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Nummer 47
Donnerstag, den 16. Februar 1928. 191. Jahrgang
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ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
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Rabatt weg. Banſklonto Deutſche Bank und Darme
Kädter und Nationalbani.
Dar dide der Noution.
Das Reichsſchulgeſetz geſcheitert. — Das Zentrum löſt die Koalition. — Das Kabinett bleibt vorerſt im Amt. —
Auf=
ſelung eines Notprogkamms.—„Zuſammengarbeit mi der Oppoſition.— Die Korderungen der Opoſtion: Auſbſäung
des Reichstags und Neuwahlen im April.
* Ein ruhmloſes Ende.
Die Verantwortung für den troſtloſen Ausgang
beim Zentrum.
Durch eine Erklärung, die das Zentrum am Mittwoch
vor=
mittag im interfraktionellen Ausſchuß abgegeben hat, iſt die
Regierungskoalition, die als Grundlage des
Kabi=
netts Marr—Streſemann—Hergt diente, in ſich
zu=
ſammengebrochen. Sie hat ſich ſang= und klanglos
auf=
gelöſt und hat es nicht einmal verſtanden, in Schönheit zu
ſter=
ben. Sie iſt, wenn man die Dinge beim rechten Namen nennen
will, totgeredet worden durch zielbewußte Unterhöhlungsverſuche
der Oppoſition, die ſchließlich dazu führten, daß das Zentrum
alle innere Balance verlor, und aus Angſt vor ſeinem linken
Flügel keine Luſt und Liebe zur Weiterarbeit verſpürte, zumal
auch Herr v. Gusrard, der eine reichlich unklare Rolle in den
letzten Wochen geſpielt hat, die Gelegenheit gekommen glaubte,
um ſeinem Parteifreund Marx das Waſſer abgraben zu können,
vielleicht in der Hoffnung, dann ſelber an die Spitze einer neuen
Regierung zu treten. Nötig war jedenfalls dieſer Ausgang nicht.
Das Schulgeſetz war jedenfalls nicht der Kernpunkt der
Kogli=
tion, ſondern lediglich ein Teil des Regierungsprogramms. Der
Kreis der Wiederaufbauarbeit, die zu leiſten iſt, blieb auch dann
noch groß genug, um bis zum natürlichen Ende des Reichstags
beiſammen zu bleiben und auf politiſchem, finanziellem,
wirt=
ſchaftlichem und ſozialem Gebiet weitere Grundſteine für den
Neubau des Reiches herbeizuſchaffen. Kein Wunder, wenn
des=
halb die Schuldfrage eine große Rolle ſpielt, und wenn
beſonders das Zentrum ſich bemüht, die Verantwortung für den
troſtloſen Ausgang auf andere Parteien, insbeſondere
die Deutſche Volkspartei abzuſchieben.
Dazu liegt aber weder nach der ſachlichen, noch nach der
ver=
ſönlichen Seite der geringſte Anlaß vor. Im Gegenteil, man
wird der D.V. P. nachſagen dürfen, daß ſie bis an die Grenzen
des Möglichen gegangen iſt, um aus ihrer Koglitionstreue
her=
aus auch das Schulgeſetz nicht zu gefährden, bei dem ſie gerade
nach der Form, die Herr v. Keudell der Vorlage gegeben hatte,
von Anfang an nur mit halbem Herzen, dabei geweſen war.
Schon als das Kabinett die Vorlage verabſchiedete, haben die
beiden Miniſter der Volkspartei ihrer Fraktion in den beiden
eutſcheidenden Fragen ausdrücklich freie Hand vorbehalten. Die
Fraktion hat von dieſer Möglichkeit nur in der denkbar
vorſich=
tigſten Form Gebrauch gemacht, hat dabei alles vermieden, was
irgendwie geeignet geweſen wäre, den Beſtand der Koalition zu
gefährden. Wir dürfen daran erinnern, daß der Abgeordnete
Runkel, der Vertreter der D V.P. im Bildungsausſchuß, die
Ab=
änderungsanträge, die er ſchon im Dezember vorbereitet hatte,
nicht einbrachte, weil die Fraktionsleitung befürchtete, daß ihre
Veröffentlichung die Zuſammeuarbeit in der Koglition
erſchwe=
ren könnte, daß daher die Abänderungsvorſchläge nur
tropfen=
weiſe zu dem jeweiligen zur Veratung ſtehenden Paragraphen
eingebracht wurden. Ob dieſe Taktik richtig war, ob gerade
da=
durch bei Zentrum und Deutſchnationalen der Eindruck erweckt
werden konnte, daß ſchließlich die O. V. P. doch nachgeben würde,
darüber kann man verſchiedener Meinung ſein. Die Tatſache
aber, daß dies veranlaßt wurde nur aus dem Wunſch der
Erhal=
tung der Koalition, iſt unbeſtreitbar. Aber das Unglück war,
daß Zentrum und Deutſchnationale an die innere
Widerſtandskraft der D.V.P. nicht glaubten, daß beide ſich
immer mehr in ein Syſtem der Drohungen verbiſſen,
wodurch ſie die Volkspartei würbe zu machen hofften, um
nach=
her, als ſie ſich in ihrer Annahme irrten, keinen Ausweg mehr
zu finden.
Um ſo zeitgemäßiger iſt deshalb, gerade in dieſem
Augen=
blick an Mitteilungen zu erinnern, die wir brachten in jenen
Tagen, als die Koalition entſtand. Damals hatte die Deutſche
Volkspartei wochenlang den ehrlichen Makler
zwi=
ſchen Zentrum und Deutſchnationalen geſpielt, um
ſchließlich zu erfahren, daß hinter ihrem Rücken die
beiden Parteien ſich einig waren und ihr
poli=
tiſches Zuſammengehen auf einem Kompromiß
über ein Konkordat und Schulgeſetz gründen
wollten. Dieſes Experiment iſt ihnen mißglückt. Es mag
be=
greiflich ſein, wenn ſie ihren Aerger darüber jetzt an der D.V.P.
auslaſſen wollen. Wenn ſie einmal die Entwicklung nach
rück=
wärts verfolgen, werden ſie ſich unſchwer davon überzeugen
können, daß die eigentliche Verantwortung an ganz anderer
Stelle zu ſuchen iſt.
Schließlich kam es ja auch nicht darauf an, ob das Schulgeſetz
14 Tage früher oder ſpäter verabſchiedet wurde. An dem
Pro=
blem arbeiten wir ſeit Menſchenaltern herum. Der Keudellſche
Entwurf iſt, wenn wir richtig zählten, der 17. ſeines Zeichens,
und gerade deshalb war es noch früh genug, wenn man an Bedeutung, daß die Parteien, die in den letzten Tagen auf die
Oſtern erſt die Bilanz zog. Statt deſſen haben Zentrum und Sprengung der Koalition hinarbeiteten, nur das Ziel
Deutſchnationale verſucht, das Tempo zu forcieren und dadurch
nicht unweſentlich dazu beigetragen, wenn ſie ſchließlich vor
einer Mauer ſtanden, über die ſie nicht mehr ſpringen konnten.
ihren Abänderungsanträgen unterlegen und hätte ſie ſich dann, nachmittag den Kopf zerbrochen. Sie ſind ſich zunächſt darüber
ſätze heraus gegen das Schulgeſetz zu ſtimmen, dann konute man
und ihre Miniſter zurückziehen müßte. Da ſie aber tatſächlich
doch zum Teil wenigſtens die Mehrheit auf ſich vereinigen
konnte, wäre es Aufgabe des Zentrums geweſen,
nach dem demokratiſchen Prinzip ſich den
Be=
ſchlüſſen der Mehrheit des Ausſchuſſes zu
fügen. Das Zentrum hat das aus klaren
Grün=
den nicht gewollt. Es hat daran das Schulgeſetz
ſcheitern laſſen und damit gleichzeitig die
Ko=
alition begraben, hat aber auch den Mut zur letzten
Konſequenz wieder nicht gefunden. Parlamentariſch a=ſehen,
hätte mit einem Scheitern des Schulgeſetzes der
Reichsinnen=
miniſter zurücktreten müſſen, hätte — wenn das Zentrum
gleich=
zeitig die Koalition kündigte, das ganze Kabinett zurücktreten
müſſen, weil jetzt eine neue Lage geſchaffen war, die eine neue
Konſtellation bedingte. Das Scheiden aus der Macht
aber iſt dem Zentrum im letzten Augenblick wieder
ſchmerz=
lich geweſen, ſo daß die mehr als unmögliche
Kon=
ſtruktion entſtand, die ein Scheitern der Koglition
feſtſtellt, die Miniſter aber, als ob nichts
geſche=
henwäre, im Amte läßt und nun nach Auswegen
ſucht, um wenigſtens über die Wahlzeit noch in
Amt und Macht zu bleiben.
Die letzten Verhandlungen über das
Reichs=
ſchulgeſeh.— We es zum Druch lom.
* Berlin, 15. Febr. (Priv.=Tel.)
Der interfraktionelle Ausſchuß der Regierungsparteien des
Reichstages, der das Reichsſchulgefetz zu behandeln hatte, trat
heute um 10½ Uhr zu einer Sitzung zuſammen, an der auch
Vize=
kanzler Hergt und Reichsminiſter v. Keudell teilnahmen. Die
Sitzung war nur ganz kurz und wurde gleich wieder aufgehoben.
Es wurde erklärt, daß die Verhandlungen über das
Reichsſchul=
geſetz geſcheitert ſeien.
* Am Mittwoch vormittag iſt alſo die Koalition in
einer interfraktionellen Beſprechung
aufge=
flogen. Schon aus geſchichtlichem Intereſſe iſt es nicht
unwich=
tig, die Vorgänge, die vermutlich im Wahlkampf und ſpäter noch
eine gewiſſe Rolle ſpielen werden, feſtzuhalten. Die letzte
Be=
ratung der Regierungsparteien dauerte nicht allzu lang, da von
Herrn von Guérard feſtgeſtellt wurde, daß die Verhandlungen ja
doch keine Ausſicht auf Erfolg mehr hätten. In unmittelbarem
Anſchluß daran fand dann eine Beratung der Kabinettsmitglieder
unter Vorſitz des Vizelanzlers Hergt mit den Führern der
Re=
gierungsparteien ſtatt. Sie wurde damit eröffnet, daß Graf
Weſtarp die Frage aufwarf, wie nun die
Koali=
tion weiterbeſtehen ſolle. Ehe man über die
Auf=
löſung des Reichstags entſcheide, müſſe man die Frage prüfen,
ob ſich ein Programm für die Behandlung des Etats
aufſtellen laſſe. Daraufhin gab Herr v. Gusrad für das
Zentrum die Erklärung ab, daß ſeine Fraktion
nach dem Scheitern des Schulgeſetzes die
Koali=
tion als aufgelöſt betrachte.
Dieſe Feſtſtellung wurde von der Deutſchen
Volks=
partei durch Herrn Dr. Scholz aufgenommen, der darauf
hin=
wies, ſeine Fraktion ſei nicht der Auffaſſung, daß das
Schulgeſetz die einzige wichtige Grundlage der
Koglition bilde, nachdem aber die größten
Par=
teien erklärt hätten, ſie betrachten die
Koali=
tion als gelöſt, müſſe er von dieſer Kündigung
Kenntnis nehmen. Das wollte nun aber Graf Weſtarp.
ſoweit ſeine Fraktion in Frage käme, nicht wahr haben und er zog
ſich darauf zurück, daß er mit ſeinen Eingangsworten eine
Auf=
löſung der Koalition nicht habe ausſprechen wollen, daß er aber
nach der Erklärung des Zentrums die
Möglich=
keit zum Zuſammenhalten der Koglition nicht
mehr ſehe und ſich deshalb der Erklärung des
Zentrums jetzt anſchlöſſe. Aehnlich ſprach ſich auch der
Führer der Bayeriſchen Volkspartei Dr. Leicht aus. Genau
ge=
ſehen, iſt alſo die Initiative zur Auflöſung der
Kog=
lition vom Zentrum ausgegangen. Die
Deutſch=
nationalen haben aber den Ball, der ihnen von der Seite
aus zugeworfen wurde, gerne aufgefangen und durch ihre
Zu=
ſtimmung wurde der entſcheidende Stoß zur Auflöſung der
Koglition gegeben.
Was nun? — Wie ſieht es mit der Lonalität
der Oppoſition?
* Berlin, 15. Februar. (Priv.=Tel.)
Für die Pſyche des Reichstages iſt es von ſymptomatiſcher
im Auge gehabt haben, daß ſie aber nicht darüber hinaus
ge=
ſehen haben, was dann eigentlich weiter werden ſoll. Dieſe
Auf=
gabe haben ſie der Zukunft überlaſſen und haben ſich darüber
Wäre die Volkspartei im Ausſchuß und ſpäter im Plenum mit nun in längeren Beſprechungen mit dem Kabinett am Mittwoch
gezwungen geſehen, aus der Wahrung ihrer liberalen Grund= einig, daß ſie unterdas Schulgeſetzeinenoffiziellen
Strich ziehen wollen, indem ſie noch einmal den
Bildungs=
ihr vielleicht vorwerfen, daß ſie die Koalition geſprengt hätte, ausſchuß einberufen lediglich zu dem Bweck, dus Ergehnif der
erſten Leſung zu fixieren und es als Material für künftige
Ge=
legenheiten aufzubewahren, daß dann aber der Ausſchuß ſeine
Arbeiten als beendet betrachten ſoll. Weitere
Folgerun=
gen nach der formellen Seite werden nicht
ge=
zogen werden. Das Kabinett ſteht auf dem
Stand=
punkt, daß durch die Löſung der Koglition kein
verfaſſungsmäßiger Grundfürſeinen Rücktritt
gegeben wäre. Eswird weiterhin im Amte
blei=
ben, als ob die Koalition noch beſtünde. Fragt ſich
aur, wie lange das möglich iſt. Dafür hat das Zentrum das
Schlagwort von der Zwangsgemeinſchaft geprägt, das
vielleicht beſſer umgedeutet wird in ein gentleman
agree-
ment zwiſchen den früheren Regierungsparteien
und der Oppoſition.
Das Kabinett hängt jetzt in der Luft
und hat auf möglichſt breiter Grundlage zu verſuchen, wenigſtens
die wichtigſten Arbeiten noch zu bewältigen, bevor die Auflöſung
des Reichstages unvermeidlich iſt. Dazu ſoll bis zum Freitag
abend der Verſuch gemacht werden, ein Notprogramm
aufzuſtellen, das bis zumSchlußder Seſſion des
Reichstages zu dauern hätte, mit deſſenBeendigung
dann automatiſch die Neuwahlen einzuſetzen
hätten. Das iſt natürlich ein ſehr kitzliges Experiment, denn
wenn auch zehnmal die Parteien die Zuſage geben, daß ſie ſich
bei der Beratung des Etats aller agitatoriſcher Anträge
ent=
halten wollen; dann müßte der Reichstag eben nicht der
Reichs=
tag ſein, der nicht doch bei jeder Gelegenheit einen Blick nach
den Wahlkämpfen werfen wird mit Anträgen, die bei aller
Kon=
tingentierung gerade nach der finanziellen Seite alle Dispoſitionen
über den Haufen werfen können. Ueber den Wahltermin iſt
offiziell bisher noch nicht geſprochen worden, weil vorläufig eben
alles von den Möglichkeiten eines Notprogramms abhängt.
Ge=
lingt es, eine
Verſtändigung mit der Oppoſition über ein
Notprogramm
zu erzielen, dann würde der Reichstag etwa bis zum 1. April
tagen, bis dahin den Etat, den Nachtragsetat mit den
Hilfsmaßnahmen fürdie Landwirtſchaft erledigen,
dagegen das Kriegsſchädenſchlußgeſetz vermutlich
un=
terden Tiſchfallen laſſen und die Strafrechtsreform
durch ein Ueberleitungsgeſetz in den bisherigen
Er=
gebniſſen als Grundlage für den nächſten Reichstag retten.
Aber das alles iſt eben an die Vorausſetzung gebunden, daß
ein Kabinett ohne jeden Rückhalt im Parlament ſich
mit ſeiner früheren Mehrheit und der Oppoſition zu verſtändigen
imſtande iſt. Wieweit eine ſolche Loyalitätbeider
Oppo=
ſition gerade auch zeitlich bedingt vorhanden iſt, das iſt die
Frage, von der die Lebensdauer de sReichstages überhaupt
ab=
hängt und es könnte ſchon ſein, daß man ſich in wenigen Wochen
von der Unmöglichkeit einer ſolchen Löſung überzeugt. Ein
ge=
wichtiges Wort hat dabei allerdings noch der Reichspräſident
mit=
zureden, der zunächſt wohl ruhig zuſehen wird, wieweit eine
Ver=
ſtändigung unter den Parteien möglich iſt, ſich aber zuletzt doch
noch ein erneutes Eingreifen vorbehält.
Ein Arbeitsprogramm des Reichskabinetts
für den Reſchetag.
Berlin, 15. Februar.
Das Reichskabinett beriet heute nachmittag in einer
zwei=
ſtündigen Sitzung die parlamentariſche Situation, wie ſie ſich
nach den heutigen Vormittagsverhandlungen ergeben hat. Wie
im Reichstag verlautet, hat das Kabinett das Arbeitsprogramm
aufgeſtellt, nach dem die noch ausſtehenden Arbeiten — dem
Wunſche des Reichspräſidenten entſprechend — vom Reichstag
er=
ledigt werden könnten. Dieſes Programm wurde der
gemein=
ſamen Sitzung der Mitglieder des Reichskabinetts und der
Par=
teiführer vorgelegt, die im Anſchluß an die Kabinettsſitzung zu
den angekündigten Beratungen zuſammentraten.
Die erſien Fühler mit der Oppoſition.
* Berlin, 15. Februar. (Priv.=Tel.)
Der Vizekanzler Hergt hat bereits am Mittwoch abend die
lung mit den Oppoſitionsparteien aufgenommen und bei
n ſondiert, wieweit ſie grundſätzlich bereit ſind, in der
wicklung der laufenden Angelegenheiten des
inetts mitzuwirken. Er hat dabei — in der
Theo=
venigſtens — ein ſtarkes Entgegenkommen gefunden. Die
poſition hat verlangt, daß das Kabinett ſich
als Geſchäftsminiſterium fühlt und keine
dſätzlichen Entſcheidungen auch nach der Seite der perſön=
Angelegenheiten hin mehr treffe, daß außerdem aber die=
Zwiſchenſtadium auch nicht unbegrenzt beibehalten
un dürfe, ſondern ſpäteſtens am 1. April beendet
müſſe. Gleichzeitig wird nun auch Verbindung mit
ßen geſucht, um die Verhandlungen wegen der Verquickung
jahlen im Reich und in Preußen außzunehmen.
Seite 2
Donnerstag, den 16. Februar/1928
Nummer 47
Vom Tage.
Die Schuldfrage.
Eine Erklärung der Deutſchen Volfspartei
zum Scheitern des Reichsſchulgeſetzes.
Die Parteien der ehemaligen Koglition bombardieren ſich
be=
reits mit öffentlichen Erklärungen, worin ſie ihre Haltung
recht=
fertigen. Zentrum und Deutſchnationale wenden ſich
dabei gegen die Volkspartei und werfen ihr vor, daß
ſie durch ihre unnachgiebige Haltung zu dem § 20 des
Schulge=
ſetzes den Konflikt herbeigeführt habe. Demgegenüber darf doch
zweierlei feſtgeſtellt werden, einmal, daß die Kabinettsmitglieder
bei der Beratung des Entwurfes ihren Fraktionen volle
Hand=
lungsfreiheit vorbehalten haben und zum anderen, daß der
An=
trag, der damals von den Miniſtern Curtius und Streſewann
ge=
ſtellt wurde über die Sicherung der Simultanſchule
genau den Vorſchlägen entſpricht, die im Entwurf von 1921
ent=
halten waren, den der damalige ſozialdemokratiſche
Staatsſekre=
tär Schulz aufgeſtellt hatte. Dieſer Formulierung
hat=
ten damals die 4 im Kabinett ſitzenden
Zen=
trumsminiſter, von denen Herr Brauns auch heute noch im
Amte iſt, ausdrücklich zugeſtimmt. Das Zentrum
hätte alſo auf der Grundlage von 1921 im
Kabi=
nett eine Verſtändigung haben können und der
Führer der Deutſchen Volkspartei hat im Ausſchuß dem Zentrum
die Frage vorgelegt, ob es ſich eine Verſtändigung auf der
Grund=
lage denken könne, daß die Erhaltung der Simultanſchule in den
Simultanſchulländern dieſen Ländern überlaſſem bleibe, hat
dar=
auf aber vom Zentrum ein ſchroffes „Nein” bekommen.
Das Zentrum hat alſo den Weg verſperrt, den es
1921 für gangbar hielt.
Die Fraktion der D.V.P. im Reichstag gibt folgende
Mit=
teilung heraus: Nach Feſtſtellung des Scheiterns der
Verhand=
lungen über das Schulgeſetz haben die Fraktionen der
Deutſch=
nationalen Volkspartei, des Zentrums und der Bayeriſchen
Volks=
partei gemeinſchaftlich erklärt, daß die Regierungskoalition als
aufgelöſt zu betrachten ſei. Die Deutſche Volkspartei weiſt
dem=
gegenüber darauf hin, daß die Regierungskoalition nicht allein
zur Erledigung des Schulgeſetzes zuſammengetreten ſei, ſondern
daß eine große Zahl von bedeutungsvollen Aufgaben von ihr
bereits erfüllt iſt und noch erfüllt werden muß. Insbeſondere
beſteht die Verpflichtung, mindeſtens noch den Haushalt für 1928
nebſt Nachträgen, Maßnahmen zur Behebung der Not der
Land=
wirtſchaft, ein Verſorgungsgeſetz für Kleinrentner und das
Kriegsſchäden=Schlußgeſetz zu verabſchieden. Angeſichts dieſer
Sachlage iſt die Deutſche Volkspartei der Auffaſſung, daß die
Auflöſung der Koalition und die damit verbundene Auflöſung
des Reichstages nicht gerechtfertigt werden kann. Sie war jedoch
durch die Erklärung der übrigen Regierungsparteien in die
Zwangslage verſetzt, die Kündigung zur Kenntnis zu nehmen.
Bei den Verhandlungen über das Schulgeſetz hat die D.V.P. von
Anfang an bereitwillig mitgearbeitet. Sie hat ſich insbeſondere
im Rahmen der Verfaſſung und der Richtlinien für die Koalition
bemüht, zu erreichen: die Erhaltung der Bekenntnisſchule und der
beſtehenden Simultanſchulen; die Wahrung des Elternrechts; die
Gewährleiſtung des Religionsunterrichts nach den Grundſätzen
der Religionsgeſellſchaften. Das Zuſtandekommen des
Geſetzes iſt geſcheitert an dem Widerſtand
an=
derer Parteien gegen die Zuſicherung der
verfaſſungs=
mäßigen Vorzugsſtellung der Gemeinſchaftsſchulen; die
Erhal=
tung der Simultanſchulen, die Gewährleiſtung eines geordneten
Schulbetriebes unter Ablehnung der Zertrümmevung des
Schul=
weſens durch konfeſſionelle, weltlich und weltanſchaulich
einge=
ſtellte Zwergſchulen.
Geſcheitert iſt das Schulgeſetz demnach an der
Ueber=
ſpannung der Forderungen des Zentrums,
die im Enderfolg zu einer Untergrabung der Autorität des
Staates über die Schule geführt hätten, Forderungen, denen die
Deutſchnationale Volkspartei allzu bereitwilligſt Gefolgſchaft
ge=
leiſtet hat. Geſcheitert iſt es an der Ueberſpannung des Begriffes
des Elternrechts, die in ihrer Auswirdung zu einer
Zertrüm=
merung und Verſchlechterung des geſamten Schulweſens und zum
Schaden der chriſtlichen Erziehungsgrundlage zu unabſehbarer
Entwicklung religionsloſer Weltanſchauungſchulen geführt
hätte. Wenn auch bei der Beratung des Schulgeſetzes die ideellen
Fvagen naturgemäß im Vordergrund ſtanden, ſo durfte doch
an=
geſichts unſerer finanziellen Geſamtlage die Koſtendeckung nicht
außer Betracht bleiben. Die erforderliche Klärung hierüber war
bis zum letzten Augenblick nicht herbeizuführen. Feſt ſtanb nur,
daß durch die Geſtaltung des Geſetzes insbeſondere durch die
letzten Vorſchläge der Regierung und der übrigen Parteien eine
erhebliche Steigerung der Laſten für Reich, Länder und
Ge=
meinden noch über die Vorlage hinaus entſtanden wäre, für die
eine Deckung nicht vorhanden iſt.
Gegen die Eingemeindungspläne der Stadt Frankfurt a. M. iſt von
der Rheinlandkommifſion Einſpruch erhoben worden.
Der Herr Reichspräſident empfing den
Unter=
generalſekretär beim Völkerbund, Geſandten Dufour=
Férronce.
Der Haushaltsausſchuß des Reichstages
geneh=
migte zunächſt das Geſetz über die Bereitſtellung von
Krediten zur Förderung des Kleinwohnungsbaues,
deſſen Inhalt aus den jüngſten Verhandlungen des Wohnungsausſchuſſes
bekannt iſt.
Wie mitgeteilt wird, iſt zum Schlichter im
mitteldeut=
ſchen Metallarbeiterſtreik der Schlichter für Thüringen,
Hauſchild, beſtellt worden. Die Parteien ſind für die nächſten
Tage nach Berlin geladen.
Nach einer Meldung aus Brüſſel iſt die belgiſche
Regie=
rungmit den Anſichten der franzöſiſchen Regierung
bezüglich der Rheinlandräumung in allen Einzelheiten in
Uebereinſtimmung.
Titulescu wird am 17. Februar in San Remo
ein=
treffen. Wie mitgeteilt wird, wird die geplante Unterredang
mit Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann Ende dieſer
Woche oder Anfangnächſter Woche ſtattfinden.
Das amerikaniſche Repräſentantenhaus hat einen
Kredit von 12790 000 Dollar für die Prohibition
bewilligt. Außerdem wurden 23 Millionen Dollar für
den mit der Verfolgung der Alkoholſchmuggler beauftragten
Küſtan=
wachtdienſt bereitgeſtellt.
Das Staatsdepartement in Waſhington teilt mit, daß die
italie=
niſche Regierung den Wunſch ausgedrückt habe, in
Verhand=
lungen mit Amerika über einen Schiedsvertrag
einzu=
treten.
Die Erklärung des Zentrums.
Die Zentrumsfraktion des Reichstages veröffentlicht eine
Kundgebung, in der es heißt: Bis zur letzten Stunde fortgeführte
Verſuche ergaben die Unmöglichkeit, mit der Deutſchen
Volks=
partei ein Schulgeſetz im Sinne der Verfaſſung und der
einge=
gangenen Koalitionsverpflichtungen zuſtande zu bringen. Die
Schuld an dem Scheitern des Reichsſchulgeſetzes
fällt auf die Deutſche Volkspartei. Sie hat damit
die Regierungskoalition ſelbſt zerſchlagen, die auf ihr beſonderes
Betreiben zuſtande kam. Die zwingende Folge daraus wäre die
ſofortige Auflöſung des Reichstages. Aus außen= und
innen=
politiſchen Folgen hält die Zentrumsfraktion jedoch den Verſuch
für notwendig, den Etat und einige Notſtandsgeſetze in kürzeſter
Frift zu erledigen. Das Gelingen dieſes Verſuches hängt von
dem Verantwortlichkeitsgefühl aller Parteien des Reichstages ab.
Trotz des erneuten Scheiterns einer geſetzlichen Sicherung des
chriſtlichen Schulideals muß der Kampf auf dem Boden der in
der Verfaſſung gewährleiſteten Gewiſſensfreiheit und des
Eltern=
rechtes mit unverminderter Kraft fortgeführt werden.
Die Erklärung der Deutſchnationalen.
Die Deutſchnationale Volkspartei veröffentlicht im Anſchluß
an die heutigen Verhandlungen des interfraktionellen Ausſchuſſes
eine längere parteioffiziöſe Erklärung, in der u. a. betont wind,
daß alle Bereitwilligkeit der Deutſchnationalen Volkspartei
ver=
geblich geweſen ſei. Die Schwierigkeiten, die in der Sache ſelbſt,
beſonders in der Verſchiedenheit der Volksſchulverhältniſſe in
Deutſchland lägen, hätten, ſo heißt es in dem deutſchnationalen
Communicus, überwunden werden können, aber die Deutſche
Volkspartei habe ſich fortgeſetzt in Gegenſatz zu den
anderen Regierungsparteien geſtellt und im Laufe
der Zeit eine immer unfreundlichere und unnachgiebigere
Hal=
tung gegen das Geſetz angenommen.
Beſprechung der Reichsregierung
mit den Regierungsparteien.
Berlin, 15. Febvuar.
In der heutigen unter dem Vorſitz des Vizekanzlers Hergt
mit den Fraktionsführern der Deutſchnationalen Volkspartei, der
Zentrums, der Deutſchen und der Bayeriſchen Volkspartei
abge=
haltenen Beſprechung wurde die Stellungnahme des Kabinetts
zu den augenblicklich ſchwebenden innerpolitiſchen Fragen
mit=
geteilt. Es herrſchte völlige Einmütigkeit üüber die Notwendigkeit
der Durchführung eines Notprogrammes, das den Haushalt für
1928, den Nachtragsetat für 1927 und wichtige, damit in
Zu=
ſammenhang ſtehende Fragen zum Gegenſtand haben ſoll. Die
Einzelheiten dieſes Arbeitsprogrammes ſollen noch in dieſer
Woche feſtgelegt werden. Die Reichsregierung nimmt wegen der
geſchäftlichen Behandlung auch mit den übrigen Parteien alsbald
Fühlung.
Die Sozialdebatte im Reichstag
Der Reichsarbeitsminiſier über die
Kriſen=
fürſorge.
* Berlin, 15. Febr. (Eig. Bericht.)
In der heutigen Plenarſitzung des Reichstages kam es
zu=
nächſt zu einer kleinen bezeichnenden Auseinanderſetzung zwiſchen
dem Kommuniſten Höllein und dem Präſidenten Loebe.
Dann ſetzte das Haus die Einzelberatung des
Reichsarbeits=
etats beim Kapitel „Arbeitsvermittlung und
Arbeitsloſenverſiche=
rung” fort. Im weiteren Verlaufe der Sitzung nahm
Reichs=
arbeitsminiſter Dr. Brauns wiederum das Wort und
wies darauf hin, daß die im Etat enthaltenen Sätze für die
Erwerbsloſen=Fürſorge in dieſem Jahre zwar
niedriger ſeien, aber noch Mittel aus dem vergangenen Jahre
vorhanden ſeien. Arbeitsloſigkeit im Berufe könne unter keinen
Umſtänden mit Erwerbsloſigkeit infolge Konjunkturſchwankungen
gleichgeſtellt werden. Arbeitsloſigkeit in einzelnen Berufen ſei in
vielen Fällen mitunter zwangsläufig. Der Miniſter verwies in
dieſem Zuſammenhange auf die landwirtſchaftlichen Verhältniſſe.
Dort würden z. B. Saiſonarbeiter auch höher bezahlt. Der
Mini=
ſter teilte weiter mit, daß er ſich auch ferner für die Ausgeſtaltung
der Arbeitsloſenverſicherung einſetzen werde, und daß er ſich
be=
mühen werde, das Arbeitsnachweisweſen im Laufe des Jahres
zu verbeſſern. Die gegenwärtige Lage erklärte er mit dem
Feh=
len von Arbeitsmöglichkeiten auf dem Lande.
Der Reichsarbeitsminiſter äußerte ſich dann zu den zahlreich
eingegangenen Antrögen und Entſchließungen. Dabei verſprach
er eine den Arbeitern mehr endgegenkommende Aenderung der
Beſtimmungen über die Kriſenfürſorge. Er, der
Miniſter, habe die Reichsanſtalt ermächtigt, die
Kriſenfürſorge bis zum Ende des Winters zu
verlängern, ſoweit dringende Bedürftigkeitsfälle
vor=
liegen. Die vom Reichsrat beantragte Uebernahme der geſamten
Koſten der Kriſenfürſorge — bis jetzt tragen die Gemeinden ein
Fünftel derſelben — lehnte er ab.
Im weiteren Verlaufe ging das Haus zum Kapitel
Woh=
nungs= und Siedlungsweſen des Arbeitsetats über, ohne darüber,
wie überhauwt über den Etat, zu einem Ende zu kommen.
Nächſte Sitzung: Donnerstag, 2 Uhr nachmittags.
Zum Kriegsſchädenſchlußgeſetz
Von zuſtändiger Seite erfahren wir folgendes: Auf
dringen=
des Bitten hat der Reichsminiſter der Finanzen am 14. d. M. drei
Vertreter des Ringverbandes der geſchädigten Ausbandsdeutſchen
und Verdrängten und der ihm angeſchloſſenen Verbände
empfan=
gen. Er hat bei dieſer Unterhaltung ausdrücklich hervorgehoben,
daß es ſich lediglich um eine Erörterung der Frage handeln
könne, wie auf Grund des vorgelegten Schlußgeſetzes die
Geſchä=
digten ſo ſchnell wie möglich zu ihrem Gelde gelangen könnten.
Die Erörterung der hinlänglich beſprochenen Rechtsfrage hat er
abgelehnt. Gegenüber dem immer wieder wiederholten
Ver=
langen, daß dieſes Geſetz nicht als Schlußgeſetz gelten ſoll, hat der
Miniſter klar zu erkennen gegeben, daß dem Geſetz entſprechend
der Auffaſſung auch des Reichswirtſchaftsrates und des
Reichs=
rates der Charakter als Schlußgeſetz erhalten bleiben mäſſe.
Nach ſeiner pflichtgemäßen Ueberzeugung kann das Reich,
von einzelnen Verbeſſerungen abgeſehen, weitergehende
Verſprechungen unter Belaſtung der deutſchen
Zukunft nicht geben. Dies ſchließe gewiß nicht aus, daß die
in der Oeffentlichteit bereits erörterte Reſolution des Reichstages
kommen könne, in der die Regierung aufgefordert weude, alles in
ihrer Macht ſtehende zu tun, um eine Berüchſichtigung der
deut=
ſchen Verpflichtungen aus Artikel 297 des Vertvages von
Ver=
ſailles bei etwa kommenden Verhandlungen über eine Regelung
der Reparationen zu erlangen. Alle anderen Darſtellungen des
Sachverhaltes, insbeſondere die Behauptung, daß der
Reichs=
miniſter der Finanzen ſich mit einer Zwiſchenlöſung in irgend
einer Form einverſtanden erklärt habe, ſind unzutreffend.
