Darmstädter Tagblatt 1928


22. April 1928

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Anzeigenpreis:

GUSL LEm RONELIT
Unuarkäuflichl

Einzelnummer 15 Pfennige

Heſſiſche Neueſte Nachrichten

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Bel wöchentlich Tmaligem Erſcheinen vom 1. Aprfl
bis 30. April 2.18 Reichsmark und 22 Pfennig
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Franffurt a. M. 1301.

Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Auffäte und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſtattet.
Gonntag, den 22. April 1928.
Nummer 112
191. Jahrgang

2 mm breite Zeiſe im Kreiſe Darmſiadt 25 Reichspfg.
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und Leiſtuns ven Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchilſcher Beitreibung fällt feder
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und Darm=
ſädter
und Nationalbank.

Frankreichs Porbehalte zur Kellogg=Note

Frankreich und der Antikriegspakt.
Der franzöſiſche Vorentwurf eines Kriegs=
ächtungspaktes
.
Berlin, 21. April.
Der geſtern vom franzöſiſchen Botſchafter dem Reichsaußen=
miniſter
überreichte Vorentwurf der franzöſiſchen Regierung für
einen Kriegsächtungspaki enthält eine Präambel und ſechs


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nur eine Diskuſſion zu geſtatten. Wie könne von einem
wahren Frieden die Rede ſein, wenn das linke
Nheinufer von einer bewaffneten Macht beſetzt
ſei, wenn Oſtpreußen von Deutſchland durch den
Danziger Korridor getrennt bleibe wenn
Frankreich das Verbot des Anſchluſſes Oeſter=
reichs
aufrechterhalte? Dem höhniſchen wahren Frie=
den
ſetze das pazifiſtiſche und links gerichtete Deutſchland den
wirklichen Frieden entgegen, der mit der Reviſion der
Verträge und der Grenzen von 1919 beginne.

R.2.
ächtung. / Erklärungen
Riveras.
EP. Madrid, 21. April.
rte zu dem amerikaniſchen Anti=
2
Erzlich ſchon einmal geſagt, daß
de, als bis ich im Namen Spa=
grag
unterzeichnet haben werde,
eg für ungeſetzlich erklären und
ſruch eines oberſten internationa=
Entſcheidungen dieſes Organis=
Züſtung anzunehmen. Augenblick=
bedauerlich
iſt, daß Spa=
nicht
direkt überreicht
ſeiner Bedeutung in der
uden Großmächten. Außer=
Haniens im Völkerbund und ſeine
ſem Werk ſeine Aufrichtigkeit und
hllem, was den Weltfrieden an=
g
zu verlaſſen.
me des franzöſiſchen
Waſhingion.
EP. Waſhington, 21. April.
Antikriegspaktvorſchlages wurde
eamten des Staatsdepartements
Vorbehalte unterſchieden den
k von dem Entwurf Kelloggs,
s auf jedem Krieg verzichten

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eldet aus Waſhington, daß das
den Antikriegspakt, das geſtern
ht worden iſt, einen ungün=
Shabe. Man hält es ſozuſagen
8 2Baſis ein Vertrag abgeſchloſſen
S Vorbehalten Frankreichs könne
s Salich den Vorbehalt der Notwehr
Sionenkrieges im Auftrage des
Oman es für ganz unmöglich, den
. Je militäriſche Aktion auf Grund
S Se geſtattet ſein ſollte. Sofern
2 sicht aufgeben ſollte, würde man
*Verhandlungen fortzuſetzen.
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2 ſiſchen Antikriegspaktvorſchlages iſt
o mtlicht worden.

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dadurch nicht berührt, onldern wie Maget Arrerbni
werden.
Die franzöſiſche Preſſe zu Briands Pakt=
Vorſchlägen
EP. Paris, 21. April.
Die Aeußerungen der Nachmittagspreſſe zu dem franzöſiſchen
Paktvorſchlage ſind ſehr ſpärlich. Der Temps iſt der Meinung,
daß der franzöſiſche Entwurf ſo präziſe und vollſtändig wie nur
möglich ſei. Er laſſe keine Seite des Problems, das der zivili=
ſierten
Welt geſtellt ſei, im Dunkeln und zeuge für den klaren
und feſten Friedenswillen ſowie gleichzeitig für die große Be=
ſorgnis
um die Wahrung der Sicherheit aller Nationen auf der
Grundlage der beſtehenden Verträge und Abkommen.
Der Skeptiker Bainville ſieht in einem Leitartikel in der
Liberté die Frage mit anderen Augen an. Kein Franzoſe, ſo
ſchreibt er, ſei verrückt genug, den Krieg zu wollen, weil Frank=
reich
nur eines wünſche, nämlich zu erhalten, was es beſitze.
Bainville fordert ſeine Leſer auf, ſich einmal auf den deutſchen
Standpunkt zu ſtellen, von dem aus man einen Zuſtand nichht
für pazifiſtiſch halten könne, der ſich auf Verträge gründe, die
die Sieger den Beſiegten aufgezwungen hätten, ohne ihnen auch

gegen die franzöſiſche
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Füſiung.
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London, 21. April.
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beim Völkerbund, Lord Cuſhendun,
&. ſammlung der Völkerbundsunion in
Fortſchritte der internationalen Ab=


* internationalen Abrüſtung ſei nach
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Tend. Großbritannien habe ſeinerſeits
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2 Jationale Abrüſtung zu fördern. Man
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o ticht ſein, daß für Großbritannien der
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s Konalen Sicherheit zu vereinbarende Ab=

O errcicht ſei. Großbritannien könne
G cche nicht ganz unbeachtet laſſen,
eine eigenen Luſtſtreitkräfte vermindere, ſein
ar auf der anderen Seite des
nverhältnismäßig größere Luft=
terhalte. Eines der größten Hinderniſſe
für den Erfolg der Genfer Abrüſtungsverhandlungen ſieht Lord
Cuſhendun in den verſchiedenen Auffaſſungen der Nationen über
die allgemeine Wehrpflicht. Auch die vollſtändigſte Ab=
rüſtung
, ſo meint Lord Cuſhendun, würde den Krieg
nicht unmöglich machen.
Die der Regierung naheſtehende Morningpoſt benutzt die
Erklärung Cuſhenduns, um den in der letzten Zeit ſtärker in den
Vordergrund getretenen Gegenſatz zwiſchen der amtlichen briti=
ſchen
Politik in Genf und deren Vertreter auf der einen und der
engliſchen Völkerbundsunion auf der anderen Seite kritiſch zu
beleuchten. Das Blatt betont in ſeinen weiteren Ausführungen,
daß die Völkerbundsunion ſich gegenwärtig mit allem Nachdruck
für eine Politik einſetzte, die von der Regierung bereits verwor=
fen
wurde, und zieht hieraus den Schluß, daß, abgeſehen von
dieſer Tatſache, auch ſonſt ſehr ſtarke Gründe für einen Wechſel
in der Art der engliſchen Vertretung in Genf beſtänden. Die
Außenminiſter hätten während der Tagungen des Völkerbunds=
rates
in der Regel zu Hauſe wichtigere Verpflichtungen zu er=
füllen
als in Genf. Die beſte Löſung wäre daher die Ernennung
eines ſtändigen Vertreters in Genf, der von der Parteipolitik
unabhängig iſt und vor wichtigen Entſcheidungen die Zuſtimmung
der Regierung einholen müſſe.

Die Woche.
Nach einem Wahlkampf von zum Teil außerordentlicher Hef=
tigkeit
fällt heute in Frankreich die Entſcheidung, die nicht nur
für das Land ſelbſt, ſondern auch für die geſamte europäiſche
Politik der nächſten Zeit von erheblicher Bedeutung ſein wird.
Rund 3700 Kandidaten bewerben ſich um die 600 Mandate der
franzöſiſchen Kammer, und ſo iſt bei der Geſtaltung des fran=
zöſiſchen
Wahlrechts damit zu rechnen, daß eine große Zahl von
Stichwahlen erforderlich wird, welche das Geſamtreſultat noch
ſehr weſentlich beeinfluſſen können. 3700 Kandidaten. Das iſt
eine Zahl, die auch uns, die wir ſonſt auf dem Gebiet der poli=
tiſchen
Zerſplitterung im allgemeinen alle Rekorde halten, eine
gewiſſe Achtung abringen muß, insbeſondere, da auch der fran=
zöſiſche
Wahlkampf ſtellenweiſe Formen angenommen hat, bei
denen eine Kandidatur ganz gewiß nicht nur angenehme Seiten
hat. Henker, Vaterlandsverräter, Diebe und Giftmiſcher
ſind nach uns vorliegenden Berichten noch die milderen Anreden,
und nicht ſelten iſt es beſonders im Süden zu Tatſächlichkeiten ge=
kommen
. So wurde letzthin der Miniſter Tardieu, der Kampf=
genoſſe
Clemenceaus, und der durch ſeine antideutſchen Hetz=
plakate
auch bei uns ſattſam bekannte Herr Kerillis von ihren
Wählern verprügelt! Auch in Frankreich ſcheint es alſo eine
neue Sachlichkeit zu geben, die nicht unbedingt zur Nacheiferung
gnreizt. Im übrigen dürfte, wie auch unſer Pariſer Korreſpon=
dent
letzthin ausführte, das Hauptmerkmal der diesmaligen fran=
zöſiſchen
Wahlen darin beſtehen, daß es ſich nicht um grundſätz=
liche
Auseinanderſetzungen verſchiedener politiſcher Richtungen
handelt. Die Union nationale wird wiederkehren, und es han=
delt
ſich jetzt nur um die Zuſammenſetzung der parlamentariſchen
Mehrheit, auf welche ſich die Union nationale in Zukunft ſtützen
können wird. Ein Zuſammenſchluß weniger führender Perſön=
lichkeiten
, die bisher ſchon das politiſche Geſchehen Frankreichs
beſtimmten, werden auch weiterhin die Zügel in der Hand be=
halten
, und die Beſchlüſſe der Kammer werden nur die verfaſ=
ſungsmäßig
erforderliche parlamentariſche Grundlage darſtellen.
Das iſt gerade für Frankreich eine außerordentlich bemerkens=
werte
Wendung der Dinge, denn in keinem anderen Lande der
Welt hatte bisher das Parlament mit ſolcher Empfindlichkeit dar=
über
gewacht, daß keines ſeiner Rechte irgendwie geſchmälert
würde. In Italien und Spanien hat man eine parlamentariſch
nur ſehr notdürftig verbrämte Diktatur, die Diktatur eines
Mannes. Liegen die Verhältniſſe gegenwärtig in Frankreich
weſentlich anders, wo eine Gruppe von ungefähr ſechs führenden
Perſönlichkeiten gemeinſam die tatſächliche Herrſchaft ausübt?
Führt der Parlamentarismus mit einer gewiſſen Zwangsläufig=
keit
zur Diktatur (wobei es ja nicht entſcheidend iſt, in welcher
Form dieſe Diktatur ausgeübt wird), wenn nicht von vornherein
jeder Entartung durch ſtarke Einſchränkungen vorgebeugt iſt, wie
z. B. in England? Man ſollte auch bei uns einmal über dieſe
Dinge ſehr ernſthaft nachdenken und rechtzeitig die entſprechenden
Folgerungen ziehen. Auch bei uns ſehen wir Entartungen des
Parlamentarismus von zum Teil grotesker Art, und gerade die
Anhänger des parlamentariſchen Syſtems hätten allen Anlaß,
ernſthaft an gründlicher Beſſerung zu arbeiten.
Ueber etwaige außenpolitiſche Folgen der franzöſiſchen Wahlen
iſt ſchon außeroxdentlich viel geſprochen worden, und zwar im
allgemeinen mit recht erheblichen Uebertreibungen. Die Frage=
ſtellung
heißt eben nicht mehr wie bielleicht noch vor zwei Jahren:
Briand oder Poincaré, wobei man Poincaré als einen unver=
ſöhnlichen
Haſſer und Briand als den Exponenten einer Politik
des deutſch=franzöſiſchen Ausgleichs angeſehen. Mit der Union
nationale werden Poincaré und Briand zurückkehren, und damit
iſt geſagt, daß eine grundſätzliche Aenderung der franzö=
ſiſchen
Außenpolitik uns gegenüber kaum in Frage kommen
dürfte. Kein Rückfall in die politiſchen Methoden, der erſten
Nachkriegszeit. Dieſe Feſtſtellung darf aber natürlich nicht dar=
über
hinwegtäuſchen, daß der Ausdruck, den die öffentliche Mei=
nung
in Frankreich in den Wahlergebniſſen findet, zum mindeſten
das Tempo ſehr weſentlich beeinfluſſen wird, in dem man in
Zukunft den deutſch=franzöſiſchen Ausgleich verfolgen wird. Im
übrigen haben ſich ja auch die Dinge inſofern geändert, als es
ſich bei den deutſch=franzöſiſchen Beziehungen nicht um Fragen
handelt, die lediglich die beiden Völker allein angehen und deren
Behandlung allein von dem guten Willen der Franzoſen abhängig
iſt. Trotz ſeiner durch das Verſailler Diktat erzwungenen mili=
täriſchen
Entwaffnung hat eben das Deutſche Reich ſeine poli=
tiſche
Bedeutung nicht verloren, und dank der geſchickten Führung
durch den derzeitigen Reichsaußenminiſter tritt dieſe politiſche
Bedeutung des Deutſchen Reiches gelegentlich doch ſchon wieder
in Erſcheinung.
Der Antikriegs=Pakt, den die Amerikaner nunmehr den Regie=
rungen
von London, Paris, Berlin und Rom vorgeſchlagen haben,
wird auch für die Beziehungen der europäiſchen Großmächte
untereinander nicht ohne Bedeutung bleiben. Daß er in Frank=
reich
, wo man trotz Briand’ſchen Kurſes in der Außenpolitik das
Druckmittel militäriſcher Sanktionspolitik noch immer nicht gern
aus der Hand geben möchte, nicht gerade helle Begeiſterung aus=
löſen
konnte, liegt auf der Hand. Aehnlich liegen die Dinge in
Rom, wo Herr Muſſolini geſchäftig an der Erweiterung des ita=
lieniſchen
Einfluſſes in Oſt= und Südoſteuropa arbeitet. Weſent=
lich
anders ſieht man die Dinge an der Themſe an, wo der
Grundgedanke des amerikaniſchen Vorſchlages ſchon deswegen ge=
wiſſen
Sympathien begegnet, weil er ſich einmal in den Rahmen
der derzeitigen engliſchen Politik einfügen läßt und weil insbe=
ſondere
eine engliſch=amerikaniſche Wiederannäherung zweifellos
dadurch gefördert würde. Auf der anderen Seite aber liebt man
ja bekanntlich in der Downing Street keine offiziellen Bindungen,
und ſo wird man kaum mit aktiven Schritten der engliſchen
Politik in Richtung des amerikaniſchen Vorſchlages rechnen können.
Bei dieſer Situation gewinnt ſelbſtverſtändlich die deutſche Ein=
ſtellung
ganz erheblich an Bedeutung. Daß wir dem amerika=
niſchen
Vorſchlag zuſtimmen werden, zuſtimmen müſſen, iſt bei
der ganzen Einſtellung unſerer Außenpolitik eigentlich eine Selbſt=
verſtändlichkeit
. Wir wollen und brauchen den Frieden, und wir
werden daher jeden Verſuch unterſtützen, der darauf hinausläuft,
kriegeriſche Komplikationen nach Möglichkeit auszuſchalten. Schon

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Frankreich und der Antikriegspakt.
Der franzöſiſche Vorentwurf eines Kriegs=
ächtungspaktes
.
Berlin, 21. April.
Der geſtern vom franzöſiſchen Botſchafter dem Reichsaußen=
miniſter
überreichte Vorentwurf der franzöſiſchen Regierung für
einen Kriegsächtungspakt enrhält eine Präambel und ſechs
Artikel, die folgenden Wortlaut haben:
Artikel 1. Die Hohen Vertragſchließenden Parteien er=
klären
feierlichſt, ohne damit die Ausübung ihres
Rechtes auf rechtmäßige Verteidigung beein=
trächtigen
zu wollen, ſo wie dieſes in den beſtehenden
Verträgen feſtgelegt iſt, beſonders, wenn ſolche Verträge
die Verletzung gewiſſer darin enthaltener Beſtimmungen
einem feindlichen Akte gleichſtellen, daß ſie die Inanſpruch=
nahme
des Krieges verurteilen und auf ihn als Werkzeug der
nationalen Politik verzichten, d. h. zur Ausführung einer perſön=
lichen
, ſpontanen und unabhängigen politiſchen Handlung, die ſie
aus eigenem Antriebe vornehmen würden, ohne ſich dazu durch
die Anwendung eines Vertrages wie der Völkerbundsſatzung
oder irgend eines anderen beim Völkerbund eingetragenen Ver=
trages
veranlaßt zu ſehen. Sie verpflichten ſich demgemäß, nicht
zum Angriff oder zum Einfall gegeneinander zu ſchreiten.
Artikel 2. Die Regelung oder Entſcheidung aller etwa
zwiſchen den Hohen Vertragſchließenden Parteien entſtehenden
Streitigkeiten oder Konflikte, welcher Natur oder welchen ur=
ſprungs
ſie auch ſein mögen, wird von dem Beteiligten niemals
anders als auf friedlichem Wege angeſtrebt werden.
Artikel3. Wenn eine der Hohen Vertragſchließenden Par=
teien
dieſen Vertrag verletzen ſollte, würden die anderen vertrag=
ſchließenden
Mächte dieſer gegenüber von rechtswegen von ihren
in dem Vertrage übernommenen Verpflichtungen befreit ſein.
Artikel 4. Die Beſtimmungen dieſes Vertrages beeinträch=
tigen
in keiner Weiſe die Rechte und Pflichten, die ſich für die
vertragſchließenden Mächte aus früheren internationalen Ueber=
einkommen
, an denen ſie beteiligt ſind, ergeben.
Artikel 5. Alle Mächte werden zum Beitritt zu dieſem
Vertrage aufgefordert werden; der Vertrag wird erſt in Kraft
treten, nachdem er allgemein angenommen ſein wird, es ſei denn,
daß die unten bezeichneten Signatarmächte in Uebereinſtimmung
mit den inzwiſchen beigetretenen Mächten ſich darüber verſtän=
digen
, das Inkrafttreten des Vertrages trotz des Fehlens ein=
zelner
Beitrittserklärungen zu beſchließen.
Artikel 6. Dieſer Vertrag ſoll ratifiziert werden. Die
Ratifikationsurkunden ſollen in . . . . . . . . . hinterlegt werden.
Innerhalb von drei Monaten nach der Hinterlegung der Ratifi=
kationsurkunde
wird der Vertrag durch die Regierung der . .
. .... mit der Aufforderung zum Beitritt zur Kenntnis aller
Mächte gebracht werden.
Hieran ſchließen ſich weitere techniſche Beſtimmungen über die
Ratifizierung und den Beitritt.
Prüfung des franzöſiſchen Paktentwurfes
in Berlin.
Berlin, 21. April.
Der geſtern überreichte franzöſiſche Entwurf eines Kriegs=
ächtungspaktes
wird an den zuſtändigen Stellen augenblicklich
geprüft. Wie in politiſchen Kreiſen verlautet, handelt es ſich da=
bei
um einen Vorentwurf, der im weſentlichen die bekannten fran=
zöſiſchen
Vorbehalte zur Kellogg=Note enthält, die auch in der
franzöſiſchen Preſſe zum Ausdruck gekommen ſind. Dieſe Vor=
behalte
ſind in die Anſicht der klaren amerikaniſchen Grundgedan=
Kraft des Kelloggſchen Entwurfes, durch zugeſpitzte juriſtiſche
Formulierungen allerdings eher abgeſchwächt wird. Natürlich
wird die Prüfung durch das Auswärtige Amt mit
das ganze Problem des Kriegsächtungspaktes unter Wahrung aber die Tatſache nicht ganz unbeachtet laſſen,
aller Selbſtändigkeit zu verfolgen. Die Frage der daß, während es ſeine eigenen Luſtſtreitkräfte vermindere, ſein
deutſch=franzöſiſchen Annäherungspolitik wird
dadurch nicht berührt, ſondern wie bisher weitergeführt
werden.
Die franzöſiſche Preſſe zu Briands Pakt=
Vorſchägen.
EP. Paris, 21. April.
Paktvorſchlage ſind ſehr ſpärlich. Der Temps iſt der Meinung,
Grundlage der beſtehenden Verträge und Abkommen.
ſchreibt er, ſei verrückt genug, den Krieg zu wollen, weil Frank=
die
Sieger den Beſiegten aufgezwungen hättem, ohne ihnen auch der Regierung einholen müſſe.

nur eine Diskuſſion zu geſtatten. Wie könne von einem für das Land ſelbſt, ſondern auch für die geſamte europäiſche
ſei, wenn Oſtpreußen von Deutſchland durch den
Danziger Korridor getrennt bleibe wenn
Frankreich das Verbot des Anſchluſſes Oeſter=
reichs
aufrechterhalte? Dem höhniſchen wahren Frie=
wirklichen
Frieden entgegen, der mit der Reviſion der
Verträge und der Grenzen von 1919 beginne.
Spanien und die Kriegsächtung. / Erklärungen
Primo de Riveras.
EP. Madrid, 21. April.
General Primo de Rivera erklärte zu dem amerikaniſchen Anti=
kriegspaktvorſchlag
: Ich habe kürzlich ſchon einmal geſagt, daß
ich nicht eher zufrieden ſein werde, als bis ich im Namen Spa=
niens
einen Schiedsgerichtsvertrag unterzeichnet haben werde,
in dem alle Nationen den Krieg für ungeſetzlich erklären und
ſich verpflichten werden, den Spruch eines oberſten internationa=
len
Schiedsgerichts ſowie die Entſcheidungen dieſes Organis=
mus
über eine allgemeine Abrüſtung anzunehmen. Augenblick=
lich
muß ich hinzufügen, daß es bedauerlich iſt, daß Spa=
nien
der Paktentwurf nicht direkt, überreicht
worden iſt, denn nach ſeiner Bedeutung in der
Welt gehört Spanien zu den Großmächten. Außer=
dem
beweiſt das Verbleiben Spaniens im Völkerbund und ſeine
Neigung zur Mitarbeit an dieſem Werk ſeine Aufrichtigkeit und
ſeine Bereitwilligkeit, ſich in allem, was den Weltfrieden an=
geht
, auf dieſe hohe Einrichtung zu verlaſſen.
Ungünſtige Aufnahme des franzöſiſchen
Proeſte in Waſſiagen.
EP. Wafhington, 21. April.
Der Text des franzöſiſchen Antikriegspaktvorſchlages wurde
heute hier veröffentlicht. Die Beamten des Staatsdepartements
erklären, die darin enthaltenen Vorbehalte unterſchieden den
franzöſiſchen Vorſchlag ſehr ſtark von dem Entwurf Kelloggs,
wonach die Mächte vorbehaltlos auf jeden Krieg verzichten
wollen.
Der New York Herald meldet aus Waſhington, daß das
franzöſiſche Projekt für den Antikriegspakt, das geſtern
im Staatsdepartement überreicht worden iſt, einen ungün=
ſtigen
Eindruck gemacht habe. Man hält es ſozuſagen
für unmöglich, daß auf dieſer Baſis ein Vertrag abgeſchloſſen
werden könne. Von den vier Vorbehalten Frankreichs könne
man zur Not zwei billigen, nämlich den Vorbehalt der Notwehr
und den Vorbehalt des Sanktionenkrieges im Auftrage des
Völkerbundes. Dagegen halte man es für ganz unmöglich, den
Vorbehalt anzunehmen, daß eine militäriſche Aktion auf Grund
der beſtehenden Allianzverträge geſtattet ſein ſollte. Sofern
Frankreich ſeine Vorbehalte nicht aufgeben ſollte, würde man
es für unmöglich erachten, die Verhandlungen fortzuſetzen.
Der Wortlaut des franzöſiſchem Antikriegspaktvorſchlages iſt
heute auch in London veröffentlicht worden.
Lord Cuſhendun gegen die franzöſiſche
Lufftaſſung.
London, 21. April.
Der Vertreter Englauds beim Völkerbund, Lord Cuſhendun,
ſprach geſtern auf einer Berſammlung der Völkerbundsunion in
ken hineingearbeitet. Man hat den Eindruck, daß die moraliſche Lincoln über die bisherigen Fortſchritte der internationalen Ab=
rüſtung
. Der Stand der internationalen Abrüſtung ſei nach
ſeiner Anſicht unbefriedigend. Großbritannien habe ſeinerſeits
alles getan, um die internationale Abrüſtung zu fördern. Man
könne durchaus der Anſicht ſein, daß für Großbritannien der
der größten gebotenen Sorgfalt erfolgen. Es iſt aber niedrigſte mit der nationalen Sicherheit zu vereinbarende Ab=
anzunehmen
, daß die Reichsregierung darauf bedacht ſein wird, rüſtungsſtand bereits erreicht ſei. Großbritannien könne
nächſter Nachbar auf der anderen Seite des
Kanals eine unverhältnismäßig größere Luft=
ſtreitmacht
unterhalte. Eines der größten Hinderniſſe
für den Erfolg der Genfer Abrüſtungsverhandlungen ſieht Lord
Cuſhendun in den verſchiedenen Auffaſſungen der Nationen über
die allgemeine Wehrpflicht. Auch die vollſtändigſte Ab=
rüſtung
, ſo meint Lord Cufhendun, würde den Krieg
nicht unmöglich machen.
Die der Regierung naheſtehende Morningpoſt benutzt die
Die Aeußerungen der Nachmittagspreſſe zu dem franzöſiſchen Erklärung Cuſhenduns, um den in der letzten Zeit ſtärker in den
Vordergrund getretenen Gegenſatz zwiſchen der amtlichen briti=
daß
der franzöſiſche Entwurf ſo präziſe und vollſtändig wie nur ſchen Politik in Genf und deren Vertreter auf der einen und der
möglich ſei. Er laſſe keine Seite des Problems, das der zivili= engliſchen Völkerbundsunion auf der anderen Seite kritiſch zu
ſierten Welt geſtellt ſei, im Dunkeln und zeuge für den klaren beleuchten. Das Blatt betont in ſeinen weiteren Ausführungen,
und feſten Friedenswillen ſowie gleichzeitig für die große Be= daß die Völkerbundsunion ſich gegenwärtig mit allem Nachdruck
ſorgnis um die Wahrung der Sicherheit aller Nationen auf der für eine Politik einſetzte, die von der Negierung bereits verwor=
fen
wurde, und zieht hieraus den Schluß, daß, abgeſehen von
Der Skeptiker Bainville ſieht in einem Leitartikel, in der dieſer Tatſache, auch ſonſt ſehr ſtarke Gründe für einen Wechſel
Liberté die Frage mit anderen Augen an. Kein Franzoſe, ſo in der Art der engliſchen Vertretung in Genf beſtänden. Die Bei dieſer Situation gewinnt ſelbſtverſtändlich die deutſche Ein=
Außenminiſter hätten während der Tagungen des Völkerbunds=
reich
nur eines wünſche, nämlich zu erhalten, was es beſitze, rates in der Negel zu Hauſe wichtigere Verpflichtungen zu er=
Bainville fordert ſeine Leſer auf, ſich einmal auf den deutſchen füllen als in Genf. Die beſte Löſung wäre daher die Ernennung
Standpunkt zu ſtellen, von dem aus man einen Zuſtand nicht eines ſtändigen Vertreters in Genf, der von der Parteipolitik
für pazifiſtiſch halten könne, der ſich auf Verträge gründe, die unabhängig iſt und vor wichtigen Eutſcheidungen die Zuſtimmung werden daher jeden Verſuch unterſtützen, der darauf hinausläuft,

Die Woche.
Nach einem Wahlkampf von zum Teil außerordentlicher Hef=
tigkeit
fällt heute in Frankreich die Entſcheidung, die nicht nur
wahren Frieden die Rede ſein, wenn das linke Politik der nächſten Zeit von erheblicher Bedeutung ſein wird.
Rheinufer von einer bewaffneten Macht beſetzt Nund 3700 Kandidaten bewerben ſich um die 600 Mandate der
franzöſiſchen Kammer, und ſo iſt bei der Geſtaltung des fran=
zöſiſchen
Wahlrechts damit zu rechnen, daß eine große Zahl von
Stichwahlen erforderlich wird, welche das Geſamtreſultat noch
ſehr weſentlich beeinfluſſen können. 3700 Kandidaten. Das iſt
den ſetze das pazifiſtiſche und links gerichtete Deutſchland den eine Zahl, die auch uns, die wir ſonſt auf dem Gebiet der poli=
tiſchen
Zerſplitterung im allgemeinen alle Retorde halten, eine
gewiſſe Achtung abringen muß, insbeſondere, da auch der fran=
zöſiſche
Wahlkampf ſtellenweiſe Formen angenommen hat, bei
denen eine Kandidatur ganz gewiß nicht nur angenehme Seiten
hat. Henker, Vaterlandsverräter, Diebe und Giſtmiſcher
ſind nach uns vorliegenden Berichten noch die milderen Anreden,
und nicht ſelten iſt es beſonders im Süden zu Tatſächlichkeiten ge=
kommen
. So wurde letzthin der Miniſter Tardieu, der Kampf=
genoſſe
Clemenceaus, und der durch ſeine antideutſchen Hetz=
plakate
auch bei uns ſattſam bekannte Herr Kerillis von ihren
Wählern verprügelt! Auch in Frankreich ſcheint es alſo eine
neue Sachlichkeit zu geben, die nicht unbedingt zur Nacheiferung
gnreizt. Im übrigen dürſte, wie auch unſer Pariſer Korreſpon=
dent
letzthin ausführte, das Hauptmerkmal der diesmaligen fran=
zöſiſchen
Wahlen darin beſtehen, daß es ſich nicht um grundſätz=
liche
Auseinanderſetzungen verſchiedener politiſcher Richtungen
handelt. Die Union mationale wird wiederkehren, und es han=
delt
ſich jetzt nur um die Zuſammenſetzung der parlamentariſchen
Mehrheit, auf welche ſich die Union nationale in Zukuſt ſtützen
können wird. Ein Zuſammenſchluß weniger führender Perſön=
lichkeiten
, die bisher ſchon das politiſche Geſchehen Frankreichs
beſtimmten, werden auch weiterhin die Zügel in der Hand be=
halten
, und die Beſchlüſſe der Kammer werden nur die verfaſ=
ſungsmäßig
erforderliche parlamentariſche Grundlage darſtellen.
Das iſt gerade für Frankreich eine außerordentlich bemerkens=
werte
Wendung der Dinge, denn in keinem anderen Lande der
Welt hatte bisher das Parlament mit ſolcher Empfindlichkeit dar=
über
gewacht, daß keines ſeiner Rechte irgendwie geſchmälert
würde. In Italien und Spanien hat man eine parlamentariſch
nur ſehr notdürftig verbrämte Diktatur, die Diktatur eines
Mannes. Liegen die Verhältniſſe gegenwärtig in Frankreich
weſentlich anders, wo eine Gruppe von ungefähr ſechs führenden
Perſönlichkeiten gemeinſam die tatſächliche Herrſchaft ausübt?
Führt der Parlamentarismus mit einer gewiſſen Zwangsläufig=
keit
zur Diktatur (wobei es ja nicht entſcheidend iſt, in welcher
Form dieſe Diktatur ausgeübt wird), wenn nicht von vornherein
jeder Entartung durch ſtarke Einſchränkungen vorgebeugt iſt, wie
z. B. in England? Man ſollte auch bei uns einmal über dieſe
Dinge ſehr ernſthaft nachdenken und rechtzeitig die entſprechenden
Folgerungen ziehen. Auch bei uns ſehen wir Entartungen des
Parlamentarismus von zum Teil grotesker Art, und gerade die
Anhänger des parlamentariſchen Syſtems hätten allen Anlaß,
ernſthaft an gründlicher Beſſerung zu arbeiten.
Ueber etwaige außenpolitiſche Folgen der franzöſiſchen Wahlen
iſt ſchon außerordentlich diel geſprochen worden, und zwar im
allgemeinen mit recht erheblichen Uebertreibungen. Die Frage=
ſtellung
heißt eben nicht mehr wie vielleicht noch vor zwei Jahren:
Briand oder Poincaré, wobei man Poincaré als einen unver=
ſöhnlichen
Haſſer und Briand als den Exponenten einer Politik
des deutſch=franzöſiſchen Ausgleichs angeſehen. Mit der Union
nationale werden Poincars und Briand zurückkehren, und damit
iſt geſagt, daß eine grundſätzliche Aenderung der franzö=
ſiſchen
Außenpolitik uns gegenüber kaum in Frage kommen
dürfte. Kein Rückfall in, die politiſchen Methoden, der erſten
Nachkriegszeit. Dieſe Feſtſtellung darf aber natürlich nicht dar=
über
hinwegtäuſchen, daß der Ausdruck, den die öffentliche Mei=
nung
in Frankreich in den Wahlergebniſſen findet, zum mindeſten
das Tempo ſehr weſentlich beeinfluſſen wird, in dem man in
Zukunft den deutſch=franzöſiſchen Ausgleich verfolgen wird. Im
übrigen haben ſich ja auch die Dinge inſofern geändert, als es
ſich bei den deutſch=franzöſiſchen Beziehungen nicht um Fragen
handelt, die lediglich die beiden Völker allein angehen und deren
Behandlung allein von dem guten Willen der Franzoſen abhängig
iſt. Trotz ſeiner durch das Verſailler Diktat erzwungenen mili=
täriſchen
Entwaffnung hat eben das Deutſche Reich ſeine poli=
tiſche
Bedeutung nicht verloren, und dank der geſchickten Führung
durch den derzeitigen Reichsaußenminiſter tritt dieſe politiſche
Bedeutung des Deutſchen Reiches gelegentlich doch ſchon wieder
in Erſcheinung.
Der Antikriegs=Pakt, den die Amerikaner nunmehr den Regie=
rungen
von London, Paris, Berlin und Rom vorgeſchlagen haben,
wird auch für die Beziehungen der europäiſchen Großmächte
untereinander nicht ohne Bebeutung bleiben. Daß er in Frank=
reich
, wo man trotz Briand’ſchen Kurſes in der Außenpolitik das
Druckmittel militäriſcher Sanktionspolitik noch immer nicht gern
aus der Hand geben möchte, nicht gerade helle Begeiſterung aus=
löſen
konnte, liegt auf der Hand. Aehnlich liegen die Dinge in
Rom, wo Herr Muſſolini geſchäftig an der Erweiterung des ita=
lieniſchen
Einfluſſes in Oſt= und Südoſteuropa arbeitet. Weſent=
lich
anders ſieht man die Dinge an der Themſe an, wo der
Grundgedanke des amerikaniſchen Vorſchlages ſchon deswegen ge=
wiſſen
Sympathien begegnet, weil er ſich einmal in den Rahmen
der derzeitigen engliſchen Politik einfügen läßt und weil insbe=
ſondere
eine engliſch=amerikaniſche Wiederannäherung zweifellos
dadurch gefördert würde. Auf der anderen Seite aber liebt man
ja bekanntlich in der Downing Street keine offiziellen Bindungen,
und ſo wird man kaum mit aktiven Schritten der engliſchen
Politik in Richtung des amerikaniſchen Vorſchlages rechnen können.
ſtellung ganz erheblich an Bedeutung. Daß wir dem amerika=
niſchen
Vorſchlag zuſtimmen werden, zuſtimmen müſſen, iſt bei
der ganzen Einſtellung unſerer Außenpolitik eigentlich eine Selbſt=
verſtändlichkeit
. Wir wollen und brauchen den Frieden, und wir
kriegeriſche Komplikationen nach Möglichkeit auszuſchalten. Schon

[ ][  ][ ]

Seite 2

Nummer 112

ſeit langem verſuchen wir ſelbſt den Gedanken der Schiedsverträge
praktiſch zu fördern. Aber neben den ideellen Geſichtspunkten
müſſen auch naturgemäß die ſehr realen Möglichkeiten unſere
Haltung beſtimmen, die ſich bei dem Zuſtandekommen eines der=
artigen
Antikriegs=Paktes für uns ohne weiteres ergeben wür=
den
. Man hat eine beſondere Bedeutung des amerikaniſchen
Schrittes darin ſehen wollen, daß er eine Rückwendung der Ver=
einigten
Staaten zu Europa darſtellt. Das trifft bis zu einem
gewiſſen Grade zu, wenn wir auch der Auffaſſung ſind, daß ent=
ſcheidende
Schritte in dieſer Richtung kaum vor den amerikaniſchen
Präſidentenwahlen zu erwarten ſind. Wie ſchon erwähnt, die
deutſche Einſtellung zu dem amerikaniſchen Vorſchlag kann nicht
irgendwie zweifelhaft ſein. In der Politik aber iſt nicht immer
allein entſcheidend, was man macht, ſondern faſt ebenſo wichtig
iſt es häufig, wie man es macht. Der deutſch=franzöſiſche Aus=
gleich
iſt einer der Angelpunkte unſerer auswärtigen Politik. Viel=
leicht
ergeben ſich Möglichkeiten, gerade unter den gegenwärtigen
Umſtänden auch in dieſer Beziehung einen Schritt weiter zu
kommen. Man ſollte trotz Wahlkampfs bei uns nicht vergeſſen,
daß die Fragen der Außenpolitik letzten Endes für unſer ganzes
politiſches und wirtſchaftliches Geſchehen entſcheidend ſind. M.
Vor der Reiſe Aman Ullahs
nach Moskau.
Das kommuniſtiſche Empfangs=Programm
für einen König.
* Berlin, 21. April. (Priv.=Tel.)
Die Bolſchewiſten, die ſich über den Empfang Aman Ullahs
in den weſtlichen Hauptſtädten luſtig gemacht haben, treten jetzt
mit einem Feſtprogramm an die Oeffentlichkeit, das die Emp=
fangsfeierlichkeiten
in Paris, Berlin und London weit in den
Schatten ſtellt. Das Programm zerfällt in zwei Teile. Einmal
wird in Moskau ein ungeheurer Pomp entfaltet werden, um dem
remden König zu zeigen, welche wirtſchaftliche und militäriſche
Macht ſein nördlicher Nachbar darſtellt. Dann wird man ihm
aber auch in Petersburg einen großartigen Empfang bereiten,
der die dortigen Sowjetbehörden zwei Tage und zwei Nächte
lang nicht zur Ruhe kommen laſſen wird. Das Programm
über den kommuniſtiſchen Empfang eines =
nigs
intereſſiert ja wohl auch etwas in ſeinen Einzelheiten:
ein Empfang jagt den andern, eine Parade folgt der an=
deren
und mit Diners wird nicht geſpart. In Moskau wird
Aman Ullah zunächſt von der Regierung am Bahnhof empfangen
werden. Dann ſtattet er dem Vorſitzenden des Rates der Volks=
beauftragten
einen Beſuch ab, beſucht das Mauſoleum Lenins,
begrüßt die Moskauer Stadtverordneten, empfängt dann das
diplomatiſche Korps, um ſich ſchließlich zu einem Abendeſſen beim
Präſidenten des Rates der Sowjetunion einzufinden. Für den
zweiten Tag iſt vorgeſehen: Beſuch des Kreml, Beſuch des Renn=
platzes
und ein Abendeſſen beim Volkskommiſſar des Auswär=
tigen
. Der dritte Tag wird Aman Ullah auf dem Flugplatz
ſehen, dann im Haus der Roten Armee. Abends iſt er ſelbſt
Gaſtgeber in ſeiner Botſchaft. Am vierten Tag wird man ihm
verſchiedene Induſtriewerke zeigen. Abends findet eine Galavor=
ſtellung
im Staatlichen Theater ſtatt. Am fünften Toge geht es
in ähnlicher Weiſe weiter, abends werden die Moskauer den
Gaſt im Künſtlertheater beſtaunen können. Am ſechſten Tage
geht es in die Flugwerke, abends muß er wieder ins Theater.
Am ſiebenten Tage geht es in der gleichen Weiſe, abends findet
eine Opernvorſtellung ſtatt. Am 8. Toge darf er die Staatsbank
beſuchen und ſich bei Beſichtigung des Juwelenfonds von der
finanziellen Stärke der Bolſchewiſten überzeugen. In Peters=
bung
findet er dann ein gleiches Program vor. Auch hier wird
er eine Reihe von Fabriken beſichtigen und abends die Theater
beſuchen. In beiden Städten finden zahlreiche Paraden ſtatt,
Wie man ſieht, haben alſo die Kommuniſten keine Ausgaben und
Mühe geſcheut, um für ſich den Ruhm in Anſpruch zu nehmen,
die weſteuropäiſchen Mächte übertrumpft und einen Rekord der
Feſtvorſtellungen, Truppenbeſichtigungen und Feſteſſen aufgeſtellt
zu haben. Die große Liebe der Kommuniſten für Köwige wird
alſo wieder einwal klar erwieſen.
Streſemann ſpricht in München.
München, 21. April.
Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann trifft bekanntlich am
Dienstag, dem 24. April, in München ein. Anläßlich ſeiner An=
weſenheit
veranſtaltet die Deuiſche Volkspartei nachmittags
5 Uhr im Hotel Bayeriſcher Hof einen Tee. Der Akademiſch=
Politiſche Klub gibt am Mittwoch, dem 25., zu Ehren Dr. Streſe=
mann
3 ein Feſteſſen im geſchloſſenen Kreiſe. Dr. Streſemann
wird bei dieſer Gelegenheit eine Rede über die außenpolitiſche
Lage halten.

Sonntag den 22 April 1928
Vom Tage.
Die Allgem. Elektr. Geſ. hat als jnriſtiſchen Berater der
haftetendeutſchen Ingenieurein Moskau den Braun=
ſchweiger
Rechtsanwalt Munte beſtellt, der dieſer Tage
nach Moskau abreiſen wird.
Der Reichspräſident hat anläßlich des Erdbeben=
unglücks
in Bulgarien dem bulgariſchen König ſein Beileid
übermitteln laſſen.
Der Reichspräſident ſprach dem Geh. Regierungsrat
Univerſitätsprofeſſor Dr. phil. et med. Carl Stumpf
inläßlich ſeines 80. Geburtstages in einem perſönlichen Schreiben
Glückwünſche aus.
Der franzöſiſche Botſchafter de Margerie hat geſtern dem Reichs=
außenminiſter
Streſemann die franzöſiſche Note über die
Kriegsverzichtsfrage ſowie den franzöſiſchen Pakt=
entwurf
überreicht.
Der berühmte Prozeß, der unter der Bezeichnung Teapot=
Dome=Skandal in Petroleumkreiſen lebhaftes Intereſſe erregt
hat, iſt heute mit dem Freiſpruch des Petroleummagna=
ten
Harry Sinelair zu Ende gegangen.

Die engliſch=ägyptiſche Spannung.
EP. London, 21. April.
Der Text des ägyptiſchen Geſetzes, betreffend die Einberu=
fung
und Handhabung von Verſammlungen, iſt in London ein=
getroffen
. Wichtig in dem Geſetz iſt der Artikel 5, in dem feſt=
gelegt
wird, daß die Polizei eine öffentliche Verſammlung nur
auf beſondere ſchriftliche Aufforderung oder aber nur dann ver=
bieten
kann, wenn die öffentliche Ordnung in gröbſter Weiſe
geſtört iſt. Die engliſchen Proteſte richten ſich in erſter Linie
gegen die Faſſung dieſes Paragraphen. In den meiſten Lon=
doner
Zeitungen finden ſich lange Leitartikel, in denen Nahas
Paſcha energiſch angegriffen wird. Die engliſche Regierung ſei,
wie auch der engliſche Oberkommiſſar Lord Lloyd in ſeiner letz=
ten
Unterredung mit Nahas Paſcha zum Ausdruck gebracht habe,
nach wie vor auf das entſchiedenſte entſchloſſen, unter allen Um=
ſtänden
die Rechte Englands und der Ausländer in Aegypten
zu ſchützen.
Innerhalb des ägyptiſchen Kabinetts ſollen nach den Er=
llärungen
von Nahas Paſcha in der Kammer zurzeit keinerlei
Meinungsverſchiedenheiten über die Taktik beſtehen. Auch des
Parlaments iſt der Miniſterpräſident noch ſicher. Wie lange
dieſer erfreuliche Zuſtand noch anhalten wird, bleibt allerdings
räglich. Auf die Dauer wird ſich das Kabinett nur durch poſi=
tive
Erfolge halten können. Angeſichts des ſtarren Feſthaltens
ron England an dem Sarwat Paſcha unterbreiteten Vertrags=
entwurf
ſind die Hoffnungen in dieſer Richtung nicht ſehr
groß. Die Antwort des Foreign Office auf die ägyptiſche Note
und die Begleitmuſik der engliſchen Preſſe verraten wenig Nei=
gung
, Nahas Paſcha eine Ermattungsſtrategie zu geſtatten. Es
wird ihm kaum etwas anderes übrig bleiben, als die Kapitula=
tion
oder der Rücktritt. Das letzte iſt die wahrſcheinlichere
Hypotheſe, da an Verhandlungen mit neuen Nuancen, oder an
neue, von außen her kommende überraſchende Momente unter
den augenblicklichen Umſtänden und bei der Einſtellung Eng=
lands
nicht zu denken iſt.
Rücktritt des ägyptiſchen Geſandten in Berlin.

Seifullah Jusri Paſcha, der Geſandte Aegyptens in Berlin,
hat ganz unerwartet ſeinen Abſchied genommen. Man führt den
Rücktritt des Geſandten auf den Umſtand zurück, daß König
Fuad von Aegypten ihm eine erbetene Audienz nicht bewilligt hat.
Die Gründe, die den König veranlaßt haben ſollen, ſeinen Ge=
ſandten
zu brüskieren, ſind nicht bekannt.

Am die Verbindlichkeitserklärung
des Ruhr=Schiedsſpruches.
Neue Schlichtungs=Verhandlungen?
Die für Samstag erwartete Verbindlichkeitserklärung dex
Schiedsſpruches für den Ruhrbergbau, iſt nicht erfolgt. Der
Reichsarbeitsminiſter will vielmehr noch einmal verſuchen, mit
den Parteien in eine loſe Fühlungnahme zu treten, um ſie zur
Nachgiebigkeit zu bringen. Wahrſcheinlich denkt er dabei in
erſter Linie an die Gewerkſchaften. Wir glauben aber nicht, daß
er mit ſeinem Schritt irgendwelche Erfolge zu verzeichnen haben
wird. Da er die letzte Inſtanz in dieſem Arbeitszeit= und Lohn=
konflikt
iſt, wird er ſich jetzt zu überlegen haben, ob er den Spruch
des Schlichters für verbindlich erklären ſoll oder ob ſich eine
Ablehnung empfiehlt. Es bleibt ihm aber noch eine dritte Mög=
lichkeit
offen: die Zurückverweiſung der ganzen An=
gelegenheit
an den Schlichter. Sollte Herr Braun den
letzten Weg gehen, donn werden innerhalb kürzeſter
Friſt neue Schlichtungsverhandlungen angeſetzt
werden müſſen, da bis zum 1. Mai nur noch wenige Tage zur
Verfügung ſtehen. Ob aber ein nochmaliges Schlichtungsverfah=
ren
irgendwelche Erfolge haben wird, iſt zu bezweifeln. Wem
der Reichsarbeitsmimiſter den Samstag vorübergehen ließ, ſo
hängt das vielleicht auch mit dem Widerſtand des Reichswirt=
ſchaftsminiſteriums
zuſammen. Wie erinnerlich, enthält der
Schiedsſpruch eine Klauſel, wonach beim Eintreten einer Koh=
lenpreiserhöhung
der Vertrag ſofort gekündigt werden kann, um
neue Lohnverhandlungen zu führen. Dieſe Klauſel war wäh=
rend
der Inflationszeit in allen Tarifverträgen zu finden. Do=
mals
wurden die Lohnerhöhungen von Preiserhöhungen abge=
löſt
, und um ein Nachhinken der Löhne hinter den Preiſen zu
verhindern, war dieſe Klauſel aufgenommen worden. Das kann
aber doch heute nicht mehr angewondt werden. Das Reichswirt=
ſchaftsminiſterium
hat mit Recht zu erkennen gegeben, daß bei
einer Verbindlichkeitserklärung des Schiedsſpruches mit dieſer
Klauſel in Zukunft der Abſchluß von Tarifverträgen ſich nicht
vermeiden läßt, die eine kurzfriſtige Kündigung zulaſſen, wenn
in der einſchlägigen Branche Preiserhöhungen vorgenommen wer=
den
ſollten. Vielleicht hat auch der Reichsarbeitsminiſter einge=
ehen
, daß es volkswirtſchaftlich untragbar iſt, einen Schieds=
ſpruch
in dieſer Form für verbindlich zu erklären. Eine Ent=
ſcheidung
von ſeiner Seite wird daher wohl erſt für Anfang der
nächſten Woche erwartet werden dürfen.
Die Beſirebungen der Randſiaaten für einen
wirtſchaftlichen Zuſammenſchluß.
EP. Riga, 21. April.
Zu der heute in Riga eröffneten baltiſchen Wirtſchaftskonfe=
renz
ſind eine Reihe führender Vertreter der Wirtſchaft der
drei Randſtaaten Litauen, Eſtland und Lettland eingetroffen.
Es iſt bemerkenswert, daß ſich erſtmals die führenden Perſön=
lichkeiten
der Wirtſchaft der drei Randſtaaten zu unmittelbarer
Fühlungnahme zuſammengefunden haben, während die auf eine
wirtſchaftliche Annäherung der genannten Staaten; gerichteten
Beſtrebungen bisher nur von den Politikern in ihren Verhand=
lungen
verfolgt wurden, ohne indeſſen zu greifbaren Ergebniſſen
zu gelangen. Unter dieſen Umſtänden mißt man den jetzigen
Verhandlungen große Bedeutung bei.
Abſchluß der Berliner polniſch=litauiſchen
Beſprechungen.
Berlin, 21. April.
Die in Berlin weilenden polniſchen und litquiſchen Dele=
gierten
traten heute nachmittag um 4 Uhr unter dem Vorſitz
des polniſchen Miniſterialdirektors Holowvko in der polniſchen
Geſandtſchaft zuſammen, um das gemeinſame Protokoll der
geſtrigen Vereinbarungen über die Aufnahme der Ausſchuß=
arbeiten
zur Weiterführung der Königsberger Konferenz zu
unterzeichnen. Die Berliner Beſprechungen zwiſchen Polen und
Litauen haben damit ihren Abſchluß gefunden. Mimiſterial=
direktor
Holowko reiſt morgen abend nach Warſchau zurück. Die
Arbeiten der drei Ausſchüſſe werden am 7., 18. und 21. Mai in
Kowno, Warſchau, bzw. Berlin beginnen. Die in Königsberg
begonnenen polniſch=litauiſchen Verhandlungen treten damit in
das entſcheidende Stadium.

