Einzelnummer 10 Pfennige—
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſfattet.
Nummer 21
Samstag, den 21. Januar 1928.
191. Jahrgang
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Darm=
ſädter und Nationalbank.
Die Ausſprache über den Etat.
Der erſte Tag.
DDie Phöbus=Angelegenheit. / Groeners Oebüt.
BBetrachtungen über und Kritik an der Länder=
Konferenz.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Im Hintergrunde der ganzen Geßler=Kriſe hat mehr oder
cweniger ausgeſprochen die Phöbus=Angelegenheit
ſigeſtanden, die faſt unbegreifliche Unterſtützung einer
Filmgeſell=
ifſchaft durch das Reichswehrminiſterium, die das Reich etliche
BMillionen gekoſtet hat. Wie die Zuſammenhänge im einzelnen
ſhind, darüber hat der Reichskanzler die Parteiführer unterrichtet.
MEs iſt aber mancherlei an halben Wahrheiten durchgeſickert, und
da zu erwarten iſt, daß die Sozialdemokraten den Fall noch
auf=
ſgreifen würden, hatte Herr Dr. Marx recht, wenn er vor dem
WEintritt in die parlamentariſche Debatte über den Etat eine kurze
Erklärung über den Fall abgab. Er konnte feſtſtellen, daß die
gegenwärtige Reichsregierung nicht für alles
ſcie Verantwortung zu tragen hat, daß ſie
viel=
mehr eine Erbſchaft übernommen, die dann
aller=
ſcings im letzten Jahr der Geßler=Zeit nicht liquidiert, ſondern
wwerſchlimmert worden iſt. Es iſt unfaßlich, daß ein Offizier des
Reichswehrminiſteriums Millionenbeträge zu ſolchen Zwecken
ſFlüſſig machen konnte, ohne daß die Leitung des Miniſteriums
uund des Kabinettes davon unterrichtet worden ſind. Daß der
„Dffizier aus beſtem Wollen gehandelt hat, iſt dabei
ſelbſtverſtänd=
illich. Ihn trifft eigentlich weniger ein Vorwurf, als daß eine
Kon=
mtrolle gemangelt hat. Der Kanzler ſagte aber zu, daß dieſer
Fehler ausgeglichen wird. Er hat damit wewigſtens einen Teil
wer Giftzähne der ſozialdemokratiſchen Propaganda ausgebrochen
und Herrn Severing ſeine Roſinen weggenommen. Herr
Se=
wering, der für die Sozialdemokraten wohl der geeignete
ſKandidat für das Reichswehrminiſterium war
mach dem Sieg, der erſt noch kommen ſoll, wird jetzt als
An=
wärter auf das Innenminiſterium propagiert. Das
wwar wohl der letzte Grund, weshalb die Sozialdemokraten ihn
worſchickten. Trotzdem werdei ſie ſich nachträglich überlegt haben,
vob ſie gut daran taten. Seine Rede war eine fleißige
Anſamm=
ilung von allerdings zum größten Teil bekanntem Material.
SStiliſtiſch und in der Form war ſie aber ſo ſchwach vorgetragen,
ſDaß ſie eigentlich ohne jede Wirkung verpuffte und ſich ſtatt der
erwarteten Senſation eigentlich nur eine Enttäuſchung bemerk=
Gar machte.
Ihre Bedeutung bekam ſie eigentlich nur dadurch, daß der
meue Reichswehrminiſter Groener, der zum
erſten=
umal im Hauſe erſchien, ſie benutzte, um ſeine Viſitenkarte
abzu=
egeben. Er kennt ja das parlamentariſche Parkett und bewegt ſich
wbei ſeinem erſten Schritt außerordentlich geſchickt. Er begnügte
ſſich damit, darauf hinzuweiſen, daß er natürlich noch nicht in der
Wage geweſen iſt, die Angriffe, die Herr Severing gegen ſein
EMiniſterium vorgebracht habe, ihrem Tatbeſtand nach zu
wider=
legen, daß er ſie aber auch nicht unwiderſprochen hinausgehen
hlaſſen wolle. Im übrigen kündigte er eine eingehende Prüfung an.
Auch der Deutſchnationale Wallraf hatte nicht
ge=
rrade ſeinen ſtärkſten Tag. Er verlor ſich in einer Betrachtung
ſöber die Länderkonferenz, die auf die Formel
abge=
rſſtellt war, daß wichtiger als der Einheitsſtaat die
BReichseinheit ſei, und verlangte im Anſchluß daran eine
Stärkung der Rechte des Reichspräſidenten und des Reichsrats.
Einen „friſchen” Ton brachte der Völkiſche v. Graefe in die
De=
ſbatte, der ſich in beſonders „liebevoller” Weiſe um den neuen
Reichswehrminiſter kümmerte und die ſtarken Bedenken gegen ihn
„chervorhob, die gegen den Miniſter in nationaliſtiſchen Kreiſen aus
„der Vergangenheit und aus dem Charakter Groeners ſich ergeben.
leAluf eine ſtark kritiſche Note waren dieAusführungen des
DDeutſchvolksparteilers Cremer abgeſtellt, der
erheb=
liche Einwendungen hatte gegen die Schilderung
manſerer Finanzlage durch den
Reichsfinanz=
uminiſter, der aber auch mit der Haltung der Reichsregierung
än der Frage der Länderkonferenz nicht zufrieden war und ihr
„orwarf, daß ſie zu wenig Führungswille gezeigt habe. Der
So=
ißialdemokrat Müller=Franken verſuchte noch einmal,
ſdie Haltung ſeiner Partei auf der Luxemburgiſchen
Kon=
ſifferenz zu verteidigen und nachzuweiſen, daß die Sozialdemo=
Ekratie niemals einer internationalen Kontrolle deutſchen Gebietes
üüber den Verſailler Vertrag hinaus zugeſtimmt habe. Er blieb
haber damit wenig beweiskräftig. Dann vertagte man die
Fort=
yfſetzung auf Samstag, wo Herr v. Guérard vom Zentrum eine
einheitliche Linie ſeiner Fraktionspolitik entwickeln will.
Reichskanzler Dr. Marx zu der Phöbus=
Angelegenheit.
* Berlin, 20. Jan. (Eig. Bericht.)
Im Reichstag ſollte heute nachmittag 2 Uhr die große politiſche
1eAusſprache mit einer Rede des ehemaligen preußiſchen Innenminiſters
ASevering (Soz) beginnen. Zunächſt wurde jedoch eine Reihe
klei=
nnever Vorlagen erledigt, ſo das bekannte vorläufige Holzabkommen mit
Polen; aber auch denn, als die allgemeine Ausſprache beginnen ſollte,
mahm nicht Severing, ſondern zur allgemeinen Ueberraſchung Reichs=
Ukanzler Dr. Marx das Wort, um eine kurze Erklärung über das
Er=
gebnis der Unterſuchung abzugeben, die der Sparkommiſſar Saemiſch
nim Au, ege der Reichsregierung in der Phoebus=Angelegenheit
ange=
iſtellt hab:. Der Reichskanzler ſtellte feſt, daß die Unterſuchung ergeben
Ahabe, daß der größte Teil der in der Preſſe gemachten Angaben
zutref=
ufend ſei allerdings auch ein erheblicher Teil nicht zutreffe. Die Dinge
Alägen bis zum Jahre 1924 zurück, fielen alſo i eine Zeit, für die die
ngegenwärtige Negierung keine Verantwortung trage. Dem Kepitän
Lohmann, der die Kredite aus dem Geheimfonds des
Reichswehrmini=
üſteriums übermittelt hat, ſtellte der Kanzler das Zeugnis aus, daß er
uneigennützig gehandelt und keine perſönlichen Vorteile ſich verſchafft
habe. Der Reichskanzler erklärte eber mit großer Cutſchiedenheit, daß
das Verhalten Lohmenus u==zuläſſig ſei und verurteilt werde. Der Ge=
heimfonds des Marineminiſteriums, der aus der Zeit der Abwicklung
des Krieges ſtamme, ſei jetzt erſchöpft. Daß Haushaltsmittel des
Reichs=
wehrminiſteriums verwandt worden ſeien, habe ſich els unzutreffend
her=
ausgeſtellt. Zum Schluß hüindigte der Reichskanzler die Ernennung
einer beſonderen Kontrollkommiſſion aus Mitgliedern des Reichswehr=
und Reichsfinanzminiſteriums ſowie des Rechnungshofes an, die in
Zu=
kunft die Finanzgebarung der einzelnen Abteilungen des
Reichswehr=
miniſteriums überwachen foll.
Die Sozialdemokraten drängen aufNeuwahlen erwäge nur, daß noch die Reden von ſiebzehn Verteidigern
Hierauf begann die Debatte mit einer längeren Rede des Abg.
Se=
vering (Soz.). Der Redner erklärte, ſeine Partei werde beſtrebt ſein,
die Beratungen ſo zu fördern, daß der Etat bis 31. März verabſchiedet
werden könne, um dann die Bahn frei zu haben für eine Regierungs= von bisher nie erreichtem Umfang.
vertretung, die dem politiſchen Willen des Volkes mehr entſpreche als
der heutige Reichstag. Die Behauptung Köhlers, daß der Etat geſund
ſei halte einer näheren Prüfung nicht ſtand. Die Abſichten der
Schwer=
induſtriellen mit ihren Stillegungsbeſchlüſſen und die Erhöhung der
Eiſenpreiſe hätten die Gefahr aufgezeiat, in der ſich de= Staat befinde,
der ſich nicht genügend zeitig ſolcher Diktaturgelüſte der Unternehmer
erwvehre. Es müſſe auch endlich Schluß gemacht werden mit ſolchen
Ge=
ſetzen wie dem Neichsſchulgeſetz, das keinen Nutzen bringe und eine
Menge Geld koſte. Die beſtehenden Differenzen zwiſchen dem Reich und
Preußen führte der Redner zum größten Teil auf die Perſon des
Innenminiſters von Keudell zurück. Die Gemeinden nahm er gegen die
ſeiner Anſicht nach unbegründeten Angriffe des Reichsbenkpräſidenten
Schacht und des Reichsfinanzminiſters Köhler in Schutz. Mit großer
Entſchiedenheit wandte ſich Sepering gegen jede Stärkung der Befugniſſe
des Reichsfinanzminiſters als eines Finanzdiktators. Zum Schluß wandte Alſo trotz der Ungeheuerlichkeit des ganzen Barmat=Prozeſfes
er ſich Reichswehrfragen zu. Bei den verſprochenen Reformen der Reichs= iſt es nicht unmöglich, daß der Prozeß noch längere unabſehbare
wehr würde ſeiner Anſicht nach nichts herauskommen. Im Gegenteil
ſei der Beſuch des Prinzen Heinrich auf dem Kreuzer „Berlin” und die
Art der Unterſuchung ein gletter Hohn. Die Reichswehr dürfe nicht
Selbſtzweck ſein, ſondern müſſe Mittel zum Zweck des Staates ſein.
Zur Außenpolitik erklärte der Redner, daß die beſte Grenzſicherung für
Frankrenich der Friedenswille des deutſchen Volkes ſei, den die
Reichs=
tagswahlen noch eindeutiger zum Ausdruck bringen würden.
Die Deutſchnationalen verlangen Stärkung
der Stellung des Reichspräſidenten und des
Reichsrates.
Nachdem Reichswehrminiſter Groener zu den Angriffen
Severings auf die Reichswehr in einer kurzen Erklärung bemerkt hatte,
die Angaben würden ſorgfältig geprüft und zu gegebener Zeit
beant=
wortet werden, nahm der Redner der Deutſchnationalen Abg.
Wallraf das Wort. Der Redner war der Anſicht, daß es zwecklos
ſei, heute, wo man noch nicht annähernd den Zeitpunkt der Neuwahlen
kenne, ſich hier im Reichstage nach Art der homeriſchen Helden lange
vor dem Kampf gegenſeitig zu ſchmähen. Deutſchland habe nach dem
Weltkrieg das „Wehe dem Beſiegten!” gründlich kennen gelernt.
Ge=
rade die Erfahrungen nach Locarno und Thoiry zwängen die
Deutſch=
nationalen zu der dringenden Forderung, keine deutſchen Leiſtungen
gegen fremde Verſprechen zu geben. Die wichtigſte Aufgabe der
deut=
ſchen Außenpolitik ſeien für die nächſte Zeit die Bekümpfung der
Kriegs=
ſchuldlüge, die Abrüſtung und eine Aenderung der Dawesgeſetzgebung.
Auf dem Gebiete der Wirtſchaft forderte der Redner beſondere
Für=
ſorge für die Landwirtſchaft. Er ſtreifte dann Probleme des
Einheits=
ſtagtes, den er ablehnte, trat für eine Stärkung der Stellung des
Reichs=
präſidenten und des Reichsrates zur Erſchwerung von Regierungskriſen
ein und legte ein Bekenntnis zum Führergebanken gegenüber dem
heu=
tigen Maſſenkult ab. Im Ausland werde heute kein deutſcher Name
mit gleicher Achtung genannt wie der Hindenburgs. Die Haltung der
Linksparteien ſei erfüllt von ſchreiendſten Widerſprüchen. Man
be=
zeichne das Volk als ſouverän und die Wahlen als Gericht des Volkes.
Falle das Gericht nicht nach den Wünſchen der Linksparteien aus, dann
verlange die Linke, daß ſolange neu gewählt werde, bis ihr eigener
Weizen blühe. Es folgte der kommuniſtiſche Abg. Thälmann,
der die Regierung wegen ihrer reaktionären Haltung, beſonders wegen
der Herabſetzung der Mittel im Sozialetat und wegen der geringen
Be=
meſſung der Etatmittel für ſoziale Aufgaben heftig angriff. 75 Prozent
der Einnahmen würden aus dem Proletariat durch Steuern und
Ver=
braucherabgaben herausgezogen.
nalen vor und bei der Ernennung des Generals Groener zum
Neichs=
wehrminiſter. Die Deutſchnationalen hätten offenbar noch immer nicht
gemerkt, daß ihre Stellung in der Regierungskoalition der des armen
Mädchens gleiche, das doch nicht geheiratet und kaum noch unter den
Linden gegrüßt werde. Dem neuen Reichswehrminiſter ſprach der
Red=
ner ſein Mißtrauen aus. Cr befürchtete, daß Groener die
Oeſterreichi=
ſierung der Reichswehr gelingen werde.
Kritik der Deutſchen Volfspartei an der Etat=
Rede des Reichsfinanzminiſters und dem
Ver=
ſagen der Länder=Konferenz.
Der Abg. Dr. Cremer (DVP.) erklärte die geſtrigen
Ausführun=
gen des Reichsfinanzminiſters über die Wirtſchaftslage als zu optimiſtiſch.
Es zeige ſich ſchon jetzt deutlich ein Nachlaſſen der Konjunktur und es
ſei zu befürchten, daß die Abſatzſchwierigkeiten ſich im kommenden
Jahre noch weiter vermehren würden. Das bedrohlichſte Moment ſei
das Auſchwellen der deutſchen Auslandsſchulden. Bei weiterer Ver= entſchädigt werden müſſen.
ſchlechterung der Konjunktur werde ſich die Schätzung des
Steuerauf=
kommens für das Jahr 1928 bald als zu hoch erweiſen. Der Redner
bedauerte das langfame Tempo, in dem die Vorbereitung des
Steuer=
vereinheitlichungsgeſetzes vor ſich gehe. Ferner übte er Kritik an dem
vorjährigen Finanzausgleich, der ſich zugunſten der bayeriſchen, aber
zugt ſei Bahern. Tatſächlich ſei der bayeriſche Steuerzahlen weſentlich
günſtiger geſtellt als der preußiſche. Das Ergebnis der Länderkonferenz
ſei ein Begräbnis erſter, zweiter oder dritter Klaſſe in einer Kommifſion.
Die Neichsregierung dürfe nicht auf die Führung in der Frage der
Reichsvereinheitlichung verzichten.
Die Freude an den geringen Ergebniſſen werde noch vergällt durch
die Reden des württembergiſchen Staatspräſidenten Bazille und des
bah=
riſchen Miniſteroräſidenten Held. Die Reichsregierung gleiche dem
Mann, der acht Pferde vor und hinter den Wegen ſpannt und dann
ab=
einheitlichung des Reiches ſei nicht zu verkennen. Wer dabei beiſeit
ſteht, der verſchlafe die geſchichtliche Stunde. Wenn die Regierung
ihrer Paſſivität verhaure, daun wverde das ſouveräne
deutſch=
den Wahlen ſein Urteil fällen, da der Reihsteg ja in weuigen Mouate
(Fortſetzung auf Seite 2 erſte S.
Pernunft wird Anſinn .. ."
Zum Barmat=Prozeß.
Von
Geh. Juſtizrat Prof. Dr. Conrad Bornhak.
Das Wort des alten Weiſen BewAkiba, daß alles ſchon
da=
geweſen, wird zu ſchanden. Denn ſo etwas iſt wirklich noch nicht
dageweſen. Schon dauert der Prozeß ein ganzes Jahr. Optimiſten
glauben allerdings bereits den Silberſtreifen des boldigen Endes
zu erblicken. Ob ſie recht behalten, muß die Zukunft lehren.
Allzu bald wird jedenfalls die Sache nicht zu Ende gehen. Man
drohen. Staatsanwaltſchaft wie Verteidigung werden ſich mit
dem ganzen in wehr als einem Jahre angehäuften Prozeßſtoffe
zu beſchäftigen haben. Und dann kommt das richterliche Urteil
Dabei iſt noch angenommen, daß alles gut geht und das
Ende wirklich erreicht wird. Aber trotz der Erſatzrichter und
Erſatzſchöffen, die im Falle der Erkrankung eines ordentlichen
Mitgliedes eintreten, könren doch unter Richtern und Schöffen
einſchließlich des Erſatzes ſo viele erkranken, daß das Gericht
nicht mehr ordentlich beſetzt iſt. Dann iſt alle bisherige Arbeit
verloren und die Sache muß ganz von vorn noch einmal
an=
fangen.
Und iſt mit der erſten Inſtanz alles zu Ende? Daß
Rechts=
mittel eingelegt werden, iſt zweifellos, wie auch immer das
Urteil ausfallen mag. Auch hier können wir mit der
Möglich=
keit rechnen, daß die ganze Sache noch einmal aufgerollt wird.
Ausdehnung gewinnt. Die Zeitungen, die es von Anfang müde
waren, über den Gang des Prozeſſes im einzelnen zu berichten,
werden dann vielleicht nur noch bei gewiſſen Erinnerungstagen,
wenn z. B. wieder einhundert Sitzungen erfüllt, oder ein neues
Jahr verfloſſen iſt, ſeiner gedenken.
Zunächſt iſt unſere Strafgeſetzordnung für ſolche
Rieſen=
prozeſſe gar nicht eingerichtet. Eine unterbrochene
Hauptver=
handlung muß ſpäteſtens am vierten Tage nach der
Unter=
brechung fortgeſetzt werden, widrigenfalls mit dem Verfahren
von neuem zu beginnen iſt. Das hat den guten Sinn, daß die
zur Urteilsfällung berufenen Perſonen nur unter dem
unmittel=
baren Eindruck der ganzen mündlichen Hauptverhandlung
ent=
ſcheiden ſollen. Dieſer unmittelbare Eindruck kann natürlich
nicht mehr vorhanden ſein, für diejenigen Teile des
Rieſen=
prozeſſes, die monatelang oder ein Jahr zurückliegen. Es wäre
alſo ganz gleichgültig, ob man den Prozeß einmal einen Monat
oder dann wieder einmal auf einige Wochen unterbrochen hätte.
Alle Beteiligten wären dann mit friſcher Arbeitskraft erfüllt
geweſen. So müſſen ſie ohne Pauſe oder Erholung Woche für
Woche, bei Hitze und Kälte, bei langen und kurzen Tagen ſitzen
und ſitzen und immer nur ſitzen.
Wer da ſchließlich nicht ganz ſtumpfſinnig geworden iſt, kann
ſich als Wundertier in einem Muſeum ſehen laſſen. Dann
er=
fordert die Strafgeſetzordnung, daß das Urteil mit den Gründen
binnen drei Tagen nach der Verkündung zu den Akten zu
brin=
gen iſt. Der Hexenmeiſter könnte ſich ſehen laſſen, der das fertig
bringt; er müßte dann ſchon in mittelalterlicher Weiſe einen
Bund mit dem Teufel geſchloſſen haben. Im Gegenteil, wenn
der Barmat=Prozeß zu Ende iſt, bekommt das Unglückswurm
von Richter, der das Urteil abzufaſſen hat, wenige Monate
Urlaub für dieſen Zweck und kann die ganze Sache noch einmal
durcharbeiten.
Es iſt nicht Phraſe, ſondern bitterer Ernſt, der ſich
hoffent=
lich nicht verwirklicht. Wer darüber nicht verrückt wird, der
kann ſich Glück wünſchen zu ſeinen eiſernen Nerven.
Mit der Arbeitskraft der Gerichtsperſonen nicht nur,
ſon=
dern auch der an der Verhandlung beteiligten Schöffen wird bei
dem Rieſenprozeß geradezu Raubbau getrieben. Die
Gerichts=
perſonen haben wenigſtens nichts anderes zu tun und erfüllen
Abg. v. Gräfe (VBl.) ironiſierte die Haltung der Deutſchnatio= uur ihre Pflicht und Schuldigkeit. Die Schöffen haben aber
daneben noch ihrem bürgerlichen Beruf nachzugehen und können
doch nicht ihren Erwerb einfach zugrunde gehen laſſen.
Dazu kommen die gewaltigen Koſten an Gehältern für die
Beamten, die allen anderen Geſchäften entzogen werden, an
Ent=
ſchädigungen für die Schöffen, an Zeugen= und
Sachverſtändigen=
gebühren, an ſachlichen Unkoſten. Die Zeitungen haben hier
und da einmal Berechnungen aufgeſtellt, wieviel Koſten bisher
ſchon erwachſen waren. Ob die Rechnungen ſtimmen, mag
dahin=
geſtellt bleiben. Jedenfalls ſteigen die Koſten eines ſolchen
Pro=
zeſſes ins Rieſenhafte und belaſten den Juſtizetat. Erſt haben
die Angeklagten den Staat um gewaltige Summen betrogen.
Dafür wirft der Staat noch die Koſten hinterher, die er von
den Angeklagten vorausſichtlich nie erſtattet erhält. Denn die
Angekkagten bezahlen höchſtens ihre ſiebzehn Rechtsanwälte, die
natürlich auch nicht Jahr und Tag umſonſt arbeiten können und
nicht nur für die Verteidigung an ſich, ſondern auch für die
not=
wendige Vernachläſſigung ihrer ſonſtigen Praxis ausreichend
Und das endliche Ergebnis? Die erkannten Strafen werden
eitweder als durch die erlittene Unterſuchungshaft für verbüßt
erachtet, oder die Angeklagten müſſen außerdem noch einige Zeit
auf Staatskoſten im Gefängnis unterhalten werden, bis es ihnen
zum Schaden der Neicksregierung nusgewirkt habe. Beſonders bebor= gelingt, aus Geſundheitsrückſichten ihre Entlaſſung Verpeidlte
ren und über die Grenze zu entſchwinden. Dann ſind wir ſie
endlich los.
Einer Geſchichte des Barmat=Prozeſſes könnte man nur das
Leitwort voranſchicken: Vernunft wird Unſinn, Wohltat Plage.
Unſere überkommene Rechtsordnung paßt einfach auf
Verhält=
niſſe, wie ſie hier vorliegen, nicht mehr.
Der ganze Barmat=Prozeß, allerdings durch die beſtehende
Rechtsordnung geboten, beruht auf der dieſe durchdringende
wartet, welche Pferde ſtärker ziehen. Das Streben des Volkes nach Ver= Ueberſpannung des Lonaltä=Zprinzips. Jede Schnuld jal ihre
Sühne finden. Das iſt die Forderung der abſoluten
Straf=
inten
Re=
veröffentlichen gern dieſen
Standpunkt ſtellen zu
hue uns allerdings ganz
Samstag den 21 Januar 1928
Nummer 21
Seite 2
rechtstheorie der klaſſiſchen Strafrechtsſchule. Höher als die
For=
derung der abſtrakten Gerechtigkeit ſteht aber die Sicherung der
menſchlichen Geſellſchaft. „Wird dieſer Zweck auf andere Weiſe
erreicht, ſo habeu wir keine Veranlaſſung, unter gewaltigem
Auf=
wande menſchlicher und finanzieller Kräfte auch noch den
Straf=
rechtsbüttel zu ſpielen.
Im Barmat=Falle hätte es vollſtändig genügt, das
Ver=
mögen, ſoweit man deſſen habhaft werden konnte, zur
Schadlos=
haltung des Staates zu beſchlagnahmen. Die Koſten der ſiebzehn
Rechtsanwälte konnten dann der Staatskaſſe zuſtatten kommen,
und die uneinbringlichen Gerichtskoſten hätte man ſich außerdem
noch erſpart. Hinſichtlich des edlen Barmat und ſeiner Genoſſen
war es ausreichend, wenn man ſie als läſtige Ausländer in ihr
öſtliches Heimatland auswies. Dann waren wir ſie höchſt
ein=
fach auf Nimmerwiederſehen los und unſer Sicherheitszweck
ihnen gegenüber erreicht. Ihr teures Heimatland konnte dann
ſehen, was es weiter mit ihnen anfing.
Das Loyalitätsprinzip unſerer Strafrechtsordnung bedarf
alſo einer gewiſſen Lockerung. Wo wir verbrecheriſche Elemente
ohne Strafverfahren los werden können, ſollen wir uns die
Gelegenheit dazu nicht entgehen laſſen. Die Sicherung der
menſchlichen Geſellſchaft wird auch auf dieſem Wege erreicht,
Deutſcher Reichstag.
(Schluß von Seite 1.)
ſich zu ſeinen Vätern verſammeln werde. Nicht wie Dr. Heim behaupte,
aus materiellen Gründen erſtrebe das deutſche Volk die deutſche Einheit,
ſondern aus denſelben ideellen Gründen, die ſchon die Burſchenſchaften
leiteten. Auch Bismarck wirde unter den heutigen Verhältniſſen in
dieſem Sinne wirken, Der Widerſtand gegen das einheitliche Deutſchland
ſei vom netionalen Standpunkt aus nicht zu rechtfertigen. Die Deutſche
Vollspartei trete in den Kampf mit der Parole „Für Freiheit, Einheit
und Einheitsſtaat”,
Abg. Müller=Franken (Soz.) erklärte gegenüber
Ausführun=
gen des Abg. Wallraf, daß die Sozialdemokratie immer ebenſo wie jetzt
jede Etablierung einer ſtändigen internationclen Kontrolle deutſcher
Gebiete über die Verſailler Beſtimmungen hinaus abgelehnt habe. Auch
die Luxemburger Beſchlüiſſe von 1926 ſeien nicht anders aufzufaſſen.
Da=
rin ſei nur der Erſatz der Beſatzungsarmee durch eine zivile Kommiſſion
des Völkerbundes gefordert worden, die nazürlich höchſtens bis zum
Ab=
lauf der vertraglichen Beſatzungsfriſt amtieren folle.
Darauf wurde die Beratung abgebrochen. Das Haus vertagte die
Weiterberatung auf Samstag, 13 Uhr,
Reichsregierung und Landwirtſchaft.
Der Landwirtſchaftsausſchuß des Reichskabinettes hat ſich am
Freitag abend in einer Sitzung mit der Not der Landwirtſchaft
beſchäftigt. Es wurden Beſchlüſſe gefaßt, die darauf
hinaus=
lauſen, der Landwirtſchaft eine Reihe von
Zuge=
ſtändniſſen zur Behebung ihrer großen Notlage
zuzugeſtehen. Welcher Art die Maßnahmen der
Reichsre=
gierung ſein werden, wird der Reichsernährungsminiſter
v. Schiele am Samstag im Haushaltungsausſchuß des
Reichs=
tages mitteilen.
Die Perſöhnung im Zenirum.
Der Reichskanzler Marx findet mit dem „Friedensvertrag”,
den er mit Herrn Stegewwald unterzeichnen mußte, bei den
Oppo=
ſitionsparteien eine ſehr ungünſtige Reſonanz. Alles, was gegen
ihn ſpricht, wird ſcharf herausgeſtellt und von einem
hundert=
prozentigen Sieg Stegerwalds geſprochen. Das iſt doch nur zum
Teil richtig. Tatſächlich war ja der Reichskanzler in der
un=
günſtigen Lage, daß ſein Brief gegen ſeinen Willen veröffentlicht
worden war, und unter dieſen Umſtänden blieb ihm nichts
an=
deres übrig, ſich Herrn Stegerwald gegenüber zu entſchuldigen.
Es ſcheint aber, daß das Schwergewicht auch dieſer
Verhand=
lungen auf einem ganz anderen Gebiet gelegen hat, und daß die
Gewerkſchaftsführer als Ausgleich und zur Verſöhnung
Steger=
walds eine ſtärkene Berückſichtigung ihrer Kandidaturen bei den
kommenden Reichstagswahlen verlangt und wahrſcheinlich auch
erhalten haben, ſo daß die kommende Zentrumsſraktion einen
erheblich ſtärkeren Einſchlag an Arbeitern zeigen dürfte,
Schießübung der Beſatzung im Pfälzer Wald.
Neuſtadt a. d. H., 20. Januar.
Wie aus zuverläſſiger Quelle verlautet, hat die franzöſiſche
Be=
ſatzung den Pfälzer Wald von Neuſtadt bis St. Martin wegen ihrer
Schießübungen, die in Neuſtadt am Schießhaus abgehalten werden, als
Gefahrzone erkläven laſſen. Die Beſatzungsbehörde hat in einer
Ver=
ſammlung am letzten Dienstag vergeblich verſucht, die Zuſtimmung der
Bürgermeiſter und zuſtändigen Bezirksämter zu dieſer Maßnahme zu
erhalten und hat dabei den Entwurf eines Schießplanes für eine Woche
vorgelegt, der bereits heute in Kraft tritt. Die Tafeln ſind im Pfälzer
Wald ſchon aufgeſtellt, um die Bevölkerung zu warnen. Damit iſt
die=
ſer von Touriſten am meiſten beſuchte Teil des Pfälzer Waldes für die
Bevölkerung ungangbar gemacht worden.
„Der Rembrandtdeutſche‟
Von Hilde Gräfin Schlippenbach.
Wir ſind daran gewöhnt, Legende als Hiſtorie zu betrachten
d. h. als etwas, wos aus dem weihrauchdämmrigen Halbdunkel
mittelalterlicher Myſtik zu uns ſpricht — oder aus noch viel
weiterer Ferne herüberklingt. Darum iſt man nicht ganz ſicher,
ob man träumt oder wacht, wenn man Momme Niſſens
herr=
lſches Buch vom „Rembrandtdeutſchen”* aufgetan hat
und die Geſchichte eines Lebens daraus lieſt, das dem des Franz
von Aſſiſi ähnlich, doch mitten im Kampf ſteht um alle Fragen der
Gegenwart und um alle Problime der Kunſt. Oder wo ſoll man
in unſerer techniſierten, jagenden, nüchternen Zeit das Leben
Julius Langbehns einreihen, der — eigentlich ein großer
Ge=
lehrter — lieber hungerte, als ſich das Brot eines ſtaatlich
be=
amteten Profeſſors zu verdienen — der das Daſein eines
wan=
dernden Dichtervagabunden und eines reinen Heiligen führte —
der arm und heimatlos war wie kein anderer, und doch in ſeinem
niederdeutſchen Raſſegefühl ſo feſt verwurzelt, daß er ſich ſtolz
einen Ariſtokraten nennen durfte — und einen „deutſchen Herzog”.
— der Gönner und Freunde mit z. T. ſehr großen Namen ſchroff
von ſich wies, wenn er auch nur den leiſeſten Wunſch verſpürte,
ihn von dem Weg, den er ſich vorgezeichnet, abzubringen — und
lieber in tieſſte Vereinſamung und bitterſte Not ging, als auch
nur ein Titelchen ſeiner Perſönlichkeit zu opfern — der,
jahre=
lang ein berühmter Mann, ſich ir ſcheueſter Anonymität
ver=
barg, damit ſein Werk — unabhängig von allem Perſönlichen —
für ſich ſelbſt im deutſchen Volke lebe und wirke? Ich frage:
wo hat je ſeinesgleichen gelebt? Und nicht genug: dieſer Mann
beſaß einen Freund und Weggenoſſen, der, ſelbſt ein bewährter
Maler und mindeſtens ebenſo bedeutſamer Schriftſteller, dem
„großen Kinde” alle äußeren Sorgen abnahm, Heimatloſigkeit
und Not mit ihm teilte und deſſen Perſönlichkeit ſo vollſtändig
in ſeine eigene bedeutende Perſönlichkeit aufſog, daß das
wunder=
voll und formvollendet gezeichnete Lebensbild desſelben faſt wie
eine Rekonſtruktion Julius Langbehns in Momme Niſſen wirkt.
Es iſt ſchwer, über ein Werk wie „Der Rembrandtdeutſche‟
eine nüchterne Rezenſion zu ſchreiben; die Fülle der Gedanken
und lebensvollen Schilderungen, die uns aus ihm entgegenquillt,
iſt ſo groß, daß es in dieſem Rahmen nur möglich iſt, flüchtig
die Markſteine in der Geſchichte des Rembrandtdeutſchen zu ſkiz=
Der Rembrandtdeutſche Langbehn. Von ſeiuem
Freude Benedikt Momme Niſſen. Mit 5 Tafeln. 21.—N.
Tauſend. Mit einem Nachwort. Verlag Herder, Freiburg i. Br. In
Leinw. 7,50 Mk
Vom Tage.
Der bekannte Generaloberſt von Kluck, der die ſiegreiche
erſte Arme an der Marne 1914 befehligte, iſt von der juriſti= Der Entſcheidung enigegen. — Das Schickſal
ſchen Fakultät der Univerſität Erlangen zum
Ehrendoktor der Rechte promoviert worden.
Der franzöſiſche Präſident der Republik
empfing geſtern den Reichstagsabgeordneten Dr.
Wirth.
ſpaniſche Botſchafter Quinones de Leon haben einen
Freundſchafts= und Schiedsvertrag zwiſchen
Spa=
nien und Frankreich unterzeichnet.
Brland empfing geſtern den Sowjetbotſchafter
Döwgalewski, der ihm eine Abſchrift der Anſprache übergab, die
der Botſchafter am Samstag bei der Ueberreichung ſeiner Veglauhi= die übrigen Parteien ſich dazu ſtellen. Der Ausgang liegt bei
gungsſchreiben im Elyſée halten wird.
Die franzöſiſch=ſpaniſchen Verhandlungen über
Tanger ſtehen unmittelbar vor dem Abſchluß.
vier Schreibmaſchinenſeiten und iſt außerordentlich unbeſtimmt gehalten.
Neue Vorſchläge enthält ſie nicht.
Das norwegiſche Kabinett hat geſtem vormittag ſeine
Demiſſion eingereicht.
Der frühere Gouverneur des Memelgebietes und
ſpätere Leiter der litauiſchen Kriminalpollizei, Budrys, iſt zum
litauiſchen Konful in Königsberg ernannt worden.
Die Reformen bei der Reichspoſt.
Abbau im Reichspoſtminiſterium. / Aufhebung
von 14 Oberpoſtdirektionen.
Berlin, 20. Januar.
In der heutigen Verwaltungsratsſitzung teilt der
Reichs=
poſtminiſter mit, daß die ſeit mehreren Monaten in Gang
be=
findliche Reformarbeit bei der Reichspoſt nunmehr zu einem
ge=
wiſſen Abſchluß gebracht ſei mit dem Ergebnis einer möglichſt
weitgehenden Dezentraliſauon der Geſchäfte des
Reichspoſt=
miniſteriums und mit der Auswirkung des Abbaues von rund
22 Prozent der Referate und der übrigen Beamten des
Reichs=
poſtminiſteriums. Ferner werde im Vollzug einer Entſchließung
des Reichstages vorgeſchlagen werden, 14 Oberpoſtdirektionen
aufzuheben. In einer demnächſt in Kraft tretenden neuen
Zu=
ſtändigkeitsordnung werde die Tätigkeit des
Reichspoſtminiſte=
riums ausſchließlich auf die Angelegenheiten von grundlegender
Bedeuttung begrenzt werden. Der Schwerpunkt der Geſchäfte
werde in die Oberpoſtdirektionen verlegt. Gemeinſame
Angelegen=
heiten eines größeren Verkehrsgebietes ſollen für mehrere
Ober=
poſtdirektionen bei einer geſchäftsführenden Oberpoſtdirektion
zu=
ſammengefaßt behandelt werden. Zur Vereinfachung des
Ge=
ſchäftsbetriebes der örtlichen Verkehrsanſtalten ſollen ſoweit wie
möglich einzelne größere Aemter als Hauptämter ausgebildet
werden, denen die übrigen Aemter eines Ortes oder größeren
Bezirks als Zweiganſtalten unterſtellt werden.
Ein Fühler Poincarés.
* Berlin, 20. Januar. (Priv.=Tdl.)
Ein Berliner Mittagsblatt bringt eine ſehr ſeltſame
Mel=
dung. Danach ſoll Herr Poinearé kürzlich den Wunſch
aus=
geſprochen haben, eine Annäherung an Deutſchland
herbeizuführen, wozu er ſich der Vermittlung des früheren
deut=
ſchen Botſchafters in Paris, des Herrn von Schoen, bediente, den
er um eine perſönliche Zuſammenkunft gebeten habe. Herr von
Schoen habe aber abgelehnt mit der Begründung, daß er nicht
mehr jung genug ſei, daß infolgedeſſen ſein Gedächtnis nicht
mehr richtig funktioniere und daß er auch keine Akten hinter ſich
habe. Die Geſchichte kommt uns vorerſt noch etwas märchenhaft
vor. Wir haben uns an zuſtändiger Stelle erkundigt, dort weiß
man von einer derartigen Vermittlung nichts. Es wäre auch
nicht recht einzuſehen, weshalb Poincaré ſich gerade den Umweg
über Herrn von Schoen ausſuchen ſollte. Wenn er das Bedürfnis
nach einer vertraulichen Ausſprache haben ſollte, ſtehen ihm dazu
hinreichend Möglichkeiten zur Verfügung.
Zur heſſiſchen Vegierungsbildung.
Geſtern nachmittag fanden Beſprechungen zwiſchen der
So=
zialdemokratiſchen Partei und dem Zentrum über die Frage der
Regierungsbildung ſtatt, die ein greifbares poſitives Reſultat
nicht ergaben.
zieren und auf das hinzudeuten, was er dem deutſchen Volke
bedeutet — und noch bedeuten wird. Geborener Nordſchleswiger,
Sohn eines Rektors aus altem niederſächſiſchen Bauernſtamm
und mütterlicherſeits Enkel eines holſteiniſchen Paſtors, hat
Julius Langbehn ſein Leben lang ſtets den Stolz ſeiner reinen
nordiſchen Raſſe in ſich getrocen und betont, die ſich auch äußerlich
in dem ſchönen blonden, hochgewachſenen Manne dokumentierte.
Gehörte es doch zu einer ſeiner vielen intuitiven Erkenntniſſe,
daß er zu einer Zeit, in der die Raſſenkunde noch in der Wiege
lag, bereits die Bedeutung der Raſſenfrage und viele
raſſen=
geſchichtliche Zuſammenhänge klar erkannte — ohne daß er
des=
wegen die Vorzüge nichtgermaniſcher Raſſen verkannte. Er
ge=
hörte nie einer politiſchen Partei an — aber „Blut iſt ihm
mäch=
tiger als politiſche Zugehörigkeit, mächtiger ſelbſt als Sprache‟.
Mit Armut ringend, die ihm ſein ganzes Leben lang treu
blieb, abſolvierte er das Gymnaſium, machte dann, nachdem er
kaum ſeine Uniberſitätsſtudien begonnen, den Krieg 1870 als
Freiwilliger mit, oblag hierauf dem Studium der Zoologie und
Chemie, um dann, ſtark beeinflußt durch eine Italienreiſe, zur
Archäologie und Kunſt abzuſchwenken. Während ſeiner Studienzeit
in München trat er einer Reihe bedeutender Künſtler und
Gelehr=
ter näher, ſo Karl Haider, Thoma, Leibl, Brunn — ſpäter
Licht=
wark, Avenarius, Seidlitz, Momunſen, Gurlitt, Peez, Janſſen uſw.
Aber die Eigenart ſeiner Natur war nicht für Dauerfreundſchaft
geſchaffen. Er hat nach und nach — oft in ſchroffſter Form —
faſt mit allen ſeinen Freunden gebrochen, vielleicht weil ſeine
kon=
zentriſche, auf’s Weltganze ausſtrahlende
Reformatorenperſönlich=
keit ſich nur in der letzten Abgeſchloſſenheit ſeeliſcher
Verein=
ſamung ausreifen konnte. Kein Amt vermochte ihn zu halten und
kein Wohnſitz. Raſtlos umherſchweifend, bald im Norden, bald im
Süden, darbend und manchmal hungernd, lebte er nur dem einen
Gedanken, die letzten Zuſammenhänge zu ergründen, durch die er
dem deutſchen Volke den Weg zu weiſen vermöchte aus geiſtiger
Verarmung und künſtleriſcher Verflachung. 1890 erſchien im
Ver=
lag Hirſchfeld in Leipzig das Buch „Rembrandt als Erzieher, von
einem Deutſchen” unter Wahrung ſtrengſter Anonymität und
pekunär ermöglicht durch die Hilfe des Kunſthiſtorikers v. Seidlitz.
Das Buch durchdrang mit einem Schlage alle deutſchen
Bildungs=
kreiſe; die Freimütigkeit ſeiner Kritik, das bewußte und gewollte
Abrücken von jedem Fachgelehrtentum, die quellende Seelenwärme
für deutſches Volkstum und Volkswobl und die tief bejahende
Weltanſchauung in einer Zeit des verflachenden Materialismus
— das alles erwekte ebenſoviel heiße Bewunderung wie ſcharfe
Kritik — aber geleſen hat dieſes Buch jeder — und es wird
weiter geleſen werden, denn wunderbarerweiſe iſt ſo manches
Kapitet dieſes Werkes heute, 36 Jahre nach dem Erſcheinen, erſt
richtig aktuell — und manches wird vielleicht erſt in Jahren
Um das Schulgeſetz.
der Simultan=Schule — das Schickſal der
Koalition?
