Gnzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuftrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 318
Dienstag, den 16. November 1926.
189. Jahrgang
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Konturs oder gerſichtlicher Beſtreibung fäll eder
Rabati weg. Bantkonto‟ Deutſche Banl und
Darm=
ſtädtei und Nationabanl.
Deutſcher Wahlſieg in Oſt=Oberſchleſien.
* Die oſtoberſchleſiſchen
Gemeindewahlen.
Wahlzwang. — Ein wahrer Volksentſcheid. — Die
Zerreißung Oberſchleſiens auf die Dauer unhaltbar.
Vor etwa 5½ Jahren, im März 1921, fand in Oberſchleſien
die bekannte Abſtimmung ſtatt, die eine ſtarke Mehrheit für das
Verbleiben bei Deutſchland ergab. Trotzdem hielt ſich der Völ= Stimmen als polniſche anzuſehen ſind. Noch größer iſt die
kerbundsrat nicht an das Abſtimmungsergebnis gebunden und deutſche Mehrheit in Königshütte. Dort haben von den 54 Sitzen
beſtimmte, daß gewiſſe Teile von Deutſchland losgetrennt und die Deutſche Wahlgemeinſchaft 32, die deutſchen Sozialiſten 6,
Polen übergeben wurden. Damals hat die deutſche Regierung
einen formellen Proteſt gegen dieſen Beſchluß eingelegt und ihn
als rechtsungültig bezeichnet, obwohl ſie ſich gezwungenermaßen der Deutſchen erſt erkennbar, wenn man das Ergebnis in den
der Entſcheidung fügen mußte. Es war damals mit großem
Nachdruck geltend gemacht worden, daß ein großer Teil auch
derjenigen, die für Polen geſtimmt hatten, das getan hatten in
der beſtimmten Annahme, Oberſchleſien werde als ſolches ganz
und ungeteilt entweder bei Deutſchland bleiben oder an Polen
übergehen, an die Möglichkeit der Zerreißung des einheitlichen
oberſchleſiſchen Wirtſchaftsgebietes hatte kaum einer gedacht. Aber
gegen den Machtſpruch der Entente gab es bei der
Machtloſig=
keit Deutſchlands keine Möglichkeit, unſere Rechtsauffaſſung
an=
ders als durch eine papierene Verwahrung zum Ausdruck zu
bringen. Und ſo nahm das Verhängwis ſeinen Lauf. Alle
Vor=
ausſagen, die damals an die klar zutage liegende Unſinnigkeit
der Zerreißung des organiſch gewachſenen und feſt
zuſammen=
hängenden Wirtſchaftskörpers geknüpft waren, ſind in Erfüllung
gegangen. Obwohl die oſtoberſchleſiſchen Kohlengruben, die
zu=
nächſt ein ziemlich großes Kontingent zur Lieferung nach
Deutſch=
land frei hatten, infolge des engliſchen Kohlenſtreiks keinen
Rück=
gang ihrer Produktion zu erleiden haben, hat ſich die
wirtſchaft=
liche Lage Oberſchleſiens doch ſo zugeſpitzt, daß beim Aufhören
des engliſchen Kohlenſtreiks, und damit auch der Einſtellung der
Lieferungen nach England und änderen Ländern, der
wirtſchaft=
liche Rückgang zur Kataſtrophe werden muß. Was für
Oſtober=
ſchleſien im beſonderen gilt, trifft für ganz Polen im allgemeinen
zu. Die unausbleibliche Kataſtrophe iſt nur durch den engliſchen
Kohlenſtreik verzögert und aufgehalten worden.
Sofort nach der Abtretung Oſtoberſchleſiens ſetzten von
pol=
niſcher Seite die Beſtrebungen, ein, das Gebiet zu entdeutſchen,
das alles, was es geworden war, deutſchem Fleiß, deutſchem
Können und deutſcher Tüchtigkeit zu verdanken hat. Allerdings
hat man nicht ganz ſo ſchroff und ungeniert vorgehen können,
wie im „befreiten” Weſtpreußen und Poſen. Aber es ſteht noch
in lebhafter Erinnerung, mit welcher Nichtachtung ſich die
pol=
niſchen Behörden in Oſtoberſchleſien über feierlich eingegangene
allgemeine und beſondere Verpflichtungen hinweggeſetzt haben.
Nur dem wiederholten Eingreifen des Präſidenten Calonder iſt
es zu verdanken, wenn noch hie und da eine deutſche Schule
vorhanden iſt. Unter gewaltigem polniſchen Druck fanden dann
einige Zeit ſpäter die Wahlen zum oſtoberſchleſiſchen Landtag
ſtatt, in denen die wahre Volksmeinung nicht richtig zum
Aus=
druck kam, obwohl auch hierbei ein deutſcher Sieg zu verzeichnen
war. Nun aber nahte die Zeit der Gemeindewahlen, die man
verſchiedentlich in Ahnung kommender Ereigniſſe verſchoben
hatte, aber nicht länger mehr verſchieben konnte. Das Ergebnis
dieſer am letzten Sonntag ſtattgefundenen Wahlen iſt geradezu
verblüffend. Man kann getroſt behaupten, daß die Abſtimmung
einem wahren Volksentſcheid gleichzuachten iſt. Als beſonderen
Schachzug hatten die Polen den Wahlzwang eingeführt, wobei
ſie von dem Gedanken ausgingen, daß der polniſche
Bevölke=
rungsteil ſich bei den Gemeindewahlen gleichgültiger zeigen
würde, als der deutſche. Das mag richtig geweſen ſein, aber
jedenfalls haben die Polen damit erreicht, daß ungefähr 95
Pro=
zent der wahlfähigen Bevölkerung auch abgeſtimmt haben, was
am beſten beweiſt, daß die Volksſtimmung klar zum Ausdruck
gekommen iſt.
Das Ergebnis iſt ein überwältigender Sieg des deutſchen
Gedankens in ganz Oſtoberſchleſien, ſelbſt in den Bezirken, in
denen bei der Abſtimmung von 1921 polniſche Mehrheiten zu
verzeichnen waren. Für jemand, der die oſtoberſchleſiſchen
Ver=
hältniſſe aus eigener Anſchauung kennt und der ſich an die Zeit
der heftigen Kämpfe im Sommer 1920 mit der Erſtürmung und
Zerſtörung des Korfantyſchen Hauptquartiers in Kattowitz
er=
innert, iſt am bedeutſamſten der Umſchwung in der Kattowitz be= läu diſchen Korreſpondenten an das Miniſterium gerichtete
An=
nachbarten Ortſchaft Schoppinitz. Das war der Herd der
pol=
niſchen Bewegung. Ein deutſch=amerikaniſcher
Kriegsbericht=
erſtatter konnte, ſich nur unter eigener Lebensgefahr in dieſe energiſcher Vorſtoß aller Seimpatteien gegen die Regierung ſteht
Höhle des polniſchen Löwen begeben. Von dort ſtießen
ununter=
brochen ſchwer bewaffnete polniſche Truppen nach Kattowitz vor,
die Zugangsſtraßen waren von polniſchen Wachen beſetzt. Bei
der Abſtimmung fiel nicht eine einzige Stimme auf die
Deut=
ſchen. Heute hat ſich in Schoppinitz eine deutſche Mehrheit
er=
geben. Dieſe eine Tatſache allein ſpricht wahrlich deutlich genug,
obwohl weit über 100 000 Deutſche ſeit der Abſtimmung von
1921 aus Oſtoberſchleſien vertrieben worden ſind, obgleich Polen
Beamte und Techniker in großer Zahl dorthin verpflanzt hat,
ſo hat heute die Bevölkerung von Oſtoberſchleſien mit
überwäl=
tigender Mehrheit ihre wahre Meinung dahin ausgeſprochen,
daß die Zerreißung Oberſchleſiens ein
wirt=
ſchaftlicher und politiſcher Unſinn, und auf die
Dauer unhaltbar iſt. Damit iſt eine der Wendungen eingetreten,
früher, als zu hoffen war. Wird man auch in Warſchau, Paris machen. — Aus London wird gemeldet, daß dort im Lloyd=Büro
und London die volle Bedeutung dieſer Volksentſcheidung be= für die Errichtung der Monarchie in Polen bis April 1927 mit
sweifen?
Oeutſche Mehrheit in Stadt und Land.
Kattowitz, 15. November.
Beſonders charakteriſtiſch für das Geſamtergebnis der
Ge=
meindewahlen in Oſtoberſchleſien iſt das Ergebnis in den beiden
Großſtäden Kattowitz und Königshütte. Von 60 Sitzen in
Katto=
witz haben die Deutſche Wahlgemeinſchaft 29, die deutſchen
So=
zialiſten 5 erhalten, alſo 34, gegen 26 polniſche Sitze. Zu den
polniſchen Sitzen kommen noch die Sitze der Mieterſchutzpartei,
der Mittelſtandspartei und der Kuſtos=Partei, die mit 7 berechnet
ſind, obgleich nicht alle für dieſe Splitterparteien abgegebenen
alſo die Deutſchen insgeſamt 38 erhalten, die polniſchen
Par=
teien 14, die Kommuniſten 2 Stimmen.
In ſeiner ganzen Größe aber wird der beiſpielloſe Erfolg
lleinen Städten betrachtet. Von dieſen ſcheint, ſoweit ſich das
überblicken läßt, Lublinitz die einzige zu ſein, die allein, wenn
auch eine ziemlich kleine, polniſche Mehrheit hat. In allen
grö=
ßeren Ortſchaften, z. B. Schoppinitz, Schwietochlowitz, Rybnik
ſtehen Deutſche und Polen ſich einander gleich. Verhältnismäßig
große deutſche Mehrheiten haben Rude (9 deutſche, 7 polniſche
Sitze), Pleß (14 deutſche, 10 polniſche Sitze), Nikolay (13 deutſche,
10 polniſche Sitze), Bismarckhütte (15 deutſche, 7 polniſche und
2 kommuniſtiſche Sitze) und Karlowitz. Hier lag noch kein
zahlen=
mäßiges Ergebnis vor.
Aber auch in den kleineren Dörfern iſt die Zahl der
Stim=
men außerordentlich angewachſen. In den Kreiſen Rybnik und
Pleß, die bei der Volksabſtimmung polniſche Mehrheit gehabt
haben, verzeichnet neben den Kreisſtädten eine größere Anzahl
kleinerer Dörfer große deutſche Mehrheiten. Bei dieſen deutſchen
Erfolgen iſt das wichtigſte politiſche Merkmal des
Wahlergeb=
niſſes die geradezu klägliche Niederlage der von dem Verband
der Aufſtändiſchen und dem Weſtmarkenverein aufgeſtellten Liſten,
auf die beiſpielsweiſe in Kattowitz noch nicht 10 Prozent der
Stimmen entfallen ſind. In den meiſten Ortſchaften iſt dieſe
Liſte überhaupt durchgefallen. Dieſes Ergebnis iſt bezeichnend
für die Bedeutung der Leute, die, von dem Wojwoden gefördert,
ſich als die Herren des Landes betrachteten und in den
Wahl=
kreiſen alles niederknüppelten, was anders war,
Beſtürzung in Warſchau.
Die in den ſpäten Nachtſtunden in Warſchqu eingetroffenen
Meldungen über die Wahlergebniſſe aus Oſtoberſchleſien haben
den Telegramberichten der Agenturen und Berichterſtatter
zu=
folge große Beſtürzung hervorgerufen. Selbſtverſtändlich ſind
daran wieder die Deutſchen ſchuld, die mit ihrem Geld zur
Wahl=
agitation nicht geſpart und die äußerſt gewandt agitiert hätten.
Ein Warſchauer Blatt erklärt, daß an dieſem Ausgang an der
Wahl der Wahlzwang ſchuld geweſen ſei, von dem ſich gerade die
Polen ſoviel verſprochen hätten.
Die Herbſitagung des polniſchen Seim.
EP. Warſchau, 15. November.
Die feierliche Eröffnung der Herbſttagung des Parlaments
durch den Präſidenten, die am Samstag im königlichen Schloß
ſtattfand, verlief ohne Zwiſchenfall, aber in Abweſenheit
der Sozialiſten und aller Abgeordneten und
Senatoren der deutſchen und jüdiſchen,
ukrai=
niſchen und ruſſiſchen Minderheiten. In
parla=
mentariſchen Kreiſen iſt die Verſtimmung über die Verſchleppung
ſterpräſident Pilſudſti iſt bisher im Seim nicht erſchienen und derung des jetzigen Zuſtandes herbeiführen will, muß
Einge=
wird ſich immer vom Unterrichtsminiſter Bartel vertreten laſſen.
Finanzminiſter Czechowicz hielt ein nichtsſagendes Expoſé und
ſprach ſich über die Finanzpolitik der Regierung ſehr unklar aus.
Seine Darlegungen über die Stsbiliſierung der Zloty=Währung
wurden als mangelhaft empfunden. Das Budget iſt mit 1898
Millionen formell ausgeglichen, aber die Einnahmen ſind um
rund 300 Millionen zu hoch in Rechnung geſtellt. Die Oppoſition
gegen das Preſſedekret iſt im Wachſen begriffen. Es ſollte zwar
hob jedoch durch Unterſtellung des Preſſeweſens unter die
Ver=
waltungsbehörden und Androhung drakoniſcher Strafen die
Preſſefreiheit praktiſch auf. Alle Kreiſe ſind darin einig, daß es
ſich um einen Bruch der Verfaſſung handelt. Die von den
aus=
frage, ob auch die Vertreter der ausländiſchen Preſſe den neuen
Beſtimmungen unterliegen, wurde bisher nicht beantwortet. Ein
bevor. Da die Sozialdemokratie zur Oppoſition übergegangen
iſt, legte der Miniſter für öffentliche Arbeiten, Moraſzewſki, ſein
Mandat als Abgeordneter nieder. Die Herbſttagung dürfte einen
ſtürmiſchen Verlauf nehmen.
Eine rohaliſtiſche Partei in Polen.
ſchluß gefaßt, eine konſervative Partei mit monarchiſtiſchem
Pro=
gramm unter Führung Janeſch Radziwills zu gründen, die ſich
„Partei der nationalen Rechten” nennt und Pilſudſki unterſtützen
Klerus Erfolg haben werde, da Pilſudſki nach wie vor bereit iſt,
die jeder Kenner der Verhältniſſe erwartet hatte; „nur noch finanzielle Zugeſtändniſſe gegenüber der polniſchen Kirche zu
5 gegen 2 und bis Ende 1927 mit 10 gegen 1 gewettet wird.
* Das, Spar”=Programm des
Finanz=
miniſters. — Neue Wege in der
heſſi=
ſchen Steuerpolitik und Verwaltung?
Von
Bürgermeiſter Dr. Niepoth, M. d. L., Schlitz.
Wir geben den nachſtehenden bemerkenswerten
Aus=
führungen von deutſchvolksparteilicher Seite um ſo
lieber Raum, als damit der Schleier vielleicht etwas
gelüftet wird, der noch immer über dem
geheimnis=
vollen Sparprogramm des Herrn Finanzminiſters liegt.
Daran aber dürften gerade die Kreiſe des heſſiſchen
Volkes intereſſiert ſein, die mit ſchwerer Sorge die
Entwicklung der heſſiſchen Staatsfinanzen verfolgen,
und zwar um ſo mehr, als der Herr Finanzminiſter
in einer Preſſeveröffentlichung vor drei Tagen nicht
weniger verſprochen hat, als einen Staatsvoranſchlag
für 1927 ohne Defizit, und zwar auf Grund ſeines
Sparprogramms. Die Schriftl.
In einer der letzten Sitzungen des Finanzausſchuſſes hat
der Finanzminiſter u. a. erklärt, daß er bereits im Dezember
1925 ein Sparprogramm ausgearbeitet habe. Mußte man
ſchon erſtaunt ſein, daß dieſes Programm in dem Voranſchlag
1926 in keiner Weiſe in Erſcheinung trat, ſo darf man wohl erſt
recht ſeiner Verwunderung darüber Ausdruck geben, daß der
Finanzminiſter mit dieſem Programm auch jetzt nicht in die
Oeffentlichkeit tritt, und das um ſo mehr, als wir ihn gerade
wegen ſeiner Paſſivität ſcharf angriffen und er in ſeiner im
Regierungsorgan veröffentlichten Wahlbroſchüre behauptet hat,
daß die Deutſche Volkspartei „in bezug auf Einzelerſparungen
unter allen Parteien die zurückhaltendſte wäre‟. Es ſei mir
des=
halb geſtattet, den Schleier des Geheimniſſes, der über den
Plänen des Finanzminiſters ſchwebt, etwas zu lüften, denn
anſcheinend will der Finanzminiſter neue Wege gehen, ſowohl
in der Steuerpolitik, wie in der Verwaltung.
Als Ende der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts
Miquel — übrigens der erſte nationalliberale Miniſter Preußens
— unter Verzicht auf die Erhebung von Realſteuern die
pro=
greſſive Einkommenſteuer einführte und ſie zum Rückgrat der
preußiſchen Finanzen machte, da war man ſich in der
Finanz=
wiſſenſchaft darüber klar, daß damit eine neue Aera in der
einzel=
ſtaatlichen Finanzpolitik angebrochen war. Wohl oder übel
muß=
ten die übrigen deutſchen Staaten dem Beiſpiel Preußens folgen,
und ſo hat auch Heſſen um die Jahrhundertwende die
Real=
ſteuern den Gemeinden überlaſſen und ſich ſteuerlich in der
Warſchau, 15. November. Hauptſache auf die Erträgniſſe der Einkommenſteuer geſtützt. In
der Nachkriegszeit ſetzte allgemein eine rückläufige Entwicklung
ein; alle Länder griffen zum Ausgleich ihres Budgets mehr oder
weniger auf die Realſteuern zurück. Mit an der Spitze
mar=
ſchiert Heſſen, eine ganz natürliche Tatſache, da ſich kaum ein
Staat in Deutſchland in den Jahren nach 1918 ſo ſehr mit neuen
Aufgaben belaſtet oder beſſer geſagt überlaſtet hat, wie unſer
engeres Vaterland. Seither wurden aber die ſtaatlichen
Realſteuern wenigſtens auf der Grundlage des
Gemeinde=
umlagengeſetzes erhoben. Man konnte, ſo man guten
Willens war, daraus ſchließen, daß man im Finanzminiſterium
wenigſtens die Fiktion aufrecht erhalten wollte, daß der Staat
vorübergehend in eine von rechts wegen den Gemeinden
vorbe=
haltene Steuerdomäne eingebrochen ſei und daß man keineswegs
beabſichtige, auch formell einen Dauerzuſtand zu ſchaffen.