Proletariſcher Glaube.
Von D. Dr. M. Schian.
Die Methode iſt öfter geübt worden: man ſchickt Fragebogen
aus und verwertet die eingehenden Antworten zu einer Geſamt=
darſtellung
. Der Berliner ſozialiſtiſche Pfarrer Paul Pie=
chowſki
hat es ſo gemacht, um Selbſtzeugniſſe von Proletariern
über ihre religiöſe Einſtellung zu erhalten. Der Fragebogen ent=
hielt
23 Fragen. Verſandt wurden die Bogen an werktätige
Volksgenoſſen vor allem in Neukölln=Berlin. 5000 wurden aus=
geſchickt
, etwa 10 Prozent wurden beantwortet. Die Verfaſſer der
Antworten ſind meiſt Induſtriearbeiter (keiner aus der Landwirt=
ſchaft
); manche ſtehen ſozial höher (kaufmänniſche Angeſtellte,
Architekt, Oberpoſtſekretär). Das Ergebnis iſt verarbeitet in dem
Buch: Proletariſcher Glaube‟. Es hat den Nebentitel: Die
religiöſe Gedankenwelt der organiſierten deutſchen Arbeiterſchaft
nach ſozialiſtiſchen und kommuniſtiſchen Selbſtzeugniſſen. Verlag:
Furche=Verlag, Berlin. (1927. Mk. 6..)
Piechowſki ſagt ſelbſt: ſozialiſtiſche und kommuniſtiſche Selbſt=
zeugniſſe
. Damit iſt geſagt, daß nicht alle Schichten erfaßt ſind:
daß das radikale, überradikale Neukölln Hauptſitz der Befragten
iſt, weiſt in die gleiche Richtung. Es ſind auch viele ganz Radikale,
außerhalb der Kirche Stehende gefragt worden. Man wird an=
nehmen
dürfen, daß das Geſamtbild, das Piechowſki zeichnet,
nicht unweſentlich düſterer iſt als das, welches ſich bei gleichmäßi=
ger
Befragung aller handarbeitenden Schichten Deutſchlands er=
geben
würde. Denn die außerhalb der Kirche Stehenden ſind ja
faſt durchweg ſolche, die ihr in den letzten ein bis zwei Jahrzehn=
ten
im heißen Zorn den Rücken gekehrt haben, alſo erklärte
Feinde der Kirche. 37 Prozent der Antworten kamen von Ge=
noſſen
, die zur Kirche gehören, 63 Prozent von Ausgetretenen.
Alſo zwei Drittel Kirchenfeinde! Iſt es wirklich unberechtigter
Optimismus, wenn man die Darſtellung nicht als allgemeingültig
gelten laſſen will?
Aber nehmen wir das Buch als das, was es iſt: als Darſtel=
lung
der kirchlichen und religiöſen Haltung einer größtenteils ſehr
radikalen Gruppe von Arbeitern. Um nicht fehlzugreifen, müſſen
wir immerhin noch eins beachten. Die Befragten gehörten nicht
etwa alle der ebangeliſchen Kirche an. Nicht wenige frühere Katho=
liken
haben ihre Meinung geſagt. Die katholiſche Kirche iſt ja an
der Kirchenaustrittsbewegung ſo gut beteiligt wie die evangeliſche.
Die Aeußerungen früherer Katholiken ſind teilweiſe recht radikal.
Das alles mußte vorausgeſchickt werden. Und nun würde ich
gern, was Piechowſki mitteilt, ganz kurz wiedergeben. Aber wo

anfangen? wo aufhören? Bei dieſer Fülle der Geſichtspunkte, bei
dieſer Mannigfaltigkeit der Aeußerungen! Es wird nicht mehr
möglich ſein, als daß ich Einzelnes herausgreife. Die Proben
mögen ein Bild des Ganzen geben.
Allen Abgeordneten der ſozialiſtiſchen und kommu=
niſtiſchen
Fraktionen des preußiſchen Landtags wurde ein Frage=
bogen
zugeſchickt. Nicht ein einziger hat ihn beantwortet.
Piechowſki folgert: Das Religiös=Kirchliche iſt für die proleta=
riſchen
Volksvertreter nicht ernſt und wichtig genug geweſen, um
ſich der Mühe der Beantwortung zu unterziehen. Im Anſchluß
daran macht er folgende Mitteilungen über das Religionsbekennt=
nis
der zur S. P. D. und K. P. D. gehörigen preußiſchen Land=
tagsabgeordneten
. Sozialiſtiſche Abgeordnete 114. Davon 65
Diſſidenten, 9 Freireligiöſe, 1 Freidenker, 1 Atheiſt, 25 evangeliſch,
2 Katholiken, 2 Juden, 9 ohne Angabe. Kommuniſtiſche Abge=
ordnete
: 44. Davon 36 Diſſidenten, 1 Freireligiöſer, 1 Frei=
denker
, 1 Evangeliſcher, 5 ohne Angaben. Das ſind die Führer.
Bei den Geführten liegen die Dinge nicht genau ſo; aber die
Führer zeigen die Richtung der Entwicklung.
Worin liegt bei den radikalen Kirchenfeinden die Abneigung,
der Zorn gegen die Kirche begründet? Die Gründe ſind
verſchieden. Die Kirche in der heutigen Geſtalt iſt ein reaktio=
näres
Überbleibſel des alten Staats zu dem Zwecke, die Arbeiter=
klaſſe
oder weiter ausgeholt die arbeitenden Schichten des Volkes
zu knebeln und in der Dummheit zu erhalten. So lange die
irche nicht ihre nationaliſtiſche Einſtellung aufgibt, fühle ich mich
mit ihr wenig verbunden. Beſtimmend war für meinen Aus=
tritt
, daß die Kirche eines der größten ethiſchen Werke, die Bibel,
im Intereſſe des kapitaliſtiſchen Staates und der kapitaliſtiſchen
Wirtſchaft verballhornte. Zu allen oft ſo in die Augen ſprin=
genden
Ungerechtigkeiten ſagt die Kirche Ja und Amen. Die
Kirche war und iſt ein Inſtrument der Macht des Staates. Sie
hat ſich ſtets den jeweils herrſchenden Gewalthabern unterworfen.
Die Kirche hat die Religion ſtets ſo gelehrt und gedeutet, wie es
den Herrſchenden erwünſcht und genehm war.
Nicht ebenſo radikal iſt die Abkehr von der Religion. In
bielen Antworten kehrt die Wendung wieder: Religion und
Kirche iſt Zweierlei. Aber es fragt ſich, was dabei unter Reli=
gion
verſtanden wird. Auf etwa einem Drittel der eingeſandten
Bogen ſteht das Bekenntnis: Unſere Religion iſt der Sozialis=
inus
! Es handelt ſich, ſagt Piechowſki, um nichts Geringeres, als
um den Umſtand, duß aus n proletariſchen Bewußtſein der
Sozialismus als Religion herausbricht, daß der Sozialismus im
Proletariat als Volksreligion der Zukunft erlebt und begriffen

wird. Der Sozialismus iſt für ſeine enthuſiaſtiſchen Anhänger
nicht nur eine Wirtſchaſts= und Intereſſenbewegung, ſondem
eine allumfaſſende Menſchheitsbewegung; er wächſt ſich zu einer
alle Völker umfaſſenden Weltreligion aus.
Das ſind die Grundgedanken. Sie werden in den Antworten
auf den Fragebogen durch viele höchſt charakteriſtiſche Einzel=
heiten
illuſtriert. Ich verſage es mir, Weiteres mitzuteilen. Wich=
tiger
erſcheint es mir, daß ich einige nachdenkliche Bemerkungen
hinzufüge.
Die Kirche wurde von dem Krieg als Staatskirche ge=
ſchmäht
und bekämpft. Seit 1919 gibt es bei uns keine Staats=
kirche
mehr. Es iſt höchſt auffallend, daß dieſe Tatſache in den
mitgeteilten Aeußerungen aus Proletarierkreiſen ſo gut wie gar
nicht beachtet wird. Die Kirche wird einfach nach wie vor als
Staatskirche angeſehen und geſchmäht. Man fragt ſich, wie das
möglich iſt. Der trotz der Trennung von Kirche und Staat noch
beſtehende Zuſammenhang (der freilich überhaupt nicht lösbar
iſt) mag ja in etwas mitſprechen. Aber nirgends wird auf dieſe
Verhältniſſe überhaupt ernſtlich eingegangen. Ich will nicht hark
und ſcharf urteilen; aber hier zeigt ſich doch ein Mangel an Ein=
icht
in die tatſächlichen Verhältniſſe, ein Mangel an Nachdenken
über ganz weſentliche Vorausſetzungen des Urteils, den man ſehr
ernſtlich beanſtanden muß.
Noch auffallender iſt eine andere Beobachtung. Dieſen Prole=
tariern
aus der republikaniſchen Zeit iſt die Kirche wegen ihrer
angeblichen Verbindung mit dem Staat genau ſo verhaßt, wie die
Kirche vor dem Krieg. Alſo ſcheint ihnen der neue Staak
genau ſo ſehr ein Werkzeug der Bedrückung des Proletariats zu
ſein, wie es der alte Staat nach ihrer Anſicht war. Bei Kommuniſten
begreift man das ohne weiteres. Aber bei Mitgliedern der S.P.D.*
Bei Berliner Proletariern, wo doch in Preußen die Weimarer
Koalition regiert? Man ſtaunt. Auch hier weiß ich keine andere
Erklärung, als die mangelnde Einſicht. Freilich liegen hier die
Dinge noch etwas anders. Nämlich man verſteht: ſolange der
Staat nicht ſozialiſtiſch iſt, iſt er bürgerlich‟. Trotz der Be=
teiligung
der Sozialdemokraten an der Regierung. Immerhin iſt
unverſtändlich, daß zwiſchen Staat und Staat gar kein Unfer=
ſchied
gemacht wird. Dahinter ſteht doch wohl im letzten Grung
ein ſehr geringes Verſtändnis für den Staat und ſeine Nol=
wendigkeiten
überhaupt.
Ein wirklich begründetes, tief eindringendes Urteil über die
chriſtliche Religion findet ſich in allen dieſen Aeußerungen nur
elten. Mancher berichtet von inneren Kämpfen; öfter fehlen ſie
allem Anſchein nach. Man hat der Religion raſch den Abſchieg

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Nummer 112

Sonntag den 22 April 1928

Seite 3

Wirtſchaftskriſe in Nordſchleswig.
Kataſtrophal fortſchreitender finanzieller Niedergang der geſamten Landwirt=
ſchyft
. Zollpolitiſche Abſchnürung vom natürlichen Abſatzgebiet. Untragbare
Schulden= und Steuerlaſten. Selbſihilfe der Oeutſchen und Oänen.

Das Programm der Nordſchleswiger
Sammlungsbewegung.
Ein Aufruf an die Nordſchleswiger zur Reitung
ihrer Heimat.
Tondern, 21. April.
In der vergangenen Nacht ſind in vielen Orten Nordſchles=
wigs
, hauptſächlich an der Oſtküſte, Plakate angeſchlagen worden,
die das Programm der neuen Nordſchleswiger Sammlungs=
bewegung
enthalten. Die Forderungen an die däniſche Regie=
rung
haben in deutſcher Ueberſetzung etwa folgenden Wortlaut:
1. Es wird ein Nondſchleswiger Rat gebildet, beſtehend aus
15 Mitgliedern, von denen acht unmittelbar von der Bevölkerung
gewählt werden, während die ſieben weiteren, die möglichſt mit
der früheren und jetzigen Verwaltung des Landes vertraut ſein
müſſen, von den Gewählten berufen werden. Bei der Wahl und
bei der Berufung muß angemeſſene Rückſicht auf die verſchieden=
artige
ſoziale Schichtung und das verſchiedenartige nationale
Gepräge genommen werden. Die Unterzeichneten erklären ſich
bereit, die hierfür notwendigen Schritte vorzubereiten.
2. Der Rat arbeitet einen Vorſchlag aus, welche Zweige der
ſtaatlichen Verwaltung an Nordſchleswig zu überweiſen ſind,
um dadurch die Verwaltung zu vereinfachen, die Steuerlaſten zu
erleichtern und die wirtſchaftlichen Verhältniſſe in einer allen
Teilen gerecht werdenden Weiſe zu ordnen.
3. Der däniſche Staat ſtellt eine entſprechende Summe zur
Verfügung, mit der ein Zwangsakkord für ganz Nordſchleswig
durchgeführt werden ſoll. Die Inflationskrone, mit der Nord=
ſchleswig
, finanziert worden iſt, muß reſpektiert und alle Schul=
den
im Hinblick hierauf nach einer beſtimmten Skala abgeſchrie=
ben
werden.
4. Für die Rechtsſchuld muß in der Kriſenzeit der Zinsfuß
herabgeſetzt werden, wobei beſonders Rückſicht auf die Feſtſetzung
desjenigen Betroges genonnmen werden muß, den man jährlich
dem nordſchleswigſchen Wirtſchaftsleben entziehen kann, ohne daß
dieſes wegen Geldmangel Schaden leidet (Transferkredit).
5. Es muß verlangt werden, daß durch ein Moratorium alle
Zwangsverſteigerungen und Zahlungen eingeſtellt werden, bis
die vorhergehenden beiden Punkte ihre Erledigung gefunden
haben.
6. Die däniſche Regierung ſtellt Mittel zur Bekämpfung der
Arbeitsloſigkeit in Nordſchleswig zur Verfügung, die beſonders
für Entwäſſerung und Bodenverbeſſerung Verwendung finden
ſollen. Allen denjenigen, die unverſchuldet ihr Stimmrecht auf
Grund einer Armenbeihilfe in der Kriſenzeit verloren haben, ſoll
dieſe Armenunterſtützung erlaſſen werden.
7. Der Rat ſoll dahin wirken, beſſere Abſatzmöglichkeiten und
günſtigere Handelsverträge für unſere Lanbwirtſchaft zu errei=
chen
, damit dieſe wieder rentabel wird.
8. Der Rat hat darüber zu wachen, daß die Landeskinder
in erſter Linie Arbeit oder Aemter in Nordſchleswig erhalten,
er macht auch Vorſchläge zur Beſetzung der höheren Aemter in
der Verwaltung.
9. Die Mittel des Hypothekenfonds und der Darlehenskaſſen
gehen nach näheren Beſtimmungen in die Verwaltung des nord=
ſchleswigſchen
Rates über.
10. Nordſchleswigs ſtaatsrechtliche Verbindung mit Däne=
mark
wird durch die Forderung nicht berührt. Die Unterzeich=
neten
wollen wit der Errichtung eines ſolchen Rates verwirk=
lichen
, was während des Krieges von ſkandinaviſchen Staats=
männern
und Gelehrten, z. B. auf der Konferenz in Oslo, am
2. und 3. Juli 1917 und bei anderen Gelegenheiten empfohlen
worden iſt, um auf dieſem Wege territoriale und wirtſchaftliche
Fragen zu ordnen. Werden dieſe Vorſchläge nicht befolgt, ſo
werden die Unterzeichneten überlegen, welche anderen Schritte
zur Erreichung unſeres Zieles getan werden müſſen.
Das Programm iſt von annähernd 70 Nordſchleswigern aller
ſozialen und nationalen Richtungen, d. h. ſowohl von Deutſchen
wie von Dänen, unterſchrieben.

Ein Mahnruf für die Kopenhager Regierung.
Tondern, 21. April.
Die ſchon ſeit längerer Zeit in ganz Nordſchleswig um ſich
greifende Volksbewegung, von der die Preſſe in allerlei Andeu=
tungen
und Mutmaßungen zu berichten wußte, iſt mit einem fer=
tigen
Programm und im einzelnen ausgearbeiteten Forderungen
an die Oeffentlichkeit getreten. Die Tatſache, daß der Aufruf von
Dänen und Deutſchen unterſchrieben iſt, läßt klar erkennen, daß
man es nicht mit dem Vorſtoß einer politiſchen Partei, einer Be=
völkerungsſchicht
oder nationalen Gruppe, ſondern vielmehr mit
einer Bewegung zu tun hat, die, aus der Not des Landes ge=
boren
, Mehrheit wie Minderheit, Dänen wie Deutſche
einigend umfaßt. Schon dieſe Tatſache allein läßt die außer=
ordentlich
große Bedeutung des Vorganges erkennen und hebt
ihn aus dem Rahmen aller bisherigen Strömungen heraus. Zum
erſten Male ſeit der Umgeſtaltung der europäiſchen Landkarte
durch den Machtſpruch von Verſailles dringt hier d. h. in
einem national gemiſchten Gebiet ganz augenſcheinlich der
gemeinſame Wille durch, den parteilichen und
nationalen Hader beiſeite zu ſchieben, um das
Schickſal der in ihrem wirtſchaftlichen Lebens=
nerv
aufs ſchwerſte bedrohten Heimat aus eige=
ner
Kraft in geſunde Bahnen zu lenken. Erfolg
oder Mißerfolg im einzelnen treten angeſichts dieſer Einmütigkeit
faſt in den Hintergrund,
Der kataſtrophal fortſchreitende finanzielle
Niedergang der geſamten Landwirtſchaft durch
die zollpolitiſche Abſchnürung vom natürlichen
Abſatzgebiet ſowie durch untragbare Schulden=und
Steuerlaſten , ferner die Arbeitsloſigkeit und eine
ungeſunde Zentraliſation der Verwaltung in
Kopenhagen haben eine Kriſe heraufbeſchworen, der zweifel=
los
nur mit durchgreifenden Maßnahmen, erfolgreich begegnet
werden kann. Daß dieſe Erkenntnis immer mehr an Boden ge=
wann
und auch über die Grenzen Nordſchleswigs hinaus ſtei=
gende
Aufmerkſamkeit erregte, mußte jeder erkennen, der die
Preſſeäußerungen ſüdlich wie nördlich der Königsau eingehender
verfolgt hat. Wie das Programm der neuen Bewegung zeigt,
hat man ſich den größten Teil der in letzter Zeit hier und da
erhobenen Forderungen zu eigen gemacht und ſie in klargeglie=
derten
Grundlinien zuſammengefaßt.
Obgleich Vorausſagungen im Augenblick müßig erſcheinen,
beſteht hier jedoch ganz allgemein der Eindruck, daß die Wil=
lenskundgebung
zur Selbſtbehauptung und
Selbſthilfe in den weiteſten Kreiſen der Bevölkerung ſtarken
Widerhall finden wird.
Abg. Dr. Gildemeiſter T
* Berlin, 21. April. (Priv.=Tel.)
Der Abgeordnete Dr. Gildemeiſter iſt in Bad=
Eilſen geſtorben. Dr. Gildenſeiſter war eines der bekannteſten
Mitglieder der Reichstogsfraktion der Deutſchen Volkspartei und
ſtand auch für die kommenden Wahlen an der Spitze der Kan=
didatenliſte
des 14. Wahlkreiſes (Weſer=Ems). Er hat ein Alter
von 52 Jahren erreicht.
*
Der Zentralvorſtand der Deutſchen Volkspartei trat am
Samstag nachmittag unter außerordentlich ſtarker Teilnahme aus
dem ganzen Reich im Plenarſaal des preußiſchen Landtages zu
eimer Sitzung zuſammen. Der Parteivorſitzende Dr. Streſemann
eröffnete die Sitzung mit einem Nachruf für den vor
wenigen Stunden verſtorbenen Reichstagsabg.
Gildemeiſter=Bremen. Die Partei, erklärte Dr. Streſe=
mann
, verliert in ihm einem treuen Mitarbeiter, der ſowohl in
der alten Nationalliberalen Partei wie in der Deutſchen Volks=
partei
an hervorrogender Stelle ſtehend ſeine großen Kräfte und
Erfahrungen in unabläſſiger Weiſe zur Verfügung geſtellt habe.
Nach dem herzlichen Nachruf Dr. Streſemanms erhob ſich die
Verſammlung zu Ehren des Verſtorbenen von ihren Plätzen.
Alsdann trat man in die Beratungen über den Wahlaufruf der
Deutſchen Volkspartei ein.

Der chineſiſche Bürgerkrieg.
Der Feldzug gegen Pefing. Verdrängung
Tſchangtfolins. Feng, ein ungewiſſer Ver=
bündeter
der Nanking=Regierung. Japans
Intereſſe an der Mandſchurei.
* London, 21. April. (Priv.=Tel.)
Die ſo oft angekündigte und ebenſo oft verzögerte Offenſive
der chineſiſche Südarmeen oder, wie ſie ſich mit Vorliebe zu
nennen pflegen, nationaliſtiſchen Armeen hat endlich begonnen.
Nach den letzten Meldungen dauert der Vormarſch in der Pro=
vinz
Schantung an. Gleichzeitig mit dem Vormarſch entlang der
Pukau=Eiſenbahn rücken die Streitkräfte General Tſchiangkaiſcheks
auch an der Küſte vor. Die bisherigen Erfolge ſind keineswegs
entſcheidender Natur. Aber es hat tatſächlich den Anſchein, als
ob ſich die Nationaliſten in den Kopf geſetzt haben, Tſchangtſolin
endgültig aus Peking und Nordchina zurückzudrängen. Die
Nanking=Regierung hat bereits einen ihrer hervorragendſten Ver=
treter
, Sung, in das neu beſetzte Gebiet zur Uebernahme der
Zivilverwaltung entſandt. Dieſer Schritt rechtfertigt die Frage,
ob der Feldzug gegen Peking über die Verdrän=
gung
Tſchangtſolins hinaus unternommen worden iſt, um
ganz China der nationaliſtiſchen Herrſchaft zu unterwerfen. Wie
ſteht es zurzeit mit der Kuomintang? Seit der im vergangenen
Jahre erfolgten Auflehnung der chineſiſchen Nationaliſten gegen
die ſowjetruſſiſche Führerſchaft und ſeit den Angriffen auf die
kommuniſtiſchen Elemente der Partei hat die Kuomintang ver=
ſchiedene
neue Phaſen durchgemacht, die, wie es ſcheint, ihre
Einigkeit mehr als einmal gefährdeten. Die Kommuniſten ſind
aber mit Erfolg in den Hintergrund gedrängt worden, und die
gemäßigte Nankinger Regierung fteht zurzeit
am Ruder. Aber die Machtvollkommenheit dieſer Nankinger
Regierung iſt recht ungewiß und ihre Organiſation nur ein loſes
Gefüge. Nichtsdeſtoweniger kann die Tatſache nicht geleugnet
werden, daß ſie mehrere Küſtenprovinzen einſchließlich des Ge=
bietes
, auf dem Schanghai liegt, beherrſcht. Das einzige, was
der Feſtigung ihrer Erfolge bisher hindernd im Wege ſtand und
noch ſteht, iſt die leidige Frage der Verwaltung der Salzſteuern.
Mit der Unnachgiebigkeit der Engländer in dieſer Angelegenheit
dürfte auch für die Zukunft zu rechnen ſein, ſolange ſich die
Nationaliſten nicht zu weitgehendſten Zugeſtändniſſen bequemen.
Natürlich ſpielt in dieſer Beziehung auch die Haltung der übrigen
Vertragsmächte eine Rolle. Daß die Engländer daneben auch
die Frage des Schutzes des Eigentums der chriſtlichen Miſſion
immer wieder in den Vordergrund der Erörterung ſchieben, ſoll
nur beiläufig erwähnt werden. Ob General Tſchiangkaiſchek bei
ſeinem Vormarſch mit der Unterſtützung Hankaus rechnen kann,
iſt im Augenblick noch zweifelhaft. Auch über die militäriſche
Hilfe durch das in den letzten zwölf Monaten wirtſchaftlich ſo
ſehr mitgenommene Kanton liegen genaue Berichte noch nicht vor.
Am linken Flügel der Armeen General Tſchiangkaiſcheks befindet
ſich ein ungewiſſer Verbündeter. Fengyuhſiang,
der ſogenannte chriſtliche General, der mehr oder weniger Herr
der Provinz Honan iſt, wird vorausſichtlich verſuchen, die Trup=
pen
Tſchangtſolins an der PekingHankauer Eiſenbahn zurück=
zuwerfen
. Geldmittel ſtehen dem nationaliſtiſchen Führer für
ſeine Unternehmungen ſicherlich zur Genüge zur Verfügung, nach=
dem
die Kuomintang in der Provinz Honan nahezu ein Jahr
lang das als wohlhabend geltende Gebiet verwaltet hat. Außer=
dem
ſoll er, wenigſtens zahlenmäßig, über eine verhältnismäßig
große Armee verfügen. Trotz alledem iſt die Haltung des Haupt=
verbündeten
Tſchiangkaiſcheks, Fengs, zweifelhaft.
Die gegenwärtigen Kämpfe ſind, beeinflußt von einem inter=
nationalen
Faktor, von ſehr großer Bedeutung. Der chine=
ſiſche
Bürgerkrieg wird mehr und mehr in ein Gebiet
verlegt, für das Japan ein beſonderes Intereſſe hat.
Wenn China im vergangenen Jahre mehr oder weniger ein bri=
tiſches
Problem war, ſo ſcheint es in dieſem Jahre in noch größe=
rem
Maße ein japaniſches Problem zu werden. Die Nachricht
von dem Vormarſch der Kuomintang=Truppen in der Provinz
Schantung hat die japaniſche Regierung veranlaßt, ſofort Maß=
nahmen
für die Entſendung einer Streitkraft zum Schutze der
TſingtauTſinanfu=Eiſenbahn, an der Japan erheblich inter=
eſſiert
iſt, zu treffen. Die Frage lautet, welche Wirkung die Ent=
ſendung
japaniſcher Truppen nach der TſingtauTſinanfu= Eiſen=
bahn
auf die derzeitigen militäriſchen Bewegungen haben wird.
Es ſteht noch nicht feſt, daß es den nationaliſtiſchen Vormarſch
auf Peking aufhalten wird. Japan hat in der Vergangenheit
Tſchangtſolin mit allen Mitteln unterſtützt. Bei einer Gelegen=
heit
hat es ihm geholfen, einen kommuniſtiſchen Aufruhr in der
Mandſchurei zu unterdrücken. Aber in letzter Zeit hat Japan in
der Mandſchurei Schwierigkeiten gehabt, die auf Maßnahmen von

gegeben und iſt ſehr raſch bei der Hand mit ſchärfſter Kritik. Aber
man weiß ſelbſt uicht, wieviel von dieſen Aeußerungen, die ſo
radikal ſind und daher ſo ſelbſtändig klingen, einfach ein Echo der
Reden und Schriften der ſozialiſtiſchen Führer iſt.
Endlich: auch dieſes Buch beſtätigt die Ueberzeugung, daß
der Angelpunkt der ſozialiſtiſchen Feindſchaft gegen die Kirche und
die Religion in wirtſchaftlichen Motiven liegt. Bei den
organiſierten Genoſſen ſteht ſo ſtellt auch der Sozialiſt Pie=
chowſki
feſt das Kapital, die kapitaliſtiſche Wirtſchaftsordnung
und alles, was mit ihr verbunden iſt, im Mittelpunkt des Den=
kens
. Wenn ihnen Sozialismus Religion iſt, ſo heißt das eigent=
lich
nur, daß ein fanatiſch=enthuſiaſtiſcher Zu=
kunftsglaube
an die ſozialiſtiſch=proletariſche
Wirtſchaftsordnung an die Stelle der Religion
getreten iſt. Sozialismus wird im Sinn von Wirtſchafts=
ordnung
verſtanden. Solcher Sozialismus iſt aber keine Reli=
gion
; er iſt Pſeudoreligion.
Das Thema iſt unerſchöpflich. Noch gar nicht angerührt iſt
die Frage des religiöſen Sozialismus‟. Darüber will ich ſpäter
einmal an dieſer Stelle handeln.
43 Tagung des Heſſiſchen Philologenvereins
in Worms.
Im Rahmen der diesjährigen Tagung des Heſſiſchen Philo=
logenvereins
in Worms fand im Cornelianumsſaal eine öffent=
liche
Hauptverſammlung ſtatt, an der Vertreter der
heſſiſchen Regierung (Miniſterialdirektor Urſtadt), der Kreisver=
waltung
, der Stadt, der Landesuniverſität Gießen, des Badiſchen
Philologenvereins, des Verbandes der Philologen von Heſſen=
Naſſau (Studienrat Huncke=Frankfurt) uſw. teilnahmen.
Prof. Glenz, der erſte Vorſitzende des Gaues Worms des
Heſſiſchen Philologenvereins, eröffnete die Sitzung mit einer
Begrüßungsanſprache. Darauf ſprach u. a. Miniſterialdirektor
Urſtadt. Oberbürgermeiſter Rahn überbrachte die Willkom=
mensgrüße
der Stadt. Im Anſchluß daran hielt Prof. Dr. Nohl
ein längeres Referat über Der Bildungswert fremder
Kulturen.
Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Frankfurt a. M. Ein Inſtitut für Wattenforſchung wurde vom
Geologiſchen Inſtitut der hieſigen Univerſität unter Leitung des Privat=
Srzonten Pr. Richter in Wilhelmshaven errichtet:

*Heſſiſches Landestheater.
GroßesHaus. Samstag, den 21. April 1928.
Cavalleria rusticana.
Von Mascagni.
Der Bajazzo.
Von Leoncavallo.
Wenn Herr Richard Dresdner aus Krefeld, der heute als
Turridu und als Canio gaſtierte, für das freiwerdende lyriſche
Fach in Betracht kommen ſollte, ſo waren die Rollen wenig gün=
ſtig
gewählt; denn ſie ſind vorwiegend dramatiſch, mindeſtens
Grenzfälle. Aber auch der Gaſt erwies ſich nicht als ein lyriſcher,
ſondern ein dramatiſcher Tenor mit baritonaler Klangfarbe. Die
Regifter ſind unausgeglichen, die Mittellage hat Schönheit und
ausdrucksvolle Kraft, die gaumige Höhe wird zumeiſt von Kopf=
tönen
geſpeiſt, die wenig Glanz beſitzen. Der junge bewegliche
Künſtler hat kein günſtiges Aeußeres. Sein Auftreten und Spiel
iſt intelligent, obwohl abwechſlungsarm, doch nicht ohne Tempera=
ment
. Er ſcheint nicht derjenige zu ſein, der hier geſucht wird.
v. HI.
*
Kleines Haus. Samstag, den 21. April 1928.
Auch der dritte Abend in dem Brahms=Zyklus des Schnurr=
buſch
=Quartetts war für die Künſtler ein voller Erfolg. Sie
ſpielten unter Mitwirkung von Herrn Karl Steinmar (Viola)
das reife, abgeklärte Streichquintett in G=Dur Op. 111, und mit
Herrn Paul Tilling (Cello) das frühe, ungemein lebensvolle
und abwechſlungsreiche Sextett in B=Dur Op. 18. Beide Werke,
ſoweit ſie voneinander zeitlich getrennt ſind, beweiſen, wie ein=
heitlich
die künſtleriſche Entwicklung des Meiſters iſt, beide zeigen
die breite Klanggebung, unter beſonderer Betonung der dunklen
Farben in der Inſtrumentierung. Die Aufführung war mit
großer Liebe und Sorgfalt vorbereitet, das Zuſammenſpiel der
Künſtler verriet genaueſte Kenntnis der Werke bei jedem ein=
zelnen
der Spieler, und die klangliche Abtönung war in jeder Be=
ziehung
gelungen. Es war ein hoher Genuß, dem ſicheren und
hochmuſikaliſchen Muſizieren zu folgen. In dem Sextett waren
es außer Herrn Konzertmeiſter Schnurrbuſch beſonders die
Herren W. Horn (1. Viola) und K. Klammer (1. Cello), die
an der thematiſchen Entwicllung reichen Anteil hatten und durch
prachtvollen Ton ſich auszeichneten. Die Verbindung ven klaſſi=

ſcher Form und dem ganzen Reichtum romantiſchen Inhalts und
Klangs, wie ſie die Kammermuſikwerke von Brahms aufweiſen,
iſt für alle konſervativen Kammermuſikfreunde ein beſonderes
Labſal, und ſo war der Dank für die ausgezeichnete Wiedergabe
der herrlichen Werke ganz beſonders herzlich.
F. N.

Ap. H. G. Wells. Die Geſchichte eines großen Schulmeiſters.
Von allen Menſchen, die der als Romancier rühmlichſt bekannte eng=
liſche
Verfaſſer bisher kennen gelernt hat, ſo ſagt er ſelbſt, hat ihn nur
ein einziger zu einer biographiſchen Arbeit angeregt. Dieſer einzige
iſt Frederick William Sanderſon, durch viele Jahre Head=
maſter
(Hauptlehrer) an der Oundle School. (Oundle iſt eine kleine
Stadt 120 Km. nördlich von London.) Eine überragende erzieheriſche
Perſönlichkeit, entwickelte und verwirklichte er ſeine neuen Gedanken
über die Grundlagen der Erziehung und kämpfte gegen alle veralteten
Vorurteile und machte ſich frei von der alten Untertänigkeit der Päda=
gogen
: ein Schullehrer, der auszog, die Welt zu erobevn. Er war nicht
nur ein großer Revolutionär, ſondern auch etwas von einem Diplo=
maten
. Das Buch gibt ein Bild von ſeiner Perſönlichkeit und eine
kurze Darſtellung ſeines Lebens, verweilt aber größtenteils bei ſeinen
Reformideen. Im Jahre 1257 geboren, ſtudierte er urſprünglich Theo=
logie
, wurde Profeſſor der Mathematik und Phyſik an der großen
Knabenſchule in Dalwich und ſpäter Headmaſter an der Schule von
Oundle, die unter ſeiner Leitung einen rapiden Aufſchwung nahm,
nachdem er in den erſten Jahren mit großen Widerſtänden zu kämpfen
gehabt hatte; die Schülerzahl ſtieg von 120 auf nahezu 600. Er ſtarb,
ehe er alle ſeine Pläne verwirklichen konnte. Seine Neformen, Ideen
und Pläne werden an der Hand ſeiner vielen Reden, Predigten und
Vorträge eingehend erörtert. Er ſtellte die wiſſenſchaftlich=techniſche Aus=
bildung
, aufgebaut auf einer ungeheuer breiten, weitherzigen Welt=
anſchauung
als Erziehungsideal hin, es war der ſchöpferiſche Geiſt, der
nun ſeinen Einzug in die Schule hielt. Er gelangte zu der Erkenntnis,
daß die Einrichtung neuer Schulen, eine Vervielfältigung Oundles,
notwendiger Weiſe einen neuen Geiſt auch im ſozialen und induſtriellen
Leben mit ſich bringen müßte. Es würde zu weit führen und Aufgabe
einer beſonderen Darſtellung ſein, ſeine umfangreichen Reformideen und
ſeine pädagogiſchen Programme zu analyſieren und zu zeigen, wie er
ſie zu verwirklichen ſuchte und verwirklichte. Der Krieg machte aus
dem erfolgreichen Schulmeiſter einen Staatsmann. Er wurde zum
Propagandiſten und warb für ſeine Idee einer Organiſation gegen=
ſeitiger
Hilfe anſtatt einer des Profits und des Beſitzes. Er ſtrebte ganz
offenſichtlich nach einem letzten Kommunismus, der nicht durch Revo=
lution
herbeigeführt werden ſoll, ſondern durch die ſtetige Entwicklung
eines ſchöpferiſchen Geiſtes in der Welt. Die Idee des Wiederaufbaus
in dieſem Sinne beſchäftigte ihn bis an ſein Lebensende. Seine Propa=
ganda
für die mögliche Reorganiſation der Welt durch die Schule fand
im Sommer 1922 durch ſeinen Tod ein jähes Ende. Als Nachwvort
iſt dem Buche eine kurze Abhandlung des Ueberſetzers Nichard Mark
üiber die engliſchen Schulen angefügt.

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Seite 4

Sonntag, den 22. April 1928

Nummer 112

Untergebenen Tſchangtſolins zurückzuführen ſind. Beſonders
beunruhigt ſind die Japaner zurzeit durch den im ver=
gangenen
Jahr begonnenen Bau einer Eiſenbahn von Mukden
nach Hailungtſcheng, die bis nach Kirin fortgeführt werden ſoll.
Dieſer Neubau wird von einem rein chineſiſchen Unternehmen
durchgeführt. Nach der Fertigſtellung wird dieſe Bahn unab=
hängig
von der ſich im japaniſchen Beſitz befindlichen ſüdmand=
ſchuriſchen
Eiſenbahn ein an Bodenſchätzen reiches Gebiet er=
ſchließen
. Bis zu einem gewiſſen Grade dürfte dann auch das
Wirtſchaftsmonopol Japans in jener Gegend untergraben wer=
den
. Dieſer Zwiſchenfall ſteht nicht allein da. Die Meinungs=
verſchiedenheiten
und Auseinanderſetzungen
zwiſchen Chineſen und Japanern in der Mand=
ſchurei
nehmen von Tag zu Tag zu, und bei der japaniſchen
Regierung gehen tagtäglich bittere Klagen japaniſcher Kaufleute
und Induſtrieller über die chineſiſchen Unternehmungen ein. Da
die Behauptung ſeiner Stellung in der Mandſchurei für Japan
eine nationale Frage iſt, iſt damit zu rechnen, daß den Beſchwer=
den
und Klagen der Kaufmannſchaft und Induſtrie Gehör ge=
ſchenkt
wird. Jedenfalls ſteht heute ſchon feſt, daß für den Aus=
gang
der ſoeben wieder aufgenommenen Kämpfe die japaniſche
Haltung, über die im Augenblick vielleicht noch verſchiedene Aus=
legungen
möglich ſind, von ausſchlaggebender Bedeutung ſein
wird.
Die Erfolge der Südchineſen.
EP. London, 21. April.
Die weiteren Berichte aus Schanghai beſtätigten den Er=
folg
der Südchineſen. Die nationaliſtiſchen Truppen haben
Tſinin und Yentſchau=fu im Südweſten der Provinz Schantung
beſetzt. Die Truppen der Nordchineſen ſind demoraliſiert und
haben ſich nach Taian=fu zurückgezogen. Die ſüdchineſiſchen
Truppen geben an, daß ſie über 30000 Gefangene gemacht haben,
von denen bereits über 7000 Mann am Donnerstag abend in
Nanking eingetroffen ſeien. Japaniſche Kreuzer haben in
Tſingtau ungefähr 600 Seeſoldaten gelandet. 300 Mann japa=
niſche
Truppen ſind von der Geſandtſchaftswache in Tientſin

zrug e
nach der Provinz
en. Die Armee
des Generals Sun .lng=fa...,
als endgültig ver=
loren
. Es ſcheint, daß ſich die Te een Tſchiang Kai=ſcheks
und des Generals Feng in der Nähe der Stadt Kufur vereinigt
haben. Tſchiang Kai=ſchek marſchiert an der Eiſenbahnlinie
NankingTientſin vorwärts, während die Truppen des Gene=
rals
Feng längs der Eiſenbahnlinie PekingHankau vorrücken.
Proteſt Chinas in Jopan.
EP. London, 21. April.
Die chineſiſche Geſandtſchaft in Tokio hat im Auſtrag der
Pekinger Regierung einen Proteſt gegen die Entſendung japa=
niſcher
Truppen nach Schantung übergeben. Auch ſeitens der
Nankinger Regierung befindet ſich ein gleichlautender Proteſt
auf dem Wege nach Tokio. Die Tokioter Behörden weiſen jedoch
darauf hin, daß man in China die Abſichten Japans wohl ver=
ſtehen
müſſe. Es beſtände nicht etwa die Abſicht, Tſchang Tſo=
lin
zu unterſtützen, ſondern lediglich das Leben und Eigentum
der japaniſchen Staatsangehörigen in China zu ſchützen.
Tſchiang Kai=ſchek habe Japan beſucht und habe ſich über die
japaniſchen Abſichten eingehend informieren können.
Das fasciſtiſche Arbeitsfeſt in Italien.
EP. Rom, 21. April.
In ganz Italien iſt heute durch feſtliche Umzüge und Reden
über das ſasciſtiſche Gewerkſchaftsweſen das fasciſtiſche Ar=
beitsfeſt
gefeiert worden. In vielen Städten wurden bei dieſer
Gelegenheit öffentliche Arbeiten und Neuanlagen eingeweiht.
Zwiſchen Albanien und Sardinien wurde eine neue Fluglinie
eröffnet. In Rom hat der Gouverneur die Arbeiten zur Frei=
legung
des Cireus Maximus ſowie andere Ausgrabungen be=
ginnen
laſſen und archäologiſche Funde auf dem Palatin einge=
weiht
. In den öffentlichen Anſprachen wurden überall die
Fortſchritte des fasciſtiſchen Gewerkſchaftswveſens gefeiert. Die
Zeitungen dürfen infolge der vollſtändigen Arbeitswuhe bis Mon=
tag
mittag nicht mehr erſcheinen.

Die Tagung der Opiumkommiſſion.
Ungeheurer Import von Opium, Morphium
und Kokain nach China.
EP. Genf, 21. Aprä.
In der Opiumkommiſſion des Völterbundes, die ſich in den
letzten Tagen wit einer Reihe von Einzelfällen des umfang=
veichen
Opjum= und Kokainſchmuggels im Fernen Oſten beſchäf=
tigt
hat, erblärte heute der engliſche Vertreter Byail, die öffent=
liche
Meiwung Chinas, die ſich früher hauptſächlich gegen Eng=
land
, als dem Hauptexporteur von Opium, gewandt habe, nehme
immer mehr eine Wendung gegen das geſamte Euvopa und
Japan. In China, das ſich heute in einer Renaiſſance befände,
ſehe man in dem ungeheuren Import von Opium, Morphium
und Kokain aus den außerchineſiſchen Ländern die Abſicht, das
chineſiſche Volk mit Willen zu vergiften. Das Verhältnis zu dem
großen Volk in Oſtaſien müſſe die europäiſchen Länder und
Japan dazu zwingen, andere ſcharfe Maßnahmen zur Unter=
drüchung
der illegalen Rauſchgiftausfuhr nach China zu er=
greifen
.
Der chineſiſche Vertreter Chao ſetzte in eingehenden Aus=
führungen
die Schwierigteiten auseinander, die China an einer
vollkommenen Unterdrückung des Opiumanbtus hinderten. Alle
Bemühungen, die China in dieſer Richtung unternahm, würden
durch ſoziale und poltiſche Einflüſſe durchkreuzt. Das größte
Hindernis liege aber darin, daß China nicht Herr i ſeinem
eigenen Hauſe ſei. Zum Beweis, daß in den führenden Schich=
ten
Chinas ein ernſter Wille zur Beſeitigung des Uebels beſtehe,
führte er das Opürmverbotgeſetz der Nankingregierung an, das
unter dem Druck der Oeffentlichkeit am 30. März d. J. erneuert
worden ſei. Faſt bedrohlicher noch als die Opiumeinfuhr ſe
für China heute die Eifuhr von Morphium und beſonders
große Mengen von Kokain, die aus Japan ſtammen. Chao er=
klärte
, daß es in der Hcuptſache von den übrigen Mächten ab=
hänge
, eine Löſung des Opiumproblems herbeizuführen.

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[ ][  ][ ]

Nummer 112

Sonntag, den 22. April 4928

Seite 3

Aus der Landeshauptſtadt.
*
411
Gionnang dei Tusſtenung Set Menſck
Darmſtadt, 22. April.

Zu den ſtädtiſchen Steuerfragen.
In Sachen der Einnahmeerhöhungen im Voranſchlag 1928
der Stadt Darmſtadt teilt die Stadtverwaltung mit, daß ſie ange=
ſichts
der neuen, ihr durch die Reichstagsbeſchlüſſe von 1928 ver=
anlaßten
Belaſtungen von etwa einer Million und der Vorbe=
laſtung
des Jahres 1927 Einnahmeerhöhungen dringend bedarf,
die mitgeteilten Zahlen aber nicht in Frage
kommen, nachdem Ausſicht beſteht, daß eine Verſtändigung
über die Einführung der Gebühren (Müllabfuhr uſw.) erzielt
wird. Lediglich für den Fall, daß dieſe Verſtändigung wiederum
geſcheitert wäre, hatte die Stadtverwaltung darauf hingewieſen,
daß Erhöhungen, wie ſie in anderen deutſchen und heſſiſchen
Städten beſchloſſen worden ſind, unvermeidlich ſeien.
Wir ſtellen mit Genugtuung feſt, daß die Stadtverwaltung
die von uns apoſtrophierten Pläne fallen ließ.