Der Bildungsausſchuß des Reichstages wird nun in der
Der franzöſiſche Außenminiſter Briand und der kommenden Woche zum 8 20 des Schulgeſetzes gelangen, der fün
das Schickſal des Schulgeſetzes entſcheidend ſein muß. Die Deutſche
Volkspartei bringt zu dem Keudell’ſchen Entwurf den Antrag ein.
die Simultanſchule dort, wo ſie geſchichtlich beſteht, unter allen
Umſtänden aufrecht zu erhalten. Es wird ſich zeigen müſſen, wie
den Sozialdemokraten, die vielleicht aus taküſchen Gründen auch
dieſen Antrag niederſtimmen helfen, nur um die Gegenſätze
inner=
halb der Koalition zu verſtärken. Nach ihrem Kieler Programm
Die franzöſiſche Antwort auf die letzte amerikaniſche Paktnote iſt ſind ſie eigentlich verpflichtet, für den Antrag zu ſtimmen, der
geſtern nachmittag nach Waſhington telegraphiert worden. Sie umfaßt damit eine Mehrheit hätte. Das Zentrum ſcheint heute weniger
denn je geneigt, in dieſer Frage auch nur einen Zentimeter
nach=
zugeben. Innerhalb der Regierungsparteien wächſt deshalb die
Skepſis gegenüber dem Schulgeſetz — wenn das überhaupt noch
möglich iſt — noch weiter an, zumal da nach der Entwicklung der
letzten Tage ſich eigentlich alles darauf einſtellt, daß der Reichstag
über den 1. April hinaus nicht am Leben zu erhalten iſt, daß alſo
unmittelbar nach der Erledigung des Etats der Ruf an die
Wähler zur Neuorientierung unſerer Innenpolitik erfolgen wird.
Nach der Ernennung Groeners.
Im Laufe des Voxmittags hat der neuerwannte
Reichswehr=
miniſter Groener dem aus ſeinem Amte ausſcheidenden
Reichs=
wehrminiſter Dr. Geßler einen Beſuch gemacht. Im Anſchluß
daran begab ſich der neue Reichswehrminiſter zu dem Chef der
Heeres= und Marineleitung. Voraus ſichtlich wird ſich Samstag
vormittag Dr. Geßler von der Beamten des
Reichswehrminiſte=
riums verabſchieden, bei welcher Gelegenheit auch die Einſührung
Groeners in ſei Amt erfolgen wird. Freitag mittag empfing
Reichspräſident v. Hindenburg Dr. Geßler in Abſchiedsaudienz.
Der begrabene Staatsſekretär,
Die Enttäuſchung bei den Regierungsparteien über den
Ausgang der Geßler=Kriſe iſt noch immer nicht überwunden.
Ein Gedanke, der ſchon vor Tagen erwogen wurde, wird in
ge=
heimen Konventikeln immer noch erörtert: dem
Reichs=
wehrminiſter einen parlamentariſchen
Staats=
ſekretär, gleichſam als Kontrollinſtanz, zur
Seite zu ſetzen. Erfreulicherweiſe findet er aber doch nicht
überall Anklang. Die parlamentariſchen Staatsſekretäre waren
eine unerfreuliche Einrichtung, die wir den Franzoſen
abgeguck=
hatten. Wir können froh ſein, daß wir ſie wieder reſtlos
beſei=
tigt haben, und alle Bedenken gegen einen Miniſter können
eigentlich nicht ſtark genug ſein, um den Luxus derartiger
Unter=
ſuchungsſekretäre wieder zu begründen. Wir glauben auch, daß
der Reichspräſident allen Verſuchen, ein derartiges Experiment
vorzunehmen, ſich entſchieden widerſetzen wird.
Ein „militäriſcher Gebeimvertrag”, zwiſchen
Bayern und dem Reich.
Die Berliner linksgerichtete Preſſe glaubt, der von der
Ber=
liner Länderkonſerenz eingeleiteten Verſtändigung über eine Rehe
von Problemen, die einer Löſung entgegengeführt werden müſſen
am beſten durch mehr oder minder gehäfſige Angriffe
auf Bayern zu dienen. Wir brauchen nur an die tendenzöſe
Berichterſtattung zu erinnern, wonach Dr. Held und Finanz
miniſter Schmelzle dem Eſſen beim Reichspröſidenten
ferge=
blieben ſeien. Heute wartet der „Vorwärts” mit der Behauptung
über einen Geheimvertrag, zwiſchen Bayern und
dem Reich auf, der die Verfaſſung verletzt habe.
Es handelt ſich hier, was auch von dem ſozialdemokratiſchen
Organ richtig angegeben wird, um ein Abkommenüber die
Zurückgabe der bayeriſchen Armeebibliothek an
den bayeriſchen Staat. Das iſt nichts Neues, zumal da
hierüber im Reichstag und im Reichsrat wiederholt geſprochen
wurde. Senſationell iſt nur die Feſtſtellung, daß in dieſem
Ab=
kommen aus dem Frühjahr 1924 von dem evtl. Fall der
Wieder=
herſtellung der Selbſtändigkeit Bayerns auf dem Gebiete der
Wehrmacht die Rede iſt. Sollte ſich tatſächlich ein derartiger Satz
in dem Abkommen ſinden, dann bedeutet er doch in Winklichleit
nichts, da die Wehrmachtverhältniſſe in der Verfaſſung geregelt
worden ſind. An amtlicher Stelle erklärt man jedenfallz,
daß von einemderartigen „Geheimpertrag’ nicht
bekanntiſt.
aktuell werden. Von je aber war das Zeichen des Genies; es
eilt ſeiner Zeit ſeheriſch voraus und läßt die Gegenwart und ihr
Verſtändnis weit hinter ſich zurück. Kürzlich brachte der Verlag
Hirſchfeld die ſechzigſte Auflage des Rembrandtbuches heraus, von
Momme Niſſen nach Langbehns Angaben neu bearbeitet. Lagarde,
Bode, Paulſen, Eucken, Harden, Avenarius, kurz, bedeutende
Männer aus allen Lagern begrüßten das Buch als eine Tat.
Da und dort begann auch, nach vielem Nätſelraten, der bürgerliche
Name des Rembrandtdeutſchen durchzuſickern. Bismarck berief
ihn wiederholt nach Friedrichsruh und Varzin, eine Reihe
hervor=
ragender Männer näherten ſich ihm ſchriftlich, großenteils ohne
ſeinen Namen zu kennen. Die Aermlichkeit ſeiner Lebensführung
und die Scheu vor der Oeffentlichkeit blieben ſich auch jetzt gleich.
Doch fällt in dieſe Zeit die rührende Epiſode ſeiner Freundſchaft
für den bereits geiſtig umnachteten Nietzſche, von deſſen geiſtiger
Tätigkeit Langbehn übrigens ſeine eigene Anſchauungswelt ſtrong
ſcheidet.
Der junge friſche Künſtler Momme Niſſen, deſſen Bilder
Langbehn im Münchener Glaspalaſt geſehen und den er
darauf=
hin in ſeiner Heimat aufgeſucht hatte, trat nun in Langbehns
Leben, und hat ihn bis zu ſeinem Tode nicht mehr verlaſſen. Mehr
und mehr tritt in ſeinen letzten Lebensjahren das „legendäre”,
oder auch das, was Momme Niſſen Langbehns „adamitiſche
Natur” nennt, in den Vordergrund. Raſtlos faſt ganz Europa wie
ein Nomade durchwandernd, ſchuf der Rembrandtdeutſche au
neuen Werken, deren Vollendung er nicht mehr erleben durfte,
dazwiſchen durch Niſſens Feder immer wieder in kulturelle Fragen
der Heimat eingreifend. All ſein Weltwandern aber hatte nur den
einen Zweck, „aus Anſchauung ein wirkliches Verſtändnis der
Dinge” zu erwerben. Er durfte von ſich ſagen: „Was ich erlerny
habe ich erwandert.‟ Dabei war ihm ſonniger Frohſinn eigen,
Kinderherzen flogen ihm zu, und ſeine Armut teilte er ohne
Be=
denken mit jedem, der ihm ärmer ſchien als er ſelbſt. Wie kein
anderer hat er, was er ſchrieb, ſeinem Volke vorgelebt. Viele
Seiten lang möchte man erzählen aus der ſtrömenden Fülle der
Gedankenwelt dieſes Buches, und würde ihm doch nicht ganz
gerecht, denn die lebendige Anſchaulichkeit, mit der der Menſch
Langbehn — ſamt ſeinen Fehlern und Schwächen — uns
ver=
mittelt wird, ſtempeln es zu einem bedeutenden Kunſtwerk. So
wird auch denen, die nicht alle Wege des Rembrandtdeutſchen
mitzugehen vermögen, der Uebertritt des evangeliſch geborenen
und ſpäter freidenkenden Holſteiners zur katholiſchen Kirche
ver=
ſtändlich. Die Wege, die ihn zu ihr führten, ſind ebenſo eigene
artig wie ſein ganzes Leben, und keines Menſchen Einfluß hat
dem immer weltabgekehrter gewordenen Einſiedler dazu vermocht.
Seine Beziehungen zu Biſchof Keppler von Rottenburg, der auch
dem Buche Niſſens ein Vorwort witgab, ſetzten erſt ein, als dei
Nummer 21
Samstag, den 21. Januar 1928
Sie Schwierigreiten der
deutſch=
ſwintſchen Wurtſchaftsberhandtungen.
Unerhörter Terror gegen die deutſche
Minderheit.
Es iſt ſchon von den zuſtändigen Stellen darauf hingewieſen
verden, wie ſehr trotz allen gegenſeitigen guten Willens große
Euerſicht am Platze iſt gegenüber dem in der polniſchen Preſſe
ſiü=lfach verbreiteten optimiſtiſchen Gerücht, daß die
Wirtſchafts=
ei prechungen mit Deutſchland beſonders günſtig ſtänden und
inten ſchnellen Abſchluß eines vorerſt „kleinen”
Handelsabkom=
unens erwarten ließen. Es iſt zuzugeben, daß in einer Beziehung
ſi= Ausſichten etwas günſtiger ſtehen als früher, weil nämlich
nſölich auch die polniſchen Wirtſchaftskreiſe, wie längſt ſchon die
eutſchen, zur Einſicht gekommen ſind, daß der gegenwärtige
Zu=
ſarnd zwiſchen den beiden Ländern ſich als unmöglich darſtellt
„deben auch für Polen untragbar iſt. Dieſe verſtändigen Kreiſe
er polniſchen Wirtſchaft haben deshalb auch die Warſchauer
nſirßgebenden Stellen unter Druck geſetzt, worauf ſehr weſentlich
unch die maßvolle Sprache zurückzuführen ſein dürfte, die
gegen=
iher Deutſchland in der letzten Zeit von den Warſchauer
Regie=
wrngsſtellen geführt wird.
Wie wir erfahren, ſchreiten die am 12. Januar in Warſchau
vgeder in Fluß gekommenen Verhandlungen der beiderſeitigen
A=legierten nur langſam fort. Die größte Schwierigkeit
itetet immer noch die Frage der polniſchen
Zoll=
rloriſierung, denn Polen hat ſich immer noch nicht
ent=
chiieden, ob es ſeine Zölle auf dem augenblicklichen
Umrech=
imngskurs von 47 Goldpfennigen ſtabiliſieren, oder ob es ſich
ur den Umrechnungskurs von 80 Goldpfennigen, einen fiktiven
(ntirechnungskurs, der dem Goldwert des alten Zloty entſpricht
aSennen will. Infolgedeſſen hängen die deutſchen Wünſche
ſo=
annge in der Luft, wie über die wirkliche Höhe der polniſchen
Zü lle, von der doch gerade für uns viel abhängt, keine Klarheit
ſeitteht. In anbetracht dieſer unhaltbaren Zuſtände nimmt auch
chon die polniſche Preſſe Stellung dahin, daß die
Valoriſierungs=
rgege endlich zur Erledigung kommen müſſe. Gegenwärtig
be=
wadeln die Sachverſtändigen mit die bedeutſamſten Fragen,
chnnlich die der Einfuhr lebender Schweine, die Frage des Polen
uzugeſtehenden Kohlenkontingents und die Frage der Einfuhr
eitſcher Fertigwaren nach Polen. Erledigt iſt die Frage der
Eunfuhr lebender Schweine nach Deutſchland, weil dieſer
Forde=
wing die deutſchen veterinärpolizeilichen Vorſchriften
entgegen=
ſchen.
Immer wieder wird die an ſich diesmal freundlichere
Atmo=
rſgäre für die Wirtſchaftsbeſprechungen getrübt
ſarch den unerhörten Terror, der trotz aller ſchönen
Lrte von polniſcher Seite hemmungslos gegen
e deutſche Minderheit weiter geführt wird.
Eumen recht gefährlichen neuen Schlag gegen das
Ozeutſchtum bedeutet weiter das polniſche Geſetz
ſoer die Grenzen des Staates, welches am 30. März
n Kraft tritt. Sehr richtig hebt die „Deutſche Rundſchau”
her=
drr, daß dieſes Geſetz durch ſeine Beſtimmungen namentlich
iher den Aufenthalt von Ausländern innerhalb der Grenzzone
ür die deutſch=polniſchen Handelsvertragsverhandlungen
bedenk=
uh ſei. Bekanntlich ſpielt die Frage des Niederlaſſungsrechtes
une große Rolle bei dieſen Verhandlungen. Die polniſchen
Be=
ürden haben ſich durch dieſes Geſetz vorgreifend freie Hand für
en Aufenthalt und die Tätigkeit von Ausländern innerhalb der
0Kilometer=Zone gelaſſen. Sie können in der Frage der
Nie=
ellaſſung und der Frage der Berufsausübung aller Ausländer
haie Rückſicht auf alle zukünftigen Abmachungen legal verfahren.
luch für polniſche Staatsbürger, die der Warſchauer Regierung
dier den Verwaltungsbehörden unbequem ſind, finden
verſchie=
eunte Paragraphen Anwendung, die eine Ausweiſung aus der
0 Kilometer=Zone leicht ermöglichen.
Die „Deutſche Rundſchau” ſtellt in dieſem Zuſammenhange
daß in den ehemaligen preußiſchen Teilgebieten durch dieſes
Böſetz allein an Grenzkreiſen etwa 20 000 Quadratkilometer
aus=
heiden. Rechnet man noch die Gemeinden und Kreiſe hinzu,
iü, in der 30=Kilometer=Zone liegen, ſo ergibt ſich, da das Gebiet
um Polen und Pommerellen rund 53 000 Quadratkilometer
um=
uust, daß mehr als 50 Prozent, alſo die Hälfte des Gebietes, für
tSaige Abmachungen über das Niederlaſſungsrecht von
Aus=
ährdern ausſcheiden. In Poſen, das einen Umfang von 16 368
Mtadratkilometer hat, bedeckt der Grenzumkreis allein 11 000
Qutadratkilometer. Man ſicht daraus, wie ſehr wir in dieſen
virhtigen Fragen bei den Wirtſchaftsverhandlungen auf der Hut
eum müſſen und wie meiſterhaft man in Polen unbequeme
Zu=
esſtändniſſe auf ſcheinbar ganz legalem Wege aus der Welt ſchafft.
Seite 3
Sturmſzenen
in der franzöſiſchen Kammer.
Die Sacco=Vanzetti=Interpellation.
Kommuniſiiſche Krawalle.
EP. Paris, 20. Januar.
Wie an Freitagen üblich, erledigte die Kammer heute eine
Anzahl von Interpellationen, und zwar zunächſt fünf Anfragen
über die von den Kommuniſten anläßlich der Hinrichtung von
Sacco und Vanzetti am 23. Auguſt 1927 veranſtalteten
Kund=
gebungen. Da der kommuniſtiſche Interpellant, Vaillant=
Cou=
turier, bekanntlich inzwiſchen verhaftet worden iſt, wurde er auf
der Rednertribüne von ſeinem Parteigenoſſen Picquemal
ver=
treten, der für die Zuſammenſtöße der Polizei mit den
Demon=
ſtranten den Innenminiſter Sarraut verantwortlich zu machen
ſuchte.
Der weitere Verlauf der Kammerſitzung war außerordentlich
ſtürmiſch, wie dies ſchon lange nicht mehr vorgekommen iſt. Die
Kommuniſten gefielen ſich in den heftigſten Auslaſſungen, was
verſchiedenen ihrer Redner Ordnungsrufe eintrug. Die Sitzung
mußte zweimal unterbrochen werden, um die erregten Gemüter
zu beſänftigen. Die rechtsſtehenden Redner forderten einſtimmig
die Regierung auf, für beſſere Ordnung bei
Straßendemonſtra=
tionen zu ſorgen und das Leben und Eigentum der Staatsbürger
zu ſchützen. Beſonders eindringlich ſprach der bekannte
nationa=
liſtiſche Pariſer Abg. Taittinger, den die Kommuniſten
mehrfach mit Rufen wie „Mörder Schurke Schuft”
unterbrachen, als er die Regierung aufforderte, bei
Kundgebun=
gen der Kommuniſten ohne weiteres mit Kavallerie einzugreifen.
Man habe auch den Eindruck, daß eine rote Armee in Paris
be=
reits in voller Organiſation beſtehe. Die Kommuniſten ließen ihn
jetzt nicht mehr weiterreden und verurſachten ein
Pultdeckelge=
klapper, ſo daß die Sitzung unterbrochen wurde.
Nach der Wiederaufnahme der Sitzung entſpann ſich ein
Wortgefecht zwiſchen dem Kommuniſten Berthon und dem
Kam=
merpräſidenten, da dieſem vorgeworfen wurde, er leite die
Ver=
handlungen parteiiſch. Dem Abg. Taittinger warf Berthon vor,
daß er Fasciſt ſei, der bei jeder Gelegenheit die Kommuniſten
herausfordere. Wenn die Regierung nicht wage, dieſe Datjache
feſtzuſtellen, ſo müßten das die Kommuniſten tun. Poincaré ruft
mit ſchneidender Stimme dazwiſchen: „Die Regierung hat von
den Kommuniſten keine Lehren anzunehmen!” worauf die
Kom=
muniſten ein neues Indianergeheul anſtimmen. Die Fortſetzung
der Debatte wird dann auf nächſten Freitag vertagt.
Rücktritt des franzöſiſchen Generalſtabschefs.
General Debeney,
Chef des franzöſiſchen Generalſtabes, iſt von ſeinem Poſten
zurückgetreten und wurde zum Mitglied des oberſten Kriegsrares
ernannt. Er ſtehr im 64. Lebensjahre, war im Weltkrieg Führer
der 1. Armee, nach dem Friedensſchluß komwandierender
Gene=
ral und ſeit 1924 Chef des Generalſtabes.
Die polniſch=litauiſchen
Beziehungen.
Litauens Bedingungen für die Aufnahme
von Verhandlungen.
Kowno, 20. Januar.
Die Litauiſche Telegraphenagentur veröffentlicht die
fol=
gende Meldung über die polniſche Note an Litauen und die
litauiſche Antwort an Polen:
Der polniſche Sonderkurier Tarnowſki überbrachte der
litaut=
iſchen Regierung ein Schreiben Zaleſkis, in dem vorgeſchlagen
wurde, in Verhandlungen über den Grenz= und Tranſitverkehr
ſowie über den Poſt=, Telegraphen= und Eiſenbahnverkehr
zwi=
ſchen Litauen und Polen einzutreten. Gleichzeitig teilte Zaleſki
mit, daß, wenn Woldemaras ſich bereiterklären würde, perſönlich
an den Verhandlungen teilzunehmen, auch er den
Verhandlun=
gen beiwohnen würde. Am 18. Januar überreichte Woldemaras
dem Sonderkurier ein Antwortſchreiben an die polniſche
Regie=
rung. In dieſem ſehr ausführlichen Schreiben, welches u. a. auf
die Beſprechungen zwiſchen Woldemaras und Zaleſki in Genf
bezug nimmt, wird zunächſt feſtgeſtellt, daß Polen die in Genf
übernommenen Verpflichtungen nicht eingehalten habe. Die aus
dem Wilna=Gebiet ausgewieſenen Litauer hätten noch immer
nicht nach ihrem Wohnort zurückkehren dürfen. Die litauiſchen
Schulen ſeien nach wie vor geſchloſſen und die litauiſchen
Prie=
ſter befänden ſich nach wie vor in Haft. Die Armee Pletſchkailis,
die litauiſche Militäruniformen trage, ſei noch nicht aufgelöſt.
Weiter wird in der Note erklärt, daß Polen noch keine konkreten
Vorſchläge betreffs der Verhandlungen gemacht habe, Litauen
dagegen betrachte als unabänderliche Vorbedingung für
die Aufnahme der Verhandlungen die
Aus=
ſprache über die Fragen, die ſich aus der
Liqui=
dation des Kriegszuſtandes und dem
Hand=
ſtreich Zeligowſkis ergäben. Sodann fragt
Wolde=
maras Zaleſki, ob Polen mit Litauen direkt oder unter
Teil=
nahme eines Vertreters des Völkerbundes verhandeln wolle. —
Eine Abſchrift der Note iſt, wie verlautet, auch dem Völkerbund
zugeſtellt worden.
Fortdauer der polniſch=litauiſchen Spann ung
Geſtern iſt der Genfer Vertreter der Polniſchen
Telegraphen=
agentur, Orlyng, von Kowno kommend, wo er ſich etwa zwei
Wochen aufgehalten hatte, in Memel eingetroffen. Seiner Bitte,
ihm das Viſum für Litauen für ſieben Tage zu verlängern,
wurde in Kowno nicht entſprochen. Ueber die Ausſichten für
die Aufnahme der litauiſch=polniſchen Verhandlungen ſprach ſich
Orlyng, wie das „Memeler Dampfboot” berichtet, recht
peſſi=
miſtiſch aus. Er erklärte, ſolange nicht ein Umſchwung der in
der litauiſchen Preſſe zum Ausdruck kommenden öffentlichen
Meinung erfolge, ſei mit fruchtbringenden Verhandlungen
zwiſchen Litauen und Polen nicht zu rechnen. Dabei ſei noch zu
berückſichtigen, daß ein Teil der Preſſe („Lietuva” und „
Lietu=
vis”) regierungsparteilichen bzw. halbamtlichen Charakter habe.
Die Preſſe wiederhole immer nur die fälſchen Gedankengänge
und Behauptungen, anſtatt ſich auf den Boden der Wirklichkeit
zu ſtellen. Polen habe in ſeiner Note ganz beſtimmte Vorſchläge
über Ort, Zeit und Programm der Verhandlungen gemacht und
werde natürlich auf die litauiſche Note, deren ablehnender
Cha=
rakter offenſichtlich ſei, antworten, aber von ſich aus weder auf
Aufnahme der Verhandlungen beſonders drängen, noch ettva den
Völkerbundsrat auf der nächſten Tagung mit einer Klage
be=
helligen.
Königsberg als Verhandlungsort.
Nach in Berlin vorliegenden Meldungen aus Warſchau
ver=
lautet, daß Königsberg als Verhandlungsort für die
polniſch=
litauiſchen Beſprechungen in Ausſicht genommen worden iſt. Ein
Königsberger Korreſpondenzbüro erklärt, daß nach ſeinen
Infor=
mationen dieſe Meldung zutreffend ſein dürfte, aber zurzeit noch
keine amtliche Beſtätigung vorliege. Da die litauiſche Regierung
di ihrer Antwortnote für den Fall der Einbeziehung der Wilna=
Frage dem Völkerbund bekanntlich die Beſtimmung des
Konfe=
renzortes zuweiſt, wird es ſich bei der Königsberger Konferenz
nicht um die Erörterung der Wilnafrage handeln, ſondern um die
ſehr wichtigen Verkehrs= und Tranſitfragen zwiſchen Polen und
Litauen, die Njemenfrage, den Eiſenbahnverkehr uſw.
Bu=ſchluß längſt gefaßt war. Was der Uebertritt der beiden
zweunde (auch Niſſen folgte bald dem Beiſpiel Langbehns) ihnen
eoeutete, faßte Niſſen in die Worte zuſammen: „Das, was
un=
ſagmatiſch betrachtet, dem Gemüt des Nordmenſchen als „
evan=
eeſ iſch” gilt — im Gegenſatz zu dem, was in der Neuzeit als
imtholiſch” vorgemalt wird — iſt nordgermaniſche Seelentönung
mnierhalb des weltumſpannenden chriſtlichen Geiſtes.” Ja, die
zuformatorſeele Langbehns ſpannte weit ihre Flügel und
rärumte von einer Rückkehr der geſamten deutſchen Chriſtenheit
n! den Schoß der einheitlichen deutſch=mittelalterlichen Kirche,
nur ein Dogma und eine Gottesverehrung kannte.
Der Rembrandtdeutſche ſtarb, wie er gelebt hatte — in einem
irſefachen Gaſthauszimmer im bayriſchen Gebirge, nur von dem
Sweueſten der Treuen gepflegt. Auch ſein Tod ſollte, ſeinem
Bunſch gemäß, unbekannt bleiben wie ſein Leben. So hat ihn
Nawmme Niſſen in aller Stille auf einem einſamen Dorfkirchhof
ggraben.
Gogol und ſein „Reviſor”
Im „Briefwechſel mi. meinen Freunden” ſchreibt Nikolaus
2faſſiljewitſch Eogol über ſich ſelbſt: „Man hat viel über mich
ſen prochen und die derſchiederſten Seiten meines Weſens zu
er=
minden verſucht, aber man wahres Weſen hat man darum doch
iſſht beſtimmen können. Dieſes hat nur Puſchkin allein gekonnt.
ſagte immer, noch nie habe es einen Schriftſteller gegeben, der
nſ ſo hohem Grade das Vermögen beſaß, die Gemeinheit und
Avattheit in ſo ſatten Farben zu ſchildern, die Hohlheit und die
Rithtigkeit eines gemeinen Menſchen mit einer ſolchen Kraft zu
eitachnen wie ich, ſo daß die ganze Kleinheit und Armſeligkeit,
ei den meiſten Menſchen entgeht, jedem deutlich in die Augen
piuingt. Das iſt der Grundzug meines Weſens, und er fehlt in
e: Tat den meiſten anderen Schriftſtellern.‟ Dieſer Grundzug
hangols iſt erſt eines der beiden Grundelemente ſeines Weſens;
r kritiſiert, er ſtigmatiſiert nicht pathetiſch und nicht ironiſch,
orürdern humoriſtiſch. Mereſchkowſki deutet Gogols Lachen als
inen „Kampf des Menſchen mit dem Teufel”. Wohl im Anſchluß
ind eine Briefſtelle Gogols: „Mein ganzes Streben geht dahin
nißh jedermann, der meine Werke geleſen hat, nach Herzensluſ
her den Teufel lachen kann.‟ Die berühmteſten Inkarnationen
ieſeſes Teufels ſind Tſchitſchikoff in ſeinem großartigen. Werk
Rote Seelen”, und Chleſtaköff in ſeinem populärſten Werk: der
uifaktigen Komödie „Der Reviſor” welche als die große klaf
fſtche Komödie der ruſſiſchen Literatur gilt.
In irgendeinem ruſſiſchen Krähwinkel. Stadt=Typen: der
Püplizeimeiſter, der Schulinſpektor, der Hoſpitalverwalter, der
Revierinſpektor, der Kreisrichter. Krähwinkel kommt in Aufruhr:
die Ankunft eines Reviſors aus Petersburg wird in Ausſicht
geſtellt. Jedem fallen ſeine Sünden ein — wie Kleiſts Dorfrichter
Adam. Schnell enthüllen ſich die einzelnen Geſichter. Nichts
enthüllt ſo ſchnell und gründlich wie die Gefahr.
Man hält Chleſtaköff für den Reviſor: weil er von hübſchem
Aeußerem, apart gekleidet iſt; und weil er vornehm auftritt,
ohne zu bezahlen. Und weil die angſtvolle Erwartung ſo groß
iſt, daß ſie ſich um jeden Preis ſofort realiſieren muß. In ſeinen
„Bemerkungen für die Herrn Schauſpieler” hat Gogol noch einen
beſonderen Steckbrief Chleſtaköff geſchrieben: „Ein junger Mann
von 23 Jahren, ſchmächtig und unanſehnlich, etwas einfältig und
hat, wie man zu ſagen pflegt, das Pulver nicht erfunden; einer
von den Leuten, die man in den Kanzleien Windbeutel nennt.
Er iſt nicht imſtande, längere Zeit bei einem Thema zu verweilen,
ſpricht unzuſammenhängend, und die Worte ſprudeln ihm
un=
berechenbar aus dem Munde. Je mehr Freimut und Harmloſig
keit der Darſteller dieſer Rolle zur Schau trägt, deſto größeren
Erfolg wird er erzielen‟. Dieſer Chleſtaköff, der gerade vom
Wirt herausgeworfen werden ſoll, wird jetzt in die Rolle des
Reviſors gedrängt — und ſpielt ſie. Er ſchröpft Krähwinkel,
ver=
lobt ſich mit der Tochter des Polizeimeiſters und wird geklappt
durch einen Brief an einen Freund, den der Poſtmeiſter erbrochen
hat. Schlußſzene, die phantaſtiſch=grauſig iſt: Ankunft des
rich=
tigen Reviſors; die Trompete des jüngſten Gerichts.
Der Kern dieſer Komödie liegt weniger in der witzig=
amü=
ſanten Schilderung des Milieus als in der Figur des
Chleſta=
köff. Und ſie muß vom Schauſpieler und vom Publikum ſo ſehr
mißverſtanden worden ſein, daß Gogol ſich immer wieder zu
einem Kommentar, zu einer Analyſe, zu einer Warnung vor
falſcher Deutung veranlaßt fühlte. Immer wieder betonte er:
Chleſtaköff iſt kein Betrüger; er „glaubt beinahe ſelbſt an das,
was er faſelt”. Und er definiert die Lüge: „Lügen heißt: eine
Lüge in einem ſo die Wahrheit vortäuſchenden, ſo natürlichen
und naiven Tone ausſprechen, wie man eben nur die Wahrheit
haupt der ſchönſte und poetiſchſte Augenblick ſeines Lebens,
bei=
nahe eine Art von Begeiſterung.” Immer wieder iſt Gogol auf
die Deutung dieſes Teufel=Helden zurückgekommen, vor allem in
der „Vorbemerkung für diejenigen, die den Reviſor ſachgemäß
aufzuſühren beabſichtigen”, wie in der Deutung des Rebiſors
Eogol deckt das Infernaliſche ſeiner Sittenſchilderung auf: die
religiöſe Wurzel dieſer Komödie. Er gibt den beſten Hinweis,
wie dieſe Komödie geſehen werden muß. Man denft an Sirind=
berg bei den folgenden Worten: „Man ſage, was man will,
furchtbar iſt jener Reviſor, der uns an den Pforten des Grabes
erwartet . Dieſer Reviſor iſt unſer erwachendes Gewiſſen,
das uns jählings zwingt, uns mit ſcharfem Auge ſelbſt zu
be=
trügen. Vor dieſem Reviſo= wird nichts verborgen bleiben, weil
er in Sendung des Allerhöchſten kommt und gerade in dem
Augenblick gemeldet wird, wo es keinen Schritt zurück mehr gibt.
Am Anfang des Lebens ſoll man einen Reviſor nehmen
und Hand in Hand mit ihm alles durchprüfen, was in uns iſt,
einen wirklichen Reviſor, keinen falſchen, keinen Chleſtaköff!
Chleſtaköff iſt das leichtfertige irdiſche Gewiſſen, das feile,
be=
trügeriſche Gewiſſen.” Auf unſeren Bühnen gibt man den „
Revi=
ſor” meiſt als luſtige Sittenſatire. Von da aus ſehen die letzten
Sätze metaphyſiſch überſpannt aus; und es iſt ſicher ein höchſt
gewagtes Erperiment, Gogels tranſzendente Deutung in die
Bühnenwirklichkeit umzuſetzen. Aber man verſteht doch eben
dieſe Komödie nicht ganz, wenn man nicht darauf achtet, daß ſie
aus Gogolſcher Religioſität geboren iſt. Sein Humor iſt wie
jeder echte Humor: Lachen über das Daſein unter dem Blickpunkt
A. D.
der Ewigkeit.
*Oer Wiedehopf=Kalender 1928.
Der von der L. C. Wittich’ſchen Hofbuchdruckerei
Darm=
ſtadt ſeit Jahren für die Freunde des Hauſes und für die
Lieb=
haber bibliophiler Drucke herausgegebene Wiedehopf=Kalender
iſt auch in dieſem Jahr in ſehr gediegener Ausſtattung erſchienen
ſo daß ſich das vorliegende Exemplar den vorangegangenen, in
künſtleriſcher, druck= und buchtechniſcher Hinſicht würdig anreiyt.
Das Kalendarium und der dem Kalender beigegebene Text, der
intereſſante Ausſchnitte aus der Druck= und Verlagstätigkeit der
L. C. Wittich’ſchen Hofbuchdruckerei enthält, iſt in Zweifarben=
Sruck in beſonders ſchöner, llar geſchnittener Original=Unger=
Fraktur gedruckt, deren breitlaufendes Bild Schönheit und
Zweck=
mäßigkeit verbindet. Die leichte Lesbarkeit dieſer Schrift
ver=
einigt ſich hier mit dem Satzbild in beſonders ſchöner,
harmoni=
ſcher Weiſe. Als Titelbild in ausgezeichnetem Vierfarbendruck
bringt der Kalender eine Anſicht des Marktplatzes aus der Halle
des Schloſſes nach einem handkolorierten Stich von Georg Moller,
und als weitere Kunſtbeilagen die originalgetreue Wiedergabe
ſehr feiner Anſichten von Butzbach, Friedberg, Rodheim,
Büdin=
gen, Rendel, Ortenberg und Nockenberg nach
Originalbleiſtift=
eſchnungen von F. M. Heſſemer. — Der Kalender, diesmal
in kupferfarbene Seide gebunden und mit diskretem Goldſchmuck
verziert, erſcheint bekanntlich nur in einer kleinen Auflage und
iſt darum von erheblichem bibliophilen Wert.
Seite 4
Der engliſch=amerikaniſche
Petroleumkrieg.
Eine ſo rätſelhafte wie vielſagende engliſche
Auslaſſung.
Von unſerem (D=Korreſpondenten.
London, 20. Januar.
Der diplomatiſche Korreſpondent des „Daily Telegraph”
teilt mit, daß die Antwort der britiſchen Regierung auf die
kürz=
lich an den Sekretär des Völkerbundes gerichtete Note über die
Souveränität der Bahrein=Inſeln erwogen worden ſei und
dem=
nächſt in Genf eintreffen werde. „Der merkwürdige Proteſt, den
Teheran gegen die erneute Anerkennung der Unabhängigkeit des
Scheiks von Bahrein durch den Vertrag zwiſchen England und
Irak erlaſſen hat, mag wohl duich fremde Einflüſſe
ein=
ſchließlich nichtbolſchewiſtiſcher in Perſien inſpiriert worden ſein.
Denn nach der Information, die in den letzten Monaten von
unabhängigen Beobachtern in Perſien eingegangen iſt, ſind die
treibenden Kräfte, die hinter der jetzigen antibritiſchen
Kampagne in Perſien ſtehen, in vielen Beziehungen
den=
jenigen ähnlich, welche ſowohl vor als während des großen
Krie=
ges ſo viel Sorge, Trubel und Ausgaben verurſacht haben (27?).
Aber heutzutage ſind die Förderer und Agenten dieſer
antibriti=
ſchen Kampagne mehr mit internationalen wie mit
natio=
nalen Intereſſen verbunden, was einen bemerkenswerten
Unter=
ſchied bedeutet. Dieſelben Intriganten trachten auch danach, ſich
Samstag, den 21. Januar 1928
mit den BakhtiareneHäuntlingen auf guten Fuß zu ſtellen — in
deren Gebiet ſo viele der perſiſchen Oelfelder liegen —, um
einen Teil dieſer Oelfelder für nichtbritiſche
Intereſſenten zu ſichern. Offenbar hoffen ſie, dies
ſchließlich dadurch zu erreichen, daß ſie verſprechen, als ehrliche
Makler zu handeln, wenn und wann es ihnen durch unterirdiſche
Methoden glücken wird, zwiſchen der britiſchen und der perſiſchen
Regierung wie zwiſchen den britiſchen Oel=Intereſſenten und den
lokalen Häuptlingen und Kaufleuten ein hinreichendes Maß
von Verſtimmungen zu erregen.”
Dieſe Auslaſſung war im Zuſammenhang mit den New
Yorker Meldungen über den Kriegsausbruch zwiſchen den beiden
mächtigen Oelgruppen der Royal Dutch, die durch ihre
Verbin=
dung mit den Shell=Intereſſen und anderen Oelproduzenten als
eine weſentlich britiſche Unternehmung angeſehen wird, und
den beiden Standard Oil geſchrieben. So ſah es aber nur bis
zum vorigen Sommer aus. Damals erfolgte die Auflöſung des
großen amerikaniſchen Oeltruſts und es gelang Sir Henry
Deter=
ding, dem genialen Vorſitzenden von Royal Dutch, die
Tochter=
geſellſchaft von New Jerſey von der Muttergeſellſchaft von New
York zu trennen. Die Gegenſätze kamen aber nicht in der
Oeffent=
lichkeit zum Austrag, die Zwiſtigkeiten der beiden
Familien=
angehörigen wurden hinter der Szene ausgefochten. Daß jetzt
Standard Oil New York in der Angelegenheit ſeiner Ankäufe
von Sowjet=Oelprodukten plötzlich vor die Oeffentlichkeit tritt
und zur Rechtfertigung ihrer Sowjetgeſchäfte gewiſſermaßen an
das Urteil der öffenulichen Meinung appelliert, findet bei den
Leitungen in der Welt der Oelintereſſen größte Beachtung. Der
Krieg iſt nunmehr erklärt, und die Standard Oil New Jerſey
muß tatſächlich gegen ihre frühere Familienangehörige mit
mobilmachen. Somit erreicht Sir Henry ſeinen eigentlichen
Nummer 21
Zweck und er ſteht in ſtärkſter Stellung ſeinem alten
Konkurren=
ten gegenüber. In der New Jerſey ſind Rockefeller=Intereſſen
von Einfluß. Eigenartigerweiſe hat die Rockefeller=Familie von
früher her auch ein umfangreiches Intereſſe in der Standard
Oil von New York und zugleich in der Vacuum Oil Campany.
die, wie die New York große Quantitäten ruſſiſchen Oels
be=
darf. Die Geſchäftsverbindung mit den Sowjets
iſt mithin die unterſcheidende Parole. „Standard”
von New York ſagt in ſeiner Erklärung, die Ankäufe in Rußland
ſeien ſtrikt legitim. Es ſei keineswegs von einem Ankauf durch
die Sowjets geſtohlenen oder widerrechtlich erworbenen Oels
die Rede, wie Sir Henry Deterding behaupte. Die Royal
Shell habe ſelber früher in Rußland Oel gekauft, ſolange es ihr
nützlich erſchienen ſei.
Es handelt ſich jedoch um die Frage, ob man noch jetzt
mit den Sowjets Oelhandel treiben ſoll oder
nicht. Schon berührt die Sache politiſche Verhältwiſſe. Es
han=
delt ſich bereits um das „cujus regio”. In Indien liegt einer
der erſten Kriegsſchauplätze. Dort iſt Royal Dutch naturgemäß
in begünſtigter Stellung und man nimmt an, daß es dem Gegner
nie gelingen wird, Royal Dutch von dort zu verdrängen. Aber
man hält es für wahrſcheinlich, daß der Kampf auch auf andere
Oelmärkte übergreifen wird. Eine ſehr mißliche Sache! Die
ver=
wickelten Produktionsbeteiligungen machen ſie vollends ſo. Sie
könnten zum Teil nicht verwickelter ſein, wie zum Beiſpiel bei
der Türkiſchen Oelgeſellſchaft in dem neuen Oel=Golkonda
Moſ=
ſul=Frak. Es dürfte doch ſchwierig ſein, eimen einſeitigen Oel=
Boykott gegen Sowjetrußland durchzuführen. Der Gedanke, den
Spieß umzudrehen, liegt für die andere Seite und ihre Freunde
zu nahe. Und das iſts, was die obigen Auslaſſungen des
Kor=
reſpondenten des „Daily Telegraph” etwas weniger zweideutig
macht.
Familiennachrichten
Käthe Neuer
Ludwig Hattemer
Verlobte
Eberbach a. N.
Hauptstr. 19/ 21
Groß-Gerau
Darmstadt, Mathldenstr. 52
Januar 1928.
Zu verk.: 1 groß. 2
Handfeder=
wagen, 1 eiſ.
Dezi=
malwaage (100 hg),
1 ungebraucht
Hüh=
verſtall für 30Hühner,
z. Auseinandernehm,
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ſtraße Rr. 6. *1882
Heute früh 5½ Uhr entſchlief
ſanft nach ſchweren, mit großer
Geduld getragenen Leiden unſere
herzensgute Mutter
Clara Fürus Wwe.
geb. Schindler.
In tiefer Trauer:
Geſchwiſter Fürus.
Darmſtadt, den 20 Januar 1928.
Die Beerdigung findet Montag
nachmittag 3 Uhr auf dem
Wald=
friedhof ſtatt ( 1837
Schlechtem
S 21. Wett halb.
bin ich nicht am
be=
ſtimmt. Platz erſchie
nen, aber beſtimmt
am Sonntag zur
an=
angegeb. Zeit, ſelbſt
wennes regnet ( 1796
Reell.
Suche f. m. Nichte,
große, ſchöne
Erſchei=
nung, tü htig, eſund
Bürgerstochter, Ende
20, kath., kath ſolid.
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Beamten, in ſicherer
Stellung zw. Heirat.
Gefl. ausf Zuſchrift
erb. u. T 80 Geſchſt.
C13941
Die gegen Frau
Eli=
ſabethe Heberer, geb
Edert, Große
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Ausſagen
nehme ich mit
Be=
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mann, Ohnacker u. Petrenz
Außerdem beir Wiln. Bauch.
Friedr Hartmann, Konr. Koch
Louis Krämer, Hch Marguth
E Kern Nacht A. Poi ihoff
Ludw Schwinn u. Paula Volk
Nummer 21
Samsteg, den 21. Januar 1928
Geite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 21. Januar.
— Ernannt wurden die Studienaſſeſſoren Dr. Georg Durſt aus
Mauchenheim, Theodor Schweisgut aus Homberg a. d. Ohm, Karl
9rrenz aus Kreidach i. Odw. (am 10. Dez.), Erwin Fritz aus Alzetz,
Dr. Hermaun Gieße aus Kaltennorkheim, Dr. Hemrich Klenk aus
Rainz, Dr. Jakob Möll aus Worms. Dr. Artur
Saßmanns=
h auſen aus Worms, Dr. Robert Schäfer aus Worms Peter
Echnell aus Bechtheim (Kreis Worms), Dr. Robert Pfeiffer aus
Gießen, Hermann Dort aus Großen=Buſeck, Wilhelm Weinel aus
zrugenheim (Kreis Bingen). Rudolf Stephan aus Groß=Umſtadt,
6 einrich Bertram aus Bellingen, Philipp Wittersheim aus
Ii ffenbach a. M., Hildegard Kullmann aus Schetten (am 12. Dez.),
ſ ans Wermbter, aus Nieder=Ingelheim (am 14. Dezember),
Dur. Karl Held aus Mainz, Dr. Wilhelm Flörke aus Mainz (am
UF. Dez.), Dr. Fritz Krämer aus Ernſthofen (am 30. Dez.), Hermann
9 ang aus Fricdberg (am 6 Januar), Guſtav Schloſſer aus Tann
1. d. Rhön (am 12. Jan.) zu überplanmäßigen Studienräten mit
Win=
tmng vom 1. Januar 1928 ab.
