ſte. Dro
Böhier,
ä.zu Goths
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Nummer 122
Dienstag, den 3. Mai 1927.
190. Jahrgang
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ſede Verpſlichtung auf Erfüllung der
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aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtlicher Beltreibung fälli ſeder
Rabatt weg. Bankkonto: Deuiſche Bant und Darme
ſtädter und Nationalbank.
Köhlers künftiges Sinanz=Programm.
* Warnung vor übertriebenem
Optinismus.
Die Ueberbelaſtung der deutſchen Wirtſchaft. —
Um=
geſtaltung und Vereinfachung des Steuerſyſtems.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Der Reichsfinanzminiſter Dr. Köhler hat am Montag in
einer Sitzung des Vereins Berliner Kaufleute und Induſtrieller
ſein künftiges Finanzprogramm entwickelt. Er hat die
Gelegen=
heit benutzt, um — wohl vornehmlich an die Adreſſe des
Aus=
landes — vor übertriebenem Optimismus zu
warnen und nachdrücklich darauf hinzuweiſen, daß die deutſche
Wirtſchaft immer noch in einer Zeit der Unſicherheit und
Um=
organiſation ſteht. Das wirke ſich naturgemäß auch auf den
Haushalt aus, da die Abgaben für den Dawesplan immer
ſtei=
gen. Im nächſten Jahr iſt wieder ein Mehr an
Reparations=
leiſtungen in Höhe von 350 Millionen fällig. Außerdem fehle der
Ueberſchuß des vorigen Jahres von 400 Millionen, mit dem er
diesmal ein großes Loch ſtopfen konnte, ſo daß 1928 eine
Ver=
ſchlechterung in Höhe von mindeſtens ½ Milliarde vorliegt.
Trotzdem hält der Miniſter daran feſt, daß die Geſamtlaſt
der deutſchen Wirtſchaft für den Staat zurzeit
ſtark überſpannt iſt, und auf die Dauer überhaupt
nicht erträglich iſt. Deshalb lehnt er Steuererhöhungen
grundſätzlich ab, Steuerermäßigungen will er fortſetzen, will ſich
darüber aber im Augenblick noch nicht feſtlegen. Er legt
ent=
ſcheidenden Wert auf die Umgeſtaltung und
Verein=
fachung des Steuerſyſtems. Er hat angekündigt,
Rah=
mengeſetze über die Grundſteuer und Gewerbeſteuer, ein
Ge=
bäudeentſchuldungsſteuergeſetz und ein Geſetz über die
Verein=
fachung des Verfahrens in Steuerſachen. Praktiſch ſtellt er ſich
das Ergebnis ſo vor, daß die Realſteuern in Deutſchland künftig
nur noch hinſichtlich des Prozentſatzes des nach dem Reichsgeſetz
feſtgelegten Hauptſteuerſatzes verſchieden werden, wobei von einer
gewiſſen Höhe an eine Anhörung der Berufsvertretungen
vor=
geſehen iſt. Vor allem aber ſoll die geſamte Erhebung und
Ver=
waltung aller Steuern den Finanzämtern übertragen werden,
ſo daß der Steuerpflichtige für Einkommens=, Körperſchafts=,
Vermögens=, Umſatz=, Grund=, Gewerbe= und
Entſchuldungs=
ſteuer nur eine einzige Steuererklärung abzugeben hat und auch
nur einen Steuerzettel bekommt, auf dem alle Steuern in ihrer
Höhe und Fälligkeit enthalten ſind, die bei dem Finanzamt
be=
zahlt werden müſſen. Nebenher ſoll noch eine
Verein=
fachung der inneren Verwaltung und eine
Be=
ſchränkung der Finanzämter gehen, ſo daß auf dieſem
Wege auch ſtarke Erſparniſſe auf organiſatoriſchem Wege erzielt
werden können.
Reichsfinanzminiſter Dr. Köhler ſprach eingangs dem früheren
Finanzmmiſter Dr. Luther den Dank für die Rettung aus der
Inflation aus. Dreifach ſei die zu leiſtende und geleiſtete
Auf=
gabe geweſen: Wiederaufrichtung und Stabiliſierung der
Wäh=
ung, Balancierung des Staatshaushalts und die Regelung der
Reparationsleiſtungen. Es ſei ausgeſprochenes Ziel des
Dawes=
planes, zugunſten der Reparationsberechtigten aus der deutſchen
Volkswirtſchaft zu entnehmen, was von ihr geleiſtet werden
könne, ohne daß Währung, Wirtſchaft und Finanzen
Deutſch=
lands notlitten und ohne daß das deutſche Volk unter das
Niveau angemeſſener Lebenshaltung gebracht werde. Die
Sach=
verſtändigen hätten dabei klar geſehen, daß Leiſtungen von
Regel=
mäßigkeit und Dauer aus der Wirtſchaft nur gezogen werden
könnten, ſoweit ſie durch den Ausfuhrüberſchuß ausgeglichen
werden. Getragen von demſelben guten Willen habe die deutſche
Regierung vom erſten Augenblick an das Ihre getan, um die
Erzielung der erforderlichen Einkünfte ſicherzuſtellen. „Nur auf
freiwilliger Leiſtung eines freien Volkes könnten ſo ſchwere
Laſten abgedeckt werden.‟ Dies klar erkannt und ausgeſprochen
zu haben, ſei eines der großen Verdienſte der Sachverſtändigen.
Die deutſche Wirtſchaft habe ohne Verzug geleiſtet, was der
Sachverſtändigenplan von ihr erwartet habe. An der Loyalität
der Reichsregierung zweifle in maßgebenden Kreiſen auch
nie=
mand. Unſere Reichshaushalte ließen das ſtete Bemühen, die
Kräfte unſerer Wirtſchaft zu ſtärken, klar erkennen.
Die Aufrechterhaltung einer wirklich freien Wirtſchaft
ſei unbedingt erforderlich.
Daher auch ſein, des Miniſters, Widerſtand gegen die
Subven=
tionspolitik im allgemeinen. Ausnahmen ſeien nur aus
natio=
nalen Gründen gegeben. Auf die Staatshaushalte im einzelnen
eingehend, betrachtete der Miniſter dann zunächſt den
vorläu=
figen Abſchluß des Etats für 1926, der auf dem Gebiete der
Steuern, Zölle und Verbrauchsabgaben eine Mehreinnahme für
das Reich nach Abzug der Anweiſungen an die Länder in Höhe
von 214 Millionen bringe. Weniger günſtig als der Abſchluß für
1926 ſehe der Etat für 1927 aus. Zu ſeiner Balancierung hätten,
entgegen den Beſtimmungen der Haushaltsordnung, der
Ueber=
ſchuß von 1926, wie der Betriebsfonds herangezogen werden
müſſen, den zu erhalten man 1926 noch proklamiert habe. Die
Schwierigkeiten ſeien aber nicht durch „Millionengeſchenke”, an
die Länder und Gemeinden entſtanden, ſondern durch neu
auf=
tretende, im Etat nicht vorgeſehene Ausgaben für die Fürſorge
für die Erwerbsloſen, die Kleinrentner, Invaliden,
Ruhrgeſchä=
digten und ſo weiter. Die Redensarten vom „unſozial”
geſtal=
teten Etat müſſe er ablehnen, genau ſo den Vorwurf, der Etat
ſei „zu ſozial” geſtaltet. Der Miniſter erinnerte an die
Befrie=
digung der Forderungen der Liquidationsgeſchädigten. Der
Geſetzentwurf befinde ſich in Vorbereitung.
Habe der Etat für 1927 ſchon große Schwierigkeiten bereitet,
ſo mache ihm die Aufſtellung des Etats für 1928 größte
Sorgen.
Mit dieſem Eta: rückten wir in das Normaljahr der
Reparations=
laſten hinein. Dieſe Schwierigkeiten ſeien an ſich ganz ſelbſt=
verſtändlich und vorauszuſehen geweſen. Es fehlen uns zur
Ab=
deckung der Betriebsfonds ſowie der Ueberſchuß aus 1926 mit
insgeſamt 400 Millionen, auf der anderen Seite ſtiegen die
Reparatior sleiſtungen um rund 350 Millionen, ſo daß wir in
großen Zahlen ſchon eine Verſchlechterung gegen bisher von
34 Milliarde haben. Hier können nur ſtarke Einſchränkungen bei
den Ausaaben helfen, von denen der größere Teil durch die in
ihrer Höhe von uns nicht abhängigen Kriegslaſten der
verſchie=
denſten Art beſtimmt werden. Scharfe Trennung der
Zuſtändig=
keiten von Reich und Ländern, Vereinfachungen und
Beſchrän=
kungen müßten zur Lofung werden. Für ihn, fuhr der Miniſter
fort, beſtehe kein Zweifel, daß in Deutſchland die Geſamtlaſten
der Privatwirtſchaft an die öffentliche Wirtſchaft zurzeit ſehr
ſtark überſpannt und auf die Dauer durchaus nicht erträglich
ſeien. Auch vergleichsweiſe ſeien unſere Laſten ſehr hart.
Un=
ſere geſamte Lage biete noch gar keiner optimiſtiſchen Auffaſſung
Raum. Unſere Wirtſchaft befinde ſich noch
mit=
ten im Aufſtellungs= und Reinigungsprozeß.
Wem es heute gut gehe, oder wer es nötig habe, zu erklären,
daß es gut gehe, der möge doch nicht ohne weiteres
verallgemei=
nern, denn ſolche Verallgemeinerung gebe ein falſches Bild von
unſerer Leiſtungsfähigkeit und könnte uns ſehr ſchädigen. Unſere
öffentliche Laſt ſei gegenüber derjenigen anderer Länder in ihren
Auswirkungen ſehr viel ſchwerer, trotz aller gegenteiligen
Be=
hauptungen. Deshalb müßten Steuererhöhungen ganz aus dem
Bereich der Erörterung bleiben.
Steuerermäßigungsmaßnahmnen
müßten und würden fortgeſetzt werden, denn wir müßten
Steuer=
bedürfnis und Steuerkraft wieder in richtige Beziehungen
zu=
einander bringen. Für den Abbau böten ſich dem Reich zwei
Wege: entweder der direkte, durch Senkung der Reichsſteuern,
der 1926 gegangen wurde, oder der indirekte, durch
reichsgeſetz=
liche Maßnahmen die Länder und Gemeinden zu veranlaſſen,
ihre Steuern abzubauen, was im Finanzausgleich verſucht
wor=
den ſei. Beide Wege ſeien zu gehen, unmittelbarer weiterer
Ab=
bau ſei bevorſtehend. Sodann ſollte eingehend gebrüft werden,
ob der Geſundungsprozeß der Geſamtwirtſchaft nicht etwa auch
durch Mobiliſierung von Vermögensbeſtänden des Reiches
geför=
dert werden könnte. Direkte Steuern und Verbrauchsabgaben
ſeien zuſammen auf ihre Schwere zu prüfen. Zur jetzigen
Anleihepolitik des Reiches
bekenne er ſich unter beſtimmten Vorausſetzungen. Von ſeiner
Ermächtigung, im Laufe des Etatsjahres faſt eine Milliarde als
Anleihen aufzunehmen, werde er in den nächſten Monaten
be=
ſtimmt nicht und auch ſpäter nur mit äußerſter Zurückhaltung
Gebrauch machen. Ob und in welchem Umfange die
Kapital=
ertragsſteuer beſeitigt werden ſolle, werde ernſter Prüfung
bedürfen. Außerdem werde unſer Steuerſyſtem
grundſätz=
lich anzupacken ſein. Er beabſichtige, in Kürze ſchon eine Reihe
von Geſetzentwürfen vorzulegen, die eine Fortführung der
Steuerreform von 1920 bedeuteten in dem Sinne einer
weiten, grundlegenden Vereinfachung und Vereinheitlichung der
geſamten Steuergeſetzgebung in Reich und Ländern einſchließlich
des Verwaltungsverfahrens. Die Abſicht ſei, die Grundlagen
für die Grund= und Gewerbeſteuer im ganzen Reich einheitlich
zu geſtalten. Endlich ſolle eine Vereinfachung der
Steuerverwaltung zum Zwecke der Erſparnis an
Ver=
waltungskoſten und eine Vereinfachung für den
Steuerpflichtigen vorgeſehen werden, welche aber
auch auf die fünf Steuerausſchüſſe übergreifen ſoll, an deren
Stelle künftig ein einziger geſetzt werden ſoll. Neben dieſen
ge=
ſetzlichen Beſtimmungen liegen unabhängig größere Reformen
im Sinne einer Reorganiſation, des ganzen inneren
Verwal=
tungsapparates und im Sinne einer Rationaliſierung der
Ver=
waltung und Einſchränkung der Finanzämter. Daß in der
Oeffentlichkeit dabei auch die Frage Unitarismus und
Föde=
ralismus eine Rolle ſpiele, ſei ſelbſtverſtändlich. Er könne als
Süddeutſcher nur eindringlich warnen vor einſeitigen
Betrach=
tungen und allzu derbem Zugreifen. Bismarcks große
Staats=
kunſt habe ſeinerzeit die Frage geradezu genial und unter
Be=
rückſichtigung aller Realitäten gelöſt. Es gehe bei dem ganzen
Problem auch um die Seele der Millionen Menſchen ſüdlich des
Maines. Er ſei kein Partikulariſt. Die Reichsverfaſſung zeige
den Weg zu einer anderen ſtaatspolitiſchen Gliederung, ihn ſolle
man gehen. Die Verfaſſung ſtehe in keiner Weiſe einer aktiven
Politik wirtſchaftlichen Denkens auch in den Fragen der
Organi=
ſation auf einem beſtimmten Gebiet entgegen. Am Schluß ſeiner
Rede betonte der Miniſter, daß der ſoziale Gedanke bei allen
Maßnahmen verwirklicht werden müſſe.
Die Verhandlungen mit Polen.
* Berlin, 2. Mai. (Priv.=Tel.)
Ausgerechnet aus Warſchau kommt die Meldung, daß der
deutſche Geſandte in Warſchau, Dr. Rauſcher, zurückzutreten
be=
abſichtige, weil er mit den für die Verhandlungen gegebenen
Inſtruktionen nicht einverſtanden ſei. Das iſt eine glatte
Er=
findung. Neue Inſtruktionen hat Herr Rauſcher überhaupt nicht
erhalten. Er hat jetzt, durchaus dem Programm entſprechend,
das mit dem polniſchen Außenminiſter in Genf verabredet
wor=
den iſt, die Verhandlungen über das Niederlaſſungsrecht und
die polniſche Auswanderung praktiſch aufgenommen und erſt,
wenn ſich zeigt, daß darüber eine Verſtändigung möglich iſt,
können wir an das zweite Kapitel der Beſprechung der
Wirt=
ſchaftsfragen gehen. Hierbei handelt es ſich vornehmlich um die
Frage der Einfuhr polniſcher Schweine, Kartoffeln und Kohlen.
Irgendwelche Bindungen hierüber liegen auch von ſeiten des
Kabinettes noch nicht vor, weil die Regierung ſich geſagt hat,
daß es keinen Zweck hat, Streitigkeiten der einzelnen Reſſorts,
die hier beſtehen, anzuſchneiden, bevor ſich nicht überſehen läßt,
ob wir überhaupt zu Verhandlungen kommen.
Die Lehren von Genf.
Von
D. Dr. M. Schian.
Die Genfer Abrüſtungsverhandlungen liegen hinter uns. Sie
ſind bereits während der langen Verhandlungen reichlich
kom=
mentiert worden. Noch einmal zu ſagen, was bereits geſagt iſt,
liegt mir fern. Aber ich bin allerdings der Meinung, daß aus
jenen Verhandlungen ſo ungeheuer viel zu lernen iſt, daß wir
nicht allzu raſch jenes Thema verlaſſen ſollten.
Ich greife zurück — in die Geſchichte der politiſchen
Sturm=
jahre 1918/19 hinein. Noch liegen ſie uns zeitlich ſehr nahe.
Aber wir haben inzwiſchen ſo viel erlebt, daß wir in der Gefahr
ſind, auch Wichtiges aus jener Zeit zu vergeſſen. Welche
Ge=
danken beherrſchten damals die Stimmung? Nicht zuletzt waren
es die Gedanken des Abſcheues vor dem Krieg, das Verlangen
nach Abrüſtung, die Forderung der internationalen
Verſtändi=
gung. Damit verband ſich der ſelbſtverſtändliche Optimismus der
Annahme, daß die auf ewigen Frieden gerichteten Hoffnungen
in Erfüllung gehen würden. Selbſtverſtändlich wurde der
ent=
ſprechende gute Wille bei allen Völkern vorausgeſetzt. Wenn
jemand das Vorhandenſein dieſes guten Willens bei Frankreich
und England bezweifelte, ſo wurde er auf das
Friedensinſtru=
ment von Verſailles verwieſen: die deutſche Abrüſtung nur der
Anfang der allgemeinen Abrüſtung. So hatten es die feindlichen
Großmächte ja ſelbſt formuliert! Alſo mußte es doch wahr ſein!
Wer dieſen geſamten Gedankengängen Skepſis entgegenſetzte,
wurde als ein Menſch angeſehen, der nicht mit der Zeit
mitgegan=
gen war. Mir iſt wohl bewußt, daß dieſe Meinungen nicht überall.
in gleicher Energie geherrſcht haben. Aber es war ſchwer, einen
Widerſpruch zur Geltung zu bringen.
Die Jahre ſeit 1919 haben viele geſchichtlichen Ereigniſſe
ge=
bracht, die geeignet waren, jenen Optimismus zu dämpfen.
Tat=
ſächlich hat es ja ſeit der napoleoniſchen Zeit keine Jahresreihe
gegeben, die dermaßen von Krieg und Kriegsgeſchrei erfüllt
ge=
weſen wäre, wie die Jahre ſeit 1919. Es iſt nicht notwendig, die
Kriege alle aufzuzählen, die ſeither geführt worden ſind. Aber
es iſt wichtig, hervorzuheben, daß noch viel mehr Kriege
ent=
brannt wären, wenn nicht notgedrungen einige machtloſe Völker
ſich ohne Krieg von ihren Nachbarn hätten vergewaltigen laſſen:
Deutſchland durch Frankreich (Ruhreinfall), Litauen durch Polen
(Wilna) u. a. m. Dieſe Tatſache iſt ſehr wenig beachtet worden;
ſie paßte den Menſchen nicht ins Konzept. Der objektive
Beobach=
ter muß feſtſtellen, daß ſeit langer Zeit nicht in der Weiſe wie
in dieſen Jahren neben dem Krieg die brutale Gewalt im
Ver=
kehr der Völker regiert hat. Die öffentliche Meinung aber, die
es glänzend verſteht, nicht zu beachten, was ſie nicht beachten will,
nahm davon nicht oder nur wenig Notiz. Sie ſchaute wie
ge=
bannt nach Genf. Der Völkerbund, die dort anſcheinend mit
Erfolg angebahnte Menſchheitsorganiſation, die Erwartung der
Abrüſtungsverhandlungen ließen in den optimiſtiſch=pazifiſtiſch
gerichteten Kreiſen (wenigſtens des deutſchen Volkes) die
Zuver=
ſicht auf die Verwirklichung ihrer Ideale weiterleben.
Nun kamen dieſe Verhandlungen. Nun ſind ſie zu Ende.
Sie haben für jeden, der die Dinge ſieht, wie ſie ſind, den
voll=
gültigen Beweis dafür erbracht, daß die uns im Krieg feindlich
gegenüberſtehenden Mächte gar nicht daran denken, ihre
Waffen=
rüſtung aufzugeben. Am allerwenigſten denkt Frankreich daran.
Man darf getroſt ſagen: Frankreich will das Gegenteil von
Ab=
rüſtung. Frankreich will ſeine Waffenrüſtung vervollſtändigen,
auf die äußerſte Höhe bringen, dauernd auf der Höhe halten.
Aber England will das zur See, auch Italien ſelbſtverſtändlich
erſt recht.
Die große Frage iſt nun: werden die optimiſtiſch=pazifiſtiſchen
Schichten im deutſchen Volk das begreifen? Bekanntlich ſieht
man das nicht, was man nicht ſehen will. Dürfen wir
an=
nehmen, daß unſere Pazifiſten endlich werden ſehen wollen,
was klar am Tag liegt? Die Dinge ſind dermaßen deutlich, daß
man faſt meinen ſollte, es ſei unmöglich, nicht das Scheitern
aller Abrüſtungswünſche zuzugeſtehen. Aber wer die Pſyche des
deutſchen Pazifiſten kennt, wird doch fürchten müſſen, daß er ſich
auch jetzt noch der Erkenntnis verſchließt. Denn ſeine Theorien
ſind ihm immer über die Tatſachen gegangen.
Vermutlich wird nach dem Scheitern der Genfer
Verhand=
lungen zur Entſchuldigung der Gegner allerhand herausgeſucht
werden. In Frankreich wird man vermutlich Poincaré allein
ſchuldig ſprechen; das „franzöſiſche Volk” wünſcht ja nach
päzi=
fiſtiſcher Anſchauung den Frieden. Vielleicht wird man für
Eng=
land das dortige konſervative Regime verantwortlich machen;
für Italien ſelbſtverſtändlich den Fascismus. Es war alſo
un=
günſtige Zeit für Abrüſtungsverhandlungen; ſo muß eben
Deutſchland warten, bis „das friedliebende franzöſiſche Volk”
bis die anderen friedensſehnſüchtigen Völker im eigenen Land
ihren Willen zur Geltung bringen. Und ſo wird man weiter
zuverſichtlich hoffen . . . Friedrich Wilhelm Foerſter aber wird
vermutlich ſogar der Sache irgend einen Dreh zu geben wiſſen,
der es ihm ermöglicht, Deutſchland als ſchuldig am
Zuſammen=
bruch der Abrüſtungskampagne hinzuſtellen. Denn ſein
Glau=
bensbekenntnis lautet ſchlicht und einfach: Deutſchland iſt an
allem Böſen ſchuld.
So wird es kommen. Vielleicht werden einige nicht ganz
Verbiſſene, einige, deren Augen auch Tatſachen noch ein bißchen
zu ſehen vermögen, jetzt einen Blick für die wirkliche Lage
be=
kommen. Hoffen wir das! Den Unbelehrbaren aber wollen wir
wenigſtens mit allem Nachdruck dauernd Genf vor Augen halten.
Genf als Beweis für die abſolute Abneigung der Welt gegen
jede ernſte Abrüſtung. Genf als Beweis dafür, daß alles Reden
von Abrüſtung nichts als Spiegelfechterei war; man kann auch
ſagen: nichts als eine Lockſpeiſe für das theoretiſierende deutſche
Volk. Genf als Mahnung an alle Deutſchen: Lernt ſehen! Lernt
endlich ſehen!
Wer aber bereits ſehen kann, der wird aus Genf entnehmen
dürfen, daß er mit ſeiner nüchternen, klaren Art, die Dinge zu
nehmen, wie ſie ſind, im Recht war, und daß er, wenn er dem
deutſchen Volk helfen will, auch weiter nichts Beſſeres tun kanim
als ihm zu helfen, daß es ſehen lerne.
Seite 2
Dienstag, den 3. Mai 1927
Rummer 122
Die Reichsminiſter von Keudell und
Dr. Koch in Stuttgart.
Das Problem Reich und Länder. — Die
Kanaliſierung des Neckars.
Stuttgart, 2. Mai.
Reichsminiſter v. Keudell und Reichsverkehrsminiſter Dr.
Koch ſind heute vormittag zum Beſuch der württembergiſchen
Staatsregierung hier eingetroffen. Aus dieſem Anlaß fand
vor=
mittags im Feſtſaal des Handelshofes eine Beſprechung der
Reichsminiſter mit den Vertretern der Regierung ſtatt.
Bei der heutigen Beſprechung des Reichsinnenminiſters von
Keudell und des Reichsverkehrsminiſters Dr. Koch mit den
Ver=
tretern der württembergiſchen Regierung begrüßte
Staatspräſi=
dent Bazille die beiden Reichsminiſter und führte dann u. a.
aus: Solange die Läuder nach der Reichsverfaſſung
Eigenſtaat=
lichkeit haben, muß das Reich dafür beſorgt ſein, daß ſie ihr
Leben auf der Höhe führen können, die allgemein im deutſchen
Volke erſtrebt wird. In langen Verhandlungen in Berlin iſt
erreicht wvorden, daß die gegenwärtige Regierung die Länder
finanziell ſo ſelbſtändig geſtellt hat, daß ſie als eigene Länder
erhalten blieben. Der Staatspräſident geht dann noch auf die
Frage des Ausbaues des Neckarkanals ein.
Reichsinnenminiſter v. Keudell ſprach ſodann über das
Pro=
blem Reich und Länder. Er ermahnte, die Erörterung dieſes
Problems mit der Vorſicht und Schonung zu pflegen, daß das
Vaterland auch dem Auslande gegenüber keinen Schaden erleide.
In der Zeit des Wiederaufbaues müſſen wir uns hüten,
gewalt=
ſemen Löſungen nachzugehen. Der Miniſter betonte die
Not=
wendigkeit des gegenſeitigen Vertrauens. Es gehe nicht an, daß
die Länder zu Provinzen herabgedrückt werden, auch nicht zu
Selbſtverwaltungskörpern.
Im Verlaufe ſeiner Rede führte Reichsminiſter des Innern
v. Keudell u. a. noch aus: Es iſt das ſelbſtverſtändliche Recht
jeder einzelnen Partei, hinſichtlich der Fortentwicklung der
Wei=
marer Verfaſſung ihre Ideale propagandiſtiſch zu betreiben.
Aber vom geſamtſtaatlichen Standpunkt aus erſcheint mir eine
gewiſſe Reſerve auf dem Gebiete dieſer Erörterungen angezeigt.
Es iſt nicht geeignet, die vertrauensvolle Mitarbeit aller Teile
unſeres Reiches zu fördern, wenn in einzelnen Ländern bei der
Schärfe der politiſchen Meinungsverſchiedenheiten fortwährend
durch die zu ſtarke Betonung dieſer Richtlinien ein Gefühl der
1Inſicherheit erweckt wird. Wenn der Vertreter des Unitarismus
ſich in Hamburg dazu bekannte, daß Hamburg als eigener Staat
aufrecht erhalten bleiben müſſe, ſo mag dahingeſtellt ſein, ob dies
ein Kompliment an den Genius loci war oder ein Ausdruck des
Wortes, daß man mit einem verſtändigen Föderaliſten ſich gut
verſtändigen könne. Auch die andere Se je wird alſo mit ſich
reden läſſen. Aber vor allem Zurückhaltung in der Erörterung
dieſer Pläne, namentlich dem Auslande gegenüber.
Nach Dankesworten des Staatspräſidenten Bazille, führte
Verkehrsminiſter Koch aus: Württemberg hat auf dem
Verkehrs=
gebiet immer noch eine große Sorge: die Kanaliſierung des
Neckars. Zu meiner und auch wohl zu Ihrer Freude kann ich
hier erklären, daß wegen des Neckars nunmehr die letzten
Be=
denken aus dem Wege geräumt ſind. Für den Bau bei
Heidel=
berg habe ich die Bauerlaubnis ausgeſprochen. Ich hoffe, daß
die Kanaliſierung des Neckars nunmehr bis Heilbronn zu Ende
geführt wird. Die Frage der Wirtſchaftlichkeit iſt genügend
er=
örtert. Sorgen wegen einer Verſchandelung des
Landſchafts=
bildes durch die Kanaliſierung des Neckars ſind nicht mehr
be=
gründet. Seit Jahren immer wieder iſt der Neckar über ſeine
Ufer getreten und hat erheblichen Schaden angerichtet. Ich freue
mich, daß es gelungen iſt, eine Uebereinſtimmung zu erzielen,
um die Hochwaſſergefahren einzuſchränken. Schließlich kann ich
auf die Tatſache hinweiſen, daß durch die zur Verfügungſtellung
von Mitteln aus der produktiven Erwerbsloſenfürſorge endlich
die Arbeiten an den liegen gebliebenen Stauſtufen bei Ober=
Eßlingen und Horchheim wieder in Angriff genommen werden.
Jugoſſawiens Vertragspläne.
Von den politiſchen Plänen, die in Belgrad verfolgt
wer=
den, ſteht zurzeit im Vordergrund der Abſchluß eines Vertrages
mit der Türkei, an dem ſehr ernſthaft gearbeitet wird. Danach
dürfte das Beſtreben, einen Freundſchaftsvertrag mit dem
Deut=
ſchen Reiche abzuſchließen, demnächſt offenen Ausdruck finden.
Es werde ſich hierbei indeſſen nicht um einen Vertrag nach dem
Vorbild des deutſch=italieniſchen Vertrages handeln, der ein
reiner Schiedsvertrag iſt, ſondern als Vorbild dürfte das andere
der beiden von Deutſchland ausgearbeiteten Muſter, der des
eigentlichen Freundſchaftsvertrages, ins Auge gefaßt ſein. Die
Antwort Muſſolinis an England wird hier regiſtriert, ohne daß
ihr beſondere Beachtung geſchenkt wird.
Vom Tage.
An Stelle des ausgeſchiedenen Dr. Hermann Thoſſen iſt Georg
Broſt,. Mitglied der Verwaltung des Deutſchmationalen
Handlungs=
gehilfenverbandes Berlin, als Mitglied des Vorläufigen
Reichswirtſchaftsrats berufen worden.
Wie an zuſtändiger Stelle erklärt wird, entſpricht die
Mit=
teilung, daß der deutſche Geſandte in Warſchau,
Rauſcher, zurückzutreten beabſichtige, nicht den
Tatſachen.
In Ballenſtedt iſt der General der Artillerie Scholu
im Alter von 76 Jahren geſtorben. Im Weltkrieg kämpfte der
Verſtorbene unter anderem in der Mafurenſchkacht, eroherte den
ruſſi=
ſchen Feſtungsgürtel gegenüber Oſtpreußen und verteidigte 1917 die
mazedoniſche Front.
Im Völkerbundsſekretariat in Genf iſt ein
Sachverſtändi=
genkomitee zur Erörterung von Mitteln zur Verhütung
und Milderung von Wirtſchaftskriſen zuſammengetreten.
Deutſchland wird von Staatsſekretär
Trendelen=
burg in der Kommiſſion vertreten.
Der Präſident der Internationalen
Wirtſchafts=
konferenz, Theunis, iſt am Sonntag abend in Genf
ein=
getroffen.
Der polniſche Finanzrat iſt zu dem Schluß gekommen, daß eine
polniſche Anleihe in Amerika für Polen unbedingt
notwendig ſei, und daß man eine ſolche Anleihe ſelbſt unter
ungün=
ſtigen Bedingungen zu erhalten ſuchen müſſe.
Eine lettländiſche Delegation, beſtehend aus Regierungsbeamten,
Parlamentariern, Induſtriellen und Großkaufleuten, reiſt nach Moskau
ab, um mit der Sowjetregierung über einen lettiſch=ruſſiſchen
Handelsvertrag zu verhandeln.
Die griechiſche Regierung beſchäftigt ſich dieſer Tage mit der
Auf=
ſtellung eines Planes, der dem Völkerbund die
Wiederaufrich=
tung der griechiſchen Finanzen vor Augen führen ſoll. Es
ſteht bereits feſt, daß das Projekt der Sommerſeſſion des Genfer Rates
vorgelegt wird.
In Simla ſind die führenden Prinzen Indiens,
darunter die Maharadſchas von Bikamir und Kaſchmir, zu einer
großen Konferenz zuſammengetreten, um die
zu=
künftigen Beziehungen der Staaten zu der Regierung von Indien und
zu den neuen Reformen von Indien zu beſprechen.
Einem halbamtlichen Telegramm aus Peking zufolge werden
die Vereinigten Staaten vorausſichtlich Verhandlungen
mit den Nationaliſten unabhängig von den anderen Mächten
eröffnen.
Der in China weilende franzöſiſche Journaliſt Sauerwein glaubt
mitteilen zu können, daß England und Japan ſich dahin
ver=
ſtändigt hätten, bei China energiſch gegen den
Bolſche=
wismus einzuſchreiten.
Wiederbeginn
der parlamentariſchen Arbeit.
Das Programm für die kommende Tagung
des Reichstages.
Die Oſterferien des Reichskabinetts haben ſich durch die
ver=
ſchiedenen Miniſterreiſen faſt um eine ganze Woche länger
hin=
ausgeſchoben, als geplant war. Die nachſten Tage nimmt auch
das Reichskabinett ſeine Arbeiten wieder auf und wird
min=
deſtens zwei Sitzungen in dieſer Woche abhalten, um nicht nur
die laufenden Arbeiten zu eiledigen, ſondern auch, um das
Programm für die kommende Tagung des
Reichstages ſertigzuſtellen. Drei Fragen ſind es dabei
vor=
nehmlich, die das allgemeine Intereſſe beherrſchen werden.
Zu=
nächſt, was aus dem Republikſchutzgeſetz werden ſoll,
deſſen Gültigkeit im Juli abläuft. Es beſteht die Abſicht, die
wichtigſten Beſtimmungen dieſes Geſetzes in den Entwurf des
neuen Strafgeſetzbuches hineinzuarbeiten. Ob das aber
recht=
zeitig bis zum Ablauf des Republikſchutzgeſetzes möglich iſt, ſteht
dahin. Die zweite große Aufgabe iſt die
Arbeitsloſen=
verſicherung. Hier hat das Reichsarbeitsminiſterium den
erſten Teil vollkommen umgearbeitet in der Richtung der
Schaf=
fung einer eigenen Organiſation für die Verſicherung. Die
Be=
ratungen in der Kommiſſion ſtehen noch in den Anfängen. Es
ſoll aber darauf gedrückt werden, daß wenigſtens dieſes Geſetz
noch vor der Sommerpauſe des Reichstags in zweiter und dritter
Leſung erledigt wird, ſchon um den Reichshaushalt mit monatlich
150 Millionen zu entlaſten, die dafür aufzubringen ſind. An
dritter Stelle ſteht das Schulgeſetz, über das vorderhand in
Beſprechungen unter den Koalitionsparteien verhandelt wird.
Dabei hat ſich gezeigt, daß die Gegenſätze nicht ſo groß waren,
wie befürchtet werden mußte, ſo daß die Regierung hofft, den
Entwurf bald nach Pfingſten dem Reichstag zuleiten zu können,
der dann die erſte Pauſe noch vor den Sommerferien anfängt,
um dann während der Pauſe der Kommiſſion Zeit zu einer
gründlichen Durchberatung zu geben.
Kommuniſtiſcher Frontwechſel
in Hankau.
Japans Haltung. — Der Streit um die
Pekinger Ookumente.
* London, 2. Mai. (Priv.=Tel.)
Berichte aus Hankau weiſen, wie die „Times” melden, auf
einen völligen Frontwechſel der Kommuniſten hin, die nun mit
größtem Eifer die Ausländer zu verſöhnen ſuchen. Es bleibe
beachtenswert, daß dieſer Bericht aus japaniſcher Quelle ſtammt,
da ſich unter den Japanern eine Gruppe befinde, die für einen
Frieden um jeden Preis eintrete. Borodin habe übrigens auf
einer Verſammlung kommuniſtiſcher Beamter in Hankau über
die zwingende Notwendigkeit einer Verſöhnung der
Japaner geſprochen, eine Haltung, die in Uebereinſtimmung
ſtehe mit den von Moskau an alle ſeine Agenten in China
ge=
ſandten Inſtruktionen, die man kürzlich unter den im
ſowjet=
ruſſiſchen Botſchaftsgebäude in Peking beſchlagnahmten
Doku=
menten gefunden habe, Japan von den übrigen Mächten
abzu=
trennen. Aber auch Berichte aus japaniſchen Quellen zeigten,
daß bei den Kommuniſten tatſächlich ein Frontwechſel zu
ver=
zeichnen ſei. So ſei beiſpielsweiſe das ſogenannte Wuhan=
Friedenserhaltungskomitee mit dem ausdrücklichen Zweck
ge=
gründet worden, den antiausländiſchen Demonſtrationen ein
Ende zu bereiten. Die allgemeine Arbeitergewerkſchaft ſolle
über=
redet worden ſein, die Bemühungen der Kommuniſten zu
unter=
ſtützen.
Die zahlreichen Hinrichtungen der chineſiſchen Kommuniſten
in Peking haben, wie die „Times” aus Peking berichten, dort die
Frage entſtehen laſſen, was mit den bei dem Ueberfall auf die
ruſſiſche Botſchaft verhafteten Ruſſen geſchehen ſoll. Es
ver=
lautet, daß gegen die elf Ruſſen und Frau Borodin ſowie ihre
Begleiter und die 40 Mann ſtarke Beſatzung von „Pamiat
Lenina” nach dem üblichen Strafverfahren verhandelt werden
wird. Sie werden von einem amerikaniſchen Juriſten verteidigt,
der von den ruſſiſchen Behörden gewonnen werden konnte. Die
verhaftete Mannſchaft der „Pamiat Lenina” wird von
Tſchi=
nangfu nach Peking transportiert werden. In Peking iſt ein
Telegramm aus Moskau eingetroffen, in dem die in der
Sowjet=
botſchaft aufgefundenen literariſchen Stücke als Fälſchung
be=
zeichnet werden, doch ſollen die ausländiſchen Botſchaften
un=
trügbare Beweiſe für die Echtheit der fraglichen Dokumente
be=
ſitzen.
Stimmungsumſchwung zu Gunſien Tſchiang Kai=ſcheks?
