Einzelnummer 10 Pfennige
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Franffurt a. M. 1304.
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesfpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quelienangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Donnerstag, den 12. April 1928.
191. Jahrgang
Nummer 102
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Konkurs oder gerichtlicher Beitreibung fällt jeder
Rabatt weg. Bankkonto Deuiſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalbank.
Muſſolinis Mailänder Beſprechungen
Die Jtalien=Reiſe des Grafen Bethlen.
EP. Budapeſt, 11. April.
Wie nunmehr bekannt wird, weilt mit dem
Miniſterpräſiden=
ten Graf Bethlen auch Finanzminiſter Bud in Mailand. Geſtern
iſt auch Haudelsminiſter Herrmann nach Mailand abgereiſt. Wie
„Magyar Orſzag” erfährt, beabſichtigt die Linksoppoſition ſofort
nach Wiederzuſammentritt des Abgeordnetenhauſes eine
Inter=
pellation über die Italienreiſe des Grafen Bethlen einzubringen.
Dem genannten Blatte zufolge wird Graf Beihlen am 20. April
dem Außenausſchuß des Abgeordnetenhauſes die notwendigen
Informationen über ſeine Italienreiſe erteilen.
Die Beſprechungen Tewfik Ruchdy Bens.
EP. London, 11. April.
Der türkiſche Außenminiſter Tewfik Ruchdy Bey iſt nach der
Türkei zurückgekehrt. Er hat es bisher abgelehnt, irgendwelche
Einzelheiten über ſeine Beſprechungen mit Muſſolini
bekannt=
zugeben. Die „Times” meldet jedoch, daß in dieſen
Verhandlun=
gen folgende Punkte beſprochen worden ſeien: Ein gegenſeitiger
Nichtangriffspakt zwiſchen Italien und der Türkei, die
Erörte=
rung eines neuen Handelsvertrages, der ſpäteſtens im Jahre
1929 abgeſchloſſen werden ſoll. Ferner hätte man in Mailand
auch den Eintritt der Türkei in den Völkerbund erörtert. In
Angora ſei eine ſtarke Strömung in dieſer Richtung vorhanden,
bisher hätte aber das Bewußtſein, daß die Türkei keinen Sitz im
Völkerbundsrat erhalte, die türkiſche Regierung von einem
Auf=
nahmegeſuch an den Völkerbund zurückgehalten. Weiter ſeien auch
die türkiſch=ruſſiſchen Beziehungen beſprochen worden. Hierbei
hätte man beſonders die Tatſache erwähnt, daß der türkiſche
Ver=
treter auf der jüngſten Borbereitenden Abrüſtungskonferenz den
ruſſiſchen Abrüſtungsplan nicht voll und ganz unterſtützt habe.
Im übrigen hatte der türkiſche Außenminiſter auch eine
Be=
ſprechung mit dem neuen griechiſchen Geſandten in Angora.
Hier=
bei handelte es ſich darum, alle, ſchwebenden Fragen zwiſchen
Griechenland und der Türkei zu klären.
Italieniſche Stimmen zu den Beſprechungen
mit Muſſolini.
EP. Mailand, 11. April.
Gegenüber der Beunruhigung franzöſiſcher Blätter über die
zahlreichen diplomatiſchen Beſprechungen Muſſolinis in Mailand
betonen die italieniſchen Regierungsorgane die
kla=
ren und friedlichen Abſichten der italieniſchen Politik. Die „
Tri=
buna” ſchreibt: Es iſt klar, daß nach der Erledigung der nur
Frankreich und Italien intereſſierenden Fragen eine allgemeine
Verſtändigung zwiſchen den beiden Nationen nur dann dauerhaft
ſein kann, wenn ſie ſich auf der vollen Gleichſtellung, der beiden
Großmächte gegenüber den anderen Staaten aufbaut. — Der
„Tevero” bemerkt, man brauche ſich nicht zu wundern, daß ſo
viele politiſche Zuſammenkünfte in Rom ſtattfänden, das zu
einem geſuchten politiſchen Zentrum geworden ſei, weil es eine
dauerhafte Regierung beſitze, die nicht von den Ueberraſchungen
der Wahlen abhänge. Muſſolini habe ſeine
beſtimm=
ten Pläne, und dank der Stabilität der fasciſtiſchen
Regie=
rung könne man in Rom immer auf die gleichen Richtlinien
zäh=
ſen. — Andererſeits betont der „Corriere della Sera”, daß
die Beſuche der Außenminiſter bei Muſſolini nicht nur die Güte
der gegenwärtigen Beziehungen zwiſchen Italien und den
Staa=
en beweiſen, die einen Meinungsaustauſch mit dem italieniſchen
Regierungschef ſuchten, ſondern ſie verrieten vor allem auch den
mmer lebhafteren Wunſch der nahen und ferneren Mächte, direkt
Fühlung mit Italien zu nehmen, das als ein aktives Element der
nternationalen Politik und als ein wichtiger Faktor des
europä=
ſchen Friedens anerkannt werde.
Muſſolini wieder in Rom.
EP. Rom, 11. April.
Muſſolini iſt Dienstag von ſeinem Oſterauſenthalt in
Mai=
and nach Rom zurückgekehrt, wo er heute die gewohnte
Regie=
ungstätigkeit wieder aufnahm. Er empſing General Nobile zum
lbſchiedskeſuch, der ihm über ſeinen unmittelbar bevorſtehenden
Folarflug berichtete. Kolonialminiſter Federzoni machte ihm
oichtige Mitteilungen über die Operationen in Tripolis.
Muſſo=
ini empfing auch den Unterſtaatsſekretär der engliſchen
Luft=
hiffahrt, der ſich ſeit einigen Tagen in Rom aufhält.
Toms Oeviſe für den Beſuch Zaleſtis: „Los
von Paris!”
EP. Mailand, 11. April.
Die maßgebende fasciſtiſche Preſſe gibt als Kennzeichen
er neuen Außenpolitik Italiens nach den
Mai=
änder Beſprechungen und für den Beſuch Zaleſkis in
om die Deviſe: „Los von Paris” aus. So ſchreibt die
uriner „La Gazeita del Popolo” in einem Leitartikel u. a.:
talien iſt nicht mehr das Aſchenbrödel der Großmächte wie vor
im Marſch auf Rom, ſondern verfolgt jetzt eine eigene,
unab=
ingige und einflußreiche Außenpolitik, die im Stande iſt, un=
1sgeſetzt Sympathien, Zuſtimmungen und Intereſſen um ſich
ſcharen und die Aufmerkſamkeit der europäiſchen Völker zu
ecken. Auf jeden Fall können Geſchwätzigkeit, Beſchimpfungen,
erleumdungen und Verdächtigungen den Gang dieſer klaren
diegenen Politik des Fascismus nicht aufhalten.
Feindſelig=
ten begleiten unvermeidlich jeden Aufſtieg. Groß ſein heißt
liebt, bewundert, geachtet, gefürchtet, verleumdet und gehaßt
erden. Der Fascismus verfolgt entſchloſſen ſeine eigene
Außenpolitik und duldet keine Unterordnung ſeiner
Jutereſſen unter diejenigen Frankreichs, noch
denkt er daran, den franzöſiſchen Spuren in Mitteleuropa zu
fol=
gen oder eine Umwälzung der Lage anzuſtreben. Zweifellos
wird die Freundſchaft zwiſchen Polen und Italien
gefeſtigt aus den Unterredungen von Rom hervorgehen. Das
internationale Noment iſt hoch intereſſan:: Ein
Jahrzehnt nach dem Kriegsende orientieren
ſich alte und neue Staaten nach neuen
Erforder=
niſſen. Einige Ungerechtigkeiten kommen in einem ruhigeren
Lichte zum Vorſchein, und eignen ſich für eine ſachliche
Betrach=
tung, einige Unzulänglichkeiten der Friedensverträge zeigen ſich
frei von den Leidenſchaften und Ereigniſſen, die ſie verurſachten.
Die Sowjetunion und die politiſchen
Ver=
handlungen in Rom.
Moskau, 11. April.
In Moskauer politiſchen Kreiſen wird der Reiſe Zaleſkis nach
Rom, vor allem im Zuſammenhange mit der Reiſe Tewfik Ruſchdy
Beys nach Rom, größte Bedeutung beigemeſſen. Es wird die Anſicht
vertreten, die Sowjetunion könne einem Zuſammenſchluß der Staaten
des Nahen Oſtens unter der Führung von Italien und Polen nicht
gleichgültig zuſehen, falls Polen die Verhandlungen mit der
Sowjet=
union dauernd verſchleppe. Die gleichzeitige unfreundliche Haltung
Frankreichs, das fyſtematiſch eine Kommuniſtenverfolgung betreibe,
laſſe vermuten, daß England bemüht ſei, den franzöſiſch=italieniſchen
Gegenſatz im Mitelmeer auszugleichen, um eine geſchloſſene Front gegen
die Sowjetunion zu bilden.
Der Moskauer Prozeß.
Ein deutſcher juriſtiſcher Berater für die
ver=
hafteten deutſchen Ingenieure.
* Berlin, 11. April. (Priv.=Tel.)
Irgendwelche Entſcheidungen über den Termin der
Ver=
handlung gegen die verhafteten Deutſchen in Moskau ſind noch
nicht getroffen; jedenfalls liegen an amtlicher Stelle darüber noch
keinerlei Mitteilungen vor. Soviel ſteht aber ſchon jetzt feſt, daß
die Arbeiten des Unterſuchungsrichters abgeſchloſſen ſind, daß die
Anklageſchrift fertigeſtellt und den Angeklagten ausgehändigt
wor=
den iſt. Die Verteidigung übernimmt natürlich ein ruſſiſcher
An=
walt, der — was ſelbſtverſtändlich iſt — Mitglied der
Kommu=
niſtiſchen Partei Rußlands iſt. Infolgedeſſen iſt es von
außer=
ordentlicher Wichtigkeit für die Angeklagten, einen Berater an der
Hand zu haben, der völlig unparteiiſch iſt und ſie auf die
verſchie=
denſten Dinge des ruſſiſchen Rechtes und ſeiner Rechtſprechung
aufmerkſam macht. Es iſt dem deutſchen Botſchafter gelungen,
ähnlich wie bei der Aburteilung der drei deutſchen Studenten
Kindermann, Wolſcht und Dittmar, für einen deutſchen
juriſti=
ſchen Berater eine Einreiſeerlaubnis zu erwirken. Den Berater
ſtellt aber nicht das Auswärtige Amt, ſondern die A.E.G., in
deren Auftrag die Verhafteten im Donezgebiet beſchäftigt waren.
Der Berater wird ſchon in den nächſten Tagen nach Moskau
abreiſen.
Kommuniſtiſcher Ueberfall in Moabit.
Gewaltſame Gefangenenbefreiung.
Berlin, 11. April.
Im Kriminalgericht in Moabit ereignete ſich heute vormittag
ein Fall von Gefangenenbefreiung, der außerordentliches
Auf=
ſehen erregt. Der ſeit etwa 1½ Jahren unter der Anſchuldigung
des Hochverrats im Unterſuchungsgefängnis beſindliche frühere
Lehrer und jetzige Schriftſteller Otto Braun, der als Leiter des
kommuniſtiſchen Nachrichtendienſtes gilt, wurde heute vormittag
kurz vor neun Uhr von ſeiner Verlobten und ſechs oder ſieben
jungen Männern mit Waffengewalt befreit, als er ſich im
Zim=
mer des Unterſuchungsrichters befand, wo er eine Unterredung
mit ſeiner Braut haben ſollte. Während der Unterredung traten
plötzlich ſechs oder ſieben junge gutgekleidete Leute in das
Zim=
mier und zogen auf die Frage eines anweſenden Oberſekretärs
ſofort mit der Forderung „Hände hoch!” Revolver und
über=
wältigten den Oberſekretär und einen Juſtizwachtmeiſter, die
allerdings noch Gelegenheit hatten, um Hilfe zu rufen. Braun
flüchtete ſofort mit ſeiner Geliebten Olga Benario und den
Be=
freiern, von denen nur einer von den nachſetzenden Beamten
ge=
faßt tverden konnte. Die Kriminalpolizei hat ſofort die
Ermitt=
lungen aufgenommten. Der Fall ſteht in der Berliner
Kriminal=
geſchichte einzig da.
Im Berliner Polizeipräſidium fand ſofort nach dem
Kom=
muniſtenüberfall in Mogbit eine Konferenz ſtatt, in der die
wei=
teren Maßnahmen, insbeſondere zur Feſtnahme Brauns und
ſeiner Komplizen, beſprochen wurden. Eine Spur der Flüchtigen
iſt aber bisher noch nicht gefunden worden. Der feſtgenommene
Mitattentäter wurde Landgerichtsdirektor Voigt zur Vernehmung
vorgeführt, verweigerte zunächſt aber jede Auskunft, auch über
ſeine Perſon. Otto Broun, der, wie bereits gemeldet, als Leiter
des kommuniſtiſchen Nachrichtendienſtes gilt, wird weiter
be=
ſchuldigt, in Berlin militäriſche Kurſe abgehalten und in
Thürin=
gen mit einer Reihe von Perſonen umſangreiche
Waffenſchiebun=
gen vorgenommen zu haben. — Schließlich hat der feſtgenommene
Attentäter nach ſeiner anfänglichen hartnäckigen Weigerung
ein=
geſtanden, daß der Plan ſeit acht Tagen ſorgfältig vorbereitet
war. Er gab dann an, daß er Karl Philipp heiße, daß er aber
die anderen Mitverſchworenen nicht gekannt habe, wie überhaupt
einer von der Perſönlichkeit des andern keine Kenntnis gehabt
habe. Der angebliche Philipp will von Beruf Schlächtergeſelle
und 24 Jahre alt ſein. Die bei ihm gefundene Breyſe=Piſtole will
er erhalten haben; auch die anderen ſeien in gleicher Weiſe
aus=
gerüſtet worden. Noch am heutigen Tage ſoll an allen
Anſchlag=
ſäulen Berlins das Bild des entkommenen Braun erſcheinen.
Brauchen wir noch behördliche
Schlichtungsſtellen?
Von
Regierungs= und Gewerberat Dr. Schürmann,
Vorſitzender des Schlichtungsausſchuſſes Stettin.
Die Schlichtungsausſchüſſe wurden, während der Inflation
zu einem Wirtſchaftsfaktor, deſſen Unentbehrlichkeit in der
dama=
ligen Zeit wohl niemand anzweifelte. Arbeitgeber und
Arbeit=
nehmer waren froh, die Verantwortung für die damals ſo
ſchwie=
rige Lohnregelung abſchieben zu können. Eine zwiſchen den
Par=
teien unmittelbar vereinbarte Lohnregelung gehörte in der
In=
flationszeit zu den Seltenheiten. Die Stabiliſierung unſerer
Währung verlängerte die Lohntarifdauer und brachte den
Schlich=
tungsinſtanzen ſogleich eine fühlbare Entlaſtung. Daß im Jahre
1924 gegenüber 1923 die Zahl der vor den
Schlichtungsausſchüſ=
ſen anhängig gemachten Streitſachen ganz erheblich zurückging,
war alſo eine Selbſtverſtändlichkeit. Sehr bemerkenswert iſt nun
aber die immer geringer werdende Inanſpruchnahme der
Schlich=
tungsinſtanzen auch in den Jahren 1925 und 1926 (für 1927 liegt
die Statiſtik noch nicht vor), alſo in einer Zeit gleichbleibender
Währung und gleichbleibender Zuſtändigkeitsverhältniſſe.
Die Statiſtik der Schlichtungsbehörden für 1926, die im
Reichsarbeitsminiſterium bearbeitet ift, zeigt den ſtarken Rückgang
der Zahl der Schlichtungsverfahren gegen die beiden Vorjahre.
Die Abnahme im Jahre 1926 gegen 1924 beträgt 71,77 ₰,
gegen=
über 1925 noch 62,35 % bei den Schlichtungsausſchüſſen und
81,38 ₰ bzw. 63,14 — bei den Schlichtern. Eine entſprechend ſtarke
Verminderung zeigen auch die Anträge auf
Verbindlichkeitserklä=
rung von Schiedsſprüchen, nämlich um 1271 und 1943 (68,09
und 65,53 %) bei den ſtändigen Schlichtern und um 250 und 125
Fälle (— 68,30 ₰ und 51,87 0.) beim Reichsarbeitsminiſterium.
Dieſe Abnahme der Zahl der Schlichtungsverfahren, alſo auch die
der Anträge auf Verbindlichkeitserklärung von Schiedsſprüchen
um rund zwei Drittel gegenüber dem Jahre 1924 iſt ein Zeichen
der Geſundung unſerer wirtſchaftlichen Verhältniſſe, und deshalb
nur zu begrüßen. Gleichzeitig zeigt dieſe Entwicklung, daß die
Kritiker, welche das ganze ſtaatliche Schlichtungsweſen als eine
überflüſſige und in einem republikaniſchen Staat auch politiſch
ſchädliche Einrichtung anſehen, da hierdurch die freie
Verein=
barung zwiſchen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern verhindert
werde, im Unrecht ſind. Die oben genannten Zahlen beweiſen,
daß die Wirtſchaft eben nur dann von den ſtaatlichen
Schlich=
tungsinſtanzen Gebrauch macht, wenn die ſich ſtreitenden
Par=
teien einſehen, daß eine Einigung in freier Verhandlung nur
möglich iſt nach ſchweren Kämpfen, die heute in den Jahren des
mühſamen Wiederaufbaus unter allen Umſtänden vermieden
wer=
den müſſen. Dem an ſich berechtigten Wunſche der Wirtſchaft nach
Selbſtverwaltung trägt unſere Schlichtungsverordnung inſofern
weitgehend Rechnung, als ſie neben den geſetzlichen
Schlichtungs=
ſtellen ſogenannte vereinbarte Schlichtungsſtellen vorſieht, die
durch freie Vereinbarung der Parteien geſchaffen werden und
ſtets den Vorrang vor den geſetzlichen Schlichtungsinſtanzen
haben. Der Geſetzgeber miſcht ſich weder in die Zuſammenſetzung
dieſer freien Schlichtungsſtellen, noch in das Verfahren vor ihnen
ein. Den Parteien iſt alſo freie Hand gegeben, die behördliche
Regelung zu umgehen. Machen ſie trotzdem von den ſtaatlichen
Schlichtungsbehörden Gebrauch, ſo iſt dies eben ein Beweis
da=
für, daß ohne ſie zur Vermeidung wirtſchaftlicher Erſchütterungen
nicht auszukommen iſt. Bekanntlich kann ein
Schlichtungsverfah=
ren „im öffentlichen Intereſſe” auch von Amtswegen eingeleitet
werden. Auch dieſe vielleicht etwas diktatoriſch ausſehende
Be=
fugnis braucht niemand zu erſchrecken. Kein
Schlichtungsausſchuß=
vorſitzender oder Schlichter wird ohne Not von dieſem
Macht=
mittel Gebrauch machen. Im Jahre 1926 iſt das
Schlichtungs=
verfahren im geſamten Reichsgebiet eingeleitet worden auf
An=
trag der Arbeitgeber in 887, auf Antrag der Arbeitnehmer in
3885, auf gemeinſamen Antrag in 152 Fällen. Die Einleitung von
Amtswegen erfolgte aber nur in 117 Fällen oder, um es noch
kraſſer zu zeigen, 4924 Anträgen durch die Parteien ſtehen 117
Einleitungen von Amtswegen, das ſind 2,3 v. H., gegenüber.
Vieleicht war in dieſen wenigen Fällen den Parteien die kleine
ſtaatliche Bevormundung ganz angenehm, konnten die Gegner ſich
doch zuſammenſetzen, ohne ſich mit dem Zeichen der Schwäche
zu belaſten, wozu ſie vielleicht ohne dieſe Schlichtungseinrichtung
nach einiger Zeit die rauhe Wirklichkeit gezwungen hätte.
Wie ſteht es nun mit der Verbindlichkeitserklärung der
Schiedsſprüche? Dieſe Einrichtung erfreut ſich ganz beſonders
ſcharfer und abfälliger Kritik in beiden Lagern. Eine
kommu=
niſtiſche Tageszeitung ſprach kürzlich bei einer Betrachtung über
den Ausgang der Lohnkampfes in der Metallinduſtrie
Mittel=
deutſchlands in draſtiſcher Weiſe von der Inbetriebſetzung der
Schlichtungsguillotine, womit die Einrichtung der
Verbindlich=
keitserklärung gemeint war. Die Statiſtik für 1926 lehrt uns, daß
auch von dieſem angeblich ſo gefährlichen Inſtrument nur in ſehr
geringem Umfang Gebrauch gemacht worden iſt. Die Zahl der
vor den Schlichtungsbehörden anhängig gemachten Streitſachen
betrug 5043, von denen nur 315 durch Verbindlichkeitserklärung
erledigt wurden, alſo auch nur ein ſehr kleiner Teil. In 343
Fäl=
len lehnten die Schlichter bzw. der Reichsarbeitsminiſter, die
be=
antragte Verbindlichkeitserklärung ab. Von einer
Zwangswirt=
ſchaft auf dem Gebiete der Löhne und Gehälter kann daher nicht
die Rede ſein. Leider enthält die Statiſtik des Reichsarbeits=
miniſteriums nicht die Zahl der an den verbindlich erklärten
Schiedsſprüchen beteiligten Arbeitnehmer. Für das Jahr 1927
ſollen aber auch dieſe Zahlen nach Möglichkeit feſtgeſtellt tverden.
Sehr wahrſcheinlich wird ſich dann ergeben, daß auch im
Ver=
hältnis zu der geſamten Arbeitnehmerſchaft der verbindlich
er=
klärte Schiedsſpruch die Ausnahme bildet. Daß es aber zur
Ver=
meidung von Wirtſchaftskataſtrophen oft nicht ganz ohne einen
Machtſpruch geht, haben die letzten Kämpfe in der Eiſen
erzeu=
genden Induſtrie im Weſten, und in der Eiſen verarbeitenden
Juduſtrie in Mitteldeutſchland mit voller Deutlichkeit bewieſen.
Allein in Mitteldeutſchland iſt durch das Eingreifen der
Schlich=
tungsbehörden die Ausſperrung von 800 000 Metallarbeitern mit
ihren unabſehbaren Folgen für die ganze deutſche Wirtſchaft ver=
Seite 2
Donnerstag, den 12. April 1928
Nummer 102
mieden worden. Kaum war dieſer Streit beigelegt, als neue
Sturmzeichen aus der Berliner Metallinduſtrie gemeldet wurden.
Der Streik der Werkzeugmacher, einer kleinen, aber äußerſt
wich=
tigen Facharbeitergruppe, drohte die Großbetriebe Berlins
ſtill=
zulegen. Auch hier glückte es den Schlichtungsinſtanzen, das
drohende Unheil in letzter Stunde abzuwenden. Die Ereigniſſe
der letzten Monate werden auch denjenigen, welcher dem
ſtaat=
lichen Schlichtungsweſen noch ablehnend gegenüberſtand, darüber
belehrt haben, daß dieſe Einrichtung heute und auch wohl in der
Zukunft in dem um ſeine Exiſtenz kämpfenden Deutſchland nicht
entbehrt werden kann. Guſtav Schmoller ſagt in ſeinem „
All=
gemeinen Grundriß der Volkswirtſchaftslehre‟: „Die großen
Streitigkeiten gewiſſer Gewerbe wurden aus einer privaten zu
einer öffentlichen Angelegenheit, welche Staat und Geſellſchaft
berechtigten, einzugreifen. Das Recht der Geſellſchaft ſteht höher
als das einzelner Gruppen derſelben, ſich unter großer
Schädi=
gung der Geſellſchaft zu prügeln.” Ich glaube, daß wir Grund
haben, dieſe Worte heute noch mehr, zu beherzigen, als zu der
Zeit, in der ſie niedergeſchrieben wurden.
Vom Tage.
Der Verband ſächſiſcher Metallinduſtrieller hat die Bekanntmachung
erlaſſen, daß mit Ablauf der Donnerstagsſchicht die geſamten
Finanzausſchuß des Heſſiſchen Landtags.
Der Finanzausſchuß des Heſſiſchen Landtags behandelte in ſeiner
Sitzung am Mittwoch zahlreiche zum Stantsvoranſhlag 1923
vorlie=
gende Anträge der Parteien. Einige kommuniſtiſche Anträge, die
Aus=
gaben für kirchliche und religiöſe Zwecke, Zuſchüſſe zur
Offizierswitwen=
kaſſe, Gnadengehalte und Hilfsfonds für wohltätige Zwecke zu ſtreichen,
wurden abgelehnt. Das gleiche Schickſal erlitt ein kommuniſtiſcher
An=
trag, die Dienſtaltersgrenze der Staatsbeamten weiter herabzuſetzen.
Ein Antrag, die Dienſtkleidung für die Polizeibeamten ſolle vom Staat
geſtellt werden, wurde ebenfalls abgelehnt, dagegen der Antrag, die
Regierung zu einer Aufſtellung über die kommunale heſſiſche Polizei zu
veranlaſſen, angenommen. Weitere kommuniſtiſche Anträge zu den
Titeln Schlichtungsweſen, Miniſterium der Juſtiz uſw., wurden
abge=
lehnt. Ein Antrag auf Moderniſierung der Kloſettanlagen in den
hef=
ſiſchen Strafanſtalten, wird der Regierung als Material überwieſen.
Eine Regierungsvorlage, betr. Kapitel 33 (Schupo), wird zurückgeſtellt
bis zur Beſichtigung der Schupokaſerne am Freitag. Eine
Regierungs=
vorlage auf Staatsbeihilfe für den notleidenden Eiſenerzbau in
Ober=
heſſen wird in der jetzigen Faſſung angenommen; der Antrag betr.
Förderung der Landwirtſchaft im Vogelsberg, wird zurückgeſtellt. Die
Regierungsvorlage über die Umänderung der Bezeichnungen „
Gerichts=
ſchreiberei”, „Gerichtsſchreiber” und „Gerichtsdiener” wird angenommen.
Die Regierungstorlage betr. den Schloßumbau zu Darmſtadt wird
zu=
rükgeſtellt. Der Antrag der Regierung auf Beteiligung Heſſens an der
Kraftverkehrsgeſellſchaft Heſſen gab Anlaß zu einer lebhaften Debatte;
da verſchiedene Ausſchußmitglieder erſt noch Fühlung mit ihren
Frak=
tionen nehmen wollen, wird dieſe Vorlage nicht zu Ende beraten. —
Nächſte Sitzung Donnerstag vormittag.
In der Naclt zum Oſtermontag gegen 12 Uhr wurde ein junges
Mädchen von einem farbigen Beſatzungsſoldaten am Mustor in Trier
überfallen und vergewaltigt. Auf die Hilferufe des Mädchens eilten
in der Nähe vorübergehende Perſonen herbei, worauf der Täter die
Flucht ergriff und leider entkam. Die Trierer Polizei fahndet
zuſam=
men mit den Beſatzungsbehörden nach dem Täter.
Metallarbeiter Sachſens ausgeſperrt werden. Es
handelt ſich um etwa 160 000 bis 170 000 Arbeiter.
Der Reichsparteiausſchuß des Zentrums trat am
Mittwoch in Berlin zuſammen, um bis zum Donnerstag die Reichsliſte
des Zentrums fertigzuſtellen. Reichskanzler Marx wird am Samstag
Berlin verlaſſen und nach dem Lago Maggiore reiſen.
Das deutſche Generalkonſulat in Smyrna teilt mit, daß bei
den geſtrſgen und vorgeſtrſigen neuen Erdſtößen
deutſches Eigentum und deutſche Anwohner nicht
beſchädigt worden ſeien.
Havas berichtet aus Straßburg, daß das Direktorium der
proteſtantiſchen Kirche Augsburger Konfeſſion in
Elſaß und Lothringen den in die Autonomiſtenbewegung
ver=
wickelten, in den Anklagezuſtand verſetzten und ſeit 26. Dezember 1927
im Ausland befindlichen Paſtor Hirzel ſeines Amtes
ent=
hoben habe."
Wie Habas aus Straßburg berichtet, hat außer Dr. Ricklin und
Roſſet nunmehr auch der frühere Geſchäftsführer der
Autonomiſten=
zeitung „Die Wahrheit” Baumann aus dem Gefängnis in
Colmar heraus bei der Präfektur ſeine Kandidatur für
die Kammerwahlen im Wahlkreis Straßburg
IIauf=
ſtellen laſſen.
Wie verlautet, hat der Gouverneur von Rom, Fürſt
Poten=
ziani, ſeine Demiſſion eingereicht. Die etwaige Annahme
der Demiſſion und die Ernennung des Nachfolgers hängt von
Muſſo=
ini ab.
Das Ruhrkohlen=Gutachten.
Die Perhältniſſe des Ruhrkohlenbergbaues.
* Berlin, 11. April. (Priv.=Tel.)
Beim Reichswirtſchaftsminiſterium iſt jetzt das Gutachten der
Schmalenbach=Kommiſſion eingelaufen, deren Aufgabe darin
be=
ſtand, ähnlich wie beim Braunkohlengebiet Mitteldeutſchlands die
Verhältniſſe des Ruhrkohlenbergbaues, alſo die
Abſatzlage, die Unkoſtenberechnungen, die finanziellen Laſten, die
Abſchreibungen, die Einnahmen und manches andere mehr zu
unterſuchen. Die Kommiſſion iſt nicht zuletzt mit Rückſicht auf die
laufenden Arbeitszeit= und Lohnverhandlungen im Ruhrbergbau
gebildet worden. Das ihr angehörende Mitglied Dr. Baad iſt
aber noch mit der Abfaſſung eines Sondergutachtens, über die
Abſchreibungen und die Selbſtfinanzierung des
Ruhrkohlenberg=
baues beſchäftigt. Dr. Baad gehört zu den Sozialdemokraten
und iſt einer ihrer hervorragendſten Wiſſenſchaftler. Wiederholt
hat er auch mit ſeiner Partei nicht reſtlos übereingeſtimmt, da er
ſich bei derartigen Gutachten von rein ſachlichen Erwägungen
lei=
ten ließ, die ſich nicht immer mit den Anſchauungen ſeiner Partei
deckten. Infolgedeſſen hat man ihn jetzt bei den bevorſtehenden
Reichstagswahlen an einen Platz geſtellt, von dem bereits
feſt=
ſteht, daß er ſeinem Kandidaten ſo gut wie keine Ausſichten bietet.
— Man muß zunächſt abwarten, wie das Gutachten ſelbſt
aus=
ſieht, mit deſſen Veröffentlichung das
Reichswirtſchaftsminiſte=
rium nicht mehr lange wird warten dürfen.
Die Verhandlungen im Ruhrbergbau.
Beilegung des Konfliktes in der Metallinduſirie
in Heſſen und Heſſen=Naſſau.
hafte Begeiſterung. Einen Film „Mut zur Feigheit” (
Tragi=
komödie: Liebe, Stierkampf, Boxkampf, Autorennen) bekommen
wier hier ohne weiteres herein, aber nicht den Film des Herrn
Kircheis, der freilich in der Hauptſache von Seefahrt und Liebe
zum Vaterland handelt; auf dieſen Film mußten wir dank der
Aufmerkſamkeit franzöſiſcher Zöllner verzichten.
Die Gehälter der Beamten ſtehen hier noch immer weit unter
den im Reich gewährten Sätzen. Die Regierungskommiſſion, die
hier nur ihr eigenes Verſprechen einzulöſen brauchte, bringt dieſe
Sache jetzt vor den Landesrat des Saargebiets. Ja, freilich; denn
ſo kann ſie noch eine Weile Zeit (und Geld) gewinnen. Dr. F.
Unter dieſer Ueberſchrift veröffentlichten wir in unſerer
geſtrigen Ausgabe vom Mittwoch, den 11. April, Seite 2, eine
Meldung des W. T. B., die, ſoweit Heſſen in Frage kommt, nicht
den Tatſochen entſpricht und deshalb irreführend war. Die in
dem erwähnten Bericht gebrachte Vereinbarung fand ſtatt unter
dem Vorſitz des Schlichters für Heſſen=Naſſau und betraf
ledig=
lich die Metallinduſtrie von Frankfurt a. M. Die Regelung der
Lohnverhältniſſe in der Metallinduſtrie der heſſiſchen Bezirke wie
Darmſtadt, Offenbach, Mainz und Gießen erfolgte
zuſtändigkeits=
gemäß unter dem Vorſitz des Schlichters für Heſſen, Herrn
Ober=
regierungsrat Dr. Bernheim. Was die Lohnverhältniſſe in der
Metallinduſtrie insbeſondere für Darmſtadt angeht, ſo führten die
Verhandlungen hierüber unter dem Vorſitze des Schlichters für
Heſſen am Mittwoch, den 4. April, nach längeren Beſprechungen
am gleichen Tage zu einer rechtsverbindlichen Vereinbarung
zwi=
ſchen der Ortsgruppe Darmſtadt des Verbandes der
Metallindu=
ſtriellen und der Verwaltung Kreis Darmſtadt des Deutſchen
Metallarbeiterverbandes. Dieſer zufolge wurde der
Tarifſpitzen=
lohn des gelernten Arbeiters über 24 Jahre von 76 auf 82 Pfg.
erhöht. Die übrigen Sätze erhöhen ſich im Verhältnis der
bis=
herigen Staffel. Die Akkordbaſis wird von 72 auf 77 Pfg.
feſt=
geſetzt. Diefenigen Akkorde, die bisher einen Verdienft von 20 bis
25 Prozent über die Baſis nicht zuließen, werden entſprechend
erhöht. Die Leiftungszulagen bleiben in der bisherigen Weiſe
beſtehen. Ferner enthält die Vereinbarung noch Beſtimmungen
über Abänderung der Altersſtufen, über Frauenlöhne und
Lehr=
lingsvergütung. Dieſe Abmachung gilt vom 1. April 1928 bis
Ende März 1929.
Ja, freilich!
Aus dem Saargebiet wird uns geſchrieben:
In letzter Zeit haben wie ſchon früher franzöſiſche
Militär=
flugzeuge das Saargebiet überflogen; eine Notlandung in der
Nacht zum 4. April, die ein mit vier Offizieren beſetztes Flugzeug
zwiſchen Wehrden und Hoſtenbach vornahm, gab u. a. hiervon
ſicheres Zeugnis. Bei den fortgeſetzten Grenzverletzungen dieſer
Art fällt es äußerſt unangenehm auf, daß deutſchen
Verkehrs=
flugzeugen der Einflug ins Saargebiet immer noch nicht
ge=
ſtattet iſt.
Der Weltumſegler Kapitän Kircheis ſpräch kürzlich hier vor
Erwachſenen und vor Schuljugend; ſein Vortrag entfeſſelte leb=
Die Reichsliſie des Zentrums.
Marx, Wirth, Stegerwald an erſier Stelle.
Berlin, 11. April.
Der Reichsparteivorſtand des Zentrums hat in ſeiner Sitzung
am Mittwoch nachmittag die Reichsliſte ſür die bevorſtehenden
Reichstagswahlen aufgeſtellt. Die Liſte enthält u. a. folgende
Namen: 1. Reichskanzler Dr. Marx; 2. Reichskanzler a. D. Dr.
Wirth; 3. Dr. Stegerwald; 4. Abg. Frau Helene Weber=
Düſſel=
dorf; 5. Abg. Herold; 6. Abg. Eſſer; 7. Abg. Klöckner; 8. Abg.
Hofmann=Ludwigshafen: 9. Abg. Lammers: 10. bleibt noch offen
für dieſe Stelle ſteht in ſicherer Ausſicht der preußiſche
Wohl=
fahrtsminiſter Hierthſieſer —: 11. Abg. Wegemann; 12. Abg.
Krone, Vertreter der Windhorſtbünde; 13. Frau Fuchs=Hamburg.
Da die Kandidaten Marx, Stegerwald, Weber und Eſſer in ihren
Wahlkreiſen gleichfalls aufgeſtellt ſind, fo können die 12 Stellen
der Reichsliſte nach den bisherigen Erſahrungen als geſichert
an=
geſehen werden. — Am Donnerstag wird der Reichsausſchuß des
Zentrums den Wohlaufruf der Partei endgültg abfaſſen.
Auch Maſarnk.
* Berlin, 11. April. (Priv.=Tel.)
Der Präſident der Tſchechoſloſwakei, Maſaryk, hat kürzlich
einem tſchechiſchen Schriftſteller eine Unterredung gewährt, bei der
er die Behauptung aufſtellte, daß alle ſlowiſchen Völker bis auf
die Lauſitzer Wenden durch den Weltkrieg befreit und
vereinigt ſeien. Herr Maſaryk darf ſich nicht wundern, wenn ſeine
Aeußemng in Berliner amtlichen Kreiſen peinliches Aufſehen
er=
regt. Die fraglichen „unterdrückden” Lauſitzer Wenden ſind
zahlen=
mäßig nur ein Splitter, von denen ſelbſt wieder nur ein
Bruch=
teil üüberhaupt befreit wwerden ſwill. Wenn die Tſchechen ſich darüber
aufregen, dann beſteht auf deutſcher Seite viel mehr Grund,
ein=
mal die Unterhaltung auf die unterdrückten Deutſchen
in der Tſchechoſlowakei, die einige Millionen darſtellen,
zu bringen. Das Auswärtige Amt hat den deutſchen Geſandten
in Prag beauftragt, den Wortlaut des Interviews feſtzuſtellen.
Dann wird die Frage entſtehen, ob man bei dieſer Aeußerung
offiziell einhaken und eine ſehr nachdrückliche Beſchwerde
vorbrin=
gen wird, oder ob man ſich damit begnügen wird, unſere
Ver=
wunderung durch mündliche Mitteilung bei dem tſchechiſchen
Außenminiſter weiterzugeben.