Be=
ſtärkt konnte man in dieſer Meinung werden, wenn man ſich ins
Gedächtnis zurückrief, daß die Vorlage eines ſtaatlichen
Gewerbe=
ſteuergeſetzes im Jahre 1926 zurückgezogen worden war. Heute
iſt man anſcheinend anderer Anſicht geworden. Obwohl in der
den Entwürfen beigefügten Begründung zugegeben wird, daß
die Erhebung der ſtaatlichen Realſteuern auf der Grundlage des
Gemeindeumlagengeſetzes zu keinerlei Schwierigkeiten Anlaß
ge=
geben hat, werden jetzt beſondere Geſetzentwürfe, für die
Er=
hebung der ſtaatlichen Realſteuern den Intereſſentenkreiſen
zu=
der Herbſtſeſſion um vierzehn Tage außerordentlich groß. Mini= gänglich gemacht. Allein die Tatſache, daß der Staat eine
Aen=
weihte ſtutzig machen, das Mißtrauen wird aber noch verſtärkt,
wenn in der Begründung des Grundſteuergeſetzentwurfs geſagt
wird, daß es ausſchließlich Sache des Staates ſei, zu beſtimmen,
welche und wieviel Steuern die Gemeinden zu erheben
hätten, und zwar in einer Form, die in nicht zu überbietender
Deutlichkeit den reinen Machtſtandpunkt zum Ausdruck bringt.
Der „Ober” ſticht, die Gemeinden müſſen froh und dankbar ſein
für alles, was ihnen der Staat übrig läßt. Das iſt die
Menta=
die Verbreitung falſcher und entſtellter Nachrichten verhindern, lität, die aus den Ausführungen des Finanzminiſteriums ſpricht,
Wenn man ſich dieſen Gedankengängen gegenüber
vergegenwär=
tigt, in welch treffender Weiſe Miniſterialrat Kirnberger vom
Miniſterium des Innern kürzlich die Aufgaben und damit die
Rechte der Gemeinden klar herausſtellte, wie er ausführte, daß
die Gemeinden als Keimzellen des Staates ihre Anſprüche
kraft ihrer Exiſtenz geltend machen könnten, dann muß
man ſich fragen: Gibt es denn zwiſchen ſolchen Anſichten
über=
haupt ein Kompromiß, ſtehen ſie ſich vielmehr nicht gegenüber
wie Feuer und Waſſer?
Der Weg, den der Finanzminiſter zu gehen gedenkt, iſt ja
ziemlich klar. In Art. 36 des Gewerbeſteuergeſetzes wird
näm=
lich beſtimmt:
„Die Gemeinden ſind berechtigt, von den innerhalb ihres
Bezirks betriebenen Gewerben Gewerbeſteuern nach Maßgabe
In dieſen Tagen wurde in polniſchen Adelskreiſen der Be= dieſes (alſo des ſtaatlichen) Geſetzes zu erheben.”
Während die Gewerbeſteuer bisher eine
Gemeinde=
ſteuer war, iſt man nicht mehr damit zufrieden, daß der Staat
ebenfalls Gewerbeſteuern, und zwar auf Grund eines eigenen
will. Gleichzeitig wird gemeldet, daß anſcheinend die Annähe= Geſetzes, erhebt, ſondern man will die Gewerbeſteuer brimar
rung zwiſchen dem nichtkatholiſchen Pilſudſki und dem polniſchen zu einer Staatsſteuer machen und den Gemeinden wenigſtens
vorläufig noch gnädigſt geſtatten, Gewerbeſteuern auf Grund des
ſtaatlichen Geſetzes zu erheben. Ich ſage ausdrücklich vorläufig,
denn nach den Ausführungen, die der Finanzminiſter kürzlich im
Finanzausſchuß machte, ſcheint die Regelung in bezug auf die
ſtagtliche Grund= und Gewerbeſteuer wur der erſte Schritt auf
Seſte 2
Nummer 318
dem neuen Weg zu ſein, den der Finanzminiſter einzuſchlagen
gedenkt. Er ſprach nämlich davon, daß man endlich dazu
über=
gehen müſſe, die einzelnen Steuerquellen unter die verſchiedenen
Steuergläubiger aufzuteilen. Optimiſten konnten damals der
Meinung ſein, der Finanzminiſter habe ſich endlich dazu
durch=
gerungen, die Realſteuern den Gemeinden zurückzugeben; wer
aber tieferen Einblick tat, der weiß, worum es ſich letzten Endes
dreht: Um nichts anderes, als die Realſteuern den Gemeinden
abzunehmen und ſie zu reinen Staatsſteuern zu machen. Nun
ich wohl niemand ſo naiv, zu glauben, daß die Gemeinden nach
einer derartigen „Teilung” der Steuerquellen noch als
lebens=
fähig angeſprochen werden könnten, auch wird heute niemand
mehr auf den Gedanken kommen, den Gemeinden mit den
Steuern auch bisher von ihnen erfüllte Aufgaben abzunehmen,
denn die früheren Experimente in dieſer Beziehung ſind dem
Staat allzu ſchlecht bekommen. Die Löſung iſt gefunden: Der
Finanzminiſter will, ſoweit ich unterrichtet
bin, die Gemeinden auf den Ertrag der
Sonder=
gebäudeſteuer verweiſen. So abſurd einem eine
der=
artige Abſicht auch vorkommen mag, ſie gewinnt an
Wahrſchein=
lichkeit, wenn man bedenkt, daß es ſchon immer ein Prinzip des
Staates war, unangenehme Dinge möglichſt auf die unteren
Inſtanzen abzuſchieben. Sollte ein ſolcher Plan zur
Ausfüh=
rung kommen, dann werden auch dem jetzt noch
Regierungs=
frommſten die Augen aufgehen, dann aber wird es
wahrſchein=
lich zu ſpät ſein, das Unheil abzuwenden. Es bedarf keiner
be=
ſonderen Erwähnung, daß die Deutſche Volkspartei eine
der=
artige Entwicklung entſchieden ablehnt. Wir werden im
Gegen=
teil immer von neuem fordern, daß die Realſteuern — natürlich
nicht ohne Gegenleiſtung — an die Gemeinden zurückzugeben
ſind. Ein Zugriff des Staates auf die Realſteuern beſonders
in dem in Heſſen beliebten Umfang muß, da es ſich um reine
Objektſteuern und nicht — wie von der Linken oft behauptet —
um Vermögensſteuern handelt, zu ſchweren Unzuträglichreiten
führen.
Dieſelben unheilvollen Wege, die der Finanzminiſter allem
Anſchein nach in der Steuerpolitik zu beſchreiten gedenkt,
glaubt er auch für die Verwaltung empfehlen zu ſollen. Das
ſcharf umriſſene Programm einer Verwaltungsreform, wie ſie
vom Finanzminiſter gefordert wird, ruht in ſeiner Geſamtheit,
vor der Oeffentlichkeit als Geheimnis ſtreng gehütet, noch in der
Tiſchſchublade. Das aber, was von dieſem Programm bekannt
geworden iſt, muß unſeren allerſchärfſten Widerſpruch
heraus=
fordern. Ich will nicht von dem Abbau einiger
Amtsge=
richte ſprechen, ſelbſt der lauteſte Rufer im Streit von der
demokratiſchen Fraktion mußte zugeben, daß hier große
Erſpar=
uiſſe nicht zu machen ſind und — ſich ſelbſt entſchuldigend —
er=
klären, daß er die Forderungen nur aus Menſchenfreundlichkeit
gegen die Richter geſtellt habe, denen man doch nicht zumuten
könne, als Einzelrichter an den kleinen Amtsgerichten zu
ver=
ſauern. Ich will auch nicht ſprechen von dem Abbau des einen
oder des andern Kreisamts, mein Kollege Dingeldey hat ſchon
betont, daß die Erſparnismöglichkeiten auf dieſem Gebiet in gar
keinem Verhältnis zu der Benachteiligung weiteſter Volkskreiſe
ſtehen. Denn nicht der Abbau einzelner
Kreis=
ämter ſcheint des Pudels Kern zu ſein. Der
Abge=
ordnete Schreiber hat einmal den Abbau aller Kreisämter als
Selbſtverwaltungskörper gefordert, und man weiß jetzt, daß er
damit die Anſicht ſeines Parteifreundes Henrich wiedergegeben
hat. Der unterſte Selbſtverwaltungskörper ſoll
die Provinz werden, und an die Spitze des
Selbſtverwaltungskörpers ſoll ein gewählter
Vorſitzender, d. h. ein Politiker, treten. Damit wäre der
erſte Schritt zur Politiſierung der Verwaltung getan. Es
ver=
dient hervorgehoben zu werden, daß der Sozialdemokrat Dr.
Fulda ſeinen Abſchied genommen hat, weil er die Forderung
ſeiner Partei auf Ernennung von Parteipolitikern zu
Kreis=
direktoren als ein Unheil anſah und karum ablehnte. Einem
Demokraten ſcheint es vorbehalten, einen Schritt zu befürworten,
der letzten Endes auf dasſelbe hinausläuft. Wir werden dieſen
Plänen ſchärſſten, allerſchärfſten Widerſtand entgegenſetzen. Wir
bekämpfen nicht nur jede Politiſierung der Verwaltung, wir
erblicken auch in der Bildung der drei Selbſtverwaltungskörper
die Möglichkeit zur Entſtehung von drei Staaten im Staat und
damit eine ſchwere Gefährdung der Staatsgewalt überhaupt.
Die Durchführung dieſes Planes hätte nicht nur die Aufhebung
zahlreicher Kreisämter zur Folge, ſondern bedeutete auch das
Ende des Syſtems der Perſonalunion der Staatsbeamten und
des Vorſitzenden des Selbſtverwaltungskörpers, ein Syſtem, das
ſich ,ſolange man dieſe Beamten auf Grund ihrer fachlichen
Eig=
nung und Vorbildung und nicht nach politiſchen Geſichtspunkten
auswählt, nicht nur gut bewährt hat, ſondern auch von
Ver=
waltungsfachmännern anderer Staaten als vorbildlich anerkannt
wird. Wirwerden an dem erprobten jetzigen Syſtem feſthalten.
Den Finanzminiſter aber fragen wir: Was ſoll die
Geheimnis=
krämerei? Wenn der Begriff Demokratie nicht ein Wort ohne
Inhalt bedeutet, dann hat das heſſiſche Volk ein Recht darauf,
zu wiſſen, was ſeiner wartet, wenn nach dem 5. Dezember die
Dienstag, den 16. November 1926
Vom Tage.
Der Reichspräſident übermittelte dem Kreuzer „Emden”
anläßlich des Antrittes einer 17monatigen Weltreiſe ſeine herzlichſten
Glückwünſche für die Fahrt.
In München und Nürnberg fanden zu Ehren der
Gefallenen die alljährlichen Gedenkfeiern ſtatt.
In Iglau wunden mehrere Soldaten des 31. Inf.=Regts.
wegen Spionage zu Gunſten Rußlands verhaftet. Auch
ver=
ſchiedene Angehörige der Kommuniſtiſchen Partei der Tſchechoſlowakei
wurden verhaftet.
Heute wird die Auflöſung der 2. ungariſchen
Natio=
nalverſammlung verkündet werden. Neuwahlen finden in
zwei Abteilungen am 8. und 10. Dezember für die Provinz und
am 14. Dezember in Budapeſt ſtatt.
Das rumäniſche Parlament wurde mit einer Thronrede
König Ferdinands wieder eröffnet.
In Sofia finden zurzeit Verhandlungen über den
Ab=
ſchluß einer Rechtskonvention eines Auslieferungs= und eines
Konſular=
vertrages mit Deutſchland ſtatt.
In Genf begann die zweite Tagung der
vorbereiten=
den Wirtſchaftskommiſſion.
In Londoner politiſchen Kreiſen verſichert man, daß
Chamber=
lain an der Dezembertagung in Genf tailnimmt. Zur
Beſppechung ſtehe hauptſächlich die Abrüſtungsfrage.
Die 26 kataloniſchen Verſchwörer, die gleichzeitig mit
Macia und Riccioti Garibaldi unter Anklage geſtellt werden ſollen, ſind
nach Paris überführt worden.
Der belgiſche Finanzminiſter Fraucgui hat unter
Be=
rufung auf ſeinen Geſundheitszuſtand dem König ſeine Demiſſion
überreicht.
Einer Mitteilung des holländiſchen Miniſterius des Aeußern
zu=
folge iſt der holländiſch=abeſſiniſche Handelsvertrag
unterzeichnet worden, durch den die gegenſeitigen
Handels=
beziehungen beider Staaten auf dem Fuße der Gleichberechtigung
ge=
regelt werden.
Am Sonntag erfolgte auf dem Soldatenfriedhof in
Birmingham die Niederlegung eines Kranzes durch
ein engliſches Waiſenmädchen auf dem Grabe eines
der 24 deutſchen, im Hoſpital von Birmingham geſtorbenen
Soldaten.
Die bisher aus den engliſchen Kohlenrevieren
vorliegen=
den Meldungen über die Abſtimmung laſſen erkennen, daß bis jetzt die
überwiegende Mehrzahl der Bergleute für die
An=
nahme des Regierungsmemorandums iſt.
Ein von der amerikaniſchen Legion in Columbia (Ohio)
für ehemalige deutſche Krieger gegebenes Bankett geſtaltete ſich zu
einer eindrucksvollen Verbrüderungskundgebung. Ueber
hundert deutſche Gäſte nahmen an dem Bankett teil.
jetzige Regierungskoalition in der Lage iſt, die von uns
bekämpſ=
ten Anſichten des Finanzminiſters über eine zweckmäßige Steuer=
und Verwaltungspolitik auszuführen.
Unſere Aufgabe iſt auch, die Möglichkeit einer ſolchen
Ent=
wicklung zu verhindern, und darum fordert der Ordnungs= und
Wirtſchaftsblock am 5. Dezember: Hinweg mit dieſem Landtag!
Hindenburgs angebliche
Rücktrittsabſichten.
Von unſerer Berliner Redaktiom.
Ein demokvatiſches Montagsblatt nimmt Notiz davon, daß
der Reichspräſident angeblich die Abſicht habe, zu ſeinem 80.
Ge=
burtstag anfangs Oktober nächſten Jahres zurückzutreten. Das
iſt vorläufig nur Gerede. Es wird zwar richtig ſein, daß Herr
von Hindenbuvg, als er die Kandidatur annahm, nicht von
vornherein daran geglaubt hat, daß er bei ſeinem Alter die ganze
Wahlperiode durchhalten würde. Er mag ſich wohl auch mit der
Abſicht getvagen haben, an ſeinem 80. Geburtstag zurückzutreten.
Er iſt aber damals wohl von der Auffaſſung ausgegangen, daß
inzwiſchen die innenpolitiſchen Verhältniſſe ſich ſoweit abgelagert
haben würden, um das Opfer ſeiner Perſon nicht mehr nötig zu
machen. Der Reichspräſident wird alſo wohl kaum heute ſchon
ingendeinen Entſchluß über einen ſo fernen Zeitpunkt treffen
wollen. Im Gegenteil, er iſt noch in der letzten Zeit auch in der
Innenpolitik ſehr aktiv geweſen, und wenn Graf Weſtarp in
ſeiner letzten Wochenſchau darüber geklagt hat, daß die
Deutſch=
nationalen parlamenvariſchen wie qußerparlamentariſchen
Beein=
fluſſungsverſuchen ausgeſetzt wären, ſo deutet das wohl darauf
hin, daß auch der Reichspräſident ihnen begreiflich zu machen
verſucht hat, wie ſtark ſie durch ihre rein auf die Taktik
einge=
ſtellte Politik ſich ſelbſt umd einer ruhigen Enuwicklung in
Deutſchland ſchaden.
Franzöſiſche Probleme.
Von unſerem B=Korreſpondenten.
Paris, 15. November.
Die anſehnliche Wehrheit, die Poincaré von der Kammer
erhielt, die Abwendung der gefährlich ſcheinenden
Interpella=
tionen, die über alle Erwartungen hinaus gelungen iſt, und
end=
lich die Beſuche engliſcher Finanzmänner in Paris laſſen auf
möglichſte Nähe der Stabiliſierung ſchließen. Sonſt könnte man
ſich die große Zurückhaltung der Parteien in der Kammer nur
ſchwer ertlären. Immerhin harren noch viele Probleme vor der
Stabiliſierung ihrer endgültigen Löſung.
Die Verhandlungen mit Deutſchlano, wenigſtens auf dem
wirtſchaftlichen Gebiete, machen gute Fortſchritte. Das erkennt
man auch in Paris an, dagegen ſcheinen in der Politik —
na=
mentlich was die Abrüſtungsfragen angeht — noch große
Schwie=
rigkeiten zu beſtehen. Die hieſige nationaliſtiſche Preſſe,
unter=
ſtützt von gewiſſen engliſchen Blättern, trägt aber ſehr wenig zu
der Beſeitigung dieſer Schſwierigkeiten bei.
Mit einiger Ueberraſchung hat man hier feſtgeſtellt, daß die
italieniſchen und kataloniſchen Verſchwörer doch vor Gericht
ge=
ſtellt werden. Angeblich har dies Garibaldi ſelbſt verlangt. Das
klingt aber etwas ſonderbar, da das franzöſiſche Gericht
Hand=
habe dazu hat, ihn wegen unerlaubten Waffenkaufs und
Waffen=
verteilung bis zu fünf Jahren Gefängnis zu verurteilen. Man
glaubt deshalb aus der Tatſache, daß eine Verhandlung
ſtatt=
finden wird, daraus, folgern zu können, daß die franzöſiſche
Außenpolitik dieſe Affäre noch nicht als erledigt betrachtet. Das
widerſpricht etwas der bisher verbreiteten Auffaſſung.
Die italieniſche Außenpolitik ſoll — durch die franzöſiſche
Brille, geſehen — auch in anderer Beziehung unangenehme
Augenblicke erlebt haben. Die Zuſammenkunft zwiſchen
Tſchi=
tſcherin und Tewſik Ruchdi Bei, dem türkiſchen Außenminiſter
in Odeſſa, ſoll in Rom ſehr unangenehme Ueberraſchungen
aus=
gelöſt haben. In Paris war man auch nicht beſonders entzückt,
doch haben dabei vorwiegend gefühlspolitiſche Motive
witge=
wirkt. Sonſt will wan der ruſſiſch=üürbiſchen Unterredung keine
übertriebene Bedeutung beimeſſen. Man glaubt hier, daß die
türkiſch=ruſſiſchen Beziehungen kaum über die Bedeutung eines
Neutralitätsvertrages hinausgehen können. Alles andere wäre
auf die Wirkung im Ausland berechnet. In Angora und in
Moskau ſucht man hingegen dieſen Beſprechungen eine ſehr
große Bedeutung zu geben.