— Im Schloßmuſeum finden täglich Führungen nur vormittags 11
urtd 11½ Uhr ſtatt.
— Hohes Alter. Schuhmachermeiſter Philipp Koob, Ahaſtraße 24,
fiiert am 25. Januar ſeinen 7. Geburtstag.
— Heſſiſches Landestheater. Die heutige Aufführung von Lortzings
„Bar und Zimmermann” iſt die hundertfünfzigſte des Werkes in
Darm=
ſindt; die erſte fand am 10. Oktober 1841 ſtatt.
Im Großen Haus wird heute neu inſzeniert Gogols Komödie. „Der
Bebiſor” gegeben; es wirken mit die Damen: Carlſen, Hoffart.
Meiß=
ver, und die Herren: Baumeiſter, Büttner, Ebert=Beher, Finck, Gallinger
Gelte echaint Aurner. 9 der Wcälter des Beſcen
Landes=
toieaters; ſie enthält außer einem Auffatz von Wilhelm Michel über
dun „Rebiſor”, Aeußerungen Gogols zu dieſem Werk.
Heubergers Operette „Der Opernball” erhält in der Neuinſzenierung
vion Haus Esdras Mutzenbecher den Untertitel: „Die
Wieder=
eratdeckung des Walzers im Jahre 20000.
— Frefe Literariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft. Auf Veranlaſſung der
Zureien Literariſch=Künſtleriſchen Geſellſchaft ſpricht Herr, Dr. med.
G arl Häberlin (Bad=Nauheim) am nächſten Montag, B. Jan.,
8. Uhr, im Feſtſaal der Vereinigten Geſelſchaft über „Die
Pſhcho=
analyzſe im Weltbild der Gegenwart‟. Dr. Häberlin
ge=
hört zu den erſten mediziniſchen Autoritäten Deutſchlands. Seine Werke
„Wom Beruf des Arztes”, „Geſchlechtsnot und Seelſorge‟, „Briefe an
annen jungen Arzt” haben führende Bedeutung erlangt. Dr. Häberlins
Gondergebiet iſt die füngſte ärztliche Wiſſenſchaft, die Pſhychoanalyſe.
G=eine „Grundlinien deu Pſhchoanalyſe” ſind von der Fachkritik als „die
Uultivierteſte und weitſichtigſte Darſtellung” des Stoffes enerkannt. Da
err Dr. Häberlin mit ſeiner wiſſenſchaftlichen Tätigkeit zugleich den
Aruf eines ausgezeichneten Praktikers vereinigt, dürfte ſein Vortrag über
4as hochintereſſaute Thema, das für jeden einzelnen von Bedeutung iſt,
brärkſte Teilnahme finden. (Siehe Anzeige.)
Bühnenvolkshund. Der Eſſener Anzeiger ſchreibt über die Erfolge
dur neuen Tanzlsihne, daß ſelten eine geſchloſſene Spielſchar auf
Gaſt=
zeiſen ſo einmütig begeiſtert aufgenommen worden ſei und nennt ſie
Zue führende Trupbe dieſer Art in Deutſchland. Unſere Mitglieder mögen
jure Karten bei Chriſticn Arnold am weißen Turm löſen. Wir ver=
Heiſen auf die Theateranzeige.
— Gartenbauverein Darmſtadt. Erfreuſicherweiſe hatte gleich die
Aſte Monatsverſammlung im neuen Jahre einen enorman
Bseſuch aufzuweiſen, denn es wurden allein 175 Mitglieder gezählt.
Luazu kom noch die große Zahl von Familienangehörigen und Gaſten.
ver erſte Vorſitzende gab in ſeiner Eröffnungsanſprache ſeiner Freude
Uerüber Ausdruck und kwüpfte den Wunſch daran, daß der Beſuch auch
in znerhin ſo rege ſein möge. Hierauf erhielt der Schriftführer das Wort,
der ein neuartiges Gartengerät, das dem Verein zur Anſicht und
Begut=
ghtung zugeſandt worden war, den Handjätepflug „Fdeal”,
worzeigte und beſprach. Dieſes Werkzeug, welches in erſter Linie bei
M eihenſagten vorteilhaft arbeitet, iſt eine ideale Kombination von Hacke,
Mrechen und Pflugmeſſer. Bei weſentlicher Zeiterſparnis erzielt man
damit eine gründliche Lockerung des Erdreichs ohne Erdanhäufung oder
Zrurchenbildug, und eine gwüindliche Entfernung von Unkraut ohne
Le=
ſazädigung der Pflanzenwurzeln. Der Preis iſt bei Vereinsbezug recht
verbilligt und ſtellt ſich auf etwa 250 Mark das Stück. Ferner wurde
duurch einen anweſenden Vertreter die Kleinpreſſe „Moſt=Max” (Patent
Galtenbach, Lörrach) vorgeführt. Sie vereinigt eine prattiſch
durch=
dachte Obſtmühle mit Holzwalze und eine eiſenfreie Spindelpreſſe aus
Rartholz, ſo daß eine Gefahr für das Schwarzwerden des Saftes nicht
Usſteht. Die Handhabung iſt ſehr einfach und zeitſparend. Der Vevein
t die Preſſe erworben, um ſie zur Zeit der Veeren= und Obſternte
ſ inen Mitgliedern zur Verfügung ſtellen zu können. — Zum
Haupt=
urgenſtand üibergehend, hielt nunmehr Herr Garteninſpektor Purpus
anen Vortrag über „Pflege der Kakteen im Zimmer”.
Aun ſemer Einleitung bemerkte er, daß die Kaktenliebhaberei nicht neu
ſiti. Es gab früher ſchon Zeiten, wo dieſe vielgeſtaltigen bizarven
Saft=
zrlanzen intenſiv gepflegt wurden; heutzutage aber ſei ihre Kultur ſchon
w ehr eine Modetorheit geworden, und durch vekſtändnisloſe Pflege
mürde vielen wertvollen Exemplaren ein frühzeitiges Ende bereitet. Um
akteen auf rationelle Weiſe kultivieren und vor Krankheiten bewahren
zu können, wüſſe man wiſſen, welche Anſpuüche ſie — in ihrer Geimat
Aildwachſend — an Boden, Feuchtigkeit. Temperatur uſw. ſtellen, denn
nsrade hierin weichen ſie von anderen Pflanzengattungen bedeutend ab.
2ls „Synnenkinder” bedürfen ſie, wie auch die Agaben. Aloen,
Eche=
nsrien, Euphorbien uſw. Licht und Wärme. Ihr Standort fſoll daher
um Sommer am oder vor dem Fenſter ſein. Zum Ueberwintern genügt
an trockener Raum, deſſen Temperatur nicht unter 8 Grod B. ſinkt;
wäh=
wend dieſer Zeit iſt ganz ſelten zu gießen. Ueberwinterte Pflanzen
müſ=
ſun nach und nach ans grelle Licht gewöhnt werden, da ſouſt
Sonnen=
ſhecken auf der Oberhaut entſtehen. Das Begießen iſt Erfahrun,sſache;
nreiſt wird zu viel gegoſſen und damit Fäulnis herbeigeführt. In der
ASeriode des Wachſens genügt ein 2—3maliges ſchwaches Begießen in der
ABoche oder auch ein Ueberbrauſen mit einem Pflanzenbeſtäuber. Das
A8erpflanzen in größere Töpfe kann alle 3—4 Jahre im Monat Februar
ſcer März vorgenommen werden. Als Erdmiſchung wählt man
Miſt=
hreet= oder Laubboden, mit altem verrottetem Lehm, Kalk und reichlich
sSand vermiſcht. Die Vermehrung der Kakteen geſchieht durch Saat,
Mbleger und Wurzelſchößlimge, ſowie durch Pfropfen auf ſtarkwüchſige
Uenterlagen, zum Beiſpiel auf „Cereus Spachianus‟. Schlimme Feinde
der Kakteen ſind die rvte Spinne, ſowje die Blatt= und Schildläuſe; ſie
ſiaſſen ſich aber mit geeigneten Spritzmitteln leicht und ſicher vertilgen.
— Viel Intereſſantes wußte Herr Purpus noch zu berichten über die
48erbreitungsgebiete dieſer exotiſchen Gewächſe, über ihren Nutzen und
aschaden in der Heimat; auch über die Eutzſtehungsgeſchichre, daß ſie z. B.
ſüngeren Urſprumngs ſeien und nicht über die Tertjärzeit zurückreichen,
v. a. Der Vortrag, an den ſich nuch eine ausgedehnte Ausſprache
an=
bmüdfte, fand ſehr großen Beifall. Der Vereinsabend war noch dadurch
cübſch umrahmt, daß Herr Handelsgärtner Horn eine hübſche Kollektion
füngerer und älterer Kakten und anderer Sukkulenten ausſtellte, und
maß auch zahlreiche Kakteen unter den Mitglieder verloſt wurden.
— „Sind wir das nicht alle?‟ Zum heutigen Gaſtſpiel des Neuen
Asheaters Frankfurt a. M. im Orpheum mit obigem Luſtſpiel=Drei=
Akter von FrederickLonsdale ſei nochmals beſonders darauf
hin=
mewieſen, daß dieſe einmalige Aufführung in der Originalbeſetzung
tzes Nauen Thegters in Szene geht. Die Mitwinkenden ſind folgende:
4Damen: Kitty Aſchenbach Anny Hannewald, Auny Reiter, Marianne
KKoff: Herren: Karl Günther, Eugen Janſen, Alois Großmann, Franz
MMaſſurek. Emil Schneider, Rudolf Schündler u. a. m. Beginn der
Vor=
fſtellung künktlich 8 Uhr. Preiſe von 1 Mk. an. (Siehe Anzeige.)
30 Jahre Kunſt in Heſſen.
Alt=Darmſiadt, Vereinigung für Orisgeſchichte und Heimatkunde.
— Die Veranſtaltma der Alt=Darmſtadt=Vereinigung
ſtand diesmal unter dem Zeichen der Kunſt. Es ſprach Herr Profeſſor
AdolfBeyerüber das Thema: „30 Jahre Kunſt in Heſſen”,
In ſeiner Begrüßung betonte der Vorſitzende, Herr Philipp Weber,
daß Heſſen wohl zu allen Zeiten eine Pflegeſtätte der Kunſt geweſen
ſei und daß Darmſtadt insbeſondere hierauf Anſpruch machen darf. Seine
Muſeen, Gemäldegalerien, Kunſtſammlungen uſw. ſprechen eine beredte
Sprache daßür, und wenn man in die Vergangenheit zurückgreift und
nennt Namen von älteren Meiſtern, wie Hch. Schillbach, Aug. Lukes,
P. W. App. K. Sandhas, J. B. Scholl, E. Rauch, die beiden
Kupfer=
ſtecher Felſing, Ph Röth Paul Weber und andere, ſo erſehen wir
dar=
aus, daß fleißiges Kunſtſchaffen und Streben immer bei uns zu Hauſe
war. Der Nedner des Abends, Herr Prof. Adolf Beyer, wies darauf
hin, daß die „Freie Vereinigung Darmſtädter Künſtler”, im Frühjahr
1928 ihr 30jahriges Jubiläum feiern dürfe, gab aber nicht etwa nur
einen Ueberblick über die Geſchichte dieſer Gruppe, ſondern ging in
gro=
ßen Zügen auf das Kunſtſchaffen in Darmſtadt, Heſſen und im großen
deutſchen Vaterlende ein, wobei er auch die Baukunſt als Mutter aller
Künſte nicht unbeachtet ließ. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts war
unſere ſtille Reſidenz durch die Dätigkeit der Kupferdrucker= und
Kupfer=
ſtecherfamilie Felſing eine Zemtrale der graphiſchen Kunſt geworden, was
aber nach dem Weggang dieſer Künſtler abflaute. Erſt mit 1898 begann
eine neue Aera. Wie das Jahr 1893 für die Malerei in Deutſchland
durch die Gpündung und erſte Ausſtellung der Münchener Sezeſſion
bedeutungsvoll wurde und wie ein mächtiger Schwung durch die deutſche
Künſtlerſchaſt ging, genährt dunch Gg. Hirths Tugend”, der dann die
Gründung des „Simpliziſſimus” und die Fachblätter von Alexander
Koch: „Deutſche Kunſt und Dekoration”, Bruckmanns „Dekorative Kunſt”
und ſo vieles andere folgten, ſo wurde auch die Gründung der F.V.D.,K.
ſür Darmſtalt und unſer Heſſenland entſcheidend. Perſönlichkeiten wie
Ph. D. Schäfer, L. Habich, M. Kern, W. Bader, R. Hölſcher. Auguſt
Wondra u a. fenden ſich zu kunſtfrohem, neuem Schaffen zuſammen,
und am 2 Sebtember 1898 wurde die 1. Ausſtellung im Darmſtädter
Kunſtverein eröffnet. Dieſe Ausſtellung brachte außer von den oben
genannten Werke von A. Beher, L. von Löfftz, E. Selzau, E. Bracht,
L. von Hofmann, H. Heim; aber damit war das Proaramm lange nicht
erſchöpft. Innendekoration im Sinne von Alexander Koch,
Kunſtgewerb=
liches, Raum= und Möbelkunſt und vieles Neue wurden gezeigt. Der
Er=
folg war durchſchlagend, denn es war das erſte, was auf dieſem Gebiet
Odenwaldklub Darmſiadt.
106 Mitglieder erhalten das Wander=Ehrenzeichen.
Unter Führung der Herren Ph. Dang und K. Seibel
ver=
anſtaltete die hieſige Ortsgruppe ihre erſte Wenderung im neuen
Klub=
jahr. Sie erhielt ihre beſondere Bedeutung dadunh, daß am Ziel. in
Dieburg, die Ehrung der Wanderer ſtattfand, die im abgelaufenen Jahr
die vorgeſchriebenen Wanderleiſtungen erfüllt hatten. Um die feſtggetzte
Stunde fanden ſich an der Odenwaldbrücke nahezu 150 Wanderer
zu=
ſammen. Auch die Damen beteiligten ſich diesmal, was beſondene
Her=
vorhebung verdient, weil ſie ſich von der Ungunſt des Wetters nicht
ab=
halten ließen. Im rüſtigen Marſch ging es zunächſt nech Roßdorf. Die
frohe Laune trug den Sieg über das Regenwetter davon. Wenn ſich
auch die Sonne den ganzen Tag nicht blicken ließ, ſo hörte es doch nach
kurzer Zeit auf zu vegnen. Die grundloſen Feldwege gaben immerhin
noch reichlich Gelegenheit zur Erprobung der ſportlichen Tüchtigkeit ter
Wanderluſtigen. Auf ſtillen Waldpfoden, die wohl nur ſelten von den
Darmſtädternt betreten werden, nahm die Wanderung in der
Feierſtim=
mung des Sonntagmorgens ihren Verlauf. Kurz vor 3 Uhr war man
am Ziele angelangt. Beim Betreten des großen Saales des „Mainzer
Hofes” grüßte die Darmſtädter friſches Grün. Nach Einnahme des
Mahles licß es ſich die Ortsgruppe Dieburg nicht nehmen, für die
Unter=
haltung der Darmſtädter Klubfreunde in vortrefflicher Weiſe zu ſorgen.
Ihr Vorſitzender, Herr Amtsgerichtsrat Becker, begrüßte mit
herz=
lichen Worten die Frauen und Männer aus Darmſtadt und betonte, daß
es den Diebunger Klubgenoſſen eine Freude ſei die Ortsgruppe
Darm=
ſtadt bei ſich zu ſehen. „Herr Bürgermeiſter Mueller, dankte dem
Vorredner für die liebenswürdige Begrüßung und der Ortsgruppe
Die=
burg für die feſtliche Ausgeſtaltung des Empfangs. Eine beſondere
Freude beveiteten die Dieburger ihren Gäſten mit der Aufführung des
gutgelungenen Schwank=s, H. D. Beckers „Bubi‟. Die Spielleitung
hatte Herr Becker ſelbſt übernommen, während die Hauprrollen von Frl.
Schmidt und Herrn Baurat Gombel mit großer Hingabe und
gutem Gelingen dargeſtellt wurden. Wohlverdienter Beifall lohnte die
Spieler. Auch Herr Amtsgerichtsrat Becker wurde mehrmals
hervon=
gerufen. Klubgenoſſe Rechnungsrat Schäfer trug, humorvoll wie
immer, launige Verſe vor. Sodann erfolgte die Ehrung von 106
Mitaliedern der Ortsgruppe Darmſtadt durch Herrn
Profeſſor Dr. Köſer mit dem „Goldenen” und den „Stöcken‟. Es
wurden ausgezeichnet:
zum 1. Male 14, zum 2. Male 12, zum 3. Male 13, zum 4. Mcle 8,
zum 5. Male 7, zum 6. Male 15, zum 7. Male 9, zum 8. Male 7,
zum 9. Male 1, zum 10. Male 4, zum 11. Male 2, zum 12. Male 4,
zum 13. Male 1. zum 14. Male 2, zum 15. Male 1, zum 16. Male 4,
zum 18. Male 1. zum 22. Male 1.
Einleitend ſprach Herr Dr. Köſer über den Wert des Wanderns
und über die Bedeutung des „Goldenen” als eines Zeichens der
Dankbar=
keit und der Erinnerung. Es war ein ſtattliches Bild rüſtiger,
geſund=
heitſtrotzender Männer, das ſich dem Auge auf der Büihne darbot; ein
Bild, das geeignet war, viele, die dem Wandern noch fernſtehen,
anzu=
eifern, es den Dekorierten gleichzutun. Ein dreifaches „Friſch auf!”
grüßte jubelnd die verdienten Männer des Klubs. In angeregter
Stim=
mung verbrachte man frohe Stunden, die allen, die dabei ſein durften,
in der Erinnerung haſten werden. In dem Bewußtſein, einen ſchönen
Tag verlebt zu haben, und mit Dank im Herzen gegen die Dieburger
Ortsgruppe traten die Darmſtädter erſt ſpät am Abend die Heimreiſe an.
— 1. Karnebal. Sitzung der Geſellſchaft „Harmloſe‟. Zur erſten
karneval. Sitzung hatte die Geſellſchaft „Harmloſe” ſeine Freunde und
Gönner in die närriſch dekorierten Räume des Kaffees „Rheingold”
ge=
laden, das bis auf das letzte Plätzchen beſetzt war. Frohe, harmlos frohe
Faſtnachtsſtimmung war eingezogen, wozu die ausgezeichneten Vorträge
und Lieder namhafder Darmſtädter Karnevaliſten, u. a. Julius Simon,
Karl Metz, Zahn und nicht zuletzt die Stimmungskanone Hans Neh vom
Heſſ. Landesthegter, beigetragen hatten. Die Leitung lag in den
Hän=
den des altbekannten Karnedaliſten Julius Simon, der es mit ſeinem
geſunden Humpr und im Verein mit ſeinen Geſellſchaftsmitgliedern,
ein=
ſchließlich der guten Hauskapelle, verſtand, den erſchienenen Gäſten einige
genußreiche Stunden zu bereiten, die den Wunſch auf eine Wiederholung
laut werden ließen. Einen der Redner oder Liederdichter beſonders
her=
vorzuheben, hieße die anderen zurückſetzen. Anſchließend darf noch
ge=
ſagt werden, daß ſich der neue Beſitzer des Kaffees „Rheingold”
außer=
ordentliche Mühe gibt, ein leider beſtehendes altes Vorurteil zu brechen;
es iſt eine ſtoigende Tendenz zu bemerken.
in Mitteldeutſchlaud aufgezogen wurde. Es waron neute Wege gewieſen,
und bis zur Gründung der Künſtlerkolonie” und der großen Ausſttlung
„Ein Dokument deutſcher Kunſt” ſah man allerlei Entwicklungen und
viel kumſtfrohes Schnaffen und Streben in Darmſtadt. Kunſtgewerbe,
Entwicklung in der Darmſtädter Möbelinduſtrie, Keramik, Ernſt Ludwig=
Preſſe uſp. verſchafften Darmſtadt eimen Weltruf. Neue Wege in der
Architektur= und Wohnbaukunſt waren gewieſen Architekten wie C.
Hof=
mann, Pützer, Ludwig, Hofmann, Meſſel, Wallot, Buxbaum, Thaler,
Küchler, Wienkopp Mahr und Markwort, Seibert, Metzendorf Meißner
u. a. entwickelten ein frohes Schaffen. Neue Gebäude entſtanden, neue
Denkmäler und Brunnen ſchwückten Darmſtadt. Denkmalpflege und
neue Kunſt gingen Hand in Hand, und Neues wurde in den Nahmen
von manchem guten Alten eingefügt. Durch perſönliches Eingreifen des
Großherzogs wurde uns manches Werk von uſchätzbarem Wert
anver=
traut und in Alfred Meſſels Muſeumsneubau eine Stätte für
Kunſt=
werke und Kunſtwerte geſchaffen. Es ſei nur an die Stiftung des
Frei=
herrn Max von Hehl erinnert, der ſeine einzigartige Böcklinſammlung
dem Landesmuſeum überwies. Intereſſantes boten 1913 die
Privat=
ſammlungen von Lanz und Reber — alte Meiſter und moderne
Fran=
zoſen — die auf der Mathildenhöhe vorgeführt wurden. Der „
Kunſt=
verein für Heſſen” bot eine beſtändige Kunſtſchau. Der „Verband der
Kunſtfreunde am Rhein” nahm an Bedeutung und Anſehen einen
be=
ſonderen Platz in der Kunſtentwicklung m Heſſen ein. Die ſehr glückliche
Norganiſation des Kunſtgewerbemuſeums, das Porzellanmnſeum mit
ſeiner wundervollen Aufſtellung und Sammlung und ſo manches wurde
für Fremde ein Anziehungspunkt, und das Jahr 1914, das in Deutſchland
allerwärts die größten künſtleriſchen Unternehmungen brachte, ſchien
auch für Darmſtadt ein rechtes Kunſtjahr zu werden, und dann kam der
Krieg mit ſeinen Begleiterſcheinungen, und ſo manches wurde zu Grabe
getrgen. Aber die Kunſt geht ihren Weg weiter.
In großen Zügen gab der Redner in ſeinem tiefſchürfenden
aus=
führlichen Vortrag über die Kunſt und ihre Entwicklung im Heſſenland
und in unſerer Vaterſtadt ein Bild, zog eine wertvolle und ernſte Bilanz
und gab eine Ausſchau, die neu anregte, tapfer auf einmal ketretenen
Pfaden vorwärts zu ſchreiten. Reicher Beifall lohnte die trefflichen
Aus=
führungen des Künſtlers und Meiſters Adolf Beher, und mit herzlichen
Dankesworten ſchloß der Vorſitzende den ertragreichen Abend.
Nächſter Vortragsabend am 2. Februar; es ſpricht Herv Profeſſor
Dr. Bader über das Thema „Heimat”.
Vorſtandsſitzung des Verkehrsvereins
Der Vorſitzende berichtet über die laufenden Geſchäfte,
Mätglieder=
werbung, Verkehrsverbeſſerungen uſwp. Sonderzüge, und wird dankbar
anerkannt, daß die Städtiſche Sparbaſſe, Deutſche Bank. Darmſtädter
Bank und die Deutſche Vereinsbank dem Verein größere Beiträge
über=
wieſen haben, und iſt auch zu hoffen, daß Private. Vereine uſw. dem
Verkehrsverein wieder, wie früher, in den Stand ſetzen, ſeine
Beſtre=
bungen im Intereſſe unſever Stadt kraftvoll auszubauen. Der
Stadt=
verwaltung wird ganz beſonders für die Unterſtützung gedankt. Dem
Verkehrsausſchuß Nieder=Ramſtadt=Traiſa, der die Fortführung der
elektriſchen Bahn anſtrebt, wird Förderung ſeiner Beſtrebungen
zuge=
ſagt. Wenn wegen Mangel an Mitteln die elektriſche Bahn nach Nieder=
Ramſtadt, von Eberſtadt in die Bergſtraße und von Gberſtadt nach
Pfungſtadt nicht bald gebaut werden kann, regt der Vorſtand an, durch
Kraftwagen gute Verbindungen mit der Stadt von dieſen Orten
her=
zuſtellen. Die Intereſſengemeinſchaft der Gefchäftsleute der Kirchſtraße
ſtrebt eine Halteſtelle in der Kirchſtraße an und wird vom
Verkehrs=
verein darin unterſtützt, ibenſo die Eingabe des Vereins Narhalla um
Aufhebung des Verbots des Maskentreibens auf den Straßen. Wegen
zu ſchnellen und rückſichtsloſen Fahrens der Motorradfahrer und
Nicht=
beleuchtung der Fahrräder, bei Nacht iſt eine Eingabe an d.e
Polizei=
direktion gemacht worden. Beim Poſtamt I wurde Beſchwerde grführt
wegen der mangelhaften Briefpoſtbeſtellungen. Der Verkehrsverein hat
angeregt, daß Sonntags einige Friſeurgeſchäfte gegen doppelte
Ge=
bühr geöffnet ſind, was leider die Frifeurinnung abgelehnt hat. Wegen
einer Beſchwerde über die hieſigen zu hohen Autopreiſe verden
Au=
fragen an verſchiedene Städte gleicher Größe gerichtet. Mut
Befrie=
digung wird darauf hingewieſen, daß die hieſige Geſchäftswelt durch
Vergrößerungen und guten Ausbau ihrer Geſchäftslolale auch weſentlich
zur Verſchönerung des Straßenbildes beiträgt, und wird in dieſer
Be=
ziehung in Darmſtadt erfreulicherweiſe viel getan. Die Hepausgabe
einer Wochenzeitſchrift „Darmſtädter Woche” findet nicht die
Unter=
ſtützung des Verkehrsvereins. In letzter Zeit wird ſo viel über
Frem=
denverkehr in hieſiger Stadt kritiſiert, und iſt es intereſſant, zu erfahren,
daß im Jahre 1936, 38564 Fremde in hieſigen Optels übernachtet haben,
und wird die Zahl für 1927 weſentlich höher ſein. Der vom Heſſiſchen
Verkhrsverband herausgegebene illuſtrierte Abreißkalender hat überall
eine glänzende Kritk gefunden, und ſind auf dem Verkehrsbüro nur
noch einige Exemplare zu haben. Der mit der Stadtverwaltunn
heraus=
gegebene neue Führer von Darmſtadt mit 18 Illuſtrationen findet
über=
all großen Beifall and iſt auf dem Verkehrsbüro zu RM. 0.10 zu haben.
Der Vorſtand beſchließt, eine Reliefkarte von Darmſtadt und dem
Oden=
wald bis Neunkirchen herauszugeben, wodurch die ſchöne und günſtige
Lage unſerer Stadt am Fuße des Odenwaldes den Fremden in ganz
vorzüglicher Weiſe vor Augen geführt wird. Es iſt geplant, auf dem
Hauptbahnhof ein zweites Verkehrsbüro zu errichten, und ſchweben
Ver=
hodlungen mit den Reichsbahnbehörden. Die Hauptverſammlung ſoll
anfang nächſten Monats ſtattfinden und auf derſelben u. a. die
Her=
ſtellung des Alten=Palais=Gartens eingehend behandelt werden. Der auf
dem Verkehrsbüro eingerichtete Eiſenbahnkartenverkauf wird vom
reiſen=
den Publikum dankbar begrüßt. Die zur Bequemlichkeit des reiſenden
Publitums geſchaffene Einnichtung wird aber immer noch zu weng
benützt. Nicht nur ſämtliche Giſenbahnkarten für das In= und
Aus=
kand, ſondern auch Schlafwagenkarten, Platzkarten für D=Züge,
Nund=
reiſekarten, Luſtfahrlarten liegen zu amtlichen Preiſen auf dem
Ver=
kehrsbüro auf und können dort ſchon am Tage vor der Abr iſe geholt
werden, um an den Bahnſchaltern unnötiges Warten zu vermeiden.
Wie=
derholt hat der Verkehrsverein hieſige Korporationen, Vereine uſw.
ge=
beten, dafür einzutreten, daß größere Tagungen Kongreſſe und
der=
gleichen in Darmſtadt ſtattfinden, und ſollten alle Darmſtädter Vertreter
bei auswärtigen Tagungen dafür eintreten, daß Darmſtadt für die
kom=
menden Jahre mehr wie bisher als Kongreßort gewählt wird. Damft
nicht zu gleicher Zeit verſchiedene Veranſtaltungen in Darmſtadt
ſtatt=
finden, iſt es wichtig, daß alle Tagungen dem Verkehrsbüro ſofort
ge=
meldet werden, und kann von allen Korporationen dieſes Verzeichnis
auf dem Verkehrsbüro eingeſehen werden. Der Verkehrsverein ſtellt den
Vereinen ſein Material (Führer uſw.) zur Verſügung und iſt, wie
bis=
her, bei allen Veranſtaltungen behlflich.
— Martinsgemeinde. Die Mitglieder der eb. Männervereinigung
und des Frauenvereins ſeien hiermit aufmerkſam gemacht auf die am
Montag, den 2. Januar, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus (
Liebfrauen=
ſtraße) ſtattfindende Hauptverſammlung der
Männervereini=
gung, ſowie auf die ſich unmittelbar daran anſchließende
Jahresver=
ſammlung der Nothilfe. (Siche Anzeige in heutiger Nummer.)
— Am Dienstag, 24. Januar, abends 8 Uhr, gelangt im Städtiſchen
Saalbau, darneſtellt von der evangeliſchen Landesbühne, eim neues
Feſt=
ſpiel zur Aufführung: „Helden des Glaubens”, ein Trauerſpiel
aus der Zeit der Chriſtenverfolgung von Nithack=Stahn, deſſen Beſuch
allen Gemeintegliedhern warm ampfohlen wird.
Mele LalltOTOlOTOaOTIA
Ein Urteil von Vielen: „Da ich schon mehrere Jahre zum Putzen meiner Zähne Chlorodont benutze, gestatte ich mir, Ihnen mitzuteilen, daß ich, seit ich Chlorodont VerMenge.
schneeweiße Zähne bekommen habe. Ich hatte früher Zahnbelag und versuchte mit allen möglichen Mitteln denselben zu beseitigen, was mir miclang, bis ich Ihre
Vor-
züigliche Zahnpaste Chlorodont kaufte und auch probierte. Chloroclont allein führte mich zum Ziel. lch ierde heute oft beneidet und gefragt,. omit pflegen und
putzen Sie Ihre 2ähne? lch hann dann Ihnre Zahnpaste Chlorodont ueiter empfehlen, 4aß auch unsere llitmenschen zu einem guten Resultzt kommen, wie ich.
Anbei ein Bild, woraus Sie ersehen ivollen, daß meine Lähne auch uirklich schneeueiß sind, trots des Rauchens. Wenn d4s Bild nicht mehr benötigt wird, bitte
ich um Kücksendung.” Berlin=Tempelnof, Chr. R. Griginzbriek bei unserem Notzr hinterlest) — Gberzeugen Sie sich zuerst durch kauf einer Tube zu 60 Pfg große
Tube 1 Mk. Chlorodlont=Zahnbürsten 1.25 Uk, für Kinder 70 Pf. Chlorodont-Munduasser Flasche 1.25 Mk. Zu haben in allen ChlorodontVerkaufsstellen. Man
dV.48
verlange nur echt Chlorodont und weise jeden Ersatz dafür zurück.
Seite 6
Samstog den 21. Januar 1928
Nummer 21
..und die Sasfernverſorgung in Heſſen?
Die „Suddeutſche Gas=A.=G.‟, Sitz Frankfurt a. M. — Das Problem der Gasfernverſorgung
in Heſſen. — Günſiige Löſung im Intereſſe der heſſiſchen Städte.
Es iſt gewiß nicht jedermann gegeben, die Rentabilität einer
not=
wendigen Neuerung im Handumdrehen einzuſehen. Es iſt ſogar
manch=
mal necht ſchwierig, den Partner, den man für ſeine Ideen gewinnen
möchte, in Kurze zu überzeugen. Es vergeht immer eine gewiſſe Zeit,
und da Geheimniſſe bekanntlich faſt ſtets von neugierigen Intereſſenten
gelüftet werden, ſo bewahrheitet ſich immer wieder die alte Weisheit,
wo zwei ſich ſtreiten, lacht ter dritte. Dieſe Binſenweisheit gilt auch in
dem Falle der Gasfernverſorgung. Für Unemgeweihte ganz plötzlich
kommt folgende Nachricht aus Mannheim:
Zwiſchen der Frankfurter Gasgefellſchaft und der Stadt Mannheim
wurde ein Jutereſſengemeinſchaftsvertrag zwecks gemeinſamer
Gas=
belieferung nen aufzuſchließender Gasverſorgungsgebiete
Südweſt=
deutſchlands abgeſchlofſen. Es beſteht die Abſicht, zur gegebenen Zeit
die Werke der Frankfurter Gasgeſellſchaft und das Städtiſche Gaswerk
Mannheim durch eine Fernleitung zu verbinden. Die Frankfurter
Gas=
geſellſchaft und die Stadt Mannheim haben beſchloſſen, zu dieſem
Zweck die „Sübdcutſche Gas=A.G.” mit dem Sitz in Frankfurt a. M.
mit zunächſt 50 000 Mark Aktienkapital zu gründen. Die Gründung
foll am kommenden Samstag erfolgen.
Hierzu erfahren wir, daß dieſe Neugründung mit dem Frankfurt—
Kölner Kohlenfelderbeſitz nichts zu tun hat. Bei dieſem Projelt will
man vorläufig von Frankfurt a. M. und Mannheim aus durch die „
Süd=
weſtdeutſche Gas=A. 6. Frankfurt am Main die Städte und Gemeinden
in dem Gebiet zwiſchen Frankfurt a M. und Mannheim mit Gas
be=
liefern. Darunter fallen die Orte Vensheim, Weinheim (das jetzt ſchon
von Mannheim beliefert wird), Heppenheim, Darmſtadt. Langen,
Worms und eventuell Aſchaffenburg. Mit einem Teil dieſer Orte waren
ſchon früher von der Frankfurter Gasgeſellſchaft Verhandlungen
eingeleitek, die nun von der neuen Geſellſchaft
fortge=
ſetzt werden kürften. Die Frage der Finenzierung der Anlagen des
Projektes richtet ſich ſahr nach der Ausdehnung der beabſichtigten
Grup=
vengasverſorgung. Es ſollen zunächſt die einzelnen Orte unter ſich
ver=
bunden werden, bis man ſchließlich eme direkte Ringverbindung zuiſchen
beiden Städten geſchaffen hat. Mit dem Bau der Anlagen ſoll auch
nach und nach die Bereitſtellung der Betriebsmitkel erfolgen. Man denkt
daran, die Koſten aus eigenen Mitteln aufzubringen und ſpäter den
An=
leiheweg zu beſchreiten. Von dieſem Projekt abgeſehehn, dürfte die
Frankfurter Gasgeſellſchaft nach Klärung der kommunalen Anleihen
durch die Beratungsſtelle mit einer weiteren Anleihe an den Markt
treten.
Da drängt ſich nm umwillhärlich die Frage auf: Wie ſteht es in
Heſſen mit der Gasfernverſorgung? Hat uns unſer Nachbar bereits die
Rofinen aus dem Kuchen genommen, der ſchon ſeit zwei Jahren im
Heſſen ohne Erfolg gebacken wird, oder beſteht noch Hoffnung auf eine
Gasfernverſorgung für Heſſen?. Bekanntlich bemüht ſich der
Provmzial=
direktor Dr. Kranzbühler=Darmſtadt bezeits ſeit zwei Jahren
ven=
geblich, ein Profekt, das er als überaus wichtig für die heſſiſchen
Kom=
munen erkannt hat, zu verwirklichen, nämlich den Zuſammenſchluß
heſſi=
ſcher Städte zu einer eigenen rentablen Gasfernverſorgung. Es iſt m
bieſem Zuſammenhang intereſſant, zu erfahren, welche Schritte bereits
unternommen worden waren und welche Ausſichten zur Erreichung des
Zieles beſtanden:
Vor zwei bis drei Jahren, als das Problem der Gasfernterſorgung
auch in Deutſchland gelöſt war (in Amerika hatte man dieſe bereits vor
einem Jahrzehnt eingeführt) hörte man von Beſtrebungen aus
Frank=
furt, die zur billigen Gasbelieferung die Gasfernverſorgung benachbarter
Städte und Gemeinden und die Fühlungnahme mit Nachbarſtädten
vor=
ſahen. Damals erkannten Männer wie Provinzialdirektor Dr.
Kranz=
büihler, daß ſofort auch in Heſſen dieſes Problem gelöſt werden wüiſſe,
*Der koloniale Gedanke.
V. Ms zweiter Vortrag der unter dem Titel „Der koloniale
Ge=
danke” veranſtalteten Vortragsreihe der Darmſtädter Studenienſchaft
ſprach geſtern abend Prof. Dr. P. Hambruch aus Hamburg über „Die
Enwwicklung des deutſchen Kolonialreiches‟. Der Redner führte zu
ſei=
nem Thema etwa folgendes aus: Die Frage der deutſchen Kolonien iſt
unabhängig von der Politik, dem Glaubensbekenntnis und der
gefell=
ſchaftlichen Stellung. Daß es Politiker gibt, die gegen Kolonien ſind,
ift bekannt, aber es hat bei wanchen ein Umſchwung eingeſetzt; auf der
underen Seite zeigt ſich jedoch eine gewiſſe Kolonialmüdigkeit. Für
uns iſt die Kolonialfrage eine Frage des Rechtes, denn der Art. 5 der
Wilſonſchen Punkte iſt uns gegenüber nicht erfüllt worden; man kann
daher von einem Kolonialraub ſprechen. Ferner iſt es ein Gebot der
nationalen Ehre, die Kolonien zurückzufordern, weil man die
Kolonial=
lüge aufgebracht hat mit der Behauptung, wir könnten nicht koloniſieren.
Jetzt aber nimmt man die deutſchen Methoden der Kolonialverwaltung
an, weil ſie beſſer ſind. Die Zeit iſt wwar mſerer Forderung
gegen=
über nicht günſtig, aber wir dürfen deshalb nicht davon ablaſſen. Wir
ſind das beſte Kolonialvolk; gerade ſeine Fähigkeiten machen den
Deut=
ſchen zum Koloniſieren geeignet. Viel Arbeit und Tatkraft der
Deut=
ſchen iſt ſchließlich fremden Völkern zugute gekommen. Von jeher haben
die Deutſchen Verſuche gemacht, zu koloniſieven. Die Fugger, die
Wel=
fer, der Große Kurfürſt u. a., haben ſchon in früheren Jahrhunderten
Kolonialunternehmungen betrieben. Hamburg iſt dann langſam zum
Ausfalltor des deutſchen Handels aufgerückt; bereits im 16. Jahrhundert
gingen Hamburger Schiffe noch Braſilien, dann nach Marokko und
an=
deren Ländern. Der Redner ſchilderte dann die Gründung der Kolonie
Groß=Fviedrichsburg an der Guinea=Küſte durch den Großen Kurfürſten,
deſſen Admiral Benfamin Raule den Wert des Welthandels erkannt
hatte. Aber ſchon unter dem Nachfolger des Großen Kurfürſten wurde
die Kolonie wieder verkauft. Die inneren Wirren Deutſchlands ließen
indeſſen den Kolonialgedanken nicht hochkommen. Nach den
Befreiungs=
kuiegen wurden wohl mehrfach Verſuche gemacht, Kolonien ins Leben zu
ruſten, aber das offizielle Deutſchland lehnte dieſe Beſtrebungen ab;
fremde Kriegsſchiffe mußten damals die Deutſchen ſchützen. Nach der
Schaffung eines einigen Reiches und dem Aufblühen der deutſchen
In=
duſtrie und des Handels machten deutſche Kaufleute, namentlich in der
Südſee, die Forderung nach Kolonien geltend, aber es fehlte den
Deut=
ſchen mit Ausnahme derer an der Waſſerkante, die Fähigkeit, in
Konti=
nenten zu denken und das Streben nach Kolonien. Hambung und
Bre=
wen wurden dann die Mittelpunkte der kolonialen Beſtrebungen, die eine
Stütze in den Schiffahrtslinien ud den Faktoreien fanden. Am 20.
