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Nummer 254 Dienstag, den 13. September 1927. 190. Jahrgang
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Nabatt weg. Banſlonto: Deutſche Bani und Darme
ſädter und Nationalbanl.
Aoſchiap vei Seneraldevane m Soſterband Die weltpolitiſche Bedeutung einer kommenden Natsentſcheidung.
2 Millionen Oollar
Eine Stiftung Rockefellers jun.
* Genf, 12. September. (Priv.=Tel.)
ereraldebatte bringt, kündigte der Vorſitzende Guani an, würde als die bisherigen Tagungen.
n von einem zuuächſt ungenannten amerikaniſchen Stifter
Rillionen Dollar für den Ausbau der Völkerbundsbibliothek
uenga zu dem Anerbieten im zuſtimmenden und dankenden
ynt gab; es iſt John D. Rockefeller jun, deſſen frei= ſtimmt umgrenzte Fragen vor ſich habe.
e ige Geſte von dem Sprecher als ein Zeichen der
amerika=
iven Anerkennung für die Arbeiten des Völkerbundes
gewer=
indiſchen Vorſchlages an den Abrüſtungsausſchuß der Ver= den Kommiſſion.
yenlung beſchloſſen.
für verſtärkte öffentliche Ratsarbeiten.
eizeriſche Bundespräſident Motta die vorangegangene Dis=
Mon als wertvoll durch ihre kontradiktoriſche Geſtaltung. Nach
ud ſei deshalb zu begrüßen; derjenige Polens ſei zwar von
Sgöja vom juriſtiſchen Standpunkt aus mit Recht kritiſiert
Sen, aber wegen ſeiner moraliſchen Bedeutung und ange= gen nachmittag.
deren Unterſtreichung durch Sokal und Dr. Streſemann
hehle er gleichfalls ſeine Behandlung im Abrüſtungsaus=
F Nachdem Motta auch noch Briand, Chamberlain und dem
iren Außenminiſtern für ihre regelmäßige Mitwirkung an den
lerbundsarbeiten gedankt, nachdem er weiterhin eine
ver=
ie öffentliche Behandlung der Ratsarbeiten empfohlen und
Aedeutung des Völkerbundes als einer unerläßlichen
Lebens=
inem Zitat aus Gottfried Kellers „Friedensglaube‟.
Oann folgten, zwei kurze Reden von Lupu=Rumänien und
t durand=Kanada. Der erſtere proklamierte die Forde=
9 „Krieg dem Krieg” und forderte Opfer von allen im Inter= gen der Beſprechungen einzelner Miniſter, die
des Völkerbundes und Völkerfriedens. Er verband damit
MWunſch, auch die Vereinigten Staaten im Bunde zu ſehen.
y dem kanadiſchen Muſter und unterſtrich die Verpflichtung
is zu behaudeln.
Rach einem kurzen Appell von Pillegas=Chile zugunſten
ei eingehenden Behandlung des polniſchen wie des
hollän=
hen Vorſchlages und der Verweiſung eines Antrages von
ſraguay auf Beſchleunigung der Kodifizierung des internatio=
Hei. Rechts an den erſten Verſammlungsausſchuß, wurde die
Araldebatte um 12.55 Uhr geſchloſſen und die Vollverſamm=
W8 bis nächſten Donnerstag mit der Tagesordnung „Wieder=
Sarkeit Belgiens” vertagt. Die Donnerstag=
Nachmittags=
ſtuss ſoll die Ratswahlen bringen. Heute nachmittag beginnen
Kommiſſionsberatungen, von denen die des
Abrüſtungs=
iSuſſes unmittelbar von Intereſſe ſind.
Zuſammentritt
er Abriſtungs Kommifſion.
Ie deutſche Vertreterfordert die Erfüllung derVerträge.
F Genf, 12. September. (Priv.=Tel.)
Die 3. Kommiſſion der Völkerbundsverſammlung (
Ab=
ung) hat heute nachmittag mit einer allgemeinen Debatte
: Die ihr vorliegenden Fragen begonnen. Nach einer
Einlei=
a Des Präſidenten Beneſch gab der Vorſitzende der
vorberei=
der: Abrüſtungskommiſſion, Loudon=Holland, einen Ueberblick
Sie Arbeiten dieſer Kommiſſion, in welchem er auf die vie=
Fritiken zurückam und die Aeußerungen der Enttäuſchungen,
in dieſer Völkerbundsverſammlung gehört worden ſind. Er
ärte, Laß die letzte Tagung der vorbereitenden Abrüſtungs=
Rn iſſion, die in monatelanger Arbeit immerhin einige
Reſul=
ergeben habe, von den Regierungen längſt nicht genügend
breitet geweſen ſei. Auch der Preſſe warf er vor, daß ſie ihre
A digkeit zur Wegbereitung für die Stimmung zu einer
Ab=
ung nicht getan habe. Infolgedeſſen glaube er ſich einer
Ver=
emng der nächſten Tagung, die urſprünglich im November
znden ſollte, um einige Wochen oder Monate nicht
wider=
zu ſollen, damit Regierungen und öffentliche Meinung
enheit hätten, das Verſäumte nachzuholen.
Eein weiteren Verlauf der Diskuſſion nahm der deutſche Dele=
GrafBernſtorff das Wort. Er gab ſeinem Erſtaunen
ier Ausdruck, Laß Loudon nur von einer Begrenzung der
Nrngen geſprachen habe, während doch die Verträge klar von
Herabſetzuug der Rüſtungen ſprächen. Diejenigen Staaten,
ie Verträge im Punkte der Herabſetzung der Rüſtungen
er=
cätten, müßten nun verlangen, daß auch die anderen
Stag=
rut der Herabſetzung der Rüſtungen Ernſt machten. Eine
erenz zur bloßen Begrenzung der Rüſtungen habe keinen
— Wenn die Regierungen die Abrüſtungsarbeiten nicht
ge=
and vorbereitet hätten, ſo müſſe dem nachgeholfen werden.
Tagung der vorbereitenden Abrüſtungskommiſſion ſei für
Danber in Ausſicht genommen worden und müſſe auch zu die=
ſem Zeitpunkt ſtattfinden, ſchon weil alle anderen mit der
Ab=
rüſtung zuſammenhängenden Arbeiten, z. B. diejenigen der
Kom=
ar die Solrerbunds=Sibnoiher. Arbeiten der vorbereitenden Abrüſtungskommiſſion müſſe dieſe erſonnenen Paktvorſchlägen werden würde —obgleich nur wenige
Kommiſſion nun endlich einmal vorwärts kommen.
nung Ausdruck gegeben habe. Er ſei keineswegs gegen die Ein= bundskomite ſich mit dem ungariſch=rumäniſchen Rechtsſtreit be=
Zu Beginn der heutigen Volſitzung, die den Schluß der müſſe nur wünſchen, daß dieſe Novembertagung beſſer vorbereitet das von den Rumänen brutal mißachtete Prinzip der
u Verfügung geſtellt worden ſind. Unter dem Beifal der Ver= vorliegen, Paul=Boneour wünſchte eine allgemeine Debatte Angelegenheit von prinzivieller Bedeutung für alle Länder der
zmlung ſprachen ſich nacheinander Motta, Oſuſti und ban über ſämtliche der Kommiſſion vorliegenden Fragen, weil die Welt, zum mindeſten für die Mitgliedsſtaaten des Völkerbundes,
iüme aus, worauf der Präſident den Namen des Spenders be= 3. Kommiſſion nicht wie die anderen Kommiſſionen ganz be= vor allem aber für die ſogenannten „beſiegten” Mächte, die noch
Der Auſtralier Pearce fragte, worauf man denn die Arbei= löſen haben.
ten der Kommiſſion baſieren wolle und ob man etwa warten
erverde. — Weiter wurde die Uebertweiſung des abgeänderten wolle auf die Vereinheitlichung der Vorſchläge der vorbereiten= delt werden, und dieſer Bericht ſoll den Leſern beim Eintreffen
Der Schweizer Bundespräſident Motta müſſe, ſchon um die juriſtiſchen Fragen auszuſcheiden, die der grunde. Unden war ſchwediſches Mitglied des Völkerbundsrates,
1. Kommiſſion zu überweiſen ſeien.
In Fortführung der Generaldebatte bezeichnete dann der Antrag, daß die 3. Kommiſſion ihre Aufgabe anders auffaſſen ſind daher beſonders maßgebend.
müſſe als die anderen Kommiſſionen. Es handele ſich hier nicht
TSchilderung der Entwicklung des Bundes fuhr Motta fort: Was kann der Völkerbund tun im Punkte der Sicherheit und der Septemberſeſſion vertagt. Es handelt ſich um einen Streit zwi=
Vorſchlag Hollands dürſte die Abrüſtungsarbeiten anſpor= Abrüſtung? Um dieſes Zentralproblem müßten ſich die Verhand= ſchen Ungarn und Numärien aus Anlaß der Anwendung der
lungen der 3. Kommiſſion drehen.
Englands Haltung zu einem Kontinentalpakt.
Erklärungen Chamberlains.
* Genf, 12. September. (Priv.=Tel.)
iugung für die kleinen Staaten unterſtrichen hatte, ſchloß er nachmittag in einer Preſſebeſprechung Ergänzungen zu ſeiner Schiedsgericht — deſſen Vorſitzender übrigens ein Schwede, der
geſtrigen Rede in der Völkerbundßverſammlung. Er
ver=
durchaus im Intereſſe des Völkerbundes lagen, denn es wäre
Ind urand empfahl die Behandlung des Minderheitenproblems zen einzelner Mächte zu verlangſamen oder zu gefährden. Er der Erklärung, daß dieſer bei den Verhandlungen nicht mehr
erklärte weiter, daß Groß=Britannien keine Verpflichtungen ein= teilnehmen würde. Der Friedensvertrag ſieht indeſſen eine der=
Staaten im Intereſſe des Friedens ihre Minderheiten groß= gehen könnte, die es nicht zu erfüllen, in der Lage ſei, aber es Völkerbundsrat die Befugnis, nötigenfalls das Schiedsgericht zu
litik auf der des Völkerbundes aufbaue. Der Hauptzweck ſei die
Befriedung beſonders unter den Nachbarſtaaten. Unſere Politik,
erklärte Chamberlain, hat niemals den Zweck verfolgt, Beziehun= gericht zum Erſatz für den ſtreikenden rumäniſchen Richter
er=
gen unter irgendwelchen Staaten zu ſtören. Im Gegenteil ſtrebt nennen. Die rumäniſche Regierung hat ihrerſeits — in perfider
unſere ganze Politik danach hin, ebenſo wie die des Völker= Verdrehung des wahren Sachverhalts — einen Antrag an den
zwar nicht unmöglich, aber doch von Verſammlung zu
Verſamm=
lung ſchwieriger geworden ſei. Das ſei die Hauptſache und
beſſer, als geſchriebene Sanktionen, die Großbritannien auch in nicht nur das Verhältnis zwiſchen Rumänien und Ungarn,
ſon=
ſeinem innerpolitiſchen Leben vielfach gar nicht beſitze. Er ver= dern die Frage der Anwendung der Schiedsgerichtsbarkeit auf
rigkeit, die ſich infolge der Konſtruktion des britiſchen Reiches er= bundes. Aus Aeußerungen, die hervorragende Ratsmitglieder
gäbe, Schiedsgerichtsverpflichtungen einzugehen. Als man ihm getan haben, ſcheint hervorzugehen, daß die grundſätzliche
Trag=
mächte geweſen, die im Kriege geſtanden hätten, und er würde, alliierten Mächte darauf aufmerkſam gemacht hatte, daß gewiſſe
die Uebernahme von Verpflichtungen, die nicht erfüllt werden Staatsangehöriger in den von der Doppelmonarchie
abzutreten=
könnten, oder die durch ihre Erfüllung noch größere Schwierig= den Landesteilen geſtatteten, große Gefahren mit ſich brachten.
keiten nach ſich ziehen würden.
Woldemaras bei Dr. Streſemann.
mittag dem deutſchen Außenminiſter Dr. Streſemann im Hotel gelangt, daß die rumäniſche Einrede in dieſem Punkt nicht
ge=
unterhaltung, die längere Zeit dauerte, drehte ſich um eine große abzuſchneiden. Nach Auffaſſung des Schiedsgerichts iſt im
Neihe von Fragen, die zwiſchen Deutſchland und Litauen Gegenteil ſeine Zuſtändigkeit zur Behandlung der
Angelegen=
ſchweben, beſonders aber um die Memelländer. Näheres war heit völlig unzweifelhaft.
über das Ergebnis der Unterhaltung bisher noch nicht zu
er=
fahren.
und Briands von Genf.
Donnerstag abend nach der Wahl der nichtſtändigen Ratsmit= muß der Rat ganz unmittelbar reggieren. Daß der Rat den
glieder Genf zu verlaſſen, um, wie verlautet, ſich zu einem Saager Gerichtshof befragen ſollte, inwieweit Rumäniens
Hal=
kurzen Erholungsurlaub an das Mittelmeer zu begeben. Auch ung gerechtfertigt iſt, wäte ein völlig unnötiger umweg. Auf
Briand beabſichtigt, am 16. September ſich zur Teilnahme au alle Fälle würde das Ergebnis ſelbſtverſtändlich ſein, daß das
zu begeben
* Angarns Kampf um ſein Recht.
Von unſerem L=Korreſpondenten.
Genf, 11. September 1927.
miſſion für die Kontrolle der privaten Rüſtungsinduſtrien, vor Während die Aufmerkſamkeit der Welt in all dieſen Tagen
allem ins Stocken geraten ſeien. Infolge des Stillſtandes der nur darauf gerichtet war, was aus den verſchiedenen in Genf
ſich davon einen praktiſchen Wert verſprachen —, hat hier in aller
Loudon berichtete, daß er nur ſeiner perſönlichen Mei= Stille ein unter dem Vorſitz Chamberlains ſtehendes
Völker=
berufung der vorbereitenden Kommiſſion für November und faßt und ſeine Arbeiten faſt beendet. Es handelt ſich darum, ob
Schiedsgerichtsbarkeit vom Rate als heilig und unan=
Darauf entſpann ſich eine längere Geſchäftsordnungsdebatte taſtbar erklärt wird oder nicht. Deshalb geht es in dieſem Fall,
über die Art der Behandlung der Fragen, die der 3. Kommiſſion der unmitelbar nur Ungarn und Rumänien tangiert, um eine
manche rechtliche „Mißverſtändniſſe” mit ihren Nachbarn zu
Der Fall wird anfangs der nächſten Woche im Rate
behan=
der telegraphiſchen Meldung von der Eutſcheidung des Rates als
Der ſchweizeriſche Delegierte Motta erklärte, daß ein gro= Erläuterung des Sachverhaltes dienen. Den folgenden
Ausfüh=
ßes öffentliches Intereſſe an der holländiſchen und polniſchen rungen liegen von mir in Genf geſammelte Informationen ſo=
Reſolution beſtehe, die man in die Generaldebatte einbeziehen wie ein Bericht des ſchwediſchen Diplomaten Oeſten Unden
zu=
als dieſer Fall — der bereits mehrmals vertagt und aufgeſchoben
Sokal=Polen unterſtützte Paul=Boneour und ſtellte dem worden iſt — erſtmalig behandelt wurde. Seine Ausführungen
Die Frage lag bereits bei der letzten Tagung des
Völker=
um Einzelfragen, ſondern um die Beanwortung der Frage; bundsrates im Juni vor. Ihre Löſuug wurde jedoch auf die
rumäniſchen Agrargeſetzgebung auf das Grundeigentum unga=
Daraufhin vertagte die Kommiſſion ihre Arbeiten auf mor= riſcher Staatsangehöriger in Siebenbürgen. Der nächſte Anlaß
dazu, daß ſich beide Staaten an den Rat gewendet haben, war
der folgende: Bei dem gemäß dem Friedensvertrage errichteten
ungariſch=rumäniſchen Schiedsgericht waren von ungariſcher
Seite mehrere Prozeſſe anhängig gemacht worden, betreffend die
gemäß obengenannten Geſetzen vorgenommene Enteignung von
Grundeigentum. Die rumäniſche Regierung erhob eine
Einwen=
dung gegen die Zuſtändigkeit des Schiedsgerichts, ſich überhaupt
Der engliſche Außenminiſter Chamberlain gab heute, mit dieſer Rechtsfrage zu befaſſen. In dieſer Vorfrage hat das
frühere Landeshauptmann Cederkrantz, war — ein Urteil
ver=
teidigte ſich abermals gegen die Vorwürfe we= kündet, wonach ſich das Gericht zur Behandlung der
Angelegen=
heit für zuſtändig erklärt und alſo die rumäniſche Einrede verwarf.
Die rumäniſche Regierung hat darauf als Proteſt gegen das
unzweckmäßig, den Gang der Völkerbundsarbeiten durch Diferen= Urteil den rumäniſchen Beiſitzer im Schiedsgericht abberufen mit
artige Obſtruktion von intereſſierter Seite vor und gibt dem
müſſe darauf beſtehen, daß Groß=Britannien durchaus ſeine Po= vervollſtändigen. Die ungariſche Regierung hat ſich nunmehr an
den Rat mit dem Antrage gewandt, er möge, gemäß Artikel 239
des Vertrages von Trianon, einen Beiſitzer für das
Schieds=
bundes, die Beziehungen der Staaten zueinander immer fried= Nat gerichtet, worin ſie ſich auf Artikel 11 der Völkerbundsſatzung
beruft, womit angedeutet wird, daß Ungarns Haltung geeignet
licher zu geſtalten. Uebrigens ſei feſtzuſtellen, daß der Krieg ſei, das friedliche und gute Verhältnis zwiſchen Ländern, deſſen
Förderung die Aufgabe des Völkerbundes iſt, zu ſtören.
Man kann nun ohne Uebertreibung ſagen, daß der Streit
traue auf den Völkerbund, und ſein Land werde alles tun, um ernſte Streitſachen überhaupt betrifft. Damit erhält der
Kon=
die Völkerbundspolitik durchzuſetzen. Chamberlain verwies dann, flikt und ſeine Behandlung durch den Völkerbundsrat eine
prin=
als ihm verſchiedene Fragen geſtellt wurden, noch auf die Schwie= zivielle Bedeutung und berührt alle Mitglieder des
Völker=
die Frage nach der Haltung Groß=Britanniens zu, weite der Frage auch dem Rat völlig klar iſt. Die Beſtimmungen
einem Kontinentalpakt ſtellte, erklärte Chamberlain, des Trianon=Vertjages über die Zuſtändigkeit des
Schiedsgerich=
tes ſind mit aller wünſchenswerten Deutlichkeit abgefaßt. Die
die engliſche Politik ſei keineswegs einem Locarnopakt ſür den betreffenden Beſtimmungen ſind nach einem Notenwechſel
zu=
ganzen Kontinent etwa feindlich. Es ſeien nicht nur die Locarno= ſtandegekommen, wobei die öſterreichiſche Delegation, zuerſt die
es mit Freude ſehen, wenn alle Mächte, die miteinander im Vorſchriften im urſprünglichen Entwurf des Friedensvertrages,
Kriege waren, zu ſolchen Locarnopakten kämen. Er ſeinur gegen die die Liquidation des Eigentums öſterreichiſch=ungariſcher
Die Alliierten erkannten die Einwendungen als berechtigt an
und änderten den Text durch Streichung der in Frage ſtehenden
Liquidationsbeſtimmungen, auf die ſich die endgültige Faſſung
des Friedensvernages bezieht. Das Schiedsgericht ſelbſt iſt aber
Der litauiſche Miniſterpräſident Woldemaras hat heute nach= bei der vorläufigen Prüfung der Angelegenheit zu dem Ergebnis
Metropole den ſchon lange erwarteten Beſuch abgeſtattet. Die eignet iſt, die Prüfung der Streitfrage durch das Schiedsgericht
Der Rat kann in ſeiner Septembertagung nun zwiſchen zwei
Wegen wählen: Entweder kommt er dem ungariſchen Erſuchen
um die Ernennung eines Erſatzrichters für das Schiedsgericht
Ende der Woche Abreiſe Chamberlains ohne weiteres nech, — oder es wird zunächſt ein Gutachten des
Haager Gerichtshofes eingeholt. Das erſte wäre die beſte Löſung.
Von rumäniſcher Seite iſt der Verſuch gemacht worden, die Wirk=
Der engliſche Außenminiſter Chamberlain beabſichtigt, am ſamkeit des Schiedsgerichts zu ſabotieren. Gegen dieſe Haltung
dem auf den 17. September angeſetzten Kabinetsrat nach Pgris Schiedsgericht in die Lage geſetzt werden müſſe, ſein Verfahren
in der Angelegenheit fortzuſetzen. Uebrigens iſt es ſchon früher
vorgekommen, daß der Rat ohne weiteres einen Stellvertreter
für einen Beiſitzer ernannt hat, der aus politiſchen Gründen von
ſeiner Regierung abberufen wurde. So geſchah es, als die
deut=
ſche Regierung aus Anlaß des Ruhreinbruchs ihre Vertreter in
ähnlichen Schiedsgerichten abberief.
In dem letzten Heft der „Revue du Droit International”,
hat ein bekannter Völkerrechtsgelehrter, Charles Dupuis, die
rumäniſche Haltung einer ſcharfen und erſchöpfenden Kritik
unterworfen. Er zeigt am Schluß die Gefahren, die in Zukunft
drohen, wenn die Schiedsgerichtsbarkeit unterminiert wird, und
ſpricht die Hoffnung aus, daß es genügt, die Gefahr zu zeigen,
um ſie zu beſchwören. Man will hoffen, daß Sir Auſten
Cham=
berlain, der früher leider recht große Nachſicht gegenüber dem
rumäniſchen Widerſtand gegen internationale Schiedsgerichte
gezeigt hat, diesmal einen Bericht vorlegen wird, worin die
Obſtruktionspolitik ohne Umſchweife zurückgewieſen wird.
Deutſchlands Forderungen in Genf.
Die Generaldebatte iſt am Montag in Genf geſchloſſen
wor=
den. Die Erwartung der Großmächte, daß die von ihnen
um=
geänderte polniſche Entſchließung ſofort verabſchiedet werden
könnte, hat ſich nicht erfüllt. Die Entſchließung iſt an die
Kom=
miſſion gegangen, ebenſo auch wie der etas abgeänderte
pol=
niſche Vorſchlag, ſo daß alſo die Vollverſammlung ſich
vermut=
lich noch einmal mit dem Thema wird beſchäftigen müſſen, wenn
die Beratungen der Kommiſſion zu einem poſitiven oder
nega=
tiven Abſchluß geführt haben. Damit iſt die Möglichkeit gegeben,
daß auch Deutſchland noch einmal zu Worte kommt. Damit iſt
die deutſche Aktion aber noch keineswegs abgeſchloſſen. Die
Delegation hält daran feſt, daß ſie in den nächſten
Beſprechun=
gen mit Briand und Chamberlain darauf hinweiſen wird,
wel=
cher Widerſpruch zwiſchen den Worten und Taten der ehemaligen
Ententeſtaaten beſteht. Sie wird ſich beſonders darauf berufen,
daß auch nach Chamberlains Auffaſſung die Möglichkeit einer
völligen Sicherheit gewährleiſtet iſt und infolgedeſſen die
Be=
ſetzung deutſchen Bodens keine tatſächliche und moraliſche
Berech=
tigung mehr hat, daß auf der anderen Seite aber auch
entſpre=
chend der Zuſage des Verſailler Vertrages entweder die anderen
Staaten abrüſten oder die deutſchen Rüſtungsbeſchränkungen
fal=
len. Sollte ſich auch in dieſen Privatbeſprechungen ergeben, daß
Chamberlain wie Briand auf beiden Ohren taub ſind, dann
bleibt noch die Möglichckeit, daß bei der Fortſetzung der politiſchen
Ausſprache Deutſchland ſeine Forderungen in aller
Oeffentlich=
keit auf den Tiſch des Hauſes niederlegt, oder außerhalb des
Rahmens des Völkerbundes eine direkte Aktion zur Erreichung
ſeiner Forderungen einleitet. Darüber beſteht jedenfalls auf
allen Seiten Einigkeit, daß Deutſchland nicht nachlaſſen wird, auf
das unhaltbare Mißverhältnis hinzuweiſen das zwiſchen unſerer
gleichberechtigten Mitgliedſchaft im Völkerbund und der Tatſache
der Beſetzung deutſchen Bodens durch andere Mitglieder des
Bundes beſteht.
Das Budget des Völkerbundes.
* Genf, 12. September. (Priv.=Tel.)
Das geſamte Budget des Völkerbundes für 1928 beläuft ſich
auf 24879 622 Franken. Davon entfallen auf das Sekretariat
und die beſonderen Organiſationen 13 429 000, auf die
inter=
nationale Arbeitsorganiſation 7 904 000, auf den ſtändigen
inter=
nationalen Gerichtshof 2 171000 und auf die in Genf gelegenen
Gebäude des Völkerbundes 1 375 000 Franken. Das Budget iſt
nur um 3,5 Millionen höher als im Jahre 1921. Obwohl
in=
zwiſchen die Arbeit ganz beträchtlich angewachſen iſt und der
Internationale Gerichtshof neu hinzukommt, beträgt es 800 000
Franken weniger als im Jahre 1923. Die Koſten der
Verſamm=
lungen im nächſten Jahre ſind mit 393 000 Franken veranſchlagt,
die der Ratstagungen mit 75 000 Franken und die der
verſchie=
denen Kommiſſions= und Konferenztagungen einſchließlich der
Aufenthalts= und Reiſegelder der Völkerbundsbeamten und der
Sachverſtändigen, die vom Völkerbund berufen werden, auf
1818 000 Franken.
Wie gemeldet wird, beabſichtigt auch die Reichsbahn eine
Er=
höhung der Gehälter ihrer Beamten im Sinne der von
der Reichsregierung beſchloſſenen Beſoldungsreform. Der
Verwaltuns=
rat wird in etwa 14 Tagen zuſammentreten, um die entſprechenden
Beſchlüſſe zu faſſen.
Die demokratiſche Reichstagsfrxktion hat einen
Initiativgeſetz=
entwurf eingebracht, der für ganz Deutſchland ein
ein=
heitliches Bürgerrecht vorſieht und die
Länderange=
hörigkeit durch die Reichsangehörigkeit erſetzt. Auch
ſoll unter gewiſſen Bedingungen Deutſchöſterreichern dieſes Bürgerrecht
erteilt werden.
Reichspräſident von Hindenburg iſt geſtern vormittag zur
Teilnahme an den Oſtſee=Flottenmanövern
abge=
reiſt.
Geſtern iſt in Genf eine ſaarländiſche Delegation eingetroffen, die
den Mitgliedern des Völkerbundsrats die Beſchwerden der
ſaar=
ländiſchen Bevölkerung wegen des internationalen
Eiſenbahnſchutzes und einige andere Wünſche unterbreiten will.
Nach in Memel eingetroffenen Nachrichten wurde am Samstag und
Sonntag die Verfolgung der Tauroggener Putſchiſten
fortgeſetzt. Bis jetzt ſind 100 Aufrührer feſtgenommen worden.
Der polniſche Außenminiſter Zaleski wird vorausſichtlich am
15. September in Genf eintreffen.
Die Pariſer Preſſe ſieht in der Forderung Frankreichs
auf Abberufung Rakowskis den erſten Schritt zum Abbruch
der dixlomatiſchen Beziehungen zwiſchen Frankreich und Rußland.
Die Sowjetregierung hat dem Generalſekretär des
Völker=
bundes in einem Schreiben ihren Dank für die Uebermittelung
der Reſolution des Völkerbundsrats über die
Wirtſchaftskonferenz ausgeſprochen.
Deutſchland in der Mandatskommiſſion.
Grandi in Genf.
EP. London, 12. September.
Der Hauptzweck des Erſcheinens des italieniſchen
Unter=
ſtaatsſekretärs des Aeußeren, Grandi, in Genf, ſo meldet der
„Star”, ſei es, mit Briand, Chamberlain und Streſemann über
den Wunſch Muſſolinis zu verhandeln, in allernächſter Zukunft
eine Zuſammenkunft dieſer vier Staatsmänner zur Erörterung
der europäiſchen Lage im allgemeinen anzuberaumen. Die
Nach=
richt von einer bevorſtehenden Zuſammenkunft Chamberlains
mit Muſſolini im Mittelmeer wird von der „Exchange Telegraph
Cy” beſtätigt.
Geheimrat Dr. Ludwig Kaftl
iſt vom Völkerbundsrat zum deutſchen Mitglied der
Mandats=
kommiſſion ernannt worden.
Wieder polniſche Militärflieger auf deutſchem Gebiet.
Berlin, 12. September.
Wie wir von zuſtändiger Seite erfahren, iſt geſterm ein polniſches
Militärflugzeug in der Nähe von Wartenburg, dicht an der
Korridor=
grenze, aber ſchon auf deutſchem Gebiet, niedergegangen, nachdem es
vorher über verſchiedenen deutſchen Ortſchaften Propagandazettel für
die polniſche Luftflotte abgetvorfen hatte. Die Maſchine ſelbſt iſt beim
Landen in Trümmer gegangen. Die Beſatzung, polniſche
Militär=
flieger, blieb unverletzt. Die deutſchen Behörden haben die Trümmer
des Flugzeuges vorlänfig mit Beſchlag belegt und die Beſatzung in
einem Hotel in Wartenburg interniert, bis die Unterſuchung über ſie
abgeſchloſſen iſt. Ergibt dieſe, daß es ſich bei der Grenzverletzung durch
das polniſche Flugzeug lediglich um einen Irrtum gehandeltz hat, ſo
werden die polniſchen Flieger über die Grenze abgeſchoben werden. Die
Trümmer können dann von polniſchen Ziviliſten auf beſonderen Antrag
abgeholt werden.
Im preußiſchen Landtag iſt folgende Kleine Anfrage der Deutſchen
Volkspartei eingegangen: „Schon dreimal in kurzer Zeit haben
pol=
niſche Militärflugeuge die oſtpreußiſche Grenze überflogen. Was
gedenkt das Staatsminiſterium zu tun?”
Baltiſche Probleme in Gen
Verhandlungen zur Neutraliſierung:
der baltiſchen Randſiaaten.
* Genf, 12. September. (Priv.=
In den letzten Tagen haben mehrfach Zuſammenkünf”eß.
ſchen den gegenwärtig in Genf anweſenden Außenminiſteen
baltiſchen Randſtaaten ſtattgefunden, an denen der lettlääu
Außenminiſter Cielens, der eſtländiſche Außenminiſter Am!
litquiſche Miniſterpräſident Woldemaras und der erſte Delle
Finnlands beim Völkerbund, Profeſſor Erich, teilgenun
haben. Wie wir von zuverläſſiger Seite erfahren, iſt in
Geſprächen eingehend das Projekt einer
Neutraliſie=
der vier baltiſchen Randſtaaten, erörtert mm
Dieſer Plan wird gegenwärtig beſonders von dem lettlänn in
Außenminiſter Cielens und dem litauiſchen Miniſterpräſſie
Woldemaras vertreten. Der gegenwärtig zwiſchen den balli
Außenminiſtern erörterte Gedanke einer Neutraliſierung din
diſchen Randſtaaten ſoll verwirklicht werden, ſo daß dieſe Cy.
tie einerſeits durch die großen europäiſchen Weſtmächte (.
land, Frankreich, Deutſchland) andererſeits durch Rußlann
leiſtet wird. In der Ausſprache hat Woldemaras darau
gewieſen, daß der im vorigen Jahre zwiſchen Litauen urm
Sowjetregierung geſchloſſene Vertrag bereits die Garantt
Unverletzlichkeit Litauens enthalte. In den Verhandlunge
der eſtländiſche Außenminiſter betont, daß ein allgemeiner
ingriffspakt zwiſchen den vier baltiſchem Randſtaaten ein:
und Sowjetrußland andeverſeits empfehlenswerter, wäre
innländiſche Delegierte hat dagegen darauf aufmerkſam ga
daß Finnland als ſkandinaviſche Macht ſich einem Proje‟
Neutralität der baltiſchen Randſtaaten mit Einſchluß
Fin=
richt anſchließen könne.
Die Verhandlungen über die Frage, die ſich gegenwärt
in einem vorbereitenden Stadium befinden, ſollen in der mu
Zeit in einer der baltiſchen Hauptſtädte fortgeſetzt werden. Qn
letzten Tagen haben mehrfach Fühlungnahmen zwiſchen der
tiſchen Außenminiſtern und Chamberlain und Briand
funden, wobei jedoch dieſer Gedanke wur in allgemeinen
berührt worden iſt.
Wie wir hierzu weiter erfahren, dürfte dieſe Konferer
19. November in Riga ſtattfinden, und zwar wird
Pole=
hier durch einen Beobachter vertreten ſein, während UEn
Teilnahme Rußlands nichts verlautet. In Deutſchland
man, daß der lettländiſche Außenminiſter Cielens de u
Pläne ſeit einiger Zeit mit großer Energie betreibt, weil un
Meinung iſt, daß den baltiſchen Randſtaaten gemeinſam dä
gabe zufällt, die Initiative zu einer Sicherung ihrer ſtaa”
Grenzen durch die Großmächte, einſchließlich Sowjetrußlarn
ergreifen. Dieſe Pläne des lettländiſchen Außenminiſters
an ſich von anderen Erwägungen aus, als die Pläne, die du
niſche Delegation in Genf verwirklichen wollte, und die zu
Hegemonie im Baltikum und zu einer Sicherung der pol i
Weſtgrenze führen ſollten; immerhin wird man deutſchi
darauf zu achtew haben, daß dieſe Pläne nicht von anderen&
dazu benutzt werden, die diesmal in Genf abgelehnten pol=nif,
Pläne auf Umwegen doch noch zu verwirklichen.
Lettlands Beziehungen zu Rußland und
den baltiſchen Nachbarländern.
Der lettländiſche Außenminiſter Cielens ſprach heuta
mittag vor Preſſevertretern über die Außenpolitik ſeines Lid
deren Ziel es ſei, den Frieden im baltiſchen
Küſtengebi=
recht zu erhalten. Er verbreitete ſich beſonders über die
ziehungen Lettlands zu Rußland und erklärt,
der weſentlichſten Aufgaben der lettiſchen Politik ſei da
ſchluß eines Nichtangriffspaktes mit Rußland, an dem je
Jahre gearbeitet werde. Auch eine ſtändige Vermittlungskm
ſion zwiſchen Lettland und Rußland ſolle eingeſetzt werde,
man ſuche nur noch nach einem Wahlmodus für einen Pr.ſ
ten. Der Nichtangriffsvertrag ſei kein Garantiepakt, abe
erſtrebe einen noch weitergehenden Vertrag, nämlich
eim=
von baltiſchem Locarnopakt zur Aufrechterhaltung des d
quo und des Friedens im öſtlichen Oſtſeegebiet.
Die S
ne, daß
Die Beziehungen zu den baltiſchen NackhApu ernſt. u
ländern ſeien gut, und mit Eſtland ſei eine Zolluniom
ſchloſſen. Auch die Beziehungen zu Polen und die Rolle 2d
im Hinblick auf die baltiſchen Staaten behandelte Cielein
durchaus günſtigem Lichte. Schließlich trat er auch für die
didatur Finnlands ein, damit die baltiſchen Staaten im Ra
treten ſeien. Die Neutralitätserklärung der baltiſchen
S-
von der bereits geſprochen worden ſei, ſei noch ein fr.0
Wunſch.
