Darmstädter Tagblatt 1927


03. Mai 1927

[  ][ ]

ſte. Dro
Böhier,
ä.zu Goths

Ihe

eter 50
fache N0ſ90l

Einzelnummer 10 Pfennige

Bezugspreis:

Bei wöchentlich Tmaligem Erſcheinen vom 1. Mal
bis 31. Mai 2.18 Reichsmark und 22 Pfennig
Abtragegebühr, abgeholt 2.25 Reſchsmark, durch die
Agenturen 2.40 Reichsmark frei Haus. Poſibezugspreis
im Mai ohne Beſtellgeld monatl. 2,75 Reſchsmark.
Verantwortlichteit für Aufnahme von An eigen an
beſtimmten Tagen wird nicht übernommen. Nicht=
erſcheinen
einzelner Nummern infolge höherer Gewalt
berechtigt den Bezieher nicht zur Kürzung des
Bezugspreiſes. Beſſellungen und Abbeſtellungen durch
Fernruf ohne Verbindlichkelt für uns. Poſiſcheckonto
Franffurt a. M. 4301.

Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iAluſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämilicher mit + verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſi. Tagbl. geſtattet.
Nummer 122
Dienstag, den 3. Mai 1927.
190. Jahrgang

Anzeigenpreis:

27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reſchepfg.
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg., Reliamezeile (92 mm
breich 2 Reichsmark. Anzeigen von auswärts 40 Reichpfg.
Finanz=Anzelgen 60 Reichspfg., 92 mm brelte Rellame
zeile 3.00 Reiſchsmart. Alle Preiſſe in Reichsmart
f4 Dollar 420 Markl. Im Falle höherer
Gewalt, wie Krſeg. Aufruhr. Streil uſw. erliſcht
ſede Verpſlichtung auf Erfüllung der Anzeigen=
aufträge
und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtlicher Beltreibung fälli ſeder
Rabatt weg. Bankkonto: Deuiſche Bant und Darme
ſtädter und Nationalbank.

Köhlers künftiges Sinanz=Programm.

* Warnung vor übertriebenem
Optinismus.
Die Ueberbelaſtung der deutſchen Wirtſchaft. Um=
geſtaltung
und Vereinfachung des Steuerſyſtems.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Der Reichsfinanzminiſter Dr. Köhler hat am Montag in
einer Sitzung des Vereins Berliner Kaufleute und Induſtrieller
ſein künftiges Finanzprogramm entwickelt. Er hat die Gelegen=
heit
benutzt, um wohl vornehmlich an die Adreſſe des Aus=
landes
vor übertriebenem Optimismus zu
warnen und nachdrücklich darauf hinzuweiſen, daß die deutſche
Wirtſchaft immer noch in einer Zeit der Unſicherheit und Um=
organiſation
ſteht. Das wirke ſich naturgemäß auch auf den
Haushalt aus, da die Abgaben für den Dawesplan immer ſtei=
gen
. Im nächſten Jahr iſt wieder ein Mehr an Reparations=
leiſtungen
in Höhe von 350 Millionen fällig. Außerdem fehle der
Ueberſchuß des vorigen Jahres von 400 Millionen, mit dem er
diesmal ein großes Loch ſtopfen konnte, ſo daß 1928 eine Ver=
ſchlechterung
in Höhe von mindeſtens ½ Milliarde vorliegt.
Trotzdem hält der Miniſter daran feſt, daß die Geſamtlaſt
der deutſchen Wirtſchaft für den Staat zurzeit
ſtark überſpannt iſt, und auf die Dauer überhaupt
nicht erträglich iſt. Deshalb lehnt er Steuererhöhungen
grundſätzlich ab, Steuerermäßigungen will er fortſetzen, will ſich
darüber aber im Augenblick noch nicht feſtlegen. Er legt ent=
ſcheidenden
Wert auf die Umgeſtaltung und Verein=
fachung
des Steuerſyſtems. Er hat angekündigt, Rah=
mengeſetze
über die Grundſteuer und Gewerbeſteuer, ein Ge=
bäudeentſchuldungsſteuergeſetz
und ein Geſetz über die Verein=
fachung
des Verfahrens in Steuerſachen. Praktiſch ſtellt er ſich
das Ergebnis ſo vor, daß die Realſteuern in Deutſchland künftig
nur noch hinſichtlich des Prozentſatzes des nach dem Reichsgeſetz
feſtgelegten Hauptſteuerſatzes verſchieden werden, wobei von einer
gewiſſen Höhe an eine Anhörung der Berufsvertretungen vor=
geſehen
iſt. Vor allem aber ſoll die geſamte Erhebung und Ver=
waltung
aller Steuern den Finanzämtern übertragen werden,
ſo daß der Steuerpflichtige für Einkommens=, Körperſchafts=,
Vermögens=, Umſatz=, Grund=, Gewerbe= und Entſchuldungs=
ſteuer
nur eine einzige Steuererklärung abzugeben hat und auch
nur einen Steuerzettel bekommt, auf dem alle Steuern in ihrer
Höhe und Fälligkeit enthalten ſind, die bei dem Finanzamt be=
zahlt
werden müſſen. Nebenher ſoll noch eine Verein=
fachung
der inneren Verwaltung und eine Be=
ſchränkung
der Finanzämter gehen, ſo daß auf dieſem
Wege auch ſtarke Erſparniſſe auf organiſatoriſchem Wege erzielt
werden können.
Reichsfinanzminiſter Dr. Köhler ſprach eingangs dem früheren
Finanzmmiſter Dr. Luther den Dank für die Rettung aus der
Inflation aus. Dreifach ſei die zu leiſtende und geleiſtete Auf=
gabe
geweſen: Wiederaufrichtung und Stabiliſierung der Wäh=
ung
, Balancierung des Staatshaushalts und die Regelung der
Reparationsleiſtungen. Es ſei ausgeſprochenes Ziel des Dawes=
planes
, zugunſten der Reparationsberechtigten aus der deutſchen
Volkswirtſchaft zu entnehmen, was von ihr geleiſtet werden
könne, ohne daß Währung, Wirtſchaft und Finanzen Deutſch=
lands
notlitten und ohne daß das deutſche Volk unter das
Niveau angemeſſener Lebenshaltung gebracht werde. Die Sach=
verſtändigen
hätten dabei klar geſehen, daß Leiſtungen von Regel=
mäßigkeit
und Dauer aus der Wirtſchaft nur gezogen werden
könnten, ſoweit ſie durch den Ausfuhrüberſchuß ausgeglichen
werden. Getragen von demſelben guten Willen habe die deutſche
Regierung vom erſten Augenblick an das Ihre getan, um die
Erzielung der erforderlichen Einkünfte ſicherzuſtellen. Nur auf
freiwilliger Leiſtung eines freien Volkes könnten ſo ſchwere
Laſten abgedeckt werden. Dies klar erkannt und ausgeſprochen
zu haben, ſei eines der großen Verdienſte der Sachverſtändigen.
Die deutſche Wirtſchaft habe ohne Verzug geleiſtet, was der
Sachverſtändigenplan von ihr erwartet habe. An der Loyalität
der Reichsregierung zweifle in maßgebenden Kreiſen auch nie=
mand
. Unſere Reichshaushalte ließen das ſtete Bemühen, die
Kräfte unſerer Wirtſchaft zu ſtärken, klar erkennen.
Die Aufrechterhaltung einer wirklich freien Wirtſchaft
ſei unbedingt erforderlich.
Daher auch ſein, des Miniſters, Widerſtand gegen die Subven=
tionspolitik
im allgemeinen. Ausnahmen ſeien nur aus natio=
nalen
Gründen gegeben. Auf die Staatshaushalte im einzelnen
eingehend, betrachtete der Miniſter dann zunächſt den vorläu=
figen
Abſchluß des Etats für 1926, der auf dem Gebiete der
Steuern, Zölle und Verbrauchsabgaben eine Mehreinnahme für
das Reich nach Abzug der Anweiſungen an die Länder in Höhe
von 214 Millionen bringe. Weniger günſtig als der Abſchluß für
1926 ſehe der Etat für 1927 aus. Zu ſeiner Balancierung hätten,
entgegen den Beſtimmungen der Haushaltsordnung, der Ueber=
ſchuß
von 1926, wie der Betriebsfonds herangezogen werden
müſſen, den zu erhalten man 1926 noch proklamiert habe. Die
Schwierigkeiten ſeien aber nicht durch Millionengeſchenke, an
die Länder und Gemeinden entſtanden, ſondern durch neu auf=
tretende
, im Etat nicht vorgeſehene Ausgaben für die Fürſorge
für die Erwerbsloſen, die Kleinrentner, Invaliden, Ruhrgeſchä=
digten
und ſo weiter. Die Redensarten vom unſozial geſtal=
teten
Etat müſſe er ablehnen, genau ſo den Vorwurf, der Etat
ſei zu ſozial geſtaltet. Der Miniſter erinnerte an die Befrie=
digung
der Forderungen der Liquidationsgeſchädigten. Der
Geſetzentwurf befinde ſich in Vorbereitung.
Habe der Etat für 1927 ſchon große Schwierigkeiten bereitet,
ſo mache ihm die Aufſtellung des Etats für 1928 größte
Sorgen.
Mit dieſem Eta: rückten wir in das Normaljahr der Reparations=
laſten
hinein. Dieſe Schwierigkeiten ſeien an ſich ganz ſelbſt=

verſtändlich und vorauszuſehen geweſen. Es fehlen uns zur Ab=
deckung
der Betriebsfonds ſowie der Ueberſchuß aus 1926 mit
insgeſamt 400 Millionen, auf der anderen Seite ſtiegen die
Reparatior sleiſtungen um rund 350 Millionen, ſo daß wir in
großen Zahlen ſchon eine Verſchlechterung gegen bisher von
34 Milliarde haben. Hier können nur ſtarke Einſchränkungen bei
den Ausaaben helfen, von denen der größere Teil durch die in
ihrer Höhe von uns nicht abhängigen Kriegslaſten der verſchie=
denſten
Art beſtimmt werden. Scharfe Trennung der Zuſtändig=
keiten
von Reich und Ländern, Vereinfachungen und Beſchrän=
kungen
müßten zur Lofung werden. Für ihn, fuhr der Miniſter
fort, beſtehe kein Zweifel, daß in Deutſchland die Geſamtlaſten
der Privatwirtſchaft an die öffentliche Wirtſchaft zurzeit ſehr
ſtark überſpannt und auf die Dauer durchaus nicht erträglich
ſeien. Auch vergleichsweiſe ſeien unſere Laſten ſehr hart. Un=
ſere
geſamte Lage biete noch gar keiner optimiſtiſchen Auffaſſung
Raum. Unſere Wirtſchaft befinde ſich noch mit=
ten
im Aufſtellungs= und Reinigungsprozeß.
Wem es heute gut gehe, oder wer es nötig habe, zu erklären,
daß es gut gehe, der möge doch nicht ohne weiteres verallgemei=
nern
, denn ſolche Verallgemeinerung gebe ein falſches Bild von
unſerer Leiſtungsfähigkeit und könnte uns ſehr ſchädigen. Unſere
öffentliche Laſt ſei gegenüber derjenigen anderer Länder in ihren
Auswirkungen ſehr viel ſchwerer, trotz aller gegenteiligen Be=
hauptungen
. Deshalb müßten Steuererhöhungen ganz aus dem
Bereich der Erörterung bleiben.
Steuerermäßigungsmaßnahmnen
müßten und würden fortgeſetzt werden, denn wir müßten Steuer=
bedürfnis
und Steuerkraft wieder in richtige Beziehungen zu=
einander
bringen. Für den Abbau böten ſich dem Reich zwei
Wege: entweder der direkte, durch Senkung der Reichsſteuern,
der 1926 gegangen wurde, oder der indirekte, durch reichsgeſetz=
liche
Maßnahmen die Länder und Gemeinden zu veranlaſſen,
ihre Steuern abzubauen, was im Finanzausgleich verſucht wor=
den
ſei. Beide Wege ſeien zu gehen, unmittelbarer weiterer Ab=
bau
ſei bevorſtehend. Sodann ſollte eingehend gebrüft werden,
ob der Geſundungsprozeß der Geſamtwirtſchaft nicht etwa auch
durch Mobiliſierung von Vermögensbeſtänden des Reiches geför=
dert
werden könnte. Direkte Steuern und Verbrauchsabgaben
ſeien zuſammen auf ihre Schwere zu prüfen. Zur jetzigen
Anleihepolitik des Reiches
bekenne er ſich unter beſtimmten Vorausſetzungen. Von ſeiner
Ermächtigung, im Laufe des Etatsjahres faſt eine Milliarde als
Anleihen aufzunehmen, werde er in den nächſten Monaten be=
ſtimmt
nicht und auch ſpäter nur mit äußerſter Zurückhaltung
Gebrauch machen. Ob und in welchem Umfange die Kapital=
ertragsſteuer
beſeitigt werden ſolle, werde ernſter Prüfung
bedürfen. Außerdem werde unſer Steuerſyſtem grundſätz=
lich
anzupacken ſein. Er beabſichtige, in Kürze ſchon eine Reihe
von Geſetzentwürfen vorzulegen, die eine Fortführung der
Steuerreform von 1920 bedeuteten in dem Sinne einer
weiten, grundlegenden Vereinfachung und Vereinheitlichung der
geſamten Steuergeſetzgebung in Reich und Ländern einſchließlich
des Verwaltungsverfahrens. Die Abſicht ſei, die Grundlagen
für die Grund= und Gewerbeſteuer im ganzen Reich einheitlich
zu geſtalten. Endlich ſolle eine Vereinfachung der
Steuerverwaltung zum Zwecke der Erſparnis an Ver=
waltungskoſten
und eine Vereinfachung für den
Steuerpflichtigen vorgeſehen werden, welche aber
auch auf die fünf Steuerausſchüſſe übergreifen ſoll, an deren
Stelle künftig ein einziger geſetzt werden ſoll. Neben dieſen ge=
ſetzlichen
Beſtimmungen liegen unabhängig größere Reformen
im Sinne einer Reorganiſation, des ganzen inneren Verwal=
tungsapparates
und im Sinne einer Rationaliſierung der Ver=
waltung
und Einſchränkung der Finanzämter. Daß in der
Oeffentlichkeit dabei auch die Frage Unitarismus und Föde=
ralismus
eine Rolle ſpiele, ſei ſelbſtverſtändlich. Er könne als
Süddeutſcher nur eindringlich warnen vor einſeitigen Betrach=
tungen
und allzu derbem Zugreifen. Bismarcks große Staats=
kunſt
habe ſeinerzeit die Frage geradezu genial und unter Be=
rückſichtigung
aller Realitäten gelöſt. Es gehe bei dem ganzen
Problem auch um die Seele der Millionen Menſchen ſüdlich des
Maines. Er ſei kein Partikulariſt. Die Reichsverfaſſung zeige
den Weg zu einer anderen ſtaatspolitiſchen Gliederung, ihn ſolle
man gehen. Die Verfaſſung ſtehe in keiner Weiſe einer aktiven
Politik wirtſchaftlichen Denkens auch in den Fragen der Organi=
ſation
auf einem beſtimmten Gebiet entgegen. Am Schluß ſeiner
Rede betonte der Miniſter, daß der ſoziale Gedanke bei allen
Maßnahmen verwirklicht werden müſſe.
Die Verhandlungen mit Polen.
* Berlin, 2. Mai. (Priv.=Tel.)
Ausgerechnet aus Warſchau kommt die Meldung, daß der
deutſche Geſandte in Warſchau, Dr. Rauſcher, zurückzutreten be=
abſichtige
, weil er mit den für die Verhandlungen gegebenen
Inſtruktionen nicht einverſtanden ſei. Das iſt eine glatte Er=
findung
. Neue Inſtruktionen hat Herr Rauſcher überhaupt nicht
erhalten. Er hat jetzt, durchaus dem Programm entſprechend,
das mit dem polniſchen Außenminiſter in Genf verabredet wor=
den
iſt, die Verhandlungen über das Niederlaſſungsrecht und
die polniſche Auswanderung praktiſch aufgenommen und erſt,
wenn ſich zeigt, daß darüber eine Verſtändigung möglich iſt,
können wir an das zweite Kapitel der Beſprechung der Wirt=
ſchaftsfragen
gehen. Hierbei handelt es ſich vornehmlich um die
Frage der Einfuhr polniſcher Schweine, Kartoffeln und Kohlen.
Irgendwelche Bindungen hierüber liegen auch von ſeiten des
Kabinettes noch nicht vor, weil die Regierung ſich geſagt hat,
daß es keinen Zweck hat, Streitigkeiten der einzelnen Reſſorts,
die hier beſtehen, anzuſchneiden, bevor ſich nicht überſehen läßt,
ob wir überhaupt zu Verhandlungen kommen.

Die Lehren von Genf.
Von
D. Dr. M. Schian.
Die Genfer Abrüſtungsverhandlungen liegen hinter uns. Sie
ſind bereits während der langen Verhandlungen reichlich kom=
mentiert
worden. Noch einmal zu ſagen, was bereits geſagt iſt,
liegt mir fern. Aber ich bin allerdings der Meinung, daß aus
jenen Verhandlungen ſo ungeheuer viel zu lernen iſt, daß wir
nicht allzu raſch jenes Thema verlaſſen ſollten.
Ich greife zurück in die Geſchichte der politiſchen Sturm=
jahre
1918/19 hinein. Noch liegen ſie uns zeitlich ſehr nahe.
Aber wir haben inzwiſchen ſo viel erlebt, daß wir in der Gefahr
ſind, auch Wichtiges aus jener Zeit zu vergeſſen. Welche Ge=
danken
beherrſchten damals die Stimmung? Nicht zuletzt waren
es die Gedanken des Abſcheues vor dem Krieg, das Verlangen
nach Abrüſtung, die Forderung der internationalen Verſtändi=
gung
. Damit verband ſich der ſelbſtverſtändliche Optimismus der
Annahme, daß die auf ewigen Frieden gerichteten Hoffnungen
in Erfüllung gehen würden. Selbſtverſtändlich wurde der ent=
ſprechende
gute Wille bei allen Völkern vorausgeſetzt. Wenn
jemand das Vorhandenſein dieſes guten Willens bei Frankreich
und England bezweifelte, ſo wurde er auf das Friedensinſtru=
ment
von Verſailles verwieſen: die deutſche Abrüſtung nur der
Anfang der allgemeinen Abrüſtung. So hatten es die feindlichen
Großmächte ja ſelbſt formuliert! Alſo mußte es doch wahr ſein!
Wer dieſen geſamten Gedankengängen Skepſis entgegenſetzte,
wurde als ein Menſch angeſehen, der nicht mit der Zeit mitgegan=
gen
war. Mir iſt wohl bewußt, daß dieſe Meinungen nicht überall.
in gleicher Energie geherrſcht haben. Aber es war ſchwer, einen
Widerſpruch zur Geltung zu bringen.
Die Jahre ſeit 1919 haben viele geſchichtlichen Ereigniſſe ge=
bracht
, die geeignet waren, jenen Optimismus zu dämpfen. Tat=
ſächlich
hat es ja ſeit der napoleoniſchen Zeit keine Jahresreihe
gegeben, die dermaßen von Krieg und Kriegsgeſchrei erfüllt ge=
weſen
wäre, wie die Jahre ſeit 1919. Es iſt nicht notwendig, die
Kriege alle aufzuzählen, die ſeither geführt worden ſind. Aber
es iſt wichtig, hervorzuheben, daß noch viel mehr Kriege ent=
brannt
wären, wenn nicht notgedrungen einige machtloſe Völker
ſich ohne Krieg von ihren Nachbarn hätten vergewaltigen laſſen:
Deutſchland durch Frankreich (Ruhreinfall), Litauen durch Polen
(Wilna) u. a. m. Dieſe Tatſache iſt ſehr wenig beachtet worden;
ſie paßte den Menſchen nicht ins Konzept. Der objektive Beobach=
ter
muß feſtſtellen, daß ſeit langer Zeit nicht in der Weiſe wie
in dieſen Jahren neben dem Krieg die brutale Gewalt im Ver=
kehr
der Völker regiert hat. Die öffentliche Meinung aber, die
es glänzend verſteht, nicht zu beachten, was ſie nicht beachten will,
nahm davon nicht oder nur wenig Notiz. Sie ſchaute wie ge=
bannt
nach Genf. Der Völkerbund, die dort anſcheinend mit
Erfolg angebahnte Menſchheitsorganiſation, die Erwartung der
Abrüſtungsverhandlungen ließen in den optimiſtiſch=pazifiſtiſch
gerichteten Kreiſen (wenigſtens des deutſchen Volkes) die Zuver=
ſicht
auf die Verwirklichung ihrer Ideale weiterleben.
Nun kamen dieſe Verhandlungen. Nun ſind ſie zu Ende.
Sie haben für jeden, der die Dinge ſieht, wie ſie ſind, den voll=
gültigen
Beweis dafür erbracht, daß die uns im Krieg feindlich
gegenüberſtehenden Mächte gar nicht daran denken, ihre Waffen=
rüſtung
aufzugeben. Am allerwenigſten denkt Frankreich daran.
Man darf getroſt ſagen: Frankreich will das Gegenteil von Ab=
rüſtung
. Frankreich will ſeine Waffenrüſtung vervollſtändigen,
auf die äußerſte Höhe bringen, dauernd auf der Höhe halten.
Aber England will das zur See, auch Italien ſelbſtverſtändlich
erſt recht.
Die große Frage iſt nun: werden die optimiſtiſch=pazifiſtiſchen
Schichten im deutſchen Volk das begreifen? Bekanntlich ſieht
man das nicht, was man nicht ſehen will. Dürfen wir an=
nehmen
, daß unſere Pazifiſten endlich werden ſehen wollen,
was klar am Tag liegt? Die Dinge ſind dermaßen deutlich, daß
man faſt meinen ſollte, es ſei unmöglich, nicht das Scheitern
aller Abrüſtungswünſche zuzugeſtehen. Aber wer die Pſyche des
deutſchen Pazifiſten kennt, wird doch fürchten müſſen, daß er ſich
auch jetzt noch der Erkenntnis verſchließt. Denn ſeine Theorien
ſind ihm immer über die Tatſachen gegangen.
Vermutlich wird nach dem Scheitern der Genfer Verhand=
lungen
zur Entſchuldigung der Gegner allerhand herausgeſucht
werden. In Frankreich wird man vermutlich Poincaré allein
ſchuldig ſprechen; das franzöſiſche Volk wünſcht ja nach päzi=
fiſtiſcher
Anſchauung den Frieden. Vielleicht wird man für Eng=
land
das dortige konſervative Regime verantwortlich machen;
für Italien ſelbſtverſtändlich den Fascismus. Es war alſo un=
günſtige
Zeit für Abrüſtungsverhandlungen; ſo muß eben
Deutſchland warten, bis das friedliebende franzöſiſche Volk
bis die anderen friedensſehnſüchtigen Völker im eigenen Land
ihren Willen zur Geltung bringen. Und ſo wird man weiter
zuverſichtlich hoffen . . . Friedrich Wilhelm Foerſter aber wird
vermutlich ſogar der Sache irgend einen Dreh zu geben wiſſen,
der es ihm ermöglicht, Deutſchland als ſchuldig am Zuſammen=
bruch
der Abrüſtungskampagne hinzuſtellen. Denn ſein Glau=
bensbekenntnis
lautet ſchlicht und einfach: Deutſchland iſt an
allem Böſen ſchuld.
So wird es kommen. Vielleicht werden einige nicht ganz
Verbiſſene, einige, deren Augen auch Tatſachen noch ein bißchen
zu ſehen vermögen, jetzt einen Blick für die wirkliche Lage be=
kommen
. Hoffen wir das! Den Unbelehrbaren aber wollen wir
wenigſtens mit allem Nachdruck dauernd Genf vor Augen halten.
Genf als Beweis für die abſolute Abneigung der Welt gegen
jede ernſte Abrüſtung. Genf als Beweis dafür, daß alles Reden
von Abrüſtung nichts als Spiegelfechterei war; man kann auch
ſagen: nichts als eine Lockſpeiſe für das theoretiſierende deutſche
Volk. Genf als Mahnung an alle Deutſchen: Lernt ſehen! Lernt
endlich ſehen!
Wer aber bereits ſehen kann, der wird aus Genf entnehmen
dürfen, daß er mit ſeiner nüchternen, klaren Art, die Dinge zu
nehmen, wie ſie ſind, im Recht war, und daß er, wenn er dem
deutſchen Volk helfen will, auch weiter nichts Beſſeres tun kanim
als ihm zu helfen, daß es ſehen lerne.

[ ][  ][ ]

Seite 2

Dienstag, den 3. Mai 1927

Rummer 122

Die Reichsminiſter von Keudell und
Dr. Koch in Stuttgart.
Das Problem Reich und Länder. Die
Kanaliſierung des Neckars.
Stuttgart, 2. Mai.
Reichsminiſter v. Keudell und Reichsverkehrsminiſter Dr.
Koch ſind heute vormittag zum Beſuch der württembergiſchen
Staatsregierung hier eingetroffen. Aus dieſem Anlaß fand vor=
mittags
im Feſtſaal des Handelshofes eine Beſprechung der
Reichsminiſter mit den Vertretern der Regierung ſtatt.
Bei der heutigen Beſprechung des Reichsinnenminiſters von
Keudell und des Reichsverkehrsminiſters Dr. Koch mit den Ver=
tretern
der württembergiſchen Regierung begrüßte Staatspräſi=
dent
Bazille die beiden Reichsminiſter und führte dann u. a.
aus: Solange die Läuder nach der Reichsverfaſſung Eigenſtaat=
lichkeit
haben, muß das Reich dafür beſorgt ſein, daß ſie ihr
Leben auf der Höhe führen können, die allgemein im deutſchen
Volke erſtrebt wird. In langen Verhandlungen in Berlin iſt
erreicht wvorden, daß die gegenwärtige Regierung die Länder
finanziell ſo ſelbſtändig geſtellt hat, daß ſie als eigene Länder
erhalten blieben. Der Staatspräſident geht dann noch auf die
Frage des Ausbaues des Neckarkanals ein.
Reichsinnenminiſter v. Keudell ſprach ſodann über das Pro=
blem
Reich und Länder. Er ermahnte, die Erörterung dieſes
Problems mit der Vorſicht und Schonung zu pflegen, daß das
Vaterland auch dem Auslande gegenüber keinen Schaden erleide.
In der Zeit des Wiederaufbaues müſſen wir uns hüten, gewalt=
ſemen
Löſungen nachzugehen. Der Miniſter betonte die Not=
wendigkeit
des gegenſeitigen Vertrauens. Es gehe nicht an, daß
die Länder zu Provinzen herabgedrückt werden, auch nicht zu
Selbſtverwaltungskörpern.
Im Verlaufe ſeiner Rede führte Reichsminiſter des Innern
v. Keudell u. a. noch aus: Es iſt das ſelbſtverſtändliche Recht
jeder einzelnen Partei, hinſichtlich der Fortentwicklung der Wei=
marer
Verfaſſung ihre Ideale propagandiſtiſch zu betreiben.
Aber vom geſamtſtaatlichen Standpunkt aus erſcheint mir eine
gewiſſe Reſerve auf dem Gebiete dieſer Erörterungen angezeigt.
Es iſt nicht geeignet, die vertrauensvolle Mitarbeit aller Teile
unſeres Reiches zu fördern, wenn in einzelnen Ländern bei der
Schärfe der politiſchen Meinungsverſchiedenheiten fortwährend
durch die zu ſtarke Betonung dieſer Richtlinien ein Gefühl der
1Inſicherheit erweckt wird. Wenn der Vertreter des Unitarismus
ſich in Hamburg dazu bekannte, daß Hamburg als eigener Staat
aufrecht erhalten bleiben müſſe, ſo mag dahingeſtellt ſein, ob dies
ein Kompliment an den Genius loci war oder ein Ausdruck des
Wortes, daß man mit einem verſtändigen Föderaliſten ſich gut
verſtändigen könne. Auch die andere Se je wird alſo mit ſich
reden läſſen. Aber vor allem Zurückhaltung in der Erörterung
dieſer Pläne, namentlich dem Auslande gegenüber.
Nach Dankesworten des Staatspräſidenten Bazille, führte
Verkehrsminiſter Koch aus: Württemberg hat auf dem Verkehrs=
gebiet
immer noch eine große Sorge: die Kanaliſierung des
Neckars. Zu meiner und auch wohl zu Ihrer Freude kann ich
hier erklären, daß wegen des Neckars nunmehr die letzten Be=
denken
aus dem Wege geräumt ſind. Für den Bau bei Heidel=
berg
habe ich die Bauerlaubnis ausgeſprochen. Ich hoffe, daß
die Kanaliſierung des Neckars nunmehr bis Heilbronn zu Ende
geführt wird. Die Frage der Wirtſchaftlichkeit iſt genügend er=
örtert
. Sorgen wegen einer Verſchandelung des Landſchafts=
bildes
durch die Kanaliſierung des Neckars ſind nicht mehr be=
gründet
. Seit Jahren immer wieder iſt der Neckar über ſeine
Ufer getreten und hat erheblichen Schaden angerichtet. Ich freue
mich, daß es gelungen iſt, eine Uebereinſtimmung zu erzielen,
um die Hochwaſſergefahren einzuſchränken. Schließlich kann ich
auf die Tatſache hinweiſen, daß durch die zur Verfügungſtellung
von Mitteln aus der produktiven Erwerbsloſenfürſorge endlich
die Arbeiten an den liegen gebliebenen Stauſtufen bei Ober=
Eßlingen und Horchheim wieder in Angriff genommen werden.
Jugoſſawiens Vertragspläne.
Von den politiſchen Plänen, die in Belgrad verfolgt wer=
den
, ſteht zurzeit im Vordergrund der Abſchluß eines Vertrages
mit der Türkei, an dem ſehr ernſthaft gearbeitet wird. Danach
dürfte das Beſtreben, einen Freundſchaftsvertrag mit dem Deut=
ſchen
Reiche abzuſchließen, demnächſt offenen Ausdruck finden.
Es werde ſich hierbei indeſſen nicht um einen Vertrag nach dem
Vorbild des deutſch=italieniſchen Vertrages handeln, der ein
reiner Schiedsvertrag iſt, ſondern als Vorbild dürfte das andere
der beiden von Deutſchland ausgearbeiteten Muſter, der des
eigentlichen Freundſchaftsvertrages, ins Auge gefaßt ſein. Die
Antwort Muſſolinis an England wird hier regiſtriert, ohne daß
ihr beſondere Beachtung geſchenkt wird.

Vom Tage.

An Stelle des ausgeſchiedenen Dr. Hermann Thoſſen iſt Georg
Broſt,. Mitglied der Verwaltung des Deutſchmationalen Handlungs=
gehilfenverbandes
Berlin, als Mitglied des Vorläufigen
Reichswirtſchaftsrats berufen worden.
Wie an zuſtändiger Stelle erklärt wird, entſpricht die Mit=
teilung
, daß der deutſche Geſandte in Warſchau,
Rauſcher, zurückzutreten beabſichtige, nicht den
Tatſachen.
In Ballenſtedt iſt der General der Artillerie Scholu
im Alter von 76 Jahren geſtorben. Im Weltkrieg kämpfte der
Verſtorbene unter anderem in der Mafurenſchkacht, eroherte den ruſſi=
ſchen
Feſtungsgürtel gegenüber Oſtpreußen und verteidigte 1917 die
mazedoniſche Front.
Im Völkerbundsſekretariat in Genf iſt ein Sachverſtändi=
genkomitee
zur Erörterung von Mitteln zur Verhütung
und Milderung von Wirtſchaftskriſen zuſammengetreten.
Deutſchland wird von Staatsſekretär Trendelen=
burg
in der Kommiſſion vertreten.

Der Präſident der Internationalen Wirtſchafts=
konferenz
, Theunis, iſt am Sonntag abend in Genf ein=
getroffen
.

Der polniſche Finanzrat iſt zu dem Schluß gekommen, daß eine
polniſche Anleihe in Amerika für Polen unbedingt
notwendig ſei, und daß man eine ſolche Anleihe ſelbſt unter ungün=
ſtigen
Bedingungen zu erhalten ſuchen müſſe.

Eine lettländiſche Delegation, beſtehend aus Regierungsbeamten,
Parlamentariern, Induſtriellen und Großkaufleuten, reiſt nach Moskau
ab, um mit der Sowjetregierung über einen lettiſch=ruſſiſchen
Handelsvertrag zu verhandeln.
Die griechiſche Regierung beſchäftigt ſich dieſer Tage mit der Auf=
ſtellung
eines Planes, der dem Völkerbund die Wiederaufrich=
tung
der griechiſchen Finanzen vor Augen führen ſoll. Es
ſteht bereits feſt, daß das Projekt der Sommerſeſſion des Genfer Rates
vorgelegt wird.
In Simla ſind die führenden Prinzen Indiens,
darunter die Maharadſchas von Bikamir und Kaſchmir, zu einer
großen Konferenz zuſammengetreten, um die zu=
künftigen
Beziehungen der Staaten zu der Regierung von Indien und
zu den neuen Reformen von Indien zu beſprechen.

Einem halbamtlichen Telegramm aus Peking zufolge werden
die Vereinigten Staaten vorausſichtlich Verhandlungen
mit den Nationaliſten unabhängig von den anderen Mächten
eröffnen.
Der in China weilende franzöſiſche Journaliſt Sauerwein glaubt
mitteilen zu können, daß England und Japan ſich dahin ver=
ſtändigt
hätten, bei China energiſch gegen den Bolſche=
wismus
einzuſchreiten.

Wiederbeginn
der parlamentariſchen Arbeit.
Das Programm für die kommende Tagung
des Reichstages.
Die Oſterferien des Reichskabinetts haben ſich durch die ver=
ſchiedenen
Miniſterreiſen faſt um eine ganze Woche länger hin=
ausgeſchoben
, als geplant war. Die nachſten Tage nimmt auch
das Reichskabinett ſeine Arbeiten wieder auf und wird min=
deſtens
zwei Sitzungen in dieſer Woche abhalten, um nicht nur
die laufenden Arbeiten zu eiledigen, ſondern auch, um das
Programm für die kommende Tagung des
Reichstages ſertigzuſtellen. Drei Fragen ſind es dabei vor=
nehmlich
, die das allgemeine Intereſſe beherrſchen werden. Zu=
nächſt
, was aus dem Republikſchutzgeſetz werden ſoll,
deſſen Gültigkeit im Juli abläuft. Es beſteht die Abſicht, die
wichtigſten Beſtimmungen dieſes Geſetzes in den Entwurf des
neuen Strafgeſetzbuches hineinzuarbeiten. Ob das aber recht=
zeitig
bis zum Ablauf des Republikſchutzgeſetzes möglich iſt, ſteht
dahin. Die zweite große Aufgabe iſt die Arbeitsloſen=
verſicherung
. Hier hat das Reichsarbeitsminiſterium den
erſten Teil vollkommen umgearbeitet in der Richtung der Schaf=
fung
einer eigenen Organiſation für die Verſicherung. Die Be=
ratungen
in der Kommiſſion ſtehen noch in den Anfängen. Es
ſoll aber darauf gedrückt werden, daß wenigſtens dieſes Geſetz
noch vor der Sommerpauſe des Reichstags in zweiter und dritter
Leſung erledigt wird, ſchon um den Reichshaushalt mit monatlich
150 Millionen zu entlaſten, die dafür aufzubringen ſind. An
dritter Stelle ſteht das Schulgeſetz, über das vorderhand in
Beſprechungen unter den Koalitionsparteien verhandelt wird.
Dabei hat ſich gezeigt, daß die Gegenſätze nicht ſo groß waren,
wie befürchtet werden mußte, ſo daß die Regierung hofft, den
Entwurf bald nach Pfingſten dem Reichstag zuleiten zu können,
der dann die erſte Pauſe noch vor den Sommerferien anfängt,
um dann während der Pauſe der Kommiſſion Zeit zu einer
gründlichen Durchberatung zu geben.

Kommuniſtiſcher Frontwechſel
in Hankau.
Japans Haltung. Der Streit um die
Pekinger Ookumente.
* London, 2. Mai. (Priv.=Tel.)
Berichte aus Hankau weiſen, wie die Times melden, auf
einen völligen Frontwechſel der Kommuniſten hin, die nun mit
größtem Eifer die Ausländer zu verſöhnen ſuchen. Es bleibe
beachtenswert, daß dieſer Bericht aus japaniſcher Quelle ſtammt,
da ſich unter den Japanern eine Gruppe befinde, die für einen
Frieden um jeden Preis eintrete. Borodin habe übrigens auf
einer Verſammlung kommuniſtiſcher Beamter in Hankau über
die zwingende Notwendigkeit einer Verſöhnung der
Japaner geſprochen, eine Haltung, die in Uebereinſtimmung
ſtehe mit den von Moskau an alle ſeine Agenten in China ge=
ſandten
Inſtruktionen, die man kürzlich unter den im ſowjet=
ruſſiſchen
Botſchaftsgebäude in Peking beſchlagnahmten Doku=
menten
gefunden habe, Japan von den übrigen Mächten abzu=
trennen
. Aber auch Berichte aus japaniſchen Quellen zeigten,
daß bei den Kommuniſten tatſächlich ein Frontwechſel zu ver=
zeichnen
ſei. So ſei beiſpielsweiſe das ſogenannte Wuhan=
Friedenserhaltungskomitee mit dem ausdrücklichen Zweck ge=
gründet
worden, den antiausländiſchen Demonſtrationen ein
Ende zu bereiten. Die allgemeine Arbeitergewerkſchaft ſolle über=
redet
worden ſein, die Bemühungen der Kommuniſten zu unter=
ſtützen
.
Die zahlreichen Hinrichtungen der chineſiſchen Kommuniſten
in Peking haben, wie die Times aus Peking berichten, dort die
Frage entſtehen laſſen, was mit den bei dem Ueberfall auf die
ruſſiſche Botſchaft verhafteten Ruſſen geſchehen ſoll. Es ver=
lautet
, daß gegen die elf Ruſſen und Frau Borodin ſowie ihre
Begleiter und die 40 Mann ſtarke Beſatzung von Pamiat
Lenina nach dem üblichen Strafverfahren verhandelt werden
wird. Sie werden von einem amerikaniſchen Juriſten verteidigt,
der von den ruſſiſchen Behörden gewonnen werden konnte. Die
verhaftete Mannſchaft der Pamiat Lenina wird von Tſchi=
nangfu
nach Peking transportiert werden. In Peking iſt ein
Telegramm aus Moskau eingetroffen, in dem die in der Sowjet=
botſchaft
aufgefundenen literariſchen Stücke als Fälſchung be=
zeichnet
werden, doch ſollen die ausländiſchen Botſchaften un=
trügbare
Beweiſe für die Echtheit der fraglichen Dokumente be=
ſitzen
.
Stimmungsumſchwung zu Gunſien Tſchiang Kai=ſcheks?
Aus Hankau wird übereinſtimmend gemeldet, daß ein Stim=
mungsumſchwung
eingetreten ſei. In den Komitees der Regie=
rung
waren 84 Stimmen für Tſchiang Kai=ſchek und nur 22
gegen ihn. Infolgedeſſen iſt eine Reihe von Verfügungen er=
laſſen
worden, in denen die Einwohner angewieſen werden, ſich
jeder fremdenfeindlichen Agitation zu enthalten. Perſonen, die
hiergegen verſtoßen, werden mit der Todesſtrafe bedroht. Sämt=
liche
fremdenfeindliche Plakate ſind abgeriſſen worden.
Proieſt gegen die engliſchen Barrikaden.
General Tſchiang Kai=ſchek hat in Nanking ſeine Regierung
eingeſetzt, die aus einem Komitee von fünſzehn Mitgliedern be=
ſteht
. Der Kommiſſar für auswärtige Angelegenheiten in
Schanghai hat dem Doyen des Konſularkorps in der internatio=
nalen
Niederlaſſung einen Proteſt überreichen laſſen, in dem er
verlangt, daß die Barrikaden, die immer noch um die internatio=
nale
Niederlaſſung herum errichtet ſind, ſofort entfernt werden
ſollen. Sofern dies nicht geſchehe, fürchte er, daß die freund=
ſchaftlichen
Beziehungen zwiſchen den Chineſen und den Behör=
den
der Niederlaſſung geſtört werden könnten.
Der Kampf gegen die Kommuniſten.
Eigener Drahtbericht des D. T..
* Schanghai, 2. Mai.
Aus Kanton wird gemeldet, der Verſuch der Kommuniſten,
weitere Streiks hervorzuruſen, iſt durch das ſchnelle Handeln
der Regierung unterdrückt worden. Die Hinrichtungen von
Kommuniſten dauern an. In den Straßen finden unter Billi=
gung
der Polizei Kundgebungen gegen die Kommuniſten ſtatt.

* Ein Rückblick auf
die fünfjährige Arbeitsleiſtung der Not=
gemeinſchaft
der Deutſchen Wiſſenſchaft
im Bereich der Geiſtes=Wiſſenſchaften
III. (Schluß.)

Kunſtwiſſenſchaft.
Wie auf allen anderen Gebieten, galt es zunächſt, die füh=
renden
wiſſenſchaftlichen Zeitſchriften am Leben zu erhalten.
Unterſtützt wurde ferner der Deutſche Verein für Kunſtwiſſen=
ſchaft
, der ſich ſchon ſeit Jahren in hervorragender Weiſe um
die wiſſenſchaftlich vorbildliche Veröffentlichung unſerer deutſchen
Kunſtdenkmäler verdient gemacht hat. Wir nennen nur das nun
dem Abſchluß nahe, von Paul Ganz beſorgte herrliche Werk der
Holbein=Zeichnungen, die erſchöpfende monumentale Heraus=
gabe
der frühen deutſchen Elfenbeinbildwerke durch A. Gold=
ſchmidt
und Chr. Rauchs (Gießen) bevorſtehende Veröffent=
lichung
über die in langjähriger wiſſenſchaftlicher Spaten= und
Forſchungsarbeit unterſuchte Kaiſerpfalz von Ingelheim.
Mittel wurden von der N.D.W. zur Verfügung geſtellt für eine
von W. v. Bode und H. Bodmer vorbereitete und ſchon längſt
nötige Herausgabe der Lionardo=Zeichnungen. Zur Erfor=
ſchung
oſtafiatiſcher Kunſt erhielten O. Fiſcher und O. Kümmel
Reiſezuſchüſſe. Beſonders aber begrüßen wir, daß eine ſtatt=
liche
Reihe von Bänden des deutſchen Denkmäler= Inventari=
ſationswerkes
mit Unterſtützung der N. D.W. zum Druck gebracht
werden konnte.

