Kinzelwumner 10 Pfergige
Hefſiſche Neueſie Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iAuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſiatitet.
Nummer 272
Samstag, den 1. Oftober 1927.
190. Jahrgang
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Das Programn der Berliner
Sindenburg=Feier.
Die Kundgebung der Berliner Schuljugend
im Stadion.
Berlin, 30. September.
Nachſtehend geben wir noch einmal eine Ueberſicht über die
Berliner Veranſtaltungen anläßlich des 80. Geburtstages des
Reichspräſidenten von Hindenburg.
Am Samstag, den 1, Oktober. ½12 Uhr, wird der
Reichs=
präſident den Reichskanzler, den Reichsarbeitsminiſter und den
Leiter der Hindenburgſpende, Miniſterialrat Dr. Karlſtädt,
emp=
fangen, um die Urkunde in Empfang zu nehmen, die dem
Reichs=
präſidenten die Verfügungsberechtigung über die bisher
einge=
laufenen und noch einlaufenden Gelder der Spende ausſpricht.
Am Abend des 1. Oktober wird der Reichspräſident einige Zeit
den Veranſtaltungen der Offiziersverbände in den Räumen des
Zoo beiwohnen. Die Feierlichkeiten beginnen um 18.30 Uhr.
Sämtliche alten Heerführer werden dort verſammelt ſein.
Gene=
ralfeldmarſchall von Mackenfen wird die Feſtrede halten. Um
21.15 Uhr beginnt vor dem Palais des Reichspräſidenten in der
Wilhelmſtraße ein Zapfenſtreich der Reichswehr. Am gleichen
Abend veranſtalten auf den Anlagen der Rennbahn Grunewald
unter den Klängen eines großen Promeuaden=Doppelkonzertes
unter Leitung von Profeſſor Hackenberger und Obermuſikmeiſter
Becker die deutſchen pyrotechniſchen Fabriken ein großes
Feuer=
werk; u. a. ſoll das Tannenbergdenkmal in einer Größe
von 160 Quadratmetern als Feuerbild erſcheinen. Die
Ver=
anſtaltung beginnt um 6 Uhr nachmittags, das Feuerwerk nimmt
gegen 7 Uhr ſeinen Anfang.
Am Sonntag vormittag wird im Garten des Palais des
Reichspräſidenten eine Milijärkapelle konzertieren. Der
Reichs=
präſident begibt ſich dann zur Kirche und empfängt nach dem
Kirchgang die offiziellen Gratulanten, die Mitglieder der
Reichs=
regierung, die Chefs der oberſten Reichsbehörden und der
Lan=
desregierungen ſowie die bevollmächtigten Vertreter zum
Reichs=
rat; die Glückwünſche des diplomatiſchen Korps wird Nuntius
Paccelli überbringen. Es folgen der Vorſtand des Reichstags,
Abordnungen der Reichswehr und der Reichsmarine, der
Präſi=
denten des Preußiſchen Landtages und der Berliner
Oberbürger=
meiſter Boeß, endlich Vertreter der alten Wehrmacht, der
Offi=
ziersverbände, des Kyffhäuſerbundes u. a. m. Am Nachmittag
gegen 3 Uhr begibt ſich der Reichspräſident im Auto vom Palais
in der Wilhelmſtraße aus durch das Brandenburger Tor,
Tier=
garten, Großer Stern zum Stadion. Auf dem Wege werden eine
große Anzahl von Verbänden, Abordnungen uſw. mit Fahnen
und Muſikkapellen Spalier bilden. Im Stadion ſelbft, das
feſt=
lich geſchmückt iſt, werden 40 000 Schulkinder den
Reichspräſiden=
ten begrüßen. Ein Chor von 7000 Schulkindern wird dem
Jubi=
lar ſeine Lieder darbringen. Hiermit endet das Feſtprogramm,
ſoweit der Reichspräſident ſelbſt daran beteiligt iſt.
Am Montag, den 3. Oktober, wird der Deutſche
Reichs=
kriegerbund „Kyffhäuſer” im Stadion eine offizielle
Huldigungs=
feier veranſtalten. Die Feier beginnt um 11 Uhr vormittags.
Der Zapfenſtreich vor dem Reichspräſidenienxalgis.
* Berlin, 1. Oktober. (Priv.=Tel.)
Der am heutigen Samstag abend vor dem Palais des
Reichspräſidenten ſtattſindende Zapfenſtreich wird von
insge=
ſamt 10 Muſikkorps ausgeführt werden, und zwar vier vom
Infan=
terie=Regiment 9 und je eines vom Artillerie=Regiment 3, Reiter=
Regiment 4, Pionier=Bataillon 3, Nachrichtenabteilung 3,
Fahr=
abteilung 3 und der Wachtruppe. Die Wachtruppe ſtellt außerdem
die Spielleute, die Fahnenträger und die Fahnenkompagnie,
nämlich die 3. Kompagnie des Infanterie=Regiments 5 unter
Befehl des Hauptmanns Krech. Die Fahnenkompagnie mit den
Fahnen der drei Hindenburg=Regimenter (3. Garderegiment zu
Fuß, Infanterie=Regiment 91 und Infanterie=Regiment 147)
wird in der Wilhelmſtraße mit der Front nach dem
Reichs=
präſidentenpalais aufmarſchieren, während die Muſik im Vorhof
Aufſtellung nimmt. Der Zapfenſtreich, dem der Reichspräſident
von dem im erſten Stock gelegenen Balkon aus beiwohnen wird,
ſteht unter Leitung des Majors Retzel vom Wehrkreis 3.
Die Spalierbildung am Hindenburg=Tag für
die Fahrt zum Stadion.
Das Polizeipräſidium teilt mit: Zur Feier des Geburtstages
des Herrn Reichspräſidenten am Sonntag, den 2. Oktober,
ver=
ſammeln ſich 40 000 Berliner Schulkinder zur Kundgebung am
Nachmittag im Stadion Grunewald. Längs der Feſtſtraße (
Wil=
helmſtraße—Unter den Linden—Charlottenburger Chauſſee-
Ber=
liner Straße—Bismarck=Straße—Kaiſerdamm—Rennbahn=Straße)
werden Verbände und Organiſationen als Spalier Aufſtellung
nehmen. Das Spalier wird im allgemeinen die ganze Feſtſtraße
auf beiden Seiten umſäumen. In der Wilhelmſtraße und Unter
den Linden bis zum Parifer Platz wird der Herr Reichspräſident
von dem Verein der Inhaber der Rettungsmedaille, dem Bund
Heimattreuer Oſtpreußen, einem Teil des Kyffhäuſerbundes,
ver=
ſchiedenen landmannſchaftlichen Vereinen in Trachten und
Stahl=
helmabordnungen aus ganz Deutſchland, ebenfalls in Trachten,
begrüßt werden. Auf dem Pariſer Platz wird der Allgemeine
Deutſche AutomobilKlub eine Reihe von Kraftfahrzeugen
auf=
ſtellen. Eine weitere Gruppe dieſes Klubs wird auf dem beim
Bahnhof Heerſtraße verfügbaren Platz in mehreren Reihen
auf=
geſtellt werden. Vor dem Rondell des Platzes vor dem
Branden=
burger Tor wird der Verband Deutſcher Motorradfahrer mit
einer Reihe von Motorrädern Aufſtellung nehmen. Auf der
langen Straße, der Charlottenburger Chauſſee werden verſchie=
dene politiſche Parteien. Techniſche Nothilfe und Landbund
folgen. Vor der Techniſchen Hochſchule wird die Studentenſchaft
in erheblicher Stärke Aufſtellung nehmen. Hier wird der Herr ähnlich hört man es alle Augenblicke. Wer liebte nicht die Frei=
Reichspräſident auf ſeiner Fahrt einen kurzen Halt machen, um
die Glückwünſche der Studentenſchaft entgegen zu nehmen. An
die Studentenſchaft werden ſich im weiteren Verlauf der
Feſt=
ſtraßen in bunter Reihe große und kleinere Vereinigungen und
Körperſchaften, unter ihnen mehrere Jugendverbände,
an=
ſchließen, ſo u. a. das Berliner Handwerk mit 8000 Köpfen, die
Berliner Turnerſchaft, die Pfadfinder, und am Bahnhof
Heer=
ſtraße neben den dort aufgeſtellten Kraftwagen die zu Fuß
er=
ſcheinenden Mitglieder des Allgemeinen Deutſchen
Automobil=
klubs in einer Zahl von 8000. Eine ganze Anzahl der
erſcheinen=
den Vereine uſw. wird mit Fahnen und Muſik antreten; während
der Vorbeifahrt des Herrn Reichspräſidenten iſt das Muſizieren, mögen die ſtaatsrechtliche Konſtruktion des von Bismarck
geſchaf=
jedoch nicht geſtattet.
Die Abfahrt des Herrn Reichspräſidenten erfolgt vom Palais
in der Wilhelmſtraße gegen 3,25 Uhr nachmittags. Der Weg
führt in langſamer Fahrt durch das Brandenburger Tor, über
Knie, Reichskanzlerplatz bis zum Stadion, Grunewald, wo der
Herr Reichspräſident gegen 4 Uhr nachmittags eintrifft. Die
Huldigung der Schulen im Stadion dauert etwa eine Stunde.
Zutritt zum Stadion iſt nur für geladene Gäſte möglich.
An=
ſchließend an die Huldigung erfolgt die Rückfahrt des Herrn
Reichspräſidenten auf dem gleichen Wege.
Die Anmeldungen zur Spalieraufſtellung ſind ſo zahlreich,
daß faſt die ganze Straße auf beiden Seiten beſetzt iſt. Die
Zu=
ſchauer können trotzdem vom Bürgerſteig hinter den Spalieren
aus im allgemeinen gut ſehen, da der größte Teil der Spaliere
auf dem tiefer gelegenen Fahrdamm aufgeſtellt wird.
Die Stellen, die erfahrungsgemäß wegen ſtarken Andrangs
ſehr bald oplizeilich abgeriegelt werden müſſen, und vor deren
Aufſuchen deshalb abgeraten wird, ſind: Wilhelmſtraße, Unter
den Linden, Pariſer Platz, Platz vor dem Brandenburger Tor,
Großer Siern, Knie, Nennbahn=Straße und Straße vor dem
Stadion.
Namentlich am Stadion, an dem ſich der Anmarſch der 40000
Jugendlichen während mehrerer Stunden abſpielt, wird wegen
weitgehender Abſperrung ſchlecht zu ſehen ſein. Das Publikum
wird auch im Intereſſe der Schüler und Schülerinnen gebeten,
von der Benutzung der Untergrundbahn bis zum Stadion. bzw.
der Vorortbahn bis zum Bahnhof Rennbahn abzuſehen, zumal
die Veranſtaltung im Stadion nicht öffentlich iſt.
Hindenburg=Amneſiie in Banern und
Württemberg.
München, 30. September.
Auts Anlaß des 80. Geburtstages des Reichspräſidenten hat
die bayeriſche Staatsregierung in Uebereinſtimmung mit dem
Reiche und den Ländern eine größere Zahl von Strafen, die von
bayeriſchen Gerichten erkannt wurden, im Wege der Gnade
er=
laſſen oder gemildert.
Aus Anlaß des 80. Geburtstages des Reichspräſidenten ſind
in Württemberg 67 Strafgefangene entlaſſen und 229 weitere
Verurteilte mit einem Gnadenerweis bedacht worden.
Der Reichsverband der Rheinländer an Hindenburg.
Der Reichsverband der Rheinländer überreicht am 2.
Ok=
tober dem Reichspräſidenten zu ſeinem 80. Geburtstag eine
Adreſſe folgenden Wortlauts: Die im Reichsverband der
Rhein=
länder vereinigten Landsleute, die außerhalb der engeren
Hei=
mat ihren Wohnſitz fanden, haben bei ihrer Arbeit ſtets den
Aus=
ſpruch Euer Exzellenz hochgehalten, daß das Wohl des Reiches
das Ziel unſerer Arbeit ſei, daß die Liebe zur Heimat und die
vielgeſtaltige Eigenart der deutſchen Stämme die tiefen
Wur=
zeln der Kraft ſind, die wir zu unſerer Arbeit brauchen. Wenn
wir uns heute Eurer Exzellenz huldigend nahen, geben wir dem
ſehnlichen Wunſche Ausdruck, es möge dem Reichspräſidenten
von Hindenburg die Erlöſung des Rheines von fremdem Joch
mit friedlichen Mitteln ebenſo gelingen, wie der Heerführer von
Hindenburg Oſtpreußen von den Ruſſen einmal mit den Waffen
in der Hand befreit hat. Wir bitten Gott, Euer Exzellenz bald
in ungeſchwächter Kraft des Geiſtes und Körpers den Tag
ſchauen zu laſſen, an dem der alte deutſche Schickſalsſtromr wieder
ein freies Volk auf freiem Grund ſtoz umrauſcht.
Eine rheiniſche Hindenburgſpende.
Düſſeldorf, 30. September.
In der geſtrigen Vorſtands= und Ausſchußſitzung des
Ver=
eins zur Wahrung der gemeinſamen wirtſchaftlichen Intereſſen
im Rheinland und Weſtfalen (Langnam=Verein), die unter dem
Vorſitz von Paul Reuſch im Stahlhof zu Düſſeldorf ſtattfand,
konnte der Erſte Geſchäftsführer Dr. Schlenker mitteilen, daß es
gelungen ſei, auf dem vom Langnam=Verein errichteten
Sam=
melkonto der rheiniſch=weſtfäliſchen Spende einſchließlich der
Spende des rheiniſch=weſtfäliſchen Kohlenbergbaus, vertreten
rheiniſch=weſtfäliſche Kohlenſyndikat in Eſſen, insgeſamt 509 000
RM. einzuſammeln. Es wurde beſchloſſen, von dieſem Betrage ſichtslos ausnutzt. Ein Beiſpiel dafür aus der jüngſten Zeit iſt
führen.
Würzburg, 30. September.
präſidenten ein Gelände geſtiftet, auf dem eine Heimſtätten.
ſiedlung für Kriegsbeſchädigte und Kinderreiche errichtet werden
ſoll, die den Namen „Hindenburg=Heimſtätte” führen wird.
Republik und Freikeit.
Von
D. Dr. M. Schian.
Durch die Revolution und die Weimarer Verfaſſung iſt das
deutſche Volk das freieſte Volk der Welt geworden: ſo oder
heit? Welcher Deutſche begehrte ſie nicht von Herzen? So liegt
in jenem Satz eine trefflich auf die deutſche Pſyche berechnete
Apologie der republikauiſchen Verfaſſung.
Ich zweifele nicht, daß zumal in der deutſchen Arbeiterſchaft
Millionen ſind, die die durch die Weimarer Verfaſſung
gewon=
nene Freiheit um deswillen über alle Maßen hoch ſchätzen, weil
ſie in dem monarchiſtiſchen Regierungsſyſtem tatſächlich eine
Knechtſchaft geſehen haben. Ich zweifele daran nicht, obwohl ich
dieſe Anſicht für objektiv verfehlt halte. Aber es iſt nun einmal
ſo: ſchwerer als ruhige Ueberlegung der Tatſachen wiegt bei der
großen Maſſe das Vorurteil. Wieviele aus der großen Maſſe
fenen Deutſchen Neiches wirklich näher gekannt haben und
kennen? Wieviele mögen wiſſen, wie verhältnismäßig eng
be=
grenzt die „Macht” des Deutſchen Kaiſers in Wirklichkeit war?
Wieviele mögen ſich klar machen, daß das Wahlrecht im Reich
ſchon ſeit 1871 ein abſolut freies, gleiches, geheimes war?
Wie=
viele in Heſſen mögen ſich daran erinnern, daß von „Knechtung”
des heſſiſchen Volkes vor 1918 niemand hätte reden können ohne
der allgemeinen Heiterkeit zu verfallen? Ganz gleich: das
Schlag=
wort herrſcht. Monarchie, wie ſie auch ſei, iſt Knechtſchaft!
Zwar urteilen dieſelben Menſchen, ſobald ſie nicht an
Deutſchland, ſondern aus Ausland denken, anders. England,
das dem deutſchen Volk die „Freiheit” brachte, hat noch heute
ſeinen König! Niemand fällt es ein, das engliſche Volk als
un=
frei anzuſehen. Aber für Deutſchland — war und würde ſein
jede Form der Monarchie eine Knechtſchaft, Knechtſchaft,
Knechtſchaft!
Ich glaube vor dem Mißverſtändnis geſchützt zu ſein, als
ſchriebe ich dieſe Zeilen, um für Einführung der monarchiſtiſchen
Staatsform in Deutſchland Propaganda zu machen. Das wäre,
wie ich an dieſer Stelle früher bereits deutlich genug
ausge=
ſprochen habe, nicht bloß Torheit, ſondern faſt Wahnſinn. Nein,
ich ſchreibe das nur, um den Satz von dem durch die Republik
befreiten deutſchen Volk auf ſein rechtes Maß zurückzuführen.
Nicht Sklaverei und Freiheit ſind die Gegenſätze, ſondern:
maß=
volle Beſchränkung der Volksrechte durch erbliche Fürſtenrechte
einerſeits, unbeſchränkte Volksrechte andererſeits.
Unbeſchränkte Volksrechte: ſolche hat die Verfaſſung dem
deutſchen Volk allerdings gegeben. Man mag das als „Freiheit”
bezeichnen. Aber wenn dieſe Errungenſchaft von mancher Seite
als ſo wertvoll bezeichnet wird, daß darüber hinaus das ganze
ungeheuere Unglück des Kriegsausganges und der Revolution in
ein Glück umgedeutet wird, ſo muß doch ſofort ein Zuſatz
ge=
macht werden. Ja, das deutſche Volk iſt inſofern frei, als es
ſich ſelbſt regiert. Aber ein „freies” Volk im Vollſinn iſt es nie
weniger geweſen als jetzt. Denn es ſteht auch heute noch unter
der Zwangsherrſchaft ſeiner Kriegsgegner.
Das Rheinland, das auch nach dem letzten gnädigen „
Entgegen=
kommen” Frankreichs und Englands immer noch mit 60 000
Mann fremder Truppen beſetzt ſein wird, ſpürt das. Das
Saar=
gebiet mit ſeiner ausländiſchen Polizeitruppe und ſeiner
partei=
iſchen Völkerbundsregierung weiß es. Das übrige Deutſchland
tut oft, als wiſſe es das nicht. Hier liegt die ungeheuere
Selbſt=
täuſchung von Millionen, ja leider Millionen Deutſchen: ſie
achten die Sklaverei, unter der wir tatſächlich ſtehen und die ſich
wirtſchaftlich aufs furchtbarſte geltend macht, gering, ja für kaum
erwähnenswert gegenüber der ungehemmten Entfaltung der
Volksregierung, — die ſich doch eben dann, wenn ſie durch den
freieſten Willen des freieſten Volkes glücklich zuſtandegekommen
iſt, gebunden ſieht an das Diktat von Verſailles und an alle ſeine
knechtenden Auswirkungen. Eine Scheinfreiheit iſt es doch in
vielen Beziehungen, die wir beſitzen; denn wir dürfen uns zwar
ſelbſt „regieren”, aber in den entſcheidendſten Punkten nur nach
dem Diktat anderer Völker!
Aber ſoweit uns die Gewaltherrſchaft der Kriegsgegner Luft
gibt, können wir doch von unſerer Freiheit Gebrauch machen!
Wir wählen alle unſere vielen Parlamente ganz frei! Wobei es
freilich auffällt, daß ein großer Prozentſatz der Wahlberechtigten
ſich aus der Ausübung ſeines Freiheitsrechtes wenig macht,
viel=
mehr ſich, indem er am Wahltag daheim bleibt, ruhig von
ande=
ren regieren läßt. Unſere Parlamente aber bilden die
Regierun=
gen wiederum ganz frei und votieren ihnen in völliger Freiheit
Vertrauen oder Mißtrauen.
Nun verlangt nüchterner Tatſachenſinn, daß auch hierzu
einige Anmerkungen gemacht werden. Tatſächlich ſteht nämlich
immer die parlamentariſche Minderheit unter — ja, ich finde
keinen anderen Ausdruck — der Herrſchaft, man könnte ſogar
ſagen: dem Zwange der Mehrheit. Das kann nicht anders ſein;
gewiß. Aber in den ſchäumenden Wein der Freiheitsfreude gießt
dieſe Erwägung doch mehr als einen Wermutstropfen. Und
die=
ſer ſchmeckt um ſo bitterer, wenn Mehrheit und Minderheit, wie
ſo oft in Deutſchland, nur wenig, ja nur ſehr wenig an
Stim=
menzahl verſchieden ſind. Denn dann hat faſt die Hälfte des
Volkes nichts von ihrer „Freiheit”. Sie darf ſich überſtimmen
laſſen, und ſie darf ſich von der ein wenig größeren Zahl der
durch den Verein für die bergbaulichen Intereſſen und das Andersdenkenden regieten laſſen. Dieſer Genuß iſt gering. Er
wird noch geringer, wenn die Mehrheit ihr Mehrheitsrecht rück=
200 000 RM. dem Konto des Hindenburg=Dank zu überweiſen die preußiſche „Notverordnung” betreffs der Reichsfarben. Sie
und 309 000 RM. an das Konto der Hindenburg=Spende abzu= kam bekanntlich nur ſo zuſtande, daß in dem fraglichen Ausſchuß
das Zentrum einige Sitze (und Stimmen) den Sozialdemokraten
überließ, auch ſo nur mit winziger Mehrheit. Und es handelte
Hindenburgſtiftung der Stadi Würzburg. ſich um eine Sache, die ans Herz griff! Mancher mag dabei an
Zeiten gedacht haben, in denen über den Parteien ein
aus=
gleichender Faktor ſtand, der in ſchwierigen Augenblicken regulie=
Die Stadt Würzburg hat zum 80. Geburtstag des Reichs= rend eingriff, auch einmal zugunſten ſchwerwiegender ſachlicher
Gründe einer Minderheit. Als Beiſpiel dafür bietet ſich der uns
Aelteren in lebendiger Erinnerung ſtehende Vorgang, als der
preußiſche König den Ausſchlag für die Zurückziehung des Zed=
Gette 2
Gamstag, den 1. Oftober 1927
Nummer
litzſchen Schulgeſetzentwurfs gab, den die Mehrheit des Landtags
zweifellos angenommen haben würde. Ein ſolcher Ausgleich
fehlt jetzt; und wenn die Mehrheiten ihre Macht gegenüber der
Minderheit rückſichtslos gebrauchen, ſo iſt die „Freiheit” für die
Minderheit, manchmal für 49 Prozent des Volkes, tatſächlich
illuſoriſch.
Endlich drängt ſich eine andere Erwägung, gerade angeſichts
der Vorkommniſſe in Preußen in der letzten Zeit, auf. Freiheit
beſteht doch nicht nur darin, daß die Mehrheit des Volkes ohne
jede Hemmung ihren Willen in der Geſtaltung der Geſetzgebung
durchſetzt; es gibt auch eine perſönliche Freiheit der
Meinungs=
äußerung, erſt recht der innerſten Ueberzeugung, die jedem
Men=
ſchen, der auf ſich hält, ganz beſonders teuer ſein muß. Und nun
erhebt ſich die überaus ernſte Frage, ob in der deutſchen
Repu=
blik und in den zu ihr gehörenden Freiſtaaten dieſe Freiheit
wirklich in Ehren ſteht. Gelegentlich fühlt man ſich verſucht, an
die Machthaber (es ſind doch eben Machthaber, auch wenn ſie
jede „Machtpolitik” verhorreſzieren, und ſie brauchen ihre Macht
ganz gehörig!) in dieſen deutſchen Ländern jene Bitte zu richten,
die in der Dichtung an einen Fürſten gerichtet wurde: Geben Sie
Gedankenfreiheit! Die Selbſtverwaltungsorgane haben in
Preu=
ßen jedenfalls nicht mehr die Freiheit, zu flaggen wie ſie wollen.
Wie lange wird der Privatmann ſie haben? Vielerorten hat er
ſie in dieſen Jahren nie gehabt, ſofern er ſich nicht wegen der
Beflaggung ſeines Hauſes üblen Beläſtigungen ausſetzen wollte.
Faſt muß man fürchten, daß Regierungsderfügungen und =
Maß=
nahmen ſie ihm — wohlgemerkt: dem Privatmann! — noch
ſtär=
ker einſchränken werden — wenigſtens in Preußen. Siehe die
Maßnahmen der preußiſchen Regierung gegenüber den
Hotel=
beſitzern! Die Art und Weiſe, wie von manchen Leuten (und
Zeitungen) die perſönliche Geſinnung in ihren ganz privaten
Aeußerungen ausgeſpäht wird, iſt geradezu erſchreckend. Mit
Freiheit hat ſie nicht das Allergeringſte, zu tun. Sie erinnert
manchmal an — Inquiſition.
Das alles wird hier — noch einmal ſei es ausdrücklich
be=
tont! — keineswegs geſagt, um gegen „die Republik” oder die
republikaniſche Staatsverfaſſung zu kämpfen. Ich habe in Heſſen
ſeinerzeit zu den erſten gehört, die einen ſolchen Kampf als
ver=
fehlt bezeichneten und zur lohalen Einfügung in die gegebenen
Verhältniſſe mahnten. Auch jetzt denke ich nicht anders. Aber
gerade daraus erwächſt mir die Pflicht, auch auf die bedenklichen
Erſcheinungen in der Auswirkung der republikaniſchen Ordnung
der Dinge hinzuweiſen. Wenn die Republik ſich im Herzen des
Volkes befeſtigen will, ſo muß ſie ſich hüten, lediglich die formelle
Freiheit von jedem anderen Einfluß als dem der Wähler zu
rühmen. Sie muß ſich noch mehr hüten, die Freiheit der
Mehr=
heit zur Unterdrückung der Minderheit zu benutzen. Am
aller=
meiſten aber muß ſie ſich vor jedem Eingriff in das heilige Recht
perſönlicher Freibeit der Geſinnung des Einzelnen in Acht
neh=
men. Achtung vor der perſönlichen Ueberzeugung! Ohne ſie
gibts keine Freiheit!
Eine „Hindenburg=Stiftung” der Stadt
Stuttgart.
Berlin, 30. September.
Die Stadt Stuttgart hat gegen die Stimmen der
ſozialdemo=
kratiſchen und kommuniſtiſchen Mitglieder des Gemeinderates
beſchloſſen, als Ehrung des Reichspräſidenten von Hindenburg
eine Stiftung im Betrage von 100 000 Mark zu errichten, die den
Namen „Hindenburg=Stiftung” tragen und deren Beträge dazu
beſtimmt ſein ſollen, begabten Schülern den Aufſtieg zu erleichtern.
Ehrengabe der Liga für Wohlfahrispflege
zum Geburtstag Hindenburgs.
Berlin, 30. September.
Die in der Deutſchen Liga der freien Wohlfahrtspflege
zu=
ſammengeſchloſſenen Wohlfahrtsverbände überreichen dem
Reichs=
präſidenten zu ſeinem 80. Geburtstag eine beſondere, ihrer
Eigen=
art entſprechende Ehrengabe. Naturgemäß kann die
Wohlfahrts=
pflege, die ſelbft von freiwilligen Beiträgen lebt, nicht mit einer
Geldſpende aufwarten. Die Anſtalten der freien
Wohlfahrts=
pflege ſtellen daher dem Reichspräſidenten 500 Freiplätze in
Erholungsheimen für Erwachſene Kinder für die Zeit
von ſechs bis zwölf Wochen zur Verfügung. Die Freiplätze
ſollen im Laufe des nächſten Jahres Kriegsbeſchädigten und
ihren Angehörigen ſowie Kriegshinterbliebenen und anderen
Hilfsbedürftigen zugute kommen. Die Gabe der freien
Wohl=
fahrtspflege ſtellt eine ſehr wertvolle Ergänzung der
Hindenburg=
ſpende dar.
Gm
*Die Welt dem Schnellverkehr.
Siegeszug von Autv, Fahrrad und Motorrad.
Von Siegfried Dverſchlag.
Wiſſen Sie ſchon, daß in Deutſchland vom 1. Auguſt 1926
bis 1. Juli 1927 rund eine Milliarde Mark Abſatz an
Kraftfahr=
zeugen aller Art erzielt worden iſt? Das iſt eine gewaltige Zahl,
die gewiß manchen überraſchen wird. Und ebenſo wird die
Feſt=
ſtellung überraſchen, daß wir im Deutſchen Reich weſentlich mehr
Motorräder als Perſonenautomobile laufen haben; in
Prozenten=
ausgedrückt: 44/4 Prozent Krafträder, 38,7 Prozent
Perſonen=
wagen, 16,9 Prozent Laſtkraftwagen. Des Rätſels Löſung: der
Perſonenwagen iſt im Alltagsverkehr häufiger. Das Motorrad
ruht wochentags im Abſtellraum und rollt nur zu
Wocheneno=
oder Sonntagsfahrten über die Landſtraßen.
Auch die Gegenüberſtellung: Fahrräder — Pferde —
Auto=
mobile iſt intereſſant. In Deutſchland gibt es rund 5 Millionen
Fahrräder. Ein einziges Werk, allerdings die größte
Fahrrad=
ſabrik der Welt, nämlich die Opel=Werke in Rüffelsheim,
erreich=
ten im Frühſommer d. J. eine Monats=Höchſtproduktion von
70000 Maſchinen! Die Kugellagerwerke Fichtel & Sachs
produ=
zierten im Jahre über eine Million Torpedo=Freilaufnaben.
Zur=
zeit laufen in Deutſchland annähernd 600 000 Kraftfahrzeuge
aller Art. Laut Statiſtiſchem Reichsamt gibt es in Deutſchland
4 Millionen Pferde, 8 Millionen Ochſen. Die Pferdeſtärke
(Effektiv=PS=Zahl) aller in Berlin und in der Rheinprovinz
laufenden Kraftfahrzeuge iſt gleich groß der Zahl des geſamten
deutſchen Pferdebeſtandes, nämlich 4 Millionen PS.
Auf ein Kraftfahrzeug entfallen an Einwohnern in Berlin
84, in Sachſen 86, in Bremen 95, in der Rheinprovinz 103. Die
im Verhältnis zur Einwohnerzahl geringſte prozentuale Ver.
breitung hat das Kraftfahrzeug in Oberſchleſien. Hier beſitzt nur
jeder 339. Einwohner ein Kraftfahrzeug. Um aber das geringe
Kulturniveau von Oberſchleſiens Nachbarſchaft zu beweiſen, ſei
geſagt, daß im benachbarten Polen nur jeder 1823. Einwohner
ein Kraftfahrzeug beſitzt!
Uieberhaupt: das Kraftfahrzeug in der Welt! Die vom
Reichsverband der Automobilinduſtrie herausgegebene Broſchüre
„Tatſachen und Zahlen aus der Kraftfahrzeuginduſtrie” gibt an,
daß am 1. Januar 1927 der Weltbeſtand an Kraftfahrzeugen
27 507967 war.
An dieſer gewaltigen Ziffer ſind nach amerikaniſchen Quellen
die U. S. A. mit 22 046 957 Kraftfahrzeugen hauptbeteiligt.
Groß=
britannien folgt mit 984 368 Kraftfahrzeugen an zweiter Stelle
vor Frankreich mit 901 000, Kanada mit 820 222, Auſtralien mit
361 702 und Deutſchland mit 318000 Kraftfahrzeugen. Was
Deutſchland anbelangt, ſo wiſſen wir, daß dieſe von den
Ameri=
kanern in der Weltſtatiſtik genannten Zahlen inzwiſchen über=
Vom Tage.
Der Flaggenſtreit zwiſchen der preußiſchen Regierung und
den Berliner Hotels hat eine neue Verſchärfung erfahren.
General v. Seeckt, der zur Zeit in Goslar zu Beſuch weilt,
hat ſich auf einem Jagdausflug eine Sehnenzerrung zugezogen,
die es ihm unmöglich macht, an der Geburtstasfeier des
Neichspräſidenten in Berlin teilzunehmen.
Der litauiſche Miniſterpräſident Woldemaras hat
ſich für ſeine Verhandlungen mit dem Außenminiſter Streſemann die
litaniſchen Oberbeamten aus Memel nach Berlin
kommen laſſen, damit ſie ihm die nötigen Unterlagen zur
Beant=
wortung der von deutſcher Seite geſtellten Beſchwerden geben können.
Dr. Streſemann hatte geſtern mit dem eſtniſchen
Mini=
ſterpräſidenten Akel, eine längere Beſprechung über
die deutſch=eſtniſchen Beziehungen.
Der Dritte Strafſenat des Reichsgerichtes
ver=
warf nach längerer Beratung entſprechend dem Antrage der
Staats=
anwaltſchaft die Reviſion im Gießener
Fememord=
prozeß.
Die Interalliierte Rheinlandkommiſſion hat den
Weltkriegs=
film für das beſetzte Gebiet verboten.
Im reichgeſchmückten Plenarſaal des Reichswirtſchaftsrates fand
an=
läßlich des 60. Geburtstages Walter Rathenaus eine
Gedächt=
nisfeier ſtatt.
Gegen die lebensgefährlichen franzöſiſchen
Schieß=
übungen bei Trier hat der Regierungspräſident von Trier
Be=
ſchwerde eingelegt.
Die Familie des Generals Zagorſki hat an den
Miniſterpräſidenten Marſchall Piſuldſki ein Schreiben
gerichtet, worin ſie bittet, einen Befehl zu geben, damit das „
ge=
heimnisvolle und Unheil verkündende Rätſel, das über dem
Verſchwin=
den des Generals Zagorſki ſchwobt”, gelöſt werde.
Die griechiſche Regierung hat wegen der Verhaftung von drei
Komi=
tatſchis eine ſcharfe Note nach Sofia gerichtet. Gleichzeitig iſt die
grie=
chiſche Grenze gegen Bulgarien geſperrt worden.
Wegen des letzten Komitatſchiszwiſchenfalles hat der
jugofla=
wiſche Geſandte in Sofia der bulgariſchen Regierung eine
Note überreicht.
Nicolaus Polites, der zum griechiſchen Geſandten
in Paris ernannt wurde, iſt dort eingetroffen.
Die italieniſche Botſchaft in Paris dementiert
die Meldung einer italieniſchen Zeitung, wonach zwiſchen Italien
und Albanien ein Geheimvertrag abgeſchloſſen worden ſei.
„Ex hange Expreß” will wiſſen, daß im geſtrigen
franzö=
ſiſchen Miniſterrat beſchloſſen wurde, den
Vereinig=
ten Staaten keine Zollerleichterungen zu
bewilli=
gen, wenn nicht Amerika formell ſpätere Zugeſtändniſſe zugeſtehe.
Nach einer Meldung aus Rom ſoll der apoſtoliſche
Nun=
tius in Paris, Monſignore Maglione, demnächſt zum
Kardinal ernannt werden.
Nach einer Havasmeldung aus Buenos Aires, hat die
argen=
tiniſche Abgeordnetenkammer einen Geſetzentwurf,
betref=
fend die Schaffung einer Botſchaft in Paris, genehmigt.
Die Wahl des neuen armeniſch=gregorianiſchen
Patriarchen Mesroh Norohan iſt von der türkiſchen
Regie=
rung beſtätigt worden. Die Einſetzung des Patriarchon erfolgte
in feierlicher Weiſe in Konſtantinopel.
Der argentiniſche Außenminiſter, der ſich
vorüber=
gehend in Barcelona aufhält, erklärte, daß Argentinien
voraus=
ſichtlich nächſtes Jahr wieder in den Völkerbund
zu=
rückkehren werde.
Die auſtraliſche Regierung, die zur Zeit die
Zivilflug=
fahrt mit 115000 Pfund pro Jahr unterſtützt, hat beſchloſſen, dieſen
Betrag um 200 000 Pfund zu erhöhen.
Die Konferenz zur Beilegung der Grenzdifferenzen
zwiſchen Bolivien und Paraguay hat in Buenes Aires
mit dem Austauſch der Beglaubigungsſchreiben begonnen."
Vor einem politiſchen Verkehrsſtreik in Berlin?
* Berlin, 30. September. (Prip.=Tel.)
Die Lage im Berliner Verkehrsſtreik iſt nach wie vor kritiſch.
Der Schlichter, der Sozialdemokrat Wiſſel, hat einen neuen
Vor=
ſchlag gemacht, der den Wünſchen der Straßenbahnangeſtellten
ſehr weit entgegenkommt. Er iſt von den Funktionären der
Straßenbahner abgelehnt worden. Damit wäre an ſich die
Ent=
ſcheidung bis zum Montag, alſo über den Geburtstag des
Reichspräſidenten hinaus, vertagt, da am Montag erſt die
Er=
klärungsfriſt abläuft und jede Streikbewegung vorher einen
wil=
den Streik bedeuten würde. Die Kommuniſten arbeiten aber nach
wie vor darauf hin, die Entwicklung zu beſchleunigen, weil es
ihnen auf das politiſche Ziel ankommt. Wie das Ergebnis der
neuen Urabſtimmung bei den Straßenbahnern ſein wird, läßt ſich
nicht vorausſehen.
holt ſind, oder aber der amerikaniſche Statiſtiker hat die
mittel=
ſtaiken und Kleinkrafträder in Deutſchland nicht mitgerechnet
Intereſſant iſt die manchen gewiß überraſchende Tatſache, daß
Auſtralien einen ſo außerordentlich großen Beſtand an
Kraft=
fahrzeugen hat. Man bedenke: in Deutſchland entfällt auf jeden
211. Einwohner ein Kraftfahrzeug, in Auſtralien auf jeden 20.!
Ueberhaupt mögen hier ein paar Ziffern genannt ſein, die einen
Vergleich über die Automobiliſierung der Welt geſtatten:
auf je ein Kraftfahrzeug
entfallen Einwohner:
Deutſchland .
211
Oeſterreich
377
Großbritannien . .
Frankreich . .
5.
Dänemark
56
Belgien
82
Holland
Lettland ..
1605
Jugoſlawien . .
1818
Polen .
1823
Litauen . .
„. 3690
Eindrucksvoll iſt der gewaltige Unterſchied zwiſchen Weſt=
und Mitteleuropa einerſeits und Oſteuropa andererſeits. Die
Linie Königsberg—Kattowitz—Wien—Athen iſt zugleich
Scheide=
linie eines ſchon wirklich beſtehenden und eines noch in den
An=
fängen ſteckenden Kraftfahrverkehrs. Welchen erſtaunlich großen
Siegeszug aber das Kraftfahrzeug ſchon in anderen Ländern
angetreten hat, davon zeugen die folgenden Verbreitungsziffern:
auf je ein Kraftfahrzeug
entfallen Einwohner:
Vereinigte Staaten. 5,7
Kanada
. 13
Neuſeelaud . . .... 1:
Auſtralien . . . .. .. 20
Und das kraftfahrzeugärmſte Gebiet der Welt (allerdings im
Ver=
hältnis zur Einwohnerzahl) iſt Britiſch=Oſtindien, wo erſt auf
4600 Einwohner ein Kraftfahrzeug kommt.
In manchen europäiſchen Ländern iſt die Einführung des
Automobils erſt im Werden. In Finnland zum Beiſpiel zählte
man im Jahre 1923 (Fahrzeuge der Heeresverwaltung
ausge=
nommen) nur 3000 Kraftwagen. Bis zum 1. Juni 1927 hat ſich
der Kraftwagenbeſtand Finnlands bereits auf über 18000 erhöht,
alſo in vier Jahren eine ſechsfache Vergrößerung erreicht. Das
autoärmſte Land Europas dürfte, von Andorra und Liechtenſtein
abgeſehen, Eſtland ſein. Hier gibt es nach der letzten Zählung
nur 709 Perſonenautos, 129 Autobuſſe, 318 Motorräder und
2 Auto=Krankenwagen.
Die Umſätze deutſcher Automobilfabriken erreichen gerade in
letzter Zeit und nach der erfolgreichen Umſtellung mehrerer Werke
Das Rätſel von Barcelons
Die Zuſammenkunſt Chamberlains 414
Primo de Rivera.
Die Zuſammenkunft, die zwiſchen dem engliſchen
Außen=
miniſter und Primo de Rivera am Freitag in Barcelona
ſtatt=
fand — urſprünglich war bereits der Donnerstag für dieſe
Un=
terredung vorgeſehen — hat in den politiſchen Kreiſen nicht nur
in Frankreich, ſondern auch in London erhebliches Aufſehen
er=
regt. Selbſt in Londoner Kreiſen war man über die Abſichten
Chamberlains völlig ununterrichtet, und das Rätſelraten über
das, was in Barcelona zwiſchen den beiden Miniſtern unter vier
Augen verhandelt worden iſt, iſt um ſo mehr größtenteils auf
Kombinationen aufgebaut, als die ſpaniſche Zenſur die
Erwäh=
nung der Zuſammenkunft ihrer Preſſe verboten hat und daher
auch nicht die kleinſten Informationen zu erhalten ſind. Die
Zenſur verhindert auch weiterhin jegliche Preſſemeldung über
die Miniſterbegegnung, die in diplomatiſchen Kreiſen der
ſpani=
ſchen Hauptſtadt jedoch Gegenſtand mannigfacher Kommentare
iſt. Darüber ſind ſich die Meinungen auch in Paris und
Lon=
don einig, daß ſich die Beſprechung Chamberlains mit Primo
de Rivera vor allen Dingen auf die immer noch ungelöſten
Tangerprobleme bezogen haben dürfte. In Paris iſt man
deshalb einigermaßen nervös, weil man mit der Möglichkeit
rechnet, daß das Foreign Office ſeinen bisherigen Standpunkt
in dieſer Frage zugunſten Spaniens ändern könnte. Bisher lagen
die Abmachungen nämlich ſo, daß zunächſt zwiſchen Frankreich
und Spanien eine Einigung über Tanger erzielt werden ſollte;
erſt dann ſollte England mit ſeinen eigenen Wünſchen
hervor=
treten. Seit Juli waren die Pariſer Tangerverhandlungen
zwi=
ſchen Frankreich und Spanien völlig auf dem toten Punkt
an=
gelangt, doch rechnet man jetzt mit ihrer Wiederaufnahme. In
Paris ſcheint man insbeſondere zu befürchten, daß nunmehr
neben England auch Italien ſich in die kommende Debatte
ein=
miſchen könnte.
Die Vermutung, daß England und Italien geneigt ſein
könn=
ten, auf die ſpaniſchen Wünſche jetzt endgegenkommend
einzu=
gehen, Wünſche, die von Frankreich bisher entſchieden
abge=
lehnt wurden, weil ſie prokriſch auf eine Annektion der
Tanger=
zone durch Spanien hinauslaufen müßten, erſcheint durchaus
nicht abwegig. Sie gründet ſich auf das namentlich in Pariſer
intereſſierten Kreiſen umlaufende Gerücht von einem
bevorſtehen=
den Abſchluß eines Mittelmeerabkommens
zwi=
ſchen England, Italien, Spanien und
Griechen=
land, das ſich natürlich in erſter Linie gegen Frankreich richten
würde. Daß ſolch ein Mittelmeerabkommen ſchon ſeit langem
ſozuſagen in der Luft liegt, dürfte unbeſtreitbar ſein. Ob
an=
dererſeits aber die Dinge ſchon auch nur einigermaßen reif zum
Abſchluß ſein könnten, muß wohl ſtark bezweifelt werden.
Im=
merhin iſt es nicht unwahrſcheinlich, daß die Begegnung in
Barcelona im gewiſſem Sinne eine organiſche Fortſetzung
bildet der früheren Beſprechungen
Chamber=
lains mit Muſſolini, und deshalb iſt auch die weitere
Möglichkeit, daß London jetzt in der Tangerfrage Madrid weiter
entgegenzukommen bereit iſt, für den Fall naheliegend, daß man
eben Spanien in ein von England propagiertes
Mittelmeerab=
kommen einzubeziehen wünſcht.
Ohne weiteres iſt anzunehmen, daß die geheime Ausſprache
in Barcelona nicht ſo harmloſer Natur iſt und jedenfalls nicht
als ein Akt reiner Höflichſteit, betrachtet werden kann, wie ſie
wohl nach außen hin dangeſtellt wird. Chamberlain hat ja noch
bis in die letzten Tage hinein verbreiten laſſen, daß er diesmal
keinerlei politiſche Beſprechungen auf ſeiner Mittelmeerreiſe
haben werde. Daß er jetzt nur mit Primo de Rivera
zuſammen=
trifft, um ihm zu ſagen, daß der engliſche Standpunkt bezüglich
Tangers unverändert ſei, wird wohl auch der politiſch Naivſte
nicht zu glauben vermögen. Freilich könnte auch der neue
ſpaniſche Zolltarif, der die engliſche Stahlinduſtrie
nach=
teilig beeinflußt hat, zur Sprache kommen, doch pflegten
der=
artige Verhandlungen bisher ſtets auf dem üblichen
diplomati=
ſchen Wege zu erfolgen. Im übrigen erweckt die Möglichleit,
daß Chamberlain Spanien in der Tangerfrage entſcheidende
Kon=
zeſſionen machen könnte, auch in London keine ungeteilte Freude.
„Daily Expreß” warnt bereits davor, daß Chamberlgin ſich
Spanien gegenüber verpflichte, den internationalen Charakter
Tangers zugunſten Spaniens aufzugeben. Es ſei für England
eine wicht zu unterſchätzende Gefahr, wenn Gibraltar gegenüber
ein ſpaniſches Tanger entſtünde.
ſtattliche Summen. Die Daimler=Benz A.=G. erreichte im Juni/
Juli/Auguſt Durchſchnittsumſätze von 15 Millionen Mark. Ganz
gewaltig iſt auch der Verbrauch an Reifen. Vom 1. Juli 1926
bis 1. Juli 1927 verbrauchte die deutſche Kraftfahrzeuginduſtrie
faſt 1½ Millionen Stück im Geſamtpreis von über 200 Millionen
Mark. Die Continental war als größte deutſche Reifenfabrik
der 33 deutſchen Betriebe an dem Geſamtwert der
Bereifungs=
erzeugung meiſtbeteiligt. Die Agrippina, die größte
Kraftfahr=
zeugverſicherung des Kontinents, hatte im letzten Jahre 16
Mil=
lionen Mark Prämieneinnahme.
Rekordziffern aber wurden beim Brennſtoffverbrauch erzielt.
In den U. S. A. wurden im Jahre 1926 verbraucht 4656
Mil=
liarden Liter Brennſtoff. In Deutſchland (wir ſind ja
weſent=
lich beſcheidener!) erreichte der Umſatz an Kraftſtoffverbrauch für
Verbrennungsmotoren ca. 300 Millionen Mark, der
Geſamt=
verbrauch an Kraſtſtoffen und Oelen auch für induſtrielle
Unter=
nehmen ca. 560 Millionen Mark.
Deutſchlands Kraftfahrzeug=Außenhandel ergab 1913 einen
Ueberſchuß von 72,4 Millionen Mark (Einfuhr 14,5 Millionen,
Ausfuhr 72,4 Millionen). Im Jahre 1925 wurden für 69,2
Mil=
lionen Auslandswagen nach Deutſchland hereingebracht und nur
für 24,6 Millionen deutſche Wagen exportiert. Mithin ein Minus
von 44,6 Millionen. 1926 betrug die Einfuhrziffer 51,3 Millionen,
die Ausfuhrziffer 19,7 Millionen, mithin ein Minus von 31,6
Millionen. Die deutſche Kraftwagenausfuhr belebt ſich dank der
vollendeten Umſtellung deutſcher Fabriken, in letzter Zeit
zu=
ſehens. Länder wie Britiſch=Südafrika, Spanien, Oeſterreich,
Rußland, Holland treten wieder als Abnehmer deutſcher Wagen
in Erſcheinung. Auch der deutſche Motorradexport beginnt ſich
zu beleben. Der tſchechoſlowakiſche Markt z. B. weiſt 28,4
Pro=
zent deutſcher Motorräder auf, wobei intereſſant iſt, feſtzuſtellen,
daß hiervon 18,4 Prozent (oder 12 Prozent der Geſamteinfuhr)
deutſche D.K.W.=Maſchinen ſind, dies eben, weil D.K.W. nicht
nur qualitativ, ſondern auch im Verkaufspreiſe trotz aller
Zoll=
aufſchläge jeder Auslandskonkurrenz ein Paroli bieten kann.
Die deutſche Reichspoſt beſitzt 7000 Kraftfahrzeuge aller Art,
dabon 1470 Omnibuſſe. Auf 233 Strecken unterhält die
Reichs=
poſt planmäßigen Autobusbetrieb. Die Reichspoſtautobuſſe
ab=
ſolvieren jährlich über 250 000 Kilometer, alſo mehr als
ſechs=
maligen Erdumfang.
Und die Kraftfahrzeugſteuer? Soviel Länder — ſoviel
Sit=
ten! Hubvolumenſteuer gibts in Deutſchland, Belgien, England,
Frat kreich, Italien, Japan Oeſterreich und in der
Tſchechoſlowa=
kei. Frankreich hat eine gemiſchte Steuer; ebenſo wie in der
Schweiz wird auch in Frankreich Betriebsſtoff mit Steuerauf.
ſchlag verkauft. Nur in der Stadt Prag erfolgt Beſteuerung nach
der Bremsleiſtung der Motoren. Gewichtsſteuer gibts in
Däne=
mark, Holland, Luxemburg, Polen und Schweden. Und künftig
in Deutſchland? Die „Erwägungen” und Beratungen beginnen
gerade jetzt ..
Nummer 222
Seite 3
Samstag Len 1 Oktober 1927
Polens,„moraliſcheAbrüſtung.”
Das Verbrechen eines Volkes im 20. Jahrhundert.
lichem und finanziellem Gebiete. Vergebens ſucht man, Zeit zu
gewinnen, denn es gibt immer wieder Ereigniſſe wie zum
Bei=
ſpiel die anarchiftiſchen Anſchläge an der franzöſiſchen Riviera,
welche die antiruſſiſchen Gefühle der franzöſiſchen Maſſen wach
halten.
* Berlin, 30. September. (Priv.=Tel.)
Jedesmal, wenn deutſche Staatsmänner oder Zeitungen die
Denkmals=Hetzreden franzöſiſcher oder belgiſcher Politiker,
Gene=
räle und Bürgermeiſter zurückweiſen und gegen die Lügen von
der Alleinſchuld Deutſchlands am Kriege ſowie an den Kriegs=
und Kolonialgreueln proteſtieren, wird das
von der nationaliſtiſchen Preſſe Frankreichs
und ſeiner Vaſallenſtaaten als Zeichen der
noch nicht vorhandenen „moraliſchen
Ab=
rüſtung” Deutſchlands gekennzeichnet. Wie
die „moraliſche Abrüſtung” jenſeits unſerer
Grenzen ausſieht, dafür möge folgendes
Gebet” zeugen, das der polniſche Pfarrer
Mieſzkis=Czerſki in einer „Woina” („Krieg”)
betitelten Broſchüre veröffentlicht. Das
Gebet” lautet in deutſcher Ueberſetzung
folgendermaßen:
„O Herr, verleihe unſeren Händen Kraft,
Vortrefflichkeit den Kanonen, Ausdauer den
Tanks, Unſichtbarkeit den Flugzeugen,
Flüſ=
ſigkeit und Allgegenwart den Gaſen.
Ver=
leihe ihnen Zeichen, die deiner heiligen
Liebe gleich ſind. Im Namen dieſer Liebe,
mit der du uns liebſt, möge der Feind
da=
hinſinken wie das Gras, das von der Senſe
deiner Gerechtigkeit berührt wird. Mögen
ihre Frauen und ihr Land unfruchtbar
wer=
den, mögen ihre Kinder betteln gehen und
ihre Töchter der =Schändung anheimfallen!
Mögen ihre Kugeln und Geſchoſſe ins Gras
fallen wie Lämmchen, und mögen die
unſri=
gen aus ihnen wie die Tiger das Herz und
Blut herausreißen und mögen ſie endlich
zeiht ihm nicht. So verzeihe auch du nicht
den Gottloſen, ſondern beſtrafe ſie, auf daß
ſie aufhören uns zu ſchaden, und hindere uns gnädigſt nicht
daran, wenn wir ſie unſchädlich machen, für jetzt, für immer und
in alle Ewigkeit. Amen!“ — Dies Dokument ſpricht für ſich.
Franzöſiſche Schuldenprobleme.
Die Beziehungen zu Rußland. — Drohender
Zollkrieg mit Amerika.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 30. September.
Die Frage der Beziehungen zu Rußland beſchäftigt noch
im=
mer ſehr lebhaft die öffentliche Meinung in Frankreich. Die
Re=
gierung ſchweigt ſich über dieſe Affäre aus und was an
offi=
ziellen Communiqués doch veröffentlicht wurde, trug nur dazu
bei, die Konfuſion, welche vom erſten Augenblick an groß war,
noch mehr zu vergrößern.
Aus guter Quelle verlautet, daß die Regierung entſchloſſen
ſei, ihre Einigkeit in der ruſſiſchen Frage jedenfalls zu wahren.