Aprik 1880 kam die Samoavorlage, die bei ihrer Annahme uns den
Beſitz eines großen Teiles der Südſee gebracht, doch die Vorlage wurde
abgelehnt, indeſſen wurde dadurch der koloniale Gedanke in Deutſchland
geweckt. Die erſte deutſche Kolonie wurde dann Südweſtafrika; ſie ging
von einem Vertrage des Hamburger Kaufmanns Lüderitz aus. Der
Nedner ſchilderte den weiteren Verlauf der kolonialen Erwerbungen;
er meinte u. a., es ſei in unſerer Kolonialpolitik nur eine Pauſe
ein=
getreten und ſie werde ſpäter wieder aufgenommen. In ſeinen
Dar=
legungen hob der Redner die Tätigkeit der großen Handelsfirmen und
Needereien hervor, wie Gobefroh, Lüderitz und Woermann; die
Erwer=
ber der Kolonien waren Niederdeutſche. Der Redner zog in ſeinen
weiteren Ausführungen einen Vergleich zwiſchen den Methoden der
Kolonialverwaltung der Deutſchen und der anderen Völker, die ſehr zu
Bunſten Deutſchlands ausfielen. Aus denſelben Gründen, die früher
für uns maßgebend waren für die Erwerbung von Kolonien, müſſen
wir jetzt wieder nach Kolonien ſtreben, um unſerer Bevölkerung Arbeit
zu bieten, um Rohſtoffe zu erwerſen und unſere Ernährung ſicher zu
Gder
vorzügliche Geschmack
(2) die
bequeme Zubereitung
()den
niedrige Preis
um den heſſiſchen Städten die Selbſtändigkeit in ihrer
Gasfernverſor=
gung und in der ihrer Nachbargemeinden zu erhalten, und er erſtrebte
einen diesbezüglichen Zuſammenſchluß in einem geſchloſſenen Verband
bei etwaigen Verhandlungen mit Nachbarverbünden, nicht nur das
Mit=
beſtimmungsrecht, ſondern auch güuſtige Bedingungen, für eine etwaige
Intereſſengemeinſchaft zu veranlaſſen. eine Beftrebungen ſtießen auf
harten Widerſtand. Nicht nur Weinheim, das halb für den Gedanken
eines Zuſammenſchluſſes mit Darmſtadt gewonnen war, ſprang infolge
anderweitiger Einf üſſe ab und ſchloß ſich Mannheim an, ſondern auch
Offenbach ſchloß einen Vertrag mit Frankfurt a. M. Gerabe Offenbachs
Anſchluß wäre aber wichtig geweſen, da ja beebſichtigt war, der
In=
duſtrie die Arbeit mit Gas zu ermöglichen. Offenbach ſchlug ſich auf
Frankfurts Seite, und die Stadt erhält nun laut Vertraz 1 Pfg. pro
Kubikmeter in ihrem Bereich verbrauchten Gaſes, ohne dafür ein
befon=
deres Riſiko übernommen zu haben. Der Stadt wird hier ein Gewinn,
der die Gasverbülligung an ſich nicht fördert. — Die Verhandlungen
gingen weiter. Von ſeiten Darmſtadts war man mit dem Plan eines
Zuſammenſchluſſes einverſtanden, und da ja eine Gasfernverſorgung
auch von jeder anderen Stadt aus ſelbſtändig in ihrem Bezirk vovgeſehen
war, da alſo durch dieſe notwendige Intereſſengeweinſchaft keine Stadt
geſchädigt worden wäre, hätte man auch deren Einverſtändnis ohne
wei=
teres erwarten dürfen. Dem war aber nicht ſo. Man überlegte in
Worms, in Mainz, in allen anderen heſſiſchen Städten und ſah ſich nach
allen anderen Seiten um. Man konnte es nicht glauben, daß von Dame
ſtadt ein Vorſchlag gemacht werden könnte, der auch im wirklichen
In=
tereſſe der übrigen Städte lag. Man wollte ſehr vorſichtig ſein. — Und
ſo kam es, daß günſtige Angebote, die zur Zeit des engliſchen
Kohlen=
arbeiterſtreiks gemacht wurden, zerſcklagen wurden. Dos erſte von der
Gewerkſchaft Weſtfalen, ſcheiterte allerdings auch hauptſächlich daran,
daß die Koſten ſür Verwirklichung des Projektes zu hoch waren. Aber
ein anderes Angebot, das der Zeche Hibernia, das den Städten
Offen=
bach, Darmſtadt. Worms, Mainz uſw. mindeſtens zehn Jahre lang eine
Gasverſorgung von erſtaunlicher Billigkeit garantiert hätte, ſcheiterte
an der allzu ernſten Ueberlegung heſſiſcher Städte. Die Verhandlungen,
die wiederum Dr. Kranzbühler führte, waren einſchließlich genaueſter
Berechwung bereits ſo weit gediehen, daß nur noch der Zuſchlag erteilt
zu werden brauchte, und eine billige Gasfernverſorgung für ganz Heſſen,
unter Berückſichtigung der heſſiſchen Gaswerke, wäre geſichert geweſen,
Dabei hätte der Vertrag derart günſtige Einzelbedingungen für Heſſen
gehabt (es ſei nur an die Bedingung des Verbleibens der Gasleirungen
im Beſitz der heſſiſchen Kommunen erinnert), daß es ſich — abeſehen von
der billigen Gasbelieferung — ſchon um deswillen gelohnt hätte. Aber
durch allzu langes Ueberlegen einiger Stellen — Darmſtadt und andere
ausgenommen — verſtrich die Friſt; das Angebot wurde
zurückgenom=
men, und Heſſen hatte das Nachſehen. — So ging es mit einem weiteren
Angebot, und nun kommt heute vbige Nachricht aus Mannheim. In
Heſſen fragte man natürlich bei= Abſchluß dieſer Intereſſengemeinſchaft
nicht an; um Heſſen herum wird man vorausſichtlich eine vielleicht mal
in Frage kommende Verbindungs= Gasleſtunn Fvankfurt—Mannheim
auch nicht legen wollen. Es dünkt uns alſo höchſte Zeit, daß die
Be=
mühungen, einen Verband in Heſſen zur Gasfernverſorgung im
eigen=
ſten Intereſſe der heſſiſchen Städte zu gründen, einen für Heſſen
günſti=
gen Ausgang finden. Denn wer gewährleiſtet den heſſiſchen Städtzen
eine Berückſichtigung ihrer berechtigten Wünſche, wenn ſie ſich ander
weitig etwa anſchließen? Dagegen ſcheit ein jebereinkommen zwiſchen
den heſſiſchen Städten dieſen beſondere Vorteile zu bieten, die ſich zu
ſichern nicht verſäumt werden darf. Auch die heſſiſche
Gasfernverſor=
gung muß ſo aufgezogen wrden, daß ſie zuächſt den Wünſchen ihrer
Verbraucher gevocht werden kann, ohne Rüchſicht auf freundliche
Gemeh=
migung dieſer Wünſche durch die Nachbargroßſtädte Frankfurt oder
Mannheim.
ſtellen. Europa wiud nicht vor Erfüllung der berechtigten deutſchen
kolonialen Wünſche zur Ruhe kommen. Mit einem Hinweis auf die
Aufgabe, den koloniaſen Gedanken zu pflegen, ſchloß der Redner ſeine
Darlegungen, die von der Studentenſchaft, die zahlreich in der Otto=
Berndt=Halle erſchienen war, mit ſtarkem Beifall aufgenommen wurden,
(I. St.65
Wochenſpielplan des Heſſiſchen Landestheaters
Großes Haus.
Sonntag, den 22. Januar, 18½ Uhr, Ende 22 Uhr. L. 8. „Aida”,
Oper von Verdi. Preiſe 1,20 bis 12 Mk.
Montag, den 23. Januar. Keine Vorſtellung.
Dienstag, den 24. Januar, 19½ Uhr, Ende 22 Uhr. A 11. „Dex
Reviſor”, Komödie von Gogol. Preiſe 1 bis 10 Mr.
Mitwoch, den 25. Januar, 19 Uhr, Ende nach 22 Uhr. B 11.
„Die Zauberflöte”, Oper von Mozart. Preiſe 1 bis
10 Mk.
Donnerstag, den 26. Januar, 19 Uhr, Ende 213 Uhr. ( 10.
„Fidelio”, Oper von Beethoven. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Freitag, den 27. Januar, 19½ Uhr, Ende 22 Uhr. D 12. „Der
Reviſor”, Komödie von Gogol. Preiſe 1 bis 10 Mr.
Samstag, den 28. Januar, 19½ Uhr, Ende 22 Uhr. Außer
Miete. Einmaliges Gaſtſpiel Albert Baſſermann mit
En=
ſemble. „Der Diktator” Schauſpiel von Jules
Ro=
main. Vorverkauf für Mieter zum Preiſe von 1 bis 10 Mk.
am Montag, den 23., und Dienstag, den 24. Januar.
All=
gemeiner Verkauf ab Mittwoch, den 25. Januar.
Sonntag, den 29. Januar, 19 Uhr, Ende gegen 22 Uhr. A 12.
„Caballeria ruſticang”, Oper von Mascami.
Hierauf: „Der Bajazzo”, Oper von Lemcavallo.
Preiſe 1,20 bis 12 Mk.
Kleines Haus.
Sonntag, den 22. Januar, 11½ Uhr. Gaſtſpiel der „Neuen
Tanzbühne Jooß=Keith” Preiſe 1, 2, 3 Mk. Für
Mitglieder des Bühnenvolksbundes Karten bei Chriſtian
Arnold zu Preiſen 0,75, 1,50, 2,25 Mk.
19½ Uhr, Ende 22 Uhr. Zuſatzmiete II (7),
Wahlvorſtel=
lung. Zum letzten Male: „Im Dickicht der Städte”,
Schauſpiel von Brecht. Preiſe 1,20 bis 6 Mk.
Montag, den 23. Januar. Keine Vorſtellung.
Dienstag, den 24. Januar, 19 Uhr, Ende 22 Uhr Zuſotzmiete
V (8). „Zar und Zimmermann”, komiſche Oper von
Lortzing. Preiſe 1,20 bis 6 Mk.
Mitzwoch, den 25. Januar, 20 Uhr, Ende gegen 22 Uhr.
Kou=
zertder Vereinigung Darmſtädter
Soliſtin=
nen. Werke v. Günther Raphael, Hugo Herrmann, Bernz
Zeh. Preiſe 1, 2, 3 Mk.
Donnerstag, den 26. Januar. Keine Vorſtellung.
Freitog, den 27. Januar, 19½ Uhr, Ende nach 22 Uhr. K 10
(Bühnenvolksbund), für diejenigen K=Mieter, die
Zuſatz=
miete Xl haben. „Coſi fan tutte‟, Oper von Mozart.
Preiſe 1,20 bis 6 Mk.
Samstag, den 28. Januar, 19½ Uhr, Ende 22 Uhr. L. 9. „Der
Opernball”, Operette von Heuberger. Preiſe 150 bis
7,50 Mk.
Sonntag, den 29. Januar, 19½ Uhr, Ende nach 22 Uhr. Außer
Miete. „Der Lumbe=Awend oder Mann is
Mann”. Dargeſtellt von der Heſſiſchen Spielgemeinſchaft
Preiſe 1, 2, 3 Mk.
— Turngeſellſchaft 1875. Wir machen unſere Mitglieder darauf
auf=
merbſam, daß am Samstag, den 2. Januar, die letzte
Wochenverſamm=
lung vor der Hauptverſammlung ſtattfindet. Die Tagesordnung umfaßt
einige wichtige Punkte, u. a. die Wahl der Kaſſenprüfer. Wir bitten
unſere Mitgli der um pünktliches Erſcheinen. Gleichzeitig machen wie
noch auf die am Dienstag ſtattfindende Tu.merſchaftsverſammlung aufe
merkſam. An dieſem Abend werden die Turnwarte und Vorturner
ge=
wählt, und wir erſuchen alle Mitglieder, pünktlich zu erſcheinen. Die
Wahl der Turnerinnenwarte erfolgt am Donnerstag, den B. Januar,
nach der Turnſtunde. Mitgli=der, und ganz beſonders die Turnerinnen,
bitten wir anweſend zu ſein. Auf die in den nächſten Tagen erſcheie
nende Anzeige zu unſerer diejährigen Hauptverſammlung, weiſen wie
ſchon heute hin und bitten die Mitglieder, den Tag, 29. Januar,
iri=
zuhalten. In Anbetracht der Wichtigkeit der Hauptuerſammlung iſt *
nötig, daß die Mitglieder und auch die Aktiven zur Stelle ſind.
Helden des Glaubens. Zu unſerer geſtrigen Notiz unter der gleichen
Ueberſchrift bringen wir heute noch einige Zeitungskridkn zu der
gleichen Aufführung, wie wir ſie am kommenden Freitag im Städtiſchen
Saalbau erleben können. Die „Freiburger Zeitung” ſchreibt unter dem
24, Oktober 1927: „Im Evangeliſchen Gemeindehaus gelangte am letzt.m
Freitag unter Mitwirkung nur erſtklaſſiger Berufsſchauſpieler das
Feſt=
ſpiel „Helden des Glaubens” in 5 Aufzügen, von W. Nithack=Stahn,
zur Aufführung. Alle Spieler hatten ſich vorzüglich in ihre Rollen
ein=
geſpielt. Geradezu ein feierliches Erlebnis wurde der ſchlichte
Gottes=
dienſt in den Katakomben. Auch die Koſtüme die der damaligen Zeit
genau entſprachen, lieferten den Beweis, daß die Bühne unter Diveitor
Heinz Selzer=Dortmund auf voller Höhe ſteht.” — Der „Wetzlarer
An=
zeiger” ſchreibt: „Die Wirkung des Stückes war ſo ergreifend, daß ſich
nach den Aktſchlüſſen der Beifall nur zögernd hervorwagte, weil man
die andächtige Stimmung, die über allem ſchwebte zu profanieren
wähnte. Die Künſtler dürfen aus der Ergriffenheit der Anweſenden
den Schluß ziehen, daß es ihnen durch ihre Darbietung gelungen iſt,
wirklich hehre Kunſt den Zuhörern zu vermitteln.” Für die Aufführung
iſt es ratſam, ſich Karten im Vorverkauf in den bekannten Läden
(Waitz, Heckmann, Paul Weiß, Bender) zu beſorgen. (Näh. ſiehe Plakate.)
Bp. Stenographielehrerprüfung. Zu der vom 16. bis 18. Januar in
Darmſtadt abgeheltenen 4. Stenographielehrerprüfung hauten ſich 31
Teil=
nehmer gemeldet. Davon ſind vor und während der Prüfung 9
zurück=
getreten; 21 Teilnehmer haben die Prüfung beſtanden. 16 gehören dem
Schuldienſt an (4 dem höheren), 1 iſt Privatſehrer, 1 Studentin, 1
Ju=
gendleiterin 2 ſind Kaufleute. Beſtanden haben: „Gottfried Blümele
Offenbach, Adolf Bröning=Offenbach, Ernſt Buick=Bensheim. Heinrich
Gerſtenfchläger=Erboch Erna Göſſel=Mainz, Dr. Val. Grode=Bingen,
Dr. Joſ. Hirſchmann=Mainz, Georg JoſtMainz, Ireue Kiſch=Darmſtadt,
Marie Leitzger=Mainz, Anna Mayer=Mainz, Siegfr. Pacher=Darmſtadt,
Nerl Reineck=Siegen. Hedwig Roth=Mainz, Hedwig Sanver=Wörrſtadt,
Hebwig Schmidt=Mainz, Fritz Thöt=Nieder=Ramſtadt, Ferdinand Vetter=
Laubach. Anna Weber=Darmſtadt, Schw ſter Conſolata=Bimgen, Betty
Zeisler=Mainz.
Lokale Veranſialtungen.
De Krrunter urſcheinenden Notlzen ſind ensfchllehlich a.6 Hinweiſe auf Knueigen ur beirsdin
m keinem Falle iegendwie elt Peſbrechung eder Kritl
Vereinigung früherer Leibgardiſten.
Darm=
ſtadt. Wir machen unſere Kameraden auf die Einladung der
bater=
ländiſchen Verbände zur Reichsgründungsfeier, welche heute abend um
8.30 Uhr im Nummelbnäu ſtattfindet, aufmerkſam, und bitten, zahlreich
daran teilzumehmen.
Briefkeſien.
Jeder Anfrage iſt die ſetzte Bezugsquiktung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beaniwostet. Die Beantwortung erfoigt ohne Rechteverbindlichtkelt.
A. S. Die Genoſſenſchaft wird durch den Voyſtand gerichtlich und
außergernhtlich vertmten. Der Vorſtand beſteht aus zwei Mitgliedern,
die von der Genevalverſammlung gewählt werden. Durch das Statut
kann eine höhere Mitgliederzahl feſtgeſetzt werden. Eine die
Genoſſen=
ſchaft bindende Zuſage müßte deshalb mindeſtens von zwei
Vorſtandsmit=
gliedern gemacht worden ſein, wnn die Genoſſenſchaft durch ſie
haftba=
gemacht werden ſollte. Ob Sie ſich mit Erfolg an den Vorſtandsbeamten
halten könnten, ſcheint uns recht zweifelhaft zu ſein.
H. St. An ſich nicht, da ſie ja zu der Stiefmutter in keinem
Ver=
wandtſchaftsverhältniſſe ſtehen. Bezüglich dieſer Tatfache beſtehem in deit
einzelnen Ländern keine Verſchiedenheiten.
Tageskalender für Samstag, den 21. Januar 1928.
Landestheater, Großes Haus, Anf 19½ Uhr, Ende 22 Uh:
„Der Rebiſor” — Kleines Haus, Anf. 19 Uhr Ende 22 Uhr:
Kaisers Brust-Caramellen
mit den,„ 5 Jannen.
beifen hier. Wie lästig, wie guälend ist der Husten, wie gefährlich d.
Keuch-
husten, wie sch imm das kratzende Gefahl im Hals bei Verschleimung,
bei Heiserkeit. Hier helten nur die berühmten, seit 85 Jahren
be-
währten Kaiser’s Brust Caramellen Paket 40 Pig Dose 80 Pig.
Zu haben in Apotheken, Drog rien und wo Plakate sichtbar
Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele, Helia.
Darmſtüdter Ski= un5 Wanderhütte auf dem Rußſtein meldet 3—4
Zentimeter Neuſchnee bei — 2 Grad. Die Gawettläufe finden ſtatz.
Feldberg im Taunus meldet 20 Zentimeter Schnoe bis nach
König=
ſtein bei — 2 Grad.
FRANKFURT AM MAIA
Oafé-Kabarett Gastspiel
ORILN TARRÄ
Das Tagesgespräch Frankfurts.
Täglich ½9 Uhr Faschingsbetrieb
Orion-Casind. mit Kabaretteinlagen. 121
haben
MAGG‟ Fleischbrähwürfel
bei allen Hausfrauen so beliebt gemacht
Mummer 24
Somstag, den 21. Jamuar 1928
Seite 7
VOLLENDET
DAS 2O.IAHR
SEINES BESTEHENS
Als Ergebnisdieser 80jährigen Arbeit Kann
HAUSNBÜERBURGder OFentlichkeit nichts anderes vorlegen,als VIER
Zigaretten-Sorten. Das scheint wenig, aberes ist viel, wenn manden Anteil
dieser VIER Zigaretten am deutschen Gesamt-Verbrauch kennenlernt.
Nach den ietzten AMTLICHEN Beststellungen entfallen auf:
AIIERSPFG.
OIERSTOLZ
B8.3W0uc4rrrrnn
Brast
damit ist OYERSTOLA die meistgerauchte deursche 5-Pfennig-Zigarette
ALIERGPFG.
RAIANKLAU
88.7 00HctBrrrim
Muisc
DKBuKd
damit ist RAVENKLAU die meistgerauchte deutsche 6-Pfennig-Zigarette
ALIERSPFG.
ZIGARETTEN
damit ist IOWENBRÜCKdie meistgerauchte deutsche 8-Pfennig-Zigarette
ALLER1OPFG.
ZIGARETTEN
Im Freien Wettbewerb mit Hunderten von anderen Fabriken hat sich dieser
große Anteil am deutschen Gesamt-Verbrauch auf die VIER Marken einer
Einzigen Firma vereinigt. Solch freiwillige Anerkennung des Verbrauchers
ist dem Fabrikanten der schönstelohn für sein Bemühenumeine gute Ware
Mff
[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Die Landwirtſchaftskammer
hält bei genügender Beteiligung Buchführungslehrgänge in
ein=
zelnen Ortſchaften ab. Die Gemeinden, die einen ſolchen
Lehr=
gang in einfacher landwirtſchaftlicher Buchführung wünſchen,
werden gebeten, ſich durch den Vertrauensmann der
Landwirt=
ſchaftskammer an letztere zu wenden. Ein ſolcher Lehrgang
dauert etwa 15 Stunden, die ſich auf 2½ Tage verteilen. Das
Lehrheſt koſtet für jeden Teilnehmer 1 Mark, die
Teilnehmer=
gebühr wird auf Anfrage von der Landwirtſchaftskammer
mit=
geteilt. Zur Teilnahme ſind alle Landwirte, die einen Beitrag
zur Landwirtſchaftskammer zahlen, ſowie deren Söhne und
Töchter im Alter von über 17 Jahren berechtigt.
J. Griesheim, 19. Jan. Wir verweiſen heute auf das am Sonntag
abend im Kaiſerſaal ſtattfindende Geſangs= und Inſtrumental=Konzert
des Geſangvereins „Liedertafel”, das für jeden Geſangs= und
Muſik=
freund einige Stunden angenehmſter Unterhaltung bieten wird. — Am
Mittwoch morgen kam beim Einſteigen in die Straßenbahn der 42
jäh=
rige Maurer Karl Heidelbach zu Fall und mit dem rechten Fuß zwiſchen
Schiene und Schutzblech des ſich noch in Bewegung befindlichen Wagens.
6. erlitt eine Quetſchung des Fußes, die ihn wohl für einige Zeit
arbeitsunfähig machen wird. — Der Evangeliſche Jünglingsverein führt
am A. und 22. Januar „Die Bauernführer” von Walter Flex auf. Er
hat dieſes Stück gewählt, weil es geſchrieben iſt fur die Jugend.
17½ Jahre war der Verfaſſer alt, als er das Stück mit ſeinen
Kame=
raden zum erſten Male aufführte. Das Stück verſetzt uns im die Zeit
der Bauernkriege, als die Bauern ſich erhoben gegen ihre Herren und
Bedrücker, die Fürſten und Grafen und Adeligen. An ihrer Spitze ſteht
der Aufrührer und Revolutionär Thomas Münzer, deſſen Gedanken
und Ideen auch heute wieder unſer Volk durcheinanderbvingen. Hier
kämpfen Menſchen um ihr Recht, um neue Lebensgsſtaltung, blatiger
Aufruhr tobt durchs Land. Das Stück hat all denen etwvas zu ſagen,
die mit offenen Augen die Lage uſeres Landes betrachten, die
mit=
kämpfen wollen, daß unſer Volk umgegoſſen wird in eine neue Form,
die dem heutigen Leben entſpricht. Das Stück bewegt ſich nicht in dem
altgewohnten Rahmen, wie er ſonſt bei ſolchen Stücken üblich iſt. Es
treten Menſchen dor uns, die die ganze Welt aus ihrem alten Gleiſe
herauswerfen, die ganze Welt aus den Angeln heben möchten. Es
wäre zu wünſchen, daß viele Briesheimer ſich das Stück anſehen
wür=
den, denn damit ſoll der Gemeinde gedient und geholfen werden.
—Pfungſtadt, 20. Jan. Im Gaſthaus ,Rheiniſcher Hof”
veranſtal=
tet am Samstag, abends 8 Uhr. Landw. Aſſeſſor Stumpff vom
Land=
wirtſchaftsamt Darmſtadt eine Lichtbildervorführung mit Vortrag über=
„Kartoffelbau uter beſondever Berückſichtigung der Kartoffelkrankheiten”,
4a. Eberſtadt, 20. Jan. Zu Todeverbrüht. Das drei Jahre
alte Kind einer hieſigen, in dem neuen Siedlungsviertel „Am
Lämmches=
berg” wohnenden Familie fiel in einen größeren, mit Spüllvaſſer
ge=
füllten Behälter und trug derartige Brandwunden davon, daß es daran
ſtarb. — Die Fr. Turnerſchaft, die dieſer Tage ihre
Hauptver=
ſammlug abhielt, wählte zum 1. Vorſitzenden Georg Metzer 1. Es
wurde ferner beſchloſſen, am 2. Juli die Ginweihung des Sportplatzes
vorzunehmen. — Der Mufikverein „Edelweiß” hielt dieſer
Dage ſeine diesjährige Hauptverſammlung ab. Zum 1. Vorſitzenden
wurde Friedrich Darmſtädter gewählt. Das Vereinslokal befindet ſich
in dieſem Jahre im Gaſthaus „Zum Bergſträßer Hof”, „wo auch die
Proben ſtattfinden. Der Verein iſt im abgelaufenen Jahre ſowohl mit
ſeinem Streich= als auch mit ſeinem Blasorcheſter verſchiedentlich bei
feſt=
lichen Veranſtaltungen an die Oeffentlichkeit getreten. Demnächſt foll ein
gemütlicher Abend ſtattfinden.
42. Malchen, 2. Jan. Wertzuwachsſteuer. Für die
Ge=
meinde Malchen iſt mumehr ebenfalls eine Ortsſatzung über die
Er=
hebung einer allgemeinen Wertzuwachsſteuer in Kraft getreten. Die
miniſterielle Genehmigung iſt ebenfalls erfolgt. Die neue Ortsſatzung
liegt bis zum 28. Januar auf dem Amtszimmer, des Bürgermeiſters
Steimmetz zur allgemeinen Einſicht auf. — Feuerwehrball. Der
diesjährige Feuerwehrball der Freiwilligen Feuerwehr Malchen findet
am Samstag, den 21. Januar, im Saale des Gaſthauſes „Zur Linde‟
(Jakob Weicker) ſtatt. Vorausſichtlich werden auch Feuerwehrleute aus
der Umgegend in geſelliger Weiſe mit ihren Malchener Kameraden
zu=
ſammentreffen.
ſchaftsamt Darmſtadt ſpricht am Sonntag, den 22. Januar, nachmittags
3½ Uhr, über „Rationelle Düngung”.
Waſchenbach, 20. Jan. Landwirtſchaftsrat Dr. Schmaldt vom
mitags 3 Uhr, im Gtaſthaus Schneider, ſprechen über: „
Bodenbewirt=
ſchaftung und Anwendung der künſtlichen Düngemittek”
G. Ober=Namſtadt, 2. Jan. Nunmehr haben ſich auch hier die
Metzger zu einem Preisabſchlag entſchloſſen, und zwar koſten jetzt:
Abfuhrſcheine aus der Hol=verſteigerung vom 17. Januar (Forſtort
Eichelbeng) können vom 23. d. M. ab bei der Gemeindekaſſe in Empfang
genommen werden.
Ober=Ramſtadt, 20. Jan. Direktor Seeger vom
Landwirtſchafts=
amt Darmſtadt wird am Sonntag, den 22. Januar 1928, nachmittags
3½ Uhr, im Gaſthaus Fiſcher, einen Vortrag halten über: „Warum
berdient eine ſachgemäße Bodenbearbeitung genau ſo viel Beachtung wie
die Düngung einer Kulturpflanze?”
* Roßdorf, 20. Jan. Der hieſige Zweigverein des Evangeliſchen
Bundes veranſtaltet am Sonntag, den 2. Januar, abends 8 Uhr, im
Saale des Darmſtädter Hofes ſeinen Deutſchen Abend. Kapitän von
rigen Erlebniſſe zur See. Gedichſte und Lieder umrahmen den Vortrag.
von den Behöuden doch erfreulicherweiſe Stellung genommen. Durch zumächſt die Schickſale Böttgers, dem auf der Albrechtsburg bei Meißen
Vermittlung eines hieſigen Vertreters hatte eine Darmſtädter Firma
daß es vor dem Beſuch der Veranſtaltung warnt. Form und Inhalt Gold; die gefertigten kunſtwollen Gegenſtände aus Porzellan wurden
ſe=
der Antündigung ſeien irreführend und enthielten den Tatbeſtand einer doch mit Gold aufgewogen. Der Vortvagende gab dam einen
Ueber=
unlauteren Reklame, ſowvie der unerlaubten Ausübung der Heiltunde, blick darüber, wie das ſorgſam gehütete Geheimnis durch entflohene Mit=
Wunderwirkungen größtenteils unwichtig und geeignet, in der Bevöl= Schutze des Erzbiſchofs von Mainz herrliche Fayengen, mit köſtlicher
kerung falſche Vorſtellungen zu erwecken. Auch die Vornahme von
Ex=
verimenten an leidenden Perſonen ſei verboten und ſtrafbar. Auf der Werkſtätten in Straßburg, Bayreuth und Ludwigsburg ſtizzenhaft
Grund dioſer kreisamtlichen, öffentlich bekannt gegebenen Mitteilung
herumziehende Kurpfuſcher. — Der Schrehergartenverein hält
dieſen Sonntag nachmittag im Gaſthaus. Zum Löwen” ſeine General= verſtand es, in geiſtreicher Weiſe die Anfänge des euopäiſchen
Porzel=
verſammlung ab. — Eme Lokal=Geflügelausſtellung hält, ſans und die mit ihm in Verbindung ſtehenden kulturellen Verhältniſſe
— Am Samstag abend hält die hieſige Schützengeſellſchaft E. V. den wohlgelungenen Vortrag dankten.
ihr diesjähriges Wintervergnügen im Gaſthof „Zum Löwen” ab.
Groß=Umſtadt, 19. Jan. Geflügel=Ausſtellung. Der
Verlauf der großen Allgemeinen und Bezirksausſtellung für Geflugel, 19. Januar: 1,42 Meter; am 20. Januar: 144 Meter.
Kaninchen und Kanarien nahm einen für alle Teile befriedigenden
Ver=
lauf. Die Beſchickung mit 730 Nummern war auch nach Güte der Aus= Beim Holsfällen im hieſigen Staatswald kam der Waldarbeiter
Guggen=
ſtellungstiere glänzend gelungen. Sowohl Ausſteller wie Beſucher der berger unter einen umſtürzenden Stamm, der ihn unter ſich begrub.
Ausſtellung waren ſehr befriedigt. Kamen doch über 70 Ehrenpreiſe
ſowe 60 Prozent des Standgeldes zur Ausgabe. Der am Samstag abend
vollem Hauſe einen würdigen und zugleich humorvollen Verlauf. Im 7
Auftrag des erkrankten 1. Vorſitzenden hielt Herr Block die Begrüßungs= Motorradunfall. Gerr Forſtwart Kochhafen ſtieß bei einer
anſprache in Namen des Vereins und Herr Nelius als Bezirksvorſitzen= 7
der. Fräulein Karp trug einen wundervollen Prolog vor, Frau Nelius erheblich beſhädigt wurde. Sein Bruder, der auf dem Soziusſitz mit=
und Herr Geora Walter ſangen das Duett „Hahn und Hühnchen”, der fuhr, erlitt derartige Verletzungen, daß er ins Krankenhaus verbragn
tenkind” vor. Alle Leiſtungen waren vorzüglich und brachten die hei= der Hand.
terſte Stimmung. Es iſt nicht möglich, im Rahmen eines kurzen
Be=
uichtes die Namen aller Preisträger zu nennen, es ſei nur erwähnt, daß genberg hält am kommenden Sonntag, den 2. Januar, eine große
Ge=
trotz der großen Konkurrenz auswärtiger Züchter doch ſehr viele Ehren= flügelſchau ab, die mit einer Produktenſchau verbunden iſt.
preiſe und erſte Preiſe auf die einheimiſchen Züchter entfielen; ein
Be=
weis für den hohen Stand der Zucht in Groß=Umſtadt ſelbſt. Möge
dieſe ſchöne und wohlgelungene Veranſtaltung der Kleintierzucht im reits am kommenden Sonntag findet hier der erſte Preismaskenball ſtatt;
allgemeinen ſowohl in ſpurtlicher wie in wirtſchaftlicher Hinſicht neuen
Anſporn geben.
Verſammlung des Obſtbauvereins ſyrach Obſtbauinfpektor Behne über
Maßnahmen zur Förderung des Obſtbaus, insbeſondere die Schäd= des Bahnhofes anbringen ließ. Zehn erſtklaſſige Preiſe werden an die
lingsbekämpfumg durch Soritzen, ſowie Verringerung der vorhandenen beſten Masken verteilt, ſo daß es ſich ſchon lohnt, ein originelles
Masken=
am meiſten begehrten Sorten. Es liegen ſo diele Anmeldungen vor, niſchen GHof” ſtatt.
daß die hier ſtationierte Motorbaumſtuitze in Tätigkeit treten kann.
Auch die nötige Zahl der umzupfropfenden Bäume iſt geſichert. Selbſt 9
eine Pfropfkolonne iſt hon gebildet. Der verlaugſamte und uugen= Sonntag ſeine, erſte Geflügel= und Kaninch=uſchau ab, die auch von
gende Abſatz des Obſtes führte zur Veſprochung einer Obſtabſatzgenoſſen= außerhalb ſtark beſchnckt werden wird. Mit der ungefähr 500
Ausſtel=
ſchaft für den ganzen B
I.
Samstag den 21. Januor 1928
Nummer 21
Schnee im Odenwald.
Die Bohrungen bei Rüſſelshein.
Bp. Lindenfels, 21. Ja. Vorletzte Nacht ging über der
Gegend von LindenfelsNeunkirchen=Lützelbach erneut Schmeefall nieder,
ſo daß die Schneedecke ewwa 7—10 Zentimeter beträgt. Auch iſt Freitag
vormittag wieder Froſt zu verzeichnen geweſen. Der Schnee liegt trocken.
Sofern am Samstag etwas Neuſchnee eintritt, iſt für Winterſport am
Sonntag Gelegenheit geboten.
— Reinheim, 20. Jan. Der hieſige Poſaunenchor hat ſich aufs
ſchönſte enzwickelt. Am kommenden Sonntag, den 22. Januar, wird er
im Saalbau „Zur Spitze” einen Unterhaltungsabend veranſtalten. Das
Programm iſt reichhaltig. Neben dem Chor werden auswärtige
Zither=
vereinigungen Vorträge zu Gehör bringen, wird ein Jugend=Orcheſter
ſpielen und Soppanſolos ſich hören laſſen. Zwei Theaterſtücke und ein
Schattenſpiel werden aufgeführt. Zahlreicher Beſuch iſt dem Verein zu
wünſchen.
— König, 19. Jan. Die Freiwillige Feuerwehr konnte einen
beſon=
dewen Ehrentag feiern. Kamerad J. Mannheimer, der 40 Jahre aktib
der hieſigen Wehr angehört, wurde ſeitens des Herrn Regierungsrats
Schwan im Beiſein des Herrn Feuerwehrinſpektors Meher und des
Ge=
meinderats das Feuerwehrehrenzeichen für 40jährige Dienſtzeit überreicht.
Die aktive Mannſchaft der hieſigen Wehr trat mit Muſik um 3½3 Uhr
am Löſchgerätehaus an, wo Herr Regierungsrat Schwan vor
verſammel=
ter Mannſchaft die Ehrung vornahm. Nach der Ehrung marſchierte die
Freiwillige Feuerwehr in Begleitung des Herrn Regierungsrats Schwan,
des Herrn Kreisfeuerwehrinſpektors Meher und des Gemeinderates mit
ihrer vortreflichen Muſik in das Vereinslokal, Gaſthaus „Zum Noß”.
Der 1. Obmann. Kamerad Koch, begrüßte in markigen Worten den
Ver=
treter des Kreisamts. Herrn Regieruasrat Schwan, ſowie den Herrn
Kreisfeuerwehrimſpektor Metzer und den Gemeinderat. Er beglückwünſchte
den Jubilar, Kamerab Mannheimer, im Namen der Wehr und ſprach
die Hoffnung aus, daß der Jubilar noch recht lange der hieſigen Wehr
in voller Geſundheit angehören möge. Im Namen der Gemeinde König
begrüßte Herr Beigeordneter Keller den Herrn Kreisamtsvertreter und
den Herrn Feuerwehrinſpektor Meher und beglüchwünſchte den
Dekorier=
ten im Namen der Gemeinde. Herr Regierumgsrat Schwan dankte für
die freunedlichen Begrüßungen und richtete herzliche Worte an den
Jubi=
lar und an die verſammelten Kameraden.
4. Aus dem mittleren Odenwald, 19. Jan Preisabſchlag bei
Nußbaumholz. Während ſeither Nußbaumſtämme, ſehr geſucht
waren und bis zu 180 RM., pro Feſtmeter von den Händlern geboten
wurden, die das Holz zum Teil ſelbſt vevarbeiteten oder an Möbel= und
Gewehrfabriken weiterlieferten, iſt ſeit eimigen Tagen, die Nachfrage
ganz gering geworden. Es werden pro Feſtmeter nur noch höchſtens
120—130 RM. geboten und von den Händlern erklärt, infolge des
Han=
delsabkommens mit Polen kämen von dort viele Holzſortimente herein
und drüchten auch den Preis. Auch die Preiſe für Nutz= und
Stamm=
holz ſind ſo heruntergegangen.
F. Eberſtadt, 2. Januar.
* Wie wir bereits gemeldet haben, wurde in der geſtrigen
Gemeinde=
ratsſitzung, auf deren Tagesordnung als einziger Pmkt die Wahl geſtellt wurden.
eines beſoldeten Bürgermeiſters für die Gemeinde
Eberſtadt ſtand,
Dr. Curt Uecker= Darmſtadt
zum Berufsbürgermeiſter auf die Dwuer von 9 Jahren gewählt.
Die entſcheidende Sitzung.
der mißglückten Wahl des Bürgermeiſters RitzelMichelſtadt am B.
September v. Js. galt es, unter den Bewerbern um den
Bürgermeiſter=
poſten nunmehr eine andere Wahl zu treffen. Es wvaren dabei große
Schwierigkeiten zu übewwinden, und manchmal ſchien es, als ſei eine
Löſung nicht möglich. Urſprünglich ſtanden drei Bewerber in der neun Jahre gewählt iſt.
engeren Wahl, deren Roferate die Gemeinde entgegengenommen hatte.
Zwei dieſer Bewerber zogen ſpäter ihre Bewerbung zurück. Nur der
Malchen, 9. Jan. Landw=Reſerendar Löhleim vom Landwirt= Stadtinſpektor Lang=Darmſtcdt, der von den Demokraten
vorgeſchla=
vorübergehend Ausſicht, gewählt zu werden. Dieſe Ausſicht verringerte
ſich aber durch den Umſtand, daß die Rechte des Gemeinderats mit zwei
neuen Vorſchlägen hervortrat, nämlich den Bewerbern Dr. Curt
Landwirtſchaftsamt Darmſtadt wird am Sonntag, den 2. Januar. nach= Uecker= Darmſtaht, den urſprümglich die Demokraten ſchon einmal
vorgeſchlagen hatten, der aber im zweiten Wahlgang unterleg, und Dr.
Karl Goll=Alzey. Als auch letzterer ſeine Bewerbung zurückgezogen
hatte, und die So=jaldemokraten für ihren zurückgetretenen Kandidaten, nach ſeinen Taten zu beurteilen haben. Der Kampf iſt zu Ende. Es
Dr. Schäfer=Weimar kurz vor der Wahl noch den Landtagsabgeord=
Schweinefleiſch, Bauchlappen 0.30 Mk.; Bratenfleiſch 1 Mk.; Schwartell=, neten Storck=Darmſtadt zur Kandibatur ſtellten, war die Wahl unter meinde dienende Arbeit zu leiſten. Dazu müſſen ſich alle
magen und Fleiſchwurſt 1 Mk: Leber= und Blutwurſt 0,80 Mk. — Die Lang, Uecker und Storck zu treffen. Aeußerlich zeigte ſich das große
Intereſſe, das die Bevölkerung der Wahl entgegenbrachte, an dem großen
Zuſtrom Neugieriger. Der Sitzungsſaal, die Treppen zum Sitzungsſaal
und der Rathaushof waren dicht belagert. Polizei und Gendarmerie
hielt die Ordnung aufrecht. Sie hatten aber keinen Anlaß,
einzu=
ſchreiten.
Beigeordneter Flick eröffurte, nachdem die einzelnen Fraktionen
noch kurze Beſprechungen untereinander gepflogen hatten, die Sitzung
Die Wünſchelrute zeigt Gas an. — Die
Gasquelle Heliumhaltig?
* Rüſſelsheim, 20. Januar. (Priv.=Tek)
Unlängſt wurde von der Auffindung einer Heliumgasquele
auf dem Gelände der Opelwerke bei Rüſſelsheim geſprochen. In
einer Tiefe von etwa 60 Metern ſei man auf eine
Verlagerungs=
ſpalte geſtoßen, aus der Helium entweiche. Helium iſt nicht nur
in Deutſchland, ſondern in der ganzen Welt etwas außerordend,
lich Seltenes, ſo daß die Fachleute die Meldung von Anfang a
äußerſt ſkeptiſch aufnahmen. Man hat recht daran getan, wenn
man der Meldung mit gewiſſen Zweifeln gegenüberſtand. Es
hat ſich bis jetzt nämlich nur die Vermutung herausgeſtellt, man
könnte auf eine Heliumquelle ſtoßen. Auf dem Gelände iſt man
ſeit einiger Zeit dabei, die Waſſeranlagen erheblich zu ewweitern.
um die in der Tiefe vorhandenen Waſſermengen rationell aus,
zunutzen, hat man den bekannten Wünſchelrutengänger Edler
v. Graeve aus Gernerode gerufen. Dieſer glaubt nun aus dem
Ausſchlagen ſeiner Rute erkannt zu haben, daß ſich in dem
Boden der Werke ein reichhaltiges Gasvorkommen befinde und
hat gebeten, danach Bohrungen anzuſtellen. Die Opelwerke haben
ſich erboten, dieſe Angaben nachzuprüfen. Sollten ſie ſich bewahu
heiten, ſo wird es davon abhängen, in welchem Maße die
Gas=
quelle Helium enthält. Die bisherigen Vorkommen in
Deutſch=
land enthielten das koſtbare Gas nämlich in nur ſo geringen
Mengen, daß eine wirtſchaftliche Ausnutzung nicht in
Frag=
kam. Einzig und allein in Amerika hat man bisher Gruben ent
deckt, die in dem ausſtrömenden Gas einen Heliumgehalt von
1 Prozent enthalten, ſo daß man die amerikaniſchen Luftſchiffe
mit dem koſtbaren Gas füllen konnte, wodurch die
Exploſions=
gefahr auf einen Bruchteil herabgeſetzt wurde. Im Intereſſe
unſerer Luftſchiffahrt wäre ein ſtarkes Heliumvorkommen in
Rüſſelsheim außerordendlich erwünſcht.
und wies auf deren Bedeutung hi. Die Fraktionsführer gaben woöh
eimnmal ſchriftlich die Namen der Kandidaten an, die von ihnen zur Wahl
Die Abſimmung.
Kurz darauf trat der Gemeinderat zur Abſtimmug, die geheim en
folgte. Bei der erſten Abſtimmung entfielen auf Lang 3 Stimmen, auf
Dr. Uecker 9 und auf Storck 10 Stimmen. Zwiſchen den beiden letzteren
hatte gemäß Art. 80 des Gefetzes über die Wahlen für Gemeinden md
Gemeindeverbände vom 7. Oktober 1925 Stichwahl ſtattzufinden. Sie
Eberſtadt hatte geſtern einen großen Tag. Der Gemeinderat fand ergab für die beiden Kandidaten Stimmengleichheit (ie 10 Stimmen),
ſich zur Wahl des Berufshürgermeiſters zuſammen, der Dabei wurde ein weißer Zettel abgegeben. Der Kommuniſt Quari
be=
ſür die nächſten 9 Jahre die Geſchicke der Gemeinde leinen ſoll. Nach teiligte ſich nicht an der Abſtimmung. Es hatte nunmehr das Los das
der Vorſitzende zog, zu etſcheiden. Es fiel auf den Kandidaten
Dr. Curt uecker Darmſtadt,
der damit zum Bürgermeiſter der Gemeinde auf
Die Würfel ſind munmehr gefallen. Mit der Wahl Ueckers fündet em
Kampf ſeinen Abſchluß, der nahezu drei Jahre währte. Es wäre müſig,
heute noch einmal auf die Einzelheiten dieſes Kampfes um den
Beruſs=
gen worden war, hielt ſeine Kandidatur aufnecht. Er hatte zweifellos büngermeiſter einzugehen. Gr. hat die mannigfaltigſten Wadlungen
durchgemacht und ſchnitt tief in das Gemeimdeleben ein. Daß die Vahl
den oben bezeichneten Verlauf nahm, ſt bemerkenswert. Die Soziale
demokratie, als eifrigſte Befürworterin des Berufsbüpgermeiſters muſte
nach dem Fall Ritzels auch zum zweiten Male unterliegen. Das Schichial
wollte es fo. Mag dem nun ſein, wie ihm wolle: ſie wird ſich damit
abfinden müſſen und deſſen ungeachtet das gewählte Oberhaupt lodiglich
gilt, nunmehr wieder friedliche, dem Wohlder Ge=
Parteien des Gemeindeparlaments in pflichtbewußter Arbeit wieder
zu=
ſammenfinden. Nur dann werden ſich die Hoffnungen erfüllen, die die
ganze Gemeinde in des neue Oberhaupt ſetzt. Von ihm erwartet ſie,
daß er das Vertrauen, welches ihm durch ſeind Wahl zuteil wurde,
rechtfertigen wird. Die großen Aufgaben, vor die gerade jetzt die
Ge=
meinde geſtellt iſt, verlangen ſeine ganze Kraft. Daß er ſich ihnen voll
gewachſen zeigen möge, iſt der Wunſch aller Bürger. Mit dieſem
Wunſch=
entbietet die genze Gemeinde dem neuen Burgermeiſter ihren Gruß.
