Gnzelnummer 10 Pfennige
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Wöchentliche illuftrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 339
Dienstag, den 2. Dezember 1926. 189. Jahrgang
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Rabatt weg. Bankont: Deutſche Banl und
Darm=
ſtädter und Nationaibant.
Der Ausblick auf Genf.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 6. Dezember.
Die Pariſer Kommentare zu den Vorbeſprechungen Briand=
Chamberlain=Vandervelde=Zaleſki lauten überaus optimiſtiſch,
ebenſo zu den Verhandlungen, die mit den deutſchen und
ita=
lieniſchen Botſchaftern gepflogen wurden, obzwar darüber
weniger beſtimmtes verlautet.
Es iſt möglich, daß die Bedeutung der Beſprechungen zwiſchen
Briand und Chamberlain mancherorts etwas überſchätzt wurde.
In London ſoll man mit dieſen Vorverhandlungen ſehr zufrieden
ſein. Der engliſche und franzöſiſche Außenminiſter haben äußerſt
optimiſtiſch lautende Erklärungen abgegeben. Das Einverſtändnis
zwiſchen Paris und London ſei das beſte, und man hört ſchon
überall, daß in Genf alle ſchwierigen Fragen durch Kompromiſſe
beigelegt werden. Allerdings hat das Wort Kompromiß ſeit einer
Zeit einen unſympathiſchen Klang. Es ſcheint jetzt überaus
wahr=
ſcheinlich, daß in Genf trotz aller diplomatiſchen Vorbereitung ein
überaus harter Strauß ausgefochten werden wird.
Die Pariſer Verhandlungen haben ſich nicht etwa
ausſchließ=
lich oder ſehr vorwiegend mit dem Verhältnis Deurſchlands zu
den übrigen Mächten beſchäftigt. Das wird ſogar offiziös
be=
ſonders hervorgehoben. Ueber die Ergebniſſe, die der polniſche
Außenm’niſter Zaleſki bei Briand und Chamberlain erreicht hat,
ſchwveigt man ſich nach Möglichkeit aus, die Nachrichten der Pariſer
Preſſe darüber beruhen in erſter Linie auf Kombinationen. Es
gilt indeß als gewiß, daß die Reiſe Vanderveldes nach Paris in
erſter Linie der Beſprechung der chineſiſchen Politik galt.
Ueber=
haupt behauptet ſich die Auffaſſung, daß in Bezug auf China ſehr
wichtige Verhandlungen zwiſchen den Mächten im Gange ſind.
Der Völkerbundsrat wird ſich bekanntlich auch mit den chineſiſchen
Problemen zu befaſſen haben.
Die Rolle Ital ens bei der jetzigen Tagung in Genf ſcheint
immer mehr zuſammenzuſchrumpfen. Nach der letzten Verſion
ſoll gerade Frankreich darauf beſtehen, daß in irgendeiner — im
voraus ſehr verklauſulierten Form die Frage der Einſtellung
Eng=
lands und Frankreichs zu der von Muſſolini ſo ſehr betonten
Mittelmeerpolitik zur Rede gebracht werde. Von italieniſcher
Seite ſoll man davon nicht überaus entzückt ſein. Aber bei der
Zuſammenkunft Muſſolinis mit den Außenminiſtern der
europä=
iſchen Großmächte — dieſe Zuſammenkunft ſoll angeblich in
einer italieniſchen Grenzſtadt, in Streſa ſtattfinden — wird die
vorbereitende Rolle der Diplomatie ſehr groß werden.
Noch kann man wirklich nicht optimiſtiſch nach Genf ſchauen;
es wird von dieſer Zuſammenkunft ſo viel erwartet, daß der
vor=
eilige Opümismus nachher nur ſchwer gerechtfertigt werden kann.
* Das Kampfthema: Die Militärkontrolle.
Die diplomatiſchen Begegnungen haben nach
allen amtlichen und privaten Nachrichten, die bisher in Berlin
vorliegen, ſich mehr im Vorfelde abgeſpielt. Die ganze
Atmoſphäre iſt durch die Pariſer Vorbeſprechungen nicht
günſtig beeinflußt worden, weil die deutſche Delegation
das Gefühl gehabt hat, daß ſie vor vollendete Tatſachen geſtellt
werden ſoll. Auch Herr Briand ſelbſt iſt ſehr zurückhaltend. Das
eigentliche Kampfthema, die Militärkontrolle, rückt
aber ganz von ſelbſt in den Mittelpunkt und es zeigt ſich jetzt
ſchon, daß der Generalſekretär des Völkerbundes ſich bemüht, die
Tagesordnung, die eigentlich nur für drei bis vier Tage berechnet
war, auf mindeſtens eine Woche zu ſtrecken, um damit mehr Zeit
für die Verhandlungen hinter den Kuliſſen zu
haben. Es ſcheint auch, als wenn England uns in den
deutſch=polniſchen Streitigkeiten ſeine
Vermitt=
lung anzubieten beabſichtigt. Eegenüber der Hauptſache liegen
aber auch dieſe Auseinanderſetzungen mehr an der Peripherie.
In der Militärkontrollfrage iſt wohl als ſicher anzunehmen,
daß uns ein feſter Termin für die endgültige Beſeitigung der
Kontrolle angeboten werden ſoll. Darüber läßt ſich natürlich,
wenn ein Zeitraum vor dem 1. April in Frage kommt, reden.
Da=
gegen läßt ſich nicht reden über den franzöſiſchen
Kompromißvor=
ſchlag, daß dieſes Zugeſtändnis nur gegen unſeren Rückzug bei
der Behandlung der Inveſtigationsprotokolle eingehandelt
wer=
den ſoll. Ueber dieſe unſere Auffaſſung hat der
Reichsaußen=
miniſter die Engländer und Franzoſen nicht im Zweifel gelaſſen.
Er konnte dabei darauf hinweiſen, daß die Einwände gegen die
Abrüſtung, die von der Botſchafterkonferenz erhoben ſind, ſich
im=
mer weiter reduzieren. Wie wir bereits vorausſagten, iſt bei den
weiteren Einzelfragen ein vollkommenes Einverſtändnis erzielt.
Die Polizeiangelegenheit iſt in Ordnung. Die Beweisgründe der
deutſchen Regierung haben durchgeſchlagen. Es iſt nicht mehr
davon die Rede, daß unſere Polizei um 8000 Mann vermindert
werden ſoll; im Gegenteil, man iſt in Paris bereit, die Stärke
der Polizeitruppen noch um 2000 Mann zu erhöhen. Auch die
militäriſchen Verbände ſind ausgeſchaltet. Von einer Auflöſung
der Organiſationen iſt überhaupt keine Rede mehr. Die
Bot=
ſchafterkonferenz wird ſich damit begnügen, daß der
Reichsinnen=
miniſter in einem Rundſchreiben an die Länder erneut darauf
hinweiſt, daß in ſolchen Verbänden irgendwelche mehr oder
minder verſteckte militäriſche Aufgaben und Ziele nicht
ver=
folgt werden dürfen. Damit wären tatſächlich mindeſtens 99
Pro=
zent der franzöſiſchen Wünſche erfüllt. Was noch beſteht, kann in
Genf ſpielend bereinigt werden. Damit fallen mehr und mehr die
Vorausſetzungen für das Beſtehen der Kontrollkommiſſion
über=
haupt weg und es iſt eine ſelbſtverſtändliche Folge, wenn
darauf=
hin dieſe Einrichtung abgebaut wird.
Grundſätzlich teilt England unſeren Standpunkt, Italien und
Belgien wollen auch. Ja ſelbſt Herr Briand, der in Locarno ſich
ziemlich offen darüber ausgeſprochen hat, wird von ſich aus die
„ſtändigen Elemente”, die ja den eigentlichen Stein des Anſtoßes
bilden, nicht verteidigen wollen — aber Herr Poincaré denkt
an=
ders und Herr Briand iſt heute nicht mehr der ſtarke Mann, der er
noch im September war. Wie alſo die Dinge ausgehen werden,
iſt vorläufig noch nicht abzuſehen. Immerhin iſt bezeichnend, daß
die „Germania”, die ſo etwas ohne Zuſtimmung des Kanzlers
kaum ſchreiben würde, ſich dahin reſumiert, es ſei weniger ſchlimm,
wenn Herr Dr. Streſemann unverrichteter Dinge, d. h. ohne
Einigung über die Beendigung der Militärkontrolle, nach Berlin
zurückkehre und wenn damit der Prozeß der deutſch franzöſiſchen
Verſtändigung einen vorübergehenden Stillſtand erleide, als daß
wir hinſichtlich des Prinzips der Unzuläſſigkeit bei irgendwelchen
„elements stables” auch nur die geringſte Konzeſſion machten.
Der Stand der Militärkontrollfrage.
Genf, 6. Dezember.
Der Stand der Verhandlungen über die hier allein
intereſ=
ſierende Frage der Militarlontroue in Deuiſchland bzw. die neu
zu errichtende Völkerbundsaufſicht nach Artikel 213 des
Verſail=
ler Vertrages iſt im Augenblick, wo die 43. Tagung mit einer
ver=
traulichen Sitzung heute vormittag 11 Uhr eröffnet wird, etwa
folgender: Die franzöſiſche Regierung hat ſich durch den Mund
des Außenm niſters Briand bereit ertlärt, die interalliierte
Militärtontrolle in Deutſchland zu einem ſehr nahen Zeilpunkt
aufzuheben, falls, wie angenommen wird, die Beſchlüſſe der
Bot=
ſchafterkonferenz dies geſtatten. Sie hat ſich weiter bereit erilärt,
ein beſchleugnigtes Tempo für die Zurückziehung der
Beſatzungs=
truppen im Rheinland zuzugeſtehen, wenn der deutſche
Außen=
miniſter ſeinerſeits dem Intraſt reten des Inveſtigationsplanes
des Völkerbundes, ſo wie er zurzeit vorliegt, d. h. mit den
ſoge=
nannten „ſtänd’gen Elementen” und den enimilitar ſierlen
Zonen zuſtimmt, über deſſen Einzelheiten dann in der
März=
tagung des Raes weiter beraten werden ſoll, d. h. alſo: Die
deutſche Regierung ſoll für drei Monate den
Inveſtigations=
plan des Völkerbundes annehmen wie er iſt, damit zwiſchen dem
Aufhören der interalliierten Militärkontrolle und dem Beginn
der Völkerbundsüberwachung kein „leerer Raum” eintritt. Die
deutſche Delegation ſcheint demgegenüber daran feſtzuhalten, daß
zwiſchen den beiden Fragen der Militärkontrolle und der
Völker=
bundsüberwachung kein unmittelbarer Zuſammenhang beſteht
und daß der Inveſtigationsplan in ſeiner gegenwärtigen Form
für Deutſchland unannehmbar iſt. Einig ſcheinen der deutſche
und der ſranzöſiſche Außenminiſter darüber zu ſein, daß die
Frage der Inveſtigation, ſoweit ſie auf der Tagesordnung ſteht,
nämlich die Neuernennung der Vorſitzenden der Kommiſſionen,
znnächſt einmal als letzter Punkt auf die Tagesordnung der
gegenwärtigen Ratstagung geſtellt wird, ſo daß inzwiſchen die
Pariſer Verhandlungen der Botſchafterkonferenz wahrſcheinlich
bis Mittwoch beendet werden können, damit für die hieſigen
Be=
ratungen eine feſte Grundlage vorhanden ſein wird.
Havas und die Militärkontrolle.
Berlin, 6. Dezember.
Durch Havas wird eine Information zur Frage der
Militär=
kontrolle verbreitet, in der verſucht wird, nachzuweiſen, daß
an=
geblich zwiſchen der Militärkontrolle und dem Inveſtiga
ions=
recht des Völkerbundes ein rechtlicher Zuſammenhang beſtehe.
Dieſe Darſtellung iſt falſch, wie ſich ohne weiteres aus den
Be=
ſtimmungen des Verſailler Vertrages ergibt. Havas ſagt ſelbſt
in ſeiner heutigen Information, daß die Kontrolle des
Völker=
bundes in der Vergangenheit hätte durchgeführt werden können,
wvie ſie auch in Zukunft mit der Militärkontrolle durchgeführt
werden kann, d. h. mit anderen Worten, daß es ſich dabei um
zwvei ganz verſchiedene, nicht miteinander in Verbindung ſtehende
Angelegenheiten handelt. Die interalliierte
Militärkontrollkom=
miſſion hatte die Aufgabe, die Entwaffnung Deutſchlands zu
überwachen, während das Inveſtigationsrecht des Völierbundes
darin beſteht, daß es über gewiſſe innerhalb des Völkerbundes
in Beziehungen zur deutſchen Entwaffnung ſtehenden Fragen
durch eine Kommiſſion Feſtſtellunzen treffen kann, die völlig
un=
abhängig von den Kontrollaufgaben der
Militärkontrollkommiſ=
ſion ſind. In der Havasinformation wird auf den
Inveſtiga=
tionsplan des Völkerbundes vom März 1925 verwieſen und mit
Necht feftgeſtellt, daß Deutſchland dieſen Inveſtigationsplan
bis=
her nicht anerkannt habe. Um falſchen Deutungen vorzubeugen,
darf erklärt werden, daß Deutſchland auch in Zukunft ein
In=
veſtigationsſyſtem, das von den Beſtimmungen des Verſailler
Vertrages abweicht, nicht anerkennen wird. Ebenſo
unwahr=
ſcheinlich iſt es, daß Deutſchland einem von Havas angedeuteten
Kompromiß zuſtimmen wird, das eine vorläufige, unter
Vorbe=
halt gegebene Anerkennung eines feſten Inveſtigationsſyſtems im
Sinne des Völkerbundsratsbeſchluſſes vom März 1925 vorſieht.
Deutſchland verlangt ſowohl hinſichtlich der Militärkontrolle wie
in der Frage des Inveſtigationsrechtes des Völkerbundes die
Anerkennung der Verſailler Beſtimmungen.
Die erſie Ratsſitzung der 43. Tagung.
Die geheime Sitzung des Völkerbundsrates, die erſte der
43. Tagung, begann heute Pankt 11 Uhr im Kleinen Ratsſaal,
in dem trotz der großen Zahl hieſiger und ausländiſcher
Preſſe=
vertreter ein zwar nicht ſehr großes, aber gewähltes Publikum
noch leicht Platz fand. Umſo enger ſaßen die 14 Ratsmitglieder
um die kleine Ratstafel herum. Der Rat genehmigte u. a. die
bereits erfolgten Ernennungen von deutſchen Beamten, nämlich
des Untergeneralſekretärs Dufour, des Mitgliedes der
Rechtsab=
teilung Dr. Barandon, der bisher Richter im deutſch=engliſchen
Schiedsgericht in London war und des früheren Kapitänleutnants
Nolda als Mitglied der Abrüſtungsabteilung, in der er bereits
ſeit einigen Monaten proviſoriſch beſchäftigt war. Auch die Wahl
des japaniſchen Direktors der politiſchen Abteilung Schukimura,
der ebenfalls Untergeneralſekretär werden wird, wurde beſtätigt.
Chamberlain ſprach dann ſein Bedauern über das Scheiden
des Dr. Dufour aus London und ſeinen Glückwunſch an den
Generalſekretär anläßlich des Eintrittes eines ſo hervorragenden
Mitgliedes in das Völkerbundsſekretariat aus, wobei ihm
Streſe=
mann mit ähnlichen Worten zuſtimmte.
Die nächſte öffentliche Sitzung der Ratskommiſſion findet
heute nachmittag 3 Uhr ſtatt.
Herrſcher Petroleum.
Eine weltpolitiſche Betrachtung.
Von
Dr. Heinrich Wenz.
3. Die Konferenz von Lauſanne (1922—1923).
Erinnern wir uns der politiſchen Lage vor der Konferenz!
Muſtafa Kemal Paſcha, der Schörfer der nationalen Türkei, war
endgültig Sieger geblieben in dem Kampf um Kleinaſien.
Griechenland, das im Solde Englands kämpfte, aber war
unter=
legen. (Auch in dieſem Lande hatte die Revolution ihre
zer=
ſetzende Macht bewieſen.) Und mit Griechenland war auch
Eng=
land unterlegen. Anders war die Lage Frankreichs! Der Sieg
der Türkei war auch ſein Sieg, war es doch der Freund der
Türkei. Es ſtand groß da — die Bahn war frei gegen
Deutſch=
land, zum Einmarſch in das Ruhrgebiet. Allein, ſein Sieg im
Orient gegenüber England war kein endgültiger! Der Verlauf
der Konferenz war für Frankreich eine bittere Enttäuſchung, auch
inſofern, als es gehofft hatte, mit der Regelung der
vorderaſia=
tiſchen Frage auch in der deutſchen Frage einen größeren Erfolg
davontragen zu können. Es ſtanden auf dieſer Konferenz
ein=
ander gegenüber die Ententemächte, der Block der Balkanländer,
die Türkei mit Sowjetrußland hinter ſich und ſchließlich dieſes
ſelbſt. Außerdem wohnte Amerika als inoffizieller Beobachter
den Verhandlungen bei. Die Funktion des Beobachters hatte
Mr. Child. Gegerſtand der Konferenz war die Feſtſetzung der
türkiſchen Grenze in Europa, das Meerengen=Problem,
Kapitu=
lationen und — die Moſſulfrage.
Die entſcheidenden Faktoren auf dieſer Konferenz wurden
England und die Türkei. Ihnen gegenüber treten Frankreich
und die anderen Länder in den Hintergrund. Weſentlich
begün=
ſtigt wurde die Lage Englands durch die Haltung und das
Ein=
greifen Amerikas, das England gewandt gegen Frankreich — wie
ſchon einmal 1919 in Verſailles — ausſpielte. Wohl wußte
Eng=
land, daß nur „der unter der Oberfläche glimmende ſtille Kampf
um die Oelfelder der Welt” die Blicke Amerikas nach dem Orient
lenken ließ, dennoch ſtimmte es der von dem amerikaniſchen
Bot=
ſchafter Child zu Beginn der Konferenz abgegebenen Erklärung
zu, in der dieſer neben der traditionellen Forderung der
amerika=
niſchen Politik, dem Schutz der Minderheiten, die wirtſchaftliche
Eleichberechtigung aller Länder in der Türkei verlangte. Dieſe
Erklärung galt allen Konferenzteilnehmern, richtete ſich aber
ins=
beſondere gegen Frankreich und Italien, die beſondere Verträge
mit den Regierungen von Angora und Konſtantinopel
abge=
ſchloſſen hatten. So ſpielte Amerika geſchickt die Rolle des
Un=
harteiiſchen; aber alle Konferenzteilnehmer wußten, daß unter
dem Schlagwort „wirtſchaftliche Gleichberechtigung” ſich ſein
Oel=
hunger verbarg. Ueberhaupt wurde das Wort Oel peinlich
ver=
mieden. Monatelang ſprach man nur von dem Moſſulgebiet und
ſeinen Bewohnern — obwohl nur die Oelfelder gemeint waren —,
und als am 23. Januar 1323 Lord Curzon erſtmals das Wort
Petroleum ausſprach, geſchah es nur, um zu beſtreiten, daß die
Oelfelder etwa mit ſeinen Argumenten zu tun hätten. „Ich weiß
nicht, wieviel Oel in der Nachbarſchaft Moſſuls iſt”, ſo ſprach
der alte Heuchler, „und ob es mit Nutzen ausgebeutet werden
kann: England hat nur ſein der Regierung des Irak gegebenes
Wort einzulöſen.” In Wirklichkeit aber war Englands Ziel
guch hier die Sicherung ſeines aſiatiſchen Weltreiches. Die Türkei
aber fordert die ſtaatliche Anerkennung der neugeſchaffenen
natio=
nalen Türkei; und ſie fordert ferner den Verbleib von Moſſul
in türkiſchem Beſitz. Es kam ihr dabei weniger auf den Beſitz
der Petroleumfelder an (zu deren alleiniger Ausbeutung ſie doch
nicht imſtande war), als auf den Beſitz der Stadt Moſſul und des
Vilajets. Dies aber lehnte England kategoriſch ah unter
Be=
rufung auf das ihm vom Völkerbund übertragene Mandat.
Es würde zu weit führen, die einzelnen Phaſen dieſer
Kon=
ferenz, die an Spannungen reich war und bei der viele
Ver=
handlungen hinter den Kuliſſen ſtattfanden, eingehend zu
ſchildern.
Von entſcheidendem Einfluß auf den Gaug dieſer
Verhand=
lungen war die Haltung Amerikas, und die beiden
Reparations=
konferenzen in London Dezember 1922 und in Paris Aufang
Januar 1923. Hier traten die engliſch=franzöſiſchen Gegenſätze
wieder zutage; die Rückwirkung in Laufanne blieb nicht aus.
Mit dem Einmarſch der Franzoſen in das Ruhrgebiet verſtärkte
ſich der Widerſtand der Türken. Frankreich trieb ſein altes Spiel.
Während es äußerlich an der Einheitsfront der Alliierten
gegen=
über der Türkei feſthielt, ſtärkte es hinter dem Rücken Englands
die Türken in ihrer unnachgiebigen Haltung; ihre Abſicht dabei
war, England an der Ruhr nachgiebiger zu machen. Je ſtärker
der Widerſtand nun an der Ruhr wird, um ſo größer werden die
Schwierigkeiten in Lauſanne. Und am 4. Februar 1923 wird
die Konferenz nach 4½monatiger Dauer ergebnislos
abge=
brochen; Poincaré hat ſein Ziel erreicht: Er will England im
Orient ſo lange beſchäftigen, bis er im Ruhrgebiet Deutſchland
gegenüber ſich durchgeſetzt hat. Er ſpielt alſo wieder einmal den
Orient gegen Rhein und Ruhr aus. Aber er hatte ſich doch
verrechnet. Poincarés Doppelſpiel wurde in London durchſchaut.
Rückſichtslos enthüllte Curzon die ganze Hinterhältigkeit der
franzöſiſchen Politik. England hielt an ſeiner Politik feſt, und
Poincaré kapitulierte!
Am 23. April wurden die Verhandlungen in Lauſanne
wie=
der aufgenommen. Diesmal ſind die Oelintereſſenten aus aller
Welt vertreten, unter ihnen ſind beſonders ſtark die Amerikaner
vertreten. Wiederum ziehen ſich die Verhandlungen monatelang
hin. Diesmal kommte eine Einigung zuſtande: England ſiegt,
und der Traum Frankreichs, im Orient ein Gegenſpieler
Eng=
lands zu bleiben, iſt zu Ende; alle Vorteile, die ihm der
Angora=
vertrag von 1921 gebracht hat, ſind wieder eingebüßt. England
dagegen bringt eine volle Ernte in die Scheunen. Der
Welt=
krieg iſt nicht umſonſt geführt. England bleibt im Beſitz ſeines
ungeheuren vorderaſiatiſchen Landgewinns — Meſopotamien,
Paläſtina und der Hedſchas —, die Landbrücke nach Indien iſt
hergeſtellt. Und was im beſonderen das Moſſulgebiet anlangt,
ſo erklärt Artikel 3 des Vertrages, daß die Grenze zwiſchen der
Vgl. Nr. 328, 329, 332, 333.
Dienstag, den T. Dezember 1926
Nummer 339
Geite 2
Türkei und dem Frak (ein Königreich von Englands Gnaden,
das das Moſſulgebiet erhalten ſoll) innerhalb neun Monaten
geregelt werden ſoll. Falls es zu einer Einigung nicht kommt,
ſoll der Völkerbund entſcheiden.
Die Folgezeit lehrte, daß eine gütliche Einigung zwiſchen
England und der Türkei zunächſt nicht möglich war. Erſt durch
den Völkerbund wurde am 16. Dezember 1925 eine Entſcheidung
erzielt, nachdem im Frühjahr 1925 ein wahrſcheinlich von der
Oelmacht Amerika inſzenierter Kurdenaufſtand niedergeſchlagen
worden war: Das Moſſulgebiet wird dem Frak zugeſprochen
und ſteht ſomit jetzt unter britiſchem Einfluß. Das iſt ein ganz
gewaltiger Erfolg. England verfügt nun über das
Petroleum=
vorkommen — allerdings mit kapitaliſtiſcher Beteiligung anderer
Länder — in einem Gebiete, das von Oſteuropa über
Meſopo=
tamien, Perſien, Britiſch=Indien, Niederländiſch=Indien über den
Stillen Ozean nach dem weſtlichen und zentralen Amerika zieht.
Wahrlich, England iſt jetzt wohlgerüſtet für den Kampf um
Aſien, ſür den neu aufſteigenden ruſſiſch=engliſchen Gegenſatz
im Orient.
Und Amerika? Selbſtverſtändlich iſt auch es nicht leer
aus=
gegangen. Der weitſchauende Petroleumgewaltige Sir John
Cadman von der Anglo=Perſian, eine der Hauptperſönlichkeiten
von Lauſanne, hat es verſtanden, den Widerſpruch der
Ameri=
kaner zum Schweigen zu bringen. Durch das ſogen. Gentleman’s
Agreement — Petroleumfriede — erhalten die amerikaniſchen
Gruppen einſchließlich der Standard Oil (auf Drängen der
bri=
tiſchen Regierung) von der Anglo=Perſian einen 25prozentigen
Anteil der Aktien der Türk. Petr. Die reſtlichen 75 Prozent ſind
derart verteilt, daß die Franzoſen (Comp. Frangaiſe des
Pé=
troles) 25 Prozent und die beiden engliſchen Geſellſchaften
Anglo=Perſian und Royal Dutch=Shell zuſamen 50 Prozent
haben.
4. Die Konferenz in Genua 1922.
Auch dieſe Konferenz ſtand im Zeichen des Petroleums. Und
das iſt mit der Hauptgrund, weshalb ſie ergebnislos verlief,
ſoweit ſie die Regelung des Verhältniſſes Weſteuropas zu
Ruß=
land betraf. Die Petroleummächte konnten ſich über die
Petro=
leumfelder von Baku und Grosny nicht einigen, und deshalb
konnte die Frage des Wiederaufbaues von Rußland nicht
ent=
ſchieden werden.
Rußland ſpielt nämlich als Rohölproduzent in der
Weltwirt=
ſchaft eine ganz bedeutende Rolle; und in der Zukunft wird ſein
Einfluß noch größer ſein. Sein Erdölreſervoir iſt noch ſehr groß;
nur ein kleiner Teil iſt in der Ausbeutung begriffen. So iſt das
Uralgebiet ſehr naphthareich; ferner Georgien, Kuban, Schwarz=
Meer=Gebiet, Schikorſteppe u. a. Ausgebeutet wird bis jetzt im
weſentlichen Baku und Grosny.
Dieſe beiden Gebiete ſpielten und ſpielen eine bedeutſame
Rolle in der Weltpolitik der letzten Jahre.
Vor dem Krieg lag die Ausbeutung dieſer Petroleumfelder
in den Händen einer großen Anzahl zum Teil kleinerer
amerika=
niſcher, britiſcher, ruſſiſcher und franzöſiſcher Geſellſchaften, aus
denen ſich langſam große Gruppen herausbildeten. Beſonders
traten ſich amerikaniſches und engliſches Kapital entgegen. Sie Amerika—Frankreich-Belgien — gegenüber; dieſe proteſtierten
beide und mit ihnen die ruſſiſche Petroleumförderung überhaupt gegen das Vorgehen Englands. England trat den Rückzug an.
erhielten einen empfindlichen Schlag durch die ruſſiſche
Revo=
lution und das dann folgende Sowjetſyſtem. Die geſamte Erdöl= in dieſer Hinſicht ergebnislos abgebrochen; England lud
darauf=
induſtrie wurde nationaliſiert und der geſamte Beſitz enteignet.
Alle Vorkriegskonzeſſionen wurden aufgehoben. Die Wirkung / Haag ein. Es kam zu einer Verſtändigung zwiſchen der Standard
der Sozialiſierung — eine deutliche Lektion für die
Wirtſchafts=
tion ging faſt auf die Hälfte zurück. Die ruſſiſchen Machthaber, nicht allerſeits gehalten. Neue Schwierigkeiten tauchten auf. Der
ſahen ein, daß ihr Syſtem falſch war, und ſie ſahen ferner ein, Oelhunger der Mächte iſt eben zu groß; einer ſucht den anderen
daß ohne Mitwirkung des ausländiſchen Kapitals ein
Wieder=
aufbau der ruſſiſchen Petroleuminduſtrie unmöglich war. Vor= immer mehr zu einem weltpolitiſchen Faktor erſten Ranges,
zu=
ſichtig trat man mit den Petroleummächten in Verhandlungen
ein, zunächſt mit der Royal=Dutch=Shell=Co. Dieſe Geſell= tſcherin!
ſchaft war beſonders finanzkräftig (hatte ihr doch die engliſche
Regierung einen großen Teil ihrer Kriegsgewinnſteuer zum
Zwecke der Erwerbung neuer Petroleumfelder erlaſſen), außer= ruſſiſchen Frage. Für den Fall der Uebernahme der ruſſiſchen
der ruſſiſchen Petroleumwirtſchaft inne. Bereits 1920 hatte dieſe der R. D. S. und 40 Prozent der St. O. unter Ausſchließung der
Geſellſchaft Konzeſſionen in Sowjetrußland erhalten.
dem hatte ſie ſchon lange vorher eine beſondere Stellung inn dieſem Abkommen die franzöſiſch=belgiſchen Intereſſen nicht wei=
Konzeſſionen zu einem engliſchen Monopol erweitert werden, ihre Forderungen entſchädigt werden. Bis jetzt iſt allerdings
Als aber die Nachricht von einem Vorvertrag zwiſchen Rußland
und der R. D. S. auf der Konferenz in Genua bekannt wurde, geführt wird, hängt von der innerpolitiſchen Entwickelung
Ruß=
vorher erklärt, mit den geſamten Auslandsintereſſenten zu= dauert in der Gegenwart das Ringen der Großmächte um die
ſammenarbeiten zu wollen. Sowohl Frankreich, Belgien, als
auch Amerika betrachteten ſich als benachteiligt. Denn die Stan= 14. Juni 1926, Nr. 274.) Ein Urteil über die augenblickliche Lage
dard Oil hatte mittlerweile die Kontrolle über die vormaligen abzugeben iſt ſchwer, da die Petroleumpolitik trotz des demo=
Aktienpakete erworben (zum Teil von ruſſiſchen Flüchtlingen in jeden Fall iſt die Stellung der Standard=Oil keine ungünſtige. Aber
Paris).
verſtändige ſelbſtverſtändlich in Genua anweſend waren, nunmehr, den großen Oelkonzerne kommen, ſo wäre ein weiterer wichtiger
offiziell auftrat. England ſah ſich einer geſchloſſenen Front — Schritt zur angelſächſiſchen Weltherrſchaft getan! (Schluß folgt.)
Vom Tage.
Die deutſch=tſchechiſchen
Handelsvertragsver=
handlungen ſind am Samstag auf einige Zeit unterbrochen
worden, um den beiderſeitigen Delegationen Gelegenheit zu geben, die
noch erforderlichen Erhebungen durchzuführen.
Für kommenden Freitag hat der Reichsverband der deutſchen
In=
duſtrie zu einer Sitzung des Präſidiums einberufen, auf der
wahrſchein=
lich die deutſch=engliſchen Induſtriellen=
Verhand=
lungen Hauptgegenſtand ſein werden.
Der Reichskanzler empfing in Anweſenheit des
Staats=
ſekretärs in der Reichskanzlei Dr. Pünder den Volkskommiſſar der
Sow=
jetunion Tſchitſcherin und den Botſchafter Kreſtinski zu einer
längeren Ausſprache
Die ſaarländiſche Abordnung, iſt unter Führung des
Kommerzienrats Röchling in Genf eingetroffen.
Wie wir erfahren, ſtehr die Unterzeichnung eines
Zuſatz=
protokolls zum deutſch=italieniſchen
Handelsver=
trag vom Jahre 1925 bevor.
Das „B. T.” beſtätigt die Mitteilung mehrerer Montagsblätter, daß
ſein Chefredakteur Theodor Wolff ſeinen Austritt aus
der Reihe der eingeſchriebenen Mitglieder der Deutſchen
Demo=
kratiſchen Partei, deren Mitbegründer er iſt, angemeldet hat.
Bei der geſtrigen ſchweizeriſchen Nationalrat=
Prä=
ſidentenwahl wurde Nationalrat Maillefer (Radikaler)
mit 115 Stimmen gegen Grimm (Sozialer) mit 53 Stimmen gewählt.
Der italieniſche Miniſterrat hat die Schaffung von
17 neuen Provinzen beſchloſſen, darunter einer Provinz
Bozen, welche die Bezirke Bozen, Brigen und Meran umfaßt, einer
Provinz Görz, einer Provinz Aoſta, einer Provinz Vareſe uſw.
Zur Fasciſtiſierung der Sportvereine und ihrer
Tätigkeit iſt das Olympiſche Komitee in Italien der
Faseiſti=
ſchen Parteileitung unterſtellt worden, die in Zukunft jede
ſportliche Tätigkeit überwachen und leiten wird.
Auf Vorſchlag Muſſolinis hat der Miniſterrat von
Neujahr an die Einführung einer progreſſiven Steuer für
alle Junggeſellen vom 25. bis 65. Lebensjahre beſchloſſen.
Augenblicklich finden in London wichtige Beſprechungen
zwiſchen der Sowjet=Petroleumorganiſation und Vertretern der
Stan=
dard Dil Company ſtatt, um der letztenen das Monopol für den
Verkauf und die Ausfuhr ruſſiſchen Petroleums
zu geben.
Wie verlautet, ſoll der franzöſiſche Geſandte in Athen
de Chambrun nach Bukareſt an Stelle des zum Tokioter
Botſchaf=
ter ernannten de Billy verſetzt werden.
Es iſt dem bulgaviſchen Finanzminiſter Moloff
ge=
lungen, die Anleihe für Bulgarien m England
abzu=
ſchließen.
Nach einer Meldung aus Konſtantinopel ſind die Difforenzen
zwiſchen der türkiſchen Regigrung und den
auslän=
diſchen Handelskammern beigelegt worden. Die
Handels=
kammern werden ihre Tätigkeit wie früher fortſetzen, jedoch unter einem
tuirkiſchen Namen.
Die Vollziehung des Vertrages unterblieb. Die Konferenz wurde
hin die Amerikaner zu einer beſonderen Oel=Konferenz nach dem
Oil und der Roval=Dutch=Shell und dem Syndikat
Franco=
politiker der Sozialdemokratie — blieb nicht aus. Die Produk= Belge. Allein die getroffenen Vereinbarungen wurden indeſſen
zu übervorteilen. So werden die ruſſiſchen Petroleumfelder
mal in der Hand des fähigen ruſſiſchen Außenminiſters Tſchi=
Im Mai 1924 kommt es zu einer neuen Verſtändigung der
R. D. S. und der St. O. über ein gemeinſames Auftreten in der
dem hatte ſie ſchon lange vorher eine beſondere Stellung in Erdölinduſtrie durch das ausländiſche Kapital ſollen 60 Prozent
übrigen Privateigentümer zufallen. Bemerkenswert iſt, daß in
In den Tagen der Konferenz von Genua nun ſollten dieſe ter mehr berückſichtigt werden. Sie ſollen gegebenen Falles für
dieſer Vertrag nicht zur Ausführung gekommen; ob er je
aus=
ſchlug das wie eine Bombe ein, hatte doch die Räteregierung kurz lands und von der allgemeinen Weltlage ab. Auf jeden Fall
ruſſiſchen Petroleumfelder fort. (Siehe Fftr. Zig. vom
Nobel=Intereſſen erworben, ebenſo hatten Frankreich und Belgien kratiſchen Zeitalters hinter den Kuliſſen betrieben wird. Auf
Royal=Dutch=Shell iſt auf dem Plan! Sollte es je tatſächlich
Die politiſche Folge war, daß Amerika, deſſen Petroleumsſach= zu einem Erfolg und zu einer wirklichen Verſtändigung der bei=
Proteſterklärung
zum Arbeitsgerichtsgeſetz.
Der „Juriſtiſchen Wochenſchrift” entnehmen wir folgende
Proteſt=
erklärung des Deutſchen Anwaltwveneins und des Deutſchen
Richterbun=
des zum Arbeitsgerichtsgeſetz:
Die deutſchen Richter und Rechtsanwälte ſind ob des Verlaufs der
Beratungen über den Entwarf eines
Arbeitsgerichts=
geſetzes aufs tiefſte beſtürzt.
Wir verkennen durchaus nicht, daß bei der Einrichtung der künftigen
Arbeitsgerichte die ſozialen Erforderniſſe und Auswirkungen zu
prü=
fen und zu beachten ſind. Wir halten es aber für unerträglich, daß der
Entwurf, der nichts anderes iſt als ein Gerichtsverfaſſungs= und
Prozeß=
geſetz, lediglich unter dieſen ſozialpolitiſchen Geſichtspunkten
aufgeſtellt und behandelt worden ſt. Das hat zur Folge gehabt, daß
die Bedürfniſſe der Rechtspflege: die Rechtseinheit und
die Rechtsſicherheit, das Anſehen der Gerichte und die Autorität des
Richterſpruches, ſo gut wie ganz außer Betracht
geblie=
ben ſind.
Dieſer ſchwere Fehler in Anlage und Methode hafte dem Entwurfe
von Haus aus an, ihn hat auch der Reichstag bei der Behandlung des
Entwurfs nicht vermieden. Denn er hat dieſen Juſtizgeſetzentwurf nicht
ſeinem Rechtsausſchuſſe, ſondern dem Ausſchuſſe für ſoziale
Angekegen=
heiten überwieſen, der die Vorſchläge an den Geſetzgeber mach ihrer
ſozialpolitiſchen Bedeutung zu prüfen hat, der aber weder nach ſeiner
Aufgabe noch nach ſeiner Zuſammenſetzung geeignet erſcheint, bei fener
Prüfung auch die Bectürfniſſe der Rechtspflege zu beachten und zu
wahren,
So iſt es denn gekommen, daß die ſchweren Mängel, die der
Ent=
wurf von Anfang an auſvies, im Laufe der Ausſchußberatungen noch
verſchärft, ihnen auch neue Mängel hinzugefügt worden ſind.
Schon gegenüber dem Regierungsentwurfe hatten Richterſchaft und
Anwaltſchaft in vollſter Einmütigkeit der Herauslöſung der
Arbeits=
gerichtsbarkeit aus dem beſtehenden einheitlichen Organismus der
Ge=
richtsverfaſſung entſchieden widerſprochen, weil ſie von ihr eine
Ver=
ſchleclterung auf beiden Gebieten, ſowohl in der ordentlichen als in der
Arbeitsgerichtsbarkeit, befürchten. Dieſe Befürchtungen verdichten ſich
zur Gewißheit angeſichtz der hartnäckigen Beſtrebungen, das Gebiet der
Arbeitsgerichtsbarkeit zu enweitern und den Arbeitsgerichten auch die
Zuſtändigkeit für Angelegenheiten zu übertragen, die mit Arbeitsrecht
nichts zu tun haben. So wird der ordentlichen Gerichtsbarkeit das
Nückarat gebrochen, die Arbeitsgerichtsbarkeit aber mit Aufgaben
be=
laſtet, die ſie, wichtigſter Garantien unabhängiger Rechtspflege abſichtlich
entkleidet, wicht erfüllen kann. Zudem wird eine Fülle von Bweifeln
über die Abgrenzung der Zuſtändigkeit der beiden Gerichtsarten
un=
ſicherheit und Mißtrauen erzeugen.
Dieſe Bedenken der geſamten praktiſch tätigen Juriſtenſchaſt
er=
halten verſtärktes Gewicht aus der Faſſung, die der Entwurf im
Aus=
ſchuſſe erhalten hat. Es handelt ſich nicht mehr nur darum, daß das
Geſetz den rechtsgelehrten Richter und den rechtsgelehrten Anwalt aus
der Arbeitsgerichtsbarkeit mehr oder minder hinausdrängt; nach der
neuen Faſſung wird das Recht ſelbſt in dieſen „Gerichten” kaum mehr
eine Stätte haben!
Statt der von allen Sachverſtändigen geforderten völligen
Ein=
fügung der Arbeitsgerichte in Organiſation der ordentlichen Gerichte iſt
planmäßige Aasgliederung aus der Juſtizverfaſſung erfolgt.
Bei der Zuſammenſevung der Gerichte iſt das Endziel der völligen
Aus=
ſchaltung des rechtsgelehrten Nichtertums bedrohlich nahegerückt, die
Beteiligung des Laienelements erweitert worden. Die Umgnenzung des
Perſonenkreiſes, aus dem die Laienrichter entnommen werden, iſt durch
das Mittel der Vorſchlagsliſten in die Hand der wirtſchaftlichen
Ver=
einigungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer gelegt worden. Die
Ausſchaltung der Amwaltſchaft iſt nahezu durchgeführt; ſelbſt der
vom Entwurfe im Intereſſe einer gedeihlichen Nechtſprechung noch
vor=
geſehene Anwaltszwang für die zweite Inſtanz iſt durch die
Ausſchuß=
beſchlüſſe tatſächlich beſeitigt worden. So werden die Arbeitsgerichte zu
Organen gebildet, in denen rechtswiſſenſchaftliche Vorbildung und
rechts=
praktiſche Erfahrung einen Boden nicht wehr haben, Unabhängigkeit
und Unparteilichkeit des Richterſpruches durch wirtſchaftliche und
poli=
tiſche Bedingtheit euſetzt werden, Veranwortungsgefühl und
Standes=
zucht der berufsmäßigen Rechtsvertretung dem Spiele ungeeigneter oder
gebundener Intereſſenvertretung woichen müſſen. Selbſt vor dem
höch=
ſten Gerichte macht dieſer Anſturm gegen das Sachverſtändigenelement
in der Rechtspflege nicht halt: auch in den Reichsarbeitsgerichtsſenaten
foll das Laienelement überwiegen, und dieſe mit Laien beſetzten Senate
ſollen im Reichsgerichte, auch in ſeinem Plenum, in völliger
Gloich=
ſtellung mit den Zivilſenaten wirken.
Dies iſt das geradezu erſchütternde Bild, das die Beſchlüſſe des
Reichstagsausſchuſſes ergeben. Und ihm droht noch ſtärkere Verzerrung,
wenn es richtig iſt, daß für die Fortſetzung der Beratungen weitere
An=
träge mit gleichen Zielen zu erwarten ſind, wie namentlich zur
Vorſtär=
kung des Einfluſſes der Organiſationen der beteiligten Intereſſenkreiſe
auf Richterauswahl und Gerichtstätigkeit.
Die deutſchen Richter und Rechtsanwälte als die Hüter der
Nechts=
pflege und die Diener am Recht ſind ſich der ſchweren Verantwortung
voll bewußt, die ſie durch Schweigen in dieſem Schickſalsaugenblicke auf
ſich laden würden. Einem der wichtigſten Fundamente
des Staates droht Einſturz.