Erninnt wurde: Am 12. April: der Eichamtspraktikant Johann
Blitz beim Eichamt zu Mainz, mit Wirkung vom 1. April 1928 an.
Verſetzung in den Ruheſtand. Am 1. Mai 1928 tritt der Förſter
Heinrich Koch II. zu Beuern auf Grund des 8 1 des Geſetzes über die
Altersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli bzw. 19. Dezember 1923
in Verbindung mit Artikel 2 des Geſetzes über die Einſtellung des Per=
ſonalabbaues
in Heſſen und zur Aenderung des heſſiſchen Perſonal=
abbaugeſetzes
vom 8. Oktober 1925 in den Ruheſtand.
Jubiläum. Am 20. April waren es 25 Jahre, daß der Hofarbeiter
Heinrich Hammann aus Wolfskehlen bei der Firma Ludwig Alter A.=G.,
Möbelfabrik, tätig iſt. Gewiß für beide Teile ein ſchönes Zeichen.
Geſchäftsjubiläum. Am Montag, 23. April, beſteht die Firma
Otto Nietſchmann Nachf. 25 Jahre. Im Hauſe 1903 wurde ſie
im Hauſe Ludwigſtr. 5 (jetzt D. Rehfeld u. Co.) gegründet und ſiedelte
1908 in die jetzt innehabenden Geſchäftsräume über. Durch Führung
von nur Qualitätsware hat ſich die Firma eine treue Kundſchaft erwor=
ben
und ſich ſtets bemüht, den Kreis zu erweitern. Die anerkennende
langjährige Tätigkeit des Stammperſonals zeigen das gute Verhältnis
zwiſchen Inhaber und Angeſtellten.
Heſſiſches Landestheater. Im Großen Haus wird heute Goethes
Egmont in der neuen Inſzenierung wiederholt; Martha Zieg=
ler
, die bereits neulich ſpielen ſollte, gibt zum erſten Male das Klär=
chen
, Käthe Meißner die Margarete von Parma. Beginn der Vor=
ſtellung
: 19 Uhr. Im Kleinen Haus wird der Barbier von
Sevilla gegeben. Beginn: 19,30 Uhr.
Heute Sonntag wird im Kleinen Haus das Märchen Humſti=
Bumſti um 14,30 Uhr wiederholt.
Im Kleinen Haus wird heute vormittag der Film Die Jungfern=
reiſe
der Cap Arcona zum letzten Male vorgeführt; Beginn: 11.30
Uhr. Einheitspreis 1 Mk. (für Kinder 50 Pf.).
Die erſte Aufführung von Bizets Diamileh iſt jetzt auf Don=
nerstag
, den 26. April, angeſetzt worden. Dieſe Vorſtellung (außer
Diamileh wird das Ballett Barabau und Puccinis Gianni Schicchi
gegeben) iſt ausnahmsweiſe der Freitagsmiete D. zu=
geteilt
.
Wagners Parſifal wird auf den großen Erfolg hin, den die
Oſteraufführung gefunden hat, und mit Rüchſicht auf die zahlreichen
Bitten aus dem Publikum in dieſer Spielzeit noch einmal gegeben wer=
den
, und zwar am 17. Mai (Himmelfahrt).
Aubers Stumme von Portnci kann nach der Aufführung
am Mittwoch, dem 25. April, nicht mehr wiederholt werden, da Karl
Jörn, der den Maſaniello ſingt, Ende der Woche bereits eine
erikareiſe antritt und in diefer Spielzeit nicht mehr zurückkehrt.
Die Erſtaufführung des Traumſpiel von Strindberg iſt nun=
mehu
auf Saustag, den B. April, angeſetzt worden.
Beſonders hingewieſen ſei auf den Abſchiebs.Tanzabend der Ballett=
meiſterin
Manda v. Kreibig, der morgen Montag, um 20 Uhr, im
Kleinen Hauſe ſtattfindet. Das Programm bringt, folgende Tänze:
Puppa, Giri, Verliebte Schtzſiegerſohn, Parodie in Roſa, Illuſionstanz
(nach Idee von Oscar Schlemmer), zwei Pupazetti, Fandango, Epilog.
Die Koſtüme ſind entworfen von Lothar Schenck von Trapp. Am Flü=
gel
: Karl Dietrich und Hans A. Hahn.
Das dritte (letzte) Volkskonzert des Landestheater=
orcheſters
findet unter Leitung von Generalmuſikdirektor Dr. Böhm
mit Hans Komregg als Soliſten am Montag, dem 30. April, ſtatt.
Es bringt Werke von Schubert und Tſchaikowſky.
Herr Operninſpizient Fritz Wilde vom Landestheater wurde zu
dem ſechswöchigen Gaſtſpiel der Deutſchen Oper nach London Co=
vent
=Garden verpflichtet.
Der Heſſiſche Motorſport=Club Darmſtadt, Ortsgruppe des A.D
A.C. veranſtaltet am Dienstag, den 24. April ds. Js., abends 8,15 Uhr,
im Fürſtenſaal, Grafenſtraße, für ſeine an der A. D.A. C.=Länderfahrt,
teilgenommenen, ſiegreich und ſtrafpunktfrei zurückgekehrten beiden Mit=
glieder
einen Ehrenabend, an dem die Spitzen der Behörden, die
Preſſe und Sportverbände ſowie Freunde des Motorſports teilnehmen
werden.
Orpheum. Film=Bühne. Der heutige Spielplan bringt ab
nachmittags 3 Uhr ein Rieſen=Filmprogramm in 14 Akten mit etwa
dreiſtündiger Spieldauer. Im 1. Teil iſt der amerkaniſche Großfilm
Dasbrennende Meer mit der berühmten amerikaniſchen Mut=
terdarſtellerin
Mary Carr, im 2. Teil der große Luſtſpielfilm in 7 Akten
Das roſa Pantöffelchen mit Hanni Reinwald, Curt Veſper=
mann
, Gerdi Gerdt, Ernſt Rückert, Olga Engel uſw. Es finden 3 Vor=
ſtellungen
ſtatt, und zwar nachmittags um 3 und ½6 Uhr; abends
9 Uhr. Die Eintrittspreiſe ſind auf nur 60 Pfg. bis 2. Mk. geſtellt.
Jugendliche haben keinen Zutritt. Kartenverkauf: für die Abendvor=
ſtellung
im Verkehrsbüro von 912 Uhr, im Zeitungs=Kiosk Ernſt= Lud=
wigsplatz
von 1118 Uhr ſowie Orpheum=Kaſſe ab 2½ Uhr nachmittags.
Numerierte Plätze nur für die Abendvorſtellung zu 1,50 und
3 Mk., nichtnimerierte Plätze 60 Pfg. und 1. Mk. (Näheres ſiehe
heutige Anzeige!)
Schutz elektr. Starkſtromleitungen. Das Kreisamt Darmſtadt
veröffentlicht erneut die Polizeiverordnugg zum Schutze der elektriſchen
Starkſtromanlagen vom 24. Juli 1926. Es ſei beſonders darauf hinge=
wieſen
, daß an den Hausanſchlußſicherungen und Zählern außer der
Auswechſelung von Glühlampen und Inſtallavionsſicherungen
Handlungen irgendwelcher Art nicht vorgenomnen werden dürfen. So
iſt vor allem die Ausbeſſerung der Sicherung durch Einziehen eines
Drahtes oder durch Umwickelung mit Staniolpapier verboten. Zuwider=
hardlungen
gegen dieſes Verbot werden beſtraft.

*

1
BEiE FEN

VI E RZU C VAHRE

* Im Ausſtellungshaus auf der Küſtlerkolonie wurde geſtern vor=
mittag
die Ausſtellung Der Menſch in geſunden und kranken Tagen
mit der Sondergruppe Der durchſichtige Menſch eröffnet. Zahlreiche
Geladene, darunter Vertreter der ſtaatlichen und ſtädtiſchen Behörden,
der Aerzteſchaft, der ſozialen und Wohlfahrtsorganiſationen hatten fich
zu der feierlichen Eröffnung eingefunden, die im Ehrenſaal des Aus=
ſtellungshauſes
ſtattfand.
Bürgermeiſter Delp
begrüßte die Erſchienenen und hielt folgende Eröffnungsanſprache:
Im Namen der ſtädtiſchen Verwaltung und der Leitung des Deut=
ſchen
Hygienemuſeums in Dresden begrüße ich Sie und heiße Sie herz=
lich
willkommen. Ihr zahlreicher Beſuch bekundet Ihr reges Intereſſe
an der Darmſtädter ſozial=hygieniſchen Arbeit und insbeſondere für die
Ausſtellung Der Menſch in geſunden und kranken Tagen mit der
Sondergruppe Der durchſichtige Menſch.
Die ſozial=hygieniſche Ausſtellung, verbunden mit der Sonderaus=
ſtellung
der Allgemeinen Ortskrankenkaſſe der Stadt Darmſtadt kenn=
zeichnet
ſchon rein äußerlich die ſozial=hygieniſche Bedeutung der Aus=
ſtellung
. Als im Jahre 1911 in Verfolg der Internationalen Hygiene=
Ausſtellung in Dresden das Muſeum gegründet wurde, erſtrebte man,
daß es zum Kriſtalliſationspunkt auf dem Gebiete moderner Geſund=
heitspflege
werden möge. Das größte Fluidum dieſer einzig in der
Welt daſtehenden Kulturſchöpfung ging jedoch ſtets von deſſen Sonder=
ausſtellung
Der Menſch in geſunden und kranken Tagen aus. In
Würdigung dieſer Tatſache war es ein großes Verdienſt des früheren
Großherzogs von Heſſen, daß es ihm gelungen war, die Ausſtellung
ſchon im Jahre 1912 nach Darmſtadt zu bekommen, und für die Dauer
der Ausſtellung die Räume des Schloſſes zur Verfügung ſtellte. Wurde
doch die Ausſtellung vom 10. Auguſt bis 1. Dezember 1912 von insge=
ſamt
250 000 Perſonen beſucht. Ein Beweis der hygieniſchen Bedeu=
tung
der Ausſtellung und des großen einſchlagenden Erfolges. Trotzdem
die Ausſtellung ſchon im Jahre 1912 in Darmſtadt gezeigt worden iſt,
hatte die ſtädtiſche Verwaltung keine Bedenken, beſonders nach einem
vierjährigen Kriege mit ſeinen geſundheitlichen Schädigungen für die
Menſchen, die Ausſtellung wieder der Oeffentlichkeit zugänglich zu
machen. Die Stadtverwaltung hat es ſich zur Pflicht gemacht, immer
wieder auf die Wichtigkeit körperlicher Hygiene hinzuwirken und dieſe
tatkräftig im Rahmen der finanziellen Möglichkeit durch Unterſtützung
der Sport=, Wander= und Jugendbewegung zu fördern. Jedoch auch
allen dieſen geſundheitlichen Beſtrebungen iſt ein vorzeitiges Ende ge=
ſetzt
, wenn nicht die Berölkerung ſelbſt an dieſem idealen Ziel mit=
arbeitet
. Wieviel geſundheitliches und wirtſchaftliches Elend, welche
Fülle leiblicher und ſeeliſcher Qualen werden aus Unkenntnis oder
Nachläſſigkeit unnötigerweiſe gehäuft zu der großen allgemeinen Not,
an der die Geſamtheit des deutſchen Volkes wahrlich ohnehin ſchon
ſchwer genug zu tragen hat.
Krankheiten heilen, iſt gewiß wichtig, den Menſchen geſund und
leiſtungsfähig zu erhalten, Krankheiten vorzubeugen, aber zweifelsohne
wichtiger. Not und Elend lindern, iſt gut und recht, Not und Elend
zu verhüten, nicht erſt aufkommen zu laſſen, ideell und materiell, jedoch
weit beſſer und richtiger. Dieſen weitergehenderen Zielen will unſer
Ausſtellungswerk die Wege ebnen. Mahnend pocht die Ausſtellung ans
Gewiſſen. Aufklärend, überzeugend, appelliert ſie an die Vernunft.
Warnend ſucht ſie die Gleichgültigkeit zu verſcheuchen und das Verant=
wortungs
= und Pflichtgefühl des Einzelnen zu wecken und zu ſtärken
im Intereſſe ſeiner ſelbſt wie der ganzen menſchlichen Geſellfchaft.
Möchten die Tauſende, die die Ausſtellung nächſter Tage beſuchen,
die eindringliche Sprache des Anſchauungsmaterials verſtehen, beherzi=
gen
und die Nutzanwendung aus dem Geſehenen und Gehörten ziehen.
Mit dieſem Geleitwort eröffne ich die Ausſtellung mit dem Aus=
druck
des Dankes an all die Damen und Herren, die an dem Gelingen
der Ausſtellung mitgearbeitet haben oder noch tätig werden. Beſonderen

Dank an die Mitglieder des ärztlichen Kreisvereins unter Führung
des Herrn Dr. Schlippe, die ſich in dankenswerter Weiſe bereit=
erklärt
haben, die Führungen zu übernehmen, ſowie an das Stadtſchul=
amt
und der geſamten Lehrerſchaft und Lehrerinnen der Höheren und
Volksſchulen, die die Führungen der Schüler und Schülerinnen über=
nommen
haben.
Möge das Ausſtellungswerk von den allerbeſten Erfolgen gekrönt ſein.
Augenarzt Dr. Schlippe
begrüßte die Erſchienenen beſonders im Namen der im ärztlichen Kreis=
verein
zuſammengeſchloſſenen Aerzte. Er führte danach aus, daß gerade
die Aerzte mit beſonderer Freude die Ausſtellung für Darmſtadt be=
grüßen
. Sie ſoll Gelegenheit geben jedem der Beſucher, und es wäm
wünſchenswert, wenn ihre Zahl ſehr groß würde, ſich an Hand der ſehr
lehrreichen Tafeln, Bilder und ſehr inſtruktiven plaſtiſchen Modellen üüber
den Bau und die Funktionen des menſchlichen Körpers zu unterrichten,
darüber hinaus aber die hauptſächlichſten, das Volkswohl ſchädigenden
Krantheiten kennen zu lernen, und was die Hauptfache iſt, ihre Ver=
breitung
zu vermeiden. Der Stadtverwaltung gebühre außerordentlichen
Dank dafür, daß ſie dieſe wichtige Ausſtellung nach Darmſtadt gebrach
habe, wo ſie zum erſtenmal in Heſſen gezeigt werden kann. Die Aerzte
wünſchen und hoffen, daß die Ausſtellung ſehr zahlreich beſucht werden
möge, und daß vor allem das Ausgeſtellte richtig betrachtet und richtig
verarbeitet werden möge. Dann wird ſie ſicher dazu beitragen zur
Wiedergeſundung und Wiederertüchtigung des deutſchen Volkes.
Im Anſchluß an die Anſprachen fand unter Führung des Herrn
Dr. Schlippe eine
Beſichtigung der Ausſtellung
ſtatt, die wohl bei allen das lebhafteſte Intereſſe wachrief. Die Aus=
ſtellung
iſt bekanntlich ein Teil des Hygiene=Muſeums in Dresden. Sie
hat vor dem Kriege in ähnlicher Form der Umfang iſt jetzt erweitert
ſvorden bereits einmal in Darmſtadt im Reſidenzſchloß Platz gefunden
und damals nicht nur hier, ſondern in der ganzen Welt das größte
Aufſehen erregt.
Es wird in dieſer Ausſtellung zum erſten der geſunde menſchliche Körper
in allen ſeinen Funktionen, an Hand plaſtiſcher und bewegbarer Modelle
eingehend gezeigt, ſo daß ſich jeder, auch der kraſſe Laie, über die Funk=
tionen
ſeiner inneren Organe und deren Bedeutung für den ganzen
Körper und ſeine Geſunderhaltung unterrichten kann. Die zweite Ab=
teilung
zeigt dann, wie die gefährlichſten Volkskrankheiten den geſunden
Körper nach und nach zerſtören und durch Vererbung ganze Gen=
ationen

degenerieren laſſen. Als beſondere Ergänzung iſt der Ausſtellung an=
gefügt
die Sonderausſtellung
Der durchſichtige Menſch.
Eine zuſammenfaſſende, beſonders eindrucksvolle Ueberſicht über
den inneren Bau des Körpers geben die natürlichen Präparate des
durchſichtigen Menſchen‟ Durch ein beſonderes Verfahren (nach Prof.
Spalteholz) ſind die Gewebe durchſcheinend gemacht, und nun ſehen wir
im Innern des Körpers die Organe: Herz, Leber, Milz, Niere liegen;
wir verfolgen im Knochen die Bälkchen, können Höhlen ausgießen und
ihre räumliche Lage beobachten. Wir ſind imſtande, Knochenkerne zu
färben und im durchſichtigen Knorpel aufzuſuchen. Adern werden mit
farbigen Maſſen gefüllt und laſſen ſich nun in ihrem Verlauf im Kno=
chen
, Muskeln, Haut, Herz, Gehirn, in ganzen Gliedern verfolgen.
Ganz beſonders bemerkenswert ſind die durchſichtig gemachten Körper
von Embryonen und neugeborenen Kindern, die, teils ohne beſondere
Füllung, die Lageverhältniſſe im Innern zeigen, teils, mit gefüllten
Adern, deren Verlauf wundervoll deutlich machen.
Immer und immer wieder kann man zu dieſen Präparaten zurück=
kehren
und man hat immer wieder ſeine Freude an ihnen.
Wir kommen auf die Ausſtellung noch zurück.
47

Orangeriegarten. Anläßlich der Wiedereröffnung des renovier=
ten
Orangeriehauſes veranſtaltet das Stadtorcheſter Darmſtadt
unter Leitung des Kapellmeiſters Willi Schlupp ſein erſtes großes
populäres Konzert. Die Zuſammenſtellung des Programms gibt
den Beſuchern Gewähr, einige genußreiche Stunden zu verbringen.
Kapellmeiſter Schlupp will durch Veranſtaltung ſolcher Konzerte einem
längſt beſtehenden Bedürfnis Rechnung tragen, und finden in der Folge
derartige Konzerte in verſchiedenen Lokalitäten Darmſtadts ſtatt. Die
Bewirtſchaftung des Orangeriehauſes und Gartens iſt dem Saalbau=
Reſtaurateur F. Niemann mit übertragen worden. (Siehe Anzeige.)
Heute vormittag 11 URr

Film Jungfernreise der Cap
Arcona im Kleinen Haus

(7178

Einheitseintrittspreis 1 Mk., Kinder 50 Pfg.
Herrngarten. Bei günſtiger Witterung veranſtaltet das Stadt=
Orcheſter unter Leitung ſeines Kapellmeiſters W. Schlupp am Sonntag,
den 22. April, vormittags 11 Uhr, ein Promenadekonzert nach
folgendem Programm: Unter Waffengefährten, Marſch von Teike;
Ouvertüre zur Oper Wenn ich König wär; Fantaſie aus Carmen,
Bizet; Walzer Dorfſchwalben aus Oeſterreich, Strauß; Walters
Preislied von Wagner; Fantaſie aus der Oper La Boheme‟, Puccini;
Unter der Friedensſonne‟, Marſch von Blon.

Tultüuers

bei Ludwig Saeng
Kirchstrasse 20. (7046a

Pfadfinderhorſt Darmſtadt. Schon ſeit längerer Zeit gehört dem
Pfadfinderhorſt Darmſtadt des Deutſchen Pfadfinderbundes ein eigenes
Landheim auf dem Rodenſtein bei Reichelsheim Auch in dieſen Ferien
verbrachten wieder viele Darmſtädter Pfadfinder ihre ſreien Tage in
der Nähe der romantiſchen Ruine in unſereun ſchönen Odenwalde. Das
Heim, das 30 Pfadfindern Unterkunft gewährte, war der Schauplatz
eines fröhlichen, ungezwungenen Jugendtreibens. Wenn man die Pfad=
finder
bei ihren Spielen beobachten konnte, darf man hoffen, daß dieſe
friſche Jugend dereinſt ihr gutes Teil zum Wiederaufbau Deutſchlands
beitragen wird.

Kt

Wanderklub Falke 1916 Darmſtadt Vogeſenwanderung.
Die diesjährige Pfingſtwanderung führt, wie wir bereits kurz melde=
ten
, in die Vogeſen. Wir haben gerade dieſes Gebiet gewählt, weil es
für den Einzelnen ſchwieriger und nur mit höheren Koſten zu erreichen,
andererſeits aber ſehr intereſſant und gerade dazu geſchaffen ſcheint,
den Uebergang vom Mittelgebirge zum Hochgebirge zu vermitteln.
Außerdem werden wir aber noch Gelegenheit haben, den im Brenw
punkte der Vogeſenkämpfe gelegenen, in den erſten Jahren des großen
Völkerringens vielgenannten Hartmannsweilerkopf zu beſichtigen. Ge=
rade
der Gipfel dieſes über 800 Meter hohen Berges, deſſen Beſitz als
Ausſichtspunkt ſo außerordentlich wertvoll war und für den 60 000 junge
Menſchen ihr Leben opferten, gibt ein anſchauliches Bild der Schrecken
des Krieges. Graben reiht ſich an Graben, Unterſtand an Unterſtand;
jeder Zoll aufgewühlt von Einſchlägen ſchweren und ſchwerſten Kalibers.
Hier wird jeder der für ihr Vaterland Gefallenen gedenken. Weiter
wandern wir dann über den Freundſtein zum großen Belchen, dem
höchſten Punkt der Vorgeſen. Hier werden wir in dem neuerbauten
geräumigen Klubhaus des Vogeſenklubs die zweite Nacht verbringen.
(Erſte Uebernachtung in Freiburg i. Br.) Der zweite Wandertag, Mon=
tag
, führt uns dann auf den bekannten Gratweg, zum Breitfirſt, Hohn=
eck
und zur Schlucht. Dieſer Teil iſt reich an herrlichen Rundblicken
und gibt gleichzeitig Gelegenheit zu hochalpinen Kletterpartien. ( Fran=
kenthaler
Vogeſen.) In der Schlucht werden wir die Nacht zum Pfingſt=
dienstag
verbringen, der uns dann in das pittoreske Gebiet der Vogeſen
bringt. Zwiſchen dem Schwarzen und Weißen See werden wir die
Höhe verlaſſen und an beiden Seen vorbei den Marſch ins Kayſerberg=
tal
antreten, und in Straßburg die Wanderung beenden. Dienstag
abend Ankunft in Darmſtadt. Durch das Entgegenkommen des fran=
zöſiſchen
Konſulats in Frankfurt, das uns das Viſum zum halben Preis
gewährt und auf den deutſchen Reiſepaß zugunſten des koſtenlofen Per=
ſonalausweiſes
verzichtet, wird es uns. möglich ſein, dieſe Wanderung
außerordentlich billig durchzuführen. Jedoch iſt umgehende Anmeldung
möglichſt zum kommenden Dienstag abend im Klublokal, Brauerei
Schul unbedingt erforderlich, damit rechtzeitige Quartierbeſtellung
möglich iſt. Weitere Auskunft erteilen die Führer, die Herren Hechler,
Jacobi und May, jeden Dienstag abend im Klublokal. (Siehe auch die
heutige Anzeige.)
Verſammlung. Man ſchreibt uns: Jeder iſt unzufrieden mit
den gegenwärtigen Zuſtänden auf wirtſchaftlzchem, ſteuerlichem und
politiſchem Gebiete, und es iſt höchſte Zeit, eine Aenderung herbeizu=
führen
. Ueber Mittel und Wege hierzu wird Herr Felir Graetz am
nächſten Dienstag, den 24. d. M. abends 8½ Uhr, in der Turnhalle am
Woogsplatz ſprechen. An dem Steuerzahler iſt es jetzt, durch ſein Er=
ſcheinen
zu zeigen, daß er gewillt iſt, den Beſtrebungen, endlich den
Volkswillen im Volksſtaate zur Geltung zu buingen Erfolg zu ver=
ſchaffen
. Wer gleichgültig beiſeiteſtehen bleibt, hat ſpäter kein Recht
mehr, zu klagen. (Siehe auch Anzeige.)

In der Wertlotterie des TV. Die Naturfreunde und A.J.,
Gau Baden, wurden gezogen: 1. 1. Hauptgewinn Nr. 153 443 (von einem
21jährigen Küfergeſellen in Mannheim gewonnen), 2. Hauptgewinn Nr.
239 863, 3. Hauptgewinn Nr. 75 452, 4. Keuptgewinn Nr. 65 345,
5. Hauptgewinn Nr. 131 410. Auf ſämtliche Loſe mit der Endzahl 41
oder 91 fällt ein Alpakabeſteck. Ziehungsliſten ſind ab Montag, den
23. April, in den bekannten G=ſchäften erhältlich.

D UWLOP BEREIFUNC

(IV,594

[ ][  ][ ]

Geite 6

Sonntag, den 22. April 1928

Nummer 112

Wettbewerb für ein Rathaus in Rüdesbeim.
Die Entſcheidung im Wettbewerb für den Neubau eines Rathauſes
in Rüdesheim a. Rh. iſt gefallen. Unter der überaus großen Zahl von
308 wettbewerbsfähigen Entwürfen hatte das Preisgericht zu wählen.
Wenn auch das allgemeine Niveau der dargebotenen Leiſtungen, kein
ſehr erfreuliches zu nennen iſt, ſo gibt es doch eine ganze Reihe von
Entwürfen, die der ſchwierigen Aufgabe in praktiſcher und ſchönheitlicher
Hinſicht gerecht geworden ſind. Die Aufgabe war nicht leicht. Es galt,
auf einem unregelmäßig geformten Grundſtück an einem ungünſtig ge=
ſtalteten
und abfallendem Platze ein Bauwerk zu errichten, das neben
einem ungleichartigen Programm der Nachbarſchaft einer gotiſchen Kirche
und der Häuſer aus mittelalterlicher bis Neuzeit Rechnung zu tragen
hatte.
Wenn man von einzelnen, ganz unter dem Durchſchnitt ſtehenden
Arbeiten abfieht, ſo muß geſagt werden, daß die ſtädtebauliche Geſtal=
tung
mancherlei Anregung erfahren hat.
Die einfachſte Löſung beſteht darin, das Gebände in die beſtehende
Bauflucht nach dem Ma ktplatz zu ſtellen. Dabei ergibt ſich die Schwie=
rigkeit
, die in manchen Entwürfen hochſtrebenden Baumaſſen des Rat=
hauſes
mit den beſtehenden niedrigen Häuſern am Marktplatz aus=
gleichend
zu verbinden. In dieſer Beziehung beſonders gut gelungen,
ſind, der mit dem 2. Preis ausgezeichnete Entwurf des Regierungs=
baumeiſters
a. D. R. Schreiner, Architekt B. D. A. Mainz und der
angekaufte Entwurf des Architekten G. Schaupp, Frankfurt a. M. Sel=
tener
wird der Verſuch gemacht, die Situation des alten Rathauſes auf=
zunehmen
, ſo u. a. in dem mit einem Troſtpreiſe bedachten Entwurfe
des Architekten Gg. Ley und Gg. Ley jr., Frankfurt a. M.
Unter den Entwürfen, die zu Gunſten eines Vorplatzes hinter die
Bauflucht zmückgehen, iſt zunächſt der mit einem Troſtpreis bedachte
Entwurf des Architekten L. Hörold, Igſtadt b. Wiesbaden, Mitarbeiter
K. Geiler, Krefeld, hervorzuheben. Eine hervorragende Leiſtung bietet
der mit dem 1. Preis bedachte Entwurf der Architekten H. F. W. Kramer
und K. Gräf, Frankfurt a. M. Die Vorzüge des Entwurfes beſtehen
darin, daß der Anſchluß an die Bauflucht durch einen körperlich und
nicht als Kuliſſe wirkenden Seitentrakt gewonnen wird, der ſich gleich=
zeitig
gegenüber dem Hauptbau in untergeordnetem Maße hält und
damit die langgeſtreckte niedrige Häuſerreihe der Marktſtraße angemeſſen
ausklingen läßt.
Nach allem Für und Wider muß gefagt werden, daß die Entwürfe
der letzten Gruppe, mit zurückgeſetzter Bauflucht, die ſtädtebaulich inter=
eſſantere
Löſung bieten.
Ein Gang durch die Maggi=Gutswirtſchaft und die Maggi=Werke
hieß der Lehr= und Kulturfilm, welcher am Mittwoch, den 18. ds. Mts.,
im großen Saale der Tungemeinde am Woogsplatz gezeigt wurde. Mit
Recht kann man ſagen, daß das Gebotene alle Erwartungen übertraf
und daß der Wunſch geäußert wurde, den Film nochmals laufen zu
laſſen, was umſo wünſchenswerter wäre, als viele umzukehren gezwun=
gen
waren, da der Saal wegen Ueberfüllung geſchloſſen werden mußte.
Die Maggi=Werke haben ſich ſo entwickelt, daß der Film in vier Abtei=
lungen
gezeigt werden mußte, um den gewaltigen Betrieb in packender
Weiſe darzuſtellen. Die ausgedehnte Gutswirtſchaft, ebenſo die ſinnreich
erdachten Spezialmaſchinen erweckten außerordentliches Intereſſe, ſo daß
alle Beſucher hochbefriedigt waren.
Vom Wochenmarkt. Kleinhandels=Tagespreiſe voim 21. April 1928
per Pfund bezw. Stück in Reichspf.: 1. Gemüſe: Spargeln, 1. Sorte
135150, Erdkohlraben 1215, gelbe Rüüben 2B, rote Rüben 1820,
Schwarzwurzeln 80100, Spinat 2025, Rotkraut 4045, Weißkraut
25B, Wirſing 3540, Zwiebeln 225, Knoblauch 7080, Tomaten
100120, Feldſalat, Lattig 80110, Gärtner. Kopfſalat B30, Freiland=
Kopfſalat 3040, Blumenkohl, ausl. 50150, Meerrettich 80100, Ra=
dieschen
1520. 2. Kartoffoln: Spitkartoffeln 56. 3. Obſt:
Tafeläpfel W3, Wirtſchaftsäpfel 1220, Wirtſchaftsbirnen 1015,
Apfelſinen 515, Zitronen 510, Bananen 6575. 4. Eßwaren:
Süßrahmbutter 220230, Landbutter 180200, Weitchläſe B35, Hand=
käſe
615, Eier, friſche 1214. 5. Wild und Geflügel: Hühner
131150, Tauben 80100, Ziegenlämmer 7080. 6. Fleiſch= und
Wurſtwaren: Rindfleiſch, friſch 8090, Kalbfleiſch 96120,
Schweinefleiſch 94120, Dörrfleiſch 140, Schinken 200, Wurſt 60140,
Wurſtfatt 50, Schmalz, ausgelaſſen 100.

Lokale Veranſtaltungen.

Die hierunter erſcheinenden Noikzen ſind ausſchließſich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
Alt=Darmſtadt, Vereinigung für Ortsgeſchichte u. Heimatkunde.
Nächſte Veranſtaltung Donnerstag, abends 8.30 Uhr; Vortragsabend,
Eintracht, Eliſabethenſtraße 12 (oberer Saal). Es ſpricht Herr Phil.
Weber über Darmſtadt im Wandel der Zeiten (mit Lichtbilder=
vorführung
). Nur für Mitglieder und durch Mitglieder eingeführte
Gäſte.
=Bahrenther Bund der deutſchen Jugend, Orts=
gruppe
Darmſtadt. Es wird auf ein heute abend in der evangeliſchen
Kirche in Eberſtadt ſtattfindendes Kirchenkonzert aufmerkſam gemacht.
Mitwirkende: Frl. Albrecht, Frl. Renz, Dr. Kulz, Organiſt Weber.
Im Hotel Prinz Heinrich (Bleichſtraße) findet heute
Sonntag abend Konzert mit Tanz ſtatt. Wer einige frohe Stun=
den
erleben will, wird der Beſuch ganz beſonders empfohlen.
Tageskalender für Sonntag, den 22. April 1928.
Heſſ. Landestheater Großes Haus, Anfang 19 Uhr, Ende
22 Uhr, Sonntagsfremdenmiete: Egmont Kleines Haus, vorm.
11 Uhr: Film Die Jungfernreiſe der Cap Arcona; Anfang 14½
Uhr: Humſti=Bumſti; Anfang 19½ Uhr, Ende 22 Uhr, Zuſatz=
miete
IV: Der Barbier von Sevilla, Orpheum: Das bren=
nende
Meer. Konzerte: Schloßkaffee, Kaffee Rheingold, Hotel
Schmitz, Taunusburg, Weinhaus Maxim Darmſtädter Hof, Wald=
ſchlößchen
, Bismarckeck, Frankfurter Hof, Kaffee Haſſia, Stadt Nürn=
berg
, Reichshof, Kaffee Egenrieder, Hotel Prinz Karl, Bürgerhof,
Reichskrone, Eintracht, Kaffee Jöſt, Rummelbräu, Hotel Prinz Hein=
rich
, Stadt Coburg, Ludwigshöhe (4 Uhr). Ausſtellnng Der
Menſch von 1021 Uhr, auf der Mathildenhöhe. Mauer=
ſtraße
17 vorm. 10 Uhr und nachm. 16 Uhr: Bibliſche Vorträge,
Prediger Rudnitzky. Kinovorſtellungen: Helia, Union=
Theater, Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz=Theater.
Verſteigerungskalender für Montag, den 23. April 1928.
Brennholzoerſteigerung, vorm. 9 Uhr, in Roßdorf, im
Gaſthaus Barth.

Aus Heſſen.
Starkenburg.
Aa. Wixhaufen, 20. April. Turnwart Jungs letzte Fabrt.
Am Donnerstag machmittag wurde unter großer Weteibigung Vevbands=
turnwart
Daniel Jung zu Grabe getragen. Die Beerdigung ging von
der Turnhalle des Turnvereins Wixhauſen aus, in der der Verſtorbene
aufgebahrt war. Dem Leichenzug gingen inſonderheit unter Vovantritt
einer Muſikkapelle und zahlreicher Turnerfahnen die Vertreter des
MainRodgaukes und des Süidlveſtdeutſchen Turnverbandes in langem
Zuge vorgn. Nach den Eirchlichen Handlungen auf dem Friedhof er=
olgte
die Niederlegung einer Reihe von Kränzen. Neben zwei Kranz=
ſpenden
der Firyea Karl Schenck und der Arbeiterſchaft der Firma Karl
Schenck Darmſtadt wwaren es nur die Vertreter von Turnvereinen und
Turmerorganiſationen, die den Verſtorbenen in gebührender Weiſe wür=
digten
. Für den Durnverein Wixhauſen, deſſen Turmwart und zeit=
weiliger
Vorſitzender der Verſchiedene war, ſprach der jetzige Worſitzende
des Turnvereins Wisxhauſen, Lehrer Spalt. Darauf ſpvach unter
Niederlegung zweier Kränze Lehrer Karl Zöller aus Hauſen bef
Gießen für den Südweſtdeutſchen Turnderband und den Allgemeinen
Deutſchen Turnerbund. Unter Senken der Fahnen nahm der Main=
Rodgau Abſchied von ſeinem Turnwart. Gauvorſitzender Draisbach
aus Kelſterbach ſprach dabei für den Main=Nodgau. Für den Jahn=
Starkenburggau ſſprach Gauturnwart Göckel=Dietzenbach, für den Wet=
veraugau
Gaugeſchäftsführer Koch, z. Zt. Darmſtadt, und für den Lahn=
Dünsbergga Gauturnwart Hörr. Außerdem legten die Vertreter der
Turngeſellſchaft Rüſſelsheim, des Turnvereins Trebur, des Turn= und
Sportvereins Mörfelden, des Tuunvereins Kelſterbach, der Turngemeinde
Weiterſtadt, des Turn= und Sportvereins Langen und des Turnereins
Biebesheim Kränze nieder. Auch der benachbarte Turnwerein 1876 Ar=
heilgen
ließ einen Kranz niederlegen.
J. Griesheim, 21. April. Gemeinderatsberſcht. Die Ge=
meinderechnung
für das Rechnungsjahr 1926 wurde geprüft, Einwendun
gen gegen dieſeibe wurden nicht erhoben. Die Anfertigung und Liefe=
rung
der Särge für das Rechnungsjahr 1928 wurde dem Schreinermei=
ſter
Philipp Chriſtian Feldmann 2. hier zu deſſen Angebotspreiſen über=
tragen
. Das Geſuch des Konrad Wilhelm Fuk 3. hier um Uebertra=
gung
des Geneindegrundſtücks Flur N Nr. 73½ wurde abgelehnt, da
die Gemeinde dasſelbe evnt. noch ſelbſt benötigt. Beim Spülen der
Waſſerleitung ſind an drei Grundſtücken in Flur 16 Schäden entſtanden.
Als Entſchädigungen an die Grundbeſitzer wurden Beträge von 2Mk.,
25 Mk. und 30 Mk. bewilligt. Die /Finanzkommiſſion wumde mit Auf=
nachme
eines Kapitals in Höhe von 50 000 Mark beauftragt. Das Ge=
ſuch
der hieſigen Bazrunternehmer und der Franche=Werbe i Bremen
um Gewährung einer weiteren Entſchädigung aus Anlaß der Erbauung
der Waſſerleitung ſoll dem Kulturbauamt Darmſtadt in Vorlage gebracht
werden. Der Gemeiderat erklärt ſeine Bereitwilligkeit zum Verkauf
des Gemeindehauſes Jahnſtraße 6 hier zum Preiſe von 17000 Mark an
Nobert Dickerhof hier. Zwecks Herſtellung eines Verbindumgswegs am
ſchwarzen Dämrhen ſoll das Grundſtück des Georg Maſſing 2. hier zum
Betrage von 1 Mark pro Quadratmeter ang=kauft werden. Bei dem
kürzlich vor der Feſtſtellungsbehörde in Mainz wegen Feſtſetzung der
Beſitzſtörungsentſchädigung aus Anlaß der Schießübungen der Be=
ſatzungstruppen
ſtattgefundenen Termin wurde dia Gewährung einer
Entſchädigung für den Wald abgelehnt. Es ſoll deshalb gegen dieſe
Entſcheidung Berufung an das Reichswirtſchaftsgericht in Berlin ver=
folgt
werden.
Künstliche Augen
F. Ad. Müller Söhne, Wiesbaden.
Ab 1. Mal Eillale Frankfurt am Maln,
Weserstraße 41 Ecke Taunusstraße.
Anfertigung nach Natur und Muster.
Sprechstunden von 10bis 4 Uhr.
Sonn- und Feiertags ausgenommen, (TI7117

J. Griesheim, 21. April. Das neue Schuuſjahr begit am Montag,
den B. April. Zur Aufmachne komen 1A1 Kinder und zwar 61 Knaben
und 60 Mädchen. Die Unterrichtszeit beibt für den Monat April noch
dieſelbe wie bisher. Am Montag, den 23., und Dienstag, den 24.
April, je von 1217 Uhr, finden auf dem hieſigen Truppenübumgsplatz
Scharfſchießütbungen ſtatt.
F Eberſtadt, 21. April. Vortrag. Auf Veranlaſſung des Deutſch=
nationalem
Handlungsgehilfenverbandes (Ortsgruppe Eberſtadt) ſpricht
am Dienstag, den 24. April, abends 8½ Uhr beginnend, im Saale des
Gaſthauzſes Zur Roſe (Hill) Schulrat Haſſinger=Darmſtadt über das
Thema: Wege von Beruf und Stand zur Bildung von Menſch und
Volk Zu dem Vortvage haben auch Nichtmitglieder Zurritt. Der Ein=
tritt
iſt frei. Däenſtſtunden. Von Montag, dem 23. April, ab
iſt der Dienſt auf den Bürgermeiſterei wie ſolgt geregelt: Montags bis
Freitags von 7½12 und von 26 Uhr, Samstags von 7½1 Uhr.
Im Veukehr mit dem Publikum iſt die Bürgermeiſterei (einſchließlich Ge=
meindebqnramt
) mr von 1012 und von 46 Uhr, das Arbeitsamt und
die Gemeindekaſſe nur an den Vormittagen geöffnet. Einfüh=
rung
von Hundemarken. Die Bürrgermeiſterei hat auf Grund
der Polizeiverordnung des Heſſ. Kreisamts vom 24. Februar 1928 alle
Hundebeſitzer aufgefordert, ihren Hunden eime Humdemarke mit Nummer
und Jahrgang am Halsband anzuhängen. Die Humdemarken ſind auf
Zimmer 5 der Bürgermeiſterei gegen Erſtatvung der Selbſtkoſten (25 Pf
das Stück) erhältlich. Die Beſchaffung muß bis 1. Mai erfolgt ſein.
Nichtbefolgung der Verovdnung zieht Beſtrafung nach ſich.
Aa. Pfungſtadt, 21. April. Unfall. Durch uvorſichtiges Han=
tierem
mit eimem Flobertgewehr wurde hier ein weun Jahre alter
Junge, namens Spieß, durch Schrotſchüſſe an der Bruſt ſchwer verletzt.
Wie die Nachforſchungen ergeben haben, hantierte der 21 Jahre alte
Philipp Rieber, wohnhaft in einem Gemeindehaus in der Mainſtraße,
im Hofe des Hauſes mit einem Flobertgewehr, das vom ſeinem Vater
zum Spatzenſchießem benutzt wurde. Der getroffene Junge mußte nach
erſter ärztlicher Hilfeleiſtung in das Darmſtädter Krankenhaus überführt
werden. Lebensgefahr liegt aller Vorausſicht nach nicht bor.
Aa. Pfungſtadt, 21. April. Frühlingstouren. Die hieſige
Ortsgruppe des Odemwaldklubs unternimmt am Sonntag, den 22. April,
ihre vierte Jahreswanderung. Der Weg geht vom Auerbach über
Reichenbach nach dem Felsberg. Außerdem umternimmt der Radfahrer=

kluß Union am Sontag eine Ausfahrt. Die Auusfahrt fällt in die
Wertung um die Bundesplakette. Die Bürrgermeiſterei weiſt darauf
hin, daß das herrenloſe Herumtreiben von Hunden auf den Aechern,
insbeſondere auf den Spargelfeldern ud den friſch beſtellten Aeckerm
unbedingt ſtrafbar iſt. Falls die Eigentümer von derartigem herum=
vagabundierenden
Hunden feſtgeſtellt werden kömen, werden ſie unnach=
ſichtlich
zur Anzeige gebracht. Fewer gübt die Bürgermeiſterei be=
kannt
, daß das Kreisamt Darmſtadt wiederholt die Beſtimmungen über
die Sonntagsruche und dem Ladenſchluß (7 Uhr abends) zur ſtrikten Ein=
haltung
in Erimerung bringt.
Le. Groß=Umſtadt, 18. April. Die Generalverſammlung der Peter
Wiesnerſchen Aktiengeſellſchaft, Korbfabrik ud Weidengroßhandlung,
fand am 14. April d. J. in den Geſchäftsräumen der Firma dahier ſtatt.
Der Umſatz im Geſchäftsjahr 1927 überſtieg denjenigen vom Jahre 1925
um etwa 60 Prozent. Die Ausſichten für das kommende Geſchäftsjahr
ind recht gütnſtig, ſo daß mit einer weiteren Erhöhung des Umſatzes zu
rechnen iſt. Als Beweis möge dienen, daß in den letzten 4 Monaten
allein ca. 100 Waggomadungen Weiden verkauft wurden. Die Abteilung
für Körbe und Korbmöbel iſt gut beſchäftigt. Dem Auſſichtsrate gehören
an: Dr. Paul Lehmann, Frankfurt a. M., Jakob Thoma, Gaſtwirt zu
Hainſtadt am Main und Anton Jakob Thoma, Metzgermeiſter zu Ilben=
ſtadt
in Oberheſſen. Vorſtand und Geſchäftsführer der Geſellſchaft iſt
Joſef Wiesner zu Groß=Umſtadt Der Unterricht in den hieſigen
Volksſchulen ſowie in der Fortbildungsſchule beginnt nächſten Montag,
den B. April, vormittags 7 Uhr. An demſelben Tage findet auch die
Aufnahme der neueintvetenden Schüler ſtatt. Auch in der Oberreal= und
Höheren Landwirtſchaftsſchule finden an dieſem Tage die Aufnahme=
prüfungen
, und zwar von 9 Uhr vormittags ab, ſtatt. Der regelrechte
Unterricht beginnt Dienstag, den 24. April, vormittags 7,30 Uhr.
r. Babenhauſen, 21. April. Am Donnerstag abend fand im Gaſt=
haus
Deutſcher Hof eine außerordentliche Generalver=
ſammlung
der Obſt= und Gemüſeabſatz= Genoſſen=
ſchaft
für Babenhauſen und Umgebung ſtatt, die ſehr gut beſucht
war. Von zurzeit 100 Mitgliedern waren rund 70 erſchienen. Leiter
der Verſammlung war der Direktor der Genoſſenſchaft, Herr Bürger=
meiſter
Krapp=Sickenhofen. Auf der Tagesordnung ſtand als Punkt 1
die Berichterſtattung über den Abſchluß mit dem Obſt= und Gemüſegroß=
markt
, e. G. m. b. H., Nauheim. Die vertragsmäßige Vereinbarung
mit Nauheim über die Verwertung der Spargelernte 1928 wurde ver=
leſen
und eingehend erläutert. Nach dieſer werden alle Spargel der
Mitglieder auf den Großmarkt in Naa)eim gebracht. Die Anlieferung
erfolgt auf dem Friſchmarkt in drei Sorten, wie es auf dem Großmarkt
üblich iſt. Die Abnahme wird in jedem der Genoſſenſchaft Babenhauſen
angeſchloſſenen Ort durch einen Beauftragten des Großmarktes end=
gültig
erfolgen. Die Verrechnung des Verſteigerungsergebniſſes wird
ſpäteſtens wöchentlich vorgenommen. Hierbei kommen die üblichen Spe=
ſen
in Abzug. Es wird vorgeſehen, daß bei Ueberangeboten auf dem
Friſchmarkt der Spargel trocken angeliefert wird zur Belieferung des
Konſervierungsmarktes. Dabei iſt eine Sortierung nach zwei Sorten
vorzunehmen. Wann ungewaſchener Spargel geliefert werden ſoll,
wird rechtzeitig bekanntgegeben. Nach einer regen Ausſprache und
praktiſchen Erläuterungen durch den Vorſtand wird beſchloſſen, daß die
Genoſſenſchaft grundſätzlich bereit iſt, korporativ dem Großmarkt Nau=
heim
beizutreten. Der Zeitpunkt des Beitritts bleibt jedoch dem Vor=
ſtand
überlaſſen. Bei Punkt 2 der Tagesordnung: Errichtung von
Annahmeſtellen in den Erzeugerorten, werden folgende Annahmeſtellen
auf Vorſchlag beſtimmt: für Babenhauſen mit Stimmenmehrheit das
Gaſthaus Zum Adler, in Harreshauſen bei L. H. Kämmerer, in
Schaafheim bei Hch. Sehnert, in Langſtadt bei L. Kirchhöfer,
in Altheim bei A. V. Koch, in Hergershauſen bei Ad. Vogel und
in Sickenhofen bei H. W. Seliger II. Bei Punkt 3: Verſchiedenes,
ſpricht Herr Bürgermeiſter Krapp über eine Verſammlung in Groß=
Gerau, die die Errichtung einer Hauptgenoſſenſchaft zur Verwertung
der in den einzelnen Ortsgenoſſenſchaften geſammelten Erzeugniſſe von
Obſt und Gemüſe zum Ziele hatte. Das Vorſtandsmitglied Herr Wil=
land
hebt in eindringlichen Worten den Zweck und die Bedeutung
einer Hauptgenoſſenſchaft hervor. Nur durch einen genofſenſchaftlichen
Zuſammenſchluß der Erzeuger kann der Auslandseinfuhr von Obſt und
Gemüſe wirkſam begegnet und unſere Handelsbilanz dadurch aktiver
geſtaltet werden. In der Ausſprache, die ſich mit der Anpflanzung und
Verwertung von Frühgemüſen (Bohnen, Spinat uſw.) befaßte, warnte
Herr L. Kämmerer, Landwirt in Harreshauſen, vor der Vielgeſtaltigkeit
im Gemüſe= und Obſtanbau und befürwortet eine rationelle Bepflan=
zung
von Einzelgemüſen und Obſtſorten unter Berückſichtigung der
Bodenart. Mit der dringlichen Mahnung zur Pünktlichkeit in ſpäteren
Verſammlungen und dem Wunſche, daß die jetzt in die praktiſche Arbeit
eintretende junge Genoſſenſchaft ſich gut weiterentwickeln möge, ſchloß
der Vorſitzende die für alle Teilnehmer ſehr anregend verlaufene Ver=
ſammlung
.
Werſau, 21. April. Die ordentliche Genevalverſamlung der
Landwirtſchaftlichen Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaft war recht zahlrei!
beſucht. Der Divektor, Herr Andreas Schanz, leitete die Verſammlung.
Recher Lauutenſchläger erſtattete den Geſchäftsbedicht umd trug die Bi=
lanz
für 1927 vor. Der ausgewieſene Reingewinn wurde hälftig dem
Reſevvefonds und der Betriebsrücklage überwieſen. Das ausſcheidende
Vorſtandsmitglied, Herr Andreas Schanz, wurde einſtimmig wieder=
gewählt
. Ebenſo das ausſcheidende Aufſichtsvatsmitglied Georg Schnei=
der
. Der wichtigſte Punkt der Tagesordnung war Neuwahl des Rech=
ners‟
. Der ſeitherige Rechner, Friedrich Lautenſchläger, hatte ſein Amt
niedergelegt. Es hatten ſich vier Bewenber gemeldet. Aus der Wahl
ging Jakob Feick 2. mit knapper Stimmenmehrheit hervor. Direktor
Schang dankte namens der Verſammlung dem bisherigen Rechner für
ſeine umeigennützige Aubeit, die er ſeither im Dienſte der Genoſſenſchaft
geleiſtet habe. Er erwähnte beſonders, daß es der ſelbſtloſem Arbeit
des Rechners zu verdankem ſei, daß die Genoſſenſchaft heute auf dem
Stand ſtehe, den ſie jetzt erreicht hat. Ganz mittellos, ohne jede Be=
triebsmittel
, betrieb er ſeit Früchjahr 1924 das Warengeſchäft. Heute,
nach vier Jahren, habe er die Genoſſenſchaft mit einem eigenen Ver=
mögen
von rund 1500 RM. übergeben. Das ſei eine Leiſtung, die an=
zuerbennem
ſei. Unter Wünſche und Anträge gab es eine außerordentlich
lebhafte Diskuſſion, woran ſich vor allem die überaus zahlreich erſchie=
nenen
Jungb uern beteiligten. Ein Verbandsvertreter gab noch ver=
ſchiedene
wertvolle Winke. Erſt gegen 12 Uhr ſchloß Herr Direktor
Schanz die ſo anregend verlauſene Verſammlung.
Fränkiſch=Crumbach, 21. April. Der hieſige Geflügelzuchtverein
veranſtaltet am 29. April im Gaſthaus Zum Odenwalh eine Geflügel=
und Edelpelzkaninchen=Werbeſchau. Zur Ausſtellung gelangem Zucht=
ſtäme
, Bruteier, Kücken, mit natürlicher und künſtlicher Aaifzuncht, Edel=
pelzkanimhen
und Zuchtgeräte.