Auf dem Gebiete der Muſikwiſſenſchaft iſt die N.D.
Archiv für Muſikwiſſenſchaft Müller=Blattaus Studien
die Geſchichte der Fuge, Quellenſtudien zur Muſikgeſchicht
ſcher Städte und Landſchaften helfend zur Seite getrete
den für die Forſchung der alten Muſik grundlegenden E
katalog alter deutſcher Muſikalienbeſtände im Rahmen der
mäler deutſcher Tonkunſt, ſowie bedeutende Arbeiten ül
zelne große Muſiker und muſikwiſſenſchaftliche Probleme
ſtützt. Beſonders erwähnenswert iſt das von W. Graeſer h.
gegebene Werk Johann Sebaſtian Bachs Kunſt der Fr
ihrer urſprünglichen Form wiederhergeſtellt‟. Ebenſo ſte
9. D.W. Mittel bereit zu den Forſchungen Aberts über de
deutſche Volkslied im Anfang des 18. Jahrhunderts un
Beziehungen zur Kunſtmuſik, wie auch die Notgemeinſch

Arbeiten für eine Grundlegung der muſikaliſchen Volkslied=
forſchung
förderte. Wertvolle Aufſchlüſſe dürfen wir erwarten
von einer durch die N.D.W. ermöglichten Reiſe von Heinitz nach
den Färöern zur Erforſchung des muſikhiſtoriſch ſo intereſſanten
Volkstums dieſer Inſelgruppe. (Höchſte Zeit dürfte es ſein, daß
man wie dem Volkslied ſo auch den erſchreckend gefährdeten letz=
ten
Denkmälern unſerer deutſchen Volkskunſt ſeitens der N. D.W.
etwas Beachtung ſchenkt.)
Geſchichte.
Erſchließung des Quellenmaterials iſt Grundlage und Vor=
ausſetzung
für den wiſſenſchaftlichen Aufbau des ge=
ſchichtlichen
Lebens. Die deutſche Geſchichtswiſſenſchaft ſtand bis
zum Ausbruch des Krieges in der Quellenerſchließung an erſter
Stelle unter den europäiſchen Nationen. Weiterführung der durch
Krieg und Inflation unterbrochenen Quellenwerke mußte des=
halb
auch die Hauptſorge der N. D.W. ſein. So war der Weiter=
druck
der von der Göt: e Geſeſiſchaft der Wiſſenſchaften in
Angriff genommenen Sammlung der älteren Papſturkunden, der
Regesta Pontificum Romanorum, nur dank der planmäßigen
Förderung durch die Notgemeinſchaft möglich geweſen, wie ſie
auch dem ehrwürdigen vom Freiherrn vom Stein ins Leben ge=
rufenen
Kronwerk deutſcher Geſchichtsforſchung, den Monumenta
Germaniae Historica, und der in deutſcher Ueberſetzung erſchei=
nenden
Sammlung der Geſchichtsſchreiber der deutſchen Vorzeit
über die kritiſchen Jahre hinweghalf. Gefördert wurden von der
N.D.W. ferner die Forſchungen der Hiſtoriſchen Kommmiſſion
der Bayeriſchen Akademie der Wiſſenſchaften, die für die Geſamt=
geſchichte
Deutſchlands wichtige Ausgabe der Reichstagsakten,
die Herausgabe deutſcher Städtechroniken, die Fortführung des
grundlegenden Monumentalwerkes der Monumenta Germaniae
palaeographica, der Acta Borussica und der Germania ponti-
ficia
, die Archivaliſche Zeitſchrift, das Archiv für Urkunden=
forſchung
, der Europäiſche Geſchichtskalender uſw. Ihre be=
ſondere
Fürſorge galt ſeitens der N.D.W. dem Fortbeſtand der
alten ausländiſchen Arbeitsſtätten deutſcher Geſchichtswiſſenſchaft,
beſonders des Preußiſchen Hiſtoriſchen Inſtituts in Rom. So
hat auch Heinrich Fink, der erſte Bahnbrecher der deutſchen ge=
ſchichtlichen
Forſchung in Spanien, mit Hilfe der Notgemeinſchaft
ſeine Acta Aragonensia zu Ende geführt, hat P. Kehr ebenfalls
in Spanien reiche Schätze heben können. Dem Abſchluß nahe=
gebracht
wurde die Italia vontificia. Herausgebracht konnte wer=
den
das wichtige Sammelwver! Papſt= und Kaiſertum im Mittel=
alter‟
Die bahnbrechenden geiſtesgeſchichtlichen Unterſuchungen
K. Burdachs über den Uebergang vom Mittelalter zur Refor=
mation
, Forſchungen zur Geſchichte der neueren Jahrhunderte,

beſonders zur Geſchichte der Ausland= und Grenzlanddeutſchen,
wurden unterſtützt.
Völkerkunde.
Als Hauptaufgabe galt die wiſſenſchaftliche Verarbeitung des
in unſeren früheren Kolonien in ſorgſamer Sammlertätigkeit
gewonnenen Materials. Die Hamburgiſche Univerſität ſteht an
der Spitze der kolonialen Wiſſenſchaft. Die aus der Meinhoff=
ſchen
Schule hervorgegangenen Wörterbücher und Materialſamm=
lungen
der Eingeborenenſprachen, der Käte, der Kpelle in Libe=
ria
, der Somali und Ful, der Eingeborenen von Togo und der
Bantuneger konnten mit Hilfe der Notgemeinſchaft fortgeführt
werden. Gefördert wurde auch das vergleichende Studium der
Religion und Mythologie der Urvölker. Die letzten Arbeiten
Selers, des Altmeiſters der mexikaniſchen Forſchung, und ſein
für die Kenntnis der Aztekenkultur hochbedeutſames Sahagun=
werk
verdanken der Unterſtützung der Notgemeinſchaft ihr Er=
ſcheinen
. Keineswegs vernachläſſigt wurde das Gebiet der ein=
heimiſchen
Volkskunde.
Neuere Philologie.
In der neueren Philologie ſtand wie in den anderen Geiſtes=
wiſſenſchaften
die Unterſtützung der wichtigſten Zeitſchriften an
erſter Stelle. Beſonderer Zuwendungen konnten ſich die großen
Wörterbücher erfreuen: das Wörterbuch der Brüder Grimm, das
Bayeriſche Wörterbuch, das Wörterbuch der Badiſchen Mund=
arten
, das Siebenbürgiſch=Sächſiſche Wörterbuch, das mundart=
liche
Wörterbuch der Saargegend, das Heſſen=Naſſauiſche Wörter=
buch
. Der Hilfe der N.D.W. verdankt auch die Bibliographia
Hungariae des Ungariſchen Inſtituts, Berlin, ihr Erſcheinen.
Endlich ſei zum Schluß noch gedacht der Fürſorge der N. D.W. für
den für die deutſche Volkskunde ſo wichtigen, von der Kommiſſion
für das Volksliederbuch beſorgten Katalog der geſamten deut=
ſchen
Volksliedertexte.

Dieſer Ueberblick über die bedeutendſten Leiſtungen im Be
reich der Geiſteswiſſenſchaften, die nur mit Hilfe der N.D.W
vollbracht werden konnten, dürfte wohl jeden überzeugen, da
durch die planmäßige Organiſation der N.D.W. die ſchwe
Kriſis des deutſchen Geiſteslebens überwunden wurde, ja da
durch ſie die kulturelle Erbmaſſe unſeres deutſchen Volkes u
unerſetzliche, unvergängliche ideelle und auch materielle Wer=
bereichert
wurde. Umbrandet von geiſtiger Oberflächlichkeit unf
ſchrankenloſer Selk ſtſucht ſteht die Nolgemeinſchaft der Deutſchen
Wiſſenſchaft in unſerer Gegenwart wie ein Felſen des deutſche
Idealismus.

[ ][  ][ ]

Nummer 122

Dienstag, den 3. Mai 1927

Seite 3

Aeebensaihige Krouleie Hrankleic!

Franzöſiſche Spannungen.
Die kommuniſiiſche Agitation. Die engliſch=
franzöſiſche
Annäherung und ihre Auswirkung
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 2. Mai.
Die Spannung zwiſchen der Regierung und den Sozialiſten
nimmt immer ſchärfere Formen an. Während die bürgerlichen
Parteien ſich mit verſtärkter Energie gegen die Kommuniſten
wenden, orientieren ſich die Sozialiſten immer mehr nach links.
Die Folgen dieſes Gegenſatzes ſcheint die Politik immer mehr
zu fühlen. Die Regierung iſt durch die kommuniſtiſche Agitation
in Frankreich und in den Kolonien aufs äußerſte verſtimmt. Die
Haltung der Beamtenſchaft das neue Beamtenkartell ſympa=
thiſiert
offen mit den Sozialiſten und Kommuniſten wird in
den politiſchen Kreiſen mit Beunruhigung verfolgt. Dabei ſoll
die Regierung entſchloſſen ſein, keine weiteren Zugeſtändniſſe an
die Beamten zu machen und vor der Kammer man rechnet ja
mit heftigen Angriffen ſeitens der Sozialiſten eine ganz ſtarre
Haltung zu zeigen. Poincaré will die Fragen eher auf die Spitze
treiben, als von der vorgezeichneten Linie abweichen. Die Oppo=
ſition
hat deshalb eine ſehr ſchwere Sache; denn man weiß, daß
eine Regierungskriſe die ſchlimmſten finanziellen Folgen nach
ſich ziehen könnte. Deshalb ſehnt man auch ſo ſehr die Beendi=
gung
des Sanierungswerkes herbei. Aber über die endgültige
Stabiliſierung verlautet nichts Authentiſches, die Gerüchte, welche
darüber umlaufen, ſind nur dazu beſtimmt, die Börſe zu beein=
fluſſen
. Sie erreichen auch dieſen Zweck manchmal. In poli=
tiſchen
Kreiſen neigt man übrigens immer mehr der Anſicht zu,
daß die endgültige Stabiliſierung nur nach den Neuwahlen er=
folgen
wird. Aus ſonſt gut informierten Kreiſen verlautet, daß
die Regierung die Verlängerung der Kammerferien beabſichtigt.
Die ſcharfe Spannung zwiſchen Regierung und Kommuniſten
findet auch in der Außenpolitik ihren Ausdruck. Es hat eine
Annäherung zwiſchen der franzöſiſchen und engliſchen Außen=
politik
ſtattgefunden, deren Folgen man aber gerade für die euro=
päiſchen
Probleme nicht überſchätzen ſoll. Denn es handelt ſich
nicht um eine prinzipielle Wendung der franzöſiſchen Außen=
politik
, ſondern nur um die Auswirkungen der Verſtändigung
der Mächte über das Schickſal Chinas. Es iſt wahr, daß die
Aktion der Mächte in China immer mehr an Bedeutung zu ge=
winnen
ſcheint. Es muß aber vor Augen gehalten werden, daß
die ſpezielle Natur des engliſch=franzöſiſchen Verhältniſſes bei
der weitgehendſten Zuſammenarbeit in China oder anderswo
die Beibehaltung der bisherigen politiſchen Lage in Europa
keineswegs ausſchließt. Es ſcheint alſo zum Beiſpiel keineswegs
ausgeſchloſſen, daß die guten Hoffnungen, in der albaniſchen
Frage, welche gewiſſe Kreiſe auf die engliſch=franzöſiſche An=
näherung
ſetzten, zu einer ſtarken Enttäuſchung führen werden.
Die Eröffnung der franzöſiſchen Generalräte.
EP. Paris, 2. Mai.
Im Departement Ardennes ſprach bei der Eröffnung des
Generalrates Seuator Lucien Hubert über die Abrüſtung.
Deutſchland ſei in militäriſcher Hinſicht Entlaſtung erteilt wor=
den
. Es wünſche nun, daß auch die anderen Nationen ſo weit
wie möglich abrüſten. Das wieder hergeſtellte Frankreich ſchlage
logiſcherweiſe die gleichzeitige Abrüſtung der Land= und See=
Rüſtungen vor. Darüber aber errege ſich England, das ſeine
Vorherrſchaft zur See nicht aufgeben wolle, während Italien
in ſeinem leidenſchaftlichen Traum von neuer römiſcher Größe
ſich bei dem Gedanken beunruhige, daß ſeine militäriſche Sou=
veränität
beſchnitten werden könne. Die erſte Vorbedin=
gung
für die Abrüſtung ſei die moraliſche Ab=
rüſtung
. Erſt an dem Tag, an dem die Völker begriffen, daß
ein Krieg nicht nur eine ſchlechte Handlung, ſondern auch ein
ſchlechtes Geſchäft ſei, werde die Frage endgültig gelöſt werden.
In den anderen Departements, aus denen bisher Nach=
richten
vorliegen, ſprachen die Präſidenten meiſt über die Finanz=
lage
, über die Notwendigkeit der Nationalen Union oder über
die Frage der Wahlrechts=Reform. In den elſäſſiſchen Departe=
ments
ſpielten der Kolmarer Prozeß und die elſäſſiſchen Sonder=
wünſche
eine Rolle in den Eröffnungsreden.

Poincaré ſpricht.
EP. Paris, 2. Mai.
Heute traten in den zahlreichen franzöſiſchen Departements
die Generalräte zu ihrer Seſſion zuſammen. In Bar=le=Duc hielt
Miniſterpräſident Poincaré in ſeiner Eigenſchaft als Vor=
ſitzender
des Generalrats des Departements Meuſe die ſchon an=
gekündigte
große politiſche Eröffnungsrede. Er ſchilderte zunächſt
die verzweifelte Finanz= und Wirtſchaftslage
Frankreichs bei ſeinem Regierungsantritt. Die
erzielte Beſſerung ſei die logiſche Folge einer glücklichen Wand=
lung
der parlamentariſchen Gewohnheiten und der Annäherung
zwiſchen denjenigen Perſönlichkeiten, die politiſche Meinungs=
verſchiedenheiten
bis dahin an einer Zuſammenarbeit verhin=
derten
. Vom Parlament hänge es ab, bei der Fertigſtellung des
Budgets für 1928 die erzielten Ergebniſſe zu befeſtigen oder ſie
zu erſchüttern und zunichte zu machen. Ob man nun eine ſchnelle
legale Stabiliſierung oder eine langſame Aufwertung wünſche,
nichts ſei möglich, ohne ein ausgeglichenes Budget und ein unbe=
hindertes
Schatzamt. Eine legale Stabiliſierung
wäre eine vergebliche und illuſoriſche Maß=
nahme
, wenn ihr am nächſten Tage ein Verzicht auf die Metho=
den
folgen würde, durch die ſie vorbereitet wurde. Er perſönlich
ſei feſt entſchloſſen, weder aus Gefälligkeit noch aus Schwäche
zum Mitſchuldigen an irgend einer Abſtimmung zu werden, die
das ſo mühſam erzielte Budgetgleichgewicht in Frage ſtellen
könnte. Das Budget für 1928 müſſe ohne Steuer=
erhöhung
ausgeglichen werden, und unver=
meidliche
Mehrausgaben, wie z. B. für die befreiten
Gebiete, für die Durchführung der Militärreform und die Ver=
teidigung
der franzöſiſchen Grenzen, ſowie für die Erhöhung der
Beamtengehälter und Penſionen müßten teils durch Er=
ſparniſſe
, teils durch Mehreinnahmen aufge=
bracht
werden. Andernfalls ſtürze Frankreich
wieder in den Abgrund, aus dem es eben her=
ausgekommen
ſei, und würde ſich zweifellos nicht ein
zweites Mal daraus retten können.
Der Miniſterpräſident wies weiter darauf hin, daß die
Regierung nicht dulden werde, daß die Beamten=
verbände
ſich zu Nebenregierungen entwickel=
ten
. Sie ſei ferner entſchloſſen, die Republik und ihre Ver=
faſſung
gegen jeden kommuniſtiſchen Angriff
zu verteidigen, wobei ſie auf die Unterſtützung des Parla=
ments
rechne. Die Tagesordnung der beiden Kammern umfaſſe
außer dem Budget noch Fragen von höchſter Wichtigkeit: die
Militärgeſetze, den Zolltarif, die Wahlrechts=
reform
, die Sozialverſicherung und vieles andere,
was noch vor dem Ende der Seſſion erledigt werden müßte.
Die Regierung werde ihre Verantwortung übernehmen, ſobald
ein lebenswichtiges Problem zur Beratung komme,
und ganz beſonders, wenn es ſich um Maßnahmen handle, die
Vorbedingungen für die Herabſetzung des Militärdienſtes auf
ein Jahr und für die Verteidigung des Landes ſeien. Frank=
reich
ſei eine der Nationen, die ſeit mehreren Jahren die Heeres=
und Flottenausgaben ſtark eingeſchränkt habe. Damit habe es
einen neuen Beweis ſeiner friedlichen Abſichten gegeben. Es
habe nach ſeinem Sieg niemals etwas anderes verlangt, als die
loyale Ausführung der Verträge, und wenn es den eigenen guten
Willen bei den anderen gefunden hätte, würde der in den Ver=
trägen
feſtgelegte Friede längſt in den Geiſtern regieren.
Frankreich wünſche heute nur die regelmäßige
Zahlung der Reparationen, wie ſie im Dawes=
abkommen
vorgeſehen ſeien, und die völlige
Wahrung ſeiner Sicherheit. Man könne Frankreich
nicht beſchuldigen, nicht moraliſch abgerüſtet zu haben. Denn es
beſitze keine unzähligen militariſtiſchen Verbände und lehre in
ſeinen Schulen keine imperialiſtiſchen Doktrinen. Frankreich habe
es ſtets verſtanden, daß die Rolle einer ſiegreichen
Nation nicht darin beſtehe, den Haß zu verewigen, ſondern ihn
zu beſchwichtigen. Es könne aber weder etwas von ſeiner Unab=
hängigkeit
, noch von den ihm durch die Verträge zugeſtandenen
Rechten und Garantien opfern. Da es ſowohl eine Land, wie
eine Seemacht ſei, müſſe es zu Lande und zu Waſſer die Mittel
erhalten, ſich gegen Angriffe zu ſchützen. Solange nicht ſämtliche
Nationen frei und ohne Hintergedanken die von ihnen unter=
zeichneten
diplomatiſchen Verträge annehmen, ſolange ſie nicht
eine gleiche Aufrichtigkeit in ihren Erklärungen zeigten, könne
dem Edelſten und Edelmütigſten das Bewußtſein, geliebt zu
werden, nicht genügen. Sie müßten ſich vielmehr Reſpekt ver=
ſchaffen
, und darum ſtark genug zu ihrer Verteidigung bleiben.
Poincaré ſchloß mit dem Hinweis, daß Frankreich und ſeine

Kolonien eine untrennbare Einheit bildeten.

Um die Beſatzungs=Verminderung.
Vor einer deutſchen Demarche in Paris,
Brüſſel und London.
Die von uns bereits ſeit längerem angekündigten diplo=
matiſchen
Schritte der deutſchen Regierung zur
Herabminderung der Beſatzungstruppen in der
zweiten und dritten Zone ſind jetzt im Gange. Es wird damit
gerechnet, daß die Entſcheidung ziemlich raſch fallen wird. Nicht
ohne Abſicht werden wohl von draußen her zwei Dinge durch=
einander
geworfen, die nichts miteinander zu tun haben: die
Räumung und die Beſatzungsherabſetzung. Die Herabminderung
der Beſatzung iſt uns in Locarno zugeſagt worden. Nachdem
ſich aber in Thoiry die Möglichkeit zeigte, das ganze Problem
der Räumung aufzurollen, hat die deutſche Regierung es für
taktiſch unzweckmäßig gehalten, der Verminderung der Truppen
nachzugehen. Inzwiſchen iſt klar geworden, daß man von fran=
zöſiſcher
Seite den Gedanken von Thoiry nicht weiter verfolgen
wird, daß alſo dieſe Möglichkeit, das beſetzte Gebiet frei zu be=
kommen
, zunächſt alſo nicht beſteht. Nach deutſcher Auffaſſung
ſind aber alle nach dem Verſailler Vertrag erforderlichen Voraus=
ſetzungen
zur Räumung des Gebietes vor der 15jährigen Friſt
gegeben, ſobald mit der Sprengung der Oſtfeſtungen auch unſere
Verpflichtungen militäriſcher Art erfüllt ſind. Die deutſche Re=
gierung
hat deshalb angekündigt, daß ſie von ihren Rechten aus
Artikel 431 des Friedensvertrages Gebrauch machen will, ſobald
die Sprengungen vollzogen ſind. Der Zeitpunkt wäre alſo etwa
Mitte Juni gekommen. Im günſtigſten Fall werden langwierige
diplomatiſche Verhandlungen notwendig ſein, bis ein Ergebnis
erzielt werden kann. Solange aber will der Reichsaußenminiſter
die Frage nicht ruhen laſſen. Deshalb kommt er jetzt auf die
Zuſagen zurück, die nach Locarno in einer Note der Botſchafter=
konſerenz
im November 1925 gegeben worden ſind. Hier wurden
uns Erleichterungen des Beſatzungsſyſtems in ſichere Ausſicht
geſtellt und vor allem das Verſprechen gegeben, daß die Stärke
der Beſatzung auf den Stat normal herabgeſetzt werden ſolle. Die
deutſche Regierung hat damals in London mitteilen laſſen, daß
ſie dieſen Begriff état normal als Friedensſtärke anſehen werde
und ihr wurde geantwortet, daß man einer ſolchen Interpre=
tation
nicht widerſprechen würde. Dieſe Interpretation iſt alſo
auch von Paris aus anerkannt worden. Tatſächlich ſtehen aber
in der zweiten und dritten Zone noch über 20000 Mann mehr,
als Deutſchland dort jemals im Frieden unterhielt. Um dieſe
20000 Mann geht es jetzt. Ihre Abberufung will die deutſche
Regierung verlangen, und zwar in einer Demarche, die gleich=
zeitig
in Paris, London und Brüſſel eingeleitet wird.
Wir glauben darauf rechnen zu können, daß Belgien und Eng=
land
unſere Forderungen unterſtützen werden, und in amtlichen
Kreiſen gibt man ſich der Erwartung hin, daß Frankreich klug
genug ſein wird, die Zuſagen zu halten, die nun ſchon ſeit dem
November 1925 gegeben worden ſind.
Beſatzungszwiſchenfall im Rheinland.
Köln, 2. Mai.
Ein Beſatzungszwiſchenfall hat ſich in Düren ereignet. Dort
hatten zwei Knaben, ein deutſcher und ein franzöſiſcher, eine
kleine Auseinanderſetzung, in der es nicht zu Tätlichkeiten ge=
kommen
war. Zwei vorübergehende Zivilperſonen griffen in
dieſen Streit ein, und der deutſche Junge lief daraufhin weg.
Die Zivilperſonen verſuchten den Jungen einzuholen, und einer
von ihnen warf ſchließlich mit dem Stock nach ihm. Der Stock
zerbrach jedoch an einer Mauer, und die Splitter verurſachten
bei einer vorübergehenden Frau eine leichte Hautabſchürfung.
Der Mann der Frau, der Schloſſer Heinrich Inden, ging auf die
Perſon, die den Stock geworfen hatte, zu, um ſie zur Rede zu
ſtellen. Die Perſon legitimierte ſich als franzöſiſcher Kriminaliſt
und erklärte Inden als verhaftet und feſſelte ihn mit einem
Strick am linken Arm. Als Inden erklärte, freiwillig folgen zu
wollen, wurde die Feſſel gelöſt. Inzwiſchen war der Pflaſterer
Joſef Schmitz hinzugekommen, um Inden beizuſtehen, und wurde
ebenfalls verhaftet. Beide wurden alsdann abgeführt. Die
Polizeiverwaltung hat ſich ſofort für die beiden ins Mittel ge=
legt
. Während Inden daraufhin entlaſſen wurde, iſt Schmitz ins
Gefängnis eingeliefert worden. Die franzöſiſche Kriminalpolizei
hat erklärt, über die Entlaſſung des letzteren würde der General
entſcheiden. Von deutſcher Seite ſind alle Schritte unternommen,
um auch Schmitz aus der Haft zu befreien.

* Johann Strauß=Konzert in London.
A. B. London, Anfang Mai.
Das Konzert, das Johann Strauß, Enkel und Neffe der bei=
den
Walzerkönige gleichen Namens, vor kurzem mit einem eng=
liſchen
Orcheſter in der Londoner Albert Hall gab, bewies, daß die
Tanzmuſik einer vergangenen Generation auch heute, im Zeitalter
des Charleſton, ihre Anziehungskraft noch nicht verloren hat.
Die große Halle war gefüllt, der Applaus ſtark und ehrlich. Mehr
als das: auch die Preſſe iſt voll des Lobes und preiſt die Diri=
gentenkunſt
und das ſprühende Temperament des Wiener Mei=
ſters
. Johann Strauß hat in dieſer Hinſicht beſſer abgeſchnitten
als Siegfried Wagner, der vor zwei Wochen in derſelben Halle
dirigierte. Während die Kritik die akademiſche Steifheit bemän=
gelte
, mit der Siegfried Wagner, von den Flammen des Rhein=
golds
umlodert, den Taktſtock bewegte, begrüßt ſie in Johann
Strauß III. den ſchneidigen Interpreten der prickelnden Cham=
pagnermuſik
ſeiner beiden großen Vorgänger. Neu für die Eng=
länder
war die impulſive Art, wie Strauß, mit dem Bogen diri=
gierend
, an den Höherunkten die Geige anſetzte und, ſelbſt ſpie=
lend
, wiegend und werbend die Kapelle mit ſich fortriß.
Wiener Blut, Gſchichten aus dem Wienerwald‟. Die
blaue Donau, eine Auswahl aus der Fledermaus und dem
Zigeunerbaron, mit Schwung und Feuer vorgetragen, entfach=
ten
ſtürmiſche Beifallskundgebungen und bewieſen erneut, daß
der Walzer noch nicht erledigt iſt. Johann Strauß mußte eine
Zugabe nach der anderen ſpenden.
Und dann eine Viſion. Fräulein Vilma Delmar, in roſa=
ſeidenem
Reifrock, das junge Geſicht von Ringellöckchen umrahmt,
eine Erſcheinung aus einer untergegangenen Welt, ſingt den
Walzer Frühlingsſtimmen. Nicht wie eine Primadonna, ſon=
dern
wie ein liebes Wiener Mädel: natürlich, reizvoll, mit lieb=
lichem
Sopran. Man vergißt, daß man in London iſt. Das Wien
vor 60 Jahren taucht auf. Das frohe, ſorgloſe, alte Kaiſer=Wien
mit ſeinem Leben und Lieben und ſeinem blühenden Prater zur
Frühlingszeit. Als es noch keinen Krieg und keine Inflation
und keinen Jazz und keine Bubiköpfe gab. Wer iſt Vilma Del=
mar
? Wer hat je von ihr gehört? Iſt ſie eine Sängerin von
Ruf?. Wohl kaum, denn ſie iſt ſo jung und mädchenhaft und ein
wenig ſchüchtern, wie ſie da ſteht, die Hände gefaltet, Blumen im
Haar und mit ihrem Lied die blaue Donau und den Frühling in
Wien heraufzaubernd, hierhin, wo grau und trübe die Themſe
fließt und kalte Nordwinde blaſen. Ich ertappe meinen Freund
neben mir, einen Oeſterreicher, wie er verſtohlen einen Tropfen

abwiſcht, der ihm über das abgebrühte Lebemannsgeſicht rinnt.
Menſch, was heulſt du denn? frage ich. Ach, das Mädel ſingt
doch zu gemütvoll, meint er, ich hab‟ Heimweh.
Die junge Sängerin und der alte Kapellmeiſter werden im=
mer
wieder hervorgerufen. Sie haben den Dank verdient, der ſie
umbrauſt. Johann Strauß III. iſt, wenn nicht als Komponiſt, ſo
doch als Dirigent, ein würdiger Repräſentant der Dynaſtie der
Walzerkönige. Sein Erfolg war ein durchaus perſönlicher, und
er würde ſich durchſetzen, auch wenn er nicht der Enkel Johann
Strauß' I. und der Neffe Johann Strauß' II. wäre. Denn er
hat nicht nur den Namen geerbt, ſondern in ſeinen Adern rollt
das heiße Blut, das die Meiſter des Dreivierteltakts zur Schaf=
fung
ihrer unſterblichen Tanzmelodien angetrieben hat.

Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
* Papſt Pius XI. verlieh dem noch jungen Kunſtmaler
Herrn Albert Immel aus Offenbach a. M. Diplom und
Medaille der Benemerenza=Verdienſtmedaille
in Silber, am rot=gelb=roten Bande zu tragen. Herr Immel
erhielt ſeine Ausbildung ſeinerzeit auf Koſten Ihrer Kgl. Hoheit
der Großherzogin Elconore von Heſſen und befindet ſich jetzt ſeit
einigen Jahren in der ewigen Stadt, dem heißerſehnten Ziele
aller Künſtler und aller derer, die für wahre, echte Kunſt Ver=
ſtändnis
fühlen. Wie wir hören, empfing der junge verdienſt=
volle
Künſtler die Auszeichnung als beſonderes Ehrenzeichen für
künſtleriſche Arbeiten in der Miſſionsausſtellung im Heiligen
Jahre 1925. Jeder Rompilger erinnert ſich gewiß noch mit Be=
wunderung
der überaus intereſſanten und impoſanten Miſſions=
ausſtellung
, die bisher einzig in der Welt daſteht. Laurus
T. Rutili=Greger.
laude dignis!
Hochſchulnachrichten.
Hk. Lehrauftrag. Der ordentliche Profeſſor der Chemie von der
Techniſchen Hochſchule in Darmſtadt Dr. Karl G. Jonas iſt vom
preußiſchen Kultusminiſter beauftragt worden, vom Sommerſemeſter
1927 cb an der Univerſität Frankfurt a. M. Vorleſungen aus dem
Gebiete der Chemie der Kohlenhydrate zu halten. Dr. Jonas war
Schüler und Afſiſtent bei Geheimrat Semmler an der Breslauer Tech=
niſchen
Hochſchule, wo er ſich auch habilitierte und ſpäter zum a. o.
Profeſſor ernannt wurde. Seit vier Jahren hat Jonas als perſön=
licher
Ordinarius die außerordentliche Profeſſur für Zelluloſechemie
an der Techniſchen Hochſchule in Darmſtadt als Nachfolger von Prof.
Dr.=Ing. Emil Heuſer inne.

Deutſcher Aufbau. Nationalliberale Arbeit der Deutſchen Volks=
patei
. Herausgegeben von Staatsſekretär z. D. A. Kempkes, M.d.R.
Staatspolitiſcher Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 48, Friedrichſtraße 226.
382 Seiten ſtark, mit 10 Kunſtblättern (25 Porträts), Preis in Halb=
leinen
gebunden 6,50 Mk.
An politiſchen Schriften, Broſchüren uſw. iſt gewiß kein Mangel,
Was aber derartigen Veröffentlichungen jeder Richtung anhaftet, das
iſt, daß ſie zumeiſt für den Tag geſchrieben ſind, daß ihnen die Tendenz
wichtiger iſt, als der ſachliche Inhalt. Man legt ſie leicht zur Seite,
vergißt ſie ſchnell, der nächſte Tag wird Neues bringen. Was uns fehlt,
iſt ein erſchöpfendes Werk, das über alle wichtigen politiſchen Er=
eigniſſe
objektiv ud belehrend, rückſchauend und wegweiſend, Auskunft
gibt.
Jetzt liegt ein ſolches Buch vor: Deutſcher Aufbau nemt es ſich
und will die nationalliberale Arbeit der Deutſchen Volkspartei auf=
zeichnen
. Damit iſt geſagt, daß es hauptſächlich die geſetzgeberiſche
Arbeit im Reiche ſeit 1918 behandelt, alſo eine Ergänzung des im glei=
chen
Verlag erſchienenen Buches 60 Jahre nationale und liberale Poli=
tik
ſein will. Aber nicht nur die Reichspolitik, auch die des größten
Bundesſtaates beiläufig auch diejenige anderer Länder iſt hier
behandelt. Der Herausgeber, Staatsſekretär z. D. Kempkes, M.d.R.,
hat für ſeine Arbeit einen ganzen Stab erſter Mitarbeiter gewonnen.
Reichsminiſter Dr. Streſemann und Abg. Dr. Leidig haben die
politiſche Linie gezeichnet etwa 30 führende Köpfe aus dem volkspartei=
lichen
Lager haben ſich in alle Gebiete der Außen= und Innenpolitik,
der Kultur=, Wirtſchafts= und Sozialpolitik geteilt. So finden wir Auf=
ſätze
, von denen mancher einzelne eine wertvolle Broſchüre für ſich dar=
ſtellen
könnte, ſo Parteimänner wie Dr. Scholz, v. Rheinbaben, Keinath,
D. Kalle, Thiel, Morath, Beythien, Dr. Gildemeiſter, Dr. Boelitz, Dr.
v. Campe, v. Eynern, Dr. Wiemer, Dr. Steffens, Dr. Spickernagel,
Dr. Neumann=Frohnau, G. Kockelkorn, Dr. Hugo Böttger; von Frauen
wie Dr Matz, J. Voigt, A. v. Kuleſza uſw. uſw. Die Namen dieſer
politiſch und parlamentariſch zumeiſt führenden Mitarbeiter deuten
bereits an, daß es ſich in dem Buche Deutſcher Aufbau um keine all=
tägliche
Veröffentlichung handelt. Ein Verzeichnis aller Regierungen
des Reiches und der Länder, ein weiteres Verzeichnis aller ſeit 1918 in
deutſchen Volksvertretungen tätig geweſenen volksparteilichen Abgeord=
neten
iſt beigegeben. Dr. Hugo Böttger hat eine liebevolle Studie über
das Thema der Parteipreſſe beigeſteuert eine Aufmerkſamkeit gegen=
über
der Zeitungswelt, für die man gern quittieren mag, wemn auch
daraus keine Liſte der Parteiblätter hervorgehen konnte.
Seinen Charakter als ein Jubiläumswerk zum 60 Gründungstage
der Nationallibernlen Partei jetzigen Deutſchen Volkspartei betont
das geſchmackvoll ausgeſtattete Buch durch etwa 25 Bilder von prominen=
ten
politiſchen Fihrern. Der gewichtige Band Deutſcher Aufbau iſt
eine beſondere Leiſtung, die jeder, der im öffentlichen Leben ſteht, mit
Nutzen verwenden kann, und die ihren Wert auf Jahre hinqut behalten
wird.

[ ][  ][ ]

Seite 4

Dienstag, den 3 Mai 1927

Nummer 122

Statt Karten.

Für die anläßlich unſerer Vermählung
ſo zahlreich erwieſenen Aufmerkſamkeiten,
Blumenſpenden und Geſchenke ſprechen
wir auf dieſem Wege Aſſen unſeren
(*12007
herzlichſten Dank aus.
Otto Nikolgi und Frau
Chriſtine, geb. Becker.

Für die überaus zahlreichen Glück=
wünſche
und Blumenſpenden anläßlich
meines 80. Geburtstages ſage ich
meinen allerherzlichſten Dank.
Frau Roſalie Georg / Lucasweg 5.

Treuer Mieter! Herr Christian Röder
wohnt am 1. Mai 1927 ( 12018
25 Jahre im Hause Schloßgasse 33.

Gott dem Allmächtigen hat
es gefallen, meinen lieben Mann
und unſeren guten Vater
Emil Opfermann
Schneidermeiſſer
heute abend plötzlich im 76. Le=
bensjahr
in die Ewigkeit abzu=
rufen
. Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Eliſabeth Opfermann
geb. König.
Darmſiadt, am 1. Mai 1927.
(*11994
Inſelſtraße 43.
Die Beerdigung findet Mittwoch,
den 4. Mai, nachmittags 2 Uhr,
vom Portal des alten Friedhofs
an der Nied.=Ramſtädterſtraße aus
ſtatt.

Nachruf.
Am 30. April verſchied
nach langer Krankheit der
Korrektor
Hugo Borſt.
Wir haben in dem Ver=
ſtorbenen
einen geſchätzten
Mitarbeiter kennen gelernt,
dem wir ein dauerndes An=
denken
bewahren. (7438
Darmſtadt, 2. Mai 1927.
L. C. Wittich’ſche
Hofbuchdruckerei
Verlag des Darmſtädter Tagblatt.

Todes=Anzeige.
Heute vormittag entſchlief ſanft
nach kurzem Leiden meine liebe
Frau, unſere gute Mutter und
Großmutter
Anna Eckert
geb. Ditte
im 52. Lebensjahr.
(7437
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Eckert nebſt Kindern.
Darmſtadt, den 2. Mai 1927,
Die Beerdigung findet am Mitt=
woch
, den 4. Mai, nachm ½4 Uhr,
auf dem Waldfriedhof ſtatt.

Familiennachrichten

Am 30 April ſiarb unſer Ehrenmitglied, der hoch=
verdiente
langjährige Präſident unſerer Geſellſchaft
Geh. Juſtizrat
Mnd Haneuihn.
Wir haben ihm viel zu danken und werden ihm weit
über das Grab hinaus ein treues Gedenken bewahren.
Im Namen des Porſiandes
der Vereinigten Geſellſchaft
Frhr. v. Preuſchen
Gen.=Major a. D. und Präſident.

Von der Reiſe zurück
Dr. 8. Oppenheimer
Hals-, Hasen- u. Ohrenarz!
Kaſtnoſtr. 2, Tel. 441.
Sprechſt.: Wochen=
tags
11½2 und 2
bis 5 Uhr, Samstags
nur vorm /211921ido

Graue Haare
erhalten urſprüngl
Naturfarbe durch
Haarfarbe= Wieder=
herſteller

Haar wie neu
Einfache Anwendun
Löwen=Apotheke
am Ballonplatz. (V.30=

74

Todes=Anzeige.
Am 29. April entſchlief ſanft in dem Herrn unſere
liebe Tochter, Tante und Nichte
Fraulein Mätte kaffer
im 41. Lebensjahr.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Die trauernden Eltern.
Darmſtadt, den 3. Mai 1927.
(11964
Altes Palais.
Die Beerdigung fand auf Wunſch unſerer lieben, teueren Entſchlafenen
in der Stille ſtatt.

Meine /4306a)
Maß=Schnitte
a. d. Figur geformt
garantieren tadelloſ,
Sitz ſelbſtangef. Klei=
dung
. Auf Wunſdh
einrichtenb.z Anprob
Adele Bachrach
Wendelſtadtſtraße47
Beſchäftszeit bis 5 Uhr
Vervielkältigungen
ed. Aufl., ſchnell, bil
lig, ſauber, Bäumer
Darmſt., Rheinſtr.
Teleph 1223 (323?

Todes=Anzeige.
Unſere liebe Tochter, Schweſier und
Schwägerin
Eindeelg Sina
iſi am 1. Mai 1927, nachmittags, nach
langem, ſchwerem Leiden im 24. Lebens=
jahre
entſchlafen.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Hermann Schlick.
Darmſiadt, den 2. Mai 1927. (12020
Eliſabeihenſtr. 36.
Die Beiſetzung findet ſtatt am Mittwoch, den
4. Mai 1927 auf dem alten Friedhof an der
Nieder=Ramſtädterſiraße. Einſegnung daſelbſt
in der Kapelle um 11 Uhr vormittags.

Am 30. April, ½8 Uhr abends, iſt unſere
liebe, herzensgute Tante und Großtante
Frau Ming wonn
geb. Fritz
Witwe des Apothekers Dr. Wilhelm pöhn
im vollendeten 91. Lebensjahre ſanft ent=
ſchlafen

Die trauernd Hinterbliebenen:
Familie Fritz-Erbslöh.
Auf Wunſch der Eniſchlafenen findei die Beiſetzung in
aller Stille ſiatt.
(7413

können nur dann richtig

W. K. Kleinhenns
Schreibwaren=
Großhandlung
Darmſt., Waldſtr. 30
(7199a)

Gelegenheits
Hauf!
Speiſezimmer
Ferrenzimme
Schlafzimmer
Küchen
nur prima Qualität
zu äußerſt billigen
Preiſen. Weitgehende
Zahlungserleichterg.
Möbelhaus Menger
Bleichſtr. 17. (72/ 3a

Drucklinoleum . . . . per qm von Mk. 3.30 an
Linoleumläufer, 67 cm breit . . . 2.35 an
3.40 an
90
Einige Rollen prima Inlaid-Linoleum, 2,4 mm
stark, fehlerfrei, ausr. Muster
per qm statt Mk. 8 45 nur Mk. 6., bezw. Mk. 6.50
Sehr günstige delegenheit!
TabeientäferFrertägen
Tekko und Salubra, licht- und waschecht
japelenreste In jeder Koulenzaht
bis zu 50% Nachlaß
Tepplche, Tisch- und Divandecken
Bettvorlagen, Chinamatten

Ludwigsplatz 6

wenn Sie gut paſſende Maßſchnitte nach
jedem Bild herſtellen können. Dies lernen
Sie unter Garantie in der
(1682a
Fachſchule für mod. Zuſchneidekunſt
Darmſtadt, Bleichſtr. 40. Proſpekt gratis.
Muſte katalog
tenlos
Aushändi-
ung
unſerer
beſten lougen
äder beinur

Atofangd
Berlin SM68
Alexandrinen-Str 471.

Weißlack.
(11973
Eiſenbettſtelle
billig zu verkaufen
Bilhelminenſtr. 5, 6h, I.

Schlafzimmer
2 Bettſt., 2 Nachtt,
Waſcht. mit Spiegel,
ohne Schrank), faſt
neu, billig zu verk.
Kaupſtr. 29, pt., Iks.
(11957)
Gasbadeofen
Unterbett, verſchied
Steppdecken aus gut
dauſe zu verk. Wo?
ſagt die Geſchäftsſt
ds. Blattes. (*12033

Groß. Amerikanerofen,
Grude=Herd, Schweine=
trog
, Knochenmühle,
Futtertrog m Heurech
Ziegen. verz. Waſch=
keſfel
, Raſen= Mäh=
maſchine
, eiſ Müll=
kaſtengeſtell
zu ver=
kaufen
. Schützen=
ſtraße
18. 7418

Paddel=Boot
(Ba-Fa-We
Faltboot)
ſehr gut erhalten, ge=
gen
Barzahlung billig
zu verkaufen. (*11988
Kahlertſtraße 31, I

Kranken= und Sterbekaſſe
für ſelbſtändige Handwerker. Gewerbetreibende, Kaufleute n. Beamte
Sitz Darmſtadt
Bekanntmachung.
Am Sonntag, den 19. Juni 1927, findet vormittags
10 Uhr, im großen Saale der Reſtauration Perkeo hier,
Alexanderſtraße 14, unſere diesjährige ordentliche
General=Verſammlung
Tagesordnung:
ſtatt.
1. Prüfung der Abgeordneten=Mandate.
2. Jahresbericht und Entlaſtung des
Vorſtandes und Aufrichtsrates.
7399
3. Neuwahl des Vorſtandes.
4. Neuwahl des Aufſichtsrates.
5. Anträge.
6. Verſchiedenes.
Kranken= und Sterbehafſe
für ſelbſtändige Handwerker, Gewerbetrelbende, Kaufleute u. Beamte
Sitz Darmſtadt
Jorſtand: gez. Arheilger Geſchäftsleitung: gez. Trapp

Ab 2. Mai befindet sich meine
Zahnprazis
Neckarstraße Wr. 19
G. Cherbourg
Dentist
Sprechstunde 91, 27, Fernsprecher 3565
Af 5.0
Möbel!it Dr. med. dent.