Die Lage in China betrachtet man hier mit wachſendem
Ernſt. Es iſt intereſſant, den Süimmungswechſel in Paris zu
beobachten, ſeitdem der belgiſch=chineſiſche Vertrag von chineſiſcher
Seite gekündigt wurde. Früher war man entſchieden gegen jede
Intervention. Die Meinung war vorherrſchend, daß eine ſolche
nur England oder Amerika zugute käme. Heute aber, vielleicht
auch unter der Einwirkung der Nachrichten über die neuen
Un=
ruhen in China und der drohenden Ankündigungen der Sow=, erwägt man ernſtlich die Möglichkeit einer Intervention.
Doch bis ſich dies auuf die Außenpolitik auswirkt — darüber kann
noch eine gercume oder gar ſehr lange Zeit vergehen.
Der Reichstag baut.
Im Zeichen der allgemeinen Sparſamkeit kann natürlich auch
der Reichstag ſeine Ausdehnungsbedürfniſſe nicht länger
zurück=
halten. Die Räume ſind ihm zu eng geworden. Er ſehnt ſich
nach Erweiterung und hat deshalb zwei Grundſtücke angekauft.
auf denen nicht nur Gebäude mit Büroräumen, ſondern auch
Hotelzimmer aufgeführt werden ſollen, um den Abgeordneten ein
bequemes und billiges Wohnen zu ermöglichen. Außerdem
bean=
ſprucht die Bibliothek mehr Platz, die auch zum Teil in dieſen
neuen Räumlichkeiten untergebracht werden ſoll. Vorerſt werden
allerdings lediglich die Grundſtücke gekauft, und der kommende.
Haushaltsplan wird dann einen Poſten von 50 000 Mark für
die Bauvorbereitungen enthalten. Es macht aber den Eindruck,
als ob der Reichsfinanzminiſter im Begriffe wäre, mit dem
Reichstag einen Kuhhandel abzuſchließen und ihm
Zugeſtänd=
niſſe wegen dieſes Neubaues zu machen, wenn der Reichstag ihm
dafür den Ankauf des Kaiſerhofes billigt. Gegen ſolche
unter=
irdiſchen Geſchäfte muß die Oeffentlichkeit rechtzeitig Einſpruch
erheben. Außerhalb des Reichstages wird niemand einſehen,
daß überhaupt ein Bedürfnis für Neubauten vorliegt.
Zuge=
geben, daß der Platz jetzt etwas eng iſt, aber ſchließlich iſt das
Haus auch nicht für beinahe 500 Abgeordnete, ſondern für nur
400 berechnet, und 400 Volksverireter ſind wirklich mehr als
genug. Man braucht alſo nur den Wahlkoeffizienten etwas zu
erhöhen, um das ganze Raumproblem zu löſen. Auch die
Bib=
liothek könnte ſich beſſer auf Spezialfragen beſchränken, die den
Reichstag intereſſieren, als ſich zu ſehr ins Allgemeine zu
ver=
lieren; dann würde ſie gleichfalls mit ihrem Raum auskommen.
Jedenfalls wäre es unverandortlich, wenn für derartige, nicht
unbedingt notwendige Zwecke wieder einige Millionen
ausge=
geben würden.
*Die Heilkräfte der Geele.
Eine wirklich naturgemäße Heilkunde wird nach Möglichkeit
die Heilung von Krantheiten durch die natürlichen, im
Organis=
mus vorhandenen Heilkräfte anſtreben und daher zur
Vorbe=
dingung eine gründliche Kenntis aller im Körper ſich
abſpie=
lenden Vorgänge haben. Der Arzt muß wiſſen, wie und
wo=
durch eine Krankheit entſteht, ehe er an die Behandlung gehen
kann. Er darf mit ſeinen Heilmitteln den bei jeder Krankheit
bereits im Gange befindlichen Heilvorgängen nicht
entgegen=
wirken, ſondern muß verſuchen, wo und wie er nur kann, ſie zu
unterſtützen und zu ſteigern. Dieſer Geſichtspunkt kommt nicht
nur bei der Behandlung körperlicher Kranaheiten mit
Medika=
menten oder phſikaliſchen Heilmeihoden in Betracht, ſondern
ebenſo bei jenen Maßnahmen, die durch Vermittlung der Seele
oder des Gemüts auf den Kranken eimwirken ſollen und die man
unter dem Namen Pſychorherapie (Seelenheilkunde)
zuſammen=
faßt. Nun wiſſen wir freilich viel mehr über die körperlichen
als über die ſeeliſchen Vorgänge im kranken und geſunden
Men=
ſchen. Viele körperliche Funktionen können wir experimentell
am Tier, im Laboratorium und direkt am menſchlichen
Organis=
mus nachprüfen, meßbar, wägbar und ſichtbar zur Darſtellung
briugen. Auch ſeeliſche Vorgänge ſind unſerer objektiven
Beob=
gehtung zugänglich. Wir erkennen den Ausdruck der Scham, der
Freude, des Schmerzes ohne Weiteres an unſeren Mitmenſchen.
Wir haben in unſerem eigenen Gemütsleben ein weites
Beob=
achtungsfeld ſeeliſcher Vorgänge, aber alle dieſe
Wahrnehmun=
gen ſind doch verhältnismäßig oberflächlich, ſie ſind wie wir
twiſſen auch von mancherlei Faktoren abhängig, die ſich unſerer
Beurteilung entziehen. Sie werden dadurch ſehr leicht ſubjektiv
und ſpekulativ, alſo unſicher und wandelbar. Daraus entſteht
die Gefahr, daß der Gegenſtand der Beobachtung zum
Beob=
achtungsinſtrument wird, d. h. man betrachtet die Seele mit den
Augen der Seele. Deshalb haben ſich gerade kritiſch veranlagte
exakte wiſſenſchaftliche Forſcher der Pſychotherapie gegenüber
ſehr zurückhaltend benommen, während dagegen Perſonen, die
durch Sachkenntnis nicht weiter beſchwert waren, und ihr Urteil
mehr auf Glaubensfreudigkeit als verſhandsmäßige Bewertung
gründeten, ſich mit Begeiſterung irgend eines halbverſtandenen
oder unſicheren Heilverfahrens annahmen und damit beſonders
auf kritikloſe Perſonen ihres eigenen Schlages wirkten. Es
er=
gaben ſich dabei wohl gelegentlich verblüffende Erfolge. Meiſt
wwurde aber auf dieſe Weiſe mehr Schaden als Nutzen
ange=
richtet. Die Geſchichte und die Entwicklung der Gebetsheilung,
einer Scheinwiſſenſchaft, die ſich zum Ueberfluß auch noch
„chriſtliche Wiſſenſchaft” nennt, legt dafür Zeugnis ab. Aus
dieſer zwieſpältigen Stellung, die durch die Haltung der exakt
naturwiſſenſchaftlich materialiſtiſch eingeſtellten Medizin
einer=
ſeits und kritikloſer Ausputzumg durch phantaſtiſche und
aber=
gläubiſche Kurpfuſcherei andererſeits gekennzeichnet war, mußte
die Pſychotherapie befreit werden, ſollte ſie zu einem wirklich
nutzbringenden Heilverfahren ausgebaut werden. Es hat auch
früher nicht an Verſuchen gefehlt, das Gute und Brauchbare
aus der wildwuchernden Fülle pſychotherapeutiſcher Praktiken
abzuſondern und einer kritikloſen Beurteilung zu unterziehen,
aber die durch die großen naturwiſſenſchaftlichen Entdeckungen
und die gewaltigen Fortſchritte auf dem Gebiete der
Patho=
logie, Bakteriologie, Phyſiologie und Chirurgie völlig in
An=
ſpruch genommene mediziniſche Wiſſenſchaft ging im Großen
und Ganzen an dieſen Dingen achtlos vorüber. In den letzten
Jahrzehnten hat ſich aber ein Umſchwung vollzogen, und die
Heilkräfte der Seele ſind Gegenſtand ernſter und ſtreng
wiſſen=
ſchaftlicher Forſchung geworden. Dabei lag aber die Führung
nicht ausſchließlich in den Händen der Pſychiater und
Neurolo=
gen, der Fachvertveter der Nerven= und Seelen=Heilkunde. Die
ſtärkſten Anregungen in dieſer Richtung gingen wohl von den
franzöſiſchen Aerzten Charcot, Dubois u. a. aus. Das erſte und
älteſte Gebiet pſychotherapeutiſcher Verfahren, das einer
ge=
naueren wiſſenſchaftlichen Prüfung unterzogen wurde, war die
Hypnoſe. Sie galt früher und gilt vielleicht manchen Laien
heute noch als eine myſtiſche Kunſt, die nur einzelne mit einer
geheimnisvollen Kraft ausgeſtatteten Perſonen eigen iſt. Heute
wiſſen wir, daß die Erzeugung des hypnotiſchen Zuſtandes nicht
auf einem geheimen Fluidum beruht, ſondern eine beſonders
ſtarke Auswirkung ſeeliſcher Beeinfluſſung darſtellt, wie wir ſie
in geringerem Maße auch im Alltagsleben beobachten können.
Das abendliche Einſchlafen ſtellt eine Art phyſiologiſcher
Selbſt=
hypnoſe dar, und wir können ohne Weiteres gewiſſe
Vorbedin=
gungen, die für das Gelingen einer Hypnoſe erforderlich ſind,
auch für das Einſchlafen in Anſpruch nehmen. Die körperliche
Müdigkeit iſt ja nicht die einzige Vorbedingung für den Eintritt
des Schlafes. Es gibt genug Menſchen, die nach Bedarf
jeder=
zeit einſchlafen können, wenn ſie eine gewiſſe Stellung
einneh=
men. Dagegen tritt trotz ſtärkſter körperlicher Ermüdung der
Schlaf manchmal nicht ein, wenn der Geiſt und das Gemüt zu
ſtark abgelenkt ſind. Der Eintritt des Schlafes wie der Hypnoſe
wird durch eine ſeeliſche Beeinfluſſung bedingt. Wer einſchlafen
will, gibt ſich die Suggeſtion zum Schlafen ſelbſt, alſo eine
Auto=
ſuogeſtion. Bei der Hypnoſe wird die Beeinfluſſung, die
Sug=
geſtion von dem Hypnotiſeur erteilt. So ſcheint es enigſtens.
Wer hypnotiſiert wird, glaubt ſich durch den Willen eines an=
deren beeinflußt. Das heißt, er hat vorübergehend freiwillig
das eigene logiſche Denken aufgegeben und ſich unter den
Wil=
len eines anderen geſtellt. Die Beeinfluſſung durch die Hypuoſe
iſt trotz gewiſſer poſthypnotiſcher Wirkung eine vorübergehende,
die die ſelbſtändige Willenshandlung beeinträchtigt und das
eigene Gefühlsleben des Hypnotiſierten überdeckt, aber im
Grunde nicht ändert. Eine Aenderung der Perſönlichkeit kann
durch Hypnoſe nicht bewirkt werden. Der Heibwert der
Hyp=
noſe iſt alſo ein beſchränkter. Ein Kind, das an Bettnäſſen
leidet, kann durch geſchickte Hypnoſe ſo weit gebracht werden,
daß es in der darauffolgenden Nacht trocken bleibt. Dadurch
gewinnt das Kind wieder ein gewiſſes Selbſtvertrauen, durch
das es befähigt wird, ſich ſelbſt ohne weitere Hilfe die nötige
Suggeſtion zur Vermeidung des Uebels zu geben. Um derartige
Wirkungen zu erreichen, iſt eine Hypnoſe gar nicht immer nötig.
Eine Wachſuggeſtion kann ebenſo erfolgreich ſein. Der Arzt,
der die Suggeſtion ausübt, muß allerdings eine Perſönlichkeit
ſein, die dem Kranken unbedingtes Vertrauen und Reſpekt
ein=
flößt. Mancher beliebte und erfolgreiche Arzt hat mehr durch
ſein Weſen, ſeinen Optimismus und ſeine Sicherheit zur Heilung
ſeiner Kranken beigetragen als durch ſeine Rezepte. Der vor
kurzem verſtorbene Apotheker Cous aus Naney iſt eine derartige
Perſönlichkeit geweſen. Ein einfacher, väterlicher Mann, immer
freundlich und äußerſt ſymathiſch, von einem unbeſiegbaren
Optimismus befeelt, hat er nicht nur ſeeliſch Leidenden, ſondern
auch vielen körperlich Kranken unzweifelhaft weſentlich geholfen.
Seine Mittel waren ſo einſach und primitiv wie nur möglich.
Die Theorien, auf denen er ſeine Lehren aufgebaut hat, waren
es nicht weniger. Wer zu ihm kam, wurde gebeſſert weil er
an Vater Cous glaubte. Das glückliche Gemüt Coués
ſugge=
rierte Hofſnung, Vertrauen und Geneſungswillen. Die
Perſön=
lichkeit Coués hat geholfen, nicht der Couéismus, der zu einem
Schlagwort kurpfuſcheriſcher Ausbeutung gewordem iſt. Die
Lehren dieſes Mannes ſind übrigens keineswegs neu. Wie
J. H. Schulz nachweiſen konnte, hat der leider früh verſtorbene
Oscar Vogt ſchon lange vor Coué, auf den Heilwert der
Auto=
ſuggeſtion hingewieſen und ſchließlich iſt ja die
Selbſtbeeinfluſ=
ſung etwas, was jeder Menſch mehr oder weniger bewußt
jeder=
zeit ausübt. Jeder Arzt weiß, daß auch körperliche Krankheiten
weitgehend durch die Stimmung des Kranken beeinflußt werden.
Zugleich muß aber mit aller Schärfe betont werden, daß dies
allein nicht genügen kann; eine urſächliche ärztliche Behandlung
iſt, wie auch Cous ſelbſt immer wieder betont hat, abſolut
not=
wendig.
Zur Suggeſtionsbehandlung im weiteſten Sinne gehören
eine Reihe von Maßnahmen unter Zuhilfenahme phyſikaliſcher
Nummer 318
Die Bekämpfung der Schund=
und Schmutzliteratur.
Eine Warnung der preußiſchen Dichterakademie.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Es gibt nichts in Deutſchland, das nicht irgendwie rubriziert
würde. Auch der Geſetzentwurf zur Bekämpfung von Schmutz=
und Schundliteratur, der in der kommenden Woche den Reichstag
ui zweiter Leſung beſchäftigt, iſt dieſem Schickſal erlegen. Er
itt jetzt in den Kampf der Parteien hineingeſtellt und bedeutet
w, wie die Dinge heute liegen, lediglich einen Zankapfel der
Mehrheitsgruppierung. Ob es überhaupt dieſes Geſetzentwurfes
zurr Bekämpfung von Schund und Schmutz bedarf, darüber kann
nian verſchiedener Meinung ſein. Wir neigen zuviel zur
Geſetz=
niacherei, und ſollten vielmehr darauf ausgehen, die beſtehenden
Möglichkeiten, die heute ſchon im Rahmen des Strafgeſetzbuches
norhanden ſind, auszunutzen. Es iſt durchaus begreiflich, wenn
Alles, was von Kunſt und Literatur herkommt, in einer
Erſtar=
nung der Begriffe und in der Mobilmachung der
Staatsanwalt=
chaft eine Bedrohung der Geiſtesfreiheit ſieht, weil ja zu leicht
rhließlich die wahre Kunſt von dem Geſetz betroffen wird,
wäh=
nend die falſche Kunſt aus irgendwelchen Hintertürchen
heraus=
ächlüpft. So hat denn auch die preußiſche Dichterakademie, die
janter großen Schwierigkeiten jetzt begründet worden iſt, als erſte
Tat einen Aufruf zur Warnung vor dieſem Geſetz erlaſſen. Die
Sozialdemokraten und Kommuniſten ſind ohnehin für das Geſetz
micht zu haben. Der demokratiſche Innenminiſter Dr. Külz iſt
won ſeinem Geſetz allerdings ſo begeiſtert, daß er es irgendwie
Hurchbringen will, ſelbſt, wenn er die Deutſchnationalen und
DDeutſchvölkiſchen heranziehen ſollte, während bei den bürgerlichen
Warteien der Linken und Mitte alte liberale Erinnerungen ſich
egen, die ein derartiges Geſetz nur mitmachen wollen, wenn
virkſame Garantien gegeben ſind, daß damit kein Unfug
ange=
richtet werden kann.
Das Geſetz, ſo wie es aus dem Ausſchuß herausgekommen
rſt, ſieht vor, daß Landesprüfſtellen eingerichtet werden ſollen,
wenen die Entſcheidung über das Schickſal von beanſtandeten
SWerken mit Wirkung für ganz Deutſchland anvertraut werden
Foll. Was dabei herauskommen kann und wird, braucht man ſich
miicht vorzuſtellen bei den Gegenſätzen des Geſchmacks etwa
zwi=
ſchen Bayern und Berlin. Die Demokraten verlangen deshalb,
ſdaß die Prüfung einheitlich für das ganze Reich erfolgt, und
Edaß zudem in der Prüfungsſtelle ſelbſt durch Auswahl der
Bei=
ſſitzer ſtarke Garantien geſchaffen werden, daß alſo auch Buch=
Thandel und Schrifttum vertreten ſind, außerdem aber auch, daß
rnur bei Uebereinſtimmung von mindeſtens vier Mitgliedern, bei
einer Beſetzung von fünf, eine Schrift auf die Verbotsliſte geſetzt
twerden kann. Ob aber ſelbſt bei dieſen Sicherheiten die ganze
demokratiſche Fraktion — und von der Deutſchen Volkspartei
gilt dasſelbe — ſich zur Zuſtimmung zu dieſem Geſetz entſchließen
kann, iſt noch ſehr zweifelhaft. Es bleiben als Hilfstruppen der
Regierung nur Zentrum und Deutſchnationale, und damit zu
verſuchen, eine Mehrheit zu konſtruieren, iſt ein ziemlich
zweifel=
haftes Unternehmen. Deshalb ſollte die Regierung ſich doch
noch einmal überlegen, ob ſie nicht gut daran tut, keinen ſolchen
Streitapfel in den Reichstag hineinzuwerfen, über den ſich ſelbſt
die Regierungsparteien nicht einmal einigen können.
Gemeindewahlen in Baden, Sachſen und Lübeck.
In Baden hat ſich die Situation erneut zu ungunſten der
alten Rathausparteien verändert. Die unpolitiſchen
Par=
teien haben zum Teil erhebliche Gewinne dovongetragen.
Aller=
dings wird ihr Erfolg beeinträchtigt durch die vermehrte Anzahl
derartiger Liſten. Im ganzen genommen kann in faſt allen
Ge=
meinden die alte Rathauskoalition von der Volkspartei, bzw.
dem Zentrum, bis zur Sozialdemokratie mit knapper Mehrheit
als geſichert betrachtet werden.