*Geheimbünde und der „Rote=Lanzen=
Bund” in China.
Es bleibt ſtets bewundernswert, wie der Konfuzianismus
bzw. der konfuzianiſche Staat es durch 2 Jahrtauſende hindurch
verſtanden hat, unter den nach Herkunft, Charakter und Sprache
ſo verſchiedenartigen Stämmen, die das Rieſenvolk der Chineſen
ausmachen, eine großartige Gleichmäßigkeit der Bildung, der
ſittlich ſozialen Ideale und der darauf gegründeten
Lebensfor=
men zu ſchaffen. Dieſe Formen und Pflichten waren nicht nur
im bisherigen chineſiſchen Geſetzbuch verankert, ſie ſind in
weit=
gehendem Maße der wirkliche Ausdruck chineſiſcher Denkungs=
und Lebensart geworden. Ganz beſonders gilt dies von der
Familie, in der die Pietät, oder — wie der chineſiſche Ausdruck
richtiger überſetzt wird — der pietätvolle Gehorſam das
ſelbſt=
verſtändlich regulierende Prinzip des Lebens durchgängig
ge=
worden iſt.
Keineswegs aber ſteht es auf der anderen Seite ebenſo mit
dem Gehorſam gegen die Staatsautorität. Vielmehr hat da
nicht mit Unrecht von ſachverſtändiger Seite behauptet werden
können, China ſei „das klaſſiſche Land der Revolutionen‟ Die
Ur=
ſachen für dieſe Revolutionen ſind vor allem wirtſchaftliche Nöte,
doppelt begreiflich in einem Land chroniſcher Naturkataſtrophen
und bei einem Volk, dem die Vermehrung zu ſittlicher Pflicht
gemacht iſt. Damit verband ſich oft genug die Empörung über
habgierige und rückſichtsloſe Beamte. So wurden die Maſſen
geſchaffen, deren ſich in Zeiten der Kriſen ehrgeizige Führer als
ihrer Werkzeuge bedienen konnten. Aber von den offenen
Em=
vörungen abgeſehen glimmte faſt durch alle Jahrhunderte
hin=
durch ein ſtilles Feuer des Widerſpruchs gegen die herrſchende
Gewalt. Es ſind dies die Geheimbünde, von denen die
Annalen der chineſiſchen Geſchichte ſo viel zu berichten wiſſen.
In erſter Linie handelt es ſich dabei um religiöſe Geſellſchaften.
Der Widerſpruch gegen den Staat war bei ihnen nicht der
An=
fang, ſondern die Folge davon, daß ihnen widerſprochen wurde.
Es iſt freilich eine noch nicht eindeutig beantwortete Streitfrage,
ob der konfuzianiſche Staat im Prinzip tolerant geweſen ſei
oder nicht, und zu gleicher Zeit, ob ein bekanntes Wort in den
Geſprächen des Konfuzius (II, 16) zu überſetzen iſt: „Greift die
Irr=
lehre an; denn ſie iſt das Schädliche und Gefährliche” (ſo de Groot),
oder: „Irrlehren angreifen, das ſchadet nur” (ſo R. Wilhelm). —
So viel wird man jedenfalls auf Grund der Geſchichte ſagen
dürfen, daß die religiöſe Duldſamkeit des konfuzianiſchen Staates
— die z. B. im Gegenſatz zu Europa die Juden in China
erfah=
ven haben — da ihre Grenzen fand, wo der Staat in den nicht=
konfuzianiſchen Lehren die Grundlagen ſeines eigenen
Beſtan=
des bedroht fühlte. Und wenn noch in der Erläuterung zu dem
„Heiligen Edikt” des großen Kaiſers Kanghſi (1662—1722)
Buddhismus und Taoismus, die beide im Laufe der
Jahrhun=
derte ſchwere Verfolgungen erlebt haben, als verderbliche Lehren
bezeichnet werden, ſo gilt dieſe Beurteilung noch viel mehr jenen
im Geheimen ſich bewegenden ſektiereriſchen Gemeinſchaften.
Be=
ſonders natürlich dann, wenn in dieſen mit den religiöſen
Be=
ſonderheiten ſich eine immanente ſoziale und politiſche
Aufleh=
nung verband. So war es vor allem bei der „Weißen Lotos=
Sekte”, die wie keine andere von den kaiſerlichen Regierungen
durch Jahrhunderte hindurch gefürchtet wurde. Sie hat beim
Sturz der Mongolendynaſtie (1368) ebenſo ſtark mitgewirkt wie
bei dem Sturz der Mingdynaſtie (1644) und wiederum hat die
letzte, die Mandſchudynaſtie, erbitterte Kämpfe gegen ihre
An=
hänger geführt. Aus jüngerer Zeit iſt von Bünden ähnlicher Art
bekannt die „Geſellſchaft vom Großen Meſſer” und die „Fauſt
der Gerechtigkeit und Eintracht”, von den Engländern „Boxer”
genannt wegen der von ihnen gepflegten kriegeriſchen
Leibes=
übungen. Auch ſie hatten den Sturz der Dynaſtie auf ihre
Fahne geſchrieben (1900), und dieſe vermochte ſich nur dadurch
vor ihnen zu retten, daß ſie ihre Empörung mit der Parole
„Austreibung der Fremden” ein anderes Objekt zu zeigen wußte
und zu dem Zweck ſich mit ihnen verband.
Die Mandſchudynaſtie iſt inzwiſchen unter anderen
Einwir=
kungen zuſammengebrochen, China nennt ſich eine Republik, eine
konfuzianiſche Orthodoxie gibt es nicht mehr. Aber die
Sonder=
bünde ſind damit nicht verſchwunden, weil für das Volk die
An=
läſſe der Empörung und der Selbſthilfe gegenüber Nöten und
Vergewaltigungen mannigfacher Art nicht verſchwunden ſind.
Keine derartige Vereinigung macht in der letzten Zeit mehr von
ſich reden als der „Bund der Roten Lanzen‟ Er beſteht ſeit
etwa ſieben Jahren, iſt in Schantung gegründet, hat ſich dann
aber vor allem in der Nachbarprovinz Honan gewaltig
ent=
wickelt. Mit jenen „Boxern” haben dieſe Bünde — neben den
„Rot=Lanzen” gibt es auch „Weiße — Gelbe — und Grüne
Lanzen” — das gemeinſam, daß ſie gleich dieſen Leibesübungen
wie Lanzenwerfen und Fechten betrieben, die mit der Zeit immer
militäriſcher wurden. Indem dieſer Bund in die Oeffentlichkeit
trat, ſtellte er ſich dar als ein Selbſtfchutz vor allem gegen die
ſchreckliche Räuberplage, unter der das Land in den letzten
Jah=
ren ſo furchtbar zu leiden hat. Er erſcheint darum auch einfach
als ein „Bund der vereinigten Dörfer” und hat in dieſer Hinſicht
wenigſtens gegen die kleineren Räuberbanden Beträchtliches
er=
reicht. Er iſt natürlich in dieſer Abzweckung kein Geheimbund,
inſofern die zum Selbſtſchutz ſchreitenden Bauern aus ihrer Zu=
gehörigkeit zu ihm kein Geheimnis machen können und EN
Aber der Bund hat doch ſeiner urſprünglichen Organiſatic
mit den ſektiereriſchen Geheimbünden früherer Zeit in
eigenartigen Riten und Uebungen noch manches gemeinſa.!
wenn wir hören, daß bei den in früher Morgenſtunde ſnn
denden Verſammlungen die Lanzenbrüder nackend hime
Hiebe ertragen müſſen und Zauber empfangen, die „feſt”, E
ſollen gegen Hieb und Schuß; auch dies wie bei den L.N
„Harte Bäuche” werden ſie um dieſer behaupteten
Unver-
barkeit willen auch im Volk genannt. Wenn einer aber doc
dann „war er kein echter Jünger”. Jeder Neuling muß-”
Patron haben, der für ihn bürgt. Erſt nach einer Probezel
128 Tagen wird er aufgenommen, wobei er verſchiedene G‟
abzulegen hat, auch ſolche, durch die er ſich verpflichte
treuer Schützer ſeines Dorfes und ein Bekämpfer alles In
und aller Unterdrückung zu ſein.
Von dem Selbſtſchutz gegen die Räuber ſind dieſe
L=
bünde bald weiter fortgeſchritten zum Schutz gegen die
ſo=
ſchlimmere Soldatenplage, welche die Folge der in den
Jahren chroniſch gewordenen Fehden der militäriſchen G"
haber iſt. Was das Landvolk unter dieſen Heuſchrecken!"
men uniformierter Kulis zu leiden hat, mit ihrer Ausſe.
des ohnehin übervölkerten armen Landes, mit zwangs
Rekrutierung und allen möglichen rückſichtsloſen Reple.
das iſt für uns kaum vorzuſtellen. „Kein Soldat dall
Dorf betreten”, iſt darum ein weiterer Programmpunt
Bundes geworden. Gerade in dieſer Abzweckung hat der
große Erfolge errungen. Er zählt jetzt mehr als 200 00 und hat ſich über Honan in alle Nachbarprovinze
breitet.
Ein neues Moment iſt in dieſem Bund der „Roten 2e‟
und damit verwandten Vereinigungen gekommen, indem
der in Kanton ausgehenden Botſchaft der Kuomintang L
werden. Das Schlagwort „Nieder mit den Militariſen
ſie ja bereits aus eigener Entwicklung auf ihre Fahne geſ9.
Die Kantoneſen brachten aber zugleich ein ſoziales Plod:
wobei ſie gerade die Befreiung der Bauern in den Vokge.
ſtellten, Befreiung beſonders von dem laſtenden Druck )"
Pacht und anderer Auflagen und Plagen, denen der gro”.
der kleinen Bauern ausgeſetzt iſt. Kein Wunder deni. L
zur Durchführung dieſer Befreiung in Kanton 1920 ge*
Bauernbund gerade in der Provinz Honan eine uncein.
große Anhängerſchaft fand, die nur aus den dort ſchon."
den Lanzenbünden zu erklären iſt.
Aber wie es mit der ſtarken numeriſchen Ausbreituns”
Bewegung ſo leich: zu geſchehen pflegt, ſo trägt guch P*
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18 ſprach du
Nummer 254
4Pariſer Reſiexionen.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 12. September.
Mit wachſender Verblüffung betrachtet man hier die
Entwick=
aang in Genf. Der Vorſtoß des norwegiſchen Delegierten Ham=
Uhuo gegen die Haltung der Großmächte wurde beſonders lebhaft
Vermmentiert. Und in der Tat war ſeine Rede von
ſymptomati=
ſoer Bedeutung. Bald wird man von einem Klaſſenkampf der
usinen Nationen gegen die Großmächte ſprechen können.
In den diplomatiſchen Kreiſen Frankreichs iſt man im
all=
amneinen wegen der Entwicklung in Genf verſtimmt. Selbſt
die=
ſarigen, die am feurigſten für das Genfer Protokoll gekämpft
P6ben, ſind im Zweifel darüber, ob es opportun war, jetzt dieſen
zragenkomplex anzuſchneiden. „Abwarten”, das ſoll die Haltung
riands ſein.
Die engliſche Politik beurteilt man hier ſehr kühl, und für
tse Beſtrebungen in Genf bringt man keine beſondere
Begeiſte=
uma auf. Dennoch findet die Haltung Chamberlains überall
Verſtändnis. Im Frühjahr ſollen die engliſchen Wahlen ſtatt=
Firden, es iſt verſtändlich, wenn die konſervative engliſche
Regie=
umig keine Verpflichtungen übernehmen will, die bei dem
eng=
irhen Volke nur Verſtimmung auslöſen würden. Man gibt zu,
uB die Laſten einer allgemeinen Garantie letzten Endes
Eng=
and tragen müßte, was eine Lage herbeiführen würde, welche
Eagland ſtets beſtrebt war, zu vermeiden. Die Lage Chamber=
Nans iſt wirklich nicht leicht. Nach der allgemeinen Auffaſſung
urrd die engliſche Politik jetzt verſuchen, ſoweit wie möglich
eie ſcharfe Stellungnahme zu vermeiden.
Vielfach möchte man jetzt in Paris Briand dafür
verant=
vrtlich machen, daß Frankreich bei den kleinen Nationen ſo
un=
ackstümlich geworden iſt. Es iſt charakteriſtiſch, daß man ſogar
hy der für Fraukreich ungünſtigen Entſcheidung des Haager
SHiedsgerichtshofes in der Lotusaffäre eine pſychologiſche Folge
es Verſtimmung der kleinen Natjonen gegen die Großmächte
klickt.
Die gegenwärtige Lage in Genf iſt ſehr geeignet, die
wärm=
en Freunde des Völkerbundes zur Stepſis zu ſtimmen. Das iſt
ür in Paris ſtark zu fühlen. „Die Diplomaten werden von den
8raſen der Utopiſten gehemmt”, ſagte neulich ein Zyniker
n Paris.
Nebenbei ſtellt man hier eine erhebliche Beſſerung des
Unutſch=franzöſiſchen Verhältniſſes als Folge der Genfer Ausein=
Kuöerſetzungen feſt. Das iſt erfreulich, aber trotzdem bleibt die
WFage offen, ob Briand in dieſer Richtung genug Poſitives in
ibAnf getan hat. Der franzöſiſchen öffentlichen Meinung iſt dieſe
Frage allerdings fremd. Vielmehr kritiſiert man in jedem
Frrteilager die Briandſche Außenpolitik von einem ganz anderen
Sandpunkte aus. Man wirft Briand vor, daß er in Genf der
wditionellen franzöſiſchen Politik, welche ſtets die Unterſtützung
„ber kleinen Mächte ſuchte, untreu wurde und ſich ganz für die
Koßmächte und ganz für die Freundſchaft mit Deutſchland und
Ergland ausgeſprochen hat.
In der Tat ſtanden in Genf bis zu einem gewiſſen Grade
nei feindliche Lage gegenüber; die Großmächte und die kleineren
Nächte. Locarno gegen den Völkerbund; das iſt für viele die
1Afung. Aber das iſt eine etwas einſeitige Auffaſſung. Es iſt
ſhoquerlich, daß ſie ſo allgemein werden mußte. Denn wieviel
15nliche, perſönliche Intereſſen, und wieviele innenpolitiſche
ewwägungen mußten in Genf neben den großen Problemen
mit=
graim, um dieſe bedauerliche Lage hervorzurufen.
Der franzöſiſche Vorwurf gegen Briand, daß er ſich allzu
irk auf die Seite der Großmächte geſtellt habe, iſt ungerecht.
kſchtig ſcheint uns vielmehr zu ſein, daß er eher in der
Undeut=
ſchkeit zu weit ging. Während die Reden Chamberlains oder
Ait eſemanns feſt umriſſen und inhaltsreich waren, bewegte ſich
Ariand in den Grenzen der Gefühlspolitik. Es iſt allerdings
Mahr, daß er die Stimmung retten wollte.
Die engliſche Politik ſcheint jetzt in eine ſchlechte moraliſche
olition gerückt zu ſein. Man ſpricht dies hier nicht aus, ſchon
MsHalb nicht, weil man dem engliſchen Standpunkt in Genf oft
hr nahe ſtand, aber man fühlt es.
Die Stimmung Polen gegenüber iſt nicht gut. Die polniſche
ſage, daß man von Deutſchland bedroht ſei, nimmt man nicht
ezt ernſt. Und man tut nicht einmal mehr ſo, als ob man ſie
Mſonders ernſt nehmen würde. Eine Ausnahme darin bildet
m. der katholiſch geſinnte Teil der Rechten. Anders ſteht es
it der ruſſiſchen Bedrohung Polens. Aber dagegen iſt in Genf
ſats auszurichten. Die Polen wünſchen jetzt, daß die
franzö=
ch=ruſſſichen Beziehungen ſich möglichſt verſchlechtern ſollen.
n dieſer Richtung könnten ſie auch zufrieden ſein. Es iſt eine
ündere Frage, ob ihnen ein franzöſiſch=ruſſiſcher Bruch wirklich
itz lich ſein würde.
anzenbund nicht mehr ein ganz einheitliches Gepräge. Im
iderſpruch zu ihrem urſprünglichen Geiſt und Programm hat
n Teil der Roten Lanzen ſich ſelbſt wieder als willkommene
ölsnertruppe anwerben laſſen, ſogar von Wu=Pei=Fu, dem ſie
ſtyn wieder die Fauſt zeigten, als er ſie für ihre Hilfe ſchlecht
hrte. Noch bedauerlicher, daß einzelne Trupps zu den
Räu=
an ſelbſt übergegangen ſein ſollen, die ja gerade in Honan eine
m Militär ebenbürtige Macht darſtellen. Immerhin, die große
enge der „Roten Lanzen” ſteht auch heute noch zu dem
Pro=
auim: „Zu kämpfen gegen die Militariſten und korrupte
Be=
me, gegen harte Pacht= und Steuerauflagen, gegen Räuber
4) jede Art von Unterdrückung”. Und ſicherlich werden ſie für
ewveitere politiſche und ſoziale Entwicklung gerade in Nord=
Ina eine bedeutſame Rolle ſpielen.
* 41. Generalverſammlung der Görres=
Geſellſchaft in Mainz.
Mainz, die Wiege ſo mancher katholiſchen Vereinigung, hat
ſc der Görres=Geſellſchaft das Leben gegeben. Die General=
Mammlungen der Görres=Geſellſchaft werden in den Satzungen
erſter Stelle unter den Mitteln genannt, mit denen die
Ares=Geſellſchaft ihren Zweck, „im katholiſchen Deutſchland ein
ſenſchafiliches Leben nach allen Seiten hin zu wecken und zu
vern”, zu verwirklichen ſucht. Die diesjährige
Generalver=
mrnlung findet in der Zeit vom 12. bis 15. September im
gol=
hen Mainz ſtatt. Dieſe Tagung iſt eine Heerſchau des
katho=
gen Geiſtes. Zahlreiche prominente Gäſte ſind hier eingetrof=
Am Sonntag und Montag haben interne Vorſtandsſitzungen
Iaefunden. Am Montag abend fand eine Begrüßungsfeier in
MNainzer Liedertafel ſtatt. Dabei hielt Studienrat
Metzner=
amz einen ſehr lehrreichen Vortrag über „Die Univerſi=
Nainz in ihrer geſchichtlichen Entwicklung”
gemütliches Zuſammenſein ſchloß ſich an.
Sei der offiziellen Begrüßungsverſammlung, die
he Dienstag vormittag um 10.30 Uhr in der „Liedertafel”
Emindet, ſpricht Univerſitätsprofeſſor Prälat Dr. Schrei=
M. d. R., über das Thema „Deutſche Hochſchule
O deutſche Nation”. Auch die wiſſenſchaftlichen
Vor=
ſe in den einzelnen Sektionen der Geſellſchaft nehmen am
ien iStag ihren Anfang. Abends 8.30 Uhr wird eine große
bentliche Ketteler=Gedächtnisfeier veranſtaltet,
Der Univerſitätsprofeſſor Dr. J. Strieder=München über
Eldzialgeſchichtliche Bedeutung von Biſchof
Dienstag, den 13 September 1927
Die ſüdſſawiſchen Wahlen.
Die Frage der Regierungsbildung. — Die
Ausſichten der Radikalen und Oemokraten
EP. Belgrad, 12. September.
bekannt gegeben: Die Radikale Partei erhielt 110 Mandate, in
der früheren Skupſchtiua 140. Dieſe Mandate verteilen ſich auf Uebereinſtimmung erzielt wurde. Was noch übrig blieb ſind im
die drei Gruppen folgendermaßen: Wukitſchewitſch 81, Paſitſch 19,
Zentrum 10. Die Demokratiſche Partei (Davidowitſch) 63
Man=
date (früher 37), die mit ihnen vereinigten bosniſchen
Muſel=
manen 16 (15), die Sloweniſche Klerikale Volkspartei Koroſchetz
21 (20) Mandate, die ſelbſtändigen Demokraten (Pribitſchewitſch)
23 (23), die Kroatiſche Bauernpartei Raditſch 60 (67 mit der
ſpä=
ter diſſidierten Nikitſchgruppe und den kroatiſchen Föderaliſten),
die Serbiſche Bauernpartei 9 Mandate (früher 7), die Deutſche
Partei Südſlawiens, die bisher 5 Mandate hatte, gewann
1 Mandat. Ferner wurden gewählt: 2 kroatiſche Föderaliſten,
1 montenegriniſcher Föderaliſt, 1 ſloweniſcher Bauernparteiler,
1 Sozialiſt (in der früheren Skupſchtina ſaß kein Sozialiſt) und
2 Ungarn, die damit zum erſten Male in das ſüdſlawiſche
Parla=
ment einziehen.
Nach den bisherigen Wahlergebniſſen können die Radikalen
mit den Demokraten zuſammen eine ſtarke Regierung bilden,
wenn ſie Unterſtützung bei den Sloweniſchen Klerikalen finden.
Die große Frage iſt aber, ob der Chef der Demokraten,
Davido=
witſch, geneigt ſein wird, die bisherige Koalition fortzuſetzen.
Falls er die Koalition kündigt, was mit ziemlicher Sicherheit
an=
genommen werden kann, ſo werden alle demokratiſchen Miniſter
aus der Regierung ausſcheiden und mit Davidowitſch in die
Oppoſition gehen. Uieber dieſe Frage iſt noch keine Klarheit zu wegen der Beſoldungsreform in finanzieller Hinſicht mit den
gewinnen. Das wird erſt möglich ſein, wenn die einzelnen Ländern beſtehen, ließen es nützlich erſcheinen, wenn der Außen=
Abgeordnetenklubs in Belgrad eintreffen und Sitzungen
abhal=
ten. Eine große Anzahl Politiker, die bisher eine Rolle ſpielten,
wurde nicht mehr wiedergewählt, unter ihnen der Präſident der
Skupſchtina, der Führer der Paſitſchgruppe der Radikalen Partei
Marko Trifkowitſch, der geweſene Miniſter und Paſitſchanhänger
Slavko Miletitſch, der geweſene Präſident des Finanzausſchuſſes
der Skupſchtina Jowan Radonitſch, ſowie der Führer der
Krog=
tiſchen Diſſidenten Nikola Nikitſch.
Nach dem Memelſtatut muß jeder im Memelgebiet
neuge=
wählte Landtag ſpäteſtens 15 Tage nach der Wahl
zuſammen=
der Landtag ſpäteſtens bis zum 14. ds. Mts. einberufen werden
erneut einer ſchweren Verletzung des Memelſtatuts ſchuldig
gemacht.
Heinrich Sahm,
Präſident des Senats des Freiſtaates Danzig, feierte geſtern
ſeinen 50. Geburtstag.
von Ketteler” und Hugo Graf v. Lerchenfeld, deutſcher
Geſandter in Wien, über „Kettelers Perſönlichkeit
und Gegenwartsbedeutung” ſprechen werden.
* Im Verlage von Gerhard Stalling in Oldenburg erſchien: Die
ugendbibel, nach der heiligen Schrift neu erzählt für die deutſche
ugend und das deutſche Volk, vom WillVesper. 356 Seiten. Mit
farbigen Vollbildern in Offſetdruck und 47 Schvarz=Weiß=Zeichnungen
on Paula Jordan. Preis in Ganzleinen 10 Mk. Das nach
jahre=
unger ſorgfältiger Vorarbeit erſchienene Buch will kein Bibelerſatz ſein,
ondern der Jugend und dem Volke den Weg zur Bibel weiſen; es will
r Jugend die Bibel wieder näher bringen, und unter dem
Geſichts=
inkt, daß die ungekürzte Bibel nicht in Kinderhände gehört, wird, hier
te Zuſammenfaſſung der ganzen Bibel unternommen. Durch ein
töglichſt lebendiges, buntes bibliſches Geſchichtenbuch ſollen die Jugend
d die, welche zu der ganzen Bibel nicht mehr greifen, wieder zu dem
bendigen Gehalt der heiligen Schrift geführt werden. In drei
Ab=
hnitten. Die Geſchichte des Volkes Iſrael”. „Die frohe Botſchaft” und
nem „Anhang” wird eine einheitliche Darſtellung von der Schöpfung
1s zur Apoſtelgeſchichte gegeben. Im Neuen Teſtament iſt beſonders
as Leben Jeſu aus allen vier Evangelien unter Anlehnung an Luthers
erdeutſchung, die aber mit der neueren Forſchung in Einklang gebracht
rden iſt, zu einem einheitlichen Lebensbild zuſammengefaßt worden.
urze erläuternde Uebergänge zwiſchen den einzelnen Teilen erleichtern
18 Verſtändnis des Genzen und ſeines Zuſammenhanges. Der Anhang
thält einen Auszug aus dem Buch Hiob, die ſchönſten Pſalmen und
Sprüche Salomonis. Das ſchön ausgeſtattete Buch, das auf die
Be=
ichnung einer Volksbibel Anſpruch erheben kann, wird dazu beitragen.
er Bibel wieder die Stellung im geiſtigen Leben unſeres Volkes zu
er=
ngen, die ihr zukommt, und gehört ins deutſche Haus. Die aus
inner=
m Erleben heraus geſchaffenen Bilder von kraftvoller Realiſtik und
amatiſcher Geſtaltung unterſtützen den Zweck des Buches in denkbar
1a.
ſter Weiſe.
euere Beobachtungen über die Pſychologie der zu lebenslänglicher
Zucht=
hausſtrafe verurteilten oder begnadigten Verbrecher. Von Profeſſor
Dr. Heinrich Többen, Münſter. Verlag Franz Deuticke Leipzig 1927.
Titel und Thema des Buches ſind nicht ſo ſehr von Bedeutung, als
Inhalt. Es iſt auch jedem Laien klar, daß, wenn Menſchen
lebens=
nalich iſoliert werden von dem ſonſt ſtetig fließenden und wechſelnden
ſein, dadurch tiefe Stagnationen entſtehen, mit denen auf die Dauer
um ein Menſch fertig werden kan. Ein Menſch iſt dadurch im dauern=
Werden, daß er fortgeſetzt Lebenskräfte aufnimmt und abgibt.
Di=
öglichkeit dazu iſt vorſätzlich im Zuchthaus abgeſchnitten. Das Buck
ingt aber zahlreiche Berichte von Menſchenleben. Jeder Bericht iſt
rker und erſchütternder als ein Roman, und daß auf dieſem Wege
tenſchengeſchicke uns bekannt werden, die in den Berichten der
Tages=
itungen nur völlig verſchoben und entſtellt zu uns kamen, das macht
jeſes Buch zu einem Werk, für das man nicht dankbar genug ſein kann.
in ſenſationeller Titel, und ungezählte Tauſende eines ſolchen
Sammel=
erkes würden geleſen werden. Wer endlich aus der Oede der
Durch=
nittsromane herausſtrebt, jeder Menſch, der über das Schickſal aller
chdenken will, ſollte ſich Bücher dieſer Art kaufen. Dr. Nette.
Seite 3
Reichskabinett
und Beamtenbeſoldungsreform
Von unſerer Berliner Redaktion.
Trotz mehr als zehnſtündiger Sitzung hat das Reichskabinett
Heute mittag wurden folgende endgültigen Wahlergebniſſe den Vorſchlägen des Reichsfinanzminiſters am Samstag nicht
endgültig zuſtimmen können. Das offizielle Communiqus drückt
ſich daher vorſichtig aus, daß „in allen weſentlichen Punkten”
beſonderen zwei Fragen. Zunächſt einmal die Stellung der hohen
Beamten. Der Reichsfinanzminiſter hat die Abſicht, hier zum
Leiſtungsprinzip zurückzukehren und den gehobenen Beamten
be=
ſondere Zuſchläge zu geben, damit ſie imſtande ſind, ihrer
Stel=
lung entſprechend eine gewiſſe Repräſentation zu treiben und
auch ihren kulturellen Lebensſtandard zurückzugewinnen. Das
zweite iſt die Frage der Stellung der Reichswehr innerhalb der
Beſoldungsordnung. Der Finanzminiſter hat die Abſicht, die
Reichswehr aus, der Beamtenbeſoldungsordnung
herauszu=
nehmen und für ſie eine eigene Gruppierung zu ſchaffen, weil die
Anſtellungsverhältniſſe für Mannſchaften und Offiziere von
denen der übrigen Beamten grundverſchieden ſind. Ueber dieſe
Fragen wird das Reichskabinett am Donnerstag beraten und
dann vermutlich die Beſoldungsreform endgültig zum Abſchluß
bringen. Man rechnet immer noch mit der Möglichkeit, daß der
Reichsaußenminiſter zu der Sitzung perſönlich kommt. An
amt=
licher Berliner Stelle wird zwar erklärt, es ſei dies
unwahr=
ſcheinlich, weil gerade am Donnerstag die Wahl der
Ratsmit=
glieder auf der Tagesordnung in Genf ſteht, die ſeine
Anweſen=
heit dort erwünſcht erſcheinen laſſe. Da aber Briand und
Cham=
berlain offenbar in der zweiten Wochenhälfte abreiſen, wäre es
an ſich durchaus möglich, daß auch Dr. Streſemann am Freitag
oder Samstag nach Berlin fahren könnte. Er hat, was wir
be=
reits ſagten, den Wunſch, für die Beamten des Auswärtigen
Amtes eine Lanze zu brechen, und auch die Schwierigkeiten, die
miniſter — ganz abgeſehen von den Fragen der Außenpolitik —
bei den Beratungen anweſend ſein könnte.
Zweiter Bundeskongreß
des Allgemeinen Deutſchen Beamtenbundes.
Berlin, 12. September.
Der Allgemeine Deutſche Beamtenbund, die Spitzenorganiſationen
der freigewerkſchaftlichen Beamtenverbände, trat am Montag im
Neue Verletzung des Memelſtatuts durch Litauen. Sitzungsſaal des Neichswirtſchaftsrates zu ſeinem zweiten Bundes=
Memel, 12. September. kongreß zuſammen. In ſeiner Eröffnungsanſprache konnte der
Bundes=
vorſitzende Falkenberg eine große Zahl von Ehrengäſten, darunter auch
Vertreter der öſterreichiſchen freigewerkſchaftlichen Beamteubewegung,
begrüßen. Nach einem Vertreter der Staatsregierung begrüßten der
treten. Da die letzten Wahlen am 30. Auguſt ſtattfanden, hätte Berliner Polizeipräſident Zörgiebel und Oberbürgermeiſter Boeß die
Tagung. Oberbürgermeiſter Boeß bezeichnete eine aufrichtige,
republi=
kaniſch geſinnte, ſtaatstreue Beamtenſchaft als die Grundlage des
Staats=
müſſen. Das iſt bisher nicht geſchehen. Litauen hat ſich damit weſens. Bundesvorſitzender Falkenberg ging ſodann in ſeinem
Geſchäfts=
bericht auf den Kampf um die Beſoldungsreform ein und erklärte, der
Neichsfinanzminiſter habe geſtern in Magdeburg endlich Farbe bekannt
und den ſozialen Charakter ſeiner neuen Beſoldungsordnung betont.
Der Präſident von Danzig 50 Jahre alt. Die Beamtenſchaft habe aber nach den bisherigen trüben Erfahrungen
allen Anlaß, vorſichtig abzuwarten und kritiſch zu prüfen, was bei der
Sache herauskommen werde. Es ſeien genug einflußreiche Kräfte
vor=
handen, die den ſozialen Zug in der Beſoldungsordnung wieder
ver=
decken wollten durch den Zuſtand der Vorkriegszeit mit ihrer
Klaſſen=
ſcheidung der unteren und der höheren Beamten. Der Redner erörterte
dann die organiſatoriſche Entwicklung des Bundes, die durchaus günſtig
verlaufen ſei. Der Bund ſtehe auf dem Boden parteipolitiſcher
Neu=
tralität, könne aber als gewerkſchaftliche Kampforganiſation natürlich
nur mit den Parteien arbeiten, die ſich für gewerkſchaftliche
Forderun=
gen einſetzen.
Die Nachmittagsſitzung war mit der Ausſprache über den
Ge=
ſchäftsbericht ausgefüllt. Die Verhandlungen werden am Dienstag
fortgeſetzt.
Die Volkspartei in den Hanſeſtädten
gegen das Reichsſchulgeſetz.
Berlin, 12. September.
Die Vertreter der Deutſchen Volkspartei in den
Bürger=
ſchaften der drei Hanſeſtädte tagten am Samstag und Sonntag
in Bremen. Erörtert wurde u. a. der Entwurf des
Reichsſchul=
geſetzes und die Stellung und Aufgabe der Hanſeſtädte im
Rah=
men des Deutſchen Reiches. Am Schluß der Tagung wurde laut
„Tägl. Rundſchau” folgende Entſchließung angenommen: „Der
neue Reichsſchulgeſetzentwurf nimmt auf die Intereſſen des
deut=
ſchen Volksſchulweſens und auf die Schulverhältniſſe, wie ſie in
den Hanſeſtädten beſtehen, nicht gebührend Rückſicht. Wenn es
nicht gelingt, in den Entwurf die Sicherheiten hineinzuarbeiten,
die in dieſer Beziehung notwendig ſind, iſt der Entwurf von den
Vertretern der Hanſeſtädte abzulehnen.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
— Alfons Schützendorf', der bekannte Heldenbariton des
Hamburger Stadttheaters und langjähriges Mitglied der Bayreuther
und Münchener Feſtſpiele, iſt von einer ſchweren, zwei Jahre dauernden
Krankheir geneſen. Schon im Frühjahr dieſes Jahres abſolvierte er
eine Anzahl erfolgreicher Gaſtſpiele in Wien, Budapeſt und Brünn.
Für die kommende Saiſon wird er außer Gaſtſpielen in Oeſterreich,
Schweiz, Ungarn, Tſchechoſlowakei ſeine Tätigkeit hauptſächlich in das
Rheinland verlegen. So verpflichtete ihn Herr Generalmuſikdirektor
Nudolf Schulz=Dornburg (Eſſen) zur Uebernahme dreier ſeiner
hervor=
ragenden Rollen als Borromeo (Paleſtrina), Boris und Hans Sachs.
Ferner wird Herr Schützendorf eine Reihe von Konzerten im Rheinland
und in allen größeren Städten Deutſchlands geben.
* Darmſtädter Künſtler auswärts. Amphitryon (Kleiſt)=
Aufführung im Mannheimer Nationaltheater am
5. September 1927. Das Zentrum dieſer Aufführung war Ernſt
Langheinz — Soſias. Dieſer ſchätzenswerte Künſtler hat in jeder
Nolle, die man ihm gab, zuletzt noch als Turelure” im „Bürgen” an
ſeinem Platz geſtanden. Aber diesmal wuchs er doch über ſich ſelbſt
und über das Niveau des Enſembles weit hinaus. Er machte den
Töl=
pel Soſias zu einer Figur, deren Auftritt man mit Spannung erwartete
und deſſen verſchmitzte Behendigkeit geſtern mehr Eindruck machte, als
das wundervolle Pathos der Jupiterſchen und Alkmenenſchen Reden.