Sonderangebot
3 billige
echt eichen
Speise-
zimmer

m. Zugtiſch und
echt. Lederſtühlen
Mk. 410.
Mk. 590.
Mk. 660. 2
Aparte Modelle!

Karlsir. 47-48

Thilde Wenz
prakt. Zahnärztin
iſt an das Fernſprechnetz
angeſchloſſen unter
Mr. 1443
Darmſtadt
(*11848)
Soderſtraße 112.

Rff

71963

Mahag.) rompl. vd
einzeln bill. zu verk
h. Annaſtraße 31.

für Magen- 10842
und Darmkranke
Wilhelm Mitze
Brot- und Wiener Feinbäckerei
Darmstadt Hügelstr. 19
EOOO

für
AHIEK unmer BC
durch den
Allmoh-Hautschützer
Preis pro Paar Mk 2.80 plus 30 Pfg.
für Nachnahmegebühr franko.
Sonderpackung
für besonders starke Damen und
Herren mit Kreuzverschluß Mk. 3.50.
Garantierter Sitz.
Herällieh Wärmstens empisklen.
In- und Aeslands-Patente ang.
Teberall erhältlich, hestimmt aber
durch die Allmoh-Hautschüfzer
G. m. b. H., Berlin S 14.

[ ][  ][ ]

Nummer 122

Dienstag, den 3. Mai 1927

Geite 5

Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſiadt, 3. Mai.
Ernaunt wurden: am 5. April 1927: der Schulamtsanwärter
Wilhelm Bitſch aus Allertshofen, Kreis Dieburg, zum Lehrer an der
Volksſchuſe zu Leeheim, Kreis Groß=Gerau; am 12. April 1927: der
Schulamtsanwärter Karl Colmar aus Darmſtadt zum Lehrer an der
Volksſchule zu Kaulſtoß, Kreis Schotten; am 22. April 1927: der Lehrer
Friedrich Müller zu Otterbach, Kreis Alsfeld, zum Lehrer an der
Volksſchule zu Merlau, Kreis Alsfeld; am 23. April 1927: der Forſt=
meiſter
Hugo Sußner zu Bad=Salzhauſen vom 1. Mai 1927 an zum
Amtsvorſtand des Forſtamtes Nieder=Ohmen, der Forſtaſſeſſor Heinrich
Zimmermann aus Reichelsheim i. O. vom 1. Mai 1927 ab zum
Oberförſter; am 25. April 1927: der Lehrer Wilhelm Lampert zu
Brandau, Kreis Dieburg, unter Zurücknahme der Verſetzung nach Grube
Meſſel, Kreis Dieburg, zum Lehrer an der Volksſchule zu Arheilgen,
Kreis Darmſtadt; am 27. April 1927: der Kuſtos beim Römiſch= Germani=
ſchen
Zentralmuſeum in Mainz Profeſſor 2
C

ſelbe geltenden Satzungen mit Wirkung vom 1. April 1927 an zum Direk=
tor
des RömiſchGermaniſchen Zentralmuſeums in Mainz.
Aus dem heſſiſchen Schuldienſt entlaſſen wurde: am 26. April
1927: die Lehrerin Toni Schuchard an der Volksſchule zu Dietes=
heim
, Kreis Offenbach, auf Grund des Art. 1 des Geſetzes über Ein=
ſtellung
des Perſonalabbaues in Heſſen und zur Aenderung des heſſi=
ſchen
Perſonalabbaugeſetzes vom 8. Oftober 1325 in Verbindung mit
Artikel 14 des Reichsgeſetzes über Einſtellung des Perſonalabbaues und
Aenderung der Perſonalabbauverordnung vom 4. Auguſt 1925 mit
Wirkung vom 25. April 1927 ab.
* Verufsjubiläum. Am 7. Mai kann Herr Brandmeiſter Friedrich
Ehrhardt (Brandgaſſe Nr. 14) auf eine 25jährige Tätigkeit bei der
Städtiſchen Berufsfeuerwehr zuruckblicken. Er trat 1902 ein, wurde
1909 zum Führer, 1912 zum Oberfeuerſvehrmann und 1925 zum Brand=
meiſter
ernanut. Gleichzeitig ſind es 30 Jahr=, daß Herr Ehrhardt Mit=
glicd
der Freiwilligen Feuerſvehr iſt. Während der langen Jahre ſeiner
Tätigkeit hat Herr Ehrhardt es verſtanden, jüngere Kollegen in die
Tätigkeit des Berufsfeuerwehrmanns einzuweihen und durch ſein muti=
ges
und uuerſchrockenes Eingreifen bei den verſchiedenſten Gelegenheiten
ſich das Vertrauen ſeiner Vorgeſetzten in weitgehendſtem Maße er=
worben
.
* Geh. Juſtizrat D. Hallwachs . Im faſt vollendeten 70. Lebens=
jahre
iſt mit Hallwachs eine Perſönlichkeit dahingegangen, die in weiten
Kreiſen bekannt und beliebt war. Seit 1882 im Anwaltberufe ſtehend
hatte er als Vertrauensmann vieler Rechtſuchenden eine große Klientel,
die ihm dauernd treu blieb, bis ihn Krankheit zwang, einen ihm lieb=
gewordenen
Beruf und auch das Notariat aufzugeben. Eine lange Reihe
von Jahren war er auch Mitglied der Anwaltskammer. Trotz ſtarker
Geſchäftsbelaſtung fand der Verſtorbene noch Muße, als guter Celliſt
eifrig Muſik zu treiben und im Inſtrumentalverein mitwirkend tätig
zu ſein.
Heſſiſches Landestheater. Dr. Karl Böhm, der vom Herbſt ab
als Nachfolger Joſeph Roſenſtocks zum Generalmuſikdirektor ernannt
worden iſt, wird in der für Sonntag, den 8. Mai im Großen Haus an=
geſetzten
Aufführung von Richard Wagners Triſtan und Jſolde‟
als Dirigent am Pult erſcheinen und ſich damit zum erſten Male dem
hieſigen Publikum vorſtellen. Im Landestheater iſt für die nächſten
Wochen ein Mozaut=Zyklus vorgeſehen, der am Montag, den
9. Mai, mit Entſührung beginnt, am Mittwoch, den 11. Mai, mit
Figaros Hochzeit fortgeſetzt wird und außer einer Neueinſtudierung
von Coſi fan tutte noch die Zauberflöte und Den Giovanni bringen
wird. Zu dieſem Zytlus wird ein Sonderabonnement aufgelegt, und
zwar für drei Platzarten, Parterre oder 2. Rang für 5 Vorſtellungen
10 Mk., 2. oder 3. Sperrſitz ſür 5 Vorſtellungen 15 Mk., 1. Sperrſitz oder
Balkon für 5 Vorſtellungen 20 Mk. Der Vorverkauf dieſer Zykluskarten
findet an der Tageskaffe des Kleinen Hauſes von morgen, Mittwoch,
ab bis einſchl. Montag, den 9. Mai, ſcatt. Die Aufführung der Ent=
führung
iſt der Zuſatzmiete IV, diejenige von Figaro der Zuſatz=
miete
XII ( Miete K des Bühnenvolksbundes) zugeteilt. Heute be=
ginnt
der Vorverkauf für die erſte Wiederholung des Zigeuner=
baron
am Freitag, den 8. Mai.
Kammerſänger Karl Jörn veranſtaltet am Mittwoch, den 4. Mai,
abends um 8 Uhr in der Johanneskirche ein Kirchenkonzert zum
Beſten des Paul Gerhardt=Hauſes. Der Organiſt der Kirche, Lehrer
Niebergall, hat die Begleitung übernommen und wird außerdem einen
Satz aus einer Orgelſonate von Joſef Renner jun. ſpielen.! Der
Kirchenchor der Johannesgemeinde bringt unter Leitung ſeines Diri=
genten
, Kammermuſiker Adam, drei Chöre zum Vortrag. Um des guten
Zweckes wie um des zu erwartenden Kunſtgenuſſes willen iſt der Ver=
anſtaltung
ein guter Beſuch zu wünſchen. Karten zu 1 Mk. (Schiff) und
2 Mk. (Empore) ſind bei Konzert=Arnold, Wilhelminenſtr. 9, m der
Papierhandlung Guſtav Paul und beim Kirchendiener zu haben. Für
Arbeitsloſe werden gegen Vorzeigung ihrer Stempelkarte bei Guſtav
Paul Freikarten ausgegeben.
Heſſiſche Verwaltungsakademie, Abteilung Darmſtadt. Auf den
am Donnerstag, den 5. Mai, abends 8.15 Uhr, im Hörſaal 330 der Tech=
niſchen
Hochſchule ſtattfindenden Vortrag des Wirkl. Geh. Oberregie=
rungsrats
Dr. von Schoencbeck, Miniſterialdirektor z. D. aus
Berlin, über Deutſche Zoll= und Handelspolitik, ſei
auch an dieſer Stelle nochmals beſonders hingewieſen. Miniſterial=
direktor
Dr. von Schoenebeck iſt, da er ſeit einigen Jahrzehnten an den
Abſchlüſſen der Deutſchen Handelsverträge und Zolltarife maßgeblich
beteiligt geweſen iſt, ein hervorragender Kenner dieſes bedeutſamen Ge=
bietes
unſerer Gegenwartspolitik. Karten zu 1,50 RM. ſind in der
Buchhandlung Schroth in der Rheinſtraße erhältlich. (Siehe Anzeige.)
Freiflüge. Außer den bereits auf dem Flugplatz bekannt gegebenen
Freiflügen entfallen noch auf folgende Losnummern der Krüppelheimbau=
lotterie
Freiſtreckenfſüige nach Mannheim oder Frankfurt a. M., je nach
Wahl, Nr. 311 105, 322 352, 362 013, 385 241. Die glücklichen Beſitzer
dieſer Loſe werden gebeten, ſich auf der Geſchäftsſtelle der Heſſenflieger,
Ludwigsplatz 6, unter Vorzeigung des Loſes zu melden.
15. Elektromophonkonzert. Das Muſikhaus Chriſtian Arnold
am Weißen Turm wird am Donnerstag, den 5. Mai, in der Aula des
Realgymuaſiums, abends 8 Uhr, neue Schallplatten vorführen. Bei
freiem Eintritt wird jedermann Gelegenheit gegeben, ſich über den
neueſten Stand der Phonomuſik zu orienticren, zumal das vorgeſehene
Programm ſelbſt verwvöhnteſtem Geſchmacke Rechnung trägt.
Männervereinigung der Petrusgemeinde. Die nächſte Monats=
verſammlung
findet am Mittwoch, den 4. Mai, abends 8½ Uhr, ſtatt.
Sie wird inſofern ein eigenartiges Gepräge erhalten, als ſie, entſpre=
chend
der Maiſtimmung, welche die Menſchenherzen empfänglicher macht
für alles Schöne im Leben, Darbietungen aus der deutſchen Dichtung
durch den Vortrager Herrn Walter Lehmann bringen ſoll. Der
Vortrager iſt durch ſein Auftreten im Deutſchen Sprachverein und beim
letztem Oſtdeutſchen Abend vorteilhaft bekannt geworden, ſo daß eine ge=
diegene
, künſtleriſche Wiedergabe der Dichtungen erwartet werden darf.
Erläuternde Worte, dazu wird der Vorſitzende, Herr Oberreallehrer
Frank, beifügen. Auch über die zu gründende Sterbekaſſe ſollen wichtige
Mitteilungen gemacht werden. Gäſte, auch Damen, ſind willkommen.
Die Ausſtellung Schrift und Handwerk im Gewerbemuſeum wird
am Donnerstag, den 5. Mai, für einige Tage geſchloſſen. Ein kleinerer
Teil geht dann zu der Internationalen graphiſchen Ausſtellung nach
Leipzig, wo für Profeſſor Koch ein Ehrenraum bereitgeſtellt iſt. Im
Lichthof und in dem großen Vorderraum rechts veranſtaltet das Ge=
werbemuſeum
zunächſt eine Ausſtellung, die von dem Reichskunſt=
wart
zuſammengeſtellt iſt und die künſtleriſche Formgebung
des Reichs behandelt. Anfang Juni wird dann die Ausſtellung
Schrift und Handwerk durch eine neue Abteilung erweitert,
die dem Schreibuntericht auf der Schule gewidmet iſt. In
der veränderten Form bleibt die Ausſtellung bis zum Hochſommer in
Darmſtadt.
Orpheum. Die geſchiedene Frau, Leo Falls her=
vorragende
Operette Die geſchiedene Frau, die am Sonntag mit größtem
Beifall aufgenommen wurde, wird kommenden Samstag, 7., und
Sonntag, 8. Mai, wiederholt. Der Kartenverkauf beginnt
ſihon heute bei Hugo de Waal, Rheinſtraße 14, und im Verkehrsbüro.

Feierliche Ueberreichung
der Geſellenbrieſe.
In dem feſtlich geſchmückten Saale des Städtiſchen Saalbaus fand
am Freitag, den 29. April, die Ueberreichung der Geſellenbriefe an die
Junggeſellinnen und Junggeſellen des Darmſtädter Handwerks und der
Induſtrie ſtatt. An zirka 320 Prüflingen, die im Frühjahr ausgelernt
hatten, mit einer Lehrzeit von 3 und teilweiſe 4 Jahren, konnte der Ge=
ſellenbrief
verteilt werden.
Unter den feierlichen Klängen der Tell=Ouvertüre des Städt. Or=
cheſters
, unter Leitung ſeines neuen Dirigenten Zöllner, wurde die Feier
eingeleitet. Fräulein Kätha Kämmerer trug einen tiefempfundenen, von
Frau Auguſte Kraus verfaßten Prolog vor. Nach einem weiteren
Muſikſtück aus Tannhäuſer entbot der 1. Vorſitzende, Herr Malermeiſter
Georg Kraus, ein herzliches Willkommen und begrüßte insbeſondere
alle Ehrengäſte, Meiſter und Prüfungsgeſellen, beſonders galt ſein
Gruß den jungen Geſellinnen und Geſellen. Mit Bezug auf den Prolog
Die Jugend:
Der Fuihling iſt da, ſo ruft man voll Freude,
Die Knoſpen entſpringen und ſchön wird die Welt,
Die Sonne lacht heiter, ach, ſeht nur ſchon heute,
Sie leuchtet, daß euch wert, der Tag hier erhellt.
Ihr ſeid wie der Frühling, der grad im Entſpringen
Und Sonne braucht und auch Regen und Nacht,
Sollt ſtreben nach oben und ſcherzen und fingen,
So hat man ſich Jugend und Frühling gedacht.
Wenn nach oben ihr ſtrebt und Höhe erreicht,
Dann füllt ihr den Platz aus, auf den ihr geſtellt,
Mit Wonne und Sonne nun feſte gezeigt,
Daß ihr nun geworden, was verlanget die Welt.
Haltet euch aufrecht, den Kopf in die Höh,
Jed Handwerk hat goldenen Boden.
Schafft, daß man Fortſchritt im Leben ſeh,
Dann ſeid ihr ſicher zu loben.
Und will es auch manchmal nicht gleich recht geh’n,
Verzagt nicht, greift’s kräftig nur an,
Hinterm Können muß auch das Wollen ſteh’n,
Dann geht es im Leben bergan.
Wir wünſchen euch heute ein herzlich Glückauſ,
Eine Stufe iſt gut überwunden,
Und weiter führe der Weg euch bergauf.
Bis ihr das Ziel habt gefunden!
ſprach er zu den jungen Handwerkern manch prächtiges Wort, und ſeine
Mahnungen zuſammeufaſſend, ſchloß er mit einem Hoch auf das deutſche
Vaterland. Stehend wurde darauf eine Strophe des Deutſchlandliedes
geſungen.
Anſchließend überbrachten Glüchvünſche Herr Direktor Schütt=
ler
von der Handwerkskammer. Auch er ermahnte die Jugend, ſich
ſtets einzuſtellen, für Qualitätsarbeit. Nur eine unermüfdliche Weiter=
bildung
könnte den jungen Handwerker ſoweit bringen, daß er als wich=
tiges
Glied des deutſchen Staates mitarbeiten könne.
Herr Stadtſchulrat Löſch drach für das Stadtſchulamt und zu=
gleich
für den Oberbürgermeiſter der Stadt Darmſhadt. Schule und
Werkſtatt müſſen wie ſeither Hand in Hand gehen. Herr Direktor May
überbrachte ein herzliches Glückauf, der Induſtriellenvereinigung.
Herr Malermeiſter Werner dankte im Namen des Ortsgewerbe=
vereins
dem unermüdlichen Vorſitzenden Herrn Kraus und all ſeinen
Helfern im Prüfungsausſchuß.
Herr Oberingenieur Göbel richtete als Vertreter des Geſellen=
prüfungsausſchuſſes
herzliche Worte der Mahnung an die Jugend. Die
Induſtrie brachte in dieſem Jahre nur 45 Lehrlinge zur Prüfung, weil,
wie oben ſchon geſagt, die Hauptgruppe mit 3½jähriger Lehrzeit erſt
im Herbſt ihren Ehrentag begeht. Unter dieſen 45 Prüflingen beſtan=
den
6 mit ſehr gut 22 mit gut 17 mit beſtanden‟. Den 6 mit
ſehr gut Ausgezeichneten wurde darauf von dem Redner ein öffent=
liches
Lob ausgeſprochen, Herr Direktor May wird ihnen noch eine
Geldſpende überreichen.
Für die Bäckerinnung ſprach Herr Obermeiſter Finger zwei be=
ſonders
hervorragenden Prüflingen Lob aus und überreichte ihnen im
Namen der Innung ein kleines Geſchenk als Anerkennung.
Alle dieſe Auszeichnungen wurden von der Feſtverſammlung mit
lebhaftem Beifall begrüßt. Eine ganz beſonders freudige Ueberraſchung
wurde zwei jungen Glasſchleifern bereitet, denen Herr Kraus im Auſ=
trag
ihrer Meiſter je eine ſchöne Taſchenuhr übergab. Der ſtellvertre=
tende
Prüfungsmeiſter der Glaſerinnung überreichte einem Prüfling,
der unter 9 mit ſehr gut beſtand, ein praktiſches Andenken. Herr
Kraus betonte noch, daß man nur einige Gruppen bei der Prämiierung
herausgreifen konnte, damit ſolle nicht geſagt ſein, daß bei den anderen
Gruppen weniger gearbeitet würde.
Und nun erfolgte die
Ueberreichung der Geſellenbriefe.
Während, wie ſchon erwähnt, die Hauptgruppe der Prüflinge erſt
im Herbſt erſcheinen wird, habeit fetzt im Frühjahr rund 320 Jung=
geſellen
und Junggeſellinnen die Prüfung beſtanden. Davon entfallen
rund 45 auf die Induſtrie, 15 auf die Putzmacherinnen, 64 auf die
Damenſchneiderinnen, rund 50 auf die Maler, Weißbinder und Lackierer,
30 auf die Bäcker und 22 auf die Metzger. Dje übrigen verteilen ſich
auf die verſchiedenen kleineren Gruppen der einzelnen Handwerkszweige.
Die flotten Klänge des Städt. Orcheſters ſchloſſen die würdige Feier.
In dem Gartenſaal fand zu gleicher Zeit eine Ausſtellung der ge=
fertigten
Geſellenſtücke und Arbeitsproben ſtatt. Am ſtärkſtem vertreten
war hier das Damenſchneidergewerbe, Weißnäherinnen und Putzmache=
rinnen
. Ferner die Induſtrie mit ihrer Frühjahrsgruppe und die beiden
Eiſenbahnwerkſtätten. Hervorragende Leiſtungen waren in jedem ein=
zelnen
Gewerbe vertreten. Hauptſächlich in den Mitragsſtunden war
der Beſuch ſo ſtark, daß man faſt nicht durchkam.

Geſchäftsjubiläum. Die Firma Friedrich Tillmann Par=
fümeriehandlung
hier, Eliſabethenſtraße 21, kann am heutigen Tag auf
ihr 25jähriges Beſtehen zurückblicken. Aus kleinen Anfängen
hervorgegaugen, hat es Herr Tillmann unter tatkräftiger Hilfe ſeiner
Chefrau verſtanden, durch aufmerkſame und fachmänniſche Bedienung ſich
im Laufe der Jahre einen großen Kundenkreis zu erwerben und ſein
Geſchäft immev mehr zu erweitern.
Evangeliſche Männervereinigung der Petrusgemeinde. Die
nächſte Monatsverſammlung findet am Mittwoch, den 4. Mai,
abends 8½ Uhr ſtatt. Damit verbunden iſt ein Rezitationsabend
mit Einführung in die Geſchielnte der deutſchen Poeſie. Rezitator: Herr
Lehmann. Vertregender: Herr Oberreallehrer Frank. Gäſte, ſowie
Mitglieder des Frauenvereins und der Jugendvereinigungen ſind herz=
lichſt
willkommen.
Lokale Veranſialtungen.
Die biermnter ericheinenden Notizen ſind ansſchließlich als Hinweiſe auf Anzelgen zu beirachtm.
in keinem Falle irgendwie alt Veſprechung oder Kritik.
Deutſcher Offizierbund. Donnerstag, den 5. Mai,
8 Uhr abends, im Kafino des Leibgarde=Regiments Herrenabend ( mili=
tärwiſſenſchaftlicher
Vortrag eines Berliner Kameraden, der des Vor=
trags
willen auf unſere Einladung hin hierher kommt) und ſpäteres Zu=
ſammenbleiben
. Beiträge können entrichtet werden.
118er Achtung! Alle ehemalige Angehövige des Gelben
Regiments werden nochmals zur Wiederſehensfeier mit Verbandstag
auf Sonntag, den 8. Mai, an die ſchöne, blühende Bergſtraße nach Auer=
bach
(Hotel Weigold) eingeladen. Viele Kameraden haben ihr Erſcheinen
bereits zugeſagt. Alſo alle ehemalige Angehörige des J.=N. 118, R.=J.=
R. 118 und L.=J.=R. 118 erſcheint in Auerbach in Maſſen. (Näheres
ſiehe Anzeige.)

Flugzeug mit Anhänger
iſt die neueſte Erſcheinung auf dem Gebiete des Luftfahrtweſens, deſſem
techniſche oder wirtſchaftliche Auswertung einſtweilen noch nicht abzu=
ſehen
iſt. Es ſind wenige Wochen her, als die überraſchende Kunde von
einem Wagnis durch die Preſſe ging, das zunächſt mehr für die Kühnheit
eines Rhönſegelfliegers ſprach, als von der Möglichkeit zu zeugen, dieſes
Wagnis zu wiederholen. Es war der Rhönſegelflieger Eſpenlaub,
der die Kühnheit beſaß (manche nannten es bodenloſen Leichtſinn),
ſeinen motorloſen Segelflieger an ein normales Flugzeug anzuhängen,
ſich ſo in die Luft heben zu laſſen, dann das Haltekabel zu kappen und
allein im Gleitfluge weiterzuſegeln, bzw. zu landen. Nachdem Eſpen=
laub
dieſes Wagnis über Erwarten gut gelungen, haben verſchiedene
Segelflieger das wiederholt, und heute ſchon ſind wir ſo weit, daß die
motorloſen Segelflieger im Anhang eines Flugzeuges weite Ueberland=
fhüige
unternehmen.
Geſtern hatten wir Gelegenheit, das intereſſante Schauſpiel auf dem
Flugplatz Darmſtadt zu beobachten. Gegen 1 Uhr wurde ein Doppel=
decker
geſichtet, der etwa 120 Meter hinter ſich ein wenig höher wie er
einen kleinen hellglänzenden libellenartigen Flieger herzog. Es war der
Darmſtädter Flieger Benz, und ſein Paraſit war der bekannte Pilot
Raab. Beide kamen von Stuttgart. Sie hatten dort Schauflüge unter=
nommen
, die ſo gut gelungen waren, daß ſie ſich entſchloſſen, über Platz=
umkreiſung
hinaus einen Ueberlandflug zu wagen. Auch dieſer Ueber=
landflug
iſt trotz zweier Zwiſchenfälle, die zu Notlandungen zwangen,
glänzend gelungen. Die erſte Notlandung wurde erzwvungen, als plötz=
lich
der angehängte Segle; ſteil über der Flugmaſchine flog, was zum
Löſen des Kabels zwang. Beide Flieger gingen glatt und unbeſchädigt
nieder und konnten nach Beſchaffung eines neuen Kabels ihren Flug
fortſetzen. Auf dem Griesheimer Exerzierplatz erfolgte aus ähnlichen
Grunde eine abermalige Notlandung. Es gelang den Fliegern, ihre
Apparate von den Franzoſen frei zu bekommen, und ſie trafen gegen
1 Uhr wvohlbehalten über dem Darmſtädter Flugplatz ein. Da zur
Landung der beiden das Kabel wiederum gekappt werden mußte und
verloren ging, mußte bier ein neues Drahtſeil beſchafft werden, und
gegen 4 Uhr ſtiegen die beiden Piloten vom Flugplatz Darmſtadt auf,
um nach Kaſſel zu fliegen. Durch eine ſinnreiche Einrichtung wird der
Segelflieger, ein von Herrn Raav ſelbſterbauter Eindecker, der in ſeinen
Ausmaßen und ſeiner Leichtigkeit wie ein Svielzeug anmutet, mit der
Flugmaſchine durch ein 120 Meter langes dünnes Drahtſeil gekuppelt,
und zwar derart, daß ſowohl der Führer der Flugmaſchine als auch der
motorloſe Segler durch einen Handgriff ſich von dem Kabel löſen können.
Es war intereſſant, zu ſehen, wie leicht und ſchnell ſich der leichte kleine
Segler vom Erdboden erhob und im Schlepptau der Maſchine gezogen
wurde, bis auch dieſes frei kam, und beide ſich ſtetig ſteigend in die
Höhe ſchraubten. In weitem Bogen umkreiſten ſie den Flugplatz und
ſchlugen die Richtung nach Kaſſel ein, wo ſie nach zweiſtündiger Flug=
zeit
zu landen gedachten. Eine größere Anzahl Zuſchauer woynten dem
intereſſanten Schauſpiel bei. Gleichzeitig und kurz nach dem Abflug
ſtarteten auch einige Maſchinen, die vom vorgeſtrigen Flugtag noch im
Darmſtadt waren, ſo daß auch geſtern Hochbetrieb auf dem Darmſtädter
Flugplatz herrſchte.
Zu unſerem geſtrigen Bericht über den Großflugtag werden wir
erſucht, berichtigend mitzuteilen, daß die Dietrichmaſchine D. 572 von
Herrn H. Kalbflciſch=Gelnhauſen geſteuert wurde, da für Herrn
Bauer die Zulaſſung von der Verſicherung nicht rechtzeitig ein=
getroffen
war.
St.
Vorzugstente und Elternrente.
Die Kriegeykameradſchaft Haſſia, Darmſtadt, Ahaſtraße 5, teilt uns
folgendes mit: Das Reichsverſorgungsgericht hat neuerdings in einer
bisher zweifelhaften Frage dahin grundſätzlich entſchieden, daß bei der
Berechnung der Einkommensgrenze für die nach dem Reichsverſorgungs=
geſetz
zu gewährende Kriegselternrente die nach § 18 des Anleihe= Ab=
löſungs
=Geſetzes gewährte Vorzugsrente voll anzurechnen iſt. Die
Veteranenbeihilfe dagegen, die bisher vielfach als Einkommen angerech=
net
wurde, iſt hinfort nicht anzureihnen.
Der Verband der Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinterbliebenen des
Deutſchen Reichskriegerbundes Kyffhäuſer ſchreibt uns hierzu:
Wenn es auch erfreulich iſt, daß der den bedürftigen Veteranen
aus den Einigungskriegen gewährte Ehrenſold die Gewährung der
Elternrente nun nicht mehr derhindern kann, ſo hätte man doch vom
Reichsarbeitsminiſter erwarten ſollen, daß er durch einen Erlaß das
Gleiche auch für diejenigen bedürftigen alten Kriegereltern verfügt hätte,
die ihre Erſparniſſe während des Krieges in Kriegsanleihe angelegt, dieſe
durch die Inflation verloxen haben und nunmehr ſich mit der geringen
Vorzugsrente begnügen müſſen. Eine ſolche Beſtimmung wäre umſo=
mehr
am Platze geweſen, als nach dem Anleihe=Ablöſungs=Geſetz die
Verſorgungsgebührniſſe bei der Bewilligung von Vorzugsrente nicht
angerechnet werden. Warum wendet man den im Anleihe=Ablöſungs=
Geſetz zutage getretenen ſozialen Geiſt nicht rückläufig auch beim Reichs=
verſorgungsgeſetz
an?
Wie der Verband der Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinterbliebenen
des Deutſchen Reichskriegerbundes Kyffhäuſer mitteilt, hat der Reichs=
arbeitsminiſter
in einem Erlaß vom 22. April 1927 beſtimmt, daß die=
jenigen
ehemaligen Kapitulanten, die den früher gegen eine Geldab=
findung
von 3000 Mk. abgegebenen Zivilverſorgungsſchein nach An=
ſtellung
im Zivildienſt zurückkaufen müſſen, anſtelle der nicht aufge=
werteten
einmaligen Geldabfindung einen Betrag von 1000 RM. zu
zahlen haben. Entgegenſtehende Beſtimmungen werden damit auf=
gehoben
.
Heißes Waſſer überall iſt eine Forderung ſowohl der neuzeit=
ſichen
Wohnungspflege wie auch der Körperkultur. In jeder Wohnung,
in jedem Haushalt, iſt vom frühen Morgen bis zum ſpäten Abend
dauernd Bedarf an heißem Waſſer, das ſeither und in früheren Zeiten
nur durch umſtändliche und lange Vorbereitungen gewonnen werden
konnte. Damit jedoch hat das Gas, das ſich ja überhaupt in den letzten
Jahren zu einem unentbehrlichen Freund und Helfer in jeder Wohnung
und in jedem Haushalt entwickelt hat, gründlich aufgeräumt und gibt
uns heute die Möglichkeit, zu jeder Tages= und Nachtzeit an jeder belie=
bigen
Stelle der Wohnung heitzes Waſſer zu entnehmen und zu den ver=
ſchiedenartigſten
Zwecken, wie zur Reinigung, zur Bereitung heißer
Getränke, zum Waſchen, zum Baden uſw., zu entnehmen. Dieſe ſtete
Betriebsbereitſchaft, die ſelbſtverſtändlich außerordentliche Annehmlich=
keiten
mit ſich bringt, koſtet an und für ſich keinen Pfennig, denn nur,
ſo lange heißes Waſſer entnommen wird, findet ein Gasverbrauch in
den Apparaten ſtatt. Ueber dieſe Einrichtungen und Apparate ins=
beſondere
auch über nenzeitliche gasbeheizte Badeöfen findet heute
Dienstag, abends 8 Uhr, im großen Saal des Reſtaurants Bürgerhof
(Eliſabethenſtraße 2) ein Vortrag mit Lichtbildern bei freiem
Eintritt ſtatt. Alle Einwohner werden auf dieſen Vortrag hiermit be=
ſonders
hingewieſen und zum Beſuch eingeladen. In dem Vortrag
werden eingehende Erläuterungen über die neuzeitlichen Heißwaſſer=
apparate
und Badeöfen gegeben; auch werden die Apparate in Betrieß
vorgefühit. Angeſichts der Bedeutung dieſer Heißwvaſſerapparate ſür die
moderne Wohnungskultur und die Geſundheitspflege und Körperkultur
iſt dieſen Vorträgen ſtärkſter Beſuch zu wünſchen.
Tageskalender für Dienstag, den 3. Mai 1927.
Landestheater, Großes Haus, A 18, Anfang 71 Uhr, Ende
nach 9½ Uhr: Scherz, Satire, Fronie und tiefere Bedeutung.
Kleines Haus, ( 15 (Darmſtädter Volksbühne), Anfang 7½ Uhr,
Ende 10 Uhr: König für einen Tag. Bürgerhof, abends
8 Uhr: Vortrag über die Verwendung von Gasbadeöfen und Heiß=
waſſerapparaten
. Konzerte: Schloßkaffee, Café Rheingold,
Perkeo. Kinovorſtellungen: Union=, Reſidenz=Theater,
Palaſt=Lichtſpiele.
Verſteigerungskalender für Mittwoch, den 4. Mai 1927.
Städt. Leihamt, Kirchſtraße 9, vorm. 8.30 Uhr: Verſteigerung.
Verſteigerungslokal Hügelſtr. 27, nachm. 2 Uhr: Ver=
ſteigerung
von 1 Ladentiſch, 2 Schreibmaſchinen und 2 Oelbildern.

Heltt uneneicht!
ℳein drtikel des töglichen Gebrauchs ist so oft vergeblich
nochzuchmen versucht worden wie Versil.

V2604

[ ][  ][ ]

Seite 6

Nummer 122

Tagung des Landes=
verbandes
Heſſen des Deutſchen
Altphilologen=Verbandes.
Dr. Hr. Im Zuſammenhang mit der Hauptverſammlung des
Heſſiſchen Philologenvereins, der Standesorganiſation der heſſi=
ſchen
Philologen, hielt der Landesverband Heſſen des Deutſchen
Altphilologen=Verbandes zu Offenbach a. M. ſeine wiſſenſchaft=
lich
=pädagogiſche Jahrestagung ab.
Wie auf der voraufgehenden Tagung in Gießen bildeten auch
diesmal lebenswichtige Fragen des humaniſtiſchen Bildungs=
weſens
, insbeſondere die Aufgaben der Förderung des huma=
niſtiſchen
Unterrichtes durch enge Verbindung mit der philologi=
ſchen
Wiſſenſchaft, den Hauptgegenſtand der Verhandlungen.
Das reiche Programm füllte die Tagung mit kurzer Mittags=
pauſe
von der Frühe bis in den ſpäten Nachmittag aus.
Die Reihe der Vorträge eröffnete der Vorſitzende, Studien=
rat
Dr. K. Liſtmann=Darmſtadt, mit dem Thema:
Die Arbeit der humaniſtiſch=philologiſchen
Landes= und Reichsverbände‟. Der Redner gab auf
Brnnd ſeiner Mitarbeit an verantwortlichen Stellen ein anſchau=
liches
Bild von der vielſeitigen und fruchtbaren Arbeit, die in
dieſen Verbänden auf kulturellem, wiſſenſchaftlich=pädagogiſchem
und organiſatoriſchem Gebiete geleiſtet worden iſt. Eingehend
beſchäftigte ſich der Vortragende mit der gegenwärtigen Lage der
humaniſtiſchen Bildungsanſtalten Heſſens, ſtellte den keineswegs
ungünſtigen Stand der Frequenzziffern der heſſiſchen Gymnaſien
feſt, wies auf die Umſtände hin, die einem ſtärkeren Beſuch teil=
weiſe
noch entgegenſtehen, und erörterte die Möglichkeiten, die
hemmenden Faktoren mehr und mehr auszuſchalten. Im Zu=
ſammenhang
mit dieſen Ausführungen bezeichnete der Redner
die gegenwärtigen Verwendungsverhältniſſe der heſſiſchen Alt=
philologen
als nicht unbefriedigend und die Ausſichten des alt=
philologiſchen
Nachwuchſes in Heſſen als nicht ungünſtig. Er=
freulich
war auch das Bild, das von der regen Arbeit gegeben
werden konnte, die in Heſſen im abgelaufenen Jahre innerhalb
und außerhalb der eigentlichen Unterrichtstätigkeit im Intereſſe
der erzieheriſchen und kulturellen Auswirkung des antik= huma=
niſtiſchen
Bildungselements geleiſtet worden iſt durch Bearbeitung
von Fragen des Lehrplans und der didaktiſchen Methodik, durch
Interpretationsabende, Aufführungen in Schule und Theater,
durch Vorträge und wiſſenſchaftliche Veranſtaltungen. Von be=
ſonders
großem Intereſſe war der Bericht über die Berliner und
Leipziger Sitzungen des Altphilologen=Verbandes und des Gym=
naſialvereins
und ihre die Arbeit in den Verbänden befruchten=
den
Auswirkungen. Der Redner erörterte dabei insbeſondere
die Frage der Vor= und Fortbildung der Philologen und legte
Grundſätze für die Aufſtellung eines den inneren Bedürfniſſen
entſprechenden lateiniſch=griechiſchen Reichslehrplans dar. Gegen=
über
den kulturhiſtoriſchen Beſtrebungen der ſeitherigen Schul=
reform
iſt von dieſem neuen Lehrplan vor allem zu erwarten,
daß er durch eine klare Herausſtellung und Anerkennung des
Wertigen und Erzieheriſchen, der den klaſſiſchen Sprachen, den
hohen literariſchen Schöpfungen und großen Perſönlichkeiten der
Antike innewohnenden Eigenkräfte, die Geltung des Gymna=
ſiums
in ſeiner für die Gegenwart unentbehrlichen Bildungsauf=
gabe
dartne, und daß er in einer ausreichenden Stundenzahl die
unbedingt notwendige Vorausſetzung für eine gedeihliche Bil=
dungs
= und Erziehungsarbeit gebe.
Nach dieſem Vortrag fand der geſchäftliche Teil der Tagung
ſeine Erledigung. Der finanzielle Stand iſt, da der Verband mit
Unterſtützung ſeitens befreundeter Verbände und ohne beſondere
Unkoſten arbeiten konnte, günſtig. Dem Schatzmeiſter wurde
Entlaſtung erteilt. Der Vorſtand, dem Univerſitätsprofeſſor
Dr. Kalbfleiſch den Dank der Verſammlung ausſprach, wurde
einſtimmig wiedergewählt. Eine Ausſprache über das Verhältnis
des Landesverbandes Heſſen des Deutſchen Altphilologen= Ver=
bandes
zum Heſſiſchen Philologenverein, deſſen altphilologiſche
Fachgruppe in den letzten Jahren, wohl infolge der raſchen Ent=
wicklung
des Altphilologen=Verbandes, nicht mehr in Tätigkeit
getreten iſt, ſchloß mit der Annahme eines Antrags von Univer=
ſitätsprofeſſor
Dr. Kalbfleiſch: Der Vorſtand des Heſſiſchen Alt=
philologen
=Verbandes wird gebeten, mit dem Vorſtand des Heſſi=
ſchen
Philologenvereins eine Verſtändigung über das Verhältnis
der beiden Organiſationen zu ſuchen.
Der Reſt des Vormittags und der ganze Nachmittag waren
Vorträgen über wiſſenſchaftliche und pädagogiſche Gegenſtände
gewidmet.
Studienrat Dr. Ph. Krämer=Darmſtadt ſprach über:
Frankreich und der lateiniſche Geiſt‟. Der Vor=
trag
, der an einem beſonders aufſchlußreichen Beiſpiel den for=
menden
Einfluß der Antike auf die Entſtehung und Entwicklung
eines neuzeitlichen Volkstums nachwies, enthielt das bedeutungs=
volle
Bekenntnis eines Neuphilologen zu den Bildungswegen
und Bildungszielen des Gymnaſiums und die unbedingte Ab=
lehnung
aller pädagogiſchen Beſtrebungen, die aus dem Glauben
entſpringen, als könne die moderne weſteuropäiſche Kultur aus
ſich heraus, ohne Zurückgehen auf die Antike, verſtanden werden.
Dr. Krämer ſtellte in großen geſchichtlichen Ueberblicken das
Weſen des franzöſiſchen Geiſtes als eines genie latin dar. Der
Wille zum Staat iſt neben der Sprache das größte Erbe, der
lateiniſche Ordnungswille die wichtigſte Kraft des genie latin.
Am Schluſſe ſeiner Ausführungen begründete der Redner genau,
weshalb im humaniſtiſchen Gymnaſium an neueren Fremdſpra=
chen
in erſter Linie das Franzöſiſche in Betracht kommt.
Die übrigen Vorträge beſchäftigten ſich mit Fragen des alt=
ſprachlichen
Unterrichts im engeren Sinne. Profeſſor Dr. J.
Köhm=Mainz behandelte das Thema: Vom Arbeits=
unterricht
im Lateiniſchen und Griechiſchen‟ Der
Redner führte folgendes aus: Der Gedanke des Arbeitsunter=
richtes
iſt nicht neu. Goethe, Kant, Fichte bezeichneten die Selbſt=
tätigkeit
des Zöglings als Vorbedingung eines ſegensreichen
Unterrichts. Plato übt mäeutiſche Belehrung im Geiſte des
Sokrates. Der Lehrer der alten Sprachen wird das Gute und
Berechtigte der richtig verſtandenen Arbeitsſchule anerkennen
und verwerten, aber Einſeitigkeiten und Uebertreibungen des
zum Schlagwort erniedrigten Gedankens ablehnen. Beſonders
Ew. Bruhn, Ed. Lisco und W. Hartke haben die Theorie ent=
wickelt
; die von ihnen dargeſtellten Möglichkeiten muß man prü=
fen
und würdigen. Beim Konſtruieren und Ueberſetzen, bei
Grammatik und Lektüre, beim Zuſammenfaſſen, Gliedera, Kriti=
ſieren
des Geleſenen kann ſelbſtändiges Denken eitwickelt wer=
den
. Die Frage des Schülers darf aber die Führ ing durch den
Lehrer, die Erreichung des Lehrzieles nicht derhi.dern. Durch
bloßes. Vorleſen kann man keine Lektüre bewältigen. Arbeits=
teilung
bei der häuslichen Vorbereitung ſetzt voraus, daß alle
eingeleſen ſind. Die Frage des Lehrers darf nicht unterſchätzt
werden. Ausnahmeerfolge beſonders begabter Schüler können
nicht Norm ſein. Studientage, Arbeitsgemeinſchaften, Studien=
reiſen
ſcheitern an der Geſoknappheit. Die Bemerkungen der
heſſiſchen Lehrpläne (5 1,9) ſind maßvoll und beherzigenswert.
Lernen und Ueben bleibt nötig; Hauptſache iſt das begeiſternde
Vorbild des geiſtig überlegenen Lehrers, der den Stoff wiſſen=
ſchaftlich
beherrſcht und anſchaulich geſtaltet.
Univerſitätsprofeſſor Dr. K. Kalbfleiſch=Gießen gab
in ſeinem Vortrag über: Die Verwertung der Papyri
im Unterricht wertvolle Anregungen, wie ein wichtiges
Stück antiken Lebens, das Buch= und Schriftweſen, den Schülern
anſchaulich gemacht werden kann. Es wurde am Beiſpiel des
Timotheosfragments gezeigt, wie ein griechiſches Buch vor der
entwickelten Buchkunſt ausſah, dann, wie man ſich ein gut aus=
geſtattetes
Buch in ptolemäiſcher und in römiſcher Zeit vorzu=