In Sachſen iſt das Verhältnis der Parteien erheblich
un=
einheitlicher und unüberſichtlicher geworden. Die Linksparteien
haben durchſchnittlich Verluſte und Gewinne gegenſeitig
ausge=
tauſcht. Die bürgerlichen politiſchen Parteien haben ſtank zu
Gunſten der wirtſchaftlichen Parteien verloren. Alle bisherigen
Anhaltspunkte für eine Mehrheitsbildung in den ſächſiſchen
Stadtvertretungen ſind verloren gegangen.
In Lübeck haben Sozialdemokraten und Kommuniſten genau
50 Prozent der Sitze erhalten. Der hanſeatiſche Volksbund, die
Vereinigung der nichtſozialiſtiſchen politiſchen Parteien, iſt mit
36 Mandaten die ſtärkſte Fraktion geworden. Kommuniſten und
Demokraten verloren gegenüber der Wahl von 1922 je fünf
Mandate, die Haus= und Grundbeſitzer drei, das Zentrum, das
zum erſtenmal wieder eine Liſte aufgeſtellt hatte, gewann einen
Sitz, die Aufwerter ebenfalls einen.
Dienstag, den 16. November 1926
Für den Volksentſcheid.
Vom Heſſiſchen Wirtſchafts= und Ordnungsblock wird uns
geſchrieben:
Vom 14. bis 21. ds. Mts. liegen in den Städten und
ein=
zelnen Gemeinden die Wählerliſten auf. Jeder Wähler und jede
Wählerin muß ſich davon überzeugen, ob der Name in
der Wählerliſte ſteht, da ſonſt eine Abſtimmung
un=
möglich iſt. Vor allem gilt dies auch für alle diejenigen, die
bis zum 5. Dezember das 20. Lebensjahr vollenden.
Jeder muß am 5. 12. mit „Ja” ſiimmen.
Denn es iſt höchſte Zeit, daß in Heſſen andere Verhältniſſe
geſchaffen werden, wenn wir nicht in abſehbarer Zeit vor dem
vollendeten Staatsbankerott, ſtehen wollen. Die
Aus=
gaben des Staates ſteigen ins Unermeßliche. Sie betrugen:
1924: 91,5 Millionen RM., 1925: 112,1
Millio=
nen RM., 1926: 128,6 Millionen RM. Wie hoch
werden ſie erſt 1927 ſein?
Dabei ſteht für 1927 ſchon jetzt ein Fehlbetrag von
über 30 Millionen RM. feſt.
Steuerzahler:
ſollen weiterhin Euere Gelder devartig
verwirtſchaf=
tet werden?
Beamte:
Was wird aus Eueren wohlerworbenen Beamten
rechten, wenn der Staatsbankerott nicht aufgehalten wird?
Wer nicht Nutznießer der beſtehenden Zuſtände iſt, der
ſtimmt am 5. Dezember mit „Ja!” und
!! !ſchickt den Landtag heim!! !
Reichsfrauentagung der Deutſchen Volkspartei
in Jena.
Jena, 15. November.
Im Verlauf der Reichsfrauentagung ſprach Frau Fock=
Liegnitz und Frau Pleimes=Frankfurt a. M. über das
Grenz= und Auslandsdeutſchtum unter beſonderer Betonung der
nationalen Bedeutung der Erhaltung deutſchen Volkstums in
den Grenzgebieten und im Auslande. Es wurde dann eine
Ent=
ſchließung angenommen, in der zu opferwilliger Mitarbeit, zur
Stärkung des bedrohten Deutſchtums aufgerufen wird. Zur
Außenpolitik wurde eine Entſchließung angenommen, in der
feſt=
geſtellt wird, daß nur aus der klaren Erkenntnis unſerer Lage
und der realpolitiſch gegebenen Möglichkeit die richtige
Einſtel=
lung zu dem Wege der deutſchen Außenpolitik gewonnen werden
könne. Ein anderer Weg als der der Verſtändigung, gepaart
mit nationaler Würde, ſei für uns nicht gegeben. Die
gegen=
wärtige Leitung unſerer Außenpolitik habe dieſe Forderungen
erfüllt. Dem Außenminiſter ſei dafür Dank auszuſprechen. In
einer weiteren Entſchließung wird der Erwartung Ausdruck
ge=
geben, daß eine ſtärkere Heranziehung der Frauen als Mitglieder
der Völkerbundsdelegation und als Sachverſtändige erfolgt. Der
zweite Tag war ausgefüllt mit Verhandlungen der drei
Studien=
kreiſe, über deren Ergebniſſe dann in der gemeinſamen
Schluß=
ſitzung Bericht erſtattet wurde.
Max Hölz.
* Berlin, 15. Nov. (Priv.=Tel.)
Die Kommuniſten geben keine Ruhe, bevor ſie ihren „
Natio=
nalhelden” Hölz nicht wieder aus dem Zuchihaus
herausge=
bracht haben. Sie haben jetzt einen Mann enddeckt, der,
angeb=
lich von ſeinem Gewiſſen getrieben, ſich ſelbſt geſtellt und
einge=
ſtannden haben ſoll, daß er den Grundbeſitzer Heß erſchoſſen hat,
deſſen Ermordung einer der Hauptgründe für die Verurteilung
von Max Hölz zu lebenslänglichem Zuchih —s war. Die
kommu=
niſtiſche Fraktion hat deshalb das Juſtizminiſterium des Reiches
und Preußens ſowie auch den Amneſtieausſchuß des Reichstages
mobil gemacht, um eine Wiederaufnahme des Verfahrens zu
er=
reichen, weil ſie behauptet, er ſei unſchutldig verurteilt. Davon
bann watürlich keine Rede ſein. Es ſolle noch nicht vergeſſen ſein,
daß er wie ein Movdbrenner gehauſt hat, und daß die
Ermor=
dung des Heß nur eine der ihm nachgewieſenen Straftaten iſt. Mag
ſein, daß das Urteil milder ausgefallen wäre, wemn dieſer
Ver=
dacht wegfällt. Inſofern kann natürlich auch eine
Wiederauf=
nahme des Verfahrens in Betracht komen, aber kein Gericht
wird die Verandwortung übernehmen können, einen ſolchen
Ge=
waltmenſchen jetzt bereits wieder auf das deutſche Volk
loszu=
laſſen.
Seite 3
Schach dem König.
Von gut unterrichteter Seite wird uns geſchrieben:
Zu der Tragödie der fasciſtiſchen Revolution geſellt ſich das
Satyrſpiel Garibaldis. Die vorzeitige Entdeckung des Verräters
nach allen Seiten hat den Schleier ein wenig über einem Akt in
der Tragödie gelichtet, in dem das Endſpiel auf ein „Schach dem
König” hinauslaufen will. Man kann in Italien heute kaum
etwas beweiſen. Nicht, weil es an Indizien fehlte, ſondern weil
die Fäden der einzelnen Drahtzieher noch derart durcheinander
gewirrt ſind, daß man nie ganz genau ſagen kann, wohin der
einzelne Faden leitet und wer das Ende oder den Anfang in
der Hand hat.
Die Hauptſpieler in dieſem Endſpiel waren bisher Muſſolini
mit dem Kreis der echt fasciſtiſchen jüngeren Leute, die zu ſeiner
nächſten Umgebung gehören, jenen Männern, die er zur
Aus=
führung ſeiner direkten Befehle benutzt, und der bisherige
Innenminiſter Federzoni, dem die offizielle Sicherheit
Muſſo=
linis und des fasciſtiſchen Staatsweſens anvertraut war. Man
weiß, daß aus jener Zeit, als Muſſolini ſchwer kpank war, jenes
Teſtament exiſtiert, wonach im Falle eines plötzlichen
Hin=
ſcheidens Muſſolinis der Innenminiſter Federzoni zuſammen
mit dem Generaliſſimus Badoglio die Zügel der Regierung in
die Hand nehmen ſollte. Federzoni und ſeine Getreuen hatten
alſo tatſächlich zwei Seelen in ihrer Bruſt — eine Leiſtung,
der die große Mehrzahl aller politiſierenden und herrſchſüchtigen
Italiener in fabelhafter Weiſe fähig iſt. Federzoni hatte ein
Intereſſe daran, daß das Teſtament in Kraft trat — dies iſt die
mildeſte Form, mit der man die Sache umſchreiben kann — und
hatte aber auch zugleich ein ſtarkes Intereſſe daran, daß
Atten=
tate auf Muſſolini beabſichtigt wurden, die der Innenminiſter
rechtzeitig aufdecken konnte, oder daß wenigſtens „Schuldige‟
präpariert wurden, auf die man als „Entdecker” zurückgreifen
konnte, wenn ein nicht präpariertes Attentat ſich ereignen ſollte.
Aus dieſer zwieſpältigen Haltung ergab ſich dann jener
Miſch=
maſch von echten und unechten Anſchlägen, die das Leben
Muſſo=
linis wirklich bedrohten, und andererſeits doch erwünſcht oder
beſtellt waren, um ſein Leben der Nation unſchätzbar und
„auguſtäiſch” zu machen. Im Hintergrunde aber ſtand als letzte
Reſerve ſür die konſtitutionellen Nationaliſten und „
Auchfas=
ciſten” vom Schlage Federzonis die Perſon des Königs. Das
napoleoniſche Jahr Muſſolinis galt in beſonderer Weiſe dem
König, und dies Jahr iſt noch nicht vorbei.
Man muß wohl in die Zeiten des blutigſten Mittelalters
in Italien zurückgreifen, um einen derartigen Wuſt und Unrat
von Intrigen, haltblütigen Verſchwörungen und amtlichen
An=
ſtiftungen wiederzufinden, wie ſie ſich hinter den Kuliſſen des
heutigen Italien abſpielen. Die Inzucht jahrhundertelangen
Verſchwörertums treibt ihre üppigſten Blüten. Nepölismus
unter der Herrſchaft der Päpſte, Bourbonenwirtſchaft, Camorra
in Neapel, Maffia in Palermo, die Günſtlingswirtſchaft unter
der Freimaurerſchaft — es war ſeit den Tagen der
ſelbſtver=
ſtändlichen Gemeinheit ſpätrömiſcher Zeiten und der
Grauſam=
keit der Renaiſſance immer dasſelbe: wer die Macht hatte, tötete
und unterdrückte die anderen und ſättigte ſich an der
Staats=
krippe. Nichts, aber auch nichts hat ſich im Kern geändert, nur
die Form hat ſich zum Teil gewandelt.
Die Königstreuen wußten, daß es mit der Herrlichkeit des
Hauſes Savoyen binnen kurzem zu Ende ſein würde, wenn man
nicht rechtzeitig den einzigſten Mann, der im Fascismus dem
König wirklich gefährlich war, zum Verſchwinden von der
poli=
tiſchen Bühne bringen konnte. Dieſer wiederum glaubte nicht
her endgültig gegen die Krone vorgehen zu können, als bis die
Begeiſterung des Volkes, und zwar des ungebildeten Volkes
weit unten in Süditalien ebenſo, wie in den konſervativen
Bürgerkreiſen der Städte, ihn mit einem derartigen Nimbus
umgeben hätte, daß jeglicher Glanz einer Krone neben dem
Mythus „Muſſolini” verbleichen mußte. Fascismus und
Faſzinieren gehören zuſammen.
Von allen Seiten wurde alſo konſpiriert. Muſſolini beſchritt
den Weg der antiken Göttlichkeit, jener auf die dumme Menge
berechneten Aufmachung in Prunk, Unverwundbarkeit,
Allwiſſen=
heit und Rhetorik, die eine bereits halb betrunkene Menge zu
Taten der Ekſtaſe treiben kann. Wenn der höchſte Grad der
Volksraſerei erreicht war, dann verſchwand die Krone faſt von
alleine. Man mußte vielleicht kaum nachſtoßen, wenn der Mantel
fiel. Federzoni ſchien zwar nicht ganz zuverläſſig, aber ſolange
er im Amt des Innenminiſters war, würde der König nicht den
letzten Reſt ſeines Preſtiges anwenden, um ſich des Heeres zu
verſichern, ehe dieſes ſelbſt endgültig ſasciſtiſiert war. Dieſer
Innenminiſter aber war ſich bewußt, daß er gegen die
Einflü=
ſterungen der „Getreuen” um Muſſolini nur ein Mittel hatte:
Attentate rechtzeitig entdechen und ſich dadurch als treuen Hüter
ſeines Herrn beweiſen. Er mußte alſo um ſeiner Herrſchſucht
willen (der Erhaltung des Königshauſes unter ſeiner Aegide),
Anſchläge geſchehen laſſen, wenn ſie Ausſicht auf Erfolg haben
ſollten, damit das Teſtament in Kraft treten könnde, und
ander=
ſeits für Attentate ſorgen, die Kraft ſeiner Kunſt „entdeckt”
Mittel. So läßt ſich durch Anwendung des elektriſchen Stromes
eine ſtarke Beeinfluſſung ausüben und damit gewiſſe hyſteriſche
Erſcheinungen, wie hyſteriſche Lähmungen, Stummheit uſw.,
be=
ſeitigen. Bei der Vekämpfung des hyſteriſchen Schüttelns bei
Kriegsteilnehmern wurden daneben Exerzierübungen erfolgreich
verwendet, da das militäriſche Kommando eine ſtarke und
ener=
giſche ſeeliſche Beeinfluſſung darſtellt.
Dagegen geht die Seelentiefenbehandlung, die Pſychoanalyſe
Sigmund Freuds, von ganz anderen Geſichtspunkten aus. Freud
will nicht beeinfluſſen, ſondern durch genaueſtes Eingehen auf
alle ſeeliſchen Aeußerungen des Patienten dieſen von
Hem=
mungen und Sperrungen befreien, die ſich dem normalen Ablauf
ſeeliſcher Vorgänge in den Weg ſtellen. Es würde zu weit
führen, hier die Grundbegriffe und Wandlungen der Freudſchen
Lehre ausführlich darzulegen. Dies iſt in vielen populären
Schriften mehr als genug geſchehen und es iſt charakteriſtiſch,
daß ſich das Publikum mit keiner anderen Richtung moderner
Forſchung ſo ausgiebig beſchäftigt hat wie grade mit der
Pſycho=
analyſe. An Widerſprüchen und ſcharfen Angriffen hat es
dem=
entſprechend gerade von ſeiten der Nervenärzte nicht gefehlt.
Dabei richteten ſich die Angriffe vor allem gegen die ſtarke
Be=
tonung des Sexuellen als Urſache nervöſer Störungen, und man
muß zugeben, daß in dieſer Beziehung der phantaſtiſchen
Aus=
deutung und der Uebertreibung ein weiter Spielraum gelaſſen
wurde. Der Kern der Freudſchen Lehre ſtellt trotz mancher
Ver=
wirrungen einen ganz bedeutenden Fortſchritt der modernen
Seelenforſchung dar. Wird doch in der Pſychoanalyſe zum erſten
Male ein Verfahren, wenn man will, eine Technik entwickelt, die
es dem Seelenarzt möglich macht, die inneren Urſachen ſeeliſcher
Konflikte aufzudecken. Der erſte Schritt auf dieſem Wege war
getan, als es Freud und Breuer gelang, ſtark gefühlsbetonte
Er=
lebniſſe als Urſache hyſteriſcher Erſcheinungen aufzudecken, dem
Kranken bewußt zu machen und auf dieſe Weiſe das hyſteriſche
Symptom zum Verſchwinden zu bringen. Dieſe Art der
Seelen=
behandlung wird auch beute noch von einer Anzahl
Pſycho=
therapeuten ausgeübt und ſoll in vielen Fällen recht erfolgreich
ſein. Es bleibt aber wie die Suggeſtionsbehandlung ein
ſymp=
tomatiſches Mittel, das nur zur Beſeitigung einer einzelnen
Krankheitserſcheinung dient, ohne das Uebel an der Wurzel zu
faſſen. Zur Erreichung dieſes für jede Krankheitsbehandlung
wichtigſten Zieles wollten Freud und ſeine Schüler die
Pſycho=
analyſe ausbauen. Durch immer tiefer ſchürfende Erforſchung
des Seelenlebens, wobei die ſymboliſche Bedeutung des
Traum=
lebens mit herangezogen wurde, ſollten dem Kranken die
außer=
halb der Sphäre ſeines Wachbewußtſeins wirkenden Triebkräfte
bewußt gemacht werden. Der Neurotiker ſollte in der Analyſe
auf den Grund ſeiner Seele ſchauen lernen. Der ſeeliſche
Ken=
fikt, der Kampf zwiſchen Triebleben und Sittengeſetz, wird ihm
offenbar und mit Hilfe dieſer Einſicht ſollte ein Ausgleich
ge=
ſchaffen werden, der zur Heilung der Neuroſe führt. Das
Seruelle iſt in dieſem Sinne nur ein Teil, wenn auch ein
beſon=
ders mächtiger des geſamten Trieblebens. Man glaubte mit
einer ſolchen ſeeliſchen Zergliederung, Analyſe, auszukommen
und den ſeeliſchen Wiederaufbau dem Kranken ſelbſt überlaſſen
zu können. Es werden aber jetzt ſchon zahlreiche Stimmen
laut, die von dem Analytiker verlangen, daß er dem Kranken
bei dieſem ſeeliſchen Wiederaufbau helfend zur Seite ſtehen
müſſe. Ein früherer Schüler Freuds, Adler, glaubt die Analyſe
durch eine erzieheriſche Seelenbehandlung verſetzen zu können.
In ſeiner Individualpſychologie vertritt er die Anſicht, daß die
Urſache der meiſten Neuroſen in einer in früher Jugend
be=
wirkten Untergrabung des Selbſtvertrauens, einer
Unter=
drückung des gefunden Geltungsſtrebens liegt. Wenn es
ge=
lingt, dem Kranken wieder Mut und Selbſtvertrauen einzuflöſen,
wird dieſer von ſelbſt wieder geſund. Alle dieſe Methoden einer
kauſalen, d. h. urſächlichen Behandlung ſeeliſcher Verſtimmungen
und nervöſer Leiden haben das Gemeinſame, daß ſie eine
ver=
trauensvolle Ausſprache zwiſchen Krankem und Seelenarzt
nötig machen. Wie ſegensreich, ja heilbringend ein ſolches
Aus=
ſchütten des Herzens iſt, wird mancher an ſich ſelbſt erfahren
haben, der in Stunden ſeeliſcher Not einen verſtändnisvollen,
warmherzigen Zuhörer und Tröſter gefunden hat, mag es nur
ein Freund, ein Geiſtlicher oder ein Arzt geweſen ſein.
Dr. med. Georg Kaufmann.
Ein ernſtes Wort in letzter Stunde.