Während der Wechſeljahre
der Zeitk, in welcher die Frau, meiſt vom 40. Lebens=
jahre
an, öfter ſchwer unter den wohlbekannten Be=
ſchwerden
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Nummer 112

Sonntag, den 22. Aprll 1923

Seite 7

Burnane 2 7 Mrl. Schrkeniens. 9a Aarm ie
ſchulpflichtigen Kinder für das neue Schuljahr ſindet am kommenden
Montag, B. April, vormittags um 10 Uhr, im alten Schulhauſe ſtatt.
Oeffentliche Verſammlung. Am nächſten Sonmtag, den
22. April, fimdet machm. 4 Uhr, im Scale des Gaſthaunſes Zur Burg=
Breuberg eine große evangeliſche öffentliche Volksverſammlung ſtatt,
in der ebenſo, wie in gleichem Verſammlungen an allen größeren Orten
der alten Herrſchaft Bweuberg, den ernſten Bedenken umſever weitüber=
wiegend
evangeliſchen Heimat gegenüber den dunch Beitungswotizen be=
kannt
gewondenem Abſichten, die Burg=Breuberg, das Wahrzeichen uſerer
Heimat, am eine katholiſche Ordensgeſellſchaft zu verkaufen, Ausdruck ge=
gecben
werden ſoll. Unter andenen Rednern ſpricht Herr Pſarrer Röm=
Ree
L. Michelſtadt, 21. April. Goldene Hochzeit. In ſeltener
körperlicher und geiſtiger Friſche feiern morgen der weitbekanite Georg
Wilh. Fiſcher, Senior der früheren Leinenweberzumſt und Maſſeur=
und ſeine Ehefrau Anma Gath., geb. Nord, das Feſt der Goldenen Hoch=
zeit
. An Ghrungen wird es dem allſeits geachteten und beliebten Jubel=
paave
an dieſem Tage nicht fehlen. Auch wir ſchließen uns mit dem
herzlichſten Glückhwuſche an, möge ihnen ein ſtiller, forgenloſer Lebens=
abend
die Freude am Lebem bis in ihre letzten Tage erhalten.
Stenographie=Wettſchreiben. Als Auftakt zu dem am
6. Mai hier ſtattfindenden Bezirkswettſchreiſben, veranſtaltet der Steno=
graphenkranz
Ggbelsberger Michelſtadt am Sonntag, den 22. April,
im der Schadtſchule ein Vereinswettſchreiben für ſeine Mitglioder. Dieſes
ſoll den Teilnehmem am Bezirkswettſchreibem Gelegenheit geben, ihre
Beiſtungsfähigkeit zu prütfen, um ſo ſich erfolgreich an dem Bezirkswett=
ſchreiben
beteiligen zu körmen. Eine kleine Feier mit Preisverteilung,
die am Abend im Altdeutſchen Hof ſtattfindet, wird dieſe Veranſtal=
uung
abſchließen. Autounfall. Der Laſtwagem der Firma Gdel=
mam
u. Willenbüſcher, Beerfelden, fuhr geſtern abend beim Einbiegen
von der Waldſtwaße in die Hochſtraße auf den mit Steinplattem belegten
Hanal. Da dieſe die Laſt des Wagens nicht aushielten und auuseinander=
bayſten
, geriet der Wagen auf der einem Seite in den Kanal und konnte
erſt mach ſtumdenlangen Bemühungen aus ſeiner Lage befreit werden.
Stand der Epwerbsloſigkeit. Erfreulichenweiſe konnte in der
letzten Zeit ein, wenn auch kleiner Rückgang der Erweubsloſen in un=
ſerer
Stadt feſtgeſtellt werden. Gegenwärtig empfangen 117 Arbeitsloſe
Unterſtützung, während 20 Arbeitsloſe von der Kriſemnterſtützung er=
halten
werden. Die Stadt ſelbſt beſchäftigt etwa B5 ausgeſteuerte Ar=
beitsloſe
, die im der Hauptzſache bei dem Schaulhausneubau, Straßenaus=
beſſerung
und dergleichen beſchäftigt werden.
I. Michelſtadt, 2. April. Maul=Feier. Afred Mauls 100 Gebutztag feiert der hieſige Turnverein e. V. in Verbindung
mit dem Turngaut bes Obenwaldes am Samstag, den B., und Som=
tag
, den 29. ds. Mts. Am B. April findet ein Begrüßungsabend im
Städt. Saalbgu ſtatt, verbunden mit turneriſchen Auffüchrungen und
fonſtigen uterhaltenden Darbietugen. Der Geſangverein Lieder=
kranz
Michelſtadt hat hierzu ebenfalls ſeime Unterſtützung zugeſagt.
Herr Oberſtudiendivektor Dr. WeinerMichelſtadt wird über Maul ſpre=
chen
. Der Kreisausſchuß des 10. Deutſchem Turnkreiſes Baden ſowie un=
ſeres
9. Kreiſes, zu dem auuch der Odenwaldturngau gehört, werden an=
weſend
ſein. Anſchließend an dem Vormittagsgottesdienſt findet eine
Feſer im der Kinche ſtatt. Nachmittags wird ein Werbezug nach dem
Stadion ziehen, wobei am Geburtshaus Alfned Mauls im der Bahn=
hofſtuaße
eine Anſpwache gehalten werden wird. Im Stadion ſelbſt
finden turneriſche Vorführungen des Odenwaldturngaues ſtatt. Dieſe
werdem dunch ein Handballwettſpiel zwiſchem einer Mannſchaft des
Turn= und Sportvereins Butzbach und einer Auswahlelf des Odenwald=
turngaues
ihren Abſchluß fimnden. Am Montag, den B. April, werden
die ſchulpflichtigen Kinder aufgenommen, und zwar die Knaben um
10 Uhr und die Mädchen um 10.30 Uhr vormittags. Hierbei ſind die
Impfſcheine und bei zugezogenem Kinderm auch die Geburtsſcheine vor=
zulegen
. Am Nachmittag erfolgt die Aufnahwe der fortbildungsſchul=
bflichtigen
Mädchen, die der fortbildungsſchulpflichtigen Knaben am
Dienstag, den 24. April, und zwar bei beiden nachmittags 1.15 Uhr.
Hausverkauf. Das in der Karl Ulrich=Straße gelegene, früher der
Friedr. Will Wwe. gehörende Wohnhaus, ging durch Kauf in den Beſitz
des Herrn Konditor Phil. Ruppert über.
Erbach i. D., 21. April. Die 39. ordentliche Genevallverſammlung
der Spar= und Darlehnskaſſe Nieder=Klingen war außerordentlich ſtark
beſucht. Faſt alle Mitglieder waren amweſend. Der Rendant, Herr
Willems, erſtattete einen Geſchäftsbericht und trug die Bilanz für 1927
vor. Der Geſamtparenbezug hat ſich im dieſem Jahre faſt verdoppelt.
Wie überhaupt aus dem ganzen Geſchäftsbericht zu entnechmen war, iſt
ein freudiges Auufwärtsſtweben der Genoſſenſchaft feſtzuſtellen. Der
Reingewinn wunde für die Verzinſung der Geſchäftsanteile verwandt,
der Reſt wurde dem Reſervefonds und der Betriebsrücklage zugewieſen.
Auch dem Auſwertungsfonds wurdem 400 Mk. überwieſen. Die Aktiv=
knebitgrenze
wurde auf 200 RM. erhöht bei hypothekariſcher Sichercheit.
Eine Erhöhung der Geſchäftsanteile wurde zunächſt zurüchgeſtellt. Einen
breiteven Spielraum nahm die Ausſprache über die Aufwertung der
Spareinlagen in Anſpruch. Die Genoſſenſchaft muß rund 20 000 Gold=
mark
Spareinlagen aufwergen. Die vorhandenen Mittel ſind allerdings
noch gering. Jedoch bei einem weiteren Fortſchreitem des Geſchäfts=
betriebes
wie im letztem Jahre dürfte wohl eine höhere Aufwertung als
ſeither vorgeſehen, möglich ſein. An den Mitgliedern wird es in erſter
Liwie liegen, dafür zu ſorgen, daß ſämtliche Geld= und Wanengeſchäfte
nur durch die Genoſſenſchaft getätigt werden. Der Revöſionsbericht
wurde bekamnt gegeben und zeugt auch er wieder davon, daß die Ge=
ſchäftsführung
unſerer Kaſſe bei dem jetzigen Rechner in den beſten
Händen liegt. Die ausſcheidenden Vorſtandsmitglieder Wdam Uhrig
und Jakob Lutz 10. wurden wiedergewählt. Gbenſo die turnusmäßig
ausſcheidendem Aufſichtsratsmitglieder Georg Uhrig 5. und Heinrich
Koch 3. In der weiteren Ausſprache verbreitete ſich ein Verbandsver=
treter
über verſchiedene genoſſenſchaftliche Tagesfragen und gab der
Verfammlung außerordentlich werwolle Anregungen, was die nachfol=
gende
Ausſprache auch deutlich zeigte. Beſonders auch das Getreide=
abſatzgeſchäft
und der Futtermittelbezug wurden eingehend beſprochen.
Erſt gegen 7 Uhr ſchloß der Vorſitzende die guregend verlaufene Ver=
fammlung
.
m. Beerfelden, 21. April. Kirchenkonzert. Einen ſeltenen
Genuß bot am Mittwoch abend in der hieſigen Kinche dem Beſuchern das
Hornquartett von Herrn Pfarrer Kalbhenn und Söhnen aus Groß=
Buſeck. Das reichhaltige Programm lehnte ſich in ſeiner Auswahl am
die Feſte Oſtern, Himmelfahrt, Pfingſtven am und gab einen Ausklang,
ſein Weg führte aber auch durch mehrere Jahrhunderte, indem es Stücke
berüchſichtigte aus der Zeit vom Ende des 12. bis Anfang des 17. Jahr=
hundents
. War das Programm ſchon nach dieſer Seit hin intereſſant,
ſo war man ferner erſtaunt, ein ſo ausgezeichnet geſchultes Hornquartett
zu hören. Die Auffaſſung des Vorgetvagenen zeugte von künſtleriſchem
Verſtändmis und Können, und der Eindruck auf die Hörer war auch
dementſprechend. Die genannten Hernen ſtellen ihre Kunſt in den Dienſt
der Wohltätigkeit, und ſo konr, der Ertrag zur Hälfte dem Krüppel=
heim
in Nieder=amſtadt zugute, während über die Vewwendung der
anderen Hälfte der hieſige Kirchenvorſtand zu beſtimmen hat. Von
der Schule. Kommenden Montag finden die Nezuaufnahmen im, die
Volks=, Fortbildungs= und Höhere Bürgerſchule ſtatt. Es wird darauf
aufmerkſam gemacht, daß bei der Fortbildungsſchule die Schüler auch
dam in die gewerbliche Klaſſe eintreten, falls ſie noch keime Lehrſtelle
hoben, aber doch wiſſen, welchem Getverbe ſie ſich zuwenden wollen.

Ua er Iice Ermnkeunrscn Lalrnt m Arch
veunen Anfängerkurfus, in dem die Neichseinheitsſtenographie
gelehrt wird. Die Einſicht hat ſich allgemein durchgeſetzt, daß die Kurz=
ſchrift
nicht mehr eine Kunſt Einzelner iſt, daß ſie vielmehr eine Not=
wendigkeit
ſitr das Berufsleben weiteſter Schichten der Bevölkerung ge=
wonden
iſt. Die Einheitsſtenographie blickt ig auf ein erſt vierjähriges
Beſtahen zurück, doch darf jetzt ſchon geſagt werden, daß ſie in nicht
allzu ferer Zeit Genweingut faſt aller geworden ſein wärd.
Hirſchhorn, 21. April. Waſſerſtand des Neckars am
20. April 1,38 Meter, am 21. April 1,32 Meter.
H. Birkenau, 21. April. Konfirmation. In dieſem Jahre
ſind 30 Jahre verfloſſen, daß die Komfirmation von dem früher üblichen
Termin an Pfingſten auf den zweiten Sonntag nach Oſtern verlegt
wurde. So lommen am nächſten Sonntag die diesjährigen Konfirman=
den
, 48 an der Zahl, und zwar 25 Knaben und B Mädchen, zu ihrem
Ehrentag. Der feſtliche Gottesdienſt wird durch die Mitwirkung des
Kirchenchors unter der Leltung des Herrn Rcktor Pfeiffer und des Po=
faunenchors
unter der Leitung des Herrn Hans Geiß bereichert.
Bu. Bensheim, 20. Awril. Um unterernährten, armen Kindern einen.
Euholungs= Sommengufenthalt in geſunder Luft zu ermöglichen, fand
geſtern auf die Initiatibe des Herrn Kommerzienpats W. Euler ud in
Erinerung an die gleichem menſchenfreundlichen Beſtrebugem des ver=
ſtorbemem
Herrn Schulrats Bauder hierſelbſt im Saale des Deutſchen
Hauſes ein ſehr gut beſuchtes Wohltätigkeitskongert ſtatt,
bei dem Fraur Luſe Rauft=Maſſot, Leitzig, umd Fräulein Ida Biel,
Tochter des hieſigem Herrn Profeſſors Biel und zurzeit Lehverm am
Hochſchen Konſenwatorium in Frankfurt a. M., in umeigenmützigſter Weiſe
mitwirkten. Die ſehr ſorgfältig zuſammengeſtellte Vortwagsfolge um=
faßte
eine Reihe von der Sopraniſtin Frau Raurft=Maſſot mit großer
Routine geſungener Lieder von Mozart, Rubinſtein, Schumann,
Brahms, Richard Strauß und Hugo Wolf, und Klaviervorträge von
umſerer einheimiſchem Künſtlerim Fräulein Ida Biel Beethovenſcher und
Brachmſcher Werke, die in brillanter Technik und kmſtleriſch einem
Gmpfinden zur Wiedergabe gelangten. Herr Kommerzienrat Euler nahm
nach Schluß des Konzerts Veranlaſſung, allen, die zum gutem Erfolg
des zum Beſtem der Rinderhilfe veranſtalteten Konzerts beigetragen,
herzlichſt zu dancen. Der Bensheimer Einwohner Herr Peter Weimar
feierte heute ſem Bjähriges Dienſtzuibläumn als Burewungeſtellter der
Maſchmenpapierfabwik Euler A.=G., ebenſo kan Hers Jakob Stallen=
berger
Vovorbeiter bet dem hieſigen Bekleicdumgswerken, auf eine Bjäh=
rige
Tätigkeſt im Hauſe Thalheimer (ietzt die erwähntem Bekleſidungs=
werke
) zurückblichen. Dieſe beiden Jubiläien ſind gewiß ein gutes Zeichen
dafür, daß im beiden gemamnten Aubeitsſtättem zwiſchen Arbeitgebern und
Arbeitnehmern ein dauerndes guutes Einvernechmen herrſcht.

Früblahrskur tür

9
venkranke
Ne
R
u. Nervös-Erschöpfte. Spezialkuranstalt Hofheim im Taunus
(k23
bei Frankkurt am Main. Prospekte durch:
Dr. M. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt.

Bm. Hofheim (Ried), 20. April. Gemeinderatsſitzung.
Unter dem Vorſitz des Herrn Beigeordneten Lameli fand am Donners=
tag
abend 8 Uhr auf dem Rathaus eine öffentliche Gemeinderatsſitzung
ſtatt. Punkt 1 betrifft Beſchwerde gegen die in letzter Sitzung ſtatt=
gefundene
Wahl des Gemeindekontrolleurs. Nach Verleſung der Be=
ſchwerdeſchrift
entſteht eine längere Debatte, bis eine Abſtimmung mit
6:6 Stimmen dafür entſcheidet, daß die bereits ſtattgefundene Wahl
beſtehen bleibt, und ſomit Gemeinderat Seibert als Kontrolleur ge=
wählt
iſt. Durch dieſe Erledigung wurde Punkt 2 hinfällig. Punkt 3
betrifft Beſchaffung eines Führerhundes für den erblindeten Joſeph
Hofmeiſter. Jedoch lag ein Schreiben vor, daß die Lederinduſtrie=
genoſſenſchaft
Mainz die Koſten zur Beſchaffung des Blindenhundes
allein übernimmt und ſomit die Gemeinde von einem Zuſchuß ver=
ſchont
bleibt. Die drei letzten Punkte betreffen Erlaß von Hausmiete,
Gemeindeſteuer uſw. und werden zum nichtöffentlichen Teil zurück=
geſtellt
. Kundgebung. Am Sonntag, 22. April, findet nachmit=
tags
im Schwarzen Abler (Gebr. Lameli) eine Kundgebung des
Handwerks und Gewerbes, Verſammlung des Bezirksverbands Worms=
Oppenheim, ſtatt. Das Referat lautet: Was tut dem Handwerk not;
Dieſe äußerſt wichtige
ſeine Forderung an Staat und Gemeinden
Verſammlung ſollte kein Handwerker und Gewerbetreibender ver=
ſäumen
.
D. Biblis, 21. April. Aufnahme der Kinder in die
hieſige Volksſchule. Am kommenden Montag, den 23. April,
vormittags 10 Uhr, werden die ſchulpflichtigen Kinder in die Volks=
ſchule
aufgenommen. Die Meldungen haben im unteren Saale des
neuen Schulhauſes unter Vorlage des Impfſcheines zu erfolgen. Bei
allen nicht in Biblis geborenen Kindern müſſen Impfſchein und Ge=
bartsurkunde
vorgelegt werden.
Gernsheim, 21. April. Wafſerſtand des Rheins am
20. April 0,65 Meter, am A. April 0,58 Meter.
g. Gernsheim, 21. April. Ernennung. Der boi der Schutz=
polizei
in Darmſtadt in Dienſten ſtehende Unterwachtmeiſter Franz
Adler, Sohn des Bierverlegers Franz Leonhard Adler dahier, wurde
zum Wachtmeiſter ernannt. Am nächſten Sonntag, werden in der
hieſigen ebangeliſchen Pfarrkirche 10 Rinder, und zwar 7 Knaben und
3 Mädchen, konfirmiert. Am Sonntag, den 9. ds. Mts., findet in
Saalbau Darmſtädter Hof die Ausſtellung der von den diesjährigen
Junggeſellen gefertigten Geſellenſtücke ſtatt. Um 4 Uhr erfolgt die
feierliche Ueberreichung der Geſellenbviefe duvch den Vorſitzenden des
Prüfungsausſchuſſes, Herrn Maurermeiſter Jakob Schnatz 3. Die Mit=
glieder
des Schulvorſtandes, die Eltern der Junggeſellen ſowie die
Handwerkerſchaft iſt zu dem feierlühen Akt eingeladen. Ein zweites
Probiantunternehmen auf dem Rheimſtrom wurde dunh Karl Funke
Am
dahier eingerichtet und mittlarweile in Betvieb genommen.
Dienstag, den 24. April Ifd. J8, vormittags um 9 Uhr, findet auf dem
Stadthaus eine Nutz= und Brennholzverſteigerung ſtatt.
42. Kelſterbach, 21. April. Entgleiſung. Am Freitag vor=
mittag
entgleiſte auf der Strecke zwiſchen Kelſterbach und Raunheim
der Packwagen eines Güterzuges. Der Wagen fiel ſo unglücklich
um, daß beide Gleiſe längere Zeit geſperrt waren und die um dieſe
Zeit fälligen Perſonenzüge Verſpätungen erlitten.
Rheinheſſen.
U. Nieder=Ingelheim, 21. April. Eine Abordnumg des evangeliſchen
Kirchenvorſtandes überreichte dem als heſſiſcher Miniſter für Arbeit und
Wirtſchaft nach Darmſtadt verzogenem Pfarrer Kovell eine kunſtvoll aus=
geſtattete
Unkunde. Der Text lautet: Die ebangeliſche Kinhengemeinde
Nieder=Ingelheim widmet ihrem aus ſeinem Amte ſcheidenden hochver=
ehrten
Pfarrer, Herrn Adolf Korell, in dankbaver Würdigung der hohen
und bleibenden Verdienſte, die er ſich während ſeiner 16jährigen Amts=
tätigkeit
um die evangeliſche Kirche in Nieder=Ingelheim erworben hat.
dieſen Ehrenbrief mit dem Wunſche, daß er der Gemeinde allezeit ein
treuer Freund bleiben und alles Glück, ſtete Geſundheit und Gottes
reſchſter Segen ihm immerdan beſchniedem ſein möge.

Kch
v. Bad=Nauheim, 21. April. 25 Jahre Verforgungs=Kur
anſtalt. Auf ein Bjähriges Beſtehen kamn heute eine der älteſten
hieſigem Kupanſtalten zurückblicken. Es iſt die Vevſorgungskuvanſtalt,
die Ende April 1903 als Militärkurhaus im der Frankfurter=
ſtvaße
eröffnet wurde, nachdem ſeit 1888 ſchon Militärkurgäſte durch Ver=
mittluug
des Kur= und Verſchönerungsvereins in Privatquartierem Auf=
nahme
gefunden. Die Frequenz der Anſtalt erreichte vor dem Kriege
durchſchnittlich 400 Mlitärkurgäſte im Jahre. Während des Weltkrieges
war das Militärkurhaus die Verwaltungszentrale des hieſigen Reſerve=
lazaretts
, das über 4500 Betten verfügte. Nach dem Kriege wunde das
Kurheim unter dem Namen Verſorgungskuranſtalt dem
Reichsarbeitsminiſterium unterſtellt. Nachdem die Stadt mieweiſe eine
große Villa überlaſſem hat, können jetzt jährlich rund 550 kriegs=
beſchädigte
Angehörige des ehemaligen Heeres Aufnahme finden, dar=
über
himaus auuch Reichs=, Landes= und Gemeindebeamte.
Geſchäftliches.
Herabſetzung der Preiſe im Römerbad.
Auch das Römerbad, Darmſtadt, Zimmerſtraße 7, hat ſeine Preiſe
bedeutend herabgeſetzt; z. B. Wannenbad 1. Kl. Mk. 1.; 2. Kl. 0,75.
Ueber die Preiſe der 6 und 12 Karten wird an der Kaſſe Auskunß
erteilt. Bei ſo billiger Badegelegenheit müßte das Motto wahr werden:
Jedem Deutſchen wöchentlich ein Bad! (Siehe heutiges Inſerat.)
Künſtliche Augen. Die altbekannte in Wiesbaden anſäſſige Anſtalt
für künſtliche Augen, F. Ad. Müller Söhne, eröffnet, den Zeitverhält=
niſſen
Nechnung tragend, am 1. Mai 1928 in Frankfurt a. M. Weſer=
ſtraße
41, Ecke Taunusſtraße, eine Filiale zur direkten Anfertigung
künſtl. Augen nach der Natur. Die täglichen Sprechſtunden finden
von 104 Uhr ſtatt, Sonn= und Feiertage ausgenommen. Für Kriegs=
und Unfallverletzte empfiehlt es ſich, eine Anweiſung ihrer Dienſtſtelle
mitzubringen.
Miniatur=Spielwaren aus dem Erzgebirge.
In dem Erzgebirgs=Dörfchen S. wurde im 18. Jahrhundert noch
eifrig Bergbau betrieben. Die Bergarbeiter beſchäftigten ſich in den
Wintermonaten nebenbei mit Holzſchnitzerei= und DrechſlereiArbeiten.
Nach Einſtellung des Bergbaues wurde dieſe Nebenbeſchäftigung dann
Haupterwerb. Die verſchiedenſten Artikel waren ſehr billig und deshalb
die Nachfrage ſehr groß, aber der Verdienſt ſehr Engpp. Trotzdem lebte
aber die Bevölkerung damals zufriedener als heute. Um das Kinder=
ſpielzeug
ſo zu geſtalten, daß es dem Kinde möglich fet, auch mit voller
Befriedigung auf dem Tiſche ſpielen zu können, wurde im Jahre 1906
von einer der erſten Firmen heute, entgegen den ſeitherigen großen
Spielwaren, das Miniaturſpielzeug auf den Markt gebracht. Aus den
erſten Verſuchen, wie Poſtkutſche, Feuerwehr, Wagen, Autos uſw., hat
ſich ein Artickel an den andern gereiht und iſt heute dem Kinde eine
willkommene Gabe. Welch herrlichen Sächelchen gibt es doch unter
dieſen Miniaturen. Was das große Herz begehrt, findet man auch ſo=
fort
in der Puppenſtube uſw. Die einzelnen Dinge alle aufzuzählen, iſt
ein Ding der Unmöglichkeit. Aber ſoviel ſteht feſt, daß die Nachfrage
nach dieſen kleinen Sachen täglich größer wird. Bedeutet der Kauf dieſer
herrlichen Miniatuven an ſich ſchon eine Freube, ſo ſteht dem gegenüber
die ſoziale Unterſtützung, die der Käufer dieſer arbeitenden Bevölkerung
entgegenbringt. Und daß gerade dieſer Erwerbszweig eimer dringenden
Unterſtützung bedarf, iſt heute wohl den meiſten Liebhabern bekannt.
Von dieſem Standpunkt aus ließ ſich auch die hieſige Firma Otto
Günther leiten und ſcheute keine Mühe und Koſten, um den Kin=
dern
eine ganz originelle Dorfanlage in ihrem Schaufenſter in der
Karlsſtraße 26 zu zeigen. Von den kleinſten Tierchen bis zum
größten Felſen iſt aber auch alles vertreten.
31. Preußiſch=Süddeutſche Klaſſen=Lotterie.
1. Tag der 1. Klaſſe. In der Vormittags=Ziehung fielen:
4 Gewinne zu 3000 Mk. auf Nr. 204 914, 333 994; 2 Gewinne zu 2000
Mk. auf Nr. 175 938; 8 Gewinne zu 800 Mk. auf Nr. 14359, 231 908,
288 773, 316 094; 28 Gewinne zu 500 Mk. auf Nr. 1373, 21 115, 40 604,
103045, 125 893, 143 901, 146 775, 186 799, 206 616, 217 254, 239 406,
259 857, 333 030, 363 598; ferner 94 Gewinne zu je 200 Mark und 218
Gewinne zu je 120 Mark. In der Nachmittags=Ziehung fielen:
2 Gewinne zu je 50 000 Mk. auf Nr. 128 603: 4 Gewinne zu 3000
N.
auf Nr. 134 436, 297 755; 6 Gewinne zu 2000 Mk. auf Nr. 85
23,
94 842, 151 268; 6 Gewinne zu 1000 Mk. auf Nr. 8 135, 160 266, 285 791;
6 Gewinne zu 800 Mk. auf Nr. 54 256, 129 636, 250 686: 24 Gewinne
zu 500 Mk. auf Nr. 75 252, 94051, 130 492, 136 785, 157 413, 160 925,
187 955, 194 933, 250 550, 268 654, 301 412, 306 607; ferner 106 Gewinne
zu je 200 Mark und 258 Gewinne zu je 120 Mark. (Ohne Gewähr.)

Wetterbericht.
Die über Dänemark liegende Störung hat ſich ſüdwärts verlagerk
und zur Fortdauer des ubeſtändigen Wetters geführt. Nach dem
Vorüberzug dürfte endlich eine langſame Beſſerung eintreten. Die
Temperaturen werden anſteigen.
Wetteransſichten für Sonntag, den 22. April 1928:
Wolkig, auch vielfach aufheiternd, Abnahme der Schauer, langſame
Erwärmung.
Wetterausſichten für Montag, den 23. April 1928:
Meiſt trocken, zeitweiſe bewölkt und weitere Erwärmug.

Ort: Wetter: Temp.
in C Wind:
ſchlag
in mm ee
decke
in em Gießen: wolkig Be 79 Aachen: Hamburg: neis Berlin: Sp. 10 München: heiter Königsberg: Schnee 2 Windſtille Breslau: heiter W. Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen Feldberg:
(Taunus) Nebel 2 NV. Waſſerkuppe: Nebel 2 Feldberg:
(Schwarzw.) Schne
wolkig 5 Me. 93 3 Zugſpitze: 12 240 Kahler Aſten: Nebel 4 0,4 Fichtelberg: Schneekoppe: wolkig

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[ ][  ][ ]

Luſe Merkel
Karl Leinberger
Verlobie
Darmſtadt, den 22. April 1928.

Aſß0

Seite 8

Sonntag, den 22. April 1928

Ein geſundes Mädel
* anngannn.
Tracht und Frau
geb. Dörſam.
dt, den 20. April 1928
Darn
Tande
Dr. Walihe f., og1

Geburt eines Töchter=
gen
hocherfreut an
ſchild u. Frau
Mannhäuſer I.
20. April 1928.
Bräfer
eichem Maße er=
erkſamkeiten
zu
vieſe
Hochzeit danken
ſe herzlichſi
d
elen u. Frau.
Ke
pril 1928.
210983
inb

wünſche,
deſchenke
hochzeit
läß
en recht
*10945
Iy
ndan.

Ubernen
Naße er=
ſchenke

rzlichſten
haffner

iſerer
zeit
nkeiten
d Frau.
0959

ge.
½½ Uhr
erzensgu=
er
, Groß=
kel

eh
ter
inkheit im
ensjahre.
rauer:
ich Peh
1 Suchs
ru. Frau
128. (7176
am Mon=
hmittags

iedhof ſtatt.

ing.
beiſe inniger
Heimgange
Entſchlafenen
ank
raun Ww.
der. ( 10910


Zeweiſe herzlicher
der Krankheit
eilna
gung unſeres lie=
lafenen

n, t
ſel Jung
igen
em Wege, unſe en
Ganz beſonders
herzlie
danken
Pfarrer Erkmann
treiche Grabrede, Herrn
für di
Schweſter Viktoria
Dr. Ke
volle Pflege, dem Turn=
für
die
verein Wixhauſen für die Aufbahrung
ierliche Durchführung der
und die
Beerdigung, dem Allgem. Deutſchen
Turnerbund, dem Südweſtdeutſchen
Turnverhand, dem Main=Rodgau,
den Gauen Jahn, Starkenburg, Wet=
terau
und Lahn Dünsberg, den Ver=
einen
des Main= Rodgaues, dem Turn=
verein
Arheilgen, der Firma Karl
Schenck=Darmſtadt und der Arbeiter=
ſchaft
derſelben für die ehrenden Nach=
rufe
und Niederlegung der Kränze.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Margarete Jung, geb. Eberle,
7110
und Kinder.
Wixhauſen, den 21. April 1928.

Nachruf.
Am 21. April ds. Js. iſt unſer Kollege
Gaſtwirt
K.
Georg Beber
nach längerem ſchweren Leiden verſchieden.
Als Vorſtandsmitglied und in zahlreichen
Ehrenämtern der Innung hat der Heimgegangene
ſich ſtets arbeitsfreudig zur Verfügung geſtellt,
wenn es galt, die Intereſſen der Innung zu ver=
treten
.
Ein ehrendes, dankbares Gedenken wird ihm
bewahrt.
Die Beerdigung findet am Dienstag, den
24. ds. Mts., nachmittags 3½ Uhr, von der Kapelle
des alten Friedhofes aus ſtatt.
Die Mitglieder finden ſich um 3½ Uhr am
Portale des alten Friedhofes ein.
Gaſiwirte= Innung Heſſen
Sitz Darmſtadt.
A. Schmitz, I. Vorſitzender.
7135)

Todes=Anzeige.
Allen Verwandten und Bekannten hiermit die
traurige Nachricht, daß geſtern früh nach längerem,
geduldig getragenem Leiden meine liebe Frau,
unſere Mutter, Tochter, Schweſter, Schwägerin
und Tante
Margarethe Schmidt
geb. Maul
im Alter von 35 Jahren ſanft entſchlafen iſt.
Im Namen aller trauernden Sinterbliebenen:
Auguſt Schmidt
Fuhrmannſtr. 11
Katharina Maul, geb. Schüttler
Feldbergſtr. 80.
Darmſtadt, den 21. April 1928.
Die Beerdigung findet Montag nachmittag ½4 Uhr
(*10966
auf dem Waldfriedhof ſtatt.

Die ſterblichen Ueberrefte des am 23. Februar
1916 bei Verdun gefallenen
Leutnant d. Reſ.
Alfred Schmitz
werden nicht am 25. d8. Mis., ſondern Donners=
tag
, den 26. April 1928, 11 Uhr vormittags,
auf dem hieſigen Waldfriedhof zur letzten Ruhe
beigeſetzt.
Verein der Offiziere
7092) des Großh. Heſſ. Leibgarde=Inf.=Regts.

Dankſagung.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme dei dem
Heimgang unſeres lieben Vaters, Großvaters und Ur=
großvaters

Herrn Leonhard Jöſt
ſagen wir unſeren herzlichſten Dank. Beſonders danken
wir Herrn Pfarrer Krämer für die troſtreichen Worte am
Grabe und unſerer Gemeindeſchweſter für die Hilfeleiſtung
bei der Pfiege. Für die reſchen Blumenſpenden noch be=
ſonderen
Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Johannes Jöſt und Familie
Franz Jöſt und Familie
Leonh. Jöſt und Familie
Peter Jöſt und Familie
Heinr. Jöſt und Familie
Frau Eliſe Büttner, geb. Jöſt u. Familie
Frau Anna Fuchs, geb. Jöſt u. Familie.

Groß=Bieberau, Darmſtadt. Mannheim.
Groß=Rohrheim, den 22. April 1928.
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Arheilgen und
7108

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Goti dem Allmächtigen hat es gefallen, heute
vormittag //.11 Uhr unſere gute Mutter, unſere
liebe Schweſter, Schwägerin, Tante, Schwieger=
mutter
und Großmutter
Kau Marg. Müute. Bwr.
geb. Feich
nach kurzem ſchweren Krankſein im Alter von 67
Jahren zu ſich in die Ewigkeit abzurufen.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Alte Niederſtr. 17, den 21. April 1928,
Die Beerdigung findet. Dienstag, 24. April, nachm.
(B.7179
3 Uhr, auf dem Beſſunger Friedhof ſtatt.

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Verwandten, Freunden und Bekannten die ſchmerzliche Nachricht,
daß es Goſt dem Allmächtigen gefallen hat, meinen innigſigeliebten
Gatten, unſeren treuſorgenden Vater, Großvater, Schwiegervater,
Schwiegerſohn, Schwager und Onkel
iint Seotg Tever
Gaſiwirt
heute Vormittag 8 Uhr nach ſchwerem Leiden im 67. Lebensjahr in
die Ewigkeit abzurufen.
Im Namen der trauernd Hinterbliebenen:
Eliſabeth Weber, geb. Wenzel.
Darmſiadt, Köln a. Rh., Friedberg (Oberh.), den 21. April 1928.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 24. April, nachmittags 3½ Uhr,
von der Kapelle des Friedhofes an der Nieder=Ramſtädterſtraße aus
(7163
ſtatt.

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Zu meinem 25jährigen Dienſt= und
40jährigen Berufsjubiläum gingen mir
ſoviel Ehrungen zu, daß es mir nur auf
dieſem Wege möglich iſt, meinen
innigſten Dank
allen denen, die meiner gedachten,
hierdurch auszuſprechen.
Darmſtadt, den 21. April 1928
Martin Veith zus5
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(7148

[ ][  ][ ]

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[ ][  ][ ]

Nummer 112

Sonntag, den 22. Ap. 11

Der deutſche Außenhandel im März.
Beſſerung der Außenhandelsbilanz. Steigerung der Ausfuhr um 80 Millionen Reichs=
mark
. Rückgang der Einfuhr.
Der deutſche Außenhandel geigt im März 1928 im reinem Warenberkehr einen Einfuchrütberſchuß von 28 Mill. RMM. gegen 306
Mill. RM. im Vormonat.

Warengruppen
1. Lebende Tiere .................."
2. Lebensmittel und Getränke .......
3. Rohſtoffe und halbfertige Waren ..."
4. Fertige Waren .................."

Reiner Warenverkehr
5. Gold und Silber‟)...

Zuſammen

Einfuhr 1928 Ausfuhr1928*) März Februar Jan.=März März Februar Jan.=März in 1000 RM. nach Gegenwartswerten 12 768 11224 38 406 993 963 2 766 335 155 317 847 1103 661 48 998 41 933 128 209 641 588 696 155 2000 232 211 235 209 208 612350 240 361 223 274 694 252 760 844 690 154 2 082 986 1229 872 1248 500 3836 551 1022 070 942 257 2826 311 39 425 29 096 74271 2 360 2 061 6 664 1269 207 1277 596 3910822 1024 430 944 318 2832 975

Die Einfuhr im reinen Warenwerkehr iſt im März 1928 gegenüber
dem Vormonat um 18,6 Mill. RM. zurüickgegangen. Der Rückgang iſt
bei der Einfuhr von Nohſtoffen umd halbfertgem Waven erheblich ſtärker,
mämlich 54,5 Mill. RMM., während die Eifuhr bei den übrigen Gruppen

zugenommen het. Die Ausfuhr zeigt gegenüüber dem Vormmat wie=
derum
eine Zuwahme ud gwar von faſt 80 Mill. RM. Sie überſchreitet
in dieſem Monat erſtmalig 1 Milliarde. An der Zunahme ſind alle
Gruppen, in erſter Linie aber die Fertigwaren mit 70,7 Mill. RM. beteiligt.

Zeitraum

insgeſamt
reiner
Waren=
verkehr

Lebens=
mittel

Mif
Novbr.
Dezbr.
Januar 1928
Februar
März .

1944,7
1290,5
1257,0
1358,2
1248,5
1229,9

Es betrug in Mill. RM.:
die Einfuhr
die Ausfuhr:)
insgeſamt
darunter:
reiner
Waren=
Lebens=
Rohſtoffe Fertigwaren verkehr
mittel

379,2
391,8
369,1
40N
317,8
335,2

März 1927
März 1926

594,5
648,7
661,6
662,5
696,2
641,6

darunter:
Rohſtffe Fertigwaren

253,3
233,0
213,0
230,6
223,3
240,4

960/4
909,6
953,0
862,0
942,3
1022,1

48,4
43,9
44,9
37,3
41,9
49,0

192,7
181,6
197,1
191,9
209,2
211,2

R
683,0
7097
632,0
690,1
760,9

1085,0
649,4

311,4
219,9

Monatsdurchſchnitt 1927
1926
n

1178,6
833,5

362,5
2076

5880
334,1
6957
412,3

171,1
87,6

850
923,1

31,3
45,2

202,4
190,4

605
686,4


113,6

851,6
815,3

34,9
397

188,6
194,3

629,1
580,4

Im einzelnen iſt folgendes zu berichtem:
An der Zunahme der Lebensmittel=Einfuhr um 17,3

Mill. RM. ſind imn erſter Liniee beteiligt: Reis mit 10 Mill. RM. und
Weizen mit 7,4 Mill. RM. Die Einfuhr von Kaffee iſt um 9 Mill. RM.
zurückgegangen.
Bei den Rohſtoffen iſt die Einfuhr in erſter Linie bei denfeni=
gen
Gruppen zuüickgegangen, bei denen ſie im Vormomat ſtark geſtiegen
war, nämlich bei Fellen zu Pelzwerk (um 21,5 Mill. RM.) und Textil=
vohſtoffen
(Wolle um 15,2 Mill. RMM.; Baumwolle um 13,8 Mill. RM.).
Eine nennenswerte. Zunahme zeigt wu die Einfuhr von Oelfrüchten und
Oelſaaten mit 12,6 Mill. RM.
Die Fertigwareneinfuhr iſt um 17,1 Mill. RM. geſtiegen.

Die Ausfuhr von Lebensmitteln und Getränken iſt um
7 Mill. RM., die von Rohſtoffen und halbfertigen Waren um 2 Mill.
RM. geſtiegen.

eifen unfche e HE I S rne
Walzwerkserzeugniſſen und Eiſenwaren mit 8,5 Mill. RM., bei Waſſer=
fahrzeugen
mit 7,7 Mäill. RMM. und bei Maſchinen mit 6,3 Mill. RM.
Eine nennenswerte Abnahme zeigt nur die Ausſuhr von Leder mit 3,0
Mill. RMM.
Die Einfuhr von Gold iſt um 10 Mill. RM., die Ausfuhr mir umn=
bedeutend
geſtiegen.

4.ZFNT Wert= und Mengenergebniſſe der Reparativns=Sachlieferungen.
Ausfuhr
Warengruppen
März 1928 Februar 1928 Jan.=März 1928 März 1928
in 1000 RM. nach Gegenwartswerten

I. Lebende Tiere ..............."
2. Lebensmittel und Getränke ...."
3. Rohſtoffe und halbfertige Waren
4. Fertige Waren .... . ..........

Febr. 1988 Jan.=März. 1928
Mengen in d=

Zuſammen ......."
Außerdem Pferde (Stück).
Waſſerfahrzeuge (Stück)..

188
5 195
39 032
12 582 191
1 265
36 281
14 402 790
7 780
109 726
44 225 2) 182
127 988
13 724 259
2)220 177 (* 592
44 462
13560 511
(* 184 058 (2 1709
209 357
40 529 940
(*644 285 f 52 139 162521 14 072606 13789 623 41385 291 90 42 251 11.

I) nicht bearbeitet, Gold= und Silbermünzen. 2) Ohne Pferde.
) Ohne Waſſerfahrzeuge. *) ohne Reparationsſachlieferungen
Die wichtigſten Reparationsſachlieferungen im März 1928 ſind: aus, ſchinem 2,5 Mill. MMM., Walzwerkserzeugniſſe und Eiſenwaren 2,2 Mill.
der Gruppe der Lebensmittel Zucker 5,2 Mill. RM.; aus der Gruppe RM., Papier und Papierwaren 1,7 Mill. RMM.; Farben, Firniſſe, Lacke
der Rohſtoffe Steinkohlen 19,8 Mill. RM., Koks 8,3 Mill. RM., Kalk= 1,7 Mill. RM., ſonſtige chemiſche Erzeugniſſe 1,0 Mill. RM., Güter=
ſalpeter
3,0 Mill. RMM., ſchwefelſaures Ammoniak 2,8 Mill. RM., Stein= wagen 11 Mill. RM.
kohlenteeröle 1,7 Mill. RMN.; aus der Gruppe der fertigen Waren Ma=

Dampfkeſſelfabrik vorm. A. Rodberg A. G., Darmſtadt. In der
geſtrigen Generalverſammlung der Dampfkeſſelfabvik vorm. Arthur
Rodberg A.G. zu Darmſtadt waren von 350 000 Mk. Aktien 315 000
Mark vertreten. Die Anträge der Verwaltung auf Genehmigung der
Gewinn= und Verluſtrechmung und der Bericht des Vorſtandes wurden
einſtimmig genehmigt. Zum Aufſichtsrat wurde hinzugewählt Herr

Max Rothſchild, Kaufmann in Frankfurt a. M. Das verfloſſene Ge=
ſchaftsjahr
(endend am 30. April 1927) ſtand noch unter dem Gindruck
der Uebergangszeit von der Sanierung bis zum regelmäßigen Betrieb,
während ſeit dem 1. Oktober 1937 eine regelmäßige, in aufſteigender
Linie beſindliche Fabrikation feſtgeſtellt werden kamn. Der Auſtrags=
eingang
iſt günſtig.

Ein Monat der Rekordausfuhr
Die für Monat März vorliegende Außenhandelsbilanz weiſt
übberraſchende Ziffern auf. Eingeführt wurden Waren im Werte
von 1230 Mill. RM., ausgeführt dagegen Erzeugniſſe im Werte
von 1022 Mill. RM. Mithin bleibt ein Einfuhrüberſchuß
von 208 Mill. RM. Vergleicht man dieſe Zöffer mit denen
der Vormonate, dann ergibt ſich eine langſam fallende
Einfuhr, dagegen eine raſch ſteigende Ausfuhr, bei
gleichzeitig ſehr erheblichem Rückgang der
Paſſivität. Der März fällt inſofern wuf, als er eine Rekord=
Ausfuhr guſweiſt. Seit langer Zeit iſt zum erſten Male wieder
die Milliardengrenze überſchritten. Fragt man ſich nach den Ur=
ſachen
, dann muß man einen Blick auf die weichende Konjunktur
werfen. Es iſt ganz offenſichtlich, daß der Inlandsmarkt
nicht mehr ſo aufnahmefähig iſt wie früher; die
Induſtrie muß alſo zu einem größeren Auslandsabſatz ſchreiten.
Zu beachten auf der Einſuhrſeite iſt die auf breiter Front ein=
tretende
Abnahme des Lebensmittelimports. Auch
hier ſind die Urſachen in der Schwäche des deutſchen Marktes
zu ſuchen, die eine Begleiterſcheinung der ſteigenden Awbeits=
loſigkeit
iſt. Bedauerlich iſt es allerdings, daß wir erſt in der
Zeit der Not anfangen, auf die vielfach recht teueren und über=
flüſſigen
ausländiſchen Lebens= und Genußmittel zu verzichten.
Wären wir ſchon vor Jahren dazu übergegangen, unſere lei=
ſtungsfähige
Landwirtſchaft zur Deckung des heimiſchen Bedarfs
ſtärker heranzuziehen, dann hätte ſich die Not unſerer bäuerlichen
Betriebe nicht ſo weit zugeſpitzt, und es wäre ihr heute leichter
zu helfen. Aber der Abfluß ungeheurer Beträge in das Aus=
land
hat die Kaufkraft unſerer Landwirtſchaft lahmgelegt und
dadurch ihre Aufnahmefähigkeit für induſtrielle Erzeugniſſe ernſt=
lich
vermindert. Der Ausfall der Landwirtſchaft als Produzent
und Konſument hat mit dazu beigetragen, unſere Konjunktur
abzuſchwächen.
Vom ſüddeutſchen Produktenmarkt.
Die nordamerikaniſchen und argentiniſchen Getreideausfuhrhäuſer
haben den Weizenmarkt in der Hand; im Laufe der Woche haben ſie
ihre Forderungen erheblich hinaufgeſetzt, alles in Nachwirkung des
ungünſtigen amerikaniſchen Saatenſtandsberichts, zu dem in dieſer
Woche auch ungünſtige Meldungen über eine angebliche Verſchlechte=
rung
des Saatenſtandsberichts in Rußland und Polen kamen.
Süddeutſchland iſt der Mehlabſatz jedoch weiterhin ſo unbefrie=
digend
geblieben, daß weder die Mühlen noch der Handel größere
Weizen= oder Roggenkäufe vornahmen. Unter dieſen Umſtänden waren
die erhöhten Auslandsforderungen umſo weniger durchzuſetzen, als
ſich die zweite Hand neiter bemüht zeigt, ihre angekommene oder an=
kommende
Ware möglichſt raſch abzuſtoßen, ſo daß es auch in dieſer
Woche wieder möglich war, greifbaren oder nahen Weizen in Mann=
heim
bei der zweiten Hand 2050 Cents (1 Ct. gleich ½/zoo amerikan.
Dollar gleich 4,17 Pfg.) unter den direkten Abladeforderungen zu kau=
fen
. Das Inlandsgeſchäft iſt ſo gut wie beendet. Einige große Poſten
Weizen, die nach der Frühjahrsausſaat noch herauskamen, wur=
den
ſchlank aufgenommen. In Roggen blieb das Angebot weiterhin
ſehr klein und der Einfuhrhandel iſt überzeugt, daß im Monat Mai
einſchließlich Inli ſich großer Importbedarf in ausländiſchem Noggen
zeigen wird. Gefordert wurden für Inlandsweizen 28,5020
NM. frei Mannheim (Vornoche 2828,50); ab ſüddeutſchen Stationen,
lagen Angebote zu R,7528,25 RM., je nach Beſchaffenheit, vor. Für
Auslandsweizen verlangte man im Waggongeſchäft zuletzt
29,7532,25 RM. (29,5032 RM.). In Pfälzer Roggen erfolgten Ab=
ſchlüſſe
zu 29 RM. ab Station entſprechend einer Mannheimer Parität
von 29,60 RM. (28,2528,50 RM.); Auslandsroggen bedang 3131,25
(30,00) RM. Die erhöhten Brotgetreidepreiſe brachten dem Mehl=
markt
zwar neue Feſtigkeit, aber keine neue Geſchäftsbelebung. Auch
der Abruf auf alte Verträge iſt, obwohl etwas beſſer geworden, noch
immer als ſchleppend zu bezeichnen. Gegenüber den erhöhten Mühlen=
forderungen
, für Weizenmehl Spezial Null 3939,50 (38,5039,25)
RM., iſt bei der zweiten Hand um 1,50 RM. billiger anzukommen.
Feſt lag Roggenmehl bei etwas kleiner gewordenem Angebot; es wur=
den
39,2540 RM. bei 70prozentiger und 1,50 RM. mehr bei 60proz.
Ausmahlung verlangt (38,5040 RM.). Für die kommende Woche iſt
die Verſteigerung von 252 Sack Weizenmehl angekündigt. Obwohl
für Hafer nur kleines Geſchäft für Konſumzwecke beſtand, hat ſich
der Artikel weiter befeſtigt, in inländiſcher Herkunft auf 2727,75 RM.
(26,7527,50 RM.), Auslandsware auf 27,5028,50 (2728,25) RM.
Gerſte lag geſchäftslos, da Inlandware nicht zum Angebot kam;
für Chile=Gerſte wurden 35 RM. frei Mannheim gefordert. Mais
hatte etwas feſteren Markt, ohne eine Preiserhöhung durchzuſetzen;
auch Futtergerſte lag unverändert. Angeſichts der rückgängigen Mehl=
erzeugung
liegt am Futtermittelmarkt Kleie ſehr feſt. Es
koſten die 100 Kilo Weizenkleie fein 15,50 grob 16,75, mittelgrob
prompt 16,75, JuliDezember=Lieferung 15 RM. Von Weizennach=
mehl
war rheiniſche Eerkunft zu 21,25 RM., ſüddeutſche je nach Be=
ſchaffenheit
zu 2223 RM. erhältlich.