Dienstag, den 3. Mai 1923
ſtellen hat. Durch die vorzüglichen Modelle von Ibſcher iſt es
möglich gemacht, den Schülern das Prinzip der Doppelausferti=
gung
von Urkunden klarzumachen, ihnen zu zeigen, wie eine
Wachstafel mit Griffel ausgeſehen hat, und bei der Lektüre von
Ciceros Briefen das Modell eines Papyrusbriefes mit zugehöri=
gem
Schreibzeug als Anſchauungsmaterial zu verwenden. Der
Vortrag wurde ergänzt durch eine ſehr inſtruktive Ausſtellung
ausgewählter Originale (Janda=Papyri), die der Reoner ein=
gehend
erläuterte. In dankenswerter Weiſe erklärte Profeſſor
Kalbfleiſch ſeine Bereitwilligkeit, durch aufklärende Lichtbilder=
vorträge
im Lande die von ihm in ſeinem Vortrag ausgeſpro=
chenen
Gedanken weiteren Kreiſen nahezubringen.
Privatdozent Dr. A. Walter=Gießen ſprach über:
Die Sprachwiſſenſchaft im Schulunterricht, in
ſprachphiloſophiſcher Betrachtungsweiſe die folgenden Leitgedan=
ken
entwickelnd: Der Sprachunterricht in der Schule darf nie
vergeſſen, daß die Sprache nicht eine fertig daliegende Maſſe von
Worten und Formen darſtellt ſondern als etwas Lebendiges in
beſtändigem Wechſel begriffen iſt und daß ſie nichts Geſchriebe=
nes
ſondern etwas Geſprochenes iſt. Mit einer Fülle von Bei=
ſpielen
aus Lautlehre, Formenlehre und Syntax erläuterte der
Vortragende die Notwendigkeit der Durchdringung des Sprach=
unterrichts
auf der Schule mit dieſen Grundtatſachen der Sprach=
wviſſenſchaft
und gab ſehr beachtenswerte Anregungen für die
unterrichtliche Praxis.
Im Anſchluß hieran hielt der Direktor des Kaiſer=Friedrich=
Gymnaſiums, zu Frankfurt a. M. Dr. H. Weinſtock einen
Vortrag über das Thema: Sprachliche Bildung im alt=
ſprachlichen
Unterricht und führte aus: Der geſchichtliche
Vorzug der Altſprachler iſt ihre Wiſſenſchaftlichkeit, die Gefahr
dieſer Tugend der Philologismus, d. h. die Neigung, in der
Uebertragung der Wiſſenſchaft auf die Schule die Löſung der
pädagogiſchen Aufgaben zu ſehen. Vielfach fehlt auch heute noch
die grundſätzliche Beſinnung auf letzte Bildungswerte, an denen
die Einzelfragen des Unterrichts zu meſſen ſind. Sprachliche
Bildung erſchöpft ſich nicht im Lernen der Sprache, ſondern ſieht
in der Sprache die unmitelbarſte Selbſtdarſtellung des Geiſtes,
wie eines Einzelnen und eines Volkes, ſo des Menſchengeiſtes
überhaupt. Aus dieſer grundſätzlichen Einſtellung zog der Redner
die praktiſchen Folgerungen für den lateiniſchen und griechiſchen
Sprachunterricht. Auszugehen iſt von der Mutterſprache, an ihr
ſind die ſprachlichen Kategorien zu veranſchaulichen. Durch den
Vergleich mit der Fremdſprache wird der eigene Beſitz bewußt=
gemacht
. Nach dem Grundſatz, daß das Ganze vor den Teilen
iſt, muß immer vom Satze ausgegangen werden. Hiſtoriſche
Grammatik darf nicht um ihrer ſelbſt willen getrieben werden,
ſondern nur als Mittel zum Zweck der Erfüllung des Sinnes
der ſprachlichen Bildung. Alles Schematiſche und jede äußerliche
Regel tötet die Bildungskeime. Für das Ueberſetzen aus der
Fremdſprache gibt es keine Wundermethode; es handelt ſich letzten
Endes darum, intnitiv in einen geiſtigen Zuſammenhang ein=
zudringen
. Das Endziel der ſprachlichen Bildung iſt das Ver=
ſtehen
fremden und das Geſtalten eigenen Geiſtes. Hieraus er=
gibt
ſich einerſeits der pädagogiſche Sondervorzug der uns
fremderen alten Sprachen, andererſeits die Bedeutung des
Sprachmuſters, d. h. des klaſſiſchen Literaturdenkmals als des
Kernes jeden höheren Sprach=, d. h. humaniſtiſchen Unterrichts.
Ein Vortrag von Profeſſor Dr. W. Heraeus= Offen=
dach
a. M. über Die Ausſprache des Lateiniſchen
in der Schule wurde wegen Verhinderung des Redners auf
eine künftige Tagung verſchoben.
In ſeinem Schlußwort faßte der Vorſitzende die wertvollen
Anregungen zu kritiſcher Selbſtbeſinnung noch einmal zuſammen,
die ſich aus den Vorträgen ergaben. Er betonte namentlich, daß
in den Worten der Redner immer wieder ein Bekenntnis zu den
formenden und bildenden Kräften der klaſſiſchen Sprachen, des
kulturellen und ſtaatlichen Lebens der Antike zum Ausdruck kam,
und ſtellte feſt, daß die Ausführungen der Redner hierin und in
anderen wichtigen grundſätzlichen Dingen geeignet ſeien, über
den jetzigen Stand der Lehrplanfrage fördernd hinauszuführen.
Er ſchloß die gut beſuchte Verſammlung mit Wünſchen für die
Arbeit an den erneut bevorſtehenden ernſten Aufgaben.

Aufbewahren!
Ausſchneiden! * Steuerkalender
für die Zeit vom 1. bis 15. Mai 1927.
5. Mai: Ablauf der Schonfriſt für die erſte Vorauszahlung (ſtaatliches
Ziel) auf die Grundſteuer, Gewerbeſteuer und
Sondergebäudeſteuer, für das Rechnungsjahr 1927.
Vergl. die Anmerkung am Ende des Steuerkalenders
für die zweite Aprilhälfte in Nr. 105 des Tagblatts über das
heſſiſche Stzeuervorauszahlungsgeſetz für das Rechnungsjahr 1927.
5. Maj: Abführung der Lohnſteuer für die in der Zeit vom 16.
bis 30. April 1927 erfolgten Lohnzahlungen. (Keine Schon=
friſt
.) Nächſte Abführung von Lohnſteuer erſt am 20. Mai.
5. Maj: Abgabe der Beſcheinigung an die Finanzkaſſe,
daß die Summe der im April 1927 abgeführten Steuerabzugs=
beträge
mit der Summe der im April einbehaltenen Steuer=
beträge
übereinſtimmt. (Keine Schonfriſt.)
10. Mai: Zahlung der Börſenumſatzſteuer, ſoweit dieſe im Ab=
rechnungsverfahren
entrichtet wird. (Keine Schon=
friſt
.)
15. Mai: Vorauszahlung auf die Vermögenſteuer 1927, zweite
Rate. (Keine Schonfriſt.)
15. Mai: Einkommenſteuer=Vorauszahlung der Landwirte.
(Keine Schonfriſt.)
H. W. Wohmann.
Landesbibliothek.
Neue Erwerbungen
vom 2. Mai 1927 an auf 14 Tage im Leſeſaal zur Anſicht
aufgeſtellt: Abhandlungen des wirtſchafts= wiſſen=
ſchaftl
. Seminars zu Jena. 17. Jena 1926/27. Dovifat, der
amerikaniſche Journalismus. Berlin u. Leipzig. 1927. Feul=
ner
, die deutſche Plaſtik des 16. Jahrhunderts. München 1926.
Feulner. Die deutſche Plaſtik des 17. Jahrhundert. München
1926. Forſchungsberichte, Wiſſenſchaftliche. Naturwiſſen=
ſchaftliche
Reihe. 6. Lieſegang, Kolloidchemie. 7. Gerlach, Materie,
Elektrizität, Energie. Dresden u. Leipzig 1926. Hirſchfeld,
Geſchlechtskunde 1. Stuttgart 1926. Mayſer Grammatik der
griechiſchen Papyri aus der Ptolemäerzeit II, 1. Berlin und
Leipzig 1926. Selchow. Unſere geiſtigen Ahnen. Berlin und
Leipzig 1927. Studien zur Erläuterung des bürgerlichen
Rechts. 40. Wurzer, Nichturteil und nichtiges Urteil. Wein=
reich
, Die Diſtichen des Catull. Tübingen 1926.
Zeitſchriften: Archiv für Dermatologie und Syphi=
lis
. 152. Berlin 1926. Jahrbuch, Geographiſches. 41, 1926.
Gotha 1926. Jahrbuch, Philoſophiſches. 39. Fulda 1926.
Jahrbücher für Nationalökonomie u. Statiſtik. 125. 3. Folge
70. Jena 1926. Journal für die reine und angewandte Ma=
thematik
. 154. 155. Berlin und Leipzig 19251926. Magazin
der Wirtſchaft. 2. 1926 II. Berlin. Friedr. Mann’s Pädagogiſches
Magazin. 11011114. Langenfalza 19261927. Mannus
Ergänzungsband 105. Würzburg 19101911. Leipzig. 19231927.
Mitteilungen für die Freunde des Quäkertums in Deutſch=
land
. 13. 19241926. Berlin. Natur. 17. 1926. Leipzig.
Die Neumark. 13. Landsberg a. W. 192426. Volksbildung,
Freie. 1. 1926. Frankfurt a. M.
(Vom 16. Mai an verleihbar. Vormerkungen werden im
Leſeſaale entgegengenommen.)

zum Starkwerden
Bei Korpulenz oder Veranlagung rate wir allen
Leſern und Leſerinnen, deren Wunſch es iſt, übermäßigen Anſatz zu
beſe tigen oder einen ſolchen vorzubeugen, 30 Gram n=Toluba=Kerne zu
kaufen, die fettzerſetzend und anſatzverhindernd wirken. Garantie für
Verwendung nur vollwertiger, aber für Her; ete nicht ſchädlicher
Ingredienzien von ho em Wirkungswert. Sie erhalten die echten
Toluba=Kerne mit ärztlichen Urteilen, desgl. mit Aufklärung über An=
wendung
und Zuſammenſetzung in den Apotheken
(TV.610

* Im Ausflugsſonderzug nach Miltenberg
und Amorbach.
Wohl hatte das wenig günſtige Wetter ſcheinbar Viele abgehalten.
die ſchöne Fahrt, zu der die Reichsbahndirektion Mainz wiederum bil=
lige
Gelegenheit gab, mitzumachen. Die Ueberängftlichen haben wohl
recht behalten, denn das Wetter war tatſächlich ſchlecht. Die es aber
trotzdem wagten, kamen auch von dieſem Ausflug in eine der ſchönſten
Gegenden des baheriſchen Odenwaldes hochbefriedigt und in beſter Stim=
mung
zurück. Es gab außerordentlich viel des Schönen und Sebens=
werten
und wenn auch der immer wieder einſetzende leichte Regen ſtörte
und die Ausſicht durch den Nebeldunſt beſchränkt wurde, ließen lichte
Sonnenblicke doch außerordentlich viel Schönes ſehen.
Es war den Teilnehmern an der Geſellſchaftsfahrt Gelegenheit ge=
geben
, die Fahrt in Klein=Heubach zu unterbrechen, ſich dort mit der
Fähre überſetzen zu laſſen und zu Fuß weiterzuwandern. Eine größere
Anzahl der Paſſagiere machte von dieſer Gelegenheit Gebrauch. Der
Zug ſelbſt traf gegen 10 Uhr in Miltenberg ein. Von hier aus konnten
die Teilnehmer einmal dieſes ſchöne Städtchen ſelbſt kennen lernen,
zum andern aber auch Spaziergänge in die herrliche Umgebung unter=
nehmen
. Führer ſtanden bereit, die die Sehenswürdigkeiten zeigten,
Um 2.15 Uhr wurde die Fahrt nach Amorbach fortgeſetzt. Eine Anzahl
Fahrtteilnehmer zog es vor, den kurzen Weg zu Fuß zurückzulegen.
Auf jeden Fall kamen alle, die bis Amorbach gelangten, dort ſo aus=
giebig
auf ihre Rechnung, daß der Tag an ſchönen Eindrüchen ſehr reich
wurde. Es wurden vor allem beſichtigt unter ſachverſtändiger Füh=
rung
: Die ehemalige Abtei, gewaltiger Monumentalbau mit dem be=
rühmten
Bibliotheksbau, die ſog. Abteikirche mit der berühmten Orgel,
das fürſtlich Leiningenſche Schloß, früher Sitz des Mainziſchen Oberamt=
mannes
, die Schloßmühle mit dem reizvollen, efeuumrankten Treppen=
giebel
, der Seegarten, fürſtlich Leiningenſcher Park, die Fachwerkhäuſer
in der Pfarrgaſſe, das Templerhaus, die katholiſche Stadtkirche, ein
mächtiger Bundſandſteinbau mit ſehenswerten Deckengemälden, das
Amtsgericht, ehemals Mainziſches Amtshaus, der Marktplatz mit Rat=
haus
, die Gotthardsruine, ehemalige Kloſterkirche auf waldum=
gebener
Höhe, die Kapelle Amorsbrunn, älteſte chriſtliche Niederlaſſung
im Odenwald.
Von beſonderem Intereſſe war der Ausflug zur Gotthardsruine.
Hier hatten fürſorgliche und fromme Hände den Altar ſchön geſchmückt
ued liebenswürdige Führer erzählten aus der Hiſtorie dieſer wunder=
voll
in der Landſchaft liegenden Ruine und machten auf beſondere
Schönheiten der Umgebung, die ein weiter Rundblick hier erſchloß, auf=
merkſam
. Pünktlich um 7 Uhr abends wurde die Rückfahrt angetreten.
Beſonders angenehm wurde von allen Fahrtteilnehmern empfunden,
daß die Verpflegung, in allen Orten, die beſichtigt wurden, gut und
preiswert war. Die Kaffees und Reſtaurants hatten ſich allerdings auf
eine größere Anzahl Beſucher gerichtet.
St.

4Bezirksſchöffengericht.
Ein hieſiger Arbeiter, der ſchon längere Zeit Erwerbsloſenunter=
ſtützung
bezieht, begab ſich nach Weihnachten 1926 auf die Stadtkaſſe, um
ſeine Unterſtützung abzuholen. Dort erfuhr er zu ſeinem Erſtaunen,
daß nach dem Quittungsbogen ſeine Ehefrau dieſe bereits geholt und
den Empfang quittiert hatte. Als er zu Hauſe ſeine Ehefrau zur Rede
ſtellte, kam zu Tage, daß eine dritte Perſon unbefugt das Geld erhoben
hatte. Als Täterin wurde eine im gleichen Hauſe wohnende Frau unter
Anklage geſtellt, die ſich wegen Urkundenfälſchung zu verantworten hat.
Die Beamten der Stadtkaſſe können nicht mit Beſtimmtheit ſagen, daß
gerade die Angeklagte das Geld abgehoben hat. Ueberhaupt ſoll bis zu
dem zur Anklage verſtellten Fall bei der Stadtkaſſe bei Auszahlung von
Erwerbsloſenunterſtützungen auch Geld an die Ehefrauen ausgezahlt
worden ſein, ohne daß ſie ſich beſonders zur Gelderhebung ligitimierten.
Als Schreibſachverſtändiger wird Oberlehrer i. R. Krauß in Baben=
haufen
vernommen; er hält dafür, daß nach den von der Angeklagten
entnommenen Schriftproben die Angeklagte mit dem falſchen Namen
quittiert hat.
Der Staatsanwalt betont, daß es ſich um eine öffentliche Ur=
kunde
handelt, auch, daß die Angeklagte ſchon mehrmals wegen Eigen=
tumsdelikten
vorbeſtraft iſt, der Strafantrag geht auf 5 Monate Ge=
fängnis
. Unklar bleibt, wie die Angeklagte in den Beſitz des Ausweiſes
gelangt iſt, weshalb der Staatsanwalt die Freiſprechung von der An=
ſchuldigung
der Hehlerei beantragt. Die Verteidigung betont dagegen,
daß die Quittung nicht Beſtandteil der öffentlichen Urkunde ſei, die
Quittung ſei eine private Empfangsbeſcheinigung auf einer von einer
Behörde ausgeſtellten Urkunde; der Indizienbeweis könne durch die
Schriftvergleichung allein nicht für geführt erachtet werden. Die
Mindeſtſtrafe könne hiernach nur 1 Woche Gefängnis ſein. Im Uebri=
gen
ſeien weitgehendſt mildernde Umſtände zuzubilligen, habe doch die
Familie der Angeklagten damals bitteren Hunger gelitten.
Das Urteil erkennt unter Freiſprechung im Uebrigen wegen ſchwerer
Privaturkundenfälſchung im rechtlichen Zuſammenhang mit Betrug auf
3 Monate Gefängnis. Das Urteil betont, daß leider die Unterſtützungs=
empfänger
über mehrere Ausweiſe zu verfügen pflegen.
1. Ein hieſiger Schuhmacher der nach Krankheit geſund geſchrieben.
und arbeitslos war, hat in der Nacht vom 17. zum 18. März 1927 einen
Verkaufsſtand an der Otto=Wolfskehl=Straße aufzubrechen verſucht. Er
iſt geſtändig. Als er zwei Schutzleute in der Nähe ſah, ſtand er von
ſeinem Vorhaben ab. Gegen den rückfälligen Angeklagten wird ein
Jahr Gefängnis beantragt. Das Urteil erkennt auf 9 Monate Ge=
fängnis
.
2. Der in Straßburg im Elſaß geborene Packer Auguſt Kößler, der
jetzt franzöſiſcher Staatsangehöviger iſt und auf deutſcher Seite den
Krieg mitgemacht hat, war in Straßburg arbeitslos geworden, da er
nicht franzöſiſch ſpricht. Deshalb ging er nach Deutſchland und kam
mittellos nach Frankfurt a. M. Am 26. März 1927 entwendete er dort
in einer abgelegenen Straße (der Rembrandtſtraße) ein Fahrrad, fuhr
auf dieſem hierher und ſtellte auf dem Hauptpoſtamt eine falſche Ver=
kaufsurkunde
her, um ſo den Abſatz des Rades bei einem Althändler
zu bewirken, was aber mißlang. Der Strafantrag zieht die Notlage
mildernd in Rückſicht, er geht unter Anrechnung der Unterſuchungshaft
auf 8 Monate Gefängnis. Urteil: 7 Monat Gefängnis abzüglich einen
Monat der Unterſuchungshaft.
* Unfall. Am Sonntag abend verunglückte Frau Petitjean auf
dem Hauptbahnhof. Sie ſtand auf dem Trittbrett des aus der Richtung
Heidelberg eintreffenden Zuges. Beim Halten des Zuges kam ſie zu
Fall und zog ſich einen Naſenbein= und Unterkieferbruch zu. Die Städt.
Rettungswache brachte die Verunglückte ins Krankenhaus.
Kunſinotizen.
Ueber Werſe, Künfſier oder fünſtieriſche Veranſialtungen, deren im Nachſiehenden Grwcinuns
geſchleht, behäklt ſich die Redaktion ihr Urtell vor
Palaſt=Lichtſpiele. Die beſte Film=Operette. Von all den bisher
gezeigten Film=Operetten iſt der Zigeunerbaron als die wirklich beſte
zu bezeichnen. Der Regiſſeur Friedrich Zelnik hat es verſtanden, einen
luſtigen, mit köſtlicher Laune und feinem Witz ausgeſtatteten Film zu
ſchaffen. So blieb auch der Erfolg nicht aus, das Publikum ging reſtlos
mit und ſpendete wiederholt lebhaften Beifall. Doch galt die Zuſtim=
mung
in erſter Linie dem glänzenden Spiel aller Darſteller, Lya Marck
als Zigeunermädel ſtrahlt nicht nur durch ihre Schönheit, die zum Teil
der ausgezeichneten Photographie zu danken iſt, ſondern durch die weiche
Anmut ihrer Bewegungen. Ganz köſtlich Michael Bohnen als Zſupan,
der die Schweine ſo ſehr liebte. Er überraſchte beſonders durch ſeine
ausdrucksvolle Mimik. Wilhelm Dieterles Barinkay, ganz Operette, ein
echter Held, alle anderen nicht nur körperlich überragend. Die ſchöne
Muſik fand eine treffliche Wiedergabe und trug viel dazu bei, daß das
Ganze ein echter Erfolg wurde.
Reſidenz=Theater am Weißen Turm. Jackie, der Außen=
ſeiter
. Jackies Haarlocke. Jackies Raritätenkabinett iſt um ein wert=
volles
Stück bereichert worden; es beſteht aus einem luftdicht ab=
geſchloſſenen
Glas, in welchem ſich eine jener weltberühmten goldenen
Locken befindet, die bis vor kurzer Zeit noch fein kleines Knabenhaupt
geziert haben, und die nun jetzt doch den Weg alles irdiſchen gehen
mußten. Aus dem Wunderkind Jackie, deſſen Name über die ganze
Welt verbreitet wurde, iſt nun Jachie, der Knabe, geworden; nur dieſe
einzige goldene Locke wurde aufbewahrt für ihn, damit er ſich noch im
ſpäten Alter an die Erfolge der Kindheit erinnern kann. Seit Jahren
hat Jackie in dieſem Film zum erſten Mal die beliebte Lumpen=Rolle ab=
gelegt
. Er erſcheint hier als ehrgeiziger kleiner Jokey und wagt Vor=
ſtöße
in ein ihm vollſtändig neues Darſtellungsgebiet. Man kann mit
Recht behaupten, daß er auf der vollen Höhe ſeines großen ſchauſpiele=
riſchen
Könnens ſteht.
Union=Theater. Meine Tante deine Tante‟. Ein Luſtſpiel,
ſo köſtlich, ſo voll reinſten Humors, wie man es im deutſchen Film ſchon
lange nicht geſehen, und ein vergnügter Abend, wie man ihn ſchon lange
nicht genoſſen hat. Carl Froelich, der Regiſſeur, hat dieſen prickelnden
Stoff bis auf die letzte Wirkungsmöglichkeit ausbalanciert und Szenen
von großem Reiz geſchaffen, voll heiterſter Situationen. Das Element,
in dem Hemny Porten zu Hauſe iſt, und in dem ſich ihre natürliche ſtarke
Begabung für Humox voll und in der liebenswürdigſten Weiſe entfalten
kann. Ihr zur Seite ſteht Ralph Artur Roberts, der den Hageſtolz
mit unwiderſtehlicher Charakterifierungskunſt hinlegt.

[ ][  ][ ]

Nummer 122

Ofenstag, den 3. Mai 1922

Seite 7

Aus Heſſen.
Starkenburg.
* Arbeilgen, 2. Mai. Der Arheilger Anzeiger (Verlag A. Rein=
hard
) konnte am 1. Mai ds. Js. ſein 25jähriges Beſtehen
feiern.
* Griesheim, 2. Mai. Zur Waſſerverſorgung. Der
Umſtand, daß die Gemeinde Anmeldeformulare zum Bezuge von Waſſer
aus der Waſſerleitung ausgegeben hat, deren Unterſchrift für die Dauer
von fünf Jahren bindend iſt, ohne den Bezugspreis des Waſſers vorher
bekannt zu geben, hat in der Einwohnerſchaft zu allerlei Gerüchten und
Vermutungen geführt, die bei auch nur oberflächlicher Betrachtung ſofort
ganz hinfällig erſcheinen müſſen. In einer längeren Ausführung gibt
die Bürgermeiſterei eine ſo ausführliche Darſtellung über den derzei=
tigen
Stand der Sache, daß wir hoffen wollen, daß ſich die aufgeregten
Gemüter beruhigen und einſehen, daß ein anderes Handeln bisher noch
gar nicht möglich war. Daß ein Geſchäft mit der zentralen Waſſerverſorgung
für die Gemeinde nicht zu machen iſt und von der Gemeindevertretung
auch gar nicht beabſichtigt iſt, ſollte doch jedermann klar ſein. Es ge=
nügt
, wenn die Unkoſten gedeckt und Zinſen und Amortiſation des An=
lagekapitals
ſicher geſtellt werden. Bei der Feſtſetzung des pauſchalen
Waſſerpreiſes es Allen und Jedem rechtmachen, iſt auch dem Klügſten
unmöglich, und warum gerade die Bezahlung einer Pauſchalſumme den
Vorzug vor der Berechnung nach der verbrauchten Kubikmeterzahl ver=
dient
, iſt ſo einleuchtend in dieſer Abhandlung begründet, daß man
dies doch allſeitig einſehen ſollte. Auch hier tritt wieder in Erſcheinung,
was man ſchon ſo oft bei der Einführung von etwas Neuem beobachtet
hat: Erſt wird dieſes und jenes kritiſiert und bemängelt, iſt es aber
einmal da, und man erkennt die Vorteile und den Nutzen, den es bringt,
dann iſt man des Lobes voll. So geht es auch hier. Darum möchten
wir wünſchen, daß jeder Hauseigentümer und Gartenbeſitzer den An=
meldebogen
unterſchreibt. Je mehr Waſſerabnehmer, je geringer der
Waſſerpreis.
Griesheim, 1. Mai. Wie man hört, ſind hier ſchon wieder einige
Fälle von Rotlaufſeuche bei Schweinen feſtgeſtellt worden. Es kann
deshalb jedem Schweinehalter nicht dringend genug empfohlen werden,
ſeine Tiere rechtzeitig impfen zu laſſen, denn der Eintritt wärmerer
Witterung begünſtigt die Ausbreitung der Seuche. Laut Mitteilung
des Lagerkommandanten finden während des ganzen Monats Mai keine
Schießübungen ſtatt. Dieſe Tatſache wird von unſeren im Oberfeld be=
güterten
Landwirten mit Genugtuung vermerkt, da ihnen hierdurch Ge=
legenheit
gegeben iſt, die Frühjahrsbeſtellungsarbeiten durchzuführen.
* Eberſtabt, 2. Maf. Geſchäftsübernahme. Das Gaſthaus
Bur Stadt Heidelberg am Ortsausgang nach Bickenbach iſt in den
Beſitz und die Leitung des Gaſtwirts Ottomar Schäfer übergegangen.
* Pfungſtadt, 2. Mai. Wirtſchaftswechſel. Die Gaſtwirt=
ſchaft
Zum deutſchen Haus am Waldrandeck, die in der Kriegszeit
geſchloſſen wurde, iſt ab 1. Mai wieder eröffnet worden.
* Pfungſtadt, 2. Mai. Leſeholztage. In den Monaten Mai
und Juni iſt im Gemeindewald die Leſeholznutzung verboten. In den
Monaten Juli, Auguſt nud September ſind die Leſeholztage auf Mitt=
wochs
feſtgeſetzt.
* Hahn bei Pfungſtadt, 2. Mai. Aufnahme in die Volks=
ſchule
. Zu Beginn des neuen Schuljahres wurden hier 13 Knaben
und 2 Mädchen in die Volksſchule aufgenommen.
* Nieder=Ramſtadt, 2. Mai. Der Obſt= und Gartenbauverein ver=
anſtaltet
am kommenden Mittwoch abend 8½ Uhr im Saale des Gaſt=
hauſes
Zur Poſt (Breidert) einen Lichtbildervortrag über die Dres=
dener
Gartenbauausſtellung. Vortragender des Abends iſt Herr Lehrer
Grimm aus Darmſtadt, der als Beſucher der Ausſtellung die ganze
Materie ſehr gut beherrſcht. Es wird zweifellos ein Genuß für alle
Beſucher ſein, all die wundervollen Bilder der bis jetzt einzig daſtehen= bald, das Feuer auf ſeinen Herd zu beſchränken. Wie groß war aber
den Gortenbauausſtellung zu ſehen. Der Eintritt iſt frei. Auch Nicht= der Schrechen der Einwohner des Ortes, als am Freitag nachmittag
mitglieder haben Zutritt.
g. Groß=Bieberqu, 30. April. Der hieſige landwirtſchaftliche Kon=
ſumverein
, e. G. m. b. H., hielt im Gaſthaus Zum Rodenſtein ſeine ſprang, war noch eine Abteilung der Babenhäuſer Schupo erſchienen,
Hauptverſammlung ab und feierte gleichzeitig damit ſeim 50 Beſtehen unter ſehr zahlreicher Beteiligung ſeiner Mitglieder.
Aufſichtsratspräſident Herr Gerſtenſchläger konnte nach Begrüßung der
zahlreichen Gäſte und Mitglieder einen ſehr günſtigen Jahresbericht
erſtatten. Auch die von Rechner Sauerwein vorgetragene Nechnungs=
ablage
wurde gutgeheißen, ſodaß dem Vorſtand, an deſſen Spitze Herr Blick auf den ſagenumwobenen Hohenwiel lernte man die landwirt=
Direktor Mertz VI. ſteht, Entlaſtung erteilt werden konnte. Die Ver=
teilung
des Reingewinns wurde nach dem Vorſchlag des Vorſtandes wirtſchaftlichen Rohſtoffen kennen, dann folgte der eigentliche induſtrielle
vorgenommen und ein Teil zur Anſchaffung einer Petkus=Saatgut= Teil, der den Kindern als reinſtes Wunderland erſchien in ſeiner Groß=
Reinigungs=Anlage verwandt. Die ausgeſchiedenen Aufſichtsratmitglieder artigkeit, Mannigfaltigkeit und Vollkommenheit. Sehr intereſſante Er=
Gg. Daab II. und Friedrich Storck wurden wiedergewählt. Zur eigent= läuterungen von ſeiten des Vorführenden begleiteten die am Auge
lichen Feier ſprach Herr Direktor Mager, Darmſtadt, ſeine Glückwünſche
aus zum 50jährigen Beſtehen. Ein Rückblick auf vergangene Jahre
und beſonders der Einblick in die Jahresrechnung zeige, ihm, daß hier
etwas geleiſtet worden ſei. Herr Direktor Schmidt=Darmſtadt brachte
die Grüße der Landwirtſchaftlichen Zentralgenoſſenſchaft und gedachte
der ſchweren geleiſteten Arbeit der Genoſſenſchaften und der Männer,
die ſie geleitet haben. Die Zeiten der Not, in denen die Landwirtſchaft
oft Spielball war, ſind vorüber. Die Genoſſenſchaften bieten den Land=
wirten
einen Halt und ſollen darum auch ein Fels und ein Mittel=
punkt
im Wirtſchaftsleben ſein. Herr Verbandsreviſor Wagner brachte gemeimſam mit dem Kreisobſtbauverein Heppenheim zwei eintägige
intereſſante ſtatiſtiſche Mitteilungen aus der Geſchichte des Konſum=
vereins
. Er konnte 18 Mitglieder nennen, die der Genoſſenſchaft bis
heute 25 Jahre, zum Teil 30 Jahre ununterbrochen treu geblieben 2. Mai ſtatt, wozu ſich die Beſucher am Landwirtſänftsamt um 9 Uhr
waren. Es ſind dies: Georg Daab 10., Bürgermeiſter und Vorſtands=
mitglied
, Georg Daab 6., Aufſichtsratsmitglied, Philipp Speier, För=
ſter
i. R. Georg Dingeldein, Georg Daab 8., Georg Ph. Daab 3.,
Philipp Pfaff, Friedrich Dapper, Karl Albrecht, Joh. Gg. Storck 5.,
Johannes Klenk. Adam Hotz, Friedrich Storck 5., Eduard Levi. Im
Auftrage des Verbandes der heſſiſchen landwirtſchaftlichen Genoſſen=
ſchaften
übergab er dem Direktor Friedrich Mertz 6. eine Ehrenurkunde
für den Landwirtſchaftlichen Konſumberein, und eine ebenſolche Ur=
kunde
den Herren Phil. Gerſtenſchläger und Friedrich Herlemann, die
25 Jahre im Vorſtand tätig waren. Beſonders warme Glüchwünſche
brachten die Herren Rechner Lautenſchläger für die Bezugs= und
Abſatzgenoſſenſchaft Werſau Beigeordneter Kopp für den Landwirt=
ſchaftlichen
Konſumverein Reinheim, Rendant Trinkaus für die Land=
wirtſchaftliche
Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaft Brensbach, ſowie Freund
Hechler, deſſen Genoſſenſchaft aus dem hieſigen Konſumperein hervor=
gegangen
war, für die Landwirtſchaftliche Bezugs= und Abſatzgenoſſen=
ſchaft
Niedernhauſen. Auch an die Toten dachte man, die einſt im Kons bietend verſteigert. In dem Anweſen, welches an der Hauptſtraßg
ſumberein Großes leiſteten und Führer waren, ſo an Phil. Schüch= DarmſtadtHeidelberg gelegen iſt, wird ſeſt langen Jahren eine Gaſt=
mann
1., Landwirt Jakob Stoll, und vor allem an Oekonomierat Böhm, wirtſchaft betrieben.
der jahrelang bis zu ſeinem Tode den Landwirtſchaftlichen Konſum=
verein
ehrenamtlich geführt hat. Man ehrte ſie durch Erheben von den
Sitzen. Herr Lehrer Eckſtein, der ſelbſt ſchon jahrzehntelang Mitglied
des Konſumvereins iſt, beglückhwünſchte denſelben in beſonders herz=
licher
Weiſe und wies mit Eindringlichkeit auf die ideelle Bedeutung
und Wichtigkeit des landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsweſens hin. Der
Präſident des Aufſichtsrats, Herr Gerſtenſchläger, dankt zum Schluſſe
in warmen Worten für die hohe Auszeichnung des Konſumvereins ſei=
tens
des Verbandes und die vielen Glüchwünſche und verſprach namens 1. Mai 1,53 Meter, am 2. Mai 1,64 Meter.
des Konſumpereins, daß ſie künftig in jedem Falle der Bedarfsdeckung
ſowie des Abſatzes ihrer landwirtſchaftlichen Produkte den natürlichen
Weg zu ihrer Genoſſenſchaft gehen würden. Auch der weitere Ausbau
des genoſſenſchaftlichen Zuſammenſchluſſes durch evtl. Verſchmelzung der
beiden hier beſtehenden Dreſchgenoſſenſchaften, die von dem Direktor
Mertz von der Dreſchgenoſſenſchaft II angeregt wurde, wurde beſpro=
chen
und ſoll in einer ſpäteren Verſammlung weiter behandelt werden.
Der erhebende und würdige Verlauf zeigte, daß die Genoſſenſchaft ſich
auf die Treue ihrer Mitglieder ſtützen und zum Segen unſerer Mit=
glieder
weiter ſchreiten kann.
* Ernſthofen, 2. Mai. Der Kirchendiener der ev. Kirchengemeinde,
Johannes Philipp Axt. Gei Jung und Alt als Hennlipp bekannt
und beliebt) begeht am 5. Mai in körperlicher und geiſtiger Rüſtigkeit
ſeinen 80. Geburtsrag. Axt hat den Feldzug 1870,771 mitgemacht und
an mehreren Schlachten teilgenommen, bei der Erſtürmung des Schloſſes
Chambord wirkte er mit. Seit 22 Jahren verſieht er mit Treue ſein
kirchliches Amt. Die Kirchengemeinde gedenkt deshalb, Sonntag, den
8. Mai den Ehrentag ihres treuen Kirchendieners im Gottesdienſt feſt=
lich
zu feiern. Am Schluß der Feier wird den Gemeindegliedern Ge=
legenheit
geboten, den Jubilar zu beglüchwünſchen.

* Groß=Umſtadt, 2. Mai. Die Reihen der Krieger, die ſich an den
Freiheits= und Einigungskämpfen der Jahre 1866 und 1870/71 beteiligt
haben, lichten ſich mehr und mehr. So wurde dieſer Tage der Alt=
veteran
M. Dittel, der in ſeinem 82. Lebensjahre zum großen Appell
von dem Herrn abberufen wurde, mit allen militäriſchen Ehren und
einem zahlreichen Trauergefolge zu Grabe getragen. Der Verſtorbene
hatte an den Feldzügen von 1866 und 1870/71 teilgenommen, und im
letzten Winter war er noch mit dem Ehrenkreuz der Haſſia als Mit=
begründer
des hieſigen Kriegervereins ausgezeichnet worden. Kamerad
Lindner legte im Namen des Vereins einen Kranz nieder und würdigte
in treffenden Worten die Verdienſte dieſes einfach=beſcheidenen, aber
ſtets treuen Kameraden.
* Groß=Umſtadt, 2. Mai. Odenwaldklub. In dem mit
Tannengrün feſtlich ceſchnnickten Saale des Gaſthauſes Zum weißen
Roß fand am Samstag abend das diesjährige Wanderer=
auszeichnungsfeſt
der hieſigen Ortsgruppe des Odenwaldklubs
ſtatt. Den muſikaliſchen Teil hatte die Orcheſtervereinigung Karp=
Forſchler übernommen. In einem ſelbſtverfaßten Prolog ſchilderte
Herr Dr. Neumann in humorvoller Weiſe die verſchiedenſten Vorkomm=
niſſe
des letzten Wanderjahres. Reicher Beifall lohnte ſeine treffliche
Avbeit. Herr Prof. Köſer als Vertreter des Hauptvorſtandes ſchilderte
in geiſtreicher und formvollendeter Weiſe die idealen Ziele des Wanderns
und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Werbetätigkeit für dieſe ſchöne
und edle Sache immer weitere Kreiſe ziehen möge. Der erſte Vorſitzende
der Ortsgruppe Groß=Umſtadt, Herr Dr. Bach, erſtattete Bericht über
die Vereinstätigkeit im letzten Jahre und drückte in herzlichen Worten
den erſchienenen Gäſten, Herrn Prof. Köſer, Herrn Dr. Rieß, den Ver=
tretern
der Ortsgruppe Dieburg, ſowie Herrn Bürgermeiſter Lampe
für ſein freundliches Entgegenkommen den Dank der Ortsgruppe Groß=
Umſtadt aus. Nicht unweſentlich trugen die Volkstänze und Geſänge,
die von den Mädchen der Jugendgruppe dargeboten wurden, ſowie der
Vortrag zweier humoviſtiſchen Gedichte zum Gelingen des Ganzen bei.
Die Auszeichnung der Getreuen, es waren 21 an der Zahl, daruter 6
Damen, nahm Herr Profeſſor Köſer namens des Hauptvorſtandes vor
Von der Jugendgruppe konnten 10 Mitglieder durch Herrn Dr. Rieß
dekoriert werden. Herr Oberſteuerinſpektor Schmitt Dieburg, dankte
unter Hinweis auf das freundſchaftliche Verhältnis, das zwiſchen den
beiden benachbarten Ortsgruppen Dieburg und Groß=Umſtadt ſchon ſeit
langem beſteht, für die freundliche Einladung. Sein Friſch auf galt
den Frauen der hieſigen Ortsgruppe. Nachdem noch Herr Poſtmeiſter
Leibfried dem Vorſtande im Namen der Dekorierten herzlichen Dank ge=
ſagt
hatte, begrüßte man den inzwiſchen angekommenen Wonnemonat
mit dem gemeinſamen Liede: Der Mai iſt gekommen‟. Bei dem
darauffolgenden Tänzchen kam die Jugend zu ihrem vollen Recht, und
hochbefriedigt verließ jedermann die ſchöne Feier.

Laßt die deutſche Jugend im Ausland
nicht verloren gehen! vzor
Spendet für die Schulen im Ausland!

* Wiebelsbach, 2. Mai. Feuersbrunſt. Hier brach am Don=
nerstag
mittag, gerade, als man ſich zu einer Beerdigung begeben
wollte in der Hofreite der Gg. Weber 6. Wtw. auf bis jetzt noch un=
aufgeklärte
Weiſe Feuer aus. Den vereinten Kräften der herbeigeeil=
ten
Wehren von Wiebelsbach, Heubach und Groß=Umſtadt gelang es
wiederum die Sturmglochen ertönten. Ein benachbartes Haus ſtand in
Flammen. Da das Feuer raſch auf die benachbarten Gebäude über=
um
ſich an den Rettungsarbeiten zu beteiligen. Zwei Scheunen wurden
ein vollſtändiger Raub der Flammen und vier Wohnhäuſer ſind mehr
oder weniger ſtark beſchädigt.
t. Beerfelden, 2. Mai. Am Freitag mittag wurde der hieſigen
Schuliugend der Lehrfilm der Maggi=Werke dargebotzen. Nach einem
ſchaftlichen Betriebe und die weitere Verſorgung der Werke mit land=
vorüberziehenden
Bilder. Gar trefflich mundeten den Kindern die von
zwei Damen zubereiteten Maggi=Proben.
* Heppenheim a. b. B., 2. Mai. Verfetzung. Bei Entſchlie=
ßungen
des Miniſteriums für Arbeit und Wirtſchaft, Abteilung für
Landwirtſchaft und Ernährung, wurden Landwirtſchaftsaſſeſſor Dr. Sang
am hieſigen Landwirtſchaftsamt an das Landwirtſchaftsamt Reichelsheim
i. O. und Landwirtſchaftsrat Dr. Bäumer von dieſem an das Land=
wirtſchaftsamt
Heppenheim, beide mit Wirkung vom 1. Mai 1927, ver=
ſetzt
. Am 2. und 4. Mai veranſtaltet das hieſige Landwirtſchaftsamt
Pfropfkurſe. In Heppenheim und Unterhambach finden Lehrgänge am
vormittags verſammeln, in Siedelsbrunn am 4. Mai, vormittags um
10 Uhr, Treffpunkt am Gaſthaus Zum Morgenſtern‟. Der Beſuch iſt
gebührenfrei. Spar= und Darlehnskaſſe Heppenheim.
Am 7. Mai findet im Gaſthaus Zum goldenen Anker dahier eine or=
dentliche
Generalverſammlung, verbunden mit dem Bjährigen Geſchäfts=
jubiläum
der Spar= und Darlehnskaſſe Heppenheim ſtatt wozu alle
Mitglieder eingeladen ſind. Auf der Tagesordnung ſtehen Vorlage und
Genehmigung der Bilanz für das Geſchäftsjahr 1937, Bericht des Auf=
ſichtsrats
über die ſtattgefundenen Reviſionen, Prüfung der Jahres=
rechnung
, der Bilanz und der Vorſchläge zur Gewinnverteilung, Be=
ſchlußfaſſung
über die Gewinnverteilung, Beſchlußfaſſung über die Ent=
laſtung
des Vorſtandes, Ergänzungswahl des Vorſtandes und des Auf=
ſichtsre
tes. Verſteigerung. Die zum Nachlaſſe der Frl. Katha=
ring
Hofmann gehörigen Liegenſchaften der Gemarkung Heppenhcim,
nämlich: Flur 1 Nr. 183 338 qm Hofraite an der Chauſſe und Flur
1 Nr. 182 102 qm Grabgarten daſelbſt werden am Dienstag, den 3.
Mai, nachmittags 2 Uhr im Saalbau Kärhner in Heppenheim meiſt=
* Biblis, 2. Mai. Glück im Unglück. Auf der ſchlüpfrigen
Landſtraße zwiſchen Groß=Rohrheim und Jägersburg kam geſtern früh
ein Motorradfahrer mit Sozius ins Schleudern und geriet in den Stra=
ßengraben
. Die beiden Fahrer kamen mit dem Schrecken davon, wäh=
rend
das Motorrad leicht demoliert war. Nach notdürſtiger Inſtand=
ſetzung
der Maſchine konnten ſie die Weiterreiſe antreten.
Hirſchhorn, 2. Mai. Waſſerſtand des Neckars am

Zäund.

umiibelbtoffen..
1N

Nuk bekf in.
dieden Jakakn.

