Einzelnummer 10 Pfennige
Bezugspreis:
Bei wöchentlich 2 maligem Erſcheinen vom 1. April
bis 30. April, 2.18 Reichsmark und 22 Pfennig
Abtragegebühr, abgeholt 2.25 Reſchsmark, durch die
Agenturen 2.40 Reichsmark frei Haus. Poſtbezugspreis
im April ohne Beſtellgeld monatlich 2.28 Rcichsmark.
Verantwortlichkeit ür Aufnahme von Anzelgen an
beſimmten Tagen wird nicht übernommen.
Nicht=
erſcheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt
berechtigt den Bezieher nicht zur Kürzung des
Bezugspreiſes. Beſtellungen und Abbeſiellungen durch
Fermruf ohne Verbindlſchkeit für uns. Doſſchegtond
Franffurt a. M. 1304.
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit — verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quelſenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 104
Samstag, den 14. April 1928.
191. Jahrgang
Anzeigenpreis:
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadi 25 Reichspfg.
Finanz=Anzelgen 40 Reichspfg. Rellamezelle (92 mm
breit/ 2 Reichsmark. Anzeigen von auswärts 40 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reichepfg. 92 mm breite
Rellame-
zeile 3.00 Reſchsmart. Alle Preiſe in Reichsmark
(4 Dollar — 4.20 Mart). — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streit uſw erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
auffräge und Teiſtſung von Schadenerſatz. Bei
Konlurs oder gerichtlſcher Beſtreibung fäſſt ſede
Rabatt weg. Banklonto Deutſche Bank und
Darm=
ſädter und Nalion”
Die deutſchen Ozeanflieger überfällig?
Eine irreführende Orahtung.
Die Meldung von der Landung beſtätigt
ſich nicht.
Emden, 13. April.
Aus New York wird gedrahtet, daß ein Flugzeug, begleitet
von einem Flugzeuggeſchwader, um 20,30 Uhr deutſche Zeit über
New York geſichtet wurde.
Die Funkſtation Norddeich drahtet Funkſpruch „An Alle!”,
daß die „Bremen” in Mitchelfield angekommen ſei.
Der New Yorker Berichterſtatter der Tel.=Union drahtet nach
Berlin: Aeußerſte Vorſicht gegenüber Meldungen Norddeich
Radioſtation geboten.
Ungewißheit über das Schickſal der deutſchen
Flieger.
Um die Mittagsſtunde lagen in Berlin noch keinerlei
verläß=
lichen Nachrichten über den Verlauf des Transozeanfluges der
„Bremen” vor. Die auf der Ueberfahrt befindlichen 20 großen
Tampfer haben das deutſche Flugzeug noch nirgends geſichtet,
trotzdem ſie ſcharfe Ausſchau halten. Der Rieſendampfer „
Maje=
ſtic” meldet heftige Oſtwinde, die den Flug begünſtigen müßten.
Die Wetterberichte aus Neufundland lauten nicht ungünſtig. Sie
ſprechen von klarer Sicht, leichten ſüdweſtlichen Winden und
Tem=
veraturen, die nahe bei dem Nullpunkt liegen. Bei einem glatten
Verlauf müßte das Junckersflugzeug nunmehr die
Neufundland=
küſte erreicht haben, und zwar zwiſchen 9 und 11 Uhr heute
vor=
mittag Berliner Zeit.
„New York Times” veröffentlicht einen Funkſpruch, daß ein
Farmer in der Nähe von Shoal Harbour an der Nordſpitze der
Trinity=Bay um 21 Uhr New Yörker Zeit ein in weſtlicher
Rich=
tung fliegendesGlugzeug gehört habe. Dieſe Angabe iſt jedoch
ungher Er— :4 zutreffendenfalls die Bremen” in 21
Stun=
den dhältigt haben müßte. Ab 3 Uhr nachts iſt der
Tandueuchtet. Ein gewaltiger Scheinwerfer, der
N
40 Mstbar iſt, bedeutet das nächtliche Wahrzeichen
24 des Um Falle des Herannahens des Flugzeuges
ſen wollen niſche Militärſtaffel und vier deutſche Flug=
Seteiggzeuge, eine Junckersmaſchine und drei
Klemm=
uté)aimle der „Bremen” entgegenfliegen. Die Nach=
2 Stagen, cht, deug geſtern abend auf der Hälfte der Strecke
2 Porzehaf ſichte hat ſich als ein Mißverſtändnis herausgeſtellt.
9e Kformell
ft ormittag fehlt jede Nachricht.
Se ABr”
CLunet
deutſch
decken) „Bremen” über dem amerikaniſchen
Ausdi
Feſiland geſichtet?
dieſer
von d
+ einem ſoeben in Berlin eingelaufenen Funkſpruch iſt
geßeiltſche Flugzeug „Bremen” heute nachmittag 5 Uhr
der folgt: Zeit über Kingsport in Neuſchottland
ge=
ſia”: A worden. Eine amtliche Beſtätigung dieſer Nachricht
liegt chfh nicht vor. Falls ſich die Nachricht beſtätigt, iſt
anzu=
nehmen; daß die „Bremen” heute nacht 11 Uhr auf New Yorker
Flugplatz landen wird.
Hierzu liegen folgende Meldungen vor: Eine Meldung der
„Zentral News” aus New York beſogt: Ein Bericht iſt aus
Montreal eingegangen, daß die „Bremen” über Kingsport (
Neu=
ſ hottland) 1,45 Uhr Ortszeit (16,45 Uhr mitteleuropäiſche Zeit)
g4 Darmſworden ſei. Eine Beſtätigung dieſer Nachricht liegt noch
us der Ferner iſt ein Bericht aus Boſton eingegangen, daß
chen, nel
2 ühlen, zen” um 5,30 Uhr Ortszeit vormittags in der Höhe von
9 in einemnd geſichtet worden iſt. Dieſe Meldung kommt aus
N Das ſergMaſſachuſetts). Sie beſagt, daß die dortige
Küſten=
ween tion ein Telegramm von einem Schiff an die Station
der Radio=Coporation von Amerika in Chatham aufgefangen
hat? Dem New Yorker Büro der Radio=Coporation iſt jedoch
dieſes Telegramm nicht bekannt, ſo daß auch dieſe zweite
Mel=
dung noch nicht einen Anhaltspunkt für den
Ver=
bleib der „Bremen” erlaubt.
Wenn ſich die Meldungen beſtätigen, befindet ſich die
„Bremen” ſchon an der Oſtküſte des nordamerikaniſchen
Feſt=
landes, und zwar an der Fundybank, 100 Km. weſtwärts
von Halifax. Es iſt daher anzunehmen, daß die „Bremen”
den Kurs etwas ſüdlicher von Neufundland bei Anſteuerung der
amerikaniſchen Feſtlandküſte gehalten hat.
Die „Bremen” einwandfrei geſichtet.
Berlin, 13. April.
Nach den in Berlin um 7 Uhr abends weiter eingelaufenen
Nachrichten wurde die „Bremen” um 5,45 Uhr (M. E.3.) über
dem Hafen von Yarmouth an der Südſpitze von
Neu=
ſchottland geſichtet und erkannt. Weiter meldeten
ver=
ſchiedene Dampfer, daß ſie die „Bremen” über dem Golf von
Maine geſichtet hätten. Das Flugzeug flog ſo niedrig,
daß mit Leichtigkeit der Namen geleſen werden
konnte. In New York erwartet man die Landung auf dem
Flugplatz Mitchelfield zwiſchen 8 und 9 Uhr abends (M. E.3.).
Spannung auf dem Flugplatz Miichel=Field.
TU. New York, 13. April.
In der letzten halben Stunde liefen hier verſchiedene
wider=
ſprechende Meldungen über den Verbleib der „Bremen” um.
Eine Nachricht beſagte, daß das Flugzeug über Boſton geſichtet
worden ſei, während andere Meldungen dies für unrichtig
er=
klärten. Infolgedeſſen herrſcht im Augenblick nach der erſten
Freude überall ziemliche Unſicherheit. Inzwiſchen hat die
Span=
nung auf dem Flagplatz ihren Höhepunkt erreicht.
Im=
mer ſtärker wird der Andrang. Nur mit Mühe kann
die Polizei die unüberſehbare Menſchenmenge von einem gleich eine Feſtſetzung der Zahlungsweiſe nicht zu erwarten iſt.
Durchbruch der Abſperrung abhalten.
in Atlantic=City iſt falſch.
Eine Hiobsbotſchaff: Die „Bremen” ins
Meer geſtürzt?
EP. London, 13. April.
Die beiden folgenden Nachrichten ſind in London
einge=
gangen: Die „Central News” melden aus New Yovk: Ein
Tele=
gramm eines Maklerhauſes in Norwalk (Connecticut) meldet,
daß ein Flugzeug die Stadt im Laufe des Nachmittags (amerik.
Zeit) paſſierte. Norwalk liegt ungefähr 200 Meilen von New York
entfernt. — Das Londoner Bureau der „Exchange Cie.” hat ein
Telegramm aus New York erhalten, welches um 15 Uhr amerik.
Zeit auſgegeben wurde und lautet: In offiziellen
Krei=
alle Hoffnung auf die „Bremen” aufgegeben.
Man glaubt darum, daß die „Bremen” ins Meer geſtürzt Grundſätze zu beſtimmen haben wird. Nicht die parteipolitiſchen
iſt. Die einzige Hoffnung beſteht darin, daß die Flieger von einem
Schiff ohne drahtloſe Einrichtung aufgenommen wurden.
Wachſende Beſorgnis. — Enttäuſchie
Hoffnungen.
EP. New York, 13. April (4,25 amerik, Zeit).
Die Nachrichten von der Landung der „Bremen” haben ſich
bisher nicht beſtätigt. Die Hoffnungen, daß die „Bremen” New
York erreicht, nehmen ſtetig weiter ab. Bisher iſt auch noch keine
Beſtätigung der Berichte eingetroffen, daß das Flugzeug über den
verſchiedenen genannten Plätzen geſichtet worden ſein ſoll.
Wo iſi die „Bremen?”
Um die Mitternachsſtunden des Freitag liegt immer noch
keine Nachricht über den Verbleib der „Bremen” vor. Alle
bis=
her ergangenen Meldungen haben ſich als unrichtig erwieſen. Es
ſchien am Freitag nachmittag bereits ſo, als ob die „Bremen”
tatſächlich über Neuſchottland geſichtet worden ſei, und alle
Mel=
dungen hatten den Schein der Wahrhaftigkeit für ſich, weil nach
den Berechnungen der Sachverſtändigen tatſächlich um dieſe Zeit
mit dem Eintreffen des Flugzeuges an der amerikaniſchen Küſte
gerechnet werden durfte. Eine Verſpätung war trotzdem nicht
ausgeſchloſſen, weil die Flieger zwei Wetterzonen zu umfliegen
hatten. Immerhin liefen Meldungen über den Flug von Stunde
zu Stunde mit immer größerer Sicherheit ein, und auch auf dem
Flugplatz von New York hielt man ſie für richtig. Es waren alle
Vorbereitungen für den Empfang getroffen. Auch Bürgermeiſter
Walker hatte ſich eingefunden. Als aber dann die Nachrichten
immer ſpärlicher eintrafen und endlich gegen 9 Uhr ganz
verſieg=
ten, ſchlug die Stimmung um. Man wurde nun auch gegen die
erſten Berichte von der Sichtung des Apparates mißtrauiſch, weil
man ſich erinnerte, wie oft bei ähnlichen Anläſſen die Phantaſie
den Beobachtern einen Streich geſpielt hat.
Dennoch beſteht kein Grund zu unmittelbarer
Be=
ſorgnis. Es genügt ſchließlich ein geringes Abweichen vom
Kurs, wie es beim Umfliegen einer weiteren Wetterzone
notwen=
dig wird, um die Flieger über die unwirtlichen Gebiete Kanadas
zu verſchlagen. Die Möglichkeit einer Notlandung auf
verkehrs=
armem Gebiet liegt alſo nahe. Die „Bremen” führt Brennſtoff
für 50 Stunden mit ſich. Von einem Ueberfälligſein kann alſo erſt
am Samstag nach 7 Uhr früh die Rede ſein.
Eine genaue Nachprüfung aller Meldungen, die von einer
Sichtung bzw. Landung der „Bremen” wiſſen wollten, hat
er=
geben, daß keine dieſer Meldungen bisher beſtätigt werden konnte.
Alle von Reuterbureau und den mit dieſem verbündeten
Agen=
turen verbreiteten diesbezüglichen Meldungen ſind unrichtig.
Bis um 23.30 Uhr lagen noch keine Nachrichten von der „
Bre=
men” in Berlin vor.
Um 2 Uhr morgens noch keine Nachricht.
TU. New York, 13. April.
Bis um 2 Uhr morgens deutſche Zeit liegen hier noch
keiner=
lei Nachrichten über die „Bremen” vor.
Die Reichstagswahl 1928.
Von
Rechtsanwalt Eduard Dingeldey, M. d. L.
Die Wahlbewegung iſt in Frankreich in vollem Gang. Sie iſt
gekennzeichnet durch die beiden großen Reden Poincarés, die
eine Ueberraſchung für die politiſche Oeffentlichkeit dadurch
brach=
ten, daß Poincaré zum erſten Male offen und zugleich poſitiv die
Löſung der Reparationsfrage durch eine Verſtändigung mit
Deutſchland ins Auge gefaßt hat. Ich bin weit entfernt davon,
die Tragweite dieſer Aeußcrungen für, die allernächſte Zeit zu
überſchätzen. Vielmehr müſſen wir uns vollkommen darüber klar
ſein, daß vor der Präſidentenwahl in Amerika im Jahre 1929
eine endgültige Klärung der Reparationsfrage, alſo eine
Feſt=
ſetzung der Endſumme, die Deutſchland zu zahlen hat, und zu=
Reparationsfrage und Weltſchuldenproblem hängen unmittelbar
miteinander zuſammen und ſind in ihrer Löſung durchaus von
der Entſcheidung des amerikaniſchen Volkes abhängig. Gleichwohl
Die Meldung von der angeblichen Landung der „Bremen” bedeutet das Hervortreten Poincares in der Richtung einer
Ver=
ſtändigung mit Deutſchland ungeachtet alles berechtigten
Miß=
trauens gerade gegenüber dieſer politiſchen Perſönlichkeit eine
hiſtoriſche Wendung in der Entwicklung der franzöſiſchen Politik,
und es iſt bezeichnend, daß die engliſche Preſſe gerade mit
beſon=
derem Nachdruck darauf hinweiſt. Man kann alſo, wenn man von
der Gefahr der Uebertreibung frei bleiben will, feſtſtellen,
daß die zwiſchen Streſemann und Briand in
Lo=
carno und Thoiry in ihren Grundzügen
verein=
barte Politik trotz der vorübergehenden
Rück=
ſchläge langſam wieder in Fluß kommt. Es wird
die Aufgabe der deutſchen Politik ſein, mit aller Zähigkeit und
Klugheit in jedem Stadium der weiteren Entwicklung dieſer
Auseinanderſetzungen das deutſche Intereſſe zu vertreten.
Dieſer Zuſammenhang zeigt uns wieder einmal die
Richtig=
ſen der Boſtoner Luftfahrtſachverſtändigen iſt keit des alten Satzes, daß für die deutſche Entwicklung noch auf
lange Zeit hinaus die auswärtige Politik Richtlinien und
Kämpfe im Innern Deutſchlands alſo, nicht unſere
innerpoliti=
ſchen und wirtſchaftspolitiſchen Meinungsverſchiedenheiten,
ſon=
dern die durch die Führung der auswärtigen Politik zu löſenden
Lebensfragen der Nation müſſen beſtimmend für die künftige
politiſche Entwicklung bleiben. Daraus wiederum folgt, daß es
verkehrt iſt, wenn man jetzt in der demokratiſchen Preſſe
parteipolitiſche Wünſche außenpolitiſch zu begründen ſucht. Es
iſt nicht wahr, daß der „Ruck nach links”, den die Linke ſich
er=
hofft, der aber keineswegs feſtſteht, im Intereſſe unſerer
auswär=
tigen Politik läge. Wahr iſt vielmehr etwas ganz anderes: Im
Intereſſe unſerer auswärtigen Politik liegt es, daß es der
Deut=
ſchen Volkspartei und ihrer Führung gelungen iſt, die
Deutſchnationale Volkspartei an die Kandare
der Verantwortung auch fürdke auswärtige
Po=
litikzulegen. Denn auf dem ſchwierigen und ſteinigen Wege
unſerer Außenpolitik, auf dem uns Dr. Streſemann mit
Klug=
heit und Zähigkeit und unbeirrbarem Glauben an die Zukunſt
ſeit fünf Jahren führt, werden wir nur dann vorwärts kommen,
* Berlin, 14. April. (Priv.=Tel.) wenn eine immer mehr wachſende Gemeinſchaft des deutſchen
Volkes einig über die Grundlinien der Entwicklung wird. Die
Deutſchnationale Volkspartei hat Jahre hindurch
von der Politik der Agitation und der Aufpeitſchung nationaler
Leidenſchaften gelebt und damit parteipolitiſche Erfolge
erzielt. Die Deutſche Volkspartei, die, auch um den
Preis parteipolitiſcher Verluſte, den Weg der
Verantwor=
tung für eine opferreiche, aber allein mögliche große Politik
unter ihrem Führer gegangen iſt, hat es ſchließlich zuſtande
ge=
bracht, daß auch die Deutſchnationale Volkspartei unter das Joch
der Verantwortung geſpannt werden konnte. Es bleibt dabei,
daß die Deutſchnationalen durch den Eintritt in die Regierung
ſeit länger als Jahresfriſt mit ihren Miniſtern die volle
Mit=
derantwortung für Streſemanns auswärtige
Politik übernommen haben. Und es bleibt auch dabei,
daß dieſe Tatſache an ſich vom nationalen Standpunkt aus auf
das Aufrichtigſte begrüßt werden mußte, während die
parteipoli=
tiſche Betrachtungsweiſe der Oppoſitionspreſſe nicht im Intereſſe
der auswärtigen Politik liegt.
Leider iſt feſtzuſtellen, daß der Führer der Deutſchnationalen,
Graf Weſtarp, und in ſeinem Gefolge natürlich in
vergröber=
ter Tonart die deutſchnationale Provinzpreſſe nunmehr verſuchen,
aus der Kolonne verantwortungsfreudiger Politiker auszubrechen.
Wenn die Deutſchnationalen jetzt die Außenpolitik Streſemanns
angreifen, um daraus Wahlkampfwaffen gegen die Politik
der Deutſchen Volkspartei zu ſchmieden, ſo iſt das ein Verfahren,
das weit entfernt liegt von verantwortungsbeſvußter Politik.
Das Kabinett Marx hat bei ſeinem Regierungsantritt in
feier=
licher Erklärung ſich für die Fortſetzung der von Streſemann
be=
gonnenen auswärtigen Politik verpflichtet. Und die vier
deutſchnationalen Miniſter haben in jeder
ein=
zelnen Etappe dieſer auswärtigen Politik
wäh=
rend ihrer Amtsführung ſtets und
uneinge=
ſchränkt dem einſtimmigen Vertrauensvotum
des Reichskabinetts für den
Reichsaußenmini=
ſter Dr. Streſemann zugeſtimmt. Es iſt alſo reine
parteipolitiſche Agitation, wenn die Deutſchnationalen jetzt vor
dem Reichstagswahlkampf ihr altes Kriegsbeil, wieder
hervor=
holen. Es iſt eine Spekulation auf die nationalen Gefühle,
die aber diesmal zweifellos nicht gelingen wird.
Denn das deutſche Volk hat in ſeiner überwältigenden Mehrheit
doch allmählich erkannt, daß ein anderer Weg der
Außen=
politik als der von Streſemann gewieſene ſchlechterdings nicht
möglich iſt. Mögen auch noch ſo oft wir Deutſchen in dieſer
Zeit nur mit Zähneknirſchen und mit weitgehender Reſignation
den Ereigniſſen gegenüberſtehen, ſo bleibt uns ein anderer Weg
als der von Streſemann unter der Parole „durch Opfer und
Geite 2
Samstag, den 14. Aprdl 1928
Nummer 104
Aenderung der Politik, alſo ein wirklich in die
Tat umzuſetzendes, klares Programm der
aus=
wärtigen Politik niemals aufgeſtellt haben.
Weil dem ſo iſt, kann man die neue Wendung der
Deutſch=
nationalen zur Taktik der Agitation und der Oppoſition nur auf
das tiefſte bedauern. Sie wird ſich zwar parteipolitiſch rächen an
der Deutſchnationalen Partei ſelbſt. Aber ſie wird auf der
ande=
ren Seite die Geſchloſſenheit des deutſchen Volkes, die in Fragen
der auswärtigen Politik grundſätzlich zu beſtehen ſchien, aufs
neue in Frage ſtellen. Und ſie wird vor allem den großen
poli=
tiſchen Parteien, die bisher mit den Deutſchnationalen praktiſch
zuſammengearbeitet haben, Anlaß zu der Frage geben
müſſen, ob die Fortſetzung einer
Zuſammen=
arbeit nach ſolchen Rückfällen in die veraltete
Gewohnheit agitatoriſcher Politik noch
mög=
lich iſt.
Es iſt eine Fülle von Fragen, die der kommende Reichstag in
der inneren Politik und in der Wirtſchaftspolitik zu löſen hat. Die
Zeit der großen Konjunktur unſerer Wirtſchaft iſt
vorüber. Die Hoffnung aller Wirtſchaftspolitiker kann heute nur
noch dahin gehen, daß der Abſtieg der Konjunktur ſich langſam
und allmählich und nicht mit einem plötzlichen Sturz in die Kriſe
vollziehen möge. Die außerordentlichen Schwierigkeiten, die ſich
unſerer Handelspolitit im Ausland entgegenſtellen und es bis
jetzt verhindert haben, den verlorenen Auslandsmarkt
wie=
der zu gewinnen, treten in Verbindung mit kriſenhaften
Zuſtän=
den im Inlandsmarkt immer mehr hervor. Die Not der
Land=
wirtſchaft die in weiten Teilen des Deutſchen Reiches die
große akute Frage künftiger Witſchaftspolitik ſein wird, wirkt
ſich natürlich auch in einer Zerſetzung des
Inlands=
marktes aus. In Verbindung damit erhalten die Lohnkämpfe
in allen großen deutſchen Induſtrien eine dunkle Beleuchtung.
Denn es iſt ſelbſtverſtändlich, daß der Kampf um die
Auslands=
märkte nur von einer Induſtrie geführt werden kann, deren
Pro=
duktionskoſten die Konkurrenzfähigkeit mit dem Ausland noch
ermöglicht. Wir haben in weiten Teilen des Wirtſchaftslebens
heute bereits dieſe Grenze überſchritten. Das trat mit ſeinen
ſchweren Auswirkungen ſolange nicht in die Erſcheinung, als ein
ſtarker Inlandsabſatz zu einer günſtigen Konjunktur führte.
Zer=
bröckelt aber der inländiſche Abſatz durch den wechſenden Ausfall
breiter Käuferſchichten, ſo entſteht um ſo mehr die Notwendigkeit,
die Förderung;des Auslandsmarktes nicht zu vernachläſſigen.
Das führt aber wieder hinein, in die Intereſſengegenſätze der
Induſtrie und des geſamten Gewerbes einerſeits und der
Land=
wirtſchaft andererſeits, führt hinein in die brennenden Fragen
der Lohnkämpfe und endlich auch in das große, alle dieſe Dinge
beherrſchende Geſamtproblem der Reparationslaſten.
Das Ziel, möglichſt bald zu einer endgültigen
Feſtſetzung unſerer
Reparationsverpflichtun=
gen auf erträglicher Höhe zu kommen, muß aus allen dieſen
Er=
wägungen beherrſchend über den wirtſchaftspolitiſchen und
innerpolitiſchen Auseinanderſetzungen ſtehen. Deshalb wird im
künftigen Reichstag weniger denn je einſeitige Wirtſchaftspolitik
zugunſten einzelner Teile unſerer Wirtſchaft betrieben werden.
Die große und ſchwierige Kunſt des
Ausbalan=
cierens der Kräfte wird auch für die Zukunft die
Grundlage unſerer Wirtſchaftspolitik ſein
müſ=
ſen. Und dazu muß die großzügige
Verwaltungs=
reform in Reich und Ländern endlich mit Ernſt und
unbeugſamer Energie durchgeführt werden. Denn die
Verbilli=
gung der geſamten Produktion iſt nicht zuletzt abhängig von einer
ſtarken Einſchränkung der öffentlichen Laſten, unter deren Feſſeln
das Wirtſchaftsleben liegt. Die ſteuerliche Belaſtung
aller Kreiſe unſeres Volkes muß, wenn wir
wirtſchaftlich geſunden und zugleich unſere
außenpokitiſchen Ziele eerreichen wollen, in
fortſchreitendem Maße abgebaut werden.
Stei=
gerung der deutſchen Produktion und der deutſchen Ausfuhr iſt
nicht denkbar ohne gleichzeitige Verminderung der
ſteuer=
lichen Belaſtung. Die Löſung der Reparationsfrage aber
wieder=
um iſt nicht möglich, ohne die produktiven Kräfte Deutſchlands
im Inlands= und Auslandsmarkt noch weit über das bisherige
Maß hinaus zu heben.
Wenn ſo die Deutſche Volkspartei mit ihrem Führer
Dr. Streſemann in der Erkenntnis der großen Aufgaben der
nächſten Zeit und mit der feſten Entſchloſſenheit, von der Politik
opferbereiter Verantwortung nicht abzulaſſen, in den Wahlkampf
tritt, ſo ſtellt ſie die großen Gedanken und die leitenden Probleme
in den Vordergrund. Man muß in Deutſchland zu einer gewiſſen
Beharrlichkeit der Kräfteverteilung im Staate gelangen. Die
Parteien der Mitte werden auch künftighin die
verant=
wortlichen Träger der Führung im Staate bleiben. Deshalb
kann ich nur hoffen, daß die Zentrumspartei darauf
ver=
zichten wird, in dieſem Wahlkampf den Geiſt des Kulturkampſes
zu beſchwören und den Glaubensfanatismus des katholiſchen
Volkes aufzupeitſchen. Dem aufmerkſamen Beobachter der
kultu=
rellen Entwicklung unſeres deutſchen Volkes in der nachrevolutio=
Vom Tage.
Die Nationalliberale Korreſpondenz bezeichnet die Meldung des
Berliner „Mittag” als frei erfunden, daß innerhalb der Deutſchen
Volkspartei bei der Kandidatenaufſtellung wegen der
Flaggenfrage Schwierigkeiten entſtanden ſeien.
Wie verlautet, wird die Ankunft des Königspaares von
Afghaniſtan in Warſchau vorausſichtlich am 23. April
er=
wartet.
Der Bundesrat beſchloß, die auf Grund eines früheren
Beſchluſſes beſtehenden Ausfuhrverbote aufzuheben. Die
Aufhebung tritt mit dem 1. Auguſt 1928 in Kraft.
Der ehemalige diplomatiſche Vertreter
Groß=
britanniens in Moskau, Sir Robert Hodgſon, wurde nach
Mitteilung des Foreign Office vom König zum engliſchen
Ge=
ſandten in Durazzo (Albanien) ernannt.
Der polniſche Außenminiſter Zaleſki iſt geſtern in Rom
eingetroffen.
Die Delegierten der Emiſſionsbanken haben ſich
mit der Fortſetzung ihrer Beratungen der Schnelligkeit des
Währungs=
umlaufes beſchäftigt.
Der japaniſche Geſandte in Stockholm, Matſuzo
Na=
gai, iſt zum Botſchafter in Brüſſel ernannt worden.
Nach einer Meldung der Trausalpinen Zentrale aus Nom ſoll es
der Polizei gelungen ſein, den Däter von Mailand feſtzunehmen.
Er habe anfangs zu leugnen verſucht, hätte aber ſchließlich die Tat
ein=
geſtanden.
nären Zeit wird nicht entgangen ſein, wie gewaltig und von ihm
ſelbſt nie erhofft der Aufſtieg deskatholiſchen
Volks=
teils zur politiſchen Macht in dieſen Jahren geweſen
iſt. Man laſſe alſo auf der Seite des Zentrums das Schwert
des Kulturkampfes in der Scheide. Der Liberalismus
wird es gewiß nicht ziehen. Er verlangt die
Anerken=
nung ſeiner Ueberzeugung in der beſtimmten Gewißheit, daß das
katholiſche Volk auch unter den gegenwärtigen Verhältniſſen in
Deutſchland ganz gewiß nicht von einer Zurückſetzung reden kann.
Wenn wir die chriſtliche Simultanſchule verteidigt
haben gegenüber der Forderung des Zentrums, ſo gerade um
deswillen, weil wir unſer Volk bewahren wollen vor Spaltungen
und Zerwürfnis auf konfeſſionellem Gebiete in einer Zeit, in der
alle Kräfte angeſpannt werden müſſen für die großen
Zukunfts=
ziele der deutſchen Politik.
Es iſt ein trauriges Zeichen für den Reifegrad des deutſchen
Wählers, daß die neugebildeten Splitterparteien
und die reinen Standesparteien möglich geworden
ſind. Man braucht ſich ja nur einmal, ſo wie es vorſtehend
ge=
ſchehen iſt, in ganz großen Umriſſen den ungeheueren Inhalt der
politiſchen Zukunftsaufgaben im nächſten Reichstag vor Augen
zu führen, um zu erkennen, wie unmöglich und politiſch nutzlos
die Bildung von Standesparteien und Splitterparteien
dem=
gegenüber iſt. Die Standesparteien werden nur die
eine Folge haben können, daß die großen politiſchen
Parteien ſich von der Sorge und der
Verantwor=
tung für die in beſonderen Parteien
zuſammen=
gefaßten Stände befreit fühlen. Ob es der deutſchen
Landwirtſchaft dienlich ſein kann, daß man die Sorge um
die Angelegenheit des Bauernſtandes künftighin der kleinen
Bauernpartei allein überläßt, das mögen ſich die
Land=
wirte ſelbſt überlegen. Sie haben bisher gut daran getan, ihre
Intereſſen mit Nachdruck in den großen Parteien zu vertreten.
Dieſe und nicht zuletzt die Deutſche Volkspartei haben im
Rah=
men ihrer geſamten Wirtſchaftspolitik und nationalen Einſtellung
den landwirtſchaftlichen Teil unſeres Volkes nicht vergeſſen.
Trennt dieſer ſich aber von den übrigen
Stän=
den und will er auf eigenen Wegen durch die
Chriſtlich=nationale Bauernpartei reinen
Stan=
desintereſſen nachjagen, ſo wird den Schaden
davon die deutſche Landwirtſchaft tragen. Und
was hier geſagt iſt, gilt genau ſo gut für das Handwerk
deſ=
ſen herufene Führung im Reichsbund deutſchen Handwerks ja
dringend vor jeder Sonderbildung, wie der der
Wirtſchafts=
partei, gewarnt hat, und das gilt nicht zuletzt von der
Volks=
rechtspartei, deren Taten auf Verſprechungen beſchränkt
bleiben müſſen. Was hat ſie denn bisher geleiftet und was kann
ſie leiſten? Enttäuſchung und Verbitterung wird die Scharen
ihrer Anhänger ſchon bei dieſen Reichstagswahlen lichten. Denn
ſie haben geſehen, daß die Vertreter der Volksrechtspartei ſtets
in einer hoffnungsloſen Minderheit ohne jeden Einfluß bleiben
nüſſen und daß infolgedeſſen die Intereſſen der
Aufwertungs=
geſchädigten nicht gefördert, ſondern geſchädigt ſind.
So bleibt auch in dieſem Wahlkampfe aller Betrachtung
letz=
ter Schluß: Nur die großen Geſichtspunkte, die Unterordnung
parteipolitiſcher Kämpfe unter die großen Ziele der auswärtigen
Politik können unſerem Volke den Weg zur Wahl zeigen. Nicht
Standesintereſſen allein, ſondern die großen vaterländiſchen
Ge=
ſichtspunkte ſind die Wegwociſer in eine lichtere Zukunft.
Der Konflikt bei den Konſervatiben.
Weſiarps Austritt aus dem Vorſiand
der Konſervativen Partei.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die Zwieſpältigkeit, die in der Altkonſervativen Partei
ent=
ſtanden iſt, hat ihre erſte ſichtbare Auswirkung, wenn auch
über=
raſchend, ſo doch unvermeidlich in dem Austritt des
Gra=
fen Weſtarp aus dem Vorſtand der
Konſervati=
ven Partei und aus der ganzen Partei ſelbſt gefunden. In
einem Briefe macht Graf Werſtarp dem Vorſitzenden der D.K.P.,
Graf v. Seydlitz, davon Mitteilung und begründet ſeinen
Aus=
tritt damit, daß er in der Wahlaufforderung zugunſten des
Völkiſch=Nationalen Blocks einen verhängnisvollen Fehler ſieht,
da ein Erfolg der nationalen Sache und des konſervativen
Ge=
dankens bei der kommenden Wahl nur erzielt werden kann, wenn
die rechtsſtehenden Kreiſe die Männer der Deutſchnationalen
Volkspartei wählten. Für die Altkonſervativen bedeutet der
Rück=
tritt des Grafen Weſtarp einen ſchweren Verluſt, der vielleicht
die Auflöſung der Organiſation beſchleunigt. Graf Weſtarp war
doch nun einmal ihr beſter politiſcher Kopf und ihr ſtärkſtes
Talent. Was ihr nun noch bleibt, ſind die Unbelehrbaren, da ſie
rein negierend der neuen Ordnung gegenüberſtehen, während die
jungen Konſertativen in irgend einer Form einen Ausgleich mit
der Umwälzung finden wollen, eben um in dem neuen Staat in
ihrem Sinne wirken zu können.
Perſtärkter Rückgang der Arbeitsloſigkeit.
Berlin, 13. April.
Während die jahreszeitliche Beſſerung des Arbeitsmarktes
bisher nur langſame Fortſchritte gemacht hatte, iſt in der zweiten
Hälfte des Monats März mit dem Eintreten beſtändiger
Witte=
rung, die eine verſtärkte Aufnahme der Außenarbeiten begünſtigte,
die Arbeitsloſigkeit in größerem Umſange zurückgegangen. In der
Arbeitsloſenverſicherung fiel die Zahl der
Hauptunterſtützungs=
empfänger in der Zeit vom 15. bis 31. März um rund 190 090
(von 1 200 000 auf 1010000) oder um 15,8 v. H. (bei den
männ=
lichen Arbeitsloſen 17,2, bei den weiblichen 7,6 v. H.). Auch in der
Kriſenfürſorge war für den gleichen Zeitraum ein verſtärkter
Rückgang zu verzeichnen. Hier ging die Zahl der
Hauptunter=
ſtützungsempſänger von rund 212000 am 15. März auf 197 000
am 31. März, alſo um 6,9 v. H. zurück. Die Zahl der
Notſtands=
arbeiter hat in der Berichtszeit weiter (um 21,4 p. H.)
zugenom=
men und betrug am 31. März insgeſamt rund 86 000. Davon
ent=
fielen auf Perſonen, die in der Arbeitsloſenverſicherung unterſtützt
worden ſind, 66 000, auf ſolche aus der Kriſenfürſorge 20 000.
Auf 100 Hauptunterſtützungsempfänger in der
Arbeitsloſenver=
ſicherung entfielen 6,5 (auf 100 männliche 7,8) Notſtandsarbeiter.
Auf 100 Hauptunterſtützungsempfänger in der Kriſenſürſorge
da=
gegen 10 (auf 100 männliche 12) Notſtandsarbeiter.
Der Dienſt in den Reichsbehörden und
Reichs=
betrieben am 1. Mai.
Das Reichskabinett hat beſchloſſen, den Dienſt der
Reichs=
behörden und der Reichsbetriebe am 1. Mai in der gleichen Weiſe
wie in den Vorjahren nach den folgenden Richtlinien zu regeln:
In den Ländern, in denen der 1. Mai als geſetzlicher
Feier=
tag anerkannt iſt, d. h. in den Ländern Sachſen, Hamburg, Lübeck
und Schaumburg=Lippe, iſt auch in den Reichsbehörden und
=betrieben auf die Landesgeſetzgebung Rückſicht zu nehmen.
In den Ländern, in denen der 1. Mai nicht, als geſetzlicher
Feiertag gilt, haben Beamte, Angeſtellte und Arbeiter, welche
zwecks Teilnahme an einer Feier am 1. Mai dem Dienſte oder
der Arbeit fernbleiben wollen, rechtzeitig bei ihren
Dienſtvorgeſetz=
ten um Befreiung vom Dienſte nachzuſuchen. Solchen Ar rägen
iſt grundſätzlich überall ſoweit zu entſprechen, als dadu r s. rieptt”
wendige Fortführung des Dienſtbetriebes nicht in Fl. geſhäft
wird. Bei der Entſcheidung über derartige Geſuche ſol ſe /79923
herzig verfahren werden.
Die hiernach beantragte und bewilligte Freizeit rkeirß
amten und Angeſtellten auf den Erholungsurlaub (
Das gleiche kann auf Wunſch bei Arbeitern geſchehen R.=Mki.
Arbeitern nicht ausdrücklich um Anrechnung auf den) Jahr ſof. zu
urlaub nachgeſucht, ſo wird für die Dauer der Arbeitgeſucht. Zahle
zurück. Gut
Lohn nicht gewährt.
Von der Anrechnung auf den Erholungsurlaub’l Ang Ir
Lohnkürzung kann abgeſehen werden, wenn die Nachk
verſäumten Arbeitsſtunden anderweitig ſicherge
trieben, in denen Dienſtbefreiung zur Bef=
Bedürfniſſe an ſtaatlich nicht anerkannten F
rechnung auf den Erholungsurlaub und ohn
währt wird, gilt das gleiche auch für Dienſtbefre.
*Eine neue Schubertbiographie.
Schubert im Spiegel ſeiner Zeit.
Ap. Gleichfam als Auftakt zur Feier von Schuberts 100.
Ge=
burtstag am 19. November erſchien eine neue Biographie Franz
Schuberts „Franz Schubert und ſeine Zeit” von Karl
Kobald. Mit 70 teils farbigen Bildtafeln. (Amalthea=Verlag,
Zürich/Leipzig/Wien.) Das 480 Seiten umfaſſende Buch, eine
Zuſammenfaſſung früherer dieſen Gegenſtand berührenden
Arbei=
ten des Verfaſſers, will ein Beitrag zu dem unerſchöpflichen
Pro=
blem Schubert ſein und bezweckt, vor allem durch Schilderung
der Kunſt und Kultur der Wiener Schubertzeit und des Milieus,
in dem der Meiſter gelebt und geſchaffen hat, manch neues Licht
auf dieſe einzigartige Geſtalt des Wiener Kunſtgeiſtes zu ſtreuen.
Schubert im Spiegel ſeiner Zeit — das iſt das Thema dieſes
Buches. In dieſem Sinne behandelt das erſte Kapitel die Wiener
Biedermeierzeit, das goldene Zeitalter Wiens, in der es eine
reiche Fülle von Genies auf allen Gebieten der Kunſt, der Poeſie,
des Theaters, der Malerei und der Muſik beherbergte. Es iſt das
Wien der Beethoven=, Schubert=, Raimund= und Grillparzerzeit,
der Jugendzeit der Dichter Bauernfeld, Lenau, Stifter, Neſtroy,
der Maler Schwind, Waldmüller, Dannhauſer u. a., die Zeit, da
das Burgtheater zur erſten Bühne der deutſchen Theaterkunſt
emporſtieg, der Glanzzeit des Kärntnerthor=Theaters und der
letzten Jahre Beethovens. Muſik war die Seele der Stadt. Am
wieneriſchſten klingt die muſikaliſche Seele der Stadt aus dem
Werke Franz Schuberts. Sein Leben und ſein großes Werk
er=
gründen, heißt, zunächſt in das Milieu ſeines Daſeins, in das
Weſen und den Charakter Alt=Wiens, alſo in die Kunſt und
Kul=
tur der Wiener Biedermeierzeit, dringen. So läßt der Verfaſſer
dieſe glanzvolle Epoche Wiens in ausführlichen Darſtellungen vor
unſerem geiſtigen Auge vorüberziehen; die Blütezeit des
Burg=
theaters, in deſſen Repertoire keine von den Größen der deutſchen
Literatur fehlte, des Kärntnerthor=Theaters, das eine Glanzzeit
der italieniſchen Oper in Wien heraufführte und auch das Ballett
mit Marie Taglioni und Fanny Elßner einen glänzenden
Auf=
ſchwung erleben ließ, des Theaters an der Wien, auf dem
Beet=
hovens „Fidelio” und Grillparzers „Ahnfrau” zur Erſtaufführung
gelangten, und das Leopoldſtädtertheaters, der Stätte für Wiener
Volkskunſt, auf dem Ferdinand Raimund ſeine Triumphe feierte.
In die Biedermeierzeit fällt auch der Beginn der Tätigkeit des
großen Satirikers und genialen Karikaturiſten Alt=Wiens, Johann
Neſtroy. Eine neue und unerhört reiche Blüte erlebte Wien in
der Biedermeierzeit auf dem Gebiete der Tonkunſt. Neben
Beet=
heven ging als hellſtes Licht dieſer Zeit der Stern des Wiener
Genius Franz Schubert auf, und Karl Maria von Weber, der
den „Freiſchütz” dirigierte, begeiſterte die Wiener. Auch der große
Aufſchwung des Wiener Tanzes fiel in dieſe Zeit, der Wiener
Walzer, den Joſef Lanner und Johann Strauß in die Sphäre
wundervoller reiner Volkskunſt erhoben. Auch die Muſen der
bildenden Künſte bekränzten die Biedermeierzeit mit der Fülle
ſchöner Früchte. Wien erſtanden damals ſeine berühmten Maler,
wie Schwind, der Freund Schuberts, von Steinle, von Fürich,
Kupelwieſer, Waldmüller, Daffinger, der berühmte
Miniatur=
maler, u. a. Biedermeieriſch ſchlicht und voll Geiſt und
Behag=
lichkeit war das geſellige Leben. Der Alt=Wiener Salon feierte
ſeine Blütezeit. In den Häuſern kunſtbegeiſterter Männer und
Frauen, wie Sonnleithner, Schwind, Karline Richter, der
Schwe=
ſtern Fröhlich u. a. verſammelten ſich die Intimen des Hauſes,
man ſang, tanzte und ſpielte Geſellſchaftsſpiele, Schuberts
herr=
liche Lieder begeiſterten die andächtig lauſchende Geſellſchaft.
End=
los war der Wiener Faſching, für deſſen Glanz und Luſt die
muſi=
kaliſchen Zauberer Lanner und Strauß ihre heiteren Melodien
verſchwendeten. Das Eldorado der Geſellſchaft und des Volkes
bildete der Prater, wo ſich an ſchönen Frühlingstagen das
fröh=
liche Wiener Leben voll entfaltete. Alles war hier zu ſehen, was
Namen und Klang in der Stadt hatte, im Rauſche des Frühlings
raſten ſie in eleganten Karoſſen und zu Pferde dahin, ſchöne
ge=
ſchmückte Frauen, die Mächtigen und Reichen, die Herrſcher der
Macht, des Geldes und des Geiſtes, begafft und angeſtaunt von
dem ſchauluſtigen Wiener Volk. Und dann das berühmte Alt=
Wiener Volksfeſt, der Brigittenkirchtag, zu dem alle Wiener zogen,
„und ſollten ſie dazu die Wäſche vom Leibe und das Bett aus
der Kammer verpfänden müſſen‟. Der Unterſchied der Stände
iſt verſchwunden, alle Leiden ſind vergeſſen bei Jubel, Muſik und
Tanz, Wein und Schmaus, Schattenſpiel und Seiltänzern,
Er=
leuchtung und Feuerwerk! Das war die Wiener Biedermeierzeit,
die als blaue Blume der Wiener Romantik aufgeblüht war, aber
ſo ſchnell, wie ſie gekommen war, wieber entſchwand.