Brandfatter Karsdericit vour Hr. Aptit Totz0.

I. 1. Reichs,
Länder=und Schutz=
gebietsanleihen

6% Dtſche. Reichs=
anleihe
von 1927
69. Baden Frei=
ſtaat
von 1927.
6% Bah. Freiſtaat
von 1921 ......
6% Sachſen Frei=
ſtaat
von 1927.
8 Thüringer Frei=
ſtaat
von 1927.

Dtſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
. *
Ablöſungsanlech.
Diſche. Ank. Ablö=
ſungsſch
. (Neub.)

Dtſche. Schutzge=
bietsanleihe
...
2. Stadtanleihen
8% Bad.=Bad. v. 26
60
Berlin v. 24
8% Darmſtdt. v. 28
Dresden v. 2
720 Frkf. a.M.b. 28
Heidelb. v. 2
judwahf v. 26
%o Mainz v. 26..
126 Mannh. v. 25
3 Mannh. v. 26
2 Nürnberg v. 26
8% Pforzh. b. 28
8% Pirmaſens v. 26
3. Pfandbriefe
und Schuld=
verſchreibungen

7% Bad. Gold=
Rt 3
z Berl. Hyp.=Bk.
77
4½%
Lig.
Pfandbriefe.
7% Frkf. Hyp. Bk.
88
7½Bg Bia=Bf

gRI,
80.3
81.5

88

17.25

95.5

H7.
85.5

102.5

95
93

18%0 Frkf. Pfbrfbank.
4½% Gotha Gr.=
Cred. Lig.=Pfbr.
4½% Hamb. Hyp.=
Bk. Lig.=Pfdbr.
6 Heſſ. Landesbk.

8% Kom. Landes=
bank
. Darmſtadt
8% Landesbank d.
Rheinprovinz
7OI.
Landeskr. Kaſſ.
½½ Mein, Hhp.Bk.
Naſſ. Landesbk.
e
Pfälz. Hyp. Bk.
V
Bia.
4½
Pfandbriefe ..
8% Preuß. Ctr.=
Bod.=Cred..
4½% Preuß. Ctr.=
Lig. Pfandbr.
8%0 Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft. ..
8% Rhein. Hyp.=Bk
4½%0
Lig
..."
Ffandl
8% Rhein.=Weſtfi.
Bd. Credit .....
720
L.=Pf.
2%0
8% Südd. Bod=
Cred.=Bank...
79io
4½%
Lig.
Pfdbr. ...
82 Württ. Syp.=B.

96
92. 5
75.3

Dt. Komm. Sam.=Ablöf.=Anl.
* Ausl. Ser. I.
Dt. Komm. Sam.=Ablbſ.-Anl.
* Ausloſ. Ger.II

96.5

96.5
91.75
89
93
100
(0
92

*
5s
95.5
93
76
87

76.1
(
93
77.75

95.5
92

94.5

H5

Mitengee
Pfandbr. und
Kommmnal=bbl.
Frkf. Hyp.=Bk. K.,
Obl. Ser. 1 u. 2
Frkf. Pfdbr.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Heſſ. Los=Hyp.=Bk.
Vorkr.=Pfdbriefe
dal. Kom.=Obl.
S.1-16
Kom.=Obl.
S. 17-24
Mein. Hyp.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Nordd. Grunder.
Vorkr.=Pfdbriefe
Preuß. Pfandbrbk.
Vorkr.=Pfdbriefe
Rh. Hyp.=Bk. Vor=
kr
.=Kom.=Oblig.,
Weſtd. Bodencred. Vorkr.=Pf
4. Induſtrie=
Obligationen.
8% Dt. Linoleum=
werke
Bln. v. 28
8% Heſf. u. Herku=
les
=Brau. b. 26
27
Klöckn=Werke
Berlin v 26....
10% Kom. Elektr.=
Mark. ..... 11
7% Mainkrw v. 26
Mitteld. Stahl=
verke
von 27..
%0 Neckarſulm v.26
Ke
Salzmann &Co.
Kaſſel v 26....
7%o Ver, Stahlw.
mit Opt. v. 26
Ver. Stahlw.
ohne Opt.v. 26
II. Auf Sachwerte
laut. Schuldverſchr.
6%Bad.=Bad. Holz.
5%Vadenw. Kohl. . ....."
3% Heſſ. Braunk.. Roggenanleihe
5% Heſſ. Vollsſt.
Roggenanleihe..

17.9
13.5

14.1
14.1

4.8
1411.

94.5
94

102
86

90

89
22.1
11.75
6.4

5% Preuß. Kali=
werta
eihe ....
5% Preuß. Roggen=
wertanleihe
...
5% Sächſ. Roggen
wertanleihe ...
%0 Südd. Feſtw. ..........

III. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
5%Bosn. L. E. B. v.
1914 .........
5% Bosn. 2.=Inv.=
Anl. v. 1914 ...
4½½ Bosn. v. 0
% Bulg. Tab. vos
Griech. b. 90
4% Griech. Mon.
inn. (abg.)

4%
3%
4½%=

äuß.
Goldan=
leihe
(abg.)
inn. (abg.)
Frrig.-
Anl. ſabg.
52 Tamau=
lipas
(abg.)
4½% Oſt. Schatz=
anw
. v. 1914
(C. C.=Stücke).
49 Oſt. Goldrente
C. C.=Stücke)..
4½% Rum. Gold
von 1913......
4% Schweiz. Bbs.=
Bahnen v. 1912
Türk. Admin.
1. Bagd.

2. Bagd.
Zollanl.
12% ungarn von
1918 C.C.= St.)
4½% dito von
1914 (C. C.=St.)
420 bito Goldr.
(C. C.=St.)
4% dito
von
1910 (C. C.=St.)
42 dito Kron=
rente
(abg.) ....
2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg.)
4½ Kopenh. v. 61

46

2.4

. / 23

4½ Liſſab. b. 1886/ 13
6.45 4% Stockh. v. 1880
3. Dbligationen v.
Transportanſt.
8.65 4% Dux=Bodenb.
von 1891 .....! 12.1

42 Eliſabethbahn)
von 1883 ......
42 Lemberg=Czer.
ſteuerpflichtig. .. 11.18
4% Lemberg=Czer.

ſteuerfrei ...."
27/.,% Oſt. Südb.
(Lombard.) ....


49 Oſt. Staatsb.v.

1888 ...."
3% Raab=Odenbg.
v. 1883..... .
%0 Rudolfb. 1.
i. 8.
45

4½% Anatolier I.
VTV.1. Banh=Aktien
Allg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Bank. . 130.5

Bk. f. Brauinduſtr. 192.5
Barm. Bankverein/140.5

Bayr. Hyp.= und
Wechſelbank. ...
Berl. Handelsgeſ..
Hypoth.=Bk.
Comm. u. Privatb. /171.5
Darmſt. u. Nt.=Bk. /240
1811, Deutſche Bank .../158
Eff.=u. Wechſel=
bank
. .... . . . 123.75

Vereinsbank..
104.5
9.8
51.9,
Diskont.Geſellſch.
12.75
Dresdener Bank 154.25
113
Frankf. Bi.
.
151.5
Hyp.=Bk.

Pfdbr.=Bk. 1
27
138
Gotha. Grundkr. B.
kein. Hyp.=Bank 135
24.5 Metalbank. . . ./131.5
Mitteld. Ereditbk. 207
22.8 Nürmb. Vereinsbk.
I.
2u.,8 Oſt. Creditanſtalt.
19
Pſälz. Hyp.=Bank
Pr. Bob.=Creditbk. 132
2.5
Hhp.=Akt.=Bk. /149
Reichsbank=Ant. 214
58 Rhein. Ereditbank 794.75
öyp.=Bank193

Südd. Bob.Cr.Bk.)
Disc.=Geſ... I*
Wiener Bankverein!
2. Berkehrs=
unternehmungen

A..G.f. Verkehrswſ.
Allg. Lokalb.= und
Kraftwagen ... /4
t. Eiſenb.=Geſ..
72 Dt. Reichsbhn
Vorzge. .......
Hapag ........."
Nordd. Llohzd.. ..
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ./4
3. Indnſtrie
Adt. Gebr. ....
Accum. Berlin. .
Adler & Oppenh.
Adlerw. (v. Kleher)
6% AGG. Vorzug
5%
AEG. Stamm....
Bad. Maſchf.=Durl.)
Bamag=Meguin ..
Baſt Nürnberg ...
Beck & Henkel.
Bergm. El. Werkel184.5
Brem.=Beſigh..Ol
BrownBoverickCie 151
Brüning & Sohn.
Buderus Eiſen ..
Bürſtenfbr Erlang.
Cementwerke:
Heidelberg
Karlſtadt ...."
Lothr. (Karlsr.).
Ebem.WerkeAlbert.
Brockhues
Fabrik Milch
Daimler=Benz
Dt. Atl. Telegr.
Eiſenh. Berlin
Erdöl ....."
Gold= u. Silb.=Anſtelt
Linolwerk. Berl. /258
Dresden=Leipziger
Schnellpreſſen .
Dürrwerke Rating.

125
16.75

187
207.5
167.5
97
152.25
151.5
Ja

49
240

80.
7a.2
162.5
141
24
68
63.5
124.25
94

149
180

87
100.75
167
131.75
1e7.7-
128
G

Eichbaum, Brauer.!
Eiſenw. Kaiſersltn.
Elektr. Licht u. Kraft!=
Elektr. Liefer.=Geſ.
Elſäfſ. Bad. Wolle
Emag Elektr. Frkft.
Enzing. Unionwke.
Eſchwv. Bergwerk .
Eßling. Maſchinen
Etling. Spinnerei
Faber, Joh., Bleiſt.
Faber & Schleicher!=
Fahr, Gebr., Birm.
F. 6. Farbenindſtr.
Felt. & Guilleaum.
Feinmech. (Fetter)
Frkft. Gas .......
Hof......!!
Maſch. Po=
Bokorny & Witter.
Geiling & Cie. .
Gelſenk. Bergwerk
Geſ. f. elektr. Un=
ternehmungen
.
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen!,
Grün & Vilfinger. 1
HafenmühleFranrf
Haid & Neu .....
Hammerſen (Osn.)
Haufv. Füſſen...
Hanſa=Lloyd Brem.
Harpener Bergbau
Hartm. & Braun
Henninger Kempf,
Stern Brauerei.
Heſſen=Naſſau Gas
Heyligenſtaedt.
Hilpert Armaturfb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer
Hochtief Eſſen
Holzmann Phil.
Holzverk.=Induſtrie
Ilſe Bergb. Stamm
Genüſſe!
Inag
Funghans Stamm
Kali Aſchersleben
Salzdetfurth.
Weſteregeln.

275
24.5
223
169.5
91
56
201

66
103
52
26s
s8
150
108.5
84
79

1o5
134
194
133
40.5
142

170
180
/115

125
81.75
168
71.75
123.5
99.25
91

287

Karſtadt, R.. ...)
ger. Werke Offſtein
glein, Schanzl.. ..
glöchnerwerke ....
Knorr, Heilbronn
Konſerofabr. Braun
Kraftw. Alt=Württ.
Krauß & Co., Loko.
Lahmeyer &Co. ..
Lech, Augsburg ...
Lingel, Schuhw..
ynberger. Mühle
wenbr. Münch.
Ludwigshaf. Walz
Lüdenſcheid Metall
Mainkr.=W. Höchſt
(ainz. Akt.=Br.
Mannesm. Röhren
Mansfeld. Bergb.,
Kars=Werke.. ..
Metallgeſ. Frankft.
Miag, Mühlenbau
Noenus Stamm
Motorenfabr. Deutz
Oberurſel
Münch. Lichtſpielk.
Neckarſ. Fahrzeug.
Neckarw. Eßl. ....
Nicolay, Hofbr. 1
Oberbedarf..."
Oſterr. AlpineMon.
Otavi Minen
Peters Union Frkf.
Pfälz. Näh. Kayſer
Philipps A.=G.
Phönix Bergbau
Porzellan Weſſel
Reiniger Gebb. &
Schall .."
Rh. Braunkohlen.
Elektr Stamm
Stahlwerke 158
(6
Rhenania, Kunh
Riebeck Montan
(Rütgerswerke
SalzwerkHeilbronn!
Schneider & Hanau
Schnellpr. Frankth
Schöfferhof=Bind.
Schramm. Lackfbr.
Schriftg. Stempel.

Vee

168
70.25

120
37
1129.75

120.5
256
22
19
69
3
57
Ta
112.5
14
102
551,
45

98.25

101.5
198.5
49
70.25
351.5
123
128

Schuhfbr. Berneis
Weſſel. .......
Schuhfabr. Herz.
Schultz Grünlack.

Schwarz Storchen 160
Seilindſtr. Wolff.

17.25


Siem. Glasinduf
Siemens & Halske 29
Südd. Immobilien 103.75
Zucker=AG. 141.5
Strohſtoff, Ber... /314.5
Tellus Bergbau .1111
Thür, Lief.=Geſ.... 107.8
Tucher, Brauerei
Unterfr. Krs.= Elek=
tr
.=Verſ. .... . 114.5
Veithwerke.....
Ver f. Chem. Ind. 100
deutſch. Olfabr. 73.5
Faßfabr. Caſſel
Gummifabrik.
Berlin=Frankf. 95
Königs= und
Laurahütte ..
Pinſelfabriken 88
Stahlwerke
Ultramarin
Zellſt., Berlin 151
Vatländ. Maſch.
Boigt & Haeffner
Voltohm Seil 88
140
Wanß & Freytag
Wegelin Rußfabrik 140.5
Berger Brauerei, 170
Bellſt. Aſchaffenbg. 181.5
148
Memel
Waldhof ... /291.5
Zuckerf. Rheingau.
4. Berſicherungen
Allianz u. Stuttg.
274
Verſicherung
Frkft Alg Verſ.=G 197.75
Frankong Rück= u
Mitv.
Mannh Verſich 156
Darmſtädter Werte
Bahnbedart
Dampfk. Rodberg.

Schuckert Flektr. 1188.5

43.5

155.5

Gebr. Lutz .."

[ ][  ][ ]

Nummer 112

Sonntag, den 22 April 1928

Seite 11.

Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., A. April.
Zum Wochenſchluß verſtärkte ſich die ſchon einige Tage zu beobach=
dende
Zurückhaltung. Das Börſengeſchäft ſchrumpfte auf ein Mini=
mum
zuſaurmen, wobei nach wie vor eine Unſicherheit in der Grund=
ſtimyrung
nicht zu verkennen war. Bei wieder uneinheitlicher Kurs=
entwickelung
waren daher überwiegend Abbröckelungen feſtzuſtellen. Auf
die Stimmeung drückte vor allem die Gefahr einer Erhöhung der Dis=
kontrate
der New Yorker Federal Reſerve=Bank im Zuſammenhang mit
den Diskonterhöhungen in Boſton und Chicago. Ferner wirkte die
immer noch ungeklärte Lage im Ruhrbergbaukonflikt. Von außen her
dürften faſt kaum Orders vorgelegen haben, auch von ſeiten des
Auslandes war das Intereſſe heute merklich geringer, ſo daß die Speku=
lation
von ſich aus wenig Neigung zu lebhafterer Betätigung an den
Tag legte. Boi der erſten Notierung lagen Scheideanſtalt im Angebot
und 2 Prozent ſchwücher. Am Elektromarkt verloren A.E.G. 1 Pro
zent und Licht und Kraft 2¾ Prozent, während Siemens 1½ Prozent
anziehen konnten. Montanwerte lagen nicht einheitlich. Rheiniſche
Braunkohlen gewannen 1½ Prozent, dagegen büßten Mannesmann
1½ Prozent ein, Phönix, Rheinſtahl und Stahlverein waren leicht ab=
geſchwächt
. Schiffahrtswerte waren knapp behauptet. Am Bankenmarkt
zogen Reichsbank aberumals 4½ Prozent an, angeblich auf holländiſche
Käufe, Commerzbank gaben dagegen 1 Prozent nach. Zellſtoff Wald
hof konaten ſich 2 Prozent erholen. Von Bauunternehmungen lagen
Wayß u. Freytag 3½ Prozent und Cement Heidelberg 9 Prozent
ſchwächer. J. F. Farben waren bei ſtillem Geſchäft leicht gedrückt. Ab=
löſung
ohne Option blieben knapp behauptet. Serben lagen auf Reali=
ſationen
etwas ſchwächer. Talonſerben 22½ Prozent Geld. Amerika=
niſche
Kunſtſeidewerte lagen merklich ruhiger. Amerikawiſche Enka
75 Dollar.
Im weiteren Verlaufe hörte faſt jede Umſatztätigkeit auf und, trotz=
dem
die günſtigen Außenhandelsziffern für März bekannt wurden,
gaben die führenden Werte meiſt etwa 1 Prozent im Kurſe nach. Am
Geldmarkt war das Angebot in Tagesgeld zu 4½ Prozent ziemlich
grrß. Am Deviſenmarkt ſchwnhte ſich das Pfund ab. Mark gegen
Pfunde 20,410, gegen Dollar 4,1818, London-Kabel 4,8817, Paris
124,02, Mailand 92,60, Madrid 29,12, Holland 12,11.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 21. April.
An der Samstagsbörſe ließ ſich das Geſchäft außerordentlich ruhig
an. Die Tendenz war ſehr unſicher. Dio Spekulation neigte unter
dem Eindruck der ergebnisloſen Ruhrverhandlungen im Ruhrbergbau
und in der ſächſiſchen Metallinduſtrie, ſowie auf Grund der Befürd=
tungen
knapper Geldverhältniſſe zum Ultimo zu Nealiſationen. An=
dererſeits
fehlte es heute faſt vollkommen an Auslandskäufen und einer
nennensverten Beteiligung des Publikums. Zu Spezialbewegungen
kam es angeſichts der Geſchäftsſtille während der erſten Börſenſtunde
nöcht. Günſtige Schätzungen über das vorausſichtliche Ergebnis des
Außenhandels im März blieben ohne Einfluß auf die Stimmng. Am
Geldmarkt wurde Tagesgeld unverändert mit 57 Prozent und Monats.
geld mit 7½8½ Prozent genannt. Am Wochenmarkt war eher eine
weitere Anſpannung feitzuſtellen, ſo daß der Satz für Warenwechſel mit
Bankgiro auf 6¾ Prozent und darüber lautete. Eine neuerliche Er=
böhung
des Prwatdiskonts galt anfangs nicht für ausgeſchloſſen. Im
Deviſenverkehr befeſtigte ſich das Pfund gegen Naw York auf 4,8822,
ſonſt traten keinerlei Schwankungen der fremden Valuten ein. Kabel
New York-Berlin 4,1816, London-Mailand 92,60, London Modrid
29,12.
Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe ſtagnierte das Geſchäft. Die Ten=
denz
neigte eher weiter leicht nach unten.
Im weikeren Verlauf der Börſe kam die Umſatztätigkeit faſt zum
Stillſtand. Die Kurſ: bröckelten im allgemomen erneut ab. Einige Pa=
Fiere verloren ſogar 35 Prozent, u. a. Zellſtoff Waldhof, Bemberg
Ur
Polyphon. Reichshankanteile konnten einen vorübergehenden
neuen Gewinn von 2,75 Prozent nicht aufrecht erhalten. An dieſem

Markt war ſpäter das Ausland als Intereſſent verkreten. Das Publi=
kum
zeigte ſich auch ſpäter völlig desinterſſiert, ſo daß die Börſe im
weſentlichen unter ſich blieb.
Privatdiskont 6¾ Prozent für beide Sichten. An der Nachbörſe
bröckelten die Notierungen überwiegend leicht ab.
A. E. G....."
Augsb.=Nürnb. Maſch.1 109.5
Baſalt ..........."
Bergmann. . . . . . .
Berl. Karlsruhe Ind./ 74.75
Berl. Hand.=Geſ.
Braunkohl. Brikett
Bremer Wolle. . .. /230
Danatbank. . . . . . . . .
Deutſche Bank. .. ..
31. 25
Lingel Schub .. ..."
188
28
Diskontogeſ. .. . . . . .
14
15
Mannesmann Röhrer
53.
50
Dresdner Bank. . .
1s
Niederlauſitzer Kohl
157 25
153.
Deutſche Maſchinen
11
1.
45
46.75 MNordd. Lohd ......"
Deutſche Erböl ....
29.5
131.
Orenſtein. . . . . . . . ."
42
Deutſche Petroleum
Polyphon ......."
86.
Dynamit Nobel ....
355
25
2.25
Rütgerswerke .... .."
Elektr. Lieferung .
18
12
Sachſenwerke .. . . . .
166
24
J. G. Farben .... ..
37.25
Siemens Glas ..... !
5
**
Gelſenk. Berg. . . . . . 1 138.I
38.
r. Glanzſtoff.. .."

G. f. elektr. Untern. 1278.
Zer. Stahlwerke.
38.875

2
Han. Maſch.=Egeſt.
Volkſtedter Porzellan
56.875
62.5
5
Hanſa Dampfſch. . .
123.
185.
Wanderer Werke. . . . / 187
9a5
Hapag ........... . / 153.75
Wiſſner Metall. . . . . / 148. 1148
2.
167.5
Harpner. . . . . . . . . . . / 170.5
60.5
Wittener Gußſtahl .. / 60.
Hemoor Zement. . . .
241.75

20. 4. 21. 4. 20. 21. 4. 164.375/ 181 dirſch Kupfer ...... / 121.25 122. 108.1 Höſch Eiſen ........ 2.25 1141.5 H. 37. Hohenlohe Werke ... 95 5 94. 184 33.875/Kahla Porzellan. . .. 1115.625/115.25
Kali Aſchersleben .." 3. 34. 30.5 254.5 OR Salzdefurth. . . . 0. Weſterregeln ..." 95.75 33 Lindes Eismaſch. . .. 2.5 38. V. Loewe & Co. ....."

Oeviſenmarkt.

Helſingfors ..
Wien .......
Prag ......."
Budapeſt . . .
Sofia ......"
Kolland ...."
Cslo ......
Kopenhagen".
Stockholm ..
London ..."

Buenos. Ait
1.785 1.

Netr=York
Belgien".

20. 4.
Geld /Brie
10.513 10.53:
58.785 53.905!
12.378 12.39
72.95/ 73 09
3.017
69.38 169.70
111.76111.94
12.05 112.2
112-14112.
20.392 20.432

21. 4.
Geld /Brie

112.05/112.2
2.12/112 34

1.17754 185.
4.17804.186
58.32/ 58.441 58.32 58.44

20. 4. 2i. 4 Geld Brie Geld Brie 10.513/10.533/Italien ......." 22.03 l22.07 22.025/22.065 Paris ........." 4 16.41 16.44 16.48 Schweiz .. . . . . e5s
80.68 80.53 80.69 Spanien. . . . . . 70 17
70.0 70.03 70.1 Danzig ......." 81 81.56 81.72 Fapan. . . . . ." 3al 1.992 1.996 111.7411,98) Rio de Faneiro 1.503 0.505 50350. PA Jugoſlavien ... 7.3 7.3 Portugal ..... 7.93 1gg Athen ........" 5. 544 5.51 z. Konſtantinopel". 2.134 2.138 2 134 2.138 Fanada. . . . . . . . 4.185
4.177 4.17 4.181 Uruguay .. . . . . ." 4.321/ 4.329 4.321 4.32

Amerikaniſche Kabelnachrichten.
New York, M. April. (riv.=Tel.)
Baumwolle: Der Baumollmarkk ſtand unter dem Eindruck ſtarker
Regenfälle im zentralen und öſtlichen Anbaugebiet und der feſteren
Liverpvoler Meldungen. Die Spekulation ſchritt zu Deckungen. Die
Kommiſſionshäuſer und die Lokointereſſenten nahmen ebenfalls Käufe
vor. Späterhin ſetzten auf Grund der Aufwärtsbewegung aber neue
Realiſationen ein.
Zucker: Am Zuckermarkt drückten Abgaben und Liquidationen auf
das Preisniveau, da man die Bekanntgabe der erſten Andienungen per
Mai am bommenden Dienstag erwarten will. Später erfolgte au
Deckungen eine Erholung.
Kaffee: Das Geſchäft am Kafeemarkt verſief ruhig. Es ſetzten
Deckungen ein und auch die Kommiſſionsfirmen nahmen mangels drän=
genden
Angebotes neue Käufe vor.
* Chieggo, 21. April. (Priv.=Tel.)
Weizen: Das Nachgeben der Weizewreiſe ſetzte ſich am Wochen
ſchluß weiter fort, da in vielen Landesteilen Regenfälle niedergegangen
ſind und die NacFrage des Auslandes enttäuſchte. Ferner verſtimmten
Berichte über größeres argentiniſches Angebot in Europa. Später ſetz=
ten
teilweiſe Deckungen ein.
Mais konnte ſich dagegen etuas befoſtigen, da die Witterung den
Farmerarbeiten ungünſtig iſt und die Kommiſſionsfirmen Käufe tätig=
ten
, doch ſetzten ſpäter teilweiſe Realiſationen ein.

Roggen tendierte nicht einheitlich. Der Markt ſtand anfänglich
unter dem Einfluß wohltuender Regenfälle und der geringen Export=
nachfrage
, doch erfolgte ſpäter zum Teil eine Erholung im Zuſammen=
hang
mit dem kleinen Provinzangebot.
Hafer mußte erneut im Preiſe nachgeben, da in den Staaten
Illinois und Ohio und im ſüdlühen Anbaugebiet der Ernteſtand ziem=
lich
gut ſein ſoll. Im Verlaufe erfolgte im Einklang mit Weizen eine
Erholung.
Fett: Am Fettwarenmarkt blieb heute die Nachfrage der heimiſchen
Intereſſenten und der Lokofirmen hinter den Erwartungen zurück. Es
wurden hingegen Abgaben per Juli umd per September vorgenommen.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 21. Aprilt
Getreide. Weizen: Mai 153½, Juli 154, Sept. 150½; Mais:
Mai 105½, Juli 109½, Sept. 109½; Hafer: Mai 61½, Juli 547,
Sept. 47½4; Roggen: Mai 128½, Juli 124, Sept. 116.
Schmalz: Mai 11,97½, Juli 12,27½, Sept. 12,60
Fleiſch. Rippen: Mai 11,57½, Juli 11,90, Sept. 12,2; Speck,
loko 11,62½; leichte Schweine 9,7510,45, ſchwere Schweine 9,45
bis 10,15; Schweinezufuhren: Chicago 5000, im Weſten 25000.
Baumwolle: Mai 19,90, Juli 19,76.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 21. Aprilz
Getreide. Weizen: Hartwinter 172½; Mais, neu ank. Ernte
118½; Mehl, ſpring wheat clears 7,007,2; Fracht: nach
England 1,62,3 Schilling, nach dem Kontinent 810 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,60; Talg, extra 8½.
Kakav. Tendenz: feſt; Umſatz in Lots: 120; Loko: 14,00
April 13,97, Mai 14,02, Juni 14,15, Juli 14,34, Auguſt 14,40,
September 14,50, Oktober 1434, November , Dezember 13,67,
Januar 1929: 13,48.
Viehmärkte.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. b. B. am Samstag, den
21. d. M., waren 501 Schweine zugeführt. Verkauft wurden 396. Milch=
ſchweine
wurden verkauft das Stück von 915 Mark, Läufer das Stück
von 182 Mark.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die auf den Stichtag des 18. 4. berechnete Großhandelsindexziffer des
Statiſtiſchen Reichsamts iſt mit 139,6 gegenüber der Vorwoche (130,0) um
0,4 v. H. geſtiegen. Von den Hauptgruppen hat die Indexziffer für
Agrarſtoffe um 12 v. H. auf 134,1 (Vorwoche 132,5) angezogen. Die
Indexziffer der Kolonialwaren war mit 133,4 unverändert. Die Index=
ziffer
für induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren hat ſich mit 133,8 (133,6)
und diejenige für induſtrielle Fertigwarei mit 157,7 (157,6) leicht erhöht.
Die Bandeiſenvereinigung hielt geſtern ihre Frühjahrsverſammlung
ab, wobei die Jahresrechnung vorgelegt wurde. Beſchlüſſe über Preis=
änderungen
wurden nicht gefaßt.
Mit Wirkung vom 21. April 1928 hat die Süddeutſche Zinkblech=
händlervereinigung
, Sitz Frankfurt a. M., die Preiſe wieder um 1½
Prozent erhöht, nachdem ſie am 18. April ebenfalls um 1½ Prozent er=
heht
worden waren.
Die europäiſchen Zinkintereſſenten werden am 7. Mai erneut in
Brüſſel zuſammenkommen, um über die Bildung eines Zinkkartells zu
verhandeln. Aller Vorausſicht nach werden auch die amerikaniſchen
Produzenten daran teilnehmen.
In dem deutſch=italieniſchen Hanbelsvertrag wurde die Regelung
der Frage des Austauſches mediziniſcher Erzeugniſſe zwiſchen Italien
und Deutſchland einem Sonderabkommen überlaſſen, weil Italien den
Handel mit dieſen Erzeugniſſen erſt im allgemeinen geſetzlich regeln
wollte.
Wie dem Matin aus Le Habre gemeldet wird, iſt dort geſtern
außer dem bereits gemeldeten Goldtransport von rund 12 Millionen
Dollar auf dem Dampfer France noch ein weiterer Goldtransport im
gleichen Werte auf dem Dampfer de Graſſe aus Amerika angekommen.

Einträge in das Handelsregiſter Ab=
feilung
A: Am 16. Aprik 1928 hinſicht=
lich
der Firma; Ackermann & Co.,
Zweig=Büro Darmſtadt, Hauptnieder=
laſſung
Stuttgart, Zweigniederlaſſung
Darmſtadt: Entgegen der früheren Be=
kanntmachung
wird folgendes veröffent=
licht
: Die Zweigniederlaſſung in Darm=
ſtadt
iſt nicht aufgehoben und die Pro=
kura
des Rudolf Mohr nicht erloſchen.
Die Zweigniederlaſſung und Prokura be=
ſtehen
wie urſprünglich unverändert weiter
Neueintrag am 17. April 1928: Firma
C. Boßler & Co., Radio=Spezial
geſchäft. Offene Handelsgeſellſchaft.
Sitz: Darmſtadt. Geſellſchafter: Car
Boßler, Kaufmann in Darmſtadt, und
Ludwig Fickert, Radiotechniker in Ar
heilgen bei Darmſtadt. Die Geſellſchaft
hat am 1. März 1928 begonnen. Die
beiden Geſellſchafter ſind zur Vertretung
der Geſellſchaft nur gemeinſchaftlich be=
rechtigt
. Als nicht eingetragen wird ver=
öffentlicht
: Die Geſchäftsräume befinden
ſich Kirchſtraße 17. Abteilung B: Am
17. April 1928 hinſichtlich der Firma;
Rentenan alt und Lebensverſiche
rungsbank, Darmſtädter Zweig=
niederlaſfung
der Frankfurter Le=
bensverſicherungs
=Aktien=Geſelle
ſchaft, Hauptniederlaſſung Frankfur=
am
Main: Die Prokura des Direktors
Franz Reinwald in Darmſtadt iſt er=
loſchen
.
(7132
Darmſtadt, den 21. April 1928.
Amtsgericht I.

Arbeitsvergebung.
Die Erd= und Maurerarbeiten
Steinhauer=, Zimmer=, Grobſchloſ=
ſer
=, Dachdecher=, Spengler=, Gla=
ſer
=, We ßbinder=, Schreinerarbei=
ten
, Schloſſerarbeiten des inneren
Ausbaues u. Inſtallationsarbeiten
a) elektr. Beleuchtungsanlage,
b)Waſſer=Zu= und Ableitung für
die Errichiung von 5 Arbeiterwohnungen
auf Hof Gräbenbruch und 1 Arbeiter
wohnung auf Hof Waſſetbiblos in der
Gemarkung Crumſtadt ſollen nach den
Bedingungen der Reichsverdingungs=
ordnung
für Bauleiſtungen öffent=
lich
vergeben werden. Die Zeichnungen
und Bedingungen ſind auf unſerem Bau=
büro
Philippshoſpital bei Godde=
lau
einzuſehen. Angebotsformulare ſind
daſelbſt, ſolange der Vorrat reicht, zu
den Selbſtkoſten erhältlich. Die Ange=
bote
ſind verſchloſſen, portofrei mit ent=
ſprechender
Aufſchrift zum Eröffnungs=
termin
, Donnerstag, den 3. Ma
1928, vorm. 9 Uhr, einzureichen. Zu=
ſchlagsfriſt
10 Tage.
(7111
Philippshoſpital bei Goddelau, den
20. April 1928.
Heſſ. Hochbauamt Groß=Gerau.

Tannenſtr. 8, I. lks.
Uleer, Zim. z. verm.
(Bo5é)

Garage zu verm
Hochſtraße 8. (7146a

Zwangsverſteigerung.
Das nachſtehend bezeichnete Grundſtück, das zur Zei=
der
Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namer
1. der Anna Fiſcher zu ³⁄zz
2. des Heinrich Fiſcher, Lokomotivführer, zu /,
im Grundbuch eingetragen war, ſoll
Dienstag, den 12. Juni 1928, nachmittags 31, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer
Nr. 219 verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt zum Zwecke der Aufhebung
der in Anſehung des Grundſtücks beſtehenden Gemeinſchaft
auf Antrag der Frau Margarete Fiſcher Witwe, geb. Wem=
bacher
in Sterkrade, vertreten durch Rechtsanwalt Rohde
in Darmſtadt.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 18. Januar 1928 in
das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Verſteige=
rungsvermerks
aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der Auffor
derung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der Ver
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Gläu=
bigers
und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehen=
des
Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegen=
tandes
tritt.
(3928a
Darmſtadt, den 22. Februar 1928.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung des Grundſtüchs:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk III, Band XVI, Blatt 77
Betrag der
O=Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann am Schätzung
1. III 279 Hofreite Nr. 2 Moller=
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Nummer 112

Geite 13

Gonntag den 22 April 1928

Reich und Ausland.
Große Flugveranſtaltung am 13. Mai.
Frankfurt a. M. Im Anſchluß an den Flug
des Großflugzeuges Hermann Köhl von Frankfurt
nach Paris erfahren war, daß am Sonntag, den
13. Mai, in Frankfurt a. M. ein großer Flugtag
geplant iſt, an dem zum erſtenmal in Franbfurt ein
franzöſiſcher Kunſtflieger teilnehmen wird. Neben
dem deutſchen Champion Fieſeler, der im vorigen
Jahr in Berlin einen Match gegen Doré ausgetragen
hat, wird wahrſcheinlich an dem Frankfurter Flugtag
Doré oder Detroyat teilnehmen. Letzterer iſt augen=
blicklich
mit der Organiſation eines Ozeanfluges be=
ſchäftigt
, und ſeine Anweſenheit in Frankfurt würde
ſchon dadurch eine gewiſſe Senſation bedeuten.
Zur Paßkontrolle in Wiesbaden.
Wiesbaden. Die Polizeiverwaltung teilt
folgendes mit: Die auf Befehl der Beſatzungsbehör=
den
durch die deutſche Polizei eingerichtete Kontrolle
der Perſonalausweiſe hat in weiten Kreiſen der Be=
völkerung
den Eindruck erweckt, daß es ſich um Ver=
geltungsmaßnahmen
für die an engliſchen Kraft=
wagen
angerichteten Beſchädigungen handelt. Ins=
beſondere
haben einige Zeitungen die Behauptung
aufgeſtellt, daß von ſeiten der Beſatzungsbehörden
hohe Strafen verhängt würden, um mit den Straf=
geldern
den entſtandenen Schaden wiedergutzumachen.
Demgegenüber wird betont, daß die Paßkontrolle nur
dem Zweck dienen ſoll, die Ermittlung der als Täter
in Betracht kommenden Perſonen zu fördern. Die
Tatſache, daß jemand ohne Ausweis angetroffen
wird, gibt jedoch, wie bereits ausdrücklich hervorge=
hoben
iſt, keinen Anlaß zu rechtlicher Verfolgung,
falls ſich der Betreffende rechtzeitig durch wichtige
Gründe entſchuldigen kann. Die zur Kontrolle be=
ſtimmten
deutſchen Beamten ſind angewieſen, die
Prüfung der verdächtigen Perſonen in möglichſt un=
auffälliger
und diskreter Weiſe vorzunehmen. Ein
Grund zur Beunruhigung der Bevölkerung oder der
Fremden, die etwa zur Kur, zum Beſuche von Kon=
greſſen
oder geſchäftehalber nach Wiesbaden kommen,
liegt keineswegs vor.
Vom Laſtauto überfahren.
Miltenberg. Freitag vormittag ereignete
ſich in der Hauptſtraße ein tödlicher Unglücksfall. Auf
der Straße ſpielende Kinder wurden von einem
herannahenden ſchweren Laſtkraftwagen überraſcht.
Während die übrigen Kinder zur Seite ſprangen,
lief ein taubſtummer fümfjähriger Knabe in das Auto
hinein, wurde vom Vorderrad erfaßt, zu Boden ge=
worfen
und an der Bruſt ſo ſchwer gequetſcht, daß
der Tod auf der Stelle eintrat. Den Chauffeur ſoll
keine Schuld treffen. Er iſt ſehr langſam gefahren
und hat ſtark Signal gegeben.
Ein drittes Opfer der Ludwigshafener Bluttat.
Mannheim. Die Bluttat des enklaſſenen
Arbeiters in der J.=G. Farbeninduſtrie in Ludwigs=
hafen
hat jetzt das dritte Todesopfer gefordert. Der
ſchwerverletzte Werkmeiſter Heiß iſt Freitag nachmit=
tag
geſtorben.
Durch Rauch erſtickt.
Mannheim. Im =Schlafzimmer einer Wirts=
familie
in der Neckarſtadt war ein kleiner Zimmer=
brand
dadurch entſtanden, daß glühende Kohlen aus
dem Ofen fielen. Infolge der ſtarken Rauchendwick=
lung
erſtickte ein im Zimmer liegendes Kind im Alter
von neun Wochen.
Aus dem Fenſter geſtürzt.
Kaſſel. Freitag vormittag gegen 9 Uhr ſtürzte
ein 67jähriges Fräulein, die Handarbeitslehrerin H.,
aus dem Fenſter ihrer im dritten Stochwerk in der
Friedrichſtraße gelegenen Wohnung in den Hof
hinab, wo ſie mit ſchweren inneren Verletzungen
liegen blieb. Die alarmierte Samariterkolonne brachte
die Schwerverletzte ins Eliſabethkrankenhaus, wo ſie
Ekurz nach ihrer Einlieferung verſtarb. Ob ein Un=
glücksfall
oder Selbſtmord vorliegt, kann noch nicht
Zweifelsfrei feſtgeſtellt werden. Die Verunglückte ver=
Tiet in ihren letzten Tagen Anzeichen von Schwermut.
Der rätſelhafte Leichenfund.
Berlin. Der Berliner Hausdiener Kotlewſki,
äüber deſſen geheimnisvolles Ende wir berichteten,
Fcheint nach den Ermittlungen der Kriminalpolizei
woch das Opfer eines Verbrechens geworden zu ſein.
Zur weiteren Klärung hat jetzt die Oberſtaatsanwalt=
ſchaft
eine Belohnung von 1000 Mark ausgeſetzt. Da=
für
, daß das Geſchick des Hausdieners mit dem des
Pagen Schnäpel in irgend einem Zuſammenhang
ſtehe, iſt keinerlei Anhalt gefunden worden.
Feſtnahme eines Eiſenbahnfrevlers.
Geſtern iſt es gelungen, den Eiſenbahnfrevler
jeſtzunchmen, der in der vergangenen Woche viermal
Züge der Kleinbahnſtrecke Bismarck=Calbe zur Ent=
leiſung
zu bringen verſuchte, indem er die Schienen
urch Holzbalken und eiſerne Ackergeräte verſperrte.
Es handelt ſich um einen Schloſſerlehrling, der ſei=
tem
Lehrherrn in Calbe entlaufen war.
Eine Nonne als Ehrendoktorin.

Neue Kinderleſehalle in Berlin=Charlottenburg.

Schweſter Annunziata Elfriede,
e ſich in einem ſteiriſchen Ordenshauſe der Urſu=
rerinnen
mit tiefgründigen naturwiſſenſchaftlichen
=beiten beſchäftigt, wurde von der Univerſität Graz
it der Würde eines Ehrendoftors ausgezeichnet.

Blick in einen Leſeraum der Kinderleſehalle Charlottenburg.
Die neu eröffnete Kinderleſehalle in Berlin=Charlottenburg bietet mit ihren blaulackierten Tiſchen
und Stühlen und den farbigen Fenſtervorhängen den ärmeren Kindern eine anheimelnde
Erholungsſtätte. 1200 Bücher ſtehen den leſehungrigen jungen Beſuchern zur Verfügung.
Unſere Zeit iſt um das Wohl der heranwachſenden Jugend liebevoll beſorgt.
Philippopel durch Erdbeben verwüſtet.

Blick auf Philippopel.
Die alte bulgariſche Stadt Philippopel iſt bis auf die kleineren Siedlungen, die auf einem Hügel
gelegen ſind, von dem heftigen Erdbeben faſt völlig zerſtört worden. Philippopel iſt die Hauptſtadt
des bulgariſchen Oſtrumäniens, hatte 48 000 Einwohner und war Sitz eines ausgedehnten Getreide=
handels
, ſowie Seiden= und Ledermanufakturen. Das Erdbeben hat im ganzen Umkreiſe von
Philippopel etwa 80000 Menſchen obdachlos gemacht. Die Zahl der Toten, Verletzten und Ver=
ſchütteten
iſt noch unbekannt.
Straßenkehrer auf Motorrad.

Eine Motorrad=Straßenkehrmaſchine
wurde in London mit Erfolg ausprobiert. Sie arbeitet ſchneller, reiner und billiger als der Hand=
beſen
des alten Straßenkehrers.

Selbſtmord aus Angſt vor der Neviſion.
Gerſtungen. Als am Donnerstag plötzlich
eine Reviſion der Gerſtunger Gemeindekaſſe vorge=
nommen
werden ſollte, verübte der Kaſſenbeamte St.
Selbſtmord. Er verſuchte, ſeinem Leben durch Er=
ſchießen
ein Ende zu machen. Der Schuß führte den
Tod jedoch noch nicht herbei. Darauf erhängte ſich
der Beamte. Die Boweggründe zu dieſem Selbſt=
mord
ſind noch unbekannt. St. entſtammt einer an=
geſehenen
Familie und erfreute ſich bei ſeinen Kol=
legen
und beim Publikum allgemeiner Beliebtheit.
Im Segelboot um die Welt.
Paris. Der frühere franzöſiſche Fechtmeiſter
Alain Gerbault, der ſich allein in einem Segelboot
auf einer Reiſe um die Welt befindet, iſt, aus Cap
kommend, auf St. Helena eingetroffen. Gerbault
erklärte, daß er während der letzten Tage mit
ſchyeren Gegenwinden zu kämpfen gebabt hätte.

Vierhundert Jahre Kapuziner.
In burzer Zeit wird der Kapuziner=Orden vier=
hundert
Jahre alt. Er wurde 1538 von einem ita=
lieniſchen
Pater ins Leben gerufen und durch Papſt
Clemens VIII. beſkätigt. Aus dieſem Orden ſind her=
vorragende
Kanzelredner hervorgegangen. In Wien
nahm der Orden als Hüter der Kaiſergruft eine be=
ſondere
Ehrenſtellung ein. Seit Kaiſer Matthias
wurden alle verſtorbenen Mitglieder des kaiſerlichen
Hauſes in der Wiener Orden=Eirche beigeſetzt.
Waldbrände in den Vereinigten Staaten.
New York. Bei den Waldbränden in New
Yerſeh kamen vier Perſonen ums Leben, viele wur=
den
durch fallende Baumäſte verletzt. Im öſtlichen
Pennſylvanien waren zahlreiche Dörfe; durch die
Brände bedroht, ehe man der weiteren Ausbreitnng
des Feuers Herr werden konnte.