Gernsheim, 2. Mal. Waſſerſtand des Rheins an
2. Mai 188 Zentimeter.
z. Mörfelden, 1. Mai. Nachdem bei der Bürgermeiſterei 40 Bau=
geſuche
für Einfamilienhäuſer eingegangen ſind, dürfte die Wohnungs=
not
in unſerer Gemeinde bald behoben ſein.
a. Groß=Gerau, 1. Mai. In der letzten Stadtverordneten=
ſitzung
wurde die Errichtung einer Ehrenhalle im alten Rathaus und
der Ausbau dieſes Gebäudes zum Heimatmuſeum und Sitzungsſaal des
Gemeinderats beſchloſſen. Im Stadthaus ſelbſt ſollen Erweiterungs=
bauten
vorgenommen und dadurch neue Büroräume geſchaffen werden.
Für die Gerauer Woche wurde ein Wanderpokal geſtiftet. Zur Ver=
größerung
und Ausbeſſerung der Badeanſtalt wurden 1000 Mark, für
die Herrichtung des Sandböhls als Kinderſpielplatz 500 Mark bewilligt.
Die Beigeordnetenwahl findet am 19. Juni ſtatt.
Dietzenbach, 2. Mai. Der Verband evangel. Frauen=Vereine
des Dekanates Offenbach feiert am 8. Mai in Dietzenbach ſeinen erſten
gemeinſamen Frauen= und Muttertag. Um 2 Uhr Feſtgottesdienſt,
in dem die neue Kirchenfahne von Herrn Dekan Lehn geweiht wird.
Ein Sonderzug (ab 1 Uhr Offenbach) bringt die Gäſte nach dem Feſtort.
* Neu=Iſenburg, 1. Mai. Für unſere Stadt iſt mit Genehmigung
des Miniſteriums des Innern nun eine Ortsſatzung, wirkſam vom
14. April, erlaſſen, die die Wahl eines beſoldeten Bürgermeiſters zuläßt.
Die Wahl erfolgt durch den Gemeinderat mittels Stimmzettel nach den
Grundſätzen der Mehrheitswahl. Wählbar iſt, wer Reichsangehöriger
und 25 Jahre alt iſt. Die Beſoldung erfolgt nach Gruppe 11. Im Ge=
meinderat
beſitzt die Sozialdemokratie 10 von 21 Sitzen, Bürgermeiſter
und Beigeordnete nicht eingerechnet. Ein Beigeordneter und der Bür=
germeiſter
ſind ebenfalls Sozialdemokraten. Es iſt deshalb gar kein
Zweifel, daß bei der kommenden Bürgermeiſterwahl der jetzige Bürger=
meiſter
Arnoul wiedergewählt wird.
Rheinheſſen.
be. Ober=Ingelheim, 2. Mai. Auf ſeier Firmungsreiſe iſt Herr
Biſchof Dr. Maria Hugo von Nieder=Ingelheim kommend hier einge=
troffen
. Nach dem feierlichen Empfang am Ortseingang brachte die
katholiſche Gemeinde ihrem Oberhirten am Abend einen Fachelzug dar.
Am nächſten Dienstag begehen die Eheleute Ph. Herrmann das Feſt
der goldnen Hochzeit. Beide Jubilave ſind körperlich noch ſehr
rüſtig. Nur hat die Ehefrau vor einigen Jahren das Augenlicht ver=
loren
. Trotzdem geht ſie ihren häuslichen Arbeiten noch nach.
bg. Nieder=Ingelheim, 2. Mai. Der Gemeinderat genehmigte
in ſeiner letzten Säitzung die Abrechnung über die Barackenbauten an der
Selz. Dem Verain Rheinbad Frei=WeinheimIngelheim wurde ein
jährlicher Beitrag von Mk. 50 bewilligt. Dafür wird den Kindern der
Gemeinde, die unter Führung eines Lehrers geſchloſſen das Bad be=
ſuchen
, deſſen freie Benutzung gewährt. Genehmigt wurde auch ein
Geſuch des Heſſiſchen Fürſorgevereins, der um Abnahme von 100 Loſen
ſeiner Wohlfahrtslotterie gebeten hatte Zugeſtimmt wurde der Ver=
pachtung
der Gemeindebleichen an Huck, der Mk. 10 geboten und Kapp=
eſſer
, der Mk. 18 zahlt. Das Fahren des Leichenwagens wurde an
Fuhrunternehmer Heinz vergeben. Dieſer erhält für die Fahrt Mk. 6.
Das Anfahren der Kohlen für das Gaswerk wird an Landwirt
Sauereſſig für 1,80 Mk. die Fuhre vergeben. Der Kinobeſitzer Mäüller
war um Ermäßigung der Billettſteuer in den Sommermonaten einge=
kommen
. Der Gemeinderat trifft daraufhin die neue Magelung, daß
Müller 10 Prozent aus dem Erlös der verkauften Eintrittskarden zu
entrichten hat. Zugleich wurde protokolliert, daß dies die letzte Er=
mäßigung
iſt, die M. zugeſtanden wird und daß weitere Geſuche zwecklos
ſeien. Das Gelände an dem Hochwaſſerbehälter wird den Anliegern
zum Ankaufspreis verkauft. Doch behält ſich die Gemeinde das Rück=
kaufsrecht
im Bedarfsfalle ebenfalls zu demſelben Preiſe vor. Das
alte evangeliſche Schulhaus am Markte, das viele Jahrzehnte
einem Lehrer zur Wohnung diente, iſt als baufällig von der Gemeinde
angekaft worden. Nachdem die Landeskirchenbehörde ihre Genehmigung
zu dem Verkauf gegeben hat, ſoll nun alsbald mit dem Abbruch be=
gonnen
werden. Der neu zu errichtende Bau ſoll Zwecken der Gemeinde
dienſtbar gemacht werden.
Nieder=Olm, 1. Maf. Ebangeliſcher Verein. Am
Mittwoch, den 20. vorigen Monats hielt der Evangeliſche Verein Nieder=
Olm im Saale Zum Pfälzer Hof, eine außerordentliche Ver=
ſammlung
aller Gemeindemitglieder ab. Beſchloſſen wurde die Erneue=
rung
des Kircheneingangs und Ausſchmückung der Kirche im Innern.
Alle Mitglieder wurden gebeten, durch Geldſpnden das Vorhaben zu
unterſtützen. Es iſt dann auch der Betraa von 600 Mark zuſammen=
gebracht
worden, ſodaß nunmehr die Kirche daſtehen wird, wie es ihr
gebührt.
M. Bingen a. Rh., 1. Mai. Zur Himmelsbach= Angele=
genheit
. Auf dem hieſigen Kreisamt ſprach eine Delegation der Ar=
beiter
und Angeſtellten des Werkes Gaulsheim der Firma Gebr. Him=
melsbach
vor, um hier die Wünſche der Arbeiter= und Angeſtelltenſchaft
in der Angelegenheit der Schließung des Gaulsheimer Werkes vorzu=
tragen
. Regierungsrat Kuhn als Vertreter des in Urlaub befindlichen
Kreisdirektors ſicherte den Arbeitern ſeine Hilfe zu und ſandte einen
ausführlichen Bericht, der die ſchwierige Lage, in die die Arbeiter bei
Schließung des Werkes kommen, ſchildert und die Regierung erſucht, hier
helfend einzugreifen, an die verſchiedenen heſſiſchen Miniſterien.
bg. Bingen, 2. Mai. Gegen den Beſchluß der Stadtverordneten eine
Autoommibuslinie BingenSchloß RheinſteinMorgenbachtal zu geneh=
migen
wenden ſich Intereſſenten aus den Kreiſen der Autodroſchken= und
Fuhrwerksbeſitzer, außerdem der Motorboot= nud Nachenbeſitzer. Sie
weiſen darauf hin, daß ſie ihr Gewerbe meiſt nur einige Monate im
Jahr betreiben könmen, da ſie hauptſächlich auf den Fremdenverkehr an=
gewieſen
ſind. Die neue Linie wünde ihnen ſicher großen Abtrag tun,
während ſie doch das ganze Jahr leben müßten und auch ihren Ver=
pflichtungen
gegen den Staat nachzukommen haben.

Oberheſſen.

* Bad=Nquheim, 2. Mai. Ein ſchwerer Einbruch wurde
vorgeſtern Nacht in einem Hauſe Ecke Forſthaus= und Mittelſtraße
verübt. Der Einbrecher verſuchte zuerſt in das Möbelgeſchäft Schuch
einzudringen, dabei brach ihm jedoch der Dietrich entzwei. Nunmehr
ſtieg er in die Wohnung des Gärtners Mörler ein und entwendete ein
neues Fahrrad und die Kaſſe mit einem angeblichen Inhalt von 500
Mark. Das Ehepaar bemerkte den Diebſtahl erſt, als Mörler am Mor=
gen
nach Frankfurt fahren und Einkäufe beſorgen wollte. Am Prome=
nadenweg
nach Friedberg wurden von jungen Leuten die Krone
einer Anzahl von neugepflanzten Bäumen abgebrochen. Die
Kurverwaltung hat auf die Namhaftmachung der Täter eine Belohnung
ausgeſetzt.
* Gießen, 2. Mai. Von einem Auto angefahren und ſchwer
verletzt wurde in der Frankfurter Straße der 14 Jahre alte Junge des
Weißbinders Helfrich. Er mußte in die Gießener Klinik gebracht wer=
den
. Die 4. Kompagnie des hieſigen Reichswehrbataillons
fuhr heute mit einem Sonderzug nach Berlin=Moabit und wird in der
Reichshauptſtadt dem Wachtkommando zugeteilt werden.
* Grünberg, 30. April. Eine ſehr günſtige Entwicklung
zeigt die hieſige Oberrealſchule. Während das Schuljahr 1926
mit 269 Schülern begann, zeigt der Beginn des Schuljahres 1927
285 Schüiler; dies iſt die höchſte Zahl ſeit Beſtehen der Anſtalt. Das
ſtändige Anwachſen der Schülerzahl machte die Errichtung eines Er=
weiterungsbaues
mit mehreren Schulklaſſen erforderlich. Der
Anbau iſt im Rohbau vollendet und ſoll bis zu den Sommerferien be=
zugsfertig
ſein. Der Turnverein hat die Errichtung einer
Schwimmanſtalt im Brunental oberhalb der Alsfelder Brücke
angeregt.
* Alsfeld, 30. April. Zu einem großen Trachtenfeſt ſoll
der Heſſiſche Landvolktag am 28. und 29. Mai ausgeſtaltet
werden. Der Feſtzug wird neben hiſtoriſchen Abteilungen das Leben
und Treiben, Sitten und Gebräuche der Bauernbevölkerung Ober=
heſſens
, Handwerk und Gewerbe, ſowie die landwirtſchaftliche Betriebs=
weiſe
in einzelnen Gruppen und Feſtwagen zur Darſtellung bringen.
In den Trachtengruppen werden Schlitzerländer Schwälmer, Hütten=
berger
und Kirchhainer Trachten vertreten ſein. Auch die oberheſſiſchen
Reitervereine werden in dem Feſtzug einzelne Gruppen bilden. Auf
dem Feſtplatz werden die einzelnen Trachtengruppen ihre Volkstänze
vorführen und alte heſſiſche Volkslieder ſingen.

[ ][  ][ ]

Seite 8

Nummer 422

Frau Dr. Herzfeld=Hoffmann,
die als erſte Frau in Deutſchland in die Liſte der
Watentanwälte aufgenommen wurde, nachdem ſie das
vorgeſchriebene Examen vor dem Reichspatentamt
erfolgreich beſtanden hat. Frau Dr. Herzfeld= Hoff=
mann
eine Tochter des Berliner Stadtbaurats
Geheimrat Ludwig Hoffmann iſt urſprünglich
eine Phyſikerin.

Dienstag, den 3. Mai 1927

Die Drachen=Warte in Friedrichshafen.
Höhenwindmeſſung vom Bodenſee aus.

Oben: Außenanſicht des Salonwagens mit der offenen Terraſſe.
Unten: Blick in den Herrenſalon.
Für den türkiſchen Staatspräſideenten Kemal Paſcha iſt von einer Kaſſeler Firma ein ganz neu=
artiger
Luxuswagen als Salon=Reiſewagen gebaut worden. Es handelt ſich um einen Wagen
mit denkbar größter Bequemlichkeit und von erſtaunlicher Raumausnutzung, der nach dem Prinzip
unſerer modernen D=Zug=Wagen 1. Klaſſe gebaut iſt. Der Salonwagen enthält außer einem
Speiſeſaal für 14 Perſonen einen Baderaum und einen luxuriöſen Schlafraum für den türkiſchen
Präſidenten, ferner ein Wohnzimmer für den Adjutanten und einen Rauchſalon. Nach dem Muſter
der amerikaniſchen Pullmann=Wagen ſchließt der Waggon mit einer offenen Terraſſe, von der man
die Landſchaft betrachten kann.

Zuſammenſtoß zwiſchen Motorrad und Auto.
Nordhauſen. Bei einem Zuſammenſtoß
zwiſchen einem Motorrad und einem Auto auf der
Chauſſee nach Stolberg wurden der Fahrer des
Motorrades und ſein Mitfahrer tödlich verletzt, wäh=
rend
die Antoinſaſſen unverletzt blieben.
Ein deutſcher Brückenbau in Südſlawien.
Belgrad. Die Vorarbeiten für die große Eiſen=
bahn
= und Straßenbrücke über die Donau, zwiſchen
Belgrad und Pantſchowa wurden in Angriff genom=
men
. Die von einem Konſortium von 20 deutſchen
Firmen auszuführende Brücke wird 1280 Meter lang,
elf Meter breit, ſechzehn Meter hoch ſein und auf
acht Pfeilern in je hundertſechzig Meter Spannweite
ruhen. Die erforderliche Eiſenkonſtruktion wird von
Deutſchland auf Rechnung der Reparationen geliefert.
Die Baukoſten beziffern ſich auf 300 Millionen Dinar
(etwas über 22 Millionen RM.). Der Bau, welcher
unter Kontrolle des Verkehrsminiſteriums von 25
deutſchen Ingenieuren mit etwa 1000 Arbeitern durch=
geführt
wird, ſoll kontraktlich bis Mitte 1930
vollendet ſein.

Schweres Autvunglück.
Budapeſt. Nach Blättermeldungen iſt auf
einer Chauſſee in der Nähe der Hauptſtadt ein Auto=
mobil
, das der Maler Stephan Prihoda lenkte, beim
Verſuch, drei Radfahrern auszuweichen, in den
Straßengraben geſtürzt. Prihoda trug einen Arm=,
Schlüſſelbein= und Beinbruch davon. Von den In=
ſaſſen
erlitt einer einen lebensgefährlichen Schädel=
bruch
.
Auslandsreiſen deutſcher Kreuzer.
EP. Madrid. Im Hafen von Santa Cruz de
Teneriffa ſind die deutſchen Kreuzer Schleswig= Hol=
ſtein
, Heſſen und Amazone vor Anker ge=
gangen
. Ferner iſt im Hafen von Las Palmas ein
deutſches Geſchwader eingetroffen, das aus den
Kreuzern Nymphe‟, Elſaß und Berlin beſteht.
Die Vertreter der Behörden ſtatteten einen Beſuch an
Bord der Nymphe ab, der von einem deutſchen
Offizier durch einen Beſuch an Land erwidert wurde.
Das Geſchwader wird bis zum 10. Mai in Las
Palmas verbleiben.

In der Mitte der Windmeſſer der Drachen= Das 500=PS.=Dampfboot Gna mit dem ver=
ſtation
Friedrichshafen. Im Hintergrund ankerten Feſſelballon bei der Ausfahrt zur Höhen=
windmeſſung
auf dem Bodenſee.
die Ballonhalle.
Der Aufſchwung des Luftverkehrs hat eine erhebliche Erweiterung des meteorologiſchen Flug=
ſicherungsdienſtes
notwendig gemacht, um die lückenloſe und ſichere Wetterberatung der Flug=
zeugführer
und Streckenprognoſe zu gewährleiften. Von ausſchlaggebender Bedeutung ſind hierbei
die Höhenwindmeſſungen der Wetterſtationen. Eine beſondere Note iſt der Arbeit der Drachen=
Warte am Bodenſee eigen, da dort die Beobachtungen von einem Dampfboot vom Bodenſee
aus unternommen werden, wodurch weiteſtgehende Bewegungsfreiheit und Anpaſſungsfähigkeit
an den Wind erreicht wird.

Deutſcher Salon=Wagen für Kemal Paſcha.

Reich und Ausland.
Der Sängerbund Frankfurt,
der vor 25 Jahren gegründet wurde und heute die
größten Männerchöre Frankfurts (Sängerchor des
Lehrervereins, Neebſcher und Schulerſcher Männer=
chor
, Frankfurter und Bockenheimer Liederkranz,
Frankfurter Männergeſangverein, Frankfurter Män=
merchor
, Geſangverein Concordia, Liederverein Sach=
ſenhauſen
, Männergeſangverein, Frohſinn, Heddern=
heim
und Geſangverein Liederblüte, Griesheim) um=
ſchließt
, veranſtaltet am Sonntag, den 8. Mai, abends
ſ Uhr, in der großen Feſthalle in Frankfurt a. M.
ein Jubiläumskonzert. Der ſtattliche Chor von zirka
1500 Sängern wird unter Mitwirkung des Staatlichen
Kurorcheſters Bad=Nauheim und des Kurorcheſters
Bad=Homburg (120 Muſiker) unter der Stabführung
von Prof. Fritz Gambke neben einigen Volksliedern
uund Werken von Wetz, Kienzl und Naumann, auch
Szenen aus der Frithjofsſage von Max Bruch zum
Wortrag bringen. Als Soliſten ſind Frl. Ria Ginſter
(Sopran) und Herr Johannes Willy (Baß) ge=
ſvonnen
. Da das Konzert für Frankfurt und ſeine
Umgebung ein muſikaliſches Ergebnis bedeutet, kann
der Beſuch nur empfohlen werden.
Alnkunft des neuen Oberbefehlshabers der neuen
engliſchen Rheinarmee.
* Wiesbaden. Generalleutnant Sir William
Fhwaites, der neue Oberbefehlshaber der eng=
liſchen
Rheinarmee und Nachfolger des Generals Sir
B. P. dn Cane (jetzt Gouverneur von Malta) iſt am
Samstag nachmittag hier angekommen und am Bahn=
hofe
von verſchiedenen höheren engliſchen Offizieren
ſowie von einigen der franzöſiſchen und belgiſchen
Beſatzungsarmeen empfangen worden. Eine Ehren=
wache
, beſtehend aus 50 Mann des 2. Bataillons des
King’s Skropſhire Leichten Infanterieregiments,
hatte mit Fahne und Regimentskapelle am Bahnhof
Aufſtellung genommen. Der neue Oberbefehlshaber
ſtattete am Sonntag General Guillegumat in Mainz
einen Beſuch ab.
Vorſicht bei Preſſemeldungen über die Britiſche
Beſatzungsarmee.
Die Wiesbaden Times vom Sonntag iſt be=
luſtigt
über eine Notiz, die nach ihr dieſer Tage in
einer Wiesbadener Fremdenzeitung zu leſen geweſen
ſein ſoll. Sie lautete: Unſere Wiesbadener Eng=
länder
ſind direkt von Indien zu uns gekommen.
Die beiden ſchottiſchen Regimenter, welche bis vor
kurzem hier ſtationiert waren, befinden ſich jetzt auf
dem chineſiſchen Kriegsſchauplatz. Die W. T. be=
merkt
hierzu nicht ganz frei von Sarkasmus, daß
es die Garniſon ſicherlich intereſſieren dürfte, zu
hören, Mitglieder der britiſchen Rheinarmee ſeien
von Indien gekommen, um Befatzungsdienſte am
Rhein zu leiſten. Und was ſchließlich die zwei ſchot=
tiſchen
Negimenter beträfe, ſo ſei in den letzten
Jahren, wie wenigſtens in engliſchen Militärkreiſen
bekannt, nur das 2. Bataillon der Cameron= Hochlän=
der
am Rhein ſtationiert geweſen, das ſich aber jetzt
in Edinburg und nicht in China befände uſw.*
Wenn der ſtark ausgeprägte Sinn des Engländers
für Humor auch ſolchen Unſtimmigkeiten keine weitere
Bedeutung beimißt, ſo ſollte man ihm deutſcherſeits
doch keine Nahrung geben.
Aufnahme des Nachtluftverkehrs Berlin
DanzigKönigsberg.
Berlin. Am Montag wurde der Nachtluft=
verkehr
auf der Strecke BerlinDanzigKönigsberg
eröffnet. Wie die Deutſche Lufthanſa meldet, iſt das
dreimotorige Großflugzeug flugplanmäßig um 3 Uhr
nachts in Tempelhof geſtartet und um 7.20 Uhr in
Königsberg gelandet. Durch die Einſtellung des
Nachtfluges kann nunmehr die transkontinentale
Linie. London bzw. Paris Berlin Moskau in
33 Stunden zurückgelegt werden.
Autobusunfall in Berlin=Neukölln.
Berlin. Montag mittag fuhr ein Autobus
gegen ein Gerüſt am Eingang des Nord=Süd= Bahn=
hofes
Hermannplatz. Die drei Arbeiter, die
auf dem Gerüſt tätig waren, wurden herunterge=
ſchleudert
und ſchwer verletzt, der eine von
ihnen lebensgefährlich.
Hochwaſſer im Kreiſe Winſen.
Hamburg. Nach einer Mitteilung des Kreis=
landbundes
ſtehen im Kreiſe Winſen an der Luhe ſeit
vierzehn Tagen annähernd 7000 Morgen Land unter
Waſſer, und die noch ſteigende Hochwaſſerwelle über=
flutet
mit jedem Anwachſen Hunderte von Morgen
mehr. Im Vorjahre haben nach amtlichen Feſtſtel=
lungen
im Kreiſe Winſen annähernd 10 000 Mor=
gen
Ländereien den ganzen Sommer über unter
Waſſer geſtanden.
Die Frau im Beruf.
Der erſte weibliche Patentanwalt.

Die Ueberſchwemmungskataftrophe in
den Vereinigten Staaten.
EP. New York. Nach einer Meldung audg
New Orleans hat der am 29. April vorgenommeng
Dammdurchſtich oberhalb der Stadt nicht das ge=
wünſchte
Reſultat gehabt. Die Sachverſtändigen er=
wägen
deshalb neue Regulierungsarbeiten. Man be=
rechnet
, daß binnen 4 bis 5 Tagen New Orleans trotz
der Dammſprengungen überflutet wird. Auf Grund
dieſer Befürchtungen ſind gegenwärtig in der Nähe
von New Orleans mehrere tauſend Arbeiter fieben=
haft
damit beſchäftigt, Sandſäcke aufzuſchichten.
Auch der Arkanſas iſt über die Ufer getreten und
hat mehrere tauſend Hektar Baumwollpflanzungen
überſchwemmt. Bei Littlerock hat der Damm unter
dem Waſſerdruck nachgegeben. Etwa 50 000 Be=
wohner
in der Umgebung mußten in aller Eil=
ihre
Häuſer verlaſſen. Zwei kleinere
Städte ſind vollſtändig unbewohnbar geworden. In
New Orleans befinden ſich augenblicklich 35 000 Ob=
dachloſe
. Da Wohnungsmangel aufgetreten iſt, wur=
den
Zelte aufgeſchlagen und Holzbaracken errichtet,
um den Flüchtlingen Unterkunft zu verſchaffen.
EP. New York. Nach einer Meldung aus New
Orleans iſt die Breſche in den Damm des Miſſiſſippt
bei Poydran, 20 Kilometer nördlich der Stadt durch
fünf weitere Sprengſchüſſe auf 330 Meter erweitert
worden. Das Rauſchen des Waſſers, das durch dieſe
Breſche ſich ins umliegende Land ergießt, wind im
einem Umkreis von fünf Kilometern gehört. Nach
Anſicht der Ingenieure wird ſich die Breſche unter
dem Druck des Waſſers verdoppeln, was zur Ret=
tung
der Stadt genüge. Das durch die Dammöffnung
austretende Waſſer hat 460 Quadratkilometer unter
Waſſer geſetzt. Eine neue Ueberſchwemmung iſt in
Natzhetz aufgetreten. Obwohl die Bevölkerung recht=
zeitig
von der Gefahr verſtändigt worden war, wei=
gerte
ſie ſich, ihre Häuſer zu verlaſſen und war bald
iſoliert. Nur durch das Aufgebot einer Flotte von
2000 Booten konnte nachträglich die Rettung bewerk=
ſtelligt
werden. Die Behörden haben alle Motorboote
und alle zum Kampf gegen die Alkoholſchmuggler
am Miſſiſſippi liegenden Zollboote für den Hilfs=
dienſt
requiriert.
Neuer Dammbruch im Mifſiſſippi=Gebiet.
Fünf Milliarden Franken Schaden.
DD. Paris. Aus Natzhetz in Miſſiſſippt wird
der Bruch eines Zementdammes acht Kilometer ſüd=
lich
von Vidalia im Staate Louiſiana gemeldet. Nach
dem New York Herald überſteigt der durch das
Hochwaſſer des Miſſiſſippi verurſachte Schaden fünf
Milliarden Franken. Die Zahl der Opfer beträgt
etwa 500, während mehr als 400 000 Perſonen
obdachlos find. Das Rote Kreuz mußte einen
Teil der Hilfsorganiſationen wegen des raſchen Stei=
gens
der Fluten aufgeben. Ein Flüchtlingslager iſt
von jeber Verbindung mit dem übrigen Staate
Miſſiſſippi abgeſchnitten.
Das Grubenunglück bei Fairmont.
11 Tote geborgen, 80 Verſchüttete verloren.
EP. New York. Es iſt jetzt alle Hoff=
nung
aufgegeben worden, die in dem Berg=
werk
von Fairmont verſchütteten Arbeiter
zuretten. Die Ingenieure haben die Einſtellung
der Rettungsarbeiten angeordnet, nachdem ſie feſt=
geſtellt
hatten, daß das ausſtrömende Gas jede Hoff=
nung
ausſchließt, die Verſchütteten noch lebend anzu=
treffen
. Insgeſamt konnten 11 Tote geborgen
werden, ſieben Verletzte wurden gerettet.
80 Verſchüttete müſſen als verloren angeſehen wer=
den
. Die meiſten Verunglückten ſind Neger.
Rettungstat eines deutſchen Dampfers.
Rom. Nach dem Popolo di Roma wurde
eine Fiſchevbarke aus Meſſina durch den Sturm der
letzten Tage auf die hohe See getrieben. Vier
Mann der Beſatzung kamen dabei ums Leben.
Der fünfte Mann klammerte ſich am Maſtbaum feſt
und trieb vier Tage und vier Nächte auf dem Meer
umher, bis der deutſche Dampfer Undine, der
von Sizilien kommend nach London unterwegs war,
nachts um 10 Uhr den Schiffbrüchigen auf der Barke
bemerkte und ihn nach dreiſtündiger Anſtrengung
retten konnte und nach Neapel brachte, wo das
deutſche Schiff am Samstag ankam.
Michgel Bohnen wieder daheim.

Der berühmte Tenor Michael Bohnen iſt ſo=
eben
, aus New York kommend, mit ſeiner jungen
Gattin, Mary Lewis, in Berlin eingetroffen.
Unſer Bild zeigt den Künſtler mit ſeiner Gattin vor
ihrem Hotel in Berlin.

[ ][  ][ ]

einer Flotte von
Rettung bewern
vote

ippt wial
t Kilometer ſüd=
gemeldet
, Nach
der durch du
Schaden fiül
Opfer beräut
10 Perſoner
mußte einen
Steit

Nummer 122

Dienstag, den 3. Mai 1927

Seite 9

Weiblich

jängere, perfek te
Btenotypiſtin /S diktat ſetwa 180
ſtaht Stellg. Ang. u. E Silb u. Schreib-
195 Geſch. (*12000

Buchhalterin
m. kaufm. Arbeiten
erwandt u. erfahren,
1nte Stenotypiſtin
210 S.), ſucht bald
urſ. Beſchäftig, an
ieSſt. Vertrauensſt.,
u2h halbtags. Ang. u.
3 236 an die Gſchſt.
(*10562dmi)

Bunge Schneiderin
mapf, ſich in u. außer
dren Haus. M. Reitz,
2ebfrauenſtr. 78, III.
*11939)

* 2kaufmännisch :
ausgebildete
Damen
Sf. Stenderamm-
maschine

gesucht.
SsAngeb. von zu. S
verlässig arbei- S
S tenden Damen
S aus gut,. Bürzer-
familien
, Zeug-
nisabschr
., Ref",
möglichst Bild:
S u. D179 an die
S Gschst (7406ids

F au wäſcht u. putzt.
häh. Geſchäftsſtelle,
/11943)

Vunge, Fröbelſche
EMdenpiegerif
ſuht Stellung Näh
da Fran Polizeirat
Kmiſer, Roßdörferſt. 79.
(*12028

Ernf. Stütze ſ. Stel=
eig
in kl. Haushalt.
Arig. unt. D 198 an
d Geſchſt. (*12009

BSuche per 1. Juli
Sckellung als
Alleinmädchen
gut bürgerl. Küche
prerfekt. Ang. u D 203
( geſchäftsſt, (* 12024id

4uverl. Frau ſucht f.
nachm. 1 Kind zu be=
rfſichtigen
. (*11927
Mäh. Geſchäf sſtelle.

.6jähr., ordentliches
Mädchen ſucht
Lehrſtelle
E=i einem Zahnarzt,
ei auch a. Empfangs=
fEulein
. Angeb. unt
v. 175 Geſchſt. /*11949

Merf. Flickfrau,
auich Weißnäherin
ummt noch Kuuden
on in auß d. Hauſe.
Lruskunft b. Gg. Rühl,
Acagdalenenſtr. 1, II,I.
1959)

ſeuſe
ſcht noch einige
Kainden. Angeb. u.
189 Geſchſt. (*11987

chneiderin
Kunden außer
Hauſe, pro Tag
Mk. Angeb. unter
91 Geſchſt. (*11990

zo kann junges
Fräulein
den Abendſtunden
das Schaufenſterde=
kurieren
erlernen. Mit
Aereis angeben. An
gebote unter D 188
a die Geſchſt. (*11986

alle 4 Wochen 1 Tag
geſ. Ang. unt. D 186
an die Geſchſt. (*1978

Ordentliches,ehrliche
Mädchen
nicht unt. 18 Jahren,
tagsüber für ſofort
geſucht. Wilhelm=
ſtraße
15, I. (7418

Mädchen geſncht.
Für beſſer. Haushalt
auf dem Lande, bei
Neuſtadta. H.,(Pfalz
geſetztes Mädch, zw
22 28 Jahren, das
kochen kann, geſucht.
Eintritt kann ſof. er=
folgen
. Vorzuſt. hier,
Kaſinoſtr. 12, I., R.
(11972)

Unabhänge Frau
oder Fräulein, nicht
unter 40 Jahren, von
Beamtenwitwer, 5e
Jahre mit 1 Kind,
zur Führung d Haus
haltes geſ. Spätere
Heirat beigegenſeitig.
Neigung nicht aus=
geſchloſſen
. Angeb.
unter D 162 an die
Geſchäftsſt. (*11915

Ordentliches (11917
Mädchen
bis nach dem Spülen
geſucht. Vorzuſtellen
Dienstag von 911
Witmannſtr. 33, pt

Tücht. Alleinmädch
zu älteren: Ehepaar
nach Frankfurt a. M.
geſucht. Vorzuſt. bei
Frau Dr. Reutlinger,
Saalbauſtr. 81, zwiſch.
11u. 12 Uhr. /*11914im

Tücht., ehrliches und
ſauberes (11979
Laufmädchen
tagsüber geſucht.
Schützenſtr. 5, II.

Ein in Hausarbeit u.
Umgang in. Kindern
erfahr. Mädchen ( Ko=
chen
nicht erforderl.)
mit Jahreszeugn. a.
gut Häuſ. geſ. (11941
Frankfurterſtr. 17, I.

Saub., ehrl. Putz= u.
Waſchfrau mit gut.
Empfehl. geſ. (11938
Kaſinoſtraße 24, II.

Jg. Mädchen
für 2 mal in d. Woche
z. putzen geſucht. Näh.
Geſchäftsſt. (*12043

Suche balch. Köchin
Hausmädch", tüchtig.
Alleinmädch, d. gut
och,k. u mehr. Tages=
mädch
. Karoline Beck,
gew. Stellenverm., Karl=
ſtraße
25. (*12035

Mädchen v. 1419 J
b. n. d. Spül. geſucht
Bauder, Karlſtraße 99.
(*12037)

Ehrl. Mädchen
bis nach dem Spülen
geſucht
(12017
Roßdörferſtr. 40, pt.

Suche
Köchinnen, 1 Haus=
mädchen
, Allein=
mädchen
die kochen
können, mehr. Haus=
u
. Küchenmädehen
MinnaDingeldein
Gewerbsm. Stellen
büro/Elifabethenſtr. 5,
Telefon 3865 (*12048

Monatsfrau
geſucht, 23 Stund
täglich. Klos, Hügel=
ſtraße
18/17. (12049

Für ſofort ehrliches
perfektes
Mädchen
in kleinen Hausha’t
jeſucht. Fran Apo=
theker
Sälzer, Hei=
denreichſtr
. 31/11944

Suche ein ehrl. tücht.
Mädchen nicht unter
18 Jahren" für alle
Hausarbeit mit gut.
Zeugn. für ſof. oder
15. Mai. Näheres in
d. Geſchäftsſt. *12021

Männlich

Tächt. Kaufmann
mit 34000 Kapit.
von aufwärtsſtreb.
rentb Fabrikations=
betrieb
geſucht. Ang
D192Gſchſt. 1992

will monatlich

verdienen?.
Lehrer, Muſiker, Her=
ren
od Dam.,d Inter=
eſſe
f Pianos haben,
woll ſich ſof, melden.
Probe=Pianos z. Verfüg.
Angeb. unt. D 83 an
die Geſchſt. (1V 7241

Rühr. Vertreter
geg höchſte Prov. für
1. Verſicherungsgeſ
geſ. Ang. unt. D 201
an d. Geſchſt. (*12015

Ordentliches, ehrlich.
Mädchen
tagsüber oder f. ganz
geſucht. Wilhelminen=
ſtraße
16, Erdgeſchoß
et19g2)

Faubere Fau
z. Putzen Mittwochs
und Samstags einige
Stund. geſucht Nähs
Geſchäftsſt. (*12022

uueinmädchen
mit nur guten Zeug=
niſſen
geſucht. (*12057
Ludwigſtraße 3.

Kaufmann :
S von größ. Fa-
s
brik der Metall-
industrie

gesucht.
SGedieg. kaufm.
S Kenntnisse, zu-
Verl. u. klotter
S Arbeiter, Alter
Setwa 2535 J
SAngeb. von nur
* erstkl. bewährt.
S Herren, mit Le-
S benslauf, Bild,
S Zeugnisabschr.
S u. Ref. sow Ge-
haltsanspr
. unt.
sD197an dieGe-
schst
. (7414ids

f

R. J.

EO2-

über 30 Jahre, welche ſich durch
Zuverläſſigkeitu. Fleiß eineLebens=
ſtellung
mit einem Einkommen bis
RMk. 8000.
ſchaffen wollen, können mit einem
Anfangsgehalt von RM. 50. pro
Woche (nebſt RM. 50 bis RM.
150 Proviſion, je nach Leiſiung)
Anſtellung inden. Angeb unter
D 182 Geſchäftsſtelle (II Hbg. 7410

DER GESCHAFTSMANN
betrachtet seinen Wagen als sichere Kapitalsanlage
IN richtiger Beurteiler von Werten bei Auto=
A mobilen und bei anderen Dingen, wie es der
Geschäftsmann ist, sieht stets auf greifbare Erfolge
bei jedem Pfennig, den er ausgibt. Der Kaufpreis
eines Wagens bedeutet für ihn einfach eine Kapitals=
anlage
das Wichtigste für ihn ist dabei, daß
diese Anlage sicher ist und sich gut verzinst.
Es ist daher bezeichnend, daß die größte Einzelgruppe
von BUICK=Besitzern aus Geschäftsleuten besteht,
denn überall, wo man Automobile kennt, hat BUICK
stets unbestrittene Anerkennung wegen seines außer=
gewöhnlich
hohen Qualitätswertes gefunden.
Eine
VORZUGE
Einladung:
Preise:
Mockell 30 78 Peru. Cond. Alles, was Sie von einem Automobil erwarten Umn die Schönhelt, die
hübsche Lackterung und
M 10.265: 24: Pass. Schnelligkeit, Kraftentwicklung, Wendigkeit, Sicher- den spielend leichten Me-
Rondster M 9.525; 25:5
chanismus ganz würdigen
Pass. Touring M 9.,698; heit, tadellos ruhigen Lauf, hübsches Aussehen, vor= a können, müssen Sie den
27.:5 Pass, Sedan M 10.740,
40SPeuuGCesch Milzzo; nehme Karosserie besitzt BUlCKin höchstem Maße. Vagen sibst in Augen-
schein
nehmen. Um sich zu
49 : 7 Pass. Touring
überzeugen, was BUICK
M 12.420, Fok.: 7 Pase, 1i. Zuverlässigkeit,AusdauerundhoherWiederverkaufse leistet, sollten Sie selbst
mousine N 15.145, 51:s wert nach langem Gebrauch sind spezielle Eigen- eine Fahrt mitmachen oder
Pass. Brongham M 14.360;
besser noch, ihn selbst ein-
S4CC: 4 Pass. Cabriolet schaften, auf die der Geschättsmann, der sein Geld mal steuern, Wir laden Sie
M 14.245; 55 5 Pass.
ein, die BÜICK- Modelle
Sport Touring 3 11.565. In einem störungsfrei und sparsam arbeitenden Wagen ru besichtigeni wir werden
Preise fahrbereit ab Werk investieren will, besonderen Wert legt. Darum wird dann gern eine Probefahrt
Berlin einscht. Zoll und
zu einer Ihnen genehmen
fünttacher Bereifung, seine Wahl stets auf BUlCK fallen.
Zeit verabreden.

Autorisierter Vertreter:

Männlich

Jft
Jüng.
Urchitekt
Dipl=Ing.)m mehr=
rhrig
. Pragis, künſtl.
ſiehr befäh., ſucht Stell.
un nenzeitt eingeſtellt
Büro. Angebote unt.
D 183 a. d. Geſchſt.

Chauffeur (gelernter
Tutoſchloſſerſ, 21 J.
a‟, ſ. Stellung auf
Berſonen=, Liefer=od.
Zaſtwagen, im Beſitz
von Führerſcheinen
1r. 3 B ſverrichtet ne=
enbei
noch and. Ar=
eiten
). Angebote an
Mohannes Verres, Hum=
mietroth
(Poſt Höchſt
(7428
1- Odw.).

Jüng, ordentl. Mädch
für 8-4 Vorm. in der
Wohe als Hilfe für
kleinen Haushalt als=
bald
geſucht (11953
Speſſartring 4, III,r

Meeee
Schokolade Grosshandlung
ſucht für den Platz mit näherer Um=
gebung
tüchtigen, mit der Branche
vertrauten Reisenden; Eintritt
kann ſofort erfolgen. Ang. u. D 209
*12039
an die Geſchäftsſtelle.

Altere, perfekte Telephoniſtin
für eine ausgedehnte Fabrik= und Poſt=
zentrale
zum ſofortigen Eintritt geſucht.
Bewerbungen mit Lebenslauf, Zeugnis=
abſchriften
, Referenzen uſw. an die Per=
(7404
ſonal=Abteilung der Firma
Adam Opel,
Rüſſelsheim am Main.

Nieſen Sommer=Varietee Haupf
(* 11999
ſucht ein
und
Behrmadiheinl einen Sehrjüngen
im Alter von 1416 Jahren, ſowie Mädchen
für den Haushalt. Offerten nach
Griesheim (bei Darmſtadt)

Weivlich

Damen und Herren
aus der
Schneiderbranche
geſucht. Hoh. Verdienſt
Gei vornehmer Tätig=
eit
. Ang. unt. D 185
a. d. Geſchſt. (*11977

Tüchtige, perfekte, durchaus ſelbſtändige
Köchin
die etwas Hausar eit übernimmt,
per ſofort oder ſpäter in Herrſchafts=
haus
geſucht. Nur ſolche, die in erſten
Häuſern tätig waren u. über prime
Zeugniſſe verfügen, wollen ſio
unter D 214 an die Geſchäftsſtelle
wenden.
12061

suchen

per sofort
tüchtige

später

für je unsere Abtellungen
Seide
Kleiderstolfe
Baumwollwaren
74:
Bewerberinnen, die unbedingt branchekundig sind,
wollen sich vorstellen mit Zeugnissen.