Eſſen, 11. April.:
Die heute vormittag unter Vorſitz des Regierungsrats Briſche
begonnenen Verhandlungen über die Lohn= und Arbeitszeitfrage
im Ruhrbergbau dauern zur Zeit noch an. Ein Ergebnis iſt noch
nicht zu verzeichnen; insbeſondere beſtehen noch Schwierigkeiten
hinſichtlich der von den Bergarbeiterverbänden vertretenen
For=
derungen nach einer ſiebenſtündigen Arbeitszeit unter Tage und
acht Stunden üüber Tage. Als Sachverſtändiger iſt
Oberbergamts=
direktor Weiſe vom Oberbergamt Dortmund hinzugezogen
wor=
den. Sollte heute kein Ergebnis zuſtandekommen, ſo wird heute
abend eine Schlichterkammer gebildet, welche ſrahrſcheinlich
mor=
gen ihre Tätigkeit aufnehmen wird.
Nach dem Scheitern der Arbeitszeit= und Lohnverhandlungen
im Ruhrbergbau wurde eine Schlichterkammer gebildet, die am
Donnerstag zuſammentritt.
Die rheiniſch=weſifäliſchen Eingemeindungen.
* Berlin, 11. April. (Prib.=Tel.)
Im rheiniſch=weſtfäliſchen Induſtriegebiet ſind in den letzten
zwei Jahren verſchiedene Ein= und Umgemeindungen
vorgenom=
men worden. Wir erinnern z. B. an die Bildung von Groß=
Dortmund und die ebenſalls fehr großen Eingemeindungen
Gel=
ſenkirchens, denen nach der Wahl des neuen Landtages eine
große Flurbereinigung zwiſchen Duisburg aind Dortmund folgen
ſoll. Von dem preußiſchen Innenminiſter iſt bereits vor dem
Inkrafttreten der Vorlage am 1. April wiederholt erklärt worden,
daß er in Zukunft nicht mehr mit Teillöſungen arbeiten werde,
ſondern daß jetzt eine Geſamtlöfung erfolgen müſſe. Wenn jetzt
behauptet wird, daß der Innenminiſter ſein Wort zurückziehe und
wieder an eine etappenweiſe Flnnbereinigung benke, dann können
wir auf Grund unſerer Informationen feſtſtellen, daß der
preu=
ßiſche Innenminiſter gar keine Veranlaſſung hat, ſeine den
Par=
teien gemachte Zuſage zurückzuziehen. Nach der Neuwahl werden
auch die Gutachten der Regierungspräſidenten fertig vorliegen,
ſo daß dann die neue Regierung ſich endgültig mit der
Einge=
meindungsfrage beſchäftigen und eine entſprechende Vorlage
aus=
arbeiten laſſen kann, die früheſtens im Herbft zu erwarten
ſein ſwird.
Beginn der deutſch=litauiſchen
Handels=
vertrags=Berhandlungen am 18. April.
Berlin, 11. April.
Wie wir erfahren, trifft die von anderer Seite verbreitete
Nachricht, daß die deutſch=litauiſchen
Handelsvertragsverhand=
lungen bis auf weiteres verſchoben ſeien, nicht zu; vielmehr iſt
nur vereinbart worden, daß die Verhandlungen, die urſprünglich
am 16. April beginnen ſollten, erſt zwei Tage ſpäter, am 18. April,
ihren Anſang nehmen. Dieſe kurze Verſchiebung beruht lediglich
auf techniſchen Gründen, die darin liegen, daß Litauen zu gleicher
Zeit auch Verhandlungen mit Polen führt. Die deutſch=litauiſchen
Verhandlungen finden in Berlin ſtatt.
*Der Karlsruher Maler Auguſt Gebhard,
ein Romantiker der Gegenwart.
Von
Muſeumsdirettor Dr. Erich Grill, Worms.
Irgendwo las ich jüngſt, die Romantik ſei längſt geſtorben und
endgültig begraben. Welch ein Irrtum! — Nein! Sie iſt nicht tot,
ſondern ſie lebt und hat immer gelebt, ſeitdem es eine Malerei gibt.
Dieſe innige Naturverbundenheit, dieſes tiefe Gefühl dafür, daß der
Menſch, ebenſo wie Tier und Pflanze, nur einen Teil des Weltganzen
darſtellt, dieſe pantheiſtiſche Geſinnung hat ſtets auch in der Kunſt ihren
Ausdruck gefunden. Und ganz von ſelbſt erzeugt ſie eine poetiſche
Grundſtimmung, oder umgekehrt, Maler von ſolcher geiſtigen
Ein=
ſtellung ſind in ihren Schöpfungen zugleich Dichter.
Dabei läßt ſich die lehrreiche Beobachtung machen, daß ein
derar=
tiges Empfinden in politiſch und wirtſchaftlich trüben Zeiten jeweils am
ſtärkſten aufzutreten pflegt. Denn je mehr die äußeren Verhältniſſe
bedrücken, je mehr uns das Leben enttäuſcht, deſto verzweifelter ſuchen
wir anderwärts Troſt. Und wo fließt er reinker und reicher als aus
den Brüſten der Allmutter Natur, aus dem liebevollen Sichverſenken in
ihre Schönheit und Erhabenheit? Freilich ſucht man auch dort
ver=
gebens jene Gerechtigkeit”, die das Daſein niemals bietet, obwohl
menſchliche, allzumenſchliche Wünſche ſie ihr nur zu gerne unterſchieben
möchten. Aber die Erkenntnis, daß alles Geſchehen denſeleben „ewigen,
ehr’nen, großen Geſetzen” unterworfen bleibt, die auch das eigene
Ge=
ſchick beſtimmen, wirkt doch beruhigend und verſöhnend. Wir fühlen
uns dann wenigſtens nicht mehr ſo beſonders ſchlecht oder gar als
Stiefkinder vom Schickſal behandelt. Und indem der Künſtler ſich nun
in die Natur oder in das Weſen eines Mitmenſchen vertieft, die er
bild=
lich geſtalten will, vergißt er ſein eigenes Leid und überträgt ſeines
Herzens Sehnſucht auf das Kunſtwerk.
Das iſt deutſche Art, der einſt das Nibelungenlied und der
Minneſang eines Walter von der Vogelweide entſprangen, die den
Bamberger Reiter, die Naumburger Stifterfiguren und das Wunder
der Gotik hervorbrachte. Das iſt die fauſtiſche Seele, wie ſie im
Frei=
burger Münſter oder in Fritz Hoegers Hamburger „Chilehaus”, in den
Bildwerken von Veit Stoß und Tilman Riemenſchneider, in Dürers
Holzſchnitten und Kupferſtichen, in Grünewalds Iſenheimer Altar oder
in den Gemälden von Kaſpar David Friedrich, im 1. Teil von
Goethes „Fauſt” oder Beethovens 9. Symphonie ſo ergreifend zum Aug=
Druck kommt.
Aus demſelben Geiſte ſind die herrlichen Landſchaften von Auguſt
Gebhard geboren, deſſen geſamtes Scheffen zum erſtenmal faſt
lücken=
los in der im Mai 1925 in der Städriſchen Gemäldegalerie Worms
veranſtalteten, großen Sonderausſtellung vereinigt war, und deſſen
neueſten Werke jetzt abermals hier in einer bis 15. April
dauernden Kunſtſchau vorgeführt werden.
Schon früher wurde darauf hingewieſen, daß ſich der Maler in der
Technik eng an die alten Meiſter — und zwar namentlich an die
Nieder=
länder und Deutſchen des 15. Jahrhunderts — anſchließt. Gedanklich
aber greift er auf Philipp Otto Runge und Kaſpar David Friedrich,
alſo auf die Romantik vor hundert Jahren zurück. Dennoch ſind ſeine
Bilder im beſten Sinne modern empfunden. Unbeirrt durch die raſch
wechſelnden Kunſtſtrömungen der letzten Jahrzehnte iſt er einſam ſeinen
Weg gegangen und hat ſich allmählich vom Impreſſionismus
losge=
rungen, der ja zu einer Reaktion drängte, ohne den kubiſtiſchen,
futu=
riſtiſchen oder expreſſioniſtiſchen Modekrankheiten zu verfallen. Selbſt
die ebenſo kurzlebige „Neue Sachlichkeit” konnte ihn nicht beeinfluſſen,
weil ſeine Malerei ſchon längſt viel gediegener und „ſachlicher” war,
als es die krampfhaften Verſuche der Anhänger dieſer jüngſten
Rich=
tung bisher erkennen laſſen. Nebenbeibemerkt tut nan dem Künſtler
und dem Kunſtfreunde durch die Prägung derartiger Schlagworte —
was eigentlich nachgerade ſattſam bekannt ſein dürfte — wirklich keinen
Gefallen, noch erzeugt man damit einen neuen Stil. Denn jede wahre
Kunſt iſt Abbild der räumlich oder körperlich faßbaren Umwelt und
„kubiſcher” Formen. Sie verbindet die Vergangenheit mit der
Gegen=
wart und weiſt in die „Zukunft” verleiht Stimmungen und Erlebniſſen,
Gedanken und Gefühlen „Ausdruck” und bedarf deshalb nicht ſolcher
Anpreiſungen oder irgendwelcher dunkelſinniger Erläuterungen, um
verſtanden zu werden. Ein Gebäude, das ſich weder ſeiner
landſchaft=
lichen Umgebung anpaßt, noch die ihm zugedachte Aufgabe zu erfüllen
vermag, ein Bildwerk oder Gemälde, die dem vorurteilsfreien Beſchauer
unlösbare Rätſel aufgeben, oder Abſcheu und Ekel einflößen, haben
ihren Zweck verfehlt und daher keine Daſeinsberechtigung, ſind — trotz
aller gegenteiligen Behauptungen — unkünſtleriſch.
Was viele derzeitige Ausſtellungen ſo öde und nüchtern macht, daß
man ſie meiſtens ermüdet und gelangweilt verläßt, iſt der Mangel an
ſeeliſchem Gehalt und reinem handwerklichen Können in ihren
Darbie=
tungen.
Wer die Gemälde von Auguſt Gebhard vergleichsweiſe betrachtet,
wird zugeben müſſen, daß ſie das Allermeiſte der heutigen künſtleriſchen
Produktion weit überragen, weil bei ihnen Form und Inhalt wahrhaft
gebiegen und voneinander untrennbar ſind. Aber noch in anderer
Beziehung nimmt er unter ſeinen Fachgenoſſen eine Sonderſtellung ein.
Er gehört nämlich zu den in der Kunſtgeſchichte ganz ſeltenen
Erſchei=
nungen von erſtaunlicher Vielſeitigkeit ihrer maleriſchen Begabung, da er
ſich gleichzeitig als Landſchafts=, Figuren= und Bildnismaler betätigt
und jedes dieſer Gebiete mit gleicher Kunſt meiſtert.
Unſere Wormſer Kunſtſchau enthält nur zwanzig Bilder, die im
Vorwort zum Katalog ausführlich gewürdigt ſind, doch jedes einzelne
Gemälde iſt ein bis in Kleinſte durchgearbeitetes Meiſterſtück. Was man
heutzutage ſo oft vermißt und vergebens ſucht, hier findet man es:
Eine ſchöpferiſche Kraft, die empfangene Sinneseindrücke zu in ſich
geſchloſſenen Bildkompoſitionen geſtaltet, deren Anblick zum inneren
Erlebnis wird. Ob Gebhard mit Fasben und Pinſ.I, Paſtell oder
Zeichenſtift den heiteren Frieden des Badener Landes, die ernſte
Schön=
heit des Schwarz valdes, oder die feierliche Majeſtät der Alpen
be=
ſingt, ob er den Bauer bei ſeiner Arbeit belauſcht, oder dem Städter,
der ihm Modell ſitzt, Früfend ins Herz ſchaut, ſtets gibt er mehr als nur
die Oberfläche, dringt bis auf den Kern, die Seele des Gegenſtandes
vor und formt daraus ein Bild von lyriſcher Zartheit oder epiſche=
Kraft.
So ſind auch ſeine Werke „Böcklin” und „Liſelotte” entſtanden, die
wir mit Stolz zu den Perlen der Wormſer Galerie zählen, und ſo
ſchuf Gebhard neuerdings das Karlsruher „Kinderdoppelbildnis‟.
Den=
ſelben Geiſt atmen die innerhalb der letzten drei Jahre gemalten
Schwarzwaldmotive: „Am Waldrand”, „Dorfſtraße bei „
Sonnenunker=
gang” und „Einſamer Bauernhof”, „Sonniger Wieſengrund”, „Im
Glasbachtal” und „Bächlein im Mai” oder „In der Abendſonne‟. Dem
gleichen Empfinden entſprang das märchenhafte Srimmungsbild, „Letzte
Sonne” und niemand, ſeit Segantini, hat den Zauber der Schweizer
Vergeinſamkeit ſo beſtrikend wiedergegeben, nirgends, außer bei dem
einzigen Kaſpar David Friedrich, begeguet man einem ähnlich ſtarken
Einfühlungsvermögen in das Weſen de Natur, wie es uns aus dieſer
Malerei entgegenklingt. Beſeelt von ſolcher Liebe zu 9rtuu und Menſch
geſtaltete der Künſtler endlich aus Wahrheit und Dichtung ſeine jüngſte
Schöpfung: „Die Tageszeiten‟ Auf vier großen dreiteiligen Gemälden
fchildern ſie das Schwarzwälder Landleben an einem Sommertag, vom
frühen Morgen bis in die ſpäte Nacht. Dieſe Bilderfolge läßt ſich
nicht mit dürren Worten beſchreiben, ſondern nur nacherleben. Daß der
Maler ſie jetzt vollenden konnte, iſt nicht zuletzt ſeinem treue.t Förderer
Freiherrn Ludwig v. Heyl zu Herrnsheim zu verdanken, der Gebhard
mit bedeutenden Bildnisaufträgen bedachte und ihm dadurch erſt die
Möglichkeit zur Ausführung des längſt gehegten Plages verſchaffte.
Die ebenfalls in unſerer Ausſtellung vertretenen v. Hehlſchen
Familien=
bildniſſe aber legen Zeugnis davon ab, wie ernſt der Künſtler auch dieſe
ihm gewordene Aufgabe nahm und mit welchem überlegenen Können
er ſie bewältigte.
Wenn wir auf eine Wiedergeburt unſerer deutſ chen Malerei hoffen
dürfen, ſo wird ſie jedenfalls von hier ihren Ausgang nehmen müſſen,
und rückſchauend wird man dann dereinſt erkennen, daß die Wormſer
Kunſtſchau einen Markſtein auf dem Wege bezeichnet, auf dem Auguſt
Gebhard als Bahnbrecher voranſchritt.
41
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Nummei 102
Seite 3
auf
* Partei
Donnerstag den 12. Aprit 1928
Zwei Kannen Benzin.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
b. G. Jeruſalem, im April 1928.
Wenn man glaubt, daß die Palme oder das als
Illuſtrations=
mittel der Proſpekte aller mit dem Orient in Verbindung ſtehenden
Schiſfahrtsgeſellſchaften mit Recht ſo beliebte Kamel oder deſſen
ſtachelige Hauptnahrung, der Kaktus, das Speziſiſche im äußeren
Bild des Vorderen Oſtens iſt, irrt man ſich ein wenig, denn
weder Palme, noch Kamel, noch Kaktus ſind im arabiſchen Oſten
und in Paläſtina ſo häufig vertreten wie das ſogenannte
Ben=
zin= oder Petroleumpach, kurz Pach genannt, die
acht=
eckige, aus Weißblech verfertigte Benzinkanne. Sie iſt das
Spezifikum dieſes Landes, das man ſich weder aus der
Land=
ſchaft noch aus dem Leben ihrer Bewohner wegdenken könnte.
Kaum hat das Benzin oder das Petroleum dieſen Behälter
ver=
laſſen, geht er auch ſchon ſeinem anſcheinend weſentlicheren,
allenfalls weitaus länger andauernden Zweck entgegen. Daß in
leeren Benzinkannen alle Arten von Blumen gezogen
werden und wohl in jedem Garten ſolche in der Sonne ſtrahlende
(bis der erſte Regen ſie zum Roſten bringt) Blumentöpfe
vor=
handen ſind, iſt ebenſo ſelbſtverſtändlich, wie daß ſie, mit einem
Tragbalken verſehen, als Waſſerkanne dienen. Ueber dieſe
ſelbſtverſtändlichen Verwendungsmöglichkeiten hinausgehend aber
greifen dieſe Pachim, von Spezialiſten, die in den Bazaren ihr
Lager aufgeſchlagen haben, geſchickt verarbeitet, in hundertfältigen
Formen ins Wirtſchaftsleben ein. Man trifft ſie nicht nur als
„d’li” bei den Ziſternen, als Schöpfeimer und als Kehrichtſchauſel
im Haushalt, auch als Gießkannen, Duſchvorrichtungen,
Tiſch=
füße, und wenn ſie mit einem Brett zugedeckt ſind, auf dem
Matratzen und Decken liegen, als Diwane, ſondern auch als
integrierenden Beſtandteil der Kücheneinrichtung, die meiſt nur
aus einem oder mehreren Primusbrennern beſteht (Herde ſind
ja hier unbekannt), wo ſie als Schutzapparat uun den Primus
aufgeſtellt werden, oder als Einzäunungen von Gartenanlagen,
wvie auch als Koffer und Milcheimer bei den Beduinen und
Falla=
chin, ja mitunter findet man ſogar ganze Hütten und
Häuschen aus ſolchen Pachim gebaut. Man kann zwar nicht
behaupten, daß das Auge mit beſonderem Vergnügen auf dieſen
Paläſten oder Gartenumzäunungen ruhen würde, aber es muß
zugegeben werden, daß dieſes Abfallprodukt einer
weltumſpan=
nenden Produktion hier mitunter zum Hauptbeſtandteil von
Wirtſchaftsgütern wird.
Die neueſte Verwendungsmöglichkeit für Benzinkannen
wurde aber erſt vor einigen Monaten geſunden, da ſie zum
politiſchen Inſtrument avancierten. Zum politiſchen
Inſtrument im wahrſten Sinne dieſes Wortes, da ſie Anlaß einer
politiſchen Angelegenheit wurden, deren Folgen einſtweilen noch
nicht abzuſehen ſind.
Um dieſe Angelegenheit ganz zu verſtehen, ſei vorausgeſchickt:
Im benachbarten Transjordanien führt der Sohn des von den
Engländern vertriebenen Huſſein ihn Ali von Metba, Abdallah
äbn Huſſein, ſozuſagen die Herrſchaft über die Beduinenſtämme
dieſes an Romantik nicht allzu armen Landes. Dieſe Herrſchaft
iſt aber durchaus nicht ungetrübt. Abgeſehen davon, daß es einen
engliſchen Vertreter am Hoflager von Aman gibt, der den König,
was die engliſchen Geldlieferungen betrifft, ein wenig knapp hält,
da Abdallah mehr als königlichen Allüren zu frönen begann,
ſon=
dern auch, weil ſein Nachbar, der mächtige Wahhabitenkönig Ibn
Saud ſeine Abſicht, dieſes Königreich bei der erſten Gelegenheit
einzuſtecken und den König zumindeſt zum Teufel zu jagen,
durchaus nicht verhehlt. Da man überdies letzthin an einem
ſchönen Morgen an manchen Häuſern und Mauern der
Haupt=
ſtadt Proklamationen vorfand, in denen eine, keine nähere Adreſſe
angebende Geſellſchaft „Schwarze Hand” mitteilte, daß ſie
feſt entſchloſſen ſei, ſämtliche Beamten, die gewiſſe Gewohnheiten
bein Regieren und Adminiſtrieren nicht ſchleunigſt abzulegen
ge=
ſonnen ſeien, ebenſo ſchleunig, je nach Wahl, zu erdolchen oder
zu erſchießen, und da man überraſchenderweiſe ſchließlich
ent=
deckte, daß kein anderer als ſeine Hoheit der Polizeichef
führen=
des Mitglied dieſer ebenſo vornehmen wie geſchloſſenen
Geſell=
ſchaft ſei, kann man es verſtehen, daß Abdallah nicht gerade
glänzender Laune war. In dieſer Stimmung nun ließ er ſich
zu einer Unvorſichtigkeit hinreißen. Man hinterbrachte ihm —
kurz nachdem die Angelegenheit mit ſeinem Haushofmeiſter
liqui=
diert worden war, der manche Hofintimitäten in den
Kaffee=
häuſern erzählt hatte — daß der mächtigſte Stamm ſeines
Lan=
des, der Stamm der Beni ſachr, der ſeit Alters her im
Nor=
den des Landes zieht, angeblich Wahhabiagenten, biedere
Rei=
ſende von auffallend großer Beredſamkeit, gaſtfreundlich
aufge=
nommen habe. Dies mußte ihn, dem die Wahhabiten beiläufig
das ſind, was dem Stier das berühmte rote Tuch bedeutet,
na=
türlich in Aufregung verſetzen und er griff die Sachemit den
zwei Benzinkannen auf (was eine Unvorſichtigkeit erſten
Ranges war). Die Sache mit den Benzinkannen war die:
Mid=
gaßl paſcha, der Großchech der Beni ſachr, ſollte angeblich zwei
Kannen Benzin geſtohlen haben. Midgaél, Herr über ſe
und ſoviele Tauſend Gewehre, einer der reichſten Leute des
Landes, Paſcha und im Rate der Fürſten ſehr bedeutend, ſollte
ein Dieb ſein, wie einer von den Leuten aus Wad el charam
zum Beiſpiel, wo das Stehlen eine Ehrenſache iſt, ein Dieb noch
dazu von zwei ganz gewöhnlichen Pachim Benzin! Dieſe Sſache
wirkte — um wieder ein mit Recht beliebtes, weil plaſtiſches Bild
zu gebrauchen — wie eine Bombe. Man trat für und wider den
Chef der Beni ſachr ein, bis ſchließlich die Bombe platzte: der
Schech wurde zu einer Gefängnisſtrafe von einem Jahr
verurteilt. In ſeiner Abweſenheit natürlich, denn um den Chef
der Beni ſachr vorzuführen, woran ſelbſtverſtändlich niemand
ernſtlich gedacht hatte, hätte man erſt einige Dauſend nicht
unbe=
trächtlich bewaffnete und in dieſer Zeit nicht allzu fröhlich
ge=
launte Kamelreiter beſeitigen müſſen. Der Paſcha lachte
ver=
mutlich, ſoweit ihm dies ſeine Würde und die beduiniſche
An=
ſchauung von Dakt erlaubte, hell auf, als man ihm das Urteil
des Gerichtes in Aman mitteilte, aber nach dieſem Lachen trat
etwas ein, mit dem weder Abdalloh noch ſeine Räte gerechnet
hatten. War man in Aman über die Sache von Anfang an ſchon
höchſt beunruhigt, ſo begannen den Leuten in dieſer Stadt die
Zähne hörbar zu klappern, denn es kamen Gerüchte aus dem
Norden über ſonderbare Bewegungen im Gebiete der Söhne
ſachrs. Man hatte aber nicht lange Zeit, mit den Zähnen zu
klappern, denn plötzlich hieß es, daß die Beni ſachr die Zelte
ab=
brächen. Und ehe man ſichs verſah, wälzte ſich die ganze
unge=
heure Menge von Menſchen, Kamelen und Ziegen — vorne und
hinten die Krieger, in der Mitte die Weiber und der Troß
nach Süden, Hedias zu, dem Gebiete der verhaßten Wahhabi.
Wie eine Völkerwanderung zogen die bis an die Dähne
bewaff=
neten Reiter an der Hauptſtadt vorbei, auf Nimmerwiederſehen
die Heimat verlaſſend, an das Herz Ihn Sauds, dem dieſe
Schwächung der Streitmacht Abdallahs durchaus nicht unge
legen kam.
Dies iſt die Geſchichte der zwei Benzimkannen, die den
Fürſten Abdallah ibn Huſſein im Wettlauf mit dem König Ibn
Saud el Wahhabi ein wenig in die Hinterhand brachte.
zu
bereit.
EP. London, 11. April.
Der König Ibn Saud hat der engliſchen Regierung ſeine
Antwort auf den Vorſchlag einer Zuſammenkunft mit einem
engliſchen Vertreter zugeſtellt. Die Note iſt in zuſagendem Sinne
in einem freundſchaftlichen Tone gehalten, ſoll jedoch gewiſſe
Proteſte gegen die Bombardierung arabiſcher Dörfer durch
eng=
liſche Flugzeuge enthalten. Der König Ibn Saud hat ſich, wie der
„Daily Telegraph” berichtet, am 6. April aus ſeiner Hauptſtadt
Riyad aufgemacht und befindet ſich auf dem Wege nach Mekka.
Anfang Mai wird er in Dſcheddah ſein, um dort mit Sir Gilbert
Clayton zuſammenzutreffen. Der Scheich Faifal ed Dowiſch hat
zuſammen mit anderen Führern der Wahabis nach fünftägigen
Verhandlungen ſich bereit erklärt, ſeine Stämme von der
Irak=
grenze im Hinblick auf die kommenden Verhandlungen
zurück=
zuziehen.
Der Vertreter der Nedſchd=Regierung, der ſich zurzeit in
Kairo befindet, begibt ſich in einigen Tagen nach Mekka, um dem
König Bericht über den Stand der Verhandlungen mit Aegypten
zu erſtatten, die ſich nicht nur auf die Pilgerfahrten, ſondern auch
auf die Anerkennung der Nedſchd=Regierung durch Aegypten
be=
ziehen. — Die Reiſe des Sohnes des Königs Ibn Saud, des
Prinzen Faiſal, nach Deutſchland, der Schweiz, Türkei, Rußland
und Belgien iſt auf einen Zeitpunkt nach Erledigung der
Pilger=
fahrten verſchoben worden. Er ſoll den genannten Ländern den
Dank des Königs Ihn Saud für die Anerkennung ſeiner
Regie=
rung ausſprechen.
Die engliſch=ägnptiſche Spannung.
EP. London, 11. April.
In Kairo ſind eine Reihe von Beſuchen zwiſchen dem
Pre=
mierminiſter und dem engliſchen Oberkommiſſar ausgetauſcht
worden; ferner haben Audienzen der beiden beim ägyptiſchen
König ſtattgeſunden, die man mit den Verſuchen in Zuſammenhang
bringt, zu einem Kompromiß in der Frage des
Verſammlungs=
geſetzes und anderer Geſetze, gegen die ſich die letzte engliſche
Note richtete, zu gelangen. Bisher iſt es gelungen, die
Erörte=
rungen über dieſe Geſetze teils um 14 Tage zu verſchieben, teils
aus techniſchen Gründen ihre Einbringung im Parlament zu
verhindern.
Rücktrittsabſichten Tſchitſcherins?
EP. London, 11. April.
Nach einer Meldung des „Daily Telegraph” aus Riga geht
das Gerücht, daß der ruſſiſche Außenkommiſſar Tſchitſcherin aus
Geſundheitsrückſichten beabſichtige, im Mai zurückzutreten, und
daß er ſich dann nach Kairo zu einer Kur begeben werde. In gut
informierten Kreiſen glaubt man, daß Litwinow ſein Nachfolger
werde. Als deſſen künftige Mitarbeiter werden Karachan und
Lunatſcharſki genannt.
Die Konferenz der Notenbanken.
Annäherung auf währungs= und
wirtſchafts=
politiſchem Gebiet.
Paris, 11. April.
Heute vormittag hat die Konferenz der Delegierten der
Emiſ=
ſionsbanken, die auf Veranlaſſung der Finanzabteilung des
Völ=
terbundes zuſammen getreten iſt, begonnen. Sie findet im
Ge=
bäude der Bank von Frankreich ſtatt. Der Gouverneur der Bank
von Frankreich hat die Delegierten der 22 verſchiedenen
Emiſſions=
inſtitute begrußt und die Hoffnung zum Ausdruck gebracht, daß
ihre Arbeiten das notwendige Zuſammenwirken der Banken
be=
trächtlich erleichtern möge. Zum Vorſitzenden der Konferenz
wurde der kürzlich von einer Reiſe nach Amerika zurückgekehrte
Abteilungsdirektor der Bank von Frankreich, Queſany, gewählt,
der ausführte, es handle ſich jetzt darum, auf dem Gebiete der
Währungspolitik die Methoden zur Anwendung zu bringen, die
unter den Auſpizien des Völkerbundes zu ſo glücklichen
Ergeb=
niſſen hinſichtlich des Studiums zahlreicher wirtſchaftlicher und
ſozialer Probleme geführt haben. Im Namen des Völkerbundes
ergriff Loveday das Wort und führte aus, der Völkerbund ſuche
auf währungspolitiſchem und auf wirtſchaftspolitiſchem Gebiet
vor allem die in den verſchiedenen Ländern aufgeſtellten
Statiſti=
ken auf eine gemeinſame Vergleichsgrundlage zu bringen und
eine Vereinheitlichung der amtlichen Fachausdrücke zu
verwirk=
lichen. Der Zweck der Konferenz ſei völlig praktiſcher Art. Die
Verhandlungen, die vier bis fünf Tage in Anſpruch nehmen
werden, tragen privaten Charakter. Deutſchland iſt auf der
Konferenz durch den Leiter der ſtatiſtiſchen Abteilung der
Reichs=
bank, Direktor Nordhoff, vertreten.
* Die Notenbanken faſt aller Kulturſtaaten haben ſich am
Mittwoch in Paris zu einer Konferenz verſommelt, die auf
An=
regung des Völkerbundes ſtattfindet, um eine engere
Zuſammen=
arbeit auf techniſchem Gebiet vor allem in ſtatiſtiſchem Material
zu erreichen. Es ſoll ein ſtatiſtiſches Büro geſchaffen und der
Austauſch von Erfahrungen über die Lage der Geldmärkte
organiſiert werden. Das iſt im Grunde ſchließlich das, was
bis=
her durch die Zuſammenkünfte der Leiter der großen Banken von
Zeit zu Zeit vorbereitet wurde. Es hat ſich eben ſehr raſch
her=
ausgeſtellt, daß die wirtſchaftliche und finanzielle Verflechtung
von Siegern und Beſiegten enger iſt, als die Politiker das
zu=
geben, und daß beide Teile gleichmäßig an einer vernünftigen
Zuſcmmenarbeit intereſſiert ſind. Künftig wird daher nach den
bisherigen Erfahrungen wohl eine
Intereſſengemein=
ſchaft der ſtaatlichen und privaten
internatio=
nalen Finanzwirtſchaft zur Stützung
not=
leidend gewordener Währungen eine
Selbſtverſtänd=
lichkeit geworden ſein. Man wird zweckmäßiger Weiſe die Dinge
ſchon gar nicht mehr ſo weit kommen laſſen durch eine
vernünf=
tige Diskontpolitik mit der Verteilung der Goldvorräte auf die
verſchiedenen Zentren. Es iſt daher auch wünſchenswert, daf
jede einzelne Notenbank die erforderlichen Unterlagen rein
ſtati=
ſtiſcher Art auch von den übrigen Banken erhält, um ſich über
die Zahlungsbilanz, über die internationale Kapitalbewegung
und die für jedes Land beſonders gelagerten konjunkturellen
oder ſaiſonmäßigen Schwankungen ein klares Bild zu
verſchaf=
fen. Dazu wird die Pariſer Konferenz die Vorausſetzungen
lie=
fern. Bedauerlich iſt es, daß die Moskauer Notenbank nicht
ver=
treten iſt. Vorläufig iſt aber die Verflechtung Rußlands mit
dem ausländiſchen Kapitalmarkt noch nicht ſoweit gediehen, daß
dieſer Schaden davon hätte, vielmehr wird ein ſolcher allein auf
Rußland zurückfallen.
Franzöſiſch=öſierreichiſche
Handelsvertrags=
verhandlungen
Der Direktor für Handelsabkommen im Handelsminiſterium,
Serruys, iſt geſtern abend in Begleitung zweier Sachverſtändiger
des Quai d’Orſay nach Wien abgereiſt. Die Delegation ſoll mit
der öſterreichiſchen Regierung die Lage prüfen, die für die beiden
Länder durch den Abſchluß des deurſch=franzöſiſchen
Handelsab=
kommens entſtanden iſt. Serruys wird ſich hierauf nach Prag
begeben, um die Vorverhandlungen für den Abſchluß eines
fran=
zöſiſch=tſchechiſchen Handelsabkommens zu eröffnen.
Die Kommuniſten=Verhafiungen in Japan.
EP. Tokio, 11. April. (Funkſpruch.)
Die Blätter beſchäftigen ſich weiter eingehend mit den
Kom=
muniſten=Verhaftungen in Japan ſowie der Auflöſung zweier
radikaler Verbände und der Partei der landwirtſchaftlichen
Ar=
beiter. Wie es heißt, ſollen die beiden Abgeordneten dieſer
Par=
tei, die bei den letzten Wahlen in den Reichstag gewählt wurden,
vom Reichstag ausgeſchloſſen werden. Hervorzuheben iſt, daß die
in Tokio erſcheinenden Blätter damit rechnen, daß die japaniſche
Regievung bei der Sowjetregierung gegen die Unterſtützung der
umſtürzleriſchen Verbände durch Rußland proteſtieren werde.
*Heſſiſches Landestheater.
Kleines Haus. — Mittwoch, den 11. April.
Erſtes Gaſtſpiel Curt Götz mit Enſemble.
Hofuzpokus.
Komödie in 3 Akten von Curt Götz. Regie: Curt Götz.
Dieſe Komödie iſt köſtlich!
Der „Theaterdirektor” ſteht vor der Pleite. In einem Anflug
von Selbſt= und allgemeiner Kritik läd er zu ſich ſeinen
Schau=
fLieler, ſeinen Dichter und Dramaturgen, die — Kaſſiererin, den
Kritiker, den Juſtizrat (Publikum) und ſeine Sekretärin zu einer
Ausſprache über die ebenſo unmögliche wie leider richtige
Tat=
ſache, daß ein Theaterdircktor mit Ambitionen wie die ſeinen —
Pleite machen muß. Die Ausſprache iſt eine köſtliche Satire auf die
heutigen Theaterverhältniſſe. Jeder der Geladenen iſt
Repräſen=
tant einer Kaſte, oder auch eines Faktors, der an der Pleite
Schuld trägt: Es gibt keinen guten Schauſpieler und keinen
Dich=
ter, keinen guten Dramaturgen (!) und keinen guten Kritiker.
Es gibt auch kein gutes Publikum — wenn es ſich nicht etwa
um einen Ausländer, um einen „Miramteller” oder um einen
Verſtorbenen handelt.
Aber der ſchlechte Dramaturg und Dichter hat einen ganz
neuen „Miramteller‟. Der wird vorgeleſen.
Das Vorſpiel! —
Dann ein ausgezeichneter „Hexer”, ein viel beſſerer wie der
„Hexer”, den wir ſchon kennen, auch beſſer wie der „Dreizehnte
Stuhl”! Mit einer entzückenden Mörderin, einem ſehr diſtinguier
ten Gerichtspräſidenten, der kaltblütig hinnimmt, daß er in einer
Stunde geheimnisvoll ermordet werden ſoll, weil er die Mörderin
cichten will, obwohl ſie ſo entzückend iſt, daß ſich ſchon acht
Mär=
ihrer gemeldet haben, die ihren Mord auf ſich nehmen wollen,
und mit einem ſehr geheimnisvollen „Hokuspokus”, einem
Tau=
endkünſtler, der alles weiß, alles kann. Spannung, Senſation!
Der erſte Akt! —
Eine fabelhaft gezeichnete Gerichtsſzene, die nach einem
glän=
ſenden forenſiſchen Duell zwiſchen Staatsanwalt und Verteidiger
ind nach vielen ſenſationellen Zwiſchenfällen mit dem Antrag
des Verteidigers auf Freiſpruch und dem des Staatsanwalts auf
Todesſtrafe für die entzückende Mörderin endet. Und damit, daß
ſich ein neunter Mörder meldet.
Der zweite Akt!
In dem Atelier des ermordeten Malers (des Gatten der
„Mörderin”, die tatſächlich freigeſprochen war) hat die Witwe zur
Feier ihres Freiſpruchs geladen den Staatsanwalt, den
Verteidi=
ger, den Präſidenten und deſſen Freund. Alle ſind gekommen,
denn alle ſind ſchließlich in die Mörderin verliebt. — Dann kommt
die Löſung ſo überraſchend und ſympathiſch, dabei doch ſo fein
erſunden, daß ſie wirklich keiner vorausahnen konnte. (Wir
wol=
len ſie im Intereſſe der Beſucher des heutigen zweiten Gaſtſpiels
verſchweigen.) Dann fällt der Vorhang und — das Vorſpiel wird
als Nachſpiel fortgeſetzt: Das Stück gefällt allen, die der
Theaterdirektor geladen. Der Jubel iſt groß, die Pleite
über=
wunden, bis der unglückſelige Hausdichter und Dramaturg (der
während der Vorleſung Bier holen war) erſcheint und geſteht,
daß das Stück — von ihm und nicht von „Miramteller” iſt.
Der dritte Akt!
Die Aufführung in der Berliner Originalbeſetzung des Götz=
Enſembles war ganz ausgezeichnet. Große Kunſt! Der Autor
ſelbſt als Regiſſeur und Schauſpieler in der bedeutendſten Rolle,
ward ſeiner drei=, nein vierfachen Aufgabe reſtlos gerecht, — ein
Tauſendkünſtler! Ebenſo aber alle anderen Mitglieder des
En=
ſembles, die jeder eine Doptelrolle zu ſpielen hatten: Hermann
Vallentin insbeſondere als Theaterdirektor und Verteidiger,
Walter Steinbeck dann als Juſtizrat und Gerichtspräſident,
Max Kaufmann als Kritiker (in der Maske Alfred Kerrs)
und Staatsanwalt, Carl Winter als Schauſpieler und Olaf
Lindboe, Valerie v. Martens, die als Angeklagte wirklich
faſzinierte und als Kaſſiererin köſtlich ſprach, und Tilla Uhrig
als Sekretärin und Zofe.
Das Zuſammenſpiel von ſouveräner Sicherheit und einer
Noutine, wie nur zahlreiche Aufführungen ſie geben, aber doch
ſo, daß dieſe Routine nie das Urſprüngliche, Künſtleriſche
ſchmälerte.
Das Ganze ein Beweis, daß man auch „Hokuspokus”
geiſt=
voſi ſchreiben kann, wenn man über Satire und Fronie, die
Trä=
ger einer Komödie, über Geiſt und Witz verfügt. Ein voller
Er=
folg eines ſehr guten Einfalles! Mit Beifall bei offener Szene
*4
und zahlloſen Hervorrufen am Schluſſe.
Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Marburg. In der Oſterwoche fand ein theologiſcher Ferienkurſus
ſtatt für Pfarrer und Religionslehrer an höheren Schulen. Das
Pro=
gramm ſah vor: „Der Begriff der Offenbarung im Neuen Teſtament”
(Prof. D. Bultmann), „Die katholiſche und proteſtantiſche
Chriſtusauf=
faſſung” (Prof. D. Hermelink), „Recht und Grenze des Eigentums nach
der chriſtlichen Ethik” (Prof. D. Wünſch).
Bonn. Der durch ſeine wiſſenſchaftlichen Arbeiten auf dem
Ge=
biete der Nervenheilkunde ſowie durch ſeine hingebende Fürſorge für
die Verwundeten während des Krieges bekannt gewordene Geheime
Sanitätsrat Dr. Carl Eugen Hoeſtermann iſt am 31. März im
82. Lebensjahre geſtorben.
Leipzig. Der Privatdozent für Chineſiſch und oſtaſiatiſche
Neli=
gionsgeſchichte Dr. Friedrich Weller iſt zum nichtplanmäßigen
außer=
ordentlichen Profeſſor in der genannten Fakultät ernannt worden.
Berlin. Der Chefingenieur Dr. techn. Dr. Ing. h. c. Alexander
Meißner iſt zum Honorarprofeſſor in der Fakultät für
Maſchinen=
wirtſchaft der Techniſchen Hochſchule ernannt worden.
Dresden. Hier verſtarb nach langer Krankheit im 85. Lebensjahre
der Gymnaſial=Oberlehrer i. R. Prof. Dr. phil. Felix Müller,
Ehrenmitglied des Math. Vereins der Univerſität Berlin und Mitglied
der Leopoldiſch=Caroliniſchen Akademie.
Greifswald. Rufe nach hier haben angenommen: Profeſſor Dr.
med. et phil. Wilhelm Steinhauſen in Frankfurt a. M. auf den
Lehrſtuhl der Phyſiologie als Nachfolger von Prof. A. Kohlrauſch,
Profeſſor Dr. Johannes Weigelt in Halle a. d. S. auf den
Lehr=
ſtuhl der Geologie und Paläontologie als Nachfolger des Geh. Rats
Otto Jaekel. — Der Privatdozent für Zoologie Dr. Günther Juſt iſt
zum nichtbeamteten außerordentlichen Profeſſor ebenda ernannt worden.
— Fünf zeitgenöſſiſche Autoren läßt der Verlag Georg Müller
diesmal in den ſoeben erſcheinenden fünf neuen Vänden ſeiner
Samm=
lung „Georg Müllers Zweimarkbüicher” zu Wort kommen. Von dem
jungen Magnus Wehner erſcheint ein Roman „Die Hochzeitskuh”, von
Richard Lemme Erzählungen unter dem Titel „Der Werwolf”,
einge=
leitet von Hanns Heinz Evers, von dem Rheinländer Nikolaus
Schwarz=
kopf erſcheint der Roman „Greta Kunkel”. Rudolf Baumgardt ſteuert
zwei Erzählungen bei unter dem Titel „Der Kardinal‟. Von Silvio di
Caſanova, dem geborenen Neapolitaner, der durch ſeine Verehrung der
deutſchen Dichtung und des deutſchen Weſens überhaupt ganz zum
Wahl=Deutſchen gewvorden iſt, erſcheint der Band „Hertha” als zweiter
Band jener merkwürdigen und großartigen mythiſchen Clegien, deren
erſter Band unter dem Titel „Pan” unlängſt in der gleichen Sammlung
erſchienen iſt.
Seite 4.
Familiennachrichten
Für die anläßlich unſerer
Vermählung
dargebrachten Glückwünſche,
Ge=
ſchenke und Blumenſpenden
unſe=
ren innigſien Dank
Karl Geiß und Frau
Leni, geb. Keppler
*9817)
Donnersbergring 26.
Für die uns anläßlich unſrer
Vermählung in ſo reichem Maße
erwieſenen Aufmerkſamkeiten
danken herzlichſt
Fritz Mällmerſtadt und Frau
geb. Vollhardt.
*9768)
Statt Karten.
Für die anläßlich unſerer Silber=
Hochzeit ſo zahlreich erwieſenen
Glück=
wünſche und Geſchenke ſagen wir Allen
unſeren herzlichſten Dank.
H. Geiß und Frau
Forſthaus Steinacker
*9776
Poſt Meſſel.
Donnerstag den 12 April 1928
Nummer 102
Für die vielen Beweiſe herzlicher Anteilnahme
beim Heimgang unſerer teuren, unvergeßlichen Mutter,
ſowie für die überaus zahlreichen Blumenſpenden, ſei
allerherzlichſi gedankt.
Im Namen der tieftrauernd Hinterbliebenen:
Dr. Georg Hehl.
St att jeder beſonderen Anzeige
Allen Freunden und Bekannten
hiermit die traurige Nachricht, daß
unſere liebe, gute, treuſorgende
Mutter, Schwiegermutter,
Groß=
mutter, Schwägerin, Tante und
Großtante
Frau
Heleneschließmann Bwe.
geb. Stürtz
heute abend im 81. Lebensjahre
ſanft heimgegangen iſt.
Im Ramen der rrauernd. Hinterbliebenen:
R. Anding und Frau Betty.
geb. Schließmann
Irmgard und Erika Anding.
Hambach bei Neuſtadt a. Haardt,
den 6. April 1928.
(6573
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es
gefallen, heute morgen unſereliebe
Murter, Großmutter und
Schwie=
germutter
Kath. Gerbig Wwe.
geb. Knapp
nach langem ſchweren Leiden im
84. Lebensjahre zu ſich in die
Ewig=
keit abzurufen.
In tiefer Trauer:
Familie Ludwig Gerbig.
Darmſtadt, den 11. April 1928
Liebigſtraße 43.
Die Beerdigung findet Freitag
nachmittag 2 Uhr auf dem
Wald=
friedhof ſtatt. (*9798
Darmſiadt, den 7. April 1928.
Bismarckſtraße 37.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Heimgange unſerer lieben Entſchlafenen
ſprechen wir allen Freunden und Bekannten
unſeren herzlichen Dank aus. Insbeſondere
danken wir Herrn Pfarrer Weiß für die
troſt=
reichen Worte am Grabe, und den Schweſiern
der Petrusgemeinde für ihre liebevolle Pflege
Die trauernden Hinterbliebenen.
In deren Namen:
Friedrich Diehl.
Darmſtadt, Tannenſtr. 16.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
An=
teilnahme beim Heimgange unſeres lieben
Vaters, ſowie für die überaus zahlreichen
Blumenſpenden ſagen wir auf dieſem Wege
unſeren aufrichtigſien Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Geſchwiſter Schnabelius.
*9865)
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Anteilnahme
beim Heimgang unſerer lieben Verſtorbenen ſagen
wir unſeren aufrichtigen Dank. Beſonders danken
wir den Schweſtern des Städt. Krankenhauſes für
die liebevolle Pflege und Herrn Pfarraſſiſtent zur
Nieden für die am Grabe geſprochenen troſtreichen
Whrre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Johannes Schüler.
(*9843
Darmſtadt, den 12. April 1928.
Monogr. =Lochſtick.
Richelieu uſw.) w.
ſrhön und billig
an=
gefertigt
Pankratius=
ſtraße 12, I. (*9800
Statt beſonderer Anzeige.
Heute mittag entſchlief ſanft nach kurzem,
ſchwerem Leiden unſere herzensgute und
treu=
ſorgende Mutter, Schwiegermutter und
Groß=
mutter, die Majors=Witwe
Frieda Fink
geb. Wundt
im 71. Lebensjahre, tief betrauert von den
Hinterbliebenen
Emmn Meeſe, geb. Fink
Julius Meeſe
Frieda Meeſe
Hans=Arnold Meeſe.
Hannover= Linden, den 7. April 1928.
Deiſterſtraße 37.
Die Einäſcherungsfeier findet am Mittwoch, dem 11. April,
nachmittags 3/, Uhr, in der Kapelle des Seelhorſter
Friedhofes ſtatt.
Beiſetzung der Urne in Darmſtadt wird noch bekannt
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Ganz gleich ob ein neuer roher,
alter, abgetretener oder
gestri-
chener Bretterboden, manuachst
Va
ihn mit
„LOBA-BEIZEC dem „uasserechten‟
Farbbohner-
tDachs, — gelb, braun oder rotbraun — ein,
blockt nach 15 Minuten und schon glänzt der
Bretterboden wie schönstes Parkett und die
warmen Farben geben der Wohnung einen
vornehmen, behaglichen Ton — und das alles
in einem Arbeitsgang.
Aberja nie nur Farbbohnerwachs verlangen, sondern
ausdrücklich „Loba-Beize” mit dem „Loba-
Raben”, denn Sie wollen doch
das „Echte” haben.
Jmmer KeGa fürden Boden
Nummer 102
Donnerstag, den 12. April 1928
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 12. April.
Wenn die Schwalben wiederkehren.
Die Schwalben, die enmutigen, leicht beſchwingten Boten des
Früh=
lings, die überall mit Jubel willkommen geheißen werden, ſind jetzt
wie=
der da. In großen Schwärmen ziehen ſie übers Land, ſuchen ihre alten
verlaſſenen Heimſtätten wieder auf und bald entfaltet ſich in den kleinen
runden Neſtern an den Dachrändern wieder das fröhliche Zwitſchern
der luſtigen Sommergäſte, die, von langer Reiſe zurückgekehrt, ihr
kleines Heim inſtandſetzen und von den Spuren des überwundenen
Winters ſäubern. Mitte April mag wohl als das durchſchnitriche
Datum angeſehen werden, an dem die gefiederten Segler der Lüfte
wieder in Europa eintreffen, aber es fehlt nicht an Beiſpielen, in denen
auch ſchon Ende März die heimkehrenden Schlvalbenzüge bei uns
ge=
ſehen wurden. Sie haben es auf der Reiſe zum Norden nicht allzu
eilig und entfalten auf dem Zuge keineswegs die gewaltigen
Geſchwin=
digkeiten, die ſie zurücklegen können. Ueber die Schnelligkeit des
Schwal=
benfluges ſind viele Erörterungen angeſtellt worden, bis der Italiener
Spallanzani durch ein intereſſantes Experiment zeigte, daß die
Schwal=
ben tatſächlich 140 Kilometer in einer Stunde zurücklegen können; er
brachte zwei Schwalben von Pavia nach Mailand, und die Tiere flogen
von Mailand nach ihrem Neſt in Pavia in 13 Minuten. Ueber die
Zugſtraßen der Schwalben ſind wir heute ziemlich genau unterri=gſet,
aber in früheren Zeiten machte man ſich von ihren Fahrten die
wunder=
lichſten Vorſtellungen.
So wurde noch im 18. Jahrhundert das Verſchwinden der Schwalbe
im Herbſt mit einer Auswanderung — zum Monde erklärt.
Das Volk glaubte, daß die Schwalben die kalten Wintermonate über die
Gaſtlichkeit des Mondes in Anſpruch nehmen, um dann wieder mit den
erſten Lenzestagen zur Erde und zu den Menſchen heimzukehren. Die
Gelehrten unterſtützten ſolchen Volksglauben durch allerlei wunderliche
Beobachtungen. So erzählt z. B. der Reiſende Regnard in ſeiner
„Reiſe in Lappland”, daß die Schwalben den Winter tief unter der
Eis=
decke der Flüſſe im Waſſer verbrächten; er habe es zwar nicht ſelbſt
ge=
ſehen, aber die Lappländer hätten ihm erzählt, daß ſie oft ganze Scharen
von Schwalben völlig erſtarrt unter dem Eiſe hervorzögen. Der große
engliſche Schriftſteller Johnſon, der gewiß die höchſte Bildung ſeiner
Zeit verkörperte, erzählt in ſeiner Lebensgeſchichte, daß die Schwalben
ſich im Herbſt ins Waſſer verſenken, um in der Tiefe ihren Winterſchlaf
zu halten: „Sie vereinigen ſich fliegend zu einem großen Kreiſe, der ſich
immer dichter zuſammendrängt und ſich plötzlich ins Waſſer ſtürzt, wo
dann die Schwalben im Flußbett ſchlafen gehen.” Wir wiſſen heute,
daß die Schwalben im Herbſt nach Aſien und hauptſächlich nach Afrika
ziehen und im Frühjahr nach Europa zurückkehren, wo ſie dann bis
hinauf nach Lappland ſtreifen. Im Zuſammenhang mit der Anſicht,
daß die Schwalben in großer Kälte überwintern könnten, hat man
allerlei Verſuche angeſtellt. Buffon, der große Naturforſcher des 18.
Jahrhunderts, ſperrte mehrere Schwalben in einen Eiskeller ein und
wunderte ſich ſehr, daß ſie ſtarben. Immerhin iſt auch von ſpäteren
Beobachtern hie und da behauptet worden, die Schwalbe könne unter
gewiſſen Umſtänden in Winterſchlaf verfallen. Immer wieder kommt es
vor, daß einzelne Schwalben ſich im Herbſt verſpäten, zurückbleiben und
dann einen verzweifelten Kampf gegen den Winter führen; meiſt
wer=
den die kleinen Tiere im November matter und matter und gehen
ver=
mutlich durch Mangel an Nahrung zugrunde. Der franzöſiſche
Ge=
ehrte Raſpail hat eine verſpätete Dachſchwalbe beobachtet, die im Stall
eines Gutes zurückblieb und hier bis zum April überwinterte. Sie fand
im Stall an Spinnen und Inſekten ausreichende Nahrung, flog an
ſchönen Tagen aus, kehrte aber immer bald wieder zu ihrem Neſt
zurück.
— Ernannt wurden: am 14. März der prop. Gewerbelehrer an der
gewerblichen Abteilung der Fortbildungsſchule zu Büdingen Peter
Nieß zum Gewerbelehrer an dieſer Schule mit Wirkung vom Tage
des Dienſtantritts ab; — am 15. März der Schulamtsanwärter Franz
Joſeph Saling aus Klein=Winternheim (Kreis Mainz) zum
haupt=
amtlichen Fortbildungsſchullehrer an der Fortbildungsſchule zu
Auer=
bach und Umgegend (Kreis Bensheim) mit Wirkung vom Tage des
Dienſtantritts ab; — am 7. April der Verwaltungspraktikant Chriſtian
Metz aus Darmſtadt zum Kaſſeninſpektor bei der Anſtalt für
Geiſtes=
ſchwache „Aliceſtift” bei Darmſtadt mit Wirkung vom 1. Mai 1928 ab.
— Einen finanzwiffenſchaftlichen Sonderlehrgang veranſtaltet die
Heſſiſche Verwaltungsakademie in Darmſtadt im
Ein=
vernehmen mit dem Herrn Heſſiſchen Finanzminiſter ſowie dem Herrn
Präfidenten des Landesfinanzamtes Darmſtadt. Der Sonderlehrgang
wird in zwei Teilen durchgeführt werden. Das Sommerſemeſter 1928
wird im erſten Teil nachſtehende Vorleſungen bringen: 1. Profeſſor Dr.
Gerloff: Reichs=, Landes= und Gemeindefinanzen, insbeſondere der
Finanzausgleich und die Steuervereinheitlichung; Donnerstags, 7. und
14. und Mittwoch, 27. Juni. (4 RM.) — 2. Miniſterialrat Krapp:
Das Haushaltsweſen im Reich und Land; Mittwoch, 16., Donnerstag,
24. Mai. (3 RM.) — 3. Finanzrat Meiſinger: Organiſation der
Finanzverwaltung; Donnerstag, 3. Mai. (1,50 RM.) — 4.
Oberregie=
rungsrat Bender: Die Steuerverwaltung (Die Aufgaven der
ein=
zelnen Steuerbehörden; Mittwoch, 11. Juli. (1,50 RM.) — 5.
Finanz=
gerichtspräſident Kuhl: Ausgewählte Kapitel aus dem Steuerrecht,
1. Teil; Mittwochs, 25. April und 20. Juni. (3 RM.) — 6.
Miniſterial=
direktor z. D. Dr. von Schoenebeck: Deutfchland in der
Weltwirt=
ſchaft; Dienstag, 8., und Donnerstag, 10. Mai. (Frei.) — 7.
Ober=
bürgermeiſter a. D. Maß: Gemeindewirtſchaft im Lichte der
Boden=
reform; Dienstag, 3. Juli. (Frei.) Die Vorleſungen finden ſomit an
den Tagen: 25. April, 3., 8., 10., 16., 24. Mai, 7., 14., 20., 27. Juni,
3. und 11. Juli d. Js., jeweils von 20—21.30 Uhr im Hörſaal 330 der
Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt ſtatt. Etwa notwendige
Verlegun=
gen in einen anderen Hörſaal werden durch Anſchlag an der Saaltür
bekanntgegeben werden.
— Hefſiſches Landestheater. Im Großen Haus wird heute „
Eg=
mont” in der neuen Inſzenierung gegeben; Beginn 19 Uhr. — Heute
findet im Kleinen Haus das zweite und letzte Gaſtſpiel des Curt
Goetz=Enſembles mit „Hokuspokus” ſtatt. Die Vorſtellung beginnt
um 20 Uhr. — Heute beginnt der allgemeine Vorverkauf zum
Bakla=
noff=Gaſtſpiel am Sonntag, dem 15. April (Boris Godunow).
Die beiden Aufführungen von Shaws Komödie „Frau
War=
rens Gewerbe” ſind der Miete (Darmſtädter Volksbühne)
zu=
geteilt; die am Freitag, 13. April, den Gruppen I und II, die am
Dienstag, 17. April, den Gruppen III und IV. Beginn 20 Uhr.
Samstag, den 14. April, wird im Kleinen Haus Lortzings „Zar
und Zimmermann” zum letzten Male gegeben, und zwar als
Volksvorſtellung zu Einheitspreiſen (1—4 Mk.).
Manda von Kreibig tanzt an ihrem Abſchiedsabend (Montag,
23. April) außer humoriſtiſchen Tänzen früherer Programme einen
Illuſionstanz nach einer Idee von Profeſſor Oskar Schlemmer (
Bau=
haus Deſſau).
Das Märchen „Humſti=Bumſti”, (Rumpelſtilzchen) wird im
Kleinen Haus zunächſt Samstag, den 14., und Sonntag, den 15. April,
wiederholt.
— Margarete Albrecht vom Heſſiſchen Landestheater wurde ſoeben
von dem neu ernannten Intendanten Dr. Schüler vom Herbſt ds. Js.
ab unter ausgezeichneten Bedingungen an das Opernhaus in
Königs=
berg verpflichtet.
— Im Kinderheim des Heſſiſchen Roten Kreuzes in Bingenheim in
Oberheſſen ſind für die am 5. Mai beginnende Knabenkur, zu der 14
Knaben von 6—11 Jahren aufgenommen werden können, nrch einige
Plätze frei. Da die in die Sommerferien fallende Knabenkur bereits
beſetzt iſt, werden diejenigen Eltern, die ihren Kindern einen
Er=
holungsaufenthalt im Mai gönnen können, gebeten, die Anmeldungen
baldigſt bei der Geſchäftsſtelle des Alice=Frauenvereins,
Dieburger=
ſtraße 21 (Sprechſtunden vormittags), vorzunehmen, wo auch die
erfor=
derlichen Aufnahmepapiere zu erhalten ſind. Die Kurkoſten betragen
3 Mk. täglich, alſo 90 Mk. für die 30 Tage dauernde Kur. Im
Bedürf=
tigkeitsfalle kann vom Heſſiſchen Roten Kreuz ein Zuſchuß bis zu 45 Mk.
gewährt werden. Entſprechende Anträge ſind bei der Anmeldung
münd=
lich oder ſchriftlich zu ſtellen.
Die Freiwillige Sanitätshauptkolonne
vom Roten Kreuz
begeht in dieſem Jahre ihr 40jähriges Beſtehen. Um dieſes Jubiläum
würdig zu feiern, werden umfangreiche Anſtalten getroffen. Schon ſeit
geraumer Zeit hat ſich unter dem Vorſitz des Kolonnenführers
Haupt=
mann a. D. Lotheißen ein Hauptfeſtausſchuß gebildet, der mit einer
großen Anzahl von Einzelausſchüſſen die umfangreichen Vorarbeiten
für das Feſt erledigt. Die Feſtfolge iſt bereits in den Hauptzügen
feſtgelegt. Dem Empfang der auswärtigen Gäſte am Samstag, den
30. Juni, mittags, ſoll ſich eine Beſichtigung der Ausſtellung oder der
Sehenswürdigkeiten Darmſtadts mit ſeiner reizvollen Umgebung
an=
ſchließen. Am Abend verſammeln ſich alle Feſtteilnehmer in einem der
größten Säle Darmſtadts zu einem Begrüßungsabend mit buntem
Pro=
gramm, zu dem bereits namhafte Künſtler ihre Mitwirkung zugeſagt
haben.
Als Hauptfeſttag iſt Sonntag, der 1. Juli, vorgeſehen. Es iſt
be=
abſichtigt, in einem würdigen Raume für die Ehrenteilnehmer und
Feſt=
gäſte vormittags einen feierlichen akademiſchen Feſtakt zu veranſtalten.
Der Vormittag iſt dann der eingehenden Beſichtigung der
Ausſtel=
lung vorbehalten. In dieſer großzügigen Ausſtellung ſollen
Kranken=
beförderungsmittel, Desinfektions= und Wiederbelebungsgeräte und
der=
gleichen gezeigt werden. Große Firmen aus Darmſtadt, Frankfurt uſw.
haben ihre Teilnahme bereits zugeſagt. Die Ausſtellung wird. einige
Tage vor und nach den Hauptfeſttagen in der Darmſtädter Feſthalle
offen gehalten.
Um 14 Uhr ſoll ſich ein impoſanter Feſtzug der hieſigen und
aus=
wärtigen Mitglieder der Freiwilligen Sanitätskolonnen vom Roten
Kreuz durch die Straßen der Stadt bewegen. Es werden als Gäſte
Tauſende von Sanitätern, nicht nur aus Heſſen, ſondern auch aus den
Nachbarländern erwartet. Der Zug wird ſich an der Feſthalle
auf=
löſen, und hier ſoll alsdann eine große Schauübung abgehalten werden,
um die Leiſtungsfähigkeit der Freiwilligen Sanitätskolonnen vor aller
Oeffentlichkeit zu zeigen. Den Abſchluß der Feſtveranſtaltungen ſoll
ein Konzert mit anſchließendem geſelligen Beiſammenſein für die
Mit=
glieder, deren Angehörigen und Freunde in einem noch näher zu
be=
ſtimmenden Saale bilden.
Die Wirkſamkeit der Freiwilligen Sanitätskolonne
vom Roten Kreuz im Jahre 1927.
Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz unterhält eine
Tag und Nacht ſtändig beſetzte Sanitätswache. Sie verfügt über einen
Krankenkraftwagen der Hauptkolonne und einen ſolchen der chemiſchen
Fabrik E. Merck=Darmſtadt. Mit der Sanitätswache iſt eine
Verleih=
anſtalt von in der Krankenpflege benötigten Gegenſtänden verbunden.
Die Inanſpruchnahme der Sanitätswache in bezug auf
Krankentrans=
porte umfaßt für 1927 2754 Fälle, und zwar: Schußwunden 6,
Brand=
wunden 25, Hiebwunden 11, Stichwunden 12, andere Wunden 527,
Quetſchungen 96, Verſtauchungen 120, Armbrüche 12, Beinbrüche 84,
andere Brüche 48, Aderbrüche 3, Gehirnerſchütterungen 17, Vergiftungen
19, innere Verletzungen 62, Epilepſieanfälle 58, Ohnmachtsanfälle 240,
Schlaganfälle 54, Fremdkörper 17, Geiſtesſtörung 23, Tobſucht 15,
Ge=
burten 55, Unterleibsbrüche 8, innere Erkrankungen 1075, Nevvenleiden
55, Trunkenheitsfälle 19, plötzlicher Tod 4, Infektionskrankheiten 87.
Die Kolonne Darmſtadt zählt ſelbſt 105, die Zweigkolonne Merck 80
aktive Mitglieder, mithin zuſammen 185 Mann. Dazu kommt eine
große Reihe inaktiver und Ehrenmitglieder (etwa 4(
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— Orpheum. Der heitere Operettenſchwank „Am Rüdesheimer
Schloß ſteht eine Linde” bleibt nur noch drei Tage bis
ein=
ſchließlich Samstag, 14. April, auf dem Spielplan. — Für Sonntag,
15. April, iſt es der Leitung des Orpheums gelungen, die weltbekannte
Filmtragödin Aſta Nielſen mit ihrem Enſemble zu einem einzigen
Gaſtſpiel zu verpflichten. Zur Aufführung gelangt Alexander Dumas”
„Kameliendame”, Schauſpiel in fünf Aufzügen. — Der
Karten=
verkauf beginnt heute im Verkehrsbureau und Zeitungskiost Ernſt=
Ludwigsplatz, ſowie H. de Waal, Rheinſtraße 14. (Siehe Anzeige ſowie
Tagesplakate.)
— Turngeſellſchaft Daruſtadt 1875. Am nächſten Sonntag findet
die dritte Wanderung der Wanderabteilung ſtatt. Für dieſen
Sonntag iſt nur eine Halbtagswanderung vörgeſehen, und führt
die=
ſelbe in die Bergſtraße. Wir laden alle Mitglieder freundlichſt ein und
hoffen auf eine gute Beteiligung. Die Abfahrt erfolgt 1.28 Uhr ab
Hauptbahnhof mit Sonntagskarte Zwingenberg. Der Fußmarſch
be=
ginnt in Jugenheim und wandern wir über Alsbach nach Zwingenberg.
Da bei dieſer Wanderung keine große Marſchleiſtung verlangt wird,
können auch ältere Mitglieder daran teilnehmen. In anbetracht der
Blütenzeit an der Bergſtraße iſt eine Beteiligung ſehr zu empfehlen.
Die Rückfahrt erfolgt um 18.39 Uhr. — Wir machen ferner noch darauf
aufmerkſam, daß am Samstag, den 11. April, eine
Wochenver=
ſammlung ſtattfindet. Wir bitten um zahlreichen Beſuch.
— Frühlingsfeſt des G.D.A. Auch in dieſem Jahre veranſtaltet der
G. D.A. wieder eine größere feſtliche Zuſammenkunft. Bekannte Kräfte,
wie Fräulein Monti, früher Stadttheater Koburg, Fräulein Löſch,
Kon=
zertſängerin, Fräulein Martin, Opernhaus Frankfurr a. M., die
Frauengruppe des G.D.A. mit neueinſtudierten Tänzen, Herr Haus
Winter als Anſager und andere Vortragskünſtler haben ihre
Mitwir=
kung zugeſagt. Nach der Bunten Bühne findet ein Ball in dem
neu=
hergerichteten Konkordiaſaale ſtatt, ſodaß auch der äußere Nahmen für
das Feſt ein ſchöner zu werden verſpricht. Wie aus der Anzeige in
der heutigen Ausgabe erſichtlich iſt, iſt der Eintrittspreis und das
Tanz=
geld wieder ſehr niedrig gehalten. Tombola, Saalpoſt und dergleichen,
die oft bedeutende Nebenausgaben verurſachen, fallen vollſtändig fort.
Gäſte ſind zugelaſſen.
— Kundgebung des Heſſiſchen Sängerbundes in Wien. Der Heſitſche
Sängerbund wird gelegentlich des Deutſchen Sängerbundesfeſtes in
Wien eine Sonderkundgebung veranſtalten. Bei dieſer Gelegenheit
werden drei Chöre geſungen, die nun in der Partitur fertiggeſtellt und
vor den Oſterfeiertagen den Vereinen, die Wienfahrer gemeldet haben,
zugegangen ſind. Den Vereinen wurde empfohlen, die Chöre mit den
Wienfahrern gründlich vorzubereiten.
Ausſichten der Juriſien einſt und jetzt.
Die Zahl der Studierenden der preußiſchen Rechtsfakultäten
be=
trug vor dem Kriege etwa 6000 — und ſchon damals wurde mit
vollem Recht von maßgebender Stelle aus vor dem juriſtiſchen Studium
gewarnt!
Im Jahre 1926 wurden auf den preußiſchen Univerſitäten nicht
weniger als 19 300 Studierende der Rechtswiſſenſchaft gezählt. Die
badiſchen rechtswiſſenſchaftlichen Fakultäten hatten vor dem Kriege eine
durchſchnittliche Hörerzahl von 200 im Semeſter; in den letztvergangenen
Semeſtern war der Durchſchnittsbeſuch über 400. In den anderen
Län=
dern liegt es nicht anders; ſo ergibt ſich für das Reich eine
Verdoppe=
lung der Zahl, und das trotz der Beſchneidung der Grenzen und der
Verminderung der Bevölkerungszahl.
Wie ſteht es nun mit den Kanälen, in die dieſes überſtrömende
Becken ſeinen Ueberfluß entſenden kann?
Die Zahl der Richter und Staatsanwälte iſt beträchtlich
zurück=
gegangen. In Preußen beiſpielsweiſe iſt ſie in der Zeit von 1913 bis
1926 von 6820 auf 5732 geſunken; alſo erhebliche Abnahme der
verfüg=
baren Stellen. Hinzu kommt, daß auch die Beſchäftigungsmöglichkeiten
außerhalb der feſten Anſtellung als Richter ſich gerade in der neueſten
Zeit ganz bedeutend verſchlechtert haben durch Abnahme des Stoffes,
z. B. Auftvertungsſachen.
In der Verwaltung liegt es nicht anders als in der Juſtiz. Auch
hier beträchtlicher Abbau, der bekanntlich mit Energie fortgeſetzt werden
ſoll und allem Anſchein nach auch ernſtlich durchgeführt wird. Unter
dieſem Zeichen ſteht die „Verwaltungsreform” Und die verminderte
Stellenzahl gehört nicht mehr ausſchließlich dem Juriſten: der
Volks=
wirt und auch der fachlich nicht vorgebildete Politiker nimmt ſeinen
Teil in Anſpruch. Die Ausſichten für ein Unterkommen in der
Kom=
munalverwaltung ſind nicht beſſer, als die in den Staatsämtern, denn
auch die Kommunen ſind gezwungen, zu ſparen und abzubauen. Und
auch hier wird die juriſtiſche Vorbildung nicht mehr in dem Maße
ver=
langt, wie vor dem Kriege. Die volkswirtſchaftliche und auch die
tech=
niſche Vorbildung haben ſich hier zur Gleichberechtigung durchgerungen.
Die Wirtſchaft, Induſtrie, Handel uſw. nahmen vor dem Kriege
und bis in die neuere Zeit einen großen Teil des juriſtiſchen
Nach=
wuchſes auf. Auch dies iſt anders geworden; Verbände und
Unter=
nehmungen ſind vielfach nicht mehr in der Lage, Juriſten anzuſtellen;
auch ſie bevorzugen andere Vorgebildete, Volfswirte uſw.
Bleibt ſchließlich die Rechtsanwaltſchaft!
Hier ſprechen wieder die Zahlen; im Jahre 1915 gab es im
Deut=
ſchen Reiche, das damals eine Einwohnerzahl von etwa 68 Millionen
hatte, 12 544 Rechtsanwälte; am 1. Januar des Jahres 1928 hatte das
Reich etwa 34 Millionen Einwohner und 15 329 Rechtsamwälte. Es
ent=
fiel alfo 1915 auf je 5418 Einvohner ein Rechtsanwalt, 1928 ſchon auf
je 4175 Einwohner ein Rechtsanwalt. Hinzu kommt aber, daß die
Be=
tätigungsmöglichkeiten für die Anwaltſchaft ſeit der Vorkriegszeit mehr
und mehr eingeſchränkt worden ſind: die Wirtſchaftslage hat den
Be=
darf der Anwaltsarbeit vermindert, Geſetzgebungsmaßnahmen, wie der
Ausſchluß der Anwaltſchaft von Arbeitsgerichten, ferner aber das
Ueberhandnehmen der Schiedsgerichte, die Tätigkeit der Rechts=, Inkaſſo=
und Einziehungsbureaus und vieles andere haben der Anwaltſchaft
das Feld abgegraben. Es beleuchtet die Lage, wenn über die
Anwalt=
ſchaft eines großen Gerichts gemeldet wird, daß 30 Prozent der
An=
wälte ein jährliches Einkommen von wemiger als 3000 Mark erzielen.
Das niederdrückende Ergebnis iſt: Auf den deutſchen Univerſitäten
ſind Tauſende von Studierenden der Rechtswviſſenſchaft, die nach einer
einfachen zahlenmäßigen Vorausberechnung keinerlei Ausſicht haben,
jemals eine ihrer lange währenden und koſtſpieli
gen Vorbildung entſprechende Poſition zu
errei=
chen! Deshalb kann nur dringend vor dem Zugang zur juriſtiſchen
Laufbahn gewarnt werden, wie es ja auh der Präſident des preußiſchen
Landesprüfungsamts, ein gewiß legimitierter und objektiver Beurteiler,
noch kürzlich getan hat!
— Jubiläum. Heute ſind es 30 Jahre, daß Fräulein Frieda Stier
in das Haus Gebr. Unger eingetreten iſt; gewiß ein ſchönes Zeichen
von gutem Einvernehmen zwiſchen Geſchäftsinhaber und Perſonal.
— Der Bund Saarverein (Ortsgruppe Darmſtadt) e. V. hielt im
Alpenzimmer des Reſtaurants Sitte (Karlſtraße) ſeine
Monatsver=
ſammlung ab, die beſſer denn je beſucht war. Um 8 Uhr eröffnete
der erſte Vorſitzende nach einer kurzen Begrüßung die Verſammlung.
Nach Erledigung der Tagesordnung erteilte er Herrn Pullmann,
der ſich in anerkennenswerter Weiſe als Redner zur Verfügung geſtellt
hatte, das Wort zu ſeinem Vortrag über „Franzöſiſches Vordringen
zum Rhein im Spiegel der Zeiten‟ Er ſchilderte in anſchaulicher
Weiſe, wie ſich im Laufe der Geſchichte die ſtaatlichen Verhältniſſe am
Rhein entwickelt haben, insbeſondere in welcher Weiſe das franzöſiſche
Königtum, das Kaiſerreich und die Republik die rheiniſche Bevölkerung
mit wechſelndem Erfolg in ihren Machtbereich einbeziehen konnten, und
in welcher Weiſe auf der anderen Seite die deutſchen Staaten, das
preußiſche Königtum und das Kaiſerreich von 1871 die deutſche Belange
am Rhein vertreten haben. Intereſſant war es insbeſondere, bei ſeinen
Ausführungen feſtſtellen zu können, wie ſich im Laufe der Zeit immer
wieder Parallelen in der geſchichtlichen Entwicklung ergaben. Die
kla=
ren und anſchaulichen Schilderungen, die der Redner in flotter und
packender Weiſe zu Gehör brachte, fanden bei den Anweſenden lebhaften
Beifall. — Nach Schluß der offiziellen Verſammlung ergab ſich diesmal
ein Unterhaltungsteil, wie er wohl noch nie in der Ortsgruppe
ſtatt=
gefunden hat. Die Vorträge waren mit Rückſicht auf die Karwoche
durchweg ernſter Art, welchem Umſtande es wohl auch zuzuſchreiben
iſt, daß die Darbietungen auf einem hohen künſtleriſchen Niveau
ſtan=
den. Insbeſondere löſte der Zugabe=Vers zu dem Liede des Stadinger
aus „Waffenſchmied” von Lortzing ſpontanen Beifall aus und mußte
wiederholt werden.
Im Hinblick auf die bevorſtehenden Reichstagswahlen wird
dar=
auf hingewieſen, daß nach Artikel 48 des Heſſiſchen Geſetzes, die Preſſe
betreffend, vom 1. Auguſt 1862 und § 73 Abſatz 2 der Heſſiſchen
Aus=
führungsverordnung zur Gewerbeordnung Druckſchriften ohne
Unter=
ſchied, ob dies gewerbsmäßig geſchieht oder nicht, nur an ſolchen Stellen
öffentlich angeſchlagen oder angeheftet werden dürfen, für die das
Poli=
zeiamt ausdrücklich ſeine Genehmigung erteilt hat. Zuwiderhandlungen
werden beſtraft. Auch wird darauf aufmerkſam gemacht, daß das
An=
heften oder Anſchlagen von Druckſchriften an verbotenen Stellen eine
Sachbeſchädigung im Sinne des § 303 des Strafgeſetzbuchs darſtellt und
Zuwiderhandelnde daher auch aus dieſem Grunde beſtraft werden
kön=
nen. Die Polizeiorgane ſind angewieſen, im Falle von
Zuwiderhand=
lungen unnachſichtlich Strafanzeige zu erſtatten.
— Neue Kurſe. Die Kaufmänniſche Stenographen=Geſellſchaft e. V.
eröffnet, wie in dem Anzeigenteil erſichtlich, am kommenden Donnerstag,
den 12., und Montag, den 16. ds. Mts., jeweils abends 8½ Uhr, in
ihren Unterrichtsräumen. Ecke Wieſen= und Schleiermacherſtraße 26
(hinter dem Amtsgericht), neue Kurſe in der Reichskurzſchrift und in
Maſchinenſchreiben. Der Kurſus in Kurzſchrift wird von einem
ſtaat=
lich geprüften Lehrer der Stenographie abgehalten und iſt der Erfolg
bei häuslichem Fleiß ſicher. Den Zeitverhältniſſen entſprechend wird
Zahlungserleichterung gewährt. Die Geſchäftsſtelle der genannten
Geſellſchaft, Ecke Wieſen= und Schleiermacherſtr. 26, gibt während der
Tagesſtunden bereitwilligſt Auskunft.
— Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlotterie. Die Erneuerung der Loſe
zu der am 20. und 21. April ſtattfindenden 1. Klaſſe der 31. (257.)