Wir fordern deshalb in letzter Stunde, daß dieſe ungeheuerliche
Ge=
fahr durch entſchloſſenes Eingreifen abgewendet wird. Wir erheben
Einſpruch gegen die bisherige Art der Behandlung, die dem
Ent=
wurfe durch die Reichsregierung und durch das Parlament zuteil
ge=
worden iſt, und verlangen, daß an der weiteren Arbeit in allen
ver=
faſſungsmäßig damit befaßten Inſtanzen die für die Materie
ſachver=
ſtändigen Juriſten maßgebend beteiligt werden. Dem Herrn
Reichsjuſtiz=
miniſter als dem Verwalter der deutſchen Rechtspflege obliegt die Pflicht,
ſich mit der ganzen Kraſt ſeines, hohen Amtes einzuſetzen, um die
deutſche Rechtspflege von dem Abarunde zurückzureißen, an deſſen Rand
ſie heute — am Vorabend der Feier fünfzigjähriger Bewährung des
großen Werkes des Jahres 1879 — geführt worden iſt.
*Winterliche Völkerbund=Tagung.
Von George Popoff.
Genf, den 4. Dezember 1926.
Völkerbund im Schnee! Es gibt Leute, die ſich ein Bild mit
dem Titel „Friede auf Erden” nicht anders als in Geſtalt einer
Schneelandſchaft vorſtellen können; verſchneite Felder, verſchneite
Hütten, hie und da ein blinkendes Lichtlein, St. Nikolaus im
Vordergrunde und ganz in der Ferne — die verſchneiten Hügel.
und Wälder . . . Dieſe Leute, ſollten ſie außerdem noch
Völker=
bundenthuſiaſten ſein, hätten nun allen Anlaß, an „Genf und
Umgebung” ihren Gefallen zu finden: das Palais der Nationen
iſt allerdings nicht mit Schnee bedeckt, und der glattraſierte
eng=
liſche Portier am Eingang hat von St. Nikolaus eine nur ſehr
entfernte Aehnlichkeit, aber die Hügel und Wälder ringsumher
ſind kräftig verſchneit, es liegt der „Duft des Winters” in der
Luft, und über allem ſchimmert lieblich und traut — — der
Stern des Friedens!
Es mag unverbeſſerliche Skeptiker geben, die dieſe Zeilen nur
mit ungläubigem Lächeln leſen und vielleicht behaupten werden,
den Stern des Friedens nirgends ſehen zu können — ſo ſehr ſie
auch die Hälſe nach ihm ausrecken wollten . . . Wir Genfer (ich
lebe nun ſchon ſo lange in Genf, daß ich mir mitunter ganz wie
ein biederer „Citoyen de Genére” vorkomme . . .) ſind aber von
Berufswegen (wir Genfer können ohne den Völkerbund — — und
die vielen Fremden nicht mehr leben . . .) Optimiſten, und vor
allem ſind wir — geſchult durch Calvin, Rouſſeau, Voltaire und
Madame de Stacl — gewohnt, alles von der philoſophiſchen,
ſo=
zuſagen von der relativen Seite zu betrachten. Und relativ
be=
trachtet — ſcheint über Genf der Friedensſtern zu ſchweben! Man
braucht nur dies und ienes miteinander zu vergleichen. Zum
Bei=
ſpiel Anno 1926 mit Anno 1920, als — ebenfalls bei Schnee und
Kälte und ebenfalls Anfang Dezember — ſich hier zum erſtenmal
in der Geſchichte der Menſchheit eine Verſammlung organiſierte,
die ſich — damals — etwas zu dogmatiſch, etwas zu theatraliſch,
etwas ſehr übertrieben — — „Bund der Völker” nannte! Ein
unfriedlicher, ſcharfer Kriegswind heulte den Genfer Gäſten
da=
mals noch um die Ohren, und ſchlimme Flüche waren es, die ſich
mit den ſalbungsvollen Friedensreden disharmoniſch vermengten
und eine gar üble Muſik hervorbrachten ..."
Aber das war einmal . . . Wozu heute in die Weite
ſchwei=
fen ... Anno 1920 iſt vergeſſen, verſchwunden, verſchneit, und
aus dem vielen Schnee des Zeitlichen, der auf dieſem und
man=
chen anderen üblen vergangenen Jahren ruht, werden ſie,
gott=
lob, ſich nie mehr aufraffen können. Bereits heute meſſen „wir
Genfer”, die wir Zeugen der ſich hier abwickelnden Zeitereigniſſe
waren, unſere Vergleiche nicht mehr nach Jahren. Die Zeit geht
ſchnell . . . Auch Monate dürften genügen: März, Juni,
Septem=
ber und — Dezember! Im März — Lenzeshoffen und
Frühlings=
ſtürme, dann bitterböſe Märzes Iden und ſchließlich Monſtre=
Katzenjammer von 54 Völkerſchaften . . . Im Juni — langſames,
bedächtiges Ringen des Sommers und weiſes Regeln aller
bra=
ſilianiſch=ſpaniſchen Kalamitäten . . . Im September —
jubilie=
rendes Pflücken, ſattes, wohlverdientes Genießen überreifer
Früchte und — — des guten Weines aller Reben zeugender
Län=
der dieſer herrlichen, bunten Welt dazu . . . Heute, am Ende
des=
ſelben einen Jahres? Kein lenzhaftes Stürmen, kein
ſommer=
liches Reifen, kein herbſtliches Genießen, aber dafür — Alltag,
Arbeit und Ruhe, nach Drängen, Ringen und Feiern. Wie nennt
man dieſen Zuſtand der Entſpannung? — Friede auf Erden!
Und alſo — zuverſichtlich, unbekümmert und ſtumm leuchtet der
„relative”, Friedensſtern über dem winterlichen Genf, den
un=
verbeſſerlichen Sleptikern zum Trotz
Das Gewand des Friedens iſt weiß und rein, aber nicht
prunkvoll iſt es, und ganz wie ein gewöhnliches Alltagskleid ſieht
es aus. Da wir nun bei den bildlichen Vergleichen ſind — nicht
allein die einſt fiſtliche Natur ringsumher, nicht die grünen
Hügel, die Berge, die Wälder haben ſich verändert; die Stadt —
ebenfalls! Dieſe „Stadt des Völkerbundes” macht nun einen
ganz anderen Eindruck als ſonſt: es fehlt die Jubelſtimmung des
Herbſtes, es fehlt die „post funerale”‟=Stimmung des Frühlings,
das, was man hier nun überall ſieht — iſt, nach langen Jahren
des Kampfes und des Erregens, endlich — — etwas wie
fried=
licher Alltag . . . In allem. Das gewöhnliche „Völkerbund=
Bild” iſt nicht mehr: keine flatternden, bunten Fahnen auf den
Hoteldächern, keine flanierenden eleganten Diplomaten und
Tou=
tiſten auf den Boulevards, keine flüſternden, haſtenden
Preſſe=
männer auf den zahlreichen Genfer Seufzerbrücken Nur der
See bietet etwas Neues, er iſt über und über beſät mit grauen
und weißen Möven, die zu Tauſenden plötzlich von irgendwoher
gekommen ſind, ſich willig von „uns guten Genfern” füttern
laſ=
ſen und im übrigen luſtig auf den grauen Wellen des Genfer
Sees herumflattern und herumhüpfen — eine weiß=graue, etwas
bewegte Maſſe, weiß=grau wie die Häuſer und Bäume, wie der
Himmel und die Berge, wie dieſe ganze, fragilſtem Kopenhagener
Porzellan gleichende Natür dieſer immer hübſchen, aber immer
etwas langweiligen und heute ſo diſtinguiert=grauen Stadt .
„Mais, aue voulez-vaus? (est la paix . . .", ſagt ein Jemand,
den ich auf der Brücke treffe, und ein ſchrecklicher Verdacht ſteigt
in mir auf: was, wenn nicht weiß die Farbe des Friedens iſt,
ſondern einfaches, alltägliches Grau, wie das Grau dieſer zarten,
feingetönten Paſtell=Landſchaft, und das ganze ebenſo
zerbrech=
lich wie das koſtbare, grazil geformte, faſt durchſichtige
Kopen=
hagener Porzellan . . .?
Dieſelbe ſehr friedliche, alltägliche, etwas allzu graue
Stim=
mung herrſcht im Palais der Nationen. Noch ſind die
Haupt=
darſteller (um, wie es öfters üblich, von der „Ligue” im Tone
einer Theaterkritik zu ſprechen . . .) nicht arriviert, aber die
„zweite Garnitur” iſt hier bereits verſammelt: Lord Ceeil — ſtatt
Chamberlain, Paul=Boncour — ſtatt Briand, Herr von Bülow
— ſtatt Streſemann uſw. Noch tagt nicht der Rat, aber es tagt
bereits die „Ratskommiſſion” (nur ganz Spitzfindige unter den
Preſſemännern können den Unterſchied zwiſchen beiden wirklich
exakt definieren . . .), ſozuſagen — Generalprobe auf die
Rats=
tagung! Etwas langweilig, wie bei allen Proben. Nur die
Ja=
paner und Chineſen, die verdächtigerweiſe wieder mit zahlreichen
„militäriſchen Sachverſtändigen” erſchienen ſind, amüſieren ſich
gut und lächeln freundlich. Aber von dieſen Leuten ſagt man,
daß ſie auch dann zu lächeln pflegen, wenn ihnen mitunter gar
nicht danach zumute iſt . . . Hoffentlich hat nun die Anweſenheit
der Herren „Sachverſtändigen” nichts Uebles zu bedeuten, denn
dieſe Säbelmänner zerhauen mit Vorliebe wie Kopenhagener, ſo
auch chineſiſches und alles andere Porzellan. Darum iſt es gut,
daß ihrer, wenn auch viele, ſo dennoch in dieſem Glaspalaſt der
Völker bisher nie die Mehrzahl geweſen iſt und hoffentlich nie
ſein wird .. ."
Beim Verlaſſen des Völkerpalais fällt auf, daß alle
Litfaß=
ſäulen, Zäune und Anſchlagmauern mit endloſen Plakaten
be=
klebt ſind, auf denen man von weitem nur zwei Worte
unter=
ſcheiden kann: „Oui” und „Non”. Auf einem Plakat ſiebenmal
„Oui, oui, oui . . .", auf dem anderen zehnmal „Non, non.
non . . ." und ſo in einem fort. Es ſtellt ſich heraus, die guten
Genfer haben übermorgen, juſt am Tage des Zuſammentritts
des Völkerbundsrates, ſich über zwei Dinge ſchlüſſig zu werden
— erſtens, ob in der Schweiz ein Getreidemonopol eingeführt
werden ſoll, und zweitens, ob Herr Robert Grimm, ein gar böſer
Sozi, zum Präſidenten des Schweizer Parlaments zu wählen iſt
oder nicht? Mich perſönlich regt das ſehr wenig auf, woraus ich
Nummer 339
Dienstag, den 7. Dezember 1926
Seite 3
Der Kampf gegen die Reichswehr.
Verhängnisvolle „Enthüllungen”
* Berlin, 6. Dezember. (Priv.=Tel.)
Alle Warnungen haben nichts genutzt. Der Kampfgegen
die Reichswehr geht mit unverminderter Schärfe von links
her fort. Der „Vorwärts” kann es ſich nicht verſagen,
geheimnis=
volle „Enthüllungen” wiederzugeben, die der „Mancheſter
Guar=
dian” bereits am Freitag gebracht hat. Sie bringen Einzelheiten
über angebliche unterirdiſche Beziehungen zwiſchen
Reichswehr und Rußland, die wohl zum Teil richtig
ſind, zum Teil aber ſchon bekannt waren und mindeſtens drei
Jahre zurückliegen. Wir wollen es dahingeſtellt ſein laſſen,
wie=
weit hier mit dem engliſchen Blatt ein Zuſammenſpiel
verab=
redet geweſen iſt. Daß aber eine deutſche Zeitung in größter
Aufmachung ſolche Geſchichten bringt, in dem Augenblick, wo der
Außenminiſter in Genf um den Abbau der Militärkontrolle
kämpft, iſt vollkommen rätſelhaft. Dem „Vorwärts” kommt es
offenbar darauf an, zwei Fliegen mit einer Klappe zu ſchlagen:
auf der einen Seite dem Reichswehrminiſter einen Hieb zu
ver=
ſetzen und auf der anderen Seite den Kommuniſten kriegeriſche
Gelüſte nachzuſagen. Damit hätte er aber ebenſogut noch vierzehn
Tage warten können, wenn eine offene Ausſprache über dieſe
Dinge der deutſchen Außenpolitik nicht mehr ſchaden konnte. Der
Reichsaußenminiſter hat ſchon vor vierzehn Tagen im Kabinett die
Erklärung zu Protokoll gegeben, daß er bei einer Fortſetzung
dieſer Hetze gegen die Reichswehr keine Möglichkeit habe, ſeine
außenpolitiſchen Ziele zu verwirklichen. Es iſt bedauerlich, daß
er das nicht in aller Oeffentlichkeit getan hat, vielleicht hätte dann
die Warnung etwas gefruchtet. Der ganze Kampf iſt umſo
zweck=
loſer, als ja auch den Sozialdemokraten nicht unbekannt iſt, daß
ger Reichswehrminiſter ſchon ſeit längerer Zeit daran iſt, durch
umfangreiche Perſonalveränderungen an den leitenden Stellen
der Reichswehr — wofür jetzt wohl der Rücktritt des Genevals
von Loßberg der Anfang iſt — das Geweſene zu liquidieren.
Beſprechungen über die Rheinlandbeſetzung.
Genf, 6. Dezember.
Unter den politiſchen Beſprechungen des heutigen
Nachmit=
tags ſieht man mit beſonderem Intereſſe einer Konferenz
ent=
gegen, die zwiſchen Chamberlain, Briand, Vandervelde und
Streſemann ſtattfinden wird und die ſpeziell der Frage der
Rheinlandbeſetzung gewidmet ſein ſoll. Auch Scialoja
wird offiziell an dieſen Beſprechungen teilnehmen, aber jedenfalls
heute nachmittag ſeinerſeits mit Chamberlain, Briand und
Van=
dervelde Einzelbeſprechungen haben, denen hier beſonders große / Hankau befinde, um an Ort und Stelle die Lage zu prüfen.
Bedeutung beigemeſſen wird. Die Beſprechung hat heute abend
6 Uhr in den Räumen des engliſchen Außenminiſters
Chamber=
lain im Hotel Beaurivage begonnen. Die Beſprechung der vier
Außenminiſter Deutſchlands, Englands, Frankreichs und
Bel=
giens mit dem italieniſchen Seuator Scialoja war um 8 Uhr
abends zu Ende. Nach ihrem Abſchluß wurde ein von den fünf
Teilnehmern unterzeichnetes Communigus veröffentlicht, das
be=
ſagt: „Wir ſind zuſammengekommen, um die bekannten Probleme
zu beſprechen. Wir ſind von den Fortſchritten, die in der heutigen
Beſprechung gemacht worden ſind, befriedigt. Die Beſprechungen
werden fortgeſetzt werden und wir hoffen, daß ein
Uebereinkom=
ien erzielt werden kann.”
Das von der deutſchen Delegation ausgegebene Communigus
hat folgenden Wortlaut:
„Die Vertreter der an den Rheinlandfragen
inter=
eſſierten Mächte haben heute gemeinſam die geſtern getrennt
ge=
führten Beſprechungen fortgeſetzt. Das Ergebnis dieſer
Be=
ſprechungkann als befriedigend angeſehen werden. Man
hofft, in weiteren Verhandlungen zu einem Abſchluß zu
gelangen.”
Die Feſiſtellungen der Botſchafterkonferenz.
Die Botſchafterkonferenz hielt heute vormittag erneut eine
Sitzung ab. Sie ſtellte feſt, daß die Reichsregierung ihre
For=
derungen, ſoweit ſie die Befeſtigungen von Königsberg, Küſtrin
und Glogau ſowie die Ausfuhr von Kriegsgerät betreffen, nicht
in ausreichendem Maße erfüllt hat und daß es noch weiterer
Zu=
ſicherungen der Reichsregierung zu dieſen beiden Gegenſtänden
bedürfe. Die Regelung der übrigen Streitfragen wurde als
be=
friedigend anerkannt.
Die Arbeiten des Finanzkomitees.
Das Finanzkomitee hat heute den öſterreichiſchen Plan für
die Verwendung der Anleihereſte im Betrag von 60 Millionen
Schilling, der von dem öſterreichiſchen Delegierten, Miniſter
Pflügel, vorgelegt wurde, nach kurzer Erörterung angenommen.
Die 60 Millionen ſind für beſtimmte produktive Anlagen
vorge=
ſehen, für die der Völkerbundsrat ein genaues Programm von
der öſterreichiſchen Regierung gefordert hatte.
Der chineſiſch=belgiſche Konflikt
vor dem Völkerbund.
China erklärt alle Verträge für abgeſchafft.
EP. Paris, 6. Dezember.
Dem Genfer Sonderberichterſtatter des „Temps” zufolge ſoll
der chineſiſche Delegierte beabſichtigen, den chineſiſch=belgiſchen
Konflikt unter Berufung auf den Artikel 11 des
Völkerbunds=
paktes vor den Rat zu bringen. In Kreiſen der belgiſchen
Dele=
gation ſehe man jedoch dazu keinen Grund, da Belgien der
chine=
ſiſchen Regierung zu beweiſen hoffe, daß ſie zur Kündigung des
chineſiſch=belgiſchen Vertrages kein Recht habe, und man der
An=
ſicht ſei, daß der Artikel 11 ſich nur auf eine Kriegsdrohung
beziehe.
Der Delegierte der chineſiſchen Regierung, Tſchao=
Hſing=
tſchu hat ſich dem hier eingetroffenen Delegierten der
nationali=
ſtiſchen chineſiſchen Partei gegenüber bereit erklärt, im Rat
keinerlei Stellung einzunehmen, die nicht von der
nationaliſti=
ſchen, ſogenannten Kantonregierung gebilligt wird. Die
Delega=
tion dieſer Regierung in Europa hat aus Paris unter dem
2. Dezember an den General=Sekretär des Völkerbundes ein
Schreiben gerichtet, in dem ſie in noch ſchärferer Weiſe als die
bisherige chineſiſche Regierung von Peking alle Verträge für
abgeſchafft erklärt und weiter ihren Standpunkt dahin
präzi=
ſiert, daß es ſich nicht darum handele, die Verträge zu
er=
neuern, ſondern ſie vollkommen zu beſeitigen. Alle
Verordnun=
gen der Pekinger Regierung werden für null und nichtig erklärt.
England und China.
Der parlamentariſche Sekretär des Foreign Office erklärte
heute im Unterhauſe auf eine an ihn gerichtete Frage über die
Lage in China, er könne mitteilen, daß die letzten Nachrichten
aus Hankau eine Beſſerung der Lage in der Stadt erkennen ließen.
Die Generalſtreiksdrohung ſei nicht zur Verwirklichung gekommen.
Der britiſche Konſul in Hankau habe ihm mitgeteilt, daß der
Streik in der japaniſchen Konzeſſion beigelegt worden ſei und
daß Verhandlungen im Gange ſeien, um alle anderen
Streitig=
keiten zwiſchen Arbeitgebern und Arbeitern beizulegen. Die
chine=
ſiſchen Behörden machten alle Anſtrengungen, um eine Beilegung
des Konfliktes zu erreichen. Unter dieſen Umſtänden ſei zu
hoffen, daß die in Hankau gelandeten britiſchen Marineſtreitkräfte
ſchon heute wieder an Bord ihrer im Hafen liegenden Schiffe
zu=
rückkehren könnten. — Der Sekretär beſtätigte weiter die
Nach=
richt, daß der engliſche Geſandte in China ſich auf dem Wege nach
Der konſervative Abgeordnete Locker=Lampſon fragte darauf
den Premierminiſter, ob es möglich ſei, eine Sitzung des
Unter=
hauſes noch vor den Weihnachtsferien der Diskuſſion der Frage
zu widmen, welchen Einfluß die Sowjets auf die gegenwärtigen
Unruhen in China ausübten. Baldwin erwiderte, da der britiſche
Geſandte in China bei den verſchiedenen chineſiſchen Führern eine
Enquete durchführe, könnte dieſe Debatte im gegenwärtigen
Augenblick ſchädlich ſein. Er fügte hinzu, daß er in Abweſenheit
Chamberlains ſelbſt die Geſchäfte des Foreign Office führe.
Der Marſch auf Hankau.
Nach einem Telegramm aus Schanghai wurde in Futſchau
wegen der Angriffe chineſiſcher Studenten gegen Handelshäuſer
eine Abteilung engliſcher Marine=Infanterie gelandet. Die
Stu=
denten haben ſich völlig der Verwaltung der Stadt bemächtigt.
Da die Kantonbehörden in Hankau ſechs chineſiſche Dampfer
be=
ſchlagnahmt haben, hat die chineſiſche Flußſchiffahrtsgeſellſchaft,
der dieſe Schiffe gehörten, beſchloſſen, den Dienſt der ihr
gehören=
den 22 anderen Dampfer auf dem Yangtſekiang vorläufig
einzu=
ſtellen. Die Armeen des Converneurs der Provinz Schantung
ſetzen ihren Marſch auf Hankau fort und rechnen damit, die Stadt
morgen wieder einzunehmen.
Die Folgen des engliſchen Kohlenſtreiks
ſerden ſich aller Wahrſcheinlichkeit nach auch dahin auswirken,
daß eine Erhöhung der bereits hoch belaſteten Einkommenſteuer
in England und im weſentlichen die Deckung des Defizits durch
Verbrauchs= und Luxusſteuern notwendig wird. Dieſe indirekten
Steuern dürften verkappte Schutzzölle auf kunſtgewerbliche
Gegen=
ſtände, Pelze, ausländiſche Handſchuhe, Textilien, Möbel, Salz
und Kleider ſein. Churchill läßt bereits in den ihm naheſtehenden
Zeitungen verkünden, daß das nächſte Budget in allen
Finanz=
kreiſen höchſt unbeliebt ſein werde. In hieſigen Finanzkreiſen
wird allerdings bezweifelt, ob es überhaupt möglich ſein wird,
das rieſige nächſtjährige Defizit, das mit dem Defizit des
laufen=
den Jahres von 40 bis 50 Millionen Pfund vorbelaſtet ſein
dürfte, ohne vorübergehende Einſtellung der Schuldenzinstilgung
und ohne Zölle auf Lebensmittel und Rohſtoffe, die einzigen
er=
giebigen Zollarten, decken zu können.
* Der neuſte Freundſchaftsvertrag.
Von unſerem +=Korreſpondenten.
Rom, Anfang Dezember.
In Italien werden die Ueberraſchungen nicht nur durch mehr
oder weniger heftige Attentate gewährleiſtet, ſondern auch durch
Maßnahmen friedlicher Geſinnungen, durch plötzliche
Freund=
ſchaftsverträge. Der heutige Ueberraſchungsſieg der
Muſſolini=
ſchen Politik iſt der höchſt merkwürdige Freundſchaftsvertrag mit
Albanien. Man muß zum „Verſtändnis” dieſes Ereigniſſes ſich
nur erinnern, daß gerade in den letzten Tagen der Aufſtand in
Albanien die italieniſchen Intereſſen gegenüber den jugoſlawiſchen
Einflüſſen verteidigen ſollte, um kopfſchüttelnd einzugeſtehen, daß
— paradox wie ſo vieles in Italien — das Ereignis
unverſtänd=
lich erſcheint.
Unverſtändlich aber nur, weil man bei der geheimen und
unter jeglichem Ausſchluß der Oeffentlichkeit ſich abſpielenden
Balkanpolitik Muſſolinis dem wahren Sachverhalt nur
ver=
mutungsweiſe nahe kommen kann. Auch die ſogenannten gut
unterrichteten Quellen können nur „Vermutungen” äußern. Denn
die wenigen Perſonen, die vielleicht die volle Wahrheit kennen,
müſſen ſchweigen, ſoweit ſie zu Muſſolinis Mitarbeitern gehören,
und die Mitſpieler in Albanien haben vermutlich Grund, auch
ihrerſeits zu ſchweigen. Nur in Belgrad wird man wohl genauer
über die Hintergründe unterrichtet ſein. Was man aber dort
er=
zählen wird, das dringt zunächſt nicht bis nach Rom herunter.
Die Verhältniſſe der letzten Wochen lagen doch folgendermaßen:
Der Einfluß Italiens in Albanien war ſeit dem Sturz Fan Nolis
gegenüber Jugoſlawien ins Hintertreffen geraten. Italieniſches
Geld und italieniſche Waffen hatten dann in ſteter Arbeit die
An=
hänger Fan Nolis wieder in den Stand geſetzt, gegen die
ab=
baniſche Regierung unter Achmed Zogul, der von Belgrad
ab=
hängig war, vorzugehen und mit dem neueſten Aufſtand zunächſt
deſſen Regierung ernſthaft zu bedrohen. Dann ſtellte ſich plötzlich
heraus, daß die jetzige albaniſche Regierung offenbar ſtärker war,
als man in Rom angenommen hatte, oder daß die von Belgrad
gelicferten Waffen und die franzöſiſchen Subſidien beſſer wirkten
wie die italieniſchen Hilfskräfte. „Muſſolini aber mußte auf alle
Fäll= für ſeine Politik im Balkan mit Albanien zu einem
Ab=
kommen gelangen, ſei es auf dem Wege der Gewalt und der
Re=
gierungsänderung, ſei es auf friedlichem Wege. Für die
italieni=
ſchen Pläne der nächſten Zukunft war die Beherrſchung der Abria
gerade vor der albaniſchen Küſte eine unbedingte Nowwendigkeit.
Es mag nun dahingeſtellt bleiben „ob der Aufſtand in Albanien
von italieniſcher Seite angeſtiftet wurde, um die Regierung
Al=
baniens für einen Freundſchaftsvertrag mürbe zu machen, oder
ob die Muſſoliniſche Lira in ſo hohen Beträgen i Tirana
um=
gelaufen iſt, daß der franzöſiſche Franken ſeinen Glanz verlor und
die jetzige Regierung ſich ſagte, daß auch ſie ebenſo wie einſt Fan
Noli ſchließlich italienfreundlich ſein könne. Die Hauptſache iſt
da unten im Balkan ſchon gar oft weniger die Ueberzeugung wie
die „Ueberredung” geweſen. Andererſeits aber iſt ſehr wohl
denkbar, daß Muſſolini bald geſehen hat, daß die
Aufſtandsbe=
wegung nicht durchdringen werde und daß er ſelbſt ſie hinterrücks
wieder abgewürgt hat, um zugleich durch den
Freundſchaftsver=
trag ſich wenigſtens formal in Albanien gegen Maßnahmen
Jugo=
ſlawiens zu ſchützen, die nach der adriatiſchen Küſte dangieren
könnten. Wie letzten Endes dieſe Zuſammenhänge waren, das
läßt ſich von Rom aus nicht entſcheiden. Darüber werden die
Herren in Belgrad beſſer Beſcheid wiſſen, und man wird heut
in Europa nördlich des Alpenwalles und der Donau ſchon beſſer
unterrichtet ſein wie im „ſonnigen” Süden.
Aber man kann hier wenigſtens aus einer Preſſeſtimme Troſt
ſaugen, aus dem Kommentar, das der „Corriere della Sera” zum
Friedensſchluß in Albanien in ſüßem Honigſeim aus den Spalten
ſeiner Zeitung hat träufeln laſſen. Der römiſche Vertreter des
Blattes, der offenbar inſpiriert iſt, ſchreibt nämlich unter anderm:
Der Freundſchaftsvertrag zeigt die Ziele und Methoden der
ita=
lieniſchen Politik: Politik der kommerziellen, kulturellen und
bürgerlichen Durchdringung, fern der überlebten Art nicht nur
einer Eroberung, ſondern ſogar der Hegemonie. Auf dem Balkan
will Italien ſich keine priveligierte Stellung ſichern, ſondern
im=
mer mehr die friedliche Baſis der eigenen Expanſion befeſtigen.
Das iſt ein vollkommen legitimes und beruhigendes Programm,
das trotz des Verdachts und der Inſinuationen dritter mit Ruhe
verfolgt wird. Albanien beſonders muß für uns ein Feld ruhiger
Arbeit ſein. Daher unſer Intereſſe, daß dieſes Land nicht in
Unſicherheit für die eigne Sicherheit ſei und in immer poſitiverer
Form die Bürgſchaft anderer Mächte für ſeine berechtigte
Un=
abhängigkeit empfängt. Italien wollte die erſte unter den
Groß=
mächten ſein, die Albanien dieſe koſtbare Garantie anbot, und
der Augenblick konnte nicht günſtiger ſein. Gerade in dieſen
Tagen hat die albaniſche Regierung bewieſen, daß ſie mit den
eigenen Machtmitteln einer Aufſtandsbewegung Herr werden
konnte. Sie wird geſtärkt aus dieſen letzten Endes ungefährlichen
Unruhen hervorgehen. Durch Abſchluß des Freundſchaftsvertrags
zeigt Italien, daß es Vertrauen in die Feſtigkeit des Regimes
hat, und daß es, ſoweit es an Italien liegt, zu der vollen poli=
mit einiger Befriedigung folgere, daß ich immerhin noch nicht zu
einem ganz echten Genfer „Bourgeois” geworden bin".
Quaſi zur Belohnung für braves Wählen wird den Genfern
auf den gleichen Litfaßſäulen, in Ausſicht geſtellt, daß ſie ab
9. Dezember ganze vier Tage lang allerhand Mummenſchanz
trei=
ben und nach Herzensluſt tanzen dürfen. Vom 9. bis zum 12.
De=
zember iſt hier nämlich das „Feſt der Escalade”, der traditionelle
Genfer Karneval, ein Erinnerungsfeſt an einen Anno 1602
glück=
lich abgewehrten „Kletterangriff” des Herzogs von Savoyen und
ſeiner Braven. Seit mehr als 300 Jahren geraten alſo die
Gen=
fer alljährlich an dieſem Tage völlig aus dem Häuschen,
vermum=
men ſich als Bajazzi, Teufel und Schornſteinfeger und tanzen
ganze vier Tage und Nächte lang ohne Unterlaß. Während des
Krieges hatte man dieſe erfreuliche Sitte zeitweilig eingeſtellt.
Aber jetzt hat man ſie ſeit einiger Zeit wieder aufgenommen, und
dieſes Jahr ſoll das Feſt der Escalade ganz beſonders toll
wer=
den (wie die Affichen es marktſchreieriſch prophezeien . . .). Wie
dem auch ſei — ein recht gutes Zeichen, ein Friedenszeichen dünkt
es uns immerhin zu ſein, daß man in letzter Zeit wieder hie
und da den Karneval feiert. Die „Stadt des Völkerbundes” eilt
hierin allerdings der übrigen Welt etwas ſehr voran. Aber von
hier aus iſt man doch bemüht, den Völkern den Frieden zu
ſchen=
ken. Nur recht und billig dürfte es daher ſein — auch den
Karne=
val um einige Wochen früher zu feiern, als es die ganze übrige
Welt einſt zu tun gewoohnt war”.
Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. — Montag, den 6. Dezember.
3. Sinfonie=Konzert.
F.N. Arthur Schnabel ſpielte das zweite Klavierkonzert
von Johannes Brahms Opus 83 in B=Dur. Iſt Schnabel
un=
zweifelhaft eine der bedeutendſten künſtleriſchen Perſönlichkeiten
unter den Pianiſten von internationalem Ruf, ſo iſt er ebenſo
ſicher der berufenſte Interpret der beiden Klavierkonzerte von
Brahms. Schon ſeit zwei Jahrzehnten gilt es in Berlin ſtets als
Ereignis, wenn Schnabel eines der beiden Konzerte ſpielt, und
Meiſterdirigenten wie Nikiſch, Steinbach u. a. zogen ihn ſtets zur
Wiedergabe dieſer großen und in der Entwicklung des
Klavier=
konzertes hochbedeutenden Werke heran. Schnabels Beherrſchung
des Inſtruments iſt unumſchränkt, ſchon techniſch iſt die Kraft
und Klangfülle ſeines Anſchlags, ſein wundervoll ſingendes
legato, ſein müheloſes Bewältigen der ſchwierigſten Probleme
ſtaunenerregend. Nech höher aber ſteht die künſtleriſche Leiſtung.
Er geſtaltet ein Rieſenwerk wie das vierſätzige Brahmskonzert,
das an Ausdehnung der Sätze ſämtliche Sinfonien des Meiſters
übertrifft, und duich ſeine dieſer Form angepaßte Vierſätzigkeit
und die völlige Ineinandergeflochtenheit von Soloinſtrument und
Oicheſter oftals eine Sinfonie mit obligatem Klavier genannt
wurde, — er geſtaltet es mit einer Spannkraft, die alle Teile auf
idealſte Weiſe gegeneinander abwägt und abſchattiert und jeden
Teil in Beziehung zum Ganzen ſtellt. Augenblicke nachlaſſender
künſtleriſcher Konzentration gibt es nicht. Vollſte Klarheit,
ziem=
lich genaue Treue herrſcht an jeder Stelle, der Rhythmus des
Spiels beſchwingt jede Phraſe, jeden Satz, und die höchſte
Frei=
heit im agogiſchen Geſtalten verbindet ſich mit der peinlichſten
Genauigkeit der Wiedergabe der bei Brahms ganz beſonders
wichtigen Rhythmik. Im gleichen Maße bewundert man
jedes=
mal, wenn man Arthur Schnabel hört, die Poeſie der
Ausdeu=
tung, den fabelhaften Klangſinn, der bald das Inſtrument ganz
mit dem Orcheſter zu einer Farbe verſchmelzen läßt, bald es
wie=
der in ſtarkem Kor traſt ſich abheben läßt. Einen ſolchen Reichtum
an Klangfarben vom dunkelſten Rembrandtton bis zum hellſten,
ſilberigen Anſchlag vermögen nur ganz wenige dem Klavier zu
entlocken.
Schnabels Spiel begeiſterte fühlbar unſer Orcheſter.
Roſen=
ſtock verſchmolz ſeine Auffaſſung derart vorzüglich mit der des
Soliſten, ging ihm mit derart vorbildlicher Spannkraft und
Kon=
genialität zur Hand, daß die Aufführung des Konzertes ein
Glanzpunkt in den Konzertereigniſſen dieſes Winters bleiben
muß. Der poetiſche Beginn des erſten Satzes tauchte die Hörer
ſofort in tiefe Verſunkenheit, ſein mächtiger Aufbau, ſeine
Kon=
traſte kamen zu ſprühendem Leben. Ebenſo zwingend wurden
das an zweiter Stelle ſtehende, ſchroff ſynkopierte Allegro und der
hinreißende ungariſche Anklänge enthaltende Schlußſatz geſtaltet,
faſt am herrlichſten aber klang der in herrlichſte Poeſie gehüllte
langſame Satz, deſſen Ausklingen von überirdiſcher Schönheit
war. Kein Wunder, daß ſich unſer Publikum, das ſonſt doch ſo
erzogen iſt, daß es ein Werk nicht durch Beifall zwiſchen den
Sätzen ſtört, ſchon nach dem erſten Satz zu ſtarken
Beifallskund=
gebungen hinreißen ließ, die nach dem Finale mit ſtarkem
Enthu=
ſiasmus Schnabel immer wieder hervorriefen.
Der Abend begann mit der Ouvertüre zur Oper „Genobeva”,
Robert Schumanns Schmerzenskind, dem alle Poeſie der
Ton=
ſprache, alle Schönheiten der Einzelſätze keine bühnenſirkſame
Dramatik zu verleihen vermag. Die Ouvertüre iſt eines der
poe=
tiſchſten Orcheſterwerke des großen Romantikers, rührend in der
Klage der langſomen Einleitung, unruhevoll, ängſtlich und doch
edel im Hauptthema des Allegro, epiſodenreich, ritterlich und
ſchließlich ſieghaft, freudig ausklingend, ein Muſterwerk, was
ſeine Eigenſchaft ais Vorbereitung und Einleitung einer Oper
anbetrifft. Mit feiner Empfindung und liebevoller Hingabe an
ihre hohen Werte nahm ſich Joſeph Roſenſtock der Ouvertüre an
und ſteigerte ſie in hervorragender Weiſe. Durch Nacht zum Licht!
Nach der Pauſe erklang die Suite „Iberia” von Claude
Debuſſy, dem großen franzöſiſchen Impreſſioniſten, deſſen Werke
eine neue Epoche der Muſik heraufführten, die allerdings heute
ſchon als im Gegenſatz zu unſeren jetzigen Kunſtbeſtrebungen und
in mancher Beziehung als die Muſik von „geſtern” empfunden
wird. Der Gegenſatz der Kunſt eines Brahms, des
ſchwerblüti=
gen Frieſen, des Erben der Kunſt eines Jahrhunderts, des
Be=
herrſchers der Form und des romantiſchen Ausdruckswillens, und
der triebhaften Sinnlichkeit in der Hingabe an Klang, Farbe,
der Losgelöſtheit von dem Gewordenen, der Realiſtik des
Neben=
einanders von Kontraſtfarben, dem faſt konturloſen Schwimmen
in Stimmungswerien iſt ſo groß, daß ein großer Teil des
Publi=
kums ſich trotz der dazwiſchenliegenden Pauſe nicht umzuſtellen
vermochte und ſich am Schluß Widerſpruch in den Beifall miſchte.
Urſtreitig hat Debrſſy der Muſik zahlreiche Ausdrucksmittel
ge=
geben, die ſie bis dahin nicht befaß, ſein Kampf gegen alles
Kon=
ventionelle, von Regeln Beengte iſt in jedem Werk zu ſpüren.
Die dreiſätzige Suite „Oberia” iſt auf dem Höhepunkt ſeines
künſtleriſchen Schaffens entſtanden und ihre Tonſprache iſt von
bewundernswerter Eindeutigkeit der Stimmungs= und
Aus=
druckswerte. Das lebhafte Treiben auf den Straßen, von dem
gleichbleibenden Rhythmus einiger Motive getragen,
Kontraſt=
lichter farbenfreudigſter Art aufſetzend, beherrſcht den erſten Satz,
deſſen leiſer, abendgeſtimmter Ausklang auf den zweiten
vor=
bereitet. Dieſer, ein impreſſioniſtiſches Nocturne, atmet eine
un=
beſchreibliche Zartheit und Keuſchheit. Blumenduft, Abendkühle
werden zu Klang. Allmählich löſen ſich Tanzrythmen los und
eine richtige Vol.smuſik beginnt den Schlußſatz, die Schilderung
eines Feſtmorgens. Man ſpürte, wie Roſenſtock mit wirklicher
Zuneigung zu den klanglichen und farbigen Werten des Werkes
das Orcheſter leitete, wie er fein abtönend ſich in die
Schattierun=
gen vertiefte. Trotzdem aber war für ihn, für das Orcheſter und
für die Zuhörer das Erlebnis des von Schnabel geſpielten
Brahms=Konzertes ſo ſtark, daß die Zuite ein gewiſſes Abfallen
von dieſer Höhe bedeuten mußte.
Seite 4
Dienstag, den T. Dezember 1926
Nummer 339
tiſchen und diplomatiſchen Kräftigung des jungen Staates
bei=
tragen will.
Dieſes Meiſterſtück einer halboffiziöſen Auslaſſung läßt allen
Vermutungen Raum. Man kann die Beſchönigung eines ſehr
beträchtlichen Reinfalls mit anſchließender Notbrücke herausleſen,
wie auch die Tatſache, daß auf Grund reichlicher Spenden in
Tirana ein Boden bereitet wurde, auf dem ein
Freundſchafts=
vertrag ebenſo viel wert iſt, wie ein alter ergebener Herrſcher,
den man durch Kämpfe wieder eingeſetzt hätte. Wie dem aber
auch ſei, erſt die Erſcheinungen der Folgezeit werden klarer zeigen,
wohin man in Albanien ſteuert. Dagegen beweiſt der Vertrag
für Nom, daß die finanziellen und wirtſchaftlichen Verhältniſſe
zurzeit es für Muſſolini noch ratſam erſcheinen laſſen, ſich
außer=
halb der italieniſchen Grenzen nicht allzu ſehr zu engagieren.
Man muß Kvaft für das Frühjahr ſparen, muß vor allem
zu=
nächſt aus den Wirtſchaftsſorgen etwas herauskommen, ehe man
zuſchlägt.
Der Freundſchaftsvertrag aber hat im Verhältnis zum
Völ=
kerbundsgedanken wiederum die Bedeutung, daß er dem
über=
wiegenden Einfluß von Genf ein Paroli bieten will, und es iſt
wohl auch kein Zufall, daß er gerade unmittelbar vor der neuen
Tagung in Genf veröffentlicht wird. Was von einem Uebermaß
von Verträgen zu halten iſt, das hat man ja beim Ausbruch des
Weltkrieges geſehen. Muſſolini umgibt ſich mit einem Wall von
Verträgen, die ihn nach allen Seiten ſo lange ſichern ſollen, bis er
ſſelbſt ſie wird mißachten müſſen. Nicht aus böſem Willen,
ſon=
dern aus einer Zwangslage heraus. Dieſes Streben nach
Freundſchaftsverträgen iſt — und daß geht über die lobale
Be=
deutung des albaniſchen Vertrags hinaus — in dem Augenblick
beſonders zu beachten, in dem zwiſchen Rom und Berlin ein
Gedankenaustauſch ſpielt, der zu einer Verſtändigung führen ſoll.
So ſehr es zu begrüßen iſt, wenn gewiſſe Mißtrauensſtimmungen
zwiſchen Nord und Süd durch eine Bezeugung freundſchaftlicher
Abſichten behoben werden können, ſo ſehr muß man ſich doch
beim möglichen Abſchluß eines Vertrags darüber klar ſein, daß
man dadurch weder das Los der deutſchen Volksgenoſſen in
Süd=
tirol beſſern kann, noch die Gefahr unerwarteter Exploſionen, die
jeden Vertrag hinfällig machen können, auszuſchalten vermag.
Das neue griechiſche Kabinett.
EP. Athen, 6. Dezember.
General Kondylis teilte in einer Botſchaft an das griechiſche
Volk mit, daß er die Regierungsgewalt der von den Fühnern der
Volksvertretung gewählten parlamentaviſchen Regierung
über=
gebe. — Das neue Kabinett hat geſtern den Eid geleiſtet; es ſetzt
ſich wie folgt zuſammen: Präſidium Zaimis, Finanzen
Kafan=
daris, Inneres Tſaldaris, Aeußeres Michalakopulos, Verkehr
General Metaxas, Krieg General Mazarakis, Marine Zanaris,
Soziale Fürſorge Kirkos, Juſtiz Kanghelokulos, Volkswirtſchaft
Merkuris, Unterricht Anghyros, Landwirtſchaft Papanaſtaſiu.
