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Einzelnummer 15 Pfennige
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Franfurt a. M. 1304.
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeskauptſtadt
Wöchentliche iluſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 78
Sonntag, den 18. März 1928.
191. Jahrgang
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Gewalt, wie Krſeg, Aufruhr. Streiſtl uſw. erliſcht
ſede Verpſiſchtung auf Erfüllung der
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auffräge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtlicher Beireſbung fäll, ſeder
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und Darme
fädter und Naionalbank.
Die deutſch=ruſſiſche Verſtimmung.
Brockdorffs Oemarche.
Ungenügende Antwort Tſchitſcherins.
Berlin, 17. März.
Wie amtlich aus Moskau gemeldet wird, hatte
Außen=
kommiſſar Tſchitſcherin geſtern abend mit dem
deut=
ſchen Botſchafter, Graf Brockdorff=Rantzau, eine
habe darauf hingewieſen, daß die Anregung, Verhandlungen mit
und einer Steigerung des Warenaustauſchs vorzunehmen, von tung ſofort die deutſche Regierung benachrichtigt und die
Möglich=
erfolgt ſei. Die Sowjetregierung ſei auf dieſen Vorſchlag
einge=
gangen. Die Regierungskriſe in Deutſchland, die mit den
Han=
delsvertragsverhandlungen zuſammengefallen ſei, habe
anſchei=
lungen verhindert. Dieſe Tatſache ſei auch von der deutſchen
Preſſe während der Verhandlungen hervorgehoben worden. Jetzt
habe nun Deutſchland die Verhaftung einiger deutſcher
In=
genieure, die beſchuldigt würden, an der wirtſchaftlichen
Konter=
revolution teilgenommen zu haben, dazu benutzt, die Berliner herausſtellen, wenn am Mittwoch der Ausſchuß eingehend über
Verhandlungen abzubrechen. Damit habe Deutſchland die
Verantwortung für die Folgen des Abbruches
übernommen. Daß die Verhaftung einiger deutſcher Ingenieure
nicht als Grund für den Abbruch der Verhandlungen dienen
könne, ſei ſelbſtverſtändlich. () Die Verhaftung der
deutſchen Ingenieure ſei durch die ſowjetruſſiſchen
Ge=
richtsbehörden auf Grund der Geſetze der
Sowjet=
union verfügt worden, die gleiche Geltung für alle
hät=
ten, die ſich in der Sowjetunion aufhielten. Alle Verſuche,
einen Druck auf die ſowjetruſſiſchen Gerichte
auszuüben, ſeien von vornherein zu
Mißerfol=
gen verurteilt.
Tſchitſcherins Feblargumente.
TI. Berlin, 17. März.
Die Ausführungen, die der rüſſiſche Außenkommiſſar
Tſchi=
tſcherin nach einer amtlichen Meldung aus Moskau dem
deut=
ſchen Botſchafter Graf Brockdorff=Rantzau gegenüber geſtern
ge=
macht hat, finden in Berliner politiſchen Kreiſen ſcharfe
Zurück=
weiſung. Insbeſondere iſt es nicht wahr, daß etwa die
Regie=
rungskriſe in Deutſchland eine weitere Förderung der
deutſch=
ruſſiſchen Verhandlungen in Berlin verhindert habe. Dem ſteht
allein ſchon die Tatſache gegenüber, daß das Vorgehen der
Sow=
jetbehörden gegenüber den deutſchen Ingenieuren eine einmütige
Verurteilung in der geſamten deutſchen Oeffentlichkeit gefunden
hat. Nichts aber war mehr geeignet, die Notwendigkeit von
Ver=
handlungen zu erweiſen, die ſich bekanntlich auch mit der
genau=
eren Feſtlegung der Niederlaſſungsbeſtimmungen und der
Beſtim=
mungen des Rechtsſchutzes für deutſche im Sowjetgebiet tätige
Reichsangehörige befaßten, als die inzwiſchen erfolgte
unmoti=
vierte Verhaftung deutſcher Ingenieure. Dieſe Verhaftung ſtellt
ſich alſo als ein Zwiſchenfall in einer Angelegenheit dar, über die
in derſelben Zeit in Berlin verhandelt wurde, und dieſe Tatſache
rechtfertigt zur Genüge die vorläufige Unterbrechung der
Ver=
handlungen.
Freilaſſung des Oberingenieurs Goldſiein.
Berlin, 17. März.
Tſchitſcherin hat dem deutſchen Botſchafter mitgeteilt, daß
wurden. Ob und wann die übrigen 4 Deutſchen entlaſſen
wer=
den, ſtehe noch nicht feſt.
Der Oberingenieur der A.G.G., Goldſtein, hat in einem
Telegramm mitgeteilt, daß er von den Sowjetbehörden freigelaſ= Regierungen Großbritanniens, Frankreichs, Belgiens und
Ita=
ſen worden iſt. Die Freilaſſung hat ihren Grund offenbar darin, liens gleichlautende Noten überreichen laſſen, in denen ſich die
daß Herr Goldſtein ſeit ſeiner Verhaftung erſt drei Wochen ſich
in Rußland b=fand, die 1inmöglichkeit der Annahme, daß er ſich
an irgendwelchen politiſchen Beſtrebungen beteiligt habe, alſo
an=
ſcheinend auch von ruſſiſcher Seite eingeſehen werden mußte. In
Berliner politiſchen Kreiſen wird die Freilaſſung Goldſteins
naturgemäß begrüßt. Es verlautet aber, daß die durch die
Ver=
haftung herbeigeführte politiſche Situation dadurch keine
grund=
legende Aenderung erfahren hat. Die Forderungen, die der
Reichsaußenminiſter dem hieſigen Sowjetbotſchafter und die der
deutſche Botſchafter in Moskau der Sowjetregierung unterbreitet auf die Aufrechterhaltung der „offenen Türe”,
hat, werden weiter aufrecht erhalten und bilden nach Anſicht von
unterrichteten politiſchen Kreiſen die einzige Möglichkeit für einen
befriedigenden Ausgleich. Im Augenblick liegt der Schwerpunkt
der diplomatiſchen Bemühungen in Moskau. Man rechnet damit,
daß es den weiteren Vorſtellungen des deutſchen Botſchafters zu= Tanger=Konferenz liegen noch weitere Nachrichten vor. Danach
Generalkonſul in Charkow die Aufnahme einer Verbindung mit in Paris, London, Nom und Madrid angewieſen, bei den vier
den Gefangenen geſtatten.
* Ueber das Ergebnis der Unterredung, die Graf Brockdorff=
Rantzau am Freitag abend mit Tſchitſcherin gehabt hat, liegt nach habe. Damals habe die amerikaniſche Regierung vor dem Zu=
Samstag in Verlin noch kein Bericht vor. Wir ſind alſo bei der
Beurteilung der Lage auf das ruſſiſche Communigus angewieſen,
das nicht allzu vielverſprechend klingt. Immerhin wird man aus
den Ingenieur Goldſtein, freigelaſſen haben, doch
vielleicht annehmen dürfen, daß ſie nicht beabſichtigen, den
Zwi=
gelegenheit mit Anſtand herauskommen würden, wenn das ohne, ruhigendes habe, da es ſich um eine Macht handele, die zweifel=
Der paſſendſte Weg dazu wäre, daß von ruſſiſcher Seite dazu das
recht, daß die Anregung zu den letzten Wirtſchaftsverhandlungen
Bürger in Rußland arbeitet, endlich einmal an tüchtige
Anker=
daß ſie die Deutſchen entgegenkommend behandeln würden; ge= eſſant. Und unmittelbare Zuſammenhänge beſtehen auch zwiſchen
halten haben ſie ſich nicht daran. Tatſächlich ſind die
Deut=
ſchen vogelfrei und unterliegen den mehr als komplizierten pas ſchlechthin handelt es ſich, um die Frage, wie die Völker
einiger Böswilligkeit ſchon den Anlaß zu einem Landesverrats=
Unterredung über den Abbruch der deutſch=ruſ= prozeß konſtruieren. Aus dieſer Halbheit muß Deutſchland
heraus=
ſiſchen Wirtſchaftsverhandlungen. Tſchitſcherin kommen, ſonſt iſt an die Fortſetzung der Verhandlungen ohnehin nebenſächliche Fragen waren Gegenſtand der Genfer
Erörterun=
nicht zu denken. Es wäre zum mindeſten auch eine Pflicht
inter=
dem Ziele einer weiteren Förderung der Handelsbeziehungen nationaler Höflichkeit geweſen, daß die Ruſſen von der
Verhaf=
der deutſchen Regierung vor Eintritt der vorigen Regierungskriſe keit einer Beſprechung mit den Verhafteten gegeben hätten, damit Was beiden Angelegenheiten europäiſche Bedeutung verlieh, war,
wenigſtens der objektive Tatbeſtand feſtzuſtellen war.
das noch einmal zu betonen, augenblicklich kein Menſch in Berlin,
nend die Möglichkeit einer weiteren Förderung der Verhand= wenn nicht etwa die Ruſſen durch Halsſtarrigkeit eine ſolche
Ent=
wicklung geradezu provozieren. Im Auswärtigen Ausſchuß iſt am
Samstag die Angelegenheit nur geſtreift worden. Auch dabei hat
ſich ergeben, daß die Regierung eine ſehr breite Front bei ihrem
Vorgehen gegen Rußland hat. Das wird ſich noch deutlicher
dieſes Thema ſpricht. Bis dahin wird auch ein Bericht des Grafen
Brockdorff=Rantzau in Berlin eingetroffen ſein.
Proteſt der deutſchen Wirtſchaftsorganiſationen
gegen die Verhaftung der deutſchen Ingenieure.
Berlin, 17. März.
Eine vom Reichsverband der Deutſchen Induſtrie einberufene
Verſammlung, an der die Vertreter der führenden
Wirtſchafts=
organiſationen teilnahmen, faßte zur Verhaftung der deutſchen
Ingenieure in Rußland einmütig eine Entſchließung, in der es
heißt: Die Vertreter der deutſchen Wirtſchaft erheben
nachdrück=
lich Proteſt dagegen, daß bewährte Perſonen, die im Intereſſe der
ruſſiſchen Wirtſchaft tätig ſind, unter Vorenthältung von Gründen
ihrer Freiheit beraubt und in Kerkerhaft genommen werden. Sie
bitten die Reichsregierung, die ſofortige Freilaſſung der
Verhaf=
teten zu erwirken und den betroffenen Perſonen Genugtuung zu
verſchaffen. Die Wirtſchaftsorganiſationen billigen ausdrücklich
die von der Reichsregierung angeordnete Unterbrechung der
gegenwärtig ſchwebenden Wirtſchaftsverhandlungen. Bezüglich
der Fortſetzung der Tätigkeit der in Rußland befindlichen
An=
geſtellten deutſcher Firmen wird das Ergebnis der von der Regie= ſondern Poincare.
rung unternommenen Schritte abgewartet.
Vor der Tanger=Konferenz.
Die Stellung Amerikas zur Marokfo=Frage.
Eine amerikaniſche Note für Paris, London,
Rom und Madrid.
reich, Spanien, England und Italien teilnehmen werden, werden
am 20. März beginnen. Fraukreich wird vertreten, durch den
Generalſekretär des Außenminiſteriums Berthelot und den
Gra=
fen St. Quentin, Spanien durch den Botſchafter Quinones de
Leon und den Beamten des Außenminiſteriums in Madrid
Oberingeneur Goldſtein und Ingenieur Wagner freigelaſſen. Dr. Carcer, England durch Botſchafter Lord Crewe und den Sach= Franzoſen hätten eingeſehen, daß es nunmehr nur noch einen
verſtändigen des Foreign. Office Campbill, Italien durch
Bot=
ſchafter Manzoni und den Sachverſtändigen Tuozzo.
Die Vereinigten Staaten haben am geſtrigen Freitag den
Vereinigten Staaten hinſichtlich ihrer Stellungnahme für die
Ergebniſſe der in Paris zuſammentretenden Marokkokonferenz
wird in der Note darauf verwieſen, daß ſich die Stellungnahme
Amerikas, wie ſie vor dem Zuſammentritt der ſeinerſeitigen
Tangerkonferenz 1923 eingenommen worden ſei, nicht geändert
habe. Die Vereinigten Staaten hätten zwar keine politiſchen
In=
tereſſen in Marokko, wohl aber legten ſie außerordentlichen Wert
nächſt wenigſtens gelingen wird, daß die Sowjetbehörden unſerem hat Staatsſekretär Kellogg die diplomatiſchen Vertreter Amerikas aus den verſchiedenſten Gründen kaum die Gefahr beſtünde, bei
Regierungen daran zu erinnern, daß die Stellung der
Auskunft an amtlicher Stelle his in den ſpäten Abendſtunden des ſammentreten der Marokko=Konferenz daran erinnert, daß ſie als auch haben wir auf die Gefahren hingewieſen, die in der zweifel=
Mitunterzeichnerin des Algeeirgs Vertrages zwar keinerlei poli= los vorhandenen eigenartigen geiſtigen Einſtellung der Sowiet
tiſche Intereſſen in Marokko verfolge, jedoch großen Wert auf die
Aufrechterhaltung des Grundſatzes der offenen Tür und auf den
der Tatſache, daß die Ruſſen einen der Verhafteten, Schutz des Lebens, der Freiheit und des Eigentums der in gen zu ſprechen. Wieder einmal hat ſich gezeigt, daß Verträge
Marokko anſäſſigen Amerikaner lege.
In zuſtändigen franzöſiſchen Kreiſen erklärt man, daß dieſe
ſchenfall auf die Spitze zu treiben, ſondern gern aus der An= Haltung der amerikaniſchen Regierung durchaus nichts Beun=
Preſtigeverluſt ihren eigenen Anhängern gegenüber möglich iſt, los nicht beabſichtige, Konflikte oder Interventionen uſw. herauf= Cang zu bringen, weil ſich nicht nur der Bauern, ſondern auch
zubeſchwören. Im übrigen ſeien ſich die Unterhändler bei der d
Schuldproblem wirklich aufgerollt würde. Die Ruſſen haben ſchon kommenden Konferenz darüber einig, daß der Grundſatz der offe= h
nen Tür in Marokko und Tanger aufrecht erhalten werden müſſe, jets befürchtet, werden harmloſe deutſche Ingenieure als Sünden=
Die Woche.
Der Beginn der Beratungen des vorbereitenden
Abrüſtungs=
ausſchuſſes in Genf hat es mit ſich gebracht, daß man ſich
dies=
von Deutſchland ausgegangen iſt. Deutſchland mußte eben Sorge mal mit zuſammenfaſſenden Betrachtungen über die Ergebniſſe
dafür tragen, daß das Damoklesſchwert, unter dem jeder deutſche der Tagung des Völkerbundsrates nicht allzu lange aufgehalten
hat, und doch war gerade die diesmalige Frühlingstagung des
ketten gelegt würde. Wir haben von den Ruſſen Zuſagen genug, Rats in großen Zuſammenhängen geſehen außerordentlich inter=
Ratstagung und Abrüſtungskonferenz. Um das Problem Euro=
Beſtimmungen des Sowjetrechts, die aus jedem Privatbrief bei Europas aus der Sackgaſſe herauskommen können, in welche ſie
von Haß diktierte „Friedensverträge” und eine von Haß diktierte
Nachkriegspolitik hineingetrieben. Zwei rein äußerlich geſehen
gen. Denn an ſich waren weder die Szt. Gottharder
Waffen=
ſendungs=Affäre noch der ungariſch=rumäniſche Optantenſtreit bei
aller Bedeutſamkeit für die direkt Beteiligten welterſchütternd.
daß auch diesmal wieder verſucht wurde, die alte Scheidung in
An eine grundſätzliche Aenderung unſeres Kurſes denkt, um Sieger und Beſiegie aufrichtzuerhalten und — daß dieſer Verſuch
mißlang. Mit merklicher Schärfe hat ſich der franzöſiſche
Außen=
miniſter für ein Inveſtigationsverfahren gegen Ungarn eingeſetzt,
und um ſo fühlbarer wurde dadurch die Niederlage, die er erlitt.
Eine gewiſſe perſönliche Tragik liegt darin. Herr Briand wird in
der europäiſchen Welt angeſehen als der Exponent einer Politik,
die auf eine wirkliche Befriedung Europas abzielt, einer Politik,
die für Frankreich die grundſätzliche Abkehr von den Methoden
der erſten Nachkriegszeit zur Vorausſetzung hat. Aber auch er iſt,
und vielleicht mehr noch wie mancher ſeiner europäiſchen Kollegen,
nicht frei in ſeinen Entſchlüſſen, er iſt abhängig von der
inner=
politiſchen Konſtellation ſeines Landes. Mehr und mehr iſt ſein
Stern unter der Aera Poincares verblichen, und erſt die
kommten=
den franzöſiſchen Wahlen werden darüber zu entſcheiden haben,
ob das franzöſiſche Volk bereit iſt, ſeiner Politik auch weiterhin
zu folgen. Nicht als Vertreter ſeiner Politik iſt er diesmal in
Genk aufgetreten, ſondern er ſah ſich vor die Aufgabe geſtellt, ſein
ganzes perſönliches Geſchick, ſein Anſehen als Staatsmann und
das politiſche Gewicht, das der franzöſiſche Außenminiſter beſitzi,
für die Politik Poinearés in die Wagſchale zu werfen. Er
hat es getan und hat dabei eine ſchwere Niederlage erlitten, für
die ihn nunmehr die geſamte franzöſiſche Rechte auf das ſchärfſte
tadelt. Um einen Präzedenzfall zu ſchaffen, ſollte, das
Indeſti=
gationsverfahren gegen Ungarn durchgeſetzt werden, und im
Optantenſtreit wurde Rumänien unterſtützt, weil die alte
fran=
zöſiſche Barrieren=Politik in Oſteuropa ſich auf die Gefügigkeit
der Trabantenſtaaten der Kleinen Entente aufbaut. Man iſt im
Völkerbund nicht durchgedrungen. Erfreulicherweiſe, weil dadurch
die Ausgleichspolitik der letzten Jahre vor einem ſchweren
Rück=
ſchlag bewahrt wurde. Nicht Briand aber, iſt der Unterlegene,
Es iſt ein erfreuliches Zeichen, daß auch in England mehr
und mehr das Verſtändnis für die Konſequenzen wächſt, die ſich
aus dem Weltkrieg und ſeinen Folgen ergeben. In der „
Fort=
nightly Rebiew” hat letzthin einer der einflußreichſten engliſchen
Journaliſten, der unter dem Decknamen Augur bekannt iſt,
dar=
auf hingewieſen, daß den europäiſchen Völkern zwiſchen den
Ver=
einigten Staaten von Amerika auf der einen und der
Räterepu=
blik auf der anderen Seite nichts anderes übrig bleibe, als ein
Zuſammenſchluß, eine gemeinſame Wahrnehmung ihrer
Inter=
eſſen, an der teilzunehmen auch Großbritannien bereit ſei. Auch
Paris, 17. März, der engliſche Fournaliſt weiſt in dieſem Zuſammenhang auf die
Die Verhandlungen über das Tangerſtatut, an denen Frank= beſondere Bedeutung eines deutſch=franzöſiſchen Ausgleichs hin,
der allerdings ſeiner Auffaſſung nach dazu führen müßte, eine
Einheitsfront gegen Amerika, wie gegen Rußland herzuſtellen.
„Der Verſuch, der am Ende des Krieges gemacht wurde,
Deutſch=
land gänzlich zu entwaffnen, ſei als geſcheitert anzuſehen, da es
nicht gelungen ſei, die deutſche Kriegsinduſtrie zu zerſtören. Die
Weg gebe, um ihnen die „Sicherheit” gegenüber Deutſchland zu
geben, nämlich den der Vereinigung der deutſchen Kriegsinduſtrie
mit der franzöſiſchen in wirtſchaftlichen Verbänden. Dieſer Weg
ſei ja bereits erfolgreich beſchritten worden. Der Weitblick der
Deutſchen habe erkannt, über welche gewaltigen Bodenſchätze die
Franzoſen in ihrem eigenen Land wie in ihren Kolonien
verfüg=
ten, und ſo hätten ſie ſich beeilt, den Franzoſen die Mitwirkung
freie Hand vorbehalten, ſoweit amerikaniſche Intereſſen von der ihrer gewaltigen Induſtriewerkſtätten zur Ausbeutung dieſer
Pariſer Entſcheidung berührt werden könnten. Wie verlautet, Bodenſchätze zur Verfügung zu ſtellen.” Dieſe Ausführungen von
ſo einflußreicher Seite ſind außerordentlich bemerkenswert, wenn
auch der faſt fanatiſche Gegner der Sowjets damit den
Neben=
zweck verfolgt, die antiruſſiſche Front zu ſtärken.
Für darauf abzielende Beſtrebungen der Engländer hat
man bei uns bisher mit Necht wenig Verſtäudnis gezeigt. Die
deutſche Politik war feither bemüht, das deutſch=ruſiſche
Verhält=
nis annehmbar zu geſtalten und insbeſondere den wirtſchaftlichen
Verkehr beider Völker trotz Außenhandelsmonopols der Sowjets
Zu der Waſhingtoner Meldung über Vorbehalte der Ver= wieder in Gang zu bringen. Ja, in letzterer Hinſicht haben wir
einigten Staaten hinſichtlich der demnächſt in Paris beginnenden vielleicht ſchon zu viel getan. Seit Jahren haben wir an dieſer
Stelle die Auffaſſung vertreten, daß für die deutſche Wirtſchaft
einem Wettlauf um den ruſiſchen Markt ins Hintertreffen zu
ge=
raten. Seit Jahren haben wir den Standpunkt vertreten, daß
Dereinigten Stägten in der Marokko=Frage lich eine Förderung der deutſcheruſiſchen Wirtſchafsbeziehungen für
ſeitdem Herbſt1923 nicht im geringſten geändert uns nur dann von Intereſſe ſein kann, wenn der gute Ville dazt,
und nicht nur er allein, beiderſeits vorhanden iſt. Seit Jahren
herrſchaft begründet ſind. Das jetzige Vorgehen der Ruſſen gegen
deutſche Ingenieure ſcheint für die Berechtigung dieſer Warnun=
und Zuſicherungen in dem Augenblick für die Moskauer
Macht=
haber nichts bedeuten, in dem es ſich um die Erhaltung der
eige=
nen innerpolitiſchen Machtſtellung handelt. Weil es nicht gelingt,
die eigene induſtrielle Produktion dem Bedarf entſprechend in
der Arbeiterſchaft allmählich eine erhebliche Erregung bemächtigt
hat, von der man Schwierigkeiten für die Machtſtellung der Sow=
Seite 2
Sonntag den 18 März 1928
Nummer 28
böcke eingekerkert. Es iſt wirklich erfreulich, daß diesmal die
deut=
ſche Reichsregierung mit bemerkenswerter Deutlichkeit auf den
Ernſt der Lage hingewieſen und die im Gang befindlichen
deutſch=
ruſſiſchen Wirtſchaftsbeſprechungen alsbald unterbrochen hat.
Auch die ſpeziell am ruſſiſchen Geſchäft intereſſierten deutſchen
Wirtſchaftskreiſe werden eingeſehen haben, daß die ruſſiſchen Roſen
beſonders dornig ſind, und wenn feſtſteht, daß der früher
gege=
bene 300=Millionen=Kredit die erhoffte Belebung des ruſſiſchen
Geſchäfts nicht gebracht hat, ſo iſt wahrlich nicht einzuſehen, welche
Intereſſen die deutſche Wirtſchaft an der Einräumung von
weite=
ren erheblichen Krediten hätte.
Hinter dieſen Vorgängen treten die Ereigniſſe auf
innerpoli=
tiſchem Gebiet etwas zurück. In verhältnismäßiger Ruhe wickelt
ſich die innerpolitiſche Generalabrechnung ab, die man Beratung
des Etats im Reichstag nennt, wobei als erfreuliche Tatſache zu
verbuchen iſt, daß die Erörterungen über Reichswehrfragen unter
dem ſtarken Einfluß des neuen Reichswehrminiſters erheblich an
Sachlichkeit gewonnen haben.
Wichtiger faſt erſcheint uns die Tatſache, daß im preußiſchen
Landtag dieſer Tage der Kultusminiſter Dr. Becker die
Aus=
ſprache über das Volksſchulweſen zum Anlaß genommen hat, auch
in breiteſter Oeffentlichkeit auf die Probleme unſerer Jugend und
Jugendbildung einzugehen, und auch außerhalb Preußens ſollte
man ſich einmal bemühen, ſich ernſthaft mit dieſen Fragen zu
be=
faſſen. Wir haben uns beinahe daran gewöhnt, über die ſittliche
Verwahrloſung unſerer Jugend zu zetern, und der Krantz=
Prozeß ſchien das ja bei oberflächlicher Betrachtung vollauf zu
rechtfertigen. Aber doch ganz gewiß nur bei recht oberflächlicher
Betrachtung, denn die Vorgänge, die vor dem Berliner
Schwur=
gericht erörtert wurden, ſind ganz gewiß nicht typiſch für unſere
heutige Jugend. Derartige „Fälle” hat es immer gegeben, und es
iſt vielleicht nicht unintereſſant, einmal darüber nachzudenken, wie
es kommt, daß über ſittliche Verwahrloſung der Jugend zu allen
Zeiten geklagt worden iſt. In der Jugend wird es und muß es
immer gären, und wehe dem Volk, deſſen Jugend keinen Sturm
und Drang mehr kennt, denn aus dem jugendlichen Sturm und
Drang erwachſen die Kräfte, die zur ſtändigen kulturellen
Er=
neuerung notwendig ſind. Es hat zu allen Zeiten Menſchen
ge=
geben, die dieſen Dingen verſtändnislos gegenübergeſtanden
haben, die die Jugend ihrer Zeit nicht verſtanden haben, die auch
vom jungen Menſchen die Ausgeglichenheit der Reife erwarteten.
Wollen wir das heute tun, wo auch die Erwachſenen zum großen
Teil den eigentlichen Problemen der Zeit verſtändnislos
gegen=
überſtehen und ganz gewiß der Jugend nicht feſte Führer ſein
können? Gerade daß es in unſerer Jugend gärt, iſt ein Beweis
dafür, daß ſie die große geiſtige Umſtellung empfindet, die wir,
leider vielfach unbewußt und ohne viel darüber nachzudenken,
jetzt erleben. Die Zeit eines dürren Intellektualismus, der auf
dem Boden des weltanſchauungsmäßigen Materialismus
erwach=
ſen, iſt vorbei. Aus der Ziviliſation ſtreben wir zur Kultur. Wir
ſuchen neue ſeeliſche Werte, nachdem uns die alten
verloren=
gegangen. Ueberall ſehen wir Anſätze, überall ein Suchen.
Kön=
nen wir uns in einer ſolchen Uebergangszeit über Irrwege
ent=
ſetzen? Wir ſollten zu erkennen verſuchen, welche ſeeliſchen Kräfte
in uns heutigen Menſchen lebendig ſind. Dann werden wir
auch die Wegweiſer für die Zukunft unſeres Volkes aufſtellen
können, dann werden wir unſerer ringenden und gärenden Jugend
Führer ſein können, und das iſt beſſer, als über ſittliche
Ver=
wahrlofung der Zeit klagen.
M.
Die Auslands=Anleihen der Gemeinden.
* Berlin, 17. März. (Priv.=Tel.)
Die Beratungsſtelle für die Auslandsanleihen, die nach
lan=
ger Pauſe ihre Arbeiten wieder aufgenommen hat, läßt ſich Zeit.
Sie hat die vorliegenden Anträge von München, Dresden,
Frankfurt a. M. und Breslau auf Bewilligung einer
Auslandsanleihe poſitiv begutachtet. Damit aber haben
die Städte ihre Anleihe noch lange nicht, weil zunächſt geprüft
werden ſoll, wieweit die Anleihen mit der allgemeinen
Wirt=
ſchafts= und Finanzlage Deutſchlands vereinbar ſind. Darüber
werden noch einige Wochen vergehen, weil die Beratungsſtelle
vorerſt die Anträge der mittleren und kleinen Städte noch prüfen
will, um dann im Zuſammenhang mit der Prüſung der Frage,
die kurzfriſtigen Schulden der Städte in langfriſtige
umzuwan=
deln, zu unterſuchen, welche Geſamtſumme überhaupt in Frage
kommt und welche Aufſichtsrechte ſich die Gemeinden daraufhin
gefallen laſſen müſſen. Es iſt alſo noch ein längerer Weg, der
bis zum Erhalt der Auslandsanleihen zurückzulegen iſt.
Vom Tage.
Wie verlautet, hat der König von Afghaniſtan auch hohen Stellen
in Preußen und einem Vertreter der Stadt Berlin Orden überreichen
laffen, die als Ehrungen einer ausländiſchen Macht dankend
angenom=
men wurden.
Im Rechtsausſchuß des Reichstages wurde der entſcheidende § 1 der
Amneſtievorlage abgelehnt. Damit iſt vorläufig die
Amneſtie=
frage geſcheitert.
Als Nachfolger des Großadmirals v. Tirpitz als
Spitzenkandidat für den Wahlkreis Oberbayern=
Schwaben hat die Deutſchnatiouale Volkspartei (Bayern) den
General v. Lettow=Vorbeck in Ausſicht genommen.
Am 22. März beſchäftigt ſich die Filmoberprüfſtelle mit dem Ein=
Repräſentationszulagen!
Die Chriſilichen Gewerkichaften der preußiſchen
Koglilion ins Stammbuch.
Von unſerer Berliner Redaktion.
ſpruch Bayerns gegen den Lutherfilm. Bahern ver=
langt bekanntlich vollſtändiges Verbot und will ſich mit Ausſchnitten
nicht zufriedengeben
Nach einer Meldung aus Bukareſt iſt der Budapeſter
rumä=
niſche Geſandte Stircla abberufen worden. Die
Buda=
peſter rumäniſche Geſandtſchaft wird bis auf weiteres interimiſtiſch
geleitet werden. In politiſchen Kreiſen wird die Abberufung mit dem
Genfer Ergebnis in der Optantenfrage in Zuſammenhang gebracht.
Die franzöſiſche Regierung hat der Bank
Mor=
gan die von dieſer dem Kabinett Poincaré im Jahre 1920 gewährte
Anleihe im Betrage von 100 Millionen Dollar
zu=
rückgezahlt.
In Le Havre kam geſtern an Bord des Dampfers Rochambeau aus
Amerika eine neue Goldſendung für die Bank von
Frankreich an, nämlich 214 Fäſſer im Werte von 11 902 534
Dollar.
Der bekannte Bankier J. P. Morgan hat ſich an Bord der
„Olympic” nach Eurova eingeſchifft, wo er Beſprechungen
mit den bedeutendſten Finanzleuten Frankreichs,
Englands und Deutſchlands haben wird.
Das Repräſentantenhaus billigte das
ameri=
kaniſche Flottenbauprogramm, das den Bau von 15
neuen Kreuzern und eines Flugzeugmutterſchiffes unter einem
Koſten=
aufwand von insgeſamt 274 Millionen Dollar vorſieht.
Aus Waſhington wird gemeldet, daß die Vereinigten
Staa=
ten ſich volle Handlungsfreiheit bei jeder
Entſchei=
dung vorbehalten haben, die ſich auf Marokko und
Tanger beziehen wird.
Zur Perſonalpolitik
der heſſiſchen Regierung.
Entſchließung des Vereins der höheren
Be=
amten der inner en Staatsverwaltung Heſſens
Der Verein der höheren Beamten der inneren
Staatsverwal=
tung Heſſens faßte folgende Entſchließung:
„Der Verein der höheren Beamten der inneren
Staatsverwal=
tung Heſſens verfolgt mit Beſorgnis die Perſonalpolitik der
neuen heſſiſchen Regierung. Man hat Perſönlichkeiten in höhere
Beamtenſtellen der inneren Staatsverwaltung berufen, welchen
die gründliche Beherrſchung der Geſetzgebung, der
Geſetzestech=
nik und die erforderliche Erfahrung auf dem Gebiet der
Ver=
waltung fehlen. Es beſteht hierzu um ſo weniger Veranlaſſung,
als dieſen Vorausſetzungen entſprechende Beamte der inneren
Staatsverwaltung in ausreichender Zahl vorhanden ſind. Der
Verein legt deshalb Verwahrung ein gegen die Uebernahme
von Beamten aus anderen Dienſtzweigen in die innere
Staats=
verwaltung, ebenſo wie gegen die Beſetzung von höheren
Be=
amtenſtellen mit Perſonen, die der vorgeſchriebenen Vorbildung
überhaupt entbehren. Will man behaupten, daß letztere mit
dem Volke beſonders verbunden ſeien, ſo nimmt der Verein
dieſen Vorzug für ſeine Mitglieder, die zum Teil ſchon ſeit
Jahrzehnten in der inneren Staatsverwaltung tätig ſind, mit
gleichem Recht in Anſpruch. Die unverhüllte Bevorzugung von
Perſönlichkeiten beſtimmter Parteirichtungen kann nicht dazu
dienen, das Vertrauen in eine unparteiiſche Handhabung der
Staats= und Verwaltungsaufgaben zu ſtärken. Ein nach
partei=
politiſchen Geſichtspunkten ausgewählter Beamter mag das
beſondere Vertrauen ſeiner politiſchen Freunde genießen; mit
um ſo größerem Mißtrauen werden ihm andere Kreiſe
begeg=
nen. Die von der Regierung eingeſchlagene Perſonalpolitik
wird von den höheren Verwaltungsbeamten als eine
ver=
letzende und unverdiente Zurückſetzung empfunden, welche die
Arbeitsfreudigkeit lähmen und junge, tüchtige Kräfte abſchrecken
muß.”
Das Reichskabinett hat ſich am Freitag mit der Frage einer
Erhöhung der Aufwandsentſchadigung für
Mi=
niſter und höhere Beamte beſchäftigt, iſt aber zu dem
Er=
gebnis gekommen, daß es im Augenblick gut daran tue, dieſen
Gedanken nicht weiter zu verfolgen.
Die Frage der Aufwandsentſchädigung wird übrigens von
den Chriſtlichen Gewerkſchaften in einer ſehr biſſigen Polemik
gegen die Sozialdemokraten benutzt. Die Sozialdemokraten haben
einen kleinen Artikel herausgehen laſſen, worin ſie behaupten,
daß der Reichstag zwar Geld habe ein Panzerſchiff zu bauen,
daß aber ein ſozialdemokratiſcher Antrag auf Bewilligung von
5 Millionen Mark für Kinderſpeiſung von demſelben Reichstag
abgelehnt worden ſei. Die Chriſtlichen Gewerkſchaften weiſen
darauf hin, daß die Dinge ganz anders liegen, daß die
Wohl=
fahrtspflege Sache der Länder ſei und daß das Reich den
Län=
dern gerade mit Rückſicht auf dieſe Aufgabe erhöhte Summen
überweiſe. Allerdings ſei das in Preußen unter
ſozialdemokra=
tiſcher Führung nicht in der gewünſchtxen Weiſe geſchehen. Die
preußiſche Regierung — und nun kommt die Bosheit — habe
13 Millionen Mark für den Opernhausbau in Berlin verpulvert.
ſie zahle ihren Miniſtern 12000 Mark Repräſentationszulagen
gegenüber 4800 Mark im Reich, und auch damit ſeien die ſoz
al=
demokratiſchen Miniſter noch nicht zufrieden, die jetzt 16 000 Mark
verlangten. Es iſt allerdings richtig, daß man aus dieſen Zahlen
die Folgerung zieht, daß dann auch in Preußen die Mittel für
die Kinderſpeiſung vorhanden ſein müſſen.
Einzelhandel und
Genoſſenſchafts=
ſubventionierung.
Berlin, 17. März.
Die Hauptgemeinſchaft des Deutſchen Einzelhandels hat in
einer Eingabe an die Reichsregierung gegen die im Notprogramm
vorgeſehene Subventionierung der landwirtſchaftlichen
Genoſſen=
ſchaften nachdrücklich Einſpruch erhoben. Sie erkenne die
Not=
wendigkeit durchgreifender Maßnahmen angeſichts der Notlage
der Landwirtſchaft vollkommen an, erachte jedoch die Förderung
landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsweſens, insbeſondere in ſeiner
jetzigen Form mit ſtaatlichen Geldern nicht für ein taugliches
Mittel hierfür.
Viele landwirtſchaftliche Genoſſenſchaften gingen über ihren
eigentlichen Rahmen als Produzenten= und Kreditgenoſſenſchaften
weit hinaus und betrachteten es als ihre Aufgabe, dem
Einzel=
handel Konkurrenz zu machen, indem ſie alles verkauften, was
der Landwirt in ſeinem Betriebe brauche; zum Teil würden auch
von ihnen ſolche Waren angeboten, die im Haushalt verwendet
werden. Trotz Steuerbegünſtigung und Subventionierung durch
verbilligte Kredite hätten ſie ſich in ihrer Handelsfunktion dem
berufsmäßigen Einzelhandel nicht ebenbürtig erwieſen, da der
landwirtſchaftliche Genoſſenſchafter vielfach weder durch
Aus=
bildung noch Eignung in der Lage ſei, mit dem freien Händler,
insbeſondere mit dem Landmaſchinenhändler erfolgreich in
Wett=
bewerb zu treten. Eine weitere und ausgedehntere
Subventio=
nierung der landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften ſchließe die
Ge=
fahr in ſich, daß auch ſolche genoſſenſchaftlichen
Handelsunter=
nehmungen, die im freien, unter gleichen Bedingungen geführten
Wettbewerb entweder zu ſtärkerer Rationaliſierung gezwungen
würden, oder im natürlichen Ausleſeprozeß zugrunde gehen
müſſen, künſtlich zum Schaden der landwirtſchaftlichen
Ver=
braucher und der Geſamtvolkswirtſchaft am Leben erhalten,
während dadurch wirtſchaftlicher arbeitende Unternehmungen des
privaten Handels, denen keine ſtaatliche Unterſtützung zuteil
wird, in ihrer Exiſtenz gefährdet würden.
Die Hauptgemeinſchaft erblicke in einer einſeitigen
Unter=
ſtützung der landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften jedenſalls in
ihren Nebemaufgaben als Verkaufsunternehmungen nicht nur
eine ſchwere Schädigung des Einzelhandels,
ſondern darüber hinaus eine erhebliche
Benach=
teiligung der landwirtſchaftlichen Verbraucher,
daher bitte ſie, dahin wirken zu wollen, daß die
landwirtſchaft=
lichen Genoſſenſchaften nicht einſeitig ſubventioniert würden, daß
vielmehr Genoſſenſchaften und Einzelhändler in die Lage verſetzt
würden, unter vollkommen gleichen Bedingungen ihre
Handels=
funktion auszuüben, damit ihnen Gelegenheit gegeben werde, in
freiem Wettkampf zu erweiſen, welche dieſer beiden Formen der
Warenverteilung die wirtſchaftlich überlegene ſei.
Lukutate.
Mundus vult decipi. .
In Nr. 24 des „Darmſtädter Tagblatts” vom 24. Januar d. J.
war abgedruckt eine Zuſchrift über die vielangeprieſene
Wunder=
frucht Lukutate. Es wurde darin mitgeteilt, daß deren Einfuhr
und Verkauf vom Bundesminiſterium in Oeſterreich verboten ſei,
da die verſchiedenſeitigſten Unterſuchungen ergeben hatten, daß
Lukutate nicht mehr „
Verjüngungseigenſchaf=
ten” beſitzt, als andere Abführmittel auch.
Inzwiſchen ſind in der mediziniſchen und pharmazeutiſchen
Preſſe eingehende Veröffentlichungen über Lukutate erſchienen,
von denen die bedeutſamſte von dem Schriftleiter der „Deutſchen
mediziniſchen Wochenſchrift” Prof. J. Schwalbe verfaßt und
in den Nummern 6 und 7 dieſer Zeitſchrift vom 10. und 17.
Februar 1928 unter dem Titel: „Lukutate — ein neues
Schul=
beiſpiel für das deutſche Geheimmittelunweſen und die
Unzu=
länglichkeit ſeiner Bekämpfung” abgedruckt iſt. Dieſer auf
gründ=
lichſtem Studium beruhenden Abhandlung ſeien einige
inter=
eſſante Einzelheiten entnommen.
Eingeleitet wurde die rafſiniert angelegte Reklame durch
einen Reiſebericht, den angeblich der bekannte Indienforſcher
und Reiſeſchriftſteller Freiherr von Gagern verfaßt haben
ſollte und der bei angeſehenen Familienblättern als Feuilleton
untergebracht wurde. Da wird von den Elefanten und
Papa=
geien erzählt, die Hunderte Kilometer wandern, um die
verjün=
gende Lukutatebeere zu freſſen, der ſie dann ihr hohes Alter
ver=
danken, von dem Hinduſtamm der Schuriaghutis, der infolge von
Lukutategenuß ſich durch große Vorzüge des Geiſtes und Körpers
und durch ſeinen ſtattlichen Stamm von über hundert Jahre
alten Greiſen auszeichnet. Der Maharadſcha von Jaipur wird
als Quelle angeführt.
Bei den näheren Nachforſchungen Schwalbes erwies ſich dies
alles als Phantaſie. Der bekannte Indienforſcher Freiherr von
Gagern erwies ſich als ein 29jähriger Kaufmann von Gagern,
der niemals in Indien war, und in Nr. 18 der Apothekerzeitung
vom 18. Februar 1928 erklärt der wirkliche Aſienreiſende von
Gagern, empört über den Unfug, den „eine durchaus modiſche
Spekulation” mit ſeinem guten Namen macht, daß es einen
Guſtav von Gagern” überhaupt gar nicht gäbe. Einen
Maharadſcha von Jaipur gibt es offenbar ebenſowenig, wie eine
Frucht Lukutate irgend jemandem oder irgendwo bekannt
gewor=
den iſt.
Aber die ärztlichen Eideshelfer und Begutachter des
Wunder=
mittels? Auch dieſe werden von Schwalbe einer näheren
Betrachtung unterzogen. Da prangt zunächſt ein „Geh. Medi=
zinalrat Kreisarzt Dr. Schrader” der aber in Wirklichkeit ein
Kreisarzt a. D. Dr. Schröder iſt, von dem das Berliner
Polizeipräſidium erklärt, daß er „dauernd für Gutachten über
Kurpfuſcherpräparate ſeinen Namen hergibt” Ferner ein
Ober=
ſtabsarzt Dr. Bremer, der aber niemals Oberſtabsarzt war
und den Titel zu Unrecht führt, übrigens auch nicht Bremer,
ſondern Bramer heißt und der einer Fabrik anbot, für ihre
Prä=
parate hinnen vierzehn Tagen Artikel gegen ein Honorar von
150 bis 200 M. zu liefern, mit dem Bemerken, er habe von
an=
deren Firmen 500 bis 1000 M. Honorar erhalten. Charakteriſtiſch
für all dieſe und andere von Hiller aufgeführten eigenartigen
Autoren iſt, daß ſie meiſt mit verändertem Namen und ohne
Ortsangabe auftreten. Direkt irreführend für unſere Gegend iſt
aber das hier mit Vorliebe verbreitete Zeugnis eines „
Kranken=
haus=Chefarztes Dr. med. Fiſcher” von dem man auch nicht
weiß, ob und wo er leht, und mit dem ſelbſtverſtändlich der
Direktor des Darmſtädter ſtädtiſchen Krankenhauſes gar nichts
gemein hat.
Was auf Laien=Zeugniſſe zu geben iſt, die ohne Ortsangabe
nur mit Anfangsbuchſtaben unterzeichnet ſind, dieſe Erörterung
erübrigt ſich für jeden Verſtändigen, der auch beurteilen kann,
wvelch mächtige Wirkung allein die Suggeſtion auszuüben vermag.
Die „Münchener mediziniſche Wochenſchrift” ſagt in ihrer Nr. 8
ſehr treffend: Lukutate freſſen in Indien die Elefanten, in
Deutſchland die Kamele,
Eine ausführliche Abhandlung über Lukutate von Fr. Scheer
bringt ferner die Nr. 12 der „Apothekerzeitung” vom 11. Februar
1928; ähnlich wie von Schwalbe wird auch hier der Erlaß
geſetzlicher Beſtimmungen gefordert, durch die die Vergeudung
des Volksvermögens für Schwindelpräparate unmöglich gemacht
wwird. In unſeren Nachbarländern iſt man hierin günſtiger
ge=
ſtellt; ſo iſt die Ankündigung und der Verkauf des Präparats in
Oeſterreich verboten, neuerdings auch in den Schweizer Kantonen
Zürich und Baſel. Das Schickſal des Lukutate in Oeſterreich
bedarf einer beſonderen Betrachtung.
In einer direkten Zuſchrift vom 7. Februar d. J. behauptet
nun Hiller, die Nachricht, Einfuhr und Verkauf von Lukutate
ſeien in Oeſterreich und in der Schweiz verboten, ſei unwahr.
Das Bundesminiſterium in Wien habe lediglich die Einfuhr als
Arzneimittel (Heilmittel) verboten, weil er (Hiller) nicht damit
einverſtanden geweſen ſei, den Vertrieb nur auf Apotheken zu
beſchränken. Hiller behauptet ferner wörtlich: „Das
Oeſterreichi=
ſche Geſundheitsamt hat auf Grund des Berichts von Herrn
Prof. Dr. Wimmer vom pharmakognoſtiſchen Inſtitut Wien den
Vertrieb als diätetiſches Nahrungsmittel ausdrücklich geſtattet.”
An dieſen Behauptungen Hillers iſt weiter nichts zu
bewun=
dern als die unglaubliche Kühnheit, mit der ſie aufgeſtellt ſind.
Denn gerade das Gegenteil iſt der Fall; ſie ſtehen in abſo=
lutem Widerſpruch mit den tatſächlichen
Ver=
hältniſſen und der Wahrheit. In einem Erlaß des
Bundesminiſteriums für ſoziale Verwaltung
vom 5. Dezember 1927 wird nach eingehender Begründung, in
der ausgeführt wird, „die Lukutate=Präparate ſind demnach nichts
anderes als gelinde Abführmittel, welche im weſentlichen
Tama=
rindenmus und Franguln oder Cascara=Sagrada enthalten”,
an=
geordnet, „alle in Betracht kommenden Stellen von der Unzu=
läſſigkeit der Feilhaltung und des Verkaufs von Lukutate in
fenntnis zu ſetzen und gegen Zuwiderhandelnde vorzugehen.”
Ferner: Da die Annahme begründet iſt, daß die Lukutate=
Präpa=
rate „durch die Art ihrer Anpreiſung zur Ausbeutung und
Irre=
führung dienen, ſind ſie außerdem auch von der Einfuhr
aus=
zuſchließen.”
Die Firma Hiller ließ ſich dadurch nicht abſchrecken, ſie
ver=
ſuchte jetzt, ihrem Lukutate durch eine neue Aufmachung als
„Lukutate=Diäteticum” den Eingang in Oeſterreich zu
erzwingen. Aber Oeſterreich blieb hart. Auf eine diesbezügliche
direkte Anfrage beim Bundesminiſterium für
Sozialverwaltung in Wien erhielt der Verfaſſer unterm
8. März 1928 die nachfolgende Antwort;
„Das von der Firma Hiller erzeugte Präparat „Lukutate=
Diäteticum” konnte nicht zum Anlaß genommen werden, das mit
Erlaß Z 1. 57 444/27 erlaſſene Vertriebsverbot für alle Lukutate=
Präparate zurückzuzichen, da die Firma, wie die fachliche
Unter=
ſuchung ergab, neuerlich unrichtige Angaben über die
Zuſammen=
ſetzung der letzt bezeichneten Lukutate=Präparate gemacht hatte.
Für den Bundesminiſter gez.: Müller.”
Ein drolliges Zwiſchenſpiel in dem ganzen Lukutate=Roman
bildet die Verleihung des Ehrendoktortitels an Hiller.
Seiner eigenen Ausſage nach hat er dieſe Ehrung von „einer
belgiſchen königlichen Univerſität” erhalten und auch
angenom=
men. Er will aber davon ſo lange keinen Gebrauch machen, als
das Ehrendoktorat von der belgiſchen Regierung und vom
deut=
ſchen Kultusminiſter noch nicht beſtätigt iſt. Trotzdem aber hat
er ſich ſchon vier Tage vor Erlaß dieſer Erklärung in einem
Brief als „Dr. med. h. c. der Univerſität Brüſſel” unterzeichnet.