In dieſen Tagen wird das Geſetz zum Schutze der Jugend
vor Schund= und Schmtzſchriften im Reichstag zur
Verhaid=
lung ſtehen. Man hat darum in letzter Zeit durch Kundgebungen
und durch Aufſätze aller Art verſucht, mit aller Macht Stimmeing
gegen das Geſetz zu machen, um es zu Fall zu bringen. Man
redet in hochtönenden Phraſen von einer angeblichen „
Bedro=
hung der Geiſtesfreiheit” von „Kulturwidrigkeit” von „
poli=
tiſcher Ausnutzung des Geſetzes” uſw. In dem Lärm und
Ge=
ſchrei der Gcſetzesgegner muß doch mit aller Nuhe feſtgeſtellt
werden, daß ihre Einwürfe gegen das Geſetz jeder ernſthaften
Grundlage entbehren. Nicht Bedrohung, ſondern Schutz der
wahren Kunſt ſehen wir in einem Geſetz, das den Schund und
Schmutz erfaßt und das freie Bahn echtem künſtleriſchen Wirken
ſchaffen wird. Auch ein Mißbrauch des Geſetzes zu politiſchen
Zwecken iſt nach der neueſten Faſſung des Geſetzentwurfes völlig
ausgeſchloſſen. Da heißt es in § 1, daß politiſche Togeszeitungen
dem Geſetz nicht unterliegen und daß eine Schrift wegen einer
politiſchen Tendenz nicht verboten werden darf.
Laſſen wir uns alſo nicht beirren! Letzten Endes ſteckt hinter
all dieſen Einwendungen das Schundkapital oder irgendwelche
parteidogmatiſch eingeſtellten Kreiſe, die entweder um ihr Geſchäft
oder um ihre Partei beſorgt ſind. Das alles iſt aber bei der
ſachlichen Beurteilung des Geſetzes auszuſchließen. Es
han=
delt ſichhier umunſere Jugend, die durch die Schund=
und Schmutzfluten in größter Gefahr ſteht. Alle, denen die
Jugend als heiligſtes Gut unſeres Volkes lieb iſt, erhoffen von
dem Reichstag in dieſen Tagen eine geſchloſſene Stellung für
das Geſetz und fordern, daß ein Geſetz verabſchiedet wird, das
in wirkſamſter Weiſe unſere Jugend vor der weiteren
Ver=
ſeuchung ſchützt. In dem Tagesſtreit der Meinungen über das
Geſetz rufen wir unſerer Volksvertretung zu:
Reichstag, bleibe feſt!
C.K. Ein Frauenrekord des Schweigens. Eine Frau, die ein
Geheimnis mehr als 30 Jahre lang treu bewahrt, dürfte gewiß
eine Seltenheit ſein. Das weibliche Weſen, das dieſen Retord
aufſtellte, war aber eine Indianerin, die Saaw des
Häupt=
lings der Sheſhone=Indianer John King. John King oder
„Creek Johnny” wie er allgemein genannt wurde, war dadurch
berühmt geworden, daß er eines Tages mit großen Goldklumpen
und viel Goldſtaub auftauchte, die er nach Yerington, einer
Stadt am Weſtrande des Wüſtengebietes von Nevada, brachte.
Man hatte alle Mittel verſucht, um ihm das Geheimnis zu
ent=
reißen, woher dies Gold ſtammte, das die Quelle ſeines
Reich=
tums geworden war, aber man konnte ihm nicht ein Wörichen
abringen. Als er ſtarb, glaubte man, er habe ſeine Kenntnis
dicſes Goldſchatzes mit ins Grab genommen. Nun wird
end=
lich das Geheimnis durch einen Bericht der New Yorker „Sun”
gelüftet. Danach hatte der alte John auf ſeinem Totenbette
ſeiner Frau die Stelle des Goldlagers anvertraut, ihr aber das
Verſprechen abgenommen, das Geheimnis des Stammes
wäh=
rend ihres ganzen Lebens zu bewahren. Sie hielt treu ihr
Ge=
lübde, und erſt, als ſie ſelbſt ihr letztes Stündlein herannahen
fühlte, machte ſie ihrem Schwiegerſohn Mitteilung, dem jetzigen
Häuptling des Stammes. Dieſer glückliche Erbe des
Geheim=
niſſes verlor keine Zeit, um ſich in den Beſitz des verborgenen
Reichtums zu ſetzen und brachte ebenfalls reiche Goldſchätze mit,
wie der alte John vor 30 Jahren. Die Folge war, daß ein
wil=
der Anſturm nach den wüſten Gegenden Nevadas einſetzte, bei
dem Bergwerksſachverſtänkdige, Mineralogen, Goldſucher und
Wbenteurer aller Art die Abhänge und Höhen des Grand Nang
durchforſchten in der Oofſnung, eix neues Dongdo zu finden.
Seite 4
Nummer 318
wurden. So allein erklärt ſich der Rattenkönig von Anſchlägen
mit echten und unechten Schüſſen, Bomben oder Verſchwörungen.
Dieſes Doppelſpiel n beſtellten und abgeſagten Anſchlägen
konnte er nur deshalb ſo lange Zeit durchführen, weil es im
Sinne Muſſolinis war, die italieniſchen Emigranten, die „
Fuo=
rusciti”, in Frankreich dadurch unſchädlich zu machen, daß man
der franzöſiſchen Regierung den „Beweis” für den Urſprung der
Anſchläge auf franzöſiſchem Boden liefern konnte. Die
An=
ſchläge, die teilweiſe tatſächlich ernſthaft gegen Muſſolini
ge=
meint waren und mit amtlichen Mitteln aus dem
Innenmini=
ſterium geſpeiſt worden ſind, wurden Muſſolini als
Lockſpitzel=
attentate hingeſtellt. Sein krankhafter Wunſch, die verhaßten
Gegner in Frankreich unſchädlich zu machen, ließ ihn zu den
bedenklichſten Maßnahmen ſeine Zuſtimmung geben. Denn die
Emigranten in Paris und an der Riviera gehörten zu der Elite
des Geiſtes im früheren Italien.
Wenn man ſich bei dieſer beſtellten Verſchwörerarbeit
über=
legt, wie die Darſtellung Federzonis geweſen ſein mag, die er
Muſſolini über die Anſchläge gegeben haben dürfte, ſo verſteht
man auch, warum Muſſolini in einer kühn erſcheinenden
Heraus=
forderung des Schickſals immer wieder gerufen hat, daß er
un=
verwundbar ſei, bis ſeine Miſſion erfüllt ſei. Er glaubte ja, daß
die Attentate ſich für ihn ungefähr ſo anzeigten, wie das ſchlechte
Wetter ſich auf dem Barometer vorher ankündigt.
Es würde zu weit führen, wenn man an der Hand von
Daten zeigen wollte, wie die verſchiedenen Anſchläge (mit
Aus=
nahme vielleicht von dem Schuß der verrückten Engländerin) ſich
jedesmal abſpielten, ſobald Federzoni entweder ein Alibi hatte,
oder durch Aeußerungen und Permutungen ſeine ſpätere
Un=
ſchuld im voraus ſichern konnte. Als der betrogene Verſchwörer
Zaniboni ſein Zielgewehr auf Muſſolinis Balkon richten ſollte,
war Federzoni zufällig in Südtirol, alſo weit vom „Schuß”.
Wenn dieſer erſte Verſuch, bei dem man noch nicht genügend
Erfahrung hatte — die Aufmachung war ja auch
unwahrſchein=
lich plump — mißlang, dann war der Innenminiſter geſichert.
Bei dem Bombenwurf in Rom in dieſem Sommer haben hohe
Polizeibeamte, wie bereits früher berichtet, gewußt, daß etwas
im Gange war, ohne erfahren zu können, was ſich vorbereitete.
Wer damals in Rom war, weiß, daß eine ſehr prominente
Per=
ſönlichkeit, der die Sicherheit des Duce oblag, in der Woche vor
dem Anſchlag äußerſt unruhig war. Bei verſchiedenen
Gelegen=
heiten, wo er mit fremden Diplomaten zuſammentraf, fiel dieſen
Ausländern auf, daß der betreffende Beamte ungemein blaß und
unſtet war. Unvorſichtige Aeußerungen ließen auch erkennen,
daß er etwas erwartete, ohne herausfinden zu können, wo die
Gefahr lag. Federzoni allein — und der edle Gambaldi —
hät=
ten ihm wohl Auskunft geben können.
Dieſer Garibaldi, eines der häßlichſten Geſchöpfe einer üblen
Epoche, ein Mann, der vor dem Kriege, ebenſo wie im Krieg
und nachher nur faule Sachen gemacht hat, wäre in der Lage,
hinter die Kuliſſen um Muſſolini zu leuchten. Und wenn die
franzöſiſche Regierung es vermeidet, ihn vor Gericht ſtellen zu
laſſen, ſo geſchieht dies ſicher nur, weil ſie nicht neuen Zündſtoff
gegen Italien im eigenen Lande anhäufen laſſen will, wenn
Dienstag, den 16. November 1926
man in Frankreich vor Gerichtsſtelle etwas von der Wahrheit
erfahren würde. Briand genügt es, daß er die Aktenkenntnis
hat, und Poincaré möchte die Front gegen Muſſolini nicht
er=
weitert ſehen. Die Attentatsfabrikation um Garibaldi und das
widrige Spitzeltum aber ſind letzten Endes eben nur durch die
Gelder aus den Kaſſen Federzonis möglich geweſen. Muſſolimi
hat dieſe Machenſchaften geduldet, weil er nach dem
Abſchieds=
geſuch Federzonis (jenem ſeinerzeit noch nicht bewilligten
Ab=
ſchiedsgeſuch, das Federzoni nach dem Bombenwurf einreichte),
den Innenminiſter bei der nächſten Gelegenheit entfernen konnte,
ohne daß für den König nach einem neuen Anſchlag auf
Muſſo=
lini, die Möglichkeit zu einem guten Wort für ſeinen Federzoni
gegeben geweſen wäre. Federzonis Figur aber ſtand allein noch
im Weg, um „Schach dem König” im Endſpiel erklären zu
können. Badoglio war gerade in Rumänien, das Heer alſo
für einige Zeit ausſchließlich in der Hand des Kriegsminiſters
Muſſolini. Die nächſten Attentate ſind durch das Ausſcheiden
Garibaldis nicht mehr ganz genau vorauszuſehen. — Jetzt iſt
der Duce auch ſein eigener Innenminiſter, und ſeine Miliz
be=
ſorgt nun ausſchließlich den wirklichen Sicherheitsdienſt. Das
Endſpiel hat eingeſetzt. Wenn die Partei im Innern zu Ende
ſein wird, dann tritt der Fascismus Muſſolinis in eine neue
Phaſe ein, das Spiel mit dem Ausland. Die napoleoniſche
Stunde naht, in der Muſſolinis Ruhm Lorbeeren außerhalb
Italiens ſuchen wird. Wenn der Frühjahrswind im Balkan
oder in Kleinaſien weht, oder wenn kein weiteres Stimulans
im Lande mehr aufzutreiben iſt, dann wird Europa zu ſpüren
bekommen, was heute noch in Italien nur „Schach dem
König” iſt.
Das Ergebnis von Odefſa.
Die Beſprechungen zwiſchen dem ruſſiſchen Volkskommiſſar
des Auswärtigen, Tſchitſcherin, und dem türkiſchen
Außenmini=
ſter, Ruchdy Bey, in Odeſſa ſind am Sonntag beendet worden
und Ruchdy Bey hat bereits am Nachmittag an Bord der „
Hami=
dieh” die Rückreiſe angetreten. Ueber das Ergebwis wurde von
beiden Miniſtern folgendes Communiqué ausgegeben:
Tewfik Ruchd Bey und Tſchitſcherin evwogen die beide
Re=
gierungen gemeinſam intereſſierenden Fragen. Sie ſtellten feſt,
daß keine einzige Frage die Richtung der Politik beider Staaten
ändern und die zwiſchen ihnen beſtehenden Beziehungen ſtören
könne, daß es äußerſt wünſchenswert ſei, dieſe Beziehungen noch
enger und herzlicher auszubauen, und daß die Befeſtigung dieſer
Beziehungen für den Weltfrieden äußerſt wichtig ſei.
Vor ſeiner Abreiſe gab der türkiſche Miniſter einem
Ver=
treter der Telegraphenagentur der Sowjetunion einige
Erklä=
rungen ab, in denen er ſagte: Es iſt nicht genug, die Beziehungen
zwiſchen beiden Ländern als freundſchaftlich zu charakteriſieren.
Ich möchte ſie brüderlich nennen. Tſchitſcherin und ich haben
uns lange unterhalten, nicht nur als Vertreter zweier Staaten,
ſondern auch als Freunde, die durch eine ſechsjährige
Freund=
ſchaft miteinander verbunden ſind. Unſer Zuſammentreffen
wird eine neue Befeſtigung der Beziehungen zwiſchen der
Tür=
kei und Sowjetrußland zur Folge haben.
* Die Verhandlungen über die
Abrüſtung.
Ausſprache Streſemanns mit Briand und
Chamberlain in Genf.
Die Verhandlungen über die Abrüſtung
neh=
men bisher einen befriedigenden Verlauf. Das Auswärtige Amt
hat, wie bereits mitgeteilt, vor einigen Tagen einen Spezialiſten
nach Paris geſandt, um mit der Botſchafterkonſerenz eine
Ver=
ſtändigung über die möglichen Differenzpunkte herbeizuführen.
Man nimmt nach den letzten Nachrichten aus Paris an, zumal,
da auch der Vorſitzende der Kontrollkommiſſion, General Walch,
von der mangelnden Exiſtenzberechtigung der Kontrollkommiſſion
überzeugt iſt, daß noch vor der Genfer Konferenz die letzte
Ent=
ſcheidung getroffen wird, ſo daß dann die Kontrolle praktiſch
aufhört. Die eigentlichen Schwierigkeiten beſtehen aber nicht ſo
ſehr in der Beſeitigung der Kontrollkommiſſion, als in dem, was
dann werden ſoll. Wie bekannt, iſt der Verſuch gemacht worden,
ehe Deutſchland in den Völkerbund eintrat, ein beſonderes
Inveſtigationsprotokoll aufzuſtellen und Deutſchland unter eine
ewige Kontrolle des Völkerbundes zu ſtellen. Im Verſailler
Vertrag iſt zwar vorgeſehen, daß wir uns bei akuten Anläſſen
eine ſolche Kontrolle des Völkerbundes gefallen laſſen müſſen;
das hat aber den franzöſiſchen Militärs nicht genügt, ſie wollten
dieſe klaren Beſtimmungen uminterpretieren und wenigſtens
für das Rheinland dauernde Kontrollorgane ſchaffen. Für uns
würde das alſo den Unterſchied bedeuten, daß die Kontrolle nicht
mehr von der Entente, ſondern vom Völkerbund ausgeübt
wer=
den würde. Dagegen hat Deutſchland ſchon in Locarno
Ein=
ſpruch erhoben und unſere Gründe ſind damals auch von
Briand anerkannt worden. Immerhin wird er in dieſer
Rich=
tung von den franzöſiſchen Militärs ſtark unter Druck gehalten,
und es wird eigentlich angenommen, daß durch eine perſönliche
Ausſprache zwiſchen Dr. Streſemann, Briand und Chamberlain
auf der Ratstagung anfangs Dezember ſich die beſte Möglichkeit
bietet, hier einen Ausgleich zu ſchaffen. Deswegen iſt es auch
unbegreiflich, wie gerade jetzt die Nachricht kommen kann, der
Reichsaußenminiſter würde nicht nach Genf fahren. Er hat ſchon
ſeit längerer Zeit ſeine Dispoſitionen ſo getroffen, daß er in
Genf die deutſchen Intereſſen ſelbſt vertritt, eben weil er die
Hoffnung hat, dann dieſes ganze Kapitel der Kontrolle endgültig
aus der politiſchen Diskuſſion ausgeſchaltet zu ſehen.
Für die Herstellung guten Suppen
gibt es viele Rezepte, keines aber ist einfacher und billiger als dieses:
nimm MAGGl Suppen-Würfel
Mac
Kräftiger Sonntags=
junge angekommen. Dies
zeigen in dankbarer Freude
an
(*30152
Wilhelmine Sperb, geb. Wahl
Vikar Leopold Sperb
z. Zt. Darmſtadt Weiz, Steiermark
P Unſer dritter Sonntags=
* junge angekommen.
Polizeioberleutnant Knapp
u. Frau Gretel, geb. Walter.
Darmſtadt, den 14. November 1926.
Aß.5
Unſern vier Buben wurde
heute ein prächtiges Schweſterchen
geboren.
Dr. Ing. Wilhelm Petry und
Frau Marie, geb. Kopp.
Obercaſſel, Siegkreis,
z. Zt. Bonn=Dottendorf, Süd=Sanatorium,
13. November 1926.
(16761
luch Sie hatten Pech in der Gesellschaft!
hr Seiden-Schal, Ihr Seiden-Kleid
3ckam einen Eisck,
„Selden-Fips” nimmt ihn weg!
Hersteller: Urawia-Besellschaft m. b. d. Stuttdant
Zr haben in allen einschlügigen Geschdften
Vortreter u. Lager: Gustav Mochelke
Malux, Mäitteruschtsreul 11
L 9t. 12588
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die
traurige Nachricht, daß meine liebe Mutter,
Schwieger=
mutter, unſere Schweſter, Schwägerin, Tante und
Groß=
mutter
Frau Marie Kraft
geb. Schäfer
Oktroi=Erhebers Witwe
im nahezu vollendeten 80. Lebensjahre von ihrem ſchweren
Leiden durch einen ſanften Tod erlöſt wurde.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen.
Jakob Kraft.
Darmſiadt, den 15. November 1926.
(16777
Nieder=Ramſtädterſtr. 15.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 17. November,
nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Waldfriedhofes
aus ſtatt.
Todes=Anzeige.
Geſtern nachmittag 4½ Uhr verſchied in Worms
unerwartet nach längerem Leiden mein innigſtgeliebter
Mann, unſer treubeſorgter Vater, guter Sohn, Bruder
und Schwiegerſohn
Herr Or. phil. Hermann Götz
Studienrat an der Piktoriaſchule
im Alter von 36 Jahren.
Im Ramen der trauernden Hinterbliebenen:
Johanna Götz, geb. Schmitt=Bodmann
und 2 Kinder.
Darmſtadt, Wilhelm=Jägerſtr. 10, Dieburg, Worms, (16775
Auf beſonderen Wunſch des Verſtorbenen, findet die
Beerdigung in Worms, Friedhof Hochheimer Höhe,
am Mittwoch, den 17. November 1926, nachmittags
8½ Uhr ſtatt.
Dankſagung.
(Statt Karten.)
