Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzertung der Landeshauptſtaut Fnansdlelgen60 Mſchepiſt. Dmm brelie Melans=
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtatet. auſtäge und Teſtlung von Schadenerſatz. Bei
Nummer 329 Sonntag, den 2T. November 1927. 190. Jahrgang
Anzeigenpreis:
Beutſchland und der Oſtkonflikt.
Amm brelte Zeile im Kreiſe Darmſtad 25 Reichspig
FinanzAnzeigen 40 Reſchspfg. Relilamezelle 92 mm
breſtl2Reichemart. Anzelgen von auswärie 40 Reiak zpfg.
zeſſe 200 Reſchsmart Alle Preiſe m Reichemart
Dollat — 420 Markl. — Im Falle höherer
Gewal we ahes Aunar. Sſel ub. eruſcht
ſede Verpſichtung au Erfüllung der Anzeigen=
Konturs oder gerſchtlicher Beireibung jällt eder
Nabat weg. Danſionto. Deutſche Ban” und Dame
Näd”e und Natonalban
e Auffafſung in Berlin.
Keine deutſche Initiative.
an unſerer Berliner Redaktion.
Aker die Unterredung zwiſchen Dr. Streſemann und
diüßchm Standpunkt wahren wollen.
HAinett gebilligt werden müßten.
Hochſpannung in Litauen.
ſteätauen als außerordentlich ernſt beur=
Eſteimt, daß Herr Woldemaras jetzt ſo ziemlich die Ver=
MMKdie Linke hat ihm einen Korb gegeben, und auch die
Pbünkelitſen Umſtänden iſt es begreiflich, daß ſtimmungs=
HM Wniglichkeit eines Gegenſtoßes ſehr ſtark iſt. Die Deutſchlands ehrliche Bemühungen.
Rütt, Sie er aus Litquen vertrieben hat, ſammeln ſich an
Reiaßer Grenze, werden auch von Polen aus offi=
RAerkſamkeit. Der Völkerbundsrat, der bekanntlich
WeF zunber zuſammentritt, wollte vermitteln, und Be= nehmen.
Wnm ücer eine ſolche Aktion ſind auch bereits ſeit länge=
Aoche einſetzt. Die Ruſſen ſcheinen das für
mög=
e8s einzuſchalten.
Amſiurz in Litauen?
Berlin, 26. November.
EdSEich einen Militärauftand geſtürzt worden ſein. Eine
Dar i t Su erhalten.
ſit neuer Großmächte=Schritt?
Die Sowjet=Note an Polen.
w. Paris, 26. November.
Die Agentur Havas veröffentlicht den Text der Note der
Sowjet=Regierung, die am 24. November der polniſchen
Regie=
rung zugeſtellt wurde. In der Note heißt es: Die in der letzten
Zeit geſpannten Beziehungen zwiſchen Polen und Litauen, die
„ch eutsgegebene Communiqué iſt im Ausland vielfach eine Bedrohung für den Frieden bedeuten, beunruhigen die
geichſvorden als die Ankündigung einer gemeinſamen Sowjet=Regierung. Ohne zum Kern des Zwiſtes vordringen zu
ſtMrufſiſchen Aktion im polniſch=litauiſchen Kon= wollen, der Polen und Litauen veruneinigt, legt die Sowjet=
Regierung Gewicht darauf, darzutun, daß die Aufrecht=
Aſ wird zugeben müſſen, daß die Erklärung nicht ſonder= erhaltung des Friedens viel mehr von Polen
eift abgefaßt war, man beabſichtigt jedenfalls eine ſolche als von Litauen abhängt. In der Tat kann letzteres
worauf wir immer wieder hingewieſen haben — Land angeſichts ſeiner Hilfsmittel nicht die Verwirklichung ſeiner
ueſchland denkt nicht daran, irgendwie einzugreifen. Aſpirationen in einem bewaffneten Konflikt mit Polen ſuchen.
Die Sowjet=Regierung hat auch nicht verfehlt, in
freundſchaft=
ellvit die Vorgänge in Warſchau, Wilna und Kowno licher Weiſe die Aufmerkſamkeit der Regierung von Litauen
grüt Aufmerkſamkeit, und wird auch im Rahmen des auf die Notwendigkeit zu lenken, jede Handlung zu vermeiden,
fiſundsrates bereit ſein, an einem Ausgleich mit= die eine an ſich ſchon zu geſpannte Lage verſchärfen könnte. Die
beilt! Die Initiative an uns zu reißen, dazu beſteht für Sowjet=Regierung iſt davon feſt überzeugt, daß man ſämtliche
ſtrittigen Punkte zwiſchen dieſen beiden Staaten durch rein
teſſtitund. Auch die Ruſſen ſcheinen übrigens eine ähn= friedliche Mittel löſen kann. Indeſſen verſchärft ſich die
Mut zu verfolgen. Sie haben mit ihrer Note nur ihren Verſtimmung zwiſchen beiden Ländern faſt täglich, und die
Ge=
rüchte von einem möglichen bewaffneten Konflikt glarmieren
bolktrionstüchtige Rechercheure haben übrigens vernom= inmer mehr die öfentliche Meinung aller Länder. Die öffent= wird, Und wver glaubt wohl, daß wir die immer größeren und
liche Meinung der Sowjet=Republik wird beſonders beunruhigt
M2r. Streſemann unmittelbar nach der Unterredung durch die Tatſache, daß in der offiziöſen polniſchen Preſſe, ohne
Rithſczw in das Kabinett gegangen wäre, um dort den von kompetenter Seite dementierr zu werden, Nachrichten erſchie= machen würden, wenn nicht mit Rückſicht auf die
über=
mittzter Sprache zu bringen und ſich weitgehende Voll= nen ſind, daß die polniſche Regierung entſchloſſen ſein ſolle, radi= wältigende Luftmacht eines unſerer Nachbarn?
on zu laſſen. Soweit wir wiſſen, iſt der Außen= kal den Knoten der polniſchlitauiſchen Beziehungen zu
zer=
hauen. Ohne unterſuchen zu wollen, inwieweit alle dieſe
glar=
eer Kabinettsſitzung gar nicht anweſend geweſen, mierenden Nachrichten wohl begründet ſind, ſieht ſich die Sowjet= man ja, als im Jahre 1919 in Paris Sicherungen gegen
zukünf=
trüber den Oſtkonflikt ſelbſt nicht geſprochen worden, Regierung, die der unmittelbare Nachbar Polens und Litauens
n jede Vermutung eines unmittelbaren deutſchen iſt und deshalb beſonders an der Aufrechterhaltung des
Frie=
m ſich zuſammenfällt. Es iſt aber ſelbſtverſtändlich, dens in Oſteuropa intereſſiert iſt, gezwungen, ganz beſonders
die Aufmerkſamkeit der polniſchen Regierung auf die
unge=
u weitgehende Maßregeln, ehe ſie ergriffen würden, heueren Gefahren zu lenken, die ein eventuelles von
irgend einem Lande gegen die Unabhängigkeit Litauens
begange=
nes Attentat bedeuten würde, in welcher Form es auch geſchehe,
Sie gibt der Gewißheit Ausdruck, daß die polniſche Regierung,
die noch jüngſt ſehr feierlich ihre Friedensliebe betont hat, die
Aierratiſchen Kreiſen — nicht nur Berlins — wird die drohende Kriegsgefahr zu vermeiden wiſſen wird.
Me alln Parteien verloren hat. Die Rechte traut ihm Bet amernanzſche Sdiſchafter Schur=
Nesize ihn früher zum Diktator machten, rücken von ihm Man zim Siibert-Msmorandim.
TU. New York, 26. November.
Botſchafter Schurman äußerte ſich bei ſeiner Ankunft über
A iber ſtützt und bereiten einen Einfall nach Litauen die Lage und das Memorandun des Reparationsagenten. Er
Tſenk Eröffnung zum Bürgerkrieg bedeuten könnte und unterſtrich in ſeinen Ausführungen, daß Deutſchland vor Jahres=
„MBoſz rmutlich Gelegenheit zu einer Intervention mit friſt faſt 3 Millionen Erwerbsloſe gehabt habe, wovon jetzt rund
fünf Sechſtel in der Juduſtrie wieder Beſchäftigung gefunden
HöMer endgültigen Sicherung Wilnas geben ſoll. hätten. Das Wiederaufleben der Induſtrie ſei größtenteils auf
WRMeuß fiſche Warnung nach Warſchau zu verſtehen, die amerikaniſchen Anleihen zurückzuführen. Deutſchlands flüſſi=
Fauſie übrigen Kabinette verfolgen die Vorgänge mit ges Kapital ſei durch den Krieg vernichtet worden. Der
über=
wiegende Teil der jetzigen Mittel Deutſchlands ſtamme aus
Anleihen, unter denen die amerikaniſchen die erſte Stelle ein=
Deutſchland habe den beſten Willen, ſeinen Reparations=
BüWiſſten Berlin, Paris und London hin und her gegan= verpflichtungen nachzukommen, wenn auch immer die Laſt aus
EA ſich aber, ob nicht die Entwicklung in Litauen, ihnen drückender werde. Bisher habe Deutſchland ſtets voll und
er vor ſich geht und der Höhepunkt bereits in der pünktlich gezahlt. Es wirde dies auch künftig tun, wenn es dazu
imſtande iſt.
Bei der Kritik des Reparationsagenten Parker Gilbert müſſe
aund ſtellen ſich deshalb bereit, um ſich als gleich= man berückſichtigen, daß die gemeinnützigen Betriebe, wie
Gas=
ter Faktor neben den Mächten des Völker= und Elektrizitätswerke ſowie die Eiſenbahnen Deutſchlands ſich
in öffentlicher Hand befinden und nicht, wie in Amerika, in
pri=
vatem Beſitz. In der Deutung des Memorandums Gilberts
müſſe man vorſichtig ſein. Gilbert ſei ein tüchtiger Menſch und
ein Finanzgenie. Er, Schurman, ſei überzeugt, daß Deutſchland von dem Vorurteil befreien, der einzige und letzte
die Anſicht vertritt. Gilbert wolle ihm helfen; aber er, Schur= Beg, internationale Streitigkeiten zu
ſchlich=
chMehen hier eingelaufenen unbeſtätigten Meldungen man, neige der Auffaſſung zu, daß Gilbert nur die finanzielle
En deBitten Abendſtunden in Kowno die Regierung Wol= Seite des Reparationsproblems ſieht, wenn er erklärt habe, daß
manche Staaten und Städte Deutſchlands zuviel unnötige
Aus=
gaben machen. Er, Schurman, wiſſe, daß in Amerika aufgenom=
SWi m irr Meldung war bei den hieſigen zuſtändigen Stel= mene Anleihen produktiv verwandt werden. Man neige leicht ſuchung des Völkerbundes, und alle internationalen Fragen
zu der Annahme, daß eine Stadt, wenn ſie Geld leiht, dieſes
für unnütze Zwecke ausgeben könnte. Aber in Deutſchland werde
aus angeführten Gründen das Geld wahrſcheinlich in den
mei=
ſten Fällen zu gemeinnützigen Zwecken verwandt.
Deutſch=
h en/” uacht fand eine Kabinetsſitzung unter dem Vorſitz land ſuche zu ſparen, wo es nur könne. Er, Schur=
9a ſtatt, in welcher Woldemaras erklärte, daß der man, könne alſo uichts Schädliches in den großen deutſchen An=
Weruchie klumente zugegangen ſeien, aus welchen hervor= leihen erblicken. Schurman wies ſodann darauf hin, daß der
deutſche Geldmangel beim Aufbau der Induſtrie dem
amerita=
tſchkaitis zwiſchen dem 6. und 8. Dezember mit niſchen Kapital ſehr willkommene und günſtige Anleihemöglich=
en Aichuarſch auf Kowno zu beginnen beabſichtige. Die keiten böte.
olzentriere Truppen an der litauiſchpolniſchen Botſchafter Schurman belächelt das Gerücht, nach dem zwi=
Bemar
Aänie. Der militäriſche Führer, Plechawitſchus, er= ſchen Deutſchland und Rußland ein militäriſches Ge=
Dar die Militärdiktatur die Situation in Litauen heimabkommen beſtehe. Er verwies dabei auf
Deutſch=
iu
lands kleine Armee und betonte, daß Deutſchland infolge ſeiner
Verſchiedene Freunde Woldemaras erklärten, ſie
Aallen
iet, / bewegen, ſeinen Rücktritt einzureichen. Wie ver=
Drgen ein neuer Schritt von dem franzöſiſchen, dem
Deigliſche
dem italieniſchen Geſandten unternommen wer=
Ben, ud
Nie Notwendigkeit einer Einigung mit Polen
hin=
uneiſckh.
der Nähe der Demarkationslinie ſind neue Ver=
Biung
Emigranten vorgenommen worden.
gutem Willen und Entgegenkomnten auf beiden Seiten vermag
ich kein Zukunftsproblem zu erblicken, das nicht auf friedlichem
Bege lösbar wäre.
Eniwaffnung und Wettrüſten!
Deutſchlands Anſpruch auf Erfüllung.
By The Right Hon. Viscvunt Cecil vf Chelwovd, K. C.
Eine internationale Krankheit iſt der Krieg: der Triumph
des Un=Sinns! Denn was iſt immer wieder die Haupturſache
des Krieges? Nichts anderes als gegenſeitige Furcht und
Argwohn.
Staaten werden in Kriege verwickelt, weil ſie Angſt haben,
angegriffen zu werden. Sie ſtürzen ſich ſelbſt in die Gefahr, vor
der ſie ſich fürchten. Sie handeln wvie ein Mann, der in einen
Abgrund ſtürzt, lediglich aus Angſt, er könne hinabſtürzen.
Wenn wir alſo den Frieden aufrechterhalten wollen, dann
müſ=
ſen wir zu allererſt die internationale gegenſeitige
Furcht beſeitigen.
Solange die gewaltigen Rüſtungen andauern, und
beſon=
ders ſolange ſie andauern dürfen, wird dieſe Furcht nicht
auf=
hören. Man leſe nur die Debatten über die Wehrvorlagen in
irgend einem Lande der Welt, und man wird feſtſtellen können,
daß zwei Drittel der Rechtfertigung für Rüſtungsausgaben auf
entſprechende Rüſtungen anderer Länder begründet ſind.
Man nehme nur einmal den Fall Englands. Die Größe unſerer
Flotte richtete ſich vor dem Kriege nach dem ſogenannten
Zwei=
mächte=Standard, jetzt richtet ſie ſich nach dem Einmacht=
Stan=
dard. Wenn deswegen irgendeine auswärtige Macht ihre Flotte
mehr vergrößert als wir es tun, ſo müſſen wir ſofort folgen, bis
wir ſchließlich an eine Grenze kommen, die niemand überſchreiten
noch immer weiter anwachſenden Ausgaben für unſere
Luft=
flotte während der letzten beiden Jahren gemacht haben bzw.
Und genau ebenſo liegt es in vielen europäiſchen Ländern,
meiſt ſogar in noch viel ſtärkerem Umfange; und deswegen ſetzte
tige Kriege geſchaffen werden ſollten und als der Völkerbund
gegründet wurde, an den Anfang des Völkerbundspaktes:
„Die Bundesmitglieder bekennen ſich zu dem Grundſatz, daß
die Aufrechterhaltung des Friedens eine Herabſetzung der
nationalen Rüſtungen auf das Mindeſtmaß erfordert, das
mit der nationalen Sicherheit und mit der Erzwingung
internationaler Verpflichtungen durch gemeinſchaftliches
Vorgehen vereinbar iſt.
Der Nat . . . . entwirft ſolche Abrüſtungspläne.”
Dies war 8 8 des Vertrages mit Deutſchland, und dieſelbe
Klauſel wiederholte ſich in den Verträgen mit Oeſterreich,
Un=
garn und Bulgarien. In demſelben Vertrage beginnen die
Paragraphen über die Entwaffnung Deutſchlands,
Oeſter=
reichs, Ungarns und Bulgariens mit den Worten: Um die
Ein=
leitung einer allgemeinen Rüſtungsbeſchränkung aller Nationen
zu ermöglichen . . .", und dann folgten die Beſtimmungen über
die Entwaffnung der in Frage ſtehenden Länder, und ſchließlich
wurde in dem Briefwechſel zwiſchen den
Alliier=
ten und Deutſchland vor der unterzeichnung des
Vertrages von ihnen ein weiteres Verſprechen gegeben,
daß Deutſchlands Entwaffnung lediglich der
erſte Schritt zu einer allgemeinen
Rüſtungs=
beſchränkung ſein ſollte. Dieſe Verſprechungen ſind in ihrem
vollen Umfange in verſchiedener Faſſung auf faſt allen
Völker=
bundsverſammlungen und Verhandlungen über die Locarno=
Verträge wiederholt worden. Deutſchland und die übrigen früher
feindlichen Länder ſind entwaffnet, und jetzt iſt es abſolut Sache
der übrigen Mitglieder des Völkerbundes, ihr Verſprechen
einzulöſen, indem ſie in der Eutwaffnung
nach=
folgen. Deswegen hat der Völkerbund von Anfang ſeines
Beſtehens an ſo viele Verſuche gemacht, Vorſchläge für
Rüſtungs=
beſchränkungen zu formulieren; aber keinerlei Reſultat iſt bisher
erreicht, und die Länder ſchreiten auf dem unglückſeligen Weg
des Wettrüſtens fort: dem nächſten Kriege entgegen.
Was Wunder, daß Europa noch immer voll Unruhe und
Argwohn iſt und daß die iuternationale Furcht, die Mutter des
Krieges, noch immer in den Herzen der Politiker wuchert, trotz
des bewundernswerten Werkes, das der Völkerbund in anderer
Richtung zuſtandegebracht hat. Aber was ſoll man tun?. Es gibt
zwei Wege, das Problem anzupacken, und beide müſſen
beſchrit=
ten werden.
Zunächſt einmal muß man die Nationen und ihre Führer
ten, ſeider Krieg. Wenn das gelingt, iſt ſchon die
Haupt=
rechtfertigung für weitere Rüſtungen erſchüttert. Es iſt bereits
durch die Völkerbundsſatzung beſchloſſen worden, daß alle
inter=
uationalen Streitigkeiten dem Schiedsgericht und der
Unter=
rechtlichen Charakters dem internationalen
Schieds=
gerichtshof unterbreitet werden ſollen. Aber England zum
Bei=
ſpiel hat noch nicht formell beſchloſſen, daß es tatſächlich alle
ſolche Fragen einem Schiedsgericht unterbreiten wird. In dem
Vertrage, durch den der internationale Schiedsgerichtshof
ge=
ſchaffen wurde, war vorgeſehen, daß jedes der
vertragſchließen=
den Länder ein weiteres Abkommen unterzeichnen könne, durch
das alle Rechtsſtreitigkeiten zwangsmäßig dieſer Inſtanz
unterbreitet werden müſſen. Viele Länder haben bereits dieſes
weitere Abkommen unterzeichnet, die ſog. „Fakultativ=Klauſel”.
Deutſchland hat bekanntlich beſchloſſen, jetzt auch dieſe
Klau=
ſel zu unterzeichnen. England ſollte ſeinem Beiſpiel folgen und
ſollte ſogar noch weiter gehen. Denn auch dann noch iſt ein
Krieg in gewiſſen Fällen, die nicht einmal Selbſtverteidigung
ſind, zugelaſſen. England ſollte mit jeder Nation,
die ſich dazu bereit erklärt, Verträge eingehen, daß für alle
Streitigkeiten jeglicher Art irgendeine
fried=
liche Regelung vorgeſehen iſt. Das iſt der einzige
praktiſche Weg, um den „urgeſetzlichen Krieg” aus der Welt zu
ſchaffen. Selbſtverſtändlich müſſen die Beſtimmungen eines ſol=
Cophright 1927 bs Nordiſche Geſellſichaft. Lübeck.
MNachdruck, auch guszugsweiſſe verboten.
Seite 2
Sonntag den 27 November 1927
Nummeit
chen Uebereinkommens ſehr genau überlegt werden, da es ſich
ja meiſt um außerordentlich große und komplizierte Intereſſen
handelt. Aber man muß ſich darüber klar ſein, daß
der Krieg die bei weitem ſchlechteſte aller
Mög=
lichkeiten iſt, um internationale
Streitigkei=
ten zu beſeitigen. Er ruft unendliches Elend hervor, er
bergrößert den Haß und führt zu nichts. In der großen
Mehr=
zahl der Fälle ſchafft er viel mehr neue Streitfragen,
als er alte beſeitigt. Deswegen ſollte man jede Gelegenheit
be=
nutzen, um Kriegsmöglichkeiten in rechtliche Formen zu zwingen.
Hauptſächlich aber muß England ganz
ernſt=
haft verſuchen den Standpunkt der Nationen
des Kontinents zu verſtehen. Neun Jahrhunderte
lang hat es keinerlei ernſtliche Invaſion in England gegeben,
keine Beſetzung engliſchen Bodens durch fremde Truppen.
Aehn=
liches iſt bei keinem Lande des Kontinents der Fall. Keine
Na=
tion, die nicht ein ſolches Unglück ſelbſt erlebt hat, kann
ver=
ſtehen, was es für andere bedeutet. Es frißt ſich in ihre Herzen,
es beeinflußt ihr ganzes Denken. Das gilt für Deutſchland
ebenſoſehr wie für Frankreich. Und wenn man alſo einer Nation
des Kontinents eine Rüſtungsbeſchränkung vorſchlägt, ſo
ant=
worten ſie: „Ja, das iſt eine ausgezeichnete Idee, aber wenn
wir entwaffnen und die Nachbarn insgeheim das nicht tun
und uns dann angreifen, können wir uns dann darauf
verlaſſen, daß der Völkerbund uns ſchützt?” Und
was ſoll man darauf antworten? Wir müſſen zugeben, daß die
Beſtimmungen der Völkerbundsſatzung nicht ganz „waſſerdicht”
ſind. In einigen Fällen iſt ein, ſagen wir „privater Krieg” noch
zugelaſſen. Man ſollte auf jeden Fall verſuchen, dieſen Punkt
irgendwie zu klären und den Nationen des Kontinents die
Ent=
waffnung leichter machen.
Aber dieſes iſt, wie geſagt, nicht der einzige Weg, dem
Pro=
blem näher zu kommen. Es genügt nicht, die Urſachen des
Krie=
ges zu beſeitigen; wir müſſen, ſoviel wir können, die
Möglich=
keit, Krieg zu führen, durch direkte
Rüſtungsbeſchrän=
kungen vermindern. Mit dieſem Ziel hat der Völkerbund eine
Kommiſſion eingeſetzt, die ſog. Vorbereitende
Kommiſ=
ſion, die verſucht, gewiſſe Grundſätze feſtzulegen, nach denen
die Entwaffnung durchgeführt werden kann. Es iſt jene
Kom=
miſſion, die im Frühjahr eine ſehr wenig zufriedenſtellende
Sitzung abhielt und der es nicht gelang, zu irgendwelchen
Ent=
ſchlüſſen zu kommen. Der Grund für dieſen Fehlſchlag lag zum
größten Teil darin, daß den militärtechniſchen Beratern der
Regierung ein viel zu großer Einfluß bei den Verhandlungen
eingeräumt war. Dieſen Leuten müßte geſagt werden, daß die
Regierung zu jeder nur möglichen allgemeinen Entwaffnung
ent=
ſchloſſen ſei, und jeder Ratſchlag der Experten muß auf dieſes
Ziel gerichtet ſein.
Zum Schluß kann ich nicht genug auf die Gefahr einer
Verzögerung hinweiſen. Der ganze Kontinent iſt der
Ent=
waffnung durchaus nicht ungünſtig geſonnen. Selbſt
Sowjetrußland hat ſeine Bereitwilligkeit kundgegeben, an der
bevorſtehenden Sitzung der Vorbereitenden Kommiſſion
teilzu=
nehmen. Jetzt iſt es Zeit, zu handeln. Jeder verlorene
Monat bedeutet eine Stärkung der alten, überholten
Kriegs=
intereſſen in moraliſcher und materieller Hinſicht. Wenn
England ſich nicht dafür einſetzt wird es
nie=
mals zu einer internationalen Entwaffnung
kommen. Wenn aber die Entwaffnung nicht kommt, wird der
Krieg um ſo ſicherer kommen.
Schiele über die Bedürfniſſe
der deutſchen Landwirtſchaft.
Kiel, 26. November.
Der Reichsminiſter für Ernährung und Landwirtſchaft
Schiele, ſprach heute vor dem Landwirtſchaftlichen Ausſchuß im
Rahmen des Kieler Parteitages der Dn. Vp. und führte dabei
u. a. aus:
Die Nöte und Aufgaben der Landwirtſchaft ſind nicht
Sor=
gen eies einzelnen Berufsſtandes, ſondern des ganzen Volkes.
Sie gehören zu den dringendſten Sorgen unſerer
Nationalwirt=
ſchaft, ſind doch in der Landwirtſchaft 30,5 Prozent der
erwerbs=
tätigen Bevölkerung Deutſchlands beſchäftigt gegen 41,4 Prozent
in der Induſtrie. Unverhältnismäßig größer noch ſtellt ſich der
Wertanteil der Landwirtſchaft an der deutſchen
Geſamtproduk=
tion; er hält dem Werte der Induſtrieproduktion die Wage. Auf
dieſer gewaltigen Agrarproduktion im eigenen Machtbereich
be=
ruht über Vierfünftel der deutſchen induſtriellen Produktion. Alle
landwirtſchaftlichen Nöte entſtammen im letzten Grunde einer
Quelle der mangelnden Rentabilität. Das Landvolk glaubt,
nach=
dem ſeine Kräfte erſchöpft ſind, berechtigt zu ſein, die Reſerven
des Ganzen aufzurufen. Nichts läßt deutlicher den Ernſt der
Lage erkennen, als die auf rein wiſſenſchaftlicher Baſis
entſtan=
denen Ergebniſſe des Enquete=Ausſchuſſes. Das Geſamt=Ernte=
Vom Tage
Wie verlautet, haben Einbrecher der Privatwohnung Dr.
Streſemanns einen Beſuck, abgeſtattet. Sie wurden jedoch geſtört
und mußten die Flucht ergreifen. Durch vorgefundene Fingerabdrücke
hofft die Kriminalpolizei, die Einbrecher ermitteln zu können.
Zu den in der Oeffentlichkeit wiederholt aufgetretenen Gerüchten
über eine bevorſtehende neue Gebührenerhöhung bei der
Neichspoſt teilt das Reichspoſtminiſterium mit, daß eine neue
Ge=
bührenerhöhung von ihm nicht beabſichtigt und auch nicht
ver=
anlaßt iſt.
Durch eine Entſcheidung des Völkerbundskommiſſars iſt die
Ver=
pflichtung Polens zur Zahlung von Deichbeiträgen für die dem
pol=
niſchen Fiskus gehörenden Gelände an den Danziger Deichverb and
an=
erkannt worden. Dieſe Entſcheidung entſpricht einem im Mai
geſtell=
ten Erſuchen Danzigs, demgenenüber Polen den Standpunkt vertreten
hatte, daß der volniſche Fiskus weder für die verfloſſenen noch für die
kommenden Jahre Deichbeiträge zu zahlen habe.
Wie die „New Yorker Staatszeitung” meldet, wurde in
Waſhing=
ton das Denkmal Friedrichs des Großen wieder
auf=
geſtellt.
Der japaniſche Radiodienſt verbreitet die Nachricht, daß
Tſchiankai=
ſchek in Schanghai ermordet ſei. Die Nachricht muß mit größter Vorſicht
aufgenommen werden, da eine direkte Beſtätigung fehlt.
Nach einem Telegramm der „Times” aus Riga ſoll ſich angeblich
die Sowjetregierung zu einer größeren Reinigungsaktion in dem
Kon=
miſſariat für auswärtige Angelegenheiten entſchloſſen haben, ſo daß die
Entfernung Tſchitſcherins erwogen wird, an deſſen Stelle Divwinow
treten ſell.
ergebnis der Nachkriegsjahre kommt, gemeſſen an der
Vorkriegs=
zeit, durchſchnittlich über 80 Prozent nicht hinaus. Aber daß
ungefähr die Hälfte aller landwirtſchaftlichen Betriebe in den
vergangenen Jahren als Verluſtbetriebe gearbeitet haben, beruht
gleichzeitig auf der Steigerung der ſteuerlichen Belaſtung, der
ſozialen Abgaben, auf den Kapitalmangel und den heraus ſich
ergebenden überhohen Zinsſätzen und auf der ſchwachen
Markt=
poſition der deutſchen Landwirtſchaft infolge des Druckes der
rieſigen Nahrungsmitteleinfuhr. Noch heute ſteht der Index für
Agrarprodukte auf etwa 135 Prozent, während der Index für
induſtrielle Fertigwaren erheblich über 150 Prozent liegt.
In=
folge dieſer Entwicklung erreicht die Verſchuldung der
Landwirt=
ſchaft mit der erſchreckenden Summe von 12,5 Milliarden Mark
mehr als Vierfünftel der Vorkriegsverſchuldung. Ihr beſonders
ernſtes Geſicht erhält ſie durch die Kurzfriſtigkeit der perſonellen
Schulden und die ungeheure Zinſenlaſt, die mit erwa 850
Mil=
lionen Mark jährlich annähernd 440 Mark je Hektar
landwirt=
ſchaftlicher Nutzfläche ergibt und außer jedem Verhältnis zu den
heute möglichen Betriebsergebniſſen ſteht, alſo zwangsläufig zu
immer weiterer Verſchuldung führt. Es gilt nunmehr, die
ſchwebende Schuld zu konſolidieren und zwar zu tragbaren
Zins=
ſätzen, die in angemeſſenem Verhältnis zu dem erreichbaren Maß
der landwirtſchaftlichen Rentabilität ſtehen. Die zweite große
Aufgabe iſt eine geſunde Hand=spolitik, die die Disparität des
Zollniveaus für landwirtſchaftliche Produkte und für
Induſtrie=
waren beſeitigt. Solange faſt überall in der Welt die Erhöhung
der Zollmauern fortſchreitet, können wir als ſchwerbelaſteter
Schuldnerſtaat nicht andere Wege einſchlagen. Wir müſſen ſtets
die volkswirtſchaftlichen Werte, die die immer nur begrenzt
mög=
liche Steigerung des induſtriellen Exports bringt, im Vergleich
ſetzen zu den Schäden, die landwirtſchaftliche Konzeſſion der
deutſchen Geſamtproduktion bringen. Neben der Ordnung der
Kreditverhältniſſe und einer geſunden Handelspolitik beſteht die
dritte große Aufgabe in der energiſchen Selbſthilfe der
Landwirt=
ſchaft; ſie muß durch Vertiefung der Ackerkrume und geſteigerte
Wirtſchaftsenergie aus dem deutſchen Boden das letzte
heraus=
holen, was herauszuholen iſt. Durch Maßnahmen kraftvoller
Selbſthilfe erwirbt die Landwirtſchaft den moraliſchen Anſpruch
auf Hilfe durch die Geſamtheit, dort, wo ihre eigene Kraft
verſagt.
Oberſchleſien und die deutſch=polniſchen
Wirtſchaftsverhandlungen.
Gleiwitz, 26. November.
Der oberſchleſiſche Reichstagsabgeordnete des Zentrums,
Landesrat Ehrharot, hat dem Reichsarbeitsminiſter e.n
Schrei=
ben überreicht, in dem hingewieſen wird auf die im
Zuſammen=
hang mit der deutſch=polniſchen Wirtſchaftsverſtändigung in
Ober=
ſchleſien vorherrſchende Befürchtung, daß das Zugeſtändnis der
monatlichen Kohleneinfuhr ſo hoch ſei, daß in Deutſch=
Ober=
ſchleſien allein zehn= bis zwölftauſend Bergarbeiter arbeitslos
werden würden, ganz abgeſehen von den ſchweren wirtſchaftlichen
Auswirkungen auf die anderen Induſtrie= und Handelszweige.
In dem Schreiben wird ſchließlich betont, daß durch den
Handels=
vertrag Polen nicht noch weitere größere Einfuhrkontingente
zu=
geſtanden werden könnten, die zu einem wirtſchaftlichen und
kul=
turellen Abſtieg der Grenzprovinz führen müßten.
Die Leichseinnahmen und =Aug
in der erſien Hälfte des Rechnungsjahr:
Berlin, 25. D
Das Reichsfinanzminiſterium veröffentlicht eing
über die Reichseinnahmen und Ausgaben in den Mepu
dis September des Rechnungsjahres 1927. Danach
Einnahmen des ordentlichen Haushalts im erſten Huu
322,0 Millionen Reichsmark; alſo ungefähr die Hälftm
Haushaltsſolls von 8659 Millionen RM. Beide 38
ſich aber nicht ohne weiteres miteinander vergleichen.
in den ausgewieſenen Einnahmen zwei wichtige Prc
den etatsmäßigen Einnahmen enthalten ſind:
a) der Ueberſchuß des Jahres 1926 mit 199,5 Min.
b) die Rücküberweiſung aus dem Betriebsmitru
190 Millionen RM., zuſammen 389,5 Millionen RM.
Jahresſchluß je in einer Summe umgebucht werden.
hiervon die Hälfte den ausgewieſenen Einnahmem
Halbjahres hinzu, ſo ergibt ſich eine Einnahme vorn
RM. Von den Einnahmen haben die Steuern, Zö5.
gaben gegenüber der Hälfte des Jahresſolls 240 Mäüü
mehr erbracht. Man kann auf Grund des Rechnunus
für das erſte Halbjahr und den Monat Oktober bei
men für das ganze Jahr mit einem Mehr von 300—33
zu Gunſten des Reiches rechnen.
Bei den Ausgaben beträgt das Geſamtſoll einſig
aus 1926 übertragenen Rechte 9082 Millionen, fün
Jahr, mithin 4541 Millionen. Die bisher im erſten
leiſteten Ausgaben betragen demgegenüber nur 41122
bleiben alſo hinter dem Soll erheblich zurück. Die Eig
gen an die Länder bleiben mit 1358,8 Millionen hintüe
jahresſoll (1446,5 Millionen) um rund 88 Millionen
hängt damit zuſammen, daß die Ueberweiſungen erff
werden können, wenn das tatſächliche Monatsaufkommif
Die während des Jahres ungefähr gleichlaun
gaben für Beſoldung, Penſionen und Kriegsbeſchär.
Ich er
entſprechen mit 1107,5 Millionen faſt genau dem Sil
(1105,5 Millionen). Die duich die bevorſtehende
neuregelung im zweiten Halbjahr eintretende M
drückt ſich in dieſen Zahlen noch nicht aus. Bei deu
für die Sozialverſicherung bleiben die Anforderungs
Halbjahr um 30 Millionen hinter dem Halbjahrſoll 1//14Mbenutzung des
die unterſtützende Erwerbsloſenfürſorge ſieht der Z//Kuſm hat. Wie d
1927 450 Millionen vor. Ausgegeben ſind im erſten
folge der günſtigen Entwicklung des Arbeitsmarkte
122 Millionen. Nachdem am 1. Oktober 1927 das ) im Vege direkte
verſicherungsgeſetz in Kraft getreten iſt, hat das ReiüwAnniens noch
nur die Kriſenfürſorge und die im Etat als Grun2/F mſunn, und wie
Verſicherung vorg ſehene Summe zu tragen. Die
werden für das zweite Halbjahr ungefähr die gleM)hahenere mil
wie im erſten Halbjahr erreichen, ſo daß hier mit eAAychen Vertrag
jahresbelaſtung von etwa 250 Millionen und mithn
Erſparnis von rund 200 Millionen gerechnet werdet
Bei den tatſächlichen Ausgaben für Heer, Mariie
Verkehrsweſen bleiben die Anforderungen im erſu.
ebenfalls zum Teil ſtark hinter dem Halbjahrsſoll
ſtark hinter dem Halbjahrsſoll bleiben auch die Ausg.)/5
Schuldendienſt zurück. Nennenswerte Erſparniſſe ſi.!
Poſition aber nicht zu erwarten. An Reparationszaul
für den Reſt des Jahres noch rund 419 Millionen N2.)
ſo daß hier zuſammen mit den bereits gezahlten rmd
lionen das Haushaltsſoll erfüllt werden wird.
Im ganzen genommen läßt das bisherige Ergebr.
daß auf der Einnahmeſeite etwa 300 bis 350 Mi.4
aufkommen werden und auf der Ausgabeſeite eim
von etwa 200 Millionen eintreten wird. Dieſer Verkſ
rund 500 bis 550 Millionen ſtehen erhebliche im Napl
halt zu berüdſichtigende Mehrausgaben für Erhöhum/
dung, Penſionen, Kriegsbeſchädigtenrenten, ferner
dationsgeſchädigte, für Hochwaſſerſchäden u. a. gegeen
Der Ahnherr der abendländiſchen
Wiſſenſchaft.
Von Profeſſor Dr. phil. h. c. Karl Berger.
Die Geſchichte des europäiſchen Geiſtes beginnt mit der der
Philoſophie; die Heimat dieſer war Griechenland, die
Geburts=
ſtunde der abendländiſchen Wiſſenſchaft aber ſchlug, als
Pla=
ton ſich entſchloß, die bruchſtückartigen Lehren ſeines Meiſters
Sokrates auf der Grundlage einer allumfaſſenden Bildung nach
allen ihren Konſequenzen zu verfolgen und zur geſchloſſenen
Einheit zu ſammeln. Durch ſein Werk und deſſen fortzeugende
Kraſt ward der große atheniſche Weltweiſe nicht nur der
Schöp=
fer einer neuen philoſophiſchen Betrachtungsweiſe und
Welt=
anſchauung, ſondern auch der Ahnherr aller Geiſter, die ſeit ihm
in mehr als zwei Jahrtauſcuden um Mehrung und Vertiefung
der menſchlichen Erkenntniſſe mit Erfolg ſich bemüht haben.
Platon, der in Wirklichkeit Ariſtokles hieß, in der Ringſchule
aber wegen ſeines prächtigen Körperbaus den in Geltung
geblie=
benen Namen erhalten haben ſoll, war einem altedlen Geſchlechte
entſproſſen, das ſeinen Urſtrung auf Könige zurückführte.
Ge=
boren ward er nach Beginn des peloponneſiſchen Krieges, im
Todesjahr des Peritles, 429. So wuchs der junge Adelsſproß in
eine Zeit hinein, in der Athen, die größte Kulturſtadt und
poli=
tiſche Macht der damaligen Welt, vom Gipfel ihres Glückes jäh
in den tiefſten Abgrund ſtürzte. Aber auch in das Dunkel dieſer
abgründigen Tage leuchteten hell die Erinnerungen an jenes
Perikleiſche Blütenzeitalter, in dem ein Freund des leitenden
Staatsmannes, der Philoſoph Anaxagoras, als erſter dem Geiſt
die bedeutſamſte Rolle bei der Entſtehung der geordneten Welt,
des „Kosmos”, aus der chaotiſchen Maſſe der Stoffe zugewieſen
hatte und in dem, wie zur Verherrlichung dieſes Geiſtes, auf
allen Gebieten des künſtleriſchen Schauens und Schaffens, des
politiſchen und wirtſchaftlichen Handelns, der perſönlichen und
ſozialen Kultur die herrlichſten Leiſtungen erblüht waren. An
dem Kriege, der das atheniſche Leben in ſeinen Grundfeſten
er=
ſchütterte, nahm Platon noch teil. Unter den auflöſenden
Wir=
tungen und Nachwehen des Krieges brachen nicht nur Zucht und
Ordnung zuſammen, auch die überlieferte Glaubens= und
Ge=
dankenwelt ſank dahin, und der einſt machtbewehrte freie Volks=
ſtaat entartete zur ſchwankenden Maſſenherrſchaft. Da die
Ver=
gangenheit und Ueberlieferung verfagte, galt es, einen neuen
Bau und einen neuen Lebensinhalt zu ſchaffen. Wie immer in
ſolchen Uebergangszeiten erſcholl der Ruf: „Freie Bahn den
Tüchtigen!” Als die Tüchtigſten aber galten die, welche am
beſten die Maſſen zu gängeln, ſich ihnen anzupaſſen verſtanden
Da ſtellten auch die zeitgemäßen Weisheitslehrer, die Sophiſten,
ſich ein, freie und oft freche Geiſter, die, jene kosmiſche Lehre des
Anaxagoras auf das Individuum übertragend, der Welt der
Erſcheinungen, dem Objektiven, den Menſchengeiſt, das Subjekt,
den ungebundenen Geiſt jedes Einzelnen gegenüberſtellten. In
dem blendenden Satze: „Der Menſch iſt das Maß aller Dinge‟
faßte ſich die Lehre dieſer neuen Aufklärer zuſammen. Der
ſub=
jektiven Willkür, dem individuellen Belieben war damit freie
Bahn geſchaffen; an Stelle veralteter Rechtsordnungen trat das
Recht, das mit uns geboren iſt. Wie jeder übertriebene, nur auf
das eigene Ich pochende Individualismus mußte auch dieſer
ſophiſtiſche in allgemeiner Anarchie enden. Platon erlebte in
ſei=
ner Jugend die Ausbreitung dieſes modernen Geiſtes und ſeine
auflöſende Wirkung auf alle Erſcheinungen des atheniſchen
Kul=
turlebens. Er ſah, wie die Sophiſten von der Lehre zur Praxis
übergingen: wie ſie es verſtanden, durch die Zauberkraft der
Redekunſt „die ſchlechtere Sache zur beſſeren zu machen”; wie ſie
ſich rückſichtslos durchſetzten und mit allen Mitteln Macht, Glück,
Reichtum erſtrebten; wie Zucht und Ordnung im
Familien=
leben dahinſchwanden, die Geſetze des Staates mißachtet und
um=
gangen wurden, und die neuen Stimmungen auch in der Kunſt
ihren Ausdruck fanden. Da wandte ſich Platon, der durch
Ge=
zurt und eigene Neigung zur Teilnahme am öffentlichen Leben
berufen war, der als Dithyrambiker und Tragödiendichter
be=
gonnen hatte und bereits mit dem Siegeskranz bei öffentlichen
Kampfſpielen ausgezeichnet worden war, voll Ekel von dem
Treiben der glattzüngigen Volksverführer, der machthungrigen
und geldgierigen Tauſendkünſtler ab. Doch indem er ſich von
dem äußeren Leben, von der Politik abkehrte, ähnlich wie unſer
Schiller angeſichts der Greuel der franzöſiſchen Revolution und
der zu wahrer Freiheit noch unreifen Maſſe, gab er die Sache
des Vaterlandes, des Volkes nicht auf: wie der deutſche Dichter,
ſuchte der atheniſche Philoſoph eine neue Grundlage zu ſchaffen,
ein feſtes inneres Fundement durch Erziehung und
Umwand=
lung der Seelen. Entſcheidend ward für den jungen Platon ſein
größtes Erlebnis: ſeine Bekanntſchaft mit Sokrates, der
gegen=
über dem irren ſophiſtiſchen Elendwerk von der Willkür des
Ein=
zelgeiſtes die Notwendigkeit eines univerſellen Geiſtes,
gegen=
über dem ſubjektiven Gelüſte und perſönlichen Anſprüchen die
allgemeingültigen Begriffe vom Guten und Rechten aufſtellte,
das ewige, jeden bindende Geſetz der Wahrheit. Durch Sokrates
erfuhr Platon ſeine wahre Beſtimmung: er ſollte für
Jahr=
tauſende denken, er ſollte der große Lehrer der Selbſtbeſinnung
werden, ein Reich der ewigen Werte mitten in der
Vergänglich=
keit und hoch über allem Schein und allen Erſcheinungen
be=
gründen
Platon, von Sorge um das ſittliche und politiſch
ner Mitbürger getrieben, zog aus, um die rechte:?
Heils für ſie zu entdecken, aber wie ein rechter Weltun
er mehr, als er ſuchte: er entdeckte eine neue Welt, 1.
Geiſtes. Sein Meiſterſtück, die Lehre von den Ideein!
begrifflichen Grundgeſtalten und Urbildern aller El:
wurde zum unverlierbaren Beſtandteil aller Phia
aller Kurlturentwicklung. Von Platon ſtammt die
daß alles Wirkliche Geiſt iſt, und dieſer platoniſche
ſich im Fortſchritt der Geſchichte als ausdeutbar erwin
Richtung des erkennenden, ſittlichen, künſtleriſchen, TeA
ſelbſt des myſtiſchen Geiſtes. Wo der Geiſt in In
Schöpfertaten ſich ſelbſt offenbar ward, da ſehie
Schaffen fort. Für Jeſus Chriſtus hat der Philoſa
Göttliche im Menſchen ſocht und in der allgewaltig n
Liebe lebt und webt, den Weg zur religiöſen Ernen.
tet. Alle Neuplatoniker knüpfen ſelbſtverſtändlich .
den Vater des Idealismus an und weben aus ſeine.“
Gedankengeſpinſte. Ariſtoteles aber, auf den die Gin
ſophie des Mittelaliers ihre Lehren aufbaut, Mark
Widerſpruchs zu ſeinem Meiſter Platon aus 190
riſchen Gedanken für ſeinen Geſamtbau der Erke.
müſſen: während Platons Entdcckung des Geiſtes
Wahrheit bedeutet, iſt des Ariſtoteles gewaltige Ge
zwar Jahrhunderte lang ein Stück Weltgeſchichie
geweſen, aber ſie iſt es geweſen und gehört jetzt der Se
Gegen ſeine Weltanſicht hat die neue Zeit der wie.”
Wiſſenſchaft im 16. und 17. Jahrhundert ihr Veil
durchſetzen müſſen. Denn wie Platon der Urguet.”
iſchen Philoſophie iſt, wie alle Denker bei 190
Methode im Denken und Forſchen erſt gelernt 90.‟
(und nicht Ariſtoteles) der wahre Urheber echtel.
ſchaft: er lehrte uns ſehen, die Geſtalten zu Oi
ſammenfaſſen und in Arten auseinanderhalt."
Kerler, Galikei und Newton ſind bei ihm in die S
gen. Durch Vernunftſchlüſſe iſt Platon als Ckl”
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kenntnis gekommen, daß ſämtliche Planeten als Ilt
kreiſend angenommen werden müßten, und da5. D
ein Sonnentrabant ſei: deshalb hat ſich Koperni. einen der kühnſten Bahnbrecher aſtronomiſcher wla
inen der größten ſeiner Vorläufer berufen. Auch itT
ik, Zoologie und Anthropologie ſind Platons Bec
wieſen. Daß der Meiſter, der Erkenntnislehre. L. Il
legendes für die Pſychologie geſchaffen hat, iſt ”ic.
verſtändlich. Er hat aber nicht nur Typenhlt..
menſchen gegeben, ſondern ſeine pſychologiſchen Eitehme,e
auf ganze Völker angewandt, indem er die geſchicht.
[ ← ][ ][ → ]Geite 3
Bolken über Oſteuropa.
wn unſerem (O=Korrefpondenten.
London, 26. November.
aon Schachbrett des Balkan wird eifrig Zug auf Zug
u. gänzlich objektiver, neutraler Diplomat, der
g, nicht mehr aktiv an den internationalen politiſchen
nmen beteiligt iſt, erklärte: „Es iſt da eine Schachpartie
iwei Großen im Gange, die zwei Kleine hin und her
L wie Sache bot zu Anfang nur ein mäßiges Intereſſe,
utrte, wie eine Anfängerpartie der Kleinen. Das war
zuntung. Die beiden Großen gaben den Anfängern nur
wie ſie ziehen ſollten. Aber in der kurzen letzten Zeit
„dmes Tempo hineingekommen, und die Großen greifen
ganz offen, über die Schultern der Kleinen hinweg,
ſehen jetzt ſchon eine Partie erſten Ranges zwiſchen
„oieten Meiſtern, die ſich über ihren Plan vollſtändig
Die Lage tönnte in abſehbarer Zeit zum Schachbieten
enn nicht neue erfahrene Sipeler mit ihren
Ratſchlä=
mirdliches Remis zu Stande bringen. Der
ſerbiſch=
iſche Vertrag war ein großer Zug gegen die
Manöver. Aber während die Diplomatie und Preſſe
ſwom reden, während es noch ausſieht, als ſollte er für
angenehmen Abwechſelungs=Geſprächsſtoff von der
v faſzinierenden, aber heiklen Tranſylvania=Frage
bil=
or Gegenzug aus Rom gemeldet, der Abſchluß der
liſeſch=atbaniſchen Allianz. Jetzt hört die Sache
ire intereſſante Partie zu ſein. Es iſt ernſt
ge=
öc, und die übrigen Großmächte werden wohl daran tun,
auſ illichen Konſequenzen und die aus ihnen ſich ergeben=
Erremen und Stellungnahmen ſorgfältigſt zu überlegen.