Auchfabrik
(Herren= u. Damen=
ſtoffe
) ſucht für den
Beſuch von Privat=
kundſchaft
fleißige
Reiſende
(auch Damen) gegen
hohe Proviſion. Täg=
liche
Einnahme vor
Geldern. Abrechnung
alle 14 Tage. (7403im
Bewerbungen mit
Rückporto unt Nr. 198
an E Mühlhoff in
Eveking 47 i. 4 eſtf.

2 Zimmer=Wohnung
gegen eine andere
2 od. 3 Zim=Wohn.
zu tauſchen geſucht.
C. Borger,
von nachm. 2 Uhr ab
zu ſpr, Gervinusſtr.
Nr. 39, III. (*1194

Ae
teilweiſe möblierte
4 Zimmer=Wohnung
n freier Lage ſofort
zu vermieten. 11918
Näheres Geſchäftsſt

Autopark-Säd, W. Zelder, Darmstadt
Heidelbergerstraße 126. Tel. 2515

GENERAL MOTORS G. M. B. H., BERLIN-BORSIGWALDE
Wenn bessere Automobile gebaut werden ... . wird BUICK sie bauen!

(TV 1608

Schöne

4 Zimmer=Wohnung
in beſter Lage (Küche, Speiſekammer, Bad
Mädchenzimmer), möbl., od. teilw. möbl,
( 11806 gi.
zu vermieten.
Beſichtigung von 911 u. 15 Uhr.
Wilhelenigenſtraße 42,

Ve
leeres Zim z. Unter=
ſtellen
von Möbeln
zu vermieten. (e11942

Lagerraum
oder Werkſtätte zu
vermieten (*1195
Magdalenenſtraße 7

bl. Zimmerg

Gut möblierte

Zimmer
ſevtl. auch Wohn= u.
Schlafzim.) zu verm,
v. Schenk, Saalbau=
ſtraße
68, I. (7011a

Rheinſtr. 75, gut möbl.
(7185a
Zimmer.

Vornehm möbl.
Zimmer
ſofort beziehb. Hügel=
ſtr
. 15, Laden. (6845a

Räume.
Größerer Arbeits=,
Fabrikations= oder
Lager=Raum mit
Büro u. kl Wohng
(Licht=, Kraft= und
Teleph.=Anſchl. ſof.
od. ſpät. zu vermiet
Angebote unt. D 181
a. d Geſchſt (itg7d

Broße, helle
Räume
neuzeitl hergerichtet,
für Büro, Lager
Fabrikation u. ſon
jeden Betrieb geeig=
net
ganz ob getrennt
zu vermieten. Angeb
unter D 212 an die
Geſchäftsſt. (*12047

Noßdörferſtraße 129.
Gut möbl. Wohn= u.
Schlafz., evtl. m 2
Betten in ruhie
Einfamilienhaus zu
ſof. vermt. (*11795gi

Rheinſtr. 75 g. möbl.
Zimmer zu vm (7412g

Mofblkzie A1.
groß einf. möbl. Man=
ſardendenz
. an 1 ob. 2
Herren z. verm. /e1198(

Schützenſtr. 10, bei
Voß, gut möbliertes
Zimmer ſofort zu
vermieten. (11.69

Wienerſt. 75, III., ein=
fach
möbl. Zim. an be=
rufstät
. Arb (r1193
Grafenſtr. 8, 2. St.

Euiſenſtr. 6, III., mbl
B,el L., ſof zu verm
/*12008)

Heinrichſt. 69 (Metzg
* 23 /. Hrn. möbl. Z
mit guter Penſ. erh.
(*12006ids)

2 frdl. mröbl. Manſar=
denz
. je 1 Bett, groß.
Wohnz el L., ruhig
Haus,Martinsv, nahe
Hochſch., ſof. zu verm
Ang. unt. D 199 an
die Geſchſt T 12013

Nähe Hochſch f. ruh.,
mögl. Dauermtet gr.
möbl. Zim., Schreibt.
1. L. Ang. u. D 200
an d. Geſchſt. (*1201

Kaſinoſtr. 18, II, r.,
hell möbl. Zimm, ſof.
zu vermieten. (*12041

Lagerhausſtr. 16, I,
vornehm mbl. gr. Bim.
m.2 Betten u. Küchen=
ben
zu verm. (*12040

Gebe 2b.3 Zimmer
möbliert, mit Küche,
ab. Angebote unter
D 196 Geſchſt. (12003

Neckarſtraße 22, I.,
eleg. möbl. Zimmer
elektr Licht. (11989

Steinackerſtraße 1,II.
gr. möbl. Zimm. mit
lektr Licht zu ver=
(11985
mieten.

Hermannſtr. 11
großes, gut möbl. Zim.
mit el. V. u. Schreib=
tiſch
ſofort zu verm.
11918im)

Mühlſtr. 24, II. Iks.,
Wohn= u. Schlafzim
mit 2 Beiten ſofort!
zu vermieten. ( 11935

Doer dieyt Lau Or.saähradt!
Geboten: 3. Zimmer mit Küche im Part.,
2 Keller, Stallung, Scheuer und ca.
60 qm Garten, Friedensm. 360 .
Geſucht: 8 oder 4 Zimmerwohnung, mögl.
mit ca. 30 qm Wertſtattraum, belieb.
Lage in Darmſtadt.
(*12025jdg
Angebote unter D 202 an die Geſchäftsſt. Heidelvergerſtr. 15
II, möbl. Zim. mit
elektr. Licht per ſof.
zu vermieten. (*11946 Beſchlagnahmefreie

2 Zimmer=
mit

Wohnung güche
zu mieten geſ. Ang.
unter D174 an die
Geſchäftsſtelle, (e 11945 Heinheimerſtr. 96, I,
freundl. möbl. Zim
ſep.) ſof z. v. (211962 Matyilderſtr. 10, I.,
gut möbl. Wohn= u
Schlafz., evtl. 2 Bett
zu verm. (11956id Wittmannſtr. 33, I.,
gut möbl. freunol
Schlafz. u. kl. Wohn=
zim
an 1 od. 2 ſol.
Mieter z. vm (*11954
Schleiermacherſt. 26,
II., 1, mbbl. Zimm. ſof. zu vm. (*12059
23nf1 Zmme
mit Küchenben., im
Zentr., an Ehepaar 11993
zu verm.
Gefl. Angeb. u. D 193
an die Geſchäftsſt
Gr. Vereinslokal
in Beſſungen abzug
Elektr. Hilteſtelle.
Ang. unt. D 167 an
die Geſchſt. (11928

Zumieten geſuchtf Me
(1203=
Lager=Raum 1520 qm groß, per
ſof zu mieten geſucht
Ang. u. D 206 Geſchſt
Ladenlokal od.
Werkſtätte f Schuhmacherei geſ.
Angeb. u. D 190 an
dieGeſchäftsſt. (*1199

vermieten.

aut möbl. Zimmer, Manerſtr. 32, Stb.
ſofort beziehbar, zulgut möbl. Zimme
11819zu vermieten. (*11941

o Heinmer
mit Küche, beſchlagnaßmefrei, zu mieten
geſucht. Im Zentrum der Stadt. Angebote
unter D 208 an die Geſchäftsſtelle, *12048

Einf., ſaub.
möbl. Zimmer
von berufst, Fräulein
geſucht. Angeb unter
D187 Geſhſt (1193

Student ſucht
möbl. Zimmer
zu ſofort. Gefl. Ang.
erbet. unt. D 171 an
die Geſchüftsit 7a02

Theoſoph.
Arbeitsgem.
ucht
groß.ruh. Zimmer
mit Klavier für ca
25 Perſonen. (*12001
Angeb. mit Preis an
C. W. Jung
Herdweg 13.
Ve
möbl. Zimmer
(Manſarde) geſucht
Asg. u. D 205 Gſchſt

Penſionen

K
Abendtiſch
von 5995 Pfg.
vegetariſche u Fleiſch=
küche

(344a
Reform=Reſtaurant
Alexanderſtr. 4, I.

AGeldverkelrg
Ree
von tücht. Geſchäfts=
mann
vonPrivathand
gegen Sicherheit und
Zinſen alsbald ge=
ſucht
. Angeb. unter
D 210 Geſchſt. (12042

Hyyo
Theken
vermittelt diskret
und ſchnell
Auaust Brück
Schützenſtr 8, I.
Teleph. 1778 2217a

Zur Abfindung eines Teilhabers ſowie zur
Vergrößerung wird von modern einge=
richtetem
Fabrik=Unternehmen ein
ſtiller oder tätiger
Teilhabers
mit 10030 Mk. geſucht. Große Aus=
dehnungs
=Möglichkeiten. Nur Kaſſa= Ver=
kauf
. Angeb. unt G 178 a. d. Geſchäftsſt.

T M N. DoNofen Loi=
G. Ebeit, Darmſtadt, Hüigelſtr. 75, Tel. 1117

Hypotheken-Geld
an I. Stelle von 2000050000RM.
BariehenanGemeinden
von 50000 RM. an durch
Louis Krämer
Bankgeſchäft Darmſtadt,
Ecke Luiſen= und Schuchardſtraße
Fernſprecher Nr. 4053. (7998

[ ][  ][ ]

Seite 10

Dienstag, den 3. Mai 1927

Nummer 122

Sport, Spiel und Zurnen.

Zurnen.
Schauturnen der Turngemeinde Beſſungen 1865 (9. T.)
Unter überaus zahlreicher Beteiligung fand am Sonntag in dem
Vereinshaufe der T.G.B. ein Schau= und Werbeturnen ſtatt. Dieſes
Schau= und Werbeturnen ſollte, wie es gedacht war, den Auftart bilden
zu den verſchiedenen großen Veranſtaltungen, die uus in turneriſcher
Beziehung im Laufe dieſes Sommers in unſerer Vaterſtadt bevorſteßen
und, um es gleich vorweg zu ſagen, es hat dieſen Zweck voll und ganz
erfüllt. Den mit geſpannteſter Aufmerkſamkeit zuſchauenden Be=
ſuchern
, unter denen ſich auch dankenswerterweiſe viele Vertreter aus=
wvärtiger
und hieſiger Brudervereine befanden, wurde ein überreiches,
buntbewegtes Bild, aus allen Gebieten des vielſeitigen Turnens vor=
geführt
und hierin durchweg gute Leiſtungen gezeigt. Unter der ſtraffen,
zielbewußten Leitung der Turnwarte und Vorturner waren die ein=
zelnen
Vorführungen muſtergültig und insbeſondere in bezug auf
Diſziplin und Haltung durchaus gut. Die Durchführung aller Pro=
grammnummern
vollzog ſich demgemäß in echt turneriſchem Geiſte, was
auch in dem reichgeſpendeten Beifall der Zuſchauer zum Ausdruck kam.
Es war ein herzerquickender Anblick, die etwa 250 Mitwirkenden, vom
Jüngſten bis zum Reifſten, mit ganzer Seele und voller Hingebung für
die Sache zu ſehen, um ihr Beſtes zu bieten. Wenn auch die Exattheit
und Präziſion hie und da bei der techniſchen Durcharbeitung noch Klei=
nigkeiten
zu wünſchen übrig ließ, ſo ſoll dies durchaus kein Tadel ſein,
ſondern vielmehr allen Beteiligten ein Anſporn zur Förderung und
Vervollkommnung ihres Könnens bedeuten. Der ungeteilte Dank und
die volle Anerkennung der Zuſchauer mögen ihnen wohlverdienter Lohn
ſein. Der Turngemeinde aber, die an dem großen, edlen Werke der
Turnerei, dieſem ſo wichtigen und unentbehrlichen Erziehungsfaktor
unſeres geſamten Volkes ſo rührig und unentwegt mitarbeitet, wünſchen
wir, daß ihr die ſo ſchön verlaufene Veranſtaltung einen vollen Erfolg
gebracht hat. Des Abends verſammelten ſich daun die Mitglieder
ſowie Gäſte zu einem gemütlichen Tänzchen.
Leichtathletik.
Groß=Staffel=Lauf am 22. Mai 1927.
Der Ausſchuß für Leibesübungen hat an die ihm angeſ hloſſenen
Körperſchaften die vorläufige Ausſchreibung üiber die am Sonntag, den
22. Mai 1927, vormittags 11 Uhr, in Ausſicht genommene Durchführung
eines Groß=Staffel=Laufes durch die Straßen von Darmſtadt überſandt.
Der Lauf ſelbſt erſtreckt ſich über eine Geſamtſtrecke von etwa 8 Kilo=
meter
. Die Einteilung ſieht acht Klaſſen für die beteiligten Vereine vor,
ſo daß es jedem an dem Lauf teilnehmenden Verein möglich iſt, an der
Staffel mit Erfolg teilnehmen zu können. In der Hauptklaſſe ſind auch
Vereine von auswärts zugelaſſen, während die Klaſſen IITX offen für
die weiter dem Ausſchuß angeſchloſſenen Vereine, Schulen uſw. ſind.
Um die aktive Teilnahme möglichſt zu einer großen zu geſtalten, ſind in
ſechs Klaſſen die Leibesübung treibenden Vereine der Vororte Arheilgen,
Eberſtadt, Griesheim und Pfungſtadt teilnahmeberechtigt. Die von
Stadt, Staat und Private geſtifteten äußerſt wervollen Wanderpreiſe,
gehen erſt nach dreimaligem Siege in den Beſitz der betreffenden Ver=
eine
üiber. Die Einführung des Staffellaufes, wie er bereits in vielen
Städten Deutſchlands alljährlich zur Durchführung kommt, iſt als eine
mächtige Kundgebung füv die Sache der Leibesübung gedacht. Sie ver=
ſpricht
auch für Darmſtadt, nach den bis jetzt vom Ausſchuß getroffenen
Maßnahmen, einen vollen Erfolg. Auf die weiteren Einzelheiten werden
wir demnächſt noch zurückkommen, nachdem in der kommenden Vereins=
vertreterverſammlung
dieſelben endgültig feſtgelegt worden ſind.
Handball.
Rot=Weiß I Sporwerein 98 III 2:2.
Am Sonntag ſtanden ſich die 3. Mannſchaft des Sportvereins 98
und die 1. Mannſchaft Rot=Weiß Darmſtadt im Verbandsſpiel gegenüber.
Sportverein konnte bis Halbzeit 2:0 führen, mußte ſich aber nach Halb=
zeit
den Ausgleich gefallen laſſen.
Handball der Deutſchen Turnerſchaft.
Pfungſtadt 1.Seckbach 1. 2:3.
Pfungſtadt 2.Seckbach 2. 2:3.
Pfungſtadt Jgd.Seckbach Jgd. 4:3.
Tgd. Griesheim 1.Eintracht Wiesbaden 1. 2:5.
Bensheim 1.Herrnsheim 1. 5:5.
Tad. Darmſtadt 1.Tgd. Griesheim 2. 3:2.
Das Pfungſtädter Spiel gegen Seckbach war ein Erlebnis und eine
ehrenvolle Niederlage für die Einheimiſchen. Seckbach, leicht überlegen,
bot Kunſtſtücke im Ballabſpiel. Pfungſtadts Torhüter überragte; er
hielt alle zehn 16,50 Meter. Lobenswert war das anſtändige und ruhige
Spiel beider Parteien. Leitung vorzüglich. Griesheim mußte ſich
erſatzgeſchwächt den beſſeren Kurſtädtern beugen.

Kraftſport.

Kraftſportverein Darmſtadt 1910.
Unſere Ringermannſchaft weilte am Sonntag in Neu=Ifenburg, um
dort den fälligen Aufſtiegskampf gegen den Kraftſportverein auszutra=
gen
. Es kam, wie erwartet, zwiſchen den beiden Favoriten zu ſehr hart=
näckigen
Kämpfen, welche leider ſehr unter der allzu lebhaften Anteil=
nahme
des Publikums zu leiden hatten. Es war ein richriger Punkte=
kampf
, und die getroffenen Entſcheidungen waren mitunter etwas zwei=
felhaft
. Das erzielte Reſultat gibt nicht das richtige Stärkeverhältnis
der beiden Mannſchaften wieder, was wohl auch der Rückkampf, welcher
am 21. Mai hier ſtattfindet, beweiſen wird. Nun zu den einzelnen
Kämpfen, welche folgenden Verlauf nahmen:
Fliegengewicht: Borovſki=Darmſtadt gegen Streb=Neu=Iſenburg.
Der Darmſtädter, welcher heute ſehr unter ſeiner ſonſtigen Form rang,
war ſtets Angreifer. In der 10. Minute machte er mit ſeinem Gegner
einen Ueberſtürzer, wobei er auf eine Schulter ging. Der Unparteiiſche
entſchied Sieg für Iſenburg.
Bautamgewicht: Schwarz=Darmſtadt gegen Tiſcher=Neu=Iſenburg.
Schwarz, auf welcem man ſich ſtets verlaſſen kann, ſtieß auf einen harten
Gegner, welcher ſich allerdings nur verteidigen konnte. Er ſammelte
Punkt auf Punkt und ſiegte in 15½ Minuten mit Armſchlüſſel.
Federgewicht: Siegriſt=Darmſtadt gegen Löſch=Neu=Iſenburg. Siegriſt,
wie immer gut, griff forſch an und ſiegte bereits in 2½ Minuten in
überlegener Weiſe.
Leichtgewicht: Keitel=Darmſtadt gegen Hirſchmann=Neu=Iſenburg.
Man war auf dieſes Treffen ſehr geſpannt, und Keitel enttäuſchte trotz
ſeiner Niederlage, welche übrigens etwas zweifelhaft war, nicht. In
Führung liegend, fiel er bei einem Ueberſtürzer mit den Füßen außer=
halb
der Matte, ſo daß er den Halt verlor und in der 9. Minute obige
Niederlage einſtecken mußte.
Mittelgewicht: In dieſer Klaſſe ſtand Heß=Darmſtadt als Erſatz=
mann
gegen Cäſan=Neu=Iſenburg. Es kam zu einem hitzigen Kampf
welchen der Iſenburger nach 6 Minuten mit viel Glück für ſich entſchied.
Halkſchwergewicht: Fräba=Darmſtadt gegen Holſtein=Neu=Iſenburg.
Der Darmſtädter hatte gegen den Kreismeiſter Holſtein natürlich nichts
zu beſtellen, und fiel bereits in 1 Minute.
Schwergewicht: Veith=Darmſtadt gegen Liſt=Neu=Iſenburg. Der
Darmſtädter griff den annähernd 50 Pfund ſchwereren Gegner heftig
an, was eigentlich bei einem ſo ſchweren Gegner eine ganz falſche Taktik
war, und nach 10 Minuten wurden ihm die Führungspunkte zuge=
ſprochen
. Nach weiteren 7 Minuten zog er ſich eine Verletzung zu, ſo
daß er den Kampf aufgeben mußte. Wie eingangs ſchon erwähnt,
wird Iſenburg beim Rückkampf in Darmſtadt dieſes Refultat wohl nicht
mehr erzielen, deun die Kraftſportvereinsmannſchaft wird infolge dieſes
Kampfverluſtes die Flinte noch nicht ins Korn werfen.
Athletik.
Athleten=Klub 1910 Groß=Umſtadt.
Dem Athleten=Klub 1910 Groß=Umſtadt wurde das diesjährige Gau=
feſt
am 18. und 19. Juni übertragen. Daß dies ein Propagandafeſt wird
für unſere Schwerathletik, dafür übernimmt der Athleten=Klub 1910
Groß=Umſtadt volle Gewähr. Prachtvolle Ehrenpreiſe bei den Mann=
ſchaftskämpfen
und fein ausgearbeitete Plaketten am Band für erſte
Preife und loſen Plaketten ſſür die nächſten Preiſe winken den Siegern.
Außerdem werden für den Sport=Werbezug zwei prächtige Pokale bereit=
geſtellt
, für den erſten und zlveiten Preis für gutes Auftreten und
die meiſten der Teilnehmer der Vereine. Der Sportplatz im Reibacher Tal
würdigt ſich ſchon ſeit einer Reihe von Jahren eines guten Rufes. Des=
halb
rurien wir den Kraftſportlern des Odenwaldgaues zu: Erſcheint i
Maſſen am 18. und 19. Juni in Groß=Umſtadt.

Vom Gegelflugwettbewerb
in Roſfitten.

Roſſitten, 29. April.

Der kommende Segelflugwettbewerb in Roſſitten hat viel Leben
auf die ſonſt ſo ſtille Nehrung gebracht. Von der Dampferanlegeſtelle
zum neuen Lager herrſcht geſchäftiges Treiben der Fiſcherfuhrwerke, die
die Flugzeuge an ihren Beſtimmungsort bringen.
Das Lagerbild hat ſich ſeit 1925 gewaltig verändert. Von der
Rhön=Roſſitten=Geſellſchaft ſind dort für ihre Segelflug=Schule groß=
zügig
angelegte Unterkunftsmöglichkeiten für Maſchinen und Piloten ge=
ſchaffen
. Zwei große Zöllinger=Hallen 16X38 Grundriß und eine maſchi=
nell
betriebene Schreinerei dienen zur Aufnahme des Flugzeugparkes
und ſeiner Erhaltung. Gegenüber der Weitläufigkeit der Hallen tritt
die Zierlichkeit des Wohnbaues, der die Schlaf= und Speiſezimmer ent=
hält
und in ſeiner cinfachen Holzbquart angenehm auffällt, ſehr zurück.
Die Gegenſätzlichkeit der Gebäude zeigt, daß die größte Sorge den
Flugzeugen und nicht der Organiſation gewidmet iſt. Eine ſolche Ein=
heitlichkeit
und Zweckmäßigkeit der Anlage wäre auch für die Rhön ſehr
zu wünſchen.
Ein kurzer Gang durch die Lagerhallen zeigt, daß die meiſten der
gemeldeten Maſchinen ſchon eingetroffen ſind.
Die Akademiſche Fliegergruppe Hannover hat nach zweijähriger
Ruhe ihren Phönix wieder ans Licht gezogen. Als Führer iſt
Pagenmeher gemeldet und in ſeiner bewährten Hand ſoll das Flugzeug
jetzt endlich einmal ſeine im Laufe der Ruhezeit hoch geſtiegenen Flug=
eigenſchaften
zeigen.
Martens hat ſeine Witwe Bolte unter Führung von Weber zum
Wettbewerb geſchickt. Das Flugzeug ſieht ſtauk mitgenommen aus und
iſt vielfach beſchädigt. Hoffentlich gelingt es dem Führer nach Ueber=
holung
, die Maſchine noch im Wettbewerb zu ſtarten, denn die Hoch=
wertigkeit
des Flugzeugs iſt trotz der äußeren guten Bauform ſchon
häufig angezweifelt worden.
Das Technikum Cöthen iſt im Hauptwettbewerb mit einem Doppel=
ſitzer
gleichen Namens vertreten, der ſchon in früheren Wettbewerben
hervorragend geflogen wurde.
Dieſe Maſchine dürfte im Wettbewerb wohl die ſtärkſte Konkurrenz
für die Darmſtädter Margarete, die von Reidenbach geflogen wird,
ſein. Als zweites Darmſtädter Flugzeug iſt der Konſul gemeldet,
der von Laubenthal geſteuert wird. Die Flugzeuge ſind aus früheren
Wettbewerben bekannt genug, ſo daß ſich eine Beſchreibung erübrigt.
Max Kegel ſcheint bei ſeinem Gewitterflug, der ihn 55 Kilometer
über Land führte, wieder Geſchmack an Ueberlandflügen geſvonnen zu
haben. In recht geſchickter Anordnung hat er auf das Mittelſtück ſeiner
Fläche einen kleinen D.K.W.=Motor aufgeſetzt, der einen Druckpropeller
(Aeron Reeb) treibt. Die Leiſtung des Motors iſt bei 26002800 Um=
drehungen
ungefähr 12 PS. Ein abnehmbares Fahrgeſtell ermöglicht
der Maſchine Motor= und Gummiſtart. Jedenfalls dürften die Ver=
ſuchsflüge
mit dieſer Maſchine recht intereſſant ſein.
Eine Maſchine von gleichem Typ und guter Werkſtattausführung
iſt vom Mitteldeutſchen Flugverband Caſſel gemeldet und wird ebenfalls
von Kegel geflogen. Die Maſchine ſieht gerodynamiſch recht gut aus
und dürfte wohl unter die beſten Maſchinen des Wettbewerbs zählen.
Der Inhaber des Dauerrekords im Segelflug Ferdinand Schulz
hat eine eigene Maſchine Königin Louiſe gemeldet und fliegt überdies
die Weſtpreußen des Weſtpreußiſchen Vereins für Luftfahrt, deren
Entwurf aus der Darmſtädter Gruppe hervorgegangen iſt.
Die Roemryke Berge des Niederrheiniſchen Vereins für Luftfahrt
iſt noch nicht eingetroffen. Sie wurde auf der Waſſerkuppe überholt
und wird von Nehring geflogen. Eſpenlaub iſt mit ſeinen Maſchinen
ebenfalls noch nicht eingetroffen. Seine Flugzeuge ſind bekannte Typen.
Der Hochdecker Albert des Flugvereins Fulda wurde bedauerlicher
Weiſe wieder abgemeldet, denn abgeſehen von einigen konſtruktiven
Mängeln iſt die Maſchine ganz gut.
Parallel zum Hauptwettbewerb läuft noch ein Jungflieger= Wett=
bewerb
. Die gemeldeten Flugzeuge ſind durchweg als Pegaſus=Typen
gebaut und teilweiſe dariiert in beſſere äußere Formgebung. Es erübrigt
ſich, des näheren auf dieſe einzugehen, denn es ſind Verſuchs= und An=
fängerbauten
, die für Schulflüge ſich recht gut eignen, von denen man
aber keine beſondere Leiſtung erwarten darf.
Die ſportlichen Flüge im Hauptwettbewerb gehen auf Höhe, Dauer
und Strecke, und die gemeldeten hochwertigen Flugzeuge werden dieſen
Teil des Wettbewerbs ſehr ſpannend geſtalten. Wiſſenſchaftliche Flüge,
wie Meſſung von Aufwindsbereichen, Reibungsaufwind uſw., werden
daneben ausgeflogen und für die Beteiligten hoffentlich befriedigende
Ergebniſſe erzielen.
Als Verſuchsflugzeug wird noch ein Waſſerflugzeug gebaut, mit
dem Schleppverſuche am Motorboot unternommen werden ſollen. Vor=
ausſichtlich
kann die Maſchine im Wettbewerb nicht mehr ſtarten.
Am 2. Mai beginnt der Wettbewerb, und hoffentlich iſt der Wetter=
gott
ſo günſtig geſinnt, daß wirkliche Erfolge zu verzeichnen ſind. D.
Der Start zum 4. deutſchen Küſtenſegelflug wurde heute morgen
von der Oberleitung freigegeben. Da nur ein ſchwacher Wind von durch=
ſchnittlich
vier Meter Geſchvindigkeit wehte, entwickelte ſich kein rechter
Flugbetrieb. Als erſter ſtartete um 9 Uhr der Nekordflieger Ferdinand
Schulz auf dem Flugzeug Weſtpreußen, der einen kurzen Gleitflug
ausführte. Sonſt iſt nur Schulbetrieb zu verzeichnen.
Kegeln.
Verbandsklubmeiſterſchaft.
Die Kämpfe um die Verbandsklubmeiſterſchaft ſind, nachdem am
vergangenen Samstag und Sonntag die Nachzügler ihre letzten 50
Kugeln abgeworfen haben, endgültig abgeſchloſſen. Der Klub Haſſia
1919 hat den Sieg davongetragen. Mit 7025 Geſamtholz hat er die
erſte Stelle, die er von Anfang an inne hatte, ſich erhalten. Die Kämpfe
waren recht intereſſant und fanden bei den Beteiligten guten Anklang.
Sie boten, namentlich für die Geſellſchaftskegler, Gelegenheit, ſich im
Abwerfen einer größeren Anzahl Kugeln zu erproben, was bei den
Kegelabenden nicht in dem ausgedehntem Maße möglich iſt. Es ergab
ſich auch, daß noch mancher guter Kegler in den Reihen ber Geſellſchafts=
kegler
ſich befindet, der zum Sportkegeln recht geeignet wäre.
Die Geſamtergebniſſe der einzelnen Klubriegen ſind folgende:
1. Klub Haſſia 1919 7025 Holz, 2. Klub Zwölfer 6915 Holz, 3. Klub
Keglerluſt 6904 Holz, 4. Klub L. L. 6870 Holz, 5. Klub Johannes
6715 Holz, 6. Klub Sportkegler 6704 Holz, 7. Klub Kranz 6631 Holz,
8. Klub Batzer 6560 Holz, 9. Klub Fall um 6549 Holz, 10. Chattia
6547 Holz, 11. Klub Btirgerverein 6410 Holz, 12. Klub Konkordia
6227 Holz.
Der Sportausſchuß hat für die nächſte Zeit folgende Kämpfe aus=
geſchrieben
:
200=Kugelkampf wozu jedes Verbandsmitglied teilnahmeberechtigt
iſt. Die 200 Kugeln ſind hintereinander abzuwerfen. Als Prämien ſind
Medaillen ausgeſetzt. Zum Anreiz für die Beteiligung an dieſem
Kampfe wird den Keglern, die nicht der 1. und 2. Kampfmannſchaft an=
gehören
, eine Vorgabe von 40 bzw. 20 Holz gewährt. Die Kämpfe ſollen
im Bürgerverein ausgetragen werden, woſelhſt im Laufe dieſes Monats
die Holzbahn in eine Afphaltbahn umgebaut wird. Es ſtehen dann zwei
vorſchriftsmäßige Bahnen zur Verfügung, die die Abwicklung der
Kämpfe intereffanter und einfacher geſtalten.
Seniorenkegeln.
Alljährlich bietet der Verband ſeinen Senioren Gelegenheit, im ſport=
lichen
Kampfe ſich zuſammenzufinden. Der Kampf geht über 50 nach=
einander
abzuwerfende Kugeln. Teilnahmebrechtigt ſind alle Verbands=
mitglieder
, die 50 und mehr Jahre alt ſind. Für dieſes Jahr iſt der
Monat Mai zur Austragung des Kampfes vorgeſehen und als Bahn
diefenige bei Gaſtwirt Krichbaum beſtimmt. Es gelangen für die vier
Höchſtleiſtungen Prämien zur Verteilung.
Meldefriſt für beide Kegeln iſt: 15. Mai 1927. Die Meldung
iſt an Kegelbruder Reichert, Gutenbergſtraße 39, zu richten.
Klubkämpfe unter den Klubs, die nicht dem Verbande angehören:
Um den Gedanken des Sportkegelns auch unter den Nichtverbands=
keglern
zu verbreiten und dieſen Gelegenheit zu geben, in die Ziele und
Beſtrebungen de Darmſtädter Keglerverbandes Einblick zu gewinnen,
hat der Sportausſchuß die Ausſchreibung eines Klubkampfes der Nicht=
verbandskegler
beſchloſſen. Jeder Klub kann hierzu eine Niege von
5 Mann ſtellen, die ſe 20 Kugeln in die Vollen abzuwerfen haben. Als
Prämien ſind Tiſchbanner und Plaketten ausgeſetzt, deren Anzahl ſich
nach der Beteiligung richtet. Auch hierzu nimmt Kegelbruder Reichert
Meldungen entgeg
bis ſpäteſtens
Mai nächſthin zu erſtatten ſind.

Fußball.

Germania Pfungſtadt Olympia Lampertheim 3:1.
Sein letztes Kreispokalſpiel konnte Germania Pfungſtadt mit
obigem Reſultat glatt gewinnen und dadurch totes Rennen mit dem ſeit=
herigen
Tabellenführer Olymia Lorſch machen, ſo daß ein Ausſcheidungs=
ſpiel
nötig iſt, um den Meiſter zu ernnitteln. Pfungſtadt geht gleich
nach Spielbeginn durch den Mittelſtürmer in Führung. Kurz vor Halb,
zeit erhöht der Halblinke auf 2:0, während Lampertheim trotz großer
Anſtrengungen nichts erzielt. Nach dem Wechſel ſchießt der Rechtsaußen
des Platzvereins einen vom Lampertheimer Torwächter ſchwach ab=
gewehrten
Ball zum 3. Tor für Pfungſtadt ein. Jetzt erſt kommt
Lampertheim durch Verwandlung eines Elfmeters zum verdienten
Ehrentor. Die Pfungſtädter Mannſchaft war auch diesmal gezwungen,
mit Erſatzleuten anzutreten. Die Elf lieferte jedoch ein beſſeres Spiel
als ſeither. Sehr gut gefallen konnte die geſamte Hintermannſchaft,
auch der Sturm wartete mit anſprechenden Leiſtungen auf. Die Lampert=
heimer
Elf lieferte eine recht gute Partie, erreichte jedoch nicht das
Können Pfungſtadts, deſſen Sieg als verdient anzuſprechen iſt.
Germania Pfungſtadt 1. Jugend V.f.N. Darmſtadt 1. Jugend 2:0.
Germania Pfungſtadt 1. Schüler F. Sp.=V. Seeheim 1. Schüiler 0:3.

Radfahren.

Schutz der radfahrenden Jugend vor den Gefahren des Verkehrz.
Die Zunahme des Verkehrs in allen Städten hat die Gefahrenquelle
in einem Maße verſtärkt, daß nur der mit allen optiſchen und akuſti=
ſchen
Warnungen und Zeichen vertraute Erwachſene im Straßenverkehr:
ſich zu behaupten vermag. Sind Kinder auch körperlich beſveglicher als=
der
Erwachſene, ſo tritt zu dieſer Beweglichkeit ein gewiſſes Maß von
Leichtſinn, das in kritiſchen Lagen zu einer falſchen Einſchätzung von=
Entfernung und Rettungszeit führen und Unfälle zeitigen kann. Be=
ſonders
die radfahrende Jugend iſt den Gefahren des Verkehrs aus=
geſetzt
, und um dieſen Gefahren zu begegnen, hat der Bund Deutſcher=
Radfahrer in allen ſeinen Gauen Jugendpfleger ausgebildet, deren-
Aufgabe es iſt, die dem B.D.R. angehörenden jugendlichen Radfahrer:
und Radfahrerinnen zu belehren, zu unterrichten und auf ihren Wan=
derfahrten
zu beaufſichtigen. Der Unterricht beſteht in Aufklärungem=
über
das Fahrrad, den Sitz auf dem Rade, das Verhalten im Verkehr.
und im richtigen Einſchätzen von Entfernung, Zeit und Gefahrenmo-
ment
. Der praktiſche Unterricht erſtreckt ſich auch über Heimatkunde.
Botanik und Zoologie auf kürzeren oder längeren Fahrten durch Wald
und Feld. Der Wert dieſer Jugendpf’ege hat ſeinen Ausdruck in einenn
ſtarken Herabſinken der Unfallziffern unter den Jugendmitgliedern des
Bundes Deutſcher Radfahrer und in einer regen Beteiligung der Ju=
gendlichen
an den Wanderfahrten des Bundes gefunden. Die Elterm
radfahrender Kinder ſollten ſich aber mit dem Gedanken einer Anmel=
dung
beim B. D.R. nicht nur mit Rückſicht auf die Anleitung der Kin=
der
durch erfahrene Jugendpfleger, ſondern auch mit Rückſicht auf die
den Kindern gewährte Unfall= und Haftpflichtverſicherung befreunden.
Es iſt dem Bunde gelungen, auch die Jugendmitglieder unter dem
Schutz einer Verſicherung zu ſtellen, ohne den Jugendbeitrag von 3 Mk=
pro
Jahr zu erhöhen, und dieſe Vorteile allein könnten die Anmeldung
der Kinder zur Mitgliedſchaft veranlaſſen, da die Kinder weder von
Unfällen, von denen ſie ereilt werden, noch vor Unfällen, die ſie anrich=
ten
, ſicher ſind. Die Unfallverſicherung zahlt bei Tod durch Radnnfal)
2000 Mark, bei Invalidität 3000 Mk. und bei Unfällen vom viertern
Tage ab 2 Mk. pro Tag. Die Haftvflichtverſicherung zahlt bei Per=
ſonenſchaden
bis 50 000 Mk. und bei Sachſchaden bis 10 000 Mk. Außen
der Verſicherung wird an Jugendmitglieder zollfreie Grenzüberſchrei=
tung
und Rechtsſchutz gewährt, ſodaß ſie in ihren Fordewngen an der
B. D.R. trotz des weit geringeren Jahresbeitrages, den erwachſener
Mitgliedern gleichgeſtellt ſind.

Briefkaſien.

Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsquittung belzufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantworiet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkeit.
M. E. Es wird gut ſein, wenn Sie ſich unter genauer Darlegung
des Sachverhalts an Direktor Weiß in Stettin, Kronprinzenſtr. 35, als
den beſtellten Treuhänder, wegen Auskunftserteilung wenden.
K., Wimpfen. Frage 1 wird Ihnen am beſten die Verwaltung des
Landesmuſeums, Frage 2 die Direktion des botaniſchen Gartens inn
Darmſtadt oder Heidelberg beantworten können.

Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Dienstag, 3. Mai. 3.30: Stunde der Jugend. Oberſtudiendir.
Oehlert: Der Einſiedlererfinder. Die Robinſoninſel im Taunus.
Für Kinder vom 10. Jahre ab. O 4.30: Hausorch. Adolphe Adam.
Ouv. Wenn ich König wär. Fant. Poſtillon von Lonjumeau.
Arie a. Der Poſtillon von Lonjumeau. Ouv. Der König
Yvetot Ouv. Nürnberger Puppe Koloratur=Variationen
über ein Thema von Mozart. Ouv. Der Brauer von Preſton
Fant. Giralda. Mitw.: Gertrud Brumm=Seifert (Sopran),
O 5.45: Leſeſtunde: Immenſee Novelle von Storm. O 6.15: H.
Heym: Der deutſche Luftverkehr im Sommer 1927. o 6.45:
Prof. Künek: Albert Ballin und die internationale Regelung der
Weltſchiffahrt. 7.15: Stenographie. O 7.45: Schach. o 8.15:
von Kaſſel: Don Juan und Fauſt, Tragödie von Grabbe. Muſik
von Krenek.
Stuttgart.
Dienstag, 3. Mai. 1.10: Konzert. O 3.50: Bücherfunk. 0 4.15:
Konzert. O 6.15: W. Ehmer: Rund ums Mittelmeer. o 6.45:
Morſekurs. O 7.15: C. Schöffer: Der Verluſt der Mutterſprache
im Ausland als geſetzmäßiger Vorgang. S 7.45: Nachrichten der
bad. und württemb. Funkvereine. O 8: Populäres Orcheſterkonzert.
Leit.: Kapellm. Kurtz. Sol.: Eliſabeth Holzbaur (Sopran), H.
Hanus (Tenor). Weber: Ouv. Oberon. Chabrier: Eſpana.
Bizet: Arie der Carmen. Nicolai: Ouv. Die luſtigen Weiber
von Windſor. Verdi: Arie Troubadour. Tſchaikowsky: Italien.
Capriccio. O 9.30: Uebertr. aus Karlsruhe: Harfen= und Lieder=
Abend. Mitw.: Opernſängerin Elſa Blank (Sopran), Kammer=
ſänger
Weyrauch (Bariton), Kammermuſiker Schimeck (Harfe),
Kammermuſiker Schübel (Cello), Joſ. Keilberth (Klavier).
Berlin.
Dienstag, 3. Mai. 12.30: Viertelſtunde für den Landwirt. O 4:
Prof. Dr. Marcuſe: Sternenhimmel im Mai. o 4.30: Konzert=Orch.
Kermbach. Kermbach: Wieder daheim. Lortzing: Ouv. Wildſchütz.
Heyer: Ich hatte einſt ein ſchönes Vaterland.: Ganne: Extaſe.
Meyerbeer: Fant. Prophet. Strauß: Liebeslieder, Walzer.
Lehar: Potp. Paganini. Kretſchmer: Feſtmarſch aus Folkunger.
Suppe: Melodien aus Boccaccio. O 6.30: Stunde mit Büchern.
O 7.05: R. Saudek: Die neueſten Forſchungen in der Graphologie.
O 7.35: Prof. Dr. Manes: Perſonenverſicherung. O 8.10: Sendeſpiel
Annelieſe von Deſſau (Der junge Deſſauer). Operette von Winter=
berg
. Mitw. u. a.: Bernhard Bötel, Inge van der Straaten, Hans
Sternberg, Mariella Röſeler, Leopold Hainiſch, Liſſy Helling, Max
Kuttner. Zeit: um 1695.
Stettin. 6.30: R. Türſtig: Die Wetterwarte Altdamm in
ihrer Bedeutung für Pommern und für die Luftſchiffahrt.
Pädag. Rundfunk Königswuſterhauſen (Welle 1250).
Dienstag. 3. Mai. 12: Lektor Cl. Grander, G. v. Eyſeren:
Franzöſiſch für Schüler. o 3: Anni Macke: Vom Weſen des
Volksmärchens und Leſung niederſächſiſcher Volksmärchen. O 3.40:
Wetter= und Börſenberichte. o 4: Min.=Rat Dr. Menke=Glückert:
Die Richtlinien für den Ausbau des höheren Schulweſens. o d:
Prof. Dr. Krauſe, Leipzig: Was iſt an der Aſtrologie? Die baby=
loniſche
u. mittelalterliche Aſtrologie. O 6: Min.=Rat Mettgenberg:
Völkerrechtliche Fragen: Die Exterritorialität. 6.30: G. van Eyſe=
ren
, C. M. Alfieri: Spaniſch für Anfänger. O 6.55: Carl Meißner=
Hans Thoma als Schriftſteller. e 7.20: Dr. Roeſeler: Aus der
Proſa deutſcher Staatsmänner u. Gelehrter: Wilh. v. Humboldt.

Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Mittwoch, den 4. Mai 1927.
(Nach der Wetterlage vom 2. Mai 1927.)
Wolkig, auch zeitweiſe wechſelnd bewölkt, Temperaturen auſteiger
und vereinzelte Regenfälle.
Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.

Saux:ichriftleitung: Rudolf Mazve

Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 14 Geiten.