Das iſt umſo bedeutſamer, da fortwährend darüber Gerüchte
zirkulierten, daß das Kabinett über die ruſſiſche Frage in die
Brüche gehen kann.
Man wünſcht in Paris aufrichtig ein gutes Verhältnis mit
Rußland. Die zeitweiſe Ausſchaltung Rußlands aus dem
euro=
päiſchen Konzert wurde ſeinerzeit von Frankreich lebhaft
be=
dauert, die Freundſchaft mit den Polen war ſtets nur ein
ſchwacher Troſt für dieſen Schmerz. Aber die Ueberzeugung iſt
faſt allgemein, daß es mit den Sowjets unmöglich iſt, normale
Beziehungen aufrecht zu erhalten. Man glaubt eben den Ruſſen
nicht, nur wenn ſie ſich entſchließen könnten zu zahlen. Wie es
ſcheint, müſſen ſie ſogar ſehr viel zahlen. Moskau fühlt jetzt die
Konſequenz jener Propaganda, mit der man das eigene Volk
überzeugte, daß England und Amerika ſich zu einem Kreuzzug
gegen Rußland rüſten. Der Bruch mit Frankreich würde eine
Panik hervorrufen. Er muß unter allen Umſtänden vermieden
werden, und da man auch keine Preſtigeeinbuße akzeptieren darf,
bleibt nichts anderes übrig als die Nachgiebigkeit auf wirtſchaft=
Bedeutend weniger Glück ſcheint die franzöſiſche Politik in
der anderen Schuldenfrage, in der Frage der amerikaniſchen
Schulden zu haben. Denn dieſe Frage lebt in Verknüpfung mit
den Zollproblemen wieder auf.
Der deutſch=franzöſiſche Wirtſchaftsvertrag hat Belgien und
Amerika auf den Plan gerufen. Und Amerika geht mit ſeiner
Das neueſte Panzerflugzeug der franzöſiſchen Armee
in Wirtſchaftsfragen gewohnten Rückſichtsloſigkeit gegen
Frank=
reich vor. Man will die Meiſtbegünſtigung, ohne Gegenwerte zu
bieten. Und um dies zu erhalten, wird ſehr deutlich mit dem
Zollkrieg gedroht.
Die Amerikaner berufen ſich darauf, daß ihre Verfaſſung die
Gewährung der von den Franzoſen verlangten Zugeſtändniſſe
nicht zuläßt. In Paris möchte man den Zollkrieg unter allen
Umſtänden vermeiden. Es ſcheint daher, daß die Verhandlungen
mit Amerika ſehr langwierig ſein werden.
Der franzöſiſche Miniſierrat beſchließt den
Boyfott Rakowſtis und die Ablehnung der
amerikaniſchen Zollforderungen.
EP. Paris, 30. September.
Der heutige Miniſterrat in Rambouillet dauerte von
10 bis 1 Uhr. In dem ausgegebenen Communigué wird unter
anderem mitgeteilt, daß der Juſtizminiſter Barthou während der
Urlaubsabweſenheit des Innenminiſters Sarraut mit der
Füh=
rung der Geſchäfte des Innenminiſteriums beauftragt worden
iſt. Der Gouverneur von Marokko, Steeg, iſt für weitere ſechs
Monate in ſeinem Amt beſtätigt worden. Briand berichtete über
die Völkerbundstagung. Das Communiqué ſagt wenig mehr.
Wir erfahren aber, daß auch die Rakowſki=Affäre wieder
behandelt worden iſt und daß beſchloſſen wurde, keine
Verhandlungen irgendwelcher Art durch die
Vermittlung Rakowſkis mehr zu führen,
beſon=
ders nicht über die Schuldenfrage. Rakowſki
wird ſomit gewiſſermaßen boykottiert. Die
Ver=
handlungen ſollen ſolange hinausgeſchoben werden, bis Rakowſki
freiwillig zurücktreten wird. Eventuell ſollen ſie in Moskau
wei=
tergeführt werden. — Bokanowſki berichtete über die
Wirt=
ſchaftsverhandlungen mit Amerika. Es wird endgültig be.
ſchloſſen, die zwiſchen beiden Ländern ausgetauſchten
Korreſpon=
denzen nicht zu veröffentlichen. Die franzöſiſche
Regie=
rung wird morgen auf die letzte amerikaniſche Note antworten.
Sie wird darin die von Amerika geforderte
Meiſt=
begünſtigungsklauſel ablehnen, ſolange nicht
Amerika ſeinerſeits Kompenſationen in
ähn=
licher Art gemacht haben wird.
erblinden. Unſere Seele iſt dieſelbe wie vor kann mit einer fliegenden Feſtung verglichen werden. Es iſt gegen
Maſchinengewehr=
tauſend Jahren, ſie haßt den Feind und ver= ſchüſſe und Schrapnellkugeln durch Panzerung geſchützt. Nur Fliegerabwehrkanonen
vermögen die „Feſtung” herunterzuholen.
Das Programm
der elſäſſiſchen Autonomiſten.
Schaffung eines freien Elſaß=Lothringens im Rahmen
der Vereinigten Staaten von Europa.
EP. Paris, 30. September.
Wie aus Straßburg gemeldet wird, hat die kürzlich
neuge=
gründete Autonomiſtiſche Partei Elſaß=Lothringens ihr
Pro=
gramm veröffentlicht. Darin ſpricht ſie ſich für einen
Föderalis=
mus mit legislativen und exekutiven Vollmachten aus, lehnt aber
den Separatismus ab und erklärt die Autonomie Elſaß=
Lothrin=
gns im Rahmen Frankreichs als möglich, falls dieſes guten
Wil=
len und politiſche Klugheit zeige.. Der Endzweck der Partei ſei
die Schaffung eines freien Elſaß=Lothringens
im Rahmen der Vereinigten Staaten von
Eu=
ropa, das als Mittler zwiſchen Frankreich und
Deutſchland zu dienen habe. Weitere Forderungen ſind u. a.:
Beibehaltung des Partikularismus und der deutſchen Sprache,
die den erſten Platz im Unterricht einnehmen müſſe, während die
franzöſiſche Sprache als Fremdſprache zu betrachten ſei,
Organi=
ſation der Verwaltung nach den materiellen und geiſtigen
Be=
dürfniſſen des Landes und nach demokratiſchen Grundſätzen,
Be=
ſetzung der leitenden Stellen durch Eingeborene, Reviſion des
Gerichtsweſens, Entſchädigung der entlaſſenen Beamten,
Rück=
gabe der Bahnen und Bergwerke an das elſaß=lothringiſche Volk,
Gründung einer Staatsbank, Einrichtung einer eigenen
Poſtver=
waltung, allgemeine Abrüſtung, Reform des Steuerſyſtems,
Schaffung eines beſonderen elſaß=lothringiſchen Zollgebietes,
Einführung des Frauenſtimmrechtes.
Die „Zukunft” das Organ der elſäſſiſchen
Autonomiſten=
partei, gibt noch folgende Einzelheiten des Programms bekannt:
Es enthält im ganzen 17 Punkte: 1. Die elſäſſiſche Raſſe und
Art muß aufrechterhalten und unterſtützt werden. 2. Die deutſche
Sprache muß die Grundlage des Unterrichts werden und den
erſten Platz in der Schule, im öffentlichen Leben, in der
Ver=
waltung und in der Kirche einnehmen. 3. Die Verwaltung des
Landes muß den Bedürfniſſen des Landes entſprechen, und aus
dem Lande Gebürtige müſſen an ihrer Spitze ſtehen. 4. Die
Rechtſprechung muß verbeſſert werden. Die Wiedereinführung
der Schöffengerichte wird gefordert. Die Schwurgerichte müſſen
ihre Verhandlungen in deutſcher Sprache führen. Alle
Schwur=
gerichts= und ſonſtigen Urteile, bei denen der franzöſiſche
Na=
tionalismus die Wagſchale zu Ungunſten der Angeklagten hat
beeinfluſſen können, müſſen revidiert werden. Den Opfern der
Ausſchüſſe zur Prüfung der Naturaliſierungsanträge müſſen
Ent=
ſchädigungen gezahlt werden. Die Strafanſtalten müſſen
refor=
miert werden. Die Todesſtrafe muß abgeſchafft werden. Die
Verbüßung der Strafe muß innerhalb des Landes erfolgen.
5. Die elſaß=lothringiſchen Eiſenbahnen müſſen Eigentum des
elſaß=lothringiſchen Volkes werden. 6. Elſaß=Lothringen muß
ſeine Staatsbank ſowie ſeine Poſtverwaltung haben. 7. Die
Bodenreichtümer müſſen Eigentum des Volkes werden. 8.
Ver=
einigung der elſäſſiſchen Soldaten in eigenen Formationen, die
im Elſaß ſtehen, in Cadres mit deutſcher Sprache. 9. Die
Sozial=
verſicherung muß aufrecht erhalten und verbeſſert werden. 10.
Städtiſche Einrichtungen müſſen aufrechterhalten und die ſtädtiſche
Freiheit verſtärkt werden. 11. Eine Arbeiterkammer muß
ge=
gründet werden, um die Zahl der Konflikte zwiſchen Arbeitgeber
und Arbeitnehmer zu vermindern.. 12. Eine vollkommene
Re=
form der Steuern muß erfolgen, die den Bedürfniſſen des Landes
und ſeinen Entwicklungsmöglichkeiten entſpricht. 13. Eine
be=
ſondere Zollzone für das Elſaß muß eingeführt werden, damit
dieſes ſich gemäß ſeiner natürlichen Intereſſen ausdehnen kann.
14. Schaffung beſonderer Schulen für die Landwirtſchaft, das
Handwerk, die Handelsangeſtellten und die Techniker. 15. Das
Stimmrecht für die Frauen. 16. Aufrechterhaltung des Status
quo bei Schule und Kirche, was die religiöſen Fragen betrifft.
17. Entſchädigung der Opfer des Krieges, der Revaloriſierung
des Vertrages von 1919 und der Inhaber deutſcher
Kriegs=
anleihen.
Im „Journal” ergeht ſich der aus dem Haegi=Prozeß in
Kolmar bekannte Redakteur Helſey in den ſchändlichſten
Aus=
drücken gegen die neue Bewegung der Autonomiſten in Elſaß.
Die ganze Autonomiſtenkanaille, ſo drückt ſich Helſey aus, die
einen Augenblick unterdrückt geweſen ſei, erhebe wieder ihr Haupt.
Wenn Baron Klaus Zorn von Bulach ſeine Abſicht wahr mache,
und die am 1. Oktober in Straßburg eintreffenden amerikaniſchen
Legionäre auspfeife, dann könne man mit einem ſchweren
Zu=
ſammenſtoß rechnen.
*Lehär=Tauber=premiere in Frankfurt a. M.
und Sonſtiges.
„Er” iſt endlich da, der Traum der ſchlafloſen Nächte
ſämt=
licher auch nur irgendwie beachtlichen Backfiſche, der Liebling
ſämtlicher grammophonbeſitzenden und auch ſonſt
muſikverſtän=
digen Einwohner Frankfurts, aller, die da alle Strophen des
Lie=
des von jenem, der die Frauen angeblich ziemlich gern geküßt
hat, und die Strophen des neckiſchen, herzdurchwühlenden Liedes
„an die Pfalz” mit dem himmelſtürmenden Schluß auswendig
kennen, Richard Tauber, der Kammerſänger utriusque,
nämlich der Operette und der Oper. Er hat zuſammen mit
Franz Lehär einer neuen Operette, dem „Zarewitſch”
auf der Bühne des Frankfurter Neuen Operettentheaters zum
Leben verholfen. Selten iſt eine Geburt leichter vonſtatten
ge=
gangen. Der Andrang von Automobilen und Menſchen war
kaum zu bewältigen, der Empfang des Helden war hyperfrenetiſch
und ſtellte mit Leichtigkeit den Jubel, der einſtens Caruſo
um=
brandete, dem man doch ſchließlich als Sänger auch eine gewiſſe
Begabung nicht abſprechen konnte, zwanglos in den Schatten.
Dieſe Operettenpremiere iſt „das” Ereignis der beginnenden
Saiſon und wird nicht überboten werden, ſelbſt wenn Schaljapin,
der größte der Sänger unſerer Tage, hierher käme. Aber der
kommt nicht, „er weiß wohl, warum”. Mit einer dem Deutſchen
faſt fremden Haſt hatte man ſich um Plätze bemüht; die Premiere
und die weiteren Vorſtellungen ſind bzw. waren ſo gut wie
aus=
verkauft.
Ueber die Handlung, die für eine Operette zu ernſt iſt, ſind
nicht viel Worte zu verlieren. Sie enthält den mißglückten
Ver=
ſuch, dem ruſſiſchen Thronfolger vor der Eingehung der Ehe die
Grundbegriffe dieſes ſegensreichen Inſtituts durch ein geeignet
erſcheinendes Objekt ſchonend beizubringen. Die Muſik Lehars
iſt flüſſig, wie immer, am beſten in den eigentlichen
Operetten=
partien, nicht ungeſchickt, aber nicht überzeugend in den
opern=
haften Teilen der Handlung. Der Komponiſt, der am Pult ſaß,
dirigierte mit Umſicht und unter eindrucksvoller Betonung des
Rhythmiſchen. In den Nebenpartien leiſteten Inge van Heer
und Nobert Fels Erträgliches, während die ausgezeichnete Liſa
Rado zu feſſeln verſtand.
Und nun „Er”. Tauber iſt außerordentlich muſikaliſch, er
erfaßt inſtinktiv das muſikaliſch Weſentliche und bringt die ganze
Partie auch darſtelleriſch in Formen, die über das Alltägliche
hinausgehen. Aber er iſt künſtleriſch alles in allem nicht das,
„was er ſich wähnt‟. Die Stimme iſt techniſch gebildet und gibt
ſich auch bis zum g oder as aus, aber dann ſetzen die
vielbewun=
derten, aber doch nur ein Hilfsmittel darſtellenden hohen Töne
ein, die als Kopf= oder als Falſettöne gebracht werden. Die
Bruſttöne fehlen oberhalb des g, und die dürften einem echten
Tenor nicht fehlen. Tauber iſt auch ſeiner ganzen Art nach der
letzte, der die hohen Töne nicht mit Bruſtſtimme brächte, wenn
er darüber verfügte. Wie er die hohen Töne bringt, mag
aner=
kennenswert ſein, man ſoll aber nicht vergeſſen, daß ſie „mangels
Maſſe” ſo, wie er ſie bringt, gebracht werden müſſen. Deshalb
iſt es nicht recht, ihn über ſeine vielen Kollegen wie F. Krauß,
Gläſer, Hutt, Jörn, Wolf u. a. zu ſtellen, die keinen unedleren
Klangcharakter des Organs haben und die mühelos die hohen
Töne mit Bruſtſtimme nehmen. Dazu kommt als wenig
erfreu=
liches Moment die mit der Zeit maniriert und deshalb
unkünſt=
leriſch gewordene Art des Singens und der Darſtellung, die
pſychologiſch wohl darauf zurückzuführen iſt, daß der Erfolg, den
der Sänger bei dem Grammophonpublikum gefunden hat, ihm
das Gefühl für das künſtleriſch Echte und Wertvolle hat
ver=
lieren laſſen. Dcmit hängt augenſcheinlich, von anderen
Grün=
den abgeſehen, auch die Tatſache zuſammen, daß er auf den
Platten Lieder zum Vortrag bringt, die mit Kunſt, ſelbſt wenn
man dieſen Begriff nicht ängſtlich eng nimmt, recht wenig zu tun
haben. Er ſollte doch einſehen, daß ihm das viel mehr ſchadet,
als er denkt. — Schade um ſeine an ſich beachtliche und den
Durchſchnitt erheblich überragende künſtleriſche Begabung.
„Hoffmanns Erzählungen”, über deren Neueinſtudierung
kürzlich berichtet wurde, iſt nun auch in einer weiteren Beſetzung
gegeben worden. Gläſer, der Wiederhergeſtellte und jubelnd
Begrüßte, ſang die Titelrolle mit ſtimmlicher Meiſterſchaft.
Dieſer Künſtler, der in erſter Linie und ſeiner ganzen
Veran=
lagung nach Verdi=Sänger iſt, gibt auch den Hoffmann in
ähn=
licher Art. Das iſt der Darſtellung und Auffaſſung nach
viel=
leicht nicht ganz richtig, aber ſein ganz auf Rhythmus
eingeſtell=
tes Singen faſziniert derart, daß man ihm verzeiht. Prachtvoll
und auch ſtilecht klang der Liebeshymnus im Guilietta=Akt —
„Die Liebe fürs Leben iſt nur ein Wahn” —; das war von einer
unerhörten künſtleriſchen Vitalität.
J. Stern in den vier Baritonrollen konnte ſtimmlich
zu=
friedenſtellen. Künſtleriſch insbeſondere darſtelleriſch, fehlte das
Ueberzeugende —, es wurde Theater geſpielt. V. Urſulege war
am Platze als Guilietta, während die Antonia der Eliſabeth
Friedrich in jeder Beziehung ausgezeichnet war. Der Creſpel
Emil Staudenmayers fiel durch intelligente Wiedergabe auf
Dr. W. Kn.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
— Anläßlich von Emil Zolas 25. Todestag
läßt der Kurt Wolff Verlag mit ſeiner Schweſterfirma
Hyperionverlag im gemeinſamen Verlage eine beſonders
ſchön ausgeſtattete Taſchenausgabe der „Nougon=
Mac=
quart, Geſchichte einer Familie unter dem zweiten Kaiſerreich”
erſcheinen, die Anfang Oktober in zwanzig Bänden vollſtändig
vorliegen wird.
* Muſſolini ſchickt einem deutſchen Forſcher ein Torpedoboot
zur Heimfahrt. Exz. von Wilamowitz=Möllendorf weilte noch vor
mehreren Tagen in Tripolis und hatte große Sorge, nicht
recht=
zeitig nach Göttingen zu gelangen, um dort auf dem
Philologen=
kongreß ſeinen Vortrag zu halten. Hierzu wird vom „
Hannover=
ſchen Anzeiger” berichtet: Als Wilamowitz mit Bedauern im
Freundeskreis ſeine Sorgen erwähnte, wandten ſich ſofort
hilfs=
bereite Verehrer des deutſchen Forſchers an Muſſolini, mit der
Bitte, zu helfen. Umgehend erhielt, ein italieniſches
Torpedo=
boot Befehl, die alte Erzellenz von Cyrenaika nach Genua zu
befördern, ſo daß Wilamowitz in die angenehme Lage verſetzt
wurde, rechtzeitig in Göttingen zu erſcheinen.
Das Grenzerbuch. Von Pfadfindern, Häuptlingen und Lederſtrumpfen.
Von Friedrich von Gagern. Mit 20 Tafeln nach
photo=
graphiſchen Aufnahmen und zahlreichen Kapitelleiſten von Karl
Wagner und mit einer Karte. Verlag von Paul Parey in
Berlin SW 11, Hedemannſtr. 10 und 11. In Ganzleinen gebunden,
Preis RM. 12.—.
Im Herzen wohl faſt jedes Deutſchen, er ſei jung oder ſchon älten
geworden, ruht eine ſtille Liebe zu jener prachtvollen, männlich=
tüch=
tigen und edlen Geſtalt des Lederſtrumpf, des Helden ſeiner
Jugend, an deſſen Taten er ſich begeiſterte und den er bewunderte. Jener
Laderſtrumpf iſt keine Erfindung James Fenimore Coopers geweſen,
ſondern er hat wirklich gelebt und hat es zu hohem Alter
ge=
bracht im ſteten Kampfe mit der Wildnis und ihren Gefahren. Daniel
Boone war ſein Name, er war auch in Wirklichkeit der prachtvolle
Menſch, wie ihn Cooper uns ſchildert. Aber er war nicht der einzige
ſeiner Art. In den langen Jahrzehnten des erbitterten Kampfes um
die Erſchließung des Weſtens, den die Weißen den „wilden” nannten,
tauchen noch viele großartige Männer auf, die Pfadfinder in das neue
Land, das die vordringende „Ziviliſation”, die ach ſo gar wenig
zivi=
liſiert war, zu erobern ſuchte. Ein Simon Kenton und Jean Martin, um
hier nur zwei von vielen zu nennen. Aber nicht minder große
Ge=
ſtalten auch auf der Seite der ihrer Väter Land erbittert verteidigenden
Indianer, die weit mehr waren als etwa blutige Horden, ſondern die
eine zum Teil große und alte Kultur beſaßen und die Männer wie
Teeumſeh, die vielleicht größte Geſtalt jener jener wilden Zeiten,
an ihrer Spitze ſahen. Viele Jahrzehnte dauerte dieſer Kampf um den
Weſten. Er ſah viel Blut, aber auch viel Großes, viel Niedertracht,
aber auch viel Heldenhaftes.
Er war die Ilias und Odyſſee der Neuen Welt. — Gagern hat uns
dieſe Zeiten meiſterhaft geſchildert. Sein „Grenzerbuch” iſt das
Helden=
epos dieſer Zeit. Es zu ſchreiben war Gagern beſonders berufen.
Langes Leben inmitten von Indianerſtämmen in heißem Sommer und
ſchneeſturmgepeitſchtem Winter, inniges Vertrautſein mit indianiſcher
Sprache und Sitte gründliches Studium der Geſchichte jener Zeiten,
deren amerikaniſche Quellen viele Dutzende ſtarker Folignten erreichen,
haben ihn zu einem Berufenen gemacht. Es wird für 2lt und Jung eüut
gleicher Eenuß ſein, ihm auf ſeinen Pfaden zu folgen=
A. G.
Deite 4
Nummer 272
Samstag, den 1. Oftober 1927
Kehraus im hefſiſchen Landtag.
Die letzte Sitzung vor den Neuwahlen. — Erncuter
Proteſt gegen die Fortsauer der Beſetzung.
Präſident Adelung eröffnet die Sitzung um 10 Uhr 45 Min.
Er nimmt den geſtern der Frau Abg. Roth wegen des Ausdrucks „
Ge=
meinheit” erteilten Ordnungsruf als irrhümlich zurück, weil ſich der
Ausdruck nach Feſtſtellung aus dem Stenogramm nicht auf den Miniſter
bezogen hat.
Eine Kleine Anfrage des Abg. Sturmfels bezieht ſich auf das
Ausleihen von Büchern der Landesbibliothek nach auswärts. Sie wird
von der Regierung in antgegenkommendem Sinne beantworket. — Abg.
Glaſerweiſt in einer Anfrage auf die zu hohen Taxationen für Wieſen
in der Rheinniederung hin; durch Hochwaſſer hätten dieſe Wieſen ſchwer
gelitten. — Staatsrat Balſer erklärt in ſeiner Antwort die
Bereit=
willigkeit der Regierung, bei Hochwaſſerſchäden finanziell zu helfen.
Als erſter Punkt ſtehen auf der Tagesordnung die bekannten Anträge
der bürgerlichen Parteien auf Lockerung der Zwangswirtſchaft Der
Ausſchuß hat ſich mit Stimmengleichheit auf den Standpunkt geſtellt,
daß nach der Geſchäftsordnung eine nochmalige Beratung dieſer
An=
träge während der gegenwärtigen Landtagsperiode nicht zuläſſig iſt. Es
entſpinnt ſich im Hauſe eine längere Geſchäftsordnungsdebatte über die
Zuläſſigkeitsfrage. Der ablehnende Ausſchußantrag wird ſchließlich
gegen die Stimmen der Rechten angenommen.
Es folgt die Beratung von Anträgen der Sozialdemokraten,
Kom=
muniſten und des Zentrums auf Gewährung von Wirtſchaftsbeihilfen
an Kleinrentner, Sozialventner, Erwerbsloſe, Schwerkriegsbeſchädigte
uſw. In der Abſtimmung wird der Zentrumsantrag angenommen, der
wie folgt lautet: „Der Landtag mögs folgende Entſchließung faſſen:
Der Landtag hält grundſätzlich die Gewährung einer Winterbeihilfe an
die in dem Antrag der ſozialdemokratiſchen Fraktion erwähnten
bedürf=
tigen Perſonen für erforderlich. Er erſucht deshalb die Regierung:
1. alsbald feſtzuſtellen, welche Mittel zur Lindewng der wirtſchaftlichen
Not im kommenden Winter erforderlich wären; 2 alsbald zu
ermit=
teln, was in anderen Ländern zu dieſem Zweck geſchieht; 3.
gegebemen=
falls möglichſt bald entſprechende Vorlage zu machen.
Das Haus beſchäftigt ſich nun mit einem Antrag des
kommuniſti=
ſchen Abgeordneten Angermeier gegen die Mieterhöhung. — Der
ablehnende Ausſchußantrag wird angenommen.
Es folgt eine Pquſe in der der Finanzausſchuß zuſammentritt. —
Die Anfrage der Abgg. Storck, Kaul und Gen. wegen der
Denkmal=
weihe der Heſſiſchen Artillerie, wonach eing monarchiſtiſche
Kund=
gebung ſtattgefunden haben ſoll, da der Großherzog zugegen war, ruft
eine längere Debatte hervor, in der im weſentlichen die Ausſüihrungen
des Abg. Storck richtiggeſtellt oder zurüchgewieſen werden.
Das Haus ſtimmt dann Anträgen der Abgg. Joſt und We ckler
über die Wetterſchäden zu; es werden hiernach für die Beſchaffung von
Saatqut 200 000 Mk. (ſtatt 100 000 Mk.) bereitgeſtellt.
In einem Antrage des Abg. Dr. v. Helmolt über die
Arbeits=
marktlage in Heſſen wird ausgeſprochen, daß in der Landwirtſchaft
Ar=
beitskräfte fehlen. Wenn die Heranziehung von Erwerbsloſen zu
land=
wirtſchaftlichen Arbeiten keinen Erfolg habe, ſo ſolle die Regierung bei
der Reichsregierung die Zulaſſung ausländiſcher Landarbeiter
beantra=
gen. Der letzte Tcil des Antrags hat im Ausſchuß Widerſpruch gefunden,
worguf der Antragſteller ihm die Faſſung gegeben hat, daß für die
land=
wirtſchaftlichen Betriebe Erwerbsloſe bereitgeſtellt werden ſollen. In
dieſer Form iſt der Antrag im Ausſchuß mit 7 gegen 7 Stimmen
abge=
lehnt worden. Es wird nun über den Antrag ſ=lbſt abgeſtimmt und der
Antrag dann gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen
In einer Regierungsvorlage wird der Landtag erſucht, einer
Ga=
rantie des Heſſiſchen Staates ſür einen Kredit von 1,6 Millionen Mark
beim Reich zuzuſtimmen, der für Wiederherſtellungsarbeiten am Mainzer
Dom verwendet werden ſoll. — Abg. Kaul erklärt im Namen der
Sozialdemokratiſchen Partei deren Stimmenthaltung. Abg. Frau Rorh
empfiehlt die Ablehwung. Abg. Dr. Werner macht darauf
aufmerk=
ſam, daß die größte Regierungspartei der Regierung in den Rücken
falle. Der Staatspräſident erklärt dies für falſch; er fordere
die Zuſtimmung nur als verantwortlicher Vertreter der Regierung, weil
der Bau in großer Gefahr ſei. Die Summe belaſte den heſſiſchen Etat
nicht. — Die Vorlage wird angenommen.
Inzwiſechen iſt ein Antrag des Abg. Storck eingegangen, die
Re=
gierung ſolle die Pferdegeſtellung für das Dragonerfeſt am Sonntag
dſückgängig machen. Gegen die ſofortige Beratung des Antrags (der
An=
tragſteller hatte ihn für dringlich erklärt) erhebt ſich Widerſpruch. Der
Staatspräſident erklärt, es handele ſich hier um ein Gerücht; der
Regierung ſei nicht bekannt, daß Pferde der Bereitſchaftspolizei geſtellt
würden. — Der Antrag wird daraufhin zurückgezogen.
Ein Antrag auf Stundung bzw. Erlaß der Gewerbeſtener wird vom
Ausſchuß auf Grund der Regierungsantwort für erledigt erklärt. — Der
Ausſchußantrag wird angenommen.
Ein Antrag Storck ſpricht in ſeinem erſten Teil die Erwartung
des Landtags aus daß die Städte und Gemeinden die Neuregelung der
Gehälter in der Weiſe des Staates übernimmt. Nach dem zweiten Teil
des Antrags ſoll die Regierung die Staatsaufſichtsorgane anweiſen, nur
dann Gehälter als ausreichend anzuſehen, wenn ſie dieſen Grundſätzen
entſprechen.
Abg. Glaſer verlieſt eine Erklärung des Bauernbundes, worin
die Ablehnung des zweiten Teils des Antrags ausgeſprochen wird. —
Das Haus ſtimmt dem Antrag in ſeinem erſten Teile zu.
Der Antrag des Abg. Frhrn. v. Heyl und des Abg. Nuß auf
Befreiung der Berufsfiſcher von der Luxusſteuer iſt nochmals vom
Aus=
ſchuß beraten worden. Es wurde feſtgeſtellt, daß den Staat bei einer
Steuerb=freiung nur ein Verluſt von 900 Mk. trifft. Die Regierung
hat zugeſagt, daß die Steuerverordnung eine neue Faſſung erhält,
wo=
nach Berufsfiſcher von der Luxusſteuer befreit ſind. Der
Ausſchußan=
trag empfiehlt den vorliegenden Antrag der Regierung zur
Berückſichti=
gung; er wird in beiden Leſungen angenommen.
Präſident Adelung führte ſodann u a. aus: Meine Damen
und Herren, der Dritte Landtag des Volksſtaates Heſſen ſteht
am Abſchluß ſeiner Tätigkeit. Die Arbeit war in dieſem
Landtag beſonders umfangreich, die Zahl der Plenar= und
Ausſchußſitzungen war größer als in den früheren Landtagen.
Be=
ſonders intenſiv hatten die Ausſchüſſe wieder zu arbeiten, um das ihnen
überwieſens Material zu bewältigen. Die Hauptarbeit fiel auch diesmal
wieder dem Finanzausſchuß zu, der allein 177 Sitzungen abhielt,
Aber auch der Geſetzgebungsausſchuß hat mit 95 Sitzungen
eine große Tätigkeit entfaltet. Auf den Dritten Ausſchuß entfielen
23 Sitzungen, auf den Siedlungsausſchuß 4 und auf den
Theateraus=
ſchuß 13 Sitzungen. Auch drei parlamentariſche
Unter=
ſuchungsausſchüſſe, die ſich aus den Mitgliedern des Zweiten
Ausſchuſſes zuſammenſetzten, traten in Tätigkeit. Sie hielten im ganzen
18 Sitzungen ab, und zwar zur Feſtſetzung der Vorgänge bei der
Inter=
nierung des Ingenieurs Plaueln in Offenbach 6, zur Prüfung der
Himmelsbachangelegenheit 9 und in der Hefragangelegenheit 3. Die
Hefraangelegenheit iſt noch nicht abgeſchloſſen.
Meine Damen und Herren! Es iſt ein überaus großes Penſum,
das der 3. Landtag erledigt hat. Ein Urteil darüber, ob unſere Arbeit
erſprießlich und ſegensreich war, haben wir hier nicht abzugeben. Das
aber dürfen wir mit gutem Recht bekennen: Es war jeder an ſeinem
Teil und mit Eifer bemüht — auf welcher Bank er auch
immer=
hin ſaß und zu welcher politiſchen Gemcinſchaft er ſich auch bekannte —,
mit allen Kräften dem Wohle des Landes zu dienen. Und ſo, meine
Damen und Herren, fühle ich mich veranlaßt, beim Abſchluß unſerer
Arbeit Ihnen allen, meine Damen und Herren, für Ihre große
Arbeits=
freudigkeit und für die Unverdroſſemheit, herzlichen Dank auszuſprechen;
beſonderen Dank den Ausſchußmitgliedern, vor allem ihren Vorſitzenden
für die intenſive Arbeit, die ſie zu leiſten hatten.
Dank auch der Preſſe für ihre ſchwere und aufopferungsvolle
Tätigkeit, die ſie unter dem ſchwierigſten Verhältniſſen hier in dieſem
Hauſe zu leiſten hatte, und Dank ſage ich auch unſeren vortrefflichen
Beamten des Landtagsamtes. (Bravo!)
Wenn es mir gelungen ſein ſollte, den berechtigten Anforderungen
einigermaßen gerecht zu werden, die man an einen Präſidenten ſtellen
darf, ſo verdanke ich dies neben Ihrer kollegialen Mithilfe Ihrem
Ver=
ſtändnis und Ihrer gütigen Nachſicht, der tatkräftigen und geſchickten
Mitarbeit meiner beiden Kollegen im Präſidium und auch der Herren
Schriftſührer.
Meine Damen und Herren! Als der früühere Landtag ſein Ende
erreicht hatte, im Jahre 1924, da erſchütterte noch der Rhein= und
Nuhr=
kampf das Volk. Von den tauſenden aus ihrer Heimat am Rhein
ver=
triebenen Landsleuten hatten viele noch nicht zurückkehren können.
In=
zwiſchen iſt die Welt auf dem Wega der Völkerverſtändigung
vorange=
ſchritten. Deutſchland iſt ſelbſt Mitglied des Völkerbundes geworden.
Aber noch immer ſtehen fremde Kriegsſcharen in unſeren
Landen und beengen und verdrängen Handel und Verkehr;
immer noch ſitzt der Fremdling in den Wohnungen unſerer
Bürger, und immer noch iſt die Bevölkerung des beſetzten
Gebietes fremder Gerichtsbarkeit unterſtellt. Wir wollen dazu
beitragen, die furchtbaren Wunden zu heilen, die der Krieg
aller Welt geſchlagen hat. Wir wollen ehrlich mit allen Kräf.
ten mitarbeiten am großen Werk der Verſöhnung, aber wir
werden und können nicht aufhören, immer wieder darauf
hin=
zuweiſen, daß erſte und vornehmſte Bedingung für den
Frie=
den und die Wohlfahrt der Völker die Befreiung Deutſchlands
von fremder Beſatzung iſt. (Beifall und Zuſtimmung.)
Dau=
ernder Friede kann nicht gedeihen unter fremden Bajonetten
und Kanonen. (Bravo!)
Meine Damen und Herren! Sie gehen nun hinaus, um die
Ent=
ſcheidung der Wählerſchaft zu fordern. Das Volk hat das Wort!
Es beginnt das Ringen um das Vertrauen der Bevölkerung. Ich möchte
den Wunſch wiederholen, den ich am Schluß der beiden früheren
Land=
tage von dieſer Stelle ausſprach: Es möchte jeder dazu beitragen, daß
der Wahlkampf einen Beweis hoher politiſcher Reife dadurch erbringt,
daß die Perſon und die Ehre des politiſchen Gegners auch im heftigſten
Kampfe der Meinungen geachtet bleibe. (Sehr gut!)
Meine Damen und Herren; ſo ſage ich Ihnen allen herzliches
Lebe=
wohl. Unſere Arbeit und unſer ganzes Denken in dieſem Hauſe war
dem Wohle des Volkes gewidmet. Wir wollen unſere Tätigkeit
beſchlie=
ßen mit dem Ruf: Unſer deutſches Vaterland, unſer Volksſtaat Heſſen
lebe hoch, hoch, hoch! (Die Anweſenden ſtimmen in dieſen Ruf ein.)
Die Sozialdemokraten bringen Hochrufe auf die Republik aus. —
Abg. Dr. Dehlinger dankte als älteſtes Mitglied des Hauſes dem
Präſidenten für ſeine unparteiiſche Geſchäftsführung.
Schluß der Sitzung um drei Uhr.
Reiſe des Reichskanzlers in die beſetzten Gebiete.
Berlin, 30. September.
Der Reichskanzler wird, wie den Blättern mitgeteilt
wird, in ſeiner Eigenſchaft als Miniſter für die beſetzten Gebiete
dieſe vom 10. bis 12. Oktober beſuchen. Am Montag, den 10.
Okto=
ber, wird in Koblenz eine Beſprechung mit dem Reichskommiſſar
für die beſetzten Gebiete vor ſich gehen. Sodann wird der
Reichs=
kanzler eine Beſprechung mit dem preußiſchen Oberpräſidenten
haben. Der Reichskommiſſar wird am Nachmittag um 4 Uhr die
Preſſe der beſetzten Gebiete zum Tee zu ſich bitten. Am
Diens=
tag wird die Reichsvermögensverwaltung beſucht werden. Es
erfolgt dann die Weiterreiſe nach Mainz, wo dem Vertreter des
beſetzten heſſiſchen Gebietes Gelegenheit zur Rückſprache geben
wird. Am 12. Oktober iſt der Reichskanzler in Speyer und trifft
dort mit den bayeriſchen Vertretern zuſammen. Am Donnerstag
vormittag wird er wieder in Berlin eintreffen.
Grundloſe Entrüſtung.
Kein Oezernentenwechſel im Reichs nnenminiſterium.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die Kapitolswächter der Republik ſind einer neuen
deutſch=
nationalen Verſchwörung auf die Spur gekommen. Sie wollen
in Erfahrung gebracht haben, daß der Reichsinnenminiſter die
Abſicht habe, ſeinen Dezernenten für Flaggen= und
Wahlrechts=
fragen Keyſenberg abzubauen und einen Deutſchnationalen an
ſeine Stelle zu ſetzen. Sie wollen weiter erfahren haben, daß ein
„Einſchreiten gegen andere republikaniſche Beamte im
Reichs=
innenminiſterium erwogen oder eingeleitet ſei‟. Wir haben uns
bemüht feſtzuſtellen, was davon richtig iſt. Der Perſonaldezernent
im Reichsinnenminiſterium weiß davon nichts, und Herr von
Keudell ſelbſt iſt in Urlaub. Es beſteht alſo alle Vermutung, daß
es ſich hier um einen wahlpropagandiſtiſch aufgemachten Klatſch
handelt. Möglich iſt ja immerhin, daß ſich zwiſchen dem Miniſter
und ſeinem Flaggenreferenten Meinungsverſchiedenheiten
er=
geben haben, die ein gemeinſames Zuſammenarbeiten nicht mehr
möglich machen. So etwas kommt in allen Miniſterien vor. Aber
wir halten es doch für ausgeſchloſſen, daß ein Beamter nur
wegen ſeiner politiſchen Richtung verſetzt wird. Ein ſolcher Fall
iſt bei der Abſetzung des Miniſterialdirektors Brecht in der Tat
ein=
mal vorgekommen und die Deutſchnationalen haben ſich darauf
berufen, daß ja auch die Sozialdemokraten ähnlich vorgegangen
ſeien. Schlechte Beiſpiele aber müſſen nicht unbedingt nachgeahmt
werden. Jedenfalls glauben wir zu wiſſen, daß gerade der Fall
Brecht ſeinerzeit Veranlaſſung gegeben hat, im Reichskabinett
eine Klärung dahin herbeizuführen, daß ſelbſtverſtändlich die
politiſche Ueberzeugung eines einzelnen Beamten für die
Be=
wertung ſeiner Tätigkeit vollkommen gleichgültig iſt.
Politiſche Ferien.
* Berlin, 30. September. (Priv.=Tel.)
Die deutſche Delegation iſt am Donnerstag nachmittag wieder
in Berlin eingetroffen. Mit Rückſicht auf den bevorſtehenden
Ge=
burtstag des Reichspräſidenten ſind aber die offiziellen Berichte
über die Ergebniſſe von Genf in den nächſten Tagen nicht zu
erwarten. Man rechnet damit, daß auch das Reichskabinett ſich
erſt am Anfang der kommenden Woche mit der politiſchen Lage
beſchäftigen wird.
Die Heidelberger Konferenz.
* Berlin, 30. September. (Priv.=Tel.)
Trotz der Entrüſtung der Zentrumspreſſe hat Dr. Wirth
die Beſprechung mit ſeinen engeren Freunden in Heidelberg
ab=
gehalten. Die Abg. Dr. Deſſauer, Joos, Weismantel und Frau
Teuſch haben eine gemeinſame Erklärung veröffentlicht, worin ſie
darauf abkommen, daß durch die poſitive Mitarbeit der Gruppe
Wirth an dem Reichsſchulgeſetzentwurf eine Löſung gefunden
werden könnte, die ſowohl der religiöſen Vertretung des
katho=
liſchen Volksteiles wie der Verantwortlichkeit der Moral in der
Volksgeſamtheit gerecht werden könnte, d. h. alſo, Dr. Wirth hat
Angſt vor dem letzten Schritt. Er ſucht nach einer Möglichkeit, die
Verbindung mit der Partei wieder zu gewinnen, ohne etwas von
ſeinem Preſtige aufzugeben. Das Ergebnis wird dann ſchließlich
ein Kompromiß ſein, das dann wieder in Verhandlungen mit
den übrigen Regierungsparteien zu einem neuen Kompromiß
umgewandelt werden muß.
Politiſche Juſtiz.
Der Verfaſſer des Artikels „Politiſche Juſtiz” in Nr. 262
unſeres Blattes ſchreibt uns:
Herr Dr. Puſch=Ortenberg fühlt ſich, wie er mir mitteilen
läßt, dadurch gekränkt, daß in meinem Artikel eine im Landtag
gefallene Aeußerung wiedergegeben war, wonach er wiederholt
mit ſchwarz=weiß=roter Fahne geflaggt haben ſoll. Er behauptet,
er ſei mehrere Jahre lang von Ortenberg gezwungen abweſend
geweſen und ſeine Frau habe auf Grund der ihr
verfaſſungs=
mäßig zuſtehenden Rechte (!) jene Flaggenhiſſung vollzogen,
wo=
bei altes Staatsinventar verwendet worden ſei — Zur Aufklä.
rung jener Aeußerung im Landtag iſt dieſe Mitteilung von
In=
tereſſe. Wie ſich aber Herr Dr. Puſch durch die Wiedergabe in
meinem Artikel gekränkt fühlen kann, iſt unerfindlich, da dieſe
nach dem Zuſammenhang keinerlei perſönliche Spitze gegen Dr.
Puſch haben konnte, ſondern ausdrücklich nur zur Illuſtration der
Behauptung angeführt war, daß Dr. Puſch wegen ſeiner
Zu=
gehörigkeit zur Sozialdemokratie verurteilt worden ſei, während
doch das Hiſſen der ſchwarz=weiß=roten Flagge den Anſchein der
entgegengeſetzten politiſchen Geſinnung erwecken mußte.
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[ ← ][ ][ → ]Numig 222
Samstag, den 1. Oktober 1922
Geite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſitadt, 1. Oktober.
* Oen beſſiſchen Dragonern,
den Angehörigen unſerer beiden ehemaligen ſtolzen Dragoner=
Regimenter in Darmſtadt, dem Garde=Dragoner=Regiment
(1. Großherzöglich Heſſiſches) Nr. 23 und dem Leib=Dragoner=
Regiment (2. Großherzöglich Heſſiſches) Nr. 24 und allen
For=
mationen dieſer beiden Regimenter entbieten mit der
Darm=
ſtädter Bürgerſchaft auch wir zu der Feier der Einweihung des
Denkmals für ihre gefallenen Kameraden
herzlichſt Willkomm!
Wir ſind überzeugt, daß die Häuſer und Straßen Darmſtadts
heute und morgen Flaggenſchmuck anlegen werden und daß die
ehemaligen Dragoner in dieſem äußeren Zeichen die
Sym=
pathien erblicken werden, deren ſich die Angehörigen der
ehe=
maligen Garniſon Darmſtadt in der Bürgerſchaft der heſſiſchen
Landeshauptſtadt zu erfreuen haben. Weiter ſoll dieſes äußere
Symbol ihnen ſagen, daß die Darmſtädter Bürgerſchaft ihre
ehe=
maligen Soldaten nicht vergißt, daß ſie ihnen Dank weiß für das,
was noch in aller Gedächtnis iſt, für die ſelbſtloſe Verteidigung
der Heimat im Weltkrieg, darüber hinaus aber auch für die
ganze ruhmreiche Vergangenheit, die in der Geſchichte feſtgelegt
iſt und ſtets lebendig bleiben wird.
Wenn heute viele Tauſende ehemaliger Dragoner in die
Landeshauptſtadt kommen, um an der ernſten Feier teilzunehmen,
die dem Gedächtnis der Kameraden gilt, ſollen ſie wiſſen, daß
die Bürgerſchaft Darmſtadts, auch ſoweit ſie nicht an der Feier
teilzunehmen in der Lage iſt, in treuem Gedenken und in treuer
Kameradſchaft bei ihnen weilt.
Es iſt nicht Zweck dieſer Zeilen, hier die Geſchichte unſerer
Dragoner aufs neue aufzuzeichnen, aber ſie ſollen Erinnerung
wachrufen an das Geweſene, und in der Erinnerung an eine
große Vergangenheit den Mut finden, an eine gute und große
Zukunft des deutſchen Volkes hoffend zu glauben.
Aus Anlaß der Denkmalsweihe iſt eine Feſtſchrift erſchienen,
in der alle Formationen genannt ſind, in der aus berufenem
Munde wichtige Daten aus der Geſchichte der beiden Regimenter
ins Gedächtnis zurückgerufen werden und in der vor allem das
Denkmal ſelbſt als ein Zeichen der Dankbarkeit gegenüber den
fürs Vaterland gefallenen Kameraden und als Zeichen der
Er=
innerung an die beiden heſſiſchen Dragoner=Regimenter
bezeich=
net wird. Die Feſtſchrift enthält weiter das Feſtprogramm und
die Ehrentafel der Gefallenen der beiden Regimenter.
Mögen die ehemaligen heſſiſchen Dragoner ſich an den beiden
Feſttagen in Darmſtadt wohl fühlen. Wir ſind überzeugt, daß in
dieſem Wunſch wir mit der Darmſtädter Bürgerſchaft einig gehen.
E Zum 80. Geburtstag des Herrn Reichspräſidenten hat auch
die heſſiſche Landshauptſtadt Darmſtadt durch Bürgermeiſter
Mueller die herzlichſten Glückwünſche nach Berlin gelangen laſſen.
— Zollamtsperſonalien. Zollamtmann Weiß zu Darmſtadt konnte
auf eine 40jährige Dienſtzeit als Staatsbeamter zurückblicken.
Aus dieſem Anlaß wurde dem Genannten ein eigenhändig unter zeſichnetes
Glückwunſchſchreiben des Herrn Reichspräſidenten durch den
ſtellvertre=
tenden Leiter des Hauptzollamts Darmſtadt, Regicnungsrat Roos, mit
Worten des Dankes und der Anerkennung im Beiſein der Beamten des
hieſigen Hauptzollamts überreicht. — Zollaſſiſtent Haſelhuhn zu
Neckarſteinach kann am 1. Oktober d. Js. auf eine 40jährige Dienſtzeit
zurückblicken, aus welchem Anlaß dem Jubilar ein Glückwunſchſchreiben
des Herrn Reichspräſidenten zuteil wurde. — Zollſekretär Bitſch zu
Heppenheim (Bergſtraße) wurde zum 15. Sept. als Oberzollſekretär nach
Darmſtadt verſetzt.
— Hefſiſches Landestheater. Das Programm Manda von
Krei=
bigs an ihrem Tanzabmd am Sonntag, 2. Oktober, enthält außer
einem tänzeriſchen Monodram „Begegnung” Tänze nach Kompoſitionen
von Caſella, de Falla, Poulene, Scott. Am Flügel: Robert Tants
(Kammerſpiele München) und Hans A. Hayn.
Heute Samstag findet die Erſtaufführung von Carl Sternheims
bürgerlichem Luſtſpiel „Die Hoſe” ſtatt. Inſzenierung: H.
Aſchaf=
fenburg. Bühnenbild: Wilhelm Reinking. Dia Rollen ſind
folgendermaßen beſetzt: Theobald Maske: Paul Maletzki, Luiſe Maske:
Beſſie Hoffart, Gertrud Deuter: Käthe Gothe, Frank Scarron: Robert
Klupp, Benjamin Mandelſtam: Hugo Keßler, ein Fremder: Richard
Jürgas. Die Vorſtellung findet im Kleinem Haus ſtatt und beginnt um
19 Uhr 30 Min.
Da Kapellmeiſter Rudolf erkrankt iſt, dirigiert die morgige
Auf=
führung von „Carmen” Generalmuſikdirektor Dr. Böhm.
Sonntag, den 23. Oktober, findet eine einmalige Aufführung von
Schrekers „Gezeichneten” unter Leitung des Dichterkomponiſten
ſtatt.
— In der Bücherſtube Bodenheimer hat der Darmſtädter
Maler Alexander Poſch eine Porträtausſtellung
eröffnet. Wir kommen darauf zurück.
— Herr Apotheker Ramdohr hierſelbſt kann heute, am 1. Oktober,
auf eine 50jährige erfolgreiche Berufstätigkeit als Apotheker zurückblicken.
Von dieſer Zeit hat er mehr als die Hälfte hier in Darmſtadt gewirkt
und iſt dadurch vielen Leidenden perſönlich näher getreten. Aber nicht
nur aus dieſer Tätigkeit iſt er unſeren Einwohnern bekannt geworden,
auch als langjähriger Stadtverordneter, Kirchenvorſteher und Leiter des
Altſtadtvereins hat er ſich verdient und bekannt gemacht, weshalb ihm
ſeine Mitbürger an dieſem Tage die beſten Glückwünſche darbringen in
der Hoffnung auf eine noch recht lange erſprießliche Tätigkeit.
— Jubiläum . Am 2. Oktober kann die Firma Eckle u. Bork,
Bürſtenfabrikation (Inh.: Georg Eckle), Saalbauſtraße 40, auf ihr
25jähriges Beſtehen zurückblicken. Bis zum heutigen Tage verſtand es
der Geſchäftsinhaber, durch fachmänniſche Kenntniſſe und reelle
Bedie=
nung ſich einen großen Kundenkreis zu erwerben.
Herr Polizeiverwaltungsſekretär Joſef Mordeck, beim
Polizei=
amt Darmſtadt, begeht am 1. Oktober 1927 ſein 25jähriges
Dienſt=
jubiläum.
— Promenadenkonzert auf dem Paradeplatz. Anläßlich des
Geburts=
tages des Herin Reichspräſidenten gibt Herr Obermuſikmeiſter M.
Weber mit dem ſeiner Leitung unterſtellten Muſikkorps der
Frei=
willigen Feuerwehr Neu=Iſenburg am Sonntag, den 2. Oktober, ab
12 Uhr mittags, am Reiterſtandbild ein Standkonzert mit folgendem
Programm (nur bei günſtiger Witterung): Alter Armeemarſch; A.
Leuthner: „Feſt =Ouvertüre”: W. Hill: Lied „Es liegt eine Krone im
tiefen Rhein”; M. Weber (auf beſ. Wunſch): Marſch „Freundſchaft,
Mut und Treu””, der Darmſtädter Turnerſchaft gewidmet, Trommler=
und Pfeiffer=Korps des Turnvereins Roßdorf: Fanfaren=Marſch, Locken,
dann „Preußens Gloria”, Muſik und Spielleute zuſammen.
— 30. Gründungsfeier des D.H.V. Ortsgruppe Darmſtadt. Wir
verweiſen unſere Mitglieder und Freunde noch einmal auf die am
Sams=
tag, den 1. Oktober, ſtattfindende Feier in der Vereinigten
Geſell=
ſchaft. Im Intereſſe der glatten Abwicklung der Feſtfolge und des
pünktlichen Beginnes des Feſtballes bitten wir um rechtzeitiges
Er=
ſcheinen. Es wird pünktlich 8 Uhr angefangen; während der Vorträge
bleiben die Saaltren geſchloſſen.
*Perbandsdirektor Georg Berg
feiert am 1. Oktober ſein 25jähriges Jubiläum im Dienſte des
landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsweſens. Wie wir hören, ſind
aus dieſem Anlaß Feiern geplant, die Gelegenheit geben werden,
die Verdienſte, die ſich Herr Direktor Berg um das heſſiſche und
darüber hinaus um das deutſche landwirtſchaftliche
Genoſſen=
ſchaftsweſen erworben hat, aus berufenem Munde gebührend
zu würdigen.
Direktor Georg Berg iſt am 1. Oktober 1902 als Reviſor in das
landwirtſchaftliche Genoſſenſchaftsweſen eingetreten, wurde dann
ſehr bald Generalſekretär und ſtellvertretender Verbandsdirektor
des Karlsruher Genoſſenſchaftsverbandes. Am 1. November 1913
wurde Georg Berg Direktor der Landwirtſchaftlichen
Zentral=
genoſſenſchaft Darmſtadt und am 1. Januar 1916 gleichzeitig
Geſchäftsführer und ſpäter Verbandsdirektor des Verbands der
heſſiſchen landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften. Direktor Berg iſt
Mitglied des Verwaltungsrats des Reichsverbands deutſcher
landwirtſchaftlicher Genoſſenſchaften, Berlin, und Vorſitzender
des Sonderausſchuſſes für Waren=Ein= und =Verkauf.
Megse m Martinswiertel
Die 4 letzten Tage
Samstag, Sonntag, Montag, Dienstag
40s Extraukabatt
Hage Neurohn
Haus- und küchengeräte
Ecke Wenck- und Pankratiusstraße
(15054
Hindenburgfpende.