Lot=
terie muß planmäßig ſieben Tage vor Beginn der Ziehung bei dem
zuſtändigen Einnehmer erfolgt ſein. Dieſe Erneuerungsfriſt läuft
morgen abend ab, wvorauf wir alle bisherigen Spielbeteiligten
aufmerkſam machen. Aber auch die neuen Spieler werden gut tun, ſich
recht bald ihre Loſe zu ſichern, da dieſelben bereits wegen der überaus
ſtarken Nachfrage zur Neige gehen.
Teppichklopfen! Wir bringen in Erinnerung, daß das
Aus=
klopfen, Ausſchütteln, Abkehren uſw. von Bettwerk, Teppichen,
Kleidungs=
ſtlicken, Staubtüchern und ähnlichen Gegenſtänden nach Straßen,
öffent=
lichen Plätzen und Vorgärten hin gemäß § 366 Ziffer 8 des
Reichsſtraf=
geſetzbuches und Artikel 292 des Polizeiſtrafgeſetzes unſtatthaft und mit
Strafe bedroht iſt. Weiter machen wir darauf aufmerbſam, daß das
Klopfen von Teppichen, Bettwerk, Möbeln und dal, ſowie ähnliche mit
Geräuſch oder Staubentwicklung verbundene Verrichtungen regelmäßig
nur werktag3 in den Vormittagsſtunden zwiſchen 9 und 11 Uhr
vor=
genommen werden ſellten.
TOarlerlae
Spart Geld:
Zum
Festhalten
von Vorbanden
Wichtig für Haushalt, Werkstatt, Sport (Radfahrer, Radio-Bastler, Kanufahrer usw.)
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Soethes Faust und Struwwelpofer,
Alles klebt das LEUKOPLAST.
Sorg’, daß Du’s im „Hauso Mastl
Seite 6
Donnerstag, den 12. April 1928
Zur Abwehr und Aufklärung.
Von den Darmſtädter Baugenoſſenſchaften wird
uns geſchrieben:
Herr Stadtverordneter Hütſch hat ſich veranlaßt geſehen, in der
am Donnerstag, den 22. März 1928, ſtattgefundenen
Stadtverordneten=
verſammlung die Tätigkeit unſerer Baugenoſſenſchaften einer abfälligen
ſcharfen Kritik zu unterziehen.
Wenn auch niemand einem Mitglied der
Stadtverordnetenverſamm=
lung es verwehren kann, ſachliche Kritik an dieſen von uns gegründeten
Genoſſenſchaften zu üben, ſo ließen doch die Ausführungen des Herrn
Hütſch in dieſem Falle leider nicht nur jede Objektivität vermiſſen,
on=
dern enthielten darüber hinaus für die Mitglieder unſerer
Baugenoſſen=
ſchaften die allergröbſten Beleidigungen. Herr Hütſch bezichtigte ſie
nämlich mit dürren Worten des Betruges, indem er ihnen vorwarf, die
ſtädtiſchen Bauzuſchüſſe wären nicht für Bauzwecke, ſondern zum Teil
für den ſpekulativen Ankauf von Baugelände verwendet worden.
Auf Grund dieſer Ausführungen ſehen wir uns veranlaßt, Herrn
Stadtverordneten Hütſch wegen grober Beleidigung und
Verdächti=
gung der Mitglieder unſerer Baugenoſſenſchaften zur Rechenſchaft zu
ziehen.
Herr Stadtverordneter Haury hat zwar damals ſofort die völlig
ungerechtfertigten Anſchuldigungen des Herrn Hütſch gebührend
zurück=
gewieſen, wir halten es aber im Intereſſe einer vollſtändigen
Klarſtel=
lung der wirklichen Sachlage und zur Aufklärung der Oeffentlichkeit für
angebracht, hier einmal genaueſte Aufklärung über Gründung, Aufbau,
Tätigkeit und ganz beſonders über die Finanzierung unſerer
Baugenoſ=
ſenſchaften zu geben.
Schon im Jahre 1922, als es auf dem Baumarkt noch ganz ſtill
war, haben ſich verſchiedene tatkräftige Männer aus der Architektenſchaft,
dem Baugewerbe und dem Baulieferungsgewerbe mit der Leitung der
Handwerkskammer zuſammengefunden, um gemeinſchaftlich durch
Grün=
dung eines Bauwirtſchaftsbundes der Wohnungsnot zu ſteuern und den
Baumarkt zu beleben.
Das ganze Vorhaben dieſes Bauwirtſchaftsbundes wurde leider
durch die hereinbrechende Inflation geſtört.
Im Jahre 1925 wurden dann faſt zu gleicher Zeit, aus
verſchie=
denen Motiven heraus, drei Baugenoſſenſchaften gegründet, deren
Mit=
glieder aus Inhabern der erſten Geſchäfte der Baubranche und der
Architektenſchaft ſich zuſammenſetzten. Zweck dieſer Unternehmen war,
auf genoſſenſchaftlichem Wege das fehlende Baugeld für
Bauintereſſen=
ten zu beſchaffen.
Von zwei dieſer Genoſſenſchaften wurden nur Bauten im Auftrag
von Bauliebhabern zur Ausführung gebracht. Dabei war
Grundbe=
dingung, daß der betreffende Bauherr eine gewiſſe Summe zum Bauen
ſelbſt einbringen mußte; hierzu kam der vom Staat und von der Stadt
gewährte Zuſchuß, während das fehlende Kapital durch die Bürgſchaft
der Baugenoſſenſchaften aufgebracht und dem Bauherrn gegen
Sicher=
heit zur Verfügung geſtellt wurde.
Die Heſſiſche Handwerkskammer hatte auf Anregung und durch
Vermittelung einer dieſer Genoſſenſchaften Gelegenheit, dem heſſiſchen
Handwerk 2,5 Millionen Mark langfriſtiges Geld zu 8 Prozent Zinſen
einſchließlich Amortiſation zuzuführen, das bei der Darmſtädter
Volks=
bank angelegt und durch eine aus Handwerkern des ganzen Landes
zu=
ſammengeſetzte Kreditkommiſſion, nach vorheriger genaueſter Prüfung
der gebotenen Sicherheit, verteilt wurde.
Aus dieſen Mitteln war es möglich, auch für Darmſtadt eine ganz
anſehnliche Summe für die auszuführenden Bauten zu erhalten. Auf
dieſe Weiſe haben wir nicht weniger als 18 Häuſer finanzieren können.
Die dritte Baugenoſſenſchaft hat in der Heinrichſtraße fünf Häuſer
auf eigene Rechnung erbaut, d. h. die Genoſſenſchaft iſt in dieſem Falle
Erbauerin und Eigentümerin dieſer Häuſer, die in ähnlicher Weiſe,
wie vorher beſchrieben, finanziert wurden.
Zuſammengenommen haben alſo dieſe drei Baugenoſſenſchaften im
Verlaufe von zwei Jahren 23 Häuſer mit 42 Wohnungen erbaut.
Die drei Baugenoſſenſchaften hatten es ſich ſchon bei Gründung zur
Pflicht gemacht, ſämtliche Neubauten in der denkbar ſolideſten und
modernſten Weiſe auszuführen, wobei außer den Erfahrungen der
Archi=
tekten auch diejenigen der in den Genoſſenſchaften
zuſammengeſchloſ=
fenen Handwerker mitarbeiten ſollten. Bauerſatzſtoffe kamen nicht mehr
zur Anwendung, ſondern alles wurde, wie vor dem Kriege, in ſolideſter
Weiſe ausgeführt.
Die Inneneinrichtungen, beſonders die Inſtallationen, auf die jetzt
allgemein der allergrößte Wert gelegt wird, wurden nach dem neueſten
Stand der Technik und Hygiene ausgeführt.
Als eine weitere Hauptbedingung wurde feſtgelegt, daß die Bauten
auf möglichſt billige Weiſe erſtellt wurden. Der leitende Architekt hatte
die Kontrolle der eingereichten Voranſchläge vorzunehmen und nach
freiem Ermeſſen die Arbeiten nur demjenigen zu übertragen, der ein
annehmbares Angebot für die Genoſſenſchaft eingereicht hatte.
Jedem einſichtigen Bürger unſerer Vaterſtadt dürfte nach dem oben
Geſagten wohl ohne weiteres klar ſein, daß die Mitglieder unſerer
Bau=
genoſſenſchaften hier mit ganz bedeutendem perſönlichen Riſiko etwas
Großzügiges unternommen haben, wodurch die Allgemeinheit auf dem
Wohnungsmarkt ſowohl, als durch die Beſchäftigung eines großen Teils
der Bauhandwerker, einen nicht zu unte=ſchätzenden Nutzen hatte.
Dabei iſt zu berückſichtigen, daß die Genoſſenſchaften als ſolche
keinen Gewinn an den erſtellten Bauobjekten erzielen, daß vielmehr nur
ein ganz beſcheidener Handwerkernutzen, der ſich durch die
Konkurrenz=
preiſe ſelbſt reguliert, das einzige Aequivalent für das vorerwähnte
Riſiko iſt.
Bis jetzt waren ſämtliche Mitglieder unſerer Baugenoſſenſchaften
von berechtigtem Stolz erfüllt, daß ſie dank ihrem Wagemut in einer
ſo ſchwierigen Zeit, wie es die Nachkriegszeit bisher war, den hieſigen
Baumarkt in der geſchilderten Weiſe beleben konnten. Lange Jahre
während des Krieges und der Nachkriegszeit war in der Baubranche
nichts oder nur ſehr wenig zu tunz mit durch unſere Tatkraft iſt es
gelungen, nicht nur die Mitglieder der Baugenoſſenſchaften, fondern
noch eine ganze Reihe von anderen Firmen des Baugewerbes zu
be=
ſchäftigen.
Weiter darf wohl noch hervorgehoben werden, daß wir eine ſehr
große Anzahl von Arbeitnehmern durch unſer Unternehmen von dem
Bezug der Arbeitsloſenunterſtützung fernhalten und ihnen für lange
Zeit einen auskömmlichen Verdienſt verſchaffen konnten.
Gerade die Arbeitnehmerſchaft möge ſich bei ihrem Vertreter
Hütſch bedanken, wenn künftighin ſich die Genoſſenſchaften
Ein=
ſchränkungen in ihrer Tätigkeit auferlegen und Riſiken in dieſem
Um=
fange wie ſeither nicht mehr übernehmen.
Von der Stadtverwaltung hätten die Genoſſenſchiften zum
wenig=
ſten erwarten dürfen, daß ſie zu ſolchen haltloſen Angriffen und
Ver=
dächtigungen in der Stadtverordnetenverſammlung ſofort Stellung
ge=
nommen und ſich ſchützend vor die Genoſſenſchaften geſtellt hätte, dies
umſomehr, weil ihr die Beſtrebungen der Genoſſenſchaften genaueſtens
bekannt und weil dieſe ſicherlich für die Stadtverwaltung ſelbſt von
allergrößtem Nutzen ſind.
Das von dem Stadtverordneten Hütſch als Hauptpunkt erwähnte
Baugelände der Genoſſenſchaften wurde teils mit eigenem, teils mit
geliehenem Geld bezahlt und nur erworben, um jede Bodenſpekulation
auszuſchalten. Jedem Bauintereſſenten iſt hierdurch die Gelegenheit
gegeben, einen geeigneten Bauplatz zu verhältnismäßig billigem Preiſe
zu erwerben, weil die Genoſſenſchaften dieſe Plätze ohne jeglichen
Nutzen zu den reinen Selbſtkoſten abgeben.
Mit dieſen Ausführungen glauben wir der Oeffentlichkeit genügend
Aufklärung über unſere Genoſſenſchaften und deren Tätigkeit gegeben
zu haben, und überlaſſen es nun allen objektiv Denkenden, ſich ein
Ur=
teil zu bilden über die Berechtigung der von Herrn Hütſch
leicht=
fertigerweiſe ausgeſprochenen Anſchuldigungen und Verdächtigungen.
Darmſtadt, den 5. April 1928.
Darmſtädter Wohnungsbau=Genofſenſchaft e. G. m. b. H.
Gemeinnützige Genoſſenſchaft für Wohnungsbauten e. G. m. b. H.
Darmſtädter Baubund e. G. m. b. H.
— Tagesordnung zur Sitzung des Provinzial=Ausſchuſſes der
Pro=
vinz Starkenburg am Samstag, den 14. April 1928,
vor=
mittags 9 Uhr. 1. Klage des Ortsfürſorgeverbandes Ellwangen gegen
den Bezirksfürſorgeverband Heppenheim wegen Erſatz von
Unter=
ſtützungskoſten für den Alois Oſtertag von Ellwangen. 2. Antrag des
Kreisamtes Darmſtadt auf Entziehung des dem Autodroſchkenbeſitzer
Philipp Heldmann zu Darmſtadt erteilten Führerſcheins. 3. Berufung
des Frankfurter Motorradklubs e. V. Frankfurt a. M. gegen das Urteil
des Kreisausſchuſſes Groß=Gerau vom 29. September 1927 wegen
Heran=
ziehung zur Vergnügungsſteuer. 4. Geſuch des Karl Gottfried Kohler
zu Offenbach a. M. um Erteilung der Erlaubnis zum Betrieb einer
Kaffeewirtſchaft im Hauſe Herrnſtraße 10. 5. Geſuch des
Waſſerſport=
vereins 1926 Offenbach=Bürgel um Erteilung der Erlaubnis zum
Be=
trieb einer Schankwirtſchaft mit Branntweinausſchank in ſeinem
Ver=
einshaus am Wörth.
Beſchädigungen von Straßenlaternen. In der letzten Zeit
wur=
den des Nachts wiederholt Straßenlaternen beſchädigt; auch in der
letz=
ten Nacht wurden wieder die Glasſcheiben der Signallaterne an der
Ecke Mathildenſtraße—Grüner Weg zertrümmert. Da es ſich hier um
Roheitsdelikte handelt, die die Allgemeinheit intereſſieren, wird gebeten,
alle zur Ermittlung der Täter dienliche Wahrnehmungen der Kriminal=
Wteilung mitzuteilen:
Nummer 102
Förderung des Wohnungsbaues durch
verbilligte Baudarlehenim Jahre 1928
II. Beſondere Beſtimmungen.
5. Städte und Städteordnungen erhalten durch den Miniſter für
Arbeit und Wirtſchaft den auf den Stadtbezirk entfallenden
Wohnungs=
bauanteil aus dem Aufkommen der Sondergebäudeſteuer im vollen
Be=
trage zunächſt gegen Schuldurkunde unter dem Vorbehalt der ſpäteren Stelle zur gegebenen Zeit bekanntgemacht.
Auseinanderſetzung. Hierbei gilt die Hälfte des tatſächlich feſtgeſtellten
Wohnungsbauanteils als gemeindeeigener Anteil und der Reſt des
bewilligten Betrages als ſtaatliches Baudarlehen. Die Verzinſung und
Tilgung dieſes ſtaatlichen Baudarlehens, ſoweit es zur Errichtung
ge=
meindeeigener Wohnungsbauten verwendet wird, wird bis 1. April 1932
ausgeſetzt. Nach dieſem Zeitpunkt wird der nachhaltige Ertragswert
wird feſtgelegt, in welcher Höhe das ſtaatliche Baudarlehen getilgt und
verzinſt werden muß.
Die Weitergabe der verbilligten Darlehen, ſoweit ſie nicht für
ge=
meindeeigene Bauten verwendet werden, erfolgt durch die
Oberbürger=
meiſter bzw. Bürgerneiſter nach Maßgabe der allgemeinen
Beſtim=
mungen. Solche Bardarlehen ſind bis zum 1. April 1929 zinslos und
von da ab mit zwei vom Hundert zu verzinſen und mit eins vom
Hun=
dert planmäßig zu tilgen. Zins= und Tilgungsbeträge ſind vom 1. April
1929 ab, erſtmals am 1. Oktober 1929, und von da ab halbjährlich zum
1. April und 1. Oktober, zu entrichten. Bei Aenderung der
wirtſchaft=
lichen Lage und bei Steigerung der Mietpreiſe für die Altwohnungen
bleibt dem Miniſter für Arbeit und Wirtſchaft im Einvernehmen mit
dem Miniſter der Finanzen die Neufeſtſetzung der Zins= und
Tilgungs=
ſätze für die Baudarlehen vorbehalten.
Die Städte ſind berechtigt, Sonderregelungen zu treffen und einen
einheitlichen Ziusfuß für die geſamten von ihnen bewilligren Darlehen
feſtzuſetzen. Sie ſind jedoch verpflichtet, einen Teilbetrag des geſamten
Darlehens als Baudarlehen aus der Sondergebäudeſteuer in Höhe von
mindeſtens 3000 RM. und höchſtens 4000 RM. je Wohnung feſtzulegen
und dinglich ſichern zu laſſen.
Rückfließende Hypotheken und eingehende Tilgungsbeträge, ſoweit
ſie nicht zur Verzinſung und Tilgung aufgenommener Anleihemittel
oder ſonſtiger Baugelder verwendet werden, haben die Städte einem
Wohnungsbaufonds zuzuführen, deſſen Verwendung nach Maßgabe
die=
ſer und der jeweils erlaſſenen allgemeinen Beſtimmungen zuläſſig iſt.
Die zurückgefloſſenen Beträge oder Teile davon können auch zur
Siche=
rung von Bürgſchaften, die ſie zur Förderung des Wohnungsbaues
übernommen haben, Verwendung finden.
Auf genaue Beachtung der Beſtimmungen unter Ziffer 7. und 8
wird beſonders hingewieſen. Die Inſtandſetzungsdarlehen und die
zu=
ſätzlichen Baudarlehen ſind aus dem auf die Städte entfallenden
Woh=
nungsbauanteil zu beſtreiten.
6. Für die Bauten in den Landgemeinden werden die Baudarlehen
durch die Heſſiſche Landesbank in Darmſtadt gegeben.
Soweit erſtſtellige Hypotheken durch eine öffentlich=rechtliche
Spar=
kaſſe gegeben werden, kann mit Genehmigung des Miniſters für Arbeit
und Wirtſchaft die gleiche Sparkaſſe auch das verbilligre Baudarlehen
geben. Der Geſchäftsverkehr und die Abrechnung mit dem Staate
kön=
nen über die Heſſiſche Girozentrale erfolgen. Die Bedingungen für die
von einer öffentlichen Sparkaſſe gewährten Darlehen dürfen nicht
un=
günſtiger ſein als die unter Mitwirkung des Miniſters der Finanzen
gewährten Darlehensbedingungen der Heſſiſchen Landesbank.
Die verbilligten Baudarlehen ſind bis zum 1. April 1928 zinslos
und von da ab durch den Schuldner mit zwei vom Hundert zu
ver=
zinſen und mit eins vom Hundert planmäßig zu tilgen.
Den Unterſchied zwiſchen dem Zinsſatz, zu dem ſich der
Darlehens=
geber das Geld beſchafft (einſchließlich eines von dem Miniſter der
Finanzen genehmigten Verwaltungskoſtenzuſchlags) und dem vom
Schuldner zu tragenden Zinsſatz übernimmt bis auf weiteres der Suaat.
Zins= und Tilgungsbeträge ſind vom 1. April 1929 ab, erſtmals am
1. Oktober 1929 und von da ab halbjährlich zum 1. April und 1.
Okto=
ber, zu entrichten. Bei Aenderung der wirtſchaftlichen Lage und bei
Steigerung der Mietpreiſe für die Altwohnungen bleibt dem Miniſter
für Arbeit und Wirtſchaft im Einvernehmen mit dem Miniſter der
Finanzen die Neufeſtſetzung der Zins= und Tilgungsſätze für die Bau= am 26. 4. Nach Cuba—New=Orleans: D. Ingram ab
Bre=
darlehen vorbehalten.
Das Baudarlehen wird bis zu 35 Prozent der geſamten,
Herſtel=
lungskoſten einſchließlich des Bodenwertes edoch nicht über 3000 RM.
je Wohnung hinaus, gewährt, wobei zwiſchen ein= und mehrgeſchoſſiger
Bauweiſe abzuſtufen iſt. Ausnahmsweiſe kann für Bauten in
Ge=
meinden, die im engeren Umkreis von Städten liegen, der Höchſtbetrag
des Baudarlehens bis zu 3500 RM. je Wohnung feſtgeſetzt werden.
7. Für Wohnungen, die durch Um= oder Einbauten in vorhandenen
lehens nach den tatſächlichen Herſtellungskoſten der baulichen
Erweite=
rung. Die Höhe des erſtſtelligen Hypothekdarlehens darf 40 Proz. des
Verkehrswertes des verbeſſerten Anweſens nicht überſteigen.
ten, von Familien mit mindeſtens fünf im Haushalt lebenden Kindern,
von Familien von Vertriebenen aus ehemals deutſchen Gebieten oder
von Lungenkranken errichtet werden, kann ein zuſätzliches Baudarlehen
bis zu 2000 RM. gewährt werden. Das Zuſatzdarlehen darf zuſammen
lungskoſten nicht überſteigen und wird nur für die eigene Wohnung
ge=
währt.
Summe bewilligt und dürfen nur zur Deckung der Baukoſten der im
Darlehensantrag bezeichneten Bauten verwendet werden.
10. Der Bauherr hat für ſich und ſeine Rechtsnachfolger folgende
Verpflichtungen bis zur vollſtändigen Tilgung des Baudarlehens zu
übernehmen:
a) Das Anweſen kann nur mit Zuſtimmung des Miniſters für Arbeit
und Wirtſchaft veräußert oder einem anderen zur Benutzung
über=
laſſen werden.
Ueberſteigt bei einer Veräußerung des Hauſes der
Veräuße=
bauten oder ſonſtige dauernde Verbeſſerungen des Grundſtücks
ge=
macht, ſo iſt ihr Betrag den Herſtellungskoſten zuzurechnen.
b) Das Anweſen iſt in allen Teilen in gutem Zuſtande zu erhalten.
e) Es müſſen in dem Neubau ſoviel Familien Aufnahme finden, als Darmſtädter Tagblatt” ſchreibt: Daß Frl. Becker eine Pianiſtin von
ſelbſtändige Wohnungen in dem genehmigten Bauplan vorgeſehen
ſind.
4)Die mit Baudarlehen erſtellten Mietwohnungen dürfen zunächſt nur
an ſolche Mieter überlaſſen werden, die als Wohnungsſuchende am (Näheres ſiehe Anzeige.)
Orte vorgemerkt ſind.
e) Die Mieten einſchließlich der Nebenabgaben ſind ſo feſtzuſetzen, daß
die Zinsbeträge für die Baudarlehen und für die aufzunehmenden
fremden Baugelder ſowie die notwendigen Betriebs= und
Unterhal=
tungskoſten gedeckt werden können.
k) Das verbilligte Baudarlehen iſt durch Aufnahme eines privaten
Hypothekendarlehens abzulöſen, ſobald dies nach Lage des
allge=
meinen Hypothekenmarktes möglich iſt.
g) Der Bauherr hat den Bau nach der im Darlehensantrag
feſtgeſetz=
ten Friſt zu beginnen und planmäßig fertigzuſtellen.
h) Im Falle eines Verkaufs muß der Käufer ſämtliche Verpflichtungen
aus dem Baudarlehen übernehmen.
amts und des Miniſters für Arbeit und Wirtſchaft iſt jederzeit
Ein=
ſicht in die Mietverträge und Zutritt zu den Wohnungen zu
ge=
währen.
Den Zeitpunkt der Ablöſung des Baudarlehens gemäß Ziffer
10r beſtimmt der Miniſter für Arbeit und Wirtſchaft im Benehmen
mit dem Finanzminiſter.
11. Das Baudarlehen iſt zur Rückzahlung fällig:
a) wenn eine der Verpflichtungen unter Ziffer 10 2—1 nicht eingehalten Abend reichen geiſtigen Gewinn verſpricht. Nachdem Herr Dr. Günther
Eigentümer des Grundſtücks eingeleitet wird;
b) wenn das Darlehen nicht zum Wohnungsbau verwendet wird:
c) wenn der Schuldner mit den Zins= oder Tilgungsbeträgen länger
als ſechs Monate im Rückſtande bleibt.
(Fortſetzung folgt.)
Große Wertlotterie des T.V. „Die Naturfueunde” und A.J., Gan
Baden, zum Bau und Ausbau der Jugend= und Wanderheime. Die auf
den 5. April feſtgeſetzte Ziehung iſt aus techniſchen Grunden von dem
Miniſterium des Innern in Karlsruhe auf den 18. April 1928
end=
gültig verlegt worden. Die letzten Loſe ſind noch in einigen Geſchäften
(iehe heutige Anzeige) erhältlich.)
Entfettungs=Kuren im Frühling
ſind beſonders erfolgverſprechend. Allen korpulenten oder zum
Stark=
werden veranlagten Leſern und Leſerinnen raten wir während der
Frühjahrsmonate morgens, mittags und abends 2 Toluba=Kerne
zu nehmen. Sie erhalten die echten Toluba=Kerne ſchon in Mengen
von 30 Gramm in den Apotheken.
(TF.3698
— Der LanbwirtſchaftskammerAlusſchuß für Starkenburg
veran=
ſtaltet am Dienstag, den 8. Mai I. Js., vormittags 11 Uhr, auf dem
Pferdemarktplatz in Darmſtadt (Holzhofallee) eine Verſteigerung
von erſtklaſſigen ſprungfähigen Herdbuchbullen des
Fleckvieh=
ſchlages aus den beſten Starkenburger Zuchten. Es kommen nur
Herd=
buchbullen mit Abſtammungsnachweiſen zur Verſteigerung, und die
Gemeinden und Privatzüchter haben hier Gelegenheit, beſtes
Zucht=
material anzukaufen.
— Die Freitagabend=Vorträge im Heaghaus übe: „Die Elektrizität
im Haushalt” müſſen infolge techniſcher Umänderungen bis auf
wei=
teres ausfallen. Der Wiederbeginn der Vorträge wird an dieſer
Fp. Aenderung der Reichsgrundſätze über Vorausſetzung, Art und
Maß der öffentlichen Fürſorge: 1. Für Kleinrentner, Sozialrentner
und die ihnen Gleichſtehenden. Nach 8 15 Abf. 1 darf die Fürſorge
bei Kleinrentnern nicht abhängig gemacht werden vom Verbrauch oder
der Verwertung eines kleinen Vermögens; als ſolches gilt ein
Kapital=
vermögen jedenfalls dann, wenn ſein jährlicher Ertrag hinter dem
der mit dieſem Darlehen errichteten Häuſer feſtgeſtellt werden. Danach doppelten Monatsbetrage des erhöhten Richtſatzes zurückbleibt. 8 15
Abſ. 2 erhält folgende Faſſung: Die Sicherſtellung des Erſatzes ſowie
der Verbrauch oder die Verwertung ſonſtigen Vermögens darf nur
verlangt werden, wenn dies keine beſondere Härte für den
Hilfsbedürf=
tigen oder ſeine unterhaltsberechtigten Angehörigen bedeutet. Ein
neuer 8 15a, der aber erſt am 1. Juli 1928 in Kraft tritt, lautet: Die
Fürſorge muß Kleinrentnern über 65 Jahre zur Deckung des
notwen=
digen Lebensunterhalts mindeſtens den erhöhten Richtſatz ſicherſtellen.
Freiwillige Zuwendungen Dritter und Arbeitsverdienſt dürfen hierauf
nur mit Zuſtimmung der von der oberſten Landesbehörde beſtimmten
Stelle in Anrechnung gebracht werden; auch die Sicherſtellung des
Er=
ſatzes bedarf dieſer Zuſtimmung. — Für Kriegsbeſchädigte und
Kriegs=
hinterbliebene gelten entſprechend die Neufaſſung von 8 15 und 8 153.
Als hilfsbedürftig gelten insbeſondere die Hinterbliebenen, denen
Zu=
ſatzrente nach dem Reichsverſorgungsgeſetz gewährt wird.
— Einwanderung in die Vereinigten Staaten. Die deutſche Quote
unverändert 51 227. Wie wir von der hieſigen Vertretung der
Ham=
burg—Amerika=Linie, Bankgeſchäft Friedrich Zaun, Luiſenpl. 1,
erfahren, wird die deutſche Einwanderungsquote auch im Fiskaljahr
vom 1. Juli 1928 bis 30. Juni 1929 unverändert 51 227 betragen.
Be=
kanntlich beſtand in letzter Zeit die Gefahr, daß die deutſche Quote auf
etwa die Hälfte reduziert wird. Nunmehr hat das
Repräſentanten=
haus der Vereinigten Staaten einer Entſchließung des Senats
zuge=
ſtimmt, wonach die Feſtſetzung der neuen Quoten zunächſt wieder um
ein Jahr hinausgeſchoben wird. Dieſer Beſchluß iſt inzwiſchen durch
den Präſidenten Coolidge rechtskräftig geworden. Es können alſo im
kommenden Fiskaljahre wiederum 51 227 Deutſche in die Vereinigten
Staaten einwandern. Auch die Qupten der anderen Länder ſind die
nämlichen geblieben. Zu weiteren Auskünften und zu genauer
Be=
ratung iſt die oben genannte Hapag=Vertretung jederzeit gern bereit.
Diebſtähle. Aus einer Garage wurde ein Motorrad, Marke
„N. S.1.” mit dem Kennzeichen VS 6795, Fahrgeſtell Nr. 479 869 und
Motor Nr. 75 537, und aus einem Anweſen in der Eliſabethenſtraße ein
Herrenfahrrad, Marke „Wanderer”, geſtohlen.
— Feſtnahmen. In Berlin wurde der ſeit einigen Tagen von hier
verſchwundene Möbelhändler Philipp Feick, wegen Betrügereien
und Wechſelfälſchungen feſtgenommen. — Hier wurden feſtgenommen
auf Erſuchen des Amtsgerichts Wiesbaden wegen Diebſtahls der
Kauf=
mann Wilhelm Kels aus Eſſen und auf Grund eines Suchvermerks
der Lederarbeiter Georg Jelagin, aus Taſchkent.
— Dampferexpeditionen des Norddeutſchen Lloyd Bremen. Nach
New York ab Bremen=Bremerhaven: D. Republic am 18. 4., D.
Dresden am 19. 4., D. Karlsruhe am 24. 4. Nach New York ab
Southampton: D. Berlin am 13. 4., D. Republie am 19. 4. Nach
Kanada (Halifax) New York ab Bremen=Bremerhaven: D.
Karlsruhe am 24. 4., D. Derfflinger am 3. 5. Nach Havanna=
Gal=
veſton Ausreiſe über Halifax ab Bremen=Bremerhaven: D.
Derfflinger am 3. 5. Nach Kanada: D. Cairndhu ab Hamburg am
15. 4., ab Bremen am 17. 4., D. Lahn ab Hamburg am 22. 4., ab
Bre=
men am 24. 4. Nach Philadelphia=Baltimore=Norfolk:
D. Weſtfalen ab Hamburg am 17. 4., ab Bremen am 22. 4. Nach
Nord=Amerika Weſtküſte: D. Witram b Bremen am 28. 4.
Nach dem La Plata ab Bremen=Bremerhaven (Paſſrgiereinſchiffung):
D. Sierra Cordoba am 14. 4., D. Gotha am 21. 4., D. Sierra Morena
am 5. 5. Nach Mittelbraſilien: D. Nürnberg ab Hamburg
men am 13. 4. Nach Oſtaſien: D. Saarbrücken ab Bremen am
14. 4., ab Hamburg am 18. 4., M.S. Königsberg ab Bremen am 21. 4.,
ab Hamburg am 25. 4., D. Remſcheid ab Bremen am 28. 4., ab
Ham=
burg am 2. 5. Nach Auſtralien: D. Aller ab Bremen am 1. 5.,
D. Moſel ab Bremen am 2. 6. Nach Südamerika,Weſtküſte
(durch den Panamakanal): D. Ludwigshafen ab Bremen am 1. 5.;
durch die Magellan=Straße: D. Holger ab Hamburg am 19. 5. Nach
Weſtküſte, Zentral=Amerika und Mexiko: D. *
Gebäuden neu geſchaffen werden, erfolgt die Feſtſetzung des Baudar= ab Bremen am 16. 6., ab Hamburg am 23. 6. Fruchtfahrt
Kanariſche Inſeln nach Bremen=Hamburg: D. Arucas
ab Bremen am 14. 4., Dr. Okotava am 28. 4. Nach der Levante
ab Bremen: Abfahrten alle 3 bis 10 Tage. Nach Finnland ab
8. Für Ein= und Zweifamilienhäuſer, die von Schwerkriegsbeſchädig= Bremen: 14tägiger Dienſt nach allen Haupthäfen. Nach Reval ab
Bremen: Abfahrten alle 10 Tage. Nach Leningrad ab Bremen:
Abfahrten alle 8—14 Tage. Nach England ab Bremen: 2 bzw.
4 Abfahrten in der Woche. Geſellſchaftsreiſen:
Mittelmeer=
fahrt ab Genua am 11. 5. Adria=Italienfahrt ab Venedig am 10. 5.
mit den übrigen Aufwendungen 90 vom Hundert der Geſamtherſtel= Mittelmeerfahrt ab Genua am 24. 5., Polarfahrt D. Berlin ab
Bremer=
haven am 9. 7. Skandinavien=Oſtſeefahrten D. Lützow ab Bremerhaven
am 23. 6. und 3. 8. Nordkapfahrten D. Sierra Cordoba ab Bremer=
9. Die Baudarlehen und Zuſatzdarlehen werden in einer feſten haven am 14. 7. und 4. 8. Nordkapfahrt D. Sierra Ventana ab
Bre=
merhaven am 24. 7. Mitgeteilt vom Vertreter Anton Fiſcher,
Darmſtadt, Frankfurterſtraße 12/14, Telephon 186.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Rünſier oder künfieriſche Veranſfaltungen, deren im Rachſiehenden Geuöhrmas
geſchiebt, behält ſch die Redakion ibr Urtell vos
— Am 14. April veranſtaltet die Darmſtädter Pianiſtin Fräulein
Lina Becker einen eigenen Klavierabend. — Ueber ihre
rungspreis die Herſtellungskoſten, ſo iſt der Mehrerlös zur Tilgung künſtleriſchen Fähigkeiten ſchreiben die „Frankfurt. Nachrichten”: Einen
des Baudarlehens zurückzuzahlen. Hat der Eigentumer nach Feſt= ſehr ſympathiſchen Eindruck hinterließ Lina Becker, die mit
empfind=
ſtellung der Herſtellungskoſten Aufwendungen für Bauten, Un= ſamer Muſikalität und ſchönem Anſchlag die Schwermut überglänzte,
vornehme Patina der abenddunklen Aeſthetenkunſt Ceſar Franks in
den ſymphoniſchen Variationen warm hervorleuchten ließ und über die
Trivialitäten des Schlußteils mit friſchem Schwung hinwegging. — Das
Rang iſt, bewies auch ihr Vortrag der D=Moll=Toccata und Fuge von
Bach=Tauſig. — Da der Klavierabend die letzte ſoliſtiſche Veranſtaltung
des diesjährigen Konzertwinters iſt, läßt ſich ein Beſuch ſehr empfehlen.
Lokale Veranſkaltungen.
Die hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchiießlich als Sinweiſe auf Anzeigen zu betrachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
— Die Vereinigung früherer Leibgardiſten
Darm=
ſtadt weiſt mit heutiger Anzeige auf ihre am Samstag, den 14. April,
abends ſtattfindende Hauptverſammlung im Bürgerhof hin. Die
Mit=
glieder werden um zahlreiches und pünktliches Erſcheinen gebeten.
—Deutſchorden, Kommende Darmſtadt. Der
Kom=
mendeabend bei Sitte am Freitag, den 13. April, beginnt pünktlich
um 8,30 Uhr abends. Ab 9 Uhr Vortrag des Ordensbruders Lancelle
1) Den Beauftragten der Gemeinde, des Kreisamts, des Hochbau= über „Abrüſtung”. Vollzähliges Erſcheinen der Ordensbrüder iſt
Ehren=
pflicht. Gäſte zum Vortrage können eingeführt werden.
— Im Neugeiſtkreis ſpricht morgen (Freitag) abend
im Saale des Logengebäudes, Sandſtraße 10, Herr Dr. med. Bruno
Günther über die Pflanzen und ihre Heilkräfte, insbeſondere auch
darüber, wie weit die Pflanzen bereits in ihrer äußeren Geſtalt
hin=
weiſen auf die in ihnen verborgen wirkenden Kräfte. Die Frage nach
dem Urgrund aller Dinge wird dabei verſucht zu löſen, ſo daß der
oder das Zwangsverſteigerungs= oder Konkursverfahren gegen den im Januar über die Pflanzenſeele ſprach und damit großen Beifall ſich
errang, darf man ſeinem zweiten Vortrag mit ſtarkem Intereiſe
ent=
gegenſehen. Gäſte wie ſtets willkommen. (Näheres ſiehe Anzeige.)
Aus den Parteien.
— Deutſchnationaler Frauenausſchuß Darmſtadt.
Freitag, den 13. April, findet um 4 Uhr nachmittags bei Sitte,
Karl=
ſtraße 15, unſere nächſte Zuſammenkunft ſtatt, die der Beſprechung
aktueller Fragen dienen ſoll. Der erfreulich zahlreiche Beſuch vom
letz=
ten Male läßt uns auch diesmal einen ſolchen erbitten und erhoffen.
Tageskalender für Donnerstag, den 12. Aprül 1928.
Landestheater, Großes Haus, Anf. 19 Uhr, Ende 2½ Uhr,
C 17: „Egmont”. — Kleines Haus Anf. 20 Uhr, Gaſtſpiel Curt Goetz:
„Hokuspokus”. — Orpheum, abends 20 Uhr: „Am Nüdesheimer
Schloß ſteht eine Linde‟. — Konzerte: Schloß=Kaffee Kaffee
Rheingold, Hotel Schmitz, Waldſchlößchen Taunusburg, Weinhaus
Maxim, Kaffee Haſſia. — Kinovorſtellungen: Helia, Umon=
Theater, Palaſt=Lichtſpiele, Meſideng=Phegter.
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Nummer 102
Donnerstag, den 12. April 1928
De Whelaiſe. e. Nal. i. i m ver
meinderatsſitzung, die am Dienstag abend im Anweſenheit des
Aus Heſſen.
Herrn Verueſſungsrates Wiegand ſtattfand, wurden zunächſt mehrere
Pferdemarkt in Darmſiadt.