Rußlands Außenpolitik.
Gegen die weſtlichen Einkreiſungsbeftrebungen.
Berlin, 6. Dezember.
Bei einem Empfang verſchiedener Preſſevertreter machte der
zurzeit in Berlin weilende, ruſſiſche Außenkommiſſar
Tſchi=
iſcherin äußerſt intereſſante Ausführungen über die ruſſiſche
Außenpolitik. Er erinnerte an einen Artikel „Augur” der zur
Bildung einer Einheitsfront aller europäiſchen Staaten gegen
die Sowjetunion auffordere. Dagegen könne er zwar betonen,
daß die Freundſchaftsbande, die Rußland mit Deutſchland
verbänden, ſo feſt geworden ſeien, daß er ſich völlig darauf
ver=
laſſe; er müſſe aber die Gefährlichkeit ſolcher Tendenzen
hervor=
heben. „Augur” denke ſich dieſe Einheitsfront als eine
Gruppie=
rung von England, Frankreich und Deutſchland mit dem Zweck,
auf die oſteuropäiſchen Verhältniſſe Einfluß auszuüben. Wenn
dieſes Prograum Widerhall fände, ſo würde dies die größte
Gefahr für die weitere friedliche Entwicklung der politiſchen
Verhältniſſe darſtellen. Wenn „Augur” behaupte, Chamberlain
hätte Kraſſin erklärt, es gebe im Oſten keinen britiſchen Agenten,
der nicht über die englandfeindliche Tätigkeit der
Sowjetunion berichte, ſo könne er mit vollem Recht ſagen,
daß es weder im Oſten noch im Weſten einen Sowjetagenten
gebe, der nicht über die ſyſtematiſche Feindſeligkeit
der engliſchen Diplomatie berichte. Entſcheidend bleibe
die Tatſache, daß Rußland England ſtets einen Ausgleich geboten
habe und biete, immer ohne Erfolg. Die harte Tatſache ſei die
Rußland gegenüber geführte Einkreiſungspolitik, die
es aber nicht ohne Erfolg bekämpfe.
Dem Vertrag mit Litauen meſſe er die größte Bedeutung
bei, indem er in hohem Maße zur Stabiliſierung der Verhältniſſe
im Oſten Europas beitragen ſolle. Die Verhältniſſe zu Polen
ſeien noch nicht ganz geklärt, weil die polniſche Regierung beſtrebt
ſei, die Verhandlungen mit Rußland ſo zu führen, daß Polen
zu einem Protektor der baltiſchen Staaten erhoben würde.
„Augurs” Programm ſei um ſo gefährlicher, als ſolche Ideen
ſowieſo auch in der weſtlichen Preſſe Ausdruck fänden. Sie hätten
auch das Beſtreben, auf die deutſche Politik einzuwirken.
Er könne aber mit vollem Bewußtſein behaupten, daß die
Be=
ziehungen Rußlands zu Deutſchland ſich im letzten Jahr gefeſtigt
hätten. Der ruſſiſch=deutſche Vertrag und die Rußland zu
ge=
währenden deutſchen Kredite ſeien zu Tatſachen geworden.
Die Beziehungen Rußlands zu Frankreich ſeien nicht
ganz ungetrübt, da die Verhältniſſe Rußlands zu Rumänien
in die franzöſiſche und italieniſche Politik eine Diſſonanz
hineintragen. Das ruſſiſche Programm unmittelbarer
Paktver=
träge verwirkliche ſich Schritt auf Schritt. — Wenn man Rußland
überreden wolle, der Eintritt in den Völkerbund ſei ein
Mittel gegen die Iſolierung, ſo ſei es vollkommen klar, daß die
Anweſenheit im Tölkerbund keine Erhöhung der Sicherheit,
ſon=
dern eine Verminderung derſelben, keine Verminderung der
Jſo=
lierung, ſondern eine größere Abhängigkeit von anderen
bedeute. In dieſe Falle werde ſich die Sowjetunion nicht locken
laſſen. Wer behaupte, Rußland werde in den Völkerbund
ein=
treten, verdrehe die einfachſte Wahrheit. — Auch im Oſten habe
Rußland mit der Türkei und Afghaniſtan Paktverträge
abgeſchloſſen. Rußlands Stellung zur perſiſchen Regierung
ſei eine vollkommen freundſchaftliche. — Die Entwicklung der
ſüdchineſiſchen Kuo=Min=Demokratie ſei jetzt für jedermann klar,
und das Südchina von heute ſei die chineſiſche Republik von
mor=
gen. Rußland ſei mit der Kou=Min=Regierung befreundet.
Tſchang=Tſo=lin gegenüber werde Rußland ſeine Rechte an der
oſtchineſiſchen Eiſenbahn nicht preisgeben. Er ſelbſt könne über
die unglaubliche Borniertheit der engliſchen konſervativen
Poli=
tiker nur ſtaunen, die die Entwicklung in der chineſiſchen
Natio=
nalbewegung Rußland in die Schuhe ſchieben wolle. Seiner
Regierung liege es ſo fern wie möglich, als Friedensſtörer zu
wirken. Friede ſei für Rußland das erſte Gebot.
Freundſchaft=
liche politiſche Beziehungen und ſtarke wirtſchaftliche
Verbindun=
gen ſeien der Weg, um vorwärts zu kommen. Er könne erklären,
daß auf dem Wege der Entwicklung dieſer wirtſchaftlichen
Ver=
bindung Deutſchland den anderen Staaten vorangehe,
Der jugoſlawiſche Außenminiſter zurückgetreten.
EP. Belgrad, 6. Dezember.
Außenminiſter Nintſchitſch hat heute abend 10 Uhr dem
König ſeine Demiſſion überreicht. Der Miniſter erſchien während
des Tages zweimal in Audienz beim König und wurde in ſpäter
Abendſtunde zu einer dritten Unterredung in das königliche
Palais gerufen. Vor dieſer letzten Unterredung hatte er eine
Konferenz mit dem Miniſterpräſidenten Uzunowitſch.
Nin=
tſchitſch äußerte ſich gegenüber den Journaliſten wie folgt: „Ich
habe während meiner ganzen Amtszeit eine Politik geführt, von
der ich überzeugt war, daß ſie den Intereſſen meines Vaterlandes
diente. In den letzten Tagen haben ſich aber Dinge ereignet,
die die Grundlage erſchütterten, auf der ich meine Politik
auf=
gebaut habe. Daher habe ich dem König meine Demiſſion
ge=
geben.” — Gegen Außenminiſter Nintſchitſch wurden ſofort nach
dem Bekanntwerden des albaniſch=italieniſchen Paktes heftige
Angriffe ſeitens der öffentlichen Meinung und der Oppoſition,
ſowie auch aus der ſogenannten Paſitſch=Gruppe der Radikälen
Partei gerichtet.
Wie in hieſigen diplomatiſchen Kreiſen verlautet, ſoll der
hieſige italieniſche Gefandte Graf Bodero demnächſt von ſeiner
Regierung abberufen werden. Es wird ihm vorgeworfen, daß
er angeblich die Belgrader Regierung nicht rechtzeitig über den
bevorſtehenden Abſchluß des italieniſch=albaniſchen Vertrages
unterrichtet habe.
Die glückliche Geburt
eines Sonntagsmädels
*.
zeigen hocherfreut an
Weißbindermeiſter
Heinrich Püttner und Fran
Gretel, geb. Keil.
Magdalenenſtraße 5.
(82069
Die glückliche Geburt
eines geſunden
Sonn=
tagsjungen zeigen in
dankbarer Freude an
Hans Partheil und Frau
Elſe, geb. Amelung
Darmſtadt, z. Zt. Stadtkrankenhaus
(* 32067
Die glückliche Geburt ihres
Sohnes Rolf zeigen an
paul Wertheimer und Fran
Aci, geb. Studinski
z. Zt. Sanatorſum Richters
Berlin, Kalkreuthſtraße.
Berlin=Wilmersdorf, Berlinerſtr. 21 I.
Berlin, den 5. Dez. 1926. (32143
Klara Sussner
Otto Bley
Verlobte
Darmstadt, 7. Dezember 1926.
(*32125)
Stat Karten
Ihre Vermählung zeigen an
Oskar Mencke
Martha Mencke
geb. Weger
Darmſtadt T. Dezember 1926 Rheydt
17964)
Göbenſtr. 57
Für die uns in ſo reichem Maße
zuteil gewordenen
Aufmerkſam=
keiten anläßlich unſerer Silber=
Hochzeit danken wir herzlichſt.
Jean Burkard und Frau
Erneſtine, geb. Koch
Eliſabethenſtraße 2
Am 30. November verſchied
nach ſchwerem Leiden im 59,
Le=
bensjahre unſer liebes
Fräulein
Lieschen Bauer
die unſerer Familie ſeit mehr g
als 30 Jahren treu und
auf=
opfernd gedient hat.
Wir werden ihr Andenken ſtets
in Ehren halten.
(32116
Minna Kaiſer,
geb. Stammler
Auguſte Boſſelmann,
geb. Stammler.
Darmſtadt, den 6. Dezember 1926.
Todes=Anzeige.
Heute nacht 121 Uhr entſchlief
ſanft nach langem ſchweren Leiden
meine herzensgute, liebe Frau,
unſere liebe Schweſter, Schwägerin
und Tante
Marie Kalbfleiſch
geb. Knöll.
Im Namen der trauernd. Hinterbliebenen:
Georg Kalbfleiſch.
Darmſtadt, den 6. Dezember 1926.
Beſſungerſtr. 100. (B. 17985
Die Beerdigung finder Mittwoch,
den 8 Dezember, nachmittags 3 Uhr,
vom Portal des alten Friedhofs
an der Nieder=Ramſtädterſtraße
aus ſtatt
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe
herz=
licher Teilnahme bei dem
Hin=
ſcheiden meines lieben Mannes,
ſowie für die zahlreichen
Blu=
menſpenden ſage ich auch im
Namen aller Hinterbliebenen
herzlichen Dank. (se109
Eliſe Dehn, geb. Kling.
Wßfß
Darmſtadt, 7. Dez. 1926.
Darrnstadt, 5. Dezerber 1926.
Unsere gellebte Mutter
Frau Winna Helss
Witwe des Zeichenoberlehrers W. Heiss
Ist am Sonntag abend sanft entschlafen.
In tiefer Trauer
Ihre elf Kinder.
Die Grablegung findet Mittwoch, den B. Dezerber, 3½/ Uhr,
auf dem alten Friedhof statt.
Andrück= (17956
Nadel=
Konfektions=
Stückwaren=
Nickelrand=
Hänge= u. Tuch=
liefert zu Original=
Fabrikpreiſen
Jalob Skurnik
Bleichſtraße 46.
Telephon 1791.
Aaßbilder
in einer Stunde 1447a
billig und gut.
Thiele Nachf.
nur Bleichſtr. 2. Tal. 1912.
Von Belleldsbesuchen bltten wir abzusehen.
(*32065
gebraucht, ſehr billig
abzugeben. (177241gi
Müller & Ober
Rheinſtr. 39.
Todes=Anzeige.
Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen,
Sonntag abend 11 Uhr meine geliebte Frau, meine gute
Mutter, unſere Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau
Johannette Brunner
geb. Filſinger
im Alter von 51 Jahren nach einem ſchweren Leiden zu
ſich zu nehmen.
In tiefer Trauer:
Heinrich Brunner und Heini
Erbacherſtr. 15.
Darmſtadt, Utphe, König, den 6. Dezember 1926.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 8. Dezember
1926, nachmittags 2 Uhr, auf dem alten Friedhof an der
Nieder=Ramſtädterſtraße ſtatt. (17965
Dankſagung.
Bei dem Heimgang unſeres teuren,
unver=
geßlichen Entſchlafenen iſt uns Liebe und
An=
teilnahme in reichem Maße bewieſen worden.
Wir bitten auf dieſem Wege unſeren innigſien
Dank auch für die lieben Kranzſpenden
entgegen=
nehmen zu wollen.
Familien Knos=Müller.
Darmſtadt, den 7. Dezember 1926.
Ludwigsplatz 1, Rheinſtraße 6.
(18008
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme
bei dem Heimgange unſres lieben Entſchlafenen
Herrn Ludwig Leder
danken wir Allen herzlichſt, beſonders Herrn Pfarrer
Marx für die troſtreichen Worte am Grabe.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Sophie Leder, geb. Benz
und Kinder.
(*32071
Theaterplatz, Part.,
4. Reihe (B),
irauer=
halber abzug. Näher.
Geſchäftsſt. (*32047
Einger. Puppenküche
u. =Stube zu verkauf.
(Vormittags). (32138
Rückertſtraße 7.
Bute 3/4 Geige
zu verkaufen (B17984
Beſſungerſte, 45, I.
K
Damen=Fahrrad
bill. zu verk. Anfr. an
Donges 4 Wfeſt, (*32061
1 Herren Mad, /3210
1 Gehrock Anzug,
1 Herrn Anzug, bill. z
verk. Wienerſtr. 77 1II
Odenwäld.
Kartoffel
Großes
Fellſchaukel=
pferd, wie nen (reiz
Mod.),
Anſchaffungs=
preis 150 Mk., für
60 Mk. zu verk. Näh.
Gervinusſtr. 50, part
( 32087)
Zu verkaufen
Kaſtenwagen, Frack,
Weſte, Zylinderhut,
Hermberg, Roßdörferſt.
591, nachnt 4-6 ( 32054
Nummer 339
Dienstag, den T. Dezember 1926
Seite 3
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmftadt, 7. Dezember.
— Uiebertragen wurde dem Pfarrer Friedrich v. d. Au zu
Er=
bach die 1. evangeliſche Pfarrſtelle zu Erbach (Dekanat Erbach),
— Landesfinanzamt Darmſtadt. Durch Erlaß vom 10. November
d. Js. iſt Regierungsrat Geiſt für die Dauer ſeines Hauptamtes als
Mitglied des Landesfinanzamts Darmſtadt zum Mitglied des dieſem
Landesfinanzamt angegliederten Finanzgericht beſtellt worden.
— Hefſiſches Landestheater. Heute Dienstag beginnt der Vorverkauf
für die Mieter des Land stheaters zu der für Samstag, den 11. Dezbr.,
nachmittags 5 Uhr, angeſetzten Uraufführung des diesjährigen
Weih=
nachtsmärchens „Brumm, der Bär”.
Morgen Mittwoch werden Franz Schrekers Gezeichneten” in
der Beſetzung der Erſtaufführung unter der muſikaliſchen Leitung von
Generalmuſikdirektor Roſenſtock und in der Inſzenierung Hans Esdras
Mutzenbechers wiederholt.
Am Freitag, den 10. Dezember, wird Mozarts „Figaros
Hoch=
zeit”, ebenfalls unter der Leitung von Generalmuſikdirektor Roſenſtock,
gegeb. n.
Für die beiden Aufführungen „Gezeichneten” und „Figaros Hochzeit”
haben ſich die Damen des Soloperſonals in liebenswürdiger Weiſe bereit
erklärt, in den Pauſen den Vertrieb der Loſe für die Künſtlerhilfe zu
übernehmen.
Die nächſte Aufführung der bei der Premiere mit aurßerorbentlichem
Erfolg aufgenommene Lokalpoſſe von Dr. Georg Büclmer: „E
ge=
plagda Familievadda”, iſt für Samstag, den 11. Dezember,
im Kleinen Hauſe bei Preiſen von 80 Pfg. bis 2,50 Mk. vorgeſehen und
beginnt diesmal erſt um 8 Uhr.
Am zweiten Weihnachtsfeiertage wird in vollſtändig neuer
Inſze=
nierung Humperdincks Märchenoper „Hänſel und Gretel” wieder
im Spielplan erſcheinen. Den Schluß des Abends, der von Kapellmeiſter
Max Hüsgen muſikaliſch geleitet wird, und deſſen ſzeniſche Leitung Osk.
Fritz Schuh anvertraut wurde, ſoll die bekannte Pantomime „Die
Pup=
penfee”, deren tänzeriſche Ausgeſtaltung Manda v. Kreibig beſorgt,
bilden. Beide Werke waren eine ganze Reihe von Jahren nicht mehr
im Repertoire des Landestheaters.
Die Aufführung des Müllerſchen Mädchenchors im Kleinen Haus
am Sonntag, den 12. Dezember, vormittags 11 Uhr, beginnt mit einer
Einführung in die Ausdrucksgymnaſtik Dr. Rudolf Bodes durch
Dar=
bietungen von Gymnaſtitſchülerinnen. Anſchließend folgen Singſpieleg
die in der Spiel= und Singſtunde entſtanden ſind und das Erleben des
Rhythmus durch die Kinder zeigen ſollen. Der dritte Teil der
Veran=
ſtaltung dient der Bewegungskunſt, ſoweit dieſe im Rahmen der
volks=
künſtleriſchen Erziehung gepflegt werden kann. Neben einer Anzahl von
Sing= und Muſiktänzen kommen drei Tanzlieder ſür 3ſtimmigen
Frauen=
chor mit Klavierbegleitung nach Dichtungen von Neithart von
Reuen=
thal (1225), nach alten Weiſen neu geſetzt von Auguſt Richard — zur
Aufführung. Den Schluß der Veranſtaltung bilden die anmutigen und
poeſievollen „Deutſchen Tänze” von Franz Schubert (Opus 33),
aus=
geführt von zwei Tanzchöven.
— Gewerbemuſeum. Die Ausſtellung von Arbeiten aus dem
Leder=
muſeum in Offenbach bleibt bis über Weihnachten im Ob rlichtſaal
des Gewerbemuſeums geöffnet. In dem Vorderraum ſind 40 Tafeln
aus dem Werk von Schliebener über vorbildliche Möbel für
Herren=
zimmer, Schlafzimmer und Küche ausgeſtellt. Das Werk iſt im Auftrag
des Deutſchen Holzarbeiterverbandes bearbeitet und zeichnet ſich durch
die Sachlichkeit der Entrürfe vor anderen derartigen Vorlagewerken aus.
— Din vierten Vortrag im Realgymnaſium hält am Mittwoch, den
8. Dezember, Herr Zeichenoberlehrer Dörr über „Böcklin ſein
Leben und Schaffen”. Anfang 8 Uhr im Feſtſaal der Anſtalt.
Einzelkarten zu 1 Mk. am Saaleingang. — Der nächſte Vortrag findet
nach W.ihnachten, am 19. Januar, ſtatt.
— Berufskundliche Vorträge. — Die vom akademiſchen
Berufsbe=
ratungsausſchuß an der Techniſchen Hochſchule und dem Berufsamt des
öffentlichen Arbeitsnachweiſes veranſtalteten Vorträge haben begonnen
und erfreuen ſich des größten Inteveſſes. Eltern, Vormünder und
Er=
zieher erhalten von fachmänniſcher Seite Auskunft über die
Vorbe=
dingungen, die Ausſichten und Ausbildungsweiſe in den verſchiedenen
Berufen. Die Vorträge finden jeweils abends 7,30 Uhr im Hörſaal 326
der Techniſchen Hochſchule ſtatt. Wir verweiſen auf die Plakate und die
täglich in unſerem Blatt erſcheinenden Anzeigen. Entgegen der
An=
gabe in den Handprogrammen findet der Vortrag Nr. 31 „Techniſ ke
Phyſik” bereits am Mittwoch, den 15. Dezember, und der Vortrag
Nr. 40, „Architektur”, bereits ſchon am Freitag, den 17. Dezember ſtatt.
— Leſeabende der Stadtbücherei. Mittwoch, den 8. Dezember,
8 Uhr: Aus dem Leben des Deutſchen Reichstages: Walter Lambach,
Die Herrſchaft der Fünfhundert. — Freitag, den 10. Dezember:
Spitteler=Leſekreis.
— Die Sektion Starkenburg des Deutſchen und Oeſterreichiſchen
Alpenvereins feierte ihr 42. Stiftungsfeſt im Fürſtenſaal. Miniſterialrat
Guntrum als 1. Vorſitzender der Sektion begrüßte in warmr,
tief=
empfundener Anſprache die zahlreich erſchienenen Gäſte und Mitgli der.
Mit kurzen, treffenden Worten berührte er Zweck und Ziele des
Alpen=
vereins. Nicht nur die Schönheiten der Alpenwelt jedermann zugänglich
zu machen, ſondern hierdurch auch die Liebe zur Natur und zum
deut=
ſchen Vaterland, ſoweit die deutſche Zunge reicht, zu wecken und zu
pflegen, ſei die vornehmſte Aufgabe des Vereins. Herzliche Worte der
Begrüßung richtete er insbeſondere an den Ehrenvorſitzenden der
Sek=
tion, Herrn Oberſtaatsanwalt Wünzer, dem es ſichtlich eine beſondere
Freude war, wieder einmal unter ein m ſo zahlreichen Kreiſe alter
Bergfahrer, mit denen er manche frohe Fahrt unternommen, zu weilen.
Allen aus der Seele geſprochen waren die Worte, mit denen Herr
Ober=
ſtaatsanwalt Wünzer ſich über die Liebe zur Alpenwelt und insbeſondere
zur H. imat ausließ. Herr Prof. Köſer, der die Glückwünſche des
Oden=
waldklubs überbrachte, führte hierbei aus, daß gerade der Wanderſport
es ſei, der vor allen anderen Sportarten nicht nur den Körper, ſondern
auch den Geiſt ſtärke und ſtähle. Eine beſondere Freude war es für den
erſten Vorſitzenden, ſünf alten Bergfahrern das Ehrenzeichen für 25jähr.
Mitgliedſchaft überreichen zu können. „Nicht nur zu Ihrer eigenen
Freude, ſondern auch als Aneifer für die jüngeren Mitglieder” hieß es
u. a. in dem Verleihungsſchreiben. Ein vorzügliches Feſteſſen, die
teil=
weiſe künſtleriſchen Darbietungen von Mitgliedern und Gäſten, das
Ab=
ſingen der von den Mitgliedern Köſer und Ober verfaßten Lieder, und
nicht zuletzt die Darbietungen von Robert Schneider, brachten die richtige
Feſtſtimmung zu Wege, die die Teilnehmer ſehr lange beiſammenhielt.
Der übliche Katerbummel nach Nieder=Ramſtadt am Sonntag mittag
F.
beſchloß die wirklich ſchöne Feier.
* Ma=kusgemeinde. Der Einladung des Frauenvereins zum
Familienabend am 5. Dezember waren die Gemeindeglieder und
ge=
ladenen Gäſte in ſo großer Zahl gefolgt, daß der in feinſinniger Weiſe
geſchmückte Saal bis zum letzten Platz gefüllt war. Der Abend wurde
eröffnet mit dem Vortrag des A=Moll=Konzerts für Geige von J. S.
Bach, geſpielt von Fräulein E. Biſchoff, die durch ihre hohe
hünſtle=
riſche Auffaſſung und außerordentlich ſaubere Technik höchſte
Bewunde=
rung hervorrief. Gleichwertig war die Begleitung am Flügel durch
Fräulein W. Biſchoff, die ſpäter in der Wiedergabe der gewaltigen
Tokkata und Fuge von J. S. Bach für Klavier einen ganz
hervorragen=
den Beweis ihrer pianiſtiſchen Begabung ablegte. Die beiden
Künſtle=
rinnen vereinigten ſich zum Schluß noch zur vollendeten Wiedergabe
zweier Stücke von Kreisler. Der rauſchende Beifall war wohlverdient.
Pfarrer Vogel ſprach aus gründlicher Vertiefung in Hebbels
Ge=
dankenwelt über „Adventsgedanken aus Hebbels großem
Drama „Herodes und Mariamne” und fand aufwerkſame
Zuhörer. Ein fehr glücklicher G danke war es, einige Hauptſzenen
dieſes Dramas mit verteilten Rollen darzubieten. Fräulein
Lage=
mann als „Mariamne” und Herr Rechnungsdirektor Zulauf als
„Herodes” löſten ihre Aufgaben mit großer Meiſterſchaft und
hinter=
ließen einen tiefen Eindruck. Einige Gedichte moderner Meiſter, welche
Fräulein Lagemann mit ſtarker Empfindung vortrug, führten
glücklich in die gegenwärtige Advents= und Weihnachtsſtimmung über,
der Pfarrer Vogel in ſeinem Schlußwort noch einen
zuſammenfaſſen=
den Ausdruck v rljeh. Der wundervolle Steinwayflügel war von der
Firma Kladier=Arnold (Eliſabethenſtraße 28) in liebenswürdigſter Weiſe
zur Verfü ung geſtellt. Möge der wohlgelungene Abend das
Gemeinde=
gefühl rcc,” geſärkt haben.
Gmn
Feier im Realgsmnaſium.
Eine eindrucksvolle Schulfeier fand am Samstag im Feſtſaal des
Realgymnaſiums ſtatt und gab dem Jubiläum der Anſtalt einen
weihe=
vollen Abſchluß. Leider hat die Schule der Tauſend keine Aula, die alle
Schüler faſſen könnte. So konnten die erfreulichen Mitteilungen des
Tages nur Vertretungen aus allen Klaſſen treffen. Der Direktor
Ober=
ſchulrat Ritſert begrüßte als Gäſte Staatsrat Block vom
Landes=
bildungsamt und die Abgeſandten des Vereins der ehemaligen Schüler
und Freunde des Realgymnaſiums Dr. Nepp, Staatsrat Hellwig
Miniſterialrat Grünewald und Rechnungsrat Enders. Mit
Worten der Anerkennung, des Dankes und der Mahnung überreichte
Staatsrat Block im Namen des Heſſiſchen Landesverbandes des Vereins
für das Deutſchtum im Ausland der Schulgruppe des V. D. A. am
Real=
gymnaſium die Silberne Plakette des Vereins für das
Deutſch=
tum im Ausland. Dieſe Auszeichnung wird der Schulgruppe zuteil, die
am erfolgreichſten im Dienſte des Vereins gearbeitet hat. Aufrichtiger
Dank galt den Führern und Beratern der Schulgruppe, Profeſſor
Hüthwohl und Oberreallehrer Weide. Den vorgeſchriebenen
Kopfbeitrag weit überſchreitend, haben die Schüler des Realgymnaſiums
durch Konzerte eine Summe aufgebracht, die es ermöglichte, einen Lehrer
in der Dobrudſcha anzuſtellen. Die Plakette iſt ein Wanderpreis, nur
treue vorbildliche Weiterarbeit kann ihn der Schule erhalten, deren
Direktor die Auszeichnung mit Worten des Dankes entgegennahm. Prof.
Hüthwohl dankte für das fördernde Wohlwollen der Behörden, für die
Mithilfe ſeiner Amtsgenoſſen und den ehrlichen Eifer ſeiner jugendlichen
Mitarbeiter. Der Schulgruppe des V. D. A. ſei aus dem Wiſſen um
das Auslandsdeutſchtum die Opferwilligkeit für das Auslandsdeutſchtum
erwachſen, und jeder Schüler der Gruppe habe das Empfinden, daß ſeine
ſelbſtloſe Arbeit Segen ausſtreue. Dr. Nepp überbrachte als
Vor=
ſitzender des Vereins der ehemaligen Schüler und der Freunde des
Real=
gymnaſiums den erſten Bauſtein für ein Landheim. Die Urkunde,
die er dem Direktor überreichte, wies nach, daß die ehemaligen Schüler
in Dankbarkeit und Treue ihrer Bildungsſtätte 4000 Mark überreichen
mit der Abſicht, die Sammlung emſig fortzuſetzen, bis das erſehnte Ziel
erreicht ſei. Mit der Mahnung zu treuem Zuſammenhalt unter den
Schulkameraden auch im ſpäteren Leben nach dem bewährten Vorbild der
älteſten Jahrgänge ſchloß Dr. Repp ſeine Rede. Der Direktor konnte
ſeinen Dankesworten die Mitteilung anfügen, daß eine zweite Sammlung
in den Reihen der Lehrer, der Mitglieder des Pädagogiſchen Seminars
und der jetzigen Schüler den Betrag von 3000 ergeben hat, der als
„Jubiläumsſpende” mit ſeinen Zinſen den Schülern zu gut kommen ſoll.
Die Siegerehrung beendete die würdige Feier. Zum dritten Male ſind
die Oberklaſſen des Realgymnaſiums Sieger im Schwimmwettkampf der
Darmſtädter Schulen geweſen. Damit iſt der Wanderpreis in den
dauernden Beſitz der Schule übergegangen. Die Reichsjugendwettkämpfe
haben dem Realgymnaſium 153 Preisträger gebracht. 17 erhielten die
Ehrenurkunde mit der Unterſchrift des Reichspräſidenten. Muſikaliſche
Darbietungen von Schülern gaben der Feierſtunde den künſtleriſchen
Rahmen.
*Berufskundliche Vorträge.
Der akademiſche Berufsberatungsausſchuß an der Techniſchen
Hoch=
ſchule in Darmſtadt und das Berufsamt des öffentlichen
Arbeitsnach=
weiſes für Stadt und Kreis Darmſtadt veranſtalten in der Zeit vom
6.—20. Dezember für Schüler und Schülerinnen der hieſigen Schulen
mit ihren Angehörigen Vorträge, in denen von fachmänniſcher Seite
Auskunft über die Vorbedingungen, die Ausſichten und die
Ausbildungs=
weife der verſchiedenen Berufe erteilt wird. Es braucht wegen der
Be=
deutſamkeit dieſer Vorträge, die im Hörſaal 326 der Techniſchen
Hoch=
ſchule ſtattfinden, kein Wort zu ihrer Empfehlung geſagt werden, denn
ſie vermögen über wichtige Fragen der Berufswahl Auskunft zu geben.
Zunächſt ſprach Herr Inſpektor Pfeiffer von der Heſſiſchen
Land=
wirtſchaftskammer über Gärtnerei, Obſt= und Weinbau. Er
erklärte, daß die Verhältniſſe im Weinbau ugünſtig wären; nur wenn
es ſich darum handele, eine Beamtenſtelle in dieſem Berufe zu erlangen,
als Weinbauinſpektor oder als Verwalter, bei der höheren Laufbahn
(Sekundareife) wären die Bedingungen bisher günſtig geweſen, doch
würden künftig die Stellen wohl mit Vollakademikern beſetzt werden.
Der Beruf als praktiſcher Okſtzüchter ſei heute undenkbar, ſondern nur
in Anl hnung an Gärtnerei oder Landwirtſchaft möglich. Ein
Volks=
ſchüler müiſſe eine Gärtnerei oder eine Baumſchule beſuchen, ſich aber auch
allgemeine landwirtſchaftliche Kenntniſſe erwerben. Für den höheren
Beruf lägen die Verhältniſſe ähnlich wie beim Weinbau; vollakademiſches
Studium werde verlangt. Der reine Obſtbau biete auch hier wenig
Ausſichten. Der Gartenbau zählt viele Berufsgruppen; er fordert
durch=
aus geſunde, geiſtig regſame Menſchen, die körperlich ſehr leiſtungsfähig
ſind. Wichtig iſt, daß die Lehrlingsprüfungen abgelegt werden. Die
Verhältniſſe wurden im allgemeinen als ſehr ungünſtig geſchildert wegen
des mangelnden Zollſchutzes der gärtneriſchen Produkte. — Herr Dr.
Viehmann von der Heſſiſchen Landwirtſchaftskammer ſprach über
Land= und Forſtwirtſchaft. Ein Haupterfordernis für den
Beruf iſt körperliche Geſundheit. Es ſollten ihm keine ſchwächlichen
jungen Leute zugeführt werden. Die Auffaſſung in der Stadt, daß der
Landwirt keine großen geiſtigen Fähigkeiten brauche, wäre ſehr falſch.
Heutzutage verlange die Landwirtſchaft mehr Kenntniſſe, als manche
andere Berufe. Der Beruf verlange auch Charaktereigenſchaften:
Spar=
ſamkeit, Entſagung und Tierliebe. In ſeinen weiteren Ausführungen
ſchilderte der Redner die einzelnen landwirtſchaftlichen Berufsarten.
Notwendig ſei es, daß der Beruf in jungen Jahren ergriffen werde;
an landwirtſchaftlichem Perſonal herrſche Mangel. Die Ausſichten
wären nicht ſchlecht. In der mittleren und höheren Beamtenlaufbahn
herrſche ein Ueberfluß an Bewerbern. Dem praktiſchen Landwirt gehe
es heute auch nicht gut. — Herr Werkmeiſter Georg Weyprecht
be=
handelte das Metallgewerbe; es ſei eines der vielſeitigſten. An
einer Tafel waren die verſchied’nen Zweige dieſes Berufs dargeſtellt:
Schmiede, Sp ngler, Gürtler, Elektroinſtallateur und Elektromonteur,
die beiden letzteren Berufe werden vielfach mit dem Elektrotechniker
verwechſelt, der in Darmſtadt nicht ausgebildet werden könne, ſondern
nur an einem Technikum (Bingen, Friedberg). Eingehend wurden die
Verhältniſſe im Maſchinenbau beſprochen. Vor dem Ergreifen der
Be=
rufe des Feinmechanikers, d’s Uhrmachers und des Optikers wurde
ge=
warnt. Abſolventen von techmiſchen Mittelſchulen hätten noch günſtige
Möglichkeiten, unterzukommen, ſonſt wäre im Metallgewerbe vom
Arbei=
ter bis zum Ingenieur eine Ueberſättigung. — Herr Bautechniker
Marnet ſchilderte ſodann die Zuſtände im Baugewerbe. An
handwerksmäßig ausgebildeten Leuten beſtehe ein Mangel; heute ſei es
kaum noch ein Saiſongewerbe wie friher. Auch hier wurden die
Spe=
zialiſten der einzelnen Berufe angeführt. Die materielle Entlohnung
ſei im Baugewerbe beſſer als in vielen anderen Berufen. Zement= und
Betonarbeiter ſind geſucht. Für, das Baugewerbe biete ſich noch für
lange Zeit eine Arbeitsmöglichkeit.
— Darmſtädter Adreßbuch. Die Korrekturbogen von Götz
bis Kirchthaler liegen zurzeit in den bekannten Stellen zur
Einſichtnahme offen. Da im Intereſſe der ſchnellen Fertigſtellung
des Adreßbuches die Offenlegung nur wenige Tage dauern kann,
werden die Einwohner, beſonders die Geſchäftswelt, dringendſt
erſucht, umgehend in die Korrekturbogen Einſicht zu nehmen, um
Fehler im Adreßbuch zu vermeiden.
— Zu dem Kammermuſikabend, den Auguſt Vogt mit 2 andern
Leipziger Muſikern am Mittwoch, den 8. Dez., im Muſikvereinsſaal
ver=
anſtaltet, wird uns noch mitgeteilt: „Leipziger Neueſte Nachrichten” Mit
künſtleriſchem Ernſt und heißer Hingabe ſetzte ſich im Blüthnerſaal eine
Anzahl junger Muſiker ffür gut gewählte Reder=Werke ein. Auguſt Vogt,
Violine, Rudolf Metzmacher, Violoncell, Sigfrid Walter Müller, Klavier,
wagten ſich an das in Leipzig entſtandene große E=Moll=Trio mit ſeinen
intereſſanten Rhythmen und kühnen Harmonien. Allen drei
Mitwir=
kenden gebührt das Lob techniſcher und ſeeliſcher Reife.
*Stiftungsfeſi des Ski=Klub Darmſiadt.
Der Ski=Club Darmſtadt—Odenwald kann auf ſeinen „Schnee=Ball”
anläßlich ſeines 24jährigen Stiftugsfeſtes mit Vergnügen zurückblicken.
Dieſe Veranſtaltung in ſeinem reizvollen Verlauf reihte ſich würdig den
früheren an. Die Otto=Berndt=Halle bot in ihrem reichen Tanmenſchmuchk
mit zartem Rauhreif übergoſſen, trotz der behaglichen Wärme, einen
herrlich winterlichen Anblick. Dazu die frohen, lachenden Geſichter der
Feſtteilnehmer, die in ihrer Geſellſchaftstoilette erſchienen waren. Mit
einiger Phantaſie glaubte man ſich in das Eldorado des Winterſports —
nach St. Moritz verſetzt, und dort einem jener bekannten
Geſellſchafts=
feſte beizuwohnen. — Die Kapelle Frank leitete mit einem ſchmiſſigen
Begüßungsmarſch das Feſt ein. Dann kam das erſte Ereignis: Der
Film von der Einweihung der Darmſtädter Ski= und Wanderhütte. Er
brachte viele lachende Geſichter (auf der Leinwand und bei den
Zu=
ſchauern!). Unter den bekannten fröhlichen Filmdarſtellern verrieten
einige ausgezeichnetes und erſtaunliches Filmtalent. Dann folgte Pat=
und Patachon in Natur, eine prächtige mimiſche Leiſtung. Und danm
kamen als zweites Ereignis und Glanznummer Schneeflocken und
rich=
tige (Papier=) Schneeflocken, von ſechs jungen, temperamentvollen
Ski=
läuferinnen, den Damen Auler, O. Flatow, R. Jacobi, J. Paetzold, G.
Prager und A. Müller mit vollendeter Grazie ausgeführt. Einſtudiert
wurden dieſe Tänze von Fräulein Martha Schulz vom Heſſiſchen
Lan=
destheater. Auch die Schneebälle verſtanden die Damen mit
bewunderns=
werter Eleganz haarſcharf an den Köpfen der Zuſchauer vorbei zu
wer=
fen. Bald war der Saalboden von weißen Papierſchneeflocken bedeckt,
Der Winter hatte richtig ſeinen Einzug gehalten! So war es kein
Wunder, daß die ſämtlichen Feſtteilnehmer in roſigſter Stimmung
waren. Die ausgezeichnete und ſehr fleißige Kapelle ſpielte bald zum
Tanze auf, der nach Beendigung des Programms begann und nicht
nur die reizend hübſchen „Schneeflöckckhen”, die bald durch den Saal
wir=
belten, ſondern die ganze tanzfrohe Damen= und Herrenwelt in ſeinen
Bann ſchlug. Bis lange nach Mitternacht vergnügte man ſich in
aus=
gezeichneter Stimmung. Sogar der Wintergott, der dieſe
Veranſtal=
tung zu ſeiner Verherrlichung mit Vergnügen vernommen zu haben
ſcheint, ſandte dem Klub ein kräftiges „Sci Heil” in Geſtalt eines ſtarken
Schneefalls auf der Neunkircher Höhe. — Der Sport kann beginnen!
— Zu erwähnen iſt noch die reichhaltige Tombola; mit netten
Anrichten war ſür das leibliche Wohl geſorgt. Der Ski=Club kann mit
dem Erfolg dieſes Abends voll zufrieden ſein.
* Sprachverein. Die heute Dienstag bei freiem Eintritt im
Real=
gymnaſium ſtattfindende Sitzung, in der Oberſtudiendirektor Dr. Otto
über das Verhältnis der Deutſchen und ihrer Nachbarn zur deutſchen
Sproche einen Vortrag halten wird, dem einige von Herrn Walter
Lehmann geſprochene Gedichte vorausgehen und nachfolgen, muß ſchon
um 8 Uhr beginnen.
— Darmſtädter Reiterverein e. V. Man ſchreibt uns: Am 24. Nob.
wurde in Darmſtadt ein Reiterv rein unter dem Namen „Darmſtädter
Reiterverein e. V.” gegründet. Er wurde zum Vereinsregiſter beim=
Amtsgericht Darmſtadt I angemeldet, und ſeine Beſtrebungen ſind
aus=
ſchließlich auf ſportliche Intereſſen, auf Pflege und Förderung des
Reit=
ſports gerichtet; er ſucht dieſe Zwecke in erſter Linie durch Veranſtaltung
von Jagden und Turnieren, zunächſt in kleinerem Maßſtab, zu erreichen.
— Orpheum. Die bekannte Wiener Schauſpielerin Leopoldine
Konſtantin wird in einer ihrer beſten Rollen zunächſt am
Sams=
tag und Sonntag, 11. und 12. Dezember, im Orpheum ein Gaſtſpiel
abſolvieren. Die berühmte Darſtllerin von Salon= und Charakter=
Nollen kommt mit eigenem Enſemble. Zur Auffführung gelangt „Die
Schule der Kokotten”, Komödie in drei Akten von Armont und
Gerbidon. Weitere Mitteilungen folgen.
— Bekleidungskunſt. Im Verlag von Bruckmann erſchien ein
zwei=
bändiges kleines Werk über Koſtümkunde, das die Geſchichte des
Koſtüms auf Grund photographiſcher Aufnahmen und fachmänniſcher
Koſüimſchnitte zur Darſtellung bringt. Die B=arbeitung erfolgte durch
Emma von Sichart auf Grund älterer Studien des 1825 in Darmſtadt
geborenen Malers Karl Köhler. Für jeden, der ſich mit Koſtümkunde
beſchäftigt, gibt dieſes Werk neue und unentbehrliche Grundlagen. —
Das letzte Heft der vom Werkbund herausgegeben n Zeitſchrift „Die
Form” iſt der Mode gewidmet und bringt Aufſätze von führenden
Per=
ſönlichkeiten der deutſchen Modeninduſtrie. Die Bücher ſtehen im
Leſe=
zimmer des Muſeums zur Verfügung. Das Leſezimmer iſt geöffnet an
allen Wochentagen von 9—12.30 Uhr vormittags und nachmittags von
3—7 Uhr, mit Ausnahme des Samstag=Nachmittags.
— Eine Gemäldeverſteigerung. Wie aus der heutigen Anzeige des
Herrn Notar Carnier hier hervorgeht, findet am Mittwoch, 13. Dez.
d. J., im Laufe des Vormittags von 10.30 und im Laufe des
Nachmit=
tags von 3.30 Uhr an im Fürſtenſaale hier, Grafenſtraße, die
Verſtei=
gerung einer größeren Anzahl von Oelgemälden namhafter Keinſtler
ſtatt. Die Gemälde ſtehen ſchon von vormittags 9.30 Uhr ab zur
Beſich=
tigung aus. Dem kunſtliebenden Publikum von Darmſtadt dürfte durch
dieſe notarielle Verſteigerung eine gümſtige Gelegenheit zum Ankauf
wertvoller Gemälde gegeben ſein.
* Schwurgericht. Geſtern wurde gegen den Schreiner Gg.