6. Quittung.
K. unbekannt 4 Mk. M. H. 5 Mk. E. J. 5 Mk. Dr. W.
Sonne 10 Mk. Dr. W. R. 20 Mk. Hans Landwann 25 Mk.
F. 5 Mk. Landesverband Heſſen des Reichsbundes der höheren
Beamten 100 Mk. Ph. G. 1 Mk. Unbekannt 5 Mk. Dr. Voltz
10 Mk. Felix Gruſchwitz, Apotheker, Darmſtadt, 20 Mk. Joſef
Kiefer 1 Mk. M. L. 1 Mk. J. W. 3 Mk. J. H. und L. H. 2 Mk.
M. Schr. 1 Mk. Vereinigung früherer Leibgardiſten Darmſtadt
10 Mk. Schmitt, Senatspräſident, 20 Mk. Melchior 5 Mk.
Rechnungsrat A. Bernauer 3 Mk. Frau Geheimrat Dietz 5 Mk.
Theodor Stemmer (anläßl. ſeines heutigen Geſchäftsjubiläums)
250 Mk. H. St. 2 Mk. W. H. 2 Mk. E. L. 2 Mk. Ph. H. 2 Mk.
K. V. 5 Mk. Unbekannt 2 Mk. Frau Dr. Urſtadt, Grüner
Weg 8, 10 Mk. C. Joſeph 5 Mk. Prof, Dr. F. Seriba 5 Mk.
Oekonomierat L. Strecker 5 Mk. L. J. 5 Mk. Ein alter Soldat
3 Mk. Schwarz 1 Mark. M. M. 2 Mk. E. P. B. 1 Mk.
Präſi=
dent v. Hahn 10 Mk. Wilhelm Kaminsky 2 Mk. F.
Scheuer=
mann 3 Mk. Th., E., G., W. Becker (4 Brüder), gez. von L. M.,
22 Mk. Frau J. G. 5 Mk. Admiral Jacobſen 10 Mk. Ida
Metzler, Eberſtadt, 10 Mk. J. W. 2 Mk. Willenbücher 10 Mk.
Zuſammen 637 Mark.
255.50 Mark,
1. Quittung . .
2. Quittung . 498.— Mark,
387.— Mark,
3. Quittung . .
4. Quittung
221.— Mark,
5. Quittung
401.— Mark,
6. Quittung . . . . . 637.— Mark.
Zuſammen 2399.50 Mark.
Sroße
Oträmpfe
Auswahl Handschuhe
dchlupfhosen Veste
Modiscke Ofrickwaren Qualitäten
Carl cſchürmann & Co.
15088
Sammelliſie für die Unwettergeſchädigten
im ſächſiſchen Kataſirophengebiet.
9. Quittung.
Biedert 3 Mk. Dr. K. Sch. 10 Mk. F. K. 3 Mk. R. S. 5 Mk.
S. 3 Mk. Ph. Hammer 3 Mk. H. R. in D. 1 Mk. Zuſammen
28 Mark.
1. Quittung
2. Quittung
3. Quittung
4. Quittung
5. Quittung
6. Quittung
7. Quittung
8. Quittung
9. Quittung
728.— Mark,
79.— Mark,
212.— Mark,
32.— Mark,
103.25 Mark.
397.25 Mark.
104.— Mark,
58.— Mark,
28.— Mark.
Zuſammen 1828.50 Mark.
— Künſtler auswärts. Ueber Heinrich Hölzlin unſeren
früheren beliebten eiſten Baſſiſten, ſchreiben Wiesbadener Blätter: „Den
Daland gab Herr Hölzlin hier ſchon durch Gaſtſpiel bekannt, in
ſchlichter Gradheit; das Täppiſch=Verſchmitzte, das Kleinlich=Habgierige
trat nicht ſtörſam hervor, das Bäuriſch=Gemütliche überwog. Die Stimme
berührt ſympatiſch . . . . der Geſang iſt vornehm. Selbſt die bekannten
meherbeermäßig melodiſchen Phraſen im Duett des 1. Aktes erſchienen
veredelt. Die klare Textſprache iſt zu berühmen.” „Als Landgraf
be=
kräftigte Herr Hölzlin die gute Meimung, die wir bereits von ſeiner
Kunſt empfingen: edle Tonbildung, warmherziges Empfinden und eine
vorbildliche Textausſprache. Sehr eindrucksvoll gab der Darſteller im
Finale des zweiten Aktes die Stelle, wo der Landgraf „feierlich in die
Mitte tritt”.
Hindenburgfeier
der Deutſchen Polkspartei.
Geſtern abend fand in dem feſtlich geſchmückten Saalbau, der bis auf
den letzten Platz beſetzt war, die Hindenburgfeier der Deutſchen
Volks=
partei anläßlich des 80. Geburtstags des Reichspräſidenten ſtatt. Die
Kapelle der Vereinigung ehemaliger Militärmuſiker unter
Obermuſik=
meiſter a. D. Rühlemanns Leitung hatte den muſikaliſchen Teil des
Abends übernommen und eröffnete mit dem flotten „Friedrieus Rex=
Marſch” den Abend, dem die Egmont=Ouvertüre von Beethoven folgte.
Anſchließend hielt
Landtagsabgeordneter Dingeldey
die Feſtrede, in der er u. a. ausführte:
Das deutſche Volk hat über alle Parteizerriſſenheit hinweg eine
große Sehnſucht, daß es einmal einen Tag geben möge, an dem das
ganze Volk in allen ſeinen Ständen und ohne Unterſchied der Partei
und der Geſinnung ſich zuſammenfinden kann in einer Aufwallung des
lebendigen vaterländiſchen Gefühls. Der Tag, an dem wir uns
zu=
ſammengfunden haben, um Hindenburg, dem 80=Jährigen, unſere
Ge=
danken zu weihen, muß beginnen mit einem Dank und einer Bitte an
Gott; mit einem Dank dafür, daß uns in dieſem Mann das Sinnbild
und die lebendige Kraft geſchenkt wurde, von der aus viellcſicht dieſe
Kläifte überbrückt und die oben erwähnte Sehnſucht erfüllt werden kann.
Und wir bitten Gott, daß uns dieſer Mann, der die Verkörperung des
deutſchen Pflichtgefühls, der tiefſten deutſchen vaterländiſchen Geſinnung
darſtellt, mit all ſeiner Kraft, dieſe geradezu heroiſche Erſcheinung,
er=
halten bleiben möge an der Spitze unſeres immer noch von innen und
außen bedrohten Vaterlandes.
In den Tagen des Umſturzes, der Verzweiflung und der
Erbitte=
rung und des langſamen Sichwiederfindens hat dieſe wundervolle, in
ſich geſchloſſene Perſönlichkeit einen Blickpunkt für all die gebildet, die
die Hoffnung nicht ſinken laſſen konnten und von dem Glauben nicht
laſſen wollten, daß aus dieſer gärenden Zeit uns eine beſſere Zukunft
erwachſen möge. Es gibt doch nichts Wundervolleres, als das Wort
des alten Hindenburg, das er in der Bonner Univerſität im vorigem
Jahre zu deutſchen Studenten geſprochen hat: „Ich bin durch Alter und
Amt berufen, wit den Alten zu leben und zu wirken, aber hoffen und
glaubim will ich mit Euch, deutſche Jugend, die Ihr Zukunft und Kraft
der deutſchen Nation ſeid”,
Wir ſind uns wohl bewußt, daß die Liebe, die heute dem
Präſiden=
ten des Deutſchen Reiches Hindenburg gilt, nicht zu trennen iſt von
dem Gefühl des Stolzes und des Glücks, das uns erfüllte in den Jahren,
in denen er der Führer des ſtolzen deutſchen Heeres im kaiſerlichen
Deutſchland war.
Er hatte die Kraft und die innere Ueberwindung auch in jenen
Ta=
gen, als zu Haufe alle Bande des Geſetzes und der frommen Scheu
gelochert waren, Führer des deutſchen Heeres zu bleiben, es
zurückzu=
führen, das unüberwundene und nicht geſchlagene deutſche Heer in die
deutſchen Gaue. Noch ein ſchwereres Opfer vielleicht als in jenen Tagen,
als Generalfeldmarſchall von Hindenburg ſich der neuen, aus der
Revo=
lution hervorgegangenen Regierung als Führer des Heeres zur Seite
ſtellte und ſeine Aufgabe darin erblickte, an ſeiner Stelle mitzuarbeiten,
damit unſer Volk von der Zerſtörung bewahrt bliebe, brachte er, als
er, dem Rufe des Volkes folgend. Präſident des Deutſchen Reichs wurde.
Heute dürfen wir mit Stolz feſtſtellen, daß Hunderttauſende, ja man
kann ſagen Millionen von denen, die damals Hindenburg entweder
ſei=
nes Alters oder ſeiner militäriſchen Vergangenheit wegen glaubten mit
Leidenſchaft bekämpfen zu ſollen, daß ſie heute alle zu Anhängern
und Verehrern dieſer großen Perſönlichkeit geworden ſind. Und was
gibt es Schöneres und Sinnvolleres für den Gedanken der
Ueberbrük=
kung der Parteigegenſätze als die Tatſache, daß es ſein Mitbewerber
um den Präſidentenſtuhl, der heutige Reichskanzler Dr. Marx iſt, der
in einem ſehr ſchönen und gedankenvollen Aufſatz jetzt in der Preſſe ſeinen
Partei zum Geburtstag Hindenburgs über den Vater des Vaterlands,
wie er ihn nennt, ſchreibt. Das iſt die Geſinnung, von der man
wün=
ſchen möchte, daß ſie bei uns in Deutſchland ſich immer mehr durchſetzt.
Die wundervolle Größe der Ruhe, die von ihm ausgeht, dieſe
geſam=
melte Kraft, dieſe Weltweisheit, und dieſer unbeirrbare ſichere Takt,
das iſt es, was in den Jahren, ſeitdem er das verantwortungsvolle Amt
des Reichspräſidenten ausfüllt, unſere Liebe herausgefordert hat, und
was wir uns noch lange erhalten wünſch n. Er iſt für uns der Führer
unſeres Volkes, weil er das Sinnbild iſt zugleich der alten Größe und
der wundervollſten Heldentaten des deutſchen Volkes des Pflichtgefühls
und der Staatsgeſinnung, deren wir gerade in der Gegenwart dringend
bedürfem wenn nicht unſer Staat auseinanderbrechen ſoll. Laſſen Sie
unſere Wünſche und unſere Gelöbniſſe und unſeren Dank an unſeren
Hindenburg zuſammenfaſſen in den Ruf: Unſer deutſches Volk, unſer
geliebtes großes deutſches Vaterland, es lebe hoch! — Dieſes Hoch wurde
begeiſtert aufgenommen, und die Verſammlung ſtimmte das
Deutſch=
landlied an.
Aus der weiteren, ſehr ſorgfältig zuſammemgeſtellten Vortragsfolge
ſeien beſonders die rezitatoriſchen Darbietungen des ehemaligen
Mit=
gliedes der Reinhardtkühnem, der bekannten Vortragskünſtlerin Frau
Meerwarth=Sebold, hervorgehoben, die mit ihren Gedichten
von Wildenbruch und insbeſondere mit den von Salewski ſtarken Beifall
erntete. Auch die beiden Filme: „Was Steine erzählen” und der
Hin=
denburgfilm, der geſtern abend ſeine Uraufführung erlebte, fand
lebhaf=
ten Anklang. Jedesmal, wenn Hindenburg auf der Leinwand erſchien,
vergaß die Verſammlung, daß ſie es ja nur mit einem Lichtbild zu tun
hatte, und brachte ihm lebhafte Ovationen dar. Das Muſikſtück „Leichte
Kavalleris” leitete zu dem gemütlichen Teil über. Bei froher
Unter=
haltung und Tanz blieb man noch einige Stunden zuſammen.
— Orpheum. Operettenrevue „Meſſalinette”, von
Walter Bromme. Premiere am Samstag, den 1. Oktober, abends 8 Uhr.
Heute abend 8 Uhr findet die Erſtaufführung der Operettenrevue „
Meſſa=
linette” von Rich. Bars und Perdes Milo, Muſik von Walter Bromme,
ſtatt. Das Operettenenſemble (Intendant Dr. Martin Friedmann) hat
durch die Aufführungen der Operette „Der alte Deſſauer”, ſeine
künſt=
leriſche Leiſtungsfähigkeit auf dem Gebiete der ſeriöſen Operette
erwie=
ſen. Die heutige Erſtaufführung „Meſſalinette” ſoll bezeugen, daß das
Enſemble auch auf dem Gebiete der heiteren Muſe auf der Höhe ſteht.
Die Operettenrevue „Meſſalinette” wurde bisher an weit über 350
deut=
ſchen und ausländiſchen Bühnen gegeben und zählt wohl zu den
heiter=
ſten Werkem der heutigen Operette. Textlich genügt die Feſtſtellung, daß
das Werk im erſten Akte in der Garderobe des Theaters „Caſino de
Paris”, der zweite und dritte Akt auf der Beſitzung Achmed Soliman
Paſchas in Monaco ſpielt. Muſikaliſch bringt die Operette durch vegs
Schlagerlieder, unter denen „Schminke und Puder, dazu noch Talent” —
„Mohamed, du großer Mohamed” — Leb wohl Veronika” — „Gnäd’ge
Frau, Sie müſſen mir geſtatten” — „Ich tu, was ich nicht laſſen kann”,
bereits in aller Welt Munde ſind. Das Werk wird von Oberſpielleiter
Curt W. Behrenſen inſzeniert. Für die Tänze zeichnet Hans Shavill,
die muſikaliſche Leitung hat Kapellmeiſter Curt Ludwig inne. Dieſe
Operettennovität dürfte ſicherlich den größten Beifall des Publikums
finden, umſomehr hier tatſächlich ſür zweieinhalb Stunden Lachen
vor=
geſorgt iſt. Wenn noch erwähnt wird, daß im dritten Akt der geſamte
Harem Soliman Raſchas, verſteigert wird, kann man ſich wenignens
halbwegs ein Bild dieſes überaus heiteren Werkes machen. Der
Vor=
verkauf hat bereits begonnen. Vorverkaufskarten die zur freien
Be=
nützung der Straßenbahn auf allen Linien zum Orpheum Geltung
be=
ſitzen, bei Hugo de Waal, im Verkehrsbureau und Zeitungskiosk Ernſt=
Ludwigsplatz.
— Kriegerkameradſchaft „Germania” Unſere Kameraden werden
gebeten, ſich rechtzeitig am Samstag, nachm 4.15 Uhr, am Muſeum zur
Teilnahme an der Geburtstagsfeier des Reichspräſidenten Exz. v.
Hinden=
burg einzufinden. Abends 8 Uhr Begrüßungsabend der Heſſiſchen
Dra=
goner und Standartenweihe in der F ſthalle. Sonntag, den 2. Oktober,
Weihe des Denkmals. der Heſſiſchen Dragoner,
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Ieft
Runderu
Seite 6
Samstag den 1. Oktober 1927
Nummer 272
Parum nicht in Darmſtadt kagfen?
Von Dr. A. Moeßner, Darmſtadt.
Darmſtadt leidet unter den gleichen Erſcheinungen wie eine Reihe
anderer Städte mittlerer Größe: die Nähe von Großſtädten in
Ver=
bindung mit der zunehmenden Vervollkommnung und Schmalligkeit der
Verkehrsmittel beeinträchtigt ſeine Fortentwicklung. Die Fortſchritte des
modernen Verkehrsweſens wirken ſich ſpeziell für den ortsanſäſſigen
Einzelhandel teils günſüig, teils ungünſtig aus. Währnnd einerſeits der
Einzelhandel in der Lage iſt, z. B. landwirtſchaftliche (auch ausländiſche)
Erzeugniſe weit beſſer und raſcher als fyiher in friſchem Zuſtande dem
Verbrauch zur Verfügung zu ſtellen, ziehen die nahen Großſtädte manche
anſpruchsvollen Käuferkreife von dem örtlichen Konſum weg, eigentlich
aber nur infolge des höheren Anreizes an Unterhaltung und Vergnügen,
denn dieſer Abfluß der Kundſchaft von Darmſtadt auf Grund großer
Anſpriiche iſt bei der hohen Qualität und Leiſtungsfähigkeit der hieſigen
Geſchäfte durchaus unberechtigt.
Der Einzelhandel hat die bedeutſame Aufgabe, die Verſorgung der
Bevölkerung in der wirtſchaftlich beſten Form durchzuführen. Dieſe
Aufgabe legt ihm wichtige Pflichten auf. Der Verbraucher als Laie
vertraut dem Einzelhändler als Fachmann und erwartet von ihm, daß
er ihn gut und reell bedient. Der Einzelhändler, ſeinerſeits hat die
Pflicht, ſich ſeiner Käuferſchaft ſorgfältig anzupaſſen und ſie gleichzeitig
dazu zu erziehen, gute, brauchbare Waren zu erſchwinglichen Preiſen zu
kaufen. Der Konſument andererſeits ſoll den Kaufmann in dieſem
Be=
ſtreben unterſtützen, da ohne ſeine Mitarbeit ein gedeihliches Verhältnis
unmöglich iſt. Der Kaufmann aber muß ein feines Gefühl für den
Geſchmack und die Wünſche ſeines Publikums haben; es wäre falſch und
würde ſich in der Zukunft rächen, hier etwas erzwingen zu wollen.
Immer mehr hat ſich im kaufmänniſchen Leben Deutſchlands das
ameri=
kaniſche Wort „vom Dienſt am Kunden” eingebürgenrt und für die ganze
Betriebsführung des Einzelhandelgeſchäfts Bedeuutung erlangt. Der
Ausſtattung des Schaufmſters und ſeiner Beleuchtung, der Reklame in
Preſſe und Laden, der Behandlung des Kunden, all dieſen Faktoven
wird heute erhöhte Beachtung zugewandt, und man kann mit
Beſtimmt=
heit ſagen, daß gerade in Darmſtadt dieſen Dingen das Intereſſe des
Kaufmanns in beſonderem Maße gilt. Man iſt bemüht durch
Moderni=
ſierung der Ladenräume, größte Neichhaltigkeit und Auswahl der
ge=
führten Artikel, ſtets bereites Eingehen auf die Wüinſche des Publikums
den Forderungen neuzeitlicher Geſchäftsführung Rechnung zu tragen.
Deutſchland galt von jeher als das Land der Qualitätserzeugung,
und es muß auch heute für den Einzelhandel mehr als je heißen: zurück
zur Qualität! Auch das Publitum muß endlich davon abkommen, den
Preis als den einzigen Maßſtab für den Verkaufswert und den
gewünſch=
ten Beſitz einer Ware zu betrachten. Nur im Zuſammenhang mit dem
Gebrauchswert kann feſtgeſtellt werden, ob eing Ware wirklich preiswert
und kaufwürdg iſt. Das Kaufia mach Preislagen begünſtigt häufig
die Schundware und liegt nicht im volkswirtſchaftlichen Intereſſe Jeden
auch noch ſo geringfügige Gegenſtand kann und ſoll Qualität ſein: das
Nähgarn ſowohl wie der Anzug, der Zucker wie der Kaffee. Es iſt in
früheren Zeiten, beſonders in der Inflationszeit, hiergegen viel
geſün=
digt worden, allerdings kam damals das Beſtreben zur Werteerhaltung
dieſem Kaufen ohne Rückſicht auf Qualität und Brauchbarkeit entgegen.
Hierin iſt Gott ſei Dank ein fühlbarer Wandel eingetreten mit
Unter=
ſtützung des Verbrauchers, deſſen Kritik und Anſpuiche an die
Waren=
qualität ſichtlich zugenomen haben.
Vielfach wird der Einzelhandel als letztes Glied in der
volkswirt=
ſchaftlichen Kette vom Produzent bis zum Verbraucher für Vorgänge
verantwortlich gemacht, die von ihm nicht beeinflußt werden können.
Die Preisbildung ſeiner Waren iſt im erſter Linie abhängig von der
Marktlage der Rohſtoffe, von dem Beſchäftigungsgrad, der
Leiſtungs=
fähigkeit und von den Kalkulationsprinzipien der Vorlieferanten, die
damit auch die Preisgeſtaltung des Endproduktes maßgeblich beeinfluſſen.
Für den Einzelhandel iſt der Preisregulator die ſtarke Konkurrenz, die
heute einen ſcharfen Exiſtenzkampf untereinander hervorgerufen hat, und
jeder Einzelhändler, der bei gleichwertiger Ware über das Preisniveau
ſeiner Konhurrenten hinausgehen wuirde, kann auf die Dauer im freio
Wettbewerb nicht beſtehen. Es liegt gerade im wohlverſtandenen
Inter=
eſſe des Einzelhandels, die Geſtaltung des Wirtſchaftslebens möglichſt
reibungslos zu fehen. Es müiſſen daher aber auch Aeußerungen, wie die
des Herrn Reichsfinanzminiſters Dr. Köhler beim Magdeburger
Beamtentag, wonach die Wirtſchaftskreiſe bereit ſeien, anläßlich der
Neu=
regelung der Beamtenbeſoldung die Preiſe für beſtimmte Waren zu
er=
höhen, Bedauern und entſchiedene Ablehnung hervorrufen, insbeſondere,
da für dieſe Behauptungen keinerlei Beweiſe vorliegen. Der
Einzel=
handel begrüßt jede Stärkung der Kaufkraft des Publikums und hat
leb=
haftes Intereſſe daran, daß der deutſchen Beamtenſchaft eine ihrer
Be=
deutung angemeſſene Lebensmöglichkeit geſichert iſt. Mit ganz
verſchwin=
denden Ausnahmen iſt der Einzelhandel von dem Inlandsmarkt
ab=
hängig, und dieſer iſt nur voll aufnahmefähig, wen es der Induſtrig
und der Landwirtſchaft gut geht, ſo daß möglichſt weite Kreiſe der
Be=
völkerung bei dem wirtſchaftlichen Aufſtieg Arbeit und Gewinn finden
können. Der Einzelhändler und der Verbraucher aber ſind aufeinander
angewieſen. Der Verbraucher ſoll ſeine Wünſche an den örtlichen
Einzel=
handel vorbringen, der Einzelhandel wird ſie nach beſten Kräften erfüllen.
H.K. Wie uns die Induſtrie= und Handelskammer Darmſtadt
wit=
teilt, iſt munmehr Vorſorge dahin getroffen worden, daß auf dem
Haupt=
bahnhof Darmſtadt auch bei den Nachtzügen, zu denen bisher
be=
dauerlicherweiſe keine Gepäckträger anweſend waren, künftig ein
Bedienſteter den Gepäckträgerdienſt verſieht. Einem ſehr unliebſam
empfundenen Mißſtand iſt hiermit erfreulicherweiſe abgeholfen.
— Simon= und Charlotte=Fuldaftiftung. Aus vorſtehender Stiftung
werden auch in dieſem Jahre wieder Unterſtützungen in Geld und
Brenn=
materialien vergeben. Alles Nähere iſt aus den Bekanntmachungen in
den Städtiſchen Aushängekaſten im Stadthaus, an den Polizeirevieren
uſw. erſichtlich.
— Geſchäftsinbiläum. Am 1. Oktober begeht die Firma Lautz n.
Hofmann, Brotfabrik, ihr 50jähriges Geſchäftsjubiläum.
— „Alte Kunſt am Mittelrhein”, Landesmuſeum. Wir machen
darauf aufmerkſam, daß die Ausſtellung „Alte Kunſt am Mittelrhein”
am Sonntag, 2. Oktober, zum letzten Male geöffnet iſt. Herr Direktor
Dr. Feigel wird am Samstag nachmittag um 4 Uhr und Sonntag
vor=
mittag um 11 Uhr, und Herr Dr. Röder am Sonntag nachmittag um
4 Uhr öffentliche Führungen veranſtalten, an denen jeder Beſucher der
Ausſtellung ohne weiteres teilnehmen kann.
— Im Schloßmuſenm finden täglich Führungen um 11, 11½,
15½ und 16 Uhr ſtatt.
— Darmſtädter Künſtler auswärts. Herr Edmund Weyns, der ſeit
Beginn der Spielzeit als erſter Konzertmeiſter am Staatstheater in
Wiesbaden wirkt, ſtellte ſich kürzlich dem Wiesbadener Publikum in
einem eigenen Violinabend vor und erſpielte ſich einen außerordentlichen
Erfolg. Das Wiesbadener Tagblatt ſchreibt u. a.: Als Sologeiger hat
Edmund Weyns geſtern einen ſehr günſtigem Eindruck hinterlaſſen.
Der junge Künſtler erfreute ſofort dunch ſeine geſchmackvolle
Aus=
führung im Figurenwerk und ſinnlichen Reiz in der Kantilene. Sein
Ton hat etwas eigenartig Schwebendes, iſt hellſtrahlend und von
trans=
parenter Klarheit . . . Die beiden Herren (am Kla=ier war kein
Ge=
ringerer als Joſeph Roſenſtock ſein Partner) ſpielcht die Mozartſche
Sonate mit warmer Hingabe, und beſonders Herr Weyns ſchwelgte, bei
leichtem Schwung des techniſchen Teils, in lieblich anmutigem Ausdruck,
verſtand es aber auch, in dem ernſten Andante an tiefere Seiten des
Empfindens zu rühren . . . „Wiesbadener Zeitung”: Der
neuverpflich=
tete Konzertmeiſter der Staatskapelle Edmund Weyns ſtellte ſich dem
hieſigen Publikum vor. Der junge Künſtler verfügt über eine ſchöne,
volle Tongebung, die ſehr nüancenreich iſt; ſeine Bogenführung iſt
überaus geſchmeidig und ſeine Technik von großer Virtuoſität. Auch
vermochte er dem geiſtigen Gehalt der vorgetragenen Werke in ſchlichter,
natürlicher Weiſe gerecht zu werden .. . Edmund Weyns ſiegte auf der
ganzen Linie und die zahlreichen Zuhörer zeichneten ihn durch ſtürmiſchen
Beifall aus. Infolgedeſſen mußte er noch eine Zugabe ſpenden.
„Wiesbadener Badeblatt”: . . . Herr Edmund Weyns beherrſcht
Griff=
brett ud Bogen gleich vollendet. Die mannigfachen Fiorituren, größere
Sprünge von einer Poſition zur anderen, ſchwierige Doppelgriffe uſw.
erklingen mit unfehlbarer Sicherheit und Sauberkeit. — „Rheiniſche
Volkszeitung”: . . . Von wenigen Wochen haben wir dort Klemperer
und Peiſcher Abſchied nehmen ſehen, wo jetzt Roſenſtock und Weyns ſich
vorſtellten . . . Der junge Geiger überraſchte zunächſt durch eine feſte
Hand und durch eine fabelhafte Technik . Er verſchmäht Mätzchen
und Sentimentalität. Merkwürdig knabenhaft unerwacht klingt oft die
Weiſe, aber auch knabenhaft kühn und daher bezaubernd ſchön . . . Die
Stimmung des Publikums war ſchon nach dem erſten Stück entſchieden.
Weyns ſpürte die Sympathie, die vom Saale zum Podium ſtrömte, und
ſein Können entfaltete ſich in ſchönſter Freiheit.
Nachgebühren für unzureichend freigemachte Briefſendungen. Die
Beſtimmungen über Nachgebühren für nicht oder unzureichend
frei=
gemachte Briefſendungen des innerdeutſchen Verkehrs werden mit
Wir=
kung vom 1. Oktober 1927 ab dahin geändert, daß von dieſem Tage ab
im innerdeutſchen Verkehr für nicht oder unzureichend freigemachte
Poſt=
karten, Bwiefe, Druckſachen uſw. nicht mehr ein Betrag von mindeſtens
10 Rpf. nacherhoben wird, fondern lediglich eine Aufrundung des
ein=
ginhalbfachen Fehlbetrages auf volle 5 Rpf. ſtattfindet.
Wochenfpielplan des Heſſiſchen Landestheaters
Großes Haus.
Sonntag, den 2. Oktober, 19 Uhr, Ende 22½ Uhr. H 1 (
Bühnen=
volksbund). Wahlvorſtellung. „Carmen”, Oper von
Bizet. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Montag, den 3. Oktober. Keine Vorſtellung.
Dienstag, den 4. Oktober, 20 Uhr, Ende gegen 22 Uhr. A 3.
„Und Pippa tanzt”, ein Glashüttenmärchen von
Ger=
hart Hauptmann. Preiſe 0,80 bis 8 Mk.
Mittwoch, den 5. Oktober, 19½ Uhr, Ende 22½ Uhr. F 1 (
Darm=
ſtädter Volksbühne). „Die verkaufte Braut”, Oper
von Smetana. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Donnerstag, den 6. Oktober, 19½ Uhr, Ende nach 22 Uhr. K 3
(Bühnenvolksbund). „Das Wintermärchen”,
Schau=
ſpiel von Shakeſpeare. Preiſe 0,80 bis 8 Mk.
Freitag, den 7. Oktober. Keine Vorſtellung.
Samstag, den 8. Oktober, 20 Uhr, Ende gegen 22 Uhr. E 3. In
— neuer Inſzenierung: „Salome”, Muſikdrama von Rich.
Strauß. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Sonntag, den 9. Oktober, 19 Uhr, Ende nach 22 Uhr.
Sonntags=
fremdenmieten grün und weiß, 2. Vorſtellung. „Der
Zigeunerbaron”, Operette von Johann Strauß.
Preiſe 1 bis 10 Mk.
Kleines Haus.
Sonntag, den 2. Oktober, 20 Uhr. Tanzabend Manda von
Kreibig. Preiſe 1, 2, 3 Mk.
Montag, den 3. Oktober. Keine Vorſtellung.
Dienstag, den 4. Oktober, 20 Uhr. 1. Vereinsabend der Freien
Literax.=Künſtleriſchen Geſellſchaft. Tanzabend Gert
Palucca. Preiſe 1 bis 5 Mk.
Mittwoch, den 5. Oktober, 19½ Uhr, Ende 22 Uhr. Zuſatzmiete
heim. Preiſe 1,20 bis 6 Mk.
Wolf=Ferrari. Preiſe 1,50 bis 7,50 Mk.
Freitag, den 7. Oktober, 20 Uhr. Theodor Heuſer; Hugd= und es gehört ſeitens des veranſtaltenden Vereins ein nicht geringer
Wolf=Liederabend. Preiſe 1, 2, 3 Mk.
der Heſſiſchen Spielgemeinſchaft. Volksvorſtellung. Preiſe
1, 2, 3 Mk.
Sonntag, den 9. Oktober, 19½ Uhr, Ende 22 Uhr. Zuſatzmiete folgt, können wir heute noch keine Namen nennen. Doch iſt mit Sichet=
TV (1). „Die Hoſe”, bürgerliches Luſtſpiel von Stern= werden,
heim. Preiſe 120 bis 6 Mk.
Zur beſſiſchen Gewerbeſteuer.
Die heſſiſchen Induſtrie= und Handelskammern haben zur Heſſiſchen
Gewerbeſteuer folgende Entſchließung gefaßt, die der Heſſiſchen
Regie=
rung ſowie den Parteien des Heſſiſchen Landtags übermittelt wurde:
Die heſſiſchen Induſtrie= und Handelskammern ſtehen nach wie vor
grundſätzlich auf dem Standpunkte, daß aus Gründen der
Steuergerech=
tigkeit an der Forderung nach einer endgültigen Veranlagung der
Ge=
werbeertragsſteuern für die Jahre 1925, 1926 und 1927 feſtgehalten
werden muß. Sollte jedoch dieſe endgültige Veranlagung aus
ſteuer=
techniſchen Gründen nicht mehr durchzuführen ſein, ſo halten ſie es
für unbedingt geboten, daß baldigſt ein Ausgleich der ſchwerſten Härten
erfolgt. Als geeignete Maßnahme ſchlagen ſie vor:
In den Jahren 1925, 1926 und 1997 zu Unrecht gezahlte oder
an=
geforderte Gewerbeertragsſteuern ſind auf Antrag zurückzuerſtatten bzw.
niederzuſchlagen, wenn die gezahlten oder angeforderten
Gewerbeertrags=
ſteuern der einzelnen Jahre im offenſichtlichen Mißverhältnis zu den
für die einzelnen Jahre bei der Einkommen= bzw.
Körperſchaftsſteuer=
veranlagung feſtgeſtellten gewerblichen Einkommen ſtehen. Ein
der=
artiges Mißverhältnis iſt immer dann als vorliegend anzunehmen, wenn
die ſtaatlichen und gemeindlichen Gewerbeertragsſteuern eines Jahres
zu=
ſammen mehr als 20 Prozent des bei der Einkommen= und
Körper=
ſchaftsſteuerveranlagung endgültig feſtgeſtellten gewerblichen Einkommens
betragen. Für diejenigen Jahre, für welche ein ſolches Mißverhältnis
nachweisbar, iſt, hat Erlaß oder Rückerſtattung der bezahlten bzw.
an=
geforderten Gewerbeertragsſteuern inſoweit zu erfolgen, als die
ſtaat=
lichen und gemeindlichen Gewerbeertvagsſteuern inſoweit zu erfolgen, als
die ſtaatlichen und gemeindlichen Gewerbeertragsſteuern 20 Prozent des
feſtgeſtellten gewerblichen Einkommens überſteigen. Die Kammern haben
dieſen an ſich ſehr hohen Prozentſatz gewählt, um im Intereſſe der
Durchführbarkeit ihres Vorſchlags den Kreis der Antragsb=rechtigken
auf die am ſchwerſten betroffenen Steuerpflichtigen zu beſchränken.
Heſſiſches Gewerbemuſeum.
Von den Neuerwerbungen der letzten Zeit ſind folgende
hervor=
zuheben: Reimann, 25 Jahre Schule Reimann, 192. Andree=
Heiderich=Sieger, Geographie des Welthandels, 3 Bände,
1926/27. Paſſow, Hochofenzement, 1912. Roggenhofer. Die
Wäſcherei in ihrem ganzen Umfang, 1927, Steinbrings, Der
praktiſche Maſchinenbauer und Mochaniker, 1927. Schuette
Ge=
ſtickte Bildteppiche ud Decken des Mittelalters, 1927 Braun,
Meiſter=
wverke der deutſchen Goldſchmiedekunſt, 2 Bände, Stodola, Dampf=
und Gasturbinen, 1924. Weingartner, Das kirchliche Kunſtgewerbe
der Neuzeit 1926. Bennett, Bauformen in Eiſenbeton, 1927.
Ehmke. Schrift, ihre Geſtaltung und Entwicklung in neuerer Zeit,
1925. Adreßbuch des Bundes Deutſcher Gebrauchsgraphiker, 1927.
Bott, Handwörterbuch des Kaufmanns, 5 Bände, 1925/7. Haebler,
Der deutſche Wiegendruck 2 Bände, 1927. Schmidt, Europäiſches
Glas, 1927. Bohatta, Einführung in die Buchkunde, 1927. Kühnel,
Jslamiſche Stoffe, 1927. Riegl. Spätrömiſche Kunſtinduſtrie 1927.
Aumer, Kraftfahrzeugverkehr 1927. Dieſelmaſchinen III, 1927.
Schimpke. Die neueren Schweißverfahren, 1922. Schöning,
Stanz= u. Prägetechnik Schott, Die Metallgießerei, 1920. Hoeniger,
Jahrbuch des Arbeitsrechts, 7. Band, 1927. Syrup, Handbuch des
Arbeiterſchutzes und der Betriebsſicherheit, 1977. Koch, Der Garten,
1927. Künſtle Jkonographie der Heiligen, 1926. Deutſches
Reichs=Adreßbuch, Ausgabe 1928, 1. Band. Adgm. Das
Reſtaurieren alter Bücher, 1927. Feulner, Kunſtgeſchichte des Möbels,
1927. Platz. Die Kunſt der neueſten Zeit, 1927. Statiſtiſches
Jahrbuch für das Deutſche Reich, 1927.
— Lehrgang für Bibel= und Jugendarbeit. Das Evangeliſche
Landes=
jugendpfarramt für Heſſim hat für ſeinen Lehrgang für Bibel=
und Fagendarbeit, der vom 3.—7. Oktober in Darmſtadt, Otto=
Berndt=Halle (Alexanderſtraße 22) ſtattfindet, folgenden
Tagungs=
plan vorgeſehen: Montag, den 3. Oktober, 20 Uhr: Eröffnung, Prälat
D. Dr. Diehl=Darmſtadt. „Jugend und Evangelium”; Referent
Uni=
verſitätsprofiſſor D. Dr. Cordier=Gießen. Darbietungen des
Kalbhenn=
ſchen Hornquartetts. — Dienstag, 4. Oktober, 9 Uhr: Morgenandacht;
Pfarrer, Kornmann=Frankfurt a. M. „Altes Teſtament‟ Referent
Paſtor Engelke=Hamburg, Direktor des Rauhen Hquſes. 12.30 Uhr
Mit=
tagstiſch im Studentenheim. 16.30—18.30 Uhr: Der Verein, ein Stein
zum Aufbau des Familienlebens”, Referent Fräulein Stehmann,
Burck=
hadthaus, Berlin=Dahlem. 18.30 Uhr Pauſe: Abendtiſch im
Studenten=
heim. 20 Uhr: „Bibel und Jugendpſychologie” Referent
Oberkirchen=
rat Zentgraf=Mainz. — Mittwoch, den 5. Ottober, 9 Uhr:
Morgen=
andacht, Pfarrer Heinzerling=Selzen. „Neues Teſtament”, Referent
Paſtor Engelke=Hamburg. 16.30—18.30 Uhr: „Vom rechten Feiern”
Referent Fräulein Stahmann, Berlin=Dahlem. 20 Uhr: Geſelliger
Abend; der Bund der deutſchen Jugendvereine Darmſtadt wird Bilder
aus ſeiner Arbeit zeigen. — Donnerstag den 6. Oktober, 9 Uhr:
Mor=
genandacht, Pfaarrer Klingelhöffer=Reichelsheim i. Odw., Geſetz und
Evangelium in der Jugendführung‟ Erfolg und Mißerfolg in der
Jugendarbeit”; Referent Paſtor Engelte=Hamburg. 16.30—18.30 Uhr:
Wege aus dem Leben in die Bibel”, Neferent Fräulein Stehmann,
Berlin=Dahlem. 2 Uhr: „Die heſſiſche Landeskirche und ihre Jugend,
Bilder aus vier Jahrhunderten”, umrahmt von Darbietungen des
Po=
ſaunenchors Guſtavsburg. Referent Prälat D Dr. Diehl=Darmſtadt. —
Freitag, den 7. Oktober, 9 Uhr: Morgenandacht, Jugendpfarver Nau=
Mainz. „Jugendarbeit auf dem Lande‟. Neferent Pfarrer Ruhland=
Beedenkirchen. „Die Jugendgemeinde‟ Refewent Pfr. Page=Weiſenau.
15 Uhr: Spaziergang nach Schloß Kranichſtein. Treffpunkt Otto Berndt=
Halle. (Fahrgelegenheit mit Straßenbahnlinien 6 und 7 bis
Oberwald=
haus.) Kaffeetrinken in Kranichſtein. 17 Uhr: Abſchlußfeier in der
Schloßkapelle daſelbſt. — Verpflegung: Während der Tagung iſt
Frühſtück, Mittageſſen und Abendbrot zu billigem Preiſe im
Studenten=
ſeim (im Hofe der Otto=Berndt=Halle) zu haben. —
Teilnehmer=
karten: Dauerkarten zu 3 Mk. Tageskarten zu 1 Mk. und
Halbtags=
karten zu 50 Pfg. ſind an der Tageskaſſe zu haben. Rir auswärtige
Gäſte ſtehen noch einige Freiquartiere zur Verfütgung; Anmeldung
um=
gehend an das Er. Landesjugendpfarramt Darmſtadt, Waldſtraße 40,
erbeten.
— Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875 — Wanderabteilung.
Am Sonntag, den 2. Oktober, findet die letzte diesjährige Tageswan.
derung ſtatt. Von Heppenheim führt der Weg nach der Tromm,
weiter nach Waldmichelbach. Mittagsraſt wird im Gaſthas Keil auf
der Tromm gehalten. Abfahrt erfolgt um 802 Uhr ab Hauptbahnhof
mit Sonntagskarte nach Waldmichelbach (Preis 2,50 Mk.) Rückfahrt
um 7.21 Uhr nach Waldmichelbach. Wir bitten unſere Mitglieder um
zahlreiche Beteilgung bei unſerer letzten Tageswanderung. Die
nächſten Wanderungen fühnen nur durch die nähere Umgebung
Darm=
ſtadts.
— Der Beſitzer des Hauſes Hochſtraße 27 hat ſich anläßlich des
Ge=
burtstages des Reichspräſidenten entſchloſſen, die gelegentlich des
Kreis=
turnfeſtes ſo außerordentlich günſtig beurteilte Illumination und
Deko=
ration ſeines abuſes nochmals anbringen zu laſſen. Mit Eintritt der
Dunkelheit wird dieſelbe heute und morgen abend dunchgeführt.
Tapeten / Linoleum
Groß= und Kleinverkauf
Tand, Zorn 6é
vorm. Frankfurter Tapetenfabrik
Schleiermacherſtraße 24—23 (am Gericht)
Nationaler Freiballonwettbewerb.
Darmſiadt 1922.
II (1). „Die Hoſe”, bürgerliches Luſtſpiel von Stern. Die Vorbereitungen für dieſes bedeutende flugſportliche Ereignis
ſchreiten rüſtig fort. Der bekannte Daamſtädter Graphiker Hartmuth
Donnerstag, den 6. Oktober, 19½ Uhr, Ende 22 Uhr. Zuſatzmiete Pfeil hat ein originelles Plakat entworfen, welches in der nächſten
UI (1). „Die vier Grobiane” komiſche Oper von Zeit angeſchlagen wird. Die Behörden widmen der Veranſtaltung großes
Intereſſe, und das mit Recht, denn gerade der Austragungsoat des
Wettbewerbs galt ſchon immer als Hort und Hüter flugſportlicher Ideen,
Mut dazu, einen Freiballon=Wettbewerb auszuſchreiben.
Samstag, den 8. Oktober, 19½ Uhr, Ende gegen 22½ Uhr: Doch ſind die neuen Führer der „Heſſenflieger” von der Idee durch=
Datterich” Lokalpoſſe von Niebergall. Dargeſtellt von drungen, daß man mit allen Mitteln das Intereſſe der großen
Maſſe am Flugſport wachhalten muß.
Da der Nennungsſchluß erſt in den erſten Tagen des Oktobers
er=
heit anzunehmen, daß ſich namhafte Ballonführer zum Start einfinden
Die rein organiſatoriſchen Fragen ſind dank eingehender Arbeiten
raſtlos gelöſt. Einige die Allgemeinheit intereſſierende Punkte ſeien noch
erwähnt. Die Ballons ſind in drei Klaſſen eingeteilt: bis 1200
Kubik=
meter können der Führer und ein Mitfahrer aufſteigen; bis 1600
Kubik=
meter ſind der Führer und zwei Mitfahrer zuläſſig, während die
Bal=
lons über 1600 Kubikmeter Führer und dvei Mitfahrer tragen. Leiden
iſt es micht möglich geweſen, Waſſerſtoffgas in genügender
Menge anzutransportieren (es hätte von Bitterfeld in
Tankwagen kommen müſſen), und ſo werden denn die Ballons mit dem
Leuchtgas des Städtiſchen Gaswerks Darmſtadt gefüllt werden. Wie
ſehr man darauf bdacht iſt, daß nicht ingend welche Wetterſtörungen
den Flug beeintächtigen können, geht daraus hervor, daß man bis zum
letzten Augenblick den Ballonführern die Wetterkarten zuſtellt.
und ſo wird ſich denn am 16. Oktober nachmittags 5 Uhr, auf dem
Darmſtädter Flugplatz ein in Süddeutſchland ſchon ſeit über einem
Jahrzehnt nicht mehr geſehenes Bild abrollen. In breiter Front gondeln
die gelben ſtraffen Hüllen hin und her geſchäftige Hände halten die
Kugel noch am Boden, bis ſich dann auf ein Zeichen der erſte der
Bal=
lons ſtolz in die Lüfte erhebt. In kurzen Abſtänden folgen ſodann die
anderen, um ihre Reiſe in die ubekannte Weite anzutreten. Wie weit
mögen ſie wohl kommen?
— Bühnenvolksbund — Darmſtädter Spielſchar. Es wird uns
ge=
ſchrieben: Unſexe Mieten erfreuen ſich auch dieſes Jahr einer großen
Abnehmerzahl. Um unſere Kulturarbeit weiter zu unterſtützen, bitten
wir die Mitglieder, den Boten unſerer Spielſchar, der zur Werbung für
das Abonnement derſelben für die Spielzeit 1927/B8 in den nächſten
Tagen vorſpricht, nicht abzuſchicken, ſondern ſich in die Liſte
einzuzeich=
nen. Sie übernehmen mit dieſem Beitritt zur Spielſchar
keinerlei Pflichten, ſondern unterſtützen durch regelmäßige
Ab=
nahme der Karten zu RM. 0,60 für eine Vorſtellung die Schar und
damit unſere ideale Arbeit, die Förderung der volkstümlichen
Dar=
ſtellungskunſt. Als Auftakt der Spielzeit 1927/28 bringt unſere
Spiel=
ſchar einen heiteren Märchenabend mit den in Magdeburg und Kaſſel
mit Erfolg aufgeführten Spielen „Pechvogel und Glückskind” und der
„Schweinehirt” von Walter Blachetta. Sollte ein Leſer dieſer Zeilen
nicht beſucht werden, ſo bitten wir, bei der Firma Muſik=Arnold am
weißen Turm das Nähere über die Spielſchar=Miete einzuholen. Eine
Liſte zum Einzeichnen liegt bei Herrn Arnold offen.
— Die Abonnenten der 10 Akademie=Konzerte werden darauf
auf=
merkſam gemacht, daß die Mietkarten ausgeſtellt ſind. Die
Abon=
nenten erhalten in den nächſtem Tagen Nachricht, wann und wo die
Mietkarten abgeholt werden können.
Kartoffelkrebs. Vom Heſſiſchen Landwirtſchaftsamt Darmſtadt
wird uns geſchrieben: Auch in Arheilgen wurde der Kartoffelkrebs
feſt=
geſtellt. Infolgedeſſen hat das Landwirtſchaftsamt Darmſtadt den
Land=
wirtſchaftsaſſeſſor Stumpff beauftragt, am Sonntag, den 2. Oktober
nachmittags um 4 Uhr (16 Uhr), im Saale des Gaſthauſes „Zur Sonne!‟
eimen Vortrag über „Kartoffelkrebs” zu halten.
Lokale Veranſialtungen.
Die dierunter erfcheinenden Nofizen ſind antſchlletlich ais Hinwelſe auf Anzeigen m betradhten.
in keinem Falle irgendwie alt Beſtprechung oder Kritk.
— Vereinigung früherer Leibgardiſten
Darm=
ſtadt. Nachdem der Zeitpunkt für den Feſtzug der Heſſiſchen Dragoner=
Brigade auf Sonntag, nachmittags 3 Uhr, feſtgelegt iſt, bitten wir die
Kameraden, ſich pünktlich um 2.30 Uhr an der Sammelſtelle, Hügelſtraße
(Ecke Marienplatz), einzufinden. An der Hindenburgfeier nimmt die
Vereinigung ebenfalls teil, und zwar findet dieſelbe am Samstag, den
1. Oktober, naumittags 5 Uhr, in der alten Leibgardiſten=Kaſerne ſtatt.
Die Fahnenabordnung ſteht um 4.45 Uhr am Eingang zu der Kaſerne. —
Das beabſichtigte Herbſtfeſt des Stenographenvereins von 1861
Darm=
ſtadt, zu dem die Vereinigung ebenfalls eingeladen war, fällt mit
Rück=
ſicht auf die Veranſtaltungen der Dragoner aus und findet am Samstag,
den 8. Oktober, abends 8 Uhr, im Konkordiaſaal ſtatt. Wir bitten
unſere Mitglieder, von Vorſtehendem Kenntnis zu nehmen.
— Liederzweig. Den Beſuchern des Winzerfeſtes heute abend
auf dem Heiligen Kreuz zur Nachricht, daß die elektriſche Bahn von 8—9
Uhr verſtärkten Betrieb — alle 7 Minute — durchführt.
Aus den Parteien.
Abgeordneter Haury und die Wirtſchaftspartei.
Vom Generalſekretariat der Deutſchen Volkspartei in Heſſen
erhalten wir folgende Mitteilung:
Aus durchſichtigen Gründen wird von gegneriſcher Seite die
Nachricht verbreitet, daß der Abgeordnete Haury bei der
be=
vorſtehenden Landtagswahl als Spitzenkandidat der
Wirtſchafts=
partei kandidieren werde.
An dieſen Gerüchten iſt kein wahres Wort. Herr
Abgeord=
neter Haury hat allen in dieſer Beziehung an ihn herangetrete.
nen Anfragen der Wirtſchaftspartei eine ſo klare und
unmißver=
ſtändlich ablehnende Antwort erteilt, daß die Wirtſchaftspartei
jede Hoffnung auf die Gewinnung des bewährten
Mittelſtands=
vertreters aufgeben muß.
Abgeordneter Haury ſteht nach wie vor auf dem Standpunkt,
daß die Wirtſchaftspartei nur eine Zerſplitterung des
Bürger=
tums bedeutet und ſolange keine Exiſtenzberechtigung hat, als
die Belange des gewerblichen Mittelſtandes von bereits
beſtehen=
den Parteien beſtens vertreten werden.
— Deutſchnationale Volkspartei, Ortsgruppe
Darmſtadt. Hindenburg=Geburtstagsfeier heute Samstag, 1. Okt.,
auf dem Hofe der Infanteriekaſerne in der Alexanderſtraße. Bei
un=
günſtiger Witteuung in der auf dem Hofe befindlichen Otto=Berndt=Halle.
Beginn rünktlich 5 Uhr nachmittags, Schluß 5.45 Uhr. Es iſt Pflicht
aller Deutſchnationalen, mit ihren Familienangehörigen an der
ein=
drucksvollen Feier teilzunehmen.
Nummer 272
Samstag, den 1. Oftober 1927
Seite 7
*Heſſiſcher Jagdklub Darmſtadt e. V.
Unſerem geſtrigen Bericht iſt folgendes nachzutragen: Am zweiten
Tage brachten Großkraftwagen die Teilnehmer der Veranſtaltung zum
Hof Gräbenbruch bei Pfungſtadt, wo zuerſt die Arbeit auf Raubzeug
vorgenommen wurde.
Der Heſſiſche Jagdklub unterhält als erſter Verein in Deutſchland
auf der hieſigen Kreisabdeckerei einen Fuchszwinger, in dem die Füchſe
für dieſe Arbeiten großgezogen werden, ſodaß den Hunden ſtatt der
armſeligen Katzen, die von den Verbandsvereinen im allgemeinen zur
Prüfung auf Schärfe verwendet werden, wehrhafte Gegner — wie die
rauhe Jagdpraxis es erfordert — gegenüberſtehen und jede Tierquälerei
vermieden wird.
Nach der Arbeit am Raubzeug ſetzte die Prüfung in allen Fächern
der Feldſuche ein, die Dank dem weidgerechten Sinn der Beſitzer der
dortigen Jagd, den Herren Gebrüder Kraft, Hof Gräbenbruch und Hof
Waſſerbihlos (das Revier war hervorragend mit Hühnern und Haſen
beſetzt), bis gegen Abend beendet war und man ſich im Deutſchen Haus
in Gernsheim zur Preisverteilung zuſammenfinden konnte.
Neben namhaften Geldereiſen ſtand für jeden Hund. Dank der
Freunde der guten Sache, ein wertvoller Ehrenpreis zur Verfügung.
Die Preisverteilung, bei der Profeſſor Zimmer den
Füh=
rern Worte hoher Anerkennung zollte für das, was ſie mit ihren
Prüf=
lingen in den vielfältigen Zweigen der Arbeiten ihrer Hunde gezeigt
hätten, ergab folgendes Reſultat:
Ia=Preis: Stropp von der Wette Pudelpointer=Rüde, Beſitzer
und Führer Friedr. Wette, Eberſtadt bei Darmſtadt.
Ib=Preis: Falk vom Bärenrott Pudelpointer=Rüde. Beſitzer
und Führer: Oberforſtverwalter Nees, Obernburg a. M.
IIa=Preis: Sepp von Interlaken Deutſch=Kurzhaar=Rüde.
Beſitzer: Hotelbeſitzer Vogt, Bad Kiſſingen, Führer: Hubert Heder,
Polz bei Dömitz (Kreis Mecklenburg=Schwerin).
IIb Preis: Stumpela von Interlaken. Deutſch=Kurzhaar=
Hün=
din. Beſitzer: A. F. Dennler, Interlaken (Schweiz), Führer:
Hubert Hedex, Polz.
IIe=Preis: Iris Heigenbrücken, Pudelpointer=Hündin. Beſitzer:
Direktor G. Albrecht, Mannheim; Füührer: Revierjäger L. Moter,
Biblis a. Rhein.