Aus Hankau wird übereinſtimmend gemeldet, daß ein
Stim=
mungsumſchwung eingetreten ſei. In den Komitees der
Regie=
rung waren 84 Stimmen für Tſchiang Kai=ſchek und nur 22
gegen ihn. Infolgedeſſen iſt eine Reihe von Verfügungen
er=
laſſen worden, in denen die Einwohner angewieſen werden, ſich
jeder fremdenfeindlichen Agitation zu enthalten. Perſonen, die
hiergegen verſtoßen, werden mit der Todesſtrafe bedroht.
Sämt=
liche fremdenfeindliche Plakate ſind abgeriſſen worden.
Proieſt gegen die engliſchen Barrikaden.
General Tſchiang Kai=ſchek hat in Nanking ſeine Regierung
eingeſetzt, die aus einem Komitee von fünſzehn Mitgliedern
be=
ſteht. — Der Kommiſſar für auswärtige Angelegenheiten in
Schanghai hat dem Doyen des Konſularkorps in der
internatio=
nalen Niederlaſſung einen Proteſt überreichen laſſen, in dem er
verlangt, daß die Barrikaden, die immer noch um die
internatio=
nale Niederlaſſung herum errichtet ſind, ſofort entfernt werden
ſollen. Sofern dies nicht geſchehe, fürchte er, daß die
freund=
ſchaftlichen Beziehungen zwiſchen den Chineſen und den
Behör=
den der Niederlaſſung geſtört werden könnten.
Der Kampf gegen die Kommuniſten.
Eigener Drahtbericht des „D. T.‟.
* Schanghai, 2. Mai.
Aus Kanton wird gemeldet, der Verſuch der Kommuniſten,
weitere Streiks hervorzuruſen, iſt durch das ſchnelle Handeln
der Regierung unterdrückt worden. Die Hinrichtungen von
Kommuniſten dauern an. In den Straßen finden unter
Billi=
gung der Polizei Kundgebungen gegen die Kommuniſten ſtatt.
* Ein Rückblick auf
die fünfjährige Arbeitsleiſtung „der
Not=
gemeinſchaft der Deutſchen Wiſſenſchaft
im Bereich der Geiſtes=Wiſſenſchaften
III. (Schluß.)
Kunſtwiſſenſchaft.
Wie auf allen anderen Gebieten, galt es zunächſt, die
füh=
renden wiſſenſchaftlichen Zeitſchriften am Leben zu erhalten.
Unterſtützt wurde ferner der „Deutſche Verein für
Kunſtwiſſen=
ſchaft”, der ſich ſchon ſeit Jahren in hervorragender Weiſe um
die wiſſenſchaftlich vorbildliche Veröffentlichung unſerer deutſchen
Kunſtdenkmäler verdient gemacht hat. Wir nennen nur das nun
dem Abſchluß nahe, von Paul Ganz beſorgte herrliche Werk der
Holbein=Zeichnungen, die erſchöpfende monumentale
Heraus=
gabe der frühen deutſchen Elfenbeinbildwerke durch A.
Gold=
ſchmidt und Chr. Rauchs (Gießen) bevorſtehende
Veröffent=
lichung über die in langjähriger wiſſenſchaftlicher Spaten= und
Forſchungsarbeit unterſuchte Kaiſerpfalz von Ingelheim. —
Mittel wurden von der N.D.W. zur Verfügung geſtellt für eine
von W. v. Bode und H. Bodmer vorbereitete und ſchon längſt
nötige Herausgabe der Lionardo=Zeichnungen. — Zur
Erfor=
ſchung oſtafiatiſcher Kunſt erhielten O. Fiſcher und O. Kümmel
Reiſezuſchüſſe. — Beſonders aber begrüßen wir, daß eine
ſtatt=
liche Reihe von Bänden des deutſchen Denkmäler=
Inventari=
ſationswerkes mit Unterſtützung der N. D.W. zum Druck gebracht
werden konnte. —
Auf dem Gebiete der Muſikwiſſenſchaft iſt die N.D.
„Archiv für Muſikwiſſenſchaft” Müller=Blattaus Studien
die Geſchichte der Fuge, Quellenſtudien zur Muſikgeſchicht
ſcher Städte und Landſchaften helfend zur Seite getrete
den für die Forſchung der alten Muſik grundlegenden E
katalog alter deutſcher Muſikalienbeſtände im Rahmen der
mäler deutſcher Tonkunſt”, ſowie bedeutende Arbeiten ül
zelne große Muſiker und muſikwiſſenſchaftliche Probleme
ſtützt. Beſonders erwähnenswert iſt das von W. Graeſer h.
gegebene Werk „Johann Sebaſtian Bachs Kunſt der Fr
ihrer urſprünglichen Form wiederhergeſtellt‟. Ebenſo ſte
9. D.W. Mittel bereit zu den Forſchungen Aberts über de
deutſche Volkslied im Anfang des 18. Jahrhunderts un
Beziehungen zur Kunſtmuſik, wie auch die Notgemeinſch
Arbeiten für eine Grundlegung der muſikaliſchen
Volkslied=
forſchung förderte. Wertvolle Aufſchlüſſe dürfen wir erwarten
von einer durch die N.D.W. ermöglichten Reiſe von Heinitz nach
den Färöern zur Erforſchung des muſikhiſtoriſch ſo intereſſanten
Volkstums dieſer Inſelgruppe. (Höchſte Zeit dürfte es ſein, daß
man wie dem Volkslied ſo auch den erſchreckend gefährdeten
letz=
ten Denkmälern unſerer deutſchen Volkskunſt ſeitens der N. D.W.
etwas Beachtung ſchenkt.)
Geſchichte.
Erſchließung des Quellenmaterials iſt Grundlage und
Vor=
ausſetzung für den wiſſenſchaftlichen Aufbau des
ge=
ſchichtlichen Lebens. Die deutſche Geſchichtswiſſenſchaft ſtand bis
zum Ausbruch des Krieges in der Quellenerſchließung an erſter
Stelle unter den europäiſchen Nationen. Weiterführung der durch
Krieg und Inflation unterbrochenen Quellenwerke mußte
des=
halb auch die Hauptſorge der N. D.W. ſein. So war der
Weiter=
druck der von der Göt: e Geſeſiſchaft der Wiſſenſchaften in
Angriff genommenen Sammlung der älteren Papſturkunden, der
Regesta Pontificum Romanorum, nur dank der planmäßigen
Förderung durch die Notgemeinſchaft möglich geweſen, wie ſie
auch dem ehrwürdigen vom Freiherrn vom Stein ins Leben
ge=
rufenen Kronwerk deutſcher Geſchichtsforſchung, den Monumenta
Germaniae Historica, und der in deutſcher Ueberſetzung
erſchei=
nenden Sammlung der „Geſchichtsſchreiber der deutſchen Vorzeit”
über die kritiſchen Jahre hinweghalf. Gefördert wurden von der
N.D.W. ferner die Forſchungen der Hiſtoriſchen Kommmiſſion
der Bayeriſchen Akademie der Wiſſenſchaften, die für die
Geſamt=
geſchichte Deutſchlands wichtige Ausgabe der Reichstagsakten,
die Herausgabe deutſcher Städtechroniken, die Fortführung des
grundlegenden Monumentalwerkes der Monumenta Germaniae
palaeographica, der Acta Borussica und der Germania
ponti-
ficia, die Archivaliſche Zeitſchrift, das Archiv für
Urkunden=
forſchung, der Europäiſche Geſchichtskalender uſw. — Ihre
be=
ſondere Fürſorge galt ſeitens der N.D.W. dem Fortbeſtand der
alten ausländiſchen Arbeitsſtätten deutſcher Geſchichtswiſſenſchaft,
beſonders des Preußiſchen Hiſtoriſchen Inſtituts in Rom. So
hat auch Heinrich Fink, der erſte Bahnbrecher der deutſchen
ge=
ſchichtlichen Forſchung in Spanien, mit Hilfe der Notgemeinſchaft
ſeine Acta Aragonensia zu Ende geführt, hat P. Kehr ebenfalls
in Spanien reiche Schätze heben können. Dem Abſchluß
nahe=
gebracht wurde die Italia vontificia. Herausgebracht konnte
wer=
den das wichtige Sammelwver! „Papſt= und Kaiſertum im
Mittel=
alter‟ Die bahnbrechenden geiſtesgeſchichtlichen Unterſuchungen
K. Burdachs über den Uebergang vom Mittelalter zur
Refor=
mation, Forſchungen zur Geſchichte der neueren Jahrhunderte,
beſonders zur Geſchichte der Ausland= und Grenzlanddeutſchen,
wurden unterſtützt.
Völkerkunde.
Als Hauptaufgabe galt die wiſſenſchaftliche Verarbeitung des
in unſeren früheren Kolonien in ſorgſamer Sammlertätigkeit
gewonnenen Materials. Die Hamburgiſche Univerſität ſteht an
der Spitze der kolonialen Wiſſenſchaft. Die aus der
Meinhoff=
ſchen Schule hervorgegangenen Wörterbücher und
Materialſamm=
lungen der Eingeborenenſprachen, der Käte, der Kpelle in
Libe=
ria, der Somali und Ful, der Eingeborenen von Togo und der
Bantuneger konnten mit Hilfe der Notgemeinſchaft fortgeführt
werden. Gefördert wurde auch das vergleichende Studium der
Religion und Mythologie der Urvölker. — Die letzten Arbeiten
Selers, des Altmeiſters der mexikaniſchen Forſchung, und ſein
für die Kenntnis der Aztekenkultur hochbedeutſames
Sahagun=
werk verdanken der Unterſtützung der Notgemeinſchaft ihr
Er=
ſcheinen. Keineswegs vernachläſſigt wurde das Gebiet der
ein=
heimiſchen Volkskunde.
Neuere Philologie.
In der neueren Philologie ſtand wie in den anderen
Geiſtes=
wiſſenſchaften die Unterſtützung der wichtigſten Zeitſchriften an
erſter Stelle. Beſonderer Zuwendungen konnten ſich die großen
Wörterbücher erfreuen: das Wörterbuch der Brüder Grimm, das
Bayeriſche Wörterbuch, das Wörterbuch der Badiſchen
Mund=
arten, das Siebenbürgiſch=Sächſiſche Wörterbuch, das
mundart=
liche Wörterbuch der Saargegend, das Heſſen=Naſſauiſche
Wörter=
buch. Der Hilfe der N.D.W. verdankt auch die Bibliographia
Hungariae des Ungariſchen Inſtituts, Berlin, ihr Erſcheinen.
Endlich ſei zum Schluß noch gedacht der Fürſorge der N. D.W. für
den für die deutſche Volkskunde ſo wichtigen, von der Kommiſſion
für das Volksliederbuch beſorgten Katalog der geſamten
deut=
ſchen Volksliedertexte.
Dieſer Ueberblick über die bedeutendſten Leiſtungen im Be
reich der Geiſteswiſſenſchaften, die nur mit Hilfe der N.D.W
vollbracht werden konnten, dürfte wohl jeden überzeugen, da
durch die planmäßige Organiſation der N.D.W. die ſchwe
Kriſis des deutſchen Geiſteslebens überwunden wurde, ja da
durch ſie die kulturelle Erbmaſſe unſeres deutſchen Volkes u
unerſetzliche, unvergängliche ideelle und auch materielle
Wer=
bereichert wurde. Umbrandet von geiſtiger Oberflächlichkeit unf
ſchrankenloſer Selk ſtſucht ſteht die „Nolgemeinſchaft der Deutſchen
Wiſſenſchaft” in unſerer Gegenwart wie ein Felſen des deutſche
Idealismus.
Nummer 122
Dienstag, den 3. Mai 1927
Seite 3
Aeebensaihige Krouleie Hrankleic!
Franzöſiſche Spannungen.
Die kommuniſiiſche Agitation. — Die
engliſch=
franzöſiſche Annäherung und ihre Auswirkung
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 2. Mai.
Die Spannung zwiſchen der Regierung und den Sozialiſten
nimmt immer ſchärfere Formen an. Während die bürgerlichen
Parteien ſich mit verſtärkter Energie gegen die Kommuniſten
wenden, orientieren ſich die Sozialiſten immer mehr nach links.
Die Folgen dieſes Gegenſatzes ſcheint die Politik immer mehr
zu fühlen. Die Regierung iſt durch die kommuniſtiſche Agitation
in Frankreich und in den Kolonien aufs äußerſte verſtimmt. Die
Haltung der Beamtenſchaft — das neue „Beamtenkartell”
ſympa=
thiſiert offen mit den Sozialiſten und Kommuniſten — wird in
den politiſchen Kreiſen mit Beunruhigung verfolgt. Dabei ſoll
die Regierung entſchloſſen ſein, keine weiteren Zugeſtändniſſe an
die Beamten zu machen und vor der Kammer — man rechnet ja
mit heftigen Angriffen ſeitens der Sozialiſten — eine ganz ſtarre
Haltung zu zeigen. Poincaré will die Fragen eher auf die Spitze
treiben, als von der vorgezeichneten Linie abweichen. Die
Oppo=
ſition hat deshalb eine ſehr ſchwere Sache; denn man weiß, daß
eine Regierungskriſe die ſchlimmſten finanziellen Folgen nach
ſich ziehen könnte. Deshalb ſehnt man auch ſo ſehr die
Beendi=
gung des Sanierungswerkes herbei. Aber über die endgültige
Stabiliſierung verlautet nichts Authentiſches, die Gerüchte, welche
darüber umlaufen, ſind nur dazu beſtimmt, die Börſe zu
beein=
fluſſen. Sie erreichen auch dieſen Zweck manchmal. In
poli=
tiſchen Kreiſen neigt man übrigens immer mehr der Anſicht zu,
daß die endgültige Stabiliſierung nur nach den Neuwahlen
er=
folgen wird. Aus ſonſt gut informierten Kreiſen verlautet, daß
die Regierung die Verlängerung der Kammerferien beabſichtigt.
Die ſcharfe Spannung zwiſchen Regierung und Kommuniſten
findet auch in der Außenpolitik ihren Ausdruck. Es hat eine
Annäherung zwiſchen der franzöſiſchen und engliſchen
Außen=
politik ſtattgefunden, deren Folgen man aber gerade für die
euro=
päiſchen Probleme nicht überſchätzen ſoll. Denn es handelt ſich
nicht um eine prinzipielle Wendung der franzöſiſchen
Außen=
politik, ſondern nur um die Auswirkungen der Verſtändigung
der Mächte über das Schickſal Chinas. Es iſt wahr, daß die
Aktion der Mächte in China immer mehr an Bedeutung zu
ge=
winnen ſcheint. Es muß aber vor Augen gehalten werden, daß
die ſpezielle Natur des engliſch=franzöſiſchen Verhältniſſes bei
der weitgehendſten Zuſammenarbeit in China oder anderswo
die Beibehaltung der bisherigen politiſchen Lage in Europa
keineswegs ausſchließt. Es ſcheint alſo zum Beiſpiel keineswegs
ausgeſchloſſen, daß die guten Hoffnungen, in der albaniſchen
Frage, welche gewiſſe Kreiſe auf die engliſch=franzöſiſche
An=
näherung ſetzten, zu einer ſtarken Enttäuſchung führen werden.
Die Eröffnung der franzöſiſchen Generalräte.
EP. Paris, 2. Mai.
Im Departement Ardennes ſprach bei der Eröffnung des
Generalrates Seuator Lucien Hubert über die Abrüſtung.
Deutſchland ſei in militäriſcher Hinſicht Entlaſtung erteilt
wor=
den. Es wünſche nun, daß auch die anderen Nationen ſo weit
wie möglich abrüſten. Das wieder hergeſtellte Frankreich ſchlage
logiſcherweiſe die gleichzeitige Abrüſtung der Land= und See=
Rüſtungen vor. Darüber aber errege ſich England, das ſeine
Vorherrſchaft zur See nicht aufgeben wolle, während Italien
in ſeinem leidenſchaftlichen Traum von neuer römiſcher Größe
ſich bei dem Gedanken beunruhige, daß ſeine militäriſche
Sou=
veränität beſchnitten werden könne. Die erſte
Vorbedin=
gung für die Abrüſtung ſei die moraliſche
Ab=
rüſtung. Erſt an dem Tag, an dem die Völker begriffen, daß
ein Krieg nicht nur eine ſchlechte Handlung, ſondern auch ein
ſchlechtes Geſchäft ſei, werde die Frage endgültig gelöſt werden.
In den anderen Departements, aus denen bisher
Nach=
richten vorliegen, ſprachen die Präſidenten meiſt über die
Finanz=
lage, über die Notwendigkeit der Nationalen Union oder über
die Frage der Wahlrechts=Reform. In den elſäſſiſchen
Departe=
ments ſpielten der Kolmarer Prozeß und die elſäſſiſchen
Sonder=
wünſche eine Rolle in den Eröffnungsreden.
Poincaré ſpricht.
EP. Paris, 2. Mai.
Heute traten in den zahlreichen franzöſiſchen Departements
die Generalräte zu ihrer Seſſion zuſammen. In Bar=le=Duc hielt
Miniſterpräſident Poincaré in ſeiner Eigenſchaft als
Vor=
ſitzender des Generalrats des Departements Meuſe die ſchon
an=
gekündigte große politiſche Eröffnungsrede. Er ſchilderte zunächſt
die verzweifelte Finanz= und Wirtſchaftslage
Frankreichs bei ſeinem Regierungsantritt. Die
erzielte Beſſerung ſei die logiſche Folge einer glücklichen
Wand=
lung der parlamentariſchen Gewohnheiten und der Annäherung
zwiſchen denjenigen Perſönlichkeiten, die politiſche
Meinungs=
verſchiedenheiten bis dahin an einer Zuſammenarbeit
verhin=
derten. Vom Parlament hänge es ab, bei der Fertigſtellung des
Budgets für 1928 die erzielten Ergebniſſe zu befeſtigen oder ſie
zu erſchüttern und zunichte zu machen. Ob man nun eine ſchnelle
legale Stabiliſierung oder eine langſame Aufwertung wünſche,
nichts ſei möglich, ohne ein ausgeglichenes Budget und ein
unbe=
hindertes Schatzamt. Eine legale Stabiliſierung
wäre eine vergebliche und illuſoriſche
Maß=
nahme, wenn ihr am nächſten Tage ein Verzicht auf die
Metho=
den folgen würde, durch die ſie vorbereitet wurde. Er perſönlich
ſei feſt entſchloſſen, weder aus Gefälligkeit noch aus Schwäche
zum Mitſchuldigen an irgend einer Abſtimmung zu werden, die
das ſo mühſam erzielte Budgetgleichgewicht in Frage ſtellen
könnte. Das Budget für 1928 müſſe ohne
Steuer=
erhöhung ausgeglichen werden, und
unver=
meidliche Mehrausgaben, wie z. B. für die befreiten
Gebiete, für die Durchführung der Militärreform und die
Ver=
teidigung der franzöſiſchen Grenzen, ſowie für die Erhöhung der
Beamtengehälter und Penſionen müßten teils durch
Er=
ſparniſſe, teils durch Mehreinnahmen
aufge=
bracht werden. Andernfalls ſtürze Frankreich
wieder in den Abgrund, aus dem es eben
her=
ausgekommen ſei, und würde ſich zweifellos nicht ein
zweites Mal daraus retten können.
Der Miniſterpräſident wies weiter darauf hin, daß die
Regierung nicht dulden werde, daß die
Beamten=
verbände ſich zu Nebenregierungen
entwickel=
ten. Sie ſei ferner entſchloſſen, die Republik und ihre
Ver=
faſſung gegen jeden kommuniſtiſchen Angriff
zu verteidigen, wobei ſie auf die Unterſtützung des
Parla=
ments rechne. Die Tagesordnung der beiden Kammern umfaſſe
außer dem Budget noch Fragen von höchſter Wichtigkeit: die
Militärgeſetze, den Zolltarif, die
Wahlrechts=
reform, die Sozialverſicherung und vieles andere,
was noch vor dem Ende der Seſſion erledigt werden müßte.
Die Regierung werde ihre Verantwortung übernehmen, ſobald
ein lebenswichtiges Problem zur Beratung komme,
und ganz beſonders, wenn es ſich um Maßnahmen handle, die
Vorbedingungen für die Herabſetzung des Militärdienſtes auf
ein Jahr und für die Verteidigung des Landes ſeien. —
Frank=
reich ſei eine der Nationen, die ſeit mehreren Jahren die Heeres=
und Flottenausgaben ſtark eingeſchränkt habe. Damit habe es
einen neuen Beweis ſeiner friedlichen Abſichten gegeben. Es
habe nach ſeinem Sieg niemals etwas anderes verlangt, als die
loyale Ausführung der Verträge, und wenn es den eigenen guten
Willen bei den anderen gefunden hätte, würde der in den
Ver=
trägen feſtgelegte Friede längſt in den Geiſtern regieren.
Frankreich wünſche heute nur die regelmäßige
Zahlung der Reparationen, wie ſie im
Dawes=
abkommen vorgeſehen ſeien, und die völlige
Wahrung ſeiner Sicherheit. Man könne Frankreich
nicht beſchuldigen, nicht moraliſch abgerüſtet zu haben. Denn es
beſitze keine unzähligen militariſtiſchen Verbände und lehre in
ſeinen Schulen keine imperialiſtiſchen Doktrinen. Frankreich habe
es ſtets verſtanden, daß die Rolle einer ſiegreichen
Nation nicht darin beſtehe, den Haß zu verewigen, ſondern ihn
zu beſchwichtigen. Es könne aber weder etwas von ſeiner
Unab=
hängigkeit, noch von den ihm durch die Verträge zugeſtandenen
Rechten und Garantien opfern. Da es ſowohl eine Land, wie
eine Seemacht ſei, müſſe es zu Lande und zu Waſſer die Mittel
erhalten, ſich gegen Angriffe zu ſchützen. Solange nicht ſämtliche
Nationen frei und ohne Hintergedanken die von ihnen
unter=
zeichneten diplomatiſchen Verträge annehmen, ſolange ſie nicht
eine gleiche Aufrichtigkeit in ihren Erklärungen zeigten, könne
dem Edelſten und Edelmütigſten das Bewußtſein, geliebt zu
werden, nicht genügen. Sie müßten ſich vielmehr Reſpekt
ver=
ſchaffen, und darum ſtark genug zu ihrer Verteidigung bleiben.
Poincaré ſchloß mit dem Hinweis, daß Frankreich und ſeine
Kolonien eine untrennbare Einheit bildeten.
Um die Beſatzungs=Verminderung.
Vor einer deutſchen Demarche in Paris,
Brüſſel und London.
Die von uns bereits ſeit längerem angekündigten
diplo=
matiſchen Schritte der deutſchen Regierung zur
Herabminderung der Beſatzungstruppen in der
zweiten und dritten Zone ſind jetzt im Gange. Es wird damit
gerechnet, daß die Entſcheidung ziemlich raſch fallen wird. Nicht
ohne Abſicht werden wohl von draußen her zwei Dinge
durch=
einander geworfen, die nichts miteinander zu tun haben: die
Räumung und die Beſatzungsherabſetzung. Die Herabminderung
der Beſatzung iſt uns in Locarno zugeſagt worden. Nachdem
ſich aber in Thoiry die Möglichkeit zeigte, das ganze Problem
der Räumung aufzurollen, hat die deutſche Regierung es für
taktiſch unzweckmäßig gehalten, der Verminderung der Truppen
nachzugehen. Inzwiſchen iſt klar geworden, daß man von
fran=
zöſiſcher Seite den Gedanken von Thoiry nicht weiter verfolgen
wird, daß alſo dieſe Möglichkeit, das beſetzte Gebiet frei zu
be=
kommen, zunächſt alſo nicht beſteht. Nach deutſcher Auffaſſung
ſind aber alle nach dem Verſailler Vertrag erforderlichen
Voraus=
ſetzungen zur Räumung des Gebietes vor der 15jährigen Friſt
gegeben, ſobald mit der Sprengung der Oſtfeſtungen auch unſere
Verpflichtungen militäriſcher Art erfüllt ſind. Die deutſche
Re=
gierung hat deshalb angekündigt, daß ſie von ihren Rechten aus
Artikel 431 des Friedensvertrages Gebrauch machen will, ſobald
die Sprengungen vollzogen ſind. Der Zeitpunkt wäre alſo etwa
Mitte Juni gekommen. Im günſtigſten Fall werden langwierige
diplomatiſche Verhandlungen notwendig ſein, bis ein Ergebnis
erzielt werden kann. Solange aber will der Reichsaußenminiſter
die Frage nicht ruhen laſſen. Deshalb kommt er jetzt auf die
Zuſagen zurück, die nach Locarno in einer Note der
Botſchafter=
konſerenz im November 1925 gegeben worden ſind. Hier wurden
uns Erleichterungen des Beſatzungsſyſtems in ſichere Ausſicht
geſtellt und vor allem das Verſprechen gegeben, daß die Stärke
der Beſatzung auf den Stat normal herabgeſetzt werden ſolle. Die
deutſche Regierung hat damals in London mitteilen laſſen, daß
ſie dieſen Begriff état normal als Friedensſtärke anſehen werde
und ihr wurde geantwortet, daß man einer ſolchen
Interpre=
tation nicht widerſprechen würde. Dieſe Interpretation iſt alſo
auch von Paris aus anerkannt worden. Tatſächlich ſtehen aber
in der zweiten und dritten Zone noch über 20000 Mann mehr,
als Deutſchland dort jemals im Frieden unterhielt. Um dieſe
20000 Mann geht es jetzt. Ihre Abberufung will die deutſche
Regierung verlangen, und zwar in einer Demarche, die
gleich=
zeitig in Paris, London und Brüſſel eingeleitet wird.
Wir glauben darauf rechnen zu können, daß Belgien und
Eng=
land unſere Forderungen unterſtützen werden, und in amtlichen
Kreiſen gibt man ſich der Erwartung hin, daß Frankreich klug
genug ſein wird, die Zuſagen zu halten, die nun ſchon ſeit dem
November 1925 gegeben worden ſind.
Beſatzungszwiſchenfall im Rheinland.
Köln, 2. Mai.
Ein Beſatzungszwiſchenfall hat ſich in Düren ereignet. Dort
hatten zwei Knaben, ein deutſcher und ein franzöſiſcher, eine
kleine Auseinanderſetzung, in der es nicht zu Tätlichkeiten
ge=
kommen war. Zwei vorübergehende Zivilperſonen griffen in
dieſen Streit ein, und der deutſche Junge lief daraufhin weg.
Die Zivilperſonen verſuchten den Jungen einzuholen, und einer
von ihnen warf ſchließlich mit dem Stock nach ihm. Der Stock
zerbrach jedoch an einer Mauer, und die Splitter verurſachten
bei einer vorübergehenden Frau eine leichte Hautabſchürfung.
Der Mann der Frau, der Schloſſer Heinrich Inden, ging auf die
Perſon, die den Stock geworfen hatte, zu, um ſie zur Rede zu
ſtellen. Die Perſon legitimierte ſich als franzöſiſcher Kriminaliſt
und erklärte Inden als verhaftet und feſſelte ihn mit einem
Strick am linken Arm. Als Inden erklärte, freiwillig folgen zu
wollen, wurde die Feſſel gelöſt. Inzwiſchen war der Pflaſterer
Joſef Schmitz hinzugekommen, um Inden beizuſtehen, und wurde
ebenfalls verhaftet. Beide wurden alsdann abgeführt. Die
Polizeiverwaltung hat ſich ſofort für die beiden ins Mittel
ge=
legt. Während Inden daraufhin entlaſſen wurde, iſt Schmitz ins
Gefängnis eingeliefert worden. Die franzöſiſche Kriminalpolizei
hat erklärt, über die Entlaſſung des letzteren würde der General
entſcheiden. Von deutſcher Seite ſind alle Schritte unternommen,
um auch Schmitz aus der Haft zu befreien.
* Johann Strauß=Konzert in London.
A. B. London, Anfang Mai.
Das Konzert, das Johann Strauß, Enkel und Neffe der
bei=
den Walzerkönige gleichen Namens, vor kurzem mit einem
eng=
liſchen Orcheſter in der Londoner Albert Hall gab, bewies, daß die
Tanzmuſik einer vergangenen Generation auch heute, im Zeitalter
des Charleſton, ihre Anziehungskraft noch nicht verloren hat.
Die große Halle war gefüllt, der Applaus ſtark und ehrlich. Mehr
als das: auch die Preſſe iſt voll des Lobes und preiſt die
Diri=
gentenkunſt und das ſprühende Temperament des Wiener
Mei=
ſters. Johann Strauß hat in dieſer Hinſicht beſſer abgeſchnitten
als Siegfried Wagner, der vor zwei Wochen in derſelben Halle
dirigierte. Während die Kritik die akademiſche Steifheit
bemän=
gelte, mit der Siegfried Wagner, von den Flammen des „
Rhein=
golds” umlodert, den Taktſtock bewegte, begrüßt ſie in Johann
Strauß III. den ſchneidigen Interpreten der prickelnden
Cham=
pagnermuſik ſeiner beiden großen Vorgänger. Neu für die
Eng=
länder war die impulſive Art, wie Strauß, mit dem Bogen
diri=
gierend, an den Höherunkten die Geige anſetzte und, ſelbſt
ſpie=
lend, wiegend und werbend die Kapelle mit ſich fortriß.
„Wiener Blut”, „Gſchichten aus dem Wienerwald‟. „Die
blaue Donau”, eine Auswahl aus der „Fledermaus” und dem
„Zigeunerbaron”, mit Schwung und Feuer vorgetragen,
entfach=
ten ſtürmiſche Beifallskundgebungen und bewieſen erneut, daß
der Walzer noch nicht erledigt iſt. Johann Strauß mußte eine
Zugabe nach der anderen ſpenden.
Und dann eine Viſion. Fräulein Vilma Delmar, in
roſa=
ſeidenem Reifrock, das junge Geſicht von Ringellöckchen umrahmt,
eine Erſcheinung aus einer untergegangenen Welt, ſingt den
Walzer „Frühlingsſtimmen”. Nicht wie eine Primadonna,
ſon=
dern wie ein liebes Wiener Mädel: natürlich, reizvoll, mit
lieb=
lichem Sopran. Man vergißt, daß man in London iſt. Das Wien
vor 60 Jahren taucht auf. Das frohe, ſorgloſe, alte Kaiſer=Wien
mit ſeinem Leben und Lieben und ſeinem blühenden Prater zur
Frühlingszeit. Als es noch keinen Krieg und keine Inflation
und keinen Jazz und keine Bubiköpfe gab. Wer iſt Vilma
Del=
mar? Wer hat je von ihr gehört? Iſt ſie eine Sängerin von
Ruf?. Wohl kaum, denn ſie iſt ſo jung und mädchenhaft und ein
wenig ſchüchtern, wie ſie da ſteht, die Hände gefaltet, Blumen im
Haar und mit ihrem Lied die blaue Donau und den Frühling in
Wien heraufzaubernd, hierhin, wo grau und trübe die Themſe
fließt und kalte Nordwinde blaſen. Ich ertappe meinen Freund
neben mir, einen Oeſterreicher, wie er verſtohlen einen Tropfen
abwiſcht, der ihm über das abgebrühte Lebemannsgeſicht rinnt.
„Menſch, was heulſt du denn?” frage ich. „Ach, das Mädel ſingt
doch zu gemütvoll,” meint er, „ich hab‟ Heimweh.”
Die junge Sängerin und der alte Kapellmeiſter werden
im=
mer wieder hervorgerufen. Sie haben den Dank verdient, der ſie
umbrauſt. Johann Strauß III. iſt, wenn nicht als Komponiſt, ſo
doch als Dirigent, ein würdiger Repräſentant der Dynaſtie der
Walzerkönige. Sein Erfolg war ein durchaus perſönlicher, und
er würde ſich durchſetzen, auch wenn er nicht der Enkel Johann
Strauß' I. und der Neffe Johann Strauß' II. wäre. Denn er
hat nicht nur den Namen geerbt, ſondern in ſeinen Adern rollt
das heiße Blut, das die Meiſter des Dreivierteltakts zur
Schaf=
fung ihrer unſterblichen Tanzmelodien angetrieben hat.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
* Papſt Pius XI. verlieh dem noch jungen Kunſtmaler
Herrn Albert Immel aus Offenbach a. M. Diplom und
Medaille der Benemerenza=Verdienſtmedaille
in Silber, am rot=gelb=roten Bande zu tragen. Herr Immel
erhielt ſeine Ausbildung ſeinerzeit auf Koſten Ihrer Kgl. Hoheit
der Großherzogin Elconore von Heſſen und befindet ſich jetzt ſeit
einigen Jahren in der ewigen Stadt, dem heißerſehnten Ziele
aller Künſtler und aller derer, die für wahre, echte Kunſt
Ver=
ſtändnis fühlen. — Wie wir hören, empfing der junge
verdienſt=
volle Künſtler die Auszeichnung als beſonderes Ehrenzeichen für
künſtleriſche Arbeiten in der Miſſionsausſtellung im Heiligen
Jahre 1925. Jeder Rompilger erinnert ſich gewiß noch mit
Be=
wunderung der überaus intereſſanten und impoſanten
Miſſions=
ausſtellung, die bisher einzig in der Welt daſteht. „Laurus
T. Rutili=Greger.
laude dignis!“
Hochſchulnachrichten.
Hk. Lehrauftrag. Der ordentliche Profeſſor der Chemie von der
Techniſchen Hochſchule in Darmſtadt Dr. Karl G. Jonas iſt vom
preußiſchen Kultusminiſter beauftragt worden, vom Sommerſemeſter
1927 cb an der Univerſität Frankfurt a. M. Vorleſungen aus dem
Gebiete der Chemie der Kohlenhydrate zu halten. Dr. Jonas war
Schüler und Afſiſtent bei Geheimrat Semmler an der Breslauer
Tech=
niſchen Hochſchule, wo er ſich auch habilitierte und ſpäter zum a. o.
Profeſſor ernannt wurde. Seit vier Jahren hat Jonas als
perſön=
licher Ordinarius die außerordentliche Profeſſur für Zelluloſechemie
an der Techniſchen Hochſchule in Darmſtadt als Nachfolger von Prof.
Dr.=Ing. Emil Heuſer inne.
— Deutſcher Aufbau. Nationalliberale Arbeit der Deutſchen
Volks=
patei. Herausgegeben von Staatsſekretär z. D. A. Kempkes, M.d.R.
Staatspolitiſcher Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 48, Friedrichſtraße 226.
382 Seiten ſtark, mit 10 Kunſtblättern (25 Porträts), Preis in
Halb=
leinen gebunden 6,50 Mk.
An politiſchen Schriften, Broſchüren uſw. iſt gewiß kein Mangel,
Was aber derartigen Veröffentlichungen jeder Richtung anhaftet, das
iſt, daß ſie zumeiſt für den Tag geſchrieben ſind, daß ihnen die Tendenz
wichtiger iſt, als der ſachliche Inhalt. Man legt ſie leicht zur Seite,
vergißt ſie ſchnell, der nächſte Tag wird Neues bringen. Was uns fehlt,
iſt ein erſchöpfendes Werk, das über alle wichtigen politiſchen
Er=
eigniſſe objektiv ud belehrend, rückſchauend und wegweiſend, Auskunft
gibt.
Jetzt liegt ein ſolches Buch vor: „Deutſcher Aufbau” nemt es ſich
und will „die nationalliberale Arbeit der Deutſchen Volkspartei”
auf=
zeichnen. Damit iſt geſagt, daß es hauptſächlich die geſetzgeberiſche
Arbeit im Reiche ſeit 1918 behandelt, alſo eine Ergänzung des im
glei=
chen Verlag erſchienenen Buches „60 Jahre nationale und liberale
Poli=
tik” ſein will. Aber nicht nur die Reichspolitik, auch die des größten
Bundesſtaates — beiläufig auch diejenige anderer „Länder” — iſt hier
behandelt. Der Herausgeber, Staatsſekretär z. D. Kempkes, M.d.R.,
hat für ſeine Arbeit einen ganzen Stab erſter Mitarbeiter gewonnen.
Reichsminiſter Dr. Streſemann und Abg. Dr. Leidig haben die
politiſche Linie gezeichnet” etwa 30 führende Köpfe aus dem
volkspartei=
lichen Lager haben ſich in alle Gebiete der Außen= und Innenpolitik,
der Kultur=, Wirtſchafts= und Sozialpolitik geteilt. So finden wir
Auf=
ſätze, von denen mancher einzelne eine wertvolle Broſchüre für ſich
dar=
ſtellen könnte, ſo Parteimänner wie Dr. Scholz, v. Rheinbaben, Keinath,
D. Kalle, Thiel, Morath, Beythien, Dr. Gildemeiſter, Dr. Boelitz, Dr.
v. Campe, v. Eynern, Dr. Wiemer, Dr. Steffens, Dr. Spickernagel,
Dr. Neumann=Frohnau, G. Kockelkorn, Dr. Hugo Böttger; von Frauen
wie Dr Matz, J. Voigt, A. v. Kuleſza uſw. uſw. Die Namen dieſer
politiſch und parlamentariſch zumeiſt führenden Mitarbeiter deuten
bereits an, daß es ſich in dem Buche „Deutſcher Aufbau” um keine
all=
tägliche Veröffentlichung handelt. Ein Verzeichnis aller Regierungen
des Reiches und der Länder, ein weiteres Verzeichnis aller ſeit 1918 in
deutſchen Volksvertretungen tätig geweſenen volksparteilichen
Abgeord=
neten iſt beigegeben. Dr. Hugo Böttger hat eine liebevolle Studie über
das Thema der Parteipreſſe beigeſteuert — eine Aufmerkſamkeit
gegen=
über der Zeitungswelt, für die man gern quittieren mag, wemn auch
daraus keine Liſte der Parteiblätter hervorgehen konnte.