Mat=
thes von Nieder=Modau wegen Meineids verhandelt. Die
An=
klage iſt aus einem Zivilprozeſſe herausgewachſen, der Schadenserſatz
zum Gegenſtand hat. Der Angeklagte hat vor dem Amtsgericht I hier
am 26. März 1926 beſchworen, daß ein Eheverſprechen nicht abgegeben
und in einer beſtimmten Zeit ein näherer Verkehr nicht gepflogen
wor=
den ſei. Es handelte ſich um einen zugeſchobenen Parteieid. Der
Ange=
klagte gibt Verkehr an ſich zu, beſtreitet aber, einen Meineid
geleiſtet=
zu haben. Auf Antrag der Staatsanwaltſchaft wird die Oeffentlicheit
ausgeſchloſſen, jedoch der Preſſe die Anweſenheit geſtattet. Der
Ange=
klagte befindet ſich ſeit 12. Oktober 1926 in Unterſuchungshaft. Der
Staatsanwalt hält nach den Ergebniſſen der Beweisaufnahwe die
An=
klage voll aufrecht; die Glaubwürdigkeit der Hauptzeugin ſei nicht
an=
zuzweifeln, eine ganze Reihe von Momenten träte hier hinzu. Die
An=
gaben des Angeklagten litten an innerer Unwahrſcheinlichkeit. Der
An=
geklagte habe nicht die Abſicht gehabt, das Mädchen zu heiraten. Der
Strafantrag geht auf 1 Jahr 6 Monate Zuchthaus und Aberkennung
der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren. Die
Ver=
teidigung ſtellt darauf ab, daß das Z—ugnis des Mädchens mit ganz
beſonderer Vorſicht geprüft werden müſſe. Das Mädchen habe eine
Schadenserſatzforderung von 1036 Mk. im Zivilprozeſſe geltend gemacht
(das Kind iſt zwei Tage nach der Geburt verſtorben). Das
Beweis=
ergebnis habe völlig verſagt. Die Vorfälle lägen über zwei Jahre
zu=
rück. Die Ausführungen gipfeln in dem Antrag auf Freiſprechung. Das
Urteil vermißt den Nachweis eines rechtsgültigen Verlöbniſſes, hält aber
im zweiten Punkt den Beweis eines wiſſentlichen Meineids für erbracht;
es erkennt auf 1 Jahr 3 Monate Zuchthaus. Die
bürger=
lichen Ehrenrechte werden dem Angeklagten auf die Dauer von 3 Jahren
entzogen. Das Urteil iſt rechtskräftig.
— Zn der Hl. Franziskus=Feſer in der Turnhalle iſt zu bemerken,
daß die Solovorträge des Herrn Kammermuſiters Kehr von Herrn
Kammermuſiker Alfred Fillſack am Flügel begleitet wurden, während
Frau Dr. Schefers die Geſangsvorträge begleitete,
Tageskalender für Dienstag, den 7. Dezember 1926.
Landestheater Großes Hans 4 7 (Schülermiete braun 4),
Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr: „Jphigenie” — Kleines Haus,
G 6 (Darmſtädter Volksbühne), Anfang 74 Uhr, Ende 10 Uhr: „Der
Biberpelz”, — Kinovorſtellungen: Union=, Reſidenz=Theater,
Palaſt=Lichtſpiele. — Techn. Hochſchule: Berufskundliche
Vor=
träge, Hörſaal 326, abends 7.30 Uhr. — Sprachverein, abends
8 Uhr, im Realgymnaſium: Vorrrag Dr. Otto. —
Hausfrauen=
bund nachm. 4 Uhr, in der Loge Sandſtraße 10: Adventsfeier. —
Schloß=Café: Konzert. — Span. Bodega: Konzert. —
Hotel Schmitz: Unterhaltungsmuſik. — Perkeo: Singſviel=
und Burlesken=Enſemble. — Weinhaus Weißer Turm:
Kon=
zert. — Café Rheingold: Konzert. — Frankfurt a. M.,
Feſthalle, abends 7,30 Uhr: Sarraſanis Zirkus=Feſtſpiele.
Verſteigerungskalender für Mittwoch, den 8. Dezember 1926.
Hotel Traube vormittags 8½ Uhr und nachmittags 2 Uhrt
Möbelverſteigerung.
Städtiſches Leihamt, vormittags 9—1 Uhr: Verſteigerung
ver=
fallener Pfänder.
Verwenden Sie in
Ihrem Haushalte täglich nur
Juaker
als
Vermeiden Sie jede Mahlzeit, welche nicht
die nötigen Nährstoffe im richtigen Verhältnis
enthält.
Tausende fühlen sich matt und
abge=
spaunt infolge unzulänglicher Nahrung.
Seite 6
Dienstag, den 7. Dezember 1926
Nummer 339
*Gemeinnützige Bauwirtſchaft.
Von Profeſſor Dr. Ernſt Günther=Gießen.
Wer möchte, wenn er keine Wohnung finden kann, nicht am liebſten
ſich ſelbſt ein Häuschen bauen? Die einzige Sorge iſt die Beſchaffung
des nötigen Geides und die Aufbringung der hohen Zinſen. Aber
dieſe Sorge iſt grundlos, denn an einem ſchmucken Neubau in Gießen
auf der Schönen Ausſicht prangt ein großes Plakat: „Ichbaue
die=
ſes Haus mit zinsloſem Darlehen der Deutſchen
Bau= und Siedlungsgemeinſchaft in Darmſtadt. Der
Bauherr.” Und, wie die Satzungen dieſer menſchenfreundlichen
Geſellſchaft, an die ich mich natürlich ſofort wandte, beweiſen, iſt es
tat=
ſächlich ſo. Wer als guter Deutſcher von deutſchen Eltern geboren iſt,
der braucht nur 2 Mark Eintrittsgeld zu bezahlen, um Mitglied zu
werden; dazu muß er allerdings noch einen Geſchäftsanteil für 20 Mk.
erwerben, den er aber nur in Raten einzuzahlen braucht. Wer bauen
will erwirbt noch einen Hausanteil für 200 Mk. und zahlt monatlich
10 Mk. weiter. Für dieſe geringen Leiſtungen wird er vollberechtigtes
Mitglicd und hat nach fünfmonatiger Mitgliedſchaft bereits Anſpruch
auf ein Darlehen in Höhe von 10000 Mark, vorausgeſetzt, daß genug
Geld in der Kaſſe iſt, und daß er an der Reihe iſt; denn die Verterlung
der verfügbaren Gelder geſchieht in der Reihenfolge der
Mitgliedsnum=
mern. Wer ganz vorn ſteht, bekommt ſofort ſein Geld; wer eine höhere
Nummer hat, muß allerdings warten, ja manchmal recht lange warten.
Nehmen wir einmal an 100 Leute ſchließen ſich zu einer Genoſſenſchaft
zuſammen, ſo bringen ſie an Eintrittsgeld, Geſchäftsanteilen und
Haus=
anteilen ſofort 22 200 Mark auf, von denen, nach Abzug der
Verwal=
tungskoſten, den beiden erſten Anwärtern je 10 000 Mk. gegeben werden
können; ſie können alſo ſofort mit dem Bauen beginnen. An
Weiter=
zahlungen gehen monatlich nur 1000 Mark ein; vom ſiebenten Monat
ab, wenn ihre Häuſer fertig ſind, zahlen die beiden erſten zwar fe 30 M.
mehr, immerhin dauert es 10 Monate, bis der Dritte zu ſeinem Hauſe
kommt, nach weiteren 10 Monaten iſt Nr. 4 daran; nach vier Jahren
haben 6—7 Genoſſen ihr Haus, und nach 10 Jahren 16; nach 25 Jahren
iſt gerade die Hälfte verſorgt, und bis der letzte in ſeinem Häuschen ſitzt,
vergehen mindeſtens 40 Jahre. Wenn die Genoſſenſchaft an
Mitglie=
dern zunimmt, kommen die älteren wohl ſchneller zu ihrem Haus, aber
einmal muß der Zuſtrom natirlich aufhören, und damn müſſen die
letz=
ten eben doch entſprechend lang warten. Es handelt ſich um eine
Genoſſen=
ſchaft, aber die genoſſenſchaftliche Gleichheit iſt nicht ſehr groß. Nehmen
wir einmal fünf verſchiedene Genoſſen an, von denen Mitglied Nr. 1
ſofort ſein Darlehen bekommt, Nr. 10 nach ſechs Jahro, Nr. 20 nach
12 Jahren und Nr. 45 nach 24 Jahren, während Nr. 100 erſt nach 42
Jahren drankommt. Nr. 1 zahlt an Eintrittsgeld. Hausanteil und
Ge=
ſchäftsanteil 222 Mark und ein Jahr lang monatlich 10 Mk.; dafür hat
er nach einem Jahre ſein Häuschen. Dann muß er B Jahre lang
jährlich 480 Mk. von dem erhaltenen Darlehen zurückzahlen, aber dafür
braucht er auch keine Miete zu zahlen; das gleicht ſich gegenſeitig aus.
Im ganzen hat alſo Nr. 1 nur 342 Mk. aufbringen müſſen. Nr. 10
zahlt zunächſt auch ſeine 222 Mk., und dann noch ſechs Jahre je 120 M.
im ganzen alſo 942 Mk.; dann beginnen ſeine Rückzahlungen, die bis
*) Obiger Artikel richtet ſich mit ſeiner Kritik lediglich gegen die
„Deutſche Bau= und Siedlungsgemeinſchaft”, die mit zinsloſen
Dar=
lehen arbeiten will. Anders verhält es ſich mit den drei gemeinnützigen
Baugenoſſenſchaften in Darmſtadt, die die Bauluſtigen nicht als
Mit=
glieder aufnehmen und auch keine laufenden Beiträge fordern, ſondern
auf Antrag lediglich Baukapital gegen günſtige Verzinſung zur
Ver=
fügung ſtellen und außerdem die Ausführung der Bauten übernehmen.
Die Namen, dieſer drei auf geſunder finanzieller Baſis ſtehenden
hieſigen Baugenoſſenſchaften, die in dieſem Jahre in Darmſtadt ſchon
eine große Anzahl von Eigenheimen ſowohl wie Mietwohnungen
er=
richtet haben und von obiger Kritik nicht betroffen werden, ſind:
1. „Darmſtädter Baubund”, gemeinmitzige Genoſſenſchift für
Wohnungs=
bau, e. G. m b. H.; 2. Darmſtädter Wohnungsbau=Genoſſenſchaft,
e. G. m. b H.* 3. Gemeinnützige Genoſſenſchaft für Wohnungsbauten,
e. Gm. b. H.
zum 27. Jahre dauern, während Nr. 1 bereits nach 24 Jahren
voll=
ſtändig laſtenfrei in ſeinem Hauſe ſitzt. Nr. 10 muß alſo über 2500 Mk.
aufwenden gegenüber den 342 Mk. von Nr. 1 alſo reichlich ſiebenmal
ſo viel. Bei Nr. 20, der erſt nach 12 Jahren drankommt, ſind es 5400
Mk. oder das 16fache, bei Nr. 45 aber 11040 Mk. oder 32mal ſo viel;
und der unglückliche Letzte, der erſt nach 42 Jahren zum Borgen und
Bauen kommt, muß gegenüber den 342 Mk., die der erſte aufbrachte,
im Laufe der 54 Jahre, bis er auch ſchuldenfrei in ſeinem Häuschen
ſitzt, rund 19 500 Mk. aufbringen oder 57mal ſo viel. Alſo der eine
braucht nur 342 Mk., um nach einem Jahre bereits in ſeinem Häuschen
zu ſitzen, der andere muß über 19500 Mk. mehr aufbringen, um nach
42 Jahren ſpäter endlich auch ſoweit zu ſein.
Es iſt klar, daß Nr. 1 und auch noch Nr. 5 oder 10 die Vorteile der
Ge=
noſſenſchaft ganz anders empfinden werden, als Nr. 45 oder gar Nr. 100.
Der Leiter der Genoſſenſchaft wettert in kräftigen Ausdrücken gegen
die Ausbeutung durch die zinsheiſchenden Kapitaliſten, aber eine
ſchlim=
mere Ausbeutung, als ſie hier durch die glücklichen Gwünder und erſten
Mitglieder der ſelbſtverſtändlich „gemeinnützigen” Genoſſenſchaft
gegen=
über den ſpäter eintretenden Mitgliedern getrieben wird, iſt kaum
denk=
bar. Durch derartige „gemeinnützige” Baugenoſſenſchaften kann die
Wohnungsfrage nur für die Gründer ſelbſt und für ihre nächſte
Gefolg=
ſchaft gelöſt werden; wenn ſie erſt einmal in ihren billigen Eigenhäufern
ſitzen, wird ihr Intereſſe an der Genoſſenſchaft ſehr raſch erlahmen, und
ſie werden es den ſpäten Mitläufern überlaſſen, ſelber zuzuſehen, wie
ſie auch zu ihren Häuſern kommen. Es kann deshalb nicht nachdrücklich
genug vor dem Neueintritt in derartige Genoſſenſchaften gewarnt werden.
Kunſtnotizen.
Ueber Werſe, Künſtler oder künſkleriſche Veranſtaſtungen, deren im Nachſiehenden Erwähnung
geſchieht, bebälit ſich die Redakion ihr Arteil vor.
Union=Theater: „Jagd auf Menſchen” Carlo
Al=
dini, einer der tollſten und liebenswürdigſten Artiſten im Film, reitet,
klettert, ſpringt über den Tiſch, aus dem Fenſter mit einer
ſelbſtver=
ſtändlichen Bravour, wie amerikaniſche Groteskenſchauſpieler . . .
glän=
zend der Kampf auf der Drahtſeilbahn und das Turnen auf einem
Schnellzugsdach. Curt v. Braun ſchrieb das vorzügliche Manuſkript.
Nurzio Malazomma gab viele Nuancen. Mit Eifer und Laune dabei:
Maly Delſchaft, Virian Gibſon, Hans Albers, Margarete Kupfer. Die
muſikaliſche Leitung iſt vorzüglich und liegt in den Händen des Herrn
Kapellmeiſters Seibert.
— Palaſt=Lichtſpiele: „Die tolle Herzogin”, ein
Vorſpiel und ſieben ſpannende Akte, nach dem im Darmſtädter Tagblatt
erſcheinenden Roman von Ernſt Klein. Hier iſt wieder einmal ein guter,
ſpannender, durchgearbeiteter Publikumserfolg gedreht worden, frei von
literariſchen Ambitionen, nach einem an Begebeuheiten reichen Roman
von Ernſt Klein, der durch liebenswürdige Einfälle der Negie (Willy
Wolff), vor allem aber der Photographie (Sophus Wangoe) auffällt . .
die tolle Herzogin Ellen Richter. Dieſe Darſtellerin, die ebenſo gut die
Steuerung des Flugzeugs wie des Automobils beherrſcht, die — den
Revolver in der Hand — nicht einmal komiſch wirkt, hat hier eine Nolle
gefunden, die ihren Erfolg verbürgt. Und wenn ſie gar zum Schluß
als Braut vor den Altar tritt (mit dem Manne, der den zweiten Schuß
.. . und der ſich als öſterreichiſcher Markgraf und Oberleutnant a. D.
entpuppt), da iſt des Beifalls kein Ende.
Reſidenz=Theater. Der neue Fox=Film „Der
Hoch=
verrat von Panama” ſtellt eine Gipfelleiſtung ſelkſt für die
vee=
wöhnteſten Anſprüche dar. Es fällt ſchwer, aus dieſer Fiille
kinemato=
graphiſcher Glanzleiſtungen Einzelnes herauszugreifen. Der Orkan auf
hoher See iſt das Erſchütterndſte, was die ſtumme Leinwand bis jetzt
zeigen konnte. Der Einblick in das Leben und Treiben der
internatio=
nalen Spione iſt ebenſo ſpaunend wie die Abwehrmaßnahmen der
poli=
tiſchen Geheimbureaus im Marineminiſterium. Die Handlung iſt mit
ſeltener Wucht entworfen; atemloſe Spannung feſſelt das Publikum bis
zum letzten Bild, das in ganz ſenſationeller und verblüffender Weiſe
die Aufklärung für eine Kette gefährlicher und geheimnisvoller
Aben=
teuer bringt. Jeder, der eine Spur von Intereſſe für das Leben auf
hoher See beſitzt, muß dieſes herrliche Marinedrama von den verratenen
Schiffen geſehen haben. Der Film kommt im Neſidenz=Theater unter
vorziiglicher muſikaliſcher Begleitung zur Vorführung.
Das Handwerk zur Konſumfinanzierung.
RH. Von der Preſſeſtelle beim Reichsverband des deutſchen
Hand=
werks wird uns geſchrieben:
Der Gedanke der Konſumfinanzierung iſt in der Oeffentlichkeit ſo
lebhaft erörtert worden, daß bereits hoffnungsfrohe G=müiter in dem
neuen Syſtem das Heilmittel gegen alle wirtſchaftlichen Nöte erblickten.
Das Handwerk vermag dieſe Begeiſterung nicht zu teilen. Die
Konſum=
finanzierung ſtellt nichts anderes als eine neue Form des
Abzahlungs=
geſchäftes dar, das bei uns von jher ſchwierig war, mit großer
Vor=
ſicht ausgeübt werden mußte und nicht immer günſtige Beurteilung
fand. Die durch das neue Verfahren bewirkde Barzahlung iſt in
Wirk=
lichkeit ja auch keine echte Barzahlung, ſondern nur eine ſcheinbare, da
ſie mit Kredit geleiſtet wird. Dadurch wird die echte Barzahlung in den
Hintergrund gedrängt Borgwirtſchaft und Verſchuldung der Kundſchaft
aber gefördertk). Erſchwerend tritt hinzu, daß teilweiſe ausländiſcher
Kredit das Geſchäft finanziert. Selbſt für den Kunden bedeutet das neue
Syſtem eine Minderung ſeiner Kaufkraft, denn die ſo gekaufte Ware
ſtellt ſich je nach den Bedingungenen für den Käufer 15—20 Prozent
teurer als bei Barkauf. Schließlich birgt die Konſumfinanzierung den
großen Nachteil in ſich, daß ſie in verſtärktem Maße zur Verſchwendung
reizt und damit den Sparſinn des ganzen Volkes lähmt.
Das Handwerk, das wie der Einzelhandel hauptſächlich auf den
inneren Markt angewieſen iſt, würde gewiß jedes geeignete Mittel zur
Hebung der inneren Kaufkraft begrüßen. Es vermag aber der
Konſum=
finanzierung kein Vertrauen entgegenzubringen und kann daher nur zur
Vorſicht und Zurüickhaltung raten.
*) Für das Handwerk liegt außerdem die Gefahr vor, daß an der
Konſumfinanzierung beteiligte Käufer, ohne das irgendwie erkennen zu
geben, ſich vom Handwerk weiteren Kredit einräumen laſſen, deſſen
Rückzahlung ſchwierig bzw. unmöglich ſein kann.
— Tätigkeitsbericht der Sanitätswache vom Roten Kreuz,
Saalbau=
ſtraße 4 (Telephon 400), im Monat November 1926: Kranken= und
Unfalltransporte 145, davon von und nach auswärts 22; Hilfeleiſtungen
im Kleinen Haus 2, Hilfeleiſtungen bei geſtellten Wachen im Zirkus 62,
Verleihanſtalt in 18 Fällen, Vermittelung von Krankenpflegeperſonal
dreimal.
— Nächſte Dampferabfahrten der Hamburg=Amerika=Linie. Nach
York: D. Cleveland ab Hamburg am 9. 12., ab Cuxhauen am 10. 12.,
DD. Hamburg ab Hamburg am 16. 12., ab Cuxhaven 17. 12.. D. Reſolute
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Hamburg am 22. 12., D. Albert Ballin ab Hamburg am 30. 12., ab
Cuxhaven am 31. 12., D. Thuringia ab Hamburg am 5. 1. 27., D.
Deutſchland ab Hamburg am 13. 1. 27., ab Cuxhaven am 14. 1. N7.,
D. Hindenburg ab Hamburg am 19. 1. N. — Nach Philadelphia,
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more, Norfolk: Ein Dampfer ca. 2. 1. R. — Nach der Weſtküſte
Nord=
amerika: D. Witell am 18. 12. MS. Oſiris am 8. 1. 27. D. Seekonk
am 22. 1. N. — Nach der Oſtküſte Südamerika: D. Wasgenwald am
11. 12., D. Havenſtein am 11. 12., MS. Landvard am 15. 12., D
Steiger=
wald am 5. 1. N. D. Württemberg am 8. 1. 2. — Nach der Weſtliüſte
Südamerika: D. Rapot am 11. 12., D. Negada am 17. 12, D. Amaſis
am 22. 12., D. Kellerwald am 31. 12., D. Alrich am 31. 12. — Nach
Mexiko: D. Schleswig=Holſtein am 16 12., D. Eupatoria am 28. 12.,
MS. Rio Bravo am 11. 1. N. D. Weſterwald am 22. 1. N7. D. Nord=
Schleswig am 3. 2. N7., MS. Rio Panuco am 15. 2. N. — Nach Cuba:
D. Nauplia am 2. 12. D. Amaſſia am 15. 1. R7., D. Kyphiſſia am 15.
2. 27. — Nach Weſtindien: D. Sebara am 8. 12, D. Atto am 18. 12.,
D. Galicia am 24. 12., D. Altmark am 5. 1. 27., D. Seſoſtris am 15. 1.
27., D. Nugia am 26. 1. N. Nach Jamaica, Haiti, San Domingo und
Pto. Rico: D. Kreta am 11. 12. D. Mexiko am 31. 12., D. Grunewald
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Dienstag, den 7. Dezember 1926
Aus Heſſen.
Starkenburg.
Ck. Wixhauſen, 5. Dez. Durch Aufſtellen von Lichtmaſten in unſerer
Gemarkung entſtand ein nicht unbedeutender Flurſchaden. Eine
Kom=
miſſion wird im Laufe dieſer Woche den Schaden feſtſtellen. —
Gegen=
wärtig wird im Hofe der alten Schule ein Turm gebaut, der der
Auf=
bewahrung der Feuerwehrſchläuche dienen ſoll. Die Fertigſtellung des
Baues iſt in Kürze zu erwarten.
* Griesheim, 6. Dez. In der kommenden Woche finden auf dem
hie=
ſigen Truppenübungsplatz nur am Donnerstag, den 9. und Freitag, den
10. Dezember, vormittags von 7—11 Uhr und nachmittags von 1—5 Uhr
Scharfſchießübungen ſtatt.
* Eberſtadt, 6. Dez. Geflügelausſtellung. Der hieſige
Geflügelzu htverein veranſtaltete am Samstag und Sonntag in dem
ge=
räumigen Saal des Gaſthauſes „Zur Eiſenbahn” eine reichbeſchickte
Aus=
ſtellung von Geflügel aller Art. Es konnten viele Preiſe verteilt werden.
Beſondere Aufmerkſamkeit erregte das Hühnerpaar mit Bubiköpfen. Die
Ausſtellung erfreute ſich eines guten Beſuches. Mit der Ausſtellung war
eine Verloſung verbunden.
* Pfungſtadt, 6. Dez. Das Konzert des Städt. Orcheſters
aus Darmſtadt wak ein hoher Genuß für die Einwohnerſchaft. Dem
Orcheſter und allen Mitwirkenden, insbeſondere Herrn Direktor Schmitt,
gebührt volle Anerkennung für die Vermittlung derartig lünſtleriſcher,
muſikaliſcher Darbietungen. Es wurden Werke von Mozart, Bach uſw.
geboten. Das Publikum war ſehr beifallsfreudig. Eine Wiederholung
eines derartigen Kunſtgenuſſes wäre ſicherlich wünſchenswert. — Das
Ergebnis der Viehzählung für Pfungſtadt liegt bereits vor.
Gezählt wurd n 315 Pferde, 725 Stück Rindvieh, 1641 Schweine, 607
Ziegen, 399 Gänſe, 159 Enten, 9790 Hühner. Dabei iſt zu bemerken, daß
die Zahl der Schweine gegen die vorletzte Zählung um rund 250
zu=
genommen hat. Sonſt weiſen die Zahlen nur geringſügige
Verände=
rungen auf. Die Hühnerzucht hat etwas zugenommen, dagegen iſt die
Rindviehhaltung und Ziegenhaltung etwas zurückgegangen.
* Pfungſtadt, 6. Dez. Aus dem Standesamtsregiſter.
Im Monat November betrug hier die Zahl der Geburten 10. die der
Sterbefälle drei. Unter dieſe letzteren zählt der in Pfungſtädter
Ge=
markung auf der Straße zwiſchen Eberſtadt und Bickenbach verunglückte
Arbeiter Rieß aus Zwingenberg.
Ober=Ramſtadt, 6. Dez. Wie wir vernehmen, hat die
Vertei=
digung in der Strafſache Ritſcher=Emich wiederum Reviſion an
das Neichsgericht angemeldet.
* Ober=Ramſtadt 6. D:z. Der am geſtrigen Sonntag veranſtaltete
Konzertabend des Mandolinenkranzes Ober=Namſtadt unter Leitung
des Dirigenten, Herrn Rapp aus Darmſtadt, hat bei den Beſuchern
all=
gemein Anklang gefunden. Man war mit den Leiſtungen, des nur aus
jungen Kräften beſtehenden Vereins ſehr zufrieden. Alle Muſikſtücke
wurden klangvoll vorgetragen und beſonders iſt dabei hervorzuheben
das harmoniſche Zuſammenwirken der Violinen mit allen anderen
Zupf=
inſtrumenten. Auch die Zitherſolos des Herrn Rapp fanden reichen
Veifall. Der Verein kann auf dieſen Abend ſtolz ſein, doch hätte die
Beteiligung derjenigen Vereine beſſer ſein dürfen, die den
Mandolinen=
kranz ſelbſt ſchon vielfach in Anſpruch genommen haben.
* Nieder=Beerbach, 5. Dez. In der letzten Woche fanden zu Nieder=
Beerbach in der Kirche auf Anregung des Kirchenvorſtandes 8
Evan=
geliſationsvorträge durch Herrn Miſſionar Walther aus Beuern
ſtatt. Nachdem vor kurzem Fräulein Miſſionar Reher in einem
Film=
vortrag die ganz entſetzliche Not armeniſcher Chriſten geſchildert hatte,
in dem zweiten Teil des Bethelfilms der Gemeinde jedoch die furchtbare
Not unſeres Volkes vor die Seele geſtellt worden war, und Herr Pfarrer
Hofmann in einem Vortrag „Die heſſiſche Reformation, ihre Ziele,
unſere Aufgaben” gezeigt hatte, wie die Reformationszeit mit ihrer Not
fertig zu werden verſuchte, gingen die Evangeliſationsvorträge des
Herrn Miſſionars Walter darauf aus, zu zeigen, wo unſere und unſeres
Volkes Rettung liegt. Er ſprach zu der Gemeinde in gemeinſamen
Ver=
ſammlungen, in getrennten, vor den Jungen, den Alten und den
Ehe=
leuten. In unſerer Zeit der Charakterloſigkeit und Ratloſigkeit, der
offenen Religionsfeindſchaft und kirchlichen Gleichgültigkeit, war es für
jeden ernſten Zuhörer warhaft erfriſchend, den klaren, ernſten und feſten,
von jeder Sentimentalität und Phantaſterei freien Ausführungen des
Herrn Vortragenden lauſchen zu dürfen. Er verſtand es, in überaus
volkstümlicher Weiſe in packenden Bildern das Evangelium dem
Ge=
ſchlecht unſerer Tage nah zubringen. In einem Kindergottesdienſt
er=
zählte Herr Walther den Kindern der Pfarrei aus ſeinen Erlebniſſen
aus Kamerun.
* Groß=Umſtadt, 6. Dez. Lehrfilm. Am Sonntag nachmittag
fand die zweite Filmvorführung des hieſigen Landwirtſchaftsamtes im
Saale des Gaſthauſes zum „Weißen Roß” ſtatt. Der Beſuch war heute
weitaus beſſer als dies das erſtemal der Fall war, ein Beweis, daß man
den intereſſanten Vorführungen ein großes Intereſſe entgegenbringt.
Der erſte Film zeigte in ausführlicher Weiſe die Zucht des Oldenburger
Pferdes, deren Charakteriſtik in den Worten; kurzbeinig, vollrippig,
leicht=
fütterig und fromm kurz ausgedrückt wird. In welch hoher Blüte die
Pferdezucht in Oldenburg ſteht, beweiſt der Umſtand, daß ſich in dem
Zuchtgebiet durchſchnittlich 12 000 Zuchtſtuten und 120 Hengſte befinden.
— Der zweite Film veranſchaulicht das „Alfa=Melten‟. Die ſaugende
Wirkung dieſes Apparates wird durch Luftverdünnung hervorgerufen.
Da ſich 85 Prozent der Milch erſt während des Melkens bilden, ſo iſt
die Saugvorrichtung des Apparates dem Herzſchlag der Kuh — 43
Puls=
ſchläge pro Minute — angepaßt. Das unappetitliche, unhygieniſche,
er=
müdende und zeitraubende Melken mit der Hand wird hierdurch
über=
flüſſig und die Milchleiſtung der Kuh erfahrungsgemäß erhöht. — Im
dritten Film wurde das Leben und Treiben der Lege= und Zuchtſtation
Halle=Cröllwitz in anſchaulicher Weiſe vorgeführt und zwar: Die
Füt=
terung des Geflügels, die Kontrolle beim Legen durch das Fallneſt und
die Behandlung der Eier in der Brutmaſchine. Beſonders intereſſant
waren die Aufnahme über das Ausſchlüpfen der Kücken. Den Schluß
bildete der „Rattenfilm”, der uns in zahlreichen Bildern die
Schäd=
lichkeit in der Wirtſchaft und die Gefahr auf hygieniſchem Gebiete dieſes
ekelerregenden Nagers aufs Draſtiſchſte zeigte und auf die wirkſame
Be=
kämpfung mit „Ratin” und „Ratinin” aufmerkſam machte
r. Babenhauſen, 5. Dez. Die Wahlbeteiligung zum Volksentſcheid
war ſehr ſchwach. Von rund 2000 Wahlberechtigten ſtimmten nur 716
Wähler ab, was ungefähr einer Wahlbeteiligung von 36 Prozent
gleich=
kommt. Im Wahlbezirk I betrug die Stimmenzahl: Ja 140, Nein 22,
ungültig 5: im Wahlbezirk II: Ja 185, Nein 183, ungültig 1 — Die
Handballmannſchaft unſeres Polizeiſportvereins ſiegte am
letzten Sonntag gegen ihren Verbandsgegner Polizeiſportverein
Wies=
baden 7:2 (4:1). Die Gäſte führten ein ſehr ſchönes Spiel vor, waren
auch zeitweiſe überlegen, konnten aber ihre Niederlage nicht aufhalten,
da ſich die Ueberlegenheit der Einheimiſchen ſchon zu Beginn des
Spieles zeigte.
* Michelſtadt, 5. Nob. Die Elektrizitätsverſorgung.
Die Bürgermeiſterei Michelſtadt teilt uns zu der in Nr. 330 des
Darm=
ſtädter Tagblattes gebrachten Notiz berichtigend mit, daß das
Elektri=
zitätswerk der Stadt Michelſtadt im Ri. 1924 nicht mit einem Ueberſchuß
von mehr als 80 000 Mk. abgeſchloſſen hat, ſondern daß der
Ueber=
ſchuß rund 8000 Mk. beträgt.
* Erbach i. O., 6. Dez. Der Männergeſangverein „Liederkranz”
Erbach hate geſtern ſeine Mitglieder und Freunde zu einem „
Volks=
liederabend” im Schützenhof zu Erbach eingeladen. Unſere heimiſche
Sängerin, Frl. Hildegard Schultz, Erbach, ſowie Frl. Emma Krenkel=
Michelſtadt (Klavier) und Herr Hermann Friedrich=Erbach (Violine)
hatten durch ihre freundliche Mitwirkung, das an und für ſich ſchon mit
innigem Verſtändnis und viel Geſchmack zuſammengeſtellte Programm
vervollſtändigt, ſodaß von vornherein die Veranſtaltung eine genußreiche
zu werden verſprach. So war denn auch der geräumige Saal bis auf
den letzten Platz beſetzt. Mit dem „Heſſengruß” des allen Odenwäldern
bekannten, vor einigen Jahren verſtorbenen Herrn Keidel=Michelſtadt,
eröffnete der impoſante Männerchor die Darbietungen. In abwech=
ſelungsreicher Folge kamen aus unſerem herrlichen Schatz Deutſcher
Volkslieder Chöre zum Vortrag, die von ebenſoviel aufopferungsvoller
Hingabe des Dirigenten, Herrn Krenkel=Michelſtadt, als auch von einem
guten Stimmenmaterial und eiſernem Fleiß der Sänger beredtes Zeugnis
ablegten. Es wäre ungerecht, wollte man einzelne Chöre zum Nachteil
der anderen hervorheben. Der Beifall des zahlreichen Publikums bewies,
daß der Verein mit dieſer Veranſtaltung das richtige getroffen hatte.
Erwähnt ſeien noch die wunderbaren Mezzoſopranſolos von Frl. Schultz,
die in Frl. Emma Krenkel=Michelſtadt eine durchaus gleichwertige
Part=
nerin am Kladier fand. Hier gefielen beſonders die beiden Lieder
„Heimatswald” und „Verbotene Liebe” aus dem kleinen Roſengarten von
Löns. Zwei Klavierſolos von Frl. Emma Krenkel=Michelſtadt von
Schubert und Chopin ernteten reichen, wohlverdienten Beifall. Auch
unſer junger, vielverſprechender Violin=Soliſt, Herr Hermann Friedrich=
Erbach, gab mit ſeinem „Ave Maria” von Franz Schubert dem
Pub=
likum herrliche Muſik, die ihm mit nicht endenwollendem Beifall gelohnt
wurde. Er mußte ſich zu einer Zugabe entſchließen. — Alles in allem
muß man den Abend als einen vortrefflich arrangierten und
wohlge=
lungenen bezeichnen, der ſich an die früheren Veranſtaltungen unſeres
älteſten Erbacher Vereins würdig anreiht.
— Hainſtadt (Kreis Erbach), 6. Dez. Man ſchreibt uns: Nach
ſieben=
jährigem Wirken in hieſiger Gemeinde iſt Herr Lehrer Schmidt nun nach
Sandbach verzogen. Bereits vor Jahresfriſt ſchied Herr Schmidt aus
der hieſigen Schule aus und wurde in Anbetracht ſeiner großen
Fähig=
keiten als Jugenderzieher und =bildner zum Fortbildungsſchullehrer
er=
nannt. Was die Hainſtädter Jugend Herrn und auch Frau Schmidt
ver=
dankt, werden wohl wenige zu würdigen wiſſen. Welche Mühe gaben ſich
doch beide bei der Veranſtaltung der ſogen. Elternabende. Mit den
Schulkindern und der von Frau Schmidt ins Leben gerufenen
Mädchen=
vereinigung wurden dazu Theaterſtücke eingeübt, die ſich auf beſſeren
Bühnen hätten ſehen laſſen können. Auch das Einüben, der ſchönen
Reigenſpiele mag Frau Schunidt viel Geduld gekoſtet haben. Viele der
jungen Leute ſind dadurch ganz andere Menſchen geworden und werden
mit manchen Eltern Herrn und Frau Schmidt vielen Dank wiſſen für
das an ihnen vollbrachte Bildungswerk.
r. Beerfelden, 5. Dez. Turneriſches. Einen in allen Teilen
wohlgelungenen Familien=Unterhaltungsabend bot geſtern abend in
ſei=
uer Turnhalle der hieſige Turnverein D. T. ſeinen Mitgliedern. Ein
lebendes Bild von eigenem Reiz, wenn auch nicht auf dem Programm
ſtehend, bildete den Eingang; umrahmt von Teilnehmern an den
nach=
herigen Uebungen der erſte Vorſitzende, der die Anweſenden,
insbeſon=
dere die Gäſte begrüßte, unter letzteren den zweiten Gauvertreter des
Odenwaldturngaues und die Turnfreunde aus Eberbach. Nun wickelte
ſich das Programm in flottem Tempo ab es umfaßte 14 turneriſche
Nummern und ſechs Theater= und Geſangsſtücke. Von den turneriſchen
Darbietungen ſeien genannt: Geräteübungen am Barren; Freiübugen
und 2 Reigen der Turnerinnen, Geräteübungen am Pferd, Baruen und
Neck und Kürfreübungen der Turner, Stab= und Freiübungen der
Zög=
linge; Frei= und Stabübungen ſowie Reigen der Schülerinnen,
Stab=
übungen und 3 hübſche Pyramiden am Pferd durch die Schüler. Die
geſamten Vorführungen legten beredtes Zeugnis dafür ab, daß der
hieſige Turnverein gegenwärtig in hoher Blüte ſteht. Nur unabläſſiges
Arbeiten und Luſt und Liebe zur Sache bei Leitenden und Uebenden
kann derartige Reſultate zeitigen.
A. Aus dem Odenwalde, 6. Dez. Die Ortsgruppe Weinheim des
Odenwaldklubs wählte in ihrer Generalverſammlung zum erſten
Vorſitzenden anſtelle des Stadtpfarrers a. D. Alfred. Kaufmann, der
ſein Amt niederlegte, den Direktor Adolf Welß. Dem ſcheidenden
bis=
herigen Vorſitzenden wurde als dem geiſtigen Schöpfer des füngſt
ein=
geweihten Denkmals für die im Weltkriege gefallenen Wanderfreunde
der Dak des Odenwaldklußs votiert. Es wurde dann u. a. noch
be=
ſchloſſen, dem Verein für das Deutſchtum im Auslande als korporatives
Mitglied beizutreten.
Fr. B. Jugenheim, 6. Dez. Der zweite Abend des Konzert=Verbandes
bot uns rein inſtrumentale Genüſſe. Das Städt. Orcheſter, unter Herrn
Mnſik=Dir. W. Schmitts Leitung eröffnete die Vortragsfolge mit einer
Ouvertüre Mozarts. Schon die äußerſt weiſe Aufſtellung des Orcheſters
verriet den Meiſter des Stabes. Die Blechbläſer waren ſo geſchickt
ge=
ſetzt, daß ihr Spiel die Streicher in keiner Weiſe übertönte. Ueberhaupt
lag über dem ganzen Orcheſterſpiel ein vornehmer Zug. Die Exaktheit
und Sauberkeit des Spiels übertraf einfach alles Erwarten. Ein ſolches
Orcheſter zu leiten, muß eine Freude ſein, ebenſo, wie man gern einem
ſolch vornehmen und überlegenen Führer, wie Herrn Schmitt, folgen wird.
Das Konzert in E=Dur von S. Bach war ein ganz beſonderer Genuß.
Herr Otto Krebs behauptete mit ſeiner Solo=Geige ſicher und brav ſeinen
Platz, wenngleich wir uns des Eindrucks nicht erwehren konnten, daß
er manchmal etwas mehr hätte dominieren können. Der ſtraffe Rhythmus
der beiden Eckſätze war ſo erfriſchend, daß Soliſt wie Orcheſter lebhafteſten
Beifall ernteten. Beſonders erwähnen müſſen wir die vorzüglich dezente
Ausführung des Flügelteiles in dieſem Konzert durch Frl. Nelly
Birrenbach. Sie ſtützte das Streichorcheſter prächtig, doch ohne nur
charakteriſtiſchen Einzelſzenen trefflich wiedergab. Endlich ſeien noch die
eine Spur von Aufdringlichkeit. Zum Schluß ſpielte das geſamte Orcheſter
„6 Deutſche Tänze” von Mozart. Auch eine gute Leiſtung, die die
kleineren Stücke für Geige und Klavier erwähnt, die ſämtlich gut
an=
ſprachen. Herr Krebs zeigte eine gute Technik, die beſonders ein feines Objekts und den beiderſeitigen wirtſchaftlichen Verhältniſſen. Für die
Portato, ſowie einen geſchmeidigen Springbogen verriet. Der ſchöne
Blumenſtrauß war ihm für ſeine ſaubere Leiſtung nur zu gönnen,
ob=
wohl Frl. Birrenbach ebenfalls einer zu wünſchen geweſen wäre.
* Auerbach, 6. Dez. Ernennung. Her Lehrer Meher, der vor möglich. Bis dahin legen wir die Anfrage zurück.
einiger Zeit von dem Lehrerkollegium als Rektor in Vorſchlag gebracht
wurde, hat nun die miniſterielle Beſtätigung erhalten. — Moderne
Metzgerläden. Herr Metzgermeiſter Franz Gaydoul geſtaltet
augenblicklich ſeinen Verkaufsladen in moderner Weiſe um. Damit hält, verpflichtet, dem Verletzten den daraus entſtehend.n Schaden zu
Neuzeit entſprechend umgebaut.
lung des Landw. Bezirksvereins des Kreiſes, findet am forderliche Sorgfalt beobachtet oder der Schaden auch bei Anwendung
Sonntag, den 12. Dezember, nachm. 2½ Uhr, im Gaſthaus „Zum
gol=
denen Anker” in Heppenheim mit nachfolgender Tagesordnung ſtatt; um ein Haustier, das der Erwerbstätigkeit des Landwirts zu dienen
Tätigkeitsbericht, Rechnungsablegung 1925/26, Voranſchlag für 1926/27,
ſämereien. Hierzu ſind alle Landwirte des Kreiſes freundlichſt
einge=
laden. Die Bürgermeiſtereien haben dies in ortsüblicher Weiſe bekannt
zu machen. An der Verloſung nehmen nur die Mitglieder des Landw.
Bezirksvereins teil.
Dezember: 0,74 Meter; am 6. Dezember: 0,76 Meter.
Bauſchheim. Bauſchheim hatte nämlich auf Beſchluß des Gemeinde= Steuerſtelle erlaſſen werden, wenn der Steuerpflichtige erwerbsunfähig
rates die Beerdigungskoſten auf die Gemeindekaſſe übernommen, was iſt, oder ſeinen Lebensunterhalt in der Hauptſache aus den
Miet=
eine Verfügung des Landesminiſteriums ſei. Der Kreisausſchuß
geneh=
migte jedoch die Uebernahme der geſamten Beerdigungskoſten durch die
heim geht ihrem Ende entgegen. Die Groß=Gerauer Zuckerfabrik ver= Lebensunterhalt vorgenommen hat.
arbeitet bei acht Stunden Arbeitszeit etwa 5000 Zentner Rüben. Leider
werden nach Beendigung der Zuckerkampagne wieder viele Arbeitskräfte
brotlos werden
* Mörfelden, 6. Dez. Der Gemeinderat hat in ſeiner letzten
Sitzung beſchloſſen, den am 16. November gefaßten Beſchluß über die Berlin W. oder an das zuſtändige deutſche Konſulat in Amerika, Letz=
Auszahlung des Gemeinde=Neuntels in der Erwerbsloſenfürſorge, der teres erfahren Sie beim Heſſiſchen Staatsminiſterium, Neckarſtraße 7.
vom Kreisamt Groß=Gerau als ungeſetzlich beanſtandet worden war,
aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig beſchloß der Gemeinderat, den Vor= Sie ſich in Güte mit der Verkäuferin, die wohl Ratenzahlungen
bewilli=
wurf leichtfertiger Voranſchlagsaufſtellung energiſch zunickzuweiſen. Der gen wird, zu einigen.
