungen über die Ausſchüttung für 1927 dahin, daß dieſe wenigſtens
weſentlich höher werden ſoll. Die eigentliche Dioidendenfrage iſt jedoch
nicht geklärt. Es iſt durchaus möglich, daß wieder 12 Prozent Dividende
vorgeſchlagen werden, dafür aber eine weitere Erhöhung im Rahmen
bis zu 4 Prozent auf das Kapital, das noch einzubezahlen iſt.
Be=
kanntlich wurden im Vorjahre 12 Prozenk Dividende und 1 Prozent
auf das mit 25 Prozent eingezahlte Kapital ausgeſchüttet.
Der Streik in der Rheinſchiffahrt. Seit geſtern vormittag liegt die
ganze deutſche Rheinflotte ſtill. Die Schiffe wurden überall auf der
Reiſe angehalten und außer Fahrt geſetzt. In den Hafenbetrieben
wurde geſtern morgen noch gearbeitet; zum Nachmittag waren aber
Vorſammlungen der Hafenbedienſteten einberufen, die die Unterſtützung
des ſtreikenden Schiffsperſonals zu beſchließen beabſichtigten.
Marktbericht für den Monat April des Röhrenverbandes. Auf dem
Inlandsmarkt hat die erwartete Frühfahrsbewegung noch nicht
einge=
ſetzt. In Handelsröhren und namentlich auch in Qualitätsröhrem iſt
der Auftragseingang noch unbefriedigend. Beſonders macht ſich in
letz=
teren Röhren die Beſchaffungspauſe der Reichsbahn immer
einſchnei=
dender bemerkbar. In Stahlmuffenröhren iſt eine gewiſſe Bewegung
zu verzeichnen, jedoch iſt unter Berückſichtigung der Jahreszeit das
Ge=
ſchäft verhältnismäßig ruhig. Die Urſachen hierfür liegen zum Teil
in der Kohlenverknappung, aber auch in der noch wicht endgültig
erfolg=
ten Klärung des großen Gasfernverſorgungsprojektes. Die Preiſe ſind
unverändert geblieben. Auf dem Auslandsmarkt hat ſich die Lage
ge=
genüber dem Vormonat nicht verändert.
Fünfprozentige Silberprioritäten der Staatseiſenbahn=Gefellſchaft.
Wie mitgeteilt wird, findet am 23. Mai vor dem Wiener
Handels=
gericht eine Verſammlung der Beſitzer der in den Jahren 1873 und 1874
von der Oeſterreichiſch=Ungariſchen Staatseiſenbahn=Geſellchaft in Wien
ausgegebenen fünfprozentigen Silberprioritäten ſtatt. In dieſer
Ver=
ſammlung wird der Kurator Dr. Alois Maritſchek über die Sachlage
berichten, worauf die Prioritäre bezüglich der Vergleichsvorſchläge der
Geſellſchaft und des allfälligen Antrags des Kurators auf Erteilung der
kuratellbehördlichen Ermächtigung zur Klageführung gegen die
Geſell=
ſchaft Beſchlüſſe faſſen.
Metallnotierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin am 2. Mai für je 100 Kilogramm
ſtellten ſich für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen
oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung f. d. Dt.
Elektrolyt=
kupfernotiz) 134.75 RM. — Die Notierungen der Kommiſſion des
Ber=
liner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in
Deutſchland, für prompte Liefevung und Bezahlung) ſtellten ſich für
Original=Hüttenaluminium, 98= bis 99proz. in Blöcken=, Walz= oder
Drahtbarren 210 RM.; desgl. in Walz= oder Drahtbarren, 99prozentig
214 RM.; Reinnickel, 98= bis 99proz. 350 RM.; Antimon Regulus
90—95 RM.; Feinſilber (1 Kilogramm fein) 80—81 RM.
Die Metallnotierungen an der Londoner Börfe vom 2. Mai ſtellten
ſich für Kupfer: (Tendenz: willig) Standard per Kaſſe 612/½s bis
615, drei Monate 611/48—61½, Settl. Preis 61¾, Elektrolyt 66½—67,
beſt ſelected 64½—65½, Elektrowirebars 67" für Zinn: (Tendenz:
feſt) Standard per (Kaſſe 231½—231½, drei Monate 231½—331½, Settl.
Preis 231½ Banka (inoff.) 239, Straits (inoff.) 236½; für Blei:
(Tendenz: feſt) ausländ, prompt 2 us, entf. Sichten 2011/,, Settl. Preis
Arautfärter Karsheriche vonr H. Mar Lek9.
I. 1. Reichs=,
änder= und
Schutz=
gebietsanleihen
%o Dtſche.
Reichs=
anleihe von 1927
% Baden
Frei=
ſtaat von 1927.
% Bah. Freiſtaat
von 1927 ... .."
% Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927..
Thüringer
Frei=
ſtaat von 1927.
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. + 1
Ablöſungsanleih.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.
Diſche.
Schutzge=
bietsanleihe . .
2, Stadtanleihen
8½% Bad.=Bad. v. 26
6% Berlin v. 24
8% Darmſtdt. v. 26
70 Dresden v. 26
70 Frkf. a. M. v. 26
7% Heidelb. v. 26
8% Ludwghf. v. 26
8% Mainz v. 26..
10% Mannh. v. 25
80 Mannh. v. 26
80 Nürnberg v. 26
8% Pforzh. v. 2
8% Pirmaſens v. 26
3. Pfandbriefe
und
Schuld=
verſchreibungen
70 Bad. Gold=
Kom. Anleihev. 2
80 Berl. Hyp.=Bk.
Lig.
½%,
Pfandbriefe.
8% Frkf. Hyp. Bk.
7½%,
g.=P
87.3
80
81.25
80
86
51.8
53.9
7.2
87
87.2
85
103
94.5
95.05
93
88
97.5
93
96.5
92. 5
89
% Frkf. Pfbrfban
% Gotha Gr.=
Cred. Lig.=Pfbr.
4½½ Hamb. Hyp.=
Bk. Lig.=Pfdbr.
% Heſſ. Landesbk
8% Kom.
Landes=
bank Darmſtadt
8% Landesbank d.
Rheinprovinz
8% Landeskr. Kaſſ.
20
80 Mein. Hyp.Bk.
ſ5 Naſſ. Landesbk.
Pfälz. Hyp. Bk.
„ Lig.
Pfandbriefe ..
8% Preuß. Ctr.=
Bod.=Cred.. . . . .
4½% Preuß. Ctr.=
Lig. Pfandbr. . .
8% Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft. . .
20
8% Rhein. Hyp.=B.
2io
„Lig
Pfandbriefe.
8% Rhein.=Weſtf
Bd.=Credit
79
L.=Pf
4½2
8% Südd. Bod.=
Cred.=Bank ...
AAn!
Pfdbr.
82 Württ. Hyp.=B
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
+ Ausl. Ser. I
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
* Auslof. Ser.EI
95
89
87
76.25
78
98
91.75
89
95
100
96
92
98.5
92
96
89.5
96.5
92
74.8
97
92
92
98.5
93
76.4
75
95.5
91.5
74.5
95
51.75
68
Papiermark=
Pfandbr. und
Kommunal=Obl.
Frkf. Hyv.=Bk. K.=
Obl. Ser. 1 u. 2
Frkf. Pfdbr.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Heſſ. Lds=Hyp.=Bk.
Vorkr.=Pfdbrieff
dgl. Kom.=Obl.
S .1-16
Kom.=Obl.
S. 17-24
Mein. Hyp.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Nordd. Grunder.=
Vorkr.=Pfdbrieff
Preuß. Pfandbrbk.
Vorkr.=Pfdbrief
Rh. Hyp.=Bk.
Vor=
kr.=Kom.=Oblig..
Weſtd. Bodencred. Vorkr.=Pf
4. Induſtrie=
Obligationen.
8% Dt.
Linoleum=
werke Bln. v. 26
8% Heſſ. u.
Herku=
les=Brau. v. 2
80 Klöckn=Werke
Berlin v. 26.
10% Kom. Elektr.,
Mark. . . . . . .