Der zweite Abſchnitt des Buches behandelt Schuberts Leben
von ſeiner Kindheit bis zu ſeinem Tode. Er will, wie der
Ver=
faſſer ſagt, nicht mit neuem biographiſchen Material prunken, das
bereits bis zur Genüge ausgeſchöpft iſt. Die Leiden von
Schu=
berts Jugendzeit als Schulgehilfe, ſein Bohemeleben, ſeine
Zurück=
ſetzungen und Enttäuſchungen, ſeine ewigen Sorgen um den
Lebensunterhalt haben ihn vor der Zeit aufgerieben. Er ſuchte
und fand Befreiung in der Muſik und entfaltete eine in der
Muſikgeſchichte beiſpielloſe Produktivität. Melodien ſtrömten in
reicher Fülle aus verborgenen Quellen ſeines Innern. Die Seele
wurde ein feines Inſtrument, das alle menſchlichen Gefühle vom
tiefſten Leid zur höchſten Luſt zum Klingen brachte. Sein Leben
Die ber(in)
hieſigem
geſucht.
er H56
Nachs. (980
m das deu —
war die Kunſt, ſein Werk das Leben, ein raſtloſeutſcher,
Tönen, ein unabläſſiges Träumen, Schaffen, beflügetet ſer
Phantaſie, getrieben von einer dämoniſchen Naturkra,noe ſie
in der Geſchichte der Muſik einzig noch Mozart beſeſſen he. 1 Alles
um ihn und in ihm war Muſik. Noch einmal wird die ganze
Tragik ſeines Lebens, das nur 31 Jahre währte, in dieſer
pracht=
vollen Darſtellung ſeines Lebens ins Gedächtnis zurückgerufen.
Arm, wie er geboren, iſt Schubert geſtorben. Sein Nachlaß
be=
ſtand nur aus wenigen Habſeligkeiten, der Menſchheit aber hat
er ſein Kunſtwerk im Umfang von faſt 39 Foliobänden
hinter=
laſſen, und ſein Genius verkündet bis zum heutigen Tage in
ewigen Werken den Gefang göttlicher Schönheit.
Mit der Perſon Schuberts und ſeinen Werken beſch:)
der Abſchnitt „Der Künſtler und ſein Werk”. Von dem
und dem Tondichter Schubert, ſeiner Perſönlichkeit u‟
Kunſt wird hier ein getreues Bild entworfen, zu deſſenaut
ſtändigung auch nicht das kleinſte Detail fehlt. Die it.) IA
Lieder und Inſtrumentalkompoſitionen werden im Anſchi
11
ihre Entſtehung und ihrem Zuſammenhang mit dem Lebensg
des Meiſters einer eingehenden Würdigung unterzogen, die, Von
warmer Begeiſterung getragen und in eine ſchöne und geiſtvolle
Sprache gefaßt, eine muſikgeſchichtliche Abhandlung für ſich bildet
und die vorhandenen Schubert=Biographien in dieſem Sinne
er=
gänzt. Einen Beitrag zu Schubert und ſeiner Zeit gibt auch das
intereſſante Kapitel über die Frauengeſtalten in Schuberts Leben.
Mit der Liebe hat Schubert ebenſo wenig Glück gehabt wie mit
dem Leben. Beſcheiden, ja ſchüchtern, und von einem wenig
an=
ziehenden Aeußern, war er nicht geſchaffen, Frauenherzen zu
er=
obern. Liebten die Frauen nicht den Menſchen Schubert, ſo
ſchwärmten ſie für ſein Genie. Seine erſte ideale Liebe galt ſeiner
Schülerin, der Gräfin Karoline Eſterhazy, der er ſeine E=Moll=
Fantaſie Op. 103 gewidmet hat. „Recht innig geliebt” hat
Schu=
bert die Sängerin Thereſe Grob, die ſeine Liebe interpretierte;
er konnte ſie aber nicht heiraten, da er keine Anſtellung finden
konnte. Andere Freundinnen gewann ihm, wie dieſe, ſeine Muſe,
und er hat ihnen auch mehrfach Kompoſitionen gewidmet; unter
ihnen ſeien genannt Karoline Unger, die ſpätere Braut Lenaus,
die Pianiſtin Irene von Kieſewetter, Antonie Adamberger, die
frühere Braut Theodor Körners, Crika Anſchütz, die vier
Schwe=
ſtern Fröhlich, Kathi (die „ewige” Geliebte Grillparzers), Anna,
Joſefine und Bette, deren Heim in der Wiener Schubertzeit einen
fröhlich=heiteren Sammeldunkt der der Kunſt lebenden Geſellſchaft
der Stadt bildete, die Schauſpielerin und Sängerin Sophie
Müller, Frau Marie Pachler, die Gönnerin Schuberts und
För=
derin ſeiner Künſt, die Sängerin Milder=Hauptmanin, die erſte
Leonore=Darſtellerin im Jahre 1808 uſw. Eine tiefere Neigung
bi
Antt
die der
ve.
Verpf.
Kir
dene
te
ſich
m
Nummer 104
Seite 3
Samstag den 14. April 1928
Mmelnis sole Aoei den Miegsoersthr.
Amerikaniſche Oemarche in Berlin.
* Berlin, 13. April. (Priv.=Tel.)
Der amerikaniſche Botſchafter in Berlin hat am
Freitag nachmittag den Außenminiſter aufgeſucht und
ihm auftragsgemäß die Note überreicht, worin die
Ver=
einigten Staaten unter Beilegung des Schriftwechſels
Mitteilung machen von den Verſuchen, die ſie
bisher mit Frankreich zur Herbeiführung eines
Antikriegspaktes gemacht haben. Da Frankreich um
die deutſche Stellungnahme bittet, wird, ſich das Reichskabinett
veimutlich ſchon am Samstag vormittag nach einem Referat des
Reichsaußenminiſters über den ganzen Fragenkomplex
unter=
halten und die Vorbereitungen für die Antwort treffen. Sie kann
bei den bekannten Richtlinien der deutſchen Außenpolitik nur
zu=
ſtimmend ausfallen, wenn auch noch ein weiterer
Gedankenaus=
tauſch erforderlich bleibt und vermutlich noch Monate vergehen
werden, bis ſich ſehen läßt, ob aus dieſem amerikaniſchen
Ver=
ſuch praktiſchere Erfolge wie aus der hoffnungsloſen Genfer
Ab=
rüſtungsdebatte herauskommen.
Der Worilaut der amerikaniſchen Note.
Berlin, 13. April.
Der Botſchafter der Vereinigten Staaten in Berlin, Dr.
Shurman, hat heute nachmittag 4 Uhr dem Reichsminiſter des
Auswärtigen, Dr. Streſemann, zugleich mit dem Entwurf eines
mehrſeitigen Kriegsverzichtvertrages und den in dieſer
Ange=
legenheit gepflogenen Gedankenaustauſch zwiſchen der
franzöſi=
ſchen und der amerikaniſchen Regierung eine Note überreicht,
in der es heißt:
Die Regierung der Vereinigten Staaten hat, wie ſie in ihrer
Note vom 27. Februar 1928 feſtſtellt, den Wunſch, den Krieg als
Inſtitution abgeſchafft zu ſehen und iſt bereit, mit der
franzöſi=
ſchen, britiſchen, deutſchen, italieniſchen und japaniſchen
Regie=
rung einen einzigen vielſeitigen Vertrag abzuſchließen, dem in
der Folgezeit noch beizutreten jeder Regierung und allen anderen
Regierungen freiſtehen ſoll und der den Vertragsparteien die
Verpflichtung auferlegt, untereinander nicht zum Mittel des
Krieges zu greifen.
Die Regierung der franzöſiſchen Republik hat auf
verſchie=
dene Ueberlegungen hingewieſen, die nach ihrer Meinung von
ſolchen Regierungen, die Völkerbundsmitglieder oder
Vertrags=
teilnehmer anderer Verträge zur Garantierung der Neutralität
ſind, im Auge behalten werden müſſen. Meine Regierung hat
ſich nicht zu dem Standpunkt bekannt, daß derartige
Ueber=
legungen irgendwelche Abänderung ihres Vorſchlages für einen
mehrſeitigen Vertrag notwendig machen und iſt der Meinung,
daß jede Nation der Welt unter gebührender Rückſichtnahme auf
ihre eigenen Intereſſen ſowohl als auch auf die Intereſſen der
ganzen Völkerfamilie, einem ſolchen Vertrag beitreten kann. Sie
glaubt außerdem, daß der Abſchluß eines Vertrages, der
feier=
lich zu Gunſten der friedlichen Beilegung internationaler
Strei=
tigkeiten auf den Krieg Verzicht leiſtet, durch Frankreich,
Groß=
britannien, Deutſchland, Italien, Japan und die Vereinigten
Stagten eine ungeheure moraliſche Wirkung haben und
ſchließ=
lich dazu führen wird, daß alle anderen Länder der Welt dem
Vertrage beitreten. Der Meinungsaustauſch, der zwiſchen
Frankreich und den Vereinigten Staaten ſtattgefunden hat, hat
ſo einen Punkt erreicht, wo es wichtig erſcheint, wenn ein
ſchließ=
licher Erfolg, erreicht werden ſoll, der britiſchen, deutſchen, ita=
Enn/d japaniſchen Regierung Gelegenheit zu geben, ſich
a. z darüber ſchlüſſig zu werden, inwieweit, wenn über=
Jaut i bereits beſtehenden vertraglichen Bindungen ein
lnterſſen Umſtänden hat die Regierung der Vereinigten
Tkagen, iſdem ſie mit der franzöſichen Regierung über dieſes
Porgehen vollkommener Uebereinſtimmung gekommen iſt, mich
9B., el injiert, hiermit Ihrer Regierung den Text von Herrn
ſaunen ſurſprünglichem Vorſchlage vom vergangenen Juni,
ſo=
deutſchen
deckendewriften der in der Folgezeit zwiſchen Frankreich und den
Ausdructen Staten über die Frage eines vielſeitigen
Kriegs=
dieſer Averträg” gewechſelten Noten zur Prüfung zu
über=
von dem Ich bin benſo von meiner Regierung inſtruiert worden,
Aden Voréwurf eines Vertrages zu unterbreiten, der in
ters Mſuptlinien Vertragsform darſtellt, die die Regierung
Leben Ureinigten Saten gemeinſam mit der franzüſiſchen,
briti=
folgt aul
ſchen, deutſchen, italieniſchen und japaniſchen ſowie jeder anderen,
von ähnlichen Geſinnungen erfüllten Regierung zu unterzeichnen
bereit iſt. Es ſei feſtgeſtellt, daß die textliche Form der Artikel 1
und 2 des vorliegenden Vertragsentwurfes ſo gut wie identiſch
mit der Form der entſprechenden Artikel des Vertragsentwurfes
iſt, den Herr Briand den Vereinigten Staaten vorgeſchlagen hat.
Die Regierung der Vereinigten Staaten würde ſich ſehr
freuen, wenn ſie ſobald als angängig darüber informiert würde,
vb die Negierung Eurer Exzellenz in der Lage iſt, den Abſchluß
eines Vertrages, wie des hiermit übermittelten, in günſtige
Er=
wägung zu ziehen, und wenn dies nicht der Fall ſein ſollte, welche
Aenderungen des Textes im beſonderen den Vertrag für Sie
an=
nehmbar machen würden.
Der Note ſind acht Anlagen beigefügt.
Der Vertragsentwurf.
Der Präſident der Vcreinigten Staaten von Amerika, der
Präſident der Franzöſiſchen Republik, Seine Majeſtät der König
von Großbritannien, Irland und den britiſchen Dominions in
Ueberſee, Kaiſer von Indien, der Präſident des Deutſchen
Rei=
ches, Seine Majeſtät der König von Italien, Seine Majeſtät der
Kaiſer von Japan haben, tief durchdrungen davon, daß ihr hohes
Amt ihnen eine feierliche Pflicht zur Förderung der Wohlfahrt
der Menſchheit auferlegt, beſchloſſen, einen Vertrag zu ſchließen
und zu dieſem Zwecke ihre Bevollmächtigten ernannt, die nach
Mitteilung ihrer Vollmachten die folgenden Artikel vereinbart
haben:
Artikel 1. Die hohen Vertragſchließenden erklären feierlich im
Namen ihrer Völker, daß ſie die Inanſpruchnahme des Krieges
zur Löſung internationaler Streitigkeiten verurteilen und auf ihn
als Werkzeug ſtaatlicher Politik in ihren Beziehungen zu einander
verzichten.
Artikel 2. Die höhen Vertragſchließenden vereinbaren, daß
die Regelung oder Löſung aller Streitigkeiten oder Konflikte,
welcher Art oder welchen Urſprungs ſie auch ſein mögen, die
zwiſchen ihnen entſtehen, nie anders als durch friedliche Mittel
angeſtrebt werden ſoll.
Artikel 3. Der gegenwärtige Vertrag ſoll von den in der
Präambel genannten Vertragſchließenden entſprechend den
Er=
forderniſſen ihrer Verfaſſung ratifiziert werden und ſoll zwiſchen
ihnen in Kraft treten, wenn alle Ratifizierungsurkunden in .
niedergelegt ſind.
Dieſer Vertrag ſoll nach ſeinem entſprechend den Vorſchriften
des vorangegangenen Abfatzes erfolgten Inkrafttreten ſolange
wvie notwendig dem Beitritt aller anderen Mächte der Welt offen
ſtehen. Jede Urkunde über den Beitritt einer Macht ſoll in . . . ."
niedergelegt werden, und der Vertrag ſoll ſofort nach der
Nieder=
legung zwiſchen der ſo beigetretenen Macht und den anderen an
ihm beteiligten Mächten in Kraft treten. Es wird Sache der
Regierung von . . . . ſein, jeder in der Präambel genannten und
jeder ſpäter dem Vertrage beitretenden Regierung eine
beglau=
bigte Abſchrift des Vertrages und jeder Ratifikations=,der
Bei=
trittsurkunde zu übermitteln. Es wird auch Sache der Regierung
von . . . ſein, dieſe Regierungen ſofort telegraphiſch von der
Niederlegung jeder Rafikikations= oder Beitrittsurkunde zu
ver=
ſtändigen.
Zu urkund deſſen haben die Bevollmächtigten dieſen Vertrag,
deſſen franzöſiſcher und engliſcher Text gleich maßgebend, ſind,
unterzeichnet und ihre Siegel beigefügt.
17. Aprtz
Der Prozeß gegen die deutſchen Ingenieure.
* Berlin, 13. April. (Priv.=Tel.)
Bei der Reichsregierung liegt nunmehr eine offizielle
Mit=
teilung der Sowjetregievung vor, daß der Beginn des Prozeſſes
gegen die verhafteten deutſchen Ingenieure zunächſt
hinausge=
ſchoben worden ſei. Da gleichzeitig darauf aufmerbſam gemacht
worden iſt, daß gegen die verhafteten ruſſiſchen Ingenieure neues
Material herausgekommen ſei, das erſt noch geprüft und geſichtet
werden müſſe, erſcheint es nicht ausgeſchloſſen, daß die
Sowjet=
behörden die Abſicht haben, das Verfahren gegen die Deutſchen
von dem geſamten Prozeß loszulöſen, wie das der deutſche
Bot=
ſchafter wiederholt verlangt hat, um möglichſt bald eine Klärung
herbeizuführen. Der Botſchafter wird auch weiterhin in dieſer
Richtung tätig ſein.
veranſtaſchubert aber keiner Frau wieder gefaßt. Ein eigenes
Käprechen
Mond del wien.hder Freundſchaft zwiſchen Schubert und
von Schwind;, faſt ſiehen Jahre (von 1221 bis 1827)
daue Nich
e unte. Innigſte l Verwandtſchaft und Treue verbanden
beide.ser Sie waren Wie. Nenſchen, ſo auch als Künſtler Freunde
und C in dszenoſſen. Der
17 Jal Aushre alt, als er T berühmt gewordene Schwind war
lernte,r auf. Die Freundſchaut, 2 Jahre älteren Schubert kennen
nis, ein änn, unbeſtimmtes T für Schwind tieſes, inneres Erleb=
und ehr Jckar”usſen Kreis; n. und Sehnen zogen ihn zu Schu=
Darmſtadt un ausznden des neu Briefen, ſand jenes
überſtrö=
us der Schweiz, ſad Bauernfeldngs begeiſterten Ausdruck. Mit
chen, neue Freut
ihlen, wie auch ums auf kommtSchwind übrigens in der Frage
n einem Geiſte ger, auch Nöcke uu m Standpunlte, „Hüte, Stiefel,
Das ſprach aus anpaſſen ließen, dine Gattung, wenn ſie ſich uur
en, das ſprachch durch vielfältigen Bemeingut, giugen aber uach
den. Von delt Sschuberts Perſon ſel in unbeſtrittenen Eigenbeſitz
der Frmilie d.Schwind, in ſeinenl deſſen Freudestreis beſchäf
Herrn Lehrer
u. Schaffen bis an ſein
von Jahren ſectzende. Seine be d=
und Luiſe Graus der Sinfonztfiät ſie hezüglichen Zeichnungen
u (S12), „Schubert=Lünette im Foyer
der zereſſCr—4- die ſevzle „g ſchubert=Abend bei Joſef R. von
Spane” (S. 472) mnndſchaft) kt=Abend bei Joſef von Spane‟
(Seite 481).
Das letzte Kapitel des Buches gibt eine anheimelnde
Schil=
derung von Schuberts Freundeskreis. Schubertiade war ein
ge=
flügeltes Wort geworden, der Ausdruck für das reizende Bild
jener harmloſen Geſelligkeit Alt=Wiens in der Biedermeierzeit.
Das Genie Schuberts bildete den Meittelpunkt dieſes lebensfrohen
Kreiſes der „Schubertianer”, der Dichter, Muſiker, Komponiſten,
Muſikfreunde und Kunſtdilettanten umſchloß. Eine Hauptrolle
unter ihnen ſpielte Schuberts Freund Franz von Schober, von
dem der Text zu Schuberts herrlichem Lied. „An die Muſik”
her=
rührt, ferner Schuberts Jugendfreund Joſef von Spane, der
eine Sammlung von Schuberts Kompoſitionen anlegte, die er
der Geſellſchaft der Muſikfreunde in Wien vermacht hat, ferner
die Dichter Mayrhofer und Bauernfeld. Schubert, Bauernfeld
und Schwind blieben drei unzertrennliche Freunde. Zu den
ge=
treuen Schubertianern gehörten ferner der Tiroler Dichter Joh.
Michael Senn, der Sänger Vogel und Baron Schönſtein, der
Komponiſt Anſelm Hüttenbrenner, Franz Lachner u. a. Zu dem
Kreiſe geſellten ſich ferner viele junge Maler, wie Kupelwieſer,
Joſef Teltſcher und Ludwig Schnorr von Carolsfeld, und neben
den genannten Künſtlern und Muſikfreunden Beamte,
Kunſtdilet=
tanten und Studenten. Auch der junge Grillparzer weilte
zu=
weilen unter den Schubertianern. Von dieſen Zuſammenkünften
der Schubertianer wird eine eingehende Schilderung gegeben.
Außer in den Häuſern kunſtbegeiſterter Freunde verſammelten
ſich die Schubertianer in den engen Gaſt= und Kaffeeſtuben Wiens;
jeder hatte ſeinen Geſellſchaftsnamen. Schubert hieß „
Schwam=
merl‟. Das ſchöne, fröhliche Bild der Schubertiaden des
Freundes=
kreiſes wird uns in den Aufzeichnungen Bauernfelds und den
Tagebüchern der Studenten Franz und Fritz Hartmann aus Linz
wieder lebendig.
Unter den 70 prächtigen Bildniſſen dieſes ſchönen, mit Liebe
geſchriebenen und für die Muſikgeſchichte wertvollen Buches fehlt
kaum eine von den Perſönlichkeiten, die mit Schubert verkehrt
haben, und den Stätten, auf denen ſein Fuß gewandelt hat.
*Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. — Freitag, den 13. April.
(Ein Maskenball.
Oper von G. Verdi.
Es gaſtierte Lucia Delſarta aus Freiburg als Page
Oskar. Die von Verdi beſonders fein ausgearbeitete Rolle iſt
nicht groß und gehört, da ſie viel Ziergeſang enthält, auch dem
Koloraturfach an. Sie gibt daher ein nicht allein maßgebendes
Urteil über die geſangliche Eignung für eine Sonbrette.
Die Gaſtin hat eine nette Erſcheinung, große muſikaliſche
Sicherheit, aber offenbar ein noch unentwickeltes Spiel. Ihre
kleine Stimme, die in den beiden Quintetten nicht recht zur
Gel=
tung lommen konnte, iſt warm gefärbt, fein geſchliffen und gut
geſchult. Sie hat ein entzückendes Piano. Ein endgültiges Urteil
muß von ihrem inorgigen Gaſtſpiel abhängig gemacht werden.
v. HI.
*Aus den Darmſiädter Lichtſpieltheatern.
Helia: „Die Sache mit Schorrſiegel”.
Schneller wir irgend ein anderer erfolgreicher Roman iſt
„Die Sache mit Schorrſiegel” verfilmt worden, und noch
auffal=
lender ſchnell läuft der Film in Darmſtadt. Die Helia=Direktion
iſt auf dem Poſten.
Dieſer Noman hon Fred Andreas iſt übrigens ſo
ausge=
zeichnet wie wenige perſilmt tvorden. Selbſtverſtändlich lann ein
Film niemals Erſatz für den geleſenen Roman ſein, genau ſo
wenig wie er je die Sprache des Textes erſetzen kann. Aber der
Film kann, was in einem Roman vorgeht ſo verlebendigen, daß
Deutſche Pfadfinder vom franzöſiſchen
Kriegs=
gericht zu Gefängnis= und hohen Geldſirafen
verurteilt.
Mainz, 13. April.
In dem Beurfungsprozeß gegen 15 deutſche Pfadfinder aus
Prümm (Eifel), der heute vor dem hieſigen franzöſiſchen
Kriegs=
gericht ſtattfand, ſtellte der Militärſtaatsanwalt den Antrag, den
21 Jaher alten Hauptführer zu 30 Tagen Gefängnis ohne
Straf=
aufſchub und 110 Mark Geldſtzafe zu verurteilen. Er beantragte
weiter gegen den zweiten Führer und zwei Unterführer je 100
Mark Geldſtrafe. Demgegenüber verurteilte das
Berufungsge=
richt den Hauptführer zu 15 Tagen Gefängnis ohne
Strafauf=
ſchub bei ſofortiger Verhaftung, den zweiten Führer zu 500 Mark
Geldſtrafe und die übrigen Angeklagten zu 150 Mark Geldſtrafe.
Ein Polizeibeamter wurde freigeſprochen.
Die Pfadfinder, die der Pfadfindergruppe Eifel=Siehfried
angeſchloſſen waren, wurden ſeinerzeit von der franzöſiſchen
Be=
hörde bei einem Nachtmarſch beobachtet und unter Anklage
ge=
ſtellt, verbotene militäriſche Uebungen im beſetzten Gebiete
ab=
zuhalten. Das Trierer Kriegsgericht verurteilte die Pfadfinder
zu Gefängnisſtrafen bis zu 5 Monaten und einen deutſchen
Polizeibeamten zu einer Gefängnisſtrafe von einem Jahre,
noch=
dem der Staatsanwalt ſeinerſeits Strafen bis zu 2 Jahren
Ge=
fängnis beantragt hatte. Sowohl der Militärſtaatsanwalt, wie
auch der deutſche Verteidiger Dr. Führ legten gegen die Trierer
Urteile Berufung ein, der Militärſtaatsanwalt, weil ihm das
Urteil zu gering, der deutſche Verteidiger, weil ihm das Urteil
als zu Unrecht ergangen erſchien.
In der heutigen Berufsverhandlung beſtritt Rechtsanwalt
Dr. Führ, daß die Uebungen der Pfadfindergruppe im beſetzten
Gebiet etwas mit militäriſchen Uebungen zu tun hätten. Das
Berufungsgericht bejahte jedoch die Schuldfrage der Führer
be=
züglich der Leitung verbotener militäriſcher Uebungen und der
Mitgliedſchaft bei einer im beſetzten Gebiet verbotenen deutſchen
vaterländiſchen Vereinigung. Der Staatsanwalt las in ſeiner
Anklagerede auch Bruchſtücke aus einem Führerbefehl der
Pfad=
findergruppe vor und verſuchte daraus den Beweis zu erbringen,
daß außer ſportlichen Veranſtaltungen auch militäriſche Uebungen
ſtattgefunden hätten.
Franzöſiſche Stimmen zum Mailänder Atteniat
EP. Paris, 13. April.
Verſchiedene Blätter veröffentlichen Kommentare zu dem
Attentat gegen den König von Italien. Die fasciſtiſch eingeſtellten
Blätter äußern eine lebhafte Entrüſtung. Die Linksblätter
be=
dauern zwar, daß das Attentat unſchuldige Opfer gefordert habe,
ſetzen es aber letzten Endes auf das Konto der Auflehnung der
freiheitsliebenden Italiener gegen die fasciſtiſchen Unterdrücker
und erblicken im fasciſtiſchen Regime den Hauptſchuldigen. Das
Organ der Antifasciſten in Paris, „La Libertä” ſchreibt: „Das
Attentat von Mailand verwundert uns nicht. Solche Anſchläge
kommen in jedem Lande vor, in dem die Rede=, Gedanken= und
Preſſefreiheit unterdrückt wird. Wenn der Unwille des Volkes
keinen geſetzlichen Ausweg hat, ſo äußert ſich der Haß durch
Ge=
walttätigkeit und Attentate. Die brutale Unterjochung wird
Italien noch weitere Ueberraſchungen beſcheren. Wir bedauern
die anonymen Opfer, müſſen dieſe aber auf das Konto des
Fascismus ſetzen. Ueber die mit Bajonetten geſpickte Grenze
hin=
weg rufen wir unſeren bedrängten Brüdern zu: „Es lann keine
Ordnung ohne Gerechtigkeit, keine Autorität ohne Geſetzlichleit
und keine wahre Größe ohne Freiheit geben!“ — Die „Victoire‟
bezeichnet das Attentat als ſtupid. Die vielgerühmte ſoziale
Re=
volution könne wieder ein neues Verbrechen buchen. Man werde
zwar behaupten, daß die Anarchiſten das Attentat verübt hätten,
es ſei aber wahrſcheinlicher, daß es die Kommuniſten auf dem
Ge=
wiſſen hätten. Es ſei zu hoffen, daß die Ungeheuerlichkeit dieſes
Verbrechens auch den franzöſiſchen Arbeitern die Augen öffnen
werde und daß es ihnen zeigen werde, auf welch blutigem Weg
die Führer des Kommunismus die Arbeiterſchaft ziehen wollten.
Glaubten die Kommuniſten denn wirklich, der Arbeiterſchaft
könne durch ſolche Gewalttätigkeiten irgendwie geholfen werden?
der eigentliche Gang der Handlung, daß die handelnden Perſonen
und ihr Tun im lebendigen Bild eindringlich vermittelt werden.
Dieſer Film, zu dem Felix Stein das Manuſkript lieferte und
dem die Regie Jaap Speyers ein ſehr flottes Tempo gab, zeigt
im Bild in einem, wenn auch oft frei erfundenen, ſo doch
glaub=
haften logiſchen Aufban die Entwicklung der Handlung, ihre
Ver=
wicklung und ihre endliche Löſung ſo, daß er ſtändig in
Span=
nung hält.
Der Roman dürfte allgemein bekannt ſein. Seine Tendenz
iſt, zu zeigen, daß kein Menſch ſeinem Gewiſſen entgehen kann.
Zwei Mörder werden vom Schickſal einander in die Arme
getrie=
ben, ihre Geheimniſſe decken ſie ſich gegenſeitig auf. Da beide
nun zuviel voneinander wiſſen, muß logiſch ein dritter Mord
folgen. Hier wird er zum Selbſtmord, weil der Gegenſpieler
un=
ſchuldig ſchuldig ward. Sein Mord war kein Mord, ſondern eine
Eiferſuchtstat, die nur den Gegner verwundete und ſchnell wieder
verſöhnte. Das iſt die letztliche Löſung des Konflikts.
Der Film gibt zwei hervorragenden Künſtlern Gelegenheit
zu ſtarker Entfaltung ſchauſpieleriſchen Könnens, das iſt
Bern=
hard Goetzke, der den Profeſſor de Geer ungemein ſtark, mit
aller Dämonie, aber auch Verzweiflung ausſtattet, in die das
laſtende Gewiſſen einen Menſchen logiſch hineintreiben muß.
Walter Rilla, der eingebildete Mörder, ſpielt den Bernhard
Benda, jugendlich naiver, aber mit gleich tiefem inneren
Er=
leben. Anita Dorris ſpielt hübſch und lieblich die Pflegetochter
Doortje. Die Aufnahmen, die Szenen, die Enſembleſpiele und
die Techniken, die der Film entrollt, ſind gemeiſtert.
Wie verwöhnt die Filmbeſucher werden, davon zeugt die
Tatſache, daß ein Film — „Die Alpenwelt” —, den wir noch
vor wenigen Monaten mit ſeiner Vermittlung grandioſer
Hoch=
gebirgs=, Schnee= und Eisbilder bewunderten, hier als „Beifilm”
gegeben wird. Auch dieſer Film iſt ausgezeichnet. Eine tolle ame=
XT
rikaniſche Sache vervollſtändigt das Programm.
— Wilhelm Speyer: „Fran von Hanka”, Verlag Ullſtein,
lin. Wilhelm Speher, Autor der auf ſo anmutige Art „verrückten
trlott” und des abenteuerreichen kosmopolitiſchen Romans „Mynheer
Heedens große Reiſe” ſchafft in ſeiner „Frau von Hanka” eine
nengeſtalt, die ſich durch ihre Weſenseigenart in reizvollſter Weiſe
den üblichen Heldinnen der Unterhaltungsromane unterſcheidet. Im
t dieſer ſchönen und kultivierten Frau ſind mächtige dämoniſche
Ge=
ten rege, die in das umhegte Leben der glücklichen Mutter und
oßherrin kataſtrophale Wirrniſſe zu bringen drohen. In der
Ge=
eines wilden Hirten aus den Sabinerbergen kreuzt
unbekümmert=
enfrohes Heidentum die Wege der modernen Geſellſchaft. Die
kraft=
elementare Männlichkeit des Knechts zwingt immer von neuem
Herrin in ihren Bann.
Geite 4
Gamstag den 14 Aprit 1928
Nummer 104
Muſſolini und der König.
Die Anterſuchungsmaßnahmen der italieniſchen
Regierung.
EDI. Rom, 13. April.
Die italieniſche Regierung hat alle Maßnahmen getroffen, um
die Unterſuchung wegen des Bombenattentats in Mailand mit
dem größten Nachdruck zu fördern. Von dem außerordentlichen
Gericht zum Schutze des Staates wurde der Mailänder
Rechts=
anwalt Bolzano, der leitende Unterſuchungsrichter Oberſt
Mar=
coni ſowie der Hauptkanzler des Gerichts mit der Unterſuchung
beauftragt. An der Unterſuchung, die in Mailand geführt wird,
nehmen außerdem ein Oberſtleutnant, ein Major und fünf
Offi=
ziere der Carabinieri teil.
Muſſolini hat an den König ein Telegramm gerichtet, in dem
er ſeiner Genugtuung über das Mißlingen des Anſchlages
Aus=
druck gibt und ſeine Ergebenheit für den König verſichert.
In einem Telegramm an den Mailänder Bürgermeiſter
ver=
ſichert Muſſolini ſeine Sympathie mit den Opfern des Anſchlages
und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß der Fascismus und die
fasciſtiſche Diſziplin aus dem Anſchlag geſtärkt hervorgehen
werden.
Die Unterſuchung an der Unglücksſtätte.
EP. Mailand, 13. April.
Die Unterſuchung über das Bombenattentat wird eifrig
durchgeführt. Als einer der erſten war der Oberſtaatsanwalt
von Mailand mit einigen Unterſuchungsrichtern auf der
Unglücks=
ſtätte eingetroffen. Er leitete ſofort perſönlich die Unterſuchung
ein. Es konnte feſtgeſtellt werden, daß die Bombe ſo geſchickt in
die gußeiſerne Verkleidung des Laternenſockels gelegt worden
war, daß kein äußeres Zeichen ſie verriet. Die Laternen des
Platzes haben die ganze Nacht über ohne Störung gebrannt.
Be=
reits am Donnerstag abend ſind aus Rom der Inſpektor der
Sicherheitspolizei Valenti und der Generalinſpektor der
Lom=
bardei Nudi eingetroffen, die ſofort eine lange Unterredung mit
d Polizeidirektor hatten. Der Unterſuchungsrichter dehnte ſeine
Vernehmungen auch auf die Verletzten im Spital aus. Die
Aus=
ſagen der Betroffenen ſtimmen alle in der Beſchreibung der
Exploſionskataſtrophe überein. Am Dienstag morgen hatte die
Polizei einen anonymen Brief erhalten, worin ein
ehe=
maliger Anarchiſt mitteilte, daß von einigen ſeiner früheren
Genoſſen ein ſchrecklicher Anſchlag geplant werde. Aber auch
ab=
geſehen von dieſer Anzeige hatte die Sicherheitspolizei die
Wach=
ſamkeit auf allen Straßen verſchärft, durch die der König in
ſeinem offenen Auto fahren mußte. Das Attentat war aber mit
ſo ausgeklügelter Tücke vorbereitet worden, daß es nicht entdeckt
werden konnte. Schon am Donnerstag abend ſind zahlreiche
Ver=
haftungen vorgenommen worden. Die Polizei iſt überzeugt, daß
die Aitentäter im anarchiſtiſchen Lager
zu ſuchen ſind. Unter den als Sicherheitsmaßnahme ſchon vor
der Ankunft des Königs verhafteten Leuten befindet ſich auch ein
Extremiſt, der eingeſtanden hatte, der berüchtigten
Verbrecher=
bande Polaſtri angehört zu haben. Er wurde verſchiedenen
ſchar=
fen Verhören unterzogen, da es der Polizei alé nicht unwahr=
ſcheinlich erſcheint, daß er zur Identifizierung der Schuldigen
bei=
tragen könnte.
Obwohl die Behörden, über die Ergebniſſe ihrer
Unter=
ſuchungen ſtrengſtes Stillſchweigen bewahren, iſt laut „Corriere
della Sera” eine, wenn auch nur leiſe Spur für die
Ermittlung der Schuldigen entdeckt worden. Sie
beruht auf den Ausſagen zweier junger Frauen, die in einem
Hauſe des Piazzale Giulio Ceſare am Abend vor dem Attentat
beim Fenſterreinigen einen jungen, vornehm gekleideten Mann
beobachtet haben wollen, der vor dem Hauſe auf und ab ging und
ſehr verdächtig um ſich blickte. Der junge Mann ſpazierte auf dem
Fußſteig, auf dem der Laternenmaſt ſtand, in deſſen Sockel die
Höllenmaſchine verſteckt worden war. Eine der Frauen will ſogar
geſehen haben, daß er eine in Zeitungspapier eingewickelte
Schachtel bei ſich trug.
200 Perhaftungen in Mailand.
EP. Mailand, 13. April.
Die Nachforſchungen der Polizeibehörden nach den
Ur=
hebern des Attentats auf den Köwig bautern fieberhaft fort. Man
hat bisher etwa 200 verdächtige Elemente, größtenteils bekannte
Anarchiſten, ferner auch eine Anzahl von Arbeitern der
Muſter=
meſſe verhaftet. Unter den Verhafteten befindet ſich ein
Anar=
chiſt, der bereits als Mitſchuldiger des furchtbaren
Bomben=
anſchlags im Jahre 1922 im Diana=Thegter von Mailand eine
fünfjährige Kerkerhaft verbüßte.
Der König fuhr heute 2 Uhr nachmittags programmäßig zum
Bahnhof, von wo er ſich nach Lecco am Comerſee zu den
Ein=
weihungsfeierlichkeiten begibt. Die Bevölkerung bereitete dem
König ſtürmiſche Sympathiekundgebungen. Zahlreiche
Geheim=
poliziſten und Carabinieri üben eine ſtrenge Ueberwachung aus.
Von den Feſtgenommenen ſind acht wieder freigelaſſen worden.
— Wie ſich nachträglich herausſtellt, gehören von den Opfern vier
der gleichen Familie eines Viehhändlers an, nämlich die Mutter
mit einem Kind und zwei Neffen. In der Leichenhalle des
Friedhofes wurde durch einen Arbeitskollegen auch das zuletzt
noch nicht identifizierte Opfer als ein Maurer erkannt. Der
Zu=
ſtand einiger Verletzter hat ſich ſo ernſtlich verſchlimmert, daß
leider mit einem weiteren Zunehmen der Zahl der Opfer zu
rechnen iſt. Faſt hoffnungslos iſt das Befinden eines
Alpini=
ſoldaten und einer Lehrerin, der beide Beine abgeriſſen wurden,
und eines Knaben, der einen Schädelbruch erlitt. Für die Pflege
der Verletzten ſind ſämtliche Spitolärzte mobiliſiert worden.
Das Krankenhaus wird ununterbrochen von den Verwandten
der Verletzten umlagert.
An der Beerdigung wird morgen auch Erzbiſchofkardinal
Toſi mit der geſamten Geiſtlichkeit teilnehmen. Im
Juſtiz=
gebäude hat heute eine Verſamlung von Richtern zu einem
Meinungsaustauſch über die Ergebniſſe ihrer Unterſuchungen
ſtattgefunden.
Bemerkenswert ſind die Ausſagen einer jungen Dame, die
kurz nach Mitternacht vor dem Attentat auf dem Platz Giulio
Ceſare eine Anzahl Perſonen gehört hatte und dann deutlich
einige Hammerſchläge unterſchied. Das Außerordentliche Gericht
zum Schutze des Staates iſt nach Mailand übergeſiedelt. Der
König hat für die Familien der Opfer und für die Verletzten
50 000 Lire geſpendet. Außerdem hat der Bürgermeiſter von
Mailand eine öffentliche Sammlung veranſtaltet und im Namen
der Stadt 100 000 Lire gezeichnet.
Das Beileid der Regierungen.
Die Reichsregierung hat nach dem Bekanntwerden des
Atten=
tats in Mailand ſofort den Botſchafter beauftragt, der
italieni=
ſchen Regierung der Glückwünſche der Reichsregierung zu denn
Mißlingen des Anſchlags auszuſprechen. Ebenſo ſind auch den,
Mailänder Behörden durch den deutſchen Generalkonſul in
Mai=
land ähnliche Glückwünſche ausgedrückt worden. Wahrſcheinlich
wird auch Reichspräſident v. Hindenburg von ſich aus dem König
von Italien ein Glückwunſchtelegramm übermitteln.
Der Präſident der franzöſiſchen Republik Doumergue hat
anläßlich des Attentas von Mailand den Polizeichef zur
italie=
niſchen Botſchaft geſandt, um dieſer im Namen des Präſidenten
und der franzöſiſchen Regierung das Beileid für die Opfer des
Attentas auszudrücken.
Der amerikaniſche Präſident Coolidge hat dem König von
Italien ein Telegramm geſandt, worin er ihn anläßlich des
Atten=
tats von Mailand der Sympathien des amerikaniſchen Volkes und
ſeines Beileids für die Opfer verſichert.
Franzöſiſche Wahlſorgen.
Gleichgültigkeit der Bevölkerung gegenüber
den politiſchen Problemen.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 13. April.
Immer näher rücken die Wahlen. Die neue Wahlordnung
hat außerordentlich viel Konfuſion geſchaffen. Eine Reihe von
Bezirken — diejenigen mit weniger als vierzigtauſend Wählern —
ſollen der Wahlreform gemäß in anderen aufgehen, ſo auch der
ſechſte Bezirk in Paris; dieſe Bezirke wollen aber von der Reform
überhaupt nichts wiſſen und widerſetzen ſich aufs heftigſte der
neuen Ordnung. Auch tuſchelt man viel über Mißbräuche; hier
und da ſoll man, um die gefürchtete Fuſion mit einem anderen
Wahlbezirk zu vermeiden, die anſäſſigen Ausländer
irrvümlicher=
weiſe zu den Wahlberechtigten gezählt haben. Bedenkt wan, daß
es ſich meiſt um Induſtrieſtädte mit großen ausländiſchen
Ar=
beitermaſſen handelt, ſo verſteht man es, daß die Rechte
außer=
ordentlich verbittert iſt. So wie die Dinge jetzt ſtehen, wird die
Union nationale, ſalls ſie ihre jetzige Färbung beibehält und als
ſolche in die Kammer kommt, nicht nur von links, ſondern auch
von Rechts aus mit einer ſtarken Oppoſition zu rechnen haben.
Während der Kampf zwiſchen den Politikern immer heftiger
wird, legen die Wähler eine erſchreckende Gleichgültigkeit
jeg=
licher Politik gegenüber an den Tag. Rechts hat man dies ſchon
lange gewußt und deshalb die kommuniſtiſche Gefahr in ſo
grel=
len Farben wie nur möglich ausgewalt, um die Wähler zu
ſchrecken; für die Linke bedeutet dieſe ungewohnte Paſſiität der
Maſſen eine Ueberraſchung. Wenn man vom Süden, von den
Pyrenäen und von den Mittelmeerbezirben abſieht, ſo kann von
einer Apathie der Wähler geſprochen werden, welche durch die
fieberhafte Activität der Politiker nur noch unterſtrichen wird.
Und nicht nur die bürgerlichen Kreiſe zeigen ſich gleichgültig,
ſon=
dern auch alle anderen Volksklaſſen. In der nordiſchen
Induſtrie=
ſtadt Lille ſollen die Arbeitermaſſen ihre Führer im Stich laſſen,
und die einzige Möglichkeit, für irgendeine politiſche
Veranſtal=
tung beliebiger Richtung Zuhörer zu finden, iſt, daß man
Kon=
zerte organiſiert, und zwar müſſen es ſehr gute Konzerte ſein,
weil die guten Leute von Lille die Muſik ernſter nehmen als die
Politik.
ber(in)
hieſigem
geſucht.
daß wir das Haus Cuggenheim & Marx in DASta-
Markt 7, übernommen und unserer ausgedekl
kaufs-Vereinigung angegliedert haben?
er H56
N.
ſie
A
Kger
achla.
it abe
„den
en T
ir.
en beſch”
Sſon dem
Cſchkeit u.
beſſenauf.
Die ft.)
Veden Anſchl
Lebensg
bgen, die, Kon
7 und geiſtvolle
Inventur-Aufnahme und baulicher VerenGder
4 für ſich bildet
phien in 2
bleiben die Ceschäftsräume einige Tage getitossen.
Wir bitten Sie mit Ihren Einkäufen bis zur Wieder
eröffnung zu warten, da wir Ihnen ganz besonders
günstige Angebote machen werden.
LLONO NA
6731)
[ ← ][ ][ → ] Nummer 104
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 14. April.
Darmſiadt, Mathildenhöbe 1928.
Ausſtellung: „Der neckte Menſch in der nenen Kunſt”.
Von Anfang Juni bis Ende September wird auf der klaſſiſchen
Ausſtellungsſtätte Darmſtadts, der Mathildenhöhe, untee obigem Titel
eine Schau von künſtleriſchem und aktuellem Intereſſe gezeigt werden.
Aus der Fülle der Motive in der Kunſt wird durch das Programm „Der
nackte Menſch” das Vornehmſte gewählt, an dem ſich die Shntheſe der
Form ſtets am eindringlichſten erleben ließ. Die künſtleriſche
Dar=
ſtellung des nackten Körpers in vergangenen Epochen wird in einem
rückſchauenden Teil von den Aegyptern bis zu den Impreſſioniſten
ge=
zeigt werden. Neben dem Vergleich und Maßſtab bietenden hiſtoriſchen
Auftakt liegt aber das Hauptintereſſe auf der großen zeitgenöſſiſchen
Abteilung, in der charakteriſtiſche Werke der Malerei und Plaſtik der
namhafteſten deutſchen und einiger wichtiger ausländiſcher Künſtler
vereinigt werden. Dem heutigen Publikum, das durch Körperkultur in
jeder Form ein ſeit der Renaiſſance nicht mehr erlebtes Intereſſe für
den nackten Menſchen hat, kann die Ausſtellung Anſtoß zur
Ver=
edelung und Vergeiſtigung einer wichtigen Lebenserſcheinung werden.