Gſurw iſt ohne weiteres der Weg gegeben, der nicht
be=
ſte n erden darf, nämlich eine aktive oder paſſive
Ein=
chunt tendwelcher Art. Es darf jedoch nicht überſehen
wer=
dachz ocl die Regierung durch ihren berufenen Vertreter in
theitun kann, um Schärfen zu glätten. Für Sir Auſten
eintt
ſehüt eler einmal eine ſeiner ſpeziellen Begabung
entſpre=
de, Ai verdienſtliche Aufgabe. Es iſt ja ſchließlich auch noch
„I8 zbehren, und die beiden Großmächte vermeiden ſorgfältig,
ſhreie eträgen mit den beiden Kleinen aufeinander Bezug
nehym! Was jedoch den Regierungen nicht ziemt, das
Y)Komponenten der öffentlichen
Meinun=
in)t verſchiedenen Ländern tun: ungeſcheut über die Sache
n. /d da muß ich ſagen, daß der Fascismus nach meinen
baättgen hier ſeit dem letzten Jahre unbedingt bedeutende
iaſt genau m ſſchikt gemacht hat. Ich erkläre nicht, ich regiſtriere.
Umge=
bevorſthu, f ſtwhes meiner Anſicht nach mit dem Entente=Empfinden.
Dalßn, Rüchwirkung des letzten Schachzuges des Duce auf
nicht aus, 9 ſähiter und weiteren Nachbarn auf dem Balkan wie an der
ſu Ayt ausbleiben wird, möchte ich für ſicher halten, vor
die
DEm nicht auf Ungarn, das ſowieſo ſeit dem geſchickten
dem Hall
ſiehedrr Mitbenutzung des Hafens von Fiume eine ſtärkſte
ſorge ſieſt h eigwuftr Rom hat. Wie dieſe Entwicklung im Verein mit
en ſind im z/Veltztge, in der öffentlichen Meinung Oeſterreichs
wir=
magr ſiis beſonders intereſſant ſein. Und wie ſteht es mit
e8 Ank
mäſſten?. Es kommt in dieſer Beziehung viel darauf an,
s ſiſchuf dem Wege direkter Verhandlungen mit Ungarn in
iſt, ha M leff Köns ſylvaniens noch vor der Behandlung des Falles in
n Eia aß g.f beimnhägen kann, und wie ſich in Genf die Vertreter
Frank=
umiſ aliens zu der Streitſache ſtellen werden. Eines iſt
zu tragen
ß: Aüſchnelle Erwiderung des ſerbiſch=franzöſiſchen durch
ſjie 4geſprochenere militäriſche Bindungen enthaltenden
o daß hie
miſttzhrniſchen Vertrog, iſt ein deutliches neues Anzeichen,
chMopa wieder auf dem Weg zur Bildung ſich von
einan=
ohnlnoen Gruppen befindet, und daß der Himmel über
oſztropa nicht blauer geworden iſt. Selbſt
für R
dhr derartiger Gruppen zu vorläufig nur wirtſchaftlichen
ſchließlich kein Locarnogedanke.”
uüigemäß war die geſtrige Eröffnung der unter der
„Keinen Krieg mehr”=Bewegung ſtatt=
Mhkriegsgefahr=Konferenz. Unter all den
Mdensreden fand die des früheren Premierminiſters
tmore Nitti, wegen ihrer ſtarken Tonart das
te ichtreſſe. „Die Kriegsgefahren waren in Europa
M8 M Mroß wie jetzt”, ſagte der greiſe Staatsmann, „ſie ſind
ſohſk rößer als wie ſie 1913 waren.” Ueber die
werden M. Me Lſwin. Italien erklärte er: „Die Fasciſtenregierung hat
herigt A Malicka de Sicherheit der einzelnen Perſon und jede Freiheit
ga0 bi3 3u ſcha Rilleberall geben ſie ſich der Gewalttätigkeit gegen ihre
ſer ſ1 Die Häuſer ſelbſt der geachtetſten unter ihnen
wer=
gehlſierk und verwüſtet. Das Volk muß nicht nur für die
). Diſ * mlicht 2 ienſte Steuern zahlen, ſondern für die
Unter=
erheblicht W 8 har Miliz von Spionen und Mördern. Trotz der fal=
Andan der Statiſtik wächſt die finanzielle Unordnung von
für
5u M and ebenſo geht die Produktion ſtetig zurück. Das
W dMcialieniſchen Diktatur hat ſeinen Willen zum Kriege
ausc m Charakter der Völker ableitete. Ihm zuerſt tauchte
che 10 W Memät als ein Problem des Gemeinſchaftslebens auf in
u 3i hntepasgen, die der deutſche Idealismus (Fichte, Schiller)
nchn d der absſuommen und neu geſchaffen hat. So ward Plato
ine ni 2) derA heper ſoziologiſcher Wiſſenſchaft, vor allem aber der
mu MRdbſern er teuen Staatslehre. Der Wegweiſer zu ewigem
zu W Ein erNd ſich auch als der beſte Berater in irdiſchen Dingen.
Mr Auf nmigfachen Reiſen, nach Aegypten, dem
nordafrika=
vo Rn Gline, nach Unteritalien, und während längerer
Aufent=
de Hoice, * auſch zllien, bei den Herrſchern von Syrakus, hatte ſich
Mickh ! Weltmannes erweitert, ſein politiſches Urteil
ver=
hnglter die Gründe des Niederganges von Hellas, im
Neichlivens, aufgeklärt. Erfüllt von heißer Vaterlands=
* ſu4 ) mun Platon, auch in politiſchen Schriften (dem
Me 3 9 4 ,Geſetzen” u. a.) ſeinen Mitbürgern den richtigen
i l8n. In ſeiner Lehre vom Staat ordnen ſich alle
Fntic r G edankenrichtungen des platoniſchen Geiſtes „zu
in woishn Bipfelwerk” zuſammen. Dieſe Lehre beruht ganz
em 9karken der ſittlichen Erziehung, und dieſer Gedanke
19 Ana ncherlei Abwandlungen, durch die Jahrtauſende
Men. 1g bieles an der Staatslehre Platons vergänglich
St prolß ſein, was er zum Beiſpiel über Maſſendemagogie
NaßRemſchaft geſagt hat, beſitzt ewige Gültigkeit. Den
Snſchbitz Behauptungen aber von Platons Republik als
in A3 Traumgebilde hat ſchon Kant die Mahnung ent=
Eidgeiesman ſolle den Gedanken des ntrefflichen Mannes”
Ea n0 a hen und ſie durch neue Bemühungen ins rechte
A u verſuchen, als ſie, unter dem elenden und ſchäd=
Lowhre der Untunlichkeit, als unnütz beiſeite zu ſetzen.
De W Aiſchen Gedanken bilden die weſentliche Voraus=
Haie Fus Verſtändnis der geſamten philoſophiſchen Be=
Dung lobendlandes in den letzten zwei Jahrtauſenden,
Sewnarsz iber für das Verſtändnis des deutſchen Fdealis=
Dr licribniz ſeinen Bahrbrecher, in Leſſing und Herder
Die nog hltzen Vorbereiter, in Goethe und Schiller, Mozart
Ded in ſeine künftleriſchen Verkündiger, in Kant ſeinen
Die Zekzulder, in Fichte, Hegel und Schelling ſeine Aus=
Fäalter
Advent.
„Macht hoch die Tür,
Die Tor' macht weit!“
Nniche Geſang aus der Zeit des Dreißigjährigen
ſanen helljubelnden Tönen ſteht am Anfang der
Adventslieder.
Sonntag der 27 November 1927
nie verheimlicht. Alle Fasciſten ſprechen nur von Krieg. Italien
kann jedoch bei ſeinem Mangel an Rohſtoffen, bei ſeinem Bedarf
an Eiſen, Kohlen und Nahrungsmitteln nie einen Krieg unter= Die Tuſſiſche Selegation in Senf.
nehmen, wenn es ſich nicht in einem Abkommen mit England
und den Staaten befindet.
Europa muß große wirtſchaftliche Vereinigungen und
dau=
ernde Abkommen ſchaffen, aber dieſe laſſen ſich vor einer Beendi= / Schnellzug am Bahnhof Cornavin eingetroffen. Die Delegalion
gung der Diktaturen nicht erreichen. Ich hege die Ueberzeugung,
daß in den Bevölkerungen ſelber kein kriegeriſcher Geiſt herrſcht.
Es iſt nicht wahr, daß ſich das deutſche und das franzöſiſche Volk
gegenſeitig haſſen. Das italieniſche Volk hat ſeinerſeits keine
Ab=
neigung gegen andere. In England iſt es ſehr ſchwer, einen erleichtert wurde. Uebrigens waren unterwegs nirgends viele
rechtſchaffenen Mann zu finden, der gegen ein anderes Volk Haß
empfindet. Die Völker werden durch oft verborgene und ſtets
gefährliche Kräfte in Kriege gezerrt, die ſie nicht wünſchen. Der
Völkerbund hat zur Zeit wenig Macht, den Frieden zu ſichern.
Diktatoriſche Regierungen nehmen an ihm teil und ſuchen, ihn zu
zerſtören. Eine perſönliche Diktatur bedeutet den Krieg. Wenn
der Diktator ſich verloren fühlt, macht er einen Krieg.”
Die innerpolitiſche Lage in Rumänien.
Bukareſt, 26. November.
Bis jetzt iſt die politiſche Lage unverändert. Nach den
Be=
ſprechungen der Regentſchaft und den Unterredungen Vintila
Bratianus mit den Führern der Oppoſitionsparteien, Averescu,
Maniu und Jorga, ſowie zahlreichen Verſammlungen der
ver=
ſchiedenen politiſchen Ausſchüſſe klärt ſich die Haltung der
ein=
zelnen Parteien allmählich. Für den Augenblick ſcheint Averescu
abwarten zu wollen, welche Beſchlüſſe die Liberale Partei
hin=
ſichtlich der Nachfolge Jonel Bratianus als Parteiführer faſſen
wird. Maniu ſoll ſich darin mit Jorga in voller
Uebereinſtim=
mung befinden, daß die Beſtrebungen der Nationalen
Bauern=
partei und der Nationaliſtiſchen Partei Hand in Hand
mitein=
ander gehen ſollen. Die Liberalen ſollen eine Regierung der
nationalen Einigung wünſchen und geneigt ſein, die unter den
gegenwärtigen Umſtänden möglichen Zugeſtändniſſe zu machen.
Die Gruppe Jorga=Maniu beſteht auf ihren ſtrengen
Bedingun=
gen und fordert Neuwahlen. Sie erklärt, ſie ſei bereit, allein die
Verantwortung für die Lage zu übernehmen. Der neue Führer
der Liberalen Partei wird, wie bereits gemeldet, am Montag in
der Sitzung des Vollzugsausſchuſſes nach der Beiſetzung
Bratia=
nus gewählt werden.
Vintila Bratianu,
der bisherige Finanzminiſter, iſt vom rumäniſchen
Regentſchafts=
rat mit der Nachfolge ſeines Bruders, des unerwartet
verſtorbe=
nen Miniſterpräſidenten Jonel Bratianu, betraut worden. Er
iſt der vierte Miniſterpräſident Rumäniens aus der Familie
Bratianu. Sein Vater Joan war 1867—68, 1876—80 und
1881—88, ſein Onkel Demeter 1880—81, ſein Bruder Jonel
1910—11, 1914—18 und 1922—27 Miniſterpräſident.
Ratifizierung
des franzöſiſch=ſerbiſchen Vertrages.
EP. Belgrad, 26. November.
Wie die „Prawda” meldet, hat heute der König den
Freundſchaftsvertrag mit Frankreich unterzeichnet und damit die
Ratifikation vollzogen. Das unterzeichnete Exemplar des
Ver=
trags wird durch einen Sonderkurier nach Paris geſandt, wo es
noch von dem Präſidenten Doumergue unterzeichnet wird. Aus
Anlaß der Unterzeichnung hat der König dem Generalſekretär
im Auswärtigen Amt in Paris, Berthelot, den Orden des
Wei=
ßen Adlers 1. Klaſſe verliehen.
EP. Genf, 26. November.
Die ruſſiſche Delegation zu der vorbereitenden
Abrüſtungs=
kommiſſion iſt heute nachmittag mit dem fahrplanmäßigen
hat die Reiſe von Baſel in einem gemieteten Salonwagen der
Schweizeriſchen Bundesbahnen gemacht, der dieſes Mal an den
Schluß des Zuges angekoppelt worden war, weil dadurch den
Polizeibehörden die Aufgabe der diskreten Ueberwachung ſehr
Neugierige verſammelt, weil man von der Durchreiſe keine
Kennt=
nis hatte. Nur in Genf hatte ſich die Nachricht von der Ankunft
der Moskauer Gäſte natürlich raſch verbreitet, und die Polizei
hatte deshalb in weiſer Vorausſicht die Ankunftshalle des
Bahn=
hofes abgeſperrt, ſo daß vor der Ausfahrt aus der Halle ein recht
zahlreiches Publikum wartete. Die 16 Mitglieder der Delegation
beſtiegen in der Halle ſelbſt ihre Automobile und fuhren ohne
irgendwelche Zwiſchenfälle oder Demonſtrationen zum Hotel de la
Paix, wo für die ruſſiſche Delegation zwei Stockwerke reſerviert
ſind. Das geſamte Perſonal iſt von der Polizei einer
eingehen=
den Prüfung unterzogen worden. Im übrigen vollzieht ſich die
Bewachung diesmal tatſächlich mit bewundernswerter Diskretion
und die Mitglieder der ruſſiſchen Delegation erklärten ihrem
Ver=
treter, daß ſie bisher über nichts zu klagen hätten und daß die
Bewachuung während der Reiſe für ſie gänzlich unfühlbar
ge=
weſen ſei.
Ueber ihre Haltung an den bevorſtehenden Verhandlungen der
Abrüſtungskommiſſion lehnten die Mitglieder der Delegation jede
Auskunft ab. Sie könnten einſtweilen nicht mehr ſagen, als
Litwinow in ſeiner Moskauer Erklärung bereits mitgeteilt habe.
Rußland ſei zu jeder Abrüſtung, zur vollſtändigen wie zur
teil=
weiſen Abrüſtung, wenn ſie nur dieſen Namen verdiene, bereit
und es ſei auch bereit, mit allen Staaten gegenſeitige Verträge
zur Ausſchaltung des Krieges abzuſchließen. Das müſſe die
Oeffentlichkeit gegenüber allen Verdrehungen von intereſſierter
Seite feſthalten. Weitere Erklärungen werden von der
Delega=
tion vor dem Beginn der Kommiſſionstagung kaum gemacht
werden.
Die Delegation iſt deshalb ſo früh nach Genf gekommen,
weil ſie hier noch die Dolumente über die bisherigen
Verhand=
lungen ſtudieren muß, und ſie kann alſo auch keineswegs
Mit=
teilungen darüber machen, ob Rußland der Einladung folgen
wird, an dem Sicherheitskomitee teilzunehmen.
Die Delegation zählt insgeſamt 16 Mitglieder, darunter
Frau Litwinow, die als Dolmetſcherin die Delegation begleitet,
da ſie als geborene Engländerin nicht nur eine graziöſe
Erſchei=
nung, ſondern auch ſehr ſprachenkundig iſt, und Frau
Luna=
tſcharſki, eine frühere Schauſpielerin von bemerkenswerter
Schönheit, ſowie zwei Sekretärinnen. Von den 12 Herren ſind
als Delegierte zu betrachten die beiden Volkskommiſſare
Lit=
winow und Lunatſcharſki ſowie das Mitglied des
Exekutiv=
komitees und Präſident der Gewerkſchaften von Leningrad,
Uga=
row, und der Chef des Generalſtabes der Roten Armee,
Puga=
tſchew. Als Sachverſtändige begleiten die Delegation Admiral
Behrens, der bereits an der Lauſanner Orientkonferenz für die
Meerengenfragen teilgenommen hat, und Generalſekretär Stein,
der dieſe Funktion bei der Sowjetdelegation für die
Weltwirt=
ſchaftskonferenz inne hatte.
Vereiteltes Attentat
auf den Wiener Bürgermeiſter.
EP. Wien, 26. November.
Heute nachmittag gegen 18 Uhr iſt der Bürgermeiſter von
Wien, Dr. Seitz, mit knapper Not einem Revolverattentat
ent=
gangen. Bisher wurden folgende Einzelheiten bekannt:
Bürger=
meiſter Seitz wohnte heute nachmittag der Eröffnung des
ſoge=
nannten Schneepalaſtes, einer künſtlichen Winterſporthalle, bei,
die der norwegiſche Sportsmann und Skimeiſter Dagfinn Carlſen
in der Halle des ſeit einem Jahre aufgelaſſenen
Nordweſtbahn=
hofs eingerichtet hat. Der Bürgermeiſter beſichtigte die mit
künſt=
lichem Schnee bedeckte Skibahn und Sprungſchanze, beantwortete
eine Begrüßungsanſprache Carlſens und trat gegen 17,30 Uhr
die Rückfahrt an. Kurz nachdem ſich das Automobil des
Bürger=
meiſters in Bewegung geſetzt hatte, lief ein junger Mann, der
eine Windjacke trug, dem Wagen nach und gab aus einem
Trom=
melrevolver drei Schüſſe ab. Der Bürgermeiſter blieb unverletzt.
Der Täter lief davon und ſprang ſchließlich auf einen fahrenden
Straßenbahnwagen, von Wachleuten verfolgt. Auch das
Publi=
kum wurde von der verfolgenden Polizei durch Revolverſchüſſe
aufmerkſam gemacht. Schließlich gelang es einem Wachmann,
auf den Straßenbahnwagen zu ſpringen und den Täter, nachdem
er ihn mit dem Revolver bedroht hatte, widerſtandslos
feſtzu=
nehmen.
Advent bedeutet Ankunft und iſt die Vorbereitungszeit auf
das Weihnachtsfeſt. Die alte Kirche ſah in der Adventszeit
vor=
nehmlich eine Bußzeit, in der gleich der Faſtenzeit alle
Vergnü=
gungen, Tanz und lautes Lärmen ſchwiegen. „Tut Buße, denn
das Himmelreich iſt nahe herbeigekommen”, ſo verkündete einſt
des Herrn Vorläufer Johannes der Täufer.
Aber will denn der moderne Menſch überhaupt Buße tun?
Ihm iſt nichts ſo verhaßt wie die Worte „Sünde, Gnade, Buße.”
Was heißt Buße tun? Es bedeutet nicht ein Abbüßen im Sinne
des „Wiedergutmachens”, ſondern vielmehr das Einſchlagen eines
neuen Weges; aber gerade hiergegen bäumt ſich der Stolz ſo
vieler Menſchen.
Wie viele glauben überhaupt noch an Gott? Iſt unſer Volk
nicht ein Volk ohne Gott? Man hört oft die Behauptung, daß
das religiöſe Intereſſe im Wachſen ſei. Iſt dem auch wirklich
ſo? Ja, religiöſe Bücher werden geſchrieben, religiöſe Vorträge
werden gehalten, religiöſe Sekten werden gegründet bzw. weiter
ausgebaut. Aber Gottes Majeſtät will kein religiöſes Intereſſe,
Gott will unſere rückhaltloſe Hingabe an ihn haben.
In der Einleitung ſeiner römiſchen Geſchichte ſchreibt der
Hiſtoriker Niebuhr den Satz: „Humanität ohne Divinität wird
zur Beſtialität; der Menſch ohne Gott wird zum Tier.”
Dieſelben Glocken, die mit ihrem Ernſt am Totenfeſt geläutet
haben, wandeln ſich in frohe Adventsglocken! Die Adventszeit iſt
nicht nur eine Zeit der Buße, ſondern auch eine Zeit des Troſtes.
Des Menſchen Leben dreht ſich um Sterben und Leben. Die Geburt
Jeſu verwandelt Tod in Leben; die Adventszeit leuchtet gleich
einem Scheinwerfer göttlicher Liebe in die troſtloſe Nacht der
Jetztzeit. Die Adventszeit ſagt uns, daß Niemand mehr wehrlos
der Macht der Sünde ausgeliefert iſt, denn die Gegenmacht des
Gottes=Sohnes ſteht ihm zur Verfügung. Es iſt Gottes F eude,
wenn ihn die Menſchen brauchen und aufſuchen, dann ſchickt ihnen
Gott den Heiland als Scelenarzt, der die Gewiſſen heilen kann.
Dieſer Seelenarzt hat auch eine Nachtglocke, und gerade dieſe wird
häufig benutzt, wenn verzagte Herzen in ſtiller Stunde des
ein=
zigen Arztes bedürfen, der ihnen wahren Troſt ſpenden, ſie für
die Ewigkeit gef—nd machen und ſie vom Tode heilen kann.
Der erſte der vier Adventsſonntage iſt der Anfang des
Kir=
chenjahres. In der Adventszeit feiert die ſelige Spannung
unſerer Kindertage Erinnerung, jener glücklichen Kindertage, die
voller Erwartung der Wunderzeit des Weihnachtsfeſtes
voraus=
geht. In vielen Häuſern herrſcht noch die ſchöne Sitte des
Adventsbäumchens, an dem abends beim Schein der brennenden
kleinen Lichter, Advents= und Weihnachtslieder von hellen
Kin=
derſtimmen geſungen werden. Dieſe ernſten und doch frohen
Lieder überſtimmen die Jazz= und Schlagermuſik und führen
wieder zum Verſtändnis für religiöſes Leben.
Die Adventszeit ruft uns zu, daß Gott nahe iſt, daß der
Himmel ſich öffnet, und der Stern von Bethlehem aufleuchtet
und der Engelſang ertönt „Ehre ſei Gott in der Höhe und
Frie=
den auf Erden und den Menſchen ein Wohlgefallen!”
Die Adventsglocken läuten. Mögen wir ſie nicht nur hören,
ſondern auch verſtehen wollen und verſtehen! Dann werden wir
deſſen gewahr werden:
„Gott gibt ſich ohne Maß, je mehr man ihn begehrt,
Je mehr er ſich erbietet und gewährt.”
Bi.
Ap. Franziska Lennig, Inſtituts=Vorſtcherin und Verfaſſerin der
„Neuen Levana”, ein Beitrag zur Geſchichte des weiblichen
Er=
ziehungs= und Unterrichtswveſens im Volksſtaat Heſſen. Von Geh.
Schulrat Dr. Friedrich Roemheld. Direktor der Mainzer Höheren
Mädchenſchulen i. R. (Verlag Moritz Dieſterweg, Frankfurt a. M. Geb.
4.50 Mk.) Franziska Lennig war geboren am 25. November 1790 zu
Mainz, beſuchte, ſoweit feſtzuſtellen iſt, in den Jahren 1803—08 das
Joſefinenſtift zu Mainz, bildete ſich dann im Franzöſiſchen, Italicniſchen
und der Muſik weiter, ging 1808 nach Frankreich, um ſich im
Franzöſi=
ſchen zu vervollkommnen. Nach längerer Tütigkeit im elterlichen Hauſe
ſiedelte ſie mit ihren Eltern nach Darmſtadt über, wo ſie 1823 im
der Mainſtraße (Lit. F. N. 39) ein Dameninſtitut errichtete. Das
Mini=
ſterium erteilte ihr auf ein Gutachten des Großh. Kirchen= und
Schul=
rats die Genehmigung, in der es den Vorſchlag des Stadtſchulinſpektors
Reuling, die Anſtalt der katholiſchen Vorſteherin unter proteſtantiſche
Mitaufſicht zu ſtellen, ablehnte. Der Stadtſchulinſpcktor ſolle ſich nur
von Zeit zu Zeit von dem Fortgang des Inſtituts überzeugen. An der
Anſtalt wirkten neue Lehrkräfte mit, unter denen ſich Namen
befin=
den, die noch heute in Darmſtadt in hoßem Anſehen ſtehen, wie Baur,
Schneeberger, Rink, Buchhold. Die Anſtalt blühte raſch empor. Nach
dem Tode ihres Vaters im April 1828 beabſichtigte ſie, ihr Inſtitut nach
Mainz zu verlegen, es kam aber nicht dazu, da ſie ſich bald darauf mit
dem franzöſiſchen Gutsbeſitzer Grafen de la Rochette de Rochegonde, den
ſie in Paris kennen gelernt hatte, vermählte. Mit ihrer Verheiratung
und Ueberſiedelung nach Frankreich bricht ihre Lebeusgeſchichte ab. Dio
„Neue Levana”, Erziehlehre, erſchien 1828 m 2 Bänden. Mit dem
Titel deutete die Verfaſſerin ihre Anlehnung an Jean Pauls „Levang
eder Erziehlere” an, in der ſie ihr Vorbild erblickte. Das Buch iſt
nach=
weisbar jetzt nur noch in 2 Exemplaren vorhanden, von denen das eine
im Beſitze der Landesbibliothek, das andere in Privatbeſitz ſich befindet.
Franziska Lennig, hervorragende pädagogiſche Schriftſtellerin, war eine
der früheſten und edelſten Vorkämpferinnen für Frauenrecht und
Frauenberuf; ihr Buch gibt über den Stand des höheren weiblichen
Bil=
dungsweſens ihrer Zeit beachtenswerte Aufſchlüſſe und bildet einen
wertvollen Beitrag zur Geſchichte des deutſchen Mädchenſchulweſens und
zugleich einen Markſtein in der Geſchichte der heiſiſchen und deutſchen
Privatmädhenſchulen, oder kurz geſagt, in der Geſchichte der
Inſtituts=
forſchung, die aus der Bekanntſchaft mit Franziska Lennigs Schrift neue
Anr=gung gewinnen könnte. Das Buch Roemhelds, das auf gründlichem
Quellenſtudium beruht, kann deshalb Pädagogen zur Lektüre und zum
Studjum warm empfohlen werden.
Seite 4
Sonntag, den 27. November 1927
Nummet
V. Geſtern vormittag um 10 Uhr tagte im Sitzungsſaale der
Zentral=
ſtelle für die Landesſtatiſtik der Landeswahlausſchuß zur Ermittelung
des Wahlergebniſſes der Landtagswahl vom 13. November. Der
Vor=
ſitzende, Miniſterialrat Bornemann, ſtellte feſt, daß die Einberufung des
Ausſchuſſes ordnungsmäßig erfolgt war. Zunächſt wurden die Berichte
der Kxeiswahlausſchüſſe zur Prüfung vorgelegt. Direktor Meller, der
Leiter der Bentralſftelle für die Landesſtatiſtik, teilte hierzu mit:
Die Wahlbeteikigung betrug diesmal 54,5 Prozent gegen 75,3
Pro=
zent bei der Wahl des Jahres 1994. 12 Prozent der abgegebenen
Stim=
men waven ungültig, gegen 1.9 Prozent bei der Wahl im Jahre 1924.
Im Einzelnen haben ſich dieſelben Anſtände ergeben, wie bei früheren
Wahlen; wieder waren Niederſchriften der Wahlbüros nicht vollſtändig.
Trotz kreisamtlicher Bekanntmachung der Wahlzeit ſind Wahllokale
früher geöffnet und ſpäter geſchloſſen worden. Die Zahl der Umſchläge
ſtimmte manchmal nicht mit der Zahl der Zettel überein, die Gegenliſten
ſind nicht ordnungsmäßig geführt worden uſw. Zuſammenfaſſend ſei
mitgeteilt, daß über die Feſtſtellungen der Wahlausſchüſſe hinaus noch
Stimmen für gültig erklärt wurden. Zu dem bisherigen Ergebnis
er=
halten die Sozialdemokraten noch 48 Stimmen, das Bentrum 36, die
Demokraten 17, der Landbund 11. die Deutſchnationalen 13 (14 gültige
und 1 ungültige), die Kommumiſten 2. die Deutſche Volkspartei B (24
gültige und 1 ungültige) und die Volksrechtspartei 6 (7 gültige und 1
ungültige). Dieſe Zahlen ändern un dem bekannten Schlußergebnis der
Wahl nur wenig.
Im Verlauf der Verhandlungen wurden noch weitere
Beanſtandun=
gen zur Sprache gebracht; ſo bemängelte es der Kreiswahlausſchuß
Worms, daß in einzelnen Wahlbüros nicht die geſetzlich vorgeſchriebene
Zahl von Beiſitzern vorhanden war. Direktor Meller machte darauf
auf=
merkſam, daß vielfach auf den Wahlzetteln nicht richtig angekreuzt
wurde, z. B. der Name ſtatt des Kreiſes mit dem Kreuz verſehen worden
iſtz, das erſchweve ungemein die Zählarbeit. Am beſten wäre es um
das Publikum zu erziehen, wenn die nicht richtig angekreuzten Zettel für
ungültig erklärt würden. In vier Fällen wurden Stimmzettel in
Darm=
ſtadt für ungültig erklärt, weil im Wahlumſchlag Werbezettel einer
Par=
tei lagen, die den amtlichen Wahlzetteln ähnlich waren, dagegen wurde
ein Zettel für gültig erklärt, der ſich in einem Briefumſchlag befand, der
noch einen Stimmzettel vom Volksentſcheid enthielt. Es iſt dies der
ein=
zige Fall, daß trotz der Kontrolle noch ein alter Stimmzettel im
Wahl=
umſchlag ſtechen geblieben und überſehen worden iſt.
Nunmehr wurde die Feſtſtellung des Wahlergebniſſes vorgenommen.
Nach der amtlichen Bekanntmachung hat der
Landeswahlaus=
ſchuß in ſeiner Sitzung folgendes Ergebnis der am 13.
No=
vember 1927 ſtattgehabten Landtagswahl ermittelt: Es wurden
abge=
geben: gültige Stimmen überhaupt 482 696; ungültige Stimmen
über=
haupt 5 908. Von den gültigen Stimmen entfallen auf den
Wahlvor=
ſchlan:
Nr. 1 Sozialdemokmatiſche Partei
157 293
Nr. 2 Zentrum . .
85 450
Nr. 3 Deutſche Demokratiſche Partei
37 789
Nr. 4 Heſſiſcher Landbund und Rheinheſſiſche Landliſtie
61 109
Nr. 5 Deutſchnationale Volkspartei
23 998
Nr. 6 Kommuniſtiſche Partei
41280
Nr. 7 Deutſche Volkspartei
51 654
Nr. 8 Volksrechtpartei (Neichspartei für Volfsrecht und
Aufwertung).
... 24 123
....
Es entfielen auf die einzelnen Provinzen
Starkenburg Oberheſſen Rheinheſſen
bei dem Wahlvorſchlag Nr. 3, 15 380
7330
15079
bei dem Wahlvorſchlag Nr. 4 21 438
33 777
5 894
bei dem Wahlvorſchlag Nr. 6 1062
6890
7026
gültige Stimmen.
Gewählt ſind demnach vom Wahlvorſchlag
Nr. 1. Sozialdemokratiſche Partei:
1. Ulrich, Karl, Staatspräſident, Darmſtadt.
2. Adelung, Bernhard, Bürgermeiſter, Mainz.
3. Lux, Anton, Gaſtwixt, Nieder=Florſtadt.
4. Naab, Johann Gcorg, Miniſter für Arbeit u. Wirtſchaft, Pfugſtadt.
5. Kaul, Gcorg, Redakteur, Offenbach am Main,
6. Zinnkann, Heinrich, Arbeiterſekretär. Worms am Rheim.
7. Mann, Albin, Gewerkſchaftsangeſtellter Gießen.
8. Noll, Chriſtine, Hausfrau, Gießen.
9. Leuſchner Wilhelm, Bezirksſekretär, Darmſtadt.
10. Harth. Jean, Parteiſekretär, Rüſſelsheim a. M.
11. Steffan, Jakob. Prokuriſt, Oppenheim a. Nh.
12. Schaub, Heinrich Wilhelm, Schreinermeiſter, Büdesheim, Kreis
Friedberg in Heſſen.
13. Widmann, Ernſt Wilhelm, Landesſekretär der Sozialdemokratiſchen
Partei, Offenbach am Main
14. Anthes IV., Wilhelm, Schloſſermeiſter, Sprendlingen, Kreis
Offen=
bach am Main.
15. Roß IV. Franz Joſef, Geſchäftsführer des Kreisarbeitsamtes,
Bensheim.
16. Reuter, Ferdinand Jakob, Spengler, Mainz.
17. Maurer, Jakob Karl, Studienrat, Lauterbach i. H.
18. Ritzel. Heinrich. Bürgermeiſter. Michelſtadt i. Odw.
19. Weber, Wilhelm, Gewerkſchaftsſekretär, Offenbach a. M.
20. Sturmfels Otto, Rechtsanwalt und Notar, Darmſtadt.
21. Lückel. Ludwig, Kaufmann, Alzeh.
22. Rechthien, Bernhard, Bürgermeiſter, Vilbel.
23. Storck, Karl. Rektor, Darmſtadt.
24. Delp, Heinrich, Bürgermeiſter, Darmſtadt.
Nr. 2. Zentrum.
25. Nuß. Auguſt, Rechtsanwalt, Worms a. Rh.
26. Schüil, Joſeph Maria, Amts richtsrat, Offenbach am Main.
R. Blank, Sebaſtian Pankraz. Landwirt, Gaulsheim.
28. Wefv, Johann, Gewerkſchaftsſekretär, Darmſtadt.
29. Hoffmann. Hans, Oberſchulrat, Darmſtadt.
30. Hattemer, Elſe Hausfrau, Darmſtadt.
31. Weckler III., Heinrich, Landwirt und Untererheber, Rockenberg.
32. Ille, Heinrich, Pfarrer, Mainz.
33. Heinſtadt. Anton, Studienrat, Bensheim.
34. Späth. Alois, Gewerkſchaftsſekretär, Mainz.
35. Lautenbacher, Hans. Schreinermeiſter, Dieburg.
36. Winter, Kaſpar, Nektor Mainz.
37. Lang, Peter, Bankdirektor, Offenbach am Main.
Nr. 3. Deutſche Demokratiſche Partei.
Provinz Rheinheſſen.
38. Korell, Adolf, Pfarrer, M. d. R., Nieder Jwgelheim.
39. Eberle, Johann, Bürgermeiſter und Landwirt, Wolfsheim.
Provinz Starkenburg.
40. Reiber, Julius, Rektor, Darmſtadt
41. Balſer, Karolme, Hausfrau, Stadtverordnete, Darmſtadt.
Provinz Oberheſſen.
42. Schreiber, Johannes, Oberamtsrichder, Vilbel.
Nr 4. Heſſiſcher Landbund und Rheinheſſiſche Landliſte.
Provinz Oberheſſen.
43. von Helmolt, Dr. Georg, Rechtsanwalt, Nieder=Wöllſtadt.
44. Fenchel, Wilhelm, Landwirt. Ober=Hörgern.
45. Leuchtgens, Dr., Heinrich, Beigeordneter, Friedberg i. H.
46. Joſt, Friedrich, Altbürgermeiſter und Landwirt, Bermutsham.
47. Wolf, Richard, Lendwirt, Effolderbach.
Provinz Starkenburg.
48. Glaſer, Konrad Karl, Landwirt, Nordheim.
49. Müller, Georg, Dr. phil., Direktor, Darmſtadt.
50. Gußmann II., Johannes, Landwirt, Eberſtadt.
Provinz Rheinheſſen.
51. Moebus, Dr., Otto, Landwirt, Siefersheim.
Nr. 5. Deutſchnationale Vollspartel.
Provinz Starkenburg.
52. Kindt, Rudolf, Schriftſteller, Darmſtadt.
Provinz Oberheſſen.
53. Werner, Profeſſor Dr., Ferdinand, Studienrat, Butzboo
Provinz Rheinheſſen.
54. Böhm, Auguſt, Amtsgerichtsrat, Mainz.
6. Kommuniſtiſche Partei.
55. Galm, Heinrich. Gewerkſchaftsangeſtellter, Offenbach am
56. Angermeier V., Heinrich, Landwirt, Groß Zimmern.
57. Schäfer, Jakob, Schneider, Bad=Nauheim.
58, von der Schmitt, Konrad, Studienrat, Alsfeld.
59. Sumpf, Hermann. Polſtever, Bretzenheim.
60, Hamann, Wilhelm, Lehrer, Wixhauſen.
Nr. 7. Deutſche Volkspartef.
61. Dingeldey, Eduard, Rechtsanwalt. Darmſtadt.
62. Schott, Friedrich Jakob, Bürgermeiſter und Landwi=t
63. Birnbaum, Maria, Lehrerin i. R. Gießen.
64. Scholz, Chriſtian, Fabrikant. Präſident der Handelskamp
65. Haury, Konrad, Zimmermeiſter und Stadtverordneter,
66. Niepoth. Dr. Friedrich, Bfirgermeiſter, Schlitz.
67. Keller, Dr., Otto, Oberſtudiendirektor, Büdingen.
Nr. 8. Volksrechtpartei (Reichspartei für Volksrecht und
68. B ſt, Dr., Gg., Oberlandesgerichtspräſident i. R., M. d. M.
69. Axt, Profeſſor, Friedrich, Studienrat. Darmſtadt.
70. Wolf, Dr., Hugo, Gerichtsaſſeſſor, Mainz.
Zum Schluß teilte der Vorſitzende noch mit, daß die soch
tion, die die Volksrechtpartei ſtellen mußte, zurückgezahlt mml
* Die Umbildung des Reichswiriſchaf
Von unſerer Berliner Redaktirn
Der Reichstag hat den Entwurf über den endgültt;
wirtſchaftsrat einem Ausſchuß überwieſen zur wil
ratung. Damit iſt aber noch nicht geſagt, daß
wir=
einem Umbau des vorläufigen in den endgültigen
ſchaftsrat kommen. Vielmehr ſchweben zurzeit ſech,
Erwägungen, ob es nicht möglich ift, im Zuſammenkh.
großen Sparaktion den Wirtſchaftsrat überngſ
zubauen. Dafür wird geltend gemacht, daß der-i
wirtſchaftsrat aufgezogene Apparat im Vergleich zu ſarn
viel zu koſtſpielig iſt und daß das gleiche Eralk
ſachverſtändig=wirtſchaftlichen Einwirkens auf die 70
auch in an derer Form mit ſehr viel geringeren!!
reicht werden könnte. Dagegen wird von der andemſ
klärt, daß es unbedingt notwendig iſt, das Paralell/
Kräfte aus wirtſchaftlichen und politiſchen Erwägumeſ
halten und daß dafür der gutachtliche Einfluß des i
ſchaftsrates der beſte Weg ſei. Verſchwinde der Reichs!
rat, dann würden die Einzelämter ſich wieder ihr;
Wirtſchaftsbeiräte anlegen müſſen, ſo daß: c
durch erſt wieder eine große Zerſplitterung herbeige !
Die Führer der Regierungsparteien haben ſich bishe
bindlich zu der Frage geäußert und auch das KabinrMAuſſ
keinen Beſchluß gefaßt. Wir glauben aber annehme- WM mu rein
daß die Entſcheidung ſchließlich zugunſten der Beib
des Reichswirtſchaftsrates in der von der Regiermc
ſchlagenen Form ausfällt.
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hier aufhalten,
zus der Landeshauptſtadt.
Darmſiadt, 27. November.
Darmſtadt und Frankfurt!
iserpflicht und eigenſtes Intereſſe.
uben Gebieten erleben wir Darmſtädter die ſtarke
ßmaft der großen Schweſterſtadt Frankfurt. Es gibt
gt. auf dem Frankfurt nicht Darmſtadt den Vorrang
urachen verſucht, leider meiſt mit beſtem Erfolg. Erſt
a Vorſtandsſitzung des Verkehrsvereins konnte von
ſar Art berichtet werden, über die zu gegebener Zeit
ſiehen ſein wird.
dieſe Dinge intereſſierten Stellen, denen das Ver=
e eichen Stellen Frankfurts bekannt iſt, ſind ſeit
Jah=
dem entgegenzuarbeiten im Intereſſe unſerer
Vater=
ſieſe Arbeiten, die gewiß ſtets undankbar ſind, wer=
und ausſchließlich in Wahrung der Intereſſen der
nheit, d. h. der Darmſtädter Bürgerſchaft,
ge=
aber dankt oder unterſtützt wirkſam
ſd 1s Bevölkerung dieſes Beſtreben,
deſ=
zfiel ausſchließlich im Intereſſe jedes
er Darmſtädter Einwohners liegt?
„üechſchlecht! Ganz abgeſehen von einem ſehr ſtar=
Pum Intereſſeloſigkeit, die vielleicht noch
entſchul=
u Eönnte mit Mangel an Zeit oder mit
Gedankenloſig=
n alles tiefere Nachdenken tötenden Haſten des Werk=
Autt Darmſtadts Bevölkerung — ſicher nicht alle, aber
oßer Kreis — dieſen Beſtrebungen zur Abwehr der
hehet f— Gewiß ſoll zugeſtanden werden, daß die Auswahl
amen großen Geſchäftshäuſern Frankfurts größer iſt,
Ba) ganz wenige Ausnahmen. Gewiß ſoll auch
zuge=
rten, daß die Bedienung in manchen Darmſtädter
ſthucht ſo zuvorkommend iſt wie in Frankfurt. Aber
½n Ausnahmefälle, und dieſe Ausnahmefälle finden
ctdie Zuſtimmung der Geſchäftsinhaber. Eine kurze
ehſan der richtigen Stelle, von der man niemals
ſiollte, wird auch dieſe Ausnahmefälle ſehr bald
ARTaſſen.
ſeht es mit den billigeren Preiſen? Es
chuweiſen, daß die in Frankfurt kaufenden Darm=
Ficher einer großen Selbſttäuſchung hingeben.
n viele Geſchäftsfirmen der Großſtadt die Möglich=
Streben, durch ſcheinbar billigere
Preisauszeich=
ntrahlende Auslagen Käufer anzulocken. Man
be=
uemmal rein zahleumäßig, mit welchen Mieten und
iſten die großen Frankfurter Geſchäfte in den
erheb=
gehe: Geſchäftsſtraßen zu rechnen haben, im Verhältnis
hmſtädtern. Größere Unkoſten aber erfordern un=
Aneben Verdienſt. Weun wirklich der eine oder andere
Lur Frankfurt billiger zu haben ſein ſollte, was be=
10, ſo wird dieſes „billiger” beſtimmt ausgeglichen
hulrfwand an Fahrkoſten, Zeit und den
unvermeid=
nagsgaben, zu denen ein Beſuch der Großſtadt ſtets
Aas Qualität und Güte, was weiter anbelangt „das
ſe ſein” der Geſchäfte, ſo können die Darmſtädter
ſänfer auf allen Gebieten ſehr wohl die Konkurrenz
ſüusfurtern beſtehen, beſonders aber auf allen denen
W die Geſchäfte nur Verkaufsvermittlungen ſind, d. h.
Aichy um fabrikmäßig hergeſtellte Waren handelt, die,
e igen Fällen abgeſehen, auch Fabrikpreiſen
Man mache doch einmal einen Gang durch die
WGeſchäftsſrraßen. Ueberall regſtes Leben, überall
ſchſeng der Geſchäftslokalitäten, zum großen Teil unter
chFfern. Ueberall das Beſtreben, dem Käufer das
zucmtteln und ihm die Ware ſo darzubieten, daß ihre
igtchuhne weiteres ins Auge ſpringen. Das können
aus=
e ſhiffte auf keinen Fall überbieten.
Nung ur Ddas Wichtigſte: Hier allerdings ſetzt die Notwen=
Mit eſſſicht gedankenlos Preis und Preis zu vergleichen,
Ein 142 ingen durch tieferes Nachdenken auf den Grund
Rhenl ete Stadt, nicht Darmſtadt allein, hat im Iutereſſe
Migtauvohles, alſo im Iutereſſe ihrer Einwohner, er=
B ſche Ormufwendungen zu beſtreiten. Dieſe
Geldaufwen=
en aus ſteuerlichen Mitteln genommen werden. Je
Gu de Steuern ſind, je mehr Aufwendungen können
ſeun der Allgemeinheit von einer Stadtverwaltung
ge=
weu3. Alle dieſe Aufwendungen aber dienen direkt oder
”ni Einzelnen. Die ſtärkſten Träger der
Steuer=
ſee unſtreitig Handel und Gewerbe. Wer alſo
ſtädter Geſchäftswelt in ihrer
Steuer=
entlaſtet ſteuerlich ſich ſelbſt! Jede
Au y Frankfurt oder ſonſt in eine andere Stadt getra=
Wiche rick die Steuerkraft eben dieſer anderen Stadt und
ag eider Vaterſtadt. Das aber bedeutet eine eigene
bAif ung.
Bru bedenken fällt dem Maun, der für des Lebens
worgen hat, uicht ſchwer. Schwer allerdings fällt
, bie Gattin oder Tochter, die das ſauer erworbene
len bemüht iſt, von dem Geſagten zu überzeugen
üleſchem Nachdenken zu veranlaſſen. Das zu
unter=
weeck dieſer Zeilen ſein. Wir haben eine viel zu
a von der Vernunft und Ueberlegungsfähigkeit
intnen, um nicht der Ueberzeugung zu ſein, daß ſie
ich der Mühe des Nachdenkens über dieſe Dinge
Nu. dem gleichen Reſultat kommen werden, und auf
Reſultates dann darauf verzichten, in
T
zu kaufen.
*Der Neubau Gebrüder Neu
Budwigsplatz 9
iſt fertiggeſtellt. Die neueingerichteten Lokalitäten wurden geſtern
nachmittag eröffnet. Wer die Vakaufsräume dieſes altrenommierten
Hauſes vor dem Umbau gekannt hat, iſt geradezu erſtaunt über die hier
geleiſtete Arbeit. Die Herren Architekten Söder und Jakoby unter
tätiger Mitarbeit des Bauſüihrers Müller haben es verſtanden, bei
rationellſter Ausnutzung des immerhin beſchränkten Platzes ein Damen=
Konfektionshaus ganz großen Stils zu errichten, das ſich, dank ſeiner
Inneneinrichtung, ganz abeeſehen von der Reichhaltigkeit des
Waren=
lagers, den größten Branchegeſchäften der benachbarten Großſtädte
wür=
dig an die Seite ſtellen kann. Die Arbeit wurde den ausführenden
Architekten erleichtert durch des verſtändnisvolle Entgegenkommen der
Bauherren Gebrüder Neu. Das Darmſtädter Handwerk und die
beteiligten Firmen dürfen für ſich den Ruhm in Anſpruch nehmen, durch
ihre bekannt vorzügliche Qualitäts und Präziſionsarbeit das Gelingen
des Werkes in erſter Liie geſichert zu haben. — Schon rein äußerlich
iſt die „Ausſtellungspitrine” neu und auffallend für Darmſtadt und
unter=
ſtreicht durch geſchicktes Arrangcment die Ausſtellung der beiden großen
Schaufenſter. Die Innenverkaufsräume ſind luftig, hell und überaus
geräumig; in dem unteren Stockwerk befinden ſich die Stoff= und die
Seidenlager, während in den oberen Räumen, die durch eine breite
Treppe, deren Wände mit Kirſchbaum getäfelt, zu erreichen ſind, die
Kon=
fektionsabteilung untergebracht iſt. In ſämtlichen Räumen iſt durch ſinmn
voll angebrachte Tageslich körper den Damen ein Ausſuchen der
Gar=
derobe auch in den Abendſtunden ermöglicht. Zwei Umkleideräume, große
Spiegel und bequeme Stühle vervollſtändigen die vornehme
Innenein=
richtung. — Beſonders anzuerkennen iſt, daß während der
verhältnis=
mäßig kurzen Umbauzeit der Verkauf nicht unterbrochen wurde, trotzdem
durch die Entfernung der Stützen zur Vergrößerung der
Verkaufslokali=
täten und durch das Einbauen neuer Eiſenkonſtruktionen ſich der
Um=
bau beſonders ſchwierig geſtaltete. Das Geſchäftshaus, das bereits 1200
eimen Um= und Erweiterungsbau miterlebte, entſpricht in ſeiner heutigen
Form allen Anſprüchen unſerer Zeit.