II0=Preis: Raudy vom Stoppelsberg, Deutſchdrahthaar=Rüde,
Beſitzer und Führer: Gg. Bergmann, Freiburg i. Br.
IIe=Preis: Donoff von Bolongaro, Deutſchkurzhaar=Rüde.
Be=
ſitzer: Hotelier Otto Schaffer, Frankfurt a. M.; Führer:
Revier=
jäger Ph. Niegemann, Kelkheim i. T.
IIf=Preis: Moritz II., Weſtuffeln, Deutſchkurzhaar=Rüde.
Be=
ſitzer: Rechtsanwalt und Notar J. Carnier, Darmſtadt; Führer:
Revierjäger Debus, Ober=Kainsbach i. Odw.
IIg=Preis: Drauf vom Krahbach. Deuutſchkurzhaar=Rride.
Be=
ſitzer: Carl Hill, Mannheim; Führer: Revierjäger J. Neumann,
Wattenheim im Ried.
Weitere neun Prüflinge konnten mit dem III. Preis ausgezeichnet
verden.
* Große Strafkammer.
p. Unter der ſchweren Anklage einer qualifizierten Urkundenfälſchung
ſteht ein junges, an der Bergſtraße wohnendes Mädchen, das für ſeinen
Vater Gemeinde= und Provinzialſteuer zu zahlen beauftragt war und
eine Steuerquittung mit dem Namen des Gemeinderechners fälſchlich
verſehen haben ſoll. Das Bezirksſchöffengericht hat wegen
Urkunden=
fälſchung in rechtlichem Zuſammentreffen mit Betrugsverſuch auf vier
Monate Gefängnis erkannt. Gegen dieſes Urteil haben
Staatsanwalt=
ſchaft und Angeklagte Berufung verfolgt.
Der Tarbeſtand liegt weit zurück, die Tat ſoll im Jahre 1925
be=
gangen ſein. Als Zeuge iſt wur der Gemeinderechner geladen; weiter
werden zwei Schreibſachverſtändige vernommen. Oberlehrer i. R.
Krauß=Babenhauſen hält objektiv eine Fälſchung für vorliegend, doch
hält er auf Grund der Schriftproben die Angeklagte nicht mit
Beſtimmt=
heit für die Täterin. Dr. Hans Popp=Frankfurt a. M. findet gleichfalls
beſtimmte Anhaltspunkte für dieſe Täterſchaft nicht, doch ſcheint
die Fälſchung im väterlichen Hauſe vorgenommen zu ſein. Auch ein
anderer Beamter aber oder eine dritte Perſon könnten die Fälſchung
vorgenommen haben. Der Verteidiger findet, daß das Dunkel, vor dem
man ſteht, nicht gelichtet werden könne. Zweifellos ſei die Urkunde
ge=
fälſcht, aber nicht ſtehe feſt, daß die Angeklagte die Fälſcherin ſei.
Ver=
ſchiedene Möglichkeiten hſtünden, aber auf vage Indizien könne keim
ſchlüſſiger Beweis gegründet weuden. Der Angeklagten müſſe ein
poſi=
tives Wiſſen nachgewieſen werden, daß eine andere Perſon die
Fäl=
ſchung vorgenommen habe. Anhaltspunkte dafür ſeien nich
hervorgetre=
ten. Auch ein Schreibgehilfe könne die Fälſchung vorgenommen haben,
um eine Unterſchlagung zu verdecken.
Der Staatsanwalt legt den Schwerpunkt darauf, daß die Angeklagte,
von einer gefälſchten Urkunde wiſſend, daß ſie gefälſcht ſei, Gebrauch
gemacht habe. Es ſei zu fragen, wo die Fälſchung hängen bleibe. Die
Urkunde ſei die ganze Zeit in Händen der Familie der Angeklagten
ge=
weſen, ein Mitglied dieſer Familie habe bei der Fälſchung die Hand im
Spiele gehabt. Der Verteidiger repliziert, daß die Staatsanwaltſchaft
ja früher das Verfahren eingeſtellt gehabt habe, weil keine ſtrafbare
Handlung vorliege, erſt auf Beſchwerde des Kreisamts habe der
General=
ſtaatsanwalt die Erhebung der Anklage veranlaßt. Für die der
Ange=
klagten zugeſchriebene Tat fehle jegliches Motiv.
Das Urteil verwirft die Berufungen. Die Angeklagte
habe mit allerhöchſter Wahrſcheinlichkeit die Urkunde gefälſcht. Das
Gericht hat aber nur aus § 270 StGB. (Gebrauchmachen von einer Urkunde,
wiſſend, daß ſie gefälſcht ſei) Verurteilung eintreten laſſen. Den
Ge=
meindererhner Belaſtendes ſei nicht zutage getreten.
Neue Siege von Mercedes=Benz.
Die außerordentlich lebhafte Rennſaiſon 1927 brachte in ihrem
all=
mählichen Ausklang der Marke Mercedes=Benz zu ihren hervorragenden
Siegen des Jahres neuerlich eine Anzahl ſportlicher Erfolge von
weit=
tragender Bedeutung.
Nachdem Roſenberger und Caracciola die Rekorde aller Kategorien
am Klauſenpaß erringen konnten, in Freiburg von Caracciola der
Schau=
insland=Bergrekord verbeſſert wurde und Kimpel im Kilometerrennen
mit 177,427 Km./Std. auf dem Mercedes=Benz=Sportwagen Typ „8‟
Weltrekordzeit fuhr, brachte das letzte klaſſiſche öſterreichiſche Bergrennen
auf dem Semmering am 11. September 1927 der Marke Mercedes=Benz
zu dem vom Vorjahr gehaltenen Streckenrekord Caracciolas den
Touren=
wagenrekord, den Prinz zu Schaumburg=Lippe aufſtellte, und den
Sport=
wagenrekord, den Roſenberger im toten Rennen mit dem Sieger der
Rennwagenkategorie in der ſchnellſten Zeit des Tages fuhr, ſo daß
Daim=
ler=Benz nunmehr die Kategorie=Rekorde der drei wichtigſten
euro=
päiſchen Bergrennen hält.
In gleich überlegener Manier fuhr Kimpel=Ludwigshafen im
Ren=
nen auf die Bühler Höhe während der Baden=Badener Herbſtfporttage
die beſte Zeit aller Sportwagen, und Caracciola im Buckower
Dreiecks=
rennen bei Berlin auf ſchlechteſter, kopfſteingepflaſterter Straße die
ſchnellſte Zeit des Tages. Er erhielt damit den Ehrenpreis des Herrn
Reichspräſidenten.
Am gleichen Tage ſiegte Walb=Mannheim im Rennen „Rund um
die Solitude” in der Sportwagenkategorie und erhielt zum zweiten
Male den Ehrenpreis des württembergiſchen Staatspräſidenten. Prinz
zu Schaumburg=Lippe erreichte im Ecce=Homo=Rennen gleihfalls die
beſte Zeit aller Sportwagen.
Die Gleichmäßigkeit dieſer Erfolge, die ſich nun in lückenloſer
Reihenfolge während der ganzen Saiſon aneinandereihen, iſt ein
Be=
weis für Leiſtung und Qualität der Mercedes=Benz=Wagen, wie er
ein=
drucksvoller nicht erbracht werden kann.
Tageskalender für Samstag, den 1. Oktober 1927.
Landestheater Großes Haus: Keine Vorſtellung.
Kleines Haus, Anfang 19½ Uhr, Ende 22 Uhr: „Die Hoſe‟ —
Orpheum, abends 20 Uhr: „Meſſalinette‟ — Konzerte:
Schloß=Café; Hotel Schmitz, Café Rheingold; Hotel Waldſchlößchen;
Perkeoz Meenzer Müller; Frankfurter Hof, Bismarck=Eck; Café
Egen=
rieder. — Heſſ. Dragoner, abends 8 Uhr in der Feſthalle:
Be=
grüßungsabend, verbunden mit Standarten= und Fahnenweihe.
Deutſchnationaler Handlungsgehilfenverband,
abends 8 Uhr in den Räumen der Vereinigten Geſellſchaft: 30
Grün=
dungsfeier, verbunden mit Hindenburg=Ehrung — Im Hofe der
Kaſerne Alexanderſtr., von 5—6 Uhr: Hindenburg=Ehrung. —
Liederzweig, abends 8 Uhr, auf dem Heiligen Kreuz: Rhein.
Winzerfeſt. — Otto=Berndt=Halle: Violin=Abend.
Biochemiſcher Verein, abends 8 Uhr, im Saale Eintracht,
Eliſabethenſtr. 12: Monatsverſammlung. — Abgebaute, nachm.
3 Uhr im Bürgerhof: Verſammlung. — Kinovorſtellungen:
Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele.
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Beſonders danken wir Herrn
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Seite 10
Camstag den 1 Oktober 1927
Nummer 272
Aus Heſſen.
Gefahr für die Roggenſaaten.
In dieſem Jahre iſt der Roggen außerordentlich ſtark von
Schnee=
ſchimmel befallen. Wer ſich vor großem Schaden bewahren will, beize
deshalb den Roggen vor der Ausſaat. Wirkſame Beizmittel ſind in dem
von der Biologiſchen Reichsanſtalt, Berlin=Dahlem, Königin=Luiſe=Straße
Nr. 19, herausgegebenen Merkblatt Nr. 7 angegeben. Das Merkblatt
kann gegen Einſendung von 10 Rpf. oder Ueberweiſung des Betrages
auf das Poſtſcheckkonto der Amtskaſſe der Biologiſchen Reichsanſtalt,
Berlin Nr. 75, portofrei bezogen werden.
Das Ehrenmal in Biblis.
An. Arheilgen, 29. Sept. Turnlehrgang. Der Main=Rhein=
Turngau der D.T. führt zur Aus= und Fortbildung von Vereinsleitern
und Vereinswarten aller Gebiete Lehrgänge auf den wichtigſten
Gebie=
ten der Leibesübungen und =erziehung ein, die drei Sonntage des
Okto=
bers umfaſſen. Dieſer Lehygang wird in der Turnhalle des
Turnver=
eins Arheilgen abgehalten und ſteht unter der Leitung des Gauwarts
Schönwaldt=Rüſſelsheim. — Der Geſangverein „Treue” bringt am
9. Okrober d. J. die 4aktige Darmſtädter Lokalpoſſe „Die Klauſel”,
Luſtſpiel von Georg Schäfer, zur Aufführung., Die Rollen ſind gut
verteilt und hofft man auf einen durchſchlagenden Enfolg. Am 27.
No=
vember wird dann das Herbſtkonzert dieſes Vereins folgen. — Die
Urliſte der Gemeinde liegt, in der Zeit vom 29. d. M. bis
5. Oktober d. J. zu jedermanns Einſicht während der Amtsſtunden auf
der hieſigen Bürgermeiſtcrei offen und können daſelbſt Einwendungen
zu Protokoll gegeben werden
F. Eberſtadt, 30. Sept. Der Turnberein 1876 e. V. unternimmt
am Sonntag, den 2. Oktober, ſeine 10. diesjährige
Wande=
rung. Sie führt über Frankenhauſen, Ober=Beerbach nach
Jugen=
heim. Abmarſch 8 Uhr vom Schweizerhaus. — Familienabend.
Die Mitglieder des evang. Kirchengeſangvereins finden ſich am
kom=
menden Sonntag im Schwanenſaale zu einem Familienabend zuſammen.
Beginn abends 8 Uhr. — Der Geſangverein „Frohſinn” macht am
kommenden Sonntag einen Herbſtſpaziergang nach Nieder=Beerbach.
Ein=
kehr daſelbſt bei Gaſtwirt Lautenſchläger (Gaſthaus „Zum Mühltal”).
— Der Stenographenverein „Gabelsberger” hält am Samstag
(1. Oktober) im Vereinslokal „Zur Dampſſtraßenbahn” eine
Monats=
verſammlung ab. Boginn 8½ Uhr.
F. Eberſtadt, 30. Sept. Heiterer Abend. Der Geſangverein
„Sängerluſt” veranſtaltet, wie bereits mitgeteilt, am kommenden
Sonntag im Saale „Zum Bergſträßer Hof” einen heiteren Abend. Die
Vorbereitungen dazu ſind beendet und laſſen auf ein gutes Gelingen
ſchließen
Ak. Nieder=Ramſtadt, 30. Sept. Gemeinderatsbericht vom
29. September. Nach den durch die Baukommiſſion vorgeprüften
Ange=
boten werden nach deren Vorſchlag vergeben: a) die Arbeiten
Kanali=
ſierung der Ober=Ramſtädter Straße dem 1. Maurermeiſter Bernhardt
und 2. dem Pflaſterer M. Seipel=Traiſa; die Arbeiten Waſſerableitung
am Hauſe Frz. Beck der Fa. Bernhardt und Schnellbächer dahier; die
Arbeiten Herſtellung der Faſelwärterwohnung 1. dem
Weißbindermei=
ſter Mahr und 2. dem Schreinermeiſter Hanſt. — Der Vorſchlag über
die Neuerrichtung von Bureau= und Lagerräumen des Gemeinde=
Elektrizitätswerk wurde an die Baukommiſſion zurückverwieſen. — Aus
Anlaß der Erbauung eines neuen Hauſes im Villenviertel „
Traut=
heim” ſchlägt das Hochbauamt eine Aenderung der Fluchtlinien zwiſchen
Kurhaus „Trautheim” und der Odenwaldbahn vor. Der Gemeinderat
ſtimmt dem Vorſchlag zu, da auch er, gleich wie die Baubehörde, auf
dem Standpunkt ſteht, daß die ſeinerzeit vorgeſehene öffentliche
Platz=
anlage mit Rückſicht auf die veränderten wirtſchaftlichen Verhältniſſe
in Fortfall kommen kann. — Das Baugeſuch des Majors a. D. Ernſt
Hauß in Darmſtadt auf Errichtung eines Wohnhauſes im Villenviertel
„Trautheim” wird genehmigt. — Der neue Beſitzer des bisher dem
Fahrradhändler Knöll gehörigen Wohnhauſes in der Fahrſtraße
beab=
ſichtigt dieſes niederzureißen und an deſſen Stelle ein neues
Geſchäfts=
haus zu erſtellen. Der Gemeinderat hat bereits früher ſchon einmal
den Beſchluß gefaßt, an der dortigen Stelle eine neue Straßenöffnung
in Fortſetzung der Bahnhofſtraße nach dem „Hach” zu zu ſchaffen,
da=
mit dieſe Gewann zu gegebener Zeit als Bauquartier Verwendung
fin=
den kann. Dieſer Beſchluß wird aufrecht erhalten. Es bedingt dies
allerdings, daß der Geſuchſteller in der beabſichtigten Weiſe ſein
Bau=
vorhaben nicht ausführen kann. Darüber wird die Beſchlußfaſſung
zu=
nächſt ausgeſetzt und die Sache an die Baukommiſſion verwieſen.
Ueber den Zuſtand der Akkumulatorenbatterie im Gemeinde=
Elektri=
zitätswerk wurde das beſchloſſene Sachverſtändigengutachten inzwiſchen
eingeholt. Nach dieſem kann die Batterie noch über den Winter
hin=
durch in Verwendung bleiben. Der Gemeinderat beſchließt
dement=
ſprechend. Gleichzeitig wird die Anſchaffung von zwei neuen
Zellen=
ſchaltern genehmigt. — Frd. Bender 6. klagt gegen die Gemeinde wegen
Nichteinhaltung der übernommenen Verpflichtungen bezüglich des
Waſ=
ſerlaufs zur Turbinenanlage bei der Schneckenmühle. Der
Gemeinde=
rat beſchließt Klageabweiſung. — Für die Unwettergeſchädigten wird
ein Beitrag von 50 Mark bewilligt. — Einem Anſinnen des
Kreiswohl=
fahrtsamtes entſprechend wird die Fortſetzung der freiwilligen
Verſiche=
rung gegen Krankheit für Klein= und
Sozialventenunterſtützungsempfän=
ger, ſoweit dies nach den gegebenen Verhältniſſen möglich iſt,
beſchloſ=
ſen. — Die Beſchwerde der Gemeinnützigen Baugenoſſenſchaft „
Wild=
nis” gegen den in letzter Sitzung gefaßten Beſchluß betreffend des
Waſſerdurchlaſſes am alten Dieburger Weg wird zur Kenntnis
genom=
men. — Dem Ortsgewerbeverein dahier wird zur Abhaltung eines
Buch=
führungskurſus unter Vorbehalt der Zuſtimmung des Schulvorſtandes
ein Schulſaal zu den üblichen Bedingungen überlaſſen. — Das Geſuch
der Bezirksſparkaſſe Reinheim um Ueberlaſſung der fetzt freigewordenen
unteren Räume im Rathaus zur Errichtung einer Filiale wird
ab=
ſchlägig beſchieden
G. Ober=Ramſtadt, 30. Sept. Winterveranſtaltungen
des Turnvereins E. V. Ober=Ramſtadt. Für den
kom=
menden Winter ſtellt der Turnverein 1877 Ober=Ramſtadt folgende
Ver=
anſtaltungen in Ausſicht: Am Sonntag, den 23. Oktober, diesjähriges
Abturnen in der Turnhalle, Wehrſtraße; Samstag, den 29. Oktober,
Jubiläumsabend im Saale Zum Löwen” (Schneider). Der
Turnver=
ein wurde am 28. Oktober 1877 gegründet und blickt ſomit jetzt auf ein
50jähriges Beſtehen zurück. Mit Rückſicht auf die verſchiedenen
Lokal=
veranſtaltungen und das Gau= und Kreisturnfeſt in Darmſtadt wurde
das für dieſes Jahr vorgeſehene Jubiläumsfeſt auf 1928 verſchoben und
ſoll der Vereinsgründung daher an dieſem Abend in ſchlichter und
wür=
diger Weiſe gedacht werden. Der 13. November bringt ein Schau= und
Werbeturnen im neuerbauten Schützenhofſaal (Schulz). Der übliche
Weihnachtsball folgt am 2. Weihnachtsfeiertag im „Löwen‟. Dem reiht
ſich am 28. Januar der Maskenball im „Eliſenbad” (Suppes) an, und
als Schlußveranſtaltung iſt für den 19. Februar die große Damen= und
Herrenſitzung im gleichen Saale geplant.
G. Ober=Ramſtadt, 29. Sept. Am kommenden Sonntag, den 2.
Ok=
tober, ſoll die Wiedereinweihung unſerer Kirche ſtattfinden. Die Kirche
iſt nach Entwürfen von Profeſſor Linnemann in Frankfurt a. M. im
Innern neu ausgemalt worden, und man erkennt die Kirche kaum
wie=
der, wenn man ſie jetzt nach ihrer Wiederherſtellung betritt. Durch
eine weitgehende Opferwilligkeit der Gemeinde war es möglich, einen
großen Teil der Koſten durch freiwillige Gaben aufzubringen. So
brachte allein eine in zwei Reiben geſpielte Verloſung einen
Rein=
gewinn von nahezu 2000 Mark; außerdem wurden noch namhafte
Be=
träge freiwillig geſpendet. Der Einweihungstag wird eingeleitet dur h
Choralblaſen des Poſaunenchors im Ort, um ½10 Uhr beginnt dann
der Feſtgottesdienſt, in dem der Kirchengeſangverein und Poſaunenchor
mitwirken werden und in dem nach der Feſtpredigt des
Ortsgeiſt=
lichen Dekan Vogel=Gernsheim die Grüße des Dekanats und der
Lan=
deskirche überbringen wird. Ein feſtlicher Kindergottesdienſt ſchließt ſich
an den Hauptgottesdienſt an.
* Roßdorf, 30. Sept. Der Zuſammenſchluß aller Leibesübungen
treibenden Vereine zu gemeinſamer Arbeit hat ſich nun auch in Roßdorf
vollzogen. In zwei Verſammlungen war reichlich Gelegenheit zu
klä=
vender Ausſprache gegeben. Am Dienstag traten die Vertreter der
ein=
zelnen Körperſchaften zur erſten Sitzung zuſammen. Erſchienen waren
ein Vertreter der Gemeinde, einer der Schule, zwei des
Arbeiterſportkar=
tells und zwei der Arbeitsgemeinſchaft der Vereine für Leibesübungen.
Zum Vorſitzenden des Ortsausſchuſſes wählten ſie ſich einſtimmig
Fort=
bildungslehrer Amann von der Arbeitsgemeinſchaft und zum
Schrift=
führer Heurn Runge vom Arbeiterſportkartell. Mögen die Arbeiten
dieſes Ausſchuſſes, dem neben der Gemeinde und der Schule noch neun
Turn= Sport= und Wandervereine angeſchloſſen ſind, recht erfolgreich
werden zum Wohle der Jugend und der ganzen Gemeinde.
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D. Nach laugen Bemühungen hat
nunmehr auch unſere Gemeinde
ihren gefallenen Helden ein
Ehren=
mal errichtet, das als ſolches unter
den Linden unweit der Kirche einen
wirkungsvollen Eindruck dem
Be=
ſucher hinterläßt. Intereſſenten aus
der ganzen Umgegend beſuchen
hauptſächlich an Sonntagen den
ſtimmungsvollen Ort ewigen
Geden=
kens und geben ausſchließlich ihre
Bewunderung über den ſchönen und
trotzdem ſchlichten Gedenkſtein kund.
Das Denkmal trägt, wie erſichtlich,
Namen, Datum und Ort der
Hin=
geſchiedenen, je als Tafel, für ſich,
während in der Mitte das alte
hiſtoriſche, unter Denkmalſchutz
ſtehende Kreug des Pfarrhofes
Ver=
wendung fand. An demſelben fehlt
hier noch der Chriſtuskörper, der
von einem Künſtler hergeſtellt wird
und der in den nächſten Tagen am
Kreuze ſelbſt angebracht werden ſoll.
Zur Beſtreitung der Unkoſten, die
für das Kunſtwerk entſtehen werden,
wird in den nächſten Tagen eine
Sammlung ſtattfinden. Der
Ent=
wurf, dem Viele anfangs ſehr
ſkep=
tiſch gegenüberſtanden, ſtammt von
Herrn Regierungsbaumeiſter Ehlers,
vom Kreisbauamt Bensheim. Die
Gemeinde iſt ſtolz auf das Denkmal,
das als eines der ſchönſten
Sehens=
würdigkeiten des ganzen Rieds gilt.
r. Babenhauſen, 27. Sept. Die Theaterdirektion V. Bachmann,
die in den letzten Wochen, an Sonn= und Werktagen, eine ganze Reihe
von Vorſtllungen gab, beſcherte uns am vergangemen Sonntag abend
die Operette „Schwarzwaldmädel”. Sie war im letzten Winter
ſchon einmal hier geſpielt worden und übte auch diesmal mit ihrer
melo=
diöſen Muſik und ihrer guten Beſetzung eine ſolche Zugkraft aus, daß
der große Saalbau des Gaſthauſes „Deuutſcher Hof” vollbeſetzt war. Für
einen erkrankten Schauſpieler der Truppe war in letzter Stunde der
wegen ſeiner hohen ſchauſpieleriſchen Begabung allgemein beliebte Herr
Otto Bender von unſerer hier neugegründeten Schillerbühne
einge=
ſprungen. Als Daaſteller des Berliner Salontirobers Schmusheim
erntete er dank ſeines ſtarken natürlichen Humors, ſeiner guten Maske
und dramatiſchen Mimik großen Beifall.
r. Babenhauſen, 30. Sept. Seit einigem Wochen hat ſich hier neben
dem ſchon beſtehenden Verein der Theaterfreunde eine neue
Theater=
vereinigung gebildet, die den Titel „Schiller=Bühne” ſich
zuge=
legt hat. Ihr gehören wur aktive, mit großer Liebe zur Sache tätige
Mitglieder an, nur Damen und Herren, die ihre ſchauſpieleriſche
Be=
gabung gar oft ſchon hier mit Erfolg bewieſen haben. Allein aus
„Idealismus haben ſich die Mitglieder zuſammengefunden, um durch das
Volk für das Volk Intereſſe für unſere Klaſſiber zu wechen. Was an
Inventar bis jetzt vorhanden iſt, iſt nur durch Stiftungen von den
Mit=
gliedern beſchafft worden. Nicht um ſich finanzielle Vorteile zu
ver=
ſchaffen oder ſich zu bereichern, iſt die „Schiller=Bühne” gegründet,
ſon=
dern mit der Abſicht, durch gute Aufführungen mit beſter Ausſtattung
nur Wertvolles zu bieten. Alle jene Kräfte will ſie zuſammenfaſſen, die
im Theater mehr als vur Unterhaltung ſuchen. Nicht nur alles
Un=
künſtleriſche, ſondern auch alles ſittlich Minderwertige ſoll deshalb
aus=
geſchieden bleiben. In rechter Erbenmung ihrer wichtigen Aufgabe hat
ſich die „Schiller=Bühne” an den Deutſchen Bühnenvolksbund, Sitz
Ber=
lin, angeſchloſſen und will dadurch auch den Beweis liefern, daß ihre
Arbeit auch ſtaatlicherſeits als gemeinnützig und volksbildneriſch
aner=
kannt wird.
L. Michelſtadt, 29. Sept. Bei der in Darmſtadt ſtattgefundenen
Feier der Meiſterprüfung von 1927 für die Provinz Starkenburg konnten
folgende Handwerker unſerer Stadt mit dem Meiſterbrief bedacht werden.
Schreiner: Adam Ihrig, Leonh. Groll und Wilh. Mohr; Schloſſer: Karl
Braun; Metzger: Jak. Rapp; Buchdrucker: J. Feilbach; Bäcker: Georg
Hoffarth; Schornſteinfeger in Verbindung mit Feuerwehr und heiztechn.
Prüfung: Fritz Zeh. — In dem nahegelegenen Rehbach kam es am
verfloſſenen Sonntag anläſſlich der Kirchweihe zu Streitagkeiten, die,
wie bei ſolchen Gelegenheiten leider öfters die Wahrnehmung gemacht
werden muß, ein bedauerliches Ausmaß annahmen. Einem jungen
Manne aus Steinbuch wurde mit einem Wagennagel derart auf den
Kopf geſchlagen, daß derſelbe in ſchwerverletztem und beſinnungsloſem
Zuſtande durch den Wagen eines Arztes nach Hauſe verbracht wurde.
Die Angelegenheit wurde bereits von der Polizei aufgeriffen.
5. Erbach, 28. Sept. Winterfahrplan der O.K.V.A.
Er=
bach i. O. Auf der Linie Heppenheim—Erbach tritt eine Aenderung
nicht ein. Der zurzeit gültige Fahrplan bleibt weiter beſtehen. Auf
der Linie Erbach-Lindenfels bleibt der bisherige Fahrplan bis
ein=
ſchließlich 14. Oktober in Kraft. Wie ſich der Fahrplan nach dieſem
Tag geſtaltet, iſt noch unbeſtimmt. Auf der Linie Erbach-Wiebelsbach
wird der Sonntag=Nachtomnibus gefahren wie bisher. Ein zweiter
Nachtwagen verkehrt vom Mittwoch, den 5. Oktober, ab nach demſelben
Fahrplan wie Sonntags. Eine begrüßenswerte Neuerung bringt die
O.K. V. A. auf der Strecke zwiſchen Erbach-Höchſt—Wiebelsbach in der
Art, als Mittwochs und Sonntags mittags die große 5ſtündige Lücke im
Eiſenbahnfahrplan durch eine Mittagsfahrt ausgefüllt wird. Dieſer
Mittagswagen verläßt Erbach (Marktplatz) um 15 Uhr. Er kommt in
Höchſt 15,50 Uhr en und ſtellt dort einen angenehmen Anſchluß nach,
Darmſtadt her. Darmſtadt erreicht man bereits um 17,40 Uhr. Die
Rückfahrt beginnt in Höchſt um 16 Uhr und ſtellt damit wiederum einen
ſehr günſtigen Anſchluß von Darmſtadt her. Man verläßt Darmſtadt
um 14,44 Uhr, hat dann in Höchſt den Anſchluß an den Omnibus und
kommt nach Erbach um 16,51 Uhr. Sonntags verkehrt dieſer
Mittags=
wagen in der Richtung nach Höchſt—Wiebelsbach zu der gleichen Zeit.
Er fährt aber bis Wiebelsbach durch und ſtellt in Wiebelsbach den
An=
ſchluß nach Darmſtadt her. Die Rückfahrt iſt wieder ſo gelegt, daß in
Wiebelsbach der Anſchluß von Darmſtadt aufgenommen wird. Dadurch
verſchiebt ſich bei der Rückfahrt die Fahrzeit des Sonntagswagens um
30 Minuten. Dieſe Mittagsverbindungen ſind ganz beſonders zu
be=
grüßen, und es darf wohl angenommen werden, daß dieſelben ſehr rege
benützt werden. Dadurch, daß nun Mittwochs auch der Nachtomnibus
verkehrt, iſt es möglich, noch mittags um 3 Uhr nach Darmſtadt zu
reiſen und am gleichen Tage wieder zurückkommen zu können
* Erbach i. O., 30. Sept. Der Gräfliche Hofjäger Georg Michel
zu Roßbach feiert morgen, am 1. Oktober ds Js., ſein 40jähriges
Dienſt=
jubiläum bei der Gräflichen Standesherrſchaft Erbach=Erbach. Weit
und breit bekannt und allſeits beliebt, geachtet und verehrt wird es dem
pflichttreuen Beamten im grünen Rock an ſeinem Ehrentage nicht an
Glückwünſchen fehlen.
H. Aus dem Gorxheimer Tal, 29. Sepr. Landheim. Der Umbau
des von dem Vereine „Landheim Eliſabethſchnle” Mannheim in
Buch=
klingen angekaufte Anweſen iſt immer noch nicht vollendet, ſchreitet aber
rüſtig voran. Die innere Einrichtung iſt ſoweit gediehen, daß ſchon in
der zweiten Hälfte des Monats Auguſt eine kleine Verſuchskolonie von
etwa 10 Kindern untergebracht und verpflegt werden konnte. Allerdings
iſt bis zum vollſtändigen Ausbau und der Ausgeſtaltung ſämtlicher
Räume zur Aufnahme von 30 bis 40 Schülerinnen noch ein gutes Stück
Arbeit zu leiſten, und vor allem ſind noch reichliche Barmittel
aufzu=
bringen, um die Koſten des Unternehmens beſtreiten zu können. Allein
die unermüidliche Vereinsleitung zweifelt nicht daran, auch den
Koſten=
punkt zu bewältigen. Man lebt deswegen der Hoffnung, daß im
Laufe des Monats Oktober die Uebernahme in den regelmäßigen
Be=
trieb vorgenommen werden kann und daß bei dem damit verbundenen
Haus=
weihefeſt, bei dem viele Hunderte von Gäſten das Heim in ſcinem erſten
Foſtſchmucke, ſehen werden, eine Menge ſpendender Hände ſich öffnen
wird.
i. Von der Bergſtraße, 29. Sept. In Lützelſachſen iſt vorgeſtern mit
dem Herbſten des Rotmoſtes begonnen worden. Durch das ſchlechte
Wet=
ter haben die Trauben ſehr gelitten. Im roten Gewächs ſtellte ſich
Fäul=
nis ein, die den Ertrag zu vernichten drohte. Beim Spätburgunder
wurden, je nach Lage des Weinberges, Moſtgewichte von 73 bis 78 Grad
nach Oechsle erreicht. In Weinheim, Leutershauſen uſw. werden in den
nächſten Tagen Vorleſe der weißen Trauben vorgenommen werden, um
durch Ausſcheiden der kranken Trauben ein Uebergreifen der Fäulnis
zu verhüten.
s. Bensheim, 30. Sept. Vor einigen Tagen feierte Herr
Rechnungs=
rat Zeunges, Verwaltungsoberinſpektor am Heſſ. Kreisamt
Bens=
heim, in ſeltener Friſche ſeinen 65. Geburtstag. Wen auch die
Ge=
burtstagsfeier in der Stille begangen wurde, ſo fehlte es doch nicht
derer, die ſeiner gedachten. Ganz beſonders ſeine vorgeſetzte Behörde,
das Kreisamt Bensheim, und die Beamten und Angeſtellten des Amts
ließen es ſich nicht nehmen, den Tag mit ihm feſtlich zu begehen.
Das Warmblutpferd auf der
Heſſiſchen Landesausſtellung
Darmſtadt 1922.
Die große Landwirtſchaftliche Ausſtellung in Darmſtadt iſt vorüber.
Sie war ein voller Erfolg, und mit Befriedigung können die Veranſtalter
auf ihr Werk zurückblicken. Es waren Ehrentage der heſſiſchen
Land=
wirtſchaft, Ehrentage der heſſifchen Tierzucht, denn ein ſolch
umfang=
reiches und geſchloſſenes Bild der Erzeugniſſe der heſſiſchen
Landwirt=
ſchaft ſah man nie zuvor. Nun wo alles vorbei, ſchweifen die Gedanken
gern noch einmal zurück zu dem G ſchauten und wir wollen nachſtehend
verſuchen, ein zuſammenfaſſendes Bild zu geben vom Warmblutpferd
und ſeinen Leiſtungen auf der Landesausſtellung.
In erſter Linie galt es auf dieſer für Heſſen größten
landwirtſchaft=
lichen Schau ein genaues Bild und einen einwandfr ien Gradmeſſer über
den derzeitigen Stand der Pferdezucht, hier insbeſondere der
Warm=
blutzucht, zu gewinnen. Die Landwirtſchaftskammer hatte die einzelnen
Richtlinien für die Prämiierung des zur Ausſtellung kommenden
Zucht=
mat rials ausgearbeitet, an Hand deren die Prämiierung vor ſich ging.
Vom Verbande der Warmblutzeichter Heſſens war in intenſiver Arbeit
eine ſorgfältige Auswahl unter den Warmblutpferd n. Oldenburger
Schlages im Lande getroffen worden und gelangten über 50
Warmblut=
pferde zur Ausſtellung, nicht inbegriffen ſind die viel m von den
länd=
lichen Reitervereinen auf dem Reit= und Fahrturnier gezeigten Pferde.
Die Klaſſe „Sammlungen” des Warmblutzuchtverbandes wartete mit
42 Pferden auf. Die undankbare und ſchwierige Aufgabe des
Preis=
gerichts hattin in liebenswürdiger Weiſe der bekannte Hippologe und
Leiter der Abteilung Zucht des Reichsverbandes für Zucht und Prüfung
deutſchen Warmbluts, Berlin, Herr G. Rau und Herr Landſtallmeiſter
Wachs vom Preußiſchen Landgeſtüt in Dillenburg übernommen. Das
vorgeſtellte Material von Warmblutpferden konnte denn auch im
all=
gemeinen gefallen und es war ein ſichtbarer Fortſchritt gegen früher
zu b.merken. Die Zucht beginnt ſich allmählich dem Zuchtziel, dem
ſchweren kurzbeinigen, vollrippigen, dabei gängigen Oldenburger Typ
anzupaſſen. Dank dem ausgezeichneten Hengſtmaterial unſeres Heſſ.
Land=
geſtüts und ſeiner anerkannt fachmänniſchen Leitung durch Herrn
Land=
ſtallmeiſter Schörke, ſowie durch die Beſtrebungen des Verbandes
Heſſiſcher Warmblutzüchter muß es gelingen, die Zucht nach und nach
ſo zu fördern, daß die Reinzucht des ſchweren Oldenburger
Warmblut=
pferdes in Heſſen erreicht wird. Als beſonders erfreuliche Tatſache
darf verbucht nerden, daß der vom Vorſitz nden des Verbandes geſtiftete
Silberpokal für die beſte in Heſſen gezogene Warmblutſtute einer
be=
ſonders Fürdigen und typiſchen Vertreterin des Oldenburger Zuchtzieles
zuerkannt wurde, nämlich der tiefen, breiten und gur geſchloſſenen
braunen Stute des H.rrn A. Velten 16., Langgöns (Oberheſſen).
Ge=
ſchmückt mit einem Lorbcerkranz und rot=weißer Schleife wird die Stute
noch ſicher dielen Ausſtellungsbeſuchern in Erinnerung ſein. In den
übrigen Klaſſen konnte der Verband der Warmblutzüchter Heſſens 24
große ſilberne Medaillen an rotweißen Schnüren den preisgekrönten
Pferden mhängen und für die Sieger jeder Klaſſe einen ſilbernen
Becher des Reichsverbandes ſür Zucht und Prüfung Deutſchen
Warm=
bluts zu Verteilung bringen Berückſichtigt man noch, daß der Verband
allen ſeinen ausſtellend n Mitgliedern das Standgeld für die Ausſtellung
vergütete, und eine ſachgemäße Propaganda ins Werr ſetzte, ſo darf
behauptet werden, daß die Intereſſen der Heſſiſchen Warmblutzüchter
nach Kräften gefü dert werden.
Aber niht nur der Prämiierung von Zuchtmaterial diente die
Aus=
ſtellung, nein, auch die Leiſtungsfähigkeit der Pferde ſollte unter
Be=
weis geſtellt ſwirben. So hatte man denn an einem Tage für Kalt=
und Warmblufzſerde Zugleiſtungsprüfungen veranſtal:e die einen
ſehr intereſſanten Verlauf nahmen. An zweiſpännigen Geſpannen
waren 10 Belgier und 8 Oldenburger gemeldet. Die Pferde mußten
nach=
weislich in Seſſen gezogen ſein und von Stammbuchſtuten abſtammen.
Verlangt wurde das Fortbeivegen einer 60 Ztr. ſchweren Laſt für die
Belgier und für die OId nburger einer 50 Ztr. ſchweren Laſt über ca.
2 Km. auf gepflaſterter Straße und 1 Km. in tiefem Boden. Die
Pflaſter=
ſtrecke wurde von allen Geſpannen einwandfrei zurückgelegt. Schncllſtes
Geſpann Beigier über die Diſtanz: Joh. Ad. Siefert, Airlenbach i. O.,
4jähr. Fühſe „Jambis” und „Olga” in 9 Minuten pro Kilom ter,
ſchnellſtes Geſpann Oldenburger: Wilhelm Breimer, Beerfelden, 5jähr.
Rappſtuten „Berta” und „Fanny” in 6½ Minuten, alles wohlverſtanden
im Schritt. Gleich anſchließend fand die Prüfung der Geſpanne mit
derſelben Laſt in tiefem Boden ſtatt. Von den gemeldeten Geſpannen
Belgier ging nur ein Geſpann ohne ſtehen zu bleiben durch den tiefen
Boden über ca. 1 Km., und dasſelbe brauchte auch allerlei Aufforderung
von ſeiten ſeines Fahrers, um ohne Halt ans Ziel zu gelangen. Ein
Paar Bilgier blieben in der erſten Runde ſtehen und zogen nicht mehr
an, ein anderes Kaltblutpferd war erſchöpft und ein weiteres bekam
leider einen Nierenſchlag. Die Warmblutgeſpanne entledigten ſich ihrer
Aufgabe ohne Zwiſchenfall, zogen ihre Laſten in gleichmäßigem Tempo
durch den tiefen Boden und ſchnittm, da ſie keinen Ausfall unter den
acht teilnehmenden Geſpann.m hatten, höchſt ehrenvoll ab. Es darf noch
erwähnt werden, daß das Siegergeſpann von Wilhelm Breimer=
Beer=
felden mit zwei ſünfjährigen Pferden, die Leiſtung im tiefen Boden in
7 Minuten bewältigt.. Vorzüglich ſchnitten auch in ganz knappem Abſtand
die beiden Braunen des Herrn Karl Walter 1., Lengfeld, und Herrn
Straßheims=Griedel braune Stuten ab. Dieſe Zugleiſtungsprüfungen
erfreuten ſich des beſonderen Intereſſes der Landwirte, die in früher
Morgenſtunde trotz des Regens zahlreich herbeigeſtrömt waren. Sie
bildeten einen weſentlichen B ſtandteil des dreitägigen großen Reit= und
Fahrturniers, welches wiederum die überaus vielſeitige
Vrwendbar=
keit des Warmblutpferdes unſeren Landwirten deutlich vor Augen führte
Die ländlichen Reitervereine waren in Scharen herbeigeſtrömt und zum
größten Teil auf ſchweren Warmblutpferden beritten, die dann in den
verſchiedenartigſten Prüfungen wie Reitpyüfung, Jagdſpringen,
Gruppen=
ſpringen, ſowie ein=, zwei= und ſogar vierſpännig ihre Zweckdienlichkeit
einem zahlreichen ſachverſtändigen Publikum klar vor Augen führten.
Dieſes Turnier mit ſeinen für Landwirte zugeſchnittenen Prüfurngen hat
die Nachfrage nach dem ſchweren Warmblutpferd weſentlich vermehrt,
ein deutlicher Beweis dafür, daß die meiſten Landwirte, wenn ſie auch
das Kaltblutpferd in ihrer Wirtſchaft heute noch nicht entbehren zu
können glauben, durch die vielſeitige Verwendbarkeit belehrt, dem
Warm=
blutpferd ihr vermehrtes Intereſſe zuwenden.
A. G. z. E.
Chinosol
wirkt ausgezeichnet gegen Schnupfen.
Zu haben imn ailen Apotheßen und Fachdrogerien.
Nummer 272
*Abänderungsvorſchläge zum Reichsgeſetz
gegen den unlauteren Wettbewerb
p. Nach einem Vorſchlag, den die eingeſetzte Sonderkommiſſion des
Einzelhandelsausſchuſſes des Württ. Induſtrie= und Handelstages
ge=
macht hat, ſoll der Begriff des Ausverkaufes, der im Geſetze
ſelbſt nicht hinreichend klargelegt iſt, näher erläutert werden, um
un=
zuläſſige Ausverkäufe und ausverkaufsähnliche Veranſtaltungen wirkſam
zu unterbinden. Als eigentliche Ausverkäufe ſollen nur
ſolche gelten, die wegen Beendigung eines Geſchäfts, Aufgabe einer
ſelbſtändigen Zweigniederlaſſung und einer oder mehrerer beſtimmter
Warengattungen veranſtaltet werden. Ueber die ſonſtigen
Veranſtaltun=
gen, die einen beſchleunigten Abſatz von Waren bezlvecken, ſollen die
oberen Verwaltungsbehörden im Einverſtändnis mit den
amtlichen Berufsvertretungen Verordnungen erlaſſen,
insbeſondere über Zahl, Zeit und Dauer der Veranſtaltungen. Für
be=
ſtimmte Arten dieſer letzteren könne ein Nachſchubyerbot und die
Ein=
reichung eines Verzeichniſſes vorgeſchrieben werden.
Bezüglich der Veranſtaltung von Sonderverkäufen vor
oder im Anſchluß an Saiſon= und Inventurverkäufe
wird der Standpunkt vertreten, daß die Abhaltung von
Sondevver=
kaufsveranſtaltungen (billige Tage, Reklametage, Reſtewochen uſw.)
un=
mittelbar vor den üblichen Saiſonausverkäufen, ſowie im Anſchluß daran
eine unzuläſſige Verlängerung der Saiſon= und
Invenrur=
ausverkäufe bedeuten, wenn dieſe Veranſtaltungen
inner=
halb der Woche vor oder nach beendigtem
Saiſon=
oder Inventurausverkauf vorgenommen werden.
Ausnahmeveranſtaltungen mit beſtimmter Friſt ſollen nicht verlängert
werden dürſen.
Die Regelung des Zugabeweſens iſt dringend
erforder=
läch, um den berechtigten Klagen über die zutage getretenen Auswüchſe
abzuhelfen
Es ſell deshalb im geſchäftlichen Verkehr verboten werden:
1. Die Gewährung von Zugaben oder von Leiſtungen und Vorteilen
ähnlicher Art in öffentlichen Bekanntmachungen oder in für einen
grö=
ßeren Perſonenkreis beſtimmten Mitteilungen anzukündigen; 2 die
Ge=
währung von Zugaben von der Höhe eines Einkaufs abhingig zu
machen, es ſei denn, daß die Zugabe eine dauerhafte und deutlich
ſicht=
bare Reklame=(Geſchäfts=)bezeichnung trägt. Zuwiderhandlungen ſollen,
ſoweit nicht nach ſonſtigen Beſtimmungen höhere Strafen verwirkt ſind,
mit Geldſtrafe bis zu 150 Mark oder mit Haft geahndet werden
Stellung wurde auch genommen zu den vorliegenden Beſchwerden
über die in letzter Zeit überhandnehmenden Veranſtaltungen
von Warenlotterien durch die Wohlfahrts=, Knltur= und
Sport=
vereinigungen, bei denen Waren aller Art, wie Reiſe= und
Wander=
artikel, Bilder, Bücher, photographiſche Apparate uſw. zur Verloſung
fommen.
Ohne der Wohltätigkeit ſelbſt irgend eine Schranke zu ſetzen, würde
den Einzelhandelskreiſen embfohlen, in Zukunft von der unentgeltlichen
Abgabe von Waren zum Zwecke der Verloſung oder Weiterveräußerung
in irgendwelcher Form Abſtand zu nehmen, ferner, ſoweit ein Verkauf
von Waren zu dieſem Zwecke ſtattfindet, die Waren nicht unter dem
Geſtehungspreiſe abzugeben, und endlich den Vertrieb von Loſen von
Warenlotterien und die Annahme von Loſen, Bauſteinen oder Nieten
an Zahlungsſtatt abzulehnen.
n. Auerbach, 29. Sept. Hindenburg=Feier. Sonntag, den
2. Oktober, findet in dem großen Saale des Hotels Weigold eine Feier
anläßlich des 80. Geburtstages des Reichspräſidenten von Hindenburg
ſtatt. Die ehemalige Kapelle des 115. Infanterie=Regiments, die
Ge=
ſangvereine und der Turnverein „Gut Heil” wirken dabei mit und
ver=
ſpricht die Feier eine recht hübſche zu werden. Herr Bürgermeiſter
Blickensdörfer ladet zu dieſer Veranſtaltung ein. Der Reinerkrag wird
der Hindenburg=Spende überwieſen. Die Feier wird vorausſichtlich
zahl=
reich beſucht werden.
n. Auerbach, 29. Sept. Gemeinderatsſitzung. Geſtern
abend, um 8 Uhr beginnend, fand im Rathauſe eine öffentliche
Ge=
meinderatsſitzung ſtatt. Vor Eintritt in die Tagesordnung brachte der
Vorſitzende, Bürgermeiſter Blickensdörfer, die Beſichtigung von Straßen
uſw. durch den Gemeindevat zur Sprache, und wurde Sonntag, der
9. Oktober, dafür beſtimmt. — Zur Tagesondnung übergehend, wurde
durch Stimmenmehrheit als Beftrag für die Hindenburgſpende 30 Mark
bewilligt. — Die Einrichtung einer neuen Heizungsanlage im Rathaus
wurde mit Rückſicht auf die derzeitigen ungünſtigen Finanzverhältniſſe der
Gemeinde für ſpätere Zeiten zurückgeſtellt. Die Einrichtung der alten
Pumpſtation ſoll verkauft werden. Der Verkauf ſoll in geeigneter Weiſe
ausgeſchrieben werden. — Der zu verkaufende Faſel wurde dem Händler
Nags=Hemsbach zum Preiſe von 55,21 Mark pro Zentner zugeſchlagen.
— Die eingegangenen fünf Angebote für die Weißbinderarbeiten in den
Schulſälen uſw., die ſtark von einander abweichen, werden nachgeprüft,
Samstag, den 1 Oktober 1927
und erſt darnach der Zuſchlag durch die Bürgermeiſterei erteilt. — Der
Beginn der allgemeinen Traubenleſe wurde auf Montag, den 3. Oktober,
feſtgeſetzt. — Die beabſichtigte Aenderung des Verteilungsſchlüſſels des
Winkelbach=Konkurrenz=Verbandes gab bei der Ausſprache, da man bei
verſchiedenen beteiligten Gemeinden die Beiträge herabſetzte,
Veranlaſ=
ſung, den berechtigten Verſuch zu machen, daß auch für Auerbach der
Bei=
trag ermäßigt werde. — Die beabſichtigte Erhöhung des Zinsfußes für
ſtaatliche Baukoſtenzuſchüſſe gab Veranlaſſung zu einer recht lebhaften
Ausſprache, und wurde ſchließlich auf kurze Zeit vertagt, da von
intereſ=
ſierter Seite hiergegen energiſch Stellung genommen und erſt
Vorbe=
reitungen hierzu getroffen werden müßten.
S. Lampertheim, 28. Sept. 25jähriges Beſtehen des
Evang. Krankenhauſes. Heute waren es B Jahre, daß das
hieſige Erang. Krankenhaus ſeiner Beſtimmung übergeben wurde.
Die=
ſes Tages gedachte letzten Sonntag die ganze evangeliſche Gemeinde.
Mit Choralblaſen wurde der Tag eingeleitet. Im
Vormittagsgotte=
dienſt ſprach Pfarrer Hickel vom Eliſabethenſtift Darmſtadt an Hand
des Gleichniſſes vom barmherzigen Samariter über die Arbeit der
Inneren Miſſion" Kirchen= und Poſaunenchor halfen die kirchliche Feier
verſchönern. Zu einem gemeinſamen Mittageſſen im Krankenhaus
waren beſondere Einladungen ergangen. Unter den Feſtgäſten waren
u. a. vertreten Prälat D. Dr. Diehl, Regierungsrat Dr. Horre vom
Kreisamt Bensheim, der Gründer des Hauſes, Pfarrer Dr. Dreſcher=
Eſchollbrücken, der Beigeordnete Knccht, diele Schweſtern, die im Hauſe
einmal tätig waren, zahlreiche ehemalige Helferinnen vom Roten Kreuz
und ſonſtige Perſonen, die mit dem Krankenhaus in Beziehung ſtehen
oder ſtanden. Dia Nachfeier in der Kirche war ebenfalls ſehr ſtark
be=
ſucht. Hier ſprach zunächſt Prälat D. Dr. Diehl über die Richtlinien,
die die evang. Landeskirche einzuſchlagen gewillt iſt. Pfarver Dr.
Dre=
ſcher ließ dann die ganze Entſtehungsgeſchichte des Hauſes am geiſtigen
Auge vorüberziehen. Regierungsrat Dr. Horre übermittelte die Grüße
der Kreisverwaltung und Beigeordneter Knecht die der Gemeinde.
Po=
ſaunenchor und Chorſchule verſchönerten die Feier durch Muſik= und
Liedervorträge. Das Schlußwort ſprach dann der jetzige Leiter des
Krankenhauſes, Pfarrer Eckel, der allen Helfern und Mitarbeitern
dankte und der Hoffnung Ausdruck gab, daß auch die Zukunft des
Hau=
ſes eine lichte ſein möge.
8. Lampertheim, B. Sept. Gute Schießleiſtungen. Der
hieſige Schützenverein beteiligte ſich am Landesſchießen des
ſüdweſtdeut=
ſchen Sportverbands für Kleinkalibrſchießen in Pforzheim. Hierbei
errang die aus den Schützen Bayerer, Cſinderoth, Maus, Neider und
Schlappner beſtehende Mannſchaft im Schießen um den Preis der Stadt
Pforzheim den ſilbernen Eichenkranz. Beim Schießen um den Preis
des Reichspräſidenten wurden die Schüitzen Dalchan, Günderoth, Maus,
Neider und Sacherer mit der Hindenburg=Plakette ausgezeichnet. Mit
dem 7. Preis des Südweſtdeutſchen Sportverband, konnte Neider weiter
heimkehren, außerdem errang derſelbe mit 34 Ringen bei 3 Schuß ſtehend
frihändig den Erinnerungstaler. Sehr gute Leiſtungen hatte der
Jung=
ſchütze Friedrich Schlappner zu verzeichnen. Mit 59 Ringen bei 6 Schuß
trat er im Schießen um den Preis des Südweſtdeutſchen Sportverbands
an erſte Stelle, weiter fiel ihm beim Gäſteſchießen die ausgeſetzte Plakette
zu. — Nach dem Standesamtsregiſterauszug gab es hier im Monat
Auguſt 15 G burten, 8 Eheſchliefungen und 11 Sterbefälle.