70 Maintrw v. 2
7% Mitteld.
Stahl=
werke von 27..
8% Neckarſulm v. 2
8½ Salzmann & Co.
Kaſſel v. 26..
7% Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 26
7% Ver. Stahlw.
ohne Opt.v. 26
II Auf Sachwerte
laut. Schuldverſchr.
5½Bad.=Bad. Holz.
5%Badenw. Kohl. ......
6% Heſſ. Braunk.
u. Roggenanleihe
5% Heſſ. Volksſt.
Roggenanleihe..
9.5
18.02
13.15
7.4
2.44
14.15
14.1
13.5
Pl=
14.25
94.5
94
10 25
86.5
90
87
89
87‟
R
9.5
5% Preuß.
Kali=
wertan eihe .. ."
5¾ Preuß.
Roggen=
wertanleihe .. ."
5% Sächſ.
Roggen=
wertanleihe
5% Südd. Feſtw. ..."
III. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
5%Bosn. L. E. B. v.
1914 ........."
5% Bosn. L.=Inv.=
Anl. v. 1914 ...
4½ Bosn. v. 02
5% Bulg. Tab. v0
1,60 Griech. v. 90
13% Griech. Mon.
5% Mex. inn. (abg.)
5% „ äuß.
4½ „
Goldan=
leihe (abg.
inn. (abg.)
4½% Irrig.=
Anl. (abg.)
Tamau=
lipas (abg.)
4½% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914
(C. C.=Stücke)...
4% Oſt. Goldrente
(C. C.=Stücke)
4½% Rum. Gold
von 1913 ...
4½ Schweiz. Bds.=
Bahnen v. 1912
49 Türk. Admin.
1. Bagd.
4%0
40
2. Bagd.
48
Zollanl
O ungarn von
1913 (C. C.=St.)
4½% dito von
1914 (C. C.=S
4% dito Goldr.
(C. C.=St.
4% dito von
1910 (C. C.=St.)
4% dito Kron. (abg.) ..
2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg.)
4½ Kopenh. v. 94
6.4
8.65
2.22
48.5
2.15
18.75
47.5
40
19.25
95.5
—
13.75
3‟
26. 4
2
9a
½ Liſſab. v. 1886/ 13
4% Stockh. v. 1880
3. Obligationen v.
Transportanſt.
4% Dux=Bodenb.
von 1891 ...."
4% Eliſabethbahn
von 1883 ...
4% Lemberg=Czer.
ſteuerpflichtig.
49 Lemberg=Czer.
ſteuerfrei ...."
2"/.0%0 Oſt. Südb.
(Lombard.) .. .
4% Oſt. Staatsb.v.
1883 „..."
3% Raab=Odenbg.
v. 1883....
4% Rudolfb. i. S
i. G
4½% Anatolier I.
TV. 1. Banß=Aßtien
Allg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Bank. . . .
Bk. f. Brauinduſtr.
Barm. Bankverein
Bahr. Hyp.= und
Wechſelbank . ..
Berl. Handelsgeſ..
„ Hhpoth.=Bk. .
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank ..
Eff.=u.
Wechſel=
bank
.....
Vereinsbank ..
Diskont.=Geſellſch
Dresdener Bank ..
Frankf. Bk. .... ..
Hyp.=Bk. ..
Pfdbr.=Bk.
Gotha. Grundkr. B.
Mein. Hyp.=Bank!
Metallbank. . . . . . .
Mitteld. Creditbk..
Nürnb. Vereinsbk.
Oſt. Creditanſtalt. .
Pfälz. Hyp.=Bank
Pr. Bod.=Creditbk.
„ Hhp.=Akt.=Bk.
Reichsbank=Ant. . .
Rhein. Creditbank
„ Syr.=Bank
12.1
10
11
15.25
26.5
4
2.15
20.5
138
159
142.5
178
163.75
125
100-
1541,
159
112.5
1 48.5
148
133
32
212
60
38
151
226
124.75
190
Südd. Bod.=Cr. Bk.
„ Disc.=Geſ...
Wiener Bankverein
2.
Berkehrs=
unternehmungen
A.=G.f. Verkehrswſ
Allg. Lokalb.= und
Kraftwagen . . ."
Dt. Eiſenb.=Geſ..
7% Dt. Reichsbhn=
Vorzge. .. .. ..
Hapag ..........
Nordd. Lloyd.
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
3. Juduſtrie
Adt. Gebr.
Accum. Berlin. . .
Adler & Oppenh.
Adlerw. (v. Kleher
6% AEG. Vorzue
AE8. Stamm
Bad. Maſchf.=Durl
Bamag=Meguin
Baſt Nürnberg
Beck & Henkel.
Bergm. El. Werke
Brem.=Beſigh.=Ol.
BrownBoverickCie
Brüning & Sohn.
Buderus Eiſen
Bürſtenfbr. Erlang.
Cementwerke.
Heidelberg .....
Karlſtadt.
Lothr. (Karlsr.).
Chem. WerkeAlbert
Brockhues
Fabrik Milch
Daimler=Benz...!
Dt. Atl.=Telegr.
Eiſenh. Berlin=
Erdöl .......
Gold= u. Silb.=Anſtalt
Linolwerk. Berl.
Dresden=Leipziger
Schnellpreſſen .
Dürrwerke Rating.
190
136
15.7
212
209.5
162
An.6
155
135
48
255
89.5
80.5
74.5
170.25
146.5
68.25
190
64.5
157
26
150.75
184
85
91.5
87
110.25
38
94.5
265
28
61
Eichbaum, Brauer.
Eiſenw. Kaiſersltn.
Elektr. Licht u. Kraft
Elektr. Liefer.=Geſ.
Elſäſſ. Bad. Wolle
Emag Elektr. Frkft.
Enzing. Unionwke. 50.5
Eſchw. Bergwerk
Eßling. Maſchinen
Ettling. Spinnere
Faber, Foh., Bleiſt.
Faber & Schleicher/103
Fahr, Gebr., Pirm.
J. G. Farbenindſtr. 276
Felt. & Guilleaum.
Feinmech. (Jetter)
Frkft. Gas ...."
Hof
Maſch.
Pokorny & Wittek.
Geiling & Cie.
Gelſenk. Bergwerkl140
Geſ. f. elektr.
Un=
ternehmungen . .
Goldſchmidt Th. ..
Grün & Bilfinger.
HafenmühleFrankf
Haid & Neu".
Hammerſen (Osn.)
Hanfw. Füſſen ...
Hanſa=LloydBrem.
Harpener Bergbau/ 174.25
Hartm. & Braun
Henninger, Kempf
Stern Brauerei. /179
Heſſen=Naſſau Gas/1.15.5
Heyligenſtaedt .. . . 23
Hilpert Armaturfb./ 85
Hindrichs=Aufferm. /103
Hirſch Kupfer ..
Hochtief Eſſen ...! 80
Holzmann. Phil. 165
Holzverk.=Induſtrie/ 75
Ilſe Bergb. Stamml
Genüſſe/132
..
Inag
Junghans Stamm./ 86.8
Kali Aſchersleben .1193.5
„ Salzdetfurth.
Weſteregeln. 1202.5
Kammgarnſpinn. .
Karſtadt, R. . . . . . . 258.5
Ker. Werke Offſtein/185
24:25 glein, Schanzl.. . . 101
230 Klöcknerwerke.
174 gnorr, Heilbronn 169.5
Konſervfabr. Braun/ 73
203
60
224
66
48
142
88.25
150
106
79
295.5
103.7
Gritzner Maſchinen/136 Münch. Lichtſpiel
46
98.5
93 Kraftw. Alt=Württ.
Krauß & Co., Loko.
Lahmeyer ECo. .
Lech, Augsburg
Lingel, Schuhn
Löhnberger. Mühl
Löwenbr. Münch.
Ludwigshaf. Walz
Lüdenſcheid Metal
Mainkr.=W. Höchſt/116
Mainz. Akt.=Br...
Mannesm. Röhren
Mansfeld. Bergb..
82.25 Mars=Werke. . . . . . 117
Metallgeſ. Frankft.