Standpunkt des Gemeinderats geht dahin, Gelder, die für andere Zwecke
genehmigt ſind, zur Erwerbsloſenfürſorge laut der Verfügung des
Kreis=
amtes nicht zu verwenden. Auch hält es der Gemeinderat für
ungeſetz=
lich, deshalb Kapitalien aufzunehmen, zumal noch aus dem vergangenen Haushaltungsgeſchäfte kann u. E. im Waſchen von Wäſche in der Küche
Jahre in dieſer Poſition die Deckung eines Fehlbetrages von 10 000 Mk. (
zu erfolgen hat.
Rheinheſſen.
* Worms, 5. Dez. Verhaftung. Ein 18jähriger
Kaufmanns=
lehrling, der in einer hieſigen Weinhandlung Fälſchungen im Kaſſenbuch
vornahm und aus einem verſchloſſenen Schreibtiſch mittels Nachſchlüſſels
Beträge in Höhe von etwa 200 Mark ſtahl, wurde wegen
Urkunden=
fälſchung und ſchweren Diebſtahls verhaftet. — Einbrecherbande.
In dem Hauſe Würdtweinſtraße 8 wurde unter Verwendung eines
Nach=
ſchlüſſels eingebrochen und dabei Weißzeug im Werte von etwa 4000 Mk.
geſtohlen. Der Polizei iſt es gelungen, die ganze Geſellſchaft, die aus
drei Männern und zwei Frauen beſtand, feſtzunehmen und das
geſtoh=
lene Gut bis auf einen geringen Teil wieder beizuſchaffen. Meiſtens
han=
delt es ſich dabei um Menſchen zwiſchen 18 und 22 Jahren, nur ein
älterer Mann befindet ſich dabei. Sie haben ſich jetzt wegen Diebſtahls
und Hehlerei zu verantworten. — Zwei auswärtige Arbeiter konnten
als die Täter eines Einbruchs, der vor kurzem in einem Fabrikgebäude
im Pfaffenwinkel ſtattfand verhaftet werden. — Wormſer
Lie=
derkranz. Das diesjährige große Konzert dieſes Geſangvereins fand
im Feſthaus, das nahezu ausverkauft war, ſtatt. Der muſikaliſch
ein=
wandfreie Chor bot unter der Leitung ſeines Dirigenten H. Wagner eine
Folge prachtvoller Lieder, nur war das Programm etwas zu ſehr auf
ernſte Darbietungen eingeſtellt, im Gegenſatz zu den früheren Konzerten,
ſo daß die Geſamtwirkung eine zu getragene war. Als Soliſten wirkten
Frau Karaſek von Mannheim, Herr Hoffmann von Bad=Homburg und
das Orcheſter der Stamitzgemeinde Mannheim mit, letzteres unter
Lei=
tung ſeines Kapellmeiſters, Herrn Sinzheimer. Nach Beendigung des
Konzertes fand im Mozartſaal des Feſthauſes eine Nachſeier ſtatt, bei
der dem Dirigenten des Vereins, Herrn Wagner, anläßlich ſeines
zwan=
zigjährigen Jubiläums als Chormeiſter von dem 1. Vorſitzenden, Herrn
Jäger, eine Marmorbüſte als Zeichen der Anerkennung überreicht wurde.
Daran ſchloß ſich ein gemütlicher Teil und Tanz —
Zwangsin=
nung. Im Kreiſe Worms iſt die Errichtung einer Zwangsinnung für
das Schmiedegewerbe beantragt. Zum Regierungskommiſſar zur
Ermitt=
lung der Mehrheit wurde Herr Regierungsrat Bonhard vom Kreisamt
beſtellt. Erklärungen ſind bis zum 3. Januar 1927 dazu abzugeben.
Oberheſſen.
b. Friedberg, 5. Dez. In der hieſigen Auguſtinerſchuile wurde im
der Nacht vom 4. auf 5. Dezember ein Einbruch verübt, bei dem aber
von den Tätern nur ein ganz unbedeutender Geldbetrag erbeutet wurde.
Es handelt ſich offenbar um dieſelbe Bande, die in der letzten Zeit imn
der hieſigen Gegend eine ganze Reihe von Einbrüchen verübt haben, ſo
z. B. vor kurzem in Bad=Nauheim in zwei dortigen Schulen. Eine
ganze Anzahl von Schubladen ſind erbrochen und durchſucht worden,
dagegen hat der Kaſſenſchrank den Bewühungen, ihn zu öffnen,
erfolg=
reichen Widerſtand geleiſtet. Da die Einbrecher es ſcheinbar nur auf
bares Geld abgeſehen haben, mußten ſie mit leeren Händen abziehen.
Den hinterlaſſenen Spuren nach handelt es ſich um zwei Perſonen
WSN. Bad=Nauheim, 6. Dez. Neue Einbrüche in
Schu=
len. In der Nacht zum Sonntag wurde in der hieſigen Oberrealſchule
und ebenfalls in der Auguſtinerſchule in Friedberg eingebrochen. Es
handelt ſich offenbar um dieſelben Spitzbuben, die ſchon ſeit längerer
Zeit öffentliche Gebäude heimſuchen und die erſt vor einigen Tagen
dem Landgericht Gießen und zwei Schulen in Hanau einen nächtlichen
Beſuch abgeſtattet haben. In Nauheim wurden von den Dieben
ver=
ſchiedene Schränke im Direktorzimmer erbrochen. Ferner nahmen ſie
einen Grammophonapparat mit, der zum fremdſprachlichen Unterricht
benutzt wurde. In der Auguſtinerſchule in Friedberg erbrachen ſie
gleichfalls Schränke und Kiſten, machten aber keine Beute. Bisher hat
man noch keine Spur von den Burſchen.
* Grünberg, 4. Dez. Die hieſige Kochſchule, die mit dem 1. 12.
begonnen hat, wird von 98 Schülerinnen beſucht, und zwar von 78
ſchulpflichtigen und 20 freiwilligen. Außer Grünberg kommen noch neun
Orte für dieſen Schulbeſuch in Betracht. Der Kochunterricht findet von
8—1 Uhr, der Unterricht in Handarbeit und Wirtſchaftslehre Dienstags
von 8—12 und Mittwochs von 2—4½ Uhr ſtatt, und zwar durch Frl.
Mooz=Gießen und Frl. Schneider=Biſchofsheim. — Seit dem letzten
Einbruch befindet ſich die Geſchäftswelt in einer begreiflichen Aufregung,
zumal in litzter Zeit Verſuche ähnlicher Art unternommen worden ſind;
ſo wurde z. B. in einem Lagerhaus eines Geſchäftsmannes verſucht,
Stroh und Papier anzuzünden, in einem anderen Falle wurden nachts
halb 2 Uhr verdächtige Geräuſche wahrgenommen; durch die
Aufmerk=
ſamkeit des Eigentümers verſchwanden zwei Perſonen auf einem
Mo=
torrad. Die herrſchende Dunkelheit becſinſtigt die Unternehmen dieſer
lichtſcheuen Elemente, und noch ſtehen vor nicht allzu langer Zeit
be=
gangene zwei ſchwere Ladeneinbrüche jedermann in Erinnerung.
Briefkaſien:
In der Anfrage iſi die letzte Be ugsquittung belzufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beaniwortet.
A. B. Es iſt natürlich aufzuwerten, und zwar findet das
Aufwer=
tungsgeſetz auf Ihre Anſprüche keine Anwendung. Die Höhe des
Auf=
wertungsanſpruches richtet ſich im Weſentlichen nach dem Wert des
Klage wäre das ordentliche Gericht (nicht die Aufwertungsſtelle)
zuſtän=
dig. Sie werden einen Anwalt zu Rate ziehen müſſen.
F. K. Senden Sie das Urteil ein. Erſt dann iſt Beantwortung
S. in G. 8 833 BGB. beſtimmt: „Wird durch ein Tier ein Menſch
getötet oder der Körper oder die Geſundheit eines Menſchen verletzt
oder eine Sache beſchädigt, ſo iſt derjenige, welcher das Tier
ſind alle Metzgerläden des Orts, mit Ausnahme eines einzelnen, der erſetzen. Die Erſatzpflicht tritt nicht ein, wenn der Schaden durch ein
Haustier verurſacht wird, das dem Berufe, der Erwerbstätigkeit oder
dem Unterhalt d’s Tierhalters zu dien n beſtimmt iſt undentweder
* Aus dem Kreiſe Heppenheim, 6. Dez. Die Hauptverſamm der Tierhalter bei der Beauſichtigung des Tieres die im Verkehr
er=
dieſer Sorgfalt entſtanden ſein würde.” Hier handelt es ſich ja wohl
beſtimmt iſt, aber der Tierhalter dürfte deshalb haftbar ſein, weil er
Vorträge von Herrn Salm und Dr. Lang, Anträge und Wünſche, Ver= bei Beaufſichtigung des Tieres die im Verkehr erforderliche Sorgfalt
loſung von Stachelbeerhochſtämmchen, Blumenzwiebeln und Gemüſe= nicht beobachtet hat. Wir ſtimmen hier Ihren Schlußausführungen bei.
„Haus”. Nach der auf Grund des § 18 des Finanzausgleichgeſetzes
in der Faſſung der Bekanntmachung vom 27. April 1926 erlaſſenen
Muſterſatzung über die Erhebung einer Wertzuwacksſteuer wird beim
Eigentumsübergang von dem Wertzuwachs an Grundſtücken eine Abgabe
Hirſchhorn, 6. Dez. Waſſerſtand des Neckars. Am 5. erhoben, wenn der Veräußerer das Eigentum an dem Grundſtück in der
Zeit vom 1. Januar 1919 bis 31. Dezember 1924 erworben hat. Wie
* Groß=Gerau, 6. Dez. Der Kreisausſchuß behandelte in ſeiner hoch die Steuer iſt hängt von der Wertſteigerung infolge des
Erwerbs=
letzten Sitzung die Frage der Beerdigungskoſten in der Gemeinde preiſ,s ab. Die Steur kann auf Antrag ganz oder teilweiſe durch die
vom Kreisamt Groß=Gerau beanſtandet war, da die Uebernahme gegen einnahmen des veräußerten Grundſtücks beſtreiten mußte, oder die
Ver=
äußerung lediglich zum Zwecke einer beſſeren Anlage oder Verzinſung
ſeines Eigenkapitals oder infolge einer nicht nur vorübergehenden Not=
Gemeinde. — Die Zuckerkampagne in Groß=Gerau und Gerns= lage zur Flüſſigmachung von Mitteln zu ſeinem und ſeiner Familie
„Patent‟. Die Zuziehung eines hüichtigen Patentanwalts erſcheint
rätlich. Wegen der Gebühren verweiſen wir auf die neue Regelung im
Neichsgeſetzblatt von 1924, Teil II, S. 45 und 63.
A. 100. Entweder wenden Sie ſich an das Auswärtige Amt in
P. E. Ja, Sie müſſen den Kaufgegenſtand abnehmen. Suchen
H. K. 100. Der Mietzins iſt pfändbar.
H. hier. Bei den heutigen Gepflogenheiten in der Führung der
(anſtatt der Waſchküche) ein vertrags widriger Gebrauch der
Miet=
ſache nicht erblickt w.rden.
m2 9
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 339
Dienstag, den 7. Dezember 1926
Seite 9
Ich war kahl
lch bin im Jahre 1852 geboren und habe jetzt.
wie meine Photographie zeigt, einen üppigen
Haarwuchs. Vor etwa dreißig Jahren stellten
sich auf meiner Kopfhaut die ersten Schuppen
ein, meine Haare fielen aus und nach kurzer Zeit
mußte ich mich zu den Kahlköpfen zählen.
Nennen Sie es Eitelkeit,wenn Sie wollen, jeden-
Halls sagte es mir durchaus nicht zu, für immer
kahl zu bleiben. Ueberdies glaubte ich, bedingt
durch die Tatsache meines Daseins, ein Anrecht
aut üppigen Wuchs meiner Kopfhaare zu haben.
Umschau nach einem Haarwuchsmittel
Ich brauche wohl kaum zu erwähnen, daß ich
In der Hoffnung auf Erlaneung neuer Haare die
ganze Reihe von Haarwässern, Pomaden, Scham-
Ipunen usw. versuchte, ohne daraus nur den
ge-
ringsten Nutzen zu erzielen. Zu jener Zeit sah
ich älter aus als jetzt. Als ich dann später ein
Handeismann im Indianerterritorium Nordamerikas
wurde, nannten mich die Tscherokesen aus Scherz
„den weißen Bruder ohne Skalp-Locke‟.
Amerikanische Indianer sind niemals
kahl
Memals habe ich einen kahlen Tscherokesen-
Indianer gesehen. Sowohl Männer als auch Frauen
geden sich leidenschaftlich dem Tabak- auchen
Ein, sie essen unregeimäßig, tragen durchweg
strafte Bänder um ihre Köpfe und treiben sonst
moch allerhand Dinge, die gewöhnlich als Ursachen
von Kahlköpfigkeit bezeichnet werden. Aber sie
alle besitzen wunderschönes Haar. Worin liegt
nun eigentlich ihr Gehe mnis?
Da ich nun einmal am Platze war — lch
ver-
brachte die meiste Zeit in Thalequah — und da
lch mit ihnen auf sehr freundschaftlichem Euße
stand, so war es für mich nicht schwer, von den
sonst wortkargen Tscherokesen Aufschluß zu
erhalten, lch erfuhr denn auch, wie die amerika-
Imischen Indianer ihr langes, üppiges Haar erlangen
und wie die Bildung von Schuppen und
Kahl-
köpligkeit bei ihnen gänzlich vermieden wird.
Mein Haar ist wieder gewachsen
lch machte mir also dieses Geheimnis zunutze,
und mein Haar begann zu wachsen, Es gab
da-
bei weder Sorge noch Verdruß. Die neuen Haare
sprossen aus meiner Kopfhaut wie frischer
Gras-
wuchs auf einem gut gepflegtem Rasenplatz.
Seitdem besitze ich immer einen Ueberfuß an
Haaren.
Zahlreiche Preunde von mir in Fhiladelphia
und andere fragten mich, wodurch ich ein solches
Wunder erreicht habe, und ich gab ihnen das
Indianer-Elizier. Bald kamen auch bei ihnen die
Haare an kahlen Stellen wieder, die Schuppen
verschwanden, wo sie sich früher gezeigt hatten
und kamen nimmer zum Vorschein. Daß diese
Leute höchst erstaunt und zugleich entzückt von
den Erfolgen waren, bringt ihre Empfindungen
nur gelinde zum Ausdruck.
Das neue Haar ist kräftig und seidenartg. Es
hat einen schönen Glanz und verleiht ein gesundes
und kraftvolles Aussehen.
Eine Probedose für Sie
Jeder Person, welche an mich eine Aufforderung
gelangen 1ä8t und 50 Pfg. in Briefmarken beifü.t,
übersende ich eine Probedose. Geben Sie bitte
iIhre deutlich geschriebene Adresse an und
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gessen Sie nicht zu erwähnen, ob für Herrn, Frau,
Präulein oder Kind verlangt wird. Ihren Brief
wollen Sie richten an OFiN HART BRITTAIN
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Futtermehl, 5000 Kilo Weizenſchalen.
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500 Kilo Seifenſchnitzel, 400 Kilo Schmier
Freife (gelb), 1000 Kilo Soda (kalzinierte)
A000 Kilo Seifenpulver.
C. Verzehrungsgegenſtände:
U800 Kilo Margarine, 300 Kilo Kokos=
Fett, 300 Kilo Mohnöl (Salatöl), 200
Kilo Schweineſchmalz, 300 Kilo Rinder=
Fett, 2000 Kilo Zwiebeln, 100 Kilo Senf,
1000 Kilo Bohnen, 1000 Kilo Eibſen,
500 Kilo Apfelringe, 1000 Kilo Miſchobſt
2000 Kilo Marmelade, 1000 Kilo
Apfel=
gelee, 150 Kilo Kakao, 900.) Stück Eier,
11500 Liter Eſſig, 300 Kilo Kern (grüne),
200 Kilo Kaffee=Eſſenz, 1600 Kilo Malz
Caffee, 15 000 Stück Handkäſe, 750 Kilo
Vimburger Käſe, 12 Tonnen Heringe,
2 Tonnen Rollmops, 1000 Kilo Hafer=
Tlocken, 500 Kilo Gemüſenudeln, 1200
Rilo Reis, 1000 Kilo Gries, 200 Kilo
WFürfelzucker, 800 Kilo Kriſtallzucker, 500
Rilo Zucker (geſtoßen), 50 Kilo
Kandis=
zucker, 35 Kilo Tee.
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Bieferungsbedingungen liegen dahier am
43., 9. und 10. Dezember 1926 offen.
Ange=
ſoote und Muſter ſind bis zum Eröff
mungstermin, den 15. Dezember 1926,
wormittags 10 Uhr, einzureichen. Die
Bieferung iſt ganz frei, entweder Anſtalt
ſoder Station Goddelau=Erfelden
anzu=
leieten. Von jeder Gattung darf nur ein
Muſter angeboten werden.
Die einzureichenden Warenmuſter
müſſen getrennt von den Angeboten
ver=
packt mit der Aufſchrift „Muſter zum
Ungebot” verſehen werden.
Angebots=
wrmulare können von der Anſtalt
be=
zogen werden.
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Pflegeanſtalt „Philippshoſpital”
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10½), Uhr und nachm. 3‟/, Uhr, verſteigere ich öffentlich
im Fürſtenſaal, Darmſtadt, Grafenſtraße
etwa 50 Oelgemälde
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Verſteigerungstage von vorm. 9, Uhr an erfolgen.
Darmſtadt, den 6. Dezember 1926. (1800
Am Miittwoch, den 8. Dezember,
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Beſichtigung am Dienstag, den 7.
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Der Oberbürgermeiſter.
Bekanntmachung.
Die Gemeinde Zeilhard verkauft auf
dem Submiſſionsweg einen zur Zucht
untauglichen, gut gehaltenen
Faſelochs.
Angebote, mit der nötigen Aufſchrift
verſehen, werden bis Donnerstag, den
9. Dezember 1926, nachm. 1 Uhr,
von der unterzeichneten Stelle erbeien.
Die Angebote können auf das Pfund
Lebendgewicht abgegeben werden. Die
Verkau’sbedingungen werden von der
Bürgermeiſterei bekanntgegeben.
Die Eröffnung der Angebote erfolgt
am 9. Dezember 1926, nachm. 1 Uhr,
auf der Bürgermeiſterei.
(17971im
Zeilhard, den 4. Dez. 1926.
Heſſ. Bürgermeiſterei Zeilhard.
Kühn.
Carnier, Rechtsanwalt und Notar.
Vergebung der
Lebensmittel=
lieferung für das „Ohlyſtift”
in Gräfenhauſen.
Die Lieferung von Schweine=, Ochſen=,
Rind= und Kalbfleiſch, von Fett,
Wurſt=
waren und Brot für das
Erziehungs=
heim „Ohlyſtift” in Gräfenhauſen für die
Zeit vom 1. Januar bis 31. März 1927
ſoll vergeben werden.
Angebote mit Angabe des prozent.
Abgebots auf den jeweiligen Ladenpreis
ſind bis 15. Dezember 1926 an das
Heim einzureichen.
(18004
Darmſtadt, den 2. Dez. 1926.
Kuratorium des „Ohlyſtiſts”.
Seite 10
Oſenstag, den T. Dezember 1926
Rummer 339
Sporh Spier und Tatnen.
Fußball.
Olympia Lorſch—Sportvereinigung 04 Arheilgen 1:2 (0:1).
Zwei der älteſten Ligamannſchaften des Kreiſes Odewwald trafen
ſich geſtern in Lorſch zum fälligen Rückſpiel. Das Vorſpiel ſah damals
Arheilgen mit dem ſenſationellen Reſultat 8:2 Toren in Front. Die
Vorſcher, eine der fairſten Mannſchaften des Kreiſes, nahmen dieſe
Niederlage mit ſportlichem Anſtande hin. Leider ließ ſich heute die
Mannſchaft verſchiedentlich aus der Ruhe bringen. Schuld daran war
jedoch nur das Publikum. Mit frenetiſchem Geheul wurde die
Mann=
ſchaft angefeuert, aber dadurch gerade das Gegenteil bezweckt. Beide
Mannſchaften waren erſatzgeſchwächt. Arheilgen mußte auf ſeinen
Mittelſtürmer, der beim Spiel gegen Union verletzt wurde, verzichten.
Krug, ſeither rechter Läufer, füllte den Poſten gut aus. Lorſch mußte
den Mittelläufer und Linksaußen erſetzen. Beide Mannſchaften waren
zu Beginn ſichtlich nervös. Während ſich Arheilgen jedoch bald fand,
wurde die Erregung der Lorſcher durch das überlaute Publikum immer
mehr geſteigert. In der 10. Minute konnte Arheilgen durch ſeinen
lin=
ken Halbſtürmer in Führung gehen. Lorſch durch dieſen Erfolg
über=
raſcht, verlor völlig jedes Zuſammenſpiel, konnte aber immerhin das
Spiel offen halten. Das Fehlen des guten Lorſcher Mittelläufers
merkte man unbedingt. Der Arheilger Sturm kombiniert ſehr ſchön.
Ludwig im Lorſcher Tor zeigt ſich jedoch wieder von der beſten Seite
und macht die beſtgemeinten Schüiſſe der Arheilger zunichte. Bald nach
Halbzeit iſt es Bohl, der ſeinem Verein zum zweiten Erfolg verhilft.
Allerdings durch leichtſinnige Abwehr Ludwigs. Gin drittes Tor gab
der Schiedsrichter nicht. In dieſer Zeit hatte die Arheilger Elf einige
Schwäche=Perioden zu überwinden, während dieſer die Lorſcher
Mann=
ſchaft zum Ehrentor kam. Lorſch, den Ausgleich greifbar nahe ſehend,
drückte nun beängſtigend, kann jedoch nichts mehr beſtellen. Die Lorſcher
Elf kämpfte geſtern den Verzweiflungskampf, um aus der Abſtiagsgefahr
herauszukommen. Die ſonſt gefürchtete Elf läßt kaum ihre vorjährige
Spielſtarke ahnen. Arheilgen war in jeder Hinſicht die beſſere
Maun=
ſchaft. Eimige ſchwache Perioden hatte in den erſten Minuten die
Ver=
teidigung. Auch Lortz, als rechter Läufer, fiel erſt etwas ab, wurde
ſpäter jedoch beſſer. Am beſten war Becker als Mittelläufer,
Sp. Vg. Fürth ſchlägt F.C. Barcelona 1:0.
Vor etwa 20 000 Zuſchauern lieferte am Sonntag der deutſche
Fuß=
ballmeiſter Sp.Vg. Fürth den F.C. Barcelona einen glänzenden Kampf,
der von den Deutſchen knapp, aber verdient 1:0 gewonnen wurde.
Die=
ſer Sieg war um ſo bemerkenswerter, als der F.C. Barcelona zur Zeit
wieder die ſtärkſte ſpaniſche Mannſchaft iſt, in der kataloniſchen
Meiſter=
ſchaft mit klarem Vorſprung führt und auf eigenem Gelände nur höchſt
ſelten geſchlagen worden iſt. Bei den eigenartigen Verhältniſſen im
ſpaniſchen Fußball iſt es fa für eine fremde Mannſchaft überhaupt ſehr
ſchwer, auf ſpaniſchem Boden zu gewinnen. Auch diesmal waren die
Zuſchauermaſſen und der Schiedsrichter wieder ſehr parteiiſch. Die
Fürther ließen ſich jedoch nicht beirven, ſondern ſpielten ihren
gewohn=
ten, techniſch auf hoher Stufe ſtehenden Fußball. Die erſte Halbzeit
ver=
lief nach hartem Kampf und gleichwertigen Leiſtungen torlos. Nach der
Pauſe hatte Fürth ein kleines Plus. In der elften Minute nach
Wie=
derbeginn fiel denn auch durch Aſcherl der ſiegbringende Treffer. Die
Gürther Elf war in allen Mannſchaftsteilen recht gut. Ein beſonderes
Lob verdiente ſich der Torwart Neger, der ganz glänzend disponiert
war und u. a. einen Elfmeter hielt. Bei einem demperamentvollen
An=
griff des ſpaniſchen Sturmes wurde Hagen verletzt. Es iſt damit zu
vechnen, daß Fürth beim Rückſpiel in Barcelona und beim Spiel gegen
den ſchweizeriſchen Meiſter, Servette Genf, ohne Hagen antreten muß
Auch einige andere Spieler der Fürther Elf trugen infolge des harten,
um nicht zu ſagen gefährlichen Spiels der Spanier Verletzungen davon,
jedoch dürften dieſe Leute beim nächſten Spiel wieder aktionsfähig ſein.
Die endgültige Schweizer Mannſchaft gegen Deutſchland.
Wie erwartet, mußte die urſprüngliche Aufſtellung der Schweizer
Nationalmannſchaft gegen Deutſchland für das am 12. Dezember in
München ſtattfindende Länderfpiel eine Aenderung erfahren, da
Abegg=
len 2 unabkömmlich iſt und damit auch die Mitwirkung ſeies Bruders
hinfällig wird. Da auch Sturzenegger nicht mit von der Partie ſein
kann, wurde das Innentrio des Sturms neu beſetzt. Die endgültige
Aufſtellung lautet demnach wie folgt: Tor: Pulver. — Verteidigung:
Ramſeyer und de Weck. — Läufer: Geſer, von Arx und Neuenſchwander.
— Sturm: Tſchirren, Weiler 1, Brand, Aldo Poretti und Fink.
Er=
ſatz Paſche (Graßhoppers), Widmer (Grenchen) u. Jaeggi 3 (Solothurn).
Handball.
Deutſche Turnerſchaft; Main=Rhein=Gau. Altweiſter Griesheim in
Sprendlingen vom Tabellenletzten 8:2 geſchlagen!
Die Vorausſage, daß es in Sprendlingen noch Ueberraſchungen
geben wird, hat ſich bewahrheitet. Wir denken an den vorletzten
Sonn=
tag, wo Gberſtadt, trotz überlegenem Spiele, 3:2 verlor. Für letzten
Sonntag war nur obiges Spiel angeſetzt. Wenn man in Betracht zog,
daß Sprendlingen wieder die Spielweiſe des Verteidigens anwenden
würde, ſo hatte doch Griesheim die Auſicht auf den Sieg. Daß es nicht
ſo kam, hängt bei Griesheim, welches planlos und ohne Eifer ein Spiel
vorführte, ſo ſchlecht, wie man es lange nicht mehr geſehen hat. Lachende
Dritte ſind natürlich Langen und Pfungſtadt und ſolange, bis das letzte
Pflichtſpiel ausgetragen iſt, wird die Meiſterfrage nunmehr offen bleiben.
Wie Griesheim verlor? Sprendlingen legte bis Halbzeit 3
Durchbruchs=
tore vor und verteidigte dann. Griesheim ſchien von allen guten
Geiſtern verlaſſen zu ſein; denn 12 Freiwürfe brachten nicht einen
Er=
folg. Die folgende Tabelle bringt zum Ausdruck, daß der Abſteiger in
Sprendlingen keinesfalls feſtſteht, da Aſchaffenburg nicht zu unſerem
Gau zählt.
Spiele gew. unent. verl. Tore Punkte
Langen
26:6
Pfungſtadt
25:10
Griesheim
25:8
Eberſtadt
33:20
Nauheim
B:91
Sprendlingen
17:38
Aſchaffenburg . . . . .
6:42
Kegeln.
Darmſtädter Keglerverband.
Das Ausſcheidungskegeln nahm am vergangenen Sonntag ſeinen
Fortgang. Die erzielten Ergebniſſe ſind folgende:
1. Bürgervereinsbahn: Hübner 530, Wilbert 524, Peter Harres
506, Luft 482, Mitſchdörfer 462, Frau Wilbert 448, Phil. Harres 445,
Schmitt 412, Riemenſchneider 380.
2. Konkordiabahn: Gg. Seibert 512, Pohlmann 509, Motchs 502,
Preußner 487, Schroth 480, Pet. Seibert 458, Eitenmüller 431, Wulff 420.
3. Krichbaumbahn: Grün 561, Reinhardt 531, Kramer 522, Müller
522, Frank 509, Weger 493, Wenner 477, Gärtner 472, Schmidtmer 436.
Sportkegeln auf der Sittekegelbahn.
Die Höchſtleiſtungen am erſten Tag auf der neuerbauten
Aſphalt=
kegelbahn im Reſtaurant Sitte (Karlsſtraße) waren auf der Ehrenbahn
Wiskirchen 54 Holz; Werbebahn Reinhardt 29 Holz; Damembahn Frau
Wilbert 20 Holz. Am zweiten Tag: Ehrenbahn Made 52 Holz,
Werbe=
bahn Mund 29 Holz, Damenbahn Fräulein Sitte 12 Holz — Die zum
Sportkegeln ausgeſetzten äußerſt wertvollen Ehrenpreiſe ſind im
Sitte=
haus (Zigarrengeſchäft Hofmann) zur Ausſtellung gebracht.
Beim Kunſtturnen=Länderkampf Rheinlond-Weſtfalen, der am
Sonntag in Hagen i. W. zum Austrag kam, ſiegten die Weſtfalen mit
1590 Punkten vor den Rheinländern, die es nur auf 1470 Punkte
brachten.
Ein 50 Klm.=Mannſchaftsfahren, das am Sonntagabend in der
Dortmunder Weſtfalenhalle ausgetragen wurde, fah die Franzoſen
Faudet=Louet vor Hürtgen=Rauſch und Vermeerbergon=Thollembeck in
Front. Im internationalen Fli. gerkampf blieb Oſzmella überlegen vor
Lorenz, Minoretti und Louet in Front.
Bei den Radrennen in Mailand gewann der Italiener Mori den
internationalen Fliegerkampf vor Exweltmeiſter Kaufmann.
Martinetti in Breslau geſchlagen. Beim Feſt der Breslauer
Sport=
preſſe unterlag Weltmeiſter Martinetti in einem Fliegerkampf gegen
W. Spencer (U. S.A.) und KnappeBreslau — Ein 20 Runden=
Mann=
ſchaftsfahren wurde von Krollmam/Skupinski=Breslau vor Koch/Miethe
gewonnen.
Um die Weltmeiſterſchaft im Mittelgewicht kämpften in New York
der Titelhalter Tiger Flowers und Mickey Walker. Walker brachte
durch einen glatten Punktſieg den Titel an ſich.
Schwimmen.
Die Meiſier des Waſſers.
Auch hier Deutſchland in der Spitzengruppe.
Mit unſeren braven Leichtathleten, die in England und auf
heimt=
ſchen Bahnen bewertbare Erfolge buchten, ſind es die Schwimmer, die
berufen zu ſein ſcheinen, auch in Amſterdam 1928 ein gewichtiges Wort
mitzureden. Auch in dieſer Sportart ſoll unſere nachfolgende
Aufſtel=
lung Vergleichsmöglichkeiten bieten, wenn auch gerade hier die
Schwie=
rigkeiten groß ſind. In einigen Staaten ſteckt der Schwimmſport noch
in den Kinderſchuhen, aus anderen Ländern dringen mur ſpärliche
Nach=
richten zu uns.
Im freien Stil iſt Deutſchland noch zurück. Hier hat Amerika
— genauer geſagt — die Vereinigten Staaten, die Oherhand. Von den
europäiſchen Nationen ſtehen über 100 und 200 Meter nur die Ungarn
und Schweden, letztere aber allein mit ihrem Schwimmwunder Arne
Borg, vor uns. Ueber 1500 Meter hat Borg ſelbſt Weißmüller die
Rekords abgenommen. Der Deutſche Berges hat die zweite Stelle
inne. — In der Bruſtlage ſteht der Magdeburger Erich Nademacher
an der Spitze; er hält die ganze Skala der Weltrekorde. Sein ſtärkſter
Rivale iſt der Belgier van Parys — Im Rückenſchwimmen iſt
der Amerikaner Lauffer, der ſeinen Weltrekord in Deutſchland
auf=
ſtellte, der ſchnellſte. Ihm nach folgen der Ungar Barta und der
Magde=
burger Frölich, die in der diesjährigen Europameiſterſchaft im toten
Rennen endeten. Nicht international geführt wird die Seitenlage.
Hier hält der Deutſche Dingeldey die Rekords. Unſere
Zuſammen=
ſtellung der Rekordinhaber der olympiſchen Schwimmarten in den
ver=
ſchiedenen Ländern zeigt folgendes Bild:
Frei
Weltrekord 200 MeterRademacher
Rademacher Seutſchland Oeſterreich Schäfer Ungarn . Holloſy Belgien . van Parys Dänemark . . Janſen Frankreich . .. Boupier Griechenland Doumas Holland Reynders Italien
Schweden Ottone Bengt Schweiz Wyß Spanien Frencade Tſchechoſlowakei Piovaty Amerika Rademacher
100 Meter:
400
3:09,0 Vaſſilopoulos 1:410
v. Wilgenburg 1:31,2 3:04,8 Emilio 1:22,0 2:53,6 Holmſtröm 1:15,9 2:59,0 Pfuffer 1:24,4 3:15,4 Cruelle 1:29,0 3:02,8 Legat 1:21,5 2:49,0 Lauffer 1:11,2 Neter: 1500 Meter:
Weltrek. Weißmüller 0:574 Arne Borg 4,50,3 Arne Borg 2:04,2
Deutſchl. Heinrich 1:02,1 Heinrich 5:168 Berges 22:08,4
Oeſterr. Staudinger 1:06,0 Rodiger 5:43,4 Sheff
24.10,4
Ungarn: Barany 1:010 Eſperieſſy 5:24,6 Halaſet 22:54,6
Belgien: Callens 1:03,0Blitz
5:29,0. Blitz
B3:32,2
Dänem. Haroſtean 1:08,3
Stopgard 25:07,0
Frankr. Padou „ 1:04,6 Padou 5:33,0 Middletom 23:34,6
Griechld. Vaſſilopulos 1:12,8 Vaſſilopulos 6:18,2 Vaſſilopulos 25:25,0
Holland: Koſten 1:05,2 Kohler 5:59,2 Pier Haar 24:16,8
Italien: Emilio 1:06,0 Conneldi 5:35,0 Bagicalupo 22:420
Schweden Arne Borg 1.00,6 Arne Borg 4:50,3. Arne Borg 20:04,2
Schweiz: Wyß
1:08,6 Robs
6:16,0 Holſer 25:52,6
Spanien: Pinollo
1:07,4 Mantell 6:08,4 Montez 24:19,0
Tſch.=Sl. Picak
1:06,1 Antos 5:38,0 Antos 23:31,3
Amerika: Weißmüller 0:57,4 Weißmüller 4:57,0. Arne Bora 20:04,2
Fauſt ſchwimmt in Straßburg Weltrekord.
Bei den internationalen Schwimmwettkämpfen, die am Sonntag in
Straßburg ſtattfanden, unternahm der Göppinger Schwimmer Heinz
Fauſt einen Angriff auf Rademachers Weltrekord im 100 Meter=
Bruſt=
ſchwimmen, der auf 1:15,8 Min. ſtand. Der Verſuch war von beſtem
Erfolg gekrönt, denn es gelang Fauſt, mit 1:15,6 einen neuen
Welt=
rekord aufzuſtellen. Auch die übrigen Göttinger Schwimmer hatten
ſchöne Erfolge. Günther gewann das 100 Yards=Freiſtilſchwimmen in
58,6 Sek. und das 100 Yards=Rückenſchwimmen in 1:10 Min. Bei den
Staffeln holten ſich die Göppinger die 3X50 Yards Lagenſtaffel und
die 5X50 Yards=Freiſtilſtaffel.
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Silhouettenbuch von Carl Schubert, herausgegeben von
Dr. Hermann Bräuning=Oktavio
2oo Seiten, mit 60 Silhouetten in 8‟ (a7Xrg,5 em)
Ausgabe A: Auf Bütten in soo nicht gezählten
Stücken. In Halbleinen oder Interimsband Mk. 72.—.
Ausgabe B: Auf echt handgeſchöpft Bütten und
gezählt. Nr. 7—5o von Otto Dorfner in Weimar in
Halbpergament gebunden und unter Verwendung von
Originalſkempeln der Zeit handvergoldet: Mk.36.—.
Nr. 5r—rso in Halbleinen=Interimsband: Mk. 28.—.
Die Frankfurter Zeitung
ſchreibt am 22. November r926 darüber:
„Aufden ſchönen Band „Silhouetten aus der
Werther=
zeit” ſei empfehlend hingewieſen, den Hermann
Bräuning=Oktavio mit einer gründlichen Einleitung
verſehen hat. Die Sihouetten ſind in Originglgröße,
peinlich genan auf Bätten gedruckt . . . . .
Sehr intereſſant die Stellen des Briefwechſels über
die Wichtigkeit des erſien Eindrucks, den ein Menſch
macht . . . . . Der Herausgeber des Werkes hat viel
Fleiß an ſeine Aufgabe gewandt, er erläutert genau,
ſchreibt Stücke um, gibt biographiſche Angaben uſw.
Die Publikation wird allen Freunden der ſchwarzen
Schatten ſehr willkommen ſein, willkommen auch
des=
halb, weil ſie Köpfe bringen, die früheren
Samm=
lungen fehlen. Als Spaziergang durch „der Zeiten
Bilderſaal” wird ſie auch der ſchätzen, dem die
Silhou=
ette nur charakteriſtiſcher Umriß iſt, nicht der Vermittler
des Ewig=Lebendigen von eines Menſchen Weſen.” =ck.
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hinkereinander!
Zum neunten Male hintereinander
hat BUICK den Vorzugsplatz auf
der New Torker
Automobilaus=
stellung gewonnen, eine Ehre, die
jedesJahr demjenigen amerikanischen
Automobilfabrikanten zuteil wird,
der den größten Wertumsatz im
betreffenden Jahre aufweist.
Nicht der reine Zufall ist für diese
Führerschaft entscheidend. Die
Aus=
zeichnung wird dem Wagen zuteil, der
unter den Automobilkäufern den
größten Anklang gefunden hat — und
dem Fabrikanten, der während des
vergangenen Jahres den größten
Wertumsatz zu verzeichnen hatte.
In der Geschichte der Indu
strie findet sich keine
glän=
zendere Leistung als diese
un=
unterbrochene Führerschaft
des BUICK während 9Jahre.
Autoristerter Vertreter:
Auto-Park Süd, W. Zelder, Darmstadt
Heidelbergerstraße 126
Fernsprecher 2515
GENERAL MOTORS G. m. b. H.
Nummer 339
Dienstag, 7. Dezember
für ganz Süddeutſchland abgelehnt.
Ablehnung ſowohlaus wirtſchaftlichen
Geſichts=
punkten, als auch im Intereſſe der Käufer und
Verkäufer.
Wie bereits gemeldet, haben die in München verſammelten
Bertreter des Süddeutſchen Einzelhandelstages einſtimmig
beſchloſſen, die Einführung der bisher bekannten
Konſum=
ſinanzierungs= und Kundenkreditfyſteme für
Süddeutſch=
land abzulehnen. Für dieſen Beſchluß waren folgende
Geſichtspunkte maßgebend:
Das aus amerikaniſchen Geſchäftsmethoden auf Deutſchland
über=
nommene Beſtreben, durch ſyſtematiſche Gewährung von Krediten den
Konſum zu beleben und dadurch einen größeren Bedarf zu ſchaffen,
kann bei den gegenwärtigen deutſchen Wirtſchaftsverhältniſſen zu einem
dauernden Erfolg nicht führen. Auch das Verhältnis zwiſchen
Arbeits=
einkommen und Arbeitsverdienſt iſt ausſchlaggebend. Wir ſehen uns im
Deutſchland der Nachkriegszeit vor die Tatſache geſtellt, daß die
Einfüh=
rung eines Kredit= und Abzahlungsſyſtems nach dem Sinne der
gegen=
wärtigen Konſumfinanzierungsbeſtrebungen nur eine
Vorweg=
nahme künftigen Arbeitslohnes bedeuten würde, während
der Amerikaner, die ihm gewährten Kredite aus künftigem
Arbeits=
lohn — Ueberſchüſſen — zu dechen in der Lage iſt. Dazu kommt,
daß die Vorwegnahme zukünftiger Kaufkraft durch ſyſtematiſche
Kredi=
tierung einen nicht zu unterſchätzenden Anreiz zu unwirtſchaftlichen,
nicht im Rahmen der tatfächlichen finanziellen Verhältniſſe des Kunden
liegenden Anſchaffungen bietet, wodurch Ueberſchuldungen
ein=
treten, die das Verhältnis zwiſchen Käufer und Verkäufer trüben und
zu ſchweren Schädigungen finanzieller und moraliſcher Art führen
müſ=
ſen. Der Süddeutſche Einzelhandelstag iſt nicht willens, ſeine Hand
einem Kaufſyſtem zu leihen, bei dem derartige Folgen greifbar vor
Augen ſtehen und deſſen allgemeine Einführung deshalb als ein Unglüd
für die deurſche Volkswirtſchaft betrachtet werden müßte.
Auch die Frage, ob durch die vielfach propagierte
Konſumfinanzie=
rung ein weſentlich erhöhter Bedarf geweckt und erhalten wird, läßt
ſich — zum mindeſten in ihrem zweiten Teil — nur verneinen. Eine
Belebung des Umſatzes dürfte zunächſt allerdings für eine gewiſſe
Spanne Zeit eintreten, ohne Zweifel aber wird der durch die
Befrie=
digung weniger dringlicher Bedürfniſſe herbeigeführte Ausfall an
künf=
tiger Kaufkraft ſpäterhin den Verkauf notwendiger Bedarfsartikel
außer=
ordentlich ungünſtig beeinfluſſen. Nach einer vorübergehenden
Schein=
konjunktur wird naturnotwendig der große Katzenfammer einſetzen, der
um ſo tiefgreifender ſein wird, je lebhafter vorher die Kreditgeſchäfte
geblüht haben. Es gilt hier der grundſätzliche Einwand, daß
nir=
gendwo in der Welt eine ſchwache Kaufkraft durch
Kredit geſtärkt werden kann. Befindet ſich ein Land in einer
geſunden finanziellen Lage und in einer unbedingt ſicheren
wirtſchaft=
lichen Aufwärtsbewegung, ſo kann vielleicht eine durch Kredit verſtärkte
Kaufkraft den wünſchenswerten Ausgleich in der Produktion
hervor=
rufen, iſt aber die Wirtſchaft eines Landes, an ſich ſchon krank, ſo liegt
in der ſyſtematiſchen Kreditgewährung die Gefahr einer
Neuerſchütte=
rung, die zu einem wirtſchaftlichen Rückſchlage führen muß. Unſere
deutſche Wirtſchaft iſt nicht ſtark genug, um derartige
Konjunkturſchwan=
kungen, wie ſie aus der allgemeinen Einführung der
Konſumfinanzie=
rung zwingend reſultieren würden, ohne ſchwerſte innere Schädigungen
tragen zu können.