— Gernsheim, 30. Sept. Wafſerſtand des Rheins am
30. September 3,65 Meter.
a. Offenbach, 25. Sept. Die erſten Siedlungsbauten am
Bier=
brauerweg, maleriſch an der Bodenerhebung „Bieberer Berg” gelegen,
machten vor zwei Jahren viel von ſich reden, da ſie auf dem Gelände
eines ausgebeuteten Kalkſteinbruches ſtehen und deshalb ſchlechten
Bau=
grund haben. Ein Haus mußte unterfangen werden, ehe es noch
voll=
ſtändig fertig war. Zur Abſtellung der Mängel mußte die Stadt an
die Siedler einen außergewöhnlichen Zuſchuß geben. Siedler, die ſich
jetzt dort anſäſſig machen wollen, müſſen ſich verpflichten, aus der
Be=
ſchaffenheit des Baugeländes keinen Anſpruch auf erhöhte Leiſtungen
der Stadt zu ſtellen. Der Name „Vierbrauerweg” iſt ſchon heute
man=
chem unerklärlich und bei den Siedlern auch wenig beliebt. Er
er=
innert aber daran, daß auch in unſerer Stadt einſt das
Brauerrſ=
gewerbe blühte. Die Brauereien hatten in dem Kalkboden dort oben
ihre Keller. Von dieſen Kellern, etwa ſechs, iſt heute nur noch emer
in Benützung. Die übrigen ſind zerfallen und eine Gefahr für den,
der das verwilderte einſtige Kellergelände aus irgend einem Grunde
aufſucht. Sie wurden vernachläfſigt, als die Brauereibetriebe vor rund
25 Jahren von Frankfurt aus aufgekauft und ſtillgelegt wurden. Es
iſt heute hier Bier aus allen möglichen Orten und Brauereien zu haben,
während das heimiſche Brauereigewerbe längſt entſchlafen iſt. An die
Blüite dieſes Gewerbes in unſerer Stadt erinnern aber heute auch noch
zwei Straßen, der Große und der Kleine Biergrund, Teile der Altſtadt.
h. Laubach, 28. Sept. Grüße von feinem Aſienflug
ſandte Graf Georg ſeiner Heimatſtadt Laubach: Er ſchreibt: „An
Bord, der „Germania‟. Em herzliches Lebewohl der Stadt Laubach, an
die ich in kreuer Liebe denke, wo ich bin. Auf Wiederſehen! Graf Georg
von Solms=Laubach.”
Seite 14
*Der Deutſche Gymnaſial=Verein
hält ſeit Sonntag, 25. September, vormittags, in Göttingen ſeine
Tagung ab. Der erſte Tag galt internen Beratungen. Die öffentliche
Verſammlung am Montag in der Aula des Göttinger Gymnaſiums
war außerordentlich gut beſucht. Die Miniſterien zahlreicher deutſcher
Länder waren vertriten. Oberſtudiendirektor Dr. Kroymann=Berlin
wies in ſeiner Begrüßungsanſprache auf die außerordentliche
Aufwärts=
bewegung innerhalb der Vereinigungen der „Freunde des
Humaniſti=
ſchen Gymnaſiums” hin. Er ſtellte für Oktober eine hocherfreuliche
Kundgebung maßgebendr Kreiſe in Ausſicht und machte Mitteilung von
der Gründung eines „Reichsausſchuſſes zum Schutze des Gymnaſiums”
Der Feſtvortrag des Freiburger Univerſitätsprofeſſors Giehrimrats
Dr. Immiſch bildete den geiſtigen Höhepunkt der Diceng. Der
berühmte Philologe gab ein von höchſter Warte geſeheses Vild des
ſo=
genannten dritten Humanismus, das iſt jenes neuen Humn—nicmus
unſerer Tage, der aus der Not der Zeit, wie ſie der nur poſitieiſtiſche
und nur hiſtoriſche Wiſſenſchaftsbetrieb der letzten Jahrzelnte zsichaffen
hat, geboren ſei. Ein neuer Humanismus als Tcilvorgang des
allge=
meinen geiſtigen Geſchehens in Deutſchland ſei im Werden. Plato ſei
erſt von dieſem neuen Humanismus in ſeiner zentralen Bedeutung für
das neue Gymnaſium erkannt worden. Der neue Frühling ſei indeſſen
mit allzu ſüürmiſchem Braſen gekommen und leider in Verbindung mit
der Kataſtrophe von 1918. Der Redner bekannte Zutrauen und
Hoff=
nung auf das werdende Neue, ſchilderte aber gleichzeitig in einer von
heiterſtem Humor getragenen Ueberlegenheit die Gefahren der neuen
Art: Ohne Kenntniſſe ſeien Erkenntniſſe und Syntheſen unmöglich; der
Subjektivismus ſei ſchlimm, wir müißten abkommen von fener frei
ſchwe=
benden Geiſtigkeit, die nur auf Erlebnis und freies Kräfteſpiel ausgeht.
Der Weg zur wahren Erkenntnis ſei nicht „eben und voll Roſen”,
unſerer Zeit fehle die Lehrlingszucht und die Kunſt des Abwartens der
Reife. Gegenüber jeglichem Dilettantismus betonte er den Wert treuer
Arbeit im einzelnen und einer echten Philologie, die ſchon Nietzſche als
Goldſchmiedckunſt des Geiſtes bezeichnet habe.
Wie die geiſtige Entwicklung nicht in gerade Linie vorwärts ſchreite,
ſo ſei es auch mit der Schulreform. Er bekannte ſich dabei zum Symbol
der Spirale, die ſtets ein Neues in erweiterten Beſitz nehme und doch
in ihrer Mitte immer einſchließe, was frühere Zeiten erobert haben.
Ungewöhnlich ſtarker Beifall dankte dem Redner, der zu dem Verhältnis
von Univerſität und Schule, Philologie und Bildung wahrhaft koſtbare
Worte geſprochen hatte.
Die Verſammlung beſtätigte durch B.ifall die neu hinzugewählten
Vorſtandsmitglieder: Univerſitätsprofeſſor Grheimrat Dr. Brandi=
Göttingen, Univerſitätsprofeſſor Geheimrat Dr. Rehm= München und
Univerſitätsprofeſſor Dr. Roſenhagen=Heidelberg.
Das Verhältnis des „Deutſchen Gymnaſial=Vereins” zum „Drutſchen
Altphilologenverband” iſt durch die Tagung in fruchtbaren Ausſprachen
vertieft und befeſtigt worden.
WSN. Gießen, 30. Sept. Dienſtjubiläum eines
hervor=
ragenden Wirtſchaftsführers.. Am morgigen 1. Oktober
kann der Direktor der Mitteldeutſchen Kreditbank in Gießen,
Grieß=
bauer, auf eine 40jährige Tätigkeit bei der Mitteldeutſchen Kreditbank
zurückblichken. Direktor Grießbauer war von 1887 bis 1910 im
Haupt=
geſchäft der Mitteldeutſchen Kreditbank in Frankfurt a. M. tätig. Seit
1910 iſt er Direktor der Zweigniederlaſſung in Gießen. Direktor
Grieß=
bauer gehörr dem Geſamtvorſtand des Unternehmens als
ſtellvertreten=
des Vorſtandsmitglied an. Als Mitglied der Induſtrie= und
Handels=
kammer Gießen hat er ſich um die Förderung der Belange der
ober=
heſſiſchen Wirtſchaft außerordentliche Verdienſte erworben. Ferner galt
ſeine lebhafte Unterſtützung allezeit den deurſchen Luftfahrtbeſtrebungen,
für die er ebenfalls große ſachliche Erfolge erzielte. An der Schaffung
des Gießener Flughafens war Bankdirektor Grießbauer in
hervorragen=
dem Maße mitbeteiligt
WSN. Lauterbach, 29. Sept. Die Kreislehrerſchaft von
Lauterbach gegen den Reichsſchulgeſetzentwurf. Auf
der am 23. September in Lauterbach abgehaltenen Verſammlung der
Kreislehrerſchaft kam eine Entſchließung zum Reichsſchnilgeſetzentwurf
einſtimmig zur Annahme, in der der Kreislehrerverein den Keudellſchen
Neichsſchulgeſetzentwurf ablehnt. Ein Reichsſchulgeſetz müſſe aus
kultu=
rellen, pädagogiſchen und finanziellen Gründen die Simultanſchule, die
ſchon Jahrzehnte ſegensreich gewirkt habe, ſchützen und ihren Ausbau
im Reich in die Wege leiten.
— Tagung des Heſſiſchen Baugenoffenſchaftsverbandes. In dem
Be=
richt über dieſe Tagung in Nr. 268 des „Darmſtädter Tagblatts” iſt ein
unliebſamer Fehler enthalten, der leicht zu einer falſchen Einſchätzung
des Verbandes führen kann. Die Mitgliederzahl der dem Verband
an=
gehörigen Genoſſenſchaften bewegt ſich zwiſchen 12 und 7 46 (nicht, wie
es irrtümlich heißt, zwiſchen 12 und 46).
Seite 12
Samstag den 1 Oktober 1927
Nummer 272
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an, „kurz wird ſie ſein, kurz, aber inhaltreich. Denn zwei denn dieſe Sonne ſoll mir immer leuchten.”
Menſchenſeelen ſind ein gewaltiger Inhalt für eine Anſprache.
Und die will ich jetzt zuſammentun. Ich will euch, liebe Eltern,
und dir, liebe Mutter, die Mitteilung machen, daß ich mich
von heute an als verlobt mit meiner lieben Lotte betrachte.”
„Aber, Herbert ...
„Still, mein Kind,” ſtieß Frau Richter hervor, und die
ſchlanke Frau mit der faſt durchſichtigen weißen Haut und dem dreihundert Mark verzichten.
ehemals ſchönen, jetzt von den Furchen des Schmerzes
durch=
zogenen Antlitz umklammerte die Hand ihres Kindes, „ſtill.
das haſt du verdient!“
und küßte ſie zärtlich. Ganz leiſe ſprach ſie einen Vorwurf aus.
Er habe ſie ſo ſehr überraſcht. Aber das war wieder
ſchlecht=
geſpieltes Staunen, denn ſie hatte derartiges täglich erwartet.
Und nun mußten ſich die jungen Leute von den drei anderen
umarmen und küſſen laſſen, denn ihre Freude gehörte nicht
ihnen allein. Die galt es mit den Eltern zu teilen.
Die drei Flaſchen gingen raſch zur Neige, obgleich die übrigen
wenig von dem Wein genoſſen. Um zehn Uhr wurde der alte
Briefträger geſprächig und begann aus dem Feldzug zu
er=
zählen, den er als Schipper mitgemacht hatte. Beſonders die
Geſchichte von dem Durchbruch der Franzoſen bei Lille, den die
Armierer ſchließlich mit dem Spaten abgeſchlagen hatten, gab er
wieder zum beſten. Wer ihn kannte, der kannte auch dieſes
abenteuerliche Erlebnis aus der großen Zeit. Denn er pflegte
es aufzutiſchen, ſobald er wärmer wurde. Geglaubt hat es
ihm noch niemand.
Da war es denn an der Zeit, zur Ruhe zu gehen. Die
Brakkes brachten ihre Gäſte nach Hauſe. Kein ſchweres Stück
Weges, denn ſie waren Nachbarn. Der Doktor ſchob wieder den
Krankenſtuhl. Er fuhr ihn bis neben das Bett der Gelähmten, Brillanten ſchenkte, nahm ſie zwar die koſtbare Gabe, aber ſie
dort nahm er Abſchied von Lottes Eltern.
Die Mutter war zuerſt in ihr Heim zurückgekehrt. Lotte
geleitete Herbert bis zur Tür. Dort küßten ſie ſich wieder wie
zwei verliebte Leute.
„Und mit der Hochzeit warten wir nicht lange,” flüſterte
Herbert ſeiner blonden Braut zu.
„Ach, geh‟ .. ſo iſt es doch auch herrlich,” antwortete ſie.
„Haſt du mich denn wirklich lieb?"
„Mehr als mein eigenes Leben, Herbert.”
„Und du warſt mir von jeher die Sonne, die mein Leben
„Ja, eine Rede,” knüpfte Herbert Brakke an ſeine Worte beſchien,” jagte er innig, „und ewigen Tag möchte ich haben,
Dann gingen ſie auseinander.
Am nächſten Morgen gab Doktor Brakke ſeine Stellung in
der Chemiſchen Fabrik von Brüder Stöhler auf. Er hatte ſich
in den letzten Tagen krank gemeldet, um Zeit zu gelwinnen. Jetzt
aber konnte er rundweg auf das königliche Einkommen von
„Bedenken Sie, Herr Doktor, was Sie tun,” rief ihm der
Chef zu, „eine andere Stelle, werden Sie ſchwer bekommen,
denn in Ihrem Fach iſt alles beſeßt. Sind Sie vielleicht mit
Doktor Brakke nahm ſeine glückliche Braut in den Arm Ihrem Gehalt unzufrieden? Wir legen Ihnen gern etwas zu,
denn Sie ſind einer unſerer fleißigſten Herren.”
„Danke,” erwidert Herbert, „ich habe bereits eine andere
Beſchäftigung gefunden.”
Als er dem Kontor den Rücken gekehrt hatte, mußte er leiſe
lachen.
„Na ... der wird Augen machen,” ſagte er ſich, „denn wvenn
Vater Richter trank ganz ſachte ein Glas nach dem anderen, er erſt einmal erfahren wird, worin meine andere Beſchäftigung
beſteht, wird er einſehen, daß ich nicht bleiben konnte.”
Auch ſonſt gab es von dieſer Stunde an bedeutende
Aende=
rungen in der Lebenswveiſe des jungen Chemikers. Vor allen
Dingen erhielt die Mutetr das doppelte Wirtſchaftsgeld als
bisher. Und Abend für Abend kam der Doktor vollbeladen mit
Paketen nach Hauſe. Er brachte der Mutter alles, was ſie ſich
jemals gerünſcht hatte. Er beſaß ein bewundernswertes
Ge=
dächtnis und kam auf Dinge zurück, an denen ſie vor langer Zeit
einmal Gefallen gefunden hatte. Sogar einen Gasherd ſchleppte
er heran. Die alte Frau nannte ihn einen Verſchwender, aber
ſie freute ſich doch über ihren guten Herzensjungen.
Lotte war energiſcher als die Mutter. Als Herbert ihr ſchon
nach wenigen Tagen einen goldenen Ning mit einem hübſchen
verbat ſich jede weitere Folge.
„Du wirſt dein Geld ſpäter brauchen,” belehrte ſie ihn, „du
weißt nicht, was ein Haushalt koſtet. Bedenke, daß du heiraten
willſt.”
„Aber, Kindchen . . . ich bekomme doch noch viel mehr als
die dreißigtauſend Mark, von denen ich bisher kaum
fünfhun=
dert ausgegeben habe” verteidigte er ſich.
Es war am Abend. Er hatte ſie aus dem Bankhauſe
ab=
geholt, und ſie gingen zuſammen nach Hauſe.
„Eins kommt zum anderen. Auch haſt du noch gar nichts
für dein Aeußeres ausgegeben.”
„Für mein Aeußeres?” wiederholte Herbert erſtaunt.
Sie blickte ihm mit ehrlichen Augen ins Geſicht. „Du weißt,
Herbert, wie ich dich liebe Aber ich ſehe doch, daß du deine
Kleidung vernachläſſigt haſt. Ein eleganter Mann biſt du nicht.”
„Ich habe dich immer für eine tiefere Natur gehalten, die
nichts auf das Aeußere gibt."
„Das glaube ich auch zu ſein. Aber ich bin praktiſch. Du
vergißt, daß ich nicht die einzige bin, die dich anſieht. Wer
etwas im Leben erreichen will, mein lieber Herbert, der muß
auf die Schwächen ſeiner Mitmenſchen Rückſicht nehmen. Und
ſelbſt die Klügeren unter Ihnen beurteilen uns nach den
Kleidern.”
Er wurde recht kleinlaut. Wieder einmal fühlte er ihre
Kraft „Du haſt recht,” ſtieß er leiſe hervor und blickte an
ſei=
uem dürftigen Winterrock hinab, „aber wie fang ich das an?
Soll ich ein Dandy werden?”
„Nur das nicht. Alles, was zu viel iſt iſt ſchlecht.
Mor=
gen mache ich den Nachmittag frei, und wir gehen einkaufen.
Aber es wird ein ſchönes Stück Geld koſten, das ſage ich dir
gleich.”
„Macht nichts ... wenn nur der Zweck erreicht wird.”
Und am nächſten Tage beſtellte Doktor Brakke mit Lottes
Hilfe bei einem vornehmen Schneider zwei Anzüge und einen
Winterrock, erſtand eine ganze Menge Wäſche, einen Hut,
Schuhe, Kragen, Krawatten und ſogar einen Spazierſtock. Er
war ſeiner Braut herzlich dankbar für ihren Beiſtand, denn
allein hätte er wahrſcheinlich das Doppelte für all dieſe
Herr=
lichkeiten bezahlt und bei weitem nicht ſo Geſchmackvolles gewählt.
Aber ſeine Freude wurde dadurch gedämpft, daß ihn Lotte
auf dem Heimlege bat, ihre Verlobung vor Ernſtheimer
vor=
läufig geheimzuhalten. Glücklicherweiſe hatte der Doktor
darüber mit dem Bankier noch nie geſprochen. Ernſtheimer
ſchien überhaupt von der Bekanntſchaft Lottes mit dem
Che=
miker keine Nötiz genommen zu haben. Er fragte nie, welche
Verbindung zwiſchen dieſen beiden Menſchen beſtand. Ob er
aus Berechnung vermied, ſich in fremde Angelegenheiten zu
miſchen, oder aus Taktgefühl, war nicht erkennbar.
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Damen-Hemdhosen
gewebt, weiß . . . . . 1.85, 1.75,
Normal-Jacken
für Damen mit langem Arm 2.50,
Damen-Schlupthosen
A95
Kunstseide, mit angerauht. Futter
4.40, 3.50,
50
2
Damen-Strümpfe
gute Macco-Qualität, in farbig u.
schwarr . . . . . . . . . . 1.95,
Damen-Strümpte
195
Seidenflor, solide Qualität, in groß.
Farbenauswahl . . . . . . 250,
Damen-Strünpfe D25
Wolle gewebt, in schwarz . 275, d
Damen-Strünpte A50
Kunstwaschseide, in ries.
Farben-
sortimenten . . ."
.. . 2n5, 4
Damen-Strümpfe
Wolle gewebt, gute Oual., in viel.
Farben und schwarz .
Herren-Socken
in hübschen modernen Jacguard-
Mustern ..
„. 1.15,
Herren-Socken
roine Wolle, grau gestrickt, solide
Qualität . ..
.. . . 1.95,
Herren-Sockeng50
reine Wolle, gewebt, in den mod.
Farbstellungen ..
. . . 2.95,
Damen-Handschuhe
Leder-Imitation mit hübsch, solid.
... 1.10.
Halbkutter ..
Damen-Handschuhe
Leder-Imitation mit hübscher
Stulpe „
.45,
Leder-Imitation mit Halbfutter, in
eleganter Ausfährung . . . . 1.95, Damen-Handschuhe
Leder-Imitation mit aparter Stulpe
Afd. Damen-Handschuhe
Glagé, in viel. Farben u. gut. Sitz O Damen-Handschuhe
Waschleder, gelb und weiß in gut.
Verarbeitung ..
.. 5.75, A Damen-Handschuhe
Nappa, gute Ausführung . .
S
Am Markt
[ ← ][ ][ → ]Helvetia
Seite 16
Samstag, den 1. Oktober 1927
Nummer 272
Stück für Stück, Meter für Meter, Bager für Bagen
(mit Ausnahme einiger Marken-Artikel)
pundweg alles
wurde blau ausgezeichnet — Und warum ?
Der Umbam erfordert im Hugenblick verkleinerte Verkaufsräume. Wir bieten
deshalb unſeren Kunden extra billige Preise für dieſe kleine Unannehmlichkeit.
Der Rekord unſerer Billigkeit find daher die
Paden Umpau-Preise
Pulloverstoffe
in guten Stellungen
Karos
in tarbenfreudig. Stellungen
Popeline
doppelbreit, in viel. hübsch,
Farben
Wasch seide
künstliche Seide, moderne
Uusterung
ge GGgtg
Waschsamt
in allen hellen u. dunklen
Parben
Handtuchstoffe
rot-weiß und blauweiß
kariert
künstliche Seide, einfarbig
sowie Ton in Ton
Waschseide
18
12814
1.35
Schotten
doppelbreit, in heller und
dunkler Ausmusterung
130 cm, reine Wolle, in
streng modernen Farben
Woll=Karos
100 cm, in beliebten
Stellungen
Crepe
marocaine
doppelbreit, künstl. Seide
in neuen Farben
295 C
Bett=Kattun
80 cm
waschechte Muster
B0ys
Herren-Socken
Damen-
Strümpfe
echt Macco-farbig, m. Naht
reine Wolle, grau u.
kamel-
haarfarbig
Damen=
Schlupfhosen
marine
Fichtig
geht
Selat
Erst
Strickstoff
Papillon-Karos
reine Wolle, in kleinen und
reine Wolle, streng mod.
2n Jatte
großen Karos
1.95
A
7
2.35
Mantelstoffe
Velour de laine
Ripo
Hauskleider-
Stoffe
140 cm, reine Wolle, in
vornehmen Farben
140 cm, reine Wolle, in
guten Farben
doppelbreit, in gr. Auswahl
6.90
8.90
1.95
2.75
A
2.48
3.60
2.58
4.95
9 1.35
5.50
Crépe de chine
Eolienne
96/100 cm, reine Seide, in
großem Parbensortimend
reine Seide, doppelbreit,
mod. Farb. sowie Tonin Ton
doppelbreit, Wolle m. Seide
in vornehmen Farben
6.90
4.95
NG
3.25
4.50
5.50
3.15
Croisé
Halbleinen
Hemdentuch
80 cm, stark und
fein-
radig
g Huz,s
Hemdenflanell
kariert und gestreift, solide
Ware
150 cm, für sol. Gebrauchs
Bettlcher
vollweiß, gut gerauhte
Ware
A6
2.75
Damen=
Handschuhe
Kinder=Hnzüge
Herr.=Hemden
mit hübschen Einsätzen
Herren-
Normalhosen
solde Qualitäd
Leib- und Seelhosen
Größe 80
imit: Witdleder, mit eleg
bestickter Manschette
Paar
1.95
Paau
1.95
Aa6
Paar
Damen=
Croise=Hemden
Damen-
Schlupfhosen
Damen=
Schlupfhosen
Damen-
Croisé= Hemden
Achselschluß
Damen=
Hemdhosen
gestrickt, in schön. Farben
estra lang und weit,
Vor-
derschlug
estra schwere und warme
Quglität
warm geküttert, Größe 4
1.15
2.45
1 Posten
Jacguard=
Koltern
1 Posten
Biber-
Bettücher
140/190 cm, in neuen
Uustern
volle Größe, mit und ohne
Rand
6.95
Heserheim & Harz, Därmistadt Frlapkt *
2.75
4.50
15078
[ ← ][ ][ → ]Nummet 272
Samstag, den 1 Oktober 1927
Geite 17
Prof. Theremin
hat ſeine zuerſt in Frankfurt gezeigte ſenſationelle
Erfindung im Berliner Bechſteinſaal vor Einſtein,
Gerhart Hauptmann, Bruno Walter und anderen
Größen vorgeführt. Sobald ſich die Hand des
ruſ=
ſiſchen Gelehrten einem durch Gleichſtromwellen
be=
einflußten Metallſtabe nähert, werden Schwingungen
hörbar. Dies geſchieht je nach der Entfernung der
Hand vom Metallſtabe in beliebigem Grade und in
einer überraſchenden Feinheit und Reinheit.
Reich und Ausland.
Der Bekämyfer der Schlafkrankheit.
Geh. mied.=Rat Prof. Dr. Kleine
iſt von ſeiner anderthalbjährigen afrikaniſchen
For=
ſchungsreiſe zurückgekehrt. Die Ergebniſſe ſeiner in
den von der Schlafkrankheit verſeuchten Gebieten
an=
geſtellten Unterſuchungen werden demnächſt
veröffent=
licht. Es verlautet, daß der Gelehrte neue Methoden
zur Bekämpfung der Schlafkrankheit entdeckt hat.
Frankfurter Chronik.
WSN. Zu der Bluttat in Frankfurt=
Bornheim. Die Vernehmung des Silz, der am
Mittwoch ſeine Geliebte in deren Wohnung im
Prüf=
ling durch mehrere Revolverſchüſſe verletzte, hat
er=
geben, daß Silz ſeit ungefähr 14 Tagen ſich mit der
Abſicht getragen hat, die Bayer zu erſchießen und ſich
dann ſelbſt das Leben zu nehmen. Ein
dahingehen=
des Geſtändnis hat er bei ſeiner Vernehmung bereits
abgelegt. Er will zu der Tat veranlaßt worden ſein,
weil er die Ueberzeugung gewonnen habe, daß ihm
die Baher untreu ſei. Den Revolver will er ſchon
ſeit Jahren beſitzen und ſonſt nie bei ſich getragen
haben. Nach kurzer Auseinanderſetzung habe er auf
die Bayer zwei Schüſſe abgegeben, wovon einer fehl
ging, der andere jedoch die rechte Seite des
Unter=
leibs traf und im Körper ſtecken bliebl Als er ſah,
daß die Bayer durch die Schüſſe nicht getötet war,
habe er ſich mit der Abſicht auf ſie geſtürzt, ihr die
Kehle zu durchſchneiden. Hierzu habe er ein
mitge=
führtes Raſiermeſſer benutzen wollen, doch habe er
dieſes Vorhaben nicht ausführen können, da die Bayer
durch Anziehen des Kinns dies verhinderte. Silz
wurde hierauf durch die Mutter der Bayer, die ſich
in der Küche befand, an der weiteren Ausführung
feiner Tat dadurch gehindert, daß ſie ihm das
Raſier=
meſſer und den Revolver abnahm, wobei ſie ſich ſelbſt
nicht unerheblich verletzte. Durch die Abnahme der
Waffen ſei er daran gehindert worden, ſeine
Selbſt=
mordabſicht durchzuführen. — Die Frankfurter
Hindenbürg=Stiftung. Der Magiſtrat der
Stadt Frankfurt hatte bekanntlich bei der
Stadtver=
ordnetenverſammlung die Bewilligung eines Betrages
von 100 000 Mark als Stiftung zum 80. Geburtstag
des Reichspräſidenten v. Hindenburg beantragt. Der
Haupt= und Schulausſchuß, dem der Antrag von der
Stadtverordnetenverſammlung überwieſen worden
war, beantragt nunmehr, dem Magiſtratsantrag mit
der Maßgabe zuzuſtimmen, daß die Zinſen des
Kapi=
tals zur Förderung hervorragend begabter Kinder der
Arbeiterſchaft und des kleinen Mittelſtandes,
insbe=
ſondere Kindern von Kriegsgefallenen und
Kriegs=
beſchädigten, zugewendet werden. Weiter ſollen 30000
Mark zwecks Unterſtützung von
Schwerkriegsbeſchä=
digten und Kriegshinterbliebenen zur Verfügung
ge=
ſtellt werden. Die Spende ſoll den Namen „
Hinden=
burg=Stiftung” für alle Zeiten erhalten und es ſoll
Gelegenheit gegeben werden, weitere Zuwendungen
zum Kapitalsfonds zu ermöglichen. Die Stipendien
ſollen auch an Schüler von Kunſtgewerbe,
Bauge=
werbe, Maſchinenbau, techniſche Hochſchulen und
Muſikhochſchulen verliehen werden..
Muſik aus Aetherwellen.
Prof. Theremin holt Töne aus der Luft.
Umbau der größten Rheinbrücke.
Die „Ente” abgeſfürzt.
Die Weſeler Eiſenbahnbrücke,
die größte deutſche Rheinbrücke, wird umgebaut, da ſie dem Gewicht der modernen
Rieſenloko=
motiven nicht gewachſen iſt. Unſer Bild zeigt die Einrollung eines Brückenbogens.
Die Inſel Hiddenſee.
weſtlich von Rügen wird durch die Brandung der Oſtſee immer mehr gefährdet. Vornehmlich
an der Steilküſte des Enddorns ſinkt das Land Stück um Stück ab. Hiddenſee hat viele Künſtler
angezogen. Auch Gerhart Hauptmann beſitzt dort ein Haus. Sein Drama „Gabriel Schillings
Flucht” ſpielt auf Hiddenſee.
Die altbekannten Parfümerie= und Feinſeifen=
Werke Georg Dralle in Hamburg
und Altona begehen am 1. Oktober d. J. die Feier
ihres 75jährigen Beſtehens. In faſt allen Ländern
des Erdballs kann man die Dralleiſchen
Er=
zeugniſſe finden. Deutſcher Unternehmungsgeiſt
und raſtloſer Fleiß entwickelten das Werk zur
jetzigen Blüte und weltumfaſſenden Größe.
Hergeſtellt werden alle Erzeugniſſe der Parfümerie
und Kosmetik, alſo Parfüms, Kopfwäſſer, Brillantine,
Puder, Haut=Creme, Zahn= und Mundpflegemittel,
Feinſeifen, Raſierſeifen uſw., deren Zuſammenſetzung
die Ergebniſſe modernſter Wiſſenſchaft und Technik
zu=
gute kommen. Auf ſechs Weltausſtellungen erhielten
die Dralle’ſchen Erzeugniſſe die höchſte Auszeichnung:
fünfmal den „Großen Preis” (St. Louis 1904,
Mai=
land 1906, Brüſſel 1910, Turin 1911, Dresden 1911)
und in Wien 1904 die „Goldene Staatsmedaille‟.
In Altona befinden ſich die beiden Hauptwerke, die
Erzeugniſſe für den Export werden in der dritten
auf Freihafengebiet liegenden Hamburger Fabrik
her=
geſtellt. Weitere Fabriken arbeiten in der
Tſchecho=
ſlowakei, in der Schweiz, in Rumänien, Italien,
Hol=
land und auf Java. Niederlagen befinden ſich in faſt
allen Staaten des Auslandes.
Drei Monate Feſtung wegen verbotenen
Zweikampfes.
WSN Ludwigshafen. Die Ingenieurſchüler
Robert Wiehn und Rudolf Keller, beide aus
Lud=
wigshafen, trugen eines Morgens im Walde bei
Rheingönnheim einen Ehrenhandel aus.. Man trat
mit ſcharfen Schlägern an und eine große Anzahl von
Kollegen wohnte dem Schauſpiel bei. Das Ende vom
Liede war, daß beide blutige Köpfe davontrugen.
Die Gendarmerie hatte aber von dem Vorfall
Kennt=
nis erhalten und erſtattete Anzeige. Sie ſtellte feſt,
daß tatſächlich Zweikampf mit ſcharfer Waffe
ſtatt=
gefunden hatte. Wiehn hatte eine ziemlich ſtarke
Wunde an der Stirn davongetragen. In der
Haupt=
verhandlung vor dem Schöffengericht Ludwigshafen
gaben die beiden die Tat unumwunden zu, ſo daß
von einer Zeugenvernehmung abgeſehen werden
konnte. Beide erhielten je drei Monate Feſtung mit
Bewährungsfriſt. Ein Verfahren gegen einen
wei=
teren Angeklagten wurde abgetrennt.
Ein tragiſcher Unfall.
Lpd. Neuwied. Im benachbarten Heimbach=
Weiß ſtürzte ein junger Mann, der mit Obſtpflücken
beſchäftigt war, vom Baum und fiel auf ſeine unter
dem Baum ſtehende Mutter. Während der junge
Mann mit dem Schrecken davonkam, erlitt die Mutter
ſo ſchwere Verletzungen, daß ſie ſtarb.
Ein deutſcher Fiſchdampfer geſunken.
TU. Bremen. Zwiſchen dem franzöſiſchen
Damp=
fer „Louis Mertzen” und dem Lübecker Fiſchdampfer
„Nobiskrug” hat zwiſchen Weſer, Feuerſchiff und
Elbe I eine ſchwere Kolliſion ſtattgefunden.. Der
deutſche Fiſchdampfer iſt geſunken. Der franzöſiſche
Dampfer hat die Befatzung des deutſchen Dampfers
aufgenomme nund iſt in Hamburg mit beſchädigtem
Vorderſteven eingelaufen. Zwei Bergungsdampfer
ſind zur Unfallſtelle beordert worden.
Das Urteil gegen Frau Gebauer.
Berlin. In dem Prozeß gegen Frau Frieda
Gebauer, die, wie bereits berichtet, nach 21jähriger
Ehe ihren Gatten, den Kaufmann und
Ritterguts=
beſitzer Fritz Gebauer, durch Revolberſchüſſe getötet
hatte, nahm das Schwurgericht Berlin an, daß nicht
vollendeter, ſondern verſuchter Totſchlag vorliege.
Die Angeklagte wurde zu einem Jahr ſechs Monaten
Gefängnis verurteilt.. Die Urteilsbegründung ging
davon aus, daß der Getötete ein gewalttätiger Menſch
war und daß die Angeklagte von ihm angegriffen
und geſtoßen wurde. In dem Augenblick geriet ſie in
Notwehr und mußte weitere Angriffe abwehren.
Sie war berechtigt, zur Piſtole zu greifen. Als ſie
hinausgezerrt wurde, durfte ſie die erſten Schüſſe
ab=
geben. Da ſie aber, als ſie auf den am Boden
Liegenden in dem Glauben, daß er ſich noch bewege,
noch einen dritten und vierten Schuß abgab, von
denen der eine ein tödlicher Kopfſchuß war, ging ſie
von der Vorausſetzung aus, daß ſie einen Lebenden
töten wollte. Das Gericht hat allerdings
angenom=
men, daß Gebauer ſchon durch den zweiten
Leber=
ſchuß tot war. Ein Antrag des Staatsanwaltes auf
Erlaß eines Haftbefehles wurde vom Schwurgericht
abgelehnt.
Selbſtmord des Oberamtsanwalts Graf v. Luſi.
TU. Berlin. Der Spandauer Oberamtsanwalt
Graf Ernſt v. Luſi, der bekanntlich vor einigen
Mo=
naten in einem Prozeß wegen Beleidigung und
Ver=
gehens gegen das Republikſchutzgeſetz verwickelt war,
hat ſich, wie die Abendblätter melden, in der
ver=
gangenen Nacht in ſeiner Wohnung in Spandau
er=
ſchoſſen.
Zum Breslauer Kindermord.
Eine neue Spur.
FU. Breslau. Die Kriminaldirektion teilt mit,
daß durch die neueſten Ausſagen eines früheren
Spielkameraden und Mitſchülers des ermordeten Otto
Fehſe die Ermittelungen auf eine neue Spur
ge=
kommen ſind. Am Tage vor dem Mord iſt in
Geſell=
ſchaft der Fehſe’ſchen Kinder ein etwa 30jähriger
Mann geſehen worden. Die Beſchreibung dieſes
jun=
gen Mannes durch den Schulkameraden ſtimmt mit
den Angaben früherer Zeugen überein. Nach dieſem
Unbekannten wird nunmehr gefahndet.
Schweres Motorbootunglück bei Brandenburg.
Unterhalb der neuen Schleuſe von Brandenburg
kenterte in der Nacht zum Donnerstag ein Boot mit
Außenbordmotor, in dem ſich drei Männer und zwei
Mädchen befanden. Die Inſaſſen des Bootes waren
ſinnlos betrunken. Während ſich die drei Männer an
Land retten konnten, wo ſie beſinnungslos unter der
Wirkung des Alkohols aufgefunden wurden, werden
die beiden Mädchen vermißt. Vermutlich ſind ſie
er=
trunken.
Spuren von dem Flugzeug Brunswick?
EP. New York. Der Kapitän des franzöſiſchen
Dampfers „Port de Dunkerque” teilt durch
Funk=
ſpruch mit, daß er etwa 165 Meilen nördlich des
Hafens Baranquilla in Kolumbien Ueberreſte eines
Flugzeuges geſichtet habe. Man nimmt an, daß es
ſich um die Reſte des Apparates „Brunswick” handelt,
mit dem Redfern vor einigen Wochen einen direkten
Flug nach Braſilien unternahm, in deſſen Verlauf er I
verſchollen iſt.
Flugzenglonſtrukteur Wulf getötet.
Bremen. Bei einem Verſuchsfluge vor einer
Kommiſſion, zu dem der Flugzeugkonſtrukteur Wulf
am Donnerstag nachmittag um 3 Uhr bei beſtem
Wetter mit ſeinem neukonſtruierten Flugzeug „Ente‟,
das bekanntlich Flügel und Motor hinten und die
Steuerung vorn hat, aufgeſtiegen war, begann das
Flugzeug plötzlich aus bisher unbekannter Urſache zu
trudeln und ſtürzte aus 100 Meter Höhe ab. Wulf,
dem es nicht mehr gelang, das Flugzeug aufzufangen,
wurde ſchwer verletzt unter den Trümmern
hervor=
gezogen und verſchied trotz ſofortiger ärztlicher Hilfe
nach wenigen Minuten.
Wie wir aus Berliner Luftfahrtkreiſen erfahren,
ſteht der Unfall der „Ente” in keinem Zuſammenhang
mit dem Verkehrsflugweſen. Vielmehr iſt er dem
Bereich der wiſſenſchaftlichen und techniſchen
For=
ſchung zuzuzählen. Das geht ſchon daraus hervor,
daß der Konſtrukteur die Maſchine ſelbſt einflog.
Das Neue an der „Ente” war, daß bei ihr in
Um=
kehrung der Konſtruktion der Verkehrsflugzeuge der
Schwerpunkt der Maſchine hinten lag, während die
Schwanzſteuerung ihn vorn bedingte. Die Maſchine
hatte auch keinen Sporn. Das Hauptgewicht lag
viel=
mehr auf den Rädern. Sie war mit zwei
Dieſel=
motoren von je 75 PS und zwei Zugpropellern
aus=
gerüſtet, die parallel unter den beiden Tragfächen
an=
geordnet waren. Ein weſentlicher techniſcher
Fort=
ſchritt dieſer neuen Konſtruktion wurde darin geſehen,
daß die Maſchine bei der Landung auf etwa 15
Meter zum Stehen gebracht werden konnte. Dieſe
Fähigkeit iſt hinſichtlich des Problems der Flugplätze
von großer Bedeutung. In Berliner Luftfahrtkreiſen
bedauert man den Unfall umſomehr, als die
Kon=
ſtruktion der „Ente” für die Entwicklung des
Flug=
zeugweſens wirklich neue und kühne Wege wies.
Die Ueberſchwemmungen im Veltlin.
EP. Mailand. Dank anhaltend günſtiger
Wit=
terung hat ſich die Lage im Veltlin weſentlich
ge=
beſſert. An der Wiederherſtellung der Straßen und
Bahnverbindungen wird eifrig geanbeitet. Sondrio
kann gegenwärtig nur mit dem Auto auf
mehr=
ſtündigem Umweg über eine Bergſtraße erreicht
wer=
den. Die Unterſtaatsſekretäre Suardo und Martelli
haben die Ueberſchwemmungsgebiete beſucht und
Re=
gierungshilfe in Ausſicht geſtellt. Der König hat
40 000 Lire für die Hinterbliebenen der Opfer der
Ueberſchwemmungskataſtrophe im oberen Etſchtal und
Veltlin geſpendet.
Stürme und Unwetter in England.
London. England iſt erneut von einem
hef=
tigen Unwetter heimgeſucht worden, das teilweiſe von
Gewittern und Wolkenbrüchen begleitet war. Aus
allen Teilen des Landes werden neue
Neberſchwem=
mungen gemeldet. Die Ernte, die vielfach ſchon durch
Fäulnis ſchwer gelitten hatte, iſt jetzt an vielen
Stellen vollſtändig vernichtet worden. In der Nähe
von Carlisle wurde die Eiſenbahnſtrecke durch einen
Bergrutſch geringeren Umfanges, den der Regen
ver=
urſacht hatte, unterbrochen. Der Sturm im Kanal
verurſachte Verſpätungen der Dampfer. In den
Seebädern an der Südküſte wurden die
Strand=
anlagen von ſchweren Sturzwellen überflutet.
Ein Wirbelſturm in Amerika.
EP. NewYork. Wie aus St. Louis gemeldet
wird, iſt über die Stadt und das Miſſourital ein
Wirbelſturm hinweggegangen. Nach den letzten
Nach=
richten ſollen zahlreiche Perſonen getötet und verletzt
worden ſein. Bisher wurden in St. Louis ſelbſt etwa
10 Tote und 200 Verletzte und in den Dörfern der
Umgebung 20 Tote und ebenfalls 20 Verletzte
feſt=
geſtellt. Die Telephon= und Telegraphenverbindungen
ſind vollſtändig unterbrochen, ſo daß nähere
An=
gaben fehlen. Im Geſchäftsviertel von St. Louis ſind
ſämtliche Fenſterſcheiben zertrümmert worden.
TU. NewYork.. Die neue ſchwere
Wirbelſturm=
kataſtrophe in Amerika, die diesmal die Stadt St.
Louis und mehrere kleinere Miſſiſſippi=Ortſchaften
heimſuchte, ereignete ſich gerade in den frühen
Nach=
mittagsſtunden des geſtrigen Tages, wo naturgemäß
der lebhafteſte Straßenverkehr herrſchte. Innerhalb
5 Minuten raſte der Sturm mit 90 Meilen
Ge=
ſchwindigkeit über St. Louis hinweg. Ganze
Stadt=
teile waren mit einem Schlage ein Trümmerfeld
ge=
worden. Umgeworfene Autos und niedergeworfene
geknickte Laternenpfähle bedeckten die Straßen.
Ueber=
all ſah man Menſchen, die unter den Häuſertrümmern
begrabene Angehörige ſuchten, umherirren. In dem
Orte Budy (Arcanſas) hat der Sturm nur den
Bahn=
hof ſtehen laſſen. Der ganze Ort iſt ſonſt zerſtört.
Kurze Zeit nach der Kataſtrophe erſtrahlte heller
Son=
nenſchein, der das Zerſtörungswerk in ſeinen ganzen
Ausmaßen ſehen ließ. Man vermutet, daß die Zahl
der Toten ſich auf 100 erhöhen wird. Die Zahl der
Verwundeten wird bereits auf 2000 geſchätzt, der
an=
gerichtete Materialſchaden auf 100 Millionen.
Taifun auf den Philippinen.
500 Tote — Ozeanbeben.
Formoss
Hongkong
& ligent
u LUZON
Z MenilsL
U Minde
1inds-
noo
Born
Die Karte der von der Kataſtrophe
heim=
geſuchten Inſeln.
Wieder wütete ein Taifun auf den Philippinen.
Be=
ſonders heftig hat der Sturm die Inſel Luzon
ver=
wüſtet. Mehr als 500 Einwohner ſind tot, an 5000
obdachlos. Das Seebeben hat vermutlich auch Schiffe
auf dem Ozean vernichtet.
Seite 18
Samstag, den 1. Oktober 1927
Nummer 272
„Von Menſchen in Nordafrika.
Reiſeeindrücke von Alfred Krauße d’Avis.
Die Franzoſen haben den Ländern Tunis und Algier ihre
Ziviliſation gebracht und ihrer Tätigkeit auch das richtige
Denk=
mal geſetzt. Ich fand es in Südalgerien in Tebeſſa: eine
unbe=
kleidete Frauengeſtalt, liegend, als Brunnenfigur. Das Denkmal
ſagt ungeheuer viel. Als Kunſtwerk betrachtet iſt es recht
minder=
wertig. Als Symbol aufgefaßt hat es aber für die Geſchichte
großen Wert. Denn es zeigt die völlige Verſtändnisloſigkeit der
Franzoſen bei der kolonialen Arbeit.
Die Einwohner des Landes ſind Mohammendaner.
Inmoham=
medaniſchen Ländern tritt die Frau im öffentlichen Leben derart
in den Hintergrund, daß es als eine Unhöflichkeit gilt, einen
Mann nach ſeinen weiblichen Familienangehörigen überhaupt
nur zu fragen. Die Frau zeigt ſich nirgends und geht auf der
Straße verſchleiert. Man nimmt von ihr keine Notiz. Das
Nichtbeachten der Frau iſtes auch, was dem Mohammedaner ein
Verſtändnis des Chriſtentums geradezu unmöglich macht, weil
die chriſtliche Lehre ohne Erwähnung der Jungfrau Maria nicht
gelehrt wird. Er ninmt Anſtoß daran, daß in chriſtlichen
Kir=
chen die Gottesmutter dargeſtellt iſt. Und in ein Land, das von
Menſchen dieſer Denkungsart bewohnt iſt, ſetzen nun die
Fran=
zoſen mitten auf den verkehrsreichſten Platz eine nacktte
Weibs=
perſon! Ich bin ja ſonſt nicht ſo, aber hier ſah ich mich doch
nach einem Feigenbaum um. Man erſieht daraus die Unfähigkeit
der Franzoſen, mit afrikaniſchen Raſſen umzugehen. Wo
Frank=
reich mit den Eingeborenen Erfolg hat, da hat es dieſe Leiſtung
durch rückſichtsloſe Gewalt erzielt — niemals aber durch
verſtänd=
nisvolles Eingehen auf das Fühlen und Denken der Menſchen,
die es beherrſcht.
Es iſt daher nicht wunderlich, daß die Eingeborenen
Ver=
gleiche ziehen und dabei das Urteil über Deutſchland recht günſtig
ausfällt. Denn im letzten Kriege hatten wir doch in unſerem
Gefangenenlager eine ganze Menge Farbiger aus Nordafrika,
die heute in ihrer Heimat erzählen, wie ſie als Gefangene in
Deutſchland behandelt wurden. Wir hatten bei der
Gefangenen=
behandlung immer Erfolg zu buchen, der ſich in der Zukunft noch
recht gut verzinſen wird.
In der Stadt Tunis hatte ich mich einmal ernſten
Betrach=
tungen hingegeben, daß es doch allmählich höchſte Zeit ſei, daß
ſich die Polizei etwas um mich kümmere. In Griechenland wurde
ich ſeinerzeit als einer Beaufſichtigung würdig von den
Polizei=
beamten wie ein eingeſchriebener Brief weitergegeben, in Tripolis
hatte ich meine eigenen Geheimpoliziſten, die meinen Spuren
folgten, und hier in Tunis ſollte man mich für ganz harmlos
halten? Ehe ich mir dieſe Frage zu bejahen wagte, erſchien
plötzlich ein eingeborener Beamter und ſchritt mit ernſter Miene
auf mich zu. Aha, jetzt hat er mich, dachte ich, und griff nach
meinen Ausweispapieren. Nach kurzer Prüfung meiner
Aeußer=
lichkeit ſagte er mir auf deutſch „Guten Tag!” Ich fragte ihn
ganz verdutzt, was er denn von mir wolle. Da erklärte er mir
ganz vergnugt, er wolle gar nichts, als ein bißchen deutſch
prechen. Er ſei Kriegsgefangener in Deutſchland geweſen und
wolle mir nur zeigen, daß er in Deutſchland eine Menge gelernt
habe. Denn, daß ich ein Deutſcher ſei, habe er mir ſofort
an=
geſehen. Und dann plapperte er los im „Lagerton” wie er ihn
als Kriegsgefangener gehört hatte. Ich mußte mir Mühe geben,
um dabei immer ernſt zu bleiben. Er lobte Deutſchland, ſchimpfte
auf Frankreich und erwähnte mit Bedauern, daß ſeine Mutter
ihm in dieſem Gedankengang nicht immer Recht gäbe. Er habe
ſie aber gebeten, ihre Anſicht für ſich zu behalten. „Ich ſagen,
Mama du nix verſtehen, Mama halt’s Maul!”
Auch bei einer anderen Gelegenheit hörte ich noch einmal
deutſch ſprechen. Es war weit im Hinterland. Ich war ſieben
Stunden mit dem Auto gefahren und dann zu Fuß in die Berge
geklettert, um römiſche Ruinen zu begutachten. Mein Leibſklave
trottete mit einem photographiſchen Gerät hinter mir her. Ein
alter, ziemlich ſchmutziger Araber hatte ſich zu ihm geſellt und
beide verhandelten eifrig. Zur Debatte ſtand alles Wiſſenswerte
über meine Perſon. Als ich einmal ſtehen blieb, kam der Alte
auf mich zu und ſagte laut und vernehmlich: „Ja, ich ſpreche
deutſch!” Ich erwiderte ihm ebenfalls auf deutſch, daß das ſehr
ſchön von ihm ſei und er ſolle mir mal etwas auf deutſch
erzäh=
len. Darauf erklärte er mir in einem ſchauderhaften Gemiſch
von arabiſch und franzöſiſch, daß er einmal Diener bei deutſchen
Herren geweſen ſei. Das ſei aber ſchon lange her, ſchon viele
Jahre vor der Zeit, als die Franzoſen ſeine Landsleute als
Sol=
daten nach Europa in den Krieg geſchleppt hätten. Die
Deut=
ſchen hätten hier gemalt und photographiert — es gäbe nun
ein=
mal Menſchen, die ſolchen Unſinn machten. Er könne nichts
dafür. Aber er ſei ihr Diener geweſen und ſeit dieſer Zeit
ſpreche er deutſch. Ich ſagte ihm, er ſolle doch einmal mit dem
Deutſchſprechen anfangen. Ja, das ginge doch nicht ſo ohne
weiteres, denn er habe unterdeſſen alles vergeſſen. Ich merkte,
daß er es auch noch nie gekonnt hatte und ſeine Anrede vorhin
nur ein einſtudierter Satz war. Ich fragte ihn, ob er ſich denn
nicht erinnern könne, was die deutſchen Herren zu ihm geſagt
hätten. Da kam die Erleuchtung über ihn und ſtrahlenden
Auges verkündete er: „Bring Waſſer, Brot. Komm her, du
Schwein!“
Ich belohnte ſeine Sprachkenntniſſe mit einer Zigarette und
wir ſchieden als neue Freunde mit der Verſicherung gegenſeitiger
Hochachtung.
Im Anſchluß an dieſe Unterhaltung erzählte mir mein
Die=
ner, daß er von noch einem anderen Deutſchen gehört habe. Der
habe Monate lang in dem Gaſthof einer Oaſe gelebt und gar
nichts getan. Ob er nicht gemalt oder photographiert habe?
Nein. Ob er krank geweſen ſei? Nein. Ob er große
Spazier=
gänge und Ausflüge gemacht habe? Nein, er habe überhaupt
gar nichts getan. Morgens nach dem Aufſtehen habe er
ange=
fangen zu ſchreiben und habe bis abends nur geſchrieben. Ob
man ſo etwas für möglich halten ſollte!
Man muß ſich immer ſagen, daß dieſe Menſchen anders
denken als wir. Wenn ſie dann gezwungen werden, ohne
Ueber=
gang ſich unſerer Ziviliſation anzupaſſen, dann gibt es manchmal
komiſche Bilder. Es iſt ihnen bekannt, daß der europäiſche Arzt
etwas mehr verſteht als ihre Leute und außerdem Arzneien hat,
die alles heilen. Wenn einer krank wird und alle ererbten
Haus=
mittel erfolglos durchprobiert ſind, dann ſucht man jemand, der
gelegentlich einmal in die Stadt geht. Der bekommt dann den
Auftrag, ärztlichen Rat einzuholen. Wenn der Beauftragte dann
ſein Kamel belädt, um zum Markt zu reiten, wird er genau
in=
ſtruiert. Nun muß der arme Mann, der die ganze Nacht durch
reiſt, acht geben, daß er den Krankheitsbericht nicht mit ſeinen
wirtſchaftlichen Dispoſitionen durcheinander bringt. Da das ſehr
ſchwer iſt und ihm ſeine perſönlichen Angelegenheiten meiſt
wich=
tiger düinken, kommt der Krankheitsbericht dabei etwas zu kurz.
Wenn ihm ſeine Geſchäfte in der Stadt Zeit laſſen, entſinnt
er ſich ſeines Auftrages und geht zum Arzt, d. h. in die Apotheke.
Der arme Apotheker kommt oft in eine recht ſchwierige Lage. Er
iſt ſchon froh, wenn es heißt: „Er hat’s im Kopf” oder „Er hat’s
im Bauch‟. Dann kann er wenigſtens mit einiger Sicherheit
an=
nehmen, daß es ſich nicht um ein gebrochenes Bein handelt. Die
Sache wird ſchon ſchwieriger, wenn der Abgeſandte zugibt, er
wiſſe nicht mehr genau, um was es ſich handle, aber der Herr
Doktor müſſe das ja ganz von allein wiſſen, er habe ja ſtudiert.
Am unangenehmſten iſt es, wenn der Ueberbringer nicht zugeben
will, daß er alles vergeſſen hat, und einfach die Symptome des
Drehwurms beſchreibt, die einer ſeiner Hämmel neulich gezeigt
hat.
Dem geplagten Apotheker bleibt dann gar nichts anderes
übrig, als zur Univerſalmedizin zu greifen, die bei leichter
pur=
gativer Einſtellung mehr oder weniger geſüßt in allen Farben
des Regenbogens gereicht wird. Diefe Medizin hat beſtimmt
noch keinem geſchadet, aber ſchon ſehr vielen geholfen. Denn der
Glaube verſetzt Berge, und in Afrika iſt noch viel zum
Ver=
ſetzen da.
Man findet in dieſen Ländern noch die größten Gegenſätze.
In den Höhlen der Troglodyten ſah ich Handmühlen, wie ſie
ſchon vor Jahrtauſenden gebraucht wurden. Und dieſelben
Menſchen fahren im Auto und in der Eiſenbahn, als ob das
gar nicht anders ſein könnte. Mein Diener in Tunis war ſogar
ſchon geflogen. Er hielt ſich für einen Menſchen, dem nichts in
der Welt mehr imponieren könnte, und ſteckte dabei doch voll und
ganz im Rahmen ſeines Herkommens. Am beſten konnte ich
meine Studien an ihm machen, wenn er morgens kam, mich
wecken. Dann half er mir beim Anziehen, wobei er mir über
die chronique scandaleuse des vergangenen Tages Vortrag hielt.