Miag, Mühlenbau/139.5
Moenus Stamm",
Motorenfabr. Deut
Oberurſe
Neckarſ. Fahrzeug
136.5 Neckarw. Eßl. ....
Nicolay, Hofbr. . . 14100
Oberbedarf
Oſterr. AlpineMon
Otavi Minen ...
Peters Union Frrf. 101.5
Pfälz. Näh. Kayſer
Philipps A.=G.
Phönix Bergbau ./400.5
Porzellan Weſſel".
Reiniger. Gebb. E
Schall ........
Rh. Braunkohlen..
„ Elektr. Stamm /164.75
Stahlwerke ./169
Rhenania, Kunh. .
Riebeck Montan".
Rütgerswerke .. . . /108
SalzwerkHeilbronn /187.5
Schneider & Hanau 48
Schnellpr. Frankth . / 65.5
Schöfferhof=Bind. /356
Schramm Lackfbr.)
Schriftg. Stempel. 129.75
Schuckert Gektr. ..1203
95
120
61
36.5
130
25r
154.75
118.75
37
69
73.5
119
64.5
144
14.25
60
111
123.5
Schuhfbr. Berneis=
Weſſel. . . ..! 87
Schuhfabr. Herz..
Schultz Grünlack.
Schwarz Storchen 164.5
Seilindſtr. Wolff.
77
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske/325.7
Südd. Immobilien/112.75
Zucker=AG./144.5
Strohſtoff, Ver.,. . 322.5
Tellus Bergbau 1121
Thür. Lief.=Geſ... . 105
Tucher, Brauerei.
Unterfr. Krs.=
Elek=
tr.=Verſ. . . . . . . 113
Veithwerke..
47.5
Ver. f. Chem. Ind. 98.5
deutſch. Olfabr. 75
Faßfabr. Caſſel
Gummifabrik.
Berlin=Frankf./100
Königs= und
Laurahütte .. /125
Pinſelfabriken
„ Stahlwerke ../ 97
Ultramarin
„ Zellſt., Berlin/149
Vgtländ. Maſch.. . / 92.5
Voigt &. Haeffner/185.5
Voltohm, Seil ...! 85
Wayß & Freytag . /144.5
Wegelin Rußfabrik/138.5
Werger Brauerei. 1170
Bellſt. Aſchaffenbg. /203‟
Memel ... . /152.75
Waldhof .. . 301.75
Zuckerf. Rheingau.
4. Verſicherungen
Allianz u. Stuttg.
Verſicherung .. . /280
Frkft. Allg. Verſ.=G.200
Frankona Rück= u.
Mitv.
1206
Mannh. Verſich.
DarmſtädterBerte
Bahnbedarf
Dampfk. Rodberg.
Gebr. Lutz..."
Motoren Darmſtadt
A annn ..44
Wer ta
gegen
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haus
Ree.
pd. auf Wu
zu vermieten.
Anto
Anna Mg
8 Ge
dor der
Nummer 123
Donnerskag, den 3. Mai 4923
Geite 47
Settl. Preis 26½. — Queckſilber (imoff.) 2238—2½, Wolframerz (
mn=
pff.) 15½.
Die amtlichen Preisfeſtſetzungen im Metallterwinhandel vom 9. Mai
ſtellten ſich für Kupfer: Januar bis März 1B¾ (1B34), April
1B¾ (124), Mai bis Juli 1W3 (1W½), Auguſt 123½ (123½), September
bis Dezember 123½ (123¾). Tendenz: ſtill. — Fur Blei: Januar
41½ (41½), Februar 41½ (41½), März und April 41½ (41¾), Mai
40½ (40½), Juni 40¾ (41), Juli 41 (41), Auguſt bis Oktober 41 (41½),
November und Dezember 41½ (41½). Tendenz: ſtetig. — Für Zink:
Januar 50¾ (51), Februar und März 50¾ (51½), April 503/ (51),
Mai 51½ (52½), Juni 51½ (51½), Juli und Auguſt 51 (51½),
Septem=
ber 50¾ (51½), Oktober 51 (51½), November 51 (51), Dezember 50¾
(51½). Tendeng: luſtlos. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in
Klammern Brief.
Produktenberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 2. Mai. Infolge der ſchwächeren
Auslandswotierungen verkehrte der Frankfurter Produktenmarkt in
ruhiger Haltung. Die Händler übten daher größere Zurückhaltung, ſo
daß im allgemeinen Umſätze kaum zuſtande kamen. Weizen und Roggen
waren bei billigeren Preiſen ſtärker angeboten. Lebhaftere Umſätze
hatten Futtermittel zu verzeichnen. Beſonders Weizen= und Roggenkleie
waren hier lebhaft verlangt und die Preiſe hierfür blieben gut
be=
hauptet. Die Preiſe wurden wie folgt feſtgeſetzt: Weizen I N,25,
Noggen 29—29,2, Hafer inl. M,75—B,2, Mais für Futterzwecke 24,25
bis 24,50, Mais für andere Zwecke 25—25,50, Weizenmehl 38,50—40,25,
Roggemehl 40—41, Weizenkleie 15,75, Roggenkleie 17,50.
Berliner Produktenbericht vom 2. Mai. Der bieſige Markt zeigte
heute eine Verflauung, die aber nicht direkt auf die plötzliche Chicagoer
Abſchwächung zurückgeführt werden kann, ſondern ihre Begründung in
dem Fehlen jeglicher Konſumnachfrage und der ſehr günſtigen
Witte=
rung hat. Die Auslandsofferten für Weizen und Roggen wieſen eine
Ermäßigung auf, vor allem iſt die zweite Hand ſehr verkaufswillig.
Vom Inlande iſt Weizen um 3 bis 4 Mark billiger angeboten, das
Offertenmaterial findet angeſichts der Stockung des Weizenmehlabſatzes
kaum Beachtung. Roggen ſteht gleichfalls zu zirka 3 Mark ermäßigten
Forderungen ausreichend zur Verfügung, begegnet aber auch nur
gering=
ſtem Kaufintereſſe, da ſich in Roggenmehl trotz ermäßigter Offerte kein
Geſchäft entwickeln konnte. Am Lieferungsmarkte ſtellten ſich die Preiſe
für Weizen und Roggen, namentlich für den laufenden Monat,
ziem=
lich beträchtlich niedriger. Die zu heute gekündigten 120 Tonnen Roggen
wurden als kontraktlich befunden, von den Haferandienungen waren
300 Tonnen lieferbar und 30 Tonnen unkontraktlich. Hafer liegt faſt
umſatzlos. Gerſte liegt weiter ſehr ſtill.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chicago, 2. Man (Prib.=Tel.)
Weizen: Die rückläufige Preisbewegung machte heute weitere
erheb=
liche Fortſchritte. Anfangs war die Haltung feſt, dann trafen aber ſo
baiſſegünſtige Felderſtandsberichte aus Oklahoma ein, daß große
Glatt=
ſtellungen erfolgten.
Mais: Auch Mais fiel heute einer ſtärkeren Verflauung anheim,
da die Beſtellungsarbeiten gute Fortſchritte machen und größeres
In=
landsangebot drückte. Liquidationen wurden zahlreich beobachtet.
Roggen folgte der Verflauung in Mais und Weizen auf das Fehlen
der Exportnachfrage und günſtige Wetterberichte.
Hafer: Hier waren die Preisſchwankungen weniger groß und die
Stimmung kennzeichnete ſich als ziemlich feſt.
New York, 2. Moi. (Priv.=Tel.)
Kaffee: Liquidationen und Abgaben bewirkten einen ſchwachen
Marktbeginn. Dann wurden Deckungen vorgenommen auf die feſteren
braſibianiſchen Kabel hin.
Zucker: Die nahen Termine bomten auf Deckungen heute anziehen.
Später ſetzten erhebliche Realiſationen ein, was eine Abſchwächung
herbeiführte.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 2. Mai:
Getreide. Weizen: Mai 161½, Juli 161½, Sept. 158½; Mais:
Mai 105½, Juli 109½, Sept. 110½; Hafer: Mai 62½, Juli
56%, Sept. 47½; Roggen: Mai 133½, Juli 128½, Sept. 119½,
Schmalz: Mai 12,05, Juli 12,42½, Sept. 12,75.