Man nimmt an, daß dieſe zweifelhafte Ehrung etwa von der
„Philotechniſchen Univerſität” in Brüſſel herrührt, einem
Privat=
unternehmen, das zu keinerlei Diplomverleihungen berechtigt iſt
und vor dem das Auswärtige Amt dringend warnt.
Die Oberſtaatsanwaltſchaſt in Hannover iſt zurzeit mit einem
Strafverfahren gegen Hiller wegen Betrugs
be=
ſchäftigt. Die Deutſche Geſellſchaft zur Bekämpfung des
Kur=
pfuſchertums, die Medizinalabteilung des Berliner
Polizeipräſi=
diums und der Vorſtand der Vereinigung der deutſchen
medizi=
niſchen Fachpreſſe haben einen dahingehenden Antrag geſtellt.
Der Erfolg dieſes Vorgehens muß abgewartet werden.
ietſäigert
ma
m An
Min
Nummer 78
Deutſcher Reichstag.
Die Leiſtungen in der Invaliden= und
Angeſielltenverſicherung.
* Berlin, 17. März. (Priv.=Tel.)
Präſident Loebe eröffnet die Sitzung um 13 Uhr.
Auf der Tagesordnung ſteht die zweite Beratung des Gaſetzentwurfs
Eiber Leiſtungen in der Invaliden= und Angeſtelltenverſicherung, der
Sinen Teil des Notprogramms bildet. Der Ausſchuß hat der Vorlage
sugeſtimmt und dazu noch eine Erhöhung des Kindergeldes beſchloſſen.
In Entſchließungen des Ausſchuſſes wird gefordert, daß den Sozial=
Sentnern die Erhöhung nicht durch entſprechende Kürzung der Fürſorge=
-eiſtungen verloren geht. Ferner wird eine angemeſſene Erhöhung der
Werſicherungsgrenze auf Grund des Angeſtelltenverſicherungsgeſetzes
ver=
angt. Schließlich ſoll dem Reichstag eine Denkſchrift über den Ausbau
wer Angeſtelltenverſicherung vorgelegt werden, insbeſondere über die
Frage einer Herabſetzung der Altersgrenze auf 60 Jahre und Verkürzung
per Wartezeit auf 60 Pflichtbeitragsmonate.
Abg. Karſten (Soz.) fordert eine weitere Erhöhung der
Kinder=
gelder auf 12 Mark monatlich.
Abg. Frau Arendſee (Komm.) fordert Erhöhung der Kinder=
Tenten um 20 Mark monatlich.
Abg. Eſſer (Zentr.) empfiehlt die Vorlage zur Annahme. Auch
Sozialdemokraten und Kommuniſten hätten den ſozialen Charakter des
Seſetzes anerkannt.
„Abg. Döbrich (Chr.=nat. Bauernp.) lehnt den Geſetzentwurf ab.
Abg. Ziegler (Dem.) erwidert, angeſichts der Maßnahwen für
Die Landwirtſchaft ſei dieſer Einſpruch gegen die Erhöhung der Inva=
Eidenrenten ein ſtarkes Stück.
Die Vorlage wird in zweiter und dritter Beratung in der Ausſchuß=
Faſſung angenommen.
Es folgt die zweite Beratung des vom Ausſchuß beantragten Ge=
Fetzentwurfes, wonach die Kriſenunterſtützung um weitere drei Monate
werlängert werden ſoll. Weiter wird die Regierung erſucht, dahin zu
ſevirken, daß eine Ausdehnung der Kriſenunterſtützung auf weitere
Be=
ufsgruppen neu zugelaſſen wird, in denen infolge außergewöhnlicher
Ureigniſſe oder Umſtände ein anhaltender ſchwerer Notſtand auf dem
Arbeitsmarkt beſteht.
Abg. Brey (Soz.) begründet eine Entſchließung, wonach die
Kriſenfürſorge ſo geſtaltet werden ſoll, daß die Arbeitslofen, die die
An=
puartſchaft auf Arbeitsloſenunterſtützung noch nicht erfüllt haben und die,
Deren Anſpruch bereits erſchöpft iſt, für die geſamte Dauer der Arbeits=
Uoſigkeit Unterſtützung nach den Sätzen der Arbeitsloſenverſicherung
er=
ſchalten.
Der Geſetzentwurf des Ausſchuſſes über die Verlängerung der
„Kriſenfürſorge wird in zweiter und dritter Beratung angenommen.
Ebenſo wird ein Geſetzentwurf des Reichsrates, wonach die Koſten der
„Kriſenfürſorge auf das Reich übernommen werden, eine Vorlage, bei
der der Ausſchuß Ablehnung beantragte, infolge einer mißverſtändlichen
Abſtimmung vom Reichstag abgelehnt.
Der Haushalt des Reichspräſidenten wird in zweiter Beratung
er=
ledigt. Der kommuniſtiſche Antrag, das Gehalt des Reichspräſidenten
zu ſtreichen, wird gegen die Antragſteller abgelehnt.
Genehmigt wird weiter ein Ausſchußantrag, in den Etat des
Wirt=
ſchaftsminiſteriums für die Förderung des Meſſeweſens 1,2 Millionen
Mark einzuſetzen, wovon 800 000 Mark für die Leipziger Meſſe
be=
ſtimmt ſind.
Das Ueberleitungsgeſetz für die Strafrechtsreform wird in dritter
Beratung angenommen.
Die Anträge des Verkehrsaueſchuſſes über Verkehrsfragen des
Oſtens werden einſtimmig angenommen.
Das Haus vertagt ſich auf Montag 14 Uhr: Kleine Voplagen,
An=
träge zu Gunſten der beſetzten Gebiete: Etat des
Neichsfinanzmini=
ſteriums. — Schluß 15,15 Uhr.
Der Ergänzungsetat für 1928 vom Reichsrat
angenommen.
Berlin, 17. März.
Der Reichsrat hielt am Samstag eine Vollſitzung ab, auf deren
Tagesordnung der Ergänzungsetat für 1928 ſtand. Der Berichterſtatter,
Miniſterialdirektor Dr. Brecht, wies darauf hin, daß der
Ergänzungs=
etat noch auf Ausfüllung der Perſonaltitel verzichte, dieſe vielmehr dem
neuen Reichstag überlaſſe. Erhöht werde die Stellenzahl lediglich bei
dem Reichsentſchädigungsamt mit Rückſicht auf das
Kriegsſchädenſchluß=
geſetz, und bei der Reichsabgabenverwaltung infolge der Uebernahme
der thüringiſchen Verwaltung. Aenderungen der Einſtufungen ſeien
nur in einzelnen Fällen vorgeſehen, die im Beſoldungsgeſetz
ausdrück=
lich vorgeſchrieben bzw. vorgeſehen ſeien. Die Ausſchüſſe des
Reichs=
rats hätten dieſe Vorſchläge gebilligt. In ſachlicher Hinſicht bringe der
Ergänzungsetat neben den veränderten Sätzen für die
Liquidations=
ſchäden und der aus dem Vorjahre wiederholten Außenhandelsgaraatie
von 175 Millionen M., das ſogenannte Sozialprogramm und das
Hauptprogramm für die Landwirtſchaft. Bei dem Sozialprogramm
handele es ſich um die bereits bekannten Anforderungen für
Werkpen=
ſionäre, Kleinrentner und die Invalidenverſicherung; ferner um die
Beteiligung an der deutſchen Bau= und Bodenbank. Das Hilfsprogramm
für die Landwirtſchaft umfaſſe eine Reihe von Bewilligungea in Höhe
von 64 Millionen Reichsmark. Ferner werde die Negierung ermächtigt,
die landwirtſchaftliche Umſchuldung einſchließlich des Erwerbs von
Grundſtücken zu fördern. Zu dieſem Zweck ſollten kurzfriſtige Vorſchüiſſe
bis zur Höhe von d100 Millienen Reichsmark gegeben werden. In den
Ausſchußberatungen des Reichsrates ſei die Notwendigkeit einer weit=
Die reichlichen Drohungen Hillers, gegen unliebſame
Ver=
öffentlichungen über Lukutate gerichtlich vorgehen und
Straf=
anzeige ſtellen zu wollen, warten bis jetzt noch vergeblich auf
Erfüllung. So z. B. auch die „Leipziger Volkszeitung”, die von
einem „aufgelegten Schwindel” ſprach und der Hiller
als letzten Termin für die Veröffentlichung einer ihn
befriedigen=
den Erklärung den 12. Dezember 1927 geſetzt hatte. —
In einem erſtklaſſigen Darmſtädter Reſtaurant ſteht übrigens
auf der Speiſekarte für beſonders verjüngungsbedürftige
Lieb=
haber „Lukutate=Nagout” zum Preis von 2.50 Mk. Was will man
Dr. Arthur Hoffmann.
mehr?
Zur Ausſtellung ,Dalmatiniſche Reifeſiudien”
im Atelier Auguſte von Bellersheim, Wilhelminenſtraße 42, I.
vom 18. März bis 1. April, täglich von 11—1 und 3½—5 Uhr.
Die künſtleriſche und gegenſtändliche Geſchloſſenheit dieſer
Ausſtellung unter grundſätzlicher Ausſchaltung aller früher
ent=
ſtandenen Produktion iſt bemerkenswert. Ein Reiſetagebuch in
Bildern! Ein farbenprächtiges Reiſetagebuch! Toch nicht
über=
bunt. Dalmatien und Paſtellſtift, das könnte verführen zur
far=
bigen Ueppigkeit. Doch in weiſer künſtleriſcher Beſchränkung auf
drei führende Haupttöne wurde die zur impreſſioniſtiſchen
Ueber=
farbigkeit ſo leicht verlockende Feerie der dalmatiniſchen
Land=
ſchaft auf den ausgeſtellten Paſtellen dennoch eingefangen: ein
tiefes Ultramarinblau, ein freudig klingendes Ziegelrot und ein
juwelenhaft aufſtrahlendes Grün ſtehen immer wieder
unge=
brochen, in rhythmiſchem Wechſel nebeneinander. Dieſer farbige
Rhythmus iſt zugleich Rhythmus des Gegenſtändlich=
Landſchaft=
lichen: die horizontalen Dächer ziegelrot, die den Bildraum ſo
charakteriſtiſch vertikal altzentuierenden Zypreſſen im tiefſten
Blau. Dieſe Bildorganiſation iſt nicht ſchematiſch. In ihrer ſo
ſeltſamen pflanzlichen Eigenbewegung ſcharf beobachtete Agaven
überſchneiden den Horizont, ſchlagen die exotiſche Stimmung
ſo=
zuſagen als Ouvertüre des Landſchaftlichen an, werden zu
expreſſiven Raumbildnern. Im Mittelpunkt der Ausſtellung
ſtehen zahlreiche Paſtelle von Raguſa und Umgebung, auch der
hiſtoriſch gewordene Blick vom Lovzen auf die montenegriniſchen
Berge, die Bocca di Cattaro fehlen nicht.
Cine Ueberraſchung bieten die Lithographien: Szenen aus
dem dalmatiniſchen Volksleben. Von einer organiſch ſchaffenden,
unalademiſchen Beobachtungsgabe in freieſter, hinſtrömender
Zeichenſprache, in glücklichſter Improviſation hingeſchrieben. Nur
Andeutungen werden gegeben, aber ſie ſind prall mit
volkstüm=
lichem Leben gefüllt. Man ſpürt das Kismet des Orients in
dieſen graphiſchen Blättern, etwas unwirklich Wirkliches.
Unter=
haltend ſind ſie, wie das lebendigſt geſchriebene Reifetagebuch und
zugleich graphiſche Formulierung als künſtleriſcher Selbſtzweck. ex
Sonntag, den 18 März 1928
Seite 3
gehenden Hilfe für die Landwirtſchaft einſtimmig anerkannt worden.
Einzelne Maßnahmen ſeien vielfach kritiſiert und es ſeien Zweifel
ge=
äußert worden, ob ſie das Uebel beſeitigen könnten. Das gelte
beſon=
ders für die Maßnahmen zur Beeinfluſſung des Fleiſchmarktes. Der
vom Ernährungsminiſterium vorgelegten Denkſchrift hätten die
Aus=
ſchüſſe nicht überall zuſtimmen können. Im Einvernehmen mit der
Re=
gierung hätten die Ausſchüſſe beſchloſſen, den fraglichen Poſitionen den
Zuſatz zu geben, daß die näheren Richtlinien für die Verwendung der
Fonds, Kredite uſw. mit Zuſtimmung des Reichsrats erlaſſen würden.
Die Vorſchüſſe an die Umſchuldungsinſtitute ſollen erſt gegeben werden,
wenn die Aufnahme entſprechender Anleihen als geſichert gelten könne.
Der Berichterſtatter ſtellte feſt, daß der Ergänzungsetat insgeſamt 184,5
Millionen neue Ausgaben bewillige. Die Deckung ſoll neben
Ausgaben=
verkürzungen durch die Mehreinnahmen an Zöllen erfolgen. Dr. Brecht
errechnete für den Haushalt 1929, der ſchon in wenigen Monaten
vor=
bereitet werden müſſe, einen Fehlbetrag von 581 Millionen RM. Auch
wenn die vom Reich gegebenen Kleinwohnungsbaukredite von 200 Mill.
im nächſten Jahr zurückkommen ſollten, ſei eine Deckung für 380
Mil=
lionen nicht erkennbar. Das ſei das ſchwere Problem, deſſen Löſung
ſchaftliche Notprogramm nicht mit den Länderregierungen vorher
ver=
einbart worden ſei. Tie bateriſche Regierung könne ſich von den ge= rüſtungsentwürfe kommen zu laſſen. Vor allem liegen
planten Maßnahmen keine durchgreifende Beſſerung verſprechen und
Sie ſtimme nur notgedrungen der Vorlage zu. — Hierauf wurde der verſtehen, einfach die Vertagung der Kommiſſion zu beantragen,
Ergänzungsetat vom Reichsrat in der Faſſung der Ausſchußbeſchlüſſe
angenommen.
Die Vorſchläge über die Errichtung der Deutſchen
Nentenbank=
kreditanſtalt, deren Erledigung gleichfalls für die heutige Sitzung vor= baldiges Ende der Beratungen vorzubereiten,
geſehen war, mußte abgeſetzt werden, da noch keine Einigung in dem indem man darauf hinweiſt, daß vor den Parlamentswahlen in
eine neue Reichsratsſitzung vorgeſehen, die dieſe Vorſchläge erledigen
wird. Der Reichsrat beſchäftigte ſich dann weiter mit einem Geſetzent= Ende der Tagung für Mittwoch oder Donnerstag
angenommen. Aus der Zahl der Betriebe, auf die die
Unfallverſiche=
rung ausgedehnt werden ſoll, wurden Muſikaufführungen und Sende= entwurf und die deutſchen Vorſchläge auf
Erweite=
betriebe geſtrichen. Weiter wurde gegen den Widerſpruch der Reichs= rung der Publizitätspflicht der Staaten über den Rüſtungsſtand
regierung auf batzeriſchen Antrag beſchloſſen, daß die Reichsregierung
zur Deckung der entſtehenden Mehrkoſten den Ländern einen Betrag übergeben werden. Die Vorſchläge ſollen dann
gelegent=
mit Zuſtimmung des Reichsrats beſtimmen ſoll. Die Beteiligung der
Gemeinden ſollen die Landesregierungen regeln. Endlich nahm der Regelung auf ein Begraben der Vorſchläge hinaus. Die
Neichsrat eine Novelle zum Tabakſteuergeſetz an. In der Vorlage
den Steuerzeichen angegeben iſt.
Verſchiebung der Wahlen?
* Berlin, 17. März. (Priv.=Tel.)
Die „Deutſche Allgem. Zeirg.” will erfahren haben, daß im
Zentrum, bei den Sozialdemokraten und bei den Demokraten der gehenden Entgegenkommen von engliſcher Seite ebenfalls noch zu
zu verſchieben, weil angeblich die Wahlausſichten dann günſtiger ihren Standpunkt in der Kreuzerfrage, um die es
teien ſolche Wünſche beſtehen ſollen. Im Gegenteil, ſie haben ja
mit aller Kraft auf Frühjahrswahlen hingedrängt, während das
Kabinett an ſich lieber im Herbſt hätte wählen laſſen. Dagegen
politiſchen Parteien ſtehen, die Neigung nach einer Vertagung der neueſten amerikaniſchen Vorſchläge ſich ſehr weit den im Sicher=
Wahlen vorhanden iſt. Nachdem aber die Dinge ſoweit gediehen
ſind, nachdem damit zu rechnen iſt, daß der Reichsnag ſpäteſtens
anfangs April ſein Arbeitspenſum aufgearbeitet hat, kommt eine den Kelloggſchen Vorſchlägen die Bereitwilligkeit, auf die mate=
Verſchiebung der Neuwahlen nicht mehr in Frage. Möglich iſt riellen Verpflichtungen zur Garantie des Friedens einzugehen,
es, daß die Auflöſung ſelbſt noch bis Mai himausgeſchoben wird, wie ſie in der gegenſeitigen militäriſchen Hilfe in Konflitksfällen
um den Abgeordneten ihre Diäten möglichft lange zu retten. Der
Wahltermin ſelbſt würde aber auch dann beſtehen bleiben.
Die polniſche Antwort auf die litauiſcheNote zu keinem Ergebnis kommen laſſen dürften. Schon die geſtrige
Kowno, 17. März.
dortigen litauiſchen Geſandtſchaft die polniſche Antwort auf die Sande verlaufen laſſen werden, iſt ſehr zweifelhaft; man kann im
iſchen Vorſchlag annehme und, daß, falls Profeſſor Woldemaras
die Führung der litauiſchen Delegation übernehmen ſollte,
Außen=
miniſter Zaleſki ſich an die Spitze der polniſchen Delegation" baren Reſultat zu führen.
ſtellen werde. Der Vorſchlag der litauiſchen Regierung, auch
einen Vertreter des Völkerbundes an den Verhandlungen
teil=
nehmen zu laſſen, wird von Polen abgelehnt, wenigſtens für den
Augenblick. Die Note gibt jedoch keine beſtimmte Antwort
dar=
auf, ob Polen die Teilnahme eines Völkerbundsvertreters
über=
haupt wünſche oder nicht. Es wird in der Note nur erklärt, daß
in Anſpruch zu nehmen, falls dies bei den Verhandlungen not= mithin insgeſamt 611,5 Millionen RM. Hiervon entfallen auf die
wendig ſei, auch für ſpäter in Kraft bleibt. Woldemaras wird
gebeten mitzuteilen, ob er die Abſicht habe, perſönlich die
Ver=
handlungen zu führen, weil in dieſem Falle Zaleſki gleichfalls
nach Königsberg kommen werde.
2
Perſchleppungstendenzen in Genf.
Engliſch=franzöſiſche Widerſiände gegen die
2. Leſung der Abrüſiungsentwürfe. —
Fran=
zöſiſche Stimmungsmache für Vertagung der
Konferenz.
* Genf, 17. März. (Priv.=Tel.)
Die Verhandlungen der vorbereitenden
Abrüſtungskommiſ=
ſion und die Beſprechungen zwiſchen den Delegationen haben
bisher zu keinem Ergebnis geführt. Weder in der Landabrüſtung
noch in der Seeabrüſtung iſt es zu einer Annäherung der
Anſich=
ten und zu einer Verſtändigung über die ſtrittigen Probleme
ge=
zu ſuchen die erſte große Aufgabe des neuen Reichstages ſein werde. kommen. Beiden Militärmächten beſteht offenbar keine
Der baheriſche Geſandte von Preger bedauerte, daß das landwirt= Neigung, es zu einer zweiten Leſung der
Ab=
hier die Widerſtände bei den Franzoſen und
Eng=
ſtehe den einzelnen Maßnahmen nicht ohne ſchwere Bedenken gegenüber. ländern, doch will ſich auch keine der beiden Parteien dazu
weil man den ſchlechten Eindruck auf die Oeffentlichkeit ſcheut.
Man beginnt deshalb, langſam die Stimmung auf ein
Reichsratsausſchuß erzielt werden konnte. Am Mittwoch iſt deshalb Frankreich und Deutſchland praktiſche Ergebniſſe der
Verhand=
lungen doch nicht zu erwarten ſeien. Man ſagt deshalb das
wurf über die Ausdehnung der Unfallverſicherung. Die Vorlage ward voraus und ſpricht davon, daß der ruſſiſche
Konventions=
einer techniſchen Unterkommiſſion zur Prüfung
zur Verfügung ſtellt, deſſen Höhe und Verteilung der Arbeitsminiſter lich einer zweiten Leſung, für die jedoch noch kein beſtimmter
Ter=
min genannt wird, durchberaten werden. Praktiſch läuft dieſe
wurde neben Aenderungen eine Beſtimmung aufgenommen, wonach techniſche Unterkommiſſion ſoll auf Antrag Japans gebildet wer=
Zigaretten im Kleinhandel nicht billiger verkauft werden ſollen als auf den, das auch einen Antrag auf Vermittlung der Vorbereitenden
Abrüſtungskommiſſion zwiſchen den Seemächten einbringen ſoll.
Ueber
die See=Abrüſiungsfrage
ſpielen zwiſchen den Amerikanern und Engländern ſchon ſeit
Tagen Verhandlungen, die jedoch bis jetzt trotz einem ſehr weit=
Wunſch beſtehe, die Neuwahlen des Reichstages bis zum Herbſt keinem Ergebnis geführt haben. Die Amerikaner halten
wären. Wir glauben nicht recht daran, daß gerade bei dieſen Par= hauptſächlich geht, unverändert aufrecht und werden
zu=
mindeſt bis zum Eintreffen des Admirals Jones ſich zu keinen
Konzeſſionen bereitfinden. Die Rede Kelloggs findet im
allgemeinen in Kreiſen des Völkerbundes eine günſtige
Auf=
iſt es richtig, daß in einzelnen Verbänden, die außerhalb der nahme, und man weiſt mit Genugtuung darauf hin, daß die
heitskomitee ausgearbeiteten Prinzipien zur Sicherung des
Frie=
dens annähern. Auf franzöſiſcher Seite jedoch vermißt man in
gegeben iſt. Im allgemeinen ſchätzt man die Ausſichten
die=
ſer Tagung immer geringer ein, da die Tendenzen
zur Vertagung und Verſchleppung es wahrſcheinlich
Sitzung hat gezeigt, daß man eingehenden Erörterungen unter
allen Umſtänden auszuweichen ſucht. Ob die abrüſtungswilligen
Die polniſche Gefandtſchaft in Riga übergab geſtern der Elemente der Kommiſſion jedoch die ganze Tagung ſo einfach im
litauiſche Note vom 26. Februar. In der Note wird, wie be= Gegenteil damit rechnen, daß ſowohl von deutſcher wie auch von
reits gemeldet, mitgeteilt, daß die polniſche Regierung den litau= ruſſiſcher und türkiſcher Seite alles getan werden wird, um die
Arbeiten des Ausſchuſſes vorwärts zu bringen und nach den
2½ Jahre währenden Beratungen nun endlich zu einem greif=
Die Einnahmen des Reiches im Februgr.
Berlin, 17. März.
Die Einnahmen des Reiches an Steuern, Zöllen und
Ab=
die Entſchließung des Völkerbundsrates vom 10. November 1927 gaben betragen im Monat Februar bei den Beſitz= und
Verkehrs=
über den beiderſeitigen Vorſchlag, die Hilfe des Völkerbundes ſteuern 389,1 und bei den Zöllen und Verbrauchsabgaben 222,4,
veranlagte Einkommenſteuer 65,5, die Körperſchaftsſteuer 17,5,
die Umſatzſteuer 39,1, die Vermögensſteuer 93 und die Zölle 85,3
Millionen RM.
*Heſſiſches Landestheater.
Kleines Haus. — Samstag, den 17. März.
Der Barbier von Sevilla.
Komiſche Oper von Sterbini, Muſik von G. Roſſini.
Der „Barbier”, das klaſſiſche Werk Roſſinis, iſt — wenigſtens
in Deutſchland — das einzige, das heute noch von den 33 Opern,
die der ſeinerzeit über die Maßen gefeierte Meiſter in wenigen
Jahren komponiert hat, auf den Spielplänen ſich behauptet. Die
Oper hat während ihrer über 100 Jahre laufenden Spielzeit die
mannigfachſten Aufführungsarten erlebt. Die längſte Zeit gab
man ſie mit Dialog, wie auch hier noch vor drei Jahren.
Allmäh=
lich war dieſer jedoch durch überlieferte Spielgewohnheiten und
Einſchiebſel aller Art derart überwuchert, daß die Muſik erdrückt
wurde. Es war aus der komiſchen Oper ein muſikaliſcher Schwank
geworden.
Die heutige Neuinſzenicrung iſt dem Beiſpiel eines
Enſemble=
gaſtſpiels der Mailänder Oper bei uns im Jahre 1924 gefolgt,
in=
dem ſie die alte Partitur mit den Original=Rezitativen
wieder=
herſtellte. Eine zweite Katatine des Grafen in der erſten Szene
iſt aufgenommen, die Koloraturen Roſines haben eine andere,
ſehr vornehme Faſſung erhalten — ich weiß nicht, iſt es die
erſte —, der Text iſt mehrfach verändert. Die Ouvertüre iſt vom
Anfang geſtrichen, weil das Original bekanntlich verloren
gegan=
gen iſt und ſeither ſtets eine beliebige andere von Roſſini geſpielt
wurde. Mit allem kann man ſich nur einverſtanden erklären. Aber
was bekamen wir dafür zu hören? Die übliche Ouvertüre erklang
plötzlich aks Zwiſchenaktsmuſik zwiſchen der erſten und zweiten
Szene. Fühlt denn kein Kapellmeiſter die Stilwidrigkeit, die in
dieſer Formvernichtung liegt? Und was zu ſehen? Eine
über=
befliſſene Regie ſetzte an Stelle der glücklich entfernten Poſſen des
Dialogs die Spieler und Statiſten in krampfhafte Bewegungen,
die zum Beiſpiel des Sextett=Finale des erſten Aktes völlig
zer=
ſtörten, die allenthalben das Intereſſe von der Muſik abzogen
und zu billigen Lacherfolgen eines für Entgleiſungen
unempfind=
lichen Publikums führten, um den Genuß am Werk zu verhindern.
Der Gaſtregiſſeur Hans Schmid, im Anfang und in
Einzel=
heiten angenehm bemerkbar, hat im ganzen damit keine Ehre
ein=
gelegt. Auch die Stabführung Berthold Goldſchmidts hat
mir wenig gefallen. Seine Zeichengebung iſt undeutlich und
wech=
ſelnd; es wollte vieles nicht klappen. Es mangelte jede Feinheit
der Auslegung dieſer raffinierten Partitur, und der Humor der
Inſtrumentation kam nicht zur Geltung. Die Begleitung der
Rezitative auf verſtimmtem Klavier war dünn und konnte den
Sängern kaum Halt geben, ſo daß Intonationsſchwankungen
häu=
fig waren.
Die Bühnenbilder, obgleich meiſt aus alten Beſtänden
zu=
ſammengeſtellt, und die Koſtüme verrieten die geſchmackvolle
Künſtlerhand Schenck von Trapps. Die Rollenbeſetzung
und ihre Ausführung war durchweg äußerſt flott.
In der Roſine Käte Walthers ſteht eine zierliche
Erſchei=
nung von beſtrickender Schalkheit und ſprühendem Temperament
vor uns. Ihre kriſtallklare Stimme ſcheint an Weichheit des
An=
ſatzes und ſeither zuweilen vermißter Wärme gewonnen zu haben.
Die Beherrſchung der Koloratur ſchreitet weiter vor und läßt
Großes erhoffen. Bewundernswert iſt immer wieder das
erſtaun=
lich ſtarke Bühnentalent der blutjungen Künſtlerin, das ſie
be=
fähigt, mit inſtinktiver Sicherheit jeder Figur perſönliches Leben
zu geben. Ihre Roſine war eine gute und feine Leiſtung mit
vielen liebenswerten Reizen.
Gleich Günſtiges kann über den Barbier Leo Barczinſkis
berichtet werden. Ja, es iſt vielleicht die beſte Leiſtung dieſes
ge=
wandten Künſtlers. Bei ihm vereinigen ſich hochentwickelte
ſchau=
ſpieleriſche und mimiſche Kräfte mit großer Muſikalität und
ge=
ſanglicher Fertigkeit. Sein Figaro ſtellt ſich in ſtiliſtiſcher
Beherr=
ſchung, in äußerer Erſcheinung, in künſtleriſcher Reife ſeinem Don
Juan würdig an die Seite. Joſef Poerner gab den
ſchmachten=
den Grafen mit dem ganzen Einſatz ſeiner lyriſchen Stimme und
ſeiner lebhaften Darſtellungsart. Zwei ſcharf gezeichnete, von
draſtiſcher Maske unterſtützte, prächtig geſungene Typen brachten
die Herren Heinrich Kuhn und Theo Herrmann in ihren
Bartolo und Baſilio. Die Marzelline, der Fiorillo und der
Offi=
zier fanden in Martha Liebel, den Herren Joſef Herrmann
und Adolf Klotz gute Vertreter. Die Chöre (Berthold
San=
v„H.
der) befriedigten.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
Intereſſante Verſuche. Herr Paul Sander=
Frankfurt hat erfolgreiche Verſuche durchgeführt, die
Büro=
diktiermaſchine der Syſteme Lindſtröm und Röderthal für
die Aufnahmemuſikaliſcher Improviſationen am
Klavier zu verwenden. Der Schalltrichter des Anſchlußſchlauches
wird auf das zweite Reſonanzbodenloch eines Flügels, am beſten
mit Hilfe eines auf dieſes Loch geſetzten durchbohrten Holzkegels
aufgeſtüldt. Aufnahmie= und Wiedergabe=Membran ſoll tunlichſt
neu, das Wachs der Walze weich ſein. Beim Spiel iſt zwecks
Klarheit Pedalgebrauch zu vermeiden.
Seite 4
Sonntag, den 18 März 1928
Nummer 78
Kehraus in der franzöſiſchen Kammer.
Vor den franzöſiſchen Wahlen.
Paris, 17. Mai.
Am heutigen Tage gehen die Arbeiten der Kammer des
1. Mai 1924 zu Ende. Da der Senat die ihm überwieſenen
Geſetz=
entwürfe nicht rechtzeitig verabſchieden konnte und die
Deputier=
tenkammer eine Nachtſitzung nicht abhalten wollte, trat ſie heute
vormittag zum Kehraus zuſammen. Mit Stimmeneinheit nahm
ſie den Geſetzentwurf zur Nutzbarmachung der deutſchen
Natural=
leiſtungen für große öffentliche Arbeiten in Frankreich an.
Gleich=
falls unverändert angenommen wurde das Quadres= und das
Rekrutierungsgeſetz, ſo daß auch deren Rückverweiſung an den
Senat nicht mehr nötig wird. Der Senat mahm ſchließlich das
deutſch=franzöſiſche Saar=Zollabkommen ſowie die
Handelsver=
träge mit Italien und Belgien endgültig an. Darauf
ver=
tagte ſich der Senat auf Dienstag, den 15. Juni.
Die Schlußſitzung der Kammer gab noch Veranlaſſung zu
einigen Zwiſchenfällen, da die Kommuniſten lärmten und für die
in Haft befindlichen Abgeordneten zu demonſtrieren ſuchten.
Poincaré richtete an den Präſidenten für die Energie, die er ſtets
bewieſen habe und die die Aufgaben des Parlaments und der
Regierung erleichtert habe, Dankesworte. Wegen der
kommuniſti=
ſchen Lärmſzenen wurde die Sitzung kurze Zeit unterbrochen.
Nach Wiederzuſammentritt beantragte Buiſſon die Vertagung
bis Freitag, den 1. Juni. Da ſich kein Widerſpruch erhob,
wurde die Seſſion geſchloſſen.
Obwohl die franzöſiſchen Wahlen nahe bevorſtehen, beſtehen
innerhalb der einzelnen Parteien bis zur Stunde noch keine
feſt=
ſtehenden Richtlinien in bezug auf die zu befolgende Wahltaktik.
Es ſteht noch nicht feſt, ob das frühere Kartell wieder aus der
Aſche entſtehen wird, ob eine Taktik der Nationalen Union nach
den Ratſchlägen Poincarés befolgt werden wird oder ob die
Sozialiſten und Kommuniſten ſich zu einem Arbeiterblock gegen
den Block der bürgerlichen Parteien zuſammenſchließen werden.
Poincaré wird ſeine Stellungnahme anläßlich der angekündigten
Rede in Carcaſſonne bekanntgeben. Dieſe dürfte darin beſtehen,
die Nationale Union zu empfehlen, von der von vorherein
ledig=
lich die Kommuniſten und die Monarchiſten ausgeſchloſſen ſeien.
Es verlautet ebenfalls, daß Herriot im gegebenen Augenblick eine
ähnliche Taktik empfehlen werde. In der Praxis dürfte die
Po=
litik der Nationalen Union allerdings auch auf den Ausſchluß
der Sozialiſten hinauslaufen. Die Wahltaktik wird infolge des
Arrondiſſementswahlſyſtems in den meiſten Fällen erſt im
zwei=
ten Wahlgang zur Auswirkung gelangen. Die Zerſplitterung
der Parteien wird zumeiſt dafür ſorgen, daß im erſten Wahlgang
kein Reſultat erzielt werden kann, ſondern daß lediglich eine
An=
deutung mit Bezug auf das Stärkeverhältnis der Parteien
ge=
wonnen werden wird.
Die zahlreichen Reden, die die Parlamentarier kürzlich
ge=
halten haben, befaſſen ſich denn auch mit der noch ungeklärten
Frage der am 22. April zu befolgenden Wahltaktik. Beſonderes
Intereſſe erweckt eine Rede des früheren Kriegsminiſters
Ma=
ginot in Chartres, der die bürgerlichen Kartellfraktionen zum
Zuſammengehen gegen die Sozialiſten und Kommuniſten
auſ=
fordert. Aehnlich äußert ſich der ebenfalls mationaliſtiſche Abge=
ordnete Bonnefous in Cannes, allerdings mit einer ſtark
pole=
miſchen Note gegen die Radikalen, denen er ihren finanziellen
Mißerſolg vorrechnete. Der ſozialiſtiſche Abgeordnete Renaudel
ſprach dagegen in Commentry mit Entſchiedenheit gegen die
Fortſetzung des Experiments der Nationalen Union. Die
Sozia=
liſtiſche Partei ſei gegen die Nationale Union. Die Sozialiſten
würden ſich niemals zu Gunſten eines kartelliſtiſchen
Abgeord=
neten zurückziehen, der nicht offen auf die Stimmen der
Rechts=
parteien verzichten würde. Der Abgeordnete ſteht ſomit auf dem
Standpunkt, daß das frühere Kartell der Sozialiſten und der
bürgerlichen Linken wieder aufgerichtet werden ſoll.
Politiſcher Mord in Wilna.
TU. Wilna, 17. März.
Geſtern abend wurde einer der Hauptzeugen der
Staats=
anwaltſchaft im Prozeß gegen die weißruſſiſche Hromada, ein
gewiſſer Huryn, in einem Nachtlokal in Anweſenheit aller Gäſte
durch mehrere Revolverſchüſſe getötet. Der Täter verſuchte zu
fliehen, konnte aber nach kurzer Zeit ergriffen werden. Ueber die
Beweggründe der Tat iſt bisher noch nichts verlautet. Der
Er=
mordete, ein ehemaliger Kommuniſt, war ſeinerzeit als Mitglied
der kommuniſtiſchen Partei Weißrußlands von der polniſchen
Polizei lange gefangen gehalten worden. In dem Prozeß gegen
die Hromada hat er jetzt gegen ſeine eigenen Landsleute
aus=
geſagt. Man nimmt daher an, daß die Tat aus Rachemotiven
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 28
Sonnieg, den 18. März 1928
Seite 3
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 18. März.
Preſſeempfang beim Staatspräſidenten.
In den Räumen des Staatsminiſteriums in der Neckarſtraße
fand heute nachmittag ein Preſſeempfang ſtatt, zu dem
Staats=
präſident Adelung eingeladen hatte. Mit vereinzelten Ausnahmen
waren ſämtliche heſſiſche Zeitungen vertreten, und auch die
Zei=
tungen der Nachbarſtädte, insbeſondere von Frankfurt, hatten
Vertreter entſandt.
Staatspräſident Adelung begrüßte auch im Namen des
anweſenden Geſamtkabinetts mit herzlichen Worten die
Erſchie=
nenen und gab ſeiner Freude über die zahlreiche Beteiligung
Ausdruck: offenbar werde der Wunſch der heſſiſchen Regierung,
die Beziehungen zur Preſſe möglichſt eng zu geſtalten und zu
vertiefen, von der Preſſe geteilt. Im republikaniſchen Staat ſei
für die Bevölkerung Klarheit über die Abſichten und
Beweg=
gründe der Regierung von beſonderer Bedeutung, gute
Infor=
mationen hierüber ſeien notwendig, um das Verſtändnis für die
Staatsnotwendigkeiten in der Bevölkerung zu fördern. Eine
objektive, wenn auch ſcharfe Kritik, die an richtig wiedergegebene
Tatbeſtände anknüpft, könne ſehr wertvoll ſein; ſie diene den
ver=
antwortlichen Politikern dazu, ihre Abſichten und deren
Durch=
führung zu überprüfen. Um die ſchwere Aufgabe der Preſſe nach
Kräften zu erleichtern, werde die Regierung der Unterrichtung der
Preſſe ein ſtärkeres Augenmerk widmen. Die Preſſe ſolle ſich nach
Möglichkeit leicht über amtliche Angelegenheiten informieren
kön=
nen. Hierfür ſei eine beſondere Stelle eingerichtet worden, die
unter Telephon Nr. 2596 jederzeit zu erreichen ſei und von Dr.
Pohl geleitet werde. Aufgabe der Preſſeſtelle ſei es vornehmlich
auch, den Bedürfniſſen der Preſſe vom Standpunkt des tätigen
Preſſemannes her Rechnung zu tragen. Staatspräſident Adelung
gab ſodann der Hoffnung Ausdruck, daß dieſe und andere weiter
ſich als notwendig erweiſende Maßnahmen zu dem Ziele führen
mögen, das er ſich geſteckt habe: enge und von gegenſeitigem
Ver=
trauen getragene Zuſammenarbeit zwiſchen Regierung und
Preſſe. In Heſſen ſei ein ſolches Zuſammenarbeiten beſonders
notwendig im Hinblick auf die zahlreichen lebenswichtigen
Fra=
gen, an deren Löſung alle gemeinſam mitarbeiten müßten,
un=
bekümmert um die politiſche Einſtellung. Er denke dabei
ins=
beſondere an die durch die Beſetzung hervorgerufenen großen
Schwierigkeiten, nämlich an die Not des beſetzten Gebietes ſelbſt
und den Druck, der infolgedeſſen auf dem wirtſchaftlichen und
kul=
turellen Leben des ganzen Landes laſte. Hierfür gelte es, dem
Lande einen gerechten Ausgleich zu ſchaffen. In dieſem
Zuſam=
menhang erwähnte der Staatspräſident die augenblicklich
beſon=
ders ſchwierige Lage der Landwirtſchaft und Arbeiterſchaft.
Auf=
gabe der Preſſe ſei es, die Sorgen der einzelnen Berufszweige
und Intereſſengruppen in die heſſiſche Geſamtnot einzuordnen
und dadurch das Verbundenheitsgefühl des Geſamtvolkes zu
ſtär=
ken. So ſolle auch die heutige Zuſammenkunft die Teilnehmer
menſchlich einander näherbringen zum Nutzen der gemeinſamen
Ziele, die in einer Notzeit wie jetzt viel ſtärker hervorzutreten
hätten, als in den Zeiten ruhiger Entwicklung, Zum Schluß
for=
derte der Staatspräſident die Teilnehmer auf, ihre Gedanken und
Wünſche zum Ausdruck zu bringen.
In Namen des Reichsverbands der Deutſchen Preſſe,
Lan=
desverband Heſſen, ſprach Redakteur Streeſe für die
anweſen=
den Redakteure den Dank für die Einladung aus und gab ſeiner
Freude über den Ausbau der Preſſeſtelle Ausdruck. Direktor
Will übermittelte dem Staatspräſidenten den Dank der
heſſi=
ſchen Verlegerſchaft und ſagte von ſeiten der Zeitungsverleger
die Förderung der Preſſeſtelle zu. Staatspräſident Adelung
dankte für das Verſtändnis, das die Abſichten der Regierung bei
Verlegern und Journaliſten gefunden habe. Bei einem einfachen
Imbiß war ſodann Gelegenheit zu engerem Gedankenaustauſch
gegeben. Am Abend beſuchten die Gäſte die Vorſtellungen in
bei=
den Häuſern des Landestheaters.
*Um die Süddeutſche Meiſierſchaft
im Handball.
Sportverein 98 Darmſtadt — D. S.V. München.
Wir verweiſen nochmals auf das 1. Entſcheidungsſpiel um
die Süddeutſche Meiſterſchaft, das heute nachmitag um
3 Uhr im Stadion am Böllenfalltor
ausgetra=
gen wird.
2/eodeftscrau
Oonnabend
2½. Märs
Die
Deutsche !
nachm. 4 Uchr, abends 8 Uhr,
„Hotel zur Craube‟
Teegedeck mit Kuchen inkl. Vedienung
Mk. 5.20. — Narten im Hotel.
Gorführung der Modelle
durch
Modekönigin Hilde Zimmermann
und anderer
preisgekrönter
Manneguins.
Vesondere // Näßeres
Sinſadungen / durch
ergehen nicht. /1 Plakate.
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Opeier 5
Schuhwarenhaus
Inß. P. (0ildau
K. Jordan
H. Hufnagel
sſchirme
moderne Bederwaren
Johanna Becker
Damen-Küte
— Orpheum — Nelſon=Revue. Der Kartenverkauf für heute
Sonn=
tag findet ſtatt: Verkehrsbureau von 9—12 Uhr, Zeitungstivosk von 11
18 Uhr und Kaſſe Orpheum ab 15 Uhr. Preiſe von 1 Mk. an. (Siehe
Anzeige.) —Die beiden Steinwah=Flügel, auf denen Rudolph Nelſon mit
Kapellmeiſter W. Joſeph ſpielt, ſind von der Firma Karl Arnold
u. Sohn (Klavierarnold), Eliſabethenſtr. 28, zur Verfügung geſtellt.
— Die Stenographen=Vereinigung „Gabelsberger‟ Darmſtadt macht
hiermit auf die am Dienstag, den 20., und Freitag, den 23. Ifd. Mts.,
abends, in ihren Unterrichtsräumen „Handwerkerſchule” (Ecke Karls=
und Nieder=Ramſtädter Straße) beginnenden Anfängerkurſe in
Reichskurzſchrift aufmerkſam. Die Leitung der Kurſe liegt in den
Hän=
den ſtaatlich geprüfter Lehrer der Stenographie.. (Siehe heutige
An=
zeige.)
BUCHERSTUBEALFRED BODENHEIMER
Ausstellung Kathe Kollwitz
heute geöffnet von 11—1 Uhr.
(5024
— Heſſiſches Landestheater. Heute wird im Großen Haus zum
letz=
ten Male in dieſer Spielzeit Wagners „Götterdämmerung”
gegeben. Den Siegfried ſingt als Gaſt Otto Wolf=München. Dieſe
Aufführung, die nicht als Wahlvorſtellung gilt, beginnt um 17 Uhr.
Im Kleinen Haus wird Shaws „Candida” wiederholt. Den
Marchbanks ſpielt an Stelle des erkrankten Karl Paryla Hans Joachim
Büttner.
Die erſte Wiederholung des „Barbier von Sevilla” in der
neuen Inſzenierung findet Dienstag, den 20. März, ſtatt.
Die erſte Aufführung von Goethes „Egmont” in der neuen
In=
ſzenierung iſt auf Mittwoch, den 28. März, angeſetzt worden.
Käthe Dorſch beginnt ihr Gaſtſpiel im Kleinen Haus des
Lan=
destheaters mit Hauptmanns „Roſe Bernd”; dieſe Rolle hat ſie eben
in Berlin zum erſtenmal mit ungewöhnlichem Erfolg geſpielt. Dem
Enſemble gehören eine Reihe namhafter Künſtler an, unter anderem
Martha Hartmann, Berta Monnard, Ulrich. Bettac, Jacob
Feldham=
mer, Olaf Bach, Edgar Kaniſch. — Die Mieter ſeien nochmals darauf
hingewieſen, daß ſie zu den Dorſch=Gaſtſpielen nur noch heute Sonntag
und morgen Montag Karten zu ermäßigten Preiſen (1,50—7,50 Mk.)
erhalten. Dienstag beginnt der allgemeine Vorverkauf (zu Preiſen von
2—10 Mark). Die beiden Gaſtſpielabende gelten nicht als
Wahlvor=
ſteilung.
Mit Rückſicht darauf, daß am kommenden Donnerstag das Große
Haus wegen Vorbereitungen zu der Premiere von „Violanta” und
„Gianni Schicchi” geſchloſſen bleibt und daß im Kleinen Haus an
die=
ſem Tage das erſte Dorſch=Gaſtſpiel — außer Miete — ſtattfindet,
iſt die Vorſtellung der Zuſatzmiete III, Natanſons Komödie
„Coeur=Bube” auf Mittwoch, den 21. März, vorverlegt.
— Gewerbemuſeum. In der Ausſtellung von Anton
Hart=
mann wurden erfreulicher Weiſe mehrere Verkäufe abgeſchleſſen.
— Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Die Bücherſtube Alfred
Boden=
heimer eröffnet heute eine Käthe Kollwitz=Ausſtellung. Käthe
Kollwitz, die Künſtlerin der ſogenannten „Elendmalerei”, iſt als erſte
Frau Mitglied der Preußiſchen Akademie geworden. Bekannt wurde
ſie zuerſt durch die „Weber”, eine Folge von Radierungen und
Stein=
drucken zu dem gleichnamigen Drama Gerhart Hauptmanns. Die
Aus=
ſtellung zeigt vor allem graphiſchen Arbeiten, die einen intereſſanten
Einblick in das Schaffen von Käthe Kollwitz geben. (Siehe Anzeige.)
— Kirchenmuſikaliſche Abendfeier in der Schloßkirche. Heute abend
8 Uhr findet in der Schloßkirche ein von der Darmſtädter Ortsgruppe
des Bayreuther Bundes der deutſchen Jugend
ver=
anſtaltetes kleines Konzert mit auserleſener Vortragsfolge ſtatt. Frau
Helene Roeſener, die Freia der Bayreuther Feſtſpiele von 1925,
ſingt vier Lieder von Hugo Wolf: in der Regerſchen Orgelbearbeitung;
Fräulein Erna Senger bringt ein geiſtliches Lied von Bach und
je eine Arie aus der Matthäus=Paſſion und dem „Meſſias” zum
Vor=
trag. Den rein inſtrumentalen Teil beſtreiten Fräulein Arla Renz
(Violine) und Herr Lehrer und Organiſt Adam Weber (Orgel) mit
der in Darmſtadt bisher noch nicht geſpielten Kirchenſonate in E=Dur
von Joſeph Haas, einem ſehr klangſchönen und intereſſanten Werk, dem
Präludium nebſt Fuge in G=Moll für Violine allein von Neger und
Zwei Orgelwerken, einer Paſſacaglia von Buxtehude und einer Fuge von
Rheinberger. — Der Eintritt iſt unentgeltlich.
— Arbeitsfubiläum. Der Glaſer Rud. Breitenmoſer kann
am 20. März auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma Darmſtädter
Fenſterfabrit, Inhaber Ludwig Werner (Ludwigshöhſtr.) zurückblicken.
Herr Breitenmoſer hat als Spezialiſt auf dem Gebiete der Schiebefenſter
für ſeine Firma ſeit langen Jahren faſt ganz Deutſchland bereiſt. Es
wird ihm an ſeinem Jubeltage an Ehrungen nicht fehlen.
— Mieterverein E. V., Stiftſtraße 51. Am Montag, den 19. März,
abends 8 Uhr, findet die Jahreshauptverſammlung unſeres Vereins in
der Turnhalle am Woogsplatz ſtatt. Der Vorſitzende des
Landesverban=
des Heſſiſcher Mietervereine, Herr Wolf=Mainz, wird in dieſer
Ver=
ſammlung über das neue Mieterfchutzgeſetz und ſeine Bedentung für
die Mieter ſprechen. Außerdem wird der Vorſitzende Herr Laufer
über die Tätigkeit des Vereins im abgelaufenen Geſchäftsjahr Bericht
erſtatten. Alle Mitglieder unſeres Vereins ſind zu dieſer Verſammlung
dringend eingeladen. Mitgliedsbücher müſſen am Saaleingang
vor=
gezeigt werden. (Siehe Anzeige.)