Aus dieſen — ich geſtehe es ganz ehrlich — nicht unintereſſanten
Erzählungen ſah ich, durch welche Brille er die Welt betrachtete.
Ich hatte mir in wenigen Tagen einige Leute „an die Hand
geſtellt”, mit denen ich die großen Fragen der Gegenwart
be=
ſprach. Vor dem Hauſe ſaß mein Stiefelputzer, vergnügt und
dreckig, etwa 12 Jahre alt. Für den Fall ſeiner Abweſenheit
war immer ſein Stellvertreter da, ein Stift von höchſtens 6
Jah=
ren. Dann war da der Limonadenverkäufer, der dreimal täglich
mit mir die Wetterlage beurteilte und der Zeitungsmann, der
auf das Tabakmonopol ſchimpfte. Nicht zu vergeſſen der Stift
im Kaffeehaus, der Unklarheiten und Lücken im morgenlichen
Vortrag meines Leibmameluken ſtets zu ergänzen wußte.
In den Souks, d. h. Bazarviertel, hatte ich auch einige
Be=
kannte, bei denen ich ab und zu Kaffee trank. Da ich vom Fleck
weg erklärte, daß ich nicht die Abſicht hätte, etwas zu kaufen,
blieb unſere Unterhaltung ungeteilt auf neutralem Gebiet.
Alle dieſe Menſchen, von denen ich ſprach, laufen im
Reiſe=
handbuch unter dem Sammelbegriff Araber. Sie ſelbſt nennen
ſich auch ſo, obwohl ſie den verſchiedenſten Grundraſſen
ange=
hören. Alle Farben ſieht man, vom nordiſchen Weiß bis zum
tiefſten Schwarz. Arßerdem gibt es noch Neger, die aber vom
den anderen Farbigen nicht für gleichwertig genommen werden.
Mein Diener war ganz ſchwarz, mit einem arabiſchen
Geſichts=
ſchnitt. Als er mich einmal geärgert hatte, fagte ich zu ihm: „Ich
glaube, du biſt doch ein Neger.” Sofort legte er meine Sachen
hin und kündigte mir den Dienſt. Beleidigen ließe er ſich nicht.
Volle zehn Minuten hat er die Kündigung durchgehalten.
Daneben gibt es noch überall in den Städten Juden. Der
Jude iſt aber hier nicht nur Kaufmann, ſondern
merkwürdiger=
weiſe auch Handwerker. Aber zwiſchen Juden und allen anderen
Menſchen beſteht eine unüberbrückbare Kluft des Haſſes.
Raſſen=
mäßige Todfeindſchaft iſt es, die dauernd zu Blutvergießen führt.
(Dabei ſteht doch ſo hübſch in den Schulbüchern, daß Juden und
Araber „Semiten” ſeien.)
In der großen Moſchee in Kajrwan war es. Der
Moſchee=
diener erzählte mir, daß kein Jude die Moſchee betreten dürfe.
Einmal ſei einer gekommen, der verdächtig ausgeſehen habe.
Auf die Frage, ob er ein Jude ſei, habe er geantwortet: „Ich
bin ein Pariſer!” Als er das große Minaret beſteigen wollte,
habe er, der Moſchcediener, und ſein Freund ihn begleitet, damit
ihm ja nichts paſſiere. Aber ſie wüßten ſelbſt nicht, wie es
ge=
kommen ſei, der Pariſer ſei von der oberſten Pkattform in den
Hof gefallen. Die Polizei, die nachher die Perſonalia des
Toten feſtgeſtellt hat, habe ihm geſagt, es ſei ein Jude geweſen.
Allah’s Wille ſei unerforſchlich!
Als ich ſpäter das Minaret beſteigen wollte, meinte er, ich
könne ruhig allein raufgehen, der Weg ſei nicht zu verfehlen.
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Gelegen=
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der Geſchſt. (25856
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(*25786)
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21 Jahre, ſucht
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ſtelle als Tentiſt ſof.
oder ſpäter
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die Geſchſt. (25792
Autoſchlofſer, 20 J.
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Dieſelben müſſen ſchick und flott garnieren können und auch
im Bedienen bewandert ſein.
Gg. Heckmann=Schmidt, Darmſtadt
Putz und Modewaren.
15073
Nummer 272
Samstag, den 1 Oktober 1927
Geite 23
In 2 Tagen durch Wetterau und Pogelsberg
bg. Von Gießen ab mit Ziel Butzbach, das man direkt mit der
Bahn in 30 Minuten erreichen kann. Unſer Zug aber bringt uns am
Juße des Schiffenbergs, wo ſonſt gern bei Lynkers in der alten
Deutſchordenskommende geraſtet und bei günſtigem Wetter die Gegend
nach Süden bis zum Melibokus abgeſucht wurde, und an Garbenteich
vorbei nach Lich, dem freundlichen Fürſtenſitz mit Renaiſſanceſchloß und
gepflegtem Park (alte Kaſtanienallee um den Schloßteich). Die Stadt
ſelbſt bietet um Allee und Kirchenplatz prächtige Stücke mittelalterlicher
Holzbauten, das Rathaus und das Hellwig’ſche Haus mit reichen
Holz=
ſchnitzereien und Inſchriften, und die ſpätgotiſche Marienſtiftskirche mit
65 Meter hohem freiſtehendem Glockenturm (alter Feſtungsturm). Im
Innern der Kirche eine reichgeſchnitzte Barockkanzel aus dem Kloſter
Arnsburg und Grabdenkmäler der Solmſer Grafen aus dem 15. und 16.
Jahrhundert.
Von allen Wanderungen in die Umgebung, ſo nach Laubach,
der ſtillen Reſidenz der Grafen Solms=Laubach, mit einſt bedeutender
Bibliothek und faſt vollſtändigem Deuvre des Kupferſtechers Joh. Gg.
Wille, und Grünberg mit dem Fachwerkbau des ehemaligen
Antoniterkloſters und dem „
Diebs=
turm”, gehört die 2½ſtündige
Wan=
derung über Kloſter Arnsburg
nach der Burg Münzenberg, dem
Wahrzeichen der nördlichen Wetterau,
zu den ſchönſten. Der Weg allerdings
will gefunden ſein, ſofern man nicht
die Landſtraße wählt. Macht man ſich
die Mühe, die in nächſter Nähe
ge=
legene Altenburg aufzuſuchen, ſo
ſteht man auf altem
Römer=
boden, auf den Reſten eines Kaſtells
an der großen Limeslinie, und zugleich
einer romaniſchen Kirche, die auf
der=
ſelben Stelle faſt ein Jahrtauſend
ſpä=
ter erſtand. Im 12. Jahrhundert als
Tochtergründung der Ziſterzienſerabtei
Eberbach im Rheingau unter Kuno
v. Münzenberg geſtiftet, bildet
Arns=
burg in ſeinen Reſten, beſonders der
Kirche (Langhaus mit Bogen), noch
heute eine ſtimmungsvolle Stätte
ab=
geſchieden mönchiſchen Lebens, das
kolo=
niſatoriſch und künſtleriſchhandwerklich
Tat und Opfer war!
Der bei heißem Wetter anſtrengende
Wege von hier nach Münzenberg,
dem altertümlichen Städtchen mit
Rat=
haus (1551) und Stadtkirche, wird reich
belohnt durch den Zauber, der von den
ſtattlichen Reſten der Burg
Mün=
zenberg ausſtrahlt und von
ein=
ſtiger Größe im 13. und 14.
Jahrhun=
dert, beſonders unter den Herren von
Falkenſtein kündet. Dunch 3 Tore
er=
ſteigt man den 120 Meter hohen
Baſaltkegel, auf dem im 12. Jahrhundert Kuno b. Münzenberg dieſe
vornehmſte Burg der Wetterau, würdiges Gegenſtück zur Gelnhauſer
Kaiſerpfalz, gundete. Obwohl wie ſo manche Burg als Steinbruch
benutzt, ſind doch noch ſo weſentliche Teile erhalten, daß man ſich gern
in das Anſchauen dieſer beredten Zeugen vergangener Herrlichkeit
ver=
liert; romaniſcher Palas (Doppelfenſter nach der Hofſeite; an
der Außenſeite 8Bogenſtellungen, durch einen ſtärkerin Rundpfeiler aus
Porphyr in der Mitte wuchtig unterbrochen) und gegenüber der
gotiſche Wohnbau (Falkenſteiner Bau genannt) aus dem 13.
Jahr=
hundert. Hier bedauert man ſehr, daß Kurzſichtigkeit und nüchterne
Kunſtſtrömung des 19. Jahrhunderts eine ſo meiſterhafte Anlage
zer=
ſtören halfen.
Am Spätnackhmittag mit der Bahn nach Butzbach, deſſen
Be=
mühungen zur Erhaltung der alten Trachten (Stadtmuſeum,
Trachten=
feſte) bekannt ſind. Von der alten Stadtb feſtigung zeugt der
Hexen=
turm; im 19. Jahrhundert abgebrochene Türme ſind uns 1913 durch
erſtmalig in der „Heſſiſchen Chronik” veröffentlichte Zeichnungen F. M.
Heſſemers erhalten (vgl. Abb.). In der aus einer Baſilika zu einer
gotiſchen Hallenkitche umgebauten Markuskirche das Grabmal des
ge=
lehrt.n Landgrafen Philipp von Butzbach, deſſen koſtbare
Bib=
liothek heute zu den Sckätzen der Heſſiſchen Landesbibliothek in
Darm=
fſtadt zählt. Auf dem Markt ein Brunnen von 1575, Rathaus (1560)
rund gleich bei die „alte Poſt”, wo einſt der große Kurfürſt und 1813
Blücher kampierten.
Zweiter Tag. Frih mit der Bahn nach Bad Nauheim, dem
Geſſiſchen Staatsbad; es dokumentiert in ſeinen Badehäuſern die
mumſichtige Erweiterung der Jahre 1905—11 und bildet nach wie vor
Die Heilquelle von Weltruf für Herzkrankheiten. Ein kleiner
Spazier=
wang bringt uns zur nachbarlichen, alten Reichs= und Kaiſerſtadt
Friedberg, überragt von ſeinem Wahrzeichen, dem 50 Meter hohen
wunden Adolfsturm, mit kegelförmiger Spitze und 4 Ecktürmchen.
Seit den großen Bahnhofserweiterungen hat ſich die Stadt, die erſt
1834 mit der Burg zu einer Gemeinde vereinigt wurde, ſtark nach Süden
ausgedehnt. In der Burg, von ſtattlichen Ringmauern eingeſchloſſen,
Das Schloß (Renaiſſancebau von 1604—10 mit ſpätbarockem Nordbau)
rnit hübſchem Schloßgarten. Am Rathaus (1738) vorbei in der
Juden=
gaſſe zum Judenbad (1260 erbaut), das noch nach 1800 den jüdiſchen
FFrauen für ihre Kultwaſchungen diente; in dem viereckigen 5,5 Meter
wweiten Brunnenturm führen 70 Stufen zu dem 25 Meter tief
an=
gelegten Becken auf der Grundwaſſerſohle (Temperatur 6—8 C.).
Zwiſchen Trapp und den Drei Schwertern hindurch zur Liebfrauen=
Stadt)=Kirche, einem dreiſchiffigen gotiſchen Hallenbau aus der
gleichen Zeit wie die Eliſabethenkirche in Marburg (1250): Schmuckſtück
ver Stadt. Am ſüdlichen Querſchiff die Brauttür”, ein Meiſterwerk
gotiſcher Kunſt; im Chor ein reiches ſteinernes Sakramentshäuschen
14 Meter hoch aus 1482) und Reſte von Glasmalereim des 15.
Jahr=
gunderts. Nahebei das Muſeum mit ſehenswerten Sammlungen
aus der Stein= und Bronzezeit und beſonders Funden aus der
Fröwerzeit; dabei auch das Stadtarchiv, einer der erſten
An=
ſäinge bewußter Arbeit auf dieſem Gebiet unter der emſigen Tätigkeit
Profeſſor Drehers. Leider reichte die Zeit nicht zu dem lohnenden
Ab=
ſrecher nach Ilbenſtadt mit der ſchönen zweitürmigen
roma=
riſchen Kirche eines chemaligen Prämonſtratenſerkloſters.
So fuhren wir am Abend noch nach Bad Salzhauſen, dem
Aeinen Bad inmitten eines großen alten Parks. Schon früh wurde
ier Salz gewonnen; und im 16. Jahrhundert war ein ſyſtematiſcher
Salinenbetrieb gingerichtet. Aber erſt im 19. Jahrhundert wurde das
Eurhaus gebaut und die Umwandlung vom Salinenbetrieb (1864 auf= Breungeshain) und wandern auf ſchöner Straße zwiſchen Wieſſen,
gegeben) zum Solbad vollzogen. Von 7 Heilquellen dienen 4 Salz= Feldern und Obſtbäumen nach Rudingshain und (immer der
uellen zum Trinken und Baden (wegen des ſchwachen Kohlenſäure= Markierung rot X folgend) langſam hinauf zum
Landgrafen=
ehalts neuerdings auch ſür Herzkranke empfohlen); die Lithiumquelle, brunnen, einem herrlich gelegenen Brünnchen, deſſen Waſſer ſich
lie Schwefelquelle und die Stahlquelle nur zu Trinkkuren. Die Nähe nördlich zur Weſer und ſüdlich zum Rhein wenden. Weidwerk muß
des Hochwaldes, das milde Klima und die geſchützte Lage machen das hier gedeihn; man glaubts, daß hier der große heſſiſche Nimrod,
Sad zu einem angenehmen Aufenthalt.
echter Cervelatwurſt!) zeitig in der Poſt zur Ruh, allerdings mit halbem
Ohr lauſchend, ob nicht der Nachtwächter aufzöge und ſein „Hört ihr
Leut und laßt’s euch ſagen!” in den ſtillen ſilbernen Abend hineintute . . .
Anderntags (vierter Tag) nach guter Nachtruhe zeitig heraus und im
alten Städtchen umgeſehen! Es herrſcht Leben in dieſem „
Obſt=
garten”, der bevorzugt geſchützt liegt mit Laub und Nadelwald
rings=
um; denn Holz, Wolle, Vieh und Heu ſind noch immer Artikel geweſen,
mit denen ſich was anfangen und verdienen ließ! Dazu hat ſich der Ort,
den einſt iriſch=ſchottiſche Mönche gründeten, ſein altes Kleid bewahrt,
obwohl auch er beſonders in den Tagen der Raubritter, des 30jährigen
Krieges und in den Napoleoniſchen Kriegen hart mitgenommen wurde.
Sehenswert iſt die Stadtkirche (Hallenbau aus dem 14. Jahrhund rt)
mit zwei runden Türmen an der Weſtſeite und einem 50 Meter hohen
Turm an der Oſtſeite; über dem Portal Anbetung der heiligen drei
Könige; in der Kirche ein ſilberner Abendmahlskelch aus 1522, und, ſo
huben wir uns berichten laſſen, eine beachtliche Kirchenbibliothet, die
wertvolle Ausgaben griechiſcher und römiſcher Literatur enthalten ſoll.
Gegenüber der Kirche das Rathaus, ein ſchöner Fachwerkbau aus dem
Nach Südweſten die Breungeshainer Heide C akm groß),
bei aller Herbheit von unendlicher Schönheit und impoſanter Nuhe,
umrahmt von prächtigen Fichten= und Buchenbeſtänden; Wald und Wieſe,
reich an alpiner Flora!. Man kann ſich keinen ſtärkeren Gegenſatz
vor=
ſtellen, als den zwiſchen Schotten (20 Meter), faſt ein ſüdlicher
Garten, in dem elle Obſtarten und ganz große Walnußbäume gedeihen,
und dieſer Heide (700 Meter), die Wind und allen Geſpenſtern
offen Zutritt gewährt. Wenn auch der Vogelsberg gegen die Wetterau
3 Wochen mit Frühlings= und Erntebeginn nachhinkt, ſo iſt das Klima
fern davon rauh zu ſein; die Luft iſt kräftig und anregend, ſo recht
geſchaffen, Stubenluft und Büroſtaub aus den Lungen hinauszujagen.
Waſſerre chtum iſt des köſtlichſte Gut des Gebirges; ſo die
Quellen=
gebiete bei Fiſchborn, das mit 139 Quellen Frankfurt, bei Queckborn,
das Gießen, und bei Inheiden, das Nauheim und Friedberg mit Waſſer
beliefert.
Auf blumiger Wieſe lieg ich,
Den Blick ins Blau des weiten Himmels;
Ganz nah Geläut der weidenden Herde.
Und das Singen des Windes im klingenden Gras.
Die Sonne glüht und rötet meine Haut,
Kein Lärm, kein Laut,
Der mir dies Einsſein mit dem All verdirbt. . . .
Um aber den Oberwald ganz zu genießen, ſollte man nicht
Tage, ſondern Wochen hingeben. Wenn irgendwo Ruhe und Erholung
gefunden werden kann, dann hier in dieſer Weltabgeſchiedenheit, in dieſer
herben, friſchen Waldesluft. Wir haben uns dann auch noch am (nächſten)
fünften Tag ſo recht gehen laſſen und ſind ſtatt der 2½ Stunden, die
man bis Hochwaldhauſen braucht, ſtundenlang bis ſpät nach Mittag
die Wege nach der Herchenhainer Höhe zur Burg und zum Krater beim
Spitzen Stein gewandert; zurück zum Schutzhaus und dann durchs
Schwarzbachtal nach Hochwaldhauſen und Ilbeshauſen mit
Anderntags (dritter Tag) gehts auf einem Fußpfad übern Berg
hinüber nach Nidda, wie Salzhauſen etwa 150 Meter hoch gelegen.
Em Südweſten ragt als Reſt der abgebrochenen Kürche der
Johanniter=
turm (1491) auf. Nicht die Stadtkirche (einfacher Saalbau von 1616),
uich gicht das ehemalige Schloß aus dem 16. Jahrhundert Gheute
Amts=
sricht feſſelt unſer Intereſſe, ſondern der ſchlichte Marktbrunnen
eis dem Jahre 1650 mit folgender Inſchrift unter dem Niddger Wappen:
Ich ſteh” allhier auf offnem Markt,
Geb hin mein Waſſer ohne Gelt,
Wer Luſt hat trinkt, wenns ihm gefält,
Obſchon ich werd gering geacht,
So ſteht doch meine Kraft.
In Gottes Macht,
Welcher ſeine Brunnen leſt fließten,
Die der Arm ſowohl als der Reiche hat zu genießen.”
Anſchließend an ein gutes Eſſen in der Traube entſchließen wir
geis zu der ſchönſten Wanderung, die von hier (beſſer noch von
alzhauſen) aus durch herrlichen Laubwald nach Schotten führt.
Mit blau X bis zur von Borsdorf kommenden Kreisſtraße; von hier
teiter mit der Markierung rotes X über die Haubenmühle zur Platte
mit gutem Ausblick auf Taunus, Wetterau, Berge bei Gießen und
Warburg und Vogelsberg), weiter auf ſchönen Waldwegen durch
ſerrlichen Hochwald (Fernſicht und feine Ausblicke ins Niddatal) zum
Altenberg, Jagdhaus Wolfslauf (Ausſicht auf Wetterau und Taunus),
N eipperts und Kohlberg nach Schotten (280 Meter).
Es mag ſehr poetiſch ſein, durch alte Städtchen bei Mondſchein
ze promenieren; diesmal gebot Müdigkeit entſchieden Einhalt. So ging’s
uach einem vorzüglichen Nachtmahl (ſelbſtverſtändlich mit Koſtprobe
Münzenberg.
16. Jahrhundert, und daneben die Apotheke. Nicht weit von der „
Alten=
burg” der „Nidda=Waſſerfall”, von da zurück zur Hauptſtraße und weiter
zum Hoherodskopf.
Keine 10 Km. licgt er vor uns, ſteil 500 Meter über uns anſteigend,
aufragend aus einer gewaltigen trotzigen Baſaltwand, die ein paar
Kuppen und Spitzen aufgeſetzt hat. Nach alter Erfahrung verzichten
wir auf einen der direkten Anſtiege (1, über den Gackerſtein, 2. über
Weiſeler Tor in Butzbach.
Ludwig VIII., gern ſeiner Paſſion huldigte! Von hier über die
Gold=
wieſe (links bleibt der Geiſelſtein) ab mit der Markierung blau und dann
rot X zum Taufſtein (772 Meter) mit 22 Meter hohem
Bismarck=
turm in prächtigem Buchenwald und in 20 Minuten zum
Hohe=
rodskopf mit Klubhaus des V.H.C.
Ein Glücksfall wollte es, daß wir 1919 an einem warmen
Juni=
abend beim Abſtieg vom Taufſtein als einzigen Wanderer einen Mann
trafen, der uns breitſpurig, den Stock in beiden Händen vor ſich, Gruß
und Einhalt gebot, ſich kräftig beſchwerend, daß wir auf ſeinen Zuruf
mit einem kräftigen, ihm nicht geläufigen „Heil” geantwortet hatten.
Eine Stunde lang unterhielten wir uns in der wundervollen
Wald=
einſamkeit über Welt und Krieg, England und Heimat,
Volkshoch=
ſchule und Jugendbewegung, und beim Abſchied entpuppte ſich der
freundliche „Wegelagerer” als der eifrige und warmherzige Freund
unſerer heſſiſchen Heimat: Vater Bender (Prof. Georg Bender
aus Frankfurt a. M.).
Nichts abſprechen, ſich ganz der Fügung des Tages anvertrauen und
ganz offen dem Spiel des Lebens hingeben, ſchafft immer wieder die
ſchönſten Freuden des Wanderlebens und angenehmſten Bekanntſchaften.
Herrlich war heute der Tag hier oben; wir ſind auf den
Bismarck=
turm geklettert und haben mit der Karte all die Dörfer und Täler,
Burgen und Berge, nach S der Odenwald links davon dem
Speſſart, rechts der Taunus und dazwiſchen die weite
Wetterau; in der anderen Richtung über den Vogelsberg hin die
ganze Gegend zwiſchen Gießen, Marburg und Kaſſel abgeſucht. Haben
geologiſch=philoſophiert, wie hier der oder die Krater (wahrſcheinlich nur
ein Hauptkrater, weil das Gebirge einen Baſaltfelſen, den gewaltigſten
Eurovas, ſo einheitlich bildet!) ihre Lavamaſſen ſpieen, die bis Frankfurt
und Hanau und ſogar das Mainbett durchſetzend, bis Steinheim floſſen;
den Kraterrand hat die alles zerſetzende Atmoſphäre mit der Zeit ab=
getragen.
Griedeler Tor in Butzbach.
der Hanſemüthle (Teufelsmühle) einem prächtigen reichverzierten
Fach=
werkbau von 1692, bei deſſen Ausführung der Teufel ſeine Hand im
Spiele gehabt haben ſoll.
Wie ſind hier oben auf den Wieſenhängen der Schule gegenüber
gerade vor 8 Jahren neue, kämpferiſche Gedanken (Revolution und
Evolution) aufeinandergeſtoßen, da es noch ausſah, als wolle die Erde
ein Paradies werden! Und wie hat ſich alles aufgelöſt in eitel
Nichts. Die flammenden Worte verweht, die Menſchlein irgendwo
ſicher bei einer Partei geendet; geblieben iſt — Wald, Wieſe, Berg und
Tal und die ewig gleitende Welle!
Der Zug bringt uns an Herbſtein vorbei, das wie eine alte
Feſtung auf einem Hügel maleriſch liegt, nach Eiſenbach, dem Schloß
der Freiherrn Riedeſel; es darf ſich rühmen, ob ſeiner herrlichen
Lage ein beſonders von Lauterbach aus viel beſuchter maleriſcher Winkel
Oberheſſens zu ſein. „Volk und Scholle”, die verdienſtvolle Zeitſchrift
hat ſ. Zt. ſehr nette Federzeichnungen veröffentlicht, die ich glaube 1920
in einer ſehr anſprechenden Veröffentlichung „Aus dem Vogelsberg”
(Federzeichnungen von Albrecht Riedeſel Frhr, zu Eiſenbach) erſtmalig
geſehen zu haben. Zu Fuß gehts von Eiſenbach in einer Stunde nach
Lauterbach, der alten Töpferſtadt. Die Altſtadt mit ihren
Fach=
werkhäuſern, die Stadtkirche (aus 1674) mit Riedeſelſchen Grabmälern aus
dem 16. und 17. Jahundert der ältere Sitz der Riedeſels, die
Renaiſſance=Burg und das ſpätbarocke Hochhaus werden beſichtigt Zu
mehr langts nicht, iſt auch nicht nötig; denn von der Veranda im Hotel
Schütz genießen wir herrlichen Ausguck auf Punkte der
Um=
gebung, die einen Beſuch verlohnten: unter uns die Häuſer und Häuschen
der Altſtadt, vor uns nach S.=O. das herrlich bewaldete Hainig mit dem
Turm, nach O. der Veitsberg, nach S. das Tal der Lauter, begrenzt im
Weſten von Seib=rtsberg und Eichkippel, an deſſen Hang das
wunder=
ſchön gelegene Schloß Eickhof!
Es mag zutreffen, daß ſich vom Oberwald über den Geiſelſtein,
Eichel=
hain, Hopfmannsfeld und Friſchborn eine ſehr lohnende Wald=
Wanderung nach Lauterbach biett; das hätte aber den Verzicht auf
Hochwaldhauſen, das wir ungern miſſen wollten, bedeutet.
Der ſechſt= Tag gehört der Stadt an der nördlichen Ecke des
Vogels=
berges Alsfeld; doch darüber habe ich bereits im Darmſtädter
Tagblatt” in Nr. 215 vom 5. Auguſt berichtt, ſo daß ich heute nur
wiederhole, wie auch dem Fremden das freundliche Städtchen, beſonders
die Schwälmer Trachten, gefielen.
Der ſiebente Tag brachte uns nach Salzſchlirf und Schlitz (vgl.
„Darmſtädter Tagblatt” Nr. 189 vom 10. Juli 1927) und wenn wir
noch zwei Tage mehr hätten dran geben können, hätten ſie Fulda,
Gelnhauſen und Büdingen gegolten. So aber ſparten wir ſie für
ge=
legenere Zeit auf und begnügten uns damit, über die verlockende Tour
den Bericht in Nr. 189 nachzuleſen. Denn den einen noch bleibenden
Tag reklamierte die alte Reichsſtadt mit ihrer Ausſtellung „Muſik
im Leben der Völker” für ſich. Und konnte es für einen
muſik=
begeiſterten Ausländer einen ſchöneren Abſchluß einer Reiſe durch
deutſche Lande geben, als ein Zuſammenſein mit Erinnerungen an
unſere Großen und mit ihren Werken, durch die allein Deutſchland die
Welt erobert — hat?
Briefkaſien.
Jeder Anfrage iſt
nſcht beantw
die letzte Bezugsqulttung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
portet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkelt.
G. M. Maßgebend iſt der am 1. Juli 1914 gezahlte Mietzins. In
dem von Ihnen behandelten Falle würde, falls ſich ein Einverſtändnis
beider Teile i Güte nicht erzielen ließe, das Mieteinigungsamt die
Entſcheidung treffen müſſen.
1927. 1. Wegen aller dieſer Fragen wenden Sie ſich an das
Ver=
ſorgungsamt hier, Magdalenenſtraße 8. — 2. Abzugsfähige
Sonder=
leiſtungen ſind nach 8 17 3.3 des Einkommenſteungeſetzes:
Sparein=
lagen für den Steuerpflichtigen und ſeine nicht ſelbſtändig veranlagten
Haushaltungsangehörigen, ſofern die Rückzahlung des Kapitals nur für
den Todesfall oder für den Fall des Erlebens innerhalb einer Zeit von
nicht weniger als 20 Jahren vereinbart iſt und die Verzinbarung unter
Verzicht beider Vertragsteile auf eine Abänderung oder Aufhebung dem
für den Steuerpflichtigen zuſtändigen Finanzamt angezeigt wird. —
3. Die Städtiſche Rechtsauskunftsſtelle iſt in Darmſtadt im Altw
Bahn=
hof (Eingang Landgraf Philipp=Anlage).
Seite 24
Nachrichten des Standesamts Darmſiadt.
Sterbefälle. Am 22. Sept.: Poſtſekretär i. N. Richard Wilh.
Bon=
ouden, 897 J., Arh.ilgerſtr. 90; Gewerbeinſpektorin i. R. Eliſe Geiſt,
69 J., Schießhausſtraße 55. Am 23. Sept.: Kaufmann Richard Ernſt
Heinrich Bechtel, 24 J., Frankfurt=Bockenheim, hier Grafenſtr. 9. Am
24. Sept.: Landwirt Georg Storck, 56 J., Roßdorf b. D., hier Erbacher
Straße 25; Spengler und Inſtallateur Heinrich Wembacher, 18 J.,
Erz=
hauſen, hier Grafenſtraße 9. Am 25. Sept.: Kaufmann Wilh. Fiſcher,
32 J., Ober=Ramſtadt, hier Erbacher Straße 25; Margarethe Heid geb.
Koch, 48 J., Weiterſtädterſtraße 21; Wiihelmine Büttner, 32 J.,
Wil=
helmſtraße 10; Kaufmann Konrad Fiſcher, 63 J., Frankenſteinſtraße 54.
Am 26. Sept.: Gemeindeſchweſter Hedwig Eigenbrodt, 33 J., Vielbrunn
bei Erbach i. Odw., hier Grafenſtr. 9; Annemarie Henkel, 8 Mon.,
Berle=
burg (Weſtfalen), hier Heinheimerſtraße 21; Mathilde Regina Caroline
Frantz geb. Baumgärtner, 73 J., Wittmannſtraße 23; Gottfried Gräff,
20 Stunden, Artillerieſtr 9; Georg Hartmann, 4 J., Seeheim a. d. B.,
hier Grafenſtr. 9. Am 27. Sept.: Eliſabeth Wörner geb Kilian, Witwe
des Landwirts, 67 J.. Reinheim i. Odw., hier Dieburger Str. 25;
Bertha Pauline Roch geb. Franke, 83 J., Witwe des Obſthändlers.
Ober=
gaſſe 44. Am 28. Sept.: Klara Margarete Pritſch, 6 Stdn., Eberſtadt
b. D., hier Lag=rhausſtr. 24; Metzgermeiſter Emanuel Blum, 46 Jahre,
Große Ochſengaſſe 19.
Kirchliche Nachrichten
Evangeliſche Gemeinden.
16. Sonntag nach Trinitatis (2. Oktober 1927).
Stadtkirche. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die Markusgemeinde
(Schlußfeier). Pfarrer Vogel. — Vorm 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit
Feier des heiligen Abendmahls für die neukonfirmierte Jugend der
Lukasgemeinde. Pfarrer Kleberger. — Abends 6 Uhr:
Kirchennruſika=
liſche Feier der Kirchengeſangvereine und der Chorſchule der Stadtkirche.
Pfarrer Vogel (Koll kte.)
Die Stadtkirche iſt wochentages von 9—5 Uhr zu ſtiller Andacht
ge=
öffnet. Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm. 8½ Uhr: Morgenandacht. Pfarrer Vogel. —
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß. — Vorm. 11½ Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarver Vogel.
Schloßkirche. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die Schloßgemeinde.
Pfarrer Zimmermann. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit F.ier
des heiligen Abendmahls. Pfarrer Zimmermann. — Vorm. 11½ Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarrex Zimmermann.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, 4. Oktober, abends 8 Uhr:
Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde. — Mittwoch, 5. Oktober, abends
8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (jüngere Abteilung),
Poſaunenchor. — Freitag, 7. Oktober, abends 8 Uhr:
Monatsverſamm=
lung ſür Männer= und Frauenvereine mit Vortrag von Frl. E. Pfnor
über das Reichsſchulgeſetz.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 2. Oktober, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigumg der Stadtgemeinde (ältere Abteilung). — Montag,
3. Oktober, abends 8 Uhr: Jugendbund der Lukasgemeinde. —
Monats=
verſammlung der Männervereinigung der Lukasgemeinde: „
Verſchwun=
dene Ortſchaften in der Umgebung von Darmſtadt.” Von
Verlehrsin=
ſpektor Weber. — Dienstag, 4. Oktober, abends 8 Uhr: Kirchenchor der
Stadtkirche. — Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (ſingere.
Ab=
teilung). — Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (ältere
Abteilung) — Mittwoch, 5. Oktober, abends 8 Uhr: Kirchenchor der
Stadtkapelle und Schloßbirche. — Jugendbund der Markusgemeinde.
Hauptverſammlung. — Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde
(jüngere Abteilung). — Donnerstag, 6. Okt., abends 8 Uhr:
Monats=
verſammlung des Frauenvereins der Lukasgemeinde. — Jugendbund
der Lukasgemeinde: Singkveis. Freitag, 7. Okt., abends 8 Uhr:
Jugend=
bund der Kaplaneigemeinde. — Jugendvereinigung der Stadtgemeinde
(jüngere Abteilung). — Mütterabend der Stadtgemeinde, Eröffnung.
Samstag. den 1. Oflober 1927
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Zimmermann.
Krankenpflege durch Diakonen: 1. Häuptſtation: Forſtmeiſterſtr. 9,
Fernſprecher 2883; 2. Nebenſtation: Mauerſtraße 5 (in der
Kleinkinder=
ſchule der Martinsgemeinde).
Ev. Wohlfahrtsdienſt: Gemeind haus, Kiesſtraße 17. Sprechſtunden
vormittags von 10—12 Uhr. Fernſprecher 2379.
Gemeindeamt für kirchliche Steuerangelegenheiten: Gemoindehaus,
Kiesſtraße 17, Vorderhaus, 1 Treppe. Geſchäftsſtunden vorm. von
8—12 und nachm von 3—6 Uhr: Fernſprecher 2379.
Martinskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des
heiligen Abendmahl. Pfarrer Beringer. Anmeldung von 9½ Uhr an
in der Sakriſtei. — Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt für den
Oſt=
bezirk. Pfarrer Beringer.
Martinsgemeinde (Verſammlungen). Montag, 3. Oktober, abends
8 Uhr im Gemindehaus: Mädchenvereinigung Weſt. — Dienstag, 4.
Oktober, abends 8 Uhr im Gemeindehaus: Jugendvereinigung; im
Martinsſtift: Kirchenchor. — Mittwoch, 5. Oktober, abends 8 Uhr, im
Martinsſtift: Mädchenvereinigung Oſt. — Donnerstag, 6. Oktober,
abends 8 Uhr im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung Weſt,
Mauer=
ſtraße 5: Poſaunenchor, — Freitag, 7. Oktober, abends 8 Uhr im
Ge=
meindehaus: Jugendvercinigung (ältere Abteilung); Mauerſtraße 5:
Helferberſammlung der Männervereinigung.
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Goethe.
— Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7½—5 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie): Vorm. 10
Uhr: Hauptgottesdicnſt. Pfarraſſiſtent Georgi. — Vorm. 11½ Uhr:
Kindergottesdienſt.
Beffunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. Dr. Avemarie. — Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Dr.
Avemarie. — Abends 8½ Uhr: Vereinabend der Jugendv=reinigung. —
Montag, nachm. 3 Uhr: Sitzung des Frauenvereins=Vorſtandes. —
Abends 8½ Uhr: Vereinsabend der Mädchenvereinigung. — Dienstag,
nachm. 3 Uhr: Sitzung der Frauenhilfe. — Mittwoch, abends 8½ Uhr:
Monatsverſammlung der ev. Männervereinigung.
Mittwoch, 12. Oktober, abends 8 Uhr: Tagesordnung: Geſchäftliche
Mitteilungen, Vortrag: Obererallehrer Frank: Mänmervereinigungen
und Helferdienſt.
Pauluskirche. Vorm. 8½ Uhr: Chriſtenlehre für beide Gruppen.
Pfarrer Rückert. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Dr. Wendel. Kollekte ſür den Evang. Bund. — Vorm. 11½ Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent Dr. Wendel. — Abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung. — Montag, abends 8 Uhr: Jugendbund. —
Diens=
tag, abends 8½ Uhr: Kirchenchor.
Stiftskirche. Samstag, abends 8 Uhr: Beichte. — Sonntag, vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls Pfarrer
Hickel. — Verm. 11¾ Uhr: Kindergottesdienſt. — Evang.
Sonntags=
verein. Nachm. 4—7 Uhr: Vereinsſtunden. — Donnerstag, 6. Oktober,
abends 8 Uhr: Betſtunde.
Schloßkapelle Kranichſtein. Vorm. 10 Uhr: Predigtgottesdienſt mit
Feier des heiligen Abendmahls. Pfarraſſiſtent Wißmüller.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24) Sonntag, vorm. 9 Uhr:
Gebets=
ſtunde. — Nachm. 3½ Uhr: Bibelſtunde. Prediger Semmel. — Abends
8 Uhr: Erntedankfeſt=Feier. — Montag, nachm. 4 Uhr:
Frauenarbeits=
ſtunde. — Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſrunde. — Abends 8½
Uhr: Kriegerdankbund. — Donnerstag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde.
Prediger Semmel. — Freitag, abends 8½ Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde.
— Die Bibelſtunde in der Beſſungerſtraße 80 fällt bis 14. Oktober wegen
Reparaturen aus. — Samstag, abends 8½ Uhr: Poſgunenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtraße 24). Sonntag, nachm. 1½4 Uhr:
Spaziergang für Jünglinge nach Eberſtadt. — Nachm 434 Uhr:
Bibel=
beſprechſtunde für Mädchen. — Dienstag, abends 8½ Uhr: Mädchenkreis.
— Mittwoch, abends 8½ Uhr: Freundeskreis für junge Männec:
Selt=
ames aus der Natr.” — Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für
junge Männer.
Nummer 272
Möttlinger Freundeskreis Sonntag, den 2. Oktober, nachnittags
4½ Uhr im Feierabend, Stiftsſtraße 51: Bibelſtunde. Pfarrer Veller
Bretzenheim.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtr. 22,
In=
fanteriekaſerne, Hof links.) Sonntag, 2. Oktober, nachm. 3 Uhr: Spiel
und Schießen des Jung=C. — Abends 8 Uhr: Heimat= und
Vaterlands=
abend. Unſere Verwandten und Gäſte ſind herzlich willkommen. —
Montag, 3. Oktober, abends 8 Uhr: Teilnahme an dem Vortrag von
Profeſſor D. Cordier=Gießen über „Jugend und Evangelium”. —
Mitt=
woch, 5. Oktober, nachm. 4 Uhr: Turnen und Sport der Jungſchar in
der Ludwigs=Oberrealſchule. Abends 8½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde im
Jungmänn rkreis. — Donnerstag, 6. Oktober, abends 8 Uhr:
Heim=
abend. — Freitag, 7 Oktober, abends 8 Uhr: Turnen und Körperſchule
in der Turnhalle der Ludwigs=Oberrealſchule. — Samstag, 8. Oktober,
abends 8 Uhr: Muſikübungsſtunde.
Chriſtl. Jugendverein (Schloß, Konfirmandenſaal). Sonntag, den
2. Oktober, abends 8 Uhr: Mitgliederverſammlung. — Mittwoch, den
5. Oktober, abends 8½ Uhr: Familienbibelſtunde. — Donnerstag, den 6.
Oktober, abends 8 Uhr: Poſaunenchor.
Feierabend (Stiftsſtraße 51): Evangeliſcher Arbeiter= und
Hand=
werkerverein. Dienstag, 4. Oktober, abends 8½ Uhr:
Moatsverſamm=
lung mit Vortrag von Herrn Pfarrer Heß: „Wegweiſer und Führer
durch die evangeliſch=ſoziale Geſchichte‟.
Die Chriſtengemeinſchaft. Sonndag, 2. Okt., vorm. ½11 Uhr:
Menſchen=Weihe=Handlung, im Hauſe Heidelbergerſtr. 9½ III.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40). Sonntag, den
2. Oktober, vorm, 9,30 Uhr: Andacht. — Nachm. 3,30 Uhr:
Jugend=
bund. — Abends 8,15 Uhr: Evangeliſation. — Mittwoch, abends 8,15
Uhr: Bibelſtunde. Jedermann herzlich willkommen.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten) Mauerſtraße 17.
Sonntag, den 2. Oktober, vorm. 10 Uhr: Herr Zimmermann; vorm.
11 Uhr: Sontagsſchule; abends 8½ Uhr: Prediger Conrad. —
Don=
nerstag, 6. Oktober, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde, Jakobusbrief.
Jedermann iſt herzlich willkommen.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Eliſabethenſtr. 44. Sonntag, vormittags
10 Uhr: Predigt. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8 Uhr: Predigt.
— Montag: Jugendverein. — Dienstag: Singſtunde. — Mittwoch:
Frauenverein. — Donnerstag; Bibelſtunde. Jedermann iſt freundlich
Prediger Sauer.
eingeladen.
Chriſtliche Verſammlung, Waldſtraße 18. Sonntag, 2. Okt., vorm.
11½ Uhr: Sonntagsſchule; nachm. 4½ Uhr: Verkündigung des Wortes
Gottes. — Mittwoch, 5. Okt., abds. 8½ Uhr: Gebetſtunde. — Freitag,
7. Okt., abds. 8½ Uhr: Bibelſtunde (Betrachtungen über Apoſtelgeſch.,
Kap, 3). Jedermann iſt herzlich eingeladen.
Auswärtige Kirchen.
Evangeliſche Kirche zu Eberſtadt. Sonntag, 2. Okt., vorm. 9½ Uhr:
Chriſtenlehre der Knaben. — 10 Uhr: Gottesdienſt, Pfarraſſ. Wolf. —
11½ Uhr: Kindergottesdienſt. — Mittwoch, 8 Uhr: Frauenverein und
Mädchenvereinigung. Die Singſtunde des Kirchenchors fällt aus. —
Donnerstag, 8 Uhr: Wartburgverein. — Freitag, 8 Uhr; Poſaunenchor,
In der Prov.=Pflege=Anſtalt: Gottesdienſt, 10 Uhr, Pfr.
Paul.
Epangeliſche Gemeinde Traiſa. Sonntag, vorm. 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt; vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt d. Gr.; nachm. 12½
Uhr: Kindergottesdienſt d. Kl. — Dienstag: E. J. G. Mädchenobend. —
Mittwoch: E. J. G. Jungenabend. — Donnerstag: Aelterenkreis.
Evang. Gemeinde Nieder=Ramſtadt. Sonntag, 2. Okt., vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt; vorm. 11 Uhr: Chriſtenlehre (
Schluß=
ſtunde für dieſes Jahr). — Montag: Jugendvereinigung. — Dienstag:
Kirchenchor. — Mittwoch: Jungmädchenverein.
Evang. Gemeinde Roßdorf. Sonntag, vorm. 10 Uhr: Kirchweih=
Gottesdienſt. Kollekte f. d. Evang. Bund; vorm. 11 Uhr:
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Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvoll=
ſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 18. Januar 1927 in
das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteige=
rungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind, ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auffor=
derung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls, ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegen=
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Darmſtadt, den 3. Auguſt 1927.
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Bezeichnung des Grundſtücks:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk III, Band II, Blatt 75.
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Wahl des Ausſchuſſes der Beſonderen Ortskrankenkaſſe
„Merkur‟ Darmſtadt.
Die Wahl der Vertreter der Verſicherten im Ausſchuß der Beſ.
Ortskran=
kenkaſſe „Merkur” findet am 14. November ds. Js. ſtatt; ſie beginnt um 9 Uhr
und endet um 12½ Uhr. — Zu wählen ſind 30 Vertreter und 60 Erſatzleute.
Wir laden die Wahlberechtigten der Beſ. Ortskrankenkaſſe „Merkur”
hier=
durch zu dieſer Wahl ein.
Die Wahlen ſind geheim. Gewählt wird nach den Grundſätzen der
Ver=
hältniswahl, nach näherer Beſtimmung der amtlich genehmigten Wahlordnung,
die bei der Geſchäftsſtelle der Kaſſe eingeſehen werden kann. Danach geſchieht
die Wahl nach dem Syſtem der ſog. ſtreng gebundenen Liſten. Die
Wahl=
brechtigten ſind an die eingereichten Vorſchläge gebungen, ſie können ſich bei
der Wahl nur für einen der rechtzeitig eingereichten Wahlvorſchläge ent.
ſcheiden. Aenderungen daran ſind ausgeſchloſſen.
Vorſchlagsliſten können bis zum 15. Oktober 1927 bei dem Vorſtand
ein=
gereicht werden. Vorſchläge, die ſpäter eingehen, werden nicht berückſichtigt.
Wahlvorſchlagsliſten können nur eingereicht werden von wirtſchaftlichen
Ver=
einigungen, von Arbeitnehmern und Arbeitgebern oder von Verbänden ſolcher
Vereinigungen. Dieſen Vorſchlagsliſten ſtehen gleich ſolche Vorſchlagsliſten
von Verſicherten und Arbeitgebern, die mindeſtens 10 Unterſchriften von
Ver=
ſicherten tragen.
Die Wahlvorſchläge können nach ihrer Zulaſſung bei der Geſchäftsſtelle
der Kaſſe eingeſehen werden.
Wählbar ſind nur volljährige Verſicherte deutſcher Staatsangehörigkeit.
Nicht wählbar iſt:
1. wer infolge ſtrafgerechtlicher Verurteilung die Fähigkeit zur
Beklei=
dung öffentlicher Aemter verloren hat oder wegen eines Verbrechens
oder Vergehens, das den Verluſt dieſer Fähigkeit zur Folge haben
kann, verfolgt wird, falls gegen ihn das Hauptverfahren eröffnet iſt;
2. wer infolge gerichtlicher Anordnung in der Verfügung über ſein
Ver=
mögen beſchränkt iſt.
Das Wahlrecht iſt in Perſon auszuüben; wahlberechtigt ſind nur die
voll=
ährigen Verſicherten der Kaſſe. Verſicherungspflichtige, die Mitglieder einer
Erſatzkaſſe ſind, ſind weder wählbar noch wahlberechtigt.
Auskunft über Wahlberechtigung kann jedes Mitglied bei der Geſchäftsſtelle
der Kaſſe erhalten. Etwaige Einſprüche gegen die Richtigkeit der
Wahl=
berichtigung ſind bei Vermeidung des Ausſchluſſes ſpäteſtens bis zum 15.
Ok=
tober 1927 unter Beifügung von Beweismitteln bei dem Kaſſenvorſtande
ein=
zulegen.
Die Wahlhandlung leitet ein Wahlausſchuß, der aus einem Arbeitgeber
als Vorſitzendem und aus zwei vom Vorſtande ernannten Wahlberechtigten
beſteht. Bei der Wahlhandlung iſt der Wahlausſchuß befugt, die
Wahlberech=
tigung der Wähler zu prüfen.
Das Ergebnis der Wahl wird alsbald vom Vorſtande gemäß § 70 der
Kaſſenfatzung bekanntgegeben.
Darmſtadt den 1. Oktober 1927.
Der Vorſtand der Beſonderen Ortskrankenkaſſe „Merkur‟ Darmſtadt.
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Nummer 272
Seite 26
Sport, Spiel
Der Sport des Sonntags.
Der Sport des erſten Oktober=Sonntags trägt in allen Städten
des Reiches und auch in zahlreichen deutſchen Siedlungen des
Aus=
landes, in denen deutſche Sportvereine beſtehen, ein beſonderes Gepräge:
der deutſche Sport feiert in Staffelläufen, Spielen, Zielfahrten und
mannigfachen anderen Wettbewerben den 80jährigen Reichspräſidenten
von Hindenburg. Turner und Sportler wollen nicht zurückſtehen, wenn
es gilt, den greiſen Reichspräſidenten zu ehren, denn auch ſie ſind ihm
verpflichtet. — Im übrigen Sportprogramm des Tages nimmt der
Fußball.
die erſte Stelle ein. Nach langer Zeit tritt auch wieder einmal eine
deutſche Nationalmannſchaft auf den Plan: in Kopenhagen ſteigt das
Länderſpiel Dänemark—Deutſchland.
Die Verbandsſpiele in Süddeutſchland
gehen indeſſen ohne Unterbrechung in allen acht Gruppen weiter. In
eimigen Gruppen waren allerdings Terminänderungen notwendig, da
auch in der Länderelf gegen Deutſchland einſchließlich der Erſatzleute
ſieben Spieler mitwirken. In der Gruppe Nordbayern bleibt
die Sp.Vg. Fürth ganz ſpielfrei. Der 1. F.C. Nürnberg fährt nach
Bayreuth und wird zweifelsohne die Mufenſtadt mit einem glatten
Sieg verlaſſen. Ziemlich ſicher halten wir auch Siege des V.f.R. Fürth
über Bahern Hof und des Würzburger F. V. über den FSV. Nürnberg.
Schwieriger iſt eine Vorausſage bei der Begegnung von FC. Fürth und
ASV. Nürnberg zu machen. Der ASV. iſt vielleicht auch heute noch
etwas ſpielſtärker, dafür hat aber Fürth den Vorteil des Platzes. Die
Gruppe Südbayern ſieht neben dem Freundſchaftsſpiel zwiſchen
Müinchen 1860 und der Sppg. Fürth nur zwei Verbandsſpiele. Schwaben
Ulm empfängt Bayern München und der Deutſche SV.München ſpielt
gegen Jahn Regensburg. Wir erwarten in beiden Spielen knappe Siege
der Münchener Mannſchaften, obwohl die Gegner nicht zu unterſchätzen
ſind. Vor allem muß Bayern München in Ulm auf der Hut ſein, um
eine unangenehme Ueberraſchung zu vermeiden. — In der Gruppe
Württemberg bleibt der V.f.B. Stuttgart ſpielfrei. Die
Stutt=
garter Kickers, die jetzt ohne Verluſtpunkt an der Spitze der Tabelle ſtehen,
was ſie zu Beginn der Saiſon wohl ſelbſt nicht gedacht haben, werden
auch im Spiele gegen die Raſenſpieler aus Heilbronn ihre führende
Stellung behaupten. Union Böckingen hat in Gaisburg gegen den V.f.R.
ſeinen zweiten Tabellenplatz zu verteidigen, was ihm auch wohl gelingen
wird. In den Spielen F.C. Birkenfeld gegen Sportfreunde Stuttgart
und F.V. Zuffenhauſen gegen Stuttgarter SC. erwarten wir knappe
Siage der Stuttgarter Mannſchaften, jedoch ſind hier Ueberraſchungen
leicht möglich — Die Gruppe Baden ſieht jetzt Karlsruher FV. und
Phönix Karlsruhe mit gleicher Punktzahl (je 9:3) an der Spitze der
Tabelle. Daran wird ſich auch am 2. Oktober nichts ändern. Der
Karls=
wuher F.V. dürfte nach Kampf den Freibunger F.C. ſchlagen und die
gleiche Vorausſage kann man Phönis Karlsruhe für das Spiel gegen
den FV. Villingen ſt.llen. Im Kampf gegen den Tabellenletzten V.fB.
Karlsruhe hat der alte Freiburger F.C. die beſten Ausſichten, endlich
einmal zu einem zweiten Siege zu kommen. Er kann auch ſeine
un=
günſtige Tabellenpoſition verbeſſern, wenn es der Sp.Vg. Freiburg nicht
gelingen ſollte, den F.V. Offenburg zu ſchlagen. Offenburg iſt zur Zeit
ſo ſpielſtark, daß man der Elf einen Sieg über die Sp.Vg. Freiburg
zutrauen darf. — Die Gruppe Rhein hat ein Treffen von
entſchei=
dender Bedeutung auf dem Programm: V.f.R. Mannheim gegen V.f.L.
Neckarau. Es iſt aber noch fraglich, ob dieſes Spi=l überhaupt zur
Durch=
führung kommen wird, da Neckarau ſeinen Mittelſtürmer Zeilfelder als
Erſatzmann für die Ländermannſchaft ſtellen ſoll. Bleibt Zeilfelder
aber zu Hauſe, d. h. findet das Spiel VfR.—Ncckarau ſtatt, dann wird
es zu einem großen Kampf kommen, deſſen Ausgang durchaus fraglich
iſt. SV. Waldhof, der dritte Favorit der Gruppe Rhein, wird indeſſen
weiter Punkte ſammeln, denn es iſt kaum anzunehmen, daß ihm
Mann=
heim 08 hinreichenden Widerſtand leiſten wird. Die Sp. Vg. Sandyofen
iſt ja zwar nicht viel ſtärker als Germania Friedrichsf.ld, dürfte aber auf
eigenem Platze immerhin zu einem Siege kommen. Schwer zu
be=
ſtimmen iſt der Ausgang in den Spielen Ludwigshafen 03 gogen Phönig
Ludwigshafen und F.V. Speher gegen Pfalz Ludwigshafen. — In der
Gruppe Saar ſteht der Tabellenführer F.V. Saarbrücken vor einem
erſten Hindernis; er muß die nicht ſehr angenehme Fahrt nach Idar
antreten. Auf dem „Idaer Klotz” ſind die Punkte für Gaſtmannſchaften
ziemlich ſchwer zu gewinnen, jedoch glauben wir, daß die Saarländer
nach hartem Kampf doch noch das beſſere Ende für ſich b=halten werden.