Fleiſch. Rippen: Miai 11,75, Juli 12,22½, Sept. 12,67½;
Speck, loko 12,00; leichte Schweine 9,20—10,25, ſchweve Schweine
9,30—10,05; Schweinezufuhren: Chicago 18000, im Weſten
90 000.
Baumolle: Mai 21,23, Juli 21,04.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 2. Mai:
Getreide. Weizen: Rotwinter 221, Hartwinter 181; Mais,
neu ank. Ernte 119½8; Mehl, ſpring wheat clears 7,50—8,00;
Fracht: nach England 1,6—2,3 Schilling, nach dem Kontinent
8—10 Cents.
Kakav. Tendenz: willig; Umſatz in Lots: 169; Loko: 1428;
Mai 14,60, Juni 14,75, Juli 14,90, Auguſt 14,98, September
15,08, Oktober 14,95, November 14,54, Dezember 14,05.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskoſten (Ernährung,
Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „Sonſtiger Bedarf”)
iſt nach den Feſtſtellungen des Statiſtiſchen Reichsamts für den
Durch=
ſchnitt des Monats April mit 150,7 gegenüber dem Vormonat (150,6)
nahezu unverändert geblieben.
Am Dienstag wurden erneut einige Millionen Reichsſchatzwechſel
von der Reichsbank zu dem ermäßigten Privatdiskontſatz von 6¾ Proz.
verkauft. Die letzte Begebung erfolgte vor etwa 14 Tagen mit 6½ Proz.
In einer Sitzung ſchleſiſcher Textilinduſtrieller wurde die
Aus=
ſperrung beſchloſſen, falls die Tarifkündigung in einigen Betrieben
nicht zurückgenommen werden ſollte. Es würde ſich unter Umſtänden
um die Ausſperrung von 60 000 Arbeitern handeln.
Der Brückenbau über den kleinen Belt wurde am Dienstag
gleich=
zeitig in Dänemark, in Deutſchland, England, der Tſchechoflowakei, der
Schweiz, Frankreich ſowie in Amerika ausgeſchrieben. Es handelt ſich
um ein Objekt von etwa 20 Mill. Kr.
Wie gemeldet wird, erhöhte die ſchwediſche Reichsbank ſoeben ihre
Diskontrate um ½ Prozent auf 4 Prozent. Den Stockholmer
Wirtſchafts=
kreiſen kam dieſe Maßnahme der Staatsbank vollkommen überraſchend.
Die Urſache der Erhöhung des Diskonts iſt auf die infolge der Streiks
eingetretene Verſchlechterung der Handelsbilanz zurückzuführen.
Geſtern um 10 Uhr vormittags iſt die Rückkehr zur Goldwährung
in Norwegen vollzogen worden. Von der genannten Stunde an war
es möglich, in der Bank von Norwegen beliebige Mengen Papiergeld
gegen Gold einzuwechſeln. Wie in Bankierkreiſen verlautet, ſoll die
Herabſetzung des Diskonts um ½ v. H. in allernächſter Zeit bevorſtehen.
Von der kolonialen Niederländiſchen Petroleum=Geſellſchaft in
Palembang wurde eine neue Petroleumquelle mit einer Produktion von
einer Tonne pro Tag angebohrt.
In London wurde eine neue Anleihe der neuſeeländiſchen
Regie=
rung in Höhe von 5 Mill. Lſtr. zum Kurſe von 94½ Prozent bei einer
Verzinſung von 4½ Prozent aufgelegt.
Die in Mancheſter zuſammengetretene Konferenz der Arbeitnehmer
und Arbeitgeber in der engliſchen Baumwollinduſtrie zur Regelung der
Arbeitszeit= und Lohnfrage iſt ergebnislos abgebrochen worden. Die
Arbeitnehmer haben Lohnherabſetzungen abgelehnt.
Der Gouverneur der Bank von Griechenland gab auf der o. H.V.
der Bank bekannt, daß der Reingewinn ſich im Jahre 1927 auf 87 635 135
Drachmen belief. Die während des abgelaufenen Jahres in Umlauf
befindlichen Zahlungsmittel haben eine Vermehrung nicht erfahren.
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Das nachſtehend bezeichnete Grundſtück, das zur Zeit
der Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen
1. des Anton Faßbender, Kaufmann in Darmſtadt,
2. Anna Maria Faßbender, geb. Liers, deſſen Ehefrau,
als Geſamtgut der beendigten Errungenſchaftsgemeinſchaft
vor der Auseinanderſetzung im Grundbuch eingetragen
war, ſoll
Dienstag, den 8. Mai 1928, nachm. 31/, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht, an Gerichtsſtelle, Zimmer 219,
(3149a
verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt zum Zwecke der Aufhebung
der in Anſehung des Grundſtücks beſtehenden Gemeinſchaft
tuf Antrag des Kaufmanns Anton Faßbender in Darmſtadt
Eliſabethenſtraße Nr. 6.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 10. Januar 1928 in
ſas Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Verſteige
ungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren
ind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auf=
orderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Bericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
laubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
es geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
eilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
igers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
es Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
juſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung der
ſerfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
ferſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten
Gegen=
andes tritt.
Darmſtadt, den 10. Februar 1928.
Heſſiſches Amtsgericht I.
4
Bezeichnung des Grundſtücks:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk IV, Band II, Blatt 92.
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Geite 48
Donnerstag; den 3. Mai 1928
Nummer 123
din Oaasstiagerin.
Roman von Ferdinand Gradl.
(Nachdruck verboten)
Ihr Vater habe eine Erfindung gemacht, verriet ſie,
wohl=
achtend, daß nienuand lauſche.
„Donnerwetter!” rief Carry amüſiert”, das ſind
Neuig=
keiten. Was denn?”
„Ein Flugſchiff.”
„Darum müiſſen Sie ſo raſch nach Hauſe!” lachte er, „damit’s
wicht früher wegfliegt!“
Mit ihrem geheimnisvollen Getue erſchien ſie ihm wie ein
großes Kind. Dieſer Papa Oberlehrer, der ſeinen
wohlverdien=
ten Ruheſtand zum Erfinden eines Flugſchiffes verwendete,
machte ihm Spaß. Er glaubte ihn vor ſich zu ſehen. Ein
ſchrul=
lenhafter Phantaſt, der in ſeinem Bauernhauſe an einem Modell
herumbaſtelt, das der moderne Fachmann auf den erſten Blick
als müßige Spielerei erkennt.
Vieka erzählte Einzelheiten. Vater erwarte einen Flieger
aus Berlin, dem er die Erfindung zeigen will. Aber daheim ſei
man auf Gäſte nicht eingerichſtet. Die alte Haushälterin
ver=
ſtünde nichts, als für ſeinen Bauerngqumen zu kochen — und da
müſſe ſie nach Hauſe.
„Daß Sie ſich in Ihren Flieger nicht verlieben!” ſcherzte
Carry, „das bitte ich mir aus!“
„In Herrn Bäſecke?” lachte ſie, als ſei dieſe Annahme ein
Rieſenſpaß. „In den? Der iſt da ſchon verheiratet.”
„Ah, Sie kenmen ihn?”
„Ich habe doch bei ihm fliegen gelernt.”
„Was?” rief er höchlichſt überraſcht, „Sie fliegen auch?”
„Herr Bäſecke ſagt, daß ich einem Orientierungsinſtinkt habe
wie ein Zugvogel.”
Carry fiel aus einer Verwunderung in die andere.
„Wahrhaftig, Sie machen mir Luſt, wir die Sache
anzu=
ſehen.”
„Lieber nicht, Herr Uhlſtorp,” ſagte ſie errötend, „ein
Bauern=
hof wie der unſere iſt keine Umgebung für einen ſo feinen Mann
wie Sie ſind.”
„Was frägt die Liebe danach?” flüſterte er.
Sie blickte ihm mit inniger Zärtlichkeit in die Augen, dann
ſchüttelte ſie dem Kopf und wiederholte:
„Bitte, nicht kommen.”