— Ernannt wurden: am 18 November: 1. Ludwig Lohnſtein in
„ Frankfurts bewußt und wirkſam entgegen. Man Worms, 2. Direktor Heinrich Auguſt Becker in Worms, 3. Ludwig
ſtul herum oder, was noch ſicherer zur Ueberzeugung Guggenheim in Worms, 4. Mas Guthmann in Worms,
5. Direktor Heiurich Zaiß in Worms, 6. Johann Georg Siegel in
wfrhre einmal an gewiſſen Tagen nach Frankfurt und Worms, 7. Dircktor Albert Samſon in Worms, 8. Fritz Rücker
Noortigen Geſchäfte. Unter zehn Frankfurter Käufern in Worms zu Handelsrichtern; 1. Jakob Gebhard in Wolms,
Mens ein Darmſtädter, ſehr oft aber dürfte dieſes Ver= 2. Daniel Gallinger in Worms, 3. Heinrich Döß jr. in Worms,
4. Direktor Dr. Jakob Herbert i Worms, 5. Direktor Wilhelm
Ayſſchlimmer ſein.
Röpke in Horchheim, 6. Dircktor Guſtav Schüßler m Worms zu
ſes Verhalten der Darmſtädter kaufkräftigen Bürger= Ergänzungsrichtern, bei der Kammer für Handelsſachen mit dem Sitz
Ewie zu rechtfertigen?
in Worms für die Zeit vom 1. Januar 1928 bis zum 31. Dezember 1930;
ſtes werden allerlei Gründe dafür angeführt: Größere am 21. November: der Gerich.svollzieher bei dem Amtsgericht Gerns=
En=gegenkommendere Bedienung, billigere Preiſe und beim Martin Litters zum Gerichtsvollzieher ben dem Amtsgericht
tumchr. Alle dieſe Gründe aber ſino, das muß doch Darmſtadt II mit Witkung vom 1. Dezember d. Js. ab und der Gerichts
vollzieher bei dem Amtsgericht Herbſtein Alexander Stang zum Ge=
Aᛋ minterſtrichen werden, in keiner Beziehung
richtsvollzieher bei dem Amtsgericht Gernsheim mit Wirkung vom
Dienſt=
antritt ſeines Dienſtnachfolgers ab.
— In den Ruheſtand tritt am 1. Dezember der Oberforſtmeiſter
Lud=
wig Augſt zu Fricdberg auf Grund des 8 1. des Geſ tzes über die
Altersgrenze der Staatsbcamten vom 2. Juli bzw. 19. Dezember 1923
in Verbindung mit Artikel 2 des Geſetzes über die Einſtellung des
Per=
ſonalabbaues in Heſſen ud zur Aenderung des Heſſiſchen
Perſonal=
abbaugeſetzes vom 8. Oktober 1925.
— Epangeliſch=kirchliche Nachrichten. Durch die Kirchenregierung
wurde dem Pfarrer Adam Hartmann zu Groß Winterheim die ev.
Pfarrſtelle zu Wackernheim (Dekanat Mainz) übertragen.
— Fünfundzwanzigjähriges Dienſtjubiäum. Am 94. Nobember
d. J. konte der Straßen=Reinigungs=Inſpektor Heinrich Bingel auf
eine Bjährige Tätigkeit beim Städtiſchen Tiefbauamt zurückblicken.
Bereits am B. Januar 1893 bei der Darmſtädter Schutzmannſchaft
ein=
getreten, bekleidet er ſeit 24. November 1902 die Stelle des Inſpektors
der ſtädtiſchen Straßenreinigung und iſt ſomit ſeit 35 Jahren in
ſtädti=
ſchen Dienſten. In ſeinem ve antwortungsvollen Dienſt hat er es
ver=
ſtanden, allen Anforderungen einer zunehmenden Ausdehnung des
Ver=
kehrs und der damit verbundenen gewaltigen Reinigungsarbeit,
Müll=
abfuhr uſw. gerecht zu werden und ſich die Sympathien ſeiner
Vorge=
ſetzten, der Bevölkerung, der ja deſſen Tätigkeit das gauze Jahr über
im öffentlichen Leben der Stadt ausgeſetzt iſt, zu erwerben.
— Heſſiſches Landestheater. Heute wird im Großen Haus als zweiter
Tag des „Ring”=Zyklus „Siegfried” von Richard Wagner gegeben.
Die Nollen ſind folgendermaßen beſetzt: Siegfried: Kammerſänger Hch.
Knote (Staatsoper München) als Gaſt; Wanderer: Johannes Biſchoff;
Mime: Eugen Vogt; Alberich: Heinrich Kuhn; Fafner: Alfred Karen;
Brüinnhilde: Roſe Merker; Erda: Anna Jacobs; Waldvogel: Käthe
Walter. Muſikaliſche Leitung: Generalmuſikdirektor Dr. Böhm;
Inſze=
nierug: Hans Esdras Mutzenbecher; Bühnenbild: Arthur Pohl.
Be=
ginn der Vorſtellung 17 Uhr.
Die Erſtaufführung der neu inſzenierten Götterdämmerung”
von Nichard Wagner, die am Sonntag, 4. Dezember, die zykliſche
Auf=
führung des „Rig” beſchließt, iſt Wahlvorſtellung. Der
Vor=
verkauf für Mieter beginnt Mittwoch, 30. November, der allgemeine
Vorverkauf Donnerstag, den 1. Dezember.
Die Erſtaufführung des Schwankes „Mein Vetter Eduard”
am Mittwoch, 30. November, im Kleinen Haus beginnt um 19.30 Uhr,
nicht, wie an einzelnen Stellen angekündigt, um 20 Uhr.
FaSi8
18405a
Aniagen und Einzelteile
auf Teilzahlung nur im ersten Radio-Spezial-Geschäft
C. Bossler & C.., Darmstadt, Kirchstraße 17, Telefon 2140
— Ausgrabungen in Trier. Auf Veranlaſſung des Heſſiſchen
Ge=
werbemuſeums wird am Dienstag, den 6. Dezember d. J., Profeſſor
Siegfried Loeſchke aus Trier in ginem Lichtbilder=Vorkrag üben
die von ihm geleiteten großen Ausgrabungen in Trier
be=
richten. Seit zwei Jahren veranſtaltet das Provinzialmuſeum in Trier
in unmittelbarer Nähe der Stadt eine Ausgrabung, deren Reſultate
überall Aufſehen erregen. Die Anlage einer neuen Bahnlinie führte
zur Aufdeckung verſchiedener Kultſtätten aus rönniſcher Zeit, und
die weitere Forſchung ergab, daß hier nahe bei den Kaſſerthermen der
Tempelbezirk der einheimiſchen Bevölkerung geweſen
ſein muß. Da das weite Gelände unbebaut iſt, konnte das Muſeum
eine planmäßige Unterſuchung in Angriff nehmen, die bisher über 100
Heiligtümer feſtgeſtellt hat. Meiſt handelt es ſich um kleine Gebäude,
die nur zur Aufnahme des Kultbildes dienten. Erhalten ſind die
Grundmauern, aber auck, manche Reſte figürlichen Bildwerks und
In=
ſchriften, die einen Einblick in die religiöſen Verhältniſſe der
Vevölke=
rung geſtatten. Ueber die Grundmauern hinweg führen
Straßen=
bauten, die ſich durch Münzfunde auf die Zeit Peſpaſians datieren
laſſen. Offenbar hat in ſeiner Zeit der Trierer Biſchof das
Chriſten=
tum gewaltſam eingeführt. Die Tempel des Heiligen Bezirks wurden
geſchleift und dieſer durch neue Bebauung ſeinem Zweck für immer
ent=
zogen. Die Denkmäler, die uns der Trierer Boden gelieſert hat, geben
das lebendigſte Bild von Leben und Treiben unſerer Vorfahren im 2.
bis 4. Jahrhundert. Die neuen Ausgrabungen beleuchten auch in
er=
heblichem Umfange das bisher dunkle Gebiet des germaniſchen oder
keltiſchen Kultus, der in äußerer Anpaſſung an römiſche
Vorfrellun=
gen doch den heimiſchen Göttern treu blieb. Der Vortrag von Profeſſor
Loeſchke wird allen Freunden deutſcher Vorzeit wertvolle Aufſchlüſſe
und Anregungen geben.
— Der nächſte Leſeabend der Stadtbücherei findet am 30. November,
abends 8 Uhr, ſtatt. Geleſen werden Proben aus deutſchem und
aus=
ländiſchem Humpr.
25 Jahre Ski=Club
Darmſiadt=Odenwald.
Am 11. Dezember 1902 konnte das Darmſtädter Tagblatt berichten,
daß auch „in hieſiger Stadt ſich vor kurzem eine Vereinigung der
Ski=
läufer gebildet und als Ortsgruppe an den Ski=Club Schwarzwald
angeſch.oſſen” habe. Dus Sitzungsbuch verrät uns, daß der Ski=Club
im Hauſe des verſtorhenen Augenarztes Dr. Röder gegründct wurde,
der der erſte Vorſitzende des Vereins war. Unter den Gumdern befanden
ſich Staatsrat Dr. Wagner, Oberregirungsrat Emmerling, der im
Felde gebliebene Dr. med H. Heher, ſowie der Norweger Dybward.
Wir durchblättern das Buch mit den Sitzungsberichten, zwiſchen denen
Zeitungsausſchnitte eingeklebt ſind. Sie beſchreiben Skifahiten von der
Jägermatte zum Feldberger Hof und erzählen von den außerordentlichen
Schwierigkeiten und Gefahren dieſes im Sommer kaum ſieben Minuten
langen Weg’s. Wir hören von einer Geſellſchaft, die ſich in der Nähe
des Feldberger Hofs verirrt und i der Verzweiflung ihre Schneeſchuhe
weggeworfen hat. Es mag wohl ein Hundewetter geweſen ſein, „bei
dem die Atwung nur möglich war, wenn man ſeinen Mund vom Wind
abdrehte”. Und doch ſtaunt man, wie fern und mwirklich uns heute
ſchon eine Zeit erſcheint, in der der Skiläufer ſeine Welt noch ſo ſtark
als eine Welt voll feindlicher Gewalten empfand. Das Beſchwerlich=
und die Tücken des Wettas waren ſeine nachhaltigſten Eindrücke. Sie
überſchatten faſt das Erlebnis eines von Sonne und Pulverſchnee
über=
goſſenen Tannenwaldes in unſeren friedlichen Mittelgebirgen. Mit der
zunehmenden Verbeſſerung von Technik und Gerät verſchwand inzwiſchen
längſt ſelbſt aus dem Alpenwinter der ehrfürchtige Schauer vor ſeiner
unheimlichen Majeſtät, die noch die Vorſtellungen der letzten Generation
beherrſchte. Die Größe der Berggewalten bleibt, aber ſie kann zum
trauten Freund oder doch zu einem Gegenpartner werden, mit dem ſich
zu meſſen nicht mehr vermeſſen iſt.
In den folgenden Jahren wächſt der kleine Kreis langſam. Etwa
um 1910 beginnt ein ſtarker Aufſchwung. 1913 weiſt des
Mitgliederver=
zeichnis bereits 140 Namen auf. Kleinere gemeinſame Skifahrten auf
Nonroder und Neunkircher Höhe und zur Tromm werden zu erſten
taſtenden Verſuchen der Einrichtung von Skikurſen. 1912/13 beteuigt
ſich eine größere Gruppe gemeinſam mit Angehörigen der Outsgruppen
Mainz und Kur sruhe an einem der erſten von C. J. Luther=München
methodiſch geleiteten Skikurſe in Parpan. Die Zuflucht am Kniebis, der
Nuheſtein, der Notſchrei im Feldberggebiet werden Standquartiere der
Darmſtädter Skiläufer. Im Winter 1913/14 kann der Ski=Club den
erſten eigenen großen Skikurſus unter Leitung des norwegiſchen Dipl.=
Jugenieurs Garſtard und einiger norwegiſcher Studenten in Waldhaus
Flims durchführen. Es kommen die Jahre, in denen es in den
Ver=
einen ſtill wird. Nur dann und wann erinnert eine ſchwarzgeränderte
Anzeige daran, daß jemand aus einem Kreis gegangen iſt, mit dem
ſchöne Erinnerungen gemeinſam hatte, oder ein Gruß aus den
Kar=
pathen oder Vogeſen berichtet den Daheimgebliebenen, daß die weiße
Kunſt nicht ſchläft. Allmählich findet ſich der alte Kreis wieder
zuſam=
men. Neue jeden Alters kommen hinzu. Eine Jugendgruppe wird
gebildet. Unter Babbe Gießmanns gut durchdachter Vorbereitung und
Leitung erfreuten ſich die Skihrrſe einer ſteigenden Beliebtheit, denn die
Einführung in die Skilauftechnik wurde der perſönlichen
Leiſtungsfähig=
keit des Einzelnen rückſichtsvoll augepaßt, und jeder fand einen Kreis,
in dem nur gute, fröhliche Sportkameradſchaft galt.
Die großen Kurſe auf der Zuflucht, in Todnguberg, Obladis,
Wald=
haus Flims, Falkau, Darmſtädter Ski= und Wanderhütte wurden
wirk=
ſam vorbereitet durch Trockenſkiturſe und ergänzt durch Tageskurſe in
Ncunkirchen, Ober=Beerbach, ſowie durch Gelegenheitskurſe in der näch
ſten Umgebung. Vereinbarungen mit der Reichspoſt, der Reichsbahn
und der Heag, bei denen man verſtändnisvollem Eingehen auf erfüllbare
Aüinſche begegnete, ermöglichten wiederholt weſentliche
Verkehrsverbilli=
gungen und =Verbeſſerungen für die beſonderen Bedürfniſſe des
Ski=
laufs. Auch Sonderfahrten wurden eingerichtet. Der Werbung
dien=
ten Skivorträge und Filme, zum Teil gemeinſam mit befreundeten
Ver=
einen, wie Alpenvercin und akademiſchen Ski=Club, veranſtaltet. Unten
den Filmen derdienen gut gelungene Aufnahmen des Mitglieds F. Heß
von Fahrten und Kurſen des Ski=Clubs beſondere Erwähnung. Eine
Klubbibliothek wurde laufend mit den wertvolleren Neuerſcheinungen
auf dem Gebiete der Skiliteratur ergänzt.
Neuen ſtarken Antrieb und noch feſteren Zuſammenſchluß erfuhr
der Club mit der Verwirklichung des langgehegten Hüttengedankens.
Die Darmſtädter Ski= und Wanderhütte des Hüittenbauvereins E. V.,
dem faſt alle Mitglieder des Ski=Clubs Darmſtadt=Odenwald angehören.
iſt ſeit einem Jahre in Betrieb, der Allgemeinheit zugänglich und bewirt
ſchaftet. Für den Club, deſſen Mitgliederſtand die Zahl 300 in dicſem
Jahre überſchritten hat, iſt ſie ſchon heute Mittalpunkt des ſportlichen
Lebens geworden. Sie hat erſt eine regelmäßige Sportpflege in
ver=
hältnismäßig ſicherem, günſtigem und landſchaftlich außerordentlich
reiz=
vollem Skigebiet auch mit beſcheideneren Mitteln ermöglicht, und ſomit
auch erſt eine planmäßige Förderung des Jugendſkilaufs. Der Ski Cluh
iſt dabei der von ihm ſtets verfolgten Auffaſſung treu geblieben, daß
richtig verſtandener Sport niemals Selbſtzweck ſein kanu. Er ſieht ſeine
Aufgabe in der Vermittelung einer gediegenen Durchſchnittsausbildung,
die ein geſundes Verhältnis von geiſtiger und körperlicher Entwicklung
und Schulung nicht gefährdet. Wohl haben norwagiſche Studenteu, die
auf ihre Darmſtädter Mitgliedſchaft in den großen Wettläufen und
Sprüngen liefen, aber auch Darmſtädter Mitglieder im Laufe der Jahre
manche gute Sportleiſtung mit dem Namen des Ski=Clubs Darmſtadt=
Odenwaid verbunden, aber das Wefentliche erſchien ihm nicht eine
be=
tonte Züchtung einzelner Höckſtleiſtungen, ſondern die Vermittelung
eines Könneus, das möglichſt viele Mitglieder ihre Bretter beherrſchen
und ihre Kräfte freiwerden läßt zu unverkümmertem Genießen der
win=
terlichen Natur. Möge dem Ski=Club ſein Jubiläumsjahr neue Freunde
werben und viel Schnee und Sonne beſcheren.
*
Der Sticlub Darmſtadt=Odenwald ſeierte geſtern in den feſtlich
ge=
ſchmüickten Räumen der Vereinigten Geſellſchaft mit einem vorziglichen
Feſtprogramm ſein 25jähriges Jubiläum. Wir kommen noch
auf dieſe Veranſtaltung zurück. Nur ſo viel ſei vorerſt geſagt, daß das
Feſt einen durchaus ſchönen und harmoniſchen Verlauf nahm.
— Trockenſtikurſus des Skiklubs Darmſtadt Odenwald. Wie ſchon
bekauntgegeben, findet am Montag, den 28. Noy mber, abends 8.30 Uhr,
in der Turnhalle Soderſtraße 30 eine Vorbeſprechung über den
zweiten Trockenſkikurſus des Klubs ſtatt. Die erſte Uebungsſtunde dieſes
Kurſes wird, im Einvernehmen mit den Teilnehmern, vorausſichtlich am
Donnerstag, den 1. Dezember, durchgefühlt werden. — Anmeldungen
können bei der Vorbeſprechung oder im Sporthaus Adelmann abgegeben
werden.
— Orpheum: Gaftſpiel Marga Peter. Das Gaſtſpiel der beliebten
Künſtlerin in der neuen Lehär=Operette „Cloclo” währt nur noch einige
Tage, bis etwa Mitte kommender Woche. Die heutige Vorſtellung
iſt demzufolge die einzige Sonntagsaufführung. — Der
Sonntagskartenverkauf iſt im Verkehrsbureau von 9—12 Uhr, im
Zei=
tungshäuschen Ernſt=Ludwigsplatz von 11—18.30 Uhr, ſowie an der Kaſſe
des Orpheums ab 15 Uhr. Eintrittspreiſe 1—3 Mk., numerierte
Saal=
plätze 1,50 Mk. Anfang 19.45 Uhr, Ende 22.15 (10,15) Uhr. (Siehe die
heutige Anzeige.)
— In der Sektion Starkenburg des Deutſchen und Oeſterreichiſchen
Alpenvereins ſpricht am Donnerstag, den 1. Dezbu. abends 8 Uhr im
Hörſaal 326 der Techniſchen Hochſchule (Eingang Weſtportal) Herr Hans
Schmähling über ſeine Ferientage im Stubai. Der Vortrag wird
durch Lichtbilder unterſtützt. Die Mitglieder der Sektion Staikenburg
ſowie der Sektion Darmſtadt ſind freundlichſt eingeladen. Gäſte find
willkommen.
Sette 6
Sonntag den 22 November 1927
Nummes
„Um die Ratskeller=(röffnung.
In die geſtrige Tagesordnung zur Sitzung des Provinzial
ausſchuſſes wurde in letzter Minute die „Ratskellereröffnung”
ein=
gelegt. Der heiß umſtrittene Ratskeller wird nun — um es vorweg zu
nehmen — vorausſichtlich ſchon am nächſten Donnerstag tatfächlich
er=
öffnet werden. Jahre hindurch erörterte man das Für und Wider —
der Natskeller wurde abgelehnt; man ſprach zwiſchendurch von einer
Genehmigung und nochmaligen Ablchnung, bis ſein Daſein endlich durch
die Stadtverordneten mit Stimmenmehrheit beſchloſſen wurde. Nm
mußte noch die Betürfnisfrage geklärt werden. Die Gaſtwirteinnung,
die ſich über die Bedürfnisfrage zu äußern hatte, verneint dieſe Frage
und reichte ihren Standpunkt mit Begründung dem Polizeiamt ein,
das deren Schreiben an das Kreisamt weiterleitete. Als letzte Inſtanz
hatte nun der Provinzialausſchuß zu entſcheiden, der geſtern vormittag
unter dem Vorſitz des Prorinzialdirektors Dr. Kranzbühler tagte.
Es waren zu dieſer Verhandlung Herr Bürgermeiſter Ritzert als
Vertreter der Stadt, der Vorſitzende der Gaſtwirteinnung Herr Schmitz
und der neue Pächter des Ratskelleis., Herr Friebis, erſchienen. —
Bürgermeiſter Ritzert führte aus, daß der Ratskeller hauptſächlich
den Fremdenverk hr für Darmſtadt heben ſollte; dem widerſprach der
Vorſitzende der Geſtwirteinnung, indem er bewerkte, daß die Exiſtenz
eines Wirtes durch den Fremdenverkehr in Darmſtadt nicht genügend
geſichert ſei; die Bedürfnisfrage ſei aber durchaus zu verneinen.
Gaſt=
wirt Friebis erklärte, daß er alles bereits zur Eröffnung des neuen
Ratskellers vorbereitet habe, wie das Einſtellen von Perſonal, Beſchaf
fen von Geſchirr uſw., und daß ihm durch Nichterteilung der
Genehmi=
gung zur Betriebs röffnung im Ratskeller erheblicher Schaden erwachſe.
— Die Mitglieder des Provinzialausſchuſſes zogen ſich zur eingehenden
Beratung zurück und verkündeten dann den Beſchluß, wonach die
Er=
laubnis zur Eröffnung des Ratskellers erteilt
wurde. Somit ſteht mit dieſer Genehmigung in letzter Inſtanz der
Er=
öffnung des Ratskellers nichts mehr entgegen, die nach Erklärung des
Pächters noch kommende Woche erfolgen ſoll. — Die übrige Tagesord
nung wurde ohne erhebliche Debatte erledigt. Der Antrag des
Kreis=
amtes Darmſtadt auf Entzfehung des dem Autodroſchkenbeſitzer Philipp
Heldmann zu Darmſtadt erteilten Führerſcheins wird zurückgeſtellt und
Beweisbeſchluß erlaſſen. — Das Egſuch des Auguſt Abemarie zu
Darm=
ſtadt um Erteilung der Erlaubnis zum Betrieb einer Gaſtwirtſchaft im
Hauſe Schuſtergaſſe 3 wird genehmigt, ebenſo wurde dem Friedrich
Werner zu Bensheim, Zeller=Straße 4, die Erlaubnis zum Betriebe
eimer Gaſtwirtſchaft erteilt. — Die Punkte 4 und 5. der Antrag des
Kreisamts Groß=Gerau auf Entziehung des dem Adam Philipp Weber
zu Groß Gerau erteilten Kraftfahrzeugführerſch ins, und der Antrag des
Kreisamts Groß=Gerau auf Entzichung der dem Karl Banger zu
Rüſ=
ſelsheim, für das Haus Grabenſtraße 49 erteilten Erlaubnis zum
Be=
trieb einer Schankwirtſchaft mit Branntweinausſchank betr., wurden
zu=
rückgeſtellt.
Dr7
De
Neue Grammophonplat.en.
Von der Deutſchen Erammophon A.=G. (Die Stimme ſeines Herrn)
liegen wieder eine Reihe neuer Platten zur Beſprechung vor, die
wie=
derum die unerreichte Qualität dieſer deutſch.n Firma ſowohl in
tech=
niſcher Beziehung, wie auch in der Auswahl der wiedergegebenen Muſik=,
Geſangs= und Tanzſtücke in hünſtleriſcher Beziehung beweiſen. Ueber
den Wert der durch die Grammophonplatten vermittelten guten
Haus=
muſik beſondrs jetzt für die kommenden Winterabende iſt an dieſer
Stelle ſchon oft geſprochen worden. In der Konkurrenz mit dem
„Radio” wird auf vielen Gebieten ein gutes Muſikimſtrument, das feder
zeit zur Verfügung ſteht und deſſen Gebietsfülle ja unerſchöpflich iſt,
ſtets ſiegreich bleiben. — Die Deutſche Grammophon=A.=G. legt aus
ihrer Poliphon=Serie — der beſten derzeitigen Platte — geſpielt
vom Godwin=Künſtler Enſemble u. a. vor „Im Uhrenladen” ein
ent=
zückendes Charakterſ.tick von Ch. J. Orth, „Eine Jagd im Scwarzwald”
von Voelker, ferner die Ouvertüre (1. und 2 Teil) aus „Dichter und
— Turngeminde Darmſtadt 1846. Heute vormittag 9 Uhr findet
im großen Saal unſeres Turnhauſes ein Zöglings=Wetturnen ſtatt.
Hierbei ſoll gezeigt werden, was unſere Jugend im Laufe des Jahres
gelernt hat. Es wi.d in drei Stufen geturnt, damit jeder einzelne der
Zöglinge auch die Ausſicht beſitzt hierbei einen Preis zu erringen. Wir
laden alle Turnfreunde, welche ſich für ein derartiges Wetturnen
inter=
eſſieren, höflichſt ein.
— Miſſions Bazar. Wie alljährlich in der Adventszeit ſoll auch in
dieſer Woche wieder ein Miſſionsverkauf zugunſten der Arbeit an der
heidniſchen Frauenwelt abgehalten werden. Dieſer Verkauf, den der
Hilfsbund, für die Baſler Frauenmiſſion hier veranſtaltet, wird am
Donnerstag, den 1. Dezember, von 11 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends,
ſtattfinden. Die evangeliſche Bevölkerung Darmſtadts wird gebeten, ſich
recht zahlreich eimzufinden und von den ſchönen praktiſchen Sachen, die
fleißige Frauemhände gearbeitet haben, zu kaufen. Unter anderem ſind
auch Gegenſtände aller Art aus Indien und China zum Verkauf
aus=
geſtellt. Ein Büfett mit Tee und Kuchen ſorgt für leibliche Erfriſchung.
Im Hinblick auf die ſchwierige Finanzlage der Baſler Miſſion, die ſeit
einem Jahre ihre Arbeit im ganzen Umfange der Vorkriegszeit wieder
aufnehmen konnte, wird auch um Geldſpenden gebeten, um dieſes ſegens
reiche Reichsgotteswerk auch ferner am Leben zu erhalten Stiftungen
werden im Gemeindehaus Kiesſtraße 17 dankbar enrgegengenommen.
— Die Chriſtengemeinſchaft. Sonntag, den 27. Nov. (1. Advent),
vormittags 10.30 Uhr: Menſchen=Weihe=Handlung mit Predigt. —
Frei=
tag, 2. Dez., abends 8.15 Uhr: Oeffentlicher Vortrag: „Die
Menſchheits=
wufgabe der altteſtamentlichen Propheten‟. Dr. Alfred Heidenreich=
Frank=
furt a. M., Pfarrer in der Chriſtengemeinſchaft. Die Veranſtaltungen
ſind in der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt, Eliſabethenſtraße.
— Chriſtlicher Verein Junger Männer. Der für Sonntag, 4. Dez.,
abends 8 Uhr, vorgeſehene Vortrag über die Vernichtung lebensunwerten
Lebens wird verſchoben. Statt deſſen nehmen die Mitglieder an
der zur ſelben Zeit ſtattfindenden Adventsfeier der Ev.
Jugend=
gemeinſchaft in der Schloßkirche teil. Prediger iſt Pfr. Georgi.
— Der Betrug am kranken Menſchen. Am Freitag ſprach Herr
Magnetopath Hornberger im Fürſtenſaal über „Der Betrug am
kranken Menſchen”. Beabſichtigt war eine Erwidevung auf den vor acht
Tagen veranſtalteten Vortrag des Chemikers Dr. Lehmann aus Berlin.
Die Ausführungen Dr. Lehmanns gipfelten darin, daß es
ſelbſtverſtänd=
lich immer und auf allen Gebieten, auch auf dem der Heilkunde, Gendes
gegeben habe. Die Erfahrung habe aber gezeigt, daß die wenigen
eiber=
ragenden Begabungen für die Verſorgung der großen Maſſe nicht
aus=
reichen. Daher ſeien wur die hinreichend vorgebilderen Fachleute
im=
ſtande, den berechtigten Bedürfniſſen des Veikes genüge zu leiſten. So
verlangen zum Beiſpiel die Behörden mit Recht, daß jemand, der die
Approbation als Arzt erlangen will, ausreichende Fachkenntniſſe in der
Thcorie und Praxis, alſo auch am Krankenbett, nachweiſen muß. Dieſer
Nachweis allein bietet Sicherheit genug für den Heilung Suchenden.
Nach der Zeitungsan kündigung glaubte man annehmen zu können, daß
ſich Herr Hornberger mit dieſen klaren Ausführungen in ebenſo klarer
Weiſe auseinanderſetzen würde, Leider tat er das micht, ſondern verſuchre,
Dr. Lehmann perſönlich herabzuſetzen. Im übrigen beſchränkte ſich ſein
Vortrag auf Vorleſen zuſammenhangloſer Literatur. Man mußte
den Eindruck gewinen, daß die häufig unrichtig wiedergegebenen
Aeuße=
rungen lediglich das Ziel verfolgten, die Leiſtungen der deutſchen Aerzte
in den Augen der Hörer herabzuſetzen. Man braucht kein Aerztefreund
zu ſein, um es peinlich zu empfinden, daß ein Mam, der gegen die
Aerzteſchaft auftritt, geiſtiges Eigentum gerade dieſer angegriffenen
Aerzte für ſich verwendet. Warum führt Herr Hornbenger einen
käuflichen amerikaniſchen Aerztetitel? — Nach Beendigung der Vorlefung
bat der von Herrn H. wiederholt angegriffene Dr. Lehmann. ſeinerſeits
einige fachliche Bemerkungen machen zu dürfen. Herr Hornberger lehnte
eine Diskuſſion trotz der Zuſtimmung des größten Teils der
Verſamm=
lung ab. Die Folge war, daß die Verſammlung einer Einladung Dr.
Lehmanns nach einem anderen Raum desſelben Hauſes folgte, wo er den
Inhalt ſeines Vortrags kurz wiedergab, um zum Schluß der
Ueberzeu=
gung Ausdruck zu verleihen, daß gerade des Auftreten des Herrn
Horn=
berger der Oeffentlichkeit zeige, welche Gefahren drohen, wenn man
ohne Hilfe der Fachleute auskommen wolle. Der Kranke gehört in die
ind des approbierten Arztes.
Kunſinotizen.
deder Werke, Künfiler oder fünffleriſche V. ranſtaltungen, deren im Nachſtetz
geſchieht bchäit ſich die Nedalfion ihr Urteil vos
Palaſt=Lichtſpiele. „Das tanzende Wien” mit Lya Mara.
Ein Volksfilm im wahrſten Sinne des Wo tes. Wiener Muſik und
Humor, wer ſollte da nicht miterleben und hingeriſſen werden; alles
tobt, ſingt und tanzt mit, wenn die Wiener Walzer erklingen. — Lya
Mara, die große Künſtlerin, verſteht es in ihrer Eigenart, immer
wie=
der die Maſſen zu feſſeln und zu elektriſieren, und man freut ſich über
ihre Gemürlichkeit und Harmloſigkeit, und ſo läuft bei allabendlich
aus=
verkauftem Haus ein Stück echt Wiener Volksempfinden über die
Lein=
wand. — Im Beiprogramm eine tolle amerikaniſche Groteske „Geiſter=
Jazz”, ſowie eine hochintereſſante Deulig=Wochenſchau.
Lokale Veranſlaltungen.
Die diemnter erſcheinenden Notizen ſind ansſchlleklich as Hinwelſe auf Anzsigen m beiracten.
mn leinem Falſe irgendwie alt Deſprachung oder Kritſk.
— Nerother Wandervogel. Sepp Summer, der
hervor=
ragende Meiſter des deutſchen Lautengeſanges, ſingt am Mittwoch, den
30. November, einen einzigen Liederabend in Darmſtadt. Der Künſtler
hat für den Abend ein vollſtändig neues, prachtvoll abgeſtimmtes
Pro=
gramm mit eigenen Vertonungen zuſammengeſtellt nach großen
welt=
anſchaulichen Geſichtspunkten. Der tiefe Ernſt und der ernſt=heitere
Humor, der von ihm ſtets feinſinnig zur Vertonung gewählten Poeſie
entſpricht ganz und gar dem eigenen Weſen des Künſtlers. So virtuos
er ſein Inſtrument beher ſcht, ſo wenig wirkt er doch als bloßer
Vir=
tuos, der ja auch gewöhnlich mit dem kalten Effekt zu arbeiten verſteht.
Bei Sepp Summer iſt nichts Effekthaſcherei, ſondern alles heißblütige
Naturhaftigkeit in künſtleriſche Form gegoſſen. Das wertvollſte aber an
Sepp Summer iſt, daß er ſelbſt neue Volkslieder und Volksweiſen
ſchafft und damit den Gaſſenhauer verbannen will aus den ſangesfrohen
K.eiſen der Jugend. Und anregen will er, es ihm nachzutun und ſo
deutſchen Geiſt zu wecken und zu pflegen. Daß deutſche Jugend zu
einem ſolchen deutſchen Sänger, wie Sepp Summer iſt, in Ehrerbietung
und Dankbarkeit aufſchaut, iſt nicht zu verwundern. (Wir verweiſen
auf die heutige Anzeige.)
Bullrich-Hagen-Balz
Nur echt in blauer Packung mit dem Bilde des Erfinders. 100 Jahre unüber.
troffen geg. Folgen ſchlechter Verdauung u. Sodbrennen. Ford Sie grat. u
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Berlin, Fiottwellstr. 3. Erhältlich in Apotheken u. Drogerien. (1 Bin. /4464
Tageskalender für Sonntag, den 27. November 1927.
Landestheater Großes Haus, Anf. 17 Uhr, Ende nach
22 Uhr: „Siegfried” — Kleines Haus, Anf. 19. Uhr, Ende
22½ Uhr: „Spiel im Schloß”. — Orpheum, Anf. 20 Uhr:
„Cloclo”. — Konzerte: Hotel Schmitz; Schloß=Café; Weinhaus
Maxim; Perkeo Varieté; Waldſchlößchen; Café Haury; Münchener
Hofbräu; Hotel Prinz Heinrich; Frankfurter Hof; Reichskrone;
Bis=
marckeck; Hotel alte Poſt; Bürgerhof; Neckartor Jazz. — Tanz
Perkeo; Rheingold; Prinz Heinrich. — Vorträge: Städt.
Aba=
demie f. Tonkunſt 10½ Uhr; Bürgerhof abends 8 Uhr; Mozartſaal
Freivelig. Gem. — Kinovorſtellungen Union=, Reſidenz=
Theater, Palaſt=Lichtſpiele,
Aus Heſſen.
Starkenburg.
Bauer”, geſpielt vom Orch=ſter der Berliner Staatsoper unter Oskar
Fried, und einige Tanzplatten. Die Technik dieſer Serie iſt
unübertrof=
fen. — Das Godwin=Orcheſter hat auch für „Die =timme ſeines Herrn”
ganz ausgezeichnete Platten geſpielt. So. Im Roſengarken” von Willy
Bigletzki, Puppenfee=Walzer von Bayer, Lieder von Johann Strauß,
gefungen von Franz Völker (Opernhaus Frankfurt), weiter Stücke aus
„Der Poſtillon von Lonjumeau” und „Stradella” (Felix Hüni=Mitſa
cſek), das Märchen vom Sneewittchen (Franz Baumann) u. a.
ie „Brunswick”=Schallplatten ſind deshalb ſo hervorragend, weil
ſie nach den allerneneſten Patenten clektriſch aufgenommen und mit dem
beſten Material in den deutſchen Fabriken der Deutſchen Grammophon=
Astiengeſellſchaft („Die Stimme ſeines Herrn”) gepreßt werden.
Weiter=
hin ſind die hervorragendſten Kapellen der Vereinigten Staaten für
„Brunswick” verpflichtet. Das Tanz Repertoire, das eme ſolche Fülle
aufweiſt, iſt natürlich wegen Raummangel nicht möglich gufzuzählen.
Es ſeien nur drei ganz beſonders gute „Brunswick”=Tanzplatten genannt:
„Küken” (Roſy Sheeks), Foxtrott, geſungen von Nick Lucas, dem
aus=
gezeichneten amerikaniſchen Bariton, „Brunswick”=Aufnahme Nr. 446;
„Ruſſiſches Wiegenlied”, geſpielt von Ernie Golden mit ſeinem Hotel=
Mc.=Alpin=Orcheſter, „Brunswick”=Aufnahwe Nr. 413, und „Mah Lindy
Lau”, geſungen von The Merrymakers mit Pianobegleitung, „Bruns
wick”=Aufnahme Nr. 153.
— Eine Verkehrenquete wurde geſtern durch Beamte der
Polizei in Darmſtadt durchgeführt. An verſchiedenen
Straßen=
kreuzungen, ſo zum Beiſpiel Ecke Wilhelminen= und
Eliſabethen=
ſtraße, Ecke Rhein= und Grafenſtraße, Ecke Rhein= und
Neckar=
ſtraße uſw. ſtand je ein Polizei=Doppelpoſten, der die
vorbeifah=
renden Automobile und Motorräder regiſtrierte. Infolge des
für Motorverkehr ſehr günſtigen geſtrigen Tages war der
Ver=
kehr ſehr ſtark, ſo daß man auf das Ergebnis dieſer Enquete
ge=
ſpannt ſein darf.
* Weiterſtadt, 26. Nov. Einweihung der neuße
ten Kirche. Nach ficberhafter Tätigkeit in den letzten
Wochen gehen die Renovierungsarbeiten an unſerer Kirche
endung entgegen. Durch die Verlegung der Orgel, die früc”,
ſtand, nach dem Weſtausgang der Kirche iſt bedcutend viel um
Platz gewonnen worden. Gevade das Chor, der älteſte Tent.t
denen Entſtehung ins 13. Jahrhundert reicht, kann alss
Kleinod gelten, denn bald nach Beginn der Weißbinderarbeitn
dort nach Entfernung der gröbſten Kalkſchicht ſehr werther
mälde aus dem 13. und 14. Jahrhundert, die unter der
Hand des Herrn Kunſtmalers Velte in herrlichſter Weiſe wig”e
ebenſo iſt auch die Decke nach Art der alten Malerei in ge,
hergeſtellt. Von ganz beſonders feiner Wirkung iſt die Deckt
in deren Mitte die Sonne golden leuchtet mit der Umſchrißſ,
Gott in der Höhe”, während die Wände die Inſchrift tragsr:
Gott die Welt geliebet.." Auch an den Füllungen der
man nach dem Ablaugen der Oelfarbe herrliche Intarfiſ,
Nenaiſſancezeit. An Stelle des alten, ſehr unbequemen 7ſ
einfache, aber äußerſt bequeme Bänke gekommen. Auch die
von dem Kirchenmaler in wunderbarer Weiſe ausgemalt t
breiten, und deshalb plump wirkenden Säulen der Füll1
durch die Malerei eine zierliche Geſtalt gewonnen. Die G
ſind mit paſſenden Sprüchen und Emblemen ausgemalt, Eu
daß das erſte Feld das Wappen Luthers, das zweite die V
„Seid fröhlich in Hoffnung”, das dritte das Wahrzeichen 9
das vierte das Wort „Geduldig in Trübſal”, das fünfte dos
A—L, das ſechſte die Worte: „Haltet an dem Gebet”, da.
Worte „Danket dem Herrn” und das letzte das Symbol des
Außerdem enthält die Empore in Goldſchrift die Sprüche
ander . ” und „Wer mich bekennet . . .‟ — Die elektriſdhrn!
iſt einfach, aber reizend. Die neu aufgeſtellte Orgel hatziy
ſämtlichen Mctallpfeifen im Proſpekt und acht kleine Regiſto=
Herrn Maler Velte ſelbſt geſchnitzte und gemalte Engel
füü=
nungen über den kurzen Pfeifen des Proſpektes und nehrnn
lich aus. Die Wege und Anlagen um die Kirche ſind eba
hergerichtet, und es iſt eine Freude, nach dem Gotteshaus 3,
Am Vormittag des erſten Advents wird nun unſere Kirck.
Feſtgottesdienſt neu eingeweiht. Nachmittags 3 Uhr finder
Anlaß ein Kirchenkonzert ſtatt, über das an anderer Stelle Lin
Möge der künftige Kirchenbeſuch in richtigem Verhältnis zuud
ten Aufwendungen ſtehen und immer reger werden. — Die
leitung lag in den bewährten Händen des Herrn Oberbeu:
Darmſtadt.
J. Griesheim, 25. Nov. Gemeinderatsbericht.
ſtellung einer Tankanlage bei dem Anweſen des Philipp Eny.
unter der Bedingung genehmigt, daß die geſamto Anlager=
Zapfſtelle nur auf deſſen Gelände zu ſtehen kommt, der
hierbei nicht benutzt werden. — Der von der Gemeinde
Hundeſteuerſatz betrig ſeither 6 Mark pro Jahr. Dieſer
für das Kalenderjahr 1928 beſtehen bleiben. Bei dem Begitr. WAüdr Fün ab. Leid
ſiebenbü
F0
n0 Döürfer, Burgen
jin, dn fiebenbürgiſct
nug — mter den gro
üie fühere Soldatenn
Hienderennen anläßlich
*8Al
n Hufen
m leben der deutſchen
Derutbeitung des Han
wrkt
Dorfbrunnen, das
gbäffelherden, einen Vi
beſitzes nach dem 1. Juli wird nur die Hälfte des Satzes:
bichimmt war, nich
Auf Antrag des Kreiswohlfahrtsamts Darmſtadt wurde beu
Perſonen, die aus einer Erwerbstätigkeit künftig ausſcheider
Sozialrentnerfürſorge aufgenommen werden, alsbald bei
nen Ortskrankenkaſſe Darmſtadt=Land zu verſichern. —
Obſt= und Gemüſeverwertungsgenoſſenſchaft wurde von ſe-rſſhum 5. Noh. Zu
ches und des Landes zur Förderung des Frühgemüſebaues /iſt hu Rriel wurde
tes Darlehen in Höhe von 50 000 Mark gewährt. Die GeMYo bur verkauf.
nimmt für dieſen Betrag die Bürgſchaft unter der Bedingr=ſ ku miden. Der
Darlehensempfänger eine Sicherungshypothek auf ein dem cc MXAw.
ſprechendes Objekt eintragen läßt. — Für das Wirtſchaa=ſ rum unſere
geſuch des Peter Bitſch hier aus Anlaß der Vergrößeru E/ Humd
ſaales wurde die Bedürfnisfrage bejaht. — Nach § 3c de—
über die Fürſorgepflicht vom 14. Juni 1927 muß vom 1. —
nſach, B.
der Fürſorgeaufwand für vollverwaiſte, uneheliche und ſ.+ ſute, Sonnte
Eltern getrennt untergebrachte Kinder von dem Bezirksfir ſ + Ez kommt z
und der Gemeinde des gewöhnlichen Aufentsaltsortes des iſ M übeimnte Vo
Hälfte getragen werden. Auf Vorſchlag des Kreiswohlfahr—=ſan mten Händen
ſtadt erklärt ſich der Gemeinderat allgemein mit der Trax0 /0, B. Nov. Vo
die Gemeinde entfallenden Koſten und Verrechmungen ſ ülnendes her
Schluſſe des Rechnungsjahres einverſtanden. — Der
ſchweſter Wecker wurde zur Veranſtaltung einer Weihnachu f/44 büchl, da dies kei
die Säuglingsberatungsſtunde beſuchenden ſtillenden Mütmr WAStmellbocher
Ww=
von 25 Mark aus der Gemeindekaſſe bewilligt. — Der (2—4+50 dem Fing
gegen die Zuweiſung der Wohnung im Hauſe des Herrn Fic fm geſtillt wer
Kärcher, Sandgaſſe 2 hier, an die Zahnärztin Dr. Elſe der=Woin nriden muß. 9
zuwenden, es ſoll jedoch der Verſuch gemacht werden, die ſald gemächung gmes 9.
nung des Fräulein Lentz in Darmſtadt zugunſten eines hirz z/: ſugmg des broiel
auszutauſchen
42. Eich bei Pfungſtadt, 26. Nov. Kriegerden MMrau wonach die Gen
hier ſoll ein Denkmal zum Andenken an die Gefallenen der Wait Ggelehnt.
D=
errichtet werden. Vorausſichtlich wird das Denkmal im mM iſt üſiche Vergit
jahr eingeweiht werden können.
G. Ober=Ramſtadt, 26. Nov. Die Bürgermeiſterei hursft Aut Erverbslo
Bekanntmachung darauf hin, daß die von den Ortsgewerbeu Pl. ßnſorderlichen
Handwerkerinnungen eingereichten Mitglieterbeſtandsliſten W Wüſſt werden, mi
Wahlen zur Handwerkskammer im Jahre 1928 vom 29. Lyer Diammer, mm
6. Dezember einſchließlich während der Dienſtſtunden zumſe /Mcnfung von
Intereſſenten und Erhebung etwaiger Einwendungen auf PR Lhn Kennmis
meiſtereihiro offenliegen. — Am 1. Dezember findet, un W niut
wieder eine Viehzählung ſtatt, die ſich auf Pfenin.
Schafe, Schweine, Ziegen, Federvieh und Bienenſtöcke erſt
verbunden iſt eine Erhebung über die in der Zeit vom
1926 bis 30. November 1927 erfolgten nichtbeſchaupflieit
ſchlachtungen.
G. Ober=Ramſtadt, 26. Nov. Die nächſte Säuglingsbes
findet am Montag, den B. November 1977, nachmittage
3 Uhr, im unteren Rathausſaale ſtatt.
f. Roßdorf, 25. Nov. Neuapoſtoliſche Gemc!
in uſerem Dorfe hat ſich eine neuapoſtoliſche Gemeinde g!
Gottesdienſte finden allwöchentlich im Hauſe Witzler, Dieban
ſtatt. Infolge ſtändigen Steigens der Mitgliederzahl ſollo)
täten nicht mehr ausreichen und man plant, dem Ver—
einen Umbau.
* Groß=Zimmern, B. Nov. Aufregung oder
Uebei=
denn die beſten Kegler des Kegelklubs Gut=Holz verſagten. n
25. November auf der Kramerſchen Aſphaltbahn algehaltce!
pokalkampf. Der Kegelklub Fidelitas behauptete wie imm
gem Wurf ſeinen Platz und konnte mit 698 gegen 660, 12 55
Pokal dreimal hintereinander erringen, und iſt ſomit dieſſ
geworden. Der Abend verlief in fröhlicher Stimmung a.
„Gut Holz”
Rdellſchaft zwei
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[ ← ][ ][ → ]Siebenbürgenfilm in Zwingenberg.