Der FC. Pirmaſens iſt ſcheinbar langſam wieder „im Kommen‟. Er wird
aber in Neunkirchen bei der Boruſſia auf harten Widerſtand ſtoßen.
Für uns iſt der Ausgang des Spieles ebenſo offen wie der in den
Kämpfen Kreuznach 02—Sportfreunde Saarbrück.n. Eintracht Trier—
SV. 05 Trier und Saar G Saarbrücken gegen V.f.R. Pirmaſens,
wenn=
gleich uns auch in allen drei Treffen die Platzmannſchaften um ein
weniges ausſichtsreicher erſcheinen. — Die Maingruppe erlebt am
Sonntag ihr Derby. Eintracht Frankfurt (18:0) FSV. Frankfurt
(16:0 Punkte) treffen aufeinander. Maſſenbeſuch, harter Kampf ſind
zu erwarten. Allgemein erwartet man von dieſem Treffen, das für die
Meiſterſchaft von vor=mtſcheidender Bedeutung iſt, einen knappen Sieg
des Mainmeiſters, der ja auch das letzte Spiel gegen die Eintracht glatt
gewinnen konnte. Aber ehe es zu dieſem Ergebnis kommt, wird der
FSV. hart zu kämpfen haben. Für die Beſetzung des dritten Platzes
von Bedeutung iſt das Spiel Rot=Weiß gegen Union=Niederrad. Auch
hier wird es zu einem harten Kampf kommen, deſſen Ausgang durchaus
fraglich iſt. Die Offenbacher Kickers, die ebenfalls auf den dritten Platz
reflektieren, müſſen ihren Sturm ſtärker ſpielen laſſen, wenn ſie gegen
Viktoria Aſchaffenburg gewinnen wollen. Die übrigen Spiele ſind ohne
beſondere Bedeutung. Es ſpielen: FC. 93 Hanau—Fechenheim 03.
Ger=
mania Frankfurt—Viktoria 94 Hanau und Sport 60 Hanau—VfR
Offen=
hach. — In der Gruppe Heſſen hat die Wormatia ihre führende
Stellung gegen den derzeitigen Tabellenzweiten, Höchſt 01, zu verteidigen.
Wir erwarten einen Sieg der Wormſer Mannſchaft ebenſo ſicher, wie
wir eine Niederlage der Alemannia Worms in Mainz gegen FSV. 05
für wahrſcheinlich halten. Mainz würde dann wieder an die zweite
Tabellenſtelle kommen. Der SV. Wiesboden muß in Bingen im Kampfe
gegen die mberechenbare Haſſia auf der Hut ſein, will er nicht eine
un=
angenehme Ueberraſchung erleben. Der SV. 98 Darmſtadt dürfte dagegen
aus Wiesbaden mit einem Siege über die Germania heimkehren. Offen
iſt der Ausgang des Spieles zwiſchen der Sp.Vg. Arheilgen und dem
VfL. Neu=Ifenburg.
Tagungen.
Die Deutſche Sportbehörde für Leichtathletik hält
am Samstag und Sonntag in München eine wichtige Tagung ab. Auf
dem Programm der Sitzung ſtehen u. a. die Feſtſetzung der Termine
ſür das Jahr 1998 Beſprechung der Liſten der „Zehn Beſten der DSB.”
und die Neubearbeitung der Mehrkampfwertung. — Erwähnenswert ſind
auch die Tagungen des Skiklubs Schwarzwald in Furtwangen,
des Verbandes der Jugendherbergen in Heidelberg umd
des Hauptausſchufſes der DT. in Charlottenburg.
Pferdeſport.
Der Sonntag bringt Galopprennen im Hamburg=Horn, Frankfurt=
Main, Leipzig, Düſſeldorf und Paris.
Fußball.
Sportvekeint Darmſtadt 98—Germania Wiesbaden.
Wird den Fußballern des Sportvereins 98 nun endlich an dieſem
Sdnntag ein Sieg auf fremdem Boden gelingen?. Wenn die Ligiſten
der 98er am morgigen Sonntag den Wunſch ihrer Anhänger zur
Wahr=
heit werden ließen, dann wäre damit diel gewonnen. Denn trotz des
u=
glücklichen Verlaufes der Vorrunde würde ein Sieg in Wiesbaden
wewigſtens die loſe Verknüpfung mit den Tabellenführern erreichen,
ſodaß die weiteren Spiele doch wieder die Ausſicht auf eine endgültig
gute Placierung eröffnen würden.
Es geht alſo am morgigen Sonntag um Vieles! Noch iſt es nicht
zu ſpät. Allerdings — ein Sieg in Wiesbaden wird den Darmſtädtorn
nie und nimmer leicht werden. Germania Wiesbaden, zurzeit
Tabellen=
letzter, wird verzweifelte Anſtrengungen machen und machen müſſen,
einen Sieg zu erkämpfen, gilt es doch für ſie, die ſchweren
Abſtiegsſor=
gen noch rechtzeitig zu bannen. Die Erfahrung lehrt, daß gerade den
Mannſchaften im dieſer unglücklichen Lage ungeahnte Kräfte erwachſen.
Allein dieſer Geſichtspunkt läßt mit Beſtimmtheit einen ſchweren Kampf
erwarten. Schon zu häufig haben gerade die Darmſtädter in einem
ſolchen Kampfe auf fremdem Boden verſagt. Trotzdem glauben und
hoffen wir, daß jetzt in letzter Minute die ganze Kraft aufgeboten wird,
um doch noch den Anſchluß in der Tabelle zu erreichen. Erſt am letzten
Sonntag haben die Darmſtädter bewicſen, daß ſie ſich immer dann
ſol=
chen Gegnern überlegen erweiſ
rſtehen können.
nach zu ſpielen und dabei das Flif
ehläſſigen. So
Samstag, den 1. Oktober 1927
und Tarnen.
wird es in Wiesbaden das Beſtreben der 98er ſein müſſen, ſich nicht durch
den Gegner Spielweiſe nud Spielart vorſchreiben zu laſſen. Möge dia
Darmſtädter Mannſchaft ſich während jener Spielphaſe bewußt ſein,
was auf dem Spiele ſteht.
Sport=Verein 1898 (Jugend).
Die 1. Jugend weilt in Lengfeld. Die 2. Jugend empfängt hier
Germania Pfungſtadt 1. Jgd. Die 3. Jugend trägt ihr Rückſpiel in
Roßdorf aus. Die 4. Jugend ſpielt hier gegen 2. Jugend Sprendlingen.
Die 1. Schüiler fährt, nach Mannheim zu V. f. R. 1. Schüler. Die
2. Schiler tritt hier der 1. Schüler von Germania Pfungſtadt gegenüber.
Union Darmſtadt—Viktoria Urberach.
Nach dem ſchweren Spiele des vorigen Sonntags, das unter
wid=
vigen Umſtänden verloren wurde, ſteht die Ligaelf. Unions am
mor=
gigen Sonntag vor einer nicht minder ſchweren Aufgabe. Ihr Gegner,
die 1. Elf von Viktoria Urberach, war ſchon in dem früheren
Südmain=
kreis eine der gefürchtetſten Mannſchaften und zählte deshalb immer zu
den Meiſterfavoriten. Auch dieſes Jahr, ſcheinen die Viktorianer
Ab=
ſichten zu haben, denn ihr Tabellenſtand läßt darauf ſchließen. Aber auch
Union wird nach weiteren Punkgewinnen ſtreben, um ſich nicht noch
weiter von der Tabellenſpitze zu entfernen, nachdem die Tabellenführung
durch die Langener Niederlage ſchon an Münſter abgetreten werden
mußte. Da das Treffen nach dem Vorſtehenden auf die weitere
Geſtal=
tung der Tabelle von entſcheidender Bedeutung iſt, verfolgt man den
Ausgang desſelben in den intereſſierten Kreiſen mit großer Spannung.
Aber auch das Unbekanntſein der ſpieleriſchen Leiſtungen der morgigen
Gäſte dürſte ſeine Anziehungskraft auf das übrige hieſige
Sport=
zublikum nicht verfehlen, ſodaß ſich zu dem um 3 Uhr auf dem
Union=
platze (Heidelbergerſtraße) ſtattfindenden Punktkampfe wiederum eine
an=
ſehnliche Zuſchauermenge einfinden wird, die nach den bis jetzt von
beiden Mannſchaften gezeigten Leiſtungen auf ihre Koſten kommen dürfte,
zumal die vom Kreiſe feſtgeſetzten Eintrittspreiſe ſehr niedrig gehalten
ſind.
V. f. R.—Sportv. Groß=Geran.
Zum 5. Verbandsſpiel geht die Mannſchaft der Raſenſpieler einen
ſchweren Gang, denn es iſt allbokannt, daß im Groß=Gerau die Trauben
ſehr hoch hängen. Die Mannſchaft des V.f.R. tritt in ſtärkſter Aufſtellung
zu dieſem Spiele an, und wir wollen hoffen, daß die Darmſtädter alles
hergeben, um ihrem guten Nuf keinen Abbruch zu vm. Vor dieſem
Spiel treffen die beiden 2. Mannſchaften aufeinander. Hier iſt es nicht
ſehr ſchwer für die Naſenſpieler, denn bei ihrer Spielſtärke müßten
die=
ſelben unbedingt gewinnen. Um den Mitgliedern Gelegenheit zu geben,
ihre 1. Mannſchaft bei dieſem ſchweren Spiel zu unterſtützen, hat der
Vorſtand Mühe und Koſten nicht geſcheut, und für die Fahrt nach Groß=
Gerau ein Poſtautobus mit Anhänger gemietet. Vormittags ſpielt auf
dem Exerzierplatz die 2. Jugendmannſchaft gegen Sportv. Meſſel.
3. Mannſchaft ſowie 1. Jgd.=Mannſchaft ſpielfrei.
Germania Pfungſtadt-Viktoria Walldorf.
Obige Ligamannſchaften ſtehen ſich morgen nachm. 3 Uhr in
Pfung=
ſtadt im Punktekampf gegenüber. Viktoria Walldorf hat ſich in ſeinen
bisherigen Spielen ſehr gut geſchlagen. Beſonders bemerkenswert ſind
die beiden Unentſchieden, die dieſer erſt in dieſem Jahr zur Kreisliga
aufgeſtiegene Verein in Wixhauſen und in Langen erzielte. Germania
Pfungſtadt wird alles aus ſich herausgeben müſſen, um dieſen, von
einem ſtarken Anhang begleiteten Gegner niederzurigen. Vor dieſem
Treffen trifft Pfungſtadts tüchtige Reſerve auf eine gleichfalls ſpielſtarke
kombrnierte Mannſchaft der Sp.Vgg. 04 Arheilgen. Beide Spiele
wer=
den ihre Anziehungskraft nicht verfehlen und eine große Zuſchauerzahl
nach dem ſchön gelegenen Waldſportplatz der Bermanig locken.
Polizeiſportverein Darmſtadt-Viktoria Griesheim.
Am Sonntag, den 2. Oktober 1927, iſt es dem Pol. Sp.V. zum erſten
Male in der Vorrunde ermöglicht, ein Spiel auf eigenem Platze aus.
zutragen. Er empfängt Viktoria Griesheim als Gegner. Aus dem
Tabellenſtand muß ſich der Pol. Sp.V. klau werden, daß wieder zwei
Punkte auf dem Spiel ſtehen. Obſvohl Griesheim in ſeiner Spielſtärke
durch vielerlei Umſtände ſtark geſchwächt iſt, darf es nicht unterſchätzt
werden, zumal Ueberraſchungen (ſiehe Mörfelden) immer noch Tatſache
werden können. Hoffentlich wird ein einwandfreier Unparteiiſcher
Herr der Lage ſoin. — Das Spiel findet um 11 Uhr vorm. auf dem
Schupo=Platze ſtatt; der Zugang hierzu iſt durch die ehem. 24er
Dra=
gonerkaſerne, Holzhofallee 25.
Spielvereinigung 1921 Darmſtadt—Sportvereinigung Mörfelden.
Auch bei den Arbeiter=Fußballern ſind die Serienſpiele im vollen
Gange. Allerdings ſpielt man hier in einer Frühjahrs=Wor=)Runde
und einer Herbſt=(Rück=)Runde.
Die 1. Mannſchaft der Spiel=Vg., in der 1. Bezirksklaſſe ſpielend
— die höchſte Klaſſe iſt die Kreisklaſſe —, hatte in der Frühjahrsrunde
einen äußerſt unglücklichen Start, bedingt durch den Ausfall einiger
Spieler. Nachdem die aufgerückten jungen Spieler ſich nun eingeſpielt
haben, ſcheint die Mannſchaft, allmählich wieder zu ihrer alten Form
aufzulaufen, wus die letzten Neſultate, 4:5 gegen Wixhauſen, 4:2 gegen
Dreieichenhain, 1:0 gegen Langen, beweifen dürften.
Am morgigen Sonntag empfängt nun die Spielvereinigung auf
ihrem Sportplatze „Windmühle” die 15 Mannſchaft von der
Sport=
vereinigung Mörſelden. Das Spiel beginnt um 123 Uhr.
Die anderen Mannſchaften der Spielvereinigung pauſieren
zwangs=
läufig.
Fußball im Kreis Siarkenburg.
Die unteren Klaſſen am Sonntag, 25. September 1927.
Der Spielbetrieb des vergangenen Sonntags hatte teilweiſe unter
ſtarkem Regen und dadurch ſchlechten Platzverhältniſſen zu leiden, ſodaß
verſchiedentlich wohl Spiele ausgefallen ſind. Anders iſt es wohl nicht
zu erklären, daß nicht alle Ergebniſſe, die erwartet wurden, eingingen.
In der A=Klaſſe des Gau Bergſtraße ſicherte ſich Germania
Cberſtadt durch einen 6:3 (1:2)=Sieg über Sportverein Groß=Gerau
weiter die Spitze. Dichtauf bleibt der V.f.R. Darmſtadt, der Boruſſia
Dornheim mit 10:0 geſchlagen heimſchickte. Ein drittes Spiel ſah die
Reſerven des S.V. 98 Darmſtadt mit 3:2 (1:2) üher den V.f.L.
Michel=
ſtadt erfolgreich. Weitere Ergebniſſe: S.V. Geinsheim—F.V. Seeheim
6:1, Arheilgen Reſ.—Haſſia Dieburg 4:1, S.V. Lengfeld—Eintracht D.
ausgefallen. Beachtenswert iſt hierbei die Formerbeſſerung der
Oden=
wälder. Weitere Ergebniſſe fehlen vorerſt noh. — Der
Dreieich=
aau trug ſeine Spiele ſämtlich aus. Die Ergebniſſe lauten: S.V. 1911
Neu=Iſenburg—F.C. Egelsboch 4:2 (2:1), Sportgememde Sprendlingen—
Sportklub Dietzenbach 1:4, F.C. 02 Dreieichenhain—S. V. Offenthal 1:1,
V.f.L. Neu=Iſenburg Reſerve—FV. Eppertshauſen 5:2 (2:1). Durch
den Sieg des S.V. 1911 Neu=Iſenburg iſt der Favorit Egelsbach wieder
etwas ins Hintertreffen geraten, kann aber wieder aufholen. Recht hoch
einzuſchätzen iſt der Dietzenbacher Erfolg, der den Sieger wieder an die
Spitzengruppe heranbringt. Die beiden bisher punktloſen Vereine
Offen=
thal und Dreieichenhain erzielten durch das 1:1 ihren erſten
Punkt=
gewinn. — Der Leiter der B=Klaſſe Gau Bergſtraße meldet
folgende Ergebniſſe: J. S.V. Groß=Zimmern—Germania Leeheim 10:2,
Sportverein Weiterſtadt—Germania Eſchollbrücken 5:1 (1:1),
Sport=
derein Höchſt—Sportverein Roßdorf 3:1 (1:0), Boruſſia Dornhoim II.—
Chattia Wolfskehlen 1:6 (0:4), V.f.R. Erbach-V.f.L. Michelſtadt II.
3:0 (1:0). — Die Ergebniſſe ſehen in der Darmſtädter Gruppe Groß=
Zimmern nach wie vor ungeſchlagen in Führung, dicht gefolgt von
Weiterſtadt und Wolfskehlen. In der Odenwaldgruppe hält Höchſt vor
Erbach und Roßdorf die Spitze.
Der kommende Sonntag.
Kreisliga. F.V. Sprendlingen—Sportverein Münſter, Umion
Darmſtadt—Viktoria Urberach, Germania Pfungſtadt-Viktoria
Wall=
dorf, Union Wixhauſen—T. u. S V. Mörfelden, Polizei=S. V. Darmſtadt
—Viktoria Griesheim. — Letzteres Spiel begmnt bereits um 11 Uhr,
während die anderen um 3 Uhr anfangen. Nach den bisherigen
Ergeb=
niſſen kann man ſchon ziemlich klar ſehen. Der Tip lautet alſo: jeweils
Siege der zuerſt genannten Platzvereine. An dieſer Meinung kann
auch die Tatſache nichts ändern, daß Münſter bisher ungeſchlagen iſt. Es
müßte ſchon ſehr viel Glück dabei ſein, wenn der Spitzenreiter unge= daß mit wolkigem auch aufheiterndem und meiſt trockenem Wetter zu
ſchlagen aus Sprendlingen heimkehren ſollte.
A=Klaſſe Gau Bergſtraße. Sportverein Groß=Gerau—
V.f.N. Darmſtadt, Haſſia Dieburg—Eintricht Darmſtadt, Boruſſia
Dorn=
heim—F.V. Seeheim (1 Uhr mittags) Sportverein Geinsheim-V.f.L.
dag. Arheilgen Reſ.—Germania Eberſtadt. — Die größte Bedeutung / Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr Eugen Buhlmann;
kommt dem Spiel in Groß=Gerau zu, das man als offen im Ausgang
bezeichnen muß.
A=Klaſſe Dreieichgau. Germanin Oberroden—
Sportge=
meinde Sprendlingen, S.C. Dietzenbach-F.C. 02 Droieichenhain, S.V.
Offenthal—S. V. 1911 Nei=Iſenburg, F.C. Egelsbach—V.f.L. Neu=
Iſen=
hurg Reſerve. — Favoriten ſind hier Oberroden, Lietzenbach, 1911 Nel=
Iſenburg und Egelsbach.
B=Klaſſe Gau Bergſtraße. F.SV. Groß=Zimmern-
Sport=
verein Weiterſtadt, Chattia Wolfskehlen—Germania Dieburg, Germanin
Eſchollbrücken—Germania Leeheim, Sportverein Meſſel—Boruſſia
Dorn=
heim II., V.f.R. Erbach—S.V. Lengfeld II., V.f.L. Michelſtadt II.—F. C.
Groß=Umſtadt. — Größere Bedeutung kommt nur den beiden Treffen
in Gr.=Zimmern und Wolfskehlen zu, da dort die ſtärkſten Mannſchaften
der B=Klaſſe zuſammentreffen.
Handball.
Sportverein Darmſtadt 98—H. S.V. Rödelheim.
Die Handballverbandsſpiele ſind im Frankfurter Landesverband im
vollen Gange. Sämtliche in der Ligaklaſſe ſpielenden Vereine haben
bis=
her 2 Spiele ausgetragen. Nur 2 Vereine ſind aus dieſen Spielen ohne
jeden Punktverluſt hervorgegangen, nämlich der Sportverein Darmſtadt
98 und der Polizeiſportverein Babenhauſen, Sp.V. Wiesbaden, Polizei=
Sportverein Wiesbaden und Rödelheim haben je einen Sieg und eine
Niederlage zu verzeichnen, während Mamz=Kaſtel und Hakoah
Wies=
baden noch punktlos ſind. Der 2. Oktober bringt die 3.
Verbandsſpiel=
runde und iſt inſofern von großer Bedeutung, als die beiden ſtärkſten
Meiſterſchaftsfavoriten auf nicht zu unterſchätzende Gegner ſtoßen und
ſicherlich dieſe Kämpfe als Generalprobe für das am 9. Oktober auf dem
Darmſtädter Stndion zum Austrag gelangende entſcheidende Treffen der
Vorrunde Darmſtadt—Babenhauſen auffaſſen werden. Während
näm=
lich der Polizeiſportverein Babenhauſen dieſen Sonntag zum erſten
Male auswärts, nämlich in Kaſtel, die bisher gezeigte glänzende Form
unter Beweis zu ſtellen hat, empfangen die 98er den Handballſportverein
Rödelgeim.
Rödelheim, das bekanntlich ſich erſt im vorigen Jahr den Aufſtieg
zur Liga erkämpft hat, nachdem auch die Teilnahmeberechtigung zum
Pokalendſpiel erſtritten war, hat die bisherigen beiden Verbandsſpiele
ebenſo wie die Darmſtädter, auswärts ausgetragen. Während gegen den
Sportverein Wiesbaden eine Niederlage eingeſteckt werden mußte
ge=
lang in Kaſtel, alſo auf ſehr heißem Boden, ein viel beachteter Sieg,
der die den Rödelheimern innewohnende Kampfkraſt klar erkennen läßt.
Zweifellos werden ſie in dem Spiel gegen den Sportverein 98 mit
ver=
doppelter Energie kämpfen. Die Darmſtädter in der Aufſtellung
Trautwein
Kadel
Reuter
Götz Allwohn
Delp
Fiedler . Werner Jans Dietz Hennemamn
werden alſo zu zeigen haben, ob ihre Anhänger dem ſchweren Spiel
gegen Babenhauſens Poliziſten mit zuverſichſtlicher Ruhe entgegenſehen
können. Das Spiel beginnt nachmittags 3 Uhr.
Geſchäftliches.
Jeder Geſchäftsmann will ſeiner Kundſchaft für die bevorſtehende
Herbſt= und Winterzeit ſeine Neueingänge recht ausgiebig vor Augen
führen. Mit einer Sammlung hübſcher Bilder der modiſchen Neuheiten
führt die Fa. D. Rehfeld u. Co. in einer ausführlichen Beilage, die
heute unſerem Blatte beiliegt, die Neueingänge in reichhaltiger
Aus=
wahl vor, worauf wir unſere Leſer aufmerkſam machen. Die Firma
D. Rehfeld u. Co. kann ſich infolge ihrer reichhaltigen und großzügigen
Auswahl unbedingt das führende Haus in Damen= und Mädchen=
Konfektion nennen.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Samstag, 1. Okt. 11.15: Glockenſpiel aus dem Darmſt. Schloß.
0 15.30: Für die Jugend. Olga Schäfer ſingt Lieder. Am Klavier:
E Kohlhöfer. 0 16.30: Hausorcheſter. Mitw.: Anne Lönholdt
(Sopran), Brahms: Akad Feſt=Ouv. Liebeslieder=Walzer. Drei
Lieder „Klavierſonate F=moll. An eine Aeolsharfe. Waldeinſamkeit.
Der Jäger. Ung. Tänze. O 17.45: Für die reifere Jugend. Aus
dem Roman Der Oberhof von Immermann. O 18 15:
Vereins=
nachrichten. O 18.30: Briefkaſten. o 19: Gauvorſt. Auerbach:
Die Gehalts= und Arbeitsbedingungen der Frankf. Angeſtellten.
19.30: Stenographie. O 20: Elſe Epſtein: Das Winterprogramm
des Frankf. Bundes für Volksbildung. 0 20.30: Bunter Abend.
Mitw.: Reſi Langer (Anſage, Rezit.), H. Heberer (Tenor), Ober=
Stud.=Dir Philipps (Mundartdichtungen). — Anſchl.: Tanzmuſik.
der Kapelle Fuß.
Stuttgart.
Samstag, 1. Okt. 14: ’s Gretle von Strümpfelbach erzählt.
0 15: Konzert. Mitw.: Paula Wagner, Käte Mann, Hans Hanus,
Funkorch 17 Darbietungen. 18.15: Uebertr. aus Freiburg: Dr.
Aengenheißter: Die großen Tagungen der deutſchen Landwirtſchaft
im letzten halben Jahr. O 18.45: Stuttgart u. Freiburg: H. Spiro:
Der Wiederaufbau des deutſchen Verſicherungsweſens. 6 18.15: Dr.
Nußbaum: Wilhelm Müller, der Liederdichter (Anl ſ 100.
Todes=
tages). O 20.15: Kammermuſik. Philh. Orch. Stuttgart. Haydn:
Streichquartett op. 76 Nr. 2 in d=moll — Mozart: Streichquartett
in D=Dur o 21.15: Funkbrettl. Mitw.: Hilde Binder, Käte
Mann. Thea Struve=Jöhnſſen, Hans Hanus, Max Marx, Carl
Struve, Funkorch. Profes: Wieſo iſt der Walter, For. — Hirſch:
Einmal geht jeder am Glück vorbei. — Lehar: Wolgalied —
Lehar: Einmal möcht ich was. — Urban: Im Land der ſieben
Berge. — Ganne: Eeſtaſe — Benes: Indiana Moon. — Gruber:
Mei Muatterl war a Wienerin. — Benatzky: San Sebaſtian. —
Humoriſtiſches. — Grüß Gott mein Land Tirol — Auf der Alm
da gibt’s ka Sünd. Sommeridyll von C. Struve. — Profes:
Brauner Gondoliere. — Whitemann: Im Rauſch einer Nacht. —
Nelſon: Das Bettelprinzeßchen. — Humoriſtiſches. — Benatzky: Du
nur Du. — Samum, Fox. O 23: Tanz=Muſik aus Frankfurt.
Berlin.
Sonnabend, 1. Oktober. 12.30: Viertelſtunde für den Landwirt.
16.30: Paul Friedrich lieſt aus ſeinem Novellenband: „Der
Papagei”, o 17: Kapelle Hoffmann. Becker: Unter Brief und
Sie=
gel. — Waldteufel: Hoch lebe der Tanz. — Leoncavallo: Mattinata.
— Donzetti: Fant. „Lucia di Lammermoor.” — Prager: Unter
blühendem Flieder. — Balfe: Ouv. „Die Zigeunerin”. — Ganne:
Extaſe. — Luigini: Aegyptiſches Ballett — Berger: Amoureuſe.
— Köpping: Donna Vatra. e 19.05: Juſtizrat Rieſenfeld: „Wie
kommt der Gläubiger im Falle des Todes ſeines Schuldners zu
ſeinem Gelde?‟ o 19.30: Th. Keſting: Das Schneider=Gewerbe.
O 20: Dr. Falkenfeld: Was bedeutet uns Wilhelm Raabe? 20.30:
Blasorch, unter Mitw. von Reſi Langer. Blankenburg: Der Väter
Geiſt. — Roſſini: Quv. Wilhelm Tell”. — Schmeling: Ein Abend
in Araniuez. — Alte Berliner Balladen: Friedrich Wilhelm Schulze;
Eskimo und Eskimaid: Der ſchauderöſe Ferdinand (Meiſel). — Stork:
Der Hochzeitszug des Maharadſcha. — Lincke: Herbſtſtimmung. —
Alte Berliner Balladen: Merfwürdiges Strafgericht: Lehmanns
Wüſtengroll (Meiſel). — Komzak: Neue Wiener Volksmuſik, Potp.
Stork: Titanen=Marſch. 22.30: Tanz=Muſik.
Königswuſterhauſen. Sonnabend 1. Oktoher. 12: Künſtleriſche
Darbietungen für die Schule. O 15.35: Wetter und Börſe. 0 16:
Dr. Klopfer: Heilpädagogiſcher Lehrgang. 16.30: Aus dem
Pr. Kultusminiſterium O 17: Min.=Dir. Falck: Die Pflichten
des Beamten außerhalb des Dienſtes. 6 17.30: Reg.=Rat Woldt:
Zur Pſychologie des Induſtriearbeiters. 0 18: Min.=Rat Horſtmann:
Techn. Lehrgang für Facharbeiter. Mechanik und Feſtigkeitslehre.
18.30: Franzöſiſch für Fortgeſchr. 0 18.55: Engliſch für Fortgeſchr.
o 19.20: Prof. Dr. Minde=Pouet: Heinrich von Kleiſt. 20.30:
Uebertr. Frankfurt: Bunter Abend. O 22.30: Tanzmuſik aus Berlin.
Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Sonntag, den 2. Oktober
(nach der Wetterlage vom 30. September).
Nach dem Vorüberzug des Tiefausläufers vom isländiſchen
Druck=
fallgebiet, der bereits unſerem Gebiet Bewölkung und Niederſchläge
gebracht hat, geht die Wetterlage wieder einer Beſſerung entgegen, ſo
rechnen iſt.
Die Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Haupiſchriftleltung: Rudolf Mauve
Michelſtadt, Sportverein Lengfeld—S. V. 98 Darmſtadt Reſerve, Sport: Verantworilich für Poſiſit und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuſſeton, Reſch und
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdieuff: Andreas Bauer; für
„Dſe Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeraientell: Wiliy Kuhlei Druck
und Verlag: C. C. Wittſch — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkrſpie wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 32 Seiten.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 272
Samstag den 1 Oktober 1923
Geit 22
TV. 15066
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ERANKFURT ¼
DEE EET
ZElL 178-122
[ ← ][ ][ → ]Rumnter 272
Samstag, den 1. Oklober
Die Ultimowoche iſt an der Börſe verhältnismäßig glatt verlaufen,
wenn man berückſichtigt, daß zurzeit ein außerordentlich geringfügiges
Geſchät den Baiſſeſtrömungen Vorſchub leiſtet und auf die Börſe
ver=
ſchiedene wenig erfreuliche Ereigniſſe einwirkten. Seit dem Medio
Sep=
tember konnten überwiegend, ſogar kleine Befeſtigungen erzielt werden,
wie ſich aus den Liquidationskurſen ergibt. Wenig vorteilhaft hat ſich
der Verlauf der Verhandlungen über die profektierte amerikaniſche
An=
leihe des Freiſtaates Preußen für die Effektenſpekulation erwieſen.
Nachdem die erſten Gerüchte über dieſe Anleihe die Hoffnung auf eine
Erleichterung der Geldverhältniſſe durch die hereinkommenden
Geld=
beträge erweckt hatten (zumal ſich auch andere öffentliche Anleihen in
Vorbereitung befanden), wurde die Oeffentlichkeit durch eine Meldung
über kurzen Aufſchub der Emiſſion auf Schwierigkeiten vorbereitet, die
ſich der Auflegung in den Weg ſtellten. Obwohl das Labyrinth von
Mel=
dungen, die inzwiſchen durch die Preſſe gegangen ſind, bisher noch keine
volle Klarheit über die hierbei mitwirkenden Faktoren und Erwägungen
gebracht hat, ſteht doch feſt, daß die Verzögerung auf grundſätzliche
Ueberlegungen zurückzuführen iſt, die unbedingt Nachdenken hervorrufen
müſſen. Der Eindruck auf die Börſe iſt naturgemäß nicht beruhigend
ge=
weſen. Die außerordentliche Nervoſität, iſt neben den vielen
Lohn=
bewegungen auf die widerſprechenden Nachrichten über die preußiſche
Anleihe zurückzuführen geweſen. Die Kurſe hätten hierunter ſicher
ſchär=
fer gelitten, wenn nicht die Stimmung gegenwärtig eher einer
Be=
feſtigung zugewandt wäre. Insbeſondere die Banken dürften mit
Rück=
ſicht auf die ſchwebenden Bezugsrechte und andere Transaktionen
In=
tereſſe an einer freundlichen Tendenz haben. Wie notwendig dieſe zur
Unterbringung der Kapitalerhöhungen iſt, zeigt die in dieſen Tagen
er=
folgte Notiz eines Bezugsrechtes für ein Kaſſapapier. A. Prang. Als
das Bezugsrecht auf die jungen Aktien dieſer Geſellſchaft zum erſtenmal
zur Notiz gelangen ſollte, war das Angebot ſo erheblich, daß keine
No=
tierung zuſtande kam und ſelbſt die alten Aktien abnotierten. An dem
darauffolgenden Tag wiederholte ſich dieſes Schauſpiel. Erſt am dritten
Tage, an dem die alten Aktien um 4¾ Prozent auf 143 Prozent
nach=
gaben, kam eine Bezugsrechtsnotiz mit 1 Prozent (!) zuſtande, wobei
faſt das geſamte Angebot von dem Emiſſionshaus aufgenommen wurde.
Dabei handelt es ſich hier um ein Unternehmen das für das letzte.
Ge=
ſchäftsjahr 1926 eine Dividende von 10 Prozent ausſchüttete und in der
letzten Generalverſammlung über das fetzt laufende Geſchäftsjahr ſowie
die Ausſichten ſehr günſtige Erklärungen abgab. Die Intereſſenloſigkeit
weiter Kreiſe gegenüber der Wertpapierbörſe, die ſeit den bekannten
Vorgängen im Mai d. J. ſtändig zugenommen hat, hat ſich alſo bereits
verheerend auf den heimiſchen Emiſſionsmarkt ausgewirkt. Wenn die
Bezugsrechtsnotiz der Glanzſtoff= und Bemberg=Aktien ſo glatt verlief,
iſt das auf den beſonders ſpekulativen Charakter dieſer Spitzenpapiere
des Terminmarktes und die Reklame zurückzuführen, die rechtzeitig
ein=
geleitet wurde. In den nächſten Wochen ſoll eine weitere
Kunſtſeide=
aktie, Snia Viscoſa, zur Berliner Börſe eingeführt werden.
Die Geldverſorgung geſtaltete ſich zum Ultimo reibungslos,
insbe=
ſondere zeigten die Banken bei der Gewährung von
Prolongationsgel=
dern diesmal großes Entgegenkommen. Dabei iſt allerdings zu
berück=
ſichtigen, daß die letzte Prolongation noch bis in die erſten Oktobertage
läuft, ſo daß ſich die jetzige Schiebung auf die Zeit vom 2. bis 3. Oktober
bis zum Medio Oktober erſtreckt. Weniger leicht dürfte ſich dagegen die
Deckung des Geldbedarfes der Wirtſchaft vollziehen. Das
Wechſelvorte=
fenille der Reichsbank wird vorausſichtlich wieder eine frühere
Höchſt=
ſummen überſchreitende Auffüllung erfahren.
Frankfurt a. M., 30. September.
Die Effektenbörſe lag heute ausgeſprochen feſt, wobei die Unſicherheit
und Nerooſität der Vortage bezüglich der preuß. Anleihe vollkommen
verſchwunden iſt. Ausgehend von der außerordentlich feſten Haltung der
Elektrowerte und der J. G. Farbeninduſtrie lag auch der weitere
Börſen=
verlauf ununterbrochen feſt geſtimmt. Innerhalb der deutſchen
Elektro=
induſtrie dürften die auffallenden Kapitalserhöhungen bei dem einem oder
anderen Großunternehmen, wie beiſpielsweiſe Licht u. Kraft, ſehr
wahrſcheinlich ſein. Bei der J. G. Farbeninduſtrie wurden wieder große
Poſten von erſter Bankſeite aus dem Markt genommen. Man weiſt
darauf hin, daß ſeit Wochen von dieſer Seite aus große Anſchaffungen
bereits getätigt worden ſind, und daß das ſchwindende Material im
Ver=
hältnis zum A. K. des Farbentruſtes relativ gering iſt. Dazu kommt, daß
gerade bei der J. G. Farbeninduſtrie noch erhebliche Baiſſepoſten
vor=
handen ſind, die nicht eingedeckt wurden, die man aber anſcheinend jetzt
nach den Ultio allmählich glattſtellen will. Bezüglich der kommenden
A. R.=Sitzung am 8. Oktober darf man darauf hinweiſen, daß wohl
Kapitalserhöhungspläne ventiliert werden, daß aber ein Definitivum
nicht zu erwarten iſt, denn einmal ſind die Verhandlungen zum
nor=
wegiſchen Stickſtofftruſt erſt in Vorbereitung, auch ſind unſeres Wiſſens
die deutſch=engliſchen Chemieverhandlungen noch nicht ſo weit, daß am
8. Oktober gleichfalls der endgültige Abſchluß getätigt werden könne.
Auch die deutſch=franzöſiſchen Verhandlungen ſtehen nicht vor ihrem
endgültigen Abſchluß. Daß ein Aktienaustauſch mit den ausländiſchen
Konzernen gleichfalls zur Diskuſſion ſteht, iſt bekannt. — Alles in allem
hatte man eine ausgeſprochen feſte Börſe. Der Geldmarkt zeigte weitere
Nachfrage zum Zahltag an Tagesgeld bei 7 0. Monatsgeld 77/—8¾%=
Deviſen unverändert, die Mark wieder etwas feſter.
An der Abendbörſe war das Geſchäft ziemlich lebhaft und
beſon=
ders die bekannten Spezialitäten des Elektromarktes geſucht. Auch die
Farbenaktie verzeichnete größere Umſätze und konnte 3 Prozent an=
ziehen, wovon ſie im Verlaufe wieder 1 Prozent hergab. Geſ. f. El.
4,75 Prozent höher. Auch Zellſtoffaktien gefragt, Waldhof 2 Prozent
feſter. Anleihen ſtill. Im einzelnen nannte man: Phönix 111,
Rhein=
ſtahl 197, Mannesmann 17225, Kali Weſteregeln 189, Bergmann 198,25,
Lahmeher 186,5, Schuckert 206,75, Siemens=Halske 301,5, Licht und Kraft
228, Geſ. f. El. 309,75, A.EG. 186, Deutſche Bank 166, Danat 230,
Me=
tallbank 142, Commerz 175, Süddeutſcher Zucker 139,75. Zement
Heidel=
berg 141,5. Wayß u Frehtag 163, Farben 303,5, Zellſtoff Waldhof 316,
Daimler 122, Adlerwerke 110, Scheideanſtalt 216, Nordd. Lloyd 151,5,
Hapag 150,75. Erdöl 149.5.
Die Abendeviſen lagen gegenüber mittags nur unweſentlich
verändert.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 30. September.
Die Börſe eröffnete mit einer Spezialitätenhauſſe, die auf allen
Marktgebieten überſtürzte Deckungskäufe der Baiſſeſpekulation bewirkte.
Die Geſamttendenz war infolgedeſſen feſt. Im Mittelpunkt ſtanden
Elektroaktien. Die Aufwärtsbewegung nahm ihren Ausgang von
an=
geblichen größeren ſchweizeriſchen Kaufaufträgen. Für Licht u.
Kraft=
aktien erſchienen Pluszeichen. Das Papier zog ebenſo wie Siemens
prozenttveiſe an Auch die dem Elektromarkt naheſtehenden Werte
hauſſierten. Unter anderem Ludwig Löwe plus 12%. Rheiniſche
An=
ſchaffungen und Käufe der Börſenſpekulation ſteigerten den Kurs der
Vereinigten Glanzſtoff=Fabriken um gleichfalls 120 Die erhebliche
Be=
feſtigung der Farbenaktien auf 300% übertrug ſich auf Rheinſtahl. Am
Montanaktienmarkt traten außerdem Kohlenwerte in den Vordergrund,
da neue Schwierigkeiten im engliſchen Bergbau erwartet werden. Unter
Führung dieſer Werte fiel die günſtige Verfaſſung der Effektenmärkte
auf, zumal die Nachrichten über die preußiſche Amerika=Anleihe ruhiger
lauteten und die Auffaſſungen über die nächſte Entwicklung des
Geld=
marktes weniger peſſimiſtiſch als geſtern waren. Für tägliches Geld war
ſtarke Nachfrage vorhanden. Gelder über dem Ultimo, die teilweiſe bis
zum dritten Oktober feſt gegeben wurden, ſtellten ſich auf 7½ bis 90
Man hielt dieſe Verſteifung aber mit Rückſicht auf den Verfallstermin
für natürlich. Monatsgeld 8—9%= Warenwechſel 67/,%:
Diskonten=
material ſtand in großen Summen zum Verkauf und wird nach Anſicht
der Finanzkreiſe auch morgen noch in anſehnlichen Summen offeriert
bleiben. Am Deviſenmarkt konnte ſich der Dollar international befeſtigen
und zwar in Berlin 4,1995, in London auf 4,8656. London=Madrid
niedriger 27,86
Die erſten amtlichen Notierungen waren faſt ausnahmslos im
Durch=
ſchnitt 1½—3% höher. Licht u. Kraft plus 10:/.0 AEG. plus 3½/%=
Rh. Elektro plus 4¾4%= Schuckert plus 6¾0 Siemens plus 6¾%
Privatdiskont lange Sicht 60 kurze Sicht 6½. An der Nachbörſe
traten keine nennenswerten Veränderungen mehr ein. Die ſtark
bevor=
zugten Elektrowerte gingen ungefähr zu höchſten Tageskurſen aus dem
Verkehr Auch die Werte der Schultheiß=Gruppe hatte eine unveränderte
feſte Haltung. Die regere Nachfrage nach Schiffahrtswerten erhielt ſich
auch im Nachbörſenverkehr, ebenſo behaupteten L. Löwe, Ver. Glanzſtoff,
Bemberg und andere Hauptpapiere im weſentlichen ihre Tagesgewinne.
Man hörte um 2,30 Uhr etwa folgende Kurſe: J. G. Farben 302½/,,
Siemens 300½, Schuckert 206, Geſ. f. El. 3061 Licht u. Kraft 226,
Elektr. Lieferungen 191½, AEG. 185¾, Rheinſtahl 1951)., Oſtwerke 407,
Schultheiß 430, Ver. Glanzſtoff 646, Bemberg 502, Hapag 150, Lloyd
152. Danatbank 2281/,, Kommerzbank 173½, Neubeſitzanleihe 15,70
Aſchaffenb Zeliſtof!
Augsb. Nürnb. Maſch
Bamag=Meguin
Berlin el. W..
BerlinKarlsruheInd
Braunkohl=Briketts
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Teutſche Maſchinen
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Teutſche Petroleum
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Tynamit Nobel".
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Gaggenau Vorz.. ..
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. 51.— 51 1675 168.— Weſtf. C. Langendreer 107. 107. WittenerGußſtahl. 52.5 52.5 226.5 227.5 Wanderer Werke. 249.— 250.—
Kelſingfors. ..
Wien......."
Prag ......."
Budapeſt .. ..
Sofia ......."
Kolland.. . . . ."
Cslo ......."
Kopenhagen..
Stodholm. . . .
Londen. . . . . ."
enns Aires.
New York".
Belgien..
29. 9.
Geld / Brieff
10.575 10.5951
59.22/ 59.3
12.44/ 12.461
112.89113 11
20.431/20.47
1.782/ 1.796
4. 1975/4.2055
58.455/58.575
Deviſenmarkt.
30. 9.
Eeld / Brief
10.562 10.585) Italien.
59.19 59.31/ Paris
12.441 12.464 Schweiz.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
aga. New York, Ende September.
Pariſer Meldungen an die amerikaniſche Preſſe zufolge hat vort
ein wahrer Sturmlauf der Importeure amerikaniſcher Waren auf die
Botſchaft der Vereinigten Staaten ſtattgefunden, um Proteſt zu erheben
gegen den neuen franzöſiſchen Zolltarif. Aus Waſhington wird
be=
richtet, daß die Beſchwerden der Exporteure über die „Diskriminicrung
gegen amerikaniſche Waren zugunſten namentlich deutſcher beim Staats=
und Handelsamt ſtoßweiſe einlaufen. Die New Yorker Zeitung „Herald
Tribune” läßt ſich aus der Bundeshauptſtadt melden, bei der
Aufſtel=
lung der Zollſätze auf Manufakturwaren gewiſſer Kategorien „ſcheine
Frankreich von dem Vorſatz ausgegangen zu ſein, alle Einkäufe ſolcher
Waren in Deutſchland zu machen, ganz einerlei, ob es (
Frank=
reich) ſeine Bürger zwinge, höhere Preiſe zu zahlen‟. Die Zölle auf
elektriſche Apparate und Zubehör ſeien, ſoweit die amerikaniſche
Ein=
fuhr in Betracht komme, verneunfacht worden, und da auf dieſem
Gebiete Deutſchland Amerikas ſtärkſter Konkurrent, ſei der franzöſiſche
Markt faktiſch den Deutſchen „ausgelicfert” worden.
Amerikaniſche Fabrikanten weiſen in ihren Beſchwerden an das
Handelsamt darauf hin, daß Frankreichs Behauptung, es müſſe höhere
Zolleinnahmen erzielen, nur eine Rauchgardine ſei, hinfer der ſich
an=
dere Beweggründe verbergen, denn Frankreich ſei ſich ſehr wohl bewußt,
daß ein ſolches Hinaufſchrauben der Zölle ſeine Einnahmen nicht
er=
höhen könne, aus dem einfachen Grunde, weil damit die amerikanifche
Einfuhr glaft aufhöre und ſtatt höherer Zölle Frankreich nur die
be=
deutend geringeren auf deutſche Waren erhalte.
Das amtliche Waſhington hält mit ſeinen Kommentaren zu den
neuen frauzöſiſchen Zöllen vorläufig zurück; (inzwiſchen iſt die offizielle
Proteſtnote bekannt geworden. D. Red.). Daß deren dieſer Tage
er=
folgte Veröffentlichung Waſhington überraſcht hat, heißt den dort
her=
vorgerufenen Eindruck mild beurteilen, und die Preſſemeldungen laſſen
durchblicken, daß man die Sachlage als ernſt anſieht.
Unmittelbar nach der Unterzeichnung des deutſch=franzöſiſchen
Hau=
delsabkommens tat die amerikaniſche Regierung Schritte zum Abſchluß
eines neuen Freundſchafts= und Handelsvertrages mit Frankreich. Theo= u.
retiſch ſind die Vorbereitungen bereits im Gange, praktiſch ſollen ſie
Mitte Oktober aufgenommen werden. Man braucht kaum erſt darauf
hinzuweiſen, daß es dabei zuzugehen pflegt wie bei einem ganz
alltäg=
lichen Kuhhandel, bei dem gewöhnlich Geber wie Nehmer
Konzeſ=
ſionen machen müſſen. Aber Waſhington iſt ſich wohl belvußt, daß rhrſt n
es bei den kommenden Unterhandlungen über den franzöſiſch=amerika. —uſten
niſchen Handelsvertrag herzlich wenig zu geben hat. Was könnte Ame= Aunen
rika franzöſiſchen Konzeſſionen gegenüberſtellen? Soweit rein ſachlich, Tedereu
abſehbar, nur das eine: daß Amerika darauf verzichtet, von der Dehn= Sroß
barkeit des amerikaniſchen Zolltarifs Gebrauch zu machen und die ohne= ae Sch
hin dicht an der Höchſtgrenze ſtebenden Zollſätze auf franzöſiſche Waren Shelm
—. meiſt Luusxartikel — noch höher zu ſchrauben. Im übrigen haben SuNun
die Verfaſſer des Fordneh—MeCumberſchen Tarifs dafür geſorgt, daß a man
keinerlei Breſchen durch etwaige Gegenſeitigkeits= und Begünſtigungs= cemlich
klauſeln in die ſo feſte, ſo hohe Schutzzollmauer gelegt werden können / Sederho
Und wenn die franzöſiſche Regierung, wie es den Anſchein hat, ame= mu,
rikaniſche Erzeugniſſe deshalb mit den höchſten zuläſſigen Zöllen belegt! wernſt
haben ſollte, um für den neuen Handelsvertrag möglichſt günſtige Be=/ wae 6
dingungen herauszuſchlagen, dann hat diesmal Frankreich dieſ dya=
Trümpfe in der Hand, und Onkel Sam wird auch mit den Sd
harmloſeſten „Poker=Geſicht” von der Welt keinen Bluff bewerkſtelliger
können.
Die begreifliche und ſicher auch ehrliche Entrüſtung der in Frank =6m
reich geſchäftlich tätigen amerikaniſchen Firmen müßte eigentlich der h
amerikaniſchen Hochſchutzzöllnern zum Bowußtſein bringen, daß Frank
reich nichts anderes getan hat, als einen ihrer vielgeprieſenen,
lang=
bewährten fiskalpolitiſchen Lehrſätze in die Praxis umzuſetzen. Mau
weiß in Amerika ſehr wohl, was unſere Schutzzoll=Enthuſiaſten denken
und ſagen, wenn hieſige Importeure europäiſcher Waren ſich über die
Zölle beſchweren. Man erblickt in ihren Klagen den beſten Beweis da
für, daß die Auswirkungen des Tarifs auf die Ausländer — ohnehin
eine ganz üble Geſellſchaft — genau die erhofften ſind, und man genier
ſich keineswegs, ihnen rund heraus zu erklären, daß ihre hieſigen Ver
treter ja Amerika den Rücken kehren können, wenn ihnen „unſere‟, Ar
der Geſchäftsgebarung nicht zuſagt. Natürlich, wenn Frankreich ſich f
etwas zu ſagen getraute, wäre dies in höchſtem Grade unhöflich.
73.42/ 73.561 73.32/ 73 461
3.034 3.040/ 3.030 3.036
68.34 168.681168. 17 168.5
10.69 110.211110.64 110.86
12.47/112.69/1 12.35 112.5
12.80 113.0=
20.41/ 20.4.
1.782 1.786/
.1945 4 202:
58.411 58.53
Spanien.
Danzig
Japan.
Nio de Janeiro
Jugoſlavien.
Portugal.
Athen.
Konſtantinopel.
Kanada.
Uruguay. .
29. 9.
Geld Brie
22.911 22.95
16.465 16.50:
F80.93 81.09
73.511 73 65
81.51 81.6.
1 956 1.960
0.5005 0.5025
7.395/ 7.40
20.58/ 20.64
5.494 5.506
2.185/ 2.189
4.200 4.2081
4.246/ 4.254
30. 9
Geld / Brief
2.895 22.935
16.45 16.49
80,845 81.045
73.20/ 73.34
81.40/ 81.56
1.953/ 1.957
0.5005 0.5025
1.393/ 7.407
20.78 20.82
5.5441 5.558
2 198/ 2.202
4. 198/ 4.206
4.246/ 4.254
Die amerikaniſche Schutzzoll=Regierung muß Frankreichs „liebloſes
Vorgehen um ſo empfindlicher berühren, als gerade ſie ſich ſo große
Mühe gegeben hat, Europa in Tarifſachen in ſo wohlwollender Weiſ
aufzüklären. Amerikas Delegaten haben die Beſchlüſſe der Wirtſchafts
kommiſſion in Genf mit unterzeichnet, in denen hohe Zölle als läſtige
und törichte Behinderung des Handels bezeichnet werden
und ihre Beſeitigung gefordert wird. Führende amerikaniſche Bankier
und Geſchäftsleute haben mit ihrem berühmten Manifeſt die kurz vor
ſeinem Tode an die Adreſſe ſeiner eigenen, der Republikaniſchen Parte
erlaſſene Warnung des Präſidenten McKinley indoſſiert, daß
Amerik=
am internationalen Handel nicht nur als Verkäufer teilnehmen
könn=
ſondern auch kaufen müſſe. Die Waſhingtoner Autoritäten, in jüngſter
Zeit Präſident Coolidge in eigener Perſon, haben jedoch erklär;
daß ſich dieſe allgemeinen und unumgänglähen Geſetze des Güteraus
Raneee
a) Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl.
Ausloſ. Sch. I. Tei
II. Teil
D. Reichsanl. Ablöſ.
Schuld ohne
Aus=
loſungsſcheine .."
4½ Dt. Schutzgeb.=
Anl. .. . . . . . . ..."
b) Ausländiſche
65% Bos. E. B. 1914
5%2.Iuv. 1914
4½% 1898 ....
4½% „ 1902.
4% Bosnien".
5% Bulg. Tabak.02
4½%Oſt. Staatsr.
v. 1913, Kdb.1918
4:/,%Oſt. Schatz. 14
4:/.% Oſt. Silberr.
„ Goldr.
4%
4% Oſt. Goldrente
lt. Innsbr. Abk
4% Oſt. einh. R. /k.)
3% Port. (C ½z.) III
5%Rum.am. R.03
4½½„Gold. 13...
40 „am R. kon.
4½ am R 05
4% Türk. (Adm.) 03
4% „(Bagd.)
4% (Bagd) II
4% „unif. 1903
4% „1911 Boll.
4½%Ung. St. 1913/ 24.8
4½% „ „ 1913
1t Innsbr. Abk.)
4½%Ung. St 1914 25 975
4½%Ulng. St. 1914
lt. Innsbr. Abk
W Ung. Goldr. . . 27.5
55.20
15.55
9l.
3.8
3.5
19.75
Ais
6
2.75
10
7.75
17.6
6.25
6
17.5
14. 25
4% Ung. Goldr.
(lt. Innsbr. Abk.) / 24
4% Ung. Staatsr.
v. 10.
24.65
420Ung. Kronr. . .
2.75
3%0 Ung. Eiſ. Tor .. / 20
Außereuro=
päiſche
5%Mex amn. t.abg.
5% „äuß. 99 „/ 37.5
26.5
4% „ Gold04ſtf
3%6 „ konſ. inn.
4½% Irrigat.
5% Tamaulipas I „/ 19.5
Sachwert=Schuld
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10%Berl. H.=Bk. G. 1106
60 Berl. St. Goldl 86
8½ Darmſt. St.=G. / 98.5
8 % D. Hyp.=Bank
Meining. Goldpf. /100.5
96.5
92.5
Dresd. St.=G.
90.75
%Frkf. St.=G.. . . 92.75
87
%Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
100
%0 Frkf. Hyp.=B
Goldpfbr.