Wie ſehr er Schauſpieler iſt, merkte man in den Szenen, in denen er
gar nichts zu ſagen hat. Wie er da mit konzentriertem Ausdruck und
äußerſter Spannung die Vorgänge auf der Bühne mit ſeiner Mimik
und Geſtik gleichſam unterſtreicht — ohne vordringlich zu werden —, das
ſchon zeigt, wie dieſer Mann mit dem Theater verwachſen iſt; es
offen=
bart Komödigntenblut. Aber das Weſentliche war, daß er die
menſch=
lichen Hintergründe ſeiner Rolle aufſpürte und plaſtiſch zu machen
wußte. Er gab eine ſaftige Impreſſion von der Primitivität aller
menſchlichen Gelüſte und Schmerzen des tumben Wichtes. Er ſtellte
neben die menſchliche Geſtaltungskraft eine artiſtiſche Behendigkeit und
Wendigkeit des Körpers, eine Belebtheit und Treffſicherheit des
mimi=
ſchen Ausdrucks, die ſeine Darſtellung zu der großen Leiſtung runden,
die ſich von ſelbſt in den Mittelpunkt der Auffüihrung ſtellte und
durch=
weg ihr Höhepunkt war. (Dr. Kantorowiez. Neue Badiſche
Landes=
zeitung vom 6. Sept. 1927.) — Ganz echt und einzig war der Soſias
von Ernſt Langheinz. Aus dieſer Leiſtung ſchimmerte das ganze
uralte Komödiantengut hindurch, das den Diener des Amphitryon zu
einer Prachtgeſtalt macht: da war Plautus, Moliere, ja — warum auch
nicht! — da war Shakeſpeare. Wenn das Stück wert war in den
Spielplan aufgenommen zu werden, ſo durch dieſen Schauſpieler. (Dr.
Kahſer. Neue Mannheimer Zeitung vom 6. Sept. 1927.) — Ernſt
Langheinz gab den Soſias mit einer prachtvollen Doſis
Urſprüng=
lichkeit, mit friſcher Ungeſchminktheit der Auffaſſung, eine ganz
hervor=
ragende Leiſtung dieſes Künſtlers. (S. Lehmann. Mannheimer
Volks=
ſtimme vom 6. Sept. 1927.)
Seite 4
Dienstag, den 13. September 1927
Nummer 234
Attentat auf den italieniſchen
Vizekonſul in Paris.
WienundOeſterreich von heute
Von unſerem (D=Korreſpondenten.
London, 12. September.
Der Wiener „C. F.M.”=Korreſpondent der „Weſtminſter
Gazette” erklärt, es ſei irreführend, wenn in der britiſchen
Preſſe über das ſogenannte Wiedererwachen des Wiener
Froh=
ſinns berichtet werde. Die Wiener Fröhlichkeit ſei heutzutage nur
die mechaniſche Fröhlichkeit einer Stadt von Geſpenſtern. Oper,
Operetten, Cafés ſeien wie ſonſt; aber es fehle etwas: die Seele
ſei aus der einſtigen Hauptſtadt eines glänzenden Kaiſerreichs
gewichen, das jetzt zu einer kleinen Republik geworden ſei. Die
Vergangenheit ſei tot, die Zukunft ungewiß, die Gegenwart
mache den Eindruck der Unwirklichkeit. Es fehle an
National=
bewußtſein. Es exiſtiere ſo gut wie kein patriotiſches Empfinden
für Oeſterreich als Ganzes, aber in den verſchiedenen
Bundes=
provinzen ſei eine Art von Lokalpatriotismus entſtanden. Der
einzige Punkt der Einigkeit ſcheine in der Abneigung zu beſtehen,
welche alle die im weſentlichen konſervativen Provinzen gegen
das ſozialiſtiſche Wien hegten.
„Die Provinzen, insbeſondere Tirol, bewahren ihre
Tradi=
tionen. Die eigenartige Kleidung und die nationalen Gebräuche
der Bauern haben den Krieg und das tragiſche „Nachher” des
Friedens überlebt. Wenn man von der Schweizer Grenze her in
der Nichtung auf Wien zu wandert, findet man noch offenbare
Verbindungsglieder mit der Vergangenheit. In Wien ſind dieſe
Glieder zerſprungen. In der Hauptſtadt hat ſich das politiſche
Leben zu einem Kampf zwiſchen den Sozialdemokraten des Herrn
Bquer — den Sozialiſten, welche die ſtädtiſche Verwaltung
be=
herrſchen — und den Chriſtlichſozialen des Herrn Seipel
ent=
wickelt — den Konſervativen, welche die Bundesregierung in der
Hand haben. Die Grundfrage in der inneren Politik
Oeſter=
reichs, welche eine wichtige Rolle ſelbſt in ſolchen äußeren Fragen
wie dem Anſchluß ſpielen würde, iſt die Frage der
Zins=
einſchränkung. Eine Wiederaufhebung des
Zinseinſchränkungs=
geſetzes würde eine neue Revolte verurſachen.
Wenn und wann Oeſterreich ſich an Deutſchland anſchließen
ſollte, wird es eine sonditio sine gua non der Sozialdemokraten
ſein, daß das Geſetz Deutſchlands derart geändert werden muß,
daß es ſich dieſcm Grundgeſetz des Nachkriegs=Oeſterreichs
an=
paßt. Hierin ſind die verarmte Ariſtokratie, die früheren
Beam=
ten= und Offiziersklaſſen mit der organiſierten Arbeiterſchaft eins,
denn die Aufhebung der Zinseinſchränkung würde ihren Ruin
bedeuten. Ich finde, daß heutzutage alle Sektionen der
öffent=
lichen Meinung in Oeſterreich, von der chriſtlichſozialen Rechten
bis zur ſozialdemokratiſchen Linken, den Anſchluß als die
ein=
zige Löſung betrachten.”
Dank der wiederaufbauenden Arbeit des Völkerbundes ſtehe
Oeſterreich wieder auf ſeinen Füßen und ſei mit einem Syſtem
niedriger Löhne und Preiſe wieder imſtande, auf ſehr
beſcheide=
ner Grundlage zu leben. Aber eine Annäherung an ein normales
Proſperieren ſei unter dieſen Verhältniſſen ausgeſchloſſen und
man behaupte, daß nur eine Vereinigung mit Deutſchland
Oeſter=
reich ermöglichen würde, einen gewiſſen Grad der Wohlfahrt
wieder zu erlangen. Unter anderem würde es auch gegenüber
Italien in betreff der Zwangs=Italieniſierung der öſterreichiſchen
Minoritäten im italieniſchen Tirol in eine ſtärkere Stellung
ge=
bracht. „Es gibt jedoch eine Anzahl von Problemen, die gelöſt
werden müſſen, bevor der Anſchluß eine Frage praktiſcher
Poli=
tik werden kann. Es iſt noch nicht gewiß, in welcher Form die
Vereinigung ſtattfinden könnte, ob Oeſterreich in das Deutſche
Reich als ein autonomes Staatengebilde wie Bayern eintreten
würde, oder ob die verſchiedenen Provinzen Oeſterreichs ſich
dem Reiche geſondert als Provinzen anſchließen könnten. Direkt
nach dem Kriege begünſtigten die Sozialdemokraten den Anſchluß
am meiſten, während die Chriſtlichſozialen für ein unabhängiges
Oeſterreich eintraten. Jetzt halten ſich die Sozialdemokraten
zurück, weil ſie den Anſchluß nicht für praktiſch durchführbar
hal=
ten, ſolange nicht Europa im allgemeinen und Deutſchland im
beſonderen „revolutioniſiert” oder wenigſtens demokratiſiert ſind.
Die unabhängigſte oder am meiſten „öſterreichiſche” Idee,
die ich entdecken konnte, iſt die, welche den Anſchluß nicht als die
endgültige Löſung betrachtet, ſondern als den erſten Schritt zu
einer endgültigen Löſung. Die Vertreter dieſer Anſicht glauben,
weil Oeſterreich ſeine natürliche und geſchichtliche Rolle ſtets
mehr an den Ufern der Donau wie an den Ufern des Rheins
geſpielt hat, liege kein Grund vor, daß Oeſterreich in das
Deut=
ſche Reich nicht als eine autonome Einheit eintreten ſolle,
wäh=
rend es zu gleicher Zeit ſeine traditionelle wirtſchaftliche und
kul=
turelle Rolle in den Gebieten der einſtigen Habsburgiſchen
Mon=
archie langſam wieder aufnehmen könnte. Die ſchließliche oder
idealiſtiſche Auffaſſung iſt, daß dies Oeſterreichs notwendiger
Beitrag zu der Verwirklichung der Idee oder des Ideals von
den Vereinigten Staaten von Europa ſein wird, wenn und
wann dieſe Idee eine materielle Geſtaltung gewinnt.”
Der Mörder feſigenommen, verweigert jede Ausku.)
EP. Paris, 12. Septembe=,
Ein Unbekannter, der ſich aber nachträglich als Itali in
ausgegeben hat, hat heute mittag mehrere Revolverſchüſſe g
den italieniſchen Vizekonſul Carlo Nardini abgefeuert. Der 9
gegriffene iſt ſchwer verletzt ins Spital befördert worden.
Attentäter konnte feſtgenommen werden. Er hat ſich geweite.
ſeine Identität und die Beweggründe zu ſeiner Tat anzugeeig
Man weiß ſomit noch nicht, ob es ſich um einen perſönlän
Racheakt oder ein politiſches Attentat handelt.
Der italieniſche Vizekonſul Graf Carlo Nardini iſt an
anderthalb Stunden nach ſeiner Einlieferung in das Spital hau
nachmittag geſtorben. Ueber die näheren Umſtände ſeiner 5.
mordung erfährt man, daß die Tat im Sprechzimmer des Wz
konſuls ſtattfand. Der Mörder, anſcheinend ein Arbeiter, Ht
um das Viſum ſeines Paſſes für die Rückkehr nach Italien:
ſucht, was ihm aber verweigert werden mußte, da er die Gem!
migung des Präfekten ſeiner Heimatprovinz nicht beſaß. Ry
einer anderen Verſion hatte er um die Erlaubnis erſucht, ſein
in Italien lebende Frau nach Paris kommen zu laſſen. Ob=)
eine oder die andere Verſion die einzige Urſache des Mordesi
ſteht noch nicht feſt, denn im Augenblick des
Mordanſchlages=
fand ſich außer dem Täter und dem Vizekonſul niemand
Sprechzimmer. Der Mörder konnte nur nach großen Anſtrengch
gen feſtgenommen werden, wobei es ihm noch gelang, drei Schhi
abzugeben, die aber niemand verletzten. — Der Getötete Fü
im Alter von 58 Jahren und war am italieniſchen Konſula.
Paris ſeit 27 Jahren angeſtellt, ſeit 15 Jahren als Vizekon/
Er hinterläßt eine Frau und eine 20jährige Tochter. — Die F
tität des Mörders, der immer noch jede Auskunft verweie
konnte bis jetzt noch nicht ermittelt werden.
MAGGN Sumpen m Würfeln
K
Wehr als 25 Sarten; darunter auch die Suppen, die Sie besonders gern essen.
1 Würfel für 2 Teller 13 P.
Familiennachrichten
Die glückliche Geburt ihres
Töchterchens
Hildegard Waltraud
zeigen hocherfreut an (14104
H. Brund Rodatz jr. u. Frau
Giſela, geb. Wolf.
Für die uns anlässlich unserer
Ver-
mählung in so reichem Masse erwiesenen
Aufmerksamkeiten danken herzlichst
Dipl.-Ing. Ludwig Spamer
Regierungsbaumeister a. D.
2sa4y, und Frau Mathilde, geb. Koch.
Hamburg, den 2. September 1927.
Statt Karten.
Für die zu ihrer Vermählung
erwieſenen Aufmerkſamkeiten
danken herzlich
(*24026
Pfarrafſiſtent
Ernſt Ludwig Lautenſchläger
u. Frau Erna, geb. Oſtheimer.
Offenbach-Darmſtadt, Sept. 1927.
Todes=Anzeige.
Allen Verwandten, Freunden
und Bekannten die traurige
Mit=
teilung, daß heute unſere liebe,
gute Mutter, Schweſter,
Schwä=
gerin, Schwiegertochter und Tante
Frau Anna Kartſcher Bwe.
verw. Stier, geb. Sänger
nach qualvollem, mit großer
Ge=
duld getragenem Leiden im Alter
von 48 Jahren ſanft dem Herrn
entſchlafen iſt.
Die tieftrauernden Kinder:
Marie Stier
Aenne Stier
Heinrich Stier
Otto Stier
Eliſab th Stier
Familie 2. Heind’l, Frankfurt.
Darmſtadt, 12. Sept. 1927. (* 24027
Die Beerdigung findet Mittwoch,
den 14. September, nachm. 3 Uhr,
auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Hiermit erfüllen wir die traurige Pflicht,
unſere A. H. A. H., Philiſter, i. a. B.,
i. a. B. und a. B. a. B. von dem plötz=
lichen Ableben unſeres i. a. B.
Heinz Jungmann
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem Heimgange meiner
lieben, guten Frau, unſrer
herzens=
guten Mutter, Schwiegermutter und
Großmutter
Frau
Eliſabeih Allmann
geb. Allmann
ſagen wir auf dieſer
ge herzlichſten
Ad. Allmann IV. und Söhne
Heinr. Noßmann IV. u. Familie.
Cand. rer. elektr.
infolge eines Unglücksfalles in Kenntnis
zu ſetzen.
Ehre ſeinem Andenken!
In tiefer Trauer:
Die O. B. „Germania”
J. A.:
W. Wieſe, F.=V.
14074)
Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe herzlicher Teilnahme beim
Heimgange unſeres lieben Entſchlafenen ſagen wir hiermit
unſeren tiefſten Dank. Beſonders danken wir Herrn Pfarrer
Saal für ſeine tröſienden Worte, wie auch den Kanzleibeamten
am Miniſierium des Innern, dem Verband der Kanzieibeamten
an den Zentralbehörden, der Ortsgruppe Darmſtadt und dem
Landesverband Heſſen des Reichsbundes der
Zivildienſtberech=
tigten für die Ehrungen am Grabe. Dank ſei auch den
Blumenſpendern und denen, die ihm das letzte Geleit gaben.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Margarethe Lenz.
Darmſiadt, den 12. September 1927.
(23963
Von der Rei
zurück!
Dr. med. Becd
Spezialarzt für Chinu
und „Krankheiten
Harnorgane.
Sprechſtunden:
3-5 Uhr. IV.-
Telephon 185/
Heidelbergerſy
wiederau
genommit
Dr. Bodenhein
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es
gefallen, meine liebe, gute Frau,
unſere gute Mutter, Tochter,
Schwiegertochter. Schweſter,
Schwägerin und Tane
R
zurück!
Geheime Sanitätsrat
Dr. Arthur Hofmann
Frau
Eliſabeth Emig
Annaſtraße 40.
Telephon 440.
Sprechſtunden: ½3
bis ½4, Samstags
12-1 Uhr. (14088id
Dr. Kautzſch
Hanet
E2rt Gefi
n ein.
ien vi
Ae Schmit
ander
Fhrche
Gohes Alter
bis Ende September
verreiſt.
Vertretung durch die
Herren: ( 23680si
8.N. Dr. I. Orih.
S.-R. Dr. Nebelihau,
S.-R. Dr. Bosenheimer.
FürEi enbahnbeamte
Dr. Schlter.
rmnnt in d.Ach
Tag. Beiladung
Stuttgartmit? A-g
2. 122 Geſchſt. /24
Verloren
Knde R
verloren. Si
abzug, geg. Be—A
Frey, Friedud
ſtraße 14,I.
geb. Meiſel
im Alter von 35 Jahren nach
kur=
zem ſchweren, mit großer Geduld
ertragenem Leiden zu ſich zu rufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Emig u. Kinder
Familie K. Emig
Familie W. Meiſel
und Verwandte.
Wracmeläckde
Darmſtadt, den 12. Sept. 1927.
Karlsſtr. 21.
(14097
Die Beerdigung findet am 14.
Sep=
tember 1927, vormittags 11½ Uhr,
vom Portale des Waldfriedhofes
aus ſtatt,
Eine Erlösung von dauernder Oual ist das berühmte
SpTanzpand
(Deutsches Reichspatent)
Dankſagung.
Kein Gummiband, ohne Feder, ohne Schenkelriemen,t
dem unbedingt auverlässig, für alle Arten von Bruchen, 1- Garantie. Glänzende Zeugnisse, auch Heiler
Aerztlich begutachtet. Mein Vertreter ist für alle Bruchleid
(auch für Frauen und Kinder) wieder mit Mustern koste
zu sprechen in
(II. St.—5
Groß-Umstadt: Gasthaus zum Lamm, am Donners
den 15. September, von 9—12 Uhr.
Ober-Ramstadt: Gasthaus zum Adler, am Donnersei
den 15. September, von 2—6 Uhr.
Der Erfinder und alleinige Hersteller:
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem Heimgange meiner lieben Frau ſage ich Allen
hier=
mit meinen beſten Dank. Beſonders danke ich den Herren
Aerzten, Schweſtern und Freundinnen meiner friedlich
entſchlafenen Frau für die gute Behandlung und
auf=
opfernde Pflege während ihrer langen Krankheit zu
Hauſe und im Eliſabethenſtift, ferner Herrn Pfarrer
Kleberger für ſeine zu Herzen gehenden Worte am Grabe,
ſowie allen denen, die ſie zur ewigen Ruhe begleiteten
und für die zahlreichen Blumen= und Kranzſpenden.
Dankſagung.
Hermann Spranz, Unterkachen (Aürig
Darmſtadt. Soderſtraße 19.
Georg Schnur.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Anteilnahme an unſerem ſchweren
Verluſt, ſowie fürdie reichen
Blumen=
ſpenden ſagen herzlichen Dank
*21002) Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Eliſe Diehl, geb. Ruppert.
Steinau, den 10. Sept. 1927.
Bägel- Kunsens2!Neue Obſtpreſſe
Zu dem laufenden Glanz=Bügelkurſus /60 cm Durchmeſſe
bis 14. Oktober werden von heute ab noch billigſt zu vk. (239
(441ooj4 Tber=Mamſtadt.
Damen angenommen.
Darmſtädterſtr
Fr. Schell, Schießhausſtraße 48.
med. Ernst Draudt
hat seine ärztliche Tätigkeit wieder
aufgenommen
*23979
Tägliche Darmhysiene
pdlegen, ist Pflicht jedes kultivierten Menschen Gewinn
Reinheit der Säfte, Wohlbefinden, Rüstigkeit!
„kanalisieren” den Körper, reinigen das- Blut, beseitige-
Fäulnisbakterien und chronische Verstopkung, Wohlschmet
kend, ungiftig! Kein Abführmittel! Seit:16 Jahren V.
Aerztea und Publikum bei Verdauungsleiden släuuele
1V,140g
begutachtet.
Dr. E. Klebs loghurtwerk, München, Schillerstr. 23
Zu beziehen durch Apotheken u. Drogerien. Drueks koßte94
Nummer 254
Aus der Landeshauptſiadt.
Darmſiadt, 13. September.
bis dem Antsgericht Hungen Ludwig Polz zum Juſtizinſprktor bei gung der Stadtverwaltung und des zuſtändigen Bildungsausſchuſſes
de m Ernſt Bareiter zum Oberaſſiſtenten bei dem Amtsgericht Leſern aufgeſtellt worden ſind. Wir bitten den Leſer dieſer Ausfüh=
Fäedberg.
t—ngeliſche Lehrer an der Volksſchule in Reichelsheim (areis muß, daß alſo eine Maßnahme, die dem Einzelnen von ſeinem verſön=
EBach i. Ldw.), Dienſtwohnungen ſind nicht vorhanden.
er 15. September 1927, nachmittags 5 Uhr, im Rathaus, iſt folgende über die erſte Bezihung, die der Bürger Darmſtadts zur Stadtbücherei
e gesordnung feſtgeſetzt: 1. Die Voranſchläge der vier höheren anknübft, über ſeine Anmeldung als neueintretender Leſer.
eeabenſchulen für das Rechnungsjahr 1938. GBerichterſtatter: Stadtv.
sanghmen und Ausgaben der vier höheren Knabenſchulen für das ger, benechtigt. Auch wer außerhalb berufstätig iſt und nur in
Darm=
ichnugsjahr 198. Gerichterſtater, Stadiv, Geiſßer, Goſenheimer, ſtadt wohnt, hat dies Necht auf unentgeltliche Venutzung. Aber
um=
decher und Schneider.) 3. Errichtung eines Wohngebäudes auf der
iterſtater: Stadtb. Larcher) 6. Ortsſatzungen über die Erhebung wird. — Anmelden muß ſich der Leſer berſönlich, ſelbſtverſtändlich mit
Blaungsplan ſüdlich der Landskronfraße zwiſchen Geidelberger, nehmen, nur mil ſie als Kranke, nicht ſelbſt zur Bibliothel kommen
arweg, Seckatz= und Hobrechtſtaße, (Berichterſtatter: Bürgermeiſter anmelden laſſen; das kann zum Biſpiel der Fall ſein bei denienigen,
. Mitteilungen.
jalarzt 74
Nd Fraudck
Hamap
FM.
Zelephon 1
wieder
uDdigte Neueinſtudierung von Shakeſpeares „
Wintermär=
un”, mit der das Schauſpiel im Großen Haus eröffnet werden
Ake, muß wegen plötzlicher Erkrankung des Herrn Werner Fink
ur wegen der dadurch notwendig gewordenen Umbeſetzung
uff morgen Mittwoch, 19 Uhr, verſchoben werden.
½Aufführung am Mittwoch bleibt als erſte Vorſtellung der
h7 ete A beſtehen. Die im Einzelverkauf für Dienstag gelöſten
ien können am Mittwoch benutzt oder bis ſpäteſtens
Mitt=
ſich, 13½ Uhr, an der Tageskaſſe zurücgegeben werden.
— Freunde der Darmſtädter Realanſtalten, ſo heißt nunmehr, die
esinigung ehemaliger Real= und Oberrealſchiler durch Beſchluß der
a=ptverſammlung, der unſer Ehrenmitlied Herr Oberſtudiendirektor
Kammer beiwohnte. Dieſe genehmigte die Satzungen und wählte
z Vorſtand, dem folgende Herren angehören: „Kraft, Bonarius,
uchm. Fiſcher, Klöß. Schulz. Dörr, Hiſſerich, Klein, Schneider, Stichel
u Zöller. Zur Stiftungsfeier war eine Zahl der Freunde, unter
um die Herren Ob.=ſtudiendirektoren beider Oberrealſchulen, er=
Uamen. Herr Oberreallehrer Pfaff verſtand es, mit ſeinem
tüch=
an Orcheſter bald eine weihevolle Stimmung zu erzeugen, die durch
abietungen des Dichters, der Sängerin und Sänger weſentlich be=
An ußt wurde. Die mitwirkenden Künſtler: Frau Lisbet
Achatz=
aft (Alt), Herr Fritz Kugler (Tenor) und Herr Hch. Schmidt
Briton) boten ihre reife Kunſt mit warmem Empfinden dar. Als
nleſter wußten ſich die Herren Beind Zeh und Karl Dietrich
a reflich anzupaſſen, während Herr Gerichtsaſſeſſor glein im
Uuneſter den Flügel ſpielte. Mit ſtarkem Beifall begrüßten bei jedem
Arteten die dankbaren Zuhörer unſer „Bienchen Bimmbernell‟. Die
1s uit Beſcheidenheit dargebotenen eigenen Dichtungen verfehlten nie
ſs Virkung. Anſchließend wurde getanzt Jung und alt verließ
urdigt in vorgerückter Stunde den Mathildenhöhſaal. Die nachſte
ergtsverſammlung findet am Samstag, den 15. Oktober, bei Sitte
„Geſundheit, Wohnung, Siedlung”. In dem Bericht über die
rellung wurde verſehentlich die Firma C. Stützer Nachflg.
in genannt, die in ſehr intereſſanter Weiſe ihre waſchharen und
licht=
ter Tapeten=Fabrikate. — Tekko und Salubra — praktiſch
demon=
ſeike.
— Der Heffiſche Kindergottesdienſtverband lädt für Sonntag, den
September, zu ſeiner zweiten Landesverſammlung nach
BadNau=
im ein. Der auch als Dichter bekannte Pfarrer Knodt aus
mofen wird um 10 Uhr in der Dankeskirche predigen. Einer der
orrragendſten ſüddeutſchen Führer der Kindergottesdienſtſache,
nrer Schmidt aus Augsburg, hält um 11½4. Uhr ebenda den
feſt=
ei Kindergottesdienſt und ſpricht bei der um 2½ Uhr in der
Wil=
a=kirche beginnenden Hauptverſammlung über die Erziehung der
eier zum praktiſchen Chriſtentum.
— Hohes Alter. Herr Architekt Carl Schulz, Wienerſtraße 99.
endet nächſten Samstag, den 24. September, in voller Geiſt.=sfriſche
rörperlicher Geſundheit ſein 80. Lebensjahr. Herrn Schulz,
Unells Unteroffizier im 2. Großh. Heſſ. Inf.=Regt., widerfuhr 1870
Hiſtoriſche Erlebnis, indem er auf dem Bahnſteig des Gießener
ie hofs unmittelbar vor Kaiſer Napoleon Aufſtellung fand, als
letz=
e: mit dem Köln=Mindener Bahnzug einfahrend, einen
dreiviertel=
a) gen Aufenthalt nehmen mußte, um nach Wilhelmshöhe
weiter=
etet zu werden.
— Die Dahlienſchau bei Hermann Schulz erfreute ſich eines ſehr
en Beſuchs, der am Sonntag nachmittag ſeinen Höhepunkt erreichſte.
armnein war man von dem Dargebotenen befriedigt, denn außer dem
c altigen Dahlienſortiment konnte auch der ganze Gärtnereibetrieb,
afondere auch die hübſchen Warmhauspflanzen in den
Gewächs=
tſearn in Augenſchein genommen werden.
Sonderzugverkehr zur Landesausſtellung in Darmſtadt. Die von
Landwirtſchaftskammer beſtllten Sonderzüge mit
Fahrpreisermäßi=
ia verkehren beſtimmt auf folgenden Strecken an nachfolgenden
geri: aus Nichtung Bad Salzſchlirf-Lauterbach-Als=
2—GießenFriedberg-Darmſtadt und zurück Sonntag,
u8. Soptember; aus Nichtung Alsfeld.Gießen=Fried=
19—Darmſtadt am Samstag, den 17. September, Hinfahrt. und
Sonntag, den 18 September Rückfahrt; aus Richtung Nidda—
ockheimVilbel= Frankfurt=Darmſtadt und zurück
Sonntag, den 18. September; aus Nichtung Hanau—Offen=
—Oberroden-Dieburg=Darmſtadt und zurück am
Mtag, den 18. September; aus Richtung Hetzbach=Höchſt—
mſtadt und zurück am Sonntag, den 18. September; aus der
ſung Weinheim=beppenheimBensheim— Darm=
1rt und zurück am Sonntag den 18. September; aus der Richtung
n gen-Mainz=Darmſtadt und zurück am Samstag, den
Sebtember; aus Nichtung Sprendlingen (Rh.)Alzey—
m3—Darmſtadt und zurics am Sonntag, den 18. September=
Richtung Armsheim-MainzDarmſtadt und zurück am
mStag, den 17. September.
Dienstag, den 13. September 1922
Stadtbücherei und Leſerſchaft.
Um die Beziehungen zwiſchen der Stadtbücherei und ihren
Lyern noch feſter zu knüpfen, und aus dem Wunſche heraus, etwa noch
— Ernannt wurden: am 25. Auguſt der Lehrer Wilhelm Bunn beſtehendes Mißtrauen gegen einzelne Maßnahmen der Stadtbücherei
glein Krotzenburg (Kr. Offenbach) zum Lehrer an der Volksſchule zu beſeitigen, ſollen in einer heuto beginnenden Reihe von kleinen Auf=
Mühlheim (Kr. Offenbach a. M.); am 27. Auguſt der Juſtizinſpektor ſätzen alle die Beſtimmungen beſprochen werden, welche unter
Bille=
an Amtsgericht Lich, der Oberaſſtent bei dem Amtsgericht Bad=Nau= zur Regelung der Beziehungen zwiſchen der Stadtbücherä und ihren
brngen; am 29. Auguſt der Verſorgungsanwärter K. Geiß in Fried= rungen, ſich dabei einmal auf den Standpunkt zu ſtellen, daß er nicht
eg zum Gefängnisoberwachtmeiſter bei dem Amtsgerichtsgefängnis in dieſer einzelng beſtimmte Leſer iſt, der die Stadtbücherei eben als Leſer
in Anſpruch nimmt, ſondern daß er ſelbſt eine Benutzungsordnung für „Lskar Helene= Heims” in Verlin=Dahlem in den Jahren 1906 07 mit
— Erledigt ſind: eine Lehrerſtelle für einen ebangeliſchen Lehrer die Stadtbücherei zu entwerfen habe. Er wird dann eher verſtehen,
n der Volksſchule in Hetzbach (Kreis Erbach i. Odw.), Dienſt= daß feſte Ordnungen notwendig ſind, ja daß eine Bibliothek mit z. Zt.
ochnung iſt vorhanden und wird demnächſt frei; zwei Lehrerſtellen für etwa 6000 Leſern ohne ſolche Regelung ſich in ein Chaos verwandeln
lichen Standpunkt aus vielleicht auf den erſten Blick als überflüſſig
er=
ſcheint, ſehr anders ausſieht, wenn ſie als Regelung nicht für einen
Zur Sitzung der Stadtverordnetenverſammlung auf Donnerstag, Leſer, ſondern für 6000 Leſer verſtanden wird. Sprechen, wir heute
Zur unentgeltlichen Benutzung der Stadtbücherei iſt jeder Einwoh=
-ſmar, Goſaleimer Larcher und Schn ider) 2. üeberſächten über die nar der Staöt über, 14 Jahre, d.h. ieder im Darmſtadt anſäliſge Bir=
A7eite der Lichtenbergſtraße, GBerichterſtatter: Stadtv. Haury.) 4. Ver= gekehrt; wer zwar in Darmſtadt berufstätig iſt, aber ſeinen feſten
Wohnſitz in einer anderen Gemeinde hat, kann nicht Leſer werden, da
ndung der Erdgeſcheßraune des Nachauſes. 5. Gehebung von Ge= die Stadtbüchrei eben als ſtädtiſche Bibliothuk der Stadt Darmſtadt
nn für Straßenreinigung, Müllabfuhr und Nanalbelutzung. (Be= nur für die Bürgerſchaft Darmſtadts eingerichtet iſt und unterhalten
er Gehichren, Gerichterſtater, Stadtv. Karcher) 7. Einſpruch gegen Ausnahme aler Kranken. Dieſen etwa deshalb die Leſeberechtigung zu
tiſe und Goekeſtraße, GBerichterſtatter: Staodtv, Fübner ) 8. Reicks=, künnen, wire ja heller Wahnſinn. Auch wer nachweislich während der
zwingungsordnung für Bauleiſtungen, GBerichterſtatt: Stadth. baurh.) Defnungszeiten der Stadtbücherei beruflich am berſönlichen Vorſpro=
Bebauungsblan für das Gelände zwiſchen Schießhausſtraße. Nieber= chen in der Bibliothek verhindert iſt, kann ſich durch jemand Anderen nunmehr Drgan der Deutſchen Vereinigung für Krüpzelſtirſorge. Die
hert) 10 Beſchafung einer Großlautſprecheranlage für die Feſthalle, die zwar ihren feſten Wohnſitz in Darmſtadt haben, ihrer Berufsarbeit
jedoch außerhalb der Stadt nachgehen und erſt ſpät abends heimkom=
— Heſſiſches Landestheater. Die für heute Dienstag ange= men. Dieſen Leſern wird die Stadtbüicherei noch dadurch entgegen
kommen, daß ſie ihre Oeffnungszeiten ab Oktober auch auf die ſpäteren
Abendſtunden verlegt. Bei der Anmeldung iſt ein vollgültiger Ausweis
über die Perſon mitzubringen (Paß, Perſonalausweis,
Krankenkaſſen=
ſchein, Kontrollkarte u. dergl.), weil die Bücherei den Leſern ja
Wert=
ſtücke, nämlich die Bücher, mit nach Haus gibt. Da die Bücherei
ihrer=
ſeits der Stadtverwaltung für den Verbleib der aus ſtädtiſchen
Steuer=
mitteln erworbenen Bücher haftet, muß die Bücherei wiſſen, ob der
betreffende neue Leſer vertrauenswürdig iſt. Aus dieſem Grunde
ver=
langt ſie das Vorlegin eines Ausweiſes. Wer aber etwa in der
Stadt=
bücherei ſchon bekannt iſt, rder namentlich ältere Menſchen, die ſich als
Leſer ammelden wollen urd gerade ihren Ausweis nicht bei ſich haben,
ſind bisher immer auch ohne dieſen Ausweis angemelder worden; ſie
haben ihn dann gelegntlich gines weiteren Beſuches in der
Stadt=
büicherei (etwa beim Umtauſche der Bücher) mit vorgezeigt. An dieſer
Rückſichtnahme wird ſelbſtverſtändlich auch in Zukunft feſtgehalten. Daß
überhaupt in dieſem Punkt nicht engherzig verfahren wird, kann
man=
cher Leſer der Stadtbücherei beſtätigen. Bei Studenten und Schülern
verlangt die Stadtbücherei bei der Anmeldung außer dem Ausweis auch
noch das Beibringen eines Bürgſchaftsſcheines. Bei den Studenten
handelt ſie bei dieſem Brauch in Uebereinſtimmung mit den übrigen
Bibliotheken. Bei den Schülern tut ſie es deshalb, damit die Eltenn,
die den Büraſchein auszufüllen haben, davon wiſſen, daß ihre Kinder
bei der Stadtklückerei leſen. Wenn auch dia Beamten der Stadtbücherei
Jugendlichen ohehin keinen Leſeſtoff geben, der für Heranreifende nicht
geeignet iſt, ſo möchte ſie doch grundſätzlich vermieden ſehen, daß
Jugendliche überhaupt ohne Einwilligung und Wiſſen ihrer Eltern
oder der die Elternſtelle vertretmden Pflegeperſonen Leſer der
Stadt=
bücherei ſind. — Bei der Anmeldung wird die Gebühr von 30 Pfg.
erhoben — die einzige finanzille Belaſtung, welche das Leſen bei der
Stadtbücherei mit ſich bringt. Aber auch von dieſer Gebühr iſt in
man=
chen Fällen abgeſehen worden und wird auch weiterhin abgeſehen.
Welchen Zweck verfolgt nun die Bibliothek damit, daß ſie die
perſön=
liche Anmeldung ihrer Leſer (außer in den oben boſprochenen
Aus=
nahmefällen) verlangt?. Zunächſt einen wichtigen ſachlichen Zweck, bei
der Anmeldung wird dem Leſer ein Leſcheft ausgehändigt, das dazu
beſtimmt iſt, in Form von Eintragungen feſtzuhalten, was der Leſer
jeweils an Bichern mit nach Hauſe nimmt und was er wiederbringt.