Sauytmann a. D. Moſer Darmſtadt hatte ſich liebens=
Bereit erklätt, die Veranſtaltung tätig zu unterſtützen, und
grin der Vorführung folgendes aus:
ſasfilm „Siebenbürgen und ſein deutſches
ſe hält als erſter ſeiner Art die Gegenwartskutur des
Aarwiſchen Stammes in lebendigen Bildſtreifen feſt. — Den
Kern gibt dazu die grandioſe Gebirgswelt der Karpathen,
ſivond Siebenbürgen umſchließt.
zE)t, einſt Urwald und Wildnis nur, in der ſich Bär und
hmmelten, iſt turch deutſchen Schweiß und deutſches Blut
M=kurlend geworden. — Vom Rhein und von der Moſel
rs elſten ud Anfang des zwölften Jahrhunderts die
eichd kam Koloniſten in dies ferne Waldland. Achthundert Jahre
ie winſam auf vorgeſchobenen Poſten ihren gewaltigen
Exi=
we vie Behauptung, und faſt mehr noch, um die Bewahrung
zſit Gutes — des deutſchen Volkszums. So wurde Sieben=
Unur abendländiſcher Kultur, das Bollwenk des Deutſchtums
2. Kampf und Leid der vergangenen Jahrhunderte iſt in
btüurcht zu ſehen. — Nur die ſteinernen Burgen ragen als
chau die Gegenwart hinein, Zeugen des jahrhundertealten
Billens zum Leben, — zur Behauptung als Deutſche. —
geigrangenen Jahrhunderte — iſt dies auch die Loſung des
enſtc=ſchlechts geblieben.
zuper das Gegenwartsleben des ſiebenbürgiſchen Deutſchtums
ſach dr Bilder richtig erkeannen will — um den Geiſt feiner
6 niſſen. Dann wird er in dieſem Film nicht nur das
wärtzulp ksleben der (jetzt ſogenannten) „Siebenbürger=Sachſen”
n. /he” ſich ſpiegelt im Sitten und Bräuchen, in den alten
Trach=
junan Baudenkmälern — in den großen Feſtakten des menſch
„bisl, wie im kleinſten Getriebe des Alltags. Dan wird ſich
ſitzenun giſch= deutſche Scele geoffenbart haben, deren ſämtliche
ſige ſtungen zuſammenlaufen in dem einen Leitmotwb: Der
je zldas deutſche Volkstum.
„ifſlichen Anordnung nach zeigt der Film in bunter und
Uzſſelnder Form: ſiebenbürgiſche Landſchaft, ſiebenbürgiſch=
Süſte und Dörfer, Burgen und Baſtionen, wie verträumte
nolſar en; dann ſiebenbürgiſche deutſche Bauern, den Bürger
ſchehuügung — unter den großen Feſtakten des menſchlichen
einm ase Bauern=Doppelhochzeit, ein Begräbnis, die Kirchweih
m Auche, die fuühere Soldatenwerbung als Brauch im heutigen
rderaiuſgebem, Pferderennen anläßlich der Hochzeit und vieles andere
ſen des Ninz unt ein Aeußerungen des Alltags, ebenſo reizvolle wie feſſelnde
die gſat l„ſichtzaum Leben der deutſchen Hausfrau auf dem Lande, die
ſtehn lm Folgluir Verarbeitung des Hanfes vom Rohhanf bis zur fertigen
on der Arnz ſandat t charakteriſtiſch ſiebenbürgiſches Schweineſchlachten, ein
ro Jalr 3u ſwaſrc uen Dorfbrunnen, das Leben am Wirtſchaftshofe, weiße
en Mintl ſchebſt Büffelherden, einen Viehmarkt und vieles andere mehr.
ſiſhte duig hm bute ſich der Film ab. Leider war die Nachmittagsvorſtel=
Aumfat mi die ſiſtüirder beſtimmt war, nicht allzu ſtark beſucht”
voransſicht=
ſtſteh anr der heutige laufende Film „Tannenberg” ſtarke An=
Mlutzurüben.
ſcheit wurſe n Bwhllb rau, B. Nov. Zu dem letzten Ferkelmarkt waren 114
„iwieger= und Militärverein Zwingenberg
A zum Löwen zwei Kulturfilmwe laufen, um im Sinne dis
aon des deutſchen Kriegerbund=s von Hindenburg
Uymreinen uſw. die Möglichket einer außerordentlichen
Enszu geben. Heute wird der kulturgeſchichtliche Lehr=Flm
rg” gegeben, während geſtern der Bilderſtreifen „
Sieben=
ſin deutſches Vo kstum” in zwei Vorſtellungen abgerollt
Fnloemltehufgigber. Ferkel wurden mit 16—94 Mark und Läufer mit
gcwähnt 2y Malup Paar verkauft. Trotz guter Qualitätsware konnte
ſt mter d Klies gmuuft werden. Der nächſte Markt ſindet am 5. Dez, ſtatt.
vaifel auf chh Arsttch. 25. Nov. Sonntag, den R. d. M., findet im Saale
Für d3 Asſwnh. fimann unſere 5. Lokal=Geflügelſchau des
Geilügelzucht=
der Lus / Büumach und Umgegend ſtatt. Es ſind ſehr gute Tiere aus=
—9ch
197 uuß iu. FrzEich=Crumbach, B. Nov. Der hieſige Turnverein
e mhelitz bberarnüe heute, Sonntag, in ſeinem Vereinslokal „Zur Traube‟
von dem Fhemiaderd. Es kommt zur Aufführung „8 Müllerſch Lieſl vun
mistltund ſach u, 8 altbekannte Volksſtück in dvei Akten. Die Leitung und
8 Arüul=frunm gt in guten Händen.
min mut in t HüK O., 25. Nov. Von der letzten
Gemeinderats=
ms 1ig Mſis folgendes berichten: Die Aufforderung der Heſſiſchen
hgsfsurze=Geſellſchaft zwecks Beitritts der Gemeinde als
Mit=
ime Küu ſurdps gelehnt, da dies keinen Gewimn bedeuten wüirde. Die
m4 Elüſith Schnellbacher Wwe, frei werdende Wohnung ſoll dem
zu ffmautzat bswv. dem Finanzamt Höchſt i. O. unter der
Bedin=
ur Atzugrng geſtellt werden, daß dieſelbe im Laufe des Monals
ürzin dr M ker üſger werden muß. Der Antrag Adam Heim und Michael
mrda & bſit Kerrichtung eines Kanglanſchluſſes an ihre Hofreiten,
eB inlegung des erojektierten Fußſteiges im nächſten Jahre
Rüe Die vom Landesamt für Bildungsweſen empfohlene
hertlitzug, wonach die Gemeinde pro Kind und Jahs 70 Pf. zu
hich nice abgelehnt. Den Antragſtellern Menges, Firle und
ian nuckn d e übliche Vergütung für Bauholz gewährt. Die Ent=
(Pieſen in der Heinamuh (oberhalb des Sportplatzes)
E emlive Erverbsloſenfürſorge bewerkſtelligt werden, wobei
Men /taie erforderlichen Entwäſſerungsrohre von den beteiligten
beſtztzub zahlt werden müſſen. Von einem S=hreiben der
arſichemgskammer, in welchem dieſe einen höheren Zuſchuß als
rk m Amſchaffung von Feuerwehrbekleidungsſtücken ablehnt,
Dirſhads Ner Oifſtor ſtand Kenntnis. Der von der Gemeinde aufzubringende
Dak Auftetubeträgt 739 Mark. Die epforderlichen Nöcke und Helme
ear ” mu faffrühjahr gekauſt werden. Für die Uebungsſtunden der
due ſ0 W behrkzoe wurden einige Zentner Kohlen zur Verfügung geſtellt.
Untmc g. Heuſel und Leonhard Ritdel um pachtweiſe
Ueber=
dri Aſt an der neuen Schule wurde zurückgeſtellt. Ueber die
we Mahrdteket Akten bei dem Kreisamt Erbach, betr. Bahnbau
EAſchtnſerg, hier Aufwertung des Koſtenanteils der Gemeinde
eüßt erſtcbätmn die Gemeinderäte Krämer und Vogt Bericht. Mit der
Ween Blköſireng und Vorlage der erforderlichen Unterlagen wurde
ſirgerckaiet beauftragt. Der Reſt der Tagesordnung fand in ge=
Mi Eitzu ſäne Erledigung.
iſche
Mickkldi- 25. Nob. Geſellſchaft der Muſikfreunde
„Wden/tbl Das Winterprogramm der Vereinigung nimnnt am
Bden 9 zutag, den A. November, mit emom Konzert des be=
Mn Kütktaares Prof. E. Döring (Violoncello) und Frau Marg.
A bon ölendorf (Klavier) im Saale des Schloſſes zu Fürſtenau
Anfele. Die Geſellſchaft hat ferner für den Monat Dezember
Welns Ri chenkonzert in der Stadtkirche zu Michelſtadt
vorge=
ds 1ch den Chor der Notenburger Geſangsſchule ausgefüihrt
Ferzchu man im Winterprogramm noch einen Kammermuſik=
W enesh ter= und einen Klavierabend vorgeſehen.
W Mickkld- 26. Nob. Das ſeltene Feſt der Diamantenen
Hoch=
iern Aucontag den 28. November, Herr Heinrich Glenz und
ntich ig ſte, geb. Braun. Herr Glenz, der früher Kontrolleur
EäirE Foe Erbach war, erfeut ſich ebenſo wie ſeine Gattin
ne — Hochſtapelei. In dem benachbarten Steinbuch
9 mitst: Monate ein gewiſſer Fabry auf, der ein äußerſt be=
Lnee Ite und ſich als ehemaliger Offizier ausgab. Nachdem
— Sonntag, den 27 Nopember 1927
erheblicher Schulden unbehelligt zu verlaſſen, verſuchte er auf anderen
Plätzen ſein Unweſen weiter zu treiben, doch gelang es, ihn in Lohr am
Main dingfeſt zu machen. Für ſeine am hieſigen Platze getriebenen
Schwindeleien wird er nun am kommenden Dienstag, den 30. November,
ſeiner Aburteilung durch das hieſige Amtsgericht entgegenſehen.
b. Erbach i. H., 26. Nov. Die Wahlen der Vertrauensmänner zur
Angeſtelltenverſicherung werſen auch hier ihre Schatten voraus. Der
Wahlkampf wird mit einer Leidenſchaftlichkeit von verſchiedenen Seiten
geführt, wie man dies ſonſt bei Wahlen auf dem platten Lande nicht
gewohnt iſt. In den verſchiedenſten Lokalzeitungen erſcheint ein
Auf=
klärungsartikel, eine Annonce nach der anderen. Von beiden Seiten
wer=
den Verſammlungen abgehalten. Der Deutſchnationale
Handlungs=
gehilfenverband ruft ſeine Mitglieder und Anhänger zu einer
Auf=
klärungsverſammlung am Sonntag, den 27. November, vormittags
10 Uhr, in das Gaſthaus „Zum Anker” in Stockheim. Neferent:
Schuh=
mann, Geſchäftsführer des Verbandes in Frank urt. Für die Afa=
Ver=
bände ſpricht in je einer Verſammlung, in Michelſtadt und Höchſt. Nich.
Fuchs, Vertrauensmann der Angeſtelltenverſicherung in Frankfurt a. M.
— Die Landkrankenkaſſe Erbach ruft ihren neugewählten Ausſchuß zur
Vorſtandswahl für Dienstag, den 10. Januar 1228, in das Nathaus zu
Erbach ein. Zu wählen ſind drei Vorſtandsmitglieder und ſechs
Stell=
vertreter aus dem Kreiſſe der Arbeitgeber und ſechs bzw. 12 Mitglieder
aus dem Kreiſe der Arbeitnehmer. Wahlvorſchläge ſind ſpäteſtens vier
Wochen vor dem Wahltage an die Geſchäftsſtelle der Kaſſe einzureichen.
— Die Stadt Erbach ſchreibt einen großen Teil des in dieſem Jahre in
den ſtädtiſchen Waldungen anfallenden Nutzholzes zur Submiſſion aus.
Eröffnung der Angebote: Montaa, den 28. November 1997, vormittags
11 Uhr. — Die Bezirksgeflügelſchau, die am 3. und 4. Dezember d. J.
in Michelſtadt ſtattfinden ſollte, wurde vom Kreisamt Erbach abgeſagt, da
in Michelſtadt durch das Kreisveterinäramt die Maul= und Klauenſeuche
feſtgeſtellt wurde. Hoffentlich gelingt es, dieſe gefährliche Seuche, die
unſerer Landwirtſchaft erſt vor einigen Jahren empfindliche Verluſte
brachte, zu lokaliſieren.
Bn. Hirſchhorn, B. Nov. Zum Zwecke der bevorſtehenden Bahl
zur Handwerkskammer liegt die Mitgliederliſte des Ortsgewerbevereins
Hirſchhorn vom 29. November bis zum 6. Dozember auf dem Rathauſe
dahier zur Einſicht der Intereſſenten offen und können während dieſer
Beit Einwendungen baſelbſt erhoben werden. — Der Feldweg in de=
„Weſdenau” iſt wegen Herſtellungsaubeiten bis auf weiteres geſperrt.
— Wie alljährlich findet auch dieſes Jahr wiedor am 2.
Weihnachts=
feiertag die Abendunterhaltung des Geſangvereins „Süngerbund” im
Gaſthaus „Zum Erbach=Fürſtenauer Hof” ſtatt, desgleihen am
Neu=
jahrstage diejenige des Turnvereins Kirſchhorn.
Hirſchlorn, 95. Nov. Waſſerſtand des Neckars. am
25. November: 1,52 Meter; am 26. November: 1.40 Meter.
j. Aus dem Gorxheimer Tal, 26. Nov. An Stelle der vor einigen
Monaten abgebrannten Scheunen der Landwirte Herlemann und Kohl
in Tröſel ſoll jetzt ein modernes Bauwerk erſtellt werden. Die Leitung
des Unternehmens iſt der Heſſiſchen Landwirtſchaftskammer in
Darm=
ſtadt übertragen worden. Mit der Ausfüchrung der Bauten wurden
Maurermeiſter Beßler in Tröſel und Zimmermeiſter Groß in Gorxheim
betraut.
f. Von der Bergſtraße, 94. Nob. Die von Laſtautos ſtark befahrene
Grundelbachſtraße in Weinheim, in der ſich das Städtiſche Krankenhaus
befindet, iſt mit Walzaſphalt befeſtigt worden. Dadunch wird die Straße
ſtaubfrei und das Befahren geräuſchlos gemacht.
Bm. Hofheim (Nied), 25. Nob. Ein Autozuſammenſtoß, der leicht
hätte ſchlimmer verlaufen können, ereignete ſich heute vormittag an der
Ecke vor dem Gaſthaus „Zum Löwen‟. Der in Bürſtadt wohnhafte
Arzt Dr. Sieben fuhr zum Beſuche ſeiner hieſigen Patienun mit ſeinem
„Opel Lausfroſch” durch die Bahnhoſtraße, als ein von der
Backhaus=
gaſſe komender Vierſitzer, der zum Nehmen dieſer Kurve wohl zu ſchnell
fehr, ihn anrannte. Während beide Fahrer keinerlei Verletzungen
er=
litten und der von Worms kommende Wagen auch weiter nicht beſchädigt
wurde, brach am Wagen des Arztes eine Achſe und zwei Räder wurden
ſtark beſchädigt. Nach Ausſagen von Augenzeugen trifft den Arzt
keinerlei Schuld, da er in uäßigem Tempo fuhr.
D. Gernsheim, 24. Nov. Die Firma Gernsheimer
Hafenbetriebs=
geſellſchaft m. b. H. baut zurzeit einen elekriſchen Brückenkran und iſt
das eigens hierzu errichtete Transformatorenhaus bereits fertrggeſtellt.
Die Arbeiten werden von der Rheſinbau A.G. Mannheim ausgeführt und
iſt ſo vielen Erdarbeitern, ſowie auch ſonſtigen Arbeitern des Hech= und
Tiefbaues Erwerbsmöglichkeit gegeben. Der Kran, der als der größte
des hieſigen Hafens angeſehen werden dürfte, wird 5 Tonnen faſſom
und iſt ſeinethalben extra die Kaimauer verlängert worden. De
Ar=
beiten werden Tag und Nacht ununterbrochen fortgeſetzt und dürfte bei
einigermaßen guter Witterung das gewaltioe Werk bis Februar
fertig=
geſtellt ſein.
Gernsheim a. Nh, 25. Nob. Waſſerſtand des Rheins
am 2. November, vormittags 6 Uhr: 036 Meter
g. Büttelborn, 25. Nov. Geſtern vormittag gegen 8 Uhr brach in
dem Anweſen des Landwirts Peter Keller in der Mainzerſtraße ein
Brand aus, dem die Scheuer ſamt Stallung zum Opfer fiel. Alle
Vor=
räte, die imn dieſen Gebäuden untergebracht waren, wurden ein Opfer der
Flammen. Dank des tatkräftigen Eingreiſens der geſamten
Einwohner=
ſchaft und der Feuerwehren von Büttelborn und Groß=Gerau konnte
das Wohnhaus, das bereits angebrannt war, ſowie die dicht
angrenzen=
den Nachbargebäude gerettet werden.
z. Königſtädten, 23. Nov. Durch den Prorinziallandtag
Starken=
burg wurde beſchloſſen, die Straße Trebur—Hof Schönau und
Rüſfelsheim-Königſtädten auszubauen. Da nun der Staat.
der einen finanziellen Anteil dazu zu leiſten hat, zurzeit hierzu nicht
in der Lage iſt, haben ſih die Gemeinden Trebur und Rüſſelsheim
be=
reit erklärt, den Staatsanteil vorlagsweiſſe zu übernehmen. Die
Ge=
meinde Königſtädten, deren vorzulegender Anteil etwa 45 000 Mark
be=
trägt, lehnt die Vorlage ab, da es zweifelhaft ſei, daß der Staat die
Vorlage ſpäter zurückerſtatten könne.
z. Offenbach, 25. Nov. Die Stadtverordneten beharrten geſtern mit
23 gegen 22 Stimmen auf einem ſoz aldemokvatiſchen Antrag, wonach
den Erwerbsloſen Beihilſe zur Wohnungsmiete, Gas= und
Badepreis=
am 1. Of.r w il. n ejetzlich.
u Bro=y
ernäſ”"
abgeſchafft wurden, nach den Grundſätzen der gehobenen Fürſorge durch
„nhrt bitretet wat. Ae. „eitte Pns,chtratid Mük.4e
A
am 2. Oktober gefaßt und ſchon alsbald vom Oderbürgermeiſter
bean=
ſtandet. In dem Verwaltungsſtreitverfahren, das nun einſetzt, wird die
Mehrheit der Verſammlung durch den Sozialdemokraten Weber und den
Kommuniſten Galm, beides auch Landtagsabgeordnete, vertreten. Ein
kommuniſtiſcher Antrag, dem Oberbürgermeiſter und dem Beigeordnten
Dr. Aull das Vertrauen zu entzichen, wurde bei Stimmenthaltung der
Sozialdemokraten gegen die Antragſteller abgelehnt. Vorauszahlungen
auf die kommende Beſoldungsregelung an die ſtädtiſchen Bcamten
er=
halten vorläufi nur diejenigen unter dieſen, deren Grundgehalt bis zu
300 Mark im Monat beträgt, und zwar Ledige 25, Verheinatete 40 Mk.
Der Antrag wurde gegen 19 Stimmen, die für Uebernahme der
Neichs=
regelung waren, angenommen und erfaßt noch die Beamten in den drei
unterſten Stufen der Beſoldungsgruppe 9. Bei der Beratung dieſes
Gegenſtandes mußte der Oberbürgermeiſter den Zuhörerraum räumen
laſſen, weil die Zuhörer dem Stadtverordneten Galm durch lärmende
Zurufe Beifall zollten. Die Kraftwagenverbindung nach Bieber
beför=
derte im verfloſſenen Sommerhalbjahr 360 806 Fahrgäſte, während es in
der gleichen Zeitſpanne des Jahres 1926 nur 241 835 waren. Zur
Be=
wältigung des geſteigerten Verkehrs wird für 38000 Mark ein weiterer
Daimler=Wagen angeſchafft, der 29 Sitzplätze und 15 Stehplätze enthält.
Beinbeſſen.
Worms, 26. Nov. Die Reich=wayndirektion Mainz teilt mit: Am
Freitag, vormittag 8.30 Uhr, wurde bei Kilometer 4,43 der Strecke
Bobenheim—Worms neben dem Gleis Bobenheim—Worms der am 6. 3.
07 zu Wald=Uclversheim geborene und in Worms, Donnersvergerſtraße
Nr. 30, wolnhafte Friſeurgehilfe Adam Martin tot aufgefunden. Die
Leiche weiſt auf der Rückſeite des Halies eine von Ohr zu Ohr gehende,
tiefgehende Quetſchwunde auf. Die Weichteile und Halswirbeljäule ſind
zermalmt, hervorgeruſen durch eine große ſtumpfe Gewalt. Ob
Selbſt=
oder Fremdverſchulden vorliegt, muß die Unterſuchung ergeben.
t Alzeh, 22. Nov. Die Bürgermeiſterverſammlung
des Kreisvereins am Freitag nuchmittag war außerordentlich gut
be=
ſucht. Der Vorſitzende, Bürgermeiſter Klein=Bonsheim, eröffnete
mit einer herzlichen Begrüßungsanſprache die Verſammlung. Als Gäſte
waren erſchienen Kreisdirektor Draudt, ſowie die Mäglieder des
Kreisausſchuſſes. Als wichtigſter Puntt war auf der Tagesordnung die
Gründung eines Obſt= und Gartenbauverbandes für
den Kreis Alzeh, worüber Gemeinderechner Faſia=
Sprendlin=
gen ein längeres Referat erſtattete. Er verlangte beſonders die
Ein=
ſtellung eines Obſtbautechnikers für den Kreis, da nur ſo eine
nach=
drückliche Förderung des Obſtbaues ervartet werden könne. Der
Red=
ner fand mit ſeinem Vortrag leohafte Zuſtimmung. In den
Verbands=
ausſchuß wurden gewählt: als Vorſitzender Kreisdirektor Draudt.
Ge=
meinderechner Faſig=Sprendlingen, Büirgermeiſter Schott=Ufſhofen,
Fiſch=
born=Biebelsheim Brand=Gau=Odernheim und Fihach=
Pfaffenſchvaben=
heim. Das nächſte Referat hielt Bürgermeiſter Alexander=
Gon=
ſenheim, der Vorſitzende des Landgemeudetages. Er beſchäftigte ſich
fehr eingehend mit der Tätigkeit des Landgemeindetages
und der heſſiſchen Bürgermeiſter. Ferner ſprach er über
Verſicherungs=
verhältniſſe der Bürgermeiſter und gab über noch maucherlei an ihn
gerichtete Fragen Auskunft. Ten Kaſſenbericht erſtattete
Bürger=
meiſter Wenz=Wonsheim, der von der Verſammlung gutgeheißen
wurde. Der alte Vorſtand wurde wiedergewählt. Anſchließend an die
Verſammlung fand ein gemeimſamer Mittagstiſch in den Nänmnen des
„Kaſinos” ſtatt. — Das am Sonntag abend im hieſigen Saalbau
ver=
anſtaltete Wohltätigkeitskonzert des Geſangvereins „
Sänger=
bund” zugunſten unſerer hieſigen Freiwilligen Feuerwehr erfreute ſich
eines außerordentlich ſtarken Beſutzes und zeitigte ſomit auh einen
ſchönen finanziellen Erfolg. Das Luſtſpiel „Dr. Klaus” wurde von
den Säugern brillant geſpielt und reicher Beifall lehnte den bratzen
Sängern ihre Mühe. Die vorgetragenen Konzertſtücke und Märſche der
Kapelle, die jetzt über 2 Mann verfügt, wurden begeiſtert
aufgenon=
men. Es war ein Abend, der den Sängern als auch der Wehr noch
lange m angenehmer Erinnerung bleiben dürſte.
bs. Nieder=Ingelheim, B. Nob. Unter dem Vorſitz des Herrn
Kreis=
direktors Schön=Bingen fand eie Verſammlung der Obſt= und
Garten=
bauvereine Ober= und Nieder=Enzelleim Frei=Weinheim. Gau=
Alged=
heim und Heidesheim ſtatt. Außer den Vorſtünden der Vereine waren
die Bürgermeiſter der betreffenden Ortſchaften, ſowie die Herren
Ober=
landwirtſchaftsrat Bauer vom Mimiſterium für Arbeit und Wirtſchaf=
und Landesobſtbauinſpektor Pfeiffer von der Landwirtſchaftskammer
an=
weſend. Die beiden letztgenannten Herren gaben Aufſchluß über die
Aufgaben und Ziele der vor kurzem gebildeten heſſiſchen
Arboitsgemein=
ſchaft auf dem Gebiete des Obſt= und Gemüſebnues. Gegenüber dem
Vordringen des Auslandes auf die deutſchen Märkte könne nur eins
helfen: Zuſammenſchluß. Nicht nur Holland, Frankreich, Spanien und
Italien überſchüitteten heute den deutſchen Markt mit ihren Erzeugniſſen,
auch Ungarn, Serbien, Bulgarien, ja ſogar das ſüöhliche Nußland
macl=
ten Anſtrengungen, ſich den deutſchen Markt zu erobern. Die für die
hieſige Gegend daraus gezogene Schlußfolgerung war das Verlanger
nach Zuſammenlegen der dicht neeneinander beſtehenden Ooſt= un.
Gemiifemärkte in Gau=Algesheim, Nieder=Ingelheim und Heidesyeim.
Die Verſammlung war ſich klar darüber, duß der Zuſammenſchluß der
Märkte des Ingelheimer Gebietes zu einem Großmarkt auf
genoſſen=
ſchaftlicher Grundlage notwendig ſei. Es wurde daher die Hoffnung
ausgeſprochen, daß auch die anderen Märkte in der weiteren Umgebung
dem Beiſpiel folgen, und daß beſonders die Gemeinde Finthen, in der
bereits eine Genoſſenſchaft beſteht, für den Zuſammenſchluß gewonnen
werden könne. Aus der Verſammlung heraus, die ſich einmütig für den
Zuſammenſchluß der drei Märkte und die Gründung von
Verkaufs=
genoſſenſchaften ausſprach, wurde eine Kommüſion gebildet, die in
Zu=
ſammenarbeſt mit Herrn Landesobſtbauinſpeltor Pfeiffer die
Weſter=
bearbeitung dieſer Frage in die Hand nehmen foll.
Oberheßen.
Af. Friedberg, 24. Nob. Der „Verein für Bühnenſpicle”, der ver
knapp 2 Jahren ſeine Tätigkeit hier aufgenowen hat, verauſtaltcte
ge=
ſtern zum erſten Male einen Vortragsabend, der von Kaufmann Carl
Türk geleitet wurde. Als Nedner war Alfred Auerbach gewonnen, der
weithin bekannte Lehrer für Mimik und Sprache am Hochſchen
Konſer=
tatorium. Er beſprach das Thema „Laienbühne, Verufsbühne, Film”,
das aber mur teilweiſe behandelt wurde. Er führte u. a. aus, daß die
Laienſpielhewegung teilweiſe von der Berufsbihne bekänpft würde,
was aber ganz ungerechtfertigt ſei, da dieſer von hier aus keine Gefahr
brohen könne. Im Gegenteil ſind die Laienſpiele geeignet, die Freude
am Theater und hiermit auch den Beſuh zu heben. Es iſt aber nötig,
daß ihnen der Sinn für eine Vorbereitung und damit für die
Schwierig=
keit des Berufs geweckt wird. Im anderen Falle iſt die Gefahr, des
Berufsdilettautismus gegeben. Vom Darſteller wird heute nicht mehr
das gute Organ und die ſchöne Poſe gefordert, ſondern eine
Perſönlich=
keit von unerhörter Kraft und Intenſität. Vom Laien aber muß mai
Beſcheidenheit fordern und Achtung vor dem Darſteller und Dichter, die
zuſammen um die Geſtaltung der neuen Zeit ringen. Der techniſche
Teil der Erziehung zum Darſteller gliedert ſich zuächſt in die
Er=
ziehung zum Wort. Hier iſt der richtige Atem die elementare Frage.
Dann zur Mimik. Hier iſt vernünftigg Körperſchulung nötia. Richtiger
Ausdruck, Betonung und Mintik kann nicht gelernt werden, ſondern muß
aus dem Gefühl kommen. Der Nedner zeigte hierfür, unterſtützt von
ſeiner Schilerin, Frl. Mus, ein beachtliches Beiſpiel. Nahdem er noch
ganz lurz die Frage der Auswahl von für die Laienſpiele geeigneten
Stücken geſtreift hatte, bei der er beſonders auf unſere heimiſchen Dichte=
Niebergall u. a.) hinwies, ſchloß er uter ſtarkem Beifall ſeinen
Vor=
trag. — Der Deutſche Hachſchulring am hieſigen Polytahmnikum
ver=
anſtaltete heute mittag einen Lichtbildervortrag, wo stud. rer, nat.
Frey=
mann, der Leiter des Grenzlandamtes der Gießener Studentenſchaft,
einen Vortrag über die Grenzlandarbeit der deutſchen Studenten und
über ſeine praktiſchen Erfahrungen, die er auf dieſem Gebiete während
ſeiner diesjährigen Fahrt ins Burgenland gamacht hat, hielt.
h. Alein=Linden bei Gießen, B. Nob. Vom Auto üherfahren
und auf der Stelle getötet. Ein Laſtkraftwagen mit Anhänger
der Firma Hefurich Weimer=Gießen paſierte heute abend gegen 7 Uhr
unſer Dorf in der Richtung nach Gießen, als der 70 Jahre alte
Land=
wirt Johannes Weber an der Ecke Frankfurter= ud Wetzlarer Straße
die Straße überſchreiten wollte. Der Chauffeur gab lebhafte Signale,
doch Weber achtete nicht auf den Ankänger des Laſtwagens, wurde von
dieſem erfaßt, zu Boden geworfen und überfahren. Der Mann, welcher
unter dem Namen Hörnsheimer Hannes in der geſamten Ungegend
be=
kannt iſt, wurde von Zeugen des Unfalls in ein Nachbarhaus getragen,
Der raſch gerufene Arzt 2r. Boßler konnte nur noch den Tod
feſt=
ſtellen. Die Räder des ſchweren Anhängewagens hatten dem alten Manne
die Halswi=bel gebrochen und die Bruſt eingedrückt, ſo daß der Tod auf
der Stelle eingetreten war.
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Seite 8
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Sonntag, den 22 November 1927
Geite 11
Da dialfel Oolt Aolntelsrratt
urnmädchen Thereſe Neumann, die Stigmatiſierte
ſputeuth in der Oberpfalz, hat ſo ſehr das Intereſſe
tie erregt, daß es wohl geboten ſein dürfte, jetzt,
ſg von wiſſenſchaftlicher Seite authentiſche
Mittei=
bcggen, einen allgemeinen pbjektiven Ueberblick über
ſonng=euther Ereigniſſe zu geben.
wcherwhul” umann iſt 29 Jahre alt, 165 Zentimeter groß und
50½, ſie bringt den Tag meiſt außer Bett zu, geht zur
luglichreibt Briefe und empfängt Beſuche. Nach Dr.
ſichhschilderung hat ſie ein neutrales, blaſſes, etwas
Gſe, merkwürdig lebhafte Augen und entſprechendes
ſ; auu terer Stelle beſchreibt er ſie als harmlos=fröhliches,
zuas z 3 ſchlagfertiges und witziges Bauernmädchen. Ihr
Gedächtnis wird beſonders hervorgehoben. Im
iſtarinte es beim Nachbarn des Dienſtherrn, bei dem
zellung war; ſie erſchrak ſehr heftig, fühlte ſich
beteiligte ſich aber bei der Löſcharbeit und
ver=
ut inaufreichen eines Waſſereimers plötzlich einen
Fkücken, offeubar eine Muskelzerrung. Seitdem
eiſtungsunfähig und lag vom 23. April bis 10.
87 Waldſaſſener Krankenhaus mit hyſteriſchen
Zu=
g öſterem Bluterbrechen. Die Diagnoſe lautete:
i Schock”. Nach ihrer Entlaſſung aus dem
Kranken=
wanf ticht mehr recht leiſtungsfähig, und im Oktober
ſerhuchit ſich beim Aufheben eines ſchweren Gegenſtandes
euenm un konnte ſie gar nicht mehr gehen, ſie war
gänz=
ſlähtyz tuch ihr Sehvermögen nahm ab; es ſtellte ſich
M Lchruſtiche) Blindheit und tagweiſe Taubheit ein, ſie hatte
(Mſtaklutungen, erbrach oft, blutete auch aus dem Ohr.
Kugrsſigelunterſuchung war nicht auszuführen, da
The=
pbeillſfart in heftige Krämpfe verfiel. Eine
ungewöhn=
pnpitztlichkeit der Haut führte zu Druckgeſchwüren an den
wu les gelähmten Glieder aufeinander lagen.
Fdezuſchren 1920 bis 1925 befand ſich Thereſe ohne ärzt=
Veratuy; einzig und allein unter der Pflege der Eltern
Aſlüchn Beiſtand. Der geiſtliche Herr verwies ſie
natur=
fmiſen wwieder auf Gott, der durch ſeine Gnade die
ſen ſucken geſund machen könne, daß die Heiligen auch
MMszuſtctes Ehre gelitten und alles in Geduld ertragen
„Junſtgihlte ihr von Wunderheilungen aller Art mit und
M beilltzyvermittelung. Thereſe wurde in dieſen Jahren
ſhem öſtungen reichlich verſehen, in fromm=beſchaulichem
Weidich
ſteüllſie ſich ganz auf derartige Ideengänge ein und
ſichh4 Dulderin, die freudigen Herzens auch fremdes
ſend
uf ſuchu nehmen bereit war. Zu ihrer beſonderen
Patro=
pähltzei;, die kleine Thereſe; zu dieſer betete ſie mit dem
ſchtem rſolg, daß ſie die Rheumatismusbeſchwerden ihres
daſße das Halsleiden eines jungen Theologen auf ſich
düchle Seit jener Zeit konnte Thereſe nichts Rechtes
M AAscuzt und nährte ſich angeblich im weſentlichen von
keitem Himbeerſaft, Tee und Milch.
Mü drrI 1923, am Tage der Seligſprechung der kleinen
milkl i/ will Therefe Neumann plötzlich von ihrer hyſteriſchen
ſe nch
eiſt Wilk, und am 17. Mai 1925, dem Tage der Heilig=
Aat
Ml inen Thereſe, hatte ſie vor dem plötzlichen Ver=
Fürß
ſeu Gre übrigen Lähmungserſcheinungen eine hyſteriſche
mu eihr die kleine Thereſe ihre baldige Geneſung ver=
Wyr plötzlich wie entrückt mit einem glücklichen Ge=
3 üſtin en hellen Lichtſchein.
dſtr plötzlichen Heilung ihrer verſchiedenen Leiden
ſetzhe ihren eigenen Augen und in den Augen ihrer
altzurtter beſonderer göttlicher Gnade ſtehendes Mäd=
AhM4 blötzliche Heilung einer Blinddarmentzündung,
Me8Aloſt ſchon beobachtet wird, nach Anſicht des behau=
M Auß ſehr natürlich durch den Durchbruch des Eiter=
4nach m Darm zu erklären war, wurde unter dieſem
BSpuivckt etrachtet.
„Ehn alchErſcheinungen, die Thereſe von da an bietet, ſind
ilwitzugft en die Ekſtaſen oder Verzückungen, die
Stig=
wer 10 Wder A Unbmale und die Ernährungsverhältniſſe.
M rah ic dicszerauen Bericht, den der Profeſſor der Pſychiatrie
4Unükität Erlangen, Dr. G. Ewald, auf Grund eige=
Gedkuſchaft mit dem behandelnden Arzt San.=Rat Dr.
Win Affaſſen gemachter Beobachtung kürzlich veröffent=
Mut unllei auch im weſentlichen der vorſtehenden Schilde=
Marizu gelegt iſt, ſei der Verlauf einer ſolchen Ekſtaſe
ben.A ku ere auf eigene Beobachtungen begründete
Schil=
den 1in u. a. vor von Dr. med. Eduard Aigner aus
N9 10 1. und dem Redakteur der „Münchener Neueſten
ichtenc r. Fritz Gerlich.
Ne Erzſin ſetzen jeden Donnerstag zwiſchen 11 und 12 Uhr
ein 7A bauern bis Freitag mittag gegen 1 Uhr. Aus
Darene hlummer fährt Thereſe plötzlich auf. Sie ſieht
Neich Rn Die Lider ſind halb geſchloſſen. Sie richtet ſich
m Bikz auuf und bleibt mit vorgeſtreckten Händen einige
Nen rechigslos ſitzen. Aus den Augen treten leicht blutig
Me Tuſti dieſe rinnen die Wangen herab, trocknen und
ben. 9e Erſtaſen wiederholen ſich nun in Abſtänden
9 us Mr nuten während der ganzen 12 bis 13 Stunden,
A meils bis 10 Minuten an, und nur die letzte große
E Jautleirne Stunde. Allmählich bildet ſich über beiden
Ei aſhen unteren Augenlidern beginnend, eine zwei
breiſlhahn feſtgeklebten verkruſteten Blutes, die das
Beſchacel ungemein ergreifend geſtaltet.
DM BMM1 Zeit wimmert Thereſe leiſe vor ſich hin, wirft
eiu Zu/ ds Ermatteter einen Arm oder eine Hand zur
7 läßt 77 0 ppf zur Seite ſinken, murmelt vor ſich hin von
DiS lict n Heiland geſehen. Die auf die Herzgegend auf=
Lodca fe iſt durchblutet, ebenſo zeigt das Kopftuch,
Rewigk43 hinten verlaufend, eine Reihe gut talergroßer
Gaist von wäſſerig=blutiger, etwas dunkler, rötlicher
Mgeitch jorend der von Prof. Ewald am 29. Juli 1927
Scherid ürſe bluteten die Stigmen an den Händen und
2a nichen 2. Mieneuſpiel iſt während der Ekſtaſe wechſelnd,
der Desurck tieſſten Schmerzes. Die letzte große Erſtaſe
Rim Aherlebnis der Kreuzigung, der „großen Paſſion”,
Hert Elentunde. Nachdem auch dies vorüber, liegt The=
Sehatelſe eine Tote, ſie dämmert nach einem Schweiß=
Dnid rEa Zeſchlaf hin. Am nächſten Morgen iſt ſie wieder
Nun T Eirchgang bereit.
on en Ekſtaſen traten auch Stigmen an den Hand=
Htmrick auf. Am Herz=Feſu=Freitag, dem 6. November
Segonch Fr rend der Ekſtaſe an drei Stellen der behaarten
Bſhaut
die ehü uSzuſcheiden, jetzt ſind es acht Stellen, doch
Stigmich. „rei. In der Paſſionszeit 1927 bluteten ſämt=
Kupf u0. DShrend ſpäter nur noch blutige Tränen fließen
Arzwunde bluten. Die Schorfe über den Stigmen
ibr Kich
Wer thile uſten ſochverſtändigen Beobachter und eine ge
tbeife s., hn Tage ſich erſtreckende Ueberwachung haben
Wcr mmeh e7tgeſtellt, daß es ſich bei Thereſe Neumann tat=
Ausfließen von Blut oder blutig=wäſſeriger
Flüſſigkeit handelt, und der ſpontane, das heißt ohne jede äußere ſchen Fall gehört hat, deutlich darauf hin, daß hier eiu Betrug
Veranlaſſung entſtehende Beginn der Blutungen wurde eben= vorliege. Dabei könne die Frage, ob abſichtliche Täuſchung
falls einwandfrei feſtgeſtellt. Nach der Auffaſſung von Prof.
Ewald kann die Entſtehung der Stigmatiſation nur als eine
ausgeſprochene pſychogene, das heißt durch Erlebniſſe bedingte, normal gerichteten bedeutenden Jutelligenz fehle, gehe ſchon
verſtanden werden. Der ungeheure Einfluß ſeeliſcher Erlebniſſe
auf die mannigfachſten Zuſtände der Körperlichkeit kommt hier
zur Geltung. Die eigenartige Lokaliſation der Stigmata iſt be= völlig unumſtößlichen Naturgeſetzen kein Zweifel, daß die
angeb=
dingt durch die Eigenart deſſen, was Thereſe während der Ekſtaſe
ſuggeſtion.
Von größtem Intereſſe iſt es nun, daß in allerletzter Zeit
wie deſſen Aſſiſtent Dr. Neuburger dieſer Tage berichtet hat,
der experimentelle Nachweis gelungen iſt, daß das Nervenſyſtem gaug vorliegt. Auch ſie fordert mit gleichem Ernſt wie die
libe=
unter Umſtänden funktionelle Aenderungen in der Gefäßwand rale Welt eine einwandfreie Unterſuchung. Aber für ſie ſteht
hervorruft, die zur Folge haben, daß ohne Zerreißung oder
Um=
ſchichtung rote Blutkörperchen austreten. Bei einem Manne, immer auch die Unterſuchung ausfallen möge, jedenfalls alles
der als „phyſiologiſches Phänomen” in Aerztekreiſen nicht un= mit natürlichen Dingen zugegangen ſein muß. Sie läßt vielmehr
bekannt iſt, gelang es nach kurzer Vorbereitungszeit einem Willen
oder einer Vorſtellung, außergewöhnliche körperliche Veränderun= „Poſitiviſten” und „Poſitive” ſcheiden ſich alſo in der
Frage=
gen in Form des Austritts roter Blutkörperchen hervorzurufen.
Die Vorbereitung beginnt mit der Vorſtellung des notwendigen tiefer in die Zerſpoltenheit unſerer Kulturwelt hinein.
Schmerzreizes und bedarf einer beſtimmten Zeit. Dieſes „
Phä=
nomen” ſtellte ſich einen ungewöhnlich ſtarken Schmerz vor,
aus=
gelöſt durch die Vorſtellung, die Haut werde ihm abgezogen.
Dieſe Vorſtellung in vollkommener Konzentration, das
Selbſt=
erleben der Vorgänge gibt den Reiz funktionellen Geſchehens ab. Das kine hofft, daß die Unterſuchung das Uebernatürliche des
die Schmerzen in dieſem Erleben ſind Stärke, und das
ſtunden=
lange Verweilen in dieſem Zuſtande iſt die Dauer des Reizes.
Nie wird es geliugen, innerhalb kurzer Zeit ſolchen Blutungs=
Stelle ein Stigma zu zeigen.
in der Lage iſt, durch Wille und Vorſtellung, d. h. pſychogen,
außergewöhnliche körperliche Veränderungen hervorzurufen. Ihre
beſondere Neigung zu Blutungen hatten ſchon die früheren
Blurngen aus Magen und Ohr dargetan; ihr Hungerzuſtand
iſt hierfür als weiteres begünſtigendes Moment zu bewerten.
Bis hierher finden alle bei Therefe beobachteten
Erſchei=
ein in das Bild einer ſchweren, hochgradigen Hyſterie.
Ganz anders iſt es mit ihrer Angabe über ihre Nahrungs=
und Flüſſigkeitsaufnahme. Seitdem ſie das Halsleiden des
jungen Theologen auf ſich genommen hat, ſeit Ende des Jahres
1922, kann Thereſe, wie weiter oben ſchon erwähnt, nichts Feſtes
mehr ſchlucken, ſie lebte zunächſt nur von Flüſſigkeiten: Kaffee,
Milch und etwas Fruchtſaft.
Seit dem 23. Dezember 1926 nimt ſie angeblich auch keine
Flüſſigkeit mehr zu ſich außer dem Schluck Waſſer, der ihr
ge=
reicht wird, um bei der täglichen Kommunion ein Partikelchen
der Hoſtie — es beträgt den achten Teil einer ſolchen — ſchlucken
zu können. Sie will ſich trotzdem immer geſättigt fühlen und
weder nach Speiſe noch Trank Verlangen haben. Die
körper=
lichen Ausſcheidungen erfolgen in flüſſiger Form angeblich nur
etwa alle acht Tage, in feſter Form nur alle drei bis vier Wochen,
und zwar in minimaler Menge.
Dieſe Angaben widerſprechen nun jeder wiſſenſchaftlichen
und Laien=Erfahrung und erſcheinen einfach unglaublich. Die
vom biſchöflichen Ordinariat Regensburg deshalb angeſtrebte
Iſolierung der Thereſe Neumann in einem Krankenhaus
ſchei=
terte an dem Widerſtand der Eltern. Die daraufhin eingerichtete
vierzehntägige Ueberwachung durch vier ſich ablöſende vereidigte
Schweſtern brachte keine Aufklärung. Trotz der angeſtrengteſten
Beobachtung konnte nicht einmal beobachtet werden, daß
The=
reſe, die keine Sekunde allein war, etwas zu ſich nahm oder dürſte. Aber man muß dieſen aufgeklärten Klerikalen glauben,
irgendwie verſucht hätte, etwas zu ſich zu nehmen. Trotz
alle=
dem wird man zu der Aunahme gezwungen, daß hier etwas
nicht ſtimmt, und die Forderung einer Ueberwachung und
Beobachtung in einer neutralen Klinik kann nicht dringend genug
werden.
Einſtweilen iſt als Folge einer pſychiſchen Maſſeninfektion
licher; ſo waren am 5. Auguſt d. J. über 2500 Fremde und am
12. Auguſt ſogar über 4000 Fremde dort, wodurch naturgemäß dürſte das von Männern verlangen, die ja keine Religionsſtifter,
das Leiden nur geſteigert und vertieft wird. Mit vollem Recht ſondern Kirchenbeamte ſind und als ſolche verehrte
Ueberliefe=
ſtellt deshalb Profeſſor Ewald die dringende Forderung auf,
daß der Kult, der mit Thereſe Neumann getrieben wird und der teidigen? Gerade die Aehnlichkeit des neuen Wunders gefährdet
die Geſundung der Kranken verhindert, endlich einmal ein Ende nur die alten. Neue Wunder ſiund, ſo wie die Zeiten geworden
Dr. Arthur Hoffmann.
nimmt.
* Die kulturgeſchichtliche Bedeutung
von Konnersreuth.
Von Prufeſſor Dr. Fritz Kern in Bonn.
(Nachdruck verboten.)
Der Tatbeſtand iſt dem Leſer bekannt und in wenige Zeilen
zuſammenzufaſſen. Ein Bauernmädchen, das im Leben noch
kaum über ſein Dorf hinausgekommen iſt, erlebt alle Freitag die
Leidensgeſchichte Chriſti leibhaftig mit, trägt die Wundmale
Chriſti am Körper, weint Blut, ſpricht einige Brocken Aramäiſch,
nimmt täglich eine Hoſtie zu ſich und behauptet, ſeit vielen
Mo=
naten nichts weiter gegeſſen zu haben. Die Beobachtung des
keineswegs immer bettlägerigen, ſondern ſich frei im Dorf
be=
wegenden Mädchens durch vier Franziskanerinnen hat während
einer Ueberwachungsperiode von vierzehn Tagen keine
Nah=
rungsaufnahme entdeckt; der Körper hat aber Schlackenabfuhr
wie ein normaler und nimmt an Gewicht nicht ab. Die
Ueber=
führung in ein Krankenhaus, wo allein eine zureichende
Beobach=
tung möglich wäre, iſt bisher an der Weigerung des Mädchens
oder ſeiner Umgebung geſcheitert.
Jenſeits dieſes Tatbeſtandes von Konnersreuth beginnt die
kulturgeſchichtliche Bedeutung des Falles.
Sie beginnt ſchon bei der Ausdrucksweiſe, worin die Welt
von Konnersreuth ſpricht. Die liberale oder, wie ſie ſich ſelbſt
vielfach bezeichnet, wiſſenſchaftlich=poſitiviſtiſche Hälfte der Welt
hält eine Erörterung der Frage, ob hier alles natürlich zugehe,
überhaupt für überflüſſig. Da die Stigmatiſation (
Wundmal=
nachbildung), das Weinen von Menſtruationsblut uſw. ſchon
vielfach bei Hyſteriſchen beobachtet ſei, liege hier kein
überraſchen=
der Tatbeſtand vor. Die meiſten Beſonderheiten des Falles ließen
ſich ebenfalls erklären, ſo z. B. die Sprachkenntniſſe durch die
Beſuche eines Profeſſors der ſemitiſchen Sprachen. Unerklärlich
bleibe die angebliche Nahrungsloſigkeit. Aber der auerkannte
Stoffwechſel und die Gewichtserhaltung weiſen ebenſo wie der
Umſtand, daß anſcheinende (aber nur vorgetäuſchte)
Nahrungs=
loſigkeit auch bei früheren Stigmatiſierten ſozuſagen zum klini=
Anderer oder Selbſttäuſchung der Patientin, zunächſt offen
blei=
ben. Daß es der Bedauernswerten nicht an einer freilich
un=
aus dem Aramäiſchlernen hervor. Aber auch wenn Thereſes
Einbildungsvermögen geringer wäre, ſo bliebe doch nach den
liche Nahrungsloſigkeit unmöglich iſt. Sie müſſe ſich, wenn erſt
erlebt. Es handelt ſich hier um eine ganz intenſive Auto= eine einwandfreie Nachprüfung ermöglicht wird, als Täuſchung
herausſtellen.