— Erbach, 19. Jan. Die Vereinigung für Knnſt und
Senden wird einen Vortrag mit Lichtbildern halten über ſeine 42jäh= Wifſenſchaft, beggun ihre Veranſtaltungen im meuen Jahr mit
einem Vortrag des Herrn Dr. Röder vom Landesmuſeum in Darmſtadt
r. Babenhauſen, 19. Jan. Gegen das Kurpfuſchertum wird über die Anfänge des europäiſchen Porzellams. Der Redner ſchilderte
bier einen Exverimentalvortrag mit elektriſchen Hochfrequenz=Violette zwar nicht die Herſtellung des Goldes, aber die des Porzellans gelang.
Strahlapparaten angekündigt. Das Kreisamt Diebmg teällte nun mit. Durch dieſe Erfindung erhielt der König von Polen nicht das gewünſchte
Nach dem Gutaclten des Kreisgeſundheitsauts ſeien die behaupteten arbeiter nach Fulda und Höchſt weitergetragen wurde, wo unter dem
Malerei gefertigt wurden. In Verbindug hiermit wurde die Tätigkeit
erläutert. Der Redner gab dann noch eine ſehr foine Schilderung, wie
mußte der angekündigte Vortrag ausfallen. Eine Warnung für weitere das Leben und Treiben an den Höſen des 18. Jahrhunderts uns in den
Porzellanfigürchen dieſer Zeit überliefert worden iſt. Herr Dr. Röder
der Geflügelzuchtverein dieſen Soyntag im Gaſthaus „Zum Adler” ab., den Zuhörern vor Augen zu führen, die ihm dunch reichem Beifall für
* Hirſchhorn, 2. Jan Waſſerſtand des Neckars am
4. Seidenbuch, 19. Jan. Beim Holzfällen verunglückt.
Erſt nachdem man dieſen entzwei geſägt hatte, konnte der Verunglückte
im Gaſthaus „Zur Krone”, veranſtaltete Familienabend nahm bei über= geborgen und nach Hauſe gebract werden. Der Zuſtand desſelben iſt
nach Ausſage des zu Hilfe hexbeigerufenen Arztes recht bedenklich. —
Fahrt in Darmſtadt mit einem Auto zuſammen, ſo daß das Motorrad
Scküler Helmut Nelius trug die Humoreske: „Hennenmutter und En werden mußte. Atch Herr Kochhafen erlitt leichtere Verletzungen an
42. Zwingenbera a. b. B., 2. Jan. Der Geflügelzuchtverein Zwin=
D. Biblis, 19. Jan. Lichtreklame und Maskenball. Be=
Bihlis wird ſtädtiſch. Den Reigen der diesſährigen Maskenbälle eröff
net auch diesmal wieder der Schützenverein „St. Hubertus”, der eigens
0. Groß=Bieberon, 19. Jan, Gbſtbauverein. In der letzten zu dieſen Zwecke zwei große Lichtreklamen, hergeſtellt von Herm Adam
Hebling, Mitglied des Vorſtaudes, am Vereinslokal ſowie in der Nähe
Obſtſorten dunch Umpfrodfen geeigneter Bäume mit den vom Handel koſtün zu erſinnen. Die Veranſtaltung findet im Gaſthaus „Zum Ahei=
42. Groß=Gerau, 20. Jan. Geflügelſchau. Der Geflügel= und
Kauincheu zuchtverein Groß=Gerau hält am kommenden Samstag und
lungsſimmmern umfaſſenden Ausſtellumg iſt eine Prämierumn verbunden.
Heſſiſcher Straßenbericht
für die Woche vom 22. bis 98. Januar 1928.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Antomobil=Elub)
Hauptdurchgangsſtraßen in Hefſen.
Darmſtadt—Dieburg—Babenhauſen—Aſchaffenburg bei Bahnhof
Br=
benhaufen bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Beſondere
Umleitugs=
ſtraße, auf der Wagen bis 5,5 Tonnen 2 Kilometer, Wagen über 5,5
Ton=
nen 12 Kilometer fahren dürfen.
Gießen Reißkirchen bis zum Hochdruckbehälter bei Annerod iſt tell
weiſe mit Erdaushubmaſſen und Materzalien belegt. Vorſicht!
Sonſtige Straßen in Heffen.
Stauffenberg-Mainzlar vom 5. November bis auf weiteres geltert.
Umleitung: Daubringen
Ortsdurchfahrt Grünberg (Londorfer Straße von der Gallusſtraße
bis zur Höfentränke) vom 21. November bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung über die Bahnhofſtraße und während der Arbeiten zwiſchen
Kriegerdenkmal und Höfentränke über die ſog. Heege und Schulſtraße.
Ortsdurchfahrt Rodheim b. d. H. im Zuge der Straßen Rodhein=
Köpvern und Nodheim—Holzhauſen vom 19. Januar bis auf weiterg
geſperrt. Umleitung: Ober=Elenbach reſp. Kloppenheim-Petterweil ode=
Ober=Roßbach-Nieder=Roßbach.
Lißberg—Schwickartshauſen vom 16. bis 26. Januar gefperrt.
Um=
leitung: Ortenberg—Eckartsborn.
— Braunshardt. 19. Jan. Am kommenden Sonntag den 22. Jmuar.
beranſtaltet der hieſige Turn= und Sportverein einen Theaterabend. Zu=
Aufführung gelangt das dreiaktige Volksſtück „Der Schmied von
Ruhla” und der Einakter „Ohne Ausweis‟. Bei beidem Stücken
liegen die Rollen in guten Händen, die eine naturgetreue Wiedergabe
verbürgen. Der Beſuch dieſes Abends kann daher jedermann
empfoh=
len werden. Mit dieſem Abend wird ferner eine Ehrung verdienſtvolles
Mitglieder verbunden.
2. Offenbach, 19. Jan. Der Umſtand, daß die hieſige jugendliche
Fechterin Helene Meher die Weltmeiſterſchaft errang, hat hier die
weib=
liche Jugend erneut gugeregt, ſich mit der edlen Fechtkunſt zu
beſchäf=
tigen. Es haben ſich in der Höheven Mädchenſchule rurnd 50 Schülerinnen
gefunden, die in zwei Abteilungen, davon eine für Anfänger, die andere
für Fortgeſchrittene, von einem Fechtmeiſter unterrichtet werden.
Ae. Worms, 19. Jan. Dombeleuchtung. Einen großen
Menſchenauflauf verurſachte heute abend eine probeweiſe vorgenommene
Dombeleucktung durch Scheinwerfer. Aus Anlaß einer demnächſt
ſtatt=
findenden Tagung von Elektrizitätsfachmämern hat das
Elektrizitäts=
wverk Rheinheſſen auf verſchiedenen Dächern rings um den Dom eine
Anzaſl Scheinwerfer montieren laſſen, um dieſen vollkommen in weißes
Licht hüllen zu können. Die gleiche Beleuchtungsinſtallation wird auch
bei dem Lutherdenkmal angebrackt werden, wvo die Arbeiten dazu in
vol=
lem Gange ſind. Der heutige Verſuch am Dome ergab zunchſt die
Not=
wendigkeit des Stellungsu=chſels verſchiedener Scheinwerfer, und die
Ver=
ſuche werden deshalb morgen fortgeſetzt. Schou jetzt läßt ſich aber eine
fabelhafte Wirkung feſtſtellen.
tummer 21
Samstag den 21. Januar 1928
Seite 9
DLO SL
— Trei
wird üben Enuapten preisnvert sein !
Besuchen Sie die autobisterten
Aoe TENLIe
Tenn Sie den neuen Ford
sehen, werden seine
feinabgetönten Farben
und die eleganten Linien
so-
gleich Ihren Beifall finden.
Dieser Beitall wird in
rück-
haltlose Bewunderung
über-
gehen, wenn Sie Ihre erste
Fahrt im neuen Ford antreten.
Dann erst werden Sie voll
er-
kennen, weich
außergewöhn-
lich guten Wagen wir Ihnen
für wenig Geld bieten.
Kraft und Schnelligkeit des
neuen Ford werden Sie mit
frohem Stolz erfüllen, und der
Wunsch, dieses vollkommene
Fahrzeug zu besitzen, wird Sie
nicht mehr verlassen.
Bald werden Sie die
Wendig-
keit und Sicherheit des neuen
Wagens im Großstadtverkehr
schätzen lernen und es wird
Ihnen selbstverständlich
er-
scheinen, daß Sie als Erster
die Straßen überkreuzen,wenn
die grüne Verkehrslampe
auf-
leuchtet. Auf der Landstraße
werden Sie die ausgeglichene
Ruhe des Fordwagens loben,
wenn Sie Ihre 80, 90 oder 100
Kilometer fahren. Sie werden
fühlen, was Kraft und
Schnellig-
keit wirklich bedeuten.
Der neue Ford nimmt
Stei-
gungen mit einer Leichtigkeit,
die Sie bei einem Wagen seiner
Preisklasse niemals für möglich
gehalten hätten; er überholt
spielend selbst große Wagen
und auch auf langen Touren
werden Sie wenig ermüden,
in froher Stimmung die
Schön-
heiten der Natur genießen und
frisch und wohlbehalten Ihr
Reiseziel erreichen. So
ange-
nehm und beguem fährt mnan
im neuen Ford!
Doch Schönheit und glänzende
Fahreigenschaften sind es nicht
allein, die den neuen Ford zu
dem „außergewöhnlichsten
Wert” stempeln, der je dem
Publikum geboten wurde. Drei
Worte sind es, die schon für
das brave alte Modell T
ge-
golten haben und die der neue
Ford erst recht mit Stolz in
sei-
nem Banner trägt: Zuverlässig
— eintach — langlebig.
Die Leistungen der Maschine
werden die des berühmten
Modell T-Motors noch weit
übertreffen, denn wir haben in
der Zwischenzeit gelernt, alle
Teile unseres Wagensfester und
besser zu gestallen, ohne
Stei-
gerungen des Gewichtes oder
der Kosten in Kaut nehmen
zu müssen.
Uber 10 Millionen Wagen des
Modells T sind heute noch
im Dienst, nachdem sie 150000,
ja 200 000 und mehr Kilometer
zurückgelegt haben. Der neue
Ford wird noch bessere
Resul-
tate autzuweisen haben, denn
es ist Henry Fords Ehrgeiz,
wie er selbst sagt: „Jedes
Einzelteil derart solide zu
bauen, daß keinMensch es nötig
haben sollte, sich je ein zweites
Automobil anzuschaffen.”
Vierradbremse
und neue Schattung
Nebenstehend finden Sie zum
ersten Mal korrekte lechnische
Angaben über den neuen
Wagen. Vertiefen Sie sich
ins-
besondere in die Abschnitte
über den Mofor, die neue
Karosserie, das Getriebe, das
aut Rollenlagern läuft, die neue
Vierradbremse, die
hervorra-
genden Houdaille-Stoßfänger,
die neue Zündung sowie das
neue Oelsystem und die
Viel-
fach-Trockenscheiben-
Kupp-
lung. Und dann merken Sie
sich eine Viertelstunde vor, die
Sie einem Besuch bei unseren
autorisierten Fordhändlern
widmen wollen, um über das
neue Modell unterrichtet zu
werden. Ob Fachmann oder
Laie, ob Autobesitzer oder nur
liebhaber, Sie werden einen
großen Eindruck mit nach
Hause nehmen, denn der neue
Ford ist ein Wagen, der den
Bedürfnissen von heute und
morgen gerecht wird, ja, er ist
die fortschrittlichste
Verkörpe-
rung des modernen,
wirt-
schaftlichen Verkehrsmitiels
überhaupt.
Einzelheiten über den neuen Ford
Abgesehen von der großen Auswahl in
Karosserien können Sie zwischen zwei
Motoren wählen: Entweder den 8 Steuer-
PS-Miotor, oder den 13 Steuer-PS-Motor.
8 Steuer PS (2053 1)
Geschwindigkeit: 85 —90 km p. St.
Brennstoſfverbrauch je 100 km 7—81
Bremsleistung 28 P8 bei 2600
Um-
drehungen
13 Steuer-P8 (3,285 1)
Geschwindigkeit 95—105 km p. St.
Breunstolfverbrauch je 100 km 10—121
Bremsleistung 40 P8 bei 2200
Um-
drehungen
Die neue Vierradbremse
Die Vierradbremse ist eine Ford-
Sonder-
konstruktion. Die Bremsen sind
zuver-
lässig und von einfachster Art: Sie lassen
sich ohne besondere Werkzeuge und in
kürzester Zeit von außen einstellen,
so-
daß sie genau und sicher arbeiten. Alle
vier Bremsen können sowohl durch das
Bremspedal als auch durch den
Hand-
bremshebel betätigt werden.
Das neue Wechselgetriebe
Das neue Ford-Wechselgetriebe hat drei
Vorwärtsgänge und einen Rückwärisgang.
Die klauptwelle läuft aut Kugellagern,
die Nebenwelle aut Rollenlagern und
das Zwischenrad des Rückwärtsganges
liegt auf einem Bronzelager. Dies ist
die beste Art der Lagerung, die bei
Luxus-
wagen, jedoch nur bei wenigen der
leichteren Automobils zu Anden ist. Alle
Zahnrädter des Getriebes sind aus bestem,
vergütetem Uhramstahl kergestellt. Mit
der leichten und geräuschlosen Schaltung
werden Sig anßerordentlich zutrieden
sein, das Wechseln der Geschwindigkeit
verursacht nicht das geriugste Geräusch,
und der Druck eines Fingers genügt, um
den Schalthebel von einem Gang in den
anderen gleiten zu lassen.
Das neue Schmiersystem
Auch die Schmierung ist eine Ford-
Sonderkonstruktion und beruht auf dem
Prinzin der kombinterten Pumpen- und
Schleiderschmierung. Die Pumpe schaft
das Oel zur Ventilkammer, von wo es
nnter natärlichem Gefälle zu den
Haupt-
lagern der Kurbelwelle ließt. Finger
artige Oelschöpfer sind aut dem
Pleuel-
stangenlager angebracht, so daß durch
die Drehung der Kurbelwelle das Oel
in die Pleuelstangenlager eintritt und
außerdem durch Schleuderung auf alle
arbeitenden Telle des Motors gleichmäßig
übertragen wird. —
Vollkommene Küblung
Der Motor besitzt eine Zentrilugal-
Wasser-
pumpe und einen großen Kühler. Der
Ventilator läuft aut der Pumpenwelle
und ist nach Ari der Blugzeugpropeller
konstruiert. Es ist daher kaum möglich,
den neuen Ford-Mlotor zu überhitzen:
Das neue Zündungssystem
Es ist einfach und arbeitet störungstrei.
Dio neue Drnamo ist nach deuselben
Grundsätzen konstrutert wie die
Maschinen in den Kraltwerken. Es gibt
nur eine Zündspule, die in einem
wasser-
dichten Gehäuse verkapselt ist.
Das Sicherheitsschloßist
indenZündungs-
stromkreis eingeschaltet. E8 arsetzt
nicht nur den gewöhnlichen
Zündungs-
schalter, sondern erdet, wenn
ausge-
schaltet, den gesamten Stromkreis. Das
Kabel für den primären Strom ist vom
Schalter bis zum Verleiler, also in seiner
ganzen Länge durch eine Stahlhälle ge-
schützt und wird durch Anschluß an das
Verteilergehäuse geerdet. Hlierdurch wird
mißbräuchliche Inbetriebsetzung durch
Umlegen vonlitzen, die den Stromkreis
wiederherstellen sollen, unmöglich.
Die Trockenlamellenkupplung
Diese Kupplungsart ist bekanntlich die
zuverlässigste, Sie ist auch am leichtesten
zü betätigen, da sie sanft und weich greift.
Elastische und, sichere Quertedern
Die Federn sind halbelliptisch und für
das neue Modell besonders entworlen.
Diese 4rt der Federung ist auch im
Modell T verwendet worden und wurde
gewählt, weil es tatsächlich keine bessere
Federung gibt. Die Federn werden aus
Federstahl höchster Qualität hergestellt:
die Blätter sind breit und dünn. Zahl
und Stärke der einzelnen Federblätter
wechseln jeweils nach der Schwere der
Karosserie, 80 da8 stets die richtigs
Wirkung erzielt wird.
Hpdraulische Stoßdämpfer
Der beste und teuerste Typ hydraulischer
Stoßdämpter gehört zur
Normalaus-
rüstung. Tiete Schwerpunktlage, schr
geringe ungefederte Masse und gute
Fahr-
eigenschaſten der Quer ederung wirken
dahin zusammen, daß der neue Ford
einer der bequemsten Wagen auf der
Straße ist.
Schöne Linienführung der Karosserie
Die neuen Ganzstahlkarosserien mit ihren
kräftigen, vollrunden Kotflägeln, sind
eine besonders glückliche Vereinigung
der Forterungen des europälschen und
des amerikanischen Geschmackes,
Appa-
ratur, Ausstattung, Polsterung, sind
ge-
diegen. Die Polster sivd weich geledert.
und mit schönem, dauerhaftem
Ueber-
zug verschen, Tür- und Fenstergritie sind
vernickelt, der Gieschwuindigkeitsmesser,
die Benzinuhr und das Amperemeter,
Sowie der Zündschalter sind aut einem
mattvernickelten, Schaltbrett montiert,
das in der Mitte beleuchtet wird.
Schein-
werfer und Kühlerhaube sind stark
ver=
niekelt.
Wahl unter vier Farben
Die Farbenkompositionen des neuen
Ford-Automobils sind besonders
künst-
lerisch und anziehend. Vier Farben für
jede einzelne Karosserie stehen zur
Ver-
fügung. Käuler können folgende Farben
wählen 1. Niagarablau, 2. Arabischer
Sand, 3. Morgen-Grau, 4. Stahlblau.
Der Ueberzug besteht aus Pyroxvlin
(Nitrozellulose-Lack), einem der besten
und hallbarsten Ueberzüge lür
Karosse-
rien, der allen Witterungseindldssen
stand hält und nur schwer durch Außere
Eindlüsse zu beschädigen ist.
Ein geräuschloser Wagen
Die Konstrukteure haben die denkbar.
größte Vorsicht walten lassen, um jegliches
Quietschen, Knarren und Klappern zu
vermeiden.
Schmierung durch Fettpresse
Das Chassis wird durch ein neues und
außerordentlich praktisches Druckver,
fahren geschmiert.
Normalausrüstung aller neuen Fordwagen
Elektrischer Anlasser, 5
Drahtspeichen-
räder, automatischer Scheibenwischer,
Geschwindigkeitsmesser. Benzinuhr,
Amperemeter Instrumentenbeleuchtung,
Rückspiegel, Stopp- und Schlußlicht,
Oel-
messer, Zündungs-Sicherheits-Schloß,
kompletter Werkzeugkasten.
PORD NOTOR COMPANT A
BERLIN-WESTHAFEN
Ta"
nenze Sord im Raiscrscale
Mören Sie am 23. Sam. 18 Mgr 10 den Berliner Rundfunßvortrag: „De
Waa
[ ← ][ ][ → ]Geite 10
Samstag den 21 Januar 1928
Spotn Shier und Tatnen.
Fußball.
Techniſche Hochſchule Darmſtadt — Riehlſchule Wiesbaden=Biebrich
6:3 (5:0).
Am Donnerstag, den 19. Januar 1928, war die erſte Mannſchaft
der Z.H. Darmſtadt bei der Riehlſchule in Wiesbaden Biebrich zu Gaſt.
Der Gaſtgeber hatte ſeiner körperlich ſchwachen Mannſchaft wohl etwas
zu viel zugetraut, doch zur Ehre der Studenten muß geſagt werden,
daß ſie kei einziges Mal von ihrem körperlichen Uebergewicht Gebrauch
machten — Da einige Stunden vorher Regen und Schnee niedergegangen
waren, waren die Ausſichten auf ein ſchönes Spiel recht
zuſammenge=
ſchmolzen. In der erſten Halbzeit fedoch führten die Darmſtad er trotz
des ſchweren Bodens ein Spiel vor, wie es ſein muß. In regelmäßigen
Abſtänden fielen fünf Tore, davon das zweite ein Prachtſchuß des
Mittelläufers Beyling. Nach Halbzeit hatte der Schiedsrichter Mitleid
mit den tapfer kämpfenden Riehlſchüülern, und ſtellte gleich zu Beginn
zwei der Afademiker wegen Reklamierens hinaus. Als zudem ein Dritter
infolge einer alten Verletzung ausſcheiden mußte, konnten die
Wies=
badener drei Tore aufholen, nachdem die Darmſtadter zuvor auf 6:0
er=
höht hatten.
Verein für Raſenſpiele e. V.
Kommenden Sonntag müßte V.f.R. gegen die Reſerven der
Spiel=
bereinigg. Arheilgen das fällige Verbandsrückſpiel austragen. Das Treffen
wird aber jedenfalls nicht ſtattfinden da man in Arheilgen ein Feſt
feiert und darum um Verlegung des Spieles Antrag geſtellt hat. Es
iſt wirklich ein Rätſel, wie die Behörde all die ausgefallenen Spiele
nach=
holen will, denn V.f.R. iſt bis jetzt nicht weniger als 4 Spiele rückſtändig.
Da das allzuviele Ausſetzen eher einer Mannſchaft ſchadet als nützt, wird
der Sportausichiß alles verſuchen, einen anderen Gegner zu verpflichten.
— Die zweite — annſchaft tritt vormittags 10 Uhr auf dem Stadion der
zweiten Mannſchaft des Sportvereins 98 gegenüber. Das Vorſpiel
en=
dete 2:2, und man darf geſpannt ſein, wie die Mannſchaft im Rückſpiel
gegen dieſen ſtarken Gegner abſchneidet. Die dritte Mannſchaft reiſt
nach Bensheim, um das fällige Rückſpiel gegen die zweite Mannſchaft des
FC. 07 zu erledigen. Das Vorſpiel konnten die Bensheimer für ſich
ent=
ſcheiden. Vielleicht wird es dieſen Sonntag umgekehrt. — Die
Jugend=
mannſchaft begibt ſich ebenfalls auf Reiſen, und zwar nach Wixhauſen,
um gegen die dortige erſte Jugend anzutreten.
Sportverein 1898. — Jugend.
Erſte Jugend—Erſte Jugend Griesheim bei Darmſtadt, dort;
Zweite Jugend—Erſte Jugend Eberſtadt, hier, 3 Uhr; Dritte Jugend—
Vierte Jugend SpV. 98, 11 Uhr; Erſte Schüler—Dritte Schüler
Sport=
verein 98, 1 Uhr; Zweite Schüler—Erſte Schüler Eberſtadt,
Verbands=
ſpiel, hier, 2 Uhr.
*Fußball im Kreis Starkenburg.
Nur ein ſchwaches Sonntagsprogramm. — Von den unteren Klaffen.
Die heimiſche Kreisliga hat am Sonntag einen Ruhetag. Da
eine Terminnot nicht beſteht, wurde von der Kreisleitung dieſer
Sonn=
tag als ſpielfrei angeſetzt. So ſehen wir denn die einzelnen Vereine
mehr oder weniger dieſen Tag anderweit ausnützen (
Faſchingsveranſtal=
tungen!). Wenn man an ſich auch den Gedanken des ſpielfreien Sonn
tags begrüßen darf, ſo hätte das aber nicht ſoweit führen dürfen, daß
z. B. ausgefallene Spiele, die dieſen Tag hätten nachgeholt werden
kön=
nen, nur mit Rückſicht auf ſamstägliche Vereinsvergnügen nicht angeſetzt
wurden. Das iſt denn doch eine Verkennung des ſportlichen Gedaukens.
— Zwei Vereine haben Privayſpiele abgeſchloſſen. FV.
Sprend=
lingen erwartet den Bezirksliga=Abſtiegskandidaten V.f.R. 1900
Offen=
bach; die Reſerven des gleichen Vereins treten gegen Viktoria
Walldof an.
So konzentriert ſich der geſamte Spielbetrieb auf die A=Klaſſe.
Dabei iſt erſt noch auf
die Ereigniſſe des 15. Januar
zurückzukommen. Der Dreieichgau meldet hier folgende Reſultate:
Sportklub Dietzenbach-Germania Oberroden 2:1; Sportverein Offenthal
—FC. 02 Dreieichenhain 4:0. Die Niederlage des neuen Meiſters bei
ſeinem letzten Spiel in Dietzenbach kommt bei der bekannten Rivalität
dieſer beiden Orte nicht überraſchend. Auch nicht die Tatſache, daß es
Schlägereien nach dem Spiele abſetzte, ſo bedauerlich ſie auch iſt. Wann
wird endlich einwal in dicſen Landgemeinden Vernunft einkehren? Am
kommenden Sonntag iſt der Gau ſpielfrei. Ueber eimige Nachtragsſpiele
wird noch berichtet werden.
Die A Klaſſe im Gau Bergſtraße evbrachte am Sonntag
folgende Ergebniſſe: V.fR. Darmſtadt—Germania Eberſtadt 2:2; Haſſia
Dieburg—FV. Seeheim 9:0; Sportverein Lengfeld—Sportverein Groß=
Gerau 1:1; Arheilgen Reſerve—V.f.L. Michelſtadt 4:4; Sportverein
Geinsheim-Boruſſia / Dornheim, Ergebnis: nicht gemeldet. — Der
V.f. R. vermochte alſo nicht gegen Eberſtadt eine klare Entſcheidung die
ihm mit vier Punkten Vorſprung die Meiſterſchaft ſicher gebracht hätte,
zu erzwingen. Immerhin hat die Mannſchaft zwei Punkte Vorſprung,
und ſollte normaler Weiſe auch ſo den Titel erringen.
Beachtens=
wert iſt die wachſende Spielſtärke der Dieburger Haſſiaten und auch der
V.f. L. Michelſtadt iſt wieder im Kommen.
Der kommende Sonntag ſieht folgende Gegner im Kampfe:
Sportverein Darmſtadt Reſerve—Germawia Eberſtadt; FV. Seeheim—
Eintracht Darmſtadt; V.f.L. Michelſtadt-Boruſſia Dornheim;
Sport=
verein Groß=Gerau-Sportverein Geinsheim; V.f.R. Darmſtadt—Ar
heilgen Reſerve und Haſſia Dieburg—Sportverein Lengfeld. Mit
Aus=
nahme des erſten Trefſens, das offen erſcheint, darf man überall die
Platzherren in Front erwarten. Da ſonſt weiter nichts los iſt, darf
man diesmal auch mit einem guten Beſuch dieſer Treffen rechnen.
Hof=
fentlich macht das Wetter keinen Strich durch die Rechnung.
Von der B=Klaſſe iſt diesmal nicht viel zu berichten. SV.
Roß=
dorf weilte in Michelſtadt und ließ ſich dort mit 2:0 ſchlagen; eine
Sache, die bei etwas mehr Ernſt nicht nötig war.
Kreisliga Südhefſen.
Kurz vor Torſchluß herrſcht in der Kreisliga Südheſſen am
kommen=
den Sonntag noch einmal Ruhe und nur ein Spiel iſt diesmal fällig.
Auf eigenem Platz empfängt Pfiffligheim den V.f.R. Bürſtadt und kann
ſomit beweiſen, daß die derzeitige Form die denkbar beſte der Mann
ſchaft iſt.
Polizeiſportverein 1. — Mainz 05 Liga.
Nicht, wie in der Vorſchau angegeben, um 15 Uhr, ſondern ſchon um
14 Uhr, findet das große Treffen zwiſchen den obengenannten
Mann=
fchaften ſtatt. Auf Wunſch des Gegners, der ſonſt zu ſchlechte Rückfahrt
möglichkeiten hat, wurde das Spiel um 1 Stunde vorverlegt. In der
Polizcimannſchaft mußte eine kleine Umſtellung vorgenommen werden,
unſtelle der Schußkanone Koch der ſich in Urlaub befindet, tritt
Weiß=
mantel. Linksaußen ſtürmt Hüppe, und Albert nimmt den
urſprüng=
lichen Platz von Weißmantel auf Rechtsaußen ein.
Ueber die Erfolge des Meiſters von Heſſen und der Pfalz ſeien
einige Spiele erwähnt. Im Entſcheidungsſpiel um die Meiſterſchaft von
Heſſen ſchlug er den vorjährigen Meiſter Haſſia Bingen auf deſſen Platz
2:1, und im Rückſpiel in Mainz mit 3:1 Toren. Der Meiſter von der
P alz „Pfalz Ludwigshaſen” mußte in Mainz mit 3:0 und zu Hauſe
mit 2:1 Toren beſiegt den Platz verlaſſen. V.f.R. Kaiſerslautern, der
ſchon verſchiedene Jahre um die Süddeutſche Meiſterſchaft mitkämpfte,
)wurde im Vorſpiel mit 1:0 geſchlagen. Das Rückſpiel in Kaiſerslautern
dih die Pfälzer über 05 mit 2:1 als Sieger Die angeführten Reſultate
ſillen die Spielſtärke der Gäſte vom Rhein genügend unter Beweis. —
Das Spiel der dritten Mannſchaft findet anſchließend ſtatt.
Tgde. Beffungen — Tv. Groß Gerau (Meiſterklaffe).
Am Sonntag herrſcht bei den Beſſungern wieder einmal Hochbetrieb.
Alle drei Mannſchaften ſind tätig. So ſpielt die Erſte im
Freundſchafts=
ſtiel gegen die gleiche von Groß=Gerau um halb 3 Uhr. Die Gäſte
ver=
triten die Meiſterklaſſe, und nehmen auch einen auten Tabellenplatz ein.
Ds Vorſpiel wurde damals von Groß Gerau knapp gewonnen. Wie
es diesmal enden wird, bleibt abzuwarten, denn wo der nötige Ernſt
fehlt, kann eine Mannſchaft nicht mit Erfolgen rechnen. Trotzdem iſt mit
einem ſchönen Spiel zu rechnen, da es ja keinen Kampf um die Punkte
gibt. — Vor dieſem Spiel meſſen ſich die Jugendmannſchaften von
Hämnlein und Beſſungen ihre Kräfte. Und zum Schluß empfängt die
zweite des Platzvereins die erſte Elf von Hähnlein; ebenfalls im
Freund=
ſchaftsſpiel. Hoffentlich hat der Wettergott Einſicht, damit ſämtliche
Spiile einen normalen Verlauf nehmen, und die Zuſchauer auf ihre
Koſten kommen.
I. Nationales Schwimmfeſt des V. f. L.
Rot=Weiß.
26 Vereine am Start. — 150 Meldungen.
Das am 28. und 29. Januar ſtattfindende 1. Nctionale Schwimmfeſt
des V.f.L. Rot=Weiß hat eine Beſetzung erhalten, wie man ſie bei reinen
Jugend= und Juniorenveranſtaltungen bis jetzt nicht geſehen hat. Sie
übertrifft ſogar dos gute Meldeergebnis des Kreisjugendfeſtes, das
be=
kanntlich im Sommer 1927 in Darmſtadt ſtattfand. Die beſten
ſüd=
deutſchen Schwimmer ſind am Start verſammelt; es fehlen eigentlich
nur München und Jungdeutſchland=Darmſtadt.
Jungdeutſchland iſt leider durch Abhaltung des Stiftungsfeſtes und
des Kreistages an der Teilnahme verhindert. Dieſer Ausfall wird jedoch
durch den Start von Spandau 04, der zur Zeit beſten Berliner
Jugend=
mannſchaft weitaus wettgemacht und übertroffen.
Die größte Zahl der Meldungen hat naturgemäß Vf.L. „Rot=
Weiß” abgegeben, der faſt ſämtliche Rennen belegt. Es folgen dann
Göppingen, das zur Zeit die beſte ſeiddeutſche, Jugendmannſchaft beſitzt;
ferner Spandau 04; Bayern 07. Nürnberg; Mönus,Offenbach; S.V.
Offenbach 96; der in der letzten Zeit wifder erſtarkte S.V. Nickar,
Heidelberg; die Waſſerfreunde Heilbronn, die am vergangenen Sonntag
erſt ihre Stärke bewieſen; ferner Poſeidon=Koblenz und Neptun=
Karis=
ruhe. Zu dieſen geſellen ſich mit ihren beſten Vertreter: 1. S.V.
Worms; S.V. Minden (Weſtfalen); Gießen, Waſſerſportverein Ober=
Kaſſel; Heſſen, Worms; S. V. Kreuznach; Matiacum, Wiesbaden;
1. Frankfurter S.Kl; Frankfurter Schvimmverein (dieſe beiden
letzt=
genannten Vereine haben nur ganz wenige Meldungen abgegeben, ein
Neuer Frauen=Schwimmrekord.
200 Meter in 2.47,9 Minuten.
Frl. Reni Erkens,
die deutſche Meiſterin im Freiſtilſchwimmen, hat den von Lotte Lehmann
(Dresden) gehaltenen Rekord über 200 Meter in Ruhrort auf 2,47,9
Minuten verbeſſert.
Zeichen, daß hier der Nachwuchs fehlt, was man auch ſchon im
ver=
gangenen Sommer beobachten konnte). Ferner iſt vertreten: Der 1.
Fußballklub Nürnberg mit ſeinen Schwimmern; der alte Schwimmverein
Breslau; der Damenſchwimmverein Freiburg, ſowie unfere
Nachbar=
vereine aus Frankfurt (Union), Mainz, Höchſt und Sindlingen.
Darmſtadt hat alſo wieder einmal Gelegenheit, eine große Anzahl
auswärtiger Gäſte in ſeinen Mauern beherbrgen zu können, die teils
weither kommen und ſelbſt tagelange Bahnfahrt nicht ſcheuen. Der
veranſtaltende Verein „Rot=Weiß” hat keine Mühe geſpart, um
den vielen Schwimmkameraden aus dem Reich, den Aufenthalt hier in
Darmſtadt ſo angenehm wie möglich zu machen, damit die Tage, die ſie
hier verleben, in ihrer Erinnerung haften bleiben. Der Schwimmverein
„Blau=Weiß” Bochum, der vor kurzem ſeine Süddeutſchlandreiſe beendete,
ſchrieb im Bochumer Generalanzeiger, daß der Aufenthalt hier in
Darm=
ſtadt der ſchönſte auf der ganzen Reiſe geweſen ſei. Mögen auch die
Gäſte am kommenden Schwimmfeſt mit dieſer Ueberzeugung heimkehren.
Das Programm des zweitägigen Feſtes, auf das wir demnächſt näher
eingehen, wurde nach rein ſportlichen Geſichtspunkten aufgeſtellt. Es
umfaßt 25 Staffeln= und Einzelxennen, die eine erſtklaſſige Beſetzung
erhalten haben.
In allen Hauptwettkämpfen ſind Spandau 04; Göppingen; Mönus,
Offenbach; Bayern 07 Nürnberg; Nikar Heidelberg und Rot=Weiß
Darmſtadt vertreten. Dies gilt beſonders in den Freiſtilſtaffeln. S lbſt
die große 10X50 Meter Bruſtſtaffel ſowie die 10X50 Meter Freiſtilſtaffel
werden mit fe einer Mannſchaft von Spandau, Göppingen, Heidelberg
und Rot=Weiß geſchwommen, alſo ein herrliches Viererfeld. Eine ſehr
gute Beſetzung erhielten auch die Damenwettkämpfe, während dagegen
das Jugendſpringen bedauerlicherweiſe nur zwei Meldungen
aufzuwei=
ſen hat. Ein Schauſpringen, ausgeführt von Pfordte (Rot=Weiß) und
Sailer, Matiacum (Wiesbaden) wird jedoch auch hier den beſten Erſatz
bieten. Ein Hauptgewicht hat Rot=Weiß auf eine gute Beſetzung des
Waſſerballſpieles gelegt. Es findet ein Jugend=Waſſerpokalturnier
ſtatt, zu dem Göppingen, der Frankfurter Schwimmverein ſowie
Span=
dau 04 eingeladen wurden. Spandau ſtellt zur Zeit die in Berlin beſte
Jugendwaſſerballmannſchaft; es iſt daher beſonders von Intereſſe, wie
Rot=Weiß mit ſeinen Jugendwaſſerhallern abſchneider, die man wohl
mit zu den Beſten in Süddeutſchland rechnen kann, was ſie ja durch die
Eignung zur Gaumeiſterſchaft ſowie durch die Siege in verſchiedenen
Privatſpielen bewieſen haben. Am Sonntag findet außerdem ein
Her=
renwaſſerballſpiel ſtatt zwiſchen der erſten Mannſchaft von Rot=Weiß
und der gleichen von Matiacum=Wiesbaden.
Da am 28. und 29. Januar keine Konkurvenzveranſtaltungen hier
am Platze ſind, dürfte wohl ein guter Beſuch nicht ausbleiben. Der
Vor=
verkauf hat bereits begonnen. Karten ſind bei Sporthaus
Adel=
mann und Schirmhaus „Reſi” (Ernſt=Ludwigſtraße) jetzt ſchon zu
er=
halten. Rot=Weiß aibt anläßlich dieſer bedeutenden Veranſtaltung ſeine
monaklich Vereinszeitung als Feſtſchrift heraus, die auch das Programm
enthält. Ferner wurden von Behörden, der =Preſſe und verſchiedenen
Geſchäftsleuten eine Anzahl Ehrengaben geſtiftet, auf die wir noch näher
zurückkommen.
Univerſität Frankfurt — Techniſche Hochſchule Darmſtadt 1:0 (1:0).
Der Hockeyſport in Darmſtadt der ſolange darniedergelegen hat,
lebt wieder auf; und zwar iſt es das Amt für Leibesübungen der
Darm=
ſtädter Stundentenſchaft, welchem es gelungen iſt, eine anſcheinend redlt
ſpielſtarke Maunſchaft zu ſtellen. Es war ein Wagnis dieſer Elf. gleich
eine ſo bekannte Mannſchaft wie die der Univerſität Frankfurt gegenüber
zu ſtellen. Darmſtadt hat aber nicht enttäuſcht ſich tapfer geſchlagen,
aber leider wenig Glück gezeigt. Während die Hintermannſchaf”,
ins=
beſondere die beiden Verteidiger Luther und Oelert ganz vorzüglichen
Sport zeigte, fiel in der Stürwerreihe nur der Halblinke Zerres durch
große Schußfreudigkeit beſonders auf. Ein beſſeres Einſvielen des
Stur=
mes wird boffentlich dieſen wunden Punkt der Mannſchaft bald
aus=
heilen. — Anläßlich der Austragung der Internen
Waldlaufmeiſterſchaf=
ten am Samstag den 21 Januar 1228. wird die Hockeymannſchaft der
Techniſchen Hockſchile ihren zweiten Wettkampf gegen die Univerſität
Heidelberg auf dem hieſigen Hochſchulſportplatz austragen. Spielbeginn:
1430 Uhr. Eintritt frei.
Nummer 21
Kegeln.
II. Süddeutſche Sportwoche in Frankfurt.
Vierter Kampftag. — Neue Höchſtleiſtung im Großkampf.
Mit jedem Tag gewinnen die Kämpfe bei der Zweiten Suddeutſches
Sportwoche an Intereſſe, da durch das Auftreten der ausſichnsreichſtere
Bewerber die bisherigen Höchſtleiſtungen ſtändig in Gefahr gebracht odig
ſogar überboten werden. Im Großkampf auf Aſphalt konnte zuen
Marter Frankfurt mit der ganz hervorragenden Leiſtung von 1677 How
den bisher führenden Kaiſer=Homburg mit 1636 Holz überbieten, aben
auch er ſollte ſich nicht lange der Spitze erfreuen, da Karl Kiefer=Fronm
furt mit 1683 Holz ſelbſt dieſe Ergebniſſe noch in den Schatten ſtell=
Einige weitere Starter kamen dem ſehr nahe, ohne dieſe Zahlen erreich=m
zu können. Das Bundes=Sportabzeichen holten ſich Lehmann=Grieshen
mit 1139 Holz und Sengfelder=Riederwald mit 1151 Holz In deie
Verbands Mannſchaftskämpſen ſtartete nur Griesheim, das 2952 herguu”
holte. Die Klubkämpfe geſtalten ſich ebenfalls ſehr ſpannend, doch geſam
es keinem Starter, an „Bavaria”= Frankfurt mit 1361 heranzukommern.
dem allein „Kalte Neune” Frankfurt mit 1356 ſehr nahe kam. Die beitz=
Leiſtung im 300=Kugelkampf kombiniert hält weiter Wirges=Kelſterhow
mit 1908, das beſte Ergebnis des Tages lieferte Leimer=Schvanheinm
mit 1865.
Den Zweier=Mannſchaftskampf auf der Amerika=Bahn führen Vonu
mann Mang Bavaria Frankfurt mit 645 Punkten; im Einzelkampf aug
dieſer Bahn iſt Braun mit 337 Punkten an der Spitze. Unter dnd
Damen=Klubkämpfen hielten ſich heute „Fideler Kranz” mit 1158 onw
beſten, ohne die die Spitze haltenden „Treuen Schweſtern” Niederwoſo
mit 1189 von der Spitze verdrängen zu können. Der Tag brachte a4
die erſten Starter im Preſſe=Wettkampf, unter denen der vorjährige Sſ.5
ger, Redakteur Lieb von der Frankfurter Zeitung, mit 234 Holz vm
Dr. Apfel von der Frankfurter Zeitung mit 226 und Max Behrends mim
225 ſteht. Außer Konkurrenz warf Konrad Eurich, der Preſſewart deitz
Keglervereinigung, 276 Holz.
Ergebniſſe:
Großkampf, 800 Kugeln auf Aſphalt: Karl Kiefer Frankfurt 1884
H. Marker=Frankfurt 1677; A. Bender=Frankfurt 1620; W. Maufen
Frankfurt 1606; K. Blatz=Frankfurt 1598; Wirges=Kelſterbach 1580, B1
Habermas=Frankfurt 1615: W. Müller Höchſt 1531.
Klubkämpfe auf Aſphalt: Kalte Neune Frankfurt 1356; Wartburm
3 Neune 1303; Germania Riederwald 1303; Germania Frankfurt 13770
Beſter Bavaria Frankfurt 1361.
300=Kugelkampf kombiniert: Leimer Schwanheim 1865; Götz=Fraky
furt 1796. Beſter: Wirges=Kelſterbach 1908.
Zweier=Mannſchaftskampf auf. Amerika Bahn: Vogtmann=Mam
Frankfurt 645; Noden=Nehm Frankfurt 597 Punkte.
Einzelkampf auf Amerika=Bahn: Braun=Frankfurt 337 Punkte.
Damen=Klubkämpfe: Fideler Kranz Frankfurt 1158. Beſte: „Treng
Schweſtern Riederwald 1189.
Aarippina=Wanderpreis: Beſte Einzelleiſtung: Blatz Wartburg Drem
Neue Frankfurt 1027 Holz.
Preſſekampf: Lieb=Frankfurter Zeitung B4: Dr. Apfel=Frankfuntem
Zeitung 226: Max Behrens Frankfurt 225: H. Sitterding=Frankfurte
Zeitung 206. Außer Konkurreng: Konrad Eurich=Frankfurt 276.
Ehrenbahn: Volk Frankfurt 61: Kiefer= und Seydel=Frankfurt 60
Beſte Leiſtung: Jakob Sonntag 67.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Samstag, 21. Jan. 13.30: Kaſſel: Kaſſeler Hauskapelle,
Leit.: A Wiſotzky. O 15.30: Aus dem deutſchen Liedertranze,
Ausf.: Anne Lönholdt (Sopran). O 16.30: Funforch.: Lortzing.