„Aber warum haben Sie aus der Sache ſo ein Geheimnis
gemacht?"
„Es iſt auch ein Geheimnis dabei.”
„Das Sie wir nicht verraten dürfen?” ſorſchte er geſpannt.
Sie ſah ſich mißtrauiſch um.
„Geben Sie wir Ihr Wort, daß Sie nicht plaudern.”
Er reichſte ihr die Hand und mußte an ſich halten, um einen
Ausruf des Schmerzes zu unterdrücken, den ihm der Druck der
kräftigen Mädchenhand verurſachte.
„Herr Bäſecke will autf Vaters Maſchine nach Amerika
fliegen.”
Carry lachte hell auf. Die Sache kam ihm undiderſtehlich
komiſch vor. Ein penſionierter Oberlehrer, ein dithmarſcher
Bquernhof, eim Ozeanflieger, eine Lehrerin mit
Zugwogelinſtink=
ten, ſoviel Worte ſoviel Gegenſätze.
„Aber warum lachen Sie denn?” frug ſie verwundert.
„Aus Freude,” log er, „aus Freude, daß Ihr ſo mutige,
un=
ternehmende Menſchem ſeid.”
Doch es war keine Zeit zu weiteren Auseinanderſetzungen.
Die Waggontüren wurden zugeſchlagen. Viba drückte Carry noch
einmal die Hand. Diesmal konnte er ein ſchmerzhaftes Zuchen
der Naſenſlügel nicht verwinden. Er lief noch ein paar Schritte
neben dem autsfahrendem Bummelzug. Vika blickte aus dem
Fenſter.
„Wenn’s losgeht, ſchreiben Sie eine Karte,” rief er, „ich
werde die Daumen haltem.”
Dann winkte er mit dem Hute, ſolange noch ein Flattern
ihres Tüſchleins zu ſehen war.
Carry ging in jenem Hochgefühl der eigenen Lebensklugheit
und Erhabenheit, das ſich gewöhnlich einſtellt, wenn man einen
Anderen ſich mit einem Hirngeſpinſt herumſchlagen ſieht, ſeines
Weges. Was waren das für Kinder! Dieſes kraftſtrotzende
Mäd=
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der Welt bisher Notiz genommen, und insbeſondere dieſer
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Mühe an ein Problem wenden, das ſchließlich die
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fabriken mit ihrer beſſeren techniſchen Ausrüſtung und mit ihren
größeren Kapitalien gewiß löſem werden. Wozu ſich in Sochem
einlaſſen, welche die Berufenen tauſendmal beſſer zuwege
brin=
gen. Das iſt Torheit, Kinderei, Zeitverſchwendung. Weg damit!
Der ſchöne Mann wurde ernſt. In ſeinen Gedanken dauchte
das Bild einer Perſönlichkeit auf, die ihn intereſſierte, wie einen
ein ſcharfgerüſteter Gegner intereſſiert. Das war Herr
Stanis=
laus vom Krowſki, ein etwa vierzigjähriger Pole, der einen
in=
timen Spielklub unterhielt. Krowſki ſpielte korrekt, elegant,
toll=
kühn und gewann, gewann unheinnlich. Wie oft hat er den
ſchönen Carry bis auf den letztem Pfenmig ausgeplündert.
„Und warum?” ſagte ſich Carry, „weil er Geld hat. Weil
er unbedingt jeden Einſatz anmimmtl.”
Das iſt das Wahre! Das iſt die Urſache ſeines Kartenglückes!
Deshalb fallen ihm die Spieler, die beſtenfalls zwei lumpige
Tauſender in der Daſche haben, wehrlos zum Opfer!
Aber heute barg Carrys Portfeuille zwanzig Tauſender!
Carry wurde noch ernſter. Er träumte mit wachen Augen.
Sah ſich am Spieltiſch als einziger Partner des Polen und
ent=
riß ihm mit einem Schlage ein Vermögen. Wie der Kerl in
ohn=
mächtiger Wut geifern würde! Wie er in verzweifelter Gier auf
das Geld ſtarren würde!
Carry ging wie im Fieber weiter. Er bedachte die Folgen
eines großen Gewinnes. Dieſes Aufatmen! Er könnte ſich den
Wucherer vom Halſe ſchaffenl Könnte ihm die paar Bonknoten
ins Geſicht werfen und dieſen verdamten Wechſel aus der Welt
ſchaffen, ohne ſich vor Jäniſch demütigen zu müſſen.
Bei dem Gedanben qnu den Kompagnon wurde Carry einen
Augenblick unheimlich zu Mute, aber da packte ihn der
Spieler=
aberglaube. Er trug fremdes Geld in der Taſche. Mit fremdem
Geld gewinnt man immer. Das iſt wie eim Talismann. Wie
eim Henkersſtrick, für den enragierte Spieler Unſummen
be=
zahlen.
„Wenn die nächſte Telephonzelle, an der ich vorbeigehe, leer
iſt,” ſagte er ſich mit jener fotaliſtiſchen Sinnesverwirrung, die
im bedeutungsloſen Zufälligkeiten Schickſalswinke ſieht, „iſt es
ein Zeichen, daß ich es wagen ſoll.”
Sie war leer.
Carry klingelte im Kontor an. Er habe eine
unaufſchieb=
liche Verabredung und könne erſt morgen ins Kontor kommen.
Die Beſtellung des Engländers ſende er ſofort durch einem
Kom=
miſſionar.
Von dem Gelde erwähnte er nichts. Den Genuß, es Jäniſch
mit einigen beißenden Bemerkungen auf den Kontortiſch zu
zäh=
len, ſparte er ſich für den nächſten Morgen auf.
2. Kapitel.
Vibas Heimat war der Willumshof. Er lag eine tüchtige
Wegſtunde von Büſum. Bei Sturmflut kam das Meer bis an
die Hofplanken, wen nicht gar ins Wohnhaus ſelbſt. Wie Kare
Willum, Vibas Onkel, ein richtiger dithmarſcher Bauer geweſen
war, war auch ſeine Behauſung ein richſtiger dithmarſcher
Bauernhof. Wohnung, Scheunen, Ställe, alles unter dem einen
langgeſtreckten Dach. Ein vollbeladener Heuwagen konnte in die
Diele hineinfahren, im die von links die Rinder und von rechts
die Pferde über ihre Futtertröge hereinſchauten. Wäre nicht die
Diele durch eine Holzwand abgeteilt geweſen, man hätte mit
dem Heuwagen durch das ganze Haus wie durch einen Tunnel
fahren können. So aber war ein geräumiges. Abteil geſchaffen,
in dem Pferdehufen nichts zu ſuchen hatten. Das war der mit
Kalkmörtelbeſtrich belegte Pieſel, vow dem man rechts und links
in die für die Auszügler beſtimmten Räume und in den
wich=
tigſten Raum, in die eigentliche Stube des Bauern, gelangen
konnte. Und all das unter einem Dach. Reizvoll durch ſeine
Weiträumigkeit, Ueberſichtlichkeit und trauliche Vereinigung von
Herrn, Geſinde und Vieh.
Das heißt — ſo war es geweſen, als noch Kare Willum darin
gewirtſchaftet hat. Das war nun vorbei. Der alte Kare ſchlief
ein halbes Stündchen von ſeinem Gute im Dorffriedhof, ſeine
beiden Söhne lagen in Heldengräbern, der eine an der Marne,
der andere im Rumänien, und der alte Bauernhof hatte einen
neuem Beſitzer.
Das war der penſionierte Herr Oberlehrer Ruß. Er hatte
zwar auch, einen harten Bquernſchädel, aber es ſtaken Gedanken
und Schrullen darin, die im die Dithwarſchen wicht hineinpaßten.
Er war ſein ganzes Leben nicht aus der Gegend gekommen, war
Lehrer in Itzehoe, ſpäter Oberlehrer in Brunsbüttel geweſen,
hatte die auch ſchon lange im Herrn entſchlafene Karete Willums,
die Schweſter des alten Kare, geehelicht, hatte mit ihr eine
ein=
zige Tochter, aber er war kein rechter Dithmarſcher. Sein
Ur=
großvater ſoll von ingendwoher aus dem Südoſten eingewandert
ſein. Genques wußte er ſelbſt nicht.