Ein weitever Grund", für die Ablehnung der Kunden=Kredit= und
Konſumfinanzierungspläne liegt in der außerordentlichen
finanziellen Belaſtung, die den beiden direkt beteiligten
Gruppen, den Käufern und den Verkäufern, aus der allgemeinen
Durch=
führung derſelben entſtehen müßte. Dieſe Belaſtung beträgt nach
vor=
ſichtiger Schätzung mindeſtens 12 bis 15 Prozent des Warenpreiſes und
bleibt reſtlos an den beiden genannten Gruppen hängen. Es entſteht
dadurch eine Warenverteuerung, die ſowohl vom Standpunkt des
Ver=
käufers als auch vom Standpunkt der Konſumenten aus abſolut
uner=
wünſcht iſt. Kann doch kein Zweifel darüber beſtehen, daß der
barzah=
lende Kunde mehr oder weniger an den durch die Kreditierung
entſtehen=
den Laſten mit zu tragen hat. Selbſt wenn der Grundſatz ſtrikte
durch=
geführt wird, dem Kreditkäufer in Hinſicht auf die Annehmlichkeiten der
erleichterten Zahlungsweiſe die aus der Kreditgewährung unmittelbar
entſtehenden Unkoſten aufzubürden, ſo wird es doch unmöglich ſein, eine
Trennung der beiden Käuferſchichten ſo generell durchzuführen, daß der
barzahlende Käufer keine Nachteile aus dem veränderten
Geſchäftsprin=
zip hätte. Es iſt aber ein ungerechter und auch unwirtſchaftlicher
Zu=
ſtand, daß der Barkunde mittelbar diefenigen Unkoſten, die nur der
Kreditkunde dem Verkäufer verurſacht, mitträgt. Der ſüddeutſche
Ein=
zelhandel lehnt es auf jeden Fall ab, ſeine Kundſchaft auf dieſe
unge=
rechtfertigte Weiſe zu belaſten, wie er es auch nicht verantworten zu
können glaubt, ſeine Hand zu einer Verteuerung der Warenpreiſe
gegen=
über dem Kredit in Anſpruch nehmenden Kunden zu reichen. Es muß
nach wie vor Prinzip des Einzelhandels ſein und
bleiben, den Umſatz durch möglichſte
Niedrighal=
tung der Preiſe zu ſteigern. Die Einführung der neuen
Kun=
denkreditſyſteme würde dieſem Prinzip nicht entſprechen. Vorteil
wür=
den daraus einzig und allein die als Kreditgeber auftretenden Banken
und ausländiſchen Finanzierungsinſtitute erzielen. Wir haben alle
Ur=
ſache, zu verhindern, daß auch noch auf dieſe Weiſe deutſches
Volksver=
mögen nach dem Auslande abfließt.
Eine Notwendigkeit zur Einfüchrung dieſer neuen
Zahlungs=
iyſteme beſteht nach Anſicht des ſüddeutſchen Einzelhandels in keiner
Richtung. Dies geht ſchon daraus hervor, daß ſowohl die Beamten=
und Angeſtelltenvereinigungen, wie auch breite Kreiſe der Konſumenten
— insbeſondere die Hausfrauen — ſich dem neuen Syſtem gegenüber
ab=
lehnend verhalten. Ein Syſtem aber, das für den Käufer ungeſund und
ihm daher unwillkommen iſt, kann dem Kaufmann keine goldenen Früchte
tragen. Das iſt ſelbſtverſtändlich, weil der Kaufmann ſtets von der
Kaufkraft und von dem Kaufwillen des Publikums abhängig iſt. Der
ſüddeutſche Einzelhandel wird deshalb, aber auch
nicht das Kind mit dem Bade ausſchütten und jeden
perſönlichen Kredit ablehnen. Er hat dies bisher nicht
ge=
tan und er wird nachdrücklichſt verſuchen, der Kundſ ſaft in Zukunft noch
weiter entgegenzukommen, ſoweit ihm dies irgend uiöglich iſt und ſoweit
es für die Geſamtheit ohne Schaden tragbar erſcheint. Ehrlichkeit und
Vertrauen auf beiden Seiten iſt hierbei die Vorausſetzung. Nur unter
dieſer Parole kann unſere Wirtſchaft auch wieder aufwärts kommen
— nicht aber unter der Parole einer allgemeinen Pumpwirtſchaft.
Der Landesverband des Heſſiſchen Einzelhandels
hat zu dieſem die Konſumfinanzierung ablehnenden Beſchluß des
Süd=
deutſchen Einzelhandelstages folgende Reſolution gefaßt: Der
Landesverband des Heſſiſchen Einzelhandels iſt nach gründlichſter
Ueber=
prüfung und eingehenden Beratung in ſeiner letzten Sitzung
zu der Ueberzeugung gekommen, daß die neu aufgetauchten und in
einzelnen Städten bereits eingeführten Konſumfinanzierungs= und
Kun=
denkreditſyſteme weder im Intereſſe des Einzelhandels, noch im
In=
tereſſe der Allgemeinheit liegen.
Bei den gegenwärtig in Deutſchland herrſchenden wirtſchaftlichen
Verhältniſſen würde eine raſche Ueberſchuldung der hetreffenden
Ver=
braucherkreiſe und eine den vorübergehend geſteigerten Geſchäftsgang
ſich zwingend anſchließende Stagnation des Geſchäftes die unbedingte
Folge ſein. Auch glaubt der organiſierte heſſiſche Einzelhandel eine
Auf=
bürdung der aus der Einführung der neuen Kundenkreditſyſteme
er=
wachſenden hohen Zinſen= und ſonſtigen Laſten auf den Verkäufer und
auf den Verbraucher nicht verantworten zu können.
Der Landesverband des Heſſiſchen Einzelhandels lehnt deshalb die
Einführung der bisher bekannten Konſumfinanzierungs= und
Kunden=
kreditſyſteme für Heſſen ab; er behält ſich andererſeits aber ausdrücklich
vor, die Frage weiter zu verfolgen, ob und wie der Verbraucherſchaft
durch Gewährung von Zahlungserleichterungen ohne Aufbürdung
außer=
ordentlicher Bedingungen noch weiter als bisher entgegengekommen
werden kann.,
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 6. Dezember.
Die Börſe eröffnete die neue Woche in überraſchend ſchwacher
Hal=
tung. Das Geſchäft bewegte ſich wieder in den allerengſten Grenzen, und
man iſt jetzt allgemein überzeugt, daß im Laufe dieſes Monats keine
beſondere Lebhaftigkeit mehr eintreten dürfte. Für die allgemeine
Ab=
ſchwächung dürften namentlich die kommenden Maßnahmen Dr. Schachts
verantwortlich gemacht werden, um die Spekulationstätigkeit
einzuſchrän=
ken. Wenn man auch die Abſichten Dr. Schachts ſelbſt an der Börſe für
ſüür nicht ungerechtfertigt hält, ſo iſt man doch hinſichtlich der
Verwen=
dung der durch die Begebung von Solawechſeln aufkommenden 100
Mil=
lionen Mark durch die Golddiskontbank recht peſſimiſtiſch eingeſtellt.
Wenig Widerſtandsfähigkeit zeigten J. G. Farben, die zum erſten Kurs
bereits 11 Prozent verloren. Die Montanwerte gaben durchweg fünf
Prozent nach, ebenſoviel die Banken. Auch Elektrowerte büßten 3—5
Prozent ein. Auf dem Schiffahrtsmarkte verloren Lloyd 3 Prozent,
Hapag aber 7 Prozent. Kursverluſte in faſt den gleichen Maßen wieſen
auch die Aktien der Bauunternehmungen und der Zellſtoffabriken auf.
Die Stimmung war ſpäter recht luſtlos und die Umſatztätigkeit wurde
zeitweiſe faſt vollkommen eingeſtellt. Auf dem Rentenmarkte zeigte ſich
das gleiche Bild. Ueberall war die Aufnahmefähigkeit ganz gering und
die Kurseinbußen erheblich. Das Geſchäft in Pfandbriefen und
wert=
beſtändigen Anleihen litt zwar etwas unter der allgemeinen Tendenz,
doch gab, es kaum Kurseinbußen. Erſt kurz vor Schluß des offiziellen
Verkehrs konnte der weiteren Abwärtsbewegung Einhalt geboten
wer=
den, ohne daß aber eine Erholung der Stimmung eingetreten wäre.
Tägliches Geld 6 Prozent, London — Paris 121½.
Das Angebot an der Börſe war heute abend nicht groß, es
man=
gelte aber an der notwendigen Aufnahmefähigkeit; auch fehlt es voll
kommen an den periodiſch auftretenden Auslandskäufen, die zuweilen
dem Markte eine gute Stütze boten.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 6. Dezember.
Die Spekulation unternahm heute einen Vorſtoß. Den ſtärkſten
Kursdruck hatten J.G. Farbenaktien auszuhalten, die um über zehn
Punkte auf 313 zurückgingen. Die ſchweren Werte des Montan= Elektro=
und Bankaktienmarktes verloren 3—5 Prozent. Under Schiffahrtsaktien
büßten Kosmos 7 Prozent ein. Die in letzter Zeit bevorzugten
Neben=
werte wurden gleichfalls um 4—5 Prozent herabgeſetzt. Dieſe
Baiſſe=
bewegung führte zu einer bedeutenden Verminderung der Aufnahmeluſt
ſodaß auch nach Feſtſetzung der erſten Kurſe die Tendenz ſchwach blieb.
Die aus der Wirtſchaft vorliegenden güinſtigen Meldungen blieben für
die Kursbewegung unbeachtet. Der Satz für Tagesgeld war mit 6½—8
Prozent mäßig geringer, zeigte aber auch heute noch keine entſcheidende
Tendenz zur Verbilligung. Man wies darauf hin, daß in früheren
Monaten die Rückflüſſe ſich raſcher abwickelten, als dies nach dem
No=
vemberultimo der Fall iſt. Die Baiſſepartei fand eine günſtige Lage für
ihre Blankoverkäufe vor. Am Deviſenmarkt waven nur unweſentliche
Veränderungen feſtzuſtellen. London-Paris 122,25, London—Mailand
112, London-Brüſſel 134,86½- Kabel Berlin 4,2061, Kabel London
4,8495, London—Oslo 19,53. Privatdiskont kurze Sicht 42½ Prozent,
lange Sicht 4½ Prozent. Auch an der Nachbörſe neigte die Tendenz
nach unten. Gegenüber den amtlichen Schlußkurſen bröchelten die
Aktien=
märkte noch zu etwa 1 Prozent ab. Im Mittelpunkte der
Baiſſebewe=
gung ſtanden Farbenaktien, die nachbörslich bis 309¾ angeboten wurden.
Das Geſchäft blieb allgemein ſehr geringfügig. Man nannte gegen 2.30
Uhr unter anderem: Hapag 166,50, Norddeutſcher Lloyd 161,50, Hanſa
249, Harpener 182,25, Rheinſtahl 190 Gelſenkirchen 168,50, Phönig
125.25, Mannesmann 184, A.E.G. 155, Siemens 189, Danatbank 250,
Kriegsanleihe 0,758½, Schutzgebietsanleihe 157/ Prozent. Nachdem ſich
im weitoren Verlaufe eine geringfügige Erholung eingeſetzt hatte, gaben
die Kurſe gegen die zweite Börſenſtunde wieder allgemein nach. Die
Rückgänge hielten ſich ſpäter aber in Grenzen von 1—2 Prozent,
gegen=
über den Anfangskurſen. Faubeninduſtrie gingen zum Schluß mit 311
bis 311,50 um. Montanaktien blieben bei ſehr ſtillem Geſchäft angeboten.
Kriegsanleihe 0,760.
6. 12.
12.
4.12.
ſets.-
208.25
Aſchaffb. Zellſtoff. . 1149.25 145.5 Hemoor Zement.
110.25 109 875
Hirſch Kupfer.
Augsb.=Nürnb. Maſch /724.5 1124.
161.75 158.5
Höſch Eiſen.
53.875/ 52.—
Bamag=Meguin.
24.6251 23.6
Hohenlohe Wer
Berl. E. W. Stamm. 154.875/153.—
99.— 97.5
99.5 Kahla Porzellan
Berlin. KarlsruheInd 104.
163.— 160.—
Braunkohl.=Briketts. / 167.25 1163.75 Lindes Eismaſch
30 — 80.—
114.75 1115. Lingel Schuk
Bremer Vulkan".
79.5
82.5
157.5 159.5 Linke u. Hofma
Bremer Wolle.
e23.— 216 5
Teutſch.=Atlant. Tel. / 88.376/ 87.5 L. Loewe u. Co
h19.5 116.75
Deutſche Maſchinen. /116.75 1112.5 TC. Lorenz
1176.— 175.2
Deutſch.=Nieb. Tel.. . 10.5 1 10.5 Ndl. Kohle.
178.— 1171.— Nordd. Gummi
Deutſche Erdöl.
137.25 132.5
Teutſche Petroleum. / 78.—
Orenſtein.
72.—
71.—
121.— 1119.5 Rathgeber W
Tt. Kaliwerke
14.75 14.25
Donnersmarckhüte. . / 125.— 126.— / Rombacher Hütte
Dynamit Nobel..
160.— 1152.5 Roſitzer Zucker.
84.— 1 85.—
Clektr. Lieferung. . . . 1 154.75 1148.5 Rütgerswerke.
134.— 1130.25
325.75 1312.— * Sachſenwerk.
J. G. Farben ...
1114.75 110.5
R. Friſter. . . . . . . . . . 1 94.— 89.— 7 Sächſ. Gußſtahl,
168.— 165.—
Eaggenau Vorz.. . . . F8.5 56.5 Siemens Glas.
Eelſenk. Gußſtahl.. / 26.5 25.— Ver. Lauſitzer Glas . 1132.5 128.5
G. f. elektr. Untern., 1175.5 1168.5 Volkſtedter Porzell. 1 52.25 50.25
Halle Maſchinen. . . . /165.25 (162.— /Weſtf. E. Langendreer / 65.325! 66.75
Han. Maſch. Egeſt.. . . / 110.— 1107.5 Wittener Gußſtahl..
60.—
Hanſa Dampfſchf.. . . 1258.75 1200.5
Wanderer=Werke. . . . 1195.— 194.—
Produktenberichte.
Deviſenmarkt.
Amſterdam=R.
Buenos=Aires
Brüſſel=Antw.
Lslo
Kopenhagen
Stockholm
Helſingfors
Italien .. ."
London ..
New=York .."
Paris ..."
Echweiz
Spanien .
4.
Geld
167.94
1.709
58.48 58.62
106.97
112.09
1o.56
18.32
20.37
4.201/ 4.21
16.70
81.03
12.
Brief
107.2:
112.37
0.60
18.3
0.42
8. 12.
Geld /Brief
168.361167.97/168.39/Wien D.=Oſt.abg.
1.713/ 1.7131-717
58.44 58.5‟
111.89/112-17/111 91/112.1s/Rio de Janeiro.
112.24/112.*
20.369 20.419/Liſſabon.
4.2005/4. 2105/Danzig.
16.74 16 67/16.71 ſAthen..
81.23 181.00 181.20 Kanada.
63.92/ 64.081 63. 8263.98 füruguag
Prag. .. . . . ."
Budapeſt ..
107.27/107.16/Japan. . . . . . . .
Sofia ...
10.567/10.607Jugoſlavien ...
18.29/ 18.33/Konſtantinopel
Brief
59.35
2.478
5.902
2.068
0.507
3.047
7.425
2.107
21.645
8t.75
5. 61
4.213
4. 185
* Die Effektenbörſe im November war im allgemeinen ſehr
ſchwankend. Die Baiſſeſpekulation machte wiederholt erfolgreiche
Vorſtöße, ohne ſich allerdings auf die Dauer durchſetzen zu
kön=
nen und die Grundſtimmung weſentlich ungünſtig zu beeinfluſſen.
Die Kursdifferenzen haben im Vergleich zum vorigen Monat keine
auffallenden Symptome, da ſie infolge der ſchwankenden
Börſen=
lage nicht allzu ausgeprägt ſind. Einzelne äußere, die Marktlage
beeinfluſſende Ereigniſſe, z. B. die Meldung von der Freigabe der
deutſchen Werte in Amerika, wirkten günſtig und holden
Kursrück=
gänge bald wieder auf. Die Spekulation, auch die private, zeigt
keine Nervoſität, ſo daß mit unvorhergeſehenen Schlägen nach der
einen oder anderen Seite kaum zu rechnen iſt.
Ziehungsliſte der Ausloſungsrechte der Anleiheablöſungsſchuld des
Deutſchen Reiches. Die Ziehungsliſte der am 1. Dezember d. J.
aus=
geloſten Ausloſungsrechte der Anleiheablöſungsſchuld des Deutſchen
Neiches iſt im Reichsanzeiger Nr. 282 vom 3. Dezember und in der
All=
gemeinen Verloſungstabelle in Grünberg (Schleſien) Nr. 49 vom 4.
De=
zember veröffentlicht worden. Die Allgemeine Verloſungstabelle iſt
all=
gemein bei ſämtlichen Banken und Sparkaſſen vorhanden und kann dort
eingeſehen werden.
Aufnahme einer Staatsanleihe von 12 Millionen Mark in
Thürin=
gen. Dem Thüringiſchen Landtag iſt eine Regierungsvorlage
zugegan=
gen, in der zur Deckung außerordentlicher Ausgaben die Aufnahme
einer Anleihe von 12 Millionen Reichsmark beantragt wird. Darunter
befinden ſich 1,6 Millionen RM. zur Durchführung des von der
Reichs=
regierung beſchloſſenen Arbeitsbeſchaffungsprogramms und 5 Millionen
RM. zur Durchführung des verſtärkten Bauprogramms in Thüringen.
Collet u. Engelhardt, Offenbach. In der ordentlichen
Generalver=
ſammlung der Werkzeugmaſchinenfabrik Collet u. Engelhardt, Offenbach
wurde die Gewinn= und Verluſtrechnung einſtimmig geneymigt. Der
Reingeſvinn von rund 7000 RM. wurde auf neue Rechnung vorgetragen.
Die bisherigen Aufſichtsratsmitglieder, die Herren Schaff und
Lichten=
berg, wurden wiedergewählt.
Mannheimer Produktenbericht vom 6. Dezember. Weizen inl. 30,25
bis 30,5; ausl. 31,75—33,25; Roggen inl. 25,25—25,5; Hafer inl. 18,75
bis 20; ausl. 20—23,75; Braugerſte 26,25—29: Futtergerſte 21—22;
Mais 19,75; Wieſenheu 8,90—9,60; Kleeheu 8,80—11: Preßſtroh 4.40
bis 4,80; Geb. Stroh 3,80—4,40; Weizenmehl 41,5—41,75; Brotmehl
31,5—31,75; Roggenmehl 35—37: Weizenkleie 11,25. Tendenz: ſtetig.
Frankfurter Produktenbericht vom 6. Dezember. Der hieſige
Pro=
duktenmarkt eröffnete die neue Woche in gut behaupteter Tendenz,
ge=
ſtützt durch die höher lautenden Kurſe der ausländiſchen Getreidebörſen.
Die Geſchäftstätigkeit hielt ſich aber wieder in den engſten Grenzen, ſo
daß keine Preisverändevungen gegen die Vorwoche feſtzuſtellen ſind. Es
notierten: Weizen 29,50—29,75; Roggen 24,75—25: Sommergerſte 23,75
bis 26,50; Hafer inl. 19—19,50; Mais 19—19,50: Weizenmehl 41,25 bis
41,75; Roggenmehl 35,50—36: Weizenkleie 11,50—11,75: Noggenkleie
11,75—12: Erbſen 40—70; Linſen 50—90; Heu 8,75—10; Weizen= und
Noggenſtroh drahtgepreßt 4,50—5: gebündelt 4—4,25: Treber 16,75
bis 17.
Berliner Produktenbericht vom 6. Dezember. Die Tendenz im
Ber=
liner Getreidegeſchäft war heute durchweg feſter. Allerdings hielten ſich
die Steigerungen am Weizenmarkt in maſſigen Grenzen, da vom
Welt=
markt uneinheitliche Preismeldungen vorlagen und ſomit ein
ausſchlag=
gebender Einfluß von dieſer Seite nicht kam. Im Lieferungshandel
wurde der Weizen per Dezember 0,5 Mark ſonſt bis 1,5 Mark höher.
Dezember=Roggen ſogar um 2,25 Mark befeſtigt. Das Fehlen jeglicher
Andienungen hatte die Gebote nach dem Inland nicht nur für
laufen=
den Monat, ſondern auch für Frühjahrstermine in die Höhe getrieben,
und zwar für März um 1,5 Mark, für Mai um 1 Mark. Gerſte iſt
nach wie vor ruhig und in den Preiſen kaum verändert. Hafer ſtill,
erzielt aber doch Aufgelder von etwa 1 Mark. Weizenmehl erneut
ver=
nachläſſigt, Roggenmehl feſt. Von Hilfsfutterſtoffen nur noch Kleie in
beſſerem Geſchäft.
Viehmärkte.
Mannheimer Viehmarkt vom 6. Dezember. Dem heutigen
Vieh=
markt waren zugefahren: 301 Ochſen, 101 Bullen, 687 Kühe und Ninder,
601 Kälber, 85 Schafe und 2563 Schweine. Preiſe: Ochſen a) 54—59;
b) 52—56; C) 46—50; d) 44—48; e) 34—38: 5) 28—32; Bullen a) 47 bis
50; b) 42—46; c) 34—38: d) 30—32: Kühe a) 46—49: b) 38—44: 01 14
bis 20; Freſſer a) 54—60; b) 37—47; Kälber b) 73—76; c) 68—72;
d) 58—64; e) 46—54: Schafe b) 32—45; Schweine a) 78—79; b) 78—79;
c) 77—78: d) 76—77: e) 75—76: k) 74—75: Sauen 64—72. —
Markt=
verlauf: Mit Großvieh ruhig, Ueberſtand, mit Kälbern mittelmäßig,
geräumt, mit Schweinen mittelmäßig, geräumt.
Frankfurter Viehmarkt vom 6. Dezember. Der Auftrieb des
heuti=
gen Hauptmarktes beſtand aus 367 Ochſen, 52 Bullen, 772 Kühen, 357
Färſen, 355 Kälbern, 314 Schafen und 4446 Schweinen. Verglichen mit
dem Auftrieb des vergangenen Hauptmarktes waren 60 Ochſen, 10
Bul=
len, 35 Färſen und 220 Kühe mehr angetrieben. Ferner ſtanden 10
Kälber, 70 Schafe und 80 Schweine mehr zum Verkauf. Bezahlt wurde
pro Zentner Lebendgewicht: Ochſen a1 56—60; a2 53—57: b1 und b2
47—52: c) 40—46; Bullen a) 50—55; b) 44—49; Kühe a) 49—53; b) 42
bis 48: c) 32—41: d) 20—31; Färſen a) 55—60; b) 48—54: c) 36—47;
Kälber b) 70—76: c) 60—69; d) 50—59; Schafe a) 38—43; b) 32—37;
c) 25—30; Schweine von über 3 Zentnern 74—76; von 240—300 Pfund
74—76; von 200—240 75—77; von 160—200 74—76: von 120—160 70
bis 74; Sauen 65—70. Verglichen mit den Notierungen der
Vor=
woche waren Ochſen 2 Mark und Kühe und Färſen 1 Mark billiger,
Bullen dagegen unverändert. Schweine gaben 1 Mark nach, Kälber und
Schafe blieben unveränderr. Marktverlauf: Ninder ruhig. Kälber
ſchleppend, ausverkauft, Schweine ſchleppend, geräumt.
Die Fleiſchgroßhandelspreiſe wurden wie folgt ſeſtgeſetzt: Ochſen=
und Rindfleiſch 1 95—100; II 80—90; Bullenfleiſch 90—95; Kuhfleiſch I
65—75; II 50—60; III 40—50; Kalbfleiſch II 90—100; Hammelfleiſch
65—75; Schweinefleiſch 90—95; Gefrierfleiſch, Rindfleiſch, Vordervieriel
52 und Hinterviertel 58.
Frankfurter Pferdemarkt vom 6. Dezember. Auftrieb; über 700
Stüick. Der heutige Pferdemarkt war mit Pferden aller Gattungen
zahlreich beſchickt. Der Handel war lebhaft, die Preiſe für jüngere
Ge=
brauchspferde ſtabil, für Schlachtpferde etwas gedrückt. Aufkäufer aus
dem Rheinlande hatten größere Transporte Schlachtpferde. Der
Ver=
lauf des Marktes iſt in Berückſichtigung der Jahreszeit als „aut” zu
be=
zeichnen. Vereinzelt wurde über Notiz gehandelt. Preiſe:
Volljäh=
rige Pferde leichten Schlages 900—1200 RM., ſchweren Schlages 1200
bis 1700 RM.; Fohlen 300—450 RM., alte Pferde 150—300 RM.,
Schlachtpferde 60—150. Der nächſte Pferdemarkt findet am 3. Januar
1927 ſtatt.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 6. Dez. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der Markt begann in feſter Haltung beſonders für nahe
Termine auf Käufe der amerikaniſchen Spinner. Später verlief jedoch
der Markt abgeſchwächt auf günſtige argentiniſche Berichte. Die
Ter=
mine zeigen noch leichte Aufbeſſerungen.
Mais: Kleine Ankünfte löſten Deckungskäufe der Baiſſe aus, was
eine ſtetige Anfangstendenz zur Folge hatte. Dann trat eine
Abſchwä=
chung ein auf Abgaben und ſchleppende heimiſche Lokonachfrage. Die
Termine ſchließen faſt unverändert.
Hafer: Der Markt zeigt nur geringe Veränderungen.
Baumwolle: Da die Pflanzer mit Abgaben fortfuhren, begann der
Markt abgeſchwächt. Später konnte ſich eine Befeſtigung durchſetzen auf
Käufe der Kommiſſionsfirmen und Glattſtellungen.
Kaffee: Verkäufe der Lokofirmen und niedrigere ausländiſche
No=
tierungen veranlaßten einen ſchwachen Beginn. Dann machten ſich
Stützungskäufe geltend, die mit zurückhaltendem braſilianiſchen Angebot
eine Erholung bewirkten.
Zucker: Im Anfangsberkehr herrſchte eine feſte Stimmung auf
zurückhaltendes kubaniſches Angebot und gute Nachfrage bei den
Raf=
ſinerien. Dann trat eine Abſchwächung ein auf höhere Schätzungen der
Weltzuckerernte.
Kakao: Der Markt nahm einen ſehr feſter Verlauf auf
Baiſſe=
deckungen, erhöhte ausländiſche Notierngen und Zwangsdeckungen
ſchwacher Poſitionen.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die Schifferbörſe Ruhrort kann auf ein 25jähriges Beſtehen
zunick=
blicken. Aus dieſem Anlaß fand eine Feſtverſammlung ſtatt, in der der
erſte Vorſitzende, Generaldirektor Welker, die Vertreter der Behörden
uſw. begrüßte. Unter anderem ſprach der erſte Geſchäftsführer der
Schifferbörſe Dr. Moſt über die Tätigkeit und das Gedeihen des
Inſtituts.
Die Arbeitsgemeinſchaft Deutſcher Efſektengirobanken teilt mit, daß,
wie die Beteiligung der Banken und Bankiers im Monat November
gezeigt habe, an den ſechs, dem Effektenferngiroverkehr angeſchloſſenen
Börſenplätzen ein recht reges Intereſſe für dieſen Verkehr beſteht.
Eine Gruppe deutſcher Chemiker und Ingewieure hat in Spanien
ſehr intereſſante Verſuche gemacht, um vermittels eines äußerſt billigen
und ganz neuen Verfahrens das ſpaniſche Eſparto (das ſogenannte
„Phriemengras”) in eine hervorragend gute und widerſtandsfähige
Kunſtſeide zu verwandeln.
Das Abkommen über die Einführung des Tabakmonopols in Danzig
konnte bisher noch nicht zum endgültigen Abſchluß gebracht werden. Das
Monopolgeſetz wird aber vorausſichtlich durch Verordnung mit
Geſetzes=
kraft gleichzeitig mit einem Entſchädigungsgeſetz ſo rechtzeitig verkündet
werden, daß das Tabakmonopolgeſetz am 1. Januar 1927 in Kraft tritt.
Wie amtlich gemeldet wird, betrug Schwedens Narionalſchuld Ende
November 1 765 729 734 Kr. gegen 1 756 298 434 Kr. Ende Oktober und
1 735 286 369 Kr. Ende Juni.
Ab 15. November d8. Js. werden ſämtliche Fäſſer mit däniſcher
Butter, die zum Export gelangen, mit dem Produktionsdatum verſehen.
Der Datumſtempel befindet ſich ſowohl auf dem Faß als auch auf den
kleinen Kontrollzetteln, die oben und unten direkt auf der Butter liegen.
Der Belgrader Miniſterrat beſchloß, das Angebot deutſcher
Indu=
ſtrieller, die große Donaubwicke bei Pancevo, die Belgrad mit Pancevo
derbindet, auf Rechnung der Reparationen zu erbauen, anzunehmen. Der
Vertrag wird in den nächſten Tagen unterzeichnet. Die Brücke wird rd.
200 Millionen Dinar koſten,
Zur Führung von Handelsvertrags=Verhandlungen reiſen zwei
bul=
gariſche Delegierte mit Genehmigung des Miniſterrates nach Athen,
Seite 12
Dienstag, den T. Dezember 1926
Nummer 339
Sutmſtäster u. Malf
laroan, Koinmanditgefeafcafrauf Artien, Burihfraur. oräntfatter Nardorlicht DDhr d. Atz. Lekd.
Enropäiſche Staatzpapierel 11.
a) Deutſche
6½0 Deutſche Reichspoſt=
Schatzanw. ver 1. 10. 30 97.5
720 Baher. Schatzanw. per
1. 4. 29
6‟=% Heſſ. Volksſt.=
Schatz=
anw. per 1. 4. 29.
611 % Preuß. Staats.
Schatzanw. per 1. 3. 29
6.% Preuß. Staats=
Schatzanw. per 1. 0. 30
7% Sächſ. Freiſt.=
Schatz=
anw. per 1. 7. 29 .
7½ Sächſ. Freiſt.=
Schatz=
anw. per 1. 7. 30
6‟/,% Württemb. Freiſt.=
Schatzanw, per 1. 3. 29
(Vorkriegsanleihen)
5% Deutſche Reichsanleihe.
4%
4% D. Schutzab. v. 08-11 u. 13
v.14
4% Preuß. Konſols ....."
48 Baden ............."
42 Bahern ............"
4½ Heſſen .........
4% Württemberger ..
b)Ausländiſche
5% BosnienL.-E.=B.v. 1914 —
5% „ L.=Inveſt.=Anl. 1914
4½% „ b. 1898 .........
4½% „v. 1902 ......."
4% „..
5% Bulgar. Tabak 1902
4½% Oſt. Staatsrente 1913
Kdb ab 1918
4½22 Oſt. Schatzanweiſ.ſtfr.
b. 1914
.........
4½% Oſt Silberrente ...
4% Goldrente ....
4% einh. Rente (konv.)
890 Portugieſ. (Spez. /6.III
5% Rum. am. Rente v. 03
4½% Goldr. v. 13 ...
47 „ am. Rente konp.
47 „ am. „ v. 05
420 Türk. (Admin.) v. 1903
4% „ (Bagdad) Ser.
48 „ (Bagdad) Ser. 1I
4% „ v 1911, Zollanl.
4½% Ung. Staatsr. v. 1913
4½3
42
4%
429
830
Staatr.v.14
Goldrente.
Staatsr. b. 10
Kronenrente.
(Eiſern Tor) G.
Außereuropäiſche
5% Mexik. amor innere
5% „ konſ.äuß. v.99
42 „ Gold v. 94 ſtfr.
3% konſ. inner.
4½% „ Frrigationsanl.
5% Tamaulipas. Serie l.
Nach Sachwert verzinslichel
Schuldverſchreibungen
Mit Zinsberechmumg
10%Berlin. Hp.=B. Gldpfbr.
8%0
6% Be linerStadt=Goldan!
8% Darmſt. Stadt= Goldanl.
AARhäic
87 7 Pfbr.=Bk.
5% „ „
8% Kom. Landesbk. Darmſt.
Goldſchuldverſchreibung.
8½Heſi.Landes=B Gldpfbr.
10% Komm. Elektr. Mark
(Hagen) Goldobl.
8% Mannh. Stadt=Goldanl.
8% Mainz Stadt=Goldanl.
8%Naſſ.Landesbk. Goldanl.
88 Pfalz. Hp.=Bt.=Goldpfbr.
8% Pforzh. Stadt. Goldank.
ee
82Rhein,Hyp.=Bk.Gldpfbr
712 Rh Stahlwerke v. 25
10%, Rhein =Weſtf. Bod.=Cr.
Bk. Goldpfbr.. . . . . .
8%0
— 0.72 — 40 36.75 7.75 6 40 6.55 6.25 Pi. 35 5.25 24.35 24 6. 6.8 2.3 13.1 E.75 19.75 8.5 10 27.6 24 22.75 19½, 23 25.1 7.35 ä= A3 29.5 23.75 45 — 28.5 25 23 105.5 100 84 89.75 97 vo0 101.5 1100.5 100.5 100 102 80 75 1103 103.25 98.25 102 103.5 1100.5 101 97.25 vor 102.25 100.5 1 1. 134,25 uo0
Ohne Zinsberechnung
5% Badenw Kohlenwrtanl. 23
62 Großkraftwerk Mannheim
Kohlenwertanl. v 23....
520 Heiſ. Braunk.=Nogg.Anl.28
5% Heſſ. Volksſt. Rogg.=Anl. 23
Preuß. Kaliwert=Anleihe
5 Preuß. Roggenwert=Anl.
5% Südd. Feſtwertbk. Goldo.
Borkriegs=oypothekenbank
Pfandbriefe.
Bay. Vereinsbank München..
Bay, Handelsbank München.
Ban. Hyp. u. Wechſelbank..
Berliner Hyp.=Bank. ......
Frankfurter Hypothek.=Bk.
Frankfurter Pfandbrief=Bk.
Hamb. Hypothek.=Bank .
Mecklenb. Hyp.= u. Wechſel=Bk.
Meininger Hyv.=Bank.
Nordd Grund=Credit=Bank.
12.7
14.15
*s 6. 12. Pfälziſche Hyp.=Bank
Preuß. Voden=Credit=Bank.
Preuß. Centr.=Bod. Cred.=Bk.
Preuß. Pfandbrief=Bk.
Rhein. Oypothk.=Bauk... 4 11
14.5
11.85
11 45
12.25 6. 12.
9.1
12.975
13.3 4% Kaſchau Oderb., abg.
523 Oeſt. Nordweſtb. 74 7. G.
13.5 5% Oſt. Südb. (Lomb.) ſtfr.
2,6% Alte Oſt. Südb. (Lomb.)
12,6 Neue Oſt. Südb. (Lomb.) 4. 11.
—
—
14.25
14.25 6 12. 8.5
5.7 Rhein.=Weſtf. Bod. Cred.=Bk.
Südd. Boden=Credit=Bank. 11.3 12.27
13.95 15.75 5% Oeſt.=Ung. Staatsb.73/74 4%5 Oſt. Staatsb. v. 1883 /12.05 15‟o Karſtadt R. 2.3
— th.=Bank. 13.9 15.25 13% b.8.Em. 120 8.5 inzial
35
Zank .... 10.55 11.8 139
Caſſet ... / 9.75 10.75 —
R
1885 .../19.8
34
v. 83...
25.5
v. 97...! — g. Netz /19.5
v. 91...! — 30 2.05 — ank .... 7.5
9 13.1
13.95 —
15.25 Oblig. v. Transportanſt.
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Nummer 339
Dienstag, den T. Dezember 1926
Seite 13
Die tolle Heizogin.
Roman von E. Klein.
10)
(Nachdruck verboten.)
Denn ſehen Sie, Herr Wood, zu dieſen Geſchäften gehört
nicht nur ein ſcharfer und entſchloſſener Verſtand, ſondern auch
eine abſolute Vertrauenswürdigkeit. Ich glaube, daß beide
Be=
dingungen in Ihrer Perſon erfüllt ſind — — —. Sie ſind
frühe=
rer Offizier — —
James Wood lächelte. „Wir wollen die Diskretion, die Sie
von mir erwarten,” erwiderte er, „gleich auf meine eigenen
An=
gelegenheiten anwenden. Im übrigen — — warum nicht?
Ge=
rade als Ihr — Herr Bruder bei mir eintrat, hielt ich mit mir
ſelbſt Kriegsrat über meine nähere Zukunſt. Ueber die fernere
Zukunft zerbreche ich mir nämlich nicht den Kopf. Aber ich
über=
legte mir doch, was ich in der nächſten Zeit Vernünftiges
an=
fangen könnte. Detektiv? Man kann dafür auch Schnüffler und
Spitzel ſagen. Nicht wahr? Ich bin abſolut nicht ſtolz oder
fein=
fühlig, aber — —
Madame Léonie hob die Hand mit einer Würde, die James
Wood als nichtts anderes denn hochmütige Zurückweiſung ſeiner
Zweifel anſehen konnte.
„Ich glaube nicht, Herr Wood, daß wir den Eindruck auf Sie
machen von Leuten, die ſich mit kleinen und ſchmutzigen Sachen
befaſſen —
Jetzt hätte nicht viel gefehlt und James Wood wäre trotz
ſeiner Selbſtbeherrſchung in ſchallendes Gelächter ausgebrochen.
Die präparierten Roulettetiſche — und keine kleinen und
ſchmutzi=
gen Sachen!
Keine ſchmutzigen Sachen! Wood konnte ſich nicht helfen, er
mußte grinſen. Madame Léonie ſah es natürlich nicht. Madame
Léonie blickte ihn ernſt und geſchäftsmäßig an wie bisher und
fuhr fort:
„Es kommt ja nur auf einen Verſuch an, Herr Wood.
Viel=
leicht zeigt es ſich, daß wir uns doch in Ihrer Perſon geirrt
haben. Oder daß Ihre Anſchauungen über die für Sie
vor=
geſehene Tätigkeit nicht ganz mit den unſrigen übereinſtimmen.
Dann werden wir uns freundlich die Hände ſchütteln und Lebe=
wohl ſagen. Aber vorher, glaube ich, lohnt ein ſolcher Verſuch
der Mühe. Zudem ich doch annehme, Ihr Verſprechen zu haben,
nicht wahr, Herr Wood?”
„Ich ſtehe zu Ihren Dienſten, Madame, aber wenn auch ich
Sie an eine Wendung unſeres geſtrigen Geſprächs erinnern darf:
ich muß fragen, was verdiene ich dabei?"
„Selbſtverſtändlich müſſen Sie das fragen. Doch hören Sie
zuerſt! Ich habe gleich hier in meinen Akten einen Fall, den ich
Ihnen übertragen möchte. Ich brauche wohl von Ihnen kein
Ver=
ſprechen, daß Sie, wenn Sie ihn nicht übernehmen wollen, beim
Verlaſſen dieſes Zimmers vergeſſen haben, was ich Ihnen jetzt
auuseinanderſetzen werde —
„Sie brauchen kein Verſprechen, Madame.”
„Eine Dame der höchſten ägyptiſchen Geſellſchaft, ich kann
ſogar hinzufügen, eine königliche Prinzeſſin, hat ſich an uns
ge=
wendet um Hilfe in einer überaus delikaten Angelegenheit. Die
Dame hat bei ihrem letzten Aufenthalte in Paris ein Verhältnis
mit dem Grafen Las Valdas angekünpft, der ſich gegenwärtig
als Sekretär der Portugieſiſchen Geſandtſchaft in London
befin=
det. Trotz ſeines Namens und trotz ſeiner Stellung — er iſt
wirk=
lich Graf und wirklich Geſandtſchaftsſekretär — benutzt nun Las
Valdas ſeit einiger Zeit die Briefe, die ihm die Prinzeſſin
ge=
ſchrieben hat, dazu, um Geld aus ihr herauszupreſſen. Dieſe
Er=
preſſungen haben einen ſolchen Umfang angenommen, daß die
arme Frau direkt vor dem finanziellen Zuſammenbruch ſteht. Sie
wußte ſich daher keinen anderen Rat, als ſich an uns zu wenden,
und wir wieder ſehen kein anderes Mittel, ihr zu helfen, als
darin, dem Grafen Las Valdas die Briefe abzunehmen. Das iſt
keine ganz leichte Arbeit, Herr Wood. Wir haben bereits die
Er=
fahrung machen können, daß er trotz ſeines eleganten Auftretens,
trotz ſeiner geſellſchaftlichen Stellung eine höchſt gefährliche
Per=
ſönlichkeit iſt. Gutwillig ihn zur Herausgabe der Briefe zu
über=
reden, halte ich für ausgeſchloſſen. Liſt vielleicht oder —
„Gewalt.”
„Ich will Ihnen nicht verhehlen, Herr Wood, daß wir ſchon
einen Verſuch unternommen haben, uns in den Beſitz der in den
Händen des Grafen Las Valdas befindlichen Briefe zu ſetzen.
Der Mann, den wir damit beauftragt hatten, war einer der
ge=
ſchickteſten franzöſiſchen Detektive. Er wurde vor etwa einer Woche
mit einer Kugel im Kopf nicht weit von der Wohnung des
Gra=
fen Las Valdas in London aufgefunden. Die Londoner Polizei
zerbricht ſich noch heute den Kopf über den rätſelhaften Mord —
Sie werden begreifen, daß wir uns nicht verpflichtet fühlen, ſie zu
unterſtützen. Aber andererſeits möchten wir den Verſuch
noch=
mals wiederholen. Denn die Prämie, die von der Prinzeſſin
auf die Wiedererlangung der Briefe ausgeſetzt iſt, beläuft ſich auf
zehntauſend türkiſche Pfund.”
James Wood betrachtete angelegentlich die Spitzen ſeiner
ele=
ganten Stiefel.
„Wieviel kommt davon auf mein Tefl?”
„Sagen wir zweitauſend Pfund.”
Er ſchüttelte den Kopf.