Quv. Waffenſchmied. Fant. Undine. Arie der Undine: So wiſe,
daß in allen Elementen. Ouv. Wildſchüß. Zwei Arien der
Baronin, Freimann aus Der Wildſchütz. Fant. Zar und
Zimmer=
mann. Mitw.: Paula Woog (Sopran). o 17.45: Aus dem
Roman Der Oberhof von Immermann. o 18.15: Vereinsnachr,
Mitteilungen. 18.30: Briefkaſten. 19: Funkhochſchule. Abt.
Literaturwiſſenſchaft. Prof. Dr. Naumann: Nachleben des
ger=
maniſchen Götterglaubens in ſpäterer Zeit. O 19.30: G. Geiſt:
Jugendbewegung und Berufsbi dung. O 20: Irma Traut: Die
Zi le der modernen Volksbücherei. O 20.30: Berlin: Im Variele,
Mitw.: E. Petermann. Berl. Funkorch. Dir.: Seidler=Winkler,
O 22.30; Berlin: Tanzkurs. — Anſchl.: Tanzmuſik.
Stuttgart.
Samstag, 21. Januar. 14: Jugendſtunde. O 15: Aus Opem
und Operetten. Leit.: C. Struve. Mitw.: Käte Mann, Ellen Bec.
A. Harlacher, H. Hanus, Funkorch. Auber: Ouv. Fra Diavold.
— Strauß: Walzer aus Roſenkavalier. — Suppe: Aus Boccaccu.
— Boieldieu: Aus Die weiße Dame. — Auber: Romanze der
Zerline aus Fra Diavolo. — Beethoven: Duett aus Fidelio. —
Lortzing: Fant. Waffenſchmied Und weitere 11 Darbietungen.
O 18.15: Aus Freiburg: Univ.=Prof. Witkop: Zum 60. Geburtstag
von Wilhelm Schäfer „o 19.15: Dr. Prager: Bejahende und
Wagner: Rienzi=Oup. Spinnerlied und Balade der Senta als
Der fliegende Holländer. Vorſpiel zum 3. Akt der Meiſterſinget.
Ge ang der Rhein öchter und Alberich aus Rheingold.
Karfreitags=
zauber. Tannhäuſer=Ouv. — Anſchl.: Streifzug durch den Aether.
Verſuch drahtloſer Uebertr. auswärtiger Sender. O 22.30: Aus
Berlin: Funktanzſtunde. 23: Tanzmuſik.
Berlin.
Sonnabend, 21. Januar. 12.30: Viertelſtunde für den Landwirt. 1
O 16: Mediziniſch=hygieniſche Plauderei. 0 16.30: „Lachende!0
Stunde.” Rezitat. von Goeihe, Heine und Lilli Schwarz. o 17:7
Funk=Kapelle. Leit.: Konzertm. F. v. Szpanowski. O 18.30: Obere9
meiſter W. Lohmann: Das Malerhandwerk. O 19: Dr. Schirolauer:”
Die Kritik (Künſtler und Kritiker). o 19.30: Reichsbahndir. Okan
Baumann: Verkehrsgeographi ches von der Reichsbahn. o 19.55: Nac
Saudef, London: Zur Pychologie der Kinderhandſchrift. O 20.30:0
Sende=Spiele: „Ein Roman in der Waſchküche.” Schwank von Dr.n
Ficher Muſik von Ditters von Dittersdorf Leit.: C. Bronsgeeſlell
Am Flügel: Dr. E. Ficher. 21: „Kunterbunt”. Mitw.: Joſeiieinl
Dora, Edith Karin, Ernſt Petermann, Berl. Funk=Chor, BeitU
Funk=Orcheſter. Dir.: Bruno Seidler=Win’ler. Anſchl.: Tagesnache?
richten. O 22.30: Funk=Tanzſtunde. Anſchl.: Tanzmuſik.
Stettin. 18.30: Intendant Otto Ockert: Einführung zu deuie
Uebertr. der Oper „Carmen” aus dem Stadt=Theater Siettin anſich
22. Januar.”
Deutſche Welle. Sonnabend, 21. Januar. 11.50: Für dien
Schule: Tanzmu ik des Rokoko. 6 14.30: Kinder=Baſtelſtunde)
O 15: Prof. Dr. Lampe: Literaturbericht. O 15.35: Wetter= unichn
Börſenbericht. O 16: Aus dem Kultusminiſterium. 16.30: Okil
Richhardt: Der B=amte im Entwurf des allgem. deutſchen Sikale!
geſetzbuches. O 17: Konzert aus Hamburg. 6 18: H. Goldbacsß
Hausrat.u tur in der Arbei erwohnung. O 18.30: Franzöſiſch Tünd
Fortgeſchrittene. O 18 55: Dr. E. Groß: Der vorgoe hiſche Fauſtin
O 19.20: Dr. A. Einſtein: Die Vorbachiſche Zeit. 0 20.30: Ori
Fiſcher: „Ein Roman in der Waſchküche‟, Schwank. O 21: „Runen
terbunt”, Mitw.: Joeſine Dora, Edith Karin, Ernſt Petermannm
Berl. Funk=Chor und =Orcheſter. Dir.: B. Seidler=Winkler. O 24:*
Preſſenachr 6 22 3): Junf Tan ſtunde Anſchl.— Tan mnuſit.
Wetterbericht
Witterungsausſichten für Sonntag, den 22. Januar
(nach der Wetterlage vom 20. Januar).
Vorwiegend wolkiges Wetter und einzelne Niederſchläge nicht ſe
geſchloſſen.
Winterſportverhältniſſe in Heſſen und im Sauerland.
möglichkeit für Ski und Rodel ſehr gut. — Herchenhainn
Höhe. Temperatur: — 1 Grad; Schneehöhe: 20 Zentimeter:
ſchaffenheit: pulverfö mig; Sportmöglichkeit für Ski und Rodel Ge
Sauerland. Winterberg. Temperatur: — 4 Grad; Schneenle
25 Zentimeter; pulverförmigr Schnee; Sportmöglichkeit für
und Rodel ſehr gut. — Willingen: Temperatur: — 1 070-
Schneehöhe: 25—30 Zentimeter, pulverförmig; Sportmöglichee
für Ski und Rodel ſehr gut.
Die Heſſiſche Wetterdienſtſtelle
farre
ſie Stad
z Einga
Studtkapel
„ Porm
Intern
Jaalbaustr.
Un
[ ← ][ ][ → ]Nummer 21
Samstag den 21. Januar 1928
Seite 11
Nachrichten des Standesamts Darmſtadt.
Geſtorbene. Am 12. Januar: Eliſabeth Lange, geb. Später, 62 J.,
R4-twe des Weichenſtellers, Wedekindweg 38; Heinrich Lorenz, 6 Tage,
FEhollbrücker Straße 33. — Am 13. Januar: Eda Becker, ohne Beruf,
eitig, 54 J., Reichenbach, Kr. Bensheim, hier, Erbacher Straße 49;
Eisſabeth Herwegh, geb. Kopp, 81 J., Ehefr d. Metzgers, Obergaſſe 11.
Am 14. Januar: Eliſe Marſe Eckhardt, 3 J., Eberſtadt, Kreis
du —mſtadt, hier, Exbacherſtraße 25; Georg Betz, Weichenſteller i. R.,
—rlsſtraße 105. — Am 15. Januar: Anna Eliſabethe Wolfram, geb.
ſo ckard, 34 J., Ehefrau des Poſtboten, Weinbergſtraße 50; Johann
Eitter Hofmann, Landwirt, 70 J., Etzengeſäß, hier, Erbacher Straße 25;
Adwig Möſer, 10 Stunden, Ruthsſtraße 24: Anna Möſer, geb. Böhler,
8: J., Witwe des Kaufmanns, Martinsſtraße 48. — Am 16. Januar:
Phann Wadler, Magazinverwalter i. R., 78 J., Emilsſtraße 1. —
Eu 17. Januar: Walter Auguſt Bergmann, 2 J., Langgaſſe 27: Guſtav
tmrntg, 11 Monate, Griesheim b. D., hier, Grafenſtr. 9: Adam Karl
FFflex, Händler, 71 J., Karlsſtr. 44; Carl Franz, Graveur, 54 J.
„ädwigsſtraße 17. Am 19. Jan.: Flath, Auguſte, geb. Morlock, 26 J.,
mankenſteinerſtr. 36. Am 18. Jan.: Wolf. Eliſcbeth. geb. Daniel, 50 J.,
Ei-ibach, hier, Erbacher Streße 25. Am 19. Jan.: Spiller, Emil, 4 Mon.,
3A Aonplatz.
Kirchliche Nachr chien
3. Sunntag nach Epiphanias (22. Januar 1928).
Stadtkirche. Samstag, den 21. Januar, abends 8½ Uhr: Andacht,
Sonntag, den 22. Januar, vormittags 10 Uhr; Hauptgottesdienſt.
Jaaurer Lauten hläger. Vormittags 11½4 Uhr: Kindergottesdienſt,
Sſtarrer Lautenſchläger.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—4 Uhr zu ſtiller Andacht
ge=
ſintet. Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vormittags 8½ Uhr: Morgenandacht. Pfarrer
Kle=
ey=ger. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Wagner.
8n rmittags 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Kleberger. Abends
(Uhr: Abendgottesdienſt. Pfarrer Vogel. Abends 8 Uhr: Kirchen=
U=ſikaliſche Abendfeier des Bayreuther Bundes der deutſchen Jugend.
Em.itritt frei.
Schloßkirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Zm—nmermann. Vormittags 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Zunmermann.
Konfirmandenſaal im Schloß. Sonntag, den 22. Januar, abends
Uhr: Chriſtlicher Jugendverein. — Montag, den 23. Januar, abends
lAƗhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (jüngere Abteilung);
Sü ſaunenchor. — Dienstag, den 24. Januar, abends 8 Uhr:
Mädchen=
exreinigung der Schloßgemeinde. — Mittwoch, den 25., und Saustag,
ar 28. Januar, nachmittags 2—4 Uhr: Handarbeitsſchule der
Stadt=
ſemeinde, — Freitag, den 27. Januar, abends 8 Uhr:
Hauptverſamm=
urg des Frauenvereins der Schloßgemeinde. Vortrag und Beſprechung
iher das Gemeindeleben 1927.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, den 22. Januar, abends
UUhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (ältere Abteilung). —
Mntag, den 23. Januar, abends 8 Uhr: Jugendbund der
Lukasge=
nuinde. — Dienstag, den 24. Januar, abends 8 Uhr: Kirchenchor der
Stadtkinrche. Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (jingere Abteilung).
Neitchenvereinigung der Reformationsgemeinde (jüngere Abteilung). —
Mirttwoch, den 25. Januar, nachmittags 3 Uhr: Jungſchar der
Stadt=
eineinde, Gruppe 2. Abends 6 Uhr: Bibelſtunde. Pfarer
Lauten=
cäger. Abends 8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkapelle und Schloßkirche.
zru gendbund der Markusgemeinde (ältere Abteilung). Mädchenvereini=
Ui.ig der Reformationsgemeinde (ältere Abteilung). — Donnerstag, den
6. Januar, abends 8 Uhr; Familienabend des Frauenvereins der
Re=
rnmationsgemeinde. Jugendbund der Lukasgemeinde: Singkreis —
Freitag, den 27. Januar, abends 8 Uhr: Mütterabend der
Stadt=
erneinde. Jugendbund der Kaplaneigemeinde. Jugendbund der
Mar=
usgemeinde (jüngere Abteilung). — Samstag, den 28. Januar,
nach=
mittags 3 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde, Gruppe 2, Sportplatz am
wen Arheilger Weg.
Feierabend (Stiftsſtraße 51). Mittvoch, den 25., und Samstag, den
Januar, nachmittags 4 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde, Gruppe 1.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Beringer.
Krankenpflege durch Diakonen: 1. Hauptſtation im neuen
Diakonen=
u7 Männerheim, Heidelbergerſtraße 21, Fernſprecher 2883; 2.
Neben=
rakion Mauerſtraße 5 (in der Kleikinderſchule der Martinsgemeinde).
Evang. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus Kiesſtraße Nr. 17.
Sprech=
unden vormittags von 10—12 Uhr. Fernſprecher 3279.
Gemeindeamt für kirchliche Steuerangelegenheiten: Gemeindehaus,
eiiesſtraße 17, Vorderhaus, 1 Treppe. Geſchäftsſtunden vormittags von
—-12 und nachmittags von 3—6 Uhr. Fernſprecher 2379.
Martinskirche. Bormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Beringer. Vormittags 11 Uhr: Kinderyottesdienſt für die Oftgemeinde.
Pfarrer Beringer. Abends 6 Uhr: Pfarrer Bergér. — Mittwoch, den
25. Januar, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus; Bibelſtunde. Pfarrer=
D. Waitz; im neuen Martinsſtift: Bibelſtunde. Pfa=er Röhler.
Martinsgemeinde (Verſammlungen). Montag, den 23. Januar,
abends 8 Uhr, im Gemeindehaus: Hauxtverſammlung der
Männervei=
einigung und der Nothilfe. — Dienstag, den 24. Januar, abends
8 Uhr, im Gemeindehaus: Jugendvereinigung; im Martinsſtift:
Kir=
chenchor. — Donnerstag, den 26. Januar, abends 8 Uhr, im
Gemeinde=
haus: Mädchenvereinigung Oſt; Mauerſtraße 5: Poſaunenchor. —
Freitag, den 27. Januar, abends 8 Uhr, im Gemeindehauſe:
Jugend=
vereinigung (ältere Abteilung); Müttecabend Weſt; im Martinsſtift:
Müittergbend Oſt.
Johanneskirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Goethe. Vormittags 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Abends 8 Uhr=
Geiſtliche Abendyſik. — Mittwoch, den 25. Januar, abends 8 Uhr,
im Gemeindehaus: Bibelſtunde. Pfarrer Marx.
Die Johanneskirche iſt ſochentags von 7½ bis 5 Uhr zu ſtiller
An=
dacht geöffnet.
Panl=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vormittags
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Marx. Vormittags 11½ Uhr:
Kindergottesdienſt. — Montag, abends 8 Uhr: Männeuabend. —
Dienstag, abends 8 Uhr: Bibelabend der Mädchenvereinigung. —
Don=
nerstag, abends 8 Uhr: Mütterabend.
Beffunger Ki=che (Petrusgemeinde). Vormittags 10 Uhr;
Haupt=
gottesdienſt. Pfarrer Weiß. Vormittags 11½ Uhr: Kindergottesdienſt.
Pfarrer Weiß. Abends 6 Uhr: Gottesdienſt. Pfarraſſiſtent Georgi.
Veranſtaltungen: Sonntag, den 22. Januar, abends 8½
Uhr: Generalverſammlung der Jugendvereinigung. — Montag, den
23. Januar, abends 8 Uhr: Abmarſch der Mädchenvereinigung zu dem
Vortragsabend von Dora Thiele in dem Gemeindeſaal der
Paulus=
gemeinde. — Dienstag, den 24. Januar, abends 8½ Uhr; Kirchenchor.
— Mittwoch, den 25. Januar, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde im
Ge=
meindehaus über Jeremias. Pfarrer Weiß; Bibelſtunde im Saal der
neuen Train=Kaſerne, Eſchollbrückerſtraße 44, über den Philipperbrief.
Pfarraſſiſtent Lie zur Nieden. — Donnerstag, den 26. Januar,
abends 8 Uhr: Mütterabend. — Freitag, den 27. Januar, abends
8½ Uhr: Kirchenchor.
Pauluskirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfaxraſſiſtent
Dr. Wendel. Vormittags 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarxaſſiſtent
Dr. Wendel. Abends 8 Uhr: Jugendvexeinigung. — Montag, abends
8 Uhr: Jugendbund. — Dienstag, abends 8 Uhr: Kirchenchor. —
Mittwoch, abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer Rückert. —
Donners=
tag, abends 8 Uhr: Mütterabend.
Stiftskirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Wcldeck. Vormittags 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. — Evangeliſcher
Sonntagsverein. Nachmittags 4—7 Uhr: Beſuch der Verbandsſekretarin
Dora Thiele. — Donnerstag, den 26. Januar, abends 8 Uhr:
Bet=
ſtunde.
Luth. Gottesdienſt (Selbſtändige evangeliſch=lutheriſche Kirche).
Sonn=
tag, den 22. Januar (3. S. n. Eph.), im „Feierabend”, Stiftſtraße 51,
vormittags 10 Uhr: Predigtgottesdienſt. Pfarrvikar Lucius.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vormittags 9 Uhr:
Ge=
betsſtunde. 11½4 Uhr: Kindergottesdienſt. — Nechmittags 3½ Uhr=
Bibelſtunde. Prediger Semmel. — Montag, nachmittags 4 Uhr=
Frauenarbeitsſtunde. — Dienstag, nachmittags 4 Uhr:
Frauenbibel=
tunde. — Mittwoch, abends 8½ Uhr: Gem. Chor. — Donnerstag,
abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde. Prediger Semmel. — Freitag, abends
8½ Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde und Bihelſtunde in der Kinderſchule
Beſſungerſtraße 80. Prediger Semmel. — Samstag, abends 8½ Uhr:
Poſgunenckwr.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtraße 24). Sonntag, nachmittags
2½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde für junge Männer. Nachmittags 4¾ Uhr:
Bibelbeſprechſtunde für Mädchen. — Dienstag, abends 8½ Uhr:
Mäd=
chenkreis. — Mittwoch, abends 8½ Uhr: Freundeskreis für junge
Män=
ner. „Was lieblich iſt und wohllautet.” (Fortſetzung.) —
Donners=
ag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde ſür funge Männer.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtraße 22,
In=
fanteriekaſerne, Hof links.) Sonntag, den 22. Januar, vormittags 9 Uhr;
Weißkreuzſtunde. Abends 8 Uhr: Friedrich Oberlin, der Wohltäter des
Steintals. (G. A. Gedat.) — Montag, den 23. Januar, abends 8½
Uhr: Jung=C. Beſprechung von Lebensfragen nach der Bibel. —
Mitt=
luoch, den 25. Januar, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde (ältereAbteilung.
— Donuerstag, den 26. Januar, abends 8½ Uhr: Turnen in der
Turn=
halle der Ludwigs=Oberrealſchule. — Samstag, den 28. Januar,
nach=
mittags 4 Uhr: Jung=C. Neue Geſellſchaftsſpiele im Heim.
Möttlinger Freundeskreis. Sonntag, den 22. Januar, nachmittags
4½ Uhr, im Feierabend, Stiftsſtraße 51: Jahresfeſt. (Pfarrer Veller=
Bretzenheim.)
Chriſtlicher Jugendverein (Konfirmandenſaal, Schloßkirche).
Sonn=
tag, den 22. Januar, abends 8 Uhr: Familienbibelſtunde. — Montag,
den B. Januar, abends 8 Uhr: Poſannenchor. — Mitdwoch, den
25. Januar, abenks 8 Uhr: Jugendhibelſtunde. — Donnerstag, den
26. Januar, abends 8 Uhr: Arbeitsausſchuß. Samstag, den 28, Januar,
abends 8 Uhr; Unterhaltungsabend. — Sonntag, den 22. Januar,
abends 8 Uhr: Lichtbildervortrag.
Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städt. Akademie für Tonkunſt,
Eliſabethenſtraße). Sonntag, den 22. Januau, vormittags 10 Uhr:
Menſchenweihe=Handlung mit Predigt. Vormittags 11½ Uhr: Kinder=
Sonntagshandlung. — Samstag, den 21. Januar, abends 8½ Uhr:
Axbeitskreis, geleitet von Joh. Thielemann, Pfarrer in der
Chriſten=
gemeinſchaft: „Die Berufsausübung des Menſchen und ſeine innere
Entwicklung”. — Freitag, den 27. Januar, abends 8½ Uhr: O=
ffent=
licher Vortrag: „Weltenſeele und Weltenleib”. Martha Heimeran=
Frankfurt a, M., Pfarrer in der Chriſtengemeinſchaft.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Chriftliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40). Sonntag, den
29. Januar, vorm. 9,30 Uhr: Andacht. — Nachm. 3.30 Uhr:
Jugend=
bund. Abends 8.15 Uhr: Eyangeliſation. — Mittwoch, abenbs 8.15
Uhr: Bibelſtunde. Jedermann herzlich willkommen.
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4 (früher Walkſtraße 18).
Sonntcg, vormittags 11 Uhr: Kinderſchule; nachmittags 4½ Uhr:
Wortverkündigung. — Mittwoch, abends 8½ Uhr: Gebetsſtunde. —
Freitag, abends 8½ Uhr: Wortbetrachtung. Jedermann herzlich
ein=
geladen.
Evangeliſche Gemeinſchaft. Eliſabethenſtr, 44. Sonntag, 22. Jan.,
vormittags 10 Uhr: Predigt. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Abends
8 Uhr: Predigt. — Montag: Jugendverein. — Dienstag: Singſtunde.
— Mittwoch: Frauenmiſſionsverein. — Donnerstag: Bibelſtunde,
Jadex=
mann iſt herzlich eingeladen. — Evangeliſche Gemeinſchaft Weiterſtadt.
Mittwoch, abends 8 Uhr: Predigt.
Prediger Sauer,
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtraße 17.
Sonntag, 22. Jan., vorm 10 Uhr: Gottesdienſt. Prediger N. Audmitzky;
nachm. 4 Uhr: Predigt. Prediger N. Rudnitzky. — Donnerstag, 26.
Jan., abends 8½ Uhr: Gemeinſame Bibelbetrachtung über Philipper
Kap. 1, Prediger N. Rudnitzky. — Mittwoch, 25, Jan., abends 8½ Uhr,
im Bürgerhof, Eliſabethenſtraße 2: Vorträg von Prediger N. Rudnitzky
über das packende Thema: „Das wiedererſtehende Heilige Land:
Er=
füllung und Weisſagung!” (Perſönlich Erlebtes und Erſchautzs.), Zu
allen Verſammlungen iſt jedermann herzlihſt willkommen!
Auswärtige Kirchen.
Evang. Kirche zu Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den B2. Januar
(3. S. n. Epiph.), vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. — Montag:
Jugendvereinigung. — Dienstag: Kirchenchor. — Mittzwoch: Jung:
mädchenverein.
Evang. Gemeinde Noßdorf. Sonntag, den 22. Januar (3. S. n.
Epiph.), vormittags 10 Uhr; Hauptgottesdienſt. Vormittags 11 Uhr:
Kindergottsdienſt. „Nachmittags 2 Uhr: Hauptverſammlung des Epang.
Arbeiter= und Handwerker=Vereins. Abends 8 Uhr: Deutſcher Abend
des Evangeliſchen Bundes. — Montag: Frauenverein. — Dienstag:
Kirchengeſangverein. — Mittwoch; Jugendbund Wartburg. —
Don=
nerstag: Jungmädchenverein.
Evang. Kirche zu Eberſtadt. Sonntag, den 22, Jan., 10 Uhr:
Gottes=
dienſt. Miſſionar Richter von der Brüdergemeinde. Kollekte für deren
Miſſion. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Montag, abends 8 Uhr:
Mädchenvereinigung. — Dienstag, abends 8 Uhr: Frauenverein.
Mittwoch, abends 8 Uhr: Kirchengefangverein. — Donnenstag, abends
8 Uhr: Wartburgverein. — Freitag, abends 8 Uhr: Poſcunenchor.
In der Provinzal=Pflege=Anſtalt: Gottesdienſt, 10 Uhr. Pfarrer
Paurl.
Katholiſcher Gottesdienſt.
St. Liebfrauen (Klappacherſtraße) Vor Sonn= und Feiertagen:
Nachmittags von 5—7 Uhr und abends von 8 Uhr an Beichtgelegenheit.
An Sonn= und Feiertagen: Voxwittags von 6 Uhr an Gelegenheit zur
heiligen Beichte. 7 Uhr: Frühweſſe. Vor und in der heiligen Meſſe
Austeilung der heiligen Kommumion. 9½ Uhr: Hochamt und Predigt.
Vorher Austeilung der heiligen Kommunion. Nachmittags 2 Uhr;
Chriſtenlehre. 2½ Uhr: Andacht. Werktagsmeſſe 1½ Stunde vor
Schulbeginn. — Donnerstag, 5 Uhr: Eliſabethenverein.
Mautinskapelle (Herdweg). An allen Sonn= und Feiertagen 8 Uhs
heilige Meſſe mit Predigt. Vorher Beichtgelegenheit. Vor und in deu
heiligen Meſſe Austeilung der heiligen Kommunion. — Während der
Schulzeit Dienstags und Freitags 1½ Stunde vor Schulbeginn heilige
Meſſe mit Austeilung der heiligen Kommunion in der heiligen Meſſe.
Vorher Beichtgelegenheit.
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Nummer 21
Samstag, den 21. Januar
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 20. Januar.
An der heutigen Börſe erfuhr die Tendenz eine merkliche Erholung.
Die Stimmung war wieder freundlicher und zuverſichtlicher, ohne daß
jedoch das Geſchäft weſentlich an Umfang zunehmen konnte. Die
Privat=
kundſchaft beteiligte ſich auch heute nicht reger am Geſchäft, die
Speku=
lation aber nahm in ziemlich ſtarkem Maße Deckungen vor, da ein
be=
deutendes Decoupert beſtanden haben ſoll. Anregend wirkte die
Er=
mäßigung der Kreditzinsſätze der Berliner Stempelvereinigung und die
ewwartete Diskontherabſetzung der Bank von Frankreich. Die
Ernen=
nung des Generals Groener zum Reichswehrminiſter befriedigte die
Börſe, da ſie dadurch eine gewiſſe Entſpannung der innerpolitiſchen
Lage erwartet. Weiterhin erhofft man aus den in der kommenden
Woche ſtattfindenden Bilanzſitzungen der AEG. und des
Siemens=
konzerns die bekannten Dividendenerhöhungen. Schließlich ſtimulierten
die verſchiedenen günſtigen Abſchlüſſe in der Montaninduſtrie.
Leb=
haftere Umſätze verzeichnete wieder der Farbenmarkt. J. G. Farben
konnten zum erſten Kurs bereits 3 Prozent anziehen. Stärker
ver=
langt waren ferner Geſ. für Elektr. mit plus 4 Prozent. Elektrowerte
gewannen im übrigen 1 bis 3,5 Prozent. Ferner lagen Zellſtoffwerte
merklicher erholt. Waldhof zogen 3,5 Prozent, Aſchaffenburg 4,5
Pro=
zent an. Am Montanmarkt konnten ſich durchſchnittliche
Kurserholun=
gen von 2 bis 3 Prozent durchſetzen unter Bevorzugung von
Ober=
bedarf auf die bekannte Dividendenfeſtſetzung. Bauunternehmungen
lagen 2 Prozent erholt. Auf den übrigen Marktgebieten überwogen die
1= bis 2prozentigen Kursbeſſerungen. Von Lokalwerten waren
Scheide=
anſtalt mit erneut plus 2 Prozent beachtet. Deutſche Anleihen lagen
etwas lebhafter und feſter. Von ausländiſchen Renten waren Türken
gefragt und meiſt etwas erhöht.
Im weiteren Verlaufe blieb die Stimmung freundlich, und die Kurſe
konnten erneut bis 1 Prozent anziehen. Das Geſchäft wurde jedoch
merklich ſtiller. Die Geldmarktlage war kaum verändert. Tägliches Geld
5,5 Prozent. Am Deviſenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1957;
gegen Pfunde 20,460; London=Kabel 4,8765; Paris 124,05; Mailand
92,20; Madrid 2,47.
Die Abendbörſe war in Erwartung der baldigen Regelung
der Freigabe=Angelegenheit und in Erwartung der bevorſtehenden
Auf=
fichtsratsſitzungen der großen Elektro=Geſellſchaften ziemlich freundlich,
Das Geſchäft beſchränkte ſich jedoch lediglich auf die Spekulation, da auch
heute abend wieder Kundenaufträge vollkommen ausblieben. Gefragt
waren vor allem Elektrowerte, die bis 1,5 Prozent anzogen, daneben
auch Farbeninduſtrie gut gehalten. Von Zellſtoffwerten Aſchaffenburg
und Waldhof bis 2 Prozent höher. Banken ebenfalls bis ein Prozent
feſter. Am Anleihemarkt war Ablöſungsrente 0 25 Prozent feſter. —
Im einzelnen nannte man: Danat 241,37; Deutſche 166; Dresdner
161,75; Gelſenkirchen 142,75; Harpener 194; Mannesmann 156;
Ober=
bedarf 95; Rheiniſche Braunkohlen 245; Rheinſtahl 177,5; Stahlverein
107; Hapag 148,5: Nordd. Llohd 152,37; Adlerwerke 91; AEG. 172,25.
Bergmann 192,25; Daimler 88,5; Licht u. Kraft 2235; Farben 270,25;
Geſ. für Elektr. 279; Holzmann 147: Lahmeher 167,5; Rütgers 96;
Schuckert 188,5: Siemens 29125: Zellſtoff Waldhof 261,75. —
Abend=
deviſen: Londvn-Paris 124,03; gegen Mailand 92,15; gegen
Madrid 28,46; gegen Holland 1208½; gegen New York 4,8745; gegen
Zürich 25,31; Pfunde gegen Mark 20,45½; Dollar gegen Mark 4,1962½.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 20. Januar.
Die Entſpannung der politiſchen Lage und eine Anzahl günſtiger
Nachrichten haben die Stimmung an der Börſe wieder zuverſichtlicher
geſtaltet. Die Tendenz war infolgedeſſen bei Beginn des Verkehrs
freundlicher und konnte ſich nach Feſtſetzung der erſten Kurſe weiter
be=
feſtigen. Die Spekulation wandte ſich in der Hauptſache den
Elektrizi=
täts Aktien und der J. G. Favbeninduſtrie zu, wobei die neue
deutſch=
amerikaniſche Photogründung des Farbenkonzerns ſtimulierte.
Allge=
mein konnte ſich das Kursniveau um 1—2,5 Prozent heben. Das Geſchäft
blieb allerdings im ganzen ruhig, wenn auch die Umſätze im Vergleich
zu den ungewöhnlich ſtillen Vortagen zunahmen. Einen befriedigenden
Eindruck machte die am Geldmarkt nach der kürzlichen Anſbannung
heute eingetretene Erleichterung, die eine Herabſetzung der
Tagesgeld=
ſätze auf 4—6 Prozent und für erſte Firmen auf 3 Prozent ermöglichte.
Der Diskont für Wavenwechſel ging auf 6,75 Prozent zurück.
Monats=
geld wurde dagegen unverändert mit 7,5—8,5 genannt. Günſtige
Nachwirkungen hatten namentlich in der Provinz noch die
Ausführun=
gen der Diskontogeſellſchaft in ihrem Monatsbericht, die
Diskontermäti=
gung in Frankreich und die Dividendenvorſchläge bei Oberbedarf und
Mitteldeutſche Stahlwerke. Am Deviſenmarkte lag die Peſeta mit 28,47
für London gegen Madrid etwas ſchwächer. Von den nordiſchen
Valu=
ten zog die Deviſe Oslo in London auf 18.30—18,31 an, dagegen neigte
Stockholm mit 18,15½ in London eher nach unten. In Berlin
notier=
ten die freinden Valuten faſt unverändert. Man nannte den Dollau
im Uſancenverkehr mit 4 1951 und das Pfund mit 20,4575. London—
Neiv York ſtellte ſich auf 4,8752.
Privatdiskont kurze Sicht 6,25, lange Sicht 625 Prozent. An der
Nachbörſe kam im Zuſammenhang mit ungünſtigen Schätzungen der
Außenhandelsbilanz für Dezember eine leichte Verſtimmung auf, die
bei ſehr kleinem und luſtloſem Geſchäft wieder ein Abbröckeln der Kurſe
Farben 268,25: Danatbank 239; Polyphon 259; Spenſka 427; Feldmühle
215.12 freundlich; Solb. Zink 221,5; feſt; Schleſiſche Bergwverke Beuthen
ſehr feſt 180; Schleſiſche Zink feſt 137,5; Hohenlohe
Neubeſitzanleihe 17,10 nach 17,25; Ablöſungsanleihe 1
3 57,10.
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71.73
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1.967
0.505 ſe.507
7.383
20.43
5. 5441 5.556
2.170
4.183
4.27
16.515
71.87
31.88
1.971
7.397
20.47
2.174
4.191
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Metallnotierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 20. Januar ſtellten ſich wie
folgt: Elektrolytkupfer 135,25, Original Hüttenaluminium 210, dito in
Walzen 214, Reinnickel 350, Antmon Regulus 95—100, Silber in
Barren 78—79.
Die amtliche Preisfeſtſetzung im Metallterminhandel vom 20. Januar
ſtellte ſich für Kupfer: Januar 125 (126), Februar 125,50 (126), März
125,50 (125,75), April 125,50 (125,50), Mai 125,50 (125,50), Juni 125,50
(125,75), Juli 125,50 (125,50), Auguſt 125,50 (125,75), September 125,50
(125,75), Oktober 125,50 (125,75), November 125,50 (125,75), Dezember
125,75 (125,75). Tendenz: befeſtigt. Für Blei: Januar 44 (44,75),
Februar 44 (44,25), März 44,25 (44,50), April 44,50 (44,50), Mai
44,50 (44,75), Juni 44,50 (44,75), Juli 44,50 (44,75), Auguſt 44,50 (44,75),
September 44,50 (45), Oktober 44,75 (45), November 44,75 (45),
De=
zember 45 (45,25). Tendenz: ſtetig. Für Zink; Januar 52,50 (53,50),
Februar 52,25 (52,75), März 52 (52,75), Aprik 52 (52,75), Mai 52,2:
(52,50), Juni 52 (52,75), Juli 52 (52,75), Auguſt 52 (52,50), September
51,75 (52,50), Oktober 51,75 (52,50), November 51,75 (52,50), Dezember
51,75 (52,50). Tendenz: ruhig. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die
in Klammern beigefügten Brief.
Die Notierungen an der Londoner Metallbörſe vom 20. Januar
ſtellten ſich für Kupfer (Tendenz: feſt): Standard p. Kaſſe 61¾—1/g=
3 Monate 61¾1½/, Settl. Preis 61½4, Elektrolyt 66½—67, Geſt ſelected
65½—66½, Elektrowirebars 67; für Zinn (Tendenz: feſt): Standard
p „Kaſſe 250—½, 3 Monate 248½—½, Settl. Preis 250, Banka (inoff.
Not.) 251½, Straits (inoff. Not.) 251; für Blei (Tendenz: ſtetig):
aus=
länd, prompt 213/ entft. Sichten 22½, Settl. Preis 21¾; für Zink
(Tendenz: unregelmäßig): gewöhnl. prompt 262/us, entft. Sichten 26½
Settl „Preis 26½; Queckſilber (inoff. Not.) 22½—½; Wolframerz (inoff.
Not.) 1478.
Wormſer Produktenbericht. An der geſtrigen Produktenbörſe
notier=
ten bei ruhiger Tendenz: Weizen 25—25,50; Roggen 24,75—25; Gerſte
7.50—30, Ausſtich 30—31; Futtergerſte 21—22; Hafer 23—24;
Weizen=
mehl 37,50—37,75; Roggenmehl 60proz. 36.25—36,75; Weizenfuttermehl
und Nachmehl 16—23; Roggenfuttermehl und Nachmehl 18,50—24;
Nog=
genkleie 15—15,50; grobe Weizenſchalen 14,50—12,75; Weizenkleie 14;
getrocknete Biertreber 18—18,75; Malzkeime 18,50—19; Maisſchrot 22,50
bis 23,00; Trockenſchnitzel 11,50—12; Heu 8,75—9,25; Stroh 2—3,50;
Kartoffeln 6,75—7,50.
Frankfurter Produktenbericht vom 20. Januar. Zum Wochenſchluß
verkehrte der Frankfurter Produktenmarkt bei ſtillem Geſchäft in
ruhi=
ger Haltung.: Umſätze wurden nur in beſcheidenem Rahmen getätigt,
da dem Markte jede Anregung fehlte. Braugerſt= und Mais waren
weiter lebhafter verlangt; letztere mußten eine Viertelmark höher
notiert werden. Das Mehlgeſchäft iſt nach wie vor ſehr klein. Etwas
Intereſſe beſtand noch für Weizenkleie. Die Preiſe wurden wie folgt
feſtgeſetzt: Weizen 1. 25; Weizen 2. 23,50—23,75; Weizen 3. 22,75—23,25;
Roggen
15,25—15,50.
Die Berichtswoche zeigte wieder einmal, in wie ſtarkem
Maße die Börſe von der jeweiligen Geldmarktlage abhängig iſt.
Man mußte die in den erſten Januartagen eingetretene
Flüſſig=
keit am Geldmarkt unter Berückſichtigung der geſamten
kapital=
mäßigen Situation von vornherein mit Vorſicht beurteilen und
annehmen, daß ſie in der Hauptſache techniſchen Gründen
ent=
ſprang. Dieſe Reſerve hat ſich nunmehr als ſehr berechtigt
er=
wieſen. Die Geldſätze zogen am offenen Markt in den letzten
Tagen wieder fühlbar an, der Privatdiskont mußte auf 6½
Pro=
zeit erhöht werden und behauptet ſich jetzt auf dieſer Höhe. Man
wird daher annehmen müſſen, daß bei der in einigen Tagen
be=
ginnenden Ultimo=Prolongation eine Herabſetzung der
Report=
geldſätze kaum in Frage kommt und die Durchhaltung von
Effek=
ten=Engagements ſomit weiterhin beträchtliche Unkoſten bereitet.
Dieſe Tatſachen ließen die Verhältniſſe unſeres inländiſchen
Finanzweſens naturgemäß wieder in einem ungünſtigeren Licht
erſcheinen und trugen in erſter Linie dazu bei, daß die
Baiſſe=
ſpekulation zu neuer Aktivität überging. Die Hauptattacke hatten
die Aktien der J. G. Farbeninduſtrie auszuhalten, deren Kurs
unter den Baiſſeangriffen ſtark litt und faſt die untere Grenze.
von 260 Prozent ſtreifte (kurz vorher 275 Prozent). Danebem
erfuhren die bisher favoriſierten Spezialpapiere empfindliche
Einbußen. Tagesverluſte von 15 Prozent waren in den erſtem
Tagen der Woche mehrfach zu verzeichnen. Wenn auch inzwiſchen
eine gewiſſe Beruhigung eingekehrt iſt, ſo bleibt doch auf allen
Seiten eine auffallende Zurückhalt ng beſtehen. Nicht nur das
Publikum, ſondern ebenſo die Bankwelt ſcheinen die
wirtſchaft=
liche Lage nicht für ausgeglichen genug anzuſehen, um eine ſtetige
und normale Börſenentwicklung zu gewährleiſten. Nicht zuletzt
beſtanden wohl auch politiſche Beſorgniſſe, die ſich an die
kom=
menden Wahlen knüpfen. Der Monatsbericht der Disconto=
Geſellſchaft ſtellte zwar feſt, daß von einer Verſchlechterung der
Konjunktur bis jetzt kaum geſprochen werden könne, brachte aber
ſonſt keine neuen Geſichtspunkte vor. Angeſichts der ſtändig ſehr
geringen Umſätze iſt es, wenn man die ſomit vorhandene
Un=
ſicherheit berüclſichtigt, nicht ſchwer, die Tendenz durch
ziel=
bewußte Operationen nach der einen oder anderen Seite zu
be=
einfluſſen. Man wird mit ähnlichen Schwankungen auch für die
nächſten Wochen zu rechnen haben und ſich darauf einſtellen
müſſen, daß das Börſenpendel, ähnlich launiſch wie der
Wetter=
gott, kurzfriſtig und unentſchieden nach beiden Seiten ausſchlägt.
Allerdings deuten verſchiedene Anzeichen darauf hin, daß in den
nächſten Monaten wieder mehr als bisher ausländiſche Gelder
nach Deutſchland fließen und vielleicht von der ſo zu
erwarten=
den Beſſerung der Geldmarktlage eine Anregung ausgeht. Wie
die Diskontſenkung der Bank von Frankreich zeigt, neigen die
internationalen Zinsſätze weiter nach unten, was der
Befriedi=
gung der deutſchen Geldbedürfniſſe ohne Zweifel zugute kommen
dürfte. Ebenſo beſteht immerhin eine leiſe Hoffnung, daß mit
der endgültigen Behandlung der Freigabevorlage im
amerika=
niſchen Senat bald Ernſt gemacht wird. Am kommenden Montag
ſoll ſich der Finanzausſchuß des amerikaniſchen Parlamentes
nun doch mit dem Geſetzentwurf befaſſen. Nach den bisherigen
Erfahrungen in dieſer Angelegenheit könnte aber trotzdem eine
Mäßigung der Erwartungen nicht ſchaden. Auf der anderen
Seite muß, wenn die retardierenden Momente angeführt werden
ſollen, auf die drohende neue Streikwelle hingewieſen werden.
In der mitteldeutſchen Metallinduſtrie iſt vor kurzem ein
aus=
gedehnter Streik in Gang gekommen, im Ruhrbergbau haben
die Gewerkſchaftsführer die Kündigung der Lohn= und
Arbeits=
zeitverträge für den Monat April angeſagt. Im Hinblick auf die
volkswirtſchaftliche Bedeutung des Bergwerksbetriebes an der
Ruhr, vornehmlich für den deutſchen Export, wäre ſehr zu
wün=
ſchen, daß es nicht zu einem offenen Machtkampf kommt.
Zuckerbeſprechungen in Berlin. Gemäß den Pariſer Beſchlüſſen
ſind die bevollmächtigten Vertreter der Zuckerinduſtrien Deutſchlands
und Polens, ſowie des Ausſchuſſes für Schutz des tſchechoſlowakiſchen
Rübenbaues und der tſchechoſlowakiſchen Zuckerinduſtrie in Berlin am
18. und 19. Januar zuſammengetreten. Es iſt gelungen, wie der
W. T. B.=Handelsdienſt erfährt, daſelbſt eine vollkommene Einigung der
drei Vertragsinduſtrien bezüglich der Aufteilung der angemeſſenen
Ge=
ſamtexportmenge der drei Vertragsinduſtrien für 1928/29 von 1 150 000
Tonnen zu erziclen, und zwar werden an dieſer Menge die
Tſchecho=
ſloſvakei mit 66 Prozent, Polen mit 171/ Prozent, Deutſchland mit
16½ Prozent partizipieren. Der internationale Arbeitsausſchuß nimmt
ſeine Tätigkeit Anfang Februar auf.
Heidſieck u. Co., Monopole A. G., Mainz. Die Generalverſammlung
beſhloß, aus 16 851 (1. V. 10904) RM. Reingewinn 4 (0) Prozent
Dividende auf 2:0000 RM. Aktienkapital vorzuſchlagen.
Staatspapiere
al Deutiche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl.
Ausloſ.=Sch. 1. Teill 52.15
„III. Teill 56.9
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld ohne
Aus=
oſungsſcheine ... 17.1
4% Dr. Schußgeb.=
Aiſ. ......"