(Fortſetzung folgt.)
Ans den Amtsverkündigungen des Kreisamts
Darmſtadt und den Vekanntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 Ruckſack. 1 ſchwarzſeid,
Beutel mit 2 Taſchentüchern. 1 Brille u.
kleines Portemonnaie. 1 ſchwarz.
Wachs=
tuchhandtäſchchen mit Taſchentuch und
Schlüſſel. 1 beigefarbige Strickjacke. Eine
hellgrüne Kinderzipfelmütze. 1
Taſchen=
meſſer mit braunem Stiel, 1 graue
Zipfel=
mütze. 1 Päckchen, enth. 1 Stück ſchwarze
Seide und 2 Rollen Schnüre, 2
Spazier=
ſtöcke und 1 ſchwarzer Damenſchirm mit
ſchwarzem gelben Griff. 1 Trauring. Eine
Aktenmappe. 1 Zwanzigmarkſchein. Eine
ſchwarze Weſte. 1 Doppelaktentaſche mit
Geſchäftspapieren. 15 Mk. 1.
Einkaufs=
netz mit Schlüſſel und 1Paar Handſchuhe,
1 Radluftpumpe. 1 ſchwarzes
Portemon=
naie mit 38 Pfg. 5 Stück Lampions,
Zugelaufen: 1 Dobermann.
Fußſteigarbeiten.
Die Herſtellung eines
Gußaſphaltfuß=
ſteigs in der Riedlingerſtraße (240 qm)
ſoll vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Bedingun=
gen liegen bei dem Tiefbauamt,
Zim=
mer Nr. 6, während der Dienſtſtunden
zur Einſicht offen. Auch werden dort
die Angebotsſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis Freitag, den
11. Mai lfd. Js., vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, den 27. April 1928.
Tiefbauamt. (st7683
Am Donnerstag, den 3. Mai
1928, nachmittags 3 Uhr, verſteigere
ich in meinem Verſteigerungslokale,
Lu=
iſenſtraße 32, zwangsweiſe meiſtbietend
(7710
gegen Barzahlung:
1 Ladentheke, 1 Bild, 18 Flaſchen
Li=
köre, 1 Ruhebett, 1 Fahrrad, 1
Näh=
maſchine, 1 Grammophon, 1
Schreib=
maſchine, 1 Schreibtiſch, 1 Kaſſenſchrank,
1 Perſonenwagen (10 PS.), 1 Klavier,
1 Korbmöbelgarnitur ſowie Möbel
aller Art.
Darmſtadt, den 2. Mai 1928.
Weinheimer,
Gerichtspollzieher.
Besohders Breiswert!
Frottier-Handtücher
teils weiß und bunt gemustert, indanthrenfarb.
bewährte Qualitäten . . . . . . . . . 2.95, 2.75,
2.25, 1.95, 1.65, 1.40, 1.25, 0.95, 0.85, 0.78, 0.75,
Kinder-Badetücher
teils weiß und in vielen Indanthren-Farben
gemustert
3.75, 3.50, 2.95, 1.95, 1.75,
Bade Tücher
in den beliebten Größen und enormer
Auswahl
7.50, 5.60, 4.95, 3.95, 2.90,
Am Freitag, den 4. Mai 1928,
vormittags 10 Uhr, ſollen in meinem
Verſteigerungslokale Bleichſtraße 40
folgende Pfänder zwangsweiſe
gegenBar=
zahlung verſteigert werden, insbeſondere:
24 Pakete Keks, 2 Schreibtiſche, 2
Schreibtiſchſeſſel, 1 Rollſchrank,
1 Schreibmaſchine, 1 Schreibmaſch.=
Tiſch, 1 Warengeſtell, 16 halbe Fl.
Weinbrand, 6 Fl. Kirſchwaſſer,
150 Putztücher, 1 Kaſſenſchrank, eine
Kaffeemaſchine, 1 Regiſtrierkaſſe (Anl.),
1 Ladenregal, Möbel aller Art u.a.m.
Darmſtadt, den 2. Mai 1928.
Jungermann
Gerichtsvollzieher in Darmſtadt
(7772
Bleichſtraße 53.
Hand Haslasen Iibaseschoss
DARMSTADT- MARKT
Am Freitag, den 4. Mai 1928,
nachm. 3 Uhr, verſteigere ich in meinem
Verſteigerungslokale hier, Hügelſtr. 27,
eine Anzahl gepfändete
Gegen=
ſtände öffentlich zwangsweiſe meiſtbie=
(7764
end gegen Barzahlung.
Vorausſichtlich beſtimmt
ver=
ſteigert wird:
1 Laſtauto, 1 Grammophon, eine
Standuhr, 1 Klubſeſſel, 1
Hächſel=
maſchine, 1 Schreibtiſch, 2
Bein=
ſtellen, 2 Nachttiſche, 1
Kleider=
ſchrank, 1 Küchenſchrank, 1
Küchen=
büfett, 1 Küchentiſch, 3 Gasherde, 2
Warenſchränke.
Darmſtadt, den 3. Mai 1928.
Portner
Gerichtsvollzieher.
Aelteres
für 2—3
mittt
Am Freitag, den 4. Mai 1928,
nachm. 5 Uhr, verſteigere ich an Orl
und Stelle hier, Pallaswieſenſtr. 85,
einen von mir dort untergeſtellten (7(00
Möbelwagen
öffentlich zwangsweiſe gegen Barzahlung=
Darmſtadt, den 3. Mai 1928.
Portner
Gerichtsvollzieher.
Nummer 123
Seite 19
Donnerstag den 3. Mai 1928
Nath. Raab vorm. mIenI.
N
e
I Gerfee! Basc! (0ilhelminenstraße 21
W1
Wegen Geschäftsübergabe wird das vorhandene
Warenlager einem durchgreifenden
Ausverkauf
unterstellt. Die Preise für sämtliche Artikel sind ganz bedeutend herabgesetzt.
W
M Es kommen zum Verkauf: 8 Kinderkleidchen Damenwäsche
Bettwäsche
Schürzen aller Art
Tischwäsche
Spielhosen Unterkleider
8
Gartendecken
M Mäntel Schlafanzüge
Handtücher
s Däckchen Matinees y
Küchenwäsche Hütchen Unterwäsche *
U*
Bettdamast
Ma Kinderwäsche Strümpfe
Leinen und
alle in ganz großen Halbleinen
Baby-Artikel Mengen Ig5
Stickereien
a
7713 Beginn: Do nnerstag. 3. Mai bis 14. Mai
Das Geschäft wird unverändert weitergeführt.
chen,
kann,
Beſte Behandlg
12004
Tüchtig,, erfahrenes
Mädchen
das kochen kann, bei
Bhohem Lohn ſofort
geſucht. Annaſtr. 23,
I. Stock.
(11951
Ghrliches fleißiges
Mädchen
bis nach dem Spülen
geſucht.
Landwehr=
traße 3 II. (711965
ehrlich., gut empfohl.
Maucen
geſ., das perf. kochen
kann und alle Haus=
TV.880
(*11949)
Weiblich Aelteres Mädchenfür 2—3 Stund. vor
mittags im Haushal
Beſchäftig. Näheres
Marienplatz 1. Zim
mer 22. (*11984d1 Saub. Mädchen, 2
Jahre, welch. Kochet
u. Schneidern kann,
Stellg. Ang. u. L. 11
a. d. Geſchſt. (*1207 15jähr. Mädchen ſuch
f. nachm. Stelle al=
Kindermädchen. Ang
u. L. 65 Gſchſt. (*11933 Jung. Mädch. ſue
Beſchäftigung bis n
dem Spulen. Näh.
Lichtenbergſtr. B III
Wdhs links. Jjähr. Fräul.
aus g. Fam, ſucht
gute Stelle in kl.
beſſ Haush. Näheres
Zwingenberg a d. B.
Allsbacherſtr. 15, 1. St
1*11947) Einf. Stütze, d. koch
ſ. Stelle i. G=ſchäftsh.