Es wird hiermit nochmals auf den am Montag, den 16. April,
auf dem Pferdemarktplatz in Darmſtadt, Holzhofallee, ſtattfindenden
Pferde= und Fohlenmarkt hingewieſen. Wie ſchon mitgeteilt, iſt, wie
in den Jahren vor dem Kriege, mit demſelben eime Prämiierung und
Verloſung verbunden. Das große Intereſſe, das ſowohl von den
Züchtem als auch von den Händlern dem Markt entgegengebracht
wird, läßt auf eine zahlreiche Beſchickung ſchließen. Den Landwirten
iſt mit dieſem Markte wieder einmal, die beſte Gelegenheit geboten,
Zucht und Gebrauchsmaterial anzukaufen oder abzuſetzen. Nach einer
von dem Polizeiamt ergangenen Verordnung werden jedoch nur ſolche
Beſchicker zum Markt zugelaſſen, derem Tierbeſtand frei von Maul=
und Klauenſeuche und frei von auf Pferde übertragbaren Krancheiten
iſt. Hierüber iſt ein tierärztliches Zeugnis vorzulegen, das durch die
Polizei beim Auftrieb zum Markt kontrolliert wird.
O. Erzhauſen, 11. April. Geſtern abend gegen 9 Uhr kam ein
Motorradfahres von Frankfurt nach Erzhauſen gefahren. Im Ort
über=
fuhr er einen Mann uamens Fr. Haaß ſo, daß derſelbe ſofort nach
Darmſradt verbracht werden mußte. Das eine Bein ſoll vollſtändig
gebrochen ſein.
* Arheilgen, 11. April. Der Geſangverein „Liederzweig”, der unter
der tatkräftigen Leitung von Herrn Muſikdirektor, Herber=Darmſtadt
ſteht, veranſtaltete am 1. Oſterfeiertag im Gaſthaus „Zum weißen
Schwanen” ein ſehr ſtark beſuchtes Konzert. Die Vortragsfolge war
mit erleſenem Geſchmack zuſammengeſtellt und Chöre wie
Solo=
leiſtungen waren in ihrer Wirkung einwandfrei. Der Chor verfügt
über eine ſtattliche, ſtimmbegabte Sängerſchar, die uhrem Dirigenten
trefflich zu folgen weiß und ausgezeichnet geſchult iſt. Der weiche und
doch ſtrahlende Klang der Tcnöre war ebenſo angenehm wie die
zwang=
loſe, freie und nie harte Tongebung der Bäſſe. Volks= und Kunſtlieder
gelangen gleich gut. Die Schlichtheit im Vortrag der erſteren ließ ſie
beſonders innig erſcheinen, die Unterſchiede im Ausdruck der einzelnen
Strophen waren deutlich, ohne unnatürlich gekünſtelt zu wirken. Der
ſchwierige Kunſtchor „Totenvolk” von Hegar ſtellte an den Dirigenten
ſowie Sänger hohe Anforderungen und löſten beide Teile ihre Aufgabe
zur Zufriedenheit. Beſonderen Beifall ernteten die Chöre „Der
Mor=
gen” von Baumann, „Ritornell” von Schumann, „Heute iſt heut” von
Weinzierl und „Der Liebesſchmied” von Henſchel. Ferner brachte das
Chormitglied Herr Leber einige wohlgelungene Lieder für Bariton zu
Gehör, die ebenfalls bei den Konzertbeſuchern großen Anklang fanden.
Die Klavierbegleitung von Fräulein T. Hofmann=Arheilgen wurde
ihren vielgeſtaltigen Aufgaben in hohem Maße gerecht. Es iſt
beſon=
ders zu begrüßen, daß der Geſangverein „Liederzweig” Herrn
Kammer=
virtuoſen E. Lindner vom Staatstheater Wiesbaden verpflichtet hatte,
denn mit großer Begeiſterung wurde die „Fauſt=Fantaſie” von Saraſate
ſowie „Bereeuſe”, von Renard und „Hexentanz” von Paganini
aufge=
nommen. Herr Konzertmeiſter Lindner zeigte ſich als Meiſter auf
ſeinem Inſtrument, indem der volle, edle Ton ſeiner Geige bei ſicherem
Spiel und vorzüglichem Vortrag derart zur Geltung kam, daß das
Zu=
hören ein reiner Genuß war. Als Zugabe hörten wir eine bekannte
Variation „Mein Hut, der hat 3 Ecken”, und nicht endenwollender
Bei=
fall belohnte den Künſtler für all ſeine Solis. Wie froh iſt man doch,
wenn es einem ſo recht warm ums Herz wird!
F. Eberſtadt, 10. April. Von den Feiertagen. Unſer Ort
war an den beiden Oſterfeiertagen Schzuplatz eines gewaltigen
Kraft=
fahrzeugverkehrs, der ſich vornehmlich in die Bergſtraße ergoß.
Beſon=
ders am zueiten Feiertag, der ſich durch hertliches, warmes
Frühlings=
ging in die Tauſende. Daneben herrſchte ein fehr beträchtlicher
Fuß=
gängerverkehr durch das im erſten Frühlingsſchmuck prangende
Mühl=
tal ſowie nach dem Frankenſtein, Malchen, Seeheim und Jugenheim.
Alle ausſichtsreichen Höhenzüge und Punkte der näheren und weiteren
Umgebung, unſere ſchönen Nadel= und Buchenwälder warcn das Ziel
vieler Tauſend Ausflügler und Spaziergänger. Auch im Orte ſelbſt
herrſchte ein überaus ſtarker Verkehr. Die Schankſtätten und
Gaſt=
häuſer hatten Großbetrieb und blühende Geſchäfte zu verzeichnen. Nur
zu bewältigen. — Der Gottesdienſt am 1. Feiertag in der evangeliſchen
geſangbereins würdig ausgeſtaltet. Am zweiten Feiertag wurden
mor=
gens die Knaben koufirmiert und nahnittags die Mädchen, die am
nächſten Sonntag konfirmiert werden, vorgeſtellt.
4a. Eberſtadt, 11. April. Ausflug. Am Oſtermontag
unter=
nahm die Turngeſellſchaft E. V. uuter Vorantritt ihrer Spielleute eine
Oſterwanderung in den vorderen Odenwald. Die Beteiligung war ſehr
gut. Schließlich wurde in Waſchenbach längere Raſt gemacht.
4a. Pfungſtadt, 11. April. Liedertag. Am kommenden
Sonn=
tag hält der Geſangverein „Harmonie” Pfungſtadt anläßlich ſeines
70jährigen Beſtehens einen Liedertag al. Dem Liedertag geht al uiht ſchars durchgefüihrte, Trennung: die Straße dem Motor, den Wald=
Samstag abend iunerhalb des Vereins ein Kommers voraus. Bei dem
Liedertag am Sonutag nachmittag, der im Saale von Gaſtwirt Koch
ſtattfindet, handelt es ſich um. ein Kritikſingen. Als Kritiker iſt Rek= und dieſe werden Ausguck halten nach einem Nebelſtreifen, der auf
kür=
tor a. D. Adam Neff 7us Pfungſtadt gewonnen worden. Wie
ber=
lautet, werden mehr als ein Dutzend Geſangvereine an dem Liedertag
teilnehmen. — Feuerwehrübung. An kommenden Sonntag,
den 15. April, vormittags 1=7 Uhr, haben die Mannſchaften der
Frei=
willigen und Pflichtfeuerwehr Pfungſtadt zu einer Uebung auzutreten
am Dienstag abend eine prunkvkolle Abſchiedsvorſtellung ab. Die ein=
Beſucher. — Ueßer Oſtern herrſchte in Pfungſtadt eine rege
Vereins=
tatigkeit. Konzrte, Tanzmuſik ja ſogar eine Kauinchenausſtellung,
ganz abgeſehen von ſpoatlichen Veranſtaltungen und Kinovorführungen,
bracten viel Abwechſelung. Am Oſtermontag ſand die Kenfirmation
der Konfirmanden des Nordoſtbezirks ſtatt.
iſt nun ſoveit fertiggeſtellt, daß deren Abnahme und Ausprobierung einigermaßen gerecht zu werden. Am 1. und 2. Oſterfeiertag war der
feiertage brachten wiederum einen Nieſenfremdenverkehr nach hier. Alle
Gaſtwirtſchaften und Caf”s wuaren bis zum letzten Plätzchen beſetzt.
Nachteilig maht ſich wiedet das Fehlen ausreichender Verkehrsmittel
bemeukbar. Insbeſondere geuklgten die wenigen fahpplanmäßigem Züge
nicht im geringſten. Dies iſt wvieder der beſte Beweis dafür, daß der
Bou der Elektriſchen Straßenbahn mit aller Energie betrieben
wer=
den muß. Hoffentlich geliugt dies bald. — Mit dem ſyſtematiſchen
Umpfropfen der Obſtbäume wird in den allernächſten Tagen begonnen
führt iſt.
mehr verloſt und der Hauer= und Setzerlohn vom Gemeinderat auf
9 Mk. pro Los feſtgeſetzt wvorden iſt, können die Abfuhrſcheine vom
Donnerstag, den 12. Abril, ab bei der Gemeindekaſſe an den ebenfalls ſtark. Mehrere Sonderuagen, mußten ueben den plaumäßigen
Zahltagen eingelöſt werden. Tag der Ueberweiſung des Holzes iſt der
rund 130 Rm. Scheiter, 200 Nm. Knüppel und über 4000 Neiſigwellen ereignet.
aller Holzarten ſowvie 13 Rm. Stockholz. — Ausſtellung „Der
Hygiene=Muſeums, wirbt ſie in idealer Weiſe für die Geſunderhaltung
der Menſchen, ſie will den Menſchen erkennen und begreiſen lernen,
beſſer iſt als ſolche zu heilen, um nun allen Bevölkerungskreiſen
für die hieſige Einwohnerſchaft fehr günſtig, kann der Beſuch der
Ver=
anſtaltung jedermann nur aufs wärmſte empfohlen werden.
Baugeſuche behandelt. Die vorliegenden Pläne der Herren Lehrer
Rühl und Dr. Gidebenz finden die Genehmigung des Gemeinderats.
Zur geplanten Baulandumlegung im Bauquartier an der Darmſtädter
Landſtraße ſpricht zunächſt Herr Vermeſſungsrat Wiegand, der ſich
eingehend äußert zu den Urſachen, die zu einer Baulandumlegung
führten, weiter über das freiſwillige und unfreiwillige Verfahren einer
ſolchen Umlegung. Nach Ausſprache und Abſtimmung wird die
Bau=
landumlegung mit 12:5 Stimmen abgelehnt. Die Bedürfnisfrage für
eine Gaſtwirtſchaft an der Aſchaffenburgerſtraße (früher „Darmſtädter
Hof” wind bejaht und das vorliegende Geſuch genehmigt. Die
Ge=
meindevertretung nimmt ſodann Stellung zu den Angeboten in Natur= Bensheimer junge Dame, die ihren Wagen ſelbſt ſteuerte, in der Heppen=
und Kunſtſteinen für eine Lieferung von erhöhten Randſteinen. Nach
Abſtimmung wird der Zuſchlag der Firma Bräuer=Sonderbach (
Oden=
wälder Granitwerke) zum Angebot von 2059,15. Mark erteilt.
Dem=
nach wird die Dieburgerſtraße noch in dieſem Jahre mit Plattenbelag
für das Stück am Hainveg—Speſſartplatz, vom Gebäude Kreſſel bis
zu dem von Sehnert beſchloſſen. Ein Unteuſtützungsgeſuch wird
ver=
tagt. Nach Beſichtigung verſchiedener Waldgeländeſtücke durch die Feld=
und Waldkommiſſion, wird deren Ankauf beſchloſſen. Als
Durchſchnitts=
dreiſe werdem je nach der Lage pro Qugdratmeter 3, 4 und 5 Pfg.
feſtgeſetzt. Jn der nichtöffentlichen Sitzung wenden
Waſſerleitungs=
fragen erörtert. Es wird beſchloſſen, die Stellungnahme des Herrn
Woche anzuhören. Den Schſuß der um Mitternacht endenden Sitzung
bildet die Erledigung eines Geſuches von Herrn K. Morgenſtern, der
Es wird ein Pauſchalſatz von 10 Prozent feſtgeſetzt.
b. Ernſthofen, 11. April. Unglücksfall in der
Stein=
ſchleiferei Hottes bei Rodau. Geſtern vormittag gegen
8 Uhr war, ein älterer Arbeiter namens Stromenger aus Billings
kabei, die an der Decke hängende Transmiſſion, die im Laufen war, zu
ſchmieren. Dabei wickelte ſich der eine Aermel von ſeinem Arbeitskittel
um die Transmiſſion, nuodurch er einen Unterarm= und Oberarmbruckt
erlitt. Stromenger wurde nach Aulegung eines Notverbandes in ein
Krankenhaus nach Darmſtadt verbracht.
feiertage brachten einen überraſchend großen Fremdenverkehr. Obwohl
zit ſtarkem Beſuch gerechnet wurde, überſtieg die Zahl der für wenige
Tag oder auf kurze Zeit hier anweſenden Gäſte doch bei weitem die
Erwartungen. Das Odenſvaldmuſeum, das alte Rathaus, das
be=
rühmte Schloß Fürſtenau und das Stadion bildeten das Ziel der
Be=
ſucher unſeres alten, auch im übrigen ſehenswürdigen
Odenwaldſtädt=
cheus. Am erſten Feiertag konzertierte die Kapelle der Freiw.
Feuer=
wehr auf dem Marktplatz. Im Stadion waren unter ſtarken Anteil= letzte wurde behufs Operation in das Krankenhaus übergeführt.
nahme einheimiſcher und auswärtiger Zuſchauer drei Wettſpiele
ausge=
trogen worden, von denen die hieſigen Mannſchaften des VfL. 1911
germeiſterei zur Bereitſtellung weiterer Quartiere auf.
Stadion. Das Stadion ſteht vor ſeiner Wiedereröffnung.
Nach=
dem der Raſen auf dem Ballſpielfeld mehrere Wochem hindurch geſperrt
war, iſt er nach den Oſterſpieſen wieder für 14 Tage geſperrt, um das
Wachstum des nachgeſäten Graſes nicht zu ſtören. Das betonſerte
ſtaunenswert klaven Waſſer gefüllt. Die ganze Anlage epweckt immer
wieder die Bewunderung der zahlreichen Beſucher, die in amtlichem
Deputationen oder aus privatem Anlaß oft von recht weit her koenmen
und ſich mit großer Genugtuung äußern. Bis jetzt liegen bereits zahl= wurde dem Geſamtvorſtand Entlaſtung erteilt. Zum Vorſitzenden wurde
reiche Anmeldungen von Sommergäſten vor, die alle mit Rückſicht auf
wetter auszeichnete, war der Verkehr außergewöhnlich ſtark. Die Zahl haben. Durch die Einbeziehung des Kinderſpielplatzes und die Um= mitglieder wurden einſtimmig wiedergewählt.
der Kraftfahrzeuge, die unſeren Ort an den beiden Tagen paſſierten, zäunung der Geſamtanlage iſt eine wertvolle Erweiterung des Platzes
zu verzeichmen.
m. Beerfelden, 10. April. Vor Jahren baute eine auswärtige Firma
iberging und die immer einer erklecklichen Anzahl von Arbeitern und
Arbeiterinnen Lohn und Unterhalt bot. Durch die Kriegsverhältniſſe
cab es Einſch=änkungen auch auf dieſem Gebiete, der Betrieb wurde
eiugeſtellt, und ſo ſteht die Fabrikanlage ſchon einige Jahre tot da. Dies nach Neckargemünd verbracht. — Das ſeit Oſterſonntag erwartete, von
mit Mühe vermochte die Vorortlinie 8 der Elektriſchen den umfang= iſt um ſo mehr zu bedanern, dn Arbeitskräfte vorhanden ſind und die
reichen Verkehr, insbeſondere an den beiden Abenden nach Darmſtadt, Pabrikanlage ſehr günſtig in der Nähe des Behnhofs gelegen iſt. In
litter Zeit hat nun die hieſige Demeinde die ganze Aulage angekauft,
Kirche war durch Mitwirkung des Poſaunenchors und des Kirchen= uund bieſelbe wird ſich bemühen, wieder einen Juduſtriezweig da
unter=
zubringen, wo alles aufs beſte eingerichtet und vorbereitet iſt.
w. Vont füdlichen Odenwald, 10. April. Oſterverkehr. Bei
ſchönſtem Wetter ſah unſere Begend einen ſehr lebhaften Oſterverkehr.
Die Landſtaßen glichen meiſt dampfenden Bächen und durch den
Dampf” ſauſte das nimmermüde Auto. Trotz der ſo aufgepeitſchten
Landſtraßen ſah man doch zahlreiche Wandergruppen, meiſt
Jugend=
liche, „Mädel und Buben‟. Dieſe wiſſen der Staubfabrikatior nuf den
Straßen ein Schnipphen zu ſehlagen, ihr Weg führt durch
Tannen=
immer kräftigende, reine Luft. So beſteht gegenwärtig eine, allerdings
nueg dem Wanderer; doch darfs ſo nicht bleiben. Auch Straßen müſſen
zeſtem Wege Nord und Suid, Oſt und Weſt verbindet, und wo es nur
urch rattert und puſtet und tutet und raſſeit und dröhnt und knallt.
Ag. Lindenfels, 10. April. Oſterverkehr. Begünſtigt durch
trachtvolles Frühlingswetter, entwickelte ſich bereits ſchon au Karfreitag Weiher vorgefehen. Dortſelbſt wiud eine große Faſthalle von der
Zirkus Lorch, der über Oſtein in Pfungſtadt gaſtierte, hielt uud Samstag ein Fremdenverkehr, ſo daß alle Hotels und Penſionen
zelnen Dasbietungen fanden den ungeteilten Beall der zahlreichen Wanderer und weitere Kraftfahrzeuge brachten immer, noch
unange=
meldete Gäſte, für die Notquartiere beſorgt werden mußten. Die licher bürgerlichen Vereine Bürſtadts ſtatt, 42 Jubilare werden von
Jugendbewegung iſt in dieſem Jahre beſonders ſtark aufgefallen
und war die vor einigen Jahren errichtete Jugendherberge nicht in
der Lage, die Wandergenoſſen und Wandergenoſiunen, alle aufzu= lährend im zweiten Teil der Vereinschor das ſchöne Werk „An der
nehmen. Mehrere hundert Jungwanderer mußten leider abgewieſen
4k. Nieder=Ramſtadt, 11. April. Die Feueralarm=Sireue anlagen zu beſchäftigen haben, um den ſteigenden Anforderungen ſter begleitet wird. Der Hauptfeſtag bringt Weckruf, Kirchenparade.
au Donnerstag, den 12. d. M., abends 7½ Uhr, ſtattfinden kann. Die / Fremdenverkehr ganz enorm.” Für diele Kraftfahrzeuge war kein Platz
Einwohnerſchaft wird hierauf beſonders hingewieſen. — Die Oſter= mehr zu ſchaffen, und unſere Polizeiorgane hatten angeſtrengt zu tun,
um den Verkehr richtig zu regeln. Die Gemeindeverwaltung ließ 10. April: 0.11 Meter; am 11. April:: 0,00 Meter.
dankenswerterweiſe den Sprengwagen laufen, damit die
Straßen=
bewohner die Fenſter öffnen konnten und ein Promenieren auf der
Hauptverkehrsſtraße möglich wvar. Denn der unerhörte Autoderkehr Handwerkskammer läßt dunch ihre Nebenſtellen aunh im angefangenen
ließ ſchon vormittags die Staubwvolken aufziehen, die natürlich in Monat zahlreiche Veratungsſtunden nbhalten. Die Nebeuſtelle Alzehz
einem Kurort beſeitigt werden müſſen. Als eine Erlöſung werden für Stadt und Kreis Alzey hält Sprechtage ab an 5 Orten und in
das Kleinpflaſter mal fertig iſt, welche Arbeiten in den nächſten Tagen
werden, nachdem jetzt das Abſetzen der Bäume ſo ziemlich zu Ende ge= aufgenommen werden. Der Nordeingang bis zum Zentrum des
Städt=
ſchens wird dann in dieſem Jahre mit Kleinpflaſter verſehen werden; Daruſtadt, Bensheim, Heppenheim und Groß=Gerau, an 7 Orten;
C. Ober=Namſtadt, 11. April. Nachdem das Ortsbürgerlosholz nun= die Fortſetzung von da bis zum Oſtausgang kann in diefem Jahre wegen die Nebemſtelle Friedbeda für die Kreiſe Friedbeug, Büdingen und
der ſtarken lokalen Benutzung der Gumpenerkreuzſtraße eiſt iur
näch=
ſten Frühjahr erfolgen. Der Verkehr auf dem Neichskraftuagen wuar
Wagen eingelegt werden, ſo daß alle Wagenführer angeſtrengt zu tun
12. April. An Brennholz kommen in Kürze noch zur Verſteigerung: hatten. Trotz des großen Veukehrs hat ſich nicht ein einziger Unfall Dienstags und Freitags, vormittags von 9—12 Uhr, dann für Gießen=
II. Aus dem Weſchnitztal, 10. April. Ungehenrer Oſter=
Menſch”. In der Zeit vom 21. April bis 6. Mai findet in Darm= darkehr. Ein ung mein reger Verkehr herrſchte über die Feiertage
ſtadt die Ausſtellung „Der Menſch” ſtatt. Eine Gruppe des Deutſchen au der ganzen Bergſtraße und in unſerem Tale. Am Oſtermontag er= tags, Donnerstags und Freitags, vormittags von 9—19½ Uhr, in
Bin=
was er ſeinem Körper ſelbſt ſchuldig iſt und daß Krankheiten verhüten Menſchen. Die Gartenwirtichaften waren überfüllt und mancher Wirt ſtelle Worms für die Kreiſe Worms ud Oppenheim an 5 Orten und
machte ein flottes Oſterg=ſehäft. Es waren Verkehrstage erſten Ranges, in Worms, außer Mittwochs und Samstags, täglich von 8—12 Uhr
einen Beſuch zu ermöglichen, wurden trotz der enormen Unkoſten die Cbenſo ſtare wuar der Verkehr auf der Bahn. Trotzdem die Eiſenbahn= vormittags und don 2—4 Uhr nachmittags. In Worms iſt vom 11. bis
Eintrittspreiſe äußerſt niedrig bemeſſen. Da der Ausſtellungsort auch derwaltung die nötigen Sonderzüge vorgeſehen hatte, reichten dieſe bei 18. April ein Kurſus im modernen Schmelz=Schueißverfahren für
Die Abendzüge waren alle überfüllt.
Ml Seite 1.
der voll entwickelten Obſtbaumblüte. Eine große
Anziehungs=
kraft übte an den Oſtertagen die Wachenburg aus, wo der
Monumental=
bau der Ehrenhalle des WSC. ſeiner Vollendung entgegengeht. Seit
einigen Tagen haben die Elektrizitätswerke Weinheim die Wachenburg
mit elektriſchem Licht verſehen.
Bh. Bensheim, 11. April. Das Pracktwetter während der
Oſter=
feſttage brachte einen gewaltigen Verkehr an die Bergſtraße
und beſonders nach Bensheim. Ganz außerordentlich war der Auto=
und Motorradverkehr längs der Bergſtraße, die nach Tauſenden
zäh=
lenden Kraftwagen und Motorräder beherrſchten die Landſtraße, doch
wickelte ſich der Verkehr im großen und ganzen reibungslos ab, einige
leichtere und ernſtere Unfälle ausgenommen. So verunglückte eine
heimerſtraße derart ſchwer, daß ſie gleich einer anderen verletzten
Dame dem Heidelberger Hoſpital überwieſen werden mußte. Das hier
ſtationierte Krankenauto der Freiwilligen Sanitätskolonne wurde am
1. Feiertag dreimal, am 2. Oſterfeiertag mehrere Mlle in Anſpruch ge=
und erhöhten Randſteinen verſehen. Die gleiche Herſtellung wird auch nommen; es verbrachte auch die beiden verunglückten Damen nach
Heidelberg. An der Ausmündung der Schönbergerſtraße in die
Land=
ſtraße bei Auerbach fuhr ein 10—12jähriger Knabe mit ſeinem
Fahr=
rad direkt in ein von Bensheim kommendes Auto, deſſen linke Laterne
zertrümmert wurde. Der Junge flog im Bogen auf die Straße,
ohne ſich aber erheblich zu herletzen. Das Nad aber wurde demoliert.
— Am erſten Feiertage ertönte abends in Heppenheim die Feuermelde=
Sirene. Es brannte ein Waldſtück an der Heppenheimer Grenze zwi=
Baurats Scköberl zu dem Thema „Dreh= oder Gleichſtrom” in nächſter ſchen Heppenheim und Kirſchhauſen; der Brand wurde bald
ge=
löſcht. — Am 2. Oſtertag wurden in der hieſigen evangeliſchen Kirche
durch Herrn Dekan Zaubitz 57 Konfirmanden, darunter 29 Mädchen,
um Ermäßigung der Vergnügungsſteuer für Filmborführungen bittet, eingeſegnet. — Die Erwerbsloſigkeit im Kreiſe
Bens=
heim in der Woche vom 22—28. März ergab folgende
Unterſtützungs=
ziffern: 1271 Arbeitsloſe, 215 Kriſenunterſtützungsberechtigte 48
Neu=
anträge auf Arbeitsloſenunterſtützung. 56 Arbeitsloſe wurden bei
Not=
ſtandsarbeiten beſchäftigt. — Nach einſtweiliger Verfügung des
Lan=
desamts für Arbeit und Wirtſchaft werden die Arbeitsämter Bensheim,
Heppenheim und Weinheim zuſammengelegt und iſt letztere Stadt de=
Sitz des zuſammengelegten Arbeitsamtes, währerd in Bensheim und
Heppenheim nur Unterſtellen beſtehen bleiben. Die endgültige Regelung
der Angelegenheit liegt bei dem Reichsarbeitsamt. Am 2. Feiertag
ſteuerte bei der großen Lützelbacher Kurve bei Steinbillings ein Citroen=
1. Michelſtabt, 11. April. Fremdenverkehr. Die Oſter= Auto in den Straßengraben, wobei es total verbrannte. Die Inſaſſen
konnten ſich retten.
j. Heppenheim, 10. April. Auf der Landſtraße zwiſchen hier und
Bensheim ereignete ſich dadurch ein Aukomobilunfall, daß bei einem
Bensheimer Perſonenauto ein Reifen platzte. Der Kraftwagen erhielt
dadurch einen ſolchen Nuck, daß die Inſaſſen herausgeſchleudert wurden.
Die Gaſtwrtstochter Fräulein Schmidt aus Bensceim wurde dabei
ſichwer verletzt, indem ihr ein Knochea in den Schädel drang. Die Ver=
W. Heppenheim a. d. B., 7. April. Spar= und
Darlehns=
kaſſe Heppenheim. Dieſer Tage fand die ordentliche
Generalverſamm=
zwei ſiegreich benden konnten, wähuend das dritte gegem Sbortverein lung der Spar= und Darlehnskaſſe ſtatt. Die Verſammlung leitete der
Präſident des Aufſichtsrats. Nach Erledigung der vorgeſchriebenen
Mannheim-Käfertal unentſchieden 3:3 endete. Mit Rückſicht auf die Formalitäten wurde die Bilanz für 1927 vorgetragen. Der Reingewinn
an Oſtern geſammelten Erfahrungeu fordern Verkehrsberein und Bür= wurde nach Ausſchüttung einer Dibidende von 10 Prozent für die Ende
Vom 1926 eingezahlten Geſchäftsguthaben den Reſerven überwieſen, ſo daß
dieſe die Höhe von 12 000 RM. erreichen. Würde die Kuſſe nicht nach
genoſſenſchaftlichen, ſondern nach banküblichen Grundſätzen arbeiten,
ſo wäre es der Verwaltung möglich geweſen, einen höheren Gewinn
zu erzielen. Durch die berechneten Zinsſätze fließen den Kaſſenmit=
Schwimmbecken wurde frich hergerichtet und wird zurzeit mit einem gliedern ſchon im Laufe des Jahres Vorteile bzw. Teile des Gewinns
zu. Die Kaſſe, die ſelbſt die finanziellen Nöten der Kriegs= und
In=
flationsjahre mit gutem Erfolg überſtanden hat, hat ſomit ihre
Kredit=
würdigkeit bewieſen. Nachdem die Reviſionsprotokolle verleſen waren,
Herr Ludwig Maurer und zum ſtellvertretenden Rendanten Fränlein
das Stndion und ſeine Vorteile mehrwöchigen Beſuch in Ausſicht geſtellt Luiſe Gremm gewählt. Die früheren Aufſichtsrats= und Vorſtands=
Hitſchhorn, 11. April. Waſſerſtand des Neckars am
10. April: 0.96 Meter; am 11. April: 0.9 Meter.
e Neckarſteinach, 11 April. Durch Abgleiten vom Fußraſten
wäh=
bier eine Federhalterfabrik, die ſpäter in den Beſitz der Burg=Werke rend voller Fahrt brachte dieſer Tage die Mitfahrerin eines
Motor=
zweirades den Fuß ins Hinterrad und erlitt außer einer erheblichen
Fleiſchwunde eine Quetſchung des Fußes. Nach erſter Hilfeleiſtung
durch den hieſigen praktiſchen Arzt wurde die Verletzte von einem Auto
der Firma Gebr. Boßler hier neu in den Dienſt geſtellte
Doppelſchrau=
ben=Salonſchiff. „Alt Heidelberg” traf am Montag nachmittag, von der
Werft in Oberkaſſel kommend, hier ein. Es hatte in Heidelberg
Fahr=
gäſte an Bord genommen und landete nach glatt verlaufener Fahrt
püinktlich. Das neue Schiff iſt, 300 Gäſte faſſend, das größte auf dem
Neckar verkehrende Perſonenboot und vermittelt, wie ſeine Bruderſchiffe
„Bligger von Steinach” und „Viktor von Scheffel” den Verkehr
zwi=
ſchen Heidelberg und Neckarſteinach. Die eintägige Verſpätung war
durch den am Sonntag auf dem Rhein liegenden ſtarken Nebel
ver=
urſacht. Am Oſtermontag freguentierten zwiſchen 10 und 18 Uhr 1047
Motorfahrzeuge die hieſige Hauptſtraße.
Bm. Bürſtadt (Heſſen), 11. April. Straßenſperre. Die
grün, über vergübtes Heidekraut, durch die Wieſe, immer ſtaubfrei, Provinzialſtraße von Bürſtadt nach Worms, von Km. 40,7 bis 41,539,
iſt wegen Ausſüichrumg von Kleinpflaſterarbeiten vom 12. April I. J.
ab bis zum 2. April I. J. für Kraftfahrzeuge und Fuhrwerke jeder
Ayt geſperrt. Der Umweg für den Durchgangsverkehr geht über
Hof=
ſvieder wanderfrehen Haufen unbeſchränkte Wandergelegenheit geben, heimBohſtadt. Die aufgeſtellten Schilder ſind zu begcten. — Opfer
ſeines Berufes. Der unlängſt von einem Neubau abgeſtürzte
und ſchwer verletzte hieſige Dachdeckermeiſter Joſeph Gräf 2. iſt an
Geſongverein
den Folgen ſeiner Verletzungen geſtorben.
Liederkranz. Am 30. Juni, 1. und 2. Juli d. J., feiert der
Verein ſein 80jähriges Beſtehen. Als Feſtplatz iſt der Jahnplatz am
Brauerei Hildebrand in Pfungſtadt erſtellt. Am Samstag, den 30.
am Samstag abend beſetzt hatten. Am ſpäten Abend kamen noch Mülde Funi, ſindet im dieſer Halle ein Feſtkommers unter Veteiliwung
ſämt=
ſeiten des Vereins geehrt werden. Der erſte Teil des Feſtaktes wird
aus geſanglichen, turneriſchen und ſportlichen Darbietungen beſtehen,
Wolga”, einen Zyklus von 10 Chören und Deklauationen von Nichard
werden. Die hieſige Ortsgruppe wird ſich bald mit Erweiterungs= Steller zum Vortrag bringen wird, das von einem vollbeſetzten Drche=
Standkonzert auf dem Marktplatz, Feſtzug uſp. Montags nachmittags
ab 4 Uhr iſt Vollsbeluſtigung, Tanz, mit großem Brillantfeuerwerk.
* Gernsheim, 11. April. Waſſerſtand des Rheins am
m. Aus dem Lande, 6. April. Gewerbliches. Die Heſſiſche
die Straßenbewohner der Bensheimer Straße es bald empfinden, weun Alzey täglich, ausgenommen die auswärtigen Spreltage, von Montag” Samstags tuon 10—12 Uhr. und außer Samstan auch an den
Nach=
mittagen vom 3—4 Uhr: — die Nebenſtelle Darmſtadt für die Kreiſe
Schotten an 9 Orten, ferner in Laubach und Ulrichſtein je nach Bedarf;
— die Nabenſtelle Gießen für die Kreiſe Gießen, Alsfeld und
Lauter=
bach an 11 Orten, ferner für den Landkreis Gießem mit Ausnahme der
Tage uo auswärtige Sprechtage ſind, im Gewerbehaus in Gießen,
Stadt auch, mit Ausmahme der auswärtigen Sprecktage, Montags und
Mittwochs von 9—12 Uhr: — die Nebenſtelle Mainz für Stadt und
Kreis Mainz und Stadt umd Kreis Bingen in Mainz Montags,
Diens=
reichte der Verkeh= bei herrlichem Sommervetter ſeinen Höhepunkt. gen: Mittwoch, den 4. und 18. Abril, — die Nebenſtelle Offenbach für
Die Wälder, Bergabhänge und Täler wimmelten von wanderfrohen die Kreiſe Offeubach, Dieburg und Erbach an 7 Orten; — die
Neben=
weitem nicht hin, die Ausflügler am Abend wieder heimzubefördern. Meiſter und Mciſterſöhne aus dem Schloſſer=, Schmiede= und
Spengler=
berufe.
Ein vortreffliches Rezept bei ſchlechtem,
Von Dr. med. W.
unlernen Beint!
(TV5575
Schlechter und unreinter Teint iſt wohl der am häufigſten
orkommende Schönheitsfehler. Es bilden ſich nämlich ſowohl
eim männlichen wie auch beim weiblichen Geſchlecht, am
häu=
oſten in der Cutwicklungsperiode, Pickeln, Puſtelu, Wimmerlu,
liteſſer und Ekzeme. Dieſe Schönheitsfehler, die naturgemäß
edes Geſicht entſtellen, werden beſonders vom weiblichen
Ge=
glecht heftig, aber leider meiſt ohne Erfolg bekämpft.
Vor=
offlich bewährt ſich nach meinen Erfahrungen folgendes Ver=
fahren: Man nehwie ein Stück Zucker’s Patent=Medizinal=Sei
reibe mit der Hand oder noch beſſer mit einer uaſſen Bürſt
einem naſſen Pinſel und dgl. möglichſt dicken Schaum, läßt ih
event, noch einige Zeit ſtehen, bis er ſo dick iſt wie Brei, Sal
oder Sirup, und trägt ihn dann leicht, ohne zu reiben
Hauf die zu behandelnden Hautſtellen auf. Am beſten geſchie)
das Auftragen des Abends, damit der Schaum genügend Zei
hat, auf der Haut einzutrocknen und die Nacht über liegen ble
ben kann. Morgens erweicht man ihn mit etwas Waſſer, ſpült ihn
dann leicht ab und trocknet hierauf die Haut, ohne zu
rei=
benoder zu frottieren, ſanft mit einem weichen Tuch.
Nachher ſtets die Haut mit Zuckooh=Creme, die ebenſo wie
Zucker’s Patent=Medizinal=Seife in jeder Apotheke, Drogerie
und Parfümerie, ſowie in jedem beſſeren Friſeurgeſchäft zu haben
iſt, nachbehandeln. Dieſe Prozedur richtig durchgeführt, ſchafft in
Kürze neue, reine und geſunde Haut und verjüngt um Jahrs
Geite 8
Donnerstag, den 12. April 1928
Nummer 102
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daß es drei
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Oberfächenstaub — festhaftende
Haare und Flaum — tief
eingetrete-
nen, grobkörnigen Schmutz, der mit
seinen scharfen Kanten den Teppich
zerstört. — Der Hoover entfernt alle
drei Schmutzarten in einem
Arbeits-
gange, ohne daß der Teppich
aufgenommen zu werden braucht.
Er bürstet festhaftende Haare
und Flaum ab, — den tief
ein-
getretenen Schmutz klopft er
kräftig aus den Geweben heraus
und saugt dann das Ganze mitsamt
dem losen Oberfächenstaub in den
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[ ← ][ ][ → ]er
Nummer 102
Donnerstag, den 12. April 1928
Seite 9
Spigolg mit Sublimat.
Rom, im April 1928.
Dies iſt die Geſchichte eines vergifteten Fiſches und zugleich
eine Geſchichte, die mit Muſſolini zuſammenhängt. Beinahe die
Geſchichte eines nicht beabſichtigten Giftmordes am Duce. Und
obendrein iſt ſie ſogar wirtlich wahr.
Eine Spigola iſt ein Fiſch aus dem Mittelmeer, deſſen
deut=
ſcher Name nicht genau zu ermitteln iſt, wohl weil er im
Nor=
den nicht gleichartig vorkommt. Manche nennen ihn in Rom
auch Lupo del mare, alſo Meerwolf. Vielleicht kann mon ihn
als eine Art Meerforelle bezeichnen. Er hat die unfreundliche
Eigenſchaft ſich nur kurze Zeit, vor allem an Sciroccotagen, zu
halten, wenn er einmal ſeinem Element entriſſen iſt, und die
er=
freuliche Eigenſchaft, ein ſehr zarter Fiſch mit ſchönem, weißen
Fleiſch zu ſein. Um dieſer Beſchaffenheit willen wird er
beſon=
ders von Leuten bevorzugt, die Rückſicht auf ihren Magen
neh=
men müſſen und nur nach des Arztes Vorſchrift ſich den Freuden
einer guten Küche hingeben dürfen. Zu dieſen nicht
beneidens=
werten Menſchen gehört, wie man weiß, auch der Duce.