„Bedenken Sie, Herr Wood,” fügte ſie ſchnell hinzu, „wir
haben bereits ſehr viel Geld in der Sache ſtecken. Müſſen nun
neuerdings die Koſten Ihres Verſuchs auf uns nehmen — —
„Das iſt wohl richtig, aber ich riskiere etwas mehr. Ich
ris=
kiere meine Haut. Und in ſolchem Falle ſchätze ich ſie höher ein,
als die Summe, die ich Ihnen geſtern abend nannte. Ich mache
Ihnen einen anderen Vorſchlag. Wir teilen. Fünftauſend Pfund
Sie — fünftauſend Pfund ich. Dafür übernehme ich alle Koſten
meiner Expedition auf eigene Rechnung.”
„Sie vergeſſen, daß wir drei und nicht zwei ſind, Herr Wood.
Mein Bruder, ich und Sie.”
„Ich habe nur mit der Firma Sperazzi u. Co. zu tun —
ge=
ſchäftlich —‟
„Sagen wir: viertauſend Pfund für Sie.”
„Eine Frau muß immer handeln — aber hart auf hart,
Ma=
dame. Dann übernehmen Sie die Hälfte der Koſten und leiſten
darauf einen Vorſchuß von zweihundert Pfumd.”
„Einverſtanden.” Sie reichte ihm die Hand, und ſie
wechſel=
ten den geſchäftlichen Händedruck, der unter anſtändigen
Part=
nern jede Abmachung beſiegelt. Auch Ariſtides Sperazzi, der
während der ganzen Unterredung nicht ein einziges Mal den
Mund aufgetan hatte, ſchloß ſich der feierlichen Verabredung an.
Und jetzt klopfte er wirklich James Wood wohlwollend auf die
Schulter:
„Bravo mein lieber James”, ſagte er, „wenn Sie nur halb
ſo tüchtig ſind als Detektiv wie als Geſchäftsmann, dann bin
ich ſicher, die Prinzeſſin bekommt ihre Briefe wieder.”
„Wann ſoll ich fahren?” fragte James Wood.
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Der Verein hielt eine Mitgliederverſammlung ab, die
er diesmal nach Kreuznach an der Nahe verlegte. Ihr ging eine
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ſichtigung der Seitz erke voraus, in deren großzügigen Anlagen
vorwie=
gend Pumpen, Filtrie apparate, automatiſche Wagen uſw. erzeugt
wer=
den. Nach der etwa zweiſuindigen Führung durch die verſchiedenen
Werkſtatten (Dreherei, Gießerei, Afbeſtwerk, Spenglerei,
Automaten=
abteilung) gab der Seniorchef, Herr Theo Seitz, eine kurze Schilderung
der Entwicklung des Unternehmens, das innerhalb 30 Jahren aus
klei=
nen Anfangen zu einem Werk von Weltruf emporgewachſen iſt und zur
Beit über 700 Arbeiter beſchaftigt. Um 5 Uhr begann im Hotel
Euro=
paiſcher Hof die Meitgliederverſammlung, die von dem ſtellvertretenden
Vorſitzenden, Herrn Kommerzienrat Kall Dyckerhoff, geleitet wurde.
Zu=
nächſt berichtete der Geſchaftsführer, Herr Dr. h. c. Meesmann, über
berſchiedene wichtigere Vorgänge ſeit der letzten Verſammlung, wobe
er insbeſondere auf die Verhandlungen im Reichstag über die beſetzten
Gebiete einging und mit Befriedigung feſtſtellte, daß die Erklarungen
des Herrn Miniſters Bell über die ſtärkere Be ückſichtigung des beſetzten
Gebietes durch Aufträge des Reichs, der Länder und Gemeinden, ferner
über die Notwendigkeit, daß die Wirtſchaft des unbeſetzten Gebietes die
alten geſchäftlichen Beziehungen mit dem beſetzten Gebiet wieder voll
anknüpfen müſſe, und endlich, daß erhebliche Mittel zur Beſeitigung von
Norſtanden zur Verfügung geſtellt ſeien, ſich in vollem Einklang mit
den Wünſchen des Wirtſchaftsausſchuſſes des beſetzten Gebietes befänden.
Auch die Ausführungen des Miniſters, daß die von Deutſchland
gebrach=
ten ſchweren und großen Opfer noch keine entſprechenden
Gegenleiſtun=
gen auf der anderen Seite, insbeſondere hinſichtlich der Zurückziehung
der Befatzung, der Aufhebung der Gerichtsbarkeit uſw. gefunden hatten
— ſei doch z. B. die Beſatzung nach den Angaben des Miniſters im
letz=
ten Jahr nur von 88000 Mann auf 80 000 Mann vermindert worden
—, wurden unter dem Beifall der Verſammlung vom Standpunkte der
Wirtſchaft aus ſtark unterſtlichen. Es ſei ſchwer verſtändlich, wie der
franzöſiſche Miniſterpräſident am gleichen Tag in der franzöſiſchen
Kam=
mer habe davon ſprechen können, daß bereits 90 Prozent der deutſchen
Fo derungen erfüllt ſeien. Herr Ruſſell, Coblenz, unterſtrich die
Aus=
führungen des Geſchäftsführers und erſuchte, dem Wirtſchaftsausſchuß
Material zur Verfügung zu ſtellen. — Hierauf hielt Herr Dr. Walther
Dyckerhoff einen ſehr intereſſanten Vortrag über ſeine wirtſchaftlichen
Beobachtungen während eines etwa eineinhalbjährigen Aufenthaltes in
Südamerika und den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Er
keun=
zeichnete zunächſt die Verhältniſſe in den ſüdamerikaniſchen Staaten,
die noch ein Gebiet von ganz junger Kultur und ſtarken Gegenſätzen
ſeien und deren wirtſchaftlicher Schwerpunkt vor dem Krieg faſt
aus=
ſchließlich in dem Austauſch eigener Nohprodukten und
landwirtſchaft=
licher Erzeugniſſe gegen ausländiſche Induſtrieerzeugniſſe beſtanden
habe, während der Krieg den Anſtoß zu einer einnen induſtriellen
Ent=
wicklung gegeben habe. Deutſchland werde deshalb auf den
ſüdameri=
kaniſchen Märkten nur Erfolg haben, wenn es in der Lage ſei, Waren
in beſter Qualität bei mäßigen Preiſen anzubieten und durch reelle
ge=
ſchäftliche Grundſätze ſich das Vertrauen der Abnehmer zu erwerben.
Erfreulicherweiſe finde der deutſche Exporteur in dieſer Hinſicht
ſtei=
gende Anerkennung. Die Ausfuhr habe ſich merklich gehoben und es
be=
ſtehe gute Ausſicht, daß Deutſchland ſeine alte Stellung auf den
ſüd=
amerikaniſchen Märkten wieder gewinne. Zu den Vereinigten Staaten
von Nordamerika übergehend, führte Redner aus, daß im Gegenſatz zu
Süidamerika die dortige Wirtſchaft faſt völlig auf den Inlandkonſum
eingeſtellt ſei und zwar auf eine gleichmäßige Maſſenerzeugung, die
durch die Gleichartigkeit der ſozialen Verhältniſſe mitbedingt werde. Der
oberſte Grundſatz der amerikaniſchen Wirtſchaft beſtehe darin, die
Kauf=
kraft der Maſſen möglichſt zu heben. Das geſchehe durch eine ſorgfältig
durchdachte Organiſation des Betriebs und weitgehendſte Ausnutzung
der Maſchinenkraft, andererſeits durch hohe Bezahlung der dadurch
rela=
tiv verminderten Zahl von Arbeitskräften, entſprechend ihrer
geſteiger=
ten Arbeitsleiſtung Einem Nachlaſſen des Abſatzes begegne man durch
eine Herabſetzung der Preiſe und hebe dadurch wieder den Verbrauch.
Die Wirkung des amerikaniſchen Wirtſchaftens ſei, daß in Amerika der
Marxismus und erſt recht der Bolſchewismus keinen Boden finde und
daß zwiſchen Unternehmer und Arbeiter das Verhältnis wirklicher
Arbeitsgemeinſchaft beſtehe. Wenn auch die amerikaniſchen Verhältniſſe
nicht auf Deutſchland übertragen werden könnten, ſo ergebe ſich doch
manche wichtige Nutzanwendung. Redner ſchloß mit der Zuverſicht, daß
die allgemein in der Welt anerkannte deutſche Tatkraft und
Erfin=
dungsgabe uns auch künftig wieder auf dem Weltmarkt Geltung
ver=
ſchaffen werde. Redner erntete für ſeinen Vortrag lebhaften Beifall.
— Sodann folgte eine Ausſprache über das Ausſtellungs= und
Meſſe=
weſen, die von dem Geſchäftsführer durch Hervorhebung der
verſchie=
denen Mißſtände eingeleitet wurde. Alsdann ſprach Herr Dr. Döring
vom Reichsberband der Deutſchen Induſtrie über die Aufgaben und die
bisherige Tätigkeit des dem Reichsverband angeſchloſſenen Ausſtellungs=
und Meſſe=Amtes der Deutſchen Induſtrie, das die Wirtſchaft über alle
Veranſtaltungen unterrichte, ferner auf die Vermeidung überflüſſiger
Ausſtellungen hinwirke und das Meſſeweſen zu ordnen bemüht ſei. Auch
ſeien wieder Verbindungen mit dem Ausland angeknüpft, um eine
gegen=
ſeitige Verſtändigung über das Ausſtellungsweſen herbeizuführen. In
der Diskuſſion wurde namentlich über die Veranſtaltung vieler kleiner
Ausſtellungen Beſchwerde geführt und außerdem auch auf die Mißſtände
in der Herausgabe viel zu vieler Adreßbücher und Propogandawerke, die
nur von den Inſeraten leben, hingewieſen, wodurch die Wirtſchaft
un=
nötig belaſtet werde. Am Schluſſe wurde eine Erklärung angenommen,
in der zum Ausdruck gebracht wurde, daß das Ueberhandnehmen der
Ausſtellungen und Meſſen, wie es namentlich durch den Wettſtreit der
Städte hervorgerufen worden ſei, aus volkswirtſchaftlichen und
natio=
nalen Geſichtspunkten beklagt und der Reichsverband der Deutſchen
In=
duſtrie aufgefordert wird, in Verbindung mit den übrigen
Spitzenver=
bänden und den Fachausſchüſſen dahin zu wirken, daß erſtens die
Meſ=
ſen mehr konzentriert und nach Art und Umfang möglichſt begrenzt
werden, zweitens die Ausſtellungen nach ihrem fachlichen Wert geprüft
und je nach Ausfall der Prüfung den beteiligten Induſtrien die
Be=
teiligung oder Nichtbeteiligung nahegelegt wird, drittens die Entſtehung
der nach fachlichem Urteil überflüſſigen Meſſen und Ausſtellungen
ver=
hindert wird. Ferner ſprach ſich die Verſammlung gegen eine in
Ber=
lin 1930 geplante internationale Ausſtellung aus, wofür ein Bedürfnis
nicht vorliege. Der Vorſitzende ſchloß mit Dankesworten an die Firma
Seitz und die Herren Redner die außerordentlich intereſſant verlaufene
Tagung.
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Anweſenheit von Vertretern der ſtaatlichen und ſtädtiſchen
Körper=
haften und der Spitzen der Behörden eine Feier ſtatt. Nach einem
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vorgetra=
enen Lied „Morgenſtimmung” ergriff Geh. Reg.=Rat Prof. Dr.
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uth=Frankfurt a. M. das Wort zu ſeiner Feſtrede. Der Redner wies
a. auf die organiſche Entwickelung der Akademie zur Univerfität hin
nd hob die Verdienſte Dr. Wilhelm Mertons und des früheren
Ober=
irgermeiſters Adickes hervor, deren Initiative die Univerſität ihre
Ent=
ehung verdankt. Träger der am 21. Oktober 1901 eröffneten Akademie
varen die Stadt, das Inſtitut für Gemeinwohl, die Handelskammer
ind die Polytechniſche Geſellſchaft. Die Akademie zeigte eine ſchnelle
intwickelung, und zahlreiche Vermächtwiſſe und Stiftungen, beſonders
e Millionenſpende von Frau Franzista Speher, boten dem
Ober=
hürgermeiſter Adickes die Möglichkeit, dem langgehegten Plan der
Um=
indlung der Akademie in eine Univerſität näherzutreten. Nahezu
e wiſſenſchaftlichen Vereine und Geſellſchaften wurden für den Plan
wonnen, auch die Stadtverordnetenverſammlung ſtimmte zu, und ſo
vurde am 28. September 1912 der Stiftungsvertrag unterzeichnet.
½ Millionen hatte Oberbürgermeiſter Adickes geſammelt, und die
zukunft der Univerſität ſchien geſichert; da kam der Krieg, und die
nflation nahm die mühevoll geſammelten Mittel hinweg. Nur dem
verſtändisvollen Eingreifen von Stadt und Staat iſt es zu verdanken,
aß die Univerſität heute geſichert fortbeſteht, und in ihr die vor 25
ahren eröffnete Akademie. In Vertretung des erkrankten Rektor3
vidmete Prorektor Prof. Dr. G. Embden den Förderern der
Univer=
tät Worte des Dankes und verlas eine Dankadreſſe an Herrn Geh.
füſtizrat H. OSwalt. Stadtrat Meckbach würdigte als Vertreter des
m Erſcheinen verhinderten Oberbürgereiſters die Verdienſte der
Uni=
erſiät und ihrer Gründer. Ein Bläſerchor beſchloß die würdig
ver=
rufene Feier. — Schwere Meſſerſtecherei. In der
vergan=
enen Nacht gegen 2 Uhr wurde der Arbeiter Karl Müller beim
Ver=
ſſen einer Wirtſchaft in der Großen Fiſchergaſſe von einem Arbeiter
lbert B. durch zwei Meſſerſtiche in den Unverleib ſo ſchwer verletzt,
1ß er durch die Rettungswache ins Heiliggeiſt=Hoſpital verbracht
wer=
en mußte. Der Täter wurde feſtgenommen und ins Polizeigefängnis
ingeliefert; er erklärte, keinen Grund für die Tat gehabt zu haben,
und wiſſe nicht, wie er dazu gekommen ſei. — Von der Juſtiz.
andgerichtsdirektor Brühl wurde zum Reichsgerichtsrat,
Landgerichs=
grektor Ruhl zum Oberverwaltungsgerichtsrat ernannt. Damit
ver=
ert das Frankfurter Landgericht zwei ſeiner befähigſten Richter.
Direk=
r Brühl führte bis vor kurzem den Vorſitz in einer der Strafkam=
Dienstag, den 7. Dezember 1926
mern während Direktor Ruhl in der Vorkriegszeit als
Unterſuchungs=
richter, dann als Strafkammervorſitzender und zuletzt als Vorſitzender
einer Zivilkammer wirkte. Direktor Brühl, der in Gonzenheim bei
Homburg anſäfſig iſt, zählt zu den beſten Kennern des Zivilrechts. —
Benzin und Ofen. Welche Vorſicht beim Hantieren mit Benzin
geboten iſt, zeigt wieder einmal ein Fall, der ſich in der Kaiſerhofſtraße
am Freitag abſpielte. Die Inhaberin einer Pliſſieranſtalt reinigte ein
Kleidungsſtück mit Benzin in der Nähe des geheizten Ofens. Plötzlich
entzündete ſich das Benzin und es entſtand ein Zimmerbrand, der, ehe
die Feuerwehr kam, gelöſcht war und dem eine Menge Damenkleider
zum Opfer fielen. Die unvorſichtige Geſchäftsfrau erlitt ſchwere
Brand=
wunden. — Zu dem Leichenfund bei Uſingen.
Bekannt=
lich wurde dieſer Tage im Waldesdickicht bei Uſingen der Hausverwalter
Zeitler aus Frankfurt a. M. erſchoſſen aufgefunden, der ſich von ſeinen
Jagdfreunden getrennt hatte. Obwohl es den Anſchein hatte, daß
Zeit=
ler durch eigene Hand oder einem Unfall zum Opfer fiel, mußte doch
die Frage nachgeprüft werden, ob hier nicht ein Verbrechen vorlag.
Die behördliche Unterſuchung des Falles hat ergeben, daß unzweifelhaft
Selbſtmord vorliegt
WSN. Der Prozeß Süß. Am Montag vormittag begann vor
dem großen Schöffengericht der Prozeß gegen den früheren
ſozialdemo=
kratiſchen Berufsbürgermeiſter Heinrich Süß von Oppau wegen
fortge=
ſetzter paſſiver Beſtechung bei Vergebung öffentlicher Arbeiten in
Tat=
einheit mit Untreue und wegen Betrugs. Wegen der gleichen Vergehen
ſind mitangeklagt der Vorſtand der Gemeindeſchreiberei Oppau Schmitt
und wegen aktiver Beſtechung zwei Ingenieure und ein Geſchäftsführer.
Die Durchſtechereien — es ſoll ſich um etwa 60 000 Mark
Beſtechungs=
gelder handeln — erſtrecken ſich auf die Jahre 1924/25, als nach dem
Wiederaufbau Oppaus von der großen Exploſionskataſtrophe nur noch
die öffentlichen Gebäude für Rechnung der Gemeinde wiederhergeſtellt
wurden. Mit dem Hilfswerk Oppau haben die Verfehlungen nichts zu
tun.
Neuer Präſident des Kyffhäuſerbundes.
General der Artillerie a. D. von Horn,
der frühere Kommandeur der 3. Infanterie=Diviſion und
Befehls=
haber des Wehrkreiſes III (Berlin), wurde für den verſtorbenen
Generaloberſten von Heeringen, zum Präſidenten des
Reichs=
kriegerbundes Kuffhäuſer gewählt.
Generalintendant Graf Bolko von Hochberg *
Graf Bolko von Hochberg,
der frühere langjährige Generalintendant der preußiſchen
Hof=
theater, iſt im Alter von 83 Jahren in Salzbrunn an den Folgen
eines Schlaganfalles geſtotben. Graf Hochbergs Intereſſe gehörte
vor allem der Tonkunſt. Er war Schöpfer einiger Sinfonien und
ſchrieb unter dem Titel „Der Werwolf” eine Oper, die in
Han=
nover und Dresden aufgeführt wurde. Graf Hochberg war auch
der Gründer der Schleſiſchen Muſikfeſte in Görlitz, die ſich ſeiner
beſonderen Gönnerſchaft erfreuten.
Wiesbadener Moſaik.
* Wiesbaden. Zu der im Saale des Evangeliſchen
Vereins=
hauſes für die im hohen Alter von 86 Jahren hier verſtorbene
Prin=
zeſſin Eliſabeth zu Schaumburg=Lippe, eine Verwandte des Kaiſers,
abgehaltenen Trauerfeier, war eine große Zahl Leidtragender erſchienen,
die der geliebten Wohltäterin die letzte Ehre erweiſen wollten. Der
Kaiſer war durch ſeinen Stiefſohn, den Prinzen Hans Georg Schönaich=
Carolath, der Fürſt Adolf zu Schaumburg=Lippe durch ſeinen Bruder,
den Prinzen Waldemar, vertreten. Die Beiſetzung fand auf dem
Nord=
friedhof ſtatt. — Die Stadtverordneten genehmigten in ihrer letzten
Sitzung den Ankauf der ſeit Jahrzehnten jedem Kurgaſt bekannten
Heilanſtalt Dietenwühle durch die Stadt. Der Kaufpreis beträgt
241 500 Mark. Der Magiſtrat beabſichtigt, das ſich gegenwärtig in dem
ſtädtiſchen Badehaus „Zum Schützenhof” befindliche Altersheim dort
unterzubringen. — Der ſeit über hundert Jahre regelmäßig am 2.
und 3. Dezember, mit Ausnahme der Kriegsjahre abgehaltene
Andreasmarkt war heuer außerordentlich ſtark beſucht. Wiederum
ein Beweis dafür, daß man an althergebrachten Volksſitten nicht rütteln
ſoll. Das auch aus der näheren Umgebung ſo beſuchte Wiesbadener
Lokalfeſt hatte in nichts von ſeiner traditionellen Beliebtheit eingebüßt.
Auch das Wetter blieb der Tradition treu. Denn gewöhnlich regnet
es an einem oder gar an beiden Tagen, ohne dabei jedoch im geringſten
die Feſtfreude zu dämpfen.
Die Beſtrafung der franzöſiſchen Eiſenbahnattentäter.
WSN. Germersheim. Die beiden franzöſiſchen Soldaten, die
am 18. November abends gegen 8 Uhr bei einem fernbedienten
Weg=
übergang zwiſchen Maximiliansau und Wörth zweimal einen nur durch
die Wachſamkeit des deutſchen Eiſenbahnperſonals vereitelten
Eiſenbahn=
anſchlag verübten, ſind, wie die franzöſiſche Beſatzungsbehörde auf eine
deutſche Anfrage mitteilt, von dem Stadtkommandanten von
Germers=
heim mit je 14 Tagen Arreſt beſtraft worden. In der franzöſiſchen
Ant=
wort heißt es, daß nach dem Bericht des Stadtkommandanten von
Ger=
mersheim die beiden franzöſiſchen Soldaten ſchwachſinnig zu ſein ſcheinen
und ſich wahrſcheinlich der Schwere ihrer Tat nicht bewußt geweſen ſeien.
Sie ſollen auf ihren Geiſteszuſtand unterſucht, und wenn ſie für
zu=
rechnungsfähig befunden werden, vor das Kriegsgericht geſtellt werden.
Großfeuer.
Wie dem „Montag” mitgeteilt wird, wurde in der Nacht zum
Sontag in Fredersdorf, unweit Prenzlau, eine Scheune, ein Stall und
auch das Wohnhaus des Beſitzers Manthe durch Feuer vollſtändig
ver=
nichtet. Außer den Getreidevorräten ſoll auch eine Anzahl Vieh
ver=
brannt ſein.
Die Katakomben von Epheſus enideckt.
(Meldung unſeres Sonderberichterſtatters).
epd. Berlin. Die nach langjähriger Unterbrechung im Herbſk
ds. Js. wieder ermöglichten Ausgrabungen zu Epheſus, die
das Muſeum zu Smyrna in Kooperation mit dem von dem
Oeſter=
reichiſchen Archäologiſchen Inſtitute delegierten Wiener Archäologen
Prof. Dr. Joſ.f Keil unter Mitarbeit des Profeſſors Dr. Max Theuer
(Wien), Dr. Franz Miltner (Wien) und des Berliner Theologen Prof.
Dr. Adolf Deißmann vorgenommen hat, haben zu ungewöhnlich
bedeut=
ſamen Ergebniſſen geführt.
Neben einer reichen Ausbeute an Feſtſtellungen und Funden zur
antiken Architektur, bildenden Kunſt und Topographie ſowie an
wich=
tigen Inſchriften iſt, wie dem „Evang. Preſſedienſt” aus Smyrna
ge=
meldet wird, in der zweiten Hälfte der Grabungspcriode ein Reſultat
erzielt worden, das nicht verfehlen wird, die wiſſenſchaftliche Welt aufs
ſtärkſte zu beſchäftigen.
Man hatte mit der ſyſtematiſchen Erforſchung der an wild
zerklüf=
teten Hängen des Panafirdaghs weithin ſich ausdehnenden Nekropolen
(Begräbnisſtätten) der alten Hauptſtadt Weſtkleinaſiens begonnen. An
der ſeit anderthalb Jahrtauſenden bei Chriſten und Mohammedanern
in hohem Anſehen ſtehende Grotte der Siebenſchläfer und der
unmittel=
bar daneben in den Felſen geſchnittenen Kirche war der Spaten angeſetzt
worden.
Nach mehrtägiger Arbeit, bei der es ungeheure Schutt= und
Geröll=
maſſen wegzuräumen galt, wurde dieſer Geſamtbezirk als ein
zuſammen=
gehörender altchriſtlicher Kultkomplex erkannt, in welchem ſich an die
Gräber berühmter Heiliger maſſenhafte Beſtattungen
epheſiſcher Chriſten in einer großen
Katakomben=
anlage anſchließen.
Faſt alle aus den bereits erforſchten Katakomben der
Mittelmeer=
welt bekannten Gräbertypen ſind dab i feſtgeſtellt worden: Troggräber
mit Arkoſolien, Niſchengräber mit vielen Beſtattungen übereinander,
gemauerte Senkgräber, Loculi uſw. Die Gräber ſpendeten eine Fülle
von Beigaben: Vor allem zahlreiche Lampen mit vielen verſchiedenen
Typen, darunter ſkulpierte Stücke mit reizvollen Szenen des antiken
und altchriſtlichen Bilderkreiſes und den verſchiedenen Formen des
Kreuzes wie auch des Monogramms Chriſti. Weiter Ampullen,
Ton=
gefäße und Inſchriften. Die bisher nach ihren nur kümmerlich
ſicht=
djaren Neſten ſehr verſchiedenartig beurteilte Kirche iſt jetzt in dem
ein=
drucksvollen Ernſt ihrer für die Geſchichte des Kirchenbaues wohl
einzig=
artig bedeutſamen Architektur freigelegt. Sie dürfte als Co
meterial=
kirche für den Kult der Siebenſchläfer und bibliſcher Heiliger errichtet
und, aus der Schlucht weit ins Freie herausragend, die Krönung des
ganzen Katgkombengebietes geweſen ſein.
Die Entdeckung der Katakomben von Epheſus iſt um ſo bedeutſamer,
als Kleinaſien bisher nennenswerte Anlagen dieſer Art nicht hergegeben
hatte. Die chriſtliche Altertumswiſſenſchaft wird durch die Erſchließung
der Katakomben von Epheſus zweifellos aufs ſtärkſte befruchtet werden.
* Der neue Fall Hau.
Die Karlsruher Staatsanwaltſchaft fahndet nach dem anonymen
Briefſchreiber.
fm. Karlsruhe. Die Karlsruher Staatsanwaltſchaft forſcht
zu=
ſammen mit der Salzburger Polizei eifrig nach dem geheimnisvollen
Briefſchreiber, der ſich des Mordes an Frau Molitor in Baden=Baden
bezichtigt. Der Polizeipräſident von Salzburg teilte auf Anfrage
fol=
gendes mit: „Wir haben ſofort Nachforſchungen eingeleitet, von welchem
Poſtamt aus die anonymen Briefe abgeſchickt wurden und haben bereits
feſtgeſtellt, daß der Brief nach Karlsruhe als „Einſchreiben” aufgegeben
wurde. Es war auch möglich, den Beamten zu entdecken, der damals
Dienſt verſah, doch konnte ſich dieſer nicht mehr entſinnen, wie der Mann,
der den Brief der Poſt übergab, ausgeſehen hat. Wir haben uns nun
an die Staatsanwaltſchaft in Karlsruhe gewendet und um die Einſendung
des Originalbriefes gebeten. Wir wollen dann durch einen gerichtlich
beeidigten Graphologen die Handſchrift mit den Meldezetteln der Hotels
vergleichen laſſen, um auf dieſe Weiſe den Schreiber des Briefes
er=
mitteln zu können. Da ſich gegenwärtig in Salzburg nur wenig Fremde
aufhalten, ſo iſt zu hoffen, daß dieſe graphologiſchen Vergleichsverſuche
Ausſicht auf Erfolg haben werden. Ein Anhaltspunkt ergibt ſich aus dem
Briefe ſelbſt, da es dort heißt, daß der Abſender ſeine in Deutſchland
ge=
legenen Beſitzungen den Erben des Dr. Hau zur Verfügung ſtellen
werde.” — In einem inzwiſchen eingelaufenen zweiten anonymen Brief
ſagt der Schreiber von ſeinem Lebenslauf, daß er damals ein junger
Mann von 22 Jahren geweſen ſei. Er habe als Leutnant in der deutſchen
Armee gedient, aber ſpäter wegen einer Ehrenaffäre ſeinen Abſchied
nehmen müſſen. Aus Leidenſchaft für Fräulein Olga Molitor, der er
wochenlang vor der Unglückstat täglich abends auf der Kaiſer=
Wilhelms=
ſtraße von der Kurpromenade gefolgt ſei, ſei er allmählich auf die fige
Idee gekommen, daß er ihre Aufmerkſamkeit durch eine ganz
außer=
gewöhnliche Tat auf ſich lenken könne. So ſei er auf den Gedanken
ge=
kommen, im geeigneten Moment einen Schreckſchuß auf ſie abzugeben.
Am Abend des 6. November habe er Fräulein Olga in Begleitung der
Frau Medizinalrat auf der Promenade getroffen und aus einem
Ge=
büſch den verhängnisvollen Schreckſchuß in dem Glauben, ſeine Piſtole ſei
nur mit einer Platzpatrone geladen, abgefeuert. Er habe ſich darauf
ſchnell vom Tatort entfernt und erſt am nächſten Tage entſetzt den
furcht=
baren Ausgang der Tat erfahren. Er ſei darauf zwei Tage nach dem
Unglück nach Köln zu Verwandten gereiſt, die auf der Ringſtraße
wohn=
ten. Den Revolver habe er in der Nacht nach ſeiner Ankunft in einer
Zigarrenkiſte verpackt im Römerpark vergraben. Der Brief ſchließt,
nachdem jetzt Eltern und Verwandte, auf die der Briefſchreiber bishev
immer Rückſicht genommen habe, tot ſeien, wolle er jetzt ſeine unglückliche
Tat wieder gut machen.
350 Jahre Zuchthaus.
e. Berlin. Nach einer Meldung der „Montagspoſt” aus Belgrad
wurde in Prizrend das Urteil in einem Prozeß gegen 20 Albaner aus
Prizrend und Umgebung gefällt, die angeklagt waren, im Jahre 1915
beim Rückzug der ſerbiſchen Armee in einem Kloſter 14 ſerbiſche Soldaten
und Zivilperſonen getötet zu haben. Dreizehn Angeklagte wurden
ſchuldig befunden, ſieben freigeſprochen. Der Hauptangeklagte wurde in
vierzehn Fällen ſchuldig geſprochen und erhielt eine Strafe von zuſammen
350 Jahren ſchweren Kerkers, da nach dem ſerbiſchen Geſetz das Urteil
für jedes Verbrechen geſondert zu fällen iſt.
Schweres Eiſenbahnunglück in Paris.
43 Perſonen verletzt.
TU. Paris. Am Montag früh ereignete ſich auf dem Pariſer
Nord=
bahnhof ein ſchweres Eiſenbahnunglück. Ein aus der Richtung Villiers
ſur Marne kommender Perſonenzug iſt derartig heftig auf den
End=
prellbock aufgefahren, daß der Zug entgleiſte. Nach den bisherigen
Mel=
dungen ſind 43 Reiſende mehr oder minder ſchwer verletzt worden.
Sturmſchäden an der Küſte von Dünkirchen.
Paris. Nach Meldungen aus Lille hat im Laufe der Nacht zum
Sonntag ein ſchwerer Sturm die Küſte von Dünkirchen heimgeſucht. Ein
norwegiſcher Dampfer iſt geſtrandet; die Mannſchaft konnte gerettet
werden. Der Dampfer „Annick”, deſſen Nationalität noch nicht
feſt=
geſtellt iſt, ſendet Hilferufe aus; wegen des ſchweren Wetters konnten
jedoch die Rettungsbote nicht an das Schiff herankommen.
Unwetter an der italieniſchen Oſtküſte.
Ancona. An der ganzen Küſte der Provinz Marche wütete am
Sonntag ſchweres Unwetter. Zahlreiche Fiſcherboote ſind geſunken.
Zwiſchen Ancona und Falconara überflutete das Meer die
Eiſenbahn=
ſtrecken und richtete großen Schaden an. Der Zugverkehr war mehrere
Stunden unterbrochen. Perſonen ſind nicht zu Schaden gekommen.
Geſchäftliches.
Weihnachten ſteht vor der Tür, und fürſorgende Liebe ſinnt, mit
welchen Gaben ſie Freude bereiten kann. In heutiger ſchwerer Zeit wird
man in erſter Linie zum praktiſchen Geſchenk greifen. Nennen wir z. B.
nur Maggi’s bewährte Erzeugniſſe: Maggi’s Würze, Maggi’s Suppen,
Maggi’s Fleiſchbrühwürfel, die jedem Haushalt willkommen ſind. Durch
ihre vielſeitige Verwendbarkeit helfen ſie nicht nur das teure Fleiſch,
Kohlen und Gas ſparen, ſondern erleichtern außerdem der Hausfrau die
(V/12581.
Kocharbeit.
Wetterbericht.
Wettervorausſage für Mittwoch, den 8. Dezember 1926,
nach der Wetterlage vom 6. Dezember 1926.
Nach vorübergehender Verſtärkung des Nachtfroſtes wieder etwas
Die Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
der und trüber.
paupiſchtuntellung Ruoo. f
Maup=
rantwortlich ür Pelit und Wirtſchaft: Rudelf Maupe; für Feutlleten, Reich and
ueland und Heiſiſche Nachrichten. Max Strerſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
ſür den Schlußdienſt. Andreas Bauer; für den Iuſeratenteil: Willy Kuble;
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
[ ← ][ ][ → ]Seite 16
Dienstag, den 7. Dezember 1926
Falkland.
Von Kapitänleutnant Joachim Lietzmann.
Die Schlacht bei Coronel war geſchlagen. Ein in der
See=
kriegsgeſchichte bis dahin beiſpielloſer Sieg war errungen, der
dem Grafen Spee für die unmittelbar folgende Zeit in den
Ge=
wäſſern der ſüdamerikaniſchen Weſtküſte die uneingeſchrähkte
Sceherrſchaft ſicherte. Um den Erfolg nach Kräften auszunutzen
und nach den langen Monaten faſt völliger Abgeſchloſſenheit ein
klares Bild über die Geſamtkriegslage zu gewinnen, war der
Admiral kurz nach der Schlacht mit dem Kern ſeines Geſchwaders
in den nahen chileniſchen Hafen Valparaiſo eingelaufen.
Nur 24 Stunden währte der Aufenthalt. Doch feierte das
Kreuzergeſchwader an dieſem Tage ſeinen höchſten Triumph. Ein
Erdteil lag ihm gleichſam zu Füßen. Der Feind hatte noch kurz
zuvor an derſelben Stelle zu Anker gelegen. Jetzt deckte ihn die
Flut. England beſiegt! Das änderte von Grund auf alle
bis=
herigen Dispoſitionen jener Länder. Wieder beſtätigte ſich die
alte Wahrheit, daß nur der Starke die Sympathien der Welt
beſitzt. Wehe aber dem Beſiegten!
Nur zu raſch vergingen jene Stunden. Dann nahm die hohe
See das Geſchwader wieder auf. Abermals ſtand es den
Ge=
fahren und Stürmen des Krieges gegenüber, auf die es ſeit
langen Monaten ausſchließlich eingeſtellt geweſen war. Trotz des
errungenen Sieges auf die Dauer auf verlorenem Poſten ſtehend,
begann es ſeinen letzten Weg, den ihm das Schickſal mit ehernem
Griffel vorgezeichnet hatte.
Das Ziel der weiteren Operationen war der Durchbruch in
die Heimat. Seine Durchführung erforderte jedoch auf weite
Sicht und unier weiſer Berückſichtigung der zahlloſen
Inpondera=
bilien einer ſolchen Unternehmung die ſorgſamſte Vorbereitung
hinſichtlich der Verſorgung des Geſchwaders mit Proviant und
ausreichenden Kohlenvorräten. Die Nachrichten, die hierüber
aus zuverläſſiger Quelle beim Geſchwaderkommando vorlagen,
lauteten dahin, daß erſt in den nördlichen Teilen des Atlantiſchen
Ozeans die Zufuhr in dem erforderlichen Umfange gewährleiſtet
war. Es galt demnach, unter Ausnutzung der durch den Sieg
von Coronel geſchaffenen günſtigen Lage die Neuausrüſtung der
Schiffe noch vor Eintritt in den Südatlantik durchzuführen, ehe
man ſich auf die nicht vorauszubeſtimmenden Ergebniſſe einer
ſräteren Handelskriegsführung verlaſſen durfie.
Wie in den langen Monaten der Durchquerung des Stillen
Ozeans ſtanden auch die kommenden Wochen im Zeichen harter,
entbehrungsreicher Arbeit. Wohl nur derjenige, der dieſe
un=
vergeßliche Fahrt miterleben durfte, kann es ganz ermeſſen, was
damals am Fuße der eisgekrönten Kordilleren, in ſtillen Buchten,
die ſonſt nur der einſam kreiſende Aar belebt, in heimlich emſiger
Arbeit vollbracht wurde. Der ſorgſamen Friedensvorarbeit des
Admiralsſtabs, dem guten Zuſammenarbeiten aller beteiligten
Stellen, nicht zuletzt aber dem Opfermut deutſcher
Handels=
dampferkapitäne und =beſatzungen war es zu danken, daß das
Eeſchwader mit nahezu aufgefüllten Vorräten bereits Ende
No=
vember das Kap Horn erreichte, jene ungeheure Einöde, da drei
Weltmeere ſich unter Aufbietung aller dämoniſchen Naturgewalten
den Nang ſtreitig machen. Einige Tage noch, die im Schutze des
feuerländiſchen Inſelgewirrs, der Einverleibung der koſtbaren
Kohlenladung eines aufgebrachten engliſchen Seglers galten,
dann gings nordoſtwärts in den Atlantik hinein, gen Falkland. —
Ein feingeſponnenes Nachrichtennetz hatte den Grafen Spee
ſeit Kriegsbeginn bis ins Einzelne über die Bewegungen ſeiner
Gegner unterrichtet. Es hatte ihn befähigt, ungehindert durch
die Meute der verbündeten auſtraliſchen, japaniſchen und
eng=
liſchen Flotten ein Weltmeer zu durchqueren und ſchließlich an
der chileniſchen Küſte zum vernichtenden Schlage gegen ein
eben=
bürtiges britiſches Geſchwader auszuholen. Es ließ ihn auch
jetzt, 1 Monat ſpäter, nicht im Zweifel, daß die Lage erneut ſeiner
Entſpannung entgegendrängte. Der deutſche Sieg vom 1.
No=
vember konnte nicht ohne Folgen bleiben. England mußte alles
daran ſetzen, die erſchütterte Grundlage ſeines Preſtiges und
damit ſeiner Weltherrſchaft erneut zu feſtigen. So konnte es
nicht Wunder nehmen, daß ſich täglich die Anzeichen einer
Kon=
zentration der gegneriſchen Streitkräfte in den Gewäſſern der
ſüdlichen Halbkugel verdichteten. Längs der amerikaniſchen
Weſt=
küſte nahte von Norden ein ſtarkes japaniſches Geſchwader.
Auſtraliſche Streitkräfte waren von der Südſee her im Anmarſch.
Und damit nichr genug, hatten ſich auch im Atlantiſchen Ozean
ſtärkere britiſche Streitkräfte zuſammengezogen, deren
Funkver=
kehr deutlich vernehmbar war.
Indeſſen war die Lage für das deutſche Kreuzergeſchwader
keineswegs verzweifelt. Die Schiffe intakt, mit ſchlacht= und
wettererprobten Beſatzungen, eine Elitetruppe in der Hand des
bewährten Führers, ſtand es auf der vollen Höhe ſeiner
Kampf=
kraft. Ein Gefecht gegen die vereinigten Gegner kam bei
ihrer zum Teil noch beträchtlichen Entfernung nicht in Frage.
Eine Schlacht mit feindlichen Teilſtreitkräften brauchte der
deutſche Admiral nach den Erfahrungen von Coronel nicht zu
fürchten, auch wenn ſie um ein geringes überlegen waren. Und
ſchon holte er zu einem neuen Schlage aus.
Die für den 8. Dezember geplante Unternehmung galt der
Zerſtörung des engliſchen Stützpunktes auf den nahen
Falklands=
inſeln und der Vernichtung etwa dort angetroffener
Seeſtreit=
kräfte. Es liegt auf der Hand, daß den Vorteilen einer ſolchen
Unternehmung nicht unbeträchtliche Nachteile gegenüberſtanden.
Munitionsmangel und Havarien nach einem Gefecht konnten das
Gelingen der ſpäteren Operationen in Frage ſtellen. Des
Weite=
ren konnte der nach dem Auslaufen aus Valparaiſo ſtreng geheim
gehaltene Aufenthakt des Geſchwaders in unerwünſchter Weiſe
vorzeitig verraten werden. Wenn man jedoch die Dinge
betrach=
tet, wie ſie ſich unter dem Eindruck der örtlichen Verhältniſſe dem
Geſchwaderchef damals tatſächlich darſtellten, wenn man ferner
die Perſönlichkeit des Grafen Spee berückſichtigt, der, ein Soldat
von echtem Schrot und Korn, bei der ohnehin unſicheren
Ver=
ſorgungsmöglichkeit ſeiner Schiffe weitere militäriſche Erfolge
oder ehrennollen Untergang einer vielleicht unumgänglichen
In=
ternierung in neutralen Häfen vorzog, ſo kaun man die
Berech=
tigung ſeines Entſchluſſes nicht von der Hand weiſen. Am
Morgen des 8. Dezember erſchien er vor ſeinem Ziel. Da bereitete
ein grauſames Schickſal ſeiner Heldenfahrt ein jähes Ende.
In voller Erkenntnis der bei Coronel erlittenen Niederlage
hatte England, ſelbſt auf Koſten ſeiner Machtkonzentration in der
heimiſchen Nordſee, in aller Stille drei ſeiner modernſten
Schlacht=
kreuzer zur Vernichtung des Spceſchen Geſchwaders entſandt.
Während „Princeß Rohal” zur Bewachung der Zugänge zum
Nordatlantiſchen Ozean zurückgclaſſen wurde, ſtieß Admiral
Sturdee mit den beiden übrigen Schlachtkreuzern „Invincible‟
und „Inflexible” nach Süden vor. Nach Vereinigung mit 6
anderen Kreuzern traf er am Abend des 7. Dezember, knapp
12 Stunden vor der Ankunft der deutſchen Schiffe, auf den
Falk=
landsinſeln zur Kohlenergänzung ein, in der Abſicht, bereits am
folgenden Tage durch die Magellanſtraße den Stillen Ozean
auf=
zuſuchen, wo er ſeinen Gegner vermutete.
Graf Spee erhielt von der Anweſenheit dieſer weit
überlege=
nen Streitkräfte erſt Kenntnis, als er ihnen von Angeſicht zu
An=
geſicht in hoffnungsloſer Vernichtungsſchlacht gegenüberſtand.
Darin, daß unſer ſonſt ſo bewährtes Nachrichtenweſen uns dies
eine, einzige Mal im Stich gelaſſen hat, daß ferner unſer Ge= nach einer Kriegsfahrt halb um die Erde dem
über=
mächtigen Feinde an einem Ort in die Arme laufen mußte, den
er ſelber nach nur 12 Stunden wieder verlaſſen wollte, liegt eine
Tragik, wie ſie erſchütternder nicht gedacht werden kann.
Bei der ungeheuren Ueberlegenheit der engliſchen
Groß=
kampfſchiffe konnte das Ende nicht zweifelhaft ſein. Als am
Abend des 8. Dezember 1914 die Sonne unterging, konnte das
nächtliche Dunkel ſich gleich einem Trauerflor nur noch auf die
vereinſamte Stätte herniederſenken, da Graf Spee mit den Seinen
den letzten Heldenkampf bis zum bitteren Ende durchgekämpft
hatte. Mit ſeinen Kreuzern „Scharnhorſt”, „Gneiſenau” „
Nürn=
berg” und „Leipzig” deckte ihn die Flut. Nur der „Dresden”
war es gelungen, ſich der feindlichen Uebermacht zu entziehen.
Sie wurde ein Vierteljahr ſpäter völkerrechtswidrig in neutralen
chileniſchen Gewäſſern vernichtet.
Nach einer Fahrt, die an wechſelvollen Schickſalen in
Tropen=
glut und eiſigen Stürmen, Sieg und Untergang ihresgleichen
ſchwerlich findet, wurde das Kreuzergeſchwader das Opfer eines
Zuſammentreffens von jener ſinnloſen Zufälligkeit, wie ſie kurz
zuvor nur bei der Vernichtung der „Emden” im Indiſchen Ozean
ihr Gegenſtück gefunden hatte. Es iſt müßig, die Frage zu
erör=
tern, wie ſich die weiteren Operationen bei einer etwaigen
Um=
gehung der Falklandsinſeln geſtaltet hätten. Die Tatſache jedoch,
daß ein glückliches Gelingen dis Durchbruchs in den Nordatlan=
Nummer 339
tik zwangsläufig unſerer heimiſchen Hochſeflotte die Gelegenheit
hätte geben müſſen, ſchon damals unter weſentlich günſtigeren
Bedingungen einen Erfolg zu erringen, der ihr erſt 1½ Jahre
ſpäter vor dem Skagerrak beſchieden war, läßt den Untergang
des Kreuzergeſchwaders in doppelt tragiſchem Lichte erſcheinen.
Die Wechſelwirkung der Operationen der Heimatfront und der
Auslandskreuzer tritt hier klar zutage.
Nur wenige Wochen ſind vergangen, da ſenkte auf ſeiner
Forſchungsfahrt im Südatlantik unſer Vermeſſungsſchiff „Meteor”
bei Falkland einen immergrünen Kranz in die Tiefe. Es war
ein Gruß der Heimat an den Graſen Spee, ſeine beiden Söhne
und die 2200 Mann, die mit ihm nach Offenbarung eines
beiſpiel=
loſen Heldentums dort für immer zur Ruhe gegangen ſind.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Dienstag, 7. Dez. 3.30: Stunde der Jugend: Die Griechen
vor Troja” (für Kinder vom 10. Jahre ab). O 4.30: Hausorch.
Operettenmuſik. Fall: Aus „Der ſüße Kavalier”, — O. Strauß:
a. „Ein Walzertraum” — Jones: „Mimo a”=Walzer. — Joh.
Strauß: „Wer uns getraut”, a. „Zigeunerbaron” — Kalman:
Potp. Gräfin Mariza”, — Jeſſel: „Erklingen zum Tanze die
Geigen‟ O 5.45: Leſeſtunde: A. d. Roman „Die Buddenbrooks”
O 6.15: von Caſſel: M. Marlo ſpricht über „Das Meer”
Schau=
ſpiel von Kurt Heynicke. O 6.45: „Altdeutſche Taſelmalerei”, von
Dr. Götz. O 7.15: Schach. O 7.45: „Warum gibt es eine
Arbeiter=
ſängerbewegung?” von M. Bartſch. O 8.15: Konzert. Sor:
Variationen über ein Thema von Mozart. — Weber: Lieder mit=
Gitarre. — Sor: Zwei Stücke für Gitarre ſolo. — Schubert:
Quartett für Flöte, Gitarre und Violoncello. Ausf.: Elſe Liebholde
(Sopran), Klehammer (Gitarre), Naumann (Flöte), Allekotte (Viola)
und Schuyer (Violoncello). O 9.15: von Caſſel: „Das Mcer”,
Schau=
ſpiel von Heynicke. Perſ.: Agna Bergsma: Eva Hofmann; Mutter
Bergsma: Trude Tandar; Iven Iverſen: H. Schlenk: Brygge
Molander: K. Uhlig; Jaſper Kruſe, Kapitän auf der Flensburg:
C. Ebhardt; „Jens Tygge, Muſikant: J. Schrader; Jungmatroſe:
K. Klinger u. a.
Stuttgart.
Dienstag, 7. Dez. 3.50: Bücherfunk. O 4.15: Konzert. O 6.15:
Albrecht Merz: Geſchöpf oder Schöpfer? O 6.45: Morſekurs.
9 7.15: Oberbürgermeiſter Dr. Knackrich, Beuthen: Das Leiden
Oberſchleſiens. O 7.45: Nachr, des Funkverbandes. O 8: Das
goldene Kreuz”. Oper in zwei Akten von Jgnatz Brüll. Perſ.:
Gontrau de UAncre, junger Ehemann: H. Moſtert. Colas, Wirt
zur Mühle: H. Hofele. Chriſtine, ſeine Schweſter: Maria Fiechtl.
Thereſe, ſeine Braut: Gerda Hanſi. Bombardon, Sergeant: H.*
Conzelmann. Ort: Dorf hei Melun. Zeit: 1812 und 1815. Anſchl.:
Wunſchabend. Leit.: Max Heye. Die Mitwirkenden werden erſt
nach Eingang der Wünſche bekanntgegeben.
Berlin.
Dienstag, 7. Dez. 12.30: Die Viertelſtunde für den Landwirt.
O 3.30: Techn. Wochenplauderei (Ing. Boehmer). O 4.30: Konzert.)
Dir.: Arthur Lipſch. O 7.05: Einf. zu dem Sendeſpiel am
8. Dez. O 7.30: Dr. Mahrholz: Strömungen der modernen
Literatur. O 7.55: K. W. Goldſchmidt: Deutſche Kulturgeſchichte
im Umriß. O 8.30: Will Veſper lieſt aus eig, Werken. O. 9:
Kapelle George Boulanger. Macbeth: Intermezzo. — Bosc:
Moos=
roſe, Walzer. — Boulanger: Zigeunerträume. — Denza: Si pous
lavez compris. — Boulanger: Kindertanz. Caprice romain. —
Drdla: Valſe badine. — Kreisler: Stephansturm, Wiener
Volks=
lied. — Wolgaſchifferlied. — Boulanger: Mitropa, Foxtrot.
Stettin. 7.05: Vortrag Paul Robien, Leiter der
Natur=
warte Mönne bei Stettin. O 8.30: Viſionen und Geſtalten. Aus
der Welt des Seltſamen, Worte zur Einf. von Heinrich Vogel.
— Kaeker: Die Chriſtmeſſe der Toten. — Ph. Gretſcher: Der
Poſten. Melodram nach dem Gedicht von Lerſch. Am Flügel: der
Komponiſt. — Vogel: Aus „Meiſter Knaack und ſein Geſeil” (Edda
ſchotſche. Fünftour, Kegelnt, Schlddelbls. — Stettiner Tanzſchar.
Leit.: Ernſt Eckſtein.
Königswuſterhauſen. Dienstag, 7. Dez. 3: G. v. Eyſeren u. C.
M. Alfieri: Spaniſch für Fortgeſchrittene. O 3.30: Min.=Rat Dr.
Koenig: Stand der Schulgeſundheitspflege in Preußen. O 4.30:
Aus der pädagogiſchen Welt. O 5: Joh. Mayrhofer: Spanien.
Land und Leute. O 6: Miniſterialrat Mende: Die deutſche
Reichs=
verfaſſung. O 6.30: Reg.=Rat Dr. Krammer: Deutſche
Kultur=
geſchichte des 19. Jahrh. O 7: G. v. Eyſeren u. C. M. Alfieri:
Spaniſch für Anfänger. O 7.30: Dr. Mersmann:
Entwicklungs=
ſtrömungen in der gegenwärtigen Oper.
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[ ← ][ ][ → ]rrnd8
Das ewige Wunder
Roman von Guido Kreutzer.
(Nachdruck verboten)
Doch ſie wehrte ſich gegen die Rolle, die er ihr aufzwang.
Sie fühlte, wie unter dem Puder eine leiſe verräteriſche Röte
in ihre Wangen ſtieg.
Und wie einen Fehdehandſchuh warf ſie ihm hinüber:
„Ich entſinne mich, daß du früher mit mir gelegentlich über
Herrn von dieeg ſprachſt. Denn du kennſt ihn ja genau.”
„Und ſchätze ihn ungemein.”
„Auch heute noch?”
Gewiß — auch heute noch. Oder was hätte dein Beſuch
in Adlig=Zarchlin damit zu tun, daß Herr von Reeg als
In=
telligenz, Politiker und Mann Qualitäten beſitzt, die ich
achte? Deutſchland hat heute keinen Ueberfluß an derartigen
Charakteren. Und vielleicht wird gerade deshalb dieſer Mann
einmal dazu berufen ſein, aus dem Labyrinth der Folgen des
verlorenen Krieges ſein Vaterland wieder in die Freiheit einer
beſſeren Zukunft zu führen. Alle Vorausſetzungen dazu liegen
in ihm. Denn er beſitzt das Zeug dazu, ſich auch als
Perſönlich=
keit durchzuſetzen und dies aller geiſtigen Autorität ſo
abge=
neigte Volk zu gegebener Zeit unter den Bann ſeiner
Führer=
eigenſchaſten zu zwingen. Gerade weil er kein engſtirnig
verbohrter Parteipolitiker iſt. — Als Schauſpielerin verſtehſt
du nichts von Politik. Aber vielleicht, begreifſt du als Weib
trotzdem, daß ich ihm damit unendlich viel zutraue.”
Hätte Hedda Yellin jetzt nach ihrem Impuls gehandelt, ſo
wäre ſie aufgeſtanden, um dem alten Mognaten in heiß
auf=
quellender Dankbarkeit die Hände zu küſſen. So ſroh war ſie,
noch nachträglich aus ſeinem eigenen Munde eine moraliſche
Rechtfertigung dieſer letzten Tage erhalten zu haben.
Aber das letzte an hartnäckigem Trotz und ſtörriſchem
Auf=
begehren, was noch in ihr war, ließ ſie ſagen:
Du biſt von einer ſo obiektiven Vornehmheit des Urteils,
daß ſie faſt ſchon als Gleichgültigkeit wirkt!”
Er ſah ſie erſtaunt an.
„Als Gleichgültigkeit?. Gegen wen?”
„Gegen mich!” ... beharrte ſie ſtörriſch ... „Oder du
vergißt die heutigen Zeitungsartikel, durch, die ich nach dem
Urteil der Welt rettungslos, kompromittiert bin. Denn nun
müßte es der breiteſten Oeffentlichkeit doch über jeden Zweifel
klar ſein, daß mich mit dem Legationsrat von Reeg die
erdenk=
lichſt engen Beziehungen verbinden. Hämiſche Gemüter könnten
ſogar von dem bekannten „Quand on est trois” ſprechen, zu dem
du keine ſehr impoſante Rolle ſpielſt.— Ueber all dieſe Mcrmente
aber gehſt du achtlos hinweg und läßt obendrein dem Manne.
deſſen Namen fortan jeder in einem Atemzuge mit dem
meini=
gen nennen darf, ganz ungewöhnliche Gerechtigkeit widerfahren
Sicherlich ein ſehr edler Charakterzug; nur bringt er mich faſt
zu der Annahme, daß ich dir tatſächlich gleichgiltig
gewor=
den bin.”
Aber du glaubſt es nicht ernſtlich?"
Zumindeſt bin ich überraſcht.”
Mit ſpitzen Fingern entfernte der hohe Herr ein imaginäres
Stäubchen vom Aermel ſeines Smokings. Dann lächelte er:
nachdenklich und mit jener inſichgekehrten Verſchloſſenheit, die
ſeine Züge oft ſo blitzartig durchgeiſtigte
„Liebe Hedda — es gab mal vor hundert Jahren einen
glänzenden franzöſiſchen Romanſchriftſteller, der Arſéne
Huſ=
faye hieß, Direktor der Comédie krangaise, ſpäterhin
General=
inipektor der ſchönen Künſte zu Paris war und nach dem
ge=
bührenderweiſe auch eine Straße an der Place de 1Ptgile
be=
nannt iſt. Dieſer Mann ſchrieb in einem ſeiner Werke das
ketzeriſche Wort: Es gibt Frauen, die das Lächeln des Schöpfers,
und Frauen, die davon Fratzen ſind!. Nun — ich habe mich
zeit meines Lebens bemüht, Optimiſt zu ſein und anzunehmen,
daß die Frauen, die mir für kürzere oder längere Intervalle
etwas galten, der erſteren Kategorie angehörten. Und ſolche
Illuſion aufrecht zu erhalten, machte mir keine Frau ſo leicht,
als gerade du!”
„Willſt du mir nicht erklären . . . .
Er löſchte die Zigarette und wechſelte den Beinüberwurf.
„Bedarf es da wirklich noch einer Erklärung?‟ ... fragte
er mit einer Handbewegung .. . „Wie vorhin bemerkt: — Ich
glaube kein Narr zu ſein!. Unter meinen Augen und vor der
Welt haſt du dich ſelbſtverſtändlich ſtets untadelig bis in die
Fingerſpitzen benommen. Trotzdem bin ich keineswegs borniert
genug, die Möglichkeit abzuweiſen, daß du mich in dieſen zwei
Jahren vielleicht dennoch mit Dem oder Jenem hintergangen
haſt. Bourauoi pas? Und weshalb ſollte gerade ich einer
Oienstag, den 2. Dezember 1926
Hanlfict enangen Eein die ch mn Laufe der Saluehie fenf
vielen anderen Männern bereitet habe? Das ſind ſo kleine Einzelheiten über das Unglück zukommen ließeſt. Schon, damit
Nadelſtiche, die unſere Eigenliebe mit in Kauf nehmen muß.
Abgeſehen davon, daß man derlei Aeußerlichkeiten gemeinhin
zu überſchätzen pflegt. Denn alle rein äußerliche Treue iſt ein
Nichts gegenüber der innerlichen, die ich als allein
ausſchlag=
gebend erachte. Eine Frau, die ſich — aus Feigheit,
Bequem=
lichkeit oder erotiſcher Schwungloſigkeit — nie über die geſetzlich
fanktionierten Bezirke ihrer Legitimität hinauswagt, kann
ſee=
liſch weitaus verworfener und laſterhafter ſein, als eine andere,
die der Schablonenmoral gegenüber keineswegs eine ſo
purita=
niſche Aufaſſung bekundet. Weil Treue, wie ich ſie verſtehe,
eine abſolut ethiſche, niemals aber eine rein körperliche
Angele=
genheit iſt. Dieſe Erkenntnis wenigſtens iſt die einzig
ſtich=
haltige, die ich als die amoureuſe Quinteſſenz eines Daſeins
be=
trachte, durch das viele Frauen gingen. Vielleicht ſteckt darin
nur die Philoſophie notgedrungener Selbſtbeſcheidung, vielleicht
aber auch mehr. Streiten wir nicht um Worte, ſondern finden
wir uns mit der Tatſache ab. — Und nun wirſt du es auch
be=
greifen, daß ich weder ungewöhnlich liberal, noch eminent
groß=
zügig noch beleidigend gleichgültig bin . . . Im übrigen ſtarrſt
du mich jetzt mit ganz großen Augen an. Verſtandeſt du nicht,
was ich ſagte?"
„Doch. Aber ...
Siehſt du‟ ... verſetzte er beiläufig . . . „ſeit heute
mit=
tag habe ich über uns beide viel nachgedacht. Ernſthaft vielleicht
zum überhaupt erſten Male. Dabei entſann ich mich, daß
zwiſchen uns vierzig Jahre liegen. Da haſt du das Problem
unſerer Beziehungen und zugleich ſeine Löſung. Was hielteſt
du davon, wenn wir aus ihr jetzt die letzten Konſequenzen
zögen?"
„Ich habe dich noch nie ſo ſeltſam ſprechen hören,” ſagte
ſie mit leiſem Kopfſchütteln.
Er lächelte vorſichtig.
„Ich hatte auch noch nie ſo viel Veranlaſſung dazu, mein
Kerlchen. Denn mir iſt ja erſt ſeit heute mittag zu Bewußtſein
gekommen, in wie unmittelbarer Gefahr ich ſtändig ſchwebe,
dich zu verlieren.”
„Durch den Legationsrat, von Reeg etwa?” — fragte ſie
herbe.
„Durch ihn oder ſonſt wen — ich weiß es ja nicht. Aber
bleiben wir bei ihm. Und geſtatteſt du mir da ein paar Fragen?”
„Bitte” . ., ſagte ſie und richtete ſich kampfbereit in ihrem
Seſſel auf.
Der Fürſt überſah das. Nachläſſig bemerkte er:
„Herr von Reeg wußte natürlich von deinem Kommen.” ecke am engliſchen Kamin.
„Er hatte keine Ahnung. Sonſt würde er wohl nicht auf die
Jagd gegangen ſein, ſondern mich empfangen haben.”
„Ah — daran dachte ich nicht. So ahnt er vielleicht auch noch
gar nicht, daß du ihn vor dem Verbluten gerettet haſt und
tage=
lang in ſeinem Hauſe weilteſt?”
„Das alles kann er vorerſt nicht wiſſen, da der Blutverluſt
„Und wenn er es nachträglich erfährt?”
„Dann wird er ſich hoffentlich mit einer brieflichen Dank=
Flüchtiges Wetterleuchten zuckte über ſein Geſicht.
Dieſe perſönliche Begegnung, die dir künftighin ſo
uner=
wünſcht wäre, luchteſt du doch aber, als du zu ihm fuhrſt?”
„Und bin heute froh, daß der Zufall — oder das Schickſal
— ſie verhinderte.”
Er ſixierte ſie ſcharf. Völlig vermochte er ſeine innere
Spannung nicht zu verbergen. Die Schläfenadern zitterten
ver=
räteriſch.
jeden Fall hat ſich die Wandlung deiner Wünſche und
Abſich=
ten erſt während dieſer Tage in Adlig=Zarchlin vollzogen. Und
ſie ſcheint nicht erfreulicher Natur für dich geweſen zu ſein. —
Aber eine andere Frage: die Braut des Herrn von Reeg ..."
Hedda Yellin bog ſich ihm ſcharf entgegen.
„Du weißt, daß Herr von Reeg verlobt war?” fragte ſie
haſtig.
„Nicht zwar”, ſondern iſt. Ich kenne ſeine Braut ſogar
per=
ſönlich, nur entſiune ich mich nicht mehr der Gelegenheit, bei
wel=
cher er mich ihr vorſtellte. Die Tochter des bekannten
verſtorbe=
nen Hofbankiers Lars, wenn ich nicht irre. Eine ſehr diſtinguierte
junge Dame; viel umſchwärmte Schönheit; große Sportslady.
Aber was ich fragen wollte, als du mich unterbrachſt: Weiß ſie
von dem Unfall, der ihren Verlobten betroffen hat?‟
Die Antwort klang kalt:
„Allenfalls ſeit heute früh durch die Zeitungen. Sonſt wohl
kaum.”
„O lala” .., ſagte der hohe Herr bedenklich . . . „Dann Sinne zu beautworten.”
Seite 17
Birhe ich.ei boch Iir augs brafkt Halen, wem du Ir ſcleunigk
ſie den wahren Zuſammenhang kennen lernt.”
Ein weißlicher Schein überlief ihre Züge.
„Was muteſt du mir zu??‟
„Keine Ungeheuerlichkeit, über die du ein Recht hätteſt, ſo
empört zu ſein, wie du es offenbar momentan biſt; ſondern nur
eine Selbſtverſtändlichkeit. Du vergißt nämlich, daß ſie deine
An=
weſenheit im Hauſe ihres Verlobten ja durch die Zeitungen
ſo=
wieſo erfahren hat. Da würdeſt du alſo nur klug und taktvoll
handeln und von vornherein verhängnisvolle Mißverſtändniſſe
beſeitigen, wenn du ſie zu perſönlicher Rückſprache aufſuchteſt
und ...
Abermals vermochte er nicht weiter zu ſprechen. Denn Hedda
Yellin hatte beide Hände um die Seitenlehnen des Seſſels
ge=
krampft, als wolle ſie in der nächſten Sekunde aufpringen. Ihr
Atem flog.
„Bitte, verzichte auf derartige Vorſchläge!” ſagte ſie
er=
bittert . . „Ich verlaſſe ſofort das Zimmer, wenn du dies
Thema noch weiter zu ſpinnen gedenkſt. Ueberlegſt du denn gar
nicht, was du da von mir verlangſt? Willſt du mich
demütigen=
den Situationen ausſetzen? Bin ich der postillon Camour dieſer
beiden Herrſchaften? — Einen Brief an ſeine Braut, den ich auf
ſeinem Schreibtiſch liegen ſah und an mich nahm, damit er in
dem Wirrwarr nicht verloren ginge oder in falſche Hände geriete,
werde ich ihr mit ein paar Begleitworten zuſenden. Das iſt aber
auch alles. Damit muß es genug ſein. Und wenn dir wirklich
etwas an mir liegt .
„Ich hoffe, die nächſten Minuten werden dir beweiſen, wie
ſehr das der Fall iſt” — verſetzte er ruhig, als ſie hochatmend
ſchwieg. — „Aber verzeih’ noch einen Moment. — Adam!”
Der Leibjäger, der ſich, etwaiger Beſehle gewärtig, im
Vor=
zimmer aufgehalten hatte, erſchien auf der Schwelle.
„Durchlaucht?”
„In zehn Minuten das Auto.”
-Zu Befehl, Durchlaucht.”
Der Fürſt ſtreifte die kleine Stutzuhr auf dem Kaminſims
mit flüchtigem Blick.
„Es geht auf Zwölf. Du wirſt der Ruhe bedürfen . . . Ach
ſo, ja, und nebenbei noch eine Frage: — Glaubſt du, daß die
Schauſpielerin Hedda Yellin ſich unter umſtänden dazu
ent=
ſchließen könnte, auf ihre fernere Bühnenlaufbahn zu verzichten
und die Fürſtin Schark zu Taureggen zu werden?”
Darauf blieb es ſehr lange ſtill in der lauſchigen Plauder=
Der hohe Herr nahm eine neue Zigarette, rauchte mit Genuß
und ſtarrte nachdenklich in die roten Glühbirnen zwiſchen den
imaginären Holzſcheiten.
„Vor Jahr und Tag‟ .. . erzählte er ſozuſagen nebenbei
.. . „lernte ich mal die Eleonora Duſe kennen. In Genua; im
ſehr ſtark war und er noch dauernd in Fieberphantaſien liegt.” Hotel Miramare. Sie hatte ihre Tragödie mit dieſem
indisku=
tablen ſexuellen Hochſtapler Gabriele d’Annunzio hinter ſich,
hatte ihr letztes Geld und ihre letzten Illuſionen an ihn
ver=
ſagung begnügen und jede perſönliche Begegnung vermeiden” ſchwendet und gehörte zu den enterbteſten Menſchen des
Schick=
ſals. Sie war eine rapide alternde, totmüde, zerbrochene Frau,
deren Menſchlichkeit aber bezaubeite. Wir hatten draußen auf
der Terraſſe ein paar Plauderſtunden, an die ich noch oft
zurück=
denke. Beſonders ſind mir einige Worte im Gedächtnis haften
geblieben, als wir von der Liebe ſprachen. Da ſagte ſie: „Was
uns Frauen anbetrifft, ſo brennt unſere Hölle ſtets nur in
unſe=
rem eigenen Herzen. Erſt wenn wir durch das Fegefeuer aller
irdiſchen Gefühle gegangen ſind, erſt wenn wir die ganze Skala
„Hm. Ein Widerſpruch, der vermutlich doch keiner iſt. Auf vom Ueberſchwang höchſter Seligkeit zur Qual tiefſter
Verzweif=
lung durchlaufen haben — erſt dann öffnen ſich uns die Pforten
des ſo lange erträumten Paradieſes. Aber treten wir ein, ſo iſt
es ſelten das gelobte Land endlicher Erfüllung, ſondern meiſt
nur die allerletzte Zufluchtsſtätte ſchmerzlich lieber Erinnerungen
längſt verrauſchten Glücks!” . .. Das kingt ſehr peſſimiſtiſch und
iſt wahrhaftig kein unantaſtbares Dogma. Denn was auf die
gealterten Tragödin Eleonora Duſe zutraf, das braucht noch
längſt nicht auf die junge Schauſpielerin Hedda Yellin
zuzutref=
fen. Es fiel mir ſchließlich auch nur ſo ein. — Einmal aber
kommt bei jedem Menſchen die Stunde, wo er für die Quinteſſenz
ſeines Lebens eine Formel ſucht. So entdeckte ich zum Beiſpiel
mal auf einem Grabſtein des Friedhofes in Monte Carlo eine
Inſchrift, die ſicherlich einer letztwilligen Verfügung entſprang:
„Gelebt wie ein Fürſt; geſtorben wie ein Bettler; begraben wie
ein Hund.” — Was aber meinen eigenen Nachruf anbelangt, ſo
würde er weſentlich froher lauten, ſofern du dich entſchließen
könnteſt, die Frage, die ich vorhin an dich richtete, in bejahendem
(Fortſetzung folgt.)
SablieddlerdiieoosolotBT
Ein Heilapparat wird Aerzten und Leidenden kostenfrel zur Probe gesandt!
Hafarrh fort! Asthma fort!
Aſthua, Bronchial=Katarrh, Brufte. Zeilkopf=,
NacheneNaſen=Katarrh. Stienhöhlen=Katarrhund
ſonſtige Tatarrhe und Krankheiten der
Atmungs=
orgaue werden auch in veralteren Fällen
erfolg=
reich bekämpft durch den vieltauſendfach
bewähr=
ten „Kkarfort=Inhalator mit dem Nebelſporm”.
In Fällen, in denen eine Heilung nicht möglich
iſt ſwenn z. B. organiſche Veränderungen
vor=
liegen), ſchafft der Apparat doch Linberung und
hilft manche Huſtenqual erleichtern, ſo daß das
Leben wieder lebenswert wird.
Anerkennungen
über Anerkennungen beſtätigen ſeine
hervor=
ragende Wirkſamkeit. Man leſe z. B. die folgenden,
hier wörtlich und mit vollen Adreſſen
wieder=
gegebenen Zuſchriften:
Bei Herzaſthma Wunder gewirkt!
Der von Ihnen bezogene „Karfort=Inhalator”
hat ſich bei meiner Frau ſehr gut bewährt. Sie
leidet ſchon 4 Jahre an Herzaſthma und einem
38jährigen Magenhuſten. Es war ihr nicht mehr
möglich, Treppen zu ſteigen oder das geringſte zu
tragen. Tagelang konnte ſie Uberhaupt nicht
aus=
gehen, auch kaum ſprechen. Aber Ihr Apparat hat
Bunder gewirkt, heute kann ſie wieder ohne
Atemrot bis zum 8. Stock Treppen ſteigen und auch
wieder ihre Hausarbeit verrichten, was ihr trotz
aller anderer Mittel nicht mehr möglich war
Ich werde nicht verfehlen. Ihren Apparar überall
weiter zu empfehlen. Ich beſtellte fa ſchon heute
für eine Bekannte bei Ihnen und laſſe weitere
Beſtellungen folgen.
göln, Foelhofſtraße 1.
Barthel Scholz.
Es klingt wie ein Märchen.
Den Karfort=Inhalator habe ich erhalten. —
Was ich Ihnen nun ſage, llingt wie ein Märchen,
aber es iſt tiefernſte Wahrheit.
Seit einem Jahre litt ich an einer ſchweren
Luftröhrenentzündung, verbunden it ſtarkem
Huſten. Nachtruhe war ausgeſchloſſen
As allerletztes Mittel ließ ich mir num Ihren
Inhalator kommen. — Mit Worten kann man es
laum beſchreiben:
Einen Taggebraucht, ein Wunder war geſchehen
vie Beſchwerden waren verſchwunden.
Gern bin ich bereit, jedem Kranken, weicher ſich
au mich wendet, Aufklärung zu geben.
Köln=Bayenthal, Bonifgzſtraße 18.
E. Kolling.
AM2 17539)
Bronchlalkatarrh. Afthma, Arzt iſt erſtaunk!
Bor 4 Bochen erhielt ich einen „Karfort=
Inhalator mit dem Nebelſporn” Teile Ihnen
hier=
durch mit, daß ich mit demſelben ſehr zufrieden
bin. Ich leide ſeit Fahren an ſtarkem
Brochial=
katarrh, verbunden mit Aſthma. Seit 5 Monaten
habe ich einen .. ... ſanderen.
Inhalations=
apparat) gebraucht. Dieſer hat mir aber in 5
Mo=
naten nicht die Dienſte geleiſtet, wie der „Karfort=
Inhalator” in einem Monat: ich werde denſelben
überall empfehlen. Auch mein Arzt war ſehr
erſtaunt über die ſchnelle Beſſerung meines Leidens
durch dieſen Inhalator. Er wird denſelben auch ſehr
gern aufé beſte empfehlen. Ich bin ganz verblüfft
über die ſchnelle Wirkung bei ſo wenig Geld.
Köln=Ehrenfeld, Bhilippſtraße 43. P. Walter.
Nicht 9 Mk., ſondern 900 Mk. wert.
Wer noch keinen chroniſchen Katarrb hatte, kann
auch das beglückende Gefühl nicht ermeſſen, welches
ſchon die erſten beiden Inhalationen erzeugten.
Ich mache beſonberes darauf aufmerkſam, daß
ber Apparat nicht 9 Mark ſondern 900 Mark wert
iſt für den, ber ihn zu ſchätzen weiß.
Düſſeldorf, Harkortſtraße 27.
Paul Müller, Maſchinenmſtr.
Haben Sie solche Beschmerden?
Wer an einem der vorgenannten. Abel leidet,
wer häufig geplagt wird von quälendem Huſten,
Luſtmangel, mit pfeifenden raſſelnden, röchelnden,
giemenden Atemgeräuſchen, Trockenheit, Brennen,
Ritzelgefühl im Halſe, Bruſtſchmerzen, Heiſerkeit,
Huſten, Schnupfen, Grippe, Berſchleimung, durch
Katarrhe bebingte Schwerhörigkeit, Ohrenſauſen,
Kopf= und Geſichtsſchmerzen, Schlafloſigkeit oder
ähnlichen nervöſen Erſcheinungen, ſofern ſie mit
Katarrhen und Aſthma im Zuſammenhang ſtehen,
der verſäume nicht, von meinem nachſtehenden,
völlig riſikbofreien Angebot Gebrauch zu machen.
5 Tage kostenfrei zur Probe
Ich mute niemanden zu, den „Karfort=Inhalator
mit dem Vebeſſporn” auf bloße Empfehlung hin
unter Nachnahme zu beziehen, ſondern ſchicke dieſen
Apparat Leidenden genannter Art ohne
Nach=
nahme, ohne Vorausbezahlung, ohne Kaufzwang.
ſofort gebrauchsfertig, mit Probefüllung und
ge=
nauer Anweiſung ſünf Tage koſtenlos zur Probe.
Die Berſandtage werden hierbei nicht mitgerechnet.
Sie können alio ohne jedes Riſiko in aller Ruhe
den Apparat volle 5 Toge lang an ſich ſelbſt
aus=
probieren und ſich ſo verſönlich von der
Wirkſam=
keit dieſer ſegensreichen Erfindung überzeugeu
oder ihn von Ihrem Arzt begutachten laſſen. Feder,
der den Apparat nur einmal benutzt hat, iſt
ver=
blüifſt, erſtaunt und begeiſtert und wire ihn als
Nasonatmung
ist richtig!
Der Hensch soll normalerweise durch
die Jase atmen weil zut diese Heiue
die mit Staub und Krankheitskeimen
dnrechsetzte 4tomlut gereinigt wird. Ist
inkolge elnes Katarrhs (Sohnuptene) die
Jase vorstopt, 30 atmet man durch den
Mund, Staub und Krankheitekeime ge.
langen ungehindert in den Kehlkopt und
die tieferen 4tmungvorgane wodurch
schwere gesundheitliche Sehsdisungen
gntetehen können. Man soll daher jodlem
Katarrh rechtssitig und energisch zu
Leibe gehen.
Hatarra bringt Gefatr!
Häufig beruht aber die Hundatmung
aut einer Verenguns der Nasengänge oder
aut Vasenpolppen oder aut einer
Ver=
größerung und Verhärtung der
Rachen-
mandel, Inhalationen und Medlikamente
nütron dann nichts. Heilung kann in
zolehen kklen Fielnehr nur ein
operh=
tirer Bingritk bringen, der natürlich ron
einem 4rit berp, Sveriglaurt
vorgenom=
meu werden muß und wohl immer völlig
getahrlos und schmerzlos ist.
treuen, ſtets hilfsbereiten Familienfreund gerne
behalten. Oſt genügen ſogar ſchon die Probe=
Inhalationen zur Erzielung des gewünſchten
Er=
folges. Vorbenutzte Apparate, durch die eine
übertragung von Krankheitskeimen möglich wäre,
gelangen ſelbſtverſtändlich nicht zum Verſand, wofür
bole Garzntie geleiſtet wird.
Broſchüre: „Katarrh fort. Ein Troſtwort für
Katarrh= und Aſthmaleidende” nebſt vielen
beglau=
bigten Erfolgsberichten und Dankſchreiben liegt
rder Sendung bei.
Ein billiger Hausfrennd!
Erkältungskrankheiten werden im Keime erſtickt
Nur ein Apparat iſt für die ganze Familie
erforder=
lich, daher für die Dauer ſehr billig.
Wer mit dem Apparat zufrieden iſt, wird nach
Ablauf der Probezeit gern den Gegenwert von
9 Mark einſenden und die Sache weiterempfehlen,
womit gerechnet wird., Irgendwelche weiteren
Koſten entſtehen nicht. Unverlangte
Nachnahme=
ſendungen werden nicht gemacht.
Auf Mansch aueh Ratenzahlang!
Wem der Betrag von 9 Mark mit einem Male
zu hoch iſt, kann auch in mehreren Raten bezahlen.
Wer hingegen nach gewiſſenhaſter Prüfung oder
nach Rücſprache mi ſeinen Arzte der Anſicht iſt.
daß dieſe Kur ſich für ſeinen beſonderen Fall nicht
eignet, ſchicke den Apparat ohne Angabe von
Grün=
den zurück und die Sache iſt erledigt.
Es ist höchste Zeit!
Die Inflation und deren Folgen hat mauchen
abgehalten, ſeiner Geſundheit die nötige Beachtung
zu ſchenken. Jetzt warten Sie nicht länger, ſonſt
iſt es zu ſpät! Die Probeſendung wird jedem
Leidenden gemacht, der darum ſchreibt, ohne
Unter=
ſchied der Berſon und des Standes, ganz gleich,
ob Arbeitsmann oder Kommerzienrat. Genaue
und beutliche Abreſſe mit Angabe von Stand oder
Beruf jedoch unbedingt erforderlich. An unvoll
ſtändige Abreſſen kann nur unter Nachnahme
ge=
liefert werden.
Es mögen ſich aber nur ſolche Intereſſenten
melden, die den Apparat wirklich ſelbſt bzw. bei
einem Familienangehörigen verwenden wollen.
Die täglich eingehenden Anfragen von
Priuat=
perſonen wegen übernahme von „Vertretungen”
vder „Generalvertretungen” ſind völlig zwechlos
und bloiben unbeantwortet.
Aerzten
wird der Apparat ſelbſtverſtändlich ebenfalls gern
zur Anſicht und Probe überſandt, nicht aber Byiugt=
verſonen, die ſich geiverbsmäßig mit
Krankenbe=
handlung befaiſen.
Viele Arzte verordnen den „Karfort=Inhalator”
ſtändig, bei vielen Krankenkaſſen iſt er zugelaſſen
Vorsicht!
Nachahmungen des „Karfort=Juhalator”, gibt
es nicht. Jedoch wird verſucht, andere
Inhalations=
apparate an ſeiner Stelle zu verkaufen. Laſſen Sie
ſich nicht irreführen! Nur ich allein bin berechtigt,
den vieltauſendfach bewährton „Karfort=Jnhglator
mit dem Rebelſporn” herzuſtellen, ſonſt niemand!
Insbeſondere ſei darauf hingewieſen, daß die von
verſchiedenen Seiten unter Bezeichnungen, wie
„Taners=Inhalator” oder „Inhalator nach Taners”
oder ähnlich angebotenen Apparate nicht mit
meinem „Karfort=Inhalator” identiſch ſind. — Das
früher von mir in einem anderen Orte betriebene
ähnliche Unternehmen iſt ſchon vor längerer Zeit in
andere Hände übergegangen.
Achten Sie genau auf meine Firma und meinen
Wohnort:
Carl August Tancré
Janmburg (Saale) 654
bamit Sie auch den echten Original=Karfort=
Inha=
lator mit dem Nebelſporn bekommen. — Am beſten
iſt es, Sie ſchreiben gleich heute noch und benutzen
den nachfolgenden Beſtellſchein. Poſtkarte genügt
jedoch auch. — Wenn Sie Nachnahmeſendung
wünſchen, bitte dies anzugeben: Borto und
Nach=
nahmeſpeſen trage ich in dieſem Fall. —
Erfüllungs=
ort für Lieferung und Zahlung: Naumburg (Saale).
Abgekürzte Adreſiſe für telegraphiſche Beſtellungen:
Taners Naumburgsasle.
(Probeſendungen werden nicht gemacht, wenn
Angabe von Stand oder Beruf fehlt.)
An die Firma Carl August Tanere
Naumburg (Saale) 654
Senden Sie mir den Apparat, wie im
„Darmſtädter Tageblatt” angeboten, ohne
Nach=
nahme koſtenfrei zur Probe.
Vormame. Name, Stand, (Beruf),
genaue Abreſſe:
Nummer 339
Dienstag, den 7. Dezember 1926
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2 zum Weihnachtsfoste ist ein Sprechapparat in der Qualität ½
m. Sperialmodells „Heteer”. Das Ereisnis des Tager
ist er, denn ausgestattet mit einem
Schnecken-
foderwerk mit doppeltem Sohneckengotriebe, der großen,
2 zußerst wertrollen Konzert-Aluminium-Schalldese „Globo‟.
2 hat er vollkommen gleichmäßigen, ruhigen Ablauf ohne 1
jodes Nebengeräusch u. eine Klangkille von unüber- ½
2 trofkener Reinheit. Um vor jeder Enttäuschung zu ½
sichern und Gelegenheit zu geben, den Apparat vor
dem Kauf unbeeindußt zu prifen, versende ich ihn
mit bedingungs-
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Darmstädter Tagblatt (17962
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7. Dezember 1926, abends 7.30 Uhr
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Herzog von Burnham.
Lady Crace Neville,
seine Tochter.
Lord Neville.
Graf Las Valdas.
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Der Sptelsaaldirektor.
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Dienstag, den 7. Dezember 1926
abends 7½ Uhr
Iphigenie auf Tauris
Schauſpiel in 5 Akten von Goethe
Gründliche und gewiſſenhafte Ausbildung nach leicht erlernt
jarer Methode von vorzüglicher Paßform. — Kein
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nach veralteten Lehrbü hern. — Alle Schülerinnen, auch die
weniger begabten, ſind nach Beendigung eines Kurſus in de:
Lage, gutpaſſende Maßſchnitte nach jedem Bilde oder eigener
Idee zu entwerfen — Beſondere Kurſe für die Meiſterprüfung.
Ausbildung zu Direktricen. — Unterricht an allen Wochentagen
vormittags 9—12, nachmittags 3—6 Uhr. — Außerdem finden
auch Abendkurſe von 7—10 Uhr ſtatt.
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In Szene geſetzt von Jacob Geis
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp
Perſonen:
Jphigenie.
. . . . Marie Fein
Tovas, König der Taurier HansBaumeiſter
Oreſt . . . . . . . . . . Joachim Büttner
Pylades . . . . . . . . . W. Mahenknecht
Arkas . . . . . . . . . . K. Weſtermann
Schauplatz: Hain vor Dianens Tempel
Spielwart: Willi Krichbaum
Preiſe der Plätze: 1 bis 10 Mk.
Eintritt der Mieter in den Zuſchauerraum
nur gegen Vorzeigung der Mietkarte zuläſſig
Nach dem 3. Akt findet eine längere
Pauſe ſtatt
Anfang 7½ Uhr Ende gegen 10 Uhr
Großes Haus. Vorverkauf
Mittwoch, 8 Dezember. E S.
Die Gezeichneten. Anfang 7 Uhr. Preiſe
1—10 Mr.
Donnerstag. 9. Dezember. 5. Konzert der
Städtiſchen Akademie für Tonkunſt.
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ſtin: Baula Gräfin v. Schwerin (Violine).
Anfang 5 und 8 Uhr. Preiſe 1.50—5 Mk.
Freitag, 10. Dezember, Keine Vorſtellung,
Kleines Haus
Dienstag, den 7. Dezember 1926
abends 7½ Uhr
G G (Darmſtädter Volksbühne)
Der Biberpelz
Eine Diebeskomödie in 4 Akten
von Gerhart Hauptmann
In Szene geſetzt von Edgar Klitſch
Perſonen:
von Wehrhahn, Amtsvorſteher . Nob. Klupp
Krüger, Rentier
Hugo Keßler
Otto Panning
Doktor Fleiſcher
Hellmuth Fritz
Deſſen Junge.
Ernſt Rottluff
Motes
Ilſe Lahn
Frau Motes.
Frau Wolff, Waſchfrau Käthe Meißner
Fulius Wolff, ihr Mann . Max Nemetz
Martha John
Leontine,
ihre Töchter
Adelheid,
Alice Treff
Wulkow, Schiffer . . . . Richard Jürgas
Glaſenapp, Amtsſchreiber Walter Bluhm
Mitteldorf, Amtsdiener . Paul Maletzki
Ort des Geſchehens: irgendwo um Berlin
Spielwart: Willi Krichbaum
Preiſe der Plätze: 1 bis 6 Mk.
Eintritt der Mieter in den Zuſchauerraum
nur gegen Vorzeigung der Mietkarte zuläſſig
Nach dem 2. Akte findet eine längere
Pauſe ſtatt
Ende 10 Uhr
Anfang 7½. Uhr
Kleines Haus. Vorverkauf.
Mittwoch, 8. Dezember. Zuſatzmiete II, 5.
Ein undankbarer Menſch. Anfang 7½
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Donnerstag, 9 D=zemher. Zuſatzmiete III,4.
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