96.5
6% Frkf. Hyp.=B
Goldpfbr.
91—
8% Frkf. Pfbr.=B.
Goldpfbr
100
7%0 Frkf Goldpfbr. 86.5
6% Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr.
92
5%0 Frkf. Pfbr. Bk.
Goldpfbr.
% H.=St.=
Gold=
anl. . . .
90.5
2 Heſſ. Land.=Bk.
Goldpfbr.
98.75
2 Heſſ. Land.=Bk.
Goldpfbr.
97
8%Klöckn.=Werk. 26
10%Komm. Elektr.
Mark (Hagen)
Goldobl.
.1103.25
8% Komm. Ldsbk.
Darmſt., Reihe I/ 99.5
8% K. Landesbank
Darmſt. Reihe II 99
8% Ldwgshf. Stadt=
Goldan
7% M. KraftHöchſt 89.75
8% Mainz.=St.=G.
8% Mannh. St.=G./ 99
60 Mannh. St.=G./ 83.25
7% M.=Stahlw 27/ 95.5
8% Naſſ. Ldb. Gold /105
8% Nbg. St. Gldal
8% Pfälz. Hyp. Bk.
Goldpfbr.
100
7% Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldofbr.
97
6% Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
91.5
8% Pforzh. St.=G./ 98
8% Pirmaſ. St.=G./ 97.75
8% Pr. Centr. Bd.=
Cr.=Bk. Gldpfbr. 1100
8% Pr. Centr.=St.
ſchafts=Goldpfbr. 1101
7% Pr. Centr.=St.=Goldvfbr./ 98
8%Rh.=Hyp.=Bk...
Goldpfbr. . . . . 100
. „ 97
6% „ „ „
92
4½%0 n „Lig. Pfb. 78
4½% „ „Auteilſch. 56
½%Rh. Stahlwv
25
1143
10%Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk. Goldpf.
100
32 Südd. B.-Cr. B.
Goldpfdbr.
99
26 V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyp.=Glb.
obl. mit Option/ 97.5
V. Stahlw.
Düiſ=
ſeldorföhv. Gd.. ohne Option / 93.25
% Viag(V. Ind.=
Unt. Bln.) 27.
89.5
8% Voigtc Häffner
Goldobl. ... ...
8%Württbg. Hyp.=
Bank Goldpfbrf.
Ohne
Zins=
berechnung
5‟ Bdw. Kohl 2:
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23 . ..."
6%Heſ. Brk.=Rg. 23
5% Heſſ. Volksſtaat
Roggen 23....."
59 Pr. Kaliwert..
5% Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt. B. G
Borkrieg3=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bayr Vereinsb. .
Bahr. Handelsb.
Bahr. Hyp. u. Wechſ.
Berliner Hyp.=Bk..
Frkf. Hyp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.=Bl
Hamb. Hyv.=Bk.
Mecklb. Hyp.=u. Wb.
Meining. Hyp.Bk.
Norod. Gr.=Cr.=Bk.
Pfälz. Hyv.=Bk.
Preuß. Bod.=Cr..B.
Pr. Cent.=B.=Cr. B.
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein. Hyp.=B..
Rh.=Wſtf. B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr.. . .
Württ. Hyp. Bk.
Stcatl. od. prov.
garantiert
Heſſ. L.=Hyp.=B.
Landeskr. Caſſel".
Naſſau Ldsb
Obligationen v.
Transportanſt.
42 Eliſ.=Bahn ſtfr.
42½ Gali;.Carl=
Lud.=B.
Oſt. Sd. (L.)ſtfr.
98.5
12.87
13.92
3.25
6.3
8.9
2.22
15.5
16.65
13.1
12.4
8.25
12.4
12.80
13.25
15
12.03
9.10
4.5
2,6%Alte Oſt. Südb.
2,60 Neue",
4%Oſt Staatsb. 83
3%Oſt. 1 b.8.E.
3%Oſt. „ „abg.
. „ „9.Em.
„ „ „abg.
35 „ „ 1885
3
„ „ abg.
3% Oſt. „ Erg. Netz
3%Oſt. „ „abg.
3% Raab Oebd. 83
-
32
4% Rud. Silber
4% Rud. (Salzkg.)
4½%Anat., S. I
4½L Anat. S. II
4½% Anat., S. III
3% Salon. Monaſt.
5.% Tehuantepec..
½a%0
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit.. . .
Bad. Bk. .... .. ..
Bk. f. Brauind..
Barmer Bankv.
Bay. Hyp.=Wchſ.
Berl. Handels gei
Tomm. u. Privatb. .
Darmſt. u. Nat.=Bk.
Deutſche Bank ..."
D. Eff. u. Whſ.=Bk.
D. Hyp.=Bk. Mein..
D. Vereins=Br.
Disk.=Geſellſh. ..!
Dresdener Bk.
Frankf. B!
Frankf. Hypth.=Bk.
Frff. Pfdbr. Bk.. ..
GBotha. Grundkr. B:
Ltr. Fntern. Bank
Metallbank.
Mitteld. Treditb
Pfälz. Hyp.=Bf.
Pr. Bo.=Creditbank
„ Hnp.=Akt.=Bar
Rei h3bank=Ant
Rhein. Creditbk.
Ryein=Hyp.=Bk.
Südd. B.=Treditbk
14
AR
20.4
23.5
20
18.5
3.15
4.3
29.5
19
18
20.5
143
171
199.25
Südd. Dise.-Geſ. 142
Oſterr. Creditanſt . 42.5
Wiener Bankverein
Bergverks=Akt.
Buderus..
Eichv. Bergw....
Gelſenkirch. Bzw.
Harp. Bergb.
Flſe Bergb. St..
Genußſchein ..."
Kali. Af hersleben
Kali. Salzdetfurth.
Kali. Weſterregeln".
Klöckner vecke (abg.
Lothr=Hütte)
Mannesm.=Röhr. .
Mansfelder
Oberbedarf ..
Otavi=Min.=Ant..
Phönix=Bergb.
Rhein. Braunk.
Rhein. Stahlw... .
Riebeck Montan. . ."
Salzwerk Heilbronn
Tellus Bgb. ... . ..
Ver. Laurahütte . .
Ver. Stahlwerke..
173.5
1641
15.8.75
132
104
155.5
152
123
143.8
145.5
14)
233
183
135
Aa
146
202.5
An3
174.75
2531
185
179.75
123.25
102
37.5
111
194.5
189
112
122.5
128
32
ſndn trie=Akt.
Brauereien
Eichbaum(Mannh.) 271
Henninger
Hereules, Heſſiſche 150
Löwenbr.=Mün hen 350
Mainz. Aktienbr. 259
S höfferhof (Bino.) 335
Shwar;=Storchen 173.5
Tu her, Nürnberg 1176
Werger
1175
7.75 Akrum. Berlin.
Aoler EOppenh.
Adlerw. (v. Kleyer) 119.75
83.5
6%A. E. G. Vig.A
5% A. E. G. Vfg.B 83
A. E. G. Stamm . . 185
Bad. Miſh. Dirlach 153. 25
Bad. Uhren, Furtw.
Bamag=Meguin ..
Baſt Nürnberg ... 230.5
Bahr. Spiegel .
Beck & Henkel ...."
Bergmann El ....
Bing. Metall.
Brem.=Beſigh=Ol..
Bürſtenfbr Erlang
Sement. Heidelb. ..
Tement. Karlſtadt
Temnent. Lothr ..
Chen. Albert . . . . . 141
Chen. Brocko
Chen. Milh
Daimler=Benz A. G
Dt. Eiſenhandel.
D=utſche Erdöl ...
D. G. u. Silb. S heid. / 211.5
D Linoleumw. Bin
Din gler, Z veibrück.
Dre3v. Shnellpr.
Dürkoppw. ( St).
Dürr. Kitingen .
Duckerhoff & W.
Eiſenv. Kaiſersl..
E. Liht u. Kraft..
Fl. Lieferung ....
Elſ. Bao. Wolle
Enail Ullrih"
En zinger Werke
Ezlinger. Maſh.
Ettlinger Soinn...
Faber Bleiſtift
Fiber E S hleicher
Fihr Birmaſen3
Farbenind. F. G.
Felten & Buillean.
Fein neh. (Fetter
Feiſt. Sekt.
Frankfurter Ga3
Friikfurter Hof
Frkf.-M. B)k u. W
Keiling E Sie
Gyloſhnidt. Th.
Hothr Wrigon
Heißner, Naſh
Hrür & Bilfinger.
difennühle „Frkft.
Hnid & Neu
Himmerſen
Hanfw. Füſſen..
Hania=Lloyd. Br.
Hartm. & Braun..
68
80
85
14).5
194.75
53
125
147
213.1
143
70
43
225.5
133
34
29
82.75
23)
14
9!
54
39). 75
109
43.5
112
70.75
75
112.5
173
14;
50.1
Heyligenſtaedt.
HilpertArmatur.
Hindrich3=Aufferm.
Hirſh. Kupfer ...
Hoh=Tief Eſſen...
Holzmann".
Holzverk. Ind. . . ..
6ydrom Breslau
fnag .
Funghans St. ...
Lanny. Kaiſersl.
Kirlsruher Maſh..
Kurſtadt, R.
Klein. S h.EBecker
Taorr, Heilbronn
Lonſerv Braun
Reiv Alt= Wirttbg.
?ranz E Co ..."
Liyneyer ......."
2eh. Aug3burg . . . 113.
Leverv. Kythe
Zeder v. Spi harz.
Lin zei Shuh v...
Löhrbery. Mühle ,/ 43.2
Loviyzg. Wilzm.
Lidenſ heid. Metall)
Kurkraft 53ht
Nicz= V. Kirnberg
Netallgeſ. Frkf.
Nif. Nihlenb. 1134.
Ryeinz. Stann
Ptyrerf. Deuz
Nytorenf. Oberurſ.
Rinr h. 3i htivielk.
Te kari. Fahrz. 1112
Nektrv., Ezlingen
Zetecs Ution .... 112.
Pfilz Niv Kayſer
Bſiliooz..
Porzellan Weſſel
tein. Gebb. & S halſ.
Ryeir Elektr
R)enrnia. Kunheim
Rit jers verke
5hreio * Hanau.
Shtellpr. Frank
Shranm Lackfr
Sheiftn Slemp
Shickert Elektr
Shihfbr. Weſſel
S huhf. Herz...."
118
107
103
196
70.5
193
295
129
173
67.
105
131.
123
97
122.
135
111
61
61.5
13)
34.75
56
95
61
93
123
137
204
79.5
Shulz. Grünlack
Seilind Wolff
Siemens Glas
Siemens & Halske
Südd Immob.
Süod. Zucker=A.G
KZhür Lief. Gotha
fuhren Furtwäng!
Unterfr. Kr. =El.=B.
Beithwerſe
Ver. f. Chem. Ind
Ver.b. Olſbr. Mann
Ver Faßf. Caſſei.
Gummi. Bin.=Frkf
Pinſel=Nürnberg.
Ultramarin
Zellſtoff Bert
Vogtl. Maſch.
Voigt & Hueffner
Volthom Seil
Wuyß & Freytag
Wegelin Rußfbr.
Zellſt Aſchaffenbg
Zellſt Memel.
Zellſt. Waldhof.
Zucker / Rheingau
35.
923
Rf
5
114.
17.
102.
55
114.7:
91
54
98
160
86.4
183
67
162
150
201.25
150
311
25
Tranzpori= und
5 Verſicherung3=Akt.
75.25 Di. Reichsb=Vorz 99.!
75 „A. Dt Eiſenbahn 84
fA. Vokalb u. Kraft. /176.5
192 Di. Eiſenb.=Gei 139
S hantung E. B
Süod Eiſenb.=Gei. 1142.
3 1Hapag
Norod Llohzd 150,
5
A
5
5
Frtft. Allg. Ver 1149
Frankonia Rücko
Darmſtädter Werte
Baynbedar!
Dumpff Rodberg
Helvetia Konſ...
Bebr. Luß
Notorf. Darmſt
Gebr. Rieder ..
140
VenulethEEllenb..!
Samstag, den 1. Oktober 1922
Geite 29
Nummer 272
tauſches ausſchließlich auf Europa beziehen, in dieſem von der Natur
wie von dem SLutzzolltarif ſo außerordentlich begünſtigten Lande der
Vereinigten Staaten aber keine Geltung haben!
Die Frauzoſen ſcheinen das nicht begreifen zu können. In ihrer
Amerika ſo unverſtändlichen Kurzſichtigkeit haben ſie ſich entſchloſſen, zu
tun, was Amerika tut, nicht was es predigt. Wenn ein alle
auswär=
tigen Erzeugniſſe ſo ſchwer belaſtender Zolltarif Wurzel und Stamm
aller Segnungen, deren ſich die Vereinigten Staaten erfreuen, iſt, warum
ſollte er ſich nicht auch für Frankreich bewähren? Vom Geſichtspunkte
derer, die nach Frankreich exportieren, iſt dies natürlich ein Trugſchluß,
aber men darf doch begierig ſein, das Geſicht zu ſehen, das Waſhington
aufſetzt, wenn es gegen ſolche Logik proteſtieren wird. (Wir wiſſen
heute, daß Amerika in ſeiner Proteſtnote an Frankreich den Verglei!
der abſoluten Höhe der beiderſeitigen Zollſätze u. a. mit dem Hinweis
auf die verſchiedene Kaufkraſt der beiden Länder ablehnte. D. Red.)
Vorläuſig hofft man darauf, daß es Frankreich bis zum Abſchluß
des neuen Handelsvertrages bei Interimszöllen bewenden laſſen wird,
guch wenn ſie höher als die bisherigen ſein ſollten. Aber man macht
ſein Hehl aus der Befürchtung, daß bei den Vertragsunterhandlungen
alle die ſchon ſo lange der Erledigung harrenden Fragen wie
franzö=
iſche Refundierung, franzöſiſche Anleihen, franzöſiſche und
internatio=
nale Kriegsſchulden, die Verfügung über die im Kriege
beſchlag=
nahmten deutſchen Tiefſeekabel uſw., aufgerollt werden dürften, daß ſich
die Verhandlungen ſtark in die Länge ziehen mögen, daß von „Ver=
geltung3maßnahmen” gegen das zumeiſt Luxuswaren ausführende
Frankveich kaum die Rede ſein kann, daß die Anwendung der Tarifs=
Dehnbarkeit” auf franzöſiſche Parfüme, Toiletten= und
Schmuckgegen=
tande uſw. ein ziemlich langwieriger Prozeß iſt, bei dem hunderte
wirt=
chaftspolitiſcher Fragen in Erwägung zu ziehen ſind, und daß in der
zwiſſchenzeit Deutſchland durch gigantiſches „Dumping” ſeiner mit
Ame=
ika konkurrierenden Waren den Vereinigten Staaten den Nang abläuft
Dabei iſt Frankreich nicht das einzige Land, in dem Dinge
vor=
ſehen, die den amerikaniſchen Schutzzoll=Enthuſiaſten zu denken geben.
Fr England haben ſich ſoeben mehrere Stahlerzeuger zu einem
Ver=
uand zuſammengetan, um den einheimiſchen Stahlverbrauchern billiger=
Preiſe zu machen. Jeder einheimiſche Stahlkäufer, der ſich auf ſechs
Nonate des Ankaufs auswärtigen Stahls enthält, erhält einen
Ra=
att. Anſtatt einen Tarif zu verlangen, der den jetzt in England
ver=
auften amerikaniſchen, belgiſchen und deutſchen Stahl — ſein Wert ſoll
ſch derzeit auf rund eine Milliarde Mark im Jahr belaufen —
fern=
alten und eine Preiserhöhung ermöglichen würde, wollen die
eng=
iſthen Hüittenbeſitzer den Ausländer auf dem einheimiſchen Markt
unter=
ſi ten. Was ſie hinſichtlich der Ausfuhr vorhaben, ſteht noch dahin.
Wenn dieſer Plan erfolgreich iſt, dann wird das direkte Gegenteil
on dem die Folge ſein, was in anderen, durch Hochzölle geſchützten
Län=
err geſchieht. Dort zahlt der einheimiſche Verbraucher höhere Preiſe,
13 ſie für Ausfuhrgut in Anrachnung gebracht werden. Der engliſche
zeuger ſcheint eine Geſchäftspolitik vorzuziehen, die ſeinen eigenen
uandsleuten zugute kommt. Er ſcheint nicht zu befünchten, daß billige
Srahlſchienen und =träger ein Gebäude ſo billig machen werden, daß
ſre Engländer ſich weigert, darin zu wohnen.
Es gibt in Waſhington Leute, die ganz offen zugeben, daß
Ame=
ia in bezug auf die kommenden Handelsvertragsverhandlungen mit
Fankreich nicht ſonderlich gut liegt, und daß die Onkel Sam verabreichte
Doſis ſeiner eigenen Medizin einen nachhaltigen bitteren Geſchmack
Arückläßt.
Vom ſüddeutſchen Ledermarkt.
Die anziehenden Fell= und Häutepreiſe laſſen die Tendenz am
Leder=
narkt weiter als recht feſt erſcheinen. Die Lederpreiſe befinden ſich in
ufſteigendenr Richtung und das Geſchäft nahm deshalb zur Zeit recht
ltten Charakter an. Trotzdem die Frankfurter Herbſtmeſſe für den
Leder= und Schuhhandel recht unbefriedigend war, waren die Läger der
Aroßhändler ſehr gut beſucht und kamen Abſchlüſſe zuſtande. Weiter hat
je Schuhinduſtrie noch gute Auftragsbeſtände und iſt mit Nachfrage
erelmäßig am Markt. Geklagt wird allerdings über den ſchlechten
Zuhlungseingang. Im einzelnen hatte Bodenleder recht flottes Geſchäft,
a man ſich noch zu Zwiſchenpreiſen einzudecken bemüht. Abfälle weiter
anlich rege aus dem Markt genommen. Es notierten an der Kölner
Derbörſe zuletzt eichenlohgegerbtes Sohlleder in Hälften 4,95—5,85
N., Kernſtücke 7,25—8,20 RM., Sohlleder in Hälften 4,43—4,85,
Arnſtücke 6,75—7,15, Zahm Vacheleder in Hälften 4,30—4,80,
Kern=
ürke 6,05—6,70, Zahm Vache=Hälfe 3,60—4,50, Seiten 2,70—3,80,
Pldvachleder in Hälften 4/10—4,50, Kernſtücke 5,40—6,65, Hälſe
N5—3,95, Seiten 2,50—3,45 RM. pro Kilogramm, alles
Großhandels=
riſe aus erſter Hand.
Bei den letzten Verkäufen wurden bezahlt: für eichengegerbtes
3chmſohllederkrupons, beſte ſüdd. Rohware, 5—6 mm 8,50—8,80,
—5 mm 8,20—8,50, Sohllederhälften 6—6,30 RM.
Zahmpache=
jr pons 8,60 RM. Zahmſohlleder gemiſcher Gerbung 7,70 RM. Wild=
Wachekrupons 4—4,5 mm 5,40—6,40, 4,5—5 mm 6,80 RM.
Wildvache=
eierhälften 4,10—4,50 RM. Lohgare Oberleder bei ſehr beſchränkten
8 rräten zeigten größere Nachfrage. Braune Kipſe 5—6 RM., ſchwarze
6—5,50 RM., lohgare Maſtkalbleder 8—11,00 pro Kilogramm. Von
eiien Oberledern ſind Lack, Boxkalb, Rindbox und ſchwarze Chevreaus
ewnders verlangt. Die Preiſe können ſich jedoch noch nicht den derzeitigen
Kall= und Häutepreiſen anpaſſen. Samtkalbleder zeigt geringwerdend
2ochfrage. Phantaſiefarbige Leder vernachläſſigt. Schwarze Box=Kalb
EiFtig 1,64—1,94, mittel 1,56—1,85 leicht 1,47—1,72 farbig 30 bis
4 Pfg. höher pro afuß Lackleder 2,10—2,45 RM., Maſtbox 1,64—1,85,
hrwarze Chevreaux 1 2,25—2,75, IIII 1,75—2,25, II 1,301—,80,
Rind=
ox farbig 1,43—1,68, ſchwarze Roſſechevreaux 0,84—1,26, Roßleder=
Mäfe 1,34—1,60, alles per gfuß.
Wirtſchaftliche Rundſckau.
Verſchiebung der Auflegung der Preußen=Anleihe? Eine Meldung
et „Wallſtreet” vertretenden „Journal of Commerce” gibt zwar die
Sewenken der amerikaniſchenRegierung gegen die Auflegung der
Preußen=
nleihe wieder, ſpricht aber trotzdem die Erwartung aus, daß ſich die
Zebenken beſeitigen laſſen würden, nachdem Schacht dementiert habe.
1dus „Journal of Commerce” übt ſcharfe Kritk an der Anleihezenſur der
ſe ierung und erklärt, dieſe Zenſur könne vielleicht die Aufmerkſamkeit
es. Kongreſſes auf ſich ziehen. Das Blatt deutet an, daß die Auflegung
e: Preußenanleihe vielleicht noch längere Zeit auf ſich warten laſſen
erde, da die Stellung der Regierung zu der Anleihe zu ſtarken Eindruck
ernacht habe.
Dieſe Meldung deckt ſich im allgemeinen mit den anderen heute in
Zerlin vorliegenden Meldungen.
Eine Aeußerung der Reichsbank zur Preußen=Anleihe. Die
Reichs=
grk teilt mit: „Gegenüber unrichtigen Preſſemeldungen dahingehend,
aß die Reichsbank den produktiwen Charakter der Preußenanleihe nicht
nerkannt habe, gibt die Reichsbank bekannt, daß dies nicht zutrifft.
die als Begründung für die Preußenanleihe angegebenen Zwecke haben
uch nach Anſicht der Reichsbank produktiven Charakter im Sinne der
ſichtlinien der Beratungsſtelle.”
Zu den Kohlenpreiserhöhungsplänen des Rheiniſch=Weſtfäliſchen
ſohlenfyndikats. Wie das Rheiniſch=Weſtfäliſche Kohlenſyndikat
be=
äligt, hat am B. Septemer in Eſſen während einer Sitzung im
Rah=
verr der allgemeinen Preiserhöhungskonferenz eine beſondere
Beſpre=
zug mit den Vertretern der Magerkohlenzechen ſtattgefunden. Die
Nrgerkohlenzechen haben beſchloſſen, den mit Rückſicht auf die letzten
Freiserhöhungsbeſprechungen zurückgeſtellten. Antrag auf
Son=
ererhöhung von Nußkohle IV und V und Feinkohle um 1 RM.
iicht erneut zu ſtellen. Man iſt in Bergbaukreiſen der Anſicht,
aß die Regierung ſchon im Zuſammenhang mit der allgemeinen
Wirt=
haftsentwicklung nicht umhin können wird, früher oder ſpäter
er allgemeinen Kohlenpreiserhöhung zuzuſtimmen.
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt.
ſüieth, Odenwald: Fa. Sägewerk Reiſen G. m. b. H. KVerf. mangels
Laſſe eingeſtellt. Oppenheim: Johann Paul Friedrich Friſch GWV.
3. 9. GlV. verlegt auf 8. 10. Offenbach, Mam: Fa. Herons u.
eender AG. Schuhfgbrik GAufſ. angeordnet. Bingen, Nhein:
Schuh=
arenhandlung Jean Krinas, GAufſ. angeordnet. Fürth, Odenwald:
David Weichſel in Rimbach KVerf. aufgehoben.
Das erſte Fernheizwerk in Süddeutſchland. In Ludwigshafen
wer=
en augenblicklich von der Gemeinnützigen A.G. für Wohnungsneubau
un den Pfalzwerken A.G. im ehemaligen Elektrizitätswerk
Ludwigs=
gſen die Einrichtungen für das erſte Fernheizwerk in Süddeutſchland
etroffen. Man will die Vorzüge einer Zentralwärmeverſorgung nach
Erfahrungen von verſchiedenen deutſchen Städten hier ausnützen.
Vom ſüddeutſchen Tabakmarkt. Da die Tabake vielfach unter
Feuch=
gleit gelitten haben, ſchreitet der Einkauf der Sandgrumpen bei nach
nien gerichteter Tendenz nur langſam voran. Der Tabakbauverein
n ttelsheim und die dortige Ortsgruppe der Freien Bauernſchaft
be=
hoß vorläufig keine Sandgrumpen und Sandblätter zu verkaufen, weil
bisher angebotene Preis zu niedrig ſei, den man mit 30 RM. pro
ſeittner angab. Die Tabake, ſind jetzt allgemein unter Dach und
be=
ſirfen raſcher Abtrocknung, um ſie vor Dachfäule zu ſchützen. Im Zi=
Zengutgebiet der Pfalz wird das 1927er Sandblatt infolge
vorzüg=
er Glimmfähigkeit ſich vornehmlich für die Zigarrenbereitung eignen.
das Schneidegut jedoch bei beſter Entwicklung am Dach und in der
mentation hinter dem vorjährigen zurückbleiben wird, erhält ſich
ernd Nachfrage nach vorjährigem Tabak, für den man im
Schneide=
über 140 RM., in mittelguter Ware etwa 130 RM. und in geringer
RM. bezahlt. Die Nacl)rage nach Rippen blieb lebhaft, die Preiſe.
unverändert.
Kaffee=, Kakao= und Teeverbrauch
in Deutſchland.
NM.
Seit dem Jahre 1840, in dem der Kaffeeverbrauch auf den Einwohner 1921er 4,50—18,—, 1925er Faßweine 1140—2620—1020—1290——
in Deutſchland rund 1 Kg. betrug, war der Verbrauch ziemlich ſtetig bis 1130, 1926er 1270—2420—1130—1230—1380—1250.
etwa zum Jahre 1905 angeſtiegen, und zwar auf rund den dreifachen
Betrag. Dann trat ein Rückgang ein, der wohl zum großen Teil durch / Rohfäule verſtärkt auf. Auch der Sauerwurm greift um ſich. Im Wein=
Krieges hat man ſich an die mannigfachen Erſatzmittel für Kaffee in Weinleſe wird dieſes Jahr wohl etwas ſpäter ſtattfinden.
weiten Kreiſen ſo gewöhnt, daß der Kaffeeverbrauch nach dem Kriege
noch längſt nicht die frühere Höhe angenommen hat. Der Rückſchlag. Die Weinberge ſind im Gebiete bei Würzburg ſeit 17. Sept. geſchloſſen.
den im Jahre 1923 die Verbrauchskurve zeigt, iſt durch die Währungs= Im Weingeſchäft hört man Preiſe von 125—185 RM. pro Hektoliter
zerrüttung bedingt, die die Einfuhr ſtark behinderte.
Der Verbrauch an Kakao nimmt erſt in den neunziger Jahren fehr gering,
einen größeren Umfang an und wächſt dann bis zum Kriege ziemlich
ſtetig, um auch nach dem Kriege dieſe Bewegung fortzuſetzen. Erſt das
letzte Jahr (1926) zeigt einen auffälligen Rückgang. Bei dieſer
Entwick=
lung des Kakaoverbrauchs iſt natürlich zu berückichtigen, daß der
einge=
führte Rohkakao zu ſehr großem Teil der Schokoladeherſtellung
zuge=
führt wird und ſomit als Getränk, alſo als Verdränger für Kaffee nicht
in Betracht kommt.
Auch der Verbrauch von Tee hat ſich ſeit der Mitte des vorigen augetrieben. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Kälber b) 80
Jahrhunderts mehr als verdreifacht; bei dem geringen Gewicht der
Tee=
lich zum Ausdruck. Der Teeverbrauch betrug, vor dem Kriege etwa
Gramm geſtiegen.
Erleichterungen für den Danziger Tranſithandel nach Polen. Der Schweinefleiſch 90—95; Gefrierfleiſch 50—52, Hinterviertel 62.
Präſident der Handelskammer zu Danzig hat am Dienstag in Warſchau
mit dem Leiter der Zentraleinfuhrkommiſſion wegen der
Tranſithandels=
kontingente für Danzig verhandelt und dabei auf die beſondere Stellung
hingewieſen, die Danzig bei der Verſorgung Polens mit überſeeiſchen
Produkten ſtets eingenommen habe. Die Zentraleinfuhrkommiſſion zeigte
für die ſchwierige Lage des Danziger Großhandels volles Verſtändnis
und ſtellte eine Lockerung der Reglementierung bei Kolonialwaren,
ins=
beſondere bei Schmalz und Tee in Ausſicht. Damit würde wenigſtens
eine Milderung der ſchädlichen Reglementierung erreicht.
Polniſche Anleihemanöver. Nach den ergebnisloſen Schlußbe= diſche Nachfrage verurſachten eine leichte Preisſteigerung.
ſprechungen über die Amerikaanleihe iſt es doch noch geſtern zu einer
abermaligen Fühlungnahme zwiſchen den amerikaniſchen
Unterhänd=
lern und der polniſchen Regierung gekommen. Man hat heute in Warſchau
den Eindruck, daß die Polen den Verhandlungsbruch wollten, um die
Amerikaner zu einem günſtigeren Anleiheangebot zu bewegen. Was die
nochmalige Fühlungnahme zwiſchen den Verhandlungsdelegierten
er=
reicht hat, wird noch geheim gehalten.
Zur Auflöſung der lateiniſchen Münzunion. Die lateiniſche
Münz=
union, die ſeit 1885 zwiſchen Frankreich, Belgien, Griechenland, Italien
und der Schweiz beſtand, iſt bekanntlich aufgelöſt. Die Kaſſierer der
öffentlichen Zahlſtellen ſind demnach in Frankreich angewieſen worden,
keine belgiſchen Silbermünzen nach dem 30. September d. J8. in Zahlung
anzunehmen. Dieſelbe Verfügung wird bezüglich der griechiſchen und
italieniſchen Silbermünzen getroffen werden. Die Schweizer 5
Franken=
ſtücke behalten nach wie vor ihren Zahlungswert in Frankreich.
Metalinotierungen.
Die Metallnotierungen ſtellten ſich an der Londoner Börſe vom
30. September 1927 für Kupfer: (Tendenz willig); Standard p. Kaſſe
53½/— ie, 3 Monate 54 34— , Settl. Preis 53‟/„, Elektrolyt 61—61½,
beſt ſelected 59½—60¾, Elektrowirebars 61½; Zinn: (Tendenz
un=
regelmäßig); Standard p. Kaſſe 265—1),, 3 Monate 262—1)., Settl.
Preis 265, Banka (inoff.) 276, Straits (inoff.) 270½; Blei (Tendenz
flau); ausländ, prompt. 201),, enft. Sichten 20¾, Settl. Preis 201/,;
Zink: (Tendenz flau); gewöhnl. prompt 267,, enft. Sichten 261:).,
Settl. Preis 26:/., Queckſilber (inoff. 21:)/.—22, Wolframerz (inoff. 131)..
Die Berliner Metallnotierungen vom 30. September 1927 ſtellten
ſich wie folgt: Elektrolytkupfer 125½, Remelted Plattenzink 48 ½—49½,
Original=Hüttenalumin. 210 dto. in Walzen 214, Rein=Nickel 340—350,
Antimon Regulus 85—90, Silber in Barren 77—78.
Die amtlichen Preisfeſtſtellungen im Metallterminhandel vom
30. September 1927 ſtellten ſich für Kupfer: Januar 110:/, (110:/.),
Februar 110½ (110¾4), März 110¾ (111), April 1111/, (111:.), Mai
111½ (111½), Juni 112 (112), Fuli 1121/ (112½), Auguſt 1121/, (112½)
September 112½ (112½), Oktober 1081/, (108½), November 1091),
(109½), Dezember 109¾ (110); (Tendenz ſchwach); Blei: Januar 42
(42:/.), Februar 42:/. (42½), März 421), (4224), April 42½ (42½4)
Mai 42¾ (43), Juni 42¾ (43), Juli 43 (431/.), Auguſt 431/, (43½
September 48½ (43½), Oktober 40½ (411).), November 40¾ (41½),
Dezember 402 (41½), (Tendenz ſtetig); Zink: Januar 541/, (54½
Februar 541/. (54 121, März 54 (541/), April 54 (54 ½), Mai 54 (541/),
Juni 53¾ (541/.), Juli 533/ (541/.), Auguſt 53½ (54), September
53¾ (54), Oktober 53 ¾ (55), November 53¾ (54 ½), Dezember 54 (54½).
Produkienberichte.
Wormſer Produktenbericht vom 30. September. An der heutigen
Produktenbörſe notierten: Weizen 26—26,75, Roggen 24,75—25, Gerſte
25—N, Gerſte Ausſtich 2—29, Futtergerſte 22—23, Hafer alte Ware
25, Hafer meuer Ernte 23, Weizenmehl Baſis 0 39,50—40, Roggenmehl
60prozentig 36,50—37, Weizenfuttermehl 17—24, Roggenfuttermehl und
Nachmehl 19—24,50, Roggenkleie 14—14,25, Roggen= und Weizenſchalen
13,75, feine Weizenkleie 13,25, getrocknete Biertreber 16.50—17
Malz=
keime 16,50—16,75, Maisſchrot 21—21,50, Trockenſchnitzel 13—13,25,
Heu 6—6,50, Stroh 2.10—2,25, Kartoffeln 5—7. Tendenz: Weizen und
Gerſte bei ſtarkem Angebot flau.
Frankfurter Produktenbericht vom 30. September. Bei ſehr ruhigem
Geſchäft lagen auch heute die Preiſe wieder unverändert. Für 100 Kg.:
Weizen gut, geſund, auswuchsfrei 26,50, dto. geſund mit geringem
Aus=
wuchs 25,50—2575; Noggen 24,75—25; Sommergerſte B—28; Hafer
inl. 22,50—24; dto. ausl. 24,50—25: Mais 19—19,B; Weizenmehl 39,25
bis 39,50; Roggenmehl 35—35,50; Weizenkleie 13, Roggenkleie 13,75.
Berliner Prodnktenbericht vom 30. September 1927. Die Marktlage
zeigte im großen und ganzen gegenüber geſtern kaum eine nennenswerte
Veränderung. Die Abwicklung der Septemberroggenengagements
be=
anſprucht das Hauptintereſſe. Es ſoll immer noch manche
Lieferungs=
verpflichtung beſtehen, und die vorhandene dringende Deckungsfrage
ließ den Preis wiederum um 2½ RM. emporſchnellen. Das inländiſche
Angebot, das in guten Qualitäten ſowohl bei Weizen als auch bei Roggen
nicht mehr ſehr umfangreich iſt, überſteigt nach wie vor den Bedarf der
Mühlen. Am Lieferungsmarkte gab Septemberweizen leicht im Preiſe
nach, während die ſpäteren Sichten eine mäßige Befeſtigung aufvieſen.
Am Roggenzeitmarkte verlor Oktober anfangs ½ RM., Dezember blieb
unverändert. Roggen= und Weizenmehl blieben bei unveränderten
Mühlenforderungen in ſchwierigem Geſchäſt, Hafer und Gerſte hatten
ziemlich unveränderte Marktlage,
Pom ſüdweſideuiſchen Weinbau.
Mehr und mehr nähert man ſich im deutſchen Weinbau dem Herbſt.
Mit dem Portugieſer hatte man bereits in der Vorwoche begonnen, mit
der allgemeinen Weinleſe haben in der Rheinpfalz gleichfalls einige
Ortſchaften begonnen, ſo am 26. September Nußdorf, Dammheim,
Für die 1½ Milliarden Kilogramm Kaffee, die jährlich auf der Ingenheim, am 27. Sept. Insheim und am 28. Sept. Godramſtein,
Erde geerntet werden, waren vor dem Kriege die Vereinigten Staaten / Appenhofen. Bezüglich des Portugieſerherbſtes hört man jetzt klagen
und Deutſchland die Hauptabnehmer. Im Jahre 1913 wurden 168 Mil= über die Qualität, während mengenmäßig der Herbſt befriedigte. Die
lionen Kg. Rohkaffee im Werte von 220 Miü. Mk. nach Deutſchland gemeſſenen Moſtgewichte betrugen vielfach 58—65, (Mußbach), 60—70
eingeführt, im Jahre 1926 nur 105 Mill. Kg. im Werte von 253 Mill. (Gimmeldingen) 50 (Dirmſtein), 55—60 (Maikammer=Altersweiler),
55—60 (Edenkoben), 68—75 (Deidesheim) Grad n. Ochſle.
Dement=
ſprechend ſind die Erlöſe auch geringer wie i. V.; für den 40=Liter=Lodel.
Rotmoſt erzielte man in Nußbach 17 und 18 RM. (i. V. 20 und 21 R9);
in Gimmeldingen bot man 18 RM. In Gönnheim brachten die
Ver=
einigten Weinproduzenten Gönnheims 1000 Logel Rotmoſt zum
Aus=
gebot. Ein Zuſchlag erfolgte nicht. Die Vereinigten Winzer Erpolzheims
brachten 3500 Logel Rotmoſt zur Verſteigerung. Hier wurde das ganze
Quantum zu 17 RM. je Logel aufgekauft. In Friedelsheim wurden
vom Weingut Groß 500 Logel ausgeboten, und gingen zu 17 RM. in
andere Hände über. Die Ungſteiner Winzergenoſſenſchaft hatte den
Verkauf von 200 Fuder gekeltertem Natur=Portugieſer angeſetzt. Die
Forderung der Winzergenoſſenſchaft betrug 570,— RM. für das Fuder,
die des Winzervereins 560,— RM. Auch hier kam bis jetzt Eein Geſchäft
zum Abſchluß. Bei einem Ausgebot von 2500 Logel der Vereinigten
Winzer von Ellerſtadt mußte die Verſteigerung abgebrochen werden, da
die Gebote zu gering waren. Auch in den übrigen Portugieſerſorten hört
man kaum etwas von Verkäufen und Preiſen.
An der Nahe ſind die Trauben zur Zeit noch recht ſauer. Ein paar
Sonnentage werden ſehnlichſt erwünſcht. Im freihändigen Weingeſchäft
hörte man zuletzt für das Stück Preiſe von 1350—1500 MM., gute Sachen
auch von 1600 RM.
Im Rheinheſſiſchen kamen in Dromersheim Verkäufe von 1926er
zu 1300 RM. zuſtande. In den Weinbergen iſt allgemein ſtarke Fäulnis
feſtzuſtellen, eine Folge des dauernden Regens. Bei der
Frühburgunder=
leſe in Rüdesheim, die in der Vorwoche begann, war der Ernteertrag
ſehr gering. Das Moſtgewicht betrug 72—75 Grad Ochſle. Pro Zeitner
Trauben wurden 45 RM. bezahlt.
Im Mittelrhein=Gebiet kamen bei einer Verſteigerung in
Nier=
ſtein ſchöne Bewertungen heraus. 1920er Flaſchenweine erzielt. 19,3(R9R.,
An der Moſel tritt unter dem Einfluß des ſchlechten Wetters die
das ſtärkere Aufkommen des Kakaogenuſſes bedingt war. Während des handel wurde für mittlere Konſumweine 1400 RM. angelegt. Die
Ih Franken ſchreitet die Traubenreife gleichfalls nur langſam voran.
für 1926er.
An der Ahr iſt die Frühtraubenernte beendet. Der Behang war aber
Bießmärkte.
Frankfurter Viehmarkt vom 30. September. Der Auftrieb des
heu=
tigen Nebenmarktes beſtand aus: 32 Rindern, 675 Kälbern, 345 Schafen
und 362 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb des Nebenmarktes
der Vorwoche waren 380 Kälber, 160 Schafe und 150 Schweine weniger
bis 85, c) 73—79, d) 67—71; Schafe a) 48—52, b) 43—47, 6) 34—39;
blätter kommt dieſe Erſcheinung in der Kurvendarſtellung nur undeut= Schweine 2) 70—73, b) 70—72, e) 70—72, 0) 68—71, e) 69—70. Im
Ver=
gleiche zu den Notierungen vom Montag waren Kälber behauptet,
wäh=
nend Schafe 2 RM. und Schweine 4 NM. nachgaben. Marktverlauf:
60 Gramm auf den Einwohner, er iſt nach dem Kriege auf etwa 70 Kälber und Schafe rege, ausverkauft. Schweine langſam, etwas
Ueber=
ſtand. Fleiſchgroßhandelspreiſe: Ochſen 1. 100—105, 2. 90—95; Bullen
90—98; Kuhfleiſch 1. 80—90 2. 65—80, 3. 40—55; Kalbfleiſch 2. 100—115;
Amerifaniſche Kabeinachrichten.
New York, 30. September.
Baumwolle: Die Grundſtimmung des heutigen Mauktes war
außer=
ordentlich nervös. Flaue Kabelmeldungen, günſtiges Wetter und
baiſſe=
lautende Ernteſchätzungen veranlaßten ein Abgleiten der Preiſe. Gegen
Schluß trat eine leichte Erholung ein.
Kaffee: Die Feſtigkeit Braſiliens und gute heimiſche und auslän=
Zucker: Nach ſchwächerem Beginn auf die Londoner Kabel trat eine
Erholung ein, da der Handel und kubaniſche Firmen Anſchaffungen
vor=
nahmen.
Chicago, 30. Scptember.
Weizen: Am heutigen Markt erlitten Septemberſichten eien
Preis=
rückgang auf Liquidationen, der bis zum Schluß 25 C. betrug. Die
ſpäteren Sichten tendierten dagegen ſtetiger auf die ſtetige Haltung der
Auslandsmärkte und ungünſtige Druſchergebniſſe in Kanada.
Mais: Auch hier machte ſich anfangs auf umfangreiche
Andienun=
gen Liquidationsdruck geltend. Später trat eine Erholung ein auf
un=
günſtige Wetterprognoſen im heimiſchen Produktionsgebiet.
Hafer: Nach ſtetiger Eröffnung ſchritt der heimiſche Handel auf
umfangreiche Anlieferungen zu Abgaben.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 30. Sept.:
Getreide: Weizen, Sept. 125½, Dez. 130½, März 1333; Mais,
Sept. 91½, Dez. 95½, März 98½; Hafer, Sept. 47½, Dez. 48½,
März 50½; Roggen, Sept. 95, Dez. 95½, März 99½8.
Schmalz: Sept. 12,20, Okt. 12,225, Jan. 12,95.
Fleiſch: Sept. 11,85, Okt. 11,85, Jan. 12,725: Speck loco
12,25, leichte Schweine 10,65—11,70, ſchwere Schweine 10,35 bis
11,60; Schweinezufuhr Chicago 11 000, im Weſten 70000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 30. Sept.:
Getreide: Weizen Nr. 2 rot 139,50, hart 142½: Mais neu ank.
Ernte 104½: Mehl ſpring wheat clears 6,65—7,00; Fracht nach
England 2—3,6, nach Kontinent 14.
Schmalz: Prima Weſt. loco 13,00; Talg extra 8½.
Kakao: Tendenz feſt, Umſatz in lots 108, Oktober 14,59,
No=
vember 14,30. Dezember 13,78, Januar 13,57, Februar 13,50,
März 13,50, April 13,55, Mai 13,66, Juli 13,76, loco 15,00.
Kleine Wirtſchafts=Nachrichten.
Das lebhafte Geſchäft hielt auf dem deutſchen Aluminiummarkt im
allgemeinen in gleichem Maße wie im Vormonat an. Auf dem
franzö=
ſiſchen Markt trat zwar eine leichte Belebung ein, jedoch ohne die
Ge=
ſamtlage weſentlich zu ändern. In England hielten ſich Angebot und
Nachfrage etwa die Wage. Die leichte Belebung auf dem amerikaniſchen
Markt hält an.
Wie verlautet, haben die von der J. G. Farbeninduſtrie A.=G im
Bienwald vorgenommenen Erdölbohrungen bisher nicht den gewünſchten
Erfolg gezeitigt. Es werden numehr Bohrungen, an einer anderen
Stelle des Bienwaldes in der Nähe der Schaidterſtraße vorgenommen.
Der Niederſchleſiſche Provinziallandtag beſchloß die Aufnahme einer
langfriſtigen Anleihe im Inlande oder Auslande für Straßenbauten,
Landesbulturbauten, Elektrizitätsbauten uſw. von insgeſamt 22 700 000
RM. Ferner ſollen 30 Mill. RM. Inlandsobligationen, namentlich für
Zwecke der Kommunalverbände, ausgegeben werden.
Die Ausgabe von 20 Mill. S. der öſterreichiſchen
Refundierungs=
anleihe wird in den nächſten Wochen erfolgen, da die zweite Rate der
Forderungen gegen die Zentralbank deutſcher Sparkaſſen am 1.
No=
vember d3. J8. fällig wird.
Wie wir aus Saarbrüchen erfahren, wird die Handelskammer
Saar=
brücken mit den zuſtändigen Berliner und Pariſer Stellen
Verhand=
lungen aufnehmen, um das noch ausſtehende endgültige Saar=Abkommen
an Hand ſtichhaltiger Unterlagen durchzuſetzen. Zahlreiche Wünſche der
Saarwirtſchaft haben zu dieſem Entſchluß geführt.
Einer Pariſer Meldung des „Telegraaf” zufolge ſollen die
führen=
den europäiſchen Kunſtſeidenkonzerne eine Vereinbarung getroffen
haben, die ihnen die Kontrolle über die Soie de Tubize garantiert.
Man ſpricht von der Gründung einer neuen Geſellſchaft, an der ſich
vorasſichtlich die Aktionäre der Tubize beteiligen ſollen.
Im Laufe der Woche werden die engliſchen Elektrizitätskommiſſare
dem Zentral=Elektrizitätsamt ein Programm zur Annahme unterbreiten,
das ſie ausgearbeitet haben zur Koordinierung der
Elektrizitätsorgani=
ſation im geſamten Südoſtgebiet
Eine Meldung aus Kowno teilt mit, daß ſich der Direktor der
ruſſiſchen Staatsbank, Scheinmann, eutſchloſſen habe, nach Berlin zu
reiſen, um durch Vermittelung deutſcher Finanzmänner die Notierung
der ruſſiſchen inneren Anleihe an den Börſen zu erreichen.
Nach einer Meldung hat ſich der japaniſche Eiſenbahnminiſter
hin=
ſichtlich der zukünftigen Schienenbeſtelltugen
die Selbſtverſorgung
aus inländiſchen Produktionsſtätten entſchieden. Die Einfuhr von Schil
nen iſt bereits im laufenden Jahr um ein Drittel rednziert worden.
Samstag, 1. Oftober, 8 Uhr
Großes Oktoberfeſt
(*25810
in der
Beſſunger Turnhalle
Jazzbandrummel, Tanz Wurſf, Likör=
und Blumenſtände.
Feenhafte Beleuchiung: Eintritt 30 pf.
Es ladet ergebenſt ein: Der Vorſtand !
Nur noch kurze Zeit der neueste Harry Liedtke-Film
Die Tragödie
Reoine, einerFrau
Frei nach Gotttried Kellerschen Motiven.
Hauptdarsteller: Lee Parry und Harry Liedtke (15147
Ein Film aus dem Leben des Reichspräsid. 1. Hindenhurg au seinem 80. Gehurtstag
Das Eisturnigrauf den Wangsee
Anteng 3½ Uhr
4bends 8 Uhr
Geite 30
Samstag, den 1. Oktober 1927
Nummer 272
R
SAONEUM
K
Heute Samstag, den 1. Oktober Erstau fführung der glänzenden Operetten-Novität
MLDOAMMIIETZ
(15135
Operetten-Revue in 3 Akten von Rich. Bars und Pordes-Milo. Musik von Walter Bromme
Karten: Verkehrs Büro und Zeitungs-Kiosk. Ernst-Ludnigsplatz und de Waal, Rheinstraße 14
V Freie Straßenb ahnfahrt auf allen Strecken zum Orpheum z
Palast-Lichtspiele
8 Akte!
Die erschütternde Lebens- u. Leidensgeschichte
Ein rechter Menschenfilm . dieser Film
ent-
hält nichtsGestelltes. Echt ist nicht nur Plötzensee
und Moabit hier sind es auch die Menschen
Einzeiheiten des Films (Regie MEINERT.
Manuskript KRAFT) und die schauspielerischen
Leistungen Klöpfers, Steinrücks. Korffs und
der Schlegel werden unvergessen bleiben.
In den Hauptrollen:
Eugen Klöpfer, Margarete Schlegel,
Albert Steinrück, Herm. Picha, Frieda
Richard, Arnold Korff, Maria Fein,
Erich Kaiser-Titz u. viele and. Prominente
Konfervenringe
empf. Drog.Secher Nachſig,
Ludwigshöhſtr. 1. B. 11963
DENZ-THEATER
Ein SonderFilm
anläßlich des 80. Geburtsteges des
Reichspräsidenten (15070
Ein Film aus der Welt unserer Jugend
„Primanerliebe
Hauptdarsteller: Grete Mosheim, Fritz Koriner (15146
Ein Film aus dem Leben des Reichspräsidenten von
Hindenburg zu seinem 80. Geburtstag
Der Schrecken Londong, 6 Akte. — Die neueste Wochenschau.
Anfang 3½ Uhr
Unser
Aeithsprangent
ingendurg
Hessiscke Braubker!
Einladung
an die Mitbürger der Stadt Darmstadt zu den Festlichkeiten
an-
läßlich der Denkmalseinweihung des Garde-Dragoner-Regiments
Nr. 23 und des Leib-Dragoner-Regiments Nr. 24
In der Festhalie
Rheinstr. 50 Hotel Schmitz Telephon192
Mittag- u. Abendtisch von Mk. 2.00 an
Oualitätsbiere. Separ. Weinrest. Ia off. u. Flaschen-Weine
Täglich Unterhaltungs-Musik
Von Samstag, den 1. bis 5. Oktober
Märzenbier-Fest im
Münchner-Hofbräu
Grafenſtraße 22‟,
Bayerische Künstier-Kapelle
Sonniag, den 2. Okiober
Frühschoppen-Konzert
Erſiklaffige Küche — preiswerte Spezialplaiten
d Flaſchenbier außer Haus.
15039 88)
Frau G. Baumann.
O
Heute Samstag Nachmittag von 5—6 Uhr
ſindet im Hofe der Leibgarde=Kaſerne
(bei ſchlechtem Wetter in d. Otts=Berndt=Halle)
Hindenburg=
Geburtstagsfeier
ſiatt, wozu jedermann freundlichſi
einge=
laden iſi.
5126
Eintritt frei.
Der Feftausſchus.
O
Samstag, den 1. Oktober, ab 8 Uhr abends
Begrüßungsabend verbunden mit Standarten- und
Fahnenweihe der Kreisvereine ehemalige Leib-Dragoner-
Regts. Darmstadt und Friedberg und des Kreisvereins ehem.
Infanterie-Regiments Nr. 116 Darmstadt
Konzert der Beamtenvereinigung ehemaliger Militär-
Musiker unter Leitung des Herrn Obermusikmeisters a. D.
Ruhlemann und des Herrn Böhme.
Lebende Bilder, gest durch die Turngesellschaft 1875.
Zapfenstreich.
Sonntag, den 2. Oktober, ab 5 Uhr nachm.
Große Wiedersehensteier
Hindenburg-Ehrung
Vorführungen von Turnern der Turngemeinde
Darm-
stadt 1846 und Turnerinnen der Turngemeinde Bessungen,
sowie einer zusammengestellten Riege der drei genannten
Turnvereine.
Kunstfahren des Velociped-Clubs Darmstadt.
Konzert in der Festhalle, und unter Leitung des Herrn
Obermusikmeisters a D. Weber, in einem Zelt neben
der Festhalle
Festsslel, verfaßt von Herrn Amtmann Göbel,
Text gesprochen von Herrn Schauspieler Göbel
Großer Zapfenstreich.
Montag, den 3. Oktober, ab 2 Uhr nachm.
damätliches Zusammensein mit Konzert und
Abschied im Restaurant Rummelbräu, Rheinstraße
Eintrittspreise:
Fest-Abzeichen mit Festschrift gültig für alle Veranstaltungen in
der Festhalle am Samstag den 1 Oktober und
Sonn-
tag, den 2. Oktober 1927 . . . . . . . . . R.-M. 150
Schleifen für die weiblichen Familien-Angehörigen der Militär.
Vereine, gültig für alle Veranstaltungen . . . R.-M. 050
Einzelkarten, gültig für Samstag, 1. Oktb., abends . R.-M. 0.50
„ Sonntags, 2. „ nachm. . R.-M. 1.00
Vorverkauf:
Nur Fest-Abzeichen mit Festschrift bei-
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Ludwig Welter. Friseur, Elisabethenstrasse 53.
Fest-Abzelchen und Karten-Verkauf
am Samstag, den 1. Oktober und Sonntag, den 2. Oktober 1927:
Restaurant Rummelbräu, Rheinstraße und in
der Festhalle.
Beantragte Einlaß-Karten, nur für Angehörige der Gefallenen zur
Denkmalsweihe, können gegen Ausweis im Restaur Rummelbräu
von Samstag, den 1. Oktober mittags bis Sonntag, den 2 Oktober
10 Uhr vormittags, abgeholt werden 1490 ds
Der Denkmalausschuß der Drag.--Rgtr. Nr. 23 u. 24.
Landestheater.
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