Anders urteilt die klerikale oder, wie ſie ſich ſelbſt vielfach
einem Berliner Forſcher, dem Profeſſor Georg Walterhöfer, bezeichnet, die kirchlich=poſitive Hälfte der Welt. Sie läßt die
Frage offen, ob hier ein natürlicher oder übernatürlicher
Vor=
nicht wie für die liberale Welt von vornherein feſt, daß, wie
auch die Möglichkeit eines übernatürlichen Geſchehens offen.
ſtellung. Aber der Scheinwerfer von Konnersreuth leuchtet noch
II.
Die klerikale Welthälfte zerfällt wieder in zwei Welt viertel.
Vorganges ergeben wird, und möchten am liebſten ſchon heute
an das Wunder glauben. Man kann es insbeſondere der
Dorf=
bevölkerung nicht übel nehmen, daß ſie in freudiger Erregung
effekt zu erzielen oder ſchlechthin auf ein Geheiß an irgend einer ſchwebt. Von Kindesbeinen an iſt ihr geſagt worden, daß ſich
Gott in früheren Jahrhunderten auf ganz ühnliche Weiſe in
Thereſe Neumann iſt nun auch eine ſolche Perſönlichkeit, die ſeinen Heiligen offenkart habe; ſolche Wunder ſind für dieſes
Weltviertel noch immer ein Fundament des Glaubens. Es iſt
ſonderbar, daß Gott nur in früheren Jahrhunderten ſeine
Wun=
dermacht erwieſen haben ſoll, da doch gerade in unſerem
Zeit=
alter des Unglaubens handgreifliche Bezeugungen ſeiner
über=
natürlichen Kraft nötiger als jemals wären. Nun ereignet ſich
ein ſolcher Fall; bis auf die kleinſten Einzelheiten ähnelt er den
Wundergeſchichten alter Zeit, auf Grund derer man Kirchen und
nungen ihre natürliche Erklärung; alle Erſcheinungen fügen ſich Heiligenbilder errichtet, Wallfahrten und Wunderheilungen
er=
lebt. Gewiß treten auch in Konnersreuth Wunderheilungen auf.
Verdienen denn da nun die alten Chroniken und
Heiligenlegen=
den größeren Glauben als die lebendigen Vorgänge, von denen
ſich ſehnſüchtiger Offenbarungsglauben jeden Freitag in dem
oberpfälziſchen Dorf mit eigenen Augen überzeugen kann?
Ge=
wiß: der Teufel verſucht die Gläubigen, und ſchließlich kann nur
die geiſtliche Autorität entſcheiden, was Gottes= und was
Teu=
felswerk iſt. Aber ſolauge die geiſtliche Autorität noch nicht
ent=
ſchieden hat, ſolange der Fall noch offen ſteht, ſoll man da nicht
glauben und hoffen dürfen, daß der Gott des Mittelalters, an
den zu glauben die erſte Pflicht des Menſchen iſt, ſich auch in
unſeren Tagen endlich einmal ſo vollſtändig offenbare, wie früher
hundert= und tauſendfach?
Ganz entgegengeſetzt iſt die Stimmung der kirchlichen
Autoritäten. Sie wünſchen, daß recht bald eine ärztliche
Unter=
ſuchung die Nichtigkeit des angeblichen Wunders dartun möchte.
Ohne daß von dieſer Seite die grundfätzliche Möglichkeit
über=
natürlicher Vorgänge geleugnet wird (das hieße ſich ſelbſt
auf=
geben), ſind die geiſtlichen Autoritäten doch vom Geiſt der
Auf=
klärung heute ſo weit angeſteckt, daß ſie nicht an das Vorkommen
ſo handgreiflicher Wunder wie der Nahrungsloſigkeit glauben.
Auch daß ſo etwas früher vorkam, glauben ſie nicht mehr; die
geſchichtliche Quellenkritik iſt zu weit vorgeſchritten, als daß man
noch die Tatſächlichkeit der früheren Wunder nachzuweiſen wagen
daß ſie an die alten Wunder zu glauben glauben. Denn ſie
be=
jahen die Exiſtenz der Kirche. In deren Fundament ſind nun
einmal die Wunder einer weniger kritiſchen Väterzeit
einge=
mauert; das Volk glaubt daran; man kann ſie nicht preisgeben,
erhoben werden. Erſt dadurch kann wirkliche Klarheit geſchaffen, ohne das Fundament der Kirche zu gefährden. So nimmt man
und erſt dadurch können alle ſonſt naheliegenden Zweifel gelöſt die alten Wunder en bloc, eben als Beſtandteil des überlieferten
Kirchengebäudes, an; aber jedes neue Wunder, das ſich zur
Auf=
nahme meldet, rührt heftig an die Verlegenheit, die ſchon die
der Zuſtrom zur Schauſtellung in Konnersreuth ein ungeheuer= alten Wunder bereiten. Man darf von den geiſtlichen
Autori=
täten nicht verlangen, daß ſie die alten Wunder preisgeben. Wer
rungen pflegen, mithin leider auch Irrtümer der Vorfahren
ver=
ſind, unerwünſcht. Je raſcher darum das neue Wunder als ein
bloßer mediziniſcher Fall abgetan iſt, deſto beſſer iſt es für die
Ruhe der Gläubigen.
III.
Auch die liberale Welthälfte zerfällt in zwei verſchiedene
Viertel. Das eine Viertel läßt ſich durch kein noch ſo
merlwür=
diges Geſchehen in ſeinem Dogma erſchüttern, daß alle Vorgänge
auf rein phyſikaliſch=chemiſche zurückzuführen ſeien. Dies
ma=
terialiſtiſche Dogma iſt im Grund viel ſelbſtgewiſſer als
das kirchliche. Auch dünkt es ihm, daß die Wahl nur zwiſchen
ihm und dem kirchlichen offen bleibe.
Das zweite liberale Weltviertel dagegen iſt von dem Dafein
einer geiſtigen Kraft überzeugt, die innerhalb des beſeelten
Ge=
ſchehens in das phyſikaliſch=chemiſche Geſchehen hineingreift und
in einem gewiſſen Bereiche leukt. Die geſamten Erſcheinungen
des Lebens ſind, nach dieſer idealiſtiſchen oder
ſpiritug=
liſtiſchen Weltanſicht, nur durch immatcrielle Kräfte, die mit den
materiellen zuſammenwirken, erklärkar. Das iſt die Theorie des
Vitalismus. Und was für alle Lebeysvorgänge gilt, das gilt
erſt recht für alle ſeeliſchen Vorgänge. Die neuere Phyfiologie
wie auch die praktiſche Medizin rechnen viel mehr als vor einem
Menſchenalter mit dem Einfluß der immateriellen Seele auf die
materiellen Vorgänge. Allerdings die Nahrungskofigkeit gehört
in einen Bereich, wo nach unſeren Kenntniſſen eine Herrſchaft
des Geiſtes über den Körper ausgeſchloſſen iſt. Um ſo mehr aber
intereſſiert die nicht nur im Fall Konnersreuth, ſondern ſchon
dutzendfach einnandfrei feſtgeſtellte Tatſache der Stigmatiſation.
Daß die körperlichen Organe eines beſonders reizſamen
Ge=
ſchöpfes auf Befehl der Seele die Wundmale Chriſti abbilden,
gehört zu den Beweiſen von erſchütternder Eindringlichkeit für
die Exiſtenz der immateriellen Seele, des Geiſtes, der den
Körper baut.
Für die Anhänger einer freien idealiſtiſchen Weltanficht iſt
alſo Konnersreuth weder eine Verlegenheit, noch ein Wunder,
noch ein gleichgültiger materieller Vorgang, ſondern eine
wahr=
haft große Bezeugung der immateriellen Seelenkraft, ein
er=
leuchtendes Geſchenk an unſer Zeitalter der trägen Vorurteile
und des weltanſchaulichen Zwielichtes.
Die Aufgabe des Kultmgeſchichtsſchreibers endet damit,
ein=
wandfrei die vier verſchiedenen Gruppen feſtzuſtellen, in welche
die Weltanſchauung unſeres Zeitalters zerfällt. Es ſoll aber
dem Leſer Aubenommen bleibez, zu brüfen, welcher dieſer vier
Eruppen er ſelber angehört.
Seite 12
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widerte er ganz niedergefchlagen, „wenn du ſie einmal ſehen
ſbürdeſt, Hervert. Wo ich ſie im Hauſe antreffe, da ſitzt ſie und
weint oder ſtarrt tränenlos ins Leere. Und das weißt du wohl,”
ſetzte er eifrig hinzu, „ſie iſt täglich hier und fragt nach dir."
Herbert warf einen fragenden Blick auf Lotte, die neben dem
Beſucher ſtand. Sie nickte und ſchlug die Blicke zu Boden.
„Sie wollte zu mir?” forſchte der Chemiker leiſe,
„Und ſie war bei dir, Herbert, hat dich geſehen und deine
Stimme vernommen,” gab das blonde Mädchen zur Antwort.
„Dein Befehl hat ſie daran gehindert, vor dich hinzutreten.”
Da ſchwieg der Verwundete tief betroffen.
Bob begann gerade von ſeinem Vater zu berichten. Wie
nie=
dergeſchlagen er ſei und wie er beſtrebt ſei, alle Schwierigkeiten
zu überwinden, die ſich ihm nach den Geſchehniſſen der letzten
Wochen entgegenſtellten.
„Du weißt doch, Herbert, daß die Fabrik in Stubinten noch
immer ſteht?” meinte der Junge plötzlich.
Dem Kranken entging nicht ein vorſichtiges Erkunden, das
in ſeiner Frage lag. „Gewiß iſt mir dieſer Umſtand
wohlbe=
lannt,” antwortete er unbefangen, „meine Arbeiter waren bei mir
und haben es mir erzählt."
„Iſt es wahr, Herbert, daß der alte Wittmann ohne deine
Hilfe nicht weiterarbeiten kann?”
„Er iſt natürlich auf mich angewieſen.”
„Und willſt du niemandem dein Geheimnis anvertrauen
und die Fortarbeit in der Fabrik dadurch ermöglichen?”
Da lachte Herbert Brakke ganz leiſe vor ſich hin, nahm
plötz=
lich die Hand Bobs und zog den Burſchen dicht an ſich heran.
„Sage wir nur: wer hat dir denn den Auftrag gegeben, mich
auszuforſchen?”
Bob wurde flammendrot.
„Mir . . . den Auftrag gegeben . . . dich auszuforſchen?”
„Aber natürlich . . . etwas anderes hat dich ja gar nicht zu
wir geführt. Oder es war dieſe Miſſion zumindeſt einer der
Hauptbeweggründe deines Beſuches.”
Noch für Sekunden zögerte der Junge, dann ſprudelte er
ſein Geſtändnis ohne weiteres hervor: er müſſe ſich dagegen
ver=
wahren, daß er wegen dieſer dummen Geſchichte mit Stubinten
gekommen ſei. Das habe ihm nur Herr von Düſtingen
einge=
redet. Ihm ſei es hauptſächlich darum geweſen, Herbert zu ſehen
und mit ihm zu plaudern. Denn Käthe habe ihm den Vorwurf
gemacht, daß er ſich um ſeinen Schwager gar nicht kümmere.
Nun ja, er habe bisher immer geglaubt, daß ſich Herbert den
Beſuch der Ernſtheimers berbeten habe. Was nun den Wunſch
Herrn von Düſtingens anlange, etwas über Herberts Pläne zu
erfahren, ſo habe er nur den Verſuch unternommen, Herbert
zum Sprechen zu bewegen. Ihm falle gar nicht ein, als Spion
Düſtingens aufzutreten.
„Ich glaube dir, Bob,” beruhigte Herbert den Erregten,
„aber ich ſelbſt will dir zu dem Erfolg verhelfen, Herrn von
Düſtingen Auskunft erteiken zu können. Sage ihm, daß ich mein
Geheimnis mit mir dorthin nehme, wohin ich auch zum Teil
durch ſeine Schuld bald abgehen werde. Sage ihm, daß ich tief
bedauere, jemals Gebrauch von meinen Kenntniſſen gemacht zu
haben, um der Menſchheit ein neues Vernichtungsmittel zu
ſchenken. Und dann ſetze hinzu, mein lieber Bob, daß ich froh
und glücklich bein, meine Erfindung nicht auf dieſer elenden, von
Heuchlern und Gewaltmenſchen erfüllten Erde zurückzulaſſen.”
„Na ... in einer etwas veränderten Form kann ich ihm
wohl mitteilen, was du ihm antworten läßt,” meinte Bob, „denn,
weißt du, er iſt in fürchterlicher Stimmung, ſeitdem ihm Ellen
durchgebrannt iſt und von Bern aus die Scheidung betreibt.”
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„Ellen ... hat ihn verlaſſen?”
„Das weißt du nicht? Nun ja — es iſt doch das
Tages=
geſpräch in der Geſellſchaft. Sie hat ihm verächtlich den Rücken
gekehrt, als ſie erfuhr, welche Rolle er in der Angelegenheit der
Aquanitlieferungen geſpielt hat. Hat ſich plötzlich als
Amerika=
nerin gefühlt und ſoll im Begriffe ſein, ſich mit einem
Lands=
mann zu verloben, ſobald ſie von Düſtingen befreit iſt.”
„Und wer iſt der Glückliche?”
„Der ehemalige Mititärattaché der hieſigen amerikaniſchen
Geſandtſchaft, Oberſt James H. Fowler.”
Wenige Minuten ſpäter verabſchiedete ſich Bob Ernſtheimer
von ſeinem Schwager ſo herzlich und beſorgt, daß dem
Leiden=
den ganz warm ums Herz wurde. Er bat den Jungen, nur bald
wiederzukommen. Das Plaudern Bobs hatte ihm wohl getan.
War ihm wie ein Gruß aus der Welt erſchienen, in die er einſt
mit ſo viel Hoffnungen getreten war.
Roman von Werner Scheff.
(Nachdruck verboten)
war das Unabwendbare zur Gewißheit gewor=
7te ſuyh nicht über das ihm nahende enide. Wenn
gan den mauden Ta en des Heroſtes in den
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ruf den Däuon ſchob, um ihm das Aumen in
zm geſtatten, wenn auch die Wunde zu heilen
be=
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wen Beſſerung ſprach, dem Leidenden entging es
jede Slunde dem Grabe naher brachte, ſo nahe,
eraſternis des Todes nür zu bälld umſangen würde.
er ſprach tein Wort des Bedauerns. er war dem
ewe Minute dandbar, die er ihm jetzt noch ſchenkte.
s Lotte vor, als raffe ſich dieſes Geſpenſt des einſt
gen Herbert Bratke zu einem Entſchluß empor, an
gder ſeine Willenstraft ſcheiterte. Dann wandte
ſch an ſeine Pflegerin, ſchien eine Frage ſtellen zu
in erdrückte ſie wieder, als ſchäme er ſich, ſie auszu=
Cehr oft Beſuch. Aber ſeltſam genug waren die
e es zu dieſem Krankenlager zog. Daß Direktor
Und dann kam der Tag, an dem der Friede zwiſchen den
beiden mächtigſten Staaten der Erde dem Wüten des Todes auf
Schlachtfeldern und Weltmeeren ein Ende ſetzte, dieſer laue
Friede ohne eigentliche Entſcheidung.
Als die Herbſtſtürme um das Haus raſten und heulend an
den Mauern zu rütteln ſchienen, fand der Tod Einlaß, der nun
endlich Zeit zu haben ſchien, auch dieſes Opfer mit ſich zu
nehmen.
Herbert erlitt einen Blutſturz, der ihm die letzte Lebenskraft
raubte. Nun lag er faſt teilnahmslos auf ſeinem Lager, und
die Aerzte gaben ſelbſt den letzten Reſt von Hoffnung auf, ſein
Leben zu verlängern.
Am Abend eines Tages, den er faſt ſtets beſinnungslos
durchträumt hatte, erwachte der Sterbende plötzlich vom Klange
einer wohlbekannten Stimme, die neben ihm auf Lottes Frage
antwortete, wie es ihm ginge.
Er blickte auf und ſah Käthe, die gerade die Kompreſſe auf
ſeiner Stirn erneuerte.
„Er iſt bei Bewußtſein,” ſagte Lotte ganz leiſe zu der jungen
Frau, die ſie ſelbſt hierher gerufen hatte, „ich laſſe Sie mit
ihm allein.”
Sie verſchwand aus dem Zimmer, und Käthes Haupt ſank
auf das Antlitz des geliebten Kranken herab, und ihre Lippen
ſuchten die ſeinen.
Er aber erwiderte ihren Kuß.
Matt hob er die Rechte und ſchlang ſeiue Finger um ihre
Hand, die auf ſeiner Decke ruhte. So wortlos, ohne Ausſprache
vergab er ihr und zeigte ihr, wie wohl ihm ihre Nähe tat.
Als ſie zu ſprechen begann und unter heißen Tränen klagte,
wie ſie in dieſen Tagen gelitten habe, wie ſchwer ſie an ihrem
Leid getragen, da murmelte Herbert mit verſagender Stimme:
„Verzeihl . . . verzeihl . . . ich habe mich ja ſo ſehr nach
dir geſehnt!”
Er hörte ſie weiterreden.
Sie offenbarte ihm, was ihm bisher verborgen geblieben,
erzählte von den Qualen, die ihr der Gedanke an ihren Fall
damals bereitet hatte, als ſie ſein Weib geworden war.
Er bat ſie, nicht mehr davon zu ſprechen, und ſie hielt inne.
Wenige Minuten fräter verſank er wieder in tiefe
Bewußt=
loſigkeit, und Käthe rief Lotte zu Hilfe. Sie beſchäftigten ſich
beide um den Sterbenden.
Dann nahmen ſie zu Häupten ſeines Bettes Platz und
blieben ſo ſtundenlang in ſchweigender Nachdenklichkeit.
Bis um Mitternacht Herbert Brakke den letzten Seufzer tat.
Ende.
urerſchien, daß die Eltern Lottes kamen oder Adum
uyztrbinten in die Stadt fuhr, um ſeinen Doltor zu
mrächt verwunderlich. Wie aber nach und nach ſeine
wder Fabrik zu ihm eilten, wie ſie unter der Füh=
Atmann und Glomm, ja ſogar mit dem wilden Ra=
Mvorſprachen, da ſchüttelte jeder verwundert das
Sem Beſuche beiwohnte.
shr ging ſeinem Ende entgegen, und der Garten
bEülicher Buntheit, da ließ Bob Ernſtheimer ſeinen
Ati., ihn zu empfangen. Lotte fragte den Kranken,
wißle, den jungen Menſchen zu ſprechen. Und Herbert
m vor, denn gegen den friſchen Burſchen hatte er
„tzerden. Er wußte, daß Bob dem geſchäftlichen
fehün Vaters fernſtand und an ihm, dem Gatten ſeiner
„Auaroßer Herzlichleit hing.
z tſerras ſchüchtern ein und verbarg ſo wenig ſein
He Anblick des Leidenden, daß Herbert ihn mit
bitte=
heſttigte:
jgiczu mein Ausſehen die Sprache zu rauben, Bob?
naliö ſetze dich hierher zu mir. Ich danke dir für
mid bitte dich, mir zu erzählen, wie es dir geht.”
ue ließ ſich bei Herbert nieder und berichtete viel
dr elangloſe Dinge. Dabei ſtanden ihm die Augen
5 nahe ging ihm das Schickſal Doltor Brakkes.
Rchae aber blickte ſinnend auf das Antlitz des jungen
hw terglich es heimlich mit einem anderen, einſt ſo
Gech, dem es ſo ſprechend ähnelte. Er hörte kaum,
1Amechte. Ihm war es, als ſäße ſeine Schweſter vor
ſine nemmal ſtieg eine ganz ungeheure,
uneindämm=
hnſſt mach ihr in ihm empor. Der Entſchluß, gegen
oderne Ai inplißten Tagen gekämpft hatte, drängte ſich ihm auf
Ab* unterbrach er den ſtammelnden Redeſtrom des
uos Entſetzen im Nacken ſaß und der kaum wußte,
zehlte, „kannſt du wir ſagen, wie es deiner
Schwe=
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ſichn Leipzig wegen Beleidigung zu
FGeKaf verurteilt worden. Die
Beleidi=
r pn Angehörige der Verlegerfamilie
(QuesEenv Meher) gerichtet, die von Frau
ſih dM Urrterſchlagung bezichtigt worden
Frauf (lerup hatte in Erfüllung des letzten
* ihibſverſtorbenen Gatten, deſſen
Nobel=
ſ Miene der Familie Quelle ausgehändigt,
AngaEs march mit der Beſtimmung, daß die
ſüicke hſtr der deutſchen Bücherei übergeben
—mßt/6iD e Familie Quelle hatte die Ueber=
* Besarch riſſes nicht ausgeführt und hatte
ſe iſe Quelleſchen Familien=Bibliothek
*Flafſdk zrau Gjellerup hatte durch eine
* bei Deutſchen Bücherei erfahren, daß
Hermeeſiym Wünſchen nicht Rechnung
ge=
wordeſce und hatte nun an die Familie
Brietſ eleidigenden Inhalts gerichtet, in
ſe dent iurf der Unterſchlagung erhob.
Pütil ent der New Yorker
Natllza lbank in Berlin.
Albert Wiggin,
ies National=Bank in New York, i
Tſffen und hat mit den führender
butſchen Handels= und Bankwe
uen. Auch mit dem
Reparation=
get
hu. er Beſprechungen gehabt.
Sonntag, den 22 November 1927
Ein Luther=Film.
Der Automobilunfall in Freiendiez aufgeklärt.
WSN. Limburg. Das Automobilunglück in
Freiendiez in der letzten Montagnacht hat nunmehr
ſeine Aufklärung gefunden, die harmloſer iſt, als
man anfangs vermutete. Bekanntlich wurde in der
Nacht zum Montag vor Freiendiez ein gegen einen
Baum geranntes ſtark beſchädigtes Auto und in
einiger Entfernung der Führer des Wagens, der
Kraftfahrzeugunternehmer Möhlhenrich aus Limburg
beſinnungslos aufgefunden. Neben anderen
eigen=
artigen Momenten war von dem Paſſagier, der mit
Möhlhernich die Fahrt gemacht hat, keine Spur zu
finden. Dieſer Paſſagier iſt nunmehr in der Perſon
eines Limburger Bürgers ermittelt worden. Er hat
Möhlhenrich die Fahrt gemacht hat, keine Spur zu
glitſchigen Landſtraße kam der Wagen ins Rurſchen
und rannte gegen einen Baum. Nachdem beide
ver=
geblich verſucht hatten, den Schaden zu reparieren,
ſchickte Möhlhenrich den Mitfahrer nach Diez, um
Hilfe zu holen. Dieſer traf aber niemand an und
kehrte nach Limburg zurück, ohne Möhlhenrich
Be=
ſcheid zu geben. Bei der großen Dunkelheit iſt dann
Möhlhenrich, der noch an dem Wagen herumarbeitete,
einen Abhang heruntergeſtürzt und dort mit dem
Kopf auf einen Stein aufgeſchlagen, wobei er ſich eine
derart ſchwere Gehirnevſchütterung zuzog, daß er
erſt Donnerstag wieder zum Bewußtſein kam.
Brandkataſtrophe in einem holländiſchen
Bergwerk.
* Amſterdam. Der Brand in dem
hollän=
diſchen Bergwerk „Emma” bei Heerlen, der, wie ſich
jetzt erwieſen hat, durch Reibung an einer hölzernen
Kohlenrinne entſtand, konnte noch nicht gelöſcht
wer=
den. Mit Mühe gelang es, den Schacht von dem
übrigen Gebiet abzuſchließen. Man hat das Gebiet
hierauf unter Waſſer geſetzt und hofft, ſo den Brand
zu löſchen. Auf dem Bergwerk, das ſonſt 4500
Ar=
beiter beſchäftigt, ruht die Arbeit vollkommen. Falls
der Betrieb nicht bald wieder aufgenommen werden
kann, muß das Bergwerk ſeine Lieferungen einſtellen,
da es nur noch wenig Vorräte hat. Die Rettung der
Arbeiter beim Ausbruch des Brandes geſtaltete ſich
ziemlich ſchwievig, da ſie infolge des Rauches nicht
den gewohnten Weg nehmen konnten, ſondern in
andere Schächte klettern mußten.
Der Streit um den Meiſterſinger=Film.
Nürnberg. Auf den Proteſt kultureller
Ver=
bände Nürnberg gegen den Meiſterſinger=Film hat
nunmehr Reichsjuſtizmiwiſter Dr. Hergt in einem
Schreiben geantwortet, in dem es u. a. heißt: „Die
Frage, in welcher Weiſe Werke der Literatur und
Kunſt auch nach Ablauf der Schutzfriſt gegen
Ver=
unſtaltung geſichert werden können, beſchäftigt das
Reichsfuſtizminiſterium ſeit längerem. Vor einer
Ent=
ſchließung werden jedoch zunächſt die Ergebniſſe der
bevorſtehenden Urheberrechtskonferenz in Rom
ab=
zuwarten ſein, da angenommen werden darf, daß
dort auch dieſe Frage erörtert werden wird. Bei
der Verwertung der Konferenzergebniſſe für das
deutſche innere Recht wird die Frage erneut geprüft
werden."
Hereingefallen.
Roſenheim. In einem Roſenheimer Gaſthof
war vor einiger Zeit eine Gräfin Emilie von
Pöll=
nitz abgeſtiegen, die das helle Entzücken der
Roſen=
heimer Herrenwelt war. Junge und alte Kavaliere
näherten ſich ihr, merkten aber bald, daß die Gräfin
recht ſpröde war. Nichtdeſtoweniger liehen ſie ihr
wiederholt auf ihre Bitte Geld und Wertpapiere.
Aber eines Tages kam die Wendung, und nun hatte
ſich vor dem Roſenheimer Schöffengericht ein 20jähr.
Malersgehilfe aus Würzburg wegen Betrugs zu
verantworten, der die Rolle der Roſenheimer Gräfin
geſpielt hatte. Die Roſenheimer Herrenwelt macht
natürlich lange Geſichter. Der Prozeß iſt noch nicht
zu Ende.
Das Urteil im Budapeſter Heu=Panama.
Budapeſt. Das Budapeſter Honved=Gericht
fällte das Urteil in dem ſogenaunten Heu=Panama,
in dem ehemalige Beamte des Honved=Miniſteriums
angeklagt waren. Der Gerichtshof verurteilte wegen
Mißbrauchs der Amtsgewalt den früheren Oberſt
und Intendanten Bihar zu 14 Monaten ſchweren
Kerker, den ehemaligen Oberſt und Intendanten
Szilagyi zu drei Monaten und den Oberſtleutnant
und Intendanten Vecſey zu ſechs Monaten
ver=
ſchärfter Gefängwishaft. Die beſchlagnahmten
Spar=
kaſſenbücher über 200 Millionen Papierkronen und
ein beſchlagnahmtes Zigarettenetui wurden dem
Hilfsverein für Offizierswitwen und =Waiſen
zuge=
wieſen.
Seite 13
Das neue Thoma=Grabmal in Karlsruhe.
Die Stadt Karlsruhe hat dem vor drei Jahren
ver=
ſtorbenen großen ſchwäbiſchen Maler Hans Thoma
(geb. 1839) auf dem Friedhof zu Karlsruhe ein
Grabmal geſtellt. Thoma war 1899—1919 Direktor
der Kunſthalle in Karlsruhe. — Der Obelisk trägt
das Künſtlevſignum Thomas und als Abſchluß einen
Jkoſitetrgeder mit aufgeſetztem Kreuz.
Ein weiblicher Heiratsſchwindler.
Berlin. Ein Bild der Gitelkeit und Geldgier
ent=
rollte eine Verhandlung gegen die 26jähr. Ida Michaelis
vor dem Großen Schöffengericht, wie
Landgerichts=
direktor Lempke bei der Urteilsverkündung hervorhob.
Ida Michgelis, eine ſtattliche Frau mit feinen Zügen
und einem ſehr gewandten Benehmen, bewegt ſich
ſeit einer Reihe von Jahren in den Fußtapfen der
berüchtigten Hochſtaplerin Anni Sanneck, die erſt vor
wenigen Tagen wieder einmal von derſelben
Schöf=
fenabteilung abgeurteilt wurde. Auch Ida Michaelis
ſtammt aus kleinen Verhältniſſen. Ihr Vater iſt ein
einfacher Dorfzimmermann. Allerdings nennt ſie ihn
„Baumeiſter”. Unter hochtönendem Namen betreibt
Ida ſeit einer Reihe von Jahren das Gewerbe der
Heiratsſchwindelei. Es iſt ihr oft genug gelungen,
Männer in angeſehenen Stellungen in ihre Netze zu
locken. Die vornehme Dame und reiche Erbin bot
eine ſtarke Anziehungskraft. Im Dezember 1923 hatte
Ida Michaelis ihre ſechſte Strafe verbüßt. Schon in
der Silveſternacht machte ſie die Bekanntſchaft eines
Vizekonſuls. Es fand auch bald die Verlobung ſtatt,
da ihr ein anſehnliches Vermögen zur Verfügung
ſtehen ſollte. Während dieſe Beziehungen noch
be=
ſtanden, verlobte ſie ſich mit einem Textilfabrikanten
in Berlin. Diesmal war ſie die Gattin eines
Land=
gerichtsdirektors in Eſſen und zum Beſuch in Berlin.
Die Verlobung brachte ſie dadurch zuſtande, daß ihr
Mann von ihrem Berliner Fehltritt mit dem neuen
Bekannten Kenntnis erhalten und Ehebruchsklage
ein=
geleitet hätte. Den Fabrikanten lockte das Vermögen
von 300 000 Mark, das bei der Eſſener Kreditanſtalt
in Verwaltung liegen ſollte. Sie erzählte auch, daß
ſie von ihrer gelähmten 64jährigen „Tante Minna”
weitere 100 000 Mark zu erwarten habe. Dieſe
Ka=
pitalien wollte ſie in das Geſchäft ihres Zukünftigen
einlegen. Bis das Vermögen aus Eſſen überwieſen
war, ließ ſie ſich reichlich mit Geld aushelfen, betonte
aber immer, daß ſie wichts geſchenkt haben wolle, um
ihren Geliebten in Sicherheit zu wiegen, fingierte ſie
Geſpräche mit ihrem Rechtsanwalt. Eines Tages hieß
es, das Geld ſei bei dem bekannten Anwalt am
Pots=
damer Platz eingetroffen. Beide gingen zur
Ab=
hebung. Der Liebhaber wartete und die „Braut”
ließ ſich nicht wieder ſehen. Nicht auf dem Gebiet des
Heiratsſchwindels=, ſondern auf dem des
Kreditbe=
trugs lag der dvitte Anklagepunkt. In Bad
Oeyn=
hauſen war ſie als „Frau von Schilling”, die
ge=
ſchiedene Frau eines Geheimrats aus dem
Auswär=
tigen Amt und Tochter des ehemaligen Reichskanzlers
Michaelis aufgetreten. Einem Geſchäftsmann hatte
ſie Pelze und Koſtüme im Werte von 2400 Mark
ab=
geſchwindelt. Sie erzählte, daß ſie für die Ablegung
des ehelichen Namens von ihrem früheren Manne
221000 Mark aus England überwieſen erhalten
werde. Was Ida Michgelis in der Zwiſchenzeit bis
zu ihrer polizeilichen Feſtnahme am 3. Oktober d. J.
getrieben hat, iſt noch Gegenſtand eines weiteren
Ermittlungsverfahrens. Das Schöffengericht
verur=
teilte die Angeklagte zu einem Jahr Gefängnis und
drei Jahren Ehrverluſt.
45 000 Flaſchen Rum beſchlagnahmt.
TU. Trier. Auf dem hieſigen Bahnhof wurde
ein Eiſenbahnwagen mit 45 000 Flaſchen Rum
be=
ſchlagnahmt, der, von Straßburg kommend, von
Saarbrüchen aus über Trier nach dem Innern
Deutſchlands eingeſchmuggelt werden ſollte.
Ein rabiater Steuerzahler.
FU. Prag. Am Freitag erſchien auf einem
Pra=
ger Steueramt ein Gaſtwirt und erſuchte den
Be=
amten um Herabſetzung der vorgeſchriebenen Steuern.
Als der Beamte erklärte, er könne ſeinem Wunſche
nicht nachkommen, zog der unwillige Steuerzahler
einen Revolver aus der Taſche und ſchoß dem
Be=
amten eine Kugel in den Kopf.
Die Meuterei in Kalifornien.
EP. NewYork. Wie aus Sacramento gemeldet
wird, wurden bei der bereits berichteten Meuterei von
1200 Gefangenen im Gefängnis von Folſom 9
Per=
ſonen getötet und 22 verletzt. Der erſte Anſturm der
Polizei auf die in einem Flügel des Gebäudes
ver=
ſchanzten Meuterer ſchlug fehl. Der Generaldirektor
des Gefängniſſes wurde in ſeinem Büro von den mit
Feuerwaffen ausgerüſteten Meuterern belagert und
leitete die Operationen der Polizei und des Militärs
durch telephoniſche Anweiſungen. Sechs Wächter
wur=
den von den Gefangenen als Geiſeln feſtgehalten.
Erſt als die Belagerer drohten, das Gefängnis unter
Artilleriefeuer zu nehmen, ergaben ſich die
Gefange=
nen nach achtzehnſtündigem Widerſtand. Sie ſtellten
zunächſt die Bedingung, daß die Gefängnisverwaltung
ihnen ſchriftlich Strafloſigkeit zuſichere, was von den
Behörden jedoch abgelehnt wurde.
Luther vor dem Reichstag in Worms.
Unſer Bild zeigt Eugen Klöpfer als Darſteller Martin Luthers.
Neuer Gebirgsautotyp.
Hans Thoma=Grabmal.
Dem Meiſter deutſcher Malerei.
Eine neue Achſenkonſtruktion
ermöglicht dem Auto, auf ganz unebenem, holprigem Gelände zu fahren. Unſer Bild zeigt das
rechte Rad um 75 Zentimeter höher als das linke. Trotzdem bleibt der Wagen mit Hilfe der
verſchiebbaren. Achſe im Gleichgewicht. Auch Traktoren werden mit der neuen
Achſenkonſtruk=
tion gebaut.
Heute vormittag um 171 Uhr:
Kassenöffnung 10½ Uhr. — Heute vormittag alle Saal-Plätze 0.80
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2. Vorlage und Abhör der
Jahres=
rechnung
3. Feſtſetzung des Voranſchlags
4. Verſchiedenes
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die Beihnachtsverloſung ſtatt.
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Seite 18
Sonntag, den 27. November 1927
Nummer
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Frau Ernes Merck *
Handball.
Meiſterſchaftsſpiele im Main=Rheiuturngau D. T.
Die Termniliſte der noch fälligen Rüchſpiele um die Meiſterſchaften
ſteht nunmehr feſt und wurden von dem Gauſpislausſchuß für heute
noch folgende Spiele angeſetzt:
Meiſterklaſſe: Tv. Pfungſtadt — Tgmd. Sprendlingen. Eine
Begegnung, bei welchem der Platzverein ſichere Ausſichten auf Gewinn
hat. Groß=Gerau —— Neu=Iſenburg, die beiden Neulinge in der
Meiſter=
klaſſe, werden ſich aller Vorausſicht nach einen nicht leichten Kampf
liefern, bei dem doch Groß=Gerau, wenn auch mit knappem Ergebnis,
als Sieger hervorgehen dürſte.
4=Klaſſe: Beſſungen empfängt Seeheim als Gaſt und wird
für ſich die Punkte buchen können.
B=Klafſe: Büttelborn geht zu ſeinem gefürchteten Gegner
Goddelau und wird dieſes Spiel wohl mit einem knappen Endergebnis
endigen. Ebenſo zähe Gegner ſind ſich im Rüchſpiele Gr.=Gerau gegen
Walldorf. Das Vorſpiel entſchied Gr.=Gerau in Walldorf 5:4 zu ſeinen
Gunſten und wird alles daranſetzen, auch diesmal die Punkte auf
eigenem Platze zu ſichern.
C=Klaſſe: Tamde. Darmſtadt fährt nach Nieder=Roden und
hat weniger Ausſichten auf Erfolg. Beſſungen muß nach Sprendlingen
und wird dort ihm kaum der Erfolg verſagt ſein. Roßdorf ſpielt bei
der Tgſ. Ober=Ramſtadt, die keineswegs ſich eine Niederlage bereiten
läßt. Wallerſtädten als Gaſt bei der Turngeſellſchaft Darmſtadt dürfte
wenig Widerſtand bei den Einheimiſchen finden.
Jugendklaffe: Sprendlingen — Langen. Eberſtadt —
Beſ=
ſungen, bei welchem Beſſungen im Vorteil ſein dürfte. Griesheim (Tgſ.)
findet in Gr.=Gerau einen nicht beſonders ſtarken Gegner.
Tgm. Beſſungen — Tv. Seeheim.
Am heutigen Sonntag nachmittag um 2½ Uhr treffen ſich auf dem
Sportplatz an der Heidelbergerſtraße die beiden 1. Monmſchaften obiger
Vereine zum fälligen Verbandsſpiel der A=Klaſſe. Die Beſſunger Elf
muß, um Meiſterſchaftsanwärter in dieſer Klaſſe zu bleiben, das Spiel
unbedingt für ſich entſcheiden.
Beſſungens 2. Mannſchaft begibt ſich nach Sprendlingen, um dort
ihr letztes Verbandsſpiel auszutragen. Sollte es ihr gelingen, mit
einem Sieg nach Hauſe zurückzukehven, ſo wird ihr kaum noch die
Meiſterſchaft in der C=Klaſſe Gruppe 3 zu nehmen ſein.
Auch die Jugendmannſchaft trägt ihr letztes und wichtigſtes
Ver=
bandsſpiel in Ebe ſtadt aus. Wir wünſchen auch ihr vollen Erfolg.
Akad. Sport=Club — Sp. V. 98, 2. Mannſchaft.
Heute, am 27. November, findet um 10,30 Uhr vorm. auf dem
Hochſchulſportplatze ein Handballpokalſpiel der A=Klaſſe zwiſchen den
obengenannten Vereinen ſtatt. Der Sieger aus dieſem Treffen ſpielt
am 18. Dezember um die Pokalmeiſterſchaft der 4=Klaſſe gegen die
Sp. V. Arheilgen. Nach dem Beſchluſſe der letzten Handballtagung
ſpielt der Pokalmeiſter mit den 3 Kreismeiſtern um den Auftieg in
die Liga.
D. S.B. Jugend=Verbandsſpiele am 27. November.
Sp. V. 98 1. Jgdm. — 3. Jgdm. Rot=Weiß (Pokal). 10 Uhr Stadien.
Sp. V. 98. 2. Jgdm. — Sp. V. 9 5. Jgdm. 10 Uhr.
Sp. V. 98 3. Jgdm. — V. f. L. Rot=Weiß 1. Jgdm. (Rot=Weiß=Platz),
Sp. V. 98 2. Jgdm. — V. f. L. Rot=Weiß 2. Jgdm. 11 Uhr (Stad.).
Schülerpokalſpiele am 27. November.
Rot=Weiß 2. — Schillerſchule 14,45 Uhr.
Ludw. O.=R. IIIa 1. — Sp. V. 98 1. 15.,30 Uhr.
Handelsſchule — Sp. V. 98 2. 16.15 Uhr.
Realgymnaſium — Ludw. D.R. IIIb 15,00 Uhr.
Die drei erſtgenannten Spiele ſinden auf dem Rot=Weiß=Platze ſtatt.
Internationales Fechtturnier in Offenbach.
Erwin Casmir gewinnt das Florettfechten.
Die Fortſetzung des internationalen Fechtturniers in Offenbach
brachte am Freitag die Schlußkämpfe im Florettfechten zwiſchen zehn
Italienern und den beiden Deutſchen Casmir und Thomſen. Die
er=
drückende Uebermacht der Italiener bedeutete für die Deutſchen eine
körperliche und moraliſche Belaſtung. Der Europameiſter Pulitti
unter=
lag im erſten Gefecht gegen ſeinen Landsmann Ragno mit 3:5 Treffern,
was ihn ſichtlich deprimierte. Der eigentliche Endkampf lag zwiſchen
Casmir, Pignotti und Guaragna und nahm einen dramatiſchen Verlauf.
Der deutſche Meiſter konnte mit 5:4 gegen Guaragna erfolgreich bleiben,
als er beim Stande 4:4 den Kampf durch einen ſchönen geraden
An=
griffsſtoß für ſich entſchied. Mit 8:0 Siegen an der Spitze fühlte ſich
Casmir vielleicht etwas zu ſicher, ließ im Kampf gegen den italieniſchen
Säbelmeiſter Bini etwas nach und unterlag 3:5, da der kleine
Floren=
tiner mit Elan angriff und Casmirs gefährliche Stöße geſchickt parierte.
Guaragna holte nach einem leichten Siege über Peſſina den Vorſprung
auf und erhöhte ihn auf 9:1, indem er den übermütigen Thomſen 5:2
abfertigte. Durch einen 5:3 Sieg über Pignotti zog aber Casmir wieder
gleich, ſo daß zwiſchen Casmir und Guaragna, die beide 9:1. Siege
hat=
ten, nach internationalen Beſtimmungen ein Stichkampf notwendig
wurde, den Casmir durch überlegene Ruhe und ſichere Fußarbeit 5:2
ge=
wann. Im eiſten Gang griff der Italiener an und kam 1:0 in Führung,
aber Casmir holte durch gutes Parieren auf. Der Italiener übernahm
noch einmal die Führung, aber im Gegenangriff holte Casmir wiederum
auf und gab dann das Letzte aus ſich heraus. Mit drei blendenden
Stö=
ßen brachte er den verdienten Sieg an ſich. Die Klaſſierung beim
Florett=
fechten iſt demnach folgende: 1. Erwin Casmir 10:1 Siege, 2. Guaragna
9:2, 3. Pignotti 8:3, 4 Bini 6:5 Siege.
Helene Maher Siegerin im Damen=Florett.
Die Kämpfe am Samstag erfuhren um 18 Uhr eine
unvorher=
geſehene Unterbrechung, als der Saal geräumt werden mußte. Bis
da=
hin war die Entſcheidung im Damen Florett bereits gefallen. Die noch
auszutragenden Vorſchlußkämpfe im Säbelfechten der Herren wurden
daun um 2 Uhr unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit im Klublokal des
Fechtklubs Offenbach fortgeſetzt. — Im Damen=Florett feierte Fräulein
Helene Mayer einen überlegenen Sieg, der auch allgemeim erwartet
wurde. Lediglich Frau Sondheim=München vermochte ihr im letzten
Gefecht einigen Wide ſtand entgegenzuſetzen. Die Münchnerin ging mit
2:1 ſogar in Führung, wußte aber ihrer Gegnerin durch geſchickte Finten
mit Gegenangriffen den Sieg mit 4:5 abgeben. Auf den nächſten Plätzen
klaſſierten ſich die etwas maſſiv, aber doch geſchickt fechtenden
Hollände=
rinnen Admirak Mehrink und de Boer. Man ſah allgemein zwar elegante
Pofen, an Spannung und taktiſcher Entwicklung ſtanden die
Damen=
kämpfe denen der Herren doch viel nach. — Die genaue Placierung im
Damen=Florett: 1. Frl. Helene Mayer=Offenbach 7:0 Siege,
2. Frau Sondheim München 6:1 Siege, 3. Frau Admiral Mehrink=
Hol=
land 4:3 Siege, 22 Minustreffer, 4. Frau de Boer=Holland 4:3 Siege,
23 Minustreffer, 5. Frl. Hartmann=Offenbach 3:4 Siege, 24
Minus=
treffer, 6. Frau Delkers=Offenbach 3:4 Siege, 27 Minustreffer, 7. Frl.
PfuſchMainz 1:6 Siege, 8. Frl. Caſſel=Leipzig 0:7 Siege.
Darmſiädter Sportkalender.
Die bekannte Rennfahrerin Frau Ernes Merck iſt am
Freitag abend im Alter von 28 Jahren plötzlich verſtorben.
Eine eingehende Würdigung ihrer Perſönlichkeit, beſonders in
ſportlicher Hinſicht, werden wir demnächſt bringen.
Fußball.
2,30 Uhr Stadion: Sp. V. Darmſt. 98 — Sp. Vgg. Arheilgen.
11,00 Uhr Exerzierplatz: V. f. R. — Sp. V. Geinsheim.
2,00 Uhr Rheinſtraße: Rot=Weiß — Viktorza Griesheim.
2,30 Uhr Windmühle: Sp. Vgg. 21 — Vorwärts Frankf. a. M.
Handball.
1 Uhr Stadion: Sp. V. 98 — Mainz=Kaſtel.
Ferdinand Marx
Heſſens erſier Turninſpeitor.
(Zum 100. Geburtstage am N. November 1927.)
Unſer fortſchrittliches Heſſenland hat als einer der erſten deutſchen
Staaten dem Turnunterricht Eingang in den Schulen verſchafft. Das
Miniſterium Gagern berief 1848 mit dem Amtstitel „Ober=
Studien=
aſſeſſor” Adolf Spieß, einen Sohn unſeres Heſſenlandes (geboren
1810 zu Lauterbach), von der Schweiz aus, wo er bereits als
Begrün=
der des Schulturnens ſich einen Namen gemacht, nach Darmſtadt.
In dem im Februar 1849 vom ihm eingerichteten Juſtruktionshurſus
für Turulehrer beteiligte ſich auch Ferdinand Marx, der ſpätere
Nach=
folger Spießens und erſte amtliche Turninſpeltor Heſſens.
Ferdinand Marx wurde am 27. November 1927 zu Kranichſtein
bei Darmſtadt als Sohn des Jagdzeugmeiſters Marx geboren. Nach
dem Beſuch des Eyermannſchen Privatmſtituts, der Realſchule und der
von Dr. Th. Schacht geleiteten höheren Gewerbeſchule zu Darmſtadt
wandte ſich der Siebzehnjährige dem Finan=fach zu und wurde mehrere
Jahre auf dem Kataſteramt beſchäftigt. Mit Leidenſchaft widmete ſich
der junge Mann dem nach Aufhebung der Turnſperre wieder in
Auf=
nahme gekommenen Turnen. Als 1843 in Darmſtadt ein
Schüler=
turnverein gegründet wurde, trat Marx in dieſen ein; 1846 wurde er
Turnwart der neu entſtandenen Darmſtädter Turngemeinde, die ihn
ſpäter zum Ehrenmitglied ernannte. Nachdem er ſich durch Beteiligung an
dem oben erwähnten Spießſchen Inſtruktionskurſus das
Befähigungs=
zeugnis als Turnlehrer erworben, folgte er, von Spieß empfohlen, einer
Einladung des Oberſchulrats zu Hannover, um in einigen höheren
Lehr=
anſtalten der Provinz Oſtfriesland die Turnanſtalten einzuvichten und
den Schilturnunterricht einzuleiten, ging in gleichem Auſtrage 1852 an
das Georgensſche Mädcheninſtitut nach Baden=Baden und war in den
Jahren 1856/57 Lehrer an der nach Herbartſchen Grundſätzen geleiteten
Stoyfchen Erziehungsanſtalt in Jena.