Cin 511facher Lebensretter *

Dorus Rykers,
der Held der holländiſchen Nordſeeküſte, iſt in ſeinem
81. Lebensjahr geſtorben. Er war von 1872 bis 1911
Kommandant eines Rettungsbootes der Nordhol=
ländiſchen
Rettungsgeſellſchaft und hat in den
39 Jahren ſeiner Tätigkeit 511 Schiffbrüchigen das
Leben gerettet. Er beſaß u. a. Auszeichnungen von
den deutſchen Kaiſern Wilhelm I. und Wihelm II.
Freiſprechung im Dokumentendiebſtahls=Prozeß
Fiſcher.
Berlin. Die Große Strafkammer des Land=
gerichts
III als Berufungsinſtanz hatte ſich geſtern
nochmals mit dem Falle des Strafanſtaltswacht=
meiſters
Fiſcher aus Tegel zu beſchäftigen, der vom
Schöffengericht Weddin wegen Diebſtahls zu drei
Monaten Gefängnis mit Bewährungsfriſt verurteilt
worden war. Fiſcher hatte aus dem alten Akten=
material
, das aus den Miniſterien und von anderen
Behörden zur Vernichtung, bzw. Verwertung als
Altpapier an die in der Strafanftalt Tegel einge=
richtete
Papierverwertungsanſtalt geliefert worden
war, eine Anzahl von Dokumenten, darnnter Kabi=
nettorders
von Friedrich dem Großen, dem Großen
Kurfürſten, Friedrich Wilhelm III. und Kaiſer Wil=
helm
I. mit den eigenhändigen Unterſchriften der
Monarchen in ſeinen Beſitz gebracht. Die Straf=
kammer
nahm nicht an, daß Fiſcher ſich eines Dieb=
ſtahls
ſchuldig gemacht hatte und ſprach ihn unter
Aufhebung des Urteils der erſten Inſtanz auf Koſten
der Staatskaſſe frei.
Erdbeben in Haskowo.
Sofia. Donnerstag abend 9.25 Uhr wurde in
Haskowo, das 70 Kilometer ſüdöſtlich von Philip=
popel
gelegen iſt und mehr als 20000 Einwohner
zählt, ein heftiger Erdſtoß berſpürt, dem mehrere
weniger ſtarke Stöße die ganze Nacht hindurch folg=
ten
. Haskowo war bei dem letzten Erdbeben, das nur
Schornſteineinſtürze und Riſſe in den Häuſern verur=
ſachte
, verhältnismäßig verſchont geblieben. Auch der
Erdſtoß am Donnerstag abend rief keine beſonderen
Zerſtörungen hervor, wenn er auch heftiger als die
früheren war, verſtärkte jedoch die Panik der Ein=
wohner
. Da die Bevölkerung ſchon nach dem erſten
Erdſtoß die Häuſer verlaſſen hatte, waren keine
Todesopfer zu verzeichnen. *
Große Exploſionskataſtrophe in Amerika.
Denver (Colorado). Freitag nachmittag ereig=
neten
ſich in einer Malerwerbſtatt eines Induſtrie=
unternehmens
in der Nähe von Dender eine Reihe
von Exploſionen. Mehrere Perſonen ſollen getötek
und mehr als zwanzig verletzt worden ſein. Durch
die Exploſionen entſtand ein Brand. Einige junge
Mädchen, Angeſtellte des Unternehmens, ſollen in
einem Nachbargebäude eingeſchloſſen ſein. Die Hilfs=
mannſchaften
haben aus den Trümmern bereits eine
Anzahl verletzter, deren Kleider verbrannt waren,
geborgen. Ihr Zuſtand iſt beſorgniserregend.
Bei der Exploſion in der Malevwerkſtatt einer
Fabrik wurden, wie uns gemeldet wird, insgeſamt
acht Perſonen getötet.
Das erwachende Aegypten.

Das Nieſendenkmal Das erwachende Agypten,
ein Werk des ägyptiſchen Bildhauers Mahmud Muk=
tar
, wird demnächſt auf dem Bab el Hadid=Platz in
Kairo feierlich enthüllt. Es ſtellt eine Sphinx und
daneben eine Frauengeſtalt das Sinnbild des von
engliſcher Oberhoheit befreiten Aegyptens , dar
und ſurde aus aſſuaniſchem Granit gemeißelt. Die
Denkmalsenthüllung dürfte zu antiengliſchen Kund=
gebungen
Anlaß geben.

[ ][  ][ ]

Geite 14

Nummer 112

Sonntag, den 22 April 1928

Startvorbereitungen
der Bremen
Vor dem Eintreffen der Erſatz=
teile
und des Brennſioffs.
Samstag vormittag 6 Uhr amerikaniſcher
Zeit ſind die Flieger Balchem und Bennet mit
ihrem dreimotorigen Fordflugzeug von der
Murray=Bucht geſtartet, um die Erſatzteile, und
namentlich den Propeller, nach Greenly Island
zu bringen. Außerdem befinden ſich an Bord
ihres Apparates noch Kleider, Wäſche, Zigaret=
ten
und Nahrungsmittel, dazu 60 Gallonen
Brennſtoff. Wenn die Flieger rechtzeitig auf
der Inſel eintreffen, ſo rechnen die Ueberquerer
des Ozeans damit, daß ſie am Sonntag bereits
die Arbeiten an der Bremen vollendet haben
werden, um dann ſofort zum Fluge nach New
York zu ſtarten. Köhl beabſichtigt im ununter=
brochenen
Flug nach Mitchellfield zu fliegen
und nur zur Ergänzung des Brennſtoffs eine
Zwiſchenlandung von einer Stunde vorzu=
nehmen
.
Köhl beabſichtigt Rückflug
New York-Berlin.
New York rüſtet ſich ſeit Tagen zum Emp=
fang
der Flieger. Nach den bisherigen Mit=
teilungen
ſcheint der feſtliche Teil der Veran=
ſtaltungen
, die zu Ehren der Flieger getroffen
werden, noch den Empfang Lindberghs zu über=
treffen
. Ganz beſonderes Aufſehen hat die Nach=
richt
erregt, daß Köhl alsbald beabſichtigt, mit
ſeinem erprobten Flugzeug Bremen von New
York nach Berlin zu ſtarten, alſo den Ozean in
umgebehrter Richtung zu überqueren. Ob dieſe
Wbſicht ohne eine gründliche Ueberholung der
Maſchine möglich ſein wird, ſteht noch nicht
feſt. In Fachckreiſen bezweifelt man, daß dieſe
Ueberholungsarbeit ſehr ſchnell durchgeführt
werden kann.
Bei den Ozeanfliegern auf der
Eis=Inſel.
Stanton, ein Berichterſtatter des Quebee
Chronicle and Telegraph, der der Canadian
Preß zur Verfügung geſtellt wurde, und Ray
Fernſtorm, ein Photograph der Paramount
News und Aſſociated Preß landeten in
einem Flugzeug der Canadian Airways, ge=
fteuert
von dem Piloten Romeo Vachon, auf
dem Eiſe, nahe bei Greenly Island. Köhl und
Hünefeld, ſehr erfreut, ſie zu ſehen, kamen ihnen
bis ans Ufer entgegen, um ſie zu begrüßen und
ließen ſich von Fernſtrom photographieren.
Dieſe Bilder wurden heute in aller Eile durch
ein Flugzeug nach New York befördert. Köhl
und Hünefeld unterhielten ſich eingehend mit
Stanton. Aſſociated Preß veröffentlicht die
Unterredung, die Ray Fernſtrom, der Photo=

Eine Plakette für die Ozeanbezwinger.

Die Oſt=Weſtflug=Plakette
des Bildhauers Lange iſt auf der Berliner Sportausſtellung zu ſehen. Sie iſt der Heldentat der
kühnen Oſt=Weſtflieger Köhl, Hünefeld und Fitzmaurice gewidmet.

graph der Paramount News und Aſſociated
Preß, mit den deutſchen Fliegern auf Greenly
Island gehabt hat. Die deutſchen Flieger, ſo
erklärt Fernſtrom, empfinden in ihrem Inſel=
gefängnis
keineswegs. Langweile, da ſie von
dem Gedanken, des Weiterfluges beſeelt ſind.
Keiner der beiden Flieger ſchien über irgend
etwas klagen zu wollen. Auf alle Fragen be=
züglich
ihres perſönlichen Wohlbefindens äußer=
ten
ſie ſich ſehr zufrieden. Hünefeld ſprach ſich
ſehr entſchieden dafür aus, daß die Flieger nur
mit der Bremen Greenly Island verlaſſen
würden. Die beiden Deutſchen haben mit
Flaggen auf dem Eiſe die beſte Landungsſtelle
gekennzeichnet. Fernſtrom äußerte ſich wenig
zuverſichtlich über die Möglichkeit, die Bre=
men
von Greenly Island aus zu ſtarten. Die
Inſel falle ſteil zum Eiſe ab, und es müſſe
große Schwierigkeiten bereiten, das Flugzeug
den Abhang hinunterzubringen.
Akademiſche Ehrung Hauptmann
Köhls.
Braunſchweig, 21. April.
Die Techniſche Hochſchule Brwunſchweig hat
Hauptmann Köhl, den Führer der Bremen,
in Anerkennung ſeiner Verdienſte zum Dr.=Ing.
e. h. ernannt.

Einladung der kanadiſchen Regie=
rung
an die Bremen= Flieger.
Quebec, 21. April.
Die kanadiſche Regierung hat Fitzmaurice,
Köhl und Hünefeld mitgeteilt, ſie bäte die
Flieger, ſich als Gäſte der kanadiſchen Regie=
rung
zu betrachten. Die Regierung hat außer=
dem
jede mögliche Hilfe angeboten.
Eine amerikaniſche Richthofen=
Spende.
New York, 21. April.
Auf Grund einer Entſchließung des Greater
Brooklyn Flieger=Clubs kabelte der Präſident
des Klubs, Bürgermeiſter Chappelle, an die
Ringflieger des Aeroklubs von Deutſchland
herzliche Grüße zur Gedächtnisfeier für Richt=
hofen
. Hauptmann Schröder, Mitglied des
Klubs, kabelte dem Präſidenten des Rings, die
amerikaniſchen Flieger bereiteten eine Richt=
hofen
=Spende für die Ringflieger des Aero=
klubs
vor. Die Sammlung werde bei dem Ein=
treffen
der Bremen=Flieger eröffnet werden.

Deutſche Flugſpende
zu Ehren der Ozeanflieger.
Berlin, 21. April.
Der Deutſche Luftfahrtverband, e. V., ver=
öffentlicht
folgenden Aufruf: Der glückhafte
EuropaAmerika=Flug des Junckersflugzeuges
Bremen unter Führung des Hauptmanns
a. D. Köhl und ſeiner Begleiter Fitzmaurice
und v. Hünefeld, hat das ganze deutſche Volk
mit Dankbarkeit und Stolz erfüllt und die
ganze Welt zur Bewunderung fortgeriſſen.
Wir ſind dankbar den Männern, die ihr Le=
ben
einſetzten zur Förderung des Luftfahrt=
gedankens
.
Wir ſind ſtolz darauf, daß es einem deut=
ſchen
Flugzeuge mit deutſchem Motor gelang,
zum erſten Male in der Geſchichte des Flug=
zeuges
den Nordatlantick von Oſt nach Weſt zu
überfliegen.
Es gilt nunmehr, auf dieſer Bahn weiterzu=
arbeiten
und dem deutſchen Flugſport, der trotz
aller Hemmungen ſeine Lebensfähigkeit be=
wieſen
hat, zur Förderung ſportlicher Flüge,
zur Ausſchreibung von Preiſen und zur Fort=
bildung
beſonders begabter junger Sportflieger
die unentbehrliche finanzielle Grundlage zu
ſchaffen. Wir glauben, daß eine ſolche Samm=
lung
gleichzeitig die ſchönſte Ehrung für die
tapferen Ozeanflieger darſtellt.
Wir wenden uns deshalb an das ganze
deutſche Volk mit der Bitte, daß jeder nach
ſeinem Können ſein Scherflein beiträgt zum
Ausbau des deutſchen Flugſports, und damit
zur Förderung der deutſchen Luftfahrt und zur
Fortführung der Miſſion des Flugzeuges als
Werkzeug hervorragender internationaler Zu=
ſammenarbeit
.
Der Deutſche Luftrat, die von den zuſtän=
digen
Stellen der Reichs= und Länderbehörden
und den deutſchen Sportverbänden anerkannte
oberſte deutſche Sportmacht für den geſamten
Flugſport, hat die Aufſicht über die Sammlung
übernommen und wird gleichzeitig die Verwen=
dung
der Erträge überwachen.
Mit Unterſtützung des Zentralverbandes des
Deutſchen Bank= und Bankiersgewerbes wer=
den
bei allen Banken und Bankfirmen An=
nahmeſtellen
eingerichtet.
Spenden nehmen ferner entgegen: alle Flug=
leitungen
der Deutſchen Luft=Hanſa; außerdem
können Zahlungen erfolgen auf Poſtſchechkonto
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Deutſcher Luftfahrtverband, e. V.
Die Ehrenvorſitzer:
Dr. Luther, Reichskanzler a. D.; Profeſſor
Hergeſell, Geh. Regierungsrat; Dr. Buß,
Bürgermeiſter a. D.; Dominicus Staats=
miniſter
a. D.; Vorſitzer: Dr. Jarres Ober=
bürgermeiſter
, 1. ſtellvertretender Vorſitzender;
v. Tſchudi, Vizepräſident des Aexoklubs von
Deutſchland, 2. ſtellvertretender Vorſitzender.

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[ ][  ][ ]

Nummer 112

Sonntag den 22 April 1928

A.ur 4ss0

Von Carl Martin.
Die Profeſſoren Gouszaat und Dugelow ſaßen im letzten
Abteil des Flugexpreß und ſahen durch das breite Schlußfenſter
in die Landſchaft hinaus. Das Geſpräch zwiſchen beiden war ſeit
einiger Zeit verſtummt. Man ſah es jedoch Dugelow an, daß er
ſich im ſtillen mit ſchweren Gedanken trug. Gouszaat mochte die
Art dieſer Gedanken ahnen, war doch das Abenteuer, in das ihn
der Zufall verſtrickt hatte, wahrlich ſonderbar genug, um auch ihm
ſelbſt den Kopf warm zu machen.
Warum ſind Sie ſo nachdenklich? fragte er ſchließlich ſeinen
Begleiter.
Ach, ſeufzte dieſer, es kommen mir doch jetzt plötzlich ſtarke
Zweifel, ob der kühne Verſuch nicht vielleicht gar zu ver=
wegen
war.
Aber er iſt doch vollkommen geglückt, wandte Gouszaat ein,
und außerdem wird die Tatſache Ihres fünfhundertjährigen
Schlafes ganz einwandfrei durch die Dokumente bekräftigt, die
Ihnen Ihre Freunde klugerweiſe wohlgeſiegelt und beglaubigt
in Ihr ſonderbares Schlafgemackh mitgegeben haben. Daneben
ſteht zudem das Grab und ſeine innere Einrichtung zur Nach=
prüfung
für die Wiſſenſchaft jederzeit bereit.
Freilich, nickte Dugelow, das iſt es auch nicht, was ich
meine, obgleich ich mich wahrſcheinlich ohne Ihr perſönliches Zeug=
nis
trotz meiner Papiere ſchon in allerkürzeſter Zeit in einer An=
ſtalt
für Geiſteskranke wiederfinden würde. Aber einen Sprung
von fünfhundert Jahren zu tun, ſieht nach den bisherigen ja erſt
geringen Erfahrungen in der Praxis doch noch etwas anders aus,
als wir uns das gedacht haben. Setzen Sie ſich einmal in meine
Lage. Für mich ſind die fünfhundert Jahre nur der Schlaf einer
einzigen Nacht, mein Leben und meine Gedanken ſtehen noch
durchaus auf dem Boden der ſcheinbar eben verfloſſenen Tage,
und doch müſſen meine Sinne jetzt jeden Augenblick erkennen, daß
zwiſchen dem vermeintlichen Geſtern und dem wirklichen Heute
eine Epoche der Weltgeſchichte liegt, die allem, was ich ſehe und
höre, ihren unverkennbaren Stempel aufgedrückt hat. Es iſt ſo
ſchwer, den Abſtand zu gewinnen. Vor drei Tagen habe ich mich,
wie mir ſcheint, von meinen Berufskollegen verabſchiedet, es war

eine gegenſeitige tiefe Trauer um den ewig verlorenen Freund
und jetzt in dieſem Augenblick würde man wohl vergeblich nach
einem noch ſo kleinen Teil ihrer längſt vermoderten Körper ſuchen.
Oder etwas noch näher Liegendes: Ich ſchätze Ihr Alter auf
einige fünfzig Jahre, ich ſelber habe nach meinem Gefühl vor
einigen Wochen meinen ſiebenunddreißigſten Geburtstag gefeiert,
bin ich nun jünger oder älter als Sie? Es iſt geradezu ſinnver=
wirrend
!
Nun, nun, begütigte Gouszaat, ich habe da keine ſo großen
Befürchtungen, glaube vielmehr, daß Sie ſich in wenigen Tagen
der veränderten Lage durchaus angepaßt haben werden; aller=
dings
, meinte er lächelnd, werden Sie hier und da noch einiges
Neue hinzulernen müſſen, und ernſter werdend, fügte er hinzu=
Laſſen wir vorläufig alle trüben Gedanken beiſeite, kommt Zeit,
kommt Rat, zudem liegt das Opfer, das Sie der Wiſſenſchaft zu
bringen gewillt waren, weniger in der Vergangenheit als in der
nahen Zukunft.
Sie haben recht, verehrter Freund, gab Dugelow zu,
ſprechen wir von etwas anderem.
Er ſchwieg eine kleine Weile, dann deutete er auf die Land=
ſchaft
: Wie der Boden unter dem Zuge herausſchießt, in der
näheren Umgebung ſind die Einzelheiten überhaupt nicht zu er=
kennen
!
Nun ja, meinte Gouszaat, wenn ich nicht irre, fahren wir
augenblicklich mit einer Stundengeſchwindigkeit von etwa ſieben=
hundert
Kilometern, jedenfalls beträgt die mittlere Fahrzeit des
Flugexpreß allgemein fünfhundert Kilometer, wenn man die
Halte= und Anfahrzeiten einrechnet.
Das iſt fabelhaft, geſtand Dugelow und fügte nach einigem
Nachdenken hinzu: Daß der ſchwere Zug an dem dünnen ſtrom=
führenden
Oberſeil hängt und fährt, iſt mir begreiflich, weil ſeine
zahlreichen ſeitlichen Tragdecken dem Ganzen einen Auftrieb geben
und ſo das Gewicht des Zuges gewiſſermaßen aufheben; aber
dieſer Auftrieb wird doch nur durch einen ungeheueren Luftwider=
ſtand
erkauft.

Geite 15
Nicht ganz, erwiderte Gouszaat, durch die eigenartige Rif=
felung
der Tragflächen und der Außenhaut der Wagen dienen
80 Prozent dieſes Luftwiderſtandes wieder zum Vortrieb des
Zuges, o ja, ſonſt ließen ſich dieſe Geſchwindigkeiten nicht im ent=
fernteſten
erreichen.
Aber , fragte Dugelow weiter, der Expreß kann doch,
wenn er hält und ſein ganzes Schwergewicht wieder wirkſam
wird, unmöglich an dem fingerdicken Draht hängen bleiben?
Tut er auch nicht; etwa 40 Kilometer vor der Station wer=
den
Sie bemerken, daß der Zug nicht mehr am Seil, ſondern
unten auf der einen Erdſchiene läuft, die jetzt nur als Füh=
rung
dient.
Richtig, daran hatte ich nicht gedacht; übrigens bereitet mir
die Geſchwindigkeit, mit der wir fahren, eine gewiſſe Unbehaglich=
keit
, ohne daß ich ſagen könnte, warum.
Gouszaat reichte ihm ein Käſtchen: Nehmen Sie eine weiße
Sauerſtofftablette und einige Frühſtückstabletten, die roten hier,
bitte, ſo werden Sie ſich ſofort wohler fühlen. Es iſt ja möglich,
daß man ſich an ſolche Geſchwindigkeiten erſt gewöhnen muß; uns
modernen Menſchen iſt dieſe Gewöhnung vielleicht ſchon als Erb=
teil
überkommen.
Wann werden wir im Hauptzentrum ſein? fragte Dugelow,
nachdem er die angebotenen Tabletten gegeſſen hatte.
In etwa einer Viertelſtunde, wir werden in wenigen Mi=
nuten
in den Tunnel einfahren.
Liegt unſer Bahnhof auch unterirdiſch?"
Jawohl, wie ſich im Hauptzentrum überhaupt jeder Fuhr=
werksverkehr
unteridiſch abwickelt; die Oberſtraßen ſind nur für
die Fußgänger, Sie weroen das ſehr bald kennenlernen.
Warum das? fragte Dugelow erſtaunt
Die Luft iſt doch für die Menſchen da und nicht für die
Maſchine; das iſt doch ſelbſtverſtändlich.
Gibt es denn noch Benzindroſchken?
Das fehlte uns noch lachte Gouszaat, nein, die Zeiten
ſind glücklicherweiſe längſt vorbei, wo jeder den Betriebsſtoff
benutzen konnte, der ihm gerade paßte, und tat, als ſei die Lnft
nur für ihn da. Nein, heute fährt alles elektriſch; die Tunnel
ſind ſo eingerichtet, daß jeder Wagen an jeder Stelle Kontakt mit
den Stromnetzen der Zentrale hat. Aber verzeihen Sie"
es wird, glaube ich, Zeit, kaß ich uns zu Hauſe anmelde und
Sie meiner Familie vorſtelle. Damit öffnete der Gelehrte an
der Seite des Abteils einen flachen Wandſchrank.
(Fortſetzung folgt.)

Nichts ist einfacher!
Cf Firierpapier imn den
Filter legen
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2. wenig Kaffee, tein ge-
mahlen
, daraut
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3. kochend Wasser über-
gießen

4. den guten

Kaffee trinken.
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[ ][  ][ ]

Seite 16

Sonntag, den 22. April 1928

Nummer 112

Sport, Spiel und Turnen.

Zu den Polizeimeiſterſchaften.
Der Reichsausſchuß für Polizeiſport, dem die Polizeien aller deut=
ſchen
Länder angeſchloſſen ſind, hat für 1928 die Austragung der
Polizeimeiſterſchaften in Schwümen Boxen, Jiu=Jitzſu und Handball
ausgeſchrieben. Die Durchführung der Boxkämpfe findet im Oktober in
Hamburg ſtatt. Auch für Schwimmen und Jiu=Jitſu iſt der Zeitpunkt
der Austragung (Auguſt bzw. November) bereits feſtgeſſetzt, nur wird
der Austragungsort erſt ſpäter beſtimmt. Bei Handball werden Spiel=
orte
und Zeit nach Eingang der Meldungen feſtgelegt. Die Bedeu=
dung
des Polizeiſportes auf den verſchiedenen Wettkampfgebieten iſt
allgemein bekannt. Unter den beſten deutſchen Sportsleuten befindet ſich
ſo mancher Polizeibeamter, und Namen wie Hähnchen, Lammers uſw.
haben weit und breit einen guten Klang. Eine ganz überragende Stel=
lung
nehmen die Polizeiſportler im Handball ein.
Eine ganze Reihe weiterer Polizei=Sportvereine ſtehen im Hand=
ballſport
an führender Stelle. Berlin, Hamburg, Halle, Hannover
um nur einige Namen anzuführen , ſtellen Mannſchaften ins Feld,
die weit über die Grenzen ihrer engeren Heimat hinaus bekanmt ſind.
Dieſe Erfolge der Polizeiſportler laſſen ſich zu einem großen Teile dar=
aus
erklären, daß von ihnen ſchon frühzeitig die ungeheuren Vorteile
des Handballſpieles für Körper und Geiſt erkannt wurden, und deshalb
dieſer ſchöne Sport mit Luſt und Liebe von allem Anfange an gepflegt
wurde.
Wie in früheren Jahren, beteiligt ſich auch dieſes Mal die Heſſiſche
Polizei wieder an den kommenden Meiſterſchaftskämpfen. Die Vovarbeit
iſt bereits im vollen Gange. Die beſten Handballſpieler ſind aus den
Polizeiſtandorten nach Darmſtadt zu einem Uebungskurſus zuſamen=
gezogen
worden. Die Leitung hat Polizei=Hauptmann Jans übernom=
men
, dem es auf Grund feiner hervorragenden Erfahrungen und ſeines
ausgezeichneten Lehrtalentes unbedingt gelingen wird, aus dem vorhan=
denen
Spielermaterial eine ſtarke, techniſch und taktiſch gleich gute
Mannſchaft beranzubilden. Heſſen ſieht den Meiſterſchaftsſpielen mit
großer Zuverſicht entgegen. Hoffentlich ſteht auch Fortuna der Heſſ.
Polizeimannſchaft huldreich gur Seite. Dann ſollte wohl der große
Wurf gelingen und Heſſens Hauptſtadt den Endkampf um die Meiſter=
ſchaft
in ihren Mauern ſehen. Das wäre für den hieſigen Hamdball=
ſport
ein großer Tag, gleichzeitig auch ein würdiges Ereignis, die neu
hergerichtete Sportplatzanlage der Polizei ihrer Beſtimmung zu über=
geben
. Seit Tagen herrſcht nämlich auf dem ehemaligen Egerzierplatz
ein reges Leben und Treiben. Fleißige Hände ſind an der Arbeit.
Schon iſt eine Tribüne mit 1400 Sitzplätzen nahezu vollendet. Das
Spielfeld iſt planiert. Mit der Ausſaat des Grasſamens kann begonnen
werden. In etwa drei Monaten wird ſich der Sportplatz in ſeinem
neuen Kleide präſentieren und prächtig wäre es, wenn er mit dem End=
ſpiele
um die deutſche Polizei=Meiſterſchaft im Handball eingeweiht wer=
den
könnte, und noch prächtiger, wenn dieſer Kampf wit dem Siege der
Heſſen enden würde.

Fechten.

Beginn der Deutſchen Fechtmeiſterſchaften.
Die Meiſterſchaften der deutſchen Fechter haben am Freitag vor=
mittag
in Bad Eilſen bei Hannover mit den Vorkämpfen im Florett
ihren Anfang genommen. Von den 2 gemeldeten Sportfechtern er=
ſchienen
25. Auf Grund einer Differenz mit dem Deutſchem Fechterbund,
der dem Franzoſen Labat und dem Spanier de Pomez erlaubt hatte,
außer Konkurrenz an den Kämpfen teilzumehmen, hatte die Deutſche
Turnerſchaft auf eine Teilnahme verzichtet. Trotzdem waren aber doch
die beſten deutſchen Sportfechter anweſend, die auch allein wohl für
eine Vertretung bei den Okympiſchen Spielen in Amſterdam in Frage
kommen werden. Da auf drei Bahnen gebämpft wurde, konten die
Treffen ziemlich flott abgewickelt werden. Es gab in den Vorrunden
bereits mehrere hochintereſſante Kämpfe, ohne beſondere Ueberraſchun=
gen
. Die Favoriten ſetzten ſich gewöhnlich duruch. Für die Zwiſchen=
runde
qualifizierten ſich u. a. der Titelverteidiger Erwin Caswir= Frank=
furt
, ſein Landsmam Moos, Gazerra=Offenbach, Sommer=Berlin und
Berger=Hannover.
Die Süddeutſchen D.T.=Endſpiele im Handball und Fußball der
Kreiſe Bayern und Schwaben finden am 6. Mai in Fürth ſtatt.
Einen neuen D.T.=Rekord im Hochſprung für Frauen ſtellte Frl.
Notte=Düſſeldorf beim Olympia=Kurſus in Köln mit 1,52 Meter auf.
Den Weltrekord im Stabhochſprung verbeſſerte der Argentinier
Bruneto auf 15,640 Meter.
Der Süddeutſche Hockey=Verbandstag findet bereits am B. und 29.
April in Heidelberg ſtatt.
Ein Damen=Tenniskampf DeutſchlandAmerika kommt am 5. und
6. Mai in Berlin=Grumewald zur Durchführug.
Indiens Olympia=Hockeyelf abſolviert ein zweites deutſches Gaſt=
ſpiel
am 9. Mai in Berlin gegen eine vepräſentative Berliner Elf. Die
Indier ſchlugem übrigens neuerlich in London eine engliſcheiriſche Elf
12:4.
Handball.
Turngemeinde Darmſtadt 1846.
Am Sonntag begeben ſich die erſte und zweite Mannſchaft der Turn=
gemeide
Darmſtadt 1846 nach Bretzenheim in Rheinheſſen, um gegen
die gleichen Mannſchaften des dortigen Turnvereins Freundſchaftsſpiele
auszutragen. Die erſte Mannſchaft des Tv. Bretzenheim gehört der
Meiſterklaſſe des Gaues Rheinheſſen an, und ſoll, was Spielſtärke an=
belangt
, mit zu den Beſten des Gaues zählen.

Blackburn Rovers
engliſcher Pokalmeiſter.
Huddersfield Town vor 95000 Zuſchauern
3: 1 geſchlagen.
Die Entſcheidung im Kampfe um die wertvollſte Fußballtrophäe der
Welt iſt gefallen, Blackburn Rovers hat den engliſchen Fußball=Pokal
an ſich gebracht und damit den Rekord der Aſton Villa mit ſechs Pokal=
ſiegen
erreicht. Huddersfield Town, das im Falle eines Sieges vor
einer Doppelmeiſterſchaft (Pokal= und Ligameiſterſchaft) geſtanden hätte,
ein Triumph, der bislang in der Geſchichte des engliſchen Fußballs zu
verzeichnen war (1895 Preſton North End und 1897 Aſton Villa), wurde
einwandfrei mit 3:1 Treffern geſchlagen.
Der traditionelle Gegenſatz der Roten und der Weißen Roſe lebte
heute in dem großen Schluß=Wettkampf der Fußball=Mannſchaften von
Huddersfield und Blackburn im Stadion von Wembley wieder auf.
Ueberall ſieht man in den Straßen Londons an den Knopflöchern und
an den Kleidern der Damen die Abzei hen von Lancaſhire und York=
ſhire
. Schon ſeit den früheſten Morgenſtunden herrſchte ein levhaftes
Treiben in London. Kurz nach 6 Uhr vormittags marſchierten Muſik=
kapellen
in bunten Maskenkoſtümen durch die Hauptſtraßen der Stadt,
wie Strand, Piccadilly uſw. Von den grußen Reiſe=Automobilen herab
begrüßten die Provinzler, die in einer Anzahl von etwa 100 000
in London eingetroffen waren, die Londoner. Die Eiſenbahn hatte
135 Extrazüge bereitgeſtellt. Schon ſeit 11 Uhr vormittags drängte
ſich die Menſchenmenge nach dem Stadion von Wembley. Alles vollzog
ſich in muſterhafter Ordnung, dank der vorbildlichen Organiſation durch
die Polizei. Um 2 Uhr war der letzte Platz im Stadion beſetzt. Etwa
95 000 Menſchen waren verſammelt. Gemeinſamer Geſang hielt
die Menſchenmenge in fröhlicher Stimmung, bis gegen ½3 Uhr das
Königspaar und andere Mitglieder der Königlichen Fami=
lie
eintrafen, die von der Menſchenmenge ſtürmiſch begrüßt wurden
und die ſich die Akteure vorſtellen ließen.
Der Kampf ſelbſt ging unter ungeheurer Spannung und Anteil=
nahme
des Publikums vonſtatten. Blackburn Rovers hatte Anſtoß und
konnte zur größten allgemeinen Ueberr ſchung ſchon nach 45 Sekunden
durch Voscamp den erſten Treffer erzielen. Huddersfield Town ſpielte
in der erſten Viertelſtunde ſehr zerfahren und hatte außerdem das große
Pech, daß ſein rechter Verteidiger in der 22. Minute verletzt ausſcheiden
mußte. Schon eine Minute ſräter erreichte Blackburn durch Lean den
zweiten Treffer. Huddersfield machte jetzt verzweifelte Anſtrengungen,
und es gelang ihm auch, kurz vor der Pauſe den Ehrentreffer zu er=
zielen
. Nach der Pauſe machte ein kurzer heftiger Regenguß die Sicht
auf dem Spielfelde faſt unmöglich, jedoch hellte ſich das Wetter bald
wieder auf. Huddersfield ſpielte weiter mit letzter Anſtrengung, ver=
mochte
aber die ſtabile Deckung von Blackburn nicht zu ſchlagen. Black=
burn
kam dagegen in der 40. Minute durch ſeinen Mittelſtürmer noch
zu einem dritten Tor. Unter ſtürmiſchen, langandauernden Beifalls=
kundgebungen
konnte die ſiegreiche Mannſchaft die goldenen Medaillen
und den Ehrentrunk aus dem Pokal entgegennehmen.
F. S. V. FraukfurtS. V. Wiesbaden 4: 2.
Die 3000 Zuſchauer, die ſich am Samstag nachmittag in Bornheim
dieſes Freundſchaftsſpiel anſahen, bekamen überraſchend gute Leiſtungen
beider Mannſchaften zu ſehen. Beide Parteien ſpielten ſchönen Flach=
fußball
und gaben ſich dem Spiel mit löblichem Eifer hin. Frankfurt,
das in der erſten Halbzeit mehr vom Spiel hatte, kam in der 20. Minute
durch Brettville zum Führungstor. Eine Viertelſtunde ſpäter mußte
ſein Verteidiger Furch verletzt ausſcheiden und durch Heinig I erſetzt
werden. Nach dem Wechſel erzwang ſich der mit großer Hingabe und
erſtaunlicher Schnelligkeit ſpielende Gaſt ein ausgeglichenes Spiel, er
hatte zeitweilig ſogar ein Plus. Brettville ſchoß für Frankfurt in der
4. Minute das zweite Tor und ſtellte jeweils wieder die alte Tordiffe=
renz
her, als zwiſchendurch Wiesbaden zu zwei wohlverdienten Treffern
kam. Hedderer=Hanau war dem Spiel ein guter Leiter.
Union Darmſtadt V. f. R. Darmſtadt.
Wir berweiſen nochwals auf das beute machmittag ſtattfindende
Lokaltreffen umd laſſen die Mannſchaftsaufſtellurngem folgen:
V. f. R.:
Friedmam
Römer
Finger
Tiedemann
Kleim
Günther
Vogelmann
Fiſcher
Müller
Werkmam
Feth.
Freyz
Mehring
Mühlbach
Bopp
Noller, Hch.
Beck
Noller, Frdr.
Seelbach
Mückert
Weißmantel
Unton:
Flaig.
Beide Mannſchaften alſo in der gurzeit ſtärkſtem Beſetzug, und mit
Recht begegnet ma dieſem Großkampf mit dem größtem Intereſſe.
Das Spiel findet um 4.30 Uhr auf der Rennbahn (Heidelberger Straße)
ſtatt.
Sportverein 1898 (Jugend).
1. Jugend1. Jugend Lemgfeld, hier, 3 Uhr; 2. Jugend3. Jgd.
Sportv, 98, hier, 10,30 Uhr; 4. Jugend4. Jugend Eintracht Frankfurt,
dort; 1. Schüiler2. Schüler Sportv. 98, hier, 1 Uhr; 3. Schüler1. Sch.
VfR. Darmſtadt, dort, 1,30 Uhr.
Hauptſchriftleitung. Rudolf Maupe
Verantwortlich für Polltilk und Wirtſchaft: Rudelf Maupe; für Feullleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel
Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdlenſt: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart: Dr. Herbert Neite; für den Inſeratenteil: Willp Kuhle: Drud
und Verlag: L. C. Wittich ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nich/ Übernommen.
Die heutige Nummer hat 24 Geiten.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Sonntag, 22. Apri. : Morgenfeier, veranſtaltet von der
1. Methodiſten=Gemeinde. titw.: Gemiſchter Chor und Männerchor
der 1. Methodiſtengemeind:. Prediger Göbel. O 11.30: Mittel=
ſchullehrer
Krupp: Das ängſtliche Kind. O 12: Vortragsſtunde Ania
Simon. O 18: Hanna Lüngen: Germaniſche Märchen von Krüger.
O 17: Kammermuſik=Konzert. Ausf.: Elſe Liebhold (Sopran), Kon=
zertmeiſter
Lenzewski (Violine), Weil (Cello), Kohlhöfer (Klavier),
Funk=Streichquartett. Mozart: Streichquartett D=moll. Haydn:
Duo in D=dur. Reger: Drei Lieder. Sonate C=moll. O 18.30;
Stunde des Rhein=Mainiſchen Verbandes für Volksbildung. 0 19.30:
Sportnachrichten. O 20.30: Vortrags=Abend Hans Reimann. Mitw.8
Hausorch. Anſchl.: Tanzprogramm. Kapelle Pinkus=Langer.
Stuttgart.
Sonntag, 22. April. 11.15: Evangeliſche Morgenfeier. Leitung
und Anſprache: Stadtpfarrer Dr. Schairer. Mitw.: Stiftsorganiſt
Muſikdir. Strebel, Kammermuſiker Köhler (Viola da Gamba), Volts=
bundchor
Cannſtadt. Anſchl.: Schloßplatz Stuttgart: Promenaden=
konzert
des 1. Gren.=Bataillons Nr. 13. Leitung: Obermuſikm.
Müller. Anſchl.: Schallplatten. O 15: Kurd Laßwitz. (Zu ſeinem
80. Geburtstag.) O 15.30: Funkheinzelmann. 16: Unterhaltungs=
konzert
. Frühling in deutſchen Gauen. Leitung: C. Struve. Mitw=
Käte Mann, M. v. Wiſtinghauſen, H. Hanus, C. Struve, Funk=
orch
. Frühlingseinzug. Lincke: O Frühling! Schumann: Früh=
lingsfahrt
. Cromer: Am blühenden Neckar. May: Frühling
am Rhein. Lacombe: Frühlingsſtändchen. Gounod: Paraphraſe
über ein Frühlingslied. Burgert: Bonn. In meiner Heimat
wird es jetzt Frühling. May In Rothenburg. Mendelsſohn:
Frühlingslied. Knepler: Frühlingslied. Jenſſen: Alt= Heidel=
berg
. Wenn der Frühling auf die Berge ſteigt. Stolz: Früh=
ling
in Wien; Im Prater. May: In Dinkelsbühl. Siede=
Es muß doch Frühling werden. O 18.15: Ed. Reinacher lieſt aus
eigenen Werken. o 18.45: Heiteres elſäſſiſches Intermezzo. Aus=
führende
: Elſ. Chor= u. Theatervereinigung Stuttgart (Leitung: Jul.
CJopp). Volkslied: D: Illziger Jager. Rezitationen: Sebaſtian:
Dr ſchlot Herr Mair; Es brennt. Voeltzel: ’s arm Buevel; Wie
dir Fritzel Erſchter worrn eſch. Neukirch: E Ohrfeig. Volkslied:
In der Fremde. Dr Unkel vom Land. Luſtſpiel von Baſy.
Perſ.: Charles Heilſam Arzt; Madeleine, ſeine Frau; Hansjörg,
Elſäſſiſche
ihr Onkel; Sämel, Magd; Großhans, Reiſender.
Kirchweihlieder. O 20: Oscar=Ludwig=Brandt=Abend: Afrika. Die
Sonne. Unter dem Zeichen des Skarabäus bis zum Untergang
Kleopatras. Mitw.: Funkorch. 9 21.30: Funkbrettl. Leitung: Struve,
Mitw.: Hilde Binder, Käte Mann, E. Baudiſtel, H. Hanus, C.
Eireg: Es war
Struve, Funkorch. Menichretti: Negro, Fox.
mal ein Zigeuner. Kellette: Wahre Liebe blüht nur einmal,

Engel=Berger: Manon. Kollo: Banio ſing dein Lied!"
Witzel: Nur du, deutſche Maid. Loeffel: Trance, Valſe Boſton.
Oſtern: Wenn du eine Schwiegermutter haſt. Nicholls: Araby
Wiesberg: Dös hat ko Goethe geſchrieben. May: Zwei
unterm Himmelszelt. Egen und Doelle: Ich hab' mich am Rhein in
ein Mädel verliebt. Waloche: Lutſchbonbons, Fox. Kollo: Für
ein bißchen Liebe, Duett. Donaldſon: Oh, Baby. Raymonds
Ich ſteh’ mit Ruth gut. Ruſt: Tango fantaſtique. Anſchl.=
Nachrichten.
Berlin.
Sonntag, 22. April. 9: Morgenfeier. Kirchenchor von S.
Sebaſtian. Dirig.: Joh. Bukowski. Laſowski (Violine). Am Flügel=
Joh. Bukowski. Kuratus P. Franziskus Stratmann O. Pr.
Anſchl.: Glockengeläut des Berliner Doms. O 11.30: Funk=Matinee
(Großes Schauſpielhaus). Chorkonzert, ausgeführt von dem Meiſter=
ſchen
Geſangverein aus Kattowitz, Leitung: Prof. Lubrich. Lotti=
Crucifixus. Brahms: Motette Warum iſt das Licht gegeben
den Mühſeligen. Reger: Morgengeſang. Cornelius: Tanzlied.
Herzogenberg: St. Nepomuk. Deutſche Volkslieder: In ſtiller
Nacht; Ich fahr' dahin: Wächterlied; Vom alt= Fritz. o 14:
Kurzſchrift. O 14.30: Mitteilungen und praktiſche Winie für den
Landwirt. O 14.55: Privatdoz. Dr. Nolte: Kali= und Phosphat=
Dünger. O 15.30: Funkheinzelmanns Großſtadtmärchen. Erzählt
von Bodenſtedt. O 16: Dr. Hirſchberg: Die deutſche Legende in
Poeſie und Muſik. Legenden Dichtungen der Klaſſiker und
Romantiker.) O 16.30; Kapelle Gerhard Hoffmann. Keler=Bela?
Ungariſche Luſtſpiel=Ouv. Meiſel: Debreczin, Zigeunerromanze.
Schmalſtich: Schmetterlingsreigen. Romanze Gungl: Soldaten=
lieder
. Gounod: Fant. Die Königin von Saba Translateur:
Nur wer die Sehnſucht kennt. Rhode: Vom Rhein zur Donau.
Gillet: Plauderei. Dicker: Der verliebte Nußknacker, Intermezzo.
2 19: Dr. Dovifat: Vorbildung und Berufsbegabung des Journa=
liſten
. O 19.30: Direktor Dr. Vogel: Die Grundlagen einer zweck=
mäßigen
Ernährung. O 20: Dr. Schück: Braſiliens neueſte Wirt=

niuszko: Ouv. Halka. Moſzkowski: Entrlact, Sarabande zu
Grabbes Don Juan und Fauſt
Nedbal: Ballettſuite Der
faule Hans. Vorſpiel und Zwiſchenſpiel zu Bimala, ein heiteres
Spiel nach Halevyſcher Muſik. Glinka: Sommernacht in Madrid,
Fant.=Ouv. ſpaniſcher Nationallieder. Godard: Poetiſche Szenen
Wappenſchmitt: Mythologiſcher Zug. Anſchl.: Tagesnachrichten.
O 22.30: Tanz=Muſik (Julian Fuhs mit ſeinem Orcheſter.
Deulſche Welle. Sonntag, 22. April. 9: Berlin: Morgenfeier.
Anſchl.: Glockengeläut des Berliner Doms. o 11.30: Berli:
Großes Schauſpielhaus: Funk=Matinee. Chorkonzert, ausgeführt von
dem Meiſterſchen Geſangverein e. V. aus Kattowitz. Leitung: Prof.
Lubrich. o 14: Jens Lützen: Winke für Liebhaberphotographen.
O 14.30: Berlin: Mitteilungen und praktiſche Winke für den Land=
wirt
. 14.55: Privatdoz. Dr. Nolte: Kali= und Phosphat=Dünger.
15.30: Funkheinzelmann. O 16: Dr. Hirſchberg: Die deutſche
Legende in Poeſie und Muſik. (Die Legenden Goethes.) o 16.30:
(Berlin) Kapelle Gerhard Hoffmann. o 18: Dr. Manz: Deutſcher
Humor. Oo 19: Emanuel bin Gorion: Die Weltſeele in der Volks=
dichtung
: Der chineſiſche Roman. o 19.30: Geh. Stud.=Rat Dr.
Raſſow: Fritz Reuter. O 20: Dr. Walter Schück: Braſiliens neueſte
Wirtſchaftsentwicklung mit beſonderer Berückſichtigung des deutſchen
Anteils. O 20.30: Berlin: Orcheſterkonzert. Dirigent, Seidler=
Winkler. Funkorch. Anſchl.: Preſſenachrichten. O 22.30: Tanzmuſik.

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[ ][  ][ ]

N D.
2A

Von Jan Mattfs.

Das neue Schuljahr! Wieder ein Anfang! Glücklich,
wer jedes Jahr eine friſche Seite im Kontobuch ſeines Da=
ſeins
aufſchlagen kann! Eine ſaubere, ganz unbeſchriebene,
friſche, neue Seite! Und auf die neue malt Walter mit dem
Sederhalter und der Sunge peinlich und groß: Quarta‟!
Da ſteht’s: Quarta‟! Quarta: das iſt das neue Leben!
Und da liegt’s unter der Ueberſchrift c s weiße glatte Seite.
Unbeſchrieben. Wie wird ſie nächſte Oſtern ausſehen, wenn
ſie das Leben vollgekritzelt hat? Und ob’s diesjahr auch
wieder Kleckſe hineinmacht?
Aber eben, eben iſt ſie noch ſauber!
Ja, eben iſt alles noch ſauber! Selbſt die Klaſſen=
mützen
. Wie friſchgelegte Oſtereier. Und die Silber= und
Goldlitzen der Unter und Ober blitzen in der Sonne Alle
Köpfe drunter haben einen Ruck in’s Genick. Man ſonnt
ſich auf der erreichten nächſten Sproſſe. Und man unter=
ſcheidet
fein in dieſem Gefühl der nächſten Sproſſe‟: In
welche Klaſſe gehſt du ſetzt, Kurt? In die Certia! Dann
iſt er nach Unter=Certia verſetzt, aber um’s Verplatzen
ſagt er nicht Unter, dafür erklärt er nächſtjahr umſo
ſtolzer: Ober=Certia
Kaum, daß man ſich halten kann, wenn der Lehrer neu
wird. O, welche Möglichkeiten: ſein Notizbuch iſt noch
ſauber und leine Meinung über einem auch! Wenn man
auch lieber Fez treibt, einmal könnte man ja auch mitmachen,
und immerhin kann man auch diesjahr geſcheiter ſein wie
voriges Jahr. . ."
Und ſelbſt wenn’s der Alte iſt: es iſt immer ein An=
jang
, das neue Schuljahr, und das iſt die Hauptſache. Und

eine auf tiefer Wahrheit ruhende Hauptſache.
Selbſt der Nepetent lächelt vergnügt aus ſeinen neuen
Kameraden. Er hätt’s ja eigentlich nicht gedacht, am vori=
gen
Schluß mit dem Seugnis und dem Sorn auf die
Magiſter, aber jetzt: erſtens Variatio delectat, es iſt eine
neue Klaſſe; die zweitens ihm mit beſonderer Achtung be=
gegnet
, ihm dem erfahrenen, ſchiffbrüchigen Seemann, der
ſchon alles durchgemacht hat, was ihr jetzt noch angſtpochend
im Dunkel liegt. Herrſchaft, da kriegt man ſchon wieder
Kurage. Und dann drittens: es iſt eben ein Anfang mit
Möglichkeiten.
Auch das Schulhaus riecht ſo ſchön nach Neue: nach
Schmierſeife und Leinöl. Die Cafeln ſind geſtrichen und die
Decken geweißt: die Schwammſpuren ſind fort, die letzten
Seugen vom Klaſſenarreſt voriges Jahr. Aber leider auch
die quietſchende Bank, mit der man die Bratwurſt zum
Platzen kriegte.
Und aufgefriſcht ſind auch die Lehrer. Man merkts
am Geſicht, am neuen Notizbuch und dem aufgebügelten
Anzug.
Aber er hat auch ſeine gefährlichen Erregungen, der
Anfang: die Aufnahmeprüfungen! Die Dreijährigen oder
die Vierjährigen! Ja, das war ein Gezeter! Und ein Sorn
im Elternhaus! Swei mußte Heinz mindeſtens im Durch=
ſchnitt
haben, um mit drei Jahren aufgenommen zu werden.
Ach, welcher Mutter Junge iſt nicht zwei? Mindeſtens
zwei? Und wiſſen Sie, Frau Ingenieur, wenn der Ludwig
von Negierungsrats aufgenommen wurde, dann hätte mein
Heinz.. . . nein, das iſt eben die Schule von heute! Und

Ein zweites Mal unterſchreib ich ſo eine Senſur nicht,

Der neue Ordinarius der Quarta.
der arme Heinz hat zwar nie recht gewußt, warum Mutti
ſo pickig geworden iſt gegen jedermann wie eine Glucke, aber
dem Ludwig, ja dem Ludwig, dem ſticht er nächſtens doch ein
Loch in den Ball!
Ach und der arme Herr Direktor! Der arme Herr
Direktor! Immer wieder ſagen, das mit den Drei= und
Vierjährigen; dann weinende Väter tröſten wegen der
Nichtverſetzung ihrer Sprößlinge, mit aufgeregten, bis zum
äußerſten geladenen Müttern ringen auf Leben und Cod....
armer, armer Herr Direktor! Neide ihm niemand die
Gruppe XIII!
Und wer als Laie den Schulanfang genießen will, der
gehe in den Buchladen. Auch dort Erregung: die neuen
Bücher das neue Leben. Sehen muß man da, wie ein
Sextaner ſein Nechenbuch verlangt, zitternd vor Angſt, daß
er’s nur ja bekommt. Nur darum behält er all das dumme
Seug: Nechenbuch für höhere Knabenſchulen, Ceil T Aus=
gabe
A. In ihm brennt ja nur der Begriff Rechenbuch.
Und dann muß man erleben, wie ſo ein Seelenflämmchen in
ſich zuſammenfällt, wenn es hört: es iſt nicht da. Ich
brauchs aber doch! Nechenbuch für .. ." Ja ja, aber es iſt
eben nicht da‟. Sein Rechenbuch iſt nicht da! Komm am
Sreitag wieder. Bis dahin iſt=er tot, ja ganz gewiß, bis
dahin iſt er tot. Und dann ſteht er noch eine Weile im
Laden, ganz geſchlagen, ſ ein Rechenbuch iſt nicht da! Auf
das er ſich ſo gefreut hatte. Es dürfte jetzt mit ihm ſchlafen,
wenn’s jetzt da wäre. Und ihm zu lieb tät er ſogar heut abend
nichts eſſen. Und er tät ihm auch nie weh und ein Eſelsohr
hineinkneifen, nein, das tät er wirklich nicht, wenn’s ſetzt da
wäre. Und vielleicht iſt es jetzt doch da, wo er das alles ihm
zu lieb täte, wenn’s da wäre . . . und er wagt’s noch einmal:
Nechenbuch für höh ... Ich hab dir doch geſagt, du
ſollſt am Sreitag kommen, es iſt nicht da. Alſo es iſt doch
nicht da, trotzdem . . . und bis Freitag iſt er tot ..."