Für alle Ehrungen und liebevolle Teilnahme,
welche mir bei dem allzufrühen Hinſcheiden meines
lieben, unvergeßlichen Mannes zu teil wurden, ſpreche
ich hierdurch meinen aufrichtigen Dank aus.
In tiefer Trauer:
Frau Helene Roſignol Bwe.
geb. Dauber.
Darmſtadt, den 15. November 1926.
(16737
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
trau=
rige Mitteilung, daß mein lieber Mann, unſer lieber,
guter Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkei
Heinrich Schmidt
nach langem Leiden ſanft entſchlafen iſt. (16739
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Eliſe Schmidt Wwe.
Familie Gg. Schmidt
Familie Wilh. Schmidt.
Die Beerdigung findet am Mit woch, den 17.
No=
vember, vormittags 11 Uhr, auf dem alten Friedhof
an der Nieder=Ramſtädterſtraße ſtatt.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unſeren
lieben, unvergeßlichen Sohn, Bruder, Schwager und
Bräutigam
Herrn Wilhelm Heß
am Sonntag im blühenden Alter von 20 Jahren in
Neuſtadt a. d. Donau in ein beſſeres Jenſeits abzurufen.
Familie Philipp Heß,
Weinbergſtr. 4
Familie Georg Heß
Käti Jäger (Braut).
Darmſtadt, den 15. November 1926.
(*30182
Die Beerdigung findet Dienstag, den 16. November
um 2½ Uhr in Neuſiadt ſiatt.
Dankſagung.
Allen Denjenigen, welche an dem Hinſcheiden
unſerer lieben, unvergeßlichen Entſchlafenen Anteil
genommen haben, ſprechen wir auf dieſem Wege
unſeren herzlichen Dank aus.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Müller
Heinrich und Hermann Mäller.
Darmſtadt, den 15. November 1926. (16772
Beiladung nach der
Bergſtraße u zurück,
ſowie Mainz u. zu
rück nimmt an (*30181
J. Kugler,
Liebfrauen=
ſtr. 33. Teleph. 1011.
werd auf neu lackert
(*30119
billigſt
Eliſabethenſtraße 3
Seitenbau, part
Bei Erkältung, Rheuma, Hexenschuß,
Glieder-, Muskel- und Kopfschmerz.
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Apoth, Elisabethenstr. 30, Drogerie Chr.
Schminn, Inh. Beieh.
T (J. 6505
„Ich war am ganzen Leibe mit
Saute
44
behaftet, welche mich durch das ewige Jucken Tag
und Nacht peinigten. Nach dem Leſen Ihrer
Druckſache war mein erſter Weg zur Apoiheke,
natürlich nur in dem Gedanken, eine Mark zu
ver=
ſchenken; aber es kam anders. Nach einer
Ein=
reibung von kaum 14 Tagen mit „Zucker’s Patent=
Medizinal=Seiſe” waren meine Flechten vollſtändig
verſchwunden. Deshalb laſſe ich es mir nicht
nehmen, Ihnen 1000 mal Dank zu ſagen denn
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ſondern Mk. 100.— wert. Sergt. M.* 4 Stck.
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(*3013
Nummer 318
Olenstag, den 16. November 1926
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 16. November.
— Ernannt wurden am 13. Sept.: der Schuſamtsanwärter Wil=
Selm Allendörfer aus Altenhain, Kreis Schotten, zum Lehrer an
Ser Volksſchule zu Göbelnrod, Kreis Gießen; am 16. September: der
Schulamtsanwärter Wilhelm Böcher aus Ruppertsburg, Kreis
Schot=
en, zum Lehrer an der Volksſchule zu Grünberg, Kreis Gießen; am
L1. September: der Schulamtsanwärter Wilhelm Schütz aus Schlitz,
Kreis Lauterbach, zum Lehrer an der Volksſchule zu Gelnhaar, Kreis
BBüdingen; — der Schulamtsanwärter Wilhelm Eiff aus Beuern,
FKreis Gießen, zum Lehrer an, der Volksſchule zu Grüningen, Kreis
Bießen; am 22. September: der Schulamtsanwärter Karl Becker aus
MMaar, Kreis Lauterbach, zum Lehrer an der Volksſchule zu Rüddings=
Sauſen, Kreis Gießen; — der Schulamtsanwärter Karl Klücker aus
Dich, Kreis Gießen, zum Lehrer an der Volksſchule zu Steinbach,
reis Gießen; am 15. Tktober: de Schulamtsanwärter Heinrichz
Sindenſtruth aus Beuern, Kreis Gießen, zum Lehrer an der
Wolksſchule zu Appenrod. Kreis Alsfeld; am 18. Oktober: die
Schul=
mimtsanwärter Jakob Ebling aus Rhein=Dürkheim, Kreis Worms,
um Lehrer an der Volksſchule zu Wahlheim, Kreis Alzey, — Philipp
bleth aus Bermersheim, Kreis Worms, zum Lehrer an der Volks=
Schule zu Bechenheim, Kreis Alzey, — Chriſtian Wießler aus
Sprendlingen, Kreis Alzey, zum Lehrer an der Volksſchule zu Fürfeld,
Kreis Alzey; am 20. Oktober: die Hilfsaufſeherin bei dem
Landgerichts=
ugefängnis in Darmſtadt, Marie Werner, zur Gefangenenaufſeherin
Wei dieſem Gefängnis; am 22. Oktober: der Kanzleigehilfe bei dem
Amts=
gericht Gießen, Andreas Merle, zum Kanzliſten; am 4. November:
Ser Lehrer Guſtav Bergmann zu Klein=Anheim, Kreis Offenbach
aa. M., zum Lehrer an der Volksſchule zu Klein=Krotzenburg, Kreis
Sffenbach a. M. Am 4. November 1926 wurden die Hilfsförſter
Lud=
ſvig Dörlam aus Groß=Hauſen” zum Förſter der Förſterei Heilig=
4kreuz, Forſtamt Bingen, — Karl Frank aus Rudingshain zum Förſter
Ɨder Förſterei Stornfels, Forſtamt Eichelsdorf, — Rudolf Hofmann
gaus Steinheim, Kreis Gießen, zum Förſter der Förſterei Schwickarts=
Thauſen, Forſtamt Konradsdorf, — Auguſt Troß aus Geiß=Nidda zum
2Förſter der Förſterei Udenhauſen, Forſtamt Grebenau — ſämtlich vom
—I. November 1926 ab ernannt und der Förſter Chriſtian Lauber zu
NElpenrod, in gleicher Dienſteigenſchaft in die Förſterei Jägersburg,
Forſtamt Jägersburg, verſetzt.
— Erledigt iſt eine Lehrerſtelle für einen ebangel. Lehrer an der
Wolksſchule in Feldkrücken, Kreis Schotten; Wohnung iſt vorhanden
rund frei.
— Heſſiſches Landestheater. Infolge Heiſerkeit von Joſef Poerner
hat die Generaldirektion für die heutige Aufführung des „Oberon”
Kammerſänger Rudolf Ritter vom Landestheater in Stuttgart für
die Partie des Hüon verpflichtet. Kammerſänger Ritter, der berühmte
Siegfried der Bayreuther Feſtſpiele der letzten Jahre, hat ſich durch ſeine
Mitwirkung bei den Wagner=Feſtſpielen im Londoner Coventgarden
und ſeine faſt alljährliche Gaſtſpieltournee durch Amerika einen
bedeuten=
den internationalen Ruf erworben und gehört heute zu unſeren
führen=
den Tenören. — Neben ihm ſtehen in den weſentlichen Partien der von
Kapellmeiſter Max Hüsgen dirigierten Aufführung die Damen: Gercke,
Kapper, Penſe, Müiller=Wiſchin, Roerig, und die Herren: Strzeletz, Dr.
Barczinski, Hölzlin, Kuhn und Grauert.
Das nächſte nach Goethes. Iphigenie” im Schauſpiel zur Aufführung
gelangende neue Werk wird Ernſt Bittlingers Schauſpiel „Ein
un=
dankbarer Menſch” (die erſten drei Ausfahrten des Karl
Born=
hagen) ſein. Der Dichter der als Geiſtlicher an der Kirche St. Georgen
in Berlin tätig iſt hat ſich bereits durch mehrere veligions=philoſophiſche
Studien und Bücher wie durch dramatiſche Arbeiten einen angeſehenen
Namen in der deutſchen Literatur geſchaffen. Von ſeinen Bühnenwerken
gelangten die Schauſpiele „Der Zöger von Altena” und der „Vagabund”,
dem von Julius Bab, Walter Harlan und Walter von Molo der Preis
der Max Meßner=Stiftung zuerkannt wurde, zur Aufführung.
Bitt=
lingers Schaffen bedeutet einen beachtenswerten Fortſchritt auf dem
Weg zum echten, bodenſtändigen deutſchen Volksſtück. — Die Aufführung
des Schauſpiels „Ein undankbarer Menſch” wird von Robert Klupp in
Szene geſetzt.
— Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtadt. In
der 3. Winterverſammlung unſerer Gewerbevereinigung, welche am
Frei=
tag, den 19. November, abends 8 Uhr, im Feſtſaal des Reſtaurants
Perkeo”, Alexanderſtraße, ſtattfindet, wird Herr Kapitän a. D. W. von
Senden, Darmſtadt, einen durch zahlreiche Lichtbilder veranſchaulichten
Vortrag über eine von ihm geleitete Fahrt eines modernen
Paſſagier=
dampfers des Norddeutſchen Lloyd von Bremen über Auſtralien und die
Südſee=Inſeln nach China und Japan halten. Bei dieſer Gelegenheit
ſollen auch allgemein intereſſierende Mitteilungen über die berührten
Küſtenſtriche, ſowie die Anlaufhäfen in bezug auf Einfuhr, Ausfuhr,
Sehenswürdigkeiten, ſowie Sitten und Gebräuche der Einwohner
ge=
macht werden. Unſere Mitglieder ſowie ihre Familienangehörigen werden
zu zahlreichem Beſuch dieſer Verſammlung hierdurch freundlichſt
ein=
geladen. Auf die Anzeige in der heutigen Nummer wird verwieſen.
— Gewerbemuſeum. Der von Friedrich Heinrichſen, dem
Aſſiſtenten von Rudolf Koch in Offenbach, geleitete Schriftkurſus
findet wieder an jedem Donnerstag von 5—7 Uhr im Gewerbemuſeum
ſtatt. Vei der regen Beteiligung, die ſolche Kurſe ſeit einer Reihe von
Jahren in Offenbach gefunden haben, iſt zu erwarten, daß ſie ſich auch
in Darmſtadt in immer wachſendem Maße einbürgern. Sowohl im
kaufmänniſchen wie im gewerblichen Leben ſpielt das Bedürfnis nach
einer künſtleriſch geſchulten Schrift eine erhebliche Rolle. Da die
Rund=
ſchrift heute keine Verwendung mehr findet, iſt die geeignete Schulung
der Handſchrift nur durch einen planmäßigen Unterricht zu erlangen.
— Liedertafel=Konzert am 29. d. M., abends 8 Uhr, im Großen
Haus des Heſſiſchen Landestheaters. Für dieſes Konzert wurde ein
Soliſtentrio gewvonnen, wie man es ſelten findet: Kammerſänger
John Gläſer, Frankfurt am Main. Er iſt einer der erſten Tenöre
der Gegenwart und tritt bei dieſer Gelegenheit zum erſtenmal vor das
Darmſtädter Publikum. Seinem Auftreten wird bereits äußerſt
leb=
haftes Intereſſe entgegengebracht; unſer einheimiſcher Flötenmeiſter
Martin Geißler vom Heſſiſchen Landestheater, deſſen vollendete
Kunſt auch außerhalb Darmſtadts anerkannt iſt; Herr Kapellmeiſter
Erich Riede vom Heſſiſchen Landestheater, ein ſeltener Pianiſt und
Begleiter. — Da der Chor auch nur klaſſiſche Werke ſingt, iſt zu
hof=
fen, daß das Darmſtädter Konzertpublikum unſere Abſicht, nur
Wert=
volles zu bieten, durch einen guten Beſuch unterſtützt. (Näheres
Anzeige.)
— Orpheum. Heute Dienstag, 16. November Erſtaufführung: „Das
Journal der Liebe”, Revue in 17 Bildern vom Frühling, von der Liebe
und allem, was dazu gehört. Auch dieſe Wiener Revue ſchwelgt in
Farben und Formen, zündende Witze werden vom Podium unter die
Zuſchauer geſchleudert, Soubretten ſingen, dann aber — und das iſt der
Revue unentbehrlichſter Beſtandteil — ſieht man die vierzig
dahintanzen=
den ſchönen Mädchenbeine der Girls. In jedem Bild erſcheinen ſie wieder,
von einem anderen Schlagerrhythmus vorwärts getragen. Das „Journal
der Liebe” hat — ausnahmsweiſe — eine zuſammenhängende Handlung.
Es iſt das in Szene geſetzte Tagebuch eines Ladenmädels, aus der eine
ſchöne Frau wird, die ſich mit einem Maharadſcha verehelicht. Sehr nett
und reizvoll ſind beſonders die Bilder das Ladenmädel aus der
Par=
fümerie, beim Heurigen, Mein liebes Wien uſw.; recht offenherzig
prä=
ſentiert ſich das Bild „Viſion”. Eine routinierte Revuekünſtlerin iſt
Grete Breté. Sie ſingt gut und tanzt ausgezeichnet; außerdem iſt ſie
ſehr hübſch. Neben ihr ſeien noch Helia Macori, Steffi Brodner
und Berta Pirk genannt. Von den Herren R. Gaibinger, R. Ander,
Herold, Kontanyi; am Dirigentenpult Dr. M. Reiner. Außerdem die
20 Girls — Anfang 8 Uhr. Preiſe 1—4 Mk. Vorverkauf wie bekannt.
(Siehe Anzeige.)
General von Lettow=Vorbeck=Vortrag. Zu unſerem Bericht in der
geſtrigen Nummer iſt berichtigend mitzuteilen, daß die Begrüßungsworte
und die Schlußworte der Veranſtaltung von Herrn Geheimrat
Freſenius (nicht Dr. Dietz) geſprochen wurden.
Rundfunk. Nach einer Mitteilung von Interradio Genf tritt die
neue Wellenverteilung für Rundfunkſender ſofort in Kraft.
Der Rundfunkſender Frankfurt a. M. wird von jetzt ab auf Welle 428,6
arbeiten.
—Weihnachtsausſtellung der Künſtlerhilfe 1926. Gs wird daran en
innert, daß Einſendungen von Werken aller Art, für Gießen bis
Sams=
tag, den 20. November, bei Lange, Schulſtraße 7, für Darmſtadt im
Kunſtverein am Rheintor bis Donnerstag, den 25. November,
ein=
getroffen ſein müſſen, da ſeweils Tags darauf die Jury beginnt. Alle
heſſiſchen oder in Heſſen wohnenden Künſtler ſind zugelaſſen. Titel und
Preis, Name und Anſchrift nicht vergeſſen!
v. H.
— Profefſor Bruno Tuerſchmanns Rezitationsabend in der
Ver=
einigung der Freunde des humaniſtiſchen
Gym=
naſiums findet morgen Mittwoch, den 17. November, ſtatt.
Tuerſchmann geſtaltet einen ganzen Homervortrag — deutſch und
grie=
chiſch — aus dem Gedächtnis heraus. Nach übereinſtimmendem Urteil
der Kritik ofefnbart Tuerſchmanns Vortrag die hireichende Schönheit
der homeriſchen Sprache in wunderbarer Plaſtik, wie ſie ſelten einem
Rezitator gelingen mag. Die Veranſtaltung iſt abends 8 Uhr im
Feſt=
ſaal des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums, Karlſtr. 2. Mit Rückſicht auf den
kulturellen Zweck der humaniſtiſchen Veranſtaltungen, ihre erwünſchte
und auch dieſes Mal zu erwartende breite Wirkung, hat die Vereinigung
trotz der außerordentlichen Koſten des Abends von der Erhebung eines
beſonderen Eintritts abgeſehen.
— Heſſiſcher Motorſport=Club, Ortsgruppe des A.D.A.C. Der am
1. Mai 1923 gegründete Heſſiſche Motorrad=Club, Ortsgruppe des
A. D.A. C., hat in der außerordentlichen Hauptverſammlung vom 28.
September ds. Js. beſchloſſen, ſeinen Namen in „Heſſiſcher Motorſport=
Club” umzuändern und die Namensänderung bei dem Amtsgericht
Darmſtadt I. zwecks Aenderung im Vexeinsregiſter zu beantragen.
Dieſes iſt nunmehr erfolgt. — Innerhalb des Clubs ließ man ſich von
der Tatſache dazu bewegen, daß heute ſchon eine große Anzahl
Wagen=
fahrer vorhanden iſt, und die Motorſportintereſſen nicht nur einſeitig
vertreten und gefördert werden können. Allen Wagenfahrern iſt
nun=
mehr Gelegenheit gegeben, Mitglied des H.M.C. zu werden und ſich
nach jeder Weife ſportlich ſowie auch gefellſchaftlich zu betätigen.
Club=
abende finden jeden Dienstag ahend im Kaiſerſaal ſtatt.
Aaeifeit
in der Herbſizeit, wo ein größeres Kaufbedürfnis
vor=
handen iſt, haben die Inſerate eine beſonders gute
Wirkung. Jetzt muß jeden Tag ein Inſerat erſcheinen,
und ſelbſiverſtändlich im
(16504
Darmstädter Tagblatt
Eine neue Magirus=Ueberland=Automobilſpritze für den Kreis
Darmſtadt. Eine wichtige Verbeſſerung des Feuerlöſchweſens hat der
Kreis Darmſtadt neuerdings erfahren durch die Anſchaffung einer
Ueber=
land=Automobilſpritze. Aus Anlaß der Uebergabe fand am Sonntag
vor=
mitag eine praktiſche Vorführung des neuen Feuerlöſchgerätes beim
Ober=
waldhaus ſtatt. Eine Probefahrt führte Vertreter des Kreisamtes und
Kreisausſchuſſes in 14 Minuten von der Feuerwache aus zunächſt zur
Ludwigshöhe. Die Rnickfahrt erfolgte über ſchwierigſtes Gelände, über
die Rodelbahn. Beim Eintreffen der neuen Spritze am Oberwaldhaus
hatten ſich die Berufsfeuerwehr mit einer Motorſpritze, die Freiwillige
Feuerwehr Darmſtadt, Kommandanten verſchiedener Kreisfeuerwehren,
einige Kreisfeuerwehrinſpektoren, Oberbrandinſpektor der Merckſchen
Berufsfeuerwehr Herborn, als Leiter der Uebung
Kreisfeuerwehrinſpek=
tor Schnell=Darmſtadt, eingefunden. Anweſend waren weiterhin für das
Kreisamt Oberregierungsrat Dr. Haberkorn, Regierungsrat Dr. Probſt,
Regierungsrat Dr. Stamm, für die Stadt Darmſtadt Bürgermeiſter
Ritzert, für die ſtädtiſchen Betriebe Herr Schilling, für das Polizeiamt
Reg.=Rat Dr. Kayſer und Vertreter der Schupo. Direktor Brüſtle gab
in längeren Darlegungen Kenntnis von den Einrichtungen der neuen
Feuerſpritze, die mit allen modernen Hilfs= und Rettungsgeräten
aus=
geſtattet iſt. Es ſchloß ſich ſodann ein Rettungsmanöver am
Oberwald=
haus unter Leitung von Kreisfeuerwehrinſpektor Schnell an. Die Uebung
wurde von der Darmſtädter Freiw. Feuerwehr in exakter Weiſe
aus=
geführt. Man begab ſich ſodann nach dem Steinbrücker Teich, wo eine
Gegenüberſtellung der Druckleiſtung mit der ſeit längeren Jahren im
Gebrauch befindlichen Motorſpritze der Berufsfeuerwehr und der neuen
Motorſpritze erfolgte. Nach der Vorführung, die etwa eine halbe Stunde
in Anſpruch nahm, erklärte Regierungsrat Dr. Stamm, daß das neue
Gerät allen von der Firma garantierten Anſprüchen voll und ganz genüge.