— Die Veranſtalter ſind die Intereſſengemeinſchaft fortſchrittlicher
Künſtler (Darmſtädter Sezeſſion und Darmſtädter Gruppe) in
Zu=
ſammenarbeit mit der Neuen Heſſiſchen Arbeitsgemeinſchaft für
bil=
dende Kunſt.
— Ernannt wurde am 4. April der Lehrer Jak Gilch zu
Winter=
kaſten (Kreis Bensheim) zum Lehrer an der Volksſchule zu Mörfelden
(Kreis Groß=Gerau) mit Wirkung vom Tage des Dienſtaniritts ab.
— Erledigt iſt eine Schulſtelle für eine evangeliſche Lehrerin
an der Volksſchule in Schotten.
— Evangeliſch kirchliche Nachrichten. Durch die Kirchenregierung
wurden dem Pfarraſſiſtenten Wolfgang Weißgerber zu Traiſa
die Rechte eines definitiven Geiſtlichen zuerkannt.
— Verſetzt wurden: Regierungsrat Schmierer beim Finanzamt
Fürth i. Odw. als Vorſteher an das Finanzamt Michelſtadt,
Regierungs=
rat Gieß beim Finanzamt Darmſtadt=Land als Vorſteher an das
Finanzamt Fürth i. Odw., Regierungsrat Ehrhard beim Finanzamt
Friedberg an das Finanzamt Darmſtadt=Land.
— Im Schloßmuſeum finden täglich Führungen vormittags 11 und
11½ Uhr. nachmittags 3½ und 4 Uhr ſtatt. Geſchloſſen: Samstag den
ganzen Tag, Sonntag nachmittag.
— Goldene Hochzeit. Der Schloſſermeiſter und Inſtallateur Georg
Auguſt Fink, Rhönring 53 wohnhaft, und ſeine Gattin begehen am
15. April 1938 das ſeltene Feſt der goldenen Hochzeit. Der Ehemann
iſt 78, die Ehefrau 80 Jahre alt. Beide ſind noch rüſtig.
— Goldenes Geſchäfts=Jubiläum. Sonntag, den 15. April 1928,
ſind es 50 Jahre, ſeit die Firma Seb. Schmitt (Inh. Albert
Schmitt), Tuch= und Maßgeſchäft, Schuchardſtraße 6. gegründet
wurde. Der Gründer der Firma kam im Jahre 1874 von Köln a. Rh.
nach Darmſtadt und erbaute im Jahre 1888 das erſte Geſchäftshaus in
der Schuchardſtraße. Die Firma iſt durch ihre Leiſtungsfähigkeit und
Reellität raſch emporgeblüht und erfreut, ſich eines großen
Kunden=
kreiſes am Platze und in der Umgegend. Der jetzige Inhaber iſt der
älteſte Sohn: Albert Schmitt, der ſeit 1885 der kaufmänniſche Leiter
der Firma iſt.
— Heſſiſches Landestheater. Heute Samstag und morgen Sonntag
um 14.30 Uhr wird das Kindermärchen „Gumſti=Bumſti” (
Rumpel=
ſtilzchen” im Kleinen Haus wiederholt; das Rumpelſtilzchen wird zum
erſten Male von Käthe Gothe geſpielt.
Das Goetz=Enſemble kann trotz des ungewöhnlichen Erfolgs
nur noch einmal mit „Hokuspokus” gaſtieren: Sonntag, 15. April.
Die Einſtudierung des Balletts „Diamileh” von Rieti beſorgt
Manda von Kreibig.
Die Aufführung des Boris Godunow” von Muſſorgsky, in
der George Baklanoff den Boris ſingt, beginnt um 19 Uhr.
Im Großen Haus heute „Egmont” in der neuen Inſzenierung.
Beginn 19 Uhr.
Im Kleinen Haus wird heute zum letzten Male „Zar und
Zim=
mermann” gegeben. Die Vorſtellung beginnt um 19 Uhr 30 Min.
— Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtadt. Die
neunte und zugleich letzte diesjährige Winter=Verſammlung
findet am kommenden Mittwoch, den 18. April, abends 8 Uhr, im
Hör=
ſaal 234 der Techniſchen Hochſchule ſtatt. An Hand einer
Filmvor=
führung ſpricht Herr Regierungsbaumeiſter a. D. Spamer=
Darm=
ſtadt über: „Sicherungsmaßnahmen im
Eiſenbahnver=
kehr”.
— Der Hefſiſche Penſionärverein, Ortsgruppe Darmſtadt, hält am
Dienstag, 17. April, nachmittags 15 Uhr, im Fürſtenſaal (Grafenſtraße
Nr. 18) ſeine Generalverſammlung ab.
— Mozart=Verein. Mit dem Gaſtſpiel der japaniſchen Sängerin
Hautſe Yuaſa aus Tokio will der Mozartverein keineswegs
einer Senſation huldigen. Der Mozartverein hätte die gefeierte
Künſt=
lerin nicht nach Darmſtadt gerufen, wenn die Kritik nicht einig wäre in
dem Bekenntnis: „Nur wer Deutſchland liebt, kann ſo deutſch ſingen”.
Es erregt Staunen und Bewunderung, wie dieſes Kind des fernen
Oſtens ſich Mozart, Schubert und Reger zu eigen gemacht hat, und die
Kenner können ſich nicht genug tun in dem Lob der hohen Kunſt, mit
der die Japanerin unſeren ſpröden Brahms meiſtert. Die Zuhörer
ſtaunen mit E. Urban, daß das „kleine Japanmädel für dieſe ganz
deutſchen Dinge ein vollkommenes, gleichgeartetes Empfinden und den
deckenden Ausdruck hat‟ Der Darmſtädter Mozartgemeinde wird der
Ausdruck unvergeßlich bleiben, den die liebliche, zarte Sopranſtimme
dieſer Künſtlerin hinterläßt. Auf ihrer Weltreiſe wird Hautſe Yugſa
von dem Pianiſten C. Meißner begleitet.
— Volkshochſchule. Der 60. Geburtstag des großen ruſſiſchen
Dich=
ters Maxim Gorki hat überall Anlaß gegeben, ſich mit ſeinem
Leben und ſeinen Werken näher bekannt zu machen. Dieſen Zweck
ver=
folgt auch der Vortrag, den die Volkshochſchule am Dienstag, den
17. April, 20 Uhr, im Feſtſaale des Realgymnaſiums (Kirchſtraße 22)
veranſtaltet. Der Redner des Abends, Herr A. Queſſel, wird
ſprechen über 1. Das Leben Gorkis, 2. Sein Werk, 3. Gorki,
und das neue Rußland. Karten für Mitglieder zu 30 Pfg.,
für Nichtmitglieder zu 50 Pfg., ſind in der Geſchäftsſtelle der
Volkshoch=
ſchule und am Saaleingang zu haben. — Zum Klavier=Abend Ling
Becker” am Samstag erhalten unſere Mitglieder 40 Proz.
Ermäßi=
gung in der Muſikalienhandlung Heß, Eliſabethenſtraße 34.
— Aus der Jugendzeit. Eine ſchöne Erinnerungsfeier
be=
gingen auf dem Heiligen Kreuz ehemalige Schülerinne: des früheren
Hofmänniſchen Inſtituts. Mehrere Jahrgänge der vor 50
und mehr Jahren dieſe Schule beſuchenden Schülerinnen hatten ſich aus
„Darmſtadt und aus dem übrigen Heſſenland, aus ganz Deutſchland, ja
us der Schweiz, zuſammengefunden, um alte Erinnerungen
aufzufri=
hen, neue Freundſchaftsbande anzuknüpfen. Es war erfreulich zu
ühlen, wie auch in der alten Schule nicht nur gelernt, ſondern auch
n einem Geiſte erzogen wurde, der viele Werte für das Leben mitgab.
Das ſprach aus den Grüßen derer, die nicht am Feſte teilnehmen
konn=
en, das ſprach aus den Anſprachen, Gedichten und Reden der
Anweſen=
den. Von den alten Lehrern hatten wir die Freude, den 88jährigen
Herrn Lehrer Wenzel, unter uns zu ſehen; von den Angehörigen
der Familie, die das Inſtitut ins Leben gerufen und eine lange Reihe
von Jahren ſegensreich geleitet hatte, die Damen Davidſon, Flöel
und Luiſe Grein. Es wurde der Wunſch ausgeſprochen, dieſe
Zu=
ſammenkunft nicht die letzte ſein zu laſſen. Denn „die Jugendzeit aufs
neu erwacht, die Freundſchaft aus den Augen lacht, wir halten in Treue
zuſammen!”
— Orpheum — Volksverſtellung. Bei bedeutend ermäßigten
Ein=
trittspreiſen von 60 Pfg. bis 2 Mk. iſt heute Samstag die letzte
Vorſtellung des humorreichen Operettenſchwankes „Am Rüdesheimer
Schloß ſteht eine Linde” in der vorzüglichen Beſetzung mit Ad. Hille,
Albert Krafft=Lortzing, Loni Pyrmont. Walter Ritter
uſw. (Siehe Anzeige.)
n. Familiengeſchichtliche Vereinigung. Die nächſte Sitzung findet
Dienstag, den 17. ds. Mts,, abends 49 Uhr, im „Prinz Karl”
ſtatt. Regierungsrat Schäfer wird über einen anziehenden
Abuen=
tafelausſchnitt (Siegfrieken, Fulda, Minnigerode, Baſt, Schenck, Becht)
ſprechen.
Samstag, den 14.Aprt 4928
Seite 3
100 Jahre alter Darmſtädter Friedhof.
12. April 1928.
Von Architekt K. Wehnert.
Der alte Darmſtädter Kirchhof, jetziger Kapellplatz, war ſeit dem
Jaohre 1564 in Benutzung. Im Jahre 1814 wurde letztmalig eine
Ver=
größerung desſelben vorgenommen. Die Beerdigungsverhältniſſe waren
aber im Laufe der folgenden Jahre ſehr mißlich geworden. Es wurden
jährlich etwa 400 Leichen beigeſetzt. Eine weitere Vergrößerung war
nicht mehr möglich und durch die Nähe der Stadt nicht geboten.
Der Bürgermeiſter berihtete daher bereits im Februar 1824 an die
Polizeideputation der Reſidenz wegen Errichtung eines neuen
Fried=
hofs, wozu Moller einen Platz vorgeſchlagen hatte. Im März 1825
wurde der Platz an der Kieskaut in der Gemarkung Beſſungen
vorge=
ſchlagen. Auch wurden Plätze an der Windmühle, dem Beſſunger Tor,
am Roßdörfer Weg, an der Soderwieſe und der Waiſenhausgarten in
Vorſchlag gebracht. Endgültig wurde aber der Platz in der Beſſunger
Gemeinde gewählt. Nachdem der Großherzog inzwiſchen die Anlegung
des Friedhofs genehmigt hatte, erteilte die Polizeideputation am 2.
Ja=
nuar 1826 dem Bürgermeiſter Auftrag zum Ankauf eines Geländes und
Vorlage eines Planes für Friedhof und Leichenhalle. Der Landrat
hatte die Beſſunger Geländebeſitzer zur gütlichen Einigung mit der
Stadt Darmſtadt eingeladen. Der Gemeinderat beſchloß am 1. März
1226 den Ankauf des Geländes und beauftragte damit eine beſondere
Kommiſſion. Ende September waren die Vorarbeiten ſoweit gediehen,
daß die Anlieferung der Materialien für die Umfangsmauer vergeben
werden konnte. Die Ausführung der Mauer wurde Ende Januar 1827
vergeben. Schon im März war die Mauer zur Hälfte fertiggeſtellt
und die Geländeherrichtung in vollem Gange, ſo daß der Bürgermeiſter
dem Landrat den Beginn der Beerdigungen auf Anfang Auguſt des
Jahres in Ausſicht ſtellen konnte.
Mit Zuſtimmung des Kirchen= und Schulvorſtandes fand die
feier=
liche Einweihung des neuen Friedhofs bei der erſten Beerdigung am
12. April 1888 ſtatt. Als erſter wurde der Zimmergefelle Georg Bolte
beigeſetzt.
Mit der Eröffnung des neuen Friedhofs war aber die Schließung
des alten Kirchhofs noch nicht verbunden. Vorerſt war noch freie Wahl
zur Beerdigung gelaſſen. Es fanden daher namentlich auf den
Erb=
begräbziſſen des alten Kirchhofs noch häufig Beerdigungen ſtatt.
Trotz=
dem wurden viele alte Erhbegräbniſſe gegen ſolche auf dem neuen
Friedhof ausgetauſcht. Auch das Ueberführen der Ueberreſte
Verſtor=
bener fand häufig ſtatt, was aber nur während der Nacht erfolgen
durſte. Auch Grabmäler wurden nach dem neuen Friedhof verſetzt.
Manches ſchöne dieſer Denkmäler iſt heute noch vorhanden.
Wieder=
bolt, forderte der Bürgermeiſter zum Umtauſch der Grabſtätten auf.
Die Schließung des alten Kirchhofs wurde bereits 1831 von dem
Be=
meinderat beſchloſſen, aber 1834 noch daſelbſt beerdigt. Das
Miniſte=
rum hatte 1839 die Genehmigung zur Schließung des Kirchhofs noch
nicht erteilt. Der Gemeinderat wählt 1846 eine Kommiſſion, welche
Vorſchlige über die Verbeſſerung des Kirchhofs machen ſoll, da dieſer
ſtark verwildert war. Der Kinchhof wird 1847 bis 1850 zu einer
öffent=
liclen Anjage umgeſchaffen, die Mauer bis auf geringe Höhe abgebrochen.
Auch eine Anzahl Totenhäuschen werden abgebrochen. Noch
vorhan=
dene Grabmonumente bleiben beſtehen. Das Miniſterium hatte zu
dieſer Verſchönerung ſeine Genehmigung gegeben.
Schon im Jahre 1838 beantragte Gemeinderat Wenck, bei Zeiten
Be=
dacht auf eine Erweiterung des neuen Friedhofs zu nehmen. Er
unter=
ſuchte und erläuterte dabei die verſchiedenen Erweiterungsmöglichkeiten
nach Norden, Süden und Oſten. Stadtbaumeiſter Jordan berichtet 1842
über drei Ve größerungsmöglichkeiten. Nach wiederholten Beratungen
beſchloß der Gemeinderat 1346, die Vergrößerung nach Süden
vorzu=
nehmen.
Ueber den Erwerb des Geländes war mit den meiſten Eigentümern
eine Einigung in Güte nicht zu erzielen. Das Stadtgericht mußte
des=
halb zur Entſcheidung angerufen werden. Mit Genehmigung des
Mi=
uiſteriums verfügte daher der Kreisrat im Jahre 1947, daß die Stadt
Darmſtadt ſich einſtweilen in den Beſitz des Gejändes ſetzen könne. Der
Stadtbaumeiſter erhielt daraufhin durch den Bürgermeiſter Auftrag
zur ſüdlichen Erweiterung nach dem genehmigten Plan. Im
Novem=
ber 1847 erteilte das Stadtgericht die Eimweiſung in den Beſitz des
ab=
zutretenden Geländes. Das Urteil wurde im Januar 1848 gefällt. Nun
konnten die Bauarbeiten rege betrieben werden. Die Erd= und
Pla=
nierungsarbeiten wurden als Notſtandsarbeit ausgeführt, wobei 139
Mann beſchäftigt werden konnten. Die Vorgänge des Jahres 1848
machten ſich auch bei der Ausführung dieſer Arbeiten bemerkbar. Der
Kreisrat mußte mehrmals erſucht werden, Vorkehrungen zur
Aufrecht=
erhaltung der geſetzlichen Ordnung zu treffen. Trotzdem konnten die
Arbeiten ſo betrieben werden, daß die Einweihung der 2. Abteilung
des Friedhofs am 26. Oktober 1848 ſtattfinden und mit den
Beerdigun=
gen begonnen werden konnte.
Im Jahre 1870 war eine weitere Vergrößerung des Friedhofs
not=
wendig geworden. Die Friedhofskommiſſion erſtattete im April
ein=
gehenden Bericht unter Anſtellung von Vergleichen und Berechnungen.
Sie ſchlug die Erweiterung des Friedhofs auf der Oſtſeite oder die
An=
lage eines zweiten Friedhofs am Grohberg, gegenüber der Windmühle,
vor. Gegen eine Vergrößerung des beſtehenden Friedhofs wurden
zum Teil außerhalb des Gemeinderats Stimmen laut und die Anlage
— V. D. J. Der Verein Deutſcher Ingenieure veranſtaltet heute
nachmittag eine Beſichtigung der Maſchinenfabrik Carl Schenck,
Abteilung Waagen und Schwingungsmaſchinen, wozu die Mitglieder
des Mittelrheiniſchen Ing.= und Arch.=Vereins, der Heſſiſchen
Elektro=
techniſchen Geſellſchaft, des Verbandes Deutſcher Diplomingenieure und
des V.D.J. herzlichſt eingeladen ſind.
— Der Konfirmandenabend, des Jugendbundes für E. C. findet
morgen Sonntag, den 15. April, 8.15 Uhr beginnend, im großen Saal
der Stadtmiſſion (Mühlſtraße 94) ſtatt. Der Bund wird den
Konfir=
manden und ihren Angehörigen mit einem netten Programm
auf=
warten, und kann der Beſuch der Veranſtaltung nur empfohlen werden.
Heute und morgen 241. Uhr
Märchen
Mamsti-Bzzmsti
Rs
Im Landestheater.
— Zum Aſta Nielſen=Gaſtſpiel am morgigen Sonntag, 15. April,
abends 7.45 Uhr, im Orpheum ſiehe heutige Anzeige im Inſeuatenteil
dieſes Blattes. Alexander Dumas Schauſpiel „Die
Kamelien=
dame” wurde in Darmſtadt zuletzt vor 23 Jahren aufgeführt, und
zwar mit der berühmten franzöſiſchen Tragödin Sarah Bernhardt in
der Hauptrolle. Es gelten gewöhnliche Gaſtſpielpreiſe von 1,50—5 Mk.
(Numerierte Plätze von 2 Mk. an.) Es empfiehlt ſich,
Kau=
ten in den Vorverkaufsſtellen (Verkehrsbureau, de Wagl, Rheinſtr. 14,
und Kiosk Ernſt=Ludwigsplatz) zu löſen.
— Großer Erfolg eines heſſiſchen Fahnenſtickers. Bekanntlich hat
der Schatzmeiſter des Heſſiſchen Sängerbundes Wilh. Bitter in
ſeinen Mußeſtunden ein Banner für den Berliner Beethovenchor
ge=
ſtickt. Bei der jetzt erfolgten Bannerweihe dieſes Vereins wurde Herr
Bitter zum Ehrenmitglied dieſes Vereins ernannt und ihm die große
Beethovenplakette verliehen. — Die „Deutſche Sängerwarte” hebt die
Verdienſte Bitters hervor, der das Banner, das in dezenten Farben
gehalten, in bewundernswertem Idealismus in ſeinen Mußeſtunden
geſchaffen. — Die „Verliner Morgenpuſt” ſpricht von der
freund=
lichen Geſinnung und Kunſtfertigkeit des heſſiſchen Sangesbruders, und
die Neueſten Nachrichten” zu Weißwaſſer ſtellen das Banner als ein
Meiſterſtück hin, deſſen hochkünſtleriſche Ausführung allſeits
Bewun=
derung fand.
Die Dienſtſtunden des Polizeiomts Darmſtadt ſind ab 16. April
1928 feſtgeſetzt von 7—12½4 und von 14—17 Uhr. Samstags von 7 bis
12½ Uhr.
eines zweiten Friedhofs im Nordweſten der Stadt gefordert. Der
Ge=
meinderat beſchloß, eine Erweiterung des beſtehenden Friedhofs nach
Oſten vorzunehmen, und ſtellte im März 1871 entſprechenden Antrag
an das Kreisamt, das im Mai die Genehmigung erteilte.
Die Verhandlungen wegen Erwerbs des Geländes vollzogen ſich ohne
beſondere Schwierigkeiten. Nur die Gemeinde Beſſungen machte,
ob=
vohl ſie mit der Verlegung des Herdwegs an der nordöſtlichen Ecke
des Friedhofs früher einverſtanden war, ſpäter Schwierigkeiten. Es
mußte deshalb das Kreisamt angerufen und auch gerichtliche Klage
gegen Beſſungen geführt werden.
Im Februar 1372 wurden die Arbeiten zur Ausführung vergeben,
nachdem der Gemeinderat vorher die Mittel bewilligt hatte. Die
Ar=
beiten wurden ſo gefördert, daß das Stadtbauamt im April 1873 die
Fertigſtellung dem Bürgermeiſter durch Bericht mitteilen konnte.
Nach=
dem durch Vermittlung des Burgermeiſters über die Einweihung durch
das evangeliſche und katholiſche Pfarramt eine Einigung erzielr war,
erfolgte dieſe durch die evangeliſche Geiſtlichteit am 10. Juni 1873. Die
katholiſche Geiſtlichkeit nahm die Weihe gelegentlich einer Beerdigung
vor. Die 3. Abtilung des Friedhofs war ſomit ihrer Beſtmmung
übergeben.
Als letztmalige Vergrößerung des Friedhofs kam die jetzige
Abtei=
lung 4 in Betracht. Die Verhandlungen über den Geländeerwerb
fan=
den in den Jahren 1885 bis 1390 ſtatt. Im Dezember 1890 erhielt das
Stadtbauamt Auftrag zur Erſtellung eines Voranſchlags. Die Arbeiten
wuurden in der zweiten Hälfte des Jahres 1892 vergeben. Da die
Er=
öffnung dieſer Abieilung nicht drängte, wurden die Arbeiten
etappen=
weiſe ausgeführt.
Die fei=rliche Einſegnung durch die evangeliſche Geiſtlichkeit fand
am 4. Auguſt 1894 ſtatt. Von katholiſcher Seite wurde die feierliche
Ein=
weihung anläßlich des erſten katholiſchen Begräbniſſes am 15. Auguſt
1894 vorgenommen.
Nun noch einige Bemerkungen über die Errichtung des
Leichen=
bauſes. Im Jahre 1800 ſchenkte der damalige Landgraf das ſogenannte
Farbhaus im Waiſenhausgarten zur Einrichtung eines Leichenhauſes.
Die Einrichtung unterblieb aber. Erſtnalig legte der Bürgermeiſter
ſem Landrat Entwurfe für ein Leichenhaus im Jahre 1824 vor. In
den folgenden Jahren wurden wiederholt Projekte vorgelegt und die
Frage auch von ärzlicher Seite eingehend behandelt. Bei Eröffnung
der zweiten Abteilung war in Ausſicht genommen, das Leichenhaus in
tieſe Abteilung zu ſtellen. Die Verhandlungen zogen ſich bis zum
Jahre 1330 hin. Der Gemeinderat hatte nun endgültig die Erbauung
eines Leichenhauſes beſchloſſn und hierzu die erforderliche
Genehmi=
gung des Kreisamts erhalten. Das früher in der Nordweſtecke des
Friedhofs ſtehende Wohnhaus des Aufſehers war 1856 durch
Brand=
legung zerſtert worden. Die Errichtunn des Leichenhauſes erfolgte 1860
und 1861. an der jetzigen Stelle. Es enthielt eine Vorhalle, Leihenſaal,
Scktionsraum, Aufſeherwohnung und Nebenräume. Größere bauliche
Veränderungen wurden im Jahre 1881 vorgenommen. Später beſtand
die Abſicht, das Leichenhaus zu vergrößern. Es wurde aber beſchloſſen,
neben dem jetzigen ein neues zu erbauen, aber davon abgeſehen.
Im Jahre 1892 mußte mit Rüchſicht auf die damals beſtandene
Choleragefahr eine proviſoriſche Leichenhalle errichtet werden. Sie
wurde in Holz ausgeführt und ſtand in der Nordoſtecke der Abteilung 4.
Später wurde diefe Halle wieder abgebrochen.
Das Verwalterhaus mit Bureau wurde 1896 ernichtet. In den
Jahren 1888 bis 1900 wurde eine neue Leichenhalle erbaut und erhielt
die Kapelle an Stelle der früheren Vorhalle ihre jetzige Ausgeſtaltung.
Das Altarbild in der Kapelle, die Auferſtehung”, wurde 1888 von
Profeſſor Auguſt Noack gemalt. Die Koſten wurden durch Sammlung
freiwilliger Beiträge aufgebracht. Zu dieſem Zweck hatte ſich ein
keſon=
deres Komitee gebildet. Weiter ſtiſtete eine unbekannte Beſſunger Dame
eine Uhr für die Leichenhalle, weſche aber an dem Türmchen nicht
an=
gebracht werden konnte. Dieſe Uhr wurde ſpäter am Stadchaus
an=
gebracht.
Der Friedhof hat die ſtattliche Größe von 452 mal 300 Metern und
eine Fläche von 13,56 Hektar. Die Grundrißanlage iſt ſymetriſsh. Ein
herrlicßer Baumbeſtand iſt vorhanden, wie er nicht oft auf einem
Fried=
hof gefunden wird. Eine Reiche guter alter und neuer Denkmäler in
ſchönen, künſtleriſchen Formen zieren die Grabſtätten. Gine große
An=
zahl berühmter Männer und Frauen hat hier ihre letzte Ruheſtätte
ge=
funden. Der Friedhof iſt eine Sehenswürdigkeit Daumſtadts. Wer
recht darin zu wandeln verſteht, wird Erholung und Erhauung finden.
Ein Stück Heimatgeſchichte wird an ſeinem geiſtigen Auge
vorüber=
ziehen. Die geſamte Friedhofsanlage ſowie Grabdenkmäler und
Grab=
ſtätten von künſtleriſchem und hiſtoriſchem Wert ſind unter Denkmalſchutz
geſtellt.
Mit Eröffnung des neuen Hauptfriedhofs (Waldfriedhof) im Jahre
1914 wurde der alte Friedhof für die allgemeine Beerdigung geſchloſſen.
Es durften nur noch auf Erbbegräbniſſen Beiſetzungen ſtattfinden. Durch
die Beſetzung des Waldfriedhofs durch die Franzoſen wurden bei den
Leichenbegängniſſen dauernd große Schwierigkeiten bereitet. Die
Stadt=
verwaltung gab daher 1922 verſchiedene Reihengräberfelder, deren
Ruhe=
zeit abgelaufen war, frei und ließ hier Familiengrabſtitten anlegen.
Dieſe ſind heute noch bei der Bevölkerung jehr begehrt.
— Adreßbuch der Kraftfahrzeugbeſitzer im Volksſtaat Heffen. Im
Auftrag des Heſſiſchen Miniſteriums auf Grund amtlichen Materials
herausgegeben. Nachtraa März 1928. 80. Seiten in Umſchlag
in 8‟. Preis 4,00 R. M. Der Nachtrag März 1938 erſcheint
Anfang nächſter Woche und iſt unentbehrlich für alle Beſitzer der
Hauptausgabe Oktober 1997. Er umfaßt rund 5100 Nummern und
Adreſſen und enthält alle Veränderungen, alſo alle Neuzukaſſungen,
Ummeldungen und Streichungen von September 1927 bis 1. März 1938
und nur dieſe. Die Kraftfahrzeugbeſitzer der größeren Städte ſind
mit genauer Adreſſe aufgeführt. Im übrigen ſind, wie in der
Haupt=
ausgabe die Beſitzer von Perſonenkraftwagen, Laſtkraftwagen und
Krafträdern nach Provinzen und Kreiſen, Polizeierkennungszeichen
und Nummern geordnet; bei jedem Wagen reſp. Nad iſt Type und P8
angegeben. Der Nachtrag iſt durch jede Buchhandlung oder direkt vom
Verlag L. C. Wittich=Darmſtadt gegen Voreinſendung des Betrags
auf Poſtſcheckkonto Frankfurt a. M. 1301 oder Poſtnachnahme) zum
Preiſe von RM. 4,00 (n icht RM. 700, wie urſprünglich angezeigt)
zu beziehen.
— Bezirksverein Befſungen. Die Hauptverſammlung nahm
bei ziemlich guter Beteiligung einen hochbefriedigenden Verlauf. Nach
Entgegennahme des Jahresberichts ſeitens des erſten Vorſitzenden über
die Tätigkeit des Vorſtandes im abgelaufenen Geſchäftsjahn erfolgte die
Rechnungsablage durch den Kaſſierer Herrn G. Dörſam, dem im
Anſchluß an den Bericht der Rechnungsprüfer Entlaſtung erteilt wurde.
Bei der Neuwahl des Vorſtandes wurden die ſeitherigen Mitglieder
einſtimmig wiedergewählt. Herr Poſtinſpektor und Stadtverordneter
Kolb wurde zum 1., Herr Glaſermeiſter Werner zum 2.
Vorſitzen=
den wieder beſtimmt. — Alsdann hielt Herr Stadtbibliothekar i. R.
Noack den angekündigten Vortrag „Aus der Geſchichte des Beſſunger
Herrngartens”. An Hand eines reichhaltigen Aktenmaterials ſowie
durch Photographien, Zeichnungen, Baupläne uſw. verſtand es der
Vor=
tragende, in bekannter Gründlichkeit eine treffende Schilderung der
Entſtehung, Entwicklung und Umbildung des Beſſunger Herrngartens
nach ſeinen vielfachen Beziehungen zu geſchichtlichen Ereigniſſen und
ſonſtigen damit im Zuſammenhang ſtehenden Geſchehniſſen zu geven.
Reicher Beifall wurde Herrn Noack für ſeine hochintereſſanten
Ausfüh=
rungen zuteil. Für die Geſtältung des Gartens wurde eine Reihe von
Wünſchen berechtigter Art geäußert, zu deren Vertretung der
Stadtver=
waltung gegenüber ſich die anweſenden Stadtverordneten bereit
erklär=
ten. Zum Schluß ſetzte eine ausgiebige Ausſprache über allgemeine
An=
gelegenheiten ein, wobei einmütig die dringend notwendige Errichtung
eines Schwimm= und Luftbades in der Beſſunger Gemarkung gefordert
wurde. Die dahinzielenden Wünſche ſollen der Stadtverwaltung zur
Verwirklichung angeſonnen nerden. Der ganze Verlauf der ſehr
har=
moniſchen Hauptverſammlung läßt eine gute Aufwärtsentwicklung des
Bezirksvereins Beſſungen erhoffen.
Sdtte
SeltttIet
DOTal
belicbt, bewährt und überall vertreten wwie „Dumlop-Reifen
Seite 6
Samstag, den 14. April 1928
Nummer 104
Wochenſpielplan des Heſſiſchen Landestheaters
Großes Haus.
Sonntag, 15. April, 19 Uhr, Ende nach 22 Uhr. L 15. (
Wahlvor=
ſtellung für Miete B.) Einmaliges Gaſtſpiel Georg
Bakla=
noff: „Boris Godunow” muſikaliſches Volksdrama
von Muſſorgſky. Boris: Georg Baklanoff a. G. Preiſe
1,20 bis 12 Mk.
Montag, 16. April, 20 Uhr, Ende 22 Uhr. 7.
Sinfoniekon=
zert des Landestheater=Orcheſters. Leitung:
Generalmuſikdirektor Dr. Böhm. Soliſt: Walter Gieſeking
(Klavier). Werke von Schubert, Joſef Marx und Prokofieff.
Preiſe 1 bis 8 Mk.
Dienstag, 17. April, 19½ Uhr, Ende 22½ Uhr. A 16. „
Violan=
ta”, Oper von Korngold; hierauf: „Gianni Schicchi”
Oper von Puccini. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Mittwoch, 18. April, 19 Uhr, Ende nach 22 Uhr. K 16 (
Bühnen=
volksbund). „Egmont”, Schauſpiel von Goethe. Preiſe
1 bis 10 Mk.
Donnerstag, 19. April, 19½ Uhr, Ende 22 Uhr. C 18. „Der
Barbier von Sevilla”, komiſche Oper von Roſſini.
Preiſe 1 bis 10 Mk.
Freitag, 20. April, 19½ Uhr, Ende 22 Uhr. L 16. Neu einſtudiert:
„Diamileh” Oper von Bizet; hierauf zum erſten Male:
„Barabau”, Ballett von Rieti; hierauf: „Gianni
Schicchi”, Oper von Puccini. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Samstag, 21. April, 15 Uhr, Ende 17¾ Uhr. Samstags=
Fremden=
miete, 9. Vorſtellung. „Fidelio”, Oper von Beethoven.
Preiſe 0,70 bis 7 Mk.
— 19½ Uhr, Ende 22½ Uhr. H 11 (Bühnenvolksbund). „
Na=
than der Weiſe”, Schauſpiel von Leſſing. Preiſe 0,90
bis 9 Mk.
Sonntag, 22. April, 19 Uhr, Ende 22 Uhr. Sonntags=
Fremden=
miete weiß (13), grün (9). „Egmont” Schauſpiel von
Goethe. Preiſe 1,20 bis 12 Mk.
Kleines Haus.
Sonntag, 15. April, 11½ Uhr. Luſtige Matinee Hans
Reimann. Preiſe 1, 2, 3 Mk.
— 14½ Uhr, Ende 16½ Uhr. Das Märchen „Humſti=
Bumſti” Preiſe 0,40 bis 2 Mk.
— 20 Uhr, Ende 22½ Uhr. Letztes Gaftſpiel des Curt Goetz=
Enſembles: „Hokuspokus” von Curt Goetz. Preiſe
1,50 bis 7,50 Mk.
Montaig, 16. April, 17 und 20 Uhr. Vortrag des Kapitäns C.
Her=
bert mit Film: „Die Jungfernreiſeder „Kap
Ar=
cona” Preiſe 0,80 bis 2 Mk.
Dienstag, 17. April, 16½ Uhr. Film: „Die Jungfernreiſe
der „Kap Arcona”. Preiſe 0,80 bis 2 Mk.
20 Uhr, Ende nach 22 Uhr. F 10 (Darmſtädter Volksbühne),
Gruppe III und IV. „Frau Warrens Gewerbe‟
Schauſpiel von Shaw. Preiſe 1,20 bis 6 Mk.
Mittwoch, 18. April, 17 und 20 Uhr. Film: „Die
Jungfern=
reiſeder „KapArcona” Preiſe 0,80 bis 2 Mk.
Donnerstag, 19. April, 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Außer Miete.
Erſtes Gaſtſpiel Konrad Dreher mit Enſemble: „Der
Schwiegervater”, Komödie von Anno.
Freitag, 20. April, 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Außer Miete. Zweites
Gaftſpiel Konrad Dreher mit Enſemble: „Der alte
Feinſchmecker”, Komödie von Thoma. Vorverkauf zu
beiden Abenden für Mieter Sonntag, den 15., und Montag,
den 16. April, zu Preiſen von 1 bis 5 Mk. Allgemeiner
Verkauf ab Dienstag zu Preiſen von 1,20 bis 6 Mk.
Samstag, 21. April, 14½ Uhr, Ende 16½ Uhr. Das Märchen
„Humſti=Bumſti” Preiſe 0,40 bis 2 Mk.
— 20 Uhr. Letzter Kammermuſikabend des
Schnurrbuſch=Quartetts. Preiſe 1, 2, 3 Mk.
Sonntag, 22. April, 14½ Uhr, Ende 16½ Uhr. Das Märchen
„Humſti=Bumſti” Preiſe 0,40 bis 2 Mk.
19½ Uhr, Ende 22 Uhr. Zuſatzmiete IV (10). „Der
Barbier von Sevilla”, komiſche Oper von Roſſini.
Preiſe 1,50 bis 7,50 Mk.
Kunſiverein.
Am Sonntag, den 15. April, öffnet die Kunſthalle am Rheintor
ihre Pforten für eine neue Ausſtellung, in der die Freie
Vereini=
gung der Graphiker zu Berlin (e. V.) die Arbeiten ihrer
Mitglieder zur Schau bringen wird. Es mag zuerſt darauf hingewieſen
werden, daß die gezeigte Graphik keineswegs nur aus Berlin ſtammt;
Künſtler aller Gaue Deutſchlands gehören der Vereinigung an, und
ihren Beſtrebungen iſt es zu verdanken, daß ſie auch die fern von den
Kunſtzentren Schaffenden als Mitglieder in ihren Kreis zieht und ſo
der Oeffentlichkeit zugänglich macht. Die Namen der Ausſteller zeigen
auch, daß die Vereinigung alle Richtungen zu Wort kommen läßt, weil
jede Kunſt gefördert werden ſoll, die wahr iſt. Dieſe Einſtellung gibt
der Vereinigung ihre Stärke, die ihren Ausklang nicht allein in
Deutſch=
land findet, ſondern ihren Ruf auch über unſere Grenzen bis in
an=
dere Erdteile begründet hat. Dank ihrer guten Organiſation iſt es der
Vereinigung leicht, Ausſtellungen zu veranſtalten. Sie verfolgt weiter
das Ziel, die ihr gewährte Gaſtfreundſchaft dadurch zu erwidern, daß
ſie anſtrebt, den grarhiſchen Vereinigungen dieſer Städte, ſowie den
dort einzeln tätigen Künſtlern die Möglichkeit der Ausſtellung in der
Reichshauptſtadt zu vermitteln, um ſo ein richtiges Bild des geſamten
graphiſchen Schaffens der Gegenwart geben zu können. In der zu
er=
öffnenden Ausſtellung erſcheinen mit etwa 300 Arbeiten 83 Mitglieder
der Freien Vereinigung. Es iſt nicht möglich, ſie alle aufzuführen, aber
es befinden ſich gute Namen darunter, da auch die Profeſſoren
Bart=
ning, H. O. Engel, E. Orlik, E. Richter in Berlin, Ciſſarz in
Frank=
furt a. M., Illies in Hamburg, Schmoll von Eiſenwerth in Stuttgart,
Käte Kollwitz und viele weitere allgemein anerkannte Künſtler mit
Werken vertreten ſind. Bei dem vielen Guten, das die Ausſtellung
bringen wird, ſteht zu hoffen, daß ein reger Beſuch und zahlreiche
Ver=
käufe der Dank der Oeffentlichkeit ſein werden.
Hindanainsgsäanz
N
Darmſtadt—Meſſel. Vielfachen Wünſchen entſprechend verkehrt
der Omnibus der Reichsbahn=Omnibuslinie Darmſtadt—Meſſel auch
am Sonntag, den 15. April, wieder nach Forſthaus Einſiedel.
Vorgeſehen ſind folgende Fahrten: Darmſtadt Verkehrsbureau ab 14.30
und 15.30 Uhr, Forſthaus Einſiedel ab 13.15, 15.00 und 18.00 Uhr.
Weitere Fahrten nach Bedarf. Die Fahrt 13.15 Uhr verkehrt ſchon ab
Meſſel, und zwar Meſſel ab 13.10 Uhr.
ORION
Café-Kabarett
Das große
Frankfurt a. M.
M
SBchrograum
m Casino- Humor 4Stimmung- Tanz
4Bezirksſchöffengericht.
p. 1. Die Eheleute Mich. Karb in Lampertheim leben bereits ſeit
längerer Zeit getrennt, der Ehemann iſt verurteilt, der Ehefrau eine
Unterhaltsrente zu zahlen. Der ſchweren Körperverletzung angeklagt
iſt der Ehemann, weil er der 59jährigen Ehefrau die Naſenſpitze
ab=
gebiſſen und ſie dadurch in erheblicher Weiſe dauernd entſtellt habe.
Die Verletzte war 14 Tage in ärztlicher Behandlung. Nach dem
ärzt=
lichen Gutachten kann eine Entſtellung nicht in Frage kommen. Der
Staatsanwalt betont, daß nur einfache Körperverletzung vorliegt,
an=
geſichts der unglaublichen Rohheit wird eine Gefängnisſtrafe von 8
Monaten beantragt. Das Urteil nimmt Körperverletzung mittels
hinter=
liſtigen Ueberfalls an und erkennt auf acht Monate Gefängnis abzüglich
1 Monat der erlittenen Unterſuchungshaft.
2. Der nach ſeiner Angabe kurze Zeit bei dem Zirkus Sarraſſani
beſchäftigte Guſtav Durſt von Koblenz ſoll am 28. Dezember 1926 vor
dem Amtsgericht in Bensheim unter Eid falſche Angaben hinſichtlich
ſeiner Perſonalien gemacht haben; er gab damals u. a. an, er ſei im
Kriege Vizefeldwebel geweſen. Heute gibt er an, er habe nicht gewußt,
daß der geleiſtete Eid ſich auch auf die Perſonalien beziehe. Er hat über
ſein Vorleben die verſchiedenſten abenteuerlichſten Angaben gemacht,
Nach der Revolution will er unter Ehrhardt gekämpft haben, dann aber
zu den Ruſſen übergegangen ſein. In der ruſſiſchen Formation ſei er
dann Offizierſtellvertreter geweſen. Nach der Stammrolle iſt er in
Würzburg geboren, nun gibt er Metz als Geburtsort an. Die
Beweis=
aufnahme ergibt, daß bei der Vernehmung in Bensheim Wert darauf
gelegt wurde, die Perſonalien des Angeklagten möglichſt zu ergründen.
Aerztliche Gutachten ſtellen feſt, daß Durſt mit Abſicht lügt, weil er
etwas zu verdecken hat und bezeichnen ihn als Pſychopathen mit einer
übermäßig wuchernden Phantaſie. Wegen fahrläſſigen Falſcheides wird
auf 6 Monate Gefängnis erkannt, wovon 4 Monate Unterſuchungshaft
abgehen.
3. Ein arbeitsloſer Einwohner eines Riedortes hat falſche
Be=
ſtellungen auf Familienzeitſchriften der Arbeitgeberin eingeſandt. Wegen
Betrugs und Urkundenfälſchung werden zwei Monate Gefängnis
aus=
geſprochen.
Kunſinotizen.
Ueber Werſe, Künffler oder künfflieriſche Deranſialtungen, deren im Nachſteh
geſchieht, behält ſich die Redalton ibr Urteil vos
— Der in Darmſtadt ſo beliebte Kapitän Carl Herbert aus
Hamburg ſpricht wieder einmal zu einem neuen Hamburger
Kultur=
film. Es handelt ſich um „Die Jungfernreiſe der Cap Arcona”, eine
Reiſe mit dem neueſten deutſchen Schiff von Hamburg über Portugal
und Spanien, den Kanariſchen Inſeln nach Braſilien und Argentinien.
Die Erſtaufführung findet am Montag, den 16. April, nachmittags
5 Uhr, im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheaters ſtatt. Eine
nei=
tere Aufführung folgt am ſelben Abend 8 Uhr; ferner läuft der Film
am Dienstag nachmittag um 4.30 Uhr ſowie am Mittwoch nachmittag
5 Uhr und abends 8 Uhr. Da uns neben dem Leben und Treiben an
Bord eines modernen Ozeanrieſens vor allem ein Einblick in Land
und Leute der durch das Schiff berührten Plätze gewährt wird, bietet
der Film eine mannigfache Unterhaltung und Belehrung. Kapitän
Herbert wird die Reiſe in ſeiner bekannten launigen Art verkürzen.
Der Film iſt für Jugendliche freigegeben.
Lokale Veranſtaltungen.
— Nach vollſtändiger Renovierung des Kaffee=Reſtaurants
Orangeriehaus findet die Neu=Eröffnung Sonntag=Vormittag,
den 15. April, ſtatt. Die Bewirtſchaftung wird durch den Pächter des
Saalbau=Reſtaurants Fritz Niemann mit übernommen.
Tageskalender für Samstag, den 14. April 1928.