Dieſer Fiſch Spigola wird in den feinen Reſtaurants und
in den großen Hotels von Rom recht geſchätzt. Da die
Fiſch=
händler, die oft nicht gerade die zuverläſſigſten Mitbürger Roms
ſind, aber die wankelmütige Art der Spigola gut kennen,
wen=
den dieſe Menſchenfreunde ihr ſcheußliches Rezept, Fiſche durch
eine Sublimateinſpritzung haltbarer zu machen, mit beſonderer
Vorliebe auf dieſen Fiſch an. Dieſe bedenkliche
Konſervierungs=
methode hat aber zugleich die gefährliche Eigenſchaft, daß ſelbſt
der beſte Fiſchkenner unter den Köchen es dem Fiſch auch bei der
Zubereitung zum Kochen noch nicht anſehen kann, ob er
präpa=
riert iſt oder nicht.
Der Sohn eines Botſchafters in Rom hat vor ungefähr zwei
Jahren dieſe Gefahr am eigenen Leibe bitter erproben müſſen,
als er bei einem großen offiziellen Diner in einem der größten
und feinſten Hotels von Rom eine derartige, ſublimatiſierte
Spigola vorgeſetzt erhielt und noch in derſelben Nacht an den
ſchwerſten Erſcheinungen einer Sublimatvergiftung erkrankte.
Nur ſeiner geſunden Konſtitution war es zu verdanken, daß er
die Erkrankung, die mit Starrkrampf verbunden war,
überwin=
den konnte. Man hat angenommen, daß bei dem fraglichen
Fiſch, die Subliniatdoſis der Einſpritzung ſich nicht richtig im
Fiſch verteilt hat, und der betreffende Herr gerade ein Stück des
Fiſches gegeſſen hat, in dem beſonders viel Sublimat ſich
auf=
geſpeichert hatte.
Nun hat im vergangenen Jahre in dem gleichen Hotel ein
großes Feſtmahl ſtattgefunden, an dem ausnahmsweiſe einmal
Muſſolini perſönlich teilnahm, wohl weil es ſich um Magyaren
handelte, die der Mittelpunkt des Feſtes waren. An dieſem
Tage, ſo erzählte jetzt ein Kellner (außerhalb Roms natürlich),
der damals in jenem Hotel in der Küche beſchäftigt war, hatte
man für Muſſolini eine ſchöne Spigola, weiß und zart, beſorgt.
In der Küche ſtand hinter jedem Koch ein Geheimagent, der
jeden Handgriff des Kochs genau überwachte, auf jeder
Treppen=
ſtufe, von der Küche bis zum Feſtſaal, wachte ein Agent darüber,
daß die für Muſſolini angerichtete Platte ja nicht mit
irgend=
einem „Sovverſivo” oder irgendeinem Verdächtigen in
Berüh=
rung kommen konnte, und die Hälfte aller der Leute, die im
Frack und ſchwarzer Krawatte als Kellner an dieſem Abend im
Hotel herumliefen, waren Beamte der Sicherheitspolizei. Der
Koch, der die Speiſen für Muſſolini anzurichten hotte, war eine
Vertrauensperſon, echt und treu wie Gold. Er mußte die Spi=
gola und ein zartes Stück weißen Kalbfleiſches für Muſſolini
kochen und braten. Dieſer Koch nahm den mit Vorſorge
gekauf=
ten Fiſch aus dem verſchloſſenen Korb und tat ihn ins kochende
Waſſer. Und ſiehe da, dieſer zu edelſtem Zwecke auserſehene
Fiſch hielt nicht, was er verſprach. Er war nicht treu und gut.
Denn ſein Fleiſch begann trotz aller köſtlichen Weiße im Waſſer
ſich langſam aber ſicher zu zerſetzen, wenn man den kaum
ſicht=
baren Zerfall der Faſern ſchon eine Zerſetzung nennen konnte.
Es war klar, der Fiſch war „gedumpingt”, er hatte die gemeine
Sublimateinſpritzung erhalten. Gerade dieſer Fiſch. Boten mit
Autos wurden in die Stadt gejagt, und es gelang, einen anderen
guten Fiſch zu kaufen. Nicht einmal die Agenten hinter Koch
und Fiſch hatten bemerkt, in welcher Gefahr ſich ihr Herr und
Meiſter befunden hatte. Der Zerfall des Fiſches war ſo gering
geweſen, daß kein anderer Herdkünſtler dieſer Erſcheinung eine
Bedeutung beigelegt haben würde.
Aber man bedenke, wenn der tüchtige Koch Muſſolinis an
jenem Abend dieſe Sublimatſpritze in der Spigola nicht erkannt
hätte, wenn er bona fide den ſonſt untadeligen Fiſch, der einmal
angerichtet, jedem Tiſch Ehre gemacht hätte, durch alle
Geheim=
agenten hindurch, über alle bewachten Treppenſtufen hinweg bis
zum Platze des Duce hätte paſſieren laſſen! Muſſolinis Magen
iſt anerkanntermaßen ſeit Jahr und Tag nun ſehr der Schonung
bedürftig — um die mildeſte Form in dieſem gefährlichen Thema
zu benutzen — er hat keinen ſo kräftigen Magen wie jener Sohn
des Botſchafters. Alſo man bedenke, was dieſe Spigola mit
Sublimat hätte anrichten können. Es auszuſprechen, verbietet
die Rückſicht auf die Sicherheit des Staates und den
Aberglau=
ben des Römers. Man könnte den „böſen Blick” haben (— ohne
es ſelbſt zu wiſſen —) und ſchon durch eine bedingte Aeußerung
das Schickſal herausfordern.
Und ſchließlich: Kein Meuſch in Rom würde, wenn ſich
etwas ereignet hätte, an einen unglücklichen Zufall geglaubt
haben. Unweigerlich hätte man, wenn die Spigola bis an
Muſſolinis Tiſch gekommen wäre, von fluchwürdigem Attentat
geſprochen, und die Weltgeſchichte wäre um eine jener Lügen
reicher, die nie aufgeklärt werden können. Schon mit Rückſicht
auf die hiſtoriſche Wahrheit wäre es deshalb richtiger, fernerhin
bei römiſchen Feſten, an denen irgendein wichtiger Staatslenker
Europas teilniwmt, keine Spigola als Fiſchgang zu geben. Das
kann die Weltgeſchichte verlongen. Denn die römiſchen
Fiſch=
händler werden doch nicht aufs Sublimat verzichten.
Geſchäftliches.
Auf dem Oſterſpaziergang wird nicht nur die Natur mit den erſten
Anzeichen ihres bald vollendeten frühlingsfrohen Gewandes ſehnſüchtige
Freude auf kommende Schönheit in uns auslöſen; auch die Königin
Mode wird es ihr gleich tun, und mit den erſten farbfrohen,
jugend=
friſchen Frühlingskleidern Ueberdruß an der winterernſten Kleidung in
uns erwecken und die Luſt zum eiligen Beginn der Frühlingsſchmeiderei.
Ja, es wird Zeit, die gute „Singer” wieder in den Mittelpunckt der
Hausfrauentätigkeit zu rücken! Sie macht uns die entzückendſten
Neu=
ſchöpfungen der Frühjahrs= und Sommermode, unabhängig von der
Größe des Geldbeutels, erreichbar. Farbige und einfarbige Stickereien,
luftige Volants, elegante Hohlnahtſäumchen, Einfaſſungen und viele
andere Arbeiten ſtellt die „Singer” mit ihren einfachen
Spezialappa=
raten (deren Handhabung man leicht und koſtenlos in jeder Singer=
Filiale erlernen kann) her und zum Teil ebenſo raſch wie eine
gewöhn=
liche Näharbeit. Da kann man Phantaſie und Geſchmack enwwickeln,
ele=
gant, modern und doch mit perſönlicher Eigenart gekleidet ſein, ohne
weitere Ausgaben als die für Stoff und Garn. Alſo ohne Sorge wenn
jetzt die Frage der Sommerkleidung auftaucht: die „Singer” macht alles
ſo ſchön und ſo billig, wie man ſich nur wünſchen kann.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Donnerstag, 12. April. 13.30: Kaſſeler Hauskapelle. O 15.30:
Ad. Hering: Die Kerze. o 16.30: Runfunkorch.: Operetten. Mitw.:
Sofie Fritz (Sopran). o 17.45: Aus den Novellen von Nicolai
Gogol. O 18.15: Vereinsnachrichten, Mitteilungen. O 18.30: Stunde
der Frau: Mathilde Meißel. O 18.45: Kaſſel: Die Bedeutung der
Krankenverſicherung für die Volksgeſundheit. O 19.15: Prof. Dr.
Wichert: Zur vierten Jahresfeier des Frankfurter Rundfunks.
0 20.15: Kaſſel: Holofernes. Oper in zwei Akten frei nach Hebbel
von E. v. Reznicek. Muſikal. Leitung: E. Bodart. O 22.30: Berlin:
Tanzkurſus. — Anſchl.: Berlin: Tanzmuſik
Stuttgart.
Donnerstag, 12. April. 12.30: Schallplatten. O 16.15:
Funr=
orcheſter. Einl.: Elſe Werth. S 18: Freiburg: Frau Dr. Hölzl:
Der Weg zur Weltwirtſchaft. 18.45: Aerztevortrag: Ueber den
Zahnbettſchwund, ſeine Urſachen und Folgen. O 19.15: Karlsruhe:
Oberpoſtdir. Müller: Poſtſcheckweſen. o 19.45: P. Deiſenhofer:
Falſche und richtige Verkaufsgeſpräche. O 20.15: Freiburg: Bunter
Abend. O 21.15: Das deutſche Gedicht und die deutſche Proſa der
letzten 100 Jahre. Lenau, Mörike, Storm. Mitw: Mila Kopp,
Köſtlin, Enderling, Funkorch. Lenau und ſeine Beziehungen zu
Süddeutſchland. Die Vollendung der deutſchen Lyrik bei Mörike.
Theodor Storm. — Mendelsſohn: Lied ohne Worte. — Lenau:
Schilflieder. Die Wurmlinger Kapelle. Die drei Zigeuner. Der
Poſtillon. An Hölty. Der offene Schrank. — Chopm: Nocturne. —
Mörike: Der Knabe und das Immlein. Im Frühling. Die traurige
Krönung. Der Feuerreiter. Auf ein altes Bild. Auf eine
Chriſt=
blume. Loſe Ware. Mausfallenſprüchlein. — Schubert: Menuett. —
— Storm: Einer Toten. Im Herbſte. Sturmnacht. Oſtern.
Für meine Söhne. Aus den Spukgeſchichten. O 22.45: Nachrichten.
Berlin.
Donnerstag, 12. April. 12.30: Für den Landwirt. 15.30:
Oberſtlt, a. D. v. Lucanus: Die Heimkehr der Zugvögel. O 16.15:
Jüngſte Dichter. Einl.: Kaſack. Leſeproben aus Werken von
Hermann Keſten. Herbert Schlüter lieſt eig. Werke. O 17: Kapelle
Rooſz. O 18.30: Dir. Neuhäuſer: Dienſt am Kunden. o 19:
Dr. Cohn=Wiener: Japan, das Land der künſtleriſchen Grazie,
Konzert. Dir.: Seidler=Winkler. Mitw.: Prof. Wolfsthal (Violine),
Funkorch. Joachim: Konzert für Violine und Orch. D=moll m
ungar. Weiſe. — Strauß: Tod und Verklärung, Tondichtung für
groß. Orch. — Anſchl.: Tagesnachr. O 22.30: Tanzmuſik. Kapelle
Kermbach.
Deuiſche Welle. Donnerstag, 12. April. 10.15: Uebertr. der
Rede des Staatsminiſters Dr. Becker anläßlich des Internationalen
Lehrerkongreſſes (aus dem Kroll=Saal). o 14: Stud.=Rat Thiel:
Praktiſche Alltagsphyſik. 14.30: Dr. Berger: Kinderſtunde.
Reiſen und Abenteuer. „Flink der Gepard‟. O 15: Die Arbeit
der ſtädtiſchen Hausfrau auf der Ausſtellung „Die Ernährung”.
O 15.35: Wetter und Börſe. O 15.40: Lotte Scharem: Rezepte
neuzeitlicher Ernährung. S 165: Dr. Klopfer: Erziehungsberatung.
O 16.30: Prof. Dr. Reichenbach: Raum und Zeit. O 17: Berlin:
Kapelle Rooſz. 18: Min.=Dir. Dr. Brandis: Das neue
Mieterſchutzgeſetz. O 18.30: Spaniſch für Fortgeſchr. O 18.55:
Dipl.=Landw. v. Tippelskirch: Die Kartoffel auf den leichten
Sand=
böden Norddeutſchlands im Jahre 1928. 19.20: Dr. Fechter:
Albrecht Schaeffer: „Heliand‟ 19.45: Dr. Fechter: Schweizer
Dichter: C. F. Meyer. O 20.30: Berlin: Sinfonie=Konzert. Dir.:
Seidler=Winkler. Soliſt: Prof. Wolfsthal (Violine), Funkorch. Werke
von Joſ. Joachim, Rich. Strauß. — Anſchl.: Preſſenachr. O 22.30:
Tanzmuſik.
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vormittags 11 Uhr, findet auf dem
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nach=
mittags 3 Uhr, die nachſtehenden
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öffent=
lichen Submiſſion meiſtbietend verkauft:
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5 Stämme IIb — 3,48 im, 21 Stämme
IIIa — 17,04 fm, 13 Stämme IIIb —
12,99 im, 5 Stämme IVa — 6,69 fm,
3 Stämme IVb — 5,30 im, 1 Stamm
V. — 0,66 km, zuſammen 46,16 fm.
Kiefern=Stamm, Güteklaſſe N (
Nor=
mal): 2 Stämme Ib — 0,35 fm, 49
Stämme Ila — 15,76 im, 182 Stämme
IIb — 96,53 fm, 152 Stämme IIIa —
123,77 fm, 72 Stämme IIIb — 76,57 im,
20 Stämme IVa — 23,56 fm, 3 Stämme
IVb — 3,78 im, 3 Stämme V. — 3,67
im, zuſammen 343,99 fm.
Eichen=Stammholz: 1 Stamm III. —
0,51 (m, 4 Stämme 1V. — 2.10 fm, 6
Stämme V. — 5,37 im, zuſammen
7,98 fm.
Die Verkaufsbedingungen werden au
Wunſch gegen Erſtattung von 50 Rpfg.
in Briefmarken, frei überſandt.
Die Angebote ſind, bis zum
obenbe=
zeichneten Termin verſchloſſen und mit
entſprechender Aufſchrift verſehen
einzu=
ſenden. Die Eröffnung der Angebote
erfolgt zum beſtimmten Termin in
Ge=
genwart etwa erſchienener Bieter
Die Aufarbeitung des Holzes iſt nach
den neuen Maßvorſchriften der Heſſiſchen
Domanialverwaltung erfolgt. Das Holz
wird auf vorherige Anmeldung durch
den Förſter Phil. Obmann, Groß=
Zimmern, Heimſtättenſtraße 8, im Walde
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vorgezeigt.
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vormittags 10 Uhr, ſollen in meinem
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Barzahlung verſteigert werden, ins=
(6620
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Schreibtiſch, 1 Kaffeemaſchine, 400
Rollen Kloſettpapier, 50 Briefordner,
2 Marmorſchreibzeuge, 46 Bilderrahm.,
150 Karton Kurzbriefe, 2 Papierkörbe,
1 Schreibmappe, Fahrräder, 1
Kaffee=
mühle 1 größere Partie Schirme
und Spazierſtöchke, 1 Klavier, ein
Sekretär (antik), 1 Warenſchrank, eine
Partie Küchengeſchirr, Pfannen
uſw., 1 Waſſerbaſſin, 1 Eismaſchine,
64 Bilder, 4 Portieren, 3 Vorhänge (f
Fenſter), 7 Pelzmäntel, 2 Theken,
2 Warenſchränke, 1 Warenſchr. m.
Spiegel, 2 Spiegel, 1 Ladenkaſſe, 4
Bü=
fetts, 4 Kredenzen, 1 Spiegelſchrank,
2 Bettſtellen, 2 Nachtſchränkchen, eine
Waſchkommode, Möbel aller Art u. a. m.
Ferner nachmittags 3 Uhr ein im
Lagerraum Pallaswieſenſtraße
unterge=
ſtelltes
Eßzimmer
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nachm. 3 Uhr, verſteigere ich in meinem
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lang, ca. 40 cm hoch, das Geſtell weiß
geſtrichen, 1 Warenglasaufſatz, ca. 80
cm lang, 30 cm hoch,
Eichenholzein=
faſſung, 1 Warenglasaufſatz, ca. 1 m
lang, ca. 20 cm hoch, 1
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aufſatz, ca. 1,50 m lang, ca. 20 cm
hoch, Eichenholzeinfaſſung, 1 großer
Warenſchrank, ca. 2,20 m hoch, weiß
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Seite 10
Donnerstag, den 12. April 1928
Nummer 102
Die größte Weſerbrücke fertiggeſtellt.
Die Weſerbrücke Vlothv—Uffeln
iſt in dieſen Tagen dem Verkehr übergeben worden. Das geſamite Brückenbau)perk iſt 372 Meter
lang und zeigt ſieben Oeffungen von 47 bis 64 Meter Spannweite.
Mercedes Gleitze hat die Meerenge bei Gibraltar
durchſchwommen.
Mercedes Gleitze nimmt die erſten Glückwünſche entgegen. (Im Kreiſe die Meiſterſchwimmerin.)
Die Londoner Stenotypiſtin Mercedes Gleitze, die von in Frankfurt a. M. wohnhaft geweſenen
deutſchen Eltern abſtammt, hat die Meerenge von Gibraltar in 12 Stunden 30 Minuten
durch=
ſchwommen. Es iſt vor ihr noch niemanden gelungen, die 13 Kilometer breite ſtarke Strömung
zwiſchen Spanien und Afrika zu bezwingen.
Deutſchnationale Krankenkaſſe.
Frankfurt a. M. Die Deutſchnationale
Krankenkaſſe, Hauptverwaltungsſtelle Frankfurt a M.,
deren Tätigkeitsgebiet ſich über Heſſen=Naſſau,
Ober=
heſſen, Rheinheſſen und die Prooinz Starkenburg
erſtreckt, hielt ihre diesjährige Hauptverſammlung
mit vorausgehender Mitarbeitertagung im
Hand=
werkerhaus zu Frankfurt a. M. ab, zu der weit über
hundert Vertreter aus den verſchiedenſten Orten des
Gebiets erſchienen waren. Die Leitung der
Ver=
ſammlung lag in der bewährten Hand des 1.
Vor=
ſitzenden, Hermann Schneider. Der Jahresbericht
wurde von Geſchäftsführer Hoffmann erſtattet, der
zuſammen mit der Jahresabrechnung von der
Ver=
ſammlung einſtimmig angenommen wurde. Als
Ver=
treter der Kaſſenleitung in Hamburg nahm Herr
Stolt an der Verſammlung teil. Er gab einen
ein=
gehenden Bericht über das Rechnungsergebnis der
Geſamtkaſſe, welcher von den Vertvetern mit
be=
ſonderer Befriedigung aufgenommen wurde und er
wies u. a. beſonders darauf hin, daß die
Kaſſen=
leitung der am 8. Juni 1928 in Dresden
ſtattfinden=
den Hauptverſammlung der Kaſſe Vorſchläge zur
Er=
weiterung der an ſich ſchon vorzüglichen Leiſtungen
machen werde. — Der Leiter der Werbeabteilung in
Hamburg, Ullrich, hielt einen Vortrag über
Werbe=
arbeit, worin er die Vorzüge der
Berufskranken=
kaſſe wie Freizügigkeit, Leiſtungsausdehnung bis zu
52 Wochen, ſowie die unvergleichbare Familienhilfe
ſcharf herausſtellte. In dem Schlußwort des
Ver=
treters der Kaſſenleitung kam beſonders der Dank
für alle die Mitarbeiter zum Ausdruck, die im
ver=
floſſenen Geſchäftsjahr an der außerordentlich guten
Entwicklung der Kaſſe mitgeholfen haben, er hob
hervor, daß die Deutſchnationale Krankenkaſſe mit
ihren über 200 000 männlichen Stammperſicherten und
größten Krankenkaſſe überhaupt ſei und damit einen
weſentlichen Faktor in der Krankenverſicherung
bedeute.
Der Mordfall Roſen vor Gericht.
Berlin. Der ermordete Profeſſor Roſen hatte
bekanntlich ſeiner Wirtſchafterin Neumann ſein
Ver=
mögen teſtamentariſch vermacht. Der Bruder
Ro=
ſens, Miniſter a. D. Roſen in Berlin, verweigerte
aber die Auszahlung, da er Frau Neumann für
erb=
unwürdig hält, weil ſie nach ſeiner Meinung an dem
Mord beteiligt war. Sie wollte deshalb ſchon 1926
Zivilklage anſtrengen, mußte dies aber unterlaſſen,
weil ſie mittellos iſt, das Gericht aber die Zubilligung
des Armenrechts unter Hinweis auf die ſchwebende
Mordunterſuchung verweigerte. Am Dienstag nun
nehmigung zugegangen, und ihr Rechtsanwalt hat
Erbes eingeleitet.
500 chineſiſche Bergarbeiter umgekommen.
London. Nach Meldungen aus Moskan ſind
in der Fuſhun=Kohlengrube 500 chineſiſche
Bergar=
beiter infolge eines Dammbruches etrunhen.
Ein 2000jähriges Gräberfeld bei Berlin
ausgegraben.
Berlin. Wie die Morgenblätter melden, iſt in
der in der Nähe von Götz gelegenen Siedlung
Schen=
kenberg ein großes vorgeſchichtliches Urnenfeld mit
über 100 Gräbern freigelegt worden. Das Feld wwird
600—800 v. Chr. in der Uebergangszeit von der
Bronze= zur Eiſenzeit angelegt worden ſein.
Be=
ſondere Bedeutung wird dieſer vorgeſchichtlichen
Ent=
deckung wegen der Unverſehrtheit der Gräber und
Urnen beigemeſſen.
Das Rathaus der Stadt Damgarten
niedergebrannt.
Schwerin. In der Nacht zum Mittwoch wurde
die vorpommerſche Stadt Damgarten von einem
Großfeuer heimgeſucht. Das Rathaus wurde mit
faſt der geſamten Inneneinrichtung und vielem
wert=
vollen Aktenmaterial in einigen Stunden völlig
ver=
nichtet.
Eine Familie durch Gas vergiftet.
Stettin. Dienstag nachmittag gegen 5 Uhr
nahm man aus der Wohnung des Buchhändlers
Lu=
kowfki ſtarken Gasgeruch wahr. Beim Eindringen
fand man Frau Lukoſſki, ihre beiden Töchter im
Alter von vier und acht Jahren und ihre beiden
Söhne von drei und fünf Jahren beſinnungslos in
ihren Betten vor. Die Gashähne waren geöffnet.
Die ſofort angeſtellten Wiederbelebungsverſuche
waren nur bei dem jüngſten Kinde erfolgreich,
wäh=
rend die übrigen bereits geſtorben waren.
Myſteriöſe Arſenikvergiftung.
Reichenberg. Der Schauſpielerin des
Reichen=
berger Theaters H. Morton ging, angeblich von
ihren Angehörigen in Brünn, eine Poſtſendung mit
Oſtertorten zu. Sie teilte das Gebäck mit der
Theaterdienerin Maria Flögel. Nach dem Genuß
mit ihrer ausgedehnten Familienverſicherung eine der der Torte erkrankte Maria Flögel und vier
Mit=
glieder ihrer Familie. Die Mutter und ihre Tochter
ſind in der Nacht auf Dienstag im hieſigen
Kranken=
haus verſtorben. Der Tod erfolgte unter Anzeichen
einer Arſenvergiftung. Ueber den Abſender des
Pakets herrſcht noch Unklarheit.
Ein Kind aus dem Zuge gefallen
und überfahren.
Amſterdam. Auf der Fahrt nach dem Haag
ſtürzte ein vierjähriges Kind aus dem Zuge und
wurde von einem auf dem Nebengleis
herankommen=
den Eiſenbahnzug überfahren und getötet.
Drei Bahnarbeiter vom Zuge überfahren
und getötet.
Baſel. Im Bahnhof Zürich fuhr am Dienstag
iſt ihr nach einer Meldung aus Berlin dieſe Ge= vormittag ein Eiſenbahnzug in eine Arbeiterkolonne,
die dort mit Gleisaubeiten beſchäftigt war. Drei
Ar=
darauf ſofort die Zivilklage auf Herausgabe des beiter wurden von der Maſchine erfaßt und getötet.
Schweres Keſſelunglück.
Paris. Wie aus Nizza berichtet wird, ging
am Dienstag nachmittag in der Villa Rothſchild ein
Keſſel in die Luft. Zwei Arbeiter wurden getötet
und fünf ſchwer verletzt. Ein achter Arbeiter wird
vermißt.
Reich und Ausland.
Ehrenabend für Helene Lange.
Der Allgemeine Deutſche
Lehrerin=
nen=Verein und der Bund Deutſcher
Frauenvereine haben am 9. April den 80.
Ge=
burtstag ihrer Vorkämpferin und Führerin Helene
Lange mit der Jubilarin feiernd begangen. Der
Kaiſerſaal des Zoologiſchen Gartens ſah eine
feſt=
freudige Schar aus ihrem großen Kreiſe. Nachdem
Frau Oberſchulrat Emmy Beckmann für den
Allge=
meinen Deutſchen Lehrerinnen=Verein über Helene
Lange’s Kampf für die Bildung der Mädchen zu
ihrem eigenen Weſen und dafür, daß die Frau ein
Wert für die Nation geworden iſt, geſprochen hatte,
brachte Frau Emma Ender als Vorſitzende des
Bun=
des Deutſcher Frauenvereine die Verbundenheit dieſer
Frauenorganiſation mit Helene Lange’s Lebenswerk
zum Ausdruck — einer Organiſation, die nicht nur
Maſſen umfaſſen will, ſondern immer wieder die Idee
an die Frauen, vor allem die Mütterlichkeit der
Frauen, heranbringen will. Die Grüße des
Preu=
ßiſchen Kultusminiſteriums — das Helene Lange die
Preußiſche Medaille für Verdienſte um den Staat
üüberſandt hat — überbrachte Frau Miniſterialrat
Heinemann. Das Provinzialausſchußkollegium
Bran=
denburg vertrat Herr Vizepräſident Hüttebräuker.
Die Stadt Berlin ſprach durch ihren Vertreter, Herrn
Stadtſchulrat Lürders, ihre Glüchvünſche aus. Die
Heimatſtadt Oldenburg ließ durch ihren
Oberbürger=
meiſter Dr. Goerlitz Helene Lange den
Ehrenbürger=
brief überreichen, weil durch ihre Arbeit neben den
deutſchen Bürger die deutſche Bürgerin getreten iſt.
Profeſſor Wilbrandt überbrachte die Feſtwünſche der
Univerſität Tübingen, die ſchon vor Jahren Helene
Lange, der Vorkämpferin für die Eingliederung der
Frau in die Volkswirtſchaft, den Ehrendoktor der
Staatswiſſenſchaften verliehen hat. Der Senat des
Freiſtaates Danzig ließ durch Frau Direktorin
Leh=
mann die Nachricht überbringen, daß er eine Schule
nach Helene Lange benennen wird. Es ſprachen
ferner die Vizepräſidentin des Frauenweltbundes
Prinzeſſin Cantaeuzene aus Bukareſt — als
Ver=
treterin von ſeiner Vorſitzenden Lady Wberdeen
be=
auftragt —, die Helene Lange’s Arbeit als ein
Be=
freiungswerk für alle Frauen, nicht nur die deutſchen,
feierte. Den Allgemeinen Deutſchen Frauenverein
vertrat ſeine Vorſitzende, Frau Dorothee von Velſen,
den Deutſchen Akademikerinnenbund ſeine
Präſiden=
tin, Frau Dr. von Zahn=Harnack. Die Frauen
Ol=
denburgs hatten Frau Willa Thorade entſandt mit
der Mitteilung, daß ſie eine Büſte Helene Lange’s
vom Bildhauer Gorſemann der Helene Lange=Schule
in Oldenburg als Feſtgabe geſchenkt haben, ſchließlich
erſchienen Abgeordnete der 5 bisher beſtehenden
Helene Lange=Schulen mit Glüchwünſchen und
ſelbſt=
gefertigten Geſchenken.
Mit dem Auto in die Werra geſtürzt.
Kaſſel. Glück im Unglück hatte ein Ingenieur
aus Hamburg, der mit ſeinem Wagen, von München
kommend, auf der Fahrt nach Hamburg begriffen
war. In einer unüberſichtlichen Kurde geriet der
Wagen bei Bad Soden ins Schleudern, durchſchlug
die ungefähr einen Meter dicke maſſibe Brückenmauer
und ſtürzte, ſich überſchlagend, in einen in die Werra
fließenden Bach. Wie ein Wunder blieben die beiden
Inſaſſen, ein amerikaniſcher Ingenieur und ſein
Fahrer, bis auf einige Hautabſchürfungen unverletzt.
Der Wagen legte ſich auf die Seite, und den
Hinzu=
eilenden gelang es, die beiden Verunglückten zu
retten.
Freiwilliger Tod im Starnberger See.
München. Am Ufer des Starnberger Sees,
in der Nähe von Bernried, wurden Kleidungsſtücke,
ein größerer Geldbetrag, Reiſepäſſe und ein
Ab=
ſchiedsbrief gefunden und die Gegenſtände als
Eigen=
tum eines 52 Jahre alten Münchener Oberlehrers
und ſeiner 49jährigen Schweſter feſtgeſtellt. Die nach
Auffindung der Gegenſtände ſofort aufgenommene
Suche im See endete mit der Auffindung der Leiche
der Schweſter, während die Leiche des Oberlehrers
bis jetzt noch nicht geborgen werden konnte. Es
be=
ſteht kein Zweifel, daß die Geſchwiſter freiwillig in
den Tod gegangen ſind. Was ſie zu dem traurigen
Entſchluß getrieben hat, liegt völlig im Dunkeln.
Volksflugtag in Berlin.
Die Helden des Volksflugtages: Ernſt Udet (in
der Maſchine). Frl. v. Etzdorff und Gerhard
Fieſeler.
Mehr als hunderttauſend Menſchen haben am
Oſter=
montag den Zeppelin=Flughafen in Berlin=Staaken
nufgeſucht. Berühmteſte Meiſter des Flugſports boten
mit ihren kühnen Kunſtflügen ein ſeltenes Schauſpiel
dem beifallsfreudigen Publikum. Beſonders Udet,
unſer beſter Kriegsflieger, und der Kunſtflieger
Fieſeler, ſowie die bekannte Pilotin Frl. v. Etzdorff
ſtanden im Mittelpunkt der Begeiſterung.
Schweres Eiſenbahnunglück
bei Paris.
Paris. In den Nachmittagsſtunden am
Mittwoch ſtießen 300 Meter vom Nordbahnhof
entfernt zwei Eiſenbahnzüge zuſammen. Bis
jetzt ſollen aus den Trümmern bereits 15 Tote
und etwa 30 Schwerverletzte geborgen worden
ſein.
Die Zahl der Verletzten hat ſich auf 33 erhöht,
wovon 17 ſchwer verletzt ſind. Eine Anzahl der
Leichtverletzten konnte nach Anlegen eines
Notver=
bandes wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Die
Toten ſind bis jetzt nur zum Teil identifiziert worden.
Unter ihnen befindet ſich u. a. der Zugführer des
Schnellzuges ſowie eine Mutter mit ihrem
zwei=
jährigen Kind. Beide ſind bisher nicht identifiziert
worden.
Der Zuſammenſtoß erfolgte um 13,10 Uhr und
ſcheint auf falſche Weichenſtellung zurückzuführen zu
ſein oder vielleicht auf ſchlechtes Funktionieren einer
Weiche. Die genaue Urſache konnte bis jetzt noch nicht
aufgeklärt werden. Der Zuſammenprall erfolgte mit
ungeheurer Wucht unter dem Straßenübergang
Dou=
deauville, ſomit nicht auf dem Pont Marcadet, wie
zuerſt irrtümlich verlautete. Die beiden Züge ſind
buchſtäblich ineinander gefahren. Durch den Anprall
wurde die Lokomotive des Zuges Paris—Amiens—
Boulogne aus den Schienen gelvorfen. Die
Lokomo=
tibe des Vorſtadtzuges, der größere Geſchwind’ gkeck
hatte, fuhr mitten durch den erſten Pesſonenvagen
hindurch. Die meiſten Inſaſſen dieſes Wagens
wur=
den getötet. Die übrigen Wagen wurden darauf aus
den Schienen geworfen und ebenfalls zertrümmert.
Der Vorſtadtzug litt weniger, doch wurden der erſte
und der dritte Wagen zertrümmert, währeno der
zweite, der hochgehoben worden war, nur entgleiſte
und faſt intakt blieb. Die Reiſenden dieſes Wagens
erlitten nur unbedeutende Verletzungen Zur
Hilfe=
teiſtung wurde die Feuerwehr aufgeboten.
Polizei=
präfekt Chiappe, mehrere hohe Beamte der
Nord=
bahngeſellſchaft ſowie ein Vertreter des Gerichis ſind
an Ort und Stelle angekommen.
Sturm im Hafen von Sette.
Paris. Wie aus Montpellier gemeldet wird, iſt
infolge des gegenwärtig in Sette herrſchenden
Stur=
mes der aus Amerika kommende Dampfer „
Mel=
pomene” auf den Sandbänken vor dem Hafen
ge=
kentert. Der italieniſche Dampfer „Madelane Odero”
iſt kurze Zeit darauf am Hafeneingang ebenfalls
ge=
kentert, jedoch an einer geſchüitzten Stelle, ſo daß er
nicht denſelben Gefahren ausgeſetzt iſt wie der
Dampfer „Melpomene‟.
Drei Menſchen beim Rettungsverſuch
umgekommen.
Paris. Zwei Kinder, die am Strande von Rocl
Noires bei Caſablanca ſpielten, wurden don einer
Welle erfaßt. Der Vater, der ſich ins Meer ſtürzte,
um ſie zu retten, konnte das jüngſte Kind
wohlbehal=
ten ans Land bringen, ſank aber unter, als er ſich
zum zweitenmal ins Waſſer begab. Zwei weitere
Perſonen kamen ebenfalls bei den
Rettungsver=
ſuchen um.
Das Motorbootunglück auf dem Comer See.
Mailand. Wie zu dem Motorbootunglück auf
dem Comer See gemeldet wird, handelt es ſich bei
den Verunglückten meiſt um junge Leute aus
Mai=
land und der Provinz Como, die ſich zu einem
Tanz=
vergnügen nach der Grotte del Nino begeben hatten.
Der Steuermann, der ſich freiwillig der Polizei
ſtellte, iſt in Haft behalten worden. Während nach
der Ausfage einiger Geretteter ein Bruch des Steuers
zu dem Unglück führte, erklären andere, daß der
Bootsführer das Unglück durch ein falſches Manöver
verſchuldet habe.
Exploſion eines Sauerſtoffbehälters.
Sofia. In einem Werk zur Herſtellung von
Kohlenſäure, das in dem Induſtrieviertel gelegen iſt,
explodierte ein Behälter mit Sauerſtoff, wobei drei
Perſonen getötet und zwei verwundet wurden. Dabei
wurde erheblicher Schaden angerichtet. Die Urſache
der Exploſion iſt noch nicht feſtgeſtellt. Man nimmt
an, daß der Sauerſtoffbehälter ſchadhaft war oder
daß Unachtſamkeit vorliegt.
Im Faltboot über den Atlankik.
Ein Deutſcher will in 110 Tagen nach
Amerika paddeln.
Kapitän Franz Romer nimmt von Kommandeur
Raphael de Caſtro in Liſſabon Abſchied.
Ein 29jähriger Offizier der deutſchen Handelsmarine,
Kapitän Franz Romer, hat den kühnen Entſchluß
gefaßt, in einem Paddel=Kanu den Atlantiſchen Ozean
zu überqueren. Der Radiotelegraphiſt eines britiſchen
Oeldampfers meldet, daß er den waghalſigen Paddler
etwa 500 engliſche Meilen von Liſſabon auf hohen
See geſichtet hat.
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Donnerstag, den 12. April 1928.
Nummer 102
Sport, Spiel und Turnen.
Auerbach I—Langen II 5:6 (2:4).
Langen hat in bezug auf Ballbehandlung ein Plus zu verzeichnen,
Aufwildraftiem Earmeikeäägft das Auerbach durch eifriges Spiel und große Energie ausgleicht. Die
durch die Läuferreihe gut unterſtützte Verteidigung und der gute Tor=
Oſierſpiele im Main=Rheingau O. T.
Tgde. Darmſt. 1846 1. — T. u. Spp. Eintracht Wiesbaden 1. 8:10 (4:5).
Tgde. Darmſt. 1846 2. — T. u. Spv. Eintracht Wiesbaden 2. 7:9 (3:2).
Die beiden erſten Mannſchaften lieferten ſich am Oſtermontag ein
Spiel, das reich an ſpannenden Momenten war, und beiderſeits in
einem überaus raſchen Tempo durchgeführt wurde. Die Eintrachtelf,
durchweg große Geſtalten, hinterließ einen vorzüglichen Eindruck. Ihre
Ballbehandlung war muſterhaft, und die Vorausſage, daß dieſe Elf an
Spielſtärke alle bieher auf dem Finanzamtsplatze geſehenen
Mannſchaf=
ten übertreffen würde, hat ſich voll und ganz bewahrheitet. Wenn
Darmſtadt bei dieſem Treffen auch nicht Sieger bleiben konnte, ſo muß
doch anerkannt werden, daß die 1846er einen durchaus ebenbürtigen
Gegner für dieſe Meiſterelf abgaben und das Spiel immer offen halten
konnten. Dies beweiſt der geringe Torunterſchied.
Vor dieſem Treffen ſtanden ſich die beiden zweiten Mannſchaften
gegenüber. Wie bei den erſten Mannſchaften, ſo war es auch hier; die
Eintrachtleute waren den 1846ern körperlich bedeutend überlegen.