Ang. unt. L. 131 an
die Geſchſt. (*1209. Mädchen
ſucht bald. Stellung i
klein. fein. Haushalt.
Zeugn. vorh. Ang. u.
L 87 Geſchſt. (*12008 Gif Hädutein
inderlieb, das auch
Arbeit verſteht, ſucht
Stelle. — Angebote
inter I. 127 an die
Heſchäftsſt. (*12090 7jährige Dame ſuch
Nitte Mai Aufnahme
e gutes Hotel oder
ute Penſion zu zwei
ionatlichem Koch=
urs. Angeb. mi
sreisang, einſchließ=
ch Penſion u. L 101
(*12035 Büfett=
fräulein
lit ſehr guten Zeugn
ſicht ſofort Stelle
Minna Dingeldein,
ewerbsm. Stellen=
tro/Eliſabethenſtr.
el. 3365. (*12152 üchtg, ält. ſelbſt,
el., g. Zeugn., ſuch
einzel. Herrn od.
ame g. Stellung
ngeb. unter L, 139
*12130
eſchſt.
Schneiderin, perfek
Kleider, Mäntel
Koftüme, ſucht noch
einig. Kunden i. und
auß. d. Haus. b. bill.
Berechn. Ref. ſtehen
zu Dienſt. Angebote
u. L 56 Geſchſtelle
*11922
tellen ſuchen: Herr
ſaftsköch., Stütze
mehr.
Alleinmäd=
n. Suche
Herr=
aftsköch. n. Frkft.
Hausmädch. d. näh
g. u. ſerv, k., i. g.
Karolina Beck
tw. Stellenverm.
rlsſtr, 25 (*12131
Geſunde, kräftige
16jährige Tochter
an=
ſtändiger Bürgers
leute aus kleiner
Ge=
meinde, mit
Erfah=
rung in allen häusl.
Arbeiten ſucht Stelle
TV.7756
als
um ſich weiter,
be=
ſonders aber auch im
Kochen, auszubilden,
Gefl Zuſchrift erbet.
unt. „Haushalt”, an
Weſtdeutſche
Tages=
zeitung, Kirn.
Weißzeugnäherin
perfekt in
Herren=
hemden) nimmt noch
Kunden an. (*12109
Angebote u. L. 133
an die Geſchäftsſt.
Schneiderin
Elegant. Arbeiterin
ſucht Kund. auß, d.
Hauſe, pro Tag 4 M
Angebote u. L 79 a.
d. Geſchſt. (*11986
Fräul. ſucht Stelle z.
Milchaustragen
oder ähnliches. Näh.
Geſchäftsſt. (*12095
Oan
Junger Bauſchloſſer
ſucht Beſchäft. gleich
welch. Art, auch in
Schweißarb. erf. Ang.
unt. L. 91 an die
Ge=
ſchäftsſtelle. (*1208
Friſeurgehilfe.
a. Bubikopfſchneider
ſucht Stellung.
An=
gebote unt. L. 120 a.
(Euaong
d. Geſchſt.
Gelernt. Schreiner
Stellung als Packer
Kaſſierer oder ſonſt.
Vertrauenspoſt.
Kau=
tion k. geſtellt werd.
Angeb. unter L. 109
Geſchſt.
12051
fung. tücht. Konditor
20 Jahre ſucht
Stel=
lung in gutem Hauſe.
Angeb. unt. L. 143 a.
d. Geſchſt. (*12143
üngerer, tüchtiger
Lackſchreiber
ſucht Beſchäftigung, auch ſtundenweiſe.
Angeb. unter L. 128 an die Geſchſt. (*12096
Weiblich
Tüchtige
die mit Buchhaltung,
Stenographie,
Ma=
ſchinenſchreiben uſw.
beſtens vertraut iſt,
per ſofort od. 1. Juni
geſucht. Ausführl,
Angebote mit
Zeug=
niſſen und
Gehalts=
anſprüchen u. L. 90
an die Geſchſt. (*12006
Gewandte
Stenon
Egpistin
gute Schulbildung
20 bis 23 Jahre, guter
Handſchrift, geſund,
zum 1. Juni geſucht.
Handſchriftliche
Be=
werbungen an (7741a
Heſſenwerke.
Friſeuſe
ſucht Stellung in nur
gut. Geſchäft. Angeb
unter L. 96 Geſchſt.
*12027)
eißiges, beſſeves
Mädchen, nicht unter
18 Jahr., z. 15. Me
geſucht.
Vorzuſtelle=
vormittags. (772
Gervimusſtr. 68.
Maie
5
Damen
inden ſof, lohnende
Beſchäftigung.
Durch=
ſchnittsverdienſt
monatl. Mk. 250.—
Angeb. unt. L. 7
en d. Geſchſt. ( 1195
2.
Giifraſe
für Freitag u.
Sams=
tag geſucht. Ang. unt.
L 111 Gſchſt. (*12052
Tücht. Friſeuſe
und junger
Friſeur=
gehilfe geſucht.
Letz=
terem iſt Gelegenheit
geboten, ſich im
Da=
menfach auszubilden
Ludwig Lederer
Zimmerſtraße 7
Nömerbad. (*12123
Saubere
Frau
Mittwchs u.
Sams=
tags vorm. für 2—
Stunden geſ. Näh.
Liebigſtraße 61, bei
e11818id
Reitz
Aelt. Mädchen
Dder Frau
für die Küche ſofort
*11993
geſucht.
Reſtaurant Reichsho
Rheinſtraße 85.
Geſucht f. altes
Ehe=
paar m. Tochter
tüch=
tiges Alleinmädchen,
d. ſchon i. gut. Hauſe
gedient, z. 15. Mai.
Gervimusſtr. 79 pt.
(*123)
Lauffrau wöchentlich
2 mal 2 Stunden
ge=
ſucht. Vorzuſt. zwiſch.
12—1 Uhr (Fus2r
Karlsſtraße 102 II.
F. Geſchäftshaushalt
Darmſtadts Mädchen
nicht unter 18 Jahren
aus gut. Familie
ge=
ſucht, die m. d. Haus
frau alle Arbeit,
ver=
richtet.
Familienan=
ſchluß zugeſich. Ver
gütung nach
Ueber=
einkunft.
(7698
Dengler, Kiesſtr. 21.
Ordentlich, ſchulfreies
Mädchen ſof. geſucht
bis nach d. Spuilen.
N.=Ramſtädterſtr 33,
Gartenh.
*128
Jung. Mädchen für
leichte Arbeit, ehrlich
u. fleißig, auf bald
geſ., ält. Mädch. vor
hand. Wirtſchaft
Oſt=
bahmhof.
(212043
Tüchtiges
Alleinmädchen
mit guten Zeugniſſen
per 1. Juni geſucht.
Landgvaf=Philipp=
Anlage 44 I. (*11920
Sof. geſ. ehrliches,
zuverläſſig., älteres
Mädchen od. Stütze
in Beamtenfam. bei
2 Perſ. Angeb. unter
L. 84 Geſchſt. (*12000
Lücheige PuhrArveneeinhen
die auch im
geſucht
Verkauf bewandert
ſind.
Hadeka=Haus
Gg. Heckmann=Schmidt
Ludwigſtraße 1
(7762
Zum Beſuch uuſerer Kundſchaft (kein
Ver=
auf) ſtellen wir noch
7726
Bannen
m. feſt. Arbeitswillen ein, denen wir be
entſpr. Leiſtungen Mk. 125—, u. mehr feſte
Bezüge monatl,, ſowie hohe Proviſionen
u. Prämien vergüt. Die Tätigkeit iſt leicht
und intereſſant u. erfordert keine
Vorkennt=
niſſe. Auch in den erſten Tagen für die
Ein=
arbeitung zahlen wir garant, Zuſchüſſe ohne
Rückſicht auf Erfolg.
(II 772
Schriftl. Angeb. m. Bild unt. F. M. 10694
anAla Haaſenſtein & Vogler, Frankfurt a. M
Koſtüm=Büglerinnen
finden Dauer=Stellung
Färberei Reingold
Kranichſteinerſtraße 28—80. (*11836im
Lahrwätslen
mit guter Handſchrift von
Bür=
ſofort geſucht. Angeb. u. L. 81
an die Geſchäftsſtelle.