Seinen Charakter als ein Jubiläumswerk zum 60 Gründungstage
der Nationallibernlen Partei — jetzigen Deutſchen Volkspartei — betont
das geſchmackvoll ausgeſtattete Buch durch etwa 25 Bilder von
prominen=
ten politiſchen Fihrern. Der gewichtige Band „Deutſcher Aufbau” iſt
eine beſondere Leiſtung, die jeder, der im öffentlichen Leben ſteht, mit
Nutzen verwenden kann, und die ihren Wert auf Jahre hinqut behalten
wird.
Seite 4
Dienstag, den 3 Mai 1927
Nummer 122
Statt Karten.
Für die anläßlich unſerer Vermählung
ſo zahlreich erwieſenen Aufmerkſamkeiten,
Blumenſpenden und Geſchenke ſprechen
wir auf dieſem Wege Aſſen unſeren
(*12007
herzlichſten Dank aus.
Otto Nikolgi und Frau
Chriſtine, geb. Becker.
Für die überaus zahlreichen
Glück=
wünſche und Blumenſpenden anläßlich
meines 80. Geburtstages ſage ich
meinen allerherzlichſten Dank.
Frau Roſalie Georg / Lucasweg 5.
Treuer Mieter! Herr Christian Röder
wohnt am 1. Mai 1927 ( 12018
25 Jahre im Hause Schloßgasse 33.
Gott dem Allmächtigen hat
es gefallen, meinen lieben Mann
und unſeren guten Vater
Emil Opfermann
Schneidermeiſſer
heute abend plötzlich im 76.
Le=
bensjahr in die Ewigkeit
abzu=
rufen. Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Eliſabeth Opfermann
geb. König.
Darmſiadt, am 1. Mai 1927.
(*11994
Inſelſtraße 43.
Die Beerdigung findet Mittwoch,
den 4. Mai, nachmittags 2 Uhr,
vom Portal des alten Friedhofs
an der Nied.=Ramſtädterſtraße aus
ſtatt.
Nachruf.
Am 30. April verſchied
nach langer Krankheit der
Korrektor
Hugo Borſt.
Wir haben in dem
Ver=
ſtorbenen einen geſchätzten
Mitarbeiter kennen gelernt,
dem wir ein dauerndes
An=
denken bewahren. (7438
Darmſtadt, 2. Mai 1927.
L. C. Wittich’ſche
Hofbuchdruckerei
Verlag des „Darmſtädter Tagblatt”.
Todes=Anzeige.
Heute vormittag entſchlief ſanft
nach kurzem Leiden meine liebe
Frau, unſere gute Mutter und
Großmutter
Anna Eckert
geb. Ditte
im 52. Lebensjahr.
(7437
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Eckert nebſt Kindern.
Darmſtadt, den 2. Mai 1927,
Die Beerdigung findet am
Mitt=
woch, den 4. Mai, nachm ½4 Uhr,
auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Familiennachrichten
Am 30 April ſiarb unſer Ehrenmitglied, der
hoch=
verdiente langjährige Präſident unſerer Geſellſchaft
Geh. Juſtizrat
Mnd Haneuihn.
Wir haben ihm viel zu danken und werden ihm weit
über das Grab hinaus ein treues Gedenken bewahren.
Im Namen des Porſiandes
der Vereinigten Geſellſchaft
Frhr. v. Preuſchen
Gen.=Major a. D. und Präſident.
Von der Reiſe zurück
Dr. 8. Oppenheimer
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am Ballonplatz. (V.30=
74
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Am 29. April entſchlief ſanft in dem Herrn unſere
liebe Tochter, Tante und Nichte
Fraulein Mätte kaffer
im 41. Lebensjahr.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Die trauernden Eltern.
Darmſtadt, den 3. Mai 1927.
(11964
Altes Palais.
Die Beerdigung fand auf Wunſch unſerer lieben, teueren Entſchlafenen
in der Stille ſtatt.
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Unſere liebe Tochter, Schweſier und
Schwägerin
Eindeelg Sina
iſi am 1. Mai 1927, nachmittags, nach
langem, ſchwerem Leiden im 24.
Lebens=
jahre entſchlafen.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Hermann Schlick.
Darmſiadt, den 2. Mai 1927. (12020
Eliſabeihenſtr. 36.
Die Beiſetzung findet ſtatt am Mittwoch, den
4. Mai 1927 auf dem alten Friedhof an der
Nieder=Ramſtädterſiraße. Einſegnung daſelbſt
in der Kapelle um 11 Uhr vormittags.
Am 30. April, ½8 Uhr abends, iſt unſere
liebe, herzensgute Tante und Großtante
Frau Ming wonn
geb. Fritz
Witwe des Apothekers Dr. Wilhelm pöhn
im vollendeten 91. Lebensjahre ſanft
ent=
ſchlafen
Die trauernd Hinterbliebenen:
Familie Fritz-Erbslöh.
Auf Wunſch der Eniſchlafenen findei die Beiſetzung in
aller Stille ſiatt.
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Bekanntmachung.
Am Sonntag, den 19. Juni 1927, findet vormittags
10 Uhr, im großen Saale der Reſtauration „Perkeo” hier,
Alexanderſtraße 14, unſere diesjährige ordentliche
General=Verſammlung
Tagesordnung:
ſtatt.
1. Prüfung der Abgeordneten=Mandate.
2. Jahresbericht und Entlaſtung des
Vorſtandes und Aufrichtsrates.
7399
3. Neuwahl des Vorſtandes.
4. Neuwahl des Aufſichtsrates.
5. Anträge.
6. Verſchiedenes.
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Nummer 122
Dienstag, den 3. Mai 1927
Geite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſiadt, 3. Mai.
— Ernaunt wurden: am 5. April 1927: der Schulamtsanwärter
Wilhelm Bitſch aus Allertshofen, Kreis Dieburg, zum Lehrer an der
Volksſchuſe zu Leeheim, Kreis Groß=Gerau; am 12. April 1927: der
Schulamtsanwärter Karl Colmar aus Darmſtadt zum Lehrer an der
Volksſchule zu Kaulſtoß, Kreis Schotten; am 22. April 1927: der Lehrer
Friedrich Müller zu Otterbach, Kreis Alsfeld, zum Lehrer an der
Volksſchule zu Merlau, Kreis Alsfeld; am 23. April 1927: der
Forſt=
meiſter Hugo Sußner zu Bad=Salzhauſen vom 1. Mai 1927 an zum
Amtsvorſtand des Forſtamtes Nieder=Ohmen, der Forſtaſſeſſor Heinrich
Zimmermann aus Reichelsheim i. O. vom 1. Mai 1927 ab zum
Oberförſter; am 25. April 1927: der Lehrer Wilhelm Lampert zu
Brandau, Kreis Dieburg, unter Zurücknahme der Verſetzung nach Grube
Meſſel, Kreis Dieburg, zum Lehrer an der Volksſchule zu Arheilgen,
Kreis Darmſtadt; am 27. April 1927: der Kuſtos beim Römiſch=
Germani=
ſchen Zentralmuſeum in Mainz Profeſſor 2
C
ſelbe geltenden Satzungen mit Wirkung vom 1. April 1927 an zum
Direk=
tor des RömiſchGermaniſchen Zentralmuſeums in Mainz.
— Aus dem heſſiſchen Schuldienſt entlaſſen wurde: am 26. April
1927: die Lehrerin Toni Schuchard an der Volksſchule zu
Dietes=
heim, Kreis Offenbach, auf Grund des Art. 1 des Geſetzes über
Ein=
ſtellung des Perſonalabbaues in Heſſen und zur Aenderung des
heſſi=
ſchen Perſonalabbaugeſetzes vom 8. Oftober 1325 in Verbindung mit
Artikel 14 des Reichsgeſetzes über Einſtellung des Perſonalabbaues und
Aenderung der Perſonalabbauverordnung vom 4. Auguſt 1925 mit
Wirkung vom 25. April 1927 ab.
* Verufsjubiläum. Am 7. Mai kann Herr Brandmeiſter Friedrich
Ehrhardt (Brandgaſſe Nr. 14) auf eine 25jährige Tätigkeit bei der
Städtiſchen Berufsfeuerwehr zuruckblicken. Er trat 1902 ein, wurde
1909 zum Führer, 1912 zum Oberfeuerſvehrmann und 1925 zum
Brand=
meiſter ernanut. Gleichzeitig ſind es 30 Jahr=, daß Herr Ehrhardt
Mit=
glicd der Freiwilligen Feuerſvehr iſt. Während der langen Jahre ſeiner
Tätigkeit hat Herr Ehrhardt es verſtanden, jüngere Kollegen in die
Tätigkeit des Berufsfeuerwehrmanns einzuweihen und durch ſein
muti=
ges und uuerſchrockenes Eingreifen bei den verſchiedenſten Gelegenheiten
ſich das Vertrauen ſeiner Vorgeſetzten in weitgehendſtem Maße
er=
worben.
* Geh. Juſtizrat D. Hallwachs †. Im faſt vollendeten 70.
Lebens=
jahre iſt mit Hallwachs eine Perſönlichkeit dahingegangen, die in weiten
Kreiſen bekannt und beliebt war. Seit 1882 im Anwaltberufe ſtehend
hatte er als Vertrauensmann vieler Rechtſuchenden eine große Klientel,
die ihm dauernd treu blieb, bis ihn Krankheit zwang, einen ihm
lieb=
gewordenen Beruf und auch das Notariat aufzugeben. Eine lange Reihe
von Jahren war er auch Mitglied der Anwaltskammer. Trotz ſtarker
Geſchäftsbelaſtung fand der Verſtorbene noch Muße, als guter Celliſt
eifrig Muſik zu treiben und im Inſtrumentalverein mitwirkend tätig
zu ſein.
— Heſſiſches Landestheater. Dr. Karl Böhm, der vom Herbſt ab
als Nachfolger Joſeph Roſenſtocks zum Generalmuſikdirektor ernannt
worden iſt, wird in der für Sonntag, den 8. Mai im Großen Haus
an=
geſetzten Aufführung von Richard Wagners „Triſtan und Jſolde‟
als Dirigent am Pult erſcheinen und ſich damit zum erſten Male dem
hieſigen Publikum vorſtellen. Im Landestheater iſt für die nächſten
Wochen ein Mozaut=Zyklus vorgeſehen, der am Montag, den
9. Mai, mit „Entſührung” beginnt, am Mittwoch, den 11. Mai, mit
„Figaros Hochzeit” fortgeſetzt wird und außer einer Neueinſtudierung
von „Coſi fan tutte” noch die „Zauberflöte” und „Den Giovanni” bringen
wird. Zu dieſem Zytlus wird ein Sonderabonnement aufgelegt, und
zwar für drei Platzarten, Parterre oder 2. Rang für 5 Vorſtellungen
10 Mk., 2. oder 3. Sperrſitz ſür 5 Vorſtellungen 15 Mk., 1. Sperrſitz oder
Balkon für 5 Vorſtellungen 20 Mk. Der Vorverkauf dieſer Zykluskarten
findet an der Tageskaffe des Kleinen Hauſes von morgen, Mittwoch,
ab bis einſchl. Montag, den 9. Mai, ſcatt. Die Aufführung der „
Ent=
führung” iſt der Zuſatzmiete IV, diejenige von „Figaro” der
Zuſatz=
miete XII (— Miete K des Bühnenvolksbundes) zugeteilt. Heute
be=
ginnt der Vorverkauf für die erſte Wiederholung des „
Zigeuner=
baron” am Freitag, den 8. Mai.
— Kammerſänger Karl Jörn veranſtaltet am Mittwoch, den 4. Mai,
abends um 8 Uhr in der Johanneskirche ein Kirchenkonzert zum
Beſten des Paul Gerhardt=Hauſes. Der Organiſt der Kirche, Lehrer
Niebergall, hat die Begleitung übernommen und wird außerdem einen
Satz aus einer Orgelſonate von Joſef Renner jun. ſpielen.! Der
Kirchenchor der Johannesgemeinde bringt unter Leitung ſeines
Diri=
genten, Kammermuſiker Adam, drei Chöre zum Vortrag. Um des guten
Zweckes wie um des zu erwartenden Kunſtgenuſſes willen iſt der
Ver=
anſtaltung ein guter Beſuch zu wünſchen. Karten zu 1 Mk. (Schiff) und
2 Mk. (Empore) ſind bei Konzert=Arnold, Wilhelminenſtr. 9, m der
Papierhandlung Guſtav Paul und beim Kirchendiener zu haben. Für
Arbeitsloſe werden gegen Vorzeigung ihrer Stempelkarte bei Guſtav
Paul Freikarten ausgegeben.
— Heſſiſche Verwaltungsakademie, Abteilung Darmſtadt. Auf den
am Donnerstag, den 5. Mai, abends 8.15 Uhr, im Hörſaal 330 der
Tech=
niſchen Hochſchule ſtattfindenden Vortrag des Wirkl. Geh.
Oberregie=
rungsrats Dr. von Schoencbeck, Miniſterialdirektor z. D. aus
Berlin, über „Deutſche Zoll= und Handelspolitik”, ſei
auch an dieſer Stelle nochmals beſonders hingewieſen.
Miniſterial=
direktor Dr. von Schoenebeck iſt, da er ſeit einigen Jahrzehnten an den
Abſchlüſſen der Deutſchen Handelsverträge und Zolltarife maßgeblich
beteiligt geweſen iſt, ein hervorragender Kenner dieſes bedeutſamen
Ge=
bietes unſerer Gegenwartspolitik. Karten zu 1,50 RM. ſind in der
Buchhandlung Schroth in der Rheinſtraße erhältlich. (Siehe Anzeige.)
— Freiflüge. Außer den bereits auf dem Flugplatz bekannt gegebenen
Freiflügen entfallen noch auf folgende Losnummern der
Krüppelheimbau=
lotterie Freiſtreckenfſüige nach Mannheim oder Frankfurt a. M., je nach
Wahl, Nr. 311 105, 322 352, 362 013, 385 241. Die glücklichen Beſitzer
dieſer Loſe werden gebeten, ſich auf der Geſchäftsſtelle der Heſſenflieger,
Ludwigsplatz 6, unter Vorzeigung des Loſes zu melden.
— 15. Elektromophonkonzert. Das Muſikhaus Chriſtian Arnold
am Weißen Turm wird am Donnerstag, den 5. Mai, in der Aula des
Realgymuaſiums, abends 8 Uhr, neue Schallplatten vorführen. Bei
freiem Eintritt wird jedermann Gelegenheit gegeben, ſich über den
neueſten Stand der Phonomuſik zu orienticren, zumal das vorgeſehene
Programm ſelbſt verwvöhnteſtem Geſchmacke Rechnung trägt.
— Männervereinigung der Petrusgemeinde. Die nächſte
Monats=
verſammlung findet am Mittwoch, den 4. Mai, abends 8½ Uhr, ſtatt.
Sie wird inſofern ein eigenartiges Gepräge erhalten, als ſie,
entſpre=
chend der Maiſtimmung, welche die Menſchenherzen empfänglicher macht
für alles Schöne im Leben, Darbietungen aus der deutſchen Dichtung
durch den Vortrager Herrn Walter Lehmann bringen ſoll. Der
Vortrager iſt durch ſein Auftreten im Deutſchen Sprachverein und beim
letztem Oſtdeutſchen Abend vorteilhaft bekannt geworden, ſo daß eine
ge=
diegene, künſtleriſche Wiedergabe der Dichtungen erwartet werden darf.
Erläuternde Worte, dazu wird der Vorſitzende, Herr Oberreallehrer
Frank, beifügen. Auch über die zu gründende Sterbekaſſe ſollen wichtige
Mitteilungen gemacht werden. Gäſte, auch Damen, ſind willkommen.
— Die Ausſtellung Schrift und Handwerk im Gewerbemuſeum wird
am Donnerstag, den 5. Mai, für einige Tage geſchloſſen. Ein kleinerer
Teil geht dann zu der Internationalen graphiſchen Ausſtellung nach
Leipzig, wo für Profeſſor Koch ein Ehrenraum bereitgeſtellt iſt. Im
Lichthof und in dem großen Vorderraum rechts veranſtaltet das
Ge=
werbemuſeum zunächſt eine Ausſtellung, die von dem
Reichskunſt=
wart zuſammengeſtellt iſt und die künſtleriſche Formgebung
des Reichs behandelt. Anfang Juni wird dann die Ausſtellung
„Schrift und Handwerk” durch eine neue Abteilung erweitert,
die dem Schreibuntericht auf der Schule gewidmet iſt. In
der veränderten Form bleibt die Ausſtellung bis zum Hochſommer in
Darmſtadt.
— Orpheum. „Die geſchiedene Frau”, Leo Falls
her=
vorragende Operette „Die geſchiedene Frau”, die am Sonntag mit größtem
Beifall aufgenommen wurde, wird kommenden Samstag, 7., und
Sonntag, 8. Mai, wiederholt. Der Kartenverkauf beginnt
ſihon heute bei Hugo de Waal, Rheinſtraße 14, und im Verkehrsbüro.
Feierliche Ueberreichung
der Geſellenbrieſe.
In dem feſtlich geſchmückten Saale des Städtiſchen Saalbaus fand
am Freitag, den 29. April, die Ueberreichung der Geſellenbriefe an die
Junggeſellinnen und Junggeſellen des Darmſtädter Handwerks und der
Induſtrie ſtatt. An zirka 320 Prüflingen, die im Frühjahr ausgelernt
hatten, mit einer Lehrzeit von 3 und teilweiſe 4 Jahren, konnte der
Ge=
ſellenbrief verteilt werden.
Unter den feierlichen Klängen der Tell=Ouvertüre des Städt.
Or=
cheſters, unter Leitung ſeines neuen Dirigenten Zöllner, wurde die Feier
eingeleitet. Fräulein Kätha Kämmerer trug einen tiefempfundenen, von
Frau Auguſte Kraus verfaßten Prolog vor. Nach einem weiteren
Muſikſtück aus Tannhäuſer entbot der 1. Vorſitzende, Herr Malermeiſter
Georg Kraus, ein herzliches Willkommen und begrüßte insbeſondere
alle Ehrengäſte, Meiſter und Prüfungsgeſellen, beſonders galt ſein
Gruß den jungen Geſellinnen und Geſellen. Mit Bezug auf den Prolog
Die Jugend:
Der Fuihling iſt da, ſo ruft man voll Freude,
Die Knoſpen entſpringen und ſchön wird die Welt,
Die Sonne lacht heiter, ach, ſeht nur ſchon heute,
Sie leuchtet, daß euch wert, der Tag hier erhellt.
Ihr ſeid wie der Frühling, der grad im Entſpringen
Und Sonne braucht und auch Regen und Nacht,
Sollt ſtreben nach oben und ſcherzen und fingen,
So hat man ſich Jugend und Frühling gedacht.
Wenn nach oben ihr ſtrebt und Höhe erreicht,
Dann füllt ihr den Platz aus, auf den ihr geſtellt,
Mit Wonne und Sonne nun feſte gezeigt,
Daß ihr nun geworden, was verlanget die Welt.
Haltet euch aufrecht, den Kopf in die Höh”’,
Jed Handwerk hat goldenen Boden.
Schafft, daß man Fortſchritt im Leben ſeh”,
Dann ſeid ihr ſicher zu loben.
Und will es auch manchmal nicht gleich recht geh’n,
Verzagt nicht, greift’s kräftig nur an,
Hinterm Können muß auch das Wollen ſteh’n,
Dann geht es im Leben bergan.
Wir wünſchen euch heute ein herzlich „Glückauſ”,
Eine Stufe iſt gut überwunden,
Und weiter führe der Weg euch bergauf.
Bis ihr das Ziel habt gefunden!
ſprach er zu den jungen Handwerkern manch prächtiges Wort, und ſeine
Mahnungen zuſammeufaſſend, ſchloß er mit einem Hoch auf das deutſche
Vaterland. Stehend wurde darauf eine Strophe des Deutſchlandliedes
geſungen.
Anſchließend überbrachten Glüchvünſche Herr Direktor
Schütt=
ler von der Handwerkskammer. Auch er ermahnte die Jugend, ſich
ſtets einzuſtellen, für Qualitätsarbeit. Nur eine unermüfdliche
Weiter=
bildung könnte den jungen Handwerker ſoweit bringen, daß er als
wich=
tiges Glied des deutſchen Staates mitarbeiten könne.
Herr Stadtſchulrat Löſch drach für das Stadtſchulamt und
zu=
gleich für den Oberbürgermeiſter der Stadt Darmſhadt. Schule und
Werkſtatt müſſen wie ſeither Hand in Hand gehen. Herr Direktor May
überbrachte ein herzliches „Glückauf”, der Induſtriellenvereinigung.
Herr Malermeiſter Werner dankte im Namen des
Ortsgewerbe=
vereins dem unermüdlichen Vorſitzenden Herrn Kraus und all ſeinen
Helfern im Prüfungsausſchuß.
Herr Oberingenieur Göbel richtete als Vertreter des
Geſellen=
prüfungsausſchuſſes herzliche Worte der Mahnung an die Jugend. Die
Induſtrie brachte in dieſem Jahre nur 45 Lehrlinge zur Prüfung, weil,
wie oben ſchon geſagt, die Hauptgruppe mit 3½jähriger Lehrzeit erſt
im Herbſt ihren Ehrentag begeht. Unter dieſen 45 Prüflingen
beſtan=
den 6 mit „ſehr gut” 22 mit „gut” 17 mit „beſtanden‟. Den 6 mit
„ſehr gut” Ausgezeichneten wurde darauf von dem Redner ein
öffent=
liches Lob ausgeſprochen, Herr Direktor May wird ihnen noch eine
Geldſpende überreichen.
Für die Bäckerinnung ſprach Herr Obermeiſter Finger zwei
be=
ſonders hervorragenden Prüflingen Lob aus und überreichte ihnen im
Namen der Innung ein kleines Geſchenk als Anerkennung.
Alle dieſe Auszeichnungen wurden von der Feſtverſammlung mit
lebhaftem Beifall begrüßt. Eine ganz beſonders freudige Ueberraſchung
wurde zwei jungen Glasſchleifern bereitet, denen Herr Kraus im
Auſ=
trag ihrer Meiſter je eine ſchöne Taſchenuhr übergab. Der
ſtellvertre=
tende Prüfungsmeiſter der Glaſerinnung überreichte einem Prüfling,
der unter 9 mit „ſehr gut” beſtand, ein praktiſches Andenken. Herr
Kraus betonte noch, daß man nur einige Gruppen bei der Prämiierung
herausgreifen konnte, damit ſolle nicht geſagt ſein, daß bei den anderen
Gruppen weniger gearbeitet würde.
Und nun erfolgte die
Ueberreichung der Geſellenbriefe.
Während, wie ſchon erwähnt, die Hauptgruppe der Prüflinge erſt
im Herbſt erſcheinen wird, habeit fetzt im Frühjahr rund 320
Jung=
geſellen und Junggeſellinnen die Prüfung beſtanden. Davon entfallen
rund 45 auf die Induſtrie, 15 auf die Putzmacherinnen, 64 auf die
Damenſchneiderinnen, rund 50 auf die Maler, Weißbinder und Lackierer,
30 auf die Bäcker und 22 auf die Metzger. Dje übrigen verteilen ſich
auf die verſchiedenen kleineren Gruppen der einzelnen Handwerkszweige.
Die flotten Klänge des Städt. Orcheſters ſchloſſen die würdige Feier.
In dem Gartenſaal fand zu gleicher Zeit eine Ausſtellung der
ge=
fertigten Geſellenſtücke und Arbeitsproben ſtatt. Am ſtärkſtem vertreten
war hier das Damenſchneidergewerbe, Weißnäherinnen und
Putzmache=
rinnen. Ferner die Induſtrie mit ihrer Frühjahrsgruppe und die beiden
Eiſenbahnwerkſtätten. Hervorragende Leiſtungen waren in jedem
ein=
zelnen Gewerbe vertreten. Hauptſächlich in den Mitragsſtunden war
der Beſuch ſo ſtark, daß man faſt nicht durchkam.
— Geſchäftsjubiläum. Die Firma Friedrich Tillmann
Par=
fümeriehandlung hier, Eliſabethenſtraße 21, kann am heutigen Tag auf
ihr 25jähriges Beſtehen zurückblicken. Aus kleinen Anfängen
hervorgegaugen, hat es Herr Tillmann unter tatkräftiger Hilfe ſeiner
Chefrau verſtanden, durch aufmerkſame und fachmänniſche Bedienung ſich
im Laufe der Jahre einen großen Kundenkreis zu erwerben und ſein
Geſchäft immev mehr zu erweitern.
— Evangeliſche Männervereinigung der Petrusgemeinde. Die
nächſte Monatsverſammlung findet am Mittwoch, den 4. Mai,
abends 8½ Uhr ſtatt. Damit verbunden iſt ein Rezitationsabend
mit Einführung in die Geſchielnte der deutſchen Poeſie. Rezitator: Herr
Lehmann. Vertregender: Herr Oberreallehrer Frank. Gäſte, ſowie
Mitglieder des Frauenvereins und der Jugendvereinigungen ſind
herz=
lichſt willkommen.
Lokale Veranſialtungen.
Die biermnter ericheinenden Notizen ſind ansſchließlich als Hinweiſe auf Anzelgen zu beirachtm.
in keinem Falle irgendwie alt Veſprechung oder Kritik.
— Deutſcher Offizierbund. Donnerstag, den 5. Mai,
8 Uhr abends, im Kafino des Leibgarde=Regiments Herrenabend (
mili=
tärwiſſenſchaftlicher Vortrag eines Berliner Kameraden, der des
Vor=
trags willen auf unſere Einladung hin hierher kommt) und ſpäteres
Zu=
ſammenbleiben. Beiträge können entrichtet werden.
— 118er Achtung! Alle ehemalige Angehövige des „Gelben
Regiments” werden nochmals zur Wiederſehensfeier mit Verbandstag
auf Sonntag, den 8. Mai, an die ſchöne, blühende Bergſtraße nach
Auer=
bach (Hotel Weigold) eingeladen. Viele Kameraden haben ihr Erſcheinen
bereits zugeſagt. Alſo alle ehemalige Angehörige des J.=N. 118, R.=J.=
R. 118 und L.=J.=R. 118 erſcheint in Auerbach in Maſſen. (Näheres
ſiehe Anzeige.)
Flugzeug mit Anhänger
iſt die neueſte Erſcheinung auf dem Gebiete des Luftfahrtweſens, deſſem
techniſche oder wirtſchaftliche Auswertung einſtweilen noch nicht
abzu=
ſehen iſt. Es ſind wenige Wochen her, als die überraſchende Kunde von
einem Wagnis durch die Preſſe ging, das zunächſt mehr für die Kühnheit
eines Rhönſegelfliegers ſprach, als von der Möglichkeit zu zeugen, dieſes
Wagnis zu wiederholen. Es war der Rhönſegelflieger Eſpenlaub,
der die Kühnheit beſaß (manche nannten es bodenloſen Leichtſinn),
ſeinen motorloſen Segelflieger an ein normales Flugzeug anzuhängen,
ſich ſo in die Luft heben zu laſſen, dann das Haltekabel zu kappen und
allein im Gleitfluge weiterzuſegeln, bzw. zu landen. Nachdem
Eſpen=
laub dieſes Wagnis über Erwarten gut gelungen, haben verſchiedene
Segelflieger das wiederholt, und heute ſchon ſind wir ſo weit, daß die
motorloſen Segelflieger im Anhang eines Flugzeuges weite
Ueberland=
fhüige unternehmen.
Geſtern hatten wir Gelegenheit, das intereſſante Schauſpiel auf dem
Flugplatz Darmſtadt zu beobachten. Gegen 1 Uhr wurde ein
Doppel=
decker geſichtet, der etwa 120 Meter hinter ſich ein wenig höher wie er
einen kleinen hellglänzenden libellenartigen Flieger herzog. Es war der
Darmſtädter Flieger Benz, und ſein Paraſit war der bekannte Pilot
Raab. Beide kamen von Stuttgart. Sie hatten dort Schauflüge
unter=
nommen, die ſo gut gelungen waren, daß ſie ſich entſchloſſen, über
Platz=
umkreiſung hinaus einen Ueberlandflug zu wagen. Auch dieſer
Ueber=
landflug iſt trotz zweier Zwiſchenfälle, die zu Notlandungen zwangen,
glänzend gelungen. Die erſte Notlandung wurde erzwvungen, als
plötz=
lich der angehängte Segle; ſteil über der Flugmaſchine flog, was zum
Löſen des Kabels zwang. Beide Flieger gingen glatt und unbeſchädigt
nieder und konnten nach Beſchaffung eines neuen Kabels ihren Flug
fortſetzen. Auf dem Griesheimer Exerzierplatz erfolgte aus ähnlichen
Grunde eine abermalige Notlandung. Es gelang den Fliegern, ihre
Apparate von den Franzoſen frei zu bekommen, und ſie trafen gegen
1 Uhr wvohlbehalten über dem Darmſtädter Flugplatz ein. Da zur
Landung der beiden das Kabel wiederum gekappt werden mußte und
verloren ging, mußte bier ein neues Drahtſeil beſchafft werden, und
gegen 4 Uhr ſtiegen die beiden Piloten vom Flugplatz Darmſtadt auf,
um nach Kaſſel zu fliegen. Durch eine ſinnreiche Einrichtung wird der
Segelflieger, ein von Herrn Raav ſelbſterbauter Eindecker, der in ſeinen
Ausmaßen und ſeiner Leichtigkeit wie ein Svielzeug anmutet, mit der
Flugmaſchine durch ein 120 Meter langes dünnes Drahtſeil gekuppelt,
und zwar derart, daß ſowohl der Führer der Flugmaſchine als auch der
motorloſe Segler durch einen Handgriff ſich von dem Kabel löſen können.
Es war intereſſant, zu ſehen, wie leicht und ſchnell ſich der leichte kleine
Segler vom Erdboden erhob und im Schlepptau der Maſchine gezogen
wurde, bis auch dieſes frei kam, und beide ſich ſtetig ſteigend in die
Höhe ſchraubten. In weitem Bogen umkreiſten ſie den Flugplatz und
ſchlugen die Richtung nach Kaſſel ein, wo ſie nach zweiſtündiger
Flug=
zeit zu landen gedachten. Eine größere Anzahl Zuſchauer woynten dem
intereſſanten Schauſpiel bei. Gleichzeitig und kurz nach dem Abflug
ſtarteten auch einige Maſchinen, die vom vorgeſtrigen Flugtag noch im
Darmſtadt waren, ſo daß auch geſtern Hochbetrieb auf dem Darmſtädter
Flugplatz herrſchte.
Zu unſerem geſtrigen Bericht über den Großflugtag werden wir
erſucht, berichtigend mitzuteilen, daß die Dietrichmaſchine D. 572 von
Herrn H. Kalbflciſch=Gelnhauſen geſteuert wurde, da für Herrn
Bauer die Zulaſſung von der Verſicherung nicht rechtzeitig
ein=
getroffen war.
St.
Vorzugstente und Elternrente.
Die Kriegeykameradſchaft Haſſia, Darmſtadt, Ahaſtraße 5, teilt uns
folgendes mit: Das Reichsverſorgungsgericht hat neuerdings in einer
bisher zweifelhaften Frage dahin grundſätzlich entſchieden, daß bei der
Berechnung der Einkommensgrenze für die nach dem
Reichsverſorgungs=
geſetz zu gewährende Kriegselternrente die nach § 18 des Anleihe=
Ab=
löſungs=Geſetzes gewährte Vorzugsrente voll anzurechnen iſt. Die
Veteranenbeihilfe dagegen, die bisher vielfach als Einkommen
angerech=
net wurde, iſt hinfort nicht anzureihnen.
Der Verband der Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinterbliebenen des
Deutſchen Reichskriegerbundes „Kyffhäuſer” ſchreibt uns hierzu:
Wenn es auch erfreulich iſt, daß der den bedürftigen Veteranen
aus den Einigungskriegen gewährte Ehrenſold die Gewährung der
Elternrente nun nicht mehr derhindern kann, ſo hätte man doch vom
Reichsarbeitsminiſter erwarten ſollen, daß er durch einen Erlaß das
Gleiche auch für diejenigen bedürftigen alten Kriegereltern verfügt hätte,
die ihre Erſparniſſe während des Krieges in Kriegsanleihe angelegt, dieſe
durch die Inflation verloxen haben und nunmehr ſich mit der geringen
Vorzugsrente begnügen müſſen. Eine ſolche Beſtimmung wäre
umſo=
mehr am Platze geweſen, als nach dem Anleihe=Ablöſungs=Geſetz die
Verſorgungsgebührniſſe bei der Bewilligung von Vorzugsrente nicht
angerechnet werden. Warum wendet man den im Anleihe=Ablöſungs=
Geſetz zutage getretenen ſozialen Geiſt nicht rückläufig auch beim
Reichs=
verſorgungsgeſetz an?
Wie der Verband der Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinterbliebenen
des Deutſchen Reichskriegerbundes „Kyffhäuſer” mitteilt, hat der
Reichs=
arbeitsminiſter in einem Erlaß vom 22. April 1927 beſtimmt, daß
die=
jenigen ehemaligen Kapitulanten, die den früher gegen eine
Geldab=
findung von 3000 Mk. abgegebenen Zivilverſorgungsſchein nach
An=
ſtellung im Zivildienſt zurückkaufen müſſen, anſtelle der nicht
aufge=
werteten einmaligen Geldabfindung einen Betrag von 1000 RM. zu
zahlen haben. Entgegenſtehende Beſtimmungen werden damit
auf=
gehoben.
— „Heißes Waſſer überall” iſt eine Forderung ſowohl der
neuzeit=
ſichen Wohnungspflege wie auch der Körperkultur. In jeder Wohnung,
in jedem Haushalt, iſt vom frühen Morgen bis zum ſpäten Abend
dauernd Bedarf an heißem Waſſer, das ſeither und in früheren Zeiten
nur durch umſtändliche und lange Vorbereitungen gewonnen werden
konnte. Damit jedoch hat das Gas, das ſich ja überhaupt in den letzten
Jahren zu einem unentbehrlichen Freund und Helfer in jeder Wohnung
und in jedem Haushalt entwickelt hat, gründlich aufgeräumt und gibt
uns heute die Möglichkeit, zu jeder Tages= und Nachtzeit an jeder
belie=
bigen Stelle der Wohnung heitzes Waſſer zu entnehmen und zu den
ver=
ſchiedenartigſten Zwecken, wie zur Reinigung, zur Bereitung heißer
Getränke, zum Waſchen, zum Baden uſw., zu entnehmen. Dieſe ſtete
Betriebsbereitſchaft, die ſelbſtverſtändlich außerordentliche
Annehmlich=
keiten mit ſich bringt, koſtet an und für ſich keinen Pfennig, denn nur,
ſo lange heißes Waſſer entnommen wird, findet ein Gasverbrauch in
den Apparaten ſtatt. Ueber dieſe Einrichtungen und Apparate
ins=
beſondere auch über nenzeitliche gasbeheizte Badeöfen findet heute
Dienstag, abends 8 Uhr, im großen Saal des Reſtaurants Bürgerhof
(Eliſabethenſtraße 2) ein Vortrag mit Lichtbildern bei freiem
Eintritt ſtatt. Alle Einwohner werden auf dieſen Vortrag hiermit
be=
ſonders hingewieſen und zum Beſuch eingeladen. In dem Vortrag
werden eingehende Erläuterungen über die neuzeitlichen
Heißwaſſer=
apparate und Badeöfen gegeben; auch werden die Apparate in Betrieß
vorgefühit. Angeſichts der Bedeutung dieſer Heißwvaſſerapparate ſür die
moderne Wohnungskultur und die Geſundheitspflege und Körperkultur
iſt dieſen Vorträgen ſtärkſter Beſuch zu wünſchen.
Tageskalender für Dienstag, den 3. Mai 1927.
Landestheater, Großes Haus, A 18, Anfang 71 Uhr, Ende
nach 9½ Uhr: „Scherz, Satire, Fronie und tiefere Bedeutung.”
Kleines Haus, ( 15 (Darmſtädter Volksbühne), Anfang 7½ Uhr,
Ende 10 Uhr: „König für einen Tag.” — Bürgerhof, abends
8 Uhr: Vortrag über die Verwendung von Gasbadeöfen und
Heiß=
waſſerapparaten. — Konzerte: Schloßkaffee, Café Rheingold,
Perkeo. — Kinovorſtellungen: Union=, Reſidenz=Theater,
Palaſt=Lichtſpiele.
Verſteigerungskalender für Mittwoch, den 4. Mai 1927.
Städt. Leihamt, Kirchſtraße 9, vorm. 8.30 Uhr: Verſteigerung.
Verſteigerungslokal Hügelſtr. 27, nachm. 2 Uhr:
Ver=
ſteigerung von 1 Ladentiſch, 2 Schreibmaſchinen und 2 Oelbildern.
Heltt uneneicht!
ℳein drtikel des töglichen Gebrauchs ist so oft vergeblich
nochzuchmen versucht worden wie Versil.
V2604
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Nummer 122
Tagung des
Landes=
verbandes Heſſen des Deutſchen
Altphilologen=Verbandes.