Ueber die Benutzung dieſes Heftes wird er unterrichtet, ihm geſagt.
wieviel Bücher er auf einmal bekommen kann, wozu der Wunſchzettel
im Leſeheft dient, daß er die Bücher nur zum eigenen Bedarf entleihen
kann und nicht an Freude weitergeben darf, Bücheraustauſch innerhalb
der Familie wird man weder verhindern können noch wollen. Es wird
ihm eine Leſeordnung ausgehändiat, ein Eremplar der kleinen
Zeit=
ſchrift, welche die Bücherei monatlich herausbringt; ferner wird auf die
Kataloge hingewieſen, welche im Ausleihraum unentgeltlich in zwn
Exemplaren zur Benutzung ausliegen. Beim Beſprechen dieſer rein
ſachlichen Dinge gewinnt der Leſer eine erſte perſönlich, Beziehung zur
Stadtbücherei, kann er auch ungezwungen beſondere Wünſche und
An=
liegen vorbringen, wenn er will. Selbſtverſtändlich wird niemandem
eine „Beratung” aufgedrängt, der ſie nicht wünſcht. Deshalb ſei
aus=
drücklich nochmals geſagt: die perſönliche Anmeldung gibt zwar dem
Leſer die Möglichkeit, ſich über Einzelnes zu erkundigen; dazu
ange=
halten worden iſt noch nie jemand, und das wird auch in Zukunft nicht
geſchehen. Damit wäre alſo das Geſchäft dar Anmeldung als Leſer
erledigt, und der Betreffende kann Bücher entleihen. Ueber dieſe
wich=
tigſte Beziehung zwiſchen Leſer und Bücherei wird im näckſten Aufſatz
geſprochen werden, alſo auch übem die Frage, warum die Entleihungen
vom Leſer perſönlich vorgenommen werden, ſollen und nicht durch
Boten. In dieſem Zuſammenhang des nächſten Aufſatzes wird auch
erſt ganz klar werden, warum, die Bücherei Wert auf die perſönliche
Anmeldung legt.
Schenkungen im erſten Halbjahr 1927. Unter den vom Staate die Krüppelhürſorge in Preußen und im Deutſchen Reich entwickelt hat,
genehmigten Schenkungen ſind hervorzuheben: Der kath. Kirche in ein „Muſeum für Krüppelfürſorge”, das hier, im Brennpunkt Deutſch=
Sulzheim wurde von Mag. Wolf daſelbſt ein Grundſtick im Werte lands, bereits in den wenigen Monaten zu einer Stätte der
Voltsbeleb=
von 2000 Mark geſchenkt. Die Karl=Heünrich=Habich=Stiftung der Stadt rung und auch der Anregung in Fachkreiſen geworden iſt.
Gernsheim hat der Kongregation der Schweſtern von der Göttlichen
Vorſehung in Mainz ein Wohnhaus mit Grabgarten zugewendet. Eine Stand der Krüppelfürſorge in Deutſchland widerſpiegeln. Die
An=
letztwillige Zuwendung für Schul= und Erziehungszwecke in Höhe von gaben ſind dem von Biſalkski im Auftrage der Deutſchen Vereinigung
Die geſchichtliche Entwicklung
der Deutſchen Vereinigung
für Krüppelfürſorge.
(Zur Mitgliederverſammlung der deutſchen Vereinigung für
Krüppel=
fürſorge in Darmſtadt am 17. September 1927).
Nachdem Profeſſor Bieſalski, Direktor und leitender Arzt des
Unterſtützung der Bundesregierungen eine Zählung der
körpergebrech=
lichen Jugendlichen in Deutſchland vorgenommen hatte, war zum
erſtenmal in breiteſter Oeffentlichkeit auf den Umfang des Krüppeltums
hingewieſen worden. In der Veröffentlichung Bieſalskis über „Umfang
und Art des jugendlichen Krüppeltums und der Krüppelſtirſorge in
Deutſchland” im Jahre 1909 waren aber auch bereits die Richtlinien zu
einer erfolgreichen Bekämpfung des Krüppeltums klar vorg=zeichnct.
Im Jahre 1908 erſchien der eiſte Band der „Zeitſchrift für
Krüppel=
fürſorge”, von Bieſalski redigiert, die damals das Organ der Gruppe
Kuippelfürſorge der „Deutſchen Zentrale für Jugendfürſorge” und des
Berlin=Brandenburgiſchen Krüppel=Heil= und Fürſorgeverein”, war
Am 14. April 1909 fand im Preußiſchen Kultusminiſterium unter dem
Vorſitz des damaligen Geh. Obermedizinalrats Dr. Dietrich die
kon=
ſtituierende Verſammlung der „Deutſchen Vereinigung für
Krüppelfür=
ſorge” ſtatt. Von Anfang an erfreuts ſich die Deutſche Vereinigung
für Kuippelfürſorge des Wohlwollens der Regierung.
Die Deutſche Vereinigung für Krüppelfürſorge iſt eine
Zuſammen=
faſſung aller Kreiſe, die bereit ſind, an der Linderung der Krüppelnot
mitzuhelfen. Sie hat es ſich zur Aufgabe gemacht, weit ſte Volkskreiſe
über Verklitungs= und Bekämpfungsmaßnahmen des Krüppeltums
auf=
zuklären und die Behörden zur Unterſtützung krüppelfürſorgeriſch r
Maß=
nahmen zu gewinnen. Die „Zeitſchrift für Krüppelfürſorge”, wurde
Leitung der Geſchäfte verblieb in den Händen Bieſalkis. Bereits im
Jahre 1910 fand unter dem Vorſitz Bieſalskis in Berlin der „Erſte
Deutſche Konareß für Krüppelfürſorge” ſtatt.
Bei einer kurzen Darlegung der geſchichtlichen Entwicklung der
Deutſchen Vereinigung für Kyüppelfürſorge iſt es unvermeidbar, immer
wieder den Namen Bieſalski’s zu erwpähnen. Er iſt die Perſönlichkeit
geweſen, die nachhaltig auf die Bedeutung der Bekämpfung des
Krüppel=
tums hingewieſen hat und die immer wieder die Initiative
aufge=
nommen hat, um die Krüppelfürſorge in Deutſchland zu fördern. Im
Jahre 1911 brachte die Deutſche Vereinigung für Krüppelſürſorge auf
der „Internationalen Hygiene=Ausſtellung” in Dresden zum erſtenmal
ihr Arbeitsgebiet vor die breiteſte Oeffentlichkeit. Ebenſo wie die Idee
der Beteiligung an dieſer Ausſtellung in einem eigenen Pavillon von
Bieſalski ausgegangen war, ſo hat auch er ſeine Anſtalt, das Oskar
Helen==Heim, in den Dienſt der guten Sache geſtellt und den
Haupt=
anteil der Arbeiten übernommen. Rund 325 000 Perſonen gingen durch
den Pavillon. Es ſoll hier nicht auf die vielen kleineren und größeren
Einzelleiſtungen der Deutſchen Vereinigung eingegangen werden,
ſon=
dern nur die Arbeiten hervorgehoben werden, die ausſchlaggebend für
die Entwicklung der Krüppelfürſorge geweſen ſind. Es iſt wohl eines
der größten Verdienſte Bieſalski’s geweſen, daß er bereits in den erſten
Auguſt=Tagen des Jahres 1914 klar erkannt hatte, daß die Erfahrungen
der Friedenskuüppelfürſorge den Kriegsbeſchädigten nutbar gemacht
werden müſſen. Er ſtellte die Forderung auf, daß die zu erwartenden
Kriegeskrüppel nicht — wie es in anderen Kriegen geſchehen iſt und
wie man es jetzt bereits wieder in Erwägung zog — mit Leierkäſten
ausgerüſtt werden, daß man ihnen nicht Bilderbogen zum Verkauf
übergäbe oder ſie in Heldenheimen anſiedele, ſondern daß ſie durch die
Methoden der Friedenskrüppelfürſorge; der orthopädiſchen
Behand=
lung, der Erziehung und der Berufsausbildung, zu erwerbsfähigen
Mitgliedern der Geſ Uſchaft gemacht werden. Auf einer Rundreiſe durch
Deutſchland in den Monaten September /Oktober 1914 rief Bieſalsti
die Kriegsknippelfürſorge, für die ſpäter der damalige
Oberbürger=
meiſter von Heidelberg Walz den Namen „Kriegsbeſchädigtenfürſorge‟
prägte, in allen Ländern ins Leben. Die Krüppelheime Deutſchlands
ſtellten durch Einrichtung von Lazarettabteilungen faſt ausnahmslos
ihre reichen Erfahrungen in den Dienſt der Kriegsbeſchädigtenfürſorge.
Durch die ärztliche Tätigkeit in den Krüppelheimen haben die vielfachen
Behandlungsmethoden der Orthopädie reichſte Förderung erfahren. Es
ſei vor allem auf die zahlreichen zum Teil äußerſt bedeutenden
Erfin=
dungen auf dem Gebiete des Kunſtgliederbaues hingewieſen. Dieſes
tatkräftige Eintreten hat die Deutſche Vereinigung für Krüppelfürſorge
zu einer geacht ten und wertvollen Spitzenorganiſation erhoben.
Nach dem Kriege wandte ſich die Deutſche Vereinigung wieder voll
und ganz der Bekämpfung des Krüppeltums im jugendlichen Alter zu.
Die freie Wohlfahrtspflege, in deren Händen ja faſt ausnahmslos die
praktiſche Durchführung der Krüppelfürſorge lag, war nach dem Kriege
finanziell nicht mehr in der Lage, ohne ſtaatliche Unterſtüätzung ihre
Aufgaben in dem gewünſchten Umfange durchzuführen. Die Deutſche
Vereinigung trat für eine geſetzliche Regelung der Kyüpelfürſorge ein,
die zuerſt in Preußen durch das „Geſetz betreffend öffentliche
Krüppel=
fürſorge vom 6. Mai 1920” eingeführt wurde. Wiederholt heteiligte ſich
die Vereinigung an kleineren und größeren Ausſtellungen des In= und
Auslandes; zuletzt in größerem Ausmaße an der „Geſolei” in
Düſſel=
dorf. Sie gehört zur „Arbeitsgemeinſchaft ſozial=hygieniſcher
Neichs=
fachverbände”, der außer ihr das „Deutſche Zentralkomitee zur
Be=
kämpfung der Tuberkuloſe”, der Deutſche Verein zur Bekämpfunn des
Alkoholismus”, die „Deutſch= Vereinigung für Säuglings= und
Klein=
kinderſchutz” und die „Deutſche Geſellſchaft zur Bekämpfung der
Ge=
ſchlechtskrankheiten” angehören. Dieſe Arbeitsgemeinſchaft iſt der
ſozial=
hygieniſche Beirat ſüir den Reichsausſchuß für hygieniſche Volksbelehrung”
und für das Deutſche Rote Kreuz”.
Anfang dieſes Jahres eröffnete die Deutſche Vereinigung für
Krüppelfürſorge, gemeinſam mit dem Oscar=Helene=Heim, das auf
Grund der von ihr ausgehenden Förderung der Krüppelfürſorge und
Orthopädie ſich zur Zentral=Forſchungs= und Folthildungsanſtalt für
Zuletzt ſeien kurz einige Zahlen angegeben, die den gegenwärtigen
3000 Dollar geſchah an die iſrgelitiſche Religionsgemeinde in Keſtrich für Krüpelfüirſorgge und anderer bedeutender Fachverbände
ggemeinver=
ſeitens des Moſes Goldenberg in Baltimore. Die gleiche Summe be= ſtändlich dargeſtellten „Grundriß der Krüppelſüirſorge” entnommen. Im
ſtimmte der Genannte zur Inſtandhaltung der Gräber ſeiner Eltern Jahre 1926 gab es in Deutſchland 78 Krüppelheime mit rund 1100
und Angehörigen. Ph. Hangen II. in Oberhilbersheim machte der Betten. Zehn dieſer Heime mit 1380 Betten ſind behördlichen
Charak=
evangeliſchen Kirche daſelbſt 2 neue Glocken im Werte von zirka 4000 ters, 68 mit 2297 Betten Anſtalten der freien Wohlfahrtspflege, die
Mark zum Geſchenk. Zur imneren Herſtellung der Kirche erhielt die dem Verband der Inneren Miſſion, dem Caritasverband oder als
inter=
evangeliſche Kirchengemeinde Hitzkirchen von Fräulein F. L. Schapp konfeſſionelle Anſtalten dem fünften Wohlfahrtsverband angehören. Als
in New York 10 500 Mk. Eine Hofreite im Werte von etwa 500o Mk. Krüppelheime ſind dabei nur ſolche Anſtalten angeſehen worden, die
wendeten die P. Wendelin Jacoby Eheleute in Weiskirchen der dor= außer einer orthopädiſchen Alinik eine Schulabteilung mit
Lehrwerk=
tigen kath. Kirchengemeinde zu. Dev evangeliſche Frauenverein in ſtätten beſitzen, oder mindeſtens eine der letzteren. In dieſen Krüppel=
Weiſenau ſchenkto der evangeliſchen Gemeinde daſelbſt ein Schweſtern= heimen war die Ausbildung von Kuippeln in 71 Berufen gegeben.
haus. Schließlich hat ein ungenannter Schenker der Techniſchen Hoch= Die Anſtaltspflege hat ſich, ungeachtet des Weltkrieges, ſeit dem Jahre
ſchule in Darmſtadt nom. 6090 Mk. Kproz, Preuß, Bodenkreditgold= 1906, der Neickskrüppelzählung, raſch aufwärts entwickelt. Die erſte
Anſtalt im modernen Sinne gründete im Jahre 1832 Johann Nevomuk
pfandbriefe ſchenkweiſe gewährt.
Diebſtahl im Hallenſchwimmbad. Am Samstag nachmittag wurde
einem Badenden aus ſeiner Geldtaſche ein erheblicher Betrag geſtohlen.
Die Geldtaſche wurde wieder an den Platz geſteckt. Dieſe Mitteilung
zur Warnung.
von Kurz in München. Daß die Krübpelfürſorge heute in
Deutſch=
land eine Organiſation gefunden hat, die einzig daſteht und für die
ganze Welt muſtergültig iſt, iſt nicht zum geringſten das Verdienſt der
Deutſchen Vereinigung für Krüppelfürſorge.
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Seite 6
Dienstag den 13 Geptember 1927
Nummer 2534
Nichts zu verbergen!
Wie ſchon bekannt gegeben wurde, hat ſich die Geſchäftsſtelle der
Hindenburgſpende der dauernden Ueberwachung der „Deutſchen
Reviſions= und Treuhand=A.=G.” unterſtellt. Eine erſte
umfaſſende Reviſion fand am 17. Auguſt d. J. ſtatt. Dem Bericht
darüber entnehmen wir das Schlußwort: „Alle Ausgaben waren
ord=
nungsmäßig belegt und betreffen nur direkte Koſten für Werbung und
Verwaltung. Unterſtützungen an irgendwelche Perſonen ſind aus den
bisher eingegangenen Spenden nicht gezahlt worden. Die Buchhaltung
iſt als zweckmäßig und trotz ihrer Einfachheit als hinreichend zu
bezeich=
nen. Auf Grund unſerer Prüfung haben wir den Eindruck gewonnen,
daß die Leitung beſtrebt iſt, die Unkoſten ſo niedrig als
mög=
lich zu halten.”
— Volkshochfchule. Der Vortrag des Herrn Dr. Max Wauer
über John Galsworthy findet am Freitag, den 16. Scpt.,
abends 8 Uhr, im Saal 138 der Techniſchen Hochſchule ſtatt. Unſere
Mitglieder erhalten Karten zu 50 Pfg., Nichtmitglieder zu 75 Pfg. in
der Geſchäftsſtelle und am Saaleingang. Mit dieſer Vorleſung beginnt
Herr Dr. Max Wauer ſeine diesjährige Tätigkeit in der
Volkshoch=
ſchule.
LKD. Das Unterhaltungsprogramm auf der landwirtſchaftlichen
Landesausſtellung. Auf der landwirtſchaftlichen Landesausſtellung vom
15.—20. September in Darmſtadt findet der Beſucher nicht nur
reich=
haltige Belehrung auf allen Gebieten der Landwirtſchaft, die auch für
den ſtädtiſchen Beſucher von größtem Intereſſe iſt, ſondern auch
Unter=
haltung mannigfacher Art. In einem Dorfkino werden bei fniem
Eintritt abwechſelnd folgende Filme vorgeführt: „Die
Landwirtſchafts=
kammer, ihre Einrichtung und ihre Tätigkeit‟ „Die Viehzucht und
Weidewirtſchaft des Vogelsberg‟ „Der Grünfutterſilo” und einige
kleinere Filme. — Aus dem Programm heben wir folgendes hervor:
Donnerstag, mittags 12.30 Uhr, und an den nächſten Vormittagen von
10 Uhr ab findet eine Vorführung preisgekrönter Tiere
und Tierſammlungen bei Muſik ſtatt. Nachmittags von 4—8
Uhr iſt Konzert auf dem Ausſtellungsplätz. Am Donnerstag, um
4 Uhr nachmittags, und Freitag, um 2 Uhr, ſowie Dienstag um 3 Uhr
nachmittags ſind Vorführungen durch die Heſſ.
Schutz=
polizei im Vorführungsring; ferner werden die heſſiſchen
Land=
geſtütshengſte vorgeführt. Am Samstag, Sonntag und Montag
iſt jeweils um 2 Uhr nachmittags großes Reit= und
Fahrtur=
nier mit Konzert, Vorführungen der ländlichen Reitervereine im
Vorführungsring. Füir das Reit= und Fahrturnier betragen die Preiſe
ſiir Sitzplätze: 1. Platz 3 Mk., 2. Platz 2 Mk., für Stehplatz 1 Mk.;
es ſteht eine große gedeckte Tribüine im Vorführungsring zur Verfügung.
Samstag und Sonntag, 1.30 Uhr nachmittags, iſt eine
Trachten=
ſchau von volkstümlichen Originaltrachten, die von etwa 140
Land=
leuten vorgeführt werden. Einen Höhepunkt wird der Nheiniſche
Abend am Samstag, ab 8 Uhr abends, bilden, über deſſem
Pro=
gramm wir nichts Nähers verraten wollen. Es ergeht deshalb an
Alle der Ruf: Beſucht die landwirtſchaftliche
Landes=
ausſtellung in Darmſtadt!
— Nächſte Dampferabfahrten der Hamburg—Amerika=Linfe (einſchl.
Deutſch=Auſtral.=, Kosmos= und Hugo=Stinnes=Linien). Nach New
York: D. Thuringia ab Hamburg am 14. 9., D. New York ab
Ham=
burg am 15. 9., ab Cuxhaven am 16. 9.; D. Deutſchland ab Hamburg
am 22. 9., ab Cuxhaven am 23. 9.: D. Reliance ab Hamburg am 26. 9.,
ab Cuxhaven am 27. 9.: D. Cleveland ab Hamburg am B. 9., ab
Cux=
haven am 29. 9.: D. Hamburg ab Hamburg am 6. 10., ab Cuxhaven
am 7. 10. — Nach Philadelphia Baltimore, Norfolk:
D. Kiel am 16. 9., D. Iſerlohn am 30. 9., D. Georgia am 14. 10. —
Nach der Weſtküſte Nordamerika: M. S. Seekonk am 17. 9.
— Nach Weſtindien—Weſtküſte Zentralamerika: D.
Sachſenwald am 17. 9., D. Galicia am 24. 9., M. S. Conſul Horn am
1. 10., D. Kyphiſſia am 8. 10., D. Feodoſia am 15. 10. — Nach Porto
Rico, Haiti, Jamaica, San Domingo: D. Grunewald
am 27. 9., M. S. Minna Horn am 11. 10., D. Troja am 25. 10. —
Nach Cuba: D. Mexiko am 15. 9., D. Artemiſia am 15. 10.,
D. Cuba am 15. 11. — Nach Mexiko: D. Seſoſtris am 24. 9.,
D. Aragonia am 6. 10., M. S. Rio Bravo am 18. 10. D. Nord=
Schles=
wig am 29. 10. — Nachder Oſtküſte Südamerika: D. General
Belgrano am 7. 9., D. Paraguay am 10. 9., D. Sebara am 14. 9.,
D. Antiochia am 17. 9., D. Württemberg am 21. 9., D. Niederwald am
24. 9., D. Granada am 28. 9. D. General Mitre am 5 10., D. Denderah
am 8. 10. — Nach der Weſtküſte Südamerika: D.
Keller=
wald am 21. 9.) D. Carl Legien am 24. 9., D. Negada am 1. 10.,
D. Amaſis am 8. 10., D. Nitokris am 22. 10. — Nach
Niederlän=
diſch=Indien: D. Karnak am 28. 9., M. S. Duisburg am 26. 10.
— Nach Auſtralien: M. S. Magdeburg am 1. 10. — Nach
Oſt=
aſien: D. Tirpitz am 17. 9., D. Oliva am 24. 9., M. S. Ramſes am
1. 10., M. S. Friesland am 8. 10., M. S. Ermland am 15. 10., M. S.
Ruhr am 22. 10., M. S. Vogtland am 29. 10., D. Ludendorff am 5 11.
— NachAfrika: D. Livadia am 20. 9., D. Toledo am 18. 10. (Ohne
Verbindlichkeit. Aenderungen vorbehalten.)
Kunſinotizen.
Ueber Werſe, Künfiier oder künſtleriſche Veranfftaltungen, deren im Nachſiehenden Crwihrune
geſchieht. bebält ſich die Redaltien ihr Urtell voe
— Reſidenz=Theater: „Der elektriſche Stuhl”
Dieſer Film iſt ein Tendenzwerk, das ſich gegen Todesurteile auf Grund
von Indizienbeweiſen richtet. Ein vielumſtrittenes Thema, das — ſei
es berechtigt oder nicht — hier durch eine eindrucksvolle, allerdings
etwas konſtruktive, aber durchaus filmwirkſame Handlung dargeſtellt
wird. Die Hauptrolle, den unſchuldig Verurteilten, ſpielt George
Hacka=
der Todesangſt ſich ins Dramatiſche ſteigert. Seine Gegenſpielerin iſt
und das Lächerliche allzu leicht ſtreifen könnte, findet in ihm ihren
Mciſter. Klein eigentlich und mit ſparſamen Mitteln gibt er eine
menſchlich ergreifende Leiſtung, die namentlich in den Augenblicken
der Todesangſt ſich ins Dramatiſche ſteigert. Seine Gegenſpielerin iſt
Clara Bow, von der auch nur das Beſte zu ſagen iſt. Als Mutter in
einer Nebenrolle war Mary Carr ergreifend. Alles in allem ein
ein=
drucksvoller Film, der ſein Publikum finden wird.
— Palaſt=Lichtſpiele: Die entzückende Luſtſpielkomödie der
Saiſon: „Die Frau die nicht „Nein” ſagen kann.” Witz,
Laune und Humor! Sieben pikante Akte aus einer modernen Ehe mit
Lee Parry, Franeine Muſſey, Guſtav Fröhlich, Hans Albers. Lee
Parry, der ſüß=blonden Frau, glaubt man das Bejahende ihrer Rolle;
ſie bewegt ſich mit Charme und Grazie. Auch dieſer Lee Parry=Film
wird überall viele Freunde finden. — „Der Staatsanwalt
be=
antragt . ‟ Ein Geſellſchaftsdrama in ſieben Akten. Der Kampf
zwiſchen Pflicht und Ehre einerſeits Liebe zu der vergötterten Frau
und dem einzigen Sohne andererſeits, bilden den Mittelpunkt dieſes
gowaltigen Dramas. Eine Mutter, jung, ſchön und geachtet, kämpft
um die Freiheit ihres Sohnes, dem nus dem Munde des eigenen Vaters
das Urteil für eine Tat zugeſprochen werden ſoll, der ein
Menſchen=
leben zum Opfer gefallen iſt. Ruf, Ehre und Namen, ſelbſt ihr
Lebens=
glück zu opfern, iſt die Mutter bereit, um die Freiheit des Sohnes zu
erkaufen, bis das Schickſal dieſes Opfer gegenſtandslos macht.
Aus den Parteien.
— Deutſchnationaler Frauen=Ausſchuß. An unſere
geſellige Zuſammenkunft übermorgen Donnerstag, den 15. September,
nachmittags 4 Uhr, bei Sitte ſei noch einmal erinnert. Fräulein
Nau=
mann wird über die Tagung des Vereins für das Deutſchtum im
Aus=
land, die kürzlich in Goslar ſtattgefunden hat, ſprechen. Fräulein Hilde
Groß wird mit ihrer Kunſt erfrenen. Zu reger Teilnahme ſei
noch=
mals aufgefordert.
Bezirksſchöffengericht.
p. 1. Wegen gefährlicher Körperverletzung hat ſich der Schloſſer
Friedrich Sauter von Roßdorf zu verantworten. Die Anklage legt
ihm in drei Fällen die Körperverletzung des Vaters Richard Sauter
Makler, zur Laſt; im Jahre 1925 ſoll er mit einem Stock demſelben
das linke Auge im Sehvermögen ſchwer beſchädigt, in zwei anderen
Fällen mit beſchuhten Füßen ihn getreten haben. Schließlich ſoll er
Vater, Mutter und Bruder mit Umbringen und Inbrandſetzen der
Wohnung bedroht haben. Der Sohn will von der Mutter zu Hilfe
ge=
rufen worden ſein; gewöhnlich ſei der Vater betrunken und fange da
Krach an. Die Darſtellung allein ſchon, die der Angeklagte gibt,
be=
weiſt, daß hier höchſt unerquickliche Familienverhältniſſe den
Hinter=
grund bilden. Der als Zeuge geladene Vater verweigert die
Ausſage=
im Gegenſatz dazu legt die Mutter Zeugnis ab; ſie beſtätigt, daß der
Ehemann ſtark trinke. Während der Vernehmung der Mutter bricht
der Angeklagte in Tränen aus, auch die Mutter ſagt nur unter Tränen
aus. Der Fundbericht des Arztes ſtellt feſt, daß der Augapfel
entzwei=
geſchlagen wurde. Die Tante des Angeklagten wohnt nebenan, iſt aber
mit der Schweſter verfeindet. Beim erſten Vorfall hat die Mutter den
Sohn animiert, auf den Vater zu ſchlagen — ſo wenigſtens bekundet
als Zeuge der Vetter des Angeklagten, auch ſei dies aus den
Begleit=
umſtänden ſein Eindruck geweſen. Der ärztliche Sachverſtändige ſtellt
beim Angeklagten eine erbliche Belaſtung feſt, ſein Verhalten gegen
den Vater beweiſe einen moraliſchen Tiefſtand ſondergleichen, ein
geiſti=
ger Defekt liege nicht vor. Viel liege auch an der Erziehung. Der
Vater bleibt bei ſeiner Zeugnisverweigerung. — Der Staatsanwalt
hält dafür, daß der Hang zum Trinken den Angeklagten, der jähzornig
iſt, zu den Angriffen auf den Vater getrieben, ſodaß er ſich in dieſer
beſtialiſchen Weiſe an ihm vergriffen hat; er fordert ſtrengſte
Beſtra=
fung, will aber doch mildernde Umſtände zubilligen. Der Strafantrag
geht auf 6 Monate 2 Wochen Gefängnis. Der Verteidiger betont, kein
beeidigter Zeuge ſei gehört worden; im erſten Vorfall liege
höchſtwahr=
ſcheinlich Notwehr vor. Nicht ausgeſchloſſen ſei, daß den Schlag auf
das Auge die Mutter geſfthrt habe. Auch der zweite Vorfall ſei nicht
völlig aufgeklärt, auch hier ſei der Vater der Angreifer geweſen. Beim
dritten Vorfall komme höchſtens eine einfache Körperverletzung in
Frage. Die moraliſche Seite müſſe bei der Strafzumeſſung
berückſich=
tigt werden. Gegebenenfalls möge eine Strafe ausgeſprochen werden,
die durch die Unterſuchungshaft verbüßt ſei. — Das Urteil ſpricht
den Angeklagten frei. Die Unterlagen für die Anklage haben
infolge der Zeugnisverweigerung des Vaters gefehlt. Eine reſtloſe
Auf=
klärung erſchien unmöglich.
2. Karl Herrmann von Groß=Rohrheim ſteht unter der
An=
klage der ſchweren Urkundenfälſchung und des Betrugs. Er iſt geſtändig,
ſich durch einen gefälſchten Kaufvertrag ein Fahrrad und drei Laternen
dazu erſchwindelt zu haben. Das Rad und die Laternen hat er in
Frankfurt a. M. verkauft. Die Vorſtrafliſte beweiſt, daß in fünf Fällen
Diebſtahl und Betrug vom Angeklagten verübt wurden. Es werden
ein Jahr ſechs Monate Zuchthaus und 100 Mark Geldſtrafe beantragt,
da Mückfallbetrug vorliegt. Das Urteil lautet auf 1 Jahr
Zuchthaus und 100 Mark Geldſtrafe. Mildernde
Um=
tände wurden nicht zugebilligt. Das Urteil iſt rechtskräftig.
3. Wilhelm Stalf von Marburg ſteht unter der Anklage des
Rückfallsdiebſtahls. Er ſoll am 29. Juli 1927 ein Fahrrad, das Lehrer
Schweizer vor dem Poſtamt Michelſtadt abgeſtellt hatte, entwendet
haben. Er gibt die Tat zu, die er aus wirtſchaftlicher Not begangen
haben will. Urteil: 8 Monate Gefängnis unter Anrechnung der
Unterſuchungshaft.
4. Der Schäfer Andreas Scherpf von Altheim (Baden), in
Hammelburg geboren, ſoll von der Winterweide Urberach und Offenthal
dem Schäfereibeſitzer ein Schaf und ein Lamm nicht zurückgebracht,
ſondern bei dritten Perſonen untergeſtellt haben. Weiter legte ihm die
Anklage Zechwrellereien, eine Urkundenfälſchung und eine Hehlerei zur
Laſt. Der Staatsanwalt überläßt dem Gericht das Ausmaß der
Ge=
ſamtſtrafe und enthält ſich eines beſtimmten Antrags. Mildernde
Um=
hände möchten zugebilligt, auch die Unterſuchungshaft angerechnet
wer=
den. — Das Urteil erkennt auf eine Geſamtſtrafe von drei
Monaten zwei Wochen Gefängnis. Die Unterſuchungshaft
wird angerechnet, ſodaß noch zwei Tage Gefängnis zu verbüßen ſind.
Briefkaſien.
Jeder Anfrage iK die letzte Bezugsquſttung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkeit.
J. in B. Geben Sie uns den Namam der Sparkaſſe und der
Lebensverſicherung an, damit wir Ihnen entſprechenden Beſcheid
er=
teilen können.
S. 200. Der Aufwertungsbetrag einer nach dem 30. September
1921 begründeten Reſtkaufgeldhypothek (perſönliche Forderung) kann
nach der neueren Geſetzgebung bis zu 600 Prozent des Goldmarkbetrags
erhöht werden, wenn dieſes zur Vermeidung einer groben Unbilligkeit
erforderlich iſt. Der bezügliche Antrag des Gläubigers iſt bis zum
„Oktober 1927 bei der Aufwertungsſtelle zu ſtellen.
„Wette‟. Eine deutſche geographiſche Meile — 7,420 Kilometer,
die engliſche Meile — 1,609 Klm.
P. 8 1356 Abſ. 2 BGB. beſagt: „Zu Arbeiten im Hausweſen und
im Geſchäfte des Mannes iſt die Frau verpflichtet (nicht
auch berechtigt), ſoweit eine ſolche Tätigkeit nach den Verhältniſſen, in
denen die Ehegatten leben, üblich iſt. Es wird alſo vorausgeſetzt, daß
ſolche Tätigkeit der Frau nach den jeweiligen (körperlichen, geiſtigen,
wirtſchaftlichen, geſellſchaftlichen) Verhältniſſen der Ehegatten (nicht nach
dem Stande des Ehemannes) der am Orte des Geſchäfts herrſchenden
Anſchauung entſpricht; daß dieſe Vorausſetzung gegeben iſt, hat im
Streitfalle der Mann zu beweiſen. — Leben die Ehegatten im
Güter=
zuſtande der eheherrlichen Verwaltung und Nutznießung, ſo fällt das,
was die Frau durch ihre Tätigkeit im Bereiche des § 1356 Abſ. 2
er=
wirbt, dem Manne zu, während alles, was ſie durch anderweite
Arbeit durch den ſelbſtändigen Betrieb eines Erwerbsgeſchäfts erwirbt,
ihr Vorbehaltsgut wird. — Inſoweit hiernach die Frau zu Arbeiten im
Geſchäfte des Mannes verpflichtet iſt, ſteht ihr ein Anſpruch auf
Entgelt gegen den Mann nicht zu. Dagegen iſt eine Vereinbarung
unter den Ehegatten zuläſſig, durch welche die Arbeitspflicht der Frau
in gewiſſem Umfange begrenzt oder nähen geregelt wird, auch ſolche
(formloſe) Vereinbarung, durch welche der Frau ſiir eine über den
Rahmen des 8 1356 Abſ. 2 hinausgehende Arbeitsleiſtung vom Mann
Entlohnung zugeſichert wird.
Tageskalender für Dienstag, den 13. September 1927.
Vandestheater Großes Haus, Anfang 19 Uhr Ende 22
Uhr: „Das Wintermärchen”. — Kleines Haus: Geſchloſſen.
„Orpheum: Keine Vorſtellung. — Konzerte: Schloß=Café;
Hotel Schmitz; Café Rheingold. — Hausfrauenbund, nachm
4 Uhr im Saalbau (Sitzungsſaal): Monatsverſammlung, Vortrag
über Zimmerheizung. — Ausſtellungen, von 10—19 Uhr,
Lan=
desmuſeum: Alte Kunſt, Mathildenhöhe: Neue Kunſt. —
Kino=
vorſtellungen: Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele.
2 Ausstellungen
Juni — September, 10-19 Uhr 0onsa
Landesmuseum — Mathildenhöhe
Aus Heſſen.
o. Erzhauſen, 12. Sept. Der Obſt= und Gartenbauve
hat beſchloſſen, am 1. und 2. Oktober d. J. eine Obſt= und Gemüſeeg
ſtellung zu veranſtalten. Ein Teil der Mitglieder hat bereits Qy
erteilt, ſich an der Ausſtellung zu beteiligen; weitere Anmeldo.y
werden noch entgegengenommen.
Aa. Eberſtadt, 12. Sept. Sonntagsſchau. Am Scy
herrſchte in Eberſtadt kein großer Verkehr. Größere Veranſtaltty
fanden ebenfalls nicht ſtatt. Nur die Freie Turnerſchaft hielt auf ſh.
neuen Turnplatz in der Pfungſtädter Straße Vereinsw=ttlämpfe S.
denen insbeſondere die Jugend erfolgreich beſtand. Die Fih=fzigjä ir
hielten am Samstag abend im Gaſthaus „Zur Eiſenbahn: ihrn
meinſame Geburtstagsfeier ab. Mehrere Vereine befanden ſi—
kleineren Wanderungen in der Umgebung, darunter auch der Odexxp
klub, der eine vorſchriftsmäßige Tour machte.