Von dort wurde Marx als Turnlehrer der Oberklaſſen der
ſtädti=
ſchen Knaben= und Mädchenſchulen nach Darmſtadt berufen; daſelbſt
übernahm er 1863 auch den Turnunterricht in den oberen Klaſſen des
Gymnaſiums. In dasſelbe Jahr fällt, als eine Schöpfung Marxens,
auch die Gründung des Darmſtädter Turnlehrervereins, des Vorläufers
des „Heſſiſchen Landesturnlehrervereins”, der 1876 begründet wurde.
1865 hielt Marx in Darmſtadt erſtmalig einen Inſtruktionskurſus für
Turnlehrer ab, wie ſolche ſpäter des öfteren veranſtaltet wurden. Auf
Grund des Volksſchukgeſetzes von 1874, das den Turnmnierricht an den
heſſiſchen Schulen als obliga oriſchen Unterrichtsgegenſtand einführte,
trat Marx als Landesturninſpektor in den Staatsdienſt über, in welcher
Stellung er bis zu ſoinem Tode am 31. Auguſt 1898 äußerſt ſegensreich
wirkte. Als Leiter der ſtaatlichen Turnlehrer=Bildungskurſe und als
äußerſt gerehter Inſpektor des heſſiſchen Schulturnens gab er für den
Turnbetrieb wertvolle Anregungen, ſo daß am heutigen Gedenktage die
ältere Generation der heſſiſchen Lehrer dankbar des immer lotzalen
Vor=
geſetzten gedenkt.
Turninſpektor Marx hat als praktiſcher Turnlehrer einen
weitver=
breiteten Ruf erlangt. Er war aus der Spießſchen Schule
hervorgegau=
gen und blieb zeitlebens ein eifriger Verfechter des Spießſchen Turnens,
das er ſelbſtändig weiter ausbaute. Ganz beſonders hervorragend war
ſein Mädchenturnunterricht, der die 1867 in Darmſtadt anweſenden
Turnlehrer ud in noch höherem Maße die Allgemeime Deutſche
Turn=
lehrerverſammlung zu Darmſtadt 1872 zu lautem Beifall fortriß.
Schriftſtelleriſch war Marx auf dem turnmethodiſchen Gebiet äußerſt
fruchtbar. Scine Leitfäden und Lehrbücher, unter denen „Das
Mäd=
chenturnen in der Schule” an erſter Stelle genannt werden
muß, fanden immer neue Auflagen weit über die Grenzen Heſſens
Ver=
breitung.
In der Deutſchen Turnerſchaft trat Ferdinand Marx, abgeſehen
von ſeiner Tätigkeit in der Darmſtädter Turngeminde, weniger
her=
vor, als ſein von Michelſtadt i. O. gebürtiger, faſt gleichalteriger
Landsmann Alfred Maul, der in Baden Landesturninſpektor wurde
und von 1887—35 das Amt des 1. Vorſitzenden der Deutſchen
Turner=
ſchaft bekleidete. Der große Verband nimmt daher im nächſten Jahre
Gelegenheit, den 100. Geburtstag Mauls feierlichſt zu begehen.
Fußball.
Sportvergg. 04 Arheilgen — Sportverein 98
Darmſiadt.
Aus Arheilgen wird uns geſchrieben: Die Anhänger der beiden
Vereine, die ſich am Sonntag im Rückſpiel am Böllenfalltor
gegenüber=
ſtehen, erwarten ſchon ſeit Wochen dieſen Tag. Beim Vorſpiel war
man allgemein der Anſicht, die ſich ganz mit Recht auf die größere
Spielerfahrung und das reifere Können der Darmſtädter ſtützte, daß
die 98er ſich beide Punkte am Mühlchen holen würden. Zur großen
Enttäuſchung der Hauptſtädter kam es anders. Der Neuling
trium=
phierte. Sieg und Punkte blieben in Arheilgen. Darmſtadts
An=
hänger wünſchen leidenſchaftlich, daß ihre Elf heute alles hergibt,
um eine Wiederholung des Vorſtädter Erfolges unmöglich zu machen.
Die Freunde der Arheilger Elf hoffen natürlich, daß der Erfolg ſich
wiederum an ihre Fahnen heftet. Die 98er Mannſchaft hat ſich, das
zeigten die letzten Spiele, etwas gebeſſert. Sie hat auch dieſesmal den
Vorteil des eigenen Platzes. Arheilgen iſt durch die Sperrung des
Tormannes und rechten Verteidigers ſehr benachteiligt. Die Mannſchaft
ſollte ſich jedoch diesmal des drohenden Abſtiegs bewußt werden und ſich
demnach einſtellen. Wir ſind zu ſehr vom Können der Elf überzeugt,
um glauben zu können, daß das Fehlen von zwei Mitſpielern allein
an den letzten Niederlagen ſchuld ſei. Wir wollen endlich die
Mann=
ſchaft wieder ſehen, wie ſie in der Vorrunde gegen Mainz und den
heutigen Gegner ſpielte.
Wetterbericht
Witterungsausſichten für Montag, den 28. November
(nach der Wetterlage vom 26. November).
Neblig=wolkig und mildes Wetter, zunächſt trocken, ſpäter Uebergang
zu einzelnen Niederſchlägen wahrſcheinlich.
Die Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Geſchäftliches.
Unſerer heutigen Stadtauflage liegt ein Proſpekt der „
ſtädter Haushaltwäſcherei Ideal”, Woogsplatz Nr. 3, bei.
unſere Leſer an dieſer Stelle aufmerkſam machen.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Sonntag, 27. November. 8.30: Morgenfeier, veranfif
Wartburgverein E V., Frankfurt a. M. o 11: Els
Studicndir. Dr. Schramm u. Reltor Wehrhan: Die=
Schulwahl der in eine höhere oder Mittelſchule eintretendo=
O 12: Konzert der Zigeunerkapelle Deszö Karoly Biestu
von Hambu:g: Funkheinzelmannſtunde. 16 30: Konzer=
Rubinſtein (g b. 28. Nov. 1829). Ballettmuſik a. d. 45
mors”. — Drei Lieder. — Fant. a. d. Op. „Dass
Paradies” — Drei Lieder. — Erſter Satz aus der
(„Ozean”=/Sinſonie, Leit.: Kapellm. Merten. Mitw.: Gun
18: Architelt Le Corbuſier: Der neue Stil — eim
O 18.15: Prof. Schulze=Naumburg: Die Phyliognomie
ſchen Hauſes. 18.30: Dr. Rheindort: Paul de Lagarde=
Dr. Marcuſe: „Arthur Schnitzler”. 20.30: Buntt.
Mitw.: Alois Reni (Tenor), die Kapelle des Inf.=Regtss
ßen, Leit.: Obermuſikm. Löber. Anſchl.: Sport. Dargim
Stuttgart.
Sonntag, 27. Nov. 9: Morgenfeier. Orgel: E.
Cornelia van Rhyn (Sopran). Doris Rackwitz (Rezit.).
(Violine). Anſprache des P'arrers Lic. Koch, Lichtatf
Glockengeläut des Berliner Doms. O 11.30: Vormirün
Konzert des Jaz=Sinionie=Orcheſters der Haller=Revue.
Schindler. O 14.30: P. P. Lindenberg: Das Waſſerzeit
Herſtellung und Bedeutung. o 15: Forſtrat Aßmann.
und Waldboden. o 15.30: Die Abenteuer des Kapitim
16.30: Unterhaltungsmuſik der Kapelle Gebr. Steiner=
Dir. Dr. Görnandt: Was muß die Hausfrau beim Ei
Aluminiumgeſchirren beachten O 19.05: Th. Kappſtein:
der deutſchen Myſtik (H: Seuſe) o 19.30: Helmut 2
In der Werkſtatt der Lebenden. Bei Mar Pechſtein. 20.
des Ivurnaliſten „Chefred. Richter: Der Journaliſt.
Bunter Abend. Luſtiges Allerlei. Maria Ney. — In ese
ſpaniſchen Stadt —— Ay, Ay. Ay, Serenata Oriolla. E5
Kunſtpfeifer. — Nizankowsky: Verſchwunden iſt die
— Siczensky: Ständchen. O. Rusnak (Tenor). — Goet31
L. Goedecke (Kontrabaß). — Ukrainiſche Volkslieder: Liete
ſcheine nicht. Am grünen Waldesrand. Ach, wie unglück2
— Blaauw: Die Glocke läutet. — Simi: Delle piumt
Gamslan. Oberſteyr. Volkslied. — Lutz: Der Kleeplatz.
hofer: ’s Riegerl. — Händel: Arioſo — Bull: 410
Sennerin. — Lutz: Die Freud” im Gebirg”. — Von 2x
Weggis. Original Schweizer Jodler: Käthi Damhoſer.
Marſch. Tiroler Volkskunſt: Turl Damhofer=Truppe. 2.
Ben Geyſel. — Anſchl.: Sport. O 22.30: Tanzmuff
Hoffmann.
Berlin.
WarM
Sonntag, 27. Nov. 11.30: Ev. Morgenfeier. Adven=
Prälat Schöll, Muſikdir; Strebel, Haasſcher a car=
13.15: Schallplattenkonzert. 15: Dr. Schefold.
Kind und das Spielzeug. o 15.30: Onkel Ott erzäh t
Heiterer Sonntag=Nachmittag. Leit.: C. Struve. Mitw.:
K. Mann. Fr. Höger, G. Mancini, C. Struve. Rundfn.
17. Darbietungen. O 18: Sport. O 18.15: Freiburg!
Zimmermann: Das Sinnbild in Volksbräuchen. O 18 45 19
ſtunde. Dr. Helene Horn=Fernau lieſt Novellen von Sternl
die Aepfel reif ſind u. a. O 19.45: Sportfunk. U10
der Markuskirche Stuttgart: Abend=Muſik. Ausf.: Du
linger=Eytel, Heilbronn (Sopran). A. Ernſt von den Würr)
theatern (Harfe). Prof. Dr. Keller (Orgel). Bach: Al
dich empfangen, Choralfantalie. Oeffne dich. mein gar
— Händel; Paſſacaglia in G=dur. Allegro aus dem AA
D=moll. Erwach zu Liedern der Wonne, aus Meſſias-1
Duo für Harfe und Orgel. — Bach: Arie aus der RutAl
uns, o höchſter Gott. Siciliano. Arie Süßer Troſt, veil
kommt. 21 15: Wunſchabend. Leit.: C. Struve. Fetraw
Marſch. — Weber: Quv. Oberon. — Brahms: Ungarä.
— Loewe: Tom der Reimer — Mozart: Roſenarie an.
Hochzeit. — Toſelli: Serenade — Bach=Gounod: Ave
Offenbach: Barcarole aus Hoffmanns Erzählungen. —
Die beiden Grenadiere. — Schubert: Der König in
de Curtis: Torre di Sorento. — Goethe: Totentanz.
Menuett. — d’Albert: Fant aus Tiefland. — Mozart:
Zauberflöte. — Zeller: Potp. aus Vogelhänndler.
Auftrittslied der Förſterchriſtel. — Lehar: Wolgalied aus
— Strauß: Czardas aus Fledermaus. — May: In 2
ob der Tauher. Auf der Wartburg blühn wiederum die 7
Langer: Großmütterchen. O 22.40: Sportfunk.
Skettin. 20.30: Aus komiſchen Opern. Je
trägt. Bom bom bom, tra ra ra, aus Das goldene Kru0 10 hut nicht iſch.
Britz (Baß). Die Eltern ſtarben frühe, aus Das goler/ Mtlugnen gbhör
Hannel Lichtenberg (Sopran) — Flotow: Ach, ſo fril
Letzte Roſe, Arien aus Martha. F. Schneider (Tenor) raüll Aſr 0per, der
Lichtenberg. — Lortzing: War einſt ein junger Spring;ſ, 4 Mt gndächtig
Wir armen, armen Mädchen, aus Der Waffenſchmied. 2u
arbeitſamer Menſch, Duett aus Waffenſchmied. O ſanoall 2 eiltlennenziff
und Lebe wohl, mein flandriſch Mädchen, aus Zar und Ziücl
— Smetana: Endlich allein mit meinem Gram, aus Verla uu
Armer Narr, glaubſt du. mich zu fangen? Arie auss
Braut. — Lortzing: Vater, Mutter, Schweſtern, und Irul
Wahrheit, aus Undine. Am Flügel: H. Scheibenhofer.
Nachrichten, Sport.
Königswuſterhauſen Sonntag, 27. Novemher. 2
Morgenfeier anſchl. Glockengeläute des Berliner Doms.,/
Berlin: Funk=Matinee. O 14. 30: Schach. o 15: Berlint
Aßmann: Miſchwald und Waldboden. o 15.30: BO)
unſere Kleinen. o 16.30: Berlin: Unterhaltungsmuſif!
Architekt Le Corbuſier: Der neue Stil, ein Weltſtil. 0 181
Schultze=Naumburg: Phyiiognomie des deutſchen Hauſes. I
Prof. H. Sohnrey: Das deutſche Dorf. O 19: Prol.1.
Märchen. Mythen und Legenden primitiver Völker. 9.
Michgelis: Vorleſung aus Märchen und Legenden. O 20: 0
Richter: Der Journaliſt. o 20.30: Bunter Abend. Mittt
Ney. Tiroler Volkskunſttruppe. Guido Gialdini (Kunſtpfe!
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27. Yobember 1927
Alluſtrierte Wochenbeilage
Nummer 48
BAAZ
teſenaagen von heute und einit
an das Leben der Stars webt ein großer Hauber. Es
iſt thl nur das Geheimnis des künſtleriſchen Schaffens, das
ſiuebt, uns von vornherein als eine „Sonderklaſſe”
er=
ſchhen läßt; ihr ganzes Daſein hat etwas Abenteuerliches,
etn voller Romantik, ſelbſt heute, in unſerer nüchternen
A0 Immer iſt es die Geſchichte von dem aufänglichen,
fbillen Ningen, dem plötzlichen Erkanntwerden, dem
1 Aufſtieg zur Höhe — und dann ein Leben in Glanz,
n Sutaten, die das Daſein zauberiſch machen: dem
Lya de Putti
Gefüurzwerden, dem Neiſen durch alle Länder der Erde und
von lemn dem Uberſchüttetwerden mit
Rieſenver=
dileten, die jeden Luxus geſtatten, jedem Wunſche
Eriſlng bieten.
ſer hat nicht ſchon mit andächtigem Staunen von
endeſieſengagen gehört, wie ſie die ganz Großen auf den
Gelteu der Oper, der Muſik, des Films und Canzes
be=
ſekil Mit „andächtigem Staunen” ſage ich. Denn wenn
ährit Einkommenziffern bei einem Kaufmann meiſt nicht
ohnAllzu ſchmeichelhafte Beiworte diskutiert werden, ſo
gellelſich bei den Stars ſelbſt noch in dieſes materielie
Admni der Gedanke hinzu, daß ihre Verdienſte die Folge
hrisminenten Könnens, ihrer hohen Geiſtigkeit ſeien.
eim nicht die angeborene Gabe der ſchönen Stimme,
der wiſchen Verwandlungskunſt, der Virtuoſität in der
Audetng eines Inſtrumentes, der größten Geſchmeidigkeit
deri ſiever für den Canz reichen hin zur Höchſtleiſtung —
2as les ſind erſt rein äußere Voxausſetzungen — es
mudß bieſer Naturgabe zum „Ex=genium”, wenn man ſo
ag/Warf, die außerordentliche Geiſtigkeit, die Phantaſie,
Lasſägenium kommen, das aus inneren Geſichten
her=
ausßhaffend ſich die Naturgabe unterjocht. Doch ſelbſt
Diebſeid en Urelomente ſind nichtig, findet ſich nicht woch als
Lritcht em eiſerner Fleiß ein, der jene vergeiſtigte Technik
995 jene Cotalverſchmelzung von Geiſt und Können, die
Ae iie Möglichkeit bietet, zu jeder beliebigen Stunde den
Schlungsmoment in urſprünglicher Kraft zu reproduzieren,
Aasüß=, ihn reſtlos vorzutäuſchen.
2 phantaſtiſchſten Einkommenſummen können
natür=
ſch9 Simſtars aufweiſen. Das liegt in der Natur der
SasMin der Film das breiteſte Publikum hat. So wurde
Jaucg von der Paramount=Geſelſchaft mit einer
Sllhnage von rund 8000 Oollar, alſo einer Jahrosgage
Done 22,600 Mark, verpflichtot. Lya de Putti, Pola
NeA Eloria Swalon verdienen 10 900 Dollar pro Spiol=
Dus. Die Norme Calmadge, Lilian Gifh, Buſter Keaton
bop At auf 100 600 Dollar Jahreseinkommen. Aber alle
Ne Sisen werden natürlich von jenen Stars geſchlagen,
Neläichseitig — wie Charlie Chaplin — Selbſtproduzenten,
DeSS iE Herſteller ihrer Hilme ſind. So berichtet Kurt
An T m ſeiner „Sittengeſchichte des Kinos”, daß laut den
Sork aufgelegten Steuerbüchern das Ehepaar Gair=
Don Ritford im Jahre 1824 240 000 Dollar Jahresſteuer
2 A habe, was einer Einnahme von rund 6 Milionen
Da Auber 25 200 000 Goldmark entſpricht.
dier den großen Säugern ſtehen an erſter Stelle zwei
im Ahäiche Künſtler, die überhaupt kein feſtes Honorar
Ner 2 chmnen, wenn ſio willen, daß ihr Auftreten auch in den
DenFk üiber 10000 Plätzen ſtets ein ausverkauftes Haus
WDBEEABAAHgparagegznrngnrngnngnrnesrnsarr
Von Auguſt Kuhn=Foelix.
bedeutot. Das iſt die italieniſche Koloraturſängerin Galli
Curzi und der Cenor John Mc. Cormack. Nach ablolut
autheutiſchen Mitteilungen erreichen die Einnahmen dieſer
Künſtler nach deutſchen Gelde über 100 000 Goldmark pro
Abend. Nach dieſen ſind die größten Honorareinnehmer in
Amerika Schaljapin mit 2500 Dollar im Cheater und 3500
Dollar in Konzerten. Die Jeritza ungefähr mit demſelben
Honorar. Der in Europa ſehr gefeierte Conor Benjamino
Gigli „begnügt” ſich mit dem „Kleinen” Honorar von
1200 Dollar pro Abend. Von europäiſchen
Honorarmata=
doren marſchiert an der Spitze, man höre und ſtaune, Jan
Kiepura. Kiepura hat eigenklich den Nekord ereicht, indem
er in ſeiner erſten europäiſchne Saiſon ein Honorar von
7o00 Goldmark pro Abend erzielte. Nach ihm kommt
Ba=
tiſtini mit annähernd 1000 Dollar pro Abend. Von den aus
Italien genannten Künſtlern beziehen die größten Honorare
der peruaniſche Cenor Aleſſandro Granda, wenngleich er
trotz hervorragender Qualikäten materiell beſcheidener iſt, als
Kiepura. Ferner die ſpaniſche Koloraturſängerin Margherita
Salvi und der prachtvolle Baxiton der Mailänder Scala
Carlo Marelli. Cauber, der jetzt ſehr aktuell in Deutſchland
iſt, erhält 3000 Goldmark pro Abend.
Von den Geigern erhält Kreißler 2500 bis 3000 Dollar
pro Abend, Paderewſki 2000 Dollar; der ſpaniſche Celliſt
Pablo Caſals bringt es auf 1000 Dollar, Gubermann auf
3000 Neichsmark. Eine Sondereinnahme einiger Künſtler,
die bei weitem all ihre Abendeinkünfte ſchlägt, bildet die
Grammophonplattentantieme. So ſoll Cauber aus dieſer
Quelle jährlich 300 000 bis 400 000 Reichsmark erhalten,
bei weitem jedoch von Kreißler geſchlagen, der die
Vekord=
höhe von rund 1. Million einſtreichen loll.
Die höchſtbezahlte Cänzerin iſt die Pawlowa, die
1500 Dollar mit Ballett bezieht, was eigentlich als recht
beſcheiden in Anbetracht der außerordentlichen Leiſtungen
dieſer Künſtlerin und der Koſtſpieligkeit der Enſemblereiſen
bezeichnet werden muß.
Seltſamerweiſe ſind die Dirigenten ſchlecht bezahlt. Hier
gilt 2000 Reichsmark für einen Abend als „Nieſengage‟.
Nur der Dirigent der Mailänder Scala, Coscanini, hat es
in ſeiner mehrjährigen New Yorker Cätigkeit
fertigge-
bracht, für jeden Abend, den er auf amerikaniſchem Boden
zubrachte, 1000 Reichsmark zu bekommen, gleichviel, wieviel
oder wie wenig Abende im Monat er drüben dirigierte.
Wenn auch das Wort „Star” neueren Datums iſt, der
Begriff iſt ſchon alt, alſo auch die mit dem Begriff ver=
Paganini
knüpfte Nieſengage. Freilich ſind ſolche Gagenhöhen in
früheren Seiten nicht erreicht worden, jedoch nur
zahlen=
mäßig nicht — nicht relativ.
Die Urſachen, wechalb die heutigen Stars ſoviel höhere
Honorare bekommen als die früheren, liegen einmal in der
Catſache begründet, daß die neuzeitlichen Konzertſäle und
Bühnenhäuſer ſovielmal größer ſind als die früheren, alſo
entſprechend höhere Einnahmen ſichern. Dann aber iſt zu
bedenken, daß die Kaufkraft des Geldes gegen früher ganz
gewaltig geſunken iſt. Wir müßten alſo um zu einer richtigen
Feſtſtellung der Gagen von früher zu kommen: das einſtige
Honorar mal erhöhter Platzahl mal höherem Geldwert von
damals multiplizieren. Wenn wir dieſe Sakta kalkulieren, ſo
zeigt lich, daß die Honorare der Künſtler von einſt deu
heutigen nicht nur die Wage halten, ſondern ſie ſogar bei
weitem übertroffen haben dürften.
So verdiente im Nokoko der Kaſtratenſänger Caffariello
im Verlaufe einiger Jahre 1 Million Lire. Sein Kollege
Jarinelli bezog zur gleichen Seit am ſpaniſchen Hofe das
dagegen freilich beſcheideu erſcheinende Jahresfirum von
2000 Karolin (48 000 Goldmark); doch bezog er es 26 Jahre
lang und wurde noch Grande von Spanien und Ritter des
Großen Ordens von Calatrava. Der Cänzer Beſtris bokem
Fritz Kreisler
in Stuttgart für ſechs Monate 12000 Gulden. Von den
franzöſiſchen Sängerinnen des Empire bezog die Niccardi,
Frau des gefeierten Komponiſten Paer, 30 000 Frauken
Sixum, die weit glücklichere Catalani für zwei Monate
ein-
mal 100 000 Franken in Paris und 240 000 Franken für
eine Saiſon in London. Was Paganini verdient haben
muß, zeigt ſeine Hinterlaſſenſchaft von rund 1½ Millionen.
Heinrich Heine berichtet uns freilich in ſeinen „
Florenti=
niſchen Nächten”, daß Paganini ſeine Suhörer um zwei Caler.
„brandſchatzte”, und daß die Erzählung im Umlauf war, er
habe ſich dem Ceufel verſchrieben, der ihm denn auch als
Reiſebegleiter auf allen ſeinen Courneen folge, nur um ſich
recht viele Millionen zu erfideln. Cänzerinnen ſcheinen
da=
mals ganz entſchieden beſſer bezahlt geweſen zu ſein, als
heute, trotz unſerer vielgeſchmähten Canzmanie. Denn die
Caglioni brachte es in drei Monaten in London auf
70 000 Franken, während Fanny Eißler allein von einer
Amerikareiſe 300 000 Franken heimbrachte. Der norwegiſche
Violinpirtuoſe Ole Bull — ein an Paganini gemahnender
Virtuoſe — geigte ſich in zwei Monaten in Amerika
250 000 Dollar zuſammen, aber nicht zufrieden mit ſeinen
Honoraxeinkünften, machte er die Dummheit, in
Pennſyl=
vanien Länderſpekulationen zu treiben, wobei er wieder den
größten Ceil ſeines ungeheuren Vermögens verlor. Den
Clou im Geldverdienen aber trafen der Klavierſpieler
Chalberg und Franz Lilzt. Der biſlige Grillparzer, der alle
ſeine großen Seitgenoſſen begeiferte, weil er ſich iu ſeiner
durchgequälten Pſuche zurückgeſetzt fühlte, hat auf ihr immer
raſendes Publikum das höhnende Epigramm gedichtet:
Mozart darbte, Chalberg, Liſzt
Laßt ihr Connen Gold’s erwerben;
Freilich, wer unſterblich iſt,
Meint ihr, könnt uicht Hungers ſterben.
Und wirklich „Connen Goldes” ſtrömten ihnen zu. Ju
Petersburg verdiente Chalberg in drei Konzerten 20000
Rubel und in Moskau=ſogar 10 000 Nubel. Die gleichen
Houorare vereinnahmte Franz Lilzt, wozu bei ihm noch die
Cantiemen für ſeine Kompoſitionen kamen, wie zum Beiſpiel
150 000 Franken von den Aufführungen der Graner Meſſe
in Paris. Wenn er trotzdem bei ſeinem Code keine
Mil-
lionen hinterließ, ſo muß das auf Konto ſeiner
märchen-
haften Freigebigkeit gebucht werden. Brachte er es doch
fertig, ſchon als junger Menſch für ſeine durch
Waſſer=
kataſtrophen geſchädigten ungariſchen Landsleute 25000
Gul=
den zu ſpenden, und als ſpäter das Beethoven=Denkmal in
Wien infolge mangelnder Sublktriptionsbeiträge beinahe
nicht ausgeführt worden wäre, gab er für die
Marmor=
lieferung 60 000 Franken her und erklärte lich für gut, das
ganze Monument zu bezahlen, wenn es notwendig ſei.
HaAnnnaanannnag
HEAAAEAAAEHAAAEEEAAAAAAHAAA
Ich weiß nicht, ob es als Beiſpiel der verſchiedenartig
ſozialen Stellung der Srau zu werten iſt, wenn ich die weibliche
Bevölkerung in Küſten= und Waldgebieten der Yorubaländer mit
niedergeſchlagenem Blick ihr ſanftes „Oda” (ja) murmelnd als
typiſch im Gedächtnis habe, während beim Betreten der erſten
beſten Ortſchaft nördlich vom Niger recht häufig ein mit voller
Lungenkraft aus weiblichen Kehlen herausgeſchrienes „Babu”
(niemals) hinter den hohen Strohzäunen erſchallte. Das
ſelbſt=
bewußte Auftreten dieſer Babufrauen harmoniert durchaus mit
ihren Stimmen. In Wirklichkeit herrſcht ja heute noch bei
vielen Negern, beſonders den ehemals verſprengten heidniſchen
Splitterſtämmen in den Berggegenden mehr oder weniger ver=
Babufran mit Kind.
kappt die uralte ſoziale Geſellſchaftsordnung des Matriarchats.
Die Frau, bzw. die Mutter, iſt die Herrin der Familie, der alles
zum Leben Notwendige, in erſter Linie die unter ihrer Anleitung
und dank ihrer tätigen Mitarbeit gewonnenen Nahrungsmittel,
ebenſo wie die von ihr hergeſtellten Kochtöpfe gehören, und der
deshalb vom Mann das Kommando gar nicht erſt ſtreitig
geiacht wird. Die Gattin iſt bei ſeiner Lebensgeſtaltung eben die
Fortſetzung der Mutter, die ihm als Kind die Nahrung ſpendet.
Ganz beſonders vor der neuen Ernte, wenn die Nahrungsmittel
knapp geworden ſind, pflegt der Mann ſich willig den
Anord=
nungen der Srau zu fügen. Seiner Mutter, die ihn bis in ſein
drittes Lebensjahr ſäugt und beſtändig, auch bei ſchweren
Ver=
richtungen, auf ihrem Nücken mit ſich herumſchleppt, pflegt der
Neger bis in ihr höchſtes Alter eine hohe Verehrung zu
bewahren.
Die Ehe vollzieht ſich bekanntlich in der Form der
Naub=
oder auch Kaufehe. Bei der erſteren, einem Nachklang aus
uralten Zeiten, handelt es ſich faſt immer um Bräute aus
benach-
barten Dörfern, und der „Naub” iſt zu einer „GSeremonie
geworden, an der man aus Überlieferung, weil die Sitte es ſo
erfordert, feſthält. Daher will es der gute Con auch, daß die
Braut ſich möglichſt wehrt und ſträubt, um dem Näuber und
ſeinen hilfreichen Kumpanen die Angelegenheit ſcheinbar zu
erſchweren, während in Wirklichkeit alles verabredet und zur
Hochzeit hergerichtet iſt.
Wenn es ſich um eine gute Partie handelt, iſt es
verſtänd-
lich, daß einzelne junge Männer ihres eigenen Dorfes nicht ſehr
erbaut ſind und ſich bemühen, den Naub zu hintertreiben; ähnlich
wie bei uns die Bauernburſchen auch nicht entzückt ſind, wenn
Sremde kommen und ihnen die hübſchen und reichen Mädchen
weggangeln. Darauf iſt bei den Muntſchi am Binun die Sitte
begründet, daß die erwachſene Dorfjugend während der
Flitter=
wochen allnächtlich zum Schutze der Neuvermählten ihre Hütte
bewacht und ſich dabei mit Singen die Seit vertreibt.
Der tote Löwe
Von Carl Friedrich Wiegand.
Mitten im Juli war in der Weltbäderſtadt ein großer Sirkus
angekommen. Er ſtand draußen im Vorort, feuerwerkte mit den
auch nachts flammenſpeienden Sabrikſchloten der Glasbläſereien
und Porzellanfabriken um die Wette und warf ſeine Lichtreklame
gegen den ſeidenblauen Nachthimmel.
Aber die Kurgäſte flankierten, wie jeden Abend, in dichtem
Gedränge auf ihren gewohnten Promenadenwegen, und gingen
nicht hinaus. Nur die Fabrikarbeiter umſtanden mit Frauen und
Kindern das gewaltige, auf zwei Maſten ruhende, ſtumpfe Selt,
erregt von dem ſchmetternden Lärm der Muſik, geblendet von
dem Naketenſpiel der ſtrahlenden Sirkusfront, gelockt vom
Peitſchenknall der Stallmeiſter, vom Gebrüll und Geruch der
Ciere. Es war nämlich eine jener Sirkusunternehmungen, wie ſie
der amerikaniſche Senſationsrummel nach Europa verpflanzt hat,
ſchon mehr eine große Menagerie mit Elefanten, abgerichteten
Seelöwen, boxenden Känguruhs, eine Veranſtaltung, die dem
ſchönen alten Sirkus, in dem der dumme Auguſt, das hohe
Seil und die hohe Schule Hauptnummern waren, in nichts
ähn=
lich jah.
Da nun ging ich eines Abends hinaus. Allein ſchon nach
den erſten Nummern wäre ich am liebſten wieder weggelaufen,
denn der Elefantendreſſeur, der einen jungen, gutmütigen
Ele=
fanten mit einem Peitſchenhaken blutig riß, verurſachte mir
Ubelkeit. Sudem wälzten ſich in der Manege drei vertrottelte,
witzloſe Clowns in unſäglicher Blödigkeit, wie betrunkene
Haus=
ſchweine. Ich erhob mich, ging ein bißchen in den Stallungen
umher, fütterte ein paar Swergpferdchen, lauchte dem
Kauder=
welſch fluchender Stallknechte und betrat zum zweiten Mal den
Sirkus, als bei dürftiger Beleuchutng ein Nieſenkäfig
aufge=
ſchlagen wurde. Auf dem Programm ſtand, rot umrahmt: Mr.
Leeds mit ſeinen zehn dreſſierten Berberlöwen.
Von C. Arriens.
Die Kaufehe iſt eigentlich nichts anderes, als die
altteſtamen=
tariſche Einrichtung, daß der Schwiegerſohn, falls er den Vater
ſeiner Angebeteten nicht nach Gebühr entſchädigen kann, dieſem
eine verabredete Zeit als Knecht dient. So mußte ja auch Jakob
ſieben Jahre um Nahel dienen.
Abgeſehen davon, daß es dem Rechtsgefühl der Neger
durch-
aus entſpricht, den Schwiegervater für die ihm entzogene
Arbeits=
kraft der Cochter zu entſchädigen, entgeht bei dem auf
kommu=
niſtiſcher Grundlage beſtehenden Zuſammenleben der
Ver=
wandten dem Schwiegerſohn in der Regel nichts. Der
Braut=
kauf hat alſo bei näherer Betrachtung nicht das Entwürdigende,
das für uns in dem Wort liegt und iſt den Landesverhältniſſen
angepaßt.
Als kleine Mädchen ſind die Negerinnen meiſt recht artig.
Sie helfen den Müttern getreulich bei allen Verrichtungen und
ahmen ſie in ernſthaft putziger Weiſe in Haltung und Gebärden
nach. Erwachſen, erfreuen ſie ſich bei den meiſten Völkern
Afrikas großer Freiheiten, die ihnen ſpäter als Gattinnen
ver=
ſagt ſind.
Im nördlichen Nigerien beſteht die merkwürdige
Einrich=
tung, daß die Mädchen ſich gemeinſam eine angeſehene Frau
als eine Art Häuptlingin oder Stadimutter erwählen, die ihnen
bis zu ihrer Verheiratung in allen möglichen Angelegenheiten
als Freundin und Beraterin zur Seite ſteht. Die mit dieſer
Würde bekleidete, alte, ſchon etwas gebrechliche Frau in Bida
trug einen Häuptlingsſtab, den landesüblichen mit Lederſtreifen
benähten Strohhut der Honoratioren, der etwa unſerem
Sulin=
derhut entſpricht, und mit Straußenfedern geſchmückten
San=
dalen, die den Sußgang verhüllen und die ſonſt nur von
Häupt=
lingen getragen werden.
Auf körperliche Sauberkeit legen die Völker Weſtafrikas
großen Wert. Die, ſoweit ſie nicht künſtlich verſtümmelt ſind,
meiſt tadelloſen Sähne werden mit einer am Ende zerfaſerten
Stange aus einem beſtimmten Holz, das neuerdings auch
zer=
pulvert für europäiſche Sahnputzmittel verwendet wird,
rein=
gehalten. An der Weſtküſte pflegen beſonders kokette Damen
jeſen bleiſtiftlangen, fingerdicken Stengel tagsüber wie eine
Sigarre im Munde zu tragen.
Finger= und Sehennägel, ſowie auch die bei Negern hellen
Handflächen und Sußränder färben die Frauen mit Henna
ſiegel=
ackrot. Wer ſchön ſein will, färbt noch die Augenränder und
Wimpern mit Kohel (d. i. gepulvertes Wismut) blau und
ſchminkt Geſicht und Arme mit einer Salbe aus Ol und
gepul=
vertem Notholz. Unter den kunſtvoll hergeſtellten Friſuren
virken beſonders die an einen Naupenhelmaufſatz erinnernden
anmutig.
Die ſeither übliche Gewandung aus ungenäbten
fein ſein ſoll, aus eigengewebten Cüchern, iſt recht k!:
eine wohlgekleidete Frau ſind fünf Cücher erfordon
dem kurzen, ſchürzenartig mit Hilfe daran befeſtigen
um die Hüften gelegten, wird das große Kleidtun=
Bruſt, umgenommen und der obere Sipfel unter dem ait
feſtgeſteckt. Je nach der Geſchicklichkeit der
Cräge=
legen fällt es nun in mehr oder weniger anmutigemm
bis faſt auf die Knöchel. Darüber wird ein andnt
kleineres Cuch ebenſo beſeſtigt. Es reicht vom Gürn/t‟
zur Wadenmitte. Ein turbanartig um den Kopf ſct.
Cuch und, daraufgelegt, noch ein weiteres, nach rätts
über den Kopf gelegtes, hinten lang herabfallendees H.
in 4
Kopfputz. In neuerer Seit werden zu dieſer Cracht:wfiſſe
ſoſche
figer noch genähte kurzärmelige Kattunbluſen getrauols
hat bei af
Bis zum Weltkriege gab es in Weſtafrika /6il
andelsbetät
die es gar nich
Gegenden, wo das ſchöne Geſchlecht auf jede Art vong/ k19 M Hioh Pe. dc.
verzichtete, dafür aber ſich reich mit Schmuck behärnüke!
Lukurukumädchen am unteren Niger und manche ſowitt
währt, jehlt es
ſo rückſtändigen Frauen der Stämme am Binun, waßt
Abſeits
gewachſenen Bewohnerinnen der Stadt Ofen, an des ſ4
die Slußdampfer vorbeifuhren und nicht ſelten aun/
Die Bewohner waren anſcheinend ſtolz auf die beein
herrſchende Urmüttermode, und die Frauen bewegpk
natürlichem Anſtand.
Wie heute in Weſtafrika die primitivſten Zu
Menſchheit und modernſtes Naffinement nebeneinaa)
Ne‟
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aranderte Aus
4 auft anblick
Eitur mit A
19 Polppenpatri
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Mhaden
Dt. Man ka
hbrmigſte
Mm ſieht durd
Afrikaniſche Prieſterin.
Als die elektriſchen Bogenlampen ziſchend wieder
auf=
flammten, ſchritt Mr. Leeds in prall anliegender, hellblauer
Uni=
form, mit gelben Feldjägerſtiefeln angetan, elaſtiſch herein und
verneigte ſich, auf dem gepolſterten Manegenrand ſtehend, nach
zwei Seiten und trat wieder ab. Er führte zei langriemige,
aber kurzſtielige Peitſchen in der Hand, und in den
Waffen=
taſehen ſeines Gürtels drohten die Griffe zweier Schußwaffen.
Die Muſik auf ihrem erhöhten Platze ſetzte mit einem
unend=
lichen Crommelwirbel ein, der mit Becken= und Paukenſchlag
abſchloß, und ging darauf in ein ununterbrochenes, betäubendes
Geſchmetter über.
Durch einen vergitterten Gang, aus dem der Bändiger
jetzt abermals zum Vorſchein kam, fuhren mit ſchüttelnden
Mähnen die Löwen herein und ſenkten die Köpfe angeſichts
des Bändigers, der jedes Cier mit grellem Peitſchenknallen
empfing. Und nun begann das hundertmal gezeigte Dreſſurſpiel:
ein hochbeiniger, ſchneeweißer ruſſiſcher Steppenhund, der mit
unterwürfigen Gebärden ſeine Gegenwart unter den Löwen zu
entſchuldigen ſchien, machte, nachdem er ſeine Surcht überwunden
hatte, die Kunſtſtücke vor, und die Katzen taten es ihm nach. Sie
ſetzten über Planken und Leitern, durch Reife und Fäſſer,
wälzten eine Kugel, balancierten auf einer Wippſchaukel, trieben
ein Karuſſell und ſprangen zuletzt durch brennende Pechkränze.
Unter den wohlgepflegten, fettig glänzenden Löwen befand
ſich ein hagerer, ſtruppiger Geſell, ein halbwüchſiges, kaum
zwei=
jähriges Cier mit kurzer Mähne, das ſich um jede Übung
herum=
gedrückt hatte. Nun iſt es ja ein bekannter Crick, ein Cier
der=
art abzurichten; allein der Bändiger, der dieſen Löwen nicht
aus den Augen ließ, haite den Drückeberger ſchon wiederholt mit
der Peitſche ermuntert, zweimal auch blinde Schüſſe gegen den
Widerſpenſtigen abgefeuert, ſo daß der Gedanke, es handle ſich
um etwas Eingelerntes, nicht aufkommen konnte. Der ſtruppige
Löwe wich vor der Peitſche ſeines Herrn jeweils zurück, kauerte
ſich zum Sprung und öffnete fauchend den Nachen.
Dies alles machte allerdings noch keinen Eindruck. Erſt als
Bei der Hausarbeit.
gehen — die Cöchter der nach dem Weltkrieg mit
gewordenen ſchwarzen Millionäre kleiden ſich ſelEl
nach neueſtem Pariſer Schick —, ſo hat ſich auch A.
lichſte Cracht der Bibel, Evas Seigenblätterkleid,
Sinne des Wortes erhalten.
Die Frauen abſeits der Verkehrswege lebenden”
Bergſtämme begnügen ſich mit einem täglich friſchä
Blätterbuſch, und zwar meiſt vom wilden Seigenbo
Büſchel der grünbeblätterten Sweige ſind vorn und
die Hüftperlenſchnur gehängt, darunter einige eber
ſamen und leicht zuſammengedrehten Schößlinge
Schenkeln durchgezogen. Von dieſen wohlfeilen Eil
dasſelbe wie von den billigſten in Europa — ſiü
ſolange gut aus, als ſie neu ſind.
Die afrikaniſche Sitte erheiſcht, daß Männer
getrennt eſſen, nur in der Flitterwochenzeit pflegenn?
leute eine Ausnahme zu machen. Geſchickte Köchinil
Frauen ſehr begehrt. Die Kochrezepte, die ſich in ders
um Grützen oder Knödel aus Hirſe, Bohnen odd
früchten und um die dazugehörigen Spinatſaucen
Zuſammenſtellung, ſowie um ſcharfgepfefferte Suppe
Nagouts drehen, ſcheinen recht einfach zu ſein; in
gibt es hier tauſend feine Unterſchiedlichkeiten, Se
Negergaumen nach Gebühr einzuſchätzen vermag. 90ſ
die Vorrichtungen für den Sprung durch die brennei
aufgebaut wurden, begann die Vorführung bedrohlul.
den. Die Löwen hatten bei jeder Nummer ihre beſtim im
folge. Als nun Mr. Leeds die Ciere an ihre PCſ.
wollte, ſetzte der Widerſpenſtige mehrmals über ſämnl
hinweg, brachte, von der Peitſche des Bändigers!!
Ciere in Aufruhr und erreichte ſchließlich mit gewie!
ein erhöhtes Geſtell, wo er zähnefletſchend ſitzen 12
Bändiger ging aber, als ob nichts geſchehen ward.
Schrittes auf den renitenten Löwen zu und kehrte, ?
Halt machend, ihm den Nücken. Das tat er wahrei.
führung zweimal. Als er jedoch, unbedacht rüctwd‟
dem Löwen ſich einmal näherte, ſchlug dieſer nach
ihm am Nücken, in der Nähe des Schulterblattes, Eiie
von der Größe einer Hand aus der Uniform herale”
kurzen Bewegung fuhr der alſo unliebſam Berühlte.”
das Cier ſcharf an und ſtieß das Geſtell um, 10 909
großen Fluchten entwich. Ohne weiteres Sögern /74‟*
diger darauf die Pechkränze in Brand, jagte, näche"
ſiſche Steppenhund durch die flackernden Pinge.
voraus, wie ein Pfeil hindurchgeflogen, alle Beſlet
und trieb ſie, da dies der Schluß ſeiner Vorführung. 4
Manege hinaus.
Nur der Widerſpenſtige kauerte abſeits. Er Me
horchen. Das gereizte Cier lief, den Bauch an die St
nach je vier oder fünf Schrittend umkehrend, am Diük.
ab und ſetzte, ſo oft Mr. Leeds einen Schritt aul 9.
Sprunge an. Der Bändiger ſteckte die Schußwolle."
warf die Peitſche fort, erfaßte mit zwei Säuſtenl Sit.
feſten Holzſchemel, ſchwang ihn hoch über den Reli
damit werfen wollte. Ehe er aber richtig zum Beukle.
der Löwe ihn an, ſo daß das ſchwere Wurfgel9e!
ju der Luft traf, und mit einer einzigen Wendugs.
Leeds außerhalb des Käfigs. Durch eiue bis 2090
Beſchauer beachtete Gittertür, die er bitzſchnet.
[ ← ][ ][ → ] Küunen, die auf offenem Markt Speiſen feilhalten, deren
züte 14f0 rumgeſprochen hat, ganz von Würde durchdrungen
lein ſi ran ſieht lolche Damen mit den Alüren der ganz
„ſtätlerin, die der Menſchheit etwas Bedeutendes
Mhenſétig e Suppenportionen austeilen. Sleiſch zu braten, gehört
herkwieizrrweiſe nicht zu den Obliegenheiten der Frauen. Das
GAvſorgaue Männer allein, verzehren es dafür auch unter ſich.
drrchſchnittsnegerin fehlt es in ihrem Hausweſen nicht
Arütſt Vom frühen Morgen an Spinnen, Weben und
dere / händuſtrie, dann das Herbeiſchleppen des Waſſers in
iweretsöpfen von der oft entfernten Schöpfſtelle,
Kinder=
u6 H/Arbetreuen, die anſtrengende Arbeit des Korn=
„blenaso iſenzubereitung und Bierbrauen, die tägliche Mühe
„ Sadlwus Erntearbeiten auf der oft weit abgelegenen Sarm,
ſir ein ganzes Programm.
Helzſt: Intereſſen waren bislang nur in islamiſierten Ceilen
in ihren Anfängen bemerkbar, wo man auch die
Ndchen anfing, in die Koranſchule zu ſchicken.
Füng u ik und Canz ſind Negerinnen ſehr empfänglich und
ſon lus der künſtleriſchen Seite hin begabt. Was an kör=
ſchem) moraliſcher Energie in ihnen ſteckt, lehrt die
Er=
trungg/ ie erkwürdigen Amazonenheere früherer Macht=
er. nuide des Königs Coffa von Portonowo oder
Be=
zus zu Pahome, die weit gefürchteter waren als die männ-
„u Klhiet-
Dieß zuren vertreten in Weſtafrika oft das Amt von
Teſterignt und haben als ſolche nicht ſelten großen Einfluß.
G6 die irrſcherwürde hat bei afrikaniſchen Völkern
wieder=
i in Lyſihand der Frau gelegen. Bei der außerordentlichen
Mmit” der lge rin zur Handelsbetätigung, die ſogar Frauen
vor=
ner „Mſenen, die es gar nicht nötig haben, Unterhaltung
2 Verzyigen gewährt, fehlt es unter ihnen nicht an
kauf=
niſchriendegabungen. Abſeits der großen Schar der
Höle=
en bciltiben ſie ihre Handelsgeſchäfte im Großen und kom=
Niererg ärinliche Hilfskräfte und Crägerkolonnen.
Es hn keinem Sweifel unterliegen, daß die
Neger=
gunch, ’e leit dem Weltkrieg von Amerika aus die Völker
fas zuchdringt, auch große Sukunftsaufgaben für die far=
Frarn ſhrem Schoße birgt.
ſämpfe hinter Glas
Von S. von Nadecki.
Das Aurrium der Soologiſchen Station in Neapel erhält
igen Fſchſchub an Waſſertieren aus dem Golfe dicht da-
. Müngenehmem Grauen ſieht man hinter der Glaswand
Frünenn leerwaſſer erbitterte, ſtumme Kämpfe ſich abſpielen.
daprsnind mir vor allem in der Erinnerung geblieben.
Eh/Ein zu) Kahlkopf hängt unbeweglich im Waſſer, nahe der
be, Ebeſitzt weder Naſe noch Mund, aber dafür zwei
kze, uub geränderte Augen, die mich Beſchauer jehr würdig
poßuzardaft anblicken. Von rechtswegen gehörte er in
Vaterörder mit Atlaskrawatte hinein, doch ſtatt deſſen
ift Iſſter Polypenpatriarch unten in eine Anzahl roſa
ſre, iſſeſich alle mit fleiſchroten Cellerchen an die
Glas=
angisſex haben — als ob er einen Kontakt mit der
„wweltg ſhre. Man kann es anfangs kaum faſſen, daß ein
dieih Urförmigſte, zwei Augen, zwei geradezu menſchliche
beli Man ſieht durch ſie unmittelbar hinein in die
O
Er rührte ſich nicht. Was wohl in dem roſa Kahlkopf
vor=
gehen mag? Critt man zur Seite, ſo ſtarrt er einen von der
Seite an.