Im Anſchluß an die Uebung begaben ſich die Teilnehmer, etwa 70 an
der Zahl, in den Gartenſaal des Oberwaldhauſes. Hier nahm
Ober=
regierungsrat Dr. Haberkorn das Wort zur Begrüßung. Er dankte
allen Behörden und Korporationen für die rege Unterſtüitzung,
ins=
beſondere dem Koeisausſchuß für die Bewilligung der Mittel, desgleichen
auch der Stadt Darmſtadt. Er übergab die Motorſpritze der Freiwilligen
Feuerwehr Darmſtadt unter Leitung des
Kreisfeuerwehrinſpek=
tors Schnell, mit dem Wunſche, daß die Spritze nicht zu oft in
Tätigkeit treten möge, aber wenn es der Fall ſein ſollte, daß ſie ihre
Pflichten dadurch erfülle, daß ſie Menſchen, Hab und Gut ſchütze. Sein
weiterer Dank galt den Magiruswerken für die wunſchgemäße
Aus=
führung. Für das Polizeiamt wies Regierungsrat Dr. Kayſer
be=
ſonders auf die Wichtigkeit des Feuerſchutzes hin. Regierungsrat Dr.
Stamm wünſcht als Referent der Kreisfeuerwehr, daß die Feuerwehr
ſtets den Feuerwehrwahlſpruch „Gott zur Ehr, dem Nächſten zur Wehr”
treu bleibe. Füir die Stadt Darmſtadt ſprach Bürgermeiſter Ritzert.
Kreisfeuerwehrinſpektor Schnell übernahm die neue Motorſpritze mit
Dank an die Behörden für die freundliche Unterſtützung. Direktor
Brüſtle der Magiruswerke nimmt den Dank, der der Firma gezollt
wird, entgegen, und wünſcht, wenn die Motorſpritze gebraucht werde,
den Erfolg, der von ihr erwartet wird. Für die
Kreisfeuerwehrinſpek=
toren drückte Inſpektor K raus=Rimbach beſonders dem Darmſtädter
Kreisfeuerwehrinſpektor Schnell ſeine Verwunderung aus, daß es
dem=
ſelben in unermüdlicher Tätigkeit vergönnt war, ſchon jetzt die
An=
ſchaffung einer Motorſpritze für den Kreis in Erfüllung gehen zu ſehen.
Seitens der Freiw. Feuerivehr Darmſtadt wurde ſodann noch
Kreis=
feuerwehrinſpektor Schnell allgemeine Anerkennung ausgeſprochen.
Aufbewahren
Ausſoneiden! * Steuerkalender
für die Zeit vom 15. bis 30. November 1926.
15. November: Wegen der an dieſem Tage fälligen Steuern (
Kirchen=
ſteuer Einkommenſteuer der Landwirte,
Steuerabzug vom Arbeitslohn u. Vermögens
ſteuer vgl. den Steuerkalender für die 1. Novemberhälfte
in Nr. 307 des Tagblatts vom 5. November.
17. November: Letzter Tag, an dem die am 10. November fällig
ge=
weſene Umſatzſteuer=Vorauszahlung der
monat=
lichen Steuerzahler noch zuſchlagsfrei entrichter
werden kann.
22. November: Letzter Tag, an dem die folgenden, am 15. November
fällig geweſenen Steuern noch zuſchlagsfrei entrichlet
werden können.
a) Kirchenſteuer, dritte Rate;
b) Einkommenſteuer=Vorauszahlung der
Land=
wirtſchaft.
c) Vermögensſteuer letzte Rate für 1926.
25. November: Abführung der in der Zeit vom 11. bis 20. November
(2. Novemberdekade) einbehaltenen
Lohnabzugs=
beträge, ſoweit dieſe (für ſich allein oder mit den in
der erſten Novemberdekade einbehaltenen
Lohnabzugs=
beträgen) den Betrag von 100 Rm. überſteigen. (Keine
Schonfriſt.)
25. November: Viertes gemeindliches Ziel der Grundſteuer,
vor=
läufigen Gewerbeſteuer und Sonder
gebändeſteuer laut Steuerbeſcheid. (Schynfriſt eine
Woche.)
30. November: Aufwertungstermine beachten!
Ueber die Aufhebung der Verzugszuſchläge iſt
amt=
lich noch nichts verlautbart.
H. W. Wohmann.
* Kreisausſchuß. Antrag des Oberbürgermeiſters der
Stadt Darmſtadt auf Dienſtentlaſſung des Oberinſpektors
Hille. Erſchienen iſt Rechtsanwalt Dr. Knöpfel als Vertreter von
Hille, die Stadt iſt nicht vertreten. Hilles Vertreter beantragt
Ver=
tagung des Termins, da Rechtsanwalt Städel erkrankt iſt, er perſönlich
ſei in der Sache noch nicht hinveichend informiert, zumal Hille
Beweis=
anträge zu ſtellen beabſichtige. Der Vertagungsantrag wird abgelehnt
und in die Verhandlung der Sache eingetreten. Hille hat wegen
Unter=
ſchlagung im Amte am 4. November 1925 4 Monate Gefängnis erhalten.
Das Urteil iſt rechtskräftig. Eine Diſziplinarunterſuchung ſeitens der
Stadtverwaltung hat ſtattgefunden. Die Einzelheiten ſind aus den
Straf=
verhandlungen bekannt, es erübrigt ſich eine Wiedergabe. Das
Bezirks=
ſchöffengericht hatte Hille am 17. Auguſt 1925 freigeſprochen, die
Straf=
kammer hat das Urteil aufgehoben. Hille iſt ſeit 1. Mai 1908 bei der
Stadtverwaltung als Beamter angeſtellt. Hilles Reviſion gegen das
Urteil der Strafkammer hat der Strafſeyat des Oberlandesgerichts
am 2. März 1926 verworfen. Das Urteil gibt dem Antrag auf
Dienſt=
entlaſſung ſtatt.
— Gartenbauverein Darmſtadt. Der angehündigte Lichtbildervortrag
über Sachſens herrliche und vornehme Hauptſtadt lockte zahlreiche
Be=
ſucher zu der letzten Monatsverſammlung herbei, und es war ſicher
nie=
mand vdon den Darbietungen enttäuſcht. An der Hand von über ſiebzig
ausgeſucht ſchönen Lichtbildern ſchilderte Herr Brohm in beredten
Worten Dresdens Vorzüge, das ſeinen Ruf als „Perle des Elbtals”
oder als „Elbflorenz” verdient. Insbeſondere wurden hervorgehoben
die unvergleichlich ſchöne Lage, die prächtigen Straßenbilder mit ihrem
modernen Großſtadtverkehr, die prunkvollen Baudenkmäler, die reichen
Sammlungen ausgeſuchteſter Kunſtſchätze, die Schönheiten der öffentlichen
Anlagen, Gärten, Parks u. dal, der rege Verkehr an der Elbe und die
herrliche Umgebung. Der Vortrag fand reichen Beifall. Als Fortſetzung
wird in der Dezemberverſammlung ein Referat über die große
Garten=
baua sſtellung in Dresden folgen.
— Leſeabende der Stadtbücherei. Mittwoch, den 17. November,
8 Uhr: Für und gegen Jakob Waſſermann in ſeiner Novelle
„Der Aufruhr um den Junker Ernſt”, Freitag, 19. November, 8 Uhr:
Mittelalter=Leſekreis.
— 80. Geburtstag. Am 20. November ſeiert der in allen Kreiſen in
Beſſungen bekannte und wegen der Lauterkeit ſeines Charakters ſehr
geſchützte Altveteran Chriſtian Bucher, Moosbergſtraße 74 ſeinen
80. Geburtstag. Der Jubilar, der körperlich und geiſtig noch rüſtig iſt,
hat ſich um das hieſige Feuerlöſchweſen große Verdienſte erworben.
Herr Bucher iſt Mitbegyünder der im Jahre 1869 ins Leben gerufenen
Beſſunger Turner=Fellerwehr, der er bis zu ihrer Auflöſung im Jahre
1823 gis Miigied angehort hat. Infolge Neugründung der
Freiwilli=
gen Feuerwehr im Jahre 1889 erhielt der Jubilar den 5. Zug, dem er
bis zum Jahre 1924 als Brandmeiſter vorgeſtanden hat. Seit jener Zeit
iſt Herr Bucher Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr.
* Das Theater Vandredi, das auf 5 Tage in der Turnhalle am
Woogsplatz ſich etabliert hat, bietet in einer faſt dreiſtmdigen
Veranſtal=
tung eine Unmenge des Intereſſanten, Staunenswerten und Humorvollen
alſo eine recht vielſeitige Unterhaltung. Obwohl in erſter Linie
Illu=
ſions= und Zaubertheater, als welches Vandredi den Darmſtädtern bereits
bekannt iſt, ſind in das Theaterprogramm eine ganze Anzahl
Varieté=
nummern aufgenommen worden, darunter allerdings einige, die von
anderer Stelle her ſchon bekannt ſind, aber als gute Zugnummern gelten
dürfen. Das ſind Kraftakrobaten, Schlangenwenſchen, humoriſtiſche
Modellierkünſtler uſw. Was das Theater Vandredi an Illuſions= und
Zaubervorführungen bringt, iſt außerordentlich reichhaltig und wird in
netter liebenswürdiger Form vielfach unter Mitwirkung des Publikums
gegeben, ſo daß den ganzen Abend hindurch eine nette Stimmung
herrſcht. Der Beſuch der Vorſtellung, die noch zwei Tage dauert, kann
empfohlen werden.
Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Künſtiler oder künſtleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſtiehenden Erwähnung
geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urtell vor.
— Palaſt=Lichtſpiele. „Der Kurierdes Zaren‟. Ein
monumentales Filmwerk von grandioſer Eindringlichkeit in 10 Akten!
Das Herz des Zuſchauers erhält, was es braucht. Ein ſympathiſcher
Gardeleutnant raſt in ſchwieriger diplomatiſcher Miſſion durch Rußland,
nicht Naturgewalt, nicht Entehrung hält ihn auf, endlich fällt er in die
Hände halbwilder Tataren, wird geblendet, erhält ſein Augenlicht wieder,
und unter dem Kuß des Zaren findet er, Fürſt geworden, die Geliebte
als Gattin. Dieſes Hin und Her iſt eingekleidet in eine Fülle ſehr
romantiſcher Abenteuer, Schlachten, Flucht Verfolgung, Blendung —
ein leidendes Mädchen, eine geſchlagene Mutter, entfeſſelte
Tataren=
horden: wie ein rauſchendes Feuerwerk ſtrahlen die Ereigniſſe über die
Köpfe der Zuſchauer. Es ſind Filme für das große Publikum, die das
Herz höher ſchlagen laſſen. Man ſieht etwas von der wilden, weiten
Welt, von der man in der Jugend geträumt hat. Man ſieht die Figuren,
die man immer als Helden empfunden hat. Hier wird die Leinwand
wirklich Abbild der Abenteuer, die man vor der Erfindung des
Kine=
matographen nur leſen konnte.
— Reſidenz=Theater. Oſſi OZwalda in ihrem neueſten Film
„Die Kleine vom Varieté”, den ſie für die Ufa geſpielt hat, iſt wieder
Trägerin einer komiſchen Verwicklung. Sie tritt da in einem Koſtüm
als Cowboy vorübergehend auf und wird nun für alles mögliche, nur
nicht für die rechtmäßig angetraute Gattin eines kleinen Zahnarztes
gehalten. Sie muß die Ehe geheimhalten, und da ein Onkel aus der
Provinz ankommt, vor ihm eine Komödie in der Komödie ſpielen. Der
Film zeigt eine unglaubliche Menge toller und witziger Einfälle. Ein
ergötzlicher Moment folgt dem anderen; man kommt aus dem Lachen
gar nicht heraus.
— Union=Theater. Der Fauſtfilm bleibt ſeines großen
Er=
folges wegen weiter auf dem Spielplan. Dieſer Film hat im Publikum
ein Intereſſe geweckt wie kaum ein anderer deutſcher Film. Denn man
weiß und fühlt: hier greift die Filmkunſt zu dem höchſten Ziel, das in
der deutſchen Kultur für ſie auffindbar iſt. Von der Darſtellung nimmt
man vor allem als den größten Gewinn des Abends die Erinnerung
an das Gretchen der blutjungen Camilla Horn mit nach Hauſe. Die
allſeits lobend anerkannte muſikaliſche Jlluſtration des Fauſtfilmes
vurde von Herrn Kapellmeiſter Georg Seibert bearbeitet.
„Angeuzöhnliche Milde und dock Charakter:
fordert der moderne Jaucher von einer guten Cigaretfe. in unſerer
neuen OBERSR S9
Neue
Packung findet dieſes Seslangen eine überraſchend gückliche Löſung.
Galdorf=Astoria CigarettenfaßriK
A.-G.
Seite 6
Dienstag, den 16. November 1926
Nummer 313
Braun Kroko.
Spange,
bequene Form u/ba
*Die Bewertung der
zwangsbewirt=
ſchafteten Grundſtücke für die erſte
Feſt=
ſetzung der Einheitswerte nach dem Reichs
Vergleichende Betrachtungen
von
Dipl.=Ing. Adolf von Lippmann.
Der Geſetzgeber iſt ſich offenkundig klar darüber geweſen,
daß das Ziel des Reichs=Bewertungsgeſetzes, Werte zu erhalten,
die als den tatſächlichen Verhältniſſen entſprechend und als
gleich=
mäßig für die Steuerzwecke des Reiches, der Länder und der
Gemeinden gelten können, nicht auf Anhieb erreicht werden wird.
Wenigſtens ſpricht dafür ſowohl der Inhalt des Abſatz 2 des § 82
des Reichs=Bewertungsgeſetzes als auch die Bezeichnung „erſte‟
Feſtſtellung. Dafür, daß eine „zweite” Feſtſtellung kommt, ſollen
za auch die Gewerbeausſchüſſe, die Oberbewertungsausſchüſſe
und der Reichsfinanzhof ſorgen.
Bereits im Maiheft der Zeitſchrift „Zeitgemäße Steuer= und
Finanzfragen” (Berlin bei Heymann) hat Guſtav Jähnel
recht eindringlich auf das Danaergeſchenk des Reichs=
Bewer=
tungsgeſetzes hingewieſen mit den Worten:
„Dieſe an ſich durchaus wünſchenswerten
Verfahrensände=
rungen haben aber für gewerbliche Betriebe eine überaus
bedenk=
liche Erſchwerung der formellen Regelung, insbeſondere des
Nechtsmittelzuges, gebracht, mit einer ſo großen und
unzweck=
mäßigen Arbeitsvermehrung, daß man ſehr im Zweifel ſein
kann, ob die Verwirklichung der Wünſche nach Gleichmäßigkeit
und Einheitlichkeit der Bewertung nicht doch zu teuer erkauft iſt.”
Jähnel weiſt in dem „Das Bewertungsverfahren beim
Betriebsvermögen” benannten Aufſatz nach, daß das
Unterneh=
men einer Einzelperſon, deſſen Leitung und Betrieb nicht an
dem gleichen Ort liegt, mit 15 Rechtsmittelinſtanzen zu rechnen
hat. Da bei einer Erwerbsgeſellſchaft die Bewertung des ſon=,
ſtigen Vermögens fortfällt, ſo hat dieſe mit nur 12
Rechtsmittel=
inſtanzen zu tun. Mit jeder weiteren Betriebsſtätte ſteigt aber
die Zahl der Rechtsmittelinſtanzen um 3, und, wenn
Nebenbe=
triebe oder Wohngebäude vorhanden ſind, um 6, ſodaß ein
Un=
ternehmen mit 7 Betriebsſtätten und einem Leitungsort regulär
mit 57 bezw. 54 Rechtsmittelinſtanzen zu rechnen hat!
Nun kommt Jähnel auf Grund von Ueberlegungen, die
in dem genannten Aufſatz nachgeleſen werden können, zu dem
ſehr beachtenswerten Schluß:
„Der Steuertflichtige wird daher, auch wenn ſonſt die
Wertermittlung in Ordnung zu gehen ſcheint, ſchon zur
Wah=
rung der Rechtsmittelfriſt gegen jeden Beſcheid Einſpruch
ein=
legen müſſen, bis die Feſtſtellungsbeſcheide über alle
Vermögens=
objekte vorliegen. Denn erſt dann kann er prüfen, ob der in der
Geſamtbewertung liegende Rentabilitätsgedanke genügend
be=
rückſichtigt iſt.”
Liegen aber die Verhältniſſe ſo, dann wird man als erſte
Auswirkung des Reichs=Bewertungsgeſetzes eine Unſumme von
Leerlaufsarbeit und vermeidbaren Koſten buchen können, die
unſerer immer noch hart um die Exiſtenz ringenden Wirtſchaft
zweckmäßig erſpart geblieben wären.
Nun liegen dieſe „erſten” Feſiſtellungen verſchiedenfach vor
und wir wollen hier nur die von Berlin und Darmſtadt
heraus=
greifen. Will man hier zu gerechten Vergleichen kommen, ſo
darf man nicht überſehen, daß Berlin eben eine Millionenſtadt
mit internationalem Verkehr iſt und mit Möglichkeiten, die
Darmſtadt ohne jeden Zweifel nicht bietet. Aus dieſer Erwägung
heraus kann man ſchon einmal ohne weitere Beweisbedürftigkeit
behaupten, daß es den „tatſächlichen Verhältniſſen” nicht
ent=
ſpricht, wenn Berlin Fabrikgebäude, die vor dem 1.