Dr. Hr. Im Zuſammenhang mit der Hauptverſammlung des
Heſſiſchen Philologenvereins, der Standesorganiſation der
heſſi=
ſchen Philologen, hielt der Landesverband Heſſen des Deutſchen
Altphilologen=Verbandes zu Offenbach a. M. ſeine
wiſſenſchaft=
lich=pädagogiſche Jahrestagung ab.
Wie auf der voraufgehenden Tagung in Gießen bildeten auch
diesmal lebenswichtige Fragen des humaniſtiſchen
Bildungs=
weſens, insbeſondere die Aufgaben der Förderung des
huma=
niſtiſchen Unterrichtes durch enge Verbindung mit der
philologi=
ſchen Wiſſenſchaft, den Hauptgegenſtand der Verhandlungen.
Das reiche Programm füllte die Tagung mit kurzer
Mittags=
pauſe von der Frühe bis in den ſpäten Nachmittag aus.
Die Reihe der Vorträge eröffnete der Vorſitzende,
Studien=
rat Dr. K. Liſtmann=Darmſtadt, mit dem Thema:
„Die Arbeit der humaniſtiſch=philologiſchen
Landes= und Reichsverbände‟. Der Redner gab auf
Brnnd ſeiner Mitarbeit an verantwortlichen Stellen ein
anſchau=
liches Bild von der vielſeitigen und fruchtbaren Arbeit, die in
dieſen Verbänden auf kulturellem, wiſſenſchaftlich=pädagogiſchem
und organiſatoriſchem Gebiete geleiſtet worden iſt. Eingehend
beſchäftigte ſich der Vortragende mit der gegenwärtigen Lage der
humaniſtiſchen Bildungsanſtalten Heſſens, ſtellte den keineswegs
ungünſtigen Stand der Frequenzziffern der heſſiſchen Gymnaſien
feſt, wies auf die Umſtände hin, die einem ſtärkeren Beſuch
teil=
weiſe noch entgegenſtehen, und erörterte die Möglichkeiten, die
hemmenden Faktoren mehr und mehr auszuſchalten. Im
Zu=
ſammenhang mit dieſen Ausführungen bezeichnete der Redner
die gegenwärtigen Verwendungsverhältniſſe der heſſiſchen
Alt=
philologen als nicht unbefriedigend und die Ausſichten des
alt=
philologiſchen Nachwuchſes in Heſſen als nicht ungünſtig.
Er=
freulich war auch das Bild, das von der regen Arbeit gegeben
werden konnte, die in Heſſen im abgelaufenen Jahre innerhalb
und außerhalb der eigentlichen Unterrichtstätigkeit im Intereſſe
der erzieheriſchen und kulturellen Auswirkung des antik=
huma=
niſtiſchen Bildungselements geleiſtet worden iſt durch Bearbeitung
von Fragen des Lehrplans und der didaktiſchen Methodik, durch
Interpretationsabende, Aufführungen in Schule und Theater,
durch Vorträge und wiſſenſchaftliche Veranſtaltungen. Von
be=
ſonders großem Intereſſe war der Bericht über die Berliner und
Leipziger Sitzungen des Altphilologen=Verbandes und des
Gym=
naſialvereins und ihre die Arbeit in den Verbänden
befruchten=
den Auswirkungen. Der Redner erörterte dabei insbeſondere
die Frage der Vor= und Fortbildung der Philologen und legte
Grundſätze für die Aufſtellung eines den inneren Bedürfniſſen
entſprechenden lateiniſch=griechiſchen Reichslehrplans dar.
Gegen=
über den kulturhiſtoriſchen Beſtrebungen der ſeitherigen
Schul=
reform iſt von dieſem neuen Lehrplan vor allem zu erwarten,
daß er durch eine klare Herausſtellung und Anerkennung des
Wertigen und Erzieheriſchen, der den klaſſiſchen Sprachen, den
hohen literariſchen Schöpfungen und großen Perſönlichkeiten der
Antike innewohnenden Eigenkräfte, die Geltung des
Gymna=
ſiums in ſeiner für die Gegenwart unentbehrlichen
Bildungsauf=
gabe dartne, und daß er in einer ausreichenden Stundenzahl die
unbedingt notwendige Vorausſetzung für eine gedeihliche
Bil=
dungs= und Erziehungsarbeit gebe.
Nach dieſem Vortrag fand der geſchäftliche Teil der Tagung
ſeine Erledigung. Der finanzielle Stand iſt, da der Verband mit
Unterſtützung ſeitens befreundeter Verbände und ohne beſondere
Unkoſten arbeiten konnte, günſtig. Dem Schatzmeiſter wurde
Entlaſtung erteilt. Der Vorſtand, dem Univerſitätsprofeſſor
Dr. Kalbfleiſch den Dank der Verſammlung ausſprach, wurde
einſtimmig wiedergewählt. Eine Ausſprache über das Verhältnis
des Landesverbandes Heſſen des Deutſchen Altphilologen=
Ver=
bandes zum Heſſiſchen Philologenverein, deſſen altphilologiſche
Fachgruppe in den letzten Jahren, wohl infolge der raſchen
Ent=
wicklung des Altphilologen=Verbandes, nicht mehr in Tätigkeit
getreten iſt, ſchloß mit der Annahme eines Antrags von
Univer=
ſitätsprofeſſor Dr. Kalbfleiſch: „Der Vorſtand des Heſſiſchen
Alt=
philologen=Verbandes wird gebeten, mit dem Vorſtand des
Heſſi=
ſchen Philologenvereins eine Verſtändigung über das Verhältnis
der beiden Organiſationen zu ſuchen.”
Der Reſt des Vormittags und der ganze Nachmittag waren
Vorträgen über wiſſenſchaftliche und pädagogiſche Gegenſtände
gewidmet.
Studienrat Dr. Ph. Krämer=Darmſtadt ſprach über:
„Frankreich und der lateiniſche Geiſt‟. Der
Vor=
trag, der an einem beſonders aufſchlußreichen Beiſpiel den
for=
menden Einfluß der Antike auf die Entſtehung und Entwicklung
eines neuzeitlichen Volkstums nachwies, enthielt das
bedeutungs=
volle Bekenntnis eines Neuphilologen zu den Bildungswegen
und Bildungszielen des Gymnaſiums und die unbedingte
Ab=
lehnung aller pädagogiſchen Beſtrebungen, die aus dem Glauben
entſpringen, als könne die moderne weſteuropäiſche Kultur aus
ſich heraus, ohne Zurückgehen auf die Antike, verſtanden werden.
Dr. Krämer ſtellte in großen geſchichtlichen Ueberblicken das
Weſen des franzöſiſchen Geiſtes als eines genie latin dar. Der
Wille zum Staat iſt neben der Sprache das größte Erbe, der
lateiniſche Ordnungswille die wichtigſte Kraft des genie latin.
Am Schluſſe ſeiner Ausführungen begründete der Redner genau,
weshalb im humaniſtiſchen Gymnaſium an neueren
Fremdſpra=
chen in erſter Linie das Franzöſiſche in Betracht kommt.
Die übrigen Vorträge beſchäftigten ſich mit Fragen des
alt=
ſprachlichen Unterrichts im engeren Sinne. Profeſſor Dr. J.
Köhm=Mainz behandelte das Thema: „Vom
Arbeits=
unterricht im Lateiniſchen und Griechiſchen‟ Der
Redner führte folgendes aus: Der Gedanke des
Arbeitsunter=
richtes iſt nicht neu. Goethe, Kant, Fichte bezeichneten die
Selbſt=
tätigkeit des Zöglings als Vorbedingung eines ſegensreichen
Unterrichts. Plato übt mäeutiſche Belehrung im Geiſte des
Sokrates. Der Lehrer der alten Sprachen wird das Gute und
Berechtigte der richtig verſtandenen Arbeitsſchule anerkennen
und verwerten, aber Einſeitigkeiten und Uebertreibungen des
zum Schlagwort erniedrigten Gedankens ablehnen. Beſonders
Ew. Bruhn, Ed. Lisco und W. Hartke haben die Theorie
ent=
wickelt; die von ihnen dargeſtellten Möglichkeiten muß man
prü=
fen und würdigen. — Beim Konſtruieren und Ueberſetzen, bei
Grammatik und Lektüre, beim Zuſammenfaſſen, Gliedera,
Kriti=
ſieren des Geleſenen kann ſelbſtändiges Denken eitwickelt
wer=
den. Die Frage des Schülers darf aber die Führ ing durch den
Lehrer, die Erreichung des Lehrzieles nicht derhi.dern. Durch
bloßes. Vorleſen kann man keine Lektüre bewältigen.
Arbeits=
teilung bei der häuslichen Vorbereitung ſetzt voraus, daß alle
eingeleſen ſind. Die Frage des Lehrers darf nicht unterſchätzt
werden. Ausnahmeerfolge beſonders begabter Schüler können
nicht Norm ſein. Studientage, Arbeitsgemeinſchaften,
Studien=
reiſen ſcheitern an der Geſoknappheit. Die Bemerkungen der
heſſiſchen Lehrpläne (5 1,9) ſind maßvoll und beherzigenswert.
Lernen und Ueben bleibt nötig; Hauptſache iſt das begeiſternde
Vorbild des geiſtig überlegenen Lehrers, der den Stoff
wiſſen=
ſchaftlich beherrſcht und anſchaulich geſtaltet.
Univerſitätsprofeſſor Dr. K. Kalbfleiſch=Gießen gab
in ſeinem Vortrag über: „Die Verwertung der Papyri
im Unterricht” wertvolle Anregungen, wie ein wichtiges
Stück antiken Lebens, das Buch= und Schriftweſen, den Schülern
anſchaulich gemacht werden kann. Es wurde am Beiſpiel des
Timotheosfragments gezeigt, wie ein griechiſches Buch vor der
entwickelten Buchkunſt ausſah, dann, wie man ſich ein gut
aus=
geſtattetes Buch in ptolemäiſcher und in römiſcher Zeit vorzu=
Dienstag, den 3. Mai 1923
ſtellen hat. Durch die vorzüglichen Modelle von Ibſcher iſt es
möglich gemacht, den Schülern das Prinzip der
Doppelausferti=
gung von Urkunden klarzumachen, ihnen zu zeigen, wie eine
Wachstafel mit Griffel ausgeſehen hat, und bei der Lektüre von
Ciceros Briefen das Modell eines Papyrusbriefes mit
zugehöri=
gem Schreibzeug als Anſchauungsmaterial zu verwenden. Der
Vortrag wurde ergänzt durch eine ſehr inſtruktive Ausſtellung
ausgewählter Originale (Janda=Papyri), die der Reoner
ein=
gehend erläuterte. In dankenswerter Weiſe erklärte Profeſſor
Kalbfleiſch ſeine Bereitwilligkeit, durch aufklärende
Lichtbilder=
vorträge im Lande die von ihm in ſeinem Vortrag
ausgeſpro=
chenen Gedanken weiteren Kreiſen nahezubringen.
Privatdozent Dr. A. Walter=Gießen ſprach über:
„Die Sprachwiſſenſchaft im Schulunterricht”, in
ſprachphiloſophiſcher Betrachtungsweiſe die folgenden
Leitgedan=
ken entwickelnd: Der Sprachunterricht in der Schule darf nie
vergeſſen, daß die Sprache nicht eine fertig daliegende Maſſe von
Worten und Formen darſtellt ſondern als etwas Lebendiges in
beſtändigem Wechſel begriffen iſt und daß ſie nichts
Geſchriebe=
nes ſondern etwas Geſprochenes iſt. Mit einer Fülle von
Bei=
ſpielen aus Lautlehre, Formenlehre und Syntax erläuterte der
Vortragende die Notwendigkeit der Durchdringung des
Sprach=
unterrichts auf der Schule mit dieſen Grundtatſachen der
Sprach=
wviſſenſchaft und gab ſehr beachtenswerte Anregungen für die
unterrichtliche Praxis.
Im Anſchluß hieran hielt der Direktor des Kaiſer=Friedrich=
Gymnaſiums, zu Frankfurt a. M. Dr. H. Weinſtock einen
Vortrag über das Thema: „Sprachliche Bildung im
alt=
ſprachlichen Unterricht” und führte aus: Der geſchichtliche
Vorzug der Altſprachler iſt ihre Wiſſenſchaftlichkeit, die Gefahr
dieſer Tugend der Philologismus, d. h. die Neigung, in der
Uebertragung der Wiſſenſchaft auf die Schule die Löſung der
pädagogiſchen Aufgaben zu ſehen. Vielfach fehlt auch heute noch
die grundſätzliche Beſinnung auf letzte Bildungswerte, an denen
die Einzelfragen des Unterrichts zu meſſen ſind. Sprachliche
Bildung erſchöpft ſich nicht im Lernen der Sprache, ſondern ſieht
in der Sprache die unmitelbarſte Selbſtdarſtellung des Geiſtes,
wie eines Einzelnen und eines Volkes, ſo des Menſchengeiſtes
überhaupt. Aus dieſer grundſätzlichen Einſtellung zog der Redner
die praktiſchen Folgerungen für den lateiniſchen und griechiſchen
Sprachunterricht. Auszugehen iſt von der Mutterſprache, an ihr
ſind die ſprachlichen Kategorien zu veranſchaulichen. Durch den
Vergleich mit der Fremdſprache wird der eigene Beſitz
bewußt=
gemacht. Nach dem Grundſatz, daß das Ganze vor den Teilen
iſt, muß immer vom Satze ausgegangen werden. Hiſtoriſche
Grammatik darf nicht um ihrer ſelbſt willen getrieben werden,
ſondern nur als Mittel zum Zweck der Erfüllung des Sinnes
der ſprachlichen Bildung. Alles Schematiſche und jede äußerliche
Regel tötet die Bildungskeime. Für das Ueberſetzen aus der
Fremdſprache gibt es keine Wundermethode; es handelt ſich letzten
Endes darum, intnitiv in einen geiſtigen Zuſammenhang
ein=
zudringen. Das Endziel der ſprachlichen Bildung iſt das
Ver=
ſtehen fremden und das Geſtalten eigenen Geiſtes. Hieraus
er=
gibt ſich einerſeits der pädagogiſche Sondervorzug der — uns
fremderen — alten Sprachen, andererſeits die Bedeutung des
Sprachmuſters, d. h. des klaſſiſchen Literaturdenkmals als des
Kernes jeden höheren Sprach=, d. h. humaniſtiſchen Unterrichts.
Ein Vortrag von Profeſſor Dr. W. Heraeus=
Offen=
dach a. M. über „Die Ausſprache des Lateiniſchen
in der Schule” wurde wegen Verhinderung des Redners auf
eine künftige Tagung verſchoben.
In ſeinem Schlußwort faßte der Vorſitzende die wertvollen
Anregungen zu kritiſcher Selbſtbeſinnung noch einmal zuſammen,
die ſich aus den Vorträgen ergaben. Er betonte namentlich, daß
in den Worten der Redner immer wieder ein Bekenntnis zu den
formenden und bildenden Kräften der klaſſiſchen Sprachen, des
kulturellen und ſtaatlichen Lebens der Antike zum Ausdruck kam,
und ſtellte feſt, daß die Ausführungen der Redner hierin und in
anderen wichtigen grundſätzlichen Dingen geeignet ſeien, über
den jetzigen Stand der Lehrplanfrage fördernd hinauszuführen.
Er ſchloß die gut beſuchte Verſammlung mit Wünſchen für die
Arbeit an den erneut bevorſtehenden ernſten Aufgaben.
Aufbewahren!
Ausſchneiden! * Steuerkalender
für die Zeit vom 1. bis 15. Mai 1927.
5. Mai: Ablauf der Schonfriſt für die erſte Vorauszahlung (ſtaatliches
Ziel) auf die Grundſteuer, Gewerbeſteuer und
Sondergebäudeſteuer, für das Rechnungsjahr 1927.
— Vergl. die „Anmerkung” am Ende des Steuerkalenders
für die zweite Aprilhälfte in Nr. 105 des Tagblatts über das
heſſiſche Stzeuervorauszahlungsgeſetz für das Rechnungsjahr 1927.
5. Maj: Abführung der Lohnſteuer für die in der Zeit vom 16.
bis 30. April 1927 erfolgten Lohnzahlungen. (Keine
Schon=
friſt.) — Nächſte Abführung von Lohnſteuer erſt am 20. Mai.
5. Maj: Abgabe der Beſcheinigung an die Finanzkaſſe,
daß die Summe der im April 1927 abgeführten
Steuerabzugs=
beträge mit der Summe der im April einbehaltenen
Steuer=
beträge übereinſtimmt. (Keine Schonfriſt.)
10. Mai: Zahlung der Börſenumſatzſteuer, ſoweit dieſe im
Ab=
rechnungsverfahren entrichtet wird. (Keine
Schon=
friſt.)
15. Mai: Vorauszahlung auf die Vermögenſteuer 1927, zweite
Rate. (Keine Schonfriſt.)
15. Mai: Einkommenſteuer=Vorauszahlung der Landwirte.
(Keine Schonfriſt.)
H. W. Wohmann.
Landesbibliothek.
Neue Erwerbungen
vom 2. Mai 1927 an auf 14 Tage im Leſeſaal zur Anſicht
aufgeſtellt: Abhandlungen des wirtſchafts=
wiſſen=
ſchaftl. Seminars zu Jena. 17. Jena 1926/27. Dovifat, der
amerikaniſche Journalismus. Berlin u. Leipzig. 1927.
Feul=
ner, die deutſche Plaſtik des 16. Jahrhunderts. München 1926.
Feulner. Die deutſche Plaſtik des 17. Jahrhundert. München
1926. Forſchungsberichte, Wiſſenſchaftliche.
Naturwiſſen=
ſchaftliche Reihe. 6. Lieſegang, Kolloidchemie. 7. Gerlach, Materie,
Elektrizität, Energie. Dresden u. Leipzig 1926. Hirſchfeld,
Geſchlechtskunde 1. Stuttgart 1926. Mayſer Grammatik der
griechiſchen Papyri aus der Ptolemäerzeit II, 1. Berlin und
Leipzig 1926. Selchow. Unſere geiſtigen Ahnen. Berlin und
Leipzig 1927. Studien zur Erläuterung des bürgerlichen
Rechts. 40. Wurzer, Nichturteil und nichtiges Urteil.
Wein=
reich, Die Diſtichen des Catull. Tübingen 1926.
Zeitſchriften: Archiv für Dermatologie und
Syphi=
lis. 152. Berlin 1926. Jahrbuch, Geographiſches. 41, 1926.
Gotha 1926. Jahrbuch, Philoſophiſches. 39. Fulda 1926.
Jahrbücher für Nationalökonomie u. Statiſtik. 125. 3. Folge
70. Jena 1926. Journal für die reine und angewandte
Ma=
thematik. 154. 155. Berlin und Leipzig 1925—1926. Magazin
der Wirtſchaft. 2. 1926 II. Berlin. Friedr. Mann’s Pädagogiſches
Magazin. 1101—1114. Langenfalza 1926—1927. Mannus
Ergänzungsband 105. Würzburg 1910—1911. Leipzig. 1923—1927.
Mitteilungen für die Freunde des Quäkertums in
Deutſch=
land. 1—3. 1924—1926. Berlin. Natur. 17. 1926. Leipzig.
Die Neumark. 1—3. Landsberg a. W. 1924—26. Volksbildung,
Freie. 1. 1926. Frankfurt a. M.
(Vom 16. Mai an verleihbar. Vormerkungen werden im
Leſeſaale entgegengenommen.)
zum Starkwerden
Bei Korpulenz oder Veranlagung rate wir allen
Leſern und Leſerinnen, deren Wunſch es iſt, übermäßigen Anſatz zu
beſe tigen oder einen ſolchen vorzubeugen, 30 Gram n=Toluba=Kerne zu
kaufen, die fettzerſetzend und anſatzverhindernd wirken. Garantie für
Verwendung nur vollwertiger, aber für Her; ete nicht ſchädlicher
Ingredienzien von ho em Wirkungswert. Sie erhalten die echten
Toluba=Kerne mit ärztlichen Urteilen, desgl. mit Aufklärung über
An=
wendung und Zuſammenſetzung in den Apotheken
(TV.610
* Im Ausflugsſonderzug nach Miltenberg
und Amorbach.
Wohl hatte das wenig günſtige Wetter ſcheinbar Viele abgehalten.
die ſchöne Fahrt, zu der die Reichsbahndirektion Mainz wiederum
bil=
lige Gelegenheit gab, mitzumachen. Die Ueberängftlichen haben wohl
recht behalten, denn das Wetter war tatſächlich ſchlecht. Die es aber
trotzdem wagten, kamen auch von dieſem Ausflug in eine der ſchönſten
Gegenden des baheriſchen Odenwaldes hochbefriedigt und in beſter
Stim=
mung zurück. Es gab außerordentlich viel des Schönen und
Sebens=
werten und wenn auch der immer wieder einſetzende leichte Regen ſtörte
und die Ausſicht durch den Nebeldunſt beſchränkt wurde, ließen lichte
Sonnenblicke doch außerordentlich viel Schönes ſehen.
Es war den Teilnehmern an der Geſellſchaftsfahrt Gelegenheit
ge=
geben, die Fahrt in Klein=Heubach zu unterbrechen, ſich dort mit der
Fähre überſetzen zu laſſen und zu Fuß weiterzuwandern. Eine größere
Anzahl der Paſſagiere machte von dieſer Gelegenheit Gebrauch. Der
Zug ſelbſt traf gegen 10 Uhr in Miltenberg ein. Von hier aus konnten
die Teilnehmer einmal dieſes ſchöne Städtchen ſelbſt kennen lernen,
zum andern aber auch Spaziergänge in die herrliche Umgebung
unter=
nehmen. Führer ſtanden bereit, die die Sehenswürdigkeiten zeigten,
Um 2.15 Uhr wurde die Fahrt nach Amorbach fortgeſetzt. Eine Anzahl
Fahrtteilnehmer zog es vor, den kurzen Weg zu Fuß zurückzulegen.
Auf jeden Fall kamen alle, die bis Amorbach gelangten, dort ſo
aus=
giebig auf ihre Rechnung, daß der Tag an ſchönen Eindrüchen ſehr reich
wurde. Es wurden vor allem beſichtigt unter ſachverſtändiger
Füh=
rung: Die ehemalige Abtei, gewaltiger Monumentalbau mit dem
be=
rühmten Bibliotheksbau, die ſog. Abteikirche mit der berühmten Orgel,
das fürſtlich Leiningenſche Schloß, früher Sitz des Mainziſchen
Oberamt=
mannes, die Schloßmühle mit dem reizvollen, efeuumrankten
Treppen=
giebel, der Seegarten, fürſtlich Leiningenſcher Park, die Fachwerkhäuſer
in der Pfarrgaſſe, das Templerhaus, die katholiſche Stadtkirche, ein
mächtiger Bundſandſteinbau mit ſehenswerten Deckengemälden, das
Amtsgericht, ehemals Mainziſches Amtshaus, der Marktplatz mit
Rat=
haus, die Gotthardsruine, ehemalige Kloſterkirche auf
waldum=
gebener Höhe, die Kapelle Amorsbrunn, älteſte chriſtliche Niederlaſſung
im Odenwald.
Von beſonderem Intereſſe war der Ausflug zur Gotthardsruine.
Hier hatten fürſorgliche und fromme Hände den Altar ſchön geſchmückt
ued liebenswürdige Führer erzählten aus der Hiſtorie dieſer
wunder=
voll in der Landſchaft liegenden Ruine und machten auf beſondere
Schönheiten der Umgebung, die ein weiter Rundblick hier erſchloß,
auf=
merkſam. Pünktlich um 7 Uhr abends wurde die Rückfahrt angetreten.
Beſonders angenehm wurde von allen Fahrtteilnehmern empfunden,
daß die Verpflegung, in allen Orten, die beſichtigt wurden, gut und
preiswert war. Die Kaffees und Reſtaurants hatten ſich allerdings auf
eine größere Anzahl Beſucher gerichtet.
St.
4Bezirksſchöffengericht.
Ein hieſiger Arbeiter, der ſchon längere Zeit
Erwerbsloſenunter=
ſtützung bezieht, begab ſich nach Weihnachten 1926 auf die Stadtkaſſe, um
ſeine Unterſtützung abzuholen. Dort erfuhr er zu ſeinem Erſtaunen,
daß nach dem Quittungsbogen ſeine Ehefrau dieſe bereits geholt und
den Empfang quittiert hatte. Als er zu Hauſe ſeine Ehefrau zur Rede
ſtellte, kam zu Tage, daß eine dritte Perſon unbefugt das Geld erhoben
hatte. Als Täterin wurde eine im gleichen Hauſe wohnende Frau unter
Anklage geſtellt, die ſich wegen Urkundenfälſchung zu verantworten hat.
Die Beamten der Stadtkaſſe können nicht mit Beſtimmtheit ſagen, daß
gerade die Angeklagte das Geld abgehoben hat. Ueberhaupt ſoll bis zu
dem zur Anklage verſtellten Fall bei der Stadtkaſſe bei Auszahlung von
Erwerbsloſenunterſtützungen auch Geld an die Ehefrauen ausgezahlt
worden ſein, ohne daß ſie ſich beſonders zur Gelderhebung ligitimierten.
Als Schreibſachverſtändiger wird Oberlehrer i. R. Krauß in
Baben=
haufen vernommen; er hält dafür, daß nach den von der Angeklagten
entnommenen Schriftproben die Angeklagte mit dem falſchen Namen
quittiert hat.
Der Staatsanwalt betont, daß es ſich um eine öffentliche
Ur=
kunde handelt, auch, daß die Angeklagte ſchon mehrmals wegen
Eigen=
tumsdelikten vorbeſtraft iſt, der Strafantrag geht auf 5 Monate
Ge=
fängnis. Unklar bleibt, wie die Angeklagte in den Beſitz des Ausweiſes
gelangt iſt, weshalb der Staatsanwalt die Freiſprechung von der
An=
ſchuldigung der Hehlerei beantragt. Die Verteidigung betont dagegen,
daß die Quittung nicht Beſtandteil der öffentlichen Urkunde ſei, die
Quittung ſei eine private Empfangsbeſcheinigung auf einer von einer
Behörde ausgeſtellten Urkunde; der Indizienbeweis könne durch die
Schriftvergleichung allein nicht für geführt erachtet werden. Die
Mindeſtſtrafe könne hiernach nur 1 Woche Gefängnis ſein. Im
Uebri=
gen ſeien weitgehendſt mildernde Umſtände zuzubilligen, habe doch die
Familie der Angeklagten damals bitteren Hunger gelitten.
Das Urteil erkennt unter Freiſprechung im Uebrigen wegen ſchwerer
Privaturkundenfälſchung im rechtlichen Zuſammenhang mit Betrug auf
3 Monate Gefängnis. Das Urteil betont, daß leider die
Unterſtützungs=
empfänger über mehrere Ausweiſe zu verfügen pflegen.
1. Ein hieſiger Schuhmacher der nach Krankheit geſund geſchrieben.
und arbeitslos war, hat in der Nacht vom 17. zum 18. März 1927 einen
Verkaufsſtand an der Otto=Wolfskehl=Straße aufzubrechen verſucht. Er
iſt geſtändig. Als er zwei Schutzleute in der Nähe ſah, ſtand er von
ſeinem Vorhaben ab. Gegen den rückfälligen Angeklagten wird ein
Jahr Gefängnis beantragt. Das Urteil erkennt auf 9 Monate
Ge=
fängnis.
2. Der in Straßburg im Elſaß geborene Packer Auguſt Kößler, der
jetzt franzöſiſcher Staatsangehöviger iſt und auf deutſcher Seite den
Krieg mitgemacht hat, war in Straßburg arbeitslos geworden, da er
nicht franzöſiſch ſpricht. Deshalb ging er nach Deutſchland und kam
mittellos nach Frankfurt a. M. Am 26. März 1927 entwendete er dort
in einer abgelegenen Straße (der Rembrandtſtraße) ein Fahrrad, fuhr
auf dieſem hierher und ſtellte auf dem Hauptpoſtamt eine falſche
Ver=
kaufsurkunde her, um ſo den Abſatz des Rades bei einem Althändler
zu bewirken, was aber mißlang. Der Strafantrag zieht die Notlage
mildernd in Rückſicht, er geht unter Anrechnung der Unterſuchungshaft
auf 8 Monate Gefängnis. Urteil: 7 Monat Gefängnis abzüglich einen
Monat der Unterſuchungshaft.
* Unfall. Am Sonntag abend verunglückte Frau Petitjean auf
dem Hauptbahnhof. Sie ſtand auf dem Trittbrett des aus der Richtung
Heidelberg eintreffenden Zuges. Beim Halten des Zuges kam ſie zu
Fall und zog ſich einen Naſenbein= und Unterkieferbruch zu. Die Städt.
Rettungswache brachte die Verunglückte ins Krankenhaus.
Kunſinotizen.
Ueber Werſe, Künfſier oder fünſtieriſche Veranſialtungen, deren im Nachſiehenden Grwcinuns
geſchleht, behäklt ſich die Redaktion ihr Urtell vor
— Palaſt=Lichtſpiele. Die beſte Film=Operette. Von all den bisher
gezeigten Film=Operetten iſt der „Zigeunerbaron” als die wirklich beſte
zu bezeichnen. Der Regiſſeur Friedrich Zelnik hat es verſtanden, einen
luſtigen, mit köſtlicher Laune und feinem Witz ausgeſtatteten Film zu
ſchaffen. So blieb auch der Erfolg nicht aus, das Publikum ging reſtlos
mit und ſpendete wiederholt lebhaften Beifall. Doch galt die
Zuſtim=
mung in erſter Linie dem glänzenden Spiel aller Darſteller, Lya Marck
als Zigeunermädel ſtrahlt nicht nur durch ihre Schönheit, die zum Teil
der ausgezeichneten Photographie zu danken iſt, ſondern durch die weiche
Anmut ihrer Bewegungen. Ganz köſtlich Michael Bohnen als Zſupan,
der die Schweine ſo ſehr liebte. Er überraſchte beſonders durch ſeine
ausdrucksvolle Mimik. Wilhelm Dieterles Barinkay, ganz Operette, ein
echter Held, alle anderen nicht nur körperlich überragend. Die ſchöne
Muſik fand eine treffliche Wiedergabe und trug viel dazu bei, daß das
Ganze ein echter Erfolg wurde.
— Reſidenz=Theater am Weißen Turm. „Jackie, der
Außen=
ſeiter”. Jackies Haarlocke. Jackies Raritätenkabinett iſt um ein
wert=
volles Stück bereichert worden; es beſteht aus einem luftdicht
ab=
geſchloſſenen Glas, in welchem ſich eine jener weltberühmten goldenen
Locken befindet, die bis vor kurzer Zeit noch fein kleines Knabenhaupt
geziert haben, und die nun jetzt doch den Weg alles irdiſchen gehen
mußten. — Aus dem Wunderkind Jackie, deſſen Name über die ganze
Welt verbreitet wurde, iſt nun Jachie, der Knabe, geworden; nur dieſe
einzige goldene Locke wurde aufbewahrt für ihn, damit er ſich noch im
ſpäten Alter an die Erfolge der Kindheit erinnern kann. Seit Jahren
hat Jackie in dieſem Film zum erſten Mal die beliebte Lumpen=Rolle
ab=
gelegt. Er erſcheint hier als ehrgeiziger kleiner Jokey und wagt
Vor=
ſtöße in ein ihm vollſtändig neues Darſtellungsgebiet. Man kann mit
Recht behaupten, daß er auf der vollen Höhe ſeines großen
ſchauſpiele=
riſchen Könnens ſteht.
— Union=Theater. „Meine Tante — deine Tante‟. Ein Luſtſpiel,
ſo köſtlich, ſo voll reinſten Humors, wie man es im deutſchen Film ſchon
lange nicht geſehen, und ein vergnügter Abend, wie man ihn ſchon lange
nicht genoſſen hat. Carl Froelich, der Regiſſeur, hat dieſen prickelnden
Stoff bis auf die letzte Wirkungsmöglichkeit ausbalanciert und Szenen
von großem Reiz geſchaffen, voll heiterſter Situationen. Das Element,
in dem Hemny Porten zu Hauſe iſt, und in dem ſich ihre natürliche ſtarke
Begabung für Humox voll und in der liebenswürdigſten Weiſe entfalten
kann. Ihr zur Seite ſteht Ralph Artur Roberts, der den Hageſtolz
mit unwiderſtehlicher Charakterifierungskunſt „hinlegt”.
Nummer 122
Ofenstag, den 3. Mai 1922
Seite 7
Aus Heſſen.
Starkenburg.
* Arbeilgen, 2. Mai. Der „Arheilger Anzeiger” (Verlag A.
Rein=
hard) konnte am 1. Mai ds. Js. ſein 25jähriges Beſtehen
feiern.
* Griesheim, 2. Mai. Zur Waſſerverſorgung. Der
Umſtand, daß die Gemeinde Anmeldeformulare zum Bezuge von Waſſer
aus der Waſſerleitung ausgegeben hat, deren Unterſchrift für die Dauer
von fünf Jahren bindend iſt, ohne den Bezugspreis des Waſſers vorher
bekannt zu geben, hat in der Einwohnerſchaft zu allerlei Gerüchten und
Vermutungen geführt, die bei auch nur oberflächlicher Betrachtung ſofort
ganz hinfällig erſcheinen müſſen. In einer längeren Ausführung gibt
die Bürgermeiſterei eine ſo ausführliche Darſtellung über den
derzei=
tigen Stand der Sache, daß wir hoffen wollen, daß ſich die aufgeregten
Gemüter beruhigen und einſehen, daß ein anderes Handeln bisher noch
gar nicht möglich war. Daß ein Geſchäft mit der zentralen Waſſerverſorgung
für die Gemeinde nicht zu machen iſt und von der Gemeindevertretung
auch gar nicht beabſichtigt iſt, ſollte doch jedermann klar ſein. Es
ge=
nügt, wenn die Unkoſten gedeckt und Zinſen und Amortiſation des
An=
lagekapitals ſicher geſtellt werden. Bei der Feſtſetzung des pauſchalen
Waſſerpreiſes es Allen und Jedem rechtmachen, iſt auch dem Klügſten
unmöglich, und warum gerade die Bezahlung einer Pauſchalſumme den
Vorzug vor der Berechnung nach der verbrauchten Kubikmeterzahl
ver=
dient, iſt ſo einleuchtend in dieſer Abhandlung begründet, daß man
dies doch allſeitig einſehen ſollte. Auch hier tritt wieder in Erſcheinung,
was man ſchon ſo oft bei der Einführung von etwas Neuem beobachtet
hat: Erſt wird dieſes und jenes kritiſiert und bemängelt, iſt es aber
einmal da, und man erkennt die Vorteile und den Nutzen, den es bringt,
dann iſt man des Lobes voll. So geht es auch hier. Darum möchten
wir wünſchen, daß jeder Hauseigentümer und Gartenbeſitzer den
An=
meldebogen unterſchreibt. Je mehr Waſſerabnehmer, je geringer der
Waſſerpreis.
Griesheim, 1. Mai. Wie man hört, ſind hier ſchon wieder einige
Fälle von Rotlaufſeuche bei Schweinen feſtgeſtellt worden. Es kann
deshalb jedem Schweinehalter nicht dringend genug empfohlen werden,
ſeine Tiere rechtzeitig impfen zu laſſen, denn der Eintritt wärmerer
Witterung begünſtigt die Ausbreitung der Seuche. — Laut Mitteilung
des Lagerkommandanten finden während des ganzen Monats Mai keine
Schießübungen ſtatt. Dieſe Tatſache wird von unſeren im Oberfeld
be=
güterten Landwirten mit Genugtuung vermerkt, da ihnen hierdurch
Ge=
legenheit gegeben iſt, die Frühjahrsbeſtellungsarbeiten durchzuführen.
* Eberſtabt, 2. Maf. Geſchäftsübernahme. Das Gaſthaus
„Bur Stadt Heidelberg” am Ortsausgang nach Bickenbach iſt in den
Beſitz und die Leitung des Gaſtwirts Ottomar Schäfer übergegangen.
* Pfungſtadt, 2. Mai. Wirtſchaftswechſel. Die
Gaſtwirt=
ſchaft „Zum deutſchen Haus” am Waldrandeck, die in der Kriegszeit
geſchloſſen wurde, iſt ab 1. Mai wieder eröffnet worden.
* Pfungſtadt, 2. Mai. Leſeholztage. In den Monaten Mai
und Juni iſt im Gemeindewald die Leſeholznutzung verboten. In den
Monaten Juli, Auguſt nud September ſind die Leſeholztage auf
Mitt=
wochs feſtgeſetzt.
* Hahn bei Pfungſtadt, 2. Mai. Aufnahme in die
Volks=
ſchule. Zu Beginn des neuen Schuljahres wurden hier 13 Knaben
und 2 Mädchen in die Volksſchule aufgenommen.