Der Wärter wirft ſetzt in den entfernteſten Ceil des Baſſins
eine Crevette hinein. Sie ſinkt mit einem Kometenſchweif von
ſilbernen Bläschen durchs grüne Waſſer. Aber mit dem
Po=
lupen iſt derweil eine ſolche Verwandlung vor ſich gegangen, wie
ſie Ovid ſelber nicht geträumt hätte: von hinnen iſt die Würde,
blitzſchnell hat er alle ſeine roſa Schnüre in ein ſpitzes Corpedo
zuſammengefaßt und ſchießt nun brauſend auf die Crevette zu.
Doch kurz bevor er ſie erreicht hat, breitet er ſein ſchmales
San armbündel zu einem flatternden roſa Käfig aus. Schnapp!
— ſchon hat er ſie. Ein momentanes Gewirr von
Silber=
bläschen und Fangarmen, und dann tritt Grabesruhe ein.
Langſam treibt der würdige Ballon wieder in ſeine
ge=
wohnte Ecke und ſaugt ſich mit den fleiſchroten Cellerchen an die
Glasſcheibe an. Ernſt und gütig blicken ſeine goldſchwarzen
Augen. Aber halt — in dem roſa Kahlkopf geht etwas vor:
wälzt er darin ein Problem? Nein, kein Problem, ſondern die
Crevette, die ja doch noch nicht ganz tot iſt. Und er hält ihn
feſt, dieſen Gedanken, da kann man ſich darauf verlaſſen! Aber
bald hört auch dieſe Kopfarbeit auf, die Creveite iſt endgültig
zermalmt und zerſäuert, und der Polup ſcheint nun friedlich zu
ſchlafen, obwohl ſeine Augen immer noch unverwandt durch die
Glasplatte ſtarren. —
In einem anderen Baſſin ſpielen ſich Kämpfe zwiſchen
See=
pilzen und Caſchenkrebſen ab. Der Caſchenkrebs iſt, nach
meuſch=
lichem Ermeſſen, wirklich ein ſehr dummes Cier. Dieſes
über=
trieben haſtige Seitwärtslaufen (wie nach Gott weiß welcher
Elektriſchen), dieſe ahnungsloſe Plumpheit, mit der ſeine
Pan=
zerglieder in jedes Idull hineintölpeln — alles trägt das Gepräge
einer extremen Unbegabung. „Ungeſchlacht hieß ſein Herr Vater,
Cramplagondis ſeine Mukter, und er ſelbſt heißt Schlagododro”.
kann man wohl von ihm ſagen. Eine rauhe Außenſeite, eine
harte Schale — allein der Kern iſt weich.
Ganz anders die Seepilze, welche entſchieden weiblichen
Ge=
ſchlechts ſind. Halb Cier und halb Pflanze, fehlt ihnen die
Fähigkeit der Fortbewegung, wofür ſie aber mit einer genialen
Paſſivität begabt ſind, mit einem unheimlich zähen und feinen
Neaktionsvermögen — alſo gerade mit einer Eigenſchaft, die
dem Herrn Caſchenkrebs fehlt. Grau und unſcheinbar, liegen ſie
mit weitgeöffneten Dolden da, und warten auf das, was kommt,
nämlich auf den Caſchenkrebs. Und nun beginnt ein Spiel, das
unweigerlich mit dem Cod dieſes Ahnungsloſen endot.
Der Caſchenkrebs krabbelt vergnügt über Berg und Cal,
über Lebendes und Cokes und denkt an gar nichts. „Das
Wan=
dern kann keine Sünde ſein ...” ſcheint er vor ſich hinzuſingen,
daß rings um ihn der Cod mit weitgeöffnetem Nachen lauert,
ahut er nicht. Da, plötzlich iſt. er mit zwei Beinen in einen
Seepilz hineingepaſcht. Und wie ein Maul ſchließi ſich die
Dolde um die beiden Panzerglieder.
Der Caſchenkrebs weiß vorläufig noch von nichts und will
ſeelenruhig weiterwandern. Doch allmählich merkt er, daß er
da was Sremdes mit ſich zieht. Nun verſucht er, das läſtige
Pflanzenzeug abzuſchütkeln. Doch die Dolde hält ſo feſt und mit
ſoviel Widerhaken, daß jede Bewegung die Krebsglieder nur
Dorfenlklite er ſich gerettet. — Es waren zwei Schläge,
im leibMAugenblick, das Suwerfen der Cür, der Anprall
owenlshers.
Eie Uzſchreibliche Aufregung entſtand; Frauen ſaßen wie
Mis a1 De ſchrieen und drückten ihre Kinder an ſich. Die
W Iiß M0 Taſt alle Suſchauer hatten ſich erhoben. Hunderte
Wen de Alusgang. Der Zirkusbeſitzer ſprang mit erhobenen
Fir auf A / ENanegenrand und rief mit Marktſchreierſtimme:
Ei Nere/ Sitzen bleiben!. Nicht drängen! Es iſt durchaus
* efgM Uniformierte Sirkusdiener und Stallknechte
Men U0h iecender Eile einen Weſſerſchlauch und vor dem
erndernho ſerſtrahl der Feuerſpritze ſchlüpfte der Löwe
W den vlRtierten Durchgang hinaus.
Siche Aach ſofort den großen Käfig ab. Ehe aber das
Dideim Uszorzog, fielen draußen zwei Schüſſe. Der Sirkus=
Rr Erle W zum zweitenmal: „Hochverehrtes Publikumt Zur
SMen l eruhigung teile ich mit, daß Mr. Leeds den relti=
DDA 9r ſeiner ausgezeichneten Gruppe erſt ſeit kurzer
BeB A woeben erſchoſſen hat. Ich bitte ergebenſt, die
De2PAnminehmen. Die Vorſtellung nimmt mit Ei=
2 NenD el zei ihren Fortgang. — Und ein gelber Jockel
Dome ſrin. — Als die Suſchauer nach fünf oder lechs
W Eian intereſſelos noch hingenommen hatte, den
Reey, konnten ſie das erſchoſſene Cier, das am Ein=
D Allsenſchein nehmen. Auf der Stirn und in der
DD29 roter naſſer Flecke ſichtbar.
Dn Cage au war das Geſchäft des Sirkucbeſitzers
LBer-ängerte den Aufenthalt, denn nachdem die
Sei=
aüregenden Vorfall ausführlich berichtet hatten,
oie ul S die Maſſen vor den Kaſſenwagen. Selbſt die
Ien Wieſe” kamen aus der Weltbäderſtadt
her=
en Samtlogen, mit lebhafterem Jeuer in den
LEiu Auge von dem Sitier, dem Bändiger und
ia der Erwartung noch größerer Abenteuer.
Varen vergangen. Im Sonnenhad, unten ar
Fluß, erkannte ich, als ich meinen ſchlaftrunkenen Nachbar ins
Auge faßte, Mr. Leeds, der ſeinen ſehnigen Körper in der Sonne
braun brennen ließ. Da nun Menſchen, die Löwen bändigen
können, mir immer Achtung eingeflößt haben, ſprach ich ihn an.
und es machte ſich, nachdem wir einiges über die Wohltat des
Sonnenbades orakelt hatten, daß er mich aufforderte, ihn zu
be=
gleiten. Es war fünf Uhr, und die Süiterung der Ciere erheiſchte
ſeinen Aufbruch.
Als wir den Cierpark betraten, liefen die Löwen raunzend
in ihren Swingern auf und ab und ſprangen, da ſie ihres Herrn
anſichtig wurden, an den Gitterſtäben in die Höhe. Sobald aber
Leeds näher trat, beruhigten ſie ſich, kuſchten und wälzten ſich
auf den Nücken. Sie ließen ſich die Mähne krauen, duldeten 2s,
daß Mr. Leeds ſein Handgelenk ihnen zwiſchen das furchtbare
Gebiß legte, ja, als er in der Unterhaltung ſeinen Kopf
rück=
wärts gegen das Sitter bog, leckten ſie ihm die beginnende
Glatze. Ich hatte ſchon dies und das den Bändiger gefragt,
natürlich auch den panikerregenden Vorfall mit ihm beſprochen,
und da wir nun bei einem ungefähr zweifährigen, ſtruppigen
Löwen hielten, ſagte er kaltblütig: „Das Schwierigſte iſt, aus
einem gut dreſſierten Löwen die Wildheit wieder herauszulocken,
das heißt, ohne daß die Sache lebensgefährlich wird. Da nun der
Sweijährige gegen das Gitter tobte, beruhigte er mich: Der da
iſt der bravſte Kerl von der Welt”. Und er griff zwiſchen den
Stäben hindurch, zauſte den Löwen und ohrfeigte ihn.
Auf die großen Sleiſchſtücke weiſend, fragte ich: „Freſſen
Ihnen die Ciere nicht den ganzen Verdienſt weg?” „Soviel iſt
ſicher,” erwiderte Leeds, „mit einem toten Löwen verdient man
gelegentlich mehr, als mit zwölf lebendigen.
„War das erſchoſſene Cier gut verſichert?” fragte ich
Leods ſah mich mehrmals prüfend an und antwortete zögernd:
„Für ein erſchoſſenes Cier bekomme ich nichts”
„Es war aber auch ſehr voreilig, das wertvolle Cier gleich
zu töten, man hätte es doch, wenn es zur Dreſſur untauglich
in einen Ciergarien verkaufen können.”
noch tieſer hineinbringt. Nun wird er wütend und beginnt zu
kämpfen. Er wird doch wohl mit der klebrigen Maſſe fertig
werden! Aber kaum hat leine Schere in die Dolde
hineinge=
kniffen, als die Schere auch ſchon gefangen iſt. Jedes Nucken
und Sucken vermehrt das Unheil.
Jetzt kriegt es der Caſchenkrebs mit der Angſt. Fort will
er, nur fort! — Er raſt mit den übriggebliebenen Beinen über
Stock und Stein, er hat keine Seit zu verlieren. Doch das hilft
ihn nichts, denn er ſchleift ja das Untier immer mit ſich. Der
Caſchenkrebs verſucht tauſend Methoden, der Seepilz hat nur
eine: Seſthalten und nicht Loslaſſen! Der Caſchenkrebs, weiß
nicht, daß nur eines ihn retten könnte: auf die Schere und die
paar Beine zu verzichten und völlig ſtillzuhalien — denn jede
Bewegung wird ihm zum Unheil, jede bringt ihn unweigerlich
immer tiefer in die fürchterliche Umarmung hinein.
Letzter Akt des Dramas: man ſieht einen aufgeſchwollenen
Seepilz, aus dem noch eine einzige, verzweifelt rudernde
Krebs=
ſchere herausragt. Sie arbeitet, ſie klammert ſich an jedes
Steinchen — und langſam bewegt ſich dieſe grauſige
Kombin=
nation vorwärts. Die paſſive Energie hat geſiegt. Endlich iſt
auch die Schere verſchwunden, und nun ſitzt der Seepilz ebenſo
unbeweglich wie vorhin da. Mit fortſchreitender Verdauung
öffnen ſich ſeine Dolden, und ſie warten nun in grandioſer
Daſſivität auf das nächſte Opfer.
der man
Von Hermann Linden.
Die Frau, der man an dieſem Nachmittag in einer
leicht-
fertigen Wallung den Hund erſchlagen hat, ſaß ſeit neunzehn
Jahren am Coreingang des roten Juſtizpalais in der Rue
Mont=
parnaſſe. Sie war dem Haar und den Geſichtszügen nach nahe
den Siebenzig, ihr Name tut nichts zur Sache, auch wußte ihn
niemand; ſie verkaufte den „Matin”", und da ihre Stimme zu
ſchwach war, die Aufmerkſamkeit der Paſſanten auf ſich zu
lenken, tat dies beſagter, heute erſchlagener Hund, ein italier
niſches Windſpiel, ein hellbraunes, zierliches, ſehr bewegliches und
empfindſames Cier. Es kläffte mit Anmut, und lachend kauften
die Leute.
Dieſe Seitungsverkäuferin gehörte zu jenen Lebeweſen der
Welt, deren Verlaſſenheit ſo grenzenlos iſt, daß noch nicht einmal
das Maul des Geſchwätzes ſich mit ihnen befaßt. Sie hauſte in
einer Manſarde eines Warenhauſes, für die ſie einen Franken
Miete zahlte im Monat, lebte dürftig und ohne jeden Anſpruch,
ihr Suß führte ſie nie in ein Lokal, und ſeit neunzehn Jahren
unterbrach kein Ereignis dieſe traurige Exiſtenz. Um dieſe Frau
aber, die mittags ihre Seitungen holte, darauf dem
leidenſchaft=
lichen und glänzenden Pariſer Straßenleben mit indiſchem
Phlegma gegenüberſaß, geiſterten die Schatten einer
Vergangen=
heit, die voll Nomantik, Prunk und Geheimnis war; einer
Ver=
gangenheit, von der nichts als Elend reſtierte.
Dieſe Frau, die heute mit dem vergilbten und hohlwangigen
Geſicht einer Greiſin, mit einem abgeſtumpften, unbeweglichen
„Das tue ich auch ſonſt”, ſagte Leeds ruhig. Warum
dies=
mal nicht?” frug ich. „Weil das Cier für die Dreſſur eben
geeignet war.” „Geeignet?” antwortete ich ſpöttiſch, „wenn es
Sie in Lebensgefahr bringt”.
Aber Mr. Leeds überlegte, kniff die Augen zuſammen, ſah
in die Weite und ſagte: „Cja, ſogar ſehr geeignet”.
Weil nun mein Wiſſensdurſt damit nicht geſtillt war, hub
ich von neuem an: „Und nun bekommen Sie nicht einmal die
Verſicherungsſumme? Ihr Chef machi jeden Abend ein
Nieſen=
geſchäft, und Sie tragen den Verluſt —
„Verluſt?” lächelte Leeds, klopfte ſeine Sigarette ab. „
Ver=
luſt? Im Gegenteil! Ich wollte eben einmal ein ſehr gutes
Ge=
ſchaft machen.
„Nun verſtehe ich Sie überhaupt nicht mehr”, geſtand ich
ſachend. Leeds anwortete nicht gleich. Er neikte den ſtruppigen
Löwen, reizte ihn und griff nach einem Knochen, an dem das Cier
nagte.
„Ich möchte wetten,” ſagte ich, „daß der widerſpenſtige
Löwe ein Bruder dieſes Cieres war, wenigſtens iſt große
Ahn=
lich keit vorhanden.”
„Wetten iSe nicht,” lachte Leeds, „aber bringen Sie das
was ich Ihnen jetzt ſage, nicht gleich in die Seitung. Das iſt kein
Bruder des Widerſpenſtigen, das iſt er ſeibſt!”
Aber die Schuppen fielen mir immer noch nicht von den
Augen! „So haben Sie alſo einen anderen Löwen erſchoſſen?”
„Behüte! Der Löwe, der am Ausgang des Sirkus lag,
war zwei Cage vor dem Panikabend geſtorben.”
„Ach ſo, Sie haben einen verendeten Löwen erſchoſſen?”
rief ich laut lachend.
„Stille! Stille!” bat Leeds und ſagte zwiſchen den Hähnen:
„Sch hatte, weil das Geſchäft hier ſchlecht ging, mir dem Alten
einen Kontrakt abgeſchloſſen auf dreißig Prozent Anteil an der
Cageceinnehme, wenn ich es fertig brärhte, die Buden
allabend-
bis auf den letzten Plaßz zu füllen.
Innern, mit verwelkten, dünnhäutigen, centimehaſchenden Fingern
gleichgültig gegen Cag und Nacht auf der Aſche eines
ver=
brannten Lebens hockte, war zwei Jahrzehnte vorher die
ver=
göttertſte Hetäre von Paris geweſen.
Damals war ihre Haut weiß wie Marmor nud ihr Haar
wie Sinnober rot. Sie wechſelte oft ihre Wohnung, doch
reli=
dierte ſie ſtets in den vornehmſten Straßen. Sie war die Cochter
eines kleinen Beamten, eine witzige und intelligente Perſon, und
ihre Karriere war wie ein Abenteuer aus Balzacs Proſa. Die
ſchwarzen Herren der Diplomatie, die ſchillernden Uniformen der
Garde und die parfümierten Dandies der Finanz, und nicht ſelten
das lächelnde Geſicht des Präſidenten rauſchten durch ihre
aſiatiſch eingerichteten Salons.
Da aber Exiſtenzen wie die ihre nur auf die zeitliche und
raſch verſchwindende Schönheit des Körpers begründet ſind, war
die tolle Pubertätsliebe eines achtzehnjährigen Marquis, der ſie,
als ſie ſchon hoch in den Vierzig und in ſichtbarem Verblühen
war, noch einmal beglückte, das letzte Kapitel ihres reichen
Romans. Ihr Sturz ging im Cempo des Aufſtiegs. Da ſie, wie
alle Frauen ihrer Art, einem unbezähmbaren Hang zur
Ver=
ſchwendung frönte, waren ihre aufgeſpeicherten Mittel nicht ſehr
groß, das prächtige Inventar bald unter dem Hammer, und die
dann und wann noch auftauchenden Aufmerkſamkeiten früherer
Liebhaber vermochten das mit Siebenmeilenſtiefeln ſich nähernde
Elend nicht allzulange aufzuhalten.
Ihre Sinne wurden kalt, ihre Nerven ſtumpf, und warum ſie
eigentlich da ſaß, am Palais in der Nue Montparnaſſe, ſtatt ſich
in einen der finſteren Seinekanäle zu ſenken, wußte ſie ſelbſt
nicht. Es war die magiſche Macht der Pariſer Straße, die ſie
am Leben hielt; der dämoniſche Glanz des eleganten Boulevards,
der ſelbſt ihre erloſchenen Greiſenaugen noch verzückte. Und
weiter ſaß ſie, Jahr für Jahr, eine ganze Generation lief ſchon
zwiſchen heute und damals, und ihr Name, den einſt ſehr
ge=
pflegte Hände in zärtlichen Schnörkeln geſchrieben hatten, war
ſchon längſt nicht mehr in eines Menſchen Mund; Nauch und
Vergeſſenheit.
Nun geſchah es, daß an dieſem Nachmittag, als die Sonne
den Aſphalt faſt ſilbern bebrannte, ein alter und ſtutzerhaft
ge-
kleideter Herr an der Sandſteinfaſſade des Juſtizpalaſtes ſtehen
blieb, eine farbige Brille aus ſeiner Nocktaſche holte, um ſie,
weil er anſcheinend unter der grellen Sonne litt, vor die Augen
zu ſetzen. Die Brille warf einen bunten Neflex auf den Boden,
juſt vor die zwinkernden Augen des Windſpiels, das ſich ſofort
mit einem Gebell freudiger Erregung erhob. Der Herr, ein
ohne=
dies etwas zittriger und nervöſer Herr, erſchrak, die Brille fiel
aus ſeiner Hand, und der Hund ſpielte vergnügt mit den
glitzern=
den Scherben. Doch ſpielte er nicht lange; denn das Erſchrecken
des alten Elegants wandelte ſich augenblicks in einen choleriſchen
Gorn. Er hob eines ſeiner langen Beine und gab mit
ſchranken=
loſem Cemperament dem Tier einen ziemlich heftigen Critt, und
traf es ſo, daß es wimmernd zuſammenfiel und einige Minuten
darauf ein totes Weſen war. Der Herr verweilte noch einige
Minuten, um ſich von dem Erfolg ſeiner Beſtrafung zu
über=
zeugen und betrat darauf ein Neſtaurant.
Die Frau legte ihre Seitungen aus der Hand, ergriff ihren
toten Hund und erinnerte ſich des Cages, als ein mikleidiger
Paſſant ihr denſelben geſchenkt und ſie ihn darum geliebt hatte,
weil er ſelbſt in der Farbe des Haares jenem glich wie ein
Duplikat, den ihr vor mehr als zwanzig Jahren der knäbliche
Marquis mit einer ſcheuen Särtlichkeit in den Schoß gelegt.
Da weinte ſie in ihr ſiebenzigjähriges Geſicht hinein. Als ſie
aufgehört hatte zu weinen, dachte ſie daran, daß ſie nun keinen
Hund mehr hatte, der ihr Kunden erbellte, daß ſie nun ſelbſt
ſchreien müßte mit ihrer tonloſen Stimme, um einige Centimes
zu verdienen: „Le Matin! Le Matin! Dix Centimes! Dix
Centimes! Le Matin!”
Sie wußte aber, daß niemand ſie hören würde, und ſie wußte
ferner, daß es keinen Menſchen in der Welt gab, der daran
Intereſſe hatte, ſie vor dem Verhungern zu bewahren, und als
dieſer Gedanke die Herrſchaft über den letzten Funken des
Lebenstriebes davongetragen hatte, warf ſie noch einmal einen
Blick auf den Boulevard, über deſſen rollende Wagenzüge ſchon
die Lichter der Abendreklamen tanzten.
Dann ging ſie zur Seine.
Den Hund in beiden Händen, den Kopf geſenkt, ſo rutſchte
ſie in das ſchwarze Waſſer.
Eine der tauſend Cragödien jedes Cages.
Es ſind in dieſer Geſchichte einzelne jener Sentimentalitäten,
die wir alle lieben; es iſt daneben auch ein Cropfen Kolportage,
jener, die wir alle gern verſchlingen, aber es dünkt dem Schreiber
dieſer Geſchichte, als verberge ſich in ihr noch eine unheimliche
Sronie.
Könnte es nicht ſein, daß jener ältliche Herr, der den Hund
erſchlagen hat, einer jener Männer war, die vor mehr als
zwanzig Jahren vor der Beſitzerin dieſes Cieres auf den Knien
gelegen haben? Vielleicht war es ſogar der junge Marquis?
Doch dieſem Gedanken wollen wir nicht nachgeben.
Es wäre zu toll.
Die ewige Wiederkunft
Von Otto Sättler.
Es iſt zu bezweifeln, daß Ben Akiba das Wort ſo gemeint
hat, wie es die Nachwelt anwendet. Denn jeder Cag beweiſt
uns ja, daß es Neues unter der Sonne gibt. Alſo wäre ſeine
Weisheit eine Dummheit, und er wollte doch ein Philoſoph ſein.
Womit nicht geſagt ſein ſoll, daß nicht auch Philoſophen
Dumm=
heiten behaupten können. Aber ſie bringen es wenigſtens in einer
Form dar, gegen die der Nachweis der Unrichtigkeit ſchwer zu
führen iſt.
Allerdings, das Neue in der Sonne läßt ſich meiſt auf eine
Wurzel zurückführen. Aber was fängt man ſchon mit einer
Wurzel an! Die ſichtbaren Erſcheinungen ſind das Wichtige.
Und die Erſcheinungen ſind neu. Mit den Erſcheinungen die
Wirkungen. Doch auch die Wirkungen können bei gleichen
Er=
ſcheinungen verſchieden ſein. Je nach der Seit, in der die
Wir=
kungen hervortreten.
Ein kleiner Noman Goethes hat eine Nevolution der
Ge=
müter bewirkt. Halb Europa kleidete ſich wie Werther und
Lotte. Man beging Selbſtmorde wie Werther und dichtete
dar=
auf los im Stile des Goetheſchen Werther. Wirkungen! Aber
auch beneidenswerter Autor! Die Autoren unſerer Seit ſingen
ein anderes Lied, und müſſen es ſingen, wenn ſie nicht verhungern
vollen. Dazu ein Klagelied. Kluge Autoren ſchreiben Film- und
Operettentexte, weil kein Menſch Nomane lieſt und noch weniger
Nomane gekauft als geleſen werden. Ein Werther=Noman
väre eine erſchütternde Pleite.
Ein Flieger verſucht, den Ozean zu überqueren, wird von der
ſtrudelnden Welle verſchlungen und ſinkt ins naſſe Grab.
Be=
dauerlich. Weiter. Ein anderer kommt dank glücklicher
Um=
ſtände ans Siel. Frankreich, die Welt jubelt, man feiert und
vergöttert ihn. Ein dritter zwingt es trotz ungünſtiger
Verhält-
niſſe. Deutſchland und Amerika ſtehen Kopf. Die fanatiſierenden
Kottbuſer und Berliner feiern ſtrahlende Feſte. Auch Wirkungen,
aber auf anderer Urſache fußend!
Vor hundert Jahren begeiſterter Freiheitsdrang. Sichte,
Curnvater Jahn. Ein wenig ſpäter eine neue Idee und eine
Nevolution. Nicht lange danach der große Gedanke der
Neichs=
einheit. Sugleich Anbetung des Intellekts. Die Welt bietet
keine Nätſel mehr. Die Wiſſenſchaft ſchafft alles. Plötzlich
Wiſſensüberſättigung und Sweifel daran, ob wirklich jede
Nech=
nung ſo glatt aufgeht, wie es ſcheint. Ein Weltbrand reißt die
Entwicklung erſt recht in anderer Nichtung herum. Und plötzlich
iſt Cechnik und körperliche Cüchtigkeit alles. Geiſtige
Überfei=
nerung auf der einen Seite, die ſchon dekadent erſcheint. Myſtik
erſetzt Klarheit. Gekünſteltes ſteht urwüchſiger Natürlichkeit
gegenüber, die feſte Formen zerſprengt. Eine neue Seit mit
anderen Sielen und anderem Maßſtab. Sport, Cechnik ſind
Crumpf.
Was dann, wenn ſich auch dieſes Nad heiß
Wahrſcheinlich die alte Platte in neuer
Ausführ-
eine neue Platte mit alten Motiven.
Hat nun Ben Akiba recht?
Gartenkonzert
Von Walther Appelt.
Sie haben ein paar Groſchen Eintrittsgeld
einen Fünfer auf jedes Glas Bier geſchlagen.
ein übriges getan und billige Papiergirlanden ſpär
Baum zum anderzn gezogen, auch ein Duetznd Bur
an Drähten aufgehängt, aber keine Lichter
hine=
eicht wegen Feuersgefahr — oder weil er erſt
was ihm ſo ein Sommerkonzert einbringt und w.
aufhin künftig die Dekoration” koſten laſſen
Die Kapelle iſt bunt zuſammengewürfelt. D.n
liebenswürdiger, geſchmeidiger Herr in einem gam
getragenen Cut. Und wenn das Publikum, gerroß
nach jedem Muſikſtück Beifall klatſcht, ſo vernen in.
kierend. Aber man weiß nicht . . . oder: man hatt
als frage er mit einiger Sronie und Verächtlichoge
ob vielleicht gar der eine oder andere Beifall
Sache ernſt genommen habe. Nicht, weil er ſelbſt
täte — o, durchaus nicht! — ſondern mehr, wel
und andern mit wahrer Hingabe klatſchen ſieht, we
deutlich beobachtete, daß er während der „Zo
Süden” nur für ſeine Begleiterin und ſonſtige
Intereſſe hatte, von Anfang bis Ende, — oder rim
ſich herumſtritt. Die eigentlichen Muſiker macherſ
danken nicht, ſie blicken auch in kurzen Spielparn
Publikum, ſondern machen höchſtens mal, verſäl
einen unterdrückt belachten Witz — wahrſchern
Dirigenten. Und wenn der es merkt, dann flicht
temperierten Bewegungen ſeines gelben Caktſtom dinfe 1üc41 Mun die alle
des Drohen ein — ohne daß die Muſik darüb r
iele oder auch nur im Cempo irgendwie ins Schrk
Denn ſie ſpielen ja nicht gerade BeethorzWMn der gemt
wenngleich ſie ſich immerhin an Liſzt und Nobert mka).A denk ich. b.
unter ſogar an Mozart heranwagen. Aber nur Im) /u ms: woher
geht ja nicht um Kunſt, ſondern es geht an Tdhwpe de Ho
Publikum über acht Cage, oder über vierzehn Cazdger / W wann=en
Wochen, wenn wieder Gartenkonzerte ſind, wie amdind A bunnem Per
im würd däß be
das Publikum kommt um ſo vollzähliger wieder, 7
die Kapelle ſpielt. Wenn ſie alle von der Linde i41 dc 0 Unmlich
A Auf de verſch
lamt dem eingeſchnitzten Herzen am Nüdesheim eM0/Radcaus boke
und von einem Sommertag der Sünde weiß, dauiſ) MMr- im ho u
dürfen es ſein, „Menſch”.
Nume!”
Und dann wird ſich eine Nuance dieſer Garnnickteid M loſe uf dem
uch, aach
ni=
n un de
däß heikle
M hier in
ſie „Stadt”,
unerhalt
ine Licht
M Chriſtbeſcheeru
Frür mir agebor
Lausfiehrunge
Hum vun hinne
haut vorgelä
4un drotzdem
Iuch draus ku
Mite. Faſt hott
mlle.
Amei, m dät h
es dann noch heller ſein wird als jetzt, beſſer zur Au9/4 20 Me ſt bräffend=
Als immerhin nicht ganz anpaſſend bei Liſzt u Liobeich-hc mir Armen
heiterer Beiklang bei den Schlagern: die Hüteri/4r0d,10 mer allo d5t
acht Muſiker, die an einer Nagelreihe in der D‟
ternen Halbkreiſes hängen, der ſich Muſikpavilleiſſ
Nummer 234.
Partie Nr. 45.
Geſpielt als 20. Partie des Schachweltmeiſterſchaftskampfes zu
Buenos=Aire; am 24. und 25, Oktober 1927.
Damenbauerſpiel.
19. e6Xf7+ Kg8Xf7
20 Tc1—c3 b7—b5
Sch varz droht 21. . . .b5— b4
22. Tc3 —b3 Lc8— e6
21. 12—(4. Der einzige Zug!
Wenn 21 a2 — a3, ſo b5—b4
d1—d5 22 a3Xb3Lc8— a6, und 21.
4 Lc1—g5
Sb8—d7 b2—bt wird mit a 7 — a5 be=
5. e2—e3
Lf8—e7
antwortet.
0—0
6 Sg1—13
21.
b5—b4
C 7—c6
7. Ta1—e1
22. 14 Xe5. Wiederum geiſtreich.
Mjechin ſpielt an dieſer Stelle ſtets. Indeſſen mehr Aus ſichten bo es
a7 — a6
für Weiß, mit 22 Tc3— bo ſeinen
8. Lf1—d3
9. Ld3Xc4
10. Lg5Xe?
11. Sc3—e4
12 Se4—g3
13 Dd1—d2
14 KelXd2
d5Xc4
Sf6—d5
DdsXe7
Sd5—16
De7—b4+
Db4Xd2-
Tf8— d8
Bauern zu behaupten
Z. B 22. . . . L c8— e6 28 f4
Xe5 Le6Xb3 24 a2Xb3 Td
8— d5 25 Th1—f1+ Kf7—e6
6. Sg3— h5!
Die elden Züge wurden in der 18.
Partie des Wettkampfes gemacht.
15 Lc4— d3
Hier wecht Aljechin von der 18.
Partie ab. Dort zog er ſofort den
Köni aus der Gefahr;one des Td8
nach e2 Mit Lc=—d3 will er
wohle nem Remis ausweichen, dem
die Partie bereits zuſteuert
Außer=
dem wird b7— b6 verhindert.
15
e6—e5
Schwarz hat Schwierigkeiten, I.
e8 und la8 ins Spiel zu bringen.
16 d4Xe5
Aljechin fürchtet die
Unbequem=
lichkeilen, die ihm durch die
Feſie=
lung des L d 3entſtehen, nicht. Sein
(egenſpiel iſt geiſtreich
16.
5I6—8
17. 25—e6!
22
*
23. Kd2Xc3
24. Sg3—e2
25. Se2— d4
26. Ld3Xh7
27. Sd4— 13-
28. Lh7— d3
29. Th1—e1
30. g2X13
31. Tel—e2
32 Ld3—e4
33. 9 2—a4
34. 94—a5
Auch nach 34.
b4Xc3+
Kf7—e6
Ke6Xe5
Lc8— b7
C6—c5
Ke5—f6
Td8—e8
Lb7XI3
Te8— h8
Th8— h4
Ta8— h8
g7—g5
g5—g!
. . Kf6 —e5
wird die Pa te unentſchieden
blei=
ben 35. L 84 — b7wäre eine ſichere
Erwiderung
Da Be5 doch nicht zu halten iſt,
ſo benutzt ihn Weiß, um ſeinem
Geg=
ner wenigſtens einen iſolierten
Bau=
ern k 7 Xe6) zu machen und LC‟
einzuſperren
17...
35. 13Xg4
36. Le1 — d3
37. Te2— 12-
38 a5— a6
39 Tf2—g2
40. L. d3Xc4
41 b2— b3
42. e3—e4
43. Kc3— d4
Th4Xg4
Tg4—a4
Kf6—e7
Th8 — d8
C5—c4
Td8— C8
Tat Xaß
Ta6—a1
Tc8—h
Sd7—e5
Schwarz opfert einen Bauern
18. Sf3Xe5
SgtXe5
Unentſchieden.
(Partie und Anmerkungen aus der
B. Z. am „Mittag”
Kättel
Röſſelſprung=Königsmarſch.
hat geht in der ihm Aee tat den schnei- der p äch da draus doch kun- tig den fa- nem ei- wenn käm ich Mit aus kei- Man beginne mit einem Röſſelſprung und ſetze abwechſelnd
mit einem Königsmarſch und Röſſelſprung fort. Carl Deubel.
8.. k
Wie man zu einer Uhr kommt.
. DO.... (. O. . . . PO. ... R. O..
Z....O.... Bo... A.O.
M.. O.. Wo... S. . . . O. . . SO .. . . . . Z. O.... C
Co.... 8.. d... W..0. 9..... o .. C.. o .. C6
O.. S. . . . A. . . O R. .O. ... S.O..... T.
An Stelle der Punkte ſetze man Buchſtaben, ſo daß lauter
Beſtand=
teile von Uhren entſtehen, die aus den untenſtehenden Silben gebildet
verden können. Die auf die fetten Punkte fallenden Buchſtaben nennen
dann eine Uhr.
ach, an, be, bel, bel, blatt, bü, cke, cke, ckel, de, del, der, der, fe,
er, ga, ge, ge, ge, geh, gel, gel, ger, glo, gu, ham, häu, he, ke, ker,
ket, la, le, le, le, lin, man, mel, mer, pen, ra, rad, re, rol, ſchlag,
ſchlüs, ſchne, ſchrau, fe, ſe, ſel, ſpi, ſtan, te, tel, tor, trom, wal, wel,
verk, werk, wicht, zahn, ze, zei, zif, zy.
Carl Deubel.
Druck u. Verlag:
Eine bequeme Ausrede.
Bahn, Eiſen, Geiz, Geld, Hals, Haus, Jäger, Mond, Nacht, Nadel,
Ober, Rat.
Aus obigen 12 Hauptwörtern bilde man 6 zuſammengeſetzte
Haupt=
wörter, deren Anfangsbuchſtaben, richtig geordnet, eine Ausrede für
be=
queme Menſchen nennen.
Carl Deubel.
Auflöſungen der Rätſel aus Nr. 41
Silben=Rätſel.
1. Lyra, 2. Iglau, 3. Eichendorff, 4. Bernhard,
7. Scharlach, 8. Taube, 9. Dollar, 10. Innocenz, 11. EſN
ſenau, 13. Opium, 14. Lauterbach, 15. Delphi, 16. Mre
gramm, 18. Lilie, 19. Eichel, 20. Iſthmus, A. Zl
23. Rimini, 24. Dienstag, 25. Robert.
„Liebe iſt die goldne Leiter, drauf das Herz zum
od
Die wandernden Buchſtaben.
K 2. MIE AIEI S K 4 N 9 4 (5 S K 4 N T * D)1 S E A N T E 2 K A AAuflöſung des Beethoven=Rä
247 231 275 D I 289 273 239 293 243 253 EU N. E 2 9 251 245 M E H 255 257 259 2 1 263 265 N I E D 281 271 K R Eu 241 233 279 229 283 285 E R S 287 291Die neunte
—2392
ehalten.
die Kreutzerſi
[ ← ][ ][ → ] uer aach noch a, — der Schacht —, der Hjalmar —
gu ſei Fraa alle zwaa Johr bloß aan Hut brauch, un
i iſielwaſie de Owwerſte is uff de Reichsbank;
ſozu=
idche Finanztickdador —
na za, daß uns e Auswärdicher de Kimmel
z” un därf uns allerhand verblimmte Sodieſe an
ſomn mir miſſe’s ei’ſtecke un e freundlich Geſicht dezu
=et genuch däß, jetzt kimmt aach noch der Schacht
ü dem in aa Horn, un maant, er mißt aach ſein
ſpäwwe; un ſtößt dodebei de ſemtliche weſtdeitſche
vor de Bauch. Un zwar net etwa aus Verſähe,
m FSleiß. — Alſo do mecht mer doch grad ..
ſc, wann ſunſt jemand ſowas ſeecht, dann is däß
uun: Bedeidung. Awwer wann aaner, wie der Schacht,
vo // Shließlich immerhin aach äbbes gilt unner
ſeines=
r alſo aaner wie der derordiche uffreitzende
Redens=
ran ſchmeißt de geſamte weſtdeitſche Borjemaaſter
die auslendiſche Aleihe for allerhand luxuriöſe
werbummfiedele, anſtatts Wohnunge zu baue, dann
wärdierlich mit dem Geredd die Herrſchafte in die
Verläächenheit. Dann wie wolle ſe ſich
demgäächen=
ſgendiern. So=e Schacht, der ſetzt ſich afach uffs
Zeit gewäſe, ſo ganz frieher, wo mer bun Geld noch ſo gut wie
nix gewißt hott. Un wo mer noch an kaan Rebberatzionsagent
gedenkt hett, un an kaan Hjalmar Schacht un an kaan Emil
Schenk, un wo mer vun kaane Daweslaſte was gewißt hott un
vun kaane Wohnungsnot, un wo noch de ganze liewe lange Dag
die alte Deitſche uff ihre Bärenhait an de baade Ufern des
Rheins geläje hawwe, un hawwe immer noch aans gedrunke,
wie’s in dem ſcheene Lied haaße dhut.
Du liewer Himmel, domols hott mer doch aach gelebt, un
hot ſogar gut gelebt, ohne daß mer alle fimf Minude was
Un=
erfreiliches in de Zeidung hott läfe miſſe; un die Steiern warn
aach noch net erfunne, un ſie hawwe daßhalb in de
Infanderie=
kaſärn zum Steiernbezahle aach noch „Fließband” gebraucht,
otzin leßt ſe zawwele. Un domit is, meiner unmaß=
Mmang nooch, aach nix geſchafft. Am allerwenichſte
Mehnungsnot un de Wohnungsbau.
Mhers, iwwer däß heikle Kabbidel hawwe ſich in de
äſch widdermol hier im Blatt die ei’ſchleechliche vier
Aklnimnlich die „Stadt”, die „Wärtſchaft” die „
Aſchi=
m„ſöandwärk” unnerhalte un ausgeſproche. Un
dode=
ſuſem annern e Licht uffgeſteckt, ſo daß mer beinoh
iehte Ehriſtbeſcheerung hett redde kenne. — Ich
ſiin däre mir a geborene Genauichkeit, die
verſchie=
uſoge Ausfiehrunge vun dene vier Fagguldäte vun
ſeiſin ne, un pun hinne nooch vorne dorchbuſchſtawiert
ns laut vorgeläſe, dann do begreift mer’s
AApr ich bin drotzdem aus däre babbiloniſche Sprach=
Uſhet richdich draus kumme, un mir hott’s de Ei druck
ſurg wann die alle vier ſo zimmlich anenanner
M ) d hette. Faſt hott’s geſchiene, als wann ſe ſich
itels wolle.
1 —wwer, un däß hab ich mit vieler Not un Mieh
19Fene vier gewichdiche Stellungnahme doch
eraus=
ütimlls, denk ich, hott ſich’s bei=en alle vier um’s
Mt, un um’s: woher nehme un niſcht ſtählen, das
Aruge, wie de Hamlädd ſeecht. — Ja un do kann
ſage: wann=en de Graf Haddenbärch kaans ebei
—n wann=em Pendel=Jörn ſei Bammbelche
äwen=
dann wärd däß bei allem Geredd un Geſchreib,
r den zimnlich powerer Zuſtand bleiwe. Un die
wo uff de verſchiedene Dienſtzimmer in unſerm
19 SStadthaus henke, un wo druffſteht: „Haben Sie
intht!” — un wo uff gut deitſch ſoviel haaße ſoll,
is Monnee!” — alſo die Schildcher, die kenne ſe
AAGenke loſſe uff dem Stadthaus. — Wie ſeecht doch
MAGzethe ſo dräffend: „Noch Golde drengt, am Golde
Mes— hach mir Armen!“
1Anm ich mer alſo däß Elend ſo aguck vun unſere
un die Verläächenheite, in die wo mer duſchur
AAiwwerhaubt den ganze ula genehme Dorchenanner,
an Wuxe Uzufriedenheit, wo jeder ſchimbft un krakehlt,
NA/ Seld hott, odder kaans; nemlich der wo kaans
Füllher Sorje net waaß wo=em de Kobb ſteht un der
Riühilfer vor Steiern un Abgawe ditto deßgleiche net
Ioe Kobb ſteht — alſo wann ich mer däß ſo a guck,
AMu doch ehrlich ſage, was is des frieher for=e ſchee
wo ſe damit die Zeddel beim Steierbezahle bum aane zum
annern Beamte „fließe” loſſe, un jeder muß ſo dhu, als dhet=er,
nor damit, daß was geſchafft is; nooch dem Schema: „Wenn gude
Reden ſie begleiten, dan „fließt” die Arbeit munder fort” —
Un iwwer die Ooſe=Heag hott mer ſich domols aach noch
net zu ärchern brauche, die wo de annern Leit emfiehlt „Heize
elektriſch”; ſie ſelbſt dhut’s awwer net, ſundern leßt aam in ihre
kalte Wage ſich die Knoche verfriern.
Wohnungsnot?! — Du liewer Schiewer, die hott mer bomols
noch net emol dem Name nooch gekennt. Do hott ſich jeder e
Haus hiebaue kenne, wie un wo’s em gebaßt hott, ohne daß=em
ganer was eneigeredd hett. Un wann=er gar e Schild ahott
bringe wolle, vun ſeine Firma, zum Beiſpiel „Allians=Konſern”
odder ſo, do hott=er däß mache därfe, wie er’s for zweckmäßich,
un for ſei Kunnſchaft for dienlich gehalte hott, ohne daß mer
ſich baubollezeilicherſeiz dewääche uffgerecht hett, un ohne daß
mer exdra en „Denkmalspfleger” hett mobil mache zu brauche,
der wo ſich flichtmeßich driwwer muckiern muß, weil ſo e Schild
des „Stadtbild” verhunze dhet, dann in dem Fall hett=er aach
Geläächenheit gehatt, ſich iwwer die bundich Reklamuhr
wiſſawie, odder iwwer die gritzegrie „Perſildande” zu
muckiern, die wo s Stadtbild gewiß net verſchennern, un die
wo mit ihrm grälle Daſein in die „Kunſtſtadt” baſſe, wie=en
Hand=
kces in en Baffimerielade".
Wie geſagt, damals zu de alte Deitſche ihre Zeide, do hott
aam däß alles net in Verläächenheit gebracht; un unner uns
geſagt, den „Darimund” hett ich fähe meeche, wann dem ſeiner
Zeit aaner ſo kumme weer, wie der fich ſei Haus gebaut hott,
uffem „Brickelche‟ ..
Naa, wie geſagt, damals hatte die Leit ſo kaa Sorje Selbſt
noch net emol iwwer die Fleiſchnot, die wo’s domals nadierlich
aach noch net gäwwe hott. Dann domals hott der Wald, ganz
dem Geſchmack nooch, jeden Brode geliwwert, gradis un franko,
un mer hott bloß enaus zu geh brauche un hott ſich däß, was
mer gern ißt, zu ſchieße brauche, indem daß mer dodezu kaan
Jagdſchei un nix gebraucht hott außer=em Gewehr un de
Baddrohne. Däß haaßt, en Jagdſchei brauch mer jo heit aach net
unbedingt, es geht aach ohne bäß, wann mer jage will. Awer
erſtens is die Jagd heit lang net mehr ſo ergiewich wie frieher,
un zweidens ſehe’s die Förſter un die Jagdbeſitzer net gärn,
wann mer ohne Jagdſchei uff ihrm Grund un Boddem jage
dhut, un wann ſe aam debei verwiſche, dann hott mer zimmlich
Scheerereie mit=em Gericht, un mer kann in die greeßte
Unan=
nehmlichkeite kumme. —
Awwer domals, do hawwe die Mannsleit, wann net grad
e Krieg war, iwwerhaubt nix annerſter geſchafft, außer daß ſe
uff die Jagd gange ſin. In de iwwriche Zeit hawwe ſe, wie
geſagt, uff de Bärenhaut geleeche un hawwe Gott en gude Mann
ſei loſſe. Un däß ſcheint mir nooch reiflicher Iwwerleejung die
Haubturſach vun unſerm ſoziale Elend zu ſei. Nemlich Bärenhait
mißte mer widder hanwe, dann ſeit die Mannsleit laa Bä
en=
hait mehr hawwe, uff dene wo=ſe rumlungern kenne, ſeidem
niſche ſe ſich in allerhand Sache, von dene ſe nix verſteh, un ſeid
däre Zeit is kaa Ruh un kaa Friede mehr, un es fehlt hinne un
vorne.
Un däßhalb maan ich, es eifachſte un brackdichſte weer, mer
fiehrn am beſte die gude, alte Zeide widder ei, wo die
Bären=
hait Mode warn. Do weer alles mit aam Schlag viel beſſer,
un die Herrn Bolledicker un Wertſchaftler un ſo, braichte ſich
net ihr ehrenwerte Köbb zu verbreche, wie mer unſerm Elend
beikumme kann. Zum Beiſpiel: maant mer valleicht, aaner, der
wo kaa Wohnung hott, der dhet ſich dann dodriwwer noch
uff=
reege? Woher dann däß is dem unner ſeine Bärenhaut ganz
egal, indem daß er jo e dick Fell hott, un daß en dodorch die
Wohnungsnot gornet imboniert. Un die, wo jetzt dauernt iwwer
die hoche Steiern un Abgawe lammediern, die hawwe däß net
mehr needich, dann ſie hawwe jo e Bärenhaut, die wo ſolchene
finanzamtliche Azabfunge gewaxe is, un wege ſe äbbes judt dene
es Fell net mehr. Un beſunners unſer Herrn Bolledicker, was
maant ihr, wann die ſo e altdeitſch Bärenhaut am Ranze henke
heite, was wer’s uns do ſo wohl. Dann warum? So e
Bärenhaut is dick, un macht verdräglich un friedlich un reagiert
net uff jedes bißche, un ſpiert net jeden boßhafte Nodelſtick; un
grad däßwääche dhet mer ſich net um alle Klaanichkeide kimmern
un iwwer jeden Dreck aus=em Haische gerade . . .
Alſo korzum, wann jeder Menſch, ſo wie’s frieher Mode
war, widder e Bärenhaut hett, dann weer allem Elend un allem
Jammer abgeholfe. Un däßhalb is mei Forderung: „Bärenhait
— un nochmol: Bärenheit her; for jeden gewehnliche Bärcher
aa, un for jeden Bollidicker zwaa!"
Awwer, wie’s ſo is im Läwe, die wo die Bärenhait am
allernotwendichſte brauche kenne, die hawwe kaa, ſundern hawwe
e Haitche, ſo zart un embfindlich wie de Marga Peter
im Orfeum ihrs. UIn annern, wie zum Beiſpiel gewiſſe
Stadt=
verwaldunge un ſo, dene wo mer winſche mecht, ſie hette kaa,
um daß ſe endlich emol märke dhere, wieviel Uhr daß es is, vun
dene hott leider jeder aa, ſo dick, daß mer ſe ſchun mit=emt
gliehende Schierhooke giekſe muß, bis fe mol was ſpiern.