(*11997
Zum Beſuche v. Privaten u. Behörden
wird eine einwandfreie, gewandte
Tune
geſucht. Keine Zeitung, Bücher,
Verſicherung, Binden ete.
Voll=
kommen konkurrenzlos. Sehr gut
Einkommen. Einarbeitung erfolg
durch geſchulte Dame.
Ganz ausführliche Angebote mi
Lichtbild u. Referenzen unt, L. 135
an die Geſchäftsſtelle.
(12118
Mthe
ran oder Mädchen
8—4 Uhr tägl. ſof.
f. Heinvich=
Fuhr=
aße 9 I. (*12025
17 2
. geſ.
Gafft
Frau
Näh.
(*12017
ehrlich. Mädchen
ſofort geſucht.
densleben.
Feld=
ſſtr., Ecke
Morne=
ſtraße, (*11548
Merkel.
(*11560)
Lehrmädchen
für beſſer.
Lebens=
mittelgeſchäft geſ.
Angeb. m. Zeugn.
unt. L. 58 Gſchſt.
(7682a)
Saub., 15—16jähr.
Mädchen für leichte
Hausarbeit geſ.
Vor=
zuſtellen Soderſtr. 44,
(*11982
Für nachmittags
gebild. zuverl. Frl
zu 2 Mädchen (9 und
11) m. guten Emp= u. Küchenmädchen,
pfehlungen ſof. geſ.
Angeb. unt, I. 83 a. die Ausſtellung fü
d. Geſchſt. (*1199
Tüchtiges, ſolides
Mädchen
in beſſeren Haushalt
ſofort geſucht. (76874
Frau Tierarzt
Dill=
mann=Bensheim.
Saub. anſtändiges
2
Mädchen
ſofort geſucht. (*12150
Karlsſtraße 27,
Metzgerei
Fleiß.,
ſaub. Mädchen
dz. Hauſe ſchlaf, kann,
fürKüche u. Haus zum
0. 5. geſucht. (* 11882
Café Rheingold.
Ehrl. fleiß, Mädchen
für Küche und Haus
b. gut, Lohn ſof. geſ.
Dieburger Straße 72
Taunusburg. (*12142
Kl. Beamtenfamilie
a. d. Lande, 2 Perſ.
Näh. Darmſt.,
Bahn=
ſtation), ſucht br.
Fräulein
nicht u. 20 J., a. gut.
Fam., als Haustochter
oder Stütze d. Hausfr.
Dieſelbe ſoll in allen
Hausarb., m.
Hand=
arb. u. etwas Nähen
vertr. ſein. Gute
Be=
handl. Eintr. 15. Mai.
Angebote unt. L. 145
a. d. Geſchſt (6768a
Ehrliches, ſauberes
Mädchen
einige Stunden evt
über Mittag geſucht.
Nartinſtr. 47. (*12016
Sofort geſucht,
ehr=
liches, zuverläſſiges,
älteres Mädchen od.
Stütze in
Beamten=
familie, 2 Perſonen.
Näheres in der
Ge=
ſchäftsſtelle. (*11999
8O
veinigt WINA
Dinenrflere!
Ein blitzblanker Herd ist der
Schmuck jeder Küche.VIM
129/405
macht ihn ohne zu kratzen
strah=
lend rein, gleich wie alles in Küche
und Haus, Es gibt nichts gleich WIM
Suche:
Köchin., Hausmädch.,
Stützen, Alleinmäd=
Weißwarengeſchäft, ſchen, die ſelbſtändig
koch, können für gute
Privathäuſer. Für
Hotels u. Reſtaur.
Köchin., Zim.=
Haus=
jüng. Servierfrl. für
(*12153
ſofort.
Minna Dingeldein
Gewerbsm.
Stellen=
büro, Eliſathenſtr. 5,
Telephon 3365
Wegen Verheir. m.
Mädch. ſuche ich per
ſofort ein tüchtiges
Alleinmädchen,
das ſchon in beſſeren)
Häuſern war, gute
langjähr, Zeugn. be
ſitzt, kochen u. etwas
nähen kann, f. klein.,
gut, Haush. Vorzuſt.
bei Frau Joh. Schäfer,
Artillerieſtr. 10, III.,
zw. 4 n. 5. ( 12107
Suche Sonntags von
2—7 f. d. Kaffeeküche
zuverläſſige, ſaubere.
ehrliche Frau oder
Mädchen. (11941
Cugen Schütz
Konditorei u. Café
Luiſenſtraße 10.
Putzfra u
für vorm. ſof. geſucht.
Villenkol.
Ludwigs=
höhe, Marienhöhſtr. 4
(*12182)
Tücht. ehrl. Mädchen
für den Haushalt p.
(12127
ſof. geſ.
Chem. Fabrik
Rheingold
Frankfurterſtr. 130
Männlich
Tüchtig. Proviſions=
Reiſender, bei hieſig.
Bäckereien,
Metz=
gereien, ſowie
Ko=
lonialwaren=Geſchäft.
gut eingeführt, per
ſofort geſ. Ang. u.
L. 100 Geſchſt. (*12034
Ordentliches, junges
velch. radfahren kann,
ſofort geſucht. /11976
Konditorei Varth
Grafenſtraße 27.
Fleiß, ſaub., ehrl.
Mädchen
mit gut. Zeugniſſer
tagsüb. in Spülküche
p. ſof. geſ. Vorzuſt
von 7—11 Uhr Café
Kuhry, Grafenſtr. 12
(*11860)
Inſpekt. und
Nicht=
fachleute bei ſof. feſt
Bezüg, nebſt Prov.
für Kl. Leb.=Verſich.
ſof. geſucht.
Vorzu=
ſtellen
Freitagnach=
mittag zw. 8—4 Uhr
Hotel Hanſa.
(*12145dt
Tüchtiger
Herrenfriſeur
per ſofort geſ., evtl.
Koſt und Wohnung
Ludg. Goebel,
Gernsheim a. Rh.
(*11992dsm)
Geld verdienen
Vertreter
die in Hotels,
Reſtau=
rants beſtens
einge-
führt. Off. u. G1551
an Ala=Haaſenſtein
* Bogler, Mannheim.
(II.Mhm.7680)
Sehr geübte u. tücht
3 Werkzeug
macher
1 Dreher
2 Emailbrenner
im Fach gelernt und
ſtändig darin tätig
geweſen, ſofort für
dauernd geſucht. Be=
Vorſtellung Papiere
mitbringen. (7358a
Herdfabrik u.
Email=
lierwerk, G. m. b. H.,
Darmſtadt,
Landwehrſtraße 63.
Sauberer Jung
bis 16 Jahre alt, als
Laufburſche ſofort
geſucht
Heidelberger=
ſtr. 70, pt. H. (*12105
Böchentlich 30 Rm.
häusl. Tätigk. Leichte
Anfertigung prakt.
Artikels It. koſtenl.
Ausk. Reetadepot
Magdeburg K. 60,
(II. Mgd. 7731)
Suche für meine
Bä=
ckerei einen äußerſt
zuverläſſigen
Hausburſchen
(Radfahrer Beding.!
Angebote unt. L. 82
an die Geſchſt. (*11 997
Kaufm. Lehrlin
fortbildungsſchulfrei
zu baldigem Eintritt
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Selbſtgeſchr. Bewer
bungen unt. L 77 an
die Geſchſt. (*1197
Staubsauger Mk. 36.-
Motor und geräuſchlos.
Höchſte Saugkraft.
General=Bertreter an allen Plätzen
geſucht. Erforderl. Kapital Mk. 100 bis
500, je nach Größe des Bezirks.
Offerten an H. Köhnemann, Bad
Homburg v. d. H.,
Heuchelheimer=
ſtraße 16—18.
(7692
Re
Zuſchneider oder Zuſchneiderir
tunlichſt aus der Wäſchebranche in Dauer
ſtellung geſucht.
7711e
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