* Nieder=Ramſtadt, 2. Mai. Der Obſt= und Gartenbauverein
ver=
anſtaltet am kommenden Mittwoch abend 8½ Uhr im Saale des
Gaſt=
hauſes „Zur Poſt” (Breidert) einen Lichtbildervortrag über die
Dres=
dener Gartenbauausſtellung”. Vortragender des Abends iſt Herr Lehrer
Grimm aus Darmſtadt, der als Beſucher der Ausſtellung die ganze
Materie ſehr gut beherrſcht. Es wird zweifellos ein Genuß für alle
Beſucher ſein, all die wundervollen Bilder der bis jetzt einzig daſtehen= bald, das Feuer auf ſeinen Herd zu beſchränken. Wie groß war aber
den Gortenbauausſtellung zu ſehen. Der Eintritt iſt frei. Auch Nicht= der Schrechen der Einwohner des Ortes, als am Freitag nachmittag
mitglieder haben Zutritt.
g. Groß=Bieberqu, 30. April. Der hieſige landwirtſchaftliche
Kon=
ſumverein, e. G. m. b. H., hielt im Gaſthaus „Zum Rodenſtein” ſeine ſprang, war noch eine Abteilung der Babenhäuſer Schupo erſchienen,
Hauptverſammlung ab und feierte gleichzeitig damit ſeim 50 Beſtehen unter ſehr zahlreicher Beteiligung ſeiner Mitglieder.
Aufſichtsratspräſident Herr Gerſtenſchläger konnte nach Begrüßung der
zahlreichen Gäſte und Mitglieder einen ſehr günſtigen Jahresbericht
erſtatten. Auch die von Rechner Sauerwein vorgetragene
Nechnungs=
ablage wurde gutgeheißen, ſodaß dem Vorſtand, an deſſen Spitze Herr Blick auf den ſagenumwobenen Hohenwiel lernte man die landwirt=
Direktor Mertz VI. ſteht, Entlaſtung erteilt werden konnte. Die
Ver=
teilung des Reingewinns wurde nach dem Vorſchlag des Vorſtandes wirtſchaftlichen Rohſtoffen kennen, dann folgte der eigentliche induſtrielle
vorgenommen und ein Teil zur Anſchaffung einer Petkus=Saatgut= Teil, der den Kindern als reinſtes Wunderland erſchien in ſeiner Groß=
Reinigungs=Anlage verwandt. Die ausgeſchiedenen Aufſichtsratmitglieder artigkeit, Mannigfaltigkeit und Vollkommenheit. Sehr intereſſante Er=
Gg. Daab II. und Friedrich Storck wurden wiedergewählt. Zur eigent= läuterungen von ſeiten des Vorführenden begleiteten die am Auge
lichen Feier ſprach Herr Direktor Mager, Darmſtadt, ſeine Glückwünſche
aus zum 50jährigen Beſtehen. Ein Rückblick auf vergangene Jahre
und beſonders der Einblick in die Jahresrechnung zeige, ihm, daß hier
etwas geleiſtet worden ſei. Herr Direktor Schmidt=Darmſtadt brachte
die Grüße der Landwirtſchaftlichen Zentralgenoſſenſchaft und gedachte
der ſchweren geleiſteten Arbeit der Genoſſenſchaften und der Männer,
die ſie geleitet haben. Die Zeiten der Not, in denen die Landwirtſchaft
oft Spielball war, ſind vorüber. Die Genoſſenſchaften bieten den
Land=
wirten einen Halt und ſollen darum auch ein Fels und ein
Mittel=
punkt im Wirtſchaftsleben ſein. Herr Verbandsreviſor Wagner brachte gemeimſam mit dem Kreisobſtbauverein Heppenheim zwei eintägige
intereſſante ſtatiſtiſche Mitteilungen aus der Geſchichte des
Konſum=
vereins. Er konnte 18 Mitglieder nennen, die der Genoſſenſchaft bis
heute 25 Jahre, zum Teil 30 Jahre ununterbrochen treu geblieben 2. Mai ſtatt, wozu ſich die Beſucher am Landwirtſänftsamt um 9 Uhr
waren. Es ſind dies: Georg Daab 10., Bürgermeiſter und
Vorſtands=
mitglied, Georg Daab 6., Aufſichtsratsmitglied, Philipp Speier,
För=
ſter i. R. Georg Dingeldein, Georg Daab 8., Georg Ph. Daab 3.,
Philipp Pfaff, Friedrich Dapper, Karl Albrecht, Joh. Gg. Storck 5.,
Johannes Klenk. Adam Hotz, Friedrich Storck 5., Eduard Levi. Im
Auftrage des Verbandes der heſſiſchen landwirtſchaftlichen
Genoſſen=
ſchaften übergab er dem Direktor Friedrich Mertz 6. eine Ehrenurkunde
für den Landwirtſchaftlichen Konſumberein, und eine ebenſolche
Ur=
kunde den Herren Phil. Gerſtenſchläger und Friedrich Herlemann, die
25 Jahre im Vorſtand tätig waren. Beſonders warme Glüchwünſche
brachten die Herren Rechner Lautenſchläger für die Bezugs= und
Abſatzgenoſſenſchaft Werſau Beigeordneter Kopp für den
Landwirt=
ſchaftlichen Konſumverein Reinheim, Rendant Trinkaus für die
Land=
wirtſchaftliche Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaft Brensbach, ſowie Freund
Hechler, deſſen Genoſſenſchaft aus dem hieſigen Konſumperein
hervor=
gegangen war, für die Landwirtſchaftliche Bezugs= und
Abſatzgenoſſen=
ſchaft Niedernhauſen. Auch an die Toten dachte man, die einſt im Kons bietend verſteigert. In dem Anweſen, welches an der Hauptſtraßg
ſumberein Großes leiſteten und Führer waren, ſo an Phil. Schüch= Darmſtadt—Heidelberg gelegen iſt, wird ſeſt langen Jahren eine
Gaſt=
mann 1., Landwirt Jakob Stoll, und vor allem an Oekonomierat Böhm, wirtſchaft betrieben.
der jahrelang bis zu ſeinem Tode den Landwirtſchaftlichen
Konſum=
verein ehrenamtlich geführt hat. Man ehrte ſie durch Erheben von den
Sitzen. Herr Lehrer Eckſtein, der ſelbſt ſchon jahrzehntelang Mitglied
des Konſumvereins iſt, beglückhwünſchte denſelben in beſonders
herz=
licher Weiſe und wies mit Eindringlichkeit auf die ideelle Bedeutung
und Wichtigkeit des landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsweſens hin. Der
Präſident des Aufſichtsrats, Herr Gerſtenſchläger, dankt zum Schluſſe
in warmen Worten für die hohe Auszeichnung des Konſumvereins
ſei=
tens des Verbandes und die vielen Glüchwünſche und verſprach namens 1. Mai 1,53 Meter, am 2. Mai 1,64 Meter.
des Konſumpereins, daß ſie künftig in jedem Falle der Bedarfsdeckung
ſowie des Abſatzes ihrer landwirtſchaftlichen Produkte den natürlichen
Weg zu ihrer Genoſſenſchaft gehen würden. Auch der weitere Ausbau
des genoſſenſchaftlichen Zuſammenſchluſſes durch evtl. Verſchmelzung der
beiden hier beſtehenden Dreſchgenoſſenſchaften, die von dem Direktor
Mertz von der Dreſchgenoſſenſchaft II angeregt wurde, wurde
beſpro=
chen und ſoll in einer ſpäteren Verſammlung weiter behandelt werden.
Der erhebende und würdige Verlauf zeigte, daß die Genoſſenſchaft ſich
auf die Treue ihrer Mitglieder ſtützen und zum Segen unſerer
Mit=
glieder weiter ſchreiten kann.
* Ernſthofen, 2. Mai. Der Kirchendiener der ev. Kirchengemeinde,
Johannes Philipp Axt. Gei Jung und Alt als „Hennlipp” bekannt
und beliebt) begeht am 5. Mai in körperlicher und geiſtiger Rüſtigkeit
ſeinen 80. Geburtsrag. Axt hat den Feldzug 1870,771 mitgemacht und
an mehreren Schlachten teilgenommen, bei der Erſtürmung des Schloſſes
Chambord wirkte er mit. Seit 22 Jahren verſieht er mit Treue ſein
kirchliches Amt. Die Kirchengemeinde gedenkt deshalb, Sonntag, den
8. Mai den Ehrentag ihres treuen Kirchendieners im Gottesdienſt
feſt=
lich zu feiern. Am Schluß der Feier wird den Gemeindegliedern
Ge=
legenheit geboten, den Jubilar zu beglüchwünſchen.
* Groß=Umſtadt, 2. Mai. Die Reihen der Krieger, die ſich an den
Freiheits= und Einigungskämpfen der Jahre 1866 und 1870/71 beteiligt
haben, lichten ſich mehr und mehr. So wurde dieſer Tage der
Alt=
veteran M. Dittel, der in ſeinem 82. Lebensjahre zum großen Appell
von dem Herrn abberufen wurde, mit allen militäriſchen Ehren und
einem zahlreichen Trauergefolge zu Grabe getragen. Der Verſtorbene
hatte an den Feldzügen von 1866 und 1870/71 teilgenommen, und im
letzten Winter war er noch mit dem Ehrenkreuz der „Haſſia” als
Mit=
begründer des hieſigen Kriegervereins ausgezeichnet worden. Kamerad
Lindner legte im Namen des Vereins einen Kranz nieder und würdigte
in treffenden Worten die Verdienſte dieſes einfach=beſcheidenen, aber
ſtets treuen Kameraden.
* Groß=Umſtadt, 2. Mai. Odenwaldklub. In dem mit
Tannengrün feſtlich ceſchnnickten Saale des Gaſthauſes „Zum weißen
Roß” fand am Samstag abend das diesjährige
Wanderer=
auszeichnungsfeſt der hieſigen Ortsgruppe des Odenwaldklubs
ſtatt. Den muſikaliſchen Teil hatte die Orcheſtervereinigung Karp=
Forſchler übernommen. In einem ſelbſtverfaßten Prolog ſchilderte
Herr Dr. Neumann in humorvoller Weiſe die verſchiedenſten
Vorkomm=
niſſe des letzten Wanderjahres. Reicher Beifall lohnte ſeine treffliche
Avbeit. Herr Prof. Köſer als Vertreter des Hauptvorſtandes ſchilderte
in geiſtreicher und formvollendeter Weiſe die idealen Ziele des Wanderns
und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Werbetätigkeit für dieſe ſchöne
und edle Sache immer weitere Kreiſe ziehen möge. Der erſte Vorſitzende
der Ortsgruppe Groß=Umſtadt, Herr Dr. Bach, erſtattete Bericht über
die Vereinstätigkeit im letzten Jahre und drückte in herzlichen Worten
den erſchienenen Gäſten, Herrn Prof. Köſer, Herrn Dr. Rieß, den
Ver=
tretern der Ortsgruppe Dieburg, ſowie Herrn Bürgermeiſter Lampe
für ſein freundliches Entgegenkommen den Dank der Ortsgruppe Groß=
Umſtadt aus. Nicht unweſentlich trugen die Volkstänze und Geſänge,
die von den Mädchen der Jugendgruppe dargeboten wurden, ſowie der
Vortrag zweier humoviſtiſchen Gedichte zum Gelingen des Ganzen bei.
Die Auszeichnung der Getreuen, es waren 21 an der Zahl, daruter 6
Damen, nahm Herr Profeſſor Köſer namens des Hauptvorſtandes vor
Von der Jugendgruppe konnten 10 Mitglieder durch Herrn Dr. Rieß
dekoriert werden. Herr Oberſteuerinſpektor Schmitt Dieburg, dankte
unter Hinweis auf das freundſchaftliche Verhältnis, das zwiſchen den
beiden benachbarten Ortsgruppen Dieburg und Groß=Umſtadt ſchon ſeit
langem beſteht, für die freundliche Einladung. Sein „Friſch auf” galt
den Frauen der hieſigen Ortsgruppe. Nachdem noch Herr Poſtmeiſter
Leibfried dem Vorſtande im Namen der Dekorierten herzlichen Dank
ge=
ſagt hatte, begrüßte man den inzwiſchen angekommenen Wonnemonat
mit dem gemeinſamen Liede: „Der Mai iſt gekommen‟. Bei dem
darauffolgenden Tänzchen kam die Jugend zu ihrem vollen Recht, und
hochbefriedigt verließ jedermann die ſchöne Feier.
Laßt die deutſche Jugend im Ausland
nicht verloren gehen! vzor
Spendet für die Schulen im Ausland!
* Wiebelsbach, 2. Mai. Feuersbrunſt. Hier brach am
Don=
nerstag mittag, gerade, als man ſich zu einer Beerdigung begeben
wollte in der Hofreite der Gg. Weber 6. Wtw. auf bis jetzt noch
un=
aufgeklärte Weiſe Feuer aus. Den vereinten Kräften der
herbeigeeil=
ten Wehren von Wiebelsbach, Heubach und Groß=Umſtadt gelang es
wiederum die Sturmglochen ertönten. Ein benachbartes Haus ſtand in
Flammen. Da das Feuer raſch auf die benachbarten Gebäude
über=
um ſich an den Rettungsarbeiten zu beteiligen. Zwei Scheunen wurden
ein vollſtändiger Raub der Flammen und vier Wohnhäuſer ſind mehr
oder weniger ſtark beſchädigt.
t. Beerfelden, 2. Mai. Am Freitag mittag wurde der hieſigen
Schuliugend der Lehrfilm der Maggi=Werke dargebotzen. Nach einem
ſchaftlichen Betriebe und die weitere Verſorgung der Werke mit
land=
vorüberziehenden Bilder. Gar trefflich mundeten den Kindern die von
zwei Damen zubereiteten Maggi=Proben.
* Heppenheim a. b. B., 2. Mai. Verfetzung. Bei
Entſchlie=
ßungen des Miniſteriums für Arbeit und Wirtſchaft, Abteilung für
Landwirtſchaft und Ernährung, wurden Landwirtſchaftsaſſeſſor Dr. Sang
am hieſigen Landwirtſchaftsamt an das Landwirtſchaftsamt Reichelsheim
i. O. und Landwirtſchaftsrat Dr. Bäumer von dieſem an das
Land=
wirtſchaftsamt Heppenheim, beide mit Wirkung vom 1. Mai 1927,
ver=
ſetzt. — Am 2. und 4. Mai veranſtaltet das hieſige Landwirtſchaftsamt
Pfropfkurſe. In Heppenheim und Unterhambach finden Lehrgänge am
vormittags verſammeln, in Siedelsbrunn am 4. Mai, vormittags um
10 Uhr, Treffpunkt am Gaſthaus „Zum Morgenſtern‟. Der Beſuch iſt
gebührenfrei. — Spar= und Darlehnskaſſe Heppenheim.
Am 7. Mai findet im Gaſthaus „Zum goldenen Anker” dahier eine
or=
dentliche Generalverſammlung, verbunden mit dem Bjährigen
Geſchäfts=
jubiläum der Spar= und Darlehnskaſſe Heppenheim ſtatt wozu alle
Mitglieder eingeladen ſind. Auf der Tagesordnung ſtehen Vorlage und
Genehmigung der Bilanz für das Geſchäftsjahr 1937, Bericht des
Auf=
ſichtsrats über die ſtattgefundenen Reviſionen, Prüfung der
Jahres=
rechnung, der Bilanz und der Vorſchläge zur Gewinnverteilung,
Be=
ſchlußfaſſung über die Gewinnverteilung, Beſchlußfaſſung über die
Ent=
laſtung des Vorſtandes, Ergänzungswahl des Vorſtandes und des
Auf=
ſichtsre tes. — Verſteigerung. Die zum Nachlaſſe der Frl.
Katha=
ring Hofmann gehörigen Liegenſchaften der Gemarkung Heppenhcim,
nämlich: Flur 1 Nr. 183 338 qm Hofraite an der Chauſſe und Flur
1 Nr. 182 102 qm Grabgarten daſelbſt werden am Dienstag, den 3.
Mai, nachmittags 2 Uhr im Saalbau Kärhner in Heppenheim meiſt=
* Biblis, 2. Mai. Glück im Unglück. Auf der ſchlüpfrigen
Landſtraße zwiſchen Groß=Rohrheim und Jägersburg kam geſtern früh
ein Motorradfahrer mit Sozius ins Schleudern und geriet in den
Stra=
ßengraben. Die beiden Fahrer kamen mit dem Schrecken davon,
wäh=
rend das Motorrad leicht demoliert war. Nach notdürſtiger
Inſtand=
ſetzung der Maſchine konnten ſie die Weiterreiſe antreten.
— Hirſchhorn, 2. Mai. Waſſerſtand des Neckars am
Zäund.
umiibelbtoffen..
1N
Nuk bekf in.
dieden Jakakn.
— Gernsheim, 2. Mal. Waſſerſtand des Rheins an
2. Mai 188 Zentimeter.
z. Mörfelden, 1. Mai. Nachdem bei der Bürgermeiſterei 40
Bau=
geſuche für Einfamilienhäuſer eingegangen ſind, dürfte die
Wohnungs=
not in unſerer Gemeinde bald behoben ſein.
a. Groß=Gerau, 1. Mai. In der letzten
Stadtverordneten=
ſitzung wurde die Errichtung einer Ehrenhalle im alten Rathaus und
der Ausbau dieſes Gebäudes zum Heimatmuſeum und Sitzungsſaal des
Gemeinderats beſchloſſen. Im Stadthaus ſelbſt ſollen
Erweiterungs=
bauten vorgenommen und dadurch neue Büroräume geſchaffen werden.
Für die Gerauer Woche wurde ein Wanderpokal geſtiftet. Zur
Ver=
größerung und Ausbeſſerung der Badeanſtalt wurden 1000 Mark, für
die Herrichtung des Sandböhls als Kinderſpielplatz 500 Mark bewilligt.
Die Beigeordnetenwahl findet am 19. Juni ſtatt.
— Dietzenbach, 2. Mai. Der Verband evangel. Frauen=Vereine
des Dekanates Offenbach feiert am 8. Mai in Dietzenbach ſeinen erſten
gemeinſamen „Frauen= und Muttertag”. Um 2 Uhr Feſtgottesdienſt,
in dem die neue Kirchenfahne von Herrn Dekan Lehn geweiht wird.
Ein Sonderzug (ab 1 Uhr Offenbach) bringt die Gäſte nach dem Feſtort.
* Neu=Iſenburg, 1. Mai. Für unſere Stadt iſt mit Genehmigung
des Miniſteriums des Innern nun eine Ortsſatzung, wirkſam vom
14. April, erlaſſen, die die Wahl eines beſoldeten Bürgermeiſters zuläßt.
Die Wahl erfolgt durch den Gemeinderat mittels Stimmzettel nach den
Grundſätzen der Mehrheitswahl. Wählbar iſt, wer Reichsangehöriger
und 25 Jahre alt iſt. Die Beſoldung erfolgt nach Gruppe 11. Im
Ge=
meinderat beſitzt die Sozialdemokratie 10 von 21 Sitzen, Bürgermeiſter
und Beigeordnete nicht eingerechnet. Ein Beigeordneter und der
Bür=
germeiſter ſind ebenfalls Sozialdemokraten. Es iſt deshalb gar kein
Zweifel, daß bei der kommenden Bürgermeiſterwahl der jetzige
Bürger=
meiſter Arnoul wiedergewählt wird.
Rheinheſſen.
be. Ober=Ingelheim, 2. Mai. Auf ſeier Firmungsreiſe iſt Herr
Biſchof Dr. Maria Hugo von Nieder=Ingelheim kommend hier
einge=
troffen. Nach dem feierlichen Empfang am Ortseingang brachte die
katholiſche Gemeinde ihrem Oberhirten am Abend einen Fachelzug dar.
— Am nächſten Dienstag begehen die Eheleute Ph. Herrmann das Feſt
der goldnen Hochzeit. Beide Jubilave ſind körperlich noch ſehr
rüſtig. Nur hat die Ehefrau vor einigen Jahren das Augenlicht
ver=
loren. Trotzdem geht ſie ihren häuslichen Arbeiten noch nach.
bg. Nieder=Ingelheim, 2. Mai. Der Gemeinderat genehmigte
in ſeiner letzten Säitzung die Abrechnung über die Barackenbauten an der
Selz. Dem Verain „Rheinbad Frei=Weinheim—Ingelheim” wurde ein
jährlicher Beitrag von Mk. 50 bewilligt. Dafür wird den Kindern der
Gemeinde, die unter Führung eines Lehrers geſchloſſen das Bad
be=
ſuchen, deſſen freie Benutzung gewährt. — Genehmigt wurde auch ein
Geſuch des Heſſiſchen Fürſorgevereins, der um Abnahme von 100 Loſen
ſeiner Wohlfahrtslotterie gebeten hatte — Zugeſtimmt wurde der
Ver=
pachtung der Gemeindebleichen an Huck, der Mk. 10 geboten und
Kapp=
eſſer, der Mk. 18 zahlt. — Das Fahren des Leichenwagens wurde an
Fuhrunternehmer Heinz vergeben. Dieſer erhält für die Fahrt Mk. 6.
— Das Anfahren der Kohlen für das Gaswerk wird an Landwirt
Sauereſſig für 1,80 Mk. die Fuhre vergeben. — Der Kinobeſitzer Mäüller
war um Ermäßigung der Billettſteuer in den Sommermonaten
einge=
kommen. Der Gemeinderat trifft daraufhin die neue Magelung, daß
Müller 10 Prozent aus dem Erlös der verkauften Eintrittskarden zu
entrichten hat. Zugleich wurde protokolliert, daß dies die letzte
Er=
mäßigung iſt, die M. zugeſtanden wird und daß weitere Geſuche zwecklos
ſeien. — Das Gelände an dem Hochwaſſerbehälter wird den Anliegern
zum Ankaufspreis verkauft. Doch behält ſich die Gemeinde das
Rück=
kaufsrecht im Bedarfsfalle ebenfalls zu demſelben Preiſe vor. — Das
alte evangeliſche Schulhaus am Markte, das viele Jahrzehnte
einem Lehrer zur Wohnung diente, iſt als baufällig von der Gemeinde
angekaft worden. Nachdem die Landeskirchenbehörde ihre Genehmigung
zu dem Verkauf gegeben hat, ſoll nun alsbald mit dem Abbruch
be=
gonnen werden. Der neu zu errichtende Bau ſoll Zwecken der Gemeinde
dienſtbar gemacht werden.
— Nieder=Olm, 1. Maf. Ebangeliſcher Verein. Am
Mittwoch, den 20. vorigen Monats hielt der Evangeliſche Verein Nieder=
Olm im Saale „Zum Pfälzer Hof”, eine außerordentliche
Ver=
ſammlung aller Gemeindemitglieder ab. Beſchloſſen wurde die
Erneue=
rung des Kircheneingangs und Ausſchmückung der Kirche im Innern.
Alle Mitglieder wurden gebeten, durch Geldſpnden das Vorhaben zu
unterſtützen. Es iſt dann auch der Betraa von 600 Mark
zuſammen=
gebracht worden, ſodaß nunmehr die Kirche daſtehen wird, wie es ihr
gebührt.
M. Bingen a. Rh., 1. Mai. Zur Himmelsbach=
Angele=
genheit. Auf dem hieſigen Kreisamt ſprach eine Delegation der
Ar=
beiter und Angeſtellten des Werkes Gaulsheim der Firma Gebr.
Him=
melsbach vor, um hier die Wünſche der Arbeiter= und Angeſtelltenſchaft
in der Angelegenheit der Schließung des Gaulsheimer Werkes
vorzu=
tragen. Regierungsrat Kuhn als Vertreter des in Urlaub befindlichen
Kreisdirektors ſicherte den Arbeitern ſeine Hilfe zu und ſandte einen
ausführlichen Bericht, der die ſchwierige Lage, in die die Arbeiter bei
Schließung des Werkes kommen, ſchildert und die Regierung erſucht, hier
helfend einzugreifen, an die verſchiedenen heſſiſchen Miniſterien.
bg. Bingen, 2. Mai. Gegen den Beſchluß der Stadtverordneten eine
Autoommibuslinie Bingen—Schloß Rheinſtein—Morgenbachtal zu
geneh=
migen wenden ſich Intereſſenten aus den Kreiſen der Autodroſchken= und
Fuhrwerksbeſitzer, außerdem der Motorboot= nud Nachenbeſitzer. Sie
weiſen darauf hin, daß ſie ihr Gewerbe meiſt nur einige Monate im
Jahr betreiben könmen, da ſie hauptſächlich auf den Fremdenverkehr
an=
gewieſen ſind. Die neue Linie wünde ihnen ſicher großen Abtrag tun,
während ſie doch das ganze Jahr leben müßten und auch ihren
Ver=
pflichtungen gegen den Staat nachzukommen haben.
Oberheſſen.
* Bad=Nquheim, 2. Mai. Ein ſchwerer Einbruch wurde
vorgeſtern Nacht in einem Hauſe Ecke Forſthaus= und Mittelſtraße
verübt. Der Einbrecher verſuchte zuerſt in das Möbelgeſchäft Schuch
einzudringen, dabei brach ihm jedoch der Dietrich entzwei. Nunmehr
ſtieg er in die Wohnung des Gärtners Mörler ein und entwendete ein
neues Fahrrad und die Kaſſe mit einem angeblichen Inhalt von 500
Mark. Das Ehepaar bemerkte den Diebſtahl erſt, als Mörler am
Mor=
gen nach Frankfurt fahren und Einkäufe beſorgen wollte. — Am
Prome=
nadenweg nach Friedberg wurden von jungen Leuten die Krone
einer Anzahl von neugepflanzten Bäumen abgebrochen. Die
Kurverwaltung hat auf die Namhaftmachung der Täter eine Belohnung
ausgeſetzt.
* Gießen, 2. Mai. Von einem Auto angefahren und ſchwer
verletzt wurde in der Frankfurter Straße der 14 Jahre alte Junge des
Weißbinders Helfrich. Er mußte in die Gießener Klinik gebracht
wer=
den. — Die 4. Kompagnie des hieſigen Reichswehrbataillons
fuhr heute mit einem Sonderzug nach Berlin=Moabit und wird in der
Reichshauptſtadt dem Wachtkommando zugeteilt werden.
* Grünberg, 30. April. Eine ſehr günſtige Entwicklung
zeigt die hieſige Oberrealſchule. Während das Schuljahr 1926
mit 269 Schülern begann, zeigt der Beginn des Schuljahres 1927
285 Schüiler; dies iſt die höchſte Zahl ſeit Beſtehen der Anſtalt. Das
ſtändige Anwachſen der Schülerzahl machte die Errichtung eines
Er=
weiterungsbaues mit mehreren Schulklaſſen erforderlich. Der
Anbau iſt im Rohbau vollendet und ſoll bis zu den Sommerferien
be=
zugsfertig ſein. — Der Turnverein hat die Errichtung einer
Schwimmanſtalt im Brunental oberhalb der Alsfelder Brücke
angeregt.
* Alsfeld, 30. April. Zu einem großen Trachtenfeſt ſoll
der Heſſiſche Landvolktag am 28. und 29. Mai ausgeſtaltet
werden. Der Feſtzug wird neben hiſtoriſchen Abteilungen das Leben
und Treiben, Sitten und Gebräuche der Bauernbevölkerung
Ober=
heſſens, Handwerk und Gewerbe, ſowie die landwirtſchaftliche
Betriebs=
weiſe in einzelnen Gruppen und Feſtwagen zur Darſtellung bringen.
In den Trachtengruppen werden Schlitzerländer Schwälmer,
Hütten=
berger und Kirchhainer Trachten vertreten ſein. Auch die oberheſſiſchen
Reitervereine werden in dem Feſtzug einzelne Gruppen bilden. Auf
dem Feſtplatz werden die einzelnen Trachtengruppen ihre Volkstänze
vorführen und alte heſſiſche Volkslieder ſingen.
Seite 8
Nummer 422
Frau Dr. Herzfeld=Hoffmann,
die als erſte Frau in Deutſchland in die Liſte der
Watentanwälte aufgenommen wurde, nachdem ſie das
vorgeſchriebene Examen vor dem Reichspatentamt
erfolgreich beſtanden hat. Frau Dr. Herzfeld=
Hoff=
mann — eine Tochter des Berliner Stadtbaurats
Geheimrat Ludwig Hoffmann — iſt urſprünglich
eine Phyſikerin.
Dienstag, den 3. Mai 1927
Die Drachen=Warte in Friedrichshafen.
Höhenwindmeſſung vom Bodenſee aus.
Oben: Außenanſicht des Salonwagens mit der offenen Terraſſe.
Unten: Blick in den Herrenſalon.
Für den türkiſchen Staatspräſideenten Kemal Paſcha iſt von einer Kaſſeler Firma ein ganz
neu=
artiger Luxuswagen als Salon=Reiſewagen gebaut worden. Es handelt ſich um einen Wagen
mit denkbar größter Bequemlichkeit und von erſtaunlicher Raumausnutzung, der nach dem Prinzip
unſerer modernen D=Zug=Wagen 1. Klaſſe gebaut iſt. Der Salonwagen enthält außer einem
Speiſeſaal für 14 Perſonen einen Baderaum und einen luxuriöſen Schlafraum für den türkiſchen
Präſidenten, ferner ein Wohnzimmer für den Adjutanten und einen Rauchſalon. Nach dem Muſter
der amerikaniſchen Pullmann=Wagen ſchließt der Waggon mit einer offenen Terraſſe, von der man
die Landſchaft betrachten kann.
Zuſammenſtoß zwiſchen Motorrad und Auto.
Nordhauſen. Bei einem Zuſammenſtoß
zwiſchen einem Motorrad und einem Auto auf der
Chauſſee nach Stolberg wurden der Fahrer des
Motorrades und ſein Mitfahrer tödlich verletzt,
wäh=
rend die Antoinſaſſen unverletzt blieben.
Ein deutſcher Brückenbau in Südſlawien.
Belgrad. Die Vorarbeiten für die große
Eiſen=
bahn= und Straßenbrücke über die Donau, zwiſchen
Belgrad und Pantſchowa wurden in Angriff
genom=
men. Die von einem Konſortium von 20 deutſchen
Firmen auszuführende Brücke wird 1280 Meter lang,
elf Meter breit, ſechzehn Meter hoch ſein und auf
acht Pfeilern in je hundertſechzig Meter Spannweite
ruhen. Die erforderliche Eiſenkonſtruktion wird von
Deutſchland auf Rechnung der Reparationen geliefert.
Die Baukoſten beziffern ſich auf 300 Millionen Dinar
(etwas über 22 Millionen RM.). Der Bau, welcher
unter Kontrolle des Verkehrsminiſteriums von 25
deutſchen Ingenieuren mit etwa 1000 Arbeitern
durch=
geführt wird, ſoll kontraktlich bis Mitte 1930
vollendet ſein.
Schweres Autvunglück.
Budapeſt. Nach Blättermeldungen iſt auf
einer Chauſſee in der Nähe der Hauptſtadt ein
Auto=
mobil, das der Maler Stephan Prihoda lenkte, beim
Verſuch, drei Radfahrern auszuweichen, in den
Straßengraben geſtürzt. Prihoda trug einen Arm=,
Schlüſſelbein= und Beinbruch davon. Von den
In=
ſaſſen erlitt einer einen lebensgefährlichen
Schädel=
bruch.
Auslandsreiſen deutſcher Kreuzer.
EP. Madrid. Im Hafen von Santa Cruz de
Teneriffa ſind die deutſchen Kreuzer „Schleswig=
Hol=
ſtein”, „Heſſen” und „Amazone” vor Anker
ge=
gangen. — Ferner iſt im Hafen von Las Palmas ein
deutſches Geſchwader eingetroffen, das aus den
Kreuzern „Nymphe‟, „Elſaß” und „Berlin” beſteht.
Die Vertreter der Behörden ſtatteten einen Beſuch an
Bord der „Nymphe” ab, der von einem deutſchen
Offizier durch einen Beſuch an Land erwidert wurde.
Das Geſchwader wird bis zum 10. Mai in Las
Palmas verbleiben.
In der Mitte der Windmeſſer der Drachen= Das 500=PS.=Dampfboot „Gna” mit dem
ver=
ſtation Friedrichshafen. Im Hintergrund ankerten Feſſelballon bei der Ausfahrt zur
Höhen=
windmeſſung auf dem Bodenſee.
die Ballonhalle.
Der Aufſchwung des Luftverkehrs hat eine erhebliche Erweiterung des meteorologiſchen
Flug=
ſicherungsdienſtes notwendig gemacht, um die lückenloſe und ſichere Wetterberatung der
Flug=
zeugführer und Streckenprognoſe zu gewährleiften. Von ausſchlaggebender Bedeutung ſind hierbei
die Höhenwindmeſſungen der Wetterſtationen. Eine beſondere Note iſt der Arbeit der Drachen=
Warte am Bodenſee eigen, da dort die Beobachtungen von einem Dampfboot vom Bodenſee
aus unternommen werden, wodurch weiteſtgehende Bewegungsfreiheit und Anpaſſungsfähigkeit
an den Wind erreicht wird.
Deutſcher Salon=Wagen für Kemal Paſcha.
Reich und Ausland.
Der Sängerbund Frankfurt,
der vor 25 Jahren gegründet wurde und heute die
größten Männerchöre Frankfurts (Sängerchor des
Lehrervereins, Neebſcher und Schulerſcher
Männer=
chor, Frankfurter und Bockenheimer Liederkranz,
Frankfurter Männergeſangverein, Frankfurter
Män=
merchor, Geſangverein Concordia, Liederverein
Sach=
ſenhauſen, Männergeſangverein, Frohſinn,
Heddern=
heim und Geſangverein Liederblüte, Griesheim)
um=
ſchließt, veranſtaltet am Sonntag, den 8. Mai, abends
ſ Uhr, in der großen Feſthalle in Frankfurt a. M.
ein Jubiläumskonzert. Der ſtattliche Chor von zirka
1500 Sängern wird unter Mitwirkung des Staatlichen
Kurorcheſters Bad=Nauheim und des Kurorcheſters
Bad=Homburg (120 Muſiker) unter der Stabführung
von Prof. Fritz Gambke neben einigen Volksliedern
uund Werken von Wetz, Kienzl und Naumann, auch
Szenen aus der Frithjofsſage von Max Bruch zum
Wortrag bringen. Als Soliſten ſind Frl. Ria Ginſter
(Sopran) und Herr Johannes Willy (Baß)
ge=
ſvonnen. Da das Konzert für Frankfurt und ſeine
Umgebung ein muſikaliſches Ergebnis bedeutet, kann
der Beſuch nur empfohlen werden.
Alnkunft des neuen Oberbefehlshabers der neuen
engliſchen Rheinarmee.
* Wiesbaden. Generalleutnant Sir William
Fhwaites, der neue Oberbefehlshaber der
eng=
liſchen Rheinarmee und Nachfolger des Generals Sir
B. P. dn Cane (jetzt Gouverneur von Malta) iſt am
Samstag nachmittag hier angekommen und am
Bahn=
hofe von verſchiedenen höheren engliſchen Offizieren
ſowie von einigen der franzöſiſchen und belgiſchen
Beſatzungsarmeen empfangen worden. Eine
Ehren=
wache, beſtehend aus 50 Mann des 2. Bataillons des
King’s Skropſhire Leichten Infanterieregiments,
hatte mit Fahne und Regimentskapelle am Bahnhof
Aufſtellung genommen. Der neue Oberbefehlshaber
ſtattete am Sonntag General Guillegumat in Mainz
einen Beſuch ab.
Vorſicht bei Preſſemeldungen über die Britiſche
Beſatzungsarmee.
Die „Wiesbaden Times” vom Sonntag iſt
be=
luſtigt über eine Notiz, die nach ihr dieſer Tage in
einer Wiesbadener Fremdenzeitung zu leſen geweſen
ſein ſoll. Sie lautete: „Unſere Wiesbadener
Eng=
länder ſind direkt von Indien zu uns gekommen.
Die beiden ſchottiſchen Regimenter, welche bis vor
kurzem hier ſtationiert waren, befinden ſich jetzt auf
dem chineſiſchen Kriegsſchauplatz.‟ Die „W. T.”
be=
merkt hierzu nicht ganz frei von Sarkasmus, daß
es die Garniſon ſicherlich intereſſieren dürfte, zu
hören, Mitglieder der britiſchen Rheinarmee ſeien
von Indien gekommen, um „Befatzungsdienſte am
Rhein zu leiſten. Und was ſchließlich die zwei
ſchot=
tiſchen Negimenter beträfe, ſo ſei in den letzten
Jahren, wie wenigſtens in engliſchen Militärkreiſen
bekannt, nur das 2. Bataillon der Cameron=
Hochlän=
der am Rhein ſtationiert geweſen, das ſich aber jetzt
in Edinburg und nicht in China befände uſw.*
Wenn der ſtark ausgeprägte Sinn des Engländers
für Humor auch ſolchen Unſtimmigkeiten keine weitere
Bedeutung beimißt, ſo ſollte man ihm deutſcherſeits
doch keine Nahrung geben.
Aufnahme des Nachtluftverkehrs Berlin—
Danzig—Königsberg.
Berlin. Am Montag wurde der
Nachtluft=
verkehr auf der Strecke Berlin—Danzig—Königsberg
eröffnet. Wie die Deutſche Lufthanſa meldet, iſt das
dreimotorige Großflugzeug flugplanmäßig um 3 Uhr
nachts in Tempelhof geſtartet und um 7.20 Uhr in
Königsberg gelandet. Durch die Einſtellung des
Nachtfluges kann nunmehr die transkontinentale
Linie. London bzw. Paris — Berlin — Moskau in
33 Stunden zurückgelegt werden.
Autobusunfall in Berlin=Neukölln.
Berlin. Montag mittag fuhr ein Autobus
gegen ein Gerüſt am Eingang des Nord=Süd=
Bahn=
hofes Hermannplatz. Die drei Arbeiter, die
auf dem Gerüſt tätig waren, wurden
herunterge=
ſchleudert und ſchwer verletzt, der eine von
ihnen lebensgefährlich.
Hochwaſſer im Kreiſe Winſen.
Hamburg. Nach einer Mitteilung des
Kreis=
landbundes ſtehen im Kreiſe Winſen an der Luhe ſeit
vierzehn Tagen annähernd 7000 Morgen Land unter
Waſſer, und die noch ſteigende Hochwaſſerwelle
über=
flutet mit jedem Anwachſen Hunderte von Morgen
mehr. Im Vorjahre haben nach amtlichen
Feſtſtel=
lungen im Kreiſe Winſen annähernd 10 000
Mor=
gen Ländereien den ganzen Sommer über unter
Waſſer geſtanden.
Die Frau im Beruf.
Der erſte weibliche Patentanwalt.
Die Ueberſchwemmungskataftrophe in
den Vereinigten Staaten.
EP. New York. Nach einer Meldung audg
New Orleans hat der am 29. April vorgenommeng
Dammdurchſtich oberhalb der Stadt nicht das
ge=
wünſchte Reſultat gehabt. Die Sachverſtändigen
er=
wägen deshalb neue Regulierungsarbeiten. Man
be=
rechnet, daß binnen 4 bis 5 Tagen New Orleans trotz
der Dammſprengungen überflutet wird. Auf Grund
dieſer Befürchtungen ſind gegenwärtig in der Nähe
von New Orleans mehrere tauſend Arbeiter
fieben=
haft damit beſchäftigt, Sandſäcke aufzuſchichten. —
Auch der Arkanſas iſt über die Ufer getreten und
hat mehrere tauſend Hektar Baumwollpflanzungen
überſchwemmt. Bei Littlerock hat der Damm unter
dem Waſſerdruck nachgegeben. Etwa 50 000
Be=
wohner in der Umgebung mußten in aller
Eil=
ihre Häuſer verlaſſen. Zwei kleinere
Städte ſind vollſtändig unbewohnbar geworden. In
New Orleans befinden ſich augenblicklich 35 000
Ob=
dachloſe. Da Wohnungsmangel aufgetreten iſt,
wur=
den Zelte aufgeſchlagen und Holzbaracken errichtet,
um den Flüchtlingen Unterkunft zu verſchaffen.
EP. New York. Nach einer Meldung aus New
Orleans iſt die Breſche in den Damm des Miſſiſſippt
bei Poydran, 20 Kilometer nördlich der Stadt durch
fünf weitere Sprengſchüſſe auf 330 Meter erweitert
worden. Das Rauſchen des Waſſers, das durch dieſe
Breſche ſich ins umliegende Land ergießt, wind im
einem Umkreis von fünf Kilometern gehört. Nach
Anſicht der Ingenieure wird ſich die Breſche unter
dem Druck des Waſſers verdoppeln, was zur
Ret=
tung der Stadt genüge. Das durch die Dammöffnung
austretende Waſſer hat 460 Quadratkilometer unter
Waſſer geſetzt. Eine neue Ueberſchwemmung iſt in
Natzhetz aufgetreten. Obwohl die Bevölkerung
recht=
zeitig von der Gefahr verſtändigt worden war,
wei=
gerte ſie ſich, ihre Häuſer zu verlaſſen und war bald
iſoliert. Nur durch das Aufgebot einer Flotte von
2000 Booten konnte nachträglich die Rettung
bewerk=
ſtelligt werden. Die Behörden haben alle Motorboote
und alle zum Kampf gegen die Alkoholſchmuggler
am Miſſiſſippi liegenden Zollboote für den
Hilfs=
dienſt requiriert.
Neuer Dammbruch im Mifſiſſippi=Gebiet.
Fünf Milliarden Franken Schaden.
DD. Paris. Aus Natzhetz in Miſſiſſippt wird
der Bruch eines Zementdammes acht Kilometer
ſüd=
lich von Vidalia im Staate Louiſiana gemeldet. Nach
dem „New York Herald” überſteigt der durch das
Hochwaſſer des Miſſiſſippi verurſachte Schaden fünf
Milliarden Franken. Die Zahl der Opfer beträgt
etwa 500, während mehr als 400 000 Perſonen
obdachlos find. Das Rote Kreuz mußte einen
Teil der Hilfsorganiſationen wegen des raſchen
Stei=
gens der Fluten aufgeben. Ein Flüchtlingslager iſt
von jeber Verbindung mit dem übrigen Staate
Miſſiſſippi abgeſchnitten.
Das Grubenunglück bei Fairmont.
11 Tote geborgen, 80 Verſchüttete verloren.
EP. New York. Es iſt jetzt alle
Hoff=
nung aufgegeben worden, die in dem
Berg=
werk von Fairmont verſchütteten Arbeiter
zuretten. Die Ingenieure haben die Einſtellung
der Rettungsarbeiten angeordnet, nachdem ſie
feſt=
geſtellt hatten, daß das ausſtrömende Gas jede
Hoff=
nung ausſchließt, die Verſchütteten noch lebend
anzu=
treffen. Insgeſamt konnten 11 Tote geborgen
werden, ſieben Verletzte wurden gerettet.
80 Verſchüttete müſſen als verloren angeſehen
wer=
den. Die meiſten Verunglückten ſind Neger.
Rettungstat eines deutſchen Dampfers.
Rom. Nach dem „Popolo di Roma” wurde
eine Fiſchevbarke aus Meſſina durch den Sturm der
letzten Tage auf die hohe See getrieben. Vier
Mann der Beſatzung kamen dabei ums Leben.
Der fünfte Mann klammerte ſich am Maſtbaum feſt
und trieb vier Tage und vier Nächte auf dem Meer
umher, bis der deutſche Dampfer „Undine”, der
von Sizilien kommend nach London unterwegs war,
nachts um 10 Uhr den Schiffbrüchigen auf der Barke
bemerkte und ihn nach dreiſtündiger Anſtrengung
retten konnte und nach Neapel brachte, wo das
deutſche Schiff am Samstag ankam.
Michgel Bohnen wieder daheim.
Der berühmte Tenor Michael Bohnen iſt
ſo=
eben, aus New York kommend, mit ſeiner jungen
Gattin, Mary Lewis, in Berlin eingetroffen.
Unſer Bild zeigt den Künſtler mit ſeiner Gattin vor
ihrem Hotel in Berlin.
einer Flotte von
Rettung bewern
vote
ippt wial
t Kilometer
ſüd=
gemeldet, Nach
der durch du
Schaden fiül
Opfer beräut
10 Perſoner
mußte einen
Steit
Nummer 122
Dienstag, den 3. Mai 1927
Seite 9
Weiblich
jängere, perfek te
Btenotypiſtin /S diktat ſetwa 180
ſtaht Stellg. Ang. u. E Silb u. Schreib-
—195 Geſch. (*12000
Buchhalterin
m. kaufm. Arbeiten
erwandt u. erfahren,
1nte Stenotypiſtin
210 S.), ſucht bald
urſ. Beſchäftig, an
ieSſt. Vertrauensſt.,
u2h halbtags. Ang. u.
3 236 an die Gſchſt.
(*10562dmi)
Bunge Schneiderin
mapf, ſich in u. außer
dren Haus. M. Reitz,
2ebfrauenſtr. 78, III.
*11939)
* 2kaufmännisch :
ausgebildete
Damen
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maschine
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familien,
Zeug-
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S u. D179 an die
S Gschst (7406ids
F au wäſcht u. putzt.
häh. Geſchäftsſtelle,
/11943)
Vunge, Fröbelſche
EMdenpiegerif
ſuht Stellung Näh
da Fran Polizeirat
Kmiſer, Roßdörferſt. 79.
(*12028
Ernf. Stütze ſ.
Stel=
eig in kl. Haushalt.
Arig. unt. D 198 an
d— Geſchſt. (*12009
BSuche per 1. Juli
Sckellung als
Alleinmädchen
gut bürgerl. Küche
prerfekt. Ang. u D 203
( geſchäftsſt, (* 12024id
4uverl. Frau ſucht f.
nachm. 1 Kind zu
be=
rfſichtigen. (*11927
Mäh. Geſchäf sſtelle.
.6jähr., ordentliches
Mädchen ſucht
Lehrſtelle
E=i einem Zahnarzt,
ei auch a.
Empfangs=
fEulein. Angeb. unt
v. 175 Geſchſt. /*11949
Merf. Flickfrau,
auich Weißnäherin
ummt noch Kuuden
on in auß d. Hauſe.
Lruskunft b. Gg. Rühl,
Acagdalenenſtr. 1, II,I.
1959)
ſeuſe
ſcht noch einige
Kainden. Angeb. u.
189 Geſchſt. (*11987
chneiderin
Kunden außer
Hauſe, pro Tag
Mk. Angeb. unter
91 Geſchſt. (*11990
zo kann junges
Fräulein
den Abendſtunden
das
Schaufenſterde=
kurieren erlernen. Mit
Aereis angeben. An
gebote unter D 188
a die Geſchſt. (*11986
alle 4 Wochen 1 Tag
geſ. Ang. unt. D 186
an die Geſchſt. (*1978
Ordentliches,ehrliche
Mädchen
nicht unt. 18 Jahren,
tagsüber für ſofort
geſucht.
Wilhelm=
ſtraße 15, I. (7418
Mädchen geſncht.
Für beſſer. Haushalt
auf dem Lande, bei
Neuſtadta. H.,(Pfalz
geſetztes Mädch, zw
22 — 28 Jahren, das
kochen kann, geſucht.
Eintritt kann ſof.
er=
folgen. Vorzuſt. hier,
Kaſinoſtr. 12, I., R.
(11972)
Unabhänge Frau
oder Fräulein, nicht
unter 40 Jahren, von
Beamtenwitwer, 5e
Jahre mit 1 Kind,
zur Führung d Haus
haltes geſ. Spätere
Heirat beigegenſeitig.
Neigung nicht
aus=
geſchloſſen. Angeb.
unter D 162 an die
Geſchäftsſt. (*11915
Ordentliches (11917
Mädchen
bis nach dem Spülen
geſucht. Vorzuſtellen
Dienstag von 9—11
Witmannſtr. 33, pt
Tücht. Alleinmädch
zu älteren: Ehepaar
nach Frankfurt a. M.
geſucht. Vorzuſt. bei
Frau Dr. Reutlinger,
Saalbauſtr. 81, zwiſch.
11u. 12 Uhr. /*11914im
Tücht., ehrliches und
ſauberes (11979
Laufmädchen
tagsüber geſucht.
Schützenſtr. 5, II.
Ein in Hausarbeit u.
Umgang in. Kindern
erfahr. Mädchen (
Ko=
chen nicht erforderl.)
mit Jahreszeugn. a.
gut Häuſ. geſ. (11941
Frankfurterſtr. 17, I.
Saub., ehrl. Putz= u.
Waſchfrau mit gut.
Empfehl. geſ. (11938
Kaſinoſtraße 24, II.
Jg. Mädchen
für 2 mal in d. Woche
z. putzen geſucht. Näh.
Geſchäftsſt. (*12043
Suche balch. Köchin
Hausmädch", tüchtig.
Alleinmädch, d. gut
och,k. u mehr.
Tages=
mädch. Karoline Beck,
gew. Stellenverm.,
Karl=
ſtraße 25. (*12035
Mädchen v. 14—19 J
b. n. d. Spül. geſucht
Bauder, Karlſtraße 99.
(*12037)
Ehrl. Mädchen
bis nach dem Spülen
geſucht
(12017
Roßdörferſtr. 40, pt.
Suche
Köchinnen, 1
Haus=
mädchen,
Allein=
mädchen die kochen
können, mehr.
Haus=
u. Küchenmädehen
MinnaDingeldein
Gewerbsm. Stellen
büro/Elifabethenſtr. 5,
Telefon 3865 (*12048
Monatsfrau
geſucht, 2—3 Stund
täglich. Klos,
Hügel=
ſtraße 18/17. (12049
Für ſofort ehrliches
perfektes
Mädchen
in kleinen Hausha’t
jeſucht. Fran
Apo=
theker Sälzer,
Hei=
denreichſtr. 31/11944
Suche ein ehrl. tücht.
Mädchen nicht unter
18 Jahren" für alle
Hausarbeit mit gut.
Zeugn. für ſof. oder
15. Mai. Näheres in
d. Geſchäftsſt. *12021
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Seite 10
Dienstag, den 3. Mai 1927
Nummer 122
Sport, Spiel und Zurnen.
Zurnen.
Schauturnen der Turngemeinde Beſſungen 1865 (9. T.)
Unter überaus zahlreicher Beteiligung fand am Sonntag in dem
Vereinshaufe der T.G.B. ein Schau= und Werbeturnen ſtatt. Dieſes
Schau= und Werbeturnen ſollte, wie es gedacht war, den Auftart bilden
zu den verſchiedenen großen Veranſtaltungen, die uus in turneriſcher
Beziehung im Laufe dieſes Sommers in unſerer Vaterſtadt bevorſteßen
und, um es gleich vorweg zu ſagen, es hat dieſen Zweck voll und ganz
erfüllt. Den mit geſpannteſter Aufmerkſamkeit zuſchauenden
Be=
ſuchern, unter denen ſich auch dankenswerterweiſe viele Vertreter
aus=
wvärtiger und hieſiger Brudervereine befanden, wurde ein überreiches,
buntbewegtes Bild, aus allen Gebieten des vielſeitigen Turnens
vor=
geführt und hierin durchweg gute Leiſtungen gezeigt. Unter der ſtraffen,
zielbewußten Leitung der Turnwarte und Vorturner waren die
ein=
zelnen Vorführungen muſtergültig und insbeſondere in bezug auf
Diſziplin und Haltung durchaus gut. Die Durchführung aller
Pro=
grammnummern vollzog ſich demgemäß in echt turneriſchem Geiſte, was
auch in dem reichgeſpendeten Beifall der Zuſchauer zum Ausdruck kam.
Es war ein herzerquickender Anblick, die etwa 250 Mitwirkenden, vom
Jüngſten bis zum Reifſten, mit ganzer Seele und voller Hingebung für
die Sache zu ſehen, um ihr Beſtes zu bieten. Wenn auch die Exattheit
und Präziſion hie und da bei der techniſchen Durcharbeitung noch
Klei=
nigkeiten zu wünſchen übrig ließ, ſo ſoll dies durchaus kein Tadel ſein,
ſondern vielmehr allen Beteiligten ein Anſporn zur Förderung und
Vervollkommnung ihres Könnens bedeuten. Der ungeteilte Dank und
die volle Anerkennung der Zuſchauer mögen ihnen wohlverdienter Lohn
ſein. Der Turngemeinde aber, die an dem großen, edlen Werke der
Turnerei, dieſem ſo wichtigen und unentbehrlichen Erziehungsfaktor
unſeres geſamten Volkes ſo rührig und unentwegt mitarbeitet, wünſchen
wir, daß ihr die ſo ſchön verlaufene Veranſtaltung einen vollen Erfolg
gebracht hat. — Des Abends verſammelten ſich daun die Mitglieder
ſowie Gäſte zu einem gemütlichen Tänzchen.
Leichtathletik.
Groß=Staffel=Lauf am 22. Mai 1927.
Der Ausſchuß für Leibesübungen hat an die ihm angeſ hloſſenen
Körperſchaften die vorläufige Ausſchreibung üiber die am Sonntag, den
22. Mai 1927, vormittags 11 Uhr, in Ausſicht genommene Durchführung
eines Groß=Staffel=Laufes durch die Straßen von Darmſtadt überſandt.
Der Lauf ſelbſt erſtreckt ſich über eine Geſamtſtrecke von etwa 8
Kilo=
meter. Die Einteilung ſieht acht Klaſſen für die beteiligten Vereine vor,
ſo daß es jedem an dem Lauf teilnehmenden Verein möglich iſt, an der
Staffel mit Erfolg teilnehmen zu können. In der Hauptklaſſe ſind auch
Vereine von auswärts zugelaſſen, während die Klaſſen II—TX offen für
die weiter dem Ausſchuß angeſchloſſenen Vereine, Schulen uſw. ſind.
Um die aktive Teilnahme möglichſt zu einer großen zu geſtalten, ſind in
ſechs Klaſſen die Leibesübung treibenden Vereine der Vororte Arheilgen,
Eberſtadt, Griesheim und Pfungſtadt teilnahmeberechtigt. Die von
Stadt, Staat und Private geſtifteten äußerſt wervollen Wanderpreiſe,
gehen erſt nach dreimaligem Siege in den Beſitz der betreffenden
Ver=
eine üiber. Die Einführung des Staffellaufes, wie er bereits in vielen
Städten Deutſchlands alljährlich zur Durchführung kommt, iſt als eine
mächtige Kundgebung füv die Sache der Leibesübung gedacht. Sie
ver=
ſpricht auch für Darmſtadt, nach den bis jetzt vom Ausſchuß getroffenen
Maßnahmen, einen vollen Erfolg. Auf die weiteren Einzelheiten werden
wir demnächſt noch zurückkommen, nachdem in der kommenden
Vereins=
vertreterverſammlung dieſelben endgültig feſtgelegt worden ſind.
Handball.
Rot=Weiß I — Sporwerein 98 III 2:2.
Am Sonntag ſtanden ſich die 3. Mannſchaft des Sportvereins 98
und die 1. Mannſchaft Rot=Weiß Darmſtadt im Verbandsſpiel gegenüber.
Sportverein konnte bis Halbzeit 2:0 führen, mußte ſich aber nach
Halb=
zeit den Ausgleich gefallen laſſen.
Handball der Deutſchen Turnerſchaft.
Pfungſtadt 1.—Seckbach 1. 2:3.
Pfungſtadt 2.—Seckbach 2. 2:3.
Pfungſtadt Jgd.—Seckbach Jgd. 4:3.
Tgd. Griesheim 1.—Eintracht Wiesbaden 1. 2:5.
Bensheim 1.—Herrnsheim 1. 5:5.
Tad. Darmſtadt 1.—Tgd. Griesheim 2. 3:2.
Das Pfungſtädter Spiel gegen Seckbach war ein Erlebnis und eine
ehrenvolle Niederlage für die Einheimiſchen. Seckbach, leicht überlegen,
bot Kunſtſtücke im Ballabſpiel. Pfungſtadts Torhüter überragte; er
hielt alle zehn 16,50 Meter. Lobenswert war das anſtändige und ruhige
Spiel beider Parteien. Leitung vorzüglich. — Griesheim mußte ſich
erſatzgeſchwächt den beſſeren Kurſtädtern beugen.
Kraftſport.
Kraftſportverein Darmſtadt 1910.
Unſere Ringermannſchaft weilte am Sonntag in Neu=Ifenburg, um
dort den fälligen Aufſtiegskampf gegen den Kraftſportverein
auszutra=
gen. Es kam, wie erwartet, zwiſchen den beiden Favoriten zu ſehr
hart=
näckigen Kämpfen, welche leider ſehr unter der allzu lebhaften
Anteil=
nahme des Publikums zu leiden hatten. Es war ein richriger
Punkte=
kampf, und die getroffenen Entſcheidungen waren mitunter etwas
zwei=
felhaft. Das erzielte Reſultat gibt nicht das richtige Stärkeverhältnis
der beiden Mannſchaften wieder, was wohl auch der Rückkampf, welcher
am 21. Mai hier ſtattfindet, beweiſen wird. Nun zu den einzelnen
Kämpfen, welche folgenden Verlauf nahmen:
Fliegengewicht: Borovſki=Darmſtadt gegen Streb=Neu=Iſenburg.
Der Darmſtädter, welcher heute ſehr unter ſeiner ſonſtigen Form rang,
war ſtets Angreifer. In der 10. Minute machte er mit ſeinem Gegner
einen Ueberſtürzer, wobei er auf eine Schulter ging. Der Unparteiiſche
entſchied Sieg für Iſenburg.
Bautamgewicht: Schwarz=Darmſtadt gegen Tiſcher=Neu=Iſenburg.
Schwarz, auf welcem man ſich ſtets verlaſſen kann, ſtieß auf einen harten
Gegner, welcher ſich allerdings nur verteidigen konnte. Er ſammelte
Punkt auf Punkt und ſiegte in 15½ Minuten mit Armſchlüſſel.
Federgewicht: Siegriſt=Darmſtadt gegen Löſch=Neu=Iſenburg. Siegriſt,
wie immer gut, griff forſch an und ſiegte bereits in 2½ Minuten in
überlegener Weiſe.
Leichtgewicht: Keitel=Darmſtadt gegen Hirſchmann=Neu=Iſenburg.
Man war auf dieſes Treffen ſehr geſpannt, und Keitel enttäuſchte trotz
ſeiner Niederlage, welche übrigens etwas zweifelhaft war, nicht. In
Führung liegend, fiel er bei einem Ueberſtürzer mit den Füßen
außer=
halb der Matte, ſo daß er den Halt verlor und in der 9. Minute obige
Niederlage einſtecken mußte.
Mittelgewicht: In dieſer Klaſſe ſtand Heß=Darmſtadt als
Erſatz=
mann gegen Cäſan=Neu=Iſenburg. Es kam zu einem hitzigen Kampf
welchen der Iſenburger nach 6 Minuten mit viel Glück für ſich entſchied.
Halkſchwergewicht: Fräba=Darmſtadt gegen Holſtein=Neu=Iſenburg.
Der Darmſtädter hatte gegen den Kreismeiſter Holſtein natürlich nichts
zu beſtellen, und fiel bereits in 1 Minute.
Schwergewicht: Veith=Darmſtadt gegen Liſt=Neu=Iſenburg. Der
Darmſtädter griff den annähernd 50 Pfund ſchwereren Gegner heftig
an, was eigentlich bei einem ſo ſchweren Gegner eine ganz falſche Taktik
war, und nach 10 Minuten wurden ihm die Führungspunkte
zuge=
ſprochen. Nach weiteren 7 Minuten zog er ſich eine Verletzung zu, ſo
daß er den Kampf aufgeben mußte. — Wie eingangs ſchon erwähnt,
wird Iſenburg beim Rückkampf in Darmſtadt dieſes Refultat wohl nicht
mehr erzielen, deun die Kraftſportvereinsmannſchaft wird infolge dieſes
Kampfverluſtes die Flinte noch nicht ins Korn werfen.
Athletik.
Athleten=Klub 1910 Groß=Umſtadt.
Dem Athleten=Klub 1910 Groß=Umſtadt wurde das diesjährige
Gau=
feſt am 18. und 19. Juni übertragen. Daß dies ein Propagandafeſt wird
für unſere Schwerathletik, dafür übernimmt der Athleten=Klub 1910
Groß=Umſtadt volle Gewähr. Prachtvolle Ehrenpreiſe bei den
Mann=
ſchaftskämpfen und fein ausgearbeitete Plaketten am Band für erſte
Preife und loſen Plaketten ſſür die nächſten Preiſe winken den Siegern.
Außerdem werden für den Sport=Werbezug zwei prächtige Pokale
bereit=
geſtellt, für den erſten und zlveiten Preis für gutes Auftreten und
die meiſten der Teilnehmer der Vereine. Der Sportplatz im Reibacher Tal
würdigt ſich ſchon ſeit einer Reihe von Jahren eines guten Rufes.
Des=
halb rurien wir den Kraftſportlern des Odenwaldgaues zu: Erſcheint i
Maſſen am 18. und 19. Juni in Groß=Umſtadt.
Vom Gegelflugwettbewerb
in Roſfitten.
Roſſitten, 29. April.
Der kommende Segelflugwettbewerb in Roſſitten hat viel Leben
auf die ſonſt ſo ſtille Nehrung gebracht. Von der Dampferanlegeſtelle
zum neuen Lager herrſcht geſchäftiges Treiben der Fiſcherfuhrwerke, die
die Flugzeuge an ihren Beſtimmungsort bringen.
Das Lagerbild hat ſich ſeit 1925 gewaltig verändert. Von der
Rhön=Roſſitten=Geſellſchaft ſind dort für ihre Segelflug=Schule
groß=
zügig angelegte Unterkunftsmöglichkeiten für Maſchinen und Piloten
ge=
ſchaffen. Zwei große Zöllinger=Hallen 16X38 Grundriß und eine
maſchi=
nell betriebene Schreinerei dienen zur Aufnahme des Flugzeugparkes
und ſeiner Erhaltung. Gegenüber der Weitläufigkeit der Hallen tritt
die Zierlichkeit des Wohnbaues, der die Schlaf= und Speiſezimmer
ent=
hält und in ſeiner cinfachen Holzbquart angenehm auffällt, ſehr zurück.
Die Gegenſätzlichkeit der Gebäude zeigt, daß die größte Sorge den
Flugzeugen und nicht der Organiſation gewidmet iſt. Eine ſolche
Ein=
heitlichkeit und Zweckmäßigkeit der Anlage wäre auch für die Rhön ſehr
zu wünſchen.
Ein kurzer Gang durch die Lagerhallen zeigt, daß die meiſten der
gemeldeten Maſchinen ſchon eingetroffen ſind.
Die Akademiſche Fliegergruppe Hannover hat nach zweijähriger
Ruhe ihren „Phönix” wieder ans Licht gezogen. Als Führer iſt
Pagenmeher gemeldet und in ſeiner bewährten Hand ſoll das Flugzeug
jetzt endlich einmal ſeine im Laufe der Ruhezeit hoch geſtiegenen
Flug=
eigenſchaften zeigen.
Martens hat ſeine „Witwe Bolte” unter Führung von Weber zum
Wettbewerb geſchickt. Das Flugzeug ſieht ſtauk mitgenommen aus und
iſt vielfach beſchädigt. Hoffentlich gelingt es dem Führer nach
Ueber=
holung, die Maſchine noch im Wettbewerb zu ſtarten, denn die
Hoch=
wertigkeit des Flugzeugs iſt trotz der äußeren guten Bauform ſchon
häufig angezweifelt worden.
Das Technikum Cöthen iſt im Hauptwettbewerb mit einem
Doppel=
ſitzer gleichen Namens vertreten, der ſchon in früheren Wettbewerben
hervorragend geflogen wurde.
Dieſe Maſchine dürfte im Wettbewerb wohl die ſtärkſte Konkurrenz
für die Darmſtädter „Margarete”, die von Reidenbach geflogen wird,
ſein. Als zweites Darmſtädter Flugzeug iſt der „Konſul” gemeldet,
der von Laubenthal geſteuert wird. Die Flugzeuge ſind aus früheren
Wettbewerben bekannt genug, ſo daß ſich eine Beſchreibung erübrigt.
Max Kegel ſcheint bei ſeinem Gewitterflug, der ihn 55 Kilometer
über Land führte, wieder Geſchmack an Ueberlandflügen geſvonnen zu
haben. In recht geſchickter Anordnung hat er auf das Mittelſtück ſeiner
Fläche einen kleinen D.K.W.=Motor aufgeſetzt, der einen Druckpropeller
(Aeron Reeb) treibt. Die Leiſtung des Motors iſt bei 2600—2800
Um=
drehungen ungefähr 12 PS. Ein abnehmbares Fahrgeſtell ermöglicht
der Maſchine Motor= und Gummiſtart. Jedenfalls dürften die
Ver=
ſuchsflüge mit dieſer Maſchine recht intereſſant ſein.
Eine Maſchine von gleichem Typ und guter Werkſtattausführung
iſt vom Mitteldeutſchen Flugverband Caſſel gemeldet und wird ebenfalls
von Kegel geflogen. Die Maſchine ſieht gerodynamiſch recht gut aus
und dürfte wohl unter die beſten Maſchinen des Wettbewerbs zählen.
Der Inhaber des Dauerrekords im Segelflug „Ferdinand Schulz”
hat eine eigene Maſchine „Königin Louiſe” gemeldet und fliegt überdies
die „Weſtpreußen” des Weſtpreußiſchen Vereins für Luftfahrt, deren
Entwurf aus der Darmſtädter Gruppe hervorgegangen iſt.
Die „Roemryke Berge” des Niederrheiniſchen Vereins für Luftfahrt
iſt noch nicht eingetroffen. Sie wurde auf der Waſſerkuppe überholt
und wird von Nehring geflogen. Eſpenlaub iſt mit ſeinen Maſchinen
ebenfalls noch nicht eingetroffen. Seine Flugzeuge ſind bekannte Typen.
Der Hochdecker „Albert” des Flugvereins Fulda wurde bedauerlicher
Weiſe wieder abgemeldet, denn abgeſehen von einigen konſtruktiven
Mängeln iſt die Maſchine ganz gut.
Parallel zum Hauptwettbewerb läuft noch ein Jungflieger=
Wett=
bewerb. Die gemeldeten Flugzeuge ſind durchweg als „Pegaſus”=Typen
gebaut und teilweiſe dariiert in beſſere äußere Formgebung. Es erübrigt
ſich, des näheren auf dieſe einzugehen, denn es ſind Verſuchs= und
An=
fängerbauten, die für Schulflüge ſich recht gut eignen, von denen man
aber keine beſondere Leiſtung erwarten darf.
Die ſportlichen Flüge im Hauptwettbewerb gehen auf Höhe, Dauer
und Strecke, und die gemeldeten hochwertigen Flugzeuge werden dieſen
Teil des Wettbewerbs ſehr ſpannend geſtalten. Wiſſenſchaftliche Flüge,
wie Meſſung von Aufwindsbereichen, Reibungsaufwind uſw., werden
daneben ausgeflogen und für die Beteiligten hoffentlich befriedigende
Ergebniſſe erzielen.
Als Verſuchsflugzeug wird noch ein Waſſerflugzeug gebaut, mit
dem Schleppverſuche am Motorboot unternommen werden ſollen.
Vor=
ausſichtlich kann die Maſchine im Wettbewerb nicht mehr ſtarten.
Am 2. Mai beginnt der Wettbewerb, und hoffentlich iſt der
Wetter=
gott ſo günſtig geſinnt, daß wirkliche Erfolge zu verzeichnen ſind. D.
Der Start zum 4. deutſchen Küſtenſegelflug wurde heute morgen
von der Oberleitung freigegeben. Da nur ein ſchwacher Wind von
durch=
ſchnittlich vier Meter Geſchvindigkeit wehte, entwickelte ſich kein rechter
Flugbetrieb. Als erſter ſtartete um 9 Uhr der Nekordflieger Ferdinand
Schulz auf dem Flugzeug „Weſtpreußen”, der einen kurzen Gleitflug
ausführte. Sonſt iſt nur Schulbetrieb zu verzeichnen.
Kegeln.
Verbandsklubmeiſterſchaft.
Die Kämpfe um die Verbandsklubmeiſterſchaft ſind, nachdem am
vergangenen Samstag und Sonntag die Nachzügler ihre letzten 50
Kugeln abgeworfen haben, endgültig abgeſchloſſen. Der Klub „Haſſia
1919” hat den Sieg davongetragen. Mit 7025 Geſamtholz hat er die
erſte Stelle, die er von Anfang an inne hatte, ſich erhalten. Die Kämpfe
waren recht intereſſant und fanden bei den Beteiligten guten Anklang.
Sie boten, namentlich für die Geſellſchaftskegler, Gelegenheit, ſich im
Abwerfen einer größeren Anzahl Kugeln zu erproben, was bei den
Kegelabenden nicht in dem ausgedehntem Maße möglich iſt. Es ergab
ſich auch, daß noch mancher guter Kegler in den Reihen ber
Geſellſchafts=
kegler ſich befindet, der zum Sportkegeln recht geeignet wäre.
Die Geſamtergebniſſe der einzelnen Klubriegen ſind folgende:
1. Klub „Haſſia 1919” 7025 Holz, 2. Klub „Zwölfer” 6915 Holz, 3. Klub
„Keglerluſt” 6904 Holz, 4. Klub „L. L.” 6870 Holz, 5. Klub „Johannes”
6715 Holz, 6. Klub „Sportkegler” 6704 Holz, 7. Klub „Kranz” 6631 Holz,
8. Klub „Batzer” 6560 Holz, 9. Klub „Fall um” 6549 Holz, 10. „Chattia”
6547 Holz, 11. Klub Btirgerverein” 6410 Holz, 12. Klub „Konkordia”
6227 Holz.
Der Sportausſchuß hat für die nächſte Zeit folgende Kämpfe
aus=
geſchrieben:
200=Kugelkampf wozu jedes Verbandsmitglied teilnahmeberechtigt
iſt. Die 200 Kugeln ſind hintereinander abzuwerfen. Als Prämien ſind
Medaillen ausgeſetzt. Zum Anreiz für die Beteiligung an dieſem
Kampfe wird den Keglern, die nicht der 1. und 2. Kampfmannſchaft
an=
gehören, eine Vorgabe von 40 bzw. 20 Holz gewährt. Die Kämpfe ſollen
im Bürgerverein ausgetragen werden, woſelhſt im Laufe dieſes Monats
die Holzbahn in eine Afphaltbahn umgebaut wird. Es ſtehen dann zwei
vorſchriftsmäßige Bahnen zur Verfügung, die die Abwicklung der
Kämpfe intereffanter und einfacher geſtalten.
Seniorenkegeln.
Alljährlich bietet der Verband ſeinen Senioren Gelegenheit, im
ſport=
lichen Kampfe ſich zuſammenzufinden. Der Kampf geht über 50
nach=
einander abzuwerfende Kugeln. Teilnahmebrechtigt ſind alle
Verbands=
mitglieder, die 50 und mehr Jahre alt ſind. Für dieſes Jahr iſt der
Monat Mai zur Austragung des Kampfes vorgeſehen und als Bahn
diefenige bei Gaſtwirt Krichbaum beſtimmt. Es gelangen für die vier
Höchſtleiſtungen Prämien zur Verteilung.
Meldefriſt für beide Kegeln iſt: 15. Mai 1927. Die Meldung
iſt an Kegelbruder Reichert, Gutenbergſtraße 39, zu richten.
Klubkämpfe unter den Klubs, die nicht dem Verbande angehören:
Um den Gedanken des Sportkegelns auch unter den
Nichtverbands=
keglern zu verbreiten und dieſen Gelegenheit zu geben, in die Ziele und
Beſtrebungen de Darmſtädter Keglerverbandes Einblick zu gewinnen,
hat der Sportausſchuß die Ausſchreibung eines Klubkampfes der
Nicht=
verbandskegler beſchloſſen. Jeder Klub kann hierzu eine Niege von
5 Mann ſtellen, die ſe 20 Kugeln in die Vollen abzuwerfen haben. Als
Prämien ſind Tiſchbanner und Plaketten ausgeſetzt, deren Anzahl ſich
nach der Beteiligung richtet. Auch hierzu nimmt Kegelbruder Reichert
Meldungen entgeg
bis ſpäteſtens
Mai nächſthin zu erſtatten ſind.
Fußball.
„Germania” Pfungſtadt — „Olympia” Lampertheim 3:1.
Sein letztes Kreispokalſpiel konnte „Germania” Pfungſtadt mit
obigem Reſultat glatt gewinnen und dadurch totes Rennen mit dem
ſeit=
herigen Tabellenführer „Olymia” Lorſch machen, ſo daß ein
Ausſcheidungs=
ſpiel nötig iſt, um den Meiſter zu ernnitteln. — Pfungſtadt geht gleich
nach Spielbeginn durch den Mittelſtürmer in Führung. Kurz vor Halb,
zeit erhöht der Halblinke auf 2:0, während Lampertheim trotz großer
Anſtrengungen nichts erzielt. Nach dem Wechſel ſchießt der Rechtsaußen
des Platzvereins einen vom Lampertheimer Torwächter ſchwach
ab=
gewehrten Ball zum 3. Tor für Pfungſtadt ein. Jetzt erſt kommt
Lampertheim durch Verwandlung eines Elfmeters zum verdienten
Ehrentor. Die Pfungſtädter Mannſchaft war auch diesmal gezwungen,
mit Erſatzleuten anzutreten. Die Elf lieferte jedoch ein beſſeres Spiel
als ſeither. Sehr gut gefallen konnte die geſamte Hintermannſchaft,
auch der Sturm wartete mit anſprechenden Leiſtungen auf. Die
Lampert=
heimer Elf lieferte eine recht gute Partie, erreichte jedoch nicht das
Können Pfungſtadts, deſſen Sieg als verdient anzuſprechen iſt.
Germania Pfungſtadt 1. Jugend — V.f.N. Darmſtadt 1. Jugend 2:0.
Germania Pfungſtadt 1. Schüler — F. Sp.=V. Seeheim 1. Schüiler 0:3.
Radfahren.
Schutz der radfahrenden Jugend vor den Gefahren des Verkehrz.
Die Zunahme des Verkehrs in allen Städten hat die Gefahrenquelle
in einem Maße verſtärkt, daß nur der mit allen optiſchen und
akuſti=
ſchen Warnungen und Zeichen vertraute Erwachſene im Straßenverkehr:
ſich zu behaupten vermag. Sind Kinder auch körperlich beſveglicher
als=
der Erwachſene, ſo tritt zu dieſer Beweglichkeit ein gewiſſes Maß von
Leichtſinn, das in kritiſchen Lagen zu einer falſchen Einſchätzung von=
Entfernung und Rettungszeit führen und Unfälle zeitigen kann.
Be=
ſonders die radfahrende Jugend iſt den Gefahren des Verkehrs
aus=
geſetzt, und um dieſen Gefahren zu begegnen, hat der Bund Deutſcher=
Radfahrer in allen ſeinen Gauen Jugendpfleger ausgebildet, deren-
Aufgabe es iſt, die dem B.D.R. angehörenden jugendlichen Radfahrer:
und Radfahrerinnen zu belehren, zu unterrichten und auf ihren
Wan=
derfahrten zu beaufſichtigen. Der Unterricht beſteht in
Aufklärungem=
über das Fahrrad, den Sitz auf dem Rade, das Verhalten im Verkehr.
und im richtigen Einſchätzen von Entfernung, Zeit und
Gefahrenmo-
ment. Der praktiſche Unterricht erſtreckt ſich auch über Heimatkunde.
Botanik und Zoologie auf kürzeren oder längeren Fahrten durch Wald
und Feld. Der Wert dieſer Jugendpf’ege hat ſeinen Ausdruck in einenn
ſtarken Herabſinken der Unfallziffern unter den Jugendmitgliedern des
Bundes Deutſcher Radfahrer und in einer regen Beteiligung der
Ju=
gendlichen an den Wanderfahrten des Bundes gefunden. Die Elterm
radfahrender Kinder ſollten ſich aber mit dem Gedanken einer
Anmel=
dung beim B. D.R. nicht nur mit Rückſicht auf die Anleitung der
Kin=
der durch erfahrene Jugendpfleger, ſondern auch mit Rückſicht auf die
den Kindern gewährte Unfall= und Haftpflichtverſicherung befreunden.
Es iſt dem Bunde gelungen, auch die Jugendmitglieder unter dem
Schutz einer Verſicherung zu ſtellen, ohne den Jugendbeitrag von 3
Mk=
pro Jahr zu erhöhen, und dieſe Vorteile allein könnten die Anmeldung
der Kinder zur Mitgliedſchaft veranlaſſen, da die Kinder weder von
Unfällen, von denen ſie ereilt werden, noch vor Unfällen, die ſie
anrich=
ten, ſicher ſind. Die Unfallverſicherung zahlt bei Tod durch Radnnfal)
2000 Mark, bei Invalidität 3000 Mk. und bei Unfällen vom viertern
Tage ab 2 Mk. pro Tag. Die Haftvflichtverſicherung zahlt bei
Per=
ſonenſchaden bis 50 000 Mk. und bei Sachſchaden bis 10 000 Mk. Außen
der Verſicherung wird an Jugendmitglieder zollfreie
Grenzüberſchrei=
tung und Rechtsſchutz gewährt, ſodaß ſie in ihren Fordewngen an der
B. D.R. trotz des weit geringeren Jahresbeitrages, den erwachſener
Mitgliedern gleichgeſtellt ſind.
Briefkaſien.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsquittung belzufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantworiet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkeit.
M. E. Es wird gut ſein, wenn Sie ſich unter genauer Darlegung
des Sachverhalts an Direktor Weiß in Stettin, Kronprinzenſtr. 35, als
den beſtellten Treuhänder, wegen Auskunftserteilung wenden.
K., Wimpfen. Frage 1 wird Ihnen am beſten die Verwaltung des
Landesmuſeums, Frage 2 die Direktion des botaniſchen Gartens inn
Darmſtadt oder Heidelberg beantworten können.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Dienstag, 3. Mai. 3.30: Stunde der Jugend. Oberſtudiendir.
Oehlert: Der Einſiedlererfinder. — Die Robinſoninſel im Taunus.
Für Kinder vom 10. Jahre ab. O 4.30: Hausorch. Adolphe Adam.
Ouv. „Wenn ich König wär”. — Fant. „Poſtillon von Lonjumeau”.
— Arie a. „Der Poſtillon von Lonjumeau”. — Ouv. „Der König”
Yvetot” — Ouv. „Nürnberger Puppe” — Koloratur=Variationen
über ein Thema von Mozart. — Ouv. „Der Brauer von Preſton”
— Fant. „Giralda”. Mitw.: Gertrud Brumm=Seifert (Sopran),
O 5.45: Leſeſtunde: „Immenſee” Novelle von Storm. O 6.15: H.
Heym: „Der deutſche Luftverkehr im Sommer 1927‟. o 6.45:
Prof. Kün”ek: „Albert Ballin und die internationale Regelung der
Weltſchiffahrt”. 7.15: Stenographie. O 7.45: Schach. o 8.15:
von Kaſſel: „Don Juan und Fauſt”, Tragödie von Grabbe. Muſik
von Krenek.
Stuttgart.
Dienstag, 3. Mai. 1.10: Konzert. O 3.50: Bücherfunk. 0 4.15:
Konzert. O 6.15: W. Ehmer: Rund ums Mittelmeer. o 6.45:
Morſekurs. O 7.15: C. Schöffer: Der Verluſt der Mutterſprache
im Ausland als geſetzmäßiger Vorgang. S 7.45: Nachrichten der
bad. und württemb. Funkvereine. O 8: Populäres Orcheſterkonzert.
Leit.: Kapellm. Kurtz. Sol.: Eliſabeth Holzbaur (Sopran), H.
Hanus (Tenor). Weber: Ouv. Oberon. — Chabrier: Eſpana. —
Bizet: Arie der Carmen. — Nicolai: Ouv. Die luſtigen Weiber
von Windſor. — Verdi: Arie Troubadour. — Tſchaikowsky: Italien.
Capriccio. O 9.30: Uebertr. aus Karlsruhe: Harfen= und Lieder=
Abend. Mitw.: Opernſängerin Elſa Blank (Sopran),
Kammer=
ſänger Weyrauch (Bariton), Kammermuſiker Schimeck (Harfe),
Kammermuſiker Schübel (Cello), Joſ. Keilberth (Klavier).
Berlin.
Dienstag, 3. Mai. 12.30: Viertelſtunde für den Landwirt. O 4:
Prof. Dr. Marcuſe: Sternenhimmel im Mai. o 4.30: Konzert=Orch.
Kermbach. Kermbach: Wieder daheim. — Lortzing: Ouv. Wildſchütz.
— Heyer: Ich hatte einſt ein ſchönes Vaterland.: — Ganne: Extaſe.
— Meyerbeer: Fant. Prophet. — Strauß: Liebeslieder, Walzer.
— Lehar: Potp. Paganini. — Kretſchmer: Feſtmarſch aus Folkunger.
— Suppe: Melodien aus Boccaccio. O 6.30: Stunde mit Büchern.
O 7.05: R. Saudek: Die neueſten Forſchungen in der Graphologie.
O 7.35: Prof. Dr. Manes: Perſonenverſicherung. O 8.10: Sendeſpiel
Annelieſe von Deſſau” (Der junge Deſſauer). Operette von
Winter=
berg. Mitw. u. a.: Bernhard Bötel, Inge van der Straaten, Hans
Sternberg, Mariella Röſeler, Leopold Hainiſch, Liſſy Helling, Max
Kuttner. Zeit: um 1695.
Stettin. 6.30: R. Türſtig: Die Wetterwarte Altdamm in
ihrer Bedeutung für Pommern und für die Luftſchiffahrt.
Pädag. Rundfunk Königswuſterhauſen (Welle 1250).
Dienstag. 3. Mai. 12: Lektor Cl. Grander, G. v. Eyſeren:
Franzöſiſch für Schüler. o 3: Anni Macke: Vom Weſen des
Volksmärchens und Leſung niederſächſiſcher Volksmärchen. O 3.40:
Wetter= und Börſenberichte. o 4: Min.=Rat Dr. Menke=Glückert:
Die Richtlinien für den Ausbau des höheren Schulweſens. o d:
Prof. Dr. Krauſe, Leipzig: Was iſt an der Aſtrologie? Die
baby=
loniſche u. mittelalterliche Aſtrologie. O 6: Min.=Rat Mettgenberg:
Völkerrechtliche Fragen: Die Exterritorialität. 6.30: G. van
Eyſe=
ren, C. M. Alfieri: Spaniſch für Anfänger. O 6.55: Carl Meißner=
Hans Thoma als Schriftſteller. e 7.20: Dr. Roeſeler: Aus der
Proſa deutſcher Staatsmänner u. Gelehrter: „Wilh. v. Humboldt.
Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Mittwoch, den 4. Mai 1927.
(Nach der Wetterlage vom 2. Mai 1927.)
Wolkig, auch zeitweiſe wechſelnd bewölkt, Temperaturen auſteiger
und vereinzelte Regenfälle.
Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Saux:ichriftleitung: Rudolf Mazve
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 14 Geiten.
Nummer 122
Dienstag, den 3. Mai
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die Kalkinduſtrie im April. Der vergangene Monat kennzeichnet
ſich für die Düngekalkinduſtrie durch ein ſehr ruhiges Geſchäft, das in
manchen Gegenden, isbeſondere in Süddeutſchland mit ſeiner
vor=
wiegend kleinbäuerlichen Bevölkerung, nahezu zum Stillſtand gekommen
iſt. Aufträge auf Kalkmergel und gemahlenen Rohkalk hörten faſt
gänz=
lich auf, da die Zeit der vorteilhafteſten Anwendung beider Dünge= AGG. 4 Proz., Licht u. Kraft 4 Proz., Siemens u. Halske 6 Proz. und
mittel ihr Ende ereichte. Hinſichtlich des Abrufs von Brand= und
Löſchkalk mag auch die ſchlechte Witterung nicht ohne Einfluß geweſen
ſein. Leider wurde der nach dieſer Richtung bewirkte Ausfall nicht
wettgemacht dunch verſtärkte Bezüge des Baugewerbes und der
kalkver=
arbeitenden Bauſtoffinduſtrie. Jedenfalls ſteht die geringe Belebung,
die der vergangene Monat für das Baukalkgeſchäft brachte, in keinem
Verhältnis zu den Erwartungen, die für den Beginn der diesjährigen
Bauſaiſon allſeitig gehegt wurden, und es ſcheint, daß neben der
Un=
gunſt der Witterung und dem Einfluß der Feiertage auch die in
Aus=
ſicht geſtellten Gelder nicht reichlich und ſchnell genug zur Verfügung
geſtellt werden. Der Abſatz an die Eiſen= und Stahlinduſtrie weiſt
gegenüber dem Vormonat eine rückläufige Bewegung auf, während die
chemiſche Induſtrie in zufriedenſtellendem Umfange bezog. Erfreulich
hat bereits der Abruf der Zuckerfabriken eingeſetzt, die ſich für die neue
Kampagne mit Kalkſtein zu bevorraten beginnen.
Aluminiummarktbericht für den Monat April 1927. Während des
ganzen Monats April hielt die Geſchäftsbelebung auf dem
Aluminium=
markt in verſtärktem Maße an. Die Nachfrage in Deutſchland war wie
im Vormonat befriedigend. Aus England wird weitere leichte
Beſſe=
rung des Geſchäftes berichtet. Nur in Frankreich iſt die Abſatzlage in
der gleichen Weiſe wie für andere Induſtrien infolge des Frankenſtandes
noch immer ungünſtig. In Amerika hat ſich das Geſchäft fühlbar
be=
lebt die Verbraucherſchaft, die im den letzten Monaten nur ihren
je=
weils unmittelbaren Bedarf eindeckte, iſt teilweiſe auch zur Erteilung
von Lieferungsaufträgen für längere Friſt übergegangen.
Chr. Adt, Kupferberg u. Co., Kommand.=Geſ. auf Aktien in Mainz.
Die GV. genehmigte den Abſchluß mit 6 (4) Prozent Dividende auf
25 Mül. RM. A.8. Der Umſatz habe 1926 unter der ungünſtigen
Wirtſchaftslage und den hohen Steuern gelitten. Während der
Reichs=
ſektſteuerfreiheit im April, Mai und Jumi habe ſich der Umſatz
ge=
hoben. Die Wempreiſe haben ſich durch die Fehlernte erhöht, der
Um=
ſatz auch im Winter gehoben. In der Bilanz ſtehen den 2 (14,6) Mill.
Reichsmark Gläubiger, Vorräte mit 2,5 (2,82) und Schuldner mit 2,35
(1,33) Mill. RM. gegenüber.
4½proz. Liquidations=Schuldverſchreibungen der Landeskreditkaſſe
in Kaſſel und der Naſſauiſchen Landesbank in Wiesbaden. Soeben iſt
eine zweite preußiſche Verordnung epgangen, die zur Durchführung der
Aufwertung von Anſprüchen gegen öffentlich=rechtliche Kreditanſtalten
die Ausgabe von Liquidations=Schuldverſchreibungen an die Gläubiger
aufzuwertender Anſprüche aus Pfandbriefen, anderen
Schuldverſchrei=
bungen und aufgenommenen verbrieften Darlehen der Landeskreditkaſſe
in Kaſſel, der Naſſauiſchen Landesbank in Wiesbaden und der
Landes=
kreditanſtalt in Hannover regelt. Die Liquidationsſchuldverſchreibungen
ſind mit mindeſtens 4½ Prozent zu verzinſen und zum Nennbetrage
einzulöſen. Sie ſind zum Nennbetrag auf den endgültigen Anteil der
Gläubiger an der Teilungsmaſſe anzurechnen und können, ebenfalls zum
Nennbetrag, zur Rückahlung der Hypotheken und Grundſchulden
ver=
wendet werden.
Wayß u. Freytag, A.=G., Frankfurt a. M. Der A.=R. beſchloß, der
G.=V. am 20 Mai, nach erhöhten Abſchreibungen für 1926/27, wiederum
eine Dividende von 10 Prozent für die St.=A. und 6 Prozent für die
V.=A. vorzuſchlagen. Auch im neuen Jahre iſt die Beſchäftigung im
In= und Auslande befriedigend.
Schriftgießerei D. Stempel A.=G., Frankfurt a. M. Für das
ab=
gelaufene Geſchäftsjahr 1926 erfolgt die Verteilung einer Dividende von
8 Prozent (i V. 6 Prozent). Der A.=R. hat beſchloſſen, die diesjährige
v. H.V. auf den 19. Mai einzuberufen. Das im Umlauf befindliche
Stammaktienkapital ſtellr ſich auf 2,57 Mill. RM.
Ludwigshafener Walzmühlen AG. Ludwigshafen a. Rh. Die
ordentliche Hauptverſammlung genehmigte den Abſchluß für 1926 mit
einer Dividende von 8 Prozent (i. V. 4 Prozent) auf die Stammaktien
und 6 Prozent auf die Vorzugsaktien aus einem Reingewinn von
485 377 (295 897) RM. Der Verwaltung wurde Entlaſtung erteilt und
in den Aufſichtsrat Kommerzienrat Wilhelm Ludowici=Heidelderg
ge=
wählt. Generaldirektor Geh. Kommerzienrat Dr. h. e. Hartmann gab
folgende Ausführungen über den Status der Geſellſchaft: Die
Auf=
tragsbeſtände überſtiegen Ende 1926 mengenmäßig die von Ende 1925
um mehr als das Zehnfache. Wenn es ſich hierbei zum Teil auch um
erſt in den Frühjahrsmonaten 1927 zu erfüllende Lieferungsverträge
handele, mußte doch am 31. Dezember 1926 Dechung vorhanden ſein,
um ſich bei ihrer Beſchaffung nicht den Zufälligkeiten des
Weltgetreide=
marktes und des freien Waſſerſtandes auszuſetzen. So überſtieg der
Vorrat an Rohſtoffen und Fabrikaten Ende 1926 den des Vorjahres
um annähernd das Dreifache. Größere Warenbeſtände als natürliche
Folge größerer Auftragsbeſtände und ungleich größere Produktion im
letzten Quartal 1926 gegen 1925 rechtfertigten in Verbindung mit
erheb=
lich höherem Preisſtande die größeren Außenſtände und Vorräte und
damit die Verpflichtungen. Sie bedeuten nicht die Illiquidität, ſondern
eine erfreuliche fortſchreitende Produſtionsentwicklung. Die
Mühlen=
induſtrie mit ihren in täglichem Umlauf und Verarbeitung befindlichen
und daher täglich ſich wieder liquidierenden Rohſtoffbeſtänden ſei daher
ganz anders zu beurteilen wie andere Geſchäftszwveige. Der weitere
Ge=
ſchäftsgang hängt von der Tarifpolitil der Reichsbahngeſellſchaft ab.
Generalverſammlung der Vereinsbank Höchſt. Die
Generalver=
ſammlung der Vereinsbank Höchſt a. M. beſchloß, den Reingewinn in
der von der Verwaltung vorgeſchlagenen Weiſe zu verteilen. Danach
erhalten die Mitglieder auf die Geſchäftsguthaben 10 Prozent
Divi=
dende, 8243 RM. werden dem Reſervefonds, 3500 RM. dem
Spezial=
reſervefonds und 10 000 RM. dem Aufwertungsfonds zugeführt, 1887,36
Reichsmark zu Abſchreibungen auf Haus= und Mobilienkonto benutzt
und 283805 auf neue Rechnung vorgetragen.
Deutſche Glas= und Spiegelfabriken, A.=G., Fürth. Die Deutſche
Glas= und Spiegelfabriken=A.=G., Fürth, hat im abgelaufenen
Geſchäfts=
jahr unter ſehr ungünſtigen Verhältniſſen gearbeitet. Der ausgewieſene
Verluſt von 683 000 Rm. ſoll durch Kapitalzuſammenlegung im
Verhält=
nis 6:1 und Kapitalerhöhung auf 600 000 Mark gedeckt werden.
Eine bedeutende Transaktion in der rumäniſchen Erdölinduſtrie.
Eine engliſch=franzöſiſch=ſpaniſche Gruppe unter Führung von Paul
Dor=
man und Dr. Iſpegelianz hat von der rumäniſchen Erdölgeſellſchaft
„Subſolul” das Kontrollpaket der Erdölgeſellſchaft „Banca Minelor”
erworben. Da die „Banca Minelor” bisher auch Bankgeſchäfte tätigte
und darüber hinaus Aſphaltgruben wie Wälder ausbeutet, wird die
neue Kontrollgruppe mit Rückſicht auf die heterogene Zuſammenſetzung
der Produktion dieſe Geſchäfte von der Erdölgewinnung, der man einen
größeren Auftrieb geben will, trennen. Um die nötigen Kapitalien zu
beſchaffen, ſoll in Paris eine Holding=Geſellſchaft gegründet werden, in
der Aktien der „Banca Minelor” eingebracht werden ſollen. Infolge
dieſer Transaktion ſind die Aktien der „Banca Minelor”, die weit unter
Pari ſtanden, nunmehr bis auf 120 Prozent geſtiegen. — Dieſe
Trans=
aktion iſt ſehr bemerkenswert, weil ſie die erſte in den letzten Jahren iſt,
bei der das ausländiſche Kapital wieder aktiv und direkt in die
rumä=
niſche Erdölinduſtrie eingreift, und weil ſie auch ſicher zu heftigen
poli=
tiſchen Auseinanderſetzungen Anlaß geben dürfte, da durch den
Ueber=
gang des Kontrollpakets auf eine ausländiſche Gruppe die rumäniſche
60 Prozent=Mehrheit nunmehr beſeitigt iſt.
Viehmärkte.
Frankfurter Viehmarkt vom 2. Mai. In Rindern war heute gute
Ware reichlich angeboten; nach auswärts erfolgte ſtarke Ausfuhr. Wohl
infolge des übermäßigen Schweinauftriebs war das Geſchäft ruhig; es
wurde aber trotzdem bei gleich bleibenden Preiſen ausverkauft. Auch am
Kälbermarkt war der Handel ruhig; nach nachlaſſenden Preiſen wurde
ausverkauft. In Schweinen war infolge des großen Angebots das
Geſchäft anfangs langſam, belebte ſich aber gegen Schluß des Marktes,
ſo daß nahezu geräumt wurde. Der Auftrieb beſtand aus 377 Ochſen,
86 Bullen, 624 Kühen, 327 Färſen, 627 Kälbern, 91 Schafen und 568
Schweinen. Bezahlt wurde je Zentner Lebendgewicht: Ochſen, Klaſſe a 1
63—67, a2) 58—62, b1) 53—57, b2) 48—52; Bullen: a) 57—62.
b) 52—56; Kühe: a) 51—55, b) 45—50, c) 37—44, d) 30—36; Färſen:
2) 62—67, b) 55—61, c) 48—54; Kälber: Klaſſe a geſtrichen, b) 75—80,
C)68—74, d) 58—67; Schafe: Klaſſe a) 56—60; Schweine: a) 52—51
b. c und d: 53—54, e) 51—53, 5) geſtrichen, g) 45—50. Marktverlauf:
In Rindern u. Kleinvieh ruhiges Geſchäft und geräumt; bei Schweinen
anfangs langſames, ſpäter belebtes Geſchäft und nahezu ausverkauft.
Ninder blieben unverändert, ebenſo Schafe. Kälber waren 2 bis 3 Mf.
teurer und Schweine 2 bis 3 Mark billig
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 2. Mai.
Trotz der heute vorzunehmenden Prämienerklärung eröffnete die
Börſe in außerordentlich feſter und lebhafter Stimmung. Beſonders
bevorzugt waren wieder die Elektrowerte, für die außerdem auch noch
Deckungen zum Utimo vorzunehmen waren. Zum erſten Kurs gewannen
Bergmann 10 Proz,, während die Schuckertaktien zunächſt vernachläſſigt
blieben. Auch die Zellſtoffaktien traten wieder ſehr ſtark in den
Vorder=
grund, insbeſondere wurden Zellſtoff Waldhof wieder ſenſationell
ge=
ſteigert. Die erſte Notierung wies bereits einen Kursgewinn von zehn
Prozent auf. Auch für die reinen Eiſenwerte machte ſich wieder großes
Intereſſe bemerkbar, ohne daß dafür ein plauſibler Grund hätte
ange=
geben werden können. So gewannen Gelſenkirchen 4 Prozent, Phönig
4 Prozent und Stahlverein 2½ Prozent. Chemiewerte waren dagegen
ſchwächer und J.=G. Farben teilweiſe gegen Elektrowerte im Tauſche
angeboten. Farbeninduſtrie verloren anfangs 2 Prozent. Von
Spezial=
werten waren Rütgerswerke feſt und 4 Prozent höher, während Deutſche
Erdöl etwas nachgaben. Die Aktien der Bauunternehmungen blieben
im allgemeinen unverändert, nur Hoch= und Tieſbau minus 2 Proz.
Von Lokalpapieren eröffneten Voigt u. Häffner 4 Prozent niedriger
auf die enttäuſchende Dividendenerklärung. Renten blieben weiter
um=
ſatzlos. Von Ausländern waren Türken angeboten, in erſter Linie die
Angtolier auf den Abbruch der Pariſer Verhandlungen.
Im weiteren Verlauf, namentlich als das Geſchäft per Medio
frei=
gegeben war, wurde die Umſatztätigkeit noch lebhafter. Die
Kurs=
ſteigerungen wurden jetzt allgemeiner. Zellſtoff Waldhof bildeten aber
weiter den Mittelpunkt und zogen abermals um 7 Prozent an. Auch
die anfänglich vernachläſſigten Schuckertaktien gewannen jetzt einige
Prozent. Schiffahrtswerte ſchloſſen 2 Prozent höher. Dagegen waren
die Banken nur verhältnismäßig wenig im Handel und wieſen neben
einigen Kursſteigerungen auch einige Kursverluſte auf. Zur
Prämien=
erklärung kam übrigens faſt noch kaum Material an den Markt;
übrigens waren nicht viel Prämiengeſchäfte im Umlauf geweſen.
Tägliches Geld 7 Prozent, Geld per Medio 7½ bis 810 Prozent.
Die Abendbörſe war außerordentlich lebhaft und an ſämtlichen
Märkten feſt. Die Hauptumſätze hatten Farbeninduſtrie die 12½
Pro=
zent anzogen, daneben Mannesmann, Klöckner und Phönix geſucht.
Von Elektrowerten A.E.G. und Schuckert verlangt. Zelſtoffwerte
be=
haupteten ihre Höchſtkurſe, lagen jedoch ruhiger. Aſchaffenburger Zell
erneut plus 7 Prozent. Am Kaſſamarkt waren ſämtliche Brauereiaktien
ſowie Braubank und von Einzelwerten Baſt, Faber u. Schleicher uſw.
höher geſucht. Anleihen geſchäftslos. Fabeninduſtrie 339, Rheinſtahl
266, Stahltruſt 166, Klöckner 213, Gelfenkirchen 213, Aſchersleben 218,5.
Schuckert 240, Lahmeher 209, Licht u. Kraft B4,5, Siemens u. Halske
343,5, Danatbank 29, Mitteldeutſche V6, Commerzbank 218, Kleyer
157, Aſchaffenburger Zelſtoff 240. Wahß u. Frettag 196, Holzmann B2,
Zellſtoff Waldhof 367, Scheideanſtalt 249, Ablöfungsrente 21,10.
Im Abenddeviſenverkehr war Mailand ſchwach. London
gegen Paris 124,01, gegen Mailand 94,50, gegen Holland 12,1334, gegen
Madrid 27,4, gegen Zürich 26,25, gegen New York 4,8575, Pfunde gegen
Mark 20,50, Dollar gegen Mark 422.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 2. Mai.
Die neue Böyſenwoche begann mit einer neuen Hauſſe in
Spezial=
papieren, deren Umfang und Stärke ſelbſt in maßgebenden Kreiſen der
Hauſſeſpekulation Ueberraſchung hervorgerufen haben dürfte. Die
ſcharfen Kursſteigerungen erſtreckten ſich allerdings hauptſächlich auf die
Spezialpapiere, von den Kunſtſeide= und Zellſtoffaktien, Giſenwerte,
Gummiwerte Elektroaktien und Spritwerte im Mittelpunkt ſtanden.
In dieſen Papieren beobachtete man mehrfach Anfangsgewinne von
6 bis 15 Prozent. Den Rekord hielten Bembergaktien mit einer Bproz.
Erhöhung gegen ihren letzten Schlußkurs. Berger Tiefbau konnten vor
1 Uhr überhaupt nicht notiert werden, da den Kauforders kein
an=
näherndes Angebot gegenüberſtand. Die Makler rechneten, ehe die
Notiz ausgeſetzt wurde, mit einem Kurs von 425 bis 430, der im
Ver=
gleich zur Samstagsbörſe eine Befeſtigung von rund 35 Prozent
er=
geben hätte. Die Geſamttendenz war ſonſt freundlich. Doch hielten ſich
an den übrigen Märkten die Veränderungen in einem etwas kleineren
Rahmen. Viel beachtet wurde der zuverſichtlich abgeſtimmte
Monats=
bericht der Kommerz= und Privatbank. Außerdem fand das Intereſſe
für Kaſſawerte bei der Spekulation eine günſtige Aufnahme, die ſich
von der noch angeſpannten Lage des Geldmarktes in ihrer
Hauſſe=
ſtimmung nicht beeinträchtigen ließ. Tagesgeld ſtellte ſich auf 5½. Im
Deviſenverkehr erlitt die Lira, nachdem man vormittags einen Kurs
von zirka 92 hörte, in London plötzlich einen empfindlichen Rückgang
auf 9434. London—Madrid befeſtigt. Der Dollar lag in Berlin mit
4,22 erneut höher.
Im weiteren Verlauf der Börſe gingen die Hauptpapiere erneut in
die Höhe, ohne daß eine fühlbare Realtion zu beobachten war. Erſt
gegen Ende der zweiten Börſenſtunde ſchwächte ſich das Niveau etwas
ab. Die Rückgänge von etwa 2 bis 3 Prozent gegenüber den höchſten
Tageskurſen ſtanden aber in gar keinem Verhältnis zu den
vorange=
gangenen Steigerungen. So hatten Vgt. Glanzſtoff nach ihrem
An=
fangsgewinn, eine nochmalige Steigerung um 18 Prozent, Zellſtoff
Waldhof um 9 Prozent aufzuweiſen. Stärker gefragt blieben auch
Feldmühle, Orenſtein; von Bankaktien Danatbank und Mitteldeutſche.
Deutſche Maſchinen zeigten, im Gegenſatz zur Geſamttendenz, in
Nach=
wirkung des ungünſtigen Abſchluſſes eine um 3 Prozent ſchwächere
Haltung. Privatdiskont, kurze Sicht 42, Proz,, lange Sicht 42, Proz.
An der Nachbörſe wurde die vorübergehende Abſchwächung wieder
ein=
geholt. Die Hauptpapiere, insbeſondere Zellſtoffaktien erzielten neue
kräftige Avancen und gingen ſchließlich mit höchſten Tageskurſen aus
dem Verkehr. An der Spitze lagen Zellſtoff Waldhof mit einem
Nach=
börſenkurs von 367 Prozent, nach 340 bei Börſenbeginn. Feldmühle
notierte nach Schluß etzwa 5 Prozent höher mit 20, Ludwig Loewe,
die während der amtlichen Geſchäftszeit gedrückt waren, erholten ſich
kräftig auf 370. Die Erhöhung beider Privatdiskontnotizen um je ein
Achtel Prozent machte auf die Spekulation nur einen geringen Eindruck.
Man nannte im einzelnen gegen 2.30 Uhr: Hapag 160, Hamburg Süd
einigte Glanzſtoff 740, Schultheis 529, J.=G. Farbeninduſtrie 327½,
Da=
natbank 283. Mitteldeutſche Kredit 27634, Berger Tiefbau 422, Ablö= geblieben.
ſungsrente ſchwächer, 20,75.
30 4. 1 2. 5
2. 5.
30. 4.
291.—
Aſckalfb. Zellſtoff 216.375l224.5 Semoor Zement.
1295.
Augsb.=Nürnb. Maſch j 171.75 175.— Hirſch Kupfer..
61.75 62.5 Höſch Eiſen......
1229.75 230.— ſtellend.
Bamag=Meguin
Hohenlohe Werke.
230,5 231.-
28.6251 28.6
Bank el B.
Terlin. KarlsruheFnd 121.5 122.25 Kahla Vorzellan
140—
Bremer Bulkan .... 156.— 169.75 Lingel Schuh. .
229.75 239.—
Tremer Wolle.
1370.— 361.—
Teutſch.=Atlant. Tel. 125.375/127.87512. Loewe u. Co..
C. Lorenz
Teutſche Maſchinen. 128.75 125.
11s6.5 155.—
Teutſch.=Nied. Tel. / 13.1251 13.25 Niederlauſitzer Kohle 1205.—
210.—
Teutſche Erdöl .... 1198.— 198,5 MNordd. Gummi.
Teutſche Petroleum. 87.— 87. Srenſtein.
154,75 165.—
1585 159,5 Rathgeber Baggon : /113.75 114.—
Tt. Kaliwerke.
Rombacher Hütten.
Tonnersmarchüte. 1149.5
162.— 160.125 Roſitzer Zucker.
Tynamit Nobel. .
Cleltr. Lieferung. ... 210.5 214,5 Rütgerswerke.
(145.— 145.—
329.25 1327.— Sachſenwerk.
J. 6. Farben..
Sächſ. Gußſtahl".
1207.25 200.—
R. Zriſter. . .
75.— 81.—
Siemens Glas..
120o. 199.75
Caggenau Vorz..
20.— Ver. Lauſitzer Glas. /168.5 170.—
Eelſenk Eußſtahl.
71.—
&. f. elenr. Untern. 1 234.8751288. — Volkſtedter Porzell.
215.— 220.— Beſtf.E. Langendreer 1 59.— 60.—
Salle Maſchinen.
5. —
80.—
Kan. Maſch.Egeſt. 152.— 154,75 Wittener Gußſtahl.
l295.— 310.,5 trag erhalten.
Banderer=Werke.
Sanſa Tampfſchf. .. 1239.—
Deviſenmarkt.
Amſterdam=R.
Zuenos=Aires.
Früſſel=Antw
Telo
Kopenhagen
Steäholm
Kelſingſors
Italien .
Lendon.
Nen=Vrrk.
Taris ..
Sckreiz
Stanien
Celd Brief 2. 5.
Geld / Briel Bien D.=Oſt.abg. . 4.
Geld /Brie f 168.67 169.09 16s. 67 169.09 59.341 59.47 1.785 1.789 .7851 1.789 Prag. . 2.47712,517 58.605 58. 745 38. 605/58.745 Budapeſt( Pengö 73.44 73.62 109.04 109.32 10s. 39/109.27 Japan. 2.013 2.017 112.48 112.76 2 5ilt 12.79 Rio de Janeiro 0 496 I.498 1 112.66 112.94 12.69/ 1 12.37 Sofia 3.943 3.053 10.595 10.635 0.595 10.635 Jugoflavien. 7.40 1.421 22.345 22 405 2149 21.55 Konſtantinopel 2.16 2.11 20.470 20.522 26 a7220,.524 Liſſabon 21 4754 2i.525 4.a745 1.2245 1.2145 1.2245 Tanzig....... 81.78 21.981 16.51 16.55 16 S118.55 Athen ....... z.69 3.71 81.055 81.255 B1.078:-27 Kanada. . . . . . .. 4.216 4.226 74.18 74.34 74.57 74.75 uruguah. . .. . 4235 4.24
2. 5.
Geld Brie
59.34/ 59.48
12.48 112.52
2.023 2.027
1.496 0.498
3.043/ 3.053
1.40 T.42
2.17 2.18
81. 79/ 31.99
5.69/ 5.71
1.216/ 4.:228
1.225 4 .235
73.50/ 73.68
0.475/20.525
Produktenberichte.
Mannheimer Produktenbericht vom 2. Maf. Die geſteigerte
Nach=
frage nach Brotgetreide und Futtermitteln bekundete meiſt feſte Haltung,
insbeſondere füir nahe Ware. Man verlangte für die 100 Kilo
waggon=
frei Mannheim in RM.: Weizen inl. ohne Angebot, ausl. 30,25—32,75,
Roggen inl. 27,75—28, ausl. 28—3,25, Hafer inl. 23—241, ausl. 23—24,
Braugerſte ohne Angebot ausl. 29,75—32, Futtergerſte 23—23,75, Mais
mit Sack 19,50, Süddeutſches Weizenmehl Spez. 0 40,50, ſüddeutſches
Weizenbrotmehl 32,50, füdd. Roggenmehl 36—38,50, Kleie 14,25—14,50.
Der Mannheimer Viehmarkt findet wegen des Maimarktes erſt am
Dienstag, 3. 5., ſtatt.
Frankfurter Produktenbörſe vom 2. Mai. Die Getreidebörſe lag
zum Wochenanfang weiter außerordentlich feſt, mit Preiserhöhungen
von dunchweg 1 RM. Auch Mehl und ſelbſt Futtermittel etwas
an=
ziehend. Für je 100 Kg. Parität Frankfurt a. M. bei Waggonbezug
wurden bezahlt: Weizen 29,75—30, Roggen 27,50—28 Sommergerſte
2—29, Hafer 24—24,50, Mais 19, Weizenmehl 40,25—40,75, Roggenmehl
37,25—38, Weizenkleie 14—14,50, Roggenkleie 14,50—14,75, Erbſen 30
bis 60, Linſen 40—60, Heu 8—9, Weizen= und Roggenſtroh drahtgepr.
4,75—5,2, dto. gebündelt 4—4,50, Treber getrocknet mit Sack 16—16,50.
Frankfurter Kartoffelmarkt vom 2. Maf. Als Großhandelspreiſe
je 50 Kg. Frachtzzarität Frankfurt a. M. bei Waggonbezug wurden
be=
zahlt: Für Induſtrie hieſiger Gegend 7 RM., für weißſchalige und
weißfleiſchige hieſiger Gegend 5,25—5,50 RM. Haltung feſt.
Weiterer Ausfall der Frankfurter Produktenbörſe. Aehnlich wie in
den beiden Vorwochen fallen infolge der Umbauarbeiten an der
Frank=
furter Getreidebörſe die Börſenverſammlungen am 3., 5. und 6. Mai
aus. Es ſindet mithin nur die Mittwochsbörſe am 4. Mai und
ſo=
dann die vom 9. Mai wieder ſtatt.
Berliner Produktenbericht vom 2. Maf. Am Brotgetreidemarkt iſt
eine merkliche Beruhigung eingetreten. Die Cifofferten zeigten kaum
weſentliche Veränderungen; hier iſt die Nachfrage nach überſeeiſcher
Ware entſchieden vorſichtiger geworden. Die umfangreichen
Roggen=
andienungen und auch die Weizenandienungen fanden glatt Unterkunft.
Die ſchwachen Liverpooler Meldungen löſten einige Verſtimmung aus
und ließen ſowohl den Weizen= als auch den Roggenlieferungsmarkt
ſchwächer eröffnen. Beſonders waren die Herbſtſichten in Anbetracht
des günſtigen Wetters nachgiebiger. Aus dem Inlande iſt Brotgetreide
nur in ganz geringen Mengen offeriert. Soweit Material herauskommt,
findet Weizen nach Polen Abzug, während Roggen bei den
Provinz=
mühlen aufgenommen wird. Die Preiſe erfuhren gegenüber Samstag
faſt keine Veränderung. Weizen= und Roggenmehl begegnen bei
unver=
änderten Forderungen ſtärkerer Zurückhaltung. Hafer iſt in den Offerten
nach wie vor hoch gehalten; hier macht ſich angeſichts einer gewiſſen
Sättigung des Konſums Vorſicht geltend, während Polen höhere Preiſe
zahlt. Gerſte behielt ruhiges Geſchäft, Ackergerſte iſt feſt veranlagt.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 2. Mai. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der heutige Markt zeigte eine ſehr feſte Haltung mit
Kurs=
ſteigerungen bis zu 3 C. Verurſacht wurde dieſe Hauſſe durch das
Be=
kanntwerden der Wochenſtatiſtik, ungünſtüige Berichte aus dem
Sommer=
weizengürtel und ungünſtiger lautende Ernteſtandsberichte. Im
Schluß=
verkehr trat eine Abſchwächung ein auf ungewügende Exportnachſrage.
Mais: Der Markt geſtaltete ſich feſt bei Preisſteigerungen bis zu
3 C. ausgehend von Baiſſedeckungen angeſichts der Weizenhauſſe, kleine
Ankünfte und die Wochenſtatziſtik. Im Schlußverkehr überwogen
Glatt=
ſtellungen.
Hafer: Der Markt ſchloß ſich Weizen und Mais an und zeigte
Kursgewinne bis 2 C.
Baumwolle: Im Anfangsverbehr war die Haltung etwas ſchwächer,
im Einklang mit ſchwächeren Lokopreiſen und Meldungen von
wohltuen=
den Niederſchlägen in den atlantiſchen Staaten. Im Schlußverkehr trat
eine Befeſtigung ein auf die Meldungen aus den
Ueberſchwemmungs=
gebieten und Kaufluſt der ausländiſchen Spinnereien.
Kaffee: Der Markt nahm einen ſchwächeren Verlauf auf die
Kauf=
reſerve der Röſtereien und liberaleres Angebot aus Braſilien, ſowie in
Erwartung größerer Liefernotizen gegen Termine.
Zucker: Billigeres kuban. Angebot hatte Abgaben zur Folge. Im
Schlußverkehr trat jedoch eine Befeſtigung ein auf Käufe der Walſtreet.
Kakao: Der Markt zeigte ſich weiter erholt auf höhere ausländiſche
Notierungen, Deckungskäufe und Kaufluſt der Fabriken und des
Aus=
landes.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 2. Mai:
Getreide. Weizen: Mai 138½, Juli 133, Sept. 130: Mais:
Mai 74le, Juli 790/, Sept. 833; Hafer: Mai 47, Juli 47/,
Sept. 46; Roggen: Mai 109½/, Juli 1062e, Sept. 97/g.
Schmalz: Mai 12,35; Juli 12,52.
Fleiſch. Rippen: Mai 13,60, Juli 13,45: Speck 13,75:
Schweine: ſchwer 9,75—10,45, leicht 10,25—10,90;
Schweine=
zufuhr: Chicago 60 000, Weſten 133 000; Talg Ohio 734.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 2. Mai:
Getreide. Weizen Nr. 2: rot 151½/g, hart 156½/s Mais Nr. 2:
89½, Hafer Nr. 3: 59; Roggen exp. 121½/, Mehl Spring Patent
6,75: Getreidefracht: nach England 2= Schilling, nach dem
Kon=
tinent 16 Cents.
Schmalz: Mittel, Weſten 13.10.
Schweinefleiſch: Family 31.
Kleine Wirtſchafts=Nachrichten.
Der Prſpatdiskont wurde geſtern für beide Sichten um je 1/,
Pro=
zent erhöht. Er beträgt 4, Prozent.
Nachdem der März eine nicht unerhebliche Steigerung der
Kon=
kurseröffnungen gebracht hatte (565 gegen 483 im Februar und 513 im
29½, AGG. 228½, Siemens 341½, Mannesmann 246½, Köln=Neueſſen Januar), iſt im April ein Rückgang auf 427 zu verzeichnen. Auch die
229½, Klöckner 213, Gelſenkirchen 211, Vereinigte Stahlwerke 163, Ver= mangels Maſſe abgewieſenen Konkurſe ſind von 154 auf 114
zurück=
gegangen. Die neu verhängten Geſchäftsaufſichten ſind unverändert
Wie wir erfahren, wird in der in den nächſten Tagen ſtattfindenden
A. R.=Sitzung der Rheiniſchen Elektrizitätswerke A.G. vorausſichtlich
eine Dividende in Vorſchlag gebracht werden, die die vorjährige von
1125.875 125.75 8 Prezent leicht überſteigt. Die Geſchäftslage entwickelt ſich zufrieden=
Für die nächſte Woche werden die Vertreter der deutſchen In=
Fraunkohl.=Briketts 245.— 248.— Lindes Eismaſch. . .. /182.75 178.25 duſtrieverbände in Wien erwartet. Die in Berlin eingeleiteten Be=
110.— ſprechungen über eine Zuſammenarbeit der öſterreichiſchen und deutſchen
Linke u. Hofmann .. 1 94.5 97.5 Induſtriekorporationen ſollen hierbei fortgeſetzt werden.
Die Wiedereinführung des Ultimo= und Medioeffektenhandels in
Wien, die vor einiger Zeit den Gegenſtand lebhafter Diskuſſion der
be=
teiligten Kreiſe bildete, wurde, da ſich die Börſenintereſſenten dagegen
ausſprachen, vorläufig wieder vertagt.
Der Wiener Magiſtrat arbeitet an der Fertigſtellung des Geſetz=
1109.— 105.75 entwurfes über die Garantieübernahme des Landes Wien beim Export
nach Nußland. Im weſentlichen werden die Beſtimmungen der deut=
1144.,5 144 875 ſchen Garantieübernahme hierfür als Grundlage genommen. Man
roch=
net nach 2—3 Wochen mit einer Fertigſtellung des Entwurfes.
Aus Moskau wird gemeldet, daß die Sowfetregierung beabſichtige,
in Genf Verhandlungen zur Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen
mit Belgien einzuleiten. Sokolnikow hat einen diesbezüglichen Auf=
Aus Fiume wird gemeldet, daß die jugoſlawiſche Regierung im
Vorhafen Suſſek den Ankerzoll um 40 Prozent erhöht habe. Auch in
den anderen jugoſlawiſchen Seehäfen ſollen die Zölle und Gebühren
erhöht werden.
Das Juſtizdepartement gibt bekannt, daß die Regierung der
Ver=
einigten Staaten keine Maßnahmen ergreifen werde, um während der
Dauer des Prozeſſes gegen das franzöſiſch=deutſche Kaliſyndikat den
Import und Verkauf von Kali in der Vereinigten Staaten zu
ver=
hindern.
Nach Berichten aus Budapeſt hat die Danica, chemiſche Fabrik, ihre
Petroleumraffinerie in Bosna Brod an die Standard Oil verkauft.
Die Negierung von Panama hat einen Vertrag abgeſchloſſen, durch
eine Anpflanzung von 10 000 Maulbeerbäumen in möglichſt kurzem
Zeitraum ſtattfinden ſoll, damit im großen Maßſtabe die Seidenraupene
Mt eingeführt werden kann
Geite 12
Dienstag, den 3. Mai 1927
Num mer 122
Grantfärter Kursdericht vom B. Dar Lep.
Staatspapiere
a) Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ.
Schuld einſchl
Ausloſ.=Sch. I. Teil 319.25
(. Teil 321.5
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld ohne
Aus=
loſungsſcheine ... 211/,
6‟,% Reichsp. Sch.
p. 1. 10. 30
7½ Baher. Staats=
Sch. p. 1. 4. 29
6=% H. V. Sch.
p. 1. 4. 29
98.25
6½/,%0 Pr. St.=Sch.
1. 1. 3. 29
97.75
6‟,% Pr. St.=Sch
10. 30
2 Sächſ. Freiſtaat
Schatz. p. 1. 7. 29
70 Sächſ. Freiſtaat
Schatz. p. 1. 7. 301 99.5
6 ½% Württ. Freiſt.
Schatz. p. 1. 3. 29/ 99.5
a) Ausländ iſche
5% Bos.E.B 1914
5%. L. Inv. 1914
4½% 1898 ..
4½½ „1902 ...
4%
5 % Bulg. Taba 102
4½% Oſt. Staatsr.
v. 1913, Kbb.1918
4½%Oſt. Schatz. 1
4½% Oſt. Silberr.
4% „ Goldr...
4% „einh. R. (kon)
8% Port. (Spz.) III
46
26
5% Rum.am. R. 03
4½% Gold. 18.
„„ am. konv..
am. 05
21.25
7.9
8.1
Türk. (Adm.103
(Bagd.) I
„ (Bagd.)II
% Türk. unif. 1903
„ 1911 Zoll.
½% Ung. St. 1913/
St. 1914
Goldr.
St. 10 .
„ Kronr.
Eiſ. Tor..
Außereuro=
päiſche
5% Mex am. in abg
5% äuß. 99 ..„
Gold04ſtf.,,
40
9 „ konſ. inn. „
4½% Irrigat.,
5½ Tamaulipas I
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
0%Berl. H.=B1. G
6‟ Berl. St.=Golt
8% Darmſt. St.=G.
8% D. Hyp.=Bank
Meining. Goldpf.
82 Frt.=byp=B.,
Goldpfdbr.
7% Frkf. H.=B. Gld. /102
3% Frlf. Pfbr.=Bk.
Goldpfdbr.
20 Pfbr. Bk.=Gld.
5% Frkf. Pfdbr.=Bk.
Goldpfdbr.
8% H. Lbs.=Bk. Gld.);
7%
10% R. Elektr. Marl
(Hagen) Goldobl. /104.75
3% K. Landesbank
Darmſt Reihe 1
Reihe II
3%
7% M.=Krft. Höchſt
22
24.5
17
24‟
25
28
241,
26‟
22.3
111.5
104
96.5
89.25
100.5
102.45
Ne
88.5
103
G
101.6
101.6
96.35
3 Mannh. St.=G.)
80 Naſſ. Ldb. Gold
80 Nbg. St.=Gldal.
8% Pfälz. Hyp.=Bk.
Gold=Pfdbr. ./100
80 Pforzh. St.-G.
80 Pr. Centr.=Bd.=
Cr.=Bk. Gldpfbr.
8% Pr. Gentr.=St.-Goldpfbr. 1105
7%
8% Rh. Hhp.=Bank
Gold=Pfdbr. .1102.5
7½% Rh. St. W.25
10% Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk. Goldpf.
% Südd. B. Cr.=B.
Goldpfdbr.
7% V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyp.=Gld.. mit Option/113
7% V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyp.=Gld.. ohne Option
8% Voigt &Häffner
Goldobl... .. . ..
8% Württbg. Hyp.=
Bank Goldpfbr. 1100
Ohne
Zins=
berechnung
50 Bdw. Kohl 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23
6% Heſ. Brk.=Rg. 23
5% Roggen 23
5% Pr. Kaliw.
5% Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt=B. G
Vorkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bayr. Vereinsb.
Bayr Handelsb
100
103
103
102. 75
99.25
102
13.25
—
—
6.25
222I.
Bahr. Hyp.u. Bechſ
Berliner Hyp.=Bf.
Frrf. Hyp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp=Bk.
Mecklb.Hyp.=u Wb.
Meining Hyp.Bk
Nordd. Gr.= Cr Bk.
Pfälz. Hyp.=Bk.
Preuß= Bod.=Cr.=B.
Pr. Cent.=B.=Cr.=B
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein. Hyp.=B.
Rh. Wſtf.=B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr.
Württ. Hyp.=Bk.
Staatl. od. prov.
garantiert
Heſſ. L.=Hyp.=B..
Landeskr. Caſſel"
Naſſau. Ldsb. ..
Obligationen v.
Transportanſt.
40 Eliſ.=Bahn ſtfr.
42 Galiz. Carl=
Lud.=B.
4%0
abg.
5% L. Sb. /Lb. ſtfr.
2.,6% Alte
2.6% Neue
5% Oſt.=Ung. 73/74
4%Oſt. Staatsb. 83
3%Oſt. 1.b.8.E.
3%Oſt. 9. E.
3½Oſt. 1885
3%Oſt. „ Erg. Netz
3% Raab Oedbg. 83
91
97
25 Rud Silber.
4 Rud. Salzkg.)
4½% Anat. S.I
4½% Anat. S III
4½% Anat S. III
3% Salon. Monaſt.
5% Tehuantepee
4½%
19.4
16.8
0.45
13
14.1
13.9
13.2
16
11.35
8.8
5.55
14.5
14.5
11.25
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit.. . . 170
160
Bad. Bk.
Bk. ſ. Brauind. 270
Barmer Bankv. 170.5 Rhein. Stahlw...
Bah. Hyp.=Wcht 203.5
Berl. Handelsgen
Comm. u. Privatb. 1225.5
Darmſt. u. Nat.=Bi. 230.75 Tellus Bgb
Deutſche Bant
d. Eff. u. Wchſ.=Bf. 16
D. Hyp.=Bk. Mein. /172.5
162.5
D. Vereins=Bk 122.5
Disk.=Geſellſch . . 185.5
Dresdener B1 186.5
Frankf. Bk.
Frkf. Hyp.=Bk. 220
Frkf. Pfdbr.=Bk. . 185
Gotha. Grundfr. Bk.
Lux Intern Bank/ 12.25
Metallbank
Mitteld. Creditb (270
Pfälz. Hyp.=Bk.
Pr. Bd.=Creditbank 170
Hyp.=Akt.=Bank
Reichsbank=Ant 175.75
Rhein Creditbk. 146.5
Rhein=Hyp.=Bk. 1217
Südd B.=Creditbf.
Südd. Disc.=Geſ. 1158
Oſterr. Creditanſt. 10.1
Wiener Bankverein
Bergwerfö=Akt.
175
Bochum. Bergb. .
Buderus.
...
Dt. Luxemburg . .
Eſchw. Bergw...
Gelſenkirch. Bgw
Harp. Bergb...
Jlſe Bergb. St.
Genußſchein
Pali=Aſchersleb.
Kali. Salzdetfurt.
Kali. Weſterregln
Rlöcknerwerke
Mannesm.=Röhr
Mansfelder
147
208.5
260.5
300
154
274
216
205
246.25
171
Oberbedarf
Otavi=Min.=Ant .. 41.9
Bhönix=Berg
Rhein. Brau
A. Riebeck Montan
Rombach Hütte
Salzwert Heilbr
199,75 Ver. Laurahütte
Ver Stahlwecke
Fnduſtrte=Akt.
Brauereien
Eichbaum (Mannh.)
Henninger .......
Hereules Heſſiſche
Löwenbr.=Müncher
Mainz. Aktienbr.
Schöfferhof(Bind.
Schwarz Storchen-
Tucher. Nürnberg
Werger
Akkum. Berlin.
Adler & Oppenh.
Adlerw. (v. Kleyer
6%A. E. G. Vzg. A.
5% A. E. G. Vzg.B
A. E. G. Stamm
Anglo=Cont Guano
Bad. Maſch. Durl
Bad. Uhren. Furtw.
Bamag=Meguin .
Baſt Nürnberg
Bahr. Spiegel
Beck & Henkel
Bergmann El. .."
Bing Metall.
Brem.=Beſigh=Ol.
Bürſtenfbr Erlang.
Cement=Heidelb.
Cement Karlſtad1
Cement. Lothr.
Chem Albert. .. ..
Chem Brockh ...
Chem Milch
135.5
154.5
260.5
125
92.5
164
255
212
414.5
187
91
157.25
92.50
86.25
a 6
146
32
60. 25
n92/,
98
248
32. 25
80.5
186.5
207
45.5
177
109
85
Daimler=Benz A.6.
Dt. Eiſenhandel
Deutſche Erdöl
D. G u. Silb. Scheit
Dingler Zweibrück.
Dresd. Schnellpr.
Dürkopp
Dürr. Rattingen
Dückerhoff & W.
Eiſenw. Kaiſersl.
El. Licht= u. Kraft 1234
El. Lieferung
Elſ. Bad. Wolle
Email Ulrich
Enzinger Werke .
Eßlinger. Maſch.
Ettlinger Spinn.
Faber Bleiſtift.
Faber & Schleicher
Fahr Pirmaſens
Farbenind. J. G
Felten & Guilleau.
Feinmech. (Jetter)
Feiſt Sekt
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof ..
Frkf.=M. Bok. u. W.
eiling & Cie
Germania Linol. 1333
Geiſent Gußſt.
Goldſchmidt Th.
Gotha Waggon
Gritzner Maſch.
Grün & Bilfinger
Dafenmühle Frrft
Hammerſen
Hanfw. Füſſen ...
Hanſa=Lloyd, Br.
Hartm & Braun
Heyligenſtgedt.."
Hilpert, Armatur.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch, Kupfer
Hoch=Tief Eſſen . .
Holzmann . . . . . . .
Holzverk. Ind.. . . .
Hydrom Breslau".
Nie e
118.75
200
245
109.5
80.5
52.25
213.5
45.1
105.25
98
135.5
131
59.5
327.9
178
119
67
213
127.5
19.75
162.5
24.5
151
228
143
72
29.75
95
152
28
95
94
Junghans St.
Kammg. Kaiſersl.
Karlsruher Maſch.
Karſtadt, R.
glein Sch. & Becker
165 Knorr, Geilbronn
Konſerv. Braun
Krw. Alt=Württbg.
Krauß Lokom ..
Lahmeyer
Lech. Augsburg ...
Lederw Rothe
Spicharz.
Linge Schuhw..
Löhnberg. Mühle
Ludwigsh. Walzm.
Lüdenſcheid Metall
Lux Induſtrie
Main fraft Höchſt
Nars=W. Nürnberg
Metallge). Frkf
Miag. Mühlenb
Moenus. Stamm
Motoren! Deutz
Motorenf. Oberurſ
Münch. Lichtſpielk.
9a Reckar Fahrz
Neckarw. Eßlingen
Beters Union
Pfälz. Näh Kayſer
Philipps .."
Porzellan Weſſel
Rein Gebb.&Scha
Rhein. Elektr
Rhenania,Kunheim
152 Rütgerswerke
Schneid. & Hanau
Schnellpr Franf
Schramm Lackf
Schrift Stemp.
Schuckert. Elekt:
Schuhf. Weſſel
Schuhf Herz...
Schultz. Grünlack.
Seilind Wolff.
Siemens Glas
Jan
52
186
143
205
188
98
205.5
147.5
41 25
20
67.25
1a0
138
160
217.5
162
99.5
78.5
144.9
139.5
76
70
142
212.5
75
144.5
69
110.5
110
155
237.5
95.5
88
50
106
341
Südd. Immob. 133
Südd.Zucker=A.-G. 166
Thür. eleftr Lief 134
Uhren Furtwäng
Unterfr. Kr. El.=V./130
Beithwerke
Ver. . Chem. Ind. 131
Ver. d. Olfbr. Mann
Ver. Faßf. Caſſel. 99.5
Gummi. Bln.=Frkf. 119
Pinſel=Nürnberg. 1118/,
170
Ultramarin
Zellſtof/ Berl. . . . . 1178
Vogtl Maſch.
Voigt & Haeffner 1160
79
Volthom. Eei
Wayß, & Frehtag 1196
Wegelin Rußfbr. 170
Zellſt. Aſchaffenbg. /223
Zellſt. Waldhof 347
Zuckerf Rheingau
Trans pori- u:i
Berſicherungs=Akt.
Dt. Reichsb.=Vorzg. 109
A. Dt. Eiſenbahn 109.75
A. Lokalb. u. Kraftm
Dt. Eiſenb.=Geſ
Schantung E. B.
Südd. Eiſenb.=Gef
Hapag ....
Nordd Lloyd. . . .
Frkft. Allg. Ver).
Frankona Rückv.
Darmſt Wer
Bahnbedar,
Dampft Rodberg
Helvetia Konſ. ..
Gebr. Lutz.. .."
Motorf. Darmſt.
Gebr. Roeder ....
Venuleth & Ellenb.
203.5
140
73
160
164.25
167.5
128
50.5
91i.
50
46.75
Palast-Lichtspiele
Nur einige Tage das wundervolle Programm:
neugeitlich
Lingerichte
Weit über Darmstadts Grenzen bekannt
gute Küche
Im Ausschank:
Wiener Doppelkronen-Exporthell, 3/10Lt.209
Kulmbacher Reichelbräu (ärztl. empf.)
3/10 Ltr. 30 ₰
„Pilsner Urauell”
Weine aus ersten Weingütern
2/10 Ltr. von 409 an S
Unien-Theaten
Nur noch 2 Tage!
HENNN PORTEN
em reizenden Lustspiel in 6 Akten
Miuhd Tane Teine Tane
Monty als Schwerenöter, Groteske in 2 Akten
Wochensch au
Anfang 3½ Uhr
(*12045
Wilhelm Dieterle
Michael Bohnen, Eugen Burg, Ernst
Verebes, R. Klein-Rogge
Ferd. Bonn u. a. m.
Mit ungeheurer Begeisterung wurde dieses
Film-
werk in allen Großstädten aufgenommen und
wird es auch seinen Siegeszug in Darmstadt
fortsetzen. Unter den entzückenden Melodien
der Straußschen Musik zieht dieser Film an
unseren Augen vorüber.
Die Todesfackel
Das ewige Drama zwischen Jugend
und Alter in 6 Akten (7431
Jugendliche haben Zutritt
Residenz-Theater
Wer Tackie Coogan noch nicht in seinem
neuesten Eilm gesehen, beeile sich, derselbe ist
nur noch heute und morgen auf dem Spielplan!
Achle, der Kabckeclter
Ab.
LrechV
Wer niemals einen Kuß geküßt . . . !
Wild-West-Roman in 6 Akten (12044
Jugendliche haben Zutritt!
VolkschorDarmstadti.
Miiglied des Deutſchen Arbeiter=Gängerbundes
Chorleiter: Prof. Dr. Fr. Noack
Sonntag, den 8. Mai 1927
Anoftes Vorernskenker!
im Städtiſchen Saalbau
dem Andenken L. van Beethoven gewidmet.
Mitwirkende: Konzeriſängerin Frl. Betty Aßmuth,
Sopran, Frl. Erika Biſchoff, Violine, Herr Walter
Pfaff, Violin=Cello, am Flügel Herr Prof. Dr. Fr. Noack
und der 200 Sänger u. Sängerinnen zählende Vereinschor.
Männerchöre — Frauenchöre — Gemiſchte Chöre
Saalöffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr.
Eintritt mit Programm und Liedertext für Mitglieder und
deren Angehörige 20 Pfg., Fremdenkarten im Vorverkauf
1 Mk. an der Kaſſe 1. 50 Mk., ſind bei dem Vorſtand und
ſämtlichen Vereinsmitgliedern zu habeh.
Der Konzertflügel von Steinway 8 Sons, Hamburg=
Neuyork, wurde von der Firma Karl Arnold (Klavſer=
Arnold), Darmſtadt, Eliſabethenſtraße 28, gütigſt zur
Verfügung geſtellt.
(*11925is
K
Fauerel
1727
1927
Anfang 3½ Uhr
K
Sellat
200 Jahre Brauerei
Konigsbier
Abends: Konzert. 1205
R
R
Kondelt
Donnerstag
5. Mai
abends 8 Uhr
Aula
Realgymnasinm
CHRISTIAN
ARNOLD
am weißen Turm
Eintritt Frei!
(7423
D. O. B.
Donnerstag, 5. Mai,
Herrenabend
und milit. wiſſenſch.
Vortrag im Kaſino
des Leibgarde=Regts.
8 Uhr. Später
Zu=
ſammenbleiben. (7411
4oder auch nur 2
Sperrſitz=
Logenplätze
Miete C, bis Schluf
der Spielzeit abzugeb.
Ohlyſtr. 77. (11975
jü8er Wiederschens-Feier
Am Sonntag, den 8. Mai, findet in Auerbach a. d. B. (Hotel Weigold)
die diesjährige Wiederſebens=Feier der ehemaligen 118er ſtatt. Der
Verbandstag beginnt um 9 Uhr vormittags. Nach den Verhandlungen
ſoll gemütliches Zuſammenſein mit Konzert die Teilnehmer
unter=
halten. Alle ehemal gen 118er ſind zu dieſer Feier herzlich eingeladen.
Die kameradſchaftl. Vereinigung ehemal. 118er Darmſtadt.
Die Teilnehmer=Karien werden heute (Dienstag), abend von 8 Uhr a‟
bei der Monatszuſammenkunft im Fürſtenſaal zum Betrage von 55 8
ausgegeben.
(7407
Emaillieren
u. Vernickeln
bei vorh. Verkupferg
zu d. billigſt Preiſen
beierſtkl. Ausführung.
Neue u. gebr Fahrräd.
in jed. Preisl. b. günſt
Zahlungsbedingung.
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Darmſtadt
Kranichſteinerſtr. 11
Teleph. 3485. 5805a
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Motorräder
billig abzugeben
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Grafenſtraße 43/45.
(7123a
Theatersaal „Perkeo‟
Alexanderſtraße 14 (*7265a
Monat Mai 1927, dezentes
Familien-Programm der
O. Salden-Burlesken
wozu ergebenſt einladet
Jakob Schnauber
Trautheim Tel. 2128
Tel. 2128
Kaffee — Restauration — Pension.
Schöne geräumige Lokalitäten.
Für größere und kleinere Kaffee-
Gesellschaften, Tanz-Kränzchen
und dergleich. bestens geeignet.
Terrasse nach der Gartenseite.
Eig. Konditorei u. Schlachtung.
Warme und kalte Speisen zu
jeder Tageszeit. (5852a
Schöne Fremden-Zimmer mit Pension
(4 Mahlzeiten), 5.00 Mk. pro Tag.
Wochenende 11 Nik.
Heſſiſches Landestheater
4. 18 Großes Haus
A. 18
Dienstag, den 3. Mai 1927
abends 7½ Uhr
Scherz, Satire, Ironie
und tiefere Bedeutung
Ein Luſtſpiel in drei Aufzügen
von Chr. Dietrich Grabbe
In Szene geſetzt von Jacob Geis
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp
Perſonen:
Baron von Haldungen . . HansBaumeiſter
Liddy, ſeine Nichte . . . Beſſie Hoffart
Herr von Wernthal, mit
ihr verlobt .
. . . Ernſt Ruttloff
Freiherr von Mordax . . Max Nemetz
Herr Mollfels . . . . . JoachimBüttner
Rattengift, ein Dich er Robert Klupp
Der Schulmeiſter des Dorfes Ernſt Legal
Tobies, ein Bauer . . . Paul Maletzki
Gottliebchen, ſein Sohn”, Walter Bluhm
K. Weſtermann
W. Mayenknecht
Otto Panniy
Werner Scharff
Hugo Keßler
Käthe Gothe
Gretchen, Dienſtmädchen
oder Gerichtshaltern . . Alice Treff
Konrad, ein Schmied . . Hans Epskamp
Erſter
Bweiter Natur=
Dritter ( forſcher
Vierter
Der Teufel.
Seine Großmutter
KaiſerNero, ihr Bedienter Richard Jürgas
in Bedienter
. Otto Wenke
Hans Ausfelder
Ein Hguswirt.
Spielwart: Willi Krichbaum
Preiſe der Plätze 1 bis 10 Mk.
Eintritt der Mieter in den Zuſchauerraum
nur gegen Vorzeigung der Mietkarte zuläſſig
Keine Pauſe.
Anfang 7½ Uhr Ende nach 9½ Uhr
Mittwoch, 4. Mai. B 18. Der fliegende
Holländer. Anf. 7½ Uhr Preiſe 1-10 Mk.
Donnerstag, 5. Mai C 19. Der Troubadour
Anfang 7½ Uhr. Preiſe 1—10 Mk.
Freitag. 6. Mai D 19. Der Zigeunerbaron.
Anfang 7½ Uhr. Preiſe 1—10 Mk.
Kleines Haus
Dienstag, den 3. Mai 1927
abends 7½ Uhr
G 15 (Darmſtädter Volksbühne)
König für einen Tag
(Wenn ich König wär”)
Komiſche Oper in 3 Akten von d’Ennery
und Breſil. Muſik von Adolf Adam
Ueberſetzt und für die deutſche Bühne
bearbeitet von Paul Wolff
Muſikaliſcher Leiter: Max Hüsgen
In Szene geſetzt von Oscar Fritz Schuh
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp
Perſonen:
Moſſoul, König von Goa , Leo Barczinsky
Prinzeſſin Neméa, ſeine
Couſine ..
. . . Joh. Buchheim
Prinz Kadoor ſeinVetter Alfred Karen
Zephoris, ein armer Fiſcher . Joſef Poerner
Belide, ſeine Schweſter S. Müller=Wiſchin
Piféar, ein Fiſcher . . . Eugen Vogt
Zizél, Küſtenauſſeher Heinrich Kuhn
Atar, Kriegsminiſter Fritz Wilde
Jſſalim, Leibarzt des Königs. Hans Neyz
Der Großadigar . . . . . Adolf Klotz
Ein Sklave . . . . . . . Chriſtoph Möbus
. . . . . . Rudolf Strzeletz
Brahminen / . . . . . . Otto Horina
. . . . . . Carl Ebert
C. . . . . . Oscar Grauert
Chöre: Berthold Sander
Spielwart: Fritz Wilde
Preiſe der Plätze: 1.50 bis 6 Mk.
Eintritt der Mieter in den Zuſchauerraum
nur geg. Vorzeigung der Mietkarte zuläſſig
Pauſen nach dem 1. und 2. Akt
Anfang 7½ Uhr Ende nach 10 Uhr
Mitt woch, 4. Mai. H 17 (Bühnen=Volks
bund). Haus Herzenstod. Anfang 7 U
15 Minuten Preiſe 1.50—6 Mk.
Donnerstag, 5. Mai. Zuſatzmiete V, 14 Fra
Warrens Gewerbe. Anfang 7½= Uhr.
Preiſe 1.50—6 Mk.
Freitag, 6. Mai, Keine Vorſtellung.
Nummer 122
Oienstag, den 3. Mal 1927
Seite 13
Maximum.
Roman von Hans Schulze.
A)
(Nachdruck verbotm.)
Die urſprünglich geplante ſofortige Abreiſe nach Groß=
Rauſen hatte er nach kurzer Ueberlegung wieder aufgegeben,
da anzunehmen war, und auch bald durch einen telephoniſchen
Anruf beſtätigt wurde, daß Daiſy ſich bereits auf dem Wege
nach Berlin befand.
Achim ſelbſt war durch das Ereignis in der Villa Brown
in eine unbeſchreibliche Aufregung verſetzt worden.
Es war faſt mit Sicherheit anzunehmen, daß die Polizei
zur Aufhellung des Tatbeſtandes die geſamte ſchriftliche
Hinter=
laſſenſchaft des Ermordeten, und damit auch den Vertrag aus
dem Eſplanade beſchlagnahmt haben würde.
Aber ſelbſt wenn das Gericht auf eine ſolche Maßnahme
verzichtet hatte, ſo beſtand die vielleicht noch größere Gefahr,
daß Daiſy bei Sichtung des Nachlaſſes unverſehens auf das
verhängnisvolle Papier ſtoßen konnte, falls dieſes nicht
über=
haupt in der geraubten Brieftaſche enthalten geweſen und
da=
mit dem Mörder in die Hände gefallen war.
In qualvoller Ungewißheit verſuchte Achim, dieſe drei
Mög=
lichkeiten mit ihren unabſehbaren Folgen immer wieder
durchzu=
denken, während er in dem endloſen grauen Steinkorridor des
Mogbiter Gerichtsgebäudes vor dem Amtszimmer des
Unter=
ſuchungsrichters ruhelos auf und ab marſchierte.
Er hatte von dem baumlangen Gerichtsdiener, der ſich dem
Auskunft heiſchenden Publikum gegenüber zu der
altherkomm=
lichen einſchüchternden Tonhärte des preußiſchen
Militäranwär=
ters verpflichtet fühlte, gegen eine Handvoll Zigarren den
Namen des mit der Unterſuchung in Sachen Brown betrauten
Richters erfahren, eines früheren Staatsanwaltſchaftsrates, der
wegen ſeiner rückſichtsloſen Strenge im Kampfe gegen das
groß=
ſtädtiſche Verbrechertum allgemein gefürchtet war.
Achim ſelbſt hatte Herrn Landgerichtsrat Korn während des
Feldzuges als Kriegsgerichtsrat kennen gelernt und bei
verſchie=
denen Kriegsgerichtsſitzungen perſönlich einen Einblick in ſeine
faſt mittelalterliche Rechtsauffaſſung erhalten.
Er entſann ſich unter anderem eines ziemlich heftigen
Zu=
ſammenſtoßes, den er einmal als Amtsverteidiger eines armen
Teufels von Kanonier mit dem überſtrengen Berufsjuriſten
ge=
habt hatte, als dieſer gegen ſeinen Schutzbefohlenen in einem
völlig harmloſen Fall von Achtungsverletzung bei Trunkenheit
aus der unangreifbaren Verſchanzung ſeines kuruliſchen Seſſels
eraus mit tönendem Pathos eine
uchthausſtrafe beantragt hatte.
geradezu ungeheuerliche
Jetzt öffnete ſich die Tür zum Allerheiligften des
Unter=
ſuchungsrichters.
Ein reckenhafter Juſtizwachtmeiſter trat mit einem
gewal=
tigen Klirren ſeines ſchweren Schlüſſelgehänges wuchtig heraus.
Hinter ihm ein breitſchultriger, rowdyhafter Menſch, ohne
Kragen, in einem Wollſweater, und ein hochaufgeſchoſſenes
jun=
ges Mädchen mit einem ſpitznaſigen, verwüfteten Skelettgeſicht
unter den wirren Haargeflechten, in die ein wettergeprüfter
Strohhut einen traurigen kleinen Veilchentuff hineinſtreute.
Taktmäßigen Schrittes verſchwanden die drei um eine
Korridorecke.
Dann wurde Achims Name aufgerufen.
Ein Türenklappen.
Der hagere Aztekenkopf des Landgerichtsrats Korn neigte
ſich um eine Linie zur Begrüßung.
„Bitte, wollen Sie Platz nehmen, Herr Baron!” —
Achim hatte ſich auf einer blankpolierten Bank gegenüber
dem Podium des Richters niedergelaſſen, der nervös in einem
Aktenbündel blätterte.
Minutenlang herrſchte eine drückende Spannung.
Man hörte nur das eintönige Summen eines großen
Brum=
mers an den Fenſtern des ſchlecht gelüfteten Raumes, und das
haſtige Gekritzel des Gerichtsſchreibers, eines blondhaarigen,
kleinen Referendars, der mit halblauter Stimme Achims
Perſo=
nalien aufnahm und ſein harmloſes Knabengeſicht durch eine
Hornbrille vergeblich auf eine Note gewiſſer amtlicher
Feierlich=
keit abzuſtimmen verſuchte. —
„Herr Baron,” nahm jetzt der Unterſuchungsrichter in
ſei=
ner zurückhaltenden, vorſichtig taſtenden Art das Wort, „ich
möchte Sie bitten, mir einige Fragen zu beantworten, die auf
das traurige Ereignis in der Villa Brown Bezug haben. Sie
ſind ja einer der Letzten, mit dem Herr Brown kurz vor ſeinem
Tode noch geſprochen hat. Iſt Ihnen dabei etwas beſonderes
in ſeinem äußeren Weſen und Gebaren aufgefallen?“
Achim bewegte verneinend den Kopf.
„Das könnte ich nicht ſagen! Her Brown zeigte die gleiche
kühle Gelaſſenheit wie ſonſt! Ich kenne Herrn Brown übrigens
nur oberflächlich, und unſere Unterredung währte keine zwanzig
Minuten!”
„Nach Angabe des Dieners ſoll ſie zeitweilig einen ziemlich
lebhaften Charakter angenomen haben!“
„Von meiner Seite jedenfalls nicht. Herr Brown erregte
ſich allerdings mehrfach über gewiſſe geſchäftliche Differenzen!”
„Hatte Herr Brown außer Ihnen noch einen weiteren
Be=
fuch?"
„Das ſagte er, aber ich habe niemand anders geſehen! Ich
habe mich nur in ſeinem Arbeitszimmer aufgehalten!“
„Entſinnen Sie ſich, ob während Ihrer Unterredung mit
dem Hausherrn eie Schußwaffe auf ſeinem Schreibtiſch lag?” —
„a, ein großer Tromelrevolver, wie ihn die
amerikani=
ſchen Offiziere im Kriege führten!“
„Standen die Fenſter des Zimmers offen?”
Achim dachte ein paar Augenblicke nach.
„Das große Erkerfenſter in der Mitte, ja! Von den beiden
anderen kann ich es nicht, mit der gleichen Beſtimmtheit
be=
haupten!“
Der Richter hatte ſich wieder über ſeinen Aktenſtoß gebeugt.
Von der Turmſtraße klingelten die elektriſchen Bahnen
ſchläfrig herauf.
Zuweilen raſchelte leiſe in Blatt, wenn der eifrig
protokol=
lierende Gerichtsſchreiber eine Seite umlegte.
„Sie ſprachen vorhin von einer Unterredung, in der Sie
wit Herrn Brown geſchäftliche Differenzen gehabt haben
wol=
len!” unterbrach Herr Landgerichtsrat Korn jetzt wieder die
laſtende Stille. „Können Sie wir über deren Inhalt ingend
welche Angaben machen?”
Achim lehnte ſich kühl zurück.
„Ich wüßte nicht, was dieſe Frage wit dem eigentlichen
Ver=
handlungsgegenſtand zu tun haben könnte!”
„Direkt vielleicht nicht! Aber die Unterſuchung tappt
vor=
läufig noch ſo völlig im Dunkeln, daß auch die anſcheinend
neben=
ſächlichſten Umſtände in den letzten Lebensſtunden des
Ermor=
deten der Aufklärung bedürfen!“
Mit einer ruckartigen Bewegung ſchoß der Kopf des
Rich=
ters plötzlich zwiſchen den ſchmalen Schultern vor.
„Haben Sie geſtern abend von Herrn Brown einen Scheck
erhalten?”
Achim ſtutzte.
Was bedeutete dieſe Frage?
Ein kühler Schauer rieſelte ihm umvermittelt über das
Genick.
„Nein!” ſagte er dann unſicher.
Der Unterſuchungsrichter ſpielte nachläſſig mit ſeinem
Füll=
federhalter.
(Fortſetzung folgt.)
Unſer
wegen
hat begonnen. Beachten Sie
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