Landestheater Großes Haus, Anf. 19 Uhr, Ende 22½ Uhr,
E 20: „Egmont”. — Kleines Haus, Anf. 14½ Uhr, Ende 16½ Uhr:
=Humſti=Bumſti”. Anf. 19½ Uhr, Ende 2½ Uhr, Volksvorſtellung
zu Einheitspreiſen: „Zar und Zimmermann”. — Orpheum, abends
20 Uhr: „Am Rüidesheimer Schloß ſteht eine Linde‟. — Kongerte:
Schloß=Kaffee, Kaffee Rheingold, Hotel Schmitz, Daunusburg,
Wein=
haus Maxim, Kaffee Haſſia, Bismarckeck, Frankfurter Hof,
Wald=
ſchlößchen, Darmſt. Hof, Neckartor, Reichskrone —
Konkordia=
ſaal, abends 2 Uhr: Frühlingsfeſt des G.DA. —
Kinovor=
ſtellungen: Helia, Union=Theater, Palaſt=Lichtſpiele, Reſidenz=
Theater.
Seb. Schmitt
Inhaber: Albert Schmitt
Bitte beachten Sie das Jubiläums-Sonderangebot
in meinem Schaufenster!
WWohnungstauſchſ
Wohnnngstanſch.
Geſucht für ſofort od.
. Juli
5-6 Zim.=Wohn.
im Zentrum oder
Nähe d. Hauptbahnh.
Angeboten dafür 4=
Zimmerwohn. in der
Heidenreichſtraße od.
5—6 Zimmerwohn in
anderer Gegend.
An=
gebote erbeten unter
K. J. 900 Geſchäftsſt.
(6561a)
Wohmungstauſch.
Geſ. v. Staatsb. 5—6
Zimm.=Wohn., 1. od.
2. St., i. g. Lage. —
Geb. ſonn. 4 Zimm.=
Wohn., 1. St.. 550,&
Fr.=M., in ruh. Hauſe
a. b. Halteſt.
Taunus=
ſtraße. Angeb. unter
H 81 Geſchſt. (*10043
Fmsel, Dintodt, Enk und Kan
and die gange Togaahgt!
Frühling will jetzt einmarſchier’n!
Kommt mit Sang und Schalle!
Jubilieret mit und rüſtet den Empfang!
Perſil gibt Euren Kleidern das feſtliche
Ausſehen, das friſche. Weiß, den
duf=
tigen Hauch!
V.1056
5Zimm.=Wohn., I. Stock,! Liebigſtr. 77, III.
Gebolen: el. Licht, im Südoſtviertel, gut möbl. Zimmerm.
3Zimm.=Wohn. mit elektr
Geſſicht: Licht, im gleichen Viertel
Angebote unter G 225 an die Geſchäftsſt.
(*9777ds)
Gegen kleinere
Part.=Wohnur
zu tauſchen geſucht
6 Zimmer, vfel
Zu=
behör, 2 Tveppen,
ſchöne Lage. /210060
Angebote u. H 88
an die Geſchäftsſt.
Wilhelminenſtr. 35
2. St., 3 große helle
Büroräume zu verm.
Sep. Eing. u.
Zele=
phonanſchl. /*9 27mds
Heidelbergerſtr. 103
4—5 Räume, für
Engrosgeſchäft,
leich=
ten Fabrikbetrieb,
Werkſtätte mit evtl.
Wohngelegenheit zu
vermieten.
421a
Nächſt Rheinſt.: Zwe
Zimmer f. Büro ſof.
verm. Näheres
Ge=
chäftsſtelle.
0041
Verkſtätten
Werkſtatt z. vermie
Tann mſtraße 8.
(*9832ds)
N. Niederſt. 13,
Werk=
ſtadt, ca. 50 qm., el.
P u. Kr., z. v.
Hein=
richſtr. 11, II. (51004
Garage zu verm.
Hochſtraße 8. (6567a
3 Zimmerf
Veſchlagnahmefr.
el. Licht per ſoſort od.
ſpäter z. vm. (*9812ds
Schießhausſtr. 26, bei
Wagner, 1 möbliert.
Zim. mit voll. Penſ.
per 15. 4. z. vm. (6629
Schleiermacherſt: 20,
III., möbl. Zim.,el. L
zu verm.
*9632me
liktoriastr. 42, II.
bei Kaiſer, großes,
ſonn. Zim. per 1. Mai
zu bermieten, /67082
Hoffmannſtr. 5½,II.,
möbl. Zimm. mit el.
Licht ſofort od. ſpät
an berufstät. Herrr
zu vermiet. (*9790dfs
Wittmannſtr. 35 g
nöbl. Zimmer
vermieten. (* 10154
Schloßgartenſtr. 7,I.,
kleines möbl. Zimmer
mit el. Licht f. ſo
zu vermieten. (1014
Pallaswieſenſt.4
St., möbl. Zimm.
zu verm. (* 10137 sg
Wienerſtr. 75, III.,
einf, möbl. Zimmer
zu vermiet. (*1012!
Jaunusſtr. 3, I.,
ſchön möbl. Zimmer
nit Balk. auf 1. Mai
10114
zu verm.
3 Zimmer und Küche,
der 1. Mai zu verm.
666la) Wilhelmſt. 31.
Beſchlagnahmefreie
3 Zimm.=Wohn
nebſt Küche und
Zu=
behör zu vermieten.
Nieder=Ramſtadt,
Bahnhofſtr. 15. (6753
Hölgesſtr. 4, I.,
rechts, 2 gr., leere
od. teilw. möbl.
Zim=
mer per 1. 5. zu
ver=
mieten. (10074
1 Zimmer
Leeres Zimmer,
Son=
nenſeite, el. L., evtl.
Küchenben., ſofort z.
vermieten.
Moller=
ſtraße 37, II. (*10066
AMöbl. Zimmerß
Mathildenplatz 9, II.
möbl. Z.z. v. (:9658ms
Eliſabethenſtr. 23,II.,
gut möbl. Zimmer
zu vermiet. (* 10042
Waldſtr. 46 (Vinſon
nöbl. Zimm. m el, L.
pro Woche 7 Mk. zu
ermieten. (* 10076
Schleiermacherſt. 18
St., gut möbl. Zim.
ſof. zu verm. (*10072
Tintenviertel
Im Geiſenſee 11
möbliertes Wohn= u.
Schlafzimmer zu ver=
(67099
mieten.
Rhönring 133, pt.,
möbl. Z. z. vm. (*996
Liebigſtr. 15, Part.
möbl. Zim. mit
Mit=
tagst. z. v. (*10064sg
Lauteſchlägerſt. 6, III.
lks., ſchön möbl. Zim.
ſof. z. verm. (*1003
Angerfoernst.
2. St., Oſtviert., ſch
mbl. Wohn. u. Schlaf
zim. m. 2 Bett., evtl.
Küchenben. el, Licht
(*10107)
Sehr gut möbl.
Zim=
mer, 2 Betten feine
Lage, w. gewünicht
Küchenben., zu verm.
Angeb. u. G 221 an
die Geſchſt. (*9772dsg
Bleichſtraße 85, I.
Gut möbl. Zime
mer, m. el. Licht, z.
vermieten. (E10h883
Roßdörfer Str. 23, I.
einf. möbl. Zim, ſo
z berm.
Kff
Luiſenſt. 88, I., möbl.
Zim. z. vm. (*1008
Pallaswieſenſte, 43,
I. r., einfach möbl,
Zim zu vm. (*10104
Fmöbl.
Mauerſtr. 10 Bim.
zu verm (*10100s0
Riedlingerſtraße 33,
III., möbl. Zimmer
*995420
zu verm.
Schwanenſtr. 26, II.,
möbl. Zim., m. el.
Licht z. verm. (53381
Roßdörfer Str. 5, II.,
möbl. Zim., el. L.,
zu vevmiet. (*10 011
Heinheimerſtraße73, II I.,
freundl. möbl. Zimm.
ſofort zu verm. /*10086
Karlſtr. 104, Stb. I., frdl
mb. Zim.z. vm. (*10089
Eliſabethenſtr. 23, III.
gut möbl. Wohn= und
Schlafz. elektr. Lich
u. Schreibt.) an
be=
rufstät., ſolid, Herrn
zu vermieten. (*10091
Herdweg 92, 1. St.,
2 möbl. Zimmer mit
Balkon,
Küchenzim=
mer u. Keller zu
ver=
mieten. Anzuſ. zw
3 u. 5 Uhr. (*10138si
Martinſtr. 66½, I.
zur möbl. Zim. m.
Balk. u. el. Licht z.
1. 5. z. verm (*9115
Wienersſtr. 52, Part.
mbl. Z., 1. 5. (*10049
Arheilger Str. 14,
möbl. Zim., el. Licht,
zu vermiet. (*10 019
Geldverkehr
Auf einige Monate
1000 Mark
geſucht. Sicherſtellung.
Zurück 1200.
Ange=
bote unter H 101 a.
Geſchſt. (*10050g
000M. geg
laSicher=
heit zu verleih. Agent
verb. Ang. u. H 98
an d. Geſchſt. (*10090
Wer beteiligt ſich ſtill
an gut rentierendem
alten Geſchäft mit
5000 Mk., die
hypo=
thekariſch auf großen
Beſitz ſichergeſtellt
werd.? Hohe Verzinſ.
garant. Ang. u. H 85
Geſchäftsſt. (*10051sg
500 Mk. Darl. geſ.,
mtl. Vergütg. 15 Mk.
Angeb. u. H 108 an
die Geſchſt. (*10116sg
Angeſtellter in
lang=
jähr. gehob, ſicherer
Stellung ſ. v.
Selbſt=
geb. 500 Mk. Hohe
Zinſen, monatl Rückz.
Sicherh., Bürgſchaft
vorh. Gefl. Angeb. u.
H 38 Geſchſt. (*9933
Darlehen
an Beamte u. kaufm.
Feſtbeſoldete zu 9%
in 12 Monatsraten.
Hypothekenz. d. günſt
Beding. Strengſte
Diskret. Max Weber,
Vertretg.
Viktoria=
traße 45, pt (6333a
on ermögl. ſtrebſ.
el Arb. v. Lande
durch Geldabgabe die
Erb. eines Wohnh.?
Nebeneink, durch die
Frau. Gefl. Zuſchr.
unt. Ang. derBeding.
unter H 111 an die
Geſchäftsſt. (*10133
mBekannter Kaufmann ſucht
15000.— Mk.
2 auf mehrere Jahre gegen Zinſen
und Umſatzbeteilg., gar. Umſatz
140000.— Angeb. ent. H 106
a. d. Geſchäftsſtelle. *10110
Nummer 104
Samstag, den 14. April 1928
Seite 7
Aus Heſſen.
* Eberſiadt im Baumblütenſchmuck.
Ihr Städter, ſucht ihr Freude,
So kommt aufs Land hinaus!
Seht — Garten, Feld und Weide
Umgrünen jedes Haus!
F. Eberſtadt ſteht gegenwärtig im vollſten Schmucke einer
ausge=
dehnten herrlichen Baumblüte. Nundherum alles eine einzige
große Blütenpracht. Es verlohnt ſich, dieſe wundervolle Baumblüte in
Augenſchein zu nehmen. Die Marienhöbe gleicht einem großen
einzigartigem Blütenflor und gewährt gleichzeitig einen veizendem
Aus=
blick in das Blütenmeer der vorderen Bergſtraße. Eine Luſt iſt es, über
dieſe Höhe hinweg durch das träumeriſche, ebenfalls im Blütenſchmuck
prangende Mühltal zu wandern, mit ſeinem bunten Wieſengrunde
auf der einen und dem zu gigantiſchem Felsgruppem vereinigten Höhen
mit herrlichen Blichen auf den vorderen Odenwald mit dem Frankenſtein
und dem Melibokus auf der anderen Seite. Der idylliſch gelegene
Kühle Grund mit ſeinem romantiſchem Waſſerfall ladet den
Wan=
derer zu einer kurzen Raſt ein und gewährt ihm einen Naturgenuß von
undergleichlicher Pracht. — Ein Sonntagsausflug hierher bietet kurzum
des Sehenswerten ſoviel, daß man freudig genießt, was die Natur
hier=
orts an Reichtum geſchaffen, und gerne und oft wiaderkehrt.
Daneben laden nach allen Seiten junggrüne Tannen= und
Buchen=
wälder mit wohlgepflegten Wegen, bald in der Ebene, bald auf ſonſt
anſteigenden Höhen, vor allem aber auch das initten herrlichen
Waldes=
grüns gelegene Villenviertel dem Wanderer und Ausflügler ein
und gewähren ihm eine geſunde, ſtaub= und bazillenfreie Waldluft, wie
man ſie beſſer ſich nicht wünſchen kann.
Auf, Ihr Städter, in die Baumblüte nach Eberſtadt!
J. Griesheim, 13. 2pril. Herrn Generaldirektor Willi Römheld=
Darmſtadt iſt es gelungen, ein Geſamt=Gaſtſpiel des
Darm=
ſtädter Orpheums für eine einmalige Aufführung der erfolgreichen
Ber=
liner Operetten=Notität „Am Rüdesheimer Schloß ſteht eine Linde” in
6 Bildern von Walter Fritz Dietrich für nächſten Sonntag abend 9 Uhr
im Feſtſaal „Zum grünen Laub” hier zu verpflichten. Die hieſige
Auf=
führung findet bei vollbeſetztem Orcheſter ſtatt. — Ein Pfungſtädter
Auto erlitt in der Obendorferſtraße einen Achſenbruch. Da das
Auto infolge langſamen Fahrens ſofort ſtand, entſtand kein weiterer
Schaden.
Aa. Eberſtadt, 13. April. Der Turnverein 1876 e. V. hält
am Samstag abend (14. Axril) eine Monatsverſammlung in ſeinem
Vereinslokal „Zur Eiſenbahn” ab, die ſich insbeſondere mit der
Teil=
nahme am Deutſchen Turnfeſt in Köln beſchäftigt. —
Zuſammen=
ſtoß. Im Mühltal ſtießen ein Radfahrer und ein Motorradfahrer
zu=
ſammen. Beide wurden ſo ſchwer verletzt, daß eine Ueberführung in
ein Krankenhaus notwendig war.
F. Eberſtadt, 13. April. Sonntagsfahrkarten nach
Eber=
ſtadt. Der hieſigen Bürgermeiſterei iſt von der Reichsbahndirektion
Mainz mitgeteilt worden, daß ſie auf den Bahnhöfen Mainz, Groß=
Gerau, Langen, Babenhauſen und Worms nunmehr Sonntagsfahrkarten
nach Eberſtadt aufgelegt und damit den Wünſchen der kürzlich bei ihr
vorſtellig gewordenen Verkehrsdeputation Rechnung getragen habe. Das
Entgegenkommen der Reichsbahndirektion wird hier allgemein dankbar
anerkannt und dürfte — beſonders in der gegenwärtigen Zeit der
Baumblüte — zur Hebung des Verkehrs in unſerem maleriſch gelegenen
Orte weſentlich beitragen. Sonntagsfahrkarten von Frankfurt nach
Eberſtadt waren bisher ſchon zu haben. Dies wird ſelbſtverſtändlich
auch weiterhin der Fall ſein.
Aa. Pfungſtadt, 13. Axril. Einbruch. Drei jugendliche
Bur=
ſchen brachten in einer der letzten Nächte den Mut auf, unter genauer
Verteilung der einzelnen Aufgaben in dem Portierraum eines hieſigen
größeren Betriebes Eingang zu ſuchen, um Gekd an ſich zu nehmen.
Sie wurden jedoch bei ihrem Vorhaben geſtört und in einem
eingehen=
den Verhör überführt. Vor acht Tagen hatten ſie bereits eine ähnliche
Miſſetat vollführt. — Todesfalle. Im Alter von 66 Jahren iſt
Jakob Polſter 3. geſtorben. Im Alter von 85 Jahren ſtarb Adam
Klein, wohnhaft Sandſtraße. — Wieſenſchluß. Wie amtlich
be=
kannt gegeben wird, ſind in der Gemarkung Pfungſtadt die Wieſen vom
15. April ab für jeglichen Fuhrwerksverkehr geſchloſſen. —
Billard=
klub. Der Billardklub Pfungſtadt hält am kommenden Samstag
abend im Gaſthaus „Zum goldenen Lamm” zwecks Austrags der
Tur=
nierſpiele eine Verſammlung ab.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 13. April. Geſtern abend wurde die
Feuer=
alarmſirene nach vorheriger Ausprobierung von der Lieferfirma „
Rhein=
elektra” der Gemeinde übergeben. Die Sirene hat eine Motorſtärke von
6 PS. Die Hörweite iſt mit dem Wind 12 Km., quer zum Wind 8 Km.,
gegen den Wind 4 Km. Nach der Probe angeſtellte Ermittlungen haben
ergeben, daß die Sirene auch in den abgelegenen Ortsteilen „
Villen=
viertel Trautheim” noch gut hörbar iſt. Bei einem in Kürze
ſtattfin=
denden, nicht vorbereiteten Feuerqlarm wird die Hörweite nochmals einer
befonderen Prüfung unterzogen. Jedenfalls iſt mit der Errichtung der
Sirene ein wichtiger Schritt vorwärts getan in der raſchen Alarmierug
der Feuerwehr und Einwohnerſchaft im Falle der Gefahr.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 13. April. Gemeinderatsbericht.
Gemeinderat Steiger erſtattet Bericht für die Elektrizitätskommiſſion,
insbeſondere über das Gutachten des Sachverſtändigen, Direktor Schmitz,
deſſen ſchriftlicher Bericht zur Kenntnis genommen wird. Nach dieſem
iſt die Erweiterung des Werkes eine unbedingte Notwendigkeit. Die
einzelnen Vorſchläge werden der Kommiſſion als Material überwieſen.
Des weiteren wird der mittlerweile erteilte Auftrag zur Inſtandſetzung
der Akkumulatorenbatterie beſtätigt. — Ueber die Erweiterungsanlage
des Friedhofs liegt jetzt eine von dem bauausführenden Architekten
ge=
fertigte Planſkizze vor, insbeſondere auch über die bei dieſer
Gelegen=
heit zu erſtellende Friedhofshalle. Die Skizze fand im Allgemeinen die
Billigung des Gemeinderates, ſo daß jetzt die endgültigen Pläne und
Koſtenvoranſchläge gefertigt werden können. — Zu dem von Ernſt
Geher eingereichten Geſuch betr. Umbau ſeines Amweſens in der
Fahr=
ſtraße ſoll auf Veranlaſſung des Hochbquamtes die Beufluchtlinie
ge=
ändert werden. Der Gemeinderat verhält ſich nach wie vor ablehnend
und beſchließt, es bei der alten Fluchtlinienführung zu belaſſen. — Die
Heſſiſche Landeshypothekenbank A.=G. Darmſtadt begehrt nunmehr aus
den bereits zurückgezahlten, auf Grund von Darlehnsverträgen ſeinerzeit
aufgenommenen Kommmaldarlehen, Aufwertung. Sie ſtützt ſich hierbei
auf eine evgangene Reichsgerichtsentſcheidung. Die Beſchlußfaſſung wird
zunächſt ausgeſetzt und die Verwaltung beauftragt, noch nähere
Ermitt=
lungen anzuſtellen bzw. gegebenenfalls ein Rechtsgutachten einzuholen.
— Gemäß eines in der Hauptverſammlung der Sterbekaſſe gefaßten
Be=
ſchluſſes, nochmals an den Gemeiderat heranzutreten mit dem Antrage,
den ſeinerzeit gefaßten Beſchluß wieder rückgängig zu machen, wird der
zur Beratung geſtellte Antrag mit ſechs gegen fünf Stimmen bei einer
Stimmenthaltung abgelehnt. — Die Gemeinnützige Baugenoſſenſchaft,
„Wildnis” würnſcht Abänderung des in letzter Sitzung gefaßtem
Beſchluſ=
ſes, wonach ſich die Gemeinde an dem entzſtehenden Waſſerableitungskoſten
am alten Dieburger Weg nur dann beteiligt, wenn das Waſſer durch
einen Kanal abgeleitet wird. Der Gemeinderat hat keinen Anlaß, ſeinen
Beſchluß zu ändern, da der Sache wit der geplanten Errichtung eines
offenen Grabens keineswegs gedient iſt. — Das Weggelände am alten
Dieburger Weg wird den Anliegern auf weitere neun Jahre zu den
bisherigen Bedingungen überlaſſen. — Die Abſchaffung eines
abgängi=
gen Zuchtbullen und eines Faſelebers wird beſchloſſen. — Der Antrag
des Bürgervereins zur Einleitung von Verhandlungen zum Anſchluß
an die Gasfernverſorgung wird zur Kenntnis genommen und der
Ver=
waltung als Material überwieſen. — Ein weiterer Antrag des
Bürger=
vereins auf Erſtellumg einer Baumallee in der oberen Banhofſtvaße wird
bis zum Herbſte vertagt. — Die Anahme eines Bürolehrlings auf dem
Bürgermeiſtereibitro wird genehmigt. — Gemeinderat Keil beantragt
die Anſchaffung eines Sprengwagens. Der Gemeinderat ſtehr dem
An=
trag wohlwollend gegenüber und beauftragt die Verwaltung, Angebote
einzuholen.
G. Ober=Ramſtadt, 13. April. Als der älteſte Mam unſeres Ortes
verſtarb hier im Alter von 90 Jahren Herr Karl Schulz 3., der erſt am
2. Oſterſeiertag ſeinen 90. Geburtstag feiern konnte. Er war einer der
wenigen hier noch lebenden Veteranen von 1870/71.
f. Roßborf, 13. April. Nutzholzverſteigerung. Die letzte
Nutzholzverſteigerung im hieſigen Gemeindewald findet am Dienstag,
den 17. ds. Mts., vormittags 9½ Uhr, ſtatt. Näheres ſiehe
Anzeigen=
teil. — Aufnahme der Schulpflichtigen. Am Montag,
den 23. ds. Mts., vormittags 9 Uhr, erfolgt die Aufnahme der
ſchul=
pflichtigen Kinder in der Schule Erbacherſtraße. Es kommen in betracht
alle Kinder, die bis zum 30. September 1928 das 6. Lebensjahr
zurück=
gelegt haben. Impfſcheine müſſen bei der Aufnahme mitgebracht werden.
f. Roßdorf, 12. April. Freiwillige Sanitätskolonne.
Am Samstag, den 14. d. M., abends 8 Uhr, findet im Saale
Kaffen=
berger die Schlußprüfung der Freiwilligen Sanitätskolonne vom
Roten Kreuz ſtatt. Alle Intereſſenten ſind hierzu eingeladen.
— Groß=Umſtadt, 31. April. Die Aufführung der Johannes=
Paſſion von Heinrich Schütz, geiſtliches Oratorium für Soli,
ge=
miſchten Chor und Orgel durch den „Gemiſchten Chor Liederkranz” in
der Stadtkirche am Gründonnerstag abend muß als eine Leiſtung
an=
geſprochen werden. Die ſchwierige Aufgabe, die ſich hier der Chor und
ſein Dirigent geſtellt hatten, wurde gut gelöſt. Zur Einleitung gab der
Leiter, Herr Bernd Zeh aus Darmſtadt, ein kurzes Lebensbild des
„Vaters der deutſchen Muſik”, Heinrich Schütz. Der kleine, gut geſchulte
Chor bewältigte die Chöre tonlich und rhythmiſch recht gut und hob,
wo es dem Inhalt entſprach, den Vortrag zu ausdrucksvoller, teilweiſe
dramatiſcher Geſtaltung. Hervorragend glücklich war die Wahl der
Soliſten. Herr Konzertſänger Landzettel (Darmſtadt) fang den
Evan=
geliſten mit edlem ſprachlichen Ausdruck und dem wunderbaren
Wohl=
klang ſeines lyriſchen Tenors, Herr Opernſänger Ormanns ( armſtadt)
die Worte Jeſu und die Partie des Pilatus mit vollem, ſchönem und
auch in den hohen Lagen angenehmen Baßbariton. Die kleine
Mezzo=
ſopranpartie, von Fräulein Hillrich ſchön geſungen, paßte gut in den
Rahmen ein. Frau Abels=Maſer hatte in dankenswerter Weiſe die
Begleitung am Harmonium übernommen und gewandt durchgeführt.
Auf die ausdrucksvollere Orgelbegleitung mußte leider verzichtet werden,
da die Raumverhältniſſe auf der Orgelempore die Unterbringung des
Chors nicht zuließen. Der Beſuch war gut, hätte aber beſſer ſein
kön=
nen. Warum dieſe Teilnahmsloſigkeit einem Werke gegenüber, das
heute unbeſtrittene Bedeutung in der deutſchen Muſikgeſchichte hat, und
einer Aufführung gegenüber, die ſo viel ſelbſtloſe Arbeit, diel Zeit und
Opferwillen der Au führenden verlangt.
X. Dieburg, 12. April. Der Turnverein Dieburg hatte ſeine
Mit=
glieder auf den Abend des zweiten Oſterfeiertages zu einem
Fami=
lienabend eingeladen, der im Mainzer Hof ſtattfand. Der erſte
Sprecher des Vereins, Herr J. Rödler, begrüßte, nachdem ein Schüler
Clarius einen Vorſpruch vorgetragen und ein Herr Lohnes einen
humo=
riſtiſchen Prolog geſprochen hatte, die Erſchienenen und gab die Gründe
bekannt, weshalb in dieſem Jahre der Turnverein von einer größeren
Feier, insbeſondere Theateraufführung, Abſtand genommen habe, wies
auf den familiären Charakter der Veranſtaltung hin und wünſchte den
Gäſten einen unterhaltſamen Abend. Den Anweſenden wurden
man=
cherlei Darbietungen auf turneriſchem Gebiet vorgeführt, ſo Frei= und
Stabübungen der Turner, Frei= und Geräteübungen der Schüler; die
Turnwarte, die Herren Remſpecher und Chriſt und der „Turnvater”
Treber, der die kleinſten Turner vorführte, konnten ſpäter den Dank des
Vorſitzenden ernten. Daß die Turnerinnen mit ihren immer gern
ge=
ſehenen hübſchen Reigentänzen nicht fehlen durften, war
ſelbſtver=
ſtändlich. Herr Willi Danz ſorgte am Klavier für die muſikaliſche
Un=
terhaltung. Als Gäſte erſchienen in ihren bayriſchen Trahten
Mit=
glieder des Darmſtädter Volks= und Gebirgstrachtenvereins „Almrauſch”
und führten urwüchſige Volkstänze vor. Alle Darbietungen fanden
ver=
dienten Beifall.
b. Erbach i. O., 13. April. Elektro=Werbewoche. Im
Mittelpunkt der geſtrigen Abendveranſtaltung ſtand der Vortrag des
Herrn Bürgermeiſters Dengler über „Gasfernverſorgung und
Entwick=
lung des ſtädtiſchen Elektrizitätswerkes‟. Die geräumige Feſthalle war
bis auf den letzten Platz beſetzt. Viele mögen wohl weniger dem Thema
des Abends, als den geſanglichem und muſikaliſchen Genüſſen zu Liebe,
die das Programm verſprach, gekommen ſein. Die Ausführungen des
Herrn Referenten gipfelten namentlich darin, daß die
Gasfernverſor=
gung heute wenigſtens für unſer Wirtſchaftsgebiet nichts weiter ſei, als
ein Problem, deſſen Durchführung aber noch gewaltige Schwierigkeiten,
namentlich auf finanziellem Gebiet, entgegenſtänden. Er ſtellt feſt, daß
für uns jetzt und für die nächſte Zukunft das Elektrizitätswerk die
ge=
gebene Energiequelle ſei. Er betont ausdrücklich, daß ſich kein
vermünf=
tiger Menſch der Einführung von Gas widerſetze, daß aber die
Einfüh=
rung bei uns nur dann möglich ſei, wenn unſerer finanziell ſchon
über=
laſteten Gemeinde keine Unkoſten hieubei entſtehen. Auch kann
ſelbſtver=
ſtändlich nur billiges Gas für uns einen Wert haben. Nur von dieſen
Geſichtspunkten aus kann die Einführung von Gas in unſere Gemeinde
überhaupt erwogen werden. Awſchließend brachten muſikaliſche und
ge=
ſangliche Darbietungen den Beſuchern genußreiche Stunden, deren
Höhe=
punkt durch die vorzüglichew Lieder der Sängerim Fräulein Gretel
Bauer von der Stuttgarter Oper erreicht wurde. Auch das beſtbekannte
Quartett des Arbeitergeſangvereins „Vorwärts” zeigte ſich ſeiwer
Auf=
gabe in gewohnter Weiſe gewachſen. Den muſikaliſchen Teil hatten die
Herren Dr. Beck (Klavier), Käppele ud Stellwag (Violine)
übernom=
men, die ebenfalls Vorzügliches boten. In dem Pauſen verteilte man
verſchiedene Koſtproben an das Publikum, die die vielſeitige
Verwend=
barkeit der elektriſchen Geräte anſchaulich bewieſen. Die Veranſtaltung
wurde gegen 12 Uhr durch Heirn Ing. Käppele geſchloſſen. —
Feuer=
löſchweſen. Der diesjährige ordentliche Kreisfeuerwehrtag der
frei=
willigen Feuerwehren des Kreiſes Erbach findet am Sonntag, den 22.
April b. J., nachmittags 2 Uhr, im Gaſthauts „Zum Adler” in Erbach
ſtatt. Die Tagesordnung, umfaßt verſchiedene wichtige Punkte. Unter
anderem ſpricht Herr Provinzialverbandsvovſitzender Kn über
aktuelle Tagesfragen und Herr Bürgermeiſte Dengler über die in
Aus=
ſicht ſtehende Unfallverſicherung der Feuevwehr. Vor Beginm der Tagung,
nachmitdags 1 Uhr, wird die Erbacher Wehr eine Uebung abhalten. Mit
einem zahlreichen Beſuch der Vertreter der Wehren und der Gemeindem
wird gerechnet.
* Hirſchhorn, 13. April. Waſſerſtand des Neckars am
12. April: 0,98 Meter; am 13. April: 1,64 Meter.
Ag. Linbenfels, 12. April. Aus dem Gemeinderat. Wie
in ſeitheriger Weiſe ſollen auch in dieſem Jahre die gemeinheitlichen
Fuhrleiſtungen an den Wenigſtfordernden vergeben werden. — Der
Rückkauf von Holz im Bruchgelände wird nach dem Vorſchlag von der
Forſtbehörde genehmigt. — Von einem edlen Spender, der nicht
ge=
nannt ſein will, wurden die Zeichnungen und Skizzen für ein neues
Friedhofsportal dem Kollegium gezeigt. Die Entwürfe ſind als gut
gelungen zu bezeichnen und fanden einſtimmigen Beifall. Die
Aus=
führung der Arbeiten wird demnächſt erwartet, wobei auch die
Fries=
hofserweiterung mit in Angriff genommen wird. — Bei den kürzlich,
vorgenommenen Arbeiten an der Waſſerleitung in der
Gumpenerkreuz=
ſtraße iſt der Unternehmer unerwartet auf Felſen geſtoßen. Eine
hier=
mit begründete Nachforderung wurde genehmigt. — Der Verſchönerungs=
und Verkehrsverein hat ſich mit einer Eingabe an die Gemeinde
ge=
wandt, um einen neuen, gut fahrbaren Weg nach dem Schwimmbad
anzulegen. Nachdem das Gelände Eigentum der Gemeinde iſt und der
Verein die ganzen Einrichtungen mit eigenem Geide beſchafft hat, kann
der Gemeinderat nicht umhin, die weitgehendſte Unterſtützung
zuzu=
billigen. Der Verſchönerungsverein wird beauftragt, geeignete Pläne
der Gemeindeverwaltung vorzulegen. — Der Wirtſchaftsverband
bil=
dender Künſtler Deutſchlands, Gau Heſſen, hat auh in dieſem Jahre
wieder die Abſicht, in der Turnhalle eine Kunſtausſtellung zu
veran=
ſtalten. Die Ausſtellung ſoll ähnlich gehalten werdeu wie in früheren
Jahren, und Lindenfels iſt deswegen wieder gewählt worden, weil von
ſeiten der Bevölkerung, der Paſſanten und Kurgäſte im letzten Jahre
reges Intereſſe entgegengebracht worden iſt. Dieſe Veranſtaltung ſoll
vor allem den Künſtlern unſeres Heimatgebietes Gelegenheit geben,
ihre im Winter hergeſtellten Arbeiten zu zeigen ud nach Möglichkeit
abzuſetzen. — Die Gemeinde Lindenfels läßt nunmehr mit
Unter=
ſrützung der Provinz Starkenburg Kleinpflaſter innerhalb der
Orts=
durchfahrt herſtellen. Die hierdurch notwendige bedingte Finanzierung
wird durch eine Anleihe gedeckt. An Stelle der früher verwendeten
Zementrandſteine wurden dieſelben aus Granit gewählt, welche aus
einem benachbarten Steinbruch geliefert werden.
A. Schlierbach, 13. April. Konfirmation. Kommenden
Sonn=
tag werden nach alter Sitte die Konfirmanden und Konfirmandinnen
unſeres Kirchſpiels vorgeſtellt. Es ſind dieſes Jahr 18 Knaben und
27 Mädchen, alſo 45 Kinder, davon aus Ellenbach 12, Lauten=Weſchnitz
7, Winkel 5, Glattbach 5, Schlierbach 4, Breitenwäſen, Erlenbach,
Euls=
bach und Scheuerberg je 2, Kolmbach, Schannenbach, Seidenbach und
Seidenbuch je 1. Aus den Filialen Jgelsbach, Knoden, Linnenbach und
Mittershauſen kommen dieſes Jahr keine Kinder zur Konfirmation.
Bl. Fürth, 12. April. Maſſenauflaß von Brieftauben.
Am Sonntag morgen, am 15. April, werden die hieſigen Einwohner
ein ſeltenes Schauſpiel genießen. Die Brieftaubenvereimgung
Bens=
heim und Umgebung, zu der die Vereine von Bensheim, Bickenbach,
Heppenheim, Lorſch, Kleinhauſen, Viernheim und Lindenfels gehören,
läßt nämlich am Bahnhof 2000—3000 Brieftauben los. Der Auflaß
wird nicht vor 9 Uhr morgens erfolgen. Da ſich die kleinen geflügelten
Boten während des Krieges draußen im Felde viele Freude
erwor=
ben haben, wird das Intereſſe an dieſem Schauſpiel naturgemäß ſehr
groß ſein. Am folgenden Sonntag, den 22. April, werden dieſelben
Tauben in Wald=Michelbach aufgelaſſen.
H. Aus dem Weſchnitztal, 13. April. Blütenflor. Auch in
un=
ſerem Tale zeigen jetzt die Bäume ihren Blütenſchmuck. Kirſchen,
Pflaumen und Aprikoſen haben ihre reichen Blütenhüllen entfaltet.
Zwetſchen=, Birn= und Apfelbäume ſind mit der Entfaltung ihrer
Blü=
ten noch zurück. Infolge des herrlichen Wetters haben die Landwirte
bereits mit dem Stecken der Kartoffeln begonnen.
Bm. Hofheim (Ried), 12. April. Das vierjährige Töchterchen eines
hieſigen Bahnbedienſteten wurde bei einem Familienſpaziergang von
einem Radfahrer zu Boden geſchleudert, daß es ein Bein brach, und noch
weitere Verletzungen davontrug. Der Radfahrer fuhr umbekümmert
weiter, ſo daß ſeine Perſonalien nicht feſtgeſtellt werden konnten.
* Gernsheim, 13. April. Waſſerſtand des Rheins am
12. April: —0,03 Meter; am 13. April: —0,01 Meter.
z. Rüſſelsheim, 12. April. Ausarbeitung eines
Stadt=
bauplanes. Die Stadtverwaltung hat baureifes Gelände
in großem Umfange evworben und überläßt es den Bauluſtigen zu
billi=
gem Preiſe, wenn innerhalb 2 Jahren gebaut wird. Durch die weiteren
Vergrößerungen der Opelwerke rechnet man innerhalb
eines Jahrzehntes mit einer Verdoppelung der Einwohnerzahl. Die
Stadt läßt daher durch einen Baufachmann einen, allen Anforderungen
des neuzeitlichen Städtebaues angepaßten Stadtbauplan
aus=
arbeiten.
Ac. Worms, 12. April. Tagung der heſſiſchen
Licht=
ſpieltheaterbeſitzer. Vorgeſtern fand hier die diesjährige
Mitgliederverſammlung des Landesverbandes der Lichtſpieltheaterbeſitzer
von Heſſen und Heſſen=Naſſau ſtait, die neben einer größeren Zahl
interner Angelegenheiten ſich mit der Frage der Vergmigungsſteuer
befaßte und eine Entſchließung annahm, in der die verſchiedenen Wünſche
der Verſammlung zuſammengefaßt wurden. Außerdem wurde in einem
Vortrage die Frage der kommenden Wahlkämpfe behandelt und davor
gewarnt, mit den Parteien zu verhandeln, wie ſie ſich zu der
Film=
indnſtrie ſtellen. Beſſer ſei in jedem Falle mit der Regierung
unmittel=
bar zu verhandeln, denn das Verlangen, daß eine Partei ſich für die
Filminduſtrie einſetze, habe unweigerlich als Gegenleiſtung die
For=
derung zur Folge, Wahlfilme in den Kinos zu zeigen. Dies ſei aber
der Anfang der Parteikinos, was unter allen Umſtänden vermieden
werden müſſe, deshalb ſei im Wahlkampf vollſtändige Neutralität
er=
forderlih. — Der Arbeitsm arkt zeigte in der letzten Woche eine
weitere Beſſerung. Die Zahl der Arbeitsloſen iſt erneut um etwa 5
Prozent auf 2900 geſunken, doch wurden in vielen Fällen Einſtellungen
nur auf kurze Zeit vorgenommen. Die Belebung in den Außenberufen
hält an.
Ah. Spiesheim (Rhh.), 11. April. 40. Jubelfeier. Der
Ge=
ſangverein „Sängerbund” Spiesheim, der dem Gau Alzey des
Heſſiſchen Sängerbundes nach deſſen jetzt erfolgten Gründung
beige=
treten iſt, begeht im kommenden Jahre ſeine 40. Jubelſeier und
veran=
ſtaltet aus dieſem Anlaß einen nationalen Geſangwettſtreit. Als
Feſt=
tage wurden der 8., 9. und 10. Juli feſtgelegt. — Die Eindweihung der
neugeſchaffenen Sängerhalle wird am 13. Mai ds. Js. vor ſich gehen.
Haus-Standuhren!!
Direkt ab Spez.-Fabrik
konkurrenzl. billig
von Mk. 70.— an
IAngen. Teilz, mehri Garantie
Ueberaus viele Dankschreiben
Katalog kostenlos
Vertreterbesuch unverbindlich
Spezial-
E. Lauffer Babrik
ASchwenningen a. N. (cchwarzw.)
(II. St. 64)
Vefe
empfehle:
Anzüge
von Modeſtoffen,
Cord, Leinen uſw.
in allen Formen.
Hoſen
von Mancheſter,
Cheviot, Trachten=
(74
ſtoffen,
Pelerinen
m Kapuze als beſter
Wetterſchutz.
Gg. Schmeck
fr. Daum
Ochſengaſſe 26,
im Anker”.
Grochapparaie
in beſt. Qualität, zu
ſtaunend bill. Preis
kaufen Sie nur (2251a
beim Pachmann
im
Ausikhaus Bund
Schuchardſtr. 9.
Teilzahlg. gern geſtattet.
jeparat. prompt u. bill.
Bücher. Noten,
Zeitſchriſten
erden gut u. preis
wert gebunden
Horn, Alexander
ſtraße 4.
(1459
An küblen Uebergangstagen
wenn es in den Zimmern noch nicht warm
ist, sich das Heizen der Ofen aber nicht mehr
lohnt, ist eine
elektrische Heizsonne
das richtige Heizgerät.
Sie können Sie an jeder Lichtleitung
an-
schließen, an jedem Arbeitsplatz verwenden,
sie spendet eine mollige Wärme und
ver-
braucht in / Betriebsstunde nur für 6₰ Strom.
Preis: 14.25 Mk.
Rheinelektra
Ernst-Ludwigstr. 10
Fernsprecher 3440
Veber 50 eigene Werke, Miederlassungen und Verkautsstellen in Süd- und Westdeutschland
Roſenſtäbe
Baumſtangen
in allen Gröf
A. Caſtritius
Nachfolger
G: m.
Mühlſtraße 22: (4907a
Fernruf 545/46.
Liefer=Auto
mit Kaſtenaufbau für
Mark.
Müller & Ober
Rheinſtraße 39.
18a
billigſten Preiſen
wver
Autoreifen u. Schläuche
unter Garantie für
Haltbar=
keit repariert
Haltera Dillmann
Bulkaniſier=Anſtalt
Heidelbergerſtraße 65
Fernruf 3704 (1673a
INGEwiEux-Schuts
Lun lag
Maschinendau Elektro.
TechnikHocR-ÜHSfDZU,
Mfonindüstria Setresate
weramelster-A bfation
Mifrnitt St.d-Farins Ladrpſäns
Gelegenheit!
OAKLAND-
LIMOUSINE
5=Sitzer, 6 Zylinder,
Mk. B00.—. (6698 a
Donges & Wieft.
Auto= u.
Motor=
rad. Reparaturen
gut u. billig
Konrad Hirsch
Ober=Ramſtadt
Aliceſtr. 18. Tel, 67.
Dapolin-Straßenpumpe (Auto-del
bgabe vorin, ab 6 Uhr bis nachts 19 Uhr (5744a
Hotel Schmitz, Rheinstraße 50
Horsicht!
Motorradlaßren
Bevor Sie ſich zum Kauf entſhließen, beſichtigen
Sie die zwei bekannten Weltmarken
F. M., 350 ccm und 500 ccm
Ariel, 500 ccm
Modell 28
(2791a
Vertr.: Jos. Kempa, Karlstr. 30
Seite 8
Nachrichten des Standesamts Darmſiadt.
Geſtorbene. Am 5. April: Eliſabeth Röcker. Diakoniſſe, ledig,
33 J., Erbacher Str. 25. Wilhelm Heinrich Ludwig Friedrich Schaaf,
Forſtrat i. R., 61 J., Aliceſtr. 25. Georg Pfeiffer, Fabrikarbeiter,
58 J., Arheilger Str. 48. Am 6. April: Johannes Mehring.
Ueber=
wachungsbeamter i. R., 54 J., Eſchollbrücker Str. 3. Adelbert Paui
Heime, Student, ledig, 21 J., Hermannſtr. 17. Erika Marie. Lena
Hegewald, 5 J., Michaelisſtr. 18. Am, 7. April: Chriſtine Adami, geb.
Hedderich, 79 J., Witwe des Zugführeus i. R., Landskronſtr. 63. Am
6. April: Richard Theodor Alfred Cgeſar, Generalagent, 69 J.,
Kies=
ſtraße 89. Adam Weimar, Privatdiewer, 72 J., Blumenthalſtr. 35. Am
8. April: Heinrich Johann Daniel Seibel, Prokuriſt, 75 J.,
Gutenberg=
ſtraße 6. Am 7. April: Johann Luhwig Knecht, Maurer, 57 J.,
Offen=
thal, hier Grafenſtr. 9. Peter Reeg, Fabrikarbeiter 62 J., Grohberg=
Kolonie 7e. Am 8. April: Hans Vernhard Baumeiſter, 9 Mon.,
Mol=
denhauerweg 15. Am 7. April: Eliſabethe Richter, geb. Schimpf, 71 J.,
Witwe des Gaſtwirts, Nieder=Weiſel, hier Lichtenbergſtr. 71. Am
8. April: Maria Margarete Schüler, geb. Schnellbächer, 58 J.,
Ehe=
frau des Werkhelfers, Ahaſtraße 14. Am 7. April: Irma Marie Emilie
Anna Eliſe Leißler, geb. Werkh, 33 J., Ehefrau des
Regierungsbau=
meiſters, Ludwvigshöhſtr. 1. Am 10. April: Marie Lamp, geb. Schmitt,
81 J., Witwe des Poſöſchaffners, Gervinusſtr. 47. Am 9. April:
Chri=
ſtoph Jakob Schneiker, Landwirt, 58 J., Dornheim, Kr. Groß=Gerau.