Der neue Ordinarius wird kritiſiert.

Auch die Erwachſenen ſpielen eine Rolle beim
Bücherkaufen. O, das muß man auskoſten, wenn eine Mama
für ihren Buben Bücher kauft. Schon morgens hatte ſie zum
Gemahl geſagt: Ich gehe heute mit Erni Bücher kaufen.
Das bedeutet alſo große Vorbereitung, innere und äußere.
Ihrem Erni kauft ſie die Bücher. Sie kommt. Der
Buchladen iſt geſtopft voll. Sie verlangt. Und ſofort hat
ſie das gewünſchte. Sofort! Ja aber das geht doch nicht,
daß das ſo ſchnell geht, es ſind doch die Bücher für
ihren Erni!. Da wäre ſie ja ſofort fertig mit dieſer tot-
wichtigen
Sache, wo ſie doch ſchon heute morgen .. . nein!
Und ſo bremſt ſie denn den Handel: Iſt das das Nich=
tige
?" Gewiß, gnädige Frau. Das weiß doch dieſer
Menſch gar nicht, ob das das richtige iſt: Iſt das für die
Serta? Jawohl. Aber Erni, hat nicht der Lehrer ge=
ſagt
, es ſei rot eingebunden?" Nein, Mutti, ſo ſieht es
aus. Ja, du haſt aber doch geſagt, es ſei rot eingebun=
den
? Ja, das andere, weißt du, wo. . . Nein, du haſt
geſagt, das Nechenbuch. Alſo wenn es nicht richtig iſt, kann
er es wieder umtauſchen? Gewiß, gnädige Frau, aber es
iſt ſchon da srichtige. Das weiß doch dieſer freche Menſch
gar nicht, gellt es in ihr auf, und ſehr hochnäſig ſagt ſie zu
ihrem Kleinod: Wenn es nicht richtig iſt, tauſchſt du es um.
Erni, haſt du gehört! Und ſie gäbe 5 Mark jetzt, wenn es
doch nicht das richtige wäre. Endlich dann: Was koſtet
es? Aber wie es erſt geht, wenn das Buch nicht da
iſt, nein, nein, taceamus . . . .
Und ſo ſpürt ein jeder, der Auge und Herz hat für
eeliſche Dinge, den Schulanfang aus tauſend Kleinigkeiten.
Er iſt ein wichtiger Feiertag der Seele, der zwar nicht mit
Glocken, aber mit umſo ſchöneren Vorſätzen eingeläutet wird.
Es iſt der Cag der Schwelle, der Cag des Anfangs. Und
deshalb iſt er für alle ein glücklicher Cag. Alles in allem.

Der Herr Hausmeiſter.

[ ][  ][ ]

Junge Wanderer an der Donau (Paſſau).

Während an der Bergſtraße und am Main die Blüte in
voller Pracht ſteht, während im Donautal zwiſchen Regensburg
und Paſſau (wo einſt ſogar Wein gepflanzt wurde) die erſten
Kirſchbäume ausſchlagen, iſt’s im Wald immer noch winterlich.
Auf den Bergen oben liegt noch tiefer Schnee, in den endloſen
Wäldern hat ſich die ſchwere Decke am Boden gelagert, und in
den ſteilen Schneiſen ſauſen noch die großen Schlitten und führen
in raſender Geſchwindigkeit die mächtigen Holzſtämme, den ein=
zigen
Neichtum des Landes, hinab bis zu den Bächen, wo ſie
ſpäter weitergetriftet werden. Der Föhn kommt und taut, warme
Sonne liegt auf den Hängen, aber am nächſten Morgen iſt wieder
alles weiß, und die Kinder fahren auf Schneeſchuhen zur Schule.
Eines Cages ſteht die ganze Alpenkette vom Dachſtein dis zur
Hrff
Das Schlitten=Abenteuer.
Von Kaſimir Edſchmid.
Fürſt Pückler=Muskau hatte über Duelle Anſichten, wie ſie
ein Mann hat, der zwiſchen dem bayeriſchen und griechiſchen
König in Athen diniert hat, der weiter als ein anderer Europäer
zu den Nilquellen vorgedrungen war, der gleichzeitig befreundet
mit Louis Philippe und dem Diktator Aegyptens war, und der
für den beſten Kenner der Küche und der Literatur in Europa
galt, abgeſehen von der Catſache, daß er als Gartenarchitekt
Sonderklaſſe war.
Pückler=Muskau fand Duelle lächerlich, aber er hatte ſieben
bereits abſolviert. Das achte ließ ſich ungewöhnlich albern an.
Er korreſpondierte ſeit Monaten von Paris aus darüber, ohne
den Gegner dazu bringen zu können, zu widerrufen oder nach
Paris zu kommen. Das Lächerlichſte an der Sache war, daß
Pückler=Muskau ſeinen Gegner weder kannte noch ſelbſt von
ihm beleidigt war. Der Fürſt deckte eine Perſönlichkeit, die
weder in Europa noch in der Lage war, ſich zu verteidigen und
brannte darauf, die Sache aus der Welt zu ſchaffen, da er über
auf Eis gelegte Duelle nicht anders dachte als über aus Eis
gelegten Pommard.
Die Geographie und einige Geſetzbeſtimmungen komplizierten
die Sache noch weiter, denn es war ſeinem Gegner nicht möglich,
ſich in Preußen vor die Piſtole zu ſtellen oder einen Paß für
Frankreich zu bekommen. Pückler=Muskau rangierte ſchließlich
die ganze leidige Affäre derart, daß ſie ſich an der belgiſchen
Grenze trafen, was beiden Parteien geſtattete, ſich zu durch=
löchern
und beruhigt nach dem jeweiligen Cerritorium zurück=
zukehren
.
Der Fürſt beſaß Weisheit genug, die Omponderabilien des
Lebens nicht auf ſeine Launen wirken zu laſſen. Dieſes Duell
ſtellte aber von Anfang an ein einziges Kümmernis dar. Er ver=
lor
die günſtige Seit zu einer Amerikareiſe und fand in Paris
ſchließlich niemand zum Sekundanten, der ſeinen Nang als früher
reichsunmittelbareren Souverän, General und Gouverneur ent=

Sugſpitze in erſtaunlicher Klarheit da (o hoch erſcheint ſie über
dem ſüdlichen Horizont, daß man ſie für Wolken halten könnte),
dann fällt warmer Negen, der den Schnee wegfrißt, und nun
kommt die Erde zum Vorſchein, draun, ſtrohgelb und mißfarben
und wartet auf den Frühling.
Langſam kommt er, beinahe ſchüchtern und rührend, in ſeiner
kargen Lieblichkeit. Da und dort ſteht ein blühender Kirſchbaum
wie ein weißes Wölkchen, das vom Himmel gefallen iſt, an den
Buchen blitzt das erſte Grün, ſo hell, und fein gerippt wie Krepp=
papier
, und das gelblichere Grün der jungen Birken glänzt wie
gefirnißt. Im ſüdlichen Wald und an den Hängen, wo die Bahn
in großen Schleifen von Deggendorf, von der Donauniederung,
heraufſteigt, iſt die erſte Etappe; dann kommt der mittlere Wald

ſprach. Die Pariſer Generäle durften die Stadt nicht verlaſſen
und gaben ihm ſchließlich einen Oberſten, mit dem er nach einem
Diner bei Défour Paris um zwei Uhr nachts verließ.
Unterwegs fiel ihm ein, daß er ſeinen Paß vergeſſen hatte
und, was noch peinlicher war, daß ſie durch die Nachtabfahrt an
einem Freitag gereiſt waren. Die Schlittenbahn war gut, aber
bis Lüttich brachen dreimal die Kufen, was ſelbſt für eine ge=
mietete
Kaleſche ziemlich häufig war. Der Oberſt, der Adjutant
bei Marſchall Ney war und an Unbequemlichkeiten des Daſeins
mehr erlebt hatte als vom Gegenteil, verlor dabei die Nerven.
Pückler lächelte zu ſeinem Erſtaunen. Er war bei jedem neuen
Schiffbruch auf dem Eis erheitert. Er amüſierte ſich über ſeinen
Sekundanten.
In Lüttich, ſagte er, werden Sie eine Ueberraſchung er=
leben
. Es wundert mich übrigens, daß unſer Schlitten nicht über-
haupt
ſchon ſechsmal gebrochen iſt.
Von Paris im Winter nach Lüttich zu fahren iſt eine Kleinig=
keit
, aber bei zehn Grad Froſt iſt es eine kalte Sache. Der
Schlitten war offen, was Pückler beſonders gefiel, ein Spaß, den
der Oberſt wiederum nicht begreifen konnte. Der Fürſt machte
ihm klar, daß in einem geſchloſſenen Wagen die geſtorbene Kälte
viel peinlicher auf den Organismus reagiere als die friſche Kälte
im Freien, die das Blut im Körper herumjagt und die Haut
maſſiert.
Das iſt kurios, ſagte der Oberſt und ärgerte ſich, daß
Pückler recht hatte.
Der Fürſt beſaß die Cugend, trotz ſeines romantiſchen Lebens,
ein genial praktiſcher Menſch zu ſein. Er war, was man von
Viktor Hugo ſagte: le plus vrai dans Limpossible‟.
Pückler freute ſich wie ein Kind. Ich werde Ihnen etwas
noch kurioſeres zeigen, ehe wir ſchlafen gehen, antwortete er
und zeigte ihm im Lütticher Muſeum den Mumienkopf eines
Neuſeeländers, der eine gekräuſelte belgiſche Perücke trug. Das
war in der Cat ſo komiſch, daß er den Oberſten endlich damit
zum Lachen brachte.
Am nächſten Cag begab ſich der Franzoſe nach Verviers, um
mit dem anderen Sekundanten das Seremoniell zu beſprechen.

dran, all die Höhenrücken, die von Südoſten nach Nordweſkei
ziehen, von Paſſau bis Surth i. W.; überall ſchimmern die Buchel
und laufen wie wunderſame Streifen durch den dunklen Grun
der Nadelhölzer. Und ſchließlich geht’s auch noch die letzten paa
hundert Meter hinan bis zu den Gipfeln da ſtehen nur nod
Sichten mit langen Moosbärten, ſelten ein Bergahorn, aber di
Singdroſſel ſchreit in der unendlichen Stille, unzählige Waſſe
laufen, rauſchen, plätſchern über die Gneis= und Granitſteine, un
aus alten borſtigen Sweigen ſprießt es jung und grün.
Vielleicht wäre jetzt die ſchönſte Seit für einen, den die Stad
nicht bindet und den Sehnſucht packt nach wahrer Einſamkeit, ſie
hierher auf die Wanderung zu machen. Vielfach ſind die Zu
gangswege zum Bayeriſchen Wald: von Münc,en oder Negens
burg über Deggendorf, von Paſſau über Cittling oder von Nürn
berg über Cham und Kötzing überall ſind Eingänge in di
Cäler, Bahnlinien laufen hindurch, und von klemen Orten mi
ſchönen, ſo urſprünglich klingenden Namen wie Gotteszell, Klin
genbrun, Frauenau, Waldhäuſer, Guglöd, führen langſam Stra
ßen empor, von denen kleinere Wege abzweigen und ſchließlid
ſanfte Waldſteige. Es iſt eine Eigentümlichkeit des Landes, da
gerade da, wo wenig Menſchen wohnen, unzählige Pfade un
Gänge gebahnt ſind für Holzabfuhr und Jagd und Forſt
betrieb , aber der Spaziergänger kann ſie genießen und i
einem kleinen Gebiet jeden Cag auf neue Entdecku.:sfahrte
ausziehen. Freilich kann man ſich auch verlaufen im Wald‟
weil oft ſtundenlang mur die hohen, geraden, ſchönen Stämme da
ſtehen und keinen Ausblick bieten oder nur Sicht auf ebenſ=
ſtilles
, unbewegtes Waldgebiet; aber wer die Nichtung inne ha
wird immer wieder ein Weglein finden, das ihn, oft plötzlich un
überraſchend, in bekannte und vertraute Gegend bringt.
Jahrhundertelang hat der Menſch die Wildnis bekämpft, ge
rodet und gepflanzt; überall, wo die erſten Höhen aus der Eben
Niederbayerns und der Oberpfalz aufſteigen, iſt er Herr und fal
heiter liegen da die Siedlungen, weit verſtreut zwiſchen Feldern
Wieſen und lockeren Gehölzen. Dann folgen höher die flachere
Nücken zu Seiten der enger werdenden Flußtäler da iſt e
ſchon ernſter, feierlicher, eine herbe Landſchaft, in großartige
Kurven hingebreitet, unerſchöpflich abwechſelungsreich in de
Fernſicht über die näheren, ſchon ganz walddunklen Kuppen bis z
den Spitzen des Gebirges, die in tiefem, geſättigtem Blau da
liegen. Dieſe Nundblicke von mäßiger Erhebung aus ſind ei
Vorzug des Bayeriſchen Waldes gegenüber den Alpen, wo it
Cal das Auge immer an die gleichen Wände, an die gleiche
Sacken und Spitzen ſtößt.
Und nun beginnt das ungebrochene Veich der Sichten, Buche
und Cannen; in ungezählten Geſchlechtern bedecken ſie Flächei
Wölbungen und ſteilen Anſtieg bis hinauf zur mittelſten mächtige
Kette, die die Grenze zwiſchen Bayern und Böhmen bildet. Nu
die letzten Gipfel ſind verwittertes Urgeſtein, in grotesken For
men übereinandergeworfen wie beim Luſen, beim Dreiſeſſel, i
mächtigen Blöcken aufgetürmt wie beim Arber oder Nache
Aber gerade bevor der Wald das Geſtein freigibt, ſchon hoch
hoch oben, liegen da ein kaum glaubhaftes Wunder=
ſchwarze
Seen, dicht umſtanden vom dunklen Forſt. Anderswo
die Kämme entlang, ſind verfilzte Hochmoore, wo zwiſchen flech
tenbedeckten Stämmen und krummgebogenen Latſchen die Hirſch
ihren ſchwer erreichbaren Standort haben. Und überall die tiefſt
Stille, nur das unbeſchreibliche Nauſchen der zahlloſen Wipfel
manchmal das Quirlen von Waſſer, kein Laut, der an den Men=
ſchen
und ſein Cun erimert, kein Seichen ſeiner Geſchäftigkeit
als kleine, ferne Nauchwolken, die da und dort von der Feuer=
ſtelle
der Holzfäller in die unbewegte Luft aufſteigen.
Alle Unraſt weicht in dieſer Abgeſchiedenheit, und der Menſch
wird ein Ceil dieſer Natur, der gerade in der Schlichtheit ſo er=
habenen
, wie ſie nur ein Dichter geſchildert hat, der eben au=
dieſem
Waldgebirge gekommen iſt Adalbert Stifter.
K
if
Als er zurückkam, fand er den Fürſten in vollkommener Heiter
keit. Sie hielt an, ſolange man ſoupierte, und je zufriedener die
Stimmung Pücklers ward, umſo kälter wurde der Oberſt, den
dieſe Lebensart ärgerte. Als Offizier Neys war er gewohnk,
Leute vor dem Duell betrunken oder zitternd zu finden. Die
Heiterkeit dieſes Mannes, deſſen Manieren in ihrer Lautloſigkeit
ihm bereits auf die Nerven gingen, machte ihn faſſungslos. Da‟
war die ariſtokratiſche Welt, die er nie begriffen hatte. Er hätte
den Fürſten für irrſinnig gehalten, wenn er die Urſache gekannt
hätte, die Pückler ergötzten.
Sie hatten mit dem Duell wenig zu tun. Der Fürſt war ge=
wohnt
, ſeine Lebensbalance durch tragiſche Angelegenheiten nich!
ſtören zu laſſen. Er war nicht alt und nicht jung genug, um
einem möglichen Cod anders als mit Gemütsruhe zu begegnen
Er war in der Lage eines Herrn auf einem Ball, der einel
Cotillon genau ſo gern noch mittanzt, wie er ſich, ohne ihn 7
tanzen, ebenſo gern nach Hauſe begibt.
Die Gründe für die Aufgeräumtheit Pücklers lagen in einel
ſeiner Liebhabereien, die bei alternden Männern von großen
Geſichtsfeld manchmal einen unbegreiflichen Einfluß ausüben
Die Gründe wurden dem Oberſten aber nicht mitgeteilt. Er er=
kundigte
ſich zwar, ehe er aufbrach, nach der verſprochenel
Ueberraſchung.
Morgen, Herr Oberſt, ſagte Pückler.
Ich hoffe, daß Sie es erleben, replizierte der Franzoſe, um
ſeinen Aerger Luft zu machen, obwohl er bei der Unhöflichktel.
lächelte. Dabei blieb es.
Am andern Morgen mußte Pückler zwei Dinge überwinden.
um ſeine Heiterkeit zu bewahren. Suerſt mußte er früh auf
ſtehen, was er wie den Cod haßte. Sweitens rebellierte in ſeinem
Bärengebiß ein Weisheitszahn und mußte zwiſchen fünf und ſeche
in der Frühe entfernt werden.
Sehen Sie nach dem Wetter, Herr Oberſt, ſagte der Sürſk=
als
die Operation beendet war.
Die Cemperatur war gefallen, es ſchneite leis. Pückler war.
darüber ſehr zufrieden, obwohl das ein Unſinn war. Sie mußlel.
ſechs Meilen bis zur Grenze fahren.

[ ][  ][ ]

*
ildet. A.
esken Fo
reieſſel
oder Nch
bit, ſchon )
s Wunde
rſt.
deral

Chineſiſche Schattenſpiele.
Von F. Morſich,

Wenn die warmen Abende ſich wieder duftend über die geſchwun=
genen
Dächer der Pagoden und Häuſer neigen und die bunten Gärten
in ihre Schatten ziehen, dann beginnt aufs neue auch dieſes liebliche
Spiel im Freien, das ſo voller Sartheit und Nomantik iſt, jenes Spiel,
das in früheren Seiten ein Vorrecht der Frauenunterhaltung bedeutete,
wenn die Männer im großen Cheater ſich amüſierten, das zu beſuchen
nur der lockeren Halb= und Lebewelt ſonſt geſtattet war und ſo den
ehrbaren Frauen gänzlich verſchloſſen blieb. Damit wurde das chineſiſche
Schattenſpiel (Aing-hi) zunächſt eine Art Cheatererſatz für die ſittſame
Dame, ein Unterhaltungsmittel aber, das im Laufe der Seit ſolche
Vollkommenheit erreichte, daß es ſich auch über ganz Aſien ausbreitete
und in verſchiedenen Sentren wie Indien und Inſulinde, ſonderlich auf
Java, in der Cürkei eigenartig fortgebildet wurde. So kam es im
18. Jahrhundert mit den zerbrechlichen Freuden an Chinoiſerien nach
Frankreich als Ombres chinoises, von wo es weiter nach dem übrigen
Europa Eingang fand. In neueſter Seit, um den Beginn dieſes
Jahrhunderts, wurde ein Verſuch gemacht, das Schattentheater neu zu
beleben; er ging von keinen geringeren als Arthur Schnitzler und Hugo
von Hoffmannsthal aus, welche das zartere Schattenſpiel zur Dar=
ſtellung
ſolcher ſzeniſchen Momente benutzen wollten, zu denen ihnen das
Material der großen Bühne zu plump und grob war, ein weiterer
Verſuch ging von dem lieblichen Stift Neuburg bei Heidelberg aus,
wo Baron Bernus erhoffte, auf der Schattenbühne am reinſten die
materialiſierte Welt der wachen Cräume ſich ſpiegeln zu ſehen. Und
heute iſt es keine zufällige Erſcheinung, daß neuerdings wieder Ver=
ſuche
mit der umfaſſenden Einführung der Schattenbühne gemacht
werden, zumal gerade mit der fortſchreitenden Vergeiſtigung des kultu=
rellen
Lebens dieſe Form der theatraliſchen Darſtellung (auch auf den
Kino kann ſie befruchtend wirken!) immer mehr wieder an Bedeu=
tung
gewinnt.
Wie alles Cheater hatte auch das Schattenſpiel Chinas urſprüng=
lich
kulturellen Sinn und ſeine Anfänge laſſen ſich weit zurückverfolgen.
Iſt doch der Schatten nach chineſiſcher Vorſtellung ein weſentlicher Be=
ſtandteil
der Perlönlichkeit, der einen großen Einfluß auf ihr Schickſal
ausübt; ſo werden oft Schatten und Seele für gleich erachtet. Daher
treten auch, während der Sarg des Verſtorbenen in die Gruft ver=
ſenkt
wird, die Leidtrageuden zurück, damit ihr Schatten nicht in die
Grube falle und begraben werde. (Man denke in dieſem Suſammen-
hange
auch ruhig an Chamiſſos Peter Schlemihl). . .
Um die chineſiſchen Schattenſpiele zu ſtudieren, braucht man nicht
einmal nach China zu fahren, ſondern findet bereits im Berliner
Ke
Ke

Völkerkundemuſeum eine ausgezeichnete Sammlung. Dieſe kleinen
flachen Siguren, welche gegliederten Hampelmännern ähneln, ſind aus
Ochſen=, Schaf= oder Eſelshaut geſchnitten und haben eine Höhe von
1520 cm. Sie ſind wunderlich gekleidet und bemalt und ſtellen ſo
die ganz prächtige Koſtümierung der wirklichen Bühne dar, denn ſie
ſind im Licht durchſcheinend, ſo daß ſie in voller Farbe auf die Lein=
wand
kommen. Die Bewegung erfolgt durch ſteife Drähte, die in
Bambusgriffe endigen, an denen ſie der Vorführer hinter dem aus
weißer Seidengaze gemachten von einer Ollampe beleuchtendem Schirm,
unterhalb des Ciſches, geführt werden. Kopf, Arme und Beine haben
beſondere Drähte und werden getrennt bewegt, ſodaß ſie erſtaunlich
lebensähnlich erſcheinen. Wenn zwei wichtige Charaktere zuſammen=
auftreten
, ſo hält der Vorführer jeden in einer Hand, ſeine gelenkigen
Finger verleihen ihnen gemäße Bewegungen. Mehr als zwei wichtige
Charaktere erfordern die Hilfe von weiteren Händen, kommt aber
eine Menſchenanſammlung, ſo nimmt der Vorführer mehrere Figuren
an eine Hand; er ſpricht auch die verſchiedenſten Vollen durcheinander,
welche öfters von Muſik begleitet werden, einer kräftigen Muſik, die
garnicht zu den Minaturfiguren im Verhältnis ſtehen will. Critt ein
Schatten von ganz hohem Nang auf, ſo übernimmt ein beſonderer
Sprecher die Volle, weil in China die Ausführung der Seremonien be=
ſonders
peinlich geſchehen muß.
Die Spiele werden von herumziehenden Crupps ausgeführt, welche
über ein umfängliches Nepertoire verfügen, und zwar hauptſächlich in
Privathäuſern, wohin ſie jederzeit auf Wunſch kommen, im Winter
im Wohnraum, in den warmen Jahreszeiten draußen im Freien, was
beſonders beliebt iſt, wie überhaupt die chineſiſche Cheaterſaiſon zeitlich
ſich ganz von der europäiſchen unterſcheidet. Man liebt es heute ſehr,
auch von aktuellen Momenten belebte witzige Stücke in lokalem Dia=
lekt
vorzuführen, um dabei ſchlagerartig und voller Witzelei die Spitzen
gegen menſchliche Schwächen und politiſche Korruption zu richten. Die
Darſtellungsformen ſind derartig durch lange Cradition durchgebildet,
daß ſie an Geſchicklichkeit die große Bühne oft übertreffen, ſonderlich
in moderneren Darſtellungen, denn dieſe eigenartig transparenten

Siguren wirken mehr noch als beim Puppentheater durchaus lebendig,
ſodaß es ſelbſt möglich wird, ernſteſte Stücke zu geben, wie es früher
religiöſe und hiſtpriſche Motive verlangten. Die Schattenſpieler extem-
porieren
gern und können ſich dies auch in einem höheren Maße als die
großen Bühnen erlauben, auf die Worte viel genauer feſtgelegt und
dem gedächtnisſtarken chineſiſchen Publikum faſt genau bekannt ſind.
Während das wirkliche chineſiſche Cheater höchſt dürftig in der
Szenerie iſt und eigentlich ganz der alten Shakeſpearebühne ent=
ſpricht
, ſo zeigt das Schattentheater die reizendſten köſtlichen bunten
Szenerien: prachtvolle Gärten, leuchtende Cempel, Häuſer, Boote,
die durch die Wellen gleiten, wilde Ciere im Urwaldſchlupf. Geiſter in
den Wolken Pferde, Hunde, Karren, kurzum alle Dinge, die ſich
der menſchliche Geiſt auszudenken vermag und alles dies ſpielt ſich
auf einem Quadratmeter Leinwand mittels bemalten Pergaments ab.
Das chineſiſche Schattenſpiel hat eben eine künſtleriſch bedeutende
Höhe erreicht, indem es tatſächlich die vollkommene Illuſion erzeugt.
Der Schattenſpieler braucht vor keiner Schwierigkeit zurückzuſcheuen,
denn das Leben ſeiner Bühne iſt glänzend auszumalen; er vermag nur
ſo Szenen hinzuzaubern: Hochgebirge, Fels, Baum, Waſſerfall, Frauen
auf janften Eſeln, Helden auf wilden Voſſen, er ſetzt Wind und Wellen
in Bewegung, er erzeugt Nieſenfiſche, Muſcheln, Fröſche und Sleder=
mäuſe
; Lande der Seligen und Lande der Verdammten erſtehen aus
dem nichts unter ſeinen geſchickten Händen...
Die Vorführer ſprechen und ſingen ihre Vollen m Fiſtelſtimme,
ſodaß ſich in China die Redensart gebildet hat: Er hat eine Stimme,
als wäre er bei einem Schattenſpieler in die Lehre gegangen. Einge=
ſtreute
Verſe und Rezitative werden geſungen, wozu das Orcheſter be=
gleitet
. Ein weſentliches Moment beim Schattentheater iſt dieſes, daß der
Schauſpieler als Individuum vollkommen zurücktritt; denn die Schatten-
figur
iſt ebenſo wie die Marionette ja nichts als der Ausdruck der Idee
des Künſtlers und hier wird (entgegen moderner Überſchätzung des Dar=
ſtellers
) dieſes Hauptreizmittel heutigen Publikums ausgeſchaltet. Auch
vermag die Menſchenbühne infolge ihrer Schwere die unkörperliche
Sdee nur ſehr mittelbar und umſtändlich zum Ansdruck zu bringen, das
farbige Nebelbild dagegen iſt wohl in der Lage, den Wachtraum der
Seele des Dichters zu verlebendigen und damit den modernen Menſchen
wirklich in das magiſche Land märchenhafter Schönheit z ziehen.
Hierzu vermöchte das chineſiſche Schattenſpiel mit ſeinen fein abgeſtimm-
ten
Aitteln wohl zu helfen, ebenſo wie das plaſtiſche Schauſpiel der
Griechen, gegenüber dieſem maler ſchen Mittel, das große Cheater, das
doch heute ſo taſtend ringt, irgendwie immer wieder befruchtet hat, um
neue erfolgreiche Wege gehen zu können...

Der Oberſt bemerkte in der Dunkelheit, daß er diesmal in
einem geſchloſſenen Schlitten eskortiert wurde, aber es brachte
ihn derart auf, daß er kein Wort darüber verlor. Er ſchloß die
Augen vor Wut darüber, den widerſprechenden Launen eines
Mannes ausgeliefert zu ſein, der ihm heute erklärte, die friſche
Luft im Schlitten zu lieben und ihn zwei Cage lang die Ohren
quer durch Belgien erfrieren ließ und ihm für eine Stunde Schlit=
tenfahrt
dann einen geſchloſſenen Schlitten anbot, in dem es ſo
heiß war, daß er den Pelz abnahm. Der Schnurrbart des Ober=
ſten
erſtarrte trotz der Hitze vor Sorn, und er ſprach überhaupt
erſt wieder, als er mit dem Sekundanten des Gegners ſprach.
Der Fürſt hielt einen heißen Sandſack an die Stelle der
Wange, wo der Weisheitszahn geſeſſen hatte. Er lächelte, was
ſich aber nur dadurch zeigte, daß er eine gewiſſe liebenswürdige
Kälte in ſeine Haltung bekam, eine Reſerviertheit, die voll
Charme war.
Die Gegner kamen faſt zur gleichen Seit an, ſtiegen aus und
zogen die Hüte. Pückler ging auf den großen breitſchultrigen
Mann, den er nie geſehen hatte, zu und ſagte:
Es wäre wohl lächerlich, Ihnen zu ſagen, daß ich mich freue,
Ihre Bekanntſchaft zu machen, aber Sie ſehen meine Hoch=
ſchätzung
daraus, daß ich Ihnen hundert Meilen entgegenge=
kommen
bin.
Der Gegner ſah ihn ruhig an und wandte ſich zu dem Piſtolen=
kaſten
.
Pückler betrachtete das Cerrain, eine Wieſe, genau, bückte
ſich, zerrieb den Schnee in der Hand und ſchaute mit zuſammenge=
kniffenen
Augen nach dem Himmel. Sum erſtenmal war er zu=
frieden
.
Ich habe meine Waterproofs vergeſſen, ſagte er, indem er
auf den naſſen Schnee und ſeine Füße ſchaute. Es verdarb ihm
für eine Sekunde die ganze Angelegenheit.
Er wollte auf das Signal hin nach engliſchem und franzöſiſchem
Stil mit erhobenem Arm und ſeitlich vorgehen. Der Sandſack,
den er mit der linken Hand an die Wange hielt, ſtörte ihn aber,
und er ging mit geſenkter Piſtole und in Front vor. Der Gegner
nehm ſofort dieſelbe für ihn ungünſtige Poſition an, der Sürſt

ſchoß gleichzeitig mit ihm und ſchoß ihm in das Fleiſch des Hals=
muskels
.
Der Wundarzt erklärte: Es hat nichts Ernſtes zu bedeuten.
Er war ein kleiner Mann mit einem Fuchsgeſicht, der Lava=
cherie
hieß, eine Komik, die Pückler in Paris erſt aufging.
Pückler war offenſichtlich auch nach dem Duell noch mit einer
anderen Gedankenrichtung beſchäftigt.
11
Da niemand gefallen war, konnte der Patient nach Luttich
fahren, was für ſeine Wunde dringend nötig war. Er erklärte,
ſobald er durch den Chok wieder zur Sprache kam, daß die Sache
für ihn erledigt ſei und er widerrufen werde, was er ſchon früher
getan habe, wenn man es ihm nicht als Feigheit ausgelegt hätte.
Der Fürſt bewies ihm eine halbe Stunde lang, daß dieſe Idee
nobel, aber nicht intelligent ſei, wovon der Oberſt nichts verſtand,
da ſie deutſch ſprachen.
Als der Gegner verbunden war, beſichtigte der Fürſt den
Wagen des anderen, einen elenden leichten Cilbury. Er lud ihn
ein, in ſeinem eigenen Schlitten Platz zu nehmen, weshalb der
Oberſt in den Cilbury mußte, was ihm lieber war als die Geſell=
ſchaft
des Fürſten im geſchloſſenen Schlitten.
Dieſen Gedanken mußte er jedoch ſchon nach einer halben
Stunde bereuen. Das Wetter hatte ſich zum Schneeſturm ent=
wickelt
, die Wagen blieben ſtecken, und die Sekundanten kamen
nach fünf Stunden halb erfroren zu Suß bei einem Barriérehaus
an. Sie erfuhren von der hübſchen Dame, die dieſe Sache betrieb,
daß ſie für das Geſchäft 5000 Franxs Pacht zahle und 1000
darüber verdiene. Das war intereſſant, aber der Oberſt kam da=
durch
um ſeine Ueberraſchung, um die er nicht gekommen wäre,
wenn er am Morgen nicht aus Beleidigtheit die Augen ge=
ſchloſſen
hätte.
Als nämlich der Schlitten Pücklers ſtecken blieb, wurde Lava=
cherie
blaß und fürchtete in der Kälte für das Leben ſeines
Patienten.
Warum? ſagte Pückler=Muskau.
Wir werden erfrieren, Durchlaucht, ſagte der Arzt.
Sie werden es gemütlicher haben als irgendwo in Lüttich,
ſagte der Fürſt und nahm eine Decke von einem Gitter.

Sein Duellgegner und der Arzt ſahen, was der Oberſt nicht
geſehen hatte, und was Pückler ſeit drei Cagen zu einem heiteren
Menſchen gemacht hatte: einen Kamin. Der Fürſt hatte ſich durch
Ordre von Paris ſeinen eigenen Schlitten aus Schleſien kommen
laſſen.
Ich habe Ihnen mein Leben zu verdanken, ſagte der Geg=
ter
, als ſie nach 24 Stunden freigeſchaufelt waren.
Ich glaube kaum, daß Sie zu dieſem Sweck hierher gefahren
ind, ſagte Pückler lächelnd.
Es hätte ſich gelohnt, ſagte der andere, um einen Schlitten
zu ſehen, der einen Kamin eingebaut trägt.
Crotzdem ahnen Sie nicht, daß er auch mir das Leben ge=
jettet
hat, ſagte der Fürſt. Sie wiſſen, daß ich, als ich mein
Vermögen ſanieren mußte, mit Einſtimmung meiner Frau nach
England fuhr, um mich eventuell zum zweitenmal zu verheiraten.
Ich war aber bei einer party gezwungen, drei Stunden auf
einem der irrſiinnigen Schlitten zu ſtehen, wie man ſie in England
vorzieht. Man ſteht auf den Kufen hinter dem Schlitten, in dem
die Dame ſitzt. Welches Glück, daß mich dieſe Sitte ſo verdroß,
daß ich mich zurückzog. Als ich auf den Kontinent zurückkam,
jeß ich einen Schlitten bauen, der zu heizen iſt.
Ich freue mich trotzdem aufrichtig, Ihre Bekanntſchaft ge=
macht
zu haben, wenn ich es Ihnen auch ſehr ſchwer ſagen kann,
ſegte der Geguer nach einer Pauſe.
Warum, fällt es Ihnen ſchwer?, frug der Fürſt höflich.
Weil mein Hals mich ſchmerzt, ſagte der andere. Ich
laube Sie haben vergeſſen, daß Sie hineingeſchoſſen haben.
Keineswegs, ſagte Pückler, ich bedaure es nicht einmal, da
ſch dadurch das Vergnügen habe, meinen Kamin einem ſachver=
ſtändigen
Publikum vorzuführen. Dieſer Oberſt, der ſich mein
bekundant nennt, hat nicht einmal gemerkt, daß der Schlitten ge=
heizt
iſt, obwohl er ſeine Nieſenfüße ein Stunde lang auf dem
Kamin liegen hatte.
Der Fürſt freute ſich wie ein Kind. Mit der Philoſophie des
Ulters war ihm die Idee eines warmen Schlittens wichtiger als
ie Idee eines Menſchen oder des Codes, die er beide ganz und
gar kannte and ganz und gar als bekannt ein wenig verachtete.

[ ][  ][ ]

Tar te

Einmal fuhr ich mit meinem Wagen nach dem Meßter=
Atelier, wollte aber nur bis zu einer beſtimmten Stelle fahren, um
dann mit der Straßenbahn weiterzugondeln.
Aber die Bahn war ſchon weg, ich hatte keine Seit mehr
und wollte gerade wieder meinen Mercedes ankurbeln, da kamen
zwei Damen angelaufen und riefen: Hallol Hallol Verzeihung,
würden Sie ſo liebenswürdig ſein und uns mitnehmen? Sie ſind
doch Herr Liedtke?. Wir müſſen nämlich auch ins Atelier. Die
Dame, die ſo ſprach, hieß Kätpe Dorſch und wurde meine
Hrau
Ha Weße:
Alſo: Mein Mann war damals neben ſemer Cätigkeit als
Filmautor Direktor ſeiner Filmgeſellſchaft und engagierte mich
wie jede andere Schauſpielerin für die Nolle eines ſeiner Gilme.
Daraus wurde ſpäter das Dauerengagement, das man Ehe nemt.
Wenn mein Mam mich einmal ärgern will, dann erzählt er mir,
daß er eigentlich für mich damals eine weit höhere Gage vor=
gelehen
habe, daß er mich aber heruntergehandelt hat. Das
trifft mich immer ſehr. Aber die Nache iſt ja da: Dieſes
Engagement dürfte ihm das koſtſpieligſte ſein, das er je getätigt
hat. Er muß das dann immer zugeben.
Das iſt die unromantiſche Geſchichte, wie wir uns fanden.
(Bruno Kaſtuer:
Wir konnten zu Anfang einander nicht leiden.
Sie fand mich affektiert blaſiert.
Mir gefiel ſie nicht. Sie war zu widerborſtig.
Lange lebten wir nebeneinander her, aneinander
Vorbei. Sie war die Kollegin, ich nur Kollege.
Kurmm: Wir mochten uns nicht.
Ich ging ihr aus dem Wege, weil ſie ſich überhoupt
Nicht um mich kümmerte.

Sie aber kümmerte ſich nicht um mich, weil
Ihr blaſierte Männer von jeher ein Greuel waren.
Das wurde mir . . . zm Verhängnis?
Sum Segen?
Ich bin keine Pythia.
Qui virra verra!
Mich haben Frauen, die ſich gar nicht um
Mich kümmern, ſtets am meiſten intereſſiert.
Mit einem Male ſuchte ich ſie.
Sie aber wehrte ſich, war und blied ekelhaft.
Und war doch mein Cyp. Vielleicht nicht
Aeußerlich.
Aber als AMenſch?
Intelligent.
Aufrichtig. Hemmungslos ehrlich.
Und lieb zu Cieren.
Allo auch gütig; denn wer Ciere liebt, iſt
Orgendwo, irgendwie gut.
Da hatten wir uns ſchon gefunden.
Schnell genug kam ſie dahinter, daß es mit
Meiner Blaſiertheit nicht weit her ſei.
Ich ziehe die Mundwinkel herunter und die
Schultern hoch, wenn ich verlegen werde.
Verlegen werde ich leicht.
Am leichteſten, wenn prüfende Blicke mich
Creffen. Dam möchte ich ſcheinen, was ich
Nicht din. Und wirke blaſiert.
Leider.
Wahr ader dlelbt, daß wir elnander anfangs
Denkbar upſumpathiſch waren.
Ich aber glaube heut, daß Antipathzie
Noch lange nicht der ſchlechteſte Anfang
Iſt.
Glaube es, weil wir uns democh fanden.

Schmidt=Gentner:
Im Lazarett pieſackte mich eine Schweſter ganz beſonders. Ich
wollte mir das nicht gefallen laſſen und beſchloß, mich zu rächen.
Ich heiratete ſie.
Kurt Veſpermamm
Ende des Jahres 1923 wurde im Luſtſpielhaus Der Wolf
einſtudiert.
Ida Wüſt hatte eine Anfängeri in das Enſemble hinein=
gebracht
. Das ärgerte mich furchtbar und ich erklärte der Direß=
tion
, daß ich mit der jungen Dame, ſie hieß Lia Eibenſchütz, nicht
zuſammen ſpielen wolle. Erſt die Drohung einer Konventional=
ſtrafe
bewog mich zum Spielen. Wir grüßten uns zwei Monate
nicht ud ... heirateten dann.

Srtk Lang:
Die Verantwortung dafür, mich mit meiner Frau bekannt zu
machen, trägt Ioe May, und die Bekanntſchaft volzog ſich auf
die denſebar nüchternſte Weiſe.
In dem ziemlich düſteren Vorraum der Bureaus der Mau=
Silm prallte ich gegen eine große, ſehr puritaniſch angezogene,
kühlblickende Frau, und Joe May ſtellte vor: Fritzka, komm her.
ich möchte dich mit Frau Chea von Harbou bekannt machen.
Dann eine loſe Handbewegung gegen mich: Das iſt er. .." Sie
hatten alſo ſchon von mir geſprochen. Ich empfange noch den
Eindruck einer großen Blondheit, empfinde den kräftigen Druck
einer Hand aus. Später haben wir uns dann geſtanden, daß
wir beide uns bei dieſer erſten Begegnung von ganzem Herzen
unſympathiſch geweſen ſind. Das hat ſich dann gelegt.
Uebrigens: kennen lernen!. Was verſtehen Sie unter Kennen=
lernen
? Glauben Sie, man kennt eine Frau je aus? Ich bin vor=
läufig
erſt ſo weit in der Bekanntſchaft, daß ich jedenfalls ent=
ſchloſſen
bin, das Studium meiner Frau bis an das Ende meiner
Cage fortzuſetzen.
Walter Rilla:
Meine Frau war Schauſpielerin am Lobe=Cheater in Bres=
lau
. Ich war Kritiſkter. Ein Kollege meiner Frau vermittelte
unſere Bekanntſchaft und das Bündnis zwiſchen Kritik und
Cheater vollzog ſich in Form einer Ehe.

Krt
Gheshans.

Eine ganz alltägliche Geſchichte! Bei der Schweſter meines
jetzigen Gebieters war Ball. Als Nachtiſch wurde das wilde
Cier von Cheater ſerviert. Ein blonder junger Mann war mir
beſonders unſympathiſch. Er war ſpöttiſch, frech und überlegen
und geſtand mir in freundlich protegierender Art, daß ich ſeine
Erwartungen ſehr enttäuſche. Wie kam die liebenswürdige Haus=
frau
zu einem ſo unmöglichen Bruder?
Bei der nächſten Gelegenheit hatte ich ihn zum Ciſchherrn. Er
war genau ſo unmöglich, aber nicht langweilig.
Dann kam Norderney. Ob es das Seeklima war oder der
Stumpfſinn oder der Mond? Ich fand ihn plötzlich ganz nett. Er
mich auch.
Kurze Seit darauf gaſtierte ich in Wien. Er erſchien.
Wir aßen nach dem Cheater zuſammen und bemerkten plötzlich
erſchreckt, daß wir uns verlobt hatten. Von dem erſten Schrecken
haben wir uns inzwiſchen erholt.

ech
Scac

Nummer 255.
Partie 49.
Der Gießener Schachklub 1858 hat ſich durch das Zuſtandebringen
eines internationalen Meiſterturniers auf heſſiſchem Boden ein unſtrei=
tiges
Verdienſt erworben. Ein beſondeces Gepräge erhielt das Turnier
durch die Teilnahme zweier Nichtmeiſter, der Mitglieder des Gießener
Schachklubs Herren Dr. Bechſtedt und De. Kraemer, welch letzterer unſe=
ren
Leſern aus 8 uns zur Erſveröffentlichung überlaſſenen Problemen
und eimer Anzahl anderer KSupoſitionen in angenehmer Erinnerung
it. Die nachfolgende intereſſante Partie aus der erſten Nunde, geſpielt
am 6. April 1928 zu Gießen, beſtätigt den Erfahrungsſatz, daß in der
modernen Schachpraxis Qualitätsunterſchied zwiſchen einem guten
Hauptturnierſpieler und einem Meiſter nicht unüberwindlich groß iſt.
Eröffnung Caro=Kann.
Beiß:
Schwarz:
b7b5
10. Dk1ds
Balther Frh. von Dr. Bechſtedt.
h5384
11. Fel-bt
Ka
12. Ld3Fe4
Stßke4!
et
e7a6
13. 8e3Ze4
d6d5

2. 4244
4748

Deſ5?
14. Le314
Dr. Bechſtedt verläßt den beſten theo= Nicht e7eb, das den ſchwarzen An=
retiſchen
Beg mit 2.. .. 474b und griff durch Abtauſch mehrerer Stücke ab=
d
5Xe4
84748
18. I.038e4
17. 1.e4e9
Le8e6
Le645
Db2b5!
19. k213
Verhindert I.a4 und bereitet dem Ta8
das Feld b7 vor.
Taßa7
20. 9g5e4
21. D423 Beſſer war 8a3
N1848
21......
Ld58g241
22. Be4e5
Eiu ſchönes weitberechnetes Figuren=
Sf6d5
23. Kblka2
Sb8d7
8....."
24. De3d2
Sa5b4+
g.3
7. 8g113
25. Ka231
na8344
z. 5ä1-42
Da867
25. Dd212
DbSZ5
9. 000: Beiß hätte die kurze Ro=
27. P41e1 Führt zu ſchnellem Ende;
chade herbeiführen ſollen. Er denkt bald aber auch andere Züge konnten den Ver=
mit
g2g4 einen Königsangriff einzu= luſt der Partie natürlich nicht abwenden,
leiten, uterſchätzt jeboch die Schwäche 27..."
Debo4
der eignen Königsſtellung, die Schwarz
De48
28. b253
29. Df2.e3
ſeinerſeits zur Offenſive auffordert.
74448
27a6
aufgegeben.
D....."

wählt hierfär eine ungebräuchliche Fort= ſchwächen würde.
ſetzung, um den in der Theorie beffer be= 15. 164d3
wanderten Gegner gleich bei der Eröffnung
vor ein Problem zu ſtellen, ein Gedauk=
der
im dieſer Partie von Erfolg begleitet 18. 91945
igt.
3. e 2o4 Sofortige Figurenentwick=
bung
halten wir für beſſer.
gi.g6
z....!
4. 8b18
Li8-g7
5. Le1e3
8g816
8. h.2h3 Dieſer Zug, durch die ſchlechte
Partieanlage des Weißen hervorgerufen,
trcgt wiederum nichts zur Entwicklung ppfer:
der Figuren bei.

Rätſel

eaicht
af chard eis co del dit e ei en er fran haus i ir ka Ri land lat
hi ne naſ o paſ phi rat ri ri ſa ſah ſan ſau ſen ſer ta to zäh.
Aus den obenſtehenden Silben ſind Wörter mit folgender Bedeutung
zu biülden. Die Anfangs= und Endbuchſtaben von oben nach umten ge=
leſen
ergeben ein bekanntes Sprichwort.
Stadt in Nordamerika. 2. Jüdiſches Feſt. 3. Erdteil. 4. Gebände
der Stadt. 5. Weiblicher Vorname, 6. Inſel bei Eugland. 7. Teil
von Heſſen, 8. Stadt in Griechenland, 9. Metall. 10. Männlicher Vor=
name
. 11. Teil des Mundes. 12. Retter, 13. Guropäiſcher Staat,
14. Stadt in Japan. 15. Gemüſe.

en

Jedes weiße Feld erhält einen Buchſtaben. Ein Wort beginnt in
einem Kreis und endet im nächſten Kreis. Die Wörter bedeuten von
oben nach unten: 1 Abſcheu, 2 Nutzpflanze, 3 Muſikinſtrument,
4 Kleiderſchädling, 5 Gehärtetes Eiſen, 7 Raubtier, 8 Teil des Fluſſes,
10 Verordnung, 11 Himmliſches Weſen, 12 Fangſchling=, 14 Bibliſches
Buch, 15. Regel.
Von links nach rechts: 3 Arabiſcher Titel, 4 Mythiſcher König von
Kreta, 6 Gebirge in Rußland, 7 Heilige Pflanze de= Inder, 8 Holz=
teilchen
, 10 Geographiſcher Begriff, 11 Metallüberzug, 13 Franzöſiſche
Anrede an Majeſtäten, 14 Männlichr Vorname, 15 Baumfruht,
17 Europäiſches Land, 18 Muſikſtück.
Kreuz=Rätſel.
2 a, 5e, 2 g. 1 i, 2n. 1 p. 1r. 1ſ. 1t, 2 u, 2 z.