[ ][  ][ ]

Nummer 122

Dienstag, den 3. Mai

Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die Kalkinduſtrie im April. Der vergangene Monat kennzeichnet
ſich für die Düngekalkinduſtrie durch ein ſehr ruhiges Geſchäft, das in
manchen Gegenden, isbeſondere in Süddeutſchland mit ſeiner vor=
wiegend
kleinbäuerlichen Bevölkerung, nahezu zum Stillſtand gekommen
iſt. Aufträge auf Kalkmergel und gemahlenen Rohkalk hörten faſt gänz=
lich
auf, da die Zeit der vorteilhafteſten Anwendung beider Dünge= AGG. 4 Proz., Licht u. Kraft 4 Proz., Siemens u. Halske 6 Proz. und
mittel ihr Ende ereichte. Hinſichtlich des Abrufs von Brand= und
Löſchkalk mag auch die ſchlechte Witterung nicht ohne Einfluß geweſen
ſein. Leider wurde der nach dieſer Richtung bewirkte Ausfall nicht
wettgemacht dunch verſtärkte Bezüge des Baugewerbes und der kalkver=
arbeitenden
Bauſtoffinduſtrie. Jedenfalls ſteht die geringe Belebung,
die der vergangene Monat für das Baukalkgeſchäft brachte, in keinem
Verhältnis zu den Erwartungen, die für den Beginn der diesjährigen
Bauſaiſon allſeitig gehegt wurden, und es ſcheint, daß neben der Un=
gunſt
der Witterung und dem Einfluß der Feiertage auch die in Aus=
ſicht
geſtellten Gelder nicht reichlich und ſchnell genug zur Verfügung
geſtellt werden. Der Abſatz an die Eiſen= und Stahlinduſtrie weiſt
gegenüber dem Vormonat eine rückläufige Bewegung auf, während die
chemiſche Induſtrie in zufriedenſtellendem Umfange bezog. Erfreulich
hat bereits der Abruf der Zuckerfabriken eingeſetzt, die ſich für die neue
Kampagne mit Kalkſtein zu bevorraten beginnen.
Aluminiummarktbericht für den Monat April 1927. Während des
ganzen Monats April hielt die Geſchäftsbelebung auf dem Aluminium=
markt
in verſtärktem Maße an. Die Nachfrage in Deutſchland war wie
im Vormonat befriedigend. Aus England wird weitere leichte Beſſe=
rung
des Geſchäftes berichtet. Nur in Frankreich iſt die Abſatzlage in
der gleichen Weiſe wie für andere Induſtrien infolge des Frankenſtandes
noch immer ungünſtig. In Amerika hat ſich das Geſchäft fühlbar be=
lebt
die Verbraucherſchaft, die im den letzten Monaten nur ihren je=
weils
unmittelbaren Bedarf eindeckte, iſt teilweiſe auch zur Erteilung
von Lieferungsaufträgen für längere Friſt übergegangen.
Chr. Adt, Kupferberg u. Co., Kommand.=Geſ. auf Aktien in Mainz.
Die GV. genehmigte den Abſchluß mit 6 (4) Prozent Dividende auf
25 Mül. RM. A.8. Der Umſatz habe 1926 unter der ungünſtigen
Wirtſchaftslage und den hohen Steuern gelitten. Während der Reichs=
ſektſteuerfreiheit
im April, Mai und Jumi habe ſich der Umſatz ge=
hoben
. Die Wempreiſe haben ſich durch die Fehlernte erhöht, der Um=
ſatz
auch im Winter gehoben. In der Bilanz ſtehen den 2 (14,6) Mill.
Reichsmark Gläubiger, Vorräte mit 2,5 (2,82) und Schuldner mit 2,35
(1,33) Mill. RM. gegenüber.
4½proz. Liquidations=Schuldverſchreibungen der Landeskreditkaſſe
in Kaſſel und der Naſſauiſchen Landesbank in Wiesbaden. Soeben iſt
eine zweite preußiſche Verordnung epgangen, die zur Durchführung der
Aufwertung von Anſprüchen gegen öffentlich=rechtliche Kreditanſtalten
die Ausgabe von Liquidations=Schuldverſchreibungen an die Gläubiger
aufzuwertender Anſprüche aus Pfandbriefen, anderen Schuldverſchrei=
bungen
und aufgenommenen verbrieften Darlehen der Landeskreditkaſſe
in Kaſſel, der Naſſauiſchen Landesbank in Wiesbaden und der Landes=
kreditanſtalt
in Hannover regelt. Die Liquidationsſchuldverſchreibungen
ſind mit mindeſtens 4½ Prozent zu verzinſen und zum Nennbetrage
einzulöſen. Sie ſind zum Nennbetrag auf den endgültigen Anteil der
Gläubiger an der Teilungsmaſſe anzurechnen und können, ebenfalls zum
Nennbetrag, zur Rückahlung der Hypotheken und Grundſchulden ver=
wendet
werden.

Wayß u. Freytag, A.=G., Frankfurt a. M. Der A.=R. beſchloß, der
G.=V. am 20 Mai, nach erhöhten Abſchreibungen für 1926/27, wiederum
eine Dividende von 10 Prozent für die St.=A. und 6 Prozent für die
V.=A. vorzuſchlagen. Auch im neuen Jahre iſt die Beſchäftigung im
In= und Auslande befriedigend.
Schriftgießerei D. Stempel A.=G., Frankfurt a. M. Für das ab=
gelaufene
Geſchäftsjahr 1926 erfolgt die Verteilung einer Dividende von
8 Prozent (i V. 6 Prozent). Der A.=R. hat beſchloſſen, die diesjährige
v. H.V. auf den 19. Mai einzuberufen. Das im Umlauf befindliche
Stammaktienkapital ſtellr ſich auf 2,57 Mill. RM.
Ludwigshafener Walzmühlen AG. Ludwigshafen a. Rh. Die
ordentliche Hauptverſammlung genehmigte den Abſchluß für 1926 mit
einer Dividende von 8 Prozent (i. V. 4 Prozent) auf die Stammaktien
und 6 Prozent auf die Vorzugsaktien aus einem Reingewinn von
485 377 (295 897) RM. Der Verwaltung wurde Entlaſtung erteilt und
in den Aufſichtsrat Kommerzienrat Wilhelm Ludowici=Heidelderg ge=
wählt
. Generaldirektor Geh. Kommerzienrat Dr. h. e. Hartmann gab
folgende Ausführungen über den Status der Geſellſchaft: Die Auf=
tragsbeſtände
überſtiegen Ende 1926 mengenmäßig die von Ende 1925
um mehr als das Zehnfache. Wenn es ſich hierbei zum Teil auch um
erſt in den Frühjahrsmonaten 1927 zu erfüllende Lieferungsverträge
handele, mußte doch am 31. Dezember 1926 Dechung vorhanden ſein,
um ſich bei ihrer Beſchaffung nicht den Zufälligkeiten des Weltgetreide=
marktes
und des freien Waſſerſtandes auszuſetzen. So überſtieg der
Vorrat an Rohſtoffen und Fabrikaten Ende 1926 den des Vorjahres
um annähernd das Dreifache. Größere Warenbeſtände als natürliche
Folge größerer Auftragsbeſtände und ungleich größere Produktion im
letzten Quartal 1926 gegen 1925 rechtfertigten in Verbindung mit erheb=
lich
höherem Preisſtande die größeren Außenſtände und Vorräte und
damit die Verpflichtungen. Sie bedeuten nicht die Illiquidität, ſondern
eine erfreuliche fortſchreitende Produſtionsentwicklung. Die Mühlen=
induſtrie
mit ihren in täglichem Umlauf und Verarbeitung befindlichen
und daher täglich ſich wieder liquidierenden Rohſtoffbeſtänden ſei daher
ganz anders zu beurteilen wie andere Geſchäftszwveige. Der weitere Ge=
ſchäftsgang
hängt von der Tarifpolitil der Reichsbahngeſellſchaft ab.
Generalverſammlung der Vereinsbank Höchſt. Die Generalver=
ſammlung
der Vereinsbank Höchſt a. M. beſchloß, den Reingewinn in
der von der Verwaltung vorgeſchlagenen Weiſe zu verteilen. Danach
erhalten die Mitglieder auf die Geſchäftsguthaben 10 Prozent Divi=
dende
, 8243 RM. werden dem Reſervefonds, 3500 RM. dem Spezial=
reſervefonds
und 10 000 RM. dem Aufwertungsfonds zugeführt, 1887,36
Reichsmark zu Abſchreibungen auf Haus= und Mobilienkonto benutzt
und 283805 auf neue Rechnung vorgetragen.
Deutſche Glas= und Spiegelfabriken, A.=G., Fürth. Die Deutſche
Glas= und Spiegelfabriken=A.=G., Fürth, hat im abgelaufenen Geſchäfts=
jahr
unter ſehr ungünſtigen Verhältniſſen gearbeitet. Der ausgewieſene
Verluſt von 683 000 Rm. ſoll durch Kapitalzuſammenlegung im Verhält=
nis
6:1 und Kapitalerhöhung auf 600 000 Mark gedeckt werden.
Eine bedeutende Transaktion in der rumäniſchen Erdölinduſtrie.
Eine engliſch=franzöſiſch=ſpaniſche Gruppe unter Führung von Paul Dor=
man
und Dr. Iſpegelianz hat von der rumäniſchen Erdölgeſellſchaft
Subſolul das Kontrollpaket der Erdölgeſellſchaft Banca Minelor
erworben. Da die Banca Minelor bisher auch Bankgeſchäfte tätigte
und darüber hinaus Aſphaltgruben wie Wälder ausbeutet, wird die
neue Kontrollgruppe mit Rückſicht auf die heterogene Zuſammenſetzung
der Produktion dieſe Geſchäfte von der Erdölgewinnung, der man einen
größeren Auftrieb geben will, trennen. Um die nötigen Kapitalien zu
beſchaffen, ſoll in Paris eine Holding=Geſellſchaft gegründet werden, in
der Aktien der Banca Minelor eingebracht werden ſollen. Infolge
dieſer Transaktion ſind die Aktien der Banca Minelor, die weit unter
Pari ſtanden, nunmehr bis auf 120 Prozent geſtiegen. Dieſe Trans=
aktion
iſt ſehr bemerkenswert, weil ſie die erſte in den letzten Jahren iſt,
bei der das ausländiſche Kapital wieder aktiv und direkt in die rumä=
niſche
Erdölinduſtrie eingreift, und weil ſie auch ſicher zu heftigen poli=
tiſchen
Auseinanderſetzungen Anlaß geben dürfte, da durch den Ueber=
gang
des Kontrollpakets auf eine ausländiſche Gruppe die rumäniſche
60 Prozent=Mehrheit nunmehr beſeitigt iſt.

Viehmärkte.
Frankfurter Viehmarkt vom 2. Mai. In Rindern war heute gute
Ware reichlich angeboten; nach auswärts erfolgte ſtarke Ausfuhr. Wohl
infolge des übermäßigen Schweinauftriebs war das Geſchäft ruhig; es
wurde aber trotzdem bei gleich bleibenden Preiſen ausverkauft. Auch am
Kälbermarkt war der Handel ruhig; nach nachlaſſenden Preiſen wurde
ausverkauft. In Schweinen war infolge des großen Angebots das
Geſchäft anfangs langſam, belebte ſich aber gegen Schluß des Marktes,
ſo daß nahezu geräumt wurde. Der Auftrieb beſtand aus 377 Ochſen,
86 Bullen, 624 Kühen, 327 Färſen, 627 Kälbern, 91 Schafen und 568
Schweinen. Bezahlt wurde je Zentner Lebendgewicht: Ochſen, Klaſſe a 1
6367, a2) 5862, b1) 5357, b2) 4852; Bullen: a) 5762.
b) 5256; Kühe: a) 5155, b) 4550, c) 3744, d) 3036; Färſen:
2) 6267, b) 5561, c) 4854; Kälber: Klaſſe a geſtrichen, b) 7580,
C)6874, d) 5867; Schafe: Klaſſe a) 5660; Schweine: a) 5251
b. c und d: 5354, e) 5153, 5) geſtrichen, g) 4550. Marktverlauf:
In Rindern u. Kleinvieh ruhiges Geſchäft und geräumt; bei Schweinen
anfangs langſames, ſpäter belebtes Geſchäft und nahezu ausverkauft.
Ninder blieben unverändert, ebenſo Schafe. Kälber waren 2 bis 3 Mf.
teurer und Schweine 2 bis 3 Mark billig

Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 2. Mai.
Trotz der heute vorzunehmenden Prämienerklärung eröffnete die
Börſe in außerordentlich feſter und lebhafter Stimmung. Beſonders
bevorzugt waren wieder die Elektrowerte, für die außerdem auch noch
Deckungen zum Utimo vorzunehmen waren. Zum erſten Kurs gewannen
Bergmann 10 Proz,, während die Schuckertaktien zunächſt vernachläſſigt
blieben. Auch die Zellſtoffaktien traten wieder ſehr ſtark in den Vorder=
grund
, insbeſondere wurden Zellſtoff Waldhof wieder ſenſationell ge=
ſteigert
. Die erſte Notierung wies bereits einen Kursgewinn von zehn
Prozent auf. Auch für die reinen Eiſenwerte machte ſich wieder großes
Intereſſe bemerkbar, ohne daß dafür ein plauſibler Grund hätte ange=
geben
werden können. So gewannen Gelſenkirchen 4 Prozent, Phönig
4 Prozent und Stahlverein 2½ Prozent. Chemiewerte waren dagegen
ſchwächer und J.=G. Farben teilweiſe gegen Elektrowerte im Tauſche
angeboten. Farbeninduſtrie verloren anfangs 2 Prozent. Von Spezial=
werten
waren Rütgerswerke feſt und 4 Prozent höher, während Deutſche
Erdöl etwas nachgaben. Die Aktien der Bauunternehmungen blieben
im allgemeinen unverändert, nur Hoch= und Tieſbau minus 2 Proz.
Von Lokalpapieren eröffneten Voigt u. Häffner 4 Prozent niedriger
auf die enttäuſchende Dividendenerklärung. Renten blieben weiter um=
ſatzlos
. Von Ausländern waren Türken angeboten, in erſter Linie die
Angtolier auf den Abbruch der Pariſer Verhandlungen.
Im weiteren Verlauf, namentlich als das Geſchäft per Medio frei=
gegeben
war, wurde die Umſatztätigkeit noch lebhafter. Die Kurs=
ſteigerungen
wurden jetzt allgemeiner. Zellſtoff Waldhof bildeten aber
weiter den Mittelpunkt und zogen abermals um 7 Prozent an. Auch
die anfänglich vernachläſſigten Schuckertaktien gewannen jetzt einige
Prozent. Schiffahrtswerte ſchloſſen 2 Prozent höher. Dagegen waren
die Banken nur verhältnismäßig wenig im Handel und wieſen neben
einigen Kursſteigerungen auch einige Kursverluſte auf. Zur Prämien=
erklärung
kam übrigens faſt noch kaum Material an den Markt;
übrigens waren nicht viel Prämiengeſchäfte im Umlauf geweſen.
Tägliches Geld 7 Prozent, Geld per Medio 7½ bis 810 Prozent.
Die Abendbörſe war außerordentlich lebhaft und an ſämtlichen
Märkten feſt. Die Hauptumſätze hatten Farbeninduſtrie die 12½ Pro=
zent
anzogen, daneben Mannesmann, Klöckner und Phönix geſucht.
Von Elektrowerten A.E.G. und Schuckert verlangt. Zelſtoffwerte be=
haupteten
ihre Höchſtkurſe, lagen jedoch ruhiger. Aſchaffenburger Zell
erneut plus 7 Prozent. Am Kaſſamarkt waren ſämtliche Brauereiaktien
ſowie Braubank und von Einzelwerten Baſt, Faber u. Schleicher uſw.
höher geſucht. Anleihen geſchäftslos. Fabeninduſtrie 339, Rheinſtahl
266, Stahltruſt 166, Klöckner 213, Gelfenkirchen 213, Aſchersleben 218,5.
Schuckert 240, Lahmeher 209, Licht u. Kraft B4,5, Siemens u. Halske
343,5, Danatbank 29, Mitteldeutſche V6, Commerzbank 218, Kleyer
157, Aſchaffenburger Zelſtoff 240. Wahß u. Frettag 196, Holzmann B2,
Zellſtoff Waldhof 367, Scheideanſtalt 249, Ablöfungsrente 21,10.
Im Abenddeviſenverkehr war Mailand ſchwach. London
gegen Paris 124,01, gegen Mailand 94,50, gegen Holland 12,1334, gegen
Madrid 27,4, gegen Zürich 26,25, gegen New York 4,8575, Pfunde gegen
Mark 20,50, Dollar gegen Mark 422.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 2. Mai.
Die neue Böyſenwoche begann mit einer neuen Hauſſe in Spezial=
papieren
, deren Umfang und Stärke ſelbſt in maßgebenden Kreiſen der
Hauſſeſpekulation Ueberraſchung hervorgerufen haben dürfte. Die
ſcharfen Kursſteigerungen erſtreckten ſich allerdings hauptſächlich auf die
Spezialpapiere, von den Kunſtſeide= und Zellſtoffaktien, Giſenwerte,
Gummiwerte Elektroaktien und Spritwerte im Mittelpunkt ſtanden.
In dieſen Papieren beobachtete man mehrfach Anfangsgewinne von
6 bis 15 Prozent. Den Rekord hielten Bembergaktien mit einer Bproz.
Erhöhung gegen ihren letzten Schlußkurs. Berger Tiefbau konnten vor
1 Uhr überhaupt nicht notiert werden, da den Kauforders kein an=
näherndes
Angebot gegenüberſtand. Die Makler rechneten, ehe die
Notiz ausgeſetzt wurde, mit einem Kurs von 425 bis 430, der im Ver=
gleich
zur Samstagsbörſe eine Befeſtigung von rund 35 Prozent er=
geben
hätte. Die Geſamttendenz war ſonſt freundlich. Doch hielten ſich
an den übrigen Märkten die Veränderungen in einem etwas kleineren
Rahmen. Viel beachtet wurde der zuverſichtlich abgeſtimmte Monats=
bericht
der Kommerz= und Privatbank. Außerdem fand das Intereſſe
für Kaſſawerte bei der Spekulation eine günſtige Aufnahme, die ſich
von der noch angeſpannten Lage des Geldmarktes in ihrer Hauſſe=
ſtimmung
nicht beeinträchtigen ließ. Tagesgeld ſtellte ſich auf 5½. Im
Deviſenverkehr erlitt die Lira, nachdem man vormittags einen Kurs
von zirka 92 hörte, in London plötzlich einen empfindlichen Rückgang
auf 9434. LondonMadrid befeſtigt. Der Dollar lag in Berlin mit
4,22 erneut höher.
Im weiteren Verlauf der Börſe gingen die Hauptpapiere erneut in
die Höhe, ohne daß eine fühlbare Realtion zu beobachten war. Erſt
gegen Ende der zweiten Börſenſtunde ſchwächte ſich das Niveau etwas
ab. Die Rückgänge von etwa 2 bis 3 Prozent gegenüber den höchſten
Tageskurſen ſtanden aber in gar keinem Verhältnis zu den vorange=
gangenen
Steigerungen. So hatten Vgt. Glanzſtoff nach ihrem An=
fangsgewinn
, eine nochmalige Steigerung um 18 Prozent, Zellſtoff
Waldhof um 9 Prozent aufzuweiſen. Stärker gefragt blieben auch
Feldmühle, Orenſtein; von Bankaktien Danatbank und Mitteldeutſche.
Deutſche Maſchinen zeigten, im Gegenſatz zur Geſamttendenz, in Nach=
wirkung
des ungünſtigen Abſchluſſes eine um 3 Prozent ſchwächere
Haltung. Privatdiskont, kurze Sicht 42, Proz,, lange Sicht 42, Proz.
An der Nachbörſe wurde die vorübergehende Abſchwächung wieder ein=
geholt
. Die Hauptpapiere, insbeſondere Zellſtoffaktien erzielten neue
kräftige Avancen und gingen ſchließlich mit höchſten Tageskurſen aus
dem Verkehr. An der Spitze lagen Zellſtoff Waldhof mit einem Nach=
börſenkurs
von 367 Prozent, nach 340 bei Börſenbeginn. Feldmühle
notierte nach Schluß etzwa 5 Prozent höher mit 20, Ludwig Loewe,
die während der amtlichen Geſchäftszeit gedrückt waren, erholten ſich
kräftig auf 370. Die Erhöhung beider Privatdiskontnotizen um je ein
Achtel Prozent machte auf die Spekulation nur einen geringen Eindruck.
Man nannte im einzelnen gegen 2.30 Uhr: Hapag 160, Hamburg Süd
einigte Glanzſtoff 740, Schultheis 529, J.=G. Farbeninduſtrie 327½, Da=
natbank
283. Mitteldeutſche Kredit 27634, Berger Tiefbau 422, Ablö= geblieben.
ſungsrente ſchwächer, 20,75.
30 4. 1 2. 5
2. 5.
30. 4.
291.
Aſckalfb. Zellſtoff 216.375l224.5 Semoor Zement.
1295.
Augsb.=Nürnb. Maſch j 171.75 175. Hirſch Kupfer..
61.75 62.5 Höſch Eiſen......
1229.75 230. ſtellend.
Bamag=Meguin
Hohenlohe Werke.
230,5 231.-
28.6251 28.6
Bank el B.
Terlin. KarlsruheFnd 121.5 122.25 Kahla Vorzellan
140
Bremer Bulkan .... 156. 169.75 Lingel Schuh. .
229.75 239.
Tremer Wolle.
1370. 361.
Teutſch.=Atlant. Tel. 125.375/127.87512. Loewe u. Co..
C. Lorenz
Teutſche Maſchinen. 128.75 125.
11s6.5 155.
Teutſch.=Nied. Tel. / 13.1251 13.25 Niederlauſitzer Kohle 1205.
210.
Teutſche Erdöl .... 1198. 198,5 MNordd. Gummi.
Teutſche Petroleum. 87. 87. Srenſtein.
154,75 165.
1585 159,5 Rathgeber Baggon : /113.75 114.
Tt. Kaliwerke.
Rombacher Hütten.
Tonnersmarchüte. 1149.5
162. 160.125 Roſitzer Zucker.
Tynamit Nobel. .
Cleltr. Lieferung. ... 210.5 214,5 Rütgerswerke.
(145. 145.
329.25 1327. Sachſenwerk.
J. 6. Farben..
Sächſ. Gußſtahl".
1207.25 200.
R. Zriſter. . .
75. 81.
Siemens Glas..
120o. 199.75
Caggenau Vorz..
20. Ver. Lauſitzer Glas. /168.5 170.
Eelſenk Eußſtahl.
71.
&. f. elenr. Untern. 1 234.8751288. Volkſtedter Porzell.
215. 220. Beſtf.E. Langendreer 1 59. 60.
Salle Maſchinen.
5.
80.
Kan. Maſch.Egeſt. 152. 154,75 Wittener Gußſtahl.
l295. 310.,5 trag erhalten.
Banderer=Werke.
Sanſa Tampfſchf. .. 1239.

Deviſenmarkt.

Amſterdam=R.
Zuenos=Aires.
Früſſel=Antw
Telo
Kopenhagen
Steäholm
Kelſingſors
Italien .
Lendon.
Nen=Vrrk.
Taris ..
Sckreiz
Stanien

0. 4.
Celd Brief 2. 5.
Geld / Briel Bien D.=Oſt.abg. . 4.
Geld /Brie f 168.67 169.09 16s. 67 169.09 59.341 59.47 1.785 1.789 .7851 1.789 Prag. . 2.47712,517 58.605 58. 745 38. 605/58.745 Budapeſt( Pengö 73.44 73.62 109.04 109.32 10s. 39/109.27 Japan. 2.013 2.017 112.48 112.76 2 5ilt 12.79 Rio de Janeiro 0 496 I.498 1 112.66 112.94 12.69/ 1 12.37 Sofia 3.943 3.053 10.595 10.635 0.595 10.635 Jugoflavien. 7.40 1.421 22.345 22 405 2149 21.55 Konſtantinopel 2.16 2.11 20.470 20.522 26 a7220,.524 Liſſabon 21 4754 2i.525 4.a745 1.2245 1.2145 1.2245 Tanzig....... 81.78 21.981 16.51 16.55 16 S118.55 Athen ....... z.69 3.71 81.055 81.255 B1.078:-27 Kanada. . . . . . .. 4.216 4.226 74.18 74.34 74.57 74.75 uruguah. . .. . 4235 4.24

2. 5.
Geld Brie
59.34/ 59.48
12.48 112.52
2.023 2.027
1.496 0.498
3.043/ 3.053
1.40 T.42
2.17 2.18
81. 79/ 31.99
5.69/ 5.71
1.216/ 4.:228
1.225 4 .235

73.50/ 73.68
0.475/20.525

Produktenberichte.
Mannheimer Produktenbericht vom 2. Maf. Die geſteigerte Nach=
frage
nach Brotgetreide und Futtermitteln bekundete meiſt feſte Haltung,
insbeſondere füir nahe Ware. Man verlangte für die 100 Kilo waggon=
frei
Mannheim in RM.: Weizen inl. ohne Angebot, ausl. 30,2532,75,
Roggen inl. 27,7528, ausl. 283,25, Hafer inl. 23241, ausl. 2324,
Braugerſte ohne Angebot ausl. 29,7532, Futtergerſte 2323,75, Mais
mit Sack 19,50, Süddeutſches Weizenmehl Spez. 0 40,50, ſüddeutſches
Weizenbrotmehl 32,50, füdd. Roggenmehl 3638,50, Kleie 14,2514,50.
Der Mannheimer Viehmarkt findet wegen des Maimarktes erſt am
Dienstag, 3. 5., ſtatt.
Frankfurter Produktenbörſe vom 2. Mai. Die Getreidebörſe lag
zum Wochenanfang weiter außerordentlich feſt, mit Preiserhöhungen
von dunchweg 1 RM. Auch Mehl und ſelbſt Futtermittel etwas an=
ziehend
. Für je 100 Kg. Parität Frankfurt a. M. bei Waggonbezug
wurden bezahlt: Weizen 29,7530, Roggen 27,5028 Sommergerſte
229, Hafer 2424,50, Mais 19, Weizenmehl 40,2540,75, Roggenmehl
37,2538, Weizenkleie 1414,50, Roggenkleie 14,5014,75, Erbſen 30
bis 60, Linſen 4060, Heu 89, Weizen= und Roggenſtroh drahtgepr.
4,755,2, dto. gebündelt 44,50, Treber getrocknet mit Sack 1616,50.
Frankfurter Kartoffelmarkt vom 2. Maf. Als Großhandelspreiſe
je 50 Kg. Frachtzzarität Frankfurt a. M. bei Waggonbezug wurden be=
zahlt
: Für Induſtrie hieſiger Gegend 7 RM., für weißſchalige und
weißfleiſchige hieſiger Gegend 5,255,50 RM. Haltung feſt.
Weiterer Ausfall der Frankfurter Produktenbörſe. Aehnlich wie in
den beiden Vorwochen fallen infolge der Umbauarbeiten an der Frank=
furter
Getreidebörſe die Börſenverſammlungen am 3., 5. und 6. Mai
aus. Es ſindet mithin nur die Mittwochsbörſe am 4. Mai und ſo=
dann
die vom 9. Mai wieder ſtatt.
Berliner Produktenbericht vom 2. Maf. Am Brotgetreidemarkt iſt
eine merkliche Beruhigung eingetreten. Die Cifofferten zeigten kaum
weſentliche Veränderungen; hier iſt die Nachfrage nach überſeeiſcher
Ware entſchieden vorſichtiger geworden. Die umfangreichen Roggen=
andienungen
und auch die Weizenandienungen fanden glatt Unterkunft.
Die ſchwachen Liverpooler Meldungen löſten einige Verſtimmung aus
und ließen ſowohl den Weizen= als auch den Roggenlieferungsmarkt
ſchwächer eröffnen. Beſonders waren die Herbſtſichten in Anbetracht
des günſtigen Wetters nachgiebiger. Aus dem Inlande iſt Brotgetreide
nur in ganz geringen Mengen offeriert. Soweit Material herauskommt,
findet Weizen nach Polen Abzug, während Roggen bei den Provinz=
mühlen
aufgenommen wird. Die Preiſe erfuhren gegenüber Samstag
faſt keine Veränderung. Weizen= und Roggenmehl begegnen bei unver=
änderten
Forderungen ſtärkerer Zurückhaltung. Hafer iſt in den Offerten
nach wie vor hoch gehalten; hier macht ſich angeſichts einer gewiſſen
Sättigung des Konſums Vorſicht geltend, während Polen höhere Preiſe
zahlt. Gerſte behielt ruhiges Geſchäft, Ackergerſte iſt feſt veranlagt.

Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 2. Mai. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der heutige Markt zeigte eine ſehr feſte Haltung mit Kurs=
ſteigerungen
bis zu 3 C. Verurſacht wurde dieſe Hauſſe durch das Be=
kanntwerden
der Wochenſtatiſtik, ungünſtüige Berichte aus dem Sommer=
weizengürtel
und ungünſtiger lautende Ernteſtandsberichte. Im Schluß=
verkehr
trat eine Abſchwächung ein auf ungewügende Exportnachſrage.
Mais: Der Markt geſtaltete ſich feſt bei Preisſteigerungen bis zu
3 C. ausgehend von Baiſſedeckungen angeſichts der Weizenhauſſe, kleine
Ankünfte und die Wochenſtatziſtik. Im Schlußverkehr überwogen Glatt=
ſtellungen
.
Hafer: Der Markt ſchloß ſich Weizen und Mais an und zeigte
Kursgewinne bis 2 C.
Baumwolle: Im Anfangsverbehr war die Haltung etwas ſchwächer,
im Einklang mit ſchwächeren Lokopreiſen und Meldungen von wohltuen=
den
Niederſchlägen in den atlantiſchen Staaten. Im Schlußverkehr trat
eine Befeſtigung ein auf die Meldungen aus den Ueberſchwemmungs=
gebieten
und Kaufluſt der ausländiſchen Spinnereien.
Kaffee: Der Markt nahm einen ſchwächeren Verlauf auf die Kauf=
reſerve
der Röſtereien und liberaleres Angebot aus Braſilien, ſowie in
Erwartung größerer Liefernotizen gegen Termine.
Zucker: Billigeres kuban. Angebot hatte Abgaben zur Folge. Im
Schlußverkehr trat jedoch eine Befeſtigung ein auf Käufe der Walſtreet.
Kakao: Der Markt zeigte ſich weiter erholt auf höhere ausländiſche
Notierungen, Deckungskäufe und Kaufluſt der Fabriken und des Aus=
landes
.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 2. Mai:
Getreide. Weizen: Mai 138½, Juli 133, Sept. 130: Mais:
Mai 74le, Juli 790/, Sept. 833; Hafer: Mai 47, Juli 47/,
Sept. 46; Roggen: Mai 109½/, Juli 1062e, Sept. 97/g.
Schmalz: Mai 12,35; Juli 12,52.
Fleiſch. Rippen: Mai 13,60, Juli 13,45: Speck 13,75:
Schweine: ſchwer 9,7510,45, leicht 10,2510,90; Schweine=
zufuhr
: Chicago 60 000, Weſten 133 000; Talg Ohio 734.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 2. Mai:
Getreide. Weizen Nr. 2: rot 151½/g, hart 156½/s Mais Nr. 2:
89½, Hafer Nr. 3: 59; Roggen exp. 121½/, Mehl Spring Patent
6,75: Getreidefracht: nach England 2= Schilling, nach dem Kon=
tinent
16 Cents.
Schmalz: Mittel, Weſten 13.10.
Schweinefleiſch: Family 31.

Kleine Wirtſchafts=Nachrichten.
Der Prſpatdiskont wurde geſtern für beide Sichten um je 1/, Pro=
zent
erhöht. Er beträgt 4, Prozent.
Nachdem der März eine nicht unerhebliche Steigerung der Kon=
kurseröffnungen
gebracht hatte (565 gegen 483 im Februar und 513 im
29½, AGG. 228½, Siemens 341½, Mannesmann 246½, Köln=Neueſſen Januar), iſt im April ein Rückgang auf 427 zu verzeichnen. Auch die
229½, Klöckner 213, Gelſenkirchen 211, Vereinigte Stahlwerke 163, Ver= mangels Maſſe abgewieſenen Konkurſe ſind von 154 auf 114 zurück=
gegangen
. Die neu verhängten Geſchäftsaufſichten ſind unverändert
Wie wir erfahren, wird in der in den nächſten Tagen ſtattfindenden
A. R.=Sitzung der Rheiniſchen Elektrizitätswerke A.G. vorausſichtlich
eine Dividende in Vorſchlag gebracht werden, die die vorjährige von
1125.875 125.75 8 Prezent leicht überſteigt. Die Geſchäftslage entwickelt ſich zufrieden=
Für die nächſte Woche werden die Vertreter der deutſchen In=
Fraunkohl.=Briketts 245. 248. Lindes Eismaſch. . .. /182.75 178.25 duſtrieverbände in Wien erwartet. Die in Berlin eingeleiteten Be=
110. ſprechungen über eine Zuſammenarbeit der öſterreichiſchen und deutſchen
Linke u. Hofmann .. 1 94.5 97.5 Induſtriekorporationen ſollen hierbei fortgeſetzt werden.
Die Wiedereinführung des Ultimo= und Medioeffektenhandels in
Wien, die vor einiger Zeit den Gegenſtand lebhafter Diskuſſion der be=
teiligten
Kreiſe bildete, wurde, da ſich die Börſenintereſſenten dagegen
ausſprachen, vorläufig wieder vertagt.
Der Wiener Magiſtrat arbeitet an der Fertigſtellung des Geſetz=
1109. 105.75 entwurfes über die Garantieübernahme des Landes Wien beim Export
nach Nußland. Im weſentlichen werden die Beſtimmungen der deut=
1144.,5 144 875 ſchen Garantieübernahme hierfür als Grundlage genommen. Man roch=
net
nach 23 Wochen mit einer Fertigſtellung des Entwurfes.
Aus Moskau wird gemeldet, daß die Sowfetregierung beabſichtige,
in Genf Verhandlungen zur Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen
mit Belgien einzuleiten. Sokolnikow hat einen diesbezüglichen Auf=
Aus Fiume wird gemeldet, daß die jugoſlawiſche Regierung im
Vorhafen Suſſek den Ankerzoll um 40 Prozent erhöht habe. Auch in
den anderen jugoſlawiſchen Seehäfen ſollen die Zölle und Gebühren
erhöht werden.
Das Juſtizdepartement gibt bekannt, daß die Regierung der Ver=
einigten
Staaten keine Maßnahmen ergreifen werde, um während der
Dauer des Prozeſſes gegen das franzöſiſch=deutſche Kaliſyndikat den
Import und Verkauf von Kali in der Vereinigten Staaten zu ver=
hindern
.
Nach Berichten aus Budapeſt hat die Danica, chemiſche Fabrik, ihre
Petroleumraffinerie in Bosna Brod an die Standard Oil verkauft.
Die Negierung von Panama hat einen Vertrag abgeſchloſſen, durch
eine Anpflanzung von 10 000 Maulbeerbäumen in möglichſt kurzem
Zeitraum ſtattfinden ſoll, damit im großen Maßſtabe die Seidenraupene
Mt eingeführt werden kann

[ ][  ][ ]

Geite 12

Dienstag, den 3. Mai 1927

Num mer 122

Grantfärter Kursdericht vom B. Dar Lep.

Staatspapiere
a) Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ.
Schuld einſchl
Ausloſ.=Sch. I. Teil 319.25
(. Teil 321.5
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld ohne Aus=
loſungsſcheine
... 211/,
6,% Reichsp. Sch.
p. 1. 10. 30
7½ Baher. Staats=
Sch. p. 1. 4. 29
6=% H. V. Sch.
p. 1. 4. 29
98.25
6½/,%0 Pr. St.=Sch.
1. 1. 3. 29
97.75
6,% Pr. St.=Sch
10. 30
2 Sächſ. Freiſtaat
Schatz. p. 1. 7. 29
70 Sächſ. Freiſtaat
Schatz. p. 1. 7. 301 99.5
6 ½% Württ. Freiſt.
Schatz. p. 1. 3. 29/ 99.5

a) Ausländ iſche
5% Bos.E.B 1914
5%. L. Inv. 1914
4½% 1898 ..
4½½ 1902 ...
4%
5 % Bulg. Taba 102
4½% Oſt. Staatsr.
v. 1913, Kbb.1918
4½%Oſt. Schatz. 1
4½% Oſt. Silberr.
4% Goldr...
4% einh. R. (kon)

8% Port. (Spz.) III

46

26

5% Rum.am. R. 03
4½% Gold. 18.
am. konv..
am. 05

21.25
7.9
8.1

Türk. (Adm.103
(Bagd.) I
(Bagd.)II
% Türk. unif. 1903
1911 Zoll.
½% Ung. St. 1913/
St. 1914
Goldr.
St. 10 .
Kronr.
Eiſ. Tor..
Außereuro=
päiſche

5% Mex am. in abg
5% äuß. 99 ..
Gold04ſtf.,,
40
9 konſ. inn.
4½% Irrigat.,
5½ Tamaulipas I
Sachwert= Schuld=
verſchreibungen

Mit Zinsberech=
nung

0%Berl. H.=B1. G
6 Berl. St.=Golt
8% Darmſt. St.=G.
8% D. Hyp.=Bank
Meining. Goldpf.
82 Frt.=byp=B.,
Goldpfdbr.
7% Frkf. H.=B. Gld. /102
3% Frlf. Pfbr.=Bk.
Goldpfdbr.
20 Pfbr. Bk.=Gld.
5% Frkf. Pfdbr.=Bk.
Goldpfdbr.
8% H. Lbs.=Bk. Gld.);
7%

10% R. Elektr. Marl
(Hagen) Goldobl. /104.75
3% K. Landesbank
Darmſt Reihe 1
Reihe II
3%
7% M.=Krft. Höchſt

22
24.5
17
24
25
28
241,
26

22.3

111.5
104
96.5

89.25

100.5
102.45
Ne
88.5
103
G
101.6
101.6
96.35

3 Mannh. St.=G.)
80 Naſſ. Ldb. Gold
80 Nbg. St.=Gldal.
8% Pfälz. Hyp.=Bk.
Gold=Pfdbr. ./100
80 Pforzh. St.-G.
80 Pr. Centr.=Bd.=
Cr.=Bk. Gldpfbr.
8% Pr. Gentr.=St.-Goldpfbr. 1105
7%
8% Rh. Hhp.=Bank
Gold=Pfdbr. .1102.5
7½% Rh. St. W.25
10% Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk. Goldpf.
% Südd. B. Cr.=B.
Goldpfdbr.
7% V. Stahlw. Düſ=
ſeldorfHyp
.=Gld.. mit Option/113
7% V. Stahlw. Düſ=
ſeldorfHyp
.=Gld.. ohne Option
8% Voigt &Häffner
Goldobl... .. . ..
8% Württbg. Hyp.=
Bank Goldpfbr. 1100
Ohne Zins=
berechnung

50 Bdw. Kohl 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23
6% Heſ. Brk.=Rg. 23
5% Roggen 23
5% Pr. Kaliw.
5% Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt=B. G
Vorkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bayr. Vereinsb.
Bayr Handelsb

100
103
103
102. 75
99.25
102
13.25


6.25
222I.

Bahr. Hyp.u. Bechſ
Berliner Hyp.=Bf.
Frrf. Hyp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp=Bk.
Mecklb.Hyp.=u Wb.
Meining Hyp.Bk
Nordd. Gr.= Cr Bk.
Pfälz. Hyp.=Bk.
Preuß= Bod.=Cr.=B.
Pr. Cent.=B.=Cr.=B
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein. Hyp.=B.
Rh. Wſtf.=B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr.
Württ. Hyp.=Bk.
Staatl. od. prov.
garantiert
Heſſ. L.=Hyp.=B..
Landeskr. Caſſel"
Naſſau. Ldsb. ..
Obligationen v.
Transportanſt.
40 Eliſ.=Bahn ſtfr.
42 Galiz. Carl=
Lud.=B.
4%0
abg.
5% L. Sb. /Lb. ſtfr.
2.,6% Alte
2.6% Neue
5% Oſt.=Ung. 73/74
4%Oſt. Staatsb. 83
3%Oſt. 1.b.8.E.
3%Oſt. 9. E.
3½Oſt. 1885
3%Oſt. Erg. Netz
3% Raab Oedbg. 83
91
97
25 Rud Silber.
4 Rud. Salzkg.)
4½% Anat. S.I
4½% Anat. S III
4½% Anat S. III
3% Salon. Monaſt.
5% Tehuantepee
4½%

19.4

16.8
0.45

13

14.1
13.9

13.2
16

11.35
8.8

5.55

14.5
14.5

11.25

Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit.. . . 170
160
Bad. Bk.
Bk. ſ. Brauind. 270
Barmer Bankv. 170.5 Rhein. Stahlw...
Bah. Hyp.=Wcht 203.5
Berl. Handelsgen
Comm. u. Privatb. 1225.5
Darmſt. u. Nat.=Bi. 230.75 Tellus Bgb
Deutſche Bant
d. Eff. u. Wchſ.=Bf. 16
D. Hyp.=Bk. Mein. /172.5

162.5

D. Vereins=Bk 122.5
Disk.=Geſellſch . . 185.5
Dresdener B1 186.5
Frankf. Bk.
Frkf. Hyp.=Bk. 220
Frkf. Pfdbr.=Bk. . 185
Gotha. Grundfr. Bk.
Lux Intern Bank/ 12.25
Metallbank
Mitteld. Creditb (270
Pfälz. Hyp.=Bk.
Pr. Bd.=Creditbank 170
Hyp.=Akt.=Bank
Reichsbank=Ant 175.75
Rhein Creditbk. 146.5
Rhein=Hyp.=Bk. 1217
Südd B.=Creditbf.
Südd. Disc.=Geſ. 1158
Oſterr. Creditanſt. 10.1
Wiener Bankverein
Bergwerfö=Akt.