Am 10. April: Bartholomäus Jacoby, Schloſſer, 60 J., Große
Bach=
gaſſe 6. Georg Wilhdm Emig, Hilfsarbeiter, Große Bachgaſſe 14.
Anna Margarete Cardung, geb. Fey, 86 J., Witwe des Werkmeiſters,
Viktoriaſtr. B. Am 11. April: Friedel Rohrbach, 3 Mon Beſſunger
Str. 88½. Am 10. April: Marie Magdalene Karoline Briſchkofsky,
geb. Dern, 66 J., Wütwe des Dentiſten, Saalbauſtr. 8. Am 11. April:
Katharina Eliſe Gerbig, geb. Knopp, 83 J., Witwe des Landwirts,
Liebigſtraße 43. Am 12. April: Johann Chriſtian Auguſt Wörißhoffer,
Eiſenbahniekretä= i. R., 73 J. Kittlerſtr. 36. Am 11. April: Georg
Leonhard Heß, Gilfsarbeiter, 50 J., ledig, Mühlſtr. 39.
Kirchliche Nachrichten
Evangeliſche Gemeinden.
Sonntag Quaſimodogeniti (15. April 1928).
Stadtkizche. Samstag, 14. April, abends 8,30 Uhr: Andacht. —
Sonntag, 15. April, vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die
Markus=
gemeinde. Pfarrer Vogel. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Wagner.
Stadtkapelle. Vorm. 8,30 Uhr: Morgenandacht. Pfarrer Heß.
Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die Kaplaneigemeinde. Pfarrer Heß.
— Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfärrer Heß. — Abends 6 Uhr:
Abendgottesdicnſt. Pfarraſſiſtent Du. Wendel.
Schloßkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Bergér.
Konfirmandenſaal im Schloß. Sonntag, 15. April, abends 8 Uhr:
Chriſtlicher Zugendverein. — Montag, 16. April, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (jüngere Abteilung),
Poſaunen=
chor. — Dieistag, 17. April, abends 8 Uhr: Mädchenvereinigung der
Schloßgemeinide. — Mittwoch, 18., und Samstag, 21. April, nachm. 2
bis 4 Uhr: Handarbeitsſchule der Stadtgemeinde.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 15. April, vorm. 9 Uhr:
Chriſtenlehye für die Reformationsgemeinde=Oſt. Pfarrer
Lauten=
ſchläger; 11.15 Uhr: Chriſtenlehre für die Reformationsgemeinde=Weſt.
Pfarrer Wagner. — Abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der
Stadt=
gemeinde (ältere Abteilung). — Montag, 16. April, abends 8 Uhr:
Jugendbuud der Lukasgemeinde. — Dienstag, 17. April, abends 8 Uhr:
Kirchenchor der Stadtkirche. — Jugendvereinigung der Stadtgemeinde
(jüngere Ableilung). — Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde
(füngere Abteilung). — Mittwoch, 18. April, nachm. 3 Uhr: Jungſchar
der Stadtgemeinde, Gruppe 2. — Abends 8 Uhr: Kirchenchor der
Stadt=
kapelle und Schloßkirche. — Jugendbund der Markusgemeinde (ältere
Abteilung). — Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (ältere
Abteilung). — Donnerstag, 19. April, abends 8 Uhr: Jugendbund der
Lukasgemeinde (Singkreis). — Freitag, 2. April, abends 8 Uhr:
Mütterabend der Stadtgemeinde. — Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
. Jugendbud der Markusgemeinde (jüngere Abteilung). — Samstag,
21. April, machm. 3 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde, Gruppe 2,
Sportplatz am alten Arheilger Weg.
Samstagrden 44:April 1928
Feierabend Stiſtsſtraße 51). Mittzuoch, 18, und Samstag, 21. Aprik,
nachm. 4 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde Gruppe 1.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Marx.
Krunkenpflege durch Diakonen: 1. Hauptſtation Heidelbergerſtr. 21,
Fernſprecher 2883; 2. Nebenſtation Mauerſtraße 5 (in der
Kleinkinder=
ſchule der Martinsgemeinde).
Edang Wohlfahrtsdienſt: „Gemeindehaus, Kiesſtraße 17.
Sprech=
ſtunden vormittags von 10—12 Uhr. Fernſprecher 2379.
Gemeindeamt für kirchliche Steuerangelegenheiten: Gemeindehaus,
Kiesſtraße 17, Vorderhaus, 1 Treppe. Geſchäftsſtunden vorm. von
8—12 und nachm. von 3—6 Uhr. Fernſprecher 2379.
Martinskirche. (Kollekte für kirchliche Zwecke.) Samstag, 14. April,
abends 6 Uhr: Beichte und Vorbereitung zum heiligen Abendmahl.
Pfarrer Köhler. — Sonntag, 15. April, vorm. 8,30 Uhr: Chriſtenlehre
für die Weſtgemeinde, 2. Abteilung, im Gemeindehaus. Pfarrer Bergér.
— Vorm. 9 Uhr: Konfirmation der zweiten Konfirmandenabteilung
der Oſtgemeinde mit Abendmahlsfeier. Pfarrer Köhler. — Nachm.
2 Uhr: Kindergottesdienſt für die Weſtgemeinde. Pfarrer Bergér. —
Mittwoch, 18. April, abends 8 Uhr, im Martinsſtift: Bübelſtunde über
2. Korinther, Kap. 1.
8 Uhr, im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung Weſt; im Martinsſtift: Neiſe nach der Süidſee‟.)
Monatsverſammlung des Frauenvereins. — Dienstag, 17. April, abends
8 Uhr, im Gemeindehaus: Jugendvereinigung; im Martinsſtif:;
Kirchenhor. — Donnerstag, 19. April, abends 8 Uhr, im Gemeinde= Eliſabethenſtraße), Sonntag, 15. April, vorm. 10 Uhr:
Menſchenweihe=
haus: Mädchenvereinigung Weſt; im Martinsſtift: Mädchenvereinigung handlung mit Predigt. Vorm. 11,15 Uhr: Kinder=Sonntagshandlung.
Oſt; Mauerſtraße 5: Poſaunenchor. — Freitag, 2. April, abends 8 Uhr,
im Gemeindehaus: Jugendvereinigung (ältere Abteilung); im
Martins=
ſtiſt: Mütterabend Oſt.
Johanneskirche. Samstag, abends 8—9 Uhr: Chriſtenlehre der
Konfirmanden des Südbezirks in der Kirche. Pfarrer Goethe. —
Sonn=
tag, vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer, Goethe. — Vorm.
11,15 Uhr: Kindergottesdienſt.
Die Johanueskirche iſt wochentags von 7—7 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vormittags
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Georgi. — Vorm. 11,15 Uhr:
Kindergottesdienſt.
Chriſtenlehre. — Sonntag, 15. April, abends 8 Uhr:
Konfirmanden=
abend mit Lichtbildervortrag über den Teutoburgerwald. — Mittwoch,
18. April, abends 8,15 Uhr: Lichtbildervortrag von Herrn Dr. Krämer
über: „Bali, die Märcheninſel”. — Donnerstag, 19. Appil, ahends 8 Uhr:
Mütterabend.
Beſſunger=Kirche (Petrusgemeinde). Samstag, abends 8 Uhr:
Vor=
bereitungsgottesdienſt für das Konfirmationsabendmahl. — Sonntag, Uhr, im Feierabend, Stiftſtr. 51: Bibelſtunde. Prediger Loos=
Frank=
rorm. 9,30 Uhr: Konfirmation der Kinder des Oſtbezirks mit Feier furt a. M.
des heiligen Abendmahls. (Kollekte für den Kindergottesdienſt.) — Der
Kindergottesdienſt fällt aus. — Abends 8,15 Uhr: Jugendvereinigung:
Dienstag, abends 8,15 Uhr: Kirchenchor. — Freitag, abends 8,15 Uhr:
Kirchenchor.
Pauluskirche. Vorm. 9,30 Uhr: Konfirmationsfeier mit Abendmahl.
Pfarrer Rückert. (Kollekte für die Paulustirche.) — Nachm. 5 Uhr: Nack mation der Mädchen mit hl. Abendmahl. — Mentag, 8 Uhr:
Mädchen=
feier mit Austeilung der Bedenkſheine. Pfarrer Nückert. — Abends
— Dienstag, abends 8 Uhr: Kirchenchor. — Mittwoch, abends 8 Uhr: In der Provinzial=Pflege=Anſtalt Gottesdienſt 1,30 Uhr.
Sitzung der Gemeindevertretung. — Samstag, abends 8 Uhr: Turnen
der Jugendvereinigung.
Stiftskirche, Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Waldeck. — turm. 930 Uhr: Hauptgottesdienſt. 1030 Uhr: Chriſtenlehre.
Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Evang, Sonntagsverein. Nach= Montag: Frauenverein. — Dieustag; Kirchengeſangverein und
Poſau=
mittags 4—7 Uhr: Vereinsſtunden. (Bei ſchönem Wetter Spaziergang.) mähchenverein,
— Donnerstag, 19. April, abends 8 Uhr: Betſtunde.
Luth. Gottesdfenſt (Selbſtändige evang.=luth. Kirche) an
Quaſimodo=
geniti, 15. April, im „Feierabend”, Stiftſtraße 51: 2,30 Uhr: Beichte,
10 Uhr: Predigtgottesdienſt und hl. Abendmahl. Pfarrer Franke,
Frandfurt.
— Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 3,30 Uhr: Bibel= heit zur hl. Beichte. 7 Uhr: Frühmeſſe. Vor und in der hl. Meſſe
ſtunde. Anders=Semmel. — Abends 8 Uhr: Konfirandenabend mit
muſikaliſchen und deklamatoriſchen Darbietungen. — Montag, nachm. Kinderkommunion. 10 Uhr: hl. Meſſe. Nachm. 3 Uhr: Predigt und
4 Uhr: Miſſionsarbeitsſtunde. — Dienskag, nachm. 4 Uhr: Frauen= Andacht. — Werktagsmeſſe 7 Uhr.
bibelſtunde. — Abends 8,30 Uhr: Kriegerdankbund. — Mittwoch, abends
Nummer 104
830 Uhr: Gem. Chor. — Donnerstag, abends 8.15 Uhr: Lieder=Abend.
Horn=Quartett: Pfarrer Kalbhenn und Söhne. — Freitag, abends
8.30 Uhr: Bibelſtunde in der Kinderſchule, Beſſunger Str. 80. Prediger
Semmel. — Samstag, abends 8.30 Uhr: Poſaunenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr. 24). Sonntag, nachm. 2,30 Uhr:
Bibelbeſprechſtunde für junge Männer. — Nachm. 4,45 Uhr:
Bibel=
befprechſtunde für Mädchen. — Abends 8 Uhr: Konfirmandenabend. —
Dienstag, abends 8,30 Uhr: Mädchenkreis. — Mittwoch, abends 8,15
Uhr: Freundeskreis für junge Männer. — Donnerstag, abends 8 Uhr:
Gebetsſtunde für junge Männer.
Chriſtlicher Verein junger Mäuner e. V. (Alexanderſtraße 22,
In=
fanteriekaſerne, Hof lints.) Sonntag, 15. April, vorm. 9 Uhr: Tätige
Mitgliederverſammlung. — Nachm. 2—4 Uhr: Handballſpiel auf
unſe=
vem Sportplatz. — Abends 8 Uhr: Konfirmandenabend. — Montag,
16. April, abends 8,30 Uhr: Bibelbeſprechung (J.=C.). — Dienstag,
17. April, abends 8 Uhr: Poſaunenſtunde. — Mittwoch, 18. April,
nachm. 4 Uhr: Jungſcharſtunde. (Sport auf unſerem Spielplatz.) —
Abends 8,30 Uhr: Bibelbeſprechſtunde. — Donnerstag, 19. April, abends
8 Uhr: Heimabend. — Freitag, 20. April, abends 8 Uhr: Turnen und
Körperſchule (Ludwigsoberrealſchule). — Samstag, 21. April, nachm.
Martinsgemeinde (Verſammlungen). Montag 16. April, abends 4 Uhr: Jungſcharſtunde. (Lichtbilderoortrag von Herrn Zinſel: „Meine
Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städt. Akademie für Tonkunſt,
Freitag, 20., und Samstag, 21. April, abends 8,15 Uhr: „Albrecht
Dürers Botſchaft an das Chriſtentum”, zwei zuſammenhängende
Licht=
bildervorträge aus Anlaß von Dürers 400. Todestage. Martha
Heimeran).
Sonſtige Gemeinſchaften.
Chriftl. Verſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, vorm. 11 Uhr:
Kinderſchule. Nacm. 4,30 Uhr: Wortverkündigung. — Mittwoch,
abends 8,15 Uhr: Gebetsſtunde. — Freitag, abends 8,15 Uhr:
Wort=
betrachtung. Jeder herzlich eingeladen.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtraße 17.
Sonntag, 15 April, 10 Uhr: Gottesbienſt. Prediger Rudnitzky. 11 Uhr:
Sonntagsſchule. Hr. dan der Smiſſen. 16 Uhr: Gottesdienſt. Prediger
Veranſtaltungen. Samstag, 14. April, abends 8 Uhr: Rudnitzky. — Mittwoch, 18. April, 20,15 Uhr: Bibelſtunde. Jedermann
iſt herzlich eingeladen.
Chriftliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40) Sonntag, den
15. April, vormittags 9½ Uhr: Andacht. Nachmittags 3½ Uhr:
Jugend=
bund. Abends 8½ Uhr: Erangeliſation — Mittwoch, abends 8½4
Uhr: Bibelſtunde. Jedermann herzlich willkommen.
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 16. April, abends 8,39
Auswärtige Kirchen.
Evang. Kirche zu Nieder=Ramſtadt. Sonntag, 15. April (Quaſimodo=
Lichtbildervortrag. — Montag, abends 8,15 Uhr: Mädchenverein. — geniti), vorm. 9,30 Uhr: Hauptgottesdienſt. Vorm. 10,30 Uhr:
Chriſten=
lehre. — Montag; Jugendvereinigung und Jungmädchenverein.
Dienstag: Kirchenchor. — Mittwoch: Jungmädchenverein.
Evang. Kirche zu Eberſtadt. Sonntag, 15. April, 9,30 Uhr:
Konfir=
vereinigung. — Mittwoch, 8 Uhr: Kirchengeſangverein. — Donners=
8 Uhr: Jugendvereinigung. — Montag, abends 8 Uhr: Jugendbund, tag, 8 Uhr: Wartburgverein. — Freitag, 8 Uhr: Poſaunenchor.
Evang. Gemeinde zu Roßdorf. Sonntag Quaſimodogeniti, 15. April,
nerſchor. — Mittwoch: Jugendbund Wartburg. — Donnerstag: Jung=
Katholiſcher Gottesdienſt.
15. April (Weißer Sonntag).
St. Liebfrauen (Klappacherſtraße). Vor Sonn= und Feiertagen:
Nachmittags von 5—7 Uhr und abends von 8 Uhr an Beichtgelegen=
Stadtmiſſion (Mühlſtr. 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde. heit. An Sonn= und Feiertagen; Vormitrags von 6 Uhr an Gelegen=
Austeilung der hl. Kommunion. 8 Uhr: Hochamt mit Predigt und
Martinskapelle (Herdweg). Kein Gottesdienſt.
EHLT A T9
WEISSFRAUENSTR 11
AM0 SCHAUSBELHAUS
WW117 BEOUEME TELL.
Ihre/Vexlobung geben bekannt:
Lina Hauſer
Emil Röder
Darrhſitadt, den 15. April 1928.
Beckerfr. 23
(*10001)
Statt Karten.
Für die anläßlich unſerer ſilbernen
Hochzeit ſo zahlreich erwieſenen
Glückwünſche und Geſchenke ſagen
wir Allen unſeren herzlichſten
Dank.
Familie L. Eberhardt
Forſimeiſterſtraße 14. (*10044
4odeg=Anzeige.
Heute Morgen um 8 Uhr
ber=
ſchied nach kurzem, aber ſchwerem
Leiden meine Frau, meine
treu=
ſorgende Mutter, unſere liebe
Toch=
ter, Schweſter, Schwägerin und
4 Tante.
Martha Fuchs
geb. Götz
im blühenden Alter von 28 Jahren.
Im Namen der trauernd. Hinterbliebenen:
Familie Ludwig Götz.
Darmſtadt, den 13. April 1928
Nieder=Ramſtädterſtr. 20.
Die Beerdigung findet Montag,
den 16. April, nachmittags 3½ Uhr,
auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Für nur 11 Pfennige
wasehen und plätten wir
jeden Stärke-Kragen
KragenWäscherei Meingold
Elisabethenstr. 28. Kranichsteinerstr. 28.
191a
Marktpasbage.
Faltbeote
von Dr. WVerner-Klepper-Hart-
L F.B.-Ennua. Klotz,Ausrüstung
und Beklad
Spoxt-Adeln
Zulius Levi, Lehrer
Eina Lei, geb. Sichel
Arheilgerſtr. 46
Vermählte
Darmstadt
Gutenbergstr. 51
Gaukönigshofen
Trauung: Sonntag, den 15. April 1928, 2 Uhr
nachm, in der Synagoge Friedrichstraße.
(*9948)
Todes=Anzeige.
Aſſen Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Nachricht, daß heute Nacht mein lieber Mann,
unſer gufer Vater, Bruder, Schwager und Onkel.
Hert Fritz Praun
von ſeinem ſchweren, mit großer Geduld ertragenem
Leiden im Alter von 59 Jahren durch einen ſantten Tod
erlöſt wurde.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Louiſe Braun, geb. Schnellbacher
Louiſe Braun
Wilhelm Braun.
Darmſiadt, den 13. April 1928.
Die Beerdigung findet auf Wunſch des Entſchlafenen in
der Stille ſtatt.
Blumenſpenden ſind nicht im Sinne des Verſiorbenen.
Beileidsbeſuche dankend verbeten. *10092
Muur Mark 3T.50
kostet unser Konzert-Sprechapparat, genau wie Abbildung, Größe
42.42,831 cm in Eiche, 2 Türen und Haube, prima Aluminium-Schalldose,
runde Schalltonführung, vernickelter Bügeltonarm, starkes Federwverk und
B-cm=Teller, 5 Jahre Garandie für Jaulwerk und Anfrugsleder.
Mit starkem
Doppelteder-
schneckenverk,
ea. 10 Minuten
Nadtet
nur Aark 43.—.
Mit Elektvometall-
2D Jarnanc
Elektro-Schalldose
und
Doppelteder-
schneckenwerk
nur Mark 35.—,
Tul Einu
Unterfertigte erfüllt hiermit die traurige
Pflicht, ihre lb. A. H. A. H., A. M. A. M.,
E. M. E. M. und Bbr. Bbr. von dem
Ableben ihres lieben ja. B.
Emil Piallowons &½
cand. rer. elektr.
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
Die Darmſtädter Burſchenſchaft
i. A. d. B. Rugia
J. A.: Dankleff X
(6748
Darmſiadt, den 13. April 1928.
rate
ich
Ihnen:
Prüfen Sie die Preise
Ankra
ist billiger
Haum noiß
Elisabethen-Straße 31
Gegründet 1868 (6745
Vereinigung
früherer
Leibgardiſtenk
Darmſtadt.
Am Donnerstag verſchied unſer
langjähriges, treues Mitglied
Kamerad
Ghriſtian Wörißhoffer
Eiſenbahn=Oberſekretär i. R.
Die Beerdigung findet
Sams=
tag, den 14. April nachm. 2½, Uhr,
auf dem alten Friedhofe ſtatt.
Wir bitten die Kameraden um
zahlreiches Erſcheinen.
Treffpunkt 21 Uhr am
Ein=
gang vom Friedhof.
Der Vorſtand.
6755)
Trauerkränze
Schnittblumen
blühende Topfſlanzen
Blumenkunſt
für jede Gelegenheit,
aus eigner Gärtnerei,
fachgemäß, gut und
billig. (55889
Friedhof=
L. Weicker, Alle.
Fernſpr. 298.
Halte ab 16. wieder
Sprechſtunde
Dr. med.
Herta Kalcher
1ars
ügelſt
Billge 4792
Photo-Apparate
ſowie ſämtl.
Photo=
bedarfsartike, kaufen
Sie vorteilhaft be
Thiele Nacht.
Darmſtadt, Bleichſtraße 9,
und Alexanderſtr 19.
Anleitung, koſtenlos
Hornberger
wohnt Darmſta dt,
Waldſtraße 49
Sprechſt. tägl. 8-12, Mont.
u. Donn. a. 3-6 Uhr.
Urin bringen.
(5745a)
Zu vertauſch.:
Salon=
garn., blaßgr., gegen
Schreibtiſch. Ang. u.
A74 Geſchſt. (0025
Feu
Nerche
Deckmantel 2,25,4
Schläuche — 80.0
Donges & Wiest
Eliſabethenſtr. 25)=
BESEITIGUNG
1OAHR. SARANTIE.
FEACNNER
FRANKFURT .
SANDMEG G GRTENRAA
TEL CAROLUS 45 66
Jedem Apparal geben wir 400 Nodeln u. 7 Sfück 25 cm große
Konzert-
schallplalien — 14 Molletucke Im Gesamtwert von A. 19-- greiis bei.
Sämtliche Apparate werden in eisenem Werk fachmännisch hergestellt und
vor dem Versand geprütt. Kleine Kinderapparate und 1S-cm-Platten führen
wir nicht. Versand erfolgt per Nachnahme. Prachtkatalog über allel
anderen Apparate und Instrumente gratis und franko.
Husberg & Gomp., Neuenrade Nr. 122 (Westf.)
Hr. 5nmm 30 Mſchimnnſtrſtate Jf.50
Kinder-
e
EisU- tall- Betten betten,
Stahlmatr., günstig an Private, Katalog 684 frei
Elsenmöbelkabrik Suhl(Thär.
FI.Mgd.62)
Leinöl — Terpentin — Sicegtle
Drog, Secher Nachf., Ludwigshöhkkr. 1. (B.5092
Nummer 104
Samstag, den 14. April 1928
Seite 9
6741
Gute Oualitäten!
Allergrößte Auswahl!
Staunenswerte Billigkeit!
Viele verschiedene Lederfarben!
Tarran=Tut
Daman=Taut
Billige Preislagen
S Schuhwarenhaus
Inh. P. Wildau, Darmstadt
Mur Ladwisstr.16
Grohtes Spezialgeschaft für moderne und solide Schuhwaren
[ ← ][ ][ → ]Samstag, den 14 April 1928
Nummer 104
Oporl, Spier und Tarnen.
Handball.
Fußball.
Sportverein Darmſiadt 1898 — Phönix
Ludwigshafen.
Nach Pfalz Ludwigshafen wird am morgigen Sonntag ein weiterer
Vertreter des Rheinbezirks in Darmſtadt gegen die Ber antreten. Daß
man im Sportverein 98 für die Privatſpiele mit Vorliebe muf die
Geg=
ner zurückgreift, mit denen man in früheren Jahren dieſelbe
Bezirks=
zugehörigkeit teilte, iſt wohl in erſter Linie darauf zurückzuführen, daß
man nach den keineswegs guten Erfahrungen in der neugebildeten
Main=
gruppe die Einſicht gewonnen hat, daß gerade die Mannheim=
Ludwigs=
hafener Vereine, obwohl auch ihre. Spielwveiſe hauptſächlich dem
Kampf=
gedanken des Fußballſpieles Rechnung trägt, durch eine in langen
Jah=
ren erzielte ſportliche Erziehung die Gewähr für ſportlich einwandfreie
und hochſtehende Spiele bieten. Phönix Ludwigshafen hat in den letzten
Jahren ſtets mit wechſelndem Erfolg gegen die Darmſtädter gekäwpft.
Man entſinnt ſich wohl noch der hohen Niederlagen, die in den erſten
Jahren der Bezirksligazugehörigkeit in Ludwigshafen von den
Lilien=
trägern hingenommen werden mußten, während dieſe ſich auf eigenem
Platze mit allerdings ganz knappen Siegen revanchierten. Im Spieljahr
1926/27 gelang dem Darmſtädtern zum erſten und einzigen Male ein
3:2 Sieg in Ludwigshafen, wofür dann Phönix Ludigshafen die
Darm=
ſtädter am Böllenfalltor mit 4:0 hineinlegte. Dieſe hohe Niederlage
haben die 98er im morgigen Privatſpiel wettzumachen. Ob ihnen dies
gelingt, iſt jedoch eine andere Frage. Wenn auch Phönix Ludwigshafen
nicht unter den drei Tabellenerſten des Rheinbezirkes zu finden iſt
eine kurze Mannſchaftskriſe brachte den Verein, der faſt die ganze
Spiel=
zeit hindurch den zweiten Tabellenplatz hielt, um den an ſich verdienten
Erfolg — ſo hat dieſe Elf doch noch nichts von ihrem Können eingebüßt.
Erſt am Oſterſonntag erkämpfte Phönix einen 8:1 Sieg gegen eine der
beſten holländiſchen Mannſchaften (Groningen). Immer noch ſtützt ſich
die Phönixelf auf ihre bewährten Spieler Gebr. Weber, Bauer, Gußner,
Schmoll und Hahn. — Die Darmſtädter werden in dem bevorſtehenden
Spiel, das auf halb 4 Uhr angeſetzt iſt, zeigen können und müſſen, daß
die Formperbeſſerung des letzten Sonntags nicht nur eine vorübergehende
Erſcheinung, ſondern der Beginn einer Aufwärtsentwicklung war. Auf
jeden Fall bietet Phönix Ludwigsbafen einen wirklichen Prüfſtein für das
Können der 98er. — Vor dem Ligafußballſpiel findet auf dem
Haupt=
kampffeld em Handkallverbandsſpiel um die Bezirksjugendmeiſterſchaft
ſtatt; die erſte Handballjugend der 98er trifft dabei auf die erſte
Jugend=
mannſchaft von VfR. Schwanheim.
Sportverein 98 (Jugend).
1. Jgd. — 1. Jgd. Münſter, dort; 2. Jgd. — 1. Jgd. Griesheim,
hier, 1,30 Uhr; 3. Jgd. — 4. Jgd. Sportverein 98, hier, 10 Uhr;
1. Schüſer — 1. Schüler Dieburg, dort; 2. Schiiler — 3. Schiiler
Sport=
verein 98, 2.30 Uhr.
V. f. R. — Sportkl. Viktoria Grieshemm.
Kommenden Sonntag empfängt die erſte Mannſchaft der
Raſen=
ſpieler die Ligamannſchaft von Viktoria Griesheim zum fälligen
Rück=
ſpiel. Gerade dieſes Spiel wird mit Spanpung erwartet, konnte doch
VfR. die Viktorianer auf eigenem Platz mit einer Niederlage abfertigen,
was während der Verbandsſpiele nur wenigen Mannſchaften des Kreiſes
Starkenburg gelungen iſt. Gewiß wird ſich Griesheim im Rückſpiel mit
Revanckegedanken befaſſen, ob es ihm jedoch gelingt, liegt ganz an der
VfR.=Mannſchaft, welche in den bisherigen Privatſpielen eine bedeutende
Formverbeſſerung an den Tag legte, wir erinnern hier nur an den
Sieg gegen Weinheim. Das Spiel findet vorm. 10,30 Uhr auf dem
Exerzierplatz (D. J.K.) ſtatt, und iſt ſo jedermann die Gelegenheit
ge=
boten, ſich das intereſſante Treffen anzuſehen.
Die zweite Mannſchaft trifft in ihrem vorletzten Verbandsſpiel auf
die gleiche Mannſchaft von FC. Eintracht auf dem Finanzamtplatz, vorm.
9,30 Uhr. Dieſes Spiel iſt für die Meiſterſchaft von ausſchlaggebender
Bedeutung, und wird hier V5R. keine hervorragende Rolle ſpielen
kön=
nen, da die Manuſchaft ziemlich geſchwächt anzutreten gezwungen iſt. —
Die dritte Mannſchaft ſowie die Schüler ſind ſpielfrei, während die
zweite Jugend nachm. 1½ Uhr auf dem Exerzierplatz ihr letztes
Pflicht=
ſpiel gegen Arheilgen austrägt.
Union Darmſtadt — Starkenburgia Heppenheim.
Auf dieſes intereſſante Treffen ſei hiermit nochmals hingewieſen.
Union tritt mit folgender Mannſchaft an:
Flaig
Weißmantel Rückert
Seelbach Frdr. Noller Beck
Friedrich Bopp Mühlbach Frey Arnold
Es iſt dies mit Ausnahme des Rechtsaußen dieſelbe Mannſchaft,
mit der der Verein ſo erfolgreich die auswärtigen Privatſpiele abſolvierte.
Erinnert fei auch an die ebenbürtige Spielweiſe der Heppenheimer,
durch beſondere Schnelligkeit und Eifer ausgeprägt und Fairneß, der
ſich die Mannſchaft überall befleißigt, womit ein ſchöner und ſpannender
Spielverlauf gewährleiſtet wird, deſſen Beſuch ſich beſtimmt lohnt. Das
Spiel beginnt um 3 Uhr auf dem Sportplatz Heidelbergerſtraße (
Renn=
bahn). — Vorher, 1,30 Uhr, ſpielen die Reſervemannſchaften beider
Vereine.
Rot=Weiß 1. — Fußballſportverein Seeheim 1.
Am Sonntag morgen halb 11 Uhr ſtehen ſich obige Mannſchaften
zu einem Privatſpiel auf dem Platz an der Rheinallce gegenüber. Das
Vorſpiel konnte Seeheim mit 3:2 für ſich entſcheiden. Ein Maßſtab
für die Spielſtärke von Rot=Weiß kann dies aber nicht ſein, da die
Mannſchaft mit reichlich Erſatz antrat. Seeheim aber iſt trotzdem ein
uicht zu verachtender Gegner, deſſen Hauptſtärke in der
Hintermann=
ſchaft, vor allem aber in ihrem Klaſſe=Torwart liegt. In den
diesjähri=
gen Verbandsſpielen war die Mannſchaft von viel Pech verfolgt und iſt
wahrſcheinlich der Abſtieg in die B=Klaſſe unvermeidlich. Die Berichte
über Seeheim während der Verbandsſpielſaiſon aber ließen klar
erken=
nen, wie ſchwer es manchen Vereinem hielt, gegen den
Fußballſportver=
ein Punkte zu erobern. — Rot=Weiß tritt zu dieſem Spiel komplett an,
und dürfte ein Beſuch bei der fairen Spielweiſe beider Mannſchaften zu
empfehlen ſein.
Spielvereinigung 1921, Darmſtadt.
Morgen nachmittag herrſcht auf dem Sportplatz Windmühle
(Ecke Gräfenhäuſerweg und Pallaswieſenſtraße) Hochbetrieb. Mit drei
Mannſchaften wurde die Sportabteilung der Freien
Turner=
ſchaft Trebur bei Mainz nach Darmſtadt verpflichtet. Das Spiel
der 1. Mannſchaften beginnt um 3 Uhr. Hier hat ſich die
Spielver=
einigung für eine beim Vorſpiel in Trebur erlittene 6:2=Niederlage zu
revanchieren. Trebur, eine körperlich ſtarke und techniſch gute
Mann=
ſchaft, hat ſich in den vergangenen Serienſpielen gut geſchlagen. Auch
in Freundſchaftsſpielen hat die Mannſchaft ſchon ihr Können bewieſen,
mußte aber in letzter Zeit einige Niederlagen hinnehmen. Daß Trebur
nicht gewillt iſt, weitere Verluſte zu erleiden, werden ſie morgen ſchon
beweiſen. Es wird zweifellos zu einem ſchönen Spiel kommen, deſſen
Beſuch nur empfohlen werden kann. — Vor dem Spiel der 1.
Mann=
ſchaften ſtehen ſich um 1.30 Uhr die 2. Mannſchaften gegenüber, während
das Treffen der Jugend um 12.30 Uhr beginnt.
Turngemeinde Darmſtadt 1846 — Turnverein Vorwärts Langen.
Am Samstag, den 15. April 1928, nachmittags 3 Uhr, wird der
Turnverein Vorwärts Langen der Turngemeinde Darmſtadt 1846 auf
dem Platz am Finanzamt gegenübertreten. Man muß auerkennen, daß
die Turngemeinde 1846 ſich nach Beendigung der Pflichtſpielreihe nur
äußerſt ſpielſtarke Gegner gewählt und gerade mit dieſer Auswahl die
beſten Erfahrungen gemacht hat. Langen iſt weithin bekannt als eine
außerordentlich ſpielerfahrene Mannſchaft. Die Meiſterſchaft im zweiten
Gauverband des Mittelrheinkreiſes D. T. hat dieſe ſympathiſche Elf
ohne Punktverluſte errungen und ſich ſo die Teilnahme an den
End=
ſpielen um die Kreismeiſterſchaft geſichert. Bei dieſen Endſpielen konnte
ſie bis zu dem Entſcheidungsſpiel als Vertreter der Oſtgruppe des
Mittelrheinkreiſes durchhalten, in dem ſie allerdings dem Kreismeiſter,
Tv. Malſtatt, ſich beugen mußte. Ein kürzlich in Langen ausgetragenes
Spiel zwiſchen der Vorwärts=Mannſchaft und einer Gau=Auswahl=Elf
des Main=Rhein=Gaues konnte Langen mit 9:6 für ſich entſcheiden.
Hier=
aus kann wohl ermeſſen werden, welch ſtarken Gegner die 1846er am
Sonntag gegenüber haben.
Die Turngemeinde 1846 hat am Oſtermontag gegen den T.= u.
Spv. Eintracht Wiesbaden erſtmals in einer Aufſtellung geſpielt, die
ſich ſehr gut bewährt hat. Das Spiel gegen Langen wird in der gleichen
Aufſtellung vor ſich gehen. Es darf wohl ewvartet werden, daß das
Zuſammenſpiel der 1846er bei dem Treffen am Sonntag noch beſſer
wird, als das gegen Wiesbaden gezeigte. Jedenfalls iſt der
aufſtreben=
den Mannſchaft ein ehrenvolles Abſchneiden bei dieſem Spiel zu
wünſchen.
Vor dem Spiel der erſten Mannſchaft treffen ſich um 2 Uhr
nach=
mittags die zweiten Mannſchaften beider Vereine auf dem
Finanzamts=
platz zu einem Freundſchaftsſpiel. Auch hier dürfte ein ſchönes
flüſ=
ſiges Spiel gezeigt werden.
Turngeſellſchaft 1875, Darmſtadt.
Die drei Mannſchaften der 1875er begeben ſich am Sonntag nach
Frankfurt am Main, einer Einladung des Turnvereins Jahn Grün=
Weiß Folge leiſtend. Jahn Grün=Weiß gehört dort der Meiſterklaſſe an
und dürfte daher ein ſpannender Kampf der beiden erſten Mannſchaften
zu erwarten ſein. Da die erſte Mannſchaft der Blau=Weißen immer noch
mit Erfolg antreten muß, wird der Sieg ziemlich hoch hängen. — Die
Abfahrt der Mannſchaften iſt 12,40 Uhr ab Hauptbahwhof.
Turnen.
Hauptausſchußſitzung der D. T.
Der Hauptausſchuß der Deutſchen Turnerſchaft, der nächſt dem
Deutſchen Turntag die wichtigſte entſcheidende Behörde der D.T. iſt,
ritt vom 13. bis 15. April in Karlsruhe zu einer Tagung
zuſam=
men. Die umfangreiche Tagesordnung beſchäftigt ſich u. a. mit den
Vorbereitungen für das im Juli ſtattfindende 14. Deutſche Turnfeſt in
Köln, mit der Geſtaltung der Deutſchen Turnſchule, mit der Frage der
Jugenderziehung und Stellungnahme der D.T. zu anderen Verbänden.
Internationales Schachturnier in Gießen.
In der 6. Runde hatte Frhr. b. Holzhauſen gegen Réti, der die
Aljechinverteidigung wählte und ſich auf Abenteuer einließ, eine
über=
legene Stellung erlangt; nachdem er plötzlich nachließ und einen
entſchei=
denden Zug ausließ, riß Reti den Angriff an ſich, den er ſiegreich zu
Ende führte.
Eine der beſten Partien des Turniers lieferte Orbach gegen Dr.
Bechſtedt; gegen die Bremer Partie verteidigte ſich Orbach unregelmäßig;
die Partie ſtand lange Zeit gleich, bis es Orbach durch ſtarke
Spielfüh=
rung im Endſpiel gelang, die Partie zu ſeinen Gunſten zu entſcheiden.
In der Partie Dr. Tartakower gegen Sämiſch verſuchten beide
Geg=
ner Verwicklungen zu ſchaffen; das Spiel löſte ſich jedoch bald in
Wohl=
gefallen auf und wurde Remis gegeben.
Nach ſchwerem achtſtündigen Kampfe abgebrochen wurde die Partie
Kmoch—Dr. Krämer; ein Remisangebot Dr. Krämers lehnte Kmoch ab;
die Partie ſteht jedoch vollkommen gleich. Stand nach der 6. Runde:
Réti 5 Punkte; Dr. Tartakower und Sämiſch je 4; Orbach und Kmoch
(1) je 3: Dr. Krämer (1); Dr. Bechſtedt je 1½; Frhr. v. Holzhaufen 1.
Kraftſport.
Eine Schweizer Ringermannſchaft in Darmſtadt. — Darmſtadt geht nach
hartem Kampfe als Sieger hervor.
Kraftſportverein Baſel — Arb.=Athlet.=Sportverein 1891 Darmſtadt.
Der Arb.=Athlet.=Sportverein 1891, Bezirksmeiſter 1925/26, hatte
eine Mühen und Koſten geſcheut, um die, einem internationalen Ruf
beſitzende, Ringermamnſchaft des Kraftſportvereins Baſel (ſeit 1921
Schweizer Bundesmeiſter), nach Darmſtadt zu einem Ländertreffen im
Ringen zu verpflichten. Eingeleitet wurde das Ländertreffen durch eine
herzliche Begrüßung. Die Damenriege des Athletikſportvereins
Darm=
ſtadt zeigte ſodann Vorführungen mit dem Expanter und erntete
leb=
haften Beifall mit den exakt ausgeführten Uebungen. Die Ningkämpfe,
welche äußerſt ſcharf, aber durchaus fair und ſpannend ausgetragen
wur=
den, nahmen folgenden Verlauf: Im Fliegengewicht traten ſich
gegen=
über: Nietmann=Baſel und Schnauber=Darmſtadt. R. war an Gewicht
und Kraft weit überlegen; dieſes Manko wunde aber durch die
wunder=
volle Technik Schn. vollſtändig ausgeglichen. Der Kampf endete in
bei=
den Gängen unentſchieden. — Im Bantamgewicht ſtanden ſich Wenk=
Baſel und Scharf=Darmſtadt gegenüber. Wenk hatte gegen den techniſch
beſſeren Scharf gar nichts zu beſtellen. Scharf konnte den erſten Gang
durch verk. Hüftſchw. in 1,25 Min. und den 2. Gang durch Untergriff in
2,35 Min. für ſich entſcheiden. — Das Federgewicht ſah Maurer=Baſel
und Bauer=Darmſtadt auf der Matte. Im erſten Gang ſiegte Bauer
durch Hüftſchw. in 3,55 Min.; im zweiten Gang war Maurer vorſichtig
geworden, und ließ ſich keinen Griff mehr anſetzen, ſo daß der Gang
un=
entſchieden endete. — Im Leichtgewicht trafen ſich Barthel=Baſel und
Diehl=Darmſtadt. Diehl, welcher noch wenig an größeren Kämpfen
teil=
nahm, hielt ſich ganz vorzüglich, mußte aber nach 3,12 Min. durch eine
leichte Verletzung, den Sieg an Barthel abgeben; im zweiten Gang
ſprang der bekannte Ringer H. Neidig als Erſatz für Diehl ein. Neidig
konnte, trotz eben erſt überſtandener Grippe, ſeinen Gegner ſchon nach
kurzer Zeit durch Hammerlock beſiegen. — Im Leichtmittelgewicht
be=
traten Hofer=Baſel und Kratz=Darmſtadt die Matte. Der erſte Gang
en=
dete unentſchieden; im zweiten Gang ſiegte Hofer durch Eindrücken der
Brücke in 7,45 Min. — Das Halbſchwergewicht ſah Hartmann=Baſel und
Zapf 1.=Darmſtadt in Front. Hartmann, bedeutend ſchwerer und
kräf=
tiger, mußte ſich die erſte Zeit nur auf Verteidigung beſchränken, bis es
ihm durch einen blitzſchnell ausgeführten Schulterzug gelang, Zapf zu
beſiegen, 8,12 Min.; im zweiten Gang konnte Zapf durch einen ſchön
ausgenutzten ſeitlichen Ueberwurf, in der dritten Minute ſeine
Nieder=
lage vom erſten Gang wettmachen. — Im Schwergewicht ſiegte Weitz=
Baſel gegen Zulauf=Darmſtadt in beiden Gängen. Weitz, der bedeutend
kräftiger und ebenfalls viel ſchwerer war, entſchied den erſten Gang
durch Schulterzug in 6,03 Min.; den zweiten Gang durch Hüftſchwung
in 2.54 Min. für ſich.
Das Geſamtergebnis iſt ſonach: Baſel 14 Punkte, Darmſtadt
eben=
falls 14 Punkte, jedoch blieb Darwſtadt mit ungefähr 12½ Minuten
kürzerer Ringzeit wohlverdienter Sieger.
Unſerer heutigen Landauflage liegt ein Proſpekt der Staatl. Lotterie=
Einwahme Leo Külb, Darmſtadt, Hügelſtr. 2, bei, worauf wir unſere
Leſer an dieſer Stelle aufmerkſam machen.
(6760
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Samstag, 14. April. 13: Kaſſeler Hauskapelle. 15: Aus dem
deutſchen Liederkranz. 1. Klaſſe der Volksſchule Wolfskehlen bei
Darmſtadt. Chorleiter: Lehrer O. Roth. Heimatlieder. O 16.30:
Rundfunkorcheſter: Werke von Fr. Händel (geſt. 14. April 1759).
Mitw.: Lulli Alzen=Dureuil (Alt), Konzertobermeiſter G. Lenzewski
(Violine), M. Fuhrmann (Oboe), R. Merten (Orgel). O 17.45: Aus
dem Roman. Maler Nolten” von Eduard Mörike. 6 18.15:
Vereins=
nachrichten, Mitteilungen. o 18.30: Briefkaſten. o 18.45: Prof.
Hillmann: Lindſeys Buch von der Revolutionierung der modernen
Jugend. O 19.15: Stenographiſcher Fortbildungskurſus. O 19.45:
Pfarrer Taesler: Die Bedeutung Schleſiens für die deutſche Kultur.
O 20.15: Der Vulkan. Luſtſpiel von Ludw. Fulda. O 22.40: Berlin=
Tanzmuſik. — Anſchl.: Berlin: Tanzmuſik.
Stuttgart.
Samstag, 14. April. 12.30: Schallplatten. o 14:
Jugend=
ſtunde: Elſa Pfeiffer, Karl Köſtlin, Funkorch. o 15: Heiterer
Nach=
mittag. Leit.: K. Struve. Mitw.: Hilde Binder, Käte Mann,
Hanus, Struve, Funkorch. o 18.15: Freiburg: Dr. Ortmann:
Ein Beſuch bei Gottfried Kellers „Landvogt vom Greifenſee‟
6 18.45: Dr. Felber, Wien: Die Muſik und die Tiere. o 19.15:
Amtsgerichtsdir. Dr. Kallee: Arbeitsrechtspflege. o 20:
Kammer=
muſikabend. Philh. Orch. Stuttgart. Ausf.: Hedenus, Kirchberger,
Hermann. Caplet: Improviſationen für Klavier und Cello. —
Hindemith: Capriccio. — Hermann: Duett für Violine und Cello.