A2. Pfungſtadt, 12. Sept. Einwohnerſtatiſtik. Nach u
läſſigen Angaben, dürfte die Einwohnerzahl Pfungſtadts gegenta
7700 betragen. Nach der Konfeſſion verteilen ſich die
Einwohng=
folgt: 7200 Proteſtanten, 325 Katholiken, 79 Ifraeliten, ferner 224
ſonen apoſtoliſchen Bekenntniſſes und 61 Freigeiſtige. Die Zach
Haushaltungen dürfte 2170 betragen, die Zahl der Häuſer 1222
Kirchweihe. Die diesjährige Kirchweihe in Pfungſtadt nahm
üblichen Verlauf. Die Autobuslinie hatte zwiſchen Darmſtadt:
Pfungſtadt zur Bewältigung des Verkehrs beſondere Fahrten eingal
In den Tanzſälen wurde fleißig das Tanzbein geſchwungen,
Budenmeſſe auf dem Marktplatz war reich beſchickt. Beſonders die 5.
virte hatten ſich für die Kirchweihe gut vorgeſehen. Insgeſamt von
in Pfungſtadt zur Bewältigung des Kirchweihkonſums 16 Stück ſn
vieh, 88 Schweine, 7 Ziegen und 14 Kälber, ohne das
Geflügs=
ſchlachtet.
Aa. Pfungſtadt, 12. Sept. Geſellenprüfung. Die
jährige Herbſt=Geſellenprüfung findet am Samstag, den 22. OEw
ſtatt. Zu der Prüfung haben ſich 26 Prüflinge gemeldet. — Kir
renovierung. Die evangeliſche Kirche wird gegenwärtig
eingehenden Ausbeſſerung unterzogen. Insbeſondere wird das
größtenteils neu gedeckt. Die Arbeiten ſind einer Bensheimer
für annähernd 7000 RM. übertragen worden. Die Bauleitung i
Hochbauamt in Darmſtadt zugewieſen worden. Auch die Kamine Ent
eine bauliche Veränderung erfahren.
G. Ober=Ramſtadt, 12. Sept. Turnen. Der Turnvereim
Ober=Ramſtadt hat ſich veranlaßt geſehen, für die Leitung
Uebungsſtunden einen erſtklaſſigen Turnlehrer von auswärts zu
pflichten. Dieſe Kraft bietet Gewähr, daß nicht nur die
Jugen=
körperliche Erziehung genießt, ſondern daß auch die Turnwart:
Vorturner einer neuzeitlichen Uebungsmethode belehrt werden.
Verein hoft, daß ihm durch dieſe begrüßenswerte Maßnahme
recht-
der ſchönen Turnſache ſeither noch Fernſtehende, beſonders Schüle-
und Schüler zugeführr werden.
G. Ober=Namſtadt, 12. Sept. Die Entſcheidungen in den Sel
jugendwettkämpfen 1927 wurden hier am 7. und 8. d. M. ausget-y
Es beteiligten ſich daran die obere Knaben= und Mädchenklaſſe.
Kampfrichter in den volkstümlichen Uebungen wirkten Lehrer, ba
Gerädeübungen ſtellten ſich in liebenswürdiger Weiſe die Herre
mann und Wendel, Mitglieder hieſiger Turnvereine, zur Verfügun.)
Ergebniſſe ſind recht befriedigend; konnten ſich doch von den Md
50 Prozent und von den Knaben über 71 Prozent die nötige
Purrdl=
für die Auszeichnung erringen.
— Groß=Zimmern, 12. Sept. Radſport. In dem R.=V.
mant” Groß=Zimmern, herrſcht zurzeit reges Leben im Rennſpor4
23. Auguſt hat ſich der Fahrer A. Kabel an dem großen Straßenny.
„Unſer Auguſt Lehr” über 217 Kilometer in Frankfurt beteilig
konnte in der B=Klaſſe unter 43 Fahrern bei ſtärkſter Konkurret
15. Preis erringen. Für den 11. September war vom Gau D00
B. D. R. die Gauſtaffettenfahrt über 136 Kilometer ausgeſchne.
Hieran hat eine Mannſchaft des Vereins mit den Fahrern A. e
H. Ganß, H. Mai, J. Beutel teilgenommen und paſſierte unter s
Mannſchaften an 3. Stelle das Ziel. Es iſt dies eine ſchöne Leiſtu
die jungen Fahrer und es wäre zu wünſchen, daß ſie auf dieſem Are
weiter die Farben des Vereins vertreten, zu ſeiner Förderung re
ſonderen und zur Hebung des edlen Radſports im allgemeinen.
Ehr
er auf Vorft
i der Bergſitraß
Hrunnte bei echw
Ju ſo heftig, daß d
wurde; der Maſ
Fur wenig Schaden.
W Köhler, Kohlen
riſe von dem do
i verurteilt; auß
hahlen. Der Beſ
ſchtige Abgabe
19c zu gerin
ſtekuhein, 12. Se
wirt im benad
ängen aus
nere Verletz
rden. In der
umnpertheim, 12. S(
ene Kino im Karp
18 U.=T.=Palaſtes 1
— Hüchſt i. O., 12. Sept. Sonntag, den 18. September, nachmit
1½ Uhr, finder Gottesdienſt für Taubſtumme im Etu
Gemeindehaus dahier ſtatt. Wegen Fahrtausweis wende man f.
zheim, 12. Sep
nber, morgens
hieſiges Pfarramt.
— Erbach i. O., 12. Sept. Die hieſigen poſtaliſchen Verhäl
haben ſeit einiger Zeit eine nicht unweſentliche Verbeſſerung di
erfahren, daß es durch die erfolgreichen Bemühungen des ſeit dem
gangenen Frühjahr hierher verſetzten Herrn Poſtmeiſters Bech
lungen iſt, die vorher erſt mit dem 8=Uhr=Zug aus nördlicher Ri)
hier ankommende Briefpoſt durch Umleitung während der Nacht
Heidelberg—Eberbach bereits mit dem um 6.57 Uhr eintreffendes
hier anzubringen. Auch kommt mit dieſer neuen Beförderungsng
keit auch ſolche Poſt aus Süddeutſchland, die früher erſt um 12
mittags eintraf. Schließfachabholer können deshalb bereits um 7—
im Beſitz des weitaus größten Teils ihrer Morgenpoſt ſein. Welche!
teile ein, ſolch früher Beſitz der Morgenpoſt bedeutet, bedarf
weiteren Begründung und veranlaßt vielleicht noch manchen, dex
ſeither ſchon Schließfachabholer iſt, künftig auch ſolcher zu werden 1
Poſtmeiſter Becht darf deshalb des Dankes der ganzen Erbachen
wohnerſchaft, und beſonders der hieſigen Geſchäftswelt, für ſeine
bezüglichen Bemühungen verſichert ſein, zumal auch die Beſtellur)
Poſt durch die Briefträger infolge des frühen Eintreffens frühr
ginnen kann. Vielleicht iſt es dem neuen, umſichtigen Leiter zn
hieſigen Poſtamts vergönnt, noch weitere Verbeſſerungen durchzl.
von denen insbeſondere die erwünſcht wäre, daß die morgens um
von Norddeutſchland in Hanau ankommenden und den Anſchluß Ee
nicht mehr erreichenden Poſtſendungen mit dem um 9.51 Uhr hie
treffenden Zug hierher befördert werden könnten.
Groß=Gerau,
Ehefrau An
ihrem Le
ſchädigten
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in die Tie
nicht gel
Oſfenbach, 1
hier, angere
chuß für
* Hirſchhorn, 12. Sept. Waſſerſtand des Neckar
11. September: 1.15 Meter; am 12. September: 1.12 Meter.
Ag. Lindenfels, 12. Sept. Zur großen Armee abge
ſt unſer Mitbürger Herr Georg Michel. Als Einjährig=Frein
trat er mit 20 Jahren 1870 in die Armee ein und nahm am
gegen Frankreich teil. Er war ein geborener Offenbacher. Von
Photograph machte er ſein Geſchäft in Straßburg auf, wo er e=
40 Arbeitsjahren als ſelbſtändiger Meiſter und Künſtler ber
Nahezu 20 Jahre verbrachte er noch hier, nachdem ihm unſer Stea!
beſonders gut gefiel. Der Weltkrieg und die Inflation haben !
neut in ſeine Werkſtatt beſtimmt, wo er bis in die letzte Zeit une
lich tätig war. Herr Michel iſt aber nicht nur ein Gewerbetrei.”
von hervorragender Tätigkeit geweſen, ſondern auch außerhalb
Berufs zeigte er ſich als eine frohgemute, ritterlich=liebensw—
Natur. Seine vielen Freunde, Gönner und Verehrer trafen ſichh
M der Zeit
alicgen Mi
nun an ſeinem kühlen Grabe, um ihm die letzte Ehre zu erweiſen-
Kriegerverein Haſſia=Lindenfels erwies ſeinem Kameraden die
Ehrenbezeugungen. Er ruhe in Frieden!
v Fürth i. O., 12. Sept. Am Sonntag feierte der katls
„Deutſche Jugendkraft”=Verein ſein Abturnen. Ein bunter B
dem auch die Kinder teilnahmen, führte mit Muſik zum Feſtplä.
das Abturnen ſtattfand. Bei Spiel und Muſik endete abends das
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Ludwissplatz 9
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[ ← ][ ][ → ]Mummer 254
ün
Einweihung des naſſianiſchen Uebergangsheims
in Langewieſen
SDas Uebergangsheim bei Langewieſen, über deſſen Entſtehen
kürz=
zBerichtet wurde, iſt an 3. Schtenber in Gegenwart des Burger= deß Landesvervandes ver
Volzei=
luners Gräf, des Generalſtaatsanwalts Dr. Becker, des Landeshaupt=
Uengs Lutſch in Wiesbaden, der Preſſe und ſonſtiger uterefſierter
Urwnen feierlich eiegeweiht worden. Das Gut liegt zwiſchen Mon=
Naur und Goldhauſen in einer Niederung, von Wald umſäumt: es
on der Weſterwaldbahn aus zu ſehen, wie ein Idyll liegt es
in=
tnn von Kornfeldern, abgeſchloſſen von der Welt. Der Gutshof
ge=
k” zu den Beſitztüimern des naſſauſchen Grafen von Walderdorff,
zu ffurt a. M. von dem Grafen bis 1942 gebachtet. — Der Neubau, landes in überaus ſtattlicher Zahl. Der Samstag brachte die Tagungen
Ntrnd. Der Heimleiter iſt berechtigt, den Inſaſſen bei der Entlaſſung den, Polizeiinſpektor Stürmer=Darmſtadt, um die Vorbereitungen für
Beugnis auszuſtellen, das ihnen den Weg zur Arbeit imn der vollen den Haupttag zu treffen.
z eit ebnen ſoll.
Dienstag, den 13. Geptember 1927
Seite 7
n ichen Verlauf
Fü. Von der Bergſtraße, 12. Sept. Autounfall. Ein
Taxa=
lieiuto rannte bei Schwetzingen gegen einen Straßenmaſt. Der An=
NA war ſo heftig, daß der ganze Vorderteil des Autos vollſtändig
Mgkert wurde; der Maſt wurde förmlich umgeknickt. Die Inſaſſen
nen nur wenig Schaden. — Schwere Geldſtrafe. Der
Kauf=
nt Wihl. Köhler, Kohlen= und Baumaterialienhandlung in
Wein=
wurde von dem dortigen Finanzamt zu einer Geldſtrafe von
Mark verurteilt; außerdem muß er die hinterzogenen
Steuerbe=
che nachzahlen. Der Beſtrafte hatte vorſätzlich zu ſeinem Vorteile
19 unrſchtige Abgabe von Steuererklärungen in den Jahren 1924,
Grnd 1926 zu geringe Umſatz= und Einkommenſteuervorauszahlungen
iet.
I. Vieruheim, 12. Sept. Tödlicher Sturz. Ein 37 Jahre
4: Landwirt im benachbarten Sandhofen ſtürzte in ſeiner Scheuer
nTabakaufhängen aus einer Höhe von vier Metern herab und zog
ſvere innere Verletzungen zu. Er mußte ins Diakoniſſenhaus
ührt werden. In der Nacht erlag der Verunglückte ſeinen ſchweren
Sungen.
Lampertheim, 12 Sept. Neues Lichtſpielhaus. Das
ugugene Kino im Karpfenſaale wird mit dem 1. Oktober von dem
Meer des U.=T. Pglaſtes unter dem Namen „Kammerlichtſpiele”,
wie=
riffnet.
Gernsheim, 12. Sept. Waſſerſtand des Rheins am
Ebtember, morgens 6 Uhr: 1.68 Meter.
Groß=Gerau. 11. Sept. Aus unbekannten Gründen hat die
Ahu ge Ehefrau Anna Eliſ. Weber geb. Möbus vo geſtern durch Er=
Uter ihrem Leben ein Ende gemacht. Sie hinterläßt einen ſchwer=
Bieſchädigten Mann und zwei Kinder im Alter von 7 und 4 Jahren.
Biſchefsheim, 11. Sept. Beim Baden kam ein Schuljunge aus
uerm in einen Strudel und verſchwand in den Fluten. Der Beſitzer
S=-ſthauſes „Zur Mainluſt” aus Hochheim und ein Arbeiter wollten
ſlmt dem Tode Ringenden retten: aber er verſchwand vor ihren
An in die Tiefe; trotz ſofortigen Abſuchens des Stromes konnte die
We micht geborgen werden.
A, Offenbach, 12. Sebt. Es wird uns geſchrieben: Vor dem Kriege
” hier, angereat durch die gleiche Einrichtung in Frankfurt, ein
Mſchuß für Volksvorleſungen, der ſich die Förderung
Mo ksbildung durch Vorträge, Theatervorſtellungen, Konzerte und die
Rctung einer Leſehalle angelegen ſein ließ. Aus der Leſehalle
er=
mit der Zeit die Stadtbücherei mit Leſehalle, die jetzt ganz
Btidtiſchen Mitteln unterhalten wird und im ehemaligen Schloß der
Wßerger am Main untergebracht iſt. Nach dem Kriege trat an die
We des Ausſchuſſes für Volksvorleſungen die Vollshochſchule.
arfangs eines großen Zulaufs erfreuend, kam ſie bald nicht ſo recht
tär ts, und die Vorleſungen mußten eingeſtellt werden. Es kam
, Daß die Rechnungsführung in ungeeigneten Händen lag, und ein
eeryolter Wechſel notwendig wurde. Zurzeit werden die Volksbil=
Steſtrebungen von der „Freien Volksbildung”
wahrge=
ener, die ſich kürzlich neu geordnet hat. Daß die
Volksbildungs=
ehangen hier unter einem gewiſſen Unſtern ſtehen, war gewiß mit
tzund, den Landesverband der Volrshochſchulen für Heſſen gerade hier
runden, wo ſich die Volkshochſchule nicht lebensfähig erwieſen hat.
Hört oft Stimmen, die die Meinung vertreten, man ſolle den
(arß für Volksvorleſungen wieder aufleben laſſen, der nur
An=
eA an das „Hören” und nicht an das tätige Mitarbeiten
. Die Mittel, die in den ſtädtiſchen Haushaltsplan für die
Volks=
örle eingeſtellt ſind, werden gegenwärtig für die Freie
Volls=
tur verwendet.
Mieber=Olm, 11. Sept. Die Zigeunerplage hat hier in
2 Beit ſtark überhand genommen. Kolonneniveiſe ziehen die braunen
Aum in der Gegend umher und ſtehlen die Feldfrüchte, Geflügel und
eänem hieſigen Schreiner entwendeten ſig das Fahrrad aus ſeiner
eie. Bei einem Schloſſer kaufte ein Zigeuner ein Fahrrad für
Beigen. Als Letzerer mit dem Fahrrade verſchwunden war, be=
Ik der Schloſſor, daß die Geigen minderwertig waren und er ſomit
inen erheblichen Betrag betrogen war. — Ein
Einbruchsdieb=
wurde hier auf dem Lagerplatz eines hieſigen
Baumaterialien=
ers verübt. Die Täter ſchmitten — anſcheinend mit einer Draht=
— die Kette mit dem Vorhängeſchloß an der Eingangstür durch,
au en ſo in den Raum und entiwendeten allerlei Baumaterialien.
Butzbach, 12. Sept. Mit dem Auto in den Kleebach
eine Reiſegeſellſchaft aus Krefeld. Das Auto fuhr bei einer
Wen=
die drei Meter hohe Böſchung des Baches hinunter und ſtürzte in
drt des Baches. Die Inſaſſen kamen mit einem kalten Bad davon,
Arto wurde durch einige Pferde herausgezogen. Die Verunglückten
uEn ihre Helfer durch ein Faß Bier. — Bei Oberkleen rannte
ör to in den Straßengraben, die Inſaſſen flogen auf den friſch
ge=
um Acker und kamen mit dem Schrecken davon. Der in der Nähe
ende Landwirt ſpannte ſeine Zugtiere vor das unbeſchädigte Auto
1 achte es auf die Straße.
Der 3. ordentliche Verbandstag
beamten im Volksſiaat Heſſen.
(Eigener Sonderbericht.)
K. Butzbach, 11. Sept. Geſtern und heute tagten in unſerem
ear Geſchlecht ſeinen Stanmſitz auf dim Schloß Molsberg, das un= altehrwürdigen Städtchen, das gerade jetzt im Begriffe ſteht, ſeinen ſeiner durch Beruf und Geſchichte begründeten Eigenheiten, ein Menſch
. r 1 Stunde entfernt liegt hat. Langewieſen iſt von der Stadt mittelalterlichen Marktplatz aufzuputzen, die Polizeibeamten des
Heſſen=
geingeweiht wurde, iſt praktiſchemodern gehalten. Die Farben ſind der einzelnen Fachgruppen, wie Bereitſchaftspolizei, Ordnungspolizei,
u dlich und dem Charakter der Landſtraße angepaßt. 30 Mann Gendarmerie, Spezial= und Kriminalpolizei, Polzeiverwaltungsbeamte
ren, in dem Neubau untergebracht werden. Groß und luftig iſt und Gemeindepolizei. Geſchäftslerichte, Haushaltsplan, Vorſtandswahl,
ßraum; im erſten Stock liegen die Schlafräume, die für 3—4 Oraaniſation, das waren ſo die Verhandlungsſtoffe. Auch eine Sitzung
Nrm eingerichtet ſind; das Leſezimmer iſt weniger groß, aber aus= des Geſamtvorſtandes tagte unter Leitung des erſten Verbandsvorſitzen=
Der Begrüßungsabend am Samstag abend im großen
en den Anſprachen der Behördevertreter kam die Freude über das Sagle des „Geſſiſchen Hofes” wies einen ſtarken Beſuch auf. Die
Orts=
argene Verk und dann die Hoffnung zum Ausdruck, daß der Idealis= grubpe Butzbach hatte eine vorzügliche Feſtordnung aufgeſtell, die ab=
3 der das Werk ins Leben gerufen hat, ſeine Frückte trägt. Es iſt wechſelungsreiche unterhaltung bot. Der Vorſitzende der Ortsgruppe
Einſchrn, daß dem „Verein für Uebergangsheime in Naſau” rocht Butzbach, Herr Lauriolle, legrüßte die Gäſte und Kaueraden herzlich,
Mitglieder beitreten, damit die Mittel, die bisher nicht allzu Bürgermeiſter Du. Janſen ſprach für die Stadtverwaltung, namens d:s
hich ſind, erhöht und damit ein weiterer Ausbau ermöglicht wird. Ortskartells Butzbach vom Beamtenbund betonte Lehrer
Stadtverord=
ewben werden auf Poſtſcheckonto Frankfurt a. M. 61 079 entgegen= neter Zink, die gemeinſamen Intereſſen und das gute Einvernehmen
ormmen.
beider Ortsgrupzpen. Landtagsabg. Heinſtadt togſtete auf den Verband,
Es iſt beabſichtigt, nunmehr auch ein Uebergangsheim für Frauen deſſen Organiſation ſich ſehr gut beuährt habe. Den Dank für die
ſaaffen; es ſollen auch, wenn die pkunären Vorausſetzungen gegeben gute Aufnahme in Butzbach ſprach Vouſitzender Stürmer namens des
größere Uebergangsheime wie Langewieſen ins Leben gerufen Landesverbandes aus.
d n. Vielleicht empfiehlt es ſich trotz allem, zunächſt abzuwarten,
ch— Erfahrugen mit dem Langewieſer Heim gemacht werden.
In der Haupttagung, die heute vormittag begann, begrüßte
Stürmer beſonders den Miniſter des Innern Kirnberger,
Dr. W. Ku.
den Miniſtevialrat Dr. Siegert, die Regierungsräte Wolf und Fuchs,
Major Kuhn, Polizeidirektor Uſinger=Darmſtadt, die Landtagsabgeord=
Zotzenbach, 12. Sept. Der geſtrige Sonntag vereinigte im Saale neten Leuſchner, Reiler, Prof, Dr. Werner, den Vorſitzenden des
Land=
a Krone” die Mitglieder des Kriegervereins nehſt Abordnungen der gemeindeveubandes, Bürgermeiſter Goh=Heldenbergen, den
Geſchäfts=
eime des Bezirks WaldMichelbach zur zweiten Bezirkstagung. Vom führer Biek=Düſſeldorf vom Gau Weſt des preußiſchen
Polizoibeamten=
zund der „Haſſia” war Herr Major Krauße dAvis erſchienen. Der bunds, und den Vertreter von Baden und Württemberg. Dem verſtor=
A war gerade groß genug, die ſtattliche Anzahl der Erſchienenen benen Miniſter von Brentano, dem warmherzigen Förderer der
Polizei=
zmehmen. Die reichliche Tagesordnung fand eine ſchnelle Erledi= begmien, widmete der Veubandsvorſitzende einen ehrenden Nachruf. Aus
— bis auf den Punkt der Neuwahl des Bezirksvorſitzenden. Herr dem Geſchäſtsjahr 1923/27 hob er als günſtige Erſcheinung hervor::
Zu=
mrad Steinmann, Gras=Ellenbach, der dieſes Amt ſchon ſeit 1900 ſammenſchluß der bisher in drei Verbänden geſpaltenen Augenblick als er ein Laſtauto überholen wollte, kam ihm von der
echat, und auch die 70 ſchon überſchritten, konnte mit ſeinem Rück= heſſiſchen Polizeibeamten und Schaffung der Einheitsvolizei. Nur der
ttsedanken nicht durchdringen, zumal ſich ergab, daß der Bezirks= Verein der Polizeioffiziere ſteht noch abſeits. Unſer Programm, ſo
er=
mer noch länger im Ehrenamte des Bezirkes ſitzt. Nun wird Kam. klärt der Vorſitzende, ſteht feſt zum Deutſchen Beamtenbund, wir ſind
irmann, der auf Vorſchlag des zweiten Bezirksvorſitzenden Knaup= politiſch neutral und verwahren uns energiſch gegen die Bezeichnung
Antach, zum CEhrenvorſitzenden einſtimmig ernannt wurde, ſein Amt „Roter Verband”.
räig noch wveiterfühnen. Die Tagung nahm einen ſchönen kamerad=
Zum Verſammlungsſeiter wird Polizeimeiſter Stumpf=Darmſtadt
gewählt. Er verlieſt ein Schreiben des Staatspräſidenten Ulrich, der
aus dem Erholungsurlaub dem Verbandstag guten Verlauf wünſcht
und die Polizeibegmten ſeines Wohlwollens verſichert. Miniſter
Kirn=
berger dankt namens der Vertreter der Regierung und Behörden für
die Einladung und betont, daß er die Belange der Polizeibeamten gerne
vertrete. Beamtenverband und Regterung ſeien nicht Gegenſätze,
ſon=
dern müßten zuſammenarbeiten. Er weiſt auf die Schaffung der
Ein=
heitspolizei und auf das in Vorbereitung befindliche
Polizei=
beamtengeſetz hin. Für die Polizeibeamien, die Leib und Leben
für die Sicherheit des Stagtes und des Bürgers einſetzten, ſeien
Negie=
rung und Landtag bereit, allen berechtiaten Wünſchen gerecht zu
wer=
den. Abg. Leuſchmer (Soz.) Prof. Dr. Werner (Ontl.). Reiber (Dem.),
Sekretär Weiſer (D. Pp.) heben das Eintreten ihrer Parteien für die
Polizeibeamten hervor. Für Baden und Württemberg überbringt Karl
Hofmeiſter Grüße, für Preußen Biek=Düſſeldorf, für den Reichsbund der
Zivildienſtberechtigten Herr Salweh, für den Offiziersvepband
Haupt=
mann Schmidt für den Landgemeindetag Goh=Heldenbergen. Herr
Meher, der Vertreter des Heſſiſchen Beamtenbundes, weiſt auf die
heutige Rede des Reichsminiſters in Magdeburg hin und fordert
hin=
ſichtlich der Beamtenbeſoldung endlich Tatzen.
Der Vortrag des Fachreferentem für Polizei beim Deutſchen
Be=
amtenbund. Hauptmann a D. Siering über. Die neue
Polizei=
geſetzgebung” war inſofern von allergrößtem Intereſſe, als in
Heſſen das zu ſchaffende neue Polizeibeamtengeſetz nur im Entwurf
vorliegt und erſt wähnend der Heubſttagung des Landtages
verabſchie=
det werden wird. Er behandelt das preußiſche Geſetz, das mit dem
1 Juli 1927 in Kraft getreten iſt, und ſchließt darin ſeine Wünſche und
Vorſchläge an. Er ſpricht über Vereinheitlichung und Jungerhaltung
der Polizei, die dem Staat Nuhe Ordnung und Sicherheit erhalten
müſſe. Dafür müſſe die rechtliche und wirtſchaftliche Sicherſtellung der
Polizeibeamten vorhanden ſein, die Polizeibeamten ſeien in das
allge=
meine Beamtentum einzugliedern. Großer Wert ſei auf die
Ausbil=
dung der Polizeibeamten zu legen, Einſtellung. Anſtellung,
Beförde=
rung und Auftieg ſei jedem zu gewährleiſten, der das polizeifachliche
Wiſſen und Können beſitze. Die Ehebeſchränkung greife in die
ſtaats=
bürgerlichen Nechte ein, nach ſechsjähriger Dienſtzeit ſei das Heiraten
geſtattet. Dann behandelt Redner die Kündbarkeit der Offziere bis
zum 10. Dienſtjahr, und die Gründe der Kündigung, die Entlaſſung bei
Nichteignung oder Verfehlung einerſeits und unkündbare Anſtellung
an=
dererſeits. Die Altersgrenze iſt auf das 60. Lebensjahr feſtgeſetzt. Das
Höchſtgehalt erfolgt nach 30 Dienſtjahnen bei Offizieren, nach 35 Jahren
bei den Wachtmeiſtern. In das neue Geſetz muß auch eine
Unfallverſor=
gung eingefügt werden, da die Gefahrenmomente groß ſeien. Die
Heil=
behandlung ſei koſtenlos. Kapitalabfindung könne erfolgen. Auch
Ent=
laſſungsgeld, Umzugsentſchädigung, kurz, alle Gebiete werden von dem
Nedner in ausführlicher und ſehr erſchöpfender Weiſe behandelt, ſo daß
ſeinem Vortnag lebhafter Beifall folgt.
Nach einſtündiger Mittagspauſe folgt Erſtattung des
Geſchäfts=
berichtes durch Vepbandsvorſitzenden Stürmer=Darmſtadt. Er hebt
die großen Aufgaben der Polizei hervor, die immer mehr anwachſen,
z. B. durch den Auto= und Luftverkehrsdienſt, den Fahndungsdienſt;
das polizeiliche Fachwiſſen ſtelle eine Wiſſenſchaft für ſich dar Die
wirt=
ſchaftliche und ſoziale Stellung des Polizeibeamten ſei zu ſichern. Die
neue Beſoldungsordnung möge hier Wandel ſchaffen. Lebhafter Beifall.
Alsdann erfolgten die Berichte der Fachgruppen. Für die
Ordnungspolizei referierte Wink=Darmſtadt, für die Bereitſchaftspolizei
Hildebrandt=Darmſtadt, für die Verwaltungspolizei Gebhardt=Darmſtadt,
für die Gendarmerie Steinmann=Eberſtadt, für die Spezialpolizei
Hum=
mel=Darmſtadt. Sämtliche Vertreter bringen die Wünſche ihrer
Grup=
pen zum Ausdruck. Miniſterialvat Dr. Siegert geht auf die
Anregun=
gen ein und erklärt unter lebhaftem Beiſall, daß die Regierung den
Wünſchen gerecht werhen wolle, Ueber Punkt Bereitſchaft und
Nacht=
urlaub entſpann ſich eine Ausſprache. Vorſitzender Stürmer weiſt auf
die kommende Beſoldungsreſorm hin, die hoffentlich alle Probleme
regeln und die Wünſche erfüllen werde.
Der Pukt Anträge hatte nicht weniger als 40 einzelne Wünſche.
Sie betraſen: Beamtenrecht, Prüfungen, Stellenbeſetzung, Beſeldung,
Wohnungsgeld, Gebühren, Ausrüſtung, Kleidergeld. Entſchädigungen,
Tagegelder, Beförderung, Diſzivlinarmittel, Krankenkaſſe, Orggniſation
u. a. Fragen. Die Anträge wurden faſt ſämtlich angenommen. Auch
die Satzungsänderung wurde genehmigt.
Die Vorſtandswahl hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorſitzender
Stürmer, Stellvertreter Polizetoberleutnant Bellof Kaſſier
Verlual=
tungsſekretär Dietrich, Geſckäftsführer W. Dickhardt, ſämtlich in
Darm=
ſtadt. Der ſeitherige Kaſſier Götzinger hatte eine Wiederwahl
abge=
lehnt, der Vorſtand dankt ihm für ſeine bisherige treue Mitarbeit.
Nach einem kurzen Rückblick auf die heutige erfolgreiche Tagung brachte
Stürmer ein Hoch auf das deutſche Vaterland, das Heſſenland und den
Landesverband aus.
Die Herbſikonferenz der Freunde der Dorfkirche
im ſüdlichen Oberheſſen
tegte kürzlich in Nidda. Der Vorſitzende. Dekan Seriba=
Eichels=
dorf, betonte bei ſeiner Begrüßung, daß dieſe Tagung ein kleines
Jubi=
läum darſtelle, ſofern es das zehnte Mal ſei, daß ſie ſtattfinde. Die
Dorfkirche wvolle nicht in romantiſcher Schwärmerei nach einem idealen
Phantaſiedorf ſuchen, ſondern mit nüchternem Wirklichkeitsſinn in ernſter
Liebesarbeit um die Seele des deurſchen Dorfes ringen.
As Hauptredner hatte man den berühmten badiſchen
Dorfſchrift=
ſteller Pfarrer Dr. Heſſelbacher gewonnen. Seine ſpannenden
Ausführungen gibfelten in dem Satz, daß der deutſche Bauer trotz
ſei wie alle anderen, mit der tiefen Sehnſucht der Menſchenſeele nach
Frieden und Glück. Hierfür aber gißt es auf dem Dorf, genau wie in
der Stadt, nur eine wirkliche Erfüllung, nämlich das Evangelium, von
der, in dem gekreuzigten Chriſtus offenbarten Onade Gottes über den
in Schuld und Sünde verlorenen Menſchen.
Der Vortrag löſte ungewöhnlich ſtarken Beifall aus, und allgemein
wurde dem Wunſche Ausdruck gegeben, einen Mann von ſolcher reicher
Erfahrung und einem ſo tiefen, in dieſer Erfahrung begründeten
Glau=
ben für die Heranbildung der doch allermeiſt auf dem Dorf tätigen
heſſiſchen Pfarrer zu haben.
v. Bad=Nauheim, 10. Sept. Der Leiter des hieſigen
Kur=
theaters, Hofrat Intendant Hermann Steingoetter vom Gießener
Stadttheater, der demnächſt von ſeine Poſten zurütritt und ſich ins
Privatleben zurückzieht, nahm geſtern abend in einer Feſtvorſtellung
im großen Bülenſagl des Kurhauſes Abſchied von ſeiner hieſigen
Wirkungsſhätte und von ſeinem großen Freundeskreis. Zur Aufführung
kam Goethes „Egmont” mit der Muſik von Beethoven, welch letztere
vom ſtaatlichen Kurorch=ſter ausgeführt wurde. Bei beſter
Rollenbe=
ſetzung und künſtleriſcher Bühnenausſtattung ſtand die Darbietung des
klaſſiſchen Werkes auf hoher Stufe. Beſondere Erwähnung verdient
die Gaſtrolle Kurt Weſtermann, vom Landestheater in
Darm=
ſtadt, der den Herzog Alba trefflich darſtellte. Die Darſteller und der
Regiſſeur Hermann Steingoatter, wrden durch ſtürmiſchen Befall
ausgezeichmet. Der ſcheidende Intendant dankte bewegt für die
zahl=
reichen Blumenſpenden unter denen ſich auch ein koſtbarer Kranz
be=
fand, den der heſſiſche Staat durch die Kurverwaltung dem Scheidenden
für ſeine 24jährige verdienſtvolle Tätwkeit in Bad=Nauheim
uver=
reichen ließ.
h. Gießen, 10. Sept. Ein ſchwerer Unfall ereignete ſich
geſtern nachmittag in der Kaiſer=Allee. Der 17jährige Arbeiter Fritz
Goß von hier befand ſich mit dem Fahrrad auf dem Heimweg. In dem
anderen Seite die Straßenbahn entgegen. Der Zuſammenſtoß war
unvermeidlich. Goß wurde zur Seite geſchlendert und flog mit dem
Kopf auf den Büirgerſteig. Das Nad wurde zertrümmert. Der
Schwer=
verletzte duurde mit dem Sanitätsauto zur Klinik verbracht.
I. Grünberg, 10. Sept. Durch das fehr ſchöne Wetter iſt hier die
Ernte glücklich eingebracht und die Befürchtung, daß das Getreide in
dieſem Jahre ebenſo wie im Jahre 1924 zugrunde geht, ſind nicht
ein=
troffin. Nur an ganz vereinzelten Stellen, wo die Geländebeichaffenheit
den Zugang des Windes hinderte oder das Getreide durch Anwendung
allzuviel Dünger ſich gelagert hatte, ließ ſich ein ſtarkes Wachſen der
Körner feſtſtellen. Der Körnerertrag iſt vorzüglich. Die
Grummet=
ernte fällt ebenfalls gut aus und iſt ſchon ein großer Teil, durch das
ſchöne Wetter begüinſtigt, eingebracht.
g. Wiesbaden, 9. Sept. Die Stadtberordneten=
Ver=
ſammlung nahm in ihrer heutigen Sitzung mit großer Majorität
einen Antrag der ſozialdemokratiſchen Stadtverordnetenfraktion an.