Trotz=
dem kämpften die Darmſtädter in überaus anerkennenswerter Weiſe und
führten bei Schluß der erſten Halbzeit mit 3:2. Nach der Pauſe ſah
man Eintracht im Vorteil. Siebenmal mußte der Darmſtädter
Tor=
hüter den Ball aus dem Netz holen, wogegen die 1846er nur noch
vdier Tore erzielen konnten.
Turngemeinde Darmſtadt 3. — Arheilgen (Jgd.) 5:5 (3:3).
Das Torergebnis entſpricht nicht der Leiſtung beider Mannſchaften.
Ein 5:3 für Arheilgen wäre verdient geweſen. Das Feldſpiel war im
ganzen gut. Vor dem Darmſtädter Tor wurde ſeitens der
Turn=
gemeinde zu hart geſpielt, weshalb es nur ſo Strafſtöße hagelte.
Zweifellos war Arheilgens Mittelſtürmer der beſte Mann auf dem
Platze.
Turngeſellſchaft I.—Groß=Umſtadt (Sonderklaſſe) 4:4 (3:3).
Groß=Umſtadt, der Vertreter des Odenwaldgaues in der Verbands=
Sonderklaſſe, folgte einer Einladung der hieſigen 1875er Turner, die
allerdings mit vier Mann Erſatz antreten mußten und für dieſe der
Freundſchaftskampf nicht allzu leicht wurde. Groß=Umſtadt, eine
ſym=
pathiſche Elf, nutzte gleich zu Beginn des Spieles die erkannte Schwäche
der Einheimiſchen meiſterhaft aus und erzielte in den erſten 5 Minuten
zwei, für den Darmſtädter Torhüter unhaltbare Tore. Das flotte
Tempo der Gäſtemannſchaft verhalf in der 13. Minute zum 3. Erfolg,
und ſchien der Ausgang für Darmſtadt hoffnungslos zu werden.
Darm=
ſtadts Sturm findet ſich nun beſſer zuſammen und drängt die Gäſte, die
ihrem lebhaften Tempo zum Opfer fielen, in ihre Spielhälfte zurück,
ſo daß ſich Groß=Umſtadt nur noch auf die Verteidigung ihres
Heilig=
tums beſchränken mußte. In gleichmäßigen Abſtänden gelang es
Darm=
ſtadt, bis zur Halbzeit gleichzuziehen. Nach Beginn der zweiten
Halb=
zeit verwirkt Darmſtadt einen 16,50 Meter, der Umſtadt zum vierten
Torerfolg verhalf. Mehrere Strafſtöße der Darmſtädter endeten im
Aus oder ſcheiterten an der vorzüglichen Abwehr des Groß=Umſtädter
Torhüters. Darmſtadt liegt dauernd im Angriff auf das Gegnertor,
and 12 Minuten vor Schluß mußte Groß=Umſtadt das Leder aus dem
Netz holen. Das jetzt einſetzende lebhafte Tempo beider Parteien brachte
für keine derſelben einen Erfolg, und konnten ſich nach dem Schlußpfiff
des Schiedsrichters zwei gleichwertige Gegner trennen.
Turngeſellſchaft Darmſtadt II—Groß=Umſtadt II 3:0 (0:0).
In der erſten Halbzeit zeigten beide Mannſchaften ein ſehr ruhiges,
ſchönes und verteiltes Feldſpiel, in welchem den Einheimiſchen ein
klei=
nes Plus einzuräumen war. Der Torhüter Groß=Umſtadts hielt
vor=
züglich. Ohne einen Erfolg ging es in die Halbzeit. In der zweiten
Halbzeit ging Darmſtadt beſſer aus ſich heraus und lief zu ſeiner
ge=
wohnten Form auf, den Gegner ſtets in ſeiner Spielhälfte haltend,
trug es Angriff auf Angriff gegen das Gegnertor vor. In gleichen
Abſtänden verſtanden es die 1875er, erfolgreich einzuſenden. Gegen
Schluß verſuchten die Gäſte noch, das Ehrentor zu erzwingen, aber alle
gutgemeinten Durchbrüche ſcheiterten an der vorzüglichen Verteidigung
der Blau=Weißen, oder aber der Tormann ſchützte ſein Heiligtum auf
das beſte.
Auerbach—Arheilgen 5:3 (3: 2).
Auerbach, der Neuling in der Hanball=Bewegung, trat erſtmals am
erſten Oſtertage auf den Plan und kann als Anfänger eine ſehr gute
Spielerfahrung verzeichnen. Die Niederlage von Arheilgen iſt dem
Fehlen dreier Spieler zuzuſchreiben.
Auerbach—Heppenheim (Jgd.) 7:2 (4:2)
Der techniſch beſſeren Mannſchaft aus Heppenheim war die wohl
körperlich überlegene Auerbacher Mannſchaft nicht gewachſen. Dennoch
war es ein ſchönes Spiel des Neulings, dem nur ein ſchnelles und
ge=
naues Zuſpiel fehlt. Lebhaften Zuſpruchs von Zuſchauern konnte ſich
das Spiel erfreuen und läßt dies erkennen, daß für die Spielbewegung
in Auerbach guter Boden vorhanden iſt.
Walldorf-Pol. Spv. Frankfurt a. M. 3: 3 (2: 2).
Einen ſtarken Gegner für Walldorf bedeutete die Polizeimannſchaft,
und ſpricht das Ergebnis dafür, daß Walldorf ſeinem Gegner vollauf
gewachſen ſchien. Aus der Mannſchaft der Ordnungshüter, agte
be=
ſonders der Mittelſtürmer hervor, während Walldorfs Stärke in dem
Tormann ſowie dem rechten Verteidiger beſtand. Der Verlauf des
Spieles entſprach dem beiderſeitigen Können.
Büttelborn—Egelsbach 9:4 (6:3).
Das von Anfang an flotte Spiel beider Mannſchaften riß
Büttel=
born an ſich, was durch die techniſche Ueberlegenheit von Büttelborn
nicht anders zu erwarten war. Beſſere Technik ſiegte hier über
körper=
liche Ueberlegenheit.
Alsbach—Tv. Mainz 1860 2: 2 (0:1).
Der Spielverlauf war hier dem Reſultat entſprechend. Die
Ver=
treter aus dem Goldenen Mainz” fanden einen nicht erwarteten
Wider=
ſtand an dem Gegner von der Bergſtraße.
Bensheim 2. — Eberſtadt 2. 12:3 (8:3).
In beiderſeits ſehr eifrigem Spiel erwies ſich Eberſtadt ſeinem
Gegner gegenüber als viel zu ſchwach.
Groß=Umſtadt—Neu=Ifenburg 7: 1 (5:0).
Beide Mannſchaften kämpften mit großem Eifer, doch verzeichnet
Iſenburg reichliches Pech, wozu noch als Verſager der eigene Torhüter
einzurechnen iſt.
Bensheim 1. — Eberſtadt 1. 5:1 (3:1).
Bensheim, welches Anſtoß hatte, findet ſich meiſterhaft zuſammen
und erzielt in der fünfzehnten Minute das Führungstor. Eberſtadt
ſpielt ſehr zerfahren und läßt jegliches Zuſammenſpiel vermiſſen. Bis
zur Halbzeit iſt Bensheim noch zweimal erfolgreich und Eberſtadt kann
für ſich das einzige Tor kes Tages buchen. Im verteilten Feldſpiel der
zweiten Halbzeit erhöht Bensheim ſeine Torziffer um weitere zwei,
während Eberſtadt dem nichts entgegenſetzen konnte.
Griesheim (Turnerſchaft) — Weinheim (Turnerſchaft) 8:8 (3:5).
Weinheim, ein nicht unbekannter Gaſt aus dem badiſchen
Turn=
kreis, war gegen Turnerſchaft Griesheim verpflichtet, und es gelang dem
Gaſt auch diesmal nicht, einen Sieg über einen Main=Rheingau=
Ver=
treter zu erringen. In beiderſeits ſehr ſchnellem Spiel holte Weinheim,
welches als Bundesgenoſſen den Wind im Rücken hatte, alsbald zwei
Tore auf und kann bis zur Halbzeit fünf Treffer verbuchen, während
Griesheim nur drei Tore für ſich verzeichnen kann. Auf beiden Seiten
gab es für die Torhüter viel zu tun. Die rechte Seite in Griesheims
Mannſchaft ſehr gut. Weinheim nur zu laut bei dem Spiel, welches
von Griesheim weniger zu ſagen ſein dürfte. Im übrigen verlief das
Spiel nach dem Ergebnis.
wächter der Gaſtgeber verhinderten eine größere Niederlage. Obwohl
das Spiel etwas hart, wurde es doch mit turneriſchem Anſtand
durch=
geführt.
Auerbach 2. — Langen (Jgd.) 5:3 (3:1).
Obwohl Auerbach kein beſonderes Stellungsſpiel zeigte, ſo mußte
man doch von Langen vorausſetzen, daß es dunh längere
Spielerfah=
rung ein ſolches vorführen würde, aber auch hier blieb es aus. Die
Auerbacher, körperlich der Langener Mannſchaft überlegen, konnten
leichſt über Langen ſiegen. Wenn Auerbach ſo weiterfährt, wie es an
den Oſtertagen begonnen hat, ſo dürfte manches von ihm zu erwarten
ſein und es ihm nicht ſchwer fallen, ſich in der kommenden
Handball=
runde im Gau durchzuſetzen. Es dürfte hierbei mauchmal die
Ueber=
raſchungsrolle ſpielen.
Langen — Kirſchweiler 11:2 (6:2).
Langen verpflichtete ſich als Gegner die Mannſchaft des To.
Kirſch=
weiler des Nahe=Idartal=Gaues. Kirſchweiler geht mächtig aus ſich
heraus und erzielt das erſte Tor. Langen, welches langſam Fühlung
mit ſeinem Gegner nahm, entfaltete ſodann ſein ganzes Können, und
bis zur Halbzeit ſtand ſchon mehr als der Sieg durch ſechs Tore für
Langen ſicher. Kirſchweiler konnte nur noch ein zweites Tor für ſich
buchen. Die gute Stürmerreihe der Langener Mannſchaft brachte das
Feindtor in der zuveiten Halbzeit dauernd in Gefahr und mußte
Kirſch=
weiler noch fünfmal den Ball im Netz landen ſehen, was die ſonſt gute
Verteidigung der Gäſtemannſchaft nicht verhindern konnte. Der Sturm
der Gäſte war dem von Langen nicht gewachſen.
Handball.
Handballigaaufſtiegſpiele: „Rot=Weiß —
„Kickers” Offenbach.
Mit dieſem Spiel am kommenden Sonntag beſchließt Rot=Weiß
die Ligaaufſtiegſpiele. Der Ausgang des Spieles kann Rot=Weiß zwar
nicht um den Aufſtieg mehr bringen, wohl aber könnte eine Niederlage
den zweiten Tabellenplatz, den Rot=Weiß bis jetzt behauptet, koſten.
Daß die Kickers ein ſehr gefährlicher Gegner ſind, haben die
Darm=
ſtädter im Vorſpiel, das bekanntlich 2:2 endete, zur Genüge erfahren.
Zudem laſſen die Reſultate, die die Kickers in den letzten Spielen
er=
zielten, auf eine weſentliche Formverbeſſerung ſchließen. So gewannen
ſie gegen „Germania” Wiesbaden 5:0 und unterlagen gegen Polizei
Butzbach in Butzbach nur 2:1. Rot=Weiß wird alſo gut tun, dieſen
Gegner nicht leicht zu nehmen.
3. Jgb. Spp. 98 Darmſtadt—1.Jgd. Haſſia=Bingen 4:0.
Am erſten Oſterfeiertag war die 3. Jgd.=Handballmannſchaft des
Spv. 98 Darmſtadt bei Haſſia=Bingen zu Gaſt und ſpielte gegen die
körperlich bedeutend ſtärkere dortige 1. Jod. Das eifrige, flotte und
ſyſtematiſche Spiel der Darmſtädter konnte den Nachteil der geringeren
Körperkraft ausgleichen und führte in gleichmäßigen Abſtänden zu vier
Erfolgen für die Darmſtädter Jugend, die nach Bingener Urteil einen
ſehr guten Eindruck hinterließ.
Fußball.
Union Darmſtadt — Starkenburgia Heppenheim.
In Fortſetzung der Pribatzſpiele empfängt der FC. Union am
kom=
menden Sonntag Starkenburgia Heppenheim, ein beachtenswerter
Ver=
treter der Kreisliga Südheſſens. Derſelbe nimmt in der Tabelle zwar
nur den fünften Platz ein, jedoch die letzten Verbandsſpielreſultate
be=
zeugen deutlich, die gleichwertige Spielſtärke mit der Spitzengruppe des
Kreiſes. So unterlagen die Starkenburgianer nur knapp 2:1 in Lorſch
beim Kreismeiſter, ſiegten gegen Biblis 5:1 und gegen Pfiffligheim
ſogar 6:2. Auch in den begonnenen Privatſpielen konnte der Verein
ſchon wiederholt erfolgreich ſein. Außerdem zeichnet ſich die Mannſchaft
durch beſondere Fairneß und muſtergültige ſportliche Diſziplin aus,
womit alle Vorbedingungen eines techniſch ſchönen und auch
intereſ=
ſauten Treffens gewährleiſtet ſind.
Union darf alſo auf keinen Fall ſeinen Gegner unterſchätzen,
zu=
mal die Spielweiſe, ein raumgreifendes und ganz beſonders flinkes
Flügelſpiel, mit dem nötigen Eifer ergänzt, der Heppenheimer Elf
ſchon manchen unerwarteten Erfolg beſchieden hat. Schönes Wetter
vorausgeſetzt, ſteht jedem Darmſtädter Fußballintereſſenten alſo ein
wirklich empfehlenswerter Fußballkampf bevor. Auf die
Mannſchafts=
aufſtellungen kommen wir nochmals zurück. — Vorher ſpielen auch die
Reſervemaunſchaften beider Vereine,
Viktoria Griesheim — Alemannia Stuttgart 3:2 (1:2).
Nachdem am erſten Feiertag Stuttgart mit 6:1 Toren vom SpV.
Weiterſtadt geſchlagen wurde, es mag hierbei der Sandplatz viel dazu
beigetragen haben, gelang der Viktoria nur ein knapper Sieg.
Gries=
heim, ohne Loos und Nold 1., Stuttgart ebenfalls mit Erſatz. Das
Spiel beginnt vielverſprechend für Griesheim, denn ſchon die fünfte
Minute bringt den erſten Erfolg durch Klippel, der es verſteht, einen
wunderbaren Flachſchuß in die rechte Ecke zu ſetzen. Griesheim bleibt
leicht überlegen, ohne jedoch etwas erreichen zu können. Da winkt für
Stuttgart der Ausgleich, Harz hat einen Stuttgarter Spieler im
Straf=
reum unfair zu Fall gebracht. Der gegebene Elfmeter wird unhaltbar
in die linke obere Torecke eingeſchoſſen. Dunch dieſen Erfolg
ange=
ſpornt, kommt Stuttgart mehr auf und ſtattet dem Griesheimer Tor
öfters gefährliche Beſuche ab. Aber bald mimmt Griesheim das Heft
wieder in die Hand, die Verteidigung rückt bis zur Mittellinie auf und
dies ſollte zum Verhängnis werden. Ein ſchneller Durchbruch und
ſchon heißt es 2:1 für Stuttgart. Bis zur Halbzeit drückende
Ueber=
legencheit von Griesheim, jedoch der Sturm verſteht es nickt, Tore zu
ſchießen.
Vor Beginn der zweiten Halbzeit überreicht der erſte Vorſitzende
Müller, Griesheim, den Gäſten ein Blumengebinde, Stuttgart dankt,
ebenfalls mit Blumen. Griesheim hat jetzt umgeſtellt; Korb iſt in den
Sturm gegangen. Das Spiel geht auf und ab, bald iſt es der
Gries=
heimer, bald der Stuttgarter Torhüter, der abzuwehren hat.
Gries=
heim iſt wieder gut durchgekommen, der Torſchuß, von einem
Stutt=
garter Verteidiger abgewehrt, wird von Merker aus 16 Meter zum
2:2 verwandelt. Das dritte Tor läßt nicht lange auf ſich warten und
fällt im Anſchluß an eine Ecke. 3:2 für Griesheim. Zwei Minuten
ſpäter kann der linke Verteidiger durh ſchnellen Lauf gerade noch ein
viertes Tor für Griesheim auf der Torlinie retten. Bis zum Schluß
verteiltes Spiel. Ecken 4:3 für Griesheim.
Kritik: Bei Griesheim zeigte ſich die Verteidigung als beſter
Manuſchaftsteil, die Läuferreihe gut in der Abwehr, um jedoch im
Zu=
ſpiel, was beſonders die Außenläufer angeht, abzufallen. Der Sturm
verſagte vor dem Tore vollſtändig, daran ändert auch der Sieg nichts.
Beſonders zu rügen iſt das Benehmen des Linksaußen. Er gab in der
letzten halben Stunde keine Bälle mehr zur Mitte, ſondern verſuchte,
alle direkt auf das Tor zu treten; hatte aber damit kein Glück, denn
ſie landeten alle hinter dem Tore. — Stuttgarts Torhüter etwas
un=
ſicher, wurde ſpäter beſſer, die Verteidigung zeigte ſich von der beſten
Seite, wobei der rechte herorragte. Schwach war die Läuferreihe, um
aber doch durch ſchnelle Ballabgabe aufzufallen. Der Sturm flink, im
Strafraum ſtets gefährlich. Schiedsrichter Roth=Wolfskehlen leitete gut.
Stuttaart, das ſchon am Samstag vormittags 10 Uhr in Darmſtadt
eintraf, hinterließ in allen Beziehungen den beſten Eindruck und mit
den Rufen „Auf Wiederſehen an Pfingſten in Stuttgart” traten ſie die
Heimreiſe an.
Fußballgeſellſchaft Viktoria=Lambsheim—Eintracht=Darmſtadt 5:7 (3:3).
Eintracht war am erſten Oſterfeiertag Gaſt der Fußballgeſellſchaft
Viktoria Lambsheim (Pfalz), und war dort beſtens aufgehoben. Die
Tfälzer zeigten ſich in jeder Beziehung als angenehmſte Gaſtgeber.
Man tat alles Mögliche, um den Gäſten den Aufenthalt recht angenehm
zu geſtalten. Hierfür ſei der Fußballgeſellſchaft Lambsheim auch an
dieſer Stelle herzlichſt gedankt. Lambsheim ſteht von 10 Vereinen mit
nur 2 Punkten hinter dem Meiſter und hält einen Vergleich mit den
ſpielſtärkſten Mannſchaften unſeres Gaues jederzeit aus. Die
Mann=
ſchaft pflegt ein genaues flaches Kombinationsſpiel und war ſehr
ſchnell, ließ aber vor dem Tore die Entſchlußfähigkeit vermiſſen, die zum
Erfolg führt. Allerdings ſtand auch im Eintracht=Tor ein Hüter, der
ein ganz großes Spiel lieferte und die todſicherſten Sachen zunichte
machte. Seine Fangſicherheit war verblüffend. Eine vorbildlich deckende
und aufbauende Läuferreihe unterſtützte den Sturm. Die Verteidigung,
ballſicher und ſchlagkräftig, und der Tormann, der jedoch das Können
ſeines Gegenübers nicht erreichte, bildeten ein ſtarkes Abwehrtrio. Däß
dem Eintrachtſturm trotzdem ſieben Erfolge gelangen, ſpricht dieſem das
beſte Zeugnis aus. Er war der beſte Mannſchaftsteil. Beſonders der
Rechtsaußen hatte, beſtens unterſtützt von ſeinem Halbſpieler, einen
außerordentlich guten Tag. Seine Flanken verurſachten gefährlichſte
Situationen, deren die Abwehr Lambsheims nur mit Mühe Herr
wer=
den konnte. An dem größten Teil der erzielten Tore war er indirekt
beteiligt. Auch der Mittelſtürmer und die linte Seite zeigten ein ſehr
gutes Spiel und viel Verſtändnis. Schwach war die Läuferreihe. Hier
fiel der Mittelläufer — auf ungewohntem Poſten ſtehend — zeitweiſe
völlig aus. Der Rechte (Erſatz) konnte erſt in der zweiten Halbzeit
be=
friedigen. Der beſte in dieſer Reihe war der Linke, der ſehr gut
zer=
ſtörte und es an brauchbaren Vorlagen an den Sturm nicht fehlen
ließ. Die Verteidigung hatte ſchwere Arbeit zu verrichten und ſpielte
bis gegen Schluß ohne Tadel. Hier bewährte ſich der eingeſtellte
Erſatz=
mann. Nachdem der Sieg ſicher ſtand, glaubte man, es ſich leicht machen
zu können und ließ den Gegner zu zwei vermeidbaren Toren kommen.
Der Schiedsrichter leichtete unauffällig und korrekt. — Nach dem Spiel
war man noch lange beiſammen und konnte ſich auch am folgenden Tag
nur ſehr ſchwer von ſeinem äußerſt liebenswürdigen Gaſtgeber trennen.
FV. 1911 Hofheim 1. — FV. 1919 Biblis Liga 3:3 (3:2).
Obige alte Bekannten ſtanden ſich am Oſtermontag in Hofheim
gegenüber und lieferten in der erſten Halbzeit einen ausgezeiclmeten
Kampf. Die ballſichere, forſche Verteidigung und die ſehr guten
Leiſtun=
gen des Hofheimer Torhüters machten den Nachbarn, die in der
Kreis=
liga vieles gelernt haben, das Toreſchießen ſehr ſchwer. In kurzen
Ab=
ſtänden erzielten die Hofheimer 2 Tove, denen die Gäſte prompt den
erſten Gegentreffer folgen ließen. Beide Mannſchaften verſuchten, unter
erheblichem Energieaufwand, das Ergebnis zu verbeſſern. Hofheim war
glücklichr und erzielte bald ſein drittes und letztes Tor. Noch vor der
Pauſe verbeſſerten die Gäſte durch Nahſchuß auf 2:3.
Die unnötig ſcharfe Note, die von einigen Spielern beider
Mann=
ſchaften gegen Ende der erſten Halbzeit in das Spiel gebracht wurde,
fand in der zweiten Hälfte ihren Fortgang und führte zum berechtigten
Platzverweis eines Hofheimer Verteidigers. Von nun an waren die
Gäſte naturgemäß mehr oder weniger ſtark überlegen und erzielten kurz
vor Schluß den Ausgleich. Biblis vollbrachte die weitaus beſſere
Ge=
ſamtleiſtung und hätte auf Grund deſſen einen knappen Sieg verdient.
Bei Hofheim war die geſamte Läuferreihe, die ſich ſtark defenſiv
ver=
hielt, ſchwach. Gut war hier zeitweiſe das Zerſtörungsſpiel, ſchlecht
jedoch der Aufbau. Die übrigen Teile der Mannſchaft waren gut, wenn
auch das Ballſtovtzen, und das Spiel auf dem freien Raum bedeutend
beſſer werden muß.
Vor dieſem Spiel ſpielte die zweite Manſchaft gegen die zweite von
Horchheim 3:3.
Schach.
Die 4. Runde des internationalen Meiſterturniers zu Gießen
wurde am Oſtermontag geſpielt. Bedeutungsvoll war der Sieg Sämiſchs
über Kmoch, der früh eine Figur verlor und zudem ſtark in
Zeitbedrängnis war. Ferner gewaunen Réti gegen Dr. Bechſtedt und
Orbach gegen Dr. Krämer. Die Partie v. Holzhauſen — Dr.
Tarta=
kower endete mit Unentſchieden. Der Stand iſt nunmehr folgender:
Dr. Tartakower und Réti 3 Punkte; Kmoch und Sämiſch 2½; Orbach
2: Dr. Bechſtedt 1½; v. Holzhauſen 1; Dr. Kraemer ½.
Im Hauptturnier iſt der Stand nach der vorletzten Runde dieſer:
Orth und Dr. Wolff 3½ Punkte (+ 1 Hängepartie) Dr. Schweißguth
3 (+2 H.); Flander 2½ (+ 2 H.); Rothamel und Sixt 2½ (+ 1H.)
Anthes 1½; Dr. Herzberger 1. Da die Hängepartien erſt morgen nach
Beendigung der letzten Runde geſpielt werden, iſt die Reihenfolge der
Preisträger noch äußerſt zweifelhaft.
Stand im Nebenturnier nach der 6. (vorletzten) Nunde: Fiſcher
6 Punkte; Menger 5; Peter 3½ (+ 1. H.), Dubrowitſch 2½ (+1H.);
Frl. Oppenheimer 2 (+ 1 H.), Barnack 2; Sratz 1 (+ 1 H.) Herr 0.
Einen Weltrekord im Dauerſchwimmen ſtellte mit 46 Stunden
un=
unterbrochenen Schwimmens der Huſumer Otto Kemmerich im Baſſin
des Zirkus Buſch zu Hamburg auf.
Wetterbericht
Das Hochdruckgebiet über Skandinavien hat ſich weiter ſüdwärts
aus=
gebreitet und infolgedeſſen zeigt das britiſche Tiefdruckgebiet, das ſich
bereits etwas abgeflacht hat, eine mehr ſüdöſtliche Verlagerung. Der
Einfluß der Druckſtörung wird bei uns zunächſt das woltige Wetter
fort=
beſtehen laſſen. Niederſchläge treten nur vereinzelt und in geringen
Mengen auf. Die Temperaturen gehen etwas zurück; im allgemeinen
bleibt es jedoch mild.
Ausſichten für Donnerstag, den 12. April: Wechſelnd wolkig, kühler,
vereinzelt etwas Regen.
Ausſichten für Freitag, den 13. April: Wolkiges Wetter, Temperaturen
nur wenig verändert, keine oder nur ſtrichwveiſe geringe Niederſchläge.
Wiiterungsverhältniſſe in Deutſchland heute morgen:
in C0 Wind: Mie
ſchlag
in mm Fee
decke
in ew Gießen: wolkig 130 Aachen: 107 SSWf. Hamburg: 120 Berlin: 100 München: heiter 120 MNW. Königsberg: wolkig Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen 1: Feldberg: wolkig 6,00 SW, (Taunus)
Waſſerkuppe: 9,0‟ Feldberg: 90 Sif. 0,3 (Schwarzw.)
Zugſpitze: heiter SO, Kahler Aſten: wolkig SW Fichtelberg: heiter
aupfſchriftleitung. Rudolſ Maup=
Veranzwortiſch für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleion Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; ſür Sport: Dr. Eugen Buhlmann:
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſf: Andreas Bauer: für
„Die Gegenwari”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willv Kuble: Druck
und Verlag: C. C. Wittich — ſämilſch in Darmſiadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 16 Geiten.
Die welsettige derwendung von MAGK
UrA
Vorteilhaftester Bezug in großen Originaltlaschen zu RM. 6.50.
Achtung auf unversehrten Plombenverschluß.
ist mancher Hausfrau noch unbekannt. Nicht nur Suppen aller Art sondern auch Gemülsen.
Soßen und Salaten verleiht ein kleiner Zusatz ſeinen, kräftigen Wohlgeschmack.
Donnerstag, den 12. Apfit
Nummer 102
Der Reichsbank=Ausweis.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 5. April zeigt die
geſamte Kapitalanlage der Bank in Wechſeln und Schecks,
Lom=
bards und Effekten einen Rückgang um 60,7 Millionen auf 2 770,2
Millionen Reichsmark. Im einzelnen verminderten ſich die
Be=
ſtände an Wechſeln und Schecks um 51,3 Millionen auf 2600,7
Millionen, diejenigen an Lombards um 9,4 Millionen auf 57,4
Millionen. Die Anlage in Effekten blieb mit 94,0 Millionen
Reichsmark weiterhin unverändert.
An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind
113,6 Millionen in die Kaſſen der Bank zurückgefloſſen, und zwar
hat der Umlauf an Reichsbanknoten um 102,1 Millionen auf
4 411,0 Millionen, derjenige an Rentenbankſcheinen um 11,5
Mil=
lionen auf 604,5 Millionen Reichsmark abgenommen.
Dement=
ſprechend und unter Berückſichtigung, daß in der Berichtswoche
Nentenbankſcheine in Höhe von 15 Millionen Reichsmark gemäß
§ 7b des Rentenbankliquidierungsgeſetzes getilgt worden ſind,
haben ſich die Beſtände der Reichsbank an Rentenbankſcheinen um
3,5 Millionen auf 22,7 Millionen Reichsmark vermindert.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen
ins=
geſamt ſind mit 2 156,7 Millionen Reichsmark, im einzelnen an
Gold mit 1960,1 Millionen Reichsmark, die Beſtände an
deckungsfähigen Deviſen mit 196,6 Millionen Reichsmark
ausge=
wieſen. Die Deckung der Noten durch Gold allein ſtieg von 42,8
Prozent in der Vorwoche auf 44,4 Prozent, diejenige durch Gold
und deckungsfähige Deviſen von 47,0 Prozent auf 48,9 Prozent.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die Prägungen von Reichsſilber= und Reichspfennigmünzen in den
deutſchen Münzſtätten im Monat März. Im Monat März wurden in
den ſechs deutſchen Münzſtätten 19 164 070 RM. ſilberne Fünfmarkſtücke,
4972 856 RM. Fünfzigpfennigſtücke aus Nickel und 44 593,11 RM.
Ein=
pfennigſtücke geprägt. Nach Abzug der wieder eingezogenen Münzen
bleiben im Umlauf 123869 840 RM. Fünfmarkſtücke, 1883318021 RM.
Dreimarkſtücke, 199 986 226 RM. Zweimarkſtücke, 293 595 679 RM.
Ein=
markſtücke, 26 563 314,5 RM. Fünfzigpfennigſtücke aus Nickel, 95 925 788,5
RM. Fünfzigpfennigſtücke, 56 953 437,90 RM. Zehnpfennigſtücke und
27 681 284,7 RM. Fünfpfennigſtücke aus Aluminiumbronze ſowie weiter
499 773,08 RM. Zweipfennigſtücke und 3 132 355,51 RM.
Einpfennig=
ſtücke aus Kupfer.
Deutſch=franzöſiſche Handelsbilanz. In den erſten beiden Monaten
dieſes Jahres betrug die Einfuhr aus Deutſchland 683 071 000 Franken
vder 115 999 000 weniger als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Die
franzöſiſche Ausfuhr nach Deutſchland belief ſich auf 1 049 860 000
Fran=
ken oder 201 932 000 Frauken mehr als im Vorjahre. Deutſchland hat
ſomit für ungefähr 40 Prozent mehr franzöſiſche Waren gekauft, als
Fvankreich deutſche Waren.
Max Elb A.G. Dresden. Die am 2. April ſtattgehabte
General=
verſammlung hat die Verteilung einer Dividende von 12,5 Prozent wie ten Werte teilweiſe noch gnt gehalten. Zelſtoff Waldhof gegenüber
im Vorjahre beſchloſſen. Die Umſätze haben ſich im letzten
Geſchäfts=
jahre ſowohl im In= als auch im Ausland weſentlich gehoben.
Frankfurter Hypothekenbank A.G., Frankfurt a. M. Die durch
in Höhe der reſtlichen 1 Million RM. durch Ausgabe von 1000 St.=A.
je 1000 Mk. zu 125 Prozent nunmehr erfolgt. Das Grundkapital
be=
trägt jetzt 10,005 Mill. RM.
Voigt u. Häffner A. G., Frankfurt a. M. In der
Aufſichtsrats=
ſitzung der Voigt u. Häffner A. G., Frankfurt a. M., wurde beſchloſſen,
der auf den 18. Mai eir zuberufenden G. V. die Verteilung einer
Divi=
dende von 8 Prozent vorzuſchlagen.
Hüttenwerk, Eiſengießerei und Maſchinenfabrik Michelſtadt A.=G.,
Michelſtadt. Die 1926 durchgeführte Betriebseinſchränkung auf die Hälfte
der regulären Belegſchaft mußte für die erſten ſechs Monate des Jahres
1927 beibehalten werden. Von da ab beſſerten ſich die Ausſichten
erfreulicher Weiſe derart, daß die Belegſckaſt auf zwei Drittel des
Vorkriegsſtandes gebracht werden konnte. Das Sommer= und
Früh=
herbſtgeſchäft entwickelte ſich befriedigend, ſo daß ein um zirka 55 Proz.
höherer Umſatz erzielt wurde. Bei 90 685 RM. Unkoſten, 28 168 RM. loven. Feſt lagey nur einige Spezialwerte, in denen lebhafte Umſätze
Steuern (i. V. zuſammen 93 134 RM.), und 12089 (12 540) RM.
Ab=
ſich der Verluſtvortrag auf 31 442 RM. ermäßigt. Es gelangt alſo
keine Dividende zur Verteilung. In der Bilanz werden bei 600 000
(109 941) RM. und Vorräte mit 177 396 (192 396) RM. ausgewieſen.
Wie ſich das neue Jahr geſtalten wird, läßt ſich ſchwer ſagen. Die
Ver=
waltung hofft, daß der von den landwirtſchaftlichen Organiſationen der
Landwirtſchaftsbevölkerung empfohlene Käuferſtreik nicht zur Wahrheit
wird.
Badiſche Aſſekuranzgeſellſchaft A. G., Mannheim. Die
Generalver=
ſammlung, in der im ganzen 2462 Aktien vertreten waren, genehmigte ſetzung denr enſtem Kunſe trat vorübergehend eine leichte Erholung ein,
die Bilanz. Die Prämieneinnahmen ſtiegen von 2,93 Millionen auf
3,51 Millionen RM. infolge der Beſſerung des Exportgeſchäftes und
einer günſtigen Entwicklung des Auslandsgeſchäfts. An Steuern hatte
die Geſellſchaft 93 358 RM. zu bezahlen, das ſind 15,19 Prozent des
Nominalkapitals und 21 Prozent des einbezahlten Kapitals. Für
Rück=
verſicherungsprämien wurden verausgabt 1,39 Millionen, für
ſchwe=
bende, aber noch nicht fällige Schulden, für Verſicherungen und
unvor=
hergeſehene Fälle werden 1,2 Millionen (750 000) RM. in Neſerve
geſtellt. Bezahlte Schäden abzüglich des Anteils der Rückverſicherer
betrugen 1 135 949 RM. (455 298 RM.) Die Erträgniſſe der
Kapital=
anlagen und ſonſtige Einnahmen ermäßigten ſich von 148 564 RM. auf
118 291 RM., dagegen erhöhten ſich beträchtlich die Verwaltungs= und beide Sichten.
Agenturunkoſten von 177 625 auf 437 950 RM. Aus dem Reingewinn von
168 245 (170 032) RM. wird der Unkoſtenrücklage ein Betrag von 20000
Reichsmark (30 000) überwieſen. An die Aktionäre wird eine Dividende
von 20 Prozent (20) bezahlt. Auf neue Rechnung werden 50 950 RM.
(47830 RM.) vorgetragen.
Geplante Einführung der Goldwährung in Frankreich. Der „
Ma=
tin” beſpricht das Problem der Wiedereinführung der Goldwährung in
Frankreich. Das Blatt ſtellt feſt, daß auch vor dem Kriege die
franzö=
ſiſchen Banknoten nicht vollſtändig in Gold einzulöſen waren, ſondern
teils in Gold, teils in Silber. Man werde ohne Zweifel früher oder
ſpäter wieder Silbermünzen ausgeben; aber lediglich als
Scheide=
münze. Die Banknoten jedoch würden gänzlich und ausſchließlich in g. &. G.
Gold einlösbar ſein. Frankreich, das früher bimetalliſtiſch war, werde Augsb.=Rürnb. Maſch
alſo zur reinen Goldwährung übergehen.
Metallnotierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin für je 100 Kg. am 11. April
ſtell=
ten ſich für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg, Bremen oder
Rotter=
dam (Notierung der Vereinigung f. d. Dt. Elektvolytkupfernotiz) 134,75 Deutſche Bank.,oe=
RM. — Die Notierungen der Kommiſſion des Berliner Metallbörſen= Diskontogeſ. . .....
vorſtandes (die Preiſe vevſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte
Lieferung und Bezahlung) ſtellten ſich für Original Hüttenalumintum, Deutſche Maſchinen
9—99 Prozent, in Blöcken Walz= oder Drahtbarren, 210 RM., des= Deutſche Erdöl .....!
gleichen in Walz= oder Drahtbarren, 99 Prozent, 214 RM., Reinnickel, Dynamit Nobel „ua=
98—39 Prozent, 350 RM. Antimon Regulus 80—85 RM., Feinſilber
(1 Kg. fein) 78.50—79,50 RM.
Die amtl. Preisfeſtſetzungen im Metallterminhandel vom 11. April
ſtellten ſich für Kupfer: Januar, Februar, März 122,75 (1B3,25),
April 122,25 (132,50), Mai, Juni, 122,25 (123), Juli, Auguſt, September, Hanſa Dampfſch. . .
Oktober 122,50 (123), November, Dezember 122,75 (123,25). Tendenz: Hapag ...........!.
ſtill. Für Blei: Januar, Februar, März 41 (41,25), April 39,50
(40,50), Mai 40 (40,75), Juni 40,25 (40,75), Juli, Auguſt, September, Hemoor Zement. .
Oktober 40,50 (41), November, Dezember 40,75 (41). Tendenz: ſtill.
Für Zink: Januar, Februar März 48,50 (49,50) April, Mai, Juni
49 (50), Juli, Auguſt, September, Oktober, November, Dezember 48,50
(49,50), Tendenz: ſtill. — Die erſten Bahlen bedeuten Geld, die in
Klammern beigefügten Brief.
Die Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 11. April ſtellten
ſich für Kupfer (Tendenz: willig): Standard p. Kaſſe, 3 Monate
611/e—¾, Settl. Preis 6134, Elektrolyt 66½—67, beſt ſelected 64½ bis Sofia ....
6½, Elektvowirebars 67; Zinn (Tendenz: flau): Standard p. Laſſe Holland”,
2307—34, 3 Monate 231½—½, Settl. Preis B0¾, Banka (inoff. Not.)