Trio für Klavier und Cello. e 21.15: Schwäbiſch=bayeriſche
Schwänke und Schnurren. „Das Waldfeſt” Eine Lausbubengeſchichte
von Thoma. Perſ.: Frau Oberförſter; Aennchen und Ludwig, der
Lausbub, ihre Kinder; Cora, ihre Nichte; Tante Theres; Onkel
Pepi: Lehrer Knilling; Apotheker Seitz; Amtsrichter Reinhardt;
Aſſeſſor Bogner; der Reißer Franz; Sattler Weiß. — „Der
letzte Trieb‟. Eine ſchwäbiſche Jägerimproviſation von G. Ott.
Mitw.: Frida Heller, G. Ott, Waldhornquartett. O 22.45:
Nachrichten.
Berlin.
Sonnabend, 14. April. 15.30: Reg.=Rat Dr. Zacher: Die
bedeutſame Rolle der Inſekten im Haushalt der Natur und im
menſchlichen Wirtſchaftsleben. 16: San.=Rat Dr. Frank: Med.. Plauderei. o 16.30: Humoriſtiſche Reportage. Ch. K.
Roellinghoff. Berliner Bockbierfeſt. Nachts unterm Gleisdreieck. Ein
Nachmittag beim Wunderfakir. Eine Fahrt auf dem Berliner
Autobus. Geſpr. vom Verfaſſer. S 17: Lipſch=Orch. o 18.30:
Obermeiſter Francois, Magdeburg: Das deutſche Schloſſerhandwerk
im Spiegel der Zeit. O 19: Dr. Volz: Der deutſche Film in der
Welt. O 19.25: Dr. Osborn: Die Nationalgalerie (Alt=Berliner
Kunſt.) O 19.55: K. W. Goldſchmidt: Höhepunkt der Weltliteratur
(Griechen und Römer). 20.30: Alt=Berliner Romantik in Wort
und Lied. Verbind. Worte: Dr. Lederer. Mitw.: Frida Weber,
A. Fleßburg. Flügel: Mackeben. — Anſchl.: Tagesnachrichten.
O 22.30: Tanzmuſik. Kapelle Marek Weber.
Deutſche Welle. Sonnabend, 14. April. 9.15: Dir. der Preuß.
Hochſchule für Leibesübungen, Dr. Neuendorf: Die Bedeutung der
körperlichen Erziehung. (Uebertr. aus dem Gr. Schauſpielhaus).
12: Künſtleriſche Darbietungen für die Schule: Aus dem deutſchen
Bauernleben. 14.30: Baſtelſtunde: Ein Zigeunerwagen aus einer
Zigarettenſchachtel. S 15: Graef: Sprechtechnik. O 15.35: Wetter
und Börſe. O 16: Oberſchullehrer Weſtermann: Kurzſchriftdiktat.
O 16.30: Min.=Dir. Dr. Falck: Rechtsfragen der neuen Beſoldung.
O 17: Hamburg: Wiener Nachmittag des Funkorch. Soliſtin:
Erna Kroll=Lange (Sopran). e 18: Dr. Röhr: Wohlſtand,
Wirtſchaft und Löhne. S 18.30: Spaniſch für Anf. O 18.55:
Dr. Fiſcher: Lieder aus Fauſt. O 19.20: A. Ebel: Bachpaſſionen.
20.30: Berlin: „Alt=Berliner Romantik in Wort und Lied. Verb.
Worte: Dr. Lederer. Mitw.: Frida Weber=Fleßburg. — Anſchl.:
Preſſenachrichten. O 22.30:
Wetterbericht.
Mitteleuropa liegt in einer Furchte tiefen Druckes, in der
Druck=
ſtrömungen ſich öſtlich nach Rußland hin weiterbewegen. Heute morgen
lage eine flache Druckſtörung über Weſtdeutſchland und Holland, die
bereits wieder zu ſtärkerer Bewölkung und Niederſchlägen führte. Wenn
auch das Hochdruckgebiet über Skandinavien ſich weiter gekräftigt und
ſüdwärts ausgebreitet hat, ſo iſt bei uns zunächſt mit unbeſtändigem
Wetter zu rechnen, denn die Reihe der Störungen iſt noch nicht
ab=
geſchloſſen.
Ausſichten für Samstag, den 14. April: Wechſelnd wolkig, kühl, nur
ver=
einzelt noch Niederſchläge.
Ausſichten für Sonntag, den 15. April: Bei ſchvankenden Temperaturen
zeitweiſe ſtärker bewölkt mit Neigung zu Niederſchlägen.
Die Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Witterungsverhältniſſe in Deutſchland heute morgen:
in Ce Wind. Nieder=
ſchlag
in mm Schnee=
decke
in em Gießen: Regen 2,8 Aachen: Windſtille gef. Hamburg: wollig 0,5 Berlin: 1,0 München: 0,3 Königsberg: heiter
Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen:
Feldberg:(Taunus) Schnee 4 NW. 0,1 Waſſerkuppe: Nebel NO 3,0 Feldberg:
(Schwarzw.) Schnee SW. 1,0 Zugſpitze: Nebel gef. Kahler Aſten: Nebel 4,0 Fichtelberg: Schnee 3,0
Hauptſchriftleitu.ig: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willy Kuhle; Druck
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadi
Für unverlangie Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
FABELHAFT BILLIG
eine Lesemappe aus dem
DARMSTADTERLESEZIRKEL
Freie Zustellung ins Haus.
Prospekte=
kostenlos. Saalbaustr. 69. Tel. 1985.5
mittl. Jahr., m. beſt.
Zeugn ſ. bald Stellg
Off. unt. A 1918 an
Anuonenfrenz,
Mainz.
TV. 6719
Durchaus ehrl., ſaub
Frau, in all,
Haus=
arb. gut erfahr., ſucht
1= bis 2mal in des
Woche Beſchäft. Ang.
u H93 Gſchſt. (*10073
nimmt noch Kunden
außer dem Hauſe an
Beckſtr. 4 III. (*10124
Aelter, ſelbſtändiges
Mädchen ſucht au
ſofort Stellg. alsAus
hilfe. Karoline Beck
jewv. Stellenvermittl.
Karlſtr. 25. (*10141
1 8jähr. Mädchen ſucht
Stelle in kl. beſſeren
Haushalt. Näheres
Zwingenberg a. d. B.,
Alsbacherſt. 15. (*1007‟
Suche f. meine Tocht.
paſſ. Lehrſt. z. Ausb.
i. Weißzeugn. ſow.
Zu=
ſchneid. Ang.u. H103
an d. Geſchſt. ( 10095
Alleinſt., gutempf.
Fräulein ſucht halbe
Tage Beſchäftig. im
Haushalt, ev.
ſtunden=
weiſe. Ang. u. HI 82
a. d. Geſchſt. (*10046
Ehrl. ſol. Mädch., in
Küche u. Haush. erf.
u. ſelbſt., ſucht z. 1. 5
Stelle als Köchin od.
Alleinm. in gut. Fam.
Gefl. Ang. u. H 118
an d. Geſchſt. (*1015‟
ſucht für
Fräulein nachmtt.
Beſchäftigung, auch
zu Kindern.
Näh=
kenntniſſe vorhanden.
Angeboie unt. H 96
an die Geſchſt. ( 10079
Ehrl.,
ſaub. Mädchen
ſucht, für vormittage
Beſchäftig. Angeb. u.
H95 Geſchſt. (*1008
Junge, ſaub. Frau
ſucht Laufſtelle.
Angebote unt. H 91
an die Gſchſt. (*10068
Männlich
Jg. Mann, 30 Jahre
alt, mit Führerſchein
1, 2 u. 3b ſucht Stelle
als Chauffeur.
Der=
ſelbe iſt auch bereit,
Aushilfe zu tun.
In=
tereſſenten wollenſich
nnt. H119 an die
Ge=
ſchäftsſtelle d. Blattes
wenden, (6743a
Langj. Genoſſenſch=
Beamter, in allen
Zweigen der Buchf.,
des Kaſſen= u. Revi
ſionsweſ, erf., ſucht.
geſt. auf gute Zeugn
u. Referenz., Betäti
gung, auch ſtundenw
Ang. unt. G 173 an
die Geſchſt. (*9610ms
Landw. Arbeiter
tüchtig in ſein. Beruf,
alleinſteh., 50 J. alt,
ſucht Beſchäftigung.
Lohn, Koſt u. Wohng.
2.— Mark pro Tag.
Angeb. unter H 107
an die Geſchäftsſtelle
dieſes Blatt. (*10112
Mitte 30, repräſent.
Erſcheinung,tüchtiger
Verkäufer, ſ. leitend
Poſten als
Geſchäfts=
führer oder dergl.,
evtl. auch für Reiſe
Gefl. Angeb. u. H 112
Geſchäftsſt. (* 013
mit Führerſchein 3b.
ſucht Stelle, wo de
Meiſter in der Back
ſtubei PhilippKramer,
Eberſtadt, Ober
ſtraße 26. (*10096
aus gut. Famiſie ſucht Stellung als Buch
halter evtl. 2. Buchhalt. u Korreſp. Zul.
als Verwaltungsleiter tätig. Angeb. H 59
an die Geſchäftsſtelle.
(*9985
Bilanz=
ſicherer Duchhalter
im Steuerweſen beſt.
vertraut, (
mpfiehl=
ſich zum Nachtragen
u. Ordnen d. Bücher,
Aufſtellen v.
Steuer=
bilanzen uſw.
tage=
oder ſtundenweiſe,
ſowie zur Aushilfe
bei angem. Verfütg
Gefl. Anfrag u. H116
an d. Geſchſt. (710149
Perfekter, ältere
Herrenfriſeur u. Bubi
kopfſchneid. ſucht Stel
lung bis 1. 5. Ang. u
H 72 Geſchſt. (*100.
Tücht. Laufnädchen
geſucht. Oſannſtr.
Nr. 48, 1. St. (*10071
Saub. Stundenfrau
wöchentl. vorm. 2 X 2
Std. u. 1X2 Std.
nachm. geſ.
Kaſino=
ſtraße 12, I. + (*10031
Aelteres
Hausmädchen
in 3 Perſ.=Haushalt
bei hohem Lohn zum
15. Mai geſ.
Zweit=
mädchen vorhanden.
Rheinſtr. 95, part.
(*100631
Ehrl.
fleiß. Mädchen
f ſofort geſ.
Eliſa=
bethenſtr. 23, 2. St.
10083)
Nummer 104
Samstag, den 14 April 1928
Seite 44
Tüchtige Buchhalterin
perfekt in Stenographie u. Schreibmaſchine,
per bald, evtl. ſpäter, in kleinere Stadt,
nahe Darmſtadt, geſucht. Es kommt nur
erſte Kraft in Frage. Angebpte mit
Ge=
halteanſprüche u. Zeugniſſen unter H. 39
an die Geſchäftsſtelle.
(66: 8a
auch zur Hilfe im Sprechzimmer alsbald geſ.
Dr. Schlapp
Eliſabethenſtraße 2. *10047
Mädchen
geſucht, anſtändig und fleißig, f. Zimmer=
und Hausarbeit, bei guter Bezahlung.
Eotl. tagsüber.
F10131
Holel Prinz Karl
Ecke Schul= und Kar ſtraße.
Wir ſuchen zum
ſo=
fortig. Eintritt tücht. Kinderfräulein
u. zuverl. Dame als zu 6jähr. Kinde zum
NN
TA
ſſiererin
u. eine flotte, tücht.
Stenotypiſtin.
führl. Angebote mit
Lichtbild u. Angabe
v. Referenz, werden
berückſichtigt. (6712a
Rheinelektra
Darmſtadt
Ernſt=Ludwigſtr. 10.
Tüchtige
FRISEUSE
geſucht. Angeb. unt.
100t-
H6 Ge
Mei Mdai
für Wäſche bei
be=
ſcheid. Anſprüchen
ſo=
fort geſucht. Angeb.
unter H 117 an die
o1s1
Geſchäftsſt.
Tüchtige
3
verfekte Ondulation,
per ſofort in gute Wienerſtraße 55, 1.
Dauerſtellg. geſucht.
Zu erfr. bei /9719ms Haushälterin
29
Weibliche
geſucht. Muſikaliſche
Ausbildg. (Klavz. vd. Männlich
Viol, und
Sprachen=
kenntniſſe erforderl.
Vorzuſtell. zwiſch. 10
u. 12 Uhr Wilhelm
Heß, Muſikalien= u.
Inſtrumentenhandl.,
Darmſtadt,
Eliſabethen=
ſtraße 34. Tel. 415.
Suche krankheitsha b.
für ſof. vd. ſpäter ein
älteres, ſauberes
1. V. geſucht. (6739
J. Rehfeld
Ludwigſtraße 15.
Tücht. Mädchen
ſofort geſucht. ( 10117
Frau Dr. Mahr
Heinz=Heimweg 3
Hohler=Weg=Viert.).
Tüchtiges
Mädchen
für vormitt. bis nach
dem Spülen geſucht.
Hoffmannſtr. 7, I.
(10146)
Fleißiges, ehrliches
Mädchen
von morgens 8 Uhr
bis nachm. 4 Uhr ſof.
geſucht. Neckarſtr. 19,
part. links. (1or42
Aelt, zuverl. (10139
Für den, der die Zeit zu meistern weiß! — Und könnte
es wohl etwas herrlicheres, mehr Erholung geben —
als in dle weichen Polster eines schnittigen Wagens
behaglich zurückgelehnt, pfeilschnell hinausgetragen
zu werden in den Frühling / in einom Wagen, dessen
hochgualitative Eigenschaften jede Minute nützen
— in einem NASHy
lassen •
Ein wahrer Genuß, einen Wagen zu steuern, der
Sie Herrscher über Zeit und Raum sein läßt / der?
Uhren treien Stunden die Feiettagsfreude gibt — der!
ſtrotz seiner ragenden Oualitäten so preiswert ist,
daß auch Sie ihn zu ihrem ständigen Begleiler
einen
wählen können -
ARUHHENDE WELTMARK
F R. RINNER
AUTORISIER
RHEINSTRASSE 30 TEL.: 2826 —
& CO., DARMSTADT
DEUTSCHE NASH-AUTONOBIL-GES. M. B. H BERLINWSG
weches kochen kann
Auch findet ein
tüch=
tiges Zweit=Mädchen
Stellung. Vorzuſtell
Verkaufsſtelle:
Schuſtergaſſe 19.
Frau Herm. Scherkamp.
(6652a
Wegen Erkrankung
ſofort zuverl., ſaubere
Aushilfe
bis nach dem Spülen
geſucht (10012
Wilhelmſtraße 8, II.
Mädchen oder Frau
bis nach d. Spülen
geſ. Graf.
Bleich=
ſtraße 37.
Mädchen oder Frau
für Hausarb.
vormit=
tags geſucht.
Wald=
ſtraße 30, pt. (10111
2
ausmädchen
mit guten Zeugniſſen
für ſof geſ. (*10108
Reſtaurant Hottes
Schloßgaſſe 1
H.eft Hag.
geſ. Ang. an :10101
Weinſtuben Schellenberg,
Bensheim.
Zuverläſſige, ſaubere
Wirtſchafterin
ohne Anhang, die gut
kochen kann, v.
allein=
ſtehendem Herrn
ge=
ſucht. Gute Zeugniſſe
erforderlich.
Vorzu=
ſtell. zwiſch. 3 u. 5 Uhr.
Wlhelmſtr. 8, 3. St
C10013)
tagsüber oder f ganz
per 1. Mai geſucht
Vorzuſtell., Sonntag
zwiſchen 3 und 4 Uhr
Adam Schwinn die auch die Pflege
Alexanderſtraße, der Hausfrau
über=
nimmt, zum baldig.
Eintritt geſucht.
Angeb. unter H 115
Zehltlaft an die Geſchäftsſtelle
zum ſofort. Eintritt dieſes Blattes./101 0
Vertreter
für Frankf. feinen
gutgehend. Artikel
im Nebenverdienſt
geſucht. Zu erfr.
A Geſchäft=ſt G725
Geſucht
jung. Mann bis 18
Jihr., nettesAeußere,
aus nur achtbar.
Fa=
milie, bei guter
Be=
handlung u. Lohn für
beſſere Hausarbeit
Zu erfragen in der
Geſchäftsſtelle. (6710
Sauberer
Hausburſche
im Alter von 18— 0
Jahren ſofort geſucht.
Derſelbe muß mit
Pferd u. Wagen
um=
gehen können.
Vor=
zuſtell. im Café Oper,
2—4 Uhr nachm. 6737
Lehrling
mit höherer
Schul=
bildung z. ſof Eintritt
geſucht.
Schriftl. Bewerbung.
mit Lebenslauf und
Zeugnisabſchr. an die
Heſſiche
Beamten=
bank, e. G. m. b. H.,
zu Darmſtadt. (6691
E
Lehrlinge
für jechn Büro,
für Schloſſerei,
für Dreherei u.
Ma=
chinen
werden eingeſtellt.
Maſchfbr. Ferdinand!?
Heim, Eberſtadt,
Weinſtraße 2. (65789
I.Bln.
675
Friſeurgehilfe
welch. Burbikopf
ſchnei=
der (Alter nicht über
22 Jahre) per ſofort
geſucht. Näheres i. d.
Geſchäftsſt. (*10014
Schriftl. Heimarbelt
Vitalis=Verlag,
Mün=
chen N 1 (IV 5 85
Ver
für elektr. Inſtalat.
Geſchäft geſ.
Selbſt=
geſchr. Ang. u. H114
a. d. Geſchſt. (10144
Ree
vom Lande kann
ſo=
fort in die Lehre
treten. Bäckermeiſter
Re ßer. Darmſtadt,
Ballonplatz 6, (10123
Lehrling
für Fahrradſchloſſerei
geſucht. Näh. Geſchſt
(6579a)
Vee
geſucht für feine
Wurſt=
u. Fleiſchwaren.
Wurſt=
fabrik Philipp
Wett=
engel I(., Langen.
Telephon 90. /*9790dk.
TSoolläL
Nautsastt
Lehrling
für ein Beamtenbüro
geſucht, mit ſchöner
Schrift u. ſehr gutem
Schulzeugn. Ang.mit
Lebensl. unter H121
Geſchäftsſt. 1o160
Derheltutelet Kraftfähter
mit Werkſtattpraxis, dem zugl.
Wagen=
pflege und Bedienung der Heizungsanlage
obliegt, in Dauerſtellung geſuch
Werk=
wohnung gegen Tauſch vorhanden.
Leibbinden= und Korſettfabrik
Gündner-Leng
Eſchollbrückerſtraße 28—30
Beachten Sie bitte meine 6 Schaufenster
in Schwedenform mit Rückengurt od. in
Ringsgurtform, 110.—
9
6- 56- 4-,BOn
Eingeführte
Vaxtretung
geſucht.
Vertr, des Chefs oder Vertrauenspoſten
uto wird ſelbſt geſtellt. Angeb. u. H 86
an die Geſckhäftsſtelle des Blaites. (*10056
Leltäite
(fortbildungsschulfrei) von bess.
Papiergeschätt für Büro und
Lager gesucht. Angeb. unter
G 247 an die Geschättsstelle ds
(6581a
Blattes.
Marktplatz
Darmstadt
Marktstraße
Metallschilder-Fabrik
ſucht für den dortigen Bezirk gut
N8
Vertrefen
Ausführliche Eikangebote unter H 105 an
die Geſchäftsſtelle ds. Bl.
6716
Aob. Berkreter
der mit der dampfverbrauchenden
In=
duſtrie arbeitet, für bewährtes, laufend
benötigtes Fabrikat geſucht. Angebote
unter F. MI. 15986 an Ala Haaſenſtein
& Bogler, Frankfurt am M. (I1 6722
Tuchverſandhaus
ſucht zum Vertrieb ſeiner guten
Qua=
litäten in Herlenſtoffen an Beamte
und Feſtbeſoldete
trotor
juchtige Berteien
gegen hohe Proviſion. Nur erſte Kräfte
die ſchon erfolgreich im Abzahlungs=
Geſchäft tätig waren oder über
erſt=
tlaſſige Beziehungen verfügen, wollen
ſich melden unter M1. C. 1727 durch
Rudolf Moſſe, München. (I.Nch. 6717.
Beneral=Vertretung
der
Bauhilfsbranche
für Bezirk Darmſtadt zu beſetzen. Rührige
Arbei, in Baufachkreiſen bringt ſichere
Ein=
nahmen. Eilofferten unter M7 C. 5171
be=
fördert Rudolf Moſſe, München.
(I. Nch. 6718
Fter. El.=Großhandlung
ſucht zum Beuche von Inſtallateuren in
Starkenburg gut eingeführten Herrn gegen
Proviſion.
Angebote unter H 99 Geſchäftsſt. (*1009s
6713
Berufswechsel!
Erſter Verſicherungs=Konzern aller
Sparten, auch Kkleinleben und
Sterbe=
kaſſe, beabſichtigt zwecks Ausbau ſeiner
Organiſation am Platze
Darmstadt und Umgebung
je 2 Inspektoren
heranzubilden. Herren (nicht unter 25
Jahren) mit guten Umgangsformen
und entſprechendem Bildungsgang.
welche Berufswechſel zu Gunſten einer”
ausſichtsreichen Lebensſtellung
an=
ſtreben, wollen ſich mit lückenloſem
Lebenslauf und Beifügung v.
Zeugnis=
abſchriften bewerben.
Wir bieten während der
Ausbildungs=
zeit ſchon Einkommensmöglichkeit; bei
Eignung innerhalb 4 Wochei. feſte
Anſtellung. Angebote unter H 102
an die Geſchäftsſtelle.
(V,6715
Nummer 104
Samstag, den 14. Apfil
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 13. April.
Im Anſchluß an die feſte Abendbörſe blieb die Tendenz im
heuti=
gen Börſenverkehr feſt, wobei ſich die lebhafte Nachfrage nicht mehr auf
verſchiedene Spezialwerte beſchränkte, ſondern ziemlich gleichmäßig auf
alle Aktienmärkte erſtreckte. Von ſeiten des Auslandes blieben
aller=
dings wieder einige beſondere Werte über die allgemein ziemlich
leb=
hafte Umſatztätigkeit hinaus ſtärker verlangt. Nach der glatten
Ueber=
windung der Medioliquidation nahm die Spekulation in größerem
Ausmaße Deckungen vor und ſchritt darüber hinaus zu
Meinungskäu=
ſen, und auch das private Publikum war wieder mit Kaufaufträgen am
Markte vertreten. Allgemein anregend wirkte die Tatſache, daß am
Geldmarkte die Erleichterung merklichere Fortſchritte machte, und
be=
ſonders Tagesgeld ſtärker angeboten war. Dagegen konnten ſich die
verſchiedenen Lohn= und Tarifſtreitigkeiten bei der herrſchenden feſten
Stimmung nicht ungünſtig auswirken. Bei der erſten Notierung konnten
gegen die bereits ſtärker erhöhten Kurſe der geſtrigen Abendbörſe meiſt
neue Beſſerungen von 1—3 Prozent erzielt werden, verſchiedene Werte
waren ſtärker geſteigert. So waren Zellſtoffwerte weiter
außerordent=
lich lebhaft verlangt, und Waldhof konnten 9,5 Prozent,
Aſchaffenbur=
ger 5,5 Prozent anziehen. Am Montanmarkt beſtand für Mannesmann
mit plus 3,5 Prozent ſtärkeres Intereſſe, ſonſt gab es hier
Kursbeſſe=
rungen bis 2 Prozent. Oberbedarf und Klöckner blieben auf ihrem
bereits geſtern ſtark erhöhten Kursſtand behauptet. Elektrowerte waren
etwa 1—2,5 Prozent gebeſſert, Siemens blieben behauptet; Bergmann
konnten ſich mit mius 1,5 Prozent nicht behaupten. Autowerte lagen
1,5 Prozent höher. Banken hatten keine einheitliche Tendenz.
Danat=
bank, Deutſche Bank und Barmer Bankverein zogen weiter etwas an,
während Commerzbank 1,5 Prozent einbüßten. Schiffahrtswerte
ge=
wannen 1,5—2,5 Prozent. Bauunternehmungen lagen 3 Prozent feſter.
AG. für Verkehrsweſen zogen 4 Prozent, Karſtadt 3 Prozent an.
Deutſche Anleihen lagen etwas feſter. Von Auslandsrenten blieben
Mexikaner und Rumänen gefragt. Goldrumänen 192/. Im weiteren
Verlauf blieb die Stimmung feſt und lebhaft. Gefragt blieben vor,
allem Mannesmann mit plus 2,5 Prozent und Waldhof, die abermals
4 Prozent anzogen. J.G. Farben, die faſt unverändert eröffnet hatten,
gewannen trotz lebhafter Umſätze nur etwa 0,5 Prozent.
Verſchiedent=
lich ſchien die Tagesſpekulation Gewinnſicherungen vorzunehmen. Der
Satz für Tagesgeld wurde auf 6 Prozent ermäßigt. Am Deviſenmarkt
zog die Mark weiter an, auch das Pfund blieb feſt. Mark gegen
Dol=
lar 4.1795, gegen Pfunde 20.418, London-Kabel 4.8835, Paris 124.02,
Mailand 92.50, Madrid 29.05, Holland 12.10‟/-
Die Abendbörſe war angeſichts der nennenswerten
Tagesſteige=
nungem ſehr gut gehalten, wem auch vexeinzelte Glattſtellungen leichten
Kursrückgang von 0,5 bis 1 Prozent brachten. Davon betroffen waren
Siemens, AEG., Klöckner und Waldhof. Weiter feſt lagen die Schiff
fahrtswerte. Die Abendbörſe war vorübergehend bei Eintreffen der
Nachricht von der Sichtung der deutſchem Ozeanflieger unterbrochen. Der
ſpätere Verlauf blieb jedoch weiter lebhaft und im allgemeinem gut
be=
hauptet. Es notierten: Commerzbank 190,25; Danat 250;. Deutſche
164,5; Dresdner 156,75; Gelſenkirchen 145; Hawpener 175,5;
Mannes=
mann 160,5; Phönix 104,75; Rheinbrqun 300,5; Rheinſtahl 164,5; Ver.
Stahlwerke 101,25; Hapag 159,5: Nordd. Lloyd 159,75; AEG. 168,75;
Zellſtoff 311. — Im Abenddeviſenverkehr lag der Dollar
ſchwach. London-Paris 124,02; Mailand 92,40: New York 4,8835:
Holland 12.10½; Madrid 29,04; Zürich 25,33½. Pfunde gegen Mark
20,413; Dollar gegen Mark 4,18.
faſt durchweg fünf bis ſieben Prozent. Maximilanshütte 13 und Rhein.
Braunkohlen 10 Prozent höher. Oſtwerke zogen erweut um 5 Prozent
an. Man beobachtete unverminderte ausländiſche Käufe. Ueberhaupt
war das Geſchäft einheitlich belebt, auf angeblich amerikaniſche
Anſchaf=
fungen ſtiegen mexikaniſche Renten um etwa 1 Prozent, Kunſtſeidenwerte
vernachläſſigt. Am Privatdiskontmarkt herrſchte ſtärkere Nachfrage, ſo
daß die Möglichkeit einer Ermäßigung der Notiz beſtand. Da im
letz=
ten Augenblick gewüigend Material zuur Werfügung geſtellt werden
konnte, ſetzte man die Notiz aber unverändert auf 62/s Prozent für
beide Sichten feſt. Die Entſpannung am Geldmarkt machte ſpäter
weitere Fortſchritte.
Die Börſe ſchloß unter den höchſten Tageskurſen und ſchwächte ſich
nach Schluß des amtlichen Verkehrs teilweiſe um 0,5—1,5 Prozent ab.
Andererſeits konnten verſchiedene Werte wachbörglich wieder leichte
Beſ=
ſerungen aufweiſen. Die Hauſſeſtimmung war an der Nachbörſe nicht
mehr in der bisherigen Stärke vorhanden. Die Umſätze ließen
weſent=
lich nach. Man nannte bei Beendigung der Nachbörſe u. a.: J. G.
Farbeninduſtrie 269; Polyphon 388; Karſtadt 245,5; Schultheiß 376;
Oſtwerke 318,5; Klöcknerwerke 128,5; Köln=Neueſſen 152; Deſſauer Gas
208; Phönix 104,25; Rhein. Braunkohlen 301; Harpener 175; Rheinſtahl.
165,5; Hapag 159; Nordd. Lloyd 158,25; Maximilianhütte 217;
Lah=
meher 180; Bemberg 533; Berger Tiefbau 392; Neubeſitzanleihe 16,62;
Ablöſungsanleihe Reihe 1 und 2 52; dito 3 55,12.
A. E. G
Boſalt ...
Bergmann.
Berl. Hand.=Ge
Braunkohl.=Brikett
Bremer Wolle..
Danatbank. . . . .
Deutſche Bank..
Diskontogeſ. . . . . . .
Dresdner Bank.
Deutſche Maſchinen
Deutſche Erdöl.
Dynamit Nobel ...
Elektr. Lieferung ...
F. G. Farben ..
Gelſenk. Berg.
G. f, elektr. Untern. . .
Han. Maſch.=Egeſt. .
Hanſa Dampfſch. . .
Hapag.
Harpner. . . . . ."
Hemoor Zement. . .
389.5 68.— 68.— Polyphon 125.25 129 75 Rütgerst 102.25 1104.— 1172.5 174.25 Sachſen
126o.— 268.25 Sieme 1465 136.5 141.-— Ver. Gl. 746.— 1289.— 293.5 Ver. 96.— 625 65.— Volkſtedter Porzellan 55.— 1227.5 232.25 Wanderer Werke 188 — 155.— 158,5 Wiſſner Metall. 140.- 1168.—
258.— 174.625
259.— Wittener Gußſtahl. 60.5
13. 4.
102 —
116.—
181.5
192.—
267 5
64.5
159.—
162.5
136.5
392.—
123.5 125.5
146 25
99.—
55.5
190.—
60.5
Deviſenmarkt.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 13. April.
Die Aufwärtsbewegung einiger Terminaktienkurſe ſetzte ſich mit
un=
verminderter Stärke fort. Das Kaufintereſſe des Auslandes hielt an.
Außerdem gingen aber auch größere Ordres aus dem Reiche und ſeitens
der Depoſitenkaſſenkundſchaft ein. Die ungünſtigen Meldungen, wie der
Metallarbeiterkonflikt in Sachſen, die ſchwierigen Lohnverhandlungen im
Ruhrbergbau und ſchwächere Berichte vom Schrottmarkte blieben ohne
Eindruck. Eine ſtärkere Rückkaufsbewegung war namentlich am
Montan=
markt bemerkbar. Sonſt ſtanden Zellſtoff Waldhof im Vordergrund, für
die an den Maklertafeln Pluszeichen erſchienen. Ein größeres Geſchäft
war auch in Schiffahrtsaktien, die von vevſchiedenſten Seiten begehrt
wurden. Die Steigerung der Aktienkurſe wurde teilweiſe dadurch
be=
günſtigt, daß an verſchiedenen Märkten ein ſtärkeres Dehuvert beſtehen
ſoll und in den zurzeit tonangebendem Induſtriepapieren bereits eine
gewiſſe Materialknappheit durch Abwanderung größerer Aktienbeträge
ins Ausland entſtanden iſt. Die Befürchtungen, daß in New York eine
Diskonterhöhung vorgenomwen werden könnte, traten mehr in den
Hintergrund. Am hieſigen Geldmarkt war das Angebot ebenfalls größer
und dementſprechend eine Entſpannung in den Zinsſätzen zu verzeichnen.
Befürchtungen wegen des bevorſtehenden Zahltages hatte man nicht.
Tagesgeld wurde vorbörslich mit 6—8 Prozent und im Laufe der
Mit=
tagsſtundem mit 6—7,5 Prozent und darunter genannt. Monatsgeld
zirka 7,5—8,5 Prozent. Warenwechſel zirka 6‟/8—7 Prozent. Am
Deviſenmarkt war die auffälligſte Erſcheinung das internationale
Ange=
bot an Dollardeviſen, ſo daß der Dollarkurs in Berlin auf 4,1803 und
in London auf 4,8836 zurückging. London—Stockholm befeſtigt, 18,185.
Die anderen Valuten notierten faſt unverändert.
Im weiterem Verlauf der Börſe hörten die vorübergehenden
Reali=
ſationen bald wieder auf. An ihre Stelle trat eine neue Kaufwelle, die
unter Führung von Montawaktien weitere kräftige Kursſteigerungen auf
der ganzen Linie bewirkte, Montanwerte lagen gegenüber dem Vortag
Helſingfors ..
Wien ......."
Prag ...."
Budapeſt ..
Sofia ..
Holland.
Eslo.
Kopenhagen
Stodholm".
London.
Buenos Aires
New=York ..."
Belgien .....
13. 4.
Geld! Brief
22.05 22.09
16.44
e0.49
70.17
81.52
2 000
16.48
80.65
70.31
31.68
2.004
5035 0.5055
7.355/ 7.369
18.981 18.02
5.5441 5.556
2.141/ 2.145
4.177/ 4.185
4.321/ 4.329
Metallnotierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin für je 100 Kg. am 13. April ſtellten
ſich für Elektrolytkupfer prompt eif Hamburg, Bremen oder Rotterdam
(Notierung der Vereinigung f. d. Dt. Elektrolytkupfernotiz) 134,75 RM.
— Die Notierungen der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenwor=
ſtandes (die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte
Lieferung und Bezahlung) ſtellten ſich für Original Hüttenaluminium,
98—99 Prozent, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren, 210 MM.,
des=
gleichen in Walz= oder Drahtbarren, 99 Prozent, 214 RM., Reinnickel,
98—99 Prozent, 350 RM., Antimon Regulus 83—88 RM., Feinſilber
(1 Kg. fein) 78,50—79,50 RM.
Die amtl. Preisfeſtſetzungen im Metallterminhandel vom 13. April
ſtellten ſich für Kupfer: Januar, Februar, März 123,25 (123,50),
April, Mai, Juni 122,75 (123), Juli 122,75 (123,25), Auguſt, September
123 (123), Oktober, November, Dezember 123 (123,25). Tendenz: ſtetig.
Für Blei: Januar, Februar 40,75 (41), März 41 (41,25), April 40
(40,50), Mai, Juni 40,25 (40,50), Juli 40,50 (40,50), Auguſt, September,
Oktober, November 40,50 (40,75), Dezember 40,75 (40,75). Tendenz:
ruhig. Für Zink: Januar, Februar, März 49,25 (49,75), April 49,50
(50,50), Mai 49,50 (50,25), Juni 49,25 (50,25), Juli, Auguſt, September,
Oktober 49,25 (49,75), November, Dezember 49,25 (50). Tendenz: ſtill.
Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern beigefügten Brief.
Die Metallnotierungen der Londoner Börſe vom 13. April ſtellten
ſich für Kupfer (Tendenz: ruhig): Standard p. Kaſſe 6111/ᛋ—3,
3 Monate 61¾—1/e, Settl. Preis 61¾, Elektrolyt 66½—67, beſt
ſelee=
ted 64½—6534, Elektrowirebars 67; Zinn (Tendenz: willig): Standard
v. Kaſſe 230½—½, 3 Monate 231—231½, Settl. Preis 230½, Banka
(inoff. Not.) 238, Straits (inoff. Not.) 234½; Blei (Tendenz: ſtetig):
ausländ, prompt 204/us, entft. Sichten 20‟/s, Settl. Preis 20½; Zink
(Tendenz: feſt): gewöhnl. prompt, entft. Sichten, Settl. Preis 25;
Queck=
ſilber (inoff. Not.) 22½—½; Wolframerz (inoff. Not.) 1478.
Die Börſe ging am Donnerstag vor Oſtern in ſehr feſter Tendenz
in die Ferien und knüpfte am Dienstag dieſer Woche bei
Wiederauf=
nahme des Geſchäfts da an, wo man ſtehen geblieben war; mit anderen
Worten, die Spezialhauſſen ſetzten ſich unverändert fort und gaben der
Geſamtlage an den Wertpapiermärkten nach wie vor das Gepräge. Ihre
Intenſität und der Kreis der favoriſierten Papiere nahmen ſogar faſt
progreſſiv zu, ſo daß ſich in wenigen Tagen ſehr erhebliche Kursſprünge
ergaben. Man braucht nicht einmal auf die am 12. April feſtgeſetzten
Medioliquidationskurſe mit ihren Steigerungen bis zu 50 Prozent ſeit
Ende März hinzuweiſen, um die Zugkraft der Sonderbewegungen zu
kennzeichnen. Es genügt der Vergleich der Kurſe einiger Terminpapiere
vom 5. April, dem letzten Börſentag vor Oſtern, mit den Schlußkurſen
am Donnerstag dieſer Woche. Zu dieſen Terminen notierten etwa:
Karſtadt 234 bzw. 241, Polyphon 348 bzw. 395, Zellſtoff Waldhof 280
bzw. 298, J. G. Farbeninduſtrie 260 bz.v. 267, Oſtwerke 300 bzw. 313,
Feldmühle 192 bzw. 203, Danatbank 237,75 bzw. 249, Jlſe 273 bzw. 285,
Tietz 229,5 bzw. 240,5. Alle dieſe Steigerungen ſind nur das Ergebnis
von drei Tagen. Allerdings war das Intereſſe faſt ausſchließlich auf
einen ganz beſtimmten Kreis von Terminwerten gerichtet, für die das
Ausland, vor allem die Schweiz, Holland und zum Teil die Vereinigten
Staaten, reges Intereſſe zeigten. Wollte man ſich nach der in den
Börſenſälen herrſchenden Stimmung richten, ſo müßte man annehmen,
daß die Aufwärtsbewegung der von der Gunſt der Spekulation
augen=
blicklich in den Vordergrund geſtellten Papiere noch nicht beendet ſei.
Man iſt an der Börſe jedenfalls weiter „feſt geſtimmt”, Allerdings
ver=
gißt man, die Geſamtlage der Wirtſchaft genügend in Nechnung zu
ſtellen, und verfällt dabei in einen Fehler, den die Börſe überhaupt oft
begeht, indem ſie, wenn einmal eine kräftige Hauſſe oder Baiſſe im
Gange iſt, zu Uebertreibungen neigt. Man iſt z. B. bisher ganz
dar=
über hinweggegangen, daß in der ſächſiſchen Metallinduſtrie ſeit einiger
Zeit eine Rieſenausſperrung drohte, die inzwiſchen zur Tatſache
gewor=
den iſt. Nicht weniger als 220000 Metallarbeiter befinden ſich jetzt in
Sachſen außerhalb ihrer Arbeitsſtätten! Im Ruhrbergbau haben die
Verhandlungen zwiſchen Arbeitgebern und Arbeitnehmern begonnen
und bisher noch keinerlei Annäherung der Standpunkte beider Parteien
gebracht. Was man ſonſt über die Lage im Ruhrbergbau hört, muß
ebenfalls äußerſt bedenklich ſtimmen. Man iſt ſich an der Börſe über
den Ernſt dieſer Vorgänge anſcheinend nicht im Klaren. Allerdings
ruht die momentane Spezialitätenhauſſe faſt ausſchließlich auf
Anſchaf=
fungen des Auslandes, das ſich erfreulicherweiſe weiterhin lebhaft für
deutſche Aktien intereſſiert und damit ganz allgemein ſein Vertrauen
in unſere Wirtſchaft zum Ausdruck bringt, ſowie dem Vorhandenſein
einer breiten Mitläuferſchaft, die ſich aus den Kreiſen der
berufsmäßi=
gen Spekulation rekrutiert. Dagegen zeigt ſich das Privatpublikum im
Reiche und die Berliner Depoſitenkundſchaft abwartender. Bei einem
Teil der Hauſſewerte handelt es ſich mit größter Wahrſcheinlichkeit auch
wohl um Intereſſenkämpfe. Wenn auch die Börſe insgeſamt infolge der
Feſtigkeit der Spezialitäten ein recht freundliches Ausſehen hat, ſo darf
man doch nicht vergeſſen, daß ſo unvermittelnden und ſich teilweiſe
förmlich überſtürzenden Hauſſen ebenſo ſcharfe Reaktionen folgen
kön=
nen und in der letzten Zeit mehrfach gefolgt ſind. Eine ruhige und
allmähliche Befeſtigung des Geſamtniveaus, entſprechend den ſich beſſern= Dividenden und der ſtabilen Konjunkturlage, würde jedenfalls eine
wefentlich gleichmäßigere Geſtaltung der Wertpapiermärkte
gewähr=
leiſten.
Ebenſo wenig Sergen wie um die angeführten, eigentlich zur
Zu=
rückhaltung mahnenden Vorgänge in der Wirtſchaft machte man ſich in
Kreiſen der Spekulation um die Lage des Geldmarktes. Der
Ultimo=
ausweis der Reichsbank brachte Ende März Neueinreichungen von
Wcchſeln und Schecks in der Rekordhöhe von über 720 Millionen, eine
Neuproduktion von Wechſeln, die ſelbſt am Jahresſchluß im Laufe einer
Woche nicht erreicht wurde. Trotz dieſe= enormen Anſpannung ergab
der Reichsbankausweis vom 5. April nur eine Entlaſtung des Wechfel=
und Scheckkontos um etwa 50 Millionen RM. Selbſt wenn mau
be=
denkt, daß infolge der Oſtertage ſtarker Bedarf an Stückgeld heurſchte
und die Rückflüſſe wegen der nur fünf Tage währenden
Reichsbank=
woche aus technifchen Gründen zurückblieben, muß man dieſe
Entſpan=
nung als ſehr unbefriedigend bezeichnen. Ueberhaupt iſt zur Zeit die
Entwicklung des Reichsbankſtatus äußerſt ungünſtig und zeigt, wie
an=
geſpannt die Geldmarktlage in Deutſchland noch iſt. Dieſer Situation
hat z. B. auch die Stadt Berlin Rechnung getragen, die bei einem
An=
leihebedarf von rund 118 Millionen zunächſt nur eine Tranche von
25 Millionen zur Zeichnung im Inlande auflegt, um die am Geidmarkt
vorhandenen Möglichkeiten vorſichtig abzutaſten und danach die Deckung
ihres weiteren Anleihebedarfs einzurichten An den Börſengeldmärkten
ſverden jetzt noch immer Sätze von 7—8 Prozent für Tagesgeld, 7,5—
Prozent für Monatsgeld und 7 Prozent für Warenwechſel mit
Bank=
giro genannt. Bei der Medioprolongation hat ſich die
Reportgeldver=
ſorgung trotz der vergrößerten Engagements glatt geſtaltet, nur
kleine=
ven Spekulanten wollte man durch Nichterhöhung der
Reporrgeldkontin=
geute Anlaß zum Abbau ihrer Poſitionen geben. Erſt am Donnerstag
war eine kleine Exleichterung der Lage am kurzfriſtigen Geldmarkt zu
ſpüren, die ſich vor allem in vegerer Nachfrage nach Privatdiskonten
äußerte. Der Satz konnte daher um /. Prozent auf 6¾/ Prozent für
beide Sichten ermäßigt werden.
Vereinigte Verlin=Frankfuvter Gummiwarenfabriken A. G., Berlin.
Der Auſichtsrat beſchloß, für 1927 nach reichlichen Abſchreibungen eine
Dividende von 6 Prozent (5) zu verteilen. Der Vortrag bleibt in
un=
gefähr vorjähriger Höhe beſtehen.
I. 1. Reichs=,
Länder= und Schutz
gebietsanleihen
6% Dtſche.
Reichs=
anleihe von 192
6% Baden
Frei=
ſtaat von 1927
6% Bay. Freiſtaat
von 1927 ....."
6% Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927..
7% Thüringer
Frei=
ſtaat von 1927..
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. *
Ablöſungsanleih
Dtſche. Anl. Ablö.
ſungsſch. (Neub.