175

Bochum. Bergb. .
Buderus.
...
Dt. Luxemburg . .
Eſchw. Bergw...
Gelſenkirch. Bgw
Harp. Bergb...
Jlſe Bergb. St.
Genußſchein
Pali=Aſchersleb.
Kali. Salzdetfurt.
Kali. Weſterregln
Rlöcknerwerke
Mannesm.=Röhr
Mansfelder

147

208.5
260.5
300
154
274
216
205
246.25
171

Oberbedarf
Otavi=Min.=Ant .. 41.9
Bhönix=Berg
Rhein. Brau
A. Riebeck Montan
Rombach Hütte
Salzwert Heilbr
199,75 Ver. Laurahütte
Ver Stahlwecke
Fnduſtrte=Akt.
Brauereien
Eichbaum (Mannh.)
Henninger .......
Hereules Heſſiſche
Löwenbr.=Müncher
Mainz. Aktienbr.
Schöfferhof(Bind.
Schwarz Storchen-
Tucher. Nürnberg
Werger
Akkum. Berlin.
Adler & Oppenh.
Adlerw. (v. Kleyer
6%A. E. G. Vzg. A.
5% A. E. G. Vzg.B
A. E. G. Stamm
Anglo=Cont Guano
Bad. Maſch. Durl
Bad. Uhren. Furtw.
Bamag=Meguin .
Baſt Nürnberg
Bahr. Spiegel
Beck & Henkel
Bergmann El. .."
Bing Metall.
Brem.=Beſigh=Ol.
Bürſtenfbr Erlang.
Cement=Heidelb.
Cement Karlſtad1
Cement. Lothr.
Chem Albert. .. ..
Chem Brockh ...
Chem Milch

135.5
154.5
260.5

125
92.5
164

255
212

414.5

187

91
157.25
92.50
86.25
a 6
146
32
60. 25
n92/,
98
248
32. 25
80.5
186.5
207
45.5
177
109
85

Daimler=Benz A.6.
Dt. Eiſenhandel
Deutſche Erdöl
D. G u. Silb. Scheit
Dingler Zweibrück.
Dresd. Schnellpr.
Dürkopp
Dürr. Rattingen
Dückerhoff & W.
Eiſenw. Kaiſersl.
El. Licht= u. Kraft 1234
El. Lieferung
Elſ. Bad. Wolle
Email Ulrich
Enzinger Werke .
Eßlinger. Maſch.
Ettlinger Spinn.
Faber Bleiſtift.
Faber & Schleicher
Fahr Pirmaſens
Farbenind. J. G
Felten & Guilleau.
Feinmech. (Jetter)
Feiſt Sekt
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof ..
Frkf.=M. Bok. u. W.
eiling & Cie
Germania Linol. 1333
Geiſent Gußſt.
Goldſchmidt Th.
Gotha Waggon
Gritzner Maſch.
Grün & Bilfinger
Dafenmühle Frrft
Hammerſen
Hanfw. Füſſen ...
Hanſa=Lloyd, Br.
Hartm & Braun
Heyligenſtgedt.."
Hilpert, Armatur.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch, Kupfer
Hoch=Tief Eſſen . .
Holzmann . . . . . . .
Holzverk. Ind.. . . .
Hydrom Breslau".

Nie e
118.75
200
245
109.5
80.5
52.25
213.5
45.1
105.25
98
135.5
131
59.5
327.9
178
119
67
213
127.5
19.75
162.5
24.5
151
228
143
72
29.75
95

152
28
95
94

Junghans St.
Kammg. Kaiſersl.
Karlsruher Maſch.
Karſtadt, R.
glein Sch. & Becker
165 Knorr, Geilbronn
Konſerv. Braun
Krw. Alt=Württbg.
Krauß Lokom ..
Lahmeyer
Lech. Augsburg ...
Lederw Rothe
Spicharz.
Linge Schuhw..
Löhnberg. Mühle
Ludwigsh. Walzm.
Lüdenſcheid Metall
Lux Induſtrie
Main fraft Höchſt
Nars=W. Nürnberg
Metallge). Frkf
Miag. Mühlenb
Moenus. Stamm
Motoren! Deutz
Motorenf. Oberurſ
Münch. Lichtſpielk.
9a Reckar Fahrz
Neckarw. Eßlingen
Beters Union
Pfälz. Näh Kayſer
Philipps .."
Porzellan Weſſel
Rein Gebb.&Scha
Rhein. Elektr
Rhenania,Kunheim
152 Rütgerswerke
Schneid. & Hanau
Schnellpr Franf
Schramm Lackf
Schrift Stemp.
Schuckert. Elekt:
Schuhf. Weſſel
Schuhf Herz...
Schultz. Grünlack.
Seilind Wolff.
Siemens Glas

Jan
52
186
143
205
188
98
205.5
147.5
41 25
20
67.25
1a0

138
160
217.5
162
99.5
78.5
144.9
139.5
76
70
142
212.5
75
144.5
69
110.5
110
155
237.5
95.5
88
50
106
341

Südd. Immob. 133
Südd.Zucker=A.-G. 166
Thür. eleftr Lief 134
Uhren Furtwäng
Unterfr. Kr. El.=V./130
Beithwerke
Ver. . Chem. Ind. 131
Ver. d. Olfbr. Mann
Ver. Faßf. Caſſel. 99.5
Gummi. Bln.=Frkf. 119
Pinſel=Nürnberg. 1118/,
170
Ultramarin
Zellſtof/ Berl. . . . . 1178
Vogtl Maſch.
Voigt & Haeffner 1160
79
Volthom. Eei
Wayß, & Frehtag 1196
Wegelin Rußfbr. 170
Zellſt. Aſchaffenbg. /223
Zellſt. Waldhof 347
Zuckerf Rheingau
Trans pori- u:i
Berſicherungs=Akt.
Dt. Reichsb.=Vorzg. 109
A. Dt. Eiſenbahn 109.75

A. Lokalb. u. Kraftm
Dt. Eiſenb.=Geſ
Schantung E. B.
Südd. Eiſenb.=Gef
Hapag ....
Nordd Lloyd. . . .

Frkft. Allg. Ver).
Frankona Rückv.
Darmſt Wer
Bahnbedar,
Dampft Rodberg
Helvetia Konſ. ..
Gebr. Lutz.. .."
Motorf. Darmſt.
Gebr. Roeder ....
Venuleth & Ellenb.

203.5
140
73
160
164.25

167.5
128

50.5
91i.

50
46.75

Palast-Lichtspiele
Nur einige Tage das wundervolle Programm:

neugeitlich

Lingerichte

Weit über Darmstadts Grenzen bekannt
gute Küche
Im Ausschank:
Wiener Doppelkronen-Exporthell, 3/10Lt.209
Kulmbacher Reichelbräu (ärztl. empf.)
3/10 Ltr. 30
Pilsner Urauell
Weine aus ersten Weingütern
2/10 Ltr. von 409 an S

Unien-Theaten
Nur noch 2 Tage!
HENNN PORTEN
em reizenden Lustspiel in 6 Akten
Miuhd Tane Teine Tane
Monty als Schwerenöter, Groteske in 2 Akten
Wochensch au
Anfang 3½ Uhr
(*12045

Wilhelm Dieterle
Michael Bohnen, Eugen Burg, Ernst
Verebes, R. Klein-Rogge
Ferd. Bonn u. a. m.
Mit ungeheurer Begeisterung wurde dieses Film-
werk
in allen Großstädten aufgenommen und
wird es auch seinen Siegeszug in Darmstadt
fortsetzen. Unter den entzückenden Melodien
der Straußschen Musik zieht dieser Film an
unseren Augen vorüber.
Die Todesfackel
Das ewige Drama zwischen Jugend
und Alter in 6 Akten (7431
Jugendliche haben Zutritt

Residenz-Theater
Wer Tackie Coogan noch nicht in seinem
neuesten Eilm gesehen, beeile sich, derselbe ist
nur noch heute und morgen auf dem Spielplan!
Achle, der Kabckeclter

Ab.
LrechV

Wer niemals einen Kuß geküßt . . . !
Wild-West-Roman in 6 Akten (12044

Jugendliche haben Zutritt!

VolkschorDarmstadti.
Miiglied des Deutſchen Arbeiter=Gängerbundes
Chorleiter: Prof. Dr. Fr. Noack
Sonntag, den 8. Mai 1927
Anoftes Vorernskenker!
im Städtiſchen Saalbau
dem Andenken L. van Beethoven gewidmet.
Mitwirkende: Konzeriſängerin Frl. Betty Aßmuth,
Sopran, Frl. Erika Biſchoff, Violine, Herr Walter
Pfaff, Violin=Cello, am Flügel Herr Prof. Dr. Fr. Noack
und der 200 Sänger u. Sängerinnen zählende Vereinschor.
Männerchöre Frauenchöre Gemiſchte Chöre
Saalöffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr.
Eintritt mit Programm und Liedertext für Mitglieder und
deren Angehörige 20 Pfg., Fremdenkarten im Vorverkauf
1 Mk. an der Kaſſe 1. 50 Mk., ſind bei dem Vorſtand und
ſämtlichen Vereinsmitgliedern zu habeh.
Der Konzertflügel von Steinway 8 Sons, Hamburg=
Neuyork, wurde von der Firma Karl Arnold (Klavſer=
Arnold), Darmſtadt, Eliſabethenſtraße 28, gütigſt zur
Verfügung geſtellt.
(*11925is

K

Fauerel

1727

1927

Anfang 3½ Uhr

K
Sellat
200 Jahre Brauerei

Konigsbier
Abends: Konzert. 1205
R
R

Kondelt
Donnerstag
5. Mai
abends 8 Uhr
Aula
Realgymnasinm
CHRISTIAN
ARNOLD
am weißen Turm
Eintritt Frei!
(7423

D. O. B.
Donnerstag, 5. Mai,
Herrenabend
und milit. wiſſenſch.
Vortrag im Kaſino
des Leibgarde=Regts.
8 Uhr. Später Zu=
ſammenbleiben
. (7411

4oder auch nur 2
Sperrſitz=
Logenplätze
Miete C, bis Schluf
der Spielzeit abzugeb.
Ohlyſtr. 77. (11975

8er Wiederschens-Feier
Am Sonntag, den 8. Mai, findet in Auerbach a. d. B. (Hotel Weigold)
die diesjährige Wiederſebens=Feier der ehemaligen 118er ſtatt. Der
Verbandstag beginnt um 9 Uhr vormittags. Nach den Verhandlungen
ſoll gemütliches Zuſammenſein mit Konzert die Teilnehmer unter=
halten
. Alle ehemal gen 118er ſind zu dieſer Feier herzlich eingeladen.
Die kameradſchaftl. Vereinigung ehemal. 118er Darmſtadt.
Die Teilnehmer=Karien werden heute (Dienstag), abend von 8 Uhr a‟
bei der Monatszuſammenkunft im Fürſtenſaal zum Betrage von 55 8
ausgegeben.
(7407

Emaillieren
u. Vernickeln
bei vorh. Verkupferg
zu d. billigſt Preiſen
beierſtkl. Ausführung.
Neue u. gebr Fahrräd.
in jed. Preisl. b. günſt
Zahlungsbedingung.
Fahrradfabrik Löwe
Darmſtadt
Kranichſteinerſtr. 11
Teleph. 3485. 5805a

Guterhalt gebrau cht
Motorräder
billig abzugeben
. Nonges & Wiest
Grafenſtraße 43/45.
(7123a

Theatersaal Perkeo‟
Alexanderſtraße 14 (*7265a
Monat Mai 1927, dezentes
Familien-Programm der
O. Salden-Burlesken
wozu ergebenſt einladet
Jakob Schnauber

Trautheim Tel. 2128

Tel. 2128

Kaffee Restauration Pension.
Schöne geräumige Lokalitäten.
Für größere und kleinere Kaffee-
Gesellschaften, Tanz-Kränzchen
und dergleich. bestens geeignet.
Terrasse nach der Gartenseite.
Eig. Konditorei u. Schlachtung.
Warme und kalte Speisen zu
jeder Tageszeit. (5852a
Schöne Fremden-Zimmer mit Pension
(4 Mahlzeiten), 5.00 Mk. pro Tag.
Wochenende 11 Nik.

Heſſiſches Landestheater
4. 18 Großes Haus
A. 18
Dienstag, den 3. Mai 1927
abends 7½ Uhr
Scherz, Satire, Ironie
und tiefere Bedeutung
Ein Luſtſpiel in drei Aufzügen
von Chr. Dietrich Grabbe
In Szene geſetzt von Jacob Geis
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp
Perſonen:
Baron von Haldungen . . HansBaumeiſter
Liddy, ſeine Nichte . . . Beſſie Hoffart
Herr von Wernthal, mit
ihr verlobt .
. . . Ernſt Ruttloff
Freiherr von Mordax . . Max Nemetz
Herr Mollfels . . . . . JoachimBüttner
Rattengift, ein Dich er Robert Klupp
Der Schulmeiſter des Dorfes Ernſt Legal
Tobies, ein Bauer . . . Paul Maletzki
Gottliebchen, ſein Sohn, Walter Bluhm

K. Weſtermann
W. Mayenknecht
Otto Panniy
Werner Scharff
Hugo Keßler
Käthe Gothe

Gretchen, Dienſtmädchen
oder Gerichtshaltern . . Alice Treff
Konrad, ein Schmied . . Hans Epskamp
Erſter
Bweiter Natur=
Dritter ( forſcher
Vierter
Der Teufel.
Seine Großmutter
KaiſerNero, ihr Bedienter Richard Jürgas
in Bedienter
. Otto Wenke
Hans Ausfelder
Ein Hguswirt.
Spielwart: Willi Krichbaum
Preiſe der Plätze 1 bis 10 Mk.
Eintritt der Mieter in den Zuſchauerraum
nur gegen Vorzeigung der Mietkarte zuläſſig
Keine Pauſe.
Anfang 7½ Uhr Ende nach 9½ Uhr
Mittwoch, 4. Mai. B 18. Der fliegende
Holländer. Anf. 7½ Uhr Preiſe 1-10 Mk.
Donnerstag, 5. Mai C 19. Der Troubadour
Anfang 7½ Uhr. Preiſe 110 Mk.
Freitag. 6. Mai D 19. Der Zigeunerbaron.
Anfang 7½ Uhr. Preiſe 110 Mk.
Kleines Haus
Dienstag, den 3. Mai 1927
abends 7½ Uhr
G 15 (Darmſtädter Volksbühne)
König für einen Tag
(Wenn ich König wär)
Komiſche Oper in 3 Akten von d’Ennery
und Breſil. Muſik von Adolf Adam
Ueberſetzt und für die deutſche Bühne
bearbeitet von Paul Wolff
Muſikaliſcher Leiter: Max Hüsgen
In Szene geſetzt von Oscar Fritz Schuh
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp
Perſonen:
Moſſoul, König von Goa , Leo Barczinsky
Prinzeſſin Neméa, ſeine
Couſine ..
. . . Joh. Buchheim
Prinz Kadoor ſeinVetter Alfred Karen
Zephoris, ein armer Fiſcher . Joſef Poerner
Belide, ſeine Schweſter S. Müller=Wiſchin
Piféar, ein Fiſcher . . . Eugen Vogt
Zizél, Küſtenauſſeher Heinrich Kuhn
Atar, Kriegsminiſter Fritz Wilde
Jſſalim, Leibarzt des Königs. Hans Neyz
Der Großadigar . . . . . Adolf Klotz
Ein Sklave . . . . . . . Chriſtoph Möbus
. . . . . . Rudolf Strzeletz
Brahminen / . . . . . . Otto Horina
. . . . . . Carl Ebert
C. . . . . . Oscar Grauert
Chöre: Berthold Sander
Spielwart: Fritz Wilde
Preiſe der Plätze: 1.50 bis 6 Mk.
Eintritt der Mieter in den Zuſchauerraum
nur geg. Vorzeigung der Mietkarte zuläſſig
Pauſen nach dem 1. und 2. Akt
Anfang 7½ Uhr Ende nach 10 Uhr

Mitt woch, 4. Mai. H 17 (Bühnen=Volks
bund). Haus Herzenstod. Anfang 7 U
15 Minuten Preiſe 1.506 Mk.
Donnerstag, 5. Mai. Zuſatzmiete V, 14 Fra
Warrens Gewerbe. Anfang 7½= Uhr.
Preiſe 1.506 Mk.
Freitag, 6. Mai, Keine Vorſtellung.

[ ][  ][ ]

Nummer 122

Oienstag, den 3. Mal 1927

Seite 13

Maximum.

Roman von Hans Schulze.
A)
(Nachdruck verbotm.)
Die urſprünglich geplante ſofortige Abreiſe nach Groß=
Rauſen hatte er nach kurzer Ueberlegung wieder aufgegeben,
da anzunehmen war, und auch bald durch einen telephoniſchen
Anruf beſtätigt wurde, daß Daiſy ſich bereits auf dem Wege
nach Berlin befand.
Achim ſelbſt war durch das Ereignis in der Villa Brown
in eine unbeſchreibliche Aufregung verſetzt worden.
Es war faſt mit Sicherheit anzunehmen, daß die Polizei
zur Aufhellung des Tatbeſtandes die geſamte ſchriftliche Hinter=
laſſenſchaft
des Ermordeten, und damit auch den Vertrag aus
dem Eſplanade beſchlagnahmt haben würde.
Aber ſelbſt wenn das Gericht auf eine ſolche Maßnahme
verzichtet hatte, ſo beſtand die vielleicht noch größere Gefahr,
daß Daiſy bei Sichtung des Nachlaſſes unverſehens auf das
verhängnisvolle Papier ſtoßen konnte, falls dieſes nicht über=
haupt
in der geraubten Brieftaſche enthalten geweſen und da=
mit
dem Mörder in die Hände gefallen war.
In qualvoller Ungewißheit verſuchte Achim, dieſe drei Mög=
lichkeiten
mit ihren unabſehbaren Folgen immer wieder durchzu=
denken
, während er in dem endloſen grauen Steinkorridor des
Mogbiter Gerichtsgebäudes vor dem Amtszimmer des Unter=
ſuchungsrichters
ruhelos auf und ab marſchierte.
Er hatte von dem baumlangen Gerichtsdiener, der ſich dem
Auskunft heiſchenden Publikum gegenüber zu der altherkomm=
lichen
einſchüchternden Tonhärte des preußiſchen Militäranwär=
ters
verpflichtet fühlte, gegen eine Handvoll Zigarren den
Namen des mit der Unterſuchung in Sachen Brown betrauten
Richters erfahren, eines früheren Staatsanwaltſchaftsrates, der
wegen ſeiner rückſichtsloſen Strenge im Kampfe gegen das groß=
ſtädtiſche
Verbrechertum allgemein gefürchtet war.
Achim ſelbſt hatte Herrn Landgerichtsrat Korn während des
Feldzuges als Kriegsgerichtsrat kennen gelernt und bei verſchie=
denen
Kriegsgerichtsſitzungen perſönlich einen Einblick in ſeine
faſt mittelalterliche Rechtsauffaſſung erhalten.
Er entſann ſich unter anderem eines ziemlich heftigen Zu=
ſammenſtoßes
, den er einmal als Amtsverteidiger eines armen
Teufels von Kanonier mit dem überſtrengen Berufsjuriſten ge=
habt
hatte, als dieſer gegen ſeinen Schutzbefohlenen in einem
völlig harmloſen Fall von Achtungsverletzung bei Trunkenheit
aus der unangreifbaren Verſchanzung ſeines kuruliſchen Seſſels

eraus mit tönendem Pathos eine
uchthausſtrafe beantragt hatte.

geradezu ungeheuerliche

Jetzt öffnete ſich die Tür zum Allerheiligften des Unter=
ſuchungsrichters
.
Ein reckenhafter Juſtizwachtmeiſter trat mit einem gewal=
tigen
Klirren ſeines ſchweren Schlüſſelgehänges wuchtig heraus.
Hinter ihm ein breitſchultriger, rowdyhafter Menſch, ohne
Kragen, in einem Wollſweater, und ein hochaufgeſchoſſenes jun=
ges
Mädchen mit einem ſpitznaſigen, verwüfteten Skelettgeſicht
unter den wirren Haargeflechten, in die ein wettergeprüfter
Strohhut einen traurigen kleinen Veilchentuff hineinſtreute.
Taktmäßigen Schrittes verſchwanden die drei um eine
Korridorecke.
Dann wurde Achims Name aufgerufen.
Ein Türenklappen.
Der hagere Aztekenkopf des Landgerichtsrats Korn neigte
ſich um eine Linie zur Begrüßung.
Bitte, wollen Sie Platz nehmen, Herr Baron!
Achim hatte ſich auf einer blankpolierten Bank gegenüber
dem Podium des Richters niedergelaſſen, der nervös in einem
Aktenbündel blätterte.
Minutenlang herrſchte eine drückende Spannung.
Man hörte nur das eintönige Summen eines großen Brum=
mers
an den Fenſtern des ſchlecht gelüfteten Raumes, und das
haſtige Gekritzel des Gerichtsſchreibers, eines blondhaarigen,
kleinen Referendars, der mit halblauter Stimme Achims Perſo=
nalien
aufnahm und ſein harmloſes Knabengeſicht durch eine
Hornbrille vergeblich auf eine Note gewiſſer amtlicher Feierlich=
keit
abzuſtimmen verſuchte.
Herr Baron, nahm jetzt der Unterſuchungsrichter in ſei=
ner
zurückhaltenden, vorſichtig taſtenden Art das Wort, ich
möchte Sie bitten, mir einige Fragen zu beantworten, die auf
das traurige Ereignis in der Villa Brown Bezug haben. Sie
ſind ja einer der Letzten, mit dem Herr Brown kurz vor ſeinem
Tode noch geſprochen hat. Iſt Ihnen dabei etwas beſonderes
in ſeinem äußeren Weſen und Gebaren aufgefallen?
Achim bewegte verneinend den Kopf.
Das könnte ich nicht ſagen! Her Brown zeigte die gleiche
kühle Gelaſſenheit wie ſonſt! Ich kenne Herrn Brown übrigens
nur oberflächlich, und unſere Unterredung währte keine zwanzig
Minuten!
Nach Angabe des Dieners ſoll ſie zeitweilig einen ziemlich
lebhaften Charakter angenomen haben!

Von meiner Seite jedenfalls nicht. Herr Brown erregte
ſich allerdings mehrfach über gewiſſe geſchäftliche Differenzen!
Hatte Herr Brown außer Ihnen noch einen weiteren Be=
fuch
?"
Das ſagte er, aber ich habe niemand anders geſehen! Ich
habe mich nur in ſeinem Arbeitszimmer aufgehalten!
Entſinnen Sie ſich, ob während Ihrer Unterredung mit
dem Hausherrn eie Schußwaffe auf ſeinem Schreibtiſch lag?
a, ein großer Tromelrevolver, wie ihn die amerikani=
ſchen
Offiziere im Kriege führten!
Standen die Fenſter des Zimmers offen?
Achim dachte ein paar Augenblicke nach.
Das große Erkerfenſter in der Mitte, ja! Von den beiden
anderen kann ich es nicht, mit der gleichen Beſtimmtheit be=
haupten
!
Der Richter hatte ſich wieder über ſeinen Aktenſtoß gebeugt.
Von der Turmſtraße klingelten die elektriſchen Bahnen
ſchläfrig herauf.
Zuweilen raſchelte leiſe in Blatt, wenn der eifrig protokol=
lierende
Gerichtsſchreiber eine Seite umlegte.
Sie ſprachen vorhin von einer Unterredung, in der Sie
wit Herrn Brown geſchäftliche Differenzen gehabt haben wol=
len
! unterbrach Herr Landgerichtsrat Korn jetzt wieder die
laſtende Stille. Können Sie wir über deren Inhalt ingend
welche Angaben machen?
Achim lehnte ſich kühl zurück.
Ich wüßte nicht, was dieſe Frage wit dem eigentlichen Ver=
handlungsgegenſtand
zu tun haben könnte!
Direkt vielleicht nicht! Aber die Unterſuchung tappt vor=
läufig
noch ſo völlig im Dunkeln, daß auch die anſcheinend neben=
ſächlichſten
Umſtände in den letzten Lebensſtunden des Ermor=
deten
der Aufklärung bedürfen!
Mit einer ruckartigen Bewegung ſchoß der Kopf des Rich=
ters
plötzlich zwiſchen den ſchmalen Schultern vor.
Haben Sie geſtern abend von Herrn Brown einen Scheck
erhalten?
Achim ſtutzte.
Was bedeutete dieſe Frage?
Ein kühler Schauer rieſelte ihm umvermittelt über das
Genick.
Nein! ſagte er dann unſicher.
Der Unterſuchungsrichter ſpielte nachläſſig mit ſeinem Füll=
federhalter
.
(Fortſetzung folgt.)

Unſer

wegen

hat begonnen. Beachten Sie
bitte unſere Schaufenſter.
Spezialgeſchäft für Herrenſtoffe
Heinr. Eckert & Co.
Saalbau=, Ecke Waldſtr. (*11929

Die Be= und Entwäſſerungs=

für die ſtädtiſchen Neubauten im Rhön=
ring
, Speſſartring, Frankfurterſtraße und
Ecke Landgraf=Georg= und Wingerts=
bergſtraße
ſollen vergeben werden. An=
gebotsunterlagen
ſind auf Zimmer 10
vorrätig. Angebotstermin: Montag,
den 9. Mai, 10 Uhr vorm. (st7426
Direktion der ſtädtiſchen Betriebe.

140 Ltr.
Hofmilch
nach Darnſtadt= O
abzugeben. Angeb
unter D 207 an die
Geſchäftsſtelle. (74:

mit Riemenfederung
faſt neu, z vr. (*12002
Erbacherſtraße 57, I.

4
Gut=
erhalt
. Büfetr
abzugeben. (*11938
Biebesheim
Wirtſchaft
Zur Eiſenbahn

Eleg. weiß. Kinder=
wagen
, Zimmerwag.
weißemailliert Gas=
badeofen
, alles faſt
neu, bill. zu verkauf.
Ludwigsplatz 3, 1. St.
(211911)

1 vol. ovaler Tiſch,
1 viereckig. Tiſch zu
verk Liebfrauenſtr.
Nr. 42, II., 1./*12508

Faſt neue JohnsVoll=
dampf
=Waſchmaſchine z
erkaufen. (*11998
Arheilgerſtr. 10, 2 St r.

Ruchen
in größter. Aus ua
von 150 aufwärt
Möbelhaus
Pyilipp Feick
Darmſtadt, Wendel
ſtatſtr. 38. (*12050

Wanderer-
Motorrad
gebr., 4½ PS.= Ge=
riebe
mit Sozius,
Beleuchtg., in prima
Zuſtand, verkauft bil=
lig
Friedr. A. Schroth,
Langen, Darm-
ſtädterſtr
. (*12026

Faſt neuesHerrenrad
zu verk., Preis 60 .
Werkſtatt, Dieburger=
ſtraße
13. (*120-7

Kommodez vi. 1193=
Viktoriaſtr. 28, part
2mod. Bettſteller
m Sprungr., ev. auch
einz zu verk. S.741
Beſſungerſtr. 90, pr
Schulbücher
für höh. Schule, gut=
erhalt
., zu verkaufen.
Näh Geſchſt. (*12061

Dunk bl. inderwag
(Riemenfed ), 2 Pat
Spiral=Matratz. 1:2
m., u. 3 fl Gasherd
alles gut erhalten,
preiswert zu ver=
211.66
kaufen.
Landgr. Phil. Anl. 58,II

Wegen Platzmangel
verk. wir einen Poſten
Kinderwagen
veit unterm Preis.
B. Orio, Karlſtr. 14
(7432)

Einige Perſerbrücken
pleisw. abzug. Gefl
Ang. u. D 176 an die
Geſchäftsſtelle, (11955

Herrenrad 38 Mk.
Damenrad 45 Mk.
Damen= u. Herren=
rad
, wie neu, billig
zu verk., eotl. Teil=
zahlung
. Karlſtr 14,
Laden. (*12059im
2 Hnaben- Häder
gebr., billig abzugeb
J. Donges & Wiest.
(7433imd)
Stefan Meyer
und
Egon Schweidler
Radioaktivität
2. Aufl., mit 108 Abb.
im Text Leipzig 1927
kaum gebraucht
für 28 Mr. ab ugeben
Ang. u. D 211 Geſchſt.
7427im)
V
1 Leiterwagen 10 ,
1 neue Bettſtelle mit
Seegras= und Stroh=
matratze
25 zu ver=
kaufen
Karlſtraße 27,
Manſarde, (*120

Bettfedern
Reinigung
(elektriſcher Betrieb)
Inletts, Drelle, Bettfedern, Daunen
Metall=, Holz= und Kinderbettſtellen
Spiralmatratzen in allen Größen
Neuanfertigen u. Aufarbeiten aller
Betten und Polſtermöbel
Jakob Heymann Teleph. zn=
Tapeziermeiſter, Beſſungerſtr. 55. (B.1094

Neu= Kind.=Lackſch.
Gr. 83, Kind.=Kleid
und Taftmäntelchen
Lodenmantel, gr.
Roßhaarmatr. z. ver=
kauf
. Rückertſt. 26,p.,
(er1974)

Für kl. Fgur noch
ganz neuen Anzug
billig zu verkaufen
Näh. Geſchſt. (11951

Getr guterh Herren=
garderobe
abzugeb.
daſelbſt alter Kinder=
wagen
Ernſt= Ludwig=
platz
1, I. I. (*12005

Dunkler Anzug und
Ueberzieher, für gr,
ſt. Figur zu verkaufen.
Liebfrauenſt. 52, I.211996

Guterh. 3 Kinder=
wagen
billig zu verk.
Laſch,Weiterſtädterſt 6,
Induſtriebau. (*1192

Kleines Hau=
in
gut. Lage, m. breit.
Toreinf, u. geräum.
vof von Eigentümer
zu kauf. geſ. Händler
verb. Gefl. Ang. mit
Preis unt. D 164 an
die Geſchſt (11910

Geſchäfts=
und
Etagenhäuſer
Villen= u. Einfam.
Häuſer, Bauplätze,
allerbeſte Objekte, hat
ſtets anzubiet. (350a
A. Brück
Schützenſtraße 8, I.
Telephon 1778.

45 3.=
Et.=Haus
von Beſ. zu
kaufen geſucht.
Ang. mit Preisang. u.
D 180 Geſchſt. (*11965

Bauplatz
f. Einfamilienhaus in
oder bei Darmſtadt zu
kauf geſ. Ang m. Pr,
Größe u. Lage unt.
D 181 Gſchſt (1191s
Größ. Gelände
mit Waſſer u. Wohn=
gelegenheit
f Geflüge
zu pachten geſ. Ang.
unter D169 an die
Geſchäftsſtelle. (1193

Landhaus
Nähe Darmſtadt,
5 Zimmer, Küche;
Zubeh., Garten,
Preis 11 000 Mr.,
zu verk durch (7429
Alb. Mittelſtädt.

Zu verkaufen;
Wohnhaus
mit g oßem Hof und
Garten, Scheune;
Stall und Schuppen,
1 Harmonium,
ſerſchied. Haus= uud
Küchengeräte. (11910
Weiterſtadt,
Darmſtadterſtraße 64,

Molkereiprodukten-
Grodhandlung
in Wiesbaden wegen
Weg ug kompl. mit
Inventar für 5000
ſofort abzugeb. Off.
u. M. 845 an Ann.=
Exped. D. Frenz, G. m.
b. H., Wiesbaden.
(TV.7409)
Verloren g

Verloren
Brief mit verſchied.
Schriftſtück. Eche Sand=
und Wilhelminenſtraße
Montag zw. 11 u. 12.
Abzugeben gegen
Belohnung. ( 11997
Frankfurterſtr. 17, I.
Entfiogen K

Kanarienvogel
entflogen. Wiederbr,
erhät gute Belohn,
Richter, Eichbergſt. 2.
(*11930)

Feſtſitz. Glucke abzug.
Moosbergſtr. 15, pt.
(11940)

Bruteier
ſchwarzeRheinländer,
St. 40 Pf., bei Wenz,
Samenhdlg., Schlacht=
hausplatz
. (*12034

1,2 weiße amerikan,
Leghorn, 26er, prima
Leger, zu vk. Villen=
kol
Eberſt., Alte Darm=
ſtädterſtr
147. (*12011

40 gute Legehühner,
nicht unt. 5 St. bzug.
Anzuſ.n vorm 12016
Heinrichſtr. 88, I.

Bauplatz
günſtig zu verkaufen. Angeb. unt. D 213
an die Geſchäftsſtelle.
(2430
Beſſeres
Papierwaren=Geſchäft
mit Wohnung in ſüddeutſcher Induſtrieſtadt
zu kaufen geſucht.

Angebote unter T 8853 an Ala-Haasen

[ ][  ]

Seite 14

Dienstag, den 3. Mai 1927

Nummer 122

Die Schutzmnarke und der Name

AülenBerT
bieten Garantie für reine
7214z)

Der deutsche Gebrauchswagen
konkurrenzlos in Preis,
Leistung und Ausstattung.
Bequemste Zahlungsweise.
Von Mk. 2980 an.

General=
vertreter

1,553

Z
Aaiten
Nnd
Osserer=

K

Dooooooooooooooeoesooooooeooooooo

Spargelsaisen
Hotel Hufnagel, Seeheim
Spezialität: Spargel se. mousseline
und alle Spargelgerichte
Jeden Dienstag Gesellschaftsabend mit Tanz
Pension-Prospekt- Telephon 4 Dauerverbindung
Neuer Fest- und Theatersaal für Vereine
Aufo-Ausflug (7165f1) Aufo-Ausflug

Kunstauktion
Heute Dienstag, 3. Mai
der künſileriſchen Nachlaßwerke von
F Carl Beyer und Frau + Anna Beher
der Oelgemälde, Aquarelle und
Handzeichnungen
Im Welßen Saal
Kaiſer= und Fürſtenſaal, Grafenſtr. 18
Eugen Hagner,Haktionatorn. Taxator
Telefon 2943 (7315oim

lever die

findet heute Dienstag, 3. Mai, abends
8 Uhr, im großen Saal des Reſtaurant
Bürgerhof, Eliſabethenſtraße 2, einſt Vellſehelle
Vortrag, mit prakt. Vorführungen und
Lichtbildern ſtatt
zu denen hiermit freundl. eingeladen wird
Eintritt freil (St.7405

In allen
Preislagen!
von den einfachſten
bis zu den elegan=
teſten
Ausführungen
Fahrräder (eneta
Rähmaſchinen
Kinderwagen
Angenehme
Zahlungsweiſe!
Fr. Gütting
10Schuchardſtraße 10
Paßbilder
in einer Stunde 4790 und gur.
Thiele Nachf.
nur Bleichſtr. 9. Zel. 1912.

Heſſiſche Verwaltungsakademie
Abteilung Darmſtadt.
Wirkl. Geh. Oberregierungsrat
Dr. von Schoenebeck,
Miniſterialdirektor z. D. aus Berlin
ſpricht am 5. Mai ds. Js., abends
8.15 Uhr im Saal Nr. 330 der Tech=
niſchen
Hochſchule zu Darmſtadt über
Deutſche Zoll= und Handelspolitil
Karten zu 1.50 Mk. in der Buchhandlung
Schroth, Rheinſtraße.
(7400

von
Karl Grube-Berlin
9II uun

Vortrag

Foikerdauas
Tane

Donnerstag, den 5. Mai,
abends 8 Uhr im
Fürſtenſaal (Grafenſtr. 20)
Eintritt freil
Alldeutſcher Verband.
Detee

Ein= u. Umfüllung
mit elektr. Betrieb/
Barchente, Drelle,
Federn,
Aufarbeiten und
Neuanfertigung
aller Matratzen u.
Polſterarbeiten,
Patentmatratzen
aller Größen.
K. Roih
Tapeziermeiſter
Magdalenenſtr. 11.
Teleph. 1034.
NB. Jedem Auf=
traggeber
iſt er=
laubt
, der Reini=
gung
perſönlich bei=
zuwohnen
. (348a

M. S.

Ue snur dasrikatine mak!

Jetzt kommt die Zeit
der Aushuge.
Eine strapazierfähige Kleidung von
gefälligem Aussehen erhöht die
Freude und kostet nicht viel.
Sport-Anzüge
mit langer oder Sport-Hose
85.00, 65.00, 55.00, 45.00, 35.00, BG.vu
Windiacken
neue Farben, elegante Passform
24.00, 21.00, 18.00, 15.00, 12.00, To.GU

Darmſtadt

(St. 7116

Fernſprecher Stadtamt
Elifabethenſiraße 36
Direktor: Städt. Muſikdirektor W. Schmitt
Beginn des Sommersemesters
Vollſtändige Ausbildung in allen Fächern der Muſik.
Beginn neuer Kurſe für Ausbildungsſchüler und erſte
Anfänger. Ausbildungs= und Dilettantenklaſſen, nur
Einzelunterricht. Hoſpitanten können teilnehmen
an den gleichzeitig beginnenden Kurſen in allen theo=
retiſchen
Fächern, Orcheſterſpiel und Kammermuſik.
Schriftliche oder mündliche Anmeldungen 8 bis 12½,
und 3 bis 6!), Uhr im Sekretariat, Eliſabethenſtr. 36, I.
Sprechſtunden des Direktors, 11 bis 12, und 4 bis 5 Uhr.

Sport-Hosen

Breeches und Knickerbocker
27.00, 22.00, 19.00, 16.00, 14.00, 12.00,

Loden-Joppen

offen und geschlossene Formen
18.00, 15.00, 12.00, 10.50,

Loden-Mäntel

nur best imprägnierte Strichloden
56.00, 45.00, 38,00, 32,00, 27.00, 22.00, 10.00
Alles in großer Auswahl, billig und gut!
Hleiderfabrik
Bierlldlier

Schloßgraben 13a
Hinterm Schloß

(7434

4460a

lieverdkert

durck

Mitzes
Halner Schwarzhrat

Markisen
ingeſtreiften und einfarbigen
Makkifenſtoffen, auch indanthren.
Beſte Ausführung und ſchnellſte
Bedienung. (4963a
Friedrich Eigenbrodt
Herdweg 18 und Karlsſtraße 66,
an der Annaſtraße. Fernruf 16 12.

Drahteinfriedig.
eiſerne Tore und
Geländer
ief. neu u. repariert
Georg Maurer
Schloſſerei und Schmiede
Schießhausſtraße 7
Tel 3441 11923
Fahrrad=Decken
u. Luftſchläuche
extra prima, kaufen
Sie billig bei
B. Orio
Karlſtraße 14 (4163
K
Klavier= und
Violin=Unterricht
erteilt Kammrrmuſiker
Sturmfels, Guten=
bergſtr
. 51, I. (5892
Gröl. Klavierunterr.
(Einzelunterricht)
für Anf. u. vorgeſchr.
Schüler (b. mäßigem
Hon. erteilt. (397a
L. Indorf. Darmſt.,
Schwanenſtr. 72, III.
Geprüfte Sprachlehrerin
(Schweizerin) ert ilt
Unterr, in Franz. u.
Engl. Langjähr.
Aufenth. im Ausland.
Erfolgreiche Praxis
Nachfrage u. D 95
Beſchäftsſt. 21 17338
Tiere und Vögel
präpariert E. Achen,
Tierausſtopferei,
Kaſinoſtr. 26. (5227=
Felle werden gegerbt
und gefärbt.

Violinunterricht
für Anfänger wird
billig erteilt. Ang u..
D 216 Gſchſt (*1205:

Neu Hüftformer rückenplatt von Mk.
Thaiyſia Niederlage Bismarkſtraße 48. (*11 87

Darmstadt, Hügelstrasse 19

Parkett-Reinigung
Mühiſtr. 26 Gebr. Lang Telef. 1433
7050a)

den Mllouthitter von

Pfeil
das beſte deutſche
Fahrrad, mit nach=
ſtellb
. Tragkugellag.,
kaufen Sie bei
Benz & Comp.
Darmſtadt
Grafenſtr 20/22. (7388a

Frau Prof. Minnig=Thierolf
können noch 2 Kinder, Knaben od. Mädchen,
für 1. und 2. Schuljahr Aufnahme finden
Näheres Inſelſtraße 28 (*11960

PIANOS
wenig geſpielt
ſehr preis vert
Klavier=Arnold

8ssoa

Eliſabethenſtraße 28

Wer dort?
Hier V. Schatz
Komme ſof. u. kauf
getrag. Herren=
Kleider, Federbetten
Schuhe, Wäſche uſw.
V. Schatz
Darmſtadt. (6993idi
Tel. 1924, Schloßg. 23.

Spenglerarbeiten
gut, reell, billig und
ſofort durch Rob
Ruthmann, Ernſt
Ludwigſtr. 10. Teleph.
3878. Verlangen Sie
unverbindl. Koſten=
voranſchlag
u. Refe=
renzen
. 1202-idg

Strumpf-
reparatur

Rheinstraße 41
repariert wieder
trümpfe und Socken

Pliſſieren
Dekatieren
gut und billig (7397a
empfiehlt
Ernſt Göbel

Klepper=Faltboot
2ſitzer komplett, in
nur gut Zuſt., gee
bar zu kauf. geſucht.
Angeb. m. Preis an
Schmidt, Wiener=
ſtraße
89, I. (*11948

Zentner gute
Speiſetartoffeln
z. kf. geſ. Ang m. Pr.
1 D194 Geſch 1199

Radierſtimmen
durch erſiklaſſigen Stimmer ſofort
Piano Mk. 4.50
Flügel Mk. 5.50
bei
HeinrichArnold

nur Wilhelminenſtr. 9 (6029a

Verkaufsſtelle

WurſtfabrirHermannscherkamp

Schuſtergaſſe 19

Telephon 278

Beſonders billig: (7424
Ganzes Schmalzppfd. 0.85
Alle anderen Waren in nur erſter
Qualität zu den bekannt billigen Preiſen

Schlafzimmen
hochfein birke poliert, (kaſtanienbraun)
mit 180er Schrank, echt Marmor,
Kriſtallgläſer (*12012id
850 Mark
Heinrieh Kunz, Arheilgen
Möbelſchreinerei und Lager
Endſtat. der Elektr. Franko Lieferung.

Eine Frage
an Küchenfachleute?
Was verſieht man in Darm=
ſtadt
unter dem Ausdruck s
vornehmſte
Küche? Antwort erbeten an Paul
Unverſtändlich, hauptpoſtlagernd.

Alles ungezieter
in Haus, Hof= Küche und Keller,
Hühner= und anderen Ställen
vernichtet
Pyretron
Die geſetzl. geſchützte Standard=Qualität
Wirkungskräftigſtes Inſektenpulver
in ſparſamen Spritzdoſen. Billig im
Gebrauch. Erhältlich in allen
Drogerien und Apotheken. (7271s1

Kopflausmittel Rabox Flaſche 905 empfiehlt
Anton Fiſcher, Frankfurterſtraße 12/14. (7183a

Fertig
Markt 4, Karlſtr. 47, Telephon 641

Empfehle feinſte, friſche
Tafelbutter
heutiger Tagespreis ½ Pfd. 95
IaSchnitibohnen
7417) 2 Pfd.=Doſe 58 6, Ia
Gemüseerbsen
2 Pfd.=Doſe 703