8.1
b Ausländiſche
50 Bo3. E.B 1914
50 L. Inv. 1914
4½% 1898
415% 1902
2.16
4½ Bosnien
3.1
5% Bulg. Tabat.02/ 17
4½%Oſt. Staatsr.
v. 1913. Kdb. 1918
4½%Oſt. Schatz. 14/ 30
4/,% Oſt. Silberr.
4% Goldr
34
4% Oſt. Goldrente
lt. Innsbr. Abk./ 31:/,
4½ „einh. R. (k.)
3 % Port.(Spz. IHT/ 9.6
2o Ung. Goldr
(lt. Innsbr. Abk.
426 Ung. Staatsr.
b.
4%0Ung. Kronr.. .. 1.67
3% Ung. Eiſ. Tor
Außereuro=
päiſche
5%6Mex.am. in. abg.
— äuß. 99
Goldo4ſtf. 29.5
lonſ. inn.
4½%, Frrigat.
5% Tamaulipas 1 „/ 19
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10%Berl. H.=B1. G./105
98
6% Berl. St. Gold
8½ Darmſt. St.=G. 93
3 O D. Hyp.=Bank
Meining. Goldpf 98).
5% Rum.am. N.03
4½%„Gold. 13
% am.fon.
4½ am.05
6.6
16.9
5.5
4% Türk. (Adin
4% „ Bagd.
Bagd II
4%0 — unif 1903
4% 1911 Zoll.
1½5S
Tn
4½
14.5
13.55
18.5
g. Go
Dresd. St.G.
⁄Frkf. St.=G.
3% Frkf. Hyp.=B
Goldpfbr.
Frkf. Hyp.=B.
Goldpfbr.
* Frkf. Hyp.
Goldpfbr.
8% Frkf. Pfd
Goldpfbr.
70 Frif Goldpfb
8% Frkf. Pfbr.=Bi.
Goldpfbr.
70 Frkf. Pfb1. Bk.
Goldpfbr.
b G.=St.=Gold=
„B
d.-Bk
Terr
94
91
87
89.75
83.5
97
93.5
89
99
92
90
81
87
98.25
38.s
Madne
Mark (Hagen)
Goldobl.
8% Komm. Ldsbk.
Darmſt., Reihe I/ 96
% L. Landesbank
Darmit. Reihe II 95.5
3½ Ldwgshf Stadt=
Goldanl.
%M. KraftHöchſt 90
6 Mainz.=St.-G./ 93.25
Mannh. St.=G. 95.25
Mannh. St.=G.
V M.=Stahlw. 271 94.5
Naſſ. Ldb. Gold / 97.5
% Nbg. St. Gldal.
26 Pfälz. Hyp. Bk.
Goldpfbr.
% Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
7a Pfälz. 5y p.=Bk
Goldpfbr
Pforzy. St.=G.
2 Pirmaſ. St.=G
% Pr. Centr. Bd.=
Cr.=Bk. Gldpfbr
Pr. Centr.=St.=Goldpfbr.
6 Pr. Centr.=St.=Goldpfb
18% Rh.=Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
3-„Lig. Pfb.
„Anteilſch
½ %Rh. Stahlw
10%Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk Goldpf.
Algtn..
Goldpfdbr.
2 V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyp..Gld.. mit Option! 95
2 V. Stahl w.
Düſ=
ſeldorfHyp.=Gd.. ohne Option 92
Biag(B. Ind.=
Int. Bln.) 27 .../ 9
1102.25
94
97
94
88.5
95.5
92.25
98.25
98
99
97.5
94.25
89.5
82.6
61.25
97.25
„Voigt &Häffner
Goldobl. ....."
8%Württbg. Hhp.=
Bank Goldofbrf.
Ohne Zins.
berechnung
5% Bdw. Kohl 23
6%Großkr. Mannh.
Kohl. 23
LHeſ.Brk.=Rg. 23
1% Heſſ. Volksſtaat
Roggen .. . . . 23
Pr. Kaliw. ..
Pr. Noggenw.
5% Südd. Feſt. B. G
Borkriegé=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bahr. Vereinsb.
Bahr. Handelsb
Bayr. Hyp. u. Wechſ.
Berliner Hyp.=Bk.
Frkf Hyp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp.=Bt.
Mecklb. Hyp. =u. Wb.
Meining. Hyp.Bk.
Nordd Gr.=Cr.=Bk
Pfälz. Hyp.=Bf.
Preuß. Bod.=Cr.=B.
Pr. Cent.=B. =Cr. B.
Preuß Pfdbr.=Bk
Rhein. Hyp.=B
Rh.=Wſtf. B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr.
Württ Hyp Br.
Staatl. od. prov
garantiert
beſ. L.=Hyp.=B.
Landeskr. Caſſel
Naſſau Ldsb.
Obligationen v.
Transportanſt
49 Gliſ.=Bahn ſtfr.
42 Galiz. Carl=
Lud.=B.
„ abg.
5%Oſt. Sd. (L.)ſtfr.
13. 47
6.5
9.15
2 22
18.15
14.2
14 3
Ae Lu
2.60 Neue
4%Oſt. Staatsb. 83
3%Oſt. 1.b. 8. E.
3%Oſt. „ „abg.
„ „ „9.Em.
„abg.
1885
abg.
%Oſt. , Erg. Netz)
89 Oſt.
„abg.
12.75
9.55
4.1
An
% Raab Oebb. 83
9
9
4%0 Rud. Silber
4%0 Rud. (Salzkg.)
2%Anat., S. I
4½½ Anat.. S. II
4½% Anat., S. II
O‟ Salon. Monaſt.
50 Tehuantepec.
22
20
17
16
19.25
18.25
15
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit.. . . 145.5
Bad. Bk. .
Bk. f. Brauind. . . . 185.5
Barmer Bankv. 150.25
Bay. Hyp.=Wchi. 1174
Berl. Handelsgeſ.
Comm.u. Privatb. 178
Darmſt. u. Nat.=Bk. /238.5
Deutſche Bank 165.75
D. Eff. u. Wchſ.=Bk. 129
D. Hyp.=Bk. Mein. /139
D. Vereins=Bk. 104
Disk.=Geſellſch 159.75
Dresdener B! 160.75
Frankf. Br.
124
Frankf. Hypth. Bk. /146
Frkf. Pfdbr. Bk. . . 145.5
Gotha. Grundkr. Bk
Lur. Intern. Bank . 7.5
Metallbank. .
131.5
Mitteld. Creditb. 218
Pfälz. Hyp.=Bk.
Pr. Bd.=Creditbank/140
„Hyp.-Akt.=Ban! 150
Reichsbank=Ant. 193
Rhein. Creditbf. . . 132.75
Rhein=Hyp.=Bk.
Südd. B.=Frebitbk. 148
174
Südd. Disc.=Gef. 1146
Oſterr. Creditanſt. 38.05
Wiener Bankverein/ 17.5
Bergwerks=Akt.
Buderus..
103.5
Eſchw. Bergw. . . . 1210
Gelſenkirch. Bgw. 139.75
Harp. Bergb. ..
Jlſe Bergb. St....
„Genußſchein .. . 126
Kali. Aſchersleben . 174
Kali. Salzdetfurth. 243
Kali. Weſterregln. 1181
Klöcknerwerke (abg.
Lothr=Hütte)
Mannesm.=Röhr. 1155.75
Mansfelder
1120
Oberbedarf
94
Otavi=Min.=Ant. . . 42
Phönix=Bergb. . . . 101.5
Rhein. Braunk.
Rhein. Stahlw. . . . 177.5
Riebeck Montan. . . 151
SalzwerkHeilbronn 187
Tellus Bgb. . . . . . . 113.5
Ver. Laurahütte . . 83.25
Ver. Stahlwerke.
Judnſtrie=Rkt.
Brauereien
Eichbaum(Mannh.)
Henninger.
Hercules Heſſiſche
Löwenbr.=Münche /330
Mainz. Aktienbr 250
Schöfferhof(Bind.) 327
Schwarz=Storchen 1173.5
Tucher, Nürnberg
Werner
158
Attum. Berlin. 151
Adler &Oppenh
Adlerw. (v. Kleher)! 99.5
BE. A. G. Vzg. A. / 90
1% A. E. G. Vzg.B 78
.E. G. Stamm . . 1171
Bad. Maſch. Durla /141
Bud. Uhren, Furtw. 12.75
Bamag=Meguin .. 29
Baſt Nürnberg ...
Beck & Henkel
Bergmann El ....
Bing. Metall.
Brem.=Beſigh=Ol..
Bürſtenfbr. Erlang
Cement. Heidelb.
Cement, Karlſtadt
Cement Lothr.
Chem. Albert
Chem. Brockh.
Chem. Milch
Daimler=Benz A. G.
Dt. Eiſenhandel.
Deutſche Erdöl ..."
D. G. u. Silb. Scheid.
D Linoleumw. Bln. /255
Dingler, Zweibrück.
Dresd. Schneilpt
Dürkoppw. (St).
Dürr. Rating
Dyckerhoff & W.
Eiſenw. Kaiſersl.
E. Licht u. Kraft. 1221.5
El Lieferung ...."
Elſ. Bad. Wolle
Email. Ullrich
Enzinger Werke
Eßlinger. Maſch.
Ettlinger Spinn.
Faber Bleiſtift
Faber & Schleicher
Fahr. Pirmaſens
Farbenind F. G.
Felten E Guilleau
Feinmech. (Fetter!
Feiſt Sekt
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof . 158
Frkf.-M. Pok. u. W.
Geiling E Cie.
Goldſchmidt, Th
Gotha Waggon
Gritzner Maſch.
Grün & Rilſinger.
Hafenmühle Frkft. 139
Huid & Neu
Haminerſen
Hanfw. Füſſen....
Hanſa=Lloyd, Br..
Hartme & Braun..
141.25
179
131
84
48
89
87
133.5
196.75
134
75
76
34
177.75
20
*8
230
75
100
57
269
92.25
43
150
75.5
72
116
128.75
155
53
138.5
vehligenite
Hilpert, Armatur.
Hindrichs=Aufferm. 114
Hirſch, Kurfer
Hoch=Tief Eſſen ... 86
Holzmann
Holzverk. Ind..
Hydrom. Breslau.
Fnag ..
100
JunghansSt.
89
Kammg. Kaiſersl. 1203
Karlsruher Maſch. 16.
Karſtadt. N.
1154
Klein. Sch &Becker/11s
Knorr, Heilbronn 173
Konſerv. Baru
67
Krw. All=Württbg. 10:
Krauß E Co.
Lahmeyer
Lech, Augsburg .. . 124
Lederw. Rothe.
Lederw. Spicharz.
Lingel Schuhw.
Löhnberg. Mühle 46
Ludwigsh. Walzm. 134
Lüdenſcheid. Metall/106
Mainkraft Höchſt
121.
Mars=W. Nürnberg /135
Metallgeſ. Frtf. 184
Miag Mühlenb 143.
Moenus Stamm 69.
Motoreni. Deutz
Motoren:. Oberur
Mün h. Lichtipielk. a17.)
Neckar). Fahrz. 103.
Neckarw. Eßlingen
Beters Union
113
Pfälz. Näh. Kahſerl 64
Philipps
50
Porzellan Weſſel../ 31
Rein Gebb. & Schal 124
Rhein Eleitr.
1154.
Rhenania,Kunheim! 53
Rütgerswerle
95
Schneid. & Hana
Schnellpr. Fran
78.
Schramm Lackft. 137
Schriftg. Stemp. 124
Schuckert Elektr. 187.
Schuhfbr. Weſſel.
Schuhf, Herz .... . 24
167
25
R
75
Schultz. Grünlack
Seilind Wolff.
Siemens Glas
Siemens & Halsfe
Südd. Immob.
Südd. Zucker=A.=G.
Thür. Lief. Gotha
Uhren Furtwängt
Unter ſr. Kr.=El=V.
Beithwerte
Ver f. Chem. Ind.
Ver.d. Olfbr. Mann
Ver. Faßf Caſſel
Gummf. Bln.=Frkf.
Pinfel=Nürnberg
Ultramarin . . . . . .
Zellſtoff Berl. ....
Vogtl. Maſch.
Voigt & Haeffner.
Volthom Seil
Wanß & Freytag
Wegelin Rußfbr.
Zellſt Aſchaffenbg
Zellſt Memel
Zellſt Waldhof
Zuckerf. Rheingau
Transport= und
Berſicherungs=Akt.
Dt Reichsb.=Borz.
A. Dt. Eiſenbahn.
A. Lokalb u. Kraft
Dt Eiſenb.=Geſ.
Schantung E.B
Südd Eiſenb.=Geſ
Hapag
Nordd Lloyzd
Frtzt. Allg. Ver),
Frankonia Rückv
Darmſtädter Berte
98.5
141.25
115.6
100.75
r63,5
K.
92
147
250.5
Ae
76
141.5
142
148
261.5
99.75
185
*
148
152
175.5
185
38
Bahnbedar;
Dampfk. Rodberg
Helvetia Konſ..
*
Gebr. Lutz
Motorf. Darmſt. . . 63
Gebr. Roeder .. . . 144.5
nulethc Ellenb..
Nummer 21
Samstag den 21 Januar 1928
Seite 13
Die Auswirkungen der Eiſenprefserhöhung in Süddeutſchland. Die
Vereinigung ſüddeutſcher Form= und Stabeiſenhändler in Mannheim
hat infolge der erhöhten Walzwerkpreiſe auch eine Erhöhung ihrer Sätze
vorgenommen. Der Grundpreis beträgt nunmehr bei Werkslieferungen
an Händler und Großverbraucher für Formeiſen 135 RM. für Stab
eiſen 138 RM., je Tonne, Frachtbaſis Neunkirchen=Saax. Ferner
be=
ziffern ſüh jetzt die neuen Grundpreiſe bei Werkslieferungen an
Ver=
braucher, welche nicht als Großverbraucher anerkannt ſind: bei Poſten
von 15 bis unter 30 Tonnen, auf einmal abzunehmen, für Formeiſen
auf 137,50; für Stabeiſen auf 140,50 RM.; bei Poſten von 30 bis unter
50 Tonnen für Formeifen auf 136,50 RM., für Stabeiſen auf 139,50
RM., bei Mengen von 50 Tonnen und darüber für Formeiſen auf
135 RM., für Stabeiſen auf 138 RM., alles ie 1000 Kilo
Frachtgrund=
lage Neunkirchen=Saar. Bei Lagerlieferungen in Mengen von 15
Ton=
nen und mehr betragen die Zuſchläge; bei 15 bis unter 30 Tonnen
4 v. H., von 30 bis unter 50 Tonnen auf 2 v. H., Mengen über 50 To.
ohne Zuſchlag. Die Süddeutſche Eiſenzentrale, die das
Walzeiſen=
lagergeſchäft in Poſten unter 15 Tonnen kontrolliert, wird ſich mit der
Neuregelung der Zonenpreife erſt in einer ſpäteren Sitzung befaſſen.
Browu Boveri n. Cie., A. G., Mannheim. Zur Frankfurter Börſe
wurden, wie gemeldet, die 15 Mill. RM. St.A. der Geſellſchaft
zuge=
laſſen. Der noch vom Dezember datierte Proſpekt enthält über die bei
der Berliner Einführung bekannt gewordenen Angaben keine neuen
Ausführungen Der Geſchäftsgang ſei im abgelaufenen Jahr für die
Geſellſchaft und ihre Tohtergeſellſchaft zufriodenſtellend gew=ſen. Der
vorliegende Auftragsbeſtand ſichere noch für längere Zeit im neuen
Rechnungsjahr volle Beſchäftigung. Für 1927 ſei auch auf das erhöhte
Aktienkapital mit einer Dividende zu rechnen, die hinten der
Vorjahrs=
höhe niht zuruckſtehen werde.
Adlerwerke, vormals Heiurich Kleyer, A.=G., Frankfurt. Die
Ver=
waltung teilt mit, daß der Umſatz im abgelaufenen Geſchäftsjahr eine
ſehr weſentliche Steigerung erfahren hat. Das genaue Gewinnergebnis
ſteht zur Zeit noch nicht feſt, die Vorarbeiten der Bilanz ſind jedoch
ſoweit gediehen, um erkennen zu können, daß über den Betrag von
1.1 Millionen RM. hinaus, der entſprechend der Erklärung im der
letzt=
fährigen Generalverſammlung noch dem ordentlichen Reſervefonds
zuge=
führt werden muß, ein Gewinn erzielt wurde, deſſen endgültige Höhe
erſt nach dem Abſchluß der Bilanzarbeiten, etwa in der zweiten Hälfte
März feſtgeſtellt werden kann.
Die Kohlenförderung des Ruhrgebietes im Monat Dezember 1927.
Im Monat Dezember wurden insgeſamt in 25½½ Arbeitstagen 10 130 155
Tonnen Kohle gefördert gegen 9819235 Tonnen in 241/,
Arbeits=
tagen im November 1927 und 10 675 707 Tonnen in 25½/g Arbeitstagen
im Dezemher 1926. Arbeitstäglich betrug die Kohlenförderung im
De=
zember 1927 399 218 Tonnen gegen 404 669 Tonnen im Nooember 1927
und 420 718 Tonnen im Dezember 1926. — Die Korserzeugung
des Ruhrgebietes ſtellte ſich im Dezember 1927 auf 2 502241 Tonnen
(täglich 80 717 To.), im November 1927 auf 2 408 036 Tonnen (täglich
80 268 To.); im Dezember 1926 auf 2385 974 Tonnen (täglich 76 967
Tonnen). Auf den Kokereien wird auch Sonntags gearbeitet. — Die
Brikettherſtellung hat im Dezember 1927 insgeſamt 329 432
Tonnen betragen (arbeitstäglich 12983 To.) gegen 285 795 Tonnen
(11 785 To.) im November 1977 und 355 338 Tonnen (14 003 To.) im
Dezember 1926. — Die Geſamtzahl der beſchäftigen Arbeiter ſtellte
ſich Ende Dezember 1927 auf 398 043 gegen 398 833 Ende November
1927 und 411 214 im Dezember 1926 — Die Zahl der wegen Abſatz
mangels eingelegten Feierſchichten betrug im Monat Dezembeu
1927 — nach vorläufiger Berechnung — insgeſamt 21 842 (
arbeitstäg=
lich 861), gegen 11 682 (arbeitstäglich 479) im November 1927. — Die
Beſtände an Kohlen, Koks und Preßkohle (Koks und Preßkohle in
Kohle umgerechnet) ſtellten ſich Ende Dezember 1927 auf rund 1.54 Mill.
Tonnen gegen 1.70 Mill. Tonnen Ende November 1927. In dieſen
Zahlen ſind die in den Syndikatslägern vorhandenen verhältnismäßig
geringen Beſtände einbegriffen.
Aimerikaniſche Kabelnachrichten.
* Chicago, 20. Jan, (Priv.=Tel.)
Weizen: Der Markt nahm heute einen feſten Verlauf. Einzelne
Sichten vermochten bis zu 1,5 C. anzuziehen. Beſonders befeſtigend
wirkten auch die ungünſtigen Wetterberichte aus Kanſas und Oklahoma.
Mafs: Stärkeres inländiſches Angebot, günſtige Witterung und
ſchwächere Haltung der ſüdweſtlichen Märkte hatten ein Nachgeben der
Preiſe zur Folge, Beſſere Exportkufe führten im Verlaufe eine
Er=
holung herbei.
Roggen: Exportkäufe, angeblich für deutſche Rechnung, die
Feſtig=
keit Winnipegs und Anſchaffungen der lokalen Firmen bewirkten ein
Anziehen der Preiſe.
Hafer: Die niedriger lautende Schätzung des argentiniſchen
Export=
überſchuſſes war von anregender Wipkung.
* New York, 20. Jan, (Priv.,Tel.)
Kaffee: Die ſtetigeren Kabel aus Santos, Deckungen und europäiſche
Käufe wirkten zunächſt befeſtigend. Die Gewinne gingen im weiteren
Verlauf zum Teil wieder verloren.
Zucker: Am Rohzuckertermmmarkt hatten die feſteren Londoner
Kabel und Käufe für europäiſche Rechnung eine Befeſtigung zur Folge.
Abgaben für kubaniſche Rechnung und Liquidationen im
Zuſammen=
hang mit der kubaniſchen Reſtriktionsverordnung bewirkten ſpäter eine
Abſchwächung.
Es noterten nach Meldungen aus Chieago am 20. Januar:
Getreide: Weizen, März 131½, Mai 132, Juli 128½: Mais,
März 89½, Mai 92, Juli 93½; Hafer, März 55½, Mai 56½8, Juli
52¾; Roggen, März 111, Mai 110½, Juli 104½.
Schmalz: Januar 12,05, März 12,10, Mai 1230.
Fleiſch: Januar 11,125, Mai 11,55, Juli 11,70; Speck loco
11,25; leichte Schweine 7,90—8,50, ſchwere Schweine 8,10—8,45;
Schweinezufuhr Chicago 39 000, im Weſten 105 000.
Baumwolle: Januar 18,55, März 18,60.
Es notierten nach Meldungen aus Newh York am 20. Jan:
Getreide: Weizen Nr. 2 rot 155½, hart 146½ „Mais neu ank.
Ernte 103 MMehl ſpr. wheat clears 6,50—6,75; Fracht nach
Eng=
land 1,9—2,6 nach dem Kontinent 7—10.
Schmalz: Prima Weſtern loco 12,80; Talg ertra 9.
Kakav: Tendenz: kaum ſtetig, Umſatz in lots 111, loco 1394,
Januar 13,60, Februar 13,51, März 13,50, April 13,57, Mai 18,65,
Juni 13,70, Juli 13,85, September 13,87, Oktober 13,75.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Am B. Januar tritt in Genf das Sachverſtändigenkomitee für die
internctionale Angleichung des Scheck= und Wochſelrechts zuſammen. Die
kommenden Sitzungen werden ſich ausſchließlich mit den Fragen des
Scheckverkehrs befaſſen.
Der Reichsverband der deutſchen Schuhinduſtrie ruft ſeinen
Haupt=
ausſchuß für den 31. Januar nach Frankfurt a. M. zuſammen, um zu
der Preisbewegung auf dem Häute=, Leder= und Schuhmerkt Stellung zu
nehmen. Die Verſammlung wird ſich ferner beſchäftigen mitz Boll= und
Handelsvertragsfragen.
Nach Berechnungen der rheiniſchen Sparkaſſen betrugen die Spar=
einlagen am 31. Dezember 1927: 1005 Millionen RM., nachdem der De=
zember ein weiteres Anſteigen der Spareinlagen um 28,1 Millionen,
der Giroeinlagen um 1,5 Millionen RM. gebracht hat.
Wie wir aus Saarbrücken erfahren, wurden die ſaarländiſchen
Boll=
ſtundungen für einen weiteren Mongt von dem deutſchen Finanzminiſter
verlängert.
Nach einer Veröffentlichung in ber „Lihre Belgique” hat der
belgi=
ſche Finanzminiſter beſchloſſen, fortan nicht wehr die Wertvermehrung
der Wertpapiere zu beſteuern, ſondern nur noch den Gewinn, der in den
Händen der Banken oder Makler verbleibt.
Der zweite Verſteigerungstag im Verlauf der neu eröffneten
Lon=
doner Kolonial=Wollauktion zeigte wieder eine äußerſt ſcharfe
Konkun=
renz. Beſte Merinos waren größtenteils von Deutſchland und
Frank=
reich geſucht. Englend wurde wieder Hauptabnehmer ſün Kpeuzzuichten
und Stiyes. Die feſte Eröffnungstendenz hielt weiter en.
Die polniſche Handelsbilanz ergab im Dezember 1927 einen
Aus=
fuhrüberſchuß von 35 180000 Goldfranken, das ſind 60 463 000 Bloty. Der
Geſamtwert der Einfuhr betrug 160 658000 Goldfranken, die Ausfuhr
dagegen wur 125 478 000 Goldfranken.
Nach einem Bericht der amerikaniſchen Handelskammer in Parls hat
die franzöſiſche Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten im Jahre 1927
gegenüber dem Vorjahre um 11 Millionen Dollar zugenommen. Sie
betrug im Jahre 1926 rumd 155 Millionen Dollar und im Jahre 1927
rund 166 Millionen Dollar. Während der letzten vier Jahre läßt ſich
eine Steigerung der franzöſiſchen Ausfuhr nach den Vereinigten
Staa=
ten um 22 Millionen Dollar feſtſtellen.
Aktiengesellschaft
Zu äußerſt billigen Preiſen!
Schwarzwä der Kirschnasser 50%0
Zwetschennasser, Airschlikär USN.
in der bekannten hervorragenden Qualitätz in
Kiſten von 6 Flaſchen an, offen ab 5 Liter,
Preistiſte und Geſchmackprobe gratis.
Kühner & Berges 1932
Jasbach b. Achein (Schwarzw.)
AAus den Amtsverkündigungen des Kreigamts
DDarmſtadt und den Belanntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
Sefunden: goldenes Keitenarmband
1 grauer Herrenpelzkragen 1 grauer
Da=
menhandſchuh. 1 Paar braune
Damen=
handſch uhe 1 Schmierappara für Auto
1 braunes Handtäſchhen mit Taſchentuch.
11 Puar graue Damenhandſchuhe, 1
ſchwarz=
ſeidener Schirmbezug. 1 braunes
gelbee=
ſtreiftes Wildlederhand äſchchen mit 3 Mk.
und Briefmarken 1 Autoturbel. 1 ge ber
Glacéhandſchuh. 1 braunes
Zeichenmäpp=
ſchen 1 dunkelgelbes Handtäſchchen mit
Eleinem Portemonnaie und 40 Pg. Ein
neues Autoreſerverad Opel). — Zuge=
Haufen: 1 ſchwarzgelber Baſtard. 1 ſchwar=
Ber Spitz Baſtard), 1 gelbweißer Spitz
N(Baſtard).
Sonntag3dienſt und Nachtdienſt in
Den Apotheken Darmſtadts: Es verſehen
Dden Sonntagsdienſt und in der daran ſich
Enſchließenden oche den Nachtdienſt vom
221 Jan bis einſchließlich 28 Jan die
Köwen-Apothele, Ballonplatz 11, die Adler=
SApotheke, Wilhelminenplatz 17, die Hirſch=
AApotheke. Niede =Ramſtädterſtraße 21.
Tarif
Der Kreisabdeckerei für den Kreis
Darmſtadt.
Mit Zuſtimmung des Kreisausſchuſſes
Des Kreiſes Darmſtadt und mit
Geneh=
migung des Herrn Miniſters des Innern
wom 8. Dezember 1927, zu Nr. M. d. J
EI 8717, ſind auf Grund des Artik. 194
Der Städteordnung die Gebühren für das
Abholen und Vernichten von Tieren und
TTierteilen durch die Kreisabdeckerei mit
Wirkung vom 15. Dezember 1927 ab neu
ffeſtge ſetzt worden.
Die neuen Beſtimmungen nebſt Ge=
Wührenſätzen ſind für, die Dauer von 14
Tagen in der üblichen Weiſe, in den zum
Aushang der ſtädtiſchen
Bekanntmachun=
ggen dienenden Kaſten angeſchlagen.
Darmſtadt, den 11. Jan. 1928. (st1537
Der Oberbürgermeiſter.
Samstag, den 28. Januar 1928,
machmittags um 2 Uhr, wird in dem
SSchulhaus zu Niedernhauſen im
Oden=
woald die hieſige Gemeindejagd, zirka
1800 Morgen Feld und Wald, öffentlich
aauf weitere 6 Jähre verpachtet.
Bemerkt wird, daß in den
Jagdge=
bieten ein guter Wildſtand vorhanden iſt.
Das Jagdgebiet, iſt von der Station
Groß=Bieberau mit dem Poſtauto in
einigen Minuten zu erreichen und grenzt
inn die Luftkurorte Li itenberg u. Nonrod.
Niedernhauſen i. O., den 12. Jan. 1928.
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
Daab, Bürgermeiſter.
(11.
Bauarbeiten.
Die inneren und äußeren
Weißbinder=
arbeiten ſowie die Glaſerarbeiten bei der
Wiedererrichtung des Liebigs=
Geburts=
hauſes in der Großen Kaplaneigaſſe 30
ſollen auf Grund der
Reichsverdingungs=
ordnung über die Vergebung von
Bau=
leiſtungen vergeben werden.
Die Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtr. Nr. 30
Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote auf Weißbinderarbeiten ſind
bis Muttwoch, den 1. Februar 1928,
vormittags 10 Uhr, und auf
Glaſer=
arbeiten vormittags 10½, Uhr,
ein=
zureichen.
(st1556
Darmſtadt, den 20. Jan. 1928.
Städtiſches Hochbauamt
Oützortiteigetang Mr. 0.
Montag, den 23. ds. Mts., von
vorm. 9 Uhr ab, werden in der
Turn=
halle am Woogsplatz hier aus den
ſtädt, Förſtereien Heiligkreuz (
Holz=
ſchlag 23, Eichelacker am Oberfeld
56 und 57, Los Nr. 659—898) und
Bür=
gertanne (Bürgerſchlag 6, Kiefer, Los
tr. 445— 628) verſteigert:
Rm. Scheiter — 290 Buche, 24 Eiche,
23 Kiefer: Knüppel — 96 Buche, 8
Eiche, 148 Kiefer; Reiſigknüppel —
21 Buche, 18 Kiefer; Stöcke — 36 Buche
2 Eiche, 6 Fichte, 62 Kiefer; „Wellen
— 325 Buche.
(St.1355
Darmſtadt, den 17. Januar 1928.
Städt. Güterverwaltung.
Bekanntmachung.
Die am 19. d8. Mts. im „Fürſtenſaal”
zu Darmſtadt abgehaltene
Holzver=
ſteigerung Nr. 2 des Forſtamts
Darmſtadt — Staatswald und Philipps=
Hoſpitalwald — iſt genehmigt. Die
Abfuhrſcheine können vom 24. ds. Mts.
ab bei den zuſtändigen Finanzkaſſen
bezw. Untererhebſtellen eingelöſt werden.
Ueberweiſung und 1. Abfuhrtag:
25. Januar 1928.
Darmſtadt, 20. Januar 1928.
Forſtamt Darmſtadt.
J. V.: Arnoldi.
1573)
Nutzholz=Verſteigerung.
Mittwoch, den 25. Januar 1928
vormittags 9‟ Uhr anfangend,
werden im Gundernhäuſer
Gemeinde=
wald aus den Abteilungen 1, 25 und 22
nachſtehende Holzſortimente öffentlich
meiſtbietend verſteigert:
20 St. Eichenſtämme Kl. II und III mit
9,03 Im Inhalt (Wagnerholz)
274 St. Fichtenſtämme Kl. Ia—IIIa mit
68,19 tm Inhalt,
478 St. Fichtenderbſtangen Kl. I—II! mit
27,36 im Inhalt.
389 St Fichtenreisſtangen Kl. 1V—VT
mit 4,75 fm Inhalt,
1 rm Fichten=Nutzknüppel.
Die Zuſammenkunft iſt auf dem alten
Meſſeler Weg am Eingang des Wald s
Gundernhauſen, den 18. Jan. 1928.
gefſiſche Bürgermeiſterei Gnndernhauſeg.
Schütz=
D- und Verkauf von Werlpapieren
1547)
Holzverſteigerung Mt. 3.
Brennholz)
Faſelochs=Beräußerung. /Stamm= und Brenn=
Donnerstag, den 26. Januar 1928,
vormittags 9 Uhr, wird auf der „
Lud=
wigshöhe” bei Darmſtadt das
Brenn=
holz aus den Diſtriften „Dachsberg”
(Nummern 195—366) und „Dommerberg”
(Nummern 357—619) der Förſterei
Vällen=
falltor verſteigert:
Scheiter rm: Buche 385, Eiche 2,
Erle 1.
Knüppel rm: Buche 151, Eiche 12,
Erle 1.
Reiſig III H. W.: Buche 3140.
Stöcke rm: Buche 33.
Nähere Auskunft durch Herrn Förſter
Benſel zu Forſthaus Böllenfalltor
(Fernruf 3445).
Blau unterſtrichene Nummern kom
men nicht zum Ausgebot. Das Holz iſt
vorher anzuſehen.
Die Bürgermeiſterei Pfungſtadt
be=
abſichtigt, einen 3 Jahre alten, gut
genährten, ſprungfähigen Faſelochſen,
weil überzählig, zu veräußern.
Schriftliche Angebote, per Kilo
Lebend=
gewicht, ſind verſchloſſen bis Mittwoch
den 25. Januax 1928, vormittags
11½, Uhr, auf der Bürgermeiſterei
einzureichen.
NB. Für Gemeinden wäre hier
Ge=
legenheit geboten, einen noch guten
Zucht=
faſel zu erwerben.
Pfungſtadt, den 19. Januar 1928.
Heſſ. Bürgermeiſteret Pfungſtadt
(1582
Schwinn.
holz=Verſteigerung.
Montag, den 23. Januar I. Js.,
vormittags 10 Uhr anfangend, wird
in der Wirtſchaft von Hrn. Georg Stöhr
zu Lützelbach, nachſtehendes Holz aus den
Waldungen der Gemeinde Lützelbach
öffentlich verſteigert.
Darmſtadt, den 20. Januar 1928,
Forſtamt Darmſtadt.
Delp.
11559
.1.
Nächſten Dienstag, den 24.
Ja=
nuar 1928, vormittags 10 Uhr
an=
fangend, werden im hieſigen
Gemeinde=
wald verſteigert:
126 Eichenſtämme — 81,99 fm
16 Buchenſtämme — 16,70
8 Kiefernſtämme — 8,99 „
169 Fichten=Derb= und Reisſtangen.
Die Zuſammenkunft iſt an der
Schutz=
hütte.
(1405a
Klein=Umſtadt, den 16. Jan. 1928.
Heſſ. Bürgermeiſteref.
Sturmfels.
Stämme: Buche 3. Kl. — 5.02, 4. Kl.,
— 20,66, 5. Kl. — 3,54, 6. Kl. — 1,59 Fm.;
Eiche 1. Kl. — 0,43, 2. Kl. — 2,12,
3. Kl. — 0,96, 4. Kl. — 2,00, 5. Kl.
— 1,23 Fm; Eſche 4, Kl. — 0,55 Fm.
Erle 3. Kl. — 0,79 Fm.; Kiefer 2b Kl.
— 0,71 Fm.; Lärche 1b Kl. — 0,51 Fm.;
Fichten 1b Kl. — 4,55, 2a Kl. — 2,06
2b Kl. — 2.55, 3a Kl. — 1,71 Fm.;
Buchen Langwieden, 14 Stück, von
8 — 13 cm Durchmeſſer, 5 m lang;
Montag, den 23. Januar 1928,
vorm. 10 Uhr beginnend, werden
aus dem Eberſtädter Gemeindewald,
Diſtrikt Prömſter die nachverzeichneten
Holzſortimente öffentlich meiſtbietend an
Ort und Stelle verſteigert:
20 Stück Lärchenſtämme 29,7 im
029 „
2
56 „ Fichtenſtämme 12,82
Lärchen=Derbſt. 0,12
5
Fichten=Derbſt. 2,07
300 „ Bohnenſtangen 0,90 „
Nähere Auskunft erteilt Herr Förſter
Pfänder Forſthaus Sommersgrund.
Gegen ſichere Bürgſchaft wird
kredi=
tiert bis 11. November 1928.
Zuſammenkunſt der Steigerer auf
der Chauſſee nach Nieder=Beerbach an
der Marsmühle.
(1548
Auß= 1. Prennholzber.
fteigerung Nr. 2 u. 8.
Brennholz: Scheiter: Rm.: 58 Buche,
5 Eiche, 1 Erle, 2 Eſche, 6 Kiefer, 2 Fichte;
Knüppel: Rm. 24 Buche, 34 Eiche, 7
Kiefer, 11 Fichte: Aſt=Wellen: Rm.
2677 Buche, 361 Eiche, 75 Weide, 137
Kiefer; Stöcke: Rm. 33 Buche, 2 Eiche,
Fichten=Stammreiſig 149 Rm.
Bemerkt wird: Man büttet, alles
Holz vorher na hzuſehen, alle blau
unter=
ſtrichene Nummern kommen nicht zum
Ausgebot. Herr Förſter Allmann zu
Steinau erteilt jede Auskunft.
Neunkirchen, den 16. Januar 1928.
Heſſ. Bürgermeiſterei Neunkirchen.
Mayer.
(1354a
Heſſ. Bürgermeiſterei Eberſtadt.
J. V.: Flick.
(Gemeindew ald Ober=Ramſtadt),
Dienstag, den 24. Januar 1928,
vormittags 9 Uhr anfangend,
wer=
den in den Forſtorten Eichelberg 14 und
Günkelbach 15 an Ort und Stelle
ver=
ſteigert:
Stämme:
2 St. Buchen Kl. 4 u. 5— 2,68fm
2 „ Eichen
3 u. 4— 2,22,
109 „ Kiefern
2b—3b — 66,28 „
15 „ Lärchen
1b-+2a — 5,56„
232 „ Fichten 1b—4b —154,95
16 „ Weißtannen , 1b—4b— 13,38,
Zuſammenkunſt der Steigerer im
Forſtort Eichelberg 14 (Abtriebsfläche
links des Frankenhäuſerwegs). (1506
Ober=Ramſtadt, den 18. Jan. 1928.
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
Rückert.
1. Dienstag, den 24. Januar ds.
Js., vormittags 9 Uhr, wird in
Gries=
heim im Gaſthaus „Zum Kaiſerſaal”
aus den Diſtriften Harras 9, 10, 11 u.
Trieſch 16 nachſtehendes Holz
verſtei=
gert: Nutzſcheiter, rm: 2 Kiefern;
Nutz=
knüppel: 14 Kiefern (Schweineſtall=/ys., vormittags 10 Uhr anfangend,
leger, 2,5 m lang); Scheiter, rm: 12
Kiefern; Knüppel: 198 Kiefern; Reiſi=
1. Kl. (Knüppelreifig): 2 Birken, 36 Wey
mputhskiefern; Reiſig 2. Kl. (
Stamm=
reiſig), Wellen: 8370 Kiefern; Reiſig
3. Kl. (Aſtreiſig): 4930 Kiefern: Stöcke,
rm: 91 Kiefern.
2. Donnerstag, den 26. Januar
ds. Js., vormittags 9 Uhr, wird in 3,55, 3a Kl. 7,09, 3b Kl. 4,43, 4a Kl.
Weiterſtadt im Gaſthaus „Zur Sonne‟
aus verſchiedenen
Domanialwald=
diſtrikten der Gemarkung
Weiter=
ſtadt folgendes Holz verſteigert:
Stämme, im: Kiefern: 7 Stück Klaſſe
1b — 1,93, 85 Stück Ki. 2a — 35,07
75 Stück Kl. 2b — 46,69, 24 Stück Kl.
3a — 18,48: Nutzſcheiter, rm: 191 2 Erle, 2 Kieſer, 7 Fichte: Sigmm=
Kiefern, 1940 Eichen, 360 Birken; und 45 rm Fichte=Aſtreiſer.
Reiſig 3. Kl. (Aſtreiſig): 2660 Kiefern:
Stöcke, rm: 74 Kiefern.
Das Kiefernſtammholz lagert im
Di=
ſtrikt Nonnſtück. Nutzſcheiter und
Nutz=
knüppel ſind ſchwarz unterſtrichen.
mern werden nicht verkauft.
Ahlheim, Forſthaus Harras, zu 2 Herr
Förſter Hirſch zu Weiterſtadt. (1533
Groß=Gerau, den 19. Jan. 1928.
Heſſ. Forſtamt Groß=Gerau.
Stamm= und
Brenn=
holz=Verſteigerung.
Donnerstag, den 26. Januar Ifd.
wird in dem Gaſthaus von Herrn
Bür=
germeiſter Mayer zu Neunkirchen
nach=
ſtehendes Holz aus den Waldungen der
Gemeinde Neunkirchen öffentlich
ver=
ſteigert:
Stämme: Eiche 2. Kl. 0,55, 3. Kl. 0.49
im; Buche 4. Kl. 6,69, 5. Kl. 1,48, 6.
Kl. 4,92 im; Fichte 2a Kl. 3,15, 2b Kl.
10,74, 4b Kl. 4,16 im und 14 Buche
Langwieden von 10—14 cm Durchm.
und 5 m lang; 4 rm Erle, 2 rm Eiche
Nutzrundſcheit.
Brennholz: Scheiter, rm: 7 Buche,
7 Fichte; Knüppel, rm: 11 Buche,
Kiefern; Scheiter: 38 Kiefern; Knüp= wellen: 1200 Buche; Aſtwellen:
Pel: 23 Pappel, 43 Kiefern; Reiſig! 975 Buche; Stöcke, rm: 4 Buche, 14
S. ſl. (Stammreiſig), Wellen: 2000 Fichte und 61 rm Fichte=Stammreiſer
Bemerkt wird: Man bittet, das Holz
vorher anzuſehen; alle blau unterſtrich.
Nummern kommen nicht zum Ausgebot.
Das Buchen= und Fichtenſtammholz iſt
ſchönes Schnittholz; Buchenſtämme ſind
Blau unterſtrichene Brennholznum= alle auf den Weg gerückt und gut
abzu=
fahren. Herr Förſter Allmann zu
Auskunft zu 1 erteilt Herr, Förſter/ Steinau erteilt jede Auskunft. (1476a
Neunkirchen, den 18. Jan. 1928.
Heſſ. Bürgermeiſterei Neunkirchen.
Mayer.
Geite 14
Samstag, den 21. Januar 1928
Nummer 21
WizonaKrone
Margarine fein wie Butter
Wizong Extra
eines Kokosfett, 100% Fettgehalt
beide mit Wert-Reklame
n Detailgeschätten erhältlich
R
Großvertrieb durch
Schäfer &Hönigsberg, Darmstadt
Mägdeisehenätardenbränt
Dem ſehr geehrten Publikum von Darmſtadt u Umg. erlaube
ich mir anzuzeigen, daß ich mich hier als Magnetopath
nieder=
gelaſſen habe u. nach dem bewährten Syſten meines Lehrers,
des berühmten Wiener Magnetopathen u. Naturarztes Univ.
med. Dr Joſef Gratzinger, die verſchied Krinkheiten wie:
Gicht. Rh=umat smus, Nervenleiden (Neuraſthenie,
Neuralgie, Veitstanz uſw.), Lähmungen, Krämpfe,
Migräne, Flechten, Geſchwüre uſw., Herz=, Magen=,
Darm=, Lungen=, Gallen= und Leberleiden
behandle. 28jährige Praxis, nachweisbare Erfolge,
Dank= und Anerkennungsſchreiben ſtehen zur gefl Einſicht,
Magnetopath und
Hans Nekek Naturheilkundiger
Darmſtadt, Frankfurterſtraße 21, I.
Sprechſtunden täglich von 10—1 Uhr. Krankenbeſuche
(1508
hier und nach auswärts.