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe
2. Stadtanleihen
8% Bad.=Bad. v. 26
6‟ Berlin v. 24
Darmſtdt. v. 2
Dresden v. 26
2o Frkf. a. M. v. 26
% Heidelb. v. 26
8% Ludwghf. v. 26
8% Mainz v. 26..
10% Mannh. v. 25
8% Mannh. v. 26
8% Nürnberg v. 26
8% Pforzh. v. 26
8% Pirmaſens v. 26
3. Pfandbriefe
und
Schuld=
verſchreibungen
7% Bad. Gold=
Kom. Anleihev. 2/
8½ Berl. Hyp.=Bk.
ig.
Pfandbriefe..
Frkf. Hyp. Bk.
79B- „Sia=Pfl
87.25
80
81.25
55
16.55
7.7
95
93
88
88
86
92.8
95
93
89
Frkf. Pfbrfban
4½% Gotha Gr.
Cred. Lig.=Pfbr
4½‟ Hamb. Hyp.
Bk. Lig.=Pfdbr
80 Heſſ. Landesbk.
8% Kom. Lande
bank. Darmſtad
8% Landesbank d
Rheinprovin
72lo
Landeskr. Kaſſ.
Mein. Hhp.B
Naſſ. Landesbk.
6 Pfälz. Hyp.Bk.
Pfandbriefe
80 Preuß. Ctr.,
Bob.=Cred.
4½% Preuß. Ctr.=
Lig. Pfandbr. ..
8% Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft. .
3½ Rhein. Hyp.=B
4½%n „ Lig
Pfandbriefe.
8o Rhein.=Weſtf.
Bd.=Credit .. . ..
„ „L.=Pf.
Südd. Bod
Cred.=Bank.
„Lig.=
4½
Pfdbr. . .
8% Württ. Hyp.=B
98
89.5
88
67.75
93
96
921I.
75.5
Dt. Komm. Sam.
mel=Ablöſ.=Anl.
+ Ausl. Ser. I.
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.-Anl.
* Ausloſ. Ger,II
98
91.75
95
100
96
92
96.5
92
101.5
89.5
96.5
93
14½.
98.5
97
98.5
93.5
78.5
103
89.5
92.5
94.5
51.5
68
Papiermark=
Pfandbr. und
Kommunal=Obl.
Frkf. Hhp.=Bk. K.=
Obl. Ser. 1 u. 2
Frkf. Pfdbr.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Heſſ. Lds=Hyp.=Bk
Vorkr.=Pfdbriefe
dgl. Kom.=Obl.
S 1-16
„ Kom.=Obl.
S. 17-24
Mein. Hyp.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Nordd. Grunder.=
Vorkr.=Pfdbrief
Preuß. Pfandbrbk.
Vorkr.=Pfdbriefe
Rh. Hhp.=Bk.
Vor=
kr.=Kom.=Oblig.
Weſtd. Bodencred. Vorkr.=Pf
4. Induſtrie=
Obligationen.
8% Dt.
Linoleum=
werke Bln. v. 2
8½ Hefſ. u.
Herku=
les=Brau. v. 2
8% Klöckn=Werke
Berlin v. 26
100 Kom. Elektr.=
Mark. ......"
O. Maintrw v. 26
% Mitteld.
Stahl=
werke von 27..
80 Neckarſulm v. 26
3½ Salzmann & Co.
Kaſſel v. 26.
7% Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 20
7% Ver. Stahlw.
ohne Opt.v. 26
II. Auf Sachwerte
laut. Schuldverſchr.
6%Bad.=Bad. Holz.
5%Badenw. Kohl.
6% Heſſ. Braunk.. Roggenanleihe
5% Heſſ. Volksſt.
Roggenanleihe..
7.36
14.15
4.9
96.5
94.5
94
102
87
91.7
86.5
90-
88.5
21.5
% Preuß.
Kali=
wertan eihe ..."
5% Preuß.
Roggen=
wertanleihe .. ."
5% Sächſ. Roggen
wertanleihe
5% Südd. Feſtw.
bank ..
Liſſab. v. 18861
42 Stockh. v. 1880
9.5
8.65
III. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
5%Bosn. L. E.B. v.
1914 ......
O Bosn. L.=Inv.=
Anl. v. 1914 ..
4½ Bosn. v. 02
1% Bulg. Tab. v02
1,6% Griech. v. 90
34 0 Griech. Mon
Mex. inn. (abg.
„ äuß. „
Goldan=
leihe (abg.
inn. (abg.)
2%0„ Frrig.=
Anl. (abg.
Tamau=
lipas (abg.)
4½%0 Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914
(C. C.=Stücke).
420 Oſt. Goldrente
(C. C.=Stücke)
4½% Rum. Gold
von 1913 .
4% Schweiz. Bds.
Bahnen v. 1912
490 Türk. Admin.
1. Bagd.
2. Bagd.
Zollanl
½%o ungarn von
1913 (C. C.=St.)
4½% dito von
1914 (C. C.,St.)
4% dito Goldr.
(C. C.=St.)
4% dito von
1910 (C. C.,St.)
42 dito Kron. (abg.) .. ..
2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg.)
4% Kopenb. v. 041
44
18.5
57.25
47.5
36
19.75
13.15
222I.
25"
2.1
58.5
92
3. Obligationen v.
Transportanſt.
4% Dux=Bodenb.
von 1891
4% Eliſabethbahn
von 1883
4% Lemberg=Czer.
ſteuerpflichtig..
4% Lemberg=Czer.
ſteuerfrei
22/.,%0 Oſt. Südb.
(Lombard.)
4% Oſt. Staatsb.v.
1883
3%0 Naab=Odenbg.
v. 1883
4%o Rudolfb. i.
8.
4½%0 Anatolier I
TV. 1. Bank=Aktien
Allg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Bank.
Bk. f. Brauinduſtr.
Barm. Bankverein
Bahr. Hyp.= und
Wechſelbank . . . .
Berl. Handelsgeſ.
„ Hypoth.=Bk.
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank...!
Eff.=u.
Wechſel=
bank ......"
Vereinsbank
Diskont.=Geſellſch.
Dresdener Bank
Frankf. Bk.
.
Hohp
Pfdbr.=Bk. 149.5
Gotha. Grundkr. B.
Mein. Hyp.=Ban!
Metallbank. .
Mitteld. Creditbk. 216
Nürnb. Vereinsbk.
Oſt. Creditanſtalt . .
8fälz. Hup.=Bank
Pr. Bod.=Creditbk.
Hhp.-Akt.=Bk.
Reichsbank=Ant. . 197.5
Rhein. Creditbank/125
Sop.=Bankl194
14
12.2
2.5
12
12.25
23
4.2
Are
Südd. Bob.Cr. Bk.
„ Disc.=Geſ...
Wiener Bankverein
2.
Berkehrs=
unternehmungen
A.=G.f. Verkehrswſ.
Allg. Lokalb.= und
Kraftwagen.
Dt. Eiſenb.=Geſ.
70 Dt. Reichsbhn=
Vorzge. ...
Hapag .........."
Nordd. Lloyd. . . . ."
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
138.25
159
199
154.75
162.5
189.5
249.75
164.25
123
101.5
153
156.5
113
49.75
142.5
133.5
160
371
153
141
3, Induſtrie
Adt. Gebr.
Accum. Berlin.
Adler & Oppenh.
Adlerw (v. Kleher
6% AEG. Vorzuc
137
16.75
216
158.5
97‟
159.5
158
AEG. Stamm.. ..
Bad. Maſchf.=Dur
Bamag=Meguin
Baſt Nürnberg
Beck & Henkel
Bergm. El. Werke
Brem.=Beſigh.=Ol
BrownBoverickCi=
Brüning & Sohn
Buderus Eiſen
Bürſtenfbr Erlang
Cementwerke:
Heidelberg ....
Karlſtadt
Lothr. (Karisr.).
Chem. Werke Albert.
Vrockhues
Fabrik Milch
Daimler=Benz .
Dt. Atl.=Telegr.
Eiſenh. Berlin
Erdöl
Gold= u. Silb.
ſcheide=Anſtalt
Linolvverk. Berl.
Dresden=Leipziger
Schnellpreſſen .
Dürzwerke Rating
50
165
230
94
81.25
721.
168
140:
24.5
236
67
190.5
64.75
158
24.5
101.75
49
ArK
180
80
102
97
88
139.5
196.25
262
128
60
Eichbaum, Brauer.
Eiſenw. Kaiſersltn
Elektr. Licht u. Kraf
Elektr. Liefer.=Ge
Elſäfſ. Bad. Wolle
Emag Elektr. Frkft.
Enzing. Unionwke
Eſchw. Bergwerk
Eßling. Maſchinen
Ettling. Spinnerei
Faber, Foh., Bleiſt
Faber & Schleiche
Fahr, Gebr. Pirm.
F. G. Farbenindſtr.
Felt. & Guilleaum.
Feinmech. (Fetter)
Frkft. Gas
Maſch.
Pr. korny & Witte
Geiling & Cie.
Gelſenk. Bergwerk
Gef. f. elektr.
Un=
ternehmun
Goldſchmidt 2
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.
HafenmühleFrank
Haid & Neu
Hammerſen (2
Hanfw. Füſſen
Hanſa=LloydBrem.
Harpener Bergbau
Hartm. & Braun
Henninger, Kempf,
Stern Brauerei. /
Heſſen=Naſſau Gas
Hehligenſtgedt.
Hilpert Armaturfb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kuvf
Hochtief Eſſen
Holzmann Phil. . /164
Holzverk.=Induſtrie
Iiſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Inag
Junghans Stamm
Kali Aſchersleben.
Salzdetfurth.
Weſteregeln. .
Kammgarnſpinn. .
275
25
232.5
89.5
202
71.75
102
54
W 5
87.5
150
11
81.5
40.5
A
110
185
38.5
43
175
166
178
115
24
90.—
121
135
99.25
8?
180.5
284
193.5
215
Neckarſ. Fahrzeug
Neckarw. Eßl
Nicolay, Hofbr.
Oberbedarf
Oſterr. AlpineMo
Otavi Minen
Peters Union Frrf
Pfälz. Näh. Kayſe=
Philipps A.=G.
Phönix Bergbau.
Porzellan Weſſel
Reiniger Gebb. &
Schalt
R9. Braunkohlen.
Elektr Stamm
Stahlwerke .
Rhenania, Kunh.
Niebeck Montan
Rütgerswerke . .
SalzwerkHeilbronn
Schneider &
Schnellpr. Frankth.
Schöfferhof=Bind..
Schramm Lackfbr. /125
Schriftg. Stempel. 11.31
Schuckert Elektr. . . 1192.5
Karſtadt,
245
Ker. Werke Offſtein
Klein, Schanzl. . . . 108
Klöcknerwerke 135
Knorr, Heilbronn
Konſervfabr. Braun/ 70
Kraftw. Alt=Württ. 105
Krauß & Co., Loko.
Lahmener CCo /478
235 Lech, Augsburg
Lingel, Schuhr
Löhnberger. Mühlef 39.75
Löwenbr. Münch.
Ludwigshaf. Walz
Lüdenſcheid Metall
Muinkr.=W. Höchſtl2 20.73
Mainz. Akt.=Br. 254
Mannesm. Röhren 153.75
Mansfeld. Bergb. 1132
Mars=Werke.
1417.25
Metallgeſ. Frankft. /180
Miag, Mühlenbau/143
Moenus Stamm / 70
Motorenfahr. Deut
Oberur
72.1
Münch. Lichtſpielk. /220
77
55.1
144
145
18.5
14.25
104
55
45.5
103.75
28
300
162
164.75
194.5
197
73
355
Schuhfbr. Berneis=
Weſſel.
Schuhfabr. Herz
Schultz Grünlack
Schwarz Storchen 1172
Seilindſtr. Wolff. 76
Siem. Glasinduſt=
Siemens & Halske 300
Südd. Immobilien 103
Zucker=AG. 144.75
Strohſtoff. Ver.. 1318
Tellus Bergbau .1111
Thür. Lief.=Geſ... . /109
Tucher, Brauerei .1155
Unterfr. Krs.=
Elek=
tr.=Verſ.
116
Veithwerke
Ver f. Chem. Ind. 100
deutſch. Olfabr.
Faßfabr. Caſſel/ 53
Gummifabrik.
Berlin=Frankf. 89
Königs= und
Laurahütte
Pinſelfabriken 89
Stahlwerke ../ 99.25
Ultramarin . . 155
Zellſt., Berlin 150
Vgtländ. Maſd
Voigt E. Haeffner 181
Voltohm. E
Wanß & Freutag 1141
Wegelin Rußfabrik 142
Werger Brauerei. 172
Zellſt. Aſchaffenbg. 197.25
Memel ... 148
Waldho
1312
Zuckerf. Rheingau
1. Verſicherungen
Allianz u. Stuttg.
Verſicherung
Frkft. Allg. Verſ.=G 189.5
Frankona Rück= u.
Mitv.
Mannh. Verſich.
Darmſtädter Berte
Bahnbedarf
Dampfk. Rodberg.
Gebr. Lutz
Motoren Darmſtadt
Gebr. Roeder ....113
Durmſtadt und
den Apotheken
den Somtagsd
anſchließende
14 April
Löwen=Apoth
Apotheke, Wi
Apotheke. 9
Montag
[ ← ][ ][ → ]Nummer 104
Samstag, den 14. April 1928
Seite 13
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Frankfurter Maſchinenbau Akt.=Geſ., vorm. Pokorny u. Wittekiud,
Frankfurt a. M. Wie wir erfahren, hat ſich die Verwaltung in einer
Vorbeſprechung für die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung für
1927 mit 6 Prozent ausgeſprochen, die der Aufſichtsratsſitzung am 20. 4.
in Vorſchlag gebracht werden ſoll. Auch im laufenden Jahre ſei die Lage
in allen Abteilungen befriedigend.
Zprozentige Oeſterreichiſch=Ungariſehe Staatseiſenbahn=Prioritäten
von 1895. Wie wir von informierte Seite erfahren, wiro die Reviſion
des Amortiſationsplanes für die Zprozentigen Staatseiſenbahn=
Priori=
täten einen der Programmpunkte der am 2. Mai in Rom
zuſammen=
tretenden Finanzkonferenz bilden. Die Laufzeit dieſer Obligationsſchuld,
die nach den urſprünglichen Anleihebedingungen bis 1965 zu tilgen
wäre, ſoll jedenfalls bedeutend herabgeſetzt werden. Vielleicht gelangt
bei dieſer Gelegenheit auch die Kapitalfrage zu einer endgültigen
Lö=
ſung. Zurzeit werden die Obligationen zu 500 Fr., ſoweit ſie nicht durch
Rückkauf amortiſiert werden, mit 135 Goldfr, honoriert, für welchen
Satz die Inhaber eine weſentliche Erhöhung beanſpruchen. Die
Er=
höhung des Zinſendienſtes wird erſt im Jahre 1935 ſpruchreif.
Viehmärkte.
Darmſtädter Viehmarkt vom 13. April. Aufgetrieben waren: 121
Kälber; 5 Schafe; 3 Ziegen; — Ochſen. Die Preiſe ſtellten ſich für
Kälber: a) 73—20; b) 67—72: c) 60—66; für Schafe auf 10—15 Pfg
pro Pfund. — Marktverlauf: lebhaft, geräumt.
Wormſer Produktenbericht vom 13. April. An der heutigen
Pro=
duktenbörſe notierten bei feſter Tendenz: Weizen 27—27,50; Roggen 28;
Gerſte ohne Angebot: Ausſtich ohne Angebot; Futtergerſte 25,5—26
Hafer 27,50—22,50; Weizenmehl Baſis Null 38,75—39,25; Roggenmehl.
60proz. 10; Weizenfuttermehl 16,50—23; Noggenfuttermehl und
Nach=
mehl 18,50—24; Roggenkleie 16,50; grobe Weizenſchalen 15,50—16, feine
Weizenikleie 15—15,25; getrocknete Biertreber 18,25—18,75; Malzkeime
18,25—18,75; Maisſchtot 27: Trockenſchnitzel 14; Heu 8,75—10; Stroh
2—4,50; Kartoffeln 6,50—7,50.
Frankfurter Viehmarkt vom 13. April. Der Auftrieb des heutigen
Nebenmarktes beſtand aus 29 Rindern, 1111 Kälbern, 155 Schafen und
581 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb des Nebenmarktes der deo=
Vergleich zu den Notierungen des letzten Marktes waren Kälber bis zu
6 Mark und Schweine bis zu 5 Mark billiger; während Schafe gut be=
hauptet blieben. — Fleiſchgroßmartt: Ochſenfleiſch 1. 95—100; 2. 85—95
Bullenfleiſch 80—86; Kuhfleiſch 1. 70—80; 2. 55—70; 3. 35—50;
Kalb=
fleiſch 2. 90—105; Hammelfleiſch 95—100; Schveinefleiſch 1. 70—75:
Ge=
frierfleiſch: Nindfleiſch, Vorderviertel 48 und Hinterviertel 58,
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chieggo, 13. April. (Priv.=Tel.)
Weiyen: Die ſchwächeren Liverpooler Meldungen und beſſere
Wetterberichte hatten anfangs ein Abgleiten der Preiſe zur Folge. Dann
trat ein Umſchwung ein auf ungünſtige Saatenſtandsberichte aus Teilen
von Kanſas und Oklahoma.
Mais: Auf günſtige Berichte auis Argentinien war die Stimmung
anfangs ſchwächer. Beſſere Lokonachfrage und Vorausſagen über
ge=
ringere Zufuhren führten dann zu einer Erholung.
Rongen: Liquidationen und günſtiges Wetter bewirkte aufangs
größeres Angebot. Später zeigte ſich auf gute Exportnachfrage
Deckungs=
bedürfnis.
Hafer: Der Markt nahm einen durchweg ſtetigen Verlauf.
* New York, 13. April. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Der baiſſegünſtige Bürobericht über den Märzverbrauch
hatte anfangs ein Nachgeben der Preiſe zur Folge. Regenprognoſen
und Käufe ſüdlicher Firmen ließen dann eine Erholung aufkommen.
Zucker: Der Markt nahm einen ruhigen Verlauf. Einige Mai=
Liquidationen ließen die Preife leicht abgleiten.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 13. April
Getreide: Weizen, Mai 15158, Juli 150¾, Sept. 14828: Mais.
Mai 99½, Juli 102½, Sept. 103½; Hafer, Mai 58, Juli 577
Sept. 416¾; Roggen, Mai 124½, Juli 120¾, Sept. 1157
Schmalz: Mai 11,675, Juli 12. Sept. 12,275.
Fleiſch: Rippen, Mai 11,35, Juli 11,625, Sept. 11,90; Speck
loco 11,25; leichte Schweine 8,40—9,20, ſchw. Schweine 8,45—9,05;
Schweinezufuhr Chicago 15 000, im Weſten 60 000.
Chicagoer Baumwolle: Mai 19,75, Juli 19,60.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 13. April:
Getreide: Weizen, Rotwinter 191½, Hartwinter 169; Mais
neu ank. Ernte 113: Mehl ſpr. wheat clears 6,75—7; Fracht nach
England 1,6—2,3, nach dem Kontinent 9—10 C.
Schmalz: Prima Weſtern loco 12,30; Talg extra 8½
Kakao: Tendenz: ſtetig, Umſatz in lots 31, loco 137, April
13,71, Mai 13,79, Juni 13,96, Juli 14,08, Auguſt 14,11, September
14,16, Oktober 14,02, Dezember 13,60, Januar 1929 13,35.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die 5 Millionen=Dollar=Anleihe der Elektrowerke A.=G., Berlin,
wurde überzeichnet.
Der Vorſitzend= des Börſenvorſtandes, Abteilung Produktenbörſe,
Herr Leopold Badt, feiert am 14. ds. Mts., fern von Berlin, ſeinen
70. Geburtstag. Badt iſt mit ſeinen reichen Erfahrungen und ſeinem
ſicheren Blick für das Erreichbare der anerkannte Führer im deutſchen
Getreidehandel.
Wie von maßgebender Stelle mitgeteilt wird, werden die
deutſch=
litauiſchen Handelsvertragsverhandlungen am 16. d. M. wieder
auf=
genommen werden. Die Meldungen, die von einer Vertagung der
Verhandlungen auf unbeſtimmte Zeit ſprechen, ſtimmen daher mit den
Tatſachen nicht überei=
Die Delegierten der Emifſionsbanken hielten geſtern unter dem
Vor=
ſitz des Direktors der Bank von Frankreich, Quesnay, in Paris eine
Vollſitzung ab. Die Sitzung war einer ſehr ausgedehnten Diskuſſion
über den Grad der Vergleichbarkeit der Währung und der
Produktions=
ſtatiſtiken gewidmet. Die Konferenz dürfte bis Mitte nächſter Woche
tagen.
Die Pelztierzucht in Norwegen hat in der letzten Zeit einen
gewal=
tigen Aufſchwung genommen und ſcheint eine große Zukunft zu haben.
Der Beſtand an Silberfüchſen in den Zuchtfarmen wird auf 6000 Stück
veranſchlagt. Es beſteht die Abſicht, in nächſter Zeit auch große Marder=,
Zobel= und Hermelin=Farmen zu gründen.
Eine engliſche Grupxe, die der Phönix=Oil naheſteht, hat von der
„Redeventza” die Majorität des Aktienkapitals des „Naphtha Romana”
erworben. Das A.K., das zurzeit 26 Millionen beträgt, ſoll in Kürze
auf 100 Millionen erhöht werden. Die „Naphtha Romana” hatte in
den Jahren 1926/27 eine Durchſchnittsproduktion von 7000 To. jährlich.
Der Miniſterrat ſtimmte dem zwiſchen dem Finanzminiſter Dr.
Mar=
kowitſch und der jugoſlawiſchen Nationalbank abgeſchloſſenen
Ueberein=
kommen über die Stabiliſicrung des Dinar zum Kurſe von 9,13
Schweizer Franken für 100 Dinar zu.
Die tſchechoflowakiſche Regierung hat, wie aus Belgrad gemeldet
wird, ihrer Delegation den Auftrag erteilt, zwecks Wiederaufnahme der
Verhandlungen über den Abſchluß eines Handelsvertrags zwiſchen der
Tſchechoſlowakei und Jugoſlcwien mit der ſüdſlawiſchen Regierung ſich
ins Einvernehmen zu ſetzen. Die Verhandlungen dürften in der
zwei=
ten Hälfte des Monats beginnen.
In Italien befindet ſich ein neues Handelsgeſetz in Vorbereitung,
das zahlreiche, auch für den Export nach Italien wichtige Neuerungen
enthalten wird.
Der bisherige geſchäftsführende Vizepräſident der Firſt National
Corporation in New York, Allan M. Pope, wurde zum Präſidenten
dieſer Geſellſchaft gewählt.
Aus den Amtsverkſindigungen des Kreisamts
Darmſtadt und den Bekanntmachungen des
Polizelamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 Radkette. 1 farbig. Gas
gummiball. 1 grauer Herrenfilzhut
Ei=
ſchwarzes Kinderſamthütchen 1
Damen=
zwvicker in braunem Etui. 1 Aktentaſche
mit Buch. Der Krieg in Wort und Bi d‟
1 grünlicher Kinder=Lodenumhang m
Taſchentuch und Handſchuh. 1 ſilbern
Damen=Gliederarmbandukr. 2 Hemden u.
1 Unterhoſe, eingeſchlagen in Zeitungs
papier. 1 gelber Filzhut.
Sonntagsdeenſt uno Nachtdienſt in
den Apotheken Darmſtadts: Es verſehen
den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
anſchließenden WZoche den Nachtdienſt vom
14. April bi” einſchließlich 21 April die
Löwen=Apotheke, Ballonplatz 11, die Adler=
Apotheke, Wilhelminenplatz 17, die Hirſch
Apotheke. Niede==
Ramſ=
ſtraße 21.
Letzte
Große moderne
Verſteigerzng
Montag, den 18. April ds. Js.,
nachmittags 2‟. Uhr beginnend,
verſteigere ich auf freiwilligen Antrag
in dem Hauſe
6 Alexandraweg 6
(Künſtlerkolonie)
nachfolgende Zimmer=Einrichtungen gegen
Barzahlung:
1 Speiſezimmer, dunkel eichen,
modern, 1 Büfett, 2.60 m lang, 1
Kre=
denz, 1 runder Ausziehtiſch, 1 kl. rundes
Tiſchchen, 2 Lederſeſſel, 10 Lederſtühle
1 Büchergeſtell mit Schränfchen, eine
Standlampe mit Tiſch, 1 Diwan;
1 Speiſezimmer, hell eichen, ein
Büfett, 1 Kredenz, 1 Ausziehtiſch, 1
acht=
eckiger Tiſch, 1 runder Tiſch, 1
Stand=
uhr, 1 Diwan;
1 Schlafzimmer, kirſchbaum, ein
Doppelbett, 2 ovale Nachtſchränkchen, ein
viertüriger Schrank mit innen Spiegel,
2.,85 Meter breit, 1 Toilettenſpiegel mit
Marmor, 1 Waſchſchrank mit Marmor
und Spiegel für fließend Waſſer, 1 rund
Tiſchchen mit Glasplatte, 1 Sofa, zwei
große und 1 kleiner Seſſel, 1 Velour=
Bodenbelag, 2 Fenſtervorhänge, 1
Schreib=
tiſch, Diplomat (Barockfurm), 1 pvaler
Tiſch mit Glasplatte, 1 Rauchtiſch, ein
zweiteiliges Eckſofa, 1 Backenſeſſel, ein
Schreibſeſſel, 1 elektriſche Zuglampe:
1 Oelbild (Waldſtück), gemalt
von Barih;
1 Oelbild (Waldſtück), gemalt
von Oberländer.
Beſichtigung: Sonntag, 15. April,
von 2 —5 Uhr, und Montag, den
16. April, von 10—12 Uhr.
Darmſtadt, den 14. April 1928
Philipp Kling
Auktionator und Taxator
6683)
Wilhelminenſtraße 21.
Am Dienstag, den 17. April 1928,
vormittags 9" Uhr, werden aus
ver=
ſchiedenen Abteilungen des Roßdörfer
Gemeindewaldes verſteigert:
Lärchen=
Kiefern=
Fichten=
I. 2 1 St 0,32 1b 0,91 1,00 2b 1,11 2b 4,04 3a 4,19 3b 3 2,71 5 1,63 1a 134 24,89 1b171. 65,66 2a 94 „ 61,70 2b 25 „ 25,64 5a 11, 15,/44 „ =Derbſtangen 86
Zuſammenkunft an der Kubig. (668
Roßdorf, den 12. April 1928.
Heſſiſche Bürgermeiſterei. ..
Vorenz.
F Schlacht=
Freibant hof,
Von 8—11 Uhr und
nachmitt. ab 4 Uhr
Schweine= u. Rindſleiſch.
(3962a
Smmobilien
Einfamilienhaus
oder hübſches
Etagenhaus
bei hoher Anzahlung
ſofort zu kaufen geſ.
Angeb. unt. H 76
a. d. Geſchſt. (6694
Garten
ra. 800 qm. Nähe
Rhönring z. verpachten.
Moh., Neckarſtr. 4,
VBergſtraße!
Einfamillen=
haus
an Schnellzug=
Aſtation, 6 Zimm.
u Bubeh., 700 qm
Garten, per bald
beziehbar,
MPreis 26 000 ℳ.
Anzahlg. 10000 ℳ,
zu verkauf durch
WWolff. Moos & Co.,
9 Immobil.,(I7 672/
ABensheim a. d. G.
25 30
Zimmerhaus
frei werdend, ſucht
Konzern zu kaufen
Geff. Angebote uut
H 44 an die Geſchſt.
d. Bl. erbeten, (6640a
Herrſcha
V
OLtntther PEäägertägs
im Herdweg preiswert z. verkaufen.
mimobilien-Verwertang Dingeldein
(A. D.M.) Elisabethenstr. 5. (675
Bedeutendes Unternehmen
ſucht
Maut
zwecks Einrichtung von Büroräamen zu
kaufen. Gefl. Angebote unter B1 70 an
die Geſchäftsſtelle dieſes Blattes, (6692
an der Dieburgerſtr. zu kaufen geſucht.
Angebote mit Lagebezeichnung und Preis
10157
unter H1 120 an die
Günſt. Verkauſ. m. Küche d. Kochgel.
Landhaus, 15 Min beſchlagnaymefrei geſ.
von Darmſtadt gel /Ang. m. Preis unt.
ſof. beziehbar, mit H 79 Geſchſt. (*10034
neuzeitl. Einrichtung,
unter günſtigen
Be=
ünterricht
dingungen verkäufl
Ang. erb. unt. H 97
an d. Geſchſt. ( 10087
eienbäraphee
Herrſchaftliehes
Landhaus
gut gepflegt.
7 Zimmer, Zentral
heizun, Garten mit
Nebengebäube für
Kleintierzucht,825gm,
beſte Lage d Bergſtr.,
zun 1. Juni
preis=
wert zu berk. Nur
für Selbſtkäufer. —
Näßeres unter H 64
an d. Geſchſt (6663a
Pa. Existenz!
Geſchäftshaus mit
Kolonialwaren u. Feinkoſigeſchäft
in gut. Lage Darmſt., Geſchäft u. Wohng. f. d.
Käufer ſofort freiwerd für ℳ 26 000.— bei
ℳ 8000.— Anzahlung zu verkaufen durch,
CONRAD & HELLMUNB
Darmſtadt 10122 Waldſtr. 3
in welchem durch Um= oder Anbau groß
Verkaufsräume errichtet werden können,
ſofort zu kaufen oder zu mieten geſucht.
Angebote unter M80 Geſchäftsſt. (669
Euche in Darmſtadt oder Berzſtraße zu
mieten 5 Zimmer=Wohnung in gutem
freigelegenen Hauſe, auch Siedlung, oder
gutgebaute, kleine
Villa zu kaufen
für etwa 12000.— ℳ bar. Bedingung
Human. oder Realgymnaſium am Platz
Angebote unter HI 100 an die Geſchäfts=
10098
ſtelle d eſes Blattes.
im Hohlerwegviertel, mit 6
Zimmer, reichlichem Zubehör,
Autogarage u. ſchön. Garten,
zu verk. und alsbald
bezieh=
bar. Anfragen unter H 104 an
die Geſchäftsſtelle.
Ein 2X 3= oder 3X3
Zimmerhaus zu kau
geſucht.
Angebot=
unt. H 31 an die
Geſchäftsſt. (* 9903fs
W Entlagfen W
Junger heilgrauer
Wolfshund
auf den Namen 9kolf
hörend, en’laufen
Gefen Belohnung
abzugeb. Pfungſtadt,
Mittelgaſſe 21. (6761
Werkſtatt u. 3 bis
Näume, f. Wohn.
ge=
eign. p. 1. 5. 28 zui
miet. geſ. Angeb unt.
I 84 Gſchſt. (*1004:
Zwei leere Zfmmer
Maſchinen=
ſchreiben.
Neue Kurſe begiunen
16: April. *10006sg0
M. Naumann,
Waldſtraße 4.
Ke
Voxtsilhaftes
Angebot!
Schlafzimm.
echt eiche komplett
mit weißem Marmor
ind
Kristalllacette-
spiegel
Mark 490.—
Möbelhaus
L., Henger
Darmstadt
Zieichstr. 17. (27489
Aleiner
Laden
im Zentr. der Stadt
geſucht. Ang. u. H 71
d. Geſchſt. (*10018
Ruh., kinderl. Ehep.
ſ. beſchlagnahine reie
2 Zimm. mit sküche,
evtl. Vorort. (*10054
Angebote unt. H 87
an die Geſchüftsſt.
Student ſucht inöbl
Bimmer m. el. Licht
u. ſep. Eing.
Stadt=
mitte bevorzugt.
An=
geb m. Pr. an Krauſe,
Neckarſtr. 4, II. /*10081
Schön möbl. Zim.
mit elektr. Licht, evtl.
Zentralheiz”, in gut.
Lage von ält. Stud
ſofort geſ. Ang an
HausmeiſterBiſchoff
Mühlſtr. 11. (*10163
Zwei leere,
beſchlag=
nahmefreig
Zimmer und Küche
geſ. Ang. unt HI 0
a. d. Geſchſt. (*1000
2.3.Zimmerwohnung
mit Küche,
vtl. teilweiſe möbl.
zu mieten geſucht.
Angeb. unt. H 69
a. d. Geſchſt. (51001
Mod eich. Schlafzim.
i. Roßhaarmatratze
Federzeug,nußb einz.
Bett, Matr., Kapok,
Kleiderſchr.
Nacht=
ſchrank, weißes Bett
bill. zu verr (*1015
Heinrichſtraße 2.
Hegistrier-Kasse
faſt neu und kaum benutzt.
Taſten=
druck bis ℳ 1000.-, mit elektriſchen
Antrieb preiswert abzugeben. Z
beſichtigen nachmittags zwiſchen 3
und 6 Uhr außer Samstag u
Sonn=
tag bei Rechtsanwälten Dr.
Oppen-
heimer u Dr. Loeb, Bismarck-
(6711
straße 15.
Gut erhalt.
Kinder=
wagen (Naether), faſt
noch neu, zu verkauf.
Näheres:
Liebfrauen=
ſtraße 81, I
Derad
— SPORT —
wie neu, ſehr billig
7704 a
abzugeben.
Donges & Wieſt.
Kinder=
Klappwagen
ohne Verdeck 16 ℳ
mit Verdeck 32 ℳ
Möbel=Vertrieb
Nob. Heerwagen
Große Ochſengaſſe 1
(6568A
Ein zweitüriger
Kleiderſchrank
1 eiſern. Blumentiſch
zu verkaufen (*10113
Pankratiusſtr. 33, I.
Nußbaum=Dielen
trocken, Ia, abzugeb.
Ang. m. Preisang. u
II 78 Geſchſt. (*1002
Zu verkaufer
Ein groß, faſt neuer
Stehpult für 6 Per
ſonen lehr billigzu
verk: Anzuſ.
Hügel=
ſtr. 55, Büro. (*10097
Gut erhalt. *1006
Kinderwagen
preistpert abzugeben.
Derrng.=Str. 5, II
Starkes, gut erhalt
HERRENRAD
billig zu verkaufen.
Zu beſichtigen von
Samstag, 3 Uhr an.
Uhlandſtr. 18 (b.
Beſſg. Friedh.) 2100‟
Abboits- uime
LadOrDDam
auch für Fabrikation geeignet, ca 2—300 qm
mit Büro per Maſ=Juni zu mieten geſucht.
Bahnhofsviertel bevorzugt, doch nicht aus
chlaggebend. Eilofferten mit näheren
De=
tails und Preisforderung unter W 170 an
(* 10128
die Geſchäftsſtelle.
menkleider u. verſch
Herrenhäte zu verl
Ernſt=Ludwigſt. 14, II
(*10099) 5720 Banderer
zu verkauf. (*9946s
Näheres Geſchäftsſt. Grammophon
faſt neu, mit 20-30 cm
und 15.35 cm Platten
(Ouvertüren und
Närſche) zu verkauf
Kranichſteinerſtr. 36, 1.
(6-7 abends). (*10027 Schloſſerwerizeug:
Starker Schraubſtock,
Schneidkluppe uſw.
zu verkaufen ( 1015.
Martinſtr. 2½, I Wanderer
1½ PS. i. tadelloſen
Zuſtand, 20.— Mk.
Donges & Wieſt.
102 2) Kinderwager
neu, beſond. preistv.
zu verkaufen (*10156
Saalbauſtr. 27. Guterh. Haushal=
tungs=Waſchmangel z.
vk. Pr. 20 ℳ. Lichten=
bergſt. 67 III. (*10022 Guterhaltener
Cutaway mit Hoſe,
mittl. Figur, zu
verkaufen. Hoffmann=
ſtraße 12, I. (E1ch88 2 dr. bl. Kammgarn=
Anz. (ſchl Fig., gut.
Frühjahrsm., ſehr ſch
Gaslamp., 5½ m Ko=
kosl. (neu), Sparherd=
chen, alles billig zu
verk. Kranichſteiner=
ſtiaße 41, II. (*10109 Gasherd m. Dratof,
Ruhebett,rund Tiſch.
weißer Schreibtiſch,
Stühle zu vk. (210105
Ohlyſtraße 59, I OTROKN-DREI-
SITZER
ſehr gut, billig abzu=
(G666 2
geben.
Eliſabethenſtraße 49,
Werkſtätte. Große
SCHRANK-
GRAMMOPHON
neu, für 200 Mk. zu
verk. Germann,
Hügelſtr. 79. (*10024 B. M. W.
zu verkaufen. Teil=
zahlung geſtattet.
Nahlertſtr. 13.—10140
B-Blasbaß.
vierſ. Streichbaß u.
Violine zu verkuf.
Marienplatz 1,
Zimmer 9. (*10078
1Laſtzug Faun,
4 To., 45 PS.,
Maſchine garantiert
bruch= und rißfrei
maſchinell in allen
Teilen überholt,
Auf=
bau niedrig gehalten,
ſo gut wie neu, in
beſter Verfaſſung,
preiswert zu verkauf.
J. Hemmerich,
Darmſtadt,
Rundeiurmſtraße 16
(6726)
Unsor Umsatz
Steige Tädliet
weil unsere Preise billig und
unsere Waren vorzüglich sind
Fahrräder in guter Ausführung ℳ/ 42.50
Harkenfabrräder . . . . . . 4 79.09
Außerdem führen wir:
Wanderer-, Triumph-, Diamant-Fahrräder
zu sehr billigen Preisen
Nur Großeinkauf seit über 30 Jahren
9. Donges & Wiest
Elisabethenstraße 25½ 6764
Motorrad
3—6 PS., gebr., z.
kauf. geſ. Eil= ngeb.
mit Preis unt. H94
an die Geſchſt. (*10071
2 große Käfige,
74X54X30 cm,
abzu=
geben. Bismarckſtr. 3.
(*10130
Kleber.
Käuſeg
Gebrauchte od. neue
zu kauf geſ. Ang. m.
Preis u. Größenverh
erbet. u H73 an die
Geſcht. d. Bl. (6685
GRUDEHERD
zu kaufen geſucht.
Angeb. unt. H 75
a. d. Geſchſt. (*10026
Zu kauf. geſuch
aus gutem Hauſe kl
Waſchtiſch m. Mar
morpl., guterh. Sofa
Preisang. unt. H 67
an die Geſchſt. (10010
Eine guterhaltene
Laden=
Einrichtung
für Kolonialwaren
kaufen geſucht.
Eberſtadt
Neue Schwanenſtr. 2.
(*10085cg)
Jiermarkt
Reinraſſige, junge
Zwergdackel
zu kaufen geſucht.
Ang. unt. HI 83 a.
d. Geſchſt. (*10048
Kanarien=H. u. Zucht=W.
zu verkauf. Truffel,
Bismarckſtr. 28. (6738a
Für Liebhaber!
Bruteier v. ff. Mille
fleurs. Ham urger
Silberlack. Bantam,
u. ſchwarze Bantam,
1,2 Mille fleurs weg.
Platzmangel bill
ab=
zugeben. Ba
lon=
platz Nr. 9. (*9977
Bruteier
Stück 30 Pf.
Eintagskücken.
Jung=
tiere, weiß amerik.
Leghorn.
Nachweis=
dare hohe Legele ſtg.
Gg. Roth Vil.,
Eſchollbrücken,
Numrichſtr. 7: (*995:
1 Eiulegeſchwein, 1
Läufer, 20 Ztr. Miſt
zu verkaufe. (*10 15
Marienpl. 1, Zim 47.
15—20 m
Linoleum=
läufer, faſt neu. eine
Schaukelbadewanne
zu verkaufen *10118
Viktoriaſtr, 56, part.
Erhöhte
Aulllogstefi
ist der Erfolg des häufigen und
schnellen Besuchs Ihrer Kunden.
Ein gutes Motorrad macht das
Unmögliche zur Möglichkeit!
Bewährte Marken wie
Stan-
dard, Hecker, R. M. W., sind
auch für Sie das Gegebene.
Ratenzahlungen machen Ihnen
die Anschaffung leicht.
eBarmstadter
Heinheimerst. 86
Telephon 189
Prospekte,
Besuch,
Vortährung
jederzeit
unverbindlich
und kostenlos.
Seite 14
Samstag, den 14 April 1928
N
K
K
R
R
F
er
Na
Re
Ve
4.
—
4
(eld-
Pen
114
Latetete
neineesde eti
Rels d M Wähnstededckädtes elich zaut besn e Stsenst nitestet
MMeiafPanAit!
1—4
Oioteld
MtdFeleId
MaNE
d
AEN
1
TAINRIK
W
Helelelikdehelbishrtlech eteleictete diar His dlelid eSdoiceese et
eitlergshtleletelshelakellstlacte eistlrsdlt-21in Letspeste 21
adufkkisnie
190
Waf
Net
A
WAEIlEHE
OM
E t
30
Ro
Nummer 104
Unfall
zu
am 2o
einen
Fahrt
d
miden
wechlun
dum
Nummer 104
Samstag, den 14. April 1928
Dürer=Feier in Nürnberg.
Seite 15
Zum Empfang Luckners
in Bremen.
Bremen. Der Empfang des Graf
er,
der programmäßig erfolgte, geſtaltete ſich überaus
herzlich. In allen Untevweſerſtädten,
aſſiert
wurden, hatten ſich überaus zahlreiche Zr
zuer
an=
geſammelt, die dem Grafen zujubelten.
elangte
der Viermaſtſchoner zum Hohentorhafen. Unter den
Klängen des Deutſchlandliedes machte die „
Vater=
land” am Kai des Hafens feſt, an dem ſich eine
un=
überſehbare Menſchenmenge eingefunden hatte. Die
Gäſte und die Mannſchaft der „Vaterland”
verſam=
melten ſich auf dem Achterdeck, wo der Vorſitzende des
Vereins „Luckners Weltumſeglung”, Gouverneur
a. D. Dr. Schultz=Ewerth, und im Auftrage des
bremiſchen Senats Staatsrat Dr. Duckwitz
Begrü=
ßungsanſprachen hielten.
Korvettenkapitän a. D. Graf Felix Luckner
mit ſeiner Frau nach der Heimkehr.
Hierauf ergriff Graf Luckner das Wort: „Ich
danke Ihnen von Herzen für den herzlichen Empfang,
der mir hier von ſeiten des Bremer Senates zuteil
geworden iſt. Ich bin von hier ausgefahren und habe
Bremen verlaſſen mit froher Hoffnung, aber ich habe
nicht gewußt, wie ſchwer ich ringen mußte und wie
ſchwer es mir werden würde, die Freundſchaft der
Amerikaner zu gewinnen. — Der Krieg iſt vorüber,
jetzt gilt es, die Freundſchaft zu pflegen. Ich bin
mit einer koſtbaren Ladung von Amerika
zurückge=
kehst, denn ich. br
iner
mit. Das iſt die Ladung,
ſchland
löſchen will.
Kaufuä
Auf einem am Mittwoch
öffentlichen
Be=
ſchen V. rein: „Union” veranſte
grüßungsabend ergriff Graf Luckner das Wort. Er
dementierte nochmals die Preſſenachricht, wonach
er angeblich amerikaniſcher Bürger werden wollte.
Allerdings ſei er Ehrenbürger von San Franeisco
geworden. Die Preſſenachricht, er und feine
Be=
ſatzung hätten ſich in großer finanzieller Not,
be=
funden, ſei gleichfalls unrichtig. Wir waren zwar
arm, aber ſir haben uns ets bemüht, nie ärmlich
zu erſcheinen. Luckner ſchilderte dann die überaus
herzliche Begrüßung durch die Neu Yorker
Bevölke=
rung und erzählte, wie er vornehmlich vor
Schul=
kindern, Studenten und in Klubs geſprochen habe.