„Nach Artikel 174 der Reichsverfaſſung ſoll das zu erlaſſende
Reichs=
ſchulgeſetz „Gebiete des Reichs, in denen nach Bekenntniſſen nicht
ge=
trennte Schule beſteht, beſonders berückſichtigen‟. Der jetzt zur
Be=
ratung ſtehende Reichsſchulgeſetzentwurf trägt dieſer Schutzbeſtimmung
der Simultanſchule nur durch eine Sperrfriſt von 5 Jahren Rechnung,
die durch Landesrecht nochmals um 5 Jahre verlängert werden kann.
Die Stadtverordnetenverſammlung ſieht darin eine unzureichende
Aus=
führung des Artikels 174 und erſuchn den Magiſtrat, ſich bei den
zu=
ſtändigen Stellen dafür einzuſetzen, daß die Einführung des geplanten
Reichsſchulgeſetzes im ehemaligen Herzogtum Naſſau nicht erfolgt,
viel=
mehr die ſeit mehr als 100 Jahren dort beſtehende, durch das naſſauiſche
Schuledikt vom 24. März 1817 begründete Simnltanſchule erhalten bleibt.
Soweit durch Beſtimmungen der Reichsverfaſſung, die Geſetzgebung der
Zwiſchenzeit und veränderte Verhältniſſe heute eine andere rechtliche
und tatſächliche Lage beſteht, als ſie das naſſauiſche Schuledikt
voraus=
ſetzt, ſind die entſprechenden Angleichungen und der notwendige Ausbau
der Simultanſchule durch Landesgeſetzgebung zu vollziehen. Ferner
be=
willigte die Verſammlung den ſtädtiſchen Beamten und Angeſtellten, die
weniger als 350 Mark Monatsgehalt beziehen, eine einmalige Beihilfe
von 50 Mark und für jedes Kind 10 Mark. Es kamen 678 Perſonen
hierbei in Frage. Ein Zuſatzantrag, dieſe Beihilfe auch auf die
ſtädti=
ſchen Arbeiter, die unter 350 Mark monatlich beziehen, auszudehnen,
wurde in namentlicher Abſtimmung mit 27 gegen 17 Stimmen
gleich=
falls angenommen. Die abgeänderte Geſchäftsordnung der
Stadtver=
ordnetenverſammlung, die nach der von Frankfurt a. M. ausgearbeitet,
und ſtatt wie bisher 31 Paragraphen jetzt 54 enthält, wird nach dem
Antrag der Zentrumsfraktion vorläufig auf ein Jahr zur Probe
an=
genommen. Schließlich wird bewilligt, daß allen
Unterſtützungs=
empfängern, Erverbsbeſchränkten, Notſtandsarbeitorn und nicht
unter=
ſtützungsberechtigten Erwerbsloſen his zum 15. Oktober 1927 eine
Miets=
beihilfe in Höhe eines halben Wochenunterſtützungsſatzes ausbezahlt
wird.
Geſchäftliches.
In Aerztekreiſen iſt es längſt bekannt, daß die Zahnbürſte der
denkbar beſte Nährboden für die aus dem Mund entfernten Bakterien
iſt und Zahnbetterkrankungen und Infektionen aller Art durch
Ver=
letzungen des Zahnfleiſches, die beim Reinigen der Zähne unvermeidlich
ſind, hervorruft. Selbſt Mundwäſſer und Zahnpaſten ſind nicht in der
Lage, wie wiſſenſchaftliche Unterſuchungen ergaben, die Krankheitskeime,
Gäpungs= und Fäulniserreger ſicher abzutöten. Die Demaforette, ein
hygieniſcher Zahnbürſtenſtänder, macht die von Bakterien ſtrotzende
Zahnbürſte keimfrei und ſchützt ſie vor Staub und Fliegen. (Siehe
Au=
zeige in heutiger Nummer.)
29. Preußiſch=Süddeutſche Klaſſen=Lotterie.
22. Tag der 5. Klaſſe. In der Vormittags=Ziehung vom
10. September, wurden gezogen: 2 Gewinne zu 5o00 Mk. auf
Nr 127 594 10 Gewinne zu 3000 Mk. auf Nr. 102 699, 124 B6, 206 817
229 22, 345 678; 14 Gewinne zu 2000 Mk. auf Nr. 38 758, 56 928,
57 154, 85 786, 95 121. 144 136, 290 572; 22 Gewinne zu 1000 Mk.
auf Nr. 26 084, 76 430, 99 365, 101 946, 121 B1, 131045, 242 155,
242 493, 310 332, 314 267, 324 004; ferner wurden gezogen: 86 Gewinne
zu 500 Mk. und 224 Gewinne zu 300 Mk. — In der Nachmittags=
Ziehung wurden gezogen: 2 Gewinne zu 10 000 Mark auf
Nr. B2 644; 2 Gewinne zu 5000 Mk. auf Nr. 114 641: 4 Gewinne zu
3000 Mk. auf Nr. 94 876, 191 897; 6 Geſinne zu 2000 Mk. auf Nr.
3834, 64 B3, 188 378: 30 Gewinne zu 1000 Mk. auf Nr. 48 B34, 49 009,
6308 106 91, 195 427, 196 133, 196 225, 252 180, 253 573, 263 624,
290 107, 235 271, 307 971, 309 092, 327 989; ferner wurden gezogen:
84 Gewinne zu 500 Mark und 188 Gewinne zu 300 Mark — Im
Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500 000 Mark=
4 Gewinne zu je 50 000 Mk., 10 zu je 10 000 Mk., 26 zu je 5000 Mk.,
78 zu je 3000 Mk., 116 zu je 200 Mk. 208 zu je 1000 Mk., 596 zu je
500 Mk. und 1572 zu je 300 Mark. (Ohne Gewähr.)
„TSoore ſadt
Tatttige.
Maſſary.
* zer
garetke
n!
[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Reich und Ausland.
Frankfurter Chronik.
WSN. Bluttat eines Geiſtesgeſtörten.
In der Nacht zum 13. März d. J. kam es in der
Höhenſtraße 24 zu einem blutigen Drama. Der
52jährige Aushilfskellner Johann Kuhn, der als
ge=
walttätiger Menſch bekannt war, lebte mit den
Mietsparteien in ſtändigem Streit. Er war
verſchie=
dentlich zur Beobachtung ſeines Geiſteszuſtandes in
einer Nervenheilanſtalt. Als in der Märznacht der
Weißbinder Joſef Englert mit ſeiner Frau nach
Hauſe kam, wurde er von Kuhn angefallen. Kuhn zog
einen Revolver und tötete den Weißbinder durch
einen Schuß in den Unterleib. Als der im zweiten
Stock wohnende Friedrich Ganzer dem
Schwerver=
letzten zu Hilfe eilen wollte, richtete Kuhn auch ſeine
Waffe gegen ihn. Glücklicherweiſe kam Ganzer mit
einer ſchweren Verletzung an der rechten Hand davon.
Der Täter wurde nachher verhaftet. Wie wir hören,
hat die Staatsanwaltſchaft jetzt das Verfahren gegen
Kuhn eingeſtellt, da Kuhn nach Gutachten von
Sach=
verſtändigen für die Tat nicht verantwortlich gemacht
werden kann. — Eine nächtliche
Ueber=
raſchung vom Ausbrecher Stegmann.
Als in der Nacht zum Samstag ein Polizeibeamter
durch die Hammelsgaſſe ging, bemerkte er vor dem
Gerichtsgefängnis ein größeres Paket. Als er darauf
am Gefängnis ſchellte und das Paket abgab, endeckte
man darin die Gefängniskleidung des
Elektrotech=
nikers Wilhelm Stegmann, der bekanntlich am
Sonn=
tag aus dem Unterſuchungsgefängnis ausbrach. Es
war ſehr höflich, daß Stegmann, der eine 15jährige
Zuchthausſtrafe zu verbüßen hat, durch die Abgabe
des Pakets die Abſicht bekundete, daß er ſich nicht
auch noch an den Kleidern der Strafanſtalt bereichern
wolle. Da man mit der Möglichkeit rechnete, daß
Stegmann ſelbſt das Paket dort hinlegte, ſetzte man
einen Polizeihund auf die Spur, aber leider gelang
es nicht, den Verſchwundenen auf dieſe Weiſe zu
er=
mitteln.
* Aus Wiesbaden.
Von einem Autoüberfahren wurde am
Samstag mittag 12 Uhr an der Ecke Webergaſſe und
Hirſchgraben der Invalide Wilhelm Groß,
Stein=
gaſſe 29 wohnhaft. Der Mann erlitt einen
Bein=
bruch und wurde vom Sanitätsauto ins Städtiſche
Krankenhaus gebracht. — Ein Zimmer
aus=
gebrannt. Ein verſehentlich ſtehengelaſſenes
elek=
triſches Bügeleiſen kann in ſeinen Folgen bedenklicher
ſein, als „der in Gedanken ſtehengebliebene
Regen=
ſchirm” des zerſtreuten Profeſſors. Als im 2. Stock
des Hauſes Häfnergaſſe 3 die dort befindliche
Hut=
umpreſſerei am Samstag Feierabend machte, blieb
ein elektriſches Bügeleiſen nicht ausgeſchaltet auf dem
ſchweren Eichentiſch ſtehen. Der Tiſch verbrannte in
der Nacht, ebenſo etwa 20 hölzerne Kopfmodelle und
ſonſtiges. Als die Hausbewohner um 10 Uhr am
Sonntag vormittag die Tür der Werkſtätte erbrachen,
um die Urſache des Qualms feſtzuſtellen, war das
Zimmer ausgebrannt und das Feuer am Verlöſchen,
ſo daß die Feuerwehr nicht mehr herbeigerufen zu
werden brauchte.
Der Raubmörder bei Weilbach verhaftet.
g. Wiesbaden. Der hieſigen Kriminalpolizei
iſt es im Zuſammenwirken mit der Landjägerei und
der betreffenden Ortspolizei gelungen, die Perſon,
die am 5. ds. Mts., nachmittags, auf der Landſtraße
Diedenbergen—Weilbach eine Frau niedergeſchoſſen
hat, um ſie zu berauben, zu ermitteln und
feſtzu=
nehmen. Der Täter iſt geſtändig. Er hatte
zweifel=
los die Abſicht, die Frau zu töten, um ſie zu
be=
rauben. Er wußte, daß die Frau als hauſierende
Händlerin Geld bei ſich führte. Nur dem Umſtande,
daß der Schuß nicht tödlich war, ſo daß die Frau
noch um Hilfe ſchreien konnte, iſt es zu verdanken,
daß die Frau mit dem Leben davonkommt. Es
hau=
delt ſich um den 24 Jahre alten ledigen Arbeiter
Otto Müller, gebürtig aus Gronau, Kreis Hanau am
Main, wohnhaft in Marxheim i. T. Müller hat
be=
reits ein bewegtes Leben hinter ſich. Er befand ſich
2 Jahre bei der franzöſiſchen Fremdenlegion und
war ſpäter bei der Eiſenbahn=Regie hier und in
Koblenz tätig. Dem Müller werden außerdem noch
Einbruchsdiebſtähle, die er in der letzten Zeit in
Hofheim i. T. und anderen Taunusorten verübt hat,
zur Laſt gelegt.
Die große Münchener Verkehrsparade.
* München. Eine große Münchener
Verkehrs=
parade wird zurzeit von der Leitung der
Ausſtei=
lung „Das bayeriſche Handwerk” arrangiert. Es ſoll
ſich dabei um einen Paradezug aller Fahrzeuge
han=
deln, der zeigen ſoll, wie der Verkehr in München,
und zwar ſowohl der Perſonen= wie der
Güterver=
kehr, belvältigt wird. Die Verkehrsparade ſoll am
Sonntag, den 2. Oktober, dem letzten Oktober=Feſt=
Sonntag ſtattfinden. Es kommen ſowohl
Pferdefuyr=
werke, wie Fahrräder, Autos, Motorräder,
Laſtfahr=
zeuge uſw. zur Geltung. Die Reichsbahn, die
Reichs=
poſt, die Polizei, der Rettungsdienſt, die Feuerwehr,
die Stadt mit ihren großen Wagenparks, die
The=
ater mit ihren Dekorations= und
Requiſitentransport=
fahrzeugen, die Brauereien, der Großhandel, die
Baugeſchäfte und viele andere werden ſich an der
Parade beteiligen, auch das modernſte
Verkehrs=
mittel, das Flugzeug, wird nicht fehlen. Nach den
bisherigen Anmeldungen darf damit gerechnet
wer=
den, daß der Zug eine Länge von zirka 14
Kilo=
metern haben wird. Er beginnt vormittags um
9 Uhr und dürfte erſt gegen 3 Uhr beendet ſein.
Nach 24 Jahren erwiſcht.
In München iſt ein ſeit 23 Jahren in Amerika
anſäſſiger Hochſtapler verhaftet worden, der vor
einigen Jahren den Verſuch gemacht hat, durch den
fingierten Kauf einer Kunſtſammlung eine
Mün=
chener Firma um 150 000 Mark zu ſchädigen. Gegen
den Feſtgenommenen lag außerdem ein Haftbefehl
aus dem Jahre 1903 vor.
Theaterbrand.
EP. Belgrad. Auf der Straße König Milan
in der Nähe des Offizierskaſinos entſtand im
Mane=
gentheater ein Rieſenbrand, der kurz nach der
Vor=
ſtellung ausbrach, als das Publikum bereits das
Theater verlaſſen hatte. In einer halben Stunde
ſtand das ganze Theater in Flammen. Die
Bel=
grader Feuerwehr, Truppen und Polizei wurden
aufgeboten, um etwa im Gebäude befindliche
Per=
ſonen zu retten. Das Feuer konnte in den
Morgen=
ſtunden noch nicht lokaliſiert werden, und es iſt daher
noch vollkommen ungewiß, ob ſich in dem Geb
Wenſchen befunden haben.
Dienstag, den 13 September 1922
400 Jahrfeier der erſten evangeliſchen Schule in Huſum.
Das Hermann Taſt=Gymnaſium
in Huſum kann ſein 400jähriges Beſtehen feiern. Im Jahre 1527 hat Hermann Taſt (im Kreis)
die Reformation in Huſum durchgeführt und dort die erſte evangeliſche Schule, die heute ſeinen
Namen trägt, begründet.
Das ſchönſte Poſtamt Deutſchlands.
Ein moderner Neubau in Berlin.
Der Schalterraum
des Poſtamts in der Skalitzer Straße (Berlin) zeigt einen neuen Stil. Auch die übrigen Räume
weichen von der bisherigen langweiligen fiskaliſchen Bauart erfreulich ab.
Die Probleme des Segelflugverkehrs.
Hamburg. Auf der Hauptverſammlung der
Hamburgiſchen Schiffbau=Verſuchsanſtalt ergriff am
Freitag im Anſchluß an einen fachwiſſenſchaftlichen
Vortrag von Profeſſor Hoff über das Großflugboot
Profeſſor Junkers das Wort. Nach ſeiner Anſicht
werde es beſtimmt gelingen, im Laufe der Zeit
we=
ſentlich größere, techniſch ſichere und wirtſchaftlicher
arbeitende Flugzeuge zu bauen. Doch warne er vor
einer allzu ſchnellen Steigerung der Abmeſſungen.
Die Aufgabe, den für Großflugboote geeigneten
Mo=
tor zu ſchaffen, ſei nicht leichter, als der Bau dieſer
Flugboote ſelbſt. Sowohl aus Sicherheits= als aus
wirtſchaftlichen Gründen müſſe dahin gewirkt werden,
den geeigneten Schwerölmotor zu ſchaffen. Nach
ſeiner Anſicht gehe die Luftfahrt einen ſehr
bedenk=
lich Weg. Sie lebe von Subventionen, was ihr nicht
zuträglich ſei. Es wäre deshalb dringend zu
wün=
ſchen, daß ſie ſich ſelbſt überlaſſen würde, dann
würde ſie ſich ſicher wirtſchaftlich gut entwickeln. Was
die Frage „Luftſchiff oder Flugzeug” betreffe, wäre
der Schöpfung Zeppelins zu wünſchen, daß ſie ſich
durchzuſetzen vermöge. Er werde aber wohl nie
ge=
lingen, Luftſchiffe zur Beförderung größerer
Nutz=
laſten heranzuziehen. Junkers ging ſchließlich
noch=
mals auf die unzutreffenden Preſſemeldungen über
Unſtimmigkeiten zwiſchen den Junkerswerken und der
deutſchen Seewarte anläßlich der Ozeanflugverſüche
ein. Er ſtellte feſt, daß ſich die Sachkunde der
See=
warte ausgezeichnet bewährte. Prof. Junkers gab
der Hoffnung Ausdruck, daß die Erfahrungen der
Großreedereien im Seedienſt der Luftfahrt in
Zu=
kunft zuſtatten kommen möchten. Prof. Förſter
er=
klärte, er halte das größte Flugboot für das zu
Ueberſeezwecken geeignete. Ein transatlantiſches
Großflugboot dürfte nicht unter 25 bis 30 Meter lang
ſein, ſeine Maſchinenkraft müſſe auf vier bis fünf
Einheiten und Propeller verteilt ſein. Die akuteſte
Frage bei Entwicklung des Großſeeflugzeuges ſei
zweifellos die Motorenfrage. Hier trete, ſo paradox
es heute noch vielen klingen mag, die Dampfturbine
in ausſichtsvolle Konkurrenz. Das Gewicht von
Waſ=
ſerrohrkeſſel und Leichtturbinenanlage, deren
Kon=
ſtruktionen heute verſuchsreif vorliegen, ſei nicht
größer, als das der Dieſelmotoren. Der Bau einer
Verſuchsanlage, die noch gewiſſe Kompromiſſe
ent=
halte und im Dampfdruck nicht über 50 Atmoſphären
gehe und in der Tourenzahl nicht viel über 20 000,
ſei beſchloſſen. Die Konſtruktion ſei im Gange. Was
das Luftſchiff betreffe, ſo erſcheine ihm zweifelhaft,
ob es ſich im größeren Umfang als dem eines
Be=
förderungsmittels für gewiſſe Ausnahmeſtrecken werde
halten und entwickeln können. Dennoch möchte man
nur wünſchen, daß der Bau der jetzt der Vollendung
zugehenden Starrluftſchiffes unterſtützt und gefördert
werden möchte, damit einmal mit voller
Gründlich=
keit im Dauerbetrieb feſtgeſtellt werde wie ſich mit
ſolchen Luftſchiffen in der Verkehrspraxis arbeiten
laſſe.
Siedlerſkandal bei Berlin?
c. Berlin. In der Siedelung Fuchsberge
un=
weit Friedrichshagen bei Berlin fand eine
Verſamm=
lung von kriegsbeſchädigten Siedlern ſtatt, in der
über das Verhalten der gemeinnützigen
Siedelungs=
geſellſchaft Invalidendank bittere Klage geführt
wurde. Die 124 Siedler, die einen Teil ihrer Renten
kapitaliſieren ließen und der Invalidenbank
Voll=
macht über dieſen Betrag gaben, behaupten, daß nach
faſt zwei Jahren 64 Häuſer gebaut worden ſeien, die
fern jeder Straße auf hügeligem Oedland, ohne Licht=
und Waſſeranlagen, ausgeführt ſeien und die von
den Bauſachverſtändigen des Magiſtrats und
Polizei=
präſidiums als Schwindelbauten bezeichnet worden
ſeien. Sämtliche Häuſer ſeien baufällig und könnten
nur mit 5 bis 6000 Mark Koſtenaufwand pro Haus
bewohnbar gemacht werden. Die Siedler haben ihre
Vertrauensmänner beauftragt, mit dem Magiſtrat,
den Kreis= und Reichsbehörden zu verhandeln.
Ferienkinder in der Oſtſee ertrunken.
Bei Göhren auf Rügen ertranken beim Baden
zwei Knaben eines Kinderheims, Willi Martin aus
Kupferdreh und Willi Häuſerkoppen aus Arnsheim.
Die den beiden Ertrinkenden zu Hilfe eilende
Lei=
terin geriet gleichfalls in größte Gefahr und wurde
nur im letzten Augenblick von einem dritten Knaben
gerettet. — In Carlshagen auf Uſedom
er=
trank ein Knabe aus Schwäbiſch Hall in Württemberg.
Schwerer Automobilunfall im Saargebiet.
Saarbrücken. Nach einer Meldung der
„Saarbrücker Zeitung” hat ſich am Sonntag in
Saar=
louis ein ſchwerer Autounfall ereignet. Das Auto
des Kaufmanns Levi fuhr mit voller Wucht gegen
einen Straßenbahnwagen. Die Inſaſſen des
Kraft=
wagens, zwei Frauen und der Chauffeur, wurden
ſchwer verletzt. An dem Aufkommen des Chauffeurs
muß gezweifelt werden.
Eine ſchreckliche Auto=Kataſtrophe.
10 Tote, 6 Schwerverletzte.
Kowno. Eine ſchreckliche Autokataſtrophe
er=
eignete ſich am Freitag nachmittag in der Nähe von
Kowno, die zehn Paſſagieren das Leben koſtete. Ein
Paſſagierauto mit 16 Inſaſſen fuhr von der
litau=
iſchen Provinzſtadt Wilkiam nach Kowno. Als der
Wagen eine ſehr ſteile Stelle der Chauſſee paſſierte,
verſagte plötzlich die Bremſe, ſo daß der ſchwer
be=
ladene Wagen mit immer größer werdender
Ge=
ſchwindigkeit rückwärts rollte und ſchließlich in eine
tiefe Schlucht ſtürzte. Zehn Perſonen wurden auf
der Stelle getötet. Sechs wurden ſo ſchwer verletzt,
daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird.
Feuersbrunſt in Stambul.
Angora. Nach amtlichen Feſtſtellungen ſind bei
der Feuersbrunſt in Stambul mehr als 150 Gebäude
zerſtört worden, darunter das Holzzollamt mit allen
Akten. Der Schaden wird auf mehr als 1½ Mill.
Pfund Sterling geſchätzt.
Wayne B. Wheeler,
der Mann, der Amerika trocken gelegt he
58jährig geſtorben. Seit ſeiner Jugend war 2—
ein Vorkämpfer der Abſtinenzler. Doch erſt
I-
er ſein Ziel, das Prohibitionsgeſetz, die „2—
legung” der Vereinigten Staaten, erreicht.
Bild zeigt ihn in einer charakteriſtiſchen Reoſte”
Nummer 2:3
Chef=Redakteur Payne:
Opfer des Ozeanfluges..
Mit der Old Glory untergegangen:
Mr. Philip Payne,
der Chefredakteur des Daily Mirror, hat
kühnen Entſchluß, den Ozeanflug mit der OlS50
zu wagen, mit ſeinem Leben bezahlt. Die Ay
welche er über den Start, den Flug über dem!
und die drohenden Gefahren flüchtig notie-:
ruhen mit ihm und den beiden Piloten in
de=
des Ozeans.
Wachſende Oppoſition gegen die Ozeanſ!
in Amerika.
New York. Die Oppoſition gegen die
flüge iſt im Wachſen. Der Preis von 25000 Ur
für den erſten ununterbrochenen Flug Europa—
delphia wurde zurückgezogen. Der Entſchl:66
Marinedepartements, Leutnant z. See Cu im
verbieten, den Flieger Ronek zu begleiten,
wrſ=
gemein gebilligt. Die Handelskammer von dut
erſuchte die Flieger Schlee und Brock telegruß, .50 Im
den Flug über den Stillen Ozean aufzugeben. Anu ſen.
Notlandung des „Stolz von Detroit!/Am. als die 26W
Paris. Wie Havas aus Tokio berichtet, ,e 4.Mumclaſſe
atbewerb fu
das amerikaniſche Flugzeug „Stolz von Detro//4 / Aums beſiſe
am Sonntag früh in Schanghai mit Beſtüng/ 4, war Zweitſ
Tokio aufgeſtiegen war, infolge Benzinmangihe mwettbewerb gu
es vom Kurſe abgewichen war, bei Nagaſaki ar. / an ſchnelle Zeiten
Hu in der 2Lite
Schwerer Automobilunfall.
Neichr, als Sieger
Paris. Bei einem in der vergangenen
Nannheim) auf
in der Nähe von Dieppe erfolgten Automoblfl/. Meßnilſe lau
fand Lady Marling, die Frau des ehemalig ag Fauerläſſgaleitsfahr
liſchen Diplomaten und Vorſitzenden der lſw Ungg. Rini Groß
mungskommiſſion für Schleswig=Holſtein, der 9.: ᛋf Ovel. Atmer
Lebensgefährlich verletzt wurde die Frau disw derer, Frau 9
maligen engliſchen Geſandten in Kopenhager A; be) auf Mathi
Cheetham. Lady Cheetham iſt die Tochter des mdenburg)
a=
nnabor. A
ren ruſſiſchen Botſchafters in Frankreich Mun
(Eßlingen)
* Ein neuer deutſcher Rekord.
ichroth (gg
Der „Evening Standard” berichtet: „Di/
der neuen Rekorde wächſt von Tag zu Tage, 1
ſcheint nichts mehr die Möglichkeit men e
Leiſtungen überſteigen zu können. Ich glaube ih/ gradfahrer, mi
daß der folgende Ausdauer=Rekord eines Dberer.
ſchen in Buenos Aires nur ſchwer zu 190kn. Motorröder Bie
ſein wird. Ein junger deutſcher Ele /14, bis 350
gem=
techniker war von dem Ehrgeiz angefeuet/h Baden) uT. u.
Buenos Aires bis New York ohne eine ZrinM/ h6 350 eem:
landung zu fliegen. Es fehlte ihm aber an Geiwib N. Vogel (
Baden=
den Bau eines beſonderen, von ihm erſonnenex pe/l .b; bis 500 cem
zeuges ausführen zu können. Um ſich einen 1AM. Kormann (
Gmuind) 10:B:
ſchaffen, begab er ſich zu dem Chefredakteus PM, 53 10ng z
führenden Blattes und erklärte ihm, er woVeſ, ga,
ſeine Ausdauer zu beweiſen, hundert au
ander folgende Stunden arbeiten:
einen zuverläſſigen Zeugen ernennen. Dann
er ſich zur Kraft=Station zurück, an der er täk)
und arbeitete als Mechaniker hundertundſt
aufeinander folgende Stunden
mit nur vier 10 Minuten langen
ſen für Mahlzeiten. Es beſteht Ho 7
daß er ſein Flugzeug bekommen wird.”
Der König der Antialkoholker geſto
[ ← ][ ][ → ]ſmmmer 254
Dienstag, den 13. Geptember 1927
Geite 9
Opotn, Spiet und Tarnent.
Faden=Badener Herbſiſporttage. Fußball im Kreis Starkenburg.
(Von unſerem Sonderberichterſtatter.)
Baden=Baden, 11. September.
gritiker ſtellt feſt: dieſe Baden=Badener Herbſtſportage des
u nz Baden des ADAC. ſind populärer, als die Baden=Badener
Numiere. Die Beteiligung an den ADAC=Heubſtſporttagen war
unwergleichlich beſſere. Die Organiſationsausſchäſſe hatten ſich viel
Sgeben. Nicht alles war, wies ſein ſollte. Das Hauptereignis,
Uhrarzwald=Zuverläſſigkeitsfahrt, war nur humoriſtiſch zu werten.
9 eranſtalter den Fahrteilnehmern Fallen ſtellen, um Straſpunkte
Cechen, ſo hat das mit Sport nichts zu tun, und vermaſſelt ſolche
Rulltungen reſtlos. Drum ſollte auch die O.N.S. als verantwort=
Brnmiſſion zur Regelung des deutſchen Autoſports dafür ſorgen,
(Aynn, wie z. B. Karrenzzeiten von plus oder minus 2 Minuten
whmigten Zuverläſſigkeitsfahrten nicht mehr vorkommen. Leider
m Die D.N.S. in Baden=Baden durch Abweſenheit. Ferner iſt
ur ſagen, daß die Baden=Badener bei Abgabe der Nennungen von
alsern Angaben verlangten, die mit Herernfahverſport nichts zu
ſhrn. Wenn man internationale Vovbilder kopieren will, ſo muß
m imfür vorhanden ſein; die Baden=Badener Kopie aber war grund=
2. ß eine viereinhalbſtündige Zwangspauſe mit Weinprobe und
ik ub Bürgermeiſterrede nicht in eine Zuverläſſigkeitsfahrt paßt,
un chtlich. Daß, wie z. B. in Konſtanz, ein „Vorziel” eingerichtet
emer ein „richtiges” Ziel, und daß alſo die Fahrer auf das
Vor=
um nfallen, gehört ins Humoriſtiſche. Humoriſtiſch war ferner,
3 Ballonverfolgung ausfiel. Die Ballonhülle ſonnte ſich leer und
ſirse Stunde lang auf dem Kurhausplatz; es hieß, ſie würde nicht
weil es zu windig ſei. Nachdem es dann gegen 1 Uhr nicht mehr
ſdrg war, begann ein Suchen nach dem inzwiſchen
verſchwunde=
ſhaulsnmeiſter. Er blieb unauffindbar, und der Ballon in ſeinem
ſtrl. Das Bergrennen konnte nicht rechtzeitig beginnen. In einer
ſöhm Nacht war die Telephonleitung kaput gegangen, und ſo
de Zeitnahme Schwierigkeiten.
r die Zukunft alſo: Zuverläſſigkeitsfahrten ohne Rätſelraten,
ochtigtueriſche Meldeangaben, — die Dunchführung aber klar
ſu=utig und ſportlich. Keine Laien in den Kontrollen, und keine
ſtſten Klauſeln. Und wenn die Sonne lacht und es nicht ſtürmt,
er Ballon ſteigen. Und dann keine ſolche Eile, wie ſie
dies=
ysſchrieben war: vormittags Bergrennen — um 12 Uhr mittags
Merfolgung. Schließlich will auch der Autoſportsmann einmal
Fſen und ſogar eine Stunde Ruhe haben. Und das beſonders
in wunderſchönen Baden=Baden!
„sBergrennen begann mit einem großen D.K.W.=Erfolg, indem
Porzheim) eine ſo fabelhafte Zeit erzielte, daß es nur dem
ir der 350 ccm=Klaſſe und dem Sieger in der 500 ccm=Klaſſe
ge=
chreller zu ſein. Alle anderen, auch die 1000 ccm=Maſchinen,
argſamer, als die DKW. Hiller auf Montgomeri war als
Sie=
er 350 ccm=Klaſſe Zweitſchnellſter aller Motorradfahrer. Im
itgrenwettbewerb fuhr erwartungsgemäß Kimpel auf
Mercedes=
u weitaus beſte Zeit aller Sportwagenfahrer. Kappler auf
tupra war Zweitſchnellſter aller Sportwagenfahrer und ſchuf
Murvagenwettbewerb auf Bugatti=Kompreſſor den Tagesrekord.
euswert ſchnelle Zeiten fuhren auch Graf Kalnein (Berlin) auf
Sieger in der 2=Liter=Sportwagenklaſſe, und Spander (
Nürn=
n Stehr, als Sieger in der 4=Liter=Sportwagenklaſſe, ferner
Mär (Mannheim) auf Bugatti im Renwagenwettbewerb.
MErgebniſſe lauten:
Mruld=Zuverläſſigkeitsfahrt: ſtrafpunktfrei: Heiß (Kreuzingen)
i anomag, Fini Groß (Baden=Baden) auf Opel, Nahner (
Gag=
nSauf Opel, Atmer (Berlin) auf Wanderer, Madre (Stuttgart)
93 Wnderer, Frau Bahr (Berlin) auf Stehr, Dr. Waether
usmhe) auf Mathis, Chriſt (Frankfurt) auf Stoewer, E. Reich=
Brandenburg) auf Brennabor, Frau Richard (Brandenburg)
Brennabor, M. Schmid (Karlsruhe) auf Mercedes=Benz,
mckle (Eßlingen) auf Mauſer, A. Fries (Waldkirch) auf
An=
b, Schroth (Karlsruhe) auf Simſon=Supra, Feierling (Freiburg)
etoewer, H. Schmidt (Baden=Baden) auf Lancia, Hoelliſcher
Nen=Baden) auf Mercedes=Benz, E. Weiß (Freiburg) auf
Uller. — Strafpunktfreie Motorradfahrer: R. Kiſt (Kappel)
öard. R. Winkle (Altenſtedt) Motoguzzi. — Strafpunktfreier
hrradfahrer mit Seitenwagen: Henning (Düſſeldorf) auf
Kie
hen. Motorräder bis 175 cem: 1. Geiß (Pforzheim) DKW.
3: bis 250 cem: 1. Eſſig (Malſch) BMW. 10:16,3; 2. Heid
Men=Baden) UT. 11:26,3; 3. Frau Kindler (Baden=Baden) NSu.
bis 350 cem: 1. Hiller (Feuerbuch) Montgomery 9:27,1;
M. Vogel (Baden=Baden) AFS. 10:06; 3.= Müller (Pforſt)
.0:15; bis 500 cem: 1. W. Brien (Ludwigsburg) Standard
2. Kormann (Karlsruhe) Rudgeworth 10:24; 3. R. März
vib. Gmünd) 10:28; bis 750 cem: Tübinger (Konſtanz) Mabeco
FM3s bis 1000 ccm: 1. Klotz (Auerbach) Wanderer 10:56,4;
N ler (Karlsruhe) Harleyz=Davidſon 11:00.—
Narnmaſchinen: bis 750 cem: 1. E. Goehler (Karlsruhe) Im=
1 10:46; 2. Bucker (Oberurſel) Bucker 11:48,2; über 750 cem:
. Goehler (Karlsruhe) Imperia 10:11,3; 2. E. Krick (Heidel=
* Mabeco 12:50.
1en bis 500 ccm: 1. Fuß (Baden=Baden) Hanomag 16:10; 2. Thea
erma (Berlin) Hanomag 16:38; bis 1100 cem: 1. Weſtermann
ark) Pluto 12:24; 2. Fortenbach (Baden=Baden) Fiat 13:41,/4;
. Liter: 1. Jäger (Ludwigsburg) Bugatti 10:13: 2. Koch
etgart) Wanderer 15:45,1; bis 2 Liter: 1. Karl Kappler (Gerns=
Simſon=Supra 9:01,4; 2. W. Brenner (Baden=Baden) Bu=
DD:46/4; 3. Dr. Heberling (Heidelberg) Simſon=Supra 12:58;
Titer: 1. Graf Kalnein (Berlin) Bugatti 9:26,2; 2. Schlagint=
Baden=Baden) Steiger 11:19; 3. Kpafft (St. Blaſien) Steiger,
bis 5 Liter: 1. D. Sandol (Nürnberg) Stehr 10:19: 2. E.
Freiburg) Chryſler 11:32,4; 3. Dr. Schwarz (Mannheim)
2:32; über 5 Liter: 1. G. Kimpel (Ludwigshafen) Mercedes=
7.:91,2.
Me., bis 1,5 Liter: 1. Hans Birk (annheim) Bugatti 9:07,3;
15 Liter: 1. Kappler auf Bugatti 8:10,2; 2. Davidſon (
Saar=
ene Amilear 11:48.
Kraftſport.
Atbletik=Sportverein 1895 Darmſtadt.
Wettergott nicht begünſtigt, fand am Sonntag, den 11. Sep=
. diesjährige Jugendkreisfeſt des 2. Kreiſes in Koſtheim ſtatt.