Verdanke Herrn Magnetopathen Netek die voll=
Alkeſl. ſtändige Heilung meines fünfjährigen
Nerven=
leidens, verbunden mit Schwermut, Angſtgefühl Zittern der
Glieder,Atemnot u. Magenbeſchwerden. Sa ich nach erfolgter
Heilung wieder neuen Lebensmut habe u. meiner Tätigkeit
wie vorher nachkommenkann, fühle ich mich veranlaßt, obigem
Herrn meinen tiefgefühlten Dank auf dieſem Wege
aus=
zuſprechen und empfehle Herrn Magnetopathen Netek allen
Leidendennur aufs Wärmſte E. Steinhaus, Stettin, Beringerſtr. 11.
Achtung, Feuerſchutz!
Intereſſenten mache ich darauf aufmerſam, daß ich die
Vertretung der polizeilich zugelaſſenen und anerkannten
Cellon= und
Duffag=Präparate
für Darmſtadt und Umgebung übernommen habe. Empfehle
mich zur Ausführung von Feuerſchutzimprägeierungen für
Autohallen, Garagen, Holzkonſiruktionen, Holzhäufern und
Baracken, Bühnen= und Theater=Utenſilien, Stoffe, (
Einrich=
tungen uſw. im Spritz= und Streichverfahren. Angebote
gern zur Verfügung nach Einſichtnahme des zu
behan=
delnden Objektes.
Gg. Hch. Hartmann
Holzbau — Zimmergeſchäft — Schreinerei
Feuerſchutzimprägnierung
Riedlingerſtr. 29. 1545a
Telephon 222.
Stamm= und
Brenn=
holzverſteigerung
in Seeheim.
Nächſten Dienstag, den 24. Jan.,
vormittags um 9 Uhr anfangend,
werden im Saale vom „Darmſtädter
Hof” bei Gaſtwirt Jakob Hörr in
See=
heim aus dem Gemeindewald (Diſtrikt
Röder) folgende Sortimente Nutz= und
Brennholz verſteigert:
1. Kiefern=Stämme 58 Stück,
2. 91 rm Kiefern=Scheit,
„ =Knüppel,
3. 35
4. 3200
=Aſtwellen,
5. 113,
Stockholz.
Es kommen die Nummern von 265
bis 602 zum Ausgebot.
Das Holz iſt ſehr gut abzufahren, die
Bedingungen werden vor der
Verſteige=
rung bekanntgegeben. Zahlungsfriſt
ge=
gen Stellung ſicherer Bürgſchaft bis
(1474a
1. September 1928.
Heſſiſche Bürgermeiſterei Seeheim
Roßmann.
Moniag, den 30. Januar 1928,
von vormittags 9 Uhr ab, wird zu
Mör=
felden im Gaſthaus zum Saalbau,
Bahnhofſtraße 5, das
Brennholzergeb=
nis an Dürr= und Windfallholz der
För=
ſterei Sensfelder Tanne, ſowie außerdem
aus der gleichen Förſterei das
Brenn=
holz aus den Abteilungen Sensfelder
Tanne 3 und 24 verſteigert, und zwar:
Scheiter: rm: Buche 30, Hainbuche 14,
Eiche 136, Ulme 1, Birke 21, Linde 2,
Kiefer 110, davon 43 rund.
Knüppel: rm: Buche 44, Hainbuche 79,
Eiche 103, Birke 18, Linde 10, Kiefer 158.
Reiſig: 100 Wellen: Buche 2,2,
Hain=
buche 1,9, Eiche 12,7, Birke 1,1
Kie=
fer 7,5.
Stöcke: rm: Buche 3, Eiche 30, Birke 2,
Kiefer 28.
Auskunft erteilen Herr Förſter Köhres
zu Forſthaus Apfelbachbrücke, ſowie Herr
Forſtgehilfe Heldmann daſelbſt.
Mörfelden, den 19. Jan. 1928. (1571
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Nummer 21
Samstag den 21 Januar 1928
Reich und Ausland.
Adrairal Aſchenborn80 Jahre alt.
Vizeadmiral a. D. H. A. L. Aſchenborn,
ein um die Entwicklung des deutſchen Waſſerſports
hochberdienter Sportsmann, beging am 19. Januar
ſeinen 80. Geburtstag. Er gehörte 1862—1901 der
preußiſchen bzw. der Reichsmarine an, war 1892—95
Inſpekteur der 1. Marine=Inſpektion und 1892—95
Marinekommiſſar des Kaiſer=Wilhelm=Kanals. Nach
ſeiner Penſionierung hat er ſich der Opganiſation der
erfolgreichen Motor” Regatten auf Rhein, Weſer,
Donau, Elbe und . ſiſee, ſowie der Wettfahrten
um den Nord= und —ſtſeepreis gewidmet. Er war
Präſident des Motor=Yacht=Clubs und im Kriege
Kommandeur des von ihm ins Leben gerufenen
Freiwilligen Motorboot=Korps.
Verſchärfte Beſtrafung eines Kurpfuſchers.
WSN. Frankfurt a. M. Trübe Erfahrungen
machte jetzt vor der Strafkammer der Heilkundige
Bruno Friedrich Wilhelm Kiep, der urſprünglich
wegem Vergehen gegen das Geſetz betreffend den
un=
lauteren Wettbewerb durch Strafbefehl mit 300 Mark
belegt worden war. Der Einzelrichter hatte auf
Ein=
ſpruch des Angeklagten verhandelt und erhöhte die
Strafe auf 600 Mark. Der Angeklagte aber wollte
freigeſprochen ſein und legte Berufung ein. Damals
vor dem Einzelrichter erklärte der Angeklagte, er
ſtamme aus einer Familie, in der man ſich ſeit über
hundert Jahren mit der Heilkunde beſchäftigte.
Vie=
len Leuten habe er geholfen, wenn die ärztliche Kunſt
verſagte. „Erſt wenn die Leute verpfuſcht ſind,
kom=
men ſie zu dem „Heilkundigen.” Und als der
Vor=
ſitzende ihn fragte, ob er nicht einmal angeben könne,
wie er dieſe oder jene Krankheit behandele, erwiderte
der Angeklägte: „Ich kann ihnen hier keine großen
mediziniſchen Vorleſungen halten. Ich weiß nur
ſoviel, daß ich ſehr erfolgreich tätig war.” Und wie
behandelt der Angeklagte ſeine Patienten? Aus der
Ferne. In die ländliche Umgebung von Frankfurt
ſchickte er Proſpekte. Darin hieß es u. a.: „Die
Sonne geht auf, wenn Sie von Ihrem Leiden
be=
freit ſind. Machen Sie die Kieperolkur.‟ Dann
ſpricht er in den Proſpekten davon, wie ihn die
Schul=
medizin verfolgt. „Aber jeder Prozeß ſchmettert die
Medizin nieder.” „Es werden nur Leute behandelt,
die von einem Arzt erfolglos behandelt worden ſind,”
ſo heißt es dann weiter in den Proſpekten, „und
Ge=
richte haben feſtgeſtellt, daß ich über ungeheuerliche
Kenntniſſe verfüge.” Auf Grund dieſer Anpreiſungen
erſchien dann auch eines Tages bei dem Angeklagten
ein Mann, der ſchon ſeit langer Zeit ein Beinleiden
hatte, „Geld habe ich bezahlt, Salbe habe ich
ge=
kriegt, und nichts hat es geholfen”, ſagte der Zeuge.
Die Kieperolkur iſt das einzige Syſtem, Verkalkung
zu beſeitigen. Derartige tollkühne Behauptungen
ſtellte der Angeklagte auf. Jetzt vor der Strafkammer
ließ ſich der Angeklagte von einem Rechtsanwalt
ver=
treten. Auf Grund der haarſträubenden
Behaup=
tungen des Angeklagten und die darin liegende
Ge=
fahr für die Allgemeinheit kam das Berufungsgericht
zur Verwerfung der Berufung des Angeklagten. Aber
auch der Staatsanwalt hatte ſeinerſeits von dem
gleichen Rechtsmittel Gebrauch gemacht. Das Gericht
hob daher das angefochtene Urteil auf und erkannte
wegen unlauteren Wettbewerbs auf eine
Gefängnis=
ſtrafe von vier Monaten.
Bund ehemaliger 81er.
Für die am 9., 10. und 11. Juni 1928 in
Frank=
furt a. M. ſtattfindende kameradſchaftliche
Wieder=
ſehensfeier aller ehemaligen 8ler iſt folgende
Feſt=
folge in Ausſicht genommen: Samstag, den 9. Juni,
8 Uhr abends: Begrüßung und Feſtkommers im
Bach=
ſaale (Feſthalle); Sonntag, den 10. Juni „vormittags:
Kranzuiederlegung auf dem Ehrenfriedhof (
Abord=
nungen); 11 Uhr vormittags: Feſtgottesdienſt mit
an=
ſchließendem Regimentsappell im Feſthallengelände;
nachmittags etwa 4 Uhr: Hauptfeier im Bachſaale
(Feſthalle). Für Montag, den 11. Juni, iſt
Beſich=
tigung des Stadions (ehem. Militärſchießſtände) und
ein Preisſchießen auf den Bürgerlichen Schießſtänden
vorgeſ hen, mit Abſchiedsſchoppen und Tanz. — Preis
für Feſtkarte zum Eintritt, Feſtabzeichen und
Feſt=
ſchrift etwa 3—3,50 Mark. Auskunft erteilt Kamerad
Frank, Frankfurt a. M., Schieleſtr. 26, und die
Vor=
ſitzenden der einzelnen 8ler Vereine.
Ein Diebesneſt gefunden.
WSN. Bad Homburg. In einer zwiſchen
Bad Homburg und Oberurſel gelegenen Feldſcheune,
die ſeit langem ſchon als Aufenthaltsort von
Land=
ſtreichern und anderen lichtſcheuen Elementen bekannt
iſt, hielt die Homburger Polizei in der Nacht zum
Freitag eine Razzia ab. Sie nahm bei dieſer
Ge=
legenheit eine Anzahl dort nächtigender Leute feſt
und entdeckte gleichzeitig in einem Verſteck in der
Scheune ein Lager mit allerlei Gegenſtänden von
Wert, die bei den letzten Einbrüchen in Homburg
geſtohlen worden waren. Wahrſcheinlich gehört das
Diebeslager dem in Homburg verhafteten Einbrecher
Adam Mook aus Oberhauſen.
Geite 15
Neunzehn Prinzen ſtreiten um ein Schloß.
Schloß Chambord bei Blois in Frankreich
das Objekt eines großen Erbſtreites, der vor dem Gerichtshof in Orleans zur Austragung kommt.
Das Schloß, ein Juwel der franzöſiſchen Renaiſſance, war einſt Königliche Reſidenz, kam 1821 in
den Beſitz des Herzogs von Bordeaux und fiel nach deſſen Tode an das herzögliche Haus
Bour=
bon=Parma. Nun ſtreiten ſich 19 Bourbon=Prinzen, darunter die Ex=Kaiſerin Zita (eine
ge=
borene Prinzeſſin von Bourbon=Parma) um die Beſitzrechte von Schloß Chambord.
Vergnügungsdampfer mit Flugzeug.
Rundflüge in den Anlaufhäfen.
Der Hapag=Dampfer „Oceana” mit Flugzeug an Bord.
Der für Geſellſchaftsreiſen beſtimmte Hapag=Dampfer „Oceana” führt auf ſeiner dreiwöchigen
Fahrt nach Madeira, den Kanariſchen Inſeln, Algier und Genua ein Waſſerflugzeug an Bord,
das den Paſſagieren Gelegenheit zu Rundflügen in den einzelnen Anlaufhäfen gibt. Die
Jun=
kers=Seeflugmaſchine „D 298” kann neben Führer und Monteur fünf Paſſagiere aufnehmen.
Ein Sägewerk vollkommen eingeäſchert.
WSN. Buchen. Am Donnerstag früh geriet das
Sägewerk der Firma Franz Fertig in Brand. In
wenigen Minuten ſtand das ganze Werk in
Flam=
men und wurde vollkommen eingeäſchert. Der
Scha=
den iſt ſehr groß, da wertvolle Maſchinen dem Feuer
zum Opfer fielen und der Betrieb nur zum geringen
Teil verſichert war.
Schneefall im ſüdlichen Schwarzwald.
Freiburg. Am Donnerstag und in der Nacht
zum Freitag ging über dem ſüdlichen Schwarzwald
ſtarker Schneefall nieder. Die Temperaturen liegen
einige Grad unter dem Gefrierpunkt.
Zugentgleiſung.
Waäblingen. Am Donnerstag entgleiſte auf
dem Bahnhof Waiblingen durch vorzeitige
Weichen=
umſtellung ein leerer Perſonenwagen. Infolgedeſſen
erlitt eine Reihe von Zügen Verſpätungen. Der
Perſonenzug von Waiblingen nach Backnang mußte
ausfallen und der D=Zug Stuttgart-Berlin
umge=
leitet werden. Der Sachſchaden iſt gering. Verletzt
wurde niemand.
Geſtändnis eines Mörders.
München. Im Zuſammenhang mit der
Mord=
tat an dem Wirtſchaftspächter Reiter, deſſen Leiche
im Höhenkirchener Forſt aufgefunden worden war,
wurden, wie erinnerlich, der Gürtler Schachtner in
Höhenkirchen und ſeine beiden Söhne verhaftet.
Nach=
dem die Verhafteten am Samstag der Unterſuchung
der ausgegrabenen Leiche Reiters im Waldfriedhof
beigewohnt hatten, hat nunmehr der alte Schachtner
im Unterſuchungsgefängnis ein teilweiſes Geſtändnis
abgelegt. Er gab an, daß er den Reiter im Walde
ſchlafend angetroffen habe, daß er ihn geweckt und
erſchreckt und dann am Halſe „a biſſerl” gedroſſelt
habe. Die beiden Söhne leugnen noch immer.
Hinrichtung.
Kempten. Im Hofe des
Landgerichtsgefäng=
niſſes wurde am Freitag früh der Doppelmörder
Robert Uhſemayer mit dem Fallbeil hingerichtet.
Uhſemayer, der am Donnerstag dem Staatsanwalt
ein Geſtändnis abgelegt hatte, war völlig
zuſammen=
gebrochen.
Schneefälle im Allgäu.
Kempten. Gewaltige Schneemaſſen ſind in
der Nacht zum Freitag im Allgäu gefallen. Im Tal
wird eine Schneehöhe von 20 Zentimeter, von den
Pfrontener und Obersdorfer Bergen 30 bis 40
Zen=
timeter Neuſchnee mit Lawinengefahr gemeldet.
Die Vollſtreckung des Todesurteils gegen
Böttcher.
TU. Berlin. Zu den anläßlich der
Voll=
ſtreckung des Todesurteils gegen Böttcher in einem
Teil der Preſſe gegen das Verfahren in
ſtaatsrecht=
licher und prozeſſualer Hinſicht erhobenen Vorwürfen
erfährt der Amtliche Preußiſche Preſſedienſt von
zu=
ſtändiger Seite u. a.: Was zunächſt die Frage
an=
langt, ob auf Grund einer von den Verteidigern an
den Rechtsausſchuß des Preußiſchen Landtags
gerich=
teten Eingabe die Entſcheidung des
Staatsminiſte=
riums über die Vollſtreckung des Todesurteils hätte
ausgeſetzt werden müſſen, bis die Entſchließung des
Landtags über dieſe Eingabe vorlag, ſo übt nach
Ar=
tikel 54 Abſ. 1 der Preußiſchen Verfaſſung das
Staatsminiſterium und nicht der Landtag namens des
Volkes das Recht der Begnadigung aus. Die
Ent=
ſcheidung des Staatsminiſteriums im Falle Böttcher
war daher nicht verfaſſungswidrig. Was die
ſtraf=
prozeſſuale Seite anlangt, ſo ſind die Anträge der
Verteidiger Böttchers auf Wiederaufnahme des
Ver=
fahrens und Ausſetzung der Strafvollſtreckung, die
am 12. Januar 1928 bei dem Landgericht III Berlin
eingegangen waren, durch Beſchluß der zuſtändigen
Strafkammer am Nachmittag des 12. 1. 1928
abge=
lehnt worden, da das Vorliegen einer Geiſteskrankheit
verneint worden war. Die Abſchriften der Beſchlüſſe
ſind um neun Uhr abends an die Verteidiger durch
Nohrpoſt abgeſandt worden. Am Abend des 12. 1.
1928 teilten die Verteidiger Böttchers dem
preu=
ßiſchen Juſtizminiſter, der ſich bei Verwandten
be=
fand, fernmündlich mit, daß ſie Beſchwerde gegen die
ablehnenden Beſchlüſſe der Strafkammer eingereicht.
hätten und daß der Rechtszug daher noch nicht
er=
ſchöpft ſei. Der Kammergerichtspräſident hat ſich
etwa um zwei Uhr nachts zu dem Vorſitzenden des
zuſtändigen Senats begeben und ihn veranlaßt, mit
den Mitgliedern des Senats gegen Morgen in
Plötzenſee zuſammenzutreten. Der Senat hat
ſo=
dann in der ordnungsmäßigen Beſetzung und nach
eingehender Beratung, in deren Verlauf er den
Me=
dizinalrat Dr. Bernhard noch perſönlich über den
Geiſteszuſtand Böttchers angehört hatte, die
Be=
ſchwerde der Verteidiger verworfen. Somit iſt auch
in ſtrafprozeſſualer Hinſicht durchaus richtig
ver=
fahren worden.
Ein zweites Hochofenunglück.
TU. Hörde. Auf der Hörder „Phönis”
er=
eignete ſich am Donnerstag abend ein ſchweres
Hoch=
ofenunglück. Der Ofen „I” brannte durch, und das
flüfſige Eiſen ergoß ſich über die umſtehenden
Ar=
beiter. Vier Arbeiter erlitten ſchwere Brandwunden
und mußten in bedenklichem Zuſtande in das Kran=
Der Hiſtioriker Oncken nach Berlin
berufen.
Geheimrat Profeſſor Dr. Hermann Oncken,
der Hiſtoriker der Univerſität München, wurde für
den Lehrſtuhl der neueren Geſchichte nach Berlin
be=
rufen. Er wurde 1869 geboren, war 1898 bis 1905
Privatdozent in Berlin, 1905 Univerſitätsprofeſſor in
Chicago, 1906 in Gießen, 1907 in Heidelberg, und
ſeit 1923 in München. Seine Werke über „Laſſalle‟,
„Bennigſen” und „Die Rheinpolitik Napoleons III."
zählen zu den beſten modernen hiſtoriſchen
Ver=
öffentlichungen.
Profeſſor Hans Wendt geſtorben.
Der Senior der theologiſchen Fakultät der
Uni=
verſität Jena, Geheimer Kirchenrat Profeſſor Dr.
thedl. und phil Hans Wendt, früherer Vertreter der
ſyſtematiſchen Theologie und Direktor des
theolo=
giſchen Seminars, iſt Donnerstag früh im 75.
Lebens=
jahr geſtorben.
Schiffsunglück.
Berlin. Die „B. Z.” meldet aus Kopenhagen:
Bei Mjovanäs (Faröer) traf eine gewaltige Sturzſee
den Paſſagierdampfer „Smiril” ſo unglücklich, daß
der auf dem Deck befindliche Rauchſalon, in dem ſich
drei Damen und zwei Herren aufhielten, über Bord
geſpült wurde, die Inſaſſen des Salons ertranken.
Die Sturzwelle war ſo heftig, daß ſie beinahe das
Kentem des Dampfers zur Folge gehabt hätte.
Schreckenstat einer Mutter.
Pilſen. Eine Frau Mehaering in Klem=
Sem=
lowitz ſprang am Freitag nachmittag mit ihren
bei=
den Kindern im Alter von drei und ſechs Jahren in
den Ortsteich. Paſſanten ſahen die Leiche im Waſſer
ſchwimmen und verſtändigten den Ehemann, der mit
Hilfe anderer Perſonen die Lciche bergen konnte.
Ueber die Motive, welche die nach junge Frau in
den Tod getrieben haben, iſt nichts bekannt.
Betrügereien bei der Sozialen
Genofſenſchafts=
bank in Warſchau.
Warſchau. Bei der hieſigen Sozialen
Genoſſen=
ſchaftsbank wurden große Betrügercien in Höhe von
einer halben Million Zloty zum Schaden der
Kun=
den der Bank feſtgeſtellt. Die beiden Direktoren und
ein in die Schwindelgeſchäfte eingeweihter Prokuriſt
wurden verhaftet. Das Geſchäftslokal der Bank wurde
amtlich verſiegelt.
Exploſion auf einem polniſchen
Truppen=
übungsplatz.
Warſchau. Auf dem Uebungsplatz bei Modlin
der ehemals ruſſiſchen Feſtung Nowogeorgiewſk
ex=
plodierte eine Mine aus nicht feſtgeſtellten Urſachen.
Ein Soldat wurde getötet, drei erlitten ſchwere
Ver=
letzungen.
Mißglückter Dauerflugrekordverſuch.
San Franzisco. Der Verſuch der engliſchen
Flieger Kingsford Smith und Leutnant Pond, in
einem Eindecker den deutſchen Dauerflugrckord zu
brechen, mißglückte. Nach einem Fluge von 50
Stun=
den und ſieben Minuten fahen ſie ſich wegen
Er=
ſchöpfung des Benzinvorrates zur Ladung
gezwun=
gen. Es war dies ihr vierter Verſuch.
Exploſionsunglück auf den Neuen Hebriden.
Suva (Fidſchi=Inſeln). Der britiſche Reſident
meldet aus Villa (Neue Hebriden), daß bei einer
ver=
heerenden Exploſion, der ein Brand folgte, in einer
franzöſiſchen Handelsniederlaſſung ſechs Franzoſen,
ein Engländer und drei Eingeborene getötet wurden.
Elf Franzoſen und 45 Eingeborene trugen
Ver=
letzungen davon.
Wo ſind die ſtärkſien Fleiſcheſſer?
DiE STARKSTEN FLEISCHESSER
DER WELT
sfrolier
Englend
Deutschlend
ARusond
0 50 D 30 40 50 60 70 80 50 Dokg
pro Kopf und Johr.
Unſere Tabelle zeigt das Ergebnis der Ermittlungen,
welche die Handelskammer in Milano über den
Fleiſchverbrauch der Welt angeſtellt hat. Auſtralien
hält mit 103,1 Kilogramm Fleiſchverbrauch pro Kopf
der Bevölkerung den Rekord. In gehörigem Abſtand
folgen Amerika und England. Deutſchland folgt an
vierter Stelle mit 47,1 Kilogramm.
Seite 16
Samstag, den 21. Januar 1928
Wegnahme der deutſchen Bäder in der Tatra?
Ein neuer iſchechiſcher Gewaliplan.
In der in den nächſten Tagen beginnenden Winterſeſſion des
Prager Parlamentes beabſichtigt, der Geſundheitsminiſter Dr.
Tiſo einen Geſetzentwurf zur Schaffung von Lungenheilſtätten
in der Hohen Tatra einzubringen. Dieſer Geſetzentwurf ſieht die
Bildung eines Bezirkes vor, in dem lediglich Lungenkranke unter
ſonitätspolizeilicher Auſſicht Aufnahme finden ſollen. Ueber die
ebene ſind die Zipſer Deutſchen zu Hauſe. Die Deutſchen ſind vor
nahezu 800 Jahren — gerufen von den ungariſchen Königen —
in das damals völlig wilde Bergland eingezogen, haben es der
Kultur erſchloſſen und viele Städte, Märtte und Dörfer
gegrün=
det. Im Mittelalter waren die Städte Leutſchau, Kesmark,
Pop=
rad und Iglo bedeutende Handelsſtädte, die den Warenverkehr
zwiſchen Ungarn, Polen und Schleſien vermittelten. In der
Türkenzeit und der Gegenreformation ging zwar die Bedeutung
der Städte zurück, doch verſtanden es die Zipſer Deutſchen im
Laufe der letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts, eine blühende
Eiſen= und Leineninduſtrie zu ſchaffen. Neben dieſen
Wirtſchafts=
zweigen begann in dem 20. Jahrhundert der Fremdenverkehr eine
wichtige Rolle zu ſpielen. Der Deutſche
Karpathen=
verein erſchloß der Agemeinheit die großartige
Hochgebirgs=
welt, und in ſteigender Zahl fanden ſich Touriſten und Erholungs=
Reit
Bad Alt=Schmecks in der Tatra.
(Nach riner Originalzeichnung von Ragimund Reimeich.)
mediziniſche Zweckmäßigkeit einer ſolchen Rayonierung läßt ſich
ſtreiten, da bekanntlich die Abſchließung der Tuberkulöſen mit
ſeeliſchen Gefahren für die Erkrankten verbunden iſt. Die
be=
rühmten Lungenheilſtätten in der Schweiz. Davos und Aroſa
ver=
meiden es, die Kranken völlig von den Geſunden abzuſchließen.
Der tſchechiſche Geſundheitsminiſter hat nun drei bekannte
Luft=
kurorte, und zwar Bad Alt=Schmecks, Weſterheim und
Hoch=Haghy für dieſe Rayonierung vorgeſehen, Orte, die ſich
ſeit Jahrzehnten eines ſtarten Zuſpruches von Touriſten im
Sommer wie im Winter erfreuen, in denen ſich aber auch gute
Sanatorien befinden. Die drei Luftkurorte beſitzen erſtklaſſige
Hotels und ſind Stützpunkte für die Bergſteiger, die Skie und
Bobfahrer, ſowie viele Sommergäſte, die lediglich wegen der
Schönheit der Tatrabergwelt jahraus jahrein die Bäder beſuchen,
ohne krank zu ſein.
Deutſcher Unternehmungsgeiſt hat dieſe Kurorte
geſchaf=
fen, denn auf der dem Tatramaſſiv ſüdlich vorgelagerten Hoch=
Feinssct
R
Kesmark, die Hauptſtadt der Zips.
(Nach einer Originalzeichnung bon Ragimund Reimeſch.)
ſuchende aus aller Herren Länder ein. 1918 kam die Zips ohne
Befragung ihrer Bewohner an die Tſchechoſlowakei und hiermit
begann eine neue Leidenszeit ihrer ewwa 50 000 deutſchen
Ein=
wohner.
Aus Wirtſchaftsneid haben die Tſchechen bereits die Fabriken
geſchäftlich ruiniert — allein das Krompacher Eiſenwerk hatte
4000 Arbeiter, als es infolge tſchechiſcher Unterdrückungsmaßmah=
Nummer 24
men ſchließen mußte. In den großen Waldungen wird
Raub=
wirtſchaft getrieben. Schon lange verſuchten die Tſchechen, auch
den Fremdenverkehr in ihre Hände zu bekommen. Die
einſt vom ungariſchen Staate errichteten Kurorte Tatra=Lommitz
und Cſorba=See gingen ſelbſwerſtändlich in tſchechiſchen — nicht
eiwa in ſlowakiſchen Betrieb über. Die Tſchechen verſtanden e5
aber nicht, dieſe erſttlaſſigen Kurorte auf ihrer alten Höhe zu
er=
halten, den auch hier trieben ſie Raubbau, weil die Kurorte nicht
nur ſündhaft teuer, ſondern auch noch ſchlecht ſind. Die früheren
Meſet Aenſch deun decdtenie ſicher de Aaemenfe
den Fremden, ſo wollten jetzt die Tſchechen allein verdienen —
ſogar noch das Brot bezogen ſie aus Böhmen.
Der Neid auf die gute Entwicklung der glänzend geleiteten
deutſchen Bäder hat nun den Tſchechen den erwähnten
Rahonie=
rungsplan eingegeben. Der Geſetzentwurf ſieht nämlich auch
einen Enteignungsparagraphen vor, durch den die drei deutſchen
Kurorte für ein Butterbrot ihren rechtmäßigen Beſitzern
fortge=
nommen werden ſollen. Hinter der „ſozialen” Maßnahme der
Schaffung von Lungenheilſtätten verbirgt ſich alſo ein geriſſener,
beſonders unſympathiſcher Geſchäftschauvinismus!
Sollte es gelingen, dies Geſetz durchzubringen, fo verlieren
die Deutſchen der Zips ihre letzte ſtarke wirtſchaftliche Stellung
und ſind ſomit auch politiſch den Tſchechen völlig ausgeliefert,
Hoffentlich wird die öffentliche Meinung Europas in ebenſo
ent=
ſchiedener Weiſe gegen dieſen Raubverſuch Stellung nehmen, wie
vor zwei Jahren gegen die verſuchte Enteignung des deutſchen
Marienbad.
Geſchäftliches.
Zeitungs=Katalog Rudolf Moſſe 1928.
Die 54. Ausgabe des populären Führers auf dem Gebiete der
Zeitungs= und Zeitſchriftenreklame, der Rudolf Moffe=Katalon für toach
iſt ſoeben erſchienen.
Wenn das vergangene Jahr auch manche wirtſchaftliche Kriſe bmachte,
ſo laſſen ſich anderſeits doch deutlich fühlbare Fortſchritte in der
Ge=
ſundung der deutſchen Wirtſchaft feſtſtellen. Dieſen Geſundungsprozeß
fördern und beſchleunigen zu helfen iſt zweifellos die Zeitungsreklame
eines der geeignetſten Mittel. Von dieſem Geſichtspunkt ausgehend, has
die Annoncen=Expedition Rudolf Moſſe, unterſtützt durch ihne zahle
reichen Niederlaſſungen im In= und Auslande, ein ſaſt lückenloſes
Ma=
terial für die Durchführung von Werbefeldzügen, ſelbſt allergrößten
Formats, zuſammengetragen, das in dem Zeitungs=Katalog 19B8
ver=
einigt iſt. Sein redaktioneller Teil mit der erprobten muſtergültigen
Anordnung unterrichtet den Inſerenten über alle den Anzeigentell der
Zeitungen und Zeitſchriften betreffenden Fragen. In dem hiepan
an=
ſchließenden Anzeigenanhang haben wieder die Herren Verleger
Ge=
legenheit genommen, den reklameberbrauchenden Firmen die beſonder=
Eignung ihrer Organe für die jeweiligen Zwecke zu ſchildern. Einem
vielfach geäußerten Wunſch zu genügen, iſt diesmal dem Katalog ein
von der Druckerei Rudolf Moſſe eigens hierfür hergeſtelltes, 30 Seiten
umfaſſendes Kartenwerk beigegeben, das die Länderkarten des Deutſchen
Reiches ſowie des geſamten übrigen europäiſchen Komtients bringt.
Seine Aufgabe, den Intereſſien der Inſerenten und Verleger mit beſtem
Wiſſen und Können zu dienen, dürſte ſomit der Rudolf Moſſechatalog
1928 voll und ganz erfüllen.
Beranwortlich für poltit und Wirſchaſft: Rudoll Maupei für Feuiſeten. Reich ud
Ausland und Heſſche Nachrichten: Max Streeſei für Sport: Dr. Cugen Butimann
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch: für den Schlußdienſt: Andreat Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nettei für den Inſeratentel: Wlllp Kuhle: Drud
und Verlag: L. C. Wlitich — ſämtlich in Darmſtiadt.
Für unverlangte Manuſtivte wird Garantie der Rücſendung nicht Obrnemmen
Die heutige Nummer hat 18 Geiten.
U Derer Midtſett
daß Matit Ins Tralitanten
Un6 Maatuslauas-Hmtas Barlin
Zum Geleit! Bisher habe ich jedes Erſuchen, zu Romanen mit kriminaliſiſchem Einſchlag ein Vorwort zu ſchreiben,
grundſätzlich abgelehnt. / Heute bin ich zum erſien Mal dieſem Prinzip untreu geworden. In dem mir vorliegenden
Roman „Bankhaus Reichenbach”, der derart mit Spannung geladen iſi, daß er ſelbſt mich alten Kriminaliſien ſchon
nach den erſien fünfzig Seiten völlig in ſeinen Bann zog — in dieſem Romane wird mit erſiaunlichem
Einfühlungs=
vermögen ein Indizienbeweis ad absurdum geführt. — Ich ſiehe natürlich nicht auf dem Standpunkt, daß wir ohne
Indizienbeweis auskommen können. Aber es iſi erſchütternd zu ſehen, wie ſelbſt bei gewiſſenhafter Prüfung durch
ſämi=
liche Inſianzen Unſchuldige als überführt gelten können. Dieſer ausgezeichnete Roman übertrifft — mag man auch
zu Einzelheiten verſchieden Stellung nehmen — die üblichen Kriminalromane nicht nur durch die Originalität der
Spannungslöſung, ſondern vor Allem durch die meiſierhafte Menſchenſchilderung / Die vier Menſchen, um die es in
dieſem Buche geht, ſind ſo echt und ergreifend geſchildert, daß der Roman auch dann Anſpruch auf Beachtung hätte,
wenn man den Kriminalfall aus ihm entfernte. Und darin ſehe ich das Beſondere, denn meiſi ſind die handelnden
Perſonen in Kriminalromanen nur ad hoc konſtruierte Figuren, während der Kriminalfall das Primäre iſi. Hier enigegen
wird zunächſi einmal das Intereſſe für Menſchen erweckt, ſo daß der Kriminalfall vor Allem der Perſonen wegen
intereſſiert, die in ihn verwickelt werden. Damit verliert das Buch auch den gefährlichen Charakter eines Tendenzromanes
im gewöhnlichen Sinn des Wortes. Es iſi ein Menſchheiisbuch, im beſten Sinne, das uns alle angeht. Was ſich hier
abſpielt, kann bei einer tückiſchen Verknüpfung von Umſtänden in ähnlicher Weiſe morgen jedem von uns paſſieren.
Berlin, 24. Dezember 1927
F—e KL. 82
4
Präſideni des Sirafvollzugs=Amtes Berlin
Der Roman =Bagkbaus Reichenbach” von Artur Landsberger beginnt heute in der Nünchner Illuſtrierien
(V.103
Nummer 21
Als ich noch Prinz war...!
Samstag, den 21. Januar 1928
Seite 17
42)
Roman von Paul Hain.
Urheber=Rechtsſchutz Verlag Oskar Meiſter, Werdau Sa.
(Nachdruck verboten)
Sie legte die Zeitung wieder auf den Tiſch.
Da ſagte Frau Wieland lächelnd:
„Haſt du was auf dem Herzen, Kind? Du machſt ja ein ganz
mnglückliches Geſicht —
„Ach —
„Doch, Mädel. Du ſiehſt rein aus, als möchteſt du mir was
agen und trauteſt dich nicht. Weißt du, wie dein Vater immer
agte, wenn er einen leichtſinnigen Streich begangen hatte und
vollte ihn gerne geſtehen, aber es klappte nicht ſo recht? „Wenn
Sloß die verdammte Courage nicht wär!” Ja — ſo ſagte er.”
Frau Wielandt ſchmunzelte gütig.
„Ja, ja — die Courage!”
Da eilte Anita auf ſie zu und legte die Arme um ihren Hals.
Wer Bann war gebrochen.
Mut — ſie mußte Mut haben!
„Ach, Tante — ich, ich will dich um etwas bitten —
„Immer zu, mein Kind. Seh’ ich wie ein Menſchenfreſſer
aus?
Anita mußte lachen.
„Nein, nein. — Es iſt nämlich — weißt du — vielleicht
kommt morgen Beſuch. So zum Abend. — Ja, — ach, ganz
be=
ſſtimmt wird er kommen-
Nun ſtieg ihr die dumme, verräteriſche Röte wieder ins Ge=
Ficht. Sie ſchwieg
Frau Wielandt aber ſagte ruhig:
„So — ſo — er will alſo kommen. Nun, das iſt ja ſchön
Wirklich. Er — das iſt wohl dein Herzliebſter?”
„Tante —
Sie ſtrich begütigend über ihr Haar.
„Ja, ja, Mädel — das iſt ſo der Sommer. Dein Sommer.
Ich hab’s ſchon lange gewußt. Haſt ſchon lange Augen wie —
niun, wie blitzblanke Edelſteine — und haſt kaum Zeit gehabt,
nnal einen Abend zu Hauſe zu bleiben. Das ſchadet nichts, Kind.
Ich kenn” dich — und ich weiß, daß ich dir vertrauen kann.
Sſtußt dich nicht verſtecken, Kind — haſt es nicht nötig. Nun rede
inmal — wie heißt er und was iſt er und —
Sie lachte leiſe — gütevoll.
„Und hat er einen Schnurrbart?”
„Nein — um Gottes willen —
Anita hob das Geſicht. Die Tante lachte beluftigt, und nin
ſar es Zeit, endlich zu reben. Nun war das Herz frei.
„Arzt iſt er — und aus Wien iſt er — und er ſieht aus wie
ein verwunſchener Prinz — und — ach, Tante, es iſt ja ſo
Fpunderbar, wie wir uns zuerſt begegnet ſind —
Sie erzählte, wie alles gekommen war. Lächelnd hörte die
Tante zu und nickte zuweilen verträumt vor ſich hin
„Und denke dir — er hat Vater ſingen hören, in der Wiener
Hofoper. Als ich ihm ſagte, daß Anton Wielandt mein Vater
war, da wußte er gleich von ihm. Und am liebſten möchte er
aus mir eine ebenſo große Künſtlerin machen, wie Vater war.
Aber das ſind ja Phantaſien. Und nun hab’ ich ihn eingeladen.
Er bat ſo ſehr darum, kommen zu dürfen. Iſt das verkehrt,
Tante?"
„Nein, nein, Kind —”
„Ich ſoll ihm vorſingen. Er verſteht ſo viel von Muſik.
Uind —
Ihre Augen leuchteten in ſtolzer Seligkeit.
„Ich hab’ ihn ſo lieb, Tante —
Es war eine Weile ſtill. Die Uhr tickte unermüdlich durch
das Zimmer.
„Und er, Anita?”
„Er wird mich nie verlaſſen —
„Mein glückliches Mädel! Da werden wir ihn morgen
feſt=
lich empfangen, deinen Prinzen. Ich finde es nett von ihm,
daß er niich kennen zu lernen wünſcht. Das iſt immerhin eine
Empfehlung für ihn. Er weiß, was ſich gehört.”
Anita reckte ſich. Wie leicht ihr jetzt ums Herz war! Wie
ein Kreiſel wirbelte ſie auf den Füßen herum. Ganz erſchrocken
rief Frau Wielandt aus:
„Mädel, hör” auf! Mir wird ſchwindlig!”
Anita hielt mitten im Wirbel an, um erſchöpft in ihre
Sofg=
ccke zu fallen.
„O — das tat aut!“
„Na — ich danke." —
Der erſehnte Abend kam. Frau Wielaudt hatte allerlei
kleine Delikateſſen beſorgt — etwas mußte man doch tun, um
den Beſucher zu feiern. Anita ſchmückte den Tiſch aus, ſo gut
es ging, und legte beſondere Noten zurecht. Alle Augenblicke
lief ſie zum Fenſter, um nach dem Geliebten auszuſehen. Und
doch verpaßte ſie ihn.
Denn plötzlich klingelte es, und als ſie aufmachte, ſtand er
da, einen in Papier gewickelten Gegenſtand in der Hand
hal=
tend, der ſich als Strauß dunkelroter Noſen entpuppte.
Sie führt= ihn klopfenden Herzens in das Wohnzimmer,
FrABLETTEN
die unüßerkroffenen
D Schmerzstiller!
„Wir leben ſo einfach —,” glaubte ſie ſich entſchuldigen zu
müſſen. Aber er umfaßte ſie lachend.
„Ein kleines Paradies iſt das!” flüſierte er. „Denn du
wohnſt hier.”
Die Behaglichkeit des Zimmers hatte ihn gleich umſponnen.
Nun ſah er auch das Bild Anton Wielandts. Er erkannte das
Geſicht ſofort.
„Das iſt er —,” ſagte er, wie ich ihn im Gedächtnis hatte
Vortrefflich gemalt.”
Und nach einer Weile:
„Du gleichſt ihm in manchen Zügen, Anita. Das merke ich
erſt jetzt. Die blauen Augen, die haſt du wohl ganz von ihm.”
Er ſtand noch in Betrachtung verſunken, als Frau Wielandt
eintrat. Sie hatte nicht die erſten Minuten nach der Begrüßung
der beiden ſtören wollen.
Die Verwunderung über die Erſcheinung des Beſuchers
ſtand ihr auf dem Geſicht geſchrieben. So hatte ſie ſich den
„Arzt” denn doch nicht vorgeſtellt. Dieſer Mann war ein „Herr”
im reinſten Sinne des Wortes. Die Tadelloſigkeit ſeines
An=
zugs entſprach ganz der Tadelloſigkeit ſeines Auftretens. Mit
liebenswürdigem Lächeln ſtreckte ihr der Prinz die Hand
ent=
gegen.
„Ich danke Ihnen, gnädige Frau, für die freundliche
Er=
laubnis, Ihnen meine Aufwartung machen zu dürfen. Es ift
mir eine beſondere Ehre, in Ihnen die Schweſter des großen
Anton Wielandt begrüßen zu dürfen, der einſt ganz Wien
entzückte.”
Das waren keine platten Redensarten, ſondern Worte, die
aus dem Herzen kamen. Frau Wielandt hatte Mühe, ihre
Faſ=
ſung wieder zu gewinnen. Wer war dieſer Mann? Der gehörte
in die Kreiſe, denen ihr Bruder einſt angehört hatte, in denen
Wort und Bewegung aufs feinſte kultiviert waren. Und — er
liebte Anita? Ja, man merkte es ihm wohl an. Wie ſein Blick
das Mädel förmlich ſtreichelte! Und wie ſtolz Anita neben ihm
ſtand.
Frau Wielandt kam ſich ordentlich klein vor.
„Anita erzählte mir von Ihnen, Herr Branzell. — Aber
bitte, wollen wir nicht Platz nehmen?”
„Was haben Sie ſich für Mühe gemacht, liebe Frau
Wie=
landt — ſo war mein Beſuch ja nicht gemeint —
Aber doch ging ſein Blick liebevoll über den Tiſch, auf dem
nun der Roſenſtrauß in einer Kriſtallvaſe prangte. Man ſetzte
ſich. Und der geſellſchaſtlichen Gewandtheit des Prinzen gelang
es bald, eine anzeregte Plauderei in Gang zu bringen. Er
ſprach von Verkommuiſſen aus ſeiner ärztlichen Praxis, von
ſei=
nen Reiſen, die ihn weit genug in der Welt herumgebracht
hatten, und von Muſik, die er über alles liebte. Er tat das
alles ohne Aufdringlichkeit, ſo daß Frau Wielandt nach und
nach ſelbſt auftaute und mancherlei aus dem Leben ihres
Bru=
ders zum beſten gab.
(Fortſetzung folgt.)
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v. 30— 4 J, welche
auch tie Mutter der
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einiger Zeit Teirat
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3. Satzungsänderung.
4. Feſtſetzung des Jahresbeitrags uns
des Sterbegeldes für 1928.
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Sterbe=
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Zar und Zimmermann
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Muſikaliſche Leitung: Berthold Sander
Inſzenierung: Rudolf Scheel
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp
Tänze: Manda von Kreibig
Mitwirkende: (1555
Martha Liebel, Sitta Müller=Wiſchin, Leo
Barcziniki, Guſtav Baumaarten, Oscar
Grauert, Otto Horina, Alfred Karen,
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ch Kuhn, Joſer Poerner, Eugen Vogt,
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Spieltwart: Fritz Wilde
Preiſe der Plätze: 1.20—6 Man