Erſt nach und nach ſei es ihm gelungen, ſich
durch=
zuſetzen und ſich zu behaupten. Als er die
maßgeben=
den Perſönlichkeiten der amerikaniſchen Preſſe
ge=
wonnen hatte, ſei ſein Arbeiten für das Deutſchtum
minder ſchwvierig geworden. Graf Luckner ſprach von
Amerika und den Anerikanern mit großem Reſpekt
und ſchilderte in ſachlicher Form, wie er an Miſter
Harris, dem früheren amerikaniſchen Beſitzer ſeines
Kaperkreuzers „Seeadler”, die amerikaniſche Flagge,
die er im Schiff gefunden, zurückgegeben habe.
Luck=
ner Prägte dabei das mit großem Beifall
aufgenom=
mene Wort: „Wie ſoll ein Ehreumann den Reſpert
vor der Flagge des Gegners verlieren?‟. Die
An=
weſenden brachten dem Grafen lebhafte Ovationen.
Der Eiſenbahnunfall an der Marcadet=Brücke.
Paris. Nach einer Meldung der Hadasagentur
werden abgeſehen von den fünf Schververletzten des
Eiſenbahnunglückes an der Marcadet=Brücke die
meiſten der übrigen 14 Verletzten in einigen Tagen
das Krankenhaus verlaſſen können
Bootsunfälle.
Paris. Am Donnerstag nachmittag iſt ein
Ruderboot mit drei Inſaſſen auf der Loire unweit
von Chinon aus bisher unbekannter Urſache
ge=
kentert. Die drei Jufaſſen, Schüler, und zwar zwei
Franzoſen und ihr Ferienkamerad, ein Engländer
ertranken. Auch auf dem Fluß Doubs iſt ein mit
zwei Perſonen beſetztes Boot, das vom Schwveizer
Gebiet die Inſaſſen wieder auf franzöſiſches Gebiet
zurüickbringen ſollte, infolge der Strömung
abge=
trieben worden und gekentert. Die beiden Inſaſſen
kamen ums Leben.
Zum Fluge Coſtes und Le Brig.
Paris. Wie Habas aus Baſſerah meldet, ſind
die beiden franzöſiſchen Flieger Coſtes und Le Brig
am Donnerstag do mittag aus Carachi kommend dort
eingetroffen und um 13 Uh= nach Pakäſtina weiter
geflogen. Sie wverden am Samstag abend in
Pari=
zurückerwartet.
Die „Italia” wartet auf gutes Wetter.
Rom. General Nobile, der am Donnerstag
wie=
der in Mailand eingetroffen iſt, um die letzten
Start=
vorbereitungen zu überſachen, erklärte, daß der
Zeit=
punkt des Abfluges der „Italia” von den
Wetter=
verhältniſſen abhänge.
Reich und Ausland.
Frankfurter Chronik.
Einrichtung eines Meſſepoſtamtes
für die 18. Frankfurter Internationale
Meſſe. Für die „18. Frankfurter Internationale
Meſſe” (22.—25. April) wird vom 21.—26. April im
öſtlichen Flügelbau der Feſthalle (Platz der
Re=
vublik) eine Poſtanſtalt mit Telegrammannahme,
Fernſprechvermittlungsſtelle und mehreren
öffent=
lichen Sprechſtellen eingerichtet. Sie erhält die
Be=
zeichnung „Frankfurt (Main) Meſſepoſtamt”
Poſt=
ſendungen für die Meſſebeſucher müſſen, ſofern ſie
bei dem Meſſepoſtamt abgeholt werden ſollen, in der
Aufſchrift die nähere Bezeichnung „Frankfurt (Main)
Meſſepoſtamt, poſtlagernd” tragen, andernfalls müſſen
ſie mit näheren Angaben verſehen ſein — Nr. des
Meſſeſtandes uſw.) —, die ein Auffinden des
Empfängers auf dem Meſſegelände ermöglichen.
Be=
ſonders wird darauf hingewieſen, daß die Aufſchrift
„Meſſepoſtamt” nicht etwa „Meßamt” lauten muß.
Auswärtigen Beſtellern wird empfohlen, Pakete, die
ſie zur Einrichtung ihrer Meſſeſtände benötigen, ſo
frühzeitig aufzuliefern, daß ſie vor Beginn der Meſſe
beim Meſſepoſtamt vorliegen können. —
Auslän=
diſcher Fliegerbeſuch zur Frankfurter
Meſſe. Am Samstag, den 14. d. Mts., wird ein
von der Firma Brüder Farman, Paris, zur
Ver=
fügung geſtelltes franzöſiſches Großflugzeug vom Typ
Farman=Goliath um die Mittagsſtunde auf dem
Flughafen Rebſtock eintreffen. Die Inſaſſen ſind
Ver=
treter franzöſiſcher Behörden, der Pariſer
Handels=
kammer, der Firma Farman und der franzöſiſchen
Preſſe, die zum B=ſuch der Frankfurter
Frühlings=
woche hierherkommen. Da es von Jutereſſe ſein wird,
ein franzöſiſches Großflugzeug zu ſehen und mit den
im Läufe der kommenden Woche hier eintreffenden
deutſchen Großflugzeugen zu bergleichen, wird die
franzöſiſche Maſchine am Sonntag auf dem
Flug=
hafen ausgeſtellt werden.
Billiger Sonntag im Frankfurter
Zov. Am Sonntag, den 15. ds. Mts., iſt der
Zoo=
logiſche Garten und das Aquarium während des
ganzen Tages zu halben Eintrittspreiſen zugänglich.
Nachmittags und abends finden Konzerte unter
Lei=
tung des Kapellmeiſters Limpert ſtatt. Bei glinſtigem
Wetter Reit= und Fahrbetrieb im Wäldchen.
Jungtiere im Frankfurter Zoo. In den
Oſtertagen wurden im Zoologiſchen Garten mehrere
Jungtiere geboren. So zwei Axishirſche, ſchöne
ge=
fleckte vorderindiſche Hirſche, die ſich in der
Geweih=
bildung von den deutſchen Edelhirſchen unterſcheiden.
Während nämlich bei vielen Hirſchen, z. B. auch
unſerem einheimiſchen Edelhirſch, die Zahl der
Ge=
weihenden in der Regel von Jahr zu Jahr
zu=
mimmt, kommt ſie bei dem indiſchen Axis und ſeinen
Verwandten nie über die Sechszahl hinaus. Ferner
erblickte ein männliches junges Lama das Licht der
Welt; die Lamas werden in Südamerika als
Haus=
tiere zum Tragen von Laſten und zur
Wollgewin=
nung gehalten.
Unfall des D=Zuges Mannheim=Dortmund.
Mannhelm. Der D=Zukg Mannheim-
Dort=
mund, der Mannheim um 15,45 Uhr verläßt, arlitt
am Donnerstag zwiſchen Weißenturm und Andernäch
einen noch gut abgelaufenen Unfall. Der in völler
Fahrt befindliche Zug riß plötzlich auseinander. Da
die ſelbſtätigen Bremſen gut arbeiteten, kamen die
beiden Zugteile ſehr raſch zum Stehen. Nach
Aus=
wechflung der ſchadhaften Wagen konnte der Zug mit
einer Verſpätung von 45 Minuten die Fahrt nach
Dortmund förtſetzen.
Eiferſuchtstragödie in Oberſchöneweide.
Berlin. In Oberſchöneweide wurden am
Frei=
tag früh der 20 Jahre alte Erich Block und ſeine
bei der derſelben Vermieterin ſvohnende Verlobte,
die 2 Jahre alte Margarete Wilki, tot aufgefunden.
Nach den bisherigen Feſtſtellungen dürfte Block ſeine
Braut aus Eiferſucht durch Dolchſtiche getötet und
dann ſich ſelber auf dieſelbe Art das Leben
genom=
men haben.
Beileid der Deutfchen Reichsbahngeſellſchaft
zum Unglück am Pariſer Nordbahnhof.
Berlin. Wie wir erfahren, hat der General=
Givektor der Reichsbahngeſellſchaft, Dorpmüller, der
Compagnie du Chemin de fer du Nord in Paris
anläßlich des ſchweren Eiſenbahnunglücks am Pariſer
Nordbahnhof die Anteilnahme der Deutſchen
Reichs=
bahngeſellſchaft ausgeſprochen.
Polarflieger Byrd als Eefimo.
Die Feier am Dürer=Grab.
Eine eindrucksvolle Feier wurde am Grabe des ſeit vierhundert Jahren verewigten großen
deut=
ſchen Malers Albrecht Dürer in Nürnberg veranſtaltet. Unſer Bild zeigt rechts den Bildhauer
Hoene, der als Vorſitzender des Reichsverbandes bildender Künſtler die Feſtrede hielt. Links vom
Feſtredner iſt der Nürnberger Oberbürgermeiſter Dr. Luppe zu ſehen.
Mordverſuch als Kinderſpiel.
Berlin. In Schwerin in Mecklenburg wurde
von Kindern beim Spielen ein kleiner Knabe
ge=
feſſelt und in einem lecken Fiſcherboot feſtgebunden.
Dann ſtießen die Kinder das Boot in den Schweriner
See hinaus, uo der „Wind es immer weiter vom
Ufer abtrieb, während es langſam voll Waſſer lief
Dem Knaben war ein Kuebel in den Mund geſteckt,
ſo daß er nicht um Hilfe rufen konnte. Seine
Ge=
ſpielen unternahmen nichts zu ſeiner Rettung. Durch
Zufall wurden Ruderer auf das ſinkende Boot
auf=
merkſam und konnten im letzten, Augenblick das Kind
vor dem Ertriuken retten.
Zwei neue Funktürme für Berlin.
Berlin wird außer dem Funkturm in Witzleben,
dem eiſernen Wahrzeichen der Reichshauptſtadt, in
abſebarer Zeit zwei neue große Funktürme
er=
halien. Zwiſchen dem Berliner Meſſeamt, der
Fuuk=
ſtunde Aktiengeſellſchaft und einer Baufirma ſind dem
„Tag” zufolge zurzeit Verhandlungen im Gange, die
ſich um das Projekt einer neuen großzügigen
Sender=
anlage drehen. Es ſollen in unmittelbarer Nähe des
Bahnhofs Eichkamp zuei Funktürme errichtet
wer=
den, die dieſelbe Höhe wie der Witzlebener
Funk=
turm erhalten. Mit dem Bau wird währſcheinlich in
einigen Monaten begonnen werden. Im Gegenſatz
zu dem Witzlebener Fünkturm warden die beiden
neuen Türme aus Holz errichtet.
Unfall oder Verbrechen?
Schwerin. Am= Donnerstag abend wurde in
den Waldungen zwiſchen Settin und Zapel bei
Cri=
vitz der in den 30er Jahren ſtehende Willi Reuſſel
mit einem fchweren Bauchſchuß tot aufgefunden. Die
Leiche lag in einem Graben, ein Gewehr mehrere
Meter von dem Toten entfernt. Es ſteht noch nicht
feſt, ob es ſich um einen Unfall ſoder um ein
Ver=
brechen handelt.
Schwere Brände in Mecklenburg.
Schwerin. In der Nacht zum Freitag brannte
auf dem Grundſtüick des hieſigen Kaufmanns Suhr ein.
Stallgebände und ein Speicher mit Holzborräten
nieder. — In Guabonu brach am Freitag früh in
dem Gebäude des Bäckermeiſters Borchert ein
Feuer=
aus, das das Haus in kurzer Zeit einäſcherte. Drei
Arbriterfamilien ſind obdachlos geworden. Eine
be=
nachbarte Gaſtwvirtſchaft hat ſchwver gelitten. — In
Groß=Teſ.ſin bei Neukloſter wurden am
Frei=
tag. früh zwei große Wirtſchaftsgebäude mit
land=
wirtſchaftlichen Maſchinen und Futtervorräten ein
Raub der Flammen. Das Vieh konnte zum größten
Teil gerettet werden.
Unglücksfall in einer Mailänder Kaſerne.
Mailand. In der Milizkaſerne Carroccio ging
das Gewehr eines Milizſoldaten, das dieſer zwiſchen
den Knien hielt, während er den Leibriemen
um=
ſchnallte, plötzlich los. Das Geſchoß ging durch eine
Gruppe von Milizſoldaten hindurch, von denen zwei
getötet und drei verletzt wurden.
Auch ein Naturfreund.
Gegen den Pariſer Advokaten Verlet, der vor
einigen Jahren. das früher dem deutſchen Kaiſir
Wilhelm II. gehörende Schloß Urville in Lothringen
ervorben hatte, iſt eine Klage angeſtvengt wvorden,
weil er in vandaliſcher Weiſe angefangen hatte, die
Bäume des prächtigen Schloßpaukes niederzulegen.
Die Anklage ſtützt ſich darauf; daß der Park und
das Schloß als „maleriſche Lage” behördlich geſchützt
ſeien. Die Domänenverwaltung, die die Klage
an=
geſtrengt hat, ſordert eine Entſchädigung von
100 00 Franken.
Hochherzige Stiftung eines Deutſch=Amerikaners.
Herr Albert Fuchs von Santa Monica,
Kalifor=
nien, hat erklärt, daß er nach und nach ſein geſamtes
2 Millionen Dollar betragendes Vermögen für
Ver=
ſuche, ein Mittel gegen Krebs zu finden, hergeben
werde; ſeine Gattin, die ehemals in Europa wie
Amerika gefeierte Pianiſtin Fannh Richter=Fuchs, iſt
kürzlich einem ſchveren Krebsleiden erlegen. Der
Mediziniſchen Geſellſchaft in Chicago hat Herr Fuchs
bereits 7 Acker Land und auch ein großes Gelände,
auf dem ein Hoſpital nebſt Laßoratorium errichtet
wverden ſollen, übergeben. Fuchs war ein
Kunſt=
gärtner, der in Chicago durch
Grundeigentumsſpeku=
lation zum „lvohlhabenden Manne, würde. Frau
Nichter=Fuchs ſtammte aus Berlin, wo ſie unter Liſzt
ſtudierte und ſchon mit 19 Jahren in allen
Groß=
ſtädten Europas vör vielen gekrönten Häuptern
ſpielte. Damroſch brachte die Pianiſtin ſeinerzeit nach
Amerika: Sie ſpieite u. a. bei der Beerdigung des
Präſidenten Mc. Kinley und weihte ſpäter unter
Theodor Rooſevelt das goldene Piano im Weißen
Hauſe gi
Gemäldediebſtahl in einem Budapeſter Palais.
Budapeſt. Aus dem Palais des Erzherzogs
Joſef zwurde ein von dem niederländiſchen Maler
Peter Reutel ſtammendes Gemälde im Werte von
30 000 Pengö von Einbrechern geſtohlen. Der
Dieb=
ſtähl erregt desſvegen großes Aufſehen, weil man es
unerklärlich findet, wie die Diebe, von denen bisher
jede Spur fehlt, in das Palais eindringen konnten.
Im Sattelvon Paris nach Bukareſt
Nachel Dorange,
eine heuvorragende franzöſiſche Reiterin, die durch
ihren vorjährigen. Diſtanzuitt, Paris—Berlin—Paris
ſich einen Namen gemacht hat, tritt einen neuen
Ueberlandritt au, der von Paris über Deutſchland,
Oeſterreich und Ungarn nach Bukareſt, der
Haupt=
ſtadt Rumäniens führt. Die Strecke gebr über mehr
18 2500 Kilometer.
Kommandeur Nichard E. Byrd
hat ſich von Estimos in Algska einen
Expeditions=
anzug für ſeinen Südpolflug anfertigen laſſen. Der
berühmte Polarkenner will in ſeiner Ausrüſtung die
Fahrtauſende alten Erfahrungen des tüchtigen
ark=
tiſchen Volkes ſich zu Nutze machen.
Dürer=Gedenkmünze.
[ ← ][ ][ → ]Samstag, den 14. April 1928
Nummer 104
b. Griesheim Haltestelle der Linie 9
Samstag, den 14.April, ab8 Uhr
Ronzent.
Sonntag ab 4 Uhr
Orpheum
Marktplatz
gegenüber der Fa. Deuster
billiger Verkauf
1a Bbänrsoher
ORANGERIEHAUS
nach vollständiger Renovierung, am Sonntag, den
15. April 1928. Im Ausschank Wiener Doppelkronenbier
Heute Samstag zun letzten Male!
Volksvorstellung
„Am Rüdesheimer Schloß
steht eine Linde‟
Ein Spiel von Liebe, Lenz und Wein
in 6 Bildern
Eintrittspreise 0.60—2.00
Konzert abente Tan
10040 Besitzer: Ernst Schneider,
Café Rheingold
Täglich Konzert
bei Darmſtadt Am Meſſeler Pax
emp iehlt ſeine Säle für größere
und kleinere Geſellſchaften.
Kalte und warme Speiſen zu jeder Tageszeit.
Penſion. Telephon 44. Wochenendr=
Gleichzeitig geben wir bekannt,
baß der Reichsbahn=Dmnibus
am Eonntag, den 15. April,
folgende Touren fährt:
13 Uhr mittags von Darmſtadt über
Meſſel nach Einſiedel. — 14 30 Uhr von
Darmſtadt nach Einſiedel. — 5 Uhr
von Einſiedel nach Darmſtadt — 15.30
Uhr von Darmſtadt nach Einſiedel.
18 Uhr nach Darmſtadt. — 18.30 Uhr
von Darmſtadt uach Ein jedel
19 U9r vo4 Einſiebel nach Darmſtadt.
Nach Bedarf miehr. 6757a
der beliebten Kapelle debr. Ratze
Hotel Schmitz
a Biere (5870a) Prima Küche
Täglich
Unterhaltungsmusik
10 Stück von
Morgen Sonntag
abends 748 Uhr Einmaliges Gastspiel
Asta Mielsen
mit Ensemble in dem 5akt. Schauspiel
Die
Kameliendame
Mutftltltutltltltltltftltift
von Alexander Dumas Sohn
dewöhnliche dastspielpreise!
Ortsgruppe Darmſtadt
General=
verſammlung
aint dienstag, 17. April
nachme. 15 Uhr,
zu Darmſtadt im
Fürſtenſaal,
Grafen=
ſtraße 18.
Jahresbericht
und Vorſtandswahl.
Um zahlreiches
Er=
ſcheinen bittet / 10121
Der Vorſtand.
Frankfurter Hof
Samstag und Sonntag ab 8 Uhr
KONZERT
Ferner prima
Reſiaurant
Darmſtädter Hof
Numerierte Plätze von
Mk. 2.00 an! Karten: Verk-Büro,
Hugo de Waal, Rheinstr. 14 u. Kiosk,
Ernst-Ludwigsplatz.
(6740
Kaufen Sie kein
Preiswerte Seereisen
mit den bekannten Großmoterschiffen
Monte Sarmiento, Monte Olivia,
Monte Cervantes
MITTELMEER-FAHRTEM:
3. Mai:
Griechenland/Konstanti-
nopel Fahrpr. von Mk. 260 —
22. Mai: Genua-Hamburg
Fahr-
preis von Mk. 220.-
NORDLAND-FAMRTEN:
Juni Juli: 2 Fjordfahrten Fahrpr
von Mk. 140-
Jun;/Juli: 2 Nordkapreisen Fahrpr.
von Mk. 250.—
Juli/Aug.: 2 Spitzbergenreisen
Fahrpr. von Mk. 290.
Auskunft, Prospekte,
Platz-
bestellung in
Darmstadt: Friedr. Horn
Kirchstraße 14
Mainz: Oito Hixsch
Bauhofstr. 12 IV.3977
Samstag und Sonntag abend
Kapelle Weber
Im Ausſchank das beliebte Frühlings=
Gold 17½ — Gute bürgerl. Küche
empfiehlt Georg Hartl.
ohne ſich unſer großes
Lager angeſehen und
unſere günſtig. Preiſe
und
Zahlungsbedin=
gungen für unſere
Inſtrumente, neu od.
geſpielt, gehört zu
haben. Lieferung frei
Haus. Neue (5379=
Tolefon 2241
(*10147
Familien-Cajé
Bes.:
Jchramm
H.Prof. H. R.Kröh
Elisabethenstr. 28
Klavier-Arnold. ode
Jugenheim a. d. B.
Felsbergstr. 5
Heidelbergerſtraße 38 (6751
Sonntag, den 15. April
Großes Konzer
mit Georg Brandenſtein
wozu freundl. einladet Jakob Metzger
Darmſtadt
Eliſabethenſtr. 28.
Angenehmer Familien-Aufenthalt
Sonntag, von 4 Uhr ab
Künstter-Konzert
6687a
Bes. W. Plank
liefert rebariert
Parkettböden” und reinigt
Gebrüder Lang
Mühlſtraße 26 (3468a Telephon 1433
„Zum Neckartor
Heidelbergerstraße 2
10084 Samstag und Senntag
ſowie Flechten von
Stühlen werden
prompt und billig
ausgeführt.
Heſſiſches Landestheater
Großes Haus
Miete E (20. Vorſtellung)
Samstag, den 14. April 1928
Anfang 19.00 Uhr Ende nach 22.00 Uhr
In der neuen Inſzenierung:
Egmont
Ein Trauerſpiel in fünf Akten (13 Bildern)
von Goethe
Inſzenierung: Carl Ebert
Bühnenbild: Wilhelm Reinking
Mitwirkende
Käthe Gothe, Martha Ziegler Käthe
Meißner, Ewald Balſer=Düſſeldorf a. G.,
Hans Baumeiſter, Hansioachim Büttner,
Werner Finck, Ulrich Folkmar, Eduard
Göbel, Nichard Jürgas, Hugo Keßler, R. d.
Klix. Robert Klupp, Wily Krichbaum,
Hans Heinz Krumb, Paul Maletzki, Karl
Paryla, Gothart Portloff, Artur Schettler,
Kurt Weſtermann
Spielwart: Joſef Kreuter
Preiſe der Plätz: 1 — 10 Mark
Kleines Haus
(Außer Miete)
Samstag, den 14. April 1928
Anfang 14.30 Uhr Ende 16.30 Uhr
Humſti=Bumſti
(Rumpelſtilzchen)
Einluſtiges Zaubermärchen in ſechs Bildern
von Tilla Bunzl und Erhard Siedel
Muſik von Theod or Mackeben
Inſzenierung: Günter Haenel a. G.
Bühnenbild: Georg Pfeiffer
Muſikaliſche Leitung: Berthold Goldſchmidt
Mitwirkende:
(V6730
Johanna Blum, Margarete Carlſen, Käthe
Gorhe, Käthe Meißner, Kitty Stengel, Mela
Wigandt, Hansjoachim Büttner, Ulrich
Folkmar, Nicharo Jürgas, Hugo Keßler,
Robert Klupp, Paul Maletzki, Karl Paryla,
Gothart Portloff
Spielwvart: Willy Krichbaum
Preiſe der Plätze 0.40 bis 2 Mk.
Volk 3oprſteilung zu Einheitspreiſen
Jum letzten Male
Ende 22.15 U5s
Anfang 19.31 Uhr
Zar und Zimmermann
Koliiſche Oper in drei Akten
von Albert Lortzing
Muſikaliſche Leitung: Berthold Sander
Inſzenierung: Rudolf Scheel
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp
Tänze: Manda von Kreibig
Mitwirkende:
Lucia Delſarta=Freiburg a G, Martha
Liebel, Hans Debus, Oscar Grauert, Otto
Horina, Alfred. Karen, Hans Komregg,
Heinrich Kuhn, Joſef Poerner, Eugen
Vogt, Fritz Wilde
Spielwart: Fritz Wilde
Preiſe der Plätze: 1. 2, 3, 4 Mark
Ab 15. April tägliche Fahrten zur
Baumblüte an der Bernstrade
von Darmſtadt (Schloß Reiterdenkmal)
nach Zwingenb.=Auerbach=Bensheim,
zurſick über Alsbach=Jugenheim=
See=
heim=Malchen.
Abfahrt: Morgens 8½ Uhr,
Rückkunft gegen 11 Uhr
Mittags 2 Uhr,
Rückkunft gegen 5 Uhr
Fahrpreis: Hin und zurück 3 Mark,
Kinder die Hälfte.
Beſtellungen werden im Verkehrsbüro
entgegen genommen (*10023
Außo-Omnibus-Zentrale
Jugenheim Tefeph. 41
Zur Reichskrone
Telephon 3796
Mühlstraße 5
1d Sc
Sam
KONZERR
Ooppel-Märzen
Gutes Unjon=Bier
M. Kast.
Gute Küche.
Größt. Korbmöbel= u.
Korbwaren=
Spezial=
haus (5353a
Karlſtraße 20.
Fernruf 1045.
Samstag und Fonntag
Konzert
Nd-Rams
Café Egenrieder Straße 14.
Hettannahme
für in= und ausländische Pferderennen
Hm Sonntag, den 15. Hpril 1928
finden große Pferderennen statt
Schumann-Theater
Frankfurk am Main
Täglich abends 8 Uhr
Die neue große Schwarz=Revue
„Hoppla-wir lieben”
Die Senſation der Saiſon
Sonntag nachmittag 4 Uhr
Fremden-Vorstellung
zu ermäßigten Preiſen (1V6690
(Ecke Bismarck—Wendelſtadtſtraße)
Samstag und Sonntag
Frankturt a. Main
Karlshorst, Hannover, Dortmund, Paris
Wettabschlüsse in beliebiger Höhe
Größte Gewinnmöglichkeiten.
Gewinn-
auszablungen einen Tag nach den Rennen.
Resultate werden in meinem Büro bekanntgegeben.
Joseph Simeth, Staatl. konz. Buchmacher
Leiter: Friedrich Lang
Darmstadt
Kirchstraße 21
Telefon 3580
NONLLR!
Frau Schmidt Wwe
Alice-Eck
Heute
Es ladet ein
Heinrich Becker und Frau.
10029
Ludwigsplatz 8
(6758
Heute Samstag
Die beliebten
wozu höfl. einladet F. Ciever.
Café-Restaurant
Sonntag, den 15., Donnerstag, den
19. und Sonntag, den 22. April,
nachmittags 3 Uhr.
Tägl, 4 Flach= u. 3 Hindernisrennen.
Renn-Cluh Prandkart au Main.
(IV. 6630
Haldesruß
a Mark 1.—
alle Gewinne in bar ausbezablbar
Ziehung bestimmt Dienstag
sind noch zu haben
bei den staatlichen Lotterie-Einnehmern
Hilsdorf, Kullmann, Ohnacker und Petrenz
Ferner bei: Wilh, Bauch, Friedr. Hartmann, Konrad Koch,
Louis Krämer, Heinrich Marguth, H. Potthof, Ludwig Schwinn,
Paula Volk.
(TV.6707
Bei Traisa
Herrliche ſtaubfreie Lage.
Jeden Mittwoch: Billiger
Haben Sie ſchon Ihre Gewehre
nach=
ſehen u. neu einſchießen laſſen? Warten
Sie nicht bis zum letzten Tag!
Fachge=
mäße Bedienung bei
Robert Mübner, Darmstadt
Büchſenmacher=Meiſter
11 Ernſt=Ludwigſtraße 11 (385‟
Heute Samstag
Geſellſchaftszimmer
[ ← ][ ][ → ]Win Sünftin Tamane
43)
Roman von P. van der Hurk.
(Nachdruck verboten)
Der Betrunkene riß ſie ihm aus der Hand:
„Gib her das Ding — — — ich zähle — — —
vierund=
zwanzig? — — — acht Runden? — — — ſteek de moord!‟ Dann
folgte ein gräßlicher Fluch. Der Wirt ließ den ſilbernen
Ryks=
daalder in die Hoſentaſche gleiten und ſchloß, nachdem die drei
Gäſte das Lokal verlaſſen hatten, die Tür hinter ihnen zu.
Wenn der Burſche da hinten in der Ecke endlich ſein
kleines Bier ausgetrunken hätte, könnte ich ein Mittagsſchläfchen
halten, — dachte er, — um dieſe Zeit kommt doch kein Menſch.
Er ſcharwenzelte eine Weile herum, nahm die Gläſer
zu=
ſammen, wiſchte die Schiefertafel ab, ſuhr mit einem Lappen über
den beſudelten Tiſch und ſchob auf den allein übriggebliebenen
Gaſt zu.
„Noch cen Biertje, Mynheer?”
Der andere ſchob ihm das halbgeleerte Glas hin:
— und eine Doſe Ziggretten, die beſten.”
Der Budiker brachte das Gewünſchte und zog ſich hinter
feinen Schanktiſch zurück, wo er bald mit lautem Schnauchen ſeinen
Mittagsſchlaf ankündigte.
Alexei war allein. Auf dieſen Augenblick hatte er gawartet.
Er zog eine Verliner Mittagszeitung aus der Taſche, die er
bor einer Stunde unauffällig gekauft hatte, da ihre fettgedruckte
Ueberſchrift ihn einigermaßen intereſſierte.
Er breitete die Zeitung vor ſich aus und begann zu leſen:
„Ein Rieſen=Verſicherungsſchwindel
aufgedeckt!
Die falſche Tizian=Madonna — —
Hundert=
tauſend Mark Belohnung und
vierhundert=
tauſend Mark Abfindung für ein wertloſes
Bild! Vor einigen Wochen ging die überraſchende Nachricht
durch die Preſſe, daß der Maler und Kunſtſammler Baron K.
bei einem Trödler in Amſterdam ein altes Bild entdeckt hätte,
das von dem berühmten Kunſtſachverſtändigen Profeſſor
Ahrend als ein echter Tizian erkannt wurde und deſſen Wert
auf eine Million Mank geſchätzt worden iſt.
Baron K. verſicherte dieſes Bild bei der Welt=Rekord=
Ver=
ſicherungs=A.=G., und einige Stunden nach Abſchluß der
Ver=
ſicherung wurde das Gemälde auf bisher unerklärliche Weiſe
aus ſeinem Atelier geſtohlen.
Trotz der ausgeſetzten Belohnung +en 50000 Mark blieben
die Nachforſchungen der Polizei und verſchiedener
Privat=
detektive ohne jeden Erfolg, bis ein Angeſtellter der
Geſell=
ſchaft die Mitteilung machte, er habe den Aufenthalt des
Somstag, den 14. April 1928
Bildes mit Hilfe eines Detetivs Lincoln in Amſterdam
ent=
deckt. Der Generaldirektor der Welt=Rekord reiſte ſofort in
Begleitung des Kriminalkommiſſars Engel und des Experten
Profeſſor Ahrend nach Amſterdam, wo ihm das Bild gegen
eine Belohnung von insgeſamt 100000 Mark ausgehändigt
werden ſollte.
Man ging unbegreiflicherweiſe auf dieſen Vorſchlag einer
raffinierten Schwindlergeſellſchaft ein, ohne die
Kriminal=
polizei davon in Kenntnis zu ſetzen. Die Berliner Herren
wurden
in eine mitten in den Dünen
gelegene Villa
geführt, wo ihnen ein Bild gezeigt wurde, das Profeſſor,
Ahrend als das geſtohlene Tizian=Original wiedererkannte.
Hierauf ſurde das „Geſchäft” abgeſchloſſen, bei dem die
Welt=Rekord der Schſvindlerbande 100 000 Mark in bar
aus=
zahlte.
EPASTILLEN
Getaohe
zum Schutz gegen Grippe,
Halsentzundung, Erkältung.
(andlavin-Pastllen: Acridiniumchlarich
IV 6295
Inzwiſchen führte ein bekannter Berliner Anwalt im
Auf=
trage eines Herrn, der ſich ihm als Baron K. vorg;ſtellt hatte,
Verhandlungen mit der Welt=Rekord, wonach Baron K. eine
Entſchädigungsſumme von 400 000 Mark erhaiten ſollte. Auch
hierbei kam es zu einem Abſchluß, und der Anwalt empfing
gegen Aushändigung einer notariellen Vollmacht einen Scheck
üiber 400 00 Mank, die er ſeinem Klienten weitergab.
Die Welt=Rekord war ſomit rechtmäßige Beſitzerin des
Tizian=Bildes und verſuchte nun, das Gemälde zu verkaufen.
Es meldeten ſich auch verſchiedene Intereſſenten, insbeſondere
aus U1. S.A. Aber bei der Beſichtigung ſtellte ſich heraus, daß
das Bild eine vollkommen wertloſe Kopie war.
Profeſſor Ahrend beſtreitet die Identität.
Profeſſor Ahrend beſtreitet mit Beſtimmtheit, daß das im
Beſitz der Welt=Rekord befindliche Bild identiſch ſei mit dem,
welches er in der holländiſchen Villa beſichtigt hat. Er
be=
hauptet, bei der erſten Unterſuchung ein Geheimzeichen
an=
gebracht zu haben, das er ſofort wiedererlannte.
Profeſſor Ahrend führte unſerem Mitarbeiter gegenüber
ferner aus: „Das jetzt vorgelegte Bild ſtellt eine derartig
plumpe Fälſchung dar, daß ich es niemals, ganz abgeſehen
Harum denn
Konfektien!
Maßſchneiderei
fertigt elegante Anzüge, Smokings u. Mäntel
an. Garantie für tadelloſen Sitz und
Ver=
arbeitung. Preislagen: Mk. 85. —, 95.—,
115. —, 125. —, 150.—, 175.—,
bei l/, Anzahlung
den Reſt in Monatsraten, bei Barzahlung
50 Rabatt. Man verlange Muſter und
Modeſournal. Zuſchriften unter H 90 an
die Geſchäftsſtelle.
67278
Oigemälde
Gute Originale!
Billige Preiſe!
Kunſtſalon
Jul. Hergt
Einrahmungen und Bilderlager
Schützenſtr. 1—3, am Ludwinsplatz. (*1006.
AAbA
APBARAT
5 Röhren, erſtklaſſiger Empfang,
mit allem Zubehör
günſtig zu verkaufen
(evtl. Teilzahlung). Angebote unter
(6752
M113 Geſchäftsſtelle.
Jede Woche mindeſtens einmal Bammelfleiſch
Prima
Hammelfleiſch
kaufen Sie bei
Reuter
Eche Wald= u. Saalbauſtr. (*10135
Empfehle mein allſeits beliebtes
DprmarKornoror
Bäckerei Joh. Andreae
Roßdörferſiraße 40 (*40132
A
Geißlämmer
ganz und geteilt, Pfund 70—90 Pfg.
Junge Tauben vor 0.70an
Maſtgeflügel empfiehlt billigſt
A. Schröden
Telefon 1969
Kiesſtraße 15
Laoter a. Ladtkägen
in allen Ausführungen v. ℳ 2550 abWerk an.
9. Dongesd Wiest
Grafenſtraße 43-45
Reparatnrwerk Eliſabethenſtr. 49. (6706a
Waschbätten
liefert u. repariert Gg. Heim, Daristadt,
(6915a
Arheilgerstr. 53, Telefon 2062
Ae
Kinder-Schnürstiefel
in gutem Chromleder,
schwarz 20-22 m. Fleck
18-21
2.85
brann 2022 mit Fleck
18-21
4.30,
Kinder Schnürstiefel,
sehr strapazierfähig. Roß-
Chevreau, mit und ohne
Lackkappe oder braun
Hanzziege mit kleinem
absatz 25-26 5.40, 22-24
Kinder-Spangenschuhe
in modernen, keinfarbig
Ledern, mit kl. Absatz,
22-24
25-26 5.50,
in Lackleder in verschied.
Ausführungen, 25-26 6.90,
Knaben- und Hädchen-
Rindbox-Schulstiefel,
36-39 9.50, 34-35 8.40,
31-33 7.90, 29-30 7.40,
27-28
Hädchen-Spangenschuhe,
gefätlige Form.
36-39 9.80, 34-35 8.90,
31-33 7.90, 29-30 7.50
27 28
Verkaufsstelle
ad Tack & Cie., G. m. b. H.
Darmstadt,
Ludwigstr. 17 Fernspr. 2137
Seite 12
von dem erwähnten Signum, als echt hätte anſehen können,
Es beſteht nur die Möglichkeit, daß es während des
Trans=
portes vertauſcht worden iſt.”
Inzwiſchen ergaben die Nachforſchungen der Polizei
wi=
tere Ueberraſchungen. Baron K. hat niemals einen Berliner
Anwalt beauftragt, Verhandlungen für ihn mit der Weli=
Rekord zu führen. Es hat ihn allerdings in Scheveningen,
wo er ſich zur Zeit aufhält, ein Konſul Bergmann beſucht, der
ſich als Wufſichtsratsmitglied der Welt=Retord ausgab und
ihn veranlaßte, auf das Eigentumsrecht des Bildes und alle
Anſprüche gegenüber der Welt=Rekord zu verzichten. Als
Ent=
ſchädigung erhielt Baron K. eine Perlenkette im tatſächlichen
Werte von 300 000 Gulden. Nach dieſem Konful Bergmann
wird gefahndet.
Die Kiſte mit dem doppelten Boden.
Wie wir bei Redaktionsſchluß erfahren, iſt es der
hollän=
diſchen Polizei gelungen, die einſame Villa in den Dünen
aus=
findig zu machen. Die Beſitzerin hatte die unteren Räume
für zwei Monate an den Konful Bergmann vermietet.
Bei einer Hausſuchung fand wan eine eigentümliche Kiſte
mit doppeltem Boden, wie ſie Zauberkünſtler zu gebrauchen
pflegen. Anſcheinend iſt es den Schwindlern mit Hilfe dieſer
Kiſte gelungen, den Herren der Verſicherungsgeſellſchaft
zu=
nächſt das echte Bild vorzuführen und ihnen ſpäter das falſche
in die Hand zu ſpielen. Der Detektiv Lincoln iſt in
Amſter=
dam nicht bekannt und ſcheint ein Mitglied der Bande zu ſein.”
* *
Alexei faltete die Zeitung zuſammen. Der Wirt ließ ein
laut vernehmbares Gähnen hören und kam mit dickem Kopf
hinter dem Schanktiſch hervor.
Alexei taſtete mit dem Fuß unter die Bank, wo er ſeinen
ſchmutzigen Handkoffer aus billiger Lederimitation hingeſtellt
hatte, und dachte:
„Wenn dieſer Halunke wüßte, was in meinem Koffer iſt!“
Er holte ſeinen kleinen Daſchenſpiegel hervor und
betrach=
tete ſich.
„Kein Menſch erkennt mich —
ſie ſind mir auf den Ferſen,
aber ſie werden mich nicht finden — — morgen früh um fünf Uhr
gehe ich an Bord — — zehn Tage im Heizraum — — — dann
bin ich im Yankeeland, wo nicht gefragt wird, wer man iſt,
ſon=
dern was man hat.”
Der Wirt kam wieder mit der ſchläfrigen Frage: „Noch ein
Biertje, Mynheer?”
Alexei nickte — — — er ſaß ſo wohlgeborgen in der
ſchmutzi=
gen Kneipe. Hier ſuchte man nicht nach dem Fürſten Samaroff,
und wenn man ihn ſuchte, ſo fand man nur den Heizer Peter
Breuer, der ſich mit einem gültigen deutſchen Paß legitimieren
konnte.
Einen Poſten bedruckte Crepe de chine
in 16 verſchiedenen Farben kaufte ich
ganz außergewöhnlich billig!
Höchſtleiſtung in Qualität und Druck.
Echt Indanthren, im Tragen erſtklafſig!
Crepe de chine
100 cm breit, kostet P
Ieter nur Sot
schäftshaß
HaitollTela
Ludwigstr. 45
Darmstadt
Uhren und
Schmuck=
waren werd. laufend,
ſorgfältig und billig
repariert. Hügelſtr. 2,
Ladeneing.: Karlſtr.
C10 a17)
Flavierstimmen
soforé
AAlavier-Araole
Telefon
915 2457
Elisaheibenstrade 28.
Fensterleder und
Schwämme (.6582
in allen
Grösen Brogen-
Luisenstr. 4 Fernr. R2 Lie big
Biederm. Komodchen nussb.
4 Biederm. Stühle
nussb.
1 Biederm. Nählisch nussb.
zu verkaufen
Neuroth Kiesstraße 1, (210
1)
Parafea
Im NeuausFührung
und Reparatuven
aller Arten Fahrzeugen, Karosserien,
Geschätts-, Luzus-Wagen, Federrollen,
Rollen, Karren, Leitern usw.
empfiehlt sich
Wagnerel
TAKOB HÖLZEL
Machfolger Hartkorn Elisabethenstr. 64
Schnellste und billigste Bedienung
Goghur imileh
6603
Retormhaus (5440
Braunwarth
Ernst-Ludwigstr. 3.
Kindermöbel
Klappwagen
Liegestühle
äußerst preiswert
(6682
D. Faix & Söhne
das preiswerte, feuerfeste
Kochgeschirn
wie
Auflaufformen
Casserollen
Sierpfannen
Milchtöpfe
Kaffeemaschinen uſe.
Veachten olie die Auslagen!
Otfo Nietschmann Nachf.
10 Budwigstraße 10
Magasin für Haus= und Küche.
Samstag, den 14 Arril 1928
Nummer 104
Orieinal Goodvear-Welt,
Dreun und schwors Boxcalbin mit Gumm!
Elastlc-Sohle
Mk. 72.56
schwarz Cröße 93/38
breun , . 35438 . . . . . „ 13.50
broun u. schwors Größe 39/4 „ 18.5
braun-Rindboz
Herren=Halb-Schuh,
neueste Form und Schnitt mit
echtem Zehro-Wulstrond,
Ori-
inal Goodycar-Welt
Win garantieren
SECHS MONATE
füir die Haltbapkeit
der Elastik-Sohle!
A½
MONATE
GARANTIEI
OO
KOLN KALK. FRANKFURT.OARMSTADT
OFFENBACH
Eleganter- Trotteur-Schuh,
rosenholz, drapp und beige rose Boxcalf
Orieinal Goodyeor-Welt.
Kosenhofz
Binde-Spange
untrückend. Moden
Lido- Sandaletten
In rot, beige und biau
Größe 27.30 Mk. 8.90
31/35 „ 7.90
Kinder-Lack-Spangen-
Schuh, breite Fom
Größe 18.19. . . . Mk. 3.60
„ 20-27. ... „ 3.95
5.
„ 2324
5.50
.23425
unseres
P.Lescjaftes
Ludwigstr. 6
Samstag, 14. April,
mittags 1 Uhr
Läck, befge-drappu.
beiee-sots,
Schtßox-
ralt Spangen-Schuh
Große 23-24 . . Mk. 5.59
6.50
B26 .
2730 „ „ „
7.80
3435
3/38 . . „ 10.50
Eleganter Lack
Spangen-Schuh
mit omerikenischem. und
Couts XJ. Absatz
Wir haben die gesamten Räume des Parterre
und der I. Etage nach den neuesten Erfahrungen
ausgebaut und eingerichtet.
Es sind Verkaufsräume mit Spezialabteilungen
für Damen-, Herren- Kinder-, Haus-, Sport- und
orthop. Schuhen geschaffen, die allen Ansprüchen
gerecht werden und dadurch das Kaufen bei uns
zu einem Vergnügen gestalten.
Unsere neueingerichtete Strumpfabteilung ist
besonders sehenswert.
Die Schaufenster zeigen jetzt die Vielseitigkeit
und reiche Auswahl unserer Läger.
Rosenholz u. drapp,
braun Boxc. Kinder-
Spange Kreppgummisohle
Größe 27430 . Mk. 10.90
„ 11.90
3138
Original Wiener
Sandaletten in allen
Modeforben, ccht Ziege
Beige-rosé,
elfenbein-
farbige
Kalbleder-
Schuhe,
mil Louf= KV
und Trofteur-
Absatz.
Sandaletten natur Calf
in biau ro4 und beis:. . . Mk. 9,20
ALLEINVERKAUF DER MARKEN
Aparter Hode-
Spangen-Schuh
(n allen Modefarben
Louls KV. Absetz
Gesund heits
Jonmalform
Schnür- und Spangen-Schuh
bequeme Form für empändliche Fäße
Draun Boxcalt
Damen-Spangen-Schuh
eießanter Trofteur=Schuh
Ludwigstr. 6
Ludwigsplatz 2
Braan Rindbox
Herren-Halbschuh
Orisinel Goodyear
gedoppell
Beigerrose mitElfenbein-
Applikafion, Kalbleder.
Hochelegente Vorm Loufs KV. Absatz