Früheſten Morgenſtunde an trafen aus allen Richtungen die
da Kämpfer ein, um ſich mit ihren Klaſſenkollegen zu meſſen.
teiligung von annähernd 180 Konkurrenten wurden dunchweg
AFe geliefert. Auch in den einzelnen Schülerklaſſen war eine
Ei gung zu verzeichnen. Von der Jugendabteilung obengenann=
Is wurden folgende Preiſe errungen:
D— Schüler bis 60 Pfund Körpergewicht: Ernſt Schuchmann
Bugend=Bantam: Adam Götz 2. Preis; Stemmen: Jugend=
Ru— Ludwig Erb 1. Preis; Boxen: Jugend=Bantam: Willyz
1. Preis.
Fußball.
Sp. Verein Gr.=Zimmern 1. — Eſchollbrücken 1. 7:2.
* Verbandsſpiel empfing am Sonntag F. Sp.V. Gr.=Zimmern
nſchaft von Eſchollbrücken und konnte ſich wieder 2 Punkte
2Zimmern hatte von Anfang bis zum Schluß das Spiel in
M9 und lag bis 10 Min. vor Schluß mit 7:0 in Führung,
ver=
anz, daß es auch noch ein Tor zu verteidigen hatte, ſonſt
lbrücken nicht zu den beiden Erfolgen in letzter Minute ge=
Eicholbrücken hinterließ einen guten Eindruck, dürfte aber in
Dnielen mehr Eifer zutage bringen. Dem Schiedsrichter wurde
urch die faire Spielweiſe erleichtert und führte ſein Amt zur
M ſt beider Parteien aus.
Sportverein 1922 Roßdorf e. P.
Leand die 1. und 2. Mannſchaft des Vereins am Sonntag ſpiel=
Einte die 1. Jugend im einem ſchönen, fairen Spiel ihr Kön=
We Einzeleiſtungen wechſelten mit ſchönen Kombinationen. Der
Lann auf ſeinen Nachwuchs ſtolz ſein, wenn er auch gegen die
Tcarere und gut durchgebildete 2. Jugend des Sportvereins
Mtrdt 0:3 verloren hat.
Die Kreisliga nach dem 2. Spielſonntag.
Die ſonntäglichen Spiele der Kreisliga gingen bis auf ein Treffen
ohne ſonderliche Ueberraſchungen aus. Die Ergebniſſe ſeien vorweg
ge=
nannt:
Union Darmſtadt-Polizei=Spv. Darmſtadt 3:1 (1:0).
FV. Sprendlingen—1. FC. Langen 0:1 (0:1).
Sportverein Münſter—Union Wixhauſen 4:3 (3:0).
Viktoria Walldorf-Viktoria Urberach 5:3 (3:2).
T., u. SV. Mörfelden-Viktoria Griesheim 0:1 (0:1).
Die Uebervaſchung des Tages iſt wohl der Sieg der Griesheimer
in Mörfelden, der ernſtlich vorher nicht erwartet wurde. Ob das
Ne=
ſultat Frucht einer allgemeinen Verbeſſerung oder letzten Endes nur der
guten Griesheimer Hintermannſchaft zu verdanken iſt, muß abgewartet
werden, da mehr über das Treffen noch nicht bekannt iſt. Jedenfalls
wird dieſer Erfolg aber anſpornend in Griesheim wirken, ſieht man
doch, daß abſolut kein Grund zum Kopfhängenlaſſen vorhanden iſt. —
Das Darmſtädter Lokaltreffen brachte einen ſicheren Sieg der Unioniſten.
Die Polizei hatte zwar das Pech, in der zweiten Halbzeit auf einen
guten Mann verzichten zu müſſen, doch war die techniſche Ueberlegenheit
des Siegers immer noch ſo groß, daß der Endſieg auch ſo zuſtande
ge=
kommen wäve. Nicht ganz zu überzeugen vermochte der Angriff des
Siegers. — Die Nachbar=Nivalen aus Sprendlingen und Langen
hat=
ten zirka 800 Zuſchauer zu ihrem Kampf auf die Beine gebracht.
Lan=
gen blieb glücklicher 1:0 Sieger. Das Treffen wurde ziemlich
ſcharf durchgeführt; beiderſeits mußte ſich denn auch je ein Mann bald
das Spiel von draußen anſehen. — Münſter macht vorerſt in den
Spuren des Vorjahres weiter und läßt ſich daheim nicht unterkriegen.
Immerhin ſollte das nur noch eine Frage der Zeit ſein, denn am
Sonn=
tag hatte der Sieger ziemlich Glück. Hätte Wixhauſen beim 3:1 Stand
nicht noch ein Eigentor fabriziert, ſo wäre beſtimmt ein Punkt mit aus
Münſter gegangen, zumal die zweite Hälfte die Gäſte ſtark in Front ſah.
Man darf auf das erſte auswärtige Antreten der Münſterer geſpannt
ſein. — Recht torreich ging es in Walldorf zu. Der ſchnelle Angriff der
Einheimiſchen, der vor allem auf den Flügeln recht gut beſetzt iſt, ſchoß
aber zwei Tore mehr als die Gäſte aus Urberach und behielt zu Necht
den Sieg. Es ſcheint, daß Walldorf höher einzuſchätzen iſt als der
Mör=
felder Nachbar.
Union Darmſtadt 6:1 Sportverein Münſter 8:5 Viktoria Walldorf 7:5 1. FC. Langen .. 3:2 Union Wixhauſen 8:4 Viktoria Urberach 7:7 Viktoria Griesheim 1:5 Germania Pfungſtadt 2:4 Polizei=SV. Darmſtadt 1:3 T., u. SV. Mörfelden 25 Fußballverein Sprendlingen 2 — 0:4
Radfahren.
Gau 70 „Heſſen=Darmſtadt” B.D.R. — V.C. .Darmſtadt Sieger in der
Gau=Stafettenfahrt.
Für vergangenen Sonntag hatte der Gau ſeine Stafettenfahrt
aus=
geſchrieben, zu welcher 8 Vereins=Mannſchaften Meldung abgaben. Die
Rennſtrecke — Rundſtrecke — mit Start, Wechſel und Ziel Windmühle
führte mit 36 Klm, über Gräfenhauſen—Mörfelden—Gr.=Gerau-
Büttel=
born-Darmſtadt Windmühle und war von jeder Stafette (4 Fahrer —
eine Mannſchaft) zu durchfahren. Dem Gau=Rennfahrwart ſtellten ſich
jedo chnur 6 Mannſchaften, und zwar ian folgender Aufſtellung:
Rad=
ſportclub 1919 Darmſtadt: Bopp, van Büren, Meinhardt, Steinkirchner,
R.V. Diamant Groß=Zimmern: Beubel Gans, Kabel, Mai. R.V. Gr.=
Gerau: Auer, Bräntle, Reiß, Schad. Veloeiped=Club 1899 Darmſtadt:
1. Mannſchaft: Franke, Gans, Renſchler, Walkenhorſt. 2. Mannſchaft:
Diemer, Gernand, Berni Hoffmann, Leo Hoffmann. 3. Mannſchaft:
Bukowſki, Damus, Karnold, Kornmeier. Die erſte Runde beſtritten:
Steinkirchner (D. R. C.), Beubel (Gr.=Zimmer), Schad (Gr.=Gerau),
Da=
mus, Gans, B. Hoffmann (alle V. C. D.) Es gekingt Gans und
Hoff=
mann dem Felde zu enteilen, um 7.54,3 erreichen ſie bei einer Fahrzeit
von 1 Stunde und 6 Minuten den Stafettenwechſel Windmühle mit
großem Vorſprung. Es folgten dann jeweils in weiteren Abſtänden
Gr.=Zimmern, Darmſtädter Radſport=Club, V.C. D. 3. Mannſchaft Gr.=
Gerau. Renſchler und Gernand (V.C.D.) vergrößern den Vorſprung
auf 14 Minuten, übergeben mit ebenfalls 1 Stunde 6 Minuten um
9 Uhr die Stafette an Franke, und Leo Hoffmann. Die übrigen
Mann=
ſchaften paſſieren den Wechſel Windmühle in der gleichen Reihenfolge
wie in der erſten Runde. In der 3. Runde fährt Hans Franke (V.C. D.)
mit 1 Stunde und 2 Minuten die ſchnellſte Zeit des Tages und kann dem
Schlußmann Walkenhorſt mit zirka 20 Minuten Vorſprung die Stafette
übergeben. Leo Hoffmann, der zuerſt dem Tempo nicht ſtandhalten
konnte, überraſcht dadurch, daß er — trotzdem er das Rennen allein
fahren mußte — nur 1 Stunde 7 Minuten brauchte und ſo den
Vor=
ſprung gegen Gr.=Zimmern hielt. Es folgen Gr.=Zimmern, Darmſtädter
Radſport=Club, V. C.D. 3. Mannſchaft, Groß=Gerau. Karnold (V. C.D.
3. Mannſchaft) iſt ſeinem Vordermann trotz Sturz bedenklich nahe
ge=
kommen. Die 4. und letzte Runde ſieht Walkenhorſt (V. C.D. 1.
Mann=
ſchaft) mit einer Fahrzeit von 1 Stunde 4 Minuten als Zweitſchnelſten.
Diemer (V. C. D, 2. Mannſchaft) folgt mit 9 Minuten Abſtand, Groß=
Zimmern 24 Minuten. Bukowſti (V. C.D. 3. Mannſchaft) iſt es
ge=
lungen, im Kampf um den 4. Platz den von Karnold erreichten Vor=
ſprung zu vergrößeri, den Schlußfahrer vom DR.C. einzuholen und
weitere 11 Minuten gutzumachen. 1 Veloeiped=Club Darmſtadt 1.
Mannſchaft 4 Std. 18 Min. 40 Sek. Velociped=Club Darmſtadt 2.
Mannſchaft 4 Std. 27 Min. 3. Diamant Groß=Zimmern 4 Std. 42 Min.
4. Velociped=Club Darmſtadt 3. Mannſchaft 4 Std. 52 Min. 5.
Rad=
ſport=Club 5 Std. 08 Min. 6. Radfahrer=Verein Gr.=Grau 5. Std.
16 Min.
Um die Süddeutſche Waſſerball=Meiſterſchaft. Im Vorſchlußſpiel um
die Süddeutſche Waſſerball=Meiſterſchaft ſchlug am Sonntag der SV.
Eßlingen den Frankfurter SC. mit 3:0 Toren. Das Ergebnis ſtand
ſchon bei der Pauſe feſt, in der zweiten Halbzeit traten die Frankfurter
nicht mehr an. — Das Endſpiel führt nun am kommenden Sonntag
in Nürnberg den SV. Eßlingen mit Bayern 07 Nürnberg zuſammen.
Fünf=Städte=Schwimmkampf. Im Frankfurter Stadion findet am
kommenden Sonntag im großen erwärmten Schwimmbechen ein Fünf=
Städte=Schwvimmkampf ſtatt, an dem die beſten Schwimmer aus
Darm=
ſtadt Offenbach, Mainz, Wiesbaden und Frankfurt
am Main teilnehmen. Zum Austrag kommen eine Wmal 50 Meter
Bruſtſtaffel, eine 10mal 100 Meter Freiſtilſtaffel, eine 10mal 100 Meter
Bruſtſtaffel, eine 20mal 50 Meter Freiſtilſtaffel und ein Waſſerballſpiel.
Dem Sieger winkt der im Vorjahre geſtiftete Ehren=Wanderpreis der
Stadt Frankfurt a. M.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt
Dienstag 13. Sept. 11.55: Glockenſpiel aus dem Darmſtädter
Schloß. 6 15.30: Dr. Oehlert: Emil, Rathenaus. Ve ruſte um
die deutſche Elektrotechnik (für Kinder vom 10. Jahre ab). o 16.30:
Operetten von Leo Fall. Marſch aus Der ſüße Kavalier. Potp.
aus Madame Pompadour Sag Du’s, aus Die ſchöne Riſette,
Brüderlein fein, Walzer. Potp. aus Der liebe Auguſtin. „Walz= Die Roſe von Stambul. Affentrott aus Die ſpaniſche Nahtigall.
0 17.45: Leſeſtunde. 0 18.15: Dr. v. Hentig: Der Zug über den
Pamir. e 18.45: Uebertr. von Kaſſel. Regiſſeur Geiß: Das
moderne Theater und ſein Publikum. 19.15: Dr. Gerum: Die
Angſt vor dem Arzt und ſeinen Eingriffen. o 19.45: Dr.
Heine=
mann: Bertrand Ruſſel und die engl. Philoſophie der Gegenwart.
20.15: „Der lebende Leichnam” Drama von Leo Tolſtoi.
Die ruſſiſchen Zigeunerlieder werden vom A=capella=Chor 1923
geſungen.
Stuttgart.
Dienstag „13. Sept. 16.15: Konzert Roſey: Marſch. —
Ohlſen: Herbſtkinder. — Rudnik: Zwei Lieder ohne Worte. —
Berlioz: Ouv. Wawerln — Maſſenet: Fant. Werther — Brahms:
Zwei ung. Tänze — Adam: Lanzelot, Liſelotte. — Roſey: Motor=
Marſch. Einl.: Elſe Werth. 6 18.15: G. Schwidetzky: Tierſprachen
und Urſprachen 8 18.45: Dr. Müller: Die Philoſophie des Sowohl
als auch. O 19.15: Uebertr. aus Mannheim: Pfarrer Kaufmann:
Die Deutſchen in Paläſtina. 19.45: Nachr, der badiſchen und
württemberg. Funkvereine. a 20: Volkslieder, Mitw.: Das
Solo=
quartett, Philh. Orch. Einl „Vortrag von Oswald Kühn. Alte
Lieder. Deutſche Tänze von Schubert und Beethoven. Scheiden und
Meiden. Mozart: Ballettmuſik. Luſtige Weiſen. Heimat. o 21.15:
Wunſchabend. Mitw.: Maria Thereſia Deimann, Käte Mam,
H. Hofele, H. Hanus, M. Heye, Funkorch.
Berlin.
Dienstag 13. Sept. 12.30: Viertelſtunde für den Landwirt,
16: Dr. Günther: Die Idee des Tanzes im Bühnenkunſtwerk.
0 17: Kapelle Rooſz: Mozart: Ouv. Mitridate. — Maſſenet=
Elegie. — Brahms:, Ung. Tanz. — Weber; Fant. Oberon. —
Felix: Unter dem Lindenbaum. — Benatzky: Ich muß wieder einmal
in Grinzing ſein. — Kodaly: Adagio. — Chopin: Mazurka
B=dur. — Lehar: Gruß an Loſoncz. — Branſen: Zwiſchen
Mitternacht und Morgen. 19.05: Struck: Der
Kaufmanns=
gehilfe in der Berliner Induſtrie. 0 19.30: Uebertr. aus der
Staatsoper: „Der Vampyr”, Oper von Marſchner,
Königswuſterhauſen. Dienstag, 13. Sept. 12: Franzöſiſch für
Schüler. e 15: Käte Steputat: Erfahrungen einer Auswanderin
in Paraguay. o 15,35: Wetter und Börſe. 0 16: Dr. Völker=
Bildungsweſen in Frankreich. O 17: Dr. Dovifat: Die moderne
Tageszeitung. o 17.30: F Stiemer: Der Dichter als Geſtalt
und Symbol. o 18: Reg.=Rat Selle: Der Entwurf zum
Steuer=
vereinheitlichungsgeſetz. 18.30: Spaniſch für Fortgeſchr. o 18,55:
Dr. Anders: Die Wechſelbeziehungen zwiſchen Erdkunde und Geſchichte.
Wetterbericht.
Wetterausſichten für Mittwoch, den 14. September
(nach der Wetterlage vom 12. September).
Durch den allgemein einſetzenden Barometeranſtieg an der Rückſeite
des umfangreichen nordöſtlichen Tiefdruckgebietes wird ſich die
Wetter=
lage ruhiger und freundlicher geſtalten, ſo daß bei zeitweiſer
Bewöl=
kung mit etwas wärmerem und meiſt trockenem Wetter zu rechnen iſt.
Die Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Hauptſchriftlettung Rudolf Mauve
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; lür Feutlleion, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe, für Sport: Dr. Eugen Buhimann
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer
für „Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette;, für den Inſeratenteil. Willy Kuble.
Druck und Verlag. L. C. Witt ich — ämiliſch in Darmſtiadt.
Für unverlangte Mannſkripte wird Garantte der Rückſendung n ich / übernommen.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
len
Ah
787
Aetä
Beäsgßt
Dieſer bekannte Sat wurde vor 2000 Jahren. 2
vom großen zulius Cäſar geiprochen, als er den
Nubikon uberſchritk und ſeine begionen gegen
Rom, die Hauptſtadt der damaligen WOelt, führ,
te. Mit dieſem kuhnen Wagnis eröffnete er ſeine
ſtolse Siegeslaufbahr, die ihn über alle Mitbe,
werber emporhob und ſchließlich zur Weltherr,
ſchaft führte. — In einem ebenſo unvergleich,,
lichen Aufſtieg hat- ſich durch ihre ausgezeich,
nete Qualität unſere altbekannte Marke
e xa S4
Fdurchgeſetzt, die das Sdeal des Rauchers darſtellt-
Aus den beiten Jabaken hergeitellt, vermag ſie
im höchſten Maße ſeeliſche Krafte zu entwickeln, die
Intelligenz zu teigern, die Cnergie zu beflugeln, kurz, eine glückliche Ausprägung
O
1 O O
des Charakters zu bewirken.
Generalvertreter für Mainz und Darmstadt:
Paul Hille, Fabriklager: Frankfurt Main, Niddastr. 64, Mittelbau, Tel, Hansa 6963,
IV.8730
[ ← ][ ][ → ] Stand der Reben in Bagern, Baden,
Würtiemberg und Heſſen.
In Bayern, gehen die Beurteilungen hinſichtlich der diesjährigen
Weinmoſternte ziemlich weit auseinander. Aus der Pfalz kommen teils
Meldungen über gute Entwicklung der Trauben und günſtigen Stand
der Reben, teils wird — beſonders bei weiterer ſchlechter Witterung —
das Ergebnis in Frage geſtellt. In den Weinbergen Unterfrankens
tritt Peronoſpora trotz Bekämpfung in den oberen Triebſpitzen ziemlich
ſtark auf. Verſchiedentlich läßt auch der Traubenbehang zu wüinſchen
übrig. Ueber die Güte der Trauben kann zur Zeit ein abſchließendes
Urteil noch nicht gefällt werden, da die Traubenreife durch die
naß=
kalte Witterung hintangehalten war und größtenteils erſt jetzt beginnt.
In Baden haben ſich der Stand der Reben und damit die
Herbſt=
ausſichten gegenüber dem Vormonat von der Landesnote 3,3 auf 3,2
gebeſſert. Mit Umſchwung der Witterung ſind vielerorts die
Hoffnun=
gen der Winzer wieder geſtiegen. In einigen Weinbaugcmeinden iſt die
Peronoſpora ſtark aufgetreten, weil wegen der vielen andauernden
Regengüſſe nicht genügend geſpritzt werden konnte.
In Württemberg ſind in den Weinbergen infolge der naſſen
Witterung mancherorts die Rebkrankheiten ſtärker aufgetreten; dach
ſcheinen im allgemeinen die Weinberge weniger gelitten zu haben, als
wegen der naſſen Auguſtwitterung zu beſürchten war. Die derzeitigen
ſchönen warmen Tage ſind ihrer Weiterentwicklung ſehr förderlich.
In Heſſen verſpricht der Rebenſtand bei weiter ſonnigem
Wet=
ter einen mittleren Herbſt. An einigen Orten wird jedoch ſchon über
das Auftreten der Peronoſpora geklagt.
Vom ſüddeutſchen Ledermarkt.
Auch in dieſer Berichtswoche blieb die Stimmung am Ledermarkt
feſt und das Geſchäft blieb normal. Nur vereinzelt iſt ein ruhiger
Geſchäftsgang feſtzuſtellen. Die Schuhfabriken haben immer noch
ziem=
lich guten Auftragsbeſtand und ſind mit den Einkäufen entſprechend am
Markte. Man nannte zuletzt (Großhandelspreiſe aus erſter Hand und
für erſte Sortimente) eichenloßgegerbte Sohlleder in Hälften 4,85—5,60,
Kernſtücke 7,25—-8,20, Sehlleder gem. Gerbung Hälften 4,35—4,75,
Kern=
ſtücke 6,75—7.10, Zahmvacheleder in Hälften 4,15—4,75, Lernſtüicke 5.95
bis 6,60, Zahlvachehälſe 3,60—4,25, Zahmvacheſeitcn 2,60—3,70, Wild
vachehälften 3,85—4,30, Kernſtücke 5,30—6,60, Wildvachehälſe 2,95—3,90
Seiten 2,30—3,35. Leichte Bodenlederkrupons und Wilddachehälfe ſind
nur knapp angeboten. Die Lage in feineren Oberledern iſt unverändert
geblieben. Lackleder weiter andauernd verlangt.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 12. September.
Die Börſe eröffnete die neue Woche in ziemlich unſicherer Haltung
bei weiterhin äußeriſt eingeſchränkter Umſatztätigkeit, nachdem noch im
vorbörslichen Verkehr, die Stimmung feſter und zuverſichtlicher war.
Zur heutigen Prämienerklärung kam Material heraus, das nicht ohne
weiteres aufgenommen wurde, da die Baiſſeſpekulation teilweiſe bereits
am Samstag ſtark eingedeckt hatte, teilweiſe an ihren Engagements
feſt=
hielt. Im übrigen wirkte immer noch der Auftragsmangel hemmend
auf das Geſchäft. Der Geldmarkt bleibt leicht bei weiter reichlichem
Angebot in Tagesgeld. Ohne größeren Einfluß auf die Tendenz blieben
die gute Beſchäftigung der Mannesmann=Röhrenwerke und die
Beſſe=
rung der Arbeitsmarktlage, während dem Rückgang der
Ruhrkohlen=
förderung mehr Beachtung zuteil wurde. Gegen die Schlußkurſe vom
Samstag geſtaltete ſich das Kursbild uneinheitlich, doch überwogen die
Kursabſchwächungen. Bis zu 1 Prozent niedriger eröffneten J. (H
Farben, Scheideanſtalt, die Banken und die Mehrzahl der Elektrowerte.
Bis zu 3 Prozent abgeſchwächt lagen die Montanaktien, Riebeck aber
2 Prozent feſter. Auch die Kaliwerte waren bis 2 Prozent erhöht auf
die Beſſerung des Kaliabſatzes. Etwas höher lagen Felten und
Guil=
leaume auf den großen Kabelauftrag. Eine beachtenswerke Steigerung
erfuhren Adlerwerke mit plus 4½ Prozent. Bauunternehmungen
blic=
ben vernachläſſigt, Holzmann ſtärker abgeſchwächt, da das Berliner
Wohnungsbauprofekt gefährdet erſcheint. Am Rent mmarkt ſetzte ſich die
Kursſteigerung für die türkiſchen Anleihen bei lebhaftem Geſchäft fort.
Deutſche Anleihen faſt ohne Umſatz. Im weiteren Verlaufe ſchrumpfte
das Geſchäft auf ein Minimum zuſammen, und die Kurſe bröckelten
ſtärker ab. Es wurde faſt nur noch per Ultimo gehandelt. Voigt u.
Häffner lagen 7 Prozent niedriger. Tägliches Geld 5 Prozent. Am
Deviſenmarkt bleibt das Geſchäft ruhig. Man nannte Mark gegen
Dollar 4,2041, gegen Pfunde 20,/448, London-Paris 124,03, —Mailand
89,45, —Madrid 28,78.
Die Abendbörſe verlief äußerſt ſtill, ohne jegliche Anrdegung.
Stimmungsmäßig lag man für einige Hauptterminmärkte etwas
freund=
licher und durchſchnittlich 1—2 Prozent höher. Anleihen, ſowohl deutſche
wie fremde Renten gut behauptet. Im einzelnen nannte man:
Gelſen=
kirchen 150,75; Harpener 195; Mannesmann 168; Mansfelder 122;
Schuckert 196; Siemens u. Halske 284; Geſ für Elektr. 261; Danat 223;
Kommerzbank 170; Dresdener 160; Metallbank 137,25; Farbeninduſtrie
290,87; Kleher 113,5: Daimler 116,25; Scheideanſtalt 209; Waldhof 305:
Voigt u. Häffner 195; Lloypd 147; Hapag 146; Holzmann 190 Wayß u.
Freytag 159,5; Ablöſungsrente 14,9; Schutzgebiete 9,5.
Im Abenddeviſenverkehr nannte man: London-Paris
194,02; gegen Mailand 80.40; gegen Holland 12,13½; geg
Nadrid
28,82; gegen Zürich 25,21½; gegen New York 4,8617½. Pfunde gegen
Mark 20/44½; Dollar gegen Mark 4,2055.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 12. September.
Im heutigen Vormittagsverkehr waren noch allgemein höhere Kurſe
genannt worden. Zu Beginn der Börſe ſtellte ſich jedoch heraus, daß
die Verkaufsorders aus der Provinz überwogen. Die gegen Schluß
der Vorwoche eingetretene Geſchäftsbelebung iſt wieder zum Stillſtand
gekommen, wobei der heutige Liquidationstermin mitgewirkt haben
dürfte. Trotz einiger günſtiger Meldungen aus der Wirtſchaft, wie die
gute Geſchäftslage am allgemeinen Mavkt, die fühlbare Beſſerung der
Arbeitsmarktlage in Groß=Berlin und die Abſatzziffern der
Kaliindu=
ſtrie im September gingen die erſten Kurſe zurück und zeigten
überwie=
gend Abſchwächungen. Die Spekulation bekundete Abgabeneigung,
wo=
bei die verſchiedenſten Gründe und Gerüchte mitſprachen. Auch die
Nede des Herren Geheimrats Kaſtl über die deutſche Wirtſchaftslage
wurde als verſtimmendes Moment benutzt. Außer Bankwerten,
Kali=
papieren und Köln=Neueſſen betrugen die Abſchwächungen 1—3 Proz.
Eſſener Steinkohle minus 4 Prozent, Bemberg minus 8 Proz., Schubert
u. Salzer minus 5 Prozent, Julius Berger minus 4 Prozent.
An=
leihen haben ruhiges Geſchäft, bei Ausländern überwiegen die
Ab=
ſchwächungen, der 1prozentige Kursgewinn der Bagdad=Bahn I ging
im Verlauf wieder verloren. Am Pfandbriefmarkt meigt die Tendenz
ebenfalls zur Schwäche. Die Liquidationspfandbriefe und =Anteile
bleiben auch weiter geſucht. Am Deviſcmmarkt liegen das engliſche
Pfund und Spanien international ſchwächer; das Geſchäft bewvegt ſich
in engen Grenzen. Der Geldmarkt iſt unverändert. Die Sätze für
Tagesgeld ſind 434—534 Prozent, Monatsgeld 7½4—834 Prozent. Im
Verlaufe machte die Baiſſepartei einen Vorſtoß und es gelang ihr, das
Kursniveau um weitere 2—3 Prozent zu drücken. Bemberg verlieren
8 Prozent, Glanzſtoff 12 Prozent, Farben zirka 11 Prozent, Schultheiß
8 Prozent.
Privatdiskont kurze Sicht 5½8 Prozent, lange Sicht ebenfalls 5¾
Prozent. Die Börſe ſchloß in matter Verfaſſung, konnte ſich aber an
der Nachbörſe wieder leicht erholen. Trotzdem endete der
Nachbörſen=
verkehr noch immer prozentweiſe unter den Eröffnungskurſen. So
wur=
den Oſtwerke zuletzt mit 384 (Beginn 394), Schulheiß mit 403 nach 412;
Vereinigte Glanzſtoff mit 680 Prozent nach 692 und Bemberg mit 546
nach 563 genannt. J. G. Farben wurden im Spätverkehr mit 287,5
umgefetzt, Montanwerte blieben angeboten, angeblich auch von
hollän=
diſcher Seite. Einen ſtärkeren Rückgang erlitt die Neubeſitzanleihe, die
von 15 auf 14,40 nachgab. Sonſt ſtellten ſich nachbörslich Hapag auf
145; Nordd. Lloyd auf 146; Hamburg=Süd auf 216; Dresdner Bank 160;
Danatbank auf 223; Mannesmann 167: Köln=Neueſſen 172,5;
Gelſen=
kirchen auf 148,5; Phönix auf 108,25: Rheinſtahl auf 185,5; Siemens
auf 282,5; Zellſtoff Waldhof auf 301 Prozent.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die nächſte Zuſammenkunft des Rohſtahlkartells. Die nno
ſammenkunft des Rohſtahlkartells in Luxemburg wird vom S.
September dauern und ſich mit der Feſtſetzung der Produktioo,
letzte Jahresdrittel und mit der Bildung internationaler
befaſſen. Was den erſten Punkt anbetrifft, ſo iſt es nicht an:
ſen, daß angeſichts der Marktlage eine Produktionsherabſo
ſchloſſen wird. Die Ausſichten auf Bildung internationaler
verbände ſind nach der luxemburgiſchen Zeitung „Echo de II7
nicht ſchlecht. Anderslautenden Meldungen entgegen wird aucht/
tritt Polens zum internationalen Rohſtahlkartell auf der
Tageſ=
ſtehen. Die ERMA. (Schienenſyndikat) wird ebenfalls am
in Luxemburg eine Sitzung zur Erledigung laufender Fragen 1r0=
Rheiniſche Bifouteriewarenfabrik A. G., Mainz. In der am
ſtattfindenden o. H.V. wird die Verwaltung den Aktionären TA.mm
gemäß § 240 HGB. machen.
Aſchaffenb. Zellſtoff.
Augsb. Nürnb. Maſch.
Bamag=Meguin".
Berlin el. W..
BerlinKarlsruheInd.
Braunkohl.=Briketts.
Bremer Vulkan.
Bremer Wolle.
Deutſch.=Atlant. Tel.
Teutſche Maſchinen.
Deutſch.=Nieb. Tel...
Deutſche Erdöl. ..
Deutſche Petroleum.
Dt. Kaliwerke.
Donnersmarckhütte
Dynamit Nobel
Elektr. Lieferung.
J. G. Farben..
R. Friſter. .
Gaggenau Vorz.
Gelfenk. Berg..
G. f. elektr. Untern.
Halle Maſchinen..
Han Maſch. Egeſt.
Hanſa=Dampfichf.
232.25
114.
172.75
23.25
99.75
153 25
83.25
261.—
121.—
65.—
132.—
83.25
85.—
93.—
156. —
165.5
130.—
49.—
55.—
254.—
Oeviſenmarkt.
Helſingſors..
Wien..
Prag ..."
Budapeſt ..
Sofia ...
Holland..
Oslo ...."
Kopenhagen..
Stockholm.
Londen...
nenns Aires.
New York ...
Belgien......
81. 165
70.93/ 71.07
81.36/ 81.52
0.459
7.412
20.57
5.656
2.133/ 2.137
4. 209
4.184
Reorganiſation der Metallwerke Unterweſer A. G. Die zum
Tellus=
konzern gehörende Geſellſchaft ſchließt nach 328 199 (214 762) RM.
Zins=
aufwendungen und 325 651 (285 883) RM. Abſchreibungen mit einem
Verluſte von 70 721 (i. V. 17 293 RM. Gewinn) 1926 ab. Die Bilanz
zeigt: bei 2,705 Mill. RM. A.=K. Gläubiger mit 4,95 (3,49 Mill. RM.),
andercsſeits Schuldner 0,22 (0,13), Vorräte 0,98 (0,43) Mill. M.;
Grund=
ſtücke und Anlagen 6,4 (6,03 Mill. RM.). Der reorganiſierte Betrieb
und die ausreichende Beſchäftigung erwarten günſtigeres Ergebnis,
jedoch ſoll zur Konſolidierung der finanziellen Verhältniſſe das A.=K.
zur gegebenen Zeit zuſammengelegt und wieder erhöht werden.
Die P. Daſſel A.G. Kalkwerke in Baiertal bei Heidelben
ſtandekommen einer badiſch=württembergiſchen Kalkvereinigun, Für
Die Generalverſammlung genehmigte den Abſchluß und ert;kün
laſtung.
Frankfurter Verkehrs= und Hotelbetriebs A.G., Frankfmn p.
Die Geſellſchaft beabſichtigt Erhöhung des Aktienkapitals voo
5 Millionen RM. Gleichzeitig ſollen die 2500 Vorzugsaktie
2 RM. zurückgezahlt werden. Die G.=V. findet am 30. Septer,
Junkers Luftverkehr A. G. in Verlin. Die Geſellſchaft
licht ihren Abſchluß für das Geſchäftsjahr 1926. Es werden:K
einnahmen mit 1 151 843 (4 142629) RM. ausgewieſen, denes
triebs= und Verwaltungskoſten 334 565 (4 048 985) RM. gegemuk
ſo daß nach 520 926 (457 223) RM. Abſchreibungen für das a
ein Reingewinn von 296 353 RM. verbleibt, wodurch der T.
trag aus dem Vorjahr ſich auf 265 447 RM. ermäßigt. In Z.m
das Geſchäftsjahr 1926/27 mit einem Verluſt von 7545 RM.,
durch den vorjährigen Verluſtvortrag auf 14917 RM. erhßn
Geſellſchaft rechnet mit einer günſtigen Entwicklung, da ſie auind
wird der im Vorjahr mit 2 673 838 RM. ausgewieſene Flucd
Anlagen nicht wieder aufgeführt. Inventar= und Mater—I
ſind von 1 537 985 RM. auf 310 986 RM. zurückgegangen.
Beteiligungen von 976 833 RM. auf 476 003 RM.
Barmii=
nur mit 16 423 (66 285) RM. zu Buche, während ſich die Bu f
gen mit 3 159 826 (3 107 085) RM. etwas erhöht haben.
Paſſivſeite ſind demgegenüber bei einem A.K. von 2 Mill.
Fflichtungen von 6 436 587 RM. auf 2135 844 RM. zurüe
ebenſo die Akzepte von 487 240 auf 150 000 RM. Neu errk
Konto „tranſitoriſche Poſten” mit 46 550 RM.
Metallnotierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 12. September
für Elektrolytkupfer 126,25, Remeited Plattenzink 49—50,
Hüttenaluminium 210, dto. in Walzen 214, Rein=Nickel 340
timon Regulus 88—93, Silber in Barren 76,25—77,25.‟
Die amtlichen Preisfeſtſtellungen im Metällterminhad
12. September ſtellten ſich für Kupfer: Januar 112,50 (7
bruar 112,75 (113), März 113 (113,25), April 113,25 (113,50), EN
(113,50), Juni 113,75 (113,75), Juli 114 (114), Auguſt 114,5
September 110,50 (111,50), Oktober 111,50 (111,75), Noven4
(112), Dezember 112,25 (112,2). Tendenz: ſchwächer. Fi=
Januar 43,50 (43,50), Februar 43,75 (43,75), März 43,75 (437
43,75 (44), Mai 43,75 (44), Juni 44 (44), Juli 44 (44,2)0
44, (44,25), September 42,50 (43,50), Oktober 42,75 (43,25), 9
43 (43,25), Dezember 43,25 (43,25). Tendenz: ſchwächer. Für
Januar 54,25 (54,50), Februar 54,25 (54,50), März 54,25 (54)
94,25 (54,50), Mai 54,25 (54,25), Juni 54,25 (54,25), Juli 54M
Auguſt 54,25 (54,25), September 54 (55), Oktober 54,25 (54,75,.9
54,25 (54,75), Dezember 54,50 (54,75). Tendenz: luſtlos. —
Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern beigefügten Brief,
Die Metallnotierungen ſtellten ſich an der Londom
vom 12. September für Kupfer (Tendenz ſtetig):
p. Kaſſe 547/s—38, 3 Monate 54½—1ug, Settl. Preis 5ll
trolyt 61½—62½, beſt ſelected 59½—61, ſtrong ſheets &l
wirebars 62½; Zinn (Tendenz willig): Standard /
287½—288½, 3 Monate 281—281½, Settl. Preis 22
(inoff. Not.) 299, Straits (inoff. Not.) 294: Blei
willig): ausländ, prompt 21½, entft. Sichten 21½4, Set
21½; Zink (Tendenz willig): gewöhnl. prompt 27"
Sichten 27, Settl. Preis 27, Aluminium für Inland (ir
107, Ausland (inoff. Not.) 112, Antimon Regulus Erzat
(inoff. Not.) 69½, chineſ. per (inoff. Not.) 46, QuechſilZ
Not.) 21½—22, Platin (inoff. Not.) 13½, Wolframez
Not.) 13½, Nickel für Inland (inoff. Not.) 164, AuslarM
Not.) 164, Weißblech (inoff. Not.) 18½, Kupferſulpkyt
Not.) 24½—25, Cleveland Gußeiſen Nr. 3 (inoff. Not=
Mstraße 32
ehen 842
Kanal
Mannheimer Viehmarkt vom 12. September. Zum heuzo0
markt waren aufgetrieben und wurden für die 50 Kg. Lel.n
bezahlt: 313 Ochſen 30—63, 172 Bullen 32—58, 239 Kühe —
4. dränsfärter Karsserichr voi La.Oep-
Staatspapiere
a)Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl.
Ausloſ. Sch. I. Teil
II. Teil
D. Reichsanl. Ablö
Schuld ohne
Aus=
loſungsſcheine ...
4% Dt. Schutzgeb.
Anl. . ....... ..
b) Ausländiſche
5% Bos. E. B. 1914
5%„L.Inv. 1914
O „ 1898.
4½% 1902
4% Bosnien".
6% Bulg. Tabak.02
A.
54.85
14.8
9.7
37
36
18.5
4½%Oſt. Staatsr.
v. 1913, Kdb. 1918
41/,%Oſt. Schatz. 14
4:/.% Oſt. Silberr.
4½ „ Goldr. ..
4% Oſt. Goldrente
lt. Innsbr. Abk.
4% Oſt. einh. R. /k.)
30 Ung. Goldr.
(lt. Innsbr. Abk.)
49 Ung. Staatsr.
v. 10.........
4% Ung. Kronr. . . .
3% Ung. Eiſ. Tor ..
Außereuro=
päiſche
%Mex.amn.i. abg
5% „ äuß. 99
4% Gold04ſtf.
3½ „ konſ. inn. .
4½%, Irrigat.
5% Tamaulipas I,
Sachwert=Schuld
verſchreibungen
25.5
Mit ,
Zinsberech=
nung
10%Berl. H.=Bk. G.
„
„
6‟ Berl. St. Gold
8% Darmſt. St.=G.
8 % D. Hyp.=Bank
Meining. Goldpf.
105.5
100.5
88
98.5
24
2.
8% Port. (Spz.) IIII
58Rum am. R.03
4½½„Gold. 13...
4% am. R. kon.
4% „am. R. 05
4¾ Türk. (Adm.) 03
4¾(Bagd.)
4% (Bagd.) II/ 14.75
4‟
unif. 1903
4F .1911 Boll.
4½%Ung. St. 1918
41
19
t. Innsbr. Abk.)
%lng. St. 1914 24.75
2%Ung. St. 1914
lt. Innsbr. Abk./ 20.5
26
4 % Ung. Goldr.
Dresd. St.=G. / 91
%Frkf. St.=G.. . . 92.75
Frkf. Hyp.=Bk
Goldpfbr. .....
% Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr. ..
20 Frkf. Hyp.=Bk.=
Goldpfbr.
320 Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr.
7%o Frkf. Goldpfbr
20 Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr.
%0 Frkf. Pfbr. Bk.
Goldpfbr. . .
7% H.=St.=
Gold=
anl. . .
% Heſſ. Land.=Bk.
Goldpfbr.
% Heſſ. Land.=Bk
Goldpfbr.
LoKlöckn.=Werk.26
100
100
93
87.25
98
93
19.5
77.5
1100
98
81
10% Komm. Elektr.
Mark (Hagen)
Golbobl. .. . . . . 103.5
8% Komm. Ldsbk.
Darmſt., Reihe I/ 99.5
8% K. Landesbank
Darmſt. Reihe II / 99
8% Ldwgshf. Stadt=
Goldan ......"
7%M. KraftHöchſt 90.5
82 Mainz.=St.=G./ 98
8% Mannh. St.=G. 99
6% Mannh. St.=G. 84.1
70 M.=Stahlw. 271 94.5
8% Naſſ. Ldb. Gold /106.*
8% Nbg. St. Gldal.
8% Pfälz.Hyp. Bk.=
Goldpfbr. . . . . . 100
7% Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
6% Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
80 Pforzh. St.-G./ 97
8% Pirmaſ. St.=G.
8% Pr. Centr. Bd.=
Cr.=Bk. Gldpfbr.
82 Pr. Centr.=St.=Goldpfbr. 102
7% Pr. Centr.=St.- Goldpfbr. 98
8%Rh.=Hyp.=Bk...
Goldpfbr. . ... 100.5
7% „ „ „ „ 98
6% „ „ „ „ 93
4½%„„Lig. Pfb. 77.75
4 ½% „ „Anteilſch. 53.5
7½% Rh. Stahlw.
25 ...
10%Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk. Goldpf. 104.5
100.5
97
8½ Südd. B.=Cr.B.
Goldpfdbr. .. . 99
2o V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyp.=Gld.
obl. mit Option/ 97.5
% V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfDyp.=Gd.. ohnc Option / 93
Viag( B. Jud.=
Unt. Bln.) 27 .. .! 89.5
8%Voigt & Häffner
Goldobl. ......"
8%Württbg. Hyp.=
Bank Goldpfbrf.
98
97.5
2,6%gAlteOſt. Südb.”
2,60 Neue
4%0 Oſt Staatsb. 83
3%Oſt. 1. b. 8. E. .."
Ohne
Zins=
berechnung
5% Bdw. Kohl 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23 ......
6%Heſ.Brk.=Rg. 23
5% Heſſ. Volksſtaat
Roggen 23.....
5% Pr. Kaliwert.
5% Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt. B. G
12.62
13.9
3%Oſt. „ „abg.
8.25
2.22
Borkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bayr. Vereinsb. ..
Bayr. Handelsb.
Bahr. Hyp. u. Wechſ.
Berliner Hyp.=Bk.
Frkf. Hyp.=Bk. .. ..
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp.=Bk. . .
Mecklb. Hyp.=u. Wb.
Meining. Hyp.Bk..
Nordd. Gr.=Cr.=Bk.
Pfälz. Hyp.=Bk. ..
Preuß. Bod.=Cr.=B
Pr. Cent.=B.=Cr. B.
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein. Hyp.=B..
Rh.-Wſtf. B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr.. .
Württ. Hhp. Bk.
30 „ „ „9.Em.
3% „ „ „abg.
3% „ „ 1885
30 „„ „ „ abg.
3%Oſt. „ Erg. Netz
3%Oſt. „ „abg.
3% RaabOebd. 83
91
3% „„
97
3% „
4% Rud. Silber
4% Rud. (Salzkg.)
4½%Anat., S. I
4½% Anat., S. II
4½0 Anat., S. III
3% Salon. Monaſt.
5% Tehuantepec..
4½%
21
19.5
18.75
21
18
17
3.2
18.25
16.75
15.5
züdd. Disc.=Geſ. „143
Oſterr. Creditanſt
Ziener Bankverein / 17.75
15.75
16.1
12.75
11:.
7.22
11.75
15
Staatl. od. prov.
garantiert
Heſſ. L.=Hyp.=B..
Landeskr. Caſſel ..
Naſſau. Ldsb.
Obligationen v.
Transportanſt.
4½ Eliſ.=Bahn ſtfr.
4% Galiz. Carl=
Lud.=B.
abg.
5%Oſt. Sd. (L.)ſtfr.
3.92
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit.. . .
Bad. Bk. .. .
Bk. f. Brauind. . . .
Barmer Bankv.
Bah. Hyp.=Wchſ. .
Berl. Handelsgeſ..
Comm. u. Privatb. .
Darmſt. u. Nat.=Bk.
Deutſche Bank
D. Eff. u. Wchſ.=Bk.
D. Hyp.=Bk. Mein.
D. Vereins=Bk.
Disk.=Geſellſch. . . .
Dresdener Bk.
Frankf. Bk.
Frankf. Hypth.=Bk.
Frkf. Pfdbr. Bk.
Gotha. Grundkr. Bt.
Lur Intern. Bank
Metallbank.
Mitteld. Creditb.
Pfälz. Hyp.=Bk. ..
Pr. Bd.=Creditbank
Hup.=Akt.=Bmnk
Reichsbank=Ant.
Rhein. Creditbk.
Rhein=Hyp.=Bf..
Südd. B.=Creditbk
143
171
193.5
141
164
225
170
226
160.5
129
127.75
104
152.5
159.5
132.5
143.75
141
156
„8
137.75
Bergwerkö=Akt.
Buderus. . . .
Eſchw. Bergw. ...
Gelſenkirch. Bgw.
Harp. Bergb.
Ilſe Bergb. St....
„Genußſchein ...
Kali. Aſchersleben.
Kali. Salzdetfurth.
Kali. Weſterregeln".
Klöcknerwerke (abg.
Lothr=Hütte) ...
Mannesm.=Röhr.
Mansfelder .
Oberbedarf
Otavi=Min.=An
Phönix=Bergl
Rhein. Braunk.
Rhein. Stahl
Riebeck Mon
Salzwerk He
Tellus Bgb.
Ver. Laurahütte
Ver. Stahlwerke. .
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum(Mannh.
Henninger.
Hercules, Heſſiſche
Löwenbr.=München
Mainz. Aktienbr.
Schöfferhof (Bind.)
Schwarz=Storchen
Tucher, Nürnberg
Werger ..
105.5
212
150.75
197.5
251
122
178.5
150.75
168.5
32.1
109.9
187.5
187.5
170.5
180
112.5
123
271
185
145
200
130
130
172
130
63.25
Akkum. Berlin.
Adler &Oppenh.
Adlerw. (v. Kleyer)/112
6% A. E. G. Vzg. A.
5% A. E. G. Vz0.B. 82.5
A. E. G. Stamm . . 1177.75
Bad. Maſch. Durlad
Bad. Uhren, Furtw. 18
Bamag=Mequin
48
Baſt Nürnberg ... 221
248
339.5
175.5
178
Bahr. Spiegel .
Beck & Henkel ..
Bergmann El.
Bing. Metall.
Brem.=Beſigh=Ol..
Bürſtenfbr. Erlang
Cement. Heidelb. ..
Cement. Karlſtadt
Cement. Lothr. . . .
Chem. Albert . .
Chem. Brockh.
Chem. Milch ...."
Daimler=Benz A. G.
Dt. Eiſenhandel. .
Deutſche Erdöl ..."
D. G. u. Silb. Scheid.
D. Linoleumw. Bln
Dingler, Zweibrück.
Dresd. Schnellpr. .
Dürkoppw. (St)...
Dürr. Ratingen ...
Dyckerhoff & W..
Eiſenw. Kaiſersl..
E. Licht u. Kraft..
El. Lieferung ...
Elſ. Bad. Wolle ..
Email. Ullrich
Enzinger Werke
Eßzlinger. Maſch.
Ettlinger Spinn..
Faber Bleiſtift
Faber & Schleicher
Fahr, Pirmaſens
Farbenind. J. G..
Felten & Guilleau.
Feinmech. (Jetter)
Feiſt, Sekt.
Frankfurter Gas..
Frankfurter Hof ..
Frkf.=M. Pok. u. W
Geiling & Cie.
Goldſchmidt, Th.
Gotha Waggon".
Gritzner, Maſch ..
Grün & Bilfinger.I.
Hafenmühle, Frkft.
Haid & Neu ....."
Hammerſen .."
Hanfw. Füſſen....
Hanſa=Lloyd, Br.
Hartm. & Braun..
208
247
55
36
3
55
83.5
230
15
01.5
53.75
287.5
136
98
42.5
169
112
69
28
138.5
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Shweine 58—76. Markwerlauf: Großvieh mittelmäßig,
ge=
gälber mittelmäßig, ausverkauft, Schafe ruhig, Ueberſtand.
Ungannheimer Herbſtpferdemarkt. Zum Herbſtpferdemaukt waren
„Lrt 29 Arbeitspferde und 84 Schlachtpferde. Bezahlt wurden für
U:Spferde 900—1900 Mark, für Schlachtpferde 80—180 Mark. Markr=
„—; Arbeitspferde mittelmäßig, Schlachtpferde lebhaft.
umaxlegung von Frankfurter Viehmarktstagen. Wegen der jüdiſchen
ege finden folgende Marktverlegungen ſtatt: 1. vom 29. 9. auf
von, den 30. 9., 2. vom 6. 10. auf Mittwoch, den 5. 10., 3. vom 13.
u. Freitag, den 14. 10., 4. vom 20. 10. auf Freitag, den 21. 10.
Produktenberichte.
rmnnheimer Produktenbericht vom 12. September. An der heutigen
Syerrſchte ſtärkeres ausländiſ hes Angebot zu mäßigen Preiſen und
örr Börſe Anxegung zu vermehrten Kaufabſchlüſſen., Man
ver=
für die 100 Kg. ohne Sack waggonfrei Maunheim Weizen inl.
musl. 31,25—32,/5, Roggen inl. 25—25,25, ausl. 25,50—26, Hafer
„50—B, ausl. 23,50—24,50, Braugerſte
Mals 3.
mnkfurter Produktenbericht vom 12. September. Die Börſe war
ſhr ſtark beſucht, dabei aber außerordentlich ruhig. Die
Weizen=
nußten ermäßigt werden, trotzdem iſt kaum ein Geſchäft, weil
Nhlen mit ihren Käufen ſtark zurückhalten infolge der geringen
ten, die zur Zeit an den Markt kommen. Roggen iſt dagegen
atfucht und konnte ſeinen Preis erhöhen, was auch in den amt=
Rotierungen zum Ausdruck kam. Weizenmehl iſt äußerſt flau und
Si ermäßigten Preiſen iſt das Geſchäft ſehr klein. Roggenmehl
ete entſprechend der Roggenpreiserhöhung ſeinen Preis. Kleie wie
aupt Futtermittel liegen ſtill. Kartoffeln geben im Preiſe nach,
6 das Geſchäft ſehr ruhig, da der Konſum nur den allernotwendig=
KDarf eindeckt, was darauf zuwückzuführen iſt, daß die Herbſternte
i. zu erwarten iſt. Die Preiſe wurden wie folgt feſtgeſetzt:
W,75, Roggen 24,50—24,75, Sommergerſte 26,50—28, Hafer inl.
desgl. ausl. 24—25, Mais 19 Weizenmehl 39,25—39,75, Roggen=
735—35,75, Weizenkleie 13, Roggenkleie 13,25—13,50, Erbſen 40
Linſen 45—65. Heu drahtgepreßt 5,50—6, Weizen=Roggenſtroh
Iitasreßt 4,50—5, desgl. gebündelt 3—3,25, Treber 16,50—17 Mark.
ſtliche Notierungen für Speiſekartoffeln in Frankfurt a. M.,
iert. Großhandelspreiſe je 50 Kg., Frachtparität Frankfurt a. M.
Bygonbezug. Weißſchalige, weißfleiſchige Kartoffeln 2,50 RM.,
gelbfleiſchige Kartoffeln 3,00 RMM.
öerliner Produktenbericht vom 12. September. Das
Brotgetreide=
ſo aus den Provinzen hat ſich nunmehr etwas vermehrt.
Wag=
as macht ſich zwar weiter knapp, doch iſt Kahnware bei Weizen
2 Mk., bei Roggen etwa 3 Mk. billiger und reichlicher angeboten.
Tuslande lagen ebenfalls erheblich ſchwächere Meldungen vor.
19—ferungsmarkt ſtellte ſich der laufende Monat für Weizen und
er 2 Mk., in ſpäteren Monaten etwa 1 Mark niedriger. Das
gi chäft bewegte ſich bei etwa 25 Pfg. ermäßigten Preiſen über
4— üblichen Bahnen. Hafer iſt in den feineren Qualitäten
ziem=
as begehrt und wenig offeriert, die abfallenden Sorten blieben
ei vernachläſſigt.
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Dienstag; den 43. September 1927
Geite 11
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
Kaffee: Die feſten Preiſe in Braſilien veranlaßten den Handel zu
Anſchaffungen, die die Preiſe anziehen ließen.
Zucker: Am Rohzuckerterminmarkt kam es heute anfänglich auf
die nachgiebigeren Londoner Notierungen zu Preisrückgängen. Später
trat eine Erholung ein auf kubaniſche Käufe, veranlaßt durch die dort
herrſchende Trockenheit.
Baumwolle: Unter dem Eindruck ermäßigter Liverpooler Kabel,
auf die günſtige Witterung während des Wochenendes und auf
um=
fangreiche Liquidationen des Handels und der Spekulation erfuhren
die Preiſe einen Rückgang. Auch verſtimmte die Schwäche der
Fonds=
börſe.
Weizen: Der Weizenmarkt zeigte heute eine ſchwache Veranlagung.
Die von den Auslandsmärkten vorliegenden Berichte, vor allem aber
die offizielle Ernteſchätzung des Staates Nebraska, die den Ertrag mit
75 Millionen Buſhels angibt, gegenüber einer Ernte von 45 Millionen
Buſhels im Vorjahr, waren frir das Ueberwiegen des Angebots
ver=
antwortlich. Die erhöhten Schätzungen der ausländiſchen Erute ſowie
der baiſſelautende Ausweis der ſichtbaren Vorräte waren ebenfalls für
die Tendenz und Preisgeſtaltung maßgebend.
Mais: Am Maismarkt ergaben ſich heute ſtarke Preisabſchläge
in=
folge der umfangreichen Liquidationen. Aus allen Produktionsgebieten
lagen günſtige Wetternachrichten vor, und die Provinz kam in
reich=
licherem Maße mit Angebot heraus. Die offizielle Ernteſchätzung des
Staates Kanſas beziffert die Ernte nach dem Stande vom 1. September
auf Rekordhöhe. Einige Deckungen führten zum Schluß zwar eine leichte
Erholung herbei.
Roggen: Die enttäuſchende Exportnachfrae und eine größere
Schätzung der polniſchen Ernte ließen am Roggenmarkt die Preiſe um
1½½—1½ Cents nachgeben.
Hafer: Die wenig befriedigende Loconachfrage hatte auch an dem
Hafermarkt anfangs ein Nachgeben der Preiſe zur Folge; die
entſtan=
denen Preisverluſte konnten aber ſpäter wieder eingeholt werden, da
für den Nordweſten Regenfälle angekündit wurden.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 12. Sept.:
Getreide: Weizen, Sept. 130½, Dez. 134, März 137½: Mais,
Sept. 96½, Dez. 97½, März 100½: Hafer, Sept. 44½, Dez. 4734,
März 50½; Roggen, Sept. 94½, Dez. 97½, März 101½.
Fleiſch: Sept. 12,25, Okt. 12,25, Jan. 12,85: Speck loco
12,25: leichte Schweine 10,90—12, ſchwere Schweine 10,50—11,75;
Schweinezufuhren Chicago 28000, im Weſten 75 000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 12. Sept.:
Getreide: Weizen Nr. 2 rot 142½, hart 144½, Mais neu ank.
Ernte 105½; Mehl ſpring wheat clears 6,50—7, Fracht nach
England 2,6—3, nach Kontinent 14.
Schmalz: Prima Weſtern Loco 13,90; Talg extra 8.
Kakav: Tendenz willig, Umſatz in lots 81, September 14,94,
Oktober 14,49, November 14,22, Dezember 13,81, Januar 13,59,
Februar 13,55, März 13,50, April 13,55, Mai 13,60.
Kleine Wirtſchafts=Nachrichten.
Die Geſellſchaft Deutſcher Metallhütten= und Bergleute hielt am
Sonntag in Halle ihre Hauptverſammlung ab.
Die Deutſche Rohſtahlgemeinſchaft ſtellt feſt, daß die in letzter Zeit
aus Paris über die deutſche Preſſe veröffentlichten Zahlen über den
Abſchluß der Internationalen Rohſtahlgemeinſchaft, insbeſondere über
die Ueberſchreitung der deutſchen Quote, auf Kombinationen beruhen.
Wie von der Leitung der Großen Deutſchen Funkausſtellung 1927
in Berlin mitgeteilt wird, hat eine allgemeine Rundfrage bei den
Aus=
ſtellerfirmen ergeben, daß die Geſchäftsabſchlüſſe die gehegten
Erwar=
tungen bei weitem übertroffen haben. Der Abſatz von
Empfangsappa=
raten, Zubehör= und Einzelteilen im In= und Auslande war überaus
zufriedenſtellend.
Der Südpfälziſche Tabakverband hat beſchloſſen, die Tabakernte
1927 wieder auf dem Wege der Einſchreibungen zu vergeben, deren erſte
am 15. September in Speyer abgehalten wird.
Im Monat Auguſt beliefen ſich nach einer Brüſſeler Meldung die
deutſchen Reparationslieferungen an Belgien auf 20 Millionen Fr.
Die belgiſchen Drahtproduzenten haben mit Rückſicht auf die ſchwache
Beſchaffenheit des Marktes die Exportpreiſe unverändert gelaſſen.
In Ergänzung einer Meldung, daß franzöſiſches, britiſches und
ſkandinaviſches Kapital ſich an dem Erwerb der eſtniſchen Chemiefabrik
von R. Mayer in Reval beteiligt haben, wird als führendes
Bankunter=
nehmen die Britiſh Truſt and Banking Co. genannt. Es lagen etwa
vier Fünftel der eſtniſchen Chemiebetriebe brach. Das ausländiſche
Konſortium beabſichtigt, alle Betriebe wieder in Gang zu bringen.
Nach längeren Verhandlungen erhielt die Britiſche Geſandtſchaft in
Warſchau vom Handelsminiſterium größere Kontingente für die
Ein=
fuhr engliſcher Waren nach Polen bewilligt. Die neuen Kontingente
gelten vom 17. Juli ab. Bisher fühlten ſich die britiſchen Firmen unter
den franzöſiſchen und tſchechoſlowakiſchen zurückgeſetzt.
Infolge Verletzung der Beſtimmungen des polniſchen
Paraffin=
kartells durch die Raffinerie Limanova iſt das polniſche Paraffinkartell
vor kurzem aufgelöſt worden.
Aus Moskau wird gemeldet, daß durch die offizielle Erklärung der
Standard Oil, ſie beabſichtige, ihre Tätigkeit in China ab 1. September
ſelbſtändig und nicht mehr in Gemeinſchaft mit der Shell zu betreiben,
die Kriſe auf dem internationalen Erdölmarkt bedeutend verſchärft
worden ſei.
Die ſchweizeriſche Bankiervereinigung, die mit ihren 600
Mitglie=
dern alle bedeutenden Kreditinſtitute der Schweiz und faſt alle
Privat=
bankfirmen in ſich vereinigt, hielt in Zürich, dem wichtigſten Bankplatz
der Schweiz, ihre Jahresverſammlung ab.
Im abgelaufenen Auguſt hat die Südafrikaniſche Union Güter im
Betrage von 6 463000 Lſtrl. eingeführt und von 4 436 000 Oſtrl.
aus=
geführt. In der Ausfuhr ſind 2 693 000 Lſtrl. inländiſches Gold
ent=
halten.
Die feſte Tendenz auf dem amerikaniſchen Baumwollmarkt hält an.
Die Verteuerung der Baumwolle veranlaßt die mitteleuropäiſchen
Tex=
tilunternehungen, ihre Preiſe gleichfalls in die Höhe zu ſetzen. So haben
vor kurzem die Spinnereien in Oeſterreich und in der Tſchechoſlowakei
die Garnpreiſe um rund 10 Prozent erhöht.
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ſeitigen Leiſtenbruch gänzlich geheilt bin. Ich danke vielmals für arb. tagsüber in kl.
geleiſtete Hilfe und kann jedermann dieſe Behandlung aufs Beſte Haushalt für anfangs
empfehlen. Joſef Amer, Paſſau, 8. Okt. 1926. Da ich ſoweit
her=
geſtellt bin, ſage ich Ihnen nebſt Gott meinen aufrichtigen Dank.
Der Arzt, welcher mich heute nochmals unterſuchte, fand nichts
mehr, er ſagte, ich bin geheilt. Ich werde alle Leidende auf ihr
Inſtitut hinweiſen. Johannes Schülein. Nürnberg, 27. Mär/ 1927.
Ich teile Ihnen zur gefl. Kenntnis mit, daß ich heute aus Ihrer
Behandlung ausgeſchieden bin, nachdem es Ihrem hieſigen Ver= F. Reinfurt, Schulſtr. 4,
treter gelungen iſt, meinen langjährigen doppelten Leiſtenbruch Konditorei. (*24012
nach Ihrer bewährten Methode zu heilen; ich danke Ihnen
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bindlichſt dafür. J. W., Nürnberg, 22. April 1927.
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Der Club der Vierzig.
bearbeitet nach einem Roman von Robert W. Chambers
von Edgar May.
(Nachdruck verboten,
mßelver fah ſeinen Gefährten düſter an. „Noch ein zweiter
voll. Sonſt nur Silber in Barren. Das zu heben, iſt
der Mühe wert. Aber wir werden uns ſchon ſchadlos
tm. Das Gold, das Lanier herausſiſcht, iſt uns ſo gut wie
Wie willſt du vorgeben?”
Du gehſt jetzt zum Dock hinunter und zahlſt den Leuten
„lte Löhne aus. Sage Ihnen, daß heute aus Anlaß des
Fundes gefeiert wird, daß es den ganzen Tag über in der
ſnüne Freiſchnaps und Muſik geben wird, mit einem Wort,
Mwir heute die Inſel auf den Kopf ſtellen werden. Veranlaſſe,
wie Holzfäller und die Leute von der Bonnet=Bucht ihre
Mels in Mewlings Boot herüberbringen.”
„Julian!”
Nun?”
„Weißt du, was zuverläſſig daraus entſtehen wird?”
„Selbſtverſtändlich; eine Hölle, neben der die bibliſche wie
Sonntagsgottesdienſt ausſieht.”
Botter ſchwieg eine Weile. „Ich verſtehe,” ſagte er ſodann.
t =Supple mit von unſerer Partie?"
„Jawohl, wir brauchen ihn. Sage ihm, er ſoll etwas
in die Getränke tun.” Welper blinzelte ſchlau. Dann
um ſeine Augen vom Schreibtiſch zu dem eiſernen Ofen in
Scke.
IIn erſter Linie wollen wir alle unſere Papiere verbrennen,
Wir nehmen nichts mit, außer was wir auf dem Leib
m. Sage auch Dan, er ſoll das neue Motorboot bereit
ſter: und ausrüſten. Er weiß ſchon, womit, ein Bündel roter
ines grüner Raketen, unſere Reiſetaſchen, vollkommen leer,
Dutzend leere Säcke, drei Gewehre, eine Kiſte Dynamit,
iuer, Batterie und Draht.”
Danach erhob ſich Welper, raffte einen Arm voll Papiere
Tiſch auf, einſchließlich der Löſchblattunterlage, und trug
zu dem eiſernen Ofen. Potter nahm den Deckel ab, worauf
ter das Papier in den Ofen verſenkte.
Bring’ auch deine Schriftſachen, Sam, und vergiß das
ſaslatt nicht,” lagte Welper ſtill vergnügt.
Er ſummte leiſe vor ſich hin, als Potter mit einer
Reiſe=
voll Schriftfachen zurückkehrte. Dann entzündete er ein
terhholz und ließ es in den Ofen fallen, Potter ſteckte ſeine
tee hinein und legte den Deckel wieder auf.
Aus dem Ofen kam zuerſt etwas Rauch, dann fing er zu
haen an. Als das Papier halb verbrannt war, brachte
Wel=
ſeine Kleidungsſtücke, Wäſche und Toilettenartikel, die er
i verſenkte. Ein Stück nach dem andern ging in Flammen
Das einzige, tdas die beiden behielten, waren ihre Raſier=
Dienstag, den 13. September 1927
Alte M
1M9
160 bi 9
Strohnit
billig zumdl
auch
Seite 13
meſſer. Sodann wurden alle metallenen Gegenſtände
geſam=
melt und in ein Bündel verſchnürt. Welper ging zum Fenſter,
öffnete es, ſah zu dem Schornſtein hinauf, aus dem der Rauch
in dicken Wolken ſtieg und dann hinunter ins Waſſer, das bis
an die Hinterwand des Gebändes heranreichte. Vorſichtig nach
allen Nichtungen ſpähend, verſenkten die beiden alles, was im
Zimmer verblieben war, in der naſſen Tiefe der Bucht.
Als der Vernichtungsprozeß vollendet war, hielten die
beiden noch eine letzte Umſchau in ihren Zimmern. Jede Spur
ihrer Bewohnerſchaft war nun ausgetilgt. Welper geriet
darüber in eine höchſt aufgeräumte Stimmung.
„Das wird heute ein Feſt geben, Sam,” ſagte er, „wenn
dieſe Höllenhunde ſich mit dem Freudenſaft angefüllt haben.
Und dann geht’s hinüber zur Schwanen=Inſel, wo wir eine
Nazzia veranſtalten werden, die ſich gewaſchen hat. Das Waſſer
läuft mir im Mund zuſammen, wenn ich an die ſchönen Dinge
denke, die die Schwanen=Inſel=Leute dort für uns auf ihre
Koſten geſammelt haben. Nicht allein die Sachen, die ſie ſelbſt
ausgegraben haben, ſondern auch unſere Goldkiſte vom Roten
Kap. Du, ich und Dan werden die einzigen mit einem klaren
Kopf ſein, — verſtehſt du, was ich meine? — So Gott will,
werden wir für unſere Mühe und Arbeit reichlich belohnt
wer=
den,” fügte er mit einem frommen Augenaufſchlag hinzu.
„Wenn es etwa eine Million pro Kopf iſt,” bemerkte Potter
feierlich, „wollen wir künftighin ein gottesfürchtiges, ehrſames
Leben führen.”
„Amen,” ſagte Welper mit einem ſcheuen Blick aus dem
nördlichen Fenſter. „Hölle und Verdammnis!” fuhr er fort,
„dieſe verruchte Wyvern beobachtet unſeren Schornſtein.”
„Was liegt daran, Julian? Bei dieſer Kälte iſt es nicht
auffällig, wenn wir ein Feuer anmachen.”
„Lege ſchnell etwas Holz nach,” ſagte Welper. „Wenn Nelly
daran Gefallen findet, unſerem Rauch nachzuſehen, ſoll ſie
tenigſtens ihre Freude daran haben.”
„Sie iſt eine Schlange,” bemerkte Potter, während er einen
Arm voll harziger Kiefernſcheite in den Ofen ſteckte.
„Und nun geh hinunter zum Dock und ſieh zu, daß ſich die
Leute in der Kantine verſammeln. Ich werde Nelly ein weißes
Pulver ins Glas ſchütten, wenn ſie Mätzchen machen ſollte.
Dann ſetzt du dich ans Klavier, und der Tanz kann losgehen.”
2.
Helene Wyvern konnte Welper von ihrem Fenſter aus ganz
deutlich ſehen, ebenſo wie den Rauch, der nun ſeine Farbe
ver=
ändert hatte, und in ſchwarzen Wolken aus dem Kamin der
Kantine quoll.
Ein ſteifer, froſtiger Wind blies vom Weſten her. Aus
dem Kiefernwald kam ein Brauſen, das wie das Rauſchen eines
geſchwollenen Fluſſes klang. Schwärme weißer Wolken jagten
über das blaue Firmament; hohe Wellen ſchlugen über das
Dock.
Helene Wyvern wandte ſich Donald Mayne zu, der neben
ihr auf der Eingangsſtufe zu dem Schlafhaus ſaß und ſeine
Pi=
ſtolen reinigte.
„Wo waren Sie heute morgen, Donald?” fragte ſie.
„Drüben in der Bonnet=Bucht,” erwiderte er gleichmütig.
„Aha, im Bonnet=Haus”,
„Nein, bei den Everlys.”
„Bei den Everlys?” wiederholte ſie überraſcht. „Warum?*
„Ich habe von dort aus das Granby=Hotel in Norfolk
an=
gerufen, daß ſie mir für morgen ein Zimmer reſervieren. Ich
muß auf ein bis zwei Tage nach Norfolk.”
Er ſagte ihr damit die Wahrheit, aber nicht die ganze.
Denn er hatte gleichzeitig Frank Lane, dem Empfangschef des
Granby=Hotels mitgeteilt, daß die Zeit zum Fiſchfang
gekom=
ien ſei und die Fiſcherboote ſich augenblicklich in Bewegung
ſetzen ſollten. Dies ſei durch Rundfunk allen intereſſierten
Stellen mitzuteilen. Außerdem hatte er auf ſeinem Rückweg
zur Tiger=Inſel Bob Shaw, der die Bergungsarbeiten auf der
Schwanen=Inſel leitete, im Vorbeifahren einen Brief zur
Weiterbeförderung übergeben. Dieſer Brief war an Lanier
adreſſiert und lautete:
„Alles bereit. Befehle per Funkſpruch weitergegeben.
Fiſcher=Flottille trifſt ſich bei der Schwanen=Inſel.
Nummer B hat den Oberbefehl. Viel Glück und guten Fang.
Nummer E."
Dies war die Tätigkeit, die Mayne in den frühen
Morgen=
ſtunden in Anſpruch genommen hatte. Helene Wyvern
beob=
achtete ihn ſcharf, während er einige Tropfen Oel auf den Lauf
ſeiner Piſtole träufelte.
„Wiſſen Sie auch, daß Sie äußerſt vorſichtig ſein müſſen,
wenn Sie bei Everlys telephonieren?” ſagte ſie ſodann.
„Das weiß ich.”
„Denn es iſt eine höchſt kitzlige Sache, was wir hier
unter=
nehmen. Ich fühle mich allmählich höchſt unbehaglich dabei.”
„Warum?” fragte er gleichmütig, ohne aufzuſehen. „Haben
Sie beſtimmte Befürchtungen?”
„Nein, aber unſere Unternehmung iſt hier zweifellos ein
Mißgriff. Das Silber, das wir bisher gefunden haben, deckt
noch nicht einmal unſere Unkoſten. Und das bißchen Gold macht
das Kraut auch nicht fett.”
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