(Tendenz: willig): ausländ.
Regulus chineſ. per (inoff. Not.,
Wolframerz Gnoff. Not.) 1478.
Der Saatenſiand im Reich Anfang April.
Ueber den Saatenſtand wird berichtet, daß der
Witterungs=
verlauf der erſten Wintermonate für die Entwicklung der Getreideſaaten
im allgemeinen nicht ungünſtig geweſen ſei. Erſt der zu Beginn des
März einſetzende Nachwinter fügte den Saaten durch ſchroffen
Tem=
veraturwechſel Schaden zu. Beſonders ſtark machte ſich dieſer
Tem=
veraturwechſel in den öſtlichen Gebieten bemerkbar, wo mit größeren
Auswinterungsſchäden zu rechnen ſein wird. Verhältnismäßig günſtig
werde der Stand von Winterſpelz beurteilt, deſſen Hauptanbaugebiet
(Württemberg) am wenigſten unter dem Witterungswechſel gelitten hat.
Die Frühjahrsbeſtellung ſei in Gegenden, wo der Boden lange Zeit
gefroren war, noch zurück, ſonſt aber bereits im vollen Gange.
Allge=
mein beſtehen noch lebhafte Klagen über ſtarkes Vorkommen von
Feld=
mäuſen, denen das Märzwetter nicht in dem erwarteten Umfang
ge=
ſchadet hat. Es ergibt ſich im Reichsdurchſchnitt folgende Begutachtung
der Winterſaaten: Winterweizen 3,9 (Dezember 1927 2,7), Winterſpelz
2,6 (2,5), Winterroggen 3,3 (2,9), Wintergerſte 3,3 (2,7).
Frankfurt a. M., 11. April.
Die Börſe zeigte kein einheitliches Bild mehr. Man bereitet den
morgigen Medio bereits heute ſtark vor. Gtwas Zurüchhaltung wird
wogen der anhaltenden Geldknappheit am Montanmarkt ausgeübt, auch
weiſt man auf die verſchiedentlich ausgebrochenen Streiks in der
Metall=
induſtrie hin. Gleichzeitig wird auf die mahe Veröffentlichung des
Schmalenbach=Gutachtens über den Nuhrbergbau, das bekanntlich ebenſo
wie das Gutachten von Dr. Raade ſich ungünſtig ausſpricht, verwieſen.
Demgegenüber ſtanden verſchiedene Spezialbewegungen im Vordergrund.
Danatbank um 3,5 Prozent höher bei ſehr großen Umſätzen. Eine
Kapitalserhöhung komme zwar nicht in Frage, da das Inſtitut beſtrebt
ſei, ſich eine große Referve zu ſchaffen. Am Elektromarkt wieder Chade=
Werte ſtark bevorzugt. Chade auf die bevorſtehende Kapitalstransaktion
gleichfalls feſter. Zellſtoffwerte zeigten verſchiedentlich
Hauſſebewegun=
gen. Auffallend ſchwach lag der Farbenmarkt, wo Farbeninduſtrie nach
anfänglich 262 bis 259,5 zurückgingen. Rheinſtahl verloren 3½ Proz.
Schiffahrtswerte trotz der nahen Entſchädigung aus der Freigabe
durch=
weg 1 Prozent ſchwächer. Der Börſenverlauf war insgeſamt am
Aktien=
markt durch weitere Realiſationen der Spekulation überwiegend
ſchwächer. Auch die ewwähnten Spezialwerte gaben ihren
Anfangs=
gewinn teilweiſe, wen auch mäßig, wieder her. Am Anleihemarkt
Neu=
beſitzanleihe und Schutzgebiete ohne Veränderung. Der Geldmarkt bleibt
unverändert knapp; für Monatsgeld bei 7/—8½4 Prozent, dagegen iſt
Tagesgeld etwas leichter und 7,5 Prozent. Für Wechſel hat die
Nach=
frage bei uneränderten Sätzen etwas nachgelaſſen. — Am
Debiſen=
markt zeigt ſich kaum eine Veränderung, nur Holland etwas feſter.
Die Abendbörſe verlief infolge der morgigen
Prämienerklä=
rung außerordentlich ſtill. Montanwerte auf die heute begonnenen
Schlichtungsverhandlungen im Konflikt im Ruhrbergbart eher etwas
ſchwächer. Vollkommen vernachläſſigt lag auch der Farbenmarkt, wo der
Kurs der Farbenaktien erſt nach der offiziellen Börſe mit 259, alſo
0,25 Prozent ſchwächer, feſtgeſetzt werden konnte. Die übrigen
notier=
ihrem Nachbörſenkurs 1 Prozent niedriger. Dagegen Geff.Fl. 125
Prozent höher. Der Rentenmarkt lag ziemlich geſchäftslos. Die
Abend=
börſe blieb bis zum Schluß ſehr ruhig und kaum verändert. Abend=
G.V.=Beſchluß vom 14. Januar 1927 genehmigte Kapitalerhöhung iſt deviſen: London-Paris 124,02, —Mailand 92,50 —Holland 12,1125,
—Madrid 29,04, —New York 4,88225, —Zürich 25,335),; Pfunde — Mk.
20,41½, Dollar—Mark 4,1812.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 11. April.
Die heutge Börſe ſtand noch ſtärker als das geſtrige Geſchäft unter
dem Eindruck der bevorſtehendem Medio=Liquidation, da die Provinz
teilweiſe weitere Abgaben vornahm und auch die Kuliſſe zu
Realiſatio=
nen ſchritt. Die Tendenz war gedrückt und für Montanwerte
ausge=
ſprochen ſchwach. An dieſem Markt verſtimmtem Berechwungen über
die Mehrbelaſtung des Ruhrbergbaues durch neue Lohnforderungen,
ſo daß Kohlen= und Eiſenaktien einheitlich 2 Prozent, Harpener nach
Berüchichtigung des Abſchlages von 5,2 Prozent, ſogar 4 Prozent
ver=
getätigt wurden. Das Ausland war ebenfalls überwiegend mit
Ver=
ſchreibung ergibt ſich ein Reingewinn von 25 053 (923) RM., durch den käufen am Markt. Insbeſondene fanden unter Einwinkung der
ſchwa=
chen New Yorker Börſe amerikaniſche Glattſtellumgen ſtatt. Das
Kurs=
miveau ermäßigte ſich im allgemeinen um 0,5—1 Prozent. Am Geld=
R. Kreditoren mit 124 692 (130 523) RM., Debitoren mit 149 834 mauſt war Tagesgeld ſtärker geſucht, ſo daß weiterhin 7—8,5 Prozent
angelegt werden mußtem. Für erſte Firmen ſtellte ſich der Satz auf 6,5
bis 7 Prozent. Momatsgeld zirka 7,5—8,5 Prozent. Warenwechſel
zirka 7 Prozent. Die ausländiſchen Valuten veränderten ſich mit
Aus=
nahme von Mailand nicht, das gegen London auf 92,45 abbröckelte.
Kabel New York—Berlin 4,1813; Kabel New York-London 4,8824;
London-Madrid 19,02; London—Amſterdam 12.1140. Nach
Feſt=
namentlich in Harpeneraktien, doch gab das Kumsniveau infolge neuer
Medioverkäufe bald einheitlich weiter nach
Im weiteren Verlauf der Börſe konnten Harpener ihren
Anfangs=
verluſt wieder einholen und Polyphon, die zeitweiſe auf 370 nachgaben,
einen Höchſtkurs vom 381 erreichen. Zellſtoff Waldhof gewannen
gegenüber dem feſten Anfangslurs noch 3 Prozent. Abgeſehen von dieſen
Werten war die Haltung durchweg ſchwach, und zwar verſtimmte der
wenig befriedigende Reichsbankausweis und das Gerücht einer dritten
Inſolvenz au Getreidemarkt innerhalb kurzer Zeit. Gedrückt lagen
beſonders Karſtadt, Schultheiß und Oſtwerke, Ver. Glanzſtoffe, Geſ. für
Elektr. und Montanakvien. Privatdiskont unverändert 6,75 Prozent für
An der Nachbörſe war das Kursniveau wenig verändert,
nach=
dem ſich der offizielle Börſenſchluß etwas ſchwächer geſtaltet hatte. Etwa
1 Prozent höher nannte man: J. G. Farben mit 259,75—260;
Rhein=
ſtahl mit 256,75—257; Polyphon mit 381; Ludwig Loowe mit 265.
Kar=
ſtadt bröckelten mit 225,75 leicht ab. Im einzelnen nannte man Siemens
294,75: AGG. 165,75; Licht u. Kraft 229; Schurltheiß 320,5; Oſtwerke 311
Danatbank 247,75; Hapag 151,5: Nordd. Lloyd 151,5; Hamburg=Süid
222; Stöhr 219; Hamerſen ſchw. 166; Ver. Glanzſtoff 745; Berger
396; Neubeſitzanleihe 16,75; Ablöſurngsanleihe Reihe 1 und 2 52,12;
Neiche 3 55,30.
Baſalt ...
Bergmann.
Berl. Karlsruhe Ind.
Berl. Hand.=Geſ.
Braunkohl. Briketts
Bremer Wolle,.....
Danatbank. . ......
Dresdner Bank. . . ..
Deutſche Petroleum.
Elektr. Lieferung ..
J. G. Farben.......
Gelſenk. Berg. .....!
G.f. elektr. Untern. . .
Han. Maſch.=Egeſt.
Harpner. . ....
Oeviſenmarkt.
Helſingfors ..
Wien ...
Prag
Budapeſt ..
Colo ........
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos Aires
New=Gork .
Belbien . „.7.
11. 4.
115.-
143.—
98.-
113.75
178.75
276.—
180.,5
157.—
264.—
68.—
151.5
160.—
151.5
136.—
1379.—
102.75
123.—
147.—
744.5
96.—
187.—
140.5
60,5
Brieſ
22.,09
18.48
80.84
70 45
Bi.68
2.004
0.505
7.355/ 7.369
18.12
5.526
2.13
Produktenberichte.
Frankfurter Probuktenbericht vom 11. April. Die Getreidebörſe
blieb weiterhin feſt. Das Angebot iſt gering, was weitere
Preisſteige=
rungen für Weizen, Roggen und Hafer um je 25 Pfg. zur Folge hatte.
Es notierten je 100 Kilo: Weizen I 26,50—26,75, Roggen 27,75, Hafer
inländ. 27—27,50, Mais gelb 24,25—24,50, Mais für andere Zwecke 25,
Weizenmehl 37,50—38,50, Roggenmehl 37,75—038,50, Weizenkleie 14,75,
Noggenkleie 15,75—16,25.
Amtliche Notierungen für Speiſekartoffeln in Frankfurt a. M. am
11. April. Bei etwas feſterer Tendenz notierten. Induſtrie hieſiger
Gegend 3,90—4 Mk. für 50 Kilo.
Berliner Produktenbericht vom 11. April. Die Schlußweldungen von
den geſtrigen übenſeeiſchen Märkten lauteten zwar etwas ſchwächer, nach
Privatmeldungen ſoll ſich aber nachbörslich nach Bekanntwerden des
amtlichen Saatenſtandsberichtes eine kräftige Hauſſebewegung entwickelt
haben. Die Cif=Forderungen waren ſowohl für Weizen als auch für
Roggen erhöht. Bereits in den Vormittagsſtunden und auch im
Ver=
laufe der Börſe fand in Auslandsweizen recht lebhaftes zweithändiges
Geſchäft ſtatzt. Sonſt ging der hieſige Markt mit der Aufwärtsbewegung
nur ziemlich zögemnd mit, wofür neben der ſehr günſtigen Beurteilung
der Wetterlage die Verſtimmumg über neue Inſolvenzmeldungen aus der
Probinz mit maßgebend waren. Das inländiſche Angebot von Roggen
macht ſich weiter knapp. Die polniſche Nachfrage hält an und bewilligt
auch höhere Preiſe. Weizen iſt gleichfalls ziemlich ſpärlich offeriert, aber
auch der Begehr iſt nicht ſehr groß. Am Lieferungsmarkte ſtellten ſich
die Preiſe auf Grund der erhöhten Auslandsforderungen etwas höher.
Mehl hat kleines Koyſumgeſchäft, von den Mühlen geforderte
Preis=
erhöhungen ſind nur ſchwer durchzuholen. Hafer bei kleinem Angebot
weiter befeſtigt, Gerſte gleichfalls nur wenig offeriert. Futtergerſte
be=
gehrt und höher gehalten.
Viehmärkte.
* Mainzer Viehhof=Marktbericht vom 10. April. Die Zufuhr zum
Viehmarkt war bei allen Tiergattungen geringer als vor acht Tagen.
An Großvieh waren 177, an Kälbern 27 und an Schweinen 266 Stück
weniger angetrieben. Der Auftrieb an prima Tieren war auf dem
Großviehmarkt gering. Bei den vollfleiſchig ausgemäſteten Färſen und
Kühen zogen die Preiſe 2 bzw. 1 Mark an, während in den übrigen
Klaſſen die letzten Notierungen maßgebend waren. — Am Kälbermarkt
genügte das Angebot und blieben die Preiſe unverändert. Auf beiden
Märkten war das Geſchäft ruhig und wurde langſam geräumt. — Auf
dem Schweinemarkt war das Angebot bei weitem ausreichend. Bei
langſamem Geſchäft gaben die Preiſe 1 Mk. nach; es verblieb
Ueber=
ſtand. Angetrieben waren 15 Ochſen, 12 Bullen, 339 Färſen
und Kühe, 288 Kälber und 1137 Schweine. Für 100 Pfund
Lebend=
gewicht wurden je nach Qualität folgende Einzelpreife erzielt:
Ochſen 45—54, Bullen 35—45, Färſen 50—62, Kühe 35—45, 25—35,
18—22, Kälber 58—76, 50—58, Schweine 56—58, 55—58, 53—56 Mark.
Die Frankfurter Schweinefleiſchpreiſe vom 11. April. Nach den von
der hieſigen Schweinemetzgerinnung für den Monat April
herausge=
gebenen Richtpreiſen haben die Verkaufspreife für verſchiedene Sorten
Schweinefleiſch gegenüber den bisher geltenden heute eine Senkung
er=
fahren. So ſind die Preiſe für Schweinefleiſch mit einem Fünftel
Bei=
lage von 95 Pfg. auf 90 Pfg. für das Pfund herabgeſetzt worden, die
Preiſe für geräucherten Speck von 1,60 auf 1.40 Mk., für ganzes
Schmalz von 1 Mk. auf 90 Pfg., für ausgelaſſenes Shmalz von 1,20 M.
auf 1 Mk., für feine Bratwurſt von 1,50 auf 1,00 Mk., für breite
Blut=
wurſt von 1.20 auf 100 Mk. das Pfund. Für die übrigen
Schweine=
fleiſch= und Wurſtſorten iſt eine Aenderung der bisherigen Preiſe nicht
eingetreten.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chikago, 11. April. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der Markt ſtand heute unter dem Eindruck der
hauſſe=
lautenden Bureauberichte und der ſehr feſten Meldungen aus
Liver=
pool und Buenrs Aires. Aus Oklahoma kamen Berichte über
Inſekten=
ſchäden. Ebenſo regte die beſſere Exportnachfrage an. Bis zum
Schluß=
lagen die Termine 4,5—55), C. über geſtern.
Mais: Auch hier herrſchte eine durchweg feſte Stimmung auf
beſ=
ſere Lokonachfrage und ungünſtige Saatenſtands= und Wetterberichte,
Noggen: Ebenſo wie Weizen ſtand auch Roggen unter dem
an=
regenden Einfluß des Bureauberichts. Die lebhaftere Exportnachfrage
wirkte gleichfalls preisſteigernd.
Hafer: Am Hafermarkt waren Käufe in Mai= und Juliware z
beobachten, ſo daß auch hier die Preiſe anzogen.
* New York, 11. April. (Priv.=Tel.)
Kaffee: Hier traten weſentliche Veränderungen nicht ein. Ermäßigte
europäiſche Kabel und ſchleppende Lokogeſchäfte lähmten die
Unter=
nehmungsluſt.
Zucker: Die Lokoterminpreiſe litten unter Liquidationen auf
Grund der Schwäche des Londoner Marktes. Anſchaffungen des
Han=
dels bewirkten ſpäter eine Erholung.
Baumwolle: Auf Käufe der Kommiſſionäre konnten die Preiſe
zu=
nächſt etwas anziehen. Später trat auf Realiſationen eine leichte
Ab=
ſchwächung ein.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 11. April:
Getreide: Weizen, Mai 148. Juli 147½, Sept. 146½; Mais,
Mai 99½, Juli 10½, Sept. 103½; Hafer, Mai 57½, Juli 51½,
Sept. 572; Roggen, Mai 12338, Juli 119½, Sept. 114.
Schmalz: Mai 11,80, Juli 12,10, Sept. 12,46
Fleiſch: Rippen, Mai 11,50, Juli 11,75; Speck loco 11,25:
leichte Schweine 8,25—9,10, ſchw. Schweine 8,60—8,90;
Schweine=
zufuhr Chicago 18 000, im Weſten 95 000.
Chicagoer Baumwolle: Mai 19,54—56, Juli 19,39—40.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 11. April:
Getreide: Weizen, Rotwinter 187½, Hartwinter 165½; Mais
neu ankom. Ernte 113½; Mehl ſpr. wheat clears 6,75—7,00;
Fracht nach England 2,6—3,6, nach dem Kontinent 9—10.
Schmalz: Prima Weſtern loco 12,40; Talg extra 8½.
Kakao: Tendenz: ſtetig, Umſatz in lots 66, loco 13½, April
13,75, Mai 13,8, Juni 13,99, Juli 14,12, Auguſt 14,15, September
14,17, Oktober 14,37, Dezember 13,44, Januar 1929 13,29.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die Möbelfirmen Seyd u. Sautter und H. u. S. Langenboch,
Frankfurt a. M., die zu den älteſten Firmen der Möbelbranche am
Frankfuter Platze zählen, legen ihre Betriebe ab Anfang Mai
zu=
ſammen.
In Bangkok iſt ein Freundſchafts=, Handels= und Schiffahrtsvertrag
zwiſchen dem Deutſchen Reich und dem Königreich Siam von den
Be=
vollmächtigten beider Regierungen unterzeichnet worden. Der neue
Vertrag ſoll an die Stelle des vorläufigen deutſch=ſiameſiſchen
Wirt=
ſchaftsabkommens vom 28. Februar 1924 treten.
Wie die „Liberté” erfährt, ſoll in der Nähe von Louviers in der
Normandie ein großes Eiſenerzlager entdeckt worden ſein. Der
Eiſen=
gehalt betrage 45—50 Prozent. In der betreffenden Gegend ſei bisher
Eiſen noch nicht gefunden worden.
Der Gedanke eines engen Zuſammenſchluſſes in der belgiſchen
chemi=
ſchen Induſtrie macht woiter Forſchritte. Nach Brüſſeler
Verlautbarun=
gen hat eine Anzahl größerer Geſellſchaften bereits Beſprechungen wegen
einer Fuſion angeknüpft.
Bei den Baſprechungen in Brüſſel, die bekanntlich auf die Bildung
eines internationalen Zinkſyndikates abzielen, iſt man, wie nunmehr
gemeldet wird, dahin gelangt, von einer internationalen Preisregelung
für Zink Abſtand zu nehmen. Man hat ſich darauf beſchränkt, die
Regu=
lierung des Gleichgewichtes zwiſchen Erzeugug und Verbrauch als
Hauptzweck anzuſehen.
Die zwviſchen der franzöſiſchen und rumäniſchen Regierung
ſtattfin=
denden Verhandlungen über die Regelung der rumänifchen
Vorkriegs=
ſchulden dürften bereits zu einer Einigung geführt haben. Es ſoll eine
Vereinbarung über eine Aufwertung auf 33 Prozent erzielt wordem
ſein. Die Regierungen beider Staaten haben aber ein Intereſſe daran,
dieſen Abſchluß noch nicht bekannt zu geben.
In Anweſenheit zahlreicher Miniſter fand in Agram die Eröffnung
der Wirtſchaftskonferenz ſtatt. Der Präſident der Agramer Börſe, Arco,
erörterte den Zweck der ſüdſlawiſchem Auslandsanleibe.
Seite 14
Heute neues
Donnerstag, den 12. April 1928
Programm
Neuaufführung:
„Liebe im Rausch
Mütitluttutututltuttuntuntutututututif
Mütättnftift
Drama in 7 Akten mit Elga Brink, Georg Alexander, Marſetta Millner,
Jack Trevor und Frieda Richard.
Von heute ab
„Harry Piel in Falschem Verdacht‟
T Akte in Eis und Schnee und
2 Monty-Grotesken zu je 2 Akten
IV.6609
Für Jugendliche zugelaſſen!
Herrliche Originalaufnahmen aus China und Japan
„Charleston ist Trumpf
IMütdtltfntuf
itikäuttltuftufufetuttltutltututuftutututeftutunttunututlfttfftliffututntutututltitift
2 Akte aus einer jungen Ehe.
Ein enizückendes Quſtſpiel mit Reginald Denny und Laura la Plante
Palast-Lichtspiele, Grafenstrasse
Ab heute:
„Der Fidele Bauen
Ufa=Film nach der Operette von Leo Fall, mit Werner Krauß, Carmen Boni, Hans Brauſewetter
„„Die Kindesräuber von Arizona” mit Tom Thler in der Hauptrolle.
„Die kurzen Röckchen” 2 luſtige Atte aus Schottland.
Das ganze Programm iſf für Jugendliche zugelaſſen!
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Heinz Krumb, Paul Maletzk:, Karl Parhla,
Gothart Portloff. Artur Sck ettler,
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Hokuspokus
Komödie in drei Akten von Curt Götz
Regie: Curt Götz
Mitwirkende
Valerie von Martens, Tilla Uhrig: Curt
Götz. Dierrich Jenke, Max Kaufmann,
Paul Schweizer, Walter Steinbeck, Herm.
Ballentin, Carl Winter
Preiſe der Plätze: 1.50—7.50 Mk.
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Donnerstag, den 12. April. ab 4 Uhr
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Cesar Franck, Chopin, Schumann
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New Tork von der Fa, K. 4rnold & Sohn,
Bisabethenstraße 28. (6.88
1— Mk. in des Ausikallen-
Karten 3.—
handl. W Hess, Elisabethenstr. 34. Tel. 815.
Heſſiſches Landestheater
Großes Haus
Miete C (17. Vorſtellung)
Donnerstag, den 12. April 1928
Anfang 19.00 Uhr
Ende 22.15 Uh=
In der neuen Inſzenierung:
Eamont
Ein Trauerſpiel in fünf Akten (13 Bildern
von Goethe
Inſzenierung: Carl Ebert
Bühnenbild: Wilhelm Reinking
Gewerkschaftsbund
der Angestellten GDA
Samstag, den 14. April, abends 8 Uhr
im Konkordiaſaal, Waldſtraße
eränfäimgskess
mit anſchließendem Ball
Bunte Bühne
Mitwirkende: Frl. Monti, früher
Stadt=
theater Koburg
Frl. Löſch, Konzertſängerin
Frl. Martin, Opernhaus
Frankfurt a. M.
Frauengruppe mit Tänzen
Hans Winter als Anſager
u. a. m.
Saalöffnung 7,30 Uhr
Eintritt ℳ 0.50 — Tanzband /A 1.—
Keine Tombola und dergleichen
Gäſte zugelaſſen
6564
Der Saal iſt neu hergerichtet
Sarmfrädter u. Kaliohaldamt, ommanoitgefeafchaftauf Artien, Suraftagt. Gräudfarter Kurdorricht doar L. BMru 19so.
I. 1. Reichs=,
Länder=und Schutz
gebietsanleihen
63 Dtſche. Reichs
anleihe von 1927
6% Baden
Frei=
ſtaat von 1927.
63o Bah. Freiſtaat!
von 1927
88 Sachſen
Frei=
ſtagt von 1927.
72
ThüringerFrei=
ſtaat von 1927..
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. 4.
Ablöſungsanleih.
Dtſche, Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe „
2. Stadtanleihen
8% Bad.=Bad. v.26
68 Berlin v. 24
820 Darmſtdt. v. 28
% Dresden v. 28
2 Frrf. a.M.b. 26
39 Heidelb., v. 28
829 Ludwahf. v. 28
8%0 Mainz p. 26.
10% Mannh. v. 25)=
850 Mannh. v. 28
8% Nürnberg v. 261
20 Pforzh. v. 25
8% Pirmaſens v. 26
3. Pfandbriefe
und
Schuld=
verſchreibungen
7½ Bad. Gold:
Kom.Anleihev.28
Berl. Hyp.=Bk.
Lig=
Pfandbriefe.
2 Frkf. Hyp.Bk.
7½%, „Na=Bfl
87.25
80.25
81
81.5
B7.75
55
16.5
7.5
95
93
88
88
86
93
3163
95
95
93
89.25
98‟
93
96.5
98.5
8% Frkf. Pfbrfbank”
4½% Gotha Gr.=
(red, Lig.=Pfbr
4½.% Hamb. Hyp.=
Bk. Lig.=Pfdbr.
122 beſ. Landesbi!
½ Kom.
Landes=
bank. Darmſtadt
8% Landesbank d.
Rheinprovins 100
7%0
8% Landeskr. Kaſt
3 Mein. Hhp. Bk.
BSach audest
80 Pfälz. Hyp. Bk.
.4
Pfandbriefe ... 76.2
82 Preuß. Ctr.
Bod.Cred. 97.2
4½% Preuß. Ctr.
Lig. Pfandbr.
8% Preuß. Ctr.=
Stadtſchaft.
82 Rhein. Hhp.=Br/ 98.5
226 „Lig
Pfandbriefe.
82a Rhein.=Weſtf./,
Bd.Credit . ... 1
432% „nL.eFf.l 750
97 Südd. Bod.=
Cred.=Bank .. 95.75
„Lig=
Pfdbr.
82 Vürt. Kyp.=B./ 34,5
98
89.5
88.5
97.5
81.75
30"
93.75
160
94.5
93
98.5
383
101.5
96
93.5
66.25
95
92
93,5
69
1o3
89,6
92,5
Dt. Komm. Sam.=Ablöſ.=Anl.
* Ausl. Ser. I.
Dt. Komm.
Sam=
mel=ablöſ. Arl.
* Anfleſ. Gerih
51.5
es
Miterngne
Pfandbr. und
Kommnnal=Bbl.
Frkf. Hyp.=Bk. 8.
Hbl. Ser, 1 u. 2
Frkf. Pfdbr =Bank.
Vorkr=Pfandbr.!
Heſſ Ods=chyp=Bil
Vorkr.=Pfdbriefel
d9l. Kom=bbl.
S1-16
Kom.=Dbl.
S ins4
Mein. Hhp.=Bank
Vorkr.=Pfandbr.
Nordd. Grunder=
Vork.=Pfdbriefel
Preuß. Pfandbrbk.!
Vorkr.=Pfdbriefe
Rh. Hyp.=Bk.
Vor=
kr.=Kom.=Oblig.
Beſtd. Bodenereb. Vorkr.=Pfl
4. Induſtrie=
Obligationen.
8% Dt.
Linoleum=
werke Bln, v. 36
22 Heſſ u.
Herkh=
les=Brau. b. 26
%. Klöckn=Werkel
Berlin v. 26.
10% Kom. Elektr.=
Mark. ..
725 Mainkrw v. 26
78 Mitteld, Stahle
werke von 27.
8% Neckarfulm b.26
8%SalzmanncCo.
Kaſſel v. 26...
7% Ver Stahlw.
mit Opt. v. 26
7% Ver. Stahlw
ohne Opt.v. 38
II Auf Sachwertel
laut. Schuldverſchr.)
8BBad.=Bad, Holz.
5%Badenw. Kohl. ....
6% Heſſ. Braunk.. Noagenanleihel
5e‟ Heſſ. Bollsſt.)
Boogemenlehe.:
7.36
14.07
14.2
13.5
94.5
94
102
85
91.7
91
88.5
11.72
5% Preuß.
Kalt=
wertan eihe ....
52 Preuß.
Roggen=
wertanleihe ....
5% Sächſ.
Roggen=
wertanleihe.
5% Süod. Feſtw. ...
III. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
5%Bosn. L.E.B. v.
1914....=
5% Bosn. L. Inb.=
Anl. v. 1914 .
4½0 Bosn. b. 62
5% Bulg. Tab. b02
1.62 Griech. b. 30
1342 Griech. Mon.
52 Mer inn, ſabg.)
5%
äuß. „
Goldan=
42
3%0
4½% Frria.=
leihe ſabg.
inn ſabg.)
Anlſabg.)
Tamau=
livas ſabg.)
4½% Oſt.
Schatz=
mnw. v. 1914
C. C.=Stücke)...
4% Oſt. Goldrentel
EE. G.=Stücke)
4½% Rum. Gold
von 1913 . .
42 Schweiz. Bds.=
Bahnen v. 1919
42 Türk. Admin.
1. Bagd.
42
2 Bagb.
Zollanl.!
4½% ungarn von
1913 C.C.=St.)
4½2 dito von
1914 E.C.=St.)
4% dito Goldr!
E.C.=St.)
45 bitd von
1910 E.E.=St.)
4% dito
Kron=
rente (abg.) ...
2. Stadtanleihen
Budap. p. 14 (abg.
18 Lovenh. v. 61
14½ Liſſab. b. 18861 14
47 Stoch. v. 1880/ 98
9.2
8.65
223
18.5
57.25
47
27.25
17.5
is
27
241,
58.5
62
3. Obligationen v.
Transportanſt.
42 Dur=godenb.
von 1891 ...
42 Giſabethbahn
von 1883 .. ..
42 Lemberg=Ezer.
ſteuerpflichtig.
48 Lemberg=Szer
ſteuerfrei.
2lu, % Oſt. Südb.
(Lombard.) .
47 Oſt. Staatsb.b.
1883
3% Raab=ödenba.
b. 1883..
42 Rudolfb. i.
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159
123.55
161.5
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Nummer 102
Donnerstag, den 12 April 1928
Seite 15
Oin SüustinTamans
41)
Roman von P. van der Hurk.
(Nachdruck verboten)
Profeſſor Ahrend hob das auf Holz gemalte Bild vorſichtig
heraus. Ein liſtiges Lächeln glitt über ſein bärtiges Geſicht.
Zum größten Erſtaunen aller prüfte er das Bild nicht von vorne,
ſondern von hinten.
Bei ſeiner erſten Unterſuchung hatte er auf der unbemalten.
Fläche ein winziges Signum angebracht, und dieſes Zeichen
ſuchte er mit Hilfe ſeiner Lupe. Es dauerte nicht lange, bis er
es gefunden hatte, aber er wagte noch kein endgülriges Urtei!
abzugeben. Erſt nachdem er auch die Malerei betrachtet hatte,
ſagte er in die lautloſe Stille:
„Sie iſt es!“
Das Bild ging von Hand zu Hand, bis Lincoln es wieder
in die Kiſte legte und ſie mit den vier Schrauben ſorgfältig
verſchloß.
„Wollen Sie ſie vielleicht dort neben ſich auf das Sofa
ſtellen?” bat er Herrn Blum.
„Alſo es iſt das geſuchte Bild — — — davon haben Sie ſich
überzeugt?"
„Jalvohl!” ſagte der Profeſſor, und die anderen nickten.
„Dann vvollen wir das Geld abzählen”, fuhr Lincoln fort
„Zunächſt die Belohnung”
Blum überreichte ihm und Hanſemann je einen Scheck über
25 000 Maxk.
Dann kamen die Bündel Banknoten zum Vorſchein, die der
Rüſſe einzeln durchzählte. Als er endlich fertig war, richtete er
einige Worte an Lincoln.
Der Herr bittet Sie, ihm Ihre Aktenmappe zu überlaſſen,
er will Ihnen dafür einen paſſenden Koffe: für das Bild geben.”
Der Ruſſe öifnete neihrals den Wandſchrant und nahm
daraus einen flachen Lederkoffer.
„Er hat ihn für das Bild anfertigen laſſen”, ſagte Lincoln,
und ſchraubte die Kiſte wieder auf. Der Profeſſor legte das
Vild behutſam in den Koſſer.
„Das iſt ſehr angenehm,” fügte er hinzu, „ſonſt hätten wir
uns mit der Kiſte ſchleppen muſſen.”
Der Ruſſe nahm ſeine Banknoten zuſammen, ſtellte die Kiſte
in den Wandſchrank, verneigte ſich ſtumm und verließ das
Jimmer. Lincoln folgte ihm, kam aber gleich darauf ſchon im
Hut und Mantel zurück.
„Meine Herren, ich glaube, es iſt alles in Ordnnug!” rief
er, „darf ich Sie wieder zurückfahren?”
Dreiviertel Stunden ſpäter hielten ſie vor dem Amſtelhotel.
Die Herren aus Berlin fuhren am ſelben Abend mit dem
Nacht=Expreß zurück, während Paul Hanſemann nach einigen
Tagen in den Fern=D=Zug Amſterdam—Rom ſtieg, als einer der
glücklichſten Menſchen unter der Sonne.
Nur Dora, die jüngſte Tochter der hageren Wirtin, bei der
Hanſemann gewohut hatte, weinte bittere Tränen, denn der
Ruſſe, der ſo ſchön malen und ſingen konnte, hatte, zwar ſeine
Schulden bezahlt, war aber ſeit dieſem Tage verſchwunden.
Es war ſpäter Abend. Der abnehmende Mond warf ein
matt=ſveißes Licht auf das dunkle Meer Eine leichte Bewölkung
derhüllte die Sterne und vertiefte die Dunkelheit. Der erleuchtete
Pier ragte wie ein Seewunder mit tauſend, glühenden Augen
weit ins Meer. In regelmäßigen Abſtänden huſchte der
Licht=
kegel eines Leuchturmes geſpenſtiſch am Himmel entlang.
Ufnren am Strand, nahe am Waſſer, wo der Sand feucht und
feſt iſt, war es ſtill. Die Schritte zſveier Männer verſanken
lautlos im Sand.
Es wurde kein Wort geſprochen.
Erich Rothe faßte den Arm ſeines Freundes Kemp ſo
be=
hutſam und zärtlich wie den einer Frau. So gingen ſie eine
halbe Stunde.
„Wir wollen umkehren.” ſagte Kemp, „man kann ſeinen
Ge=
danken doch nicht entfliehen."
„Es iſt mit den Herzſchnierzen ebenſo, wie mit denen am
Zahn, im Bauch und an anderen Körperteilen,” bemerkte Erich,
„ſie ſind unangenehm, aber ſie erfüllen einen Zweck: Sie machen
uns darauf aufmerkſam, daß etwas nicht in Ordnung iſt. —
— Warum quälſt du dich?
— Du haſt eine Frau geliebt,
die du dir, — um mit deinen Worten zu reden, — als eine Ma=
Halsentzündungen
und Erkältungen
PASTILLEN
ERHAUTLCH IM APOTHEKEN U OROGERIEH.
eDie Wiie Lerchlarm
Gnlons 00m ai nolae und Lustes ih Besdlenmt
donna vorgeſtellt haſt, und nachträglich ſtellt ſich heraus, daß ſie
eine Hochſtaplerin iſt, die dich beſtohlen hat —
— — Das iſt noch nicht erwieſen!“
„So gut wie ſicher. Auf alle Fälle: von der Madonna iſt
nicht viel übriggeblieben.
— Du haſt nicht die Samaroff, ſondern irgendein
Fantaſie=
gebilde, das nicht exiſtiert, geliebt. Warum biſt du verzweifelt?
Wenn du ſie wirklich liebſt, liebſt du ſie, wie ſie iſt. — Oder
glaubſt du, daß ſie zur Liebe nicht geeignet iſt, weil ſie mal
ge=
ſtohlen hat —
„Sie ſollte meine Frau werden!“
„Wenn ſie deine Frau iſt, hat ſie alles, was ihr Herz begehrt
und wirb nicht mehr ſtehlen"=
„Aber der Makel, — ſtelle dir vor, meine Kinder erführen —‟
„Warum ſollten ſie es erfahren? — Ich werde es ihnen nicht
ſagen.”
„Es iſt unmöglich!”
„Und warum — deine Frau?!
„Aber ich bitte dich — — die Fürſtin Samaroff —
— — heißt vielleicht Mietze Pachulke aus Pankow, wer kann
das wiſſen. — — Ich ſehe ſchon, du liebſt ſie nicht, wie ſie iſt,
ſondern wie du ſie dir vorgeſtellt haſt: Romantiſche Liebe —
Erhalte ſie dir, dieſe Liebe, es gibt Frauen genug, auf die du ſie
anwenden kannſt! Aber nur auf kurze Zeit; denn die Menſchen
ſind nun einmal nicht ſo, wie man ſie haben möchte — — das
wäre auch langweilig.”
Kemp blieb ſtehen: „Erich, haſt du jemals in deinem Leben
ernſtlich geliebt?“
Rothe ſah ihn mit ſpöttiſchem Blick an: „Ich habe es mir
ſehr oft eingebildet. Vor zehn Jahren geſchah das alle drei
Wochen; ſpäter wurden die Abſtände größer und größer, und
nächſtens wird ſich vielleicht das, was du Liebe nennſt, aus all
der Erfahrung und Menſchenkenntnis herauskriſtalliſieren.”
„Du haſt alſo noch nicht geliebt?”
„Hinterher beſehen, nein!“
„Dann ſprichſt du darüber, wie der Blinde von der Farbe!”
„Mag ſein. Alſo reden wir von etwas anderem.”
Als ſie zurückkamen, waren die Lichter des Piers erloſchen.
Scheveningen lag in Dunkel gehüllt.
Beim Abſchied ſagte Rothe:
„Wollen wir morgen abreiſen?”
„Nein,” ſagte Kemp, „ich bleibe hier!“
(Fortſetzung folgt.)
Stimmung, Denken, Tätigkeit sowie jede
Bewe-
gung des Körpers sind abhängig vom Gehirn.
Mattigkeit, Diedergeschlagenheit, Erschöpfung,
Nervenschwäche und ailgemeine Körperschwäche
sind Zeichen mangelnder Nervenkraft. Wollen Sie
sich munter fühlen, mit klarem Kopf und
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