Obige 2 Buchſtaben ſchreibe man auf die 20 Punkte, ſo daß
Vörter von folgender Bedeutung entſtehen: 2 Stadt in Frankreich,
23 Frauenname, 34 alte Waffe, 45 Pflanzengattung. 51
Männername.

Die Mittelbuchſtaben, richtig abgeleſen, nennen das Beſte und
das Schlimmſte am Menſchen.
Magiſches Zahlengugdrat.

Carl Deubel.

14 26 8I 26 126 26/ 26 26. 126 26 12 26

Die offenen Felder ſind derartig zu ergänzen, daß die wagerechten
und ſenkrechten Reihen, ſowie die beiden Diagonalen je die Summe
130 ergeben.

Auflöſung

der Rätſel ans Nr.
Zahlen Rätſel.

7e 17 Ve I E D R 20 208 201 190. 197 K 4. U F M M 1n 212 204 198 A N N. L 0 2n ig 199 19g z0 B 7 S EI N 19. 211 D5 202 1Ig E W A R E

Jeder Kaufmann lobt ſeine Ware.
Buchſtaben=Silben=Rätſel.
1. ſp Eſpe, 2. f1 Eſel. 3. fa Eva. 4. at Ate, 5. gl. Zet=
tel
, 6. rb Erde 7. ſe Gſſe, 8. wa. Wege, 9. eb Gbbe, 10.Id
Ende Platzregen.
Kamm=Rätſel.

Druck u. Verlag: L. C. Wittich ſche Hofbuchdunckensi, Rhrinſtr. B. Berantwortlich f. b. Mechattionz Dr. 6. Rette. Fernſpr. 1, B89B92. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck berb. Aliſches: J. Haußmann, alle in Darmſtadt.

[ ][  ][ ]

Alſo nemlich die Wiſſenſchaft, odder vielmehr unſer heidich
Kullduhr, odder richdicher geſagt, die Volksgeſundheit, uff gud
deitſch, die Hiſchiehne un ſo, wann mer däß alles aansling, kreiz=
weis
odder iwwerzwärch ſo dorch e Miggroßkobefärnrohr, odder
bloß mit’m bloße Aag beaagabbele dhut, ſo muß mer ſich ſage,
daß in de letzte Johrn ſich doch manches geennert hott, un daß
aam ſchließlich als emol de Verſtandewuh fehle dhut, un daß
unſer Wiſſenſchaft, odder vielmehr unſer heidich Kullduhr, odder
richdicher geſagt, die Volksgeſundheit, beziehungsweis uff deitſch
die Hiſchiehne . . . ."
Gott, ich bin ganz dorchenanner un waaß gor net mehr, was
ich eichentlich ſage wollt. Alſo, mer wolle noch emol ruhich dach=
un
fachgemeß vun vorne affange, ſunft gibt’s Kuddelmuddel.
Nemlich mir hawwe gäſtern drowwe uff de Kollonnie, im
Ausftellungshaus, vor=eme ſchaffgeladene Publigumm die erſt
Ausſtellung in dem Johr feierlichſt ereffenet.
Nu is do jo weiders net groß was debei, dann mir hawwe in
Darmſtadt ſchun gar viel Ausſtellunge feierlichſt ereffent, Ausſtel=
lunge
, die wo ſo indräſſant warn, daß ſchließlich kaa Menſch enei=
gange
is. Awwer ich glaab in Bezugnahm uff die Ausſtellung
ſchun ſage zu därfe ohne daß ich mer was vergäb , ſage zu
därfe, daß die, wo mer gäſtert ereffent hawwe, doch e Ausſtellung
is, die wo Band an de Hoſe hott un wo ihresgleichen ſucht, nem=
lich
indem daß die net bloß indräſſant is, ſundern, un däß is de
Kaſuß Bällo, indem däß es Ausſtellung is, wo mer for wenich
Geld äbbes for’s ganze Läwe broffidiern kann, un wo for aam ſei
ehrenwerte un hechft wertvolle Geſundheit vun großem Nutze
is. Nemlich in däre Ausftellung iſt zu ſähenn:

Der Menſch in geſunden und kranken Tagen!
Awwer net ſo, wie mer’s ſeither als in dene Ausſtellunge geſähe
hott, gemalt un ſo, un wo ſich’s bloß um hechſt märkwärdiche
Mißgebilde gedreht hott, die wo allem annere ehnlich geſähe
hawwe, nor kaam Menſchekind; ſundern in däre jetziche
Ausſtellung ſieht mer ſich, wie mer wärklich ausſieht, inn= un
auswennich, im geſunde un im kranke Zuſtand; un do kann mer
wärklich ſage: das ſieht ſchon beſſer aus, man ſieht doch wo un
wie, grau, teurer Freund, iſt alle Toherie ....."
Die Ausſtellung hott alſo mit ärchend=ere verſchrowene
Kunſtrichdung abſolut nix zu dhu, ſundern is ſtreng reell. Eweſo=
wenich
bringt ſe am mit ſeim bollidiſche Gewiſſe in Komflickt, un
es is ganz aanerlaa, welcher vun dene ſächzehl Baddeie mer age=
heert
, die wo in Reichsdag gewehlt wolle wärrn; mer kann ſogar
aaner vun dene ſexundreißich Splidderbaddeie a geheern; ja mer
kann ſogar e Brifatwelta’ſchauung hawwe, däß dhut alles nix zur
Sach, in die Ausſtellung kann mer drotzalldem geh kann mer?
naa, mußmer drotzalldem geh, dann was aam do ſo grund=
ehrlich
un offe gezeicht un geſagt wärd, däß is for aam ſälbſt
mehr wert, als wie all die hochdrawende, verlogene un ver=
bogene
Redensarte, mit dene wo ſe uns in de nechſte Woche
ſatt mache.
Es ſollt alſo gornet needich ſei, daß ich mich aach noch in
meine Art for die Ausſtellung ins Zeig lege dhu. Dann nemlich
was mich bedrifft, mir fehlt gottlob nix, ich bin geſund, alſo geht
mich im Grund genumme die ganz Geſchicht vun Haut un Hoor
gornix a‟. Awwer wo ſich’s bei däre Sach haubtſächlich um mei
Mitmenſche dreht, un wo doch jeder, den wo mer äwe unner=
wähks
odder ſunſtwo drifft, un freecht, a’ſtandshalwer: wie
geht’s un ſo , wo aam derjeniche dann im Handrumdrehe er=
zehlt
, was=em all fehlt, un was mer gornet hott wiſſe wolle,
woraus mer awwer entnemme kann, daß dorchſchnittlich heit vun
zehe Menſche elf krank ſin, un dene wo’s alſo needich dhut, daß

ſe mal in die Ausſtellung eneigeh, einerſeiz, damit ſe wiſſe, was=
en
fehlt und dhun dementſprächend ihr Maßnahme dräffe, anner=
ſeiz
, damit ſe kimfdich, wann mer ſe a’ſtandshalwer widder freecht:
wie geht’s un ſo, daß ſe do net gleich ſo e Jammermien hiedricke
un zehle aam all die Krankheite uff, die wo ſe a gäblich mit ſich
erumſchlebbe.
Wie geſagt, mer ſieht in däre Ausſtellung aſch viel un
lärnt aſch viel, wann’s nadierlich aach for unſeraam, wo net 18
ärztliche Exame gemacht hott, net ſo eifach is, bis mer däß alles
begreift, däß Wie, Was, Wo un Warum. Awwer wer net grad
uff de Kobb gefalle is, den indräſſiert däß alles doch, weil’s en
ſälwer a geht. Un es gibt in däre Ausſtellung aach Sache grad
genuch for de beſcheidene Verſtand, wo net ſtudiern will un kann,
un wo däß, was er ſieht, endwedder gleich begreift un glaabt, odder
awwer net begreift un doch glaabt. Un wann aaner äbbes
net begreift un däßhalb aach net glaabt, dann ſoll er’s affach
links lieje loſſe, 8 koſt aa Geld.
Im große ganze awwer is alles ſo leicht faßlich un pobulär
dargeſtellt, daß mer ſich bloß wunnern muß, wie ſe all dodruff
kumme ſin. Ich glaab ſogar, unſer liewer Herrgott, wann der ſich
emol inkochnido die Ausſtellung bedracht (bei de geladene Gäſt
war er meines Wiſſens net), ſo muß er ſich wärklich ſage, es is
doch ganz koſſoſal, was die Wiſſenſchaft ſo im Laaf der Johrn
nach un nooch in dem Klimbche Dreck alles gefunne hott, aus dem
unſer Herrgott ſeinerzeit in de Eil den erſte Menſch zuſamme=
diffidiert
hott. Un ich waaß wärklich net, krickt unſer Herrgott,
wann er ſich die Ausſtellung bedrachte dhut, jetzt mehr Reſchbäckt
for ſich ſälwer un macht ſich ſälbſt e Kommbliment, weil=em die
Sach damals ſo famos gelunge is, odder krickt=er am End en
mordsmeeßiche Allmachtsreſchbäckt for unſere modärne Wiſſen=
ſchaft
, die wo aus dene eifache Middel, wo bei de Erſchaffung der
Welt unſerm Herrgott for den erſte Menſch zur Verfiechung ge=

ſtanne hawwe, ſo e Kunſtwerk erausgedifftelt hott. Vielleicht wärd
unſer Herrgott ſogar orndlich beſcheide unſere Wiſſenſchaft gäächen=
iwwer
, die wo=em langſam awwer ſicher hinner ſei Geheimnis
kimmt, un wo em däß, was alles in dem Haifche Dreck is, uff
Heller un Fennich ausenanner konnſtruiert.
Wie geſagt, mer is ganz erſtaunt, wann mer ſich do in dene
verſchiedene Gläscher, Röhrcher, Käſtcher un Gefächelcher, im rohe,
fliſſiche, hadde, gemahlene un wäxerne Zuſtand widderſieht un
kann ſich emol ei gehend vun inne un auße bedrachte. 1s Aller=
großordichſte
is nadierlich die Exdra=Abdeilung, wo der ganze
innwenniche Klabberadißmuß vum Menſch dorchſichdich ge=
macht
is. Alſo das muß man geſähen haben, da muß man
hineingetreten ſein, däß is ſozuſage e menſchliches Planedarium,
indem mer in dem dorchſichdiche Zuſtand ganz genau ſieht, wie
der Abberat in aam ſeim Korbuß funkzioniert. Alſo mer is blatt.
In de zweide Abdeilung wärd am dann de kranke
Menſch vorgefiehrt. Un was aam do gezeicht wärd, däß ſoll mer
behärziche un ſoll devo lärne. Beſunners wo ſich’s um die Bazille
dreht. Nemlich in däre Abdeilung do zeiche ſe aam, was däß for
e gefehrlich Geſindel is, ſchun däßhalb, weil ſe ſo winzich klaa ſin,
daß mer ſe ohne Vergreeßerungs=Fernrohr kaum ſieht, weshalb
mer ſe allgemein aach net zu de Hausdiern zehlt, obgleich ſe ſich
iwwerall erumdreiwe. Un die Abdeilung ſoll mer däßhalb ganz
ei’gehend un grindlich ſtudiern, do lärnt mer, wo däß
haamdickiche, hinnerliſtiche Geſindel un Gelichter herkimmt, wo ſe
ſich am gernſte erumdreiwe un wie ſe ſich ufffiehrn; ihr ganz
Sindereſchifter is uffgezehlt un alles genau nodiert, was ſe uffm
Kärbholz hawwe. Un wann mer däß alles genau ſtudiert hott,
dann waaß mer aach, wie mer mit dem Bazillegeſindel umſpringe
muß, un daß es do kaa Gnad un Barmhärzichkeit gäwwe därf,
ſundern daß mer ſe ausrotte muß mit Stumb un Stiel.
Wie däß for ſich geht, un daß däß gornet ſo ſchwierich is, däß
zeiche ſe aam dann in de dritte Abdeilung, die wo ganz all=
gemein
vun de Hiſchiene un vun de Geſundheizpfläche

hannele dhut. Un grad die Abdeilung, die mecht ich meine ſehr
verehrte Geſchlächtsgenoſſinne beſunners warm an’s Härz un die
umliechende Weichdeile lege. Dann nemlich mer glaabt jo gornet,
wie wenich dezu geheert, um geſund zu ſei; un awwer wie=
viel
, um geſund zu wärrn. Un grad däß wärd aam in de
dritte Abdeilung ei dringlich vorgefiehrt. Un wann mer ſo ſieht,
wie däß alles ſo eiffach un ſälbſtverſtendlich is, do frogt mer ſich,
warum die Leit, wann mer ſe freecht, no wie geht’s un ſo, aam
imer gleich äbbes vorzugreine hawwe. Es ſieht faſt ſo aus, als
wann die Menſche viel liewer krank weern, als wie geſund . . ."
Alſo wie geſagt, ich verſeenlich hab’s net needich, mich be=
ſunners
for die Ausſtellung ins Zeig zu lege, dann die ſpricht
for ſich ſälbſt. Awwer es ſoll mir kagner kumme un ſoll hinne=
nooch
ſage, er hett nix devo gewißt.
Un jetzt macht was der wollt, geht enei odder geht net enei,
ich halt’s in däre Beziehung mit=em alte Fritz, vun mir aus kann
jeder nooch ſeine Faſſong krank ſei, bloß, er ſoll mich dann kimfdich
mit ſeim Lamendo verſchone, wann ich en a ſtandshalwer frag:
no, wie geht’s un ſo .. . ."
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Liewer Heiner! E8 macht Dir kag
Menſch zum Vorworf, Du dheſt, wann De Derr e paar Aftcher
mit haam nimmſt, e Loch in de Odewald robbe. Vun Dir is
iwwerhaubt kaa Redd gewäſe, dann wann ich Dich aach net kenn,
awwer aus Deim Brief eraus läs ich, daß De däß, was De
Derr mit haam nimmſt, net ſinn= un wahllos abrobbſt, ſun=
dern
daß De ſchonend demit umgehſt un dhuſt Baum un Strauch
pfläglich behannele un net ſeiner jungen Driewe berauwe. Naa,
es hannelt ſich bloß um die die wo habgierich in Wald un Feld
erumaaſe un wahllos abreiße, was ſe ſähe, un widder wäck=
ſchmeiße
, wann ſe was annerſter ſähe, um zuletzt den ganze
Bindel Nadur achtlos ärchendwo lieje zu loſſe. Dann Du wärſt
doch zugäwwe, liewer Heiner, nor des Wenichſte vun dem, was
dene begeifterte‟ Nadurliebhaber in die Glubbe fellt find mer
am annern Dag fei ſaiwerlich in=eme Waſſerglas .. . Allerdings,
do gäb ich Derr vollkumme recht: wääche e paar Aftcher im
Wald wärd ſchließlich Gedees gemacht, und in de Stadt leßt
mer Baum un Strauch verkumme oder dhut ſe, ere Laun zulieb,
ſtielgerecht zurechtſtutze un dra erumkrotze. Daß ſe im Herrn=
gadde
jetzt aach noch an jedem Baum e Emailſchildche a gebracht
hawwe, wo deitſch un ladeiniſch drufffteht, was der Baum
vorftelle ſoll, däß is ſo zimmlich der Gibfel der Geſchmacksloſigkeit,
geborn aus dere dumme Sucht, unſerm liewe Städtche unner alle
ſiwwenunzwanzich Umſtend e großſiädtiſches Air zu gäwwe.
Wohie die verrickt Großmannsſucht awwer fiehrt, däß ſähe
ſe dann alle Johr, wann ſe ihr Deffeſitt zuſammekehrn. Dann
mache ſe nadierlich dumme Geſichter, ſtrecke die Kebb zuſamme un
ſinne uff neie Steierquelle, wo effendunäll noch e Dreb=
belche
erauskemt. Däß is nadierlich immer däß End vum Lied,
wann mer lauder große Roſiene im Kobb hott und kann es Baa
net hewe . . .
Abbrobobbo, weil mer grad dadra ſin, nemlich am Mondag
awend gibt des Mandaſche vun Kreibich ihrn Abſchiedsdanz=
awend
. 8 is ſchad, daß mer ſe verliern. Offe geſtanne, 8 war
mer die liebſt vun all dene, die wo in de letzte Johrn unſer Bret=
ter
, die wo bekanntlich die Welt bedeite, bevölkert hawwe. Dann
warum? Nemlich däß Neu moloos hott net bloß gut danze
kenne, ſundern ſie hatt däß, was am Therjader leider immer
ſeltener wärd ſie hatt Humor! Ihr hott de Schalk
awwer net nor in de Gliedmaße geſäſſe, ſundern ſie hatt’n im
Härz ſitze; wie geſagt: e Neu’moloos! No, ich hab ihr e Zed=
delche
geſchickt, was ſe uns all zum Abſchied nochemol vordanze
ſoll, 8 is zwar e bißche viel, awwer no, ich hoff, ſie dhut’s. In
dieſem Sinne, mei lieb Kreibichſen: Hals= un Baabruch!
am Mondag awend un aach fernerhie .. . . .

Anbau und Pflege des Blumenkohls. Hat man
Anfang März nicht, wie üblich, den Samen in Miſtbeete aus=
geſät
, ſo kann man dieſen bereits ab Mitte April in Freiland aus=
ſäen
. In dieſem Falle muß er in Reihen von 50 bis 60 Zenti=
meter
Abſtand ausgeſtreut werden. Der Boden ſelbſt muß gut
gedungt ſein. Bei Sandboden iſt nach dem erſten Behacken des=
ſelben
eine Auflage mit verrottetem Miſt angebracht. Gleich=
mäßiges
dünnes Ausſäen ſowie Bedecken mit lockerer, geſiebter
Erde und Feuchthalten des Bodens gewährleiſtet gutes Aufgehen
der Saat. Um die Bodenflächen auszunutzen, können zwiſchen
die Reihen noch Kopfſalat= oder Kohlrabipflanzen geſetzt werden.
Die übrige Pflege beſteht im fleißigen Gießen, Behacken und Be=
häufeln
und Verabreichen von Dunggüſſen. Sobald die Köpfe
halb ausgebildet ſind, werden die großen Blätter nach innen ein=
geknickt
, über der Blume zuſammengebunden, damit ſie ſchön
weiß bleibt. Empfehlenswerte Sorten ſind: Erfurter Zwerg
Nr. 100, Frankfurter Rieſen=Blumenkohl, Ulmer Markt= und
Malta=Blumenkohl, Italieniſcher Rieſen=, ferner Haage’ſcher aller=
früheſter
Blumenkohl.
Veranda= und Balkonmöbel von Peddigrohr=,
Bambus= und Weidengeflecht für das Frühjahr
vorzubereiten. Eine gute Reinigungsmethode iſt das Ab=
bürſten
mit einer ſtarken, lauen Salzwaſſerlöſung oder mit Sal=
miakwaſſer
, doch am gründlichſten reinigt ein ſcharfes Seifenbad
von 1 Eimer heißem Waſſer mit 2 gehäuften Eßlöffeln Perſil.
Mit ſcharfer Bürſte Stück für Stück bearbeitet, dann mit einer
Gießkanne mit klarem Waſſer überſpült, und die Möbel, ſind ſie
nachgedunkelt, durch Schwefeln gebleicht. Dazu werden ſie noch
halbfeucht mit großen, alten Laken (ausgedienten Bett= oder Tiſch=
tüchern
) lückenlos bedeckt, nachdem man darunter, auf flachen
Schalen (ausgedienten Blumenunterſetzern, Blechdeckeln uſw.)
Schwefelfäden angebrannt hat. Die ſich entwickelnden Schwefel=
dämpfe
läßt man 2 bis 3 Stunden einwirken, um dann die Möbel
in Zugluft trocknen zu laſſen. Ctwaige kleine Schäden laſſe man
ſofort vom Fachmann ausbeſſern, da ſie ſich beim Gebrauh der
Möbel raſch vergrößern.
Kampferpulver zur Vertreibung von Amei=
ſen
. Nach dem Wiedererwachen der Natur halten auch leider die

verſchiedenen tieriſchen Feinde der Menſchen ihren Eizug im
Heim, zu denen auch die Ameiſen gehören, die ſich ſo gern in
Küche und Speiſekammer dauernd niederlaſſen. Um ſie nun
gründlich zu vertreiben, ftreue man Kampferpulver aus und be=
feuchte
zu dieſem Zwecke ein Stück Kampfer mit etwas Spiritus
oder Branntwein, die beide ihn zu Pulver zerſetzen.
Spinat=Omeletten mit Eifülle. Man verquirlt
2 Eier mit 1 Taſſe ſaurer Sahne und ſoviel Mehl, daß ein dick=
licher
Eierkuchenteig entſteht, unter den man mit einer Einbrenne
fertigbereitetes Spinatgemüſe rührt. In heißer Pfanne bäckt man
davon nicht zu dicke Omeletten, die man, zuſammengerollt, mit
Schinken=Rührei gefüllt, zu ganz ſchaumigem Kartoffelpüree
reicht.
SpinatauflaufaufSchweizer Art. Eine vorberei=
tete
Auflaufform legt man abwechſelnd mit Eierkuchen, dickem
Spinatgemüſe, jede Lage mit feingewiegtem gekochten Schinken
oder Cornedbeef reichlich beſtreut, aus und ſchließt oben mit Eier=
kuchen
ab. Dann verquirlt man ½ Liter ſaurer Sahne mit 2 Eiern,
ſowie Salz und Pfeffer nach Geſchmack, fügt 1 bis 2 Eßlöffel
geriebenen Schweizer= oder Parmeſankäſe bei und bäckt das
Ganze bei Mittelhitze ½ Stunde. Vor dem Auftragen aus der
Form geſtürzt, wird der Auflauf mit brauner Butter übergoſſen.
Setzeier mit Würſtchen und Schinken. 6 Perſo=
nen
. 7 bis 8 Minuten. In einer kleinen Kaſſerolle, macht man
2 Löffel Tomatenpüree, die man mit einigen Löffeln Kalbju8 ver=
dünnt
hat, heiß und zieht ein nußgroßes Stück Butter und
5 Tropfen Maggis Würze darunter, 6 kleine Bratwürſtchen röſtet
man über gelindem Feuer. Eine große Eierſchüſſel ſtreicht man
mit Butter aus, belegt den Boden mit dünnen, recht mageren
Schinkenſcheiben, ſchlägt 10 bis 12 Eier auf, würzt ſie und macht
ſie im Ofen gar, wobei die Eigelb jedoch glänzend bleiben müſſen.
Die Bratwürſtchen legt man auf die Eier und gießt die Soße
ringsum.
Speiſezettel.
Sonntag: Hagebuttenſuppe mit Schaumklößchen. Gefüllter
Wickelbraten mit Blumenkohlgemüſe. Karamelſpeiſe. Mon=
tag
: Spinat=Omeletten mit Cifüllung. Dienstag: Schwarz=
wurzelgemüſe
mit gebratenem Kalbsgehirn. Mittwoch: Ge=
röſtete
Grünkernſuppe. Fleiſchgefüllte Zwiebeln. Donners=
tag
: Friſh Stew. Freitag: Milchſuppe. Fiſchauflauf mit
Sardellenſoße. Samstag: Hefeplinſen mit Preißelbeeren.

Mein Mann iſt Nicht=Raucher geworden.
Alle Achtung. Dazu iſt eine ſtarke Willenskraft nötig.
Die habe ich!
(Le Pele.)
Das Grab des Ruhmes. Mein Bruder hat eine goldene Medaille
für den Strcckenlauf über 1 Kilometer, erzählt der Laufjunge ſeinem
Kameraden, eine ſilberne Medaille für Schwimmen, zwei Ehrenbecher
für Boxen und einen Ring für Rudern. Das muß ja ein groß=
artiger
Sportsmann ſein, ſagt der andere bewundernd. Gar kein
Sportsmann. Er iſt Pfandleiher!
C.K. Dr höfliche Senker. Der Forſchungsreiſende Zintraff, der
große Reiſen durch China gemacht hat, hatte einmal Gelegenheit, einer
Hinrichtung beizuvohnen und feſtzuſtellen, daß ſelbſt in dieſem Augen=
blick
der Chineſe ſeine Höflichkeit bewahrt. Sie zeigte ſich allerdimngs
in grotesker Form. Der Henker trat nämlich, das nackte Schwert in
der Hand, an dem zum Tode Verurteilten heran, machte vor ihm zahl=
reiche
tiefe Verbeugungen und hielt ihm eine kleine Rede, i der ev
ihn tauſendmal um Verzeihung bat, daß er, ein ſo geringer Sterblicher,
etzt nach dem Ratſchluß des Schickſals ein ſo erhabenes Haupt wit ſeinen
vo unwürdigen und ſchmutzigen Händen abſchlagen miſſe.

[ ][  ][ ]

D
Elegantes fur den Spaztergang.
Die Eleganz der Kleidung hängt nicht nur vom Stoff, Schnitt
und Verarbeitung ab; wichtig iſt vor allem, daß die gewählten
Formen der Figur dem Typ der Trägerin angepaßt ſind. Wer
ſchlank iſt, kann eigentlich alles tragen ſtärkere Damen dagegen
müfſen Konzeſſionen machen, müſſen auf manches, was ihnen
gefällt, verzichten. Das, was wir unſeren Leſerinnen heute zeigen,
iſt nur den Schlanken vorbehalten. Einer ſchlanken Frau ſteht
zum Beiſpiel das erſte unſerer Modelle (a) mit der betonten
Querteilung an Rock und Taille ganz ausgezeichnet. Als Mate=
rial
für dieſes Modell iſt jeder einfarbige Stoff. Wolle oder
Seide, gleich gut geeignet, vorausgeſetzt, daß es ſehr fein und zum
Pliſſieren vorteilhaft iſt. Sehr hübſch wirkt es, wenn man die
feinen Pliſſeefältchen oben am Rock gleichlaufend mit der Anſatz=
linie
durchſteppt, und zwar abſtechend, in der Farbe der Seide,
aus der der aparte Kragen, die loſe hängenden Krawattenteile
ſowie die ſchmalen Manſchetten gearbeitet ſind.
Ebenfalls nur für ſchlanke Figuren eignet ſich das ſehr flotte
Capekoſtüm aus ſchönem, naturfarbenem Kaſha (b). Der Schnitt

Grundform des Ulſters bei und wählt
Naturkaſha als Material, ſo bekommt der
Mantel ſchon durch das Material einen Stich
ins Elegantere, der natürlich dann beſondere
Details im Aufputz verlangt. Man ent=
ſchließt
ſich alſo, den Mantel nur auf ein
Knopfpaar zu ſchließen und in Höhe der
Knöpfe die Taſchen nicht einzuſchneiden, ſon=
dern
aufzuſetzen. Weil das Gegeneinander
einfarbigen und gemuſterten Stoffes ſtets
eine hübſche Garnitur ergibt, ſetzt man auf
dieſe Taſchen Patten aus Schottenkaro und
belegt auch das Revers und die Aufſchläge
mit dem gleichen Stoff, der auch das Futter
bildet. Bei der großen Menge leichter, ge=
muſterter
Kaſhaſtoffe wird der Mantel auch
durch dies Futter keineswegs zu ſchwer (C).
Für die Kleinen und Kleinſten unter den
Damen ſoweit ſie ſchon auf eigenen Füß=
chen
ſtehen und an der großen Parade der
Frühjahrsmode aktiven Anteil nehmen
ſind die Ulſterformen natürlich noch nichts.
Sie bleiben lieber dem Hängermäntelchen
treu, das ja für die ihnen ſtets, am beſten
ſtehende Form das Hängerkleidchens die ge=
gebene
Hülle iſt. Die allereinfachſte Form
mit kleinem runden Krägelchen, ausgebog=
tem
Rand, angeſchnittenen Aermelchen und
Bieſen am Schulterteil, die die Weite ein=
fangen
ſollen, wirkt da ſchon ganz wunder=
hübſch
, wenn man eine luſtige bunte Farbe,
vielleicht Paſtellgrün, für das Tuch wählt,
aus dem der Mantel gearbeitet iſt (B). Aber
warum ſollen die jüngſten Modedamen nicht
auch an der allgemeinen Aufputzfreudigkeit
der Mode teilnehmen? Man braucht nur
ſtatt des umgelegten ein Stehkrägelchen zu
wählen, dann ergibt ſich gleich die Notwen=
digkeit
, das Schulterteil und oberen Teil des
Aermels mit aparter Kurbelſtickerei paſſen=
artig
zu ſchmücken. Zum Ausgleich ſchneidet
man dann beiderſeits eine ſchräge Taſche ein,
damit der übrige Mantel nicht zu einförmig
wirkt (A). Man kann aber noch mehr Faſſon
in ein ſolches Mäntelchen hineinbringen,
wenn man das weitgeſchnittene Teil an eine
Sattelpaſſe anſetzt, an die die Aermel an=
geſetzt
ſind, und die auch die ſchließenden bei=
den
Knöpfe aufnimmt. Zwei leicht nach
unten zu breiter werdende und mit bieſen=
geſchmückter
Spitze endende Patten teilen
dann das Unterteil auf (E). Zu allen Mo=
dellen
find Lyon=Schnitte erhältlich.

des Rockes iſt ganz einfach: vorn ein paar
Falten und rückwärts ganz glatt. Um ſo
komplizierter iſt die Verarbeitung der
Capejacke, die vorn eine durchgehend ge=
knöpfte
Blende zeigt. Das Cape iſt mit
runder Schulterpaſſe und kleidſamem,
hochgeſtelltem Kragen gearbeitet.
Und ebenfalls nur für die ganz
Schlanken paßt das entzückende Complet
(e und d), das i der Kombination von
glattem und geſtreiftem Kaſha hergeſtellt
iſt. Auch hier ſind die Formen nicht ſon=
derlich
kompliziert; den Effekt bildet das
geſchmackvoll gewählte, ſchöne farbig ge=
ſtreifte
Material, mit dem wiederum die
Farben des ſchicken, winzigen Hütchens
übereinſtimmen müſſen, denn mehr als
alles andere verlangt gerade ein Complet
Harmonie, die ſich auch auf alles Drum
und Dran erſtrecken muß.
Unſer letztes ſchickes Kleid wirkt eben=
falls
auf einer gertenſchlanken Geſtalt
ausnehmend hübſch. Die Wirkung der
ſchottiſchen Seide wird durch zweierlei
abſtechende Seide, deren Töne in dem
Schottenmuſter enthalten ſein müſſen, be=
tont
. Zu allen Modellen ſind Lyon=
Schnitte erhältlich.
A. K.
*
Der beſtickte Gürtel
iſt etwas Neues und ſehr Hübſches; na=
türlich
kann man ihn nur zu einem ein=
farbigen
Kleid tragen, an dem ſich viel=
leicht
dieſe oder eine ähnliche Stickerei
wiederholt. Sehr ſchön ſehen dieſe zarten
Stickereien, die in Seide, Perlchen und
Perlmutterplättchen ausgeführt werden
können, auf Seiden=
oder
Samtband ſo=
K
wohl als auf einem
8 weichen, feinen Leder
aus. Leder kann in
gleichen Muſtern be=
malt
werden, wobe
ähnliche Effekte erzielt
3 werden können. Zu
ſolch einem eleganten
Gürtel gehört natur=
gemäß
auch ein ele=
gantes
Schloß, das,
ſofern es eine Muſte=
rung
zeigt, natürlich
nur in den Farben
der Stickerei oder Ma=
44 lerei gchalten werden
darf.

Alfre d."
Wie bei ſo vielen Modeſachen weiß man, auch bei Alfred‟
nicht, wie ſie entſtand, worauf ſie zurückzuführen ſei und wie ſie
zu ihrem Namen kam. Es iſt aber eine alte Regel, daß bei Mode=
Fetiſchen Fragen der Logik auszuſchalten ſeien und nur die Tat=
fache
als ſolche hingenommen und die Wirkung abgewartet wer=
den
muß. Alfred hat aber auch für Ungläubige einige An=
ziehungskraft
, denn dieſe reizende Pinguin=Figur ſieht ſo luſtig

und dekorativ aus, daß die Dame ſie in ihrem Salon gerne ſehen
wird. Nicht nur die Form iſt erheiternd, auch die Schwarz=weiß=
Farbe wirkt immer nett und amüſant. Und letzten Endes liegk
auch ein reizender Scherz darin, diesmal bei der Wahl des
Fetiſchs neuerlich einen Ausflug in die Zoologie gemacht und den
Gegenſtand ſo herzlich weit hergeholt zu haben. Alfred iſt in
Amerika eine bekannte Erſcheinung und wird unzweifelhaft auch
bei uns bald beliebt ſein. Alfred hat zwar immer die gleiche
Form und Farbe, wird jedoch in den verſchiedenſten Aufmachun=
gen
gezeigt: als Nippfigur in Porzellan, als Vitrinenſtück (und
zwar meiſt in Miniatur=Ausführung) in Bronze, als Auto=Fetiſch
in Stoff, als Diwanpuppe in Seide oder Federn. Bisweilen zierk
Alfreds Bild in Email auch eine kleine Agraffe, die ſicherlich der
Trägerin ganz beſonders Glück bringen muß.
* * *
Der Ueberſchuh des Frühjahrs muß natürlich
ſehr leicht gearbeitet ſein und wird demzufolge gern aus einem
dünnen, glänzenden Leder hergeſtellt, das ſich mit einem Tuch
leicht abreiben läßt und ſelbſt nach üblem Wetter raſch wieder
inſtandzuſetzen iſt. Man ſieht die neuen Ueberſchuhe den Far=
ben
der Frühlingsmode angepaßt in den ſeltenſten Fällen in
Schwarz, ſondern gibt ihnen mit Vorliebe eine vornehme Zwi=
ſchenfarbe
, wie Veige, Sand oder Grau. Natürlich ſind ſie weſent=
ich
niedriger als die Formen, die man im Winter zu ſehen ge=
Bohnt ſpar. Eine flotte, umgeſchlagene Stulpe in Pepita= Muſte=
rung
ſieht immer gut aus. Um ſolche Ueberſchuhe leicht an= und
ausziehen zu können, bedient man ſich noch immer des Reiß=
verſchluſſes
, den man als ſehr praktiſch anerkennen muß.

Frühjahrsparade der
Kleinen.
Man ſpricht ſo gern in Männerkrei=
ſen
von weiblicher Eitelkeit. In gewiſſem
Maße iſt das eine abſolut löbliche Eigen=
ſchaft
der Frauen: wer ein bißchen eitel iſt,
hält auf ſeine Kleidung, und eine gut an=
gezogene
Dame iſt auch für den Herrn der
Schöpfung eine Augenweide. Neben der
Eitelkeit, im guten Sinne alſo, mit der die
Frau Mama in dieſen Wochen bemüht iſt,
ihre Frühjahrskleidung auf die Höhe der
modiſchen Forderungen zu bringen, ſteht
aber noch die mütterliche Abart dieſer allen
Evastöchtern gemeinſamen Tugend! Auch
das kleine Töchterchen ſoll, frühjahrsmäßig
ſchick gekleidet ſein Mama will nicht nur
ſelbſt, ſondern auch durch den hübſchen An=
zug
ihres Lieblings Erfolg erringen. Da die
nächſten Wochen immerhin noch kühl ſein
werden, ſteht natürlich in allen Häuſern, wo
kleine Mädchen ſind, der Frühjahrsmantel
für das kleine Fräulein zur Diskuſſion!
Es iſt ein gutes Zeichen für die vernünf=
tigen
Grundſätze der Mode, daß man ſich
energiſch von aller Ueberladung freimacht.
Sie paßt ja auch ſo gar nicht zu den kind=
lichen
Figürchen, die nur dann ganz reizvoll
und entzücend wirken, wenn die Kinderklei=
dung
wirklich kindlich d. h. einfach, zweck=
mäßig
und doch lebendig und hübſch geſtal=
tet
wird. Bei dem Mantel für die Schule
wird natürlich der Hauptton auf das Zweck=
mäßige
gelegt. Schon das Material, der
moderne genoppte Wollftoff in heller Farbe,
zeigt das Beſtreben, einen ſoliden, nicht allzu
leichten Mantel zu ſchaffen, der nicht allzu
empfindlich iſt. Dieſe Stoffart wirkt immer
am beſten, wenn man einen ganz einfachen
Ulſter mit raglanmäßig angeſchnittenen Aer=
men
daraus arbeitet, der auf ein doppeltes
Knopfpaar geſchloſſen wird. Sehr zweck=
mäßig
iſt es, das Revers ſo zu arbeiten, daß
bei ungünſtiger Witterung der Mantel bis
zum Hals zugemacht werden kann: ein
Knopfloch im rechten Revers, das zu einem
unter dem linken verdeckt angebrachten Knopf
gehört, ſorgt im Verein mit der Schnittform
des Revers dafür (D). Behält man die

[ ][  ][ ]

Nummer 112

Sonntag den 22 April 1928

Geite 23

HARRN LIEPTKK
Aochenendzauber!

Palast-Lichtspiele, Grafenstrasse

Leibeigenen

Gihr s ein schäneres Leben?

Die Fraden von Folies Bergere
mit den Original Filler-Girls und
Josephine Baker
Ein Sonntags e Programm,
2. A. 6.
das mit dem bäß ſch ſen
8l.
Abrllwetter berſöhnt!

I.I.

ſehr gut beſprochen!
Aus dem alrikanischen Tiergarlen
als Beigabe ſehr nett

ver Fasenngskonig• Liene ane RasterHesser

Morgen wird das Union=Theater zwecks Umbau geſchloſſen

61

mannnenmnennnnnnnn nn nn Hngmag ng vauI

Restaurant Rummelbräu
Inh.: K. Heidenreich
Rheinstr. 101. Gegenüber der Festhalle. Tel. 2519
Spezlal-Ausschank der Brauerel Rummel
Bekannt gute Küche la Biere Prima off. Weine
Auswah reichen Mittagstisch von 122 Uhr
von Mk. 0.90, 1.30, 1.50 und 2.50
4b 20 Uhr KONZERT I 20 Uhr
Kein Bieraufschlag!
Im Festsaal Tanz
Anfang 8 Uhr
(*109 8)
Anfang 8 Uhr

DZATHIIBEIHITHÄHÄHEIIHÄHDHÄHHIIN
Jarmonie-Orchester Darmstad
(Philharmonischer Verein)
Dirigent:
Kammer-Virtuos Louis Kümmel
(Rhönring 99, I.)
Sitz und Probelokal:
Brauerei-Ausschank Zur. Krone‟
Telephon 1637 und 217.
(710la
Lualifizierte Bläser können als Mitglieder aufgenommen werden.

Turnhalle am Woogsplatz
Dienstag, 24. April 1928, abends 8¼ Uhr
Oeffentliche Verſammlung
aller, die unter den gegenwärtigen wirtſchaftlichen, ſteuer=
lichen
und politiſchen Verhältniſſen leiden.
Felis Graetz, Darmſtadt, ſpr cht über:
Abwehrmaßnahmen der Staatsbürger gegen
die jetzigen Zuſtände auf wirtſchaftlichem, ſteuer=
lichem
und politiſchem Gebiete.
Keine Splitterparteigründung, kein Erlaß papierener Pro=
teſte
, ſondern praktiſche Vorſchläge.
(7154
Eintritt frei!
Oeffentliche Ausſprache!

Ausſchuß für Leibesübungen e. P.
Ordentliche Hauptverſammlung
Donnerstag, den 26. April 1928, 20 Uhr, im
Weißen Haal, Grafenſtraße 18.
Tagesordnung:
fericht, Entlaſtung und Neuwahl des Vorſtandes, Veran=
ſtaltung
am 17. Mai 1928, Anträge, Verſchiedenes.
105)
Der Vorſtand.

Konditorei-Kaftee-Restaurant
Jöst
(am Hauptbahnhaf)
lornewegplatz 3 Mornewegplatz 3
A b 4 Uhr
KONZERT
von der bekannten und beliebten
Stimmungs-Kapelle. (*14939

guh
m
Kardschrofenen
b. Griesheim Haltestelle der Linie 9
Sonntag, den 22. April, ab 4Uhr
W.
Konzert abende 4ANZ
Ernst Schneider.
10987

Neues Schießhaus
Sonntag wie jeden Sonntag nachm
Konzert und Tanz
leichzeitig empfehle ich meinen Saal mit
eſellſchaftszimmer für Herrenabende und
orperationen ſowie großer Garten für
Frühlingsfeſte.
750a
elephon 1243
Halteſtelle Linie

Wanderklub
Falke‟
1916
Darmſtadt.

1928
in der Zeit vom
26.29, Mai 1928

Führer
Hechler, Jacobi, May.
Geſamtkoſten ca. 30.-
Jugendliche unter 20
Jahren Ermäßigung.
Nähere Auskunft
Dienstag, abds. 8½
Uhr, im Hlublokal,
Brauerei Schul, (7122

Bie lagd nach der Braut
Ein Weltreiſe=Film in 7 Akten mit Elga Brink und Georg Alexander
Ber reitende Komet
Ein Film toller Reiterſtückchen

Nc

Heute
Sonntag
nachmittags 3 Uhr
oufe 1.6 Mabde 149 0h
3 Vorstellungen A
uu
Das
Hiesen-Eilm-Prog
in 74 Akten. Spieldauer ca 3 Stunden
I. Tell:
das Hronkerte Meef
7 Akte mit Mary Carr der berühmten
Mutterdarstellerin
II. Tell:
Das große Lustspiel in 7 Akten

R e

R er
Hes e
mit Hanni Reinwald, Ernst Rückert, Gerdi Gerdt, Gurt
Vespermann, Olga Engel, Eduard v. Winterstein, Paul Grätz,
Fritz Kampers usw.
D Letzte Vorstellung 1/,9 Uhr abends
Hf Freise 50 Efg. Dis 3. W.
Jugendliche haben keinen Zutritt! (7174
Karten für die Abendwarstellung: im Verkehrs-Büro von
912 Uhr und Zeitungs-Kiosk von 1118 Uhr, sowie Kasse Or-
pheum
ab 14½ Uhr Mumerlerte Plätze (nur für d. Abend-
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Großes Haus
Sonntags=Fremdenmiete
weiß (13) und grün (9)
Sonntag, den 22. April 1928
Ende 22.00 Uhr
Anfang 19 Uhr
In der neuen Inſzenierung
Egmont
Ein Trauerſpiel in fünf Akten (13 Bildern)
von Goethe
Inſzenierung: Carl Ebert
Bühnenbild: Wilhelm Reinking
V.7133
Mitwirlen de
Käthe Gothe, Charlotte Jaeke=Joſt, Martha
Ziegler, Hans Baumeiſter, Hansjoachim
Büttner, Carl Ebert, Werner Finck, Ulrich
Folkmar, Hermann Gallinger, Eduard
Göbel, Richard Jürgas, Hugo Keßler, R. d.
Klix, Rooert Klupp, Wily Krichbaum,
Hans Heinz Krumb, Hans Langer, Paul
Maletzki, Hans Ney, Karl Paryla, Gothart
Portloff, Artur S ettler, Kurt
Weſtermann
Spielwart: Joſef Kreuter
Preiſe der Plätze: 1.20 12 Mark

Kleines Haus
Außer Miete
Sonntag, den 22. April 1928
Anfang 11.00 Uhr
Letzte Film=Vorführung:
Die Jungfernreiſe der
Cap Arcona
Preis der Pätze 1.00 Mark
Kinder zahlen die Hälfte.

Ende 16.30 Uhr
Anfang 14.30 Uhr
Humſti=Bumſti
(Rumpelſtilzchen)
Ein luſtiges Zaubermärchen in ſechs Bildern
von Tilla Bunzl und Erhard Siedel
Muſik von Thev Mackeben
In zenierung: Günter Haenel a. G.
Bühnenbild: Georg Pſeiffer
Muſikaliſche Leitung: Berthold Goldſchmidt
Preiſe der Plätze: 0.402 Mart

Juſatzmiete IV (10. Vorſtellung)
Anfang 19.30 Uhr Ende gegen 22.00 Uhr
In der neuen Inſzenierung
Der Barbier von Sevilla
Komiſche Oper in zwei Akten von Ro ſini
Muſikaliſche Leitung: Berthold Goldſchmidt
Inſzenierung: Hans Schmid a. G.
Bühnenbild: Lothar Schena vor Trapp
Preiſe der Plätze: 1. 507.50 Mk.

Pinſel

alle Größen, empfiehlt Drogerie
Hecher Nachf., Ludwigshöhſtr. 1(B5086

[ ][  ]

Geite 24

Sonn ag den 22 April 1928

Nummer 112

Kentſthe
Polkspartei

Reichsaußenminiſter Dr.

N
zA
DNA

Ortsgruppe
Durmſtäer

ſpricht am 28. April
in der Städtiſchen Feſthalle in
DARMSTADT

Numerierte Eintrittskarten zum Preiſe von 1. Mk für eingeſchriebene Mitglieder, 2. Mk. für Nichtmitglieder
und nichtnumerierte Karten zu 0.50 Mk. für Mitglieder und 1. Mk. für Nichtmitglieder ſind auf dem Partei=
büro
der Deutſchen Volkspartei in Darmſtadt, Rheinſiraße 22, Fernſprecher 1304 und 3540 erhältlich. Nichtmit=
glieder
können auch Karten im Verkehrsbüro am Schloß erhalten.

*

(170

Ausflugsort Einſiedel
am Meſſeler Park
bei darmſtadt
empfiehlt ſeine Säle für größere
und kleinere Geſellſchaften
Kalte u. warme speiſen zu jeder Tageszeit
Penſion Teleph. 44 Wochenende
Gleichzeitig geben wir bekannt, daß
bei gutem Wetter der Reichsbahn=
Omnibus folgende Fahrten fährt:
140 Uhr ab Darmſtadt Verkehrs=
büro
über Meſſel; nach
Einſiedel
1500 Uhr ab Darmſtadt Verkelrsb.
184 Uhr von Einſiedel nach Darm=

Geeee
Radia Spel, zu b
Bolf, Weiterſtädter=
108.
ſtraße 3:

Orangerient
Restaurant und
E. NIEMANN

Pten

Oafé

Zun WiedernEröffnung
Sonntag, den 22. April 1928
Preiswerter Mittagstisch Reichhaltige Tageskarte
Wiener Doppelkronenbier ff. offene und Flaschen-Weine
Abends 8 Uhr
I. großes populäres Konzert
Leitung: Kapellmelster W. Schlupp (St.7107

4

Eintritt Mk 0.

Zehnerkarten haben Gültisteit. AS

Guterh, 4fl. Gas=
herd
mit Backofen ſ.
bi l. zu verk. (r10912
Rhönring 11. 2. St.

(1772

liefert, repariert
Parkettböden und reinigt
Gebrüder Lang
Mühlſtraße 26 (3468a Telephon 1433

ſtadt.

Weitere Fahrten nach Bedarf

(137

Zur Krone‟. Nierftein
Aelteſtes Nierſteiner Weinhaus
Beſitzer: Jakob Gerhardt
Ia gepflegte Weine•Eigenbau, Handel.
Reichhaltige Küche
Aff2
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Für Vereine empfehle:
Saalod. Nebenzimmer Autogarage

M adiehof len Bei
diese Gelegenheit, aus günstigem Einkauf, solange Vorret, zu benutzen:

Herrren-
Soblen
und Tieck

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Bohen
und Fleck

Elisabethenstr. 35 und alter Schlachthausplatz 1, nächst der Krone.

(10961

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Herrenrad
JahrEsschau HrBSIEn m. Freil., D Mk. zu
verkauf. Pankratius=
ſtr
. 25, 4. I. (*10g89
Dr 6086

Café Barth

11137a)

(7171

Darmſtädter Schwimmklub
Jung Deutſchland e. V.

Allen Mitgliedern zur Kenntnis
daß die ordentliche

des D. S. C. F D. E. V. am 28
April bei Sitte, Karlſtr. 15 Gelbei
Saal) ſchon um 6 Uhr beginnt.
Der Vorſtand.
7128)

Nue
3bis 12. Jun
nur RM. 125.. Hin- u. Rückreise 16. Pro-
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Gelegenheit den Süden kennen zu
lernen, auch für ältere Teilnehmer.
Ausführ/ Programm durch Regie-
rungs
-Obersekretär Brandt
Deutsche-Reise-Vereinigung
Berlin Charlottenburg 12 Königin-
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Eisabethenstraße 16/18

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Schurzen-Tage Eobehenſ.St.

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7173