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Bekanntlich hab ich do den Summer,
im Iwwerſchwang meiner jugendlichen Gefiehle, mol unſer
Heſſelendche beſunge, un hab fräch behaubt, 8 weer es
Schennſte, was unſerm Herrgott ſeinerzeit ei gefalle weer.
Valleicht daß der aane odder annere geglaabt hott, ich hett
iwwerdriwwe, dann weß Herz voll is, dem leeft de Mund
iwwer. Awwer daß ich net iwwerdriwwe hab, däß kann jeder
ſähe, der wo ſich for e=Mack=fuffzich den neie heſſiſche
Abreiß=
kalenner for die Aage henkt, den wo de „Heſſiſche
Verkehrs=
veiband” erausgäwwe hott, indem daß do nemlich uff jedem
Blatt e Bild aus unſerm Lendche zu ſähe is: Landſchafte, alte
un beriehmte Baudenkmäler, ſtille Ortswinkel, liewe Plätzcher,
Stumbröck, un all däß Scheene, was unſer Lendche uffzuweiſe
hott. — Alſo mit aam Wort, ich muß ſage, däß war emol e
ver=
nimfdich Idee, un däß macht aam die rund zwaaunfuffzich Woche
vun dem neie Johr, vun dem mer uns all ſoviel Gudes
ver=
ſpreche, noch emol ſo lieb, nemlich wann volle ſiwwe Dag ſo e
Bild aus de Heimat vor aam henkt, wo mer ſich dra ergötze
kann, un wo gam die Gedanke beſchwingt, un befliechelt, un
greeche dhut s gibt jo aach Hallenner, do ſtehn ſcheene Sprich
druff, awwer mit dere gereimte Läwensweisheit kann mer in
de ſeltenſte Fäll was a’fange, ſchun die erſt Stund vum Daag
ſchmeißt ſe iwwern Haufe. Dohärngääche ſo e ſchee Stialche
Welt, däß wann aam vor Aage henkt, hott aam immer was zu
ſage un erinnert aam an manſch ſcheene un frohe Stund. Un
deshalb, wann ich aach a’nemme därf, daß der Abreißkalenner
in kaaner heſſiſche Familie fehlt, ſo macht er valleicht noch en
greeßere Spaß, wann: mer’n liewe Freunde un Bekannte ſchicke
dhut, die wo ſärn der Heimat läwe un wirke un ſchaffe
miſſe: die wären den Kallenner ganz beſunners ſchätze, dann
der helt=en die Heimat vor Aage un leßt=en es Herz warm
wärrn. — Awwer aach unſere Jugend kann der Kallenner en
liewe Freund un gute Kammerad ſei, dann bei däre haaßt’s
heit grad noch, wie’s frieher gehaaße hatt: „Do wiſſe ſe, wo
Moßgau leiht, un in de eigene Gemaa kaan Beſcheid.‟
Dohärn=
gääche, wo ſo=en Kallenner in de Stubb henkt, do kenne ſe
brack=
diſch un bequem Heimatkunde dreiwe, dann außer dene
ſcheene Bilder is aach noch agäwwe, wann beriehmte Heſſe
ge=
born un geſtorwe ſin gange, un wann in de heſſiſche Geſchichte
ſchwazze un helle Dag warn. — Un däß alles for e=Mack=fuffzich,
mehr ſag ich net. Wer ſich net eilt, der wärd kaan mehr krieje;
awwer däß mir dann kaaner kimmt un ſeecht, ich hett’s Maul
net zeidich genug uffgedha.
For die Sparbix: Vun=eme Heſſebub: 6 Mack. Danke ſchee!
zeitgemäße Haushalt.
tene Pelz= und Straßenhalbſchuhe
Eaider wieder vorzürichten. Da auch in
W2 wie ſchon im Vorjahre getragenen pelzbeſetzten
WABeder modern ſind, ſo ſollte man noch vorhandene
Art wieder inſtand ſetzen. Abgenutzte
Pelzumran=
u beim Schuhmacher durch neue Pelzſtreifen er=
Afrſätze und Sohlen in Ordnung bringen, worauf
Auffriſchen der Halbſchuhe geht. Handelt es ſich
—, ſo entferne man mit Benzin alte Cremereſte,
ſen nem Pinſel und Enilo=Lederlack die Stiefel zu=
9ag an Brüchen und Falten zu lackieren. Sind
Ne— dann überreibe man ſie vollſtändig mit dem
No Sandpapier, entferne den entſtandenen
Lack=
lege ſie nun vollſtändig. Sie werden durch dieſe
4M ung wieder wie neu.
ie Kleiderbügel als praktiſches
Aiieſchenk anzufertigen. Zu dieſer Arbeit
A borhandene, vor allem aber die rauholzigen,
Sderbügel verwenden, die man in Stäbchentechnik
erber Kunſt=, Cordonett= oder gedrehter Seide
Volle umhäkelt. Man arbeitet dazu in der Länge
A1 Bügels paſſende Schläuche, die man, über dieſen
EMtitte mit farbigem Garn aneinandernäht, um
ebenfalls zu umhäkeln. Derartige Bügel ſehen
aus, ſendern ſchonen auch empfindliche Seiden=
Mttel, Geſellſchaftskleider uſw., da bekanntlich die
8el als „Kleidermarder” wirken.
and Fenſterſcheiben ohne Aufſtrich
Dbu i8 zu machen. Man reibe die Scheiben auf
Unnerd
rüce MM, ſüber, befeuchte ſie gleichmäßig mit etwas Salat=
Nen 71ſhem Wattebauſch feines Seidenpapier auf der
Veraufᛋy/ I und faltenlos glatt und erzielt nun mit dieſer
Mchen ſchönen Ueberzug auf der Scheibe, die von
Sie das bekannte Glaspapier iſt.
Gelee von Ebereſchen als Wintervorrat.
Da=
zu wählt man reife, jedoch nicht mehlige Ebereſchen, die man
von den Stielen befreit, gut abwäſcht, um ſie, mit Waſſer bedeckt,
zum Kochen aufzuſetzen. Dann werden ſie nach langſamem
Kochen vom Saft abgegoſſen, den man mit dem Einmachzucker
nochmals zum Gelieren aufſetzt. Und zwar rechnet man auf
1 Liter Saft 1 Pfund Zucker. Sobald der Saft bei der
Perl=
probe nicht mehr auseinanderläuft, kann er in Gläſer gefüllt
werden.
Genfer Topf. (Pibantes Fleiſchgericht.) Dazu wählt
man je ein halbes Pfund Filetſtücke von Rind= und Kalbfleiſch,
die man, gut geklopft und gewaſchen, in Mehl wendet, um in
reichlich heißer Butter oder Margarine anzubraten. Mit heißem
Waſſer aufgefüllt, läßt man das Fleiſch langſam ſchmoren,
nach=
dem man ein Achtel Liter ſaure Sahne, ſowie Salz, eine kleine
nelkenbeſteckte Zwiebel, 2 bis 3 Gewürz= und Pfefferkörner
bei=
gefügt hat. Die Soße wird mit Braunmehl ſämig gemacht und
mit einer Meſſerſpitze Currypulver, ſowie einem Eßlöffel Weiß=,
Rot= oder Obſtwein pikant abgeſchmackt und mit einer Taſſe
kleiner Champignons untermiſcht zu Salzkartoffeln ſerviert.
Notes Rübengemüſe Die weichgekochten roten Rüben
ſchält man und ſtiftelt ſie auf dem Gemüſehobel fein, fügt etwas
Waſſer bei und erhitzt ſie nochmals, um ſie dann mit reichlich
gebratenem Speck und Zwiebel „abzuſchmelzen”. Mit Salz und
Süßſtoff abgeſchmeckt, macht man das Gemüſe mit etwas
Kar=
toffelmehl ſämig und fügt zuletzt etwas friſche Butter und eine
kleine Priſe gemahlenen Pfeffer bei. Paſſende Fleiſchbeilagen
dazu ſind: Bratwurſt, Schweinskotelett, gebratene Leber,
Fleiſch=
klößchen.
Speiſezettel.
Sonntag: Pilzſuppe, pikanter Haſenpfeffer, Kaffeecreme.
— Montag: Zwiebelgemüſe mit Kammelfleiſch und
Kartoffel=
klößchen. — Dienstag: Brennſuppe, Spinat mit Speckeiern.
— Mittwoch: Kalbsgekröſe mit Roſinenſoße und
Semmel=
knödel. — Donnerstag: Butternudeln mit Tomatenſoße
und geriebenem Käſe. — Freitag: Kartoffelſalat mit geb.
Seelachs. — Samstag: Quarkkeulchen mit Apfelmus.
Humor I
Humor des Tages.
„Sind bei Ihrem Vortrag über Charakter und Ehrlichkeit freiwillige
Gaben eingegangen?”
„Ja doch — ein falſcher Zehnmarkſchein.
Reiche Erfahrung. „Ein Gelehrter behauptet, daß Brünette ſehr
viel ſanfter ſind als Blondinen.” — „Das kann ich nicht finden. Mein=
Frau iſt beides geweſen, und ich habe keinen Unterſchied a m rkt.”
Altertümer. „Es ſoll jetzt ein Geſetz eingebracht werden, durch das
die Alter ümer dem Lande erhalten bleiben.” — „Das iſt aber ſchade,
grade jetzt, wo ſich Tante Amalie entfchloſſen hat, fortzugehen!“
APO A OeAA
Die Mode iſt immer auf der Suche
nach neuen Effekten, und zwar nicht
nur nach Neuheiten der Linie, ſondern
auch nach aparten Kleinarbeiten und
Details, die dem betreffenden Modell
eine intereſſante Note zu vermitteln
vermögen. Natürlich findet man ſolche
Dinge hauptſächlich unter den
verſchie=
denen Aufputz=Artikeln: ein Band,
eine Blume, ein Anhänger, eine Quaſte,
ein ſchönes imitiertes Schmuckſtück,
eine aparte Agraffe uſw. ſind ſehr
häu=
fia imſtande, die Wirkung eines
Mo=
dells von Grund auf zu verändern.
Andererſeits können
Spitzengarnierun=
gen, Bortenbeſätze oder Stickereien
einem Modell ebenfalls ein ganz neues
Gepräge geben. Bisweilen iſt es aber
gar nicht notwendig, zu den
verſchie=
denen Beſatzartikeln zu greifen, wenn
man nämlich imſtande iſt, die
ge=
wünſchte Wirkung aus dem Modell
bzw. aus deſſen Schnitt ſelbſt zu holen.
In dieſem Sinne wären die neueſten
Bogen= und Zackeneffekte, die als
Kanten=Abſchluß ſehr gebräuchlich zu
werden verſprechen, als markantes
Novum der kommenden Mode zu
wer=
ten. Sicherlich beſitzt die gegenwärtige
Linie vollendete Anmut und weiche
Former gebung, denn die vielen Glocken,
Zipfel und Raffungen verfehlen ihre
bildhafte Wirkung niemals und
unter=
ſcheiden ſich angenehm von den früher
gebräuchlich geweſenen geraden, meiſt
ziemlich ideenarmen maskulinen Moden.
Wenn wan bedeukt, daß dieſe als
durchaus intereſſant und ungewöhnlich
anzuſprechende Linie der kommenden
Saiſon noch durch die eigenartigen
Zacken=Effekte unterſtützt wird, ſo kann
man leicht ermeſſen, daß man es hier
mit ganz außerordentlich
beachtenswer=
ten Schaffungen zu tun haben wird,
mit aparten Wirkungen, wie ſie in der
Mode ſchon lange nicht zu ſehen waren.
Die neue Mode wird noch durch den
Umſtand gefördert, daß Zacken ſich auf
jedwedem Kleidungsſtück verwerten
und in allen erdenklichen Materialien
ausführen laſſen. Man begegnet
die=
ſen Effekten nämlich auf einfachen
Ge=
brauchskleidern (wie man ſie für
Stra=
pazierzwecke und als anſpruchsloſe
Mo=
delle unter der Winterumhülle benötigt,
man findet ſie aber auch an Beſuchs=
und Nachmittagskleidern wieder und
ſchätzt ſie an den neuen Wintermänteln
ſehr. Natürlich erſtrecken ſich dieſe neuen
Formen auch auf das abendliche Kleid, bei dem ſie Wirkungen
von großer Eigenart zeitigen.
Wie man die Bogenformen praktiſch anwendet, zeigen wir in
unſerer Gruppe. Das erſte Bild bringt ein einfaches Kleid, das
man in Stoff, Trikot oder Seide anfertigen kann und für den
täglichen Gebrauch verwendet. Der Oberteil iſt ſehr ſchlicht, zeigt
Die neue Silhouette
Die gegenwärtige Linie iſt eigentlich nur durch die Eigenart
der Formengebung bedeutſam, die durch edle und wirkungsvolle
Materialien unterſtützt wird. Darum kann man das Typiſche
der kommenden Mode am beſten erfaſſen, wenn man die neueſten
Modelle in der Silhouette feſthält. — Unſer kleines Bild
verweiſt auf die Umriſſe der zu erwartenden neuen Schaffungen.
Das Mittelbild iſt als nachmittägliches Modell gedacht. Ein
gerader, prinzeßartig eingeſchweifter Oberteil und reiche Glocken
in der vorderen Roarartie. Der Rügen bleibt vollkommen
ge=
rade, was für die heurige Mode als richtunggebend anzuſehen
iſt. Für abendliche Kleider gilt in der Hauptſache die
Verlänge=
rung der Seitenpartie: das erſte Bild zeigt eine einſeitige
Gar=
nierung, das letzte Modell hingegen verweiſt auf die beiderſeitig
verlängerte Rocpartie. In jedem Fall bleibt der Oberteil
ziem=
lich anliegend, die Armel ſind ſchlicht und ganz ſchmal, bisweilen
zum Handgelenk etwas erweitert oder mit einem Flügel garniert.
den für einfache Kleider gebräuchlichen V=Ausſchnitt, hat enge
Aermel und wird nach unten zu mit einem ſchmalen Gürtel
ab=
geſchloſſen. Beachtenswert ſind die ſpitz zulaufenden, in
Säum=
chenform wiedergegebenen Bogen=Effekte, die ſich zum Teil auch
noch unterhalb des Gürtels fortſetzen. Die Rockpartie dieſes
Modells hat man ſich rückwärts gerade zu denken, während ſie
Allerlei Modiſches am Abendkleid
Das kleine Abendkleid iſt im Gegenſatz zum großen
ſehr ſchlicht und einfach im Schnitt und in der Ausführung
ge=
halten. Bevorzugt iſt Schwarz als Modefarbe, und Straßgraffen,
gefällige Jabots, links am Leibchen und Rock, Blenden, zipflige
Garniturteile, ſchräg aufſteigende Volants und Blütenranken —
beſonders ſchick aus glänzendem Atlas auf ſchwarzem, ſtumpfem
Crepe de Chine oder Samt— mit ſilber= oder goldſchimmernden
Staubgefäßen, geben ihnen ein charakteriſtiſches Gepräge.
Das große Abendkleid iſt als Stilkleid tonangebend,
ſei es aus Taft und Tüll gefertigt, ſei es ein entzückendes Modell
aus feinem Spitzengewebe, mit großer Schmetterlingsſchleife an
der Seite oder ein prächtiges Gewand aus ſchillerndem
Gold=
taft, mit Blenden und Samtband ausgeſtattet und mit
präch=
tiger Perlſtickerei noch beſonders gehoben. Etwas ganz Neues
iſt, das große Abendkleid im griechiſchen Stil, mit ſeitlicher
Raffung, Waſſerfall und nur einem Armloch, während die
ent=
zückend originelle Toilette auf der anderen Schulter mit
verlen=
oder ſtraßbeſetztem Träger gehalten wird, der ſich oft über die
ganze vordere Partie herab in breitem Garniturteil fortſetzt, das
über und über von Perlen glitzert und gleißt. Von
außerordent=
lichem Reiz iſt ein neuer Modeſtoff: Vert Neptune, von
einer milchig=grünen Farbe. Mit reicher Straßſtickerei belebt,
dient es namentlich Blondinen als wirkungsvolle Folie.
Der Armſchmuck, der zum kleinen und großen Abendkleid
getragen wird, nimmt neuerdings mehr und uehr an Breite zu.
Selten ſieht wan noch den ſchlichten, ſchmalen Armreifen. Ihm
geſellen ſich entweder eine ganze Reihe ſeinesgleichen zu oder er
tritt nur als oberer oder unterer Abſchluß eines ganz breiten
Armreifens auf. Dieſer iſt aus gehämmertem Gold. Silber oder
einer Metallegierung gefertigt, die ein ſehr gefälliges Muſter
zeigt, oder aus originellem, miteinander abgetönten feinen
Leder=
riemchen geflochten, der vielfach rechts und links von fein
ziſe=
lierten Metallreifen eingefaßt iſt. Ein ſehr aparter Armſchmuck
beſteht auch aus Silber= oder Goldapplikationen auf glattem
oder ſtark und eigenartig genarbtem Leder und eine weitere
Neuheit aus gepreßtem Lader, in ſehr lebhaften Farben
batik=
artig gemuſtert. Dieſer neuartige Armſchmuck wird aber nicht
nur am Abend am entblößten Arm, ſondern auch zum
Nach=
mittagskleid über dem engen Aermel getrag
vorne ſtark glockig i
neuten Linie vollkom=n
Für abendliche 2
heuer das Stilkleid mutie
liebe, denn man hat /0
wie keine andere M:40
ordentlich jugendlich 0
ner dekorativen Wirkunſch
treffen iſt. Man hat A1.
Bilde feſtgehaltene Mol
denken (und zwar kau)
Schwarz, wie auch im Wſt
nallila oder in einer Aſuf
geführt ſein), ſo zwan, M/
prinzeßartig geſchnitttufg
folge, ganz knapp anll.
zackig abgekanteie Anzſt
Erwähnung verdient.
drei Volantreihen auf
gegen die vordere S4
während er rüchwärts
iſt, eine Linienführuxnſ
beſonders beliebt iſt.
Stilkleidern Anwend unl
Modell, das ja an ſied R t
und effektvoll wäre, erntl
zackige Randung der Aien
weſentliche Belebung! Gca
in der Mitte, gewiſſ ſitk
gargspunft der Vost /9
Alume.
Das vornehme gewichkt
zeigen wir als. dritter Eſts / VefSibent
es ſich allenfalls in frun
zuſtellen, da nur in
ſraſt=
ein an ſich, fo ſchlichtaidie 9K8
Wirkung kommen kastehelt
uswahl
mantelärtigen Schnit /
in ſeinem Oberteil durwaiſt
ſchen (auf einer Sexeſt
der anderen Seite Fü/
auf; ſehr apart ſiehn
Mittelnaht aus, die
linie eine ganz auß
kung ergibt. Die Root
und zackig abgekanten
im übrigen ſeitlich Enik
modiſchen ſtiliſierten!
garniert. Die Waſſer5a.
fen Aermeln geben m./
gewiſſe Weichheit um
Natürlich läßt fise
genau ſo wie auf:
Abendkleidern auch
Art anwenden. Im
weiſen wir auf eine
Umhülle, die ganz ges
und durch bogenfözu”
Stat
bahnen in aparter. Aeß
Auch das Fell ſetzt — den Säumchen entſprese!
was ſehr ſchöne Wirkungen ſichert. Die Garnsf.
harmoniert durchaus mit jener des Mantels.
Man erſieht aus dieſen Beiſpielen, daß
di=
feine Effekte ergibt und wird demnach leicht M
daß man dieſer Neuheit das, größte Intereßf
Modehündchen
Jede Saiſon hat ihre beſtimmten Modetier.
jahre die Katze „das” Modetietchen, ſo gehört19
bedingt dem kleinen Hunde. Und je ruppigen”
verraufter, verwilderter und grotesker er aus.:
wird er gefunden, deſto mehr wird ſeine Af
Die Modehunde ſind darum in letzter Zeit aupf”
im Preiſe geſtiegen, und manche Raſſen werti
Phantaſieſummen bezahlt. Gauz beſondere BH
neſen” (Chins) und Brüfſeler Griffons., De
Rattler, ſelbſt wenn es ſich um die miniatuckel
putaner” handelt, jehr wenig beachtet uud geE
modern. Der kleine Hund begleit, ſeine woit *e
allen Vegen. Eigentlich kanu von „Wegen johr 24.
dann er wird faſt immer auf dem Arme getche.
der Straße, der durch die Raſſenechtheit hel.
ſtitztion
mitſpielen würde.
Sonntag, den 22 November 1927
Seite 25
1. Bodder Hageibr!
Die diesjährige Mode begünstigt vielfach
Garnierung Füchse und ähnliche Pelze.
(ich weise auf die Modebetrachtung in der letzten
Sonntags-Nummer des „Darmstädter Tagblatts” hin)
Als solche sind zwei Pelze, die sich neben ihrem
wohl-
feilen Preis durch Haltbarkeit auszeichnen, sehr begehrt
und daher hochmodern:
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(Goldwolf)
(ein Vetter des Luchses)
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(ohne jeden weiteren Zusatz)
kalt in einem Eimer und geben
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der Welt, Ist eine Stadt der Arbelt. Man feiert
dort jetzt das 200jährige Zubildum der Anpflanzung
der Kaffeebohne in der neuen Welt. Annäherng
2000 Millionen Pfund Kaffee werden alljährlich
von den großen Exporthäfen Brasillens verschifft.
Das Ursprungsland des Kaffees, Abessinten, mag
staunend diese Entwicklung betrachten.
Welch ein Umschwung von der Pfanne am Feuer
von Holz und Spreu, in der Mokka geröstet wurde,
bis zur modernen Kaffeeröstanlage der Kaffee Hag.
In unserem sonnenarmen Klima ist der Stoffwechsel
selten stark genug, um das mit dem edlen
Kaffee-
getränk von uns aufgenommene Coffein genügend
auszuscheiden, deshalb wird der Kaffee Hag
coffein=
frei gemacht.
Durch die Entziehung des schddlichen Coffeins wtrd
der Kaffee erst das ideale warme Getränk für
unser kälteres Klima. Der coffeinfreie Kaffee Hag
ist das Ergebnis hochwertiger Plantagenzucht und
die Köstlichkeit seines Aromas 1st undbertroffen.
Kaffee Hag schant ”
Herz und Herpen
Vom ſüddeutſchen Produktenmarkt.
Chicago hat ſeine Forderung für Dezember=Weigen binnen
Wochen=
friſt von 127½ auf 1294/g, Winnipeg die ſeine von 130/g auf 1341/s und
Buenos Aires von 11,15 auf 11,30 erhöht, weil Europa mehr kaufte,
da es das Zugefrieren der kanadiſchen Häfen an der Oſtküſte in
Rech=
nung ſtellt, die argentiiſchen Berichte ſehr widerſprechend lauten und
Auſtraliens Ernteüberſchuß trotz der von bisher 100—10 auf 115
Mil=
lionen Buſhels erhöhten Ernteſchätzung hauptſächlich nach Indien und
China geben dürfte. Das hat auch den Markt für inländiſches
Brot=
getreide brfeſtigt, worin das Angebot trotz der durch Froſt bedingten
Einſtellun der Feldarbeiten an den ſüddeutſchen Märkten bisher nicht
größer geworden iſt. Waggonfrei Mannheim verlangt man jetzt für die
100 Kilo Auslandsweizen 29,25—31,50 RM. (Vorwoche 28,50—31,50 RM.),
für Inlandsweizen 26,50—27,50 RM (26,50—27 RM.), für
Auslands=
roggen 26,25—26,50 RM. (26—26,25 RM.)., für Inlandsroggen 26 RM.
(25,75—26 RM.). Braugerſte hatte einige Nachfrage der Malzfabriken=
und des Handels, blieb jedoch im Preis unverändert; ausländiſche Ware
iſt wenig angeboten. Hafer zog mehr Intereſſe als in der Vorwoche auf
ſich; beregneter Inlandshafer wurde zu 19,25—19,75 RM. ab badiſchen
Stationen, unberegneter Hafer von der Tauber zu 22,50—23 RM.
ge=
handelt. Mais war befeſtigt auf höhere Auslandsforderungen und
beſſere Nachfrage und koſtete zuletzt 20,50—20,75 RM. (19,75—20 RM.).
Futtergerſte unverändert.
Der Umfang des Mehlgeſchäftes blieb klein. Vorübergehend
erfolgten zwar einige Abſchlüſſe und die Mühlen haben ihre
Forde=
rungen den Brotgetreidepreiſen entſprechend erhöht, füir die 100 Kilo
mit Sack Weizenmehl, Spezial 0, auf 38,25—38,50 RM. (38—38,25 RM.),
Weizenbrotmehl 30,25—30,50 RM. (29,25—30,25 RM.), ſüdd.
Roggen=
mehl, nach Ausmahlung, 34,75—36 RM (34,50—36 RM.). Der
Nieder=
rhein verlangte für Weizenmehl die gleichen Preiſe; für Roggenmehl
war Norkdcutſchland zu teuer und auch kaum im Markte. Einzelne
An=
gebote lauteten für 70prozentige Ausmahlung auf 35,25 RM., für 65
pro=
zentige Ausmahlung 35,75—36, 60prozentige auf 35,75—37 RM.
Futter=
artikel lagen feſt, zumal auch das Ausland ſeine Forderungen erhöht
hat. Man verlangt für die 100 Kilo Kleie 13,50—14 RM.,
Weizen=
futtermehl auf Lieferung 16,50, Nachmehl 23—24 RM., Maisſchrot mit
Sack 22 RM. In Malzkeimen und Biertrebern beſtand wenig
Inlands=
angebot; verlangt wurden für Malzkeime 17—17,50, Biertreber 17,50
bis 18, Haferſchalenmelaſſe 11, Torfmelaſſe 11,75 RM. mit Sack frei
Mannheim, Soyaſchrot und Erdnußkuchen blieben gefragt.
In Hopfen vollzog ſich der Verkauf einiger kleinen Mengen in
Walldorf, wobei, je nach Qualität und Farbe, bis zu 150 RM. erzielt
wurden. In Wärttemberg ſind bei den Produzenten noch die kleinen
Reſtpartien, je nach Qualität, zu 80—150 RM. verkauft worden,
ſon=
ſtige Abſchlüſſe wurden nicht bekannt.
Am Tabakmarkt entwickelte ſich lebhafteres Geſchäft. Seit
letztem Bericht fand unter lebhafter Beteiligung von
Rohtabakfabri=
kanten und Tabakhändlern die 3. Verkaufsſitzung für Obergut der badie
ſchen Hardt und Sandblatt aus dem Hanauerland und Ried ſtatt. Es
wurden rund 6009 Zentner blattige leichte und größkenteils farbige
Sachen der Tabakbauvereine angeboten und faſt ganz abgeſetzt. Es
er=
zielten im einzelnen die Tabakbauvereine die folgenden Preiſe in RM.
je Zentner ſür Sandblatt: Ringsheim 53, Schutterzell 54, Kürzell 54,
Meißenheim 54,20, Honhhurſt 51, Heſſelhurſt 51,50, Gamshurſt 53,80,
Mauer 61,60, Schriesheim 62,80, Plankſtadt 69, Edingen 58,80; für
Obergut: Mauer 60 25, Schriesheim 58, Blankenloch 64, Aug. Kemm 2,
Graben 76, Karl Böſch, Graben 72, Liedolsheim 65,30. Linkenheim
65,80, Hockſtetten 65,80, Altlußheim 67,90 und 69 mit Zuſchlägen bis
zu 20 Prozent. In der Pfalz wurden für Sandblatt erlöſt in Minfeld
48—60, Barbelroth 52—60, Steinweiler 50 RM. Barbelroth rechnet
für einen Teilertrag auf noch höhere Preiſe; in Kandel 70, Erlenbach
50—65, Wörth für Sandblatt und Obergut 50—55 RM. Die
Tabak=
bauvereine erlöſten für ihre Ware in Jockgrim 73, Rülzheim 73,
Bell=
heim 58—68, Ottersheim 68—71, Knittelsheim 69, Hatzenbühl 65—72
und Herxheim 65 RM.
auf die vorausſichtliche Dividendeloſigkeit angeboten und 3,5 Prozent
ſchwächer. Am Anleihemarkt war es ſtill. Für Türkenkupons beſtand
wieder etwas Intereſſe.
Im weiteren Verlaufe wurde das Geſchäft wieder etwas lebhafter.
Die Deckungskäufe verſtärkten ſich, ſo daß die Kurſe weitere 1 bis
3 Prozent anzogen. Am Deviſenmarkt erreichte das Pfund einen neuen
Höchſtkurs. London=Kabel 4,8795. Auch die Mark zog weiter an. Mark
gegen Dollar 4,1855; gegen Pfund 20,431. London-Paris 124,03;
Mailand 89/s; Madrid 28,85.
Frankfurier Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 26. November.
Gegen die ſchwächeren Kurſe der geſtrigen Abendbörſe konnte ſich
zum Wochenſchluß eine Erholung durchſetzen. Die Spekulation bezeigte
ſtärkere Deckungsneigung. Von privater Seite dürften jedoch kaum
nennenswerte Kaufaufträge vorgelegen haben. Eine Anregung bot die
Beſtätigung der Gerüchte, daß heute zwiſchen Vertretern der Berliner
Großbanken B.ſprechungen über die Wirtſchaftslage ſtattfinden.
Hin=
ſichtlich der innerpolitiſchen Lage hat ſich eine Beruhigung der
Auffaſ=
ſung durchgeſetzt. Das Geſchäft nahm jedoch kein größeres Ausmaß an,
da die geſpannte innerpolitiſche Situation im Oſten zur Zurückhaltung
mahnte. Auch wurde der Monatsbericht der Deutſchen Bank
überwie=
gend ungünſtig beurteilt. Zum bevorſtehenden Ultimo werden in
Börſen=
kreiſen zwar keine Schwierigkeiten befürchtet, da die Terminengagements
offenbar nur gering ſind, doch war am Geldmarkt eine weitere
Anſpan=
nung zu beobachten. Tägliches Geld 6,5 Prozent. Der heute
erſchei=
nende Reichsbankausweis, der eine weitere Entlaſtung anzeigt,
befrie=
digte im allgemeinen. Bei der erſten Kursfeſtſetzung verzeichnete man
überwiegend Kurserholungen von 1 bis 2 Prozent. J. G. Farben
er=
öffneten nur behauptet. Etwas lebhafteres Intereſſe zeigte ſich für
Elektrowerte; Geſ. für Elektr., Licht u. Kraft und Siemens gewannen
je 2,5 Prozent. Am Montanmarkt waren Gelſenkirchen mit plus 2,75
Prozent ſtärker beachtet. Banken blieben nur behauptet. Mitteldeutſche
Kreditbank aber mit plus 7 Prozent ſtärker geſteigert. Daimler waren
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 26. November.
Die Samstagsbörſe begann bei luſtloſem Geſchäft zu wenig
verän=
derten, überwiegend etwas ſchwächeren Kurſen. Die außenpolitiſche
Spannung und die Anſicht der Hypothekenbanken, daß der 8prozentige
Pfandbrief ſich nicht vermeiden laſſen werde, beeinträchtigten die
Unter=
nehmungsluſt der Spekulation. Eine geteilte Aufnahme fand
außer=
dem der Reichsbankausweis. Im Verlauf beobachtete man außer
eini=
gen Deckungskäufen der Spekulation, die zum Teil infolge
Material=
mangels befeſtigend auf die Tendenz wirkten, auch vereinzelte
Interven=
tionen. Die Stimmung wurde daher bald freundlicher, wozu in erſter
Linie ſehr optimiſtiſche Ausführungen des Generaldirektors der Erdöl=
und Kohleverwertungsaktiengeſellſchaft über die Ausſichten des
Kunſt=
benzins und der flüſſige Geldſtand beitrugen. Tagesgeld konnte in
gro=
ßen Beträgen nicht untergebracht werden, ſo daß erhebliche Summen
un=
ter dem offiziellen Satz von 5—7 Prozent offeriert wurden. Die übrigen
Geldſätze waren unverändert. Die Prolongation konnte im weſentlichen
als beendet angeſehen werden. Am Deviſenmarkt ſtellte eine ſcharfe
Stei=
gerung des engliſchen Pfundkurſes das Hauptereignis dar. London—
New York zog auf 4,8795 an. Die ſpaniſche Währung ging erneut nicht
unweſentlich zurück und notierte in London 29,10. Im Uſanzenhandel
nannte man ſonſt faſt durchweg bisherige Kurſe. Der Dollar ſtellte ſich
in Berlin auf 4,1872, auch der rumäniſche Lei verzeichnete nach den
Schwankungen der letzten Tage mit 3,17 in Zürich einen Stillſtand, war
jedoch eher etwas gefeſtigt.
Bis zum Schluß der Börſe traten keine nennenswerten
Veränderun=
gen mehr ein. An der Nachbörſe waren vereinzelt bei ruhigem Geſchäft
kleine Kursbeſſerungen zu beobachten. Gegen 230 Uhr hörte man u. a.
folgende Kurſe: Zellſtoff Waldhof 214; Ver. Glanzſtoff 508; J. G.
Far=
ben B39; Daimler 75; Deſſauer Gas 152,25; Bergmann 171; Charl.
Waſſer 117,5; Gelſenkirchen 127,25: Rheinſtahl 143; Phönix 86;
Mannes=
mann 129,5; Harpener 173,75; Geſ. für Elektr. 257: Siemens 244,5;
Schultheiß 237,25: Oſtwerke 982; Hapag 131,62; Nordlloyd 137,5;
Commerzbank 151,5; Danatbank 200; Dresdner Bank 142; Altbeſitz 52,25;
Neubeſitz 12.,00.
Aſchaffenb. Zeilſtof
Augsb. Nürnb. Maſch.
Bamag=Meguin
Berlin el. W..
BerlinKarlsrubeInd.
Praunkohl=Briketts
Bremer Vulkan
Bremer Wolle.
Teutſch.=Atlan; Tel
Teutſche Maſchinen
Teutſch.=Nieb. Tel.
Deutſche Erdöl..
Teutſche Petroleum.
Dt. Kaliwerke.
Tonnersmarckhütte
Tynamit Nobel
Elektr. Lieferung.
3. G. Farben..
R. Friſter..
Caggenau Vo=
Eelſenk. Berg..
G. f. elektr Untern.
Salle Maſchinen.
Kan. Maſch. Egeſt.
Hanſa=Dampfſchf.
Deviſenmarkt.
Kelſing ſors..
Vien......
Prag ......."
Budapeſt ...."
Sofia ....."
Kolland. . . .
2lo ......."
Kopenhagen..
Stockholm. . .
London. ... . .
uenos Aires.
New York ..
Eelgien..
IFtalien
73 36) Spanien.
Danzig
Vortugal
25. 17. 26. 11. Geld Brie Brief Gelb 22.77 22.81 22.76 22.81 16.45 16.49 16.45 16.49 80,69 80.85 180.66 80.32 70.76/ 70 90/ 69.98 70.12 81.57/ 81-7. 81.59 81.75 1 913 1.917 „91 1.917 0.498 0.500 0.497 0.499 7.368 1.38: 7.368 362 20.53/ 20.5 20.5* 20.57— 5.544 5.556 5.544 5.556 2.170 2 174 2.170 2.174 4.192/ 4.200 4.191 4.199 4.296/ 4.304 1.296 4.304 Die kommende Frankſurter Meſſe. Vergünſtigungen für
auslän=
diſche Beſucher. Das ungariſche Handelsminiſterium hat für ungariſche
Beſucher der Frankfurter Frühjahrsmeſſe, die vom 22.—25. April 1928
ſtattfindet, wiederum Fahrpreisermäßigungen von ungefähr 33½/½ Proz.
vorgeſehen. Ebenſo hat die Eiſenbahndirektion des Saargebietes bereits
eine Fahrpreisermäßigung von 25 Prozent für die Beſucher der
Frank=
furter Frühjahrsmeſſe zugeſagt. Außerdem erhalten ſämtliche
auslän=
diſchen Beſucher der Frankfurter Frühjahrsmeſſe das deutſche Paßviſum
koſtenlos durch Vermittlung der ausländiſchen Vertretungen des
Meß=
amtes, wie zur Herbſtmeſſe 1
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom B. Novene
ſamte Kapitalanlage der Bank in Wechſeln und Schecks.
Effekten um 66,7 Millionen auf 2235,3 Millionen Mam
und zwar haben ſich die Beſtände an Wechſeln und Schecht
lionen auf 2116,1 Millionen Mark und der Lombardba),
Millionen auf 27,1 Millionen Mark vermindert. Die Aſ,
ten weiſt mit 92,1 Millionen Mark den gleichen Beſtand
Vorwoche.
An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſamu
Millionen Mark in die Kaſſe der Bank zurückgefloſſen: irn
der Umlauf an Reichsbanknoten um 204,2 Millionen
au=
nen Mark und der an Rentenbankſcheinen um 43,7 Milly
Millionen Mark abgenommen. Dementſprechend und zn
tigung, daß in der Berichtswoche Rentenbankſcheine im
Millionen Mark gemäß § 11 des Geſetzes über die L:
Umlaufs an Rentenbankſcheinen getilgt worden ſind, hat
Reichsbank an Rentenbankſcheinen um 21,3 Millionen
men. Die fremden Gelder zeigen mit einem Beſtande
lionen Mark eine Zunahme um 123,5 Millionen Mark.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen
ſich um 52 000 Mark auf 2141,7 Millionen Mark erhöhtzt.
entfällt auf die Goldbeſtände, welche um 1,5 Millionen:g
lionen Mark angewachſen ſind, während an deckungsfih
285,7, d. h. 1,4 Millionen Mark weniger ausgewieſen ſinnd
der Noten durch Gold allein beſſerte ſich von 49 Prozcet
woche auf 51,8 Prozent, diejenige durch Gold und deckime
ſen von 56,5 auf 59,8 Prozent.
Amerikaniſche Kabelnachrichat
* New York, 26. Nov. E
Kaffee: Nach unregelmäßiger Eröffnung waren
Kaffeemarkte Deckungen zu beobachten, die ein leichte=
Notierungen beiirkten, umſomehr, als Anſchaffungen deß
Markte eine Stütze boten.
Zucker: Am Rohzuckerterminmarkte wurden zum An
gaben für kubaniſche ſowie für europäiſche Rechnung
Gerlichte, nach denen Holland abgelehnt habe, dem Welt-un
zutreten, löſten Verſtimmung aus.
Baumwolle. Nachdem die feſteren Liverpooler A/
leichtes Anziehen der Preiſe verurſacht hatten, ſtellte ſichn
markt zum Wochenſchluß eine Abſchwächung ein, da von ſid
ſtreet, und zwar namentlich für New Orleanſer= u. Wall:m
Liquidarionen vorgenommen wurden. Ein weiterer Baiüen
der nur geringen Loconachfrage gegeben. Auf ermäßigt tnſe
ſchritt der Handel in mäßigem Umfange zu Anſchaffungn
Es notierten nach Meldungen aus NewYorEu6
Getreide: Weizen Nr. 2 rot 148½, hart 143½: Ain
Ernte 100½; Mehl ſpr. wheat clears 6,60—7,00
England 2,3—3, n. d. Kontinent 14—15.
Schmalz: Prima Weſtern loco 12,55; Talg extrag
Kakao: Tendenz unregelmäßig, Umſatz in lotss P=
Dezember 13,92, Januar 13,68, Februar 13,63, Mär/
13,73, Mai 13,77, Juni 13.82. Juli 13,90, Septemba 6
Es notierten nach Meldungen aus Chicago aß
Getreide: Weizen, Dez. 127½, März 131½, Maci);
Dez. 86½, März 90½, Mai 935; Hafer, Dez. 49½4,
52½; Roggen, Dez. 104, März 106½, Mai 107½.
Schmalz: Dez. 11,75, Jan. 12.25, Mai 12,50.
Fleiſch: Dez. 10,20, Jan. 11,32½, Mai 11,45; Sxc
leichte Schweine 8,25—9,10, ſchw. Schweine 9—9, Chicago 4000, im Weſten 25 000.
Kleine Wirtſchaftsnachrichte
Die auf den Stichtag des 23. November berechnet.
indexziffer des Statiſtiſchen Reichsamtes iſt gegemüber de
0,4 v.H. von 140,3 auf 140,9 geſtiegen.
Die Zahl der unterſtützten Arbeitsloſen iſt in der Zi
bis zum 15. 11. d. Js. von 456 000 auf 518 000 geſtiegen.!
an Arbeitsloſen kommt beſonders aus der Landwirtſchaft
gewerbe.
Wie aus Kopenhagen gemeldet wird, beſteht dort Eleſt
Linderung der Arbeitsloſigkeit eine größere kommunaſe Di/
Auslande aufzunehmen.
Wie aus Madrid gemeldet wird, wurde dort geſtern
zwiſchen eimer Petroleum=Monopol=Geſellſchaft und A
Naphthaſyndikat unterzeichnet, wonach die Sowjets die Caul
Hälfte des ſpaniſchen Verbrauchs, alſo von über 100 000
übernehmen.
Infolge der letzten politiſchen Ereigniſſe ſind alle Zut
lungen Rumäniens, die ſowohl mit amerikaniſchen wie imd
Bankhäuſern inoffiziell ſtattfanden abgebrochen worden. veſ
daß die weitere 5 Millionen Dollar Anleihe der Schröder .0
Reſchitza Eiſenwerke infolge derſelben Ereigniſſe nicht zu c
wird.
Hüinen
en
Lcke Herm
ab
1. BLandfarter Karsdericht boüt Bu.4
Staatspapiere
a)Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl.
Ausloſ.=Sch. I. Teill
II. Teil
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld ohne Aus=
Coſungsſcheine ...
4% Dt. Schutzgeb.=
Anl. ...
52
12
6‟I,
0) Ausländiſche
6% Bos. E. B. 1914
O L.Inv. 1914 2.75
76 1898...
1½8 „1902 ..
4½ Bosnien".
5 % Bulg. Tabak. 02
4½%Oſt. Staatsr.
v. 1913, Kdb. 1918
4½%Oſt. Schatz. 14 28.75
41/s20 Oſt. Silberr.
4½ Goldr
4½ Oſt. Goldrente
Innsbr. Abk.
4½ „einh. R. (k.)
6 Port. (Spz.) III 3.5
5% Rum.am. R.03
½%.Gold. 13
am. kon.
42 am.05
135
%Türk. (Adn
(Bagt
Be
12.7
1911
3 Ung St. 1913
(lt. Tnnsbr. Ab
4½% Ung Et 1914 21.25
4½½ lng. St. 191
(lt. Innsbr. Abl
4X2 Ung. Goldr.
4% Ung. Goldr.
(lt. Innsbr. Abk.)
425 Ung Staatsr.
v. 10
4%Ung. Kronr. . . .
3% Ung. Eiſ. Tor.
Außereuro=
päiſche
5%Mex. am. in. abg.
5% „ äuß. 99
40 „ Gold04ſtf.
O konſ. inn. „
4½%, Irrigat.
5% Tamaulipas I ,
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10%Berl. H.=Bk. G.
60 Berl. St. Gold
8% Darmſt. St.=G.
8 % D. Hyp.=Ban.
Meining. Goldpf.
97.75
94
89
Dresd. St.=G.
%Frkf. St.=G....
81
89 Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
96
%o Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
20 Frkf. Hyp.=Bk.=
Goldpfbr.
Lo Frif. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr.
100
Frki Goldpfbr./ 9:
596 Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr.
90
% Frkf. Pfbr. Bk.
Goldpfbr.
H.=St.-
Gold=
anl.
Heſſ. Land.=Bk.
Goldpfbr.
% Heſſ. Lanf
Goldpfbr.
10%Komm. Glektr.
Mark (Hagen)
Goldobl.
8% Komm. Ldsbk.
Darmſt., Reihe I
8% K. Landesbank
Darmſt. Reihe II
8% Ldwgshf Stadt=
Goldanl.
7%M. KraftHöchſt
8O Mainz.=St.=G.
8% Mannh. St.=G.
6% Mannh. St.=G.=
W M.=Stahlw. 27
3½ Naſſ. Ldb. Gold
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8½ Pfälz. Hyp. Bk.=
Goldpfbr
2 Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldpfbr. .. ..
6% Pfälz. Hyp.=Bk
Goldpfbr. . . ...
8% Pforzh. St.=G.
8% Pirmaſ. St.=G.
8% Pr. Centr. Bd.=
Cr.=Bk. Glopfbr.
8% Pr. Centr.=St.=Goldpfbr.
70 Pr. Centr.=St.
ſchafts=Goldpfbr.
8% Rh.=Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
%0 „„Lig. Pfb.
4½% „Anteilſch.
½%Rh. Stahlw
25 ..
10%Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk. Goldpf.
8% Südd.B. Cr. B.
Goldpfdbr.
Lo V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHpp.=
Gld=
b mit Option
2 V. Stah.w.
Düſ=
eldorfHyp.=Gd.. ohne Option
7% Biag( V. Ind.. Bln.)
01
86.25
87
94.5
952),
945
59.5
54.5
103
98
92.5
88),
92.5
8% Voigt &Häffner
Goldobl. . ... . / 96
8%Württbg. Hyp.=
Bank Goldpfbrf. 126
Ohne
Zins=
berechnung
5% Bdw. Kohl 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23
5%Heſ. Brk.=Rg. 23
5% Heſſ. Volksſtaat
Roggen. . . . . . 25
5% Pr. Kaliw. .
5% Pr. Roggenw.
32 Südd. Feſt. B. G
14
6.45
6.25
Vorkriegs=Hyp.=G.
Pfandbriefe
Bayr. Vereinsb.
Bahr. Handelsb.
Bahr. Hyp. u. Wechſ
Berliner Hyp.=Bk.
Frkf Hyp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp.=Bk..
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Nordd. Gr.=Cr.=Bk.
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Pr. Cent.=B. Cr. B.
Preuß Pfdbr.=Bk.
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15.4
16.25
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2,6GAteOſt. Südb.,
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4%Oſt. Staatsb. 83
3% Oſt. 1.b.8.E.
3%Oſt. „ „abg.
122).
14:1.
„9.Em.
„ab
1885
abg.
3%Oſt. , Erg. Ne
3%Oſt. „ „abg.
3% RaabOebd 83
91
48 Rud. Silber
4% Rud. (Salzka.)
½%Anat., S. I
½% Anat.. S. II
D Anat., S. III
% Salon. Monaſt.
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½%
Bank=Altien
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Bad. Bk. ...."
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Barmer Bankv.
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Deutſche Bank
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D. Vereins=Bk.
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21.25
20.25
18.5
15.75
5.85
7.5
122
144
150.75
200
147.1,
122
1.9.9
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115
130
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170
45
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Had & Neu
48
Hammerſen
160
Hanfw. Füſſen. . . . 123
Hanfa=Llohd, Br.
Hartm. & Braun
s7
98.5
81
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Zie=
gen, Federvieh und Bienenſtöcke.
Es iſt dabei zu beachten, daß dieſe
Viehgattungen auch bei Nichtlandwirten
gezählt werden müſſen.
Ferner iſt bei dieſer Zählung die
Zahl der in der Zeit vom 1. Dezembe
1926 bi 30. November 1927
vorge=
nommenen, von der amtlichen
Schlacht=
vieh= und Fleiſchbeſchau befreiten
Haus=
oder Privatſchlachtungen zu ermitteln.
Die Erhebung der Haueſchlachtungen ſoll
eine Eigänzung der Fleiſchbeſchauſta iſtik
ſein, um Unterlagen für den geſamten
Fleiſchverbrauch und Fleiſchbedarf der
Bevölkerung zu gewinnen.
Wer vorſätzlich die Angaben, zu
denen er bei dieſer Zählung — durch
be=
ſondere Zähler — aufgefordert wird,
nicht erſtattet, oder wer wiſſentlich
un=
richtige oder unvollſtändige Angaben
macht, wird mit Geſängnis bis zu 6
Mo=
naten oder mit Geldſtrafe beſtraft.
Auch kann Vieh, deſſen
Vorhanden=
ſein verſchwiegen worden iſt, im Urteil
für den Staat verfallen erklärt werden
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