Der Deutſche Metallarbeiterverband
zur drohenden Ausſperrung.
Stuttgart, 15. Februar.
Die geſtern einberufene Tagung des Deutſchen
Metall=
arbeiterverbandes, die heute mittag ihren Abſchluß fand, hat
ein=
mütig eine Entſchließung angenommen, in der unter anderem
erklärt wird: Der Deutſche Metallarbeiterverband ſieht den
Maßnahmen der Metallinduſtriellen mit größter Ruhe und dem
Bewußtſein entgegen, daß ſeine Lohnforderungen berechtigt ſind
und zugleich im Intereſſe der Geſamtwirtſchaft liegen. Die
an=
gekündigte Geſamtausſperrung der deutſchen Metallarbeiter wird
als eine Bedrohung der ganzen Bevölkerung und als eine
Schä=
digung der deutſchen Wirtſchaft bezeichnet.
*Duelle.
Von Kaſimir Edſchmid.
Die Paläontologen behaupten, Knochen von im Zweikampf
gefallenen Tieren gefunden zu haben, die vor zwölf
Millio=
nen Jahren gelebt haben. Dieſe Tiere waren zwar dem
Aus=
ſehen nach Drachen und dazu Kaltblüter und offenbar rieſige
Kriechtiere, aber das alles hinderte ſie nicht, ohne zwingenden
Grund ihr Leben einzuſetzen. Der Menſch, der in der Eiszeit,
elf und eine halbe Million Jahre ſpäter auftrat, hatte das
Kampfprinzip, das die Natur von Anbeginn gliederte, genau ſo
von dieſen eierlegenden Vorgängern übernommen. Solange die
menſchliche Raſſe beſteht, war es zu allen Zeiten in gewiſſen
Dingen vorgeſchrieben, ſich nach beſtimmten Regeln gegenſeitig
zu töten. Der Menſch bildete dieſe Gepflogenheit geiſtiger aus
als die Tierwelt, die er auf ſeinem Entwicklungsweg verächtlich
hinter ſich zurückließ. Er hatte ſicher, ſowie der erſte höhere
Ge=
danke ſein Hirn durchblitzte, für ſeine Duelle einen höheren Sinn
als Kampfluſt oder Beſitzgier. Er focht eigentlich immer ſchon für
eine Idee: für die Reinheit ſeiner Frauen, für die
Unberührbar=
keit ſeines Weideplatzes, für ſeine beleidigte Ehre. Die
Erfin=
dung des Ehrbegriffs hat das Duell verewigt. Denn es iſt,
un=
befangen geſehen, ein faſt unlösbarer Widerſpruch, daß der
Menſch, um ſeine empfindlichſten Güter zu ſchützen, ſich der
bar=
bariſchſten Mittel bediente.
Nun wohl, in der Morgendämmerung der Menſchheit war
es natürlich, daß jemand für ſeine Anſicht auch mit der Keule
antrat, denn es gab wenig andere Berufungsinſtanzen. Und es
kam hinzu, daß Blut eine zauberhafte Wirkung ausübte. Der
Mann, der ſeine heiligſte Empfindung verteidigte, mußte dafür
ſeine geheimnisvollſte Subſtanz, ſein Blut einſetzen. Dieſer
Aus=
gleich hat viele tauſend Jahre faſziniert und hat noch heute einen
beſtimmten Teil der Menſchheit in Bann, der, wenn auch
reli=
giös und überzeugt davon, daß es verboten ſei, zu töten, dennoch
für beſtimmte Kränkungen Blut verlangt und Blut anbietet.
Dieſe Anſichten ſind ohne Zweifel heroiſch. Trotzdem ſtirbt das
Duell aus. Die Anſichten über Ehre unterliegen dem Wechſel
ihrer Epochen. Die Leute der Oeffentlichkeit hätten in der Tat
heutzutage, wenn ſie fanatiſche Anhänger des Duells wären,
kaum etwas anderes zu tun, als zu ſchießen. Man hat ſich in
einer im Tempo rapid gewerdenen Zeit daran gewöhnt, Dinge,
die vor ein paar hundert Jahren Blut gefordert hätten, lächelnd
bei Seite zu legen. Man hat nicht mehr die Zeit für Duelle,
Und man iſt der Anſicht, daß nicht jedermann einem zu kränken
in der Lage ſei Trotzdem wird keine Epoche ſo nächtern werden,
den Mythos des Blutduells für gewiſſe Vergehen aus der Welt
zu ſchaffen.
Das Heldenzeitalter der Menſchheit verzeichnet mit dem
Zweikampf ſeine nobelſten Momente. Die beſten Tugenden des
Geiſtes wurden dabei geprobt. Man weiß, daß durch Duelle
Städte entſetzt, Länder befreit und Provinzen erobert wurden.
Das Mittelalter ging im der Romantik ſo weit, zur Ehre einer
Dame andere zu durchlöchern oder ſich durchlöchern zu laſſen.
Ueberall iſt ein überſinnlicher Zug in dieſen Duellen, die
in den „Gottesgerichten” ſogar Duelle ohne Partner
wur=
den, richtige Gefechte mit dem Schickſal, wo jemand die
Waſſerprobe machte oder über heißes Eiſen ging. Die
Ge=
ſchichte des Duells iſt eine Soziologie der Nationen. Die
legendäre Zeit der Antike, tauſend Jahre vor unſerer
Zeit=
rechnung, rechnete vor Troja bereits das Duell als die
höchſte geiſtige Auseinanderſetzung unter Menſchen, die an
die Gewalt appellieren, um die Geſetze zu ſchützen. Bei den
Römern wurde das Duell bereits ein Sport, zu dem man
Men=
ſchen dreſſierte. Man „miſchte” ſogar und hetzte Gladiatoren
gegen Raubtiere. Ein Reſt dieſes Duells, das ſportlich eine
leidenſchaftliche Macht ausübt, iſt der Stierkampf in Spanien.
Die Hahnenkämpfe in Belgien und im Süden dienen allerdings
keiner Idee mehr, ſondern ſind ſchwache Reflexe aus einer Zeit,
wo es erlaubt war, Blut zu fordern, Blut anzubieten und ſich
mit Berufung auf die heiligſten Gefühle an Blut zu berauſchen.
Das Mittelalter hat dieſe Begriffe am gläubigſten vereinigt.
In den großen Epen gehen die jungen Helden in die Welt, um
Duelle zu ſuchen, die immer für die Tugend, gegen das Lafter
und für die Keuſchheit gemeint ſind. Man ſchlägt an das Schwert,
wie man ſchwvört, und man tötet, wie wenn man Gott anruft.
Es iſt die letzte Inſtanz und dadurch geheiligt. Es iſt wohl kein
Zweifel, daß der fromme Pionierdienſt für die Menſchheit, wie
ihn Iwein und Parzival durch Duelle erfochten, in unſerer
Epoche dem Heldentum eines Lindbergh entſpricht.
Im Augenblick, wo die Menſchheit gebildet und organiſiert
war, wurde das Duell das Privileg einiger Geſellſchaftsſchichten,
die eine beſtimmte Ordnung in ihrem gegenſeitigen Verhalten
ausgebildet hatten. Es hatte nicht mehr den Glanz und den
Nimbus des Mittelalters, ſondern es bekam eine dumpfe Tragit.
Gewiſſe Probleme wie das Problem der Ehe und der Scheidung
wurden lange Zeit lediglich durch das Duell gelöſt, was heute
bereits kurios erſcheint. Beſtimmte Stände wie das Militär
waren mit dem Duell aufs engſte verwachſen. Ohne Zweifel
gehörte das Duell in den Rahmen der Tradition der Tapferkeit
hinein, den dieſe Kaſte darſtellte. Es gibt ebenſo diel berühmte
wie furchtbare Duelle, die ein äußerſt ſtarrer Ehrkodex hervor=
gebracht hatte, ein Kodex, der häufig mehr um ſeiner ſelbſt willen
als zum Schutz der Geſellſchaft vorhanden zu ſein ſcheint. Es iſt
begreiflich, daß ein großer und der beſte Teil der alten
Geſell=
ſchaft ſtark an dem Duell hängt, weil es ihr das Regulativ ſcheint,
richtig und vornehm in der Geſinnung leben zu können. Ein
Mann, von dem jeder weiß, daß er für beſtimmte Handlungen
töten, für beſtimmte ſelbſt ausgeführte Beleidigungen ſich töten
laſſen wird, ſtellt immer eine Garantie für Nobleſſe dar. Aber
er bringt die Tatſache nicht aus der Welt, daß dabei häufig die
falſchen erſchoſſen werden, daß die Menſchen wenig romantiſch
mehr ſind und daß die ungeheure Publizität unſeres Lebens in
einer Duell=Welt ſich nicht mehr bewegen kann und will.
Die Engländer haben den Anfang gemacht, durch die
Er=
findung des Gentleman=Typs das Duell überflüſſig zu machen.
Es gibt in Europa kaum mehr wie früher genaue Direktiven
über das Duell. Ein Ungar wird ſich da ſchon ſchlagen, wo ein
Franzoſe nicht daran denkt. Ein Südamerikaner wird darüber
in ſeinem „Ratgeber für Kavaliere” nachleſen. Ein Italiener
wird es vielleicht tun, wo der Deutſche noch zögert und wo der
Engländer lachen würde. Das Duell bei den Eskimos beſteht
darin, daß ſie ſich gegenſeitig nach einem beſtimmten Zeremoniell
nacheinander auf die Köpfe ſchlagen, und zwar ſolange, bis
einer Sieger bleibt. Die Variation in den Formen und in den
Anſichten iſt ungemein. In Deutſchland iſt das Duell
hauptſäch=
lich ein Privileg der Studenten geworden, das vom Geſetz
groteskerweiſe verboten iſt, während in der Geſchichte des
Zwei=
kampfs das Duell urſprünglich nichts anderes bedeutete, wie die
höchſte Inſtanz des Geſetzes, die Hingabe des Blutes für das
heiligſte Geſetz.
Kunfi, Wiſſenſchaft und Leben.
— Furtwängler verlängert ſeinen Vertrag
mit dem Leipziger Gewandhaus nicht. Von der
Direktion des Gewandhauſes Leipzig wird bekannt gegeben, daß
Wilhelm Furtwängler der Gewandhausdirektion mitgeteilt hat,
daß er nicht in der Lage ſei, ſeinen Vertrag nach Ablauf der
jetzigen Konzertfolge zu verlängern. Als Grund dieſes
Ent=
ſchluſſes gibt Furtwängler an, daß ſeine künſtleriſchen Abſichten
und Arbeiten ſich nicht mehr mit der Fülle ſeiner
Dirigenten=
verpflichtungen vereinbaren laſſen. Die Gewandhausdirektion
hat es an nichts fehlen laſſen, um Furtwängler von ſeinem
Ent=
ſchluß abzubringen. Ueber die Perſon ſeines Nachfolgers ſind
noch keine Entſchlüſſe gefaßt. Für die nächſte Konzertfolge iſt die
Dirigentenverpflichtung von Bruno Walther übernommen
worden.
Nummer 42
Seite 3
Filmfascismus.
Von unſerem =Korreſpondenten.
Rom, Mitte Februar.
Der Untergeneralſekretär im Völkerbund Dufour=Ferronce
und einige andere Beamte des Völkerbundes ſind in Rom
ein=
getroffen, um mit der italieniſchen Regierung den Entwurf der
Statuten für das internationale Lehrfilminſtitut auszuarbeiten,
das auf Grund eines vom Völkerbund im September 1927
ge=
faßten Beſchluſſes in Rom errichtet werden ſoll. So meldet die
Agenzia Stefani. Und draußen in Europa, dieſem Europa,
deſſen ſterile Harmloſigkeit in dem Kompromißwechſelbalg von
Genf ſeine Zukunft ſieht, lieſt man dieſe Notiz der Stefani und
— legt ſie beiſeite. Man weiß zwar, welch ungeheuere Macht
heute der Film als Propagandamittel, als Erziehungshilfe hat,
wie heute Fortſchritt und kultureller Aufbau ſeiner nicht mehr
entraten können, und daß außer dem Radio kaum eine andere
moderne Errungenſchaft zu einer ebenbürtigen und
allgemein=
verbreiteten Macht geworden iſt. Wer den Film beherrſcht, bildet
und knetet den Geſchmack, das Wiſſen, die Leidenſchaften der
Menſchen in China und in Patagonien, in Auſtralien und am
nördlichen Eismeer. Und den Film wird der beherrſchen, der
den Nachwuchs in der Filmkunſt aufzieht und unterrichtet.
Von jetzt an wird die Zentrale für dieſe Erziehung in Rom
ſein, dem fasciſtiſchen Rom Muſſolinis. Der Fascismus weiß,
daß die Jugend gewinnen, die Zukunft beſitzen heißt. Dieſe
Er=
kenntnis iſt vielleicht das wertvollſte Axiom der muſſoliniſchen
Staatskunſt. Wenn das Filmlehrinſtitut in Rom ſeine Arbeit
begonnen haben wird, ſo wird unweigerlich dieſe Tätigkeit
fasci=
ſtiſch beeinflußt werden. Selbſt wenn ſich die italieniſche
Regie=
rung offiziell jeder Beeinfluſſung begeben und die Propaganda
der fasciſtiſchen Partei vor den Toren des Inſtituts haltmachen
würde, ſo bliebe der Einfluß des „Ambiente”, der Umgebung,
und dieſe iſt eben fasciſtiſch. Da es nun höchſt unwahrſcheinlich
iſt, daß bei der Ueberſchätzung der geiſtigen Bedeutung des
Fascismus durch jeden echten Fasciſten eine Einwirkung auf
die Mitglieder des Inſtituts nicht verſucht werden wird, und
da es ſicher iſt, daß der Druck, der auf dem ganzen Land Italien
laſtet, ſich auch auf das Filmlehrinſtitut ausdehnen muß, ſo wird
durch die Genfer Maßnahme die Entwicklung des
internatio=
nalen Filmweſens an den Fascismus ausgeliefert werden. Maw
mag in den beteiligten Kreiſen ſich gegen dieſe Vorausſage
weh=
ren, man mag alle möglichen Sicherungen angeben, dieſe
Zu=
kunftsentwicklung wird kommen, wenn das Inſtitut erſt einmal
im fasciſtiſchen Rom Fuß gefaßt hat.
Die Beratung der Statuten zuſammen mit der italieniſchen
Regierung zeigt bereits, wie abhängig von Rom man ſich bei
der Schaffung eines „internationalen” Inſtituts macht, das eine
Völkerbundseinrichtung ſein ſoll. Es iſt obendrein ein grotesker
Witz der Völkerbundspolitik, daß man dieſes
Völkerbunds=
inſtitut gerade in dem Land errichtet, das ſich von allen
Mit=
gliedsſtaaten am meiſten feindlich gegen Genf eingeſtellt hat,
und das anerkanntermaßen zurzeit in der Filmkunſt und
Film=
induſtrie weit hinter anderen Ländern zurückſteht. Amerika und
Deutſchland, daneben auch Oeſterreich, ſind heute die Länder
guter und bedeutender Filmproduktion, dann folgt erſt mit
Ab=
ſtand Frankreich und das ſehr unbedeutende England. Italien,
das früher im Filmen etwas leiſtete, verleiht heute ſeine guten
Künſtler nach Deutſchland oder Amerika und iſt ohne jede
Be=
deutung in der Filmerei. Dazu tun natürlich der Terror und
die Zenſur des Fascismus ihr übriges.
Das erſte Anrecht auf dieſes internationale Filmlehrinſtitut
hätte Baſel in der Schweiz. Denn hier iſt im Jahre 1922 zuerſt
der Gedanke und dann die Vorarbeit für ein europäiſches
Film=
lehrinſtitut entſtanden. Man wird in einem ſpäteren Artikel die
ganze Frage noch im einzelnen beleuchten müſſen. Sie iſt zu
wich=
tig, um mit einem Achſelzucken und Stillſchweigen übergangen
zu werden. Heute ſoll nur noch auf eine Beſonderheit
hingewie=
ſen werden: Es iſt indirekt Deutſchland, das mitſchuldig, daran
iſt, wenn jetzt dem Fascismus dieſes Propagandainſtitut in die
Hände geſpielt wird.
Als in der vergangenen Heibſttagung in Genf von
inter=
eſſierter Seite auf die Gefahren hingewieſen wurde, die in einem
Eingehen auf das Angebot Italiens zur Uebernahme eines
Filmlehrinſtituts läge, wurde von einer deutſchen Stelle, die an
der Beratung dieſer Frage offiziell beteiligt war, erklärt, daß
dem italieniſchen Projekt ein Begräbnis erſter Klaſſe in der
Komiſſion des Völkerbundes bereitet worden ſei. Daraufhin
ſchien es untunlich, unnötig noch weiterhin die öffentliche
Mei=
nung auf das italieniſche Projekt aufmerkſam zu machen.
Trotz=
dem iſt dann, wie man eigentlich erſt jetzt recht erfuhr, der
ita=
lieniſche Vorſchlag vom Völkeibund angenommen worden.
Die=
jenige Abteilung des Völkerbundes aber, die ſich mit derartigen
Dingen zu befaſſen hat, iſt jene Sektion, deren Leiter der deutſche
Untergeneralſekretär iſt. So war es dem Deutſchen vorbehalten,
ſich — wie auch bei anderen Fällen — vom Italiener einwickeln
Donnerstag, den 16. Februar 1928
zu laſſen und trotz der Gefahren, die der kulturellen Entwicklung
drohen, nicht alles zu tun, was zum mindeſten eine
Verſchlep=
pung der Angelegenheit und eine erneute und gründlichere
Be=
handlung der Frage ermöglicht hätte. Man hat doch ſonſt dieſe
Technik, alles auf die lange Bank zu ſchieben, ſo herrlich in Genf
heraus. Aber wenn Herr Paulucci de Calboli Barone, der
frü=
here Kabinettschef Muſſolinis, im Auftrag ſeines Meiſters ſich
in Genf hinter eine Sache ſetzt, dann wird ſie durchgedrückt. Denn
er iſt ein Könner und aktiver energiſcher Mann. Der deutſche
Untergeneralſekretär beim Völkerbund jedoch, deſſen Reſſort
ge=
rade in dieſer Angelegenheit iſt und deſſen Vortrag beim
Gene=
ralſekretär des Völkerbundes zweifellos nicht ganz ohne Einfluß
hätte ſein müſſen, har nichts erreicht — wenn er überhaupt etwas
hat erreichen wollen —, ſondern fährt nach Rom und arbeitet für
die fasciſtiſche Weltpropaganda.
Ob noch etwas in dieſer Sache zu retten ſein wird, läßt ſich
im Augenblick noch nicht überſehen. Aber wenn die öffentliche
Meinung wenigſtens ſich ernſtlich mit dieſer Gefahr beſchäftigt,
ſo wird man doch vielleicht eine oder die andere Sicherung noch
ſchaffen können, die der Filmkunſt in Zukunft die Ketten des
Fascismus erſpart.
Lord Oxford and Aſquith +
EP. London, 15. Februar.
Lord Oxford and Aſquith iſt heute
vor=
mittag 6 Uhr 50 Min. engliſche Zeit geſtorben.
Lord Oxford hat ein Alter von 75 Jahren erreicht. Er war
in Morley (Yorkſhire) geboren und hat die berühmte City of
London=Schule beſucht. Im Jahre 1876 wurde er Anwalt und
wurde 1886 als liberaler Vertreter eines ſchottiſchen Wahlkreiſes
ins Parlament gewählt. Im letzten Kabinett Gladſtone wurde
Aſquith Miniſter des Innern und behielt dieſen Poſten auch
nach Gladſtones Rücktritt unter Lord Roſebery. Ein großes
Arbeiter=Unfallverſicherungsgeſetz, das Aſquith damals
ausge=
aubeitet hatte, ſcheiterte an dem Widerſtand Lord Roſeberys.
Während der Zeit der liberalen Oppoſition von 1895 bis 1905
zeichnete ſich Aſquith durch ſeine Verteidigung der
Chamberlain=
ſchen Politik im Burenkrieg und ſeinen Feldzug für den
Frei=
handel aus. Als im Jahre 1905 die Liberalen unter Campbell
Bannerman wieder zur Macht gelangten, wurde Aſquith
Schatz=
kanzler, 1908 übernahm Aſquith dann die Nachfolge Campbell
Bannermans und ernannte ſeinerzeit Lloyd George zum
Schatz=
kanzler. Die in jene Zeit fallende Auseinanderſetzung zwiſchen
Unterhaus und Oberhaus endete 1911 unter dem Einfluß
Aſquiths mit dem vollen Sieg des Unterhauſes. Die ſogenannte
Ulſter=Rebellion vom Frühjahr 1914 überwand Aſquith dadurch,
daß er ſelbſt das Kriegsamt übernahm. Unter Aſquiths
Miniſter=
präſidentſchaft erfolgte dann der Eintritt Englands in den
Welt=
krieg. Anfang Dezember 1916 gab Aſquith, deſſen
Geſchäftsfüh=
rung den Konſervativen nicht energiſch genug erſchien, die
Füh=
rung der Geſchicke des Landes und Krieges an Lloyd George ab.
Bei der Niederlage der Liberalen im Oktober 1924 unterlag auch
Aſquith, womit ſeine Tätigkeit im Unterhaus beendet war. Im
Januar 1925 wurde er unter dem Titel Earl Oxford and Aſquith
Mitglied des Oberhauſes. Die Eigenſchaften, die Aſquith in
ſeiner langen und erfolgreichen politiſchen Laufbahn
auszeich=
neten, waren ſeine allem Extremen abgeneigte Sachlichkeit und
ſein liberales Eingehen auf die ſozialen Forderungen der Zeit.
Heſſiſcher Landtag.
Wahl des Landtagspräſidenten.
Stellv. Präſident Nuß eröffnet die Sitzung um 10 Uhr 28 Min.
Nach Beantwortung einer Reihe Kleiner Anfragen ſchreitet das
Haus zur Wahl des Landtagspräſidenten. Vorgeſchlagen werden Abg.
Delp und Abg. Galm. Die Wahl hat folgendes Ergebnis:
Es wurden 65 Stimmzettel abgegeben; auf den Abg. Delp (Soz.)
entfallen 55 Stimmen, auf den Abg. Galm (Komm.) 5 Stimmen;
4 Stimzettel ſind weiß und 1 ungültig.
Abg. Delp iſt alſo mit abſoluter Mehrheit zum
Präſidenten des Landtags gewählt. Er übernimmt das
Präſidium.
Die Regierungsvorlage, die Wahlen zum IV. Landtag des
Volks=
ſtaates Heſſen am 13. November 1927 für gültig zu erklären, wird gegen
die Stimmen der Kommuniſten angenommen. Die Volksrechtspartei
enthält ſich der Stimme.
Vorlagen wegen Strafverfahren gegen die Landtagsabgeordneten
Anthes, Wolf=Effolderbach und Galm werden in der Weiſe erledigt, daß
die Strafverfolgung verſagt wird.
Ueber die Regierungsvorlage zur
Errichtung eines Sporthauſes
auf dem Sport= und Spielplatz der Landesuniverſität erſtattet Abg.
Storck Bericht und führt u. a. aus: Die Verhandlungen haben dazu
geführt, daß die Heſſiſche Landesbank in Darmſtadt der
Landesuniver=
ſität zur Errichtung des Sporthauſes in Gießen ein Darlehen von 50 000
Reichsmark gewähren wird, wenn das Landesamt für das
Bildungs=
weſen für den Staat der genannten Bank gegenüber die Bürgſchaft
übernimmt. An der Aufbringung der für Verzinſung und Amortiſation
dieſes Darlehens erforderlichen Müttel werden ſich die Studentenſchaft
der Landesuniverſität, die Stadt Gießen ſowie die Univerſität beteiligen.
Zu der vorgeſchlagenen Regelung, ſoll der Landtag ſeine Zuſtimmung
erteilen. Der Berichterſtatter teilt mit, daß vom Finanzausſchuß die
Vorlage mit 9 gegen 4 Stimmen abgelehnt wurde; er befürwortet aber
in ſeiner Eigenſchaft als Abgeordneter die Vorlage und meint, man
könne die Stadt Gießen veranlaſſen, daß ſie einen höheren Beitrag
leiſtet.
Abg. Dr. Werner (Dntl.) tritt für Annahme der Vorlage ein.
Abg. Dr. Leuchtgens (Heſſ. Landbund) erklärte, ſeine Partei
ſei dagegen. Es ſei ganz gleichgültig, wer die geforderten 50 000
Mark bezahle; durch irgendwelche Steutern müßten ſie aufgebracht
werden.
Staatspräſident Adelung tritt für die Vorlage ein. Er
betont, gerade die Not der Zeit erfordere die Errichtung des
Sporthau=
ſes; es handle ſich um die Geſunderhaltung des Volkes, überdies würden
die Koſten zur Hälfte von den Studenten aufgebracht.
Abg. Maurer (Soz.) verweiſt auf den Sportplatz der Techniſchen
Hockſſchule in Darmſtadt. Was dem einen recht ſei, ſei dem anderen
billig, müſſe man hier ſagen.
Abg. Frau Birnbaum (D.V. P.) wendet ſich gegen die
Uebertrei=
bungen von Sparſamkeitsmaßnahmen. Die Errichtung des Sporthauſes
ſei einfach eine Notwvendigkei, denn die gegenwärtigen Einrichtungen
wären ſo mangelhaft und ſo unhygieniſch, daß mit ihnen nicht
auszu=
kommen ſei. Auch aus anderen Gründen ſei es notwendig, die
Einruh=
tungen der Univerſität auf der Höhe der Anforderungen der
gegenwär=
tigen Zeit zu halten, namentlich auch wegen der Konkurrenz der
Uni=
verſitäten Marburg und Frankfurt. Wenn einmal der Einheitsſtaat
komme, ſo ſei es gut, wen Heſſen, mit ſeiner Unwerſität auch etwas
Wertvolles einbringen könne.
Abg. Hamann (Komm.) ſpricht gegen die Vorlage.
Die Regierungsvorlage wird hierauf mit großer
Mehr=
heit angenommen.
Nah einer Pauſe wird der Abg. Sturmfels (Soz.) zum
Prä=
ſidenten der Staatsſchuldenverwaltung gewahlt.
Ein Antrag des Abg. Ritzel, die Regierung zu erſuchen, eine
Zu=
ſammenſtellung der höheren Schulen Heſſens mit Frequenzziffern,
Koſten uſw. vornehmen zu laſſen, wird (mit einem Zuſatz) angenommen.
Ein Antrag der Abgeordneten Blank, Heinſtadt, Weckler und
Hoff=
mann, die Reichsregierung zu erſuchen, die Zisverpflichtung aus den
Winzerkrediten zu ſtreichen, wird genehwigt, obenſo ein Zentrumsantrag
auf Bewilligung von 10 000 Mark für die Verſuchs= und Lehrwirtſchaft
für Schweinezucht in Gernsheim. Nur die Kommuniſten ſprechen ſich
dagegen aus.
Abg. Weſp (Zentrum) hat einen Antrag eingebracht, die
Regie=
rung zu erſuchen, bei Einſtellung von Gewerbeaufſichtsbeamten geeignete
Arbeiter zu berufen, ferner zu prüfen, ob durch Anſtellung von Aerzten
bei den Geiverbeämtern die Arbeiter vor Berufskrankhciten wirkſamer
geſchützt werden können. Die Gewerb=aufſichtsbeamten ſollen angewieſen
werden, bei Beſichtigungen auch eine Ausſprache mit der geſetzlichen
Be=
triebsvertretung allein herbeizuführen und dieſe auch bei ihren
Reviſio=
nen heranzuziehen. Abg. Weſp begründet ſeinen Antrag, den
Abg. Reuter (Soz.) befürwortet und davan die Erklärung ſchließt,
er könne auch einem Teile eines entſprechenden kommmiſtiſchen Antrages
zuſtimmen.
Es folgen hierauf parteipolitiſche Auseinanderſetzungen zwiſchen den
Abgeordneten Hamann (Komm.), Späth (Zontrum) und Weſp (Zentrum),
in deren Verlauf der Abg. Weſp unter großer Heiterkeit des Hauſes
den Abgeordneten Angermeier daran erinnerte, daß er früher der
Zen=
trumspartei angehört hat.
Abg. Böhm (deutſchnational) fragt nach der Stellungnahme der
Regierung zu dem Antrag.
Miniſter Korell erwidert, daß die Regiermg dem Antrag
zu=
ſtimme.
Der Antrag Weſp wird angenommen und der
kom=
muniſtiſche Antrag abgelehnt.
Auf der Tagesordnung ſteht weiter eine Regierungsvorlage über die
finanzielle Beteiligung des Staates bei der Not=
4I, Volkskonzert des Landestheater=
Orcheſters.
„Wiener Meiſter” ſtand auf dem Programm; und Haydn,
Lanner und Johann Strauß waren die Meiſter, und geſpielt hat
das Landestheaterorcheſter und dirigiert hat der
Dr. Böhm. Zuerſt die G=Dur=Sinfonie Nr. 88 von Papa
Jo=
ſeph, luſtig, ſprudelnd (im Largo ſchon mozartiſch), im letzten
Satz voll „Wiener Luft”; und wie der Inhalt, war die
Wieder=
gabe. — Nun wurd’s „fidel”. — „Die Schönbrunner”, die „Roſen
aus dem Süden”, die „Geſchichten aus dem Wiener Wald”, der
„Frühlingsſtimmen=Walzer” (Käthe Walter fand für ihren
Ziergeſang ſo viel Beifall, daß ein da capo erfolgte), die „ſchöne
blaue Donau” und die Ouvertüre zur „Fledermaus”.
Lecker=
biſſen über Leckerbiſſen. Eins ſchöner wie’s andere, und eins
wie’s andere hinreißend ſchwungvoll dirigiert von Böhm,
ge=
ſpielt vom Orcheſter. Das kann halt nur ein Oeſterreicher ſo
machen, voll Wiener „Herz” und Wiener „Hamur‟. Dabei kam
alles ſo natürlich, ſo geſchmackvoll, ſo ohne Mätzchen, — aber,
wie geſagt, alles ſo voll Laune und Freude und Temperament,
daß es einen „lupfte”. Und ſchließlich geriet man in eine
Stim=
mung, in der ein Wiener auszurufen pflegt: „I fahr in Himmel
nei” oder „was koſt’ die Welt, ich kauf ſe!” — Auch die
Darm=
ſtädter hat’s gepackt; zu ihrem Ruhme ſei’s geſagt; ſie tobten.
Neben mir ſaß eine Dame, die hat ſich ſogar im Dreivierteltakt
die Naſe geputzt, und ein älterer Herr in meiner Nähe ſteckte
ſeinen Ehering in die Taſche! Und es herrſchte eitel Freude und
Vergnügtheit im Großen Haus. Und Stürme von Beifall
er=
preßten den Radetzkymarſch. Bravo, Herr Böhm! Das war eine
würdige Karnevalsfeier. Sie können den Abend ruhig
wieder=
holen. Es wird wieder voll. — Ich komme auch.
O.
Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Heidelberg: Der frühere Direktor des Chemiſchen Inſtituts an der
Univerſität, Geheimrat Profeſſor Dr. Curtius, iſt im Alter von 71
Jahren an den Folgen eines Nierenleidens geſtorben.
Freiburg: Der hieſige Prof. Dr. Robert Schwarz hat den Ruf
als Abteilungsvorſteher am chemiſchen Inſtitut der Univerſität
Frank=
furt a. M., als Nachfolger von Prof. A. Sieverts angenommen.
München: Vom Bayeriſchen Staatsminiſterium für Unterricht und
Kultus wurde dem v. Profeſſor für neuere Geſchichte Geh. Hofrat Dr.
Hermann Oncken, mit Wirkung vom 1. Oktober 1928 an die wegen
Annahme eines Rufes an die Univerſität Berlin erbetene Entlaſſung
aus dem bayeriſchen Staatsdienſt unter Anerkennung ſeiner vorzüiglichen
Dienſtleiſtung bewilligt.
Bonn: Der Univerſitätsprofeſſor Dr. jur. Friedrich Heyer in
Breslau und Dr. Johannes Heckel in Berlin haben Berufungen auf
Lehrſtühle für Staats=, Verwaltungs= und Kirchenrecht an der hieſigen
Univerſität erhalten und angenommen.
Leipzig: Prof. Dr. Paul Koebe, der berühmte Gelehrte, hat den
Preis des Königs von Schweden im Stockholmer Mathematiſchen
Preis=
ausſchreiben gewonnen. — Die juriſtiſche Fakultät hat dem Vorſitzenden
des Zentralvorſtandes des Guſtav Adolf=Vereins, Geh. Kirchenrat Prof.
D. Rendtorff, wegen ſeines erfolgreichen Wirkens für das
Aus=
landsdeutſchvum und die deutſche evangeliſche Diaſpora die Würde eines
Doktor beider Rechte ehrenhalber verliehen.
Berlin: Oberingenieur Dr.=Ing. Geovg Schnadel in Berlin
iſt zum ordentlichen Profeſſor für Schiffban an der Techniſchen
Hoch=
ſchule ernannt worden.
Poincaré und Lichnowſky im Lichie der
wiſſenſchaftlichen Kritik.
Der 4. Band der Erinnerungen Poincarés und das Buch „Auf dem
Wege zum Abgrund” vom Fürſten Lichnowſky ſind Gegenſtand der
wiſſen=
ſchaftlichen Kritik im Februarheft der Berliner Monatshefte „Die
Kriegsſchuldfrage‟. Graf Max Montgelas unterzieht Poincarés
4. Erinnerungsband unter Heranziehung der bisherigen wiſſenſchaftlichen
Forſchungsergebniſſe einer eingehenden Kritik und kommt zu dem
Er=
gebnis, daß Poincarés Verſuch, die Mitverantwortlichkeit Frankreichs
an den Vorgängen während der Julikriſe 1914 zu widerlegen,
miß=
lungen iſt.
Mit der Veröffentlichung des Fürſten Lichnowſky geht Paul Herre
ſcharf ins Gericht und ſtellt verſchiedentlich nachträgliche tendenziöſe
„Ueberarbeitungen” früherer Denkſchriften und Berichte feſt.
Ferner bringt die Februarnummer die wichtigſten Antworten
neu=
traler Gelehrter auf die von Robert L. Owen an die Neutrale
Kom=
miſſion zur Unterſuchung der Kriegſchuld in Oslo geſtellten Fragen, die
alle der Verſailler Kriegsſchuldtheſe widerſprechen. Beiträge von Auguſt
Bach über „Die letzten Verſuche zur Erhaltung des Friedens in Paris
am 31. Juli und 1. Auguſt 1914” und von Georges Demartial, die auch
Poincarés Erinnerungen zum Gegenſtand haben, vervollſtändigen den
Inhalt des Heftes.
RDV. Das erſte Kugelhaus der Welt. Auf der diesjährigen
ſtellung der Dresdener Jahresſchau, die aus Anlaß der
rhundertfeier der Techniſchen Hochſchule in Dresden der
echniſchen Stadt” gewidmet iſt, wird eine der originell
und ſicherlich auch problematiſchſten Zeitfragen aufgegrif
nlich das Problem des Kugelhauſes, das der Münchner
hitekt Prof. Peter Birkenholz jüngſt in der Preſſe auf=
gerollt hat. Es handelt ſich hierbei um einen neuartigen
Bau=
ſtil, der noch niemals, auch nicht in Amerika, bisher verwirklicht
worden iſt. Birkenholz geht von dem Gedanken aus, daß es
nicht Aufgabe der Verkehrspolizei allein ſein kann, den Verkehr
zu regeln, daß vielmehr die Löſung in einer ſtädtebaulichen
Auf=
gabe zu ſuchen iſt. Wenn man an beſonders verkehrsreichen
Lagen ſowohl Fahr= wie Gehbahnen rundet, warum geht man
nicht dazu über, zur leichteren und gefahrloſeren Bewältigung
des Verkehrs auch das Haus zu runden? Die „Kugelhaus=
Straße”, die dreimal ſo breite Straßen erzielt als bei der
bis=
her gewohnten Bauweiſe, ſoll freiere Durchſicht gewähren und
die Möglichkeit bieten, Lichteinfall von allen Seiten zu erhalten.
Das erſte Kugelhaus der Welt, das nunmehr die
Jahresſchau bringt, wird einen Durchmeſſer von 25 Metern
haben und auf einem Sockel von etwa 5 Metern ruhen. Seine
Größe entſpricht dem Höhenverhältnis des Brandenburger
Tores einſchließlich Quadriga. Es iſt genau ſo hoch wie die
Bavaria in München. Während im unteren Teil des
Kugel=
hauſes in vier Etagen Geſchäftsläden eingerichtet werden, ſoll
in ſeinem oberen Teil unmittelbar unter der Kuppel ein
Kaffee=
reſtaurant, zu dem eigene Aufzüge hinaufführen, zu einem
Rund=
blick über ganz Dresden einladen.
Allerhand. Ein Modewort, das mehr im mündlichen als im
hriftlichen Gebrauche auffällt, iſt allerhand. Was haſt du vor?
lerhand. — Wieviel haſt du bezahlt? Drei Mark?. Das iſt
erhand. — Waren viele Gäſte da? Allerhand. — Du haſt eine
ſwei auf deine Arbeit gekriegt? Na, ’s iſt ja allerhand. — Was
bt es zu eſſen? Allerhand (ausweichende Antwort, die die
Er=
derung veranlaßt: Allerhand iſt ein Bänſedreckel). Immer
und immer wieder und in allen Tonarten hört man dieſes
aller=
ind, beſonders auch in der Formel; Allerhand Hochachtung!
b ſich aber jemals einer über die Wortform Gedanken macht?
Lie kommt die Hand zu ſolcher Verwendung, noch dazu in einer
erbindung, die doch die Mehrzahlform verlangt? Urſprünglich
egt dieſe auch vor im mittelhochdeutſchen Wesfall „allerhande‟
eben „hende‟), z. B. „pröuden”, Freuden von allen Artem
tibelungenlied 638). Der Umlaut fehlt ja auch in abhanden,
siſt weg, aus den Händen, zuhanden für zu Händen (ein Brief
m uns zuHanden, ſagt der Küraſſier zu Wallenſtein). Außer
erhand gab es auch mancher Hand, vieler Hand, jetzt verdrängt
rch mancherlei, vielerlei, mittelhochdeutſch auch „drier hande‟
eierlei; allerhand iſt eine erſtarrte Form, in der Hand die Be=
(nng von Art erlangte, eigentlich die durch die Hand beſtimmte
eſltung. Mrknitlich iſt auch eine Vermiſchung „allerleihand”
Gräuchlich.
C. U. (Deutſcher Sprachverein.)
Seite 4
Oonnerstag, den 16. Februar 1928
Nummer 47
ſtandsaktton, für die im Somur 1977 durch Hagelwetter
Geſchädigten unb wehrere Antrüge dazu.
Mbg. Dr. Leuchtgens erſtattet Werſiht über die
Megierungsvor=
lage. Hiernach iſt ein Schinden von 2,6 Millionen Mlark feſtgeſtellt
wor=
den; 10 Prozent ſollen eutſchädigt werden, und zuuar die Hälfte davon
ſoll als Zuſchuß, die andere Hälfte als Darlehen gewwährt werden. Abg.
(blaſer (Landbund) will in einem Antrag 70GM Mlark als verlorenen
Zuſchuß für die Megengeſchädiaten. Abg. Joſt (Landbund) wülnſcht
200 (0 Mark als verloreneit Zuſchuß. Die Auglitlonsparteien verlangen
70000 Mark als Darlehen für die Mtegengeſchüdigten und 130 0/0 Mark
als verlorenen Zuſchuß für die Umettergeſchſdigten, die i orſter Linie
zur Weſchaffung von Eaatgut verſordet werden ſollen.
Juzwiſchen iſt noch ein Zuſatzantrag der Monlitionsparteien
einge=
gaugen, tvonach die Megierung ermctchtigt wird, im Wedarfsfalle noch
100 (M) MNark beuteitzuiſtellen.
zeiniſter für Arbeit und Wirtſchaft Korell teilt
dem Hauſe mit, daß Miniſter Maab ihm geſtern morgen das
Miniſte=
rintur ülbergeben hat. Einer der weſentlichſten Punkte ſeiner auf
evan=
geliſoeſozlolen Grundſätzen bernhenden Weltanſchwuung ſel für ihn,
die wrtſchaftlich Selnvachen zu ſtüven. Weiter erklärt der Mebner, es
fei ſehr ſolnver gelveſen, MNaſiſtäbe für die (rwährung von (
Entſchtdi-
munger bei Hagel= und Aegenſchhen au finden. Die Bramten
ver=
bieutent beſonderen Dank, die die Feſtſtellungen miaclſten. Mheinheſſen
habe aut mieiſten durch Hagelſelzben gelitten. Füir Mbeinheſſen — ſo
bemekt der Mebner — ſollen für die Hagelgeſthnibigter 70Gw Mark
als verlorener Zuſchuß geiährt werben, 35 (0 Mark als Darlehen
und 70cw Mark als Spenden; auch ſollen Erlaſ oder Stundungen
von Winzerkrebiten eintreten. Die Unwetterſchäden ſelen in Oberheſſen
am größſten geweſen. Der Meduer beſprlcht dann die Autrüge und teilt
mit, daß für die UnwettergrſeMiblaten in Oberbeſſen 13000 Mark als
verlorener Zuſichuß bereitgeſtellt ſerden und 70000 Mark als
Dar=
lehen.
Abg. Kindt (Dnatl.) befürwortet die Anträge des Laudbundes.
Abn. Glaſer (Landbund) wriſt dem Miniſter nach, daß die
Laud=
buubautuäge uichſt durch den Autrag der Noglitlonsparteſen veranlaſtt
ſouden ſind, der erſt beute eingebracht wurde zuſtbrend dle
Landbund=
autrüge bereits mehrere Wochen alt ſind. Er bittet, den Auträgen ſeiner
Pattel zuauftimmen.
Abg. Toſt (Landbund) macht ainter Auführung von Tatſacben auf
die groſſe Not der oberheſſiſchen Landwirte aufmerkſam und bittet
eben=
falls, die Anträge ſeiner Partei anzunehmen.
Mbg. Axt (Volksrecltpartei) erklärt, ſeine Partel wverde für die
Wegterungsopolage ſtimmeit: werbe bioſe abgelehnt, ſo wweibe ſie dia
Au=
trüge drs Landbundes annehmen und bei deren Ablehnung für den
Autrag der Koglitlonsparteien ſtimmen,
Abg. Wlank (Zentrum) bittet, den Anträgen der
Koalitionspmr=
telen zumauſtimmtent.
Abg. Lux (Soz.) erklärt im Nanen ſeinen Partei, daß ſie den
An=
trögen der Koalitionsparteien zuſtimne, aber die Landbundanträge
ab=
lehnen werde.
Nach weiterer Debatte wird abgeftimmt. Die Megierungsvorlage
wird angenomrigen. In namentlichrr Abſtimmung werden dann gegen
die Stimmen der Oppoſitlonspartelen die Anträge Glaſer=Joſt
abge=
lehnt. (Nein: 92, Ja: 22 Stimmen). Die Anträge der
Noalittons=
parteien werden einſtimmig angenommen,
Ein Antrag der Abag. Weckler, Blank und Genoſſen auf Erlaß
von Landesſteiern wegen Hagel= und anderen Ernteſchäden wird
an=
gewonmnen. — Abg. Gußmann (Landlmnd) brſchnvert ſich bei dieſer
Gelegenhelt über die buregukratiſchen Maſmahmen bei Geſuchn um
Steuererläſſe.
Eine Glngahe der Erwerbsloſenkommiſſion zu Darmiſtadt auf
Ge=
währung einer Winterbeihilfe wird an den Ausſcmiß zuriickverwieſen."
Die Sitzung wird um 3 Uhr geſchloſſen; das Haus vertagt ſich.
Polniſch=Danziger Einigungsverſuche
über die Weſterplatte.
Der Danziger Oberkomiſſar teilte dem Generalſekretariat
des Völkerbundes in einem Priefe mit, daß die Freie Stadt
Danzig uud Polen übereingerommen ſind in
direkten Verhandlungen unter ſeiner Aegide eine
Einigung über die Frage der Weſterplatte und
das Anker= und Anlegerecht polniſcher
Kriegs=
ſchiffe im Danziger Hafen herbeizuführen. Eine
erſte Zuſammenkunft zu dieſem Zweck hat bereits am 6. Februar
ſtattgefunden. Die beiden Parteien haben ſich dahin geeinigt,
vorläufig von einer Anwentung des vom Nat beſchloſſenen
for=
mellen Verfahrens abzuſehen und dem Nat zur gegebenen Zeit
die Ergebniſſe ihrer Verhandlungen durch Vermittlung des
Oberkonnmiſſars zu unterbreiten. Der Oberkommiſſar drückt die
Hoffuung aus, daß die direkten Verhandlungen zu einer
Eini=
gung führen werden und daß die beiden Fragen nicht mehr vor
den Nat zur Emſcheidung konunen, ihn jedenfalls in ſeiner
Märzſigung uicht beſchäftigen werben. — Das
Völkerbunds=
ſerretgriat hat dieſe Mitteilung des Danziger Oberkonmniſſars
allen Mitgliedern des Völkerbundsrates zur Kenntnis gebracht.
Die Paloriſierung der polniſchen Zölle
Ein Druck auf Deutſchland. / (Erhöhte
Zolſ=
zuſchläge für deu ſche Exportartikel. /
Erſchwe=
rung der deutſchepolniſchen Verhandlungen.
* Berlin, 15. Februar. (Priv.=Tel.)
Von deutſcher Seite iſt den Polen wiederholt nahegelegt
wor=
den, die Frage der Valoriſierung ihrer Zölle zu entſcheiden, da
ihre Stellungnahme für den weiteren Gang der Verhandlungen
von außerordentlicher Bebeutung ſei. Die Warſchauer Regierung
hat ſehr lange gezögert und hatte zeitveiſe ſogar die Abſicht,
erſt die Sejmpahlen vorüübergehen zu laſſen. Jetzt iſt ſie
über=
raſchender Weiſe mit dem Valoriſierungsbeſchluß
herausgekom=
men, was zu begrüßen iſt, als er nunmehr klare Verhältniſſe
ſchafft. Die polniſche Negierung iſt aber dabei nicht in
der Weiſe vorgegangen, daß ſie einfach ihre Zölle umwertet, ſie
iſt vielmehr zu erheblichen Zollhinaufſetzungen
ge=
ſchritten. Dabei hat ſie ſämtliche Einfuhrwaren in
3 Kategorien eingeteilt, und zivar in der Weiſe, daß
für die erſte Gruppe Zollerhebungen nicht eintreten, dagegen für
die zwveite Gruppe 3prozentige und für die dritte Gruppe
72prozentige Zollzuſchläge eintreten. Den Wortlaut
der Verordnung kennt muan in Berlin noch nicht. Soweit man
dariber bisher aus Warſchant unterrichtet iſt, befinden ſich gerade
in Gruppe 3 die Waren, die hauptſächlich deutſche
Exportartikel darſtellen. Polen wird auf dieſe Weiſe
verſuchen, von uns höhere Zugeſtändniſſe herauszuholen. Das
hat aber natürlich zur Folge, daß auch die deutſehen
Gegenforde=
rungen entſprechend gehalten werden. Durch dieſe Vererdnung
erfahren die bisherigen Arbeiten der Zollkonmiſſion eine völlige
Verſchiebung, ſotveit es ſich nicht um Waren handelt, die in
Gruppe 1 gehören, alſo ohne Zollzuſchläge bleiben. Man wird
bei den anderen Poſitionen wahrſcheinlich wieder von vorne
an=
faugen müſſen, wvodurch der Abſchluß eines Vertrages nicht
ge=
rade nähergerückt wird.
Statt Korten.
hre Vermählung beehren sich anzuzeigen:
Bahram Hussein-sade
Dipl.-Ing.
Luise Hussein-sade
geb. Held
Februar 1928
Darmstadt
Oandia (Kaukasus)
(9066
Proftechnikum
Karlsstralle 24
Statt Narten.
Unſere llebe, treuſorgende Mutter,
Schwſe=
gerinutter und Großmutter
Margarete Gaß
Witwe des Eſſenbahnſekretärg Karl Gaß
wurde heute von ihrem langen und ſchweren
Ceiden durch einen ſanften Tod erlöſi.
Prof. Karl Gaß, Oberſtudienrat,
Kaſſel=Wllhelmehöhe
Elly Rüth, geb. Gaß
Paula Gaß, geb. Scheel
Prof. Dipl.=Jng. Georg Müth,
Wlesbaden.Biebrſch
und fünf Enkelſöhne.
Darmſtadt, den 14. Februar 1928. (0069
GBervinuoſtr. 45.
Dſe Veerdlgung ſindet Freitag, den 17. Februar, iſttags
12 Uhr, von der Kapelle des Waldfrledhofs aus ſtatt.
Danhſagung.
Für die vielen Wewveiſe herzlicher Antelluahite bei
beit uns ſo ſchlver betroffentent Werluſte weines
inntgſt=
geltebten (atten, unſeres treubeſorgten Waters
Herrn Adolf Ihrig
ſagen tvie hierttik Allen unſeren tiefgefühlten Dank,
insbeſonbere bankeit tuir Herrn Pfarrer Abeiß, für die
tröſtenden AVorte aut (rabe, ſolvie für die reichllchen
Wlumen= und Kranzſpenben; auch der Oberförſterel,
dent Verein Wualbesariln, ſolvie ſeinent wverten
Meit=
arbeiternt danken wir herzlich für die Kranznieberlegung
Ji tiefgebeugteit Schmerz:
Helene Ihrig Wwe.
und Kinder.
Dariſtadt, Echollbrunn, bei 16. Februar 1920, (020
Dankſagung.
Da es inir nicht möglich iſt, für alle
Be=
weiſe der Teilnahme während der Krankheit
und bei dem Ableben melnes lieben Bruders
Eduard Winter
Profeſſor und Geh. Schulrat
ſowie für die reſchen Blumenſpenden einzeln
zu danken, ſo bitte ſch dies auf dieſem Wege
entgegennehmen zu wollen.
Der trauernde Bruder:
197
Heiurich Winter.
Für die uns anläßlich unſerer
golbenen Dochzeit in ſo überaus reichei
Maße zu teil gewvordenen Glückwflnſche,
ſptvie für die Ueberreichung der vielen
Geſchenke ſpreihen wir hierinit Allen
unſeren herzlichſten und innlgſten
Dank aus.
Zugflührer 1 M. Gelurich Wörtge u. Frau
4420) Neichelsheii ii odenw.
Todes=Anzeige.
Am Mittiuoch früh 1: Uihr iſt
mteine liebe Frau, unſere gute
Mutter
Frau Anna Herche
geb. Schmldt
ntach langei, mit (ebulb
ertrage-
nein Leiden ſanft entſchlafen.
Die trauernden Hluterbliebenen:
Ludwig Herche,
und Kinder.
Darmſtadt, ben 15. Februar 1998.
Neue Miederſtr. 11.
Die Beerdigung findet Freitag
Nachmittag 2½ Uhr auf deit
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März z. verit. (*4400
Dankſagung.
Für die Hbergroße Antellnahnte und reichen
Blumen=
ſpenden bei dem Hinſcheiben unſeres lieben Tbihterchens
und Schlveſterchens
Irmgard
vollen alle Freunde und Wekannte, ſolvie Herr Pfarrer
Lautenſchläger für ſeine überaus twohltuenden und
troſt=
veichen WVorte auf bieſemt Wbege unſeren herzlſehſten und
aufrichttoſten Dank entgegennehmen.
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Karl Heinz Lang.
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Nummer 42
Donnerstag den 16. Februar 1928
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 16. Februar.
— Heſſiſches Landestheater. Das Schauſpiel bringt Ende der Woche
zwei Novitäten: Am Samstag wird im Großen Haus Goldonis „
Im=
preſario von Smyrna” in der Bearbeitung von Paul
Korn=
feld aufgeführt. Das Werk, das den Untertitel „Die fürchterlichen
Erlebniſſe des Türken Ali beim Theater” trägt, wird zum Beſten der
Wohlfahrtseinrichtungen der Genoſſenſchaft deutſcher
Bühnenangehövi=
ger gegeben. Die Vorſtellung findet außer Miete ſtatt. Der
Vorver=
kauf zu Preiſen von 1—6 Mark hat begonnen. Beſucher des
Roſen=
montagsballes der Bühnenkünſtler erhalten eine Ermäßigung von 50
Prozent auf die Plätze in der Preislage 4, 5 und 6 Mark. — Am
Sonn=
tag wird im Kleinen Haus zum erſten Male Shaws Schauſpiel „
Can=
dida” gegeben.
Am Roſenmontag wird im Großen Haus zum letzten Male die
Operette „Der Vetter aus Dingsda” aufgeführt, am Dienstag
die Operette „Der Vogelhändler” wiederholt. Für beide
Vor=
ſtellungen gelten die billigen Einheitspreiſe (1, 2. 3 und 4 Mk.),
Im Kleinen Haus wiederholt am Noſenmontag die
Spielgemein=
ſchaft das Luſtſpiel „Der Lumbeawend” von Büchner und
Schnei=
der. — Am Dienstag geht ebenfalls als Vorſtellung zu Einheitspreiſen
(1—3 Mark) das Luſtſpiel „Mein Vetter Eduard” zum letztenmal
in Szene.
Der Film „Lady Windermeres Fächer” von Ernſt
Lu=
bitſch, nach dem Bühnenwerke von Oskar Wilde bearbeitet, wird nur
heute und morgen im Kleinen Haus des Landestheaters vorgeführt.
Als Beiprogramm wird der Film „Im Lande der Fritjofſage” geſpielt.
— Schinderhannesabend der Darmſtädter Gruppe. Der von der
Darmſtädter Gruppe” für die diesjährige Faſchingszeit geplante „
Schin=
derhannesabend” findet am kommenden Samstag, 18. Februar, abends
9 Uhr, in den Räumen des Bürgervereins (Saalbauſtraße 67) ſtatt.
— Hohes Alter. Am 16. Februar begeht Frou Eliſabeth Burger
Wwe., Dieburger Straße 5, in voller geiſtiger und körperlicher
Geſund=
heit ihren 85. Geburtstag.
— Geh. Schulrat Winter . Am 7. Februar 1928 verſchied nach
langem Leiden der Geheime Schulrat Profeſſor Eduard
Winter im 83. Jahre ſeines ſegensreichen Lebens. Er wurde am
30. Auguſt 1845 geboren als zweitjüngſter Sohn des heſſiſchen
Haupt=
manns Wilhelm Winter. Seine Schulbildung erhielt er in der
Rein=
hardtſchen Schule und in der Gewerbeſchule zu Darmſtadt. Im Herbſt
1864 bezog er die Univerſität Gießen, wo er durch Clebſch und Gordan
in die Mathematik, durch Heinrich Buff in die Phyſik und durch
Hein=
rich Will, den Nachfolger Liebigs, in die Chemie eingeführt wurde.
Nachdem er im Herbſt 1866 die Gymnaſialreifeprüfung in den klaſſiſchen
Sprachen beſtanden hatte, machte er am 6. Auguſt 1868 bei der Gießener
Fakultät ſein Staatseramen. Nach ſeinem Akzeß am Darmſtädter
Gym=
naſium wurde er am 13. Dezember 1869 definitiv im Lehramt angeſtellt.
Seine erſte Stelle war an der Realſchule zu Friedberg. 1873—1894 war
er am Darmſtädter Realgymnaſium tätig, und von 1894 an wirkte er
am Darmſtädter Ludwig=Georgs=Gymnaſium. Im Nebenamt wurde
er lange Jahre hindurch von der oberſten Schulbehörde zur Mitarbeit
herangezogen bei Reviſionen und Prüfungen an höheren Bürgerſchulen
und Privatlehranſtalten und bei Geometerprüfungen. Als älteſter
Lehrer Heſſens trat er nach 43jähriger Dienſtzeit am 1. Oktobe: 1912 in
den Ruheſtand. Eduard Winter war ein vortrefflicher Mathematiker.
Gemeinſchaftlich mit ſeinem Freunde Auguſt von Gall ließ er 1876 im
Diehlſchen Verlag zu Darmſtadt ein Buch erſcheinen über die analytiſche
Geometrie des Punktes und der Geraden und ihre Anwendung auf
Aufgaben. Er war ein ausgezeichneter Lehrer und edelgeſinnter Menſch,
und zahlreiche Sckhüler halten in dankbarer Geſinnung ſein Andenken in
Ehren.
— Dr. Wauer=Vortrag. Wir machen unſere Leſer nochmals darauf
aufmerbſam, daß der Vortrag des Herrn Dr. Max Wauer über
Tho=
mas Mann heute abend 8½ Uhr in den Räumen der Buchhandlung
von Müller u. Rühle, Eliſabethenſtraße 5, ſtattfindet. Einige Karten
dazu ſind noch zu haben.
— Sektion Starkenburg des Deutſchen und Oeſterreichiſchen
Alpen=
vereins. Es ſei nochmals auf den heute abend 8½ Uhr im Hörſaal
Nr. 326 der Techniſchen Hochſchule ſtattfindenden Lichtbildevvortrag des
Herrn Staatsanwaltſchaftsrats Dr. Albrecht aus Frankfurt a. M.
hin=
gewieſen. Das Thema des Vortrages lautet: „Abſeits der Heerſtraße
in den Oetztaler Alpen.‟ Die Mitglieder der Sektion Starkenburg und
Darmſtadt ſind freundlichſt eingeladen; Gäſte ſind willkommen.
— Turngemeinde Darmſtadt 1846. „Wir lache gach ohne Geld!”
Wir bitten unſere Mitglieder und Freunde, bei Feſtlegung ihres
Pro=
gramms für den Faſtnachtſonntag darauf Rückſicht zu nehmem, daß 8.11
Uhr abends in dem großen Feſtſaal unſeres Turnhauſes am Woogsplatz
ein Bunter Abend mit anſchließendem Tanz ſtattfindet.
Der=
ſelbe bietet bei mäßigem Eintrittspreis ein karnevaliſtiſches Konzert
— vielen Mitgliedern aus der Vorkriegszeit noch bekannt —
gemein=
ſchaftliche Lieder unſerer bewährten Hausdichter und Einzelnes aus der
Vortragsfolge unſerer ſo trefflich verlaufenen Damen= und Herrenſitzung.
Wir bieten einen genußreichen Abend im Anſchluß an die Kappenfahrt
vom Nachmittag; für die richtige Karnevalsſtimmung ſorgt das
Pro=
gramm und im übrigen werden wir die Aufmerkſamkeit unſerer Gäſte
nur ſolange in Anſpruch nehmen, bis wir überzeugt ſind, daß die
jünge=
ren und älteren Tanzbeine unbedingt zu ihrem Recht kommen müſſen.
(Siehe heutige Anzeige.)
— Evang. Markusgemeinde. Die Leſer dieſer Zeilen, die bei dem
Vortragsabend am Montag nicht Zuhörer waren, müſſen diesmal ſchon
den Atlas zur Hand nehmen, und im oſtindiſchen Arckipel Jaba und
das kleine Inſelchen Bali aufſuchen, um einen Begriff von der
welt=
fernen Zone zu bekommen, in die Herr Studienrat Dr. Krämer mit
ſeinem zweiten Vortrag und den vielen guten Lichtbildern die
zahl=
reichenalten und jungen Freunde ſeiner lebhaften Reiſeſchilderungen
führte. Die feine Beobachtung des vulkaniſchen Tropenlandes und
ſeiner ſtarken Bevölkerung (die Inſel Bali hat bei einem Umfang von
etwa Starkenburg und Rheinheſſen zufammen rd. 800 000 Eingeborene.),
der Kultur in Sitte und tiefgründiger Religion dieſes Naturvolkes
bot eine ſo vortreffliche Unterhaltung, daß der am Schluß von dem
Vorſitzenden, Herrn Helmreich, ausgeſprochene Dank im ganzen großen
Saale aufrichtigſten Beifall fand; mit Recht wurde dankend betont, wie
Herr Dr. Krämer es verſtanden, neben den vielen äußeren Eindrücken nud
Vorgängen das rein Seeliſche im Leben der Urbevölkerung der Inſel
Bali, gegründet auf naiven aber keineswegs unlogiſchen Vorſtellungen,
ſehr anſchaulich darzuſtellen. Die mannigfachen Schriften des geſchätzten
Redners waren dementſprechend in der Pauſe viel begehrt. Der
Gemeindeverein St. Markus behält den ſchönen Auszug des Herrn Dr.
Krämer, den er aus ſeinen 300 Filmpacks vom „Märchenlande” mit den
eigenen Erlebniſſen bot, in beſtem Andenken und manche Erinnerung
wird noch dem böſen Vulkan Gunum Akum, dem Roſengarten Kintamani,
der ſchönen Witwe Maktatina, die als ſolche nicht verbrannt ſein wollte
und den Fremden ihr Auto verſchenkte, dem liebenswürdigen Pungaman
Bürgermeiſter (ganz wie bei uns) und den Barang=Ungeheuern der
Volksfeſte gelten. — Zum Eingang des Abends hatte Herr Pfarrer
Vogel an die Februartage des Jahres 1546 aus der Reformationszeit
erinnert. Damals reiſte Luther in friedlicher Miſſion von Wittenberg
nach Eisleben trotz Krankheit und Kälte und hielt am 14. Februar in
derſelben Kirche, in der er einſt getauft wurde, ſeine letzte Predigt, nur
vier Tage vor ſeinem Hinſcheiden, über Matth. 11, 25—30.
— Hausfrauenbund. Wir verweiſen auf die Anzeige in der
heu=
tigen Nummer, einen Kochkurſus betreffend. Herr Rüttiger iſt ein
aus=
gezeichneter Fachmann. Seine Kurſe haben in anderen Städten großen
Beifall gefunden und mußten mehrfach wiederholt werden. So nahmen
in Mainz zuletzt 80 Frauen daran teil. Manche Hausfrau und manche
Hausangeſtellte ſollte es freudig begrüßen, ihre Kenntniſſe, die beſonders
in der feineren Küche durch die Kriegszeit Nor gelitten haben, erweitern
und auffriſchen zu können. Da der Kurſus bereits am 27. Februar
be=
ginnt, bitten wir um baldige Anmeldung in unſerer Geſchäftsſtelle,
Rheinſtraße 7.
— Verein zur Abhaltung lutheriſcher Gottesdienſte und muſikaliſcher
Andachten in der Schloßkirche zu Darmſtadt. Der Vorſtand des Vereins
macht ſeine Mitglieder darauf aufmerkſam, daß die
Paſſionsan=
dachten am Donnerstag, 23. Februar, abends 8 Uhr, in der
Schloß=
kirche beginnen werden.
Der beſſiſche Einzelhandel zur Gewerbeſieuer.
Handwerkernot und Altersverſorgung.
Der Landesverband des Heſſiſchen Einzelhandels e. V. hat
in ſeiner Steuerſitzung am 15. Februar folgende Reſolution
gefaßt:
„Nachdem die neue heſſiſche Regierung gebildet iſt und der
Landtag ſeine Tätigkeit aufgenommen hat, muß der heſſiſche
Einzelhandel verlangen, daß die Regelung der
ſtaat=
lichen und kommunalen Gewerbeſteuer nunmehr
beſchleunigt in Angriff genommen wird.
Der Einzelhandel erwartet, daß die neue Regierung die
Zuſage der alten ſchnellſtens einlöſt und einen Geſetzentwurf
vorlegt, der die endgültige Veranlagung ſchon für das Jahr 1927
auf gerechter Grundlage vorſieht. Es kann hier keinesfalls
ge=
wartet werden, bis das durch die politiſchen Verhältniſſe im
Reich vielleicht auf lange Zeit hinausgeſchobene
Steuervereinheit=
lichungsgeſetz erlaſſen wird.
Für die Jahre 1925 und 1926, die nicht mehr veranlagt
wer=
den ſollen, müſſen die bei der Erhebung der vorläufigen
Ge=
werbeſteuer entſtandenen Ungerechtigkeiten und Härten unter
Berückſichtigung des tatſächlichen Ertrags ausgeglichen werden.”
Ausgleich der Familienlaſien.
Namhafte Bevölkerungspolitiker, wie Prof. Zahn=Müinchen,
Präſi=
dent des Bayeriſchen Statiſtiſchen Landesamts, Prof. Grotjahn=Berlin,
Sozialhygieniker, Obervegierungsrat Burgdörfer Berlin,
Reichsgerichts=
rat Zeiler=Leipzig, Profeſſor Thomſen=Münſter, Dr. Harmſen=Berlin,
Dr. Maus=St. Tönnis und Rektor Thiede, Berlin, fanden ſich auf
Ein=
ladung des Reichsbundes der Kinderreichen zuſammen, um
über den Geburtenrückgang und die Möglichkeit von
Gegen=
maßnahmen ſich zu beſprechen. Die Ausſprache wurde geleitet vom
Reichsbundesvorſitzenden Hans Konrad=Düſſeldorf. Es kam die große
Not der größeren Familien zur Sprache, insbeſondere die der
wirtſchaft=
lich ſchwächeren Volksſchichten. Man war einſtimmig der Anſicht, daß
nur eine Elternſchaftsverſicherung dem weiteren Verfall der deutſchen
Familie Einhalt tun kann. Dieſe Verſicherung muß, wenn ſie wirkſam
ſein ſoll, ſämtliche Berufsſtände umfaſſen, ſoweit ſie nicht ſchon jetzt
ausreichende Kinderzulagen beziehen. Es herrſchte völlige
Ueberein=
ſtimmung darüber, daß die Erziehungsbeihilfen für alle Kinder vom
erſten Kinde ab gewährt werden müſſen, jedoch hielt man eine
Staffe=
lung der gewährten Beträge nach der Kinderzahl für notwendig. Von
der weiteren Einführung von Ausgleichskaſſen wie ſie hier und da in
gewerblichen Betrieben eine Zeitlang beſtanden haben und an wenigen
Stellen noch beſtehen, verſprach man ſich keine nachhaltige Wirkung,
da die Leiſtungen zu ungleichmäßig und zu unſicher ſind.
Die Beſprechung galt der Vorbereitung für eine großangelegte
Kundgebung der Kinderreichen, die für den 20. Mai in Bochum geplant
iſt. Es werden dort die Kinderreichen Deutſchlands zuſammentreten,
um dem Volke die „Notwendigkeit eines Ausgleichs der Familienlöhne
durch den Staat, wie ſie in der Reichsverfaſſung durch Artikel 119
zugeſichert worden iſt, zwingend vor Augen zu führen.
Daß etwas zur Sicherung der deutſchen Familie geſchehen muß,
wwird durch den tagtäglich mehr in die Erſcheinung tretenden
Geburten=
rüickgang immer anſchqulicher. Es iſt daher zu erwarten, daß ſich unſere
Politiker in zunehmendem Maße mit dieſen brennenden Fragen
beſchäf=
tigen, da andevenfalls der Zeitpunkt eintreten könnte, an dem keine
Rettung mehr möglich iſt.
Karneval 1928 — Kappenfahrt. Die koſüümierte Kappenfahrt
ſtellt ſich am Sonntag, nachmittags 1 Uhr, in der Heidelberger Straße
mit Richſtung nach Süden auf. Die Spitze des Zuges befindet ſich an
der Beſſunger Turnhalle. Von hier aus bewegt ſich der Korſo,
pünkt=
lich um 2 Uhr beginnend, durch folgende Straßen: Moosbergſtraße —
Ludwigshöhſtraße — Beſſunger Straße — Karlſtraße — Schulſtratze —
Ernſt=Ludwigſtraße — Rheinſtraße (Nordſeite) — alter Bahnhof
(Gegenzug) — Rheinſtraße (Südſeite) — Wilhelminenſtraße —
Eliſa=
bethenſtraße — Neckarſtraße — Rheinſtraße — Marktplatz —
Ludwig=
ſtraße — Schulſtraße — Kapellplatz — Mühlſtraße — Heinheimerſtraße
— Liebfrauenſtraße — Emilſtraße — Viktoriaſtraße — Landwehrſtraße
— Wendelſtadtſtraße — Bismarchſtraße — Mathildenplatz —
Luiſen=
ſtraße — Rheinſtraße — Alexanderſtraße — Stiftſtraße —
Schwimmbad=
platz, wo die Auflöſung erfolgt. Die anwohnende Bevölkerung wird
gebeten, dem Straßenbild durch geeignete Schmückung ein
karnevaliſtiſch=
feſtliches Gepräge zu geben. — Zahlreiche Anfragen laſſen erkennen, daß
der Begriff Kappenfahrt, ſcheinbar wegen der langen Pauſe (1911), in
Darmſtadt nicht mehr geläufig iſt. Eine Kappenfahrt iſt in erſter Linie
ein aus Perſonenwagen (Autos und Droſchken), die geſchmückt ſind,
be=
ſtehender Korſo. Daß ſich diesmal eine größere Anzahl von Gruppen
zur Belebung und Bereicherung des Bildes hierbei befindet, iſt
dank=
bar zu begrüßen. — Heute abend 6.11 Uhr Meldeſchluß.
— Orpheum. Die heutige Premiere des
Faſchings=
ſpielplans umfaßt das geſamte Varieté=Programm des
Schumanntheaters mit 9 erſtklaſſigen Varieté=Attraktionen, das
in der erſten Februar=Hälfte in Frankfurt a. M. ſpielte. Um
Darmſtadt etwas Außergewühnliches zu bieten, hat die Leitung
des Orpheums die außerordentlichen Koſten eines derartigen
Weltſtadtprogramms nicht geſcheut; es dürfte daher zu erwarten
ſein, daß dieſe Anſtrengung durch reges Intereſſe in
Beſucher=
kreiſen von Erfolg gekrönt wird. (Siehe heutige Anzeige.)
BV Der Bürgerverein feiert, wie durch Anzeigen und Einladungen
bekanntgemacht, am kommenden Samstag, 18 Februar ſeinen
Mas=
kenball in den originell dekorierten Feſträummen der Vereimigten
Geſellſchaft. Er iſt diesmal zu einem alten Gebrauch zurückgekehrt, auch
den lediglich Zuſchauenden etwas ganz Beſonderes zu bieten. Zuviel
darf nicht verraten werden, aber ſoviel, daß eine Gruppe Triller=Girls
unter Leitung der Tanzmeiſterin Frau Rehr ihr Erſcheinen zugeſagt
hat. Die bewährten Freunde des Vereins werden alſo, in Erinnerung
der früheren glanzvollen Maskenbälle wieder erſcheinen und können
ſich durch Mitglieder des Vereins einführen laſſen. Die Eintrittskarten
ſind in den bekannten Vorverkaufsſtellen und abends an der Kaſſe zu
haben.
— Die Taufe, öffentlicher Frageabend mit einer Einleitung von
Martha Heimeran=Frankfurt, Pfarrer in der Chriſtengeweinſchaft, am
Freitag, 17. Februar, abends 8.15 Uhr, in der Städtifchen Akademie für
Tonkunſt, Eliſabethenſtraße. Es wird gebeten an dieſen Abenden, die
von Zeit zu Zeit amſtelle der Vorträge ſtattfinden, die Fragen ſchriftlich
zu ſtellen. In der einleitenden Beſprechung werden beſonders berührt
werden die Fragen, die zuſammenhängen wit der Kinder= und
Er=
wachſenentaufe, der katholiſchen und evangeliſchen Taufform, der Not=
Taufe, der Stellung der Paten. (Vergl. die Anzeige.)
— Andrang zum Beruf der Köche. Man ſchreibt uns: Wie im
vergangenen Jahre, ſo drängen ſich auch dieſes Jahr wieder viel wehr
junge Leute zum Kochberuf, als i wirklich guten Lehrſtellen
unterge=
bracht werden können. Dadurch entſteht die Gefahr, daß viele dieſer
jungen Leute in Geſchäften Unterkunft finden, wo ſie nur eine
unge=
nügende, für das ſpätere Fortkommen als Koch völlig ungeeignete
Aus=
bildung erhalten und nur als Küchenhandlanger Verwendung finden.
Die Eltern und Vormünder der jungen Leute, die den Kochberuf
er=
greifen wollen, ſeien daher darauf aufmerkſam gemacht, daß ihnen der
„Internationale Verband der Köche” in Frankfurt a. M.,
Windmühl=
ſtraße 1, gratis und franko eine ausführliche Abhandlung über den
Kochberuf, die derzeitigen Verhältniſſe und die Ausſichten in
dem=
ſelben zur Verfügung ſtellt.
werden die für’s Herz unſchädlichen
Als Entfettungsmittel Toluba=Kerne gern genommen und
weiter empfohlen.
30 Gramm in Apotheken erhältlich.
(IV 125
In füngſter Zeit wenden ſich häufig alte, nicht mehr arbeitsfähige
Handwerker oder durch vorzeitiges Wegſterben des Mannes in Not
ge=
ratene Handwerkerwitwen an die Handwerkskammer, um dort eine
Unterſtützung zu erhalten. Dieſe Leute möchten nicht gerne das
Wohl=
fahrtsamt in Amſpruch nehmen, und hoffen auf die Hilfe der Kammer.
Irgendein Fonds, aus dem Unterſtützungsgelder für ſolche Notfälle
ent=
nommen werden könnten, ſteht aber der Kammer nicht zur Verfügung.
Das Wohlfahrtsamt kann alſo hier nicht vermieden werden. Alle
Hand=
werksmeiſter ſollten aber daraus die Lehre ziehen, daß ſie ſich rechtzeitig
einer Altersverſorgung und eines Notpfennigs verſichern müſſen auf
dem Wege, der ihnen von ihren eigenen Einrichtungem vorgezeichnet iſt:
das iſt die von der Handwerkskammer anerkannte und unterſtützte
„Südweſtdeutſche Verſicherungsanſtalt für ſelbſtändige Handwerker und
Gewerbetreibende A.=A. (Braubachſtraße 18—22, Handwerkerhaus)”.
Gegen niedrige Beiträge kann ſich hier der ſelbſtändige Gewerbetreibende
gegen Krankheit, Altersſorgen, Invalidität und auf Penſion verſichern.
Das Frankfurter Inſtitut arbeitet als Glied des Reichsverbandes des
deutſchen Handwerks mit 14 weiteren Schweſterkaſſen zuſammen und hat
insbeſondere mit der Hamburger Schweſterkaſſe die Lebens=, Alters= und
Penſionsverſicherung gemeinſam aufgenommen. Seine Verwaltung ließt
döllig in den Händen des Handwerks, ſein Aufſichtsrat beſteht aus
Ver=
tretern der Handwerkskammer und Gewerbevereine.
— Markusgemeinde. Die für Donnerstag, 16. Februar, angeſetzte
Hauptverſammlung des Männer= und Frauenvereins wird aus
prak=
tiſchen Gründen verlegt und am 12. März, abends 8 Uhr,
gemein=
ſam mit der Hauptverſammlung der „Hilfe am Grabe” im
Gemeinde=
haus, Kiesſtraße 17, abgehalten. Genauere Einladung mit Angabe der
Tagesordnung wird rechtzeitig im Anzeigenteil dieſes Blattes erfolgen.
— Geflügelzuchtverein Darmſtadt. Zwei Vorträge bildeten die
Hauptpunkte der Monatsverſammlung. Zum Teil in
humo=
riſtiſcher Weiſe machte der eine Redner die Anweſenden mit den letzten
Neuerungen in der Geflügelzucht bekannt. Die neueſten
Errungenſchaf=
ten in Geräten, die beſten Erfahrungen in der Füttewung ſowie in der
Behandlung kranker Tiere, die Einflüſſe von Arzneien auf Goflüfgel.
wurden erwähnt; für all dies fanden ſich willige Zuhörer in der ſtark
beſuchten Verſammlung. Nicht weniger intereſſiert folgten die
Mit=
glieder den Ausführungen des zweiten Redners über den Vortrag des
Herrn Direktors Roemer (Halle=Cröllwitz), den derſelbe bei der
Land=
wirtſchaftlichen Woche hier in Darmſtadt hielt. Nach einer
reſchhalti=
gen Verloſung trennte wan ſich.
HK Ausbau der Vorortverbindungen. Die am Dienstag ſtattgehabte
Vollverſammlung der Induſtrie= und
Handelskam=
mer Darmſtadt hat in Beſtätigung des kürzlich gefaßten Beſchluſſes
der Verkehrskommiſſion der Kammer einſtimmig beſchloſſen,
den Plan eines zeitgemäßen Ausbaues der Verbindungen zwiſchen
Darmſtadt und ſeinen öſtlichen Vorortgemeinden Traiſa, Nieder=
Ramſtadt und Ober=Ramſtadt mit allem Nachdruck zu fördern.
Als geeigneter Betriebsunternehmer ſür dieſe Verbindung kommt nach
der Auffaſſung der Vollverſammlung allein die Heſſiſche
Eiſen=
bahn=Aktien=Geſellſchaft in Frage, die den Betrieb der
ſonſti=
gen Darmſtädter Vorortverbindungen ſowie der Darmſtädter
Straßen=
bahnen bereits innehat. Bis zum Zeitpunkt der Eröffnung der
Vor=
ortbahn nach den genannten Orten müßte durch möglichft
bal=
dige Einrichtung einer Kraftwagenlinie durch die Heag
die zun Zeit noch beſtehende empfindliche Lücke im Darmſtädter
Vorort=
verkehrsnetz geſchloſſen werden.
HK 14. Wiener internationale Mefſe. Vom 11. bis 18. März 1928
findet die 14. Wiener internationale Meſſe (Frühjahrsmeſſe) ſtatt.
Meſſeausweiſe zum Preiſe von 3 RM., die den Beſuchern der Wiener
Meſſer beſondere Vorteile auf der deutſchen und öſterreichiſchen
Eiſen=
bahn, ſowie auch für den ſonſtigen Aufenthalt in Wien gewähren,
können durch den ehrenamtlichen Vertreter der Wiener Meſſe, Syndikus
Dr. Hans Schaefer bei der Heſſiſchen Induſtrie= und Handelskammen
Darmſtadt, bezogen werden. Nähere Auskunft erteilt auch das Bureau
der Heſſiſchen Induſtrie= und Handelskammer Darmſtadt, Rheinſtraße
Nr. 14, I. Tel. 368 und 369.
— Dampferexpeditionen des Norddeutſchen Lloyd Bremen. Nach
New York ab Bremen=Bremerhaven: D. George Waſhington (USL.)
15. 2., D. Berlin 16. 2., D. Dresden 23. 2, D. Karlsruhe 26. 2. D.
Mün=
chen 6. 3., D. Republic 6. 3. Nach New York ab Southampton:
D. George Waſhington 16. 2., D. Berlin 17. 2. Nach Kanada (
Ha=
lifax) New York ab Bremen=Bremerhaven: D. Derfflinger 17. 3.
Nach Havanna=Galveſton, Ausreiſe über Halifax ab
Bremen=Bremerhaven: D. York 3. 3. Nach Philadelphia=
Baltimore=Norfalk ab Bremen: D. Göttingem 22. 2. Nach
Nordamerika=Weſtküſte ab Hamburg: D. Murla 14. 2., ab
Bremen 16. 2., D. Schwaben ab Hamburg 6. 3., ab Bremen 8. 3. Nach
dem La Plata ab Bremen=Bremerhaven (Paſſagiereinſchiffung):
D. Madrid 18. 2., D. Sierra Morena 3. 3., D. Werra 10. 3. Nach
Nordbraſilien ab Hamburg: D. Anatolia 25. 2. Nach
Mit=
telbraſilien ab Hamburg: D. Minden 23. 2., D. Nienburg 7. 3.
Nach Cuba=New Orleans ab Bremen D. Raimund 2. 3. Nach
Oſtaſien: D. Gerwin ab Hamburg 15. 2., D. Trier ab Bremem 18. 2.,
ab Hamburg 22. 2., D. Haimon ab Bremen 25. 2., ab Hamburg 29. 2.,
D. Abſter ab Bremen 3. 3., ab Hamburg 7. 3., D. Deſſau ab Bremen
10. 3., ab Hamburg 14. 3. NachAuſtralien: D. Köln ab Hamburg.
25. 2., ab Bremen 28. 2., D. Franken ab Hamburg B. 3., ab Bremem
31. 3. Nach Südamerika Weſtküſte durch den Panamakanal:
D. Wiegand ab Hamburg 7. 3., ab Bremen 10. 3., durch die Magalhaen=
Straße D. Berengar ab Hamburg 25. 2., D. Wido ab Hamburg 7. 4.
Nach Weſtküſte, Zentral=Amerika und Mexiko: D. Atto
ab Bremen 26. 3., ab Hamburg 31. 3. Fruchtfahrt Kanariſche
Inſeln nach Bremen=Hamburg: D. Arucas 18. 2. Nach
der Levante ab Bremen: Abfahrten alle 3 bis 10 Tage. Nach
Finnland ab Bremen: 14tägiger Dienſt nach allem Haupthäfen.
Nach Reval ab Bremen: Abfahrten alle zehn Tage. Nach
Lenin=
grad ab Bremen: Abfahrten alle 8 bis 14 Tage. Nach
Eng=
land ab Bremen: 2 bzw. 4 Abfahrten in der Woche. Nach Afrika
(Weſtafrika): D. Wolfram ab Hamburg 15. 2. (Anton Fiſcher,
Darm=
ſtadt, Frankfurter Straße, Telephon 186.)
*p. Amtsgericht. 1. Ein hieſiger Kaufmann hatte eine Schreibmaſchine
gekauft, die vom Gerichtsvollzieher gepfändet wurde.‟ Dem Beamten
wurde bei der Pfändung nichts von einem auf ihr laſtenden
Eigentums=
vorbehalt geſagt. Das Pfand wurde verſteigert. Der Beamte würde,
wie er angibt, auch gepfändet haben, wenn ihm geſagt worden wäre,
daß ein beſſeres Recht eines Dritten beſtehe; dieſem Gläubiger müſſe
dann überlaſſen bleiben, ſein beſſeres Recht geltend zu machen. Der
Kaufmann iſt nun wegen Underſchlagung angeklagt. Nach den
Ver=
tragsbeſtimmungen hätte Angeklagter dem Vorbehaltseigentümer von
der Pfändung Nachrichr geben müſſen. Es wird eine Geldſtrafe von
75 Mark beantragt. Der Verteidiger erklärt, eine präfudizielle
Entſchei=
dung des höchſten Gerichts ſei in dieſer Frage noch nicht eugangen. Der
Angeklagte habe gar kein Intereſſe daran gehabt, durch die Pfändung
des Gerichtsvollziehers ſich die Sache zuzueignen. Es ſeien damals, nach
Wcihnachſten 1925, viele Pfändungen gegen den Angeklagten ausgebracht
worden und ſein Unternehmen ſei zuſammengebrochen. Mit vielen
an=
deren Sachen ſei auch die Schreibmaſchine gepfändet worden. Ein
An=
eignungswillen könne aus dem Verhalten des Angeklagten nicht
her=
geleitet werden. Das Urteil ſpricht frei. Die Zueignungsabſicht müſſe
dem Angeklagten nachgewieſen werden. Auch ſei der Angeklagte nicht
bereicheri. Dem Vorbehaltseigentümer ſtehe es frei, gegen den
Pfand=
gläubiger wegen unberechtigter Bereicherung vorzugehen. — 2. Der
Inhaber einer auswärtigen Lebensmittelgroßhandlung, der durch
Darm=
ſtadt nach Worms mit ſeinem Motorrad mit unbeſetztem Beiwagen in
der Heidelberger Straße fuh=, ſoll fahrläſſigerweiſe einen Mann, der
daſelbſt Kohlen ablud, angefahren haben. Der Vorfall eveignete ſich
am 3. November 1927. Der Verletzte war bis 19. November in
ärzt=
licher Behandlung. Der Amtsanwalt hält die Schuld für erwieſen,
zu=
mal Angeklagter ſah, daß hier Kohlen abgeladen wurden; es wird eine
Geldſtrafe von 50 Mark beantragt. Das Gericht ſpricht frei; der
Ange=
klagte als Fremder konnte nicht annehmen, daß Kohlen in der Weiſe,
wie hier geſchehen, über die Straße abgeladen werden.
wmm
Summi
luch
Zum
Festhalt
von Verbänden
Wichtig für Haushalt, Werkstatt, Sport (Radfahrer, Radio-Bastler, Kanufahrer USN
* Achten Sie auf den Namen Leukoplast, da Nachahmungen im Handel sind.
Erhältlich in Apotheken, Drogerien, Bandagengeschäften in Rollen von 30 Fl. All-
Leukoplast ist immer gut,
Wenn man sich verwunden kut.
Aber nicht nur zu Verbänden
Kann man Leukoplast verwendent
Pappe, Porzellan und Glas,
Alles, Alles kittet das.
Ansteckdosen, Bilderrahmen,
Schachteln, Schirme, Puppendamen:
Gummischläuche, Badekappen.
Regenmäntel, Aktenmappen,
Noten, Bilder, Thermometer,
Goethes Faust und Struwwelpefer,
Alles klebt das LEUKOPLAST.
Sorg’, daß Du’s im Hause hast!
Seite 6
Donnerstag, den 16. Februar 1928
Nummer 47
*Steuer= und Wirtſchaftskalender
für die Zeit vom 15. bis 29. Februar 1928.
Ausſchweiden!
Aufbewahren!
15. Febr.
1. Febr.
25. Febr.
29. Febr.
1. März
Letzter Tag zur Abgabe der
Steuererklä=
rungen zur Frühjahrsveranlagung ſüir 1928.
15. Febr.: Bezüglich der an dieſem Termin zu zahlenden Steuern und
Abgaben:
Kirchenſteuer 1927/28,
Einkommenſteuer der Landwirte,
Vermögensſteuer=Vorauszahlung,
Beiträge zur Brandverſicherung,
vergleiche man den Steuerkalender für die erſte Februarhälfte
in Nr. 34 des Tagblatts vom 3. Februar.
Nach der Mahnung des Finanzamts Darmſtadt= Stadt in
Nr. 36 des Tagblatts vom 5. Februar ſind bis ſpäteſtens
15. Februar bei Meidung der Beitreibung zu zahlen:
1. Die Vorauszahlungen auf Einkommen= uud
Kör=
perſchaftsſteuer, viertes Vierteljahr 1927, fällig
geweſen am 10. Januar 1928;
2. die Vorauszahlungen auf Landesſteuern 1927
fünftes Ziel, fällig geweſen am 25. Dezember 1927.
20. Febr.: Abführung der Lohnſteuer für die in der Zeit vom 1.—
15. Februar 1928 erfolgten Lohnzahlungen im
Markenver=
fahren und im Ueberweiſungsverfahren; im letzteren jedoch
nur dann, wenn die in der erſten Hälfte des Kalendermonats
einbehaltenen Lohnſteuerbeträge für ſämtliche in einem
Be=
trieb beſchäftigten Arbeitnehmer den Betrag von 200 RM.
überſteigen. (Keine Schonfriſt.)
Sechſte Vorauszahlung (ſtaatliches Ziel) laut
Anforderungs=
zettel für die Grundſteuer, Gewerbeſteuer und
Sondergebäudeſteuer, für das Rechnungsjahr 1927.
(Schonfriſt bis 5. März 1928.)
Letzter Tag für die Einreichung der Belege über den
Steuer=
abzug vom Arbeitslohn für das Kalenderjahr 1927 an das
zuſtändige Finanzamt. Vordrucke ſind beim Finanzamt
er=
hältlich; Fehlanzeige iſt erforderlich!
Bei Nichtabführung der am 15. Februar fällig geweſenen
Bei=
träge zur Brandverſicherung für 1928 (einziges Ziel) an die
Finanzkaſſe werden von dieſem Tage ab Verzugszinſen
er=
hoben.
H. W. Wohmann.
Aus den Parieien.
Am Abend des 14. Februar har die demokratiſche Landtagsfraktion
Finanzminiſter Henrich mit einem Blumenarrangement
fol=
gendes Schreiben überſandt:
„Sehr geehrter Herr Miniſter Henrich!
„Mit dem heutigen Tage, der die Neubildumg des Kabinetts brachte,
ſcheiden Sie aus dem Amt, das Sie über acht Jahre lang innehatten.
In dieſer ſchweren Zeit haben Sie dem heſſiſchen Volke durch die
vor=
bildliche Arbeit als Finanzminiſter ganz hervorragende Dienſte
erwie=
ſen. Sie waren unermüdlich, umſichtig und gerecht in Ihrem Poſten,
trotzdem Sie gerade wegen Ihrer Arbeit Angriffe aller Art zu ertragen
hatten, wie ſie wohl noch gegen keinen heſſiſchen Staatsmann gerichtet
worden ſind. Aber nicht nur wegen Ihrer hervorragenden Leiſtungen,
ſondern auch als charaktervolle Perſönlichkeit werden Sie in Heſſen
dauernd geſchätzt werden.
Leider können wir das alles und was uns ſonſt noch bewegt, Ihnen
vorläufig wegen Ihrer Erkrankung nicht perſönlich zum Ausdruck
brin=
gen. Wir werden es aber nachholen.
Die Fraktion und die Partei wünſchen Ihnen herzlichſt baldige
Geneſung und grüßen Sie mit dem Ausdruck unwandelbarer
Dankbar=
keit und Verehrung.
Mit vorzüiglicher Hochachtung
(gez.): J. Reiber.”
— Deutſchnationaler Arbeiterband Darmſtadt.
Wir machen unſere Mitglieder ſchon jetzt darauf aufmerkſam, daß unſere
nächſte Verſammlung erſt am Mittwoch, 29. Februar, ſtattfinden kann.
Herr Landesgeſchäftsführer Dr. Brehm iſt als Redner gewonnen und
wird ſprechen über „Deutſchnationale Volkspartei und Arbeiterſchaft”.
— Die Ausſtellung „Der Menſch” des Deutſchen Hygiene=Muſeums
in Dresden, die bereits vor vielen Jahren ſchon einmal in unſerer
Stadt gezeigt wurde, wird, wie wir erfahren, in dieſem Frühjahr
wie=
derkommen. Damals ſchon allerſeits beſtens begutachtet, war ſie ob
ihrer Reichhaltigkeit an Wiſſenswertem und Belehrendem das Ziel von
Tauſenden. Durch die für Wanderausſtellungen im Laufe der letzten
Jahre geſammelten reichen Erfahrungen wird die Ausſtellungsleitung
ihre Wanderſchau jetzt in weſentlich verbeſſerter und erweiterter Form
in den Räumen des Ausſtellungsgebäudes auf der Mathildenhöhe
auf=
bauen, und wäre es zu begrüßen, wenn das dort Gezeigte uns auf
dem Gebiete der Volksgeſundheitspflege der Erfüllung all der idealen
Wünſche und Hoffnungen, welche die Schöpfer dieſer Ausſtellung in
ihrem Wirken beſeelte, näher bringen wird.
Tageskalender für Donnerstag, den 16. Februar 1928.
Landestheater Großes Haus, Anf. 19½ Uhr, Ende 22½ Uhr,
( 10 (Darmſtädter Volksbühne): „Die Zauberflöte‟, — Kleines Haus,
Film: „Lady Windermeres Fächer”, — Orpheum, abends 8 Uhr,
Gaſtſpiel des Schumann=Theaters Frankfurt a. M. mit dem geſamten
Varietéprogramm. — Vorträge: Buchhandlung Müller u. Rühle,
Eliſabethenſtr. 5, abends 8½ Uhr, Dr. Max Wauer ſpricht über:
„Thomas Mann‟ Deutſch=öſterr. Alpenverein, Sektion Starkenburg,
abends 8½ Uhr, Hochſchule, Hörſaal 326: Lichtbildervortrag Dr.
Albrecht=Frankfurt. — Konzerte: Schloßkaffee, Hotel Schmitz,
Kaffee Rheingold, Weinhaus Maxim, Waldſchlößchen Spaniſche
Bo=
dega. — Kinovorſtellungen: Union=, Reſidenz=Theater,
Palaſt=Lichtſpiele, Helia.
*Schwurgericht.
Meineid mit Wettbetrug im Hintergrunde.
p. Auch den Schluß der Tagung bildet eine Meineidsanklage. Der
Taglöhner Ignaz Peter in Offenbach ſoll am 8. Auguſt 1927 vor dem
Amtsgericht daſelbſt in der Strafſache gegen Kalbitz u. Genoſſen wegen.
Betrugs unter Eid ein falſches Zeugnis abgelegt haben, daß er mit
ſeinen Kenntniſſen von den unter Anklage ſtehenden Vorgängen
zurück=
hielt, daß er ferner behauptete, er wiſſe nicht, ob Kalbitz wußte, daß
das Pferd bereits geſiegt hatte, als dieſer auf es ſetzte, daß er weiter
angab, vor ſeiner polizeilichen Vernehmung nicht gewußt zu haben, daß
Simeth ihm Geld geben wolle u. dgl.
Aus den ſeithevigen Ermittelungen ſei mitgeteilt: Das Wettbureau
Simeth in Offenbach nahm Wetten auf franzöſiſche in Paris laufende
Rennpferde entgegen. Das Ergebnis dieſer Rennen wurde durch
Funk=
ſpruch nach Deutſchland gemeldet, und zwar: 1. durch den
Hackebeil=
dienſt direkt vom Eiffelturm aus; 2. durch den Readienſt über Lyon.
Die Meldung kam zunächſt nach Frankfurt a. M., von wo ſie nach
Offenbach telephoniſch weitergegeben wurde. Es kam häufig vor, daß
die Meldung des Hackebeildienſtes faſt 15 Minuten früher in Franbfurt
eintraf als die Readienſtmeldung. An letzterer war Buchmacher Simeth
angeſchloſſen. Dieſen Umſtand machten ſich Wettende zu Nutzen, indem
ſie von einem Zigarrenladen neben einem an den Hackebeildienſt
ange=
ſchloſſenen Frankfurter Buchmacher die Reſultate nach Offenbach
tele=
phonieren und ließen dann im letzten Augenblick auf Pferde, bei denen
ſchon feſtſtand, daß ſie bereits geſiegt hatten, wetteten, was aber Simeth
infolge ſeiner verſpäteten Kenntnisnahme bei Benutzung des
Renn=
dienſtes nicht wußte. Wegen dieſes Betrugs ſtanden in Offenbach drei
Beſchuldigte unter Ankloge: dieſe ſtützte ſich in erſter Linie auf das
Zeugnis des Angeklagten Peter, der dem Simeth unter genauer Angabe
von Einzelheiten ſeinerzeit den Schwindel verraten hatte. Simeth, dem
ſeit einiger Zeit aufgefallen war, daß gerade immer die zuletzt geſetzten
Pferde Siegerpferde waren, der aber hinter den Trick nicht gekommen
war, verſprach in ſeiner Freude über die Mitteilung dem Peter 50 Mk.,
wenn er auch die Angaben wahrheitsgemäß vor der Polizei mache. Auch
hier gab Peter ſeine Wiſſenſchaft zu Protokoll und gab u. a. beſtimmt
an, daß er von Kalbitz den Trick erfahren habe und daß dieſer, bevor
er auf das in Frage ſtehende Pferd — Rennen vom 30. Oktober 1925
und Pferd Madeleine — geſetzt habe, genau gewußt habe, daß das
Pferd bereits gewonnen habe. In der Hauptverhandlung wollte er als
Zeuge gar nichts Poſitives mehr wiſſen, alles Weſentliche verdrehte er
ins Gegenteil, verſuchte abzuſchwächen oder die Sache zu verwirren.
Angeklagter iſt ſeit 13. Oktober 1927 in Unterſuchungshaft.
Angeklagter beſtreitet jegliche Schuld. Aus der Beweisaufnahme
geht hervor, daß auch Peter ab und zu wettete und bald gewann, bald
verlor. Der pſhchiatriſche Sachverſtändige betont die Länge der Zeit,
die zwiſchen den Bekundungen des Angeklagten im Jahre 1925 und der
Verhandluung im Jahre 1927 liege; er hat den Peter ſüinfmal in dem
Gefängnis unterſucht. Die Unterſuchung ergab keine Abnormität. Ein
Bjähriger Sohn des Peter befindet ſich nun wegen Epilepfie in
God=
delau, die ererbt ſein kann, oder es kann auch eine epileptiſche
Veran=
lagung vorliegen. Aber damit fällt nicht jeder Epileptiker unter den
§ 51 StGB.; auch beim Angeklagten kann vom § 51 keine Rede ſein,
wenm er die Tat begangen haben ſollte. Eine Charakterdegeneration
kann vorliegen, die, mediziniſch betrachtet, auf eine verminderte
Zu=
rechnungsfähigteit hinausläuft.
Der Staatsawwalt beantragt zwei Jahre Zuchthaus. Der
Verteidi=
ger betont das Unverſtändliche, daß der Buchmacher noch in der letzten
Minute derartige Wetten annahm. Derartige Betrüger verdienten
keinen Rechtsſchutz. Zum Reden beſtehe hier keine Rechtspflicht. In
dieſem Spielermilieu werde viel geſprochen und viel gelogen. Ein
Be=
weis für die Tat des Kalbitz ſei nicht geführt. Nur Indizien eines
Gerüchts ſeien beigebracht. Die Verhandlung in Offenbach ſei zwecks
weiterer Aufklärung abgebrochen worden. Angeklagter habe den Mund
etwas voll genommen und habe den Kalbitz hereinlegen wollen. Ein
Beweis für den Wettſchwindel liege nicht vor. Daß Simeth
beſchwin=
delt werden ſolle, ſei nur zu vermuten. Angklagter habe vor der
poli=
zeilichen Vernehmung — wie man zu ſagen pflege — ausgepackt.
Nie=
mand habe den Angeklagten gefragt, woher er ſeine Kenntnis habe.
Den einzigen Zeugen darüber, Kalblitz, habe man nicht geladen.
An=
geklagter habe ſich nur vor Gericht vorſichtiger ausgedwickt als vor der
Polizei. Kein Schimmer von Beweis liege vor, weshalb Freiſppechung
erfolgen müſſe.
Das Urteil ſpricht frei. Ein Betrug ſeitens des Kalbitz
ſtehe nicht feſt. Objektiv ſei nicht feſtgeſtellt, daß Angeklagter bei ſeiner
gerichtlichen Vernehmung die Unwahrheit geſagt habe. Die große
Mög=
lichkeit beſtehe, daß bei der Protokollierung vor Gericht der Angeklagte
als Zeuge mißverſtanden worden ſei. Auch eine Fahrläſſigkeit liege
nicht vor.
Lokale Veranſtaltungen.
Die bierunter erſcheinenden Noilyen ſind aueſchſieälich ais 4
m leinem Falle irgendwie ais Bedre
Inweiſe auf Anzsigen zu beirasten.
ung oder Kritll.
— Im Neugeiſtkreis ſpricht am Freitag abend 8 Uhr in der
Loge, Sandſtraße 10, der Leiter des Kreiſes, Herr Architekt A. M.
Schwindt, über die Bhagavad Gita, jenen jahrtauſend alten Sang der
Inder, der neben dem neuen Teſtament wohl das erhabenſte Denkmal
religiöſen Geiſtes iſt. Aehnlich wie bei unſerem Nibelungenlied iſt der
Verfaſſer des Epos unbekannt, nur ſein Name Vyaſa iſt überliefert.
Die Bhagavad Gita ſelbſt iſt ein Teil, eine Art religiöſes Zwiſchenſpiel,
des großen 100 000 Doppelverſe umfaſſenden Nationalepos der Inder,
des Mahäbharatam, wohl des gewaltigſten ariſchen Kulturdenkmals, das
wir beſitzen. Wilhelm von Humboldt ſagte darüber: „Ich danke Gott,
daß er mich ſolange hat leben laſſen, um dieſes Werk kennen zu lernen,
das ſchönſte, ja vielleicht das einzig wahrhafte philoſophiſche Gedicht, das
alle uns bekamten Literaturen aufzuweiſem haben.‟ Der Redner wird
nach einer Einführung Proben aus dem Gedicht vorleſen und erläutern,
nach der treflichem Machdichtung von Dr. Franz Hartmann, ſo daß der
Abend jedem Gewinn verſpricht. Gäſte willkommen. (Näh. ſiehe Anz.)
Aus Heffe..
Starkenburg.
O. Erzhaufen, 14. Febr. Schon ſeit Jahren wird eine
Verbeſſe=
rung der Ortsſtraßen und Wege in der Gemarkung
vorgenom=
men. Ob im neuen Voranſchlag eine Neupflaſterung vorgeſehen iſt, iſt
uns nicht bekannt. Durch den immer ſtärker werdenden Autoverkehr
wird die Triftſtraße immer mehr in Anſpruch genommen und nach denn
Feld führt auch der größte Verkehr durch die Triftſtraße. Dieſelbe iſt
chauſſiert, aber ſeit Menſchengedenken nicht mit neuem Deckmateval
ver=
ſehen worden. Bei feuchtem Wetter bildet ſich dort ein Schlamm,
ſchlimmer wie auff Feldwegen, die viel benutzt werden.
J. Griesheim, 15. Febr. Vogelſchutz. Bei dem
Lichtbilder=
vortrag, den Herr Malchus im Auftrage des Vogelſchutzvereins für
Heſſen im Saale des „Darmſtädter Hofes” über „Das Leben der Vögel
und ihr Schutz” hielt, waren etwa 60 Perſonen anweſend. Der
Vor=
tragende wies auf den ganz unſchätzbaren Wert hin, den unſere
Vogel=
welt für die Landwirtſchaft durch die Vertilgung der Pflanzenſchädlinge
hat umd wies unter Anführung von Beifpielen auf die großen Schäden
hi, die überall da entſtanden ſind, wo man der Vogelwelt die
Exiſtenz=
möglichkeit raubte. Deshalb müſſe unſere Vogelwelt geſchützt und ihr
ausreichende Niſtgelegenheit geboten werden, für die Höhlenbrüter
be=
ſonders durch Aufhängen von Niſtkäſten nach dem Berleppſchen Syſtem,
die vor allen anderen den Vorzug verdienten. Die von dem
Vortragen=
den gezeigten Lichtbilder erweckten großes Intereſſe. Daß der Appell
des Herrn Malchus zum Beitritt zum Vogelſchutzverein nicht
wirkungs=
los verhallte, beſvies die Beitrittserklärung einiger der Anweſenden und
der vorgeſtrige Beſchluß des Kleintierzucht=Vereins, dem Verein
bei=
zutreten. — Ein Frankfurter Flieger mußte am Sonntag
unweit des Weilerhofs infolge eines Motordefekts eine Notlandug
von=
nehmen. Nach Behebung des Schadens konnte er ſeinen Flug in der
Richtung Mannheim wieder fortſetzen.
Aa. Eberſtadt, 15. Febr. Schachſieg. Bei einem Rückwettkampf
gegen den Schachklub Mihelſtadt=Erbach, der am Sonntag in der
„Traube” ſtattfand, konnte Eberſtadt („Schachklub 1924”) an ſämtlühen
neun Brettern ſiegreih hervorgehen. Shlußrefultat 9:0. Die
Gber=
ſtädten Spieler waren: Allweier, Geiß. H. Hofmann und K. Hofmann,
Kwiatkowſky, Meidinger, Münch, G. und W. Seeh.
Aa. Eberſtadt, 15. Febr. Holzverſteigerung. Wie das
Forſtamt Eberſtadt bekannt gibt, findet am Samstag, den 18. Fobruar,
im Gaſthaus „Zum Mühltal” eine Holzverſteigerung ſtatt. Zur
Ver=
ſteigerung gelangen Nutzſcheiterkiefern, Nutzknüppel, Zaunpfoſten,
Boh=
wemſtangen, Brennholz, Knüppelreiſig uſw. Das Holz ſtammt aus den
Forſtorten Marienhöhe—Wilbrandshöhe-Kühruhe.
Aa. Pfungſtadt, 15. Febr. Lehrer= und Rektorfragen.
Bekanntlich hatte das Kreisſchulamt Darmſtadt ähnlich wie für die
Ge=
meinde Eberſtadt die Schaffung einer zweiten Rektorſtelle vorgeſchlagen.
Für eine derartige Einrichtung beſteht jedoch in den maßgebenden
Krei=
ſen Pfungſtadts keine beſondere Neigung. Der Schulvorſtand hatte
be=
reits mit großer Mehrheit die Schaffung einer zweiten Rektorſtelle
ab=
gelehnt. Zu Beginn dieſer Woche beſchäftigte ſich auh der
Gemeinde=
rat, der ebenfalls in dieſer Frage zu hören war, eingehend mit der
Be=
ſtellung eines zweiten Rektors für die hieſigen Schulen. Der
Gemeinde=
rat hat jedoch den zweiten Rektorpoſten abgelehnt, da er der Anſichſt iſt,
daß die Schaffung einer zweiten Rektorſtelle ſich erübrige und evtl.
Mißſtände anderweitig beſeitigt werden könnten. Gleicheeitig befaßte
ſich der Gemeinderat wit der Beſetzung einer Lehrerſtelle und einer
Lehrerinſtelle. Für die Lehrerſtelle wurde wir 15 Stimmen der
gegen=
wärtig in Eſchollbrücken amtierende Lehrer Born vorgeſchlagen. Für
die Lehrerinnenſtelle ſchlug der Gemeinderat Fräulein Wetzel mit 10
Stimmen vor. Die getroffenen Entſcheidungen ſollen unverzüglich den
maßgebenden Stellen in Darmſtadt zugeleitet werden.
G. Ober=Ramſtadt, 14. Febr. Wieſenkultur. Durch
Bekannt=
machung der Bürgermeiſterei wurden die Bewirtſchafter von Wieſen
aufgefordert, bis längſtens 1. März ds. J3. ihre Wieſen von Geſträuch
und Geſtrüpp ſoweit es nicht für den Ufer= oder Vogelſchutz in Frage.
kommt, zu ſäubern, ſämtliche Grenzgräbchen ſowie die Be= und
Ent=
wäſſerungsgräben, ſoweit erforderlich, neu auszuſtechen und den dadurch)
ſich ergebenden Erdaushub auf den Wieſen zu verteilen, Maulwurfs=
und Ameiſenhaufen zu verebnen und die Wieſen von ſchädlichen
Pflan=
zen und Unrat aller Art zu reinigen. Das Feldſchutzperſonal hat
An=
weiſung erhalten, die vorſtehenden, auf Grund der
Wieſenpolizeiver=
ordnung für den Kreis Darmſtadt vom 14. Juni 1926 getroffenen
Maß=
nahmen zu überwachen und Säumige zur Anzeige zu bringen.
— Roßdorf, 15. Febr. Die Vortragsverſammlung des
Evang. Bundes war gut beſucht. Der Vortragende,
Generalſekre=
tär Thiel von Berlin, führte uns in glänzender Rede auf die
verſchiede=
nen Gebiete der Wehr, die heute die Evangeliſchen im Reich, in den
be=
ſetzten und abgetretenen deutſchen Landen zu beſtehen haben, und wies
uns den Weg, auf dem allein dem Proteſtantismus geholfen werden
kann: Tiefes Wachstum im Glauben, feſter Zuſammenſchluß aller
be=
wußt evangeliſchen Deutſchen, Einheitsfront der Proteſtanten der
gau=
zen Welt. Neue Mitglieder traten dem Bunde bei. Die Sammlung
erbrachte 20 Mark. 20 Lutherplaketten wurden beſtellt. — Donnerstag
abend 8 Uhr iſt in der Kirche die Feierſtunde mit Vorführung des
Krüppelfilms „Der hillige Born‟. Die Feier verſpricht ſehr ſtark beſucht
zu werden. Der Vorverkauf der Eintrittsprogramme (20 Pf. für
Kin=
der, 50 Pf. für Erwachſene) ging ſehr gut. Der Ertrag iſt für die
Knaben der Krüppelanſtalt (Werkſtatt) Nieder=Ramſtadt.
— Groß=Zimmern, 15. Febr. Im Höhepunkt der
Faſchingsveran=
ſtaltungen innerhalb unſerer Gemeinde ſteht jetzt das am 18. Februar
ſtattfindende große Winzerfeſt der Sängervereinigung
Männergeſang=
verein 1863 und Liederkranz 1874 E. V. Das Vereinslokal „Kaiſerſaal”,
hat in ſeinem Innern durch den Entwurf und die Ausführung einer
herrlichen rheiniſchen Saaldekoration eine vollſtändige Verwandlung
er=
fahren. Auch in dieſem Jahre biegt die prunkvolle Aufmachung des
Winzerfeſtes wieder in der Hand unſeres Mitgliedes Maler Dietrich
Es dürfte wohl allen Freunden und Gönnern da3 im vergangenen
Jahre veranſtaltete erſte derartige Faſchingsfeſr in unſever Gemeinde
(Alt=Heidelberg) noh in guter Erinnerung ſein.
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Nummer 47
Aus der beſſiſchen Sängerbundbewegung.
Oberſchmitten (Oberheſſen) 15. Febr. Am Sonntag fand hier die
Delegiertenverſammlung des Niddatalſängerbundes ſtatt. Lehrer Link=
Rüdingshain leitete die Verſammlung und begrüßte insbeſondere den
Geſchäftsführer des Heſſiſchen Sängerbundes Roth=Darmſtadt. In der
ſehr anregend verlaufenen Verſammlung erklärten ſich die 12 Vereine
mit 580 Sängern einſtimmig bereit, dem Heſſiſchen Sängerbund
beizu=
treten. Es wurde ſodann der Gau Niddatal im Heſſiſchen Sängerbund
gegrünet. Bei der Vorſtandswahl wurden der ſeitherige Vorſtand, die
Herven Schäfer=Geichelsdorf 1. Vorſitzender, Lehrer Link Rüdingshain
2. Vorſitzender und Lehrer Diehl=Oberſchmitten Gauchormeiſter
einſtim=
mig wiedergewählt.
Mainz, 15. Febr. Dem Gau Mainz des Heſſiſchen Sängerbundes
ſind neu beigetreten: die Geſangsabteilung der Bückerinnung Mainz,
Männepchor Harmonie Mainz und Soloquartett „Arminia” Mainz. —
Bei der Generalverſammlung der Mainzer Sängerſchaft wurde der
ge=
ſamte Vorſtand mit Geſchäftsführer Alfred Fuchs, Matnz,
Kurfürſten=
ſtraße 8, einſtimmig wiedergewählt und ein Liedertag im Laufe dieſes
Jahres in Ausſicht genommen.
Bk. Groß=Zimmern, 15. Febr. Der von dem Arb.=Nadfahrerverein
„Friſch auf” im Saale. Zur Harmonie‟ (Georg Reitzel) veranſtaltete
Maskenball war karnevaliſtiſch ein wirkungsvoller Einſchlag. Der
wun=
derbar illuminierte Saal ſowie die gute Muſikbeſetzung waren
mitbeſtim=
mend für die echte Faſchingsſtimmung, die hier vorhervſchend war. In
Koſtümierung wurde ebenfalls Fabelhaftes geleiſtet. — Am Samstag,
den 18. Februar, veranſtaltet die Geſellſchaft „Loreley” in ſämtlichen
Räumen „Zur Linde” (Saalbau) ihren Jahresmaskenball.
Le. Groß=Umſtadt, 13. Febr. Das Ereignis der letzten Woche bildete
der Maskenball des Karnevalvereins „Narrhalla
1911”, der das Motto trug: „Timbuktu in Groß=Umſtadt”. Und in der
Tat, der Verein hat weder Zeit noch Geld geſcheut, um das zu halten,
was er verſprochen hat. Was man anfangs für einen Faſchingsſcherz
hielt, iſt Wahrheit geworden. Mit einem großen Möbelwagen wurden
die epforderlichen Dekorationen aus dem Zoologiſchen Garten in
Frauk=
furt a. M., woſelbſt man vor 2 Jahren das „Timbuktu” feierte das ſo
viel Staub aufwirbelte, herbeigeſchafft, und bald war in den Räumen
des Gaſthauſes „Zur goldenen Krone” ein ſo bezauberndes tropiſches
Bild geſchaffen, daß ſich die Anweſenden unwillkürlich in den ſchwarzen
Erdteil verſetzt fühlten. In den Saalecken erblickte man buntbemalte
Götzenbilder, zierliche Aeffchen kletterten an den Säulen hinauf daneben
ſtanden Palmen und Laubwerk, unter dem ſich mächtige Krokodile
ver=
bargen. An der Decke wand ſich der Leib einer Rieſenſchlange dahin,
deren erſchrechender Anblick durch geſchickt angebrachte Beleuchtung
ge=
mildert wurde. An den Wänden prangten mächtige Ligerfelle und
aller=
lei fremdländiſcher Zierat. Daß es inmitten dieſer tropiſchen Szenerie
auch an lauſchigen Plätzchen und Sektbuden nicht fehlte, bedarf kaum
der Erwähnung. Unter den munteren Weiſen einer importierten
Neger=
kapelle wogten Neger, ſchwarzäugige Orientalinnen, hagere und auch
be=
leibte Araber, ernſt daherſchreitende Inder, Clowns, Pieretten u. dal.
mehr in dem magiſch beleuchteten Saale hin und her. Ein
abwechslungs=
reiches, buntfarbiges Bild inmitten exotiſcher Pracht!
r. Babenhauſen, 15. Febr. Der Goslar=Film des V.D.A.
war am Dienstag nachmittag und abend hier= und erregte mit ſeinen
lebensvollen Bildern lebhafte Freude bei jung und alt. Bei jeder
Vor=
führung wirkte die Schulgruppe der Höheren Bürgerſchule mit und gab
dem Ganzeu mit ihrem flotztzen Aufmarſch und den mit jugendlicher
Be=
geiſterung vorgetragenen Gedichten eine ſtimmungsvolle, lebendige
Ein=
leitung. Herr Studienrat UIlmann begrüßte die Anweſenden mit
herzlichen Worten, ſprach von dem Ergebnis der vorjährigen Werbewoche
und der Bedeutung des V.D.A. und wünſchte dem Verein zum Nutzen
und Frommen des Vaterlandes weiteren Luwachs von Mitgliedern und
Schulgruppen. Prachtvolle Aufnahmen ſchilderten die alte ſchöne
Kaiſer=
ſtadt Goslar mit ihren mittelalterlichen Bauten und ihrer wunderbaren
Umgebung. Den beſonderen Beifall der Kinder fanden der Feſtzug, die
ſportlichen Wettkämpfe und die Volkstänze. Alle Bilder, bei deren
Tex=
ten die Kleinſten erheiternde Chorlefeübungen anſtellten, brachten
Kin=
dern und Erwachſenen die Bedeuung der Vorführung recht anſchaulich
nahe, ſo daß man annehmen kann, daß der V. D.A.=Gedanke, ſtärkere
Wurzel hier gefaßt hat.
Bd. Heubach, 15. Febr. Im hieſigen Gemeindewald fand eine größere
Nutz= und Brennholzverſteigerung ſtatt, zu der auch
Kaufleute aus den Nachbarorten erſchienen waren. Der Preis bewegte
ſich für: Buchenſcheit zwiſchen 15—18 Mk.; Eichenſcheit zwiſchen 11—13
ANank; Buchenknüppel zwiſchen 10—13 Mk.; Gichenſcheit zwiſchen 7—8
Mark: Kiefernknüppel zwiſchen 6—9 Mk. pro Raummeter. Die nächſte
Verſteigerung bringt wieder Buchenſcheit, Eichenſcheit, Kiefernknüppel,
ſowie Wellen, und findet am Freitag, den 17. Februar, ſtatt.
— Hainſtadt, 14. Febr. Samstag, dem 18 Februar, abends 8 Uhr,
anfangend, hält der Kleinkaliber=Schitzenverein Hainſtadt in dem
all=
ſeits bekannten Saale „Zum Bayeriſchen Hof” und im ganzen Hauſe
einen Maskenball ab. Der Reinerlös ſoll zur Errichtung einer
Halle bei den Schießſtänden zur Verwendung kommen.
— Unter=Moffau, 14. Febr. Der hieſige Turnverein (D.T.) hielt in
ſeinem Vereinslokal „Zum deutſchen Kaiſer” ſeinen
Unterhal=
tungsabend in Geſtalt einer Werbeveranſtaltung ab. Nach einem
lurzen Begrüßungsvorſpiel turnte die Knabenabteilung gut eingeübte
Freiübungen. Die zwei kleinſten Mädchen zeigten anmutige Frei= und
Hüpfübungen, zwei Mädchen im Alter von 13 und 14 Jahren führten
Keulenübungen vor, die allgemein Beifall fanden. Nicht minder war
dies bei den Volkstänzen der Fall, die von ſämtlichen Mädchen und
Jugendturnerinnen vorgeführt wurden. Die vorgetragenen Gedichte
handelten von Jahns Erbe, Turnerglaube und Turnertreue. Die
Theaterſtücke „Die Turner an der Himmelstür” und „Das Gute bricht
ſich Bahn” wirkten belehrend, aufklärend und werbend. Die Lacher
kamen durch das Stück „Ein flotter Turner muß er ſein” auf ihre
Donnerstag, den 16. Februar 1928
Koſten. Die geſamte Veranſtaltung ruhte in den Händen des 1.
Bor=
ſitzenden, Lehrer Aßmus, der auch das Amt eines Kinder= und
Frauen=
turmwartes bekleidet.
Bs. Günterfürſt, 13. Febr. Am letzten Samstag fand die
Neuver=
bachtmg der hieſigen Gemeindeiagd ſtatt. Lbwohl das abgegebene
Höchſtgebot ven 835 RM. einen bedeutenden Mahrerlös gegemüber dem
ſeitherigen Pachtpreis darſtellt, genehmigte der Gemeinderat die
Veu=
bachtung micht. Wie man hört, ſind ſofort nach der Verpachtung noch
Gebote eingegangen, die auch das genannte Höchſtgebot noch weit
über=
ſteigen. Sollte dies den Tatſachen entſprachen, ſo kann die Gemeinde
faſt mit dem doppelten Pachtpreiſe rechnen.
m. Etzean, 14. Febr. Tödlich verunglückt. Der auch an
dieſer Stelle mitgeteflte Unglücksfall hatue den Tod des verunglückten
Milchfuhrmanns Freudel hier zur Folge. Auf dem Heimweg begriffen,
ſcheuten die Pferde, deren eines ein junges, feuriges Dier iſt. Der
Ge=
nannte beugte ſich vom Wagen herab, um zu bremſen. Dabei ſtürzte
er ab, kam unter die Räder und wurde geſchleift. Dadurch entſtanden
fo ſchvere Verletzungen, daß er noh geſtern abend im Krankenhaus in
Darmſtadt ſeinen Wunden erlag.
* Hirſchhorn, 15. Febr. Wafſerſtand des Neckars am
14. Februar: 202 Meter; am 15. Februar: 2,62 Meter.
HI. Fürth, 14. Febr. Geburtstagsfgier. Herr
Sanihäits=
rat Dr. Ludwig Lindenborn dahier feierte heute ſeinen 75. Geburtstag,
nachdem er bereits im Sommer v. J. ſein 50jähriges Amtsjubiläum
begehen konnte. Herr Bürgerneiſter Heiß richtete deswegen an das
hobe Geburtstagskind namens der Gemeinde ein Glüchwunſchſchreiben,
das in herzlichen Worten gehalten iſt und der Hoffnung Ausdruck
ver=
leiht, daß der hoehvenehrte Herr Sanitätsrat noch lange in körperlicher
und geiſtiger Friſche ſeines Amtes walten kann.
H. Aus dem Weſchnitztal, 14. Febr. Baumſtämme
fortge=
ſchwemmt. Dunh das am Freitag und Samstag eingetretene
Hoch=
waſſer — bis heute iſt das Waſſer wieder ziemlich zurückgegangen —
wurde eine Anzahl von Baumſtämmen, meiſtens Pappeln, die in der
Nähe der Weſchmitz ſtanden und gefällt waren, von den Fluten mit
fort=
geriſſen. In der Gemarkug Birkenau ſind nicht weniger als drei
Stämme aufgefangen und ans Land gebracht worden. —
Arbeits=
loſigkeit. Dunh die einſtweilige Stillegung des Betriebs der Ma= ernſte Tatſachen. Die Heidesheimer haben für den 1. und 2. Jurli z
ſchinenfabrik Badeni in Weinheim wurden wieder viele Fabrikarbeiter
der Weſchnitztalorte arbeitslos, ſo daß die Zahl der Arbeitsloſen, die
etwas zurückgegangen war, in manchen Orten wieder auf 80
angewach=
ſen iſt. Erfreulich iſt es deshalb, daß mancher der Arbeitsloſen in den
Fabriken von Benz und Lanz in Mannheim Arbeit fand.
j. Von der Bergſtraße, 15. Febr. In Hüttenfeld bei Hemsbach hat
das Storchenneſt auf Schloß Rennhof — dem Freiherrn von Hetzl
ge=
hörig — geſtern ſeine Einquartierung durch ein Storchenpaar erhalten.
Meiſter Adebar iſt diesmal ungewöhnlich früh aus dem Süiden
heim=
gekehrt.
S. Lampertheim, 14. Febr Standesamtliches. Die Zahl
der Geburten betrug hier im Monat Januar 34, die der Eheſchließungen
8 und der Sterbefälle 10. — Ehejubiläum. Am Sonntag
be=
gingen Herr Karl Wahl und ſeine Ehefrau Gliſabeth, geb. Hopp, das
Feſt der ſilbernen Hochzeit. — Gute Holzpreiſe. Mit dem
Reſultat der letzten Freitag abgehaltenen Stammholzverſteigewung kann
die Gemeinde ſehr zufrieden ſein. Während die Geſamttaxe eine
Ein=
nahme von 6692,55 NM. vorſah, ergab die Verſteigerung eine ſolche von
12 163.— RM., mithin faſt das Doppelte. Es hatte ſich eine große Zahl
ſteigluſtiger Handwerker ſowohl von hier als auch von auswärts ein= in dem Anweſen des Landwirts Michnel Hintel ausgebrochenes Feuer
gefunden. — Konkurrenz. Mit großem Intereſſe und freudigem
Geſühl verfolgen die Hausfrauen täglich die in der hieſigen Zeitumg
veröffentlichten Warenanzeigen verſchiedener hieſiger Geſchäſtsinhaber, an dem bereits der Dachſtock in Flammen ſtand, geerettet werden. Auch
Man merkt, daß entſtehende Konkurrenzen für eine Preisregelung doch
ſehr von Vorteil ſind. Den Nutzen haben die Verbraucher.
Gernsheim, 15. Febr. Waſſerſtand des Rheins am
14. Febmrar: 0,80 Meter; am 15. Februar: 0.97 Meter.
— Biebesheiu, 14. Febr. Im Kirchenkonzert zu
Biebes=
heim am vergangenen Sonntag war die Auswahl der muſikaliſchen
Stücke mit beſonderem Feingefühl getroffen; waren es doch durchweg
Schöpfungen der großen Meiſter wie J. S. Bach, Händel, Mozart u. a.,
und zur Freude der Stadt Darmſtadt ſeis geſagt, auch der einheimiſche
Meiſter im Reiche der Töne, Arnold Mendelsſohn, war mit einer
Ver=
tonung vertreten. Die Darmſtädter Akademie für Tonkunſt hatte zwei
ihrer ausübenden Künſtlerinnen entſandt: Gräfin v. Schwerin, die ihre
Geige meiſterlich beherrſchte und, was mehr iſt, ihrem Spiel eine Seele
einzuhauchen verſtand, die beſtrickende Kräfte entfaltete und Marg, ſchiedene Abänderungsvorſchläge.
Ritſchl. Orgeniſtin an der Kirche zu Goddelau, die ein Rätſel zu=
Löſung ſtellte, ob man mehr ihre Kunſt auf der Orgel oder ihre
durch=
aus gutgeſchulte und anſprechende Stimme bewundern müſſe. Auch die
einheimiſchen Kräfte von Biebesheim, wie der Kirchenchor unter
Lei=
tung von Lehrer Graf und der Bläſerchor unter Füchrung des Pfar= iſt umſomehr anzuerkennen, da doch die wirtſchaftlichen Verhältniſſe im
rers, zeitigten bemerkenswerte Erfolge, und zu allem kam der überaus
zahlreiche Beſuch und die dankbare Aufnahme des Gebotenen
— Stockſtadt a. Rh., 13. Febr. Die Turngemeinde e. V. Deutſche
Turnerſchaft, hält am Samstag, den 18. Februar, ihren großen Preis= der Sparkonten auf 1616 geſtiegen. Das Guthaben der Kunden im
maskenball im Vereinslokale Gaſthaus „Zum goldenen Stern”, Beſ.
dieſer Maskenball eine Veranſtaltung von ganz beſonderer Anziehungs= einer Müllion RM. überſchritten. Die Aufwertungseinlagen von 440000
kraft zu werden. Die Turngemeinde hat für die ſchönſten bzw
originell=
ſten Masken wertvolle Preiſe ausgeſetzt, ſo daß es ſich für die
Teilneh=
mer ſehr gut lohnt, ein originelles Köſtüm zu erſinnen. Die Preiſe 397 991 RM., Darlehen in Mitgliedsgemeinden und
Feldbereinigungs=
ſind ſchon ſeit einigen Tagen bei dem erſten Vorſitzenden des Vereins, geſellſchaften: 49 Poſten mit 258 347 RM., gegen ſatzungsmäßige Sicher=
Herrn Kaufmann Karl Sattler, ausgeſtellt.
Br. Langen, 15. Febr. Am 8. d. M. feierte Herr Heinrich Schäfer, Private: 385 Poſten mit 156 377 RM., Wertpapiere: 54 025 RM., Wech=
Bahnſtraße 33, ſſein 25jähriges Arbeitsjubiläum bei der Firma „Adler= ſel: 10 480 RM. Guthaben bei Girozentrale: 36 659 RM. Zurzeit
werke”, Frankfurt a. M. — Am 12. b. M. hielt der hieſige Obſt= u.
Gartenbauverein im Gaſthaus, Adler” ſeine Hauptverſamme gemeinden. Das ſich ſammelnde Kapital kommt alſo nur dem Bezirk
lung ab, die recht gut beſucht war. Am Schluß der Verſammlung fand
eine Freiverlofung von Gebrauchsgegenſtänden für Obſt= und Garten= fung der hieſigen Oberrealſchule beſtanden 2 Oberprimaner und 2
bau ſtatt.
Seite 7
Ein preis für wiſſenſchaſtliche Arbeit über
Genoſſenſchaftsweſen.
Dr. Hans=Crüger=Preis.
Anläßlich der 4. Tagung des Giro=Verbandes der Dresdner Bauk
wurde von dieſer ein Betrag von 2500 RM. jährlich für die beſte
wiſſennſchaftlicha Arbeit auf dem Gebiete des Genoſſenſchaftsweſens als
Dr.=Gans=Cuüger=Preis zur Verſügung geſtellt. Die Stiftung
wurde auf die Berliner Handelshochſchule übertragen, an
der der verſtorbene Ehrenanwalt und langjährige Führer der deutſchen
Genoſſenſchaften, Juſtizrat Profeſſor Dr. Crüger, ſeit Begrimdung
der Hochſchile im Jahre 1908 als Dozent und Leiter des Seminars für
Genoſſenſchaftsweſen gewirkt hat. Dr. Cyiger war es, der, als die
Berliner Handelshochſchuile ins Leben trat, mit großer Energie ſich
dafür einſetzte, daß auch das Genoſſenſchaftsweſen in den Lehrplan der
Hochſchule eingegliedert wurde. Mit der ihm eigenen Willenskraft
baute Dr. Krüger dann den Lehrſtuhl weiter aus und ſchuf das
Seminar für Genoſſenſchaftsweſen. Eine große Anzahl tüchtiger,
wiſſenſchaftlich geſchlter Genoſſenſchafter iſt bereits aus den Prüfungen
über das Genoſſenſchaftsweſen an der Berliner Handelshochſchule
her=
vorgegangen und zum Teil wiedemm als Lehrer auf
genoſſenſchaft=
lichemr Gebiet tätig. Der Senat der Handelshochſchule Berlin hat
dem Entſchluß der Dresdner Bank zugeſtimmt. Das
Preisrichterkolle=
gium wird von dem Senat der Handelshochſchule beſtimmt und wird
demſelben auch der Nachfolger Dr. Crügers, Anwalt Profeſſor Dr.
Stein, angehören. Der Preis iſt auch genoſſenſchaftlichen
Prak=
tikern zugänglich. Die näheren Bedingungen werden noch bekannt
gegeben,
Rheinbeſſen.
U. Wackernheim, 13. Febr. Wackernheim liegt mit ſeiner
Nachbar=
gemeinde Heidesheim in Fehde Es iſt kei Karneualskrieg, ſondern
einem nationalen Geſangswettſtreit, an dem nahezu 80 Vereine
teil=
nehmen werden, eingeladen. Dieſe Tage ſind aber die traditionellen
Kirchweihtage in Wackernheim. Vielleicht hat man in Heidesheim
ge=
dacht, daß Wackernheim ſeinde Kinchweihe wegen des Feſtes, an dem
ſich Vereine aus weiteſter Umgebung bis nach Elberfeld beteiligen
wer=
den, verlegen werde. Der Gemeinderat beſchloß aber in ſeiner letzten
Sitzug, die Kirckweihe am 1. und 2. Juli abzuhalten, ſo daß alſo in
zwei nur wenige Minuten von einander liegenden Gemeinden an dieſen
Tagen Feſtlichkeiten ſtattfinden! Und glei hzeitig beſchloß der
Männer=
geſangverein Wackernheim, ſein 75jähriges Stiftungsfeſt am Tage der
Heidesheimer Kirchweihe zu begehen. — In letzter Zeit haben die
Ein=
wohner über Beſehädigungen von Fenſterläden zu klagen. Bis jeßzt iſt
es noch uicht gelungen, den oder die Täter zu ermitteln. Die
Ge=
meinde hat uummehr eine gute Belohmung für die Namhaftmachung
ausgeſetzt.
A. Alzey, 14. Febr. Vom Immobilienmarkt. Das auf
dem Diſtelhof gelegene Anweſon des Kohlenhändlors Philipp Lawall
ging zum Preiſe von 10 000 Mark in deu Beſitz des Fuhrmamns Otto
Groſch von hier über. — Brand in Framersheim. Durch ein
wurde deſſen Scheuer bis auf die Umfaſſungsmauern eingeäſchert. Nur
durch das tatkräftige Eingreiſen der Feuerwehr konnte das Wohnhaus,
das Vieh und die ſämtlichen Mobiliarien blieben von der Vorheerung
des Feuers verſchont. Die Entſtehungsurſache des Feuers iſt noch nicht
geklärt.
Oberbeſſen.
r. Bad=Nauheim, 13. Febr. Unter dem Vorſitz von Bürgermeiſter
Dr. Ahl nahm die Sitzung der Stadtverordneten in
aus=
gedehnter Ausſprache zu dem Entwurf einer neuen
Straßenpolizi=
verordnung Stellung, den das hieſige Polizeiamt vorgelegt hat.
Die Verordnung, die in 59 Paragraphen wichtige neuzeitliche
Beſtim=
mungen erläßt, nimmt auf die beſonderen Verhältniſſe des Weltbades
weitgehend Rückſicht. Die Stadtverordnetenverſammlung machte ver=
I. Grünberg, 14. Febr. Die hieſige Bezirksſparkaſſe konn
in dem abgelaufenen Geſchäftsjahr 1927 auf ein ſehr gutes Ergebnis
zurückblicken. Die Spareinlagen betrugen 345 156 RM. und haben
ſomit die vorhergehenden Jahre um ein Bedeutendes übertroffen. Dies
Bezirk als nicht gütnſtig bezeichnet werden müſſen. Die Einlagebeträge
ſeit der Stabiliſierung ſind folgende: Ende 1924: 126 246, 1925: 343 864,
1926: 598 712 und 1977: 943 869 RM. Bis Ende 1927 war die Zahl
Scheck= und Giroverkehr belief ſich bis Jahresende auf 146 219 RM.
Phil. Kraft ab. Den großen Vorbereitungen nach zu ſchließen, ſcheint Die Kaſſenbeſtände an Spar= und Scheckeinlagen haben den Betrag von
RM. ſind in dieſer Summe nicht enthalten. Die Mittel der Kaſſe ſind
in folgender Weiſe angelegt: „Hypothekendarlehen: 266 Poſten mit
heit im Kontokorrentverkehr 249 341 NM. Schuldſcheindarlehen an
gewährt die Kaſſe Darlehen nur an Bezirks=Einwohner und
Mitglieds=
zugut. — In der diesjährigen mündlichen Abiturientenprü=
Oberprimanerinnen die Prüfung.
Eidſaglllattaat
in jeder 2Ser Schachtel
Uadior Dieg
„NeUr ARBEII
ſind unſere bunten Waldorf=Heſichen mit ihrem unterhaſtenden Inhaſt und ihrem großen Sommeluekrt. Röchſte
Guaſität der Zigareite verbindek ſich Hier mit einer Oſerbung von beſondener kuſtwueller Art.
Anſere OBERST — von jeher durch ihre Cabakmiſehung berüßmt-wird infolge ihner entzuckenden
ſiterriſchen Beilagen für jeden Raucher zu einem
Zoppelten Genut
B
niAg
2664
[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Reich und Ausland.
Werkſpionage
bei der J. G. Farben=Induſirie.
Düſſeldorf, 15. Februar.
Heute begann der Strafprozeß gegen den Deutſch=
Amerikaner Guido Meiſel aus Portsmouth (New
Hampſhire II.S.A.), der beſchuldigt wird,
gemein=
ſchaftlich mit zwei deutſchen Chemikern, Paul
Schmitt=
nägel und Dr. Ludolf Reiß, Geheimverfahren der
J. G. Farbeninduſtrie und der ihr angeſchloſſenen
Firmen an das Ausland weitergegeben zu haben. 13
Sachverſtändige und über 30 Zeugen ſind geladen.
Als Nebenkläger ſind außer der J. G. Farben
zu=
gelaſſen der Chemiker Dr. Groeber, die Firma
Leo=
pold Caſella u. Co. und ie Firma Kalle u. Co.
Meiſel wird beſchuldigt, Schmittnägel, eien
Che=
miker Merkel und einen bisher nicht auffindbaren
Chemiker in Berlin zum Verrat von
Geheimver=
fahren verleitet und dieſe geheimen Verfahren
weiter=
gegeben zu haben. Schmittnägel wird aktive
In=
duſtrieſpionage dem Dr. Reiß gegenüber zur Laſt
ge=
legt, dieſem letzteren paſſive Werkſpionage. Die
An=
klage beruht auf § 20 des Geſetzes gegen den
un=
lauteren Wettbewerb. Bevor das Gericht in die
Beweisaufnahme eintrat, wurde auf Antrag des
Ver=
treters der J. G. Farbeninduſtrie und des
Staats=
anwalts die Oeffentlichkeit für die Dauer der
Ver=
handlungen ausgeſchloſſen. Der Vorſitzende betonte,
die Geheimverfahren, um die es ſich handele, ſeien
mit der Wirtſchaft des Deutſchen Reiches ſo eng
ver=
bunden, daß das Staatsintereſſe den Ausſchluß der
Oeffentlichkeit erfordere.
Skelettfunde in Frankfurt.
Frankfurt a. M. Bei Grabarbeiten am
Bahndamm an der Galluswarte in Frankfurt a. M.
wurden drei Skelette gefunden, die aller Vorausſicht
nach aus einem Soldatenmaſſengrab aus dem 18.
Jahrhundert ſtammen.
Zunahme der Einbrüche in Bad Homburg.
Bad Homburg. In den letzten Tagen iſt
eine Anzahl Einbrüche verübt worden, die zum Teil
auf das Konto der gleichen Täter zu ſetzen ſind. So
wurden aus einem Hauſe der Ferdiandſtraße
Klei=
dungsſtücke, Wäſche und Geld, aus einer Wohnung
in der Luiſenſtraße ebenfalls Herrenwäſche, Anzüge
uſw. entwendet, ferner wurde aus einem Hauſe in
der Kirdorferſtraße eine goldene Uhr geſtohlen. In
einem anderen Haus in der Kirdorferſtraße ließ
„Verwandten”=Beſuch verſchiedene Schmuckſtücke von
erheblichem Wert verſchwinden.
Ein rabiater Warteſaalgaft.
Marburg (Lahn). Im hieſigen Warteſaal hielt
ſich ein Mann aus Biedenkopf in der Nacht auf. Als
er von der Bahnpolizei aufgefordert wurde, ſich zu
entfernen, griff er zu einem Stuhl und ſchlug auf
die Beamten ein. Dieſe ſetzten ſich zur Wehr.
Hier=
bei wurde der Mann, der anſcheinend betrunken war,
ſo ſchwer am Kopfe verletzt, daß er in eine Klinik
überführt werden mußte.
Liebestragödie.
München. In einem hieſigen Weinreſtaurant
tötete in der Nacht zum Mittwoch ein 20jähriger
Schauſpielſtudierender aus Lübeck ſeine Geliebte, eine
32jährige Münchner Rechtsanwaltsgattin, durch zwei
Schüſſe in den Kopf. Die beiden, die ſich vor einigen
Wochen auf einem Künſtlerfeſt kennen gelernt hatten,
hatten beſchloſſen, gemeinſam in den Tod zu gehen,
da ſie ſich nicht heiraten konnten. Der junge Mann
wurde daran gehindert, ſeinem Leben ebenfalls ein
Ende zu machen.
Schwere Keſſelexploſion.
Saarbrücken. Am Mittwoch morgen ereignete
ſich im Keſſelhaus der Grube Amelung eine ſchwere
Exploſion, die an einem Keſſel ihren Ausgang nahm
und ſich auf die geſamte Keſſelanlage übertrug. Die
ſämtlichen Verſchlußtüren im Keſſelhaus barſten.
Durch drei bis vier Meter lange Stichflammen
wur=
den faſt alle Heizer im Geſicht und an den Armen
ſchwer verbrannt. Die Verletzten wurden nach
An=
legung von Notverbänden in das
Knappſchaftskran=
kenhaus im Fiſchbachtal übergeführt.
Typhusepidemie in Hagen. — Bisher 11 Tote.
Hagen. Nach den neueſten Feſtſtellungen
be=
trägt die Zahl der an Typhus erkvankten Perſonen
65. Die Zahl der Todesfälle beläuft ſich bisher auf 11.
Außerdem ſind eine große Anzahl von
typhusver=
dächtigen Perſonen in die Typhusbaracken eingeliefert
worden.
Ehrung des „Emden”=Maſchiniſien
Hans Junk
Maſchiniſt des rühmlich untergegangenen Kreuzers
„Emden” hat vom Reichspräſidenten v. Hindenburg
die Genehmigung erhalten, künftig den Namen
„Junk=Emden” zu führen. Junk hat ſich im
Ma=
ſchinendienſt des im Herbſt 1914 ſich in fernen
Ge=
wäſſern gegen eine Welt von Feinden heldenmütig
kämpfenden Kreuzers „Emden” hervorgetan,
Donnerstag, den 16. Februar 1928
Das 9000=Tonnen=Paſſagier= und Frachtmotorſchiff „Orinocv”
lief auf der Bremer Vulkanwerft vom Stapel. Es wird im April in den Weſtindien=Dienſt der
Hamburg=Amerika=Linie geſtellt. Zwei 6800 Pferdekräfte leiſtende Motoren treiben das für 340
Paſſagiere eingerichtete Schiff an.
Die Hochzeit des Kriegers. — Ein ſchöner Brauch in England.
Die Neuvermählten
ſchreiten die feſtliche Doppelfront der königlichen Gardiſten ab. Der aus dem Weltkriege bekannte
britiſche Kapitän Walter Sale wurde anläßlich ſeiner Heirat mit der Tochter des Lords von
Southampton durch die Leibgarde des Königs beſonders geehrt.
Nummer 42
Die Wetterlage im
Schwarzwald.
Ueberſchwemmungsgefahr. / Der
Rhein ſieigt.
Freiburg, 15. Februnz.
Infolge außerordentlich ſtarker Luftbewegung häl
die für dieſe Jahreszeit abnorm warme Witterung
im Schwarzwald weiterhin an. Der Feldberg meldet
heute früh, daß die Temperaturen weiterhin mehrer=
Grad über Null liegen und daß Regen fällt. Dadurch
droht die Gefahr größerer Ueberſchwemmungen. Im
Quellgebiet der Brigach und Breg ſtanden geſterm
weite Wieſenflächen unter Waſſer. Bisher geſtaltet
ſich der Abfluß der Waſſermaſſen nach dem
Ober=
rhein noch reibungslos, jedoch wird ſchon jetzt ein
langſames Steigen des Bodenſee=Waſſers gemeldet.
Die Regenfälle und die eingetvetene Schneeſchmelye
haben dem Oberrhein bis heute früh ſo gewaltige
Waſſermaſſen zugeführt, daß der Pegelſtand ſich
be=
reits annähernd um 2 Meter gehoben hat. Bei Kehl
iſt der Waſſerſtand des Rheins bis heute früh um 1.10
Meter geſtiegen. Es muß, da die ungünſtige
Wetten=
lage anhält, mit einem weiteren Steigen des
Waſſer=
ſtandes im Oberrheingebiet gerechnet werden. Im
oberen Feldberg ſind im Laufe des geſtrigen Tages
bis 60 Liter im Quadratmeter Regenwenge
wieder=
gegangen. Die Flüſſe, die aus dem Feldberggsbiet
nach Süden dem Oberrhein zuſtrömen, ſind zum Teil
über die Ufer getreten und haben weitgehende Ueber.
ſchwemmungen verurſacht.
Sturmwetter und Ueberſchwemmungen
in Frankreich.
Paris. An der Nordweſtküſte Fvankreichs herrſchr
weiter ſtürmiſches Wetter. In Breſt traf der Hilferuf
eines engliſchen Dampfers ei, der ſich in Seenot
be=
findet. Ein Schlepper iſt zur Hilfeleiſtung
abge=
gangen. Aus mehreren Gegenden Fvankreichs wird
ein bedrohliches Steigen der Flüſſe gemeldet, die
ſtellenweiſe über die Ufer getreten ſind und große
Strecken Landes unter Waſſer geſetzt haben.
Ein Friedhof durch Erdrutſch verwüſtet.
Paris. Infolge des anhaltenden Regens iſt am
Montag auf dem Friedhof von Pantin bei Paris eim
Erdrutſch erfolgt. Am Dienstag ſind weitere
Erd=
maſſen nachgerutſcht. Schätzungsweiſe ſind 10000
Kubikmeter Erde eingebrochen und 100 Gräber
zer=
ſtört worden. Da weiter die Gefahr beſteht, daß noch
Erdmaſſen nachrutſchen, ſind vorſichtshalber zwei im
der Nähe ſtehende Häuſer geräumt worden.
Ein Reichsausſchuß
für das Reichsehrenmal.
Koblenz. Wie gemeldet wird, hat in Berkin
unter Leitung des Vorſitzenden des parlamentariſchen
Ausſchuſſes des Verbandes Deutſcher Architekten= und
Ingenieurvereine, des Geh. Hofbaurats Prof. Bodo
Ebhardt, eine Sitzung ſtattgefunden, die die Bildung
eines Reichsausſchuſſes für ein Reichsehrenmal zum
Ziele hatte. Aus den Erörterungen erhellte, daß die
Auffaſſungen über Ziel und Zweck des
Reichsehren=
mals zurzeit noch verſchiedenartig ſind. Es herrſcht
aber Uebereinſtimmung darüber, daß die Errichtung
eines Reichsehrenmals eine Sache des geſamten
deut=
ſchen Volkes ſei, und daß es von Wichtigkeit ſei, daß
alle Anregungen möglichſt aus dem Volk heraus
kämen. Aus dieſem Grunde ſolle nach Möglichkeit
von der Inanſpruchnahme des Parlaments in dieſer
Frage abgeſehen werden. Dieſe Abſicht werde nur
dann durchzuführen ſein, wenn es, wie zu hoffen
ſtehe, gelinge, die für das Reichsehrenmal
erforder=
lichen Mittel aufzubringen ohne Inanſpruchnahme
des Reiches. Das Ergebnis der mehrſtündigen
Be=
ratung war die einſtimmige Zuſtimmung zur Bildung
eines Reichsausſchuſſes für das Reichsehrenmal.
Dieſer Ausſchuß ſoll ſich zur Aufgabe machen, nach
Klärung der oben angedeuteten Vorfvagen mit einem
Aufruf an das deutſche Volk heranzutreten und
als=
dann in Würdigung der zahlreichen Vorſchläge wegen
des zu wählenden Platzes die ſchwierige und das
ganze deutſche Volk lebhaft bewegende Frage zu
klären.
Die Schönheitskönigin der
Stenotypiſtinnen.
Fräulein Mandel
wurde auf dem erſten Ball der Berliner
Steno=
typiſtinnen zur Schönheitskönigin gewählt. Was den
Manneguins recht iſt, muß auch den Stenotypiſtinnen
billig ſein. Bald wird jede Branche ihre eigens
ſchönheitsbönigin haben.
Neues deutſches Ozeanſchiff.
Millionenbetrug am Reich.
Ein Betrugsſkandal von ungeheurem Ausmaß,
durch den das Deutſche Reich um Millionenbeträge
geſchädigt worden iſt, beſchäftigt zurzeit die Berliner
Staatsanwaltſchaft. Es konnte ermittelt werden, daß
ſeit länger als einem Jahr große Betrügereien mit
Kriegsanleihe=Altbeſitzanmeldungen verübt worden
ſind. Als einer der Hauptſchuldigen wurde in der
Nacht zum Dienstag der aus dem großen Moabiter
Aktenſchiebungsprozeß bekannte Bankier Kunert von
Beamten der Staatsanwaltſchaft und der
Kriminal=
polizei verhaftet und in das Moabiter
Unterſuchungs=
gefängnis gebracht. Die Angelegenheit dürfte weitere
Kreiſe ziehen, da nachgeprüft werden muß, auf welche
Weiſe es Kunert gelungen iſt, den
Anmeldungs=
ſchwindel durchzuführen. Weitere Verhaftungen ſind
zu erwarten. Nach Anſicht der Staatsanwaltſchaft
hat Kunert ſchon vor ſeiner Verhaftung und nach
ſeiner nach dem Urteil erfolgten Freilaſſung, alſo
in fortgeſetzter Handlung, auf betrügeriſche Weiſe
Kriegsanleihe=Neubeſitz als Altbeſitz angemeldet und
ſomit das Reich um außerordentlich hohe Beträge
ge=
ſchädigt. Der Unterſchied zwiſchen Alvbeſitz und
Neu=
beſitz ſpielt bei der Aufwertung der Kriegsanleihe
deshalb eine beſonders große Rolle, weil die
Alt=
beſitzer eine fünfmal ſo hohe Aufwertung erhalten
als die Neubeſitzer.
Im Zuſammenhang mit der Verhaftung des
Bankdirektors Kunert, der beſchuldigt wird, Neubeſitz
von Kriegsanleihen für Altbeſitz ausgegeben zu
haben, iſt auf Anordnung der Staatsanwaltſchaft
am Dienstag ein gewiſſer Frank verhaftet worden.
Wie eine hieſige Korreſpondenz meldet, iſt über
Frank nicht nur der Ankauf von Kriegsanleihen
ge=
gangen, ſodern auch die Weiterleitung an die Kunert
naheſtehenden ausländiſchen Inſtitute.
Großfeuer im Schiff.
Hamburg. In dem Neubau des für die
Ham=
burg—Amerika=Linie beſtimmten Dampfers „Los
An=
geles” brach am Dienstag abend auf der Deutſchen
Werft in Finkenwärder Feuer aus, zu deſſen
Be=
kämpfung fünf Löſchzüge und ein Löſchboot
aufge=
boten wurden. Ein ungeheurer Qualm, aus dem auch
helle Flammen herausſchlugen, erſchwerte das
Vor=
dringen an den Brandherd, der ſich im vorderen
Schiff befand. Stundenlang mühten ſich die
Mann=
ſchaften ab, des Feuers Herr zu werden. Erſt nach
Mitternacht konnten drei Löſchzüge zurückgerufen
wer=
den. Im ganzen wurden 12 Rohrleitungen angelegt,
die ungeheure Waſſermaſſen in das Schiff
ſchleuder=
ten, das großen Schaden erlitten hat.
Todesurteil gegen einen amerikaniſchen Mörder.
Los Angeles. Der 20jährige Mörder
Hick=
man, der unter Aufſehen erregenden Umſtänden die
12jährige Tochter eines wohlhabenden
Geſchäfts=
mannes geraubt, erbroſſelt und zerſtückelt hatte,
wurde am Dienstag zum Tode verurteilt. Er wird
am 17. April gehängt werden.
Nach der Todesfhart in die Spree.
Bergungsarbeiten an der Unglücksſtelle.
Die am Reichstagsufer in die Spree gefahrene
Auto=
droſchke iſt mit vielen Mühen aus dem an der
Un=
glücksſtelle drei Meter tiefen Waſſer gehoben worden.
Unſer Bild zeigt die Bergungsarbeiten. Man fieht
das Auto aus dem Waſſer hervorragen.
Beben unter See.
London. Wie aus Fremantile berichtet wird,
teilte der Dampfer „Mooltan” mit, daß er am 7.
Fe=
bruar einen Grad ſüdlich des Aequators ein ſchweres
Unterſeebeben feſtſtellte. Das Schiff vibrierte
außer=
ordentlich ſtark und Paſſagiere und Beſatzung
wur=
den durch die Erſchütterung aufgeweckt. Ein
italieni=
ſcher Dampfer, 150 Meilen entfernt, ſandte eine
drahtloſe Mitteilung, daß er ähnliche Erſchütterungen
feſtſtellte. Die Beben dauerten zehn bis 15 Sebunden.
Ein Skifahrer tödlich verunglückt.
Martigny (Kanton Wallis). Drei Genfer
Ski=
fahrer ſtiegen am Freitag zur Montfort=Hütte empor,
wo ſie eingeſchneit wurden. Am Dienstag morgen
entſchloſſen ſie ſich zur Abfahrt. Dabei wurde einer
von ihnen, der Präſident des Stadtrates von Genf,
Großrat und Fürſprecher Marcel Brunet, von einer
kleinen Lawine verſchüttet. Seine Kameraden fuhren
zu Tal, wo ſie die Rettungskolonne mobiliſierten. Er
konnte jedoch nur noch als Leiche geborgen werden.
Nummer 47
Donnerstag, den 16. Februar 1928
Seite 9
Fortſehzung der Beweisaufnahme.
Vernehmung der Sachverſtändigen.
Berlin, 15. Februar.
Der Begimn der heutigen Verhandlung im Kvantzprozeß zögerte
ſich einige Zeit hin. Um 310 Uhr eröffnete Landgerichtsdirektor Duſt
die Verhandlung mit der Mitteilung, daß ein Schreiben des
Reichs=
elternbundes mit Wünſchen über die Berichterſtattung der Preſſe
einge=
laufen ſei, das er den Preſſeberichterſtattern zur Kenntnis geben werde.
Der Verteidiger beantragt, zur Beurteilung des Charakters des
Ange=
klagten den Lehrer des Unterſuchungsgefängniſſes zu vernehmen. Dann
wird nochmals in die Beweisaufnahme eingetreten. Der erſte Zeuge iſt
der 17jährige Wolfgang Motga. Er wohnt in Mahlow und
iſt Mitſchüler von Krantz und Günther Scheller. Scheller habe ihm
einmal geſagt, es werde nicht lange dauern, bis Krantz ſich aus
Ueber=
druß am Leben das Leben nehmen würde. Der Junge hatte die
Aeuße=
rung nicht ernſt genommen, ſondern für Rederei gehalten, weil Scheller
immer etwas großſpurig war. Scheller kam einmal gepudert zur
Schule, mehrfach mit geſtrichenen Augenbrauen. Im weiteren Verlauf
ſeiner Vernehmung erklärte der Zeuge Motga auf Befragen, Günther
Scheller habe einmal geſagt, Stephan ſolle ſich ja nicht noch einmal in
Mahlow ſehen laſſen. Ein anderes Mal drohte er, er wolle ihn
um=
bringen.
Es wird dann als erſter Sachverſtändiger Medizinalrat
Dr. Hommerich vernommen,
der die Leichen von Hans Stephan und Günther Scheller obduziert hat.
Stephan hatte in der rechten Seite zwei Schüiſſe ziemlich am rechten Ohr.
Die beiden Einſchüſſe boten keine Zeichen des Nahſchuſſes. Güinther
Scheller hatte einen Schrägſchuß in den Kopf, der das Gehirn verletzt
hatte. Der Schuß zeigte die typiſchen Merkmale des Nahſchuſſes. Von
den Verwundungen des Stephan war der Kopfſchuß ſofort tödlich. Bei
Scheller hat es ſich allem Anſchein nach um einen Selbſtmord gehandelt.
Ingenieur Schunderer, der als Schießſachverſtändiger
vernommen
wird, nimmt ebenfalls einem Selbſtmord Schellers an, zumal, da alle
Merkmale des Nahſchuſſes vorhandem waren. Nach ſeiner Meinung
ſind unbedingt vier Schüiſſe abgegeben worden. Zwei Kugeln ſteckten in
der Leiche Stephans, eine in der Leiche Günthers und eine fand der
Vater Schellers erſt ſpäter im Schlafzimmer.
Der Oberlehrer im Unterſuchungsgefängnis, Seemann,
der den jugendlichen Unterſuchungsgefangenen Unterricht erteilt, führte
u. a. aus: Als er Paul Krantz im Unterſuchungsgefängnis zum erſten
Male ſah, habe er ſich in einer ſogenannten „ſchweren Zelle” befunden,
einer Zelle, in die nur Schwerverbrecher geſteckt werden. In dieſer
Jelle habe ſich keine Bettſtelle, ſondern nur eine Pritſche befunden, Paul
Krantz habe zu ſeinen allerbeſten Schüflern gehört. Nachdem er lange Zeit
vergeblich verſucht habe, in das Weſen des Angeklagten einzudringen,
habe ſich dieſer ſchließlich ihm erſchloſſen. Er habe gefunden, daß Krantz
ein ſehr ſchwankendes Selbſtbewußtſein habe. Er mache zunächſt den
Ein=
druck eines überheblichen Menſchen. In Wirklichkeit ſei er aber von
einem ſogenannten Minderwertigkeitsgefühl befallen, das ſeinen Grund
in gewiſſen körperlichen Eigenſchaften habe. Dieſes Bewußtſein ſeinen
Kameraden nicht gleichwertig zu ſein, hatte ſein innerſtes Gleichgewicht
ins Schwanken gebracht. Um ſeine innere Schmäche nicht zu zeigen,
habe er ſich oft den Anſchein von Eigenſchaften gegeben, die er nicht
be=
ſitzt. Das hat ihn zum Renommieren über ſexuelle Dinge oder über ſeine
Trinkfeſtigkeit verführt. Der Zeuge iſt überzeugt, daß Krantz bei Leuten
mit ſtarkem Willen immer der ſein wird, der geleitet wird.
Scharfer Zuſammenſioß zwiſchen dem
Vor=
ſitzenden und dem Verteidiger.
Als nun eine Frage des Verteidigers an den Zeugen der Vorſitzende
unterbricht, kommt es wieder zu einem ſcharfen Zuſammenſtoß. Der
Vorſitzende rügt die Heftigkeit des Verteidigers. Dieſer verbittet ſich die
Unterbrechung des Vorſitzenden. Das Gericht zieht ſich darauf zur
Be=
ſchlußfaſſung derüber zurück, ob dem Verteidiger das Wort entzogen
wer=
den ſoll. Nach kurzer Beratung erklärt der Vorſitzende: „Das Gericht
läßt Ihre Frage nicht zu, weil ſie nicht zur Sache gehört. Im übrigen
bin ich ermächtigt, Ihnen zu erklären, daß das Gericht höchſt empört iſt,
über den Ton, der hier ſeitens der Verteidigung gegenüber dem Gerichſt
angeſchlagen worden iſt.” R.=A. Dr. Frey: „Der Vorſitzende hat
ausge=
drückt, daß er dem Verteidiger das Wort entziehen will. Hat ſich das
Gericht darüber ſchlüſſig gemacht?” Vorſitzender: „Das Gericht wird ſich
zur gegebenen Zeit darüher ſchlüſſia werden.” R.=A. Dr. Frey: „Ich be
balte mir weitere Erklärungen in dieſer Angelegenheit vor.”
Als nächſter Sachverſtändiger wird Medizinalrat
Dr. v. Mahrenholtz vernommen,
der ſich über den Angeklagten Krantz äußert. Er ſtellt feſt, daß es ſich
nach dem ganzen Gang der Verhandlungen und nach dem, was ſich aus
der Beobachtung des Angeklagten ergibt, bei Krantz nicht um einen
minderwertigen Menſchen im Sinne des 8 51 des Strafgeſetzbuches
han=
dele. Der Sachverſtändige unterſcheidet ferner für die Nacht der Tat
zwei Rauſchzuſtände verſchiedener Art, einen ſchweren für die Zeit um
3 Uhr, als der Schuß in der Küche fiel, der an Krantz” Kopf vorbeiging
und einen weniger ſchweren für die Stunde der Tat. Für den Morgen
könne für Krantz der § 51 nicht in Geltung kommen, da zu dieſer Zeit
ſeine freie Willensbeſtimmug nicht ausgeſchloſſen geweſen ſei. Für die
Zeit um 3 Uhr nachts, als die Abſchiedsbriefe mit der Ankündigung
der Tat geſchrieben wurden, äußerte der Sachverſtändige Zweifel, ob
Krantz und Scheller im Vollbeſitz ihrer Entſchlußfreiheit geuveſen ſeien.
Es ſei zweifelhaft, ob für dieſe Zuſtände nicht der S 51 in Frage komme,
Rechtsanwalt Dr. Frey legt die Verteidigung
nieder.
Nachdem im weiteren Verlaufe der Sitzung im Krantz=Prozeß die
Sachverſtändigen. Profeſſor Kramer und Profeſſor Spranger ihre
Gut=
achtenr erſtattet hatten, die ähnlich lauteten, wie die bereits erſtatteten
Gutachten über Krantz beantragte R.=A. Dr. Frey eine Pauſe eintreten
zu laſſem, damit die Verteidigung ſich ſchlüſſig machen könne über ihre
Stellung zu der Haltung des Gerichtes. Nach einer kurzen Pauſe
er=
klärte Dr. Frey, daß er ſich genötiat ſehe, die Verteidigung niederzulegen,
da er in der Erklärung des Vorſitzenden eine Verletzung der Würde der
Vrteidigung und des ganzen Anwaltsſtandes erblicke. Die Erklärung
des Gerichtes ſei ungeſetzlich und außerdem unbegründet, da der
Vor=
ſitzende durch mehrfache Unterbrechung des Verteidigers den Zwiſchenfall
verſchuldet habe. Der Vovſitzende vertagte darauf die Sitzung um
an=
derthalb Stunden, um während dieſer Zeit einen anderem Verteidiger
für den Angeklagten zu beſorgen.
Oer neue Verteidiger im Krantzprozeß.
Nach der Niederlegung der Verteidigung durch R.=A. Dr. Frey iſt
für den Angeklagten Krantz als Offizialverteidiger Rechtsanwalt Arthyr
Schulz beſtimmt worden.
Die Verhandlungen auf Samstag vertagt.
Kurz nach 15 Uhr eröffnete Landgerichtsdirektor Duſt wieder die
Verhandlung. Der neue Offizialverteidiger, R.=A. Dr. Schulz, erklärt,
daß er ſich bei der Uebernahme der Verteidigung nach dem Konflikt
zwi=
ſchen der bisherigem Verteidigung und dem Gerichtshof in einer ſehr
ſchwierigen Lage befinde und beantragt, das Verfahren auszuſetzen. Bei
einer ſofortigen Weiterverhandlung könne er ſich nicht genügend in die
Sache einarbeiten. Der Staatsanwalt weiſt darauf hin, daß der Prozeß
ſchon ſehr weit gediehen ſei und beantragt Unterbrechung bis Samstag.
Das Gericht zieht ſich darauf zur Beratung der Anträge zurück. Kurz
nach 15.30 Uhr verkündet der Vorſitzende den Beſchluß des Gerichts, die
Verhandlung bis Samstag halb 11 Uhr zu unterbrechen Auf Anfrage
des Vorſitzenden erklärt ſich R.=A. Dr. Schulz bereit, die Verteidigung zu
dieſem Termin zu übernehmen.
Ein Zuſammenſtoß des Vorſitzenden mit dem
Sachverſtändigen.
Der Sachverſtändige Dr. Magnus Hirſchfeld gibt darauf im Namen
der Sachvevſtändigen Cramer, v. Mahrenholtz und Hodann, ſowie in
ſeinem eigenen Namen folgende Erklärung ab: Der Geſundheitszuſtand
des Angeklagten Krantz iſt ſo, daß die genannten Sachverſtändigen
glau=
ben, daß der Angeklagte nicht imſtande iſt, in dieſer kurzen Zeit dem
neuen Verteidiger alle notwendigen Informationen zu geben. Die
Sach=
verſtändigen bitten deshalb im Intereſſe des Geſundheitszuſtandes des
Angeklagten, alles zu tun, um den R.=A. Dr. Frey zu bewegen, die
Ver=
teidigung wieder zu übernehmen. In ſeiner Erwiderung ſagt der
Vor=
ſitzende, daß, wenn der Geſundheitszuſtand des Angeklagten die
Weiter=
führung des Prozeſſes am Samstag nicht ermögliche, das Gericht das
Verfahren ausſetzen müſſe. Die geſamten Koſten dieſer Ausſetzung
wür=
den dann dem bisherigen Verteidiger zur Laſt fallen. Das Gericht
werde ſich am Samstag davon überzeugen, ob der Geſundheitszuſtand
des Angeklagten die Weiterführung nicht geſtatte. Auf eine nochmalige
Bitte des Sachverſtändigen Dr. Magnus Hirſchfeld, eine gütliche
Eini=
gung mit dem bisherigen Verteidiger herbeizuführen, bricht der
Vor=
ſitzende kurz ab mit den Worten: „Herr Sachverſtändiger, die Sitzung
iſt geſchloſſen!
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Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Freitag, den 17. Februar
(nach der Wetterlage vom 15. Februar).
Wolkig, auch vielfach aufklärend, Rückgang der Temperaturen und
meiſt trocken.
Hauptſchriftleſtung: Rudolf Maupe
Verantwortlich für Pollitik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuiſſeton Reſch und
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Donnerstag, den 16. Februar 1928
Nummer 47
Sporn Spier und Tarnen.
Troſtloſe Lage in St. Moritz.
Die nordiſchen Eisläufer abgereiſt. — Abſage
aller Konkurrenzen am Mittwoch. — Regen,
nichts als Regen.
St. Moritz, 15. Febr. (Eig. Drahtber.)
Die ſchlimmſten Befürchtungen ſind zur Wirklichkeit geworden: es
iſt Frühling in St. Moritz. So beliebt gerade dieſe Jahreszeit vor allen
anderen iſt, ſo ſehr die Menſchen ſich danach ſehnen, wenn die Natur
langſam wieder erwacht — ſo deplaciert iſt der Witterungsumſchwung
gerade in dieſer Woche der Olympiſchen Winterſpiele. Die ganze
Stim=
mung iſt gründlich verdorben — es iſt fraglich, ob ſie durch eine neue
Aenderung im guten Sinne überhaupt wieder richtig belebt werden kann.
Nach den warnenden Vorboten durch die Ereigniſſe des Dienstags konnte
man immer noch einige Hoffnung ſchöpfen — der Mittwoch aber ließ
keinen Zweifel mehr aufkommen: die Enttäuſchung iſt da, die Freude iſt
gründlich verdorben.
Als man am Mittwoch früh aus ſeinem Hotelfenſter herausſah, bot
ſich dem erſten Blick ein trauriges Bild. Grau in Grau hängt der
Him=
mel, maſſig und ſchwer hängt das Gewölk und ſpeit unaufhörlich
Waſſer=
maſſen auf die Erde. Regen ſieht man, nichts als Regen, troſtloſen,
ſtimmungsraubenden, frühlingswarmen Regen! Gewiß — es gemahnt
an Frühling — ein Wort, das jedem Winterſportler ſchon einen Stich
verſetzt — aber was für ein Frühling iſt das! Die weiten Flächen ſind
zu einer einzigen großen Waſſerlache geworden. Da, wo vorher weißer,
blendender Schnee lag, erblickt man eine breiig=moraſtige graue und
wäſſerige Maſſe, die unaufhörlich weiter ſchmilzt und neue Lachen bildet.
Man getraut ſich kaum auf die Straße — es iſt mit einem Wort: troſtlos.
Ein richtiger Frühling wirkt erfriſchend, aufheiternd und belebend —
dem Chavakter dieſer Jahreszeit entſprechend. Aber dieſer Uebergang,
gebildet durch ein häßliches Tauwetter, reizlos und matt, unter grauem
Gewölk, aus dem fortgeſetzt ein feiner Regen rieſelt — dieſes Tauwetter
raubt jede Illuſion. Der Winterſportler, die ſich auf die Kämpfe in
St. Moritz gefreut haben, harrt eine grenzenloſe Enttäuſchung.
Voller Sorgen ſitzen die Organiſatoven beiſammen und beraten, was
fetzt zu tun ſei. An eine Fortſetzung der Wettkämpfe iſt gar nicht zu
denken. Was alſo bleibt übrig, als zunächſt einmal für Mittwoch
ſämtliche angeſagten Kämpfe abzuſagen?. Der ausſtehende 10 000=
Meter=Eisſchnell=Lauf, am Vorabend noch Gegenſtand der
Verhandlun=
gen, wird nun endgültig abgeblaſen. Aeußeren Anlaß dazu bietet die
vereits erfolgte Abreiſe der norwegiſchen Eisläufer, die am
Sams=
tag und Sonntag eine internationale Konkurrenz in Oslo beſtreiten
wol=
len, ſowie der Finnen, Schweden umd Holländer. Sind das vielleicht
die Ratten, die das ſinkende Schiff verlaſſen?
Die anderen Verbände warten vorerſt noch ab. Eine andere
Mög=
lichkeit bleibt ihnen nicht. Und immer noch keimt Hoffnung auf. Den
Wetterberichten ſind ſichere Anzeichen zu entnehmen, daß noch eine
Aen=
derung eintritt, daß die Temperatur wieder ſinkt. Wäre es nur ſchon ſo
weit! Es muß ſchon eine ganz gehörige Kälte einſetzen, wenn
Aus=
tragungsbedingungen geſchaffen werden ſollen.
Das erſte Ergebnis der Beratungen: Verlängerung der 2.
Olym=
piſchen Wintevſpiele für die Tage vom 19. bis 22. Februar, ſofern
der Umſchlag wirklich zur Tatſache wird. Sollte aber bis Sonntag keine
Aenderung in der Witterung eintreten, ſo muß eben — zum größten
Leidweſen aller Beteiligten — die Veranſtaltung ganz abgebrochen
wer=
den. Es wäre ein mehr als harter Schlag — für die Aktiven ſowohl wie
für die Gäſte. Vorläufig heißt es abwarten und hoffen! Bis zum
Sonntag entſcheidet ſich das Schickſal der 2. Olympiſchen Winterſpiele in
St. Moritz.
Der Proteſt der Amerikaner.
Das Präſidium des Internationalen Eislauf=Verbandes befaßte ſich
mit dem Proteſt Amerikas gegen die Annullierung des 10 000=Meter=
Laufes, die bekanntlich wegen der unmöglichen Eisverhältniſſe erfolgt
war. Der Entſcheid ging dahin, daß der 10 000=Meter=Lauf, wenn eben
möglich, wiederholt werden ſollte. Die Angelegenheit wurde der
tech=
niſchen Kommiſſion für Eislaufen übergeben, die ſich mit der Eishockey=
Kommiſſion wegen der Einſchiebung des 10 000=Meter=aLufs in das
Programm verſtändigen ſollte. Damit wurde der amevikaniſche Proteſt
vorerſt zurückgeſtellt. Die Entſcheidung ſelbſt hat ja nun inzwiſchen das
Wetter gefällt, das den 10 000=Meter=Lauf endgültig zunichte machte und
damit auch den Proteſt ſchneller und beſſer erledigte, als es der
Ver=
band vermochte.
Das Skeleton=Rennen.
Am Donnerstag ſollten, programmgemäß, die Skeletonfahrer zum
Kampf um den Olympiſchen Sieg antreten. Vorgeſehen waren drei
Fahrten, die auf dem 1200 Meter langen Creſta=Run obſolviert werden
ſollten. Die Ausloſung ergab, daß der einzige deutſche Vertreter
Reich=
hardt, im erſten Lauf als Zweiter hinter dem Italiener Lafranchi, im
zweiten Lauf als Letzter und im dritten Lauf als Neunter vom Start
gehen wird, ſofern das Skeletonfahren noch zum Austrag gebracht
wer=
den kann. Insgeſamt wurden von Deutſchland, Italien, Belgien,
Oeſter=
reich, Großbritannien, U. S.A. und der Schweiz 14 Meldungen abgegeben.
Internationaler Ski=Kongreß.
Im Namen des Schweizeriſchen Skiverbandes hieß Präſident Dr.
Donnegger alle in St. Moritz weilenden Delegierten beim Kongreß des
Internationalen Skiverbandes willkommen. Der Schwede Holmquiſt,
Vorſitzender des Internationalen Verbandes, dankte für die freundliche
Aufnahme in der Schweiz und trat dann in die Verhandlungen ſelbſt
en. Neuaufgenommen in den Internationalen Skiverband wurden der
ſpaniſche und der engliſche Sbivenband ſowie die neugebildete
öſter=
reichiſche Ski=Delegation, die ſich aus den beiden bisherigen
öſterreichi=
ſchen Verbänden zuſammenſetzt. Der polniſche Skiverband bereitet aus
Anlaß ſeines zehnjährigen Beſtehens für 1929 eine große internationale
Veranſtaltung vor, zu der alle Delegierten eingeladen wurden. Der
nächſte Kongreß findet im Jahre 1930, und zwar in Oslo, ſtatt.
Das geänderte Programm für St. Morit.
Das Exekutiv=Komitee der II. Olympiſchen Winterſpiele hat in einer
gemeinſamen Sitzung mit den dechmiſchen Kommiſſionen der einzelnen
Verbände ſich nochmals mit der veränderten Lage befaßt und ſchließlich
folgendes beſchloſſen: Das Programm der II. Olympiſchen Winterſpiele
wird in Würdigung der atmoſphäviſchen Verhältniſſe abgeändert. Das
Exekutiv=Komitee hat die notwendigen Dispoſitionen getroffen, um eine
Fortſetzung der Olympiſchen Winterſpiele ſicherzuſtellen. Die Eisläufer
müſſen ſich dahin erklären, ob ſie ſich an den weiteren Läufen überhaupt
beteiligen werden. Der Proteſt Awerikas wegen der Annullievung des
10 000=Meter=Laufs wird abgelehnt. Die Verhandlungen darüber, ob
der Lauf noch ausgetragen werden hann und ſoll, werden noch fortgeſetzt.
Für Donnerstag ſind zunächſt nur vier Eishockeyſpiele angeſetzt
wor=
den, und zwar: um 9 Uhr: Fvankreich-Belgien; 10,30 Uhr: Deutſchland
— Schweiz; 13,30 Uhr: England — Ungarn; 15 Uhr: Erſtes Demifinal
Canada — Schweden. Ob dieſe Spiele ſich durchführen laſſen werden,
hängt von der Witterung am Donnerstag ab.
Handball.
Main=Rhein=Turngau O. T.
Die Privatſpiele inerhalb des Gaues werden von ſeiten einiger
Handballmannſchaftem mit großem Eifer fortgeſetzt. Mit beſondever
Vorliebe verpflichtet man äußerſt ſpielſtarke Gegner benachbarter Gaue,
und ſo ſah man an zwei Orten des Gaues Gäſte aus dem Gau Main=
Offenbach=Hanau des 9. Turnkveiſes. Tgde. Sprendlingen erkor ſich
als ſehr ernſten Gegner Turn= und Sportgemeinde Fechenheim a. M.
In der erſten Halbzeit des Spiels fand ſich Sprendlingen ſehr
ſchlecht zuſammen und nutzte Fechenheim die ſich ihm biehende
Gelegen=
heit ſehr gut aus und kam mit 0:4 in Führung. Sprendlingen, die
Ge=
fahr erkennend, wechſelt wit der zweiten Halbzeit den Torhüter, und
alle Angriffe der Fechenheimer ſcheiterten nunmehr an der vorzüglichen
Abwehr des neuen Torwächters von Sprendlingens Heiligtum. Auch
die übrige Mannſchaft fand ſich im Feldſpiel beſſer zuſammen und konnte
fünfmal einſenden, während es Fechenheim bei dem in der erſten
Halb=
zeit erzielten Torergebnis belaſſen mußte. Mit dem Ergebnis 5:4 (0:4)
für Sprendlingen endigte das ſehr fair durchgeführte Spiel. Die
Jugendmannſchaften beider Vereine, in Techwik und Körperkraft
gleich=
wertig, trennten ſich mit dem Ergebnis 3:2 (3:0) zugunſten
Sprend=
lingens. Der zweite Gaſtvexein aus dem Gau Mam=Offenbach=Hanau,
die Tgſ. Offenbach a. M., ſtand der Tſchft. Griesheim gegemüber. Durch
ſtarken Wind beeinträchtigt, zeigte dieſes Spiel beiderſeits keine großen
Leiſtungen. Endergebnis 3:2 (2:2) für Tſchſt. Griesheim. Das
ange=
ſetzte Spiel Egelsbach 1.—Seeheim 1. fiel der ſchlechten
Bodenbeſchaffen=
heit zum Opfer und mußte dieſerhalb ausfallen. Tv. Bütvelborn 1.—
Tv. Eberſtadt 1. zeigte bei ausgeglichenem Spiel das gerechte Ergebnis
4:4 (2:2). Die beiden C=Klaſſe=Mannſchaften Beſſungen (Tgde.)
Hähn=
lein lieferten ſich ein ſchönes und ausgeglichenes Spiel, bei dem
beſon=
ders der Torhüter von Hähnlem glänzte. Beſſungen mit verſtärkter
Mannſchaft gewann gegen die 10 Mann von Hähnlein mit 7:6 (3:3).
Tv. Arheilgen (B=Klaffe)—Tv. Roßdorf 1:8 (1:9).
Am Sonntag, den 12. Februar 1928, ſtanden ſich obengenannte
Mannſchaften zum Freundſchaftsſpiel gegenüber. Arheilgen, das ſich
gleich zuſammenfand,, konnte ſchon in der 10. Minute durch eien 16,50=
Meter in Führung gehen. Jetzt fand ſich auch Roßdorf zuſammen und
konnte durch ſeinen Halbrechren in gleichen Abſtänden bis zur Halbzeit
zweimal einſenden. — Nach der Pauſe ſetzte wieder ein mächtiges
Tempo ein, aber Arheilgen konnte durch die gute Abwehr der geſamten
Roßdörfer Hintermänner nicht mehr in das Roßdörfer Heiligtum
ein=
ſenden. Roßdorf war noch einmal durch ſeinen Limksaußen erfolgreich
und der Tormann war glänzend.
Ein Fecht=Länderkampf Süddeutſchland-Nordſchweiz findet
am 4. März in Stuttgart ſtatt.
Die Bayeriſchen Schnellauf=Meiſterſchaften wurden mit
Rück=
ſicht auf die anhaltend ſchlechten Witterungsverhältniſſe auf den
26. Februar verlegt.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Donnerstag, 16. Febr. 13.30: Kaſſel: Hauskapelle. O 15.30:
Mittelſchullehrer Hering: Das Kriegsſchiff. O 16.30: Funkorcheſter.
Alte Tanzmuſik. O 17.45: Aus den Novellen von Gogol. O 18.15:
Vereinsnachrichten. O 18.30: Kaſſel: Gartening. Hinze: Die
Her=
richtung des Gemüſegartens. o 18.45: Intereſſante
Schachpartie=
ſchlüſſe. O 19.15: Beigeordneter Dr. Tremöhlen: Neunzig Jahre
Mainzer Karneval. O 20.15: Stuttgart: „Der letzte Walzer”.
Operette in drei Akten von Brauner und Grunwald, Muſik von
Straus. Der erſte und zweite Akt ſpielen auf dem Schloſſe des
Generals Kraſinski, in der Nähe von Warſchau, der dritte Akt
bei Prinz Paul in Warſchau 1910. Leit.: E. Kahn. Spielleit.;
C. Struve. O 22.30: Berlin: Tanzkurſus. — Anſchl.: Tanzmuſik,
Stuttgart.
Donnerstag, 16. Febr. 12.30: Schallplattenkonzert. O 16.15:
Funkorcheſter. — Einlagen: H. Lingor. O 18.15: Freiburg: Dr.
Kotte: Neue Krankheiten unſerer Kulturpflanzen. O 18.45:
Aerzte=
vortrag: Hausapotheken und Heilkräuter. o 19.15: Schachfunk.
O 20.15: „Der letzte Walzer”, Operette in 3 Akten von Brammer
und Grünwald. Muſik von Straus. Muſ. Leit.: Kahn. Der erſte
und zweite Akt ſpielen auf dem Schloß des Generals Kraſinski i
der Nähe von Warſchau. Der dritte Akt bei Prinz Paul in
Warſchau 1910. O 22.30: Berlin: Funktanzſtunde. O 23: Tanz.
Berlin.
Donnerstag, 16. Febr. 12.30: Für den Landwirt. 15.30:
Dr. Buſchan: Bilder von einer Oſtaſienreiſe. O 16: Fremdſprächliche
Vorträge. Eſperanto. Dir. Glück: La tragedio de Phomo (Madach).
O 16.30: Prof. Gregori: Aus der Werkſtatt des Schauſpielers.
Vortrag und Leſeproben. 17: Teemuſik. Kapelle Geza Komor.
O 18.30: Dr. Jacobſohn: Kopfſchmerz, Migräne und verwandte
Zuſtände. O 19: Emmy zur Nedden: Rationelle Haushaltstechnik.
O 19.25: Dr. Heyde: Anormale Aeußerungen der Naturkräfte.
O 19.55: Miniſterialdir. Prof. Dr. Richter: Porträts aus der
deutſchen Romantik (Aug. und Wilh. Schlegel). o 20.30: Dr.
Singer: Einf. zu nachfolg. Uraufführung. — Anſchl.: „Requiem”
für Chor, Soloſtimmen, Orch. und Orgel, von Steinbecker. Dir.
Prof. Rüdel. Baß: L. van de Sande; Alt: Lilli Dreyfuß; Sopran:
Emmy von Stetten. Chor und Orch. der Funkſtunde. — Anſchl.:
Tagesnachr. O 22.30: Funk=Tanzſtunde. — Danach: Tanzmuſik.
Kapelle Kermbach.
Deutſche Welle. Donnerstag, 16. Febr. 14: Adele Lüderitz=
Ramelow: Volkswirtſch, und ernährungsphyſiolog. Betrachtung über
die einheimiſchen und ausländiſchen Lebensmittel der nächſten Wochen.
O 14.30: G. Berndt: Kinderſtunde. Reiſen und Abenteuer. Unter
Kokospalmen und Bananen in Oſt=Afrika. O 15: Geſelligkeit der
Faſtnachtszeit. O 15.35: Wetter und Börſe. O 15.40:
Koch=
anweiſungen. O 16: Dr. Klopfer, Nelly Wolffheim:
Erziehungs=
beratung. O 16.30: Prof. Dr. Meyer=Breslau: Vom Antlitz der
Erde. O 17: Berlin: Teemuſik der Kapelle Geza Komor. o 18:
Dr. Graßmann: Das Deutſchtum in Skandinavien. O 18.30:
Spaniſch für Fortgeſchr. O 18.55: Rittergutsbeſ. v. Bonin:
Me=
liorationen und Vorflutregelungen. O 19.20: Maria Gerd: Junge
Deutſche (aus einer Sammlung von Proſawerken). O 20.30:
Berlin: Dr. Singer: Einf. zur nachf. Uraufführung. — Anſchl.:
„Requiem” von Steinbecker. Funkorch., Funkchor. Leit.: Prof. Rüdel.
22: Preſſenachr. 22.30: Funk=Tanzſtunde, Tanzmuſik.
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Montag, den 20. ds. Mts., von
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Darmſtadt, den 15. Feb. 1928.
Städt. Güterverwaltung.
Bekanntmachung.
Die Nutz= und
Brennholzver=
ſteigerung vom 13. Februar 1928 iſt
genehmigt. Ueberweiſungs= und erſter
Fahrtag Mittwoch, den 22. Februar 1928
mir Zuſammenkunft vormittags 9 Uhr
am Forſthaus Wieſental für das Holz
der Förſterei Wieſental und 10 Uhr am
Forſthaus Apfelbachbrücke für das Holz
der Förſterei Sensfelder Tanne.
Ab=
lauf der dreiwöchigen Barzahlfriſt 7. Mär
1928.
(3066
Mörfelden, den 14. Febr. 1928.
Heſſiſches Forſtamt Mörfelden.
Montag, den 20. Februar 1928,
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64 Buchenknüpp. 1600 St. Buchenwell.
22 , Kiefernknüpp. 2400 „ Kiefernwell.
Dienstag, den 21. Februar 1928,
vormittags 10 Uhr anfangend, aus
ſeinen Holzſchlägen Mühlberg u.
Schrecks=
kopf, Gemarkung Meßbach, in der
Wirt=
ſchaft von Ad. Reimund in Meßbach
folgendes Holz verſteigern:
24rm Buchenſcheiter 42rm Kiefernſtöcke
32„ Buchenknüpp. 1250 St. Buchenwell.
14 . Kiefernknüpp. 2200 „ Kiefernwell.
Das Holz iſt vorher einzuſehen und
gut abzufahren.
*4428d=
Billings, den 15. Febr. 1928.
Job. Phil. Katzenmeier.
ermöglicht kein anderes Werbemittel in solch genauer
und vollkommener Weise wie die Zeitungs-Anzeige.
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len Lotteriespielen gleichen, ermöglicht die Anzeigen-
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Darmſtadt, den 15. Febr. 1928.
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wurde heute bei der Firma Merz &
Krell, Geſellſchaft mit beſchränkter
Haftung zu Groß=Bieberau eingetragen:
Richard Mink, Kaufmann in Groß=Bie=
Z 2 Geſchſt. (4351 beran, iſt zum Geſamtprokuriſten beſtellt
derart, daß er gemeinſam mit einem
anderen Prokuriſten oder einem
Geſchäfts=
führer die Firma der Geſellſchaft
zeich=
nen kann.
(307
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ℳ 977 93
ℳ 1367.90
Genoſſenſchaftskapital=
K 1200.
Konto
Kreditoren=Konto . ℳ 167.90
K1zc 30
[ ← ][ ][ → ]Nummer 47
Donnerstag, den 16. Februar 1928
Seite 14
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*Heſfſen in der deutſchen Umſatzſiatiſtik.
Die Statiſtik übev die Umſatzſteuer=Veranlagumg gewährt eimen
guten Einblick in Kraft und Intenſität des Wirtſchaftlebens. So iſt
es wertvoll, daß das Statiſtiſche Reichsamt demnächſt eine Umſatzſteuer=
Statiſtik für 1924 heranzieht, aus der es einige Ergebniſſe jetzt ſchon
vorlegt. Daraus ſei kurz hervorgehoben, was uns die Stellung des
Landesfinanzamtsbezirks Darmſtadt unter den — im folgenden nur kurz
zit Nancen bezeichneten — ſiebenundzwanzig Landesfinanzamtsbezirken
des Deutſchen Reiches beſſer klar zu machen und richtig zu beſtimmen
vermag.
Die Zahl der Pflichtigen zur Umſatzſteuar beträgt
im Landesfinanzamtsbezirk Darmſtadt 145 792 Pflichtige, unter 4 929 243
Pflichtigen im ganzen Deutſchen Reich. Damit ſteht Heſſen an
zwanzig=
ſter Stelle der Landesfinanzamtsbezirke, zwiſchen Thüringen mit 147 750
Pflichtigen und Schleswig=Holſtein mit 117 068 Pflichtigen. Die
Höchſt=
zahl von 351 778 Pflichtigen hat der Landesfinanzamtsbezirk München,
die Geringſtzahl von 12234 beſitzt Mecklenburg=Lubeck.
Der Umſatz insgeſamt beläuft ſich im Bezirk
Darmſtadt auf 1441 190000 Mark, von 82262338000 Mark Umſatz
im ganzen Deutſchen Reich. Darmſtadt hat hier den einundzwanzigſten
Platz der Landesfinanzamtsbezirke, zwiſchen Stettin mit 1815 964000
Mark und Königsberg mit 1 397 790 000 Mark Umſatz. Den höchſten
Umſatz von 10 593 527 000 Mark beſitzt Berlin, den niedrigſten von
278 204 000 Mark hat Mecklenburg=Lübeck.
Aufeinen Pflichtigen kommt im Bezirk Darmſtadt
einlmſatz von 9,88 Mark, gegenüber 16 689 Mark im Durchſchnitt
des Deutſchen Reiches. Diesmal iſt Darmſtadt an fünfundzwanzigſter
Stelle der Landesfinanzamtsbezirke, zwiſchen Oldenburg 10 123 Mark
und Würzburg mit 9,815 Mark Umſatz auf einen Pflichtigen. Berlin
iſt wieder an der Spitze mit 43,963 Mark Umſatz auf einen Pflichtigen,
Königsberg hat den niederſten Umſatz der Landesfinanzamtsbezirke auf
einen Pflichtigen 9,346 Mark.
Prüfen wir kurz die Verteilung des ſteuerpflichtigen
Umſatzes im Bezirk Darmſtadt auf die
Hauptwirt=
ſchaftsgruppen. Nach der Zahl der Pflichtigen kommt
zuerſt die Landwirtſchaft mit 73 627 Pflichtigen oder 50,5 v. Hundert
aller Pflichtigen im Bezirk Darmſtadt; dann folgt Handel und Verkehr
mit 34 082 Pflichtigen oder 23,38 v. Hundert aller Pflichtigen, und an
dritter Stelle ſteht Lie Induſtrie mit 31 989 Pflichtigen oder 21,94 v.
Hundert aller Pflichtigen.
Nach dem geſamten Umſatz ſteht an oberſtem Platz die
Induſtrie mit 727 293000 Mark Umſatz oder 50/47 v. Hdt. des ganzen
Umſatzes im Bezirk Darmſtadt; an zweiter Stelle iſt Handel und
Ver=
kehr mit 542 124000 Mark Umſatz oder 37,62 v. Hundert des ganzen
Umſatzes, zuletzt kommt die Landwirtſchaft mit 147 426 000 Mark Umſatz
oder 10,23 v. Hundert des ganzen Umſatzes im Bezirk Darmſtadt.
Aufeinen Pflichtigen im Bezirk Darmſtadt kommt
ein Umſatz in Induſtrie von 22,736 Mark, womit Darmſtadt den
dreiundzwanzigſten Platz der Landesfinanzamtsbezirke nach dem Umſatz
in Induſtrie auf einen Pflichtigen inne hat: in Handel und Verkehr
von 15,906 Mark auf einen Pflichtigen, mit welcher Summe Darmſtadt
am ſiebenundzwanzigſten Platz der Landesfinanzamtsbezirke ſteht; in
Landwirtſchaft ein Umſatz von 2,002 Mark auf einen Pflichtigen, die
vierundzwanzig höchſte bzw. viertniederſte Summe des Umſatzes auf einen
Pflichtigen in Landwirtſchaft unter den ſiebenundzwanzig
Landesfinanz=
amtsbezirken.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die Sparkaſſen des Deutſchen Reiches im Dezember. Nach der
amt=
lichen Ueberſicht erhöhten ſich die Spareinlagen bei den Sparkaſſen des
Deutſchem Reiches im Monat Dezember 1927 auf 4665 (im Vormonat
4543) Mill. RM. Die Einzahlungen im Giro= und Schechverkehr
be=
trugem im Dezember 2714 (2552) Mill. RM. und die Auszahlungen 2720
(2529) Mill. RMM. Die Guthaben im Giroverkehr verminderten ſich
leicht auf 1148 (1158) Mill. RM., während die Schulden ſtärker
abnah=
men:; 1663 (1682) Mill. RM. Gegenüber den Jahresſchlüſſen von 1926
und 1925 ſtellt ſich ein Vergleich der Spareinlagen in folgenden Zahlen
dar: 4665 gegen 3090 gegen 1692 Mill. RM.
Neue Verhandlungen über die Pfandbriefbonifikation. In Berlin
haben erneute Beſprechungen der Hypothekenbanken ſtattgefunden, in
denen zur Frage des Bonifikationsabkommens mit den öffentlich=
recht=
lichem Realkreditanſtalten Stellung genommen wurde. Größere
Dif=
ferenzen zwiſchen dem Standpunkt der öffentlichen und der privaten
An=
ſtalten beſtehen nicht; lediglich ein für das Geſamtabkommen
bedeutungs=
loſer Vorſchlag der öffentlichen Inſtitute wurde von den Privatbanken
abgelehnt. Eine weitere Verzögerung des Bonifikationsabkommens wird
ſich dadurch aber baum ergeben. Das Pfandbriefzinsfußabkommen
zwi=
ſchen den privaten Hypothekenbanken, das am 1. März abläuft, iſt nun
weitere 4 Monate verlängert worden.
Die Wohnungsbauanleihe der Gemeinſchaftsgruppe Deutſcher
Hypothekenbanken. Die Gemeinſchaftsgruppe Deutſcher
Hypothekenban=
ken hat von der ihr für den Wohnungsbau bewilligten ſteuerfreien
Aus=
landsanleihe 10 Millionen Goldmark bei der Firma Lazard Brothers u.
Co. in London aufgenommen. Die Anleihe, an der alle acht Banken der
Gruppe beteiligt ſind, wird mit ſieben Prozent verzinſt. Die Ausgabe
in London erfolgt in Form von Zertifikaten, die auf Goldmark lauten
und die durch Pfandbriefe der acht Banken gedeckt werden, welche bei der
Darmſtädter und Nationalbank als Treuhänder hinterlegt werden. Der
Auszahlungskurs beträgt 94, der Emiſſionskurs wird vorausſichtlich 96
betragen.
Steigender Kaliabſatz im Februar. Wie man von gut unterrichteter
Seite erfährt, beläuft ſich der Kaliabſatz für die erſten zehn Februartage
auf 727000 Dz. K. 20. Bei den Werken waren bis zu dieſem
Zeit=
punkt Aufträge in Höhe von 513 000 Doppelzentner vorhanden, ſodaß
ſich alſo eine Geſamtnachfrage für dieſen Zeitraum von 1 240000 Dz.
ergibt. Die Schätzungen des Syndikats für den Monat Februav
belau=
fen ſich auf zwei Millionen Doppelzentner. Nach dem bishevigen Febr.=
Ergebnis iſt damit zu rechnen, daß nicht wur der Vorjahrsabſatz in der
Höhe von 1,8 Mill. Dz., ſondern überhaupt auch die diesjährige Febr.=
Schätzung überſchritten werden wird.
Eine 10 Millionen Dollar=Anleihe für die Wafſerwirtſchaft bes
Ruhrbezirkes. Der Ruhrtalſperrenverein, der Ruhrverband, der
Lippe=
verband, die linksrheiniſche Entwäſſerungsgenoſſenſchaft die Emſcher=
Genoſſenſchaft haben unter der Firma „Waſſerwirtſchaft im
rheiniſch=
weſtfäliſchen Jeduſtriegebiet (Ruhrkohlenbezirk) G. m. b. H. in Eſſen”
eine Dachgeſellſchaft mit einem Kapital von 100 000 Reichsmark
gegrün=
der und mittels dieſer G.m.b.H. unter Mitwirkung des Bankhauſes
Gebr. Lismann in Frankfurt a. M. eine zehn Millionen Dollar=Anleihe
abgeſchloſſen. Der Anleiheerlös iſt für die fünf vorbezeichneten
öffent=
lichen Verbände beſtimmt. Die Emiſſion wird im den nächſten Tagen in
New York aufgelegt werden.
Der dritte Tag der Kölner Frühjahrsmeſſe. Das Meſſeamt teilt mit:
Der Beſuch der Meſſe war geſtern, beſonders am Nachmittag, ſtärker als
geſtern, konnte aber in keiner Gruppe eine Steigerung des Geſchäfts
gegenüber dem Vortag herbeiführen. Nur in der Gruppe Haus= und
Wohnbedarf ſetzte in den Nachmittagsſtunden eine Belebung ein. Einen
nicht unweſentlichen Einfluß auf die Geſchäftstätigkeit hat die Nachricht
von der Ausſperrung in der Metallinduſtrie ausgeübt. Man iſt mit der
Bergebung von Aufträgen zurückhaltend und vorſichtig. In der
Haupt=
ſache ſind daher nur kleinere Umſätze zuſtande gekommen. Mittwoch iſt
der letzte Tag der allgemeinen Meſſe, die techniſche Meſſe dauert weiter
bis zum 17. die Kunſtſeidenſchau bis zum 19. Februar.
Die Kohlenverflüſſigungsanlage der Gute=Hoffnungshütte. Die
Be=
ſtrebungen der Gute=Hoffnungshütte, eine großzügige
Kohlenverflüſſi=
gungsanlage zu ſchaffen, ſind der Verwirklichung nahegerückt. Eine
Aktiengeſellſchaft, der außer der Gute=Hoffnungshütte auch die Firma
Krupp und die Vereinigten Stahlwerke angehören, hat, nachdem die
Stadwvevwaltung Sterkrade einen Teil des Geländes zur Verfügung
geſtellt hat, im Holtener Bruch den Bau einer Anlage, in: der auch
Stickſtoff gewonnen werden ſoll, beſchloſſen. Man will im erſten
Bau=
jahr für 17 Millionen Mark verbauen, um dann im Laufe des Jahres
das Proſekt zu einer 50=Millionen=Anlage zu erweitern. Es werden
rund 2000 Arbeiter in der Anlage Beſchäftigung finden.
Verein für Chemiſche Induſtrie A.G., Frankfurt. Die Kündigung
des Inteveſſengemeinſchaftsvertrages mit der Allgemeinen Norit Mij
war, wie ſchon angedeutet, auf Schwierigkeiten bei der holländiſchen
Geſellſchaft geſtoßen. Darauf hin hat ſich jetzt, dem Vernehmen nach,
der Verein für Chemiſche Induſtrie veranlaßt geſehen, ſeine Anſprüche
gegen die Norik auf dem Klagewege feſtſtellen zu laſſen. Dieſer Tage
wurde bereits diesbezüglich Klage erhoben. Uebrigens ſcheint die
Kün=
digung des J. G.=Vertrages ſehr ungünſtig von den Aktionären der
Norit beurteilt zu werden, da deren Kurs in Amſterbam von 68 auf 65,
auf 59,75 am 14. b. M. zurückging.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 15. Februar.
Wenn auch eine merkliche Belebung des Börſengeſchäftes heute
wie=
der nicht verzeichnet werden konnte, war die Tendenz doch im Anſchluß
an die freundlichere Abendbörſe etwas feſter. Bei der Spekulation
be=
ſtand weiter Deckungsneigung, während von privater Seite der
Order=
eingang bei den Banken nicht weſentlich größer war als an den
Vor=
tagen. Auf einigen Spezialmärkten war die Umſatztätigkeit etwas reger.
So wurden in J. G. Farben, den Glektrowerten und den Zellſtoffaktien
verſchiedene Meinungskäufe vorgenommen. Die allgemeine Stimmung
wurde günſtig beeinflußt von dem Beſchluß des Reichsarbeitsminiſters,
am Freitag in den Lohnkampf in der Mitteldeutſchen Metallinduſtrie
ein=
zugreifen. Ferner erwartet man im Laufe des heutigen Tages das
günſtige Zeichnungsergebnis der Reichsbahnemiſſion. Andererſeits blieb
das endgultige Scheitern der Kompromißverhandlungen in der
Reichs=
regierung über das Schulgeſetz ohne Einfluß auf die Tendenz, da die
Ergebnisloſigkeit dieſer Verhandlungen erwartet worden war.
Bevor=
zugt wurden J. G. Farben, die 2½ Prozent anzogen. Lebhafteres
In=
tereſſe machte ſich ferner wieder für Scheideanſtalt (plus 3½ Prozent)
bemerkbar. Am Elektromarkt gingen die Kursbeſſerungen bis zu 2
Pro=
zent. Von Zellſtoffwerten konnten Aſchaffenburger 2 Prozent und
Wald=
hof 4 Prozent anziehen; hier regte das Intereſſe für die Glanzſtoffwerte
in Berlin an. Am Montanmarkt gewannen Harpener, Mannesmann,
Mansfeld und Rheinſtahl 1½—2½ Proz. Kaliwerte lagen bis 5 Proz.
erhöht auf günſtige Abſatzvorſchätzungen für Februar. Schiffahrtswerte
blieben nur gut behauptet. Adlerwerke konnten ſich erſtmalig etwas
merklicher erholen (plus 2 Prozent). Für Deutſche Erdöl erhielt ſich
das Intereſſe (plus 1½ Prozent). Auf den übrigen Märkten gab es
meiſt 1—2prozentige Beſſerungen. Deutſche Anleihen lagen bei kleinſtem
Umſatz eher etwas feſter, ausländiſche Renten ſtill.
Im weiteren Verlaufe wurde das Geſchäft ſehr ſtill, die Stimmung
blieb jedoch freundlich, und die Kurſe konnten ſich gut behaupten.
Tages=
geld war im Zuſammenhang mit dem morgigen Zahltag zu 6½ Prozent
gefragt. Am Deviſenmarkt zog die Mark leicht an. Mark gegen Dollar
4,1930, gegen Pfunde 30:438. London=Kabel 4,8745, Paris 124,02,
Mai=
land 92,05, Madrid 28,64.
An der Abendbörſe blieb die Stimmung bei zunächſt etwas
lebhafterer Umſatztätigkeit feſt. Das Geſchäft wickelte ſich jedoch wieder
im weſentlichen innerhalb der Kuliſſe ab, während von außen her der
Ordereingang ziemlich gering war. Gegen den Berliner Schluß
konn=
ten ſich überwiegend Kursbeſſerungen bis zu 1 Prozent durchſetzen.
Lebhaftevem Intereſſe begegneten vor allem wieder J. G. Farben und die
Elektrowerte. Goldſchmidt und Rheiniſche Braunkohle konnten je 1½
Prozent anziehen, während Mitteldeutſche Kreditbank ihren hohen Kurs
nicht behaupteten und 2 Prozent nachgaben. Nach Schiffahrtswerten
war die Nachfrage wieder etwas reger. Die Rentenmärkte lagen ſtill.
Im Verlauf wurde das Geſchäft allgemein ruhiger, und die Kurſe
brök=
kelten auf Gcſvinnmitnahmen der Tagesſpebulation etwas ab. Gegen
Schluß wurde die Tendenz, vom Schiffahrtsmarkt ausgehend, wieder
feſter. Ablöſungsſchuld 16.2, Barmer Bank 1482/, Kommerzbank 180,
Danatbank 263, Deutſche Bank 164.5, Diskontogeſellſchaft 160, Dresdener
Bank 163, Buderus 101.5, Gelſenkirchen 156, Harpener 191, Aſchersleben
177.5, Weſtercgeln 188, Mannesmann 155, Mansfeld 121, Phönix 102.25,
Rheiniſche Braunkohlen 242.25, Rheinſtahl 171.50, Stahlverein 104,
Adlerwerke 81, AEG. 170.50, Bergmann 188,50, Deutſche Erdöl 135.50,
Scheideanſtalt W7, Licht und Kraft 223, J.G. Farben 265.25, Felten
128, Geſ. für El. 267,75, Holzmann 141.50, Rütgerswerke 100, Schuckert
184.75, Siemens u. Halske 290.50, Voigt u. Häffner 178, Zellſtoff
Aſchaf=
fenburg 176.50, Waldhof 257.75, Hapag 154, Nordd. Lloyzd 158.25.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 15. Februar.
Die Effektenbörſe hatte heute zum erſten Mal einen ausgeſprochen
feſten Tag. Angeregt durch die Zunahme der Spargelder in
Deutſch=
land, die Einleitung des Schlichtungsverfahrens in der Metallinduſtrie
und unbeſtätigte Gerüchte über eine wahrſcheinlich 7= bis 8prozentige
Dividende bei der Gelſenkirchener Bergwerks=A.=G. ging die Spekulation
aus ihrer Zurüchhaltung heraus und nahm auf den verſchiedenſten
Ge=
bieten Anſchaffungen vor. Das Intereſſe war ſpeziell auf Montanwerte,
Elektrizitätsaktien, J. G. Farbeninduſtrie, und einige Spezialpapiere
ge=
richtet. Berger Tiefbau gewannen gegenüber dem geſtrigen, bereits zehn
Prozent höheren Schlußkurs wiederum 10 Prozent, da eine Erhöhung
der vorjährigen Dividende von 15 Prozent erwartet wurde und neue
große Auftragsprofekte in Ausſicht ſtänden. Auch die Provinz ſchien
mehr und mehr wieder Intereſſe für Effektenanlagen zu zeigen, angeregt
durch Himweiſe der Banken auf das preiswerte allgemeine Kursniveau;
vor allem aus dem Rheinland gingen etwas mehr Kaufaufträge ein. Das
Geſchäft war ſomit einheitlich lebhafter, als in der letzten Zeit und ein
Einfluß der verſchiedenen ungünſtigen Nachrichten überhaupt nicht zu
er=
kennen. Die Anfangskurſe waren durchſchnittlich um 1—3,5 Prozent
er=
höht. Am Geldmarkt machte ſich der bevorſtehende Zahltag in einer
etwas regeren Nachfvage nach Tagesgeld bemerkbar. Der Satz blieb mit
5—7 Prozent unverändert. Monatsgeld 7—8,5 Prozent. Warenwechſel
zirka 6,5 Prozent. Im Deviſenverkehr befeſtigte ſich die Mark gegenüber
dem Dollar auf 4,1928 und gegenüber London auf 20,/4387. London—
New York notierte faſt unverändert 4,8743. In den übrigen
ausländi=
ſchen Valuten traten nur ganz geringe Veränderungen ein.
Im weiteren Verlauf hielt die freundliche Stimmung der Börſe an.
Bemberg ſtellten ſich auf 459. Ver. Glanzſtoff auf 594; Svenska auf
419,5; Ludw. Loewe auf 260; Schubſa auf 375; Köln=Neueſſen auf 148,5.
Privatdiskont unverändert 6 Prozent für beide Sichten. Die Börſe
ſchloß nicht ganz zu den höchſten Tageskurſen. An der Nachbörſe erhielt
ſich die feſte Tendenz und brachte vereinzelt weitere Steigerungen. Heute
wurden erſtmalig Reichsſchatzwechſel zum Privatdiskontſatz gehandelt.
Gegen 2,30 Uhr hörte man u. a. folgende Kurſe: Oſtwerke 285;
Schult=
heiß 378; Ver. Glanzſtoff 594; Zellſtoff Waldhof 256,5; Bemberg 452;
Nütgerswerke 99,75; Holzmann 142,75; J. G. Farben 264,5; Deutſche
Erdöl 135,5; Deſſauer Gas 177; AEG. 170; Bergmann 187,5; Siemens
285; Schuckert 183,5: Geſ. für Elektr. 267,5; Hapag 152,5; Hamburger
Elektriz. 155; Nordd. Lloyd 156,37; Berl. Handel 270,25; Kommerzbank
179; Dresdner Bank 162; Deutſche Bank 164: Danatbank B34,5;
Har=
pener 191: Hoeſch 148,5; Mannesmann 155,25; Mansfelder 121,5;
Rheinſtahl 169,75: Neubeſitzanleihe 16,12; Altbeſitzanleihe, Reihe 1 und 2,
52: Reihe 3 55,90.
Oeviſenmarkt.
Helſingfors.
Wien ......"
Prag ......"
Budapeſt ...
Sofia ....."
Holland ....
Sslo ......"
Kopenhagen
Stockholm ...
London ....."
Buenos Aires
Rew=York ..."
Belgien .....
14. 2
Geld/ Yrie
10.54710.58
59.00 59.12
12.41712.437
73.20/ 73.34
3.027/ 3.033
168.59 168.93
111.48111.70
1r2.16/112.39
112.43/112.65
20.41920.459
1.791/ 1.795
4.190/ 4 194
58.325 58.445
15. 2.
Geld /Brief
10.549/10.5694Italien ..
3.029/ 3.035) Danzig ..
168.62/168.961Japan. . .
112.17/1 12.384 JFugoſlavien.
112.43/112 65/ Portugal ..
20.419/20.45cAthen ...
1.790 1.794 Konſtantinopel
58.305 58.4251üruguah.. . . .
58.97/ 59.099 Paris ........
12.414/12.4341 Schweiz .... .."
3.17/ 73.31/ Spanien..
11.48/111.700 Rio de Janeiro
4.18304.1970/Kanada. . . . . .
14. 2.
Geld / Brie
22.19/ 22.23
16.485 16.50=
80.555/80.71:
71.21 71.3:
81.62/ 81.70
1.962/ 1.966
0.503/ 0.50:
7.364 7.378
19.48 19.52
5.5441 5.556
2.123/ 2.127
4.180/ 4.188
4.276 4.284
5. 2.
Geld /Brief
22.191 22.23
16.45/ 16.50
80.561 80.72
71.23/ 71.37
81.59/ 81.75
1.963/ 1.967
0.503/ C.505
7.359 7.373
252.— 15. 2.
255.— Augsb. Nürnb. Maſch. 108.125 108.5 Hirſch Kupfer....." 116.— 116.5 Bamag=Meguin ....
Berlin el. W......." Höſch Eiſen .. 141.— 148.— Hohenlohe Werke .. 99.75 100.— Berlin KarsruheInd.
Braunkohl. Briketts 83.5 85.5 Kahla Porzellan . . . 109.— 110.— 173.— 174.— Lindes Eismaſch. . 155.75 156 25 Bremer Bulkan .. .." Lingel Schuh Bremer Wolle...... 222— 225.5 Linke u Hofmann .. — Deutſch.=Atlant. Tel.
Deutſche Maſchinen. L. Loewe u. Co... 253.25 R 63.— 65.— K. Lorenz.. Deutſch.=Nied. Tel. . Niederlauſitzer Kohle 161.— 160 5 Deutſche Erdöl. .. . 131.— 134.25 Nordd. Gummi.. Deutſche Petroleum 74.— 74. —
Orenſtein. 138.— 1138.— Dt. Kaliwerke .. Rathgeber Waggon — Donnersmarckhütte . — Rombacher Hütten — Dynamit Nobel ...." 126.25 1129.— Roſitzer Zucker ...." — Eleltr. Lieferung ..." 168.5 171.— Rütgerswerke . .. . . ." Mn 6 99.— J. G. Farben ...... 260.— 262.75 Sachſenwerk. . . . . . 118.— 119.75 R. Friſter ........." Sächſ. Gußſtahl ... Gaggenau Vorz.. .. . Siemens Glas .. 144.— 147.- Gelſenk. Berg....." 133.75 135.— Ver. Lauſitzer Glas G. f. elektr. Untern. 260 5 266.— Volkſtedter Porzell. 54 5 54.25 Halle Maſchinen. Weſtf. C. Langendree Ban.=Maſch.=Egeſt. . 63.5 64.— Wittener Gußſtahl". — Sanſa=Dampfſchf .. 215.— Wanderer Werke ... 189.25 189.25
19.84/ 19.52
5.5441 5.556
2. 123/ 2.127
4.180/ 4.188
4.2761 4.284
Metallnotierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin für je 100 Kg. am 15. Februar
ſtellten ſich für Elektrolytkupfer prompt eif Hamburg, Bremen oder
Rot=
terdam (Notierung der Vereinigung f. d. Dt. Elektrolytkupfernotiz) 135
RM. — Die Notierungen der Kommiſſion des Berliner
Metallbörſen=
vorſtandes (die Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte
Lieferung und Bezahlung) ſtellten ſich für Original Hüttenaluminium,
98—99 Prozent, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren 210 RM., desgl.
in Walz= oder Drahtbarren, 99 Prozent, 214 RM., Reinnickel, 98—99
Prozent, 350 RM., Antimon Regulus 95—97 RM., Feinſilber (1 Kg.
fein) 78,50—19,50 RM.
Die amtlichen Preisfeſtſetzungen im Metallterminhandel vom 15.
Fe=
bruar ſtellten ſich für Kupfer: Januar 125 (125), Februar 123,50
(125), März, April, Mai, Juni, Juli, Auguſt, September, Oktober,
November, Dezember 125 (125). Tendenz: feſter. Für Blei: Januar
41,75 (42), Februar 40,25 (41,25), März 40,50 (40,75), April 40,50 (41),
Mai 41 (41,25), Juni 41,25 (41,50), Juli, Auguſt September, Oktober
41,50 (41,75), November, Dezember 41,75 (42). Tendenz: ſtetig. Für
Zink: Januar 50,25 (51,50), Februar 50,75 (51,50), März, April, Mai,
Juni, Juli, Auguſt, September, Oktober, November, Dezember 50,50
(51,50). Tendenz: ſtill. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in
Klammern beigefügten Brief.
Die Metallnotierungen an der Londoner Börſe vom 15. Februar
ſtellten ſich für Kupfer (Tendenz: feſt): Standard p. Kaſſe 62½—2/us,
3 Monate 61½—1/s, Settl. Preis 62½, Elektrolyt 66½—67, beſt
ſelec=
ted 65½—66½, ſtrong ſheets 32, Elektrowirebars 67; Zinn (Tendenz:
willig): Standard p. Kaſſe 229—½, 3 Monate 231½—34, Settl. Preis
229, Banka (inoff. Not.) 232, Straits (inoff. Not.) 232; Blei (Tendenz:
willig): ausländ, prompt 20, entft. Sichten 20/, Settl. Preis 20;
Zink (Tendenz: ſtetig): gewöhnl. prompt 251/,, entft. Sichten 25¾,
Settl Preis 25¾; Queckſilber (inoff. Not.) 21½—3; Wolframerz (inoff.
Not.) 14½; Kupferſulphat (inoff. Not.) 26½—2
Produktenberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 15. Februar. Die Marktlage iſt
unverändert. Mais iſt nach wie vor feſt, während Brotgetreide luſtlos
liegt. Mehl iſt weiter ohne Geſchäft, die etwas freundlichere Stimmung
vom Anfang der Woche iſt wieder abgeebbt. Futtermittel, auch
Weizen=
kleie durchweg ruhiger. Die Preiſe wurden wie folgt feſtgeſetzt:
Wei=
zen I 24,50, Weizen II 23,25—23,50, Weizen III 22,75—3,25, Roggen
24,50, Sommergerſte 27,50—30, Hafer inl. 23,50—24,25, Mais für
Futter=
zwecke 22,50, Mais für andere Zwecke 23,20, Weizenmehl 36—36,75,
Roggenmehl 33—35, Weizenkleie 14—14,15, Roggenkleie 15—15,25.
Berliner Produktenbericht vom 15. Februar. Gegenüber den beiden
letztem Tagen iſt im Mehlgeſchäft wieder eine weſentliche Beruhigung
eingetreten, die ſich auf die Tendenz des Produktenhandels überhaupt
naturgemäß in erſter Linie auswirkt. Auch Liverpool brachte einen
un=
veränderten Anfang, nachdem ſchon geſtern Amerika keine Anregung
hierher legte. Die Kurſe im Lieferungshandel haben ſich nur wenig
verändert. Hafer wird bei kleinen Anfuhren in großer, teilweiſe
dring=
licher Konſumfrage höher bezahlt. Gerſte ruhig.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chikago, 15. Febr. (Priv. Tel.)
Weizen: Unter dem Druck ermäßigter Liverpooler Kabel und des
baiſſegünſtigen Wochenwetterberichts nahm der Markt einen kaum
ſteti=
gen Verlauf, zumal noch Meldungen über große
argentiniſcheVerſchiffun=
gen verſtimmten.
Mais: Ungünſtige Wetterberichte, geringe Ablieferungen der
Far=
mer und kleineres Inlandsangebot ließen den Markt überwiegend feſt
tendieren. Nach vorübergehendem Tendenzumſchtung auf günſtige
Wetterberichte wurden wieder Deckungen vorgenommen.
Hafer: Die Preiſe vermochten ſich heute nur knapp zu behaupten.
da Liquidationen vorgenommen wurden.
* New York, 15. Februar. (Priv.=Tel.)
Kaffce: Die andauernde Feſtigkeit der braſilianiſchen Märkte und
Deckungen ſowie Käufe der Kommiſſionäre bewirkten einen feſten
Markt=
verlauf.
Zucker: Märztermine hatten uter Liquidationen zu leiden.
Kuba=
niſche Firmen traten als Abgeber beſonders in ſpäteren Terminen
hervor.
Baumwolle: Schwächere Liverpooler Kabel und güinſtige
Wetter=
prognoſen aus Texas löſten Liquidationen aus, ſowie Abgaben für
New Orleaner Rechnung.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 15. Febr.:
Getreide: Weizen, März 130½, Mai 130½, Juli 127½: Mais,
März 9434, Mai 98½, Juli 99½; Hafer, März 55, Mai 555,
Juli 52½; Roggen, März 109, Mai 109½, Juli 1043.
Schmalz: März 11,20, Mai 11,50. Juli 11,775.
Fleiſch: Mai 11, Juli 11,30; Speck loco 10,875 jleichte Schweine
7,96—8,50, ſchwere Schweine 7,85—8,35; Schweinezufuhr Chicago
25 000, im Weſten 150 000.
Baumwolle: März 17,75—17,76, Mai 17,82—17,83.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 15. Febr.:
Getreide: Weizen Nr. 2 rot 159½, hart 146½: Mais neu ank.
Ernte 111½: Mehl ſpr. wheat clears 6,50—6,85; Fracht nach
Eng=
land 1,9—2,3, nach dem Kontinent 9—11.
Schmalz: Prima Weſtern loco 11,8; Talg extra 8½.
Kakao: Tendenz: ſtetig, Umſatz in lots 87, loco 13½, Februar
13,46, März 13,48, April 13,60, Mai 13,72, Juni 13,8, Juli 13,96,
Auguſt 13,97, September 13,99, Oktober 13,80.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Am 19. Juni findet die Eröffnungsſitzung der 14. Seſſion der
in=
terparlamentariſchen Wirtſchaftskonferenz ſtatt. Der Konferenz wurde
ſüir ihre Beratungen der Senatsſaal in Verſailles zur Verfügung
geſtellt.
Die Bedingnugsgemeinſchaft der Berliner Großbanken und
Bank=
firmen wird ſich in dieſen Tagen erneut mit der Frage der Abſchaffung
der Medioliquidationen befaſſen.
Die ſeit vielen Jahren beſtehende Wiener Weingroßhandlung Peter
Boſchen u. Söhne, die das größte Geſchäft der Branche in Wien
dar=
ſtellt, iſt mit 1,7 Millionen Schill. Paſſiven in Schwierigkeiten geraten.
Der Inhaber Peter Boſchen war Präſident der zuſammengebrochenen
Neuen Wiener Bankgeſellſchaft und hatte verſucht, die für dieſe Bank
übernommenen Verpflichtungen zu decken.
Die Verhandlungen der Schweiz mit Frankreich über ein weiteres
Handelsabkommen werden am nächſten Freitag in Paris aufgenommen.
Zur Behandlung kommen diesmal: Uhren, Stickereien, Baumwollgarne,
Baumwollgewebe, Wirkwaren, verſchiedene kleinere Poſitionen. Im
erſten Teilabkommen iſt der 15. März als Endtermin der
Verhandlun=
gen bezeichnet worden.
Die tſchechoſlowakiſche Zuckerproduktion betrug im Januar 106 340
MZ. gegen 118670 MZ. im Januar des Vorjahres. Seit
Kampagne=
beginn bis Ende Januar wurden 12 250 000 MZ. gegen 10 160000 MZ.
in derſelben Zeit des Vorjahres erzeugt, was eine Zunahme um
2 090 000 MZ. bedeutet. Für den Januarkonſum wurden 289 160 MZ.
gegen 233 390 MZ. verſteuert.
Wie aus Mailand gemeldet wird ſteht eine Fuſion der italieniſchen
Sprengſtoffgeſellſchaft Societa Italiana prodotti eſplodenti Congio in
Mailand (50 Mill. Lire Aktienkapital) mit der Societa italica colori
artificiali in Mailand (20 Mill. Lire Aktienkapital) und der Fabbriche
italiane materie coloranti Bonelli in Mailand (45 Mill. Lire
Aktien=
kapital) bevor.
Die juriſtiſche Kommiſſion des amerikaniſchen Repräſentantenhauſes
ſtimmte geſtern der Vorlage auf Ergänzung der Beſtimmungen über
den Gummi=Exporthandel zu. Die Vorlage ſieht ein Verbot für den
kollektiven Ankauf von Gummi= und Beiprodukten durch amerikamiſche
Konzerne vor, die unter monopolartiger Kontrolle einer auswärtigen
Macht ſtehen.
In Sydney wurden 10 700 Ballen Wolle bei reger Käuferkonkurrenz
— insbeſondere ſeitens Deutſchlands und Japans — verſteigert. Die
ausgezeichnete Auswahl fand faſt glatte Aufnahme.
Nummer 47
Als ich noch Prinz war.. .!
Roman von Paul Hain.
Urheber=Rechtsſchutz Verlag Oskar Meiſter, Werdau Sa.
37)
(Nachdruck verboten)
Thereſe empfing ihren Gatten in großer Toilette in der
Halle.
„Endlich — mein lieber Ferdi!”
Sie küßte ihn flüchtig. Mit der feinen Zurückhaltung der
großen Dame, die noch mehr als Zärtlichkeiten im Kopf hat.
Aber doch flammte Stolz in ihren Augen beim Anblick der
ſtatt=
lichen, eleganten Erſcheinung ihres Mannes. Es gab wenige
Männer in der Geſellſchaft, die ihm in ſeiner äußeren
Voll=
kommenheit gleichkamen. Nach beſonderen, hochwertigen,
inne=
ren Qualitäten fragte ſie nicht ſo viel. In dieſer Beziehung
wäre ihr ein Mann, der geiſtig unter ihr ſtand, vielleicht ſogar
willkommener geweſen.
„Du haſt Gäſte?"
„Ja — und ſie warten ſchon voll Sehnſucht auf dich. Du
wirſt viel gute Bekännte unter ihnen finden. — Denke dir, Graf
Czerny mit ſeiner Gattin iſt auch da. Er hält ſich ſchon ſeit zwei
Wochen bei uns auf. Charmant! Nächſte Woche ſoll die erſte
Fuchsjagd ſein. Du — es wird dir prachtvoll gefallen. Du
kennſt dich hier ja noch gar nicht recht aus. Die paar Wochen
nach unſerer Hochzeit, die du hier warſt, konnteſt du dich ja nicht
richtig umtun. Und dann kam gleich die dume Geſchichte in
Wien. Iſt denn nun alles geſund?”
Er war faſt benommen von ihrer ſchnellen Rede, die alles
durcheinanderwarf, was ſie intereſſierte.
„Ja, danke — ſonſt hätte ich ja noch nicht kommen können.
So — alſo viel Beſuchl. Nun — geſtatte, daß ich erſt in meine
Zimmer gehe und mich umziehe. Gott — die Muſik —‟
Man hörte den klirrenden Rhythmus, einer Kapelle, die
ſpielte.
„Aber ja, Ferdi. Ich habe Jean ſchon orientiert. Dein
Leibdiener hier — du erinnerſt dich? Er hat ſchon das Bad
an=
gerichtet. Und wird dir nachher allein ſervieren —
Donnerstag, den 16. Februar 1928
Da M Mch zu. I Mle Wernangs Imickeid Sc.
ſpeiſt. So weit war ja auch die Fahrt nicht. Die ſechs Stunden
waren keine Ewigkeit. Alſo — auf Wiederſehen, Thereſe —‟
Sie warf ihm eine kokette Kußhand zu — er verſchwand ſchon
auf der Treppe zum oberen Geſchoß. Dort ſtand bereits ein
Diener und wartete, um ihn zu ſeinen Zimmern im linken
Flügel des ausgedehnten Schloſſes zu führen. —
Jean hatte ſchon den Geſellſchaftsanzug herausgelegt. Alles
lag bereit. Das Bad war wohltemperiert.
„Nun ja — man iſt ein Prinz —,” dachte Karl Ferdinand.
„In Wien — in den Baracken — in den Krakenhäuſern war
andere Luft. Man kam manchmal tagelang nicht aus den
Klei=
dern heraus.”
Er zog ſich um.
Vom Fenſter ſeines Schlafzimmers aus konnte er über den
Schloßhof in den Wald ſehen. Die erſten Sterne entzündeten
ſich am Himmel. Im Hof ſtanden, unter dem weit vorgebauten
Dach des Schuppens, zahlreiche Autos. Alles elegante
Reiſe=
wagen. Manche wappengeſchmückt.
Ach ja — die vielen Gäſte! Die Autos hatten in den
Gara=
gen nicht mehr Platz. —
Karl Ferdinand wandte den Blick ab und ſah wieder in den
Wald. Leiſe wiegten ſich die Wipfel im Frühlingswind. Es
rauſchte bedächtig hin und her.
und die Sterne funkelten.
Da klopfte es an der Tür.
Er fuhr erſchrocken herum. Hatte er ſich verſäumt?. Ach —
die Pflicht! Hausherrenpflicht — aufgedrängte!
Seiten8
Micte
„Ihre Durchlaucht läßt fragen, ob Durchlaucht ſchon —
„Ja!” ſchrie der Prinz in plötzlichem Zorn. „Die Durchlaucht
iſt ſo weit, ſich den Gäſten zu präſentieren!”
Der Diener ſtand erſtarrt in Devotion. Kein Muskelzucken
im Geſicht. Ein tadellos diſzipliniertes Lalgiengeſicht.
Karl Ferdinand ſchritt an ihm vorbei. Er nahm ſich keine
Zeit, noch einmal in den Spiegel zu ſehen. Langſam ſtieg er die
Treppe nach unten.
In den unteren Geſellſchaftsräumen herrſchte buntes Leben.
Karl Ferdinand hatte reichlich zu run, allen die Hand zu drücken.
Man freute ſich allſeitig, ihn wieder zu ſehen, und die Herzogin
von Waldbung zeigte ſich von ihrer beſtrickendſten Seite, wiewohl
ſie ihm ſeine „Starrköpfigkeit”, mit der er die geplante, koſtſpielige
Hochzeitsreiſe ſeinerzeit abgelehnt, nicht vergeſſen hatte.
Endlich kam er in dem Trubel einigermaßen zur Ruhe und
war ſo ungefähr im Bilde, wer von all den Gäſten im Schloſſe
wohnte und wer nur für heute geladen war. Er ſetzte ſich mit
Czerny und deſſen Frau zuſammen, froh, endlich zu geruhigem
Plaudern zu kommen. Thereſe tauchte bald hier, bald dort auf,
ſtets von einem kleinen Schwarm unerwüdlicher Anbeter
um=
geben, eine Staffage, die ihr offenbar wohl gefiel.
„Wir haben uns lange nicht geſehen. Ferdi —”, meinte
Czerny, der das Monokel mit vollendeter Grazie zu handhaben
verſtand. „Du — ich habe in Ungarn — da bei Ofen herum —
wunderbare Wochen verlebt. Und eine richtige Wolfsjagd habe
ich mitgemacht im Winter. Du haſt dabei gefehlt. Aſo —
fabel=
haft aufregend. Uebrigens — ich hörte — bei euch iſt auch
Fuchs=
jagd angeſagt. Mit Damen —”
Die junge Gräfin klatſchte entzückt in die Hände. Sich im
roten Reitdreß zu ſehen, war ihre beſondene Koketterie.
„Ich befürchte, ich werde das Schießen in Wien verlernt
haben —,” ſagte der Prinz lächelnd. „Ich hatte zuviel mit
Pin=
zetten und Chloroform zu tum —‟
„Ach ſo — du bift ja der reine Humanitätsapoſtel geworden,”
gab Czerny lachenbd zurück. „Auch ine Paſſion. Ueberhaupt —
du haſt dich ſehr verändert, ſcheint mir. Donnerwetter —
ordent=
lich Falten ſchon um den Mund. und weißes Haar an den
Schläfen.”
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ordentl. Hauptverſammlung
am Freitag, 24. Februar 1928,
abends 8 Uhr, im Reſtaurant
Sitte (Gelber Saal) Karlſtraße.
Tagesordnung:
1. Bericht über die Tätigkeit des Ver=3
eins im abgelaufenen Jähre.
2. Rechnungsablage.
3. Die Beratung des Voranſchlags.
4. Die Wahl des geſchäftsführenden
Vorſtandes.
5. Beratung der vom Vorſtand und
von Vereinsmitgliedern
eingebrach=
ten Anträge.
Nohl
Vorſitzender.
Dr. Kollbach,
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Staatspapiere
Deutſche
D. Rchsanl. Ablöſ.
Schuld einſchl.
Ausloſ.=Scheinen
D. Rchsanl Ablöſ.=
Schuld ohne
Aus=
loſungsſcheine.
49 Dt. Schutzgeb.
Anl. .!!
b) Ausländiſche
520 Bos. E.B. 19141
5%y L.Inv. 1914
41% 1898...
41a2 „ 1902....
42 Boönien .....
5% Bulg. Tabak.02
4½% Oſt. Staatsr.
v. 1913. Kdb. 1918
4½% Oſt. Schatz. 14
(t Innsbr Abk.)
4½,% Oſt. Silberr.
4%5 Goldr
lt. Innsbr. Abk.
4% einh.R. (k.).
51.85
16.2
39.75
38.35
3
17
2.7
32.5
41,
3u1/,
820 Port.,/Spz, II
5%Rum. am. R.03
413%,Gold. 18.
47o „ am kon. „
4% = am. 05 ...
425 Türk Abm.)03/
4%=(Bagd.) I
4% (Bagd.) III
4% =unif. 1903
4% 1911 Boll.
4½% Ung. St.1913
(t. Innsbr.Abk.)
4½%üng St 1914
(t. Innsbr.Abk.)
499 Ung Goldr.
(t. Innsbr. Abk.)
42 Ung. Staatsr.)
b. 10
(t. Innsbr. Abk.)
5.5
5.5
us
*
2a3
24.75
748 ung. Kronr.
32 Ung Eiſ.cor.
Außer=
europäiſche
5%Mex am in abg.
5% „ äuß. 99
43 r Gold 04ſtf.
3% n konſ. inn.
4½%,Frigat.
5%Tamaulipasl ,
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Binsberechnung
8‟ Bad.=Badener
Stadt=Goldanl.
10%Berl.H.=Bf. G.
dr
..
4½%n „ „
Li=
quid.=Pfandbr.
6% Berl. St. Gold
8% Darmſt.St.G.
898 D. Hyp=Bankl
Meining. Goldpf.
% Dresd. St. G.
20 Frkrft. St.G.
„
2 Frkf. Hhp.=Bk.
Goldpfbr.
Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
630 Frkf. Hyp.=Bk.=”
Goldpfbr.
4½%Frkf. Hyp.=B.
Liquid.=Pfbr.
8% Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr.
7 Frkf. Goldpfbr.
620 Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr.
3% Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr.
4½% Hamb.Hhp.=
Bk.=Liguid.=Pfbr.
152
16.2*
98
93
z
97.6
94
88
86.75
89
83
97
93.5
g
26.3
98.5
93*
89
81
83
217%betdelb=Stadt.)
Goldanl. .....
8% Heſſ. Land.=Bk.
Goldpfhr. 97.25
7% Heſſ.Land.=Bk.
Goldpfbr. . ..
83 Heſſ.Land.=Bk.)
Goldpfbr. . ..
82Klöckhn.=Werk 28
103Komm. Elektr.
Markſchag /Gdobl.
89 Komm. Ldsbk.
Darmſtadt . .
820 Land.=Krecditk.
Kaſſel Goldpfbr.
8% Ldwgshf. Stadt
Goldanl. ......
7 M.graft Höchſt
9 Mainz=St.=G.
83 Mannh. St.=G.
7% M.=Stahlw. 27
886 Naſſ. Sdb. Goldl=
„
88 Nbg. St. Gldal
82 Pfälz. Hyb.Bk.!
Goldpfbr. ..
720 Pfälz. Hyp.Bk.
Goldpfbr. ..
6% Pfälz. Hyp.Bk.
Goldpfbr.
4½% PfälzShp.B.
Liquid.=Pfbr.
8% Pforzh. St.=G.
830 Pirmaſ. St.=G.
22 Pr.Gentr. Bd.=
Cr.=Bk. Goldpfbr.
4½%
Liquid.=Pfbr. . .
182 Pr. Gentr.=St.=Gldpfbr..
105 Pr. Centr.=St.=Goldpfbr.
8% Rh.=Hyp.=Bk.)
Goldpfbr. ...
2
..
½2% — Lig. Pfb.
7½% Rh. Stahlw.!.
35Om
.11
10% Rh.=Weſtf.=B.
Er.=Bk. Goldpf. 11
85
93
90
94.5
102.9
95.757
96
93.5
We
93
94.75
92.25
b1100.75
91.
86
96
93.5
88
76.25
92
98
79.5
9s
93.5
97.25
94‟
89.5
81.25
124
103.5
18% R=V.B. C.=BG.,
4½% „Lig=Pf.
82 Südd. B.Er.B.
Goldpfdbr. ...
.
4½%n „Lig.=Pfb.
7% V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorföhp.=
Gld=
obl.mit Option.
72 V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHhp.=Gd.. ohne Option)
720 Vigg (B.Ind=
Unt. Bln.) 25
82 Voigt EHäffner
Goldobl. ..
89 Württ. Hyp.=
Bank Goldpfbrf.
Ohne
Zinsberechnung
5% Bdw. Kohl 23
6% Großkr.Mnnh.)
Kohl. 23
82Heſſ.Bk. Reg.23
52,Heſſ Vollsſtaat
Noggen .:.23l
520 Pr. Kaliw. ..
5% Pr. Roggenw.
5% Südd.Feſt.BG.
Borkriegs=Hyp.B.
Pfandbriefe.
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp.=BF.
Mecklb. Hyp.=u.Wb.
Meining. Hyp.Bk.
Nord. Gr.Cr.=Bk.)
Preuß.Bod.Gr.=B.)
Preuß. Pfdbr.=Bk.)
Württ. Hyp.=Bk.,)
Staatl. od. prov.
garantiert.
Heſſ. L.=Gyp.=B.
Landeskr. Caſſel ..
Naſſauiſche Ldsb..
Obligationen v.
Transportanſt.
425 Eliſ.=Bahn ſtfr.
78.u5
97
93.55
77.25
92.5
90.5
93.25
95
12.3
13.45
6.4
9
—
222
17.97
14.3
14.15
12.7
2.8
42Gali. Carl2.B.)
abg
82 Oſt. Sh /L.ſtſr.
12,8SAt. Oſt. Süd.)
2,699 Neue „.n
425 Oſt. Staatsb.83
820 Oſt. 1. b. 8. E.
Z..79. Gm.
. 1885
3Oſt. Gra.Netz
32 Raabbedb. 83
13% r 21
3%
95
47 Rud. Silber.
47 Rud. (Salzka.)
4½0Angt., S.I.
4132 Angt, S.1I
41,2 Angt., SIII
820 Salon. Monaſt.
520 Tehuantepee
413%
Bank=Aktien
Alg. D.=Kredit ..I.
Bad. Bk. ..... /173
Bk. f. Brauind. ..
Barmer Bankb.
Bah, Hyp.=Wchſ. 7/169
Berl. Handelsgeſ.
„ Hypoth.=Bk.
Eomm. u. Privatb. 177
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank. 163.75
D. Eff. u. Wchſ=Br.)=
D. Hhp.=Bk. Mein. 136.75
D. Vereins=Bk.:02,5
Disk.=Geſelſch. 160.5
Dresdener Bk.
Frankf. Bk.
Frankf. Hypth.=Bk.
Frrf. Pfdbr.=Bk. 141
Gotha. Grundkr. B.
Lur. Intern.Bank.
Metallbank.
Mitteld Creditb. „2
Nürnb. Vereinsb k./170
Pfälz Hyp.=Bk.
Pr. Bd.=Creditbank!4
„ Hyb.=Alt.=Bankl!.
Reichsbank=Ant. .
Rhein. Ereditbl. . 1
Rhein, Hyp.=Bk.,,
3”
21.5
191,
16..
14.75
182.
17.5
142
1a4
178
146.5
216
123
161.,5
117.5
141
128
213
136
196
130.5
175
Südd.B.Fredbitk.
Südd. Disc.=Geſ..
Oſterr Erebitanſt.
Wiener Bankverein
Bergwerks=Akt.
Buderus.
Eſchw. Bergw.
Gelſenkirch Baw. .11
Harp Bergb.
Ilſe Berab. St.
Genußſchein . ./122
Kali Aſchersleben.
Kali Salzdetfurth /852
Kali Weſterregeln 188
Klöchnerwerke ſabg.)
Lothr=bütte). . .
Mannesm=Röhre 1154
Mansfelder ......1
Oberbedarf.
Ptavi=Min=Ant.:
Phönix=Bergb. . .. /1011,
Rhein,Braunk. . .
Rhein. Stahlw.: ./469.75
Riebeck Montan. .
Salzwerkbeilbronn/!
Tellus Bgb. ..../1
Ber. Laurahütte ..
Ver Stahlwerke /104.75
Oſt.Alpine Montan
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum (Mannh.)/275
Henninger ... 181
Hereules Heſſiſche.
Löwenbr.=Münch. 326
Mainz Aktienbr: „250
Nicolai, Hofbrauer /149
Schöfferhof Bind.) 332
Schwarz=Storchen 168
Sucher, Nürnberg.
Verger. ....161
1a5
381
17.5
uo0.75
1304
134.75
189
176
123.25
1191,
7105
43.85
190
111
Abt, Gebr. . .
Arkum. Berlin. ...
Adler & Oppenh.
Ablerw (v. Kleyer)
8S A.E. G. Bzg. Al
2a A.E. G. Bzg. B).
A.E. 6 Stamm.
Bad Maſch. Durlach
51
1458
81.5
88
169.25
h437
Bad uhren, Furtw.)
Ramag=Meguin. 26.5
Baſt Nürnberg . 1942,75
Bahr. Spiegel ..
Beck & Henkel.
Bergmann El. Wk. /488.5
Brem=Beſich=Sl.
BrownBoveri eCie
Brüning & Sohn.
Bürſtenfbr. Erlang,
Eement.Heidelb. I.
Cement. Larlſtadt.,
Cement. Lothr. . .
Chem. Abert. ....
Chem. Brockh. ....
Chem. Milch .....
Dt. Atlantik Telegr
Dt. EiſenhandelBl.
Deutſche Erdöl 1135.5
D. G.u. Silb. Sch. A./
D.Linoleumw. Bln.)
Oresd. Schnellyr. 1
Dürkopp=W. (St.).
Dürr. Natingen.
Eiſenw. Kaiſersl..I.
El. Lichtu. Kraft :
El. Lieferung. ...!.
Elſ. Bad. Wolle.
EmagElekt. Frankf.
Emall. Ulrich.
Enzinger=Berke ..
Eßlinger Maſch.
Ettlinger Spinn.
FaberBleiſtift.
Faber & Schleicher 102,5
11.
130,5
59
138
1186
79.5
45
Daimler=Benz A. G./ 89.25 Keram. W. Offſtein/141
90.5
205
73
25
36
221.5
175.25
79
20
42.5
69"
Fahr, Pirmaſens. 53
Farbenind. F. G. (263.25
Feltenc Guilleaum. 125
Feinmech. (Fetter)/ 91.25
Feiſt, Sekt.
Frankfurter Gas .„1151
Frankfurter Hof .108
Frkf. M. Pol. E B.)
Geiling e Cie. . 79.5
Geſ. f.elekt. untern. 268-25
Goldſchmidt, Th..-
Gritzner Maſch. 1131
Grüln 8 Bilfinger. 185
Hafenmühle Frkft. /138
Haid & Neu ....! 50.25
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Hanfw. Füſſen ..1147
5lHanſa=Qlond. Br.
Hartm. & Braun. /168
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behligenſtgedt. ..! 22
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e/151.25 Hindrichs=Aufferm.)
Hirſch Kupfer ..:/116
Hoch=Tief=Eſſen
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Inag ..
123 JunghansSt.
Kammg. Kaiſersl. /203
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1254 Krauß & Co. ....
129.5 Lahmeher ..... /164
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Lüdenſcheid Metall”
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235 Motorenf. Deutz : 64
74.5 Motorenf. Oberurf. 76
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80.25
141.25
88
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Boigt & Hgeffner.
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Banß e Frentag.
Begelinctußfbr.
73.5
178
73
136.25
139
Zellſt. Waldhof. /256
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Transport= und
Berſicherungs=Akt
Dt. Reichsb.=Vorz.
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AA
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36
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Das große sensationelle Doppelprogramm
Ein herrliches Filmwerk entstand unter der Regie Wilheim Dieterlesi
Maciste, der Held der Berge
Ein Abenteuer aus den Dolomiten.
(Der Mann, der nicht lieben darf)
Hauptdarsteller: Marcella Albanl, Wilh. Dieterle — Ein kolossaler Tendenzfilm aus dem Sonnenland Italien.
Das gefährliche -Abenteuer eines jungen Mädchens
Ein Gesellschaftsdrama in 6 Akten ( 4439
Das Sündenschißf
König im Sattel
Magmaenn Hann 7aſ
MMinn 7, 7r
Palast-Lichtspiele
Motto:
Nermt’s
Das echte, Deutsche Lustspiel voll Frohsinn, Behaglichkeit
und Lebensbejahung:
Heute Bonnerstag, 16. Febr.
Premiére des grossen
Tasching-Spielplanes
Hariet
Eln Großfilm für das Deutsche Herz vom Rhein,
(3063
vom Wein und schönen Frauen.
Toms gefährlichstes Abenteuer
6 Akte mit dem berühmten Cowboy-Darsteller: TOM TVLER
vom Schumann-Fheater
(Frankfurt a. M.)
Das Programm derMovikätenm
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Paul Gorden
der unerreichte Australier in seiner Scene
„Der Betrunkene auf dem Seil‟
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3076
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Seite 14
Donnerstag, den 16. Februar 1928
Nummer 47