Bdolt Geigen
Budwigsplatz 10
Hüte
für Damen und Kinder, sämtliche Sutaten
für Putz und Rleider in bekannter Güte
(4955
— Altdeutſcher Verband. Wir laden unſere Mitglieder und Freunde
hiermit zu unſerer Monatsverſammlung am Dienstag, den 20. März,
abends 8 Uhr, im Weißen Saale bei Chriſt (Grafenſtcaße 18) ein. Auf
den an dieſem Abend ſtattfindenden Vortrag „Der nordiſche
Ge=
danke” machen wir beſonders aufmerkſam, da er ſich mit den bekannten
Raſſeforſchungen von Günther und Clauß berührt. Gäſte ſind
willkom=
men. (Siehe Anzeige.)
— Volkshochſchule. Dr. Max Wauer ſpricht am Montag, den
19. d. M., im Hörſaal 140 der Techniſchen Hochſchule im Nahmen der
Henrik Ibſen=Feier der Volkshochſchule über den Dichter und
lieſt aus deſſen Gedichten und Dramen vor. Eintritt 50 Pfg. für
Mit=
glieder, 75 Pfg. für Nichtmitglieder.
Das Osterfest naht
Beachten Sie mein Spezialfenster für den Osterputz!
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Ecke Wenck- und Pankratiusstraße (4981) Telephon 2950
— Unfälle. Geſtern nachmittag erlitt ein Mann in der oberen
Rheinſtraße einen ſchweren Ohnmachtsanfall. Er mußte durch die Städt.
Nettungswache ins Krankenhaus gebracht werden. — Ein
Motorrad=
fahrer rannte mit ſeiner Maſchine an der Merckſchen Fabrik gegen
einen Gaskandelaber. Der Anprall war ſo heftig, daß der
Kande=
laber umgelegt wurde. Der Motorradfahrer und ein Mitfahrer erlitten
Verletzungen und wurden mit dem Krankenauto der Fabrik Merck in
das Städtiſche Krankenhaus verbracht. Wie wir erfahren, beſteht keine
Lebensgefahr.
Tapeten!
Hochstaetter
4509 9)
— Feuer brach geſtern nachmittag in einem Bahnwärterhaus
an der Stockſchneiſe (Weiterſtädter Gemarkung) aus. Das Dach bran
ab. Der Brand konnte von der Darmſtädter und Weiterſtädter Fe
wehr alsbald gelöſcht werden. — Eine Wieſenflä
Quadratmetern bei Griesheim war in Brand gerate
ter und Griesheimer Feuerwehr gelang es ger
nächſt zu lokaliſieren und in Kürze zu
Provinzialdirektor
Dr. Eugen Kranzbühler +
Alle, die den Provinzialdirektor der Provinz Starkenburg Dr.
Eugen Kranzbühler kannten, werden gleich uns erſchüttert
ſein durch die Nachricht, die geſtern in ſpäter Abendſtunde uns erreichte,
daß dieſer in der Vollkraft ſeines Schaffeus ſtehende Beamte, der ſtarke,
geſunde Menſch, dem niemand die 58 Lebensjahre anſah, durch einen
Schlaganfall mitten aus ſeinem arbeitsreichen Leben hinweggeriſſen
wurde. Aus einem an Arbe Bwie auch an Erfolgen reichen Leben.
Dr. Eugen Kranzbühler war ein Beamter von vorbildlichen
Cha=
raktereigenſchaften, die ihn ebenſo hoch als Menſch auszeichneten. Von
früheſter Jugend an zu Gradheit, Aufrichtigkeit und Charakterſtärke
er=
zogen, kannte er nur ſelbſtloſe Pflichterfüllung in dem Sinne, daß ein
Beamter des Staates ſeine ganze Schaffenskraft dieſem Staat zu
wid=
men hat, ohne Rückſicht auf Staatsform oder den Staatsleiter. Seine
Arbeit und ſein Können galt ausſchließlich dem Staaz, in dem er die
Verkörperung der Volksgemeinſchaft ſah und achtete. So hat er gleich
pflichttreu, gleich aufrecht dem anejen regime gedient wie nach dem
Zu=
ſammenbruch dem neuen Staat, der ſeine bewährte Pflichttreue und
Arbeitskraft alsbald zu verantwortungsvollem Poſten berief.
Geſtern vormittag noch leitete der Verſtorbene eine Sitzung im
Provinzialausſchuß, und geſtern nachmittag, nach kurzem Unwohlſein,
raffte ihn ein ſchneller Tod hinweg. Dr. Eugen Kranzbühler war am
5. Auguſt 1870 in Worms als erſter Sohn des Buchdruckereibeſitzers und
Verlegers der „Wormſer Zeitung” Eugen Kranzbühler geboren. Nach
Abſolvierung des Gymnaſiums in ſeiner Heimatſtadt ſtudierte er an
der Univerſität Gießen Jurisprudenz. Während des Studiums gehörte
er dem Korps „Starkenburgia” an. Nach beendetem Studium widmete
ſich der Verſtorbene der Verwaltungslaufbahn, die ihn alsbald in
wich=
tige Staatsſtellungen brachte. Von 1897—1902 war er
Miniſterialſekre=
tär in Darmſtadt, dann bis 1911. Kreisamtmann in Gießen, nachdem
Regierungsrat in Schotten; von hier aus wurde Dr. Kranzbühler zum
Kreisdirektor nach Erbach berufen. In den 90er Jahren war er
Kabi=
nettsſekretär des Großherzogs Ernſt Ludwig. Im Weltkrieg wurde er
alsbald nach Erledigung des Vormarſches durch Belgien Chef der
Zivil=
verwaltung der Provinz Namur. Nach dem Zuſammenbruch wurde
Dr. Eugen Kranzbühler heſſiſcher Staatskommiſſar beim
Reichskommiſ=
ſar für die beſetzten Gebiete mit dem Sitz in Mainz. Sein wohl den
Verhältniſſen angepaßtes, aber auch hier aufrechtes und die Intereſſen
der deutſchen Bevölkerung wirkſam vertretendes Verhalten hatte vielfach
bemerkenswerte Erfolge zu verzeichnen, führte aber auch ſchließlich zu
ſeiner Ausweiſung aus dem beſetzten Gebiet. Nach kurzer Tätigkeit in
den heſſiſchen Miniſterien wurde er dann Provinzialdirektor der
Pro=
vinz Starkenburg. Auch in dieſer letzten Tätigkeit hat der
Heimgegan=
gene ſeine ganz ausgezeichneten Fähigkeiten und ſeine hervorragende
Begabung dem Dienſte am Volk gewidmet. In allee Erinnerung ſind
noch ſeine Beſtrebungen zur Schaffung einer umfaſſenden
Gasfernver=
ſorgung, die bekanntlich ebenfalls zuſtande gekommen iſt.
Seine intenſive Arbeit im Dienſt des Staates ließ Dr. Eugen
Kranzbühler noch Zeit zu einer ausgedehnten Tätigkeit auf dem Gebiet
der kunſthiſtoriſchen Forſchung. U. a. iſt ihm eines der wertvollſten
Bücher über die Geſchichte der Kunſtdenkmäler ſeiner Vaterſtadt Worms
zu verdanken, das von der zeitgenöſſiſchen Kritik eine ganz
ausgezeich=
nete Beurteilung fand.
Dr. Eugen Kranzbühler war vermählt mit der Tochter Berta des
Kommerzienrats Piſtor aus Worms. Er hinterläßt eine Tochter
Mecht=
hild die in München ſtudiert und ſich zurzeit auf einer Studienreiſe in
Frankreich befindet.
Der heſſiſche Staat, das heſſiſche Volk und vor allem die Stadt
Darmſtadt bzw. die Provinz Starkenbucg betrauern in Dr. Kranzbühler
einen ihrer Beſten. R. i. P.
St.
— Kaufmänniſcher Verein Darmſtadt=Frankfurt a. M. In ſeinem
Vereinslokal im Kaiſerſaal hielt der Kaufmänniſche Verein Darmſtadt=
Frankfurt a. M. ſeine Jahreshauptverſammlung ab. Die Beteiligung
war recht zahlreich. Der Vorſitzende, Herr Philipp Vierheller,
eröffnete die Sitzung und berichtete über die Tätigkeit im verfloſſenen
Jahre. Er knupfte an ſeine Ausfüheungen einen kurzen Ueberblick
über die Erfahrungen aus dem letzten Wirtſchaftsjahr 1927 an, die
inter=
eſſante Vergleiche in ſich ſchloſſen, und die mit großem Beifall
aufgenom=
men wurden. Herr Adler als Mitglied des Aufſichtsrats berichtete
alsdann über die von ihm vorgenommene Kaſſenprüfung. Dem
Vor=
ſtand wurde alsdann Entlaſtung erteilt. Es folgte die Wahl des
Vor=
ſtandes. Anſtelle von drei infolge geſchäftlicher Ueberbürdung
aus=
geſchiedenen Mitgliedern wurden drei neue Herren gewählt, während im
übrigen der Vorſtand in ſeiner ſeitherigen Zuſammenſetzung, wie auch
der Aufſichtsrat, wiedergewählt wurde. Sehr eindrucksvoll geſtaltete
ſich die Aushändigung von Ehrenurkunden an neuernannte
Ehrenmit=
glieder des Vereins. Es waren dies Heiren Direktor Kleeblatt,
Kauf=
mann Theodor Meyer, Direktor Weißenhorn und Kiefer. Im Namen
der ſo Geehrten dankte Herr Theodor Meyer und an Hand von
kür=
zeren Ausführungen über ſeine Erfahrung in der Wirtſchaft ermahnte
er hauptſächlich die jüngeren Kaufleute, an ihrer kaufmänniſchen und
allgemeinen Bildung zu arbeiten, um den Anforderungen der Wirt
ſchaft gerecht werden zu können. Die von dem Vorſitzenden bei
Eröff=
nung des Abends herzlichſt begrüßten Vertreter des Kaufmänniſchen
Vereins Frankfurt a. M., die Herren Direktor Hummel und Clemnitz,
ergriffen alsdann noch das Wort, indem ſie auf die Entwicklung der
paritätiſchen Kaufmänniſchen Vereine im Jahre 1927 hinwieſen und
an Hand zahlenmäßiger Nachweiſe den Beweis führten, daß die Zahl
der paritätiſch denkenden Kaufleute im Gegenfatz zu anderen
Verbän=
den ſtändig im Wachſen begriffen ſei. Nach Erledigung einiger
for=
meller Angelegenheiten ſchloß der 1. Vorſitzende die überaus
inter=
eſſante und von den Erſchienenen mit regem Intereſſe verfolgte
Ver=
ſammlung.
Vortrag im Hausfrauenbund über „Die Elektrizität im
Haus=
halt”. Wie aus dem Anzeigenteil erſichtlich, veranſtaltet der ſehr
rüh=
rige Hausfrauenbund Darmſtadt am Mittwoch, den 21. März,
nach=
mittags 4 Uhr, im Fürſtenſaal einen Vortrag über „Die Elektrizität im
Haushalt”, in welchem die von anderen Vorträgen her beſtens bekannte
Frau Dr. Jacob die Bedeutung und Wichtigkeit der Elektrizität
für die Entlaſtung der Hausfrau von ihrer täglichen Arbeit behandeln
wird. Der Vortrag beginnt nachmittags 4 Uhr; der Eintritt iſt frei
Neben ausführlicher Erläuterung der einzelnen für die Hausfrau
wich=
tigen elektriſchen Hausgeräte wird Frau Dr. Jacob auf elektriſchen
Kochgeräten eine Reihe von Speiſen herſtellen, die die einfache
Verwen=
dungsmöglichkeit der Elektrizität zum Kochen, Braten und Backen
be=
weiſen werden. Gerade in der bevorſtehenden Sommerzeit bringt die
ausgiebige Verwendung elektriſcher Geräte der durch ſonſtige Aufgaben
ſo ſtark in Anſpruch genommenen Hausfrau eine beträhtliche
Erleichte=
rung, ſo daß es ſich für jede auch nur einigermaßen fortſchrittlich
den=
kende Hausfrau lohnt, dieſen lehrreichen Vortrag zu beſuchen. Gäſte
ſind freundlichſt willkommen.
— Geflügelzuchtverein Darmſtadt, e. V. Die gut beſuchte
Märzver=
ſammlung wurde um 8.45 Uhr durch den Vorſitzenden eröffnet. Bei
Bekanntgabe der Einläufe wurde u. a. auf das am 1. April neu
erſchei=
nende Bundesorgan „Die Geflügelwelt” Verlag Dr. Trübenbach in
Chemnitz, hingewieſen und zum Abonnement empfohlen. Auf eine
Neu=
einrichtung innerhalb des Bereins wurde aufmerkſam gemacht, nämlich
die Einrichtung zweier Vermittelungsſtellen für An= und Verkauf von
Geflügel, Glucken, Bruteiern uſw. Für den ſüdlichen Teil der Stadt
nimmt unſer Ehrenmitglied Herr Georg Geiger, Ludwigshöhſtr. 20
für die Innenſtadt und das Nordviertel unſer erſter Schriftführer Herr
Adolf Möſer, Ruthsſtraße 24 (Tel. 1604) Anmeldungen entgegen. Be
beiden Herren liegen Liſten zur Einſicht und Vormerkung offen, und
1929 in Offenbach ſtatt. Herr Pfeffer, welcher einen Zuchtſtamm
weizenfarbiger Malahen mitgebracht hatte, hielt einen intereſſanten
Vortrag über die Zucht der Malayen, wofür er reichen Beifall erntete
Eine reichhaltige Verloſung von Bruteiern, Tauben, Zuchtgeräten und
Futter beſchloß die Verſammlung.
— Ausſtellung. In den Räumen der Zuſchneide=Lehran
ſtalt Marg. Becker, Eliſabethenſtraße 34, 1. Stock (Alters Möbel
haus) findet von Dienstag, den 20., bis einſchließlich Donnerstag, den
29. März, eine Ausſtellung von Schülerinnenarbeiten ſtatt. (Man
be=
achte die Anzeige.)
Gt. 6
Sonntag, den 18. März 1928
Nummer 78
Heſſiſche Verwaltungsakademie in Darmſiadt.
Das Sommerſemeſter 1928 beginnt am 20. März und ſchließt am
3. Juli d8. J8. Es iſt das 4. Semeſter des 1. ſechsſemeſtrigen Lehrgangs.
Die Vorleſungen finden regelmäßig abends von 8—9,30 Uhr, bis
24. April im Feſtſaal des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums, vom 25. April
ab in der Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt ſtatt.
Zur Teilnahme an einzelnen Vorleſungen, wie am geſamten
Lehr=
gang ſind auch Nicht=Beamte zugelaſſen. Die Hörergebühr für
die einzelnen Vorleſungen iſt nachſtehend hinter jeder Vorleſung
an=
gegeben, die Semeſtergebühr für den geſamten Lehrgang beträgt für
Nichtbeamte 27.— RM.
Anmeldungen ſind an die Geſchäftſtelle der Heſſiſchen
Verwaltungs=
gkademie Darmſtadt, Kaupſtraße 43, zu richten. Daſelbſt iſt auch das
Vorleſungsverzeichnis mit allen näheren Mitteilungen zu beziehen.
An Vorleſungen ſind im Sommerſemeſter vorgeſehen:
A. Rechtswiſſenſchaft.
1. Privatdozent Dr. Hehland: Heſſiſches Verwaltungsrecht, mit
Beſprechung praktiſcher Fälle, 1. Teil, 8 Stunden. (4 RM.)
2. Staatsanwaltſchaftsrat Dr. Berndt: Das Recht der
Schuldver=
hältniſſe, Beſonderer Teil, 6 Stunden. (3 RM.).
3. Profeſſor Dr. Roſenberg: Sachenrecht, 10 Stunden (5 RM.).
4. Profeſſor Dr. Frölich: Das menſchliche Leben im Spiegel des
deutſchen Rechts, 2. Teil, 6 Stunden. (3 RM.)
5. Geheimrat Prof. Dr. Mittermaier: Deutſches Strafrecht,
10 Stunden. (5 RM.)
6. Strafanſtaltsdirektor Stumpf: Der Strafvollzug, 6 Stunden
und eine Führung durch die Heſſiſche Zellenſtrafanſtalt in Butzbach
(3 RM.)
7. Profeſſor Dr. Hollatz: Uebungen im Staatsrecht, 2. Teil,
10 Stunden.
B. Sozial= und Wirtſchaftswiffenſchaft.
1. Profeſſor Dr. Gerloff: Theoretiſche Nationalökonomie, 12
Stunden. (6 RM.)
2. Profeſſor Dr. Gerloff: Reichs=, Landes= und Gemeindefinanzen,
6 Stunden (3 RM.).
3. Miniſterialdirektor Dr. v. Schoenebeck: Deutſchland in der
Weltwirtſchaft, 4 Stunden. (Frei)
4. Oberbürgermeiſter a. D. Maß: Gemeindewirtſchaft im Lichte
der Bodenreform, 2 Stunden. (Frei.)
Ferner wird, ein finanzwifſenſchaftlicher
Sonder=
lehrgang durchgeführt werden, der am 25. April beginnt und
nach=
ſtehende Vorleſungen umfaßt:
1. Profeſſor Dr. Gerloff: Reichs=, Landes= und
Gemeinde=
finanzen, insbeſondere der Finanzausgleich und die
Steuervereinheit=
lichung, 6 Stunden. (4 RM.)
2. Miniſterialrat Krapp: Das Haushaltweſen in Reich und Land,
4 Stunden. (3 RM.)
3. Finanzrat Meiſinger: Organiſation der Finanzverwaltung,
2 Stunden. (1,50 RM.)
4. Oberregierungsrat Bender: Die Steuerverwaltung (Die
Auf=
gaben der einzelnen Steuerbehörden), 2 Stunden. (1,50 RM.)
5. Finanzgerichtspräſident Kuhl: Ausgewählte Kapitel aus dem
Steuerrecht, 1. Teil, 4 Stunden. (3 RM.)
6. Miniſterialdirektor Dr. v. Schoenebeck; Deutſchland in der
Weltwirtſchaft, 4 Stunden. (Frei.)
7. Oberbürgermeiſter a. D. Maß: Gemeindewirtſchaft im Lichte
der Bodenreform, 2 Stunden. (Frei.)
— Modenſchan=Voranzeige. Am Samstag, den 24. März, findet
im „Hotel zur Traube” eine Modenſchau der Firma Carl Schürmann
u. Co,, Haus für feine DamenModen, ſtatt. Die deutſche
Moden=
königin Fräulein Hilde Zimmermann und andere preisgekrönte
Manneguins werden die entzückendſten Modelle in ganz neuartigen
Stoffen und modernen Farben vorführen, um der intereſſierten
Damen=
welt Gelegenheit zu geben, ſich über die Neuheiten der diesjährigen
Frühjahrs= und Sommer=Mode zu orientieren. Das Haus Carl
Schür=
mann u. Co., dem ein altrenommierter Ruf vorausgeht, hat alles
auf=
geboten, den Beſuchern in eindrucksvoller Aufmachung ein Bild von
dem Charakteriſtikum der diesjährigen Mode zu geben und an überaus
zahlreichen und aparten Modellen in Mänteln, Koſtimen, Complets,
Nachmittags= und Abendkleidern zu zeigen, was die Mode an Neuheiten
bietet. Ergänzt wird die Modenſchau durch Vorführung paſſender Hut=
Modelle der Firma Johanna Becker, Geſellſchafts=Schuhe von Speiers
Schuhwarenhaus (Inh. P. Wildau), Schirme der Firma Jordan und
moderne Lederwaren der Firma Hufnagel. Es empfiehlt ſich, den
Vor=
verkauf der Karten (im Hotel Zur Traube) frühzeitig in Anſpruch zu
nehmen, da für die Veranſtaltungen des Hauſes Carl Schürmann
u. Co, die gleichzeitig auch ein geſellſchaftliches Ereignis unſerer Stadt
geworden ſind, ſtets ein ſehr reges Intereſſe vorhanden iſt.
— Berichtigungen und Wünſche für das Adreßbuch 1928 ſind
um=
gehend mitzuteilen. (Vgl. die heutige Anzeige.)
Demnächst erscheint in Broschürenform zum Preise
von Mark 1.—
Das neue hessische
Besoldungs-Gesetz
nebst Besoldungsordnung und sonstigem
Material
zusammengestellt und eingeleitet von
J. Reiber, M. d. I.
Bestellungen
nehmen sämtliche Buchhandlungen, die Geschäftsstelle
des Hessischen Landeslehrervereins, Darmstadt,
Sand-
straße 8, die Geschättsstelle des Hess. Beamtenbundes,
Darmstadt, und der Roetherverlag, Darmstadt,
Bleich-
straße 24/26, schon jetzt entgegen.
(5036
— Solo=Quartett für Kirchengeſang. Das Leipziger Nöthig=
Quartett ſingt alte Paſſions= und Oſterweiſen am Freitag, abends
8 Uhr, in der Stadthirche. Da eine ſtarke Nachfrage nach den Karten
zu erwarten ſteht, ſei auf den Vorverkauf hingewieſen am
Verkehrs=
büro und in den durch Aushang kenntlich gemachten Geſchäften. Ein
Kartenverkauf unmittelbar vor dem Konzert findet 1 Stunde vor
Be=
ginn in der gegenüberliegenden Ramdohrſchen Apotheke (Kirchſtraße)
ſtatt. Dort ſind auch dann Programme erhältlich. (Näheres ſiehe
An=
zeige.)
— Die Taben=Schule (die Nähſchule des Diakoniſſenhauſes
Eliſa=
bethenſtift), Eingang Stiftsſtraße 14, ſchließt am 30. März und lädt ihre
Freunde und ehemaligen Schülerinnen zur Beſichtigung der im
Schul=
jahr 1927/28 gefertigten Arbeiten, beſonders Kleider und Weißzeug, ein
auf Sonntag, den 25. März, vormittags, nach dem Hauptguttesdienſt,
von 11½—1 Uhr und nachmittags von 2½—5 Uhr. Der Unterricht
beginnt wieder am 17. April.
Es wird wieder
geſpart!
Die Guthaben unſerer Spareinleger betrugen:
rd. 10000 Mk.
am 1. 1. 1924
am 1. 1. 1925
1 740000 Mk.
5 225 000 Mk.
am 1. 1. 1926
am 1. 1. 1927
8 405 000 Mk.
am 1. 1. 1928
12,6 Millionen Mark
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt
St 4059
D Die Sitzung der Stadtverordnetenberſammlung am Donnerg
tag, den 22. März 1928 um 17 Uhr im Rathaus, erledigt dieſe
Tageg=
ordnung: 1. Wohnungsbau 1938; 2. Verwaltungsbericht für die
Rech=
nungsjahre 1994 und 1925; 3. Mitteilung über den Stand der Beratung
des Voranſchlags 1928 — Etatrede des Oberbürgermeiſters; 4.
Mit=
teilungen.
— Poſtausgabeſchalter. Von jetzt ab iſt der Ausgabeſchalter
des Poſtamts 1 für ſtändige Abholer und für Abholer von
poſtlagern=
den Sendungen bereits ab 7.30 Uhr geöffnet.
Kunſtnotizen.
Känflier oder fünfieriſche Deranffaltungen, deren im Nacſtchende
seſchieht, behält ſich die Redalton ibr Urteil vos
— Es ſei hiermit nochmals auf den morgen abend um 8 Uhr im
Saale der Loge (Sandſtraße 10) ſtattfindenden Beethoven=
Kla=
vierabend von Guſtav Beck hingewieſen. Anläßlich eines
Kon=
zertes in Hamburg ſchreibt die „Hamburger Zeitung” über den
Künſt=
ler: „Als Beethobenſpieler zeigt ſich Guſtav Beck der Richtung Arthur
Schnabels verwandt.” — Der Künſtler verfügt über klavieriſtiſche
Fähig=
keiten von reifer Spielkultur und iſt der Beſuch dieſer Veranſtaltug
deshalb fehr zu empfehlen. Karten im Vorverkauf bei
Muſikalienhand=
lung Chriſtian Arnold (am Weißen Turm) und an der Abendkaſſe.
— Palaſt=Lichtſpiele: „So küßt nur eine
Wiene=
rin”. . .. die liebreizende Greta Graal küßt nur wie eine Wienerin
. . . Arthur Bergens ſchmiſſige Regie, die dem Film Farbe und Tempo
gibt. Alles von dem Regiſſeur Arthur Bergen entzückend, nett und
luſtig ins Bild gebracht. Ausgezeichnet geſchnitten. Es wird gut
ge=
ſpielt. Werner Fuetterer ſehr ſympathiſch. Ebenſo ſeine drei Schönene
Greta Graal, Erna Morena und Evi Eva aus Wien, Venedig und
New York. Der Wechſel des Schauplatzes und des Milieus zwiſchen
dieſen Städten gibt auch der Muſk Gelegenheit zu unterhaltſamer
Va=
riation. Ein Film, mit großem Beifall aufgenommen. — Im
Beipro=
gramm: Pat und Patachon in dem großen Luſtſpielſchlager. Die
Auf=
führung dieſes ſehenswerten Doppelprogramms erfolgt nur noch heute
Sonntag. Ab morgen eine ganz große Senſation.
Lokale Veranſtaltungen.
Dier Verenter erſcheinenden Nofizen find an” ſchlledlich als Hinweiſe auf Kmeigen zu dckradten
in krinem Falle irgendwie ale Beſrechung oder Kriſk.
— Im Hotel Prinz Heinrich (Bleichſtraße) hören Sie heute
Sonntag abend ein feines Familienkonzert. Der Beſuch wird ganz
beſonders empfohlen.
— Deutſchorden. Die Ordensbrüder werden gebeten, die Eine
laßprogramme für das Mittwoch=Konzert in der Turnhalle am
Woogsplatz alsbald zu löſen, weil das letzte Ordenskonzert überreich
beſucht war. Vor der Bühne wird zum erſten Male ein Gelübdetiſch
des Deutſchordens mit Marienburg=Kandelabern Aufſtellung finden.
Aus den Parteien.
Die Frauengruppe der Deutſchen Demokratiſchen
Partei veranſtaltet am Mittwoch, den 21. März, nachm. 4 Uhr, im
Parteilokal, Eſchollbrückerſtraße 5, eine Uleine Vorfeier für Dr. Helene
Langes 80. Geburtstag.
Margold-Tapeten!
5022)
Hochstaetter
Tageskalender für Sonntag, den 18. März 1928.
Landestheater, Großes Haus, Anf. 17 Uhr, Ende 22 Uhr E 177
„Götterdämmerung” — Kleines Haus, Anf. 19½ Uhr, Ende 213 Uhr
Sonntagsfremdenmiete weiß: „Candida” — Oroheum abends
20 Uhr: „Madame Revue‟ — Konzerte: Schloß=Kaffee, Kaffee
Rheingold. Weinhaus Maxim, Bockshaut, Darmſtädter Hof, Spaniſche
Bodega, Apoſtelhof Reichshof zum Orangeriegarten, Reichskrone
Taunusburg, Bismarckeck, Waldſchlößchen, Frankfurter Hof, Alice=Eck.
Neckartor, Kaffeehaus Bleichſtr. 43, Bürgerhof, Buttler
Landwehr=
ſtraße 62, Hotel Poſt, Hotel Prinz Heinrich, Kaffee Jöſt, Ludwigshöhe.
—Vortragsſaal Waldſtr. 18, abends 20 Uhr,
Lichtbildervor=
trag: „Große Ereigniſſe werfen ihre Schatten voraus”, Redner: G.
Knecht — Wilhelminenſtr. 42 I., von 11—1 und 3½—5 Uhr:
Atelier=Ausſt=Uung Auguſte von Bellersheim. —
Kinovorſtel=
lungen: Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele, Helia.
Verſteigerungskalender für Montag, den 19. März 1928.
Nutzholzverſteigerung aus dem Stadtwald, Pfungſtadt,
Zu=
ſammenkunft vormittags 9½ Uhr an der Holzbrücke, Sandſchollſchneiſe.
— Brennholzverſteigerung in Mörfelden im Gaſthaus zum
Saalbau, Bahnhofſtr. 5, vormittags 9 Uhr.
FrühjahrsMäntel, Kostüme, Hleider
finden Sie bei uns in allen Größen von der kleinsten Backfsch- bis zur
stärksten Frauenfgur in einer nicht zu übertrettenden Reichhaltigkeit.
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Rummer 28
Sonntag, den 18 März 1928
Seite 7
Aus Heſſen.
Starkenburg.
J. Griesheim, 17. März. Unſer älteſter Mitbürger, der Landwirt
ſoarad Funk 3, hat im Alter von 89½ Jahren das Zeitliche geſeguet.
ſter ſeinen im Jahre 1838 geborenen 134 Altersgenoſſen war er der
tEe. Der alte Herr war in ſeinem langen Loben nie krank geweſen,
vS vor einigen Jahren ging er in gewohnter Weiſe alltäglich ſeinem
zwuf nach und erfreute ſich bis an ſein Ende einer ſeltenen geiſtigen
ſut ſche. Weit in der Vergangenheit zurückliegende Geſchehniſſe in
un=
er Gemeinde hafteten mit erſtaunlicher Genauigkeit in ſeinem
Ge=
ächtnis. Still und friedlich iſt er hinübergeſchlummert, er, der in
einem Leben nur die Arbeit kannte, mit der er ſich noch bis in ſeine
iEen Lebensſtunden vewbunden fühlte. Ohne irgendwelches Anzeichen
ſon Unpäßlichkeit legte er ſich am Abend zu Bett, und als ſeine
An=
ſchörigen am nächſten Morgen ſein Zimmer betraten, fanden ſie ihn
mi gefalteten Händen tot im Bett.
J. Griesheim, 17. März. Die Sängervereinigung „
Ger=
nania” veranſtaltet heute, Sonntag, den 18. März, abends, im
Feſt=
arl „Zum Grünen Laub”, hier, einen Theater=Abend. Zur
Auffüh=
gelangt. Das Köhlerkind vom Wildbachgrund”, romantiſches
Iksſtück in drei Akten von K. Sieper.
F. Eberſtadt, 17. März. Lichtbildervortrag. Die Orts=
„c Bezirksgruppe Darmſtadt des Volksbundes „Deutſche
Kriegsgräber=
ſt-forge” veranſtaltet am Dienstag (20. März) abends 8½ Uhr
begin=
nerid, einen Lichtbildervortrag, wobei Lehrer Germann=Darmſtadt über
ſes Thema: „Unſere fernen Gräber und die Arbeit des Volksbundes
Dsutſche Kriegsgräberfürſorge” ſprechen wird. Es wirken mit: Frl.
etze=Darmſtadt und der Muſikverein Eberſtadt 1994. —
Vereins=
bank. Die ordentliche Generalverſammlung der Vereinsbank Gberſtadt
e G. m. b. H. findet am Mittwoch (28. März), abends 8 Uhr beginnend,
im Saale des Gaſthauſes „Zum Darmſtädter Hof” (Laun) ſtatt. —
Kolzverſteigerungen. Am Donnerstag (22. März) findet die
lißte Nutzholz= und am Freitag (B. März) die letzte
Brennholzverſteige=
urng der Gemeinde ſtatt.
Aa. Pfungſtadt, 17. März. Turnhallenbau. Der hieſige
Turnverein (Deutſche Turnerſchaft) beginnt demnächſt mit ſeinem
Turn=
hallenbau. Dadurch iſt vor allen Dingen eine Umlegung des
Spiel=
ſldes vorgenommen worden. Die Mitglieder des Vereins ſind in
Selbſthilfe daran, mit Schaufeln und Hacken dieſe Umlegung des
Spiel=
keldes vorzunehmen.
G. Ober=Ramſtabt, 17. März. Säuglings=
Beratungs=
t unde. Am Montag, den 19. d. M., nachmittags von 2—3 Uhr, findet
im unteren Rathausſaale wieder eine Säuglingsberatungsſtunde ſtatt.
* Roßdorf 17. März. Die Fortbildungsſchule Roßdorf lädt zum
Beſuche der Ausſtellung von Schüler= und Schülerinnenarbeiten am
Sonntag, 18. März, im Gaſthaus „Zur Sonne” eine. Die Ausſtellung
ſt von 11—5 Uhr geöffnet. Jedermann iſt zur Beſichtigung
freund=
ächſt eingeladen. Abends 8 Uhr treffen ſich Eltern und Freunde der
Schule zu einem Elternabend der Fortbildungsſchule.
f. Roßdorf, 16. März. Aus der letzten
Gemeinderats=
itzung ſind folgende Punkte erwähnenswert: 1. Die Odenwälder
Sartſtein=Induſteie hat um Ueberlaſſung des Roßbergwegs vom Ende
besſelben am Gemeindebruch auf eine Länge von 215 Metern rückwärts
in der Richtung nach Roßdorf zum Ausbrechen und Benutzung, wie
Sies in eine= vorgelegten Skizze feſtgelegt iſt, gebeten. Nachdem vom
Semeinderat in der vorherigen Sitzung einige kleine Abänderungen
des Vertragsentwurfs gewünſitht worden waren, die jetzt erfolgt ſind,
twird der Vertrag vorßehältlich der Genehmigung des Kreisamts
gut=
geheißen. 2. Heiurih Dreieicher will ſeine Schankwirtſchaft erweitern,
wozu der Gemeinderat ſeine Zuſtimmung geben ſoll. Gleichzeitig hat
der Nachbar Heinrich Moter 6. gegen die projektierte Enveiterung
Ein=
ſuruch erhoben und die Zurückweiſung der beantragten Nachkonzeſſion
beantragt. Der Gemeinderat hält die angegebenen Gründe des Be=
Fcwerdefihrers für nicht ſtichhaltig und weiſt den Einſpruch zurück.
DDagegen wird dem Geſuch: Dreieicher zur nachgeſuchten Genehmigung
eentſprochen 3. De= Karuſſellplatz für Kirch= und Nachkirchwveihe ſowie
n cinen Sonntag zwiſchen Oſtern und Pfingſten wird für dieſes Jahr
dem Geory Ha” in Eberſtadt überlaſſen; der Schießbudenplatz für
„Kuch= und Nachkirchweihe dem Otto Petzold in Hergershauſen. 4.
In=
folge Bebauung der Jahnſtraße iſt die Herſtellung der Waſſerleitung
fur dieſe Straße notwendig geworden. Zum Submiſſionstermin
wur=
ſiden 4 Angebote abgegeben. Der Gemeinderat erteilt dem
Schloſſer=
weiſter Johrnn Philipp Felger dahier als Wenigſtmehmendem den
Zu=
ſchlag. 5. Die Abgab= von Bruchſteinen aus den G=meindeſteinbrüchen
wird pro Kihikmeter ab Lagerplatz feſtgeſetzt wie folgt: Steine aus
Genehntaung des Gemeinderats efacherlich ſe, da die Gemeinde 9”
Nachbar in Betracht kommt. Die Genehmaung wird erteilt. 7. Die
Hcrſtellung der Faſelſtände durch Gebr. Amamn findet Genehmigung.
* Spachbrücken, 16. März. Einen genußreichen Abend bot der
Gefangverein „Sängerluſt” den Einwohnern von
Spach=
brück.n und Umgebung mit ſeinem diesjährigen Frühjahrskonzert, das
in allen Teilen als künſtleriſch hervorragend bezeichnet werden muß.
Es fand im Saale von Gg. B. Schröder ſtatt. Außer dem aktiven
Chor winkte ein Darmſtädter Inſtrumentalquartett und Herr E.
Ma=
theis (Bariton), Schüler der Städt. Akademie für Tonkunſt, mit. Unter
der Leitung des bewährten und allſeits beliebten Dirigenten,
Chor=
miſter W. Etzold=Darmſtadt, brachten die Sänger Chöre von Angerer,
Srafen enrelie uedet ueten die Luach eran
Straußſche Operetten von Schlegel bot das Künſtlerquartett Perliem der
Muſik. In Herrn E. Matheis war eine ausgezeichnete Kraft gewonnen.
Sein angenehmer und voller Bariton kam beſonders in den Liedern
von Schubert, Abt und Schumann zur Geltung. Stürmiſcher Beifall
zwang ihn zu mehreren Einlagen. Dem Verein und dem Leiter des
Konzerts gebührt Dank für den genußreichen Abend.
Le. Groß=Umſtadt, 16. März. Aus bem Gemeinderat.
Es wurde zunächſt Stellung zu einer Eingabe des Schwimmvereins
ge=
nommen, worin derſelbe um Zuwendung von Fichtenſtammholz und
Ge=
währung eines Darlehens nachſucht. Das Geſuch wurde nach
eingehen=
der Beſprechung abgelehnt. — Das Geſuch der Groß=Umſtädter Lichtſpiele
um Befreiung von der Vergnügungsſteuer für den Film „Fauſt” wird
ab=
gelehnt. — Neben dem Gemeindegrundſtück Fl. I, Nr. 970, in der
Frießen=
beune, wird ein offener Graben angelegt, um dem Stauwaſſer an der
Gärtnerei von Fengel, das deren Betrieb weſentlich beeinträchtigt,
Ab=
zug zu verſchaffen. Der Durchlaß im Bahndamm wird im
Einver=
ſtändnis mit der Bahnmeiſterei vertieſt. Die Drainagerohre ſollen
entfernt und auch diesſeits des Bahndammes ſoll ein offener Graben
angelegt und weitergeführt wverden. — Bezüglich des
Erweiterungs=
baues für die Oberrealſchule wurde von der Baukommiſſion
vorge=
ſchlagen, vier Säle hinter dem ſüdlich gelegenen Flügel des
Haupt=
baues zu errichten. Die weitere Ausführung der Pläne wurde in der
in Lrice eie inderiſch ienit eilcie ie de Hie
ſterium in Darmſtadt verhandelt werden. — Da durch die Verlegung
des Sportplatzes im Raibacher Tal auch der Tummelplatz für das
Jungvieh verloren geht, ſo wird ein Teil der Oberen Bleiche hierfür
vorgeſchlagen. Die Landwirtſchaftskommiſſion ſoll den Platz
begut=
achten. Ebenſo ſoll dieſe die Beſchwerde der Landgenoſſenſchaft über die
zu hohen Pachtpreiſe wiederholt prüfen. — In der nichtöffentlichen
Sitzung wurden noch Unterſtützungsgeſuche Wohnungsangelegenheiten,
Schulperſonalfragen u. a. behandelt. — Die
Wanderausſtel=
lung für Geſundheitspflege und ſoziale Fürſorge
wird am Sonntag, den 18. März, in der Turnhalle der hieſigen
Oberreal= und Höheren Landwirtſchaftsſchule eröffnet werden. Sie
bleibt bis zum Mittwoch darauf für jedermann zum Beſuche offen. —
Die am 7. d. M. im Gaſthaus „Zur Krone” abgehaltene
Holzver=
ſteigerung der Freiherrlich Wamboltſchen Verwaltung iſt
geneh=
migt. Die Holzabfuhpſcheine liegen auf den Bürgermeiſtereien des
Steigerers zur Abholung bereit. — Am Montag fand die
General=
verſammlung der Freiw. Sanitätskolonne ſtatt. Der
Kolonnenführer Breul begrüßte die Anweſenden, und der
Schrift=
führer Zieres legte den Rechenſchaftsbericht vor. Die Kolonne ſtellte
in dem abgelaufenen Jahre bei ſechs Veranſtaltungen Wachen, zuölf
Transporte wurden vorgenommen und in 107 Fällen Hilfe geleiſtet.
Unter Leitung des Kolonnenarztes Dr. Böttger wurde wiederum ein
Ausbildungskurfus abgehalten Unfallmeldeſtellen befinden ſich bei
Adam Breul, Brunnengaſſe 18, Gg. Adam Fleck, Backhausgaſſe 2,
Karl Heiner, Schwanengaſſe, Jakob Preher, Schulſtraße, und Martin
Schönig, Höchſtee Straße 15.
Groß=Bieberau, 17. März. Prämiierungsmarkt. Am
19. d. M. findet der erſte diesjährige Prämiierungsmarkt ſtatt. Bei
dem letzten Markt, am 5. d. M., waren über 200 Tiere aufgetrieben.
Al. Höchſt i. Odw., 15. März. Die Frühjahrs=
Hauptver=
ſammlung des Odenwälder Radfahrerbundes (Sitz Höchſt i. Odw.)
im Gaſthaus „Zum grünen Baum” in Michelſtadt hatte ſich eines
über=
aus guten Beſuches zu erfreuen; ein Zeichen für das wachſende
Inter=
eſſe, das dem D.R.B. entgegengebracht wird. Der Bundesvorſitzende,
Herr Heinrich Ammann, Höchſt, eröffnete die Verſammlung, begrüßte
die Anweſenden, insbeſondere den Vertreter des Radfahrervereins
Zell i. Odw., welcher ſeinen Beitritt zum O.R.B. erklärte, und entwarf
in großen Zügen ein Bild über die Tätigkeit des Bundes im
abgelaufe=
nen Jahr. Beſonders erwähnte er die mühevolle, ſelbſtloſe Arbeit des
Geſchäftsführers und Preſſeleiters, die nichts unverſucht laſſen, das
Ge=
deihen des Bundes zu fördern, und bat eindringlichſt, die Preſſeleitung
durch Zuſendung von Inſeraten und radſportlichen Artikeln mehr zu
unterſtützen. Alsdann erſtattete der Geſchäftsführer, Herr Adam
Menges, den Rechenſchaftsbericht, welcher bei der Prüfung keinerlei
Anſtände ergeben hatte. Kollege Schäfer Fürſtengrund, konnte hierauf
dem Vorſtand im Namen der Verſammlung Dank und Anerkennung
ausſprechen und Entlaſtung erteilen. Bei der Beratung der
eingegan=
genen Anträge wurde eine Einladung des Radfahrervereins
Breiten=
brunn, an einem Nadfahrerfeſt im Sommer teilzunehmen, abſchlägig
be=
ſchieden, da der vorgenannte Verein Mitglied eines anderen Bundes iſt.
Als Tagungsort für die im Oktober dieſes Jahres ſtattfindende
Herbſt=
verſammlung wurde Erbach (Gaſthaus „Zum Hirſchen”) gewählt. Der
O. R.B. beabſichtigt, eine Unfall= und Haſtpflichtverſicherung einzugehen,
für welche bei verſchiedenen Verſicherungsgeſellſchaften Offerten eingeholt
und bei der nächſten Zuſammenkunft Beſchluß gefaßt werden ſoll. Nach
einigen beherzigenben Worten, treu zum Bund zu halten, ſchloß der
1. Vorſitzende mit einem kräftigen dreifachen „All Heil” die
Verſamm=
lung.
* Neuſtadt, 17. März. Die Hauptverſammlung des
Kreisobſtbauver=
eins Erbach findet am 18. März, nachmittags 1½ Uhr, im Gaſthauſe
„Zum Ochſen” ſtatt. Nach Erledigung des geſchäftlichen Teiles wird ein
äußerſt zeitgemäßes Thema erörtert. Herr Obſtbauinſpektor Metternich=
Büdingen wird über „Genoſſenſchaftliche Obſtwerwertung” ſprechen. Am
Schluß lädt eine Verloſung alle Teilnehmer zu einem kleinen Gewinne
ein. Die hieſige Ortsgruppe hat dabei ſehr ſchöne und praktiſche
Gegen=
ſtände und Sachen für das Gewinnrad ausgewählt. Wir laden daher
zu recht zahlreichem Beſuche ein.
b. Grbach i. O., 15. März. Generalverſammlung des
Obſt= und Gartenbauvereins, Ortsgruppe Erbach
i. O. Genaynter Verein hatte ſeine Mitglieder zur diesjährigen
General=
verſammlung in das Gaſthaus „Zum Schöllenberg” eingeladen. Der
Vorſtand wird durch Zettel neu gewählt. Er beſteht nunmehr aus den
Herren: Erl. Graf Konrad zu Erbach; Archiprat Morneweg;
Rentamt=
mann Steinert: Peter Heim; Jakob Neff; Ludwig Weber; Obergärtner
Bretſch. Der Borſitzende gibt die Einladung des Haupwereins zu
deſ=
ſen Generalverſammlung, die am kommenden Sonntag in Neuſtadt i. O.
ſtattfindet, bekannt und empfiehlt den Mitgliedern den Beſuch devſelben.
Der Vorſitzende weiſt zum Punkt Sortenverminderung auf die durch die
Landwirtſchaftskammer ergangenen Rundſchreiben an die
Bürgermeiſte=
reien hin. Das Rundſchreiben iſt dem Verein durch die Bürgermeiſterei
zur Aeußerung zugeſtellt worden. Der Vorſitzende bringt zum Ausdruck,
daß der Verein ſelbſtverſtändlich gerne bereit ſei, der gegebenen
An=
regung mit allen Mitteln zum Ziele zu verhelfen, und zwar im
Inter=
eſſe unſeres heimiſchen Obſtbaues und damit der Landwirtſchaft. Die
Mit=
glieder werden darauf aufmerkſam gemacht, daß jetzt die Zeit zur
Schäd=
lingsbekämpfung durch Spritzen der Obſtbäume gekommen ſei und ihnen
die Benützung der Spritze des Vereins dringend empfohlen. Die
Arbeiten werden vom Verein zum Selbſtkoſterbreis ausgeführt. Auch
auf dieſem Gebiete ſtehen leider noch viele auf dem Standpunkte, daß
man einen Obſtbaum nur zu kennen brauche, wenn er uns eine mehr
oder minder reichliche Ernte bringt. Dem modernen Obſtzüchter kommt
oſt ein Grauſen, wenn er in verſchiedenen Lagen der näheven und
weiteren Umgebung Grundſtücke findet, die Geſtalten von Bäumen
auf=
weiſen, daß es ein Jammer iſt.
R
Zum Schutz gegen
Ansfeckung
ANa
gebrauchen Sie
Her=
ur Reinigung des Blutes bex=gerne, die Sie
in in einer Menge von 30 Gramm mit genauer Beſchreibung in der
ſotheke erhalten können.
(1V. 3693
m. Beerfelden, 17. März. Verſchiedenes. Die am Mittmoch
hier ſtattgehabte Holzverſteigerung ſeitens der Gemeinde zeitigte recht
gepfefferte Preiſe. Buchenſcheitholz erzielte pro Raummeter Preiſe von
19.50 RM., Büchen=Kwüppelholz 15,50 RM., Kiefern=Knüppelholz 10,50
RM., Kiefern=Knüppelrciſig 6 RM., Stockabſchmitte 7 RM. — Für den
VfR. Beerfelden ſteht der morgige Sonntag im Zeichen des Hochbetriebs.
Es finden im Michelſtädter Stadion Waldläufe des DFB. und der DSB.
ſtatt, an denſelben beteiligt ſich der hieſige VfNl. in Klaſſe 4. An
dem=
ſelben Tag findet im genannten Stadion ein Wettſpiel Beerfelden—
Michelſtadt ſtatt. — Seit B Jahren iſt am hieſigen Amtsgericht Herr
Kanzleiaſſiſtent Wilhelm Heilmann tätig, in gleicher Dienſteigenſchaſt
wurde derſelbe mit ſofortiger Wirkung an das Amtsgericht nach
Offen=
bach verſetzt. — Nach längerer Pauſe bietet der hieſige Turnverein D.T.
dem Publikum wieder einen Theaterabend mit dem Luſtſpiel „Penſion
Tullius” und „Doktor Allwiſſend‟. Die Rollen ſind gut beſetzt, die
Ein=
übung liegt ebenfalls in guten Händen, die Bühnendekoration iſt für
jedes Stück charakteriſtiſch erneuert, und ſo ſteht ein überaus genußreicher
Abend in Ausſicht für den, der ſich wieder einmal tüchtig auslachen will.
* Hirſchhorn, 17. März. Waſſerſtand des Neckars am
16. März: 1.10 Meter; am 17. März: 108 Meter.
H. Von der Bergſtraße, 16. März. Schweres Autounglück.
Der 2 Jahre alte Fabrikarbeiter. Jakob Ullrich wurde bei Schwetzingen
mit ſeinem Rade von einem Auto überholt, als von entgegengeſetzter
Seite ein zweites Auto heranſauſte. Von dieſem wurde der Nadfahrer
vom Rade geſchleudert, erlitt eimen komplizierten Schädelbruch und
liegt nun lebensgefährlich verletzt darnieder. Der Chauffeur ſoll an
dem Unglück die Schuld tragen.
Z. Zwingenberg, 15. März. Gemeinderatsſätzung. Der
Gemeinderat beſchloß, die Holzverſteigerung am nächſten Montag, den
19. März, nachm. 1 Uhr an Ort und Stelle vorzunehmen. Beginn im
Schulgrund. Da der Weg dahin in ſchlechtem Zuſtande iſt, wird man
ſich wegen ſeiner Verb=ſſerung mit der Gemeinde Auerbach und dem
Forſtamt Bensheim ins Benehwen ſetzen. — Am die Ausbildung der
Jugend im Turnen zu heben, wird ein Univerſalturngerät „Saturn”
aufgeſtellt werden. Der Preis dafür von 700 Mk. wird aus Mitteln
der Haushaltungspläne N und B beſtritten. Das Geſuch der Frau
Auguſt Göbel, um Zuveiſung einer im Ausbau begriffenen ſtädtiſchen
Wohnung wind dahin beantwortet, daß die Geſuchſtellerin jedenfalls bei
der nächſten Wohnungszuweiſung berüchſichtigt werden ſoll. Zwei
Erſatz=
anſprüche für Schäden, die an Aeckemn durch die Kanaliſierungsarbeiten
verurſacht ſein ſollen, werden zu geeigneter Zeit begutachtet werden. Auf
Antrag des Herrn Speckhard werden ihm zur Wiederherſtellung eines
Fachwerfgiebels 25Mk. Beihilfe gewährt. DieBeſchwerde einerAnwohnerin
der Schule wegen Beläſtigung durch im Schulhofe ſpielende Kinder wird
dem Schulvorſtand überwieſen. Zum Schluß wwurde noch ein
Abände=
rungsvorſchlag des Kreisamts Bensheiun, betr. den weſtlichen Teil des
Ortsbebauungsplans, genehmigt. — Seit kurzem erfreut ſich unſer Ort
wieder eines Kinos. Nachdem ein feuerſicherer Raum für den
Appa=
rat im großen Saal des „Löwen” eingebaut worden iſt, veranſtaltet
Herr Ernſt Machleid von hier Samstags und Sonntag3
Filmpor=
ſtellungen unter Begleitung einer kleinen, aber recht guten, Muſikkapelle.
Das Erfreuliche an dem Unternehmen iſt, daß der Veranſtalter bemüht
iſt, ſein Programm durch Bezug ſeiner Filme von erſtklaſſigen Firmen
auf beachtenswerter Höhe zu halten. So wurde uns z. B. „Der Meiſter
von Nürnberg” vorgeführt.
Bb. Bensheim, 17. März. Die Erwerbsloſigkeit im Kreiſe
Bensheim hat für die Zeit vom 23.—29. Februar eine geringe, durch
Arbeitsloſe, 244 Kriſenunterſtützte. Es liefen 122 neue Anträge auf
Unterſtützung ein. Bei Notſtandsarbeiten konnten 35 Arbeitsloſe
be=
ſchäftigt werden. — Der Verband der Obſt= und
Garten=
bauvereine des Kreiſes Bensheim hält am Sonntag, 2½ Uhr, im
Hotel „Deutſches Haus” ſeine diesjährige Hauptverſammlung ab, zu
welcher der Vorſitzende Herr Kreisdirektor Neinhart vom
Kreisobſtbau=
verband alle Intereſſenten eingeladen hat. Der Hauptverſammlung
geht um 1 Uhr eine Filmporführung über Pilzkrankheiten und tieriſche
Schädlinge im Obſtbau und ihre Bekämpfung voraus, die im hieſigen
Lichtſpielhaus vonſtatten geht. In der Hauptverſammlung wird Herr
Obſtbauinſpektor Behne=Darmſtadt über Maßnahmen zur Fördeuung
der Schädlingsbekämpfung und des Umpfropfens Bericht erſtatten und
Aufklärung geben. — Die Firma Peter Walter,
Haushal=
tungs= und Küchenartikel, kaufte das nebenanliegende Hergetſche große
Anweſen zwecks Erweiterung der eigenen Geſchäftsräume. Herr Herget
verlegt ſein Eiſengroßlager nach dem angekauften Haus Grafweg,
Rodenſteinſtraße 24.
H. Aus dem Kreiſe Heppenheim, 16. März. Konferenzen.
Die Vorſitzeiden der Schulvorſtände des Kreiſes, mit Ausnahme von
Viernheim, Heppenheim, des Neckartals und des Bezirks Wimpfen,
werden vom Kreisſchulamt auf Montag, den 19. März, nachmittags
2 Uhr, zu einer Beſprechung im Schulhaus zu Birkenau eingeladen.
Für die Schulvorſtände des Neckartals ſindet dieſelbe Beſprechung am
Dienstag, den 20. März, nachmittags 2½ Uhr, im Schuhaus zu
Hirſch=
horn ſtatt.
Bm. Bürſtadt (Heſſen), 17. März. Unfall. Bei der Arbeit
ſchwer verunglückt iſt am Freitag vormittag der hieſige
Dachdecker=
meiſter Joſeph Gräf. Der Verunglückte arbeitete an einem Neubau
in der Steinlache, wo er ſo unglücklich abſtürzte, daß er ſich mehrere
Rippenbrüche ſowie verſchiedene andere Verletzungen zuzog. Er wurde
ſofort ins Wormſer Krankenhaus gebracht, wo er erſt nachmittags
das Bewußtſein wiedererlangte.
g. Gernsheim, 15. März. Gemeinderatsbericht.
Bezüg=
lich der Auſwertungsangelegenheit der Gemeinde mit der
Landes=
hypothelenbank Darmſtadt vertritt der Gemeinderat die Auffaſſung, daß
es ſich bei den ſ. Zt. von der Landeshypothekenbank Darmſtadt
herein=
genommenen Darlehen nicht um Vertragsdarlehen, ſondern um
Schuld=
ſcheindarlehen handelt. Der Gemeinderat iſt jedoch bereit, ſobald die in
Ausſicht geſtellte reichsgerichtliche Entſcheidung vorliegt, mit dem
Bank=
inſtitut in weitere Verhandlungen wegen einer außergerichtlichen
Regelung der Angelegenheit einzutreten. Dem Geſuch des Wogners
Heinrich Angerſtein um Befreiung von der Vorſchrift des 8 18 der
Bau=
polizeiverordnung wird entſprochen, falls der Angrenzer damit
einver=
ſtanden iſt. Die nachgeſuchten Grundſtücksüberſchreibungen wurden
ge=
nehmigt, ebenſo die vorgelegten Stundungsgeſuche von
Gemeinde=
gefällen. Zur Kommiſſion für die Tätigung der Arbeiten der
bevor=
ſtehenden Waſſerverſorgung Gernsheims wurden die
Gemeindevatsmit=
glieder Maul, Deutſch und Medieus gewählt. Gegen die endgültige
An=
ſtellung des Diplomlehrers an der hieſigen Fortbildungsſchule Herrn
Dipl.=Ing. Heinrich Winter hegt der Gemeinderat keine Bedenken. Ueber
ein vorliegendes Wintſchaftskonzeſſionsgeſuch wurde ebenfalls entſchieden.
In den Allmendgenuß traten ein die Ortsbürger Karl Dann und Jakob
Schnatz 3. In der geheimen Sitzung wurden noch verſchiedene
Ange=
legenheiten, über die man im öffentlichen Teil nicht verhandeln konnts,
entſprechende Beſchlüſſe gefaßt. — Tirolerabend. Der von Herry
Gaſtwirt Karl Beck in ſeinen Saalräumlichkeiten veranſtaltete
Tiroler=
abend erfreute ſich eines guten Beſuches. Das von der Künſtlerſchar
iene e Set We euf Sei Sc
Abenden wiederum gezeigt, daß er verſteht, dem Gernsheimer Publfkum
ewas zu bieten, jedoch muß auch die Gernsheimer Bevölkerung
den=
artigen Unternehmen gegenüber, die ſtets mit Ausgaben verkmüpft ſind,
auch das nötige Verſtändnis aufbringen. Es heißt immer in Gernsheim
iſt nichts los, das ſtimmt nicht, wenn man die Unternehmer, die für
Un=
terhaltung und Fröhlichkeit ſorgen wollen, gebührend unterſtützt. — Der
Beſuch des Theaterabends der freiw Sanitätskolonne im
Saalbau Haas war ebenfalls zufriedenſtellend. Herr Direktor
Kappen=
macher, Frankfurt a. M., hatte es in der verhältnismäßig kurzen Zeit
verſtanden, die kleine Künſtlerſchar, beſtehend aus nahezu 100 Mädchen
und Knaben aus den hieſigen Schulen, für die Aufführung des
roman=
tiſch=komiſchen Märchenſpiels „Die Königskinder” heranzubilden. Gewiß
keine leichte Aufgabe! — Die nächſte und letzte
Brennholzver=
ſteigerung findet am Donnerstag, den 15. März, vormittags 8½
Uhr, im Bürgerſaal des Stadthauſes, ſtatt. Die erſte Stamm= und
Nutzholzverſteigerung wird am Dienstag, den 20. März I. J.,
in dem bereits genannten Saale des Stadthauſes, ab vormittags 8½
Uhr, abgehalten.
Gernsheim, 17. März. Waſſerſtand des Rheins am
16. März: —0,15 Meter; am 17. März: —0,19 Meter.
z. Rüfſelsheim, 13. März. Am 18. März hält der Main=
Rod=
gau der D. T. hier einen außerordentlichen Gauturntag
ab. Dieſer Turntag ſoll ſich in der Hauptſache mit der Neufeſtſetzung
der Statuten befaſſen. Nach einer in Klein=Gerau ſtattgefundenen
Be=
ſprechung von maßgebenden Vertretern des Main=Rodgaues iſt
beabſich=
tigt, einen Trauergedenkſtein für die im Weltkrieg gefallenen
Turner des Main=Rodgaues zu errichten. Das Denkmal ſoll an
paſſen=
der Stelle inmitten des Ried, etwa im Mörfelder Wald, zur
Auf=
ſtellung kommen. Eine Kommiſſion wird ſich mit den weiteren
Vorberei=
tungen beſchäftigen.
* Rüffelsheim, 16. März. Seinen Verletzungen erlegen
iſt der 22jährige Arbeiter Fritz Wolf, der in einem Rüſſelsheimer Werk
in ein Baſſin mit heißem Sodawaſſer geſtürzt war und ſich dabei am
ganze Körper verbrüht hatte. — Körperverletzung mit
töd=
lichem Ausgang. Gegen einen jungen Mann und zwei Frauen
von hier hat die Staatsanwaltſhaft wegen Körperverletzung mit
töd=
lichem Ausgang Anklage erhohen; zugleich haben ſich die drei eines
Vergehens gegen 8 218 ſchuldig gemacht. Die Betreffenden ſind im
Haft. Ihr Opfer, ein 19jähriges Mädchen, iſt im Krankenhaus zu
Darmſtadt geſtorben.
Rheinheſſen.
Ab. Worms, 15 März. Fälſchlich torgeſagt. Durch die
Preſſe macht gegenwärtig eine Notiz die Runde, daß ein Wormſer Arßt
— Dr. Robert Wiſſer — ein Opfer ſeines Berufes geivorden ſti. Er
ſei vor 14 Tagen von einem vor der Operation in Narkoſe verſetzten
Mädchen gebiſſen worden und jetzt an den Folgen einer daraus
ent=
ſtandenen Blutvergiftung geſtorben. Hierzu kann mitgeteilt warden,
daß Dr. Wiſſer ſich noch unter den Lebenden befindet. Er mußte durch
die Blurvergiftung zwar ſeine Sprechſtunden ausfallen laſſen, befindet
ſich jedoch auf dem Wege der Beſſerung
U. Ober=Ingelheim, 17. März. Der heſſiſche Staat beabſichtigt,
das an das Amtsgerichtsgebäude angrenze Anveſen der Erben Jakob
Weitzel 10. zu erwerben. Der Kaufpreis beträgt 14 000 Mark, wozu
die Gemeinde 4000 Mark zugeben ſoll. In einer dringlich einberufenen
Sitzung des Gemeinderats ſtimmte dieſer dem Anſinnen des
Miniſte=
riums einmütig zu.
Oberheſſen.
WSN. Gießen, 16. März. Das Ende von Könneckes
Oſtaſienflug. Gpaf Solms, der Begleiter Könmeckez auf dem
be=
abſichtigten Flug nach Amerika, ſprach hier über ſeinen Oſtaſienflug mit
Könnecke, die Erfahrungen bei dieſem Unternehmen und die Urſachen
ſeines vorzeitigen Abbrucks. Der Vortragende der anſchaulich und
lebendig den Flug beſppach, die Gefahren und Nöte der Flieger beim
Ueberqueren der mächtigen Gebirge Kleinaſiens und der glühenden
Wüſtenſtriche, mit ihrem furchtbaren Sonnenbrand und der ſchrecklichen
Einöde des Landes, eindringlich ſchilderte, und die Sorgen und Nöte
der Flieger um den Beſtand ihres Fluges, ſowie die Qualen des
Durſtes in den engen Räumen des Flugzeuges nachhaltig beſchrieb,
betonte, wie die Flieger bei den verſchiedenen Bwiſchenfällen, bei den
Notlandungen in Aleppo und Bagdad durch ihre Arbeit und durch die
kameradſchaftliche Hilfe der Engländer in Bagdad doch immer wieder
die Möglichkeit fanden, ihr Unternehmen fortzuführen, und wie groß
die Enttäuſchung der Flieger war, als ſie bei Bender Abbas, machdem
ſie ſchon bis an den Oſtausgang des Perſiſchen Golfes in der Richtung
nach Indien vorgeſtoßen waren, erbennen mußten, daß die Fortführung
des Fluges unmöglich wurde, weil der Motor verſagte, da er den
ſtauken Einwirkungen der ungeheuven Hitze nicht gewachſen war. Graf
Solms=Laubach berichtete dann weiter über ſeine Heimkehr, bei der er
u. a. ohne alle Hilfsmittel und unter quälendem Durſt und Hunger
einen etwa 50 Kilometer langen Marſch durch die grabiſche Wüſte
machte, um in einem engliſchen Militärlager die Möglichkeit raſcheren
und beſſeren Heimkommens zu finden. Der Vortragende ſprach auch
ferner mit anerkennenden Worten über das entgegenkommende
Ver=
halten der Gngländer, die ihn nach dem Epreichen des engliſchen
Mili=
tärlagers in der Wüſte durch ein Flugzeug nach Bagdad und von dort
wiederum im Flugzeug nach Kgiro brachten, von wo er über das
Mit=
telmeer und Italien nach der Heimat zurückehrte.
WST. Lauterbah, 16. März. Eine raffinierte Diebin.
Beendigung der Holzhauerei verurſachte Zunahme gefunden, eine Er= Vorgeſtern nachmitteg erſlſien hier bei einer Geſchäftshändlerin aus
ſcheinung, die hoffentlich nur vorübergehenden Charakter beſitzt. Im Fulda ein 17ſähriges Mädhen au deren Gemüſeauto und lenkte durch
Kreiſe Bensheim wurden in der angegebenen Zeit unterſtützt: 1547 Fragen die Aufmerkſamkeit der Fündleiin von der Geldkaſſette ab, die
in einem Gemüiſekorb ſtand. Die Diebin entwendete in einem
unbe=
wachten Angenblick die Geldkaſſette und verſchwand. Sie konnte von
dar verſtändigten Polizei ſofort berfolgt und verhaftet werden. Der
Beſtohlenen wurde das Geld bereits wieder ausgehändigt.
Früblahrskur tür
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Spezialkuranstat Hofheim im Taunus
Gs-Er
Prospekte durch
(T.23
bei Frankfurt u
Dr. M. Schukze-Kahleyss, Nervenarzt.
Eonntag, den 18. März 1928
Nummer 28
Seite 8
Die Geburt unseres Buben Karl Heinz geben
bekannt
Generalmusikdirektor Dr. Böhm.
und Frau Thea
z. Zt. Hoffmann’sche Frauenklinik, Riedeselstraße 52.
Darmstadt, den 16. März 1928.
(7507
Dipl.=Ing. Wilhelm Stern
Reſi Stern, geb. Adler
Vermählte
Trauung: München, 18. März 1928,
13 Uhr, „Rheiniſcher Hot.”
(*7405)
Statt Karten.
Leopold Henneberger
Juliane Henneberger
geb. Ritz
Vermählte
Offenbach a. M. Darmſiadt
7517)
Die Beerdigung der
Frau Margarete Engel
geb. Benz
findet Sonntag, den 18. März.
nachmittags 3 Uhr, auf dem
Friedhof zu Wixhauſen ſtatt.
(5006
Statt Karten.
Für die vielen Blumenspenden.
Glückwünsche u. Geschenke,
die uns in so reichem Maße
anläßlich unserer Verlobung
zuteil wurden, danken auf
diesem Wege herzlichst
Kätha Ramge
Fritz Rapp.
Darmstadt, den 18. März 1928.
(4980)
Stat Korten.
Für die zahlreichen Geſchenke,
Glück=
wünſche und Blumen anläßlich unſerer
Verlobung fagen wir hiermit herzlichſten:
Dank.
Elſe Martin
7516 Heinrich Hartmann.
Am 19. März feiert der über
Darm=
ſtadts Grenzen bekannte
Kanarien=
feinzüchter Gg. Keil,
Schuhmacher=
meiſter, Arheilgerſtraße 54½, ſeinen
65. Gebu 18tag und zugleich ſein 40 Geſchäftsjubiläum.
(27509
Glückauf zum 50jährigen
Todes=Anzeige.
Statt Karten.
Verwandten und Bekannten
die traurige Mitteilung, daß
unſre liebe Tante
Beittz Korell
im Alter von 82 Jahren nach
14tägigem Krankenlager ſanſt
entſchlafen iſt.
Familie Albert Götz
Familie Dölp.
Die Beerdigung findet Montag
nachmittag 2½ Uhr vom Portal
des Waldfriedhofes aus ſtatt.
Todes=Anzeige.
Am Samstag, den 17. März,
vormittags 7 Uhr, entſchlief ſanft
nach langen, ſchweren Leiden
unſere gute, treuſorgende Mutter,
Schwiegermutter u. Großmutter
Marg. Kaltwaſſer Bwe.
geb. Weſp
im Alter von 64 Jahren.
Die trauernd. Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 17. März 1928.
Die Beerdigung findet am
Mon=
tag, den 19. März, nachmittags
43Uhr, auf dem Waldfried=
7616
hof ſtatt.
Magerkeit -i
Schöne volle Körperform durch Steiners
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und blühen les Aussehen für DJamen pracht
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Ecke Schul- und Kirchstraße.
UUN6‟
„Mg S, Na S, rd li, 1. Sen‟
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige).
Heute nachmittag verſchied plötzlich an Herzſchlag mein geliebier Mann, mein treuſorgender
Vater, unſer lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel
Dr. (ugen Kranzbühler
Provinzialdirektor der Provinz Starkenburg
im 58. Lebensjahre.
Darmſtadt, 17. März 1928.
Rheinſtraße 43
In tiefer Trauer:
Bertha Kranzbühler, geb. Piſtor,
Mechthild Kranzbühler.
Die Beerdigung findet ſiatt: Dienstag, den 20. März, vormittags 11 Uhr, von der Kapelle des alten Friedhofes,
5065
Nieder=Ramſtädter Straße.
Todes=Anzeige.
Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die
erſchütternde Nachricht, daß heute vormittag um 7 Uhr meine
innigſtgeliebte Frau, unſere gute Schweſter, Schwägerin,
Schwiegertochter, Tante und Nichte
Frau
Emma Luckhaupt
geb. Dörig
durch ein herbes Geſchick im blühenden Alter von 24 Jahren
plötzlich verſchieden iſt.
In tiefer Trauer:
Friedrich Luckhaupt V., Landwirt.
Nieder=Ramſtadt, den 17. März 1928.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 20. März, nachmittags
½4 Uhr, vom Trauerhauſe, Bahnhofſtraße 20 aus ſtatt.
(5047
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute Nachmittag entſchlief ſanft nach langem
Leiden kurz vor Vollendung ſeines 70.
Lebens=
jahres mein guter Vater, unſer lieber Großvater,
Bruder, Schwager, Schwiegervater und Onkel
Heinrich Anſchütz
Seuatspräſident i. R. am ehemal. Reichsmilitärgericht
Ritter hoher Orden.
In tiefer Trauer:
Alice Brill, geb. Anſchütz
Geh. Reg.=Rat Prof. Dr. Richard Anſchütz
Johanna Anſchütz
Aenni Anſchütz, geb. Pflüger
Privatdozent Dr. med. Ernſt Brill
Privatdozent Dr. phil. Ludwig Anſchütz
und zwei Enkelkinder.
Darmſtadt, Jena und Marburg a. d. Lahn,
den 16. März 1928.
Die Beiſetzung findet auf Wunſch des Entſchlafenen
in aller Stille ſtatt.
Man bittet von Beileidsbeſuchen abzuſehen.
(B.5021
Nach kurzem Leiden, entſchlief am 15. März mein
innigſt=
geliebter Mann, unſer herzensguter Vater, Schwiegervater,
Bruder, Schwager, Onkel und Großvater
Hugo Gruſchwitz
im 78. Lebensjahre.
Tiefbetrübt
im Namen der Hinterbliebenen:
Anna Gruſchwitz. geb. Matthaeg.
Darmſtadt Traiſa, den 17. März 1928.
Die Beerdigung fand in der Stille ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abzuſehen.
Statt beſonderer Anzeige.
Heute verſchied nach kurzem?
Krankenlager unſereinnigſtgeliebte
gute Tante, Schweſteru Schwä erin
Fräulein
Eliſabeth Aßmuth
im 79. Lebensjahre
Im Namen d. trauernd. Hinterbliebenen:
Anna Aßmuth Wwe.
geb. Wittmann.
Mainz, den 16. März 1928.
Die Beerdigung findet aml9. März,
3½ Uhr nachmittags, in Daumſtadt
auf dem Walofriedhof von der
Ka=
pelle aus ſtatt. (4991
Ve
zu verkalf.
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im=
mer ſolche Fälle am liebſten,
welche in anderweiter Behandlung bisher
ungeheilt blieben. Heilinſtitut für
natur=
gemäße Krankenbehandlung au er Art
kör=
perlicher und ſeeli ch=geiſtiger Leiden.
Man=
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Hei=
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 25
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Eß.öffel, Alpacca . . . . . . . . Stück 0 90, 0.80
Kaffeelöffel, Alpacca . . . . . . Stück 0.60 0.5)
Tischbestecke, schwerste Versilberung.
Eßlöffel, sehwerse Versilberung . . .
Kaffeelöffel, schwerste Versilberung .
6 Stück Kuchengabeln, Alpacca . . .
6 Stück Kuchenmesser, Ebenholz . .
Tortenschaufeln in Geschenkpackung.
Paar 5.40
Stück 2.50
Stücn 1.25
5.—, 4.50
„. 4.—
2.50, 1.90
M. Kattlef stahtwaren
Rheinstraße 3
5052
Mummer 78
Sonntag, den 18 März 1928
Geite 13
Reich und Ausland.
Frankfurter Chronik.
Schiffahrtsſperre. Nach einer
Bekannt=
aSung der Rheinſtrombauverwaltung werden am
ſonntag, den 25. März, Bauteile der Baurüſtung
t— die Schiffahrtsöffnung der Eiſenbahnbrücke
rankfurt a. M.—Niederrad eingefahren. Zur
ſiche=
m. Durchführung der Arbeiten wird an dieſem Tage
2 Uhr nachmittags ab bis zum Schleuſenbeginn
n Montag, den 26. März, die Durchfahrt durch die
räcke für den Schiffs= und Floßverkehr geſperrt.
chrend dieſer Zeit vor der Brücke ankommende
zrzeuge dürfen über die ober= und unterhalb der
ſrEcke aufgeſtellten Wahrſchaunachen mit roter Flagge
att hinausfahren. Den Anordnungen der
Wahr=
qruer iſt unbedingt Folge zu leiſten. Durch die
Ein=
grung wird für die Dauer der Bauzeit (etwa 1½
s 2 Monate) die freie Höhe in der
Schiffahrtsöff=
urg von 10,50 Meter auf 7,75 Meter bei
Mittel=
aſſerſtand herabgeſetzt. Zuwiderhandlungen werden
erräß § 50 der Schiffahrts=Polizeiordnung für den
arraliſierten Main vom 3. April verfolgt. — Auf
ſu nd der Wirtſchaftsberichte der ſtädtiſchen
Amts=
r Dienſtſtellen dürfte ſich zum Jahresſchluß in der
ufenden Verwaltung ein Fehlbetrag von 473 490
Nrrk ergeben gegenüber 1 574000 Mark nach der
cätzung vom 30. September 1927. Der Magiſtrat
offt, daß der endgültige Jahresabſchluß ſich ohne
iernenswerten Fehlbetrag ausgleichen wird. — Der
Nugiſtrat erſucht die Stadtverordnetenverſammlung,
Frankfurter Univerſität einen einmaligen
außer=
r entlichen Zuſchuß von 50 000 Mark zur
Beſchaf=
ung von Lehrgegenſtänden zu gewähren in der
Vor=
usſetzung, daß die preußiſche Staatsregierung einen
ſtich hohen Zuſchuß zur Verfügung ſtellt.
Zum Tode verurteilt.
Wiesbaden. Der des Mordes an der 65jähr.
atwe Flora Süßer angeklagte Wjähr. Arbeiter
Brlhelm Sienowatſch aus Wien wurde vom
hie=
igeen Schwurgericht wegen Mordes zum Tode,
außer=
dirn noch wegen Unterſchlagung zu einer
Gefängnis=
ſttafe von zwei Jahren verurteilt.
Der vorgetäuſchte Raubüberfall in Mannheim.
Mannheim. Der am Mittwoch von dem
Raſſenboten der Baheriſchen Hypotheken= und
Wechſel=
bemk in Ludwigshafen, Hick, vorgetäuſchte
Raubüber=
fal hat eine überraſchend ſchnelle Aufklärung
ge=
funden. Die Nachforſchungen der Polizei hatten
er=
geben, daß ein Freund des Hick als Mittäter in
Frage kommt. Dieſer Freund, ein 22 Jahre alter
G. ſendreher namens Hellmann, iſt jetzt feſtgenommen
orden und hat bereits ein umfaſſendes Geſtändnis
a gelegt. Er hatte 45 000 Mark im Keller des Hauſes
ſianer Eltern verſteckt und den Reſt des Geldes hinter
drr Rüchwand des Spiegels in ſeinem Zimmer
unter=
gbracht. Nur 100 Mark hatte er inzwiſchen
aus=
gegeben, ſo daß mit Ausnahme des kleinen Betrages
dee geſamte Summe der Bank zurückgegeben werden
konnte. Die Vernehmung des Hellmann hat ergeben,
daß zwiſchen ihm und Hick ſchon ſeit längerer Zeit
der Plan beſtanden hatte, bei nächſter Gelegenheit
ernen Raubüberfall zu fingieren. Nachdem nun Hick
an Mittwoch den Auftrag erhalten hatte, bei der
Pradiſchen Bank in Mannheim 60 000 Mark
abzu=
heben, hat er zunächſt ſeinen Freund aus deſſen
Woh=
nung abgeholt. Beide fuhren dann nach Mannheim.
Is Hick das Geld abgehoben hatte, beſprachen beide
twchmals kurz den Plan. Hellmann nahm darauf
tms Geld an ſich, worauf der Raubüberfall markiert
wurde. Als Hick am Boden lag, hat ſich Hellmann
anbemerkt entfernt.
Liebestragödie.
München. Am Samstag früh lauerte ein 30
Fahre alter Schneider ſeiner Geliebten vor dem
Hauſe ihrer Eltern auf und gab, als ſie bei ihrer
eigerung verblieb, die Beziehungen fortzuſetzen,
inen Schuß auf ſie ab, wodurch das Mädchen ſchwer
verletzt wurde. Darauf tötete er ſich ſelbſt durch einen
Ropfſchuß.
Seltenes Zeitungs=Jubiläum.
Pommerns und Stralſunds älteſte Tageszeitung
ann am heutigen Tage ihres 175jährigen Beſtehens
gedenken. Am 21. März 1753 erteilte nämlich die
chwediſche Regierung in dem damals ſchwediſchen
Vorpommern, dem Verloger und Univerſitäts=Buch=
Hrucker zu Greifswald, Hieronymus Johann Struck,
Das Privileg für eine Tageszeitung, der Vorläuferin
Ser „Stralſundiſchen Zeitung”. Nach ſeiner
Ueber=
ſſiedelung nach Stralſund ſetzte er hier dieſe
Heraus=
gabe fort. Somit kann die „Stralſundiſche Zeitung”
Geute — wenn auch nicht an demſelben Orte — auf
ein 175jähriges Beſtehen zurückblicken. Stets ſich von
Water auf den Sohn forterbend, iſt die „Stralſundiſche
Zeitung” bis auf den heutigen Tag ſieben
Genera=
ttionen hindurch im Beſitze der Familie Struck, eine
Tatſache, die im deutſchen Zeitungsweſen und auch
rim deutſchen Wirtſchaftsleben ganz vereinzelt daſtehen
dürfte.
17 Fiſcherboote aus Seenot gerettet.
Danzig. Am Freitag früh gegen 6 Uhr waren
17 Fiſcherboote mit etwa 70 Mann Boſatzung von
Bodenwinkel auf Sprottenfang gefahren. Bei ihrer
Rückfahrt bemerkten ſie, daß ſich Eis vor den Strand
geſetzt hatte. Die Fiſcher konnten infolgedeſſen den
Strand nicht erreichen. Halb erſtarrt und entkräftet
trieben die Fiſcher in ihren Booten auf dem Meere
umher und gaben Notſignale durch Abbrennen von
Zeitungspapier. Von einem Motorkutter aus wurden
die in Seenot Geratenen bemerkt, und es gelang,
zu=
nächſt vier Boote und dann die übrigen 13 glücklich
an Land zu bringen.
Ein verhängnisvoller Straßenunfall.
Breslau. Am Freitag nachmittag fuhr hier
ein Auto, um einem ihm entgegenkommendem
Auto=
mobil auszuweichen, gegen einen Gaskandelaber. Dieſer
brach auseinander und traf das zweijährige, in einem
Kinderwagen gefahrene Töchterchen des
Regierungs=
rates Wendrich. Die Verletzungen waren ſo ſchwer,
daß das Kind alsbald verſtarb. Die neben dem
Wa=
gen gehende ſiebenjährige Tochter trug erhebliche
Fleiſchwunden davon, während die die Kinder
beauf=
ſichtigende Hausangeſtellte einen Nervenſchock erlitt
und in eine Klinik gebracht werden mußte.
Zwei ſchwere Unfälle im oberſchleſiſchen
Kohlenrevier.
Hindenburg. Am Freitag ereigneten ſich im
oberſchleſiſchen Kohlenrevier zwei ſchwere Unfälle,
denen vier Bergleute zum Opfer fielen. Durch
herab=
fallende Kohlenmaſſen kamen auf dem „Georgſchacht”
in Zaborze zwei Heuer und auf der „Ludwigsglück=
Zeche” ein Oberheuer und ein Heuer ums Leben.
Hände weg vom großen Los!
Erfindung einer Lotterieziehungsmaſchine.
Ingenieur Emil Schnee mit ſeiner Lotterieziehungsmaſchine.
Seitdem im vergangenen Jahre einige Beamte der Preußiſchen Klaſſenlotterie ihrem Glück durch
ſchwindelhafte Manipulationen unter die Arme zu greifen verſuchten, iſt das Problem einer
Lotte=
rieziehungsmaſchine aktuell geworden. Der Ingenieur Emil Schnee aus Hagen i. W. iſt jetzt mit
einer Lottericziehungsmaſchine an die Oeffentlichkeit getreten, die durch eine ſinnreiche Konſtruktion
von Tivoli und Roulette jede Beteiligung menſchlicher Arbeitskraft und damit auch die
Möglich=
keit eines betrügeriſchen Eingriffs auszuſchalten vermag. Während der Ziehung bringt die Maſchine
Losnummer und Gewinnbetrag leuchtend an die Wand des Zuſchauerraumes, druckt ſie
neben=
einander auf einen Kontrollſtreifen und liefert die fertigen amtlichen Gewinnliſten, wodurch auch
Satzfehler unmöglich werden.
Vier neue Zerſtörer der Reichsmarine
Der Taufakt in Wilhelmshaven.
Unter großer Teilnahme der Marineangehörigen und der Bevölkerung fand der Stapellauf der
vier neuen Zerſtörer „Tiger” „Luchs”, „Jaguar” und „Leopard” ſtatt. Sie haben eine
Waſſer=
verdrängung von je 800 Tonnen, beſitzen 23 000 Pferdeſtärken pro Schiff und können eine
Stun=
dengeſchwindigkeit von 33 Seemeilen entwickeln.
Straßenkampf in Kairo.
Vor dem Klub der Regierungspartei.
Völkiſche Studenten Aegyptens, welche ihre Regierung beſchuldigen, ſich zu ſchlapp gegenüber
England gezeigt zu haben, verſuchten das Klubgebäude der Regierungspartei zu ſtürmen und die
Abgeordneten der gemäßigten Nationaliſten auseinanderzujagen. Die Polizei griff mit Knutteln
und Waffen ein und hat die Ausſchreitungen blutig unterdrückt.
Eine Kirche ins Meer geſtürzt.
Berlin. Nach Blättermeldungen aus
Kopen=
hagen iſt ein Teil der alten Höjerup=Kirche auf
Stevns bei dem bekannten Mönsklintkap am Freitag
morgen bei einem riächtigen Erdrutſch ins Meer
ge=
ſtürzt. Der Chor der Kirche, ebenſo der Altar und
ein Teil des Kirchhofes „ind in die Tiefe geſunken.
Beim Skilaufen abgeftürzt.
Innsbruck. In den Oetztaler Bergen iſt in
der Nähe der Karlsruher Hütte Regierungsbaurat
D:. Doering aus Dresden während einer Skipartie
abgeſtürzt und dabei in einen Waſſertümpel gefallen,
in dem er ertrank. Die Leiche wurde geborgen. Sie
wird nach Dresden überführt werden.
Die Leiche eines Deutſchen in der
Nähe von Paris aufgefunden.
Selbſtmord oder Verbrechen?
Paris. Im Walde von Sanlis wurde im
Ge=
büſch verſteckt die Leiche eines in den 50er Jahren
ſtehenden Mannes entdeckt, die nach den
gerichtsärzt=
lichen Feſtſtellungen ſchon etwa einen Monat dort
gelegen haben muß. Aus der Art der Beſohlung der
Schuhe und dem Fabrikmuſter der Krawatte „
Ori=
ginal Rotſiegel”, einer Münchener Firma, geht
her=
vor, daß es ſich um einen deutſchen
Staatsangehöri=
gen handelt. Die Leiche wies einen Schuß in die
Schläfe auf, während die rechte Hand noch den
Kol=
ben eines Revolvers umklammerte. Aus den
Klei=
dungsſtückm waren die Herkunftszeichen ſorgfältig
entfernt, nur auf einem Taſchentuch fand man die
Anfangsbuchſtaben „M. R.‟ Es iſt noch zweifelhaft,
ob es ſich um Selbſtmord oder um ein Verbrechen
handelt.
Der Mord in Grünberg.
Grünberg. In der Angelegenheit des
be=
reits gemeldeten Luſtmordes haben die Ermittlungen
ergeben, daß es ſich um die 10jährige Schülerin Mar=.
garethe Spichal handelt. Das Mädchen, das bis
Donnerstag 11 Uhr die Schule beſucht hatte, war
ſeitdem verſchwunden und von ihrer Mutter als
ver=
mißt gemeldet worden. Die Leiche wurde in der
Lunze am Freitag früh gegen 7 Uhr aufgefunden.
Die Obduktion der Leiche des Kindes durch Kreisarzt
Dr. Meyer=Grünberg und Medizinalrat Dr. Klimm=
Neuſalz a. d. Oder ergab einwandfrei Mord durch
Erdroſſeln. Der weitere Befund ergab, daß
unzwei=
felhaft ein Sittlichkeitsverbrechen an dem Mädchen
verübt worden iſt. Es fehlen die Schulmappe mit
Büchern und die neubeſohlten Winterſchuhe, ſo daß
mit einem Raubmord außerdem zu rechnen iſt.
Eigenartiger Zugzuſammenſtoß.
New Cumberland (Pennſylvanien).
Zwi=
ſchen drei Güterzügen und einem Perſonenzug
ereig=
nete ſich ein eigenartiger Zuſammenſtoß, bei dem drei
Eiſenbahnbedienſtete verletzt wurden. Ein Güterzug
fuhr in einen vorausfahrenden Güterzug hinein ſo
daß ein Wagen des letzteren Zuges entgleiſte und in
einen auf dem Nebengleiſe vorbeifahrenden Güterzug
hineinſtieß. Ein Oeltankwagen dieſes dritten
Güter=
zuges wurde zertrümmert und das umherfließende
Oel geriet in Brand. In die Trümmer dieſes
Tank=
wagens fuhr ein auf einem dritten Gleiſe
daherkom=
mender Perſonenzug hinein, der vollſtändig
ent=
gleiſte. Von den Paſſagieren wurde niemand verletzt.
Furchtbare Verheerungen der Schlafkrankheit
in Mittelafrika.
Paris. Nach einer offiziellen franzöſiſchen
Sta=
tiſtik hat die Schlaftrankheit in Franzöſiſch=
Aequa=
torial=Afrika in den letzten zehn Jahren verheerende
Wirkungen gehabt. Seit der franzöſiſchen Beſetzung
und infolge des Kontaktes der Eingeborenen mit der
europäiſchen Ziviliſation iſt die Bevölkerung dieſer
Gebiete von zwölf Millionen auf drei bis vier
Mil=
lionen Menſchen geſunken. Die Entwicklung der
Ver=
bindungen hat die Erweiterung der Epidemien
be=
günſtigt. Der offizielle Bericht des
Kolonialminiſte=
riums an den Präſidenten der Republik betont, daß
die Eingeborenen ſchlecht ernährt ſind
und unter den ſchweren Arbeiten leiden,
die man ihnen auferlegt. Unter dieſen
Umſtän=
den fehle es an Arbeitskräften, für den Bau der
wirtſchaftlich überaus wichtigen Eiſenbahnlinien in
Franzöſiſch=Aequatorial=Afrika. Das Inſtitut Paſteur
halte es für unerläßlich, den Kampf gegen die
Schlaf=
krankheit aufzunehmen und will zu dieſem Zweck
das Sanitätsperſonal in Aequatorial=Afrika in
be=
deutendem Maße verſtärken.
Schweres Exploſionsunglück in U. S.A.
NewYork. In Valley Fall im Staat New
York ſind drei Pulvermühlen, in denen 10 000 Pfund
Munition lagerten, in die Luft geflogen. Bis jetzt
zählt man vier Tote und mehrere Verletzte. Eine
Anzahl Häuſer wurde zerſtört.
Kapitän Hincheliffe
kehrt nicht wieder heim.
Gattin und Kinder des abgeſtürzten
Ozean=
fliegers.
Alle Flugſachverſtändgen ſind darüber einig, daß der
todesmutige Flieger Kapitän Hincheliffe und die
ſchöne Miß Elſie Mackay ihr naſſes Grab inmitten
des ungeheuren Ozeans gefunden haben. Nur die
Gattin — das dritte, am meiſten leidende Opfer des
kühnen Flugverfuchs — will noch hoffen. Unſer Bild
zeigt Frau Hincheliffe mit ihren beiden Kindern, der
vier Jahre alten Pamela und dem erſt drei Monate
alten Joan nach dem Start ihres Mannes.
Seite 14
Sonntag den 18 März 1928
Nummer 28
Spelt Spiel und Tarnen.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Um die Süddeutſche Handball=
Meiſterſchaft.
Sporiverein Darmſiadt98 — DSV. München
Höhepunkte, der diesjährigen Handballſpielzeit: Zwei Spiele von
hervorragender Bedeutung ſtehen bevor: Während am nächſten Sonntag
die Repräſentativen von Brandenburg und Süddeutſchland in Darmſtadt
im Handball=Endſpiel der deutſchen Sportbehörde ſich gegenüberſtehen,
geht es am heutigen Tage auf dem Sportplatz am Böllenfalltor um die
Süddeutſche Vereinsmeiſterſchaft. Die beiden Vereine, die ſich als die
ſpielſtärkſten in einer ſich über ſieben Monate erſtreckenden
Verbands=
ſpielzeit erwieſen haben, werden heute ihr ganzes Können, ihre ganze
Energie einſetzen, um den Sieg zu erringen und um damit gleichzeitig
die Vorbedingung dafür zu ſetzen, an den Endſpielen um die Deutſche
Meiſterſchaft teilzunehmen. Fürwahr ein Einſatz, der lohnt, zu
ver=
ſuchen, unter Aufbietung beſter Taktik und Technik den Gegner zu
übertrumpfen.
Auf der einen Seite ſtehen die Einheimiſchen, bei denen es gilt,
einen ſeit drei Jahren innegehabten Titel mit Erfolg zu verteidigen;
auf der anderen Seite wird der DSV. München, deſſen großes Können
erſt in füngſter Zeit zur Reife gekommen iſt, mit all den Vorteilen,
die eine derart ſchnell zu Ehren gekommene Mannſchaft aufzuweiſen hat,
beſtrebt ſein, die Siegeslaufbahn nicht in Darmſtadt beendet zu ſehen.
Nicht zum erſten Male ſind Münchener Sportsleute Gäſte der 98er.
Wir erinnern an die vielen Beſuche Münckener Leichtathleten vor dem
Kriege (Kern, Ball); wir rufen insbeſondere die Begegnungen ins
Ge=
dächtnis zurück, die die Fußballer von Bayern und Wacker München den
98ern geliefert haben. Eine Offenbarung war es wohl für die geſamte
Darmſtädter Sportgemeinde, als die Bahern ihre große Kunſt in einer
Weiſe demonſtrierten, wie es noch keine andere Mannſchaft hier gezeigt
hatte. Damals mußte allerdings Darmſtadt glatt kapitulieven. So
wird es heute jedoch wohl kaum werden. Es ſteht vielmehr ein Kampf
zweier gleichwertiger Gegner bevor, die, ſo hoffen wir insgeſamt, ſich
ein ritterliches Spiel liefern werden. Die Münchener ſind uns in
Darmſtadt willkommen. Sie können von vornherein unſerer ſportlichen
Anerkennung gewiß ſein, weil man in Darmſtadt volles Verſtändnis
für die ſeitherigen Erfolge der Elf beſitzt. Sie werden ſich dieſe
Aner=
kennung, deſſen ſind wir ebenfalls ſicher, auch im heutigen Spiel
ver=
dienen.
Vor dem um 3 Uhr beginnenden Handballſpiel findet auf
dem Hauptkampfeld ein Fußballverbandsſpiel ſtatt, und
zwar zwiſchen den Ligareſerven der 98er und Lengfeld.
Die Berliner Mannſchaft, die das Pokalendſpiel
gegen Süddeutſchland zu beſtreiten hat, ſetzt ſich zuſammen aus:
Gramſch
(Brandenburg)
Samovſki Gerloff
(Polizeiſportverein Berlin)
Köbke Kirchhoff Adebahr
(Polizeiſportverein Berlin)
Heine
Wolf
Kerber
Burkowſti
(S. C. C.) (Siemens)
(Polizeiſportverein Berlin)
Sportverein Darmſtadt 1898 e. V. — Jugend.
Trotz der Waldläufe am Vormittag wollen die 98er den vorletzten
Sonntag vor den Endſpielen nicht unausgenützt vorübergehen laſſen.
Nachmittags um halb 2 Uhr treffen ſich die 1. Jgd. und die 2. Jgd. zu
einem Uebungsſpiel. Die 4. Jgd. ſpielt gegen die 2. Jgd. des
Turn=
vereins Langen um 1 Uhr auf dem Stadion. Die 3. Jgd. iſt ſpielfrei.
Fußball.
F.C. Union e. V. 1913.
Das erſte Privatſpiel trägt Union mit einer kombinierten
Mann=
ſchaft der Liga und der Ligareſerve, ſowie die zweite Mannſchaft gegen
den B=Meiſter Weiterſtadt auf deſſen Platz aus, da vorläufig die
Platz=
ſperre noch nicht aufgehoben iſt.
Es wird von ſeiten der neuen Vereinsleitung insbeſondere des
Sportausſchuſſes, den kommenden Privatſpielen die größte
Aufmerkſam=
keit gewidmet werden, um in der neuen Verbandsſaiſon eine techniſch
gute und zuverläſſige Mannſchaft und vor allem eine eingeſpielte Elf
ins Feld ſtellen zu können. Der Sportverein Weiterſtadt begrüßt es
ganz beſonders, daß die verpflichtete Reſervemannſchaft, mit 5 Mann
der Liga verſtärkt, antritt. Am letzten Sonntag konnte der B=Meiſter
die Reſerve von Rüſſelsheim mit 7:0 hereinlegen. Heute ſtoßen ſie auf
einen anderen Gegner, zumal das Innentrio von Union mit alten
Liga=
kämpfern beſetzt iſt. Ebenſo ſteht im Tor der bewährte und zuverläſſige
Flaig. Alles in allem ſteht bei dem herrlichen Fußballwetter ein
inter=
eſſanter Kampf bevor, deſſen Beſuch ſich lohnt.
VfB. Leipzia — Stade Frangais=Paris 2:1.
Das am Samstag in Paris ausgetragene Fußballſpiel zwiſchen dem
VfB.=Leipzig gegen Stade Frangais=Paris endete mit dem Siege der
Deutſchen von 2:1, Halbzeit 2:0.
Hans Breitenſttäter zwang in Magdeburg den Engländer Jimmy
Shaw in der ſechſten Runde zur Aufgabe.
Die U. S.A. werden ſich mit ihrer beſten Clubmannſchaft am
Olym=
piſchen Fußball=Turnier in Amſterdam beteiligen.
Darmſtädter Sportkalender.
Handball.
11 Uhr: Rheinallee: Rot=Weiß — Pol. S.V. Butzbach (
Ligaauf=
ſtiegſpiel).
3 Uhr: Stadion: Sp.V. 98 Darmſtadt — D.S.V. München
(Süddeutſche Meiſterſchaft).
Fußball.
11 Uhr: Finanzamt: F.C. Eintracht — Haſſia Dieburg.
3 Uhr: Rheinallee: Rot=Weiß 1. — Sp. V. Meſſel 1.
3 Uhr: Windmühle: Spielvereinigg. 21 — Olympia Bickenbach.
Die Frühjahrswaldläufe in Frankfurt.
Wie alljährlich, ſo finden auch in dieſem Jahr wieder in Frankfurt
die ſogenannten Frühjahrseröffnungswaldläufe am heutigen
Sonn=
tag ſtatt. Veranſtalter iſt nunmehr nach der Vereinigung der beiden
Verbände der Süddeutſche Fußball= und Leichtathletik=Verband, der
zu=
gleich in ſeinen ſämtlichen Bezirken die Teilnahme der Jugend an
die=
ſen Läufen zur Pflicht gemacht hat. Didurch iſt die Teilnehmerzahl in
den einzelnen Klaſſen bedeutend größer, ſo daß am Sonntag für die
Waldläufe in Frankfurt alles in allem mit etwa 3000 Läufern zu
rech=
nen iſt!
Auch in dieſem Jahr wird ſich wieder das Hauptintereſſe auf die
Kämpfe der Senioren in der Hauptklaſſe konzentrieren, in der eine
Strecke von etwa 7,5 Km. zu durchlaufen iſt. — Nach langer, „
wett=
kampfloſer” Zeit werden ſich hier wieder viele alte Bekannte treffen,
um zuſammen mit den „Neuen” zu erſten Mal in dem neuen Jahr ihre
Kräfte zu meſſen!
Die 1. Rennmannſchaft des Sportvereins 1898 Darmſtadt —
Süd=
deutſcher Meiſter 1927 — wird am Sonntag mit Eiſenhauer,
Gellweiler Habich und Lindner antreten und ſowohl im
Einzel= als auch im Mannſchaftslauf auf Hetterich (V.f.L.
Frank=
furt), Wied Stumpe, Leunig (Eintracht Frankfurt), Eckhard
(Viktoria Rumpenheim), Sander (S.V. Wiesbaden), Krichbaum
(Rot=Weiß Darmſtadt), Arndt, Siegel (T. S.V. Mörfelden) u. a.
treffen. Leider fehlt diesmal Engelhard 2, der Verbandsmeiſter
1927, ſo daß — zumal dieſe Veranſtaltung die erſte im neuen Jahr iſt
— der Ausgang des Haupttreffens als völlig offen zu bezeichnen iſt!
Gellweiler (S.V. 98 Darmſtadt) ſollte allerdings in der Lage ſein,
ſeine Gegner knapp zu ſchlagen. Der Sieg im Einzellauf kann aber
auch nach Frankfurt fallen.
Im Uebrigen iſt man leicht geneigt, den Sieger im Mannſchaftslauf
in der 1. Rennmannſchaft des S.V. 98 Darmſtadt zu ſehen. Da aber
Engelhardt 2 nicht mehr ſtartet, iſt es zunächſt verfehlt, bei der
Gleich=
wertigkeit einiger Mannſchaften einen Sieger vorauszuſagen.
Eine weitere Mannſchaft des S.V. 98 ſtartet mit Hebel, Jung,
Schröck und Zucker im Einzel= und Mannſchaftslauf der 2. Klaſſe,
in der die Laufſtrecke etwa 5 Kilometer lang iſt.
Start und Ziel von ſämtlichen Klaſſen befinden ſich im Frankfurter
Stadion.
Wetterbericht.
Ausſichten für Sonntag, den 18. März:
Abſchwächung des Nachtfroſtes, tagsüber mild, meiſt heiter und trocken.
Ausſichten für Montag, den 19. März:
Wolkig, weiterer Temperaturanſtieg; in der Hauptſache trocken.
Witterungsverhältniſſe in Deutſchland heute morgen:
in C‟ Wind: Mee
ſchlag
in mm Gee
decke
in cm Gießen: heiter Aachen: Windſtille Hamburg: 2 Berlin: heiter SO, München: NO, Königsberg: Windſiille
Witterungsverhältniſſe der deutſchen Bergſtationen:
Feldberg:(Taunus) heiter OSO. Waſſerkuppe:
Feldberg: SSW. (Schwarzw.) Zugſpitze: 45 Kahler Aſten: Fichtelberg: BG. 75
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudeif Maupe; füt Feuiſleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. cugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willp Kuble; Drug
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Sonntag, 18. März. 8.30: Morgenfeier, veranſtaltet von der
ev.=luth. Dreieinigkeitsgemeinde. O 11: Frau Dr. Rumpf:
Jugend=
bücherei — Eiternhaus — Schule. O 12: Berlin: Gedenkfeier der
Ab=
ſtimmung in Oberſchleſien. 14: Aus dem deutſchen Märchenborn:
Allerlei Tiergeſchichten. O 15: Fußballſpiel „Eintracht”- Franffurt
gegen „Kickers”=Stuttgart. O 17: Studien=Muſik. Bach:
Zweiſtim=
mige Inventionen. — Rhode: Siebtes Konzert in A=moll. —
Mozart: Klavierſonate in C=dur. — Beriot: Balletſzene. —
Mendels=
ſohn: Lieder ohne Worte. Ausf.: Merten (Klavier), Caſpar (Violine).
18: Neuzeitliche Ernährung. O 18.30: C. Gebhardt: „Henrik
Ibſen und die Zeit” zum hundertſten Geburtstag des Dichters.
O 20.30: Kunſt und daran vorbei. (Auch ein Abend der Gegenſätze.)
O 21.30: Volkstümlicher Abend. Mitw.: Marianne Mathy, Berlm.
— Darauf: Tanzmuſik. Kapelle Pinkus=Langer.
Stuttgart.
Sonntag, 18. März. 11.15: Evang. Morgenfeier. Dem
Früh=
ling entgegen! Anſprache: Kirchenrat Schaal, Stuttgart. Mitw.;
Gertrud Elben (Alt), Dr. Hildegard Weizſäcker (Violine), Prof.
Dr. Keller (Begl.). — Anſchl.: Schloßplatz: Promenadekonzert
der 5. Nachrichtenabteilung. Leit.: Muſikdir. Langer. O 13.15:
Schallplatten. 15: Frankfurt a. M.: Fußballſpiel Eintracht=
Frankfurt—Stuttgarter Kickers. O 17: Konzert. Funkorch. Ellen
Beck, A. Swoboda von den Württ. Landesth. A. Haagen. Schubert:
Ouv. Ro’amunde. — Gounod: Fauſtwalzer. — Strauß: Serenade.
— Mozart: Arie des Figaro. — Brahms: Feinsliebchen. Da
unten im Tale. — Manfred: Ein Opernabend. — Lortzing: Arie
des Bacculus aus Der Wildſchütz. — Löwe: Spirito ſancte,
Niemand hats geſehn. — Brüll: Arie des Bombardon aus Das
goldene Kreuz. Ouv. Das goldene Kreuz. — Strauß: Melodien
aus Die Fledermaus. O 19.15: Dr. Hirſchberg=Berlin: Das deutſche
Kinderlied. Das Volkstinderlied. O 19.45: Dichterſtunde. O. A. H.
Schmitz lieſt aus eigenen Schriften. O 20.30: Frankfurt a. M.:
Muſik — und daran vorbei. Auch ein Abend der Gegenſätze.
21.30: Volkstümlicher Abend. Mitw.: Marianne Mathy, Berlin,
a. G.; Elſa Pfeiffer, K. Köſtlin, Philh. Orch. Roſſini: Oup.
Semiramis. — Mozart: Arie aus „Die Entführung aus dem
Serail. Wiegenlied. — Mendelsſohn: Scherzo aus
Sommernachts=
traum. — Lenz: Die Liebe auf dem Lande. — Hebel:
Miß=
verſtand. — Heine: Der tugendhafte Hund. — Hebel: Moſes
Mendelsſohn. — Wagner; Albumblatt. — Pfitzner: Sonſt. —
Bizet: Arleſienne, Suite. — Verdi: Arie aus Rigoletto. — Wedekind:
Der Reiſekofſer. — Fontane: Fritz Kratzfuß. — Hofmannswaldau:
Schöpfung der Frau. — Liſzt: Zweite ungariſche Rhapſodie. O 22.40:
Nachrichten.
Berlin.
Sonntag, 18. März. 9: Morgenfeier (Denn dein iſt das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit!). Bibelſprecher und
Liturg J. Schulzle. Mitw.: Hermine Behn (Alt). Melanie Wolff
(Violine), P. Schmidt (Flügel u. Orgel), Poſaunenchor des
Oſt=
deutſchen Jünglingsbundes. Anſprache: Pfarrer Pfeiffer. o 11.30:
Großes Schauſpielhaus: Funk=Matinee. Chorkonzert des Erkſchen
Männergeſangvereins E. V. 1845. Leit.: Prof. M. Stange. 1.
Schubert=Ehrung. Die Racht. Lindenbaum. Trinklied. Nachthelle.
Der Gondelfahrer. — 2. Vaterlands= und Volkslieder: Der Schr
Deutſches Land, Gott ſegne dich! Thüringiſches Volkslied.
ſchönſten Wieſengrunde. Abſchied, Schwäbiſches Volkslied. o 14:
Einheitskurzſchrift. o 14.30: Mitteilungen und praktiſche Winke für
den Landwirt. O 14.55: Geh. Reg.=Rat Prof. Dr. M. Gerlach:
Der Stalldünger und ſeine Behandlung. O 15.30: Die Abenteuer
des Kapitäns Funk. o 16: Major a. D. Schnarke: Die
Welt=
reiſe des Kreutzers Emden. O 16.30: Kapelle Gerhard Hoffmann:
Herzer: Hoch Heidecksburg. — Strauß: Die guten alten Zeiten. —
Mo art: Murmelndes Lüftchen. — Roſſini: Fant. „Wilhelm Tell”.
— Meiſel: Du haſt mich nie geliebt. — Translateur: Hochzeitszug
in Liliput. — Millöcker: Potp. „Der Feldprediger” — Spendſen=
Liebesleid. — Glina: Walzer=Fantaſie H=moll. O 19: Chefredakteur
W. Schwedler: Die drei Feinde des Journaliſten. (Der unglückliche
Zufall, die Geheimdpplomatie und das Dementi). 19.25: W.
Nowack: Der deutſche Einigungskampf vor acht Jahrzehnten. O 20:
Dr. Tichauer: Staatenkontrolle des Völkerbundes. O 20.30: Dem
Gedächtnis Ibſens. Anläßlich des 100. Geburtstages des Dichters.
Dir.: G. Szell (Staatsoper). Pfitzner: Vorſpiele zu Das Feſt auf
Solhaug. — Grieg: Aus Peer Gynt. — Dazu Szenen, geſpr. von
Roſa Pategg und A. Manz. — Schielderup: Sommernacht auf dem
Fjord. — Svendſen: Norwegiſche Rhapſodie. Funkorch. — Anſchl.:
Tagesnachrichten. O 22.30: Tanzmuſik. Lachs” „Jazz=Sinſoniker.
Stettin. 9: Morgenfeier. Pa ſionsfeierſtunde mit Joh. Seb. Bach,
Anſprache des Paſtors Langkutſch.
Deutſche Welle. Sonntag, 18. März. 9: Morgenfeier. O 12:
Breslau (Konzerthaus): Abſtimmungs=Gedenkfeier der Vereinigten
Verbände heimattreuer Oberſchleſier. o 14: Jens Lützen: Winke
für Liebhaberphotographen. O 14.30: Mitteilungen und praktiſche
Winke für den Landwirt. 14.55: Geh. Reg.=Rat Prof. Dr. M.
Gerlach: Der Stalldünger und ſeine Behandlung. O 15.30: Die
Abenteuer des Kapitän Funk. o 16: Major a. D. Schnarke: Die
Weltreiſe des Kreuzers Emden‟ o 16.30: Kapelle Gerhard
Hoff=
mann. O 18: Dr. med. Neuſtädter: Wandel in der Anſchauung über
zweckmäßige Ernährungsweiſe. O 18.25:, Archwdir. Dr. Wentzcke:
Das Jahr 1848. O 19.10: Max Oehler: Nietzſche und die Jugend.
O 20.10: Breslau: Hallo! Hier Welle Erdball! Eine Hörſymphonie
von F. W. Biſchoff. 22: Preſſenachrichten. O 22.30: Tanzmuſik.
Lach’s Jazz=Sinſoniker.
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Nummer 78
Sonntag, den 18. März
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Vom ſüddeutſchen Produktenmarkl.
Die internationalen Getreidemärkte verkehrten in dieſer Woche
w iterhin in feſter Stimmung und die nach den Bedarfsländern Europas
hrrübergelegten Offerten in Weizen, Roggen, Mais und Hafer haben
wrederum Preisſteigerungen erfahren. Von den europäiſchen Börſen
zägte ſich beſonders Berlin als ſehr feſt, was hauptſächlich dann zum
A—aisdruck kam, wenn die überſeeiſchen Märkte vorübergehend kleinere
Kerseinbußen zu verzeichnen hatten.
An den ſüddeutſchen Produktenbörſen war gleichlaufend mit der
in=
nationalen Einſtellung die Stimmung feſt. Die Umſatztätigkeit blieb
Doch nicht ſehr umfangreich, was nach dem lebhaften Geſchäft der
Vor=
wchen nicht anders erwartet werden konnte. Nachdem man ſich zu bil=
Iweren Preiſen für die nächſte Zeit eingedeckt hat, verhält man ſich etwas
zurückhaltend und abwartend. Dies betrifft ſowohl den Einkauf der
Bühlen, wie auch den Weizen= und Roggenmehlabſatz. Roggen und
Kroggenmehl ſind preislich bis an — teilweiſe ſogar über — die
Weizen=
ehlpreiſe geſtiegen, ſo daß der Umſatz hierin merklich langſamer
ge=
morden iſt. In Weizenmehl iſt die zweite Hand für prompt
abzuneh=
ende Ware bis zu 0,75 Mark unter den offiziellen Notierungen. Weizen
Ctsl. 29,25—30,50; inl. 26,75—27,50; Weizenmehl Spezial Null 38:
Beizenbrotmehl 28—29; Roggen ausl. 29; inl. 27,25—27,50; Roggen=
1-ehl 36,50—38,50. Gerſte zeigte weiterhin feſten Markt. In
Inlands=
are iſt nicht viel angeboten, ſo daß hauptſächlich Auslandsgerſte für
9rauzwecke in Frage kommt. Dagegen iſt die Nachfrage nicht ſehr groß.
ſafer ſetzte ſeine Preisſteigerung der letzten Wochen unentwegt fort. An
ten Markt kommende Partien inländiſcher Herkunft können, falls die
Torderungen nicht zu hoch, ſchlank untergebracht werden. Auch Mais
erkehrte in feſter Haltung. In Mannheim disponible Ware iſt ſo gut
wie nicht aufzutreiben. Ausl. Braugerſte 32,50—35,50 RM., inländiſche
71,50—32,00; vorderpfälziſche Ausſtichqualität 32—33,50; inl. Hafer
un=
veregnet 26—26,25; beregnet 24,50—25,00; Auslandshafer 26,25—26,50;
Mais m. S. a. Bezugsſchein 24,25; Virginiaſaatmais 27,25;
Natalſaai=
riais weiß 24,00 RM.
Das Futtermittelgeſchäft hatte wiederum gute Umſätze zu
verzeich=
en. Lebhaft gefragt waren prompte Weizenkleie, die gegen die Vor=
Soche im Preiſe anziehen konnte. Auch Futtermehle konnten preislich
rofitieren. Nachmehl, das in den letzten Wochen vernachläſſigt war,
hand wieder mehr Beachtung. Aber auch andere Artikel verzeichneten
nutes Bedarfsgeſchäft.
Die folgenden Preiſe verſtehen ſich für prompte Ware: Weizennach=
Wiertreber 17,75—18,00; Malzkeime 17,25—17,50 RM.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 14. März. Die auf den
Stichtag des 14. März berechnete Großhandelsindexziffer des
Statiſti=
ſſchen Reichsamtes iſt gegenüber der Vorwoche um 0,4 v.H. von 137,9
auf 138,4 geſtiegen.
Adlerwerke vorm. Heinrich Kleyer A. G., Frankfurt a. M. In der
=Aufſichtsratsſitzung der Adlerwerke vorm. Heinrich Kleyer A. G.,
Frank=
ffurt a. M. wurde der Abſchluß für das am 31. Oktober 1927
abgelau=
fene Geſchäftsjahr vorgelegt. Das Ergebnis geſtattet nach der im
Vor=
jahre beſchloſſenen Ueberweiſung von 1 158 266 RM. an die geſetzliche
Reſerve, nach Abſchreibungen von 1 620 000 RM. und bei angemeſſenem
Gewinnvortrag die Ausſchüttung von ſatzungsmäßigen 7 Prozent an
die Vorzugs= und von 5 Prozent an die Stammaktionäre. Der
Vor=
ftand berichtet, daß im laufenden Geſchäftsjahr der Umſatz in allen drei
Abteilungen ſich weiter günſtig entwickelt hat.
Deutſche Vereinsbank, Kommanditgeſellſchaft auf Aktien, A.G., in
Frankfurt a. M. Das Inſtitut ſchließt 1927 nach Ueberweiſung von
100 000 RM. an die Reſerven und nach nicht genannten Abſchreibungen
mit einem Reingewinn von 670 262 (587 372) RM., aus dem auf das
nun voll dividendenberechtigte Aktienkapital von 9 Millionen RM.
wie=
der 5 Prozent Dividende vorgeſchlagen werden. Zum Vortrag gelangen
100 000 RM.
Deutſche Effekten= und Wechſelbank A. G., Frankfurt. Wie wir
er=
fahren, iſt die Dividende für 1927 mit wieder 8 Prozent in Ausſicht zu
nehmen.
Stabiliſierung der ſüdſlawiſchen Währung. Wie die Agramer
Blät=
ter melden, ſind die vorbereitenden Arbeiten des Finanzminiſteriums
zur geſetzlichen Stabiliſierung des Dinaus ſehr weit gediehen. Sie
wer=
den wahrſcheinlich im Laufe des April beendet ſein. Der Wert des
Dinars ſoll auf neun Goldfranken 13 Centimes für 100 Papierdinar
feſt=
geſetzt werden, d. h. auf den Kurs, der ſchon ſeit mehreren Monaten in
Zürich feſtſteht. Die jetzt im Umlauf befindlichen Banknoten ſollen nieht
zurückgezogen werden, um Störungen am Geldmarkt zu verhindern.
Die Blätter fügen hinzu, daß die neue Auslandsanleihe auf der
Grund=
lage der neuen Währung aufgenommen werden ſoll.
Um die Dividenden im Salzdetfurth=Konze n. Wie wir aus
Krei=
ſen, die der Verwaltung naheſtehen, erfahren, iſt nach den jüngſten
Verwaltungserwägungen die Dividende bei Salzdetfurth mit 15 Prozent
(12) ziemlich beſtimmt in Ausſicht zu nehmen. Dagegen iſt bei
Weſter=
egeln und Aſchersleben eine Entſcheidung zwiſchen 10 oder 12 Prozent
noch offen. Hier dürften nicht ſo ſehr Geſchäftslage und Status, die
günſtig ſeien, eine Nolle ſpielen, als vielmehr preispolitiſche Momente.
Produktenberichte.
Berliner Produktenbericht vom 17. März. Den feſteren Meldungen
von den amerikaniſchen Terminmärkten iſt eine Erhöhung der
Weizen=
eifofferten nicht gefolgt, während Weſternroggen in den Forderungen
etwas höher gehalten war. In Auslandsweizen konnte ſich bisher
Ge=
ſchäft nicht entwickeln. Noggen wurde dagegen in naher Ware
verſchie=
dentlich umgeſetzt. Vom Inlande iſt Weizen weiter reichlich angeboten,
die Forderungen lauten etwa 1 Mark feſter als geſtern, die Mühlen
zeigen ſich aber nicht geneigt, die Preiſe zu bewilligen; vor allem lähmt
das ſchlechte Weizenmehlgeſchäft die Unternehmungsluſt. Noggen iſt
von den Provinzen in Waggon= und Kahnwace weiter knapp offeriert
und von den Mühlen und zum Export rege begehrt. Die Preiſe
ver=
mochten ſich um 1 bis 1,5 Mark zu befeſtigen, größeres Geſchäft konnte
jedoch infolge des ſehr ſpärlichen Offertenmaterials nicht zuſtande
kom=
men. Am Lieferungsmarkte lagen beide Brotgetreidcarten bei geringen
Umſätzen feſter. Weizenmehl bei unveränderten Preiſen in ſchwierigem
Geſchäft; Roggenmehl im Preiſe um 25 Pfg. gebeſſert, hat laufendes
Konſumgeſchäft. Am Hafermarkt hat ſich die Situation wenig geändert.
Gerſte weiter ſtill.
Vom Rohhäutemarkt. Am Rohhäutemarkt geſtaltete ſich die
Nach=
frage auch in der Berichtswoche lebhaft und der Preisrückgang iſt auf
der ganzen Linie zum Stillſtand gekommen. Auf den letzten
Verſtei=
gerungen, die durchweg ut beſucht waren, herrſchte gute Kaufſtimmung,
und die Preiſe konnten ſich allgemein behaupten bzw. es wurden auch
vielfach eine Kleinigkeit höhere Preiſe erzielt. Ob mit einer
Stabiliſie=
rung oder weiteren Preisveränderungen zu rechnen iſt, bleibt
abzuwar=
ten. Auf der eben ſtattgefundenen württembergiſchen
Zentralhäute=
auktion gewannen bei feſter Stimmung leichte Kalbfelle 2—3 Prozent
gegenüber der Februarauktion, ſchwere allerdings 1 Prozent niedriger;
Rinds=, Kuh= und Farrenhäute waren in leichten und mittleren Klaſſen
3—8 Prozent höher, während ſchwere Großviehhäute mit geringen
Schwankungen den letzten Stand behaupteten.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 17. Märs
Die ſchon mehrere Tage zu beobachtenden Spezialbewegungen gaben
auch der heutigen Samstagsbörſe das Gepräge. Die Stimmung blieb
freundlich, die Kursentwicklung war jedoch nicht einheitlich. Abgeſehen
von der Nachfrage für Spezialwerte, blieb die Umſatztätigkeit im
allge=
meinen eingeſchränkt, da der Ordereingang bei den Banken nicht merklich
größer geworden ſein dürfte. Von ſeiten des Auslandes war jedoch
weiterhin regeres Intereſſe feſtzuſtellen. Bevorzugt waren heute die
Montanwerte, von denen unter Führung von Mannesmann (plus 1,5
Prozent), Buderus 2 Prozent, Gelſenkirchen und Rheiniſche Braunkohle
je 1 Prozent, Harpener 2,75 Prozent gewannen. Rheinſtahl blieben
je=
doch nur behauptet. Lebhafte Umſätze verzeichnete wieder der Markt der
J. G. Werte. J. G. Bezugsrechte waren weiter ſtark verlangt und bis
9,25—10 Prozent geſteigert; J. G. Bonds 137 Prozent, während die
Farbenaktien ſelbſt 1 Prozent gewannen. Eletkrowerte blieben dagegen
heute eher vernachläſſgit bei wenig veränderten Kurſen. Auf das
De=
menti einer Kapitalserhöhung nannte man im Freiverkehr Glanzſtoff
mit nur noch zirka 700 Prozent (nach 710 Prozent geſtern abend).
Dar=
aufhin wurden auch in Zellſtoffwerten Realiſationen vorgenommen.
Waldhof verloren 3,5 Prozent; Aſchaffenburger minus 0,5 Prozent. Am
Markte der Autoaktien konnten Adlerwerke 2 Prozent anziehen, während
Daimler leicht gedrückt waren. Kaliwerte waren weiter etwas beachtet,
Weſteregeln plus 1,5 Prozent. Schiffahrtswerte lagen ſtill und wenig
verändert. Rütgerswerke gaben 12½ Prozent nach. Am Anleihemarkt,
zogen Ablöſung ohne Option weiter etwas an. Ausländiſche Renten
lagen faſt geſchäftslos. American Bemberg Shares A nannte man mit
92, B mit 90.
Im Verlaufe ſchrumpfte das Geſchäft auf ein Minimum zuſammen,
und die Kurſe bröckelten auf Wockenſchlußrealifationen meiſt leicht ab.
Nur für J. G. Bezüge erhielt ſich das Intereſſe, 10,0 Prozent Geld;
J. G. Bonds 137,5 Prozent Geid. Der Geldmarkt war wenig verändert.
Tägliches Geld 7,5 Prozent. Am Deviſenmarkt hielt die Kursſteigerung
weiter an. Mark gegen Dollar 4,1805; gegen Pfunde 20,403: London—
Paris 124,02; Madrid 23,95; Mailand 92,35; Holland 12,12½.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 17. März.
Die Samstagbörſe hatte ein für den Wochenſchluß lebhaftes
Ge=
ſchäft. Die Tendenz geſtaltete ſich freundlich, da der am Farbenmarkt
ſeit einigen Tagen erkennbare Stimmungsumſchwung allgemein die
Zu=
verſicht gehoben hat und die Provinz nach dem beſcheidenen geſtrigen
Anfang weitere Käufe vornahm. Vor allem intereſſierte ſich das
Rhein=
land für einzelne Montan= und Elektrowerte. Das Konſortium für die
Pflege des Farbenkurſes ſei, wie man an der Börſe erzählte, nunmehr
auf breiter Baſis zuſtandegekommen. Die Wirkung dieſer Maßnahme
zeigte ſich in einem Anziehen des Farbenkurſes auf 261 bis B2; ſowie
im Freiverkehr der Farbenbons auf 138 und des Bezugsrechtes auf 9,90.
Der Umſtand, daß einige erſte Firmen die Zinsſätze für Tagesgeld um
ein Viertel bis 0,5 Prozent erhöhten, machte keinen Eindruck, da von
anderen Seiten kurzfriſtig Gelder in ziemlich ſtarkem Maße zur
Ver=
fügung geſtellt wurden und von der Wiederaufnahme der Sitzungen der
Beratungsſtelle für Auslandsanleihen das baldige Hereinkommen
frem=
der Kapitalien erwartet wurde. Man nannte am offenen Geldmarkt
Tagesgeld mit 6,5 bis 8, Monatsgeld mit 7,5 bis 8,5 und Warenwechſel
mit 7 bis 6‟½ Prozent. Die Anfangskurſe wären an den
Effektenmärk=
ten noch höher geweſen, wenn nicht ein Teil der Börſe zunächſt
Wochen=
ſchlußrealiſationen vorgenommen hätte. Am Devifenmarkt wurde die
Aufmerkſamkeit ganz von einer kräftigen Steigerung der norwegiſchen
Krone auf 28,95 gegen London in Anſpruch genommen. Man brachte die
Bewegung mit der beabſichtigten Rückkehr Norwegens zur Goldwährung
und der hierfür in Ausſicht ſtehenden engliſchen Anleihe in
Zuſammen=
hang. In der Dollarſtellung war eine Schwächung zu verzeichnen.
Kabel=New Vork-London 4,8794; ſonſt nannte man noch London—
Brüſſel mit 35,01; London—Mailand mit 92,39; London-Madrid 28,95.
Am Montanmarkt ſtimulierte die für Anfang nächſter Woche erwartete
Einführung der Mitteldeutſchen Stahlwerkeaktien. Vereinigte
Stahl=
werke gewannen wieder 2 Prozent, Mannesmann plus 2‟/; Mansfelder
plus 2,5; Kaliaktien feſt, Elektr. Werte freundlich; Rheiniſch=Weſtfäliſche
Elektrowerte plus 3 Prozent. Bankaktien wenig verändert,
Schiffahrts=
aktien ruhig und gut behauptet. Rentenwerte gehalten, ausgenommen
Anatolier und Mazedonier. Maſchinenfabriken bröckelten eher ab,
aus=
genommen Adlerwerke (plus 2,25). Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe
blieb die Tendenz unter Bevorzugung von Montanaktien freundlich.
Im weiteren Verlauf der Börſe war die Tendenz weiterhin ruhig.
Privatdiskont auf beiden Sichten 6,75 Prozent underändert. —
Die Börſe ſchloß unſicher, da ungünſtige Gerüchte über den
bevorſtehen=
den Reichsbankausweis umliefen und eine Erhöhung der
Privatdiskont=
notiz befürchtet wurde. Als der Privatdiskont jedoch mit 6,75 notiert
wurde, kam wieder eine freundlichere Stimmung auf, ſo daß die
Nach=
börſe leichtere Steigerungen gegenüber den amtlichen Schlußnotierungen
brachte. Im Vordergrunde ſtanden Mannesmann mit 147 auf Gerüchte
über höhere Dividendenausſichten und Mansfelder mir 118 auf Grund
gſtnſtiger Abſchlußerwartungen. Im einzelnen hörte man nachbörslich;
f. G. Farben 251,5; Siemens 272,5; Ver. Stahlwerke 105,25; Zellſtoff
Waldhof 267,5; Bemberg 522; Ver. Glanzſtoff 698: Karſtadt 187; Hapag
153; Nordd, Llond 152,75: Danatbank 234,25; Dresdner Bank 160,5;
Neubeſitzanleihe 15; Ablöfungsanleihe Reihe 1 und 2 52,10; dito
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12.384 12.404
3 06/ 3.20
1027/ 3.034
168. 12/168.4e
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11195/112.1
12.09 112 31
20.384/20.424
1.7881 1.792
58.211 58.3.
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1.962 1.966
.5035 0.5055
1.349 7.363
16.98 17.02
5.594 5.606
2. 1251 2 129
4.177/ 4.185
4.326/ 4.334
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 17. März. (Priv.=Tel.)
Zucker: Am heutigen Zuckerterminmarkt wurden per März lebhafte
Deckungen vorgenommen. Europäiſche und kubaniſche Firmen waren
auch in den übrigen Terminen als Käufer im Markte, da die feſtere
Haltung der europäiſchen Märkte anregend wirkte.
Kaffee: Die ſtetigere Veranlagung der braſilianiſchen und
europäf=
ſchen Märkte löſten am heutigen Kaffeemarkte Deckungen und Käufe
europäiſcher Firmen aus. Später zeigte ſich teilweiſe Neigung zu
Realiſationen.
Baumwolle: Unter umfangreichen Anſchaffungen des Handels der
Lokofirmen und ausländiſcher Häuſer kam es am heutigen
Baumwoll=
terminmarkte im Hinblick auf die feſte Haltung Liverpools zu
erheb=
lichen Preisavancen. Nachrichten, daß im öſtlichen Anbaugürtel zu viel
Regen niedergeangen ſei und das kalte klare Wetter im Weſter wirkten
gleichfalls anregend. Realiſationen, die im Verlauf beobachtet wurden,
vermochten nur vorübergehend einen Einfluß auf die Tendenzgeſtaltung
auszuüben, da ſich ſpäter unter dem Eindruck der Tatſache, daß
kon=
traktlich Andienungen nur ſehr ſpärlich vorlagen, Deckungsbedürfniſſe
geltend machten.
Am Fettwarenmarkte entwickelten ausländiſche Firmen heute rege
Kauftätigkeit in allen Sichten. Die Lokonachfrage nach Schmalz hat ſich
gebeſſert.
* Chikago, 17. März. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der Weizenmarkt beſchloß die Woche unter dem Eindruck
eines hauſſegünſtigen Regierungsberichts, demzufolge die Vorräte bei
den Mühlen und Elevatoren 14 Prozent kleiner ſind als zur
entſpre=
chenden Zeit des Vorjahres, in feſter Haltung. Per Mai wurden
An=
ſchaffungen für Rechnung ausländifcher Häuſer beobachtet. Anregend
wirkte ferner die Tatſache, daß ſich nach Hartwinter= und Manitoba=
Qualitäten Nachfrage für Exportzwecke zeigt.
Mais: Berichte von Exportverkäufen über die Golfhäfen ſowie die
verhältnismäßig geringen Ankünfte im Innern ließen Mais feſter
er=
öffnen. Später trat jedoch ein Stimmungsumſchwung ein, da die
Kom=
miſſionsfirmen im Hinblick auf das ſchöne Wetter in größerem
Um=
fange zu Abgaben ſchritten.
Roggen: Die Tatſache, daß ſich für den Export nach Europa
Nach=
frage zeigt, wirkte am Roggenmarkte heute befeſtigend. Oeſtliche Häuſer
ſchritten zu Anſchaffungen; per Mai waren Deckungskäufe zu beobachten.
Hafer eröffnete in feſterer Haltung. Seitens der Locofirmen
be=
ſtand lebhafte Nachfrage nach März= und Maiware. Realiſationen
führ=
ten ſpäter zu einem Tendenzwechſel.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 17. März:
Getreide: Weizen, März 139¾, Mai 138¾, Juli 135½: Mais,
März 97½, Mai 100½, Juli 102½; Hafer, März 58, Mai 58½,
Juli 53½; Roggen, März 119½, Mai 119½, Juli 113½.
Schmalz: März 11,57½, Mai 11,90, Juli 12,20.
Rippen, Mai 11,60, Juli 11,80, Sept. 12,10; Speck loco 11,25.
Leichte Schweine 7,90—8,65, ſchw. Schweine 7,75—8,25:
Schweine=
zufuhr Chicago 9000, im Weſten 40 000.
Baumwolle: März 18,85, Mai 18,93.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 17. März:
Getreide: Weizen, Rotwinter 171¾, Hartwinter 157½: Mais
neu ankomm. Ernte 113½: Mehl ſpr. wheat clears 6,60—6,90;
Fracht nach England 1,6—2,6, nach dem Kontinent 9—10.
Schmalz: Prima Weſtern loco 12,30; Talg extra loſe 8½8.
Kakav: Tendenz: willig, Umſa tzin lots 40, loco 13½, März
13,43, April 13,46, Mai 13,58, Juni 13,73, Juli 13,81, Auguſt
13,82, September 13,83, Oktober 13,67, Dezember 13,23.
Viehmärkte.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am Samstag, den
17. März wurden 388 Schweine zugeführt. Verkauft wurden 302 Stück.
Milchſchweine wurden verkauft das Stück mit 12—18 Mark; Läufer das
Stück mit 14—32 Mark.
Kleine Wiriſchaftsnachrichten.
Wie uns mitgeteilt wird, hat das Bankhaus Lazard Speher=Elliſſen,
Frankfurt a. M., gemeinſam mit Herrn Dr. Karl Schleſinger, Wien,
ein maßgebendes Paket von Aktien der Societe Finaneiere Danubienne,
eines Genfer Inveſtment Truſts, von der Oeſterreichiſchen Kreditanſtalt,
Wien, und der Ungariſchen Allgemeinen Kreditbank, Budapeſt,
er=
worben.
Die Arbeitergewerkſchaften ſowie die Angeſtelltenverbände haben
die in der Uhreninduſtrie beſtehenden Tarifverträge, bis 31. März
gel=
tend, gekündigt. Es wird eine Erhöhung der Löhne um rund 15 Proz.
verlangt. Die Verhandlungen ſollen Ende dieſes Monats beginnen.
Der perſönlich haftende Geſellſchafter des Barmer Bankvereins Nich.
Blecher, Elberfeld, ſcheidet mit dem 1. April beim Barmer Bankverein
aus und tritt als perſönlich haftender Geſellſchafter in das Bankhaus
von der Heydt=Kerſten u. Sohn, Elberfeld, ein. An dieſem Bankhaus
iſt der Barmer Bankverein kommanditiſtiſch beteiligt.
Mit Wirkung vom 17. März hat die Süddeutſche
Zinkhändlerver=
einigung, Sitz Frankfurt a. M., die Preiſe um zirka 1 Proz. ermäßigt,
nachdem ſie am 9. d. M. um etwa 1 Prozent erhöht worden waren.
In den Verhandlungen zwiſchen der Freien Stadt Danzig und der
Republik Polen über Eiſenbahntariffragen (Einführung der
durchgerech=
neten Tarife, Aufhebung der Verkehrsſteuer uſw.) haben ſich die
An=
ſichten der verhandelnden Parteien ſoweit genähert, daß eine
Ausarbei=
tung über Einzelheiten des zu ſchließenden Abkommens einer
techniſch=
juriſtiſchen Kommiſſion übertragen worden iſt.
Die Ausdehnung des belgiſchen Hüttenkonzerns Ougrée=Marihaye
macht weitere Fortſchritte. Die Geſellſchaft hat nunmehr ein größeres
Paket Aktien der Alliance de Monceau erworben, an der ſie ſich
maß=
geblich beteiligen will.
Die franzöſiſche Regierung hat dem britiſchen Schatzamt 60
Mil=
lionen Mark als vierte Zahlung auf das engliſch=franzöſiſche
Kriegs=
ſchuldenabkommen ausgehändigt.
Eine belgiſch=holländiſche Finanzgruppe beabſichtigt den Ankauf
eines größeren Poſtens von Aktien der Banque de France, um
Zehntel=
anteile dieſer Geſellſchaft an fremden Börſen einzuführen.
Das däniſche Finanzminiſterium hat 20 Millionen Kronen 5proz.
Staatsobligationen an die Stockholm Enskilda Bank” verkauft. Die
Staatsanleihe iſt hauptſächlich zur Deckung großer Bauausgaben der
däniſchen Staatsbahn beſtimmt. Man nimmt an, daß die Anleihe in
der nächſten Woche aufgelegt wird.
Zwiſchen norwegiſchen und engliſchen Banken werden augenblicklich
Verhandlungen geführt, in denen verſucht wird, der norwegiſchen
Staatsbank über die Schwierigkeiten der Deflation hinwegzuhelfen. Wie
aus Oslo verlautet, ſollen die engliſchen Banken zu größerem
Entgegen=
kommen bereit ſein, falls Norwegen die Bedingungen des ſofortigen
Ueberganges zur Goldwährung annehme.
Die Kunſtſeidenproduktion Großbritanniens im letzten Kalender=
Vierteljahr 1927 wird auf 11 300 000 lbs. geſchätzt.
Wie aus Leningrad gemeldet wird, iſt am 15. März von der
ruſ=
ſiſch=deutſch=polniſchen Eiſenbahnkonferenz das Projekt einer zwiſchen
Rußland, Deutſchland und Polen abzuſchließenden Eiſenbahnkonvention
angenommen worden.
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Ge chäftsſtelle. 7587
Seite 16
Lernmittel=Bedarf
für 192829.
Der Bedarf an Lernmitteln, wie
Lehr=
bücher, Zeichen= und Schreibwaren für
die ſtädt. Schulen ſoll für das Schuljahr
1928/29 vergeben werden.
Die Bedingungen und die Verzeich
niſſe über Anzahl und Ait der
Lern=
mittel können, auf dem Geſchäftszimmer
der ſtädt. Materialverwaltung im
Stadt=
haus vom 16. März 1928 ab, vorm. von
8—12 Uhr, eingeſehen werden.
Verſchloſſene Angebote mit der
Auf=
ſchrift „Vernmittel=Bedarf” ſind bis 24.
März 1928 an obige Dienſtſtelle abzu=
(st4774
geben.
Der Oberbürgermeiſter.
Arbeitsvergebung.
Zur Herſtellung der
Waſſerverſor=
gungsanlage für die Gemeinde
Bie=
ber, Kreis Offenbach a. Main, ſollen
nachſtehende Arbeiten in einem Los
vergeben werden:
1. Herſtellung von rund 15000 m
Rohr=
gräben;
2. Liefern und Verlegen der gußeiſernen
Rohre von 80—200 mm I W. uſw.
Eröffnung der Angebote Mittwoch,
den 4. April 1928, vorm. 10 Uhr,
beim Kulturbauamt Darmſtadt,
Bleich=
ſtraße 1
Angebotsvordrucke ſind zum Preiſe
von 3 RMk. bei der unterzeichneten
Be=
hörde erhältlich, woſelbſt auch die
Plan=
unterlagen und die in Frage
kommen=
den Vorſchriften und Beſtimmungen zur
Einſichtnahme offen liegen.
Freie Auswahl unter den Bietern
bleibt vorbehalten.
(5002
Darmſtadt, den 14. März 1928.
Heſſiſches Kulturbauamt.
Sonntag, den 18. März 1928
Nummer 78
Nutz= u. Brennholz=
Verſteigerung.
Dienstag, den 20. März 1928
vormittags 9 Uhr anfangend, wird
aus dem Gemeindewald Traiſa das
nach=
verzeichnete Nutz= und Brennholz an Ort
und Stelle öffentlich verſteigert:
a) Stammholz:
Buche Kl. III 2 Stück — 1,95 fm
„ IV 9 „ — 9,11
V 2 „ 3.28
Eiche „ III 9 „ — 7,57
„ IV 2 „ — 3,20
b) Brennholz:
Scheiter, rm: 68 Buche, 8 Eiche, 16
Kiefer;
Knüppel, rm: 20 Buche, 75 Kiefer,
Eiche, 9 Akazie;
Knüppelreiſig, rm: 6 Eiche;
Aſtreiſig, 100 W.: 6,5 Buche, 0,6 Kiefer
Stammreiſig, 100 W.: 14,5 Buche.
Zuſammenkunft am Forſthaus
Eiſern=
hand.
(4959
Traiſa, den 16. März 1928.
Heſſ. Bürgermeiſterei Traiſa.
Scheerer.
Moniag, den 19. März Ifd. Js.,
von vormittags 9 Uhr ab, werden
im Gemeindewald Nieder=Ramſtadt.
Di=
ſtrikt Bonstal, neben anderem Nutzholz
40 Stück Eichenſtämme, 3. bis
12 Meter Länge, 26—53 cm Durchmeſſer,
öffentlich meiſtbietend verſteigert.
Zuſammenkunft am Bonstal. (5001
Nieder=Ramſtadt, den 16. März 1928.
Heſſiſche Bürgermeiſterel Nieder=Ramſtadt.
Jährling.
Letzte
Donnerstag, den 22. März 1928,
vormittags 10 Uhr beginnend,
wer=
den aus dem Eberſtädter Gemeindewald
Diſtrikt Klingsackertanne, die
nachver=
zeichneten Holzſortimente öffentlich
meiſt=
bietend an Ort und Stelle verſteigert:
5 St. Kiefernſtämme Kl. 2a — 1,93 im
17
2b — 9,11 „
6
3a — 26,17 „
„ 3b — 28,74
4a — 18,18
4b — 1,45
6 — 2.11,
ferner; 5 rm Zaunpfoſten — 2,20 m Ig.
Nähere Auskunft erteilt Herr Förſter
Firſchner, Müllerſtr. 11. Gegen ſicher=
Bürgſchaft wird, kreditiert bis 11. Nov.
1928. Zuſammenkunft der Sieigerer auf
dem Bäckerweg am Eingang des Waldes.
Eberſtadt, den 16. März 1928.
Heſſ. Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Dr. Uecker.
(4997
Letzte
Freitag, den 23. März 1928,
vor=
mittags 10 Uhr beginnend, werden
aus dem Eberſtädter Gemeindewald,
Di=
ſtrikt Klingsackertanne die
nachverzeich=
neten Holzſortimente meiſtbietend an Ort
und Stelle verſteigert:
160,1 rm Kiefern=Scheitholz
5 „ Buchen=
2,5 „ Eichen=
202,5 „ Kiefern=Knüppelholz
2,2 „ Buchen=
7230 St. Kiefern=Wellen
100 „ Buchen=
80 „ Eichen=
106,8 rm Kiefern=Stockholz.
Nähere Auskunft erteilt Herr Förſter
Kirſchner, Müllerſtr. 11. Gegen ſichere
Bürgſchaft wird, kreditiert bis 11. Nov.
1928. Zuſammenkunft der Steigerer auf
dem Bäckerweg am Eingang des Waldes.
Heſſ. Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Dr. Uecker. (4998
Dienstag, den 27. März ds. Js.,
vormittags 9 Uhr, wird in Groß=
Zerau im Hotel „Zur Krone” das nach
ſtehende Nutzholz aus dem hieſigen
Domanialwald verſteigert: Stämme:
107 Eichen N Kl. 1—4 — 64,99 fm, 48
Buchen NKl. 1—3 — 15,55 fm, 10 Eſchen
N Kl. 2—4 — 5,24 fm, 8 Hainbuchen N
Kl. 1—4 — 3,88 im, 1 Linde Kl. 2 —
0,39 fm, 2 Erlen Kl. 2 — 1,56 fm,
Kie=
fern A und N Kl. 6 3 Stück — 8,14 im
Kl. 5 24 St. — 5904 im. Kl. 4b 25 St,
— 48,07 im, Kl. 4a 48 St. — 40,04 Im,
Kl. 3b 66 St. — 85,47 Im, Kl. 3a 66 St.
— 70,14 im, Kl. 2b 89 St. — 62,61 Im,
Kl. 2a 45 St. — 18,91 fm, Kl. 1b 25
St. — 6,71 im.
Das Holz iſt vor der Verſteigerung
zu beſichtigen. Auskunft durch uns und
die Herren Förſter Luley und Scholtz.
Nummernverzeichniſſe können von uns
gegen Einſendung von 1,50 RMk. bezogen
werden, auch kann die
Verſteigerungsur=
kunde eingeſehen werden.
(5005
Groß=Gerau, den 16. März 1928.
Heſſ. Forſtamt Groß=Gerau.
Bienenvölker
bill. z. verk.
Nieder=
ſtraße 7, I. (*7537
2 ſchöne Läufer
zu verkaufen.
Marienplatz 1,
Zimmer 47. (*7592
Gebrüder Roeder A.=G., Darmſtadt
Zwangsverſteigerung.
Das nachſtehend bezeichnete Grundſtück, das zur Zeit
der Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen
1. des Anton Faßbender, Kaufmann in Darmſtadt,
2. Anna Maria Faßbender, geb. Liers, deſſen Ehefrau,
als Geſamtgut der beendigten Errungenſchaftsgemeinſchaft
vor der Auseinanderſetzung im Grundbuch eingetragen
war, ſoll
Dienstag, den 8. Mai 1928, nachm. 31/, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht, an Gerichtsſtelle, Zimmer 219,
(3149a
verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt zum Zwecke der Aufhebung
der in Anſehung des Grundſtücks beſtehenden Gemeinſchaft
auf Antrag des Kaufmanns Anton Faßbender in Darmſtadt
Eliſabethenſtraße Nr. 6.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 10. Januar 1928 in
das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteige=
rungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auf=
forderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Zerfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten
Gegen=
ſtandes tritt.
Darmſtadt, den 10. Februar 1928.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung des Grundſtüchs:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk IV, Band II, Blatt 92.
Betrag der
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann qm Schätzung
1 1V 845 Hofreite Nr. 6 Eliſa=
156 95 000 RM
bethenſtraße
Submiſſion
auf Fichten=Nutzholz aus Diſtrikt II,
Hauptwald, Abt. 23a, 28b, an der Straße
Urberach—Meſſel.
Fichten=Stämme:
Klaſſe Ia 49 Stück — 8,69 im
— 22,67
1b 72
„ IIa 12 „ — 7,37
Fichten=Derbſtangen:
Klaſſe 1 29 Stück — 2,51 Im
II 3 „ — 0.18
„ III 3 „ — 0,09 „
Nähere Auskunft erteilt
Unterzeich=
nete und Förſter Schwarzkopf.
Angebote ſind verſchloſſen mit der
Aufſchrift „Angebot auf Fichten=Nutzholz”
bis längſtens 2. April ds. Js.,
mit=
tags 12 Uhr, hier einzureichen. (5004
Heſſ. Bürgermeiſterei Urberach.
Wagner.
Brennholz= und
Bohnen=
ſtangen=Verſteigerung.
Donnerstag, den 22. März,
nach=
mittags 3 Uhr anfangend, werden
im Rathausſaale zu Pfungſtadt,
aus dem Pfungſtädter Stadtwald, Diſtrikt
Klingsackertanne
281,5 rm Kiefern=Scheit
141 rm Kiefern=Knüppel
1800 Stück Kiefern=Wellen
1040 Stück Kiefern=Bohnenſtanger
öffentlich verſteigert.
Gegen ſichere Bürgſchaft
wirdZahlungs=
friſt bis Martini 1928 bewilligt.
Pfungſtadt, den 17. März 1928.
Heſſ. Bürgermeiſterei:
Schwinn.
KSNKN
Feſtſitzende
Rhodeländer=Glucke
zu verk. Zu erfragen
Geſchäftsſtelle. (*7496
1,3 ge be Ita iener,
r Brut, gut leg
ſſungerſtraße 41
I. Stock links. (B5020
Nieſen=
Emd. Gänſe,
hoch prämiiert.
Zucht=
ſtamm,
Stück
Bruteier 14
auf Poſtkarte — frei
Haus. Daſelbſt
Erſt=
lingswäſche zu kauf.
geſucht. Eberſtadt,
Heidelbergerſt. 41, pt.
7548)
6 junge
Legehühne=
u. 1 Hahn f. 30 Mk.
zu verk. Lichtenberg
ſtraße 83, I. (F7501
Airedale=
Terrier
raſſerein, preiswert
zu verkaufen. Koch,
Auerbach, Burgſtr. 6.
I. Bekanntmachung.
Auf Grund der 2./5. und 7. Verordnung zur
Durchfüh=
rung der Verordnung über Goldbilanzen fordern wir die
Inhaber unſerer Aktien zu RM. 120.— auf, ihre Stücke
zum Umtauſch in neue Aktien über RM. 1000.— und
RM. 100.— einzureichen.
Der Umtauſch vorſtehender Aktien erfolgt bis ſpäteſtens
20. Juni 1928 bei der
Deutſchen Bank, Filiale Darmſtadt in Darmſtadt,
Frankfurt in Frankfurt a. M.
unter Beifügung eines arithmetiſch geordneten
Nummern=
verzeichniſſes in doppelter Ausfertigung während der
üb=
lichen Geſchäftsſtunden.
Die Aktien ſind mit den dazugehörigen
Gewinnanteil=
ſcheinbogen mit laufenden Gewinnanteilſcheinen und
Er=
neuerungsſchein einzureichen.
Für einen eingereichten Aktienbetrag von RM. 1000.—
wird eine neue Aktie im Nennwerte von RM. 1000.— mit
Gewinnanteilſcheinen Nr. 1 und ff. nebſt Erneuerungsſchein
ausgereicht. Soweit Aktionäre Beträge beſitzen, die RM.
1000.— nicht erreichen oder nicht durch RM. 1000.— teilbar
find, werden für einen nicht in RM. 1000.— Abſchnitten,
aber in RM. 100.— Abſchnitten darſtellbaren Teilbetrag
Stücke zu nom. RM. 100.— mit Gewinnanteilſcheinen Nr. 1
und ff. nebſt Erneuerungsſchein ausgegeben. Beſondere
Stückelungswünſche werden von den Umtauſchſtellen nach
Möglichkeit berückſichtigt.
Die nicht durch RM. 100.— teilbaren Beträge ſind durch
entſprechende Spitzen=An= oder Verkäufe bei den
oben=
genannten Stellen abzurunden oder uns zur Verwertung
zur Verfügung zu ſtellen.
Der Umtauſch iſt proviſionsfrei, falls die Einreichung
der Aktien an den Schaltern erfolgt. In anderen Fällen
wird die übliche Proviſion in Anrechnung gebracht.
Von den Umtauſchſtellen werden zunächſt
Empfangs=
beſcheinigungen ausgegeben, die nach Fertigſtellung der
neuen Aktien gegen dieſe umzutauſchen ſind, und zwar bei
derjenigen Stelle, von der die Empfangsbeſcheinigung
aus=
geſtellt iſt. Der Umtauſch dieſer Beſcheinigungen, die nicht
üibertragbar ſind, erfolgt baldmöglichſt. Die Umtauſchſtellen
ſind berechtigt, aber nicht verpflichtet, die Legitimation des
Einreichers der Beſcheinigung zu prüfen.
Diejenigen Aktien über RM. 120.—, die nicht ſpäteſtens
bis zum 20. Juni 1928 bei den vorgenannten Stellen zum
Imtauſch eingereicht ſind, werden nach Maßgabe der
geſetz=
lichen Beſtimmungen für kraftlos erklärt. Das gleiche gilt
von eingereichten Aktien über RM. 120.—, welche die zum
Erſatz durch Aktien über RM. 1000.— bzw. RM. 100.—
erforderliche Zahl nicht erreichen und uns nicht zur
Ver=
wertung für Rechnung der Beteiligten zur Verfügung
ge=
ſtellt werden. Die auf die für kraftlos erklärten Aktien
ent=
fallenden neuen Aktien werden für Rechnung der
Beteilig=
ten verkauft. Der Erlös wird nach Abzug der Koſten zur
Verfügung der Beteiligten gehalten werden.
(5007a
Darmſtadt, den 17. März 1928.
Gebrüder Roeder A.=G.
Der Aufſichtsrat: Der Vorſtand:
Phil. Roeder.
Schenck.
7 jckhrig, auch mit Ge chirr und Rolle weg
Au gabe des Fuhrwerkes preisw. zu verk.
Heinheimerstr. 86, pk. (5046
Haus=Perſteigerung.
Auf freiwilligen Antrag werden am
Mittwoch, den 21. März 1fd. Is.
nachmittags 5 Uhr, auf dem
Rat=
haus zu Nieder=Ramſtadt die
nach=
verzeichneten Grundſtücke öffentlich
meiſt=
bietend, und zwar letztmals verſteigert:
Hofreite in der Fahrſtraße Nr. 27,
zwei=
ſtöckig, mit Scheune und Stallungen
nebſt Grabgarten. Eine Wohnung im
mittleren Stock wird freigemacht. (5003
Nieder=Ramſtadt, den 16. März 1928.
Heſſiſches Ortsgericht.
Jährling.
Schöne, 5.6 Woch. alte
Ferkel
zu verk. Nied.=
Ram=
ſtadt, Fahrſtraße 32.
R406eg
T. 1. Reichs=,
Länder= und
Schutz=
gebietsanleihen
6% Dtſche.
Reichs=
anleihe von 19271 87.25
" Baden Frei
ſtaat von 1927../ 80
6% Bay. Freiſtaat
von 1927
82
6% Sachſen
Frei=
ſtaat von 1927.. / 81.5
7% Thüringer Frei
ſtaat von 1927.. 87.25
51.85
1511,
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. *
Ablöſungsanleil
Dtſche. Anl. Ablö.
ſungsſch. (Neub.
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe
2. Stadtanleihen
8% Bad.=Bad. v. 26
6% Berlin v. 24
8% Darmſtdt. v. 26
Dresden v. 26 88
2 Frkf. a. M. v. 26
Heidelb. v. 261 86.75
8½% Ludwahf v. 26/ 93
8% Mainz v. 26.
10% Mannh. v. 25/103
8% Mannh. v. 26/ 95
8V Nürnberg v. 26
8% Pforzh. v. 26
8% Pirmaſens v. 2
3. Pfandbriefe
und
Schuld=
verſchreibungen
7% Bad. Gold=
Kom. Anleihev. 26
8% Berl. Hyp.=Bk.
4½%n
„ Lig.-
Pfandbriefe
8% Frkf. Hyp. Bk.
462- „Lia.=Pfl
951/,
93
89.5
Frkf. Pfbrfbank
% Gotha Gr.=
(red. Lig.=Pfbr
4½% Hamb. Hyp.
Bk. Lig.=Pfdbr.
3½ Heſſ. Landesbl
Kom.
Landes=
bank. Darmſtad
8% Landesbank d.
Rheinprovin;
o
8% Landeskr Kaſſ
%6 Mein. Hyp. Bk.
8O Naſſ. Landesbk.
80 Pfälz. Hyp. Bk. 96
o „ „
4½ „ „ Lig.
Pfandbriefe
8% Preuß. Ctr.=
Bod.=Cred... .. .
4½% Preuß. Ctr.=
Lig. Pfandbr.
80 Preuß. Ctr.:
Stadtſchaft.
b „
8% Rhein. Hyp.=Bk
%
4½% „ Lig.-
Pfandbriefe.
8% Rhein.=Weſtf.,
Bd.=Credit .. . . .
148 „L=Pf.
3½ Südd. Bod.=
Cred.=Bank ..."
12% „Lig=
Pfdbr.
8% Württ. 6yp.=B
77.5
78.75
98.5
92
90
94.75
100
95
95.5
93
96
97.5
90.5
93.5
76
90
Dt. Komm. Sam.=Ablöf.=Anl.
* Ausl. Ser. I. / 52
Dt. Komm Sam.=Ablöſ.=Anl.
* Ausloſ. Ser, III 66.5
97.5
93
98
93.5
79
103
90
95
Papiermark=
Pfaudbr. und
Kommunal=Ebl.
Frkf. Hyp.=Bk. K.,
Obl. Ser. 1 u. 2
Frkf. Pfdbr.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Heſſ. Lds=Hyp.=Bk.
Vorkr.=Pfdbriefe
dgl. Kom.=Lbl.
S. 1-1e
„ Kom.=Obl.
S. 17-24
Mein. Hyp.=Bank.
Vorkr.=Pfandbr.
Nordd. Grunder.
Vorkr.=Pfdbriefe
Preuß. Pfandbrbk.
Vorkr.=Pfdbriefe
Rh. Hyp.=Bk.
Vor=
kr.=Kom.=Oblig.
Weſtd. Bodencred. Vorkr.=Pf
4. Induſtrie=
Obligationen.
8% Dt.
Linoleum=
werke Bln. v. 26
8‟ Heſſ. u.
Herku=
les=Brau. v. 2e
8o Klöckn=Werke
Berlin v 26.. ..
10% Kom. Elektr.-
Mark. . . . . . . . ..
70 Mainkrw v. 26
7% Mittald.
Stahl=
werke von 27...
80 Neckarſulm v. 26
8% Salzmann & Co.
Kaſſel v. 26...
7½ Ver. Stahlw.
mit Opt. v. 26
7% Ver. Stahlw
ohne Opt. v. 26
II. Auf Sachwerte
laut. Schuldverſchr.
6%Bad.=Bad. Holz.
5% Badenw. Kohl.
6% Heſſ. Braunk.. Roggenanleihe
Heſf. Volksſt.
Roggenanleihe..
% Preuß.
Kali=
wertanleihe . . . .
5½ Preuß. Roggen
wertanleihe .
5% Sächſ.
Roggen=
wertanleihe
17.651 5% Südd. Feſtw.
bank ..."
42
13.9
14.1
65
94
94
102
9.225
Ar
88.5
1.1
11.75
8.75
III. 1. Ausländ.
Staatsanleihen
5%Bosn. L. E. B. v.
1914 ........"
D Bosn. L.=Inv.=
Anl. v. 1914 ...
4½% Bosn. v. 02
50 Bulg. Tab. v02
1,6% Griech. v. 9
1¾% Griech. Mon
5% Mex. inn. (abg.)
5% „ äuß. „
% „
Goldan=
leihe (abg.)
inn. (abg.)
7% Frrig.=
Anl. (abg.)
Tamau=
lipas (abg.)
4½% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914
(C. C.=Stücke).."
4½ Oſt. Goldrente
(C. C.=Stücke)..
4½½ Rum. Gold
von 1913 ..
4¾ Schweiz. Bds.=
Bahnen v. 1912
4% Türk. Admin.
1. Bagd.
4½
2. Bagd.
Zollanl.
½e ungarn von
1913 CC. C.=St.)
4½% dito von
1914 (C. C.,St.)
4% dito Goldr.
(C. C.=St.)
4% dito von
1910 (C. C.=St.)
4% dito Kron.
rente (abg.) . . . ."
2. Stadtanleihen
Budap. v. 14 (abg.)
%6 Kopenh. v. 0.
4½ Liſſab. b. 1886/ 11.25
4½ Stockh. v. 1880/ 98
9.3
8.65
2.22
40
40
2.15
18.5
97.25
48
29.25
25.25
58
3. Obligationen v.
Transportanſt.
4% Dux=Bodenb.
von 1891 ..
4½ Eliſabethbahn
von 1883
4% Lemberg=Czer.
ſteuerpflichtig..
4½ Lemberg=Czer.
ſteuerfrei ...."
2‟/.,%0 Oſt. Südb.
(Lombard.) .. . ."
4% Oſt. Staatsb.v.
1883 ......"
% Raab=Odenbg.
v. 1883......."
40 Rudolfb. i. S.
4½ „ i. G.
4½% Anatolier I
TV.1. Bank=Aktien
Allg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Bank. ..
Bk. f. Brauinduſtr
Barm. Bankverein
Bahr. Hyp.= und
Wechſelbank . . . .
Berl. Handelsgef...
„ Hypoth.=Bk. .
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank
Dt. Eff.=u. We
bank
Dt. Vereinsbank . /102.5
Diskont.=Geſellſch.
Dresdener Bank . .1159
Frankf. Bk.
„ Hyp.=Bk..
„ Pfdbr.=Bk. 1143
Gotha. Grundkr. B. /140.25
Mein. Hyp.=Bank/134.5
Metallbank. .
Mitteld. Creditbk. /-07
Nürnb. Vereinsbk
Oſt. Creditanſtalt. .
Pſälz. Hyp.=Bank
Pr. Bod.=Creditbk. /134
„ Hhp.=Akt.=Bk.
Reichsbank=Ant. . .
Rhein. Creditbank
„ Hyp.=Bank 162
12.2
10
10.25
15
18.25
16.75
147.5
154.25
174.75
234.5
162
120.25
156
113.5
141
127
172
155
147
189.5
129.5
Südd. Bod.=Cr. Bk.
Disc.=Geſ...
Wiener Bankverein
2.
Verkehrs=
unternehmungen
A.=G. f. Verkehrswſ.
Allg. Lokalb.= und
Kraftwagen . . ."
Dt. Eiſenb.=Geſ.
70 Dt. Reichsbhn=
Vorzge..
Hapag".
Nordd. Lloyd. . . . ."
Schantung=Eiſenb.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
3. Induſtrie
Adt. Gebr.
Accum. Berlin. .
Adler & Oppenh..
Adlerw. (v. Kleyer)
6% AEG. Vorzug
AE8. Stamm.
Bad. Maſchf.=Durl.
Bamag=Meguin
Baſt Nürnberg.
Beck &. Henkel
Bergm. El. Werke
Brem.=Beſigh.,Ol
BrownBoverickCie
Brüning & Sohn.
Buderus Eiſen .."
Bürſtenfbr Erlang.
Cementwerke:
Heidelberg .....!
Karlſtadt . . . . . ."
Lothr. (Karlsr.)
Chem. Werke Albert.
Brockhues
Fabrik Milck
Daimler=Benz
Dt. Atl.=Telegr..
Eiſenh. Berlin!
Erdöl.
Gold= u. Silb.,
ſcheide=Anſtalt
„ Linolwerk. Berl.
Dresden=Leipziger
Schnellpreſſen .
Dürrwerke Rating
138
17.5
186.5
189,5
253.5
97.25
153
153
137
49.5
83.75
72
156
139.75
24.5
42
68
68
159.75
141
181
112
80.5
88
88.5
195
263
125.25
65.5
Eichbaum, Brauer.
Eiſenw. Kaiſersltn.
Elektr. Licht u. Kraft
Elektr. Liefer.=Geſ
Elſäſſ. Bad. Wolle
Emag Elektr. Frkft.
Enzing. Unionwke.
Eſchw. Bergwerk
Eßling. Maſchinen
Ettling. Spinnere
Faber, Foh., Bleiſt.
Faber & Schleicher
Fahr, Gebr., Pirm.
F. G. Farbenindſtr.
Felt. & Guilleaum.
Feinmech. (Jetter)
Frkft. Gas ......."
„ Hof.
Maſch.
Po=
korny & Wittek.
Geiling & Cie.
Gelſenk. Bergwerk
Geſ. f. elektr.
Un=
ternehmungen . .
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.
DafenmühleFrankf
Haid & Neu ..
Hammerſen (Osn.
Hanfw. Füſſen ..."
Hanſa=LloydBrem.
Harpener Bergbau
Hartm. & Braun
Henninger, Kempf,
Stern Brauerei.
Heſſen=Naſſau Ga=
Heyligenſtaedt.. ."
Hilpert Armaturfb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer
Hochtief Eſſen".
Holzmann Phil.
Holzverk. =Induſtrie
Ilſe Bergb. Stamm!.
Genüſſe
Inag
Junghar
Kali Aſchersleben.
Salzdetfurth.
Weſteregeln.
Rammgarnſpinn
90
40
200
65.5
235
61.5
104
52
260
90
150
109.5
139
142:/,
75
176
49.25
152
141.5
78
120
79.5
147
81.5
122
99
86. 4
169.25
255
179.5
210
Karſtadt, R..
Ker. Werke Offſtein
Klein, Schanzl.
Klöcknerwerke ..
Knorr, Heilbronn".
Konſervfabr. Braun
Kraftw. Alt=Württ
Krauß & Co., Loko
Lahmeyer &Co. . .
Lech, Augsburg ...
Lingel, Schuhw..
Löhnberger. Mühle
Löwenbr. Münch..
Ludwigshaf. Wal
Lüdenſcheid Metall
Mainkr.=W. Höchſ
Mainz. Akt.=Br.
Mannesm. Röhre=
Mansfeld. Bergb.
Mars=Werke..
Metallgeſ. Frankft
Miag, Mühlenbau
Moenus Stamm
Motorenfabr. Deutz
„ Oberurſel
Münch. Lichtſpielt
Neckarſ. Fahrzeug
Neckarw. Eßl. .
Nicolay, Hofbr. . .
Oberbedarf ......"
Oſterr. AlpineMon.
Otavi Minen ...."
Peters Union Frk.
Pfälz. Näh. Kayſer
Philipps A.=G..
Phönix Bergbau".
Porzellan Weſſel".
Reiniger, Gebb. &
Schall
Rh. Braunkohlen
„ Elektr. Stamm
„ Stahlwerke ..
Rhenania, Kunh.
Riebeck Montan .."
Rütgerswerke ..
SalzwerkHeilbronn
Schneider & Hanau
Schnellpr. Frankth.
Schöfferhof=Bind..
Schramm Lackfrb.*
chriftg. Stempel.
Schuckert Elektr. . .!
186.75
117
160
1o1
153.5
115
39
139
112
147
116.75
11.
172
140.5
K
124.75
61.5
145
99.75
44
93
50
45.5
100.5
255
153
157
58.6
147.5
195
R 5
69.25
331
22
119
Ke eree
Weſſel. .. .. . . .
Schuhfabr. Herz../ 98.5
Schultz Grünlack. .
Schwarz Storchen 165
Seilindſtr. Wolff. . / 79
Siem. Glasinduſtr.
Siemens E Halske 272
Südd. Immobilien 99
„ Zucker=AG. 131.5
Strohſtoff, Ver.,..
31
Tellus Bergbau .1111
Thür. Lief.=Geſ...
Tucher, Brauerei.
Unterfr. Krs.=
Elek=
tr.=Verſ. .. . . . . 107.5
Veithwerke..... . 44
Ver f. Chem. Ind. 93.75
deutſch. Olfabr. 80
„ Faßfabr. Caſſel
„ Gummifabrik.
Berlin=Frankf.
Königs= und
Laurahütte ..
„ Pinſelfabriken 90
„ Stahlwerke ..
„ Ultramarin . . 138
„ Zeilſt., Berlin 150
Vgtländ. Maſch.. . 70.25
Voigt & Haeffner 175.5
Voltohm, Seil ... 71
Wanß & Frentag . 128.5
Wegelin Rußfabrik 135.5
Werger Brauerei. 172.5
Bellſt. Aſchaffenbg. 172.5
„ Memel .. . . 138
Waldhof .. . 266.25
Zuckerf. Rheingau.
4. Berſicherungen
Allianz u. Stuttg.
Verſicherung .. . 264
Frtft. Allg. Verſ.=G 173.75
Frankona Rück= u.
Mito. .. . . . . . .."
Mannh. Verſich. . —
Darmſtädter Werte
Bahnbedarf
33.5
Dampfk. Rodberg
Gebr. Lutz.
Motoren Darmſtadt
Gebr. Roeder .... /131,5
Junge Gänſe
zu verkaufen. Näher.
Beinbergſtr. 12. (*7612
Am Donnerstag, den 22. März
1928, von 9 Uhr vormittags ab,
verden auf dem Exerzi rplatz vor dem
Rheintor an der Main=Neckarbahn meiſt=
(5038
bietend verſteigert:
1 rm Buchenſcheitholz
Eichenſcheitholz
Kiefernſcheitholz
91 „ Kiefernknüppel
43,10 Stück Kiefernreiſig
61 rm Kiefernſtöcke
35 Kiefern=Nutzknüppel.
Finanzamt Darmſtadt
(Liegenſchaftsverwaltung)
Wilhelminen jraße Nr. 15.
BM
Agr
pegel i. Bild und
TATA
18. März 1928
Illuſtrierte Wochenbeilage
Nummer 12
EaHHAEnannn
Mrrnn
Poritan= dar sirsssgrisen ursäſten:
Wie ich Tänzerin wurde.
Von Edmonde Guy.
Im Moment, wo ich dieſe wenigen Seilen ſchreiben Joll,
fühle ich mich eingeſchüchtert. Sich ſeiner Schleier auf offener
Bühne zu entledigen iſt weniger ſchwierig, als ſeine Gefühle
zu veröffentlichen. Es ſcheint mir, daß ich dieſes Mal mich
wirklich nackt zeige, ohne Puder, ohne Spezialbeleuchtung,
ohne Muſik. . .
Ans Canzen habe ich erſt ſeit wenigen Jahren gedacht.
In St. Malo in der Bretagne geboren, lebte ich bis zum
jegsanfang dort. Mein Vater wurde eingezogen, ſo gingen
wir nach Paris. Meine zwei Schweſtern und ich traten in
ein Penſionat ein, das von frommen Schweſtern geleitet
wurde. Ich ſollte alſo eine brave, bürgerliche, ruhige Frau
werden, die, wie alle tugendhaften Frauen, nur für einen
Suſchauer oder ſo ungefähr beſtimmt war.
Aber unſere Erſparniſſe zerfloſſen. Der Krieg hörte
nicht mehr auf. Man mußte durchzuhalten verſuchen. Ich
wurde Celephoniſtin. Ich ſehe mich noch, mit
zurückgeſtrie=
geltem Haar und einer Brille auf der Naſe. Ein ſchüchterner
Verſuch, alt auszuſehen, um nicht entlaſſen zu werden...
Aber dieſes Kloſterleben ſollte nicht dauern. Crotz des
Widerſtandes meiner Mutter gab ich als Sängerin eine
„Audition” vor dem Direktor Volterra vom Caſino de
Paris. Er hörte das ſchöne Lied bis zu Ende an, während
meine Mutter mit andächtig gefalteten Händen dabeiſtand,
und ſagte dann: „Einverſtanden, ich engagiere Sie. Dreißig
Francs — — den Monat. Sie können die Schleppe von der
„Gaby Deslus” halten.”
Ich hatte natürlich etwas beſſeres erwartet; mußte aber
wohl oder übel akzeptieren.
Ich hätte nie gehofft, fünf Jahre ſpäter als große
„Vedette” oder Star auf derſelben Bühne zu ſtehen.
Von da aus kam ich ins Ba=Ca=Clan. 80 Francs
monatlich. Hier war es das erſtemal, wo ich beſtimmt wurde,
ein Koſtüm zutragen, deſſen Oberfläche nur 15
Quadrat=
zentimeter betrug. Ich weinte dlutige Cränen und fürchtete
vor allem die Gehäſſigkeit meiner Kameraden. Es war nötig,
daß am großen Abend meine Direktorin, Mme. Naſimi, mit
ihrem reſoluten Geiſt, dem ſie ihren Erfolg verdankt, mir
einen Fußtritt plarierte, der nötig war, um mich — ein wenig
überſtürzt — auf die Bühne zu bringen. Ich hörte nur noch
ihr ermutigendes „Geh’ doch, Kamel”
„Ich bedaure heute weder den Fußtritt, noch die
müt=
terlichen Ermahnungen.
Derüberwinder der Schwerkraft.
Ein Geſpräch mit Enrico Naſtelli, dem Jongleurgenie.
Alle, die ihn kennen — an der Spitze der gewichtige
Bühnenportier des Varietés — ſind ſich darüber einig, daß
ein beſtrickender Reiz von der Erſcheinung dieſes
einzig=
artigen Artiſten ausgeht, der erſt 32 Jahre alt iſt, aber
bereits ſeit 19 Jahren ſeinen Beruf ausübt. Und wenn man
Naſtelli an einem trüben Vormittag während einer Probe
gegenüberſteht, muß man zugeben, daß die Bewunderer ſeiner
Perſönlichkeit mit allem, was ſie von ihm ſagen, recht haben.
„O Madame, wie gütig, daß Sie etwas über mich
ſchreiben wollen”, leitete er nach der Vorſtellung die
Unter=
haltung ein. „Alles, was Sie mich fragen, und was in meinen
Kräften ſteht, Ihnen zu beantworten, ſoll von Herzen gern
geſchehen. . . . Ja, ja, Sie ſind richtig orientiert, es ſtimmt,
daß ich zeitweiſe, wenn ich neue Nummern vorbereite, bis zu
neun Stunden täglich übe. Aber ſehen Sie, wenn man ſchon
als fünfjähriger Bub von ſeinem Vater einexerziert worden
iſt, und als Elfjähriger das erſtemal öffentlich auftrat, iſ
man das Probieren ſchon gewöhnt. Denn Sie müſſen wiſſen,
daß ich aus einer alten Jongleurfamilie ſtamme.
Urgroß=
vater, Großvater und Vater waren ſchon Jongleure, und
wenn ich einmal einen Sohn beſitzen ſollte, hoffe ich
gleich=
falls, einen tüchtigen Jongleur aus ihm zu machen.”
Und nun gibt mir Naſtelli eine Probe ſeiner Kunſt. Mit
einer Leichtigkeit, die einem faſt den Atem benimmt, jongliert
er auf eigenartig geformten, leiſtenähnlichen Stangen, die mit
einem Mundſtück zwiſchen den Sähnen gehalten werden, mit
Gummibällen — läßt ſie auf= und niedertanzen, wirft ſie
über den Kopf in den Nacken und fängt ſie mit dem gleichen
Inſtrument wieder auf, ohne daß dieſes Kunſtſtück, das er
Dutzende von Malen wiederholt, auch nur ein einziges Mal
mißlingt.
„Natürlich müſſen die Bälle, die ich zu meinen
Darſtel=
lungen benutze, genau auskalkuliert ſein”, bemerkte er in
ſeinem italieniſch weichen Akzent. „Denn, wenn ſich das
Schwergewicht der Bälle zu ſehr nach einer Seite verlegt, ſo
verlieren ſie ihr Gleichgewicht und machen mir dadurch die
Arbeit unmöglich. Aus dieſem Grunde wird jeder der Bälle,
die ich aus einer italieniſchen Fabrik beziehe, erſt — um
dieſes Gleichgewicht genau feſtzuſtellen — durch Aufwerfen
auf eine ebene Fläche geprüft.”
In dieſem Augenblick trat ein Ruſſe mit emer höflichen
Frage zu uns, und der Italiener Naſtelli antwortete ihm in
einem fließenden Nuſſiſch. Auf meine erſtaunte Frage kam
die lächelnde Antwort: „O Madame, meine
Sprachgewandt=
heit braucht Sie weiter nicht in Erſtaunen zu ſetzen, denn
erſtens bereiſe ich ſeit faſt zwei Jahrzehnten die Welt, und
dann: meine Familie und ich ſind recht international! Ich
ſelbſt wurde in Samara in Sibirien geboren. Da mein Vater
aber Italiener war, wurde ich auch italieniſcher
Staatsange-
höriger; Henriette, meine Frau, iſt eine in Glasgow geborene
Dänin, und mein Freund und Vetter, der mich auf Reiſen
begleitet, wenn meine Frau von Anna und Elvira, unſeren
kleinen Cöchtern, unabkömmlich iſt, kommt mir noch
kosmo-
politiſcher vor, als ich ſelbſt. Seine Mutter iſt eine
gleich=
falls in Nußland geborene Italienerin, ſein Vater ein
Deut=
ſcher, und er ſelbſt in Alexandrien zur Welt gekommen.
Was wollen Sie mehr?”
Wieder wandte er ſich ſeiner Probenarbeit zu. — Aus
beträchtlicher Höhe fing er eine Kerze in einem Leuchter auf,
jonglierte mit acht Papiermaché-Cellern und mit einem auf
ſeinem Kopf tanzenden Gummiball gleichzeitig, und — des
Guten noch nicht genug — ergriff er noch acht weiße Stäbe
und ließ auch dieſe mitarbeiten. Nach und nach hatten ſich
alle zur Probe anweſenden Artiſten um den Künſtler
ge=
ſchart, und geſpannt folgte man ſeinen Darbietungen.
„An manchen meiner Cricks habe ich bis zu ſieben
Jahren angeſtrengt gearbeitet, bis ſie bühnenreif waren”,
erklärt Raſtelli während einer kurzen Pauſe. „Ich übe auch
während der wenigen Monate, die ich bei meiner Samilie
daheim in Bergamo zubringe, ohne mir auch nur einen
ein=
zigen Cag Nuhe zu gönnen. Nur ſo kann ich meine
Lei=
ſtungen immer auf gleicher Höhe halten.”
Noch ein kräftiger Händedruck, und ich ſtand wieder
der Straße. Die Erinnerung an dieſen ſeltenen,
lichen und beſcheidenen Menſchen wird niemand ſo bald
laſſen, der einmal Gelegenheit hatte, ihm nahezufreten.
Unſer Schickſal.
Von Big Snake, Häuptling der Sioux=Indianer.
Man hat mich ſchon oft gefragt, warum ich den ruhigen
Wohnſitz meiner Heimat mit dem bunten und lauten Leben
eines Wanderzirkus vertauſcht habe. Und noch mehr. Man
hat mich auch gefragt, ob ich, der Häuptling der Sioux, es
nötig habe, durch Vorſtellungen Geld zu verdienen?
Nein, Big Snake und ſeine Stammesgenoſſen ſind
wirk=
lich nicht hier, um Geld zu verdienen. Man weiß es vielleicht
auch hier in Europa, daß wir Indianer das reichſte Volk der
Erde ſind. Wenn auch vieles davon übertrieben iſt, das eine
ſtimmt jedenfalls: Wir haben alle genug, um unſer Leben
friſten zu können und brauchen nicht auf ſolchen Erwerb
aus=
zugehen. Aber was iſt das für ein Leben? In Neſervationen
ſind wir eingepfercht, nachdem man uns ein Stück koſtbaren
Landes nach dem anderen abgeſchwindelt hat, wir dürfen uns
nicht rühren, ſondern müſſen ſtill ſitzen, wenn die Autos der
reichen und neugierigen Amerikaner kommen, die uns wie
wilde Ciere beſtaunen wollen. Dann legen viele von uns den
alten Kriegsſchmuck an, um ſich den Fremden ſo zu zeigen,
und wenn wir das nicht täten, würde man uns
Unfreundlich-
keit vorwerfen. Wir aber ſind von der Gunſt der Weißen
abhängig. In wenigen Jahrzehnten wird es kaum Indianer
mehr geben, und die Motorpflüge der Weißen gehen dann
über den Boden unſerer letzten Sufluchtsſtätten.
Als ich ein Knabe war, waren die Männer unſeres
Stammes noch verhältnismäßig frei, und die Aelteren unter
ihnen, beſonders mein Großvater, „der ſchwarze Adler”
konnte noch von den Seiten erzählen, als der große Kampf
zwiſchen den roten und weißen Männer noch nicht
entſchie=
den war. Jetzt weiß ich längſt, daß ich die Dinge ſo ſehen
muß, wie ſie ſind. Es gibt für unſer Volk keine Auferſtehung
mehr. Aber ich, der ich mich der Erzählungen meines
Groß=
vaters erinnere, der ſelbſt noch die letzte Freiheit unſeres
Volkes miterlebte, ich kann mich nicht auf dem Boden
meiner Väter untätig ſitzend von Fremden beſtaunen laſſen.
In mir und meinen Stammesgenoſſen, die mich begleiten,
ſchlummert doch noch ein Ceil jenes Feuers, das unſere
Väter durch die weite Prärie getrieben und zu Nuhmestaten
veranlaßt hat. Wir litten es nicht, weiter in den
Gefäng=
niſſen der Neſervation zu bleiben. Wir folgten gern dem Ruf
des Direktors Sarraſani und ziehen mit ihm durch die Welt.
Ich weiß ſehr genau, daß das, was ich jetzt tue, kein
Erſatz iſt für das, was unſer Volk an Freiheit der
Bewegung und des Handelns verloren hat. Wir ſpielen in
der Nieſenmanege des Sirkus Szenen aus dem Wilden
Weſten, überfallen zum Beiſpiel eine Diligeance, binden eine
weiße Lady an den Marterpfahl und ſo weiter. Daß dieſe
Spielerei, auch wenn ſie viel Kunſt in der Handhabung der
Waffen und Pferde erfordert, nicht zum Erſatz deſſen dienen
loll, was wir verloren haben, brauche ich wohl nicht weiter zu
betonen. Aber das Umherreiſen, die ſtete Abwechſlung, der
Verkehr mit anderen Menſchen befriedigt zum Ceil doch den
inneren Drang in uns, der nach bewegtem Leben ruft.
Jetzt reiſen wir von einem Erdteil zum anderen, ſchütteln
Cauſenden von unbekannten Menſchen die Hand, werden von
Millionen neugierigen Blicken beſtaunt — und trotzdem
iben wir einſam.
HHÄA
nanznnnnnnnnnannanaaannnarnnnnnnnnnnnsnunnnannarrargannnnnnannnnaxannnnannnananagEnanns
venrik Obſen und die Frauen.
Sum 100. Geburtstag des Dichters am 20. März.
Von Bertha Witt.
Es iſt immer intereſſant, einmal auch das beſondere
Ver=
hältnis näher zu betrachten, das große Geiſter zum weiblichen
Geſchlecht eingenommen haben. Und gerade Ibſen darf uns in
dieſer Hinſicht beſonders intereſſieren, denn er war nicht zum
wenigſten ein Vertreter der Frauen, wie ſie ſich ihn in jenen
heißeſten Kampfzeiten der Frauenbewegung kaum beſſer wünſchen
konnten. Daß er mit ſeinem Genoſſen Björnſon als die beiden
großen Vertreter der nordiſchen Literatur ſich ſo erkennbar der
Sache der Frau annahmen, und zwar auf eine Art annahmen,
die mit den üblen Seiten der Emanzipation nichts zu tun hatte,
um ſo mehr aber die ganze Angelegenheit als ein
Menſchheits=
problem behandelte, war ohne Sweifel einer der bedentendſten
Gewinne, der für die Sache der Frau zu verzeichnen geweſen iſt.
Ibſen ſelbſt hat, als er ſpäter widerſprach, für dieſe Sache
ge=
wirkt zu haben, da er nicht einmal wiſſe, was die „Sache der
Frau” lei, dabei doch von einem Menſchheitsproblem geſprochen,
denn er war ſich ſehr wohl bewußt, was die Frau als ſelbſtändig
anerkanntes Individuum für die Menſchheit und deren
Entwick=
lung bedeutete. Und aus dieſem Geſichtspunkt iſt ſeine Stellung
zur Frau und die Art, wie er ſie und ihr Schickſal in ſeinen
Geſellſchaftsdramen zum Gegenſtand immer neuer Betrachtungen
und Abwandlungen macht, zu betrachten. Von den „Stützen der
Geſellſchaft”, von den „Geſpenſtern” an iſt Ibſen mitten in der
Frauenfrage drin, die er in „Nora” zu einem geradezu
welt=
erſchütternden Höhepunkt führt, um dann in der „Frau vom
MMeer” gewiſſermaßen eine Auflöſung zu zeigen. In dem ihr von
ährem Gatten in entſcheidungsſchwerer Stunde gewährten
Selbſt=
beſtimmungsrecht findet Ellida Wangel die Kraft zu ſenem
Be=
kenntnis, das ſie von dem Bann der Unfreiheit erlöſt und ſie
zugleich auch uns menſchlich nahe bringt. Die Möglichkeit der
Freiheit der Handlung, das Selbſtbeſtimmungsrecht iſt für Ibſen
die Löſung der Frauenfrage.
Seine Stellung zu dieſer Frage bedingt ſich nun naturgemäß
aus ſeiner Stellung zur Frau, aus ſeiner Anerkenntnis der gei=
ſtigen Fähigkeiten der Frau, die ſie für ihn zu einem in jeder
Beziehung gleichberechtigten Weſen machen. Und dieſe ſeine
Stellung zur Frau wieder hängt eng zuſammen mit der Nolle, die
die Frau in ſeinem Leben ſpielte. Daß ſie dieſem großen Denker,
der ſie nicht zum Spielzeug herabgewürdigt ſehen wollte,
bedeu=
tungsvoll genug erſchien, um im Austauſch der Gedanken und
Probleme, in der Hinaufzüchtung der menſchlichen Geſellſchaft
eine Nolle zu ſpielen, verſteht ſich beinahe von ſelbſt. Mit der
Entwicklung der Seit, die nicht nur die Stellung der Frau von
Grund aus gewandelt, die vielmehr auch ein neues
Frauen=
geſchlecht herausgebildet hat, das ſich in ſeiner
Gleichberech=
tigung nicht mehr zurückweiſen läßt, mögen uns die durch Ibſen
zur Erörterung geſtellten Fragen nicht mehr mit ſolcher
Leiden=
ſchaftlichkeit bewegen, wie es zu ſeiner Seit der Fall war; immer
aber werden ſeine Geſtalten gerade in der Vielſeitigkeit der
Charaktere und ihrer immer neuen Beleuchtung intereſſant genug
lein, um in ihnen zum mindeſten das Neſultat der
Lebens=
betrachtungen eines großen Denkers zu erkennen, der über die
Suſtände des Geſellſchaftslebens ſeiner Seit eingehend
nachge=
dacht hat.
In Ibſens Leben, der in Liebesſachen ſtets ſcheu und
zurück=
haltend war, hat eigentlich nur eine Frau eine Nolle geſpielt:
ſeine Gattin, Suſanna Choreſen, die Cochter eines Pfarrers aus
Bergen, die er 1858 in einer für ihn noch recht ſchweren und
ausſichtsloſen Seit heimführte. Leicht hat ſie es an der Seite
des nicht immer leicht zu behandelnden Dichters nicht gehabt;
aber wie ſie ſich bei ihrem eigenen kräftigen Cemperament doch
völlig auf ihn einzuſtellen vermochte, ſo war ſie die rechte,
ver=
ſtehende Gefährtin für ihn, die ihn völlig ergänzte; von ihr hat
er erfahren, wie (nach den Worten des Konſuls Bernick) eine
Frau „auf des Mannes ganze Lebensrichtung begeiſternd und
läuternd” einzuwirken vermag. Manches von ihrem Charakter
iſt auch in ſeine Frauengeſtalten hineingefloſſen und hat auf die
Geſtaltung Lona Heſſels, Nebecka Weſts, und vor allem auch)
Noras und Hilde Wangels gewirkt. Dann aber auch war ſie
es vor allem, die ihn auf die Frauenfrage lenkte und ſo einen
indirekten Anſtoß zu jenen Dramen gab, die mit dieſem Problem
zuſammenhängen. Durch ſie machte Ibſen die Bekanntſchaft
Samilla Collets, der erſten mutigen und temperamentvollen
Ver=
treterin der Frauenfrage in Norwegen, deren Schriften er
ge=
meinſam mit Suſanna las. In den erſten ſiebziger Jahren war
der Kampf um die Sache der Frau hier recht eigentlich in
Be=
wegung gekommen; die ſich in ihren gewohnten Bahnen bedroht
fühlende Geſellſchaft empörte ſich heftig über das „Creiben dieſer
Weiber”, die die Bewegung vertraten, und verdammte einfach
eine Wirkung, vor deren Urſachen man die Augen verſchloß. Das
alles war Anſtoß genug, Obſen, den kühnen Streiter für einen
neuen Geiſt in der Geſellſchaft, auf den Plan zu rufen.
In der Cat tritt Ibſen mit jener Seit in ſeine dritte und
hauptſächlichſte Schaffensperiode, die ſeine modernen
Gefell=
ſchaftsdramen umfaßt. In den „Stützen der Geſellſchaft” tritt
das Frauenproblem recht eigentlich in ſeinen Geſichtskreis, um
ſich in den „Geſpenſtern” zu einem Menſchheitsproblem von
uner=
meßlicher Allgemeinbedeutung zu erweitern. Andeutungen, wie
nahe Ibſen auch aus ſich ſelbſt längſt der Sache der Frau ſtand,
finden ſich ſchon in ſeinen früheren Werken; jetzt aber, je mehr
ſich ihm der Blick dafür weitete, iſt er in das rechte Jahrwaſſer
gekommen. „Dulden und ſchweigen — das iſt das Los der Frau
in dieſer Welt”, hatte er einſt in ſeinem Frühſchauſpiel „
Johan=
nisnacht” Juliane ſagen laſſen; dulden und ſchweigen war auch
das Los Frau Alvings in den „Geſpenſtern”, und erſt als ſie das
ganze hohle Gebäude, das auf der Lüge ihres Lebens ſteht,
zu=
ſammenſtürzen ſieht, öffnet ſie den Mund und ſpricht jene bitteren
Wahrheiten der Neſignation und Verzweiflung aus, die zur
Hauptſache dann den Entrüſtungsſturm gegen die Geſpenſter
her=
vorriefen. Obſen aber zeigte nur m dieſem ſchweigenden Dulden
um der geſellſchaftlichen Heuchelei willen die Gefahr eines
gera=
dezu menſchheitsgefährdenden Abtötens des weiblichen Seelen=
lebens; denn dieſe Frauen, die, wie Frau Alving, in ihr Schickſal
gebannt, ſchweigend und duldend ihren Weg gehen, ſollen Mütter
künftiger Generationen ſein; „dieſe Srauen, mißhandelt als
Cöchter, als Schweſter, als Gattinnen, nicht ihrer Begabung
ent=
ſprechend erzogen, ferngehalten ihrem Beruf, um ihr Erbe
be=
trogen, verbitterten Gemüts — dieſe ſind es, die der neuen
Generation die Mütter ſtellen. Was iſt die Folge?‟ — Ein
abſchreckendes Beiſpiel ſolcher geſellſchaftlich verbildeten und um
ihre weibliche Beſtimmung, um ihre Seele gebrachten Frau zeigt
Ibſen ja ſpäter in „Hedda Gabler”, die an der Leerheit ihres
Daſeins und an ihrem traurigen Mannesideal, das, ſtatt mit
Weinlaub bekränzt das Leben überwindend, nur höchſt gemein
in der Goſſe endet, ſcheitert.
Ibſens Achtung vor der Autorität des Mannes iſt nie ſehr
groß geweſen; ſeine „Helden” ſind nur mit wenigen Ausnahmen
Helden, und ihr geſellſchaftliches Anſehen, ihr perſönlicher
Vor=
teil iſt faſt immer der Beweggrund ihres Handelns. Ibſen ſad
im Mann den Neaktionär, der, weil er das Beſtehende für gut,
das heißt: ſeinem Vorteil gemäß befindet, keine Untergrabung
des Beſtehenden will. Er läßt Konſul Bernick mit
unerſchütter=
licher Nuhe die Lebenslüge auf Koſten der Verfehmten tragen,
bis Lona Heſſel, die er einſt, unbekümmert ihr Menſchenglück
opfernd, ſitzen ließ, um eine reichere Frau zu heiraten,
wieder=
kehrt und, indem ſie — ihn zum Bekenntnis zwingt, ſozuſagen
ſein Seelenheil rettet. Damals ſpricht er aus, was er in dieſem
Schauſpiel beweiſt: die Frauen ſind die wahren Stützen der
Ge=
ſellſchaft, die wahren und rettenden Crägerinnen der Ideale.
Im Herbſt 1878 war Ibſen, erfüllt von dem Frauenproblem,
nach Nom gekommen und hatte ſogleich den Verſuch gemacht, die
neuen Ideen praktiſch ins Werk zu ſetzen, indem er im dortigen
ſkandinaviſchen Verein Sitz und Stimme für die Damen und
Sulaſſung einer Dame für den Poſten eines Vereinsbibliothekars
beantragte. Er dringt nicht durch, und hat nun jenes Maß von
Indignation empfangen, deſſen er zum Dichten bedurfte. In jene
Mitlei d.
Von Blasco Sbafez.
Aus dem Spaniſchen überſetzt von W. Leydhecker.
Es war 10 Uhr, als Graf Sagreda in ſeinen Klub auf dem
Boulevard des Capucins trat. Die Diener beeilten ſich, ihm
den Stock, den glänzenden Sylinder und den wertvollen Pelz
abzunehmen, der den ſchwarzen Frack, die Gardenia im
Knopf=
loch, kurz die tadelloſe Kleidung eines Kavaliers, der vom Diner
kommt, bedeckt hatte.
Die Catſache ſeines Vuins war im Klub bekannt. Seine
VVerſchwendungsſucht, die vor 15 Jahren ſelbſt in Paris
Auf=
ſehen erregte hatte, hatte ſein Vermögen erſchöpft. Der Graf
lebte ſetzt von den Uberreſten ſeines Neichtums, wie jene
Schiff-
brüchigen, die ſich auf dem Wrack über Waſſer halten und
da=
mit nur in Codesangſt den unvermeidlichen letzten Augenblick
hinausſchieben. Selbſt die Diener, die ſich um ihn bemühten,
kannten und beſprachen unter ſich ſein Unglück, aber keine
Miene ihres durch den Swang der Dienſtbarkeit ſtets
gleich=
mäßigen Geſichts ließ merken, daß ſie über die wahre Lage des
Grafen nicht in Unkenntnis waren. Er war auch ſo ſehr Grand
Seigneur! Er hatte ſein Geld mit ſo viel Anſtand
verſchleu=
dert! überdies war er ein wirklicher Ariſtokrat von dieſem
Jahrhunderte alten Adel, der ſelbſt vielen „Bürgern”, deren
VVorfahren die große Nevolution mitgemacht hatten, Reſpokt
einflößt. Er war keiner von den polniſchen Baronen, die ſich
von reichen Damen unterhalten laſſen, auch kein italieniſcher
Marguis, der ſchließlich zum gewohnheitsmäßigen Falſchſpieler
wird, noch war er jenen ruſſiſchen Grafen gleich, die vielfach
von den Mitteln der geheimen Polizei leben: er war ein
Hidalgo, ein wirklicher ſpaniſcher „Grande”, deſſen Vorfahren
vielleicht unter Cid oder Nuy Blas eine Nolle geſpielt hatten.
Der Graf trat erhobenen Hauptes und ſtolzen Schrittes in
die Salons des Klubs und grüßte ſeine Freunde und Bekannten
mit einem feinen, verbindlichen Lächeln. Er war nahe an den
Vierzig, aber noch war er der „ſchöne” Sagreda, wie ihn lange
Seit vorher die Nachtwandlerinnen vom Maxim und die
früh=
zeitigen Neiterinnen des Bois genannt hatten. Nur vereinzelte
weiße Fäden und leichte Fältchen an den Schläfen zeugten davon,
daß ſeine Lebensmaſchine ſtets unter Hochdruck geſtanden hatte;
aber die Augen hatten noch das jugendliche Feuer und jenen
durchdringenden und zugleich melancholiſchen Blick, dieſe Augen,
die ihm bei ſeinen Freundinnen und Freunden den Beinamen
„der Maure” eingebracht hatten. Der Vicomte de la
Crémi=
tiniere, der von der Akademie für eine Studie über einen
ſeiner Vorfahren, Begleiter des „großen Condé”, prämüiert
worden war und von den Crödlern und Antiquaren des linken
Seineufers beſonders geſchätzt wurde, weil ſie ihm alle ihre
ſchlechten Bilder aufhängen konnten, nannte ihn nicht anders
als „Velasquez”, da ihm dies Gelegenheit gab, ſeine großen
Kenntniſſe in der ſpaniſchen Malerei leuchten zu laſſen.
Allgemein ſprach man im Klub von dem Nuin Sagredas
mit diskretem Bedauern. Der arme Graf!. Daß ihm aber auch
nicht wieder eine neue Erbſchaft zufiel, oder irgend eine
ameri=
kaniſche Millionärin ſich in ſeine Perſon und ſeinen Citel
ver=
liebte! Es mußte etwas für ihn getan werden.
Und währenddem ſchritt er durch dieſes ſtumme, lächelnde
Mitleid; ohne es in ſeinem Stolz zu ahnen, hielt er für
Be=
wunderung, was ſchmerzliche Sympathie war. Mit mühevollet
Verſtellung hielt er ſich in dem gleichen Milieu wie jahrelang
zuvor aufrecht und glaubte ſo die anderen zu täuſchen, ohne zu
merken, daß er ſelbſt der Getäuſchte war.
Sagreda gab ſich über leine Sukunft keinen Einbildungen
hin. Alle Verwandten, die ihn durch eine rechtzeitige Erbſchaft
hätten wieder flott machen können, hatten dies bereits vor
Jahren getan und dieſer Welt Valet geſagt. Es blieb ihm
„dort unten” in ſeiner Heimat niemand, der ſich ſeiner hätte
erinnern können, außer einigen entfernten Verwandten, die
kaum mehr durch Bande des Blutes mit ihm verbunden waren.
Von jener Seite durfte er keine Hilfe erwarten; höchſtens gute
Natſchläge und Ermahnungen über ſeine törichte
Verſchwen=
dung. Es war zu Ende! Fünfzehn Jahre eines Lebens im
höchſten Glanze hatten das Vermögen aufgezehrt, mit dem
Sa=
greda eines Cages in Paris angekommen war. Die großen
Beſitzungen in Andaluſien mit ihren Vieh= und
Pferdezüch=
tereien hatten ihren Beſitzer gewechſelt, faſt ohne den bisherigen
gekannt zu haben, und nach ihnen waren die ausgedehnten
Weizenfelder in Caſtilien, die Reisplantagen bei Valencia, die
Meiereien in den nördlichen Provinzen, kurz der ganze
fürſt=
liche Beſitz der alten Grafen von Sagreda in fremde Hände
gekommen, nebſt der Hinterlaſſenſchaft einiger lediger frommer
Canten und namhaften Legaten anderer Verwandten.
Paris und die eleganten Kur= und Badeplätze hatten in
wenigen Jahren ein in Jahrhunderten angeſammeltes fürſtliches
Vermögen verſchlungen. Die Erinnerung an ſeine Aufſehen
erregenden Liebſchaften mit zwei berühmten Schauſpielerinnen,
das verlangende Lächeln einer Anzahl bekannter
Halbwelt=
damen, der Nuf als ebenſo verwegener wie ſtets kaltblütiger
Spieler, und als ritterlicher Sechter, der in Ehrenſachen nicht mit
ſich handeln ließ, war alles, was dem ſchönen Sagreda in ſeinem
Nuin geblieben war,
Er lebte von ſeinem Preſtige, das ihn noch immer
beglei=
tete und kontrahierte neue Schulden bei gewiſſen Geldverleihern,
die in Erinnerung an frühere glücklich überſtandene Kriſen, an
einer Wiederaufrichtung ſeiner Vermögensverhältniſſe nicht
zweifelten. „Sein Los war beſiegelt” ſagte der Graf ſich ſelbſt.
Wenn er ſich hier nicht mehr halten konnte, würde er einen
äußerſten Entſchluß faſſen! Selbſtmord? Kein Gedankel
Kava=
liere töten ſich nur wegen Spiel= und Ehrenſchulden. Einige
ſeiner edlen und ruhmreichen Vorfahren hatten ebenfalls Leuten,
die nicht ihresgleichen waren, enorme Summen geſchuldet, ohne
deshalb daran zu denken, ſich zu töten. Wenn die Geldverleiher
ihm ihre Cür ſchließen und die Gläubiger mit einem Skandal
vor Gericht drohen würden, ſo würde er, wie ſchwer es ihm
auch fiele, von dem angenehmen Leben in Paris Abſchied
neh=
men. Seine Vorfahren waren Krieger und Koloniſatoren
ge=
weſen. Er würde ſich in die franzöſiſche Fremdenlegion
ein=
reihen laſſen, oder ſich nach Amerika einſchiffen, bei deſſen
Eroberung ſeine Urväter Nuhm und Neichtum erworben hatten,
und würde in den Einöden Chiles oder den endloſen Ebenen
Patagoniens als Hirte leben.
Und doch verzeichnete dieſe auf nichts gegründete Exiſtenz,
die jeden Augenblick zuſammenbrechen und ihn unter ſich
begra=
ben mußte, in einem Punkt den ſchönſten Seitraum ſeines
Lebens.
Von ſeiner letzten Neiſe nach Spanien, wo er Neſte ſeiner
väterlichen Beſitzungen, die er früher als zu unbedeutend nicht
beachtet hatte, zu Geld gemacht hatte, war er mit einer Dame
aus der Provinz zurückgekehrt, an deren inniger Anhänglichkeit
Bewunderung und reine Liebe gleichen Anteil hatten. Ein
Weib! Sagreda begriff zum erſten Male die ganze Bedeutung
dieſes Wortes. Seine jetzige Genoſſin war „ein Weib‟. Die
Geliebten, die ſein bisheriges Leben erfüllt hatten, gehörten
anderen Kreiſen an.
So lernte er das wahre Weib kennen, als das Vermögen
für ewig dahin war! So ſtellte ſich mit dem Unglück die Liebe
gleichzeitig ein! Sagreda kämpfte, um den äußeren Anſchein
aufrecht zu erhalten. Er lebte weiter wie vordem in dem gleichen
Häuſe ohne jegliche Einſchränkung. Wie ſeinen Freundinnen
der früheren Seiten, machte er ſeiner Genoſſin Geſchenke und
genoß mit faſt väterlicher Befriedigung die aufrichtige faſt
kind=
liche Freude des durch das prunkhafte Pariſer Leben betäubten
armen Kindes.
Sagredas Verhältniſſe kamen mehr und mehr in Verfall,
aber mit lächelnden Lippen, zufrieden mit ſich ſelbſt, mit ſeinem
gegenwärtigen Leben, lebte er dieſen ſüßen Craum weiter, der
wohl der letzte ſein würde und ſich doch in ſo wunderbarer Weiſe
breit fallen die Vorarbeiten zu „Nora”, die man recht eigentlich
ein Programm der Frauenfrage genannt hat. Ein Motw, das
thon im „Bund der Jugend” anklingt, wird hier zum Inhalt:
ae Frau als Spielzeug, als Puppe des Mannes. Auch Selma
Bratsberg, die ihrem Bergprinzeſſinnentum als Schwiegertochter
daes reichen Kammerhern Bratsberg ihre Künſtlerſchaft geopfert
und ſich wie ein Vögelchen im goldenen Käfig in eine unſichtbare
Sefangenſchaft und Seelenenteignung begeben hat, „entpuppt”
ch und klagt die Männer in entſcheidungsvoller Stunde an:
„Ihr kleidet mich wie eine Puppe, ihr ſpielt mit mir, wie man
mit einem Kinde ſpielt”. Hier liegt, wie Ibſens Dramen
eigent=
ſäch alle folgerichtig auseinander hervorgegangen ſind, der Keim
ser Nora. An dem Verhalten ihres Mannes ihrer Schuld
gegen=
isber (ſie hat, um ihm den für die Nettung ſeines Lebens nötigen
Alufenthalt im Süden zu ermöglichen, eine Unterſchrift gefälſcht)
wird ſie irre, erkennt, daß Helmer nur ein „fremder Mann” für
ſe ſei, der ſie nur als ſein Spielzeug, ſeine Puppe liebte, ſie
ver=
wammt, als er ſeinen geſellſchaftlichen Nuin als Folge ihrer Cat
wor Augen ſieht, und wieder alles ungeſchehen machen will, als
fich die ganze Geſchichte vor der Welt vertuſchen zu laſſen ſcheint.
Selmer zeigt ſich ganz als die kleine, ſelbſtiſche, herkömmliche
Mannesnatur, der der äußere Schein der Dinge, das vor der
WWelt feſt verankerte moraliſche Anſehen mehr iſt, als der Su=
Fammenbruch des Glücks. Dieſer herkömmlichen Mannesnatur
ſah Ibſen Geſetze, Moral, Geſellſchaft anvertraut, ſah er die
Frau als ſelbſtändiges Geſchöpf untergeordnet; denn daß die
ausſchließlich von Männern gemachten Geſetze der Frau in ihrer
gganz anderen ſeeliſchen Einſtellung nicht gerecht werden konnten,
wwar ihm klar. „Es gibt zwei Arten geiſtiger Geſetze, heißt es
fin den Aufzeichnungen zu Nora, „— eins für den Mann und ein
ganz anderes für das Weib. Sie verſtehen einander nicht; aber
das Weib wird im praktiſchen Leben nach dem Geſetz des
Mannes beurteilt, als ob ſie nicht ein Weib, ſondern ein Mann
ſei.” Hieraus wird der Konflikt in Nora Helmers Puppenheim
abgeleitet.
Hinter dem allen aber ſtehen verſteckte frauenrechtliche
For=
derungen, in denen Ibſen noch weitergeht, als er ſich an einem
eingebrachten norwegiſchen Geſetzesantrag für die Gütertrennung
zug nſten der verheirateten Frau beteiligt. Dabei könne die
Be=
gutachtung eines ſolchen Geſetzes, „wenn es Sinn haben ſolle,
aber nicht den Männern, ſondern der Frau zuſtehen, denn die
Männer in ſolcher Sache um Nat fragen, iſt dasſelbe, wie die
Wölfe fragen, ob ſie die Vermehrung der Schutzmittel für die
Schafe wünſchen”. Ibſen macht hier alſo gewiſſermaßen einen
Vorſtoß, die Frau ins Parlament zu bringen; ihre Ausſchließung
von der Geſetzesmitarbeit war für ihn Entmündigung und
Demü=
tigung, und er glaubt, die Frauen verlangten das Stimmrecht
weniger des praktiſchen Gebrauches halber, als um dieſer
unbe=
rechtigten Bevormundung ein Ende zu machen.
Jene damals brennenden Fragen ſind heute zum Ceil gelöſt,
die Frau hat vieles erreicht, was damals noch in ferner Sukunft
lag. Wieweit Ibſen an der Verwirklichung der Dinge beteiligt
war, iſt dabei als relativ bleibendes Ergebnis nicht nachzurechnen,
denn er ſelbſt hat 1898 im „Verein für die Sache der Frau”
überhaupt abgelehnt, „mit Bewußtſein für die Sache der Frau
gewirkt zu haben. Ich bin mir nicht einmal klar, was das
eigent=
lich iſt: die Sache der Frau. Aber er fügt dann hinzu: „Mir
hat ſie ſich als eine Sache des Menſchen dargeſtellt.
Immer habe ich”, fährt er fort, „es mir zur Aufgabe geſtellt,
das Land zu fördern und das Volk auf eine höhere Stufe zu
heben. Und dabei machen ſich zwei Faktoren geltend: es ſteht bei
den Müttern, durch angeſtrengte und langſame Arbeit eine
be-
wußte Empfindung von Kultur und Diſziplin zu wecken. Die
müſſen da ſein in den Menſchen, ehe man in der Hebung des
Volkes fortfahren kann. Die Frauen ſind es, die die
Frage des Menſchenlöſenwerden, als Mütter
wer=
den ſie ſie löſen. Da liegt eine große Aufgabe für die Frauen.” —
Mitarbeit an der Entwicklung der Menſchheit — das war ſomit
für Ibſen Siel und Aufgabe der Frau, und dafür war ihre
Mündigkeit, ihre auf dem Selbſtbeſtimmungsrecht ruhende
Selb=
ſtändigkeit nötig. So fließen Frauenfragen und
Menſchheits=
fragen, wie überhaupt, ſo auch in Ibſens Werk zuſammen, und
ſo iſt die ſo vielfach von ihm abgewandelte Frauenfrage in
verlängerte. Das Glück, welches ihm in den letzten Jahren, wo
er die Neſte ſeines Vermögens in Monte Carlo, in Oſtende
und den großen Klubs des Boulevard, verzehrt hatte, wenig
günſtig geweſen war, ſchien mit ſeiner jetzigen Exiſtenz Mitleid
zu haben und ihm helfen zu wollen. Cagtäglich, wenn er des
Abends in einem der eleganten Neſtaurants mit ſeiner Freundin
geſpeiſt hatte; brachte er dieſe in ein Cheater und begab ſich von
da nach ſeinem Klub, dem einzigen Ort, wo ihn noch das Glück
erwartete. Man ſpielte nicht hoch; einfache Partien Scarté mit
intimen Freunden, Kameraden aus der Jugendzeit, die das leichte
Leben, dank einem großen Vermögen oder einer reichen Heirat,
fortführen konnten und die Gewohnheit beibehalten hatten, ihren
Klub regelmäßig zu beſuchen.
Kaum hatte ſich der Graf mit den Karten in der Hand
einem dieſer Freunde gegenüber niedergelaſſen, ſo ſchien das
Glück über ſeinem Haupte zu ſchweben, und jene wurden nicht
müde zu verlieren und luden ihn jeden Abend von neuem zu einer
Partie ein. Die Gewinne waren nicht zum Reichwerden: den
einen Abend zehn Louis, den anderen fünfundzwanzig; es kam
auch vor, daß Sagreda mit einem Plus von vierzig Goldſtücken
abſchloß; aber dank dieſer faſt täglichen Einnahme konnte er
ſeine ſeitherige Lebensführung aufrecht erhalten und ſeine
Freundin mit einer liebevollen Bequemlichkeit umgeben.
Su=
gleich gewann er ſelbſt wieder Vertrauen in ſeine Sukunft:
„Wer konnte wiſſen, was ſeiner noch warte?"
Wenn er in einem der Salons den Vicomte de la
Crémi=
tiniere traf, lächelte er ihm mit dem Ausdruck freundſchaftlicher.
Herausforderung zu.
„Eine Partie?”
„Wie Sie belieben, verehrter Velasquez”.
„Su fünf Franken die ſieben Points, um nicht zu
über=
treiben, denn ich bin überzeugt, daß ich gewinne. Das Glück iſt
auf meiner Seite.”
Die Partie begann bei dem diskreten Licht der elektriſchen
Kerzen und der wohltuenden Stille der jedes Geräuſch
dämpfen-
den, dicken Ceppiche und dichten Gardinen.
Sagreda gewann beſtändig, gleich als ob ſein guter Stern
ſich darin gefiele, ihm ſelbſt bei den ungünſtigſten Kombinationen
zu helfen. Er gewann, ohne ein Spiel in Händen zu haben, und
es war gleichgültig, ob er auch nur einen einzigen Trumpf in
Händen hatte, oder gar keinen, und ob ſeine Karten die
denk=
bar ſchlechteſten waren; der Erfolg war immer auf ſeiner Seite.
Eines Abends hatte er bereits fünfundzwanzig Louis vor
ſich. Ein Klubmitglied, das gelangweilt von Saal zu Saal
ſchlenderte, intereſſierte ſich für die Partie und blieb bei den
Spielenden ſtehen. Anfangs ſtand er auf Sagredas Seite, dann
ſeinen Dramen zu verſtehen.. Die Frau ſoll als Menſch in freier
Selbſtändigkeit anerkannt, ſoll Selbſtzweck, nicht Mittel ſein —
das wollte Ibſen, der ſich hier mit Kant berührt, demonſtrieren.
Wenn er mit der eigentlichen Frauenbewegung auch nichts zu tun
haben konnte, ſo beweiſt doch ſein Lebenswerk, daß ihm die
„Sache der Frau” an ſich ſehr am Herzen lag, und keinen beſſeren
Verbündeten konnten die Frauen ſeiner Seit, und gerade auch
die, die nicht in der Bewegung ſtanden, ſich damals wünſchen, als
den Dichter der „Nora”, der „Geſpenſter” der „Stützen der
Geſellſchaft”, der hier den Frauen als den wahren Stützen der
Geſellſchaft ſeine Huldigung dargebracht hat.
„Der Slapper",
der amerikaniſche Backfiſch von heute.
Von Gertrud Sweig.
Im Anſchluß an den vorſtehenden bringen wir
dieſen Artikel, weil er das amerikaniſche Girl,
ge=
wiſſermaßen die Enkelin Noras, nett charakteriſiert.
Ueber die Bewertung dieſes Typs gibt es mit Recht
verſchiedene Meinungen, und das gilt auch von
Ibſens Frauenideal, das am ſchärfſten und
treffend=
ſten von Auguſt Strindberg angegriffen worden iſt.
Den Schal findeſt du ſo ſchick, Lil?. Ach, der war ja
ſo billig, den haben Gibby und ich doch im letzten Sommer in
Paris gekauft, in einem winzigen kleinen Laden gegenüber dem
Louvre.” — „Ob ich im Louvre war? Da gehen doch alle
Amerikaner rein! Allerdings zurechtfinden tut man ſich ja kaum
ſtellte er ſich hinter den Vicomte, der ſich durch den
unange=
nehmen Zuſchauer beläſtigt fühlte. „Aber das iſt ja eine
Cor=
heit”, rief plötzlich der Neugierige aus. „Sie ſpielen ja nicht
Ihr eigenes Spiel. Sie laſſen die Crümpfe beiſeite und ſpielen
nur die ſchlechten Blätter. Unbegreiflich!”
Mehr konnte er nicht ſagen. Sagreda erhob ſich leichen=, legte ſeine Karten nieder und ſah den Vicomte mit weit
geöffneten Augen an.
„Ich habe begriffen”, ſagte er kühl. „Geſtatten Sie, daß
ich mich zurückziehe‟. Gleichzeitig ſchob er mit zitternder Hand
das Häufchen Goldſtücke ſeinem Freunde zu.
„Dies gehört Ihnen.”
„Aber verehrteſter Velasquez!: Aber Sagredal Erlauben
Sie, Graf, daß ich Sie aufkläre.
„Es genügt, mein Herr. Ich wiederhole: ich habe
ver=
ſtanden.”
Und durch ſeine Augen ſchoß ein Blitzſtrahl, wie ihn ſeine
Freunde bei gewiſſen Gelegenheiten bei ihm beobachtet hatten,
wenn er nach einem kurzen Wortwechſel mit herausfordernder
Gebärde ſeinen Handſchuh erhob. Aber dieſer feindliche
Aus=
druck dauerte nur einen Augenblick; dann zwang er ſich zu einem
kühlen, verbindlichen Lächeln und ſagte: „Vielen Dank, Herr
Vicomte. Das ſind Dienſte, die ſich nie vergeſſen laſſen. Ich
verſichere Sie meiner Dankbarkeit.”
Und hiermit entfernte er ſich, aufrecht, mit höflichem Gruß,
wie in ſeinen beſten Cagen.
Den Pelz weit geöffnet, nimmt der Graf ſeinen Weg über
den Boulevard. Die Cheater entleeren ſich; erleuchtete Autos
ſauſen vorüber und geſtatten nur einen raſchen Blick auf Sedern,
Brillanten und blendend weiße Schultern; die Seitungsverkäufer
preiſen ihre Blätter an; auf den Dächern leuchten in
regel=
mäßigen Swiſchenräumen die elektriſchen Neklamen auf.
Der Grande von Spanien, der Hidalgo, der Enkel der
edlen Nitter eines Cid und Nuy Blas, bahnt ſich mit Gewalt
ſeinen Weg gegen den Strom, in dem Wunſch, raſcher
vor=
wärts zu kommen, ohne zu wiſſen wohin und ohne ſich bewußt
zu ſein, wo er ſich befindet.
Schulden machen! Gut. Das entehrt den Kavalier nicht.
Aber Almoſen empfangen? .
In ſeinen Stunden größter Niedergeſchlagenheit ließ ihn der
Gedanke wegen ſeines Nuins verachtet zu werden
gleichgultig=
es würde ihn kühl gelaſſen haben, wenn ſeine Sreunde ſich von
ihm zurückgezogen hätten und er ſelbſt in den niederſten Iozialen
Schichten verſunken wäre. Aber Mitleid einflößen! Niemals. . .
Er gab ſich keiner Einbildung mehr hin. Die Intimen, die
ihn wie in früheren Seiten freundſchaftlichſt begrüßten, waren
zwiſchen den tauſend Bildern. Doch Gibby wußte ſa ſo fein
Be=
ſcheid, ſo daß wir den Loupre in einer halben Stunde „machten”,
von 5 Uhr bis 3.30. „Wie? du weißt nicht, wer Gibby iſt?
Aber er iſt doch mein Ozeanfreund vom letzten Sommer, der
ent=
zückendſte College=boy aus Aale. Na, ſo was Bildhübſches, gut
An=
gezogenes, Vielſeitiges und Bedeutendes gibts ja überhaupt nicht
mehr. Swei Cangopreiſe hat er bereits, iſt Führer der Sußball=;
mannſchaft und chauffiert ſeinen Wagen einfach himmliſch! —
Was er ſtudiert? Philoſophie natürlich, alle Jungen der erſten
Samilien aus Denver, wo er herkommt, ſtudieren nämlich jetzt
Philoſophie. Es läßt einem ſoviel freie Seit für Sport, ſagt
Gibby, und er muß jetzt für die Herbſtwettkämpfe trainieren.” —
„Ja, natürlich, Darling, dasſelbe Nouge für Wangen und Lippen,
in PParis macht ſich jetzt jede Dame ſo zurecht, ſieh mal, ſo ...
Die helle, lebendige Stimme übertönt das Dröhnen der ſauſenden
Untergrundbahn, durchdringt das ganze Abteil, ſodaß alle
Mit=
fahrenden genötigt ſind, ihre Ciraden mitanzuhören. — „
Ent=
zückende Dauerwellen hat dieſer Slapper”, denkt der Coiffeur ihr
gegenüber, „ein Unglück für meinen Jungen, ſo eine Slapper=
Freundin”, die ältere, unauffällige Dame in der Ecke, „kein Sall
für mich, zu geſund”, ſagt ſich der junge Pſychiater, ihr hübſches,
offenes Geſicht muſternd, „dieſe amerikaniſchen Flapper ſind einfach
die Höhe”, denkt der blaſierte junge Ausländer, „anſpruchsvoll,
aber ſüß” der Manager der Bankfiliale. — „Deiner
Selbſtſicher=
heit gehört die Welt, kleiner Flapper, und wenn du auch heute
noch über die Stränge ſchlägſt, das Leben wird dich ſchon früh
genug erziehen”, denkt etwas reſigniert der alte Herr neben ihr,
das reizvolle junge Geſchöpfchen anſchauend, das halb Kind, halb
Dame, Mantel, Kleid und Schuhe der letzten Mode trägt, und
dem das Filzhütchen immer etwas zu tief im Nacken ſitzt. —
Der Flapper iſt eine Nachkriegserſcheinung, ein ſtets zur Kritik
geeignetes Objekt für kopfſchüttelnde ältere Cauten, die voll
düſterer Prophezeiungen, in der heutigen Jugend nichts anderes
als einen Ausbund der Verworfenheit” ſehen. — Fragt man
nun, was denn eigentlich „ein Flapper” ſei, erhält man von
hundert Perſonen hundert verſchiedene Antworten, die alle mit
einem Seufzer beginnen, mit einer Mißbilligung fortfahren und
ver=
nichtend enden. Man ſtutzt, ſieht ſich einen der vielgeſchmähten
Flap=
per an, und lächelt. Denn er iſt nichts anderes, als der etwas
über=
hitzte, kleine Backfiſch, der im qualitativen Europa zur
Noman=
tik und zur Bleichſucht neigen würde, und im quantitativen,
ſach=
lichen, vergnügungsliebenden Amerika, das dieſe Schwankungen
der Seele und des Körpers nicht kennt, ſich auf ſeine Weiſe
ab=
ſchäumt. — Ueber den neuen Lebensformen der Frau — Freiheit
und Unabhängigkeit, Geldverdienen und Selbſtändigkeit,
Frauen=
ſtimmrecht und Wahlfreiheit, und allen übrigen ſozialen
Verän=
derungen, die der heutigen Generation halfen, ſich aus den
Feſſeln der Jugend voriger Generationen zu befreien, hat ein
beſtimmter, amerikaniſcher, oberflächlicher Backfiſchtyp „der
Slapper” ſeinen Kopf etwas verloren. Er iſt jung, der Flapper,
ſo zwiſchen 15 und 20 Jahren, weiß weder mit ſich noch
mit den Fortſchritten ſeiner Seit etwas rechtes anzufangen,
über=
ſteigert ſich und verliert ſich in Uebertreibungen. Er ſchminkt ſich
zu ſtark, tanzt zuviel, trinkt gelegentlich zuviel verbotene
Cock=
tails, hat zuviel Verabredungen mit mehr oder minder
belang=
loſen College=boys und weiß ſelbſtverſtändlich immer alles beſſer
als ältere, erfahrenere Perſonen. — Die Motwe dieſer
Ueber=
treibungen der Sechzehn= oder Achtzehnjährigen entſpringen einer
ſo erfreulichen Vitalität, einer Unkompliziertheit und geſunden
Oberflächlichkeit, einer Unerſchrockenheit, einer harmoniſchen
Selbſtſicherheit, die ſtets im Einklang mit ſich und der Welt
bleibt, lauter ſo koſtbaren, ſchlichten Werten amerikaniſcher
Weſenheit, die den Slapper trotz all ſeiner Schwächen
liebens=
vert machen. — Und man möchte dieſer höchſt amüſanten,
un=
entbehrlichen Erſcheinung der Sinfonie amerikaniſcher Cypen
immer wieder zurufen: „Gib dich ruhig ſo wie du biſt, kleiner
Slapper, wir wiſſen ja genau, in ein paar Jahren wird aus dir
eine muſtergültige Frau und Hausfrau werden, und deine Kmder
werden dir viel wichtiger ſein als Paris, ſo wie du es erlebt
mit Gibby dem College=boy, einem 30=Minuten=Aufenthalt im
Louvre und Einkäufen von Schals und Lippenſtiften engros.
Heute aber biſt du jung, ſehr jung, und das heißt im Necht ſein,
mit all ſeinen Fehlern.
über ſeine Verhältniſſe unterrichtet und hatten ſich geeinigt, ihm
unter dem Vorwande des Spiels Unterſtützung zufließen zu
laſſen. Und ebenſo waren die übrigen Bekannten und ſelbſt die
Diener in ſein peinliches Geheimnis eingeweiht; die Diener, die
nach wie vor ſich gewohnheitsgemäß vor ihm verbeugten. Und
er, der arme Getäuſchte, lebte in dieſer Umgebung, ſtolz und
hoheitsvoll wie immer, gleich jenem ſagenhaften Heerführer, der
noch nach ſeinem Code ſich aufs Pferd ſchwingen und Schlachten
gewinnen wollte.
„Lebe wohl, Graf Sagredal” der Nachkomme von Statthal=.
tern und Vizekönigen kann wohl ein Glied ohne Namen in einer
Bande von Desperados und Banditen ſein; er kann als
Aben=
teurer in nie betretenen Landen ſein Leben friſten; er kann ſelbſt
ohne zu klagen den Schiffbruch ſeines Namens und ſeiner
Ver=
gangenheit vor dem Gerichtstiſch überleben .. . . aber von dem
Mitleid der Freunde leben .. . niemals!
„Lebet wohl für immer, ihr letzten Illuſionen. Der Graf
denkt nicht an ſeine Freundin, die ihn in einem Reſtaurant
er=
wartet. Er erinnert ſich ihrer nicht mehr, als ob er ſie
nie=
mals geſehen, als ob ſie nie gelebt habe. Er denkt an nichts von
dem, was ſein Leben noch Stunden vorher verſchönert hatte. Er
geht allein mit ſeiner Schande, und mit jedem Schritt ſtellen ſich
bei ihm längſt vergeſſene Gedanken ein: Naſſenvorurteile,
Sami=
lienſtolz und Hochmut, die in ihm ſchliefen und jetzt beim Erwachen
leine Bruſt beklemmen und ſeine Ideen verwirren.
Wie mögen ſie hinter ihm her gelacht haben, mit ihrem
erbarmenden Mitleid!
Getzt ſchreitet er raſcher vorwärts, als ob er über ſein Siel
im klaren ſei, und in dem unklaren Bewußtſein der Erregung
murmelt er in ſpöttiſchem Cone vor ſich hin, als ob er zu
jeman=
den ſpräche, der ſeinen Schritten folge und dem er zu entfliehen
wünſche: „Vielen Dank! Vielen Dank!”
Gegen morgen ſetzten zwei Schüſſe die Bewohner eines
Hotels in der Nähe des Bahnhofs St. Lazare in Aufregung,
eines jener zweifelhaften Häuſer, die den auf der Straße
ange=
knüpften vorübergehenden Bekanntſchaften leichte Unterkunft
gewähren.
Die Bedienſteten finden in einem Simmer einen Herrn im
Frack mit einer Wunde in der Schläfe, der ſich noch auf dem
abgetretenen Ceppich wie ein Wurm windet.
In ſeinen Augen von einem glanzloſen Schwarz iſt noch
Leben, aber es ſpiegelt ſich darin nichts von dem lieblichen Bild
ſciner Geliebten. Sein letzter von dem Cod abgeſchnittener
Ge=
danke galt der in ihrem Mitleid ſo ſchrecklichen Freundſchaft;
galt der gutgemeinten Beleidigung eines edelmütigen, aber
uuer-
wünſchten Bedauerns.
Der Dichter ſeiner Seit.
Von Karl Otto Windecker.
Ich ſpreche nicht von den Großen, die kometengleich
auf=
tauchten, den Ausdruck ihrer Seit — und die Gefolgſchaft ihrer
Seit fanden, oder genial ihrer Seit vorauseilten und nicht in
Vergeſſenheit gerieten in einem flimmernden Firmament, — lange
nach ihrem glänzenden Daſein. — Von den anderen ſpreche ich:
von dem Prototyp der „Dichter”, der einſam, verkannt,
ver=
hungert durch ſein tuberkulöſes Leben vegetierte, immer voller
Hoffnung auf das Denkmal, das ihm die dankbare Nachwelt
ſetzen würde.
Schmal, hager ſchlich er durch den Glanz der Straßen, ein
Sonderling. Sonderlich in der Kleidung, — von der körperlichen
Not in ein ſonderliches Leben gepreßt. Eine Karrikatur oft, ein
nutzloſer Mitmenſch für die Umwelt — eine Sielſcheibe des Spotts
für Witzblätter.
Kam endlich der heiß erſehnte Nuhm und Erfolg, — dann
war er verhungert, im konventionellen Dachſtübchen vielleicht, —
von einer ſchwärmeriſchen Hauswirtin gepflegt und beweint. —
Und der Dichter heute? Er trägt, wenn er „arriviert” iſt
Anzüge vom erſten Modeſalon. Den Schnurrbart läßt er ſich
ſtutzen à la Fairbanks, — wenn er mit ſeiner Freundin zum
Weekend im Sportzweiſitzer fährt, trägt er Knickerbockers und
gelbe Schuhe mit Crepeſohle.
Er dichtet nicht bei einer flackernder Kerze. Er ſitzt im
Klubfauteuil mit einer Felix Braſil und diktiert leiner
Sekre=
tärin. —
Und iſt er noch nicht „arriviert”, kann er noch nicht zum
erſten Schneider gehen, zum Weekend im eigenen Auto fahren,
— ſo wird er doch nicht hungern, wenn er ein Dichter ſeiner
Seit, — und ein Dichter iſt. Er wird nicht den ſchwarzen
Seiden-
ſtrumpf ſeiner Geliebten, die ihn längſt vergeſſen hat, als Binder
um den offenen Hemdkragen tragen. Er wird aber auch nicht
am Sederhalter kauend ſitzen und auf die hohe Inſpiration
warten.
Er kauft ſich eine Schreibmaſchine nach Natenſyſtem. Und
wenn er dichtet, ſteht links von der Maſchine die Kognakflaſche
und Sigaretten, recyts Durchſchlag= und Kohlepapier.
Er wird auch nicht betteln gehn um die Gunſt der Verleger.
Er ſchreibt für Cageszeitungen Seuilletons, Nomane. Er weiß,
Er wird, wenn er Glück hat, und wenn er ein Dichter iſt,
bald zum Schneider gehen können, ooder ſich ein kleines Anto
kaufen. Er wird eine Neiſe nach Beßarabien machen oder einen
Flug nach der Sahara. Aber er wird nicht mehr belächelt und
das Objekt der Karrikaturen in Witzblättern ſein. — Denn auf
2
daß für „belletriſtiſche Unternehmen” die Seit nicht iſt.
Er wird auch nicht um die Laune der Redakteure bitten
oder ſich mit zehn Mark Honorar begnügen. Er wird ſich eine
Landkarte von Deutſchland kaufen, und rote und gelbe und blaue
Fähnchen ſtecken. Zur eigenen Orientierung. Und wird nach
der Deviſe: „Jeder ſeine eigene Vertriebsgeſellſchaft”
allwöchent=
lich Stöße von Briefe abſenden. Und geſchäftsmäßig kalkulieren
mit zehn Prozent.
ſeiner Schreibmaſchine ſitzt die Muſe und trommelt im Rhuthmus
ſeiner Seit die Cypen.
Iſt er darum ſchlechter, als der Dichter der ehemals
ver=
hungerte? Eine Frage! Kann das Farbband der Maſchine nicht
ebenſo Schönes, Geiſtvolles, Ciefempfundenes, Erlebtes
wieder=
geben? Gewiß doch. Und dem Nedakteur iſt die
Maſchinen-
ſchrift lieber, als das mit „Herzblut geſchriebene Manuſkript”
einer verdurſtenden Seele!
Der Dichter von heute weiß das. Er iſt der Dichter ſeiner
Seit, der Seit der Cechnik.
Er ſchleicht auch nicht mehr durch die Straße. Er macht
Neklame für ſich und ſeine Dichtungen.
So ſetzt er ſich ſelbſt ſein Denkmal. Das der Nachwelt
braucht er nicht..
Bacchus in Mexiko.
Von W. Pferdekamp, Mexiko.
Auch in Mexiko treibt die dionyſiſche Gottheit ihr Weſen.
Aber nicht mit Weinlaub, ſondern mit ſtachligen Agavenblättern
ſchmückt der Gott ſeine tollen Lenden. Schon bevor die Spanier
das berüchtigte Seuerwaſſer in Mexiko einführten, brauten die
Indios ein Getränk, das aus dem Safte der Agave gewonnen
wurde: Pulgue. Auch heute noch iſt Pulque das
National=
getränk der Mexikaner.
Fährt man über die merikaniſche Hochebene, ſo eröffnet ſich
dem Auge des Beſchans eine troſtloſe Perſpektive: Stunden
und aber Stunden geht die Fahrt zwiſchen endloſen
Agaven=
pflanzungen dahin. In Reih und Glied aufgeſtellt, wie Soldaten
bei einer rieſengroßen Cruppenſchau, wachſen die mannshohen
Agavenbüſche aus der Erde, und ihre unendlichen Linien
ver=
flüchtigen ſich im blauen Dunſt des Horizonts. Dann taucht
plötzlich aus der blau=grünen Einförmigkeit das Gemäuer einer
Hacienda auf, grau wie die Farbe des Erdbodens, wie der Staub
auf den Agavenblättern, wie die Eſel der Crägerkarawanen. Und
hier hält der Sug. Swanzig, dreißig Indiofrauen kommen mit
Krügen und Crinkgefäßen an die Wagenfenſter: „Coman Pulque?
No quieren?” (Nehmen Sie Pulque? Sie wollen nicht?)
Mit einem merkwürdigen Inſtrument, deſſen traditionelle
Form an den Dudelſack erinnert, werden die Agavenblätter ihres
Saftes beraubt. Dieſer Saft, „aguamiel” (Honigwaſſer)
ge-
nannt, gerät nach 14tägigem Gären in einen ſchäumenden
Zu=
ſtand, bleibt aber dann nur vierundzwanzig Stunden trinkbar. Er
heißt jetzt Pulque. Dieſer Agavenwein iſt eine ſchleimige
Flüſſig-
keit von weißlich=gelber Sarbe, die dazu noch in grünen Gläſern
ausgeſchenkt, nach Verweſung ausſieht. Nicht ſelten ſieht man
bei trinkenden Indios lange Pulquefäden vom Mund über Kinn
und Bart hängen. Aber noch ſchauerlicher ſind Geruch und
Geſchmack des Pulque, für europäiſche Sinnesorgane ein Ekel.
Doch der Indio liebt Pulque, liebt ihn unendlich viel mehr als
alle anderen berauſchenden Getränke, die ihm der Europäer
ge=
bracht hat. Pulque gehört zu ſeinen notwendigſten
Bedürf-
niſſen.
Der Nauſch, der erſt nach ſtarkem Genuß von Pulque
auf=
tritt, äußert ſich anders als die Crunkenheit durch Alkohol.=
Der Crinker wird langſam immer ſtiller und verfällt dann in
Neſignation. Mit ſtieren Augen ſtarrt er ſtumpfſinnig die
Men=
ſchen ſeiner Umgebung an. Sein Körper wird ſteif und gefühllos.
und ſchließlich bricht er zuſammen.
In ſchmutzigen Kneipen, die zahlreicher ſind als Neſtaurants
und andere Lokale, wird Pulque ausgeſchenkt: es ſind die
Pul=
querias. Weithin erkenntlich an der bunten Aufmachung der
Saſſade, ſtrömen ſie jenen widerlichen Geruch aus, der dem
Pulque eigen iſt. Sie ſind dem kindlich einfachen Leben der
Indios innerlich und äußerlich angepaßt und bieten darum den
Fremden den eigentlichen Einblick in die Gebräuche der
Einge-
borenen.
Eine beſondere Eigenart ſind ihre Namen, die mit
umſtänd-
lichen großen Buchſtaben die äußere Wand zieren. Da gibt es
die merkwürdigſten Einfälle, wie: „Der Craum des Adonis”, „Gu
den Wonnen der Liebe‟, „Meine Illuſionen”. „Nachher ſag ich
es Dir!”, „Sur Pandora”, „Was kommt heraus”.
Und ſolche Namen gibt es noch zu Cauſenden. Einmal ſaß
ich in einem winzigen Ort die Bezeichnung: „La Kaiſerina”
wo=
mit die deutſche Kaiſerin gemeint war. Da die Indios
Analpha=
beten ſind, muß ein ſolcher Citel bildlich ausgedrückt werden,
Darum wird die Front der Pulquerias ſtets mit großen Bildern
und Ornamenten bemalt, die in ihrer primitiven Einfalt oft von
unerhörter Schönheit ſind und ein ſtarkes Künſtlertum verraten.
Die Maler ſind gewöhnlich Indios. Aber zweifellos verſtehen ſie
ihr Handwerk. Ihre Bilder haben etwas von der Innigkeit eines
Henri Nouſſeau, dem ſie auch in der Form ſehr ähneln. (Henri
Nouſſeau war in jungen Jahren als Soldat in Mexiko.)
Urwald-
landſchaften mit wilden Cieren laſſen den Beſchauer erſchrecken.
Liebesſzenen überzeugen durch die rührende Einfalt ihrer
Be=
handlung. Dieſe Bilder ſind alle mit ſtarken Farben gemalt, da
ſie ſonſt nicht auf die einfachen Gemüter der Indios wirken
wür=
den. Die grauſam=bunte Ornamentik kann man in direkter Linie
uuf die aztekiſche Wandmalerei in den Cempeln von Ceotihuacan
zurückführen.
Das Innere einer Pulqueria läßt uns an ein Panoptikum
denken. Die Einrichtung iſt ſehr dürftig. Außer dem Büfett gibt
s nur noch die an der Wand aufgeſtapelten Pulquefäſſer. Große
Spiegel, mit bunten Schriften und Ornamenten bemalt, bedecken
die Wände. Daneben Bilder, Kalender und Neklameſchilder, die
mit unendlicher Liebe geſammelt werden. Von Ecke zu Ecke ſind
Girlanden geſpannt, der Sußboden iſt mit farbigem Sägemehl
beſtreut, wobei eine geſchickte Hand oft die merkwürdigſten
Formen und Farbkompoſitionen am Boden entſtehen läßt.
Ge=
wöhnlich ſteht in einer Ecke ein automatiſches Piano, oder aber
Gitarreſpieler ſorgen für die muſikaliſche Unterhaltung.
Manche Negierung hat ſchon verſucht, dem Pulquelaſter zu
ſteuern. Aber keiner iſt es bisher gelungen. Die Indios brauchen
Pulque mehr als Mais. —
O
Sch a
Nummer 250
Aufgabe 367.
Comins Mansfield in Briſtol.
(1. Preis, Hampſhire Telegraph und Poſt, 1919.
a
.
Bh1 D. 2. SelF. BxelS! Alſo 1. De5—a1! (ein glänzender Eckzug), Bh1S;
2. Sg4—e2, Bg4; 3. Lg5 Sh1—f2+: 1. .. . . Bh1L; 2. Da8 Lg2: 3. Df3--,
Lf3:+; 1. Bh1 D(D)+, 2 Bei+ Bielsl 3. bb1k, Se2R: 2. .. B:
ell 3. Des+, L:c34; 2.. . B:e1D (T)+. Die boppelt geſetzte B=
Umwand=
lung nach einander iſt reizend. (Dr. Birgfeld)
356 W. Nanz. Fata Morgana 1922. (Kd4 Te3 17 Lb8 Sa7 g7 Bb2 d2:
Kd8 Tb4 c7 La4 Ba5 b8 b5 •4 d5 e4: 28+. 1. Kd4—e31 d5—d4+
2. Ke3kd4 64—e3 ½; 1. Kdé—e5 2. Lb4ke7 d5—144: 1. . . . Kd6
—e6 2. 8a7—c8 d5—d4+. Gewinn von zwei neuen Abſpielen durch Befreiung
des ſchwarzen Königs.
357. V. Marin. 1. Pr. im Probl.=Turn. d. „Norwich Mercurh” 1903—04. (Eh6
Dh1 Tb2Lb1h8 8b5 Bf4b5; Ka1 Ta8 Ld1Bb4 b7d3 d6e2g6h7; 84).
1 Dh1—e6! b7kc6 2. 8b5—a3 b4xa3 3. Tb2—b8R; I. . Ta8Xh8
2. Dc6-e1; 1. Ta8—c8 2. Tb2Xb4+. Die dreifache Räumung der b=Linie
wirkt beſonders reizvoll. weil Tb2 erſt dadurch das Abzugsſchach zum töblichen Matt
werden läßt
358. F. A. L. Kuskov. Chemnitzer Tageblatt 1927. (Kh2 Te6 Le7 g8 Be5
Ba6 c3 e2 f6; Kd5 Lb8 BbS c7e4; 2½) 1. Be3—g41 mit hübſchen
Kreuz=
ſchachabſpielen. 1. BSc4r bc4:1 1. Sd37 ed3:: 1 Lf87 ob. Sd72 Be3!
Löſerliſte: Reutzel; Leo Schott in Pfaffen=Beerfurth; Hans
Meidinger in Eberſtadt (alle). A. v. S. (555, 357). J. Balß in
Gadern=
heim (357, 358). Rolf Schmidthoff, Georg Peter; Georg Mink in
Gadernheim (358). Franz Buchty in Mainz (355, 357, 358; auch 354).
I
Kätſel
I1
Galgenrätſel.
Die Buchſtaben: a, a, a, a. b. b, b. c, d. d. d. e, e, e, e, e, e,
e, e, e, e, e, g. h. h. z. i, i, i, i, i, i, k, I, I, I, I, m,
m. m. m. n. o, o, o, r, . r. r. r, ſ, ſ. ſ. t, u ſind zu Wörtern zu
ver=
einigen und in die Felder von links nach rechts einzutragen. Dieſe
nennen: 1. Eine deutſche Univerſitätsſtadt, 2. Schottiſchen Tanz. 3.
Män=
nername, 4. Geometriſche Figur, 5. Heerführer, 6. Fluß in Frankreich,
7. Badiſche Hochebene, 8. Berzihmten ehemaligen Mediziner in 1, 9.
In=
ſel, 10. Vokal. Die letzte Senkrechte von oben nach unten iſt eine
Variation von der erſten Wagrechten und zugleich der Wunſch eines feden.
Weiß zieht und ſetzt in zwei Zügen matt.
Prüfſtellung: Weiß: Kh2 De6 Tc1 d5 La2 a5 sa1 b3 Be6 d2 (10);
Schwarz: Kc4 Dc2 Ta4 h4 Lf1 Sc3 e Ba3 b3 (9); X.
Aufgabe 368.
L. A. Kuyers in Amſterdam.
(1. Preis, „De Amſterdammer” 1893.)
Weiß: Kh6 Db7 Tb3 Sf6 Bd3 (5)-
Schwarz: Kd4 Bc5 ft f5 h5 (5)
Matt in drei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 355—358.
355. O. Nemo. Chemn tzer Tageblatt 1927 (Kd1 De5 Te4 Lds Sg2 4
Bb?; Kd3 Bd2 g3 g5 g6 g7h2: 384). 1. Db22, BhIL! 1 Dg7: (—5)7,
Silbenrätfel.
Aus den Silben a, a, al, ber, bi, chol, chow, cum, der, der, e,
erz, ex, griſ, ha, he, her, ho, i, i, i, in, ka, ke, ko, kord, land, lauſ,
lin, ku, lu, me, ment, mi, mo, na, nat, ne, nel, ni, no, pe, pi, re, ri,
ro, ſchof, ſchuf, ſe, ſi, ſter, tar, ter, tſche, ti, ti, ul, wa, wiſch ſind
21 Wörter zu bilden, deren Anfangs= und Endbuchſtaben, beide von
oben nach unten geleſen, einen Spruch ergeben.
Die Wörter bedeuten: 1 Strauch, 2 Geiſtlicher Würdenträger,
3 Prophet,. 4 Blume, 5 Mohammedan. Betrelmönch, 6
Kleidungs=
ſtück, 7 Männlicher Vorname, 8 Erziehungsanſtalt, 9 Engliſche
Graf=
ſchaft, 10 Stadt auf den Hawaiinſeln, 11 Ruſſiſcher Dichter, 12 Farbe,
13 Nutzpflanze, 14 Boothovenſche Sinfonie, 15 Pelz, 16 Höchſtleiſtung,
17 Inſel im Karibiſchen Meer, 18 Teil der Kirche, 19 Bibliſcher Berg,
20 Türkiſcher Fluß, 21 Wiſſenſchaftlicher Verſuch.
Anflöfung der Rätſel ausNr. 11:
Kreuzworträtſel.
Verant wortlich f. d. Redaktion: D
Stern=Rätſel.
—3 Eboli, 3—4 Iltis, 4—5 Sirup, 5—1 Poſen=
„Froſt”.
Buchſtaben=Rätſel.
F.is, Gis, Eis.
Haußmann, alle in Darmſtadt
[ ← ][ ][ → ]MdbagkobgſttsbagsSklaafbmtäat
Wo äwe alles vun „ſeine” Not ſchwäzzt, un wo jeder maant,
ium ging’s am ſchlechtſte, do kann mer’s nadierlich em Therjader
nst verdenke, wann’s aach emol widder ſei Nodlag e bische
hsſcheiwärfern will, un will ſe in’s rechte Licht ricke, um zu
be=
meeiſe, daß es in der Wält des Scheins net viel armſeelicher
hergeht, wie in der Wält des Seins.
um nu dem Publigumm de neediche Verſtandewuh
beizu=
kringe, un ums widder mehr am Therjader zu indräſſiern, hott
umſer Schenneralindendant, de Kall Ebert, die lebliche Abſicht,
us, de Pubbligimmer, e Baddie Vorleſunge halte zu loſſe, un
zvar vun geſcheide Leit, die wo ſich auskenne am Worſchtkeſſel,
u wo uns was zu ſage hawwe.
un ſo hatt er ſich for de erſte Vordrag de Wilhelm Michel
gedunge. Un der hott alſo am Mondag awend im Ulaane Fojee,
nor=eme wärklich „auserleſene” Bubbligumm, un in=ere fotchtbar
eifgeſtärkte Hemderbruſt, ſich eigehend iwwer des heidiche
Theaterbroblehm” verbreidert. Warum de Wilhelm Michel ſich
zt dem Zweck äxdra in die erſt Gannidur geſtärzt hott, un is ſo
cugſie in=eme hochzeidliche Kleid am Pult erſchiene, ſo daß ſich
manſer Theaterſchäff hott endſchuldiche miſſe, weil er nor im
Arweitskiddel war, worunner ſich allerdings niemand e paar
ruff=
ggeſchärzte Hemdsärmel zu denke brauch — alſo warum de Wil=
Helm Michel ſich ärdra ſo „foi” gemacht hott, däß geht mich zwar
weiders nir a, awwer — ich brauch en A’fang, un de Wilhelm
EMichel waaß jo ſälbſt, wie ſchwer’s als is, bis mer en richdiche
AAfang hott un do hie kimmt, wo mer hie will.
Um alſo widder uff die bliedeweis un ſtäckeſteif Hemderbruſt
zu kumme; nemlich: mir nemme uns all viel zu ernſt un zu
ffeierlich. Un ganz beſunners aach 8 Theater. Warum? —
Es ſoll doch niemand gekebbt wärrn! — Sundern ich denk mir,
Leit, die wo wärklich iwwern Alldag enaus noch was fors
Theg=
ter un ſei „Broblehme” iwwrich hawwe, die will unſer
Schenne=
ralindendant emol enanner neher bringe un zuſammefiehrn.
Un je liſcheerer un gemietlicher ſich ſowas abwiggelt, um ſo
greeßer wärd der Erfolch ſei. — Mir zulieb hett drum de
Wil=
helm Michel ſo ſalobb erſcheine kenne, wie’s em am liebſte is un
am beſte ſteht. Meintswääche hett ſogar geraacht därfe wärrn,
wanns die Hausordnung erlaawe dhet
Wie geſagt, mir nemme uns ſälbſt un alles annere viel zu
ernſt un zu feierlich. un däßhalb drage mer all ſo ſchwer
dra un kumme net devo los, un net driwwer ewäck. Die
ſteif=
geſtärkt Hemderbruſt, däß is gradezu des „Simmbohl” vun unſere
heidiche ſteifleinerne Zeit. Däß Härz friert unner all däre
Hoff=
mannsſtärk. Es find net mehr de richdiche Mut, all däre
ſchwill=
ſtiche Broblemadick ins Geſicht zu lache. Es kimmt ſich vor, wie
bun=eme beeſe Geiſt im Kreis erum gefiehrt, un ringsdicherum
liggt ſcheene griene Weide
Theader un Bolledick — Bolledick un Theader, daß is gehubbt
wie gedubbt, un hinne ſo vorne wie hoch. Nemlich: jeder
waaß, wos fehlt, un kaaner kann helfe!. Es fehlt uns alſo
net an Dockter, die wo die Rezäbbte verſchreiwe, awwer an
Abbe=
dheker, die wo ſe braue kenne, däß is es.
Daß nadierlich aach de Wilhelm Michel waaß, wo’s habert,
däß is emol ſo klar wie Kleesbrieh. Un er hott drum aach recht
geſcheide Vemärkunge falle loſſe. Ob awwer ſei Wink mitm
Scheierdor was nitze . ? — Mir zu lieb hett er ruhich noch e
bische deitlicher wärrn kenne. Awwer nadierlich, die Ooſe=
Hemderbruſt, die ſteifgeſtärkt, die warm im Wähk.
Im Jwwriche mecht ich awwer bemärke, daß vor ihm, un
bor alle annern, die wo was zu däre Theate roblemadick zu ſage
hawwe, aach ſchun emol einer namens Geethe e paar ganz
ver=
flucht geſcheide Redensarte zu dem Thema vun ſich gäwwe hott;
meines Wiſſens ſtehn ſe im „Fauſt” ärchendwo. No un der Geethe,
wann er aach bloß Miniſter un Geheimrat war, es war doch aach
e alter Theaterbrackdiguß; mer ſoll ſei Radſchleech net ſo mir nix,
dir nix zum alte Eiſe wärfe. „Vor allem aber laßt genug
ge=
ſchehen” un ſo..
Jetzt, was mich bedrifft, ſo glaab ich kaum, daß mich der Kall
Ebert emol dezu ufffordert, mei Aſichte iwwers Theater zum
beſte zu gäwwe. Ich kenntem aach, offe geſtanne, net defor
garandiern, daß die Sach ſo hochfeierlich un dodernſt abgingt.
Dann ich hab däß märkwärdiche Bäch, daß, wann ich was
Ernſt=
haſtes ſag, do lache die Leit, un wann ich wärklich emol en Witz
mach, do märkts niemand. Däß is mei Verhengnis. Es kennt
alſo ſehr leicht meechlich ſei, daß wann ich in meim Blaugedibbelte
mei Aſichte iwwer die heidiche Theaterbroblemadick vun mer
gebt, daß däß, drotz allem heiliche Ernſt, e Mordsgelächter gäwwe
dhet. Un däß weer jedenfalls dem Ebert ſehr peinlich, dann der
nimmt äwenfalls ſich ſälbſt un alles um ſich erum ſo färchterlich
ernſt un feierlich.
Un dann is däß en große Mangel in meine Bildung, daß
ich de Kitſch vun de Kunſt net richdich unnerſcheide kann. Ich
verloß mich in dem Fall halt immer noch uff mein geſunde
Menſcheverſtand, un ſag, wie ich’s denk. Un fall nadierlich uff;
wenichſtens bei dene Leit, die wo mit ihrm baddendierte
Rein=
lichkeitsempfinde de Kitſch vun de Kunſt haarſchaff genau
unner=
ſcheide kenne. Mei Zwangsmiedern is do geſcheider; nemlich
wann mer die freecht: „No wie hott’s Ihne gefalle, gäſtern Awend
im Therjader?” do ſeecht die in de meiſte Fäll: „Ich waaß net,
ich hab die Kridick noch net geläſe‟.
Wie geſagt, ich mach mer drum aach verflucht wenich Sorje
driwwer, ob däß, was mir gefellt, nu unner die Rubrick Kitſch,
odder unner die Rubrick Kunſt geheert. Ich mach mer aach
gorkaa Gewiſſe draus, wann mich jemand drum aguckt, weil
mir en Schwank vun de Firma „Arnold un Bach” mehr Spaß
macht, wie ſon franzöſiſcher Zimmt, wo ſich e „alleinſtehend Dam”
geſchlagene volle zwaa Akte lang in=eme zwaaſchleeferiche
Himmelbett erumwälliern muß, ſo daß mer zuletzt ſälwer die
Gehnſucht krickt for lauter Langweil.— Mir gefellt aach de „
Drei=
zehnte Stuhl” immer noch dauſendmal beſſer, wie die ſchwilſtich
Broblemadick pun=eme Bert Brecht in ſeim ſtädtiſche Dickicht, wo
demit ſe unſeraans, wo noch net vun des Gedankens Bläſſe
agekrenkelt is, regelrecht aus em Therjader enausekele. („Mann
is Mann”, däß mag ſtimme, awwer Dichter is däßhalb noch lang
net Dichter!) Ja ſelbſt em Zuckmeyer ſein gudmiediche „Theater=
Schinnerhannes”, mit dem chriſtliche Verein junger Menner
vun=
ere Raiwerbände — (unſer liewer guter Maletzky als „Raiwer”,
däß is allaa ſchun e Feſt; un de Hans Ney als Korborahl —
Deiwel aach, mit dene Zwaa kennt mer ſchun e „Geſchäft” mache,
wann mer nor wollt!) alſo dem Zuckmeyer ſein „Kulliſſe=
Schinnerhannes”, wann’s aach e bische ſaffdich drinn hergeht
(mir ſin jo lengſt net mehr ſo zimmberlich), awwer die Art vun
„Theater” is mer immer noch liewer, wie e Dutzend
äxbräſſio=
niſtiſcher „Ballunge”, wo kaa Menſch draus klug wärd, außer de
neu molgeſcheide Drama= un Kridicker. Im letztere Fall braucht mer
ſich awwer net zu wunnern, wann es Theater leer bleibt, dann
es Bubligumm leßt’s ſich 8 uff die Dauer net gefalle, for dimmer
gehalte zu wärrn, als es in Wärklichkeit is.
Alſo mit aam Wort, was ſoll all des Gejammer iwwer den
ſchlechte Theaterbeſuch, wann mer’s nor immer druff aleecht, dem
Bubligumm, ſo oft wie meechlich for de Kobb zu ſtoße, ſeis net
mit m Stick, ſo doch mit de Inszehnierung, wie zum Beiſpiel in
de „Stumme”, wo mer maant, mer hett en verunglickte
Grieß=
budding vor ſich mit Himbeer= odder Vanillſoos, je nooch de
Stimmung.
Ich ſteh uff dem Standpunkt, daß drotz der Not der Zeit,
drotz Kino, Radio un Sport, der geiſtiſche Schwerarweiter, odder
ſchwere Handarweiter ſich immer noch e Theaterkadd leiſte dhut,
wann er im Theater däß find, was er ſucht, nemlich Erhewung
iwwer de Aldag, ganerlag, ob dorch ernſte Weiheſtunde, odder
dorch e herzerquickendes Lache, 8 is aans ſo wertvoll wie des
annere un gibt Kraft zu neier Arweit. Un mer ſoll ſich’s am
Theater endlich emol abgewehne, zu dhu, als hett mer allaa
den gute Geſchmack gepacht, un nor des dumme Publigumm wißt
die „Koſtbarkeide” net zu ſchätze, die wo merm ſärwiert. Dann
es kann nemlich aach ſo ſei, daß des genzlich unbroblemadiſche
Bubligumm en beſſere Geſchmack beweiſe dhut, wanns e
der=
ardich „Kunſt” ablehnt, un ſich liewer mitm „Kitſch” behilft.
Dann ſoll mer widder for Schauſpieler ſorje, die wo net
immer dem Bubligumm die „Kehrſeit” zeiche, un die wo ſo laut
ſchwätze kenne, daß mer aach uffm letzte Blatz jed Wort verſteht,
damit mer net vorher ſelbſt des Stick auswennich lerne muß.
Dann ſoll mer gach die Kinſtler uff de Biehn, des Läwe net
ſchwerer mache, alz es ſo ſchun is; es is nehmlich net wahr,
daß die Welt frieher aus lauter Trebbe un Podäſte beſtanne hott.
un wann mer dann noch Kulliſſe hieſtellt, bei dene mer ohne
weiteres erkenne kann, obs en Wald vorſtelle ſoll, odder e
Zimmer, dann wärd’s in de Haubſach gedha ſei.
un wann in Gottes Name unſer Zeit „Neutöner” ſtatt
Muſicker, un „Theaterarchidäckte” ſtatt Dramadicker hervorbringt,
dann ſoll mer, ſelbſt uff die Gefahr hin, for rickſtendich zu gälte,
ſich an das gute Alte halte, däß wo immer noch mehr innere
Wert hott, als wie däß ganze Zeicks, wo uns die Nachkriegszeit
beſcheert hott, un wo gottlob genzlich ſpurlos am Geſchmack
des=
jenichen Bubligumms voriwwer gange is, däß wo for des
finanzielle Beſteh vum Theater allag maßgäwend is ...
un daß des Bubbligumm de Wähk ins Theater finne dhut,
däß beweiſt doch der Beſuch vun dene Awende, wo e gut Muſick
gemacht wärd, wie beim Dockter Böhm ſeine ſogenannte „Volks”=
Konnzärte. Odder aach die Ufffiehrunge, wo der Dichter des
Wort hott, un net der Reſchiſſeer maant, er weer derjeniche
welcher, un dem wo’s um de Text gornet zu dhu is, ſundern
bloß dodrum, ſich indräſſant zu mache, koſt’s wos es will. Des
ganze Geredd iwwer die Theaterkrieſis is nooch meiner Aſicht
nor e Ausredd vun ſo „Dichter” un „Reſchiſſer”, die wo maane,
es Theater weer nor ihne zulieb da, un ihrm „lidderariſch=
Sonderbubbligumm”. — Awwer mer ſoll ſich net deiſche, des
annere Bubbligumm is net dimmer un net geſcheider, wie’s
frie=
her aach war; awwer es leßt ſich uff die Dauer net zum Narr
halte; genau ſo wenich wie in de Bolledick, ſundern es verweichert
ei fach die Gefolgſchaft, un rächt ſich domit for die Blamage, die
merm agedha bott. Un weer dann hinnenooch de Blamierte
is, däß wärd ſich weiße, hott ſäller Weisbinner geſagt —
So, däß wer’s widder mol for heit. Hoffentlich is mer de
Wilhelm Michel net bees, wann ich nu” äwenfalls mein Semft
dezu gäwwe hab, ſo gut ich’s verſteh. — Un unſer
Schenneral=
indendant — no, der hott jo neilich geſagt, es Bubbligumm ſollt
ſich ſei Urdeil fällwer bilde — däß is alſo meins. Un jetzt
bin ich doch emol geſpannt, ob unſer annern Abbonnente den
Frageboge” for die nechſt Spielſaiſohn net aach ſo ehnlich
aus=
fille un dhun dißbeziechlich ihr Winſch aißern .
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Halt, däß hett ich beinoh vergäſſe.
Nemlich die Woch kimmts Kätche Dorſch zu uns uff Beſuch.
Offe geſtanne, die kimmt mir wie gerufe, un die wärd beweiſe,
inwiefärn ich Recht hab mit meine altfrenkiſche Aſichte. Nemlich
däß is e theatraliſch Vollblut, eins A, brima, brima, die dhut
mit ihre Kunſt jed Theaterbubbligumm begeiſtern, aanerlag ob’s
vun heit, odder noch vun vor fuffzich Johr im Theater ſitzt. Die
rennt däß ganze Gedhu un Gemach, vun wäche dem „modärne
Stil” un dem ſogenannte „neie Geiſt”, der wo ageblich iwwer
die Dichter un Reſchiſſeer kumme is, iwwern Haufe. Die ganz
Wichdichdhuerei vun dene „Theaterdockter” ritſcht in ſich zuſamme,
wann ſo e gottbegnadetes Menſchekind keck un friſch druff los
gafach Komedie ſpielt. Do gibts uff aamol kaa „Brobleme” mehr,
jundern alles is begeiſtert. Un de „Film”, der ehrgeiziche
Schritt=
macher vum Theater, der muß ſich in dem Fall als geſchlage
erkleern. Wer ſich alſo wäüche de Nichdichkeit vun meine
rick=
ſtendiche Aſichte iwwerzeiche will, der ſoll ſich des Kätche
Dorſch agucke, un ſoll Zeiche ſei, wie mer des Bubbligumm,
däß wo agäblich nir mehr fors Theater iwwrich hott, begeiſtern
un unner Waſſer ſetze kann, mit gelachte odder gegreinte
Ohrene, ganz wie’s däß Ooſefrauenzimmer hawwe will. —
Ja=
wohl, die waaß es ſchun: ohne en Schuß geſunde Humor kann
mer die Leit ſo recht weder zum Lache noch zum Greine bringe.
Däß is aach mei Aſicht. Un däß ſoll mer am Theater nie
ver=
gäſſe!
For unſern zurickgewieſene Niebergall=Brunne: Vun zwaa
Kolleeche: 286,98 Mack; Vun=ere Laus im Belz: 20 Mack: Wenich
awwer vun Härze: 70 Feunich. Danke ſchee!
Der zeitgemäße Haushalt.
Die ausſterbende Wirtſchaftsſchürze — der
Triumphdes Arbeitskittels. Bei den Ausſteuern
ver=
gangener Zeiten durfte ein oder mindeſtens ein halbes Dutzend
Wirtſchaftsſchürzen nicht fehlen, die der jungen Frau bei ihrer
ſpäteren Küchentätigkeit die Kleidung ſchützen ſollten. Durch die
ſtändig von den Schultern gleitenden Träger, wie auch mehr oder
minder ſchnelles Schmutzigwerden namentlich hellgrundiger
Schürzen machten ſie ſich aber bei den Hausfrauen ſtändig
miß=
liebiger. Nach amerikaniſchem Muſter ſuchte man ſie durch
ge=
ſchloſſene Arbeitskittel, wie wir ſie ſchon bei den
ver=
ſchiedenſten Berufsklaſſen; bei Apothekern, Aerzten, Friſeuren,
Malern, Bildhauern uſw., ja ſogar ſchon in den verſchiedenſten
Büros feſten Fuß faſſen ſahen, zu erſetzen. So zeigen ſie ſich
denn heute im Kleidſchnitt, mit oder ohne Gürtel, mit gefälligem
Schal= oder Neverskragen und Bündchenärmel, ſowohl in Köper,
Neſſel, Halbleinen, Satin uſw., vorwiegend in Naturfarbe. Da
ſie aber bei der Hausfrauentätigkeit ſchneller ſchmutzig werden,
iſt es ratſam, ſie durch ein Farbbad von Wilbrafix in lichten
Paſtell=
tönen: hellblau, holzbraun, hellgrün, fliederfarben zu ziehen, ein
Verfahren, das nach der erſten Wäſche der Kittel geſchehen ſollte,
da dann die von neu aus enthaltene Appretur entfernt iſt und
das Gewebe die Farbe gleichmäßig aufnimmt.
Backpflaumen mit Kartoffeln und
Schwarz=
fleiſch (ſüddeutſches Rezept). 34 Pfund am Abend zuvor
ein=
geweichte Baapflaumen kocht man mit Zimt und Zitronenſchale
weich, desgleichen 1½ Pfund geſchälte, in Würfel geſchnittene
Kartoffeln in Salzwaſſer, fügt ſie abgegoſſen zu den Pflaumen
und ſchmeckt beides zuſammen mit Salz, Eſſig und Zucker
ſüß=
ſäuerlich ab und reicht gekochtes Schwarzfleiſch dazu.
Sauerkrautfalat. Da der Genuß von rohem
Sauer=
kraut wegen ſeiner Miſchſäure ſehr geſund iſt, ſo ſollte man dieſes
auch in ungekochtem Zuſtand als Salat verſpeiſen, wozu man
das Sauerkraut, mit Eſſig, Oel, Salz, Pfeffer und geriebener
Zwiebel vikant abgeſchmeckt 2 bis 3 Stunden „ziehen” läßt. Er
paßt vorzüglich als Beilage zu Fiſchgerichten.
Fiſchfilet in Backteig ausgebacken mit
Toma=
tentunke. Die Fiſchſilets, wie bereits angegegeben, einbeizen,
abtroclnen, im Backteig ordentlich wälzen und kurz vor dem
Ge=
brauch in ſchwimmendem Fett ausbacken, trocken ſervieren. Auch
hier, um Fett zu ſparen, nach und nach ausbacken. — Backteig:
Halb Bier und Waſſer, Priſe Salz, Schuß Oel mit ſoviel Mehl
glatt verrühren, daß eine dickſlüſſige Maſſe entſteht. Hat man ab=
gelaſſenes Eiweiß übrig, ſchlägt man dieſes zu Schnee (Anzahl
gleich) und zieht es unter die Maſſe. Dieſe Backteigmaſſe kann
längere Zeit aufbewahrt, immer wieder benutzt werden und nicht
allein zu Fiſch, ſondern auch zu allen Fruchtbeignetsarten. Wenn
die Maſſe nachgelaſſen, gibt man etwas Mehl dazu. —
Toma=
tentunke: Die Fiſchgräten und Abfälle mit etwas Waſſer und
Salz fünf Minuten kochen. Etwas mageren Speck in kleine
Wür=
fel geſchnitten, mit Butter oder Margarine leicht anbraten, dazu
feingeſchnittene Zwiebeln krausſchwitzen, etwas Mehl dazu
gleich=
falls krausſchwitzen und mit dim Fiſchwaſſer auffüllen und,
nach=
dem glattgerührt, mit Tomatenpüree 15 Minuten kochen.
Sind „angegangene” Konſerven noch zu
ret=
ten?. Dieſer Frage begeßnet man öfter in den „Briefkäſten”
der Frauenbeilagen von Tageszeitungen und
Frauenzeitſchrif=
ten, oder ſie wird in Damenkränzchen von dieſer oder jener
Hausfrau geſtellt, ſobald hauswirtſchaftliche Fragen zur Debatte
ſtehen. Die Wiederverwendung verdorbener, alſo ſtark
ver=
ſchimmelter und gegorener Konſerven ſollte aus
Geſundheits=
rücklſichten ganz verworfen werden. Nur leicht „angegangene‟,
d. h. alſo jene Konſerven, bei denen ſich durch Nachlaſſen der
Elaſtizität des Gummiringes das Glas öffnete oder durch Froſt
der Büchſen= und Flaſcheninhalt in ſeiner Haltbarkeit
beeinträch=
tigt wurde, ſollten dafür in Frage kommen. Bemerkt man dieſe
Schäden beim Nachprüfen und Inſpizieren der
Konſerven=
vorräte, ſo ſollte man dieſe ſofort aus ihren Gefäßen nehmen
und davon entweder Surten, Frucht= oder Süßſpeiſen bereiten,
deren Säure man durch Süßſtoffzuſatz mildert und die man evtl.
noch mit Zitronen= oder Arfelſinenſchale, Mandeln, Vanille,
Rum uſw. im Geſchmack verbeſſert. Apfelmus und eingekochte
Beerenfrüchte kann man jdoch auch dick zu Marmeladen
ein=
kochen. Ganze Früchte, wie Birnen, Pflaumen, Aprikoſen,
Kir=
ſchen uſw., ergeben z. B. noch eine vorzügliche Auflage für Torten
und Kuchen, ebenſo auch Rhabarber, deſſen Saft, wie oben geſüßt
und mit Gelatine verdickt, über dieſe im Erſtarrungsmoment
gegoſſen, einen delikaten „Euß” ergibt, wenn man nicht ſüßen
Eiſchnee als „Baiſſermaſſe” jenem Abſchluß vorzieht.
Speiſezettel.
Sonntag: Weinſuppe, gefüllte Rindsrölſchen,
Apfelſinen=
ſalat. — Montag: Backrflaumen mit Kartoffeln und
Schwarz=
fleiſch. — Dienstag: Sauerkraut mit Erbsbrei und
Schweinsknochen. — Mittwoch; Brennſuppe, Wirſing mit
ge=
kochter Rinderbruſt. — Donnerstag: Roſenkohlgemiſe mit
Nöſtkartoffeln und gebratener Kalbsleber. — Freitag:
Ge=
ſtickte Seeforellen mit Majonnaiſe=Kartoffelſalat. —
Sams=
tag: Gefüllte Eierkuchen mit Squerkrautſalat.
I
IE
Humor
„Sag mal, Li, was iſt denn unanſtändig ?‟
„Wenn jemand drittes dazu kommt.”
Sein Mittel. Man ſpricht über Schlafloſigkeit, und einer der
An=
weſenden erklärt, daß ein Glas guten Whisky, jede halbe Stunde
ge=
nommen, ein vortreffliches Mittel iſt. „Und ſchlafen Sie dann gut?”
fragt jemand. — „Nein”, erwidert der andere. „Aber das
Wach=
bleiben wird angenehmer.”
Berechtigte Frage. „Halloh, halloh, iſt dort das Leihamt?”
Wir ſind nicht hier, um
„Jawohl.” — Bitte, wie ſpät iſt ess
Auskunft über die Zeit zu geben.” — „Aber bitte ſehr, Sie haben doch
meine Uhr dort.”
Vorher und nachher. „Meine Frau benutzt den Punktroller jetzt
ſchon über zwei Jahre.” — „Nun, iſt ſchon was zu ſehen?” — „Aber
gewiß, der Roller iſt ſchon viel dünner.”
Buchſtäblich befolgt. „Was ißt du denn da? Das ſieht ja aus
„Iſt es auch. Der Doktor hat mir tieriſche
wie Hundekuchen.”
Nahrung verordnet.
Der junge Hygieniker. Die Mutter ſieht, wie Tommy ſich den
Zeigefinger ſeiner rechten Hand wäſcht. Verwundert über dieſe Keime
eines ungewohnten Reinlichkeitsbedürfniſſes fragt ſie: „Wie kommſt
du auf den Gedanken, nur einen Finger zu waſchen?” — „Der Junge
von nebenan hat mir erlaubt, ich dürſte mal den neuen Zahn bei
ſeinem Schweſterchen fühlen.”
Letzter Wunſch. „Mit Ihnen ſteht es ſehr ſchlecht,” ſagt der Doktor,
„wünſchen Sie noch jemand zu ſprechen?” — Ja,” flüſtert der Patient.
„Wen denn?” — „Bitte, einen anderen Doktor”
Die beſte Kritik. „Nun, wie gefällt Ihnen mein neues Stück?” fragt
eine bekannte junge Dame. — „Wundervoll!” ruſt dieſe
ent=
zückt aus, „uich habe mich im Zwiſchenakt verlobt.
Cenni s.
Wenn man heute an die Anſchaffung der
Garde=
robe für den Tennisſport denkt, ſo muß man
bedeu=
tend vorſichtiger ſein, als dies ehemals der Fall war;
ſpielte es doch ſeinerzeit im Grunde genommen eine
ſehr unweſentliche Rolle, ob man ſich ein leichtes
Kleidchen mehr oder weniger anſchaffte, während
man heute jedweder erläßlichen Ausgabe aus dem
Wege gehen muß. Auch ſollen ja jene Dinge, die man
zum Tennis verwendet, nicht einzig und allein für
den Sport brauchbar ſein, ſondern auch für die
Pro=
menade und alle anderen Zwecke verwendet werden
können.
Darum iſt man auch davon abgegangen, für den
Tennisplatz bei der weißen Farbe zu bleiben. Nicht
nur, weil weiß im Grunde genommen ſehr
unprak=
tiſch iſt und nur ſeinerzeit Berechtigung hatte, als
man zum größten Teile waſchbares Material zur
Herſtellung der kleinen Kleidchen heranzog, ſondern
weil dieſe Farbe auch weniger dekorativ iſt als die
ſchönen Zwiſchentöne, die uns die Mode in den
letz=
ten Jahren zu bieten hat, ganz abgeſehen von den
feinen Paſtellfarben, die in ihrer geradezu
faſzinie=
renden Wirkung kaum von irgend einer anderen
Schattierung erreicht werden können. Im übrigen
würden weiße Tennis=Modelle auch inſofern einen
großen Luxus darſtellen, als man ſie ja außerhalb
des Sportplatzes — mit Ausnahme der
Sommer=
friſche und des Kurortes — kaum zu verwenden
vermag.
Aus dieſer Not eine Tugend ſchaffend, ſchreibt
eben die Mode heuer für den Tennisplatz nicht mehr
nur weiß vor, ſondern bevorzugt geradezu die
ver=
ſchiedenen Zwiſchenſchattierungen, wie kaſha, beige,
ſand und die zarten Paſtelltöne, bei denen allerdings
auf abſolute Lichtechtheit geſehen werden muß, da
man ſonſt im grellen Sonnenſchein unangenehme
Ueberraſchungen erleben kann.
Die Materialien, die für die Tenniskleidung
heran=
gezogen werden, ſind natürlich leicht und ungemein
ſchmiegſam, ſoweit es ſich um Wollſtoffe handelt. Bei der
Ver=
arbeitung von Seiden hält man ſich im allgemeinen an die
Waſch=
ſeiden, wobei geſtreifte Herrenhemdſeide und Rohſeiden aller Art
viel Beachtung finden.
Die Formen der neuen Tennismodelle ſind ausgeſprochen
ſchlicht, und „je einfacher die Linie, deſto beſſer die Wirkung”,
eine Modetendenz, die man in nächſter Zeit unbedingt zu befolgen
haben wird.
Die Röcke müſſen natürlich entſprechend weit ſein, um beim
Sport nicht hinderlich zu erſcheinen, weshalb man ſich gern an
die verſchiedenen Falten= und Pliſſee=Röckchen hält, die reizend
in ihrem Effekt und praktiſch in der Verwendung ſind; aber auch
gerade Röcke mit einer tief eingelegten Falte bieten hinreichende
Bewegungsmöglichkeit.
Zum Tenniskleid wählt man an kühlen Tagen entweder den
Mantel oder das kurze, faſt weſtenähnliche Jäckchen, bisweilen
ſchafft man auch beides an, da die Herſtellung des
Jäckchens in der Regel keine bedeutenden
Anforde=
rungen an die Brieftaſche ſtellt.
Aufputzeffekte werden faſt vollſtändig vermieden.
Ein flotter Gürtel in greller Farbe, bunte Blenden,
eine aparte Seidenbinde oder ein ſchick gemuſterten
Schal oder endlich auch ein kleines Halstüchlein
bil=
den die richtigſte und netteſte Garnierung des
Tennis=
kleides.
Ueber die neueſten Schaffungen auf dieſem
Ge=
biete gibt unſere Bildgruppe Aufſchluß.
Den in der erſten Skizze feſtgehaltenen Mantell
hat man ſich aus hellem Naturkaſha, einem
Fresko=
ſtoff oder einem ähnlichen poröſen Wollmaterial zuz
denken, das leicht iſt und dennoch warm hält
und=
niemals zerknüllt wirkt. Die Form des Mantels iſti
ſchlicht und gerade. Eine tiefe Sattelpartie und
bei=
derſeits feſtgeſteppte, durch die Mitte laufende
Längs=
blenden, die durch einen Gürtel gekreuzt werden,,
ſtellen die einzige Garnierung dar.
Zu einem ſolchen Mantel wählt man ein
ärmel=
loſes Tenniskleid in der gleichen Farbe: das Röck= eng pliſſiert, die jumperartige Bluſe unten mit:
einer auf eine Schnalle verſchloſſenen Gürtelpaſſe in
bunter Farbe abgeſchloſſen, die ſich in Form der
Um=
rahmung des Ausſchnittes und der Armlöcher
wiederholt. (Bild 2.)
Auch Koſtüme ſind am Tennisplatz gern geſehen
und werden in der Regel mit einer Hemdbluſe
kom=
biniert, die neueſtens wieder in dem Rock getragen
wird, alſo die Mode von anno dazumal wiederbringt.
Bild 3 und 4 zeigen das flotte Koſtüm in heller
Farbe. Der gerade Rock bringt eine tief eingelegte
Quetſchfalte in der vorderen Mitte; eine ſchlichte
„klaſſiſche” Hemdbluſe mit geſtreifter Binde und
einem in der Farbe mit dieſem Streifen
überein=
ſtimmender Ledergürtel nimmt ſich ſicherlich
vorteil=
haft aus. Die Jacke hat den — nach neueſter
ameri=
kaniſcher Mode — eingeſchweiften Smokingſchnitt (ſo
daß die Taille höher gerückt erſcheint) und iſt auf
zwei Knöpfe verſchloſſen.
Ungemein flott wirkt ein ſchlichtes Rohſeidenkleid
mit ziemlich eng anliegendem Oberteil und glockig fallender
Rock=
partie (Bild 5). Ein ſolches Modell wird man in einer ſchönen
Paſtellfarbe, etwa gobelin=blau oder nil=grün, arbeiten und mit
einem gleichfarbigen Tuch mit dunkleren Punkten, die gemalt oder
geſtickt ſein können, verſehen.
Alle dieſe Modelle laſſen ſich außer für den Tennisſport auch
für die Promenade und den Strapazgebrauch ausgezeichnet
ver=
wenden und ſind für Frühjahr wie Sommer berechnet. R. H.
Pelzärmel im Frühjahre ſind ſicherlich als pikante modiſche
Idee zu werten, und gerade der Umſtand, daß der Mantelkragen
unverbrämt bleibt, ſichert den fellgarnierten Manſchetten eine um
ſo größere Wirkung. Die neuen Umhüllen für den Nachmittag,
die man natürlich ſpäterhin auch für den Sommerabend
heran=
zuziehen gedenkt, verfertigt man mit Vorliebe aus dunkler Seide,
etwa aus ſchwarzem Marokko=Krepp oder aber aus feinem,
ſchmiegſamem Modeſtoff.
Schadhaft gewordene Bettücher ergeben noch
kräftige Küchenhandtücher. Sobald Bettücher, die
mei=
ſtens in der Mitte zuerſt fadenſcheinig werden, nach dem
Aus=
beſſern wieder mürbe Stellen aufweiſen, während die Seitenteile
noch brauchbar und kräftig ſind, ſollte man die defekte Mitte
herausſchneiden und die Längsſeiten in der Breite und der
Länge eines Küchenhandtuches zurechtſchneiden und geſäumt und
„bebändert” aufbrauchen. Dieſe halten noch lange „die Reihe‟
und erſparen lange Zeit Neuanſchaffungen.
Kaffeeflecken aus weißen Tiſchtüchern ohne
Waſchen zu entfernen. Dieſe ſind für die Hausfrau dann
ſehr unangenehm, wenn ſie in noch ſauberen, großen Leinen=
und Damaſttafeltüchern entſtehen, die man noch länger auflegen
könnte. In dieſem Falle nehme man das Tuch auf ein
Plätt=
brett, überreibe es zunächſt mit einer Zahnbürſte und
heißem Waſſer, darauf mit Waſſerſtoffſuperoxyd, das die
Kaffeefarbe bleicht. Nachwaſchen mit klarem Waſſer und
ſofor=
tiges Trocken= und Glänzendplätten des Tuches erſpart die
Neu=
wäſche desſelben. Auf dieſe Weiſe laſſen ſich ſelbſt Milchkaffee=,
Kakao= und Schokoladenflecke auf „friſcher Tat” entfernen.
Vom Favorit=Album erſchien ſoeben die Ausgabe 56 für
Früh=
jahr und Sommer 1928. Ein farbenfreudiger Titel lockt alle
Freundinnen ſchöner Kleider, auch den Inhalt anzuſehen, und es
beſtätigt ſich, daß er das hält, was der Titel verſpricht. In
tadel=
los künſtleriſcher Aufmachung werden eine Fülle wirklich
elegan=
ter Frühjahrs= und Sommer=Modelle für alle Zwecke und
Ge=
legenheiten vorgeführt und — was den ſelbſtſchneidernden Frauen
vor allen Dingen wichtig iſt — es wird neben dem eleganten auch
das praktiſche und ſchlichte Kleid in feſchen Formen gezeigt.
Wäſche und Kinderkleidung vervollſtändigen die Sammlung und
ein Gratis=Schnittmuſterbogen erleichtert die Herſtellung einiger
praktiſcher Modelle. (Preis des Albums 1,50 Mark.) — Es
ver=
dient darauf hingewieſen zu werden, daß die Modelle des
Favo=
rit=Albums, nach den vorzüglich paſſenden Favorit=Schnitten
ge=
ſchneidert, beſonders viel Freude machen.
riyure n.
Es iſt noch gar nicht lange her, ſeitdem man
er=
kannt hat, daß der Haartracht im Grunde genommen
viel zu wenig Aufmerkſamkeit geſchenkt werde. Ging
doch die Mode lange Zeit ihre eigenen Wege, machte
ganz unglaubliche Metamorphoſen mit, ohne daß die
Friſuren von all dieſen Wandlungen im geringſten
betroffen wurden. Es bedurfte hier erſt einiger
wirk=
lich genialer Künſtler — und als ſolche ſind manche.
Friſeure heute ganz entſchieden zu betrachten —, um
auf dieſem Gebiete einen Umſturz herbeizuführen.
Die kurze Haartracht begegnete ſeinerzeit, wie man
weiß, vorerſt dem größten Widerſtand, und es brauchte
verhältnismäßig ſehr lange, bis ſich die moderne Frau
für das kurzgeſchnittene Haar entſchieden hatte. Vor
einem Jahre etwa konnte man mit vollſtem Rechte
von einem Siege des kurzen Haares ſprechen, doch
ſcheint jetzt neuerlich eine Strömung gegen den
„Herren=Schnitt” einzuſetzen, was allerdings inſofern
verſtändlich erſcheint, als die abſolut feminine Mode,
die ja gegenwärtig ganz unleugbar dominiert, zu dem
ſtrengen Haarſchnitt des letzten Jahres in einem
ge=
wiſſen Widerſpruch ſteht.
Man darf wohl behaupten, daß im Augenblick die
maskuline Tendenz aus der Mode der Frau zu
ſtrei=
chen iſt und einer — wenn man ſie ſo nennen kann —
„ſportlichen” Note das Feld geräumt hat. Auch ſie
hat ſicherlich noch etwas Strenges, Stiliſiertes an ſich,
doch vermeidet ſie die allzu kraſſen Härten der
ſeiner=
zeitigen „vermännlichten” Mode.
Nur ab und zu begegnet man noch — wenn man
diefe Theorie auf die Haartracht übertragen will —
dem ganz ſtrengen Herrenkopf, der aber eben heute
ſchon vereinzelt iſt, während er im vergangenen
Früh=
ling noch durchaus als richtunggebend betrachtet
wurde. Auch iſt die ganz kurze Haartracht heute
keineswegs mehr eine eonditio sine dua non, denn
man findet vielfach auch ſchon halblanges Haar, das
ſich ausgezeichnet friſieren läßt, auf die
allerverſchie=
denſten Arten getragen werden kann und
gewiſſer=
maßen zwiſchen den beiden Extremen die Brücke ſchlägt. Für
einen Erfolg der Mode der halblangen Haare ſpricht die
Tat=
ſache, daß ſich dieſe Neuheit vor allen Dingen in Amerila
ein=
gebürgert hat und die Amerikanerin wirklich auf dem Gebiete
der Friſur wie in ſo vielen anderen modiſchen Dingen heute der
Curopäerin um ein Erhebliches voraus eilt.
Zu den beliebten Friſuren zählen die in die Stirne gekämmten
Haare, ſo daß man erwarten darf, den ſogen. „Friſetten” wieder=
holt zu begegnen, und zwar ſtreicht man die Haare
entweder ganz glatt in die Stirne und erreicht damit
den Effekt der „Dolly=Köpfe (Bild 1), die durch die
beiden Dolly=Siſters Weltberühmtheit erlangt haben
und nach und nach zu einer Marke geworden ſind,
oder aber mau friſiert die Stirnhaare zu ſpaniſchen,
ſtiliſierten Sechſern, eine Mode, die beſonders
dunkel=
haarige Frauen vorzüglich kleidet und eine ſehr
deko=
rative Abendfriſur ſichert.
Wie man ſchlichtes, halblanges Blondhaar im
Nacken zu einer kleinen Rolle eindreht und nur über
den Ohren in kleine Löckchen auslaufen läßt, zeigen
wir im zweiten Bilde und verweifen damit auf eine
ausgeſprochen jugendliche Friſur.
Die früher erwähnten ſpaniſchen Locken als
Gar=
nierung der Stirne in Verbindung mit einer
Scheitel=
friſur und ſeitlich weich ondulierten Haaren zeigt
Skizze 3.
Das erſte Bild der zweiten Reihe iſt als
abend=
liche Adjuftierung des in der Mittelſkizze der erſten
Reihe feſtgehaltenen Kopfes zu deuten und beweiſt,
wie man auch halblanges Haar in reizender Weiſe zu
loſen Locken eindrehen kann.
Der nächſte Kopf macht mit einer Ondulationsfigur
mit ſeitlichem Scheitel vertraut, die gleicherweiſe für
den Tag wie auch für den Abend in Frage kommt.
Rechts darunter ſieht man eine aparte abendliche
Friſur, bei der das Haar vollkommen in Locken
ge=
dreht wird und den Eindruck des „Wuſchel=Kopfes”
macht, eine Wirkung, die ſchon wegen ihres
jugend=
lichen Effektes ſehr geſchätzt wird.
Die vorletzte Skizze verweiſt auf den Herren=Schnitt,
der — wie ſchon früher erwähnt — heuer ſtark in den
Hintergrund tritt und nur von paſſionierten
Sport=
lerinnen getragen werden ſollte.
Wie reizend das loſe aus der Stirne geſtrichene,
rückfliegend friſierte und ſchön ondulierte Haar wirkt,
zeigt das letzte Bild, das gleichzeitig als die kommende
Modefriſur zu werten iſt, die ſicherlich in Hinkunft viel
Beachtung finden dürfte, da ſie zwiſchen dem
Herren=
kopf und der femininer werdenden Mode ein
inter=
eſſantes Kompromiß ſchließt.
Mitunter ſieht man auch noch langes Haar, das aber nur von
Frauen mit klaſſiſchen Geſichtszügen und — vor allen Dingen —
mit klaſſiſchen Profilen getragen werden ſollte, denen bekanntlich
der kurze Haarſchnitt niemals zum Vorteil gereicht. W. U.
Nummer 78
Bin Sürstin Tamane
Roman von P. van der Hurk.
(Nachdruck verboten)
Während des Krieges war ich in der Schweiz. Die Arbeit
dar ſehr erſchwert, da man infolge der Paßſchwierigkeiten zu
elor an eine Gegend gebunden war. Es wurde höchſte Zeit, mein
91-beitsfeld zu verlegen. Bei jener verhängnisvollen
Eiſenbahn=
ſgört durch Tirol befand ich mich ſozuſagen auf der Flucht.
„Als ihr in den Speiſeſaal gehen wolltet, hörte ich deinen
Bruder auf ruſſiſch ſagen, es ſei beſſer, abwechſelnd
hinauszu=
tchen, damit der ſchwarze Handkoffer nicht unbewacht bliebe.
Lue Bemerkung ließ mich auf einen beſonders wertvollen Inhalt
ſalließen —
Bis dahin hatte Tatjana mit wachſender Spannung und
Beängſtigung, aber ohne ihn zu unterbrechen, zugehört. Bei den
esten Worten ſprang ſie auf:
„Die Perlen — —.
Alexei unterbrach ſie mit einer Handbewegung:
„Du wirſt alles erfahren —
Während du im Speiſewagen warſt, ſtahl ich deinem Bruder
d—n Schlüſſelbund und die Brieftaſche. Ich rechnete mit der
Tröglichkeit, daß der Koffer doch einen Augenblick unbewacht
biebe.
Als du deinen Bruder abgelöſt hatteſt, paſſierte das Unglück,
dms uns alle getroffen hätte, wenn nicht die letzten Wagen
un=
kerſehrt geblieben wären. In der erſten Aufregung gedachteſt du
wotürlich nicht an den Koffer, und ſo kam ich ohne Schwierig=
1 iten in den Beſitz des Schmuckes.
Ich hätte einfach verſchwinden können, aber zum erſtenmal
im meinem Leben hatte ich das Gefühl, ein unfaires Spiel
getrie=
ben zu haben. Ich ſah dich ganz faſſungslos über den Tod
dei=
ues Bruders, ich wußte aus euren Geſprächen, daß ihr mit
knap=
der Not aus Rußland geflüchtet waret, daß du ganz allein auf
wer Welt ſtandeſt — — — und hatte Mitleid.
Anderſeits konnte ich auf die Beute nicht verzichten, denn
mein großes Gepäck war zum Teufel gegangen — mein Bargeld
war bis auf weniges zuſammengeſchrumpft — — und dann —
ſoas ging mir blitzſchnell durch den Kopf — wenn du alles
ver=
noren hatteſt, konnte ich dir meine Hilfe anbieten und dich
viel=
beicht für mich und meine Pläne gewinnen.
Erſt als wir in dem kleinen Warteſaal ſaßen — — du halb
Sewußtlos in meinen Mantel gehüllt — — öffnete ich die
Brief=
raſche deines Bruders und fand ſeinen Paß: Fürſt Alexei Michai=
Towitſch Samaroff. Ich kannte dieſen Namen und kannte den
Weburtsort; er liegt im ſelben Gouvernement, wo ich geboren
Bin. — — Eigenartige Zufälle.”
Tatjana war faſſungslos und ſchluchzend in ſich
zuſammen=
ggeſunken.
Sonntag den 18 März 1928
„Das Weitere weißt du,” fuhr Alexei fort. „Die Geſchichte
von der alten Zigeunerin war natürlich erfunden.
Ich trachtete danach, an die Stelle deines Bruders zu treten,
weil der Hoteldieb Iwan Iwanowitſch vom Erdboden
ver=
ſchwinden mußte und der Name Fürſt Samaroff eine äußerſt
brauchbare Viſitenkarte für mich abgab. Niemand anders
konnte mir bei meinen weiteren Plänen behilflicher ſein, als du
ſelbſt. Deshalb machte ich dir den Vorſchlag, an meiner Seite
zu bleiben. Wenn wir die pſychologiſchen Hüllen abſtreifen,
bleibt die nackte Tatſache, daß ich den Namen deines Bruders
und die Gegenwart deiner faſzinierenden Erſcheinung pachtete,
wofür ich die Verpflichtung einging, deinen Lebensunterhalt zu
beſtreiten. Die Gründe dafür, daß du auf dieſen immerhin
eigenartigen Vorſchlag eingingſt, waren undurchſichtiger.
Viel=
leicht war es ein Schritt äußerer Verzweiflung oder ein Gefühl
der Sympathie. — deſſen du dich nicht wehren konnteſt.”
Tatjana ſah den Mann mit weit geöffneten Augen an. Sie
konnte es nicht faſſen. Es kam ihr vor, als ob nicht er ſelbſt
dies alles erzählt hatte, ſondern irgendein Fremder, dem ſie
nicht glauben konnte und dem ſie zurufen müßte: — „Das iſt
alles Lüge, — — — niederträchtige Verleumdung.”
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Sie mußte ſich eingeſtehen, daß ſie ihn geliebt hatte — —
ganz heimlich — — daß ſie in jeder einſamen Stunde in
qual=
voller Sorge um ihn geweſen war.
Sie fühlte ſich angeekelt und beſchmutzt. Sie verſuchte zu
ſprechen, aber ihre Stimme verſagte. Tonlos kam es heraus:
„Ich war alſo nur dein Werkzeug! —
—— Ein Mittel
zum Zweck! — — — Du haſt mein Unglück mißbraucht, meinen
Namen beſudelt — — — haſt mich betrogen und beſtohlen!“
„Halt,” unterbrach er ſie, „ich habe dich nicht beſtohlen; ich
habe überhaupt nicht mehr geſtohlen, ſeitdem ich dich kenne
— denn Iwan Jwanowitſch war tot, und Fürſt
Sama=
roff ſtiehlt nicht!“
Ein Hoffnungsſchimmer flackerte auf. Sie ging auf ihn zu
und hatte nur den einen Wunſch, daß er ſagen konnte: Seitdem
ich dich kenne, bin ich ein anſtändiger Menſch.
„Wovon haben wir denn gelebt, Alexei — — — woher hatteſt
du das viele Geld?” fragte ſie mit bebender Stimme.
„Ich habe den König umgelegt,” ſagte er mit verſchmitztem
Lächeln, „wenn man das ſo gut kann wie ich, iſt Ecarté=ſpielen
ein ſehr einträgliches Geſchäft.”
„Das verſtehe ich nicht.”
„Ich werde es dir erklären. Ich habe dem Glück beim Spiel
ein wenig nachgeholfen — — — aber es traf keine Armen, wie
du weißt.”
Seite 23
„Du biſt alfo ein Falſchſp ——
„Dieſes Wort hat einen unangenehmen Klang — ſagen wir
lieber Berufsſpieler.”
Sie wich einen Schritt zurück:
„Und von dieſem erſchwindelten Geld habe ich — —
„Natürlich — — hat dir das Eſſen vielleicht nicht geſchmeckt
und der Sekt beim Souper?”
„Ich habe es doch nicht gewußt”, ſtöhnte ſie.
„Du ſiehſt daraus,” gab er zur Antwort, „wie wenig die
nackten Tatſachen bedeuten; ſie erhalten erſt einen Wert durch
unſere Einſtellung ihnen gegenüber — — — aber wir ſind noch
nicht zu Ende, denn ich möchte mit dir abrechnen.
Dein Schmuck — ich habe ihn nie angerührt, nur hin und
lrieder verſetzt — befindet ſich in einem Safe der Amſterdamer
Bank in Amſterdam. Ich werde dir nachher den Schlüſſel geben.
Den Paß deines Bruders gebe ich dir auch zurück. Ich
brauche den Fürſtentitel nicht mehr, denn ich bin inzwiſchen
Millionär geworden, was in dieſer Zeit von größter Bedeutung
iſt Fürſt Alerei Michailowitſch Samaroff wird von heute ab
verſchwunden ſein.”
Eine lähmende Angſt beſchlich ſie. Eine furchtbare Ahnung
ſtieg in ihr auf —
„Das Bild — —?” flüſterte ſie, „Alexei — haſt du auch —
das Bild?”
„Beruhige dich,” gab er zur Antwort, „ich werde es dir
er=
zählen.”
„Als wir das letzte Mal in Amſterdam waren, traf ich in
einem Trödlerladen einen Herrn, der ein altes verſtaubtes Bild
für 20 Gulden kaufte. Ich folgte ihm — eigentlich aus anderen
Gründen — und erfuhr im Amſtel=Hotel ſeinen Namen. Später
las ich in der Zeitung, daß dieſes Bild ein echter Tizian wäre
und daß es einen Wert von einer Million Mark haben ſollte.
Iſt Baron Kemp auf den Eedanken gekommen, es dem Trodler
zurückzubringen, weil er es ihm unter falſchen Vorausſetzungen
verkauft hatte?! — — Wenn nicht, mußte man annehmen, daß
die berühmte Magonna für ihn nicht mehr bedeutete als ein
Bild, das ihm gefiel, und einen Kaufpreis hatte von 20
Gul=
ten. Di erinnerſt dich daß ich dem Baron eine Miniatüre
uberließ, die ihm ebenfalls gefiel, und die ich bei demſelben
Trödler ür 20 (Sulden gekauft hatte. Ich machte alſo nur einen
Tauſch, als ich ihm die Miniatüre gab und dafür ſpäter die
Ma=
donna nahm: „Jedenfalls gebührt dir die Ehre, mich bei dieſem
Geſchaft äußerſt geſchickt unterſtützt zu haben."
„Nch —
„Ich leugne keineswegs die Abſicht, als ich Kemp den
Auf=
trag gab, dich zu malen; aber du wirſt dich erinnern, daß er
den Auftrag zunächſt ſtrikt ablehnte und ihn erſt auf deine
drin=
gende Bitte und deine für ihn ſehr ſchmeichelhafte Bemerkung
hin: du möchteſt gerade von ihm gemalt werden, annahm.
(Fortſetzung folgt.)
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Sie für Ihre treuesten Diener etwas tun.
„Wenn die Füße nicht in Ordnung sind, taugt der ganze
Mensch nichts. Haben Sie das nichtauch schon empfunden?"
Trotzdem die Schmerzen oft bis zum Knie, bis zur Hüfte,
ja bis zum Kreuz ausstrahlten und Sie in Ihrer Tätigkeit
hemmten: haben Sie etwas getan, um die Ursachen Ihrer
Beschwerden festzustellen? Wahrscheinlich haben Sie
geglaubt, daß Rheumatismus und Gicht Sie geplagt: —
Daß die Schmerzen aber von Ihren überlasteten Füßen
herrühren könnten, daran dachten Sie nicht. —
Und doch ist es leicht, die Ursachen Ihrer Beschwerden
festzustellen. Kommen Sie heute noch in das Supinatorium!
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beim „Deutſchen Herold” verſichert. Wenn je etwas, ſo iſt
dies der deutlichſte Beweis für das große Vertrauen, das
ihm von allen Schichten der Bevölkerung trotz vielfacher
Anfeindung entgegengebracht wird.
Der „Deutſche Herold’ ſchreibt teine Wartezeit von 1 Jahr
vor, nein, ſofort tritt der Schutz der Familie in Kraft, eine
ärztliche Unterſuchung iſt nicht erforderlich, aufgenommen
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