Ja=
nuar 1908 errichtet ſind, mit 45 v. H. des Wehrbeitragswertes und
nach dem 1. Januar 1908 mit 50 v. H. anſetzt, während
Darm=
ſtadt normal 70 v. H. verlangt und nur in außergewöhnlichen
Verhältniſſen 60 v. H. zuläßt. Wer Berlin und die dort
gegebe=
nen Möglichkeiten kennt, den wird es nicht wunder nehmen,
wenn unter Umſtänden ſich dort ein Fabrikunternehmen infolge
der Gewinnchancen, die Berlin bietet, recht gut lebensfähig
er=
halten kann, während ihm in Darmſtadt eine kümmerliche
Exi=
ſtenzfriſtung oder vielleicht der Untergang beſchieden ſein würde.
Warum aber dann in Darmſtadt belegene Fabrikgebäude normal
um 20 Prozent mehr wert ſein ſollen als die in Berlin
belege=
nen, iſt nicht recht einzuſehen.
Neben dieſem kraſſen Unterſchied, für den es wohl kaum eine
ſtichhaltige Erklärung gibt, zeigen aber die Richtlinien des
Ber=
liner Landesfinanzamtes auch in den ſonſtigen Bewertungen
eine gründlichere und von Verſtändnis für die heute gegebene
wirtſchaftliche Lage getragene Durcharbeitung.
So ſind z. B. die Sätze für die Einfamilienhäuſer
geſtuft nach der Höhe des Wehrbeitragswertes. Die höchſten
Sätze, 60 bis 65 v. H., gelten nur für Einfamilienhäuſer mit einem
Wehrbeitragswert bis zu 60 000 R.=Mk. einſchließlich, während
die niedrigſten Sätze 45 bis 55 v. H. für Einfamilienhäuſer mit
einem Wehrbeitragswert über 120 000 R.=Mk. in Anſatz kommen.
Die Erläuterungen ſagen dazu:
„Die Beweitung der Einfamilienhäuſer mit dem höheren
Wehrbeitragswert mit einem geringeren Prozentſatz entſpricht
dem Antrag der Intereſſenvertretungen. Erfahrungsgemäß ſind
kleinere Villen viel leichter verkäuflich als hochwertige, was ſich
auch bei der Preisgeſtaltung auswirkt.”
Das iſt eine zweifellos richtige Erfaſſung der heutigen
Wirt=
ſchaftslage. Die verarmten Bewohner Deutſchlands können ſich
heute den Luxus nicht mehr geſtatten, den ſie ſich von dem Kriege
leiſten konnten. Deshalb kann auch der Luxus, mit dem das eine
oder andere Objekt in den glücklicheren Vorkriegszeiten errichtet
worden iſt oder beſſer geſagt werden konnte, heute nicht mehr
gewertet werden. Uebermäßiger architektoniſcher Schmuck und
übermäßige Raumverſchwendung können heute nur wertmindernd
wirken, da man bei den heute gegebenen wirtſchaftlichen
Verhält=
niſſen allen Grund hat, hohen Koſten für die Erhaltung und
Un=
terhaltung aus dem Wege zu gehen.
Was nun die Mietgrundſtücke anlangt, ſo zeigen die
Berliner Richtlinien ebenfalls eine weit ſchärfere Differenzierung.
Für die beſten Lagen, die ausdrücklich genannt ſind, werden Sätze
von 40 bis 45 v. H. vorgeſchrieben, für alle andere 30 bis 40 v. H.
Sehr mit Recht unabhängig von der Lage ſind Mietgrundſtücke
geſtellt, die im weſentlichen aus einfach ausgeſtatteten kleineren
Wohnungen beſtehen und an Mieter aus Kreiſen der
minder=
bemittelten Bevölkerung vermietet zu werden pflegen. Für dieſe
ſind durchweg Bewertungen mit 25 v. H. vorgeſehen.
Die Richtlinien des Darmſtädter Landesfinanzamtes ſehen
für Mietgrundſtücke grundſätzlich 45 v. H. vor. Eine Reduktion
auf 25 v. H. wird zwar für Kleinwohnungen unter Umſtänden
auch zugelaſſen, im Gegenſatz zu Berlin aber von der Lage
ab=
hängig gemacht (z. B. Altſtadthäuſer, Mietkaſernen und
Grund=
ſtücke in Arbeiterwohnvierteln).
Auch in bezug auf die Geſchäftsgrundſtücke
differen=
ziert Berlin ſehr erheblich. Für die ausdrücklich benannten
allerbeſten Lagen ſind 65 bis 70 v. H. vorgeſehen, für mittlere
Lagen 50 bis 60 v. H. und für geringere Lagen (Außenbezirke)
45 bis 50 v. H., wozu die Erläuterungen noch beſagen, daß für
geringere Lagen grundſätzlich nur 45 v. H. angeſetzt werden
ſollen, wenn nicht beſonders günſtige Umſtände vorliegen.
Darmſtadt legt für Geſchäftsgrundſtücke grundſätzlich 70 v. H.
feſt und kennt keine Ausnahme. Es entſpricht aber ſicher nicht
den „tatſächlichen Verhältniſſen”, wenn ein Geſchäftsgrundſtück
in der äußeren Heidelbergerſtraße ebenſo bewertet werden ſoll
wie ein Geſchäftsgrundſtück in der Eliſabethen= oder Rheinſtraße.
Zu weiteren ſehr erheblichen Meinungsverſchiedenheiten
zwiſchen dem Steuerpflichtigen und der Veranlagungsbehörde
wird die anteilige Berechnung führen, die nach dem Ertragswert
erfolgt, wenn ein Grundſtück gleichzeitig Wohnzwecken und
ge=
werblichen Zwecken dient. Erſte Geſchäftslagen werden in
Ber=
lin und in Darmſtadt mit 70 v. H. bewertet. Man könnte zwar
der Meinung ſein, daß eine erſte Geſchäftslage in Berlin ſich doch
nicht ſo ganz mit einer erſten Geſchäftslage in Darmſtadt
ver=
gleichen läßt. Man könnte vielleicht der Meinung ſein, daß das,
was in Darmſtadt erſte Geſchäftskage bedeutet, hinſichtlich der
wirtſchaftlichen Auswirkung in Berlin als mittlere
Geſchäfts=
age anzuſprechen iſt und demgemäß die Forderung für berechtigt
halten, daß erſte Geſchäftslagen in Darmſtadt nur mit 50 bis
60 v. H. zu beweiten ſind. Aber zunächſt iſt es einmal ſo, daß
erſte Geſchäftslagen in Berlin und in Darmſtadt gleichbewertet
ſind und ſomit gilt in beiden Fällen das folgende Beiſpiel:
Wohn= und Geſchäftshaus, erſte Lage,
Wehrbei=
tragswert 100 000:
Erdgeſchoß: Geſchäftsräume des Eigentümers
Mietwert 4 000 R.=Mk.
1. Stock: vermietete Geſchäftsräume . Mietertrag 2 000 R.=Mk.
2. und 3. Stock: Wohräume, Mietertrag
je 1000 R.=Mk. — 2000 R.=Mk.
Bewertung des Hauſes:
100 000 X 4000
Erdgeſchoß:
— 50 000 R.=M.
Wehrbeitragswert
8000
hiervon 70 v. H. — 35 000 R.=M.
100 000 X 2000
1. Stock:
— 25 000 R.=M.
Wehrbeitragswert:
8000
hiervon 70 p. H. — 17500 R.M.
2. uud 3. Stock: 100 000 X 2000
25 000 R.=M.
Wehrbeitragswert
Vf
hiervon 45 v. H. — 11250 R.=M.
63 750 R=M.
wovon 35 000 R.=M. (eigengewerblich genutzte Räume) zum
Be=
triebsvermögen des Eigentümers gerechnet werden.
Bei Fabrikgrundſtücken ergeben ſich aber recht
er=
hebliche Unterſchiede. Angenommen ein Fabrikgrumdſtück beſteht
aus zwei Teilen, wovon der eine vor 1908 errichtete einen
Wehr=
beitragswert von 200 000 R.=Mk. und der andere nach 1908
er=
richtete einen ſolchen von ebenfalls 200 000 R.=Mk. hat, dann gilt
für Berlin:
Teil I: vor 1908 errichtet: 45 v. H. von 200 000 — 90 000 R.=Mk.
Teil II; nach 1. Januar 1908 errichtet:
50 v. H. von 200 000 — 100 000 R.-Mk.
insgeſamt: 190 000 R.=Mk.
und für Darmſtadt:
Teil I und II . . . . 70 v. H. von 400 000 — 280 000 R.=Mk.
Warum das Fabrikgrundſtück bei gleicher Höhe des
Wehr=
beitragswertes nun um 90 000 RM. mehr wert ſein ſoll, weil es
in Darmſtadt liegt, iſt ſchwer einzuſehen.
Im Januarheft der Zeitſchrift „Steuer und Wirtſchaft”
(Stuttgart bei J. Heß) hat Herr Direktor Dr. Moos (
Ober=
urſel) einen ſehr beachtenswerten Aufſatz unter der Ueberſchrift
„Steuerdruck durch falſche Bewertung” geſchrieben, der aus
An=
laß der erſten Feſtſtellung der Einheitswerte zweckmäßig wieder
ins Gedächtnis zurückgerufen wird. Wenn man ſchon einmal
erkannt hat, daß die heutige Wirtſchaft Steuermilderungen als
eine Lebensnotwendigkeit emt findet, dann hat es keinen
brauch=
baren Sinn, wenn die angeſtrebten Milderungen durch falſche
Bewertungen wieder unwirkſam gemacht werden.
*Bezirksſchöffengericht.
1. Wegen Körperverletzung iſt der Schuhmachermeiſter J. A. G. in
W. angeklagt. Er ſoll nach der Anklage am Sonntag, 8. Auguſt 1926,
auf der Straße O.—W. den Sägmühlenbeſitzer E. von W. mittels eines
Roiſerbeſens mit Holzſtiel mißhandelt haben. Dem Vorfall, der ſich in
der Dunkelheit abſpielte, ſind provozierende Aeußerungen des
Verletz=
ten vorausgegangen, die E. vor dem Hauſe des Angeklagten gebrauchte.
Differenzen zwiſchen beiden beſtanden ſchon aus dem Jahre 1925 aus
Anlaß der Nichtzahlung längſt ſchuldiger Schuhmacherarbeiten.
Der Sachverſtändige konnte äußerliche Verletzungen nicht feſtſtellen,
dagegen zeigte der Verletzte eine große Intereſſeloſigkeit und klagte über
Kopfſchmerzen. Jedenfalls war ein Bluterguß zwiſchen Gehirnhaut
und Gehirnſubſtanz erfolgt, hervorgerufen durch einen Bruch des
Schläfenbeins. Der Sachverſtändige führt das ſchlechte Gehör des E.
auf dieſen Bruch zurück und glaubt nicht, daß das Gehörvermögen ſich
je wieder beſſern werde; er nimmt an, daß dieſe Verletzung und deren
Folgen von einem Schlag und nicht von einem Fall herrühren.
Der Staatsanwalt billigt dem Angeklagten mildernde Umſtände zu,
betont aber, daß er wiſſen mußte, daß er es mit E. mit einem
Betrun=
kenen zu tun hatte. Es wird eine Geldſtrafe von 120 Mark beantragt
angeſichts der ſchweren Folgen, die der Schlag mit dem Beſenſtiel
ver=
urſacht hat.
Das Urteil erkennt auf 20 Mark Geldſtrafe.
Mil=
dernde Umſtände mußten in weitgehendſtem Maße zugebilligt werden.
2. Ein dem Kaufmannsſtande angehöriger junger Mann hat zu
verſchiedenen Malen ſiebenjährigen Kindern mit einer einfachen
grü=
nen Gerte auf die Hände geſchlagen; er will dies „aus Spielerei” getan
und ſich dabei nicht ſtrafbar gemacht haben. Nach der Beweisaufnahme
forderte er die Mädchen auf, die follten ihm helfen, ſein Dackelchen zu
ſuchen, hielt ihnen die Hände feſt und ſchlug mit der Gerte auf ſie; er
wollte, wie er ſagte, feſtſtellen, wer es von den Mädchen am längſten
aushalten würde. Die Vorfälle ſollen ſich im Sommer abends Ecke
Heinheimer= und Liebfrauenſtraße und in der Kaſtanienallee hinter dem
Orangeriegarten zugetragen haben. Das angeblich zu ſuchende
Dackel=
chen war wrgends zu finden.
Der Sachverſtändige, der den Angeklagten im Auguſt d. J.
unter=
ſuchte, hat bei ihm eine gewiſſe Unſtetigkeit, die ſich im öfteren
Stellungs=
wechſel offenbart, feſtgeſtellt. Eine geiſtige Störung hat er nicht
gefun=
den, auch nichts Triebartiges beim Angeklagten entdecken können.
Zwei=
fellos kommen hier ſadiſtiſche Momente in Betracht, die ſich in der Luſt
an Grauſamkeit äußern. Angeklagter erſcheint danach als pervers
ven=
anlagt und iſt wohl als Pſychopath anzuſprechen.
Der Staatsanwalt hebt mit Recht das die Allgemeinheit gefährdende
Treiben hervor, das einen Denkzettel in einer erheblichen Geldſtrafe
nötig mache. Känder, die auf der Straße ſpielten, müßten vor ſolchen
ſadiſtiſch veranlagten Menſchen unbedingt geſchützt werden. Das
Urteil erkennt auf eine Geldſtrafe von 45 Mark, in
zwei Fällen war das Verfahren mangels Strafantrags einzuſtellen.
3. Arbeitslos mit 3 Kindern und abgebaut als Rottenarbeiter bei
der Bahn hat ei Einwohner in L. der Vertriebsſtelle einer in Leitzig
verlegten Zeitſchrift gegenüber gefälſchte Beſtellſcheine zur Vorlage
gebracht. Für die Aufnahme einer Perſon empfing er jeweils 5 Mark
Proviſion. Angeklagter iſt voll geſtändig. Acht Fälle ſind ihm
nach=
gewieſen. Vier Wochen Gefängnis werden beantragt. Das Urteil
erkennt auf 10 Tage Gefängnis.
— Dampferexpeditionen des Norddeutſchen Lloyd Bremen. Nach
New York ab Bremen=Bremerhaven: D. München 23. Nov., D.
Nepublic (USL.) 26 Nov., D. Columbus 1. Dez., D. Preſident Harding
(USL.) 1. Dez., D. George Waſhington (USL.) 8. Dez., D. Berlin 11.
Dez., D. Preſident Rooſevelt (USL.) 14. Dez. Nach New York
ab Southampton: D. Leviathan (USL.) 23., Nob., D. Republic (USL.)
27 Nov., D. Columbus 2. Dez., D. Preſident Harding (USL.) 2. Dez.,
D. George Waſhington (USL.) 9. Dez., D. Berlin 12. Dez., D.
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haven: D. Bremen 19. Dez. Nach Philadelphia—
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more—Norfolk ab Bvemen=Bremerhaven: D. Hannover 20. Nov.,
D. Holſtein 11. Dez. Nach Braſilien—Argentinien ab
Bremen=Bremerhaven: D. Sierra Cordoba 20. Nov., D. Werra 4. Dez.
Nach Nordbraſilien ab Bremen: D. Attika 30 Nov. Nach
Mittelbraſilien ab Bremen: D. Nienburg 6. Dez. Nach
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1. Dez., D. Derflinger 4. Dez., D. Mentor 11. Dez., D. Fürſt. Bülo
15. Dez. Nach=Auſtralien ab Bremen: D. Menes 23. Nov., D.
Helenus 4. Dez., D. Gotha 14. Dez. Nach Süd=Amerika
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küſte ab Bremen: a) durch den Panamakanal: D. Heluan 23. Nov.,
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Nach der Lepante ab Bremen: 14tägige Abfahrten. Nach
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Nach Reval ab Bremen: Abfahrten alle 10 Tage. Nach
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grad ab Bremen: Abfahrten alle 8 bis 14 Tage. Nach England
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Hamburg: a) Weſtafrika: D. Wagogo 20. Nov., D. Friderun 28. Nov.,
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20. Nov., D. Waganda 4. Dez.
Tageskalender für Dienstag, den 16. November 1926.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 7½ Uhr, Ende 10½ Uhr,
F. 3 (Darmſtädter Volksbühne): „Oberon” — Kleines Haus,
Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr, Zuſatzmiete I, (4): „Der Raub der
Sabinerinnen.” — Orpheum, abends 8 Uhr: „Das Journal. der
Liebe.” — Schloß=Café: Konzert. — Café Rheingold:
Konzert und Tanz. — Weinhaus Weißer Turm: Konzert
und Tanz. — Spaniſche Bodega: Künſtler=Konzert. — Hotel
Schmitz: Unterhaltungsmwſik. — Konzertſaal „Perkeo”
abends 8 Uhr: Humoriſtiſches Konzert. — Café und Weinſtube
Taunusburg: Tanz. — Feſtſaal der Turngemeinde,
Woogsplatz 5, abends 8 Uhr: Gaſtſpiel der Vandredi=Comp. —
Fürſtenſaal abends 8 Uhr: Oeffentl. Lichtbildervortrag von
Ober=Reg.=Sekr. Feilner über „Ein geſchichtlicher Gang durch Metz.”
— Kinovorſtellungen: Unon=, Reſidenz=Theater, Palaſt=
Lichtſpiele.
Verſteigerungskalender für Mittwoch, den 17. November 1926.
Vormittags 11 Uhr werden auf dem Hofe des Marſtallgebäudes,
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Nummer 318
Dienstag, den 16. November 1926
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[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Dienstag, den 16. November 1926
Nummer 318
Aus Heſſen.
*Oie Tagung des Verbandes für deutſche
Jugendherbergen (Zweigausſchuß Südheſſen)
in Eberſiadi.
H. Um Deutſchland und in Deutſchland wüten Kämpfe.
Zerriſſen=
heit, Uneinigkeit, wo nicht gar Feindſeligkeit brandmarken unſer
Zeit=
alter. Schwer, eine Herkulesarbeit, das deutſche Volk wieder
zuſammen=
zuſchweißen zu einer Einheit und damit zu einer Größe. Unſer Blick
ſucht nach den letzten Möglichkeiten, das Schlimmſte zu verhüten, nach
den wenigen Hoffnungsankern für eine Volksgemeinſchaft.
Immer wieder kehrt das Auge zurück zur deutſchen Jugend.
Wird ſie Deutſchlands Erneuerung bringen? Kann ſie es überhaupt?
Sind die Vorausſetzungen dazu bei ihr gegeben? Zum freien Atmen
fehlt uns bald der Raