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Nummer 28
Samstag, den 28. Januar 1928.
191. Jahrgang
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Rabatt weg. Banſlonto Deutſche Bank und Darm=
Nädter und Naionalbanf.
Die Prager Sicherheits=Tagung. boftungen aulf eine Bonberſche inon.
Verquickung der Abrüſtungs= und Sicherheitsfrage. — Engliſch=franzöſiſche
Gegenſätze. — Frankreichs neue Sicherheitsforderungen. — England gegen jede Ju der Politik Spanieus bricht eine neue Aera weitgeſteckter
Uebernahme neuer Verpflichtungen.
Sicherheitsfrage
und Abrüſtungsproblem.
Frankreichs Uebergewicht in den Prager
Verhandlungen.
* Berlin, 27. Januar. (Priv.=Tel.)
Am Donnerstag trat in Prag der vom Völkerbund
einge=
ſetzte Sicherheitsausſchuß zur Prüfung der von der ſchwediſchen,
engliſchen und belgiſchen Regierung eingegangenen Denkſchriften
über die Sicherheitsfrage zuſammen. Der Ausſchuß ſteht unter
dem Vorſitz des tſchechoflowakiſchen Außenminiſters Dr. Beneſch
und zählt außerdem zu ſeinen Mitgliedern den Holländer
Ruet=
gers und den Finnländer Holſti.
Der Tagung des Sicherheitsausſchuſſes dürfte für die
wei=
tere Behandlung der Sicherheits= und Abrüſtungsfrage, wenn
auch nicht grundlegende, ſo doch erhöhte Bedeutung beizulegen
ſein. Der Ausſchuß iſt, wie erinnerlich, auf der letzten
Tagung des Völkerbundes auf Betreiben der
Franzo=
ſen und ihrer Verbündeten zur weiteren Behandlung
der Sicherheitsfrage geſchaffen worden. Damit
iſt den Franzoſen eine Verquickung der Abrüſtung
und der Sicherheitsfrage gelungen, die u. a. auch von
der deutſchen Delegation ſtets bisher
abge=
lehnt wurde. Noch auf der letzten Tagung der
Abrüſtungs=
kommiſſion des Völkerbundes hat der deutſche Delegierte Graf
Bernſtorff darauf hingewieſen, daß die Sicherheit durch die
Ab=
rüſtung erreicht werden müſſe, daß ſie jedenfalls ſolange
illuſo=
riſch bleihen werde, als in Europa das Gleichgewicht der Kräfte
nicht hergeſtellt ſei und eine Reihe, waffenſtarrender Nationen
einigen vollkommen entwaffneten Völkern, gegenüberſtänden.
Den Franzoſen iſt es aber trotzdem gelungen, ſich mit der
Auf=
faſſung durchzuſetzen, daß zur Förderung der Abrüſtungsfrage
ein gründliches Studium des Sicherheitsproblemes
notwen=
dig ſei.
Die drei den Prager Beratungen zugrunde liegenden
Memo=
randen über die Sicherheitsfrage drücken im weſentlichen
die=
jenigen Gedänkengänge aus, die bisher immer von den
Fran=
zoſen und ihren Hilfsvölkern einerſeits und von den
Englän=
dern andererſeits im Völkerbund vertreten wurden. Darüber
hinaus enthalten die Vorſchläge nichts weſentlich Neues. Der
ſchwediſche Plan knüpft an Ideen des Genfer
Protokolls an, der belgiſche verweiſt auf das
bisher geſchaffene Syſtem der Sicherheit, und
das engliſche Memorandum vertritt nochmals
die Auffaſſung Englands, die in der Ablehnung
des Genfer Protokolls, in dem Hinweis auf
Lo=
carno und in der Empfehlung regionaler
Ver=
träge gipfelt. Bei der Prager Tagung werden ſich alſo,
wie auch bisher ſtets, die beiden Auffaſſungen, die
franzö=
ſiſche und engliſche, gegenüberſtehen und um den
Vorrang ringen.
England lehnt die Uebernahme neuer
Ver=
pflichtungen durch Schaffung der von
Frank=
reich geforderten Sicherheiten rundweg ab. Es
muß ſich hierbei im weſentlichen von der Lage innerhalb des
britiſchen Weltreiches und von der Stellungnahme der britiſchen
Dominien leiten laſſen, die eine irgendwie geartete Verwicklung
in europäiſche Angelegenheiten ablehnen. Die von
Frank=
reich empfohlene obligatoriſche
Schiedsge=
richtsbarkeit findet darum den ſtärkſten
eng=
liſchen Widerſpruch; ebenſo die von der
Pa=
riſer Regierung dertretene Forderung der
Sanktionskriege. Aus Gründen der Selbſterhaltung
will es keine neuen Verpflichtungen übernehmen, zumal ſeine
eigene Sicherheit durch ſeine Weltmacht geſichert iſt. Im
Gegen=
ſatz hierzu verlangt Frankreich algemein gültige
Schiedsabkommen, gewiſſermaßen einen allgemeinen
europä=
iſchen Sicherheitspakt. Völkerbundspakt, Locarno und
die Beſtimmungen, die im Verſailler Vertrag und im Locarno=
Pakt über das Rheinland ſich befinden, genügen Frankreich noch
nicht; auch das grandioſe Verteidigungswerk und die ſtärkſte
Armee aller Zeiten vermögen in Paris nicht das Gefühl der
Sicherheit zu geben. Frankreich fordert eine noch beſſere
Garan=
tie des Status guo. — Um dieſen engliſch=franzöſiſchen Gegenſatz
wird es ſich in Prag im weſentlichen handeln, wobei die
Tat=
ſache, daß Beneſch den Vorſitz führt, den franzöſiſchen
Forde=
rungen von vornherein ein gewiſſes Uebergewicht gibt.
Ueberreichung der deutſchen
Sicherheits=
vorſchläge in Genſ.
* Genf, 27. Januar. (Priv.=Tel.)
Der deutſche Generalkonſul Aſchmann in Genf hat heute
abend dem Generalſekretär des Völkerbundes, Sir Erik
Drum=
mond, die Denkſchrift der deutſchen Reichsregierung zur
Sicher=
heitsfrage überreicht. Die Note wird von Berlin aus ſofort
nach Prag überſandt werden, wo ſie zuſammen mit den
eng=
liſchen, norwegiſchen und ſchwediſchen Projekten und den
bel=
giſchen Bemerkungen zur Sicherheitsfrage den Berichterſtattern
wird. Der Wortlaut der 17½ Folioſeiten langen Note wird
heute abend gleichzeitig in Genf und Berlin veröffentlicht.
Reichsregierung entſchloſſen, von ſich aus den deutſchen Stand=
Mächte auf, ſich zur fakultativen Klaufel des ſtärkerem demokratiſchen Einſchlag, ſtellte er das nationale Ve=
Statutes des Juternationalen Schiedsgerichts
im Haag zu bekennen, da hier Gelegenheit geboten wird, Heer, führte das marokkaniſche Abenteuer zu einem glücklichen
dem Wege des obligatoriſchen Schiedsverfahrens aus der Welt gebrochenen Wirtſchaft eine glückliche Hand.
zu ſchaffen. Die Bedeutung dieſes Memorandums liegt, was
Komitees ſich wieder an die bekannten franzöſiſchen Wünſche,
die in der Schaffung eines Stzſtems von Sondergarantien
lau=
fen, anlehnen werden.
Bemerkungen der deutſchen Regierung zu dem
Arbeitsprogramm des Prager
Sicherheits=
komitees.
Berkin, 27. Januar.
Das Memorandum der deutſchen Regierung, das dem in
Prag tagenden Sicherheitskomitee überreicht worden iſt, betont
zunächſt, daß es die Abſicht der deutſchen Regierung iſt, ihre
Auf=
faſſung über die zweckmäßigſte Geſtaltung der von den
Bericht=
erſtattern übernommenen Vorarbeiten darzulegen, ohne ſchon im
gegenwärtigen Augenblick konkrete Vorſchläge für die Löſung der
verſchiedenen einzelnen Probleme machen zu wollen.
Grundſätz=
lich iſt die deutſche Regierung der Auffaſſung, daß es ſich bei
allen dieſen Arbeiten nicht um theoretiſche Konſtruktionen,
ſon=
dern um praktiſche Maßnahmen handeln muß, da ein nach rein
theoretiſchen Geſichtspunkten aufgebautes Syſten uuter
Umſtäun=
den ſogar das Sicherheitsproblem in gefährlicher Weiſe
kompli=
zieren könnte. Die Möglichkeit, der praktiſchen Verwirklichung
müſſe deshalb bei der Prüfung jeder einzelnen der in Frage
kommenden Maßnahmen ausſchlaggebend ſein.
Der Kernpunkt des Sicherheitsproblems ſei die Vermei=
Krieg beſeitigen, ſo ſei das nur möglich, wenn man für
alle Konflikte, die bisher die Urſache von Kriegen geweſen
Arbeiten des Sicherheitskomitees und den Hauptgegenſtand
ſeiner Beratungen bilden.
Die Fakultativklauſel zum Statut des
ſtän=
befriedigende Möglichkeit, alte Streitigkeiten dieſer Art auf
fried=
lichem Wege zu löſen. Es wird Aufgabe des Sicherheitskomitees
zur alsbaldigen Annahme dieſer Regelung beſtimmt werden
ſchließlich politiſchen Charakter tragen, hat ſich dagegen bisher deu kann. — Spaniens finanzielle Hilfe für Portugal hat nicht
die Vorarbeiten anſetzen müßten.
Aufgabe des Komitees müſſe es ſein, für alle Streitfragen land.
ohne Ausnahme ein Verfahren zu ſchaffen, das geeignet
ſei, billige und friedliche Löſungen herbeizuführen.
Der Gedanke, Streitigkeiten von ausſchließlich politiſchem Charakter Luftverkehr, deſſen europäiſcher Ausgaugspunkt
zwaugs=
gültigen Entſcheidung zuzuführen, ließe ſich unter den augenblick= die Eröffnung der Linie Berlin—Varelona die erſte Ctappe für
Ausbau des Vergleichsverfahrens, ſei es vor dem
Völkerbunds=
ſtatteten Inſtanzen, möglich.
Verfahren iu einen organiſchen Zufammenhang mit dem Ver= tinien
autreten=
fahren vor den Inſtanzen des Völkerbundes zu bringen. Das
Maß ter zu übernehmenden Verpſlichtungen köune hierbei im ge Vektausſteklung iu Sshillt hericht, netſtlich auich der
wiſſem Grade den örtlichen politiſchen Verhältniſſen, angepaßt. Gedanke einer Auffriſchung alter Familienbande vor. Sämtliche
werden.
Fortſetzung Seite 2, 1. Spalte.)
Neue Ziele Spaniens.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
UI. W. Madrid, im Januar 1928.
Ziele an, deren Verwirklichung, ſofern überhaupt möglich, noch
im Schoße ferner Zukunft liegt.
Die Sonderſtellung der einzigen neutralen Großmacht
Euro=
des Komitees, die augenblicklich in Prag tagen, unterbreitet vas während des Krieges, die durch die ſteilen Kämme der
Pyrenäen von dem ſich zerfleiſchenden Europa getrennt war,
führte Spanien zu einer eigenartigen Entwicklung: das Land
mit den reichen ungehobenen Bodenſchätzen, vor allem Kohle,
Kupfer und Erz. mit den günſtigen Häfen, nahm einen
unge=
wöhnlichen Aufſchwung. Spanien wurde ein Kriegs=
* Am Freitag nachmittag iſt im Sekretariat des Völkerbundes gewinnler, im beſten Sinne des Wortes, ſeine
ein Memorandum der Reichsregierung zur Sicherheitsfrage über= Induſtrie wuchs weit über die Befriedigung des
Inlands=
reicht worden, das auf dem kürzeſten Wege auch der zurzeit in bedarfes und der normalen Exportmöglichkeiten hinaus. — Die
Prag tagenden Sicherheitskommiſſion des Völkerbundes mitge= Reaktion trat ein, als beim Sinken der Weltkonjunktur und
teilt wurde. Dieſem Memorandum kommt infofern beſondere beim Wiederaufflammen des Konkurrenzkampfes die Technik
Bedeutung zu, als es praktiſche Vorſchläge zur Sicherheitsfrage Spaniens der anderer Induſtrieländer nicht gewachſen war. Die
macht. Das Prager Komitee iſt im vorigen Herbſt in Genf ge= Induſtrie geriet in Bedrängnis, trotzdem die Regierung um der
bildet worden, um die Vorbereitende Tagung des Sicherheits= Unabhängigkeit vom Ausland willen reichliche Unterſtützung
ge=
ausſchuſſes vorzubereiten. Da die Gefahr beſtand, daß in Prag währte. Die ſchlimmſte Kriſe brachte das Jahr 1923. Sie ſchuf
wieder einmal die franzöſiſche Theſe ſiegen würde, hat ſich die einen politiſchen Tiefſtand, der, durch ungelöſte ſoziale und
natio=
nale Probleme und durch die Mißerfolge in Marokko verſtärkt,
punkt aufs neue klarzulegen und die Momente herauszuarbeiten, in inneren Zerfall auszuarten drohte, Spanien ſtand
die geeignete Sicherheiten zur Vermeidung kriegeriſcher Ver= vor dem Ruin, als Primo de Rivera im September 1923 die
wicklungen bieten. Gleichzeitig fordert Deutſchland die Zügel an ſich riß. — Auf din Spuren des Fascismus, aber mit
wußtſein der ſpaniſchen Läuder wieder her, er reorganiſierte das
in befriedigender Weiſe alle Schwierigkeiten ernſter Natur auf Ende und bewies auch bei der Wiederherſtellung der nieder=
So wuchs der Nationalſtolz der Spanier. Sie
beſonders unterſtrichen zu werden verdient, in der Tatſache, daß etinnerten ſich daran, daß uicht nur auf dem Boden derſelben
Deutſchland eine Bekämpfung der Kriegs= heimatlichen Halbinſel ein verwandtes Volk wohnte, ſondert
urſachen wünſcht. Es muß abgewartet werden, ob Und auch daran, daß jenſeits des Atlantik Staaten eriſtierten, zu
wieweit es gelingt, auf der Prager Konferenz den deutſchen denen nahe verwandtſchaftliche Beziehungen beſtehen. Faſt
Gedanken zum Siege zu berhelfen, oder ob die Beſchlüſſe des über Nacht wurde der Gedanke der Zuſammengehörigkeit der
iberiſchen und amerikaniſchen Nationen geboren. Die
inner=
politiſchen Erfolge ſeiner Diktatur ſpornten Primno de Rivera
zu immer wachſendem Tatendrang an. Der Traum des alten
ſpaniſchen Weltreiches ſollte wieder zur Wirklichkeit werden!
Der erſte Schritt zur Wiederherſtellung des alten
Kolouial=
beſitzes wurde in Marokko gemacht. Der zweite, die
Vereini=
gung der iberiſchen Halbinſel zu einem gemeinſamen Bunde, iſt
in die Wege geleitet und der dritte, die Verbindung aller
ſpaniſch ſprechenden Stagten Lateinamerikas mit dem
Mutter=
lande, wird ebenfalls lebhaft in Angriff geuommen.
Alle Handlungen der jetzigen Regierung ſind von dieſer
Idee beeinflußt, und was heute noch faſt grotesk erſcheint, kaun
im Laufe der Jahre an Wahrſcheinlichkeit gewinnen und
viel=
leicht einmal zur Wirklichkeit werden. König Alfons XlII.,
be=
geiſterter Anhänger des allſpaniſchen Gedankens, ſoll in dieſem
Jahre eine große Propagandareiſe nach
Süd=
amerika unternehmen; umfaſſende Vorbereitungen ſind im
Gange. Aus der Kritik der diplomatiſchen Unfähigkeit eines
halben Jahrhunderts wächſt der Wille zu einer bewußten
Auf=
friſchung erlahmter Beziehuingen.
Als neuer Mann geht mit großen Hoffnungen Rauiro
Maeztu als Botſchafter nach Buenos Aires. Früher Anhänger
äußerſter ſozialiſtiſcher Idcen, wandelte er ſich gleich Muſſolini
zum Vorkämpfer ſpaniſch=fgsciſtiſcher Ideen. Namiro iſt weder,
Juriſt noch Wirtſchaftler, er iſt ein geſchickter Journaliſt ohne
ariſtokratiſchen Namen — ein unbeſchriebenes Blatt. Aber Primo.
dung kriegeriſcher Verwicklungen. Wolle man aber den hat Vertrauen zu ihm und ſeiner Aufgabe, und weitere ähnliche
Ernennungen follen bald erfolgen.
Spaniens günſtige Finanzlage hat die alſpaniſche Politik
ſind, die Möglichkeit einer ausſichtsreichen, friedlichen Be= ſtark gefördert. Argentinien erhielt im vergangenen
Som=
handlung findet. Dieſer Gedanke müſſe nach Auffaſſung mer von Spanien eine Anleihe von 200 Millionen Peſeten,
der deutſchen Regierung den Ausgangspunkt der geſamten eine weitere ſteht in Ausſicht und ſeit einigen Tagen laufeu in
Madrid Gerüchte um, daß Spanien ſich auch der finanziellen
Nöte Portugals annehmen wolle. Noch beſteht keine intimere
Freundſchaft, aber die Beziehungen beſſern ſich zuſehends, und
digen Internationalen Gerichtshofes biete eine erſt vor weuigen Monaten wurde der langjährige Grenzſtreit
wegen der Waſſerkräfte des Duero befriedigend zu Ende geführt.
In Kürze ſoll der ſchon vereinbarte ſpaniſch=
portugie=
ſein, zu prüfen, auf welche Weiſe eine größere Zahl von Staaten ſiſche Freundſchaftsvertrag ratifiziert werden und
in einigen Wochen tritt eine ſpaniſch=portugieſiſche
Wirt=
könne. Ein entſprechendes allgemeines Verfahren ſchaftskonferenz zuſammen, als deren Vorläufer eine
für Streitigkeiten, die keinen rechtlichen, ſondern aus= dieſer Tage zuſtande gekommene Bankgründung bezeichnet
wer=
noch nicht verwirklichen laſſen. Dies ſei deshalb der Piukt, in dem nur den politiſchen Wert freundſchaftlicher Beziehungen, ſondern
auch den wirtſchaftlichen Vorteil der Beſchäftigung der ſpaniſchen
Induſtrie für Hafen=, Bahn= und Straßenbauten im Nachbat=
Spauiens Südamerikapolitik wird geſtärkt durch ſeine
geo=
graphiſche Lage, beſonders beim zukünftigen transatlantiſchen
ſämtlich durch eine Schiedsinſtanz eiuer obligatoriſchen und end= weiſe in Spanien oder Portugal liegen muß. Schon iſt durch
lichen Verhältniſſen noch nicht verwirklichen. Jedoch wäre ein die künſtige Luftverbindung zwiſchen den beiden Fontzinenten
geſchaffen. Bald folgt die Veubindung mit deu kauadiſchen
Ju=
rat, ſei es vor beſonderen, mit hinreichender Autorität ausge= ſeln, einer ſpaniſchen ſoletie, uud der letzte Sprung iber Lod
Verde, Fernando, Noronha nach der braſiligniſchen Küſte iſt
Ein derartiges Syſtem der frtiedlichen Streitſchlichtung köunte, bald getan. Jedenfals darf mat anuchmen, daß dieſe
Luſt=
ſowohl in zweiſeitigen Verträgen als auch in Ver= verbindung eher zuſtande kommt als die Verbindung mit
Nerd=
trägen beſtehen, die eine größere Anzahl von Stag= amerika, da die Verhäliniſſe im Eiden ungleich beſſer ſind. Als
ten umfaſſen. Die nur zweiſeitigen Verträge würden an Pionier ſoll ja auch ſchon im kommenden Herbſt der erſte ſtua=
Wirkſamkeit gewinnen, wenn es gelänge, das darin vereinbarte niſche Zeppelin ſeine Jurgfernreiſe nach Braſilien und Argeu=
Auf der zur ſelben Zeit ſtatifindenden pauiberiſchen
amerikaniſchen Staaten einſchließlich der 1. S. A., und
natür=
lich auch Portugal werden vertreten ſein. Auch die Beteiligung
Seite 2
Samstag den 28 Januar 1928
Nummer 28
an einer anderen Ausſtellung dieſes Jahres, der Preſſa in
Köln, erfolgt unter den paniberiſchen Gedanken. Spanien
hat ein großes Terrain in Köln gepachtet, es läßt dort durch
ſpaniſche Architekten einen Pavillon im Stile eines hiſtoriſchen
ſpaniſchen Baudenkmals errichten, und es hat alle Länder
Latein=
amerikas eingeladen, im Rahmen einer Kollektivbeteiligung,
geſchart um das Mutterland, die kulturelle Zuſammengehörigkeit
aller Länder ſpaniſcher Zunge zu dokumentieren. Das ſind
einige ſichtbare Akte einer ganz beſtimmten, konſequent
verfolg=
ten Politik. Daneben einige Beiſpiele für die Befolgung des
Grundſatzes, daß kleine Geſchenke die Freundſchaft
erhalten. Primo de Rivera hat großmütig auf das Geld
verzichtet, das Uruguay für die ſpaniſche Unterſtützung des
Europafluges uruguayiſcher Flieger bezahlen ſollte. Dieſe Geſte
bringt doppelten Segen: mit dieſem Betrag iſt der Grundſtock
für ein Cervantes=Denkmal in der Hauptſtadt Uruguays
geſchaf=
fen worden. Weiter hat Spaniens Diktator ſoeben beſtimmt,
daß die ſeinerzeit den Kubanern abgenommenen
Kriegs=
trophäen, die im hieſigen Artilleriemuſeum ausgeſtellt
waren, feierlichſt ihren früheren Eigentümern überbracht
wer=
den! Für Primo de Riveras Weitblick war es ja ſchon
bezeich=
nend, daß er ſchon vor einem Jahre einen Luftfahrtvertrag mit
den ſüdamerikaniſchen Staaten abſchloß, als ein regelmäßiger
Amerika=Flugverkehr noch in phantaſtiſcher Ferne ſchwebte.
Und wie wird Spaniens umfaſſende Liebe beantwortet?
Portugals Sympathien für den großen Nachbarn ſind noch etwas
problematiſch, was aber nicht viel zu bedeuten hat, wenn ſeine
Unabhängigkeit nur in gewiſſem Maße gewahrt bleibt. Die
amerikaniſchen Völker ſind gewiß Söhne, die dem Schoße der
Familie entwuchſen. Viele gemeinſame Intereſſen ſind
vor=
handen, und vor allem ermöglicht die tiefe Abneigung
Latein=
amerikas gegenüber den Angelſachſen ſchon manche Hoffnungen
auf eine paniberiſche Union.
Die deutſchen Sicherheitsvorſchläge.
(Schluß von Seite 1.)
Wem die Inſtanzen, die zur endgültigen Entſcheidung
be=
rufen würden, mit der nowwendigen Artorität ausgeſtattet und
wenn die Grenzen ihrer Zuſtändigkeit mit der erforderlichen
Ge=
nauigkeit umſchrieben ſeien, könne kaum angenomen werden,
daß ein Staat es wagen würde, ſich über eine ſolche Entſcheidung
hinwegzuſetzen.
Für den Fall, daß gleichwvohl die Mittel friedlicher
Streit=
ſchlichtung verſagen ſollten, ſtünden dem Völkerbund die
Beſtimmungen ſeiner Satzung über Kriegsverhütung und
Bekämpfung des Friedensbruches zur Verfügung.
Die in Artikel 11 der Völkerbundsſatzung gebotenen
Möglichkei=
ten wünden ſich über den Rahmen der Satzung hinaus durch
be=
ſondere freiwillige Verpflichtngen ergänzen laſſen, die
Gegen=
ſtand einer Vereinbarung zwiſchen einer großen Anzahl der
Völ=
kerbundsmitglieder ſein könnten, ähnlich wie z. B. die in Locarno
vereinbarten Beſtimmngen der Artikel des Rheinpaktes ſowie
der Artikel 19 der Schiedsverträge. Die Wirkſamkeit aller
Siche=
rungen dieſer und anderer Art werde außerordentlich verſtärkt,
wenn es endlich dazu kome, die allgemeine Abrüſtung
durchzu=
führen.
Es ſei vorgeſchlagen worden, regiowale Verträge
abzuſchlie=
ßen, die dem Sicherheitsbedürfnis eines beſtimmten Gebietes
Rechmung trügen. Demgegenüber müſſe man ſich aber darüber
„Füar ſein, daß
die Erhöhung der Sicherheit einzelner Staaten auf Koſten
der Sicherheit anderer Staaten keinen Fortſchritt im Sinne
des Friedens darſtelle..
Dies würde leicht zu einer Spalvung des Bundes führen und
jede gemeinſame Ation des Völkerbundes lähmen. Nach
An=
ſicht der deutſchen Regierung, kommt es ſomit
darauf an, das Sicherheitsproblem in ſeinem
Kernpunkte, der friedlichen Behandlung aller
Art von Staatenkonflikten, anzupaſſen. Wollte
man ſtatt deſſen den Kriegsfall und die Regelung wilitäriſcher
Sanktionen zum Ausgangspunkt nehmen, ſo käme das dem
Ver=
ſuche gleich, das Haus vom Dach aus zu bauten. Der Krieg
laſſe ſich nicht dadurch verhüten, daß man den
Krieg gegen den Krieg vorbereite, ſondern nur
dadurch, daß man ſeine Urſachen beſeitige. Das
ſei nur möglich, wenn eine Friednsordnung geſchaffen werde, die
die Beſeitigung aller den Weltfrieden gefährdenden
internationa=
len Verhältniſſe gewährleiſte.
Vom Tage.
Von zuſtändiger Stelle wird mitgeteilt, daß die
württember=
giſche Staatsregierung in Berlin gebeten hat, den
Sparkommiſſar nach Württemberg zu entſenden.
Der Vorſtand des Einheitsverbandes der deutſchen Eiſenbahner
hat beſchloſſen die Lohntarifbeſtimmungen zum
1. April zu kündigen. Der geſchäftsführende Vorſtand ſoll die
erforderlichen Schritte einleiten.
Wie wir von unterrichteter Seite zu den Meldungen, die von
deutſch=litauiſchen Verhandlungen, über den Abſchluß
eines Freundſchaftsvertrages wiſſen wollen, erfahren, wird nur über
einen Schiedsvertrag, wie ihn Deutſchland bereits
mit vielen europäiſchen Staaten abgeſchloſſen hat
verhandelt.
Der deutſche Botſchafter in Amerika, v. Prittwitz, machte
Kellogg ſeinen Antrittsbeſuch.
Der japaniſche Botſchafter in Moskau wind ſich demnächſt nach Tokio
begeben. Er werde dort beauftragt werden, nach der Rickkehr auf ſeinen
Poſten in Moskau über einen neuen japaniſch=ruſſiſchen
Handelsvertrag zu verhandeln.
Der jugoſlawiſche Miniſter für Volksgeſundheit
Dr. Alexander Sawitſch iſt in Niſch geſtorben. Sawitſch war
Mitglied der radikalen Partei,
Die griechiſche Regierung verweigerte dem
fran=
zöſiſhen Dichter Barbuſſe, der einer Einladung der
grie=
chiſchen Kommuniſten Folge leiſten wollte, die Einreiſe nach
Griechenland.
Die Parteileitung und die Fraktion der nationalen
Bauern=
partei in Rumänien haben eine ſcharfe Kampfanſage
an die rumäniſche Regierung formuliert, in der eie
Entſchei=
dung bis zum 1 März gefordert wird.
Aus Mexuko wird gemeldet, daß Präſident Calles einen
Zuſatzantrag eur Veraſſung unterzeichnet hat, wodunch das Mandat
des Staatspräſidenten von 4 auf 6 Jahre
verlän=
gert wird.
Die Aufnahme in Genf.
EP. Genf, 27. Jamtar.
Die Denkſchrift der deutſchen Regierung zum
Sicherheits=
problem findet in Genf allgemein eine ſehr günſtige Aufnahme.
Auch in franzöſiſchen Kreiſen begrüßt man die Gedankengänge
und den Geiſt der deutſchen Note und nennt ſie einen
wert=
vollen und prinzipiellen Beitrag zur Löſung der
Sicherheits=
frage. Man ſtellt mit Befriedigung feſt, daß die Node, die ſich
in einigen Punkten der engliſchen Theſe ſehr nähert, gewiſſe
Geſichtspunkte enthalte, die auch Paul=Boncour in den
Ver=
handlungen der Vorbereitenden Abrüſtungskonferenz vertreten
habe. Obwohl — wie zu erwarten war — der deutſche
Standpunkt nur in der Abrüſtung die
Voraus=
ſetzung der Sicherheit ſieht und die deutliche
Ablehnung jeden Sanktions= und
Allianz=
ſyſtems in der Note ſehr präziſen Ausdruck
findet, ſieht man ſie in Genf, ſowohl nach ihrem ganzen
Inhalt, als auch was ihr beſonderes Eingehen auf die tieferen
Gründe von Kriegsurſachen angeht, als einen außerordentlich
beachtenswerten Verſuch einer Löſungsformel für das geſamte
Sicherheits= und Abrüſtungsproblem an.
Die Luft=Rüſiungen Amerikas.
London, 27. Janutar.
Der Chef der Luftfahrtabteilung des amerikaniſchen
Marine=
aurtes, Konteradmiral Moffett, erklärte vor dem Flottenkomitee
des Repräſentantenhauſes, daß 759 Flugzeuge nötig ſeien, um
die in dem Flottenbauprogromm vorgeſehenen fünf
Flugzeug=
mutterſchiffe und 25 Kreuzer mit Flugzeugen zu verſehen. Unter
Hinzurechnung der in dem Bauprogramm für die nächſten fünf
Jahre vorgeſehenen 1000 Flugzeuge würde die amerikaniſche
Marine in 21 Jahren eine Erhöhung ihres Flugzeugparkes um
1759 Flugzeuge erfahren. Die Flugzeugmutterſchiffe würden
Unterbringungsmöglichkeiten" für 375 Apparate erhalten, die
Kreuzer für 100, während 250 Flugzeuge für Uebungszwecke und
234 Flugzeuge als Reſerve benötigt würden.
Die Verhandlungen mit Woldemaras.
Berlin, 27. Januar.
Heute mittag wurde der litauiſche Miniſterpräſident
Wol=
demaras vom Reichspräſidenten empfangen. An dem Empfang
beteiligte ſich auch der Berliner Geſandte Litauens, Sidkikauskas.
Es fand hierauf ein Frühſtück in der litauiſchen Geſandtſchaft
ſtatt, an dem zahlreiche in Berlin anweſende ausländiſche
Di=
plomaten teilnahmen. Die Verhandlungen mit den litauiſchen
Abgeordneten werden am heutigen Nachmittag im Auswärtigen
Amt fortgeſetzt.
Die Waffenſchmuggel=Affäre.
Die Auffaſſung des Völkerbundes.— Vorerſi
keine Veranlaſſung zum Eingreifen.
EP. Genf, 27. Januar.
Zu den Aeußerungen im tſchechiſchen Parlament und zu den
Prager, Pariſer und gewiſſen Londoner Preſſemeldungen, die
ein Verſagen des Völkerbundes in der St. Gotthard=Affäre
kon=
ſtatieren wollen, weil der Völkerbund aus eigener Initiative
noch keinen Gebrauch von ſeinem Inveſtigationsrecht gegen
Un=
garn gemacht hat, weiſt man in Genf auf die Beſtimmungen des
Inveſtigationsreglements hin, das ein ſelbſtändiges Eingreifen
des Völkerbundes ausſchließt. Die Inveſtigationsbeſtimmungen
legen ausdrücklich feſt, daß nur auf den präziſen Antrag eines
oder mehrerer Staaten Juveſtigationsbegehren vor den Rat
ge=
bracht werden können, der dann mit Mehrheit ſeiner Mitglieder
beſchließen muß, eb und in welcher Form dem Antrag
ſtattge=
geben werden kann. Da ein entſprechender Antrag bis jetzt
weder aus Prag noch aus Belgrad in Genf vorliegt, beſteht für
den Völkerbund kein Anlaß, ſeinerſeits einzugreifen, zumal er
ja auch nicht ſelbſt, ſondern immer nur die im Rat oder in der
Vollverſammlung vertretenen Mächte aktionsberechtigt ſind. Ein
eigenes Eingreifen in dieſem Falle ginge über die Kompetenz
des Sekretariats hinaus, ſolange nicht der Rat auf Antrag eines
Mitgliedes oder eines Mitgliedſtaates einen entſprechenden
Be=
ſchluß gefaßt hat.
Pariſer Stimmen zur Waffenſchmuggel=Affäre
Die Verzögerung des beveits vor einiger Zeit von der
Tſchechoflo=
wakei und Südſlawien angekündigten Antuages auf eine
Völkerbunds=
unterſuchung in der ungariſchen Waffenſchmuggelaffäre findet in der
heutigen Morgenpreſſe große Aufmerkſamkeit. Die von Seydoux
heraus=
gegebene Wochenſchrift „Paix” wirft die Frage auf, ob Titulescu einem
gemeinſchaftlichen Druck von Rom, Berlin und London nachgegeben
habe und ob Budapeſt ihm Verſprechungen über die Beilegung der
Optantenfrage gemacht habe. Die Gegner der Kleinen Entente dürften
ſich mit Recht über dieſes beklagenswerte Schauſpiel lrſtig machen.
Ein Teil der Morgenpreſſe bezeichnet unter Hinweis auf die von
dem ſtellvertretenden Außenminiſter Ducn abgegebenen Erklärungen,
daß die Angelegenheit nicht dringlich ſei, die Haltung Rumäniens als
zweifelhaft. Mit Recht erklärt Jules Sauerwein, die ſchnelle
Rege=
lung des Zwiſchenfalles ſei für den Kredit des Völkerbundes umbeéingt
erforderlich, denn andernfalls würden diejenigen Länder, die gegen die
Abrüſtüng ſeien, ein zweckdienliches Argument erhalten, wenn ſie darauf
hinweiſen könnten, daß der Völkerbund ſich bei der erſten Gelegenheitz,
wo er einen unter Verbetzung der Verträge rüſtenden Staat abfaſſen
könnte, ſich ohnmächtig erwieſen habe. — „Petit Paziſien” glaubt im
Gegenſatz zu den meiſten Blättern, die von einem
Verſchleppungsmanö=
ver Muſſolini—Titulescu ſprechen, daß nur eine leichnte Verzögerung
in der Ueberreſichung der Note an den Völkeubund eingetreten ſei, weil.
man den Verlcorf der in Rom zwiſchen den beiden Staatsmännern
ge=
führten Verhandlungen nicht ſtöven wolle. Es ſci wenig wahrſcheinlich,
daß die rumäniſche Regierung ſich in dieſer Angelegenheit von der
Pra=
ger und Belgrader Regierung trennen werde. Das Wlatt will ferner
wiſſen, daß Titmleseu am Sonntag in Paris eintreffen und mit Briand
Beſprechungen haben werde, die durch ſeine Reiſe nach Rom eine ganz
andere Bedeutung erhalfen.
Die Beſprechung Titulescu — Muſſolini.
EP. Rom, 27. Januar.
Der rumäniſche Außenminiſter Titulescu hat über ſeine
Be=
ſprechungen mit Muſſolini und über die Klärung der Lage
Erklärungen abgegeben, in denen es u. a. heißt: Indem ſich die
italieniſch=rumäniſche Freundſchaft auf den Wunſch zur
Erhal=
rung des Friedens und des status auo ſtützt, trägt ſie auf dem
Gebiete der allgemeinen Politik zur Erreichung des gleichen
Zieles bei, die insbeſondere die Politik der Kleinen Entente
verfolgt. Dieſe iſt Lebensnodwendigkeiten der Nachkriegszeit
entſprungen, die eine ſofortige Organiſation erheiſchten. Die
Kleine Entente iſt ein Defenfivbündnis, das
die Erhaltung des Friedens im Rahmen der
Verträge bezweckt. Alles, was den Frieden auf dem
Balkan ſtärken könnte, intereſſiert Rumänien im ſtärkſten Maße.
Ich zögere nicht zu betonen, daß der Beſtand des freien
und unabhängigen Albanien das ſicherſte
Friedenspfand auf dem Balkan iſt. Das iſt die
tra=
ditionelle Politik Rumäniens. Ich gebe auch der Ueberzeugung
Ausdruck, daß die gegenwärtigen Schwierigkeiten unter der
Aegide der großen gemeinſamen Intereſſen aller Kulturſtaaten
überwunden werden können. Dieſe Intereſſen müſſen alle
Er=
örterungen von Sonderfragen beherrſchen. Italien iſt in
voller Expanſion begriffen und bildet einen
Faktor, dem man in der allgemeinen Politik
immer mehr Rechnung tragen muß. Ich bin
beſon=
ders glücklich über meinen Beſuch in Rom, weil ich die bewährte
Ueberzeugung mitbringe, daß jedes Land, das eine
Friedens=
politik verfolgt, in Italien Unterſtützung findet.
*Or. Paul Scheven.
Es war um die Zeit der „Lichten Sonntage”, da lernte ich
ihn kennen — den Dr. Paul Scheven — den Bettelmönch von
Dresden. Noch gar nicht ſo lange zurück — da hat Dr. Scheven
wegen ſeiner Verdienſte um die öffentliche Wohlfahrtspflege an
ſeinem 75. Geburtstage die Goldene Ehrendenkmünze der Stadt
Dresden verliehen bekommen. Und immer wieder, wenn ich in
Dresden weile, treffe ich den alten Freund, der eigentlich ganz
jung iſt, denn unter dem buchſtäblichen Einſatz ſeiner Nachtruhe
ſammelt er in Dresdener Reſtaurants für die verarmten Alten.
Seine Tätigkeit iſt weitverzweigt, denn er iſt Vorſitzender des
Vereins gegen Armennot und Bettelei, er iſt Mitglied des
Städ=
riſchen Wohnungsausſchuſſes und des Vorſtandes des
Zentral=
arbeitsnachweiſes. Alle Menſchen, die Dr. Scheven näher kennen
lernen, bewundern die Act, wie hier eine völlig unſcheinbare,
aber doch ſehr mühevolle Arbeit geleiſtet wird.
Ich bin glücklich, daß Dr. Scheven ſich die Mühe gemacht hat,
mich in meinem Dresdener Heim aufzuſuchen, um von ſeinem
arbeitsreichen Leben zu berichten: „Mir geht’s mit dem Alter
wie unſerem jubiläumsheiligen Franzislus mit der Armut,
die ſeine Braut war. Armut und Alter ſind oft genug
mitein=
ander verſchwiſtert, und ſo bin ich in gewiſſem Sinne mit
Fran=
ziskus verſchwägert . . . Die Liebe zum Alter iſt nicht erotiſcher,
auch nicht platoniſcher Natur, ſondern rein agapiſch, d. h.
men=
ſchenfreundlich. Die Reize des Aters quellen nicht aus dem
Körper, ſondern aus der Scele, nur die Augen enthüllen ſie, die
aus wanchem runzeligen Geſicht wie Abendſterne unter Wolken
hervorleuchten.
Mit wahrhaft rührender Großherzigkeit haben Engländer
und Deutſchamerikaner der Not unſerer Alten zu ſteuern
ver=
ſucht . . . Die engliſchen Unterſtützungen gewinnen dadurch noch
einen beſonderen Wert, daß in England ſelbſt die Wohltätigkeit
durch Streiks mit Gefolge von Hilfsbedürftigkeit ſehr in Anſpruch
genommen worden iſt und die Geber nicht Deutſch=Engländer,
ſondern Vollblut=Engländer ſind, die den aufrichtigen Wunſch
hegen, der Schweſternation die Bruderhand zu reichen. —
Ganz beſonders erquicklich für’s Gemüt, wenn auch mitunter
ermüdend für meine alten Knochen, verlaufen die regelmäßigen
Bittgänge . . . Gerade die Beharrlichkeit, mit der ich ſammle,
gefällt dem Publikum. „Iſt es nicht ein recht undankbares
Ge=
ſchäft, abends ſo ſpät herumzulaufen?” höre ich oft. „Im
Gegen=
teil, es iſt dankbar nach jeder Richtung hin. Dankbar ſind mir
die 400 Alten unſerer Pflege, dankbar bin ich allen Spendern
dankbar ſind mir ganz im Ernſt gar manche Spender, daß ich
ihnen das angenehme Gefühl verſchaffe, irgend jemand Liebes
zu erweiſen. Dankbar ſind mir manche für allerhand Auskunfte.
und Winke; ſo zum Beiſpiel bitten mich oft wohltätige Seelem
um Nachweiſung verſchämter Armer, denen ſie helfen möchten,
etwa durch regelmäßige Verabreichung von Mittageſſen und
ab=
gelegten Sachen.”
Abweiſungen ſind ſelbſtverſtändlich keine Seltenheit. Fremde,
die ſchon in der Heimat „hochbeſteuert” ſind, oder Heimiſche, die
ſchon durch Verwandte, oder Geſchäftsleute aus der
Lebens=
mittelbranche viel Armenzuſpruch haben, lehnen erklärlicherweiſe
meiſtens ab. Kalte Bemerkungen wie: „Ihre Sache intereſſiert
mich gar nicht”, oder: „In Gaſtwirtſchaften gebe ich grundſätzlich
nichts”, haben mitunter etwas Verletzendes. Es gilt auch hier:
„Der Ton macht die Muſik.‟ Es iſt eine beſondere Kunſt, den
Gäſten durch den Ton der Bitte, durch die ganze Erſcheinung
oder ein paar kurze Worte Luſt zum Geben zu machen. Man
muß ſich ängſtlich hüten, läſtig zu fallen oder Mißmut merken
zu baſſen. Wie Gott den fröhlichen Geber lieb hat, ſo die Gäſte
den fröhlich Bittenden. Ein heiteres Geſicht weckt optimiſtiſche,
ein mißmutiges Geſicht peſſimiſtiſche Gedanken „Nicht die
Gabe, ſondern die Geſinnung macht’s.”
„Vor Macht und Gold
bewahr mich Gott,
denn beiden iſt der Teufel hold.
Bewahr vor Kramkheit mich und Not,
dann iſt auch Glück mein täglich Brot.”
„In dem Trachten nach Macht und Einfluß habe ich immer
eine ſchwere Verſuchung zum Mißbrauch erblickt. Des Goldes
kann man ſich leicht entledigen; der Macht nicht. Wenn man in
einflußreicher Stellung iſt, ſoll man ihr gerecht werden; dabei
ſtraucheln die meiſten.”
„Der Wille iſt frei, aber nicht der Körper, ſondern die Seele
muß ihn beherrſchen, ſonſt ſtürmt er ziellos darauf los wie ein
ungebändigtes Roß. Das Schwerſte iſt, ihn bei den alltäglichen
kleinen Regungen feſt im Zaume zu halten, um nicht Jähzorn.
Eigennutz, Unwahrhaftigkeit, Liebloſigkeit mit Laxheit zu
be=
handeln, wohlverſtanden nicht in anderen, ſondern im eigenen
Herzen.”
Friedrich Wilhelm Fuchs, Dresden.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben
Zum Ibſen=Jubiläum. Das norwegiſche
Kultus=
miniſterium in Oslo hat in dieſen Tagen ein Komitee gebildet
das die Programme zu dem großen Feſt entwerfen ſoll, das die
Regierung zum hundertjährigen Todestag Ibſens plant. Die
offiziellen Feſtlichkeiten werden vom 14. bis 20. März in Oslo
und vom 21. bis 23. März in Bergen ſtattfinden. Es ſind u. a.
Aufführungen von Ibſens Werken und Feſtvorſtellungen an der
Osloer Univerſität in Ausſicht genommen.
*Der Wunſch einer Sterbenden.
Von Oscar A. H. Schmitz.
Das etwa ſiebzigjährige Fräulein Claire aus dem
Schwei=
zer Kanton Vaud war in der Zeit, als mam in Deutſchland noch
Franzöſinnen zur Kindererziehung ins Haus nahm, in die
Fami=
lie des Großhändlers und Konſuls Jakob Bergſträßer
gekom=
men. Ihre Zöglinge lebten längſt erwachſen in der Welt, aber
niemand dachte daran, die anſpruchsloſe, ſich überall vützlich
machende „Mademoiſelle” zu entlaſſen, die niemand mehr auf
dieſer Erde hatte als die Bergſträßers. So war die dünne, kleine
Greiſin mit den warmen braunen Augen ein ſich nie bemerkbar
machendes Glied des Haushaltes geworden, und es iſt wohl
Jahrzehnte lang nicht ein Mal vorgekommen, daß ſie einen
Dienſtboten für ſich perſönlich in Anſpruch genommen hätte. Da
geſchah es nun an einem Novemberabend nach neun Uhr, daß
ſie von ihrem Zimmer aus läutete. Das Stubenmädchen fand
die Mademoiſelle im Bett liegend. Mit ſchwacher Stimme bat
ſie, die Frau Konful möge doch gleich zu ihr heraufkommen, ſie
fühle ſich ſehr übel.
Frau Konſul Bergſträßer, eine etwas ſchwerfällige Matrone,
wußte, daß nur eine ernſte Urſache die Mademoiſelle bewegen
konnte, ihr zuzumuten, noch abends die drei Treppen der Villa
hinaufzuſteigen, und ſo befand ſie ſich denn nach einigen
Minu=
ten am Krankenbett. Das alte Fräulein ſtreckte ihr die kraftloſe,
kleine Hand entgegen und ſagte mit zitternder Stimme, die Frau
Konſul wiſſe ja, daß ſie nie im Leben etwas für ſich beanſprucht
hätte, jetzt aber müſſe ſie ihre erſte und letzte Bitte erfüllen,
näm=
lich gleich den Herrn Korſul kommen laſſen, wo er auch immer
ſei, denn ſie könne nicht ſterben, ohne ihrem Wohltäter, der ihr
ein Vater geweſen, zum Abſchied für alles Gute zu danken. Sie
ſei gewiß, daß ſie keine Stunde mehr zu leben habe, das Herz
verſage ihr.
Frau Bergſträßer telet honierte beſtürzt ſelbſt in den nahen
Klub ihres Mannes und erfuhr, daß er dort in einer
Viertel=
ſtunde erwartet wurde. Der Diener verſprach; ihm ſofort die
Nochricht der Frau Konſul zu beſtellen. Dann rief ſie den
Haus=
arzt an und begab ſich wieder zu der Kranken. Dieſe wagte kaum
ein Wort zu ſprechen, aus Furcht, ihren kleinen Reſt von
Lebens=
kraft zu verſchwenden, ehe ihr Wohltäter erſchien. Schweigend
hielt ſie die Hand der bei ihr Sitzenden feſt. Einen Augenblick
leuchteten ihre Augen auf, als man draußen jemanden hörte,
aber es war nur der alte Sanitätsrat Zurlinden.
Kaum hatte ſich dieſer der Sterbenden genähert, als plötzlich
ſicrper ging; ſie richtete ſich etwas
te en von neuem und ſie fküſterte
Nummer 28
Samstag den 28 Januar 1928
Seite 3
Das Schulgeſetz geſcheitert?
Das Zentrum im Kampf gegen die Simultanſchule unterlegen. — Kriſengerüchte
Der Etat gefährdet? — Ein Druck des Zentrums auf die Koalition.
Die Kriſe im Regierungsblock.
Verhandlungspauſeoder Reichstagsauflöſung?
Die letzte Entſcheidung beim Zentrum.
Berlin, 27. Januar.
Der Bildungsausſchuß des Reichstages erledigte heute nach
längerer Ausſprache auch den Paragraphen 20 des
Reichsſchul=
geſetzentwurfs. Annahme fand dazu der Antrag der Deutſchen
Volkspartei, wonach es in den Simultanſchulländern bei dem
bisherigen Zuſtand verbleibt. Die Annahme erfolgte mit 15 gegen
13 Stimmen der Deutſchnationalen, des Zentrums und der
Baye=
riſchen Volkspartei.
* Die Entſcheidung über das Reichsſchulgeſetz
iſt am Freitag nachmittag gefallen: Der Bildungsausſchuß
des Reichstags hat den Antrag der Deutſchen
Volks=
partei auf Erhaltung der Simultanſchule im den
Ländern, wo ſie beſteht, mit den Stimmen der
Oppo=
ſitionsparteien gegen Zentrum,
Deutſchna=
tionale und Bayeriſche Volkspartei
angenom=
men und damit eine Lage geſchaffen, aus der es kaum noch
einen Ausweg gibt. Das Zentrum hat das Spiel in der erſten
Leſung verloren und muß nun ſehen, wie es die Fortſetzung
findet.
Es hat zwar im Bildungsausſchuß geſchwiegen, läßt aber
unter der Hand verbreiten, daß es jetzt für eine ſchleunige
Klä=
rung ſorgen werde. Wenn man den Stimmen, die aus dem
Zentrumslager kommen, unbedingt Glauben ſchenken will, dann
werden ſich die Dinge ſo entwickeln, daß die
Zentrums=
fraktion des Reichstags in den allernächſten Tagen
be=
reits eine Erklärung formuliert, worin ſie feſtſtellt, daß
das Schulgeſetz, wie es aus der erſten Leſung im Ausſchuß
hervorgegangen iſt, in drei Punkten für ſie
unannehm=
bar iſt: die Konſtruktion der Bekenntnisſchule, die Frage des
geordneten Schulbetriebs und die Erhaltung der Simultanſchule
ſind für das Zentrum untragbar. Das Zentrum will
an=
geblich beſtimmte Fragen ſtellen, die es den übrigen
Koalitionsparteien zuleitet, um von ihnen ein klares „Ja” oder
„Nein” zu erhalten. Die Antwort kann bei der Deutſchen
Volks=
partei nur ein „Nein” ſein. Das müßte dann für das Zentrum,
ebenſo wie für die Bayeriſche Volkspartei die Folge haben, daß
ſie ſofort ihre Miniſter aus dem Kabinett zurückziehen, womit
die Koalition ihr Ende hätte und wir unmittelbar vor den
Neu=
wahlen ſtänden. Der Einwand, daß dadurch die
rechtzei=
tige Fertigſtellung des Etats gefährdet würde,
wird vorläufig vom Zentrum mit einer eleganten
Hand=
bewegung beiſeite geſchoben, da ja ſchließlich ein Notetat von
drei Monaten genügen würde, um die etatrechtlichen
Schwie=
rigkeiten zu beſeitigen. Es fragt ſich aber doch noch, ob die
Suppe wirklich ſo heiß gegeſſen wird, wie ſie das Zentrum in
der erſten Entrüſtung gerne kochen möchte. Zunächſt einmal
wird der Zuſammentritt der Parteiinſtanzen am 28 und
29. Januar abgewartet werden müſſen, wo es ſich ergeben wird,
ob die Möglichkeit beſteht, mit einer Fanfare in Sachen des
Schulgeſetzes über die politiſchen und ſozialen Schwierigkeiten
innerhalb der Zentrumspartei hinwegzukommen. Auch dann
aber braucht das Tempo keineswegs überſtürzt zu werden,
zu=
mal, da in der kommenden Woche der Hauptausſchuß des
Reichstages mit der Beratung des Etats des Innern
beginnt, in dem dieſelben Vertreter der Parteien ſich befinden,
die das Schulgeſetz beraten haben. Ob dadurch noch die
Mög=
lichkeit gegeben iſt, einen letzten Verſuch zu einer
Kompromiß=
löſung zu machen, iſt zweifelhaft. Wenn alſo das Zentrum
nicht mit der gezogenen Piſtole auf die Koalitionsparteien
vor=
tritt, wäre es unvermeidlich, daß die Verhandlungen zunächſt
einmal acht bis vierzehn Tage verſchoben werden müßten. Die
Lage wird deshalb im Reichstag ganz verſchieden beurteilt. Die
Deutſchnationalen tragen immer noch einen
unerſchüt=
terlichen Optimismus zur Schau und glauben, daß zuletzt
doch noch die rettende Formel gefunden werden kann. Deutſche
Volkspartei und Zentrum glauben daran nicht mehr, ſondern
haben, ſich darauf eingeſtellt, daß das Schulgeſetz
ge=
ſcheitert iſt. Die Deutſche Volkspartei aber iſt doch einſt=
Zum 75. Geburtstag
des heſſiſchen Staatspräſidenten Alrich
* Seinen 75. Geburtstag begeht heute der Heſſiſche
Staats=
präſident Ulrich. Ein ſeltenes Feſt, zu dem ihm das heſſiſche
Volk ſeine Glückwünſche darbringt; ein Feſt, bei dem die
poli=
tiſchen Gegenſätze ſchweigen. In Jahren ſchwerer Not hat
Staatspräſident Ulrich an der Spitze des heſſiſchen Staates
geſtanden, hat ihm ſeine ganze Arbeitskraft gewidmet. Eine
gewaltige Verantwortung hat beſonders in den erſten Jahren
ſeiner Amtstätigkeit auf ſeinen Schultern gelaſtet. Seine
per=
ſönlichen Eigenſchaften, die Lauterkeit ſeines Wollens haben
auch ſeine politiſchen Gegner ſtets auerkannt. In ſeinem greiſen
Staatspräſidenten ehrt heute das geſamte heſſiſche Volk den
Menſchen, der unermüdlich ſeine Pflicht Volk und Staat
gegen=
über nach beſtem Wiſſen und Gewiſſen erfüllt hat. In dieſem
Sinne bringen wir ihm unſere Glückwünſche dar und wünſchen
ihm, daß ihm noch viele Jahre beſchieden ſein möchten.
weilen der Auffaſſung, daß die letzte Entſcheidung
nicht unmittelbar vor der Tür ſteht, ſondern daß
zu=
nächſt alle Regierungsparteien das
gemein=
ſame Intereſſe haben, den Etat
fertigzuſtel=
len und dann erſt die unvermeidlichen
Konſe=
quenzen aus dem Scheitern des Schulgeſetzes
zu ziehen.
Welche Prognoſe die richtige ift, läßt ſich ſchwer beurteilen,
weil niemand in die dunkle parteipolitiſche Seele des Zentrums
hineinſehen kann. Schließlich bleibt ja auch noch in letzter
In=
ſtanz der Reichspräſident, der ſeine Zuſtimmung zu einer ſofor=
tigen Auflöſung des Reichstages geben muß, und der
bisher mit aller Entſchiedenheit betont hat, daß die
Fertig=
ſtellung des Etats die wichtigſte Aufgabe des
Reichstags ſei. Auch der Reichskanzler ſelbſt ſcheint geneigt
zu ſein, die Dinge nicht übers Knie zu brechen Freilich iſt
gegenwärtig ſein Einfluß in ſeiner eigenen Partei ſehr gering
und es könnte ihm ſchon geſchehen, daß im Gegenſatz zu einem
von ihm ausgeſprochenen Wunſch ſeine eigenen Parteifreunde
einen anderen Weg gehen. Trotz alledem können wir noch nicht
daran glauben, daß das Zentrum Ernſt macht. Wir erblicken
in der Form ſeines Auftretens nur den Verſuch, einen ſtarken
Druck auf die anderen Parteien auszuüben, um ſie zu einem
Nachgeben zu zwingen; ein Verſuch allerdings, der mit
untaug=
lichen Mitteln am untauglichen Objekt gemacht wird.
Vielleicht wird gerade deshalb das Zentrum noch dazu
kommen, daß es eine Verhandlungspauſe eintreten läßt
und erſt in einigen Wochen mit neuen Vorſchlägen an die
Koa=
litionsparteien herantritt. Man muß ſich aber auch auf die
Möglichkeit einſtellen, daß der Parteivorſtand des Zentrums
eine Ueberraſchung bringt und wir ſchon in der kommenden
Woche vor die Alternative des Konflikts geſtellt werden.
Skandalſzenen im Reichstag.
Zuſammenſioß zwiſchen Kommuniſien,
Sozial=
demokraten und Nationalſozialiſien.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Im Reichstag iſt es am Freitag ſeit langer Zeit wieder
ein=
mal ſehr lebhaft zugegangen. Die Sitzung ließ ſich langatmig
genug an. Temperament kam erſt hinein, als der badiſche
Sozia=
liſt Sänger den Verſuch machte, den Fall Kahr-Hitler in aller
Breite zu erörtern und dadurch ſich eine ſcharfe Erwiderung
des Reichsjuſtizminiſters und des bayeriſchen Vertreters zuzog.
Dadurch war ſchon eine gewiſſe Nervoſität geſchaffen, die ſich
erheblich ſteigerte, als nun der Nationalſozialiſt Dr. Frick mit
ſeinem ganzen Temderament Oel ins Feuer goß und zu
An=
griffen gegen links überging. Da hagelten die Zurufe von den
Kommuniſten, aber auch von den Sozialdemokraten, ſo daß es
zuletzt faſt zu einer Keilerei zwiſchen
Kommu=
niſten und Nationalſozialiſten kam. Zunächſt blieb
es bei den Schimpfworten: „Unerhörte Frechheit”, „Lump”,
Lügner” und ähnlichen Liebkoſungen, die auf die Tribüne
hinaufgerufen wurden. Der Vizepräſident rief den
Kommu=
niſten Florian zur Ordnung, der aber darauf ſeine Zwiſchenrufe
nur wiederholte und aus dem Saal gewieſen werden mußte.
Die Kommuniſten, die ſich meiſt in der Wandelhalle aufgehalten
hatten, rückten nun in Sturmkolonnen an, von der anderen
Seite marſchierten die Nationalſozialiſten auf, um ihren Redner
zu ſchützen. Ein Kommuniſt ſtürzte bereits auf den Redner los
und erhob drohend die Fauſt gegen ihn. Eine Prügelei ſchien
geradezu unvermeidlich, als es im letzten Augenblick dem
Vize=
präſidenten Graef doch noch gelang, wenigſtens handgreifliche
Auseinanderſetzungen zu vermeiden. Immerhin mußte auch der
Komuniſt Bertz wegen tätlicher Bedrohung von der Sitzung
ausgeſchloſſen werden, ſo daß Herr Frick ſchließlich unter großer
Unruhe ſeine Rede beenden konnte. Ein erbauliches Schauſpiel
war freilich dieſe hemdärmelige Unterhaltung nicht.
Die Verhaftungen bei der Reichswehr
* Berlin, 27. Januar. (Priv.=Tel.)
Das Reichswehrminiſterium ſtellt in Ausſicht, am Samstog
einen ausführlichen Bericht über die Verhaftung der
Reichswehr=
funker der Oeffentlichkeit zu übergeben. Soweit ſich bisher
über=
ſehen läßt, ſind die Vorfälle ſtark übertrieben. Unrichtig iſt es
jedenfalls, daß ſämtliche Funker nördlich des Mains, etwa 50
Mann, verhaftet worden ſind. Es dürften allerhöchſtens zehn
Mann der Reichswehr ſich in Unterſuchungshaft befinden. Die
in Fulda verhafteten Funker ſind bereits wieder freigelaſſen
worden, da ſich herausgeſtellt hatte, daß ihnen gegenüber für die
Anſchuldigungen ſich keine Anhaltspunkte ergaben. Dagegen ſind
in Gießen und Ludwigsburg einige Funker in
Haft genommen worden. Es wird ihnen
vorge=
worfen, daß ſie einen im Intereſſe der
Landes=
verteidigung geheim zu haltenden
Telegramm=
ſchlüſſel leichtſinnigerweiſe auf
funkentele=
graphiſchem Wege an eine Nachbarſtation
wei=
tergegeben haben. Böswillige Abſicht lag wohl nicht
vor, am allerwenigſten Lardesverrat. Vielmehr ſcheinen die
Funker die entſprechenden dienſtlichen Vorſchriften nicht beachtet
zu haben, ſo daß der geheime Telegrammſchlüſſel für die weitere
Verwendung unbrauchbar iſt. Wegen dieſer Delikte haben ſich
die Funker zu verantworten.
beſeligt: „Da iſt er!” In der Tat vernahm man auf dem
Zement=
pflaſter der einſamen Straße den unverkennbaren, ſchweren
Schritt des Konſuls. Das Fräulein lehnte jede ärztliche
An=
näherung ab, war vielmehr ganz entzücktes Lauſchen, und auch
der Sanitätsrat ſowie Frau Bergſträßer vernahmen deutlich,
wie ſich die Schritte dem Haus näherten, das Gartentor zuſchlug,
ein Schlüſſel die Haustür öffnete, nach kurzer Pauſe der
An=
gekommene die Treppe heraufſtieg und ſich die Zimmertür öffnete,
aber niemand trat herein. Als der Sanitätsrat auf den Vorplatz
ging, war kein Menſch zu ſehen. Auf der Treppe begegnete ihm
das Stubenmädchen, das nichts gehört hatte, obwohl es die
ganze Zeit in dem hellerleuchteten Stiegenhaus geweſen war.
Der Sanitätsrat kehrte in ſchauerlicher Verwunderung in das
Zimmer zurück, deſſen Tür er hinter ſich ſchloß; das alte
Fräu=
lein war im Arm der Frau Bergſträßer zuſammengebrochen.
Während er den Stillſtand des Herzens feſtſtellte, vernahm
man plötzlich wiederum ſchwere Männerſchritte auf der Straße.
Der Arzt und die Frau kauſchten überraſcht. Es wiederholten
ſich genau dieſelben Geräuſche, die ſie wenige Minuten vorher
vernommen hatten, ja einmal war der Kommende einen
Augen=
blick ſtill geſtanden, ſo daß es ſo hätte ſcheinen können, als ſei
er in ein anderes Haus gegangen, und auch dieſe Einzelheit
wiederholte ſich genau, ebenſo das Geräuſch am Tor und die
kleine Pauſe, während der der Erwartete offenbar unten ſeinen
Mantel ablegte. Dann hörte man wieder den Schritt auf der
Treppe, die Zimmertür öffnete ſich wie vorhin, nur mit dem
Unterſchied, daß der Konſul nun leibhaftig erſchien, um dem
alten Fräulein Claire die Augen zuzudrücken.
Dieſe Begebenheit hat mir einige Jahre ſpäter der
Sanitäts=
rat Zurlinden ſelbſt erzählt, mit der Bemerk ung, bis dahin habe
er geglaubt, die Weltanſchauung, die er ſich einſt auf der
Uni=
verſität erworben, genüge, um allen Erſcheinungen des
menſch=
lichen Seelenlebens gerecht zu werden, ſeitdem aber habe er ſie
erweitern müſſen.
*Aus den Darmſiädter Lichtſpieltheatern.
Palaſt=Lichtſpiele.
Pat und Patachon ſind in ihrer Art noch immer nicht
erreicht, viel weniger übertroffen. Dieſe beiden populärſten
Filmhumoriſten ſind Selbſtkarikaturen von ganz eigener Klaſſe.
Der Humor, den ſie vertreten, iſt draſtiſche Komik, groteskes
Menſchentum, aber immer irgendwie mit etwas ſchönem „Rein=
Menſchlichen” verbunden. Sie wühlen im Schmutz, ſind
zer=
lumpt, zertreten, werden umhergeſtoßen, geſchlagen, von einer
Gcke in die andere gezerrt, aber ſie nehmen das alles hin mit
verſchmitztem oder gutmütigem oder verzeihendem Lachen.
Ge=
prügelte Hunde, die aber jeden Moment Heldentaten verrichten
und immer Moraliſch=Gutes ſtiften, das Böſe beſtrafen. Darum
ſind ſie ſo populäre Volks=Kinohelden, daß die Ankündigung
ihrer Namen ſchon genügt, das Haus zu füllen. Und in
Ein=
fällen ſind die beiden unerſchöpflich. Am Nordſeeſtrand haben
ſie derzeit in den Palaſt=Lichtſpielen ihr Wochenend=Haus
auf=
geſchlagen, werden Sonntagsangler und laſſen ſich von einem
Rieſenfiſch im Boot umherwirbeln, daß man ſchon ob dieſer
Filmtechnik ſtaunen muß, erleben die Rettung Schiffbrüchiger,
werden Flieger, entlarven durch eine köſtliche Geſpenſterepiſode
Schmuggler und ſtiften ſchließlich — als ſehr feine Kerle —
glückliche Ehe. Das alles iſt ſo köſtlich, daß man Tränen lacht.
In dem Hauptfilm „Der ſchwarze Satan” erregt
„Rex, der ſchwarze Hengſt” in einer ſonſt fürchterlichen
Indianer=
geſchichte Bewunderung. Ein prachtvolles Tier in fabelhafter
Dreſſur und gleich in Gemeinſchaft von zwei gleich gut
dreſſier=
ten „Kollegen” und einer Reihe von Tierbildern in freier
Wild=
bahn, die ganz entzückend ſind, wenn man von der Handlung
ſelbſt abſieht. Verwegene Reiterkunſtſtücke, ein Stück echtes
„Wildweſt” wird entrollt. Kämpfe mit Indianern, Entführung,
Befreiung, wundervolle freiſtilige Boxkämpfe und vieles andere,
in dem das Schönſte ein aufregender Zweikampf zwiſchen den
*4
beiden prachtvollen Pferden iſt.
wie kaum eine andere, zu tragen weiß. Auch die Fülle von
ſchönen, im Ausſchnitt gegebenen Bildern ſei beſonders
hervor=
gehoben.
Afta Nielſen ſpielt in „Kleinſtadtſünder” die Selma. Sie
ſpielt dieſe Rolle, als wäre ſie nie etwas anderes geweſen. Die
„Kleinſtadtſünder” ſind nach dem Bühnenluſtſpiel „Meiſeken”
ge=
filmt unter der Regie von Bruno Rahn, der etwas durchaus
Eigenes daraus geſtaltet hat. Es iſt eine kleine
Betrugs=
geſchichte, in der das Eheraar Karchow die Rente für den längſt
verſtorbenen Großpapa weiter bezieht, bis eines Tages der
Rentenzahler ſeinen Sohn perſönlich ſchickt, um ſich nach dem
Befinden des längſt Verſtorbenen zu erkundigen. Es wird ein
alter Großpapa ausgeliehen, was wiederum Anlaß zu einer
netten Erpreſſung gibt. Zu dieſer Erpreſſung in Geldſachen
geſellt ſich die andere eines Selma=lüſternen Aſſeſſors, bis
end=
lich der ganze Schwindel herauskommt und Selma nach der
Scheidung beſtens Karriere macht. Die Handlung wird ſehr
flott geſpielt und entrollt ebenfalls eine Reihe ſehr hübſcher
*.
Bildausſchnitte.
Bruno Rahn, der Regiſſeur dieſes Films, iſt bekanntlich
bei der Uraufführung dieſes Werkes in Berlin am Herzſchlag
geſtorben. Mit ihm hat die deutſche Filmregie einen ihrer
fähig=
ſten Köpfe verloren, der eine ſtarke Zukunft verſprach.
„Helia”.
Die beiden Filme, die zurzeit im „Helia” laufen, bringen
einen faſt verſchwundenen Stern der Filmwelt — Aſta
Niel=
ſen — und einen, der noch im hellſten Lichte ſtrahlt — Lil
Dagover — in den tragenden Rollen. UIm dieſe beiden
Hauptdarſtellerinnen gruppieren ſich aber eine Reihe
ausgezeich=
neter Filmkünſtler, von denen wir nur Hans Mierendorf,
Hermann Picha, Jean Murat, Maria Paudle,r, Hans
Waßmann, Georg Baſelt neunen wollen. Lil Dagover
ſpielt die Hauptrolle, die June Orchard, in dem Sechsakter „Der
Anwalt des Herzens”, ein Tendenzfilm nach Motiven einer
Novelle von Georg Fröſchel. Dieſer Film iſt ausgezeichnet.
Seine Tendenz iſt das Eintreten für die Abſchaffung der
Todes=
ſtrafe, die aber ſehr geſchickt bis zum Schluß verſchleiert wird.
Wir wollen darum aus dem Inhalt nichts weiter erzählen, denn
ſchließlich iſt auch in dieſem Film die Spannung ausſchlaggebend
für die Geſamtaufnahme. Feſtgeſtellt ſei, daß der Film reich an
dramatiſchen Szenen iſt, ſpannend, und daß er, wie bemerkt,
darſtelleriſch ausgezeichnet geſpielt wird. Ueber Lil Dagobers
Kunſt braucht heute kaum noch etwas geſagt zu werden. Sie
dieyk in dieſem Film alle Regiſter ihrer vornehmen Darſtellung
und zeigt eine Fülle von koſtbarſten Koſtümen, die ſie wirklich
Ap. Lebensweisheiten von Hermann Löns. Zuſammengeſtellt aus
ſeinen Werken von Max A. Tönjes (Verlag von Adolf Sponholz=
Hannover). Das Büchlein will einen Einblick gewähren in das innere
Leben und die reiche Seele Hermann Löns. Was er geſchrieben hat, iſt
er ſelbſt. Die Sammlung enthält die Abſchnitte: Vom Manne und vom
Menſchen, Stamm und Volk, Diesſeits und Jenſeits, Von der Heimat,
Die Natur, Von der Kunſt, Von Frauen und Liebe. Der Mann, der
feſt auf beiden Beinen ſteht, iſt das Ideal des Dichters. Der Krieger
und der Bauer ſind die Hauptrepräſentanten des Lönsſchen
Mannes=
ideals. Mit ſeinem Werk iſt er mit Leib und Seele verwachſen,
nie=
mand unter den Dichtern und Schriftſtellern unſerer Tage hat enger
und vertrauter mit ſeinem Volk gelebt als er. Er war viel zu tief, um
ſich mit dem Diesſeits zu begnügen und ſtand in fortwährendem Ringen
mit dem Jenſeits. Er war ein Kämpfer um den Heimatgedanken, wie
nur einer. Unendliche Liebe zur Natur wohnt in ſeinem Herzen. Die
Natur, ſagt er, iſt unſer Jungbrunnen; keine Hygiene, keine
Volkswohl=
rahrtspflege kann uns das geben, was die Natur uns bietet. Kunſt iſt
ihm Symbol, nicht Photographie des Lebens, ungelebtes Leben, ein
Not=
behelf für das Leben. Etwas gedämpfter ſind ſeine Ausſprüche über
Frauen und Liebe, und richt alle ſind auf das Leitmotiv abgeſtimmt:
dere nichts.”
Seite 4
Nummer 28
Die Erben Lenins.
Der Zuſammenbruch des Gedankens der
Weltrevolution.
Von unſerem (D=Korreſpondenten.
London, 27. Januar.
Garvin ſchreibt im „Obſerver”:
„Die ungeheuren Sotvjetgebiete umfaſſen den ſiebenten Teil
der Erdoberfläche, enthalten 150 Millionen Einwohner und
un=
ermeßliche Bodenſchätze. Da beſteht nur ein alles beherrſchendes
Bedürfnis: Entwickelung. Eine Entwickelung in großem
Maßſtabe kann jedoch nur mit der Hilfe fremden Kapitals
durch=
geführt werden. Ein ſolcher Beiſtand iſt unmöglich, ſolange die
Fanatiker der Weltrevolution, die allgemeine Zerſtörung des
Kapitalismus predigen. Trotki und Radek waren ihre
flammen=
den Apoſtel. Ihre Betätigung bedeutete den Tod aller
realiſti=
ſchen Pläne für Rußlands Entwickelung, Wohlfahrt und Macht.
In anderen Ländern kann man es nur ſchwer begreifen,
mit welchem Wahnſinn Trotzki, Radek und ihre Schüler an der
Illuſion einer allgemeinen Katgſtrophe nach bolſchewiſtiſchen
Prinzipien feſthingen. Von der Ruhrkriſis erwarteten ſie
zuver=
ſichtlich den Zuſammenbruch der kapitaliſtiſchen Welt. Beim
Aus=
bruch unſeres Generalſtreiks fagten ſie dasſelbe. Nach dieſem
Fiasko machten ſich Stalin und ſeine Mehrheit bereit, die für
alle Hoffnungen auf praktiſche Erfolge Rußlands tödliche
Illu=
ſion auszuſtcmpſen. Aber da wurde ihnen im letzten Moment
durch die neue Erſchütterung Chinas Halt geboten. Der
Zu=
ſammenbruch des Bolſchewismus in China war aber das
ſchlimmſte Fiasko von allen. Der Nationalismus bedeutet:
„China für die Chineſen” und nichts anderes, niemals: „China
für die Ruſſen‟ China wie Indien und Rußland ſelber können
ſowohl die politiſchen wie die kommerziellen Hoffnungen des
Nationalismus nur durch die Entwickelungen einer laugen
kapi=
taliſtiſchen Aera verwirklichen. Das kapitaliſtiſche
Ame=
rika wird die ganze wirtſchaftliche Welt ſo
lange beherrſchen, wie dieſe Generation denken
kann. Zehn Jahre nach dem ſchrecklichen Ausbruch des
Leninis=
mus iſt die koloſſale Theorie einer Weltrevolution zu ihrem Ende
gekommen, und der letzte Funken eines verzweifelten und
glü=
henden Traumes iſt erloſchen. Folgerichtigen Denkern der
Zu=
kunft mag die geſamte bolſchewiſtiſche Viſion von Klaſſenkriegen
und proletariſchen Triumphen auf der ganzen Erde als eine
ekſtatiſche Imbezillität erſcheinen. Aber die Etablierung des
ruſſiſchen Bauernſtandes als wirkliche Beſitzer des Bobens, als
die Vertreter des größten beſtehenden Syſtems des Kleinbeſitzes,
war eine große und ſolide Soche, der direkte Gegenſatz und die
Vereitelung des Fommunismus, das Ergebnis einer parallelen
Revolution, die ſich nicht durch die bolſchewiſtiſche Bewegung,
ſondern trotz ihrer vollzog, und die ſich im Laufe der Zeit als
eine der am feſteſten gegründeten konſervativen Kräfte der Welt
erweiſen wird.
Stalin und die Seinen ſind viel zu ſchlau, un eine formale
Verleugnung der erſten Grundſätze Lenins zu wagen. Sie
er=
heben im Gegenteil den Anſpruch, die wahren Vertreter ihres
Propheten zu ſein, der, wenn er weiter gelebt hätte, die
prak=
tiſchen Bedürfniſſe, mit der kühnſten Verachtung doktrinärer
Folgerichtigkeit angefaßt hätte. Stalins Idee iſt, eine
halb=
ſozicliſtiſche Republik in einer Welt zu errichten, die noch für
viele Jahre individualiſtiſch und kapitaliſtiſch bleiben wird,
Darin liegt nichts Beunruhigendes. In der Praxis muß
Ruß=
land in wachſendem Maße nicht nur auf individuellem
Boden=
beſitz, ſondern auf privatem Handelsverkehr und privater Ini=
Samstag, den 28. Januar 1928
„ungen gegründet ſein. Eine fremde
Ein=
tiative ug
miſchung era ak es nicht zu fürchten, ſolange es auf die
Wühle=
reien ſeitens der kommuniſtiſchen Zeloten während der letzten
zehn Jahre verzichtet.
Was die Finanzen angeht, ſo ſind Stalin und ſeine Freunde
in der Theorie ebenſo antikapitaliſtiſch wie Trotzki, Radek und
Rakowſky. In der Praxis müſſen ſie anlockende und ſichere
Bedingungen bieten. Die Entwickelung des Sowjetreiches hängt
mehr wie von jedem anderen Faktor von ſolider
Zuſammen=
arbeit mit fremdem Kapital und Unternehmern ab. Stalin und
ſeine Realpolitiker ſehen ein, daß der ruſſiſche ſozialiſtiſche Staat
nur durch Verzicht auf den ſelbſtmörderiſchen Kreuzzug gegen
die Regierungen und Finanzſyſteme anderer Länder errichtet
werden kann. Aber Trotzki erwidert — und man wird
mehr von ſeiner Erwiderung hören, wenn er am Leben
bleibt —, daß die wirtſchaftlichen Beziehungen überall auf
der Erde mehr und mehr voneinander abhängen, daß, wenn der
Kampf für einen allgemeinen Nationalismus mißlingt, auch der
ruſſiſche Sozialismus untergehen muß und daß der von den
Realpolitikern eingeſchlagene Pfad „zurück zum Kapitalismus”
führen muß. Er hat recht, aber er ſpricht mit einem
Hinter=
gedanken. Er weiß beſſer wie andere, daß die Sache der
Welt=
revolution nach der Niederloge in China explodiert iſt. Aber
wenn Stalin zur richtigen Zeit geſtürzt werden
könnte, unter der Anklage, daß er die Grundſätze des reinen
Leninismus verraten, jede Ausſicht auf das Entſtehen des
all=
gemeinen Kommnnismus aus allgemeinem Chaos ruiniert und
den Sozialismus in Rußland ſelber unmöglich gemacht habe,
dann könnte Trotzki Lenins Platz einnehmen
und mit vollkommener, wenuſchon zyniſcher Logik dieſelbe Politik
verfolgen, weil ihm nunmehr keine Alternative offen ſtehe.
Nach der Weltrevolution tritt das Weltkapital auf die
Bühne. Die Allianz mit ihm iſt für jedes große Aufbauprogramm
unvermeidlich, und der Preis muß bezahlt werden.
Staats=
unternehmung und =kontrolle mögen jedoch zu
gleicher Zeit in ungewöhnlicher Ausdehnung
in den Sowjetgebieten überleben, die doppelt ſo
groß ſind wie die der Staaten. Unter dieſen
Verhält=
niſſen könnte Trotzki mit mehr Geduld bei
allen ſeinen glänzenden Gaben doch vielleicht
der richtige Mann des Geſchickes geweſen ſein.
In ſeinem entlegenen Verbannungsplatz — ſeinem St. Helena
auf dem Lande — wird er Zeit genug haben, ſich ſelber zu
fragen, warum er ſeinen richtigen Weg verfehlt hat.”
Die franzöſiſche Finanzdebatte.
EP. Paris, 27. Januar.
Heute niachinittag wurde in der Kammer die Finanzdebatie
fortgeſetzt. Der radikale Abgeordnete Margaine ſpricht als erſter.
Er zieht gegen die nationalen und internationalen Induſtrie=
Kartelle zu Felde, deren Gründung lediglich eine Verteuerung
der Lebenshaltung zur Folge gehabt habe. Der kommuniſtiſche
Abgeordnete Garchéry erklärt, daß die Politik der Nationalen
Union für die Arbeiterklaſſe nur Uebles gebracht habe. Die
Löhne ſeien ſeit 18 Monaten um 20 Prozent gefallen, dagegen
ſei die Teuerung und die Arbeitsloſigkeit geſtiegen. Der
Red=
ner möchte feſtſtellen, daß Poincaré lediglich die Finanzpolitik
Caillaux durchgeführt habe, worauf Poincaré halb ſpöttiſch, halb
verwundert einwirft: „Nicht möglich! Habe ich vielleicht die
Ra=
tiſizierung des Schuldenabkommens gefordert oder vielleicht je
eine ſofortige Stabiliſierung gefordert?‟ Dieſe letztere
Aeuße=
rung erweckt begreifliches Aufſehen, da man daraus entnehmen
kann, daß Poincaré nach wie vor eine ſofortige Stabiliſierung
des Frankenkurſes ablehnt.
Der deutſche Luftfahrtetat. — Förderung
des Flugzeugbaues.
* Berlin, 27. Januar. (Priv.=Tel.)
Das Reichsverkehrsminiſterium hat ſich bei der Aufſtellung
des Luftfahrtetats für das kommende Jahr bemüht, nach
Mög=
lichkeit umfangreiche Einſparungen vorzunehmen und hat an allen
Titeln erhebliche Abſtriche vorgenommen, mit Ausnahme
des=
jenigen, der ſich mit der Förderung des
Flugzeug=
baues und ſeiner wiſſenſchaftlichen
Erfor=
ſchung beſchäftigt. Man glaubt hier, daß es im Intereſſe der
deutſchen Luftfahrt notwendig iſt, die alten Etatſätze
beizubehal=
ten. Das iſt auch inſofern berechtigt, als wir jetzt nach dem
letzten Pariſer Luftfahrtabkommen berechtigt ſind, große
Flug=
zeuge mit leiſtungsfähigen Motoren zu bauen. Sehr weſentlich
iſt auch, daß die deutſche Unterſuchungsanſtalt für Luftfahrt ſich
ändert. Bisher war ſie in Adlershof bei Berlin untergebracht,
Sie muß aber, da die Baulichkeiten nicht mehr mit den politiſchen
Vorſchriften übereinſtimmen, zum 31. Dezember 1929 das
Ge=
lände räumen. Man weiß bisher noch nicht, wo die
Unter=
ſuchungsanſtalt dann untergebracht werden ſoll. Jedenfalls wird
aber notwendig ſein, daß man bei ihrer Neueinrichtung auf
möglichſte Moderniſierung achtet. Zu dieſem Zweck ſind denn
auch bereits 2 Millionen Mark in den Etat eingeſetzt. Eine
ge=
ringe Summe, wenn man beiſpielsweiſe bedenkt, daß
Nord=
amerika allein für die Propellerprüfung 16 Millionen
ausge=
worfen hat. Das Reichsverkehrswiniſterium verfolgt daneben
auch noch aufmerkſam die Pläne zur Ueberquerung des Ozeans,
Es glaubt nicht daran, daß es in abſehbarer Zeit möglich ſein
wird, eine Verbindung mit Nordamerika herzuſtellen, iſt aber
der Anſicht, daß es ſehr leicht ſein wird, mit Südamerika die
Verbindungen aufzunehmen.
Die Arbeitszeit in der Großeiſeninduſtrie.
Das Reichsarbeitsminiſterium hat in den letzten Tagen auf
die ihm zugegangenen Anträge, das Inkrafttreten der
Verord=
nung über die Arbeitszeit in der Großeiſeninduſtrie vom 16.
Juli 1927 aufzuſchieben, entſchieden. Auf Grund der von den
örtlichen Stellen vorgenonmenen Nachprüfungen wurde in 18
Fällen ein Aufſchub bewilligt. Die übrigen Anträge wurden
abgelehnt. Der Aufſchub betrifft in erſter Linie die
Martin=
werke. Zugehörige Walzwerke wurden nur in ſieben Fällen
berückſichtigt. Die genehmigten Friſten ſchwanken, je nach dem
Umfang und dem Stand der in den einzelnen Werken durch die
Verordnung vom 16. Juli 1927 notwendigen Umſtellung,
zwi=
ſchen 1 und 9 Monaten, im Durchſchnitt betragen ſie etwa 5½
Monate.
Thüringiſch=ſächſiſcher Gebietsaustauſch.
Weimar, 27. Januar.
Der Thüringiſche Landtag hat heute die Regierungsvorlage
mit dem Staatsvertrag über einen Gebietsaustauſch mit dem
Freiſtaat Sachſen einſtimmig angenommen. Es handelt ſich
da=
bei um ſächſiſches Gebiet von etwa 1800 Hektar, mit einer
Wohn=
bevölterung von 2300 Perſonen, der an Thüringen fallen foll,
während 1100 Hektar thüringiſches Gebiet, mit 4850 Perſonen,
un Sachſen kommen ſoll.
Zur beſſiſchen Regierungsbildung.
* Geſtern nachmittag hielt die ſozialdemokratiſche
Landtags=
fraktion eine Sitzung ab, in der ſie zur Regierungsbildung in
Heſſen Stellung genommen hat. Der Beſchluß iſt noch nicht
ver=
öffentlicht worden.
Beginn:
Montag, den 30. Januar
vormittags 11a9 Uhr
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wäsche in einfscher und feinster
Aus=
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1928
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Freibant hof.
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nachm. ab 4 Uhr
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GrundſtückRhein=
ſtraße 63 in
Darm=
ſtadt ſollen 6 Bäume
gefällt werden.
An=
gebotsvordrucke und
nähere Angaben ſind
bei der Bahnmeiſterei
57 in Darmſtadt zu
erhalten. Die
Ange=
bote ſind verſchloſſen
und mit
entſprechen=
der Aufſchrift
ver=
ſehen bis zum 10.
Fe=
bruar d. Js., 10 Uhr
vorm., an das
unter=
zeichnete Amt
einzu=
reichen. Die Offnung
der Angebote erfolgt
zu dieſem Zeitpunkt
im Beiſein der
er=
ſchienen Bieter.
Deutſche
Reichsbahn=
geſellſchaft
Reichs=
bahnbetriebsamt
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Nummer 28
Samstag den 28. Januar 1928
Seite 3
Aus der Landeshauptſtadt.
Zur Auflöſung der Oberpoſidirektion Darmſtadt.
Darmſtadt, 28. Januar.
— Ernannt wurben: Am 4. Januar: der Schulamtsanwärter
Hein=
rich Reinheimer aus Alzey zum Lehrer an der Volksſchule zu
Wöllſtein, Kreis Alzeh; der Schulamtsanwärter Chriſtoph
Cröß=
mann aus Pfungſtadt, Kreis Darmſtadt, zum Lehrer an der
Volts=
ſchule zu Oppenrod, Kreis Gießen; der Schulamtsanwärter Heinrich
Frieß aus Alsfeld zum Lchuer an der Volksſchule zu Burkhards,
Kreis Schotten; der Schulamtsanwärter Philipp Fritz aus
Reichels=
heim i. Odw., Kreis Erbach, zum Lehrer an der Volksſchule zu
Mitlech=
tern, Kreis Heppenheim; am 5. Januar: die prov. Handarbeitslehrerin
Katharina Gärtner zu Klein=Linden, Kreis Gießen, zur
Handarbeits=
lehrerin an der Volksſchule zu Klein=Linden und Umgegend, Kreis
Gießen; die prov. Diplomhandelslehrerin Martha Held aus
Mün=
ehen zur Diplomhandelslehrerin an der kaufmänniſchen Abteilung der
Fortbildungsſchule zu Worms; die Prov. techniſihe Lehrerin Lina
Nu=
ſag aus Lollar, Kreis Gießen, zur techniſchen Lehreri an der
Mäd=
chenfortbildungsſchule zu Gißen; am 7. Januar: der prov.
Diplom=
handelsſehrer an der kaufmänniſchen Abteilung der Fortbildungsſchule
zu Gießen, Ludwig Mager, zum Diplomhandelslehrer an dieſer
Schule; am 13. Januar: der Hilfsförſter Hermann Wirth zu Wallern.
hauſen auf Grund ſes Art. 4 des Geſetzes über die Ermächtigung der
Stnatsrezierung zur Neuregelung der Dienſtbezüge der
Kommunalforſt=
warte ſowie zur Neueinteilung der Förſtereien vom 30. Juli 1920,
vor=
behaltlich der Regelung der Dienſtaltersfolge, vom 1. Januar 1928 an
zum Förſter der Förſterei Alten=Buſeck, Forſtamt Gießen; am 16.
Ja=
nuar: der Kanzleigehilfe bei dem Forſtamt Grünberg Johannes Liſt
aus Friſchborn vom 1. Januar 1928 ab zum Kanzliſten; am 18. Januar:
der Studienaſſeſſor Adolf Fiſcher aus Frankfurt a. M. zum
über=
planmäßigen Studſienrat, mit Wirkung vom 1 Februar 1928 ab; am
23 Januar: der Oberförſter Hans Rauſch zu Romrod vom 1. Vebruar
1928 ab zum Forſtmeiſter des Forſtamts Göringen.
— Erledigt iſt: Eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer an
der Volksſchule zu Afpisheim, Kreis Vingen; Dienſtuohnung iſt
vor=
handen und frei. Eine Lehrerſtelle fün einen katholiſchen Lehrer an
der Volksſchule zu Bockenrode, Kreis Alsfeld; Dienſtwohnung iſt
vor=
handen.
— Evangeliſch=kfrikliche Nachrichten. Durch die Kirchenregierung
wunde übertragen; dem Pfarrer Heinrich Gebhard zu Neunkirchen
die ovangeliſſhe Pfarrſtelle zu Biebor, Dekanat Offenbach; dem Pfarrer
Jakob Neinheimer zu Rothenberg die zueite evangeliſche
Pfarr=
ſtelle zu Wimpfen, Dekanat Zwingenberg, und dem Pfarrer Georg
Becker zu deröſtein die evangeliſche Pfarrſtelle Allendarf a. d. Lahn,
Diakomat Großen Linden, Dekanat Gießen.
— Anläßlich des Geburtstages des Herin Staatspräfidenten Ulrich
ſind am 28. Januar 1928 die in den ſtnatlichen Betrieben beſchäftigten
Arbeiter auf ihren Wunſch von der Arbeit zu befreien, ſoweit es ſich
mit dem Weſen des Betriebes vereinbaren läßt.
— Heſſiſches Landestheater Darmſtadt. Das Feſtkonzert zu Ehren
Les Herrn Staatspräſidenten Ulrich, das unter Leituns von
General=
muſikd rektor Dr. Böhm am Senntag im Landestheater ſtattfindet,
be=
ginnt um 11,30 Uhr; das Programm bringt die Freiſchlitz=Ouverdire
von: Weber, die Fünfte Sinfonie von Beethoven und das Meiſterſinger=
Worſpiel von Wagner. Die Einſerntskarten werden unentgeltlich
abgegeben, und ziuar heute Samstag, von 15 Uhr nachmrittags ab, an
der Kaſſe des Großen Hauſes. Jeder Intereſſent erhilt nur 1 bis 2
Karten. Ueber einen Teil der Plätze wurde bereis duuch Hergabe an
Schulen, ſowie durch Einladungen ſeitens der ſtaatlichen und ſtädtiſchen
Behörden verfügt.
— Lothar Schenck von Trapp, der mit (Alucke „Pilyer von Mekka”
(Zürich) und „Entführung aus dem Serail” (Kaſſel) ausgezeichnete
Er=
folge hatte, wurde vom Staatsthenter Kaſſel aufgefordert, die Büihnen=
Eilder zur Urauffuhrung von E. Kreſſels Oper „Armer Columbns” und
Hindemit9s „Cardillac” zu entwerfen.
Freitag, den 3. Februar, wird zum eiſten Male in dieſer Spielzeit
„Der Roſenkavalier” von Rihard Strauß gegeben.
Muſila=
liſch Leitung: Generalmuſikdirektor Dr. Böhm.
Heute findet im Kleinen Haus die Erſtaufführung von
Heußer=
gers Operrtte „Der Opernball” ſtatt, die in der Bearbeitung von
Hans Esdras Mutzenbeiher den Unterkitel „Die Wiederentdeckung des
Walzers im Jihre 2000” führt; es wirken mit die Damen Kapper,
Landwehr, Liebel, Müller=Wiſhin, Penſe, Walter und die Herren:
Deharde, Finck, Grauerr, Grohm, Kuhn und Vogt. Muſikaliſche
Lei=
tung: Max Rudolf, Juſzenierung: Hans Esdras Mutzenbecher,
Bühnenbild: Lothau Schenck v. Trapp. Die Vorſtellung beginnt um
19.30 Uhr; ſie iſt der Zuſatzmiete I. zugeteilt, und diefenigen I.=Mieter,
die nißt der Zuſacmiete /I angehören, erhalten die Karten durr)
die Poſt.
Heute abend gaſtiert im Großen Haus Albrt Baſſermann
mit ſeinenr Enſemble in dem Schauſpiel „Deu Diktator”, von Jules
Romain. Die Vorſtellung beginnt um 19,30 Uhr.
— Bruno Harprecht wird, wie wir hören, in kommende: Saiſon
wieder ein Sommertheater in Darmſtaot leiten.
— Beratung für den Kaufuannsberuf durch Rundfunk. Wir
wer=
den gebeten, nohmals darauf hinzuweiſen, daß am Samstag abend
12,30 Uhr der Geſchäftsführer der Kaufmänniſchen Stellenvermittelung
des D.G.V. Bezirk Süddeutſchland, Herr Arno Zacher, über das
Them: „Soll unſer Junge Kaufmann werden? Die
Ausſichten des Kaufmannsberufes” ſpreihen wird. Allen
imn Frage kommenden Eltern und Erziehungsberechtigten ſei das
An=
hören dieſes Vortrages ans Herz gelegt.
— Petrusgemeinde. Am Donyerstag, den 19. Januau, faud die
Kdentlihe Hauptverſammlung der Männer=Vereinigung und der
Sterbe=
kaſſe ſtatt. Die Hoffnnng, welihe der 1. Vorſitzende, Herr
Oberreal=
lehrer Frank, in ſeinen einleitenden Worten ausſprach, daß die
Ver=
haudlungen im Geiſte des Friedens geführt werden möchten, hat ſich in
reichem Maße erfüllt. Nach den Darlegungen des Vorſitzenden war das
Verfloſſene Vereinsjahr in ganz beſonderer Weiſe ein Jahr des
Auf=
baues und bes Ausbaues. Inviefern dies der Fall war, wurde durch
den Jahresbericht des Schriftführers näher dargelegt. Als Markſteine
im Leben der Männer=Vereinigung im Jahre 1927 bezeichnet der
Ve=
richt: 1. Die Gründung der Sterbekaſſe in Gemeinſchaft mit dem
Frauenvrrein; 2. die Mitwirkung der Männer=Vereinigung bei der
Er=
richtung eines Beetſals in der neuen Trainkaſerne; 3. die Beteiligung
an der Eimweihung des neuten Männerheims in der Heidelberger
Straße 21; 4. die Teilnahme an der Begrüßung des Herrn Pfarrers
Weiß im Gemeindeabend am 1. Advent. Der Schriftführer ſprach die
Hoffnung aus, daß durch die Zuſammenkünſte mit ihren Vorträgen
und Beſprechunge:: der eigentliche Zweck der Männer=Vereiigung, wie
eu ihn wiederholt in früheren Jahresberichton gekennzeichnet habe,
ge=
fördert worden ſei, und daß dem äußeren Wachstum (jetzt 329
Mit=
glieder) ein geſundes Innenleben entſpräche, damit über die Arbeit der
Männer=Vereinigung das Wort geſprochen werden könne: „Ich weiß
deine Werke und deine Geduld, und daß du um meines Namens willen
arbeiteſt und biſt nieht müde worden.‟ Die mermüdliche Arbeit des
Vorſitzenden im Dienſte der Männer=Vereinigung und der Sterbekaſſe
wurde durch den Berieit gebuhrend hervorgehoben und dafür herzlicher
Dank ausgeſprocen. Der Vorſitzende ſeinerſeits dankte allen
Mitglie=
dern des Vorſtandes und ganz beſonders den Vertrauensmännern füir
ihre treue Mitarbeit — Die am 22. Juni 1922 in3 Leben getretene
enderten, daß auch uelterhin die Mikgliedergahl ſetig wächſt,
Feſol=
ders auch dunch den Beitritt jüngerer Mitglieder, ſo daß eine fernere,
ſtets wachſende günſtige Entwickelung der Sterbekaſſe getährleiſtet iſt
— Auf den am Sonntag, den 2. Januar, abeuds 8 Uhr, ſtattfindenden
mufikaliſchen Abend ſei hiermit hingewieſen und herzlich dazu
eingeladen. Herr Zahuarzt Münch, der bereits vor zwei Jahren ſih
mit ſeiner muſikaliſchen Kraft in den Dienſt eines Gemeindgabends
ge=
ſtellt hat, wird auch diesmal, von anerkannten künſtleriſchen Kräften
unterſtützt, die Vortragsfolge zuſammenſtellen, ſo daß wertvolle
Darbie=
tungen in Inſtrumental= und Geſangsvorträgen erwartet werden
dür=
fen. Auch Nichſtmitglieder ſind willkomien. — Zu der Monatsver=
Ma.denuſel” anlan. Der Jaue 2ei Kartzigelhen ucd geuff aunh
diesmal, wie in der Dezemberverſammlung, ſeine große
Anziehungs=
kraft ausüben. Auch zu dieſem Vortrag ſind Gäſte willkommen. Die
Verſammlung beginnt um 8½ Uhr pünktlich.
Die Gerüchte, daß bei der bevorſtehenden
Verwaltungs=
reform der Reichsroſt auch die Oberpoſtdirektion Darmſtadt
auf=
gelöſt werden ſolle, beſtätigen ſich. Wie wir hören, hat
tatſäch=
lich der Arbeitsausſchuß des Verwaltungsrates der Reichspoſt
folgende Oberpoſtdirektionen für die Auflöſung vorgeſchlagen:
Darmſtadt, Aachen, Trier, Bamberg, Nürnberg,
Würz=
burg, Kiel, Münſter, Gumbinnen, ferner zwei ſchleſiſche
und einige andere Direktionen im Reich.
In dieſer Aufſtellung fällt auf, daß ſich in ihr auch
Dienſt=
ſtellen des beſetzten Gebietes befinden. Soweit wir unterrichtet
ſind, ſteht die Reichsregierung auf dem Standpunkt, daß
aus politiſchen Gründen in den beſetzten und
den Grenzgebieten der alte Zuſtand belaſſen
werden ſoll. Nach der Abtrennung Oberſchleſiens wurde die
Auflöſung der Oberpoſtdirektion Oppeln in Vorſchlag gebracht.
Die Regierung lehnte das jedoch ab, weil ſie mit Rückſicht auf
die polniſchen Beſtrebungen in Oberſchſeſien für erforderlich
— Verein für das Deutſchtum in Ausland. Immer Neues hört man
ton den Vorbereitungen zum „Bunten Ball”, den die Frauenortsgruppe
am 2. Februar veranſtaltet. Den Saalbau wird man nicht wieder
erkennen. Die Dekoration der Näume iſt immer eine Sehenswürdigkeit
der „Schulvereisfeſte” geweſen. Ein bewegtes Bild wird der
Jahr=
markt zeigen. Am Schießſtand findet Ppeieſchießen ſtatt unter
Auf=
ſicht bewährter Schützen der Pridilegierten Schützengeſellſchaft. Am
Dirigentenpult wird man den Komponiſten Siegfried May ſehen, der
mit Schwung und Schneid die Büühnentänze der Schönen begleitet. Da
das Koſtümfeſt Lieblichkeit und Anmut zur Geltung bringen will, ſind
Derbheit und Rauheit der Gewandung ausgeſchloſſen. Was die Büfetts
für billiges Geld bieten, iſt ſtadtbekannt. Karten bei Konzert=Arnold,
Wilhelminenſtraße 9.
— Die Stenographenvereinigung „Gabelsberger” hielt im
Muſik=
vereinsſaale ihre Hauptverſammlung ab. Der Vorſitzende. Herr K.
Gerſt, eröffnete die Verſammlung. Der Schriftführer, Herr W. Schlicht,
gab einen Rückblick über die Tätigkeit der Vereinigung. Das abgelaufene
Vereinsjahr erhielt deshalb eine beſondere Bedeutung, weil in dieſem
Jahre das 20. Vereinsjubiläum gefeiert werden konnte. Hinſichtlich der
Unterrichtstätigkeit konnte er mitteilen, daß monatlich Anfänger=,
Fort=
bikdungs= und Redeſchriftkurſe in den Unterrichtsräumen in der
Hand=
werkenſchule, Eche Karls= und Nieder=Ramſtädterſtraße, abgehalten
wer=
den konnten, die ſämtlich einen guten Beſuch aufzuweiſen hatten.
Selbſtverſtändlich beteiligte ſich die Vereinigung auh an allen innerhalb
der Organifation abgehaltenen Wettſchreibem und hielt ſelbſt ein
Jubi=
läums=Wettſchreiben gb. Die Statiſtik ergab, daß von ſämtlichen
Wett=
ſchreibteilnehmern die Hälfte mit Ehrenpreiſen ausgezeichnet werden
konnte. Gewiß ein ſchönes Zeichen von dem zielbewußten Streben der
Mitglieder, nicht zuletzt aber auch ein glänzender Beweis für die
vor=
zügliche Unterrichtserteilung. Der Rechner, Herr H. Preſſeu, erſtattete
den Kaſſenbericht, der einen gümſtigen Abſchluß aufzutveiſen hatte. Der
vom Vorſtand vorgelegte Satzungsentwurf wurde angenommen. Die
einſtinnnige Wiederwahl des alten Vorſtandes unter Zuwahl von Herrn
Wiemer, bewies, daß die Mitglieder mit den vom Vorſtand in dem
letz=
ten Jahre getroffenen Maßnahmen voll und ganz zufriel
Beachten Sie bitte die Angebote
der Eirma
depr. Rothschild
auf den Seiten 9 und 10.
hielt, die dortige Situation durch derart einſchneidende
Ver=
änderungen nicht zu erſchweren. Infolgedeſſen berührt es
eigen=
artig, daß man auch Trier, Aachen und Darmſtadt ins Auge
faßt. Wenn auch Darmſtadt nicht ſelbſt im beſetzten Gebiet liegt,
ſo bleibt doch zu berückſichtigen, daß 40 Prozent des heſſiſchen
Staates zum beſetzten Gebiet gehören. Mit Rückſicht auf die
geplante große Verwaltungsreform erſcheint es auch verfehlt,
aus dieſem Komplex die Neubildung der Oberpoſtdirektionen
herauszubrechen, dazu in einer Form, die mit den Laſten und
Nöten Heſſens nicht in Einklang ſteht. Wie es ſcheint,
beabſich=
tigt man im Verwaltungsrat der Reichspoſt vorzuſchlagen, daß
das Darmſtädter Arbeitsgebiet von der
Oberpoſt=
direktion Frankfurt übernommen werden ſoll, während
Karlsruhe ſeinen Wirkungsbereich auf das Konſtanzer Gebiet
ausdehnen ſoll. Mitte des nächſten Monats wird der
Arbeitsausſchuß ernent zuſammentreten und
dann die Vorſchläge über die Auflöſung der Oberpoſrdirektionen
bekannt machen.
— Hiſtoriſcher Vercin. Die hieſige Ortsgruppe des Deutſchen
Sprach=
dereins lädt zum 30. Januar, abends 8 Uhy piinktlich, zu einemt
Vor=
trag, des Herrn Univerſitätsprofeſſors Dr. Götze=Gießen über die
deutſchen Zunamen ein, worauf wir unſere Mitglieder einem Wunſche
des Vorſtandes gemäß aufmerkſam machen.
— Alt=Darmſtadt. Vereinigung für Ortsgeſchichte und Heimatkunde.
Donns’stag abend 81 Uhr Vereinsabend im Eintrachtſaal,
Eliſabetheu=
ſtraße 12. Es ſpricht Hern Oberbibliotheka: Profeſſor Di. Bader
über das Thema „Heimat”. Gäſte ſind durch Mitglieder einzuführen.
— Orpheum. Heute Samstag und uiergen Sonntag iſt zunt letzten
Male Gelegenheit geboten, das fabelhafte Luſtſpiel „Dr. Stieglitz”
zu ſehen. Das ausoezeichnete Zuſammenſpiel der „Hexer”=Truppe und
der witzige, pointenreiche Text des Luſtſpiels tragen in gleichm Maße
zum durchſchlagenden Erfolge bei.
— Skikurſe des Skiklubs Darmſtadt=Odenonld. Die in den höheren
Lagen des Schwarzwaldes nugenblicklich beſtehenden ſehr gunſtigen
Schneeverhältniſſe ſichern vorausſichtlich die Durcführung des Skikurſus
für Anfünger uud Fortgeſchrittene, welcher für die Zeir vom 3. bis
11. Febr.ar 1928 unter Leitung des Herrn Gießimann auf der
Darm=
ſtädter Hitte im S kwparzivald vorgeſehen iſt. Auskunft übe= dieſen
Kurſus erteilt das Sporthaus Adelmann, wo auch weitere Anmeldungen
entgegengenommen werden. Die Aumeldungen zum Hruptſeikurſus it
beiden Kufe Fetiden aufd Au chan fclieder Felatenein.
— Leuchter=Vorträge. Der Leuchter=Verlag, Okto Reichl in
Darm=
ſtadt, einer der namhafteſten wiſſenſchaftlichen Verlage, frellt ſeine
wert=
vollen Beziehungen zu den Vertretern der geiſtigen Welt des In= und
Auslandes zur Verfügung, um der Stadt Darmſtadt eine Reihe von
Vorträgen aus allen Wiſſenſchaften zu bieten. Den erſten dieſer
Vor=
träge wird Profeſſor Dr. Edgar Dacquc aus München über das
Thema „Urwelt und Menſchheitsalter” halten, und dabei
cuch Lichtbilder zeigen. Profeſſor Dacqué iſt der Verfaſſer des Auſſehen
eruegenden, weit verbreiteten Buches „Urwelt, Sage und Menſchheit”
Der Voxtrag findet am Freitag, den 3. Februau, abends 8 Uhr, in der
Otto=Berndt=Halle der Tcchniſchen Hocſchule, Eingaug Alexanderſtraße
Nr. 2 ſtatt. Die Elutrittskarten ſind in den Buchhandlungen Müller
u. Rühle (Eliſabethenſtraße 5) Heinrich Schroth (Rheinſrraße 15), beim
Konzert=Arnold (Wilhelminenſtraße 9) und im Vertehrsbureau zu dem
Preiſe von 2,50 Mk. zu haben; für Studierende bei der Studeutiſchen
Wirtſchaftshilfe.
— Rundfunkſtunde für Heſſen. Die Stunde des Rhein=Mainiſchen
Verbandes für Volksbildnng am kommenden Sonutag von 19—20 Uhr
wird für Heſſen von beſonderer Bedeutung ſein. Anläßlich des 75.
Ge=
burtstags des Staatspräſidenten ſpricht. Herr Landtagsabgeordneter
Storck über den Staatspräſidenten Ulich, und im Anſchluß daran
hält Herr Wilhelm Michel=Darmſtadt einen Vortrag über den Geiſt
der heſſiſchen Hauptſtadt. Es iſt zu erwarten, daß dieſe Heſſiſche Stunde
im ganzen heſſiſchen Lande mit großem Intereſſe gehört werden wird.
Jahn=Ehrungen.
Schon lenge haben die umliegenden Dörfer, Städie und Großſtädte
den Turnvater Friedrich Ludwig Jahn durch Benennung einer
Straße geehrt. Darmſtadt, die heſſiſche Landeshauptſtadt, hat in dieſem
Punkt noch nicht ihre Ehrenpflicht erfüllt. Des öfteren wurde die
Stadt=
verwaltung durch die Preſſe und auch mittelſt Eingaben gebeten, eine
Jchn=Straße zu ſchaffen. Leider bisher ohne Erfolg. Dieſe Maßnahme
der Stadtverwaltung kann nicht verſtanden werden, um ſo weniger, als
unſere Stadtverwaltung den Leibesübungen reiht wohl geſinnt iſt.
Nun hat die Stadt Darmſtadt in dieſem Jahre Gelegenheit, ihrer
Pflicht zu genügen, und zwar em 11. Auguſt. An dieſem Tage feiert
man in ganz Deutſchland den 150 Geburtstag von F. L. Jahn. Am
11. Auguſt d. Js. der Landeshauptſtadt eine Jahn=Straße zu geben, wväre
eine feine Tat der Stadtverweltung.
Eine große Gemeinde wäre der Stadtverwaltung dankbar, wenn
der Gedunke einer Jahn=Straße Wirklichkeit wirde. Nicht nur die
Tun=
ner aller Gattungen, nein auch die Wanderer, Sportler und
Burſchen=
ſchafter nennen Jahn ihren Gründer oder Wegbereiter. Aber auch der
Deutſche Sprachverein und der Bund für Deutſche Schrift verehren Jahn
als einen mutigen Vorkämpfer.
Darmſtadt hat eine Reihe von Straßen mit gleichgültigen Namren,
von denen eine den Namen von F. L. Jahn erhelten könnte. Hier ſeien
genannt: Eliſabethen= Heinrich= Karls=, Wiener=, Sand=, Kaſino=,
Hermann=Straße oder Ballon=, Marien=Platz. Nur eine größere Straße
kommt in Betrerſt, keine in einem vergeſſenen Winkel!
Wer etwas über Jahn leſen will, dem ſei das vorzügliche Buch von
Fritz Eckard: „Fr. L. Jahn, eine Wüirdig ung feines Lebens und Wirkens
empfohlen. Dieſes Buch iſt im Verlag Limpert, Dresden, zu haben und
koſtet 4 Mk.
II. M.
— Für ben Hilfsverein für die Geiſtestranken wiud in dieſen Tagen
der Vertrauensmann von Darmſtodt die diesjährige Kollekte
vol=
nehuren. Was der Hilfsverein bedeutet, wonach er ſtrebt, iſt oftmals
in dieſen Blatte dargelegt worden. Er iſt kein Verein in herkömmlicher
Bedeutung, legte keine Mitgliederliſte vor, verlangt keinen
ſatzungs=
gemäßen Beitrag. Als Mitglied gilt, ohne daß ihm daraus
Verpflich=
tungen irgend welcher Art erwachſen, jedermann, der eine Gabe dem
ihn darum anſprechenden Sammler aushändigt. Ihre Höhe mag er
ſelbſt beſtimmen, nach ſeinem Können und dem Grade ſeines
Wohlwol=
lens für unſere Schützlinge. Daraus, daß er uns etvas zukommen läßt
iſt nicht eine Verpflichtung für weitere Jahre odeu ein Zwang zur
Ab=
meldung herzuleiten. Es gab einmal eine Zeit (1920), da zählten wir
faſt 63 000 Perſonen im Heſſiſchen Freiſtaat, die für uns etwvas übrig ;
hatten, unſere „Mikglieder” waren; war’s vielleicht auch nur ein Zehner,
den der Einzelne ſpendete! Ihrer find wenigeu geworden, aber immer
noch ſteht der Heſſiſche Hilfsverein an der Spitze der rund 2)
Organi=
ſationen ähnlicher Art, welche in den Ländern bzw. Provinzen ſich
gegen=
ſeitig bemühen, die ſtaatliche oder kommunale Fürſorge aus privaten
Mitteln zu ergänzen und da einzugreifen, wo jene ihre Grenze hat. Es
iſt erfreulich, feſtſtellen zu können, mit welch lebhaftem Intereſſe fo
manche unſerer Vertrauensmänner ſich bewühen, in ihren Orten ſtets
von neuem das Intereſſe für anſere Sache anzuregen. Wir könnten
kleine Ortſchaſten nennen, in denen kaum ein Haus ſich der Kollekte
ber=
ſagte, während leider andererſeits mancher größere Platz nur mit
mini=
malen Beiträgen in unſeren Liſten figuriert. In anbetracht deſſen
hoffen wir ſicher, daß diesmal auch in unſerer Hauptſtadt ſich recht vicle
opferwillige Herzen bereitfinden möchten, nach beſten Kräften
beizu=
ſteuern, damit wir die nötigen Mittel in die Hand bekommen, um auch
weiter in alter Weiſe die Aufgaben des Hilfsvereins erfüllen zu können.
Er wurde noch jingft in Wien als die beſte Organifation dieſer Art in
deutſchen Landen von den deutſchen Irrenärzten merkannt und zur
Nachahmung empfohlen; ein Lob, auf das unſer kleiner
Freiſtaat ſtolz ſein muß.
— Adukar heißt nicht „Abend der urkomiſihſten
Kano=
nen aller Raſſen”, ſondern „Aber der Unſinn kann
alles riskieren‟. Die Löfung des Adukar=Problcms, die der
Mozartverein arf ſeinem Maskenball am 11. Februar
vei=
ſuht, beſchäftigt alle denkenden Köpfe und Mydek inſtler Darmſtasts. Für
die Teilnehmer an dieſer dem Unſinn geweihten Huldigung ſei bomerkt,
duß der Unſinn auch geiſtreich ſein kann und geſthmackvoller, als viele
meinen, die ſich ſelbſt für ſinnvoll halten. Es darf nach dem ſtrengen
Beſehl des Adukar=Komitees bei dem Feſt der Ausſchaltung des
Ver=
ſtandes nichts auſtauchen, was ſih an dieſen Grundwahrheiten
verſün=
digt. Der geſchmrackloſe und geiſtloſe Unſinn mag ſich in anderen Sälen
breit machen, aber nicht im Scalbau am 11. Februar. Bel=hrungen
und Karten bei O. Titze, Eliſabethenſtraße 4.
— Die Hindenburg=Poſtwertzeichen noch bis Mai im Verkehr.
Ent=
ſprechend den Wünſchen weiter Kreiſe hat ſich das Reichspoſtminiſterium
entſchloſſen, die Hindenburg=Werszeuhen und =Poſikarten nuch b:s End=
März durch die Poſtanſtalten nach den bisherigen Beſtimmungen
ber=
treiben zu laſſen. Mit den Wertzeichen könen Poſtſendungen noch bis
Ende Mai freigeniacht werden.
— Nächſte Dampferabfahrten der Hamburg—Amerika=Linie Nach
New York: „Cleveland” ab Hamburg am 1. 2., ab Cuxhaben am
2. 2., „Hamburg” ab Hamburg am 9. 2., ab Cuxhaven am 10. 2.,
„Luoſſa”, ab Hamburg am 11. 2. (dirett), „Weſtphalia” ab Hamburg am
15. 2. (diuekt), „Nordvard” ab Hamburg am 18. 2. (direkt), „Albert
Bal=
lin” ab Hamburg am B. 2.,, ab Cuxhaven am 24. 2., Turingia” ab
Hamburg am 29. 2. (direkt). — Nach Philadelphia, Baltimore,
Norfolk: „Bockuim” am 3. 2., „Altmark” am 17. 2., „Lübeck” am 2. 3.
Nach der Weſtküſte Nordamerikas: „Duisburg” am 18. 2., „San
Franzisko” am 10. 3. — Nach Weſtindien, Weſtküſte
Zentral=
amerika: „Amaſſia” am 4. 2., „Teutonia” am 11. 2., „Ingrid Horn”
am 18. 2., „Eupatoria” am 25. 2., „Feodoſia” am 3. 3. — Nach Porto
Nico, San Domingo, Haiti, Jamaica und Santiago de
Cuba: „Minna Horn” am 31. 1., „Georgia” am 14. 3., „Mira” am
Linie: Wöchentlich ein Dampfer. — Mitgeteilt durch die Verrretuug
der Hamburg—Amerika=Linie. Darmſtadt. Luiſenplatz 1. Tel. 1308
und 1308.
Durch Zusatz ucCremeMcusc
und mild-
Suufk shäumendt
AA
(T.13
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Samstag den 28. Januar 1928
Nummer 28
Wetlerprognoſe für Februar.
Ausgegeben vom Deutſchen Zentralbureau für aſtronom. Wetterkunde,
Direktor A. M. Grimm, Bad Tölz.
Ein Wintermonat mit ziemlich gleichmäßiger Witterung. Am
un=
günſtigſten iſt die Mitte des Monats mit niedriger Temperatur ſtarker
Bewölkung und ergiebigen Niederſchlägen. In einzelnen Gegenden
wird es ſtarke Regengüſſe geben. Auch von Erdſtößen wird man hören.
Die Temperatur entſpricht einigermaßen normalen Verhältniſſen.
1.— 5. Ziemlich ruhige Wetterlage mit etwas Wind und gelegentlichem
Nebel. Beſonders die zweite Hälfte iſt angenehm.
6.—10. Eine Periode mit ziemlich gleichmäßig verteiltem Schneefall
bei niederer Temperatur.
11.—15. Anfangs ruhig und angenehm, dann ſtärkere Niederſchläge.
16.—20. Feuchtes Wetter mit vielem Nebel, beſonders in der erſten Hälfte,
dann angnehmer.
21.—25. Beginnt angenehm bei mäßiger Temperatur, welche im Verlauf
etwas ſinkt. Mäßige Niederſchläge in Form von Schnee.
26.—29. Eine Periode mit geringen Niederſchlägen und etwas erhöhter
Temperatur.
p.* Bezirksſchöffengericht. Wegen fahrläſſiger Tötung hat ſich ein
Fabrikarbeiter von Bonsweiher zu verantworten. Die Anklage legt ihm
zur Laſt, am 31. Dezember 1927 zu Nieder=Liebersbach durch
Fahrläſſig=
keit den Tod des Hch. Schmitt von Nieder=Liebersbach verurſacht zu
haben, indem er ihn aus Unvorſichtigkeit mit einem Browningrevolver
erſchoß. Erſt in der Weihnachtswoche hatte ſich der Angeklagte den
Revolver für 26 Mark gekauft. An Silveſter begab er ſich nach Nieder=
Liebersbach, wo er ein Verhältnis mit einem Mädchen unterhält.
Un=
glückliches unvorſichtiges Hantieren mit der Waffe hat wieder einmal,
wie ſo oft, ein großes Unglück herbeigeführt. Der Angeklagte hat den
Revolver nicht entſichert gehabt. Der Bürgermeiſter von Nieder=
Liebers=
bach ſtellt dem Angeklagten wie dem Getöteten, die beide gut befreundet
waren, ein gutes Zeugnis aus. Die Sektion ſtellte einen Durchſchuß
durch den Bruſtraum feſt, Lunge und Herz waren getroffen. Der Tod
mußte in kurzer Zeit eintreten. An den Kleidern waren keine
Ver=
brennungsſpuren zu bemerken. Der Staatsanwalt beantragt 6 Monate
Gefängnis, wegen unerlanbten Schießens 30 Mark Geldſtrafe. Der
Ver=
teidiger bittet, nicht über zweieinhalb Monate Gefängnis hinauszugehen
und das Geldſtrafengeſetz anzuwenden. Das Urteil erkennt auf 6 Monate
Gefängnis und 30 Mark Geldſtrafe. Die Waffe wird eingezogen.
*p. Große Strafkammer. Von dem Gerichte hatte ſich F. W.
Lun=
kenheimer in Sprendlingen wegen Betrugs zu verantworten. In
erſter Inſtanz hatte er (vgl. Nr. 268 vom 27. Sept. 1927) zwei Monate
Gefängnis erhalten. Auf von der Staatsanwaltſchaft und dem
Ange=
klagten erhobene Berufung wurde die Strafe auf einen Monat Gefäng
nis herabgeſetzt, im ſibrigen wurden die Berufungen verwörfen. Das
Urteil iſt rechtskräftig.
Polizeibericht. Einbruchsdiebſtahl. Am 25. Januar
1528, ziviſchen 16 und 18 Uhr, wurde während der Abweſenheit des
Wohnungsinhabers in die Parierrowohnung eines Hauſes im Grünen
Weg eingebrochen und nachſtehend aufgeführte Sachen entwendet: Ein
braunvioletter Herrenanzug, eine dunkelgraue geſtreifte Hoſe, ein grauer
Herrnhur mit ſilbergrauem Band, ein Paar Heurnſchnürſtieſel, Gr. 43,
ein Paar Damenſchnürſchuhe, ein Goerz=Fernglas und ein
Photo=
graphenapparat, Marke „Ikarette” 6X6. — Fahrraddiebſtähle.
In den letzten Tagen wurden na=hſtehende Fahrräder geſtohlen: Ein
Herrnfahrrad, Marte „N.S.II.‟, Nr. 417 084, ein Herrnfahrrad, Marke
„Naumann”, und ein Damenfahrrad, Marke „Avera”, Nr. 126 031.
Per=
ſonen, di= zur Auftlärung dorgenannter Diebſtähle fachdienliche
Au=
gaben machen können, werden gebeten, der Kriminalabieilung Nachricht
zu geben. —— Feſtnahmen. Bei der Reviſion eines Gaſthauſes
Eerfſicheue Ranen Se. ſich Ferte. Fch. Wuchue elalbere auf dure
feſtgeſtellt werden, daß es ſich bei dem Feſtgenommeuen um den Arbeiter
Franz Knaub, geboren am 12. Januar 1306 zu Münſten in Weſtfalen,
handelte. Knaub wird von der dortigen Staatsanwaltſchaft wegen
Unterſchlggung geſucht. Er wurde dem Amtsgericht zugeführt und kam
in Unterſuhungsheft. — Wegen Bannbruchs wurde der Packer Auguſt
Nößler aus Straßburg feſtgenommen. — Unglücksfall. Am=
Güterbahnhof ereignete ſich geſtern vormittag beim Umladen eines etwa
40 Zentner ſhweren Steines von einem Waggon auf ginen
Laſtkraft=
wagen ein bedauerlicher Unglücksfall, dem der 15jährige Maurerlehrling
Philipp Jäger aus Pfungſtadt zum Opfer fiel. Der Stein wurde
mit=
tels Hebefrans aus dem Waggon gehoben und über den Laſtwagen
ge=
bracht. Um für den Stein die richtige Auflage zu bekommen, mußte
der Laſtwagen einva ½ Meter zurückgeſchoben waden. Der Verun=
Schriftſteller und Bergſteiger Dr. Julius Kugy aus Trieſt am Samstag,
den 4. Februar, abends 8 Uhr, im Feſrſaale des Ludwig=Georg=
Gym=
naſiums einen Vortrag aus ſeinem Beigſteigerleben mit eigenen
Licht=
bildern halten wird.
Kunſtnotizen.
Ueber Werte, Rünfler oder künſtleriſche Veranſialtungen, deren im Nachſſehenden Gruchnuns
geſchieht, behält ſich die Redaliion ihr Urteill vor
frage ſehr rege iſt, denn es iſt jedermann intereſſiert, über dieſe
Streit=
frage Aufſchluß zu bekommen. — Marion zeigt praktiſche Verſuche, und
dies unterſcheidet dieſen Vortrag von anderen! Wir ſollen nicht nur
neue Naturgeſetze erfahren, ſondern ſollen durch Vorführungen Beweiſe
erhalten. Eintrittskarten bei Hch. Arnold, Wilhelminenſtraße 9. Preiſe
der Plätze 1—2,50 Mark.
dier die Kinkeril. Die Ldeſgerin Marta duns hatr in den leten
Zch=
ten berechtigtes Aufſehen erregt. Solch durchfühltes und direhlebles
Ebennaß der Darſtellung wird von wenigen erreiſſt.
Lokale Veranſtaltungen.
* Ehemalige Schüler der Maſchinenbauſchn;
Daumſtadt. Wir derweiſen nochmals auf die heute abend, 8 Uhr,
im Reſtaurant Sitte, Knrlſtr., ſtattfindende Gründungsverſammlung.
— Auf die Einladung der Hauptgruppe Darmſtyot der Kam.
Ver=
einfgung ehem. Heſſ. Garde=Dryoner 23 zur Generalder
ſammlung im Inſeratenteil wird hingewieſen.
— Liedertafel=Maskenball am 1. Februaz 1928:
„E
(Guchſchulauswveis erforderlih) und für die Mitgliedskarten. Soweit
Mitglieder noch nicht im Beſitze der neuen Mitgliedskarten oder
Damen=
beikauten für 1928 ſind, können ſie bei dem Sihatzmeiſter des Vereins,
Fr. Hofmann, Hügelſtraße 9, bezogen werden. (Siehe Anzeige.)
Der Liederkxanz=Maskenball am Sonntag, den
12. Februar, abcnds 7,11 Uhr, in ſamtlichen Näumen der Vereinigien
Gcſellſchaft iſt wiederum ein Ereignis des Karncvals 1928! (Näheras
ſiehe Anzeige.) — Ferner machen wir nochmals alle unſere Mitglieder
auf die Hauorberſammlung am Sonntag, den 29. Januar, nachmittags
4 Uhr, im Veveinslokal „Zur Krone” aufmerhſam.
— Deutſchorden. Kommende Darmſtadt. Montag,
den 30. Januar 1928 abends 8,30 Uhr: Mciſterſchaftskazitel in
Treuenau. Nächſter Kommendeabend bei „Sitte” am Freitag, den
3. Februar 1928. Hienbei ſpricht Hauptmann a. D. Moſer über das
Friedensdiktat von Verſailles (mit Lichtbildern).
Tageskalender für Samstag, den 28. Januar 1928.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 19½ Uhr, Ende
22 Uhr: „Der Diktator”, — Kleines Haus, Anfang 19½ Uhr, Ende
22 Uhr: „Der Opernball”. — Orpheum, Anfang 20 Uhr: Dr.
Stieglitz”. — Konzerte: Hotel Schmitz, Schloßkaffee, Weinhaus
taxim, Groß=Darmſtadt, Rheingold, Landsberg, Alte Poſt,
Wald=
ſchlößchen, Bockshaut, Bismarkeck, Zentral=Hotel, Reichshof, Reichs=
Kinovorſtel
nz=Thegter,
chtſpiel
Aus Heſſen.
Starkenburg.
4a. Eberſtadt, 27. Jan. Das gemarkungsweiſe Umpfropfen der
Obſtbäume in der Gemarkung Eberſtadt iſt, wie zuverläfſig verlautet,
geſichert. Es werden nämlich rund 200 Obſtbäume umgepfropft werden.
Eine beſondereKemmiſſion iſt bereits mit den nötigen Vorarbeiten
he=
traut worden. Für die heimiſche Obbaumzucht wird das Umpfropfen von
großer Bedeutung ſein.
* Eberſtadt, 27. Jan. Der Geſangverein „Germania” hält
ſeinen großen Faſtnachtsrummel ab. Derſolbe findet am
Faſtnachtsſonn=
tag, den 19. Februar, im Bergſträßer Hof (Fiſcher) ſtatt. Alles Nähere
erfolgt in dieſer Zeitung ſpäter:
4a. Pfungſtadt, 27. Jan. Die Stadtkaſſe Pungſt. d: macht
darauf aufmerrſam, daß die Bekräge für Alektriſihen Strom und
Zähler=
miete vonn Januar 1928 bis zum 10. Februar zu entrichten ſind. — Die
Militärverſorgungsgebühren für den neuen Monat
werden am Samstag bis mittags 12 Uhr von der Poſtanſtalt ausgezahlt.
— Auch hier wieder Schulſpeiſungen. Dieſer Tage ſind
bier wieder die Schulſpeiſungen aufgenommen ſvorden. An den
Schul=
ſpeiſungen nehmen Kinder teil, die durch ärztliche Unterſuchungen
feſt=
geſtellt worden ſind. Es handelt ſich um etwa 130 Kinder aus den
ver=
ſchiedenen Klaſſen. — Der Radfahrerklub „Union” hält ſeine
diesjährige ordentliche Generalverſammlung am Samstag abend (22.
Januar) ab. Sie findet im Vereinslokal Meſſer in der Waldſtraße ſtatt.
42. Eſchollbrücken, 27. Jan. Theaterabend. Am Sonntag,
jängerluſt” in der Turnhalle
Hahn wurde vom Dobermannpinſcherverein, Sitz München=Gladbach
mit der Goldenen Verbandsehrennadel ausgezenhnet.
(. Ober=Ramſtadt, 27. Jan. Nutzholzverſteigerung.
Nächſten Dienstag, den 31. ds. Mts., findet im hieſigen Gemeindewald
wiederum eine Nutzholzverſteigerung ſtatt und zwar in Eichelberg 19.
Zuſammenkunft in den Breitenſtein=Fichten. Zum Ausgebot kommen 211
Fichten=Stämme der Klaſſen Ib—IIIb. Nähere Auskunft durch Förſter
Trautmann, Ober Ramſtadt. (S. Anzeige in der heutigen Nummer.)
— Die evangeliſche Sterbeporſorge Heſſen — eingerichtet
vom Heſſiſchen Landesverein für Innere Miſſion — welche die
Gewäh=
rung eines Sterbegeldes für ihre Mitglieder je nach der Höhe der
Bei=
tragsleiſtung bezweckt, hat auch hier bereits eine beträchtliche
Mitglieder=
zahl erreicht. In zuei Fällen ſpurden nun ſchon Verſicherungsſummen
ausgezahlt. Aufnahmefähig ſind Perſonen bis zum 80. Lebensjahre,
ſofern ſie geſund ſind. Der niedrigſte Monatsbeitrag beträgt 50 Pfg.
Nähere Auskunft erteilt und Anmeldung nimmt entgegen Herv Heinrich
Henkel, Bauſtraße 23.
Bs. Groß=umſtadt, B. Jan. Wanderausſtellung. In der
Zeit vom 17. bis einſchl. 22. März kommt die Wanderausſtellung über
Geſundheitspflege und ſoziale Fürſorge auch in unſere Stadt. Da
dieſelbe außerordentlich intereſſant und für die allgemeine
Geſundheits=
pflege von großer Wichtigkeit iſt, machen wir ſchon jetzt darauf
auf=
merkſam. Außerdem iſt es wünſchenswert, daß alle Vereine während
dieſer Zeit von Veranſtaltungen anderer Art Abſtand nehmen. —
Evangeliſcher Bund. Ter letzte Sonntag abend verſammelte die
Mitglieder des Ebangeliſchen Bundes im Gaſthaus „Zur Krone” zu der
diesjährigen Haupwerſammlung der hieſigen Ortsgruppe. Der
Vor=
ſitzende, Herr Pfarrer Hartmann, eröffncte die außerordentlich ſtark
beſuchte Verſammlung mit herzlichen Begrüßungsworten und erſtattete
gleichzeitig den Jahresbericht. Nachdem der Rechner, Herr Kern, die
Rechnung über das abgelaufene Vereinsjahr vorgelegt hatte, erteilte
der Vorſitzende dem Herrn Pfarxer Zilles=Seligenſtadt das Wort. Dieſer
entwauf auf Grund einer gemachten Studienreiſe, welche er nach
Amerika unternommen hatte, ein anſchaubiches Bild über die kulturellen,
ſozialenr und kirchlichen Verhältniſſe der neuen Welt, dem Lande der
unbegrenzten Möglichkeiten Hiernach entſprechen die dortigen
Ver=
hältniſſe und Zuſtände ganz und gar nicht den Vorſtellungen, die man
ſich im allgemeinen von dem Lande der „Freiheit” macht. Freiheit wohl
inbezug auf Ungeſchliffenheit und Rückſichtsloſigkeit, aber nicht den
Geſetzen gegenliber. Soziale Hilfe und Fürſorge auf geſetzlichem Wege
gibt es nicht. Hier gilt der Grundfatz: Schwimme, wer ſchwimmen kann!
Arbeite, oder gehe zu Grunde! — Der Kirchengeſangverein als getreuen
Gefährte des Bundes, trug durch den Vortrag zweier gemiſchter Chöre
zur Verſchönerung bei. In dem Schlußwort, das von Heurn Pfaurer
Thaer geſprochen wurde, drückte derſelbe dem Redners des Abends ſowie
auch der Dirigentin des Kirchenchors, Frau Abels, die an dieſem Abend
den Tak’ſtock zum letzten Male geſchwungen hatte, den Dank des
Vereins aus. In der nächſten Zuſammenkunft wird Herr Pfurrer
Bern=
beck=Hofheim über ſeine Reiſeeindrücke und Erlebniſſe in Aegypten und
Paläſtina ſprechen.
— Niedernhauſen i. Odw., R. Jan. Man ſchreibt uns: Am B.
Ja=
nuar 1928 feiert der Veteran und Kriegsinvalide Johanm Adam Schwebel
ſeinen 80. Gebu stag in körperlicher und geiſtiger Friſche. Als
Schmiede=
geſelle wurde er 1869 zur 1. Schwerbatterie des Heſſ. Artillerieregiments
Nr. 25 eingezogen, mit der er auch am Kriege 1870/71 teilnahm. In der
Schlacht bei Gravelotte am 18. Auguſt 1870 wurde er am rechten
Ober=
arm verwundet, der Heimat zugeführt und als Invalide entlaſſen. Seine
Söhne mußten im Kriege 1914—1918 zur Fahne und kämpften auf allen
Fronten, auch auf hoher See. Seinem dritten Sohn, mußte er dem
Vaterlande opfern. In dieſer Zeit war der Jubilar trotz ſeiner Oben
armvevwundung geztungen, erneut zum Pflug und Hammer zu greifen,
um dem Vaterlande dienſtlich zu ſſein. Seine ſpärliche Invalidenpente
wurde ihm auf die Hälfte gekürzt; und ſo verlebt ein Kriegsinvalide
aus dem deutſchen Reichsgründungskriege einen traurigen Lebensabend.
Die Aufgaben der Kreisfürſorge.
(Nachdruck erlaubt!
Die Aufgaben der Familienfürſorge haben ſich ſeit ihrer Einführung
in Heſſen ſeit 1912. nach den derſchiedenſten Richtungen hin erweitert.
Ausgegangen iſt die Fürſorge in Heſſen von der Säuglingsfürſorge.
Hier tritt dieNotwendigkeit der vorbeugenden Fürſorge am klarſten zutage.
Nicht erſt der Krankheitsfall ſoll erfaßt und in ärztliche Behandlung
ge=
bracht werden, ſondern der geſunde Menſch ſoll durch Aufklärung und
Belehrung darauf hingewieſen werden, ſich bewußt gegen vermeidbare
Gefundheitsſchädigungen zu ſchützen. Die Erkenntnis, daß Vorbeugen
beſſer als Heilen, dringt erſt nach und nach in das Volksbewußtſein ein.
Die Aufgabe der Kreisfürſorgeſchweſter iſt im Kampf gegen Vorurteile
und althergebrachte Unſitten immer wieder auf die Grundforderungen
Einer geſunden Lebensweiſe hinzuwirken und ſie praktiſch zur
Durchfüh=
rung zu bringen. Dazu dienen die Mutter= und
Säuglingsberatungs=
ſtunden. Der Erfolg dieſer Tätigkeit zeigt ſich am beſten darin, daß in
Heſſen, während im Jahre 1906 die Säuglingsſterblichkeit 15 Prozent
betrug, ſie im Jahre 1926 auf 6,7 Prozent geſunkem iſt.
Auch die Tuberkuloſe, die infolge der immer noch vorhandenen
Wohnungsnot auf dem Lande, weite Verbreitung findet, erfordert eine
ſehr eingehende Ueberwachung, in der vor allen Dingen über die
An=
ſteckungsgefahr aufgeklärt ſerden muß. Die regelmäßig ſtattfindende
Tuberkuloſeberatung erteilt Nat. Auskunft, Hilfe, veranlaßt auch die
Durchführung von Heilverfahren.
Die immer noch beſtehende, in Nachwirkung der ſchweren
Inflations=
jahre auch auf dem Lande vorhandene Rachitis, hat eine durchgreifende
Krüppelfürſorge gefordert, die in den unentgeltlichen Beratungen in
Darmſtadt, Main=, Gießen, ſtattfinden. Durch rechtzeitige, ſachgemäße
Behandlung, werden ſelbſt ſehvere Wachstumsſtörungen beſeitigt und
damit den von ihnen betroffenen Kindern und Jugendlichen eine ſpätere
Erwerbstätigkeit ermöglicht.
Eßenſo verlangt die Schulfürſorge, die bisher nur in den Städten
füüt matiſch durchgeführt wurde, nach ärztſicher Feſtſtellung in den
Land=
gemeinden, durchgreifende Fürſorgemaßnahmen. Auf Anregung und
Mitwirkung der Kreisfürſorgeſchweſter wurden in vielen Orten Solbäder,
Walderhölungskuren mit Verabreichung der Kinderſpeiſung durchgeführt.
Außerdem wird dafür Sorge getragen, daß die Kinder an Erholungs=
und Solbäderkurem teilnehmen. Die Beaufſichtigung der Berufsmündel,
die infolge der Einführung der Amtsvprmundſchaft auf Grund des
Reichsjugendwohlfahrtsgeſetzes außerordentlich viel Mehrarbeit bietet,
geſchieht auch durch die Kreisfürſorgeſchweſter. Ebenſo die Uebernahme
des Unterrichts in Geſundheits= und Säuglingspflege in den Mädchen=
Fortbildungsſchulem auf dem Lande.
Die vergangenen, hinter uns liegenden Jahre, haben uns Deutſche
gelehrt, daß nur eine geſunde Gemeinſchaft auch Geſundheit und
Wohl=
ergehen des Einzelnen bedeutet, daß der Kampf gegen die
Volkskrank=
heiten nicht nur eine Angelegenheit der Aerzte und der Wiſſenſchaft iſt,
ſondern der Allgemeinheit, des praktiſchen Handelns und Wandelns im
Alltag.
Das Schwergewicht der Arbeit der Kreisfürſorgeſchweſter liegt in
der Verbreitung dieſer Erkenntnis. Dieſe nur kurz angedeuteten Gebiete
zeigen die vielfachen Aufgaben, die der Kreisfürſorgeſchweſter obliegen
und laſſen auch die Schwierigkeitem erkennen, die nur durch völlige
Hin=
gabe mit allen Kräften gelöſt werden können. Die Schweſter muß
aus=
gerüſtet ſein mit Sachkenntniſſen und Erfahrungen auf dem Gebiete der
Volkskrankheiten ſowohl, wie der zu ihrer Bekämpfung erlaſſenen
Ge=
ſetzgebung. Deshalb muß die Schweſter den Beſuch einer ſtaatlichen
Krankenpflegeanſtalt und einer Wohlfahrtsſchule nachweiſen.
Es iſt zu hoffen, daß ſich mit den immer wachſenden Aufgaben mit
der Zeit die Anſtellung weiterer Fürſorgeſchweſtern durchſetzt.
* Roßdorf, 27. Jan. Am Sonntag, den 29. ds. Mt., hält der hieſige
Turnberein im Saale zur Sonne ſeine erſte und einzige große
Da=
men=und Herrenſitzung ab. Da alle aus den Vorjahren beſtens
bekannten Kräfte auch dieſes Jahr wieder mitwirken werden, dürfen die
Beſucher einige frohe Stunden eruarten, um ſo mehr, als keine Mühe
und Arbeit geſcheut wurde, um dieſer Veranſtaltung, die pünktlich
um 20 Uhr 11 Minuten ihren Anfang nimmt, einen echt karnevaliſtiſchen
Anſtrich zu geben. Als nächſte karnevaliſtiſche Veranſtaltung folgt dann
am 18. Februar, ebenfalls in ſämtlichen Räumen des Gaſthauſes zu=
Sonne, ein großer Maskenball.
Bk. Groß=Zimmern, 27. Jan. Unſere Heimatgemeinde ſteht ſeit
dem 7. Januar ds. Js. im Zeichen des Faſchings und des Prinzen
Karneval. Im Mittelpunkt der Veranſtaltungen ſteht der Maskenball
des Männergeſangvereins Groß=Zimmern, der am
kommen=
den Samstag, den 28. Januar, im Saalbau Auguſt Pullmann ſtattfindet.
Vorarbeiten bereits den endgültigen Abſchluß der Dekoration
durch=
blicken laſſen. — Am 2. ds. Mts. wanderte das jung vermählte
Ehe=
paar Heinrich Held 17. und ſeine Ehefrau Helene, geb. Romig nach
Amerita aus. Zahlreiche Freunde und Bürger der Gemeinde hatten
ſich am Bahnhof verſammelt, um ihm die beſten Glückwünſche für ſein
weiteres Wohlergehen in der Neuen Welt mit auf den Weg zu geben. —
In Nr. 25 unſerer Zeitung iſt ein Druckfehler unterlaufen inſofern es
heißen muß: Herr Lehrer Poth als Sprecher des Deutſchen Turnvereins
und nicht Herr Lehrer Roth.
BR. Dieburg, 27. Jan. Das heſſiſche Miniſterium genehmigte den
Karnebalsumzug am Faſtnacktdienstag durch die Straßen der hieſigen
Stadi. Der hieſige Karnedalderein ſcheut deshalb auch keine Mühe um
den alten Brauch wieder herzuſtellen. Von allen umliegenden
Ortſchaf=
ten kamen Hunderte don Zuſchauern. Um auch dieſes Jahr den
Her=
beieilenden, ſowie den Einwohnern Dieburgs etwas Impoſantes zu
bie=
ten, bitten wir alle Vereine, Innungen ſowie einzelne Gruppen, ſich an
dem Umzug zu beteiligen.
* Brensbach, 27. Jan. Nächſten Sonntag, den 29. Januar, hält der
lieſige Krieger= und Militärverein ſeinen Jahresball bei Kamerad
Friedrich („Zum Odenwald”) ab. — Sonntag, den 5. Februar, nachmit
tags 2 Uhr, hält der Bezirk „Reinheim—Reicheſsheim” der
Kriegerkame=
radſchaft H=ſſia bei Kam. Opper (Gaſthaus „Zur Poſt”) ſeine
Beziuks=
verſammlung für Kriegsbeſchädigte und Hinterbließene ab, in welcher
der Vorſitzende des Landesverbandes, Herr Kam. Ihrig, einen Vortrag
über das neue Verſorgungsgeſetz halten wird.
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EPH. Fränkiſch=Crumbach, 26. Jan. Die Esangeliſche Volksgemein
ſchaft beabſichtigt in den Tagen vom 28. bis 30. Januar dahier eine
Werbetagung abzuhalten. Mit dieſer ſoll die bis jetzt noch
vernach=
läſſigte Werbetätigkeit in der Provinz Starkenburg beginnen. Es wird
eine rege Anteilnahme aus der ganzen Umgegend erwartet.
Al. Höchſt i. Odenw., 26. Jan. Reichsgründungs=Fefer.
Der Deutſch=Orden Kommende Höchſt i. O. veranſtaltete im feſt’ich
ge=
ſchmückten Saale des Hotels „Zur Poſt” eine in allen Teilen glänzend
verlaufene Reichsgründungsfeier. Schon lange vor Beginn war der
geräumige Saal dicht beſetzt. Nach einem von Frl. Anna Weigel ſehr
ausdrucksvoll vorgetragemen Prolog ergriff der Komtur der Kommend:
Höchſt, O. B. Schlich, das Wort. In großen Zügen wies er auf die
Ziele und Beſtrebungen des Deutſch=Ordens hin, wvelcher, über den
Pai=
teien ſtehend, wvahre Vaterlandsliebe, treue Brüderlichkeit und echie
Kameradſhaft pflegt, verherrliclſte unſeren großen Kanzler Bismaick,
brachte ein „Hoch” auf den greiſen Reichspräſidenten von Hindenburg
aus und begrüßte hierauf die Anweſenden, insbeſondere die Gäſte aus
Darmſtadt, Ordensmeiſter Mafer a. D. Appuhn, Großkomtur Obe:ſt
a. D Mootz. Es folgte der gemeinſame Geſang des Ordensliedes durch
die Ordensbrüder. Das von O. B. Flath meiſterhaft vorgetragene
Ge=
dicht Das neue Deutſchlandlied” fand lebhaften Beifall. Hicrauf
ei=
griff O.B. Reehnungsrat Schneider, Darmſtadt, zu einem etwa
einſtün=
digen Vortrag das Wort. Mit Begeiſterung ſangen hierauf die
An=
weſenden ſtehend das Deutſchlandlied. Stürmiſcher Applaus dankte
dem Redner für ſeine zu Herzen neehnden Worte. Das anſchließend
zur Aufführung gebracbte hiſtoriſ he Schauſpiel „Getreu bis in den Ted‟
fand ungeteilten Beifall.
1r. Seckmauern, 25. Jan. Der hieſige Geſangverein
Ein=
tracht hat ſeinen Theaterabend zum zweiten Male veranſtaltet.
Das Haus war recht gut beſetzt, auch die Aufführung war nochmals von
vollem Erfolg gekrönt. Neben dem luſtigen Schwank „Die
Wunder=
ſpritze” ging das Odenwälder Volksſtück „De Herſchewerts Kunrad” über
die Bretter. Die Hauptrollen lagen in vortrefflichen Händen, und auch
alle übrigen haben ſich gut, zum Teil glänzend bei Erfüllung ihrer Auf=
zugute kommt.
I. Steinbach i. Odw., bei Michelſtadt, 26. Jan. Die Lehrer der
Volksſchule zu Steinbach hatten die Eltern der Kinder und Freunde
der Schule zu einem Elternabend im großen Saale des Gaſthauſes
„Darmſtädter Hof” (L. Glaubrecht) eingeladen. Bereits um 7 Uhr war
der Saal überfüllt. Neben Geſängen und Reigen kam das Märchenſpiel
„Schnecwittchen” und ein luſtiger Schwank von Hans Sachs „Der
Krämerskorb” zur Aufführung. Mit reichem Beifall wurden die
Dar=
bietungen aufgenommen, hatten doch die Kinder ihr Beſtes gegeben, um
den Eltern nach den Sorgen des Alltags ein paar frohe Stunden zu
bereiten. Da wegen Ueberfüllung des Saales viele umkehren mußten,
wurden die Darbietungen am folgenden Abend wiederholt. Auch hier
bewies der übervolle Saal, weſch großes Intereſſe man der guten Sache
entgegenbrachte. An beiden Abenden konnte ein wirklich gutes Verhält
nis zwiſchen Lehrern, Kindern und Eltern feſtgeſtellt werden. Der
Reinertrag der Veranſtaltungen ſoll der Grundſtock für die ſpätere Aue
ſchaffung eines Lichtbildapparates für die
rt
ihr Jahresfeſt, bei dem ein auserleſenes Programm den Beſuchern einme
inhaltsvolle Stunden deutfchen Männergeſangs bieten wird. Der neue
Leiter des Vereins, Herr Herbert=Darmſtadt, den derſelbe für ſeinen
im verfloſſenen Jahr durch Tod verlorenen langfährigen verdienten
Dirigenten, Herrn A. Krenkel, gewinnen konnte, dürfte volle Gewahr
hierfür bieten. — Die Veranſtaltung findet in dem Saale des
Vereins=
lokals „Darmſtädter Hof” ſtatt.
„Nummer 28
Samstag den 28 Januar 1928
Seite 7
25 Jahre Städteordnung in Bensheim.
Ay. Bensheim, 27. Jan Aus der Stadtverordneten=
Berſammlung. Am 1. Januar 1988 wamen es B Jahre her, ſeit=
Ddem die „Städteordnung in Bensheim eingeführt worden iſt. Dieſen in
Der neueren Geſchichte der Stadt bedeutſamen Gedenkag nahm
Bürger=
meiſter Dr. Angermeier zum Anlaß, um in der Sitzung der
Stadt=
werordnetenverſammlung vom 26. Januar in großen Zügen einen Ueber.
Blick über das erſte Vierteljahrhundert ſtädtiſcher Kommunalpolitik in
Bensheim zu geben. Der feſtliche Schmuck des großen Sitzungsſaales
nvie der Umſtand, daß die Herven der Stadtverwaltung wie die
Stadt=
werordneten im ſchwarzen Rock erſchienen ſind, hebt den außergewöhn=
Tichen und feierlichen Charakter dieſer Sitzug beſonders hervor.
Fünf=
urndzwanzig Jahre der jüngſten Bensheimer Geſchichte, Zeiten des Auf=
Ftiegs, des wirtſchaftlichen und kulturellen Fortſchritts der aufſtrebenden
Kreisſtadt an der heſſiſchen Bergſtvaße ziehen an dem geiſtigen Auge der
(Hörer vorüber, eigene Erinnerungen und Miterlebniſſe im Gedächtniſſe
wwachrufend. Dieſe ſchon bereits vor der Jahrhundertwende einſetzende
ufſteigende Entwicklung hatte im Jahre 1902 den Uebergang zur
SStädteordnung nabegelegt, ein Schritt, welcher — es darf dies heute
Vchon geſagt werden — für die fortſchrittliche Entwicklung der Stadt
Vüiberaus ſegensreich geweſen iſt. Die Einführung der Städteordnung
machte es möglich, an die Spitze der Stadwverwaltung Männer zu
be=
rufen, die, dank ihrer fachlichen Vorbildung wie ihrer Erfahrung, ebenſo
esber auch dank der Unabhängigkeit, die ihnen ihre feſte,
beamten=
rnäßige Stellung verlieh, mit Tatkraft und Unternehmungsſinn kraftvoll
Die Geſchicke der Stadt in die Hände nahmen. Sinnfälliger Beweis des
Alufſtiegs der jungen Stadtgemeinde war die von Jahr zu Jahr wachſende
Susdehnumg des Stadtgebietes wie die künſtleriſche Verſchönerung des
Stadtbildes, deſſen Pflege man ſich beſonders angelegen ſein ließ. Auch
Ses wirtſchaftlichem Fortſchritts, der ja den kommmalpolitiſchen Aufſtieg
weſentlich mitbedingt, wird gedacht und das beſondere Intereſſe der
Stadtverwaltung hieran dargetan. Mit einem ehrenden Gedenken an
all die Männer, die ſich um das Wohl, der Stadt verdient gemacht
haben, endete dieſer von der Liebe zu Stadt und Heimat durchwirkte
Rückblick. — In die allgemeine Tagesordnung eintretend, gibt der
Bür=
germeiſter, einer in Bensheim üblichen Gepflogenheit folgend, den
Jah=
resbericht der Verwaltung für das abgelaufene Kalenderjahr. Der
„Bensheimer Woche” wird nochmals gedacht und mit Genugtuung ein
kleiner finanzieller Ueberſchuß (1) ihnrer Abſchlußrechnung feſtgeſtellt.
Die Fertigſtellung eines neuen Reichsbankgebäudes in der Wilhelmſtraße
wie die auftrebende Entzwicklumg der neubegründeten, im Rodenſteiner
Hof untergebrachten Sparkaſſenrechnungsſtelle Bensheim fallen als
be=
deutſame und erfreuliche Geſchehniſſe, in das abgelaufene Jahr 1927.
Auf der anderen Seite ſind allerdings immer noch Wohnungsmangel
und Arbeitsloſigkeit äußerlicher Ausdruck unſerer wirtſchaftlichen
Not=
zeit. — Ein Nachtrag zum Ortsbaublan für die Gegend Garten= und
Baumſchulſtraße, ebenſo wie eine unbedeutende Fluchtliniemneufeſtſetzung
Ecke Grieſel= und Augartenſtraße wie ſie durch die Erbauung einer
Transformatorenſtation bedingt iſt, finden ihre debatteloſe Genehmi
gung. — Erfreulich iſt die Mitteilung, daß die Kommunale Landesbank
jetzt in der Lage iſt, der Stadt einen Kredit von 60 000 RM. zur
Ver=
fügung zu ſtellen, wodurch die Ausführung ſchon früher ſtadtſeits
be=
ſchloſſener Flachbauten ermöglicht wird. — Ein Kurioſum dieſer Sitzung
war es übrigens, daß in ihr kein einziger Stadtverordneter das Wort
ergriff. Trotz des feſtlichen Charakters hatte ſich übrigens auch nur ein
einziger Zuhörer eingefunden. — Zum Schluſſe der Sitzung bereinte ſich
das Kollegium zu einem kleinen Ehrentrumk, ebenſo wie auch den
Ver=
tretern der Preſſe — es ſei lobend anerkannt — eine Weinſpende
aus den ſtadteigenen Kreſzenſem dargericht wunde.
b. Grbach i. O., 27. Jan. Rafenſport. Am Sonntag, den 29.
Ss. Mts, treffen ſich die 1. Mannſchaft der Handballabteilung des Turn=
Sereins Erbach 1860 und die 1. Mannſchaft des V. f. L. Michelſtadt zu
einem Verbandsſpiel in Erbach. Spielbeginn 3½ Uhr. Die 1.
Jugend=
emannſchaft Epbach tritt gegew die gleiche Michelſtadts in Michelſtadt zu
Sinem Geſellſchaftsſpiel an. — Auch im Fußballſviel dürfte den Freun=
Gen desſelben Gutes gezeigt werden. Dem V. f. N. iſt es gelungen, die
U. und 2. Jugendmannſchaft des Fußballvereins Fechenheim gegen
ſumſere 1. und 2. Jugendmannſchaft zu gewinnen. Die 1. Mannſchaft des
V. F. N. Enbach tritt zu einem Verbandsſpiel gegen die gleiche
Mann=
ſichaft Beerfelden m Beerfelden an.
b. Erbach i. L., B. Jan. Generalverſammlung des
Schützenvereins. Der Schützeuverein Erbach hielt ſeine
General=
erſammlung im Vereinslokal „Zur Stadt Erbach” ab. Den Jahres=
Sericht gab der 1. Vorſitzende, Herr Stellwag. Nach ſeinen Ausführun=
Hen iſt nunmehr die Erbauung des neuen Standes auf dem neuen Sport=
Solatz durch die Stadt Erbach geſichert. Den Kaſſenbericht gab Heru
Leh=
wer Lamberth. Größere Veranſtaltungen können leider noch nicht feſt=
Helegt werben, da noch nicht beſtimmt iſt, wann der neue Stand in
Be=
neutzung genommen werden kann. Der Jahresball ſoll, wegen der ſich
en der Faſchingszeit häufenden Veranſtaltungen, bis nach Oſtern verlegt
verden. Das Entenſchießen beginnt auf den Ständen im Brudergrund
mm Sonntag, den 29. Januar 1928. — Gute Holzpreiſe erzielte
as Gräfliche Forſtamt Erbach bei der Verſteigerung im „Gaſthaus
Sum Hirſch”. Für Buchenſcheitholz wurden 20 RM. und mehr erlöſt.
Auch die übrigen Sortimente wurden, weit über die Landesgrundpreiſe
inaus bezahlt. Man merkt bei den Geboten nichts von der allgemeinem
Seldnot — wie wird’3 aber ſein, wenn’s ans bezahlen geht? — Am
Sonntag, den B. Januar, treffen ſich zu einem Fußballſpiel die 1. und
2. Jugendmanunſchaft des V. f. R. Erbach umd die gleichen Mannſchaften
wes Fußballvereins Fechenheim zu einem Freundſchaftsſpiel. Die
T. Mannſchaft Erbach tritt gegen die gleiche Mannſchaft Beerfelden in
Beerfelden zu einem Verbandsſpiel an.
m. Güttenthal i. O., V. Jan. Hohes Alter. Bei völliger
Förperlicher und geiſtiger Friſche feierte Frau Krämer, die Mutter des
ſSaſtwirts Krämer, hier, ihren 90. Geburtsag.
m. Airlenbach i. O., 26. Jan. Rentable Viehzucht. Der
hie=
rige Rotwichzuſchtverein erhielt dieſer Tage für die auf der
Lanbesaus=
ſtelltng in Darmſtadt prämierten Tiere 147 RM. ausbezahlt,
anfer=
bem fiel dent betreſſenden Züchtern zu= eine ſchöne Bowle, 50 Flafchen
Sheintein ud eine elektriſche Kleinküche. Falls die Tiere nach Ablauf
geines Jahres noch nicht veräußert ſind, fallen den Beſitzern noch einmal
600 NM. zu. Aehnliche Erfolge erzielen die hieſigen Rotviehzüchter
all=
jährlich auf demr in Beerfelden ſtatfindenden großen Pferde= und
Zucht=
wiehmarkt.
* Gammelsbach, 26. Jan. Der hieſige Volksbildungsverein hielt
Feinen Unterhaltungsabend ab, der den Gäſten echte deutſche
Waienkunſt vorführte. Es war eine wohlgelungene Veranſtaltung. Die
SStücke waren ſorgſam ausgewählt und die Rollen vortrefflich beſetzt,
Mach einom luſtigen Vorſpruch (Mina Gmig) begrüßte der Vorſitzeride
(Lehrer Lehr) die Erſchienenen. Es folgte „Unterm Zauberbaum”, ein
MMänchenſpiel mit Geſang und Tanz in 4 Bildern. Der alte Brandner
KLudwig Braun) ſpielte den Geighalz echt und wahr. Lieſel, ſeine
Tochter Sophie Naas), Frenz (Adam Rot9), Anna (Anna Rug), waren
iſp natürlich, daß es ein Genuß war, ihrem Spiel zu folgen. Auch
EWerner, der Nachbarsſohn (Wih. Seipp) und der alte Biuder (Adam
Saas) erledigten ſich ihrer Aufgabe mit Geſchick. Nicht vergeſſen ſeien
auch die Leiſtungen der Feekönigm (Eliſe Ihrig), der Feen und Zwerge,
Die von Schulkindern gegeben wurden. Als zweites Spiel wurde ge=
Goten: „Die Zauberſchlöſſer” oder Der Sieg der Wahrheit”, ein
lehr=
neiches Spiel in 3 Aufzügen. Weiß, der reiche Mülſer (Georg Weber)
umd Lilli, ſeine Tochter (Luiſe Siefert), gaben die Reichen ganz vortreff=
Lich. Ebenſo Roſt, der arme Schnied (Lehrer Lehr) und Trinerl, ſein
Töchterlein (Eliſe Ihrig), die Armen. Sie waren die Wahrheitslieben=
Sen und behielten den Sieg. Die Waldfrau (Anna Helm), ſpielte die
Slte gläu=)end. Auch die Waldſchrätlein gaben ſich große Mühe und
gaben dem hochfahrenden Müller ſeinen verdienten Lohn. Es folgte nun
nroch ein kurzer Lichtbildervortrag über den „Krieg in Italien”, dem die
Sſuſchauer mit großem Intereſſe folgten. Den Schluß bildete eine kleine
Verloſung. Kurz zuſammengefaßt: Der Volksbildungsverein hat ein
EMeiſterſtück vollbracht, dem hoffentlich noh manche ebenſo genußreice
Darbietungen folgen werden.
— Hirſchhorn, V. Jan. Waſſerſtand des Neckars am
26. Januar 147 Meter, am M. Januar 1.45 Meter.
Be. Hirſchhorn, 25. Jan. Landwirtſchaftliche
Verſamm=
ſ=ung. Im Saalbau des Gaſthauſes „Zur Krone” fand eine
Verſamm=
ung der Landwirte und Gartenbeſitzer von Hirſchhorn ſtatt. Als
Red=
ner für dieſe Verſammlung wanen die Herren Landwirtſchaftsdizektor
Dr. Schüil vom Landwirtſchaftsamt Heppenheim und Herr
Kreisobſtbau=
nſpektor Orthmann aus Heppenheim gewonnen worden. An Stelle des
Worſitzenden des hieſigen Obſt= und Gartenbauvereins. Herrn
Bürger=
meiſter Zipp, der verhindert war, hatte der Beigeordnete, Herr Karl
Bolzſchuh, die Leitung der Verſammlung übernommen. Er begrüßte die
pahlreich Erſchienenen ſowie insbeſondere die beiden obengenannten
Gerrn Redner und erteilte Herrn Landwirtſchaftsdirektor Dr. Schil zu
ſiſeinen Ausführungen das Wort. In ſeinem äußerſt lehrreichen Vortrag
nvies der Redner auf die Erfolge hin, die durch Anwendung von
künſt=
llichen Düngermitteln erzielt werden können. Der zweite Redner, Herr
Kreisobſtbauinſpektor Orthmann behandelte in ſeinem Vortrag das
Um=
wfropfen der Obſtbäume. Es ſoll vom Kreis aus eine Kolonne gebildet
uverden, die ſich aus ſachkundigen Leuten zuſammenſetzt und das
Um=
wfropfen vornimmt. Nackdem noch die Sämereien an die Mitglieder des
Sbſt= und Gartenbauvereins ausgegeben waren, dankte der Vorſitzende
Hen beiden Rednern für ihre äußerſt lehrreichen Ausführungen und ſchloß
Gie Verſammlung mit der Bitte an die Redner, die Mitglieder bald
wieder mit einem Vortrag zu beehren.
Bl. Erlenbach bei Fürth. 26. Jan. Generalperſammlung
des Geſangvereins Sängerluſt. Die Generalverſammlung
des hieſigen Geſangvereins war gut beſucht. Dem langjährigen
Rech=
ner, Herrn Peter Bitſch 4, wurde Entlaſtung erteilt. Die
Vorſtands=
wahl wurde dahingehend geklärt, daß mit einer Ausnahme der alte
bewährte Vorſtand wieder gewählt wurde, der ſich nun zuſammenſetzt
aus den Herren: Gg. Bleſſing, erſter Vorſitzender; Michel Bitſch, zweiter
Vorſitzender: Peter Bitſch, Kaſſier; Valentin Bauer, Michel Delb, Ga.
Bitſch 2, als Beiſtzern und Leonhard Aeſſing 2, als Fahnenträger.
Als Vereinsdiener wurde Herr Franz Jundel wieder gewählt. Am 21.,
22. und 23. Juli d. J. ſoll das Silberfubiläum des Vereins feſtlich
be=
gangen werden.
Ag. Lindenfels, 26. Jan. Bühnen=Schauturnen. Der
Turnverein Lindenfels E. V. hielt für ſeine Mitglieder im Sagle des
Hotel „Odenwald” zum erſtenmal ein Bühnen=Schauturnen ab.
Aus=
wärtige Turnbrüder waven auch erſchienem, um ſich die neuzeitlichen
Be=
wegungen in Lindenfels anzuſehen. Der Lindenfelſer Turnverein trat
mit nahezu 40 Turnern und Zöglingen auf den Plan, und dank der
Hin=
gabe der Herren Lehrer Hechler und Stierle war es prächtig gelungen,
ein Programm abzuwickeln, das Lindenfels noch nicht geſehen hatte.
Schon die Frejübumgen der Schülerriege und die Pflichtübungen am
Pferd zeigten die gut eingeübten, zum Teil recht ſchwievigen Uebungen
für die kleinſten Turner. Durch die Einführung der Schülerriege wird
dem Turnverein numehr von Jahr zu Jahr eine ſchon vorgeübte
Tur=
nerſchar zugeführt, die in früheren Jahren erſt mühſam angeworben
werden mußte. Die Zöglinge zeigten ſchon mehr Diſziplin als bei
früheren Gelegenheiten umd ihre Uebungen wurden mit Beifall
aufge=
nommen. Die beigegliederte Schwimmriege zeigte Schwimmübungen in
denkbar, vollendeter Form. Dieſe ſowie die gymnaſtiſchen Uebungen
zeigtem die Wohltaten für die Entwicllung eines geſunden Körperbaues.
der hierbei gekräftigt und geſtählt wird. Das Geſellſchaftsturnen und
Varrenturnen bnachte Ueberraſchungen für die geſpannte
Zuſchauer=
meuge. Namentlich die älteuen Turneu brachten mit Aufwand all ihrer
Kraft und Geſchicklichkeit ganz hervorragende Uebungen und Leiſtungen.
Im zweitem Teil der Unterhaltung entzückten die Stabübungen und das
Stellen von Pyramiden. Eine Huldigungsgruppe um die Büiſte des
alten Turnvaters Jahn, veuſchiedene Flaggengruppen und namentlich
das Liuktkeulenſchwängen rieſen ſpontanem Beifall hervor. Wiederholt
mußten die Gruppen der Lichtkeulen bei vollſtändiger Saalverdunkelung
gezeigt weiden, ud wirkten bezaubernd auf die Zuſchauer. Wir
wüin=
ſchen dem Turnverein Lindenfels, daß er ſich in ſeiner Werbearbeit mit
feinem geſtrigen Abend weitere viele Freunde und Gönner erworben
hat. Ein bräftiges „Gut Heil!” allen Turnern und Mitarbeitern.
4. Schlierbach, 25. Jan, Statiſtik des Kirchſpiels. Das
hieſige Pfarramt gibt im Gemeindeboten vom Monat Januar eine
Statiſtik des 17 Filialgemeinden umfaſſenden Kirchſpiels Schlierbach
be=
kannt, wonach im Kalenderjahr 1927 insgeſamt 30 Kinder getauft
wur=
demen davon 4 unehelich und 1 aus gemiſchter Che. Konfirmiert
wur=
den 49 Kinder. Die Zahl der Getauften wie der Konfirmierten hat um
je ſieben abgenommen. An Trauungen waren 20 Paare beteiligk. davon
zwei Miſchehen. Feumer fanden 24 Beerdigungen ſtatt. Der Beſuch des
Gottesdienſtes betuug an den vorgeſchriebenen Zählſonntagen 15,4 Proz.
der erwachſenen Gemeindemitglieder, der Abendmahlsbeſuch ſogar 1493
Prozent, mit welcher Zahl unſer Kinchſpiel an der Spitze ſämtlicher
Pfarreien des Dekanats Erbach ſteht. An freiwilligen Gaben wurden
1787 RM. geopfert; gewiß ein gutes Zeichen chriſtlicher Opferwilligkeit.
— Gemeindebote‟. Der von Herrn Pfarrer Hautmann neu ins
Leben gerufene und herausgegebene „Gemeindebote” hat bei alten and
neuen Leſern ſchon guten Anklang gefunden, ſo daß ſein Weitererſcheinen
geſichert iſt. Auch vielen auswärtigen Leſern bringt er Kunde aus der
Heimat und wird dort mit Intereſſe geleſen. So gelangt er auch an
viele Ausgewanderte in Amerika.
4 Krumbach b. Fürth i O., 2. Jan. Abendunterhaltung
des Turnvereins. Vorgeſtern abend hielt der Turnverein im
Gaſthaus „Zur Roſenhöhe” eine über Erwarten gut beſuchte
Abendunter=
haltung ab, in der die Theaterſtücke „Die Zigelmerin”, „Der tolle Max”
und „Eine Ehe auf Probe” ſehr gut zur Darſtellung gelangten.
UI. Birkenau, 24. Jan. Der Lichtſpielverein „
Weſchnitz=
tal=Ueberwald” hielt dieſer Tage im Gaſthaus „Zum Engel”
da=
hier eine Verſammlung ab, die einen erfreulichen Verlauf nahm und bei
der bedeutſame Beſchlüſſe gefaßt wurden. Der Bericht des Vorſtandes
lieferte den Beweis, daß der Verein im Aufſtieg begriffen iſt und auf
der Höhe der Zeit ſteht, beſonders auch infolge der Anſchaffung eines
modernen ſog. Knirbs, der an Lichtſtärke und Leiſtungsfähigkeit einer
großen Thegtermaſchine ebenbürtig iſt. Dank der Zuſammenarbeit mit
dem Kreisſchulamt Heppenheim ergab die letzte Vorführung des „
Sa=
harafilms” einen günſtigen finanziellen Erfolg. In Anerkennung ſeiner
eifrigen und erfolgreichen Mitarbeit wurde Herr Schulrat Dr. Weil
ein=
ſtimmig zum erſten Vorſitzenden gewählt. Der Verein will in beſonderer
Weiſe der Schule und der Volksbildung dienen und will ſein; ein
Helfer am Bau der Zukunft unſeres Volkes.
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(IV 11
Die Not der heſiſchen Landwiriſchaft.
Eine Kundgebung des Landbundes.
Lpd. Friebberg, 26. Jm. Der Heſſiſche Landbud hielt geſtern hier
eine zahlreich beſuchte Verſammlung ab, um zu der Notlage der
Land=
wirtſchaft Stellung zu nehmen. Landtagsabgeordneter von Helmolt
hieß die Verſammlung willkommen und erklärte, der ſtarke Beſuch lege
Zeugnis ab von der Bewegung, die jetzt durch Deutſchland ginge. Die
Notlage der deutſchen Landwirtſchaft gleiche der vor dreißig Jahren,
nur ſei ſie gefährlicher. Die Neuverſchuldung der Landwirtſchaft betrage
ſieben Milliarden. Jeder normale Betrieb ſei in der jetzigen Zeit ein
Verluſtbetrieb. Auch in anderen Kreiſen breche ſich die Erkenntnis Bahn,
daß der Landwirtſchaft geholfen werden müſſe. Die zu große Einfuhr
iſt der Hauptgrund der Verſchuldung. Der Redner verbreitete ſich dann
über die Notlage in den verſchiedenen Gebieten der landwirtſchaftlichen
Erzeugung und forderte vor allem Schutz vor ausländiſchen Waren. Der
Redner kam zu dem Schluß, daß das mangelnde Solidaritätsgefühl des
Bauern einen Streik jetzt ummöglich mache und Teilſtreiks ſeien nutzlock.
Der erſte Weg ginge über die Gewinnung größenen Einfluſſes in den
Parlamenten. Hierauf verlas der Redner die Forderungen des
Reichs=
landbundes. Der Kampf Schieles für die Landwirtſchaft müſſe
unter=
ſtützt werden. Nötig ſei jetzt vor allem kein mutloſes Verzagen, ſondern
Vertrauen in die Führung.
Es folgte dann eine ausgedehnte Diskuſſion, an der ſich zahlreiche
Redner beteiligten. In einer Kundgebung wurden die Forderungen
der Verſammlung niedergelegt, worauf noch Abg, von Helmolt drei
Tele=
gramme verlas, eines an den Reichsernährungsminiſter Schiele, in
wel=
chem ihm die Verſammlung ihr Vertrauen ausſpricht, das zweite an die
Neichsregierung umd das dritte an die Landesregierung, die gleichfalls
die Forderungen der Landwirtſchaft enthalten.
H. Bon der Beraſtraße, 26. Jan Ausdem fahrenden Zug
geſprungen iſt geſtern bei Friedrichsfeld die 19 Jahre alte Gertrud
Schulzig, die Tochter eines Rechnungsrats a. D. aus Kehl. Die
Be=
dauernswerte war ſofort tot. Die Leiche wurde in die Schwetzinger
Leichenhalle verbracht. Es ſoll ſich dabei um Selbſtmord aus Schwermut
handeln.
* Heppenheim (Bergſtr.), N. Jan. In der geſtrigen Notiz (
Wald=
erholungsheim), iſt ein Fehler untelaufen. Der Voranſchlag iſt nicht
140 000 Mark, ſondern 14 000 Mark.
W. Heppenheim a. b. B., 26. Jan. Katholiſcher
Männer=
verein. Der erſte Familienabend des Katholiſchen Männervereins
nahm bei gutem Beſuche einen ſehr ſchönen Verlauf. Neben
verſchlede=
nen Anſprachen gelangte die Bauerutragödie „Der Roſeuhof” zur
Auf=
führung, welche von den Beſuchern mit großem. Intereſſe verfolgt
wurde. Während den Pauſen wurden gut ausgewählte Muſikſtücke zu
Gehör gebracht, welche weſentlich zur Verſchönerung des Abends
bei=
trugen. — Das Sängerquartett Hepbenheim, welches auch in dieſem
Jahre wieder am Noſenmontag im Parkhotel „Halber Mond” ſeinen
hier und in der ganzen Umgebung bekannten und beliebten Maskenball
abhält, hat für das ulkigſte Motto des Abends, welches alsbald an den
Vorſtand einzuſenden iſt, Preiſe ausgeſetzt. — Bezirksſparkaſſe
Heppenheim. Der Geſchäftsverkehr der Bezirksſparkaſſe
Hebben=
heim hat ſich im Jahre 1927 ſehr günſtig weiter entwickelt. Die
Sdar=
einlagen ſind um 1 163 000 Mark auf über 3,5 Millionen Mark
geſtie=
gen. 181 000 Mark wurden den Einlegern au Zinſen dafür ausgezahlt.
Die Zahl der Einleger ſtieg von 5840 aguf 7237. Am Jahresende
be=
trugen die Guthaben im Scheck= und Kontokorrentverkehr 962 000 Mk.
und der Geſahntbeſtand an fremden Geldern 4 468 000 Mcrk. Der
Ge=
ſamtumſatz erreichte die Ziffer von rund 100 Millionen Mart.
A. Gernsheim, 25. Jan. Der Maskenball des Kegelklubs
Alle Neun” in den wirklich hüibſch dekorfeuten Näumen des Saalbaues
Darmſtädter Hof erfreute ſich eines überaus guten Beſuchs. Echt
rhein=
fröhliche Stimmung entwickelte ſich unter den Klängen der Feſtmuſik, die
Alt und Jung bis zur vorgerückten Stunde beiſammen hielt. Wieder
war es der Erzuarr Peter, dan mit ſeiner närriſch urwüchſigen Feſtrede
und mit den Zeremonie der Ordensverleihungen allgemeine Heiterkeit
hervorrief. Auch der Obernarr Beck war hinſichtlich der Bewirtung ſeiner
Gäſte aufs beſte beſorgt. — Die Gründung eines
Verkehrs=
pereins in hie ſiger Stadt iſt bis heute noch nicht erfolgt, obwohl die
Zeit ſchon ſehr weit vorgeſchritten iſt. Es iſt unbegreiflich, daß der
Gang der Verhandlungen, falls ſolche eimgeleitet ſind, ſo ſchleppend und
lanoſam vorwärts ſchreitet. Schon im vorigen Jahr wurde die
Not=
wendigkeſt des Vorhandenſeins eimes Verkehrsvereins lebhaft erörtert
und auch eingeſehen, daß bis zum Frühjahr 1998 auf dieſem Gebiet etzuas
auf die Beine gebracht werden muß, damit die im Sommer 1928
not=
wendigen Vorbereitungen getroffen weuden können, um die Fremden
und Auswärtigen anzuziehen und ihnen den Aufenthalt im Gernsheiuns
Mauern ſo angenehm wie nur möglich zu machen. Aber es erweckt den
Anſchein, daß dem nicht fo wird. Soll der Verkehu in unſerem ſchönen
Rheinſtädthen gehoben und Geſchäft nach hier gebracht werden, dann
keimen Angenblick mehr gezögert und die Gründung des Verkehrsvereins
Gernsheim in die Wege geleitet!
42. Rüfſelsheim a. M., N. Jan. Zugentgleiſung. Zwiſchen
den Stationen Rüſſelsheim und Biſchofsheim entgleiſten mehrere Wagen
eines Güterzuges. Es iſt nur geringer Sachſchaden entſtanden. Die
Strecke war infolge des Unfalls vorübergehend geſperrt.
Rheinheſſen.
Bingen a. Rh., 27. Jan. Die Studierenden des Rheiniſchen
Tarbmikums, etwa 000 an der Zahl. brachten denn Gründer und Leiter
desſelben, Herrn Prof, Hermann Hoepde, zu ſeinem Geburtstag unter
allgemeiner Teilnahme einen eindrucksvollen Fackelzug dar, um damit
eugleich auch das dreißigjährige Beſtehen der Anſtalt zu feiern.
Ad. Oppenheim, 25. Jan. Freiwillige Sanitätskolonne.
Nach dem der Generalverſammlung der Freiwilligen Sanitätskolonne
von dem Geſchäftsführer Herrn E. Friedrich erſtatteten Geſchäftsbericht
wurde die Kolonne im Vorjahre 15lmal in Anſpruch genommen. Wegen
ſeines Alters legte der langjährige Kolonnenführer Ph. Schömbs ſein
Amt nieder; er wurde zum Dank für ſeine erſprießliche Tätigkeit
ein=
ſtimmig zum Ehrenkolomrenführer ernannt. An ſeine Stelle tritt Herr
Joh. Knippel, ſeitheriger Stellvertreter des Herrn Ph. Schömbs. Der
ſeitherige Geſchäftsführer nückte zum Kolonnenführer=Stellvertreter auf!
und anſtelle des ausſcheidenden Gruppenführers Fr. Willig wurde Herr
Hans Beſt gewählt. Dem ſeitherigen Kolonnenführer Herr Ph. Schömbs
überreichte Herr Dr. Ohnacker unter ehrenden Worten für ſeine jahn
zehntelauge aufopfernde Tätigkeit eine goldene Uhr mit entſprechender
Widmung, wofür der Gefeierte herzlichſt dankte — Demnächſt ſoll ein
Kurſus über erſte Hilfeleiſtung bei Unglicksfällen veranſtaltet
wer=
den, deſſen Beſuch unentgeltlich iſt. Zur Beſchaffung von
Verbands=
material wird i nächſter Zeit eine Hausſammlung ſtattfinden.
Oberbeſſen.
— Gebein (Oberh.), 25. Jan. Der „Bund Vogelsberger
Sänger=
vereinigung” hielt am Sonntag hier ſeine Hauptverſammlung ab. Die=
Beteiligung war außerordentlich gut. Für den Heſſiſehen Sängesbrrald
war Geſchäftsführer Noth Darmſtadt vertreten, der die Ziele des
Heſſi=
ſchen und des Deutſchen Sängerbundes eingehend darlegte. Die
Ober=
hefſiſche Sängerbundvereinigung, 17 Vereine mit über 500 Sängern
be=
ſchloß einſtimmig den Uebertritt zum Heſſiſchen Sängerbund. Zum
Von=
ſitzenden des neuen Gaues „Gau Vogelsberger Sängervereinigung”
wurde Herr Ludwin Strößinger, Ober=Lais, gewählt. Mit der
Neu=
gründung des Gaues iſt ein weiterer Schritt in der Neuorganiſation des
Heſſiſchen Sängerbundes vollzogen.
Ein Urteil von Vielen: „Da ich schon mehrere Jahre zum Putzen meiner Zähne Chlorodont benutze, gestatte ich mir, Ihnen mitzuteilen, daß ich, Seit ich Chtorogont VerMeilder
schneeweiße Zähne bekommen habe. Ich hatte früher Lahnbelag und versuchte mit allen möglichen Ulitteln denselben zu beseitigen, Uas mir miblang, bis ich Ihre
vor-
zügliche Zahnpaste Chlorodont kaufte und auch probierte. Chlorodont allein führte mich zum Ziel. Ich werde heute oft beneidet und gefrast, Womit piegen und
putzen Sie Ihre Lähne? lch kann dann Ihre Zahnpaste Chlorodont weiter empfehlen, daß auch unsere Uitmenschen zu einem Auten Resultat kommen, wie ich.
Anbei ein Bild, uoraus Sie ersehen uollen, 4aß meine Lähne auch” virklich schneeueiß sind, trots des Kauchens. Uenn das Bild nicht mehr benötigt wird, bite
ich um Rücksendung.” Berlin-Tempelof, Chr. R. (Originalbrief bei unserem Notar hinterlegt) — Gberzeugen Sie sich zuerst durch Hauf einer Tube zu 60 Pfg, große
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dV.48
verlange nur echt Chlorodont und weise jeden Ersatz dafür zurück.
Seite 8
Samstag, den 28. Jaunar 1928
Nummer 28
NUK
Rate
Hun
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A
Kontol.
Taunusst
Familiennachrichten
Ihre Vermählung geben bekannt:
Wax Krebs und Frau
Else, geb. Seibert.
Darmstadt, den 28. Januar 1928.
Mathildenstr. 23
Liebtrauenstr. 107
Die kirchliche Trauung findet um ½3 Uhr nachmlttags
(*2335
in der Martinskirche statt.
Todes=Anzeige.
Heute verſchied nach langem, ſchwerem
Teiden mein lieber Vater, unſer guter
Groß=
vater
Dans Kanz
Oberreallehrer i. R.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Antonie Hof, geb. Kahl
und Kinder.
Auf Wunſch des Entſchlafenen findet die Einäſcherung
(1897
in der Stille ſiatt.
Infolge eines Herzſchlages verſchied ſanft am
26. Januar in Mainz mein lieber, unvergeßlicher
Bruder, Schwager und Onkel
Herr
Tngenn kapvelt
im noch nicht vollendeten 60. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Robert Ruppert und Familie.
Darmſtadt, Liebfrauenſtr. 82, Mainz, Stettin, Elberfeld,
den 27. Januar 1928.
Die Beerdigung, findet Samstag nachmittag 3½ Uhr
von der Kapelle des Fr edhofes an der Nieder=
Ram=
ſtädtirſtraße aus ſtatt.
2475
Donnerstag abend verſchied nach kurzem, ſchwerem Krankſein,
erſt 28 Jahre alt, unſer Direktions=Aſſiſient
Mt deutg erig
Sein lauterer Charakter, ſeine überragende Begabung,
verbun=
den mit unbedingtem Pflichtgefühl und reſtloſer Hingabe an unſere
Sache, machten ihn zu einem wertgeſchätzten Mitarbeiter, auf den
wir für die Zukunft noch große Hoffnungen ſetzten.
Schwer trifft uns ſein Verluſi, unvergeſſen wird ſein Andenken
bei uns fortleben.
Aufſichtsrat und Porftand
der Heſſiſchen Handwerker=Zentralgenoſſenſchaft.
Am 26. ds. Mis. wurde uns nach kurzer, ſchwerer
Krank=
heit unſer lieber Mitarbeiter
Mt Geutg geing
leider allzu früh durch den Tod entriſſen.
Seine vorzüglichen Charakter=Eigenſchaften in Verbindung
mit erfolgreichem Wirken ſichern ihm unſer dauerndes, ehrendes
Gedenken.
Das Perſonal
der Heſſiſchen Handwerker=Zentralgenoſſenſchaft.
Todes=Anzeige.
1960
Heute Mittag 2½ Uhr ſtarb nach langen,
ſchweren Leiden mein lieber Mann, mein treuer
Sohn, unſer guter Bruder und Schwiegerſohn
Georg Polz
Kriegsteilnehmer von 1914—1919
im blühenden Alter von 31 Jahren.
Marie Volz, geb Mahr.
Familie Peter Volz
Familie Ludwig Mahr.
Wixhauſen, Arheilgen, den 27. Januar 1928.
Die Beerdigung findet Sonntag, den 29. Januar,
nachmittags 3½ Uhr ſtatt.
Blumen und Kranzſpenden liegen nicht im Sinne
des Verſchiedenen.
1972
Fräul. v. Land, 30 J.
alt, kath., blond,
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genehme Erſcheinung,
vermögend wünſcht
anſt, kath. Herrn zw.
Heirat k. z. lernen.
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Geſchäftsſtelle (1926a
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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unſere liebe, gute
Tochter und Schweſter, meine innigſtgeliebte Braut, mein Enkelchen,
unſere Nichte, Schwiegeltochter und Schwägerin
Fräulein Emmh Schmitt
im 22. Lebensjahre, infolge einer Halsentzündung, nach kurzen,
ſchweren, mit großer Geduld ertragenen Leiden am Donnerstag
nachmittag 2 Uhr zu ſich in die Ewigkeit abzurufen.
Im Namen der Hinterbliebenen
Familie R. M. Schmitt
Georg Willemann.
Darmſtadt, den 27. Januar 1928,
Wienerſtraße 5=
Die Beiſetzung findet Montag, den 30. Jinuar, nachm. 3½ Uhr,
vom Portale des alten Friedhofs an der Nieder=Ramſtädterſtraße
aus ſtatt.
Todes=Anzeige.
Heute früh 10½ Uhr verſchied nach langem, ſchwerem,
mit heldenhafter Geduld getragenen Teiden meine
ge=
liebte Frau
Anna, geb. Metzler.
Die Trauerfeier findet am Sonntag, den 29. Januar
1928, nachmittags 4 Uhr, im Trauerhaufe in Ortenberg
ſiatt.
Ortenberg (Heſſen), den 26. Januar 1928
Zugleich im Namen der Hinterbliebenen:
Dr. Wilhelm Lang
Fürſtlicher Oberförſier.
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Statt Karten.
Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei dem
Heim=
gang unſeres lieben Entſchlafenen
Herrn Johannes Rückert II.
Bäcker= und Konditormeifter
ſowie für die zahlreichen Kranz= und Blumenſpenden ſagen wir
hier=
mit herzlichen Dank. Ganz beſonders danken wir Herrn Pfarrer
Dehlinger, Georgenhauſen, für die troſtreichen Worte am Grabe,
Herrn Lehrer Poth, dem Sprecher des Turnvereins 1863, ebenſo der
Bäcker=Innung des Kreiſes Dieburg,
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Ernft Auguſt Rückert, Bäckermeiſter
Siarl Maher und Familie
Wilhelm Rückert und Familie.
Groß=Zimmern, Dieburg, Fran” urt a. M., den 24. Januar 1928. (1913
Unterfertigter C. C. erfüllt
hier=
mit die traurige Pflicht, ſeine lieben
A. H: und ſa. Cb. von dem am
23. Januar 1928 in Leipzig
er=
folgten Ableben ſeines lieben ia. Cb.
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
Der C. C. der „Rhenania”
J. A.:
1883) Werner Hähnlein.
Die Beerdigung des
Herrn
Konrad Weber
findet Samstag Mittag 1½Uhr
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Nummer 28
Camstag den 28. Januar 1928
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 28
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für Damen, mit langem Arm.
30
besond hübsche Ausführungen,
in den beliebten Farben.
K
Nummer 28
Reich und Ausland.
Vom Deutſchen Turnfeſt 1928
in Köln.
Der Feſtzug.
Eine überlieferte und unentbehrliche
Veranſtal=
tung der deutſchen Turnfeſte, die den Vorzug hat,
die 100 000 Turner in enge Beziehung zu den
Be=
wohnern der Feſtſtadt zu ſetzen, iſt der Feſtzug, als
einer der Höhepunkte des Deutſchen Turnfeſtes und
zugleich als Ausdruck des turneriſchen
Gemeinſchafts=
geiſtes. Die Durchführung des Feſtzuges bei dem im
Juli ſtattfindenden 14. Deutſchen Turnfeſt in Köln
war lange Gegenſtand ernſter Beratungen und
Er=
wägungen, da die Kölner Innenſtadt mit ihren engen
Straßen wenig geeignet ſchien. Die letzten
Schwie=
rigkeiten ſind inzwiſchen behoben worden. Die
Köl=
ner Tagung der Turnführer hat die Durchführung
des Feſtzuges beſchloſſen und bereits einen genaueren
Plan ausgearbeitet. Der Feſtzug geht am Schlußtag,
39. Juli, vormittags, in vier Zügen vor ſich, die
ſich von vier verſchiedenen Aufmarſchpunkten in
Be=
wegung ſetzen. Ein Treffpunkt der vier Züge iſt in
der Nähe des Opernhauſes vorgeſehen. Man rechnet
mit einer Geſamteilnahme von mindeſtens 200 000
Turnern und Turnerinnen. Nach dem Feſtzug wird
eine Ruhepauſe angeſetzt. Nachmittags folgen dann
die großen Vorführungen auf dem Feſtplatz, bei dem
die Freiübungen der Turnerinnen mit etwa 15 000
Teilnehmerinnen, die Freiübungen der Turner mit
etwa 28 000 Teilnehmern ſowie die
Siegerverkün=
digung den Schluß der großen turneriſchen
Veran=
ſtaltung bilden werden. Die techniſche Abwicklung des
Turnfeſtes verlangt rund 1000 Obleute, Kampfrichter
und Riegenführer, die von den Kreiſen ſpäteſtens
bis 1. März dem Turnausſchuß und nach Köln
ge=
meldet werden müſſen. Der Vorſtand der D. T. ſoll
gebeten werden, Verhandlungen mit der
Reichs=
bahngeſellſchaft einzuleiten, um für die Sonderzüge
eine Fahrpreisermäßigung von 33½/. Prozent zu
er=
reichen. Zum Beiſitzer des Heuptausſchuſſes der
D. T. für 1928 hat der Hauptausſchuß auf Antrag
des Vorſtandes durch ſchriftliche Abſtimmung den
Vorſitzenden des Hauptausſchuſſes für das 14.
Deut=
ſche Turnfeſt, Herrn Stadtverordneten B. Gödde,
Köln=Mülheim gewählt.
Großfeuer in Wiesbaden=Biebrich.
B2. Wiesbaden=Biebrich. In der in
der Nähe der Kupfermühle gelegenen Scheune des
Grundſtückes Mainzer Landſtraße 117, die dem
Landwirt Fritz Junginger gehört, der Mainzer
Landſtraße 162 wohnt, brach in der Nacht auf
Donnerstag aus noch unbekannter Urſache Feuer
aus. Um 1.02 Uhr wurde die Wiesbadener
Berufs=
feuerwehr alarmiert, die unter der Leitung des
Brandinſpektors Diel alsbald auf der Brandſtätte
erſchien. Die Feuerwehr griff mit zwei 75=
Milli=
meter=Schlauchleitungen und fünf 52=Millimeter=
Schlauchleitungen den Brand an, der durch den
herr=
ſchenden Wind ſich ſtärker entfachte. Die Wehr hatte
1½ Stunden mit dem Ablöſchen der Scheune zu
tun. Der entſtandene Schaden iſt ſehr beträchtlich,
da die Scheune faſt ganz abbrannte und nur zum
Teil verſichert war. In der Scheune befanden ſich
landwirtſchaftliche Maſchinen und Geräte, darunter
ein Erntewagen, eine Sämaſchine, ein Grasmäher
und etwa 50 Zentner Hen und Stroh, evwa 30 Ztr.
Hafer und ein Klafter Holz, die ein Raub der
Flammen wunden.
„Verurteilung eines Bürgermeiſters wegen
Meineides.
Landshut. Das Schwurgericht verurteilte
den Landsburger Bürgermeiſter Sebaſtian Hulzner
von Lichtenhaag wegen eines fortgeſetzten
Ver=
brechens des Meineids zu einem Jahr drei
Mona=
ten Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverluſt, ſowie
dauernder Eidesunfähigkeit. Bürgermeiſter Hulzner
hatte vor dem Amtsgericht Vilsbiburg trotz des
ge=
genteiligen Zeugniſſes von etwa fünfzig Zeugen
be=
ſchworen, daß der Wirt Weichgruber von
Lichten=
haag, mit dem er verfeindet war, am Joſephitag
1927 mit zahlreichen Gäſten die Polizeiſtunde
über=
treten habe.
Auch dieſes Haus droht
ein=
zuſiürzen.
Samstag den 28 Januar 1928
Vierſtöckiges Haus in Kaſſel eingeftürzt.
Zwei Tote, mehrere Schwerverletzte.
Seite 14
Das Haus Karſtadt in Kaſſel nach der Einſturzkataſtrophe.
Der Unglücksſerie der Hauseinſtürze reiht ſich eine neue Kataſtrophe in Kaſſel an. Dort hat eine
Grundwaſſerbewegung den Zuſammenſturz des faſt fertigen Fabrikneubaues der Karſtadt=Aktien=
Geſellſchaft in Kaſſel=Bettenhaufen, Stiftſtraße 48, bewirkt. Das vier Stock hohe Gebäude ſtürzte
plötzlich mit mächtigem Getöſe zuſammen und begrub mehrere Arbeiter unter ſich. Zwei
Mon=
teure wurden getötet, mehrere Arbeiter ſchwer verletzt.
Erſt jetzt aus der Kriegsgefangenſchaft zurück.
Bruno Stapel mit Frau und Kindern in Geltow bei Berlin.
Ein 1917 in ruſſiſche Kriegsgefangenſchaft geratener Deutſcher Bruno Stapel konnte erſt jetzt,
zehn Jahre nach dem Friedensſchluß, aus Rußland zurückkehren. Jahrelang haben ihn ſeine
in Geltow bei Berlin lebenden Eltern tot geglaubt, bis er im Vorjahre Nachricht gegeben und
um Geld zur Rückreiſe in die Heimat gebeten hat. Nach manchen Abenteuern im europäiſchen
und ſibiriſchen Sowjetreiche iſt er nunmehr in Begleitung ſeiner in Rußland geheirateten Frau
nebſt ſeinen beiden Kindern in Geltov eingetroffen.
DDas auf Moorgrund gebaute Haus in Berlin,
Beſ=
ffelſtraße 22, muß geräumt werden, da ſeine in den
reunziger Jahren ſchwach fundamentierte Grundlage
ffaſt völlig zerſtört iſt. Auch der Bau der Untergrund=
Tbahn in der benachbarten Friedrichſtraße trug zur
Weränderung der Grundwaſſerverhältniſſe unter
Ddem drei Stock hohen Gebäude bei. Auf unſerem
Wilde ſind die Sprünge im Mauerwerk und die
ein=
getretene Senkung deutlich zu ſehen.
Die gefährliche Auspuffheizung.
Aus Karlsruhe wird gemeldet: Ein
eigen=
artiges Unglück ereignete ſich in dem Poſtauto nach
Zebruck. Unterwegs drangen aus dem durch das
Auto gehenden Auspuffrohr Kohlenoxydgaſe in das
Innere des Poſtautos, und in wenigen Angenblicken
waren alle elf Inſaſſen bis auf einen bewußtlos.
Dieſer Fahrgaſt machte den Wagenführer auf das
Unglück aufmerkſam. Mit Hilfe von herbeieilenden
Perſonen wurden die Bewußtloſen ins Freie
ge=
ſchafft und ſpäter von einem Arzt wieder ins Leben
zurückgerufen.
Hauseinſturz.
Bretten. Am Donnerstag nachmittag ſtürzte
von einem bis zur Eindeckung fertiggeſtellten
Neu=
bau der ganze Brandgiebel und etwa ein Drittel
vom Neubau in ſich zuſammen. Die Vorder= und
Rückfaſſaden wurden teilweiſe nach außen gedrückt.
Der gegen die Einfahrt ſtehen gebliebene Giebel hat
ebenfalls im Fundament nachgegeben und mußte
mit einem Betonfundament geſtützt werden.
Trotz=
dem der Einſturz erfolgte, während auf dem Dach
und innerhalb des Gebäudes gearbeitet wurde, iſt
kein Menſchenleben zu Schaden gekommen.
Bei lebendigem Leibe verbrannt.
Dörnbach. Bei der Heimkehr von einem
Tanzvergnügen wurde die 50 Jahre alte Frau
Schwengel von ihren Angehörigen vollſtändig
ver=
brannt im Zimmer liegend vorgefunden. Die an
einer Art Fallkrankheit leidende Frau wurde
an=
ſcheinend in der Nähe des Ofens wieder von ihrem
Leiden erfaßt, und beim Fall ſtürzte der Ofen auf
ſie, ſo daß ſie ſo lebendigen Leibes verbrannte.
Typhuserkrankungen in Hagen i. W.
In Hagen ſind in den letzten Tagen insgeſamt
zwanzig Perſonen an Thphus erkrankt. Wie
ver=
lautet, handelt es ſich um ziemlich ſchwere Fälle.
Die Urſache konnte noch nicht feſtgeſtellt werden. Die
ſtädtiſche Geſundheitsbehörde hat ſofort alle
uot=
wendigen Maßnahmen getroffen. Von den
Erkrank=
ten ſind inzwiſchen drei verſtorben.
Ein Deutſcher in Perſien ermordet.
Eiſenach. Der Sohn des Amtsgerichtsrats
Dr. Stoll, der Sprachforſcher Dr. Walter Stoll,
iſt, wie dem Vater telegraphiſch mitgeteilt wurde,
in Perſien ermordet worden. Es iſt gelungen, den
Mörder feſtzunehmen. Einzelheiten ſtehen zurzeit
noch aus.
Feſtnahme eines Eiſenbahnräubers.
Wie aus Köln gemeldet wird, iſt dort von dem
Streifdienſt der Reichsbahnüberwachungsabteilung
der Schloſſer Andreas Henſka, geboren in Oſtrowo,
feſtgenommen worden, der bis jetzt fünfzig zum
größ=
ten Teil ſchwere Einbrüche in Speiſewagen, Pack=
und Poſtwagen, Aufenthaltsräume und Spinde, u. a.
auch auf dem Bahnhof Frankfurt a. M.,
eingeſtan=
den hat. Auf ſeinen Reiſen kreuz und quer durch
Deutſchland trug er ſtets Lokomotioführeruniform
und löſte nie Fahrkarten.
Selbſtgeftellung eines Mörders.
Danzig. Der 32 Jahre alte
Verſicherungs=
vertreter iWeske ſtellte ſich der Polizei mit der
Be=
ſchuldigung, die 2 Jahre alte Frau Pahl, bei der
er Zwei Zimmer bewohnte, ermordet zu haben. Die
Mordkommiſſion ſtellte feſt, daß Frau Pahl durch
zwei Revolverſchüiſſe getötet worden war. Der
Tä=
ter gab an, daß er zuſammen mit der Getöteten
Selbſtmord derüben wvollte.
Gefährlicher Bergrutſch.
Saarbrücken. In Nalbach ereignete ſich ein
Bergrutſch, durch den die Hinterwand eines Hauſes
eingedrückt wurde. Die Beſitzerin des Hauſes, die
den drohenden Abſturz im letzten Augenblick noch
wahrnahm, konnte ſich und ihren Jungen mit
knap=
per Not retten. Es ſind ſchätzungsweiſe 250 Wagen
Erdmaſſe abgeſtürzt.
Schiff in Seenot.
Paris. Nach einer Meldung des „Jourual”
aus Toulon hat das franzöſiſche Unterſeeboot „
Mar=
ſouin” wegen Steuerbruchs um Hilfe gebeten. Es
befindet ſich vier Meilen ſüdöſtlich von Cap Venat.
Notlandung eines deutſchen Verkehrsflugzeugs.
Paris. Wie dem „Echo de Paris” aus
Per=
pignan gemeldet wird, ſoll ein deutſches
Verkehrs=
flugzeug der Linie Genf—Marſeille-Barcelona
in=
folge eines ziemlich ernſten Motorſchadens im
Flug=
hafen von Blabancera niedergegangen fein. Der
Flugzeugführer und die beiden Paſſagiere follen
un=
verletzt ſein.
Eine neue Inſel entſteht über dem Krakatao.
Amſterdam. Einem Telegramm aus Batavia
zufolge, iſt an der Stelle des unter dem
Meres=
ſpiegel befindlichen Kraters des Krakatgo eine Inf
aufgetaucht.
Erdſioß in Süddeutſchland.
Freiburg. Geſtern morgen, gegen 4.15 Uhr,
wvurde hier ein leichter, aus ſüdweſtlicher Richtung
kommender Erdſtoß verſpürt, der durch leichte
Er=
ſchütterungen der Häuſer in den Außenbezirken der
Stadt und durch Klirren der Fenſterſcheiben
ein=
ſetzte. Die gleiche Beobachtung wurde nach bisher
eingegangenen Berichten zur ſelben Zeit in der
Um=
gebung von Müllheim gemacht. Auch auf der Baar
wurde der Erdſtoß wahrgenommen, der hier etwas
ſtärker auftrat. In Donaueſchingen erkannte man
den Erdſtoß mit größter Sicherheit am Knarren des
Gebälkes in verſchiedenen Häuſern. — Nach hier
ein=
gegangenen Berichten wurde der Erdſtoß auch in
Baſel um 4.14 Uhr bemerkt. Dabei wurden ſchwerere
Gegenſtände zum Schwanken und leichtere zum
Um=
fallen gebracht. Dem eigentlichen Stoß war ein drei
Sekunden lang dauerndes Beben vorangegangen,
wobei ein ſtarkes Sauſen in der Luft beobachtet
wurde. Auch in Olten, im Jura und im Liestal
wurde der von dumpfem Rollen begleitete Erdſtoß
verſpürt. Beſonders im ſchweizeriſchen Jura wurde
die wellenartige Erſchüitterung deutlich
wahrge=
nommen.
Dreißig Jahre unſchuldig im Kerker.
DD. Malmö. Vor dreißig Jahren wurde in
Sjöbo eine Mordtat begangen, der das Dienſtmädchen
Johanna Söderberg zum Opfer fiel. Der Verdacht
richtete ſich gegen einen gewiſſen Martin Thomasſon,
der, obgleich er ſeine Unſchuld beteuerte, auf Grund
der Indizienbeweiſe zu lebenslänglicher
Zwangs=
arbeit verurteilt wurde. Jetzt erſt wird die
Ver=
mutung wach, daß nicht Thomasſon, ſondern der
kürzlich wegen Doppelmordes verurieilte Müller
Martin Svensſon der Täter war. Svensſon hat
tat=
ſächlich damals in dem Hauſe gewohnt, in das eine
Nachbarin den Mörder flüchten ſah. Ein bekannter
Rechtsanwalt von Stockholm hat ſich bereits nach
Sjöbo begeben, um dort eingehende Verhöre und
Unterſuchungen anzuſtellen. Martin Thomasſon, der
30 Jahre im Gefängnis zugebracht hat, liegt zurzeit
todkrank in einer Irrenanſtalt.
Der Sturm im Atlantiſchen Ozean.
New York. Der Cunavddampfer „Aquitania”
iſt infolge des Sturmes im Atlantiſchen Ozean hier
mit 45 Stunden Verſpätung eingetroffen. Bei dem
Orkan, der auch Kanada und den Oſtteil der
Ver=
einigten Staaten heimſuchte, verloren zehn
Per=
ſonen ihr Leben. In der Stadt New York allein
wurde durch den Sturm Glas im Werte von 250 000
Dollar zertrümmert. 42 Perſonen wurden durch
Glasſplitter, herabfallende Ziegel und Schilder
ver=
letzt.
Banditenüberfall auf eine Autobus=Kolonne.
Aus Sofia wird gemeldet: In Oſtbulgarien
überfielen auf der Straße von Stara Zagora nach
Radnowo ſieben bewaffnete Räuber drei knapp
hin=
tereinander fahrende Autobuſſe. Sie ſchoſſen auf die
Chauffeure und plünderten die 60 Fahrgäſte völlig
aus. Ein unter den Paſſagieren befindlicher
Gen=
darmerieofizier wurde von den Räubern furchtbar
gemartert und durch zwei Revolverſchüſſe verletzt,
weil er von ihnen beſchuldigt wurde, an
Räuberver=
folgungen vor einigen Monaten teilgenommen zzu
haben. Die Ränber zündeten eines der
Auto=
mobile an.
Ausbruch eines Bulkans auf Kamtſchatka.
Moskau. Der als erloſchen geltende Vulkan
Scheweljutſch, an der öſtlichen Küſte von
Kamt=
ſchatka, iſt plötzlich wieder ſtark in Tätigkeit getreten.
Todesurteil wegen Amtsvergehens.
Moskau. Die transkaukaſiſche politiſche
Ver=
waltung verurteilte Leonid Nowikow, den
ehema=
ligen Leiter der Warenabteilung des
transkauka=
ſiſchen Handelskommiſſariats zum Tode. Nowikow
war angeklagt, einer Gruppe Getreideſpekulanten in
Tiflis auf ungeſetzlichem Wege Genehmigungen zur
Getreideausfuhr aus verſchiedenen Gebieten des
Nordkaukaſus verſchafft zu haben, wofür er
ſyſtema=
tiſch Beſtechungsgelder annahm. Das Todesurteil
iſt bereits vollſtreckt worden.
Vier Millionen für Forſchungen
zur Lebensverlängerung.
Albert Lasker,
ein bekannter amerikaniſcher Geldmann, hat eine
Million Dollar (4,25 Millionen Mark) für
For=
ſchungen zur Verlängerung des Lebens den
wiſſen=
ſchaftlichen Inſtituten der Univerſität Chicago
ge=
ſchenkt. — Die Dauer des menſchlichen Lebens iſt
unter verſchiedenen Verhältniſſen verſchieden. Die
Bewohner hochgelegener, nicht zu kalter Gebiete
haben durchſchnittlich eine längere Lebeusdauer als
ſolche in feuchten und heißen Ländern. Reichtum und
Eheſchließung beinfluſſen günſtig, Armut und
Jung=
geſellenleben ungünſtig die Lebensdauer. Eine
wirk=
liche Lebensverlängerung wäre aber zu erzielen,
wenn man die Krankheitskeime, welche im Darm des
Menſchen zu frühe Alterserſcheinungen hervorrufen,
ſyſtematiſch ausrotten könnte. Auch
Drüſenverpflan=
zungen können zur Verlängerung des Lebens
bei=
tragen. — Warum ſollte der Menſch unter günſtigen
Bedingungen nicht 150 Jahre alt werden, wenn
be=
reits eine Ameiſe 15, ein Kanarienvogel 24, eine
Gans 100, ein Eſel 106, ein Elefant 20
Jahr=
erreicht hat.
Seite 12
Samstag, den 28 Januar 1928
Nummer 28
Die Inſel Naxos.
Text und Zeichnungen von Erna Pinner.
Das Aegäiſche Meer liegt hart vor Naxos. Die Stadt ſteig:
aus der unwahrſcheinlichen Bläue, i blendender Weiße mu
flachen Dächern den ſteilen Hang eines Felskegels hinauf. Au)
dem Gipfel die Reſte einer fränkiſchen Herzogsburg. Unwittelbar
dahinter ſtehen die ausgeſägten Spitzen fruchtbarer Hügel. In
den Ebenen Weinberge und Gärten von Agavenhecken eingefaßt.
Hie und da eine weiße ovale Windmühle, deren Flügel durch
eingeſpannte Segel getrieben werden. Ein kleiner Hafen,
Segel=
boote und Frachtkähne mit den Früchten der überreichen Inſel,
Oliven, Tomaten, Maulbeeren, Trauben, Oel und Wein. Am
Quai Kaffeehäuſer, davor Sonnenſegel, primitiv von Baum zu
Baum geſpannt, Schenken mit Bauern in der Nationaltracht der
weiten Pumphoſen, der roten Filzmütze, eine Art Fez, und der
überkreuzten geſtickten Weſte. Lungernde Hafenarbeiter,
balkan=
hafte Typen in zerlumpten Kleidern und kleine Eſel mit den
turmhohen Holzſätteln. Darüber eine weißglühende Sonne.
apparat und ſchenkte mir einen kleinen grünen meſſerſcharfen
Stein. Die klaſſiſche Gilettklinge.
Steil hinauf führen die ſehr engen und ſchmutzigen Straßen
durch alte Tore und Feſtungsmauern, hie und da erblickt man
ein venezianiſches Herzogswappen. Die Inſel wurde 1207 vor
den Venezianern für Jahrhunderte erobert. Feuerrote
Granat=
blüten hängen über kreideweißem Gemäuer. Der ſteinige
trep=
penartige Weg iſt mit Müll und Schmutz bedeckt.
Auf der Höhe liegt das große Kloſter der Urſulinerinnen.
Bezaubernde Blumengärten leuchten hinter einer hohen Mauer
auf und eine blitzende Stiege führt in einen Empfangsſaal. Am
Flügel ein vierzehnjähriges Mädchen, was ſpielt. Daneben eine
Lehrerin. Die Oberin iſt eine große Dame aus Paris. Als
Kon=
traſt zu dem aſiatiſch griechiſchen Milieu faſt unfaßbar. Hier
werden die römiſch=katholiſchen Töchter Griechenlands erzogen.
Vom Fenſter blendet unter weißen Roſen, Oleander und
Die antike Hauptſtadt lag an derſelben Stelle, der einzige
Reſt von ihr iſt ein Portal des Tempels auf der vorgelagerten
kleinen Inſel Palati. Die Säulen find aus dem ſchneeigen
Ge=
ſtein der Inſel von Naxos, blendend weißem Marmor. Er
ge=
hörte dem Dyo iſos dem Gott der Triebkraft und des
Wein=
ſaftes. Naxos war ſeine Haupthultſtätte. Hier vermählte er ſich
mit der von Theſeus verlaſſenen Minostochter Ariadne. Zwei
Feſte wurden gefeiert, eines der Verlaſſenen unter Trauer, und
eines der Vermählten unter Jubel.
Ein kleiner der Erde gleichgelegener Raum, das ſogenannte
Muſeum, zeigt ſpärliche Ueberreſte an Figuren und Stelen. Der
Fremde auf Naxos iſt eite Rarität, und er bildet im Na den
Mittelpunkt der Stadt. Die Schulle wurde ſofort unter
Freuden=
geſchrei der Kinder geſchloſſen. Der Lehrer hatte den
liebens=
würdigen Ehrgeiz, die Sehenswürdigkeiten von Naxos zu ei=
Hläven. Unter den Ausgrabungen zeigte er einen antiken Raſier=
Myrthen das blqueſte Meer. Ein ſchwüller Duft von Weſhrauch
lagert über dem Raum. Ein feines Lächeln der Oberin verrät
ihr Erſtauien, wie man auf die Idee kommen könnte,
ausge=
rechnet nach Naxos zu reiſen. Likör und Marmelade aus
Roſen=
blättern werden gereicht. Beim Weggehen ſtehen vierzig
gleich=
gekleidete junge Mädchen vor der Türe, alle in ſchwarz und weiß.
Ueberall ein Hauch venetianiſcher Kultur, davon Paläſte
merkwürdig mitten im Meer hier ſtehen. Es gibt noch viele
italieniſche Namen, wie die der Grafen Rocca, die allerdings
keinen Titel tragen. Es gibt keinen Adel in Griechenland.
Die Inſel Naxos iſt die größte der Kikladen. Nächtlich blinkt
vom Firmament die Hochzeitskrone der Ariadne, die, wie die
Legende ſagt, zu einem Geſtirn erhoben wurde. Sie verſchwindet,
wenn die Mondſichel verblaßt. Um dieſe Stunde verläßt der
Dampfer geräuſchlos die Inſel, den Kurs nach Süden gerichtet.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Samstag, 28. Januar. 13: Kaſſel: Hauskapelle. O 15.30;
Liedervorträge Frankf. Schulen. Weltliche und geiſtl. Lieder. O 16.30:
Konzert. Mojart (geb. 27. Januar 1756). Ouv. „Die Entführung
aus dem Serail”. — Andante (Siciliana). — Arie. — Suite a.
„Die Entführung aus dem Serail”. — Ouv. z. „Der
Schauſpiel=
direktor” u. a. m. Mitw.: Maria Maſſelter (Sopran). Erich
Kohl=
höfer (Klavier), Heinz Korte (Klarinettel. Rundfunk=Streichquartett.
0 17.45: Die Leſeſtunde. Aus dem Roman „Der Oberhof” von
Immermann. o 18.15: Ver insnachrichten. 18.30: Kaſſel: K.
Hinze: Wie lege ich meinen Garten an? O 18.45: Briefkaſten.
O 19.15: H. Zacher: Soll unſer Junge Kaufmann werden? o 19.45:
Rechtsanwalt Rothbarth: Die Todesſtrafe im Wandel der Zeit,
O 20.15: Bunter Abend. Mitw.: Lieſel Simon (Rez.), Otto Jülich
(Humoriſt), Alois Reſni (Tenor). O 22.30: Berlin: Tanzkurſus,
Anſchl.: Tanzmuſik
Stuttgart.
Samsrag, 26. Jannar. 14: Jugendſtunde. O 15: Konzert.
Mitw.: Volkslieder=Quartett u. Funkorch. O 18.15: Amtsgerichtsdir.
Kallee: Tariſvertrag und Betriebsvereinbarung. 019.45: Vortrag.
S 19.15: Regierungsrat Bullinger: Angeſtelltenverſicherung. 0 19.45:
Sport. 20: Uebertr, aus Baſel: Volkstüml. Abend. Ausf
Schwyzer Ländlermuſik, Kleeblatt” Jodler Doppelquartett „
Edel=
weiß”, Baſel. Schwerzerlieder und Jodlervorträge. — Ernſtes und
Heiteres aus eig. Dichtungen in Basler Mundart: Theobald
Bär=
wart. O 21.50: Aus Stuttgart und Freiburg: Nachrichten. Anſchl.:
Streifzug durch den Aether. Verſuch drahtloſer Uebertr. auswärtiger
Sender. 22.30: Uebertr. aus Berlin: Funktanzſtunde. Leit.*
W. Carlos. 0 23: Tanzmuſik.
Berlin.
Sonnabend, 23. Januar. 10.30: Ue
rtr. der Eröffnungsfeier
der Landwirtſchaftlichen Ausſtellung „Grüne Woche Berlin” 1928.
o 16: 16: L. Lehmann: Das Erwachen
einer neuen Zeit. (Die
Eiſenbahn beginnt zu fahren.) O 16.30: Kapelle Gebr. Steiner.
O 18.30: Stadtgarten=Dir. Kube, Hannover: Die Lage der
Klem=
gärten im Stadtkörper.” 19: Hans Hirſchſtein: Die Rohſtoffe
des Alltags (die Wolle). o 19.30: Reg.=Baurat a. D. Prof. W.
Müller: „Ein Beſuch bei Englands Wirtſchaft, ſeinen Unternehmern
und Arbeitern.” 19.55: Prof. Tarachand=Ron (Lohore): Die
Indogermanen. (Wirtſchaftsform., O 20.30: Heiteres Wochenende.
Mitw.: Charl. Freyer, A. Fleßbuxg, Dr. E. Fortner, Berl. Funk=
Chor, Berl. Funk=Orch. Anſchl.: Tagesnachrichten. O 22.30: Funk=
Tanzſtunde. Danach: Tanzmuſi.
Deutſche Welle. Sonnabend den 28 Jan. 10.30:
Eröffnungs=
feier der „Grünen Woche Berlin 1928‟. O 11.50: Künſtleriſche
Darbietungen für die Schule: Alt Wiener Tänze. O 14.30:
Baſtel=
ſtunde. O 15: Prof. Lampe: Neues vom pädagogiſchen Weltbund.
O 15.35: Wetter und Börſe. o 16: Dr. Klopfer:
Erziehungs=
beratung. O 16.30: Bundesdir. Krutina: Der Standesbeamte im
Dienſt der Allgemeinheit. O 17: Nachmittagskonzert Hamburg.
O 18: Redakteur Bachmann: Der Schritt vom Land zur Stadt
im Arbeiterleben. O 18.30: Franzöſiſch f. Fortgeſchrittene. 0 18 55:
St.=Rat Dr. Bülow: Fauſt in der Muſik. O 19.20: Dr. A.
Ein=
ſtein: Die vorbachiſche Zeit. 20.30: Heiteres Wochenende. Mitw.:
Charlotte Freyer, A. Fleßburg, Dr. Fortner, Berl. Funk=Orch.,
Bexl. Funk=Chor. O 22: Preſſenachr. O 22.30: Funk=Tanzſtunde.
Anſchl. Tanzmuſik
Hauptichriftlettung. Rudoll Maupe
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolſ Maupe: für Feutlſeton, Reich und
Ausland und Heſiſche Nachrichten: Max Streeſe: für Sport: Dr. Eugen
Buhlmann=
für den Handel: Dr. C. H. Que iſch” für den Schlußdlenſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willp Kuble: Druck
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(TV1929
Nummer 28
Samstag den 28 Januar 1928
Seite 13
Suhresvelicht dei Muuſttier une Handelstaniiner
Darmſtadt über das Wirtſchaftsjahr 1927.
Allgemeine Betrachtungen.
III.
Noch immer iſt die Lage der deutſchen Wirtſchaft ſehr
ornſt und es muß ſtets damit gerechnet werden, daß durch äußere
Ein=
wirkungen oder innere Enrwicklungen der beſtehende Zuſtand geſtört
wird. Die außerordentliche Belaſtug der deutſchen Wirtſchaft durch die
Daweslaſten, die im laufenden „4. Reparationsjahr” (1. September 1927
bis 1928) 1 750 Millionen Mark beträgt und vom „5. Reparationsjahr”
1928/29 an, das bezeichnenderweiſe „Normaljahr” genannt wird, ſich auf
nicht weniger als 2½ Milliarden Mark erhöhen ſoll, drückt ſchwer auf
der deutſchen Wirtſchaft und damit unmittelbar auf jeden einzelnen
Volksgenoſſen. Dieſe Belaſtung iſt um ſo ſchwerwiegender, als ein Ende
bei der Unbegrenztheit der Reparationsleiſtungen noch nicht abzuſehen
iſt. Nachden der Reparationsagent neuerdings den Gedanken
aufge=
worfen hat, einer zahlenmäßigen Begvenzung der Abgaben
näher=
zutreten, wirb es die Aufgabe der maßgebenden Stellen ſein, dieſen
Gedanken aufzunehmen und ſeine Vevwirklichung zwar zu fördern,
gleich=
zeitig aber auch darüber zu wachen, daß die zahlenmäßige, an ſich dringend
erforderliche Abgrenzung der Daweslaſten nicht zu neuen Gefährdungen
der deutſchen Wirtſchaft in anderer Weiſe führt. Außer den
Dawes=
abgaben müſſen aus der deutſchen Wirtſchaft noch die hohen Beträge für
Verzinſung und Amortiſation der Auslandsſchulden aufgebracht werden;
dieſe werden jetzt bereits auf bis zu 10 Milliarden Mark geſchätzt, ſie ſind
noch immer im Anwachſen begriffen.
Während die Steuerlaſt im Deutſchen Reich im Jahre 1913 rund
4 Milliaiden Mark betragen hat, beträgt ſie heute rund 12 Milliarden.
Der ſoziale Aufwand hat ſich von rund 1,3 Milliarden Mark im Jahre
1913 auf etwa 4,5 Milliarden im Jahre 1927 in ungeheuerlichem Ausmaß
erhöht.
Die äußeren und inneren Kriegslaſten des Deutſchen Reiches
be=
tragen im Jahre 1627 über 3½ Milliarden Mark, alſo etwvas mehr als
die Hälfte der geſamten Ausgaben des Reiches, auf den Kopf der
Bevöl=
kerung gerechnet rund 57 RM. Der bittere Ernſt der Lage gegenüber
der Vorkriegszeit erhellt daraus, daß die Belaſtung durch die
Geſamt=
ausgaben des Reiches im Jahre 1913 je Kopf rund 41 RM., alſo nur
etwa / /oo der allein durch die Kriegslaſten bedingten Ausgaben im Jahre
1927 betragen hat.
In wie ſtarkem Gegenſatz ſich die deutſche Wirtſchaft rrotz mancher
günſtiger Momente im einzelnen am Ende des Berichtsjahres
nameut=
lich auch zu maßgehenden Regierungskreiſen befindet, iſt ſchlaglichtartig
durch die Ereigniſſe beleuchtet worden, die faſt zu einer Stillegung
der rheiniſch=weſtfäliſchen Eiſen=Induſtrie, einer der wühtigſten
Grund=
lagen der deutſchen Volkswirtſchaft, geführt hätten. Wenngleich eine
das Shlimmſte vermeidende Beilegung des ſchweren Konfliktes durch
Verbindlichkeitserklärung der Schiedsſprüche über Arbeitszeit umd Lohn
in letzter Stunde erzielt wurde, ſo darf doch dieſe Löſung nicht über
den ſchweren Ernſt der geſamten Lage hizwegtäuſchen. Beſonders bei
Len maßgebenden Regierungsſtellen muß die Einſicht zum Durchbruch
gelangen, daß auch die Sozialpolitik die Kunſt des in ihrem
Be=
reich Möglichen darſtellt, und daß der Umfang der auf ſozialem
Gebiete für die deutſche Wirtzſchaft tragbaren Maßnahmen ſehr
weit=
gehend durch die Tatſache mitbeſtimmt wird, daß das Deutſche Reich
uach dem Verluſt des Krieges auf noch unbeſtimmte Zeit hinaus in
einem Maße zum Schuldner des Auslands geworden iſt, das in der
Ge=
ſchichte kaum ſeinesgleichen hat.
Alles in allem kann erfreulicherweiſe feſtgeſtellt werden, daß das
Wirtſchaftsjahr 1927 gegenüber den vorangehenden Jahren ein, wenn
auch mit größter Vorſicht zu wertendes langſames Voranſchreiten auf
dem Wege zur Konſolidierung gebracht hat. Immerhin ſind die
Grund=
lagen für eine gedeihliche Weiterentwicklung durch die überaus ſchwere
Ueberbürdung ſämtlicher Zweige der deutſchen Wirtſchaft — Induſtrie,
Handel, Handwerk und Landwirtſchaft — mit äußeren und inneren
Laſten derart ſtark in ungünſtigem Sinne beeinflußt, daß nur in
gemein=
ſamer zielſicherer Zuſammenarbeit aller Beteiligten, nicht zuletzt auch der
maßgebenden Regierungsſtellen, unter bewußte Zurückſtellug alles
Trennenden und unter Aufbietung äußerſter Sparſamkeit in der
üffentlichen Verwaltung Ausſicht beſteht, daß die weitere Entwicklung
der Lage in günſtigem Sinne keine Rüchkſchläge erleider.
Verkehrsweſen.
(Aus dem Berichr der Induſtrie= und Handelskammer Darmſtadt über
das Jahr 1927.)
Auf dem Gebiete des Eiſenbahngüterverkehrs iſt eine wichtige
Neu=
regelung in Geſtalt des am 1. Auguſt 1927 in Kraft getretenen
Nor=
malgütertarifs zu verzeichnen. Die horizontale Klaſſenſtaffel iſt
Lurch Einführung einer neuen ſiebten Klaſſe abgeändert worden, die als
Klaſſe D 1 zwiſchen die bisherigen Klaſſen D und E eingefügt worden
iſt. Die Zuſchläge für die 10 T Nebenklaſſe ſind geſenkt worden. Die
horizontale Staffelung der Abfertigungsgebühren hat eine Ermäßigung
in Geſtalt der Abfertigungsgrundgebühr bei den Klaſſen B und C
er=
fahren. Zum Zwecke einer Senkung der Nahfrachten ſind die
Abfer=
tigungsgebühren, die ſeit Einführung des Staffeltarifs für alle
Ent=
fernungen gleich hoch waren, bis 100 Km. Entfernung geſtaffelt worden.
Wenn auch durch dieſe Tarifreform den Wünſchen der deutſchen
Wirt=
ſchaft nur zu einem mäßigen Teil Erfüllung gewährt worden iſt, ſo
derdient die NeuEfelung doch als Foxtſchritt bezeichnet zu werden.
Die Beſtrebungen auf eine weſentliche Entlaſtung des Verkehrs auf kurze
Entfernungen ſovie auf ein Entgegenkommen der Reichsbahn in der
Frage der Binnenumſchlagstarife, die auch den Intereſſen
der Rheinſchiffahrt gerecht werden, tönnen der nachdrücklichen
Unter=
ſtützung der Kammer gewiß ſein.
Als ein erfreuliches Beiſpiel, wie durch verſtändnisvolles
Zuſammen=
arbeiten der Beteiligten Gegenſätze überbruckt werden können, ſtellt ſich
auf dem Gebiete des Verkehrsweſens die Neuregelung der
Spediteur=
bedingungen dar, die am 10. Auguſt des Berihsjehres in Kraft getreten
ſind. Während früher die Spediteurbedingungen von den Spediteuren
einſeitig feſtgeſetzt waren, iſt es nunmehr in eingehenden Verhandlungen
der Spitzenorganiſationen der Induſtrie, des Großhanbels, des
Einzel=
haudels und des Vereins deutſcher Spediteure gelungen, eine Faſſung
zu finden, die ſämtlichen Beteiligten gerecht wird. Da die neuen
Spedi=
teurbedingungen auch ſachlich eine Anzahl von wertvollen Aenderungen
enthalten, die ſich als Verbeſſerungen gegenüber dem früheren, Zuſtand
darſtellen, kann die Neurcgelung, ſowohl was die Art und Weiſe ihres
Zuſtandekommens als auch ihren Inhalt anlangt, als durchaus
glück=
lich bezeichnet werden.
Die Bemühungen der deutſchen Regierung um
Erleichterun=
gen im internationalen Reiſeverkehr hatten auch im
Berichtsjahre erfreulicherweiſe gute Erfolge zu verzeichnen. Es wurde
der Sichtvermerkszlöang mit Finnland ab 1. Juni, mit Jugoſlawien
ab 5. Dezember, mit Großbritannien einſchließlich Irland, Kanada,
Neu=
ſeeland, der Südafrikaniſchen Union, Neufundland und Südrhodeſien
ab 1. Januar 1128 aufgehoben. Die Ausdehnung des letzteren
Ab=
kommens auf, die Kronkolonien und Protektorate, wird noch geprüft.
Im Verkehr mit der Tſchechoſlowakei, ſollte der Sichtvermerkszwang
ebenfalls am 1. Januar 1928 fallen, leider iſt eine Verſchiebung des
Zeitpunktes auf den 1. April eingetreten. Ohne Einholung eines
Sicht=
vrmerks können nunmehr Angehörige des Deutſchen Reiches nach
fol=
genden Ländern reiſen: Cuba, Dänemark, Danzia, Dominika,
Finn=
land, Großöritannien einſchließlich Irland, Kanada, Ncuſecland,
Süd=
afrikaniſche Union, Neufundland nud Südrhodeſien (alſo Auſtralien und
Indien ausgenommen), Haiti, Island, Japan, Jugoſlawien,
Luxem=
burg, Nieberlande, Oeſterreicl, Panama, Portugal ohne Kolonien.
Schweden, Schweiz einſchließlich Liechtenſtein, ſowie vorausſichtlich ab
1. April 1928 Tſche hoflowakei. Es ware im allſeitigen Intereſſe
drin=
gend zu wünſchen, daß die Hemmungen, die zur Zeit noch nicht wieder
beſeitigt ſind, in Bälde fallen möchten, damit der Vorkriegszuſtand, der
in weitgehendem Maße den freien Reiſeverkehr von Land zu Land
ge=
ſtattet hatte, möglichſt bald wieder hergeſtellt tuird.
Auf dem Gebiete des Eiſenbahn=Perſonenverkehrs
konnten dank verſtändnisvoller Einſtellung der Reichsbahn für den
Kammerbezirk weſentliche Verbeſſerungen erzielt werden, ohne daß
allerdings alle berechtigten Wünſche auch nur entfernt Berückſichtigung
gefunden hatten. Von beſonderer Wichtigkeit für Darmſtadt und den
geſamten Kammerbezirk erſcheint es, daß endlich Darmſtadt in den
durchgehenden Verkehr nach Köln und dem
rheiniſch=
weſtfäliſchen Induſtriebezirk ſowie nach dem
Nie=
derrhein einbezogen wird. Der derzeitige Zuſtand, wonach,
von zu ungünſtigen Nachtzeiten verkehrenden Zügen abgeſehen, keine
einzige durchgehende Verbindung mit den genannten wichtigen
Gegen=
den für den Bezirk Darmſtadt beſteht, iſt auf die Dauer unhaltbar. Die
Intereſſen des Kammerbezirks, nicht zuletzt auch die Belange des
Frem=
denverkehrs im Odenwald und an der Bergſtraße, erfordern dringend,
daß die ſeit Jahren erhobene Forderung nach durchgehenden
Schnell=
verbindungen von der Bergſtraße und von Darmſtadt auf dem kürzeſten
Wege nach dem Niederrhein endlich Erfüllung findet.
Neben einer angemeſſenen Berückſichtigung des Kammerbezirks im
durchgehenden Verkehr zwiſchen Süddeutſchland und Rheinland=
Weſt=
falen auf dem kürzeſten Wege über Groß=Gerau, erſcheint es
dringend geboten, die Anzahl der ſchnellfahrenden Züge zwiſchen
Darm=
ſtadt und Mainz=Wiesbaden erheblich zu vermehren. Während im
letz=
ten Vorkriegsfahrplan auf der genannten Strecke 2 D=Zugs= und 6
Eiſ=
zugspaare, im ganzen alſo 8 Paare ſchneller Züge verkehrten, wird die
genannte Strecke zur Zeitz nur durch 2 D=Zugspaare, deren eines zu
ungünſtigen Nachtzeiten liegt, ſowie durch 2 Paare beſchleunigter
Ver=
ſonenzüge, die die Aufgaben der früheren Eilzüge übernommen haben,
bedient. Der Schmellverkehr zwiſchen Darmſtadt und Mainz=Wiesbaden,
der gleichzeitig wichtige Aufgaben im Durchgangsverkehr zwiſchen
Süd=
deutſchland und Rheinland=Weſtfalen zu erfüllen hat, iſt ſomit bisher
auf nur 50 Prozent der Leiſtungen der Vorkriegszeit gebraht worden.
Es darf daher beſtimmt erwartet werden, daß den Anträgen der
Kam=
mer auf Einlenung eines neuen Paares beſchleunigter
Zuge zwiſchen Darmſtadt und Mainz=Wiesbaden
Folge gegeben wird, dies um ſo mehr, als nach dom derzeitigen
Fahr=
plan die Anſchluſſe in Mainz und Wiesbaden an die Züge nach Köln
und entſprechend in um ekehrter Richtung größtenteils beſonders
un=
günſtig ſind. Ebenſo bedürfen die Anſchlüſſe in Aſchaffenburg in der
Nichtung nach Nordbayern in mancher Beziehung dringender
Verbeſſe=
rungen.
Beſonders lrichtig für den Kammerbezirk iſt es weiter, daß der ſehr
wichtige Zug D 192 von Skandinavien=Hamburg und Berlin nach der
Schweiz, wie e3 bei dem Gegenzug jetzt bereits der Fall iſt, ganzjährig
über Darmſtadt geführt wird, weil hierdurch die Verbüdungen von
Darmſtadt nach dem Süden gegenüber den ſonſtigen Verbindungen um
faſt zwei Stunden abgekürzt werden. Die Führung dieſes Zuges über
Darmſtadt hätte weiter zur außerordentlich günſtigen Folge, daß die
Nachnpoſt aus Berlin und den Hanſeſtädten in Darmſtadt zui einem ſehr
weſentlichen Teile noch in die erſte Poſtbeſtellung auſgenommen werden
könnte.
Dringend geboten wäre es, wenn die Reichsbahn recht bald, den
Wünſchen des öſtlichen Odenwaldes und des Neckartals entſprechend, ein
zweites Paar Odenwald=Neckar=Eſilzüge einführen
wüirde. Den von maßgebender Seite gemachten Einzelvorſchlägen
hin=
ſichtlich der Fahrplanlage kann die Kammer vorbehaltlos zuſtimmen.
Den dringenden Anträgen auf weſentliche Verbeſſerung auf der
Strecke von Bensheim nach Worms, die ſich namentlich auch zu
einer günſtigen Spätverbindung für Worms von Frankfurt am Main
und Darmſtadt verwenden laſſen, ſollte unbedingt Erfüllug zuteil
werden.
Den Wünſchen der zum Kammerbezirk gehörenden Gemeinden im
Neckartale auf Verbeſſerung ihrer Verkehrsverhältniſſe wird von
der Reichsbahn im nächſten Fahrplan hoffentlich entſprochen werden.
Mit Rückſicht auf kleinere Städte muß der von anderer Seite immer
wieder erhobenen allgemeinen Forderung auf erſatzloſe Beſeitigung
bereits beſtehender Schnellzugshalte widerſprochen
wer=
den, wenn nicht wichtige Intereſſen ſchwerwviegend beeinträchtigt werden
follen.
Bedauerlich muß es erſcheinen, daß es der in anderer Beziehung
außerordentlich fortgeſchrittenen Technik offenbar noch immer nicht
ge=
lungen iſt, einen Triebwagentyp für die Reichsbahn zu
konſtru=
ieren, der allen praktiſchen Anforderungen gerecht wiro. Man ſollte
erwarten, daß dieſes anſcheinend beſonders ſchwierige Problem doch
uunmehr in abſehbarer Zeit gelöſt wird, damit den zahlreichen
Wün=
ſchen auf eine Verdichu: g der Zugfolge auf den Vorortsſtrecken im
Nahverkehr und auf weniger verkehrsreichen Strecken entſprochen
wer=
den kann. Im Wege einer beſſeren Ausgeſtaltung des Fahrplans gerade
auch duuch leichte Zugeinheiten würde die Reichsbahn dem immer ſtärker
werdenden Wettbewerb des Kraftwagens zweckmäßig begegnen.
Was die grundſätzlich zu billigenden Rationaliſierungsbeſtrebungen
der Reichsbahn im Wege einer Zuſammenlegung der
Wagen=
klaſſen anlangt, ſo iſt die Kammer der Auffaſſung, daß dieſe Maßnahme
nicht etiva zu einer vielleicht auf den erſten Blick nicht zu erkennenden
Erhöhung der Tarife benützt werden darf. Auch im übrigen muß bei
der Neuregelung darauf Rückſichr genommen werden, daß den Intereſſen
des reiſenden Publikums auch hinſichtlich der Ausſtattung der Wagen in
weitem Umfange Rechnung zu tragen iſt.
Die Beſtrebungen, den Darmſtädter Vorortverkehr nach Nieder=
Namſtad:—Traiſa und ſpäterhin nach Ober=Ramſtadt auszudehnen,
wer=
den von der Kammer dunchaus unterſtützt. Auch die Verkehrsprojebte
an der Bergſtraße, insbeſondere die Verbindung von
Bens=
heim nach Lindenfels können, der lebhaften Fürſprache der
Kammer nach wie vor gewiß ſein.
Auf dem Gebiete des Kraftfahrweſens hat ſich, wie
allge=
mein, ſo auch im Kammerbezirk eine weſentliche Steigerung der Anzahl
der Kraftfahrzeuge bemerkbar gemacht, die namentlich in der Stadt
Darmſtadt zu umfangreichen, im weſentlichen dunchaus zweckmäßigen
derkehrspolizeilichen Maßnahmen geführt hat. Unangenehm empfunden
werden noch immer die zahlreichen Straßenſperrungen, die
trotz vorheriger Bekanntgabe die Zuverläſſigkeit der Beförderung bei
der Benützung von Kraftwagen ſtark beeinträchtigen. Eine möglichſt
weitgehende Einſchränkung der Abſperrungsmaßnahmen wäre im
In=
tereſſe eines reibungsloſen Verkehrs dringend geboten. In zahlreichen
Fällen wird es ſich bei geeigneten Vorkehrungen wohl auch eumöglichen
laſſen, durch die zeitliche Verſchniebung der Inſtandſetzungsarbeiten an
den zwei Straßenhälften jeweils eine Straßenhälfte für den Verkehr
freizuhalten.
Hinſichtlich des öffentlichen Kraftlinienweſens ſind
im Kammarbezirk inſofern Verbeſſerungen zu verzeichnen, als am 15.
Mai 1927 die von der Reichspoſtverwaltung betriebene Schnell=Linie
Darmſtadt—Rhein eröffnet wurde, die den Mittelpunkt der
Landes=
hauptſtadt mit dem rechten Rheinufer bei Oppenhoim=Nierſtein in
weniger als einer Stunde Fahrzeit verbindet. Wenn dieſe Linie bisher
nicht ganz den an ſie geſtellten Erwartungen entſprochen hat, ſo liegt
dies nicht zuletzt an den unzureichenden Ueberfahrtsverhältniſſen bei
Oppenhoim=Nierſtein, auf die bei der Behandlung der Brückenfragen
weiter unten zurückzukommen ſein wind. In wirkſamer Botätigung
ihrer Beſtrebungen, auch im Kraftwagenverkehr Fuß zu faſſen, hat die
Reichsbahndirektion Mainz eine Kraftwagenlinie von Darmſtadt nach
Meſſel eröffnet, die ſich reger Benützung erfreut. Im Weichſbilde der
Stadt Darmſtadt hat in dankensweuter Weiſe die Heſſiſche Eiſenbahn=
Aktiengeſellſchaft eine Kraftomnibuslinie vom Schloß nach dem
nord=
öſtlichen Stadtviertel eingeführt, die ſtarken Zuſpruch findet. Alles in
allem ſtellen ſich die hier erwähnten und eine größere Anzahl weiterer
zum Teile einer regſamen privaten Initiative zu veudankender
Ver=
kehrsverbeſſerungen als eine weſentliche Bereicherung des Verkehrsweſens
im Kammerbezirk Sar.
Mit lebhafter Genugtuung kann feſtgeſtellt werden, daß die
Be=
ſtrebungen des Vereins „Hafraba”, deu ſich den Bau einer
Auto=
mobilſtraße von den Hanſeſtädten über Frankfurt a. M. nach Baſel
zur Aufgabe geſetzt hat, im Berichtsjahre gut vorangeſchritten ſind.
Beſonders begrüßt wird der Beſchluß der maßgebenden Stellen des
Vereins, daß als erſtes Teilſtück die durch die heſſiſche Provinz
Starken=
burg von Frankfurt a. M. weſtlich von Darmſtadt und der Bergſtraße
nach Mannheim und Heidelberg führende Strecke ausgebaut werden foll,
die infolge ihres ſtarken Verkehrs verhältnismäßig am eheſten eine
Ren=
tabilität erwarten läßt.
Erfreulicherweiſe kann feſtgeſtellt werden, daß die Neckarbrücke
bei Wämpfen, für deren Erbauung ſich die am 16. Juni 1925 zu Wimpfen
ſtattgehabte Vollberſammlung der Kammer mit beſonderem Nachdruck
eingeſetzt hatte, im Berichtsjahre eröffnet werden konnte. Die
Main=
brücke bei Rüſſelsheim, deren Koſten zu einem weſentlichen Teile von
unſerer Mitgliedsfirma Adam Opel getragen werden, wird vorausſichtlich
im Jahre 1928 dem Verkehr übergeben werden können. Beſondere
Schlvierigkeiten bereitet die Frage einer Ueberbrückung des
Rheins zwiſchen Mainz und Worms etwa in der Gegend bei
Oppen=
heim=Nierſtein. In erſter Reihe wäre ſelbſtverſtändlich wie von der
Kammer wiederholt zum Aunsdruck gebracht wurde, die Errichtung einer
feſten Brücke wünſchenswert. Inſolange ſich dieſe vollkommene Löſung
nicht verwirklichen läßt, iſt eine Zwiſchenlöſung im der Art dringend
geboten, daß nach einem ſehr zweckmäßigen Vorſchlag von rheinheſſiſcher
Seite eine an anderer Stelle freigewordene Schiffbrücke dem Verkehe
zwiſchen der Provinz Starkenburg und dem mittleren Rheinheſſen
dienſt=
bar gemacht wird. Die fliegende Brücke bei Oppenheim=Mierſtein, die in
ihrem derzeitigen Zuſtande eine höchſt unvollkommene Verbindung
zwiſchen dem mittleren Rheinheſſen und Starkenburg darſtellt, wird
auch bei weitgehenden techniſchen Verbeſſerungen kaum imſtande ſein, die
aus den verſchiedenſten Geſichtspunkten heraus erforderliche engere
Ver=
bindung der heſſiſchen Provinzen Rheinheſſen und Starkenburg zu
ver=
mitteln. Unabhängig von der techniſchen Seite der Frage erſcheit es
dringend geboten, der derzeitigen hohen Ueberfahrtsgebühren,
nament=
lich auch für Kraftfahrzeuge, ſtark herabzuſetzen. Aeußerungen der
maß=
gebenden Regierungsſtellen laſſen erhoffen, daß dieſem Wunſche in Bälde
Rechntung getragen werden wird.
Die Beſtrebungen, den Perſonenſchiffsverkehr auf
dem Oberrhein oberhalb Mainz zu beleben, werden auch von der Kammer
nachdrücklich unterſtützt, zumal der Kammerbezirk durch die in ihm
ge=
legene Anlegeſtelle Gernsheim unmitelbar an dieſem Verkehr
intereſſiert iſt.
Auf dem Gebiete des Poſtweſens brachte das Berichtsjahr
weſentliche Veränderungen. Nach eingehenden Vorbereitungen trat am
1. Mai 1327 eine grundlegende Neuregelung der Fernſprechgebühren
ein, die an Stelle des Syſtems der reinen Geſprächsgebühren neben
der Geſprächsgebühr wiederum die Grundgebühr zur Einführung
brachte. Die Kammer hatte in der Frage eine Denkſchrift ausgearbeitet,
die für die endgültige Geſtaltung des Tarifs micht ohne Bedeutung blieb.
Entgegen von anderer gewichtiger Seite vorgerragenen Wünſchen einen
möglichſt ſtarken Herabſetzung der Gebihren für Vielſprecher under
Mehrbelaſtung der Wenigſprecher hatte unſere Kammer den Standpunkt
eingenommen, daß dunch die Neuregelung die Wenigſprocher nicht allzu
ſtark belaſtet werden dürften, damit ein Rückgang der Anzahl der
Teiſ=
nehmer, der ſich auch für die Vielſprecher unangenehm auswirken müßte.
vermieden bliebe.
Eine ſehr unerfreuliche Belaſtung für die Wirtſchaft brachte die am
1. Auguſt 1927 in Kraft getretene Gebührenerhöhung der Reichspoſt, die
trotz lebhaften Widerſpruchs weiteſter Kreiſe eingeführt wurde
Uner=
läßlich iſt es, daß die außerordentlichen Mehrlaſten, die der Wirtſchaft
durch dieſe Erhöhung der Poſtgebuhren auferlegt werden, ſich möglichſt
weitgehend in grundlegenden Verbeſſerungen des poſtaliſchen Betrieb.s
auswirken, damir den erhöhten Leiſtungen der am Poſtvarkehr
Beteilig=
ten entſprechende Gegenleiſtungen der Poſt gegenüberſtehen.
Mit allem Nachdruck hat ſich die Kammer dafür eingeſetzt, daß der
Fernſprechſchnellverkehr zwiſchen Darmſtadt und Frankfurt a. M. nun
möglichſt bald zur Einführung gelangt, damit die weſentlichen Vorteile
dieſer neuzeitlichen Verkehrseinrichtung auch dem Kammerbezirk zugute
kommen.
Auch im Berichtsjahre war der Kammerbezirk durch den Flughafen
Darnſtadr au den Luftverkehr angeſchloſſen. Der regen Initiative
der Stadtverwaltung Darmſtidt iſt es zu verdanken, daß auch im
kommenden Jahre der Kammerbezirk unmittelbar in den Lufwerkehr
einbezogen bleibt. Grundſätzlich wäre auf dem Gebiete des Flugwcſens
zu erſtreben, die Anzahl der Landeplätze nichr allzuſehr anwachſen zu.
laſſen und größere Verkehrsgebicte zu einheitlichen Flughäfen
zuſammen=
zufaſſen, die mit den in Frage kommenden Städten und
Verkehrs=
gebieten durch Kraftwagenzubringerlinien zu verbinden wären. Indeſſen
darf eine ſolche alls ferneres Ziel zu betrachtende Konzentration im
Flugweſen nicht einſeitig nach den Bedürfniſſen der großen Städte
erfolgen, wie überhaupt gegenüber immer wieder zutage tretenden allzu
weitgehenden Monopoliſierungsbeſtrebungen dieſer Städte im
Verkehrs=
weſen die grundſätzliche Gleichberechtigung der mittleuen und kleineren
Städte ſowie des flachen Landes auf eine ausreichende Berückſichtigung
im Verkehrswveſen mit Nachdruck geltend gemacht werden muß.
Auch im Berichtsjahre haben die für die Verkehrsfürderung im
Kammervezirk in Frage kommenden Stellen, namentlich die mit
Ver=
kehrsfragen befaßten Miniſterien, die Reichsbahndirektion Mainz und die
Oberpoſtdirektion Darmſtadt, den Wünſchen von Induſtrie und Handel
gegenüber eine verſtändnisvolle Einſtellung bewieſen, ſo daß ſich das
Zuſammenaubeiten im beiderſeitigen Intereſſe duvchaus erfreulich geſtaltet
hat. Es ſteht zu hoffen, daß auch im Jahre 1938 ein zielbewußtes
ge=
meinſchaftliches Wirken ſämtlicher an der Förderung des Verkehrs
inter=
eſſierter Stellen eine weitere Aufwärtsentwicklung im Verkehrsweſen
des Kammerbezirks ermöglichen wird.
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75 J., Rheinſtr 47. — 20. Jan.: Klara Dorothea Fürns, Witwe des
Schiffbauers, 59 J., Heidelberger Straße 47. Anna Eliſabeth
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ſtädter, geb. Keil, 75 J., Witwe des Lehrers i. R., Bismarckſtr. 21. —
4. Jan.: Jakob Gerbig, Maſchinenſchloſſer, 18 J., ledig, Worfelden. —
21. Jan.: Jenny Salomon, geb. Reis, 51 J., Ehefrau des Kaufmanns,
hier, Neckarſtr. 16. — 20. Jan.: Heinrich Hilmar Gundersdorff, 3 J.
Arheilger Straße 18. — 22. Jan.: Johanette Stedce, geb. Wamſer,
64 J., Ehefrau des Eiſenbahnoberſchaffners i. R., Feldbergſtr. 34. —
21. Jan.: Sophie Geher, geb. Steinmetz, 41 J., Ehefrau des Schmieds.
Wedekindweg 1. — 22. Jan.: Karl Heinz Keßler, 7 Man.,
Moosberg=
ſtraße 76. Johannes Dietz, Schneidermeiſter, 6 J., Neue Niederſtr. 17.
Philipp Olt, 1 Tag, Breitenbrunn, hier, Heinheimerſtr. 21 — 21. Jan.:
Wilh. Hölzel, 1 Jahr, Darmſtraße 11. Philipp Wilhelm Dingeldein,
Oberleutnant i. R., 31 J., Reichelsheim i. Odenw., hier, Grafenſtr. 9.
— 22. Jan.: Bertha Krauß, 1 Tag, Groß=Zimmern, hier,
Riedeſel=
ſtraße 52. Werner Konrad Baſſermann, 1 Tag, Griesheim b.
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ſtadt, hier, Lagerhausſtr. 82. — 23. Jan.: Evica Ebiſabeth Reinicke,
19 Stunden, Klappacherſtr. 38. Wilholm Bauer, 3 Monate, Groß=Gerau,
hier, Heinheimerſtr. 21. Chriſtoph Schaffner, Schiffſchaukelbeſitzer,
66 J., Pfungſtadt, hier, Grafenſtr. 9. Alexander Ehrhard, Väckermeiſter,
61 J., Landwehrſtr. 25. Joſeph Kumpf, 10 Stunden, Martinſtr. 28.
Eliſabeth Schettſer, 17 J., ledia, Nieder=Ramſtadt, hier, Grafenſtr. 9.
— 24. Jan.: Johann Raab, Elektrotechmiker, 38 J., Neugaſſ= 11. —
Götz, 5 Monate, Große Kaplaneigaſſe 4. Katharine
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mann, geb. Feidel, 49 J., Ehefrau des Feldſchützen, in Berkach, hier,
Erbacher Straße 25. Ernſt Ludwig Scheuermann, Geſchäftsführer
Alzey, 34 J., Hermannſtr. 6. — Am 25. Jan.: Weber, Konrad, Heizer,
66 J., Heidelberger Straße 115.
Kirchliche Nachrichten
Evangeliſche Gemeinden.
4. Sonntag nach Epiphonias (29. Jauanr 1928.
„Stabttirche. Samstag, 28. Januar, abend3 8.30 Uhr: Andacht. —
Sonntag, 29. Januar, vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Kleberger. — Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Heß.
Die Stadtürche iſt wochentags von 9—4 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet.
Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm. 8.30 Uhr: Morgenandacht. Pfarrer
Lauten=
ſchläger. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß. — Vorm.
11.15 Uhr: Kindergettesidenſt. Pfarrer Vogel. — Abends 5 Uhr:
Abendgottesdienſt. Pfarrer Wagner.
Schloßkirche. Vereinigung zur Abhaltung lutheriſcher
Gottes=
dienſte. Vorm. 9.30 Uhr: Beichte und Anmeldung in der Sakriſtei.
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls.
Pfarrex Lautenſchläger.
Konfirmandenſaal im Schloß. Freitag, 27. Jan., abends 3 Uhr:
Hauptverſammlung des Frauenvereins der Schloßigemeinde. — Sonnkag,
29. Jan., abends 8 Uhr: Chriſtlicher Jugendverein. — Montag, 30.
Januar, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (jüng.
Abteilung): Poſaunenchor. — Dienstag, 31. Januar, abends 8 Uhr;
Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde. — Mittwoch, 1. und Samstag,
4. Februar, nachm. 2—4 Uhr: Handarbeitsſchule der Stadtgemeinde.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 29. Jan., abends 8 Uhr:
Familienabend der Kaplaneigemeinde. — Jugenbvereinigung der
Stadt=
gemeinde (ältere Abteilung). — Montag, 30. Januar, abends 8 Uhr:
Jugendbund der Lukasgeweinde. — Dienstag, 31. Jan., abends 8 Uhr:
Kirchenchor der Stadtkirche — Jugendvereinigung der Statdgemeinde
(jüngere Abteilung). — Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde
(jüngere Abteilung). — Mittwoch, 1. Februar, nachm. 3 Uhr:
Jung=
ſihar der Stadtgemeide, Gruppe 2. — Abends 6 Uhr: Bibelſtunde.
Pfarrer Lautenſchläger. — Aßends 8 Uhr: Kirchenchor der
Stadt=
kapelle und Schloßtirche. — Jugendbund der Markusgemeinde (ältere
Abteilung). — Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (ältere
Abteilung) — Donnerstag, 2. Februar, abends 8 Uhr:
Monatsver=
fammlung des Frauenvereins der Lukasgemeinde. — Jugendbund der
Leikasgemeinde: Singkreis. — Jugendvereinigung der Stadtgemeinde
(füngere Abteilung) — Freitag, 3. Februar, abends 8 Ugr:
Mütter=
abend der Stadtgemeinde. — Jugendbund der Kaplaneigemeinde. —
Jugendbund der Markusgemeinde (jüngere Abteilung). — Somstag,
4. Februar, nachm. 3 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinbe, Gruppe 2,
Sportplatz am alten Arheilger Weg.
Feierabend (Stiftsſtraße 51). Mittwoch, 1. und Samsuag, 4. Febr.,
nachm. 4 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde, Gruppe 1.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Bis 31. Januar: Pfarrer
Beringer; vom 1. Februar an: Pfarrer Bergér.
Krankenpflege durch Diakonen: 1. Hmuptſtation im neuen Diakonen=
und Männerheim, Heidelbergerſtraße 21, Fernſprecher 2883; 2.
Neben=
ſtation Mauerſtraße 5 (in der Kleinhinderſchule der Martisgemeinde).
Samstag den 28 Januar 1928
Evang. Wohlfahrtsdienſt: „Gemeindehaus, Kiesſtraße 17. Sprech) vormutags von 10—12 Uhr. Fernſprecher 2379.
Gemeindeamt für kirchliche Steuerangelegenheiten: Gemeindehaus,
Kiesſtraße 17, Vorderhaus, 1 Treppe. Geſchäftsſtunden vorm. von
8—12 und nachm. von 3—6 Uhr. Fernſprecher 2379.
Martinskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Bergér.
— Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt für die Weſtgemeinde. Pfarrer
Bergér. — Abends 6 Uhr: Pfarrer Beringer. — Mittwoch, 1. Februar,
abends 8 Uhr im Gemeindehaus: Bibelſtunde. Pfarrer D. Waitz; im
Martinsſtift: Bibelſtunde. Pfarrer Beringer.
Altersheim. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Pfarrer Köhler.
Martinsgemeinde (Verſammlungen). Sonntag, 29. Januar, nachm.
3 Uhr: Familienfeier des Frauenvereins im Feſtſaal der Turnhalle am
Woogsplatz. — Montag, 30. Januar, abends 8 Uhr im Gemeindehaus:
Mädchenvereinigung Weſt: im Martinsſtift: Mädchenvereinigung Oſt.
— Dienstag, 31. Jan., abends 8 Uhr im Gemeindehaus:
Jugend=
vereinigung; im Martinsſtift: Hirchenchor. — Donnerstag, 2. Februar,
abends 8 Uhr im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung Weſt; im
Mar=
tinsſtift: „Mädchenvereinigung Oſt; Mauerſtraße 5: Poſaunenchor. —
Freitag, 3. Februar, abends 8 Uhr im Gemeindehaus:
Jugendver=
einigung kältere Abteilung); Mütterabend Weſt; im Martinsſtift:
Kirchenchor; Mauerſtr. 5: Helferverſammlung der Männervereinigung
Johanneskirche. Vorm 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Marz
— Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Mittwoch, 1. Februar
abends 8 Uhr im Gemeindehaus: Bißelſtunde. Pfarrer Marx.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7.30 bis 5 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolomie). Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Georgi. — Vorm. 11.15 Uhr:
Kindergottesdienſt. — Dienstag, abends 8 Uhr: Bibelſtunde. —
Don=
nerstag, abends 8 Uhr: Mütterabend.
Beffunger Kirche (Petrusgemeinde.) Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. Pfarraſſ, Lic. zur Nieden. — Vorm. 11.15 Uhr:
Kindergottes=
dienſt. Pfarraſſ. Lic. zur Nieden. — Abends 6 Uhr: Gottesdienſt.
Pfarraſſ. Dr. Wendel.
Veranſtaltungen: Sonntag, 29. Januar, nachm. 1 Uhr:
Verſammlung der Mädchenvereingung im Genteindehaus; von da
Ab=
uarſch zum Kreisverbands=Jugendtreffen in Griesheim. — Abends
8.15 Uhr: Jugendvereinigung. — Muſikaliſcher Abend (
Inſtrumental=
konzert im Gemeindehaus des evangel. Männervereins. — Montag,
30. Januar, abends 8.15 Uhr: Lichtbildervortrag in der
Mädchen=
vereinigung. — Dienstag, 31. Januar, abends 8.15 Uhr: Kirchenchor.
— Mittwoch, 1. Februaz, nachm. 3 Uhr: Sitzung der Frauenhilfe. —
Abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde im Gemeindehaus über Jeremias.
Pfarrer Weiß; Bübolſtunde im Saal der neuen Train=Kaſerne,
Eſcholl=
brücker Straße 41, über den Philipperbrief. Pfarraſſ. Lic, zur Nieden
— Donnerstag, 2. Febraur, abends 8.15 Uhr: Mütterabend. —
Bibel=
beſprechſtunde für die männliche Jugend. Pfarraſſ. Lic. zur Nieden. —
Vertragsabend des evang. Mänververeins: Dr. Krämer üſber Bali. —
Freitag, 3. Februar, abends 8.15 Uhr: Kirchen hor.
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Rückert.
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Rückert. — Abends
8 Uhr: Jugendvereinigung. — Montag, abends 8 Uhr: Jugensbund.
— Dienstag, abends 8 Uhr: Kirchenchor. — Mittwoch, abends 8 Uhr:
Bibelſtunde. Pfarrer Rückert. — Donnerstag, abends 8 Uhr:
Mütter=
abend.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hanptgotresdienſt. Pfarraſſiſient
Beringer. — Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Evang.
Sonn=
tagsverein. Teilnahme am Jugendtreffen in Griesheim (Abfahrt nachm.
2.15 Uhr am Schloß). — Donnerstag, 2. Februar, abends 8 Uhr:
Bet=
ſtunde.
Stadtmifſion (Mühlſtr. 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde.
11.15 Uhr: Kindergortesdienſt. — Nachm. 3.30 Uhr: Bibelſtunde.
Prediger Semmel. — Montag, nachm. 4 Uhr: Frauenarbeitsſtunde. —
Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. — Mittwoch, abends 8.30
Uhr: Gem. Chor. — Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde,
Prediger Semmel. — Freiiag, abends 8.30 Uhr: Blaukreuz=
Bibel=
ſtunde und Bibelſtunde in der Kinderſchule, Beſſunger Straße 80.
Prediger Semmel. — Samstag, abends 8.30 Uhr: Poſaunenchor. —
Am 13. Februar, abends 8.15 Uhr: Generalverſammlung.
Jugendbund für E. C. (uhlſtraße 24). Sonntag, nachm. 2.30 Uhr:
Bibelbeſprechſtunde für junge Männer. — Nacm. 4.45 Uhr:
Vibel=
beſprechſtunde für Mädchen. — Montag, abends 8.30 Uhr:
Geſchäfts=
ſtunde. — Dienstag, abends S.30 Uhr: Mädchenkreis. — Mittwoch.
abends 8.15 Uhr: Freundeskreis für junge Männer. — Donnerstag,
abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtraße 22,
In=
fanteriekaſerne, Hof links.) Sonntag, 29. Januar, vorm. 9 Uhr:
Weiß=
kreuzſtunde. — Abends 8 Uhr: Lichtbildervortrag: „Die Wanderdünen
der Kur. Nehrung” — Montag, 30. Januar, abends 8,30 Uhr: Jung=C.
Beſpreckarng von Lebensfragen nach der Bibel. — Mittwoch, 1. Febr.,
abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde (ältere Abt.). — Donnerstag, 2. Febr.;
abends 8.30 Uhr: Heimabend. — Freitag, 3. Febr., abends 8.30 Uhr:
Turnen in der Turnhalle der Ludwigsoberrealſchule. — Samstag,
4. Februar, nachmiitags 4 Uhr: Jungſchar.
Nummer 28
Chriſtlicher Jugendverein (Konfirmandenſaal, Schloßtirche).
Sonn=
tag, 20. Januar, abends 8 Uhr: Lichtbildervortrag: „Norwegen, das
Land der Mitternachtsſonne‟ — Montag, 20. Januar, abends 8 Uhr:
Poſaunenchor. — Mittwoch, 1. Februar, abends 8 Uhr:
Jugendbibel=
ſrunde. — Mitgliederverſammlung. — Donnerstag, 2. Februar, abends
8 Uhr: Arbeitsausſchuß. — Freitag, 3. Febr., abends 8 Uhr: Turnen
(Ludwigsoberrealſchle. — Samstag, 4. Februar, abends 8 Uhr:
Unter=
haltungsabend.
Kranichſtein. Sonntag, vorm. 19. Uhr: Gottesdienſt. Pfarrer
Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt,
Eliſabethenſtraße), Sonntag, den 29. Januar, vorm. 10 Uhr:
Menſchen=
weihehandlung mit Predigt. Vorm. 11.15 Uhr: Kinder=
Sonntags=
handlung. — Samstag, den 28. Januar, abends 6.30 Uhr bis 9.30 Uhr
Spielerkreis. — Freitag, den 3. Februar, abends 8.15 Uhr: Oeffentlicher
Frage=Abend über die „Taufe”, geleitet von Martha Heimerau, Pfarrer
in der Chriſtengemeinſchaft.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Elifabethenſtr. 44. Sonntag, 29. Jan.,
morgens 10 Uhr: Predigt. 11 Uhr: Sonntagsſchile. Abends 8 Uhr:
Predigt. — Montag: Jugendverein. Thema: „Am toten Meer” —
Dienstag: Singſtunde für Gem. Chor. — Mittwoch:
Frauenmiſſions=
verein. — Donnerstag: Bibelſtunde. Jedermann iſt herzlätz
einge=
laden. — Weiterſtadt: Mittwoch, abends 8 Uhr: Predigt. Prediger
Sauer.
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4 (früher Waldſtraße 18).
Sonmtag, vorm. 11 Uhr: Kinderſchule; nachm 4.30 Uhr:
Wortver=
kündigung. — Mittwoch, abends 8.15 Uhr: Gebetſtunde. — Freitag,
abends 8.15 Uhr: Wortbetrachtung. Jedermann herzlich eingeladen.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40). Sonntag,
den 29. Januar, vorwittags 9.30 Uhr: Andacht. — Nachm. 3.30 Uhr:
Jugendbund. Abends 8.1 5Uhr: Evangeliſation. — Mittwoch, abends
8.15 Uhr: Bibelſtunde. Jedermann herzlich willkommen.
Mköttlinger Freundeskreis. Montag, den 30. Januar, abends 8.30
Uhr, im Fcierabend, Stiftſtraße 51: Bibelſtunde.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtraße 17.
Sonntag, 29. Januar 1928. Vormittags 10 Uhr Gottesdienſt. Prediger
N. Rudnitzky. Nachmittags 4 Uhr Predigt, anſchließend für die Glieder
der Gemeinde Abendmahl. Pred. Rudnitzky. — Vom 30. Januar mit
5. Februar 1928 finden je abends 8.15 Uhr Vorträge, ſtatt über das
Geſamtthema: „Das Urbild der Gottesgemeinſchaft im Sinnbild der
altteſtamentlihen Opfer‟. Dieſe Verſaurmlungen werden geleitet von
Prediger N. Rudnitzky und finden ſtatr im Verſammlungsſaal,
Mauer=
ſtraße 17. Obige Gemeinde ladet zu allen Verſammlungen jedermann
freundlichſt ein.
Auswärtige Kirchen.
Evangeliſche Kirche zu Nieder=Ramſtadt. Sonutag, den 29. Januar
(4. Sonntag nach Epiphania). Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
— Montag: Jugendvereinigung. Dienstag: Kirchenchor. — Mittwoch:
Jungmädchenverein. — Donnerstag: Frauenverein.
Evangeliſche Gemeinde Traifa. Sonntag, den 29. Januar. Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. — Montag: Aelterenkreis. — Dienstag:
E. J. S. Mädchengruppe (Schule). — Mittwoch: E. J. G. Jungengruppe.
— Donmerstag: Frauenabend.
Evang. Gemeinde Roßdorf. 4. Sonntag nach Epiph., 29. Jan., vorm.
10 Uhr: Hanptgottesdienſt: vorm. 11 Uhr: Fhriſtenlehre; abends 8 Uhr:
Bibelſtunde — Montag: Frauenverein. — Dienstag:
Kirchengeſang=
verein. — Mittwoch: Jugendbund Wartburg. — Donnerstag:
Jung=
mädhenverein.
Evangeliſche Kirche zu Eberſtadt. Sonntag, den 29. Jnanuar, 10 Uhr:
Gotvesdienſt. Pfarrer Paul. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Abends
5½ Uhr: Lichtbildevvortrag „Ben Hur”, für Kinder. — Montag,
8 Uhr: Mädchenvereiigung. — Dienstag, 8 Uhr: Frauenverein.
Licht=
bildervorkrag „Ben Hur”. — Mittwoch, 8 Uhr: Kirchengeſangverein.
— Donnerstag, 8 Uhr: Wartburgverein. — Freitag, 8 Uhr:
Poſaunen=
chor. — In der Provinzialpflegeanſtalt Gottesdienſt 1½ Uhr. Pfaurer
Payl.
Katholiſcher Gottesdienſt.
St. Liebfrauen (Klappacherſtraße). Vor Sonn= und Feiertagen:
Nachmittags von 5—7 und abenbs von 8 Uhr an Beichtgelegenheit.
An Sonn= und Feiervagen: Vormittags von 6 Uhr an Gelegenheſit zur
hl. Beichte. 7 Uhr Frühmeſſe. Vor und in der hl. Meſſe Austeilung
der hl. Kommunien. Geneialkonnmunſon der Frauenvereinigung.
9.30 Uhr Hochamt und Predigt. Vorher Austeilung der hl. Kommunion.
Nachmittags 2 Uhr Chriſtenlehre; 2.30 Uhr Andacht; 3 Uhr
Berſamm=
lung der Frauenvereinigung. — Werktagsmeſſe 7/. Stunden vor
Schul=
beginn. — Donnerstag (Maria Lichtmeß): Wachsweihe. 5 Uhr
Eliſa=
beihenverein. 6 Uhr Beichtgelegenheit. — Freitag 7 Uhr hl. Meſſe mit
Herz=Jefu=Andacht. Am Ende der hl. Meſſe und um 4 Uhr Austeilung
des Vlaſiusſegens.
Martinskapelle (Herdweg). An allen Sonn= und Feiertagen 8 Uhr
hl. Meſſe mit Predigt. Vorher Beichtgelegenheit. Vor und in der
hl. Meſſe Austeilung der hl. Kommunion. — Dienstag, 5/= Stunden
vor Schulbeginn hl. Meſſe mit Austeilung der hl. Kommunion in
de=
hl. Meſſe. Vorher Beichtgelegenheit.
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Nummer 28
Samstag, den 28. Januar 1928
Seite 15
Sport, Spiel
Der Sport des Sonntags.
Die Endſpiele um die Süddeutſche Meiſterſchaft.
ſtehen natürlich nach wie vor im Vordergrund des Intereſſes. Diesmal
gibt es zehn intereſſante Pgarungen: drei in der Meiſterrunde, ſieben in
den Troſtrunden. Die einzelnen Treffen ſind:
Meiſterrunde:
In Mannheim: SV. Waldhof-Bayern=München.
Vorms; Wormatig=Worms—Sd.Vgg. Fürth.
Saarbrücken: F.V. Saarbrücken—Stuttgarter Kickers.
Troſtrunden:
Gruppe Südoſt:
In München; Wacker=München—1. F.C. Nürnberg.
Freiburg: Freiburger S.C.—VfR. Fürth.
Karlsruhe: Phönigx=Karlsruhe—München 1860.
Böckingen: Union=Böckingen—VfB. Stutgart.
Gruppe Nordweſt:
In Ludwigshafen: Ludwigshafen 03—FSV. Frankfurt.
Mainz: FSV. 65 Mainz—VfL. Neu=Iſenburg.
Frankfurt: Rot=Weiß Frankfurt—VfL. Neckarau.
In der Runde der Meiſter muß man die Begegnung Waldhof gegen
Bayern=Münhen an erſter Stelle uennen. Batzern=München führt zuu
Zeit noch die Tabelle an, wird ſich aber im Mannheimer Stadion
vou=
ſehen müſſen, um nicht einen weiteren Punkt einzubüßen. Die
Wald=
höfer haben ſchon am letzten Sonntag den Fürther Kleeblättlern das
Siegen ſchwer gemacht; ſie hätten beſſer abſchneiden können, wäre der
Sturm durchſchlagskräftiger geweſen — In Saarbrücken werden die
bisher recht glücklich abgekommenen Stuttgarter Nickers beim FV.
Saau=
brücken, der beſſer iſt als ſeine Endſpiel=Reſultate beſagen, einen
ſchwve=
ven Stand haben. Auch dem Ausgang des dritten Treffens: Wormatia=
Worms—Sp. Vgg. Füirth, iſt nicht ohne weiteres leicht zu beſtimmen. Die
Fürther Kleeblättler werden ſehr wahrſcheinlich ohne ihren beſten
Mann=
ſchaftsteil, die Verteidigung Hagen=Kraus, antreten müſſen. Worms
aber iſt auf eigenem Platze ſehr ſchwver zu ſchlagen und wird ſich nach
ſeiner kataſtrophalen Niederlage in Karlsruhe ſicher bemühen, einen
beſſe=
ren Cindruck zu hinterlaſſen.
Bei den Troſtrunden haben es die Tabellenführer: 1 „FC. Nürnberg
(Südoſt) und FSV. Frankfurt, am Sonntag nicht leicht, ihre Poſtion
zu behaupten. Auch alle übrigen Kämpfe ſind ziemlich offen. In den
meiſten Spielen wird vorausſichtlich die Platzfrage eine ausſchlaggebende
Rolle ſpielen.
Ein Gruppen=Meiſterſchaftsſpiel gibt es noch in Wüirttemberg
zwi=
ſchen Sportfreunde Stuttgart und FC. Birkenfeld. Von den
Freund=
ſchaftsſpielen des Sonntags ſind zu neunen die Begeguungen FC. 93
Hannau—SV. Wiesbaden und Haſſia Bingen-Kreuznach 02.
Ausland und Reich melden ſonſt keine Ereigniſſe von Belang. Im
Reich ſtehen die Meiſterſchaftsſpiele durchweg noch im Stadium der
Gruppen= bzw. Bezirksſpiele. Nur in Weſtdeutſchland ſind bereits die
ureiſten Gruppenmeiſter ermittelt, und man kämpft dort zur Zeit zwiſchen
den Gruppenmeiſtern um die Bezirksmeiſterſchaft. So kommen am
Sonntag Entſcheidungsſdiele in Heſſen zwiſchen SC. G3 und Kurheſſen
Kaſſel, in Weſtfalen zwiſchen Boruſſia=Rheine und VfB. Bielefeld, im
Rheinbezirk zwiſchen VfNt. Köln—FV. Neuendorf. Sp.Vgg. Köln=Silz
( — Clf.R. Köln, und in einigen weiteren Bezirken zum Austrag.
Winterſport.
Ein ſehr umfangreiches Programm bringt der Winterſpost. Da die
Witterung allgemein beſſer geworden iſt, iſt auch mit voller Abwicklung
der vorgeſehenen Veranſtältungen zu rechmen. In Troppau gehen
die Europameiſterſchaften im Eiskunſtlaufen vor ſich,
bei dernen ſich die Oeſterreicher wohl den Löwenanteil der Preiſe holen tritt. Vor dieſenr Spiel, das nunmehr auf 3 Uhr nachnittags angeſetzt
werden. Zur gleichen Zeit ſteigen auf dem Mitterſee in Füſſen die
deutſchen Kunſtlaufmeiſterſchaften. In der
Herrenmeiſter=
ſchaft haben fünf Herren, bei den Damen duei Damen, und im
Paar=
laufen dier Paare gemeldet. — Zahlreich ſind auch die Sti=
Veranſtaltun=
gen. Der Gau Hornisgrinde bringt auf einer neuerbauten Schanze uicht ungenutzt verſtreichen laſſen. Zweifellos bildet ein
Zuſammen=
wald zur Durchführung. In Tuaunſtein gelangt die Bayeriſche Polizeiſportvereins, die in der nächſten Saiſon wieder in der Ligaklaſſe
Skimeiſterſchaft zum Austrag, und die Schweiz ſührt in Gſtaad ihre ſbielen werden, eine gute Generalprobe für die bevorſtehenden Spiele,
Landesmeiſterſchaft durch, an der die deutſchen Läufer Walter Glaß Das Haudhallſpiel beginnt um 2 Uhr.
(Titelverteidiger), Theato=München, Schuſter=Berchtesgnden und
Stein=
hauſer=München teilnehmen.
Eizhockey.
Der Berliuer Sportpalaſt führt ſeine längere Zeit unterbrochene
Eishockehſaiſon am Sonntag mit einem Treffen der Internationaleu des
Berliner Schl. Cl. gegen die Paris Canadians weiter.
Schwimmen.
Veranſtaltungen; das gutbeſetzte nationale Schwimmfeſt von Rot= ſtädter fielen früher ſchon in Spielen gegen Sportv. 98 dunch ihre gute
mertag.
Tennis.
Bei den zur Zeit in Stockholm zum Austrag kommenden
Welt=
neiſterſchaften im Tiſch=Tennis ſpielt erwartzungsgemäß niſſe in den Verbandsſbielen, beſonders gegen den ſüüdeutſchen Meiſter
Deutſchland keine fehr imponierende Rolle.
Leichtathletik.
Das Intereſſe der Leichtathleten konzentriert ſich am Samstag auf, herumkommen, aber eine knappe Niederlage iſt in dieſem Falle
ſchließ=
in Stuttgart, bei dem neben zahlreichen guten Kräften aus Süd=
Frankfurt Steinhardt=Karlsruhe und Sprinter=Altmeiſter Hub. Houben ihre Gewandtheit und Technik auszugleichen vevſuchen. Das Tveffen
an den Start gehen werden. Die hervorragende Beſetzung des Feſtes iſt auch inſofern von Intereſſe, als deu Ausgang immerhin einen Schluß
verſpricht eine intereſſante ſportliche Ausbeute,
Fußball.
Rot=Weiß 1.—1. Sportverein 1910 Weiterſtadt.
An Sonntag, den 29. Januar, nachmittags ½2 Uhr, treffen auf Schünwolf
dem Rot=Weiß=Platz die 1. Mannſchaft von Rot=Weiß und die gleiche
von Sportverein 1910 Weſterſtadt zu einem Freundſchaftsſpiel
zuſam=
mn. Weiterſtadt, das iu den Verbandsſpielen ſich die Melſterſchaft
er=
friebenſtellen wird.
Sportverein 1898 (Jugend).
Jad.—1. Jad. SpV. Wiesbaden, 11 Uhr. Stadion.
2. Jagd.—1. Jgd. Griesheim, dort, 10,30 Uhr.
3. Jad.—2. Jgd. Pfungſtadt, dort.
4. Jad.—l. Schüler und Jad. lkomb., dort.
1. Schüler—l. Schüler Wieshaden, 11 Uhr, Stadicn.
3. Schüller—1. Schiler Seeheim, 1.30 Uhr, Stadion.
F.C. Nuion—Sp.V. Spreudlingen.
Empfängt die Ligamannſchaft des F.C. Union die gleiche von Sprend= tretern anderer Bezirke und Gruppen noch manches zu lernen. Ernſtes
lingen zum fälligen Verbandsſpiel. Durch die Niederlage in Mörfelden Tugining und Spiele gagen gute Gegner müſſen nun die Mannſchaft
ſind die Meiſterſchaftshoffnungen wohl vorübergehend entſchwunden, da während der Zeit, die his zum Beginn der neuen Runde bleibt, dazu
aus gigener Kraft Langen nicht einzuholen wäre. Jedoch ſteht Langen bringen, die Frage des Abſtiegs gauz auszuſchalten. Aſchaffenburg galt
gerade am Sonntag auch der ſchwverſte Lampf i Walldorf bevor, von lange Zeit als ernſthafter Anwärter auf einen der drei erſten Plätze,
zu dürfen, danu verzeiht man der Mannſchaft die leichtfertige Nieder= Heſſen.
lage von Mörfelden, die auch ohnedies vielleicht doch die Meiſterſchaft
gekoſtet hat. — Sprendlingen, das ausgerachnet in Mörfelden 8 Tage
zuvor gewinnen konnte, wird auch beſtimmt in Darmſtadt ſein Können
unter Beweis ſtellen. — Beſonders kann ſich Union den Eifer und den
dendient hat. — Aſo, es ergeht hier letztmals die Heffnung und der Mannſchaft ius Feld, die ihre Hauſatſtärke im Sturm beſitz:; doch leiſten
Glück angewieſen, daß in Darmſtadt eine Bezirksliga erhalten bleiben, ſbiel konnten die Oben=Rodener mit dem knappen Reſultat von 1:0 ſir ſich
möge. Deshalb erwarten wir von dem FC. Union, daß er endlich, entſcheiden, und werden die Einheimfſchen nichts unverſucht laſſen, um
ehe es ganz zu ſpät iſt, alles einſetzt, ein jeder ſich bewußt ſein ſoll in dieſe Scharte wieder auszuwetzen. Das Stziel beginnt vünktlich auf dem
— Dns Spiel beginnt um 9 Uhr auf dem Sportplatz, Heidelberger ſehr ſnamenden und intereſſanten Verlauf nehmen.
Straße (Rennbahn).
V. f. R. — Sportv. Seeheim.
Nachdem am letzten Sonntag die Raſenſpieler zauſeren mußten, ſchieden des Porſviels erſichtlich
treten ſie kommenden Sonntag wieder in die Verbandsſpiele ein, und häimiſchen heſitzen, iſt der eigene Platz und wenn gs ihnen
ißt es, welche in den Verbandsſpielen viek von ſich höremn ließ durch ihre innerhalb des Bezirkes.
und Turnen.
überraſckenden Erfolge. Auf eigenem Platze ſchlugen ſie jede Mannſchaft,
außer Eberſtadt, welche mit einem knappen Sieg landen konnte. Die
Hauptſtärke liegt in der Hintermannſchaft, bei welcher der Schlußmann
einen Klaſſetorhüter repräſentiert. V. f. N. tritt in der alten
Aufſtel=
lung an und wird gut tun, den Gegner nicht zu umterſchätzen. Das
Spiel findet vormittags 12 Uhr auf dem Sportplatz am Finanzamt ſtatt.
Bei dem geringen ortsüblichen Eintrittspreis braucht niemand das
in=
tereſſante Treffen zu verſäumnen. — Die 2. Mannſchaft begibt ſich nach
Meſſel, um gegen die 1 Mannſchaft des dortigen Sportvereins ein
Pri=
vatſpiel auszutragen. Das Spiel der 3. Mannſchaft gegen Soeheims
2. Mannſchaft mußte ausfallen. Vormittags 1030 Uhr empfäingt die
Jugendmannſchaft auf dem Exerzierplatz die beſtbekannte 1. Jugend der
Germania 03 Pfungſtadt.
Spielvereinigung 1921 Darmſtadt—Mainz=Mombach.
Mit einem intereſſanten Spiel wartet morgen vormittag die
Spiel=
vereinigung auf. Es iſt ihr gelungen, die beſtbekannte und überall gern
geſehene Bezirksklaſſenmannſchnft Mainz=Mombach als Gegner für die
1. Mauſchaft zu gewinnen. Momkach, diesjähriger Bezirksmeiſter,
tritt, durch die letzten, auffehenerregenden Reſultate der
Spielvereini=
gung gewarnt, in ſtärkſter Aufſtellung an. Leider muß die hieſige
Mann=
ſchaft immer noch auf ihren einen Verteſdiger und jetzt auch noch dunch
einen Unfall auf ihren Mittelſtürmer Verzicht leiſten. Man darf
ge=
ſpannt ſein, wie die Darmſtädter Mannſchaft nun gegen dieſen Gegner
beſtehen wird. Das Spiel mußte auf 12 Uhr mittags feſtgelegt werden,
da vorher die unteren Mannſchaften ſpielen und am Nachmittag der
Platz durch die Handballer beſetzt iſt.
Der beſſiſche Zurnſehrerverein
wird am 11. und 12. Februar in Darzſtadt ſeine Hauptverſammlung
abhalten. Am Samstag, den 11. Februar, findet 4 Uhr nachmittags
eine öffentliche Feſtverſammlung im Feſtſaale des Ludwig Georgs=
Gym=
uaſiums, Harlſtraße 2, ſtatt. Der Vorſitzende des Deutſchem
Turnlehren=
vereins, Univerſitätsprofeſſor Dr. Altrock=Leibzig, wird hier in einem
Vortrag die Frage der Neuregelung der Turnlehverausbildung im
Rah=
men der geſamtem Lchverausbildung behandeln. Abends verſammeln
ſich die Turnlehren mit ihren Gäſtem zu einem gemütlichen
Beiſayumen=
ſein im Reſtqurant Sitte. Am Sonntag, den 12. Februar, iſt
vormit=
tags 9 Uhr eine geſchloſſene Mitgliederverſammlung vorgeſehen.
Main=Rhein=Turngau.
Die für den 29. Januar angeſetzte Verbandsübungsſtunde für
Tur=
nerinnen muß umſtändehalber auf einen ſpäteren Termin verlegt
wer=
dem und zwar iſt hierfür Ende Februar in Ausſicht genommen. Die
bereits angekindigte Gquübungsſtunde für Frauenturnwarte und Leiter
von Tunnerinnen Abtlg, in Cxumſtadt, bleibt für den 5. Februgr
be=
ſtehen.
Doppelveranſialtung des Gportvereins
Darmſtadi 1898.
Wie berichteten ſchon darüber, daß am morgigem Sonntag die
Fuß=
ball=Ligamanſchaft der 9er gegen den Polizeiſportverein Darmſtadt an
iſt, treffen ſich die 1. Handballmanſchaften der gleichen Vereine
eben=
falls in einem Privatſpiel. Nachdem die 98er ſich endgültig dazu
ent=
ſchloſſein haben, nicht in Schwanheim anzutreten, wollte man den letzten
Sonntag vor Beginn der Endſviele um die Süddeutſche Meiſterſchaft
an der Hundseck auf dem Feldberg die Skimeiſterſchaft vom Schwarz= treffeu mit den in letzten Zeit ſtark aufvekommenen Handballern des
Rot=Weiß-Pol. Sp. Wiesbaden.
Am Sonntag morgen 11 Uhr wird auf deme Rot=Weiß=
Platz an der Rheinallee ein Handballſpiel ausgetragen, wvie dorte bis
jetzt noch keines ſtattgefundem hat. In Anbetvacht des großen nationalen
Schwimmfeſtes hat ſich der Verein die Ligamannſchaft des Pol.=Sp.
Wiesbaden zu einem Werbeſpiel verpflichtet. Wieshaden iſt zurzeit
Darmſtadt ſieht am Samstag und Sonntag zwei intereſſante die zweitſtärkſte Mannſchaft im Frankfurter Landesverband. Die Kur=
Weiß Darmſtadt und den Süddeutſchen Kreis Schwim= Hintermannſchaft auf; leider fehlte ihnen damals ein
durchſchlagskräf=
tiger Sturm. Duuch Zuzug von auswärts hat die Wiesbadener Polizei
jedoch in dieſer Beziehung dem beſten Erſatz gefunden, ſo daß die
Mann=
ſchaft jetzt einen äußerſt gefährlichem Sturm ſtellt. Ihre letzten Ergeb=
Sportv. 98 mit 3:3 bzu, 4:2, beſagen eigentlich geuug. V. f. L. Rot=
Weiß zmuß ſich gehörig ſtrechen, wenn es ehrenwoll gegen dieſem Geguer
abſchneiden will. An einer Niederlage wird die Mannſchaft wohl nicht
das Hallenſportfeſt des Württembergiſchen Beziuks lich auch ehrenvoll zu nennen. Pol=Sp. Wiesbaden ſtellt eine
körper=
lich ſehu ſtarke Mannſchaft: die Rot=Weiß Spieler, die in dieſer
Be=
deutſchland auch die deutſchen Meiſter Dobermann=Köln, Brechenmacher= ziehung ja keine Stäufe aufweiſen können, müſſen dieſen Nachteil durch
auf die demnächſt beginnenden Liggaufſtiegiviele zuläßt, bei denem Rot=
Weiß als Favorit gilt. Die Mannſchaft ſpielt am Sonntag in der
mach=
ſtehend ſtärkſtem Anfſtellug:
Breuer
Förſter
Hanſen
Schulz
Neheh
Michel
Schäfer
Benz.
Hörr
Bärtel
T.V. Wolfskehlen — T. G. Beffungen 1865.
kämpft hat, wird für die Rot=Weiß=Mannſchaft einen ernſr zu nehmen= dortigen Tunderein. Erſtere haben bis jetzt nur einen Punkt erreichen furt mit je 18 Pukten. Ein Protzeſtkampf, der Frankfurt noch in Höhe
den Gegner abnaben. Es ſt daher zu erwarten, daß auf dem Sportplatz können und ſind beſtrebtz, wenigſtons im letzten Spiel ihne Anhänger noch von Sachſenhauſen brigen konnte, ging verloren und damit die
Hoff=
an der Rheinallee ein ſchönes und ſpannendes Sptel jeden Beſucher zu= mit einem Sieg zu erfreuen. Gevade der eine Punkt wurde auf fremdem nung auf den Titel. An vierter Stelle folgt mit 14 Punkten Neu=
Platze errungem, dagegen gingen die Spiele auf eigenem Platze ver= Iſenburg, dus allerdings noch einen Proteſlkampf im Mittelgewicht mit
lozen. Möge auch in Wolfskehlen der Kampfgeiſt vom dergangenen
Sonntag nicht fehlen, ſo iſt das Spiel noch nicht ausſichtslos.
Sportvereinigung 04 Arheilgen — Viktoria Aſchaffenburg.
Am morgigen Sonntag, nachmittags 3 Uhr — vorher findet ein
ſchaften obiger Vereine im Prſbativiel gegenüber. Die Arſeilger Sport= Kämpfe beſtritt und ſtark vom Poh verfolgt war, ſeine bochachtung nicht
vereinigung, die ſich nu für ein weiteres Jahr die Zugehörigkeit zur
Bezirksliga geſichert hat, beginnt mit dieſem Spiel ihre Geſellſchafts=
F.G. Union ſchreibt uns zu dieſem Spiel: Am kommonden Sonntag und Freundſchaftstreffeu, die der Elf Gelegenheit geben ſollen, von Ver= Tabslle:
deſſen Ausgang ganz beſonders die Meiſterſchaftsfrage gelöſt werden / Dunh Spielerverletzunggn und =ſperrungen fiel die Elf gegen Schluß der
dürſte. Büßr Langen Punkte ein und Union zeigt im Spiel gegen Runde zurück. Trotzdem darf auf ein intereſſantes Spiel gerechnet wer=
Sprendlingen — das auf keinen Fall uiterſchätzt werden darf —, daß den, auf ein Shfel, das frei von Punktiagd einen Vergleich zuläßt
zwi=
ſie dol moch brſtrebt und gewillt iſt als Moiſterſchaftsanwärter gelten ſchen der Spielſtärke der beiden Gruppen innerhalb des Bezirks Maiu=
Freie Turngemeinde e. V. (Handballabteilung), Darmſtadt.
Am kommenden Sonntag, nachmittags 15 Uhr. empfängt die hicſige
erſte Handballmannſchaft zu einem fälligen Serienſpiel Gäſte aus Ober=
Kambfgeiſt zum Vorbild nehmen, der allen ſchon manches Pünktchen Noden. Der Partner ſtellt eine äußerſt flinke und durchſchlagskräftige
Wunſch der geſamzen Darmſtäoter Sportgemeinde, wuenn auch nun auf die übrigen Maunſchaftsicile ebenfalls ſehr gute Zuſammenarbeit. Das
Vor=
allen reſtlichen Spielen, daß es immer noch, um die Meiſterſchaft geht. — Sportplatz „Zur Windmühle” (Weſt ſtädter Weg) und verſpricht einen 2
Zuvor treffen ſich noch, ebenfalls zu einem Serienſpiel, die zweiten 5
Mannſchaftemn heder Verzine. „Bei dieſen Manſchaften iſt das Stärke= 1.
3 dem
Unent=
verbältnis foſt hollkommen ausgeglicien, huad ja auch
Den (inzige
empfangen die 1. Elf des Sportv. Seeheim. Gerade dieſe Mannſchaft Spiel für ſich zu entſcheiden, ſo übernehmen ſie die Führung der Tabelle ! !
Schwimmen.
I. Naiionales Schwimmfeſt des V.f. L.
Noi. Weſß.
Waſſerball.
In bezug auf Wafſerball ſieht das heute und margeu ſtattfindende
Schwimmfeſt 6 Mannſchaften am Start. Rot=Weiß hat im vergangenen
Jahr ſein Hauptaugenmerk auf dieſes Sportgebiet gelegt und deshalb
Waſſerball auch als Hauptprogrammpunkt in das heutige Feſt
aufge=
nommen. Spandau 04, SV. Göppingen. Mattiaeum Wiesbaden (
Ju=
gend), Mattigeum Wiesbaden (Herren), Rot=Weiß (Jugend) und Rot=
Weiß (Herven) kämpfen um den Sieg. Am Samstag abend tweffen ſich
die Jugendmannſchaften in der Vorrunde des Jugendpokalſpiels. Es
ſpielt zunächſt Spandau gegen SV. Göppingen, anſchließend Rot=Weiß
gegen Mattigcum Wiesbaden. Die jeweiligen Sieger in dieſen beiden
Vorſpielen kämpſen am Sonntag um die Entſcheidung. Anſchließend
an dies Entſcheidungsſpiel um den Waſſerballpokal, begegnenr ſich die
1. Mannſchaften von Rot Weiß uud Mattiaeum Wiesbaden.
In dem erſten Spiel Spaudau 04 gegen Göppingen werden wir wohl
in Spandau den Sieger ſehen. Die Spandauer ſtellen zurzeit die beſte
Berliner Jugendmannſchaft, und ihre Spieler haben vor kunzem in dem
Spiel ihrer 1. Mannſchaft gegem die Waſſerfrgunde Hannover
mitge=
ſpielt, das letzteue nur knapo 2:0 gewannen. Jumerbin iſt Göppingen
duuch ſeine Schnelligkeit nicht zu uterſchätzen. Das zweite Spiel dürfte
ausgeglichener ſein. Rotz=Weiß hat zuuzeit nicht mehr die Jugend vom
vergangenen Sommer aufzuweiſen, da die zwvei beſten Spieler, Ginwbel
und Merz, zur Hervenklaſſe aufgerückt ſind. Am vernangenen Sonntrg
derlor die Mannſchaft in Wiesbaden, aber im eigenen Bad ſollte ſie
doch geſvinnen können, wenn ſie zu der Form aufläuft, wie neulich gegen
Jungdeutſchland. In dieſem Falle würde am Sonntag Rot=Weiß gegen
Spandau in die Gntſcheidung kommen. Wir ertwarten von dieſom Kampf
ein erſtklaſſiges Waſſerballſviel. Wenn wir auch hier wieder auf Span”
dau als Sieger tivten, ſo dürſte doch der Stärkeuntorſchied von
Ji=
tereſſe ſein.
Nach dieſem Entſcheidungsſpiel begegnen ſich die 1. Maunſchaften.
von Rot=Weiß und Mattiacum Wiesbaden. Dieſer Kampf iſt für die
Darmſtädter mehr odeu weniger Rebanche. Am vergangenen Sonntag
verloren ſie, allerdings nicht gegen Mattigeum, ſondern gegen S.C.
Wiesbaden 1911 mit 3:0, machdem ein Spieler ausgeſhieden dpar. Da
jedoch Mattigeum und S.C. 1911 ziemlich gleichwertig ſind, ſo kann mau
den Ausgang des Spieles gegen Mattigcum doch als Maßſtab für die
tatſächliche Stärke betrachten, zumal hieu in Darmſtadt die Tücken des
Wiesbadener Hallenbades, in weſchem es eigentlich verbotzen werden
ſollte. Waſſerball zu ſpielen, wvegfallen. Als Schiedsrichter fungieren
die Hernen W. BlankMannheim und H. Schneider Spandau=Berlin, die
beide Autoritäten auf dieſem Gebiete ſind. Es ſind alſo Kämpfe zu
er=
warten, die uter eimvondfreier Leitung guten Sport zeigen wverdeu.
Wie bereits bekannt, wurden zu dem Feſt devſchiedene wertvolle
Preiſe geſtiftet, die im Sporthaus Adelmann ausgeſtellt ſind.
U. a. haben der Herr Oberbürgermeiſter der Stadt
Darmſtadt und das „Darmſtädter Tagblatt” wertvolle
Wanderpreiſe übergeben. Ferner beteiligtew ſich an den Stiſtungen:
Das Sporthaus Adelmann und die Fa. Zorn, die „Heſſ.
Landeszeitung”, außeidem wurden von einem verdienten
Mit=
glied des Vereins, Herin Oberrechnungsrat Bormet, ſowie
von den Damen und dem Vorſiand des Feſtgebens ſchöne Wanderpreiſe
zur Verſüigumig geſtelt.
Kraftſport.
Meiſterſchaft=Manuſchaftskämpfe des zweiten Kreiſes des D. A. S.V. 1831
im Ringen.
Es ſind ſchon einige Wochen vergangen, feit wir zum letzten Male
über die Maunſchnſtskämpfe des zweiten Krsiſes im Ningen berilſtesten.
Die Kämpfe warknu Hamals ſo ziemlich am Ende und der Meiſten des
erſten Bezirks war in Kreutzuoch bereits ermittelt. Im zweiten Bezirt
war die Sache nun doch nicht fo einfach, da Sachſenhauſen tutſählich
noch eingeholt werden konnte. Frankfurt konute mit vierzehn Punkten
und noch drei ausſtehenden Kämtfen auf die gleuhe Punktzahl wie
Sachſenhauſen kommen, nämlich 2, denn Sachſewhauſen hätte im Falle
der Nieherlage von Hauf= gegen Grötzſch zwet Pumkte eingebüßt und
ein Entſcheidungskampf wäre notwendig geweſen. Da aber Hauf dieſen
Protoſtkampf gewrann wurde Sachſenhauſen auch in dieſem Jahre
wviederum Bezirlsmeiſter und hat ſich damit gleicheitig die Berechtigung
zur Teiſnghune an den Grnppenkämpfen erfolten.
Im erſten Beziek.
hatz, Kreuznach als beſte Mannſchaft verdient den Titel gewvonnen.
Wenm nichr alles täuſcht, haben wir in ihr auch wieder den diesjährigen
Kreismeiſter. Maiuz als Tobellenzweiten kam auf viorzehn Punkte,
alſo ſechs weniger wie Kreuzuach, das zwanzig Puukte mit zehn Kämpfen
erreichte. Den letzten Kampf gewann Mainz kampflos gegen
Büdes=
heim, das am Ende keine Luſt mehr zu haben ſchien. Den dritten Platz
hält Obe=ſtein mit acht Punkten. Die Boldſtädter hielten ſich im
all=
gemeinen ſehr gut, zueun auch das Problem ihrer ſchweren Klaſſen noch
keinesfalls gelöſt iſt. Mit ebenfalls acht Punkten folgt der Liganeuling
Koſthcim, der gegen Ende der Kämpfe eine ganz beuchtliche Kampfſtärte
an den Tag legte. Den vorletzten Platz belente Bingen. Die
Mann=
ſchaft iſt zweifellos zurückgegangen. Andauernde Umſtellungen, die nie
große Vorteile bringen, haben mit dieſen Tabellenſtand bowirkt. Mit
dier Punkten ſteht Büdeöheim an letzter Stelle. Die Mamſchnft trat
zu don letzten Kämpfen nicht mehr volſtändim an. Hohſientlich iſt ſie im
nächſten Jahre mit dem alten Gifer wieder mit dabei, denn
Abſtiegs=
ſorgen aibt es im erſten Bezirk nicht, da Idar als ſiebenter Vevein ſchon
während der Kämpfe jeine Manunſchmſt zurückzog. Nachſtehend die
Tabelle:
8 Koſtheim .. .. 8 Bingen... .... 6 Büidesheim . .... 19 4 4*
Im zweiten Bezirk
hat ſich Sachſenhauſen nach harten, ſchweren Kämpſen wiederum den
Ditel geholk. Der Start der Maunſchaft war nicht ſehr verheißungsvoll.
Später lief dann die Mannſchaft zu ihrer alten Foum auf. Mit zwei
Verluſtpunkten erreichte die Maunſchaft 22 Punkd. Hart auf des er=
Das letzte Aufſtiegsſpiel führt die Beſſunger nach Wolfskehlen zum ſteren Ferſen ſtehen am Schluſſe der Kämpfe Groß=Zimmern und Frand=
Dieburg zum Austrag zu bringen hat. An dem Tabellenſtand ändert
jedoch dieſer Kampf nichts. Mit 8 Punkten ſtehr Dicburg an
dritt=
letzter Stelle. Die Mannſchaſt zeigte in der Rückrunde ganz
beachſt=
lihes Können. Den vorletzten Platz hält mit 4 Punkten Damm. Am
Anfang der Känpfe ganz gute Treffen licfernd, verſagte ſie am Schluſſe.
Handballſtpiel ſtntt —, ſtehen ſich am Arheilger Mühlchen die Ligamann= Ohne jeglichen Erfolg mit 0 Punkten ſteht Hanzt am Schluſſe der
Ta=
belle. Man kann der Mannſchaft, welche trotz der Mißerfolge ſämtliche
verſagen. Der Kampf mit dem Aufſtiegskandidaten muß erſt Aufklärung
bringen, ob die Maunſthaft in der Liga verbleibt oder nicht. Die
Vereine
Kämlfe Siege Niederlagen Punkte
Sachſenheuſen ..."
*
18
Groß=Zimmern . . . . 12 *8
18
Frankfurt . . ....
54
1.
*
18
Neu=Iſenburg ....
49
Dicburg ...... . 12
13
Damm. . . . . .
9
12
Mch
tterungsausſichten für Sonntag, den 29. Januar 1928.
(Nach der Wetterlage vom 27. Januar 1928)
olkiges Wetter, Temperaturen nachts um Null, vielfach auch
dar=
tagsüber milder.
interſportverhältniſſe in Heſſen und im Sauerland.
gelsberg. 1. Hoherodskopf: Temperatur: minus 3 Grad,
timeter Schne, gekörnt: Sportmöglichkeit ſehr gut. — Sonntag,
Januar, vormittags 8 Uhr: Skirennen auf dem Hoherodskopf:
g. 2. Januar, ahends: Fackellauf der Jugend am Hang. —
chenhainer Höhe: Temperatur: minus 2 Grad, 17 Ben=
Schnee, pulzerförmig; Sportmöglichkeit für Sli und Rodek
grerland. 1. Winterbere: Temperatur: minus 1 Grad,
Zentimeter Schnee, pulberförmig; Sportmöglichkeit gut. —
iche Wetterdienſſtelle.
Nummer 28
Samstag, den 28. Januar
armſtaderCaablatte
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 27. Januar.
Das Geſchäft blieb ſehr ſtill, da bei der Privatkundſchaft immer
noch weuig Neigung beſteht, ſich neu zu engagieren. Die Börſe zeigte
ſich jedoch trotz des Ultimos widerſtandsfähiger als an den Vortagen,
Das im Zuſammenhang mit der heutigen Prämienerklärung noch
heraus=
kommende Material wurde ziemlich glatt aufgenommen. Man ſprach
von Stützungskäufen von Großbankſeite. Die Tendenz war daher im
allgemeinen behauptet, die Stimmung etwas freundlicher. Die geſtrige
Hauſſe an der Neu Yorker Börſe im Zuſammenhang mit der Hoffnung,
daß eine Erhöhung der Rediskontrate nicht bevorſtehe, regte etwas an.
Ferner beachtete man den günſtigen Reichsbankſtatus heute etwas mehr,
während der peſſimiſtiſche Monatsbericht der Deutſchen Bank zur
Zu=
rückhaltung mahnte. Bei der erſten Kursfeſtſetzung war die Geſtaltung
des Kursniveaus nicht einheitlich, die Mehrzahl der Papiere konnte ſich
jedoch gut behaupten. Die Kursveränderungen gingen nur vereinzelt
über 1 Prozent hinaus, J. G. Farben eröffneten faſt unverändert,
Scheideanſtalt lagen dagegen im Angebot und 194 Prozent niedriger.
Elektrowerte blieben behauptet, nur Bergmann 2 Prozent gedrückt.
Zell=
ſtoffwerte lagen uneinheitlich, Aſchaffenburger etwas ſchwächer. Waldhof
aber 1½ Prozent höher. Am Montanmarkt waren Buderus,
Mans=
felder, Rheiniſche Braunkohle und Rheinſtahl überwiegend angeboten
und 1½ bis 2½ Prozeut ſchwächer. Schiffahrtswerte lagen ſtill, doch
gut behauptet. Deutſche Anleihen blieben behauptet, ausländiſche
Ren=
ten ſtill und wenig verändert. Im Verlaufe kam das Geſchäft zum faſt
völligen Stillſtand, die Kurſe konnten jedoch auf die befriedigende
Siemensdividende von 12 Prozent etwas anziehen. Elektrowerte
ge=
wannen 1 bis 1½ Prozent. Geld war etwas geſuchter. Tägliches Geld
5½ Prozent. Am Deviſenmarkt lagen Mark und Spanien etwas feſter.
Man naunte Mark gegen Dollar 41937, gegen Pfunde 21,447. London=
Kabel 4 9740, Paris 124,02, Mailand 92,10, Madrid 28,71½
An der Abendbörſe war die Geſchäftsloſigket kaum zu
über=
bieten. Selbſt innerhalb der Kuliſſen kamen kaum einige Umſätze
zu=
ſtaude. Die wenigen notierten Kurſe erſchienen nur ſehr langſam an
den Maklertafeln. Kursmäßig ſieht man zunächſt bei geringwertigen
Differenzen gegen die letzten Mittagskurſe gehalten. Gegen Schluß
machte ſich oine weitere Abgabeneigung bemertbar, da man wieder von
einer ungünſtigen Rede Dr. Schaczts wiſſen wollte. Farben bei
Be=
giun ½ Prozent niedriger, ſpäter nochmals ½ Prozent nachgebend.
Anleihen geſchäftslos. Die Börſe ſchloß vollkommen luſtlos und ſchwach
geſtimmt.
Im einzelnen nannte man: Commerzbank 174. Danak 236,5,
Metall=
bank 1B, Gelſenkirchen 136, Mannesmann 148, Phönix 101, Rheinſtahl
166, Stahlverein 103,5, Nordd. Lloyd 148,5, A.E.G. 164,5,
Scheide=
auſtalt 192, Farbeninduſtvie 262, Gesfürel 266, Lahmeyer 167,
Rüt=
gers 95, Siemeus u. Halske 286, Wahß u. Freytag 136,5, Waldhof 255.
Deviſen: London gegen Paris 124,02, gegen Mailand 22,10,
gegen New York 4,8740, gegen Holland 12,06½ gegen Madrid B,79½,
gegen Bürich 25,31½4, Pfunde gegen Mark 20/4434 Dollar gegen
Mark 4,1955.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 27. Januar.
Die Börſe eröffnete einheitlich in ſchwacher Haltung, da im
Hi=
blick auf den Bericht der Deutſchen Bank weitere Verkäufe der Provinz
ſtattfanden, die außerdem zur Vermeidung einer Prolongation zu
Poſi=
tionslöſungen ſchritt. Die Spetulation war einmal durch dieſe Verkäufe,
ſodann aber auch durch eine merkliche Verſteifung des täglichen Geldes
beunruhigt, die man auf Geldkündigungen der Girozentrale wegen des
ſtärkeren Geldbedarfs der Provinz zurückführte. Wenn das Kursniveau
nicht ſtärker zurückging, ſo war hierfür der befriedigende Siemensabſchluß
und das Deckungsbedürmis einer Reihe von Baiſſe=Spebulanten
maß=
gebend, die der Geſamttendenz noch einen gewiſſen Rückhalt gaben.
Aus=
gehend von Siemensaktien konnten ſich ſpäter die meiſten
Elektrizitäts=
werte leich” befeſtigen und im Verlauf auch die übrigen Märkte mäßig
erholen. Das Geſchäft war aber außerordentlich leicht. Am Geldmartt
zog der Tagesgeldſatz auf 5,5—7 Prozent an, während Monatsgeld mit
7½—8½ Prozent unverändert blieb. Der Diskont für Warenwechſel
zeigte gleichfalls eine Verſteifung und wurde mit 7—6’’s genannt. Für
Gelder auf einige Tage über dem Ultimo mußten je nach der Dauer der
Ausleihung 7½—9 Prozent bewilligt nerden. Am Deviſenmarkt
er=
mäßigte ſich der Dollarkurs in Berlin auf 4,1945, während er in London
bis 4,8740 feſter lag. Lebhaften Schwankungen war wieder die ſpaniſche
Valuta unterworfen, die ſich im Grunde aber erholte. London=Madrid
38,75. In der zweiten Börſenſtunde ſtagnierte das Geſchäft, ſo daß die
Kursbewegungen nur vereinzelt zu beobachten waren. Die vom
Elektro=
markt ausgegangene Befeſtigung dauerte wur kurze Zeit, da bald wieder
ſpekulative Verkäufe auf die Tendenz drückten. Siemens gaben wieder
um 3 Prozent nach. Vereinigte Glanzſtoff minus 4, Polyphon und
Ludwig Loewe behaupteten ihren Gewinn nur teilweiſe. Auch an den
Anleihemärkten ſtockte das Geſchäft. Der Börſenverlauf geſtaltete ſich
ſomit äußerſt luſtlos. Privatdiskont kurze Sicht 6”/s, lange Sicht 6”=
Die Börſe ſchloß auf die Privatdiskonterhöhung um 1 Prozent in
börſe wurde der Terminhandel der medio Februar aufgenommen. Einer
vorübergehenden leichten Kursbeſſerung folgte nachbörslich bald wieder
ein erneutes Sinken des Kursniveaus, ſo daß ſich fchließlich die ver
medio genannten Notierungen unter den Ultimoſchlußkurſen bewegten.
Man nannte ver medio u. a. Rheinſtahl 167,5, Siemens 285, A. E.G.
164,5, J. G. Farben per medio 262,75, Harpener 189,75. Mannesmann
148,75, Vereinigte Stahlwerke 102,75, Licht u. Kraft 221,25, Hapag 145,
Nordd. Lloyd 143,25, Danatbank 236, Discontogeſellfchaft 158, Polyphon
feſt 253,5, Schub. Salzer 347.
Die franzöſiſche Wirtſchaftslage.
Vor der Frankenſtabiliſierung? — Enttäuſchungen am Kohlenmarkt. — Die Lage auf den
übrigen Metall=Märkten. — Die Petroleumproduktion.
tende Hauſſe der Preiſe iſt alſo nicht wuahrſcheinlich, vielmehr iſt es frag=
Hranzoſticher Bnrtſchaffsorief. lich, ob das bisherige Höchſtniveau beibehalten werden kann.
Die Zinnpreiſe ſind wieder etwvas zurückgegangen. Der Zinkmarkt
Von unſerem /=Korreſpondenten.
Paris, 26. Januar.
Die letzten Tage haben eine ganze Reihe wichtiger finanzpolitiſcher
Ereigniſſe gebracht. Vor allem die Aufhebung des Geſetzes über das
Verbot der Kapitalausfuhr. Ferner hat die ameritaniſche Regierung die
Placierung franzöſiſcher Induſtrieanleihen auf dem New Yorker
Geld=
markte wieder erlaubt; und endlich wurden große Goldmengen aus New
York heimbefördert.
All dieſe Maßnahmen deuten auf das Bevorſtehen der Stabiliſierung
und trotz wiederholten Dementis rechnet man in Wirtſchaftskreiſen
täg=
lich damit.
Der franzöſiſche Geldmaukt zeigt ſich jetzt für langfriſtige
Placierun=
gen viel beſſer disponiert als früher, allerdings werden aber die Aktien
gegenüber den Anleihen bevorzugt. Die Effektenbörſe war ſehr lebhaft.
Bank=, Elektrizitäts= und Schverinduſtriewerte haben eine ſtarke Hauſſe
erfahren.
Auf dem Kohlenmarkte iſt die Situation wenig verändert. Man
ſpricht viel von der Bildung eines internationalen Kohlenkartells, es iſt
jedoch fraglich, ob dieſes Kartell zuſtandekommen kann, und ob die
fran=
zöſiſchen Produzenten daran teilnehmen werden. Die Winterſaiſon brachte
bisher nur Enttäuſchungen und man erwartet auch für die nahe
Zu=
kunft keinen beſonderen Aufſchwung auf dem Kohlenmarkte. Wie man
ſchon früher vermutete, werden die Preiſe vorausſichtlich nicht ſo ſchnell
herabgeſetzt. — Die Kohlenwerte lagen feſt.
Die Lage der Schwerinduſtrie hat in den letzten Wochen eine
weſent=
liche Beſſerung erfahven. Während Ende 1927 viele Unternehmungen
die Betriebskoſten nur mit Mühe aufbringen konnten, arbeiten jetzt faſt
alle mit Gewinn. Die Preiſe gehen langſam aber ſicher aufwärts.
Die Schwerinduſtriewerte waren ſehr geſucht.
Der Metallmarkt lag von dem Kupfermaukt abgeſehen, ſehr ruhig.
Die Kupferpreiſe haben eine außergeſvöhnlich ſtarke Hauſſe durchgemacht.
Die Hauſſebewegung ging von Amerika aus und fand ihren Höhepunkt
in London. Dort ſind nämlich die Vorräte, die noch zu Beginn des
vorigen Jahres mehr als 38 000 Tonnen ausmachten, auf 12 000 Tonnen
zurückgegangen. Auch die Kupfervorräte der übrigen in Frage
kommen=
den Länder ſollen ſich in gleichem Maße verringert haben. Amerika ſoll
jetzt 80 Prozent der Weltproduktion kontrollieren und die jetzige
Hauſſe=
kampagne ſoll von amerikaniſcher Seite ſyſtematiſch organiſiert werden.
Trotz der Produktionseinſchränkung für die einzelnen Werke wird die
Produktion ebenſo groß oder noch größer ſein als im Vorjahre, da
meh=
rere neue große Minen in Betrieb geſetzt wurden. Eine weitere anhal=
war ruhig. Die Werte der Metallminen waren vernachläſſigt.
Der Kautſchukmarkt war lebhaft. Es gab viele, wemn auch nicht
große Preisſchwankungen. Die immer wieder veröffentlichten Statiſtiken
laſſen die Lage des Marktes in günſtigem Lichte erſcheinen. Es gelang,
die Produktionseinſchränkung größtenteils durchzuführen. Die Wirkung
davon wird aber erſt in einigen Monaten ganz fühlbar ſein. Man will
die Kautſchukpreiſe auf 1 Schilling 9 Pence ſteigemn und ſie auf dieſem
Niveau ſtabiliſieren. Alle Anzeichen deuten darauf, daß dies in den
nächſten Monaten erreicht wird.
Der Weltverbrauch an Kautſchuk wird für 1928 auf 672 000 Tonnen
geſchätzt, davon entfallen 396 000 Tonnen auf Amerika. Der
europä=
iſche Verbrauch entwickelt ſich über alle Erwartungen günſtig, ſo daß die
Ausſichten für den Kautſchukmarkt wirklich ſehr gut ſind. Die
Amepi=
kaner ſammeln große Vorräte, aber ganz langſam, da ſie eine ſchnelle
Aufwärtsbewegung der Preiſe vermeiden wollen. Die Kautſchukwerte,
insbeſondere die franzöſiſchen, lagen feſt, die Kursſchwankungen wanen
jedoch unbedeutend.
Der Petroleummarkt lag ruhig. Die Preiſe in Amerika ſind
umver=
ändert geblieben, für den ganzen Markt eine große Enttäuſchung, denn
man hatte mit ſtark ſteigenden amerikaniſchen Preiſen gerechnet. — Es
gelang bisher nicht oder nur teilweiſe, der Uebepproduktion einen Damm
zu ſetzen. Die amerikaniſche Produktion wird für das vergangene
Jah=
auf 895 Millionen Barils geſchätzt gegenüber 777 Milliomen im Vorjahre.
Die amerikaniſchen Geſellſchaften kämpfen miteinander um den
europä=
iſchen Markt, da infolge des Rückganges der rumäniſchen und polniſchen
Produktion viele mitteleuropäiſche Raffinerien amerikaniſches Petroleum
verarbeiten.
Die ruſſiſche Petroleumproduktion foll im Wachſen begriffen ſein,
man behauptet ſogar, daß ſie nach der amerikaniſchen die zweitſtärhſte
iſt. Die polniſchen Geſellſchaftew planen große Bohrungen, die auch
von der Regierung im weitgehendſten Maße unterſtützt werden. Für die
franzöſiſche Petroleumpolitik, welche in der letzten Zeit um ihre
Unab=
hängigkeit wieder etwas beſorgt ſchien, ſind die Entdeckungen in Moſſul
mit franzöſiſcher Konzeſſion ſehr bedeutend. Man ſchätzt — vielleicht
mit etwas Optiwismus — die jährliche Leiſtungsfähigkeit einer einzigen
Quelle auf mehr als drei Millionen Tonnen. Die Petroleumwerte lagen
ſchwach, beſonders die angloſächſiſchen.
Der Phosphatenmarkt war lebhaft. Die Produktion iſt im Wachſen
begriffen, die Nachfrage wächſt aber viel ſchneller. Am Nitvatenmarkt
machte die Nachricht von dem Plan der Bildung eines Kartells, an
wel=
chem auch die chileniſchen Produzenten teilnehmen würden, viel Aufſehen.
Auf einigen außereuropäiſchen Märkten hat die chileniſche Induſtrie
wieder Erfolge aufzuweiſen.
Aſchaffenb. Zellſtoff.
Augsb.Nürnb.Maſch.
Bamag=Meguin..
Berlin el. W..
Berlin KarsruheIn
Braunkohl. =Brike,
Bremer Vilkan
Bremer Wolle.
Deutſch.=Atlant.
Deutſche Maſchiner
Deutſch.=Nied. Tel.
Deutſche Erdöl
Deutſche Petroleum
Dt. Kaliwerke
Donnersmarckhütte .
Lynamit Nobel .
Eleltr Lieferung:
J. G. Farben.
R. Friſter
Gaggenau Vorz.
Gelſenk. Berg
G. f. elektr. Untern.
Halle Maſchinen
Ban.=Maſch.=Egeſt.
Hanſa=Dampfſchf .
Helſingfors.
Wien ...
Prag ..
Budapeſt.
Sofia ..
Holland.,
Sslo ..."
Kopenhagen
Stockckolm.
London”.
Buenos Aires
New=York.
Belgien
158. 27. 1.
175.25 Hemoor=Zement. . 26. 1
235.— 111.25 111. Hirſch Lupfer.. 111.— 30.— 30.— Höſch Eiſen 142.— 74. 4.— Hohenlohe Werke 109.875 80.5 82.5 Kahla Porzellan. 113.— 175.25 175.25 Lindes Eismaſch. 152.— 144.5 148.— Lingel Schuh 72.— 196— 1197.— Linke u Hofman, 104— 105.— 12. Loewe u. Co.. 267.5 65.25 65.— K. Lorenz 116.— Niederlauſitzer Kol 160.— 134.— 1132.25 Nordd. Gummi. 72.5 73.— Orenſtein 133.— Rathgeber Waggon Rombacher Hütten 129.5 127375 Roſitzer Zucker .... 80.75 154.— 172.25 Rütgerswerke ....." 97.875 266.— 264.75 Sachſenwerk....." 122.— 112.— 112.75 Sächſ. Gußſtahl .. 135.5 40.875 40.5 Siemens Glas 145— Ber. Lauſitzer Glas. 139.75 268 25 e6s.— Volkſtedter Porzell. 55 25 168.— 1 63.— Weſtf. C. Langendree
Wittener Gußſtahl . 63 25 63.— 49.— 208.25 I: 207.5 Banderer Verke .. 211.5
Oeviſenmarkt.
26. 1. 27. 1. 26. 1. Geld Brief Geld ſ. Brief ! Geid Brief 10.557 10.57 10.55310.573 talien.. 59.08 59.20 59.055 359.175 Paris 16.47 16.51 12.422/12.442 12.42 12.34 Schweis 80.705 80.865 73.28 3 42 73.25 73.39 Spanien. 70.85 70.59 3.027/ 3.033 N 3.030 3.036 Danzig. B1.68 gi. 64 169.06 169.40 159.07 169.41 Fapan. . 1.968 1.9721 1.9681.970 111.50 111.72 111.50 11.72 Rio de Janeiro . 10.5060 30.5080 112.25 112.-47 112.24 Wt12.46 Fugoſlavien. 7.376 7.390 112.47112,69 112.39 112 81 Portugal". 20.23 20.27 20.43 20.47 20.425 520.46: Athen ..." 5.5641 5.576 1.7921 1.79e 1.791 1.795 Konſtantinopel 2.143 2.147 4.19104 1980 4. 1905 4.1985 Kanada 4.184 4.192 158.38 58.50 58.365 58.4851 Hüruguah 4.2761 4.284 27. 1.
236.
112.5
140.25
107.—
112.—
151—
71.625
266.—
110.—
156.—
132.—
8o.—
95.5
121.5
135.5
146.—
138.—
54.25
49.—
211.5
27. I.
Geld / Brief
22.195/22.235/e2.185 22.225
16.47
80.71
71.05
8i.68
16.51
80.87
71.19
31.84
5a5 ſe.597
7.378 7.330
20.23 20.,37
5.5641 5.576
2.140 2.744
4.185 4.193
4.276 4.284
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Der Privatdiskont iſt geſtern um ½ Prozent auf 634 Prozent für
beide Sichten erhöht worden.
Die Verhandlungen über ein europäiſches Zementabkommen haben
die Verſuche, zunächſt eine Verſtändigung zwiſchen Deutſchland und
Bel=
gien ſowie Frankreich herbeizuführen, wieder belebt. Nach Brüſſelen,
Meldurngen ſollen die Ausſichten günſtig ſein, doch darf man diefen
Opti=
mismus nur mit Vorſicht hinnehmen.
Das in den Verhandlungen zwiſchen der Elektrowerke A.G. und
der Preußiſchen Elektrizitäts=A. G. vorgeſehene Uebereinkommen ſieht
eine Gemeinſchaftsarbeit zwiſchen beiden Geſellſchaften bei den
braun=
ſchweigiſchen Kohlenbergwerken ſowie in den Grenzgebieten vor und
enthält eine Verſtändigung über die beiderſeitigen Verſorgungsgebiete,
Am 28. Januar feiert der bekannte Kaliinduſtrielle, erſter
Vorſitzen=
dev des Präſidiuns des Deutſchen Kaliſyndikats, Bergwverksbeſitzer Dr=
Ing. h. e. Gerhard Korte ſeinen 71. Geburtstag. Gerhard Korte iſt
die markanteſte Perſönlichkeit der Kaliinduſtrie. Seit Jah=en leitet er
den Burbach=Konzern, und die Politik der Kaljinduſtrie wird von ihm
maßgebend beeinflußt.
Dem Landesrat im Saargebiet iſt von der Regierungskommifſion
der Geſetzentwurf, betr. Aufwertung von Hypotheken, Grundſchulden,
Grundrenten und anderen dinelichen Rechten, zugegaugen. Der
Ent=
wurf lehnt ſich eng an die deutſchen Beſtimmungen über die Aufwertung
der Hypotheken an. Als Stichtag iſt der 1. Juni 1928 vorgeſehen.
Zwiſchen dem belgiſchen Zündholztruſt und den belgiſchen
Zünd=
holzfabriken iſt nach Brüſſeler Meldungen eing Einigung zuſtande
ge=
kommen. Man haße ſich jedoch verpflichtet, vorerſt keine Einzelheiten
bekannt zu geben.
Zu den verſchiedenen Meldungen aus Brüſſei und Luxemburg über
Vorbeſprechungen über den Beitritt Belgiens zu dem deutſch=
franzöſi=
ſchen Chemieabkommen wird auf Aufrage bei deutf her zuſtändiger
Seite erklärt, daß von offiziellen Verhandlungen mit Belgien hier nicts
bekannt ſei.
Darmſtädter u.
I. Frankfurter Kursbericht vom 271. Jan. 1928.
521
56.65
Staatspapiere
al Deutiche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl.
Ausloi.=Sch. I. Teill
„III. Teil
D. Reichsanl.Ablöſ=
Schuld ohne
Aus=
oſungsſcheine
420 Dt. Schutzgeb.”
Ail.
b) Ausländiſche
5% Bos. E. B 1914
5%L. Juv. 1914
413% 1898
41.% „1902
42 Bosnien
5 % Buig. Tabat.02/ 18
4½5%Oſt. Siaatsr.
3. 1913 gbb. 1918 2.8
4½%Oſt. Schatz. 14 30
41 % Oſt. Silberr. 4:2
Goldr
47
425 Oſt. Goldrente
Innsbr. Abk. 317
47 „einh. (k.) 1.5
41.1
8 % Port,/ Spz. II 9.6
5‟Rum am.R.08 6.75
4½2„Gold. 13
475 am.kon
402 ant. 05
475 Türk. (Aom
4%Bagd.
4% Bagd
47a uniſ 1903
4% 1911 Zoll.
ing St 1913
4 ½.% Ung St 1914
4 ½2 Ung. St. 1914
ilt. Innsbr.Abk.)
4½ Ung Goldr.
17
5.75
6.2
22‟/,
48 Ung. Goldr.
(t. Innsbr. Abk.) 25.4
425 Ung. Staatér.
v. 10
426Ung. Kronr. .
3% Ung.Eiſ. Tor ..
Außereuro.
päiſche
1 523Mex. am. in.abg.
20 — auß. 39
Goldo4ſtf. 28
„ lonſ. inn.
4½2%0, Frigat. „/ 341
5% Tamaulivas 1 ,/
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10%Berl. 6..B1. 0./105
98
625 Berl. St. Gold
82 Darmſt. St.=G./ 93.5
18 % D. Hyp.=Bank
Meining. Goldpf 97.75
94
89
87
Dresb. St.:G.
72Frkf. St.=G.
8OFr.
Gup.-Bk.
Goldpfbr.
97
2, Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
93
6% Frkf. Hyp.=Bk.=
Goldpfbr.
89
18%o Frif. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr.
7% Frif Goldpfbr. 93
820 Frki. Pfbr.=Bl.
Goldpfbr
90
20 Frkf. Pfb i. Bk.
Goldpfbr.
81
d.= St. Gold=
87
Land.=B!
Goldpfbr.
98.
7% Geſſ. Lanb.=Bk.
Goldpfbr.
94
„Klöckn=Wer
S6.
89.5
83.5
Aeedeſe
Mark (Hagen)
Goldobl.
.I1
820 Komm. Ldsbk.
Darmſt., Reihe I
8% L. Lanbesbank
Darmſt. Reihe II
82 Lowgshf Stadt
Goldanl.
2aM. KraftHöchſt
%o Mainz.=St.=G.
20 Mannh. St.=G.
62 Mannh. St.=G.=
720 M.=Stahlw. 27
8% Naſſ. 2db. Gold
8% Nbg. St. Gldal.
182 Pfälz. Hyp. Bk.=
Goldpfbr.
7% Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
%0 Pfälz. by p.=Bk
Goldpfbr.
8%0 Pforzh. St.=G.
18%0 Pirmaſ. St.=G.
18%Pr. Centr.Bd.=
Fr.=Bk. Gldpfbr.
8%o Br.Centr.=St.=Goldpfbr.
7% Pr. Centr., St.
ſchafts-Goldpfbr.
82 Rh.=Hyp.=Bt.
Goldpfor
„Lig. Pfb.
% „Anteiſch
7½ %Nh. Stahlw
25
10%Rh.=Weſtf.=B.
(r=Bk Goldpf
8½ Süidd. B.-Cr. B.
Goldufdbr.
7C V. Staklwv.
Düf=
ſeldorfcyp.=Gld.. mit Option!”
„V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHhv.-Gd.. ohne Option
Biag(B. Ind.
Bin.
94
89.25
93.5
95.25
94.55
102.25
97.75
94
89.5
83.1
61-.
96.75
92.75
%VoigteHäffnter
Goldobl. .....
82Württbg. Shp.=
Bank Goldofbrf.
Ohne Zins.
berechnung
5% Bdw. Kohl 2.
16%Großkr. Mannh.
Kohl. 23
6%Heſ.Brk.=Rg. 23
5% Heſſ. Volksſtaat
Roggen .. . . . 23
5% Pr. Kaliw.
5% Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt.B. 6
Borkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe.
Bahr Vereinsb.
Bahr. Handelsb.
Bayr. Hyp.u. Bechſ.
Berliner Hyp.=Bk.
Frkf Gyp.=Br.
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp.=Bk.
Mecklb. Hhp.=u. Wb.
Meining. Hyp.Bk.
Nordd. Gr.=Cr.=Bk.
Pfälz. Hyp.=Bt.
Breuß. Bod.=Fr.=B.
Pr.Cent.=B. Cr.B.
Preuß Pfdbr.=Bk.
Rhein. Hyp.=9.
Rh.=Wſtf. B.=Cr.=B.
Sidd. Bodenk.
Bürtt öyp Bk.
Staatl. ob. prov.
garantiert
He. L.=Hyp.=B.
Landeskr. Caſſel.
Naſſau Ldsb.
Obligationen v.
Transportanſt.
4½ Eliſ.=Bahn ſtfr.
42o Gali;=Garl=
Lud.B.
abg.
2 Oſt. Sd. /L.ſtir
94.25
97
12.61
13.75
6.5
*
18.15
14.3
14.45
13.9
12.8
9.55
2,6%AteOſt. Sübb. 14.5
2.6% Neue „ 14.5
42Oſt. Staatsb. 83
%Oſt. 1.b.8.E. 22.25
2Sſt. „abg.
3%9 — „D.Gm.
„abg.
3½
9 „ „ 1885 ..
—
abg.
39Oſt. , Erg. Netz)
3%Oſt.
„abg.
3% RaabOebd 83/ 20
91) 17
97/ 15
42 Rud. Silber ..
4½ Rub. (Salzka.)
LoAnat., S. I
0 Anat., S. II/ 17.5
2 Anat., S.III/ 14.75
Salon.Monaſt. 21.5
5% Tehuantepec. 18.5
4½2
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit.. . 146.05
Bad. Bk. .....: /174.,5
Bk. t. Brauind. . . 180
Barmer Banko.
148
Bay. Hyp.=Wchſ. /173
Berl. Handelsgeſ.
Comm.u. Privatb. 174.5
Darmſt.u. Nat.=Bk.
Deutſche Bank
164.5
D. Eff.u. Wchſ.=Bk. 128
D. Hyp.=Bk. Mein../136
D. Vereins=Br. 104
Disk.=Geſellſch 157.5
Dresdener B!
158.25
Franff. Bi.
.1123.5
Frankf. Hypth.= Bk. 143
Frkf. Pfdbr. Br... 1144
Gotha. Grundkr. Bk.
Lur. Intern.Banl / 7.55
Metallbank.
127.5
Mittelo. Creditb 212
Pfälz. Hyp.=Bi.
Pr. Bd.=reditbank 136.5
Hyp.=Akt.=Ban! 156
Reichsbank=Ant 195.5
Rhein.Creditbk.
131.5
ſhein=Hyp.=B!
172
Südd B.=Creditbk.
Südd. Disc=Geſ. 146
Oſterr. Creditanſt. 37.75
Wiener Bankverein 17.5
Bergwerks=Akt.
Buderus.
981,
Eſchw. Bergw. ... /212
Gelſenkirch,Baw. 136.5
Harp. Bergb.
Fiſe Bergb. St.:
Genußſchein ...1121
Kali. Aſchersleben : /173.75
Kali. Salzdetfurth. 1249
Kali. Weſterregln. 186
Klöcknerwerke (abg.
Lothr =Hütte)
Mannesm.=Röhr „1149.75
Mansfelder ...
Oberbedarf ......"
Otavi=Min.=Ant. . 42.5
Phönix=Bergb. . . 101.5
Rhein. Braunk.
Rhein. Stahlw. . /167.5
Riebeck Montan. .
SalzwerkHeilbronn 188
Tellus Bgb.. .. . . . 112
Ver. Laurahütte
Ver Stahlwerke
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum(Mannh.)/270
Henninger .
183.5
Hereules Heſiſche
Löwenbr.=München/317
Mainz. Aktienbr 250
Schöfferhof(Bind.) 319
Schwarz=Storchen 1170
Tucher. Nürnberg
Berger
160
Attum. Berlin.
Adler &Oppenh
Adlerw. (v. Kleyer)/ 84.2
6SE.A. G. Vzg. 21 89.25
5%A.E. G. Bzg.3 81
A. E. G. Stamm . 166 25
Bad. Maſch. Durla 144.5
Bad. Uhren, Furtw. 12.25
Bamag=Meguin 29.5
Baſt Nürnberg 1243
Bahr. Spiegel
Beck & Henkel ...
Bergmann El ..
Bing. Metall.
Brem.=Beſigh=Ol..
Bürſtenfor. Erlang
Cement. Heidelb.
Cement. Karlſtadt
Cement. Lothr.
Chem. Albert. ...
Chem Brockh
Ehem. Milch
Daimler=Benz A. G.
Dt. Eiſenhandel.
Deutſche Erdöl
D. G.u. Silb. Scheid.
D Linoleumw. Bln.
Dingler, Zweibrück.
Dresd Schnellpr.
Dürkoppw. (St) ..
Dürr Ratingen
Dyckerhoff & W
Eiienw. Kaiſersl.
E Licht u. Kraft.
G Lieferung .
Eli Bad Wole
Email. Ullrich
Enzinger Werke
Eßlinger. Maſch.
Ertlinger Spinn.
Faber Bleiſtift
Faber & Schleicher
Fahr. Pirmaſens
Farbenino F. G.
Felten E Guilleau.
Feinmech. (Jetter)
Feiſt. Sekt
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof. 11
Frkf.=M. Pok. u. W.
Beiung E Cie
Golbſchmidt. Th
Gotha Baggon
Grißzner Maſch. 1
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle Frkft.
Haid & Ne.
Hammerſen
Hanfw. Fülten. 1
Hanſa=Blohd. Br.
Hartm. E Braun
71.25, Heyligenſtaedt.
30
80 Hilpert, Armatur. 94.5
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch. Kurfer .... 111
74
Hoch=Tief Eſſen ... 85
58
Holzmann ....... 142.25
139.25 Holzverk. Ind.. . . . 76.75
Hydrom. Breslau.
180
100
Inag ..
88
125 JunghansSt.
85 Kammg. Laiſersl.
47 Karlsruher Maſch.. 17
84.5 Karſtadt. N.
91.5 Klein, Sch EBecker/115.5
Knorr, Heilbronn 169.5
192.5 Konſerv. Barun . 67
Krw. All=Württbg. /108.5
259
Krauß & Co.
132
Lahm eher
167
75
Lech, Augsburg .. 123.5
Lederw. Rothe
76
Leverw. Spicharz,
31
Lingel Schuhw.
Löhnberg. Mühle 45
220
Ludwigsh. Walzm. /134.9
37.9 Lüdenſcheid. Metall
Rainkraft Höchſt 118
Mars=W. Nürnberg /135
58
Metallge). Frkf.
230
Miag Mühlenb 142.25
75.5 Moenus Stamm 69
101.5 Motoren:. Deutz 65
56.5 Motoreni, Oberun./ 76
26 4.25 ) Mün h. Lichtipielk
Reckar. Fahrz. 103.5
91.25 Neckarw. Eßlingen
Beters Union
112.75
153 Pfäßz. Nih. Payſer
103.5 Philipps.
Borzellan Weſſel / 31.25
*
ſtein Gebb.&Schall117
Rhein Elektr.
150.75
Rhenania, Kunheim! 53.1
130.25 Rütgersverle
95.5
155 S hneid. & Hana
49
133
Schnellpr. Fran1.
78
53.75 Schramm Lackf.
138
Schriftg. Stemp. 1123
139.5 Schuckert Eleltr 183.75
Schuhfor Weſſel 84.5
Schuhf Her=
24
Schulß. Grünlack
Seilind Wolff.
Siemens Glas
Siemens & Halske
Südd. Immob
Südd. Zucker=A.=G.
Thür. Lief. Gotha
Uhren Furtwängl.
unter ſr Kr.=Gl=V
Beithwerke
Ver f. Chem. Ind.
Ver. v. Olfbr. Mann
Ver. Faßf. Caſſel.
Gumm.Bin.=Frkf.
Pinſel=Nürnberg..
Ultramarin.
Zellſtoff Berl. „
Bogtl Maſch.
Boigt & Haeffner.
Volthom Seil
Wanß & Frehtag
Wegelin Rußfbr.
Zellſt. Aſchaffenbg
Zellſt Memel
Zeliſt Waldhof
Zuckerf Rheingau
Transport= und
Berſicherungs=Akt.
Dt Reichsb.=Borz.
A. Dt. Eiſenbahn.
A. Lokalb u. Kraft.
Dt. Eiſenb.=Geſ.
Schantung E.B
Südd Eiſenb.=Geſ.
Hapag
Nordd Lloyd
Frrrt. Allg. Ver),
Frankonia Rückv
Larmſtädter Werte
Bahnbedar!
Dampfk. Rooberg
Helvetig Kouſ..
Gebr. Lutz......
Motorf. Darmſt.
Gebr. Roeder
BenulethcEllenb. .
81
287
39.5
140.5
14
150
178.5
73.25
136
141
253.5
uaus
146
148.25
179.75
199.75
36
30
146.75
Nummer 28
Börſe und Geldmarkt.
Die Börſenlage iſt durch eine Stagnation gekennzeichnet, die
kaum noch übertroffen werden kann. Jeden Tag begeben ſich
die Vertreter der Bankwelt mit leeren Auftragsbüchern zur
hurgſtraße, ſo daß die Spekulation faſt völlig unter ſich bleibt.
Laß die Unternehmungsfreudigkeit auf dieſer Seite ebenfalls
ſtark zu wünſchen übrig läßt, kann angeſichis der geſamten
wirt=
ſchaftlichen Konſtellation nicht wunder nehmen. Hauptſächlich der
Druck kommender Ereigniſſe iſt es, der dem Börſengeſchäft
Feſ=
ſeln anlegt. Man denke da nur an die Zuſpitzung der
Kredit=
verhältniſſe in der Landwirtſchaft, an den enormen
Kapital=
bedarf öffentlicher Stellen, deſſen Deckung nach der Zurückſtellung
inländiſcher Emiſſionen ſeit Monaten jetzt immer dringlicher
wird, ſchließlich auch an die kommenden Lohn= und Wahlkämpfe,
die immer eine ſtarke Beunruhigung in die Wirtſchaft tragen.
Die momentane Flüſſigkeit am Börſengeldmarkt täuſcht die
Spekulation nicht darüber hinweg, daß es ſich hier um keine
„echte” Entſpannung handeln kann. Die Emiſſionstätigkeit iſt
m Inland noch immer nicht in nennenswertem Umfang in
Gang gekommen, lediglich die Hypothekenbanken erzielen
neuer=
dings mit Unterpari=Emiſſionen 8prozentiger Pfandbriefreihen
nehr Erfolg. Es iſt aber zu befürchten, daß das wenig
umfang=
reiche Reſervoir, der inländiſchen Kapitalbildung bald wieder
aſchöpft iſt, wenn die Inanſpruchnahme des Kapitalmarktes
in den mächſten Monaten wächſt. Eine große Emiſſion ſcheint
aIs erſte die Deutſche Reichsbahngeſellſchaft vorzubereiten, die
hät einem Bankenkonſortium unter Führung der Reichsbank
über die Begebung von 100 bzw. 150 Millionen RM.
Vorzugs=
ulcien verhandeln ſoll. Bekanntlich hängt von der Unterbringung
ſirres ſolchen Aktienbetrages die Tarifgeſtaltung der Reichsbahn
veſentlich ab. Eine Erhöhung der Gütertarife ſoll ſich
jeden=
ſackls nur vermeiden laſſen, wenn die Deckung des
Finanz=
bdarfes auf anderen Wegen ermöglicht wird. Alle dieſe
Ueber=
ſegungen wirken ſtörend auf die Wertpapierumſätze ein. Daraus
tigaben ſich täglich unſichere, im Endreſultat aber unbedeutende
Srhwankungen der Aktienkurſe. Lebhaftere Beachtung fanden
eigentlich nur wenige Spezialpapiere, vor allem
Elektrizitäts=
werte. Mit welcher Spannung die Abſchlüſſe der großen
Elektro=
ſonizerne erwartet wurden, ging aus den manchmal täglich ſich
ur derſprechenden Dividendenſchätzungen hervor. Die A.E.G. hat
nanmehr, wie von uns gemeldet, eine 8prozentige Ausſchüttung
blantragt, bei der Siemens u. Halske A.=G. rechnet man mit
Prozent. Die Bilanzſitzung der Siemens=Gruppe wurde für
Freitag vormittag angeſetzt. Wie auch die Reingewinne
rech=
riſch ausgewieſen werden, ſo ſteht doch feſt, daß die
Elektrizi=
ürtsinduſtrie im abgelaufenen Jahr eine ſehr erfreuliche weitere
Aifwärtsentwicklung nehmen und ihre innere Lage erneut
weſentlich kräftigen konnte. Angeſichts der in den Börſenſälen
herrſchenden Lethargie dürften aber die günſtigen Bilanzziffern
der Elektrokonzerne kursmäßig ebenſowenig zur Geltung kommen,
ure kürzlich der glänzende Bemberg=Abſchluß.
Der Reichsbank=Ausweis vom 23. Januar zeigte in erſter
2inie eine bemerkenswerte ſtarke neue Entlaſtung des
Wechſel=
ſinitos. Man wird daraus folgern können, daß die
Wechſelein=
reächungen neuerdings mäßig ſind, ſo daß die Fälligkeiten ſehr
ſtark zum Ausdruck koyen. Allerdings darf auch nicht
ver=
giſſen werden, daß die Neurroduktion an Wechſeln im Dezembei
gußerordentlich hoch war und unter Berückſichtigung dieſer
Tat=
ſorhe die bisherige Entſpannung im Januar nur als regulär
z Iten kanm. Die Diskonterhöhung in Chicago hat die Hoffnung
gaf eine deutſche Diskontſenkung wohl endgültig beſeitigt.
Samstag, den 28. Januar 1928
Seite 17
Die Abſchlüſſe im Siemens=Konzern.
Der Aufſichtsrat der Siemens=Schuckert A.=G. (der ehemaligen G. m.
b. H.) trat am 25., der Aufſichtsrat der Siemens=Halske A.=G. am
27. Januar zuſammen. In beiden Sitzungen wurden die Abſchläiſſe für
das am 30. Dezember 1927 beendete Geſchäftsjahr genehmigt. Der
Ab=
ſchluß der Siemens=Schckert A.=G., der erſte ſeit der am 12. Juli 1927
erfolgten Umwandlung in eine A.=G., weiſt nach Abzug von 3 644399
RM. für Anleihezinſen, von 1 430 534 RM. für Abſchreibungen auf
Gebäude, von 6 126576 RM. für geſetzliche ſoziale Leiſtungen und
5 096 318 RM. für freiwillige ſoziale Leiſtungen (außer den aus dem
Reingewinn 1925/26 für Wohlfahrtszwecke zur Verfügung geſtellten und
verwendeten 1 Mill. RM.) einen Reingewinn aus von 14 780 372 (im
Vorjahre 12 175 701) RM. Der Aufſichtsrat ſchlägt vor, eine Dividende
von 12 Prozent auf das Aktienckapital von 120000000 RM. (im
Vor=
jahre 8½ Prozent auf das Stammkapital von 90 Mill. einſchließlich
7½ Prozent Zinſen auf das unhindbare Darlehen von 30 Mill. RM.)
auszuſchütten, der Sonderrücklage 3 Mill. RM. (3) zu überweiſen und
930 372 (525 700) RM. vorzutragen. Die Bilanz enthält, wie im
Vorfahr, einen Poſten von 2 Mill. als Rücklage ſüir die Koſten, die im
Geſchäftsjahr 1927/28 durch die Fortführung des Baues der Zweigbahn
Jungfernheide—Siemensſtadt—Gartenfeld entſtehen werden. — Im
An=
ſchluß an die Aufſichtsratsſitzung fand ſofort die Generalverſammlung
der Siemens=Schuickert A.=G. ſtatt, in der ſämtliche Aktien durch die
Siemens=Halske A.=G. und die Elektrizitäts=Geſellſchaft vorm. Schuckert
u. Co. vertreten waren. Sie genehmigte den Abſchluß für 1926. —
Bei der
Siemens u. Halske A.=G.
verbleibt nach Abzug von 3637 484 RM. für Anleihezinſen, von
748 395 RM. für Abſchreibungen auf Gebäude, von 3 575 359 RM. für
geſetzliche ſoziale Leiſtungen und 2353 578 RM. für freiwillige ſoziale
Leiſtungen (außer den aus dem Reingewinn von 1925/26 für
Wohl=
fahrtszwecke zur Verfügung geſtellten 1 Mill. RM.) ein Reingewinn von
18 851 249 (im Vorjahr 15 348 513) RM. Der auf den 23. Febmar
ein=
zuberufenden Generalverſammlung ſollen 12 (10) Prozent Dividende
vorgeſchlagen, ferner der Sonderrücklage 5 Mill. (im Vorjahr 2 500 000)
RM. zugeführt und 2 516 659 (2 450 000) RM. vorgetragen werden. Wie
bei den Siemens=Schuckert=Werken erſcheint eine beſondere Zuweiſung
für Wohlfahrtszwecke in dieſem Jahre nicht in dem
Gewinnverteilungs=
plan, da im Zubunft derartige Poſten als Sozialausgaben im Gewinn=
und Verluſtkonto ausgewieſen werden ſollen.
Wie im Vorjahre, iſt in der Bilanz ein Poſten von 2 Mill. RM.
als Rücklage für die Koſten vorgeſehen, die im Geſchäftsjahr 1927/28
durch die Fortführung des Baues der Zweigbahn Jungfernheide—
Sie=
mensſtadt—Gartenfeld entſtehen werden. Weitere Mitteilungen werden
in dem zu veröffentlichen Geſchäftsbericht gemacht werden.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 27. Januar. (Priv.=Tel.)
Kaffee: Zuuächſt wurden die Preiſe ungünſtig beeinflußt durch die
Moldungen aus Santos und Hamburg. Die Kommiſſionäre ſchritten
zu Abgaben und auch Enropa nahm verſchiebentlich Glattſtellungen vor.
Auf ſpäter eintretendes Deckungsbedürfnis trat eine Erholung ein.
Baumwolle: Der Maukt litt heute unter einen neuen Abſchwächung
crf die Shwäche Liverpvols und unglinſtige Na=hrichten aus Lancafhrre.
Nach einer vorübergehenden Erholung wurden ernent Abgaben
vor=
genommen.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 27. Jan.;
Getreide. Weizen: März 130½, Mai 130½, Juli 126½;
Mais: März 87½, Mai 90½, Fuli 91½; Hafer: März 5378,
Mai 54½, Juli 50½ Rogigen: März 111, Mai 109½, Juli 10378
Schmalz: Januar 11,85, März 11,92½, Mai 12,10.
Fleiſch: Januar 11,15, März 11,572½, Mai 12,77½r Speck,
loko 11,25; leichte Schweine 7,90—8,30, ſchwere Schweine 7,90
bis 8,15; Schweinezufuhren: Chicago 44000, im Weſten 135 000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 27. Jan.:
Getreide. Weizen Nr. 2: rot 154½, hart 146½; Mais, neu
ank. Ernte 101½; Mehl, ſpring wheat clears 6,50—6,85; Fracht
nach England 1,9—2,9 Schilling, nach dem Kontinent 7—10 Cts.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,60; Talg, extra 9.
Kakao. Tendenz: feſt; Umſatz in Lots: 115; Lokox 13½8;
Jan. —, Febr. —, März 13,63, April 13,70, Mai 13,78, Juni
13,90, Juli 13,97, Auguſt 13,98, September 13,99, Oktober 13,84.
Produktenberichte.
Woriſer Prohuktenbericht vom 27. Januar. Die Tendenz der
heu=
tigen Produktenbörſe war im allgemeinen behauptet. Die Käufer für
Gerſte zeigten ſich zurückhaltend. Es notierten: Weizen 25—25,50, Rog
gen 24,75, Gerſte 27,50—2,50, Gerſte Ausſtich 30—30,50, Futterderſte
21—22, Hafer 23—24, Weizenmehl, Baſis 0, 37,50—37,75, Noggenmehl,
60proz., 36,25—36,75, Weizenfuttermehl und Nachmehl 16—B,
Roggen=
futtermehl und Nachmehl 18,50—24, Roggenkleic 15—15,50, grobe
Wei=
zenſchalen 14 50—14,75, feine Weizenkleie 14, getrocknete Bierkreber 18
bis 18,75, Malzkeime 18—18,50, Maisſchrot 23—23,50, Trockenſchnitzel
11,50—12, Heu 8,75—2,25, Stroh 2—3,50, Kartoffeln 6,75—7,50.
* 78. Südweſtdeutſche Zentral=Häute=Auktion zu Mainz. Zur
Ver=
ſteigerung gelangten 6964 Großviehhäute, 8952 Kalb= und Freſſerfelle
und 853 Hammelfelle. Bei gutem Beſuch verlief die Häuteauktion ſehr
ſchwankend. Die Preisgeſtaltung war ſehr uneinheitlich. Kalbfelle
zogen etwas an. Im einzelnen ergaben ſich folgende Preiſe:
Schaf=
felle wollig 74; blöß, Schuß 44. — Kalbfelle, ohne Kopf:
Klaſſe I, bis 9 Pfd. 204—213, über 9 Pfd. 186; Klaſſe II, bis 9 Pfd.
180—187½, über 9 Pfd. 160; mit Kopf: Klaſſe 1 156½ Klaſſe II 140
Schußkalbfelle, ohne Kopf, alle Gewichte 180; mit Kopf, alle Gewichte
127. Freſſerfelle: ohne Kopf, Klaſſe TI 130, Klaſſe II 126½
mit Kopf: Klaſſe I 117, ohne Kopf, Schuß 85 — Leichte Häute,
ohne Kopf: Klaſſe I, 20—29 Pfd. 126; Klaſſe II 2—29 Pfd. 118
mit Kopf, Klaſſe I, 20—29 Pfd. 115. — Rinderhäute, ohne Kopf=
Klaſſe I, 30—49 Pfd. 116—123½, 50—59 Pfd. 120, 60 Pfd. und mehr
110—116. — Ochſenhäute, ohne Kopf: Klaſſe I, 30—49 Pfd. 107¾,
50—59 Pfd. nicht notierk, 60—79 Pfd. 99½—113¾, 80 Pfd. und mehr
96½—108 — Kuhhäute, ohne Kopf: Klaſſe I, 30—49 Pfd. 95 bis
105, 50—59 Pfd. 100—111¾, 60—79 Pfd. 97—1G7½; mit Kopf, Kl. I.
80 Pfd. und mehr: nicht notiert. — Bullenhäute ohne Kopf.
Klaſſe I, 30—49 Pfd. 103½—109½, 50—59 Pfd. 9—98½, 60—79 Pfd.
93, 80 Pfd. und mehr 8½—89. — Ninderhäute, mit Kopf:
Klaſſe I, 30—49 Pfd. 106½—110, 50—59 Pfd. 95¾—101½, 60 Pfd. und
mehr: nicht notiert. — Ochſenhäute, mit Kopf: Klaſſe I, 30—42
Pfd. 99¾, 50—59 Pfd.: nicht notiert; mit Kopf, Klaſſe 1, 60—79 Pfd.
95½—98½, 80 Pfd. und mehr 94½—100. — Kuhhäure, mit Kopf:
Klaſſe 1, 30—49 Pfd. 90—100, 50—59 Pfd. 95—97, 60—79 Pfd. 92½
bis 98¾, 80 Pfd. und mehr 95. — Bullenhäute, mit Kopf: Kl. I,
30—49 Pfd. 92¾, 50—79 Pfd. 85½—86½, 80 Pfd. und mehr 7434. —
Häute ohne Kopf, Klaſſe II, 30—49 Pfd. 93—102½, 50 Pfd. und
mehr 85½—99¾; mit Kopf, Klaſſe I, 30—49 Pfd. 84—94, 50 Pfd.
und mehr 8½—88. — Weidhäute; ohne Kopf 89—92, mit Kopf
81½. — Schußhäute: ohne Kopf, alle Gewichte 86, mit Kopf, alle
Gewichte 74¾
Frankfurter Produktenbericht vom 27. Januar. Zum Wochenſchluß
war das Geſchäft am Frankfurter Produktenmarkt weiter ſehr
beſchei=
dem. Weizen, Roggen und Mehle waren ſtank angeboten, ohne daß
Ab=
nehmer dafür vorhanden waren. Dem Markt fehlte jede Anregung.
Die Preiſe wuden wie folgt feſtgeſetzt: Weizen I 25, Weizen II 23,50
bis 23,75, Weizem III 22,75—23,25, Roggen 24,50, Hafer inl. 23,50—24,
Mais für Futterzſvecke 21,75, Mais für andeue Zwecke 22,50,
Weizen=
mehl 36,75—37,25, Roggenmehl 34—35,50, Weizenkleie 14,25. Roggen=
kleie 15—15,25.
Metallnotierungen.
Die autliche Preisfeſtſetzung im Metallterminhaudel vom 27. Jau.
ſtellte ſich für Kupfer: Januar 126½ (126¾), Februar 127 (127½),
März 126½ (126¾), April —, Mai 126½ (126½), Juni, Juli und
Auguſt 126½ (126½), September 126½ (126½), Oktober 126¾ (126½),
November und Dezember 126½ (126½). Tendenz: ſchwächer. — Für
Blei: Januar, Februgr und März 43¾ (44), April und Mai 44
(44½), Juni 44¾ (44½), Juli und Auguſt 44¼ (44½), September,
Oktober und November 44½ (44½), Dezember 44¾ (45). Tendenz
ſtetig. — Für Zink: Januar 52½ (53½), Februar 52½ (53), März
521/ (52½), April, Mai und Juni 52 (52½), Juli 5134 (52½), Auguſt
52 (52½), September und Oktober 513/ (52½), November und
Dezem=
ber 51½ (52). Tendenz; ruhig. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld,
die in Klammern Brief.
Has den Amtsberkändigungen des Kreisamts
Larmſtadt und den Bekanntmachungen des
Polizelamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 ſchwarzes ſchmales Porte
nwnnaie mit 3 Mk. 1 brauner Damen
hrndſchuh. 1 Perlenhalskette. 1 Kiſtchen
g=dörrte Zwetſchen. 1 Paket alte
Flick=
lapppen, Schere und Zwirn. 2 mi telgroße
Eichlüſſel. 1 grauwollener
Damenhand=
ſwuh 1 gelber geflochtener Lede gürtel
1 braunes älteres Beſuchstäſhchen mit
Arſchentuch und Schlüſſel 1 Paar braune
Krimmerhandſchube mit Lederbeſatz Zwe
Schlüſſel mit 2 Drücker an einem Ring
1 graubraunwollene Kinderzipfelmütze Ein
gelbb aungeſtreiftes Ledertäſchchenm
Brief=
mrrke und Taſchentuch. 1 braun.
Herren=
gacé jand chuh. 6 Meter blaurote Litzen
1 Mädchenkleid, weißkarierte Bruſt und
ſchwirzer Rock. 2 kleine Schlüſſel und ein
Trücker am Ring
Sonntagsdienſt und Nachtdienſt in
den Apotheken Darmſtadts: Es verſehen
den Sonntagsdienſt und in der daran ſid
an ſchließenden Woche den Nachtdienſt vom
22— Jan bis einſchließlich 4 Febr. die
Alwotheke am Juſtizpalaſt, Bismarckſtr.
Eenhorn=Apo heke, Kirchſtraße 10½
Der diesjähr. Kiefer=
Nutzholzein=
ſchlag aus der ſtädt. Bürgertanne (Abt.
Umter dem Bahnhof1 u. 3,
Bürger=
ſchlag 6 mit 2,50 im la, 165,17 im Ib,
173,68 im 1Ia, 44.60 Im IIb, 6,51 im
HLIa, 1,06 fm IIIb, 0,90 im IVa Klaſſe,
zrſ. 394,42 km) ſoll auf dem
Submiſſions=
urege verkauft werden. Das Holz liegt
nächſt dem Hauptbahnhof Darmſtadt.
Ebenſo wird der Anfall an
Buchen=
ſchwellenholz I. u. II. Kl. aus verſch.
Albteilungen der ſtädt. Förſtereien
Beſſ. Laubwald und Heiligkreuz
(nhätzungsweiſe ca. 2.0 km) verkauft.
Schriftl. Angebote, getrennt nach
Ettärkeklaſſen, werden bis zum 7. Febr.
ds. Js., vorm. 10 Uhr, an uns
er=
b=ten. Verkaufsbedingungen ſtehen auf
A8unſch zur Verfügung. Genehmigung
b eibt vorbehalten.
Darmſtadt, den 27. Jan. 1928. (st1962
Städt. Güterverwaltung.
Bekanntmachung.
In der Sitzung unſeres
Geſamtvor=
ſtrndes vom 19. Januar d8. Js. wurde
beſchloſſen, das vierte, am 15. Februar
1028 fällige Ziel der Kultusſteuer für
1B27 nur zur Hälfte zur Erhebung zu
bringen. Der Steuernachlaß — die Hälfte
des 4. Ziels — betrifft ſämtliche
ſteuer=
pfflichtige Mitglieder un erer Religions
gemeinde. Einzelbenachrichtigung er=
(1901
geeht nicht.
Darmſtadt, den 25. Jan 1928.
Der Vorſtand
dier iſrgelitiſch. Religionsgemeinde
Darmſtadt.
Zwangsverſteigerung.
Das nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit der
Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen des
Dachdeckmeiſters Karl Geider in Darmſtadt im Grundbuch
eingetragen waren, ſollen
Dienstag, den 3. April 1928, nachm. 31, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer 219,
verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvoll=
ſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 10. Januar 1928 in
das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Verſteige
rungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auffor=
derung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneter
Gericht anzumelden und, wenn der Glänbiger widerſpricht
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der Ver
leilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls, für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegen=
(1949
ſtandes tritt.
Darmſtadt, den 24. Januar 1928.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk I, Band IV, Blatt 211.
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann am
636 Grasgarten Erbacherſtr. 31
52
636 Grabgarten daſelbſt
F
638 Grasgarten daſelbſt
639 Hofreite Nr. 17 daſelbſt 757
Betrag der
Schätzung
Donnerstag, den 2. Febr. 1928,
vormittags 9 Uhr, werden in der
Breidert’ſchen Gaſtwirtſchaft zu
Nie=
der=Ramſtadt aus den Forſtorten
Kohl=
berg 1b, Pfingſtweide 17, Kirchberg 8a
und Weinweg 3a der Förſterei
Emme=
linenhütte verſteigert:
Scheiter, rm: 261 Buche, 12 Eiche;
Knüppel, im: 109 Buche, 12 Eiche,
8 Lärche:
Reiſerholz II. Klaſſe (Stammreiſig
100 W.: 1.00 Buche, 5,00 Eiche;
Reiſerholz II1. Kl. (Aſtreiſig) 100 W.:
48,50 Buche, 2,1 Eiche.
Das Reiſerholz II. Kl. lagert in
Kohl=
berg 1b.
Das Holz iſt vor der Verſteigerung
einzuſehen. Irgendwelche ſpätere
Ein=
wendungen wegen der Güte des Holzes
werden nicht entgegengenommen. Nähere
Auskunft durch das unterzeichnete
Forſt=
amt und Herrn Förſter Harniſch zu
Forſthaus Emmelinenhütte. (1915
Ober=Ramſtadt, den 26. Jan. 1928.
Heſſ. Forſtamt Ober=Ramſtadt.
K
2.75
Wilh.
Lehrbach.
(840a
Zumieten geſuchtf
Kleiner
Laden
Gegend Karlſtraße=
Beſ ungerſtraße oder
ſonſtiger guter Lage,
geſucht Angebote u.
U 109 Gechſt. 921
Laden
geſucht im Zentrum.
Angebote unter U 89
a. d. Geſchſt. (*2436
Verpachtung
der Gemeindefeldjagd
Groß=Zimmern.
Am Dienstag, den 7 Februar
Ifd. Js., nachmittags 3 Uhr, findet
im Rathausſaale zu Groß=Zimmern die
Verpachtung der Feldjagd der Gemeinde (Gemeindewald Ober=Ramſtadt),
Groß=Zimmern durch öffentliche
Ver=
ſteigerung auf die Dauer von 6 Jahren
ſtatt. Das Jagdgebiet, welches
unge=
fähr 1000 Hektar umfaßt, iſt in drei
Jagdbezirke eingeteilt und wird, ſowohl
im Ganzen als auch getrennt
ausge=
boten. Die Verpachtungsbedingungen,
deren Bekanntgabe im Verſteigerungs=/ 19
teriin erfolgt, können vorher bei der
unterzeichneten Bürgermeiſterei
einge=
ſehen werden, woſelbſt auch ein Lageplan
des Jagdgebietes ausliegt.
Die Jagd, welche leicht zu erreichen
iſt, da die Bahnſtation Groß=Zimmern
der Bahnlinien Darmſtadt—Groß=
Zim=
mern und Offenbach — Reinheim inmitten
des von der Gerſprenz durchfloſſenen
Jagdgebietes liegt, zeichnet ſich durch
(1776a
guten Wildſtand aus.
Groß=Zimmern, den 23. Jan. 1928.
geſſiſche Bürgermeiſterei Groß=8lmmern.
Brücher.
Kſeine Anzeigen An und Verkäufe uſw.)
finden durch das Darmſtädter Tagblatt
die weiteſie Verbreitung
„
Dienstag, den 31. Januar 1928,
vormittags 9 Uhr anfangend,
wer=
den im Forſtort Eichelberg 19 an Ort
und Stelle verſteigert:
Stämme:
111 Stück Fichten Kl. Ib — 44,61 fn
IIa — 44,86 „
71
IIb — 19,77„
„IIIau.b — 15,52
10
Zuſammenkunft der Steigerer im
Forſt=
ort Eichelberg 19 (Breitenſtein=Fichten
Ober=Ramſtadt, den 25. Jan. 1928.
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
Rückert.
(1891
Laden
in nur beſter Lage zu
mieten geſucht.
An=
gebote unt. U 87 an
die Geſchſt. (*2430
Stamm= und
Brenn=
holz=Verſteigerung.
Donnerstag, den 2. Februar
fd. Js., vormittags 11 Uhr
an=
fangend, läßt der Unterzeichnete in
der Wirtſchaft von Herrn Ph.
Kaffen=
berger zu Steinau von dem Abtrieb
ſeines eigenen Waldes nachſtehendes
Holz öffentlich verſteigern:
Stämme: Buche 3. Kl. — 0,61, 4. Kl.
— 2,52, 5. Kl. — 1.53 Im; Eiche 1. Kl.
— 0,35, 2. Kl. — 7,17, 3. Kl. — 7,08,
4. Kl. — 6,05 Im; Lärche 2. Kl. —
9.95, 3. Kl. — 10.48, 4. Kl. — 3,37 fm
Fichten 1. Kl. — 1,64, 2. Kl. — 19,71,
3. Kl. — 15,13, 4 Kl. — 3,98 fm.
Derbſtangen: Buche 4 Stück
Lang=
wieden.
Brennholz: Scheiter, rm: 52 Buche,
8 Eiche, 2 Erle rund), 2 Lärche (rd.)
Knüppel, rm: 36 Buche, 16 Eiche,
2 Erle, 2 Hainbuche, 4 Lärche:
Aſt=
wellen, Stück: 964 Buche, 200 Eiche;
Stöcke, rm: 4 Buche, 2 Eiche, 14
Lärche und Fichte.
Bemerkt wird: Man bittet, alles
Hol=
vorher einzuſehen. Sämtliches Holz
nach allen Richtungen gut abzufahren.
Steinau, den 25. Jan. 1928 (1892a
Johann Georg Feick III.
Beigeordneter.
Dienstag, den 31. Januar 1928,
vormittags 10 Uhr beginnend, wer= Küche,
beſchlagnahme=
en im Büttelborner Gemeindewald
nachſtehende Stammholzſortimente ar
Ort und Stelle verſteigert:
1. Eichen=Stämme:
100 Stück II. Klaſſe — 32,04 fm
*
— 63 26
115 „ III.
— 12,05
12 „ IV.
2. Ulmen=Stämme:
5 Stück II. Klaſſe — 1,31 fm.
* z. Eſchen=Derbſtangen:
9 Stück . . . . . . O,67 fm Wohng. m. Küche als=
4. Eichen=Nutzſcheiter:
1 Raummeter.
Zuſammenkunft auf der Griesheime=
Chauſſee am Eingang des Waldes.
Ver=
zeichniſſe ſind auf der Bürgermeiſtere
erhältlich.
Büttelborn, den 26. Jan. 1928.
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
Barthel.
Garage
für kl. Opelwagen in
Gegend. Herdweg—
Karlſtr. ſof. z. mieten
geſ. Off. u. U 96 a. d.
Geſchäftsſt. (*2457
Garage
mögl. Zentrum zu
niet. geſ. Ang. unt,
U 99 a. d. Geſch.
*2469)
Wohnung
—3 Zimmer mit
frei, v. Beamten zu
mieten geſ. Ang. u..
U 103 a. d. Geſchſt.
79sg)
Leeres Zimner
heizb, m. el. L., ſofort
geſ. Angeb u U 55
andie Gichſt (*23 3fsg
Frauffurt a. H.
R
Pierde-Märkle
30. Januar, 27. Februar, 26. Mä/z,
25. Hpril, 21. Mai, 18. Juni, 16. ull
20. Hug., 1. Ozlober, 10. De embe
Durchschnittl Auftrieb 1000 Pferde
aller Rassen, auch Schlachtpferde
größte Auswahl u. beste
Gelegen-
neit f. Kauf od. Tausch. Ein Besucl
dieser Märkte ist zu empfehlen
Der Handel S-
Eineso.Zebtl. 45.
bald z. miet. geſ. Off.
u. U 120 Geſchſtelle,
* 25 26)
Beſchlagnahmef eie
3-4 Zim.=Wohng.
per 1. März od ſpät.
(1920 geg. zeitgem Miete
geſucht. Ang u. U 84
an die Geſchſt (*242
Berufstätige
Akade=
mikerin ſ. g. möbl. Z
m. el. L. Off. u. U 94
a. d. Geſchſt. (*2455
Jung., verheirateter
Beamter ſucht 1—2
unmöb ierte Zimmer
mit Küche in
Darm=
ſtadt oder näh.
Um=
gebung alsb. z miet.
Ang. m. Preis u U 74
Geſchſt. erbet. (*2406
D
Anſt. Ful. ſucht
ein=
faches möbliertes
Zimmer auch Manſ.=
Zimmer. Off. unt.
U 98 a. d. G. (*2464
Seite 18
Samstag den 28 Januar 1928
Nummer 28
Palast-Lichtspiele
Der erste diesiährige Pat und Patachon, Großfilm
af und Tarachon
am Hordseestrang
Motto!
Nemmt’s wie
ders/Wollt!
Die L0 stige0 V 2g3b0 0.0 eI
Union-Thenter
HARRV LIEPTKE
Der Liebling der Kinobesucher in seinem neuesten Großfilm!
„Die Spielerin”
Fe
(1969
Die großen Sorgenbrecber sind Wieder de
2 Akte sprudelnden Humors, lustiger
Situationen und toller Eintälle. — Ein
Film von herzerfrischender Lustigkeit
Der schwarze Satan
Rex, der schwarze Hengst
(1918
6 interessante Akte
Die neueste Wocheuschau
— Abends. 8 Uhr
D
oooooooooooooooooboooeoeoooooooooooso
HOTEL PRINZ KARE
Angenehmes Familien-Restaurant
Mittagstisch wie bekannt auswahlreich und gut
2433
Morgen Sonntag Abend
Unterhaltungsmusik
M. Schnellbacher.
Auf zum Restaurant
Turnhalle Woogsplatz
Heute und Sonntag, ab 7½ Uhr
Karnevalistische Abende
Stimmungs-Musik 4955
Neue Kapelle,
Eintritt frei.
Karnevalgesellschaft
NARRHALLA
Abends
Sonntag
Min.
AoT
Saalbau
Danuar
Einzige
Schätzenliesel
mib der beliebten und gern gesehenen Kenia Degn!
13 Akte Die neueste Emelka-Wochenschau. 13Akte.
AROSIZ
Damen- und Herren-
DILOT
unter Mitwirkung erstklassiger Darmnstädter
Dichter und Redner
Künstlerische Darbietungen
Musik: Mathias Weber
Der große Rat
Eintrittsprels: 2 Mark. Numerlerter Platz 4 Mark
An der Abendkasse 50 Pfennige Aufschlag
Vorverkaufsstellen: Verkehrsbüro, W. Hermes,
Lulsenstr. 8, L. Simon; Grafenstr. 15, Zigarrengesch.
Pfell, Elisabethenstraße 41, Juwelier Schmidt,
Wilhelrninenstraße 7
Nurnerlerte Plätze nur bei L. Schmidt u. d Simon
(1889)
enz-Theater
Resie
Der Lustspiel-Rekord dieses Jahres!
Bas k. u. H. Bänenmäder
unter erstklassiger Besetzung
Ein Wiener Film, eine humorvolle köstliche Anekdote, voll Witz,
12 Akte
Spannung und Pikanterie.
12 Akte
A
Der geheimnisvolle Rächer”
(1970
Ein interessanter Cowboyfilm.
Anfa g 3½ Unr
Samstag und Sonntag
Heckartor
Heidelbergerstraße, Ecke Riedeselstraße
AoNLEKT
Wilhelm Dintelmann, Heidelbergerstraße 40.
Zum Landsberg
Ballonplatz 9
Samstag und Sonntag
Karneralist. Konzert
Es ladet ein Wilh. Mischlich.
Heute
ur Ober Happenagend
Jeden Sonntag KONZERT
2499)
G. Mahlow.
afé Barth
(1137a)
Einmaliges
Ensemble-Oastspie
Aißert Bussermann.
„DerDiktator
andestheater Großes Haus
19½. Uhr
Turnhalle
Woogsplatz
ORRNEUR
Tanz-Abend
Sonntag, 29, Januar 1928
Mur noch heute und morgen!
Der sensationelle Lustspiel-Erfolg!
231a
im großen Festsaal / Städtisches
Orchester. (Moderne und alte
Tänze). Anfang 8 Uhr. Eintritt
50 Pfennig,
(st. 1951
Doktor Stieglitz
Bücher. Noten
Zeitſchriften
Lustspiel in 3 Akten von Nerz
In der hervorragenden Berliner
Besetzung: Friedr. Lobe als Simon Stieglitz
Karl Meisser als Moritz Koppter, 1946
Josef Lorandt, Friedl Harms usw.
herden gut u preis
wert gebunden
Horn,
Alexander=
ſtraße 4. 1 145a
Kleine Preise: Mk.
Verkehrs Büro de Waal und Zeitungs-Kiosk Erust-Ludwigsplatz
ALdOTAAnZ
Maskenbaßf
Herrngarten-Café
Das Herrngarten-Caté ist heute
und folgende Samstage
nachts geöffnet
Die letzten 4 Karnevalstage keine
Polizeistunde.
Herrngarten bei voll. Beleuchtung
M. Donzth.
905)
Taunusburg
Caté und Weinstuben
Dieburgerstr. 72 Telefon 266
beute
mit Tanz.
die größte
laviermarke
aller Leiten
Sonntag, den 12. Februar 1928 abends 7 Uhr 11 Min.
Win sämtlichen Räumen der Vereinigten Gesellschaft
(Ecke Rhein- und Neckarstraße)
Karten für Mitglieder zu 1.50 Mk nur bei E
Sulz-
mann, Zigarrengeschäft, Obergasse 5; für Fremde zu
3 — Mk. bei Aug. Sulzmann. Friseur. Gutenbergstr 1.
und Gg Wegerich, Friseur Wendelstadtstraße 56
Studenten erhalten ermäßigte Preise gegen Ausweis
August
Förster-
Pianos
seit 1859
u a. ersik).
Marken-Inst.
Kleinste
Raten.
Beamten
u. Festbesoldete
evtl. ohne
An-
zahlung.
Eintausch
alter Instrumente.
Stimmen u. Rep.
rompt u. b llig.
Stets
Gelegen-
heit in gebr.
Piano 1890
Heſſiſches Landestheater
Großes Haus
Außer Miete
Einmaliges Gaſtſpiel
Albert Baſſermann mit Enſemble.
Samstag, den 28. Januar 1928
Anfang 19.30 Uhr Ende 2200 Uhr
Der Diktator
Schauſp el in ünf Akten von Jules Romains
(Deutſch von Hans Feiſt)
Spielleitung: Melchior Fiſcher
Mitwirkende /1307
Elſe Baſſermann, Erna Friedrichs, Carola
Wagner, Albert Baſſermann Alfred
Beierle, Franz Be iſch, Axel Kreuzingert
Richard Ludwig, Ludwig Mayr
Spielwart: Willy Krichbaum.
Preiſe der Plätz 1 — 10 Mark
Kleines Haus
Miete L, (9. Vorſtellung!
Samstag, den 28. Januar 1928
Anfang 19.30 Uhr Ende 22.00 Uhr
Neu einſtudiert und neu inſzeniert:
Der Opernball
oder die Wiederentdeckung des Walzerd
im Jahre 2000
Operette in drei Akten von Rich. Heuberge‟
Muſikaliſche Leitung: Max Rudo ſ
Inſzenierung: Hans=Esdras Mutzenbeche=
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp
Mitw rkende
Paula Kpper, Roſe Landwehr, Marthe
Liebel, Sitta Nüller=Wiſchin, Grete Penle=
Kärhe Walter, Guſtav Deharde, Werne=
Finck, Osca Grauert, Herbert Groyſ
Heinrich Kunn, Eugen Vogt
Spielwart: Fritz Wilde
Preiſe der Pätze: 1.50—7.50
(Sperrſitz 3.50, 4.80, 6 Mark)
Nummer 28
Samstag, den 28. Januar 1928
Seite 19
Als ich noch Prinz war.. ..
9)
Roman von Paul Hain.
Urheber=Rechtsſchutz Verlag Oskar Meiſter, Werdau Sa.
(Nachdruck verboten)
Zwei Tage, ſpäter war es. Karl Ferdinand pflegte jetzt
mmer in ſeinem Hotel zu eſſen. Er wollte ſich gerade nach dem
Diner in den Garten begeben, um im Liegeſtuhl ſeine
Mittags=
fieſta abzuhalten, als ihm der Geſchäftsführer eine Karte über=
Grachte mit dem Bemerken, der Herr möchte ihn ſprechen. Er
rparte auf der Veranda.
Der Prinz ſtutzte.
„Baron von Alvensleben?”
Woher wußte der überhaupt, wo er logierte? Und was
rvollte er von ihm? Nun, man konnte ihn nicht gut abweiſen.
„Ich gehe nach oben. Laſſen Sie den Herrn dann hinauf=
Sommen."
Er begab ſich auf ſein Zimmer. Da war wieder dieſe feine
Kinruhe in ihm. Nervös zündete er ſich eine Zigarette an.
Was würde nun kommen? —
Diskretes Klopfen an der Tür.
„Bitte?"
Herr von Alvensleben trat über die Schwelle. Mit der ihm
Sigenen Liebenswürdigkeit ging ihm der Prinz entgegen.
„Baron — Sie ſind ein fabelhafter Menſch! Bitte — herz=
Tichen guten Tag! Werfen Sie ſich in einen dieſer koſtbaren
Rorbſeſſel. Das iſt wirklich reizend von Ihnen, mich zu
be=
ſuchen —
„Durchlaucht müſſen entſchuldigen, wenn ich Sie hier auf=
Ftöbere —‟
„Pah — laſſen Sie das. Zigarette gefällig? Bitte. Auch
Die Durchlaucht laſſen Sie hier gütigſt beiſeite, — Sie haben
Hoffentlich nicht vergeſſen, daß ich hier — einfach Branzell
Seiße —
„O nein — ich las es ja im Fremdenanzeiger
„Wie?”
Der Prinz hatte plötzlich eine Falte in der Stirn.
„Ich erinnere mich, es Ihnen ſelbſt geſagt zu haben, daß
ich hier vollkommen inkognito lebe —
„Sehr wohl. Nichtsdeſtoweniger wußte ich es ſchon vorher.
Aber man fällt nicht mit der Tür ins Haus. Alſo — einen
ſchönen Gruß von Seiner kaiſerlichen Hoheit und der Frau
Mutter habe ich Ihnen als erſtes auszurichten —‟
Karl Ferdinand lehnte ſich im Stuhl zurück. Er blickte
Al=
vensleben ſtarr an.
„Danke vielmals
Der lächelte höflich. In dieſem Lächeln war viel Güte.
Dann fuhr er ruhig fort:
„Prinz — ich will Sie nicht lange verbluffen. Ich muß
auch um Eutſchuldigung bitten, daß ich Ihnen neulich nicht die
Wahrheit geſagt habe. Das brachten die Umſtände mit ſich.
Wir waren nicht allein — und ich hatte die Pflicht, mich erſt
umzutun. Nun kann ich ganz ehrlich ſprechen. Ich bin hier,
weil ich Ihnen einen Auftrag auszurichten habe. Kurz heraus:
Ich ſollte mich orientieren, was Sie hier feſthält und warum
Sie nicht auf die Briefe Seiner kaiſerlichen Hoheit geantwortet
haben. Weiterhin: Sie zu bitten, nunmehr nach Hauſe zu
ſahren. Der Erzherzog wünſcht es."
Er ſchwieg
Der Prinz rauchte gelaſſen an der Zigarette. Wenn dieſe
Gelaſſenheit auch nur äußerlich war — Alvensleben erriet es —
ſo wirkte ſie doch imponierend.
„Daher alſo meine Unruhe, als ich Sie neulich ſah,” ſagte
er. Und dann:
„Sie — wiſſen alles, nicht wahr?”
Alvensleben nickte leichthin.
„Einiges, Prinz.”
„Ich hätte mir denken können, daß Sie — gerade Sie —
nicht zufällig hierhergekommen waren. Sie kommen ja niemals
— zufällig wo hin.”
Er lächelte.
„Sie ſtanden neulich abends in einer kleinen Gaſſe und
fahen mich am Fenſter — ſtimmt es?"
„Ich hätte nicht geglaubt, daß Sie ſo wache Augen haben,
Prinz.”
„Ja — ich auch nicht, Alvensleben. Aber man lernt das
mit der Zeit. Und nun —
Er zwinkerte ein bißchen mit den Augen, wie das ſeine Art war,
wenn er eine innere Luſtigkeit nicht mehr verſtecken konnte, und
platzte heraus:
„Wie gefällt Ihnen meine zukunftige Frau? Sie haben Sie
natürlich auch geſehen, nicht wahr? Wiſſen, was ſie iſt? Na
— alſo, wie gefallt ſie Ihuen?”
Alvensleben war im erſten Augenblick über dieſe
unerwar=
tete Frage doch verdutzt. Dann aber lachte er herzlich und
ſtreckte dem Prinzen impulſiv die Hand entgegen.
„Ein Bild von Menſch, Durchlaucht! Ich gratuliere. Iſt
es — Ihr Ernſt?”
„Mein heiliger Ernſt! Alvensleben — ſo ein bißchen
ken=
nen Sie mich doch wie? Glauben Sie, daß ich mit Herzen
Fangball ſpiele?”
„Nein, Prinz — das nicht”
Er hatte einen gewaltigen Reſpekt vor dieſem jungen
Für=
ſtenſohn! Ein Kerl!
„Es wird einen Skandal geben!“
„Ich werde nichts davon merken!“
„Seine kaiſerliche Hoheit hat weſentlich andere Pläne mit
Ihnen vor. Ich habe Erlaubnis, ſie anzudeuten. Haben Sie —
die Briefe erhalten?"
„Weiß! Weiß ſchon! Die Prinzeſſin Thereſe von
Wald=
burg. Tia — natürlich! Und daß die Herrſchaften demnächſt
nach Wien kommen werden! Ich weiß alles! Gott, wenn Sie
tuüßten, rie gleichgültig mir — dieſe Abſichten ſind.”
„Sie wollen alſo — nicht nach Wien mitkommen?”
„Hab’ ich das geſagt?”
„Noch nicht, Prinz —
Der ſchüttelte lächelnd den Kopf.
„Sag’ ich auch nicht! Keineswegs. Ich komme natürnich
mit. Schon weil ich Ihnen einen Mißerfolg erſparen will. Bin
ich nicht ein nerter Menſch?”
„Ich habe das nie bezweifelt
„Na alſo. Ja — ich fahre mit. Ich wär’ ſo wie ſo nicht
niehr lange geblieben. Sehe ſelber ein, daß ich ſo nicht
weiter=
komme. Es muß etwas geſchehen, Allerdings — ich könnte
mich ja ſchließlich hier Knall und Fall verheiraten, wie?”
Alvensleben bekam einen gelinden Schrecken. Dieſer
Toll=
kopf! Karl Ferdinand lachte.
(Fortſetzung folgt.)
Café Rheingold
Samstag, den 28. Januar 1928
H. Hausball
in sämtlichen Räumen
Verlängerte Poltzeistunde!
(2478
Reſtauration „Bismarck=Eck”.
(Ecke Bismarck=Wendelſtadtſtraße)
Samstag und Sonntag
Konzert
Jrc
Frau Schmidt. Wtw.
Frankfurter Hof
Ecke Frankfurter=Landwehrſtr. 2, Tel. 3
Heute abend, ab 8 Uhr
Jazz=Band. Simnungsmuſt)
Morgen abend, ab 71 Uhr 22481
Kappen-Abend
Meſtaurant zum Schie
I
Richtenbergſtr. 72 (im Martinsviertel)
Heute Samstag
Kroßer
Lumpenabend
Es ladet freundl, ein
1*2182
Fritz Salomon
Motto: „Kommt nur, es wird glor!“
Sonntag:
Kappenabend
Zur Reichskrone
mit guter Siimmungsmuſik
Samstag Konzert
Es ladet ein M. Karſt
T2488)
Der beliebte
Deinklause
„Zum Tropfstein”
Ecke Kasino- und Friedrichstraße
Echt rheinische Bedienung
in Trachten
(1968
ad
Schlachtfeſt
Hauptbahnhof=Reſtaurant
Samstag,
den 28. 1. 1928
etzelſuppe
wozu freundl. einladet
Peter Sauerburger
Ecke Moosberg= und Tannenſtraße
Eigehe Wein= IIn5 Apfelweinkelferet
Im Ausſchank Spezial=Kronenbier. (B1910
Bald LrnstBranig
. gegenüber der Hauptpoſt .
Jeden Samstag und
die Faſtnachtstage
Hacnts geoliker.
Eche Grafen= und Waldſtraße
Telephon 1826
Heute
großes Schlachtfeſt
und Konzert
Warme Küche bis morgens 3 Uhr
Es ladet höflichſt ein
2450 Fritz Rummel.
Heute Samstag und Sonntag
2461
wozu freundl einladet
Foh. Wendel Leißler Wtw.
Roßdörferſtr. Eche Inſelſtr. (früher Michel Roth).
Chmetterlings-
Haskenhall
findet wie alljährlich Faſinacht amstag,
den 18. Februar in ſämtlichen Räumen
des Rummelbräu ſiatt.
(*. 418
Zum Löwen• Traiſa
Sonntag, 29. Jan., nachm. 4 Uhr
Großer uärriſcher
Tanz mit Schlachtfeſt
Muſik: Arheilger Stimmungskapelle. (1978
NEs ladet freundlichſt ein Fr. Seibert.
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