Darmstädter Tagblatt 1926


16. November 1926

[  ][ ]

Gnzelnummer 10 Pfennige

Bezugspreis:
Bei wöchentlickh 2 mallgem Erſcheinen vom 1. November
bie 30 November 2,48 Reſchsmark und 22 Pfennig
Abtragegebühr. abgeholt 2,28 Reichsmart, durch die
Agenturen 2.40 Reichsmart frei Haus. Poſſbezugspreie
im November ohne Beſtellgeld monatl. 2 45 Reichemart,
Beranwortlichtett für Aufnahme von Anzeigen an
beſimmten Tagen wird nicht übernommen. Nicht
eſcelnen einzelner Nummern imfolge höherer Gewal
berechtigt den Bezleher nicht zur Kürzung des
Bezugspreſſes. Beſtellungen und Abbeſtellungen durch
Fermruf obne Verbindlichkeſt für uns. Poſtſcheclonio
Franffurt a. M. 1304

Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuftrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit z verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſi. Tagbl. geſtattet.
Nummer 318
Dienstag, den 16. November 1926.
189. Jahrgang

Anzeigenpreis:
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſiadt 25 Reichspfg=
Finanz=Anzeigen 40 Reſchspfg., Reflamezelle (92 mm
breitl 2. Reichsmark. Anzeigen von auswärts 40 Reichpfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reiſchspfg. 92 mm breite Rellame=
zelle
300 Reſchemart. Alle Preiſe in Reichsmark
4 Dolſar 420 Markl. Im Falle böherer
Gewalt, wie Krieg. Aufruhr. Streit uſtw erliſcht
jede Verpſichtung auf Erfüllung der Anzeigen=
aufträge
und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konturs oder gerſichtlicher Beſtreibung fäll eder
Rabati weg. Bantkonto‟ Deutſche Banl und Darm=
ſtädtei
und Nationabanl.

Deutſcher Wahlſieg in Oſt=Oberſchleſien.

* Die oſtoberſchleſiſchen
Gemeindewahlen.
Wahlzwang. Ein wahrer Volksentſcheid. Die
Zerreißung Oberſchleſiens auf die Dauer unhaltbar.
Vor etwa 5½ Jahren, im März 1921, fand in Oberſchleſien
die bekannte Abſtimmung ſtatt, die eine ſtarke Mehrheit für das
Verbleiben bei Deutſchland ergab. Trotzdem hielt ſich der Völ= Stimmen als polniſche anzuſehen ſind. Noch größer iſt die
kerbundsrat nicht an das Abſtimmungsergebnis gebunden und deutſche Mehrheit in Königshütte. Dort haben von den 54 Sitzen
beſtimmte, daß gewiſſe Teile von Deutſchland losgetrennt und die Deutſche Wahlgemeinſchaft 32, die deutſchen Sozialiſten 6,
Polen übergeben wurden. Damals hat die deutſche Regierung
einen formellen Proteſt gegen dieſen Beſchluß eingelegt und ihn
als rechtsungültig bezeichnet, obwohl ſie ſich gezwungenermaßen der Deutſchen erſt erkennbar, wenn man das Ergebnis in den
der Entſcheidung fügen mußte. Es war damals mit großem
Nachdruck geltend gemacht worden, daß ein großer Teil auch
derjenigen, die für Polen geſtimmt hatten, das getan hatten in
der beſtimmten Annahme, Oberſchleſien werde als ſolches ganz
und ungeteilt entweder bei Deutſchland bleiben oder an Polen
übergehen, an die Möglichkeit der Zerreißung des einheitlichen
oberſchleſiſchen Wirtſchaftsgebietes hatte kaum einer gedacht. Aber
gegen den Machtſpruch der Entente gab es bei der Machtloſig=
keit
Deutſchlands keine Möglichkeit, unſere Rechtsauffaſſung an=
ders
als durch eine papierene Verwahrung zum Ausdruck zu
bringen. Und ſo nahm das Verhängwis ſeinen Lauf. Alle Vor=
ausſagen
, die damals an die klar zutage liegende Unſinnigkeit
der Zerreißung des organiſch gewachſenen und feſt zuſammen=
hängenden
Wirtſchaftskörpers geknüpft waren, ſind in Erfüllung
gegangen. Obwohl die oſtoberſchleſiſchen Kohlengruben, die zu=
nächſt
ein ziemlich großes Kontingent zur Lieferung nach Deutſch=
land
frei hatten, infolge des engliſchen Kohlenſtreiks keinen Rück=
gang
ihrer Produktion zu erleiden haben, hat ſich die wirtſchaft=
liche
Lage Oberſchleſiens doch ſo zugeſpitzt, daß beim Aufhören
des engliſchen Kohlenſtreiks, und damit auch der Einſtellung der
Lieferungen nach England und änderen Ländern, der wirtſchaft=
liche
Rückgang zur Kataſtrophe werden muß. Was für Oſtober=
ſchleſien
im beſonderen gilt, trifft für ganz Polen im allgemeinen
zu. Die unausbleibliche Kataſtrophe iſt nur durch den engliſchen
Kohlenſtreik verzögert und aufgehalten worden.
Sofort nach der Abtretung Oſtoberſchleſiens ſetzten von pol=
niſcher
Seite die Beſtrebungen, ein, das Gebiet zu entdeutſchen,
das alles, was es geworden war, deutſchem Fleiß, deutſchem
Können und deutſcher Tüchtigkeit zu verdanken hat. Allerdings
hat man nicht ganz ſo ſchroff und ungeniert vorgehen können,
wie im befreiten Weſtpreußen und Poſen. Aber es ſteht noch
in lebhafter Erinnerung, mit welcher Nichtachtung ſich die pol=
niſchen
Behörden in Oſtoberſchleſien über feierlich eingegangene
allgemeine und beſondere Verpflichtungen hinweggeſetzt haben.
Nur dem wiederholten Eingreifen des Präſidenten Calonder iſt
es zu verdanken, wenn noch hie und da eine deutſche Schule
vorhanden iſt. Unter gewaltigem polniſchen Druck fanden dann
einige Zeit ſpäter die Wahlen zum oſtoberſchleſiſchen Landtag
ſtatt, in denen die wahre Volksmeinung nicht richtig zum Aus=
druck
kam, obwohl auch hierbei ein deutſcher Sieg zu verzeichnen
war. Nun aber nahte die Zeit der Gemeindewahlen, die man
verſchiedentlich in Ahnung kommender Ereigniſſe verſchoben
hatte, aber nicht länger mehr verſchieben konnte. Das Ergebnis
dieſer am letzten Sonntag ſtattgefundenen Wahlen iſt geradezu
verblüffend. Man kann getroſt behaupten, daß die Abſtimmung
einem wahren Volksentſcheid gleichzuachten iſt. Als beſonderen
Schachzug hatten die Polen den Wahlzwang eingeführt, wobei
ſie von dem Gedanken ausgingen, daß der polniſche Bevölke=
rungsteil
ſich bei den Gemeindewahlen gleichgültiger zeigen
würde, als der deutſche. Das mag richtig geweſen ſein, aber
jedenfalls haben die Polen damit erreicht, daß ungefähr 95 Pro=
zent
der wahlfähigen Bevölkerung auch abgeſtimmt haben, was
am beſten beweiſt, daß die Volksſtimmung klar zum Ausdruck
gekommen iſt.
Das Ergebnis iſt ein überwältigender Sieg des deutſchen
Gedankens in ganz Oſtoberſchleſien, ſelbſt in den Bezirken, in
denen bei der Abſtimmung von 1921 polniſche Mehrheiten zu
verzeichnen waren. Für jemand, der die oſtoberſchleſiſchen Ver=
hältniſſe
aus eigener Anſchauung kennt und der ſich an die Zeit
der heftigen Kämpfe im Sommer 1920 mit der Erſtürmung und
Zerſtörung des Korfantyſchen Hauptquartiers in Kattowitz er=
innert
, iſt am bedeutſamſten der Umſchwung in der Kattowitz be= läu diſchen Korreſpondenten an das Miniſterium gerichtete An=
nachbarten
Ortſchaft Schoppinitz. Das war der Herd der pol=
niſchen
Bewegung. Ein deutſch=amerikaniſcher Kriegsbericht=
erſtatter
konnte, ſich nur unter eigener Lebensgefahr in dieſe energiſcher Vorſtoß aller Seimpatteien gegen die Regierung ſteht
Höhle des polniſchen Löwen begeben. Von dort ſtießen ununter=
brochen
ſchwer bewaffnete polniſche Truppen nach Kattowitz vor,
die Zugangsſtraßen waren von polniſchen Wachen beſetzt. Bei
der Abſtimmung fiel nicht eine einzige Stimme auf die Deut=
ſchen
. Heute hat ſich in Schoppinitz eine deutſche Mehrheit er=
geben
. Dieſe eine Tatſache allein ſpricht wahrlich deutlich genug,
obwohl weit über 100 000 Deutſche ſeit der Abſtimmung von
1921 aus Oſtoberſchleſien vertrieben worden ſind, obgleich Polen
Beamte und Techniker in großer Zahl dorthin verpflanzt hat,
ſo hat heute die Bevölkerung von Oſtoberſchleſien mit überwäl=
tigender
Mehrheit ihre wahre Meinung dahin ausgeſprochen,
daß die Zerreißung Oberſchleſiens ein wirt=
ſchaftlicher
und politiſcher Unſinn, und auf die
Dauer unhaltbar iſt. Damit iſt eine der Wendungen eingetreten,
früher, als zu hoffen war. Wird man auch in Warſchau, Paris machen. Aus London wird gemeldet, daß dort im Lloyd=Büro
und London die volle Bedeutung dieſer Volksentſcheidung be= für die Errichtung der Monarchie in Polen bis April 1927 mit
sweifen?

Oeutſche Mehrheit in Stadt und Land.
Kattowitz, 15. November.
Beſonders charakteriſtiſch für das Geſamtergebnis der Ge=
meindewahlen
in Oſtoberſchleſien iſt das Ergebnis in den beiden
Großſtäden Kattowitz und Königshütte. Von 60 Sitzen in Katto=
witz
haben die Deutſche Wahlgemeinſchaft 29, die deutſchen So=
zialiſten
5 erhalten, alſo 34, gegen 26 polniſche Sitze. Zu den
polniſchen Sitzen kommen noch die Sitze der Mieterſchutzpartei,
der Mittelſtandspartei und der Kuſtos=Partei, die mit 7 berechnet
ſind, obgleich nicht alle für dieſe Splitterparteien abgegebenen
alſo die Deutſchen insgeſamt 38 erhalten, die polniſchen Par=
teien
14, die Kommuniſten 2 Stimmen.
In ſeiner ganzen Größe aber wird der beiſpielloſe Erfolg
lleinen Städten betrachtet. Von dieſen ſcheint, ſoweit ſich das
überblicken läßt, Lublinitz die einzige zu ſein, die allein, wenn
auch eine ziemlich kleine, polniſche Mehrheit hat. In allen grö=
ßeren
Ortſchaften, z. B. Schoppinitz, Schwietochlowitz, Rybnik
ſtehen Deutſche und Polen ſich einander gleich. Verhältnismäßig
große deutſche Mehrheiten haben Rude (9 deutſche, 7 polniſche
Sitze), Pleß (14 deutſche, 10 polniſche Sitze), Nikolay (13 deutſche,
10 polniſche Sitze), Bismarckhütte (15 deutſche, 7 polniſche und
2 kommuniſtiſche Sitze) und Karlowitz. Hier lag noch kein zahlen=
mäßiges
Ergebnis vor.
Aber auch in den kleineren Dörfern iſt die Zahl der Stim=
men
außerordentlich angewachſen. In den Kreiſen Rybnik und
Pleß, die bei der Volksabſtimmung polniſche Mehrheit gehabt
haben, verzeichnet neben den Kreisſtädten eine größere Anzahl
kleinerer Dörfer große deutſche Mehrheiten. Bei dieſen deutſchen
Erfolgen iſt das wichtigſte politiſche Merkmal des Wahlergeb=
niſſes
die geradezu klägliche Niederlage der von dem Verband
der Aufſtändiſchen und dem Weſtmarkenverein aufgeſtellten Liſten,
auf die beiſpielsweiſe in Kattowitz noch nicht 10 Prozent der
Stimmen entfallen ſind. In den meiſten Ortſchaften iſt dieſe
Liſte überhaupt durchgefallen. Dieſes Ergebnis iſt bezeichnend
für die Bedeutung der Leute, die, von dem Wojwoden gefördert,
ſich als die Herren des Landes betrachteten und in den Wahl=
kreiſen
alles niederknüppelten, was anders war,
Beſtürzung in Warſchau.
Die in den ſpäten Nachtſtunden in Warſchqu eingetroffenen
Meldungen über die Wahlergebniſſe aus Oſtoberſchleſien haben
den Telegramberichten der Agenturen und Berichterſtatter zu=
folge
große Beſtürzung hervorgerufen. Selbſtverſtändlich ſind
daran wieder die Deutſchen ſchuld, die mit ihrem Geld zur Wahl=
agitation
nicht geſpart und die äußerſt gewandt agitiert hätten.
Ein Warſchauer Blatt erklärt, daß an dieſem Ausgang an der
Wahl der Wahlzwang ſchuld geweſen ſei, von dem ſich gerade die
Polen ſoviel verſprochen hätten.
Die Herbſitagung des polniſchen Seim.
EP. Warſchau, 15. November.
Die feierliche Eröffnung der Herbſttagung des Parlaments
durch den Präſidenten, die am Samstag im königlichen Schloß
ſtattfand, verlief ohne Zwiſchenfall, aber in Abweſenheit
der Sozialiſten und aller Abgeordneten und
Senatoren der deutſchen und jüdiſchen, ukrai=
niſchen
und ruſſiſchen Minderheiten. In parla=
mentariſchen
Kreiſen iſt die Verſtimmung über die Verſchleppung
ſterpräſident Pilſudſti iſt bisher im Seim nicht erſchienen und derung des jetzigen Zuſtandes herbeiführen will, muß Einge=
wird
ſich immer vom Unterrichtsminiſter Bartel vertreten laſſen.
Finanzminiſter Czechowicz hielt ein nichtsſagendes Expoſé und
ſprach ſich über die Finanzpolitik der Regierung ſehr unklar aus.
Seine Darlegungen über die Stsbiliſierung der Zloty=Währung
wurden als mangelhaft empfunden. Das Budget iſt mit 1898
Millionen formell ausgeglichen, aber die Einnahmen ſind um
rund 300 Millionen zu hoch in Rechnung geſtellt. Die Oppoſition
gegen das Preſſedekret iſt im Wachſen begriffen. Es ſollte zwar
hob jedoch durch Unterſtellung des Preſſeweſens unter die Ver=
waltungsbehörden
und Androhung drakoniſcher Strafen die
Preſſefreiheit praktiſch auf. Alle Kreiſe ſind darin einig, daß es
ſich um einen Bruch der Verfaſſung handelt. Die von den aus=
frage
, ob auch die Vertreter der ausländiſchen Preſſe den neuen
Beſtimmungen unterliegen, wurde bisher nicht beantwortet. Ein
bevor. Da die Sozialdemokratie zur Oppoſition übergegangen
iſt, legte der Miniſter für öffentliche Arbeiten, Moraſzewſki, ſein
Mandat als Abgeordneter nieder. Die Herbſttagung dürfte einen
ſtürmiſchen Verlauf nehmen.
Eine rohaliſtiſche Partei in Polen.
ſchluß gefaßt, eine konſervative Partei mit monarchiſtiſchem Pro=
gramm
unter Führung Janeſch Radziwills zu gründen, die ſich
Partei der nationalen Rechten nennt und Pilſudſki unterſtützen
Klerus Erfolg haben werde, da Pilſudſki nach wie vor bereit iſt,
die jeder Kenner der Verhältniſſe erwartet hatte; nur noch finanzielle Zugeſtändniſſe gegenüber der polniſchen Kirche zu
5 gegen 2 und bis Ende 1927 mit 10 gegen 1 gewettet wird.

* Das, Spar=Programm des Finanz=
miniſters
. Neue Wege in der heſſi=
ſchen
Steuerpolitik und Verwaltung?
Von
Bürgermeiſter Dr. Niepoth, M. d. L., Schlitz.
Wir geben den nachſtehenden bemerkenswerten Aus=
führungen
von deutſchvolksparteilicher Seite um ſo
lieber Raum, als damit der Schleier vielleicht etwas
gelüftet wird, der noch immer über dem geheimnis=
vollen
Sparprogramm des Herrn Finanzminiſters liegt.
Daran aber dürften gerade die Kreiſe des heſſiſchen
Volkes intereſſiert ſein, die mit ſchwerer Sorge die
Entwicklung der heſſiſchen Staatsfinanzen verfolgen,
und zwar um ſo mehr, als der Herr Finanzminiſter
in einer Preſſeveröffentlichung vor drei Tagen nicht
weniger verſprochen hat, als einen Staatsvoranſchlag
für 1927 ohne Defizit, und zwar auf Grund ſeines
Sparprogramms. Die Schriftl.
In einer der letzten Sitzungen des Finanzausſchuſſes hat
der Finanzminiſter u. a. erklärt, daß er bereits im Dezember
1925 ein Sparprogramm ausgearbeitet habe. Mußte man
ſchon erſtaunt ſein, daß dieſes Programm in dem Voranſchlag
1926 in keiner Weiſe in Erſcheinung trat, ſo darf man wohl erſt
recht ſeiner Verwunderung darüber Ausdruck geben, daß der
Finanzminiſter mit dieſem Programm auch jetzt nicht in die
Oeffentlichkeit tritt, und das um ſo mehr, als wir ihn gerade
wegen ſeiner Paſſivität ſcharf angriffen und er in ſeiner im
Regierungsorgan veröffentlichten Wahlbroſchüre behauptet hat,
daß die Deutſche Volkspartei in bezug auf Einzelerſparungen
unter allen Parteien die zurückhaltendſte wäre‟. Es ſei mir des=
halb
geſtattet, den Schleier des Geheimniſſes, der über den
Plänen des Finanzminiſters ſchwebt, etwas zu lüften, denn
anſcheinend will der Finanzminiſter neue Wege gehen, ſowohl
in der Steuerpolitik, wie in der Verwaltung.
Als Ende der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts
Miquel übrigens der erſte nationalliberale Miniſter Preußens
unter Verzicht auf die Erhebung von Realſteuern die pro=
greſſive
Einkommenſteuer einführte und ſie zum Rückgrat der
preußiſchen Finanzen machte, da war man ſich in der Finanz=
wiſſenſchaft
darüber klar, daß damit eine neue Aera in der einzel=
ſtaatlichen
Finanzpolitik angebrochen war. Wohl oder übel muß=
ten
die übrigen deutſchen Staaten dem Beiſpiel Preußens folgen,
und ſo hat auch Heſſen um die Jahrhundertwende die Real=
ſteuern
den Gemeinden überlaſſen und ſich ſteuerlich in der
Warſchau, 15. November. Hauptſache auf die Erträgniſſe der Einkommenſteuer geſtützt. In
der Nachkriegszeit ſetzte allgemein eine rückläufige Entwicklung
ein; alle Länder griffen zum Ausgleich ihres Budgets mehr oder
weniger auf die Realſteuern zurück. Mit an der Spitze mar=
ſchiert
Heſſen, eine ganz natürliche Tatſache, da ſich kaum ein
Staat in Deutſchland in den Jahren nach 1918 ſo ſehr mit neuen
Aufgaben belaſtet oder beſſer geſagt überlaſtet hat, wie unſer
engeres Vaterland. Seither wurden aber die ſtaatlichen
Realſteuern wenigſtens auf der Grundlage des Gemeinde=
umlagengeſetzes
erhoben. Man konnte, ſo man guten
Willens war, daraus ſchließen, daß man im Finanzminiſterium
wenigſtens die Fiktion aufrecht erhalten wollte, daß der Staat
vorübergehend in eine von rechts wegen den Gemeinden vorbe=
haltene
Steuerdomäne eingebrochen ſei und daß man keineswegs
beabſichtige, auch formell einen Dauerzuſtand zu ſchaffen. Be=
ſtärkt
konnte man in dieſer Meinung werden, wenn man ſich ins
Gedächtnis zurückrief, daß die Vorlage eines ſtaatlichen Gewerbe=
ſteuergeſetzes
im Jahre 1926 zurückgezogen worden war. Heute
iſt man anſcheinend anderer Anſicht geworden. Obwohl in der
den Entwürfen beigefügten Begründung zugegeben wird, daß
die Erhebung der ſtaatlichen Realſteuern auf der Grundlage des
Gemeindeumlagengeſetzes zu keinerlei Schwierigkeiten Anlaß ge=
geben
hat, werden jetzt beſondere Geſetzentwürfe, für die Er=
hebung
der ſtaatlichen Realſteuern den Intereſſentenkreiſen zu=
der
Herbſtſeſſion um vierzehn Tage außerordentlich groß. Mini= gänglich gemacht. Allein die Tatſache, daß der Staat eine Aen=
weihte
ſtutzig machen, das Mißtrauen wird aber noch verſtärkt,
wenn in der Begründung des Grundſteuergeſetzentwurfs geſagt
wird, daß es ausſchließlich Sache des Staates ſei, zu beſtimmen,
welche und wieviel Steuern die Gemeinden zu erheben
hätten, und zwar in einer Form, die in nicht zu überbietender
Deutlichkeit den reinen Machtſtandpunkt zum Ausdruck bringt.
Der Ober ſticht, die Gemeinden müſſen froh und dankbar ſein
für alles, was ihnen der Staat übrig läßt. Das iſt die Menta=
die
Verbreitung falſcher und entſtellter Nachrichten verhindern, lität, die aus den Ausführungen des Finanzminiſteriums ſpricht,
Wenn man ſich dieſen Gedankengängen gegenüber vergegenwär=
tigt
, in welch treffender Weiſe Miniſterialrat Kirnberger vom
Miniſterium des Innern kürzlich die Aufgaben und damit die
Rechte der Gemeinden klar herausſtellte, wie er ausführte, daß
die Gemeinden als Keimzellen des Staates ihre Anſprüche
kraft ihrer Exiſtenz geltend machen könnten, dann muß
man ſich fragen: Gibt es denn zwiſchen ſolchen Anſichten über=
haupt
ein Kompromiß, ſtehen ſie ſich vielmehr nicht gegenüber
wie Feuer und Waſſer?
Der Weg, den der Finanzminiſter zu gehen gedenkt, iſt ja
ziemlich klar. In Art. 36 des Gewerbeſteuergeſetzes wird näm=
lich
beſtimmt:
Die Gemeinden ſind berechtigt, von den innerhalb ihres
Bezirks betriebenen Gewerben Gewerbeſteuern nach Maßgabe
In dieſen Tagen wurde in polniſchen Adelskreiſen der Be= dieſes (alſo des ſtaatlichen) Geſetzes zu erheben.
Während die Gewerbeſteuer bisher eine Gemeinde=
ſteuer
war, iſt man nicht mehr damit zufrieden, daß der Staat
ebenfalls Gewerbeſteuern, und zwar auf Grund eines eigenen
will. Gleichzeitig wird gemeldet, daß anſcheinend die Annähe= Geſetzes, erhebt, ſondern man will die Gewerbeſteuer brimar
rung zwiſchen dem nichtkatholiſchen Pilſudſki und dem polniſchen zu einer Staatsſteuer machen und den Gemeinden wenigſtens
vorläufig noch gnädigſt geſtatten, Gewerbeſteuern auf Grund des
ſtaatlichen Geſetzes zu erheben. Ich ſage ausdrücklich vorläufig,
denn nach den Ausführungen, die der Finanzminiſter kürzlich im
Finanzausſchuß machte, ſcheint die Regelung in bezug auf die
ſtagtliche Grund= und Gewerbeſteuer wur der erſte Schritt auf

[ ][  ][ ]

Seſte 2

Nummer 318

dem neuen Weg zu ſein, den der Finanzminiſter einzuſchlagen
gedenkt. Er ſprach nämlich davon, daß man endlich dazu über=
gehen
müſſe, die einzelnen Steuerquellen unter die verſchiedenen
Steuergläubiger aufzuteilen. Optimiſten konnten damals der
Meinung ſein, der Finanzminiſter habe ſich endlich dazu durch=
gerungen
, die Realſteuern den Gemeinden zurückzugeben; wer
aber tieferen Einblick tat, der weiß, worum es ſich letzten Endes
dreht: Um nichts anderes, als die Realſteuern den Gemeinden
abzunehmen und ſie zu reinen Staatsſteuern zu machen. Nun
ich wohl niemand ſo naiv, zu glauben, daß die Gemeinden nach
einer derartigen Teilung der Steuerquellen noch als lebens=
fähig
angeſprochen werden könnten, auch wird heute niemand
mehr auf den Gedanken kommen, den Gemeinden mit den
Steuern auch bisher von ihnen erfüllte Aufgaben abzunehmen,
denn die früheren Experimente in dieſer Beziehung ſind dem
Staat allzu ſchlecht bekommen. Die Löſung iſt gefunden: Der
Finanzminiſter will, ſoweit ich unterrichtet
bin, die Gemeinden auf den Ertrag der Sonder=
gebäudeſteuer
verweiſen. So abſurd einem eine der=
artige
Abſicht auch vorkommen mag, ſie gewinnt an Wahrſchein=
lichkeit
, wenn man bedenkt, daß es ſchon immer ein Prinzip des
Staates war, unangenehme Dinge möglichſt auf die unteren
Inſtanzen abzuſchieben. Sollte ein ſolcher Plan zur Ausfüh=
rung
kommen, dann werden auch dem jetzt noch Regierungs=
frommſten
die Augen aufgehen, dann aber wird es wahrſchein=
lich
zu ſpät ſein, das Unheil abzuwenden. Es bedarf keiner be=
ſonderen
Erwähnung, daß die Deutſche Volkspartei eine der=
artige
Entwicklung entſchieden ablehnt. Wir werden im Gegen=
teil
immer von neuem fordern, daß die Realſteuern natürlich
nicht ohne Gegenleiſtung an die Gemeinden zurückzugeben
ſind. Ein Zugriff des Staates auf die Realſteuern beſonders
in dem in Heſſen beliebten Umfang muß, da es ſich um reine
Objektſteuern und nicht wie von der Linken oft behauptet
um Vermögensſteuern handelt, zu ſchweren Unzuträglichreiten
führen.
Dieſelben unheilvollen Wege, die der Finanzminiſter allem
Anſchein nach in der Steuerpolitik zu beſchreiten gedenkt,
glaubt er auch für die Verwaltung empfehlen zu ſollen. Das
ſcharf umriſſene Programm einer Verwaltungsreform, wie ſie
vom Finanzminiſter gefordert wird, ruht in ſeiner Geſamtheit,
vor der Oeffentlichkeit als Geheimnis ſtreng gehütet, noch in der
Tiſchſchublade. Das aber, was von dieſem Programm bekannt
geworden iſt, muß unſeren allerſchärfſten Widerſpruch heraus=
fordern
. Ich will nicht von dem Abbau einiger Amtsge=
richte
ſprechen, ſelbſt der lauteſte Rufer im Streit von der
demokratiſchen Fraktion mußte zugeben, daß hier große Erſpar=
uiſſe
nicht zu machen ſind und ſich ſelbſt entſchuldigend er=
klären
, daß er die Forderungen nur aus Menſchenfreundlichkeit
gegen die Richter geſtellt habe, denen man doch nicht zumuten
könne, als Einzelrichter an den kleinen Amtsgerichten zu ver=
ſauern
. Ich will auch nicht ſprechen von dem Abbau des einen
oder des andern Kreisamts, mein Kollege Dingeldey hat ſchon
betont, daß die Erſparnismöglichkeiten auf dieſem Gebiet in gar
keinem Verhältnis zu der Benachteiligung weiteſter Volkskreiſe
ſtehen. Denn nicht der Abbau einzelner Kreis=
ämter
ſcheint des Pudels Kern zu ſein. Der Abge=
ordnete
Schreiber hat einmal den Abbau aller Kreisämter als
Selbſtverwaltungskörper gefordert, und man weiß jetzt, daß er
damit die Anſicht ſeines Parteifreundes Henrich wiedergegeben
hat. Der unterſte Selbſtverwaltungskörper ſoll
die Provinz werden, und an die Spitze des
Selbſtverwaltungskörpers ſoll ein gewählter
Vorſitzender, d. h. ein Politiker, treten. Damit wäre der
erſte Schritt zur Politiſierung der Verwaltung getan. Es ver=
dient
hervorgehoben zu werden, daß der Sozialdemokrat Dr.
Fulda ſeinen Abſchied genommen hat, weil er die Forderung
ſeiner Partei auf Ernennung von Parteipolitikern zu Kreis=
direktoren
als ein Unheil anſah und karum ablehnte. Einem
Demokraten ſcheint es vorbehalten, einen Schritt zu befürworten,
der letzten Endes auf dasſelbe hinausläuft. Wir werden dieſen
Plänen ſchärſſten, allerſchärfſten Widerſtand entgegenſetzen. Wir
bekämpfen nicht nur jede Politiſierung der Verwaltung, wir
erblicken auch in der Bildung der drei Selbſtverwaltungskörper
die Möglichkeit zur Entſtehung von drei Staaten im Staat und
damit eine ſchwere Gefährdung der Staatsgewalt überhaupt.
Die Durchführung dieſes Planes hätte nicht nur die Aufhebung
zahlreicher Kreisämter zur Folge, ſondern bedeutete auch das
Ende des Syſtems der Perſonalunion der Staatsbeamten und
des Vorſitzenden des Selbſtverwaltungskörpers, ein Syſtem, das
ſich ,ſolange man dieſe Beamten auf Grund ihrer fachlichen Eig=
nung
und Vorbildung und nicht nach politiſchen Geſichtspunkten
auswählt, nicht nur gut bewährt hat, ſondern auch von Ver=
waltungsfachmännern
anderer Staaten als vorbildlich anerkannt
wird. Wirwerden an dem erprobten jetzigen Syſtem feſthalten.
Den Finanzminiſter aber fragen wir: Was ſoll die Geheimnis=
krämerei
? Wenn der Begriff Demokratie nicht ein Wort ohne
Inhalt bedeutet, dann hat das heſſiſche Volk ein Recht darauf,
zu wiſſen, was ſeiner wartet, wenn nach dem 5. Dezember die

Dienstag, den 16. November 1926
Vom Tage.
Der Reichspräſident übermittelte dem Kreuzer Emden
anläßlich des Antrittes einer 17monatigen Weltreiſe ſeine herzlichſten
Glückwünſche für die Fahrt.
In München und Nürnberg fanden zu Ehren der
Gefallenen die alljährlichen Gedenkfeiern ſtatt.
In Iglau wunden mehrere Soldaten des 31. Inf.=Regts.
wegen Spionage zu Gunſten Rußlands verhaftet. Auch ver=
ſchiedene
Angehörige der Kommuniſtiſchen Partei der Tſchechoſlowakei
wurden verhaftet.
Heute wird die Auflöſung der 2. ungariſchen Natio=
nalverſammlung
verkündet werden. Neuwahlen finden in
zwei Abteilungen am 8. und 10. Dezember für die Provinz und
am 14. Dezember in Budapeſt ſtatt.
Das rumäniſche Parlament wurde mit einer Thronrede
König Ferdinands wieder eröffnet.
In Sofia finden zurzeit Verhandlungen über den Ab=
ſchluß
einer Rechtskonvention eines Auslieferungs= und eines Konſular=
vertrages
mit Deutſchland ſtatt.
In Genf begann die zweite Tagung der vorbereiten=
den
Wirtſchaftskommiſſion.
In Londoner politiſchen Kreiſen verſichert man, daß Chamber=
lain
an der Dezembertagung in Genf tailnimmt. Zur
Beſppechung ſtehe hauptſächlich die Abrüſtungsfrage.
Die 26 kataloniſchen Verſchwörer, die gleichzeitig mit
Macia und Riccioti Garibaldi unter Anklage geſtellt werden ſollen, ſind
nach Paris überführt worden.
Der belgiſche Finanzminiſter Fraucgui hat unter Be=
rufung
auf ſeinen Geſundheitszuſtand dem König ſeine Demiſſion
überreicht.
Einer Mitteilung des holländiſchen Miniſterius des Aeußern zu=
folge
iſt der holländiſch=abeſſiniſche Handelsvertrag
unterzeichnet worden, durch den die gegenſeitigen Handels=
beziehungen
beider Staaten auf dem Fuße der Gleichberechtigung ge=
regelt
werden.
Am Sonntag erfolgte auf dem Soldatenfriedhof in
Birmingham die Niederlegung eines Kranzes durch
ein engliſches Waiſenmädchen auf dem Grabe eines
der 24 deutſchen, im Hoſpital von Birmingham geſtorbenen
Soldaten.
Die bisher aus den engliſchen Kohlenrevieren vorliegen=
den
Meldungen über die Abſtimmung laſſen erkennen, daß bis jetzt die
überwiegende Mehrzahl der Bergleute für die An=
nahme
des Regierungsmemorandums iſt.
Ein von der amerikaniſchen Legion in Columbia (Ohio)
für ehemalige deutſche Krieger gegebenes Bankett geſtaltete ſich zu
einer eindrucksvollen Verbrüderungskundgebung. Ueber
hundert deutſche Gäſte nahmen an dem Bankett teil.

jetzige Regierungskoalition in der Lage iſt, die von uns bekämpſ=
ten
Anſichten des Finanzminiſters über eine zweckmäßige Steuer=
und Verwaltungspolitik auszuführen.
Unſere Aufgabe iſt auch, die Möglichkeit einer ſolchen Ent=
wicklung
zu verhindern, und darum fordert der Ordnungs= und
Wirtſchaftsblock am 5. Dezember: Hinweg mit dieſem Landtag!
Hindenburgs angebliche
Rücktrittsabſichten.
Von unſerer Berliner Redaktiom.
Ein demokvatiſches Montagsblatt nimmt Notiz davon, daß
der Reichspräſident angeblich die Abſicht habe, zu ſeinem 80. Ge=
burtstag
anfangs Oktober nächſten Jahres zurückzutreten. Das
iſt vorläufig nur Gerede. Es wird zwar richtig ſein, daß Herr
von Hindenbuvg, als er die Kandidatur annahm, nicht von
vornherein daran geglaubt hat, daß er bei ſeinem Alter die ganze
Wahlperiode durchhalten würde. Er mag ſich wohl auch mit der
Abſicht getvagen haben, an ſeinem 80. Geburtstag zurückzutreten.
Er iſt aber damals wohl von der Auffaſſung ausgegangen, daß
inzwiſchen die innenpolitiſchen Verhältniſſe ſich ſoweit abgelagert
haben würden, um das Opfer ſeiner Perſon nicht mehr nötig zu
machen. Der Reichspräſident wird alſo wohl kaum heute ſchon
ingendeinen Entſchluß über einen ſo fernen Zeitpunkt treffen
wollen. Im Gegenteil, er iſt noch in der letzten Zeit auch in der
Innenpolitik ſehr aktiv geweſen, und wenn Graf Weſtarp in
ſeiner letzten Wochenſchau darüber geklagt hat, daß die Deutſch=
nationalen
parlamenvariſchen wie qußerparlamentariſchen Beein=
fluſſungsverſuchen
ausgeſetzt wären, ſo deutet das wohl darauf
hin, daß auch der Reichspräſident ihnen begreiflich zu machen
verſucht hat, wie ſtark ſie durch ihre rein auf die Taktik einge=
ſtellte
Politik ſich ſelbſt umd einer ruhigen Enuwicklung in
Deutſchland ſchaden.

Franzöſiſche Probleme.
Von unſerem B=Korreſpondenten.
Paris, 15. November.
Die anſehnliche Wehrheit, die Poincaré von der Kammer
erhielt, die Abwendung der gefährlich ſcheinenden Interpella=
tionen
, die über alle Erwartungen hinaus gelungen iſt, und end=
lich
die Beſuche engliſcher Finanzmänner in Paris laſſen auf
möglichſte Nähe der Stabiliſierung ſchließen. Sonſt könnte man
ſich die große Zurückhaltung der Parteien in der Kammer nur
ſchwer ertlären. Immerhin harren noch viele Probleme vor der
Stabiliſierung ihrer endgültigen Löſung.
Die Verhandlungen mit Deutſchlano, wenigſtens auf dem
wirtſchaftlichen Gebiete, machen gute Fortſchritte. Das erkennt
man auch in Paris an, dagegen ſcheinen in der Politik na=
mentlich
was die Abrüſtungsfragen angeht noch große Schwie=
rigkeiten
zu beſtehen. Die hieſige nationaliſtiſche Preſſe, unter=
ſtützt
von gewiſſen engliſchen Blättern, trägt aber ſehr wenig zu
der Beſeitigung dieſer Schſwierigkeiten bei.
Mit einiger Ueberraſchung hat man hier feſtgeſtellt, daß die
italieniſchen und kataloniſchen Verſchwörer doch vor Gericht ge=
ſtellt
werden. Angeblich har dies Garibaldi ſelbſt verlangt. Das
klingt aber etwas ſonderbar, da das franzöſiſche Gericht Hand=
habe
dazu hat, ihn wegen unerlaubten Waffenkaufs und Waffen=
verteilung
bis zu fünf Jahren Gefängnis zu verurteilen. Man
glaubt deshalb aus der Tatſache, daß eine Verhandlung ſtatt=
finden
wird, daraus, folgern zu können, daß die franzöſiſche
Außenpolitik dieſe Affäre noch nicht als erledigt betrachtet. Das
widerſpricht etwas der bisher verbreiteten Auffaſſung.
Die italieniſche Außenpolitik ſoll durch die franzöſiſche
Brille, geſehen auch in anderer Beziehung unangenehme
Augenblicke erlebt haben. Die Zuſammenkunft zwiſchen Tſchi=
tſcherin
und Tewſik Ruchdi Bei, dem türkiſchen Außenminiſter
in Odeſſa, ſoll in Rom ſehr unangenehme Ueberraſchungen aus=
gelöſt
haben. In Paris war man auch nicht beſonders entzückt,
doch haben dabei vorwiegend gefühlspolitiſche Motive witge=
wirkt
. Sonſt will wan der ruſſiſch=üürbiſchen Unterredung keine
übertriebene Bedeutung beimeſſen. Man glaubt hier, daß die
türkiſch=ruſſiſchen Beziehungen kaum über die Bedeutung eines
Neutralitätsvertrages hinausgehen können. Alles andere wäre
auf die Wirkung im Ausland berechnet. In Angora und in
Moskau ſucht man hingegen dieſen Beſprechungen eine ſehr
große Bedeutung zu geben.
Die Lage in China betrachtet man hier mit wachſendem
Ernſt. Es iſt intereſſant, den Süimmungswechſel in Paris zu
beobachten, ſeitdem der belgiſch=chineſiſche Vertrag von chineſiſcher
Seite gekündigt wurde. Früher war man entſchieden gegen jede
Intervention. Die Meinung war vorherrſchend, daß eine ſolche
nur England oder Amerika zugute käme. Heute aber, vielleicht
auch unter der Einwirkung der Nachrichten über die neuen Un=
ruhen
in China und der drohenden Ankündigungen der Sow=, erwägt man ernſtlich die Möglichkeit einer Intervention.
Doch bis ſich dies auuf die Außenpolitik auswirkt darüber kann
noch eine gercume oder gar ſehr lange Zeit vergehen.
Der Reichstag baut.
Im Zeichen der allgemeinen Sparſamkeit kann natürlich auch
der Reichstag ſeine Ausdehnungsbedürfniſſe nicht länger zurück=
halten
. Die Räume ſind ihm zu eng geworden. Er ſehnt ſich
nach Erweiterung und hat deshalb zwei Grundſtücke angekauft.
auf denen nicht nur Gebäude mit Büroräumen, ſondern auch
Hotelzimmer aufgeführt werden ſollen, um den Abgeordneten ein
bequemes und billiges Wohnen zu ermöglichen. Außerdem bean=
ſprucht
die Bibliothek mehr Platz, die auch zum Teil in dieſen
neuen Räumlichkeiten untergebracht werden ſoll. Vorerſt werden
allerdings lediglich die Grundſtücke gekauft, und der kommende.
Haushaltsplan wird dann einen Poſten von 50 000 Mark für
die Bauvorbereitungen enthalten. Es macht aber den Eindruck,
als ob der Reichsfinanzminiſter im Begriffe wäre, mit dem
Reichstag einen Kuhhandel abzuſchließen und ihm Zugeſtänd=
niſſe
wegen dieſes Neubaues zu machen, wenn der Reichstag ihm
dafür den Ankauf des Kaiſerhofes billigt. Gegen ſolche unter=
irdiſchen
Geſchäfte muß die Oeffentlichkeit rechtzeitig Einſpruch
erheben. Außerhalb des Reichstages wird niemand einſehen,
daß überhaupt ein Bedürfnis für Neubauten vorliegt. Zuge=
geben
, daß der Platz jetzt etwas eng iſt, aber ſchließlich iſt das
Haus auch nicht für beinahe 500 Abgeordnete, ſondern für nur
400 berechnet, und 400 Volksverireter ſind wirklich mehr als
genug. Man braucht alſo nur den Wahlkoeffizienten etwas zu
erhöhen, um das ganze Raumproblem zu löſen. Auch die Bib=
liothek
könnte ſich beſſer auf Spezialfragen beſchränken, die den
Reichstag intereſſieren, als ſich zu ſehr ins Allgemeine zu ver=
lieren
; dann würde ſie gleichfalls mit ihrem Raum auskommen.
Jedenfalls wäre es unverandortlich, wenn für derartige, nicht
unbedingt notwendige Zwecke wieder einige Millionen ausge=
geben
würden.

*Die Heilkräfte der Geele.
Eine wirklich naturgemäße Heilkunde wird nach Möglichkeit
die Heilung von Krantheiten durch die natürlichen, im Organis=
mus
vorhandenen Heilkräfte anſtreben und daher zur Vorbe=
dingung
eine gründliche Kenntis aller im Körper ſich abſpie=
lenden
Vorgänge haben. Der Arzt muß wiſſen, wie und wo=
durch
eine Krankheit entſteht, ehe er an die Behandlung gehen
kann. Er darf mit ſeinen Heilmitteln den bei jeder Krankheit
bereits im Gange befindlichen Heilvorgängen nicht entgegen=
wirken
, ſondern muß verſuchen, wo und wie er nur kann, ſie zu
unterſtützen und zu ſteigern. Dieſer Geſichtspunkt kommt nicht
nur bei der Behandlung körperlicher Kranaheiten mit Medika=
menten
oder phſikaliſchen Heilmeihoden in Betracht, ſondern
ebenſo bei jenen Maßnahmen, die durch Vermittlung der Seele
oder des Gemüts auf den Kranken eimwirken ſollen und die man
unter dem Namen Pſychorherapie (Seelenheilkunde) zuſammen=
faßt
. Nun wiſſen wir freilich viel mehr über die körperlichen
als über die ſeeliſchen Vorgänge im kranken und geſunden Men=
ſchen
. Viele körperliche Funktionen können wir experimentell
am Tier, im Laboratorium und direkt am menſchlichen Organis=
mus
nachprüfen, meßbar, wägbar und ſichtbar zur Darſtellung
briugen. Auch ſeeliſche Vorgänge ſind unſerer objektiven Beob=
gehtung
zugänglich. Wir erkennen den Ausdruck der Scham, der
Freude, des Schmerzes ohne Weiteres an unſeren Mitmenſchen.
Wir haben in unſerem eigenen Gemütsleben ein weites Beob=
achtungsfeld
ſeeliſcher Vorgänge, aber alle dieſe Wahrnehmun=
gen
ſind doch verhältnismäßig oberflächlich, ſie ſind wie wir
twiſſen auch von mancherlei Faktoren abhängig, die ſich unſerer
Beurteilung entziehen. Sie werden dadurch ſehr leicht ſubjektiv
und ſpekulativ, alſo unſicher und wandelbar. Daraus entſteht
die Gefahr, daß der Gegenſtand der Beobachtung zum Beob=
achtungsinſtrument
wird, d. h. man betrachtet die Seele mit den
Augen der Seele. Deshalb haben ſich gerade kritiſch veranlagte
exakte wiſſenſchaftliche Forſcher der Pſychotherapie gegenüber
ſehr zurückhaltend benommen, während dagegen Perſonen, die
durch Sachkenntnis nicht weiter beſchwert waren, und ihr Urteil
mehr auf Glaubensfreudigkeit als verſhandsmäßige Bewertung
gründeten, ſich mit Begeiſterung irgend eines halbverſtandenen
oder unſicheren Heilverfahrens annahmen und damit beſonders
auf kritikloſe Perſonen ihres eigenen Schlages wirkten. Es er=
gaben
ſich dabei wohl gelegentlich verblüffende Erfolge. Meiſt
wwurde aber auf dieſe Weiſe mehr Schaden als Nutzen ange=
richtet
. Die Geſchichte und die Entwicklung der Gebetsheilung,
einer Scheinwiſſenſchaft, die ſich zum Ueberfluß auch noch

chriſtliche Wiſſenſchaft nennt, legt dafür Zeugnis ab. Aus
dieſer zwieſpältigen Stellung, die durch die Haltung der exakt
naturwiſſenſchaftlich materialiſtiſch eingeſtellten Medizin einer=
ſeits
und kritikloſer Ausputzumg durch phantaſtiſche und aber=
gläubiſche
Kurpfuſcherei andererſeits gekennzeichnet war, mußte
die Pſychotherapie befreit werden, ſollte ſie zu einem wirklich
nutzbringenden Heilverfahren ausgebaut werden. Es hat auch
früher nicht an Verſuchen gefehlt, das Gute und Brauchbare
aus der wildwuchernden Fülle pſychotherapeutiſcher Praktiken
abzuſondern und einer kritikloſen Beurteilung zu unterziehen,
aber die durch die großen naturwiſſenſchaftlichen Entdeckungen
und die gewaltigen Fortſchritte auf dem Gebiete der Patho=
logie
, Bakteriologie, Phyſiologie und Chirurgie völlig in An=
ſpruch
genommene mediziniſche Wiſſenſchaft ging im Großen
und Ganzen an dieſen Dingen achtlos vorüber. In den letzten
Jahrzehnten hat ſich aber ein Umſchwung vollzogen, und die
Heilkräfte der Seele ſind Gegenſtand ernſter und ſtreng wiſſen=
ſchaftlicher
Forſchung geworden. Dabei lag aber die Führung
nicht ausſchließlich in den Händen der Pſychiater und Neurolo=
gen
, der Fachvertveter der Nerven= und Seelen=Heilkunde. Die
ſtärkſten Anregungen in dieſer Richtung gingen wohl von den
franzöſiſchen Aerzten Charcot, Dubois u. a. aus. Das erſte und
älteſte Gebiet pſychotherapeutiſcher Verfahren, das einer ge=
naueren
wiſſenſchaftlichen Prüfung unterzogen wurde, war die
Hypnoſe. Sie galt früher und gilt vielleicht manchen Laien
heute noch als eine myſtiſche Kunſt, die nur einzelne mit einer
geheimnisvollen Kraft ausgeſtatteten Perſonen eigen iſt. Heute
wiſſen wir, daß die Erzeugung des hypnotiſchen Zuſtandes nicht
auf einem geheimen Fluidum beruht, ſondern eine beſonders
ſtarke Auswirkung ſeeliſcher Beeinfluſſung darſtellt, wie wir ſie
in geringerem Maße auch im Alltagsleben beobachten können.
Das abendliche Einſchlafen ſtellt eine Art phyſiologiſcher Selbſt=
hypnoſe
dar, und wir können ohne Weiteres gewiſſe Vorbedin=
gungen
, die für das Gelingen einer Hypnoſe erforderlich ſind,
auch für das Einſchlafen in Anſpruch nehmen. Die körperliche
Müdigkeit iſt ja nicht die einzige Vorbedingung für den Eintritt
des Schlafes. Es gibt genug Menſchen, die nach Bedarf jeder=
zeit
einſchlafen können, wenn ſie eine gewiſſe Stellung einneh=
men
. Dagegen tritt trotz ſtärkſter körperlicher Ermüdung der
Schlaf manchmal nicht ein, wenn der Geiſt und das Gemüt zu
ſtark abgelenkt ſind. Der Eintritt des Schlafes wie der Hypnoſe
wird durch eine ſeeliſche Beeinfluſſung bedingt. Wer einſchlafen
will, gibt ſich die Suggeſtion zum Schlafen ſelbſt, alſo eine Auto=
ſuogeſtion
. Bei der Hypnoſe wird die Beeinfluſſung, die Sug=
geſtion
von dem Hypnotiſeur erteilt. So ſcheint es enigſtens.
Wer hypnotiſiert wird, glaubt ſich durch den Willen eines an=

deren beeinflußt. Das heißt, er hat vorübergehend freiwillig
das eigene logiſche Denken aufgegeben und ſich unter den Wil=
len
eines anderen geſtellt. Die Beeinfluſſung durch die Hypuoſe
iſt trotz gewiſſer poſthypnotiſcher Wirkung eine vorübergehende,
die die ſelbſtändige Willenshandlung beeinträchtigt und das
eigene Gefühlsleben des Hypnotiſierten überdeckt, aber im
Grunde nicht ändert. Eine Aenderung der Perſönlichkeit kann
durch Hypnoſe nicht bewirkt werden. Der Heibwert der Hyp=
noſe
iſt alſo ein beſchränkter. Ein Kind, das an Bettnäſſen
leidet, kann durch geſchickte Hypnoſe ſo weit gebracht werden,
daß es in der darauffolgenden Nacht trocken bleibt. Dadurch
gewinnt das Kind wieder ein gewiſſes Selbſtvertrauen, durch
das es befähigt wird, ſich ſelbſt ohne weitere Hilfe die nötige
Suggeſtion zur Vermeidung des Uebels zu geben. Um derartige
Wirkungen zu erreichen, iſt eine Hypnoſe gar nicht immer nötig.
Eine Wachſuggeſtion kann ebenſo erfolgreich ſein. Der Arzt,
der die Suggeſtion ausübt, muß allerdings eine Perſönlichkeit
ſein, die dem Kranken unbedingtes Vertrauen und Reſpekt ein=
flößt
. Mancher beliebte und erfolgreiche Arzt hat mehr durch
ſein Weſen, ſeinen Optimismus und ſeine Sicherheit zur Heilung
ſeiner Kranken beigetragen als durch ſeine Rezepte. Der vor
kurzem verſtorbene Apotheker Cous aus Naney iſt eine derartige
Perſönlichkeit geweſen. Ein einfacher, väterlicher Mann, immer
freundlich und äußerſt ſymathiſch, von einem unbeſiegbaren
Optimismus befeelt, hat er nicht nur ſeeliſch Leidenden, ſondern
auch vielen körperlich Kranken unzweifelhaft weſentlich geholfen.
Seine Mittel waren ſo einſach und primitiv wie nur möglich.
Die Theorien, auf denen er ſeine Lehren aufgebaut hat, waren
es nicht weniger. Wer zu ihm kam, wurde gebeſſert weil er
an Vater Cous glaubte. Das glückliche Gemüt Coués ſugge=
rierte
Hofſnung, Vertrauen und Geneſungswillen. Die Perſön=
lichkeit
Coués hat geholfen, nicht der Couéismus, der zu einem
Schlagwort kurpfuſcheriſcher Ausbeutung gewordem iſt. Die
Lehren dieſes Mannes ſind übrigens keineswegs neu. Wie
J. H. Schulz nachweiſen konnte, hat der leider früh verſtorbene
Oscar Vogt ſchon lange vor Coué, auf den Heilwert der Auto=
ſuggeſtion
hingewieſen und ſchließlich iſt ja die Selbſtbeeinfluſ=
ſung
etwas, was jeder Menſch mehr oder weniger bewußt jeder=
zeit
ausübt. Jeder Arzt weiß, daß auch körperliche Krankheiten
weitgehend durch die Stimmung des Kranken beeinflußt werden.
Zugleich muß aber mit aller Schärfe betont werden, daß dies
allein nicht genügen kann; eine urſächliche ärztliche Behandlung
iſt, wie auch Cous ſelbſt immer wieder betont hat, abſolut not=
wendig
.
Zur Suggeſtionsbehandlung im weiteſten Sinne gehören
eine Reihe von Maßnahmen unter Zuhilfenahme phyſikaliſcher

[ ][  ][ ]

Nummer 318
Die Bekämpfung der Schund=
und Schmutzliteratur.
Eine Warnung der preußiſchen Dichterakademie.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Es gibt nichts in Deutſchland, das nicht irgendwie rubriziert
würde. Auch der Geſetzentwurf zur Bekämpfung von Schmutz=
und Schundliteratur, der in der kommenden Woche den Reichstag
ui zweiter Leſung beſchäftigt, iſt dieſem Schickſal erlegen. Er
itt jetzt in den Kampf der Parteien hineingeſtellt und bedeutet
w, wie die Dinge heute liegen, lediglich einen Zankapfel der
Mehrheitsgruppierung. Ob es überhaupt dieſes Geſetzentwurfes
zurr Bekämpfung von Schund und Schmutz bedarf, darüber kann
nian verſchiedener Meinung ſein. Wir neigen zuviel zur Geſetz=
niacherei
, und ſollten vielmehr darauf ausgehen, die beſtehenden
Möglichkeiten, die heute ſchon im Rahmen des Strafgeſetzbuches
norhanden ſind, auszunutzen. Es iſt durchaus begreiflich, wenn
Alles, was von Kunſt und Literatur herkommt, in einer Erſtar=
nung
der Begriffe und in der Mobilmachung der Staatsanwalt=
chaft
eine Bedrohung der Geiſtesfreiheit ſieht, weil ja zu leicht
rhließlich die wahre Kunſt von dem Geſetz betroffen wird, wäh=
nend
die falſche Kunſt aus irgendwelchen Hintertürchen heraus=
ächlüpft
. So hat denn auch die preußiſche Dichterakademie, die
janter großen Schwierigkeiten jetzt begründet worden iſt, als erſte
Tat einen Aufruf zur Warnung vor dieſem Geſetz erlaſſen. Die
Sozialdemokraten und Kommuniſten ſind ohnehin für das Geſetz
micht zu haben. Der demokratiſche Innenminiſter Dr. Külz iſt
won ſeinem Geſetz allerdings ſo begeiſtert, daß er es irgendwie
Hurchbringen will, ſelbſt, wenn er die Deutſchnationalen und
DDeutſchvölkiſchen heranziehen ſollte, während bei den bürgerlichen
Warteien der Linken und Mitte alte liberale Erinnerungen ſich
egen, die ein derartiges Geſetz nur mitmachen wollen, wenn
virkſame Garantien gegeben ſind, daß damit kein Unfug ange=
richtet
werden kann.
Das Geſetz, ſo wie es aus dem Ausſchuß herausgekommen
rſt, ſieht vor, daß Landesprüfſtellen eingerichtet werden ſollen,
wenen die Entſcheidung über das Schickſal von beanſtandeten
SWerken mit Wirkung für ganz Deutſchland anvertraut werden
Foll. Was dabei herauskommen kann und wird, braucht man ſich
miicht vorzuſtellen bei den Gegenſätzen des Geſchmacks etwa zwi=
ſchen
Bayern und Berlin. Die Demokraten verlangen deshalb,
ſdaß die Prüfung einheitlich für das ganze Reich erfolgt, und
Edaß zudem in der Prüfungsſtelle ſelbſt durch Auswahl der Bei=
ſſitzer
ſtarke Garantien geſchaffen werden, daß alſo auch Buch=
Thandel und Schrifttum vertreten ſind, außerdem aber auch, daß
rnur bei Uebereinſtimmung von mindeſtens vier Mitgliedern, bei
einer Beſetzung von fünf, eine Schrift auf die Verbotsliſte geſetzt
twerden kann. Ob aber ſelbſt bei dieſen Sicherheiten die ganze
demokratiſche Fraktion und von der Deutſchen Volkspartei
gilt dasſelbe ſich zur Zuſtimmung zu dieſem Geſetz entſchließen
kann, iſt noch ſehr zweifelhaft. Es bleiben als Hilfstruppen der
Regierung nur Zentrum und Deutſchnationale, und damit zu
verſuchen, eine Mehrheit zu konſtruieren, iſt ein ziemlich zweifel=
haftes
Unternehmen. Deshalb ſollte die Regierung ſich doch
noch einmal überlegen, ob ſie nicht gut daran tut, keinen ſolchen
Streitapfel in den Reichstag hineinzuwerfen, über den ſich ſelbſt
die Regierungsparteien nicht einmal einigen können.
Gemeindewahlen in Baden, Sachſen und Lübeck.
In Baden hat ſich die Situation erneut zu ungunſten der
alten Rathausparteien verändert. Die unpolitiſchen Par=
teien
haben zum Teil erhebliche Gewinne dovongetragen. Aller=
dings
wird ihr Erfolg beeinträchtigt durch die vermehrte Anzahl
derartiger Liſten. Im ganzen genommen kann in faſt allen Ge=
meinden
die alte Rathauskoalition von der Volkspartei, bzw.
dem Zentrum, bis zur Sozialdemokratie mit knapper Mehrheit
als geſichert betrachtet werden.
In Sachſen iſt das Verhältnis der Parteien erheblich un=
einheitlicher
und unüberſichtlicher geworden. Die Linksparteien
haben durchſchnittlich Verluſte und Gewinne gegenſeitig ausge=
tauſcht
. Die bürgerlichen politiſchen Parteien haben ſtank zu
Gunſten der wirtſchaftlichen Parteien verloren. Alle bisherigen
Anhaltspunkte für eine Mehrheitsbildung in den ſächſiſchen
Stadtvertretungen ſind verloren gegangen.
In Lübeck haben Sozialdemokraten und Kommuniſten genau
50 Prozent der Sitze erhalten. Der hanſeatiſche Volksbund, die
Vereinigung der nichtſozialiſtiſchen politiſchen Parteien, iſt mit
36 Mandaten die ſtärkſte Fraktion geworden. Kommuniſten und
Demokraten verloren gegenüber der Wahl von 1922 je fünf
Mandate, die Haus= und Grundbeſitzer drei, das Zentrum, das
zum erſtenmal wieder eine Liſte aufgeſtellt hatte, gewann einen
Sitz, die Aufwerter ebenfalls einen.

Dienstag, den 16. November 1926

Für den Volksentſcheid.
Vom Heſſiſchen Wirtſchafts= und Ordnungsblock wird uns
geſchrieben:
Vom 14. bis 21. ds. Mts. liegen in den Städten und ein=
zelnen
Gemeinden die Wählerliſten auf. Jeder Wähler und jede
Wählerin muß ſich davon überzeugen, ob der Name in
der Wählerliſte ſteht, da ſonſt eine Abſtimmung un=
möglich
iſt. Vor allem gilt dies auch für alle diejenigen, die
bis zum 5. Dezember das 20. Lebensjahr vollenden.
Jeder muß am 5. 12. mit Ja ſiimmen.
Denn es iſt höchſte Zeit, daß in Heſſen andere Verhältniſſe
geſchaffen werden, wenn wir nicht in abſehbarer Zeit vor dem
vollendeten Staatsbankerott, ſtehen wollen. Die Aus=
gaben
des Staates ſteigen ins Unermeßliche. Sie betrugen:
1924: 91,5 Millionen RM., 1925: 112,1 Millio=
nen
RM., 1926: 128,6 Millionen RM. Wie hoch
werden ſie erſt 1927 ſein?
Dabei ſteht für 1927 ſchon jetzt ein Fehlbetrag von
über 30 Millionen RM. feſt.
Steuerzahler:
ſollen weiterhin Euere Gelder devartig verwirtſchaf=
tet
werden?
Beamte:
Was wird aus Eueren wohlerworbenen Beamten
rechten, wenn der Staatsbankerott nicht aufgehalten wird?
Wer nicht Nutznießer der beſtehenden Zuſtände iſt, der
ſtimmt am 5. Dezember mit Ja! und
!! !ſchickt den Landtag heim!! !

Reichsfrauentagung der Deutſchen Volkspartei
in Jena.
Jena, 15. November.
Im Verlauf der Reichsfrauentagung ſprach Frau Fock=
Liegnitz und Frau Pleimes=Frankfurt a. M. über das
Grenz= und Auslandsdeutſchtum unter beſonderer Betonung der
nationalen Bedeutung der Erhaltung deutſchen Volkstums in
den Grenzgebieten und im Auslande. Es wurde dann eine Ent=
ſchließung
angenommen, in der zu opferwilliger Mitarbeit, zur
Stärkung des bedrohten Deutſchtums aufgerufen wird. Zur
Außenpolitik wurde eine Entſchließung angenommen, in der feſt=
geſtellt
wird, daß nur aus der klaren Erkenntnis unſerer Lage
und der realpolitiſch gegebenen Möglichkeit die richtige Einſtel=
lung
zu dem Wege der deutſchen Außenpolitik gewonnen werden
könne. Ein anderer Weg als der der Verſtändigung, gepaart
mit nationaler Würde, ſei für uns nicht gegeben. Die gegen=
wärtige
Leitung unſerer Außenpolitik habe dieſe Forderungen
erfüllt. Dem Außenminiſter ſei dafür Dank auszuſprechen. In
einer weiteren Entſchließung wird der Erwartung Ausdruck ge=
geben
, daß eine ſtärkere Heranziehung der Frauen als Mitglieder
der Völkerbundsdelegation und als Sachverſtändige erfolgt. Der
zweite Tag war ausgefüllt mit Verhandlungen der drei Studien=
kreiſe
, über deren Ergebniſſe dann in der gemeinſamen Schluß=
ſitzung
Bericht erſtattet wurde.
Max Hölz.
* Berlin, 15. Nov. (Priv.=Tel.)
Die Kommuniſten geben keine Ruhe, bevor ſie ihren Natio=
nalhelden
Hölz nicht wieder aus dem Zuchihaus herausge=
bracht
haben. Sie haben jetzt einen Mann enddeckt, der, angeb=
lich
von ſeinem Gewiſſen getrieben, ſich ſelbſt geſtellt und einge=
ſtannden
haben ſoll, daß er den Grundbeſitzer Heß erſchoſſen hat,
deſſen Ermordung einer der Hauptgründe für die Verurteilung
von Max Hölz zu lebenslänglichem Zuchih s war. Die kommu=
niſtiſche
Fraktion hat deshalb das Juſtizminiſterium des Reiches
und Preußens ſowie auch den Amneſtieausſchuß des Reichstages
mobil gemacht, um eine Wiederaufnahme des Verfahrens zu er=
reichen
, weil ſie behauptet, er ſei unſchutldig verurteilt. Davon
bann watürlich keine Rede ſein. Es ſolle noch nicht vergeſſen ſein,
daß er wie ein Movdbrenner gehauſt hat, und daß die Ermor=
dung
des Heß nur eine der ihm nachgewieſenen Straftaten iſt. Mag
ſein, daß das Urteil milder ausgefallen wäre, wemn dieſer Ver=
dacht
wegfällt. Inſofern kann natürlich auch eine Wiederauf=
nahme
des Verfahrens in Betracht komen, aber kein Gericht
wird die Verandwortung übernehmen können, einen ſolchen Ge=
waltmenſchen
jetzt bereits wieder auf das deutſche Volk loszu=
laſſen
.

Seite 3

Schach dem König.
Von gut unterrichteter Seite wird uns geſchrieben:
Zu der Tragödie der fasciſtiſchen Revolution geſellt ſich das
Satyrſpiel Garibaldis. Die vorzeitige Entdeckung des Verräters
nach allen Seiten hat den Schleier ein wenig über einem Akt in
der Tragödie gelichtet, in dem das Endſpiel auf ein Schach dem
König hinauslaufen will. Man kann in Italien heute kaum
etwas beweiſen. Nicht, weil es an Indizien fehlte, ſondern weil
die Fäden der einzelnen Drahtzieher noch derart durcheinander
gewirrt ſind, daß man nie ganz genau ſagen kann, wohin der
einzelne Faden leitet und wer das Ende oder den Anfang in
der Hand hat.
Die Hauptſpieler in dieſem Endſpiel waren bisher Muſſolini
mit dem Kreis der echt fasciſtiſchen jüngeren Leute, die zu ſeiner
nächſten Umgebung gehören, jenen Männern, die er zur Aus=
führung
ſeiner direkten Befehle benutzt, und der bisherige
Innenminiſter Federzoni, dem die offizielle Sicherheit Muſſo=
linis
und des fasciſtiſchen Staatsweſens anvertraut war. Man
weiß, daß aus jener Zeit, als Muſſolini ſchwer kpank war, jenes
Teſtament exiſtiert, wonach im Falle eines plötzlichen Hin=
ſcheidens
Muſſolinis der Innenminiſter Federzoni zuſammen
mit dem Generaliſſimus Badoglio die Zügel der Regierung in
die Hand nehmen ſollte. Federzoni und ſeine Getreuen hatten
alſo tatſächlich zwei Seelen in ihrer Bruſt eine Leiſtung,
der die große Mehrzahl aller politiſierenden und herrſchſüchtigen
Italiener in fabelhafter Weiſe fähig iſt. Federzoni hatte ein
Intereſſe daran, daß das Teſtament in Kraft trat dies iſt die
mildeſte Form, mit der man die Sache umſchreiben kann und
hatte aber auch zugleich ein ſtarkes Intereſſe daran, daß Atten=
tate
auf Muſſolini beabſichtigt wurden, die der Innenminiſter
rechtzeitig aufdecken konnte, oder daß wenigſtens Schuldige‟
präpariert wurden, auf die man als Entdecker zurückgreifen
konnte, wenn ein nicht präpariertes Attentat ſich ereignen ſollte.
Aus dieſer zwieſpältigen Haltung ergab ſich dann jener Miſch=
maſch
von echten und unechten Anſchlägen, die das Leben Muſſo=
linis
wirklich bedrohten, und andererſeits doch erwünſcht oder
beſtellt waren, um ſein Leben der Nation unſchätzbar und
auguſtäiſch zu machen. Im Hintergrunde aber ſtand als letzte
Reſerve ſür die konſtitutionellen Nationaliſten und Auchfas=
ciſten
vom Schlage Federzonis die Perſon des Königs. Das
napoleoniſche Jahr Muſſolinis galt in beſonderer Weiſe dem
König, und dies Jahr iſt noch nicht vorbei.
Man muß wohl in die Zeiten des blutigſten Mittelalters
in Italien zurückgreifen, um einen derartigen Wuſt und Unrat
von Intrigen, haltblütigen Verſchwörungen und amtlichen An=
ſtiftungen
wiederzufinden, wie ſie ſich hinter den Kuliſſen des
heutigen Italien abſpielen. Die Inzucht jahrhundertelangen
Verſchwörertums treibt ihre üppigſten Blüten. Nepölismus
unter der Herrſchaft der Päpſte, Bourbonenwirtſchaft, Camorra
in Neapel, Maffia in Palermo, die Günſtlingswirtſchaft unter
der Freimaurerſchaft es war ſeit den Tagen der ſelbſtver=
ſtändlichen
Gemeinheit ſpätrömiſcher Zeiten und der Grauſam=
keit
der Renaiſſance immer dasſelbe: wer die Macht hatte, tötete
und unterdrückte die anderen und ſättigte ſich an der Staats=
krippe
. Nichts, aber auch nichts hat ſich im Kern geändert, nur
die Form hat ſich zum Teil gewandelt.
Die Königstreuen wußten, daß es mit der Herrlichkeit des
Hauſes Savoyen binnen kurzem zu Ende ſein würde, wenn man
nicht rechtzeitig den einzigſten Mann, der im Fascismus dem
König wirklich gefährlich war, zum Verſchwinden von der poli=
tiſchen
Bühne bringen konnte. Dieſer wiederum glaubte nicht
her endgültig gegen die Krone vorgehen zu können, als bis die
Begeiſterung des Volkes, und zwar des ungebildeten Volkes
weit unten in Süditalien ebenſo, wie in den konſervativen
Bürgerkreiſen der Städte, ihn mit einem derartigen Nimbus
umgeben hätte, daß jeglicher Glanz einer Krone neben dem
Mythus Muſſolini verbleichen mußte. Fascismus und
Faſzinieren gehören zuſammen.
Von allen Seiten wurde alſo konſpiriert. Muſſolini beſchritt
den Weg der antiken Göttlichkeit, jener auf die dumme Menge
berechneten Aufmachung in Prunk, Unverwundbarkeit, Allwiſſen=
heit
und Rhetorik, die eine bereits halb betrunkene Menge zu
Taten der Ekſtaſe treiben kann. Wenn der höchſte Grad der
Volksraſerei erreicht war, dann verſchwand die Krone faſt von
alleine. Man mußte vielleicht kaum nachſtoßen, wenn der Mantel
fiel. Federzoni ſchien zwar nicht ganz zuverläſſig, aber ſolange
er im Amt des Innenminiſters war, würde der König nicht den
letzten Reſt ſeines Preſtiges anwenden, um ſich des Heeres zu
verſichern, ehe dieſes ſelbſt endgültig ſasciſtiſiert war. Dieſer
Innenminiſter aber war ſich bewußt, daß er gegen die Einflü=
ſterungen
der Getreuen um Muſſolini nur ein Mittel hatte:
Attentate rechtzeitig entdechen und ſich dadurch als treuen Hüter
ſeines Herrn beweiſen. Er mußte alſo um ſeiner Herrſchſucht
willen (der Erhaltung des Königshauſes unter ſeiner Aegide),
Anſchläge geſchehen laſſen, wenn ſie Ausſicht auf Erfolg haben
ſollten, damit das Teſtament in Kraft treten könnde, und ander=
ſeits
für Attentate ſorgen, die Kraft ſeiner Kunſt entdeckt

Mittel. So läßt ſich durch Anwendung des elektriſchen Stromes
eine ſtarke Beeinfluſſung ausüben und damit gewiſſe hyſteriſche
Erſcheinungen, wie hyſteriſche Lähmungen, Stummheit uſw., be=
ſeitigen
. Bei der Vekämpfung des hyſteriſchen Schüttelns bei
Kriegsteilnehmern wurden daneben Exerzierübungen erfolgreich
verwendet, da das militäriſche Kommando eine ſtarke und ener=
giſche
ſeeliſche Beeinfluſſung darſtellt.
Dagegen geht die Seelentiefenbehandlung, die Pſychoanalyſe
Sigmund Freuds, von ganz anderen Geſichtspunkten aus. Freud
will nicht beeinfluſſen, ſondern durch genaueſtes Eingehen auf
alle ſeeliſchen Aeußerungen des Patienten dieſen von Hem=
mungen
und Sperrungen befreien, die ſich dem normalen Ablauf
ſeeliſcher Vorgänge in den Weg ſtellen. Es würde zu weit
führen, hier die Grundbegriffe und Wandlungen der Freudſchen
Lehre ausführlich darzulegen. Dies iſt in vielen populären
Schriften mehr als genug geſchehen und es iſt charakteriſtiſch,
daß ſich das Publikum mit keiner anderen Richtung moderner
Forſchung ſo ausgiebig beſchäftigt hat wie grade mit der Pſycho=
analyſe
. An Widerſprüchen und ſcharfen Angriffen hat es dem=
entſprechend
gerade von ſeiten der Nervenärzte nicht gefehlt.
Dabei richteten ſich die Angriffe vor allem gegen die ſtarke Be=
tonung
des Sexuellen als Urſache nervöſer Störungen, und man
muß zugeben, daß in dieſer Beziehung der phantaſtiſchen Aus=
deutung
und der Uebertreibung ein weiter Spielraum gelaſſen
wurde. Der Kern der Freudſchen Lehre ſtellt trotz mancher Ver=
wirrungen
einen ganz bedeutenden Fortſchritt der modernen
Seelenforſchung dar. Wird doch in der Pſychoanalyſe zum erſten
Male ein Verfahren, wenn man will, eine Technik entwickelt, die
es dem Seelenarzt möglich macht, die inneren Urſachen ſeeliſcher
Konflikte aufzudecken. Der erſte Schritt auf dieſem Wege war
getan, als es Freud und Breuer gelang, ſtark gefühlsbetonte Er=
lebniſſe
als Urſache hyſteriſcher Erſcheinungen aufzudecken, dem
Kranken bewußt zu machen und auf dieſe Weiſe das hyſteriſche
Symptom zum Verſchwinden zu bringen. Dieſe Art der Seelen=
behandlung
wird auch beute noch von einer Anzahl Pſycho=
therapeuten
ausgeübt und ſoll in vielen Fällen recht erfolgreich
ſein. Es bleibt aber wie die Suggeſtionsbehandlung ein ſymp=
tomatiſches
Mittel, das nur zur Beſeitigung einer einzelnen
Krankheitserſcheinung dient, ohne das Uebel an der Wurzel zu
faſſen. Zur Erreichung dieſes für jede Krankheitsbehandlung
wichtigſten Zieles wollten Freud und ſeine Schüler die Pſycho=
analyſe
ausbauen. Durch immer tiefer ſchürfende Erforſchung
des Seelenlebens, wobei die ſymboliſche Bedeutung des Traum=
lebens
mit herangezogen wurde, ſollten dem Kranken die außer=
halb
der Sphäre ſeines Wachbewußtſeins wirkenden Triebkräfte
bewußt gemacht werden. Der Neurotiker ſollte in der Analyſe
auf den Grund ſeiner Seele ſchauen lernen. Der ſeeliſche Ken=
fikt
, der Kampf zwiſchen Triebleben und Sittengeſetz, wird ihm

offenbar und mit Hilfe dieſer Einſicht ſollte ein Ausgleich ge=
ſchaffen
werden, der zur Heilung der Neuroſe führt. Das
Seruelle iſt in dieſem Sinne nur ein Teil, wenn auch ein beſon=
ders
mächtiger des geſamten Trieblebens. Man glaubte mit
einer ſolchen ſeeliſchen Zergliederung, Analyſe, auszukommen
und den ſeeliſchen Wiederaufbau dem Kranken ſelbſt überlaſſen
zu können. Es werden aber jetzt ſchon zahlreiche Stimmen
laut, die von dem Analytiker verlangen, daß er dem Kranken
bei dieſem ſeeliſchen Wiederaufbau helfend zur Seite ſtehen
müſſe. Ein früherer Schüler Freuds, Adler, glaubt die Analyſe
durch eine erzieheriſche Seelenbehandlung verſetzen zu können.
In ſeiner Individualpſychologie vertritt er die Anſicht, daß die
Urſache der meiſten Neuroſen in einer in früher Jugend be=
wirkten
Untergrabung des Selbſtvertrauens, einer Unter=
drückung
des gefunden Geltungsſtrebens liegt. Wenn es ge=
lingt
, dem Kranken wieder Mut und Selbſtvertrauen einzuflöſen,
wird dieſer von ſelbſt wieder geſund. Alle dieſe Methoden einer
kauſalen, d. h. urſächlichen Behandlung ſeeliſcher Verſtimmungen
und nervöſer Leiden haben das Gemeinſame, daß ſie eine ver=
trauensvolle
Ausſprache zwiſchen Krankem und Seelenarzt
nötig machen. Wie ſegensreich, ja heilbringend ein ſolches Aus=
ſchütten
des Herzens iſt, wird mancher an ſich ſelbſt erfahren
haben, der in Stunden ſeeliſcher Not einen verſtändnisvollen,
warmherzigen Zuhörer und Tröſter gefunden hat, mag es nur
ein Freund, ein Geiſtlicher oder ein Arzt geweſen ſein.
Dr. med. Georg Kaufmann.

Ein ernſtes Wort in letzter Stunde.
In dieſen Tagen wird das Geſetz zum Schutze der Jugend
vor Schund= und Schmtzſchriften im Reichstag zur Verhaid=
lung
ſtehen. Man hat darum in letzter Zeit durch Kundgebungen
und durch Aufſätze aller Art verſucht, mit aller Macht Stimmeing
gegen das Geſetz zu machen, um es zu Fall zu bringen. Man
redet in hochtönenden Phraſen von einer angeblichen Bedro=
hung
der Geiſtesfreiheit von Kulturwidrigkeit von poli=
tiſcher
Ausnutzung des Geſetzes uſw. In dem Lärm und Ge=
ſchrei
der Gcſetzesgegner muß doch mit aller Nuhe feſtgeſtellt
werden, daß ihre Einwürfe gegen das Geſetz jeder ernſthaften
Grundlage entbehren. Nicht Bedrohung, ſondern Schutz der
wahren Kunſt ſehen wir in einem Geſetz, das den Schund und
Schmutz erfaßt und das freie Bahn echtem künſtleriſchen Wirken
ſchaffen wird. Auch ein Mißbrauch des Geſetzes zu politiſchen
Zwecken iſt nach der neueſten Faſſung des Geſetzentwurfes völlig
ausgeſchloſſen. Da heißt es in § 1, daß politiſche Togeszeitungen

dem Geſetz nicht unterliegen und daß eine Schrift wegen einer
politiſchen Tendenz nicht verboten werden darf.
Laſſen wir uns alſo nicht beirren! Letzten Endes ſteckt hinter
all dieſen Einwendungen das Schundkapital oder irgendwelche
parteidogmatiſch eingeſtellten Kreiſe, die entweder um ihr Geſchäft
oder um ihre Partei beſorgt ſind. Das alles iſt aber bei der
ſachlichen Beurteilung des Geſetzes auszuſchließen. Es han=
delt
ſichhier umunſere Jugend, die durch die Schund=
und Schmutzfluten in größter Gefahr ſteht. Alle, denen die
Jugend als heiligſtes Gut unſeres Volkes lieb iſt, erhoffen von
dem Reichstag in dieſen Tagen eine geſchloſſene Stellung für
das Geſetz und fordern, daß ein Geſetz verabſchiedet wird, das
in wirkſamſter Weiſe unſere Jugend vor der weiteren Ver=
ſeuchung
ſchützt. In dem Tagesſtreit der Meinungen über das
Geſetz rufen wir unſerer Volksvertretung zu:
Reichstag, bleibe feſt!

C.K. Ein Frauenrekord des Schweigens. Eine Frau, die ein
Geheimnis mehr als 30 Jahre lang treu bewahrt, dürfte gewiß
eine Seltenheit ſein. Das weibliche Weſen, das dieſen Retord
aufſtellte, war aber eine Indianerin, die Saaw des Häupt=
lings
der Sheſhone=Indianer John King. John King oder
Creek Johnny wie er allgemein genannt wurde, war dadurch
berühmt geworden, daß er eines Tages mit großen Goldklumpen
und viel Goldſtaub auftauchte, die er nach Yerington, einer
Stadt am Weſtrande des Wüſtengebietes von Nevada, brachte.
Man hatte alle Mittel verſucht, um ihm das Geheimnis zu ent=
reißen
, woher dies Gold ſtammte, das die Quelle ſeines Reich=
tums
geworden war, aber man konnte ihm nicht ein Wörichen
abringen. Als er ſtarb, glaubte man, er habe ſeine Kenntnis
dicſes Goldſchatzes mit ins Grab genommen. Nun wird end=
lich
das Geheimnis durch einen Bericht der New Yorker Sun
gelüftet. Danach hatte der alte John auf ſeinem Totenbette
ſeiner Frau die Stelle des Goldlagers anvertraut, ihr aber das
Verſprechen abgenommen, das Geheimnis des Stammes wäh=
rend
ihres ganzen Lebens zu bewahren. Sie hielt treu ihr Ge=
lübde
, und erſt, als ſie ſelbſt ihr letztes Stündlein herannahen
fühlte, machte ſie ihrem Schwiegerſohn Mitteilung, dem jetzigen
Häuptling des Stammes. Dieſer glückliche Erbe des Geheim=
niſſes
verlor keine Zeit, um ſich in den Beſitz des verborgenen
Reichtums zu ſetzen und brachte ebenfalls reiche Goldſchätze mit,
wie der alte John vor 30 Jahren. Die Folge war, daß ein wil=
der
Anſturm nach den wüſten Gegenden Nevadas einſetzte, bei
dem Bergwerksſachverſtänkdige, Mineralogen, Goldſucher und
Wbenteurer aller Art die Abhänge und Höhen des Grand Nang
durchforſchten in der Oofſnung, eix neues Dongdo zu finden.

[ ][  ][ ]

Seite 4

Nummer 318

wurden. So allein erklärt ſich der Rattenkönig von Anſchlägen
mit echten und unechten Schüſſen, Bomben oder Verſchwörungen.
Dieſes Doppelſpiel n beſtellten und abgeſagten Anſchlägen
konnte er nur deshalb ſo lange Zeit durchführen, weil es im
Sinne Muſſolinis war, die italieniſchen Emigranten, die Fuo=
rusciti
, in Frankreich dadurch unſchädlich zu machen, daß man
der franzöſiſchen Regierung den Beweis für den Urſprung der
Anſchläge auf franzöſiſchem Boden liefern konnte. Die An=
ſchläge
, die teilweiſe tatſächlich ernſthaft gegen Muſſolini ge=
meint
waren und mit amtlichen Mitteln aus dem Innenmini=
ſterium
geſpeiſt worden ſind, wurden Muſſolini als Lockſpitzel=
attentate
hingeſtellt. Sein krankhafter Wunſch, die verhaßten
Gegner in Frankreich unſchädlich zu machen, ließ ihn zu den
bedenklichſten Maßnahmen ſeine Zuſtimmung geben. Denn die
Emigranten in Paris und an der Riviera gehörten zu der Elite
des Geiſtes im früheren Italien.
Wenn man ſich bei dieſer beſtellten Verſchwörerarbeit über=
legt
, wie die Darſtellung Federzonis geweſen ſein mag, die er
Muſſolini über die Anſchläge gegeben haben dürfte, ſo verſteht
man auch, warum Muſſolini in einer kühn erſcheinenden Heraus=
forderung
des Schickſals immer wieder gerufen hat, daß er un=
verwundbar
ſei, bis ſeine Miſſion erfüllt ſei. Er glaubte ja, daß
die Attentate ſich für ihn ungefähr ſo anzeigten, wie das ſchlechte
Wetter ſich auf dem Barometer vorher ankündigt.
Es würde zu weit führen, wenn man an der Hand von
Daten zeigen wollte, wie die verſchiedenen Anſchläge (mit Aus=
nahme
vielleicht von dem Schuß der verrückten Engländerin) ſich
jedesmal abſpielten, ſobald Federzoni entweder ein Alibi hatte,
oder durch Aeußerungen und Permutungen ſeine ſpätere Un=
ſchuld
im voraus ſichern konnte. Als der betrogene Verſchwörer
Zaniboni ſein Zielgewehr auf Muſſolinis Balkon richten ſollte,
war Federzoni zufällig in Südtirol, alſo weit vom Schuß.
Wenn dieſer erſte Verſuch, bei dem man noch nicht genügend
Erfahrung hatte die Aufmachung war ja auch unwahrſchein=
lich
plump mißlang, dann war der Innenminiſter geſichert.
Bei dem Bombenwurf in Rom in dieſem Sommer haben hohe
Polizeibeamte, wie bereits früher berichtet, gewußt, daß etwas
im Gange war, ohne erfahren zu können, was ſich vorbereitete.
Wer damals in Rom war, weiß, daß eine ſehr prominente Per=
ſönlichkeit
, der die Sicherheit des Duce oblag, in der Woche vor
dem Anſchlag äußerſt unruhig war. Bei verſchiedenen Gelegen=
heiten
, wo er mit fremden Diplomaten zuſammentraf, fiel dieſen
Ausländern auf, daß der betreffende Beamte ungemein blaß und
unſtet war. Unvorſichtige Aeußerungen ließen auch erkennen,
daß er etwas erwartete, ohne herausfinden zu können, wo die
Gefahr lag. Federzoni allein und der edle Gambaldi hät=
ten
ihm wohl Auskunft geben können.
Dieſer Garibaldi, eines der häßlichſten Geſchöpfe einer üblen
Epoche, ein Mann, der vor dem Kriege, ebenſo wie im Krieg
und nachher nur faule Sachen gemacht hat, wäre in der Lage,
hinter die Kuliſſen um Muſſolini zu leuchten. Und wenn die
franzöſiſche Regierung es vermeidet, ihn vor Gericht ſtellen zu
laſſen, ſo geſchieht dies ſicher nur, weil ſie nicht neuen Zündſtoff
gegen Italien im eigenen Lande anhäufen laſſen will, wenn

Dienstag, den 16. November 1926

man in Frankreich vor Gerichtsſtelle etwas von der Wahrheit
erfahren würde. Briand genügt es, daß er die Aktenkenntnis
hat, und Poincaré möchte die Front gegen Muſſolini nicht er=
weitert
ſehen. Die Attentatsfabrikation um Garibaldi und das
widrige Spitzeltum aber ſind letzten Endes eben nur durch die
Gelder aus den Kaſſen Federzonis möglich geweſen. Muſſolimi
hat dieſe Machenſchaften geduldet, weil er nach dem Abſchieds=
geſuch
Federzonis (jenem ſeinerzeit noch nicht bewilligten Ab=
ſchiedsgeſuch
, das Federzoni nach dem Bombenwurf einreichte),
den Innenminiſter bei der nächſten Gelegenheit entfernen konnte,
ohne daß für den König nach einem neuen Anſchlag auf Muſſo=
lini
, die Möglichkeit zu einem guten Wort für ſeinen Federzoni
gegeben geweſen wäre. Federzonis Figur aber ſtand allein noch
im Weg, um Schach dem König im Endſpiel erklären zu
können. Badoglio war gerade in Rumänien, das Heer alſo
für einige Zeit ausſchließlich in der Hand des Kriegsminiſters
Muſſolini. Die nächſten Attentate ſind durch das Ausſcheiden
Garibaldis nicht mehr ganz genau vorauszuſehen. Jetzt iſt
der Duce auch ſein eigener Innenminiſter, und ſeine Miliz be=
ſorgt
nun ausſchließlich den wirklichen Sicherheitsdienſt. Das
Endſpiel hat eingeſetzt. Wenn die Partei im Innern zu Ende
ſein wird, dann tritt der Fascismus Muſſolinis in eine neue
Phaſe ein, das Spiel mit dem Ausland. Die napoleoniſche
Stunde naht, in der Muſſolinis Ruhm Lorbeeren außerhalb
Italiens ſuchen wird. Wenn der Frühjahrswind im Balkan
oder in Kleinaſien weht, oder wenn kein weiteres Stimulans
im Lande mehr aufzutreiben iſt, dann wird Europa zu ſpüren
bekommen, was heute noch in Italien nur Schach dem
König iſt.
Das Ergebnis von Odefſa.
Die Beſprechungen zwiſchen dem ruſſiſchen Volkskommiſſar
des Auswärtigen, Tſchitſcherin, und dem türkiſchen Außenmini=
ſter
, Ruchdy Bey, in Odeſſa ſind am Sonntag beendet worden
und Ruchdy Bey hat bereits am Nachmittag an Bord der Hami=
dieh
die Rückreiſe angetreten. Ueber das Ergebwis wurde von
beiden Miniſtern folgendes Communiqué ausgegeben:
Tewfik Ruchd Bey und Tſchitſcherin evwogen die beide Re=
gierungen
gemeinſam intereſſierenden Fragen. Sie ſtellten feſt,
daß keine einzige Frage die Richtung der Politik beider Staaten
ändern und die zwiſchen ihnen beſtehenden Beziehungen ſtören
könne, daß es äußerſt wünſchenswert ſei, dieſe Beziehungen noch
enger und herzlicher auszubauen, und daß die Befeſtigung dieſer
Beziehungen für den Weltfrieden äußerſt wichtig ſei.
Vor ſeiner Abreiſe gab der türkiſche Miniſter einem Ver=
treter
der Telegraphenagentur der Sowjetunion einige Erklä=
rungen
ab, in denen er ſagte: Es iſt nicht genug, die Beziehungen
zwiſchen beiden Ländern als freundſchaftlich zu charakteriſieren.
Ich möchte ſie brüderlich nennen. Tſchitſcherin und ich haben
uns lange unterhalten, nicht nur als Vertreter zweier Staaten,
ſondern auch als Freunde, die durch eine ſechsjährige Freund=
ſchaft
miteinander verbunden ſind. Unſer Zuſammentreffen
wird eine neue Befeſtigung der Beziehungen zwiſchen der Tür=
kei
und Sowjetrußland zur Folge haben.

* Die Verhandlungen über die
Abrüſtung.
Ausſprache Streſemanns mit Briand und
Chamberlain in Genf.
Die Verhandlungen über die Abrüſtung neh=
men
bisher einen befriedigenden Verlauf. Das Auswärtige Amt
hat, wie bereits mitgeteilt, vor einigen Tagen einen Spezialiſten
nach Paris geſandt, um mit der Botſchafterkonſerenz eine Ver=
ſtändigung
über die möglichen Differenzpunkte herbeizuführen.
Man nimmt nach den letzten Nachrichten aus Paris an, zumal,
da auch der Vorſitzende der Kontrollkommiſſion, General Walch,
von der mangelnden Exiſtenzberechtigung der Kontrollkommiſſion
überzeugt iſt, daß noch vor der Genfer Konferenz die letzte Ent=
ſcheidung
getroffen wird, ſo daß dann die Kontrolle praktiſch
aufhört. Die eigentlichen Schwierigkeiten beſtehen aber nicht ſo
ſehr in der Beſeitigung der Kontrollkommiſſion, als in dem, was
dann werden ſoll. Wie bekannt, iſt der Verſuch gemacht worden,
ehe Deutſchland in den Völkerbund eintrat, ein beſonderes
Inveſtigationsprotokoll aufzuſtellen und Deutſchland unter eine
ewige Kontrolle des Völkerbundes zu ſtellen. Im Verſailler
Vertrag iſt zwar vorgeſehen, daß wir uns bei akuten Anläſſen
eine ſolche Kontrolle des Völkerbundes gefallen laſſen müſſen;
das hat aber den franzöſiſchen Militärs nicht genügt, ſie wollten
dieſe klaren Beſtimmungen uminterpretieren und wenigſtens
für das Rheinland dauernde Kontrollorgane ſchaffen. Für uns
würde das alſo den Unterſchied bedeuten, daß die Kontrolle nicht
mehr von der Entente, ſondern vom Völkerbund ausgeübt wer=
den
würde. Dagegen hat Deutſchland ſchon in Locarno Ein=
ſpruch
erhoben und unſere Gründe ſind damals auch von
Briand anerkannt worden. Immerhin wird er in dieſer Rich=
tung
von den franzöſiſchen Militärs ſtark unter Druck gehalten,
und es wird eigentlich angenommen, daß durch eine perſönliche
Ausſprache zwiſchen Dr. Streſemann, Briand und Chamberlain
auf der Ratstagung anfangs Dezember ſich die beſte Möglichkeit
bietet, hier einen Ausgleich zu ſchaffen. Deswegen iſt es auch
unbegreiflich, wie gerade jetzt die Nachricht kommen kann, der
Reichsaußenminiſter würde nicht nach Genf fahren. Er hat ſchon
ſeit längerer Zeit ſeine Dispoſitionen ſo getroffen, daß er in
Genf die deutſchen Intereſſen ſelbſt vertritt, eben weil er die
Hoffnung hat, dann dieſes ganze Kapitel der Kontrolle endgültig
aus der politiſchen Diskuſſion ausgeſchaltet zu ſehen.

Für die Herstellung guten Suppen
gibt es viele Rezepte, keines aber ist einfacher und billiger als dieses:
nimm MAGGl Suppen-Würfel

Mac

Kräftiger Sonntags=

junge angekommen. Dies
zeigen in dankbarer Freude

an

(*30152

Wilhelmine Sperb, geb. Wahl
Vikar Leopold Sperb

z. Zt. Darmſtadt Weiz, Steiermark

P Unſer dritter Sonntags=
* junge angekommen.

Polizeioberleutnant Knapp
u. Frau Gretel, geb. Walter.
Darmſtadt, den 14. November 1926.
.5
Unſern vier Buben wurde
heute ein prächtiges Schweſterchen
geboren.
Dr. Ing. Wilhelm Petry und
Frau Marie, geb. Kopp.
Obercaſſel, Siegkreis,
z. Zt. Bonn=Dottendorf, Süd=Sanatorium,
13. November 1926.
(16761

luch Sie hatten Pech in der Gesellschaft!
hr Seiden-Schal, Ihr Seiden-Kleid
3ckam einen Eisck,
Selden-Fips nimmt ihn weg!
Hersteller: Urawia-Besellschaft m. b. d. Stuttdant
Zr haben in allen einschlügigen Geschdften
Vortreter u. Lager: Gustav Mochelke
Malux, Mäitteruschtsreul 11

L 9t. 12588

Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die
traurige Nachricht, daß meine liebe Mutter, Schwieger=
mutter
, unſere Schweſter, Schwägerin, Tante und Groß=
mutter

Frau Marie Kraft
geb. Schäfer
Oktroi=Erhebers Witwe
im nahezu vollendeten 80. Lebensjahre von ihrem ſchweren
Leiden durch einen ſanften Tod erlöſt wurde.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen.
Jakob Kraft.
Darmſiadt, den 15. November 1926.
(16777
Nieder=Ramſtädterſtr. 15.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 17. November,
nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Waldfriedhofes
aus ſtatt.

Todes=Anzeige.

Geſtern nachmittag 4½ Uhr verſchied in Worms
unerwartet nach längerem Leiden mein innigſtgeliebter
Mann, unſer treubeſorgter Vater, guter Sohn, Bruder
und Schwiegerſohn
Herr Or. phil. Hermann Götz
Studienrat an der Piktoriaſchule
im Alter von 36 Jahren.
Im Ramen der trauernden Hinterbliebenen:
Johanna Götz, geb. Schmitt=Bodmann
und 2 Kinder.
Darmſtadt, Wilhelm=Jägerſtr. 10, Dieburg, Worms, (16775
Auf beſonderen Wunſch des Verſtorbenen, findet die
Beerdigung in Worms, Friedhof Hochheimer Höhe,
am Mittwoch, den 17. November 1926, nachmittags
8½ Uhr ſtatt.

Dankſagung.
(Statt Karten.)
Für alle Ehrungen und liebevolle Teilnahme,
welche mir bei dem allzufrühen Hinſcheiden meines
lieben, unvergeßlichen Mannes zu teil wurden, ſpreche
ich hierdurch meinen aufrichtigen Dank aus.
In tiefer Trauer:
Frau Helene Roſignol Bwe.
geb. Dauber.
Darmſtadt, den 15. November 1926.
(16737

Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die trau=
rige
Mitteilung, daß mein lieber Mann, unſer lieber,
guter Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkei
Heinrich Schmidt
nach langem Leiden ſanft entſchlafen iſt. (16739
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Eliſe Schmidt Wwe.
Familie Gg. Schmidt
Familie Wilh. Schmidt.
Die Beerdigung findet am Mit woch, den 17. No=
vember
, vormittags 11 Uhr, auf dem alten Friedhof
an der Nieder=Ramſtädterſtraße ſtatt.

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unſeren
lieben, unvergeßlichen Sohn, Bruder, Schwager und
Bräutigam
Herrn Wilhelm Heß
am Sonntag im blühenden Alter von 20 Jahren in
Neuſtadt a. d. Donau in ein beſſeres Jenſeits abzurufen.
Familie Philipp Heß,
Weinbergſtr. 4
Familie Georg Heß
Käti Jäger (Braut).
Darmſtadt, den 15. November 1926.
(*30182
Die Beerdigung findet Dienstag, den 16. November
um 2½ Uhr in Neuſiadt ſiatt.

Dankſagung.

Allen Denjenigen, welche an dem Hinſcheiden
unſerer lieben, unvergeßlichen Entſchlafenen Anteil
genommen haben, ſprechen wir auf dieſem Wege
unſeren herzlichen Dank aus.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Müller
Heinrich und Hermann Mäller.
Darmſtadt, den 15. November 1926. (16772

Beiladung nach der
Bergſtraße u zurück,
ſowie Mainz u. zu
rück nimmt an (*30181
J. Kugler, Liebfrauen=
ſtr
. 33. Teleph. 1011.


werd auf neu lackert
(*30119
billigſt
Eliſabethenſtraße 3
Seitenbau, part

Bei Erkältung, Rheuma, Hexenschuß,
Glieder-, Muskel- und Kopfschmerz.

Carmol, die billige Hausapotheke, ist seit über
Wabren in vielen tausend Familien eingebürgert.

Ein beliebtes Abkährmittel it
CARMOL.-TEE. Preis 60 Pfg.

Erhältlich in Apotheken und Drogerien.
Carmol-Fabrik, Rheinsberg (Mark).
Erhältlich in Darmstadt:
Central-Drogerie, Inh. Anton Logel,
Apoth, Elisabethenstr. 30, Drogerie Chr.
Schminn, Inh. Beieh.
T (J. 6505

Ich war am ganzen Leibe mit

Saute

44

behaftet, welche mich durch das ewige Jucken Tag
und Nacht peinigten. Nach dem Leſen Ihrer
Druckſache war mein erſter Weg zur Apoiheke,
natürlich nur in dem Gedanken, eine Mark zu ver=
ſchenken
; aber es kam anders. Nach einer Ein=
reibung
von kaum 14 Tagen mit Zucker’s Patent=
Medizinal=Seiſe waren meine Flechten vollſtändig
verſchwunden. Deshalb laſſe ich es mir nicht
nehmen, Ihnen 1000 mal Dank zu ſagen denn
Zucker’s Patent=Medizinal=Seiſe iſt nicht Mk. 1.50
ſondern Mk. 100. wert. Sergt. M.* 4 Stck.
60 Bfg. (15 B ig), Mk. 1. (25 % ig) und Mk. 1.50
(35 % ig, ſtärkſte Form). Dazu Zuckooß=Creme‟
4 B, 65 und 90 Pfg. In allen Apotheken,
Drogerien und Parfümerien erhältlich.

R
Habe meine Tätigkeit in Maſſage
und Heilgymnaſtik aufgenommen
Frau Erna Ebert, Tarmſtadt
Hügelſtraße 75, Tel. 1117 165747

Waſchmaſchine mit
Waſſermotor u. Schläu=
chen
, Wringmaſg., Tep,
pichkehrmaſch , guterh
preisw. z verk / 30122
Frankfurterſtr. 17, I..

V
Damenkonfektion: Daden
Xleider, Eo üme, Mäntel, Umarbeiten v.
Frauenkleidung zu ſoliden Preiſen
HEDWIG SCHWEITZER
Am Herrenacker 11 (Alter Bahnhof) (30185
Moderner Keſellſchaftskanz
Welche gebildeten Damen und Herren be=
teiligen
ſich an einer ſportlichen Pflege des
modernen Tanzes? Angebote unter 0 97
G.-ſchäftsſtelle.
(*3013

[ ][  ][ ]

Nummer 318

Olenstag, den 16. November 1926

Seite 5

Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 16. November.
Ernannt wurden am 13. Sept.: der Schuſamtsanwärter Wil=
Selm Allendörfer aus Altenhain, Kreis Schotten, zum Lehrer an
Ser Volksſchule zu Göbelnrod, Kreis Gießen; am 16. September: der
Schulamtsanwärter Wilhelm Böcher aus Ruppertsburg, Kreis Schot=
en
, zum Lehrer an der Volksſchule zu Grünberg, Kreis Gießen; am
L1. September: der Schulamtsanwärter Wilhelm Schütz aus Schlitz,
Kreis Lauterbach, zum Lehrer an der Volksſchule zu Gelnhaar, Kreis
BBüdingen; der Schulamtsanwärter Wilhelm Eiff aus Beuern,
FKreis Gießen, zum Lehrer an, der Volksſchule zu Grüningen, Kreis
Bießen; am 22. September: der Schulamtsanwärter Karl Becker aus
MMaar, Kreis Lauterbach, zum Lehrer an der Volksſchule zu Rüddings=
Sauſen, Kreis Gießen; der Schulamtsanwärter Karl Klücker aus
Dich, Kreis Gießen, zum Lehrer an der Volksſchule zu Steinbach,
reis Gießen; am 15. Tktober: de Schulamtsanwärter Heinrichz
Sindenſtruth aus Beuern, Kreis Gießen, zum Lehrer an der
Wolksſchule zu Appenrod. Kreis Alsfeld; am 18. Oktober: die Schul=
mimtsanwärter
Jakob Ebling aus Rhein=Dürkheim, Kreis Worms,
um Lehrer an der Volksſchule zu Wahlheim, Kreis Alzey, Philipp
bleth aus Bermersheim, Kreis Worms, zum Lehrer an der Volks=
Schule zu Bechenheim, Kreis Alzey, Chriſtian Wießler aus
Sprendlingen, Kreis Alzey, zum Lehrer an der Volksſchule zu Fürfeld,
Kreis Alzey; am 20. Oktober: die Hilfsaufſeherin bei dem Landgerichts=
ugefängnis
in Darmſtadt, Marie Werner, zur Gefangenenaufſeherin
Wei dieſem Gefängnis; am 22. Oktober: der Kanzleigehilfe bei dem Amts=
gericht
Gießen, Andreas Merle, zum Kanzliſten; am 4. November:
Ser Lehrer Guſtav Bergmann zu Klein=Anheim, Kreis Offenbach
aa. M., zum Lehrer an der Volksſchule zu Klein=Krotzenburg, Kreis
Sffenbach a. M. Am 4. November 1926 wurden die Hilfsförſter Lud=
ſvig
Dörlam aus Groß=Hauſen zum Förſter der Förſterei Heilig=
4kreuz, Forſtamt Bingen, Karl Frank aus Rudingshain zum Förſter
Ɨder Förſterei Stornfels, Forſtamt Eichelsdorf, Rudolf Hofmann
gaus Steinheim, Kreis Gießen, zum Förſter der Förſterei Schwickarts=
Thauſen, Forſtamt Konradsdorf, Auguſt Troß aus Geiß=Nidda zum
2Förſter der Förſterei Udenhauſen, Forſtamt Grebenau ſämtlich vom
I. November 1926 ab ernannt und der Förſter Chriſtian Lauber zu
NElpenrod, in gleicher Dienſteigenſchaft in die Förſterei Jägersburg,
Forſtamt Jägersburg, verſetzt.
Erledigt iſt eine Lehrerſtelle für einen ebangel. Lehrer an der
Wolksſchule in Feldkrücken, Kreis Schotten; Wohnung iſt vorhanden
rund frei.
Heſſiſches Landestheater. Infolge Heiſerkeit von Joſef Poerner
hat die Generaldirektion für die heutige Aufführung des Oberon
Kammerſänger Rudolf Ritter vom Landestheater in Stuttgart für
die Partie des Hüon verpflichtet. Kammerſänger Ritter, der berühmte
Siegfried der Bayreuther Feſtſpiele der letzten Jahre, hat ſich durch ſeine
Mitwirkung bei den Wagner=Feſtſpielen im Londoner Coventgarden
und ſeine faſt alljährliche Gaſtſpieltournee durch Amerika einen bedeuten=
den
internationalen Ruf erworben und gehört heute zu unſeren führen=
den
Tenören. Neben ihm ſtehen in den weſentlichen Partien der von
Kapellmeiſter Max Hüsgen dirigierten Aufführung die Damen: Gercke,
Kapper, Penſe, Müiller=Wiſchin, Roerig, und die Herren: Strzeletz, Dr.
Barczinski, Hölzlin, Kuhn und Grauert.
Das nächſte nach Goethes. Iphigenie im Schauſpiel zur Aufführung
gelangende neue Werk wird Ernſt Bittlingers Schauſpiel Ein un=
dankbarer
Menſch (die erſten drei Ausfahrten des Karl Born=
hagen
) ſein. Der Dichter der als Geiſtlicher an der Kirche St. Georgen
in Berlin tätig iſt hat ſich bereits durch mehrere veligions=philoſophiſche
Studien und Bücher wie durch dramatiſche Arbeiten einen angeſehenen
Namen in der deutſchen Literatur geſchaffen. Von ſeinen Bühnenwerken
gelangten die Schauſpiele Der Zöger von Altena und der Vagabund,
dem von Julius Bab, Walter Harlan und Walter von Molo der Preis
der Max Meßner=Stiftung zuerkannt wurde, zur Aufführung. Bitt=
lingers
Schaffen bedeutet einen beachtenswerten Fortſchritt auf dem
Weg zum echten, bodenſtändigen deutſchen Volksſtück. Die Aufführung
des Schauſpiels Ein undankbarer Menſch wird von Robert Klupp in
Szene geſetzt.
Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtadt. In
der 3. Winterverſammlung unſerer Gewerbevereinigung, welche am Frei=
tag
, den 19. November, abends 8 Uhr, im Feſtſaal des Reſtaurants
Perkeo, Alexanderſtraße, ſtattfindet, wird Herr Kapitän a. D. W. von
Senden, Darmſtadt, einen durch zahlreiche Lichtbilder veranſchaulichten
Vortrag über eine von ihm geleitete Fahrt eines modernen Paſſagier=
dampfers
des Norddeutſchen Lloyd von Bremen über Auſtralien und die
Südſee=Inſeln nach China und Japan halten. Bei dieſer Gelegenheit
ſollen auch allgemein intereſſierende Mitteilungen über die berührten
Küſtenſtriche, ſowie die Anlaufhäfen in bezug auf Einfuhr, Ausfuhr,
Sehenswürdigkeiten, ſowie Sitten und Gebräuche der Einwohner ge=
macht
werden. Unſere Mitglieder ſowie ihre Familienangehörigen werden
zu zahlreichem Beſuch dieſer Verſammlung hierdurch freundlichſt ein=
geladen
. Auf die Anzeige in der heutigen Nummer wird verwieſen.
Gewerbemuſeum. Der von Friedrich Heinrichſen, dem
Aſſiſtenten von Rudolf Koch in Offenbach, geleitete Schriftkurſus
findet wieder an jedem Donnerstag von 57 Uhr im Gewerbemuſeum
ſtatt. Vei der regen Beteiligung, die ſolche Kurſe ſeit einer Reihe von
Jahren in Offenbach gefunden haben, iſt zu erwarten, daß ſie ſich auch
in Darmſtadt in immer wachſendem Maße einbürgern. Sowohl im
kaufmänniſchen wie im gewerblichen Leben ſpielt das Bedürfnis nach
einer künſtleriſch geſchulten Schrift eine erhebliche Rolle. Da die Rund=
ſchrift
heute keine Verwendung mehr findet, iſt die geeignete Schulung
der Handſchrift nur durch einen planmäßigen Unterricht zu erlangen.
Liedertafel=Konzert am 29. d. M., abends 8 Uhr, im Großen
Haus des Heſſiſchen Landestheaters. Für dieſes Konzert wurde ein
Soliſtentrio gewvonnen, wie man es ſelten findet: Kammerſänger
John Gläſer, Frankfurt am Main. Er iſt einer der erſten Tenöre
der Gegenwart und tritt bei dieſer Gelegenheit zum erſtenmal vor das
Darmſtädter Publikum. Seinem Auftreten wird bereits äußerſt leb=
haftes
Intereſſe entgegengebracht; unſer einheimiſcher Flötenmeiſter
Martin Geißler vom Heſſiſchen Landestheater, deſſen vollendete
Kunſt auch außerhalb Darmſtadts anerkannt iſt; Herr Kapellmeiſter
Erich Riede vom Heſſiſchen Landestheater, ein ſeltener Pianiſt und
Begleiter. Da der Chor auch nur klaſſiſche Werke ſingt, iſt zu hof=
fen
, daß das Darmſtädter Konzertpublikum unſere Abſicht, nur Wert=
volles
zu bieten, durch einen guten Beſuch unterſtützt. (Näheres
Anzeige.)
Orpheum. Heute Dienstag, 16. November Erſtaufführung: Das
Journal der Liebe, Revue in 17 Bildern vom Frühling, von der Liebe
und allem, was dazu gehört. Auch dieſe Wiener Revue ſchwelgt in
Farben und Formen, zündende Witze werden vom Podium unter die
Zuſchauer geſchleudert, Soubretten ſingen, dann aber und das iſt der
Revue unentbehrlichſter Beſtandteil ſieht man die vierzig dahintanzen=
den
ſchönen Mädchenbeine der Girls. In jedem Bild erſcheinen ſie wieder,
von einem anderen Schlagerrhythmus vorwärts getragen. Das Journal
der Liebe hat ausnahmsweiſe eine zuſammenhängende Handlung.
Es iſt das in Szene geſetzte Tagebuch eines Ladenmädels, aus der eine
ſchöne Frau wird, die ſich mit einem Maharadſcha verehelicht. Sehr nett
und reizvoll ſind beſonders die Bilder das Ladenmädel aus der Par=
fümerie
, beim Heurigen, Mein liebes Wien uſw.; recht offenherzig prä=
ſentiert
ſich das Bild Viſion. Eine routinierte Revuekünſtlerin iſt
Grete Breté. Sie ſingt gut und tanzt ausgezeichnet; außerdem iſt ſie
ſehr hübſch. Neben ihr ſeien noch Helia Macori, Steffi Brodner
und Berta Pirk genannt. Von den Herren R. Gaibinger, R. Ander,
Herold, Kontanyi; am Dirigentenpult Dr. M. Reiner. Außerdem die
20 Girls Anfang 8 Uhr. Preiſe 14 Mk. Vorverkauf wie bekannt.
(Siehe Anzeige.)
General von Lettow=Vorbeck=Vortrag. Zu unſerem Bericht in der
geſtrigen Nummer iſt berichtigend mitzuteilen, daß die Begrüßungsworte
und die Schlußworte der Veranſtaltung von Herrn Geheimrat
Freſenius (nicht Dr. Dietz) geſprochen wurden.
Rundfunk. Nach einer Mitteilung von Interradio Genf tritt die
neue Wellenverteilung für Rundfunkſender ſofort in Kraft.
Der Rundfunkſender Frankfurt a. M. wird von jetzt ab auf Welle 428,6
arbeiten.

Weihnachtsausſtellung der Künſtlerhilfe 1926. Gs wird daran en
innert, daß Einſendungen von Werken aller Art, für Gießen bis Sams=
tag
, den 20. November, bei Lange, Schulſtraße 7, für Darmſtadt im
Kunſtverein am Rheintor bis Donnerstag, den 25. November, ein=
getroffen
ſein müſſen, da ſeweils Tags darauf die Jury beginnt. Alle
heſſiſchen oder in Heſſen wohnenden Künſtler ſind zugelaſſen. Titel und
Preis, Name und Anſchrift nicht vergeſſen!
v. H.
Profefſor Bruno Tuerſchmanns Rezitationsabend in der Ver=
einigung
der Freunde des humaniſtiſchen Gym=
naſiums
findet morgen Mittwoch, den 17. November, ſtatt.
Tuerſchmann geſtaltet einen ganzen Homervortrag deutſch und grie=
chiſch
aus dem Gedächtnis heraus. Nach übereinſtimmendem Urteil
der Kritik ofefnbart Tuerſchmanns Vortrag die hireichende Schönheit
der homeriſchen Sprache in wunderbarer Plaſtik, wie ſie ſelten einem
Rezitator gelingen mag. Die Veranſtaltung iſt abends 8 Uhr im Feſt=
ſaal
des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums, Karlſtr. 2. Mit Rückſicht auf den
kulturellen Zweck der humaniſtiſchen Veranſtaltungen, ihre erwünſchte
und auch dieſes Mal zu erwartende breite Wirkung, hat die Vereinigung
trotz der außerordentlichen Koſten des Abends von der Erhebung eines
beſonderen Eintritts abgeſehen.
Heſſiſcher Motorſport=Club, Ortsgruppe des A.D.A.C. Der am
1. Mai 1923 gegründete Heſſiſche Motorrad=Club, Ortsgruppe des
A. D.A. C., hat in der außerordentlichen Hauptverſammlung vom 28.
September ds. Js. beſchloſſen, ſeinen Namen in Heſſiſcher Motorſport=
Club umzuändern und die Namensänderung bei dem Amtsgericht
Darmſtadt I. zwecks Aenderung im Vexeinsregiſter zu beantragen.
Dieſes iſt nunmehr erfolgt. Innerhalb des Clubs ließ man ſich von
der Tatſache dazu bewegen, daß heute ſchon eine große Anzahl Wagen=
fahrer
vorhanden iſt, und die Motorſportintereſſen nicht nur einſeitig
vertreten und gefördert werden können. Allen Wagenfahrern iſt nun=
mehr
Gelegenheit gegeben, Mitglied des H.M.C. zu werden und ſich
nach jeder Weife ſportlich ſowie auch gefellſchaftlich zu betätigen. Club=
abende
finden jeden Dienstag ahend im Kaiſerſaal ſtatt.

Aaeifeit

in der Herbſizeit, wo ein größeres Kaufbedürfnis vor=
handen
iſt, haben die Inſerate eine beſonders gute
Wirkung. Jetzt muß jeden Tag ein Inſerat erſcheinen,
und ſelbſiverſtändlich im
(16504
Darmstädter Tagblatt

Eine neue Magirus=Ueberland=Automobilſpritze für den Kreis
Darmſtadt. Eine wichtige Verbeſſerung des Feuerlöſchweſens hat der
Kreis Darmſtadt neuerdings erfahren durch die Anſchaffung einer Ueber=
land
=Automobilſpritze. Aus Anlaß der Uebergabe fand am Sonntag vor=
mitag
eine praktiſche Vorführung des neuen Feuerlöſchgerätes beim Ober=
waldhaus
ſtatt. Eine Probefahrt führte Vertreter des Kreisamtes und
Kreisausſchuſſes in 14 Minuten von der Feuerwache aus zunächſt zur
Ludwigshöhe. Die Rnickfahrt erfolgte über ſchwierigſtes Gelände, über
die Rodelbahn. Beim Eintreffen der neuen Spritze am Oberwaldhaus
hatten ſich die Berufsfeuerwehr mit einer Motorſpritze, die Freiwillige
Feuerwehr Darmſtadt, Kommandanten verſchiedener Kreisfeuerwehren,
einige Kreisfeuerwehrinſpektoren, Oberbrandinſpektor der Merckſchen
Berufsfeuerwehr Herborn, als Leiter der Uebung Kreisfeuerwehrinſpek=
tor
Schnell=Darmſtadt, eingefunden. Anweſend waren weiterhin für das
Kreisamt Oberregierungsrat Dr. Haberkorn, Regierungsrat Dr. Probſt,
Regierungsrat Dr. Stamm, für die Stadt Darmſtadt Bürgermeiſter
Ritzert, für die ſtädtiſchen Betriebe Herr Schilling, für das Polizeiamt
Reg.=Rat Dr. Kayſer und Vertreter der Schupo. Direktor Brüſtle gab
in längeren Darlegungen Kenntnis von den Einrichtungen der neuen
Feuerſpritze, die mit allen modernen Hilfs= und Rettungsgeräten aus=
geſtattet
iſt. Es ſchloß ſich ſodann ein Rettungsmanöver am Oberwald=
haus
unter Leitung von Kreisfeuerwehrinſpektor Schnell an. Die Uebung
wurde von der Darmſtädter Freiw. Feuerwehr in exakter Weiſe aus=
geführt
. Man begab ſich ſodann nach dem Steinbrücker Teich, wo eine
Gegenüberſtellung der Druckleiſtung mit der ſeit längeren Jahren im
Gebrauch befindlichen Motorſpritze der Berufsfeuerwehr und der neuen
Motorſpritze erfolgte. Nach der Vorführung, die etwa eine halbe Stunde
in Anſpruch nahm, erklärte Regierungsrat Dr. Stamm, daß das neue
Gerät allen von der Firma garantierten Anſprüchen voll und ganz genüge.
Im Anſchluß an die Uebung begaben ſich die Teilnehmer, etwa 70 an
der Zahl, in den Gartenſaal des Oberwaldhauſes. Hier nahm Ober=
regierungsrat
Dr. Haberkorn das Wort zur Begrüßung. Er dankte
allen Behörden und Korporationen für die rege Unterſtüitzung, ins=
beſondere
dem Koeisausſchuß für die Bewilligung der Mittel, desgleichen
auch der Stadt Darmſtadt. Er übergab die Motorſpritze der Freiwilligen
Feuerwehr Darmſtadt unter Leitung des Kreisfeuerwehrinſpek=
tors
Schnell, mit dem Wunſche, daß die Spritze nicht zu oft in
Tätigkeit treten möge, aber wenn es der Fall ſein ſollte, daß ſie ihre
Pflichten dadurch erfülle, daß ſie Menſchen, Hab und Gut ſchütze. Sein
weiterer Dank galt den Magiruswerken für die wunſchgemäße Aus=
führung
. Für das Polizeiamt wies Regierungsrat Dr. Kayſer be=
ſonders
auf die Wichtigkeit des Feuerſchutzes hin. Regierungsrat Dr.
Stamm wünſcht als Referent der Kreisfeuerwehr, daß die Feuerwehr
ſtets den Feuerwehrwahlſpruch Gott zur Ehr, dem Nächſten zur Wehr
treu bleibe. Füir die Stadt Darmſtadt ſprach Bürgermeiſter Ritzert.
Kreisfeuerwehrinſpektor Schnell übernahm die neue Motorſpritze mit
Dank an die Behörden für die freundliche Unterſtützung. Direktor
Brüſtle der Magiruswerke nimmt den Dank, der der Firma gezollt
wird, entgegen, und wünſcht, wenn die Motorſpritze gebraucht werde,
den Erfolg, der von ihr erwartet wird. Für die Kreisfeuerwehrinſpek=
toren
drückte Inſpektor K raus=Rimbach beſonders dem Darmſtädter
Kreisfeuerwehrinſpektor Schnell ſeine Verwunderung aus, daß es dem=
ſelben
in unermüdlicher Tätigkeit vergönnt war, ſchon jetzt die An=
ſchaffung
einer Motorſpritze für den Kreis in Erfüllung gehen zu ſehen.
Seitens der Freiw. Feuerivehr Darmſtadt wurde ſodann noch Kreis=
feuerwehrinſpektor
Schnell allgemeine Anerkennung ausgeſprochen.

Aufbewahren
Ausſoneiden! * Steuerkalender

für die Zeit vom 15. bis 30. November 1926.
15. November: Wegen der an dieſem Tage fälligen Steuern ( Kirchen=
ſteuer
Einkommenſteuer der Landwirte,
Steuerabzug vom Arbeitslohn u. Vermögens
ſteuer vgl. den Steuerkalender für die 1. Novemberhälfte
in Nr. 307 des Tagblatts vom 5. November.
17. November: Letzter Tag, an dem die am 10. November fällig ge=
weſene
Umſatzſteuer=Vorauszahlung der monat=
lichen
Steuerzahler noch zuſchlagsfrei entrichter
werden kann.
22. November: Letzter Tag, an dem die folgenden, am 15. November
fällig geweſenen Steuern noch zuſchlagsfrei entrichlet
werden können.
a) Kirchenſteuer, dritte Rate;
b) Einkommenſteuer=Vorauszahlung der Land=
wirtſchaft
.
c) Vermögensſteuer letzte Rate für 1926.
25. November: Abführung der in der Zeit vom 11. bis 20. November
(2. Novemberdekade) einbehaltenen Lohnabzugs=
beträge
, ſoweit dieſe (für ſich allein oder mit den in
der erſten Novemberdekade einbehaltenen Lohnabzugs=
beträgen
) den Betrag von 100 Rm. überſteigen. (Keine
Schonfriſt.)
25. November: Viertes gemeindliches Ziel der Grundſteuer, vor=
läufigen
Gewerbeſteuer und Sonder
gebändeſteuer laut Steuerbeſcheid. (Schynfriſt eine
Woche.)
30. November: Aufwertungstermine beachten!
Ueber die Aufhebung der Verzugszuſchläge iſt amt=
lich
noch nichts verlautbart.
H. W. Wohmann.
* Kreisausſchuß. Antrag des Oberbürgermeiſters der
Stadt Darmſtadt auf Dienſtentlaſſung des Oberinſpektors
Hille. Erſchienen iſt Rechtsanwalt Dr. Knöpfel als Vertreter von
Hille, die Stadt iſt nicht vertreten. Hilles Vertreter beantragt Ver=
tagung
des Termins, da Rechtsanwalt Städel erkrankt iſt, er perſönlich
ſei in der Sache noch nicht hinveichend informiert, zumal Hille Beweis=
anträge
zu ſtellen beabſichtige. Der Vertagungsantrag wird abgelehnt
und in die Verhandlung der Sache eingetreten. Hille hat wegen Unter=
ſchlagung
im Amte am 4. November 1925 4 Monate Gefängnis erhalten.
Das Urteil iſt rechtskräftig. Eine Diſziplinarunterſuchung ſeitens der
Stadtverwaltung hat ſtattgefunden. Die Einzelheiten ſind aus den Straf=
verhandlungen
bekannt, es erübrigt ſich eine Wiedergabe. Das Bezirks=
ſchöffengericht
hatte Hille am 17. Auguſt 1925 freigeſprochen, die Straf=
kammer
hat das Urteil aufgehoben. Hille iſt ſeit 1. Mai 1908 bei der
Stadtverwaltung als Beamter angeſtellt. Hilles Reviſion gegen das
Urteil der Strafkammer hat der Strafſeyat des Oberlandesgerichts
am 2. März 1926 verworfen. Das Urteil gibt dem Antrag auf Dienſt=
entlaſſung
ſtatt.
Gartenbauverein Darmſtadt. Der angehündigte Lichtbildervortrag
über Sachſens herrliche und vornehme Hauptſtadt lockte zahlreiche Be=
ſucher
zu der letzten Monatsverſammlung herbei, und es war ſicher nie=
mand
vdon den Darbietungen enttäuſcht. An der Hand von über ſiebzig
ausgeſucht ſchönen Lichtbildern ſchilderte Herr Brohm in beredten
Worten Dresdens Vorzüge, das ſeinen Ruf als Perle des Elbtals
oder als Elbflorenz verdient. Insbeſondere wurden hervorgehoben
die unvergleichlich ſchöne Lage, die prächtigen Straßenbilder mit ihrem
modernen Großſtadtverkehr, die prunkvollen Baudenkmäler, die reichen
Sammlungen ausgeſuchteſter Kunſtſchätze, die Schönheiten der öffentlichen
Anlagen, Gärten, Parks u. dal, der rege Verkehr an der Elbe und die
herrliche Umgebung. Der Vortrag fand reichen Beifall. Als Fortſetzung
wird in der Dezemberverſammlung ein Referat über die große Garten=
baua
sſtellung in Dresden folgen.
Leſeabende der Stadtbücherei. Mittwoch, den 17. November,
8 Uhr: Für und gegen Jakob Waſſermann in ſeiner Novelle
Der Aufruhr um den Junker Ernſt, Freitag, 19. November, 8 Uhr:
Mittelalter=Leſekreis.
80. Geburtstag. Am 20. November ſeiert der in allen Kreiſen in
Beſſungen bekannte und wegen der Lauterkeit ſeines Charakters ſehr
geſchützte Altveteran Chriſtian Bucher, Moosbergſtraße 74 ſeinen
80. Geburtstag. Der Jubilar, der körperlich und geiſtig noch rüſtig iſt,
hat ſich um das hieſige Feuerlöſchweſen große Verdienſte erworben.
Herr Bucher iſt Mitbegyünder der im Jahre 1869 ins Leben gerufenen
Beſſunger Turner=Fellerwehr, der er bis zu ihrer Auflöſung im Jahre
1823 gis Miigied angehort hat. Infolge Neugründung der Freiwilli=
gen
Feuerwehr im Jahre 1889 erhielt der Jubilar den 5. Zug, dem er
bis zum Jahre 1924 als Brandmeiſter vorgeſtanden hat. Seit jener Zeit
iſt Herr Bucher Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr.
* Das Theater Vandredi, das auf 5 Tage in der Turnhalle am
Woogsplatz ſich etabliert hat, bietet in einer faſt dreiſtmdigen Veranſtal=
tung
eine Unmenge des Intereſſanten, Staunenswerten und Humorvollen
alſo eine recht vielſeitige Unterhaltung. Obwohl in erſter Linie Illu=
ſions
= und Zaubertheater, als welches Vandredi den Darmſtädtern bereits
bekannt iſt, ſind in das Theaterprogramm eine ganze Anzahl Varieté=
nummern
aufgenommen worden, darunter allerdings einige, die von
anderer Stelle her ſchon bekannt ſind, aber als gute Zugnummern gelten
dürfen. Das ſind Kraftakrobaten, Schlangenwenſchen, humoriſtiſche
Modellierkünſtler uſw. Was das Theater Vandredi an Illuſions= und
Zaubervorführungen bringt, iſt außerordentlich reichhaltig und wird in
netter liebenswürdiger Form vielfach unter Mitwirkung des Publikums
gegeben, ſo daß den ganzen Abend hindurch eine nette Stimmung
herrſcht. Der Beſuch der Vorſtellung, die noch zwei Tage dauert, kann
empfohlen werden.
Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Künſtiler oder künſtleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſtiehenden Erwähnung
geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urtell vor.
Palaſt=Lichtſpiele. Der Kurierdes Zaren‟. Ein
monumentales Filmwerk von grandioſer Eindringlichkeit in 10 Akten!
Das Herz des Zuſchauers erhält, was es braucht. Ein ſympathiſcher
Gardeleutnant raſt in ſchwieriger diplomatiſcher Miſſion durch Rußland,
nicht Naturgewalt, nicht Entehrung hält ihn auf, endlich fällt er in die
Hände halbwilder Tataren, wird geblendet, erhält ſein Augenlicht wieder,
und unter dem Kuß des Zaren findet er, Fürſt geworden, die Geliebte
als Gattin. Dieſes Hin und Her iſt eingekleidet in eine Fülle ſehr
romantiſcher Abenteuer, Schlachten, Flucht Verfolgung, Blendung
ein leidendes Mädchen, eine geſchlagene Mutter, entfeſſelte Tataren=
horden
: wie ein rauſchendes Feuerwerk ſtrahlen die Ereigniſſe über die
Köpfe der Zuſchauer. Es ſind Filme für das große Publikum, die das
Herz höher ſchlagen laſſen. Man ſieht etwas von der wilden, weiten
Welt, von der man in der Jugend geträumt hat. Man ſieht die Figuren,
die man immer als Helden empfunden hat. Hier wird die Leinwand
wirklich Abbild der Abenteuer, die man vor der Erfindung des Kine=
matographen
nur leſen konnte.
Reſidenz=Theater. Oſſi OZwalda in ihrem neueſten Film
Die Kleine vom Varieté, den ſie für die Ufa geſpielt hat, iſt wieder
Trägerin einer komiſchen Verwicklung. Sie tritt da in einem Koſtüm
als Cowboy vorübergehend auf und wird nun für alles mögliche, nur
nicht für die rechtmäßig angetraute Gattin eines kleinen Zahnarztes
gehalten. Sie muß die Ehe geheimhalten, und da ein Onkel aus der
Provinz ankommt, vor ihm eine Komödie in der Komödie ſpielen. Der
Film zeigt eine unglaubliche Menge toller und witziger Einfälle. Ein
ergötzlicher Moment folgt dem anderen; man kommt aus dem Lachen
gar nicht heraus.
Union=Theater. Der Fauſtfilm bleibt ſeines großen Er=
folges
wegen weiter auf dem Spielplan. Dieſer Film hat im Publikum
ein Intereſſe geweckt wie kaum ein anderer deutſcher Film. Denn man
weiß und fühlt: hier greift die Filmkunſt zu dem höchſten Ziel, das in
der deutſchen Kultur für ſie auffindbar iſt. Von der Darſtellung nimmt
man vor allem als den größten Gewinn des Abends die Erinnerung
an das Gretchen der blutjungen Camilla Horn mit nach Hauſe. Die
allſeits lobend anerkannte muſikaliſche Jlluſtration des Fauſtfilmes
vurde von Herrn Kapellmeiſter Georg Seibert bearbeitet.

Angeuzöhnliche Milde und dock Charakter:
fordert der moderne Jaucher von einer guten Cigaretfe. in unſerer
neuen OBERSR S9
Neue
Packung findet dieſes Seslangen eine überraſchend gückliche Löſung.

Galdorf=Astoria CigarettenfaßriK
A.-G.

[ ][  ][ ]

Seite 6

Dienstag, den 16. November 1926

Nummer 313

Braun Kroko.
Spange,
bequene Form u/ba

*Die Bewertung der zwangsbewirt=
ſchafteten
Grundſtücke für die erſte Feſt=
ſetzung
der Einheitswerte nach dem Reichs

Vergleichende Betrachtungen
von
Dipl.=Ing. Adolf von Lippmann.
Der Geſetzgeber iſt ſich offenkundig klar darüber geweſen,
daß das Ziel des Reichs=Bewertungsgeſetzes, Werte zu erhalten,
die als den tatſächlichen Verhältniſſen entſprechend und als gleich=
mäßig
für die Steuerzwecke des Reiches, der Länder und der
Gemeinden gelten können, nicht auf Anhieb erreicht werden wird.
Wenigſtens ſpricht dafür ſowohl der Inhalt des Abſatz 2 des § 82
des Reichs=Bewertungsgeſetzes als auch die Bezeichnung erſte‟
Feſtſtellung. Dafür, daß eine zweite Feſtſtellung kommt, ſollen
za auch die Gewerbeausſchüſſe, die Oberbewertungsausſchüſſe
und der Reichsfinanzhof ſorgen.
Bereits im Maiheft der Zeitſchrift Zeitgemäße Steuer= und
Finanzfragen (Berlin bei Heymann) hat Guſtav Jähnel
recht eindringlich auf das Danaergeſchenk des Reichs= Bewer=
tungsgeſetzes
hingewieſen mit den Worten:
Dieſe an ſich durchaus wünſchenswerten Verfahrensände=
rungen
haben aber für gewerbliche Betriebe eine überaus bedenk=
liche
Erſchwerung der formellen Regelung, insbeſondere des
Nechtsmittelzuges, gebracht, mit einer ſo großen und unzweck=
mäßigen
Arbeitsvermehrung, daß man ſehr im Zweifel ſein
kann, ob die Verwirklichung der Wünſche nach Gleichmäßigkeit
und Einheitlichkeit der Bewertung nicht doch zu teuer erkauft iſt.
Jähnel weiſt in dem Das Bewertungsverfahren beim
Betriebsvermögen benannten Aufſatz nach, daß das Unterneh=
men
einer Einzelperſon, deſſen Leitung und Betrieb nicht an
dem gleichen Ort liegt, mit 15 Rechtsmittelinſtanzen zu rechnen
hat. Da bei einer Erwerbsgeſellſchaft die Bewertung des ſon=,
ſtigen Vermögens fortfällt, ſo hat dieſe mit nur 12 Rechtsmittel=
inſtanzen
zu tun. Mit jeder weiteren Betriebsſtätte ſteigt aber
die Zahl der Rechtsmittelinſtanzen um 3, und, wenn Nebenbe=
triebe
oder Wohngebäude vorhanden ſind, um 6, ſodaß ein Un=
ternehmen
mit 7 Betriebsſtätten und einem Leitungsort regulär
mit 57 bezw. 54 Rechtsmittelinſtanzen zu rechnen hat!
Nun kommt Jähnel auf Grund von Ueberlegungen, die
in dem genannten Aufſatz nachgeleſen werden können, zu dem
ſehr beachtenswerten Schluß:
Der Steuertflichtige wird daher, auch wenn ſonſt die
Wertermittlung in Ordnung zu gehen ſcheint, ſchon zur Wah=
rung
der Rechtsmittelfriſt gegen jeden Beſcheid Einſpruch ein=
legen
müſſen, bis die Feſtſtellungsbeſcheide über alle Vermögens=
objekte
vorliegen. Denn erſt dann kann er prüfen, ob der in der
Geſamtbewertung liegende Rentabilitätsgedanke genügend be=
rückſichtigt
iſt.
Liegen aber die Verhältniſſe ſo, dann wird man als erſte
Auswirkung des Reichs=Bewertungsgeſetzes eine Unſumme von
Leerlaufsarbeit und vermeidbaren Koſten buchen können, die
unſerer immer noch hart um die Exiſtenz ringenden Wirtſchaft
zweckmäßig erſpart geblieben wären.
Nun liegen dieſe erſten Feſiſtellungen verſchiedenfach vor
und wir wollen hier nur die von Berlin und Darmſtadt heraus=
greifen
. Will man hier zu gerechten Vergleichen kommen, ſo
darf man nicht überſehen, daß Berlin eben eine Millionenſtadt
mit internationalem Verkehr iſt und mit Möglichkeiten, die
Darmſtadt ohne jeden Zweifel nicht bietet. Aus dieſer Erwägung
heraus kann man ſchon einmal ohne weitere Beweisbedürftigkeit
behaupten, daß es den tatſächlichen Verhältniſſen nicht ent=
ſpricht
, wenn Berlin Fabrikgebäude, die vor dem 1. Ja=
nuar
1908 errichtet ſind, mit 45 v. H. des Wehrbeitragswertes und
nach dem 1. Januar 1908 mit 50 v. H. anſetzt, während Darm=
ſtadt
normal 70 v. H. verlangt und nur in außergewöhnlichen
Verhältniſſen 60 v. H. zuläßt. Wer Berlin und die dort gegebe=
nen
Möglichkeiten kennt, den wird es nicht wunder nehmen,
wenn unter Umſtänden ſich dort ein Fabrikunternehmen infolge
der Gewinnchancen, die Berlin bietet, recht gut lebensfähig er=
halten
kann, während ihm in Darmſtadt eine kümmerliche Exi=
ſtenzfriſtung
oder vielleicht der Untergang beſchieden ſein würde.
Warum aber dann in Darmſtadt belegene Fabrikgebäude normal
um 20 Prozent mehr wert ſein ſollen als die in Berlin belege=
nen
, iſt nicht recht einzuſehen.
Neben dieſem kraſſen Unterſchied, für den es wohl kaum eine
ſtichhaltige Erklärung gibt, zeigen aber die Richtlinien des Ber=
liner
Landesfinanzamtes auch in den ſonſtigen Bewertungen
eine gründlichere und von Verſtändnis für die heute gegebene
wirtſchaftliche Lage getragene Durcharbeitung.
So ſind z. B. die Sätze für die Einfamilienhäuſer
geſtuft nach der Höhe des Wehrbeitragswertes. Die höchſten
Sätze, 60 bis 65 v. H., gelten nur für Einfamilienhäuſer mit einem
Wehrbeitragswert bis zu 60 000 R.=Mk. einſchließlich, während
die niedrigſten Sätze 45 bis 55 v. H. für Einfamilienhäuſer mit
einem Wehrbeitragswert über 120 000 R.=Mk. in Anſatz kommen.
Die Erläuterungen ſagen dazu:
Die Beweitung der Einfamilienhäuſer mit dem höheren
Wehrbeitragswert mit einem geringeren Prozentſatz entſpricht
dem Antrag der Intereſſenvertretungen. Erfahrungsgemäß ſind
kleinere Villen viel leichter verkäuflich als hochwertige, was ſich
auch bei der Preisgeſtaltung auswirkt.
Das iſt eine zweifellos richtige Erfaſſung der heutigen Wirt=
ſchaftslage
. Die verarmten Bewohner Deutſchlands können ſich
heute den Luxus nicht mehr geſtatten, den ſie ſich von dem Kriege

leiſten konnten. Deshalb kann auch der Luxus, mit dem das eine
oder andere Objekt in den glücklicheren Vorkriegszeiten errichtet
worden iſt oder beſſer geſagt werden konnte, heute nicht mehr
gewertet werden. Uebermäßiger architektoniſcher Schmuck und
übermäßige Raumverſchwendung können heute nur wertmindernd
wirken, da man bei den heute gegebenen wirtſchaftlichen Verhält=
niſſen
allen Grund hat, hohen Koſten für die Erhaltung und Un=
terhaltung
aus dem Wege zu gehen.
Was nun die Mietgrundſtücke anlangt, ſo zeigen die
Berliner Richtlinien ebenfalls eine weit ſchärfere Differenzierung.
Für die beſten Lagen, die ausdrücklich genannt ſind, werden Sätze
von 40 bis 45 v. H. vorgeſchrieben, für alle andere 30 bis 40 v. H.
Sehr mit Recht unabhängig von der Lage ſind Mietgrundſtücke
geſtellt, die im weſentlichen aus einfach ausgeſtatteten kleineren
Wohnungen beſtehen und an Mieter aus Kreiſen der minder=
bemittelten
Bevölkerung vermietet zu werden pflegen. Für dieſe
ſind durchweg Bewertungen mit 25 v. H. vorgeſehen.
Die Richtlinien des Darmſtädter Landesfinanzamtes ſehen
für Mietgrundſtücke grundſätzlich 45 v. H. vor. Eine Reduktion
auf 25 v. H. wird zwar für Kleinwohnungen unter Umſtänden
auch zugelaſſen, im Gegenſatz zu Berlin aber von der Lage ab=
hängig
gemacht (z. B. Altſtadthäuſer, Mietkaſernen und Grund=
ſtücke
in Arbeiterwohnvierteln).
Auch in bezug auf die Geſchäftsgrundſtücke differen=
ziert
Berlin ſehr erheblich. Für die ausdrücklich benannten
allerbeſten Lagen ſind 65 bis 70 v. H. vorgeſehen, für mittlere
Lagen 50 bis 60 v. H. und für geringere Lagen (Außenbezirke)
45 bis 50 v. H., wozu die Erläuterungen noch beſagen, daß für
geringere Lagen grundſätzlich nur 45 v. H. angeſetzt werden
ſollen, wenn nicht beſonders günſtige Umſtände vorliegen.
Darmſtadt legt für Geſchäftsgrundſtücke grundſätzlich 70 v. H.
feſt und kennt keine Ausnahme. Es entſpricht aber ſicher nicht
den tatſächlichen Verhältniſſen, wenn ein Geſchäftsgrundſtück
in der äußeren Heidelbergerſtraße ebenſo bewertet werden ſoll
wie ein Geſchäftsgrundſtück in der Eliſabethen= oder Rheinſtraße.
Zu weiteren ſehr erheblichen Meinungsverſchiedenheiten
zwiſchen dem Steuerpflichtigen und der Veranlagungsbehörde
wird die anteilige Berechnung führen, die nach dem Ertragswert
erfolgt, wenn ein Grundſtück gleichzeitig Wohnzwecken und ge=
werblichen
Zwecken dient. Erſte Geſchäftslagen werden in Ber=
lin
und in Darmſtadt mit 70 v. H. bewertet. Man könnte zwar
der Meinung ſein, daß eine erſte Geſchäftslage in Berlin ſich doch
nicht ſo ganz mit einer erſten Geſchäftslage in Darmſtadt ver=
gleichen
läßt. Man könnte vielleicht der Meinung ſein, daß das,
was in Darmſtadt erſte Geſchäftskage bedeutet, hinſichtlich der
wirtſchaftlichen Auswirkung in Berlin als mittlere Geſchäfts=
age
anzuſprechen iſt und demgemäß die Forderung für berechtigt
halten, daß erſte Geſchäftslagen in Darmſtadt nur mit 50 bis
60 v. H. zu beweiten ſind. Aber zunächſt iſt es einmal ſo, daß
erſte Geſchäftslagen in Berlin und in Darmſtadt gleichbewertet
ſind und ſomit gilt in beiden Fällen das folgende Beiſpiel:
Wohn= und Geſchäftshaus, erſte Lage, Wehrbei=
tragswert
100 000:
Erdgeſchoß: Geſchäftsräume des Eigentümers
Mietwert 4 000 R.=Mk.
1. Stock: vermietete Geſchäftsräume . Mietertrag 2 000 R.=Mk.
2. und 3. Stock: Wohräume, Mietertrag
je 1000 R.=Mk. 2000 R.=Mk.
Bewertung des Hauſes:
100 000 X 4000
Erdgeſchoß:
50 000 R.=M.

Wehrbeitragswert

8000

hiervon 70 v. H. 35 000 R.=M.
100 000 X 2000
1. Stock:
25 000 R.=M.
Wehrbeitragswert:
8000

hiervon 70 p. H. 17500 R.M.
2. uud 3. Stock: 100 000 X 2000
25 000 R.=M.
Wehrbeitragswert
Vf

hiervon 45 v. H. 11250 R.=M.

63 750 R=M.
wovon 35 000 R.=M. (eigengewerblich genutzte Räume) zum Be=
triebsvermögen
des Eigentümers gerechnet werden.
Bei Fabrikgrundſtücken ergeben ſich aber recht er=
hebliche
Unterſchiede. Angenommen ein Fabrikgrumdſtück beſteht
aus zwei Teilen, wovon der eine vor 1908 errichtete einen Wehr=
beitragswert
von 200 000 R.=Mk. und der andere nach 1908 er=
richtete
einen ſolchen von ebenfalls 200 000 R.=Mk. hat, dann gilt
für Berlin:
Teil I: vor 1908 errichtet: 45 v. H. von 200 000 90 000 R.=Mk.
Teil II; nach 1. Januar 1908 errichtet:
50 v. H. von 200 000 100 000 R.-Mk.
insgeſamt: 190 000 R.=Mk.
und für Darmſtadt:
Teil I und II . . . . 70 v. H. von 400 000 280 000 R.=Mk.
Warum das Fabrikgrundſtück bei gleicher Höhe des Wehr=
beitragswertes
nun um 90 000 RM. mehr wert ſein ſoll, weil es
in Darmſtadt liegt, iſt ſchwer einzuſehen.
Im Januarheft der Zeitſchrift Steuer und Wirtſchaft
(Stuttgart bei J. Heß) hat Herr Direktor Dr. Moos ( Ober=
urſel
) einen ſehr beachtenswerten Aufſatz unter der Ueberſchrift
Steuerdruck durch falſche Bewertung geſchrieben, der aus An=
laß
der erſten Feſtſtellung der Einheitswerte zweckmäßig wieder
ins Gedächtnis zurückgerufen wird. Wenn man ſchon einmal
erkannt hat, daß die heutige Wirtſchaft Steuermilderungen als
eine Lebensnotwendigkeit emt findet, dann hat es keinen brauch=
baren
Sinn, wenn die angeſtrebten Milderungen durch falſche
Bewertungen wieder unwirkſam gemacht werden.

*Bezirksſchöffengericht.
1. Wegen Körperverletzung iſt der Schuhmachermeiſter J. A. G. in
W. angeklagt. Er ſoll nach der Anklage am Sonntag, 8. Auguſt 1926,
auf der Straße O.W. den Sägmühlenbeſitzer E. von W. mittels eines
Roiſerbeſens mit Holzſtiel mißhandelt haben. Dem Vorfall, der ſich in
der Dunkelheit abſpielte, ſind provozierende Aeußerungen des Verletz=
ten
vorausgegangen, die E. vor dem Hauſe des Angeklagten gebrauchte.
Differenzen zwiſchen beiden beſtanden ſchon aus dem Jahre 1925 aus
Anlaß der Nichtzahlung längſt ſchuldiger Schuhmacherarbeiten.
Der Sachverſtändige konnte äußerliche Verletzungen nicht feſtſtellen,
dagegen zeigte der Verletzte eine große Intereſſeloſigkeit und klagte über
Kopfſchmerzen. Jedenfalls war ein Bluterguß zwiſchen Gehirnhaut
und Gehirnſubſtanz erfolgt, hervorgerufen durch einen Bruch des
Schläfenbeins. Der Sachverſtändige führt das ſchlechte Gehör des E.
auf dieſen Bruch zurück und glaubt nicht, daß das Gehörvermögen ſich
je wieder beſſern werde; er nimmt an, daß dieſe Verletzung und deren
Folgen von einem Schlag und nicht von einem Fall herrühren.
Der Staatsanwalt billigt dem Angeklagten mildernde Umſtände zu,
betont aber, daß er wiſſen mußte, daß er es mit E. mit einem Betrun=
kenen
zu tun hatte. Es wird eine Geldſtrafe von 120 Mark beantragt
angeſichts der ſchweren Folgen, die der Schlag mit dem Beſenſtiel ver=
urſacht
hat.
Das Urteil erkennt auf 20 Mark Geldſtrafe. Mil=
dernde
Umſtände mußten in weitgehendſtem Maße zugebilligt werden.
2. Ein dem Kaufmannsſtande angehöriger junger Mann hat zu
verſchiedenen Malen ſiebenjährigen Kindern mit einer einfachen grü=
nen
Gerte auf die Hände geſchlagen; er will dies aus Spielerei getan
und ſich dabei nicht ſtrafbar gemacht haben. Nach der Beweisaufnahme
forderte er die Mädchen auf, die follten ihm helfen, ſein Dackelchen zu
ſuchen, hielt ihnen die Hände feſt und ſchlug mit der Gerte auf ſie; er
wollte, wie er ſagte, feſtſtellen, wer es von den Mädchen am längſten
aushalten würde. Die Vorfälle ſollen ſich im Sommer abends Ecke
Heinheimer= und Liebfrauenſtraße und in der Kaſtanienallee hinter dem
Orangeriegarten zugetragen haben. Das angeblich zu ſuchende Dackel=
chen
war wrgends zu finden.
Der Sachverſtändige, der den Angeklagten im Auguſt d. J. unter=
ſuchte
, hat bei ihm eine gewiſſe Unſtetigkeit, die ſich im öfteren Stellungs=
wechſel
offenbart, feſtgeſtellt. Eine geiſtige Störung hat er nicht gefun=
den
, auch nichts Triebartiges beim Angeklagten entdecken können. Zwei=
fellos
kommen hier ſadiſtiſche Momente in Betracht, die ſich in der Luſt
an Grauſamkeit äußern. Angeklagter erſcheint danach als pervers ven=
anlagt
und iſt wohl als Pſychopath anzuſprechen.
Der Staatsanwalt hebt mit Recht das die Allgemeinheit gefährdende
Treiben hervor, das einen Denkzettel in einer erheblichen Geldſtrafe
nötig mache. Känder, die auf der Straße ſpielten, müßten vor ſolchen
ſadiſtiſch veranlagten Menſchen unbedingt geſchützt werden. Das
Urteil erkennt auf eine Geldſtrafe von 45 Mark, in
zwei Fällen war das Verfahren mangels Strafantrags einzuſtellen.
3. Arbeitslos mit 3 Kindern und abgebaut als Rottenarbeiter bei
der Bahn hat ei Einwohner in L. der Vertriebsſtelle einer in Leitzig
verlegten Zeitſchrift gegenüber gefälſchte Beſtellſcheine zur Vorlage
gebracht. Für die Aufnahme einer Perſon empfing er jeweils 5 Mark
Proviſion. Angeklagter iſt voll geſtändig. Acht Fälle ſind ihm nach=
gewieſen
. Vier Wochen Gefängnis werden beantragt. Das Urteil
erkennt auf 10 Tage Gefängnis.

Dampferexpeditionen des Norddeutſchen Lloyd Bremen. Nach
New York ab Bremen=Bremerhaven: D. München 23. Nov., D.
Nepublic (USL.) 26 Nov., D. Columbus 1. Dez., D. Preſident Harding
(USL.) 1. Dez., D. George Waſhington (USL.) 8. Dez., D. Berlin 11.
Dez., D. Preſident Rooſevelt (USL.) 14. Dez. Nach New York
ab Southampton: D. Leviathan (USL.) 23., Nob., D. Republic (USL.)
27 Nov., D. Columbus 2. Dez., D. Preſident Harding (USL.) 2. Dez.,
D. George Waſhington (USL.) 9. Dez., D. Berlin 12. Dez., D. Levia=
than
(USL.) 14. Dez. Nach Canada (Halifax) ab Bremen= Bremer=
haven
: D. Bremen 19. Dez. Nach Philadelphia Bakti=
more
Norfolk ab Bvemen=Bremerhaven: D. Hannover 20. Nov.,
D. Holſtein 11. Dez. Nach BraſilienArgentinien ab
Bremen=Bremerhaven: D. Sierra Cordoba 20. Nov., D. Werra 4. Dez.
Nach Nordbraſilien ab Bremen: D. Attika 30 Nov. Nach
Mittelbraſilien ab Bremen: D. Nienburg 6. Dez. Nach
Cuba New Orleans ab Bremen: D. Alda 1. Dez. Nach
Oſtaſien ab Bremen: M. S. Münſterland 20. Nov., D. Königsberg
1. Dez., D. Derflinger 4. Dez., D. Mentor 11. Dez., D. Fürſt. Bülo
15. Dez. Nach=Auſtralien ab Bremen: D. Menes 23. Nov., D.
Helenus 4. Dez., D. Gotha 14. Dez. Nach Süd=Amerika Weſt=
küſte
ab Bremen: a) durch den Panamakanal: D. Heluan 23. Nov.,
D. Gera 4. Dez.; b) durch die Magellan=Straße: D. Poſeidon 22. Nov.,
D. Holger 6. Dez. Nach Zentral=Amerika und Mexiko ab
Hamburg: D. Atto 8. Dez. Nach Nord=Amerika Weſtküſte
ab Bremen: D. Witram 6. Dez. Fruchtfahrt Canariſche
Inſeln nach BremenHamburg: wöchentlicher Dienſt.
Nach der Lepante ab Bremen: 14tägige Abfahrten. Nach
Finnland ab Bremen: 14tägiger Dienſt nach allen Haupthäfen.
Nach Reval ab Bremen: Abfahrten alle 10 Tage. Nach Lenin=
grad
ab Bremen: Abfahrten alle 8 bis 14 Tage. Nach England
ab Bremen: 2 bzw. 4 Abfahrten in der Woche. Nach Afrika ab
Hamburg: a) Weſtafrika: D. Wagogo 20. Nov., D. Friderun 28. Nov.,
D. Wahehe 3 Dez.; b) Süd= und Oſt=Afrika: D. Adolph Woermann
20. Nov., D. Waganda 4. Dez.

Tageskalender für Dienstag, den 16. November 1926.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 7½ Uhr, Ende 10½ Uhr,
F. 3 (Darmſtädter Volksbühne): Oberon Kleines Haus,
Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr, Zuſatzmiete I, (4): Der Raub der
Sabinerinnen. Orpheum, abends 8 Uhr: Das Journal. der
Liebe. Schloß=Café: Konzert. Café Rheingold:
Konzert und Tanz. Weinhaus Weißer Turm: Konzert
und Tanz. Spaniſche Bodega: Künſtler=Konzert. Hotel
Schmitz: Unterhaltungsmwſik. Konzertſaal Perkeo
abends 8 Uhr: Humoriſtiſches Konzert. Café und Weinſtube
Taunusburg: Tanz. Feſtſaal der Turngemeinde,
Woogsplatz 5, abends 8 Uhr: Gaſtſpiel der Vandredi=Comp.
Fürſtenſaal abends 8 Uhr: Oeffentl. Lichtbildervortrag von
Ober=Reg.=Sekr. Feilner über Ein geſchichtlicher Gang durch Metz.
Kinovorſtellungen: Unon=, Reſidenz=Theater, Palaſt=
Lichtſpiele.
Verſteigerungskalender für Mittwoch, den 17. November 1926.
Vormittags 11 Uhr werden auf dem Hofe des Marſtallgebäudes,
Mathildenplatz 17, 10 ausgemuſterte Landgeſtütsbe=
ſchäler
verſteigert.

G

WDir bringen eine nie gese

menstellungen in Gdech

sen u. Schlangen sowie in rep
Elee tilfarbigen anderen Ledern.

Audwigspiatz 2, II. Stock
Durchgehend geöffnet. 16718

[ ][  ][ ]

Nummer 318

Dienstag, den 16. November 1926

Seite 7

MNalen u. zeichnen elie
dern
Dann sollten Sie Ihre freie Zeit
benutzen, es gründliceh zu lernen,
zumal die Kosten viel geringer
sind, als wenn Sie dlese Zeit für
irgendwelche Liebhabereien oderZer-
strenung
, anwendeten. Unser bewährtes,
von Künstlern u. der Presse glänzend be-
gutachtetes
Lehrerstem geht von ganz neu-
V An adnnagnnen Mn 0. uti drnn ORdng Rut
de Korrektar der Hunmrasendenden Vortiigesen Lddten Kene Krate 3
geudung oder Abstumpfung dureh ermüdenden Dril, kein Aufgeben des
Berufs, gondern Ausnutzung freier 8tunden durch interessante künstl. Tätig-
Wkeit vom ersten Tage an. Zeichnen und Malen ist in jedem Bernfe von erheb-
lchem
Untzen, zahlreiche frühere Schfler beriehten uns aber, daß eg
ihnen zur lohnenden Erwerbsauelle geworden ist, und wer die Sehfler-
arbeiten
in unserem Ulustrierten Prospekt, den wir kostenlos ver-
senden
, ansieht, wird das begreiflich finden. Verlangen Sie den
Prospekt sofort. Adressieren Sie genan:
Dal- und Zeichen-Unterricht-C. m. b. H,
Berlin Wo. Büro 25
Linketrave 1a.

Wanſich

Kaffee=Vertretung
fürSelbſtverbraucher,
ebtl. mit Niederlage,
vergibt J. Behrens,
Hamburg 8, (l.klbg ue

eer
Lehrling
ſucht hieſige Groß=
handlung
. Nicht Fort=
bildungsſchulpflich
bildungsſchulpflich=
tige
bevorzugt.
Schriftl. Angebote
unt K667 a. d. Ge=
ſchäftsſtelle
, (16735oil

Alte bedeutende deutſche Verſicherungs=
geſellſchaft
mit allen Branchen ſucht für
ihre Abteilung (16773im
Sterbekaſſen= und

einige Herren als Oberinſpektoren ( Ko=
lonnenführer
) für den Außendienſt. Herren,
welche ſchon in Kleinleben= oder Sterbe=
kaſſenverſich
, oder Zeitſchriften gearbeitet
haben, werden bevorzugt. Direktionsver=
trag
. Nichtfachleute werden eingearbeitet.
Schriftliche Bewerbungen u D 105 Gſchſt.

(TV. 16756

Fu

prima rheinheſſiſ he Induſtrie
liefert zum billigſt. Tagespreis
2 Frank, Große Caplaneigaſſe 34 (30193

ge

Weiblich

Ehrliches u. fleißiges
Mädchen /
25 Jahre alt, perfe*
ſim Kochen und allen
ſHausarbeiten, ſucht
iofort Stelle alsStütze
wder in einen kinder=
Aoſen Haushalt. Näh.
ſin der Geſchſt. 4230164

Alleinmädchen mit
ggut Zeugn.,, das koch
ſkann u. alle Hausarb.
wverſteht, ſucht Stel=
Ulung per 1. Dezemb.
TAng unter G 82 an
die Geſchſt. (*30141

Suche für 18jährig
Mädchen, im Haus=
halt
ſehr bewandert,
Stellg, als Stütze od.
HaustochterinDarm=
ſtadt
od. Umgebung.
Angeb u. D 78 an
die Geſchſt. (zorso

Frl., 40 J., ſ. Stelle
als Stütze od Haus=
hälterin
ohne Vergüt
Angebote u. D 88
Geſchäftsſt. *3014

Tüchtiges Mädchen
ſucht ſtundenweiſe Be=
ſchäftigung
im Haus=
halt
, auch bis nach d.
Spülen. Angeb. u.
D 104 Gſchſt ( 30us6

Aelt., beſſ. Mädchen
ſucht zum 1. Dezemb
Stelle als Köchin od.
Alleinmädcher oder
auch als Aushilfe.
Ang. unt. D 111 an
die Geſchſt. (30207

Fleiß. Mädch., 17 J.
ſucht Stellg in Fabr.,
bezw. Lager, od. and
paſſende Arbeit. An=
gebote
unt. D 94 an
die Geſchſt. (:30160

Tücht, Frauempf. ſich
bei Familienfeſtlichk.
z. Koch., evtl. z. Aush.
Näh. Kranichſteiner=
ſtraße
34, I 230150

Berf Schneiderinem=
pfiehlt
ſich in u. auß.
d Hauſe. Angeb. u.
D 106 Gſchſt. 301gs

Mannlich

Thauffenr
Führerſch. 3b, ſucht
Stellg b. mäß, Lohn.
Angebote unt. D 89
Geſchäftsſt. (730143

Schreibmaſchinenar=
beiten
werden übern.
Ang. unter D 91 an
die Geſchſt. ( zous7

Maſchinenſchloſſer
mit Führerſchein 1, 2
u. 3b ſucht Stellung.
Derſelbe übernimmt
auch Arbeit, im Lager
u. Büro, ſowie In=
ſtandhaltg
, d. Heizung
uſw. Pflichttreues Ar=
beiten
gewährleiſtet
Angeb. erbeten unt
D 87 Gſchſt. 30148im
AOffene Stellen R
Weiblich

Monatsmädchen
wöchentlich einige
Stunden vorm. geſ.
Vorzuſt ab 10 Uhr
Roßdörferſtr. 82, pt.
(r30198)

30 Mk. demienigen,
der jüng Kaufmann mit vielſeit Kenntn
eine Stelie als Verkäufer, Lagerverwalter
oder ſonſt Büropoſten beſchafft. Diskret zu=
geſich
. Evtl. Intereſſ=Einlage. Gefl. Zu=
ſchrift
erbeten unter D 93 Geſchſt. (30161

Ungbhängige, jüchige Frau

geſucht für tagsüber mit
nur gut. Empfehlungen

( z0t17
im

Heuß, Hügelſtraße 6.

Mu. Hidfe
geg hohen Lohn geſ.
Angeb. unt. D 101
Geſchäftsſt. (16ne5

Für II., bürgerlichen,
frauenloſen Haushalt
wird eine zuverläſſige
Stütze, die alle Haus=
arbeiten
auszuführen
gewillt iſt, z baldig.
Eintritt geſ. Ang. u.
D 76 Geſchſt. ( 30116
Zu älterem Ehepaar
hilfsbereite, ehrliche,
zuverläſſige, nicht zu
junge Kraft f. Küche
u. Hausarbeit geſucht
Heinrichſtr. Nr. 158,
2. Stock. (30154

16-18 jähr. Mädchen
tagsüber ob, b. n. d.
Spülen geſ. (230194
Angebote u. D 108
an die Geſchäftsſt.

Anſtänd. Mädch.
zum Ausfahren eines
5jährig. Fungen tags=
über
geſ Reinheimer,
Georgenſt 9 (101g7

Nb e
i. Haushalt erf,) über=
nimmt
nebenberuff.
ettv. Hausarb. gegen
freie Wohng.? Ang
mögl. m. Bild, u. D98
Geſchäftsſt. :30170

Zuverl. Mädchen für
alle Hausarbeiten.
tagsüber geſ. Wo?
ſagt die Geſchäfts=
ſtelle
ds. Bl. (c30201

Alleinmädchen
mit guten Zeugniſſen,
dasbürgerl, koch kann
zum 1. Dez geſ. Vor=
zuſt
. Martinsſtr. 571I.
v. 3,6 nachm. (30195

aufnädden
geſ. Heidelbergerſtr 61,I.
(30208)

mcn
Eintritt. für Herr=
ſchaftshaushalt
älteres
Hausmädchen
mit beſten Zeugniſſen
Zweitmädchen vor=
handen
). Angeb. u.
D 99 Geſchſt. 3or7s

In kleinerem Haus=
halt
ſucht ält. Dame
ein ſehr ehrl., einf.
Mäochen
Nähkenntniſſe unbed.
erforderl. Sehr gute
Behandl. Stiſtſtr. 21,p.
*16788

Berrreter in)
für vornehme Tätigkeit und ſehr hohe Ver=
dienſtmöglichkeit
zum Verkauf eines ſenſat,
kirchl. Kunſtgegenſtandes; welcher in jeder
chriſtlichen Familie gerne gekauft wird. für
Darmſtadt u. Umgebung per ſofort geſucht.
Perſonenm beſt. Rufu vorn. Umgangsform.
wollen ſich meiden unter D 85 Geſch. (30 134

Für den Vertrieb einer begehrten
neuen flüſſigen Seife Hacovon
in Großpackung für den Familienge=
brauch
, Fabrikat Heukel & Co., Han=
upver
(Henkelwerk), bei Lrogiſten und
Seifengeſchäften vergebe ich für d. Lan=
desbezirk
Darmſtadt die (I1K616414
Vertretung
an einen repräſentablen Herrn. Fleißi=
gen
Herren iſt eine ſehr ſeltene Ver=
dienſtmöglichkeit
bei regelmäßigen,
pünktlichen Einnahmen geboten.
Angebote mit kurzen Angaben über
zu richten unter B 10 an Ernſt Baus,
Generaldepot für Süd= und Weſt=
deutſchland
, Benrath, Parkſtraße 22.

Tüchtiger Fachmann

wird
von alter erſtklaſſiger Lebonsverſicherungsge=
ſellſchaft
mit modernſten Einrichtungen in Groß=
und Klein=Leden als Generglagent mit
Direktions=Bertrag
geſucht.
Geboten wird: großzügiges, ſelbſtändiges,
keiner. Weiſe beengtes Arbeiten, bei
hohen Bezügen.
Verlangt wird: gediegene Organiſations= und
Werbetätigkeit zur Erzielung eines großen,
ſoliden Neugeſchäfts bei weitgehender
Unterſtützung ſeitens der Geſellſchaft.
Sachbranchen können für angeſchloſſene
Konzern=Geſellſchaft betrieben werden.
Ausführliche Angebote, die ſtreng vertraulich
behandelt werden, unter D 102 an die Geſchäfts=
(Fueiso k
ſtelle ds. Blattes erbeten,

SllKAderUlsche zum Schutz

Dank ſeiner vollkommenen Zuſammen-
ſetzung
löſt SÜMA den Schmutz durch ein=
faches
Kochen. Der reiche Schaum durch-
ſpült
die Geucbe und reinigt ſie auf natür-
lichſte
und bchutſamſte Weiſe.
Verwenden Sie SÜMA für alles! SuMA
iſt gleich vorzüglich für Farbiges und Woll-
ſachen
wie für die Weißwäſche!

AOAAAA-
die
neue Nrt Seiſe
der Snnlicht Mannheim

Preis 30 Pfg.

112579

Alter und perſönliche Verhältniſſe ſind. / Wir ſuchen zur Mitnahme eines bewähr=
teu
Spezialartikels (IKa16686
Vertreten
die bei Bäckereien gut eingeführt ſind
9berko=G. m. b. H., Karlsruhe i. B. Hafank Selbſtkäufer ſ. ſofort
2-3 Familien-
Haus
mit Garten zu kauf. n
Freiwerd. Wohnung
Beding. Tauſchwohng
vorh. Anzahl. 4000 .
Angebote n. D 109
Geſchäftsſt. 1301ge Geſchäfts=
und
Etagenhäuſer
Villen= u. Einfam.=
Häuſer, Bauplätze,
allerbeſte Objekte, hat
ſtets anzubiet. /12532a
A. Brück
Schützenſtraße 8, 1.
Telephon 1778. Herrſchafts

in beſter Lage Darmſtadts (Südoſtviertel)
komfortabel ausgeſtattet, 10 Zimmer, Bad,
Balkone, ſonnige, freie Lage, für 1 und 2
Familien,ſofortzubeziehen, beſchlagnahme=,
Sonderſteuer= und Wertzuwachsſteuerfrei,
zum Preiſe von Mk. 55000 , bei einer
Anzahlung von Mk. 15 20 000. zu ver=
kaufen
. Angebote unter C 95 an die Ge=
(163929
ſchäftsſtelle dieſes Blattes.

Zu kaufen geſucht
aus Privathand

Haus

mit freiwerdender
4= Zimmer=Wohnung,

Angebote unter D 96
Geſchäftsſt. 301z2igs

Geschäftshaus
mit Büroräumen und etwa 1000 gm Fab=
rikationse
, reſp. Lagerräumen, maſſiv, in
beſt. Zuſt, mit Einfahrt u. beſ. Eing für
Büroräume, preiswert zu verkaufen durch
Alb. Mittelstädt
Riedeſelſtr. 21 (16782) Fernſprecher 2340

Lebensmittel=
geſchäft

Zigarrengeſchäft,
Wirtſchaft, Metzgerei
Bäckerei, Kaffee u.
Konditorei, Geſchäfte
aller Branchen zu vk.
Immobillen-
Dingeldeln
Landwehrſtr. 39, pt.
Tel.=Ruf 2067 (230204

Siermarkt K

Ein Pferd
u. Federrolle zu vk.
Näh. Geſchſt. (230133

Ein leichtes Pferd zu
verkauf. Heinheimer=
ſtraße
38 29684ima

Kanarienhähne
zu verkauf. Truffel,
Bismarckſtr 28, 1. St.
(16295a)

Schnauzerhündin
guter Rattenfängert
wachſam, zimmer=
rein
, geflügelfromm;
billigabzugeb. (30124
Jakobiſtraße 21.

Dobermannhündin,
ſehr wachſ. u. ſcharf,
daſ. ein 4rädr. Hand=
kaſtenwagenbill
. z. vk.
730137,Kiesbergſt.1, p=

Großer
SollaOr erlädt
Aülulen / Bendlalichen / cn un Moundecnen

Denken Sie jetzt schon an Ihre Weihnachtseinkäufel
Besuchen Sie uns unverbindlich und überzeugen Sie sich von der Auswahl und
Preiswüralgkelt unserer Lngebote.
Einige Beispiele:

(Dir legen bei entsprechender Anzahlung
gekaufte otücke bis (eihnachten zurück.

Bettvoriagen . . . 5.95, 4.50, 225, 150, 125, 0.95
Tischdecken kochelleinen, 4.95, 3.95, 3.50, 2.50, 1.95
gewebt, Gobelin, Perserart
. . 12.50, 11.50, 8.75, 0.50
Tischdecken
Kaffeedecken .. . 650, 5.50, 475, 3.95, 2.95, 1.95
Dinanleken eit iet it et ei. 750
verschiedene Größen
Aunstlerdeoken 2.50, 1.95, 1.65, 080, 0,65, 0.48
12.50, 9.75, 6,75, 4.95, 3.95
Felle

Kh
BtO C
Hadras-Garnituren

in einer fabelhaften, geschmackvollen Auswahl
9.50, 7.50, 6.50, 3.50, 2,50, 1.45,
.. . 5.50, 4.50, 3.95, 2.95, 1.95, 1.60, 1.25,

prachtvolle Farbstellungen, 3teilig
13.50, 12.50, 9.75, 8.50, 6.95, 4.95, 3.95,

Soheiben-Gardinen
Breite Gardinenstoffe
.. 0.75, 065, 0.55, 0.48, 0.38,
moderne Muster .. . . Meter 2,50, 215, 1.95, 1.65, A00 Meter.

Etamine
Brises-Bises
9.28
1.20, 1.10, 0.95, 0.75,
0.65, 0.55, 0.42, 0.35

0.45 .

Hadrasstoffe
130 cm breit, 2.95, 2.55, 1.95, 1.*0

16752
0.95
2.3s
0.98

SAlliLtdttr TadlläAd

Ludwiastraße 12

Darmstadt

Ludwiastraße 12

[ ][  ][ ]

Seite 8

Dienstag, den 16. November 1926

Nummer 318

Aus Heſſen.
*Oie Tagung des Verbandes für deutſche
Jugendherbergen (Zweigausſchuß Südheſſen)
in Eberſiadi.
H. Um Deutſchland und in Deutſchland wüten Kämpfe. Zerriſſen=
heit
, Uneinigkeit, wo nicht gar Feindſeligkeit brandmarken unſer Zeit=
alter
. Schwer, eine Herkulesarbeit, das deutſche Volk wieder zuſammen=
zuſchweißen
zu einer Einheit und damit zu einer Größe. Unſer Blick
ſucht nach den letzten Möglichkeiten, das Schlimmſte zu verhüten, nach
den wenigen Hoffnungsankern für eine Volksgemeinſchaft.
Immer wieder kehrt das Auge zurück zur deutſchen Jugend.
Wird ſie Deutſchlands Erneuerung bringen? Kann ſie es überhaupt?
Sind die Vorausſetzungen dazu bei ihr gegeben? Zum freien Atmen
fehlt uns bald der Raum; geknechtet liegen große Teile. Und zu alle=
dem
noch die Zerriſſenheit im Innern. Ein jammervolles Bild. Die
ſozialen Einrichtungen Deutſchlands, einſt bahnbrechend für die meiſten
Großmächte, müſſen bitter unter der Vevelendung leiden. Schon ſind
die Mittel nicht mehr vorhanden, um ſo viele Leiden, die an der Volks=
geſundheit
zehren, zu heilen. Ein krankes Volk wird aber nie wieder
zur Höhe kommen. Erfreulich iſt nun die Tatſache, daß in einem großen
Teil der deutſchen Jugend ein geſunder Kern ſteckt, der ſich ſelbſt zu
helfen ſucht. Die in den letzten Jahren entſtandene Jugendbewe=
gung
iſt ein Lichtblick im grauen Bild unſerer Tage. Triebhaft lenkt
heute unſere Jugend die Schritte in die Natur, dem Vorbild für alles
Gütige, Reine, Natürliche, Große, der Urquell für die anhaltendſte
Volksgeſundheit, der Jungborn für rechte Volkskraft. Eine geläuterte
Lebensauffaſſung greift unter der deutſchen Jugend Platz. Die innere
Fühlung mit der großen Lehrmeiſterin Natur durch häufiges Wan=
dern
erzieht ſie zu neuen Menſchen. Rauſch= und Rauchgifte, Schund
und Schmutz, ſeichte Vergnügungen und Vergeudung von Kraft und Geld
für unnütze Dinge kennt ſie nicht. Doch auch zu einem anderen Hochziel
findet ſie: zum beſſeren Verſtändnis für deutſches Volkstum und an=
derer
deutſcher Stämme Eigenarten. Niemals wird echte Vaterlands=
liebe
auf Schulbänken oder aus Büchern großgezogen, erſt die Kenntnis
des Vaterlandes, von Land und Leuten, weckt die unvergängliche, alles
überwindende Liebe zur Heimat und zum Volk. Das Wandern aber
legt durch die Weggenoſſen, durch die Berührung mit der Bevölkerung,
durch den Aufenthalt in den Jugendherbergen mit anderen Jungwan=
derern
den Keim zur Volksgemeinſchaft und damit zu einer
Volkseinheit.
Gerade den Jugendherbergen, von denen viele mit Jugend=
heimen
vevbunden ſind, gebührt der Ruhm, Wegbereiter zur Volksge=
meinſchaft
zu ſein, weil ſie erſt das allgemeine Jugendwandern ermög=
lichen
und damit die Bahn freimachen, das Vaterland zu durchwandern.
Die Jugendherbergen dienen der geſamten Jugend, gleich welcher
Richtung. Sie ſtellen ſich bewußt in den Dienſt der Volksver=
ſchmelzung
und der Verwiſchung der Standesunterſchiede zur Her=
anbildung
eines wirklich einigen Volkes. Iſt es nun zu viel geſagt,
daß die Jugendherbergen Wegbereiter zur deutſchen Volksgemeinſchaft
ſeien? Noch ſteht das Jugendherbergswerk am Anfang. Das meiſte iſt
noch zu tun. Die Mitſtreiter am Werke, meiſt ehrenamtlich tätig, voll=
enden
gern die dem Wohl der Jugend Deutſchlands gewidmete
Schöpfung.
Die Tagung des Verbandes für Deutſche Jugendherbergen ( Zweig=
ausſchuß
Südheſſen), die am Samstag und Sonntag in Gberſtadt ſtatt=
fand
, galt der Errichtung einer
Jugendherberge bei Malchen.
Dieſer Gedanke fand einen ſo lebhaften und freudigen Widerhall,
daß der Verlauf der Tagung davon völlig beherrſcht war. Die Begei=
ſterung
dieſes Gedankens füllte nicht nur die Herzen der aus der en=
geren
und weiteren Umgebung zahlreich herbeigeſtrömten Jugend, ſon=
dern
auch aller Jugendfreunde. Keiner unter ihnen, der ſich nicht ge=
lobt
hätte, an der Verwirklichung des Werkes mitzuhelfen. Die Ge=
meinde
Eberſtadt hatte der Jugend und ihren Führern einen warmen
Empfang und eine gaſtfreundliche Aufnahme bereitet und ſtellte ſich
durch Beitritt als körperſchaftliches Mitglied in den Dienſt der Sache.
Gemeindeverwaltung und Gemeindevertretung, Schulverwaltung, der
Ortsausſchuß für Volksbildung und Jugendpflege, die örtlichen Geſang=,
Turn=, Spiel=, Sport= und Wandervereine entſandten Vertreter zur
Tagung und brachten damit ihre Bereitwilligkeit zum Ausdruck. Hand
anzulegen, damit die Jugendherberge bei Malchen erſtehe,

Eingeleitet wurde die Tagung durch eine
große Kundgebung
am Samstag abend. Ein mächtiger Fackelzug, an der Spitze das ſtramme
Pfeifer= und Trommlerkorps der Freien Turnerſchaft, ſetzte ſich um
8½ Uhr vom Kriegerdenkmal aus in Bewegung, paſſierte eine Anzahl
Ortsſtraßen, in denen eine unüberſehbare Menſchenmenge Spalier bil=
dete
. Auf dem Marktplatze angelangt, erleuchtete bald das Feuer der
zuſammengelegten Fackeln die Nacht, drei Geſangvereine, dirigiert von
Lehrer Knöß, ſangen den Chor: In die Ferne, der Geſchäftsführer
des Werbebezirks Eberſtadt=Bickenbach=Zwingenberg, Hirt=Pfungſtadt,
hielt eine zündende Anſprache, die lebhaften Beifall der Menge aus=
löſte
. Der Chor Abendſtändchen ſchloß dieſen Teil der Feier ab,
worauf ſich die Zugteilnehmer in den Schwanenſaal begaben. Nicht
alle konnten Einlaß bekommen, viele mußten umkehren, ſo daß ihnen die
hier folgenden ſchönen, von heller Begeiſterung getragenen Stunden
verſagt wurden. Beigeordneter Flick überbrachte als erſter Redner
die Grüße der Gemeinde und wünſchte, daß die Tagung in Eberſtadt
von dem erhofften Erfolg gekrönt werden möge. Lehrer Becker ſprach
namens der Schulleitung, des Schulvorſtandes und des Ortsausſchuſſes
für Volksbildung und Jugendpflege. Er wies darauf hin, daß die
Schule einem Ziele, das das körperliche, geiſtige und ſittliche Wohl un=
ſeres
koſtbarſten Gutes, der Jugend, bezwecke und fördere, nicht fern=
ſtehen
, ſondern daran mitwirken wolle. Und wenn ſich hier Beſtrebun=
gen
geltend machen, die das Erwandern der Heimat in den Mittelpunkt
ſtellten, um ſie unſerer Jugend durch unmittelbare Anſchauung näher
zu bringen, ſo ergänzten fene nur den Schulunterricht, der damit erſt
vollendet werde. Darum begrüße die Schule die Aufgabe des Jugend=
herbergswerkes
, das durch die Errichtung von Jugendherbergen eine
noch klaffende Lücke auf dem Gebiete des Wanderns ausfülle. Auch
vom Standpunkte der freien Volksbildungsarbeit ſei die Aufgabe des
Verbandes für deutſche Jugendherbergen als ein hohes hehres Ziel zu
begrüßen. Sie zu unterſtützen, liege ganz auch in derem Sinne, Landes=
jugendpfarrer
v. d. Au=Darmſtadt gab ſeiner Freude Ausdruck, daß
das Jugendherbergswerk nun auch in Eberſtadt einen großen Schritt
vorwärts tun wolle. Die Wohnungsnot ſei groß, aber größer ſei die
feeliſche Not unſerer Jugend. Unſere Bemühungen müßten dahin
gehen, das Heimatgefühl zu erweitern und zu vertieſen. Es ſei in der
Seele des Menſchen tief verankert und müſſe erwandert werden. Die
Jugendherbergen ſtärkten das Heimatgefühl und dringe durch ſie in
Geiſt und Seele.
Schulrat Haſfinger, als Vorſitzender des Zweigausſchuſſes
Südheſſen, fand dann in einer von flammender Begeiſterung getrage=
nen
Rede zu Herzen gehende Worte. Er wandte ſich gegen die Ver=
äußerlichung
unſerer Zeit und mahnte die Jugend, Einkehr zu halten
und zur Verinnerlichung zu ſchreiten. Seit Jahren erſchalle der Ruf
nach Jugendherbergen ins Land. Er gelte der wandernden Jugend.
Wenn ſie hinauspilgeve in Feld und Wald, ſucht ſie hinweg zu kom=
men
über die Schreck= und Birterniſſe der Gegenwart, wolle draußen
neue Kraft und Freude ſchöpfen und das Gefühl zur Heimat, zum
Vaterland ſtärken. Und wir brauchten eine ſolche Jugend, eine Jugend,
die froh ſei und ſinge. Bei ihr gebe es keine Gruppen und Grüppchen,
einmütig wolle ſie zuſammenſtehen und zuſammenhalten. Sie zeige den
Weg, der den Alten kaum noch gemeinſam ſei. Und gerade die heſſiſche
Heimat, die ſo reich an Pracht und Schönheit ſei, wolle der Jugend die
Augen öffnen, damit ſie trinke von dem, was ausgebreitet vor ihr liege.
Sie frage nicht nach Rang und Stand, alle Brüdern und Schweſtern
ſeien bei ihr gleichberechtigt zum Wohle des Ganzen. Daraus erſprieße
ſoziale Geſundheit und rechte vaterländiſche Geſinnung. Heimat und
Vaterland könne man nur dann lieben, wenn man ſie kennen gelernt
habe. Mit dem Jugendwandern werde mithin die Heimat= und Vater=
landsliebe
, die jeder in ſeinem Herzen trage, gefördert und eine hohe
Miſſion erfüllt. Das Schickſal unſeres Volkes würden wir nur dann
meiſtern können, wenn wir es gemeinſam zu überwinden ſuchten und
jeder nach ſeinen Kräften daran mithelfe. Darum rufe er: Helft alle
mit, an der ſchönen Bergſtraße recht bald ein Eigenheim zu errichten,
wo unſere wandernde Jugend Einkehr und Raſt halten kann. Trage
jeder ſein Scherflein dazu bei, damit wir vielleicht ſchon übers Jahr
die Weihe vornehmen können. Noch mehr als bisher gelte es, mitzu=

helfen an dem ſchönen Jugendherbergswerk, das eine Quelle reinſter
Freude für unſere Jugend bilde. So wolle er hoffen und wünſchen,
daß die Tagung in Eberſtadt dazu beitrage, den Gedanken einer Jugend=
herberge
bei Malchen in die Tat umzuſetzen zu unſerer aller Freude.
Seien wir deshalb, ſo ſchloß Redner, nicht nur Hörer des Wortes, ſon=
dern
auch Täter. Brauſender Beifall lohnte die Ausführungen des
Redners.
Umrahmt wurde die Feier durch Geſangsvorträge der Geſangver=
eine
Sängerluſt und Laſſallia. Zum Schluſſe führte die Heppen=
heimer
Spielgruppe eine Reihe gut gelungener Schattenbilder auf, die
beifällig aufgenommen wurden.
Am Sonntag nachmittag fand dann im Schwanenſaal, nachdem ſich
130 Teilnehmer der Verſammlung als Mitglieder in die Liſten einge=
zeichnet
hatten, die Gründung der Ortsgruppe Eberſtadt
durch den Geſchäftsführer des Gaues Südheſſen ſtatt. Dieſer unerwar=
tet
ſchöne und große Erfolg der Tagung zeigte, wie groß das Intereſſe
an der geplanten Errichtung der Jugendherberge in Eberſtadt iſt und
welch warmen Widerhall die Beſtrebungen des Jugendherbergsverban=
des
hier gefunden haben. Das Gelingen der Aufgabe dürfte damit
ſichergeſtellt ſein. Zum Vorſitzenden der Ortsgruppe wurde Ingenieur
Karl Schmidt, zum ſtellvertretenden Vovſitzenden Karl Bär und
zum Geſchäftsführer Fritz Dächert gewählt. Die Gewählten nahmen
die Wahl an. Schulrat Haſſinger begrüßte die neue Ortsgruppe
mit einem warmen Appell zur tatkräftigen und lebendigen Mitarbeit
und brachte ein kräftiges, widerhallendes Heil auf ſie aus. Geſang
und Spiele der Jugendgruppen beſchloſſen ſodann die Tagung, die für
Eberſtadt und die Jugendherbergsbewegung ein Ereignis war und
bleiben wird.
In der Georgenſchule hatte der Verband eine Ausfkellung ver=
anſtaltet
, die einen regen Beſuch aufzuweiſen hatte.

* Arheilgen, 14. Nov. Ab heute liegt die Wählerliſte für die am
5. Dezember dieſes Jahres ſtattfindende Volksabſtimmung über Auf=
löſung
des 3. heſſiſchen Landtages auf dem Rathauſe zur Eiſicht wäh=
rend
der Dienſtunden auf acht Tage offen. Am 26. dieſes Monats
veranſtaltet der Geſangverein Sängerluſt im Gaſthauſe Zum weißen
Schwanen ſein Herbſtkonzert. Nächſten Dienstag beginnt für
die Liga= und Liggerſatzmannſchaft der hieſigen Sportvereinigung das
Hallentraining. Auch der hieſige Turnverein von 1876 hat von dieſer
Woche an regelmäßige Turnſtunden für feine Schülermnen, Schüiler,
Turnerinnen, Jugendturner, Turner und ältere Turner angeſetzt. Beide
Vereine fordern zu pünktlichem und zahlreichem Erſcheinen auf.
ck. Wixhauſen, 15. Nov. Oeffentliche Gemeinderats=
ſitzung
. Die Errichtung einer Ortsſatzung zur Erhebung einer
Wertzuwachsſteuer wurde genehmigt. Zur Ausbeſſerung von Gräben
und Brücken wurde die Beſchaffung von Kanalröhren beſchloſſen. Der
Koſtenvoranſchlag für das projektierte Schwimmbad, welches vom Kul=
turbauamt
ausgearbeitet wurde, beträgt 18000 Mark. Der Bürger=
meiſter
wird deshalb beauftragt, die polizeiliche ſowie die finanzielle
Genehmigung des aufzunehmenden Kapitals einzuholen. Der Stunden=
lohn
der ausgeſteuerten Erwerbsloſen wird für Verheiratete von 60
auf 75 Pfg., für Ledige von 50 auf 60 Pfg. erhöht.
* Griesheim, 15. Nov. In dieſer Woche finden nur am Donners=
tag
, den 18. November (vormttags von 711 Uhr und nachmittags von
15 Uhr) Scharfſchießübungen ſtatt. In dem Gehöft des Philipp
Müller 10., Bahnhofſtraße, hier (in der Nähe des Faſelſtalles), iſt die
Maul= und Klauenſeuche wieder erneut aufgetreten. Die erforderlichen
Sperrmaßnahmen ſind wieder angeordnet worden.
Eberſtadt, 15. Nov. Seinen 70. Geburtstag begeht morgen der
Kartolithograph Albert Soeder in Eberſtadt. Weit über die Gren=
zen
ſeines Heimatlandes und auch im Ausland wurde er als Fachmann
und Künſtler ſeines Berufes geſchätzt. In Sangeskreiſen wird er noch
bei alten Darmſtädtern in Erinnerung ſein.
X. Babenhauſen, 15. Nov. Durch die Bemühungen des hieſigen
ebangeliſchen Kirchenvorſtandes und der beiden Pfarrämter iſt es ge=
lungen
, im Sürdflügel des Schloſſes einen Saal mit Nebenraum für Ver=
anſtaltungen
, die der Förderung des kirchlichen Gemeindelebens dienen
ſollen, zu erhalten. Das heſſiſche Miniſterium des Innern und das
hieſige Forſtamt haben dabei weitgehendes Entgegenkommen bewieſen,
Die Räumlichkeit zur Abhaltung von Veranſtaltungen der Jugendver=
einigung
, des Frauenvereins, des evangeliſchen Kirchenchors uſw. iſt
run vorhanden, doch fehlt es an dem novwendigen Mobiliar, den Be=
leuchtungskörpern
uſw. Der Kirchenvorſtand hat ſich deshalb an die
Bürgerſchaft mit der Bitte um Stiftung freiwilliger Beiträge und un=
entgeltliche
oder leihweiſe Ueberlaſſung von Stühlen und kleien
Tiſchen gewandt. Es iſt zu hoffen, daß die Bemühungen, das Gemeinde=
leben
zu heben, überall in der Gemeinde Verſtändnis und Unterſtützung
finden werden.

Für alle Sorten Felle
wie:Haſen, Reh, Hirſch Ziegen uſw.
ſowie: Füchſe, Marder, Iltis und
ſonſtige Wildfelle
zahle laufend die höchſten Preiſe (16706gid
Lippmann May
Ankaufsſtelle: Kleine Ochſengaſſe 14, am
S hlachthausplatz, Telephon 157 und 158.

LeonneilGciheu Deferibägenl
inbeſtein Zuſtand, 2 neue Ballon=Reifen mit
Schl., Phönix,f. W3ulſt 815X105, zu jedem an=
Preiſe ſofort zu verkaufen.
(*30185
Wittmann, Darmſtadt, Beſſungerſtr. 98

Bekanntmachung.
Beim Einlagern von Wintervorräten
erſuchen wir dringend, darauf zu achten,
daß die Haupthähne für Gas und Waſſer
ſowie die Waſſermeſſer ſtets leicht zu=
gänglich
bleiben.
(st16768
Direklion der ſtädtiſchen Betriebe.

Einträge in das Handelsregiſter: Ab=
teilung
4: Am 8. November 1926 hin=
ſichtlich
der Firma: Georg Crößmann,
Darmſtadt: Die Firma iſt erloſchen.
Abteilung B: Am 11. November 1926
hinſichtlich der Firma: Carl Schenk,
Eiſengießerei und Maſchinenfabrik
Darmſtadt, Geſellſchaft mit be=
ſchränkter
Haftung, Darmſtadt: Die
Prokura des Oberingenieurs Georg Darm=
ſtädter
in Darmſtadt iſt erloſchen.
Darmſtadt, den 12. Nov. 1926.
Amtsgericht I. (16738

Mittwoch, den 17. November
Ifd. Js., nachmittags 2 Uhr, ver=
ſtei
ere ich in Eberſtadt bei Darm=
ſtadt
öffentlich zwangsweiſe gegen Bar=
zahlung
:
1 Karuſſell, eine dazu gehörige
Orgel und ein Wagen.
Zuſammenkunft der Steigliebhaber
an der Bürgermeiſterei in Eberſtadt b. D.
Die Verſteigerung findet vorausſichtlich
(16780
ſicher ſtatt.
Lein
Gerichtsvollzieher in Darmſtadt.
Mathildenplatz 15.

Ein pauskino wenig
gebr., 1 Kaufladen u.
1 feldgr. Mantel zu
verkauf. Landwehr=
ſtraße
17. (*30184

Gold. 5Mk.=Stück
an Liebhaber abzug.
Angebote u. D 84
Geſchäftsſt. (* 3013

Nachdruck verboten

Tielfach enthalten Inserate höchste
Ausdrücke des Eigenlobs oder ge-
zierte
leere Phrasen.
Wir begnugen uns mit der Bitte,
unsere Ausstellungen in spez. Damen-
Spangen- und Halbschuhen einmal recht
kritisch zu betrachten, Sie kommen dann
von selbst zu uns.

Eine
Höchstleistung
ack-Zugschuh mit
echtem L. XlV.- Absatz

Kadz

Alleinverkauf der weltberühmten

Krallen-

Schuhe

in nur echter Rahmenarbeit.
Haupt -Preislagen:
11.50 13.530 15.50 18.30

Das älteste grosse Schuh-Spezialhaus
nur Schillerplatz 8

TV 13942

2W r
eunf 4.4
Faund.

Aünterrichtg Geldverkehrß Grdl. Klavierunterr.
(Einzelunterricht)
für Anf. u. vorgeſchr.
Schüler (b. mäßigem
Hon. erteilt 1140½a
L. Indorf. Darmſt.,
Schwanenſtr 72. III. Darlehen
prompt dch. G. Ebert,
Darmſt, Hügelſtr. 75
Tel. 1117. (*30177id
Beſte Referenzen! Darlehen
I. Hypotheken dch
G. Ebert. Darmſtadt,
Hügel r. 75. Tel. 1117
Beſte Refer. 116787a I. Hypotkeken
ca. 100% Auszahlung, 890 Zins

erledigt innerhalb 10 Tagen (15956a

Darmstadt, Hügelstraße 75
Telefon 1117.

werden gewährt an Beamte u
ſtaatl. feſt Angeſtellte gegen 8%
Zinſen jährl. u. Amonatl. Rück=
zahlung
unt günſt. Bedingungen
von der
Beamten-Kredit Gesell-
schaft
m. b. H., Hamburg
Filiale:
Frankfart a. H., Kaiserstr. 79
116683

[ ][  ][ ]

Nummer 318

Dienstag, den 16. November 1926

Seite 9

D Dieburg, 15. Nob. Im Saal des Gaſthaufes Zum grünen
WBaum fand eine Verſammlung ſtatt, die von Bürgermeiſtern, Ge=
mneinderechmern
, Kreisausſchußmitgliedern, Vertretern der Bezirksſpar=
hraſſen
des Kreiſes und des Kreisſchulamtes, des Kreislehrerrates ſowie
ſeiner Reihe von weiteren geladenen Gäſten ſehr zahlreich beſucht war.
NReg.=Rat Dr. Rindfuß aus Friedberg hielt einen Vortrag über die
ſFörderung der Bautätigkeit durch die heſſiſchen
ſöffentlichen Sparkaſſen und die hierzu von dieſen getroffenen
AMaßnahmen. Redner ging von der Tatſache aus, daß in dieſem Jahr
nin Deutſchland wieder etwa das gleichhohe Kapital wie in der Vor=
rriegszeit
von 1½ Milliarden verbaut wird, daß aber mit Rückſicht auf
ſodie etwa 1,6fachen Baukoſten mit dieſem Kapital nur rund 150 000 Woh=
nmungen
gebaut werden können, während in der Vorkriegszeit mit
ſcieſer Summe 240 000 Wohnungen erſtellt werden konnten. Durch
ſDieſe Neubauten kann nur der jährliche Mehrbedarf an Wohnungen
efriedigt werden, während der Fehlbedarf aus der Kriegs= und Nach=
rriegszeit
, der etwa auf 600 000 Wohnungen beziffert iſt, hiermit nicht
ingeholt werden kann. Redner zog hieraus den Schluß, daß zur wirk=
ſamen
Bekämpfung der Wohmungsnot mehr Kapital als ſeither dem
VWohnungsbau zugeführt werden muß. Wenn auch die Kapitalbildung
Wei der allgemeinen Verarmung ſehr erſchwert ſei, ſo müſſe doch von
ſjedem Bauluſtigen wenigſtens ein gewiſſes Eigenkapital verlangt wer=
Gden. Ziel der Sparkaſſen ſei nun, allen denjenigen, die Baufparver=
ſtträge
mit den Sparkaſſen abſchließen, die Anſammlung dioſes Eigen=
apitals
zu erleichtern und ihnen beſondere Vorteile bei der Gewäh=
rrung
von Hypotheken zu gewähren. Wenn alle diejenigen, die in den
rnächſten Jahren mit Hilfe von ſtaatlichen Baudarlehen bauen wollen,
ſtſchon jetzt mit Hilfe eines Bauſparvertrags ihre Erſparniſſe bei der
Sparkaſſe einlegen, dann iſt es möglich, mit Hilfe der von den Spar=
kaſſen
gegebenen gering verzinslichen Zuſatzdarlehen die ſtaatlichen
2Mittel für die Steuerhypotheken derart zu ſtrecken, daß die doppelte
Anzahl von Wohnungen gebaut werden kann. Hierzu ſei vor allem
rnotwendig, daß die ſelbſtverdienende Jugend beiderlei Geſchlechts ſo
früh wie möglich mit der Bauſpartätigkeit beginnt, ſo daß bis zur Ver=
heiratung
das erforderliche Eigenkapital für den Wohnungsbau zu=
ſammengeſpart
iſt. Es ſei im Intereſſe der Sparer umſo wichtiger, mit
den beſtehenden Sparkaſſen als Kommunalen Kreditinſtituten des Mit=
telſtands
und der Arbeiterſchaft zuſammenzuarbeiten, als hier von fach=
lich
geſchulten, bereits vorhandenen Organen die geſamte Arbeit
mit übernommen werden könne, ſo daß nicht, wie bei neugegründeten
Unternehmungen, weſentliche Teile der Spareinlagen für die Verwal=
tung
und die Propagandatätigkeit verloren gingen. An der Aus=
ſprache
beteiligten ſich der Kreisdirektor, Bürgermeiſter Krapp= Sicken=
hofen
, Kreisſchulrat Jaeger, Pfarrer Zöller=Nieder=Roden, Lehrer
Krapp=Reinheim, Bürgermeiſter Wagner=Ueberach, Sparkaſſenbegonter
Owerk=Seligenſtadt, Bürgermeiſter Gotta=Ober=Roden, Regierungsrat
Walter=Dieburg, Bezirksſparkaſſenrechner Glenz=Groß=Bieberau, Regie=
rungsbaurat
Gombel=Dieburg, Bürgermeiſter Schellhaas=Lichtenberg,
Bürgermeiſter Brücher=Groß=Zimmern und Lehrer Thierolf= Gaperts=
hauſen
. Der mehrfach vorgebrachten Anregung, in allen Gemeinden
Zahlſtellen zu errichten, die das Einſammeln der regelmäßigen Bau=
ſpareinlagen
zu erleichtern, wurde von ſeiten der Vertreter der drei
Bezirksſparkaſſen entſprochen. Kreisſchulrat Jäger ſagte zu, dem Spar=
gedanken
wie feither, ſo auch künftig in der Jugend jede Förderung
angedeihen zu laſſen.
* Etzen=Geſäß, 14. Nov. Unſer älteſter Ortseinwohner,
Landwirt Georg Horn, iſt heute an Altersſchwäche ſanft, ohne vorher=
gehende
Krankheit, entſchlafen. Er war 86 Jahre und 9 Monate alt.
m. Beerfelden, 15. Nov. Einen ſchönen Gedenktag begingen geſtern
die Fünfzigjährigen von hier und dem Kirchſpiel. Mor=
gens
war gemeinſamer Kinchgang, zu dem man ſich bei der Alters=
genoſſin
Frau Eckhard ſammelte, die Nachmittags= und Abendſtunden
verbrachte man bei den Pfarrkameraden Frau Wtw. Schott und Herrn
E. Beyſel. Die Sache war fein arvangiert, und auch die auswärts
wohnenden Altersgenoſſen und =genoſſinnen waren ziemlich vollzählig
erſchienen. Man tauſchte Jugenderinnerungen aus, ſang dazwiſchen ein
ſchönes Lied und genoß Stunden reinſter Fröhlichkeit; am Abend kam
ſogar noch das Tanzbein in Schwung. Dieſer Tag wird allen Teilneh=
menden
eine ſchöne Erinnerung bleiben; möchten alle bei der Feier als
Sechzigjährige ebenſo vollzählig und munter wieder gegenwärtig ſein.
Vorgeſtern abend bot der Verein für Raſenſport, ſeinen
Mitgliedern einen wohlgelungenen Underhaltungsabend; Soloſzenen,
Duette und Theaterſtücke wechſelten in bunter Folge und zeigten das
ſchöne Können unſerer Fußballer; nicht nur auf dem Sportplatz ſtellen
ſie wacker ihren Mann, ſondern auch auf der Bühne. Der Abend brachte
auch eine Verloſung, und verlief in einer Art und Weiſe, daß
alle Teilnehmenden aufs höchſte befriedigt waven, dazu trugen auch bei die
guten Tropfen und Bewirtung ſeitens des Saalbeſitzers, Herrn Grab.

* Hirſchhorn, 15. Nob. Wafferſtand des Neckars am 13.
November: 0,92 Meter, am 14. November: 0,88 Meter, am 15. Novem=

ber 0,78 Meter.

* Birkenau, 13. Nov. Geflügelausſtellung. Der hieſige
Kaninchen= und Geflügelzuchtverein veranſtaltet am 20. und 21. Novem=
ber
im Gaſthaus zum Birkenauer Tal eine Jubiläums= Geflügelaus=
ſtellung
. Der rührige Verein wurde vor 20 Jahren gegründet und kann
nun auf ſein 20jähriges Beſtehen zurückblicken; er kann das mit dem
Bewußtſein, während der zwei Dezennien überaus ſegensreich gewirkt
und vieles zur Hebung der Geflügelzucht in hieſiger Gemeinde beige=
tragen
zu haben. Auch obige Ausſtellung wird wieder den Beweis er=
bringen
, daß der hieſige Geflügelzuchtverein auf der Höhe der Zeit ſteht.
rs. Fürth, 14. Nov. Neue Turn= und Theaterhalle.
Dem jahrelangen Beſtreben des hieſigen Arbeiter=Turn= und Kraftſport=
vereins
iſt es gelungen, trotz der Ungunſt der Zeit= und Arbeitslage,
ſowie den mannigfaltigſten Hemmungen und Widerſtänden, ſeine große
Turn= und Theaterhalle noch vor Wintersanfang unter Dach zu brin=
gen
. Der mächtige Saalbau auf dem grünen Hügel ſeines Turnplatzes
hinter der Kröckelbacherſtraße, bietet durch ſeine bedeutenden Ausmaße
und namentlich durch ſein ungeſvöhnliches, langgeſtrecktes und flachge=
wvölbtes
Innengewölbe (Stefans=)Dach, das ſich über ſechs mächtige und
breitgeſpannte Bogen wölbt, ein impoſantes Biid und beherrſcht durch
ſeine hohe Lage die ganze Umgebung.
Jugenheim, 15. Nov. Die Goldene Hochzeit begehen am
18. November in voller Rüſtigkeit Karl Horſt und Frau Elſe, geb.
Braunſchweig, Darmſtädter Straße 46.
* Heppenheim, 14. Nov. Baſar der evang. Gemeinde. Der
von der evangeliſchen Gemeinde veranſtaltete Weihnachtsbaſar nahm
einen ſehr ſchönen Verlauf. Die Turnhalle, welche unter der Leitung
von Frau Fabrikant Wittmer prachtvoll dekoriert war, war während der
beiden Tage überfüllt. Zum Verkauf gelangten praktiſche und kunſt=
gewerbliche
Gegenſtände, Lebensmittel, Spielwaren, Bücher, Bilder
uſw. Auch hatte man einen Reſtaurationsbetrieb eingerichtet. Beſonders
zu erwähnen iſt der bunte Abend, bei welchem beſondere Anerkennung
den muſikaliſchen Leiſtungen von Frau Profeſſor Weimer gebührt, welche
ſchon am Nachmittag teils in Solovortägen, teils als Mitwirkende bei
Orcheſterdarbietungen die Veranſtaltung verſchönerte. Großen Beifall
fanden auch die Lieder der Frau Fabrikant Riedlinger=Auerbach ( Alt=
ſtimme
), ſowie das Piſtonſolo des Herrn Franke und die heiteren und
ernſten Rezitationen des Herrn Jäckel=Darmſtadt. Auch der hieſige
Muſikverein, der Bläſerchor des evangeliſchen Jugendbundes, der Bläſer=
chor
Bensheim, die Feuerwehrkapelle Heppenheim und die Jazzkapelle
Laiſe Birkenau trugen durch ihre guten Leiſtungen viel zu der wohl=
gelungenen
Veranſtaltung bei. Volksbibliothek. Am ver=
gangenen
Sonntag wurde die Volksbibliothek im katholiſchen Vereins=
haus
Heppenheim neu eröffnet. Es ſind wieder etwa 200 neue Bücher
zur Einſtellung gelangt, ſo daß die Bibliothek über einen reichen Bücher=
ſchatz
verſſiigt. Waſſer auf der Starkenburg. Nun endlich
iſt es gelungen, die Quelle im Abtsbrunn zu finden, welche die früheren
Bergbewohner mit Waſſer verſorgte. Die Quelle liefert in der Sekunde
etwa ½ Liter Waſſer. Sie war mit ſauber behauenen Steinen ausge=
mauert
und mit dickem Eichenholz ausgelegt. Auch hat man den
früheren Waſſerbehälter und den Schloßbrunnen freigelegt. Da der
Waſſerbehälter höher als die Starkenburg liegt, konnte von hier das
Waſſer leicht auf die Starkenburg geleitet werden. Augenblicklich ſind
nun eine Anzahl Erwerbsloſer beſchäftigt, die Wafſerleitung von dem
Behälter zur Burg zu legen. Nachdem man die Lindenbäume am
Nordausgang der Stadt gefällt und die Straße kanaliſiert hat, iſt jetzt
mit der Kleinpflaſterung begonnen worden.
Gernsheim, 15. Nov. Waſſerſtand des Rheins am
15. November: 23.

Hauptverſammlung des hefſiſchen Heilſtättenbereins.
WSN. Gießen, 15. Nov. Der Heilſtättenverein für Heſſen, dem
die Eleonorenheilſtätte bei Winterkaſten i. O., die Lupusheilſtätte in
Gießen und die Kinderheilſtationen in Hirſchhorn am Neckar, Lampert=
heim
und Waldmichelbach i. O. angehören, hielt unter dem Vorſitz des
Präſidenten Neumann in der Lupusheilſtätte ſeine Hauptverſammlung
ab. Der Vorſitzende gab zunächſt eine kurze Erläuterung zu dem ge=
druckt
vorliegenden Geſchäftsbericht, der die Jahre 19211925 behandelt.
Die Eleonorenheilſtätte in Winterkaſten und die Lupusheilſtätte im
Gießen waren in den letzten Jahren ſtändig voll belegt. Die Anmel=
dungen
von Kranken und Heilungsbedürftigen liegen in ſo großer Zahl
vor, daß die Aufnahme in die Anſtalten nur allmählich erfolgen kann.
Die Lupusheilſtätte in Gießen iſt nicht nur die einzige ihrer Art, ſonderm
gleichzeitig auch außerordentlich modern eingerichtet. Für d.n Andrang
der Heilungsſuchenden ſind beide Häuſer der Anſtalt ſchon heute zu
klein, ſodaß in abſehbarer Zeit ein weiterer Bau ins Auge gefaßt werden
muß. Die Kinderheilſtätten in Hirſchhorn und Waldmichelbach ſind
gleichfalls ſtändig gut beſucht und die Heilerfolge ſind zufriedenſtellend.
Gegen die Anſtalt in Lampertheim ſpricht die ungünſtige Lage in der
Ebene, die nicht ſür Lungenkranke geeignet iſt. Die Fürſorgetätigkeit für
Lungenkranke hat ſich außerordentlich bewährt. Hierfür hat der Verein
bis Ende dieſes Jahres ſchon etwa 65 000 Mark verausgabt. Der Erfolg
dieſer Aufwendungen geht daraus hervor, daß die Erkrankungen an
Lungentuberkuloſe ſchon etwas im Abnehmen begriffen ſind. Der Neu=
bau
der Kinderheilſtäte Winterkaſten iſt im Rohbau fertiggeſtellt. Die
Eröffnung dürfte vorausſichtlich im Auguſt oder September nächſten
Jahres erfolgen. Die Baukoſten dürften ſich auf eine halbe Million
Mark belaufen. Die Lupusheilſtätte wurde 1925 von 263 Patienten,
die Elevnorenheilſtätte in Winterkaſten von 540, die Kinderheilſtätte
in Hirſchhorn, Lampertheim und Waldmichelbach von 137, 54 bzw. 80 Per=
ſonen
beſucht. Nach der Neuwahl des Vorſtandes und einem Vortrag
des Chefarztes Dr. Sell über Neue Wege in der Tuberkuloſebe=
kämpfung
teilt Präſident Neumann noch mit, daß der Vorſtand der
Landesverſicherungsanſtalt Heſſen beſchloſſen habe, ſtatt der ſchematiſchen
Feſtſetzung der Kurdauer für tuberkuloſe Kranke (höchſtens 13 Wochen)
die individuelle Kurdauer, d. h. Kuren bis zur völligen Wiederherſtellung
des Patienten zu bewilligen.

Dfirsichzarfen Teink gibt

THAI

beseitigt, sofort
Sprödigkeit und Röte2
Schachteln zu 20,30, 60 u. 120 Pfg.

* Aus Oberheſſen. Die Landwirtſchaftliche Schule in
Büdingen begann mit 83 Schülern, die in Nidda mit 32 Schü=
lern
das Winterhalbjahr; Schotten iſt aufgelöſt worden, da der Be=
ſuch
infolge ſchlechter Verkehrsverhältniſſe ſehr gering war. Lehrer
Sauer, der 32 Jahre in Lich tätig iſt, konnte ſeine Silberne Hochzeit
begehen. In Gießen feiert der Landwirtſchaftliche Verein dieſer
Tage ſein 50jähriges Beſtehen. Der Leiter des Tierzucht=
inſtituts
, Prof. Dr. Krämer, hält den Feſtvortrag. Der Einbre=
cher
Ph. Röhrig aus Rödgen hat noch mehrere ſchwere Einbrüche
und Fahrraddiebſtähle verübt. Seine Frau ſteht im Verdacht der Mit=
wiſſerſchaft
und Hehlerei. Am Sonntag hielten die Heſſiſchen Buch=
drucker
im Feſtſaal des Hotel Einhorn ihre Bezirsverſammlung ab.
Der Vorſitzende der Deutſch=amerikaniſchen Turner, George
Seibel, hat der Gießener Deutſchen Turnerſchaft turnbrüderliche Grüße
übermittelt. Seibel weilte im letzten Winter als Gaſt bei der hieſigen
Turnerſchaft. In Steinfurth feierte der Kriegerverein ſein 50 Jubiläum; den noch lebenden vier Gründern, darunter zwei
Veteranen von 1870/71, überreichte das Präſidialmitglied der Haſſia,
Dr. Vogt, eine Auszeichnung der Kriegerkameradſchaft. Zu Ehren der
gefallenen und verſtorbenen Mitglieder fand eine Gedenkfeier am Krie=
gerdenkmal
ſtatt. Der 79jährige Altveteran von 1870/71, Jakob Sell=
heim
in Höchſt, der ſchwer leibend iſt, erhielt vom Reichspräſidenten
v. Hindenburg eine Geldſpende. Das Schöffengericht Gie=
ßen
verurteilte einen Arbeiter aus Frankfurt wegen zehn ſchwerer Ein=
brüche
in Bad=Nauheim und eines Diebſtahls im D=Zug Gießen Frank=
furt
zu 7½ Jahren Zuchthaus. In Bad=Nauheim hatte er zehn Villen
mach Pelzen, Schmuckſachen, Geld, Silbergeſchirr. Uhren durchſucht, die
Beute verkaufte er in Frankfurt. In Ranſtadt geriet ein land=
wirtſchaftlicher
Arbeiter in die Trommel der Dreſchmaſchine, die ihm
drei Finger abriß und e Hand zerquetſchte. Der fürſtliche Hilfs=
förſter
Theodor Luft aus Ortenberg, der im Sommer dieſes
Jahres den gefährlichen Wilderer Faßbender aus Oberſeemen trotz
ſchwerſter Lebensgefahr mit Zähigkeit verfolgte und ſchließlich überwäl=
tigte
, erhielt vom Deutſchen Jägerverband einen Ehrenhirſchfänger und
vom Heſſiſchen Jagdklub ein prachtvolles Bild und eine Ehrenurkunde.

Veiche Wonne
nach erguickendem Schlaf
eine Kopfwaschung mit:

Dr. Dralles
Birkenwasser

Rhönring 4, pt. I,,
gut möbl. Zim. ſof.
zu verm. (*29722di
Mathildenſtr. 10, I..
2 gut möbl. Zimmer
(Wohn= u. Schlafz.

zu verm.

30151

Möbl. Zim. mit II.
Küche in d. Manſ. für
1. Dez.z. vm. Zu erfr
Soderſtr 25, (30/149

Die Popfnerven werden neu
belebt Mon fühlt sich behag
lich und geht mit Frischen
Kräften an das Tageverk.
Einmal probiert
unentbchrlich..
Preis:
2,3.32, 573, 10

Wilhelm Jägerſtr. 1,
pt (Ecke oßdörferſtr.
gut möbl. Wohn= u.
Schlafzimm, Balk.,
Badez., evtl. Küche,
an geb. Leute zum
1. Dez. zu vermieten.
Anzuſ. werktags von
1011 u. 67 Uhr.
(30006)

Gr ſonn. möbl. Zim.
m. el. L. an Dauer=
mieter
z verm. Näh.
Viktoriaſtr. 42, part,
30158/
Luiſenpl 1, II.,Schafer,
fein mbl Wohnſchlaf=
zimmer
, el L., Blick
Luiſenplatz ( 30176

Verſchiedene Lagerräume
und Büro
mit elektr. Anl. u. Waſſer, ſowie ger. Keller
im Zentrum zu vermieten Eignet ſich auch
für Werkſtätte oder kl. Fabrikbetrieb
Angeb. unt D62 an d Geſchſt 30087gim

Grafenſtr. 37 I. St.
mbbl. Zim. u. Wohn=
u
. Schlafzim. m. elek
L. auch einf. Manſarde
zu vermieten ( 3018

Wittmannſtr. 25, II,
3 ml. Zmnmer
m. . enben. z. vm.
(*30156)

(TV. 16728
Mitvriaf. 42,4.)
bei Kaiſer fein möbl.
großes Zimmer zum
1. 12 z verm (16355a

Saalbauſtr. 8, III.,
beſt. möbl Zim z. vm.
(30187)

Steinſtr. 3, I./Oſan n)
gut möbl. Zimmer
zu vermiet /3o179

Tannenſtr. 23, III.,
b. Lang, einf. möbl.
Zim. z verm. (B16767

Immer so frisch
Kruschen-Salz erhält den gesunden Menschen frisch und
elastisch,
Kruschen-Salz reinigt das Blut,
Kruschen-Salz bedeutet für Leber und Nieren eine Hilfe in
den normalen Funktionen,
Kruschen-Salz regt den Stoffwechsel an, die Folge ist:
Kruschen-Salz wirkt belebend und erfrischend auf den ge-
samten
Organismus.
In Apotheken und Drogerien M. 3, pro Glas, für 3 Monate ausreichend.
BEUTHIEN & SCHULTZ G. m. b. H., BERLIN N 39, PANKSTRASSK 1314
Fabriklager Eduard Lange, Darmstadt, Elisabethenstr. 4, Fernruf 3453

NeueNiederſtr. 18,II
möbliertes Zimmer
(*30211
zu verm

Landgr.Phil.=Anl. 62 /Airchſtr. 10, III., bei
möblierte Zimmer z.
vermieten (*30190id

4 Zimmer

Beſhlagn ahmefreie
Zmm= Wohn
in beſſerem Hauſe in
Jugenheim ſofort zu
vermieten. Anfrag.
u. C 178 an d. Ge=
ſchäftsſtelle
(29845tgi
TAuswärt. Wohn.)
In ſchönem Lan d=
hans
m. elektr. Licht,
Zentralheizg., Warm=
waſſerveiſorgung
,
gebe die Parterre=
Ränme,elegante Aus=
ſtattung
, unmöbliert,
mit Küche ete ab
Kinderl beſſ Ehe=
paar
kommt nur in
Frage Bedingung:
Es müſſen 3000 Mk
gegeb. werden zwecks
Umänderungen und
können abnerechnet
werden. Beſhlag=
nahmefrei
. (Gefl. An=
geb
u. D 81 an die
Geſchäftsſt (*30128

Heinrichſtraße 62, der
WZaldecker, gr. leeres
Zimm., ſep. Eing,
zu vermieten (30188
LagerräumeF
Gr. helle Garaze
mel. L., 6X8 m, auch
f. and. Zw. g. brauch=
bar
, vm. Wilhelmſtr
Nr. 36. Tel 290
(30127ids
Möbl. ZimmerA
Wohn= u. Schlaf=
zimmer

1 bis 2 Beiten, gut
inöbliert, in ruhiger
Lage an der Berg=
ſtraße
zu verm An=
fragen
unter D 110
an d. Geſhſt. (16778
Aliceſtr. 2, I., Grete
Carlſen, zum 1. Dez
zwei ſeir ſchön möbl
Zim. mit elektr. Lichi
und ungeniert. Eing
zu verm. (*30136ids

Wiele TausendTaschentücher
bis zu ½/s des wirklichen Wertes
Größtenteils einzelne Muster-Tücher für Damen und Herren

Posten I
Wert bis 25 .

Posten II
Wert bis 35

Jodes Stück 10

15 9

Fosten III
Wert bis 60
25 %

Posten IV
Wert bis 75
309

Posten V
Wert bis 95
49

Große Posten
Posten I

Bamen-Wäsche

Stück 0.68

Posten II

0.95

Posten III
1.45

zu außergewöhnlich billigen Preisen
Posten IV
Posten V

R

2.95

Geschäfts=
haus
BiüdttLiu

Ludwigstr.
15 18770

Bitſch, einfach möbl.
Bimmer zu ver=
(-30118
mieten.
Gervinnsſtr. 34,V I.
gr, ſchön möbl. Zim.
Schreibt.) ſof. z. vm.
(*3017.)
Neckarſtr. 19, II. 3
mbl. Zimm., ev. mit
Kochgeleg., zu verm.
(*300G7gm)

Mittag= und
Abendtiſa
von 5095 Pfg.
vegetariſche u. Fleiſch=
(11405a
küche
Reform=Reſtaurant
Aiexanderſtr 4.
Privai-
Mittagtisch.
810 beſſere Herren
können einen vor züg=
lich
. Mittag= u. Abend=
tiſch
erhalt. Zentrum
der Stadt Zu erfr
in d. Geſchſt. 0140
An ſehr aut Privat=
Mittagtiſh k. noch
einige Herren teil=
nehmen
Frankfurter=
ſt
aße 74, I. (*30 99

Lulicen.
Haus, lieſert.
Philipp Pfeiffer
Eberſtadt, Fern=
ſprecker
32. 1429849fg1

Backenſeſſel
Klubſefſel
Klubſofa

Chaiſelongue
Schreibſeſſel
Matratzen
Bettfedern
Daunen
Barchente
kaufen Sie gut u
billig bei (15697a
Roth
Tapeziermeiſter
Magdalenenſt. 11.

[ ][  ][ ]

Seite 10

Dienstag, den 16. November 1926

Nummer 318

Die deutſchen Nobelpreis=Träger

P=ofeſſor Richard Zſigmondy,
Göttingen,
dem für ſeine Unterſuchungen
auf dem Gebiete der Kolloid=
Chemie der Nobelpreis für
hemie 1925 verliehen wurde.

Profeſſor Paul Hertz,
Profeſſor James Franck,
Göttingen,
Halle a. S.,
zwiſchen denen der Nobelpreis für Phyſik 1925 geteilt
wurde. Sie erhielten den Preis für ihre Unterſuchungen
und die Aufſtellung von Geſetzen über Elektrone und
Atome.

Schweres Bauunglück in Berlin

Die umgeſtürzte Dampframme auf der Straße.
Ein folgenſchwerer Unglücksfall ereignete ſich im Verkehrszentrum Berlins bei dem Bau der
A. E. G.=Schnellbahn. Es ſind dort zum Betonieren der Seitenwände zwei große Dampf=
rammer
benutzt worden, die eiſerne Träger in die Erde treiben. Durch unvorſichtiges Hantieren
mit dem Kran durch den Rottenführer ſtürzte der haushohe eiſerne Gerüſtbau mit dem 300
Zentner ſchweren Kran um und legte ſich auf die Straße. Ein unglücklicher Zufall brachte es
mit ſich, daß im Augenblick des Unglückes ein Straßenbahnwagen und ein Autoomnibus die
Unglücksſtelle paſſierten und von der umſtürzenden Laſt getroffen wurden. Drei Perſonen
ſind bei dem Unglücksfall verletzt worden.

Reich und Ausland.
Die Bevormundung der Deutſchen Studentenſchaft
durch das preußiſche Kultusminiſterium.
Am 30. Oktober hat das preußiſche Kultusminiſterium einen Erlaß
herausgegeben, der in weitgehender Uebereinſtimmung mit dem Erlaß
vom 19. April d. J. die Wiederholung des dort erfolgten Angriffes auf
die finanzielle Selbſtändigkeit der D. St. (Deutſche Studentenſchaft) dar=
ſtellt
. Zwar iſt das Verbot, Beiträge für die Gefallenen=Gedenkſtiftung
der D. St. abzuführen, aufgehoben worden, da dieſe inzwiſchen durch
die weitgehende Kontrolle nichtſtudentiſcher Kreiſe gekommen iſt. Dafür
iſt in der gleichen Form wie im April den Einzelſtudentenſchaften ver=
boten
, den vom Studententag faſt einſtimmig beſchloſſenen Beitrag an
die D. St. in voller Höhe abzuführen. 60 Pfg. Kopfbeitrag an die D.
St. erklärt das Miniſterium für ausreichend, obwohl ſich die Vertreter
des gleichen Miniſteriums in eingehenden Sitzungen von der Notwen=
digkeit
des Kopfbeitrages von 75 Pfg. überzeugt haben, den die Ver=
treter
der Studentenſchaft in der gleichen Erkenntnis bewilligt hatten;
was jedem Verein, jeder Gewerkſchaft geſtattet iſt, verſagt man den
deutſchen Studenten.
Ganz abgeſehen dabon, daß dieſe Schmälexung der notwendigen
und von den Studenten für die Gemeinſchaftsarbeit gern gezahlten
Beiträge an den großdeutſchen Zuſammenſchluß aller deutſchen Studen=
ten
nur den Zweck verfolgen kann, der D. St. ihre Arbeir aus partei=
politiſchen
Gründen zu erſchweren oder gar unmöglich zu machen, iſt
bereits im April die Unrechtmäßigkeit einer ſolchen Anordnung unwider=
legt
nachgewieſen worden. Die Staatsminiſterialverordnung vom 18.
September 1920 (das ſogenannte Studentenrecht) gibt dem Kultusmini=
ſterium
zwar das Recht, die Geſamthöhe der Beiträge an die Einzel=
ſtudentenſchaften
feſtzuſetzen, aber nicht die Verwendung dieſer Beiträge
bis in Einzelarbeiten feſtzulegen. Es entſpricht das den Grundgedanken
der Selbſtverwaltung: denn eine Selbſtverwaltung, in der alle Angele=
genheiten
obrigkeitlich verwaltet werden, iſt keine Selbſtverwaltung,
ſondern eine Zwangsverwaltung.
Darüber hinaus wird den Einzelſtudentenſchaften zwangsweiſe vor=
geſchrieben
, wieviel ſie an ihre eigenen Wirtſchaftseinrichtungen abzu=
führen
haben und bei Nichtbefolgung diſziplinariſche Strafe angedroht.
Gewichtige Stimmen der Wiſſenſchaft haben ſich der einhelligen Anſicht
der Studentenſchaft über die Unrechtmäßigkeit des miniſteriellen Vor=
gehens
angeſchloſſen, insbeſondere der bekannte Staatsrechtler Prof. Dr.
Walter Jellinek=Kiel.
Wir können in dem Erlaß des Herrn Miniſter Becker nur den Ver=
ſuch
ſehen, die D. St. finanziell zu zermürben, bevor man zum Ha upt=
ſichlage
gegen ſie anſetzt. Wir erwarten, daß die Deutſche Studenten=
ſchaft
und mit ihr alle gut deutſch geſinnten Studenten ſich dieſer Unter=
drückuingspolitik
kraftvoll erwehren werden.

* Frankfurter Chronik.
WSN. Von einem Einbrecher niedergeſchlagen. Am
10. November, nachmittags gegen 4 Uhr, wurde in der Stallburgſtraße
eingebrochen. Eine Hausangeſtellte, die um 4 Uhr in die Wohnung zu=
rückkehrte
, wurde von dem Täter, als ſie den Vorplatz betrat, überfallen
und zu Boden geſ=hlagen, ſodaß ſie beſinnungslos liegen blieb. Der
Täter ließ das bereits zuſammengepackte Diebesgut in der Wohnung
zurück und ging flüchtig. Leider iſt er von den anderen Hausbewohnern
nicht geſehen worden, ſodaß er nicht beſchrieben werden kann. Weiß=
blech
ſtatt Silber. Am 8. ds. Mts. hat ein Händler auf dem
Börſenplatz von einem Unbekannten zerbrochene Beſtecke als Silber ge=
kauft
. Anſcheinend wollte der Händler ein gutes Geſchäft machen. Nach=
dem
er aber die Teile in einer Scheideanſtalt prüfen ließ, mußte er
gewahr werden, daß er nur Weißmetall gekauft hatte.

Vier Perſonen erſtickt.
fm. Kehl. Bei einem Brande in Straßburg=Ruppertsau er=
ſtickten
vier Perſonen. Das Feuer brach in den Vorräten einer Speze=
reiwarenhandlung
aus und ſetzte einen Benzinbehälter in Brand,
der im Nu das Treppenhaus entzündete. Vier im Dachgeſchoß be=
findliche
Bewohner fanden im Rauche den Tod, weil die Feuerwehr
nicht auf ſie aufmerkſam gemacht worden war.

Das verbotene Deutſchlandlied.
fm. Kuſel. Schüler des Progymnaſiums ſangen in einer Spiel=
ſtunde
das Deutſchlandlied, worauf ſofort zwei franzöſiſche Gendarmen
herbeieilten und wegen der Provokation die Perſonalien der Schüler
aufnahmen. Mit Spannung darf man der Verhandlung des franzö=
ſiſchen
Militärgerichts in Kaiſerslautern am 19. d. M. entgegenſehen,
vor dem ſich die Schüler verantworten ſollen.

Tödliches Autounglück.
Eſſen (Ruhr). Samstag abend überfuhr auf dem Limbecker
Platz ein in ſchneller Fahrt befindliches Auto die Geſchwiſter Brinkmann
aus Bortrop. Eine davon war ſofort tot, während die andere mit
ſchweren Verletzungen dem Kruppſchen Krankenhaus zugeführt wurde.
Der Chauffeur wurde feſtgenommen.

Winterſportfreizeit im Harz.
Der unterzeichnete Verband veranſtaltet wie auch in den letzten
Jahren vom 3. bis 10. Januar 1927 eine Freizeit für junge Mädchen
höherer Schulbildung in Bad Sachſa im Harz. Hierdurch ſoll der
Jugend Gelegenheit gegeben werden, innerhalb der anſtrengenden Win=
terarbeit
einige Tage der Erholung und Freude zu verleben. Das
freundlich eingerichtete Haus Bergſegen kommt uns durch den billigen
Preis (etwa 28 Mk.) ſehr entgegen nud ſorgt für gute Unterkunft und
kräftige Verpflegung. Bei Ski= und Rodelſport unter fachkundiger
Leitung, beim Singen und bei Wanderungen im winterlichen Wald
können die jungen Mädchen in froher Gemeinſchaft neue Kräfte ſammeln.
In Vorträgen und Beſprechungen im kleinen Kreiſe, die Not der Zeit
und Fragen des perfönlichen Lebens betreffend, wird Gelegenheit gege=
ben
, über manche Dinge Klarheit zu gewinnen. Näheres beim Evan=
geliſchen
Verband für die weibliche Jugend Deutſchlands, Berlin= Dah=
lem
, Friedbergſtraße 27, Jugendwegburo.
Einweihung des Gedächtnismals bei Veltheim.
Veltheim. Unter ſtarker Anteilnahme der Bevölkerung und in
Gegenwart von Vertretern militäriſcher und ziviler Behörden und der
Angehörigen fand in Veltheim die Einweihung des Reichs=
wehrdenkmals
für die am 31. März 1925 in der Weſer ertrunkenen
Reichswehrſoldaten ſtatt. Die Diviſionspfarrer hielten Anſprachen und
Generalleutnant Freih. v. Ledebour feierte die Treue und Pflicht=
erfüllung
der ertrunkenen Soldaten. Nach dem Liede Ich hatt’ einen
Kameraden feuerte die Ehrenkompagnie eine dreifache Salve ab. Mit
einem Vorbeimarſch vor General Reinhard nahm die ſchlichte Feier=
lichkeit
ihr Ende.
Schwerer Grubenunfall im Ruhrgebiet.
Berlin. Die B. Z. meldet aus Bottrop: In der Grube der
Zeche Proſper II ſtießen zwei Kohlenzüge zuſammen. Ein Arbeiter
wurde dabei ſo ſchwer verletzt, daß er am Montagmorgen ſtarb. Zwei
andere Arbeiter wurden lebensgefährlich verletzt.
Betrunkene als die Eiſenbahnattentäter bei Hoppegarten.
Berlin. Die B. Z. meldet: Die Unterſuchung der Stein=
wurfattentate
, die am Samstag ſpät abends auf Züge in der
Nähe von Hoppegarten verübt wurden, hat ergeben, daß als Täter
drei junge Burſchen in Frage kommen, die in einem Lokal
bei Hoppegarten ſtark gezecht hatten.
Fabrikbrand.
Eislingen (Oberamt Göttingen). In der Nacht zum Montag
brach in der Seidenpapierfabrik im Dachſtuhl Feuer aus, durch das ei
großer Teil des Hauptgebäudes vernichtet wurde. Auch die Neben=
gebäude
wurden ſtark mitgenommen. Der Betrieb wird proviſoriſch wei=
tergeführt
. Die Höhe des Schadens ſteht noch nicht feſt.
Schiffszuſammenſtöße.
Hamburg. In der Nacht zum Sonntag ſtießen in der Elbe=
mündung
, beim Feuerſchiff Elbe III, der engliſche Dampfer Admiral
Haſtings, und der Hamburgiſche Dampfer Odin zuſammen.
Odin wurde ſtark beſchädigt elbaufwärts geſchleppt und bei Bruns=
büttel
auf Grund geſetzt. Admiral Haſtings iſt ebenfalls mit Schaden
eingetroffen.
Amſterdam. Der franzöſiſche Dampfer Perdreau, der mit einer
Kohlenladung vo = Finnland unterwegs war, iſt am Samstag an der
holländiſchen Küſte in den Haaksgewäſſern geſtrandet. Die Be=
ſatzung
konnte von einem holländiſchen Rettungsboot aufgenommen und
in den Hafen von Nieuwediep eingebracht werden. Das Schiff wird
als verloren angeſehen.
Brand auf einem Rittergut.
Stralſund. Am Sonntagabend wurde auf dem Rittergut An=
dershof
der Viehſtall durch Großfeuer vernichtet. Mitverbrannt
ſind, über 80 Kühe, 100 Schweine und der geſamte Futter=
vorrat
für den Winter.
Piratenüberfall.
EP Paris. Nach einer Meldung aus Hongkong iſt der franzöſiſche
Paſſagierdampfer Hanoi an der Mündung des Lientſcheu
in Indochina von 26 chineſiſchen Piraten überfallen und ausgeraubt
worden. Die Beute beläuft ſich auf 70 000 Dollar. Die Piraten zwan=
gen
dann den Kapitän, an die Küſte zu fahren, wo ſie ihre Beute aus=
luden
und verſchwanden.

iſt der neue Preis für die ſeit fünfzig Jahren
als mildes und zuverläſſiges Abführmittel un=
übertroffenen
in allen Apotheken erhältlichen
BRM
Apotheker Rich. Brandt’s
Schweizerpillen
Extr. Sel. pal. 1.5. Exr. Ach. mosch.- Aloes-Abevnth. as 1.0. Extr. Trit. Gent.
ag 0.5. Pulv. rad. Gent. Trit. aa g. e. f. pil 50.
(1.15422

Zwölf Todesopfer bei einer Granatexploſion.
Rom. Im Fleimsthal (Dolomiten) bei Paneveggio waren vier=
zehn
Waldarbeiter vor einer Baracke verſammelt, als vor der Hütte
eine noch aus der Kriegszeit ſtammende Granate explodierte,
mit der vermutlich unvorſichtig umgegangen war. Von den Anweſenden
vierzehn Perſonen waren elf ſofort tot, darunter drei Frauen.
Die drei anderen Perſonen wurden ſchwer verletzt. Eine davon ſtarb
bald darauf im Spital. Es ſind größtenteils italieniſche Arbeiter
zwiſchen 18 und 20 Jahren.
Verſchüttete Eiſenbahnlinie.
EP Mailand. Die ſüditalieniſche Eiſenbahnlinie Coſenza
Decollatura iſt durch einen Erdrutſch verſchüttet worden, als
gerade ein Zug durchfuhr. Ein Wagen wurde umgeworfen, indeſſen
kamen die Reiſenden mit dem Schrecken davon. Es gelang dem Zug=
führer
zum Glück, den Zug noch rechtzeitig zum Stehen zu bringen.
* Die Erinnye auf Freifahrt.
(a) New York. Eine überraſchende Entdeckung machten an einem
Oktobertage dieſes Jahres die Zoll= und Prohibitionskontrolleure des
hieſigen Hafens, die innerhalb der drei=Meilen=Zone den aus Antwer=
pen
kommenden Dampfer Carlier des Lloyd Rohal Belge anhielten
und auf die bewußte ſchmackhafte Konterbande hin zu durchſuchen began=
nen
. Denn belgiſche und holländiſche Liköre welche Füllen von Ge=
ſichten
: Avocaat, Genever, Schiedam, Hulſtramp ſind im trocken=
gelegten
Amerika äußerſt beliebt. Die Beamten krochen alſo unter Deck
zwiſchen unzählige Kiſten, Kaſten, Körbe und Ballen. Aber es war
nichts zu finden und ſchon wollten ſie wieder an das Tageslicht hinauf=
klettern
, als ein aus einer großen Kiſte kommendes Geräuſch ſie ſtutzig
machte und veranlaßte, dieſer Kiſte auf den Leib zu rücken. Das Vor=
gehen
war lohnend genug: zu ihrer und auch der Ueberraſchung der der
Durchſuchung beiwohnenden Offiziere der Beſatzung entſtieg der ge=
öffneten
Kiſte eine bildhübſche junge Frau, die ſich in dieſer primitiven
Kabine, wie weiland der unſterbliche Arthur Gordon Pym, als blinder
Paſſagier häuslich eingerichtet hatte. Im Verhör erzählte die Frau
unter viel Erröten und reichlichen Tränen, ſie ſei die 25jährige Ehe=
frau
Roſa Beukelers=van Camp aus Antwerpen und im Begriffe ge=
weſen
, die Vereinigten Staaten auf dieſem nicht mehr ungewöhnlichen
Wege aufzuſuchen, um ihrem Ehegatten gehörig die Leviten zu leſen
und ſeine Rüickkehr an den heimiſchen Herd, wenn nötig mit Gewalt,
zu erzwingen. Dieſer Biedermann habe ſie nämlich vor einem halben
Jahre mit ſeiner Stenotypiſtin verlaſſen und ſei mit ihr nach New
York gereiſt. Völlig mittellos habe ſie ſich als blinder Paſſagier ein=
ſchiffen
müſſen, um ihre Rachemiſſion ausführen zu können.
Die verhörenden Beamten, die ihre Fragen mit einer hinreißenden
Höflichkeit ſtellten, empfanden zwar alle Hochachſtung vor dem Unter=
nehmungsgeiſt
dieſer kleinen Frau, mußten ſio aber, ſo leid es ihnen)
offenſichtlich tat, feſtnehmen und auf dem berüchtigten Ellis=Island ab=
liefern
. Vielleicht, wer kann in ein Männerherz blicken, ſprach dabei
auch ein wenig Solidaritätsgefühl des Geſchlechtes mit
Univerſitätsſtudium und Moralität.
EP. Die Zahl der jungen Leute, die nach dem Verlaſſen der höheren
Colleges die New Yorker Gefängniſſe bevölkern, ſteigt von Tag zu Tag.
Nach einem Bericht der Direktion des berühmten Gefängniſſes Sing=Sing
waren in dieſem Jahre 672 Gefangene junge Studenten, während ihre
Zahl im Vorjahre nur 19 betrug.
Ausgleichende Gerechtigkeit in der Luft.
EP. Die neue Luftverkehrs=Linie Cairo-Karachi will in ihrem Tarif
ſtrenge Gerechtigkeit walten laſſen. Kein dicker Herr wird dort dasſelbe
zahlen wie ſeine zierliche Nachbarin, oder umgekehrt keine voluminöſe
Dame den gleichen Preis wie der ſchmächtige Jüngling. Jeder Reiſende
hat ein Anrecht auf 225 Pfund für ſeine Perſon und ſein Gepäck. Die
dicken Leute werden ſich entſetzt an den Kopf faſſen. Denn welches Ge=
päck
kann wohl eine ſtarke Dame auf dieſer Reiſe nach Indien mitnehmen,
ohne einen Schilling pro Kilogramm und 160 Kilometer Ueberfracht be=
zahlen
? Kaum ihre Handtaſche höchſtwahrſcheinlich. Kinder, die noch auf
dem Arm getragen werden, werden mit ihren Müttern oder Wärte=
rinnen
gewogen, ſo daß eine zarte junge Mutter gegebenenfalls Zwillinge
mitnehmen kann, ohne Ueberfracht zu zahlen. Aeltere Kinder müſſen
zahlen. In dem Tarif iſt jedoch kein Alter angegeben, wodurch ſich die
Möglichkeit großer Meinungsverſchiedenheiten ergeben kann, denn bis
zu welchem Alter wird ein Kind auf dem Arm getragen?. Man hat
ſchon die lebhafteſten Auseinanderſetzungen über dieſen Punkt ſich in den
Straßenbahnen erheben ſehen. Wenn aber die diſputierenden Reiſenden
bei einem Streit den betreffenden Beamten der Geſellſchaft etwa zur
Türe hinausdrängten, wären die Folgen nicht vorauszuſehen. Aber viel=
leicht
werden ſie für vorkommende Fälle mit Fallſchirm verſehen.
Gene Tunney will nicht heiraten.
EP. Wie aus New York berichtet wird, hat der neue amerikaniſche
Weltboxmeiſter Gene Tunney der Preſſe gegenüber erklärt, daß nach
ſeiner Meinung ein Boxmeiſter nicht heiraten dürfe; wenn er ſeinen
Titel behalten wolle, dürfe er ſeine Individualität mit niemanden tei=
len
. Ein Boxmeiſter iſt, wie Tunney meint, nicht mehr und nicht
weniger als verheiratet mit ſeinem Beruf.

Sine Hamserloloen
heilbar?
Ja und nein! Wenn ein Hämorrhoidenkranker dieſes wirk=
lich
ernſte Leiden vernachläſſigt, wird es ihm immer größere Qual
bereiten. Die anfangs unbedeutenden Knoten am Darm wachſen,
ſie wandern in den Darm hinein und platzen ſchließlich auf. Dann
beſteht die Gefahr, daß Blutgerinnſel in die Blutbahnen kommen
und dort zu ſehr g fährlichen Verſtopſungen führen. Es komnrt
hinzu, daß die Schmerzen, das Brennen und das Jucken der er=
krankten
Teile immer unerträglicher werden und den Kranken

körperlich und ſeeliſch zugrunde richten. Schließlich bleibt dem
verzweifelten Patienten nur noch übrig, ſich auf dem Wege der
Operation unſichere Heilung zu verſchaffen.
Muß das ſein? In den meiſten Fällen: Nein! Denn =
morrhoiden
, rechtzeitig als ſolche erkannt und ſachgemäß behan=
delt
, können mit großer Ausſicht auf Erfolg auch ohne Operation
beſeitigt werden. Neben peinlicher Sauberkeit muß eine geeig=
nete
Salbe zur Anwendung kommen, die die Knoten zur
Schrumpfung bringt, die Schmerzen lindert, die Entzündungen
beſeitigt. Die bewährte Humidon=Salbe verbindet alle dieſe
Eigenſchaften in hervorragendem Maße. Schon nach ganz kurzer
Anwendung läßt das Jucken und Brennen nach. Damit iſt ſchon
biel gewonnen; denn fällt der Juckreiz fort, ſo verringert ſich auch
die Gefahr weitergetragener Infektionen. Nun erſt kann der
Heilungsprozeß beginnen. Die Humidon=Salbe wird ſeit Jahren

auch in verzweifelten Fällen gebraucht, und unzählige Kranke
bezeugen, daß ſie faſt Wunderdienſte geleiſtet hat.
Aber die Humidon=Kur iſt keine Wunderkur, ſondern das
Reſultat einer wiſſenſchaftlich wohldurchdachten Arbeit. In die=
ſer
Salbe ſind alle Stoffe vereint, die dieſe tückiſche Krankheit
erfolgreich zu bekämpfen geeignet ſind. Die Humidon=Geſellſchaft
will überzeugen und nicht überreden. Sie ſchickt deshalb jedem
umſonſt eine ausreichende Probe Humidon nebſt ärzlicher Auf=
klärungsſchrift
über Hämorrhoidenleiden. Dieſen koſtenloſen
Verſuch iſt jeder ſeiner Geſundheit ſchuldig, und die Humidon=
Geſellſchaft iſt überzeugt davon, daß jeder Verſuch ein voller
Erfolg wird. Alſo ſchreiben Sie ſofort, ehe Sie es vergeſſen,
nach Probe und Broſchüre an die Humidon=Geſellſchaft m. b. H.,
Verlin W. 8, Block 233.
(TV/16649
Verfand erfoigt durch die Apotheke Zum weißen Kreuz,

[ ][  ][ ]

Nummer 318

Dienstag, den 16. November 1926

Geite 11

2. Bildungstagung des Gaues
Main=Weſer im O. H. P.
Frankfurt a. M., 14. November.
Die zweite Bildungstagung des Gaues Main=Weſer im Deutſchnatio=
nalen
Handlungsgehilfenverband wurde geſtern vormittag im Palmen=
garten
zu Frankfurt a. M. abgehalten. Der Beſuch der Tagung war
mißergewöhnlich ſtark, ein Zeichen für das Intereſſe, das dieſer Tagung
antgegengebracht wurde. Der Männerchor Deutſcher Sang im D.H.V.
hrachte zwei Eröffnungsgeſänge Sanktus und O Schutzgeiſt alles
Gochönen zu Gehör, die mit ſtarkem Empfinden vorgetragen wurden
umd lebhaften Beifall fanden. Dann eröffnete der Gauvorſteher Auer=
hach
, Frankfurt, mit einer herzlichen Begrüßungsanſprache, in der er
ſonders den zahlreichen Ehrengäſten aus Frankfurt, Darmſtadt,
Worms, Offenbach und anderen Städten für ihr Erſcheinen dankte, die
A.agung. Er betonte, daß es das Beſtreben des Verbandes ſei, ideale
ATrbeit zu leiſten und das Materielle nicht in den Vordergrund zu ſtellen,
DOie Verinnerlichung und Vertiefung der Perſönlichkeit werde angeſtrabt,
u.nd in dieſem Sinne miſſe der Nachwuchs erzogen werden, denn nur
ſwlche Arbeit, in der die Seele der Perſönlichkeit liege, wirke auf die
Dauer befriedigend. Seiner beſondeven Freude gab er Ausdruck, daß
as Intereſſe an der Tagung ſo rege ſei und die Teilnahme ſo allgemein.
Bwar habe ſich der Magiſtrat der Stadt Frankfurt wegen geſchäftlicher
Verhinderung zu einer Vertretung nicht entſchließen können, aber die
Ehrengäſte ſeien im übrigen zahlreich erſchienen und gerne der Ein=
adung
zur Tagung gefolgt.
Reichstagsabgeordneter Walther Lambach ſprach dann über die
eeliſchen Beziehungen des Kaufmannsgehilfen zu ſeiner Arbeit. Er
mrbeitete ſcharf den Unterſchied heraus, der zwiſchen den Beziehungen
rnderer Stände zu ihrem Berufe und dem Kaufmannsgehilfen beſteht.
DDem Landmann und dem Seemann in ihver Verbundenheit mit Volk
und Natur, die eindringliche Erkenntnis der Notwendigkeit ihrer Arbeit
Frür Volk und Menſchheit, ſtellte er den Kaufmann gegenüber. Den Kauf=
mann
aus der Zeit der königlichen Kaufleute ſtellte er gegenüber dem
SHandlungsgehilfen, der ſtets Gehilfe bleiben und nie ſelbſtändig ein
ſFveier Meiſter werden wird. In ſeinen weiteren Ausführungen betonte
ger, daß der Kaufmannsgehilfe losgelöſt von Heimat und Sippe, los=
awelöſt
auch vom Sinn ſeiner täglichen Arbeit iſt. Daß er noch bewußt in
feinem Volke ſtehe, verdanke er der Arbeit des Deutſchnationalen Hand=
Flungsgehilfen=Verbandes. Die Ueberwindung der Kluft zwiſchen Arbeit=
rmehmer
und Arbeitgeber ſei nur möglich, wenn beide Teile ein gemein=
ſames
Ziel erſtreben. Es iſt nur zu finden in der Auffaſſung der Be=
rrufsarbeit
als Kampfdienſt am Volke zu Erringung deutſcher Freiheit.
Der Nedner zeigte dann, wie die Enge des deutſchen Lebensraumes alle
Kämpfe der Berufsſtände und Parteien verſchärft. Nicht Klaſſenkampf,
nicht Parteikampf, ſondern Standwertung des Kaufmanngehilfen=
ſtandes
, wie der anderer Stände ſei die geſchichtliche Aufgabe unſerer
Zeit. Dazu gehöre Einordnung der Berufsarbeit in die großen Not=
wendigkeiten
des deutſchen Freiheitslampfes, gemeinſawes Erfaſſen
i. dieſer Aufgaben durch Unternehmer und Angeſtellte. Dazu wiederum ſei
nötig ein Erleben ſolcher Berufsaufgaben durch jeden einzelnen, der
dadurch gemeinſchaftsfähig werde und zugleich unabhängig. Ein neues
freiwilliges Geſchlecht, das ſeine Werktagsarbeit als Kampf ums Vater=
land
verrichte, wachſe heran. Ihm diene das Wirken des Deutſchnatio=
nalen
Handlungsgehilfen=Verbandss. Dieſes Geſchlecht habe wieder
mutige und freie Seelen. Es werde die Nation erfaſſen und beſeelen zu
neuer Freiheit und neuer Größe.
Nach dieſer Anſprache, die mit longanhaltendem Beifall aufgenom=
men
wurde, brachte eing große Anzahl von Ehrengäſten ihre Wünſche
für die Tagung dar. Als Vertreter des Rektors der Univerſität Frank=
furt
a. M. ſprach Prof. Dr. Kalveran=Frankfurt. Beſondeus die
Wirtſchaft und ſozialwiſſenſchaftliche Fakultät beſchäftige ſich mit den Ge=
danken
des Verbandes, deſſen Beſtrebungen durchaus zu begrüßen und
zu unterſüitzen ſeien. Die Perſönlichkeit müſſe ausgebildet werden,
dann bringe das Segen dem Einzelnen wie der Geſamtheit. Der Schlichter
von Heſſen, Oberregierungsrat Dr. Bernheim dankte zugleich auch
eim Namen ſeines Kollegen, des Schlichters von Heſſen=Naſſau, für die
Einladung und ermahnte die Anweſenden, in Zukunft ebenſo, wie in den
Jahren ſchwerer wirtſchaftlicher Depreſſion mitzuarbeiten an der Ge=
ſundung
der deutſchen Wirtſchaft. Jeder einzelne ſei dazu berufen. Wenn
nur Qualitätsarbeit unter Einſetzung der ganzen Perſönlichkeit geleiſtet
werde, dann ſei Peſſimismus nicht am Platze und der wirtſchaftliche
Wiederaufbau unbedingt möglich. In dieſem Sinne wünſchte er der Ver=
anſtaltung
beſten Erfolg. Direktor Haſſinger=Darmſtadt wüinſchte
der Tagung im Namen des Landesamtes für das Bildungsieſen Erfolg
und Glück. Er verfolge die Beſtrebungen des Verbandes mit warmem
Intereſſe, da der Verband bemiht ſei, ſeinen Mitgliedern wahre Volks=
bildung
, das iſt Vollbildung zuteil werden zu laſſen. Alle Arbeit müſſe
frei und gern getan werden, der Berufsſtolz, nicht Berufsdünkel, müſſe
bei jedem ausgeprägt ſein, dann wünde der Weg zum Aufſtieg von ſelbſt
gefunden werden und die Hoffnung auf eine beſſere Zukunft ſich erfüllen,
Direktor Menne, der Leiter des Berufsamtes Frankfurt a. M. ver=
breitete
ſich in kurzen Zügen über die Berufsberatung und wünſchte der
Tagung Glück und Erfolg. Weiter brachten die beſten Wünſche für eine
erfolgreiche Tagung dar: Exz. General der Kavallerie a. D. v. Hahn,
Stadtrat Rahde, Bankdirektor Frankfurt a. M., Stadtverordneter
Laas, Frankfurt a. M., Dr. Kilzer und der Vertveter der Arbeits=
hilfe
Schwarz=Weiß=Rot Schütz. Der Gauvorſteher dankte allen Red=
nern
ſür ihre begeiſterten Anſprachen und erteilte dem Reichsjugend=
führer
, Karl Hahn=Hamburg, das Wort zu ſeinen Ausführungen,
Der Redner ging zunächſt von der vielfach herrſchenden Annahme
aus, daß die Gewerkſchaften ſich lediglich aus Sorge um den Beſtand ihrer
Organiſation bemühen würden. Er betonte, daß den Deutſchnationalen
Handlungsgehilfenverband ausſchließlich die Sorge um den Nachwuchs
des Standes zur Aufnahme der Jugendarbeit veranlaßt habe. Die
Arbeit habe auf dem Gebiete des Berufsſchulweſens eingeſetzt, das im
Anfang dieſes Jahrhunderts noch völlig brach lag. Die Aufgaben, die
ſich der D.H.V. für ſeine Jugendarbeit ſtellt, gliedern ſich von vorn= erſtens nach den Fragen des Lehrlingsſchutzes und der Lehrlings=
aus’bildung und zweitens nach den Fragen der Bildung des Lehrlings als
ſolchen und aus ſich. Für die Wertigkeit eines Menſchen ſei eben nicht nur ſein
fachliches Wiſſen und auch nur bedingt ſein Können ausſchlag=
gebend
, ſondern die Art ſeines Charakters. Die Frage der Er=
ziehung
von Charakteren iſt aber in erſter Linie eine Frage der Geſin=
nung
. Im Hinblick auf die vielen kulturerſetzenden Strömungen, unter
denen die gegenwärtige Jugend aufzuwachſen habe, komme es etwa auf
folgende Werte an: Harte Männlichkeit, Treue und Ehre, Ehrlichkeit,
Unterordnung Gehorſam. Selbſtzucht, Hingabe, Aufopferung ſür große
Ideale, Wahrhaftigkeit, Ehrfurcht, Wille, Energie und Tatkraft. Für die
Löſung dieſer Aufgaben ſei das Schlagwort von der Selbſtbeſtimmung
der Jugend abzulehnen. Der Pflege der Berufsgeſinnung kommen
aber auch andere Hemmungen in den Weg, die in dieſem Vortrage zur
Behandlung der ſozial= und wirtſchaftspolitiſchen Aufgaben führten. Das

den Kaufmann charakteriſierende ſei die Fähigkeit des Willensentſchluſſes
zum Handeln, die man mit dem Begriff Initiative bezeichnen kann.
Am Schluß der Lehrzeit müſſe jeder Lehrling einer Prüfung ſeiner prak=
tiſchen
Fachkenntniſſe und Fähigkeiten unterzogen werden. Er könne
nur dann als Kaufmannsgehilfe gelten, wenn er die Prüfung beſteht.
Bei den Durchgefallenen muß geprüft werden, ob die Ausbildung oder
ungemigende Veranlagung des Lehrlings daran ſchuld iſt. Dem D. H. V.
ſei die Erziehungsarbeit an der Berufsjugend und die gewerkſchafts= und
ſozialpolitiſchen Beſtrebungen um die Förderung ihrer Ausbildung
Dienſt am Stand, und durch dieſen Pflichterfüllung gegenüber der
Volksgemeinſchaft.
Der Gauvorſteher Auerbach dankte für die intereſſanten Ausfüh=
rungen
, die mit allgemeinem Intereſſe aufgenommen wurden, und ſchloß
die in jeder Beziebung befriedigend und würdig verlaufene Tagung
mit den beſten Hoffnungen und Wünſchen für die Zukunft. Nachmittägs
fanden interne Beſprechungen und Beratungen der Gauvorſteher ſtatt.
Die (röffnung des Aachener Zeitungsmuſeums
WTB. Aachen. In den Räumen des Alten Kurhauſes (Konzerthaus)
wurde das Aachener Zeitungsmuſeum feierlich eröffnet. Oberbürger=
meiſter
Farwick hielt dabei eine Anſprache, in der er ausführte:
Das Aachener Zeitungsmuſeum, das mit dieſer Schau ausgewählter
Stücke zum erſten Mal nach langer Zeit wieder an die Oeffentlichkeit
tritt, iſt das Werk des Sammeleifers des um die Zeitungswiſſenſchaft
hochverdienten Oskar von Forckenbeck. Lange bevor andere den Wert
von Zeitungsſammlungen erkannten, ſchon von 1854 ab, hat von Forcken=
beck
den Aufbau ſeines Zeitungsmuſeums begonnen. Seine großen
Reiſen dienten ihm dazu, die Sammlung zu vermehren. Ende der 80er
Jahre verband er damit einen öffentlichen Leſeſaal. Seit 1890 unter=
ſtützte
die Stadt Aachen dieſe Beſtrebungen durch Hergabe eines Lokals
und eines jährlichen Zuſchuſſes. Langjähriger Mitarbeiter von Forcken=
beck
war der Redakteur Max Schleſinger der für ihn auch eine beſon=
dere
Zeitſchrift Das Zeitungsmuſeum herausgab. Mehrmals hat von
Forckenbeck auch durch öffentliche Ausſtellungen das Intereſſe für ſeine
Beſtvebungen zu erwecken geſucht, ſo 1886 und beſonders 1890 gelegent=
lich
des 450jährigen Jubiläums der Buchdruckerkunſt. Nach v. Forcken=
becks
Tode (1898) bot ſeine Witwe das Muſeum der Stadt Aachen als
Geſchenk an unter der Bedingung, daß die Sammlung erhalten bleibe
und in einem würdigen Lokal untergebracht werde. Die Stadtverord=
netenverſammlung
nahm das Geſchenk mit Dank an. Es gereicht uns
zur beſonderen Ehre, bei der heutigen Exöffnungsfeier neben Ver=
wandten
des Gründers und Stifters auch die Herren Miniſterialrat
Dr. Steiger vom Rheinminiſterium und Miniſterialrat Krauthauſen
und Dr. Görres vom Preußiſchen Innenminiſterium begrüßen zu
dürfen. Um das Zuſtandekommen der Ausſtellung haben ſich beſondere
Verdienſte erworben: Archivdirektor Prof. Dr. Huyskens und Redakteur
Schiffers=Davringhauſen. Nachdem Redakteur Schiffer= Davring=
hauſen
die ausgeſtellten Stücke gezeigt und erläutert hatte, hielt Dr.
Dovifat=Berlin einen Vorrtag über die deutſche und die ameri=
kaniſche
Preſſe in ihren Hauptproblemen. Hieran ſchloß ſich ein geſell=
ſchaftlicher
Empfang, zu dem die Arbeitsgemeinſchaft der Aachener Preſſe
die Spitzen der Behörden, Vertreter der Verbände ſowie die Vorſtände
der beiden rheiniſchen Preſſe=Berufsorganiſationen geladen hatte. Unter
den Anweſenden bemerkte man Miniſterialrat Dr. Steiger vom Rhein=
miniſterium
und Miniſterialrat Krauthauſen und Dr. Görres vom
Preußiſchen Miniſterium des Innern.

Geſchäftliches.
Wer an Hämorrhoiden leidet tut zut, ſich an die
Humidon=Geſellſchaft, Berlin W 8, Block 233, zu wenden.
Dieſe Geſellſchaft verſendet gratis und franko jedem eine Probe ihrer
ausgezeichneten und bewährten Humidon=Salbe, nebſt medi=
zimiſcher
Aufklärungsſchrift über Hämorrhoiden=Leiden. IV/16 649
Mütter, die ihre Töchter gut verheiratet wiſſen
vollen, müſſen ihnen das Rüſtzeug für eine moderne Hausfrau mitgeben.
Hierzu gehören unbedingt die erprobten Fips=Präpargte Fleck=Fips,
Seiden=Fips und Fips=Seife, ſie ſind die Retter in allen
Fleckennöten bei ſämtlichen Stoffen handle es ſich um Flecken von
Oel, Fett, Harz, Teer, Aſphalt, Wagenſchmiere, Oel=Stempel= und
Copierfarbe, Lacke uſw. Mit Fips=Seife führt man die teilweiſe Wäſche
bei Flecken in hellen Strümpfen uſw. mit unbedingtem Erfolg durch,
Erhältlich in jeder beſſeren Drogerie, Herſteller: Drawin= Geſell=
ſchaft
m. b. H., Stuttgart.

Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlotterie.
2. Tag, 2. Klaſſe. In der Vormittags=Ziehung fielen:
2 Gewinne zu 3000 Mark auf Dr. 39 057; 4 Gewinne zu 2000 Mart
auf Nr. 236 933, 256 531; 6 Gewinne zu 1000 Mark auf Nr. 68 570,
194 174, 315 300; 12 Gewinne zu 800 Mark auf Nr. 34 007, 192 912,
245 950, 207 379, 316 999, 338 076; 32 Gewinne zu 500 Mark auf Nr.
14 448, 37 382, 61 915, 64 732, 77 293, 103 292, 135 376, 212 236, 240 899
252 659, 256 269, 271 331, 317 524, 818 515, 337 994, 349 970; ferner 108
Gewinne zu je 300 Mark und 234 Gewinne zu je 180 Mark. In der
NachmittagsZiehung fielen: 2 Gewinne zu 100 000 Mark auf
Nr. 155 171; 2 Gewinne zu 10 000 Mark auf Nr. 106 238; 2 Gewinne zu
5000 Mark auf Nr. 22 508; 2 Gewinne zu 2000 Mark auf Nr. 78014;
4 Geſinne zu 1000 Mark auf Nr. 9204, 165 801; 8 Gewinne zu 800
Mark auf Nr. 154 838, 157712, 222336, 223 160; 24 Gewinne zu 500
Mark auf Nr. 4605, 41 510, 56 704, 84 197, 115 539, 132 531, 132 756,
176 695, 181992, 221 067, 300 946, 320 732; ferner 86 Gewinne zu je
300 Mark und 292 Gewinne zu je 180 Mark.

Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
Dir Ne Deiſfenttichengen unter dieſer deberfchrift übernimmt die Redattion keinerlel Der=
ziermns
; für ſie bleibt auf Orund des 5 21 Abf. 2 des Preſſegeſetzes in vollem Umfange
der Ctender verantwortſſch.) Einſendungen, die nicht verwendet werden, fönnen nicht
zurückgeſandt. die Ablebnung nicht bearindet werden
Ausbau der elektriſchen Straßenbahn. Die Mit=
teilung
der Heag in Nummer 311 des Tagblattes hat ein Aufhorchen,
beſonders freudig bei den Umwohnern des Schloßgartenplatzes, bewirkt.
Jetzt endlich wirds wohl kommen, daß eine Fahrt aus dieſer Gegend in
Richtung DieburgerſtraßeFaſanerie nicht mehr mit dem gegen alles
Gefühl gehenden Nück= bezw. Umweg JohanneskircheSchloß beginnt,
ſondern in kürzeſter Richtung direkt erfolgen kann. Doch in der er=
wähnten
Mitteilung iſt etwas nicht klar. Die Linie SchloßHochſchule
uſw. iſt abgetan. Dafür geplant, die Linie am Schloßgartenplatz zu
verlängern bis zum Riegerplatz. Es beſteht (heißt es weiter) aber auch
neuerdings die Abſicht, dieſe Linie (alſo vom Schloßgartenplatz) nicht
nach dem Riegerplatz zu führen, ſondern nach der Liebfrauen=
ſtraße
uſw uſw. . . . Dieſer letzte Ausbau iſt vorgeſehen und be=
reits
projektiert. Als erſter Ausbau ſoll die Linie bis zum
Riegerplatz (!2) gebaut werden. Gibt es alſo zunächſt dennoch
eine Stummelbahn bis zum Riegerplatz und ſpäterhin eine neue Strecke
vom Schloßgartenplatz nach der Liebfrauenſtraße, Kittlerſtraße uſw.?
Oder ſoll dieſe letztere Linie begonnen und etwa bis in die Nähe
des Riegerplatzes geführt werden?
Briefkaſien.
Nach G. Nach der dem Auſwertungsgeſetze angehängten Tabelle
waren 10 Papiermark am 24. Januar 1918 8 Goldmark; am 14.. Ja=
nuar
1919 waren 10 Papiermark 5 Goldmark 13 Pfennig; am 20. Ja=
nuar
1920 waren 100 Papiermark 7 Goldmark 75 Pfg.; am 10. Januar
1921 waren 100 Papiermark 6 Goldmark 5 Pfg.; am 10. Januar
1922 waren 100 Papiermark 2 Goldmark 52 Pfg., ſonach 80 Papter=
mark
2 Goldmark. Nach dieſen Angaben können Sie ſich die ein=
zelnen
Beträge ſelbſt leicht ausrechnen.
H. S. 88 1602, 1603 B.G.B., ſtatuiren im Fragefallg eine Unter=
haltungspflicht
des Vaters nur gegenüber minderjährigen un=
verheirateten
Kindern. Die Frage iſt deshalb wohl zu verneinen.
Schlüfſel. Nach § 536 B.G.B. hat der Vermieter die vermietete
Sache dem Mieter in einem zu dem vertragsmäßigen Gebrauche geeig=
neten
Zuſtande zu überlaſſen und ſie während der Mietzeit in dieſem
Zuſtande zu erhalten. Zugleich mit der Hauptſache iſt auch das Zu=
behör
zu überlaſſen. Hierunter fallen die zum Gebrauche der Miet=
ſache
ſelbſt unentbehrlichen Sachen, z. B. Schlüſſel bei einer Woh=
nung
. Sonach gehören Ihnen als dem Mieter die Schlüſſel. Sie müſſen
den Vermieter auf Herausgabe des Schlüſſels verklagen, wenn er ſolchen
nicht gutwillig herausgibt.

Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Dienstag, 16. Nov. 3.30: Stunde der Jugend. Aus Sage
und Leben der Griechen und Römer: König Oedipus (für Kinder
vom 10. Jahre ab). O 4.30: Hausorch.: Neue Tanzmuſik. O 5.45:
Leſeſtunde: A. d. Roman Die Buddenbrooks von Thomas Mann,
O 6.15: von Caſſel. Dr. Elbert: Pflege des Saatgutes. O 6.45:
Harnbeſchwerden, ihre Urſachen und ihre Abwehr, von Dr. Berg,
O 7.15: Altdeutſche Tafelmalerei, von Dr. Götz. O 7.45: Ein=
zellige
und vielzellige Lebeweſen von Ankel=Gießen. O 8: Stuttgart:
Liederabend Mattia Battiſtini. Giordano: Andrea Chenier. Doni=
zetti
: Eleonora. Verdi: Ernani. Mozart: Nozze di Figaro,
Leoncavallo: Prologo Pagliacci. Verdi: J due Foscari.
Thomas: Chanſon Bachique d’Hamlet. Roſſini: Tarantella.
Anſchl.: Neue Schallplatten.
Siuttgart.
Dienstag. 16. Nov. 3.50: Bücherfunk. O 4.15: Konzert.
Richter: Regimentskameraden, Marſch.

pauſe, Einlagen: Otto Lillich. Marſchner: Fant. aus Hans Hei=
ling
.: Popy: Skand. Legende. Weßlander: Schwed. Suite.
O. 6.15: Morſekurs. O 6.45: Dr. Hohlbaum lieſt aus eigenen
Werken, O 8: Uebertr. aus der Liederhalle Stuttgart: Mattia
Battiſtini. Lieder=Abend, 8 Vorträge, Anſchl.: Wunſchabend.
Berlin.
Dienstag, 16. Nov. 4.30: Walt Whitman. Einl. Worte:
Erich Burger. Rez.: Gertrud Eyſoldt. Vom Wegrand. Geſang
von mir ſelbſt. Gib mir die ſtille, glänzende Sonne. Als ich am
Schluß des Tages hörte. Was meine Mutter mir erzählte.
Geflüſter vom himmliſchen Tod. O 5: Kammermuſik. Dem Gedenken
Beethovens. O. 6.30: Oberſt v. Abercron: Der Zauber einer
Fahrt im Freiballon. O 7.05: Dr. Hochdorf: Auf helleniſcher
Erde. O 7.30: Prof. Saltenburg: Das Theater. O 8: Ur=
aufführung
: Die Gletſcherfee, Operette v. Rudolf Presber und
Leo Walther Stein. Muſik v. Willy Bredſchneider. Perſ.: Tobias
Webſter: Fr. Groß; Maud, ſeine Tochter; Maria Huſſa=Greve;
Miß Pott: Chriſtel von Pommer; Johannes Baumgarten, Berg=
führer
: Erik Wirl; Curt Sprüngli: A. Hell; Gottfried Nägeli,
Beſitzer des Schweizer Hof: L. Hainiſch; Dr. Peter Flemming:
Willy Winter: Marcheſa Gattamelata: Fritz Treu; Knut Peterſon:
A. Groſſe; Werner Affolder: H. Sternberg; Emmerenzia, ſeine
Tochter: Lucie Bredſchneider.
Stettin. 7.05: Oberbürgermeiſter Kolbe, Stargard: Die
Stadt Stargard in Pommern.
Königswuſterhauſen. Dienstag, 16. Nov. C. M. Alfieri, G.
v. Eyſeren: Spaniſch. O 3.30: Dr. Strohmeyer: Methodik des
franz. Unterrichts auf Grund der Richtlinien: Ausſprache und
Sprachfarbigkeit. Der Unterricht in der Grammatik. O 4.30: Aus
der pädagogiſchen Welt. O 5: Dr. Lasker: Die moderne Schach=
partie
. O. 6: Min.=Dir. Geh. Reg.=Rat Dr. Sitzler: Ueberblick
über das Arbeitsrecht der Gegenwart und Ausblick in die Zukunft.
O 6.30: Dr. Neuburger: Lyriker der Romantik. O 7: Reg.=Rat
Dr. Krammer: Deutſche Kulturgeſchichte des 19, Jahrh. O 7.30;
Dr. Fechter: Eduard Mörike.
Wetterbericht.
Wettervorherſage für Mittwoch, den 17. November 1926.
(Nach der Wetterlage vom 15. November 1926.)
Bei abnehmender Bewölkung Nachtfroſtgefahr, durchweg trocken.
Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.

Haben Sie in letzter Zeit
unſere TUFUMA geraucht?
Im Geſchmack beſonders blumig und mild,
TV 12875
in der Fackung unſerem altberühmten Sortiment angepaßt,
ſo iſi ſie ſeit einigen Wochen auf dem Markt.
6 Pg.,
ein mäßiger Preis für eine ſolche Qualität.

[ ][  ][ ]

Seite 12

Dienstag, den 16. November 1926

Nummer 318

Sporn Shier und Tarnen.

Handball.
Deutſche Turnerſchaft, Main=Rhein=Gau.
Griesheim Aſchaffenburg 6:0; Eberſtadt Langen 1:1;
Sprendlingen Pfungſtadt (Freundſchaftsſpiel) 4:7.
U=Klaſſe: Griesheim gewann ſicher, wie auch erwartet, gegen
Aſchaffenburg. Eberſtadt bot eine gute Leiſtung und war Langen eben=
bürtig
. Das ſiegbringende Tor für Eberſtadt wurde auf Langens Ein=
ſpruch
hin vom Schiedsrichter als Fehlentſcheidung zurückgenommen.
Bei Sprendlingen Pfungſtadt war der Unparteiiſche nicht erſchienen.
Man einigte ſich auf ein Freundſchaftsſpiel, und Pfungſtadt ſiegte 7:4,
trotz drei Erſatzleuten.
A=Klaſſe: Beſſungen Neu=Iſenburg 3:4. Verteiltes Spiel;
Beſſungens Torwächter ſchwach, 2. und 3. Tor unbedingt haltbar, das
ſiegbringende Tor fiel in der letzten Minute, die als Verlängerung
nachgeſpielt worden war. Tgſ. Griesheim Groß=Gerau 3:7; Wor=
felden
Wolfskehlen 1:21 Egelsbach Seeheim 2:1 (0:1), Seeheim
lieferte ſein ſchönſtes Spiel bis jetzt und hat unverdient verloren.
Langen Bickenbach 3:3, ſehr anſtändiges Spiel, das von Bickenbach
mit 10 Mann beſtritten und offen gehalten wurde. Tgd. Darmſtadt
Walldorf 3:2. Ungenaues Zuſpiel bei Darmſtadt, beiderſeitige Schuß=
freudigkeit
und gute Torhüter.
B=Klaſſe: Wolfskehlen Erfelden 1:5. Ueberraſchend ſchoß
Wolfskehlen das Führungstor und behauptete ſich 1:1 bis Halbzeit;
dann wurde Erfelden als die techniſch beſſere Mannſchaft überlegen.
Walldorf Griesheim Tgd. 0:7. Walldorf hatte nur 9 Mann auf
eigenem Platz zur Stelle und hielt trotzdem das Spiel offen. Arheilgen
Babenhauſen 3:1.
C=Klaſſe: Alsbach Bickenbach 3:3; Bensheim Zwingen=
berg
3:1; verteiltes Spiel, leichte Ueberlegenheit von B. Heppen=
heim
Jugenheim 4:1, ſehr ſchönes Spiel. Tgſ. Ober=Ramſtadt
Arheilgen 1:4, harter Kampf. Ober=Ramſtadt Roßdorf 5:1. Langen
Tgſ. Darmſtadt 7:1! Langen 1. Sieger! Goddelau Nauheim 7:4.
Erfelden Groß=Gerau 1:8.
Jugend: Pfungſtadt Jugenheim 7:0, beiderſeits ſchöne Lei=
ſtungen
, Jugenheim körperlich ſchwächer, ſchöner Verlauf. Ober=
Ramſtadt 2gd. Griesheim 1:2, ausgeglichenes Spiel, Griesheim glück=
licher
Sieger. Tgſ. Griesheim Nauheim 1:6, ruhiges Spiel.
Rot=Weiß, V. f. L.
Am Sonntag weilte die 1. Jugendmannſchaft in Langen zum fäl=
ligen
Verbandsſpiel gegen den dortigen Turn= und Sportverein. Trotz
der feuchten und unebenen Platzverhältniſſe wurde doch ein ſchönes und
faires Spiel gezeigt. Die rot=weißen Jungens drängten in der erſten
Halbzeit ſehr und konnten ſchon mit 4:0 in die Pauſe gehen. Nach An=
pfiff
nahmen die Rot=Weißen ſofort das Heft wieder in die Hand
und ſchoſſen in gleichen Abſtänden noch ſechsmal ein. Trotzdem ließen
ſich die Langener den Mut nicht abkaufen und kämpften noch mit aller
Energie bis zur letzten Minute, jedoch alle Angriffe zerſchellten an der
Darmſtädter Verteidigung. Mit dem hohen Reſultat 10:0 konnte Rot=
Weiß als verdienter Sieger den Platz verlaſſen.
Fußball.
Weiterſtadt Geinsheim 1:0 (1:0).
Weiterſtadt konnte am vergangenen Sonntage aus Geinsheim zwei
Punkte mit nach Hauſe nehmen und mit acht Punkten die Spitze der
Tabelle erreichen. Weiterſtadt ſpielte die erſte Spielhälfte überlegen
und konnte in der 17. Minute aus einem Eckball das einzige Tor des
Spieles erzielen. Geinsheim verlegte ſich mehr auf die Verteidigung
ſeines Heiligtums, da Weiterſtadt den Wind im Rücken hatte. Nach
Wiederantritt drängte Geinsheim etwas, konnte jedoch durch die gute
Arbeit Weiterſtadts Torwart Verteidigung und Läuferreihe außer
einigen Eckbällen nichts erreichen. Weiterſtadt hatte noch manche Tor=
gelegenheit
, die jedoch vergeben wurden. Dem Schiedsrichter, einem
Herrn aus Bensheim, gebührt ein Lob. Nur durch ſein energiſches
Durchgreifen konnte das Spiel zu Ende geführt werden.

Sp.=Vg. Pfungſtadt Germania=Eberſtadt 1:3 (0:1), Ecken 4:7.
Eberſtadt hat Platzwahl und trat mit folgender Mannſchaft an:
Hebermehl, Dächert, Weitzel, Kölſch, Nickel, Zickler, Weitzel Fr., Pfeiffer,
Fiſcher, Seeh, Meher. Pfungſtadt hat Anſtoßz und ſetzt ſich durch großen
Eifer ſofort in die Spielhälfte Eberſtadts feſt. Die Verteidigung Eber=
ſtadts
kann jedoch immer noch rechtzeitig klären, oder die Ballſicherheit
des Eberſtädter Torwächters ließ einen Erfolg nicht zu. Eberſtadt
kommt zur erſten Ecke, die aber nichts einbringt. Jetzt kommt Eberſtadt
beſſer auf, Pfungſtadt kann jedoch das Spiel immer noch leicht über=
legen
geſtalten. Auch die zweite und dritte Ecke kann Eberſtadt nicht
anbringen. Pfungſtadt kann mit ſeinen zwei Ecken ebenfalls nicht er=
folgreich
ſein. Eberſtadt wird gegen Schluß der erſten Halbzeit beſſer
und kann dann auch 5 Min. vor Schluß durch Meyer, der einen Durch=
bruch
unternahm, in Führung gehen. Bei Wiederbeginn iſt ſich Eber=
ſtadt
bewußt, was auf dem Spiele ſteht und wird überlegen. Eberſtadt
hatte umgeſtellt. Sein Rechtsaußen nutzte bei einem zu weiten Ausflug
des Pfungſtädter Torwächters die Situation und ſchoß entſchloſſen zum
zweiten Tor ein. Die 4. 7. Ecke kann Eberſtadt noch immer nicht ver=
werten
. Eine Viertelſtunde vor Schluß erhält Eberſtadt an der Straf=
raumgrenze
einen Strafſtoß zugeſprochen, den der Mittelſtürmer Eber=
ſtadts
zum dritten Tor einſchoß. Vier Minuten vor Schluß erzielt
Pfungſtadt durch einen Durchbruch ſein Ehrentor. Pfungſtadts letzter
Eckball geht ins Außen. Darauf Schluß. Der Viernheimer Schieds=
richter
konnte nicht beſonders gefallen.
Radfahren.
Darmſtädter Biehele Klub 1883 in Heilbronn ſiegreich.
Am vergangenen Sonntag fand in Heilbronn a. N. anläßlich eines
großen Saalſportfeſtes die Austragung der Meiſterſchaften des Landes=
verbandes
Baden=Württemberg und Rheinpfalz ſtatt. Ausrichter dieſer
Veranſtaltung war im Gau 93 des B. d. R. der Radfahrerverein Wan=
derluſt
01 Heilbronn, der gleichzeitig ſein 25jähriges Stiftungsfeſt da=
mit
verband. Neben der Austragung der Meiſterſchaften obengenannten
Landesverbandes wurden noch verſchiedene Wettbewerbe im Saalſport,
offen für alle Vereine des B. d. R., ausgetragen. Zu einem dieſer
Wettbewerbe, im 6er=Niederradreigen, entſandte auch der Darmſtädter
Bichcle=Klub 1883 eine Mannſchaft. In dieſem ſehr ſcharfen und ſtark
beſchickten Wettbewerb traten neun der beſten Vereine Süddeutſchlands
an. In einwandfreier, ſicherer Fahrweiſe gelang es der Mannſchaft des
D.B. C. 1883 mit den Fahrern: A. Rühl, Gg. Weber, E. Glaub, P.
Haas, Gg. Leichtlein, L. Hax, Leitung Louis Hax, überlegen den
1. Preis mit 8 810 Punkten zu erringen; zweiter Preisträger
wurde. R.V. Wanderer 01 Stuttgart mit 8,/425 Punkten. Auf dieſen
erneuten glänzenden Erfolg darf neben der betr. Mannſchaft der D.B. C.
1883 beſonders ſtolz ſein. Als beſonderer Beweis ſeiner Leiſtungs=
fähigkeit
im Saalſport darf es weiter angeſehen werden, daß der D.B. C.
1883 von ſeiten des Vorſtandes des Landesverbandes Heſſen eingeladen
wurde, mit ſeiner 1. und 2. Damenriege im 12er=Damen=Koſtümreigen
bei einer beſonderen Ehrung ſämtlicher Landesverbandsmeiſter von
Heſſen in Frankfurt a. M. am 27. dieſes Monats mitzuwirken. Neben
den eigentlichen Meiſtern ſtartet dortſelbſt als einziger Verein nur der
D.B.C. 1883 mit erwähnter Mannſchaft.
Kraftſport.
Am Sonntag, den 14. Nobember, fanden in Roßdorf die Vorkämpfe
um die Gaumeiſterſchaft zwiſchen Deutſche Eiche, Roßdorf Kraft=
ſportverein
Werſau und Kraftſportabteilung des Turnvereins Nieder=
Ramſtadt ſtatt. Nachdem Deutſche Eiche gegen Kraftſportverein
Werſau eine Niederlage erlitten hatte, wurde die Kraftſportabteilung
Nieder=Ramſtadt mit 10:4 Sieger gegen Werſau. Beſonders hervorzu=
heben
ſind die Leiſtungen folgender Ringer, denen ausnahmslos äußerſt
ſtarke Gegner gegenüberſtanden: Fliegengewicht: K. Beck; Bantam=
gewicht
: W. Faltermann; Federgewicht: Gg. Schanz; Leichtgewicht:
Ad. Göbel; Leichtmittelgewicht: Aug. Schanz; Schwermittelgewicht
kämpften die Ringer Gg. Brendel, K. Faltermann und H. Göbel. Gleich=
zeitig
ſei auf den letzten Kampf in der Vorrunde um die Gaumeiſterſchaft,
der nächſten Samstag zwiſchen Nieder=Ramſtädter Kraftſportabteilung
und der Arheilgens in Nieder=Ramſtadt ausgetragen wird, aufmerkſam
gemacht.

Schießſport.
Privilegierte Schützengeſellſchaft Darmſtadt.
Wie alljährlich, nahm auch in dieſem Jahre die Privileg. Schützen=
geſellſchaft
Darmſtadt in ihrem Schützenheim, dem Neuen Schieß=
haus
am letzten Samstag, den 13. November 1926, ihre Siegerehrung
vor. Um es vorweg zu ſagen, es war ein voller Erfolg. Die mit Tan=
nengrün
geſchmückten Räume waren faſt überfüllt, es hielt ſchwer, noch
ein Plätzchen zu ergattern, ein Zeichen, daß die P. S. G.D. (Darmſtadts
älteſter Verein) ſich immer noch einer großen Beliebtheit erfreut.
Herr Oberſchützenmeiſter Diefenbach eröffnete den Abend durch
eine herzliche Begrüßungsanſprache, dankte den Vertvetern der befreun=
deten
Vereine für ihr Erſcheinen und begrüßte beſonders die Herren
des Jagdklubs ſowie die Mitglieder der Schützengeſellſchaft Babenhauſen.
Die letzteren hatten es ſich, trotz anderweiter Abhaltung, nicht nehmen
laſſen, noch um 10 Uhr abends von Babenhauſen nach Darmſtadt zu
fahren, um dem Dekorierungsfeſt der engbefreundeten Privileg. Schützen=
geſellſchaft
beiwohnen zu können. Weiter dankte Herr Diefenbach der
Ruderabteilung des Schwimmklubs Jung=Deutſchland, die ſich in lie=
benswürdiger
Weiſe bereit erklärt hatte, durch Darbietungen aller Art
die Gäſte zu unterhalten. Die Vortragsreihe eröffnete, nach einem
Prolog, geſprochen von Frl. Franz, unſere Schützenſchweſter Frau Ol=
digs
, die mit ihrer ſchönen Stimme verſchiedene Lieder kunſtvoll zu Ge=
hör
brachte. Bei der nun folgenden Dekorierung wurden die Sieger
des letzten Jahres einzeln vorgerufen, um am Gabentiſch ihre Auszeich=
nung
einzeln in Empfang zu nehmen. Der Ehrenſchützenmeiſter ver=
ſtand
es meiſterhaft, die einzelnen Sieger mit treffenden Worten zu
begrüßen. Ausgezeichnet wurden mit ſilbernen Bechern. Münzen,
Plaketten uſw. die Herren Karl Endres, Hermann Schönberger. Alberr
Boſch, Prof. Hohenner, Paul Kröh und W. Weiſel. Die Begeiſterung
erreichte ihren Höhepunkt, als unſer Meiſterſchütze Auguſt Gunſchmann
zum Schützenkönig erklärt und mit der ſilbernen Königskette geſchmückt
wurde. Nach Beendigung des offiziellen Teils trat der gemütliche Teil
in ſein Recht. Die rührigen Mitglieder der Ruderabteilung des
Schwimmklubs Jung=Deutſchland überraſchten nun mit einem vollſtän=
digen
Programm, das den Humor in feiner, dezenter Art in allen
Schattierungen brachte. Der Ehrenſchützenmeiſter nahm denn auch
Gelegenheit, den Darſtellern den Dank der Privileg. Schützengeſellſchaft
zu übermitteln. Ein gemütliches Beiſammenſein, wie lange, darf nicht
verraten werden, ſchloß dieſes ſchön verlaufene Feſt, auf welches die
P. S. G.D. wiederum ſtolz ſein kann.

Sportliteratur.
Führer und Berater auf Reiſe und Wanderung. Durch Verbeſſe=
rungen
der Verkehrsmittel ſchrumpfen die Entfernungen immer mehu
zuſammen. Die Perſonen und Warenbeförderung iſt nicht mehr an
Schienenwege gebunden und ſelbſt die entlegenſten Landſtraßen ſind be=
lebt
von Kraftfahrzeugen, Radfahrern und Touriſten. Die Orientie=
rungrung
in unbekannten Gegenden iſt ſehr einfach, hat man den zu=
verläſſigen
Continental=Reiſeführer. Zunächſt das Continental=
Handbuch mit weit über 2000 Ortsbeſchreibungen, Stadtplänen, An=
gaben
über Hotels, Garagen, Tankſtellen, ausgearbeiteten Touren uſw.
für 4 Mk.; dann der Continental=Atlas für Mittel=
europa
, der ein überſichtliches Straßennetz von Paris bis Warſchau
und von Kopenhngen bis Mailand auf vielen mehrfarbigen Karten ent=
hält
Maßſtab 1:100 000, Preis 6 Mk. Der Continental=
Atlas für Deutſchland bringt im Maßſtab 1:500 000 ein ganz
vorzügliches Kartenmaterial und viele Stadtpläne im handlichen
Leinenband zum Preiſe von 8 Mark. Dieſe drei Teile ſind für jeden
Kraftfahrer unentbehrlich. Bei Radfahrern und Touriſten erfreut ſich die
Continental=Straßenkarte Maßſtab 1:300 000, größter
Beliebtheit. Sie zerfällt in 54 Blätter je 75 Pf. in Fünffarbendruck,
beſonders überſichtlich, praktiſche, patentierte Falzung.

Haupiſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Sireeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für den Inſeratenteil: Willy Kuhle;
Druck und Verlag: L. C. Wittich ſämtlich in Darmſtadt.

Die heutige Nummer hat 16 Geiten

Mehrere
geſpielte (16635a
Pianos
preiswert zu ver=
kaufen

Heinrich
Arnold
Wilhelminenſtr. 9

Entfettungs=
Tabletten
Coronova‟
mit (13045e
Marienbader Salz
n allen Apotheken.

Berkänfe

Empf. Ia trockenes
Brennholz
zum Feueranmachen
per Sack 1.K. (*30147if
J. Schlander
Hoiz= u. Kohlenhandlung
Schloßgartenplatz 14.

Wilhelmſtr 25, 1.,
eichenes Kinderbett
nud Stehpult, ſeid.
ſpan. Wand, Stuhl=
ſchlitten
bill. z. verk.
(*30129)

Eisſchrank
bill. zu verk. Babel,
Schuknechtſtraße 56.
(*30157)

Dienstag, Donnerst.,
tag, Samstag trifft a.
dem Schillerpl.tz ge=
genüb
. Hrn. Heß, Mitt=
woch
u. Freitag a. d.
Riegerpl. eine Send.
Cablian ein, d. Pfd.
im ganz. 35.5, Port=
Schellfiſch30.3 ( 30162

Schlafzimmer
Gelegenheitskauf
2,00 m br. Schrank
Ia prima Arbeit,
billig zu verk. (15267a
Möbelhaus
L. Menger
Bleichſtraße 17.
Zahlungserleichterung

HONI
Blüten=Schleuder
gar, rein, goldklar,
flüſſig od feſt, 10 Pfd.
Büchſe 10 , halb
5,50 franko; Nach=
nahme
30 Pfg. mehr.
Gar. Zurückn u. Nach
nahme. Lehrer a. D.
Fiſcher, Oberneuland.
81, Kr. Bremen. Pro=
paganda
=Pächchen 1½
pfd. netto franko bei
Einſendung von 1.70
(I BIn 107791

Herrenzimmer
2 Meter=Schrank, nur
750 Mk. ( 30206
Möbelhaus Ph. Feick
Wendelſtadtſtr 38

Reklame=Angebot!
Echt eichen
Speiſezimm.
erſtkl. Arbeit, alles
voll u. abgeſperrt,
Büfettm. Kriſtallfac.=
Gläſ., Kredenz. Aus=
zugtiſch
, 4 echte Leder=
ſtühle
( 30214
nur Mk. 250.
Ludwig Müller
Karlſtr. 4749.

Speiſezimm., Küchen
in allen Preislagen.
Möbelhaus Ph. Feick,
Darmſtadt, Wendel=
ſtadtſtraße
38. (*30206

D.=Kleider, br. D.=
Mantel, wenig getr.,
f. fr. Fig, D.=Stiefel,
Gr 40, faſt neu, ſow.
2 Korſetts=Leibbinden
zu verkauf Kranich=
ſteinerſtr
. 17, pt., zw
12 u. 4 Uhr. (* 30121

hündin zu
verk. Bild=
Uud
ſchön,
äuß. anhänglich, klug
u wachſam, umzugs=
halber
nur 40 Mk.
Selten günſtige Ge=
legenheit
. E. Graf,
Auer bach (Heſſen)
U6764)

Guterh. Herrenrad
zu verkaufen (*30142
Kaplan, Karlſtr. 28.

Zu verk.: 2 nußb
Betten m. Sprungr.,
1Kleiderſchr, 1 Waſchtiſch
1 Rachttiſch, 1 Gasofen,
1 Gasherd. Näh. i. d.
Geſchäftsſt. (S.16779

1 Gasbadeofen mit
Wand für 90 z. vk.,
1 Blnmenſtänder (Baum)
billig abzug ( 30132
Stiftſtraße 10.

Hincher Menschen
alt und jung, in allen Teilen der Welt,
ertreuen sich der angenehmen Wir-
kung
und des hervorragenden Wohl-
geschmacks
von WRlGLEYP.K.=
Kau-Bonbons.
Erftrischend, von dauerdem Aroma,
vorzüglich für Zähne und Mund.
Regen den Appetit an und fördem
die Verdauung.

GE.S

Päckchen 4 Stück 10 Pf. Ueberall erhältlich!
AAIIOAA

WRIGLEY AKTIEN-GESE
AFT. FRANKFURT A.

TULRI
Wer dort?
Hier V. Schatz
Komme ſof. u kaufe
getrag. Herren=
Kleider, Federbetten,
Schuhe, Wäſche uſt
V. Schatz
Darmſtadt. (16372moj
Tel 1924 Schloßg. 23

Kaufe
getragene Kleider,
ſowie Boden= und
Kellerkram (*30180
M. Winwizki, Tau=
nusſtraße
45, 1 St.
Poſtkarte genügt

1 gebr., guterhalt
Notenſchränkchen mit
6-9 Auszügen u. zum
Schließen zu kaufen
geſucht. Angebote m
Preis unt 83a d
Geſchäftsſt. (* 30139

Malz Extrakt
und
Malz Sntralt Bonbons
seitooJahrenbewahrt
Inallen Apotheken u. Drogerien erhältlich,

Kl. guterhalt. Herd
m. Waſſerſchiffz kauf
geſucht Frankfurter=
ſtraße
17, I. (*30122

Zumieten geſucht
Laden
od. Part=Raum im
Zentr. zu miet. geſ.
Ang unter D 95 ar
die Geſchſt. (*30159

In nächſter Nöhe
des Oſtbahnhofs
möbl. Zim v. berufst.
ſol, Hrn. zu miet, geſ.
Ang unter D 86 an
die Geſchſt (*30155is

Laden
in beſter Lage, von
Spezialgeſchäft zum
1. 1. 1927 oder ſpäter
geſucht. (TV.16757
Thams & Garf=
Lübeck.

zu miet
Laden geſucht
Ang. unter D 80 an
die Geſchſt. (*30130

Eleg. möbl. Zim.
im Tintenviertel von
Dauermieter geſucht.
Angeb. mit Paeis u
D 77 Geſchſt. ( 30126

Kaufmänniſcher
Direktor
eines hieſigen Unter=
nehiens
ſucht per
ſofort gut möbliert.
Wohn=u. Schlafzim=
mer
in nur ruhigem
Hauie Angeb. unt.
D 100 Geſchſt / 30174

Aelteres, kinderloſes
Ehepaar ſucht eine
beſchlagnahmefreie
2.3 Zim.=Wohnung
m Küche. Ang. m. Pr.
u. D 107 Geſchäftsſt.
(e30191)

Wfälziſche Preſſe
109. Jahrgang Zeitung für Güdweſtdeutſchland 109. Jahrgang
Kaiſerslautern
Verlag: Thieme’ſche Druckereien G. m. b. H.
Erſcheint täglich 1 mal (auch Sonntags)
Die angeſehene polikiſche Tageszeitung der Pfalz von anerkannk
führender Bedeutung. Familienblatt der beſſeren Bürger= und
Beamkenkreiſe. Ein ſtändig gehaltenes Informakionsorgan zahl=
reicher
Handel= und Gewerbekreibender ſowie der Induſtrie= und
der Finanzkreiſe der Pfalz.
Anerkannt hervorragendes. Inſertionsorgan.
Flluſtrierte Wochenbeilaxſ: Zeitbilder,
die einzige in der Pfalz erſchemende Zeitſchrift, deren
Druck im Selbſtverlag erfolgf und deren inkereſſanke
Bilder aus der ganzen Pfalz ſebſt aufgenommen und im
eigenen Akelier her geſtellt werden.
Dorzügliche Inſertionsgelegenheit!

[ ][  ][ ]

Nummer 318

Dienstag, 16. November
eueſte Nachrichten

Vom Holzmarkt.
Soweit man nach dem Verlauf der erſten dieswinterlichen Holzver=
ku
ufstermine in den Staatsforſten beurteilen kann, wagen ſich zahlreiche
Sägewerksbeſitzer bei der Abgabe ihrer Gebote etwas zu weit vor. Der
Neu=Strelitz ſtattgefundene Holzverkauf läßt darauf ſchließen. War
uch das zum Verkauf angebotene Holz zum Teil gut, ſo ſind doch die
disfür gezahlten Preiſe nach Anſicht vieler Fachleute nicht gerechtfer=
tIt
, weil die Preiſe am Schnittholzmarkt nur für ſtarkes Material, wie
8 Millimeter Stamm, für Bohlen 55 Millimeter ſtark, und allenfalls
r breite, aſtreine Seiten bei voller Blankheit um etwa 5 Mark je
ubikmeter geſtiegen ſind. In allen anderen Sortimenten gibt es An=
bote
in Hülle und Fülle; bei deren Ankauf entſcheidet allein die Billig=
ſit
der Preiſe. Von den Verhandlungen mit Polen hört man, daß
e gewiſſe Annäherung zu erkennen iſt. Aus dieſem Grunde wird
das Projekt, eine vollkommene Sperre der Einfuhr zu verhängen. z. Zt.
nächt erwogen. Am Schwellenmarkt liegen die Verhältniſſe inſofern
uuigünſtig, als der Waldbeſitz bei den Preiſen, die ihm für Schwellen=
olz
geboten werden, keine Rechnung finden kann. Einige Schwellen=
trroduzenten
ſind in letzter Zeit dazu übergegangen, mit Waldbeſitzern
Fieferungsverträge auf Rohholz mit der Maßgabe zu ſchließen, daß
It tztere an dem Erträgnis der Schwvellenbelieferung des Eiſenbahn=
ntralamtes in irgend einer Form intereſſiert werden. Das Eiſen=
hnzentralamt
ſoll von der Staatsforſtveraltung größere Mengen
Tohholz zur Schwellenherſtellung und Ausarbeitung überwieſen er=
halten
. Lebhaft war in letzter Zeit die Nachfrage nach Sperrholz, das
nielfach die Verwendung von Brettern in der Möbelfabrikation zu ver=
Frängen beginnt. Verſchiedene Möbelfabriken, die bisher aſtreine Sei=
En in größeren Mengen verarbeiteten, ſind dazu übergegangen, in
*ren Betrieben Sperrplatten aus Gabun und Erlen zu verwenden.
Ulm Grubenholzmarkt haben ſich die Verhältniſſe zweifellos gebeſſert.
Dem Waldbeſitz liegen erhebliche Anfragen von allen Seiten vor.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Bemerkenswerte Exportſteigerung der deutſchen Eiſeninduſtrie.
DDie deutſche eiſenverarbeitende Induſtrie, deren Export im Jahre
7 913 die anſehnliche Menge von 63 894 270 Doppelzentnern Eiſen und
Eiſenwaren erreichte, hat es vermocht, in den erſten neun Monaten 1926
wereits wieder 39 857 989 Doppelzentner zu exportieren gegen 28 315 914
Doppelzentner im ganzen Jahre 1925 und 19 572 322 Doppelzentner in
1924. Bemerkenswert iſt dabei, daß der Export an Fertigfabrikaten in
ſen erſten neun Monaten 1926 den des Jahres 1913 erreicht und zum
Teil überholt hat. Wenn trotzdem der Export der eiſenverarbeitenden
Induſtrie in 1926 bisher um rund 24 000 000 Doppelzentner hinter dem
es Jahres 1913 zurückbleibt, ſo fällt dieſer Rückgang in der Hauptſache
müf Roheiſen, Rohluppen, Stab= und Formeiſen, ſowie Blech und
TDraht, alſo Walzwerks= bzw. Hüittenprodukte, während die Kleineiſen=
uinduſtrie
ihren urſprünglichen Stand wieder erreicht hat. Bei
er Einfuhr der deutſchen eiſenverarbeitenden Induſtrie liegen
WDie Verhältniſſe umgekehrt wie bei der Ausfuhr. Während die Aus=
fuhr
vom Jahre 1924 ab ſtetig und kräftig zunahm, nahm die Einfuhr
dim ſelben Zeitraum ebenſo ſtetig und kräftig ab, um aber dennoch mit
8198659 Doppelzentnern in den erſten neun Monaten 1926 nicht uner=
Aheblich die von 1913 mit 7 247 120 Doppelzentnern zu überſchreiten.
Deutſche Woerner=Werke A.G., Mannheim. Die G.V., in der 7
SAktionäre 9009 Stimmen vertraten, genehmigte den Abſchluß und nahm
Edie Anzeige des Vorſtandes gemäß § 240 H.G.B. entgegen. Die Ver=
rmögensaufſtellung
weiſt bei einem Aktienkapital von 440 000 RM. einen
Werluſt von 320000 RM. aus. Die Verwaltung führt ihn darauf
f zurück, daß das Kapital bei der Goldmarkumſtellung nicht ſcharf genug
zuſammengeſtellt wurde, ferner auf die ungünſtigen Verhältniſſe in
der Zigarrenbranche, ſowie zu langſame Abwickelung eines großen Auf=
trages
mit einem ausländiſchen Regieſtaat und auf verfehlte Maß=
nahmen
eines Vorſtandsmitgliedes, das dafür die volle Haftung aner=
kannt
habe. Vorſtand und Aufſichtsrat wurden einſtimmig entlaſtet.
Die Verſammlung beſchloß die Zuſammenlegung des Aktienkapitals im
Verhältnis 4:1 auf 110 000 RM. und Wiedererhöhung um bis zu 140000
Reichsmark auf bis zu 250 000 RM. Die neuen Aktien werden zunächſt
mit 25 Prozent eingezahlt. Die Vorzugsaktien mit 30fachem Stimm=
recht
werden in gewöhnliche Stammaktien umgewandellt. Der Geſchäfts=
gang
hat ſich ſeit einigen Monaten erheblich gebeſſert und der Auftrags=
eingang
hält an.
Deutſche Vereinsbank. Kom.=Geſ. a. A. in Frankfurt a. M. Das
Inſtitut, das bekanntlich die Rechtsform einer Kommanditgeſellſchaft auf
Aktien angenommen und ab 15. November die laufenden Geſchäfte des
Bankhauſes L. und E. Wertheimber unter Eintritt von deſſen Inhabern
in ſeine Verwaltung übernommen hat, teilt nunmehr die Perſonalien
mit. Die Herren Kurt Krahwer, Max Naufork und Dr. jur. Alexander
Roſenzweig ſind zu perſönlich haftenden Geſellſchaftern und Herr Herm.
Levi zum Direktor und Generalbevollmächtigten beſtellt worden.
Kautſchuk G. m. b. H., Frankfurt a. M. Unter Beteiligung der
Metallgeſellſchaft in Frankfurt a. M. iſt unter der Firma Kautſchuk=
Geſellſchaft mit beſchränkter Haftung, Frankfurt a. M., dieſer Tage
eine Neugründung erfolgt. Das Stammkapital der neuen Geſellſchaft be=
läuft
ſich auf 1 Mill. RM. Gegenſtand des Unternehmens iſt der Handel
mit Kautſchuk in jeglicher Form, ſowie der Handel mit ſolchen Mate=
rialien
, die bei der Verarbeitung von Kautſchuk oder den hieraus her=
geſtellten
Erzeugniſſen Anwendung finden. Die Geſellſchaft ſoll unter
Umſtänden zur Erreichung ihres Zweckes auch gleichartige oder ähnliche
Unternehmungen, die ſich mit dem Handel oder der Herſtellung oder
Verarbeitung ſolcher Stoffe befaſſen, erwerben können, bzw. ſich an
ſolchen Undernehmungen beteiligen oder deren Vertretung übernehmen.
Zu Geſchäftsführern der Geſellſchaft ſind beſtellt: Direktor Richard
Erlanger (Metallgeſellſchaft, Frankfurt a. M.) und Direktor Dr. Sieg=
fried
Auerbach (Metallgeſellſchaft, Frankfurt a. M.).
Leipziger Pianoforte= und Phonola=Fabriken Hupfeld und Gebr.
Zimmermann, A.=G., Leipzig. Auf Beſchluß des A.=R. ſoll eine Divi=
dende
von 10 Prozent auf das für das Geſchäftsjahr 1925/26 dividenden=
berechtigte
A.=K. von 2 520000 Mark ausgeſchüttet werden. Femer be=
antragt
die Verwaltung die Erhöhung des A.=K. um 680 000 Mk. ab
1. 7. 1926 dividendenberechtigter Aktien auf 4,5 Millionen. Ein Teil=
betrag
der neuen Aktien wird den alten Hupfeldaktionären beſonders
zum Bezuge angeboten, und zwar im Verhältnis 5:1. Auf die üibrigen
Aktien erhalten alle Aktionäre ein weiteres Bezugsrecht im Verhältnis
10:1. Der Ausgabekurs der neuen Aktien wird von der G.=V. feſtgeſetzt.
Rheiniſch=Weſtfäliſches Kohlenſyndikat. Das Reparationsabkommen
zwiſchen dem Kohlenſyndikat und dem Office de Houilleries Siniſtrees
hat die Genehmigung der deutſchen und der franzöſiſchen Regierung
gefunden. Die Auswechſelung der Noten ſteht unmittelbar bevor. Das
neue Verfahren bedarf noch der Genehmigung der Reparationskommiſ=
ſion
und des Transferkommiſſars, die aber wohl keine Einwendungen
erheben werden.
Die Lage der Rheinſchiffahrt. Die Frachten ſind in der abgelaufenen
Woche durchweg unverändert geblieben. Jedoch neigten die Sätze eher
zur Abſchwächung, und zwar im Zuſammenhang mit dem Abflauen
des engliſchen Bergarbeiterſtreiks und weiterhin infolge des zurzeit
günſtigen Waſſerſtandes. Die Schiffe können wieder voll geladen werden,
wodurch ſich die Nachfrage nach Leerraum begreiflicherweiſe ganz weſent=
lich
vermindert hat. Der Schlepplohn, der vorübergehend auf der
Strecke Rotterdam=Ruhrort angezogen hatte, iſt auf dieſer Strecke wieder
auf ſeinen alten Stand zurückgegangen. Es wird bezahlt von Rotter=
dam
nach Ruhrort bis 30 ct. Tarif, talwärts 1518 Pf. pro Tonne.
Auf der Strecke RuhrortMannheim werden 90 Pf. bis 1 Mk. angelegt.
Die Getreidefracht von Antwerpen nach Mannheim notiert unverändert,
2.95 Fl., Rotterdäm-Mannheim 2,70 Fl. Das Geſchäft als ſolches iſt
unverändert und wind weiterhin lediglich von den Kohlenverſendungen
getragen. Der Schiffahrtsſtreik iſt durch die Verbindlichkeitserklärung
des Schiedsſpruches erledigt. In deſſen Auswirkung werden durchweg
68 Prozent höhere Löhne bezahlt. Für die Oberrhein=Schiffahrt wird
erhofft, daß die Kohlenverladungen rheinaufwärts bald in größerem
Umfange aufgenommen werden.
Bayeriſch=Oeſterreichiſche Konferenz in München. Angeregt von
der Deutſchen Wirtſchaftskammer für Oeſterreich in Wien, findet am
27. November in München eine Konferenz zur Regelung der Fragen
ſtatt, die den Holzhandel und die Holzinduſtrie in Oeſterreich und
Bayern betreffen. Das Holzgeſchäft liegt ſtark danieder, wozu auch
verſchiedene Verkehrsſchwierigkeiten wefentlich beigetragen haben. In
München ſollen dieſe Schwierigkeiten eingehend behandelt und Maß=
nahmen
zu ihrer Behebung beſchloſſen werden. Führer der öſter=
Wichiſchen Unterhändler wird Handelsminiſter a. D. Heinl ſein,

Die Einnahmen des Reiches an Steuern, Zöllen und Abgaben für
die Zeit vom 1. April bis 31. Oktober 1926. Die Einnahmen des Rei=
ches
an Zöllen, Steuern und Abgaben beliefen ſich im Oktober im
ganzen auf 741 034 097,79 Mark (von April bis Oktober 4 100 644 315,03
Mark, Voranſchlag für Einnahmen im Rechmungsjahr 1926 6 555 300
Mark). Von dieſen Emnahmen entfielen auf Beſitz= und Verkehrs=
ſteuern
für den Monat Oktober 534 881 793,28 Mark (April bis Oktober
2770 216 217,43 Mark, Voranſchlag 4 506 000 000 Mark). Hiervon er=
brachten
fortdauernde Steuern den Betrag von 523 575 016,05 Mark
(April bis Oktober 2 735 972 767,29 Mark, Voranſchlag 4 476 000 000
Mark). Einmalige Steuern ergaben 11306 777,23 Mark (April bis
Oktober 34 243 450,14 Mark, Voranſchlag 30 Millionen Mark). Zölle
und Verbrauchsabgaben erzielten die Summe von isgeſamt 3 745 834,41
Mark (April bis Oktober 35 718 135,09 Mark, Voranſchlag 52 300000
Mark). Der Reſt von 13 319,48 Mark (April bis Oktober 188 997,37
Mark) ergab ſich aus ſonſtigen Abgaben.
Das europäiſche Aluminium=Syndikat. Das kürzlich zuſtande ge=
kommene
europäiſche Aluminium=Syndihat umfaßt die geſamte euro=
päiſche
Aluminium=Induſtrie, ſoweit ſie ſich nicht in amerikaniſchen
Händen befindet. Die Vereinbarung ſieht einen Erfahrungsaustauſch
und Stabiliſierung der Preiſe und der europäiſchen Märkde vor und be=
trachtet
als ihre vornehmſte Aufgabe die Zuſammenarbeit mit der Halb=
zeug
= und Fertiginduſtrie. Mit der Bildung des Syndikats wurden die
Aluminiumpreiſe um 12 Prozent herabgeſetzt, und es iſt beabſichtigt,
den Pveis in dieſer Höhe zu ſtabiliſieren.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 15. November.
Nachdem die durch die Notierung des Bezugsrechts für die J. G.
Farbeninduſtrie hervorgerufenen Erſchütterungen jetzt verſchwunden
ſind, kehrte die zuverſichtlichere Stimmung an der Börſe wieder zurück.
Spekulation und Publikum traten daher auch heute wieder als Käufer
auf und ſorgten für einen recht feſten Wochenbeginn. Auch der leichte
Geldſtand regte zu neuen Erwerbungen an. Im Vordergrund ſtan=
den
J. G. Farben mit plus 3 Prozent. Wenn man den niedrigſten
Kurs der vergangenen Woche zum Vergleich heranzieht, ſo haben die
J. G. Aktien das abgegangene Bezugsrecht bereits voll wieder geholt.
Ferner waren Rheinſtahl mit einer Beſſerung von 5 Prozent ſehr be=
gehrt
, auch Oberbedarf weiter ſteigend und plus 4 Prozent. Die übri=
gen
Werte des Montanmarktes waren dagegen zu den erſten Kurſen
nur behauptet, Harpener ſogar etwas ſchwächer. Große Umſätze hatte
der Automarkt aufzuweiſen. Kleher gewannen 4 Prozent. Damler
3 Prozent. Ferner gewannen Metallbank 4 Prozent, Banken und
Schiffahrtswerte wieſen nur beſcheidene Kursbeſſerungen auf, während
ſich die Elektrowerte nur behaupteten. Der Rentenmarkt hatte lebhaf=
tes
Geſchäft, Schutzgebietsanleihen gaben allerdings etwas nach, Kriegs=
anleihen
aber waren feſter, und von den ausländiſchen Renten beſonders
die Türken und die Golrumänen. Auch der Freiverkehr war etwas
feſter. Benz 103, Brown Boveri 160, Ufa 37½, Deutſche Petroleum 91,
Growag 70. Im weiteren Verlaufe blieb die Stimmung feſt. Rheinſtahl=
aktien
ſtiegen bis auf 215 in Anlehnung an die Parität für einen Um=
tauſch
gegen die J. G. Aktien im Verhältnis von 2 zu 1. Sehr leb=
haft
war ſpäter auf die Tendenz für ausländiſche Renten, von denen
beſonders Anatolier ſehr lebhaft umgeſetzt wurden und ſtark anzogen.
Tägliches Geld 5½ Prozent, London=Paris 145.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 15. November.
Der Beginn der neuen Börſenwoche fiel mit dem Mediotermin zu=
fammen
. Das Geſchäft war daher infolge der techniſchen Abwickelung
der Liquidation außergewöhnlich ſtill. Die Tendenz behielt ihre wider=
ſtandsfähige
Grundſtimmung, wenngleich das herausgekommene Prä=
mienmaterial
nur zu billigeren Kurſen Aufnahme finden konnte, Glatt=
ſtellungen
in größerem Ausmaß fanden jedoch nicht ſtatt, da bei den
Prolongationen, wie ſchon mehrfach angedeutet, im allgemeinen keine
Schwierigkeiten bereitet wurden und auch der offene Markt für kurz=
friſtige
Gelder eine überveichliche Flüſſigkeit zeigte. Die Medioliqui=
dation
hatte kaum nennenswerte Beträge an Tagesgeld abſorviert ſo
daß der Satz mit 3½ bis 5½ unverändert blieb. Monatsgeld 67 Pro=
zent
. In Finanzkreiſen fand man auch für die nächſte Zeit mit einem
Anhalten dieſer Situation zu vechnen, zumal das Ausland geneigt iſt,
größere Kapitalien nach Deutſchland zu legen. Einiges Intereſſe be=
ſtand
trotz der im allgemeinen vorherrſchenden Luſtloſigkeit für Auto=
werte
und andere Maſchinenfabriken, von Metallwerten für die Aktien
der Metallbank, ferner für Baſalaktien im Hinblick auf die geplante
Einführung des Papiers zum Terminverkehr, für Hanſa=Dampfſchiffahrt
pl. 4½, rumäniſche und ruſſiſche Renten, ſowie ſolche Auslandsventen,
in denen die Zinszahlungen wieder aufgenommen ſind, bzw. werden
(Türken, öſterreichiſche und ungariſche Goldrenten). Am Markt der
heimiſchen Staatsventen wurde die Ablöſungsſchuld einſchließlich Aus=
loſungsrecht
des deutſchen Reiches zum erſten Mal mit 339 notiert.
Kriegsanleihe 0,828 bis 0,835. Schutzgebietsanleihe ca. 8½. Das Publi=
kum
verhielt ſich abwartend und trennte ſich noch nicht von ſeinen Effek=
tenbeſtänden
. Für die zuverſichtliche Einſtellung der Bankenkundſchaft
ſcheinen die güünſtigeren Nachrichten über die Entwicklung der wirtſchaft=
lichen
Lage und der aus den Geſchäftsberichten der Aktiengeſellſchaften
ſprechende hoffnungsvollere Ton in erſter Linie maßgebend zu ſein. Am
Deviſenmarkt lag der franzöſiſche Franken mit 145 gegen London be=
merkenswert
feſt. Die Lira wurde dagegen mit 117½ angeboten. Die
übrigen fremden Valuten zeigten keine Veränderungen.
Privatdiskont kurze Sicht 43/ lange Sicht 47/. Die Börſe ſchloß
für die bevorzugten Werte in feſter Haltung und ſonſt ruhig, jedoch
widerſtandsfähig. Man nannte gegen 2.30 Uhr u. a., und zwar bei den
Terminwerten per Ultimo Nordd. Lloyd 176½, Hanſa 260½, Hamburg=
Süd 295½, Berliner Handel ſehr feſt 284½, Daimler 112½, Gelſenkirchen
abbröckelnd 175½, Verein. Stahlwerke 152¾, Harpener 193½, Rheinſtahl
213½, J.=G.=Farbeninduſtrie 345, Kriegsanleihe 0,823.
Im weiteven Verlauf der Börſe traten aus= und inländiſche Renten=
werte
durch eine allgemeine Geſchäftsbelebung hervor. Es beſtand an=
ſcheinend
das Beſtreben, die an den Aktienmärkten erzielten Gewinne
durch Anſchaffung dieſer Werte ſicherzuſtellen. Mon wollte von be=
ſonderen
Transaktionsmöglichkeiten und vor allem davon wiſſen, daß
ausgehend von den Banken in der Automobilinduſtrie zu irgend einem
Zuſammenſchluß zu kommen.

Aſchaffb. Bellſtoff
Augsb.=Nürnb. Maſch
Bamag=Meguin .
Berl E. W. Vorzug.
Berlin. Karlsruhe Int
Braunkohlen=Briketts
Bremer Bulkan.
Bremer Wolle ..
Deutſch.=Atlant. Tel.
Teutſche Maſchinen
Deutſch.=Nied. Tel.
Teutſche Erdöl .....
Deutſche Petroleum
Dt. Kaliwerke ...
Tonnersmarckhütte
Tynamit Nobel. . .
Elektr. Lieferung. ..
J. G. Farben ...."
R. Friſter ....
Eaggenau Vorz..
Gelſenk. Gußſtahl.
8. f. elektr. Untern.
Kalle Maſchinen
Kan. Maſch. Egeſt. .
Hanſa Dampſchf.

3 11.
150,5 15. 11 Hemoor Zement 13 11.] 125.87. 1as Hirſch Kupfer .. 122 25 54. 34.5 Höſch Eiſen ... 164. Hohenlohe Werke 26.5 108.875 197. Kahla Porzellan 106 25 161. 180.75 Lindes Eismaſch. 155 110. 119.5 Lingel Schuh .." 85. 118. 143.25 Linke u. Hofmann L. Loewe u. Co.. 218.25 123.5 125. C. Lorenz. 122. 17.5 Ndl. Kohle... 189. Nordd. Gummi.. Orenſtein .. 131.5 123.5 127.875 Rathgeber Waggon 75. 125. 135. Rombacher Hütten 15. 169.25 Roſitzer Zucker .....! 12 . 154. 153 25 Rütgerswerke ...... 145. 347. Sachſenwerk .... ..." 115. 1118 75 9o. 92.25 Sähſ. Gußſtahl. . . . . 193.5 54. 56.25 Siemens Glaz.... Ver. Lauſitzer Glas.. 172. 175. Volkſtedter Porzell. 153. 162. 1 Weſtf. E. Langendreer 63. 1105 118.5 Wittener Gußſtahl. 243. 260. Wanderer=Werke.. .. 192. 1192.5

15. 11.
204.
124.25
1635
26 75
102.5
158.
81. 86.5
220.
122. 625
158.
23.

80. 25
146.
193.5
185.
125.5
6.5
80.25
67.

Deviſenmarkt.

Amſterdam=R.
Luenos-Aires.
Brüſſel-Antw.
Cslo ....."
Kopenhagen
Stockholm.
Kelſingfors.
Italien ..
London..
Nem=York..
Paris.. . . .."
Schreiz ..."
Seanien ...

11.
Geld Brief
153.23 168.70
1.710 1-714
59.58 53.70
705.75 105.53
112 16f12 44
112.25 112.53
10.575 10.811
17.41 17.71
20.333 20.45
4. 2055 1. 2155
13 85 13.33
81.09/ 81.2
63 62 63.7

15. 11.
Geld /Brief
1.708 1.712/ Prag .....
105.33 105.5) Japan.
112.22112.50/ Sofia

163.27 158.88l Bien D.=Oſt. abgl
53.565 53.705/ Qudapeſt. . ..
112.16 112.77 Kio de Janeiro
10.5711½8171Zugoſlavien..
17.37/ 17.71 konſtantinopel.
20.339 20.75il2iſſabon ..
4. 205/ 4.M6l Danzig ......."
14.03 14.13) Uthen ......"
81.19 81.30 kanada . . . . . .
63.69/ 63.95/1rugugh ....

13. 11. 1 15. 11.
Geld /BrieflGeld / Brief
59.29 59.79 59.29 59.73
2.4 2/12.192/12.455 12.795
5.837/ 5.-907 5.83 5.91
.06) 2.069/ 2.053 2.067
0.545 0.547 0.551 0.553
3.031 3.031/ 3.94 3.05
1.415 7.4351 7.777 7.137
2.123 2.131 2.:25 2.135
1.525/21.575/21.53 21.575
81.45/ 31.551 81.77 81.67
5.19 5.211 5.24 5.25
7.20/ 4.219 7 203 1.219
4.1851 4.1951 5.185 1.195

Produktenberichte.

Mannheimer Produktenbericht vom 15. November. Infolge der von
den Auslandsbörſen gemeldeten rückläufigen Bewegung verkehrte auch
der hieſige Markt in ruhiger Haltung. Nahe Ware bleibt jedoch geſucht,
und infolgedeſſen bewegten ſich die Preiſe während der Vormittagsſtun=
den
auf ziemlich unverändertem Miveau. Man nannte gegen 19½
Uhr: Weizen inl. 30,5030,75, ausl. 3234, Roggen inl. 25,5025,75,
Hafer inl. 19,5020,50, Braugerſte 26,2529,50, Futtergerſte 21,50 bis
22,50, Mais 20, Weizenmehl 42,2542,50, Brotmehl 32,2532,50,
Roggenmehl 34,7536,50, Weizenkleie 11,50, Biertreber 16,7517.
Frankfurter Produktenbericht vom 15. November. Da von den auss
ländiſchen Getreidemärkten gedrückte Kurſe gemeldet werden, verkehrte
auch der heutige Montagsmarkt in abgeſchwächter Haltung. Das Geſchäft
war im allgemeinen recht ſtill und luſtlos. Für Weizen und Roggen
wurden die Forderungen um je 25 Pf. herabgeſetzt, ebenſo für Mais.
Auch das Mehlgeſchäft lag ruhig und ſchwächer. Roggenmehl gab um
50 Pf. und Weizenmehl um 25 Pf. im Preiſe nach. Kleie unverändert.
Es notierten: Weizen 29,5029,75, Roggen 24,2524,50, Sommergerſte.
2426,50, Hafer inl. 220,25, Mais 19,75, Weizenmehl 4242,50,
Roggenmehl 3536, Weizenkleie 11,25, Roggenkleie 11,25, Erbſen 4580,
Linſen 5090, Heu 89,50, Weizen= und Roggenſtreu 4.255, gebündelt
3,754, Treber 17.25.
Berliner Produktenbericht vom 15. November. Das Angebot in
beiden Brotgetreidearten blieb weiter ſehr gering, und da es in Mühlen
ſtark an Material fehlt, blieben die niedrigeren amerikaniſchen Termin=
notierungen
gänzlich ohne Eindruck. Die Weizen=Offerten waren vom
Auslande für vordere Ware nur wenig ermäßigt, ſpätere Poſitionen
waren dagegen nachgiebiger. Im Zeitmarkte waren die Notierungen ſür
beide Brotgetreidearten nur unweſentlich verändert. In den heutigen
Vormittagsſtunden ſind wiederum verſchiedentlich Abſchlüſſe in Weſtern=
Roggen nach dem Rheinlande zuſtande gekommen. Weizenmehl hatte
weiter ſchwieriges Geſchäft, während Roggenmehl ſtetig lag. Hafen
konnte ſeinen Preisſtand gut behaupten. Die Eigner zeigten ſich wenig
zu Konzeſſionen geneigt. Gerſte iſt in mittlenen Qualitäten reichlicher
angeboten, während es an Offerten=Material für gute Sorten mangelt.

Viehmärkte.

Mannheimer Viehmarkt vom 15. November. Dem heutigen Schlacht=
viehmarkt
waren zugefahren B5 Ochſen, 105 Bullen, 733 Kühe und
Rinder, 552 Kälber, 98 Schafe, 2592 Schweine und 10 Ziegen. Preiſe:
Ochſen a) 4058, b) 2938, c) 2427, d) 2225; Bullen a) 4548,
h) 3842, c) 3236, d) 2838; Kühe a) 3646, b) 3236, c) 2426,
d) 1218; Freſſer a) 5759, b) 3444; Kälber b) 7074, c) 6670,
d) 5660, e) 4650; Schafe b) 3042; Schweine a) 7880, b) 7880,
c) 7981, d) 7879, e) 7778, O 7576, Sauen 6068. Marktverlauf:
Mit Kälbern ruhig, langſam geräumt; mit Schweinen ruhig, langſam
geräumt; mit Großvieh ruhig, Ueberſtand.
Frankfurter Viehmarkt vom 15. November. Der Auftrieb des heu=
tigen
Hauptmarktes beſtand aus 291 Ochſen, 49 Bullen, 745 Kühen, 343
Färſen, 309 Kälbern, 297 Schafen und 4158 Schweinen. Verglichen mit
dem Auftrieb des Hauptmarktes der vergangenen Woche, waren 75
Ochſen weniger, dagegen 95 Kühe und 35 Färſen mehr angetrieben.
Ferner ſtanden 12 Kälber und 825 Schweine mehr zum Verkauf, wäh=
rend
Schafe einen Minderauftrieb von 50 Stück zu verzeichnen hatten.
Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochſen a1) 5761, a2) 54
bis 58, b1) und b2) 4853, c) 4247; Bullen a) 4953, b) 4048;
Kühe a) 4851, b) 4147, c) 3140, d) 2030; Färſen a) 5560,
b) 4854, c) 3647; Kälber b) 7277, c) 6271, d) 4860; Schafe
a) 3741, b) 3036, c) 2529; Schweine von über 3 Zentnern Lebend=
gewicht
7678, von 240 bis 300 Pfund 7679, von 200 bis 240 Pfund
7780, von 160 bis 200 Pfund 7678, von 120 bis 160 Pfund 7276,
Sauen 6570. Marktverlauf: Sperrmarkt. Geſchäft in Rindern lang=
ſam
, in Kälbern und Schafen rege, in Schweinen gedrückt. Schweine
hinterlaſſen Ueberſtand. Die Fleiſchgroßhandelspreiſe wurden wie folgk
feſtgeſetzt: Ochſen= und Rindfleiſch 1. Qual. 9095, 2. Quakk. 8590,
Bullenfleiſch 8590, Kuhfleiſch 1. Qual. 6070, 2. Qual. 5060, 3. Qual.
3545, Kalbfleiſch 2. Qual. 9510, Hammelfleiſch 6575, Schweine=
fleiſch
90100. Gefrierfleiſch, Rindfleiſch: Vorderviertel 52 und Hinter=
viertel
58.
Amerikaniſche Kabelnachrichien.
* New York, 15. Nov. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der Markt verbehrte in ſtetiger Haltung auf höhere Kabel=
notierungen
, doch ſchwächte ſich die Tendenz ſpäter ab auf ſchleppende
Exportnachfrage. Die Termine zeigen noch einige Aufbeſſerungen.
Mais: Der Markt begann in ziemlich feſter Haltung auf Meldungen
von übermäßigen Niederſchlägen und kleine Ankünfte. Später trat eine
Abſchwächung ein auf den Wochenbericht. Die Termine zeigen noch Auf=
beſſerungen
von 1 C. und darüber.
Hafer: Der Markt nahm einen ziemlich ſtetigen Verlauf mit leichten
Kursaufbeſſerungen.
Baumwolle: Anfangs war die Haltung abgeſchwächt, da die Pflanzer
Verkäufe vornahmen. Schließlich aber konnte ſich eine Befeſtigung durch=
ſetzen
auf erhöhte Liverpooler Kabel und Käufe der Wallſtreet.
Kaffee: Der Markt nahm einen ſtetigen Verlauf auf Deckungskäufe
des Auslandes, erhöhte braſil. Forderungen und zurückhaltende braſiſ.
Offerten.
Zucker: Nach etwas ſchwächerem Beginn ſetzte ſich eine Befeſtigung
durch auf erhöhte ausländiſche Notierungen und gute Abrufe für Raf=
finadezucker
.
Kakao: Höhere Kabelnotierungen, Käufe des Auslandes, gebeſſerte
Kaufluſt der Fabriken und Feſtigkeit für nahe Lieferungsmonate gaben
dem Markt eine feſte Stimmung, ſo daß die Termine bis 50 Pkt. an=
ziehen
konnten.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Nunmehr erſcheint die Einigung im internationalen Schienenkartell
geſichert. Bei den neuen Verhandlungen, die vorausſichtlich Anfang
Dezember in Luxemburg ſtattfinden ſollen, erwartet man beſtimmt die
Unterſchrift Deutſchlands, die bisher noch ausſteht.
Im überſeeiſchen Ausland ſind eine Anzahl neuer ehrenamtlicher
Vertretungen des Leipziger Meßamts gegründet worden, und zwar in
Britiſch=Indien, Bombay, Südindien, Britiſch=Oſtafrika, Daresſalam,
Tanganjika (ehemals Deutſch=Oſtafrika) und auf den Philippinen.
Die in Paris geführten Verhandlungen über die Erneuerung des
deutſch=franzöſiſchen Kalivertrages haben nach einer Meldung der
Journée Induſtrielle, zu einem vollkommenen Erfolg geführt. Der
Austauſch der Unterſchriften ſoll zwiſchen dem 2. und 30. November
auf einer neuen gemeinſamen Beſprechung in Paris ſtattfinden.
Die Wochenbilanz der Bank von Frankreich weiſt eine Verringerung
der Vorſcheiſſe der Bank an den Staat um 500 Mill. Franken und der
umlaufenden Zahlungsmittel um 723 871 255 Franken auf. Die Ankäufe
von Deviſen, Gold und Silber belaufen ſich auf 1328 798 133 Franken
und weiſen gegenüber der Vorwoche eine Vermehrung um 125 393 856
Franken auf.
Der britiſche Eiſen= und Stahlinduſtriellenverband teilt mit, daß
Ende Oktober nur 5 Hochöfen in Betrieb waren gegen 147 vor dem
1. Mai 1926, dem Beginn des Grubenſtreiks. Die Oktoberproduktion
erreichte 13 100 Tonnen gegen 473 700 Tonnen im Oktober 1925.
Aus London verlautet, daß der bulgariſche Anleihebetrag auf 3 Mil=
lionen
Pfund Sterling erhöht wurde.
Nummehr ſoll auch in der europäiſchen Aluminiuminduſtrie eine
internationale Vereinbarung zuſtande gekommen ſein. Die deutſche
Aluminärminduſtrie verſpreche ſich davon beſondere Vorteile.
Die bedeutende Bukareſter Handelsfirma David Stern verlangt ein
Moratorium und bezeichnet ihre Paſſiven mit 14 Millionen Lei. An
dieſer Inſolvenz ſind deutſche Lieferanten in ganz außerordentlichem
Maße beteiligt.
Eine Reihe von Finanzgruppen in den Süüdſtaaten der U. S.A., denen
insgeſamt 162 Millionen Dollar Kapital zur Verfügung ſtehen, wollen
nunmehr mit der Beleihung von 4 Millionen Ballen Baumwolle auf
1½ Jahr beginnen; als Baſis werden 45 Dollar per Ballen angegeben.
Die Bankfirma Dillon, Read u. Co. kündigt zum 1. Januar 1927
die noch ausſtehenden Bonds der Siemens u. Halske A.=G., kündbar ab
1928, zur Zurückzahlung.
In Sydney wurden Eei der letzten Auktion 200 Ballen beſter Wollen
angeboten. Merinowollen gingen bis auf 31½ d per Id. Hauptkäufer
waren Deutſchland, England, Frankreich und Jgpan.

[ ][  ][ ]

I. Frankfurter Kursbericht vom 15. Novbr. 1926.

Borkriegs-Oyp.B.
Pfandbriefe.
Bay Vereinsb...
Bayr= Handelsb..
Bahr. Hyp.u. Wechf
Berliner Hyp. Bk.)
Frſ.Hyp.=Bk. 1
Frif. Pfandbr.=B.
Hamb. Hyp.=B.
Mecklb. Hyp.=u. Bb.
Meining. Kyp.=Bt.
Nordd. Gr.Fr.=Bk.)
Pfälz. Hyp.=Bk..
Preuß.Bob.Fr.=B.
PrCent.=B. Fr.=B.
Preuß. Pſdbr.=Bk. 1

14.45
15.25
8.1
11.37

eorshg ens
93
42 Eliſ.=Bahn ſtfr.
47 Galiz= Carl.
Lub.=B.)
45
abg
48 Kaſchau=Sderb.
42
abg.
15%0 Oſt. Nwſtb. 74
5% Oſt. Südb. (/9).
2,6% Alte"
12,62 Neue,
580 Oſt.=Ung. 13/74
4%Oſt. Staatsb.83 1
3%Oſt. . 1.b.8. E.
3%Oſt. . 9. E.
3%Oſt. 1885
3%Oſt. Erg.Netz
32 Naab Oedbg. 83
13%
91
32
27
425 Rud. Silber .. 1
4 Rud. Salzig.)
4½%Anat., S.I
4½%Angt, S. U/3
4½% Angt., S. II
15% Salon.Monaſt.)
15% Tehuantepee. *
4½%
Bank=Aktien

29.75

Allg. D.=Kredit:.
Bad. Bk. . . . .
Br. f. Brauind.

1147.5
173.75

Bergwerké=Akt.
Bochum.Bergb. .
Buderus. .....
Dt. Luxemburg...
Eſchw. Beraw.. . .!.
Gelſenkirch.Bgw.
Harp. Bergb.....!.
Nſe Bergb. St. .!
Genußſchein I1
Kali=Aſchersleb. 1
Kali. Salzdetfurt..
Kali. Beſterregln.
Rlöcknerwerke....!
Mannesm.=Röhr.
Mansfelder . .....
Oberbedarf ....
Obſchleſ.Eiſ.Caro)
Otavi=Min.=Ant..
Phönir=Bergb. .../1
Ryein,=Braunk. ..
Rhein. Stahlw. . .ſ.
A. Riebea Montan!

1117.75
173
175
177.25
194.55
268
159
154
163.5
1.3.5
187
138.75
118.9
40.5
138.9
252
212.5
188*

Krum. Berlin.
Adler & Oppenh.
Adlerw. Gv. Kleyer)
8%E A. G. Bzg.A.
15% A. E. G. Bzg.B.
A. E. G. Stamm ... 1
Anglo=Cont. Guano)
Aſchaff. Zellſtoff ./1
Badenia (Beinh.)
Bad. Maſch. Durl.
Bad. Uhren, Furtw.
Bamag=Meguin
Baſt Nürnberg
Bayr. Spiegel ..
Beck & Henkel ....
Bergmann G.. ...!
Bing. Metall. ..
Brem.=Beſigh=Ol.
Bürſtenfbr. Erlang.
Sement=Heivelb.
Fement, Parlſtadt
WCement, Lothr. . .
lShem. Albert. ....
Chem. Brockh. ...
Chem. Milch ....!!
IDaimler Motoren 11
Dt. Eiſenhandel.
Deutſche Erdöl ...
D. G. u. Silb. Scheid. 186.5
Dingler, Zweibrück.!

417.5
88.5
78
168.5

122
40
55
135
64.5
79
164.5
78
72.5

83
100
111
91.75
196

Mnt Hche
Dürkopp.. ..
Dürr. Ratingen
2nckerhoff E B.
Eiſenw. Kaiſersl.
G Licht= u. Kraft
Ei. Lieferung.
Eli. Bad. Wolle
Email. Ulrich
Enzinger Berke
Eßlinger. Maſch.
Ettlinger Spinn.
Faber Bleiſtift ...
Faber & Schleicher
Fahr, Birmaſens.
Farbenind. F. G.
Felten & Guilleau.
Feinmech. (Jetter)
Feiſt, Sekt. Frkf.
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof
Frkf.=M. Pok.u. B.
Fuch. Waggon St.
Geiling & Cie.....
Germanig Linol..
Gelſenk. Gußſt. . .
Goldſchmidt, Th.
Gotha Waggon...
Gritzner. Maſch... . ſ.
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle Frift.!
....
Hammerſen
Hanfw. Füſſen ...
Hanſa Lloyo, Br.
Hartm. & Braun..
Heyligenſtaedt. ..
Hüpert, Armatur.
Hinorichs=Aufferm.
Hirſch, Kupfer ....!!
Hoch=Tiei Eſſen.
Holzmann .....
Holzverk. Ind. . ..
öydrom. Breslau:
Inag ........
Junghan3 St...
Kammg. Faiſersl.
IKarlsruher Mach.

128
78
47.75
180
65
155.5
155
60
55
94
1695
210
1109.25
94
a6.25
347

118
87.5
83,
0.85
88
196

128
139

11e1
37.75
64
99.5
124.5
1159
66.75
5a
25.25
112.5
139
47.5

Karſtadt, R.
,
glein Sch. &= Becker
Knorr, Heilbronn. .11
gonſerv. Braun .
grauß, Lokom. ..
Lahmeyer ......
Lech Augsburg..
Lederw. Rothe ..
Spihasz.,
Linger Schuhw. ..
Löhnberg. Mühle I .
Ludwigsh. Walzm. 1
Lüdenſcheid Metall
Lur. Induſtrie.
Rainkraft Höchſt
Nars=B. Nürnbergl!
Metallge), Frkf.
Miag. Mühlenb.
Moenus, Stamm . 15
Motoren!. Deutz
Motorenf. Oberurſ.
Münch. Lichtſpielk.
Reckarſ. Fahrz. .1
Neckarw. Eßlingen
Olenwerke Fraukf.
Peters Union ...
Pfälz. Näh Kayzſer!
Philipps.
Borzellan Beſſel
Prometh. Frrf.
Rein. Gebb. & Schall
Ryein=Eleltr.
Rhenanig. Aachen
Rütgerswerke.
Shleußner .....
Schneid. & Hanau:
Schnellpr. Frank.
Schramm Lackf.
Schrift, Stemp.. 1
Schuckert, Elektr. ,4
Schuhf. Weſſel
Schuhf. Herz
Schulz, Grünlack:
Seilind. Wolff. ...
Siemens Glas ...
Siemens & Halste /a09.5
Süod. Immob.
Ehürin :. Lief.=Geſ. g

juhren Furtwängl .
Beithwerke.
.
Ver ſ. Chem.Ind.
Ver. d. Olfbr. Mann
Ber. Faßf. Caſſel.
Gummi. Bin.=Frkf.
Vinſel=Nürmnberg.. .
ultramarin .
Zeliſtoff Berl. ...
Bogtl. Maſch. . ..
Voig: & Hgeffner: 1
Bolthom Seil
Banß, & Frepta)=)y
Begelin Rußfbr.
Zellſt. Waldhof ...ſa1g
Zuckerſ. Waghäufel!;
Zuckerf. Frankenth.
Zuckerf Heilbronn
Zucker. Offſtein
Zuckerf. Rheingau 1113.5
Kuckerf. Stuttgart

75.75
30.5
77.
103.5
169"
128.75
19975
123.25
69.
143.75
103.25
112.5
90
113
141.5
113

Transporu und
Bericherungs=R1t.
A. Dt. Etſenbahn
Dit Eiſenb.=Geſ..!
El. Hochbahn=Berl.
Schantung E.B.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
bapag ...!
Nordd Llotzd.. . ..

Frkſt. Allg. Ber).
Frankona Rück.
Darmſt. Berte
Bahnbedarf .....
Dampfk. Rodberg
Helvet ia Konſ..
Gebr. Lutz ....
Motor :. Darmſt.
Gebr. Roeder ....!
Benulet: E Elenb.

95
106
15.75
139
182.5
177.5

114.75

33.5
16.
44.75
*.

aon Msshafnn
B.

V

nach dem gleichnamigen Roman
10 Akte
gon D u es erns.
Ferner wirken mit:
Nathalia Kowanko
Eugen Gaidaroff aent
Ein Markstein filmischer Gestaltungskunst
Anfang 34 Uhr

Ortzgewerbeberein
und Handwerkerbereinigung
Darmſtadt.

am Freitag, den 19. November ds Js.,
abends 8 uhr, im Feſtſaale des Reſtaurants
Perkeo, Alexanderſtraße.
Lichtbilder=Vortrag
des Herrn Kapitän a. D. W. von Eenden,
Darmſtadt, über:
Reiſe mit einem modern. Paffaglerdampfer
des Norddeutſchen Lloyd von Bremen über
Anſtrallen und die Südſee=Inſeln nach
Shina und Japan.
Unſere Mitglieder und ihre Familien=
angehörigen
ſind zu dieſer Verſammlung
freundlichſt eingeladen.
Eingeführte Gäſte ſind willkommen
16784)
Der Vortrags=Ausſchuß.

fährt ab, weißer Turm
Kulbous billig und bequem nach

Seeheim Hotel Hufnagel.
Sie trinken dort den beſten Kaffee. (16769a

ORPHEUM

Residenn Phegter

Heute neuer Spielplan!

Kurzes Gastspiel der Original-Wiener Revue
Das
Soutlien
der
Eieoe
in 17 Bildern von Karl Farkas und Fr.
Grünbaum. Mnsik v. Dr. Neumann.
Bilder-Folge:
1. Das Spiel kann beginnen (Prolog). 2. Der
exotische Bräntigam. 3. Jonrnal der
Liebe erstes Blatt. 4. Das Ladenmädel
aus der Parfümerie, 5. a Ulittle Drehrerei
beim henrigen Wein, 6. Theaterpläne der
Dira. 7. Beim Dancing im Hotel Bristol.
8. Vision! 9. Mein liebes Wien. 10. Erute-
fest
in d. Czarda. 11. Rundfank Prag
Wien-Bndapest. 12. Vor dem Verkehrs-
büro
, 13. Intermeaso 14. Sennor und
Sennorita. 15. Die Badegirls von Florida.
16. Journal der Liebe, letztes Blatt.
17. Hochzeitsmorgen.
50 Mitwirkende u. a. 20 Vienna-Girls
Verstärktes großes Orchester. (16783
Karten: Verkehrsbüro u. de Waal, Rheinstr. 14
Kleine Preise: Mk. 100 bis 4.00.

Die erfolgreiche Lustspielwoche bringt:
Ossi
Oswalda
DrU Wreffe
oi garfete
Jimmy hat Alpdrücken
Lustspiel in 2 Akten. (30203
Die neueste Ufa-Wochenschau.

Freitag, 19. Nov.,
abends 8 uhr.
in der Aula des Lud=
wig
=Georg=Gym
naſiums, Eingang
Karlſtraße 2:
Monatsverſammlg.
Hr. Oberſtudiendirek=
tor
R. Kiſſinger:
Meine Wanderun=
gen
in Tirol 1926.
Mit Lichtbildern.
Die Mitglieder der
Sektion Starkenburg
und eingeführte Gäſte
ſind willkommen.
(16740)

Antang 3½, IItr. letzte Abendrorztellung 8 Uhr

Bevor Sie ſich entſchließen, an einem

teilzunehmen, verlang. Sie unſeren Proſpekt
Wir verſenden denſelben gratis u. portofrei
Fachſchule
für moderne Zuſchneidekunſt
Darmſtadt, Bleichſtraße 40 14428 Schön wenig getrag
S0urn direlt Grafenſtr. 7, Vdh., I., I./Näh. in der Geſchſt in

Klavierſtimmer
Emil Schultze
Kammermuſiker i. R
Schießhausſtr. 29
Auskunft auch bei
Thies Nachfolger
Eliſabethenſtr. 12
30105gig)
Gehrock=Anzug

Grammophon=
Platten
elektriſche Aufnah=
men
in großer Aus
wahl. Apparate geg.
bequemeTeilzahlung.
Neparaturen prompt
und billig. (15867a
aus be er Wolle kaufen Sie am für große ſchl. Frgur! Muſikhaus Bund zimmer geg geb. gut menkleider bilig zu
beſten und billigſten (*29211sis zu verkaufen. (:30168 nur Schuchardſtr. 9 erh Klavier zu tauſch verk. Soderſtr. 18, II., 2hiele Nachl=

Urion-Theater
Des großen Erfolges wegen
verlängerk:
die denteche Talzuse.
NOo0
mit Emil Jannings als Mephisto
und Eamllla Horn als Gretchen 6
Hierzu:
( 30202
Das übliche Beiprogramm.
Neueste Ufa-Wochenschau.
Die wirkungsvolle mnsikal. Illustration E
des Fansttilms wurde von Herrn Kapell-
meister
deorg Seibert bearbeitet.
Anf 3½, 5¾ u. 8 Uhr, Letzte Abendr. 8 Uhr
Jugendliche haben Zutritt!

Erstklassige
Pianes

herrliche Tonfülle, konkurrenzlos
billige Preise. Lansjähr. Garantie.
E Begueme Teilzahluns
Fr. Wegrauch, Pianolager
Sehuchardstraße 4 (30209

Ein gebraucht Schlaf= Plüſchmantel u. Da= billig und gut.
Ang. u. 19 103 (30183 912 Uhr. (:301 53 nur Bleichltr., , Tel. 19124

An Biederverkäufer
Chriſtbäume
einige Tauſend ab=
zugeben
J. Seeger,
Vktoriaſtraße Nr 32.
Teleph. 3/29. (*30/44

Aaßbilder.
Ber Kultur- u. Reisefilm der Hamburg-Amerika-Linie
Arerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten
läuft am 18. und 19. November, nachm. 5½ und abends 8 Uhr, im Kleinen Haus des Hess. Landestheaters

Redner: Kapitän C. Haug
Vorverkauf ab Montag, den 18. November, an der Tageskasse des Kleinen Hauses.

(16730g1
Preise 1.-, 1.80, 2. 3. Mk.

[ ][  ][ ]

Rummer 318

Dienstag, den 16. November 1926

Seite 45

Das ewige Wunder
Roman von Guido Kreutzer.
(Nachdruck verboten)
Bis gegen Mitternacht blieb er noch, um geſtreng die Durch=
Phrung ſeiner ärztlichen Verordnungen zu überwachen. Dann
te er ſich in die Untergrundbahn und fuhr nach Hauſe. Da=
i konſtatierte er unterwegs neidlos, aber ſcharfſinnig, daß ſeine
enwig unaufgeräumte Junggeſellenbude in der Wriezenerſtraße
kinen Vergleich wit dem verſchwenderiſchen Luxus dieſer koſi=
uen
kleinen Villa an der Heerſtraße aushalte. Und geiſtig tat
ſich darauf etwvas zugute, daß ihm die ſardoniſche Sentenz
infiel: Wie klug müßten die Frauen ſein, wenn ſie all den
B erſtand hätten, den die Männer ihretwegen verlieren! Womit
er in dieſem Sonderfalle vermutlich den alten Fürſten Edward
G=gon Schark zu Taureggen meinte, den jedermann im Zus=
hnlum
=Theater als Habitué dieſer negativen moraliſchen An=
ſholt
und als offiziellen Freund der erſten Salondame kannte . . .
Die entzückende junge Hedda Yellin aber verbrachte eine
erzentriſche Nacht:
Kaum war der Arzt verſchwunden, als ſie dem Hausmäd=
ogen
befahl, ſämtliche Medikamente aus dem Schlafzimmer zu
Ehaffen und eine ganze Flaſche Kölniſch Waſſer durch den Zer=
ſſsäuber
zu jagen, damit dieſe gräßliche mediziniſche Atmo=
wphäre
ſich wieder verflüchtige. Nachher ließ ſie ſich ſo un=
arhört
ſtarken Mokka brauen, daß er unweigerlich jeden tür=
ſäſchen
Padiſchah aus den Pantinen gekippt hätte. Rauchte
in paar Zigaretten, die ſie ſonſt verabſcheute. Saß halb auf=
echt
, den Kopf in die Hand geſtützt, und grübelte vor ſich hin,
wobei ſich einmal Tränen in ihre Augen ſtahlen. Griff nach
Tarlo Gozzis Venezianiſchen Liebesabenteuern, die auf dem
Machttiſch lagen; ſtarrte verſtändnislos ein paar Druckſeiten an
ind warf das Buch quer durchs Zimmer auf einen Seſſel.
DDann wollte ſie Vilma Kalerghi anrufen, als ihr noch rechtzeitig
infiel, daß die Freundin bei einer Gymkhana auf der Grune=
brvald
=Rennbahn das Sektbufett übernommen hatte und natür=
Tich unmöglich ſchon zu Hauſe ſein konnte, da der anſchließende
BBall ſicher bis zum Morgengrauen dauerte. Wenn doch wenig=
iſſtens
der Fürſt in Berlin geweſen wäre! Was bisher nie vor=
pgekommen
war: ſie ſehnte ſich nach deſſen Geſellſchaft! Denn bei
ſſeiner Klugheit und Welterfahrung würde ſie mit ihm unauffäl=
ig
über Malte von Reeg haben ſprechen und ſich Rat und Troſt
holen können. Beſtimmt hätte ſich das Geſpräch irgendwie zweck=
entſprechend
dirigieren laſſen. Wo Se. Durchlaucht doch ein ſo
konzilianter Frauenkenner waren!!
Nun aber blieb ſie allein und damit wehrlos ihren Gedanken
füberlaſſen. Oh wie die quälten und marterten! Seit vorgeſtern
abend, ſeit dem elend mißglückten Ausflug in den Lunapark,
waren ſie ihr immer auf den Ferſen und ließen ſie keine Sekunde

los. Seitdem vegetierte ſie innerlich nur noch von lauter Wider=
ſprüchen
. Zitterte vor drängendem Herzensfubel und erſtarrte
im Froſthauch eiſiger Troſtloſigkeit; fieberte vor bacchantiſcher
Lebensluſt und ſehnte ſich doch nach tiefſter Einſamkeit; träumte
erregt über neuen unerhörten Toilettenkompoſitionen und ekelte
ſich unſagbar vor dem ganzen Plunder; hätte ihre Rolle in der
Vierge et eoeotte noch tauſendmal leichtfertiger ſpielen mögen
und trug ſich gleichzeitig mit der ernſthaften Erwägung: völlig
umzuſatteln, fortan nur noch in klaſſiſchen Dramen auf hohem
Kothurn über die Bretter zu wallen und das tragiſche R zu
rollen. Alle Begriffe zerflatterten ihr. Hundert Dinge griff ſie
an und ließ ſie wieder fallen. Nichts intereſſierte ſie über Minu=
ten
hinaus. Alles ſchien ihr ſchal und öde und beziehungslos,
was nicht zu der eigentlichen Welt Malte von Reegs eine Brücke
ſchlug. Noch immer faſzinierten ſie ſeine flackrig glühenden
Augen; noch immer hörte ſie ſeine heiſer raunende Stimme; noch
immer ſpürte ſie erſchauernd den verkrampften Druck ſeiner Fauſt
um ihr Handgelenk. Fahnenflüchtig war ſie geworden! Hatte
ihn in all ſeiner Not und Qual feige allein gelaſſen, um zu flüch=
ten
! Was war aber nachher geſchehen? Sie wußte es nicht. Sie
wagte darüber gar nicht nachzudenken; wagte auch keine Zeitung
zur Hand zu nehmen; wagte keiner all der tauſend Möglichkeiten
nachzugehen, die ihr aufgeſtörtes Gehirn gebar . ..
Plötzlich ertrug ſie es nicht länger im Bett. Unter dem leich=
ten
Plumeau vermeinte ſie zu erſticken. Sie warf die Decke zurück,
zog ein Hauskleid über, ging in den Salon und ſchaltete das
Licht in der geäderten Onyxſchale ein. Alle Fenſter auf, damit
der Frühling hereinkonnte! Dann ſetzte ſie ſich zum Flügel, prä=
ludierte
. Und nun erwachte aus ziellos wehen Phantaſien unter
ihren Händen unverſehens eine Melodie, perlte ihre ſehnſüchtig
ſüße Stimme auf:
Im Rauſch einer Nacht will ich ſelig verſinken,
in Küſſen ertrinken
mit dir.
Im Rauſch einer Nacht brennt die Sehnſucht im Herzen
nach Wonnen und Schmerzen
in mir.
Im Rauſch einer Nacht hat der Duft von Holunder
auf ewig das Wunder
vollbracht.
Nie ſollſt du vergeſſen,
daß wir uns beſeſſen
im Rauſch einer göttlichen Nacht!
Liebling, Liebling, ſprich:
Liebling, liebſt du mich?
Sag es mir hunderte, tarſende Mal,
daß ich die Frau deiner Wahl!
Liebling, biſt du mein?
Liebling, ich bin dein!
Denk nicht an morgen,
an nüchterne Sorgen;

das Heute ſoll wundervoll ſein!! . . .
Im Rauſch einer Nacht will ich ſelig verſinken,
in Küſſen ertrinken
mit dir . . ."
Da zerriß das brünſtige Liebeswerben in jähem Aufſchluch=
zen
. Da neigte ſie tief den Kopf und legte das Geſicht in die
Hände. Wie im Krampf zuckten die Schultern.
Denn da war wieder flackernde Lohe in überweiten, irren
Augen; war wieder eine Stimme zerbrochen und zerſpliſſen
und flüfternd, als verrate ſie Totgeheimniſſe:
Ah Sie wußten nicht, daß ich verlobt war? Doch, doch!
Eine ganz große Liebe auf den erſten Blick. Schon eine Vor=
ahnung
irdiſcher Seligkeit. Und zum Herbſt wollten wir hei=
raten
."
Hedda Yellin taumelte vom Klavierſeſſel hoch, tat ein paar
Schritte, lachte ſo ſchrill und höhniſch auf, daß Hausmädchen und
Köchin die auf der Diele geſtanden und beklommen dieſem
ſehnſüchtigen nächtlichen Singen und haltloſen Weinen gelauſcht
hatten ſich erſchrocken anſtarrten.
Im nächſten Moment mußten ſie hilfreich beiſpringen. Denn
mit einmal ſtand ihre junge Herrin auf der Schwelle fahl,
taumelig, mit fiebrig glänzenden Augen.
Man brachte ſie wieder zu Bett. Der Reſt der Nacht verlief
in Sorge, Angſt und Ratloſigkeit.
Minutenlang war es, daß ſich die Kranke ruhelos in den
Kiſſen umherwarf. Dann wieder lag ſie reglos, wie geſtorben.
und ſtarrte mit verängſtigten Augen irgendwohin ins Halbdunkel
des nur von einer kleinen Nachttiſchlampe ſanft erhellten weiß=
goldenen
Empire=Schlafzimmers, deſſen Watteauſche Schäferin=
nen
und Fragonardſche Kavaliere ſie aus ihren ovalen Bronze=
rahmen
tröſtend und verſtändnisvoll anlächelten. Unverſehens
kauerte ſie wieder aufrecht und verlangte nach Puder, Handſpiegel,
einem Glas Sekt, einer Zigarette; oder befahl, daß man ſofort.
aber ſofort Vilma Kalerghi anrufe und herbitte. Gleich darauf
ſchüttelte ſie verneinend den Kopf, hatte ein wunderlich trauriges,
förmlich um Verzeihung bittendes Lächeln auf den Lippen, ſank
kraftlos in die Kiſſen zurück, murmelte unverſtändliche Worte,
ſchluchzte ein paarmal auf, lag wieder reglos und verlor ſich in
irgendwelchen wachen Traumphantaſien
Erſt, als draußen im Vorgarten zaghaftes Vogelgezwitſcher
anhub und der ſtrahlend heraufziehende junge Morgen das Blatt=
gewirr
der Fliederbüſche und die hellgrünen Spitzen der blühen=
den
beiden Tannen, die wie finſtere Wächter die Freitreppe flan=
kierten
, mit goldenen Zauberhänden überſchmeichelte erſt da
fiel ſie in tiefen, erlöſenden Schlaf.
Zwei Stunden ſpäter erſchien Dr. Laſamnick, um nach ſeiner
Patientin zu ſehen. Auch Vilma Kalerghi, die inzwiſchen von
dem geſtrigen Unfall im Tuskulum=Theater erfahren hatte, rief
telephoniſch an, verhandelte lange und beſorgt mit der Köchin,
ſtellte tauſend Frogen und hinterließ, daß ſie am Nachmittag
zwiſchen fünf und ſechs perſönlich kommen würde. (Fortſ. folgt.)

Sie wollte zum Film!
Viele Damen haben eine unbezähmbare Neigung, Filmſchau=
ſpielerin
zu werden. Dazu gehört vor allem ein anmutiges,
ſchönes Geſicht. Schönes Ausſehen iſt oft wichtiger, als großes
Talent!
Eine Dame mit ausdrucksvollem Mienenſpiel wollte zum
Film gehen. Sie lud Filmregiſſeure und Direktoren ein, einem
neuartigen Rezitationsabend von ihr beizuwohnen. Der Abend
kam, und auch etliche der Geladenen kamen. Sie beurteilten das
Minenſpiel der Dame günſtig; aber die Dame hatte in ihrem
Geſicht einige harte Züge und ſcharfe Linien. Dieſe ſtörenden
Linien machten eine Filmlaufbahn, wie man der Dame ſchonend
ſagte, kaum ausſichtsreich.

Einer der Regiſſeure nahm die Dame zur Seite und ſagte,
daß ſie die Fehler ihres Geſichts beſeitigen könne. Er kenne
ein erprobtes Mittel. Er ſelbſt wende es an und andere Film=
künſtler
und Filmkünſtlerinnen ebenfalls. Dies begehrenswerte
Mittel ſei Marylan=Creme!
Die angehende, Filmdiva begann, Marylan=Creme zu er=
proben
. Bald ſpürte ſie den Erfolg. Die Falten verſchwanden
immer mehr und mehr und ihre graue, feſte Haut wurde weich
und von durchſichtiger, roſiger Friſche.
Daraus können auch Sie eine für Sie wichtge Lehre ziehen:
Schönheit braucht keineswegs angeboren zu ſein, ſie kann zu
einem großen Teil erworben werden. Haben Sie ein ſchönes Aus=
ſehen
, ſo hüten Sie es wie ein Juwel. Nehmen Sie die köſtliche

Marylan=Creme. Wollen Sie ſich ein günſtiges ſchönes Ausſehen
erwerben, und es ohne Falten behalten, ſo greifen Sie ebenfalls
ſchnell zur beſten Freundin Ihres Geſichts, zur Marylan=Creme.
Probieren Sie auf unſere Koſten! Sie bekommen eine Probe
der verſchönenden und verjüngenden Marylan=Cveme koſtenlos
und portofrei und dazu ein intereſſantes Büchlei über richtig
angewandte Schönheitspflege.
Außerdem fügen wir noch eine Bildſammlung von Film=
größen
bei, welche obwohl ſie ſämtlich jung und ſchön ſind
ſehr gern Marylan=Creme anwenden.
All dieſes koſtet Sie keinen Pfennig. Auch das Porto be=
zahlen
wir. Alſo ſchreiben Sie bitte ſogleich an den Marylan=
Vertrieb, Berlin 47, Friedrichſtraße 24
(TV 16755

GrauenSornag
Nur für Frauen und Mädchen über 18 Jahre
Die bekannte Hygienikerin und Schriftſtellerin
Frau Elſe Forſtmann=Köln
eine hervorragende Kennerin des geſamten Frauen=
lebens
, deren Vorträge in allen Städten ſtets aus=
verkanfte
Hänſer fanden, ſpricht auf Wunſch am
Donnerstag, 18. Novbr., abends 8 Uhr, in Darmſtadt
im Mathildenhöhſaale über folgende Themen:
Das Liebesleben des Weibes!
Weibliche Geſchlechtskraft
und Lebensverjüngung!
Wie erhalte ich mir die Liebe meines Mannes? Was
keine Frau weiß und was jede Frau wiſſen muß.
Ueber Eiferſucht und ihre Bekämpfung. Warum der
Mann Untreue begeyt? Was gefällt dem Mann am
Weibe? Körperliche und geiſtige Liebe. Mutterſchaft
und Kinderſegen. Die Nervoſität der Frau und ihre
Beziehungen zu den Unterleibsorganen. Die ſexuelle
Intereſſenloſigkeit der Frau und ihre Urſache. Ueber
Geſunderhaltung und Verjüngung des weiblichen Körpers
und des Geiſtes. Wie überſteht die Frau am beſten
die Wechſeljahre? Die Krankheiten der Wechſeljahre
und ihre Verhütung Warum werden ſo viele Frauen
viel zu früh alt? Wie beſeitigt man Schönheitsfehler,
Falten,Runzeln, übermäßigeKorpulenz, Magerkeit uſw. ?
Wie erhält man ſchöne Körperformen?
Die Vorträge der Frau Elſe Forſtmann wurden wieder=
holt
von Stadtmedizinalräten ſowie von wiſſenſchaftl.
Tolksbildungs= und Naturheilvereinen durch Zeugniſſe
und Empfehlungsſchreiben als wirklich gemeinnützig
und rein volksbildend glänzend anerkannt nicht nur
in vielen großen Städten Deutſchlands, ſondern auch
in den Städten des Auslandes; und dieſe Vorträge
der Frau Forſtmann ſind daher, ſo heißt es in einem
Schreiben, nicht zu verwechſeln mit jenen ſogenannten
Frauen=Borträgen, die mit vielen Worten wenig ſagen.
Preſſeurteile:
Fränkiſcher Kurſer, Nürnberg, 2. November 1926.
Die ausgezeichnete Rednerin brachte all das
viele Wiſſenswerte in dezenter, einfacher Weiſe zur
Kenntnis. Wohl jede der anweſenden Frauen hatte den
Endruck, daß die auf tiefaründiger Kenntnis des Frauen=
lebens
beruhenden Ratſchläge von einer Frau erteilt
wu den, die von dem ehrlichen Beſtreben beſeelt iſt,
Aufklärung in die große Menge unſerer Frauen zu tragen.
Der Vortrag wurde von allen Anweſenden mit
größter Befriedigung aufgenommen."
Münchner Zeitung vom 12. Oktober 1926.
Eine Frauenfrage! Wie mache ich mich geſund und
meinen Mann glücklich? Eine Kardinalfrage für die
Frau! Eiſe Forſtmann gab zu glatter Löſung ſchlicht
und eindringlich guten Rat, im dicht gedrängten Muſeum=
ſaal
. Denn das Intereſſe iſt aktuell, geſchärit durch die
Nor der Zeit. Indem der Vortrag Ethiſches und
Praktiſches geſchickt ins Gleichgewich brachte, hob er
das Niveau von dem mit rationeller Körperpflege Hand
in Hand gebenden Haut und Haar verſchönernden
Mitteln bis zu den feinfühligen Takt ragen geiſtiger und 1
ſeeliſcher Gemeinſchaft. Mancher Merks, der Beherzigung
wert, wurde in beiden Teilen gegeben . ."
Karten zu Mk. 1.50, 2 und 2.50 nur an der Abendkaſſe
eine Stunde vor Beginn des Vortrags.

Kauf mänmicher Derein /Harun ak Raſchid, Kalif
Darmſtadt e. V.
Der 2. November=Vereinsabend,
Mittwoch, den 17. November, fällt aus.
Am Mittwoch, den 24. November,
findet im Vereinslokal ein Vortrag über
neue Buchhaltungsſyſteme ſtatt.
Beſondere Einladung ergeht noch.
Der Vorſtand.
16385)
Bei den
Nationalſozialiſten
ſpricht Guſtav Simon über
Nationaler oder internationaler
60zialismus
am Mittwoch, 17. November, 8½ Uhr, im
Saal d. Fah=Ausſchanks, Alexanderſtr. 23.
Eintritt frei! (*30163) Eintritt frei!

Einlaß 7 Uhr

II Mhm 16763)

Ende 11 Uhr

Frauen!
Töchter!
Am Mittwoch, 17. ds. Mts., beginnt
im Fürstensaale‟, Grafenstraße,
mein allseitig bestempfohlener
Tischdeck- und
Servier-Kursus
Tages-Kursus Abend-Kursus
von 35½ Uhr von 810½ Uhr
Honorar 6. Mk., Mitglieder Ides
Hausfrauenvereins 5. Mk. (* 30071
J. H. Swldersky
Dressola
der Muſikapparat für das
verwöhnte Ohr
für nur (16774a
55 Pfg. pro Tag
Alleinvertreter für Darmſtadt
Rich. Hinz, Ecke Riedlinger=
und Niederramſtädterſtraße
Lassen Sie sich Dressola vorführ.
gebr. Tecker Nachf.
Raſſee, a Mk. 2.60 Lubwigshöhſtr 1 /15741
Heſſiſches Landestheater,
Dienstag, den 16. November 1926
abends 7½ Uhr
F 3 (Darmſtädter Volksbühne)
Oberon
Eine romantiſche Oper von C. M. v. Weber
Nach dem gleichnamigen Gedicht von
Chr. M. Wielands
Bühnen=Einrichtung von Guſtav Mahler
Muſikaliſ her Leiter: Max Hüsgen
InSzene geſetztv Hans=Esdras Mutzenbecher
Choreographie: Manda von Kreibig
Bühvenbild und Koſtüme:

Lothar Schenck von Trapp

Perſonen:
Oberon, Köntg der Elfen Rubolf Strzeletz
Heinrich Hölzlin
von Bagdad . ..
Rezia, ſeine Tochter . . . Gertrud Gercke
Fatime, deren Vertraute, Paula Kapper
Ein Kaiſer der Vorzeit, Oskar Grauert
Der Ritter Hüon von
. . . Rud. Ritter a. G
Bordeaux.
Scherasmin, ſein Knappe, Leo Barczinski
Titania, Oberons
Gertrud Gercke
Gemahlin.
Grete Penſe
Puck
Elfen
Droll)
Fee Guttmann
Erſtes Meermädchen SittaMüller=Wiſchin
ZweitesMeermädchen . . Anneltes Roerig
Babekan, perſiſcher Prinz Oscar Grauert
Almanſor,Emir von Tunis Heinrich Kuhn
Roſchana ſeineGemahlin S. Müller=Wiſchin
Abdallah, ein Seeräuber . Hans Ney
Ein Gartenhüter . . . . . Adolf Klotz
Elfen, Nymphen und Meermädchen, das
Gefolge des Kalifen und das Gefolge Rezias,
Sklaven, Tänzerinnen, Fanitſcharenmuſiker,
Wachen, Seeräuber, das Gefolge eines
Kaiſers der Vorzeit
Ort der Handlung: Franken, Bagdad
und Tunis
Chöre: Berthold Sander
Spielwart Fritz Wilde
Preiſe der Plätze: 1 bis 10 Mk.
Eintritt der Mieter in den Zuſchauerraum
nur gegen Vorzeigung der Mietkartezuläſſig
Zwei Pauſen werden durch das Fallen
des eiſernen Vorhanges angezeigt
Anfang 7½ Uhr Ende 10 Uhr
Kleines Haus
Dienstag, den 16. November 1926
abends 7½ Uhr
Zuſatzmiete I, 4.
Der Raub der Habinerinnen
Schwank in 4 Akten von
Franz und Paul von Schönthan
In Szene geſetzt von Oscar Fritz Schuh
Perſonen:
Martin Gollwitz, Profeſſor K. Weſtermann
Friederike, deſſen Frau. Marg Carlſen
Paula, deren Tochter . . Kaete Foerder
Dr. Neumeiſter . . . . . Robert Klupp
Marianne, ſeine Frau . . Ilſe Lahn
Karl Groß .. . . . . Hans Epskamp
Emil Groß, genannt Sterneck,
. .. Walter Bluhm
deſſen Sohn."
EmanuelStrieſe, Theater=
Paul Maletzki
direktor . .
Roſa. Dienſtmädchen bei
Gollwitz . . . . . . . Käthe Gothe
Auguſte. Dienſtmädchen
beiNeumeiſter . . . . . Hilde Schwara
Meißner, Schuldiener . . Richard Jürgas
Ort der Handlung: Eine kleine
deutſche Stadt. Zeit: 1880
Spielwart: Willi Krichbaum
Preiſe der Plätze: 1 bis 6 Mk.
Eintritt der Mieter in den Zuſchauerraum
nur gegen Vorzeigung der Mietkarte zuläſſie
Nach dem 2. Akte findet eine längere
Pauſe ſtatt
Anfang 7½ Uhr
Ende 10 Uhr
Pavier=Eifler, Woogs=
Brieſumſchläge platz 3.
(16544a

Perser-Veppiche
Verbindungsstücke, Kelims
und große Zimmer-Teppiche
prachtvolle Stücke, in den verschiedensten
Knupfarten, wundervolle Musterungen
in größter Auswahl
außerordentlich preiswert

Uhr Besnch bei mir lohnt gloh
Darmstädter ſeppich-u. Gardinen-Haus
geinnie
Meten
WErnst-Ludwigstr. 15.19

volr

mit bedingungslosem Rücksendungsrecht bei
Nichtgefallen,liefere ich solr. Reflektanten meinen
erstklassigen auch die verwöhntesten Ansprüche
befriedigenden großen, echt. Eichen-
Trichter-4pp. 1500- Die Lieferung
erfolgt nebst 6 Stücken auf doppel-
seit
. Künstierplatten aach Ihrer Wahl
z. Listenpreise geg. Zahlg. v, nur Gm.
Mntit 9 Jnerned Muiir 94
Musik gehört in jedes Haus!
Verlang. Sie sofort kostenlos 11l. Preisl. Pauch über an-
dere
preisw. Sprechapparate, Hauben-u. haubenlose,Trichter- u. trlchterlose Apparate.
Walter H. Gartz, Berlin 542. Postfach 417P. Alexandrinenstr. 97

Auskunftei n. Inkasso-Institut
Karl Bauer
Merkuf
Eingang Neckarstr. Rheinstraße 34 Telephon Nr. 376
Auskünfte auf alle Plätze
Einziehung von Forderungen (14325a
Größtes Institut Süddeutschlands

ſind die Beſten.
Herſteller
Bernhard May
Söhne,
Groß=Zimmern. (13911a

[ ][  ]

Seite 16

Dienstag, den 16. November 1926

Nummer 318

Ziehung garantiert 25. u. 26. Nozbr.
Deutschtum-

GeldLotterie!
2092 Geldgewinne Mark
AAagdg
sstdogg

Tauef
Porto u. Liste /
Lose zu Mk. 3., 30 Pfe, mehr
A. Dinkelmann, Horms
Postscheckkonto 15194 Frankfurt a. M.
sowie alle Verkaufsstellen

Bäckerei=
Artikel: Spring=
Auflauf=, Pudding=,
Kranzformen, Tüllen
Spritzſäcke, Garnier=
ſpritzen
, Kaffeefilter
Tortenriuge empf. in
gr. Ausw, ſehr billig
Ernst Crämer
Ludwigſtr. 7, (155592

Winterkartoffeln
gelbe Induſttie,
werden noch abgegeb.
per Ztr 6
Winteräpfel
von 10 Pfd 1,80,4 an
ſowie weiche
Tafelbirnen
10 Pfd. 1
bei Hofmann, Karl=
ſtraße
25. 230131

Puppen-
wagen

in gr Auswahl
preisw. (16479a
H. Pullmann
27 Saabau raße 27

Neue eichene( 165151g1
Fäſſer
geeignet für Fleiſch,
Kraut und Bütten,
zu K 9. p. St., ſo
lange Vorrat, abzug.
Dampftalgſchmelze,
Pallaswieſenſtr 153

Vervieltältigungen
Abschriften
S. Guttmann
Wilhelminenstr 8
(113e6a)

Schreib=
Maſchinen
Rechen=
Maſchinen
repariert, reinigt
auch im Abonnement
pez.=Büro=Maſch. (11393a
Carl Winkel
Darmſtadt
Rheinſtr 28 Tel. 1435
Main;
Große Bleiche 23.

Bettfedern=
Neinigung.
Ein= u Umfüllung
mit elektr 2 etrieb
Barchente, Drelle,
Federn,
Aufarbeiten und
Neuanfertigung
haller Matratzen n.
Polſterarbeiten,
Patentmatratzen
aller Größen
K. Roch
Taxeziermeiſter
Magdalenenſtr. 11.
. Teleph 10-4
NB. Jedem Auf=
traggeber
iſt er=
laubt
, der Reini=
Jung perſönlich bei=
zuwohnen
11252 a

Das neue Dürerhaus
Neue gelbe Läden Gegenüber der Krone‟
Eigene Keramik
Obst- und Blumenschalen 0.957.00 + Blumennalter 0.50
bis O.75 + Butter- und Geleedosen 1.902.50 * Aschen-
becher
0.751.10 - Vasen- Blumentopfhüllen + Eierbecher
Kaktustöpfe * Stehlampen
Stücke mit kleinen Fehlern zurückgesetzt!
* Bestelltes wird in 8 Tagen ausgeführt *
Wiß

Sie ſinden in meiner Konditorei
größte Auswahl
beſte Oualitäten
feinſte Ausführung
in Torten
Dessert-Stücken
Teegebäck
Täglich frische Kreppel
Beſtellungen für Feſtlichkeiten werden
beſtens ausgeführt (16357a
Wilheim Mitze
Darmſtadt, Hügelſtraße 19

Bettfedernn
Reinigung
(elektriſcher Betrieb)
Inletts, Drelle, Bettfedern, Daunen
Metall=, Holz= und Kinderbettſtellen
Spiralmatratzen in allen Größen
Neuanfertigen u. Aufarbeiten aller
Betten und Polſtermöbel
Jakob Heymann Teleph. 270
Tapeziermeiſter, Beſſungerſtr. 55, (B. 5201

Lampenſchirm=Geſtelle (16338a
für Nachttiſche . 0.35 Mk
30 cm Durchm. 1.10 Mk.
50
2.00 Mk.
60
2.60 Mk
C
2
3.40 Mr
alle Formen gl. Pr la Jap.=Seide 4.80 Mr
Ia Seid.=Batiſt 1,60 Mk. Fern. ſämtl. Zubeh.
zur Seide paſſ, wie Seidenfranſ., Schnüre,
Rüſchen, Wickelband uſw., ſow. ſert. Schirme
n gr. Ausw. billig Spez.=Geſch. f. Lampenſchirmbed.
i A. Metz, Beſſungerſtr. 9, Linie 3, Hermannſtr.

Guter

(zouaß

Priodt Millagstefch
geſucht. Angebote unter D 79 Geſchäftsſt

14437a)

Coupé u. Halbverdeck
ſehr gut erh., preisw.
zu verk. Angeb. unter
D 23 Gſch. (*23993goi

Daen
wie neu, bill. zu verr
evtl. Teilzahlg. Kar
ſtr. 14, Lad (*29837fg

Feinkoſt Fertig
Markt 4 Telef. 641 Karlsſtr. 47
Empfehle in ſieis friſcher Ware:
Birobrot . . Laib 528
Köln. Schwarzbrot , 45 9
Pumpernickel . 259
Holl. Tomaten Pfd. 95
Friſche Weintraub. , 1.10-4
Gemüſe=Konſerven!
Gemüſe=Erbſ. 1K.=Doſe 80
Schnittbohnen .. . 80

ff. Hansm. Leberwurſt
mit Fleiſchfücken . I.pfd. 402

Kaufen Sie

DAAIAOT De
B

nur im

SGuggenheir 6 Tlarz Darrßtadt, Tapkt 7 5
Pullover-Stotfein modernster 1namusternug
0.70
PulIover-Stoffe nnnen Deseins, zparte Varbstellg 0.98
Pullover-Stoffe wiche Gnaltst, dtrens mod. Unter 1.48
Hauskleider-Stofte doppebreit, dunkle Unster:
0.36
Hauskleider-Stofte doppebr, gestreiten kariertellugter 1.35
Blusen-Streiten i ghönen Streien md Parben .. O.88
Kleider-Kar08 i modernen, Hischen Stellungen
0.78
Kleider-Schotten doppebrelt, karbenkendge Uuter 0.88
Klelder-Kar0 8 0pplr, irel zwerten Stellngen 1.35
Wollstreifen 1. KaT08 zo0 en breit, im rornehmen Tarben 1.78
PopeTIN Coppelbr, reine Wolle, fiele Jarben .6S
reine Wolle, in den allerneuesten
Crepe HaTOcaIN Parben. ........
Aa3
140 cm breit, reine Wolle, vor-
Mantet-Fläusch nehme Farben
auss
150 cm breit, reine Wolle, neue
Velour de Talne Harben
Aud
1 Posten
85 cm, weiche, schmiegsame Ware, in Riesen-Auswahl
Damassé
525, 3,75, 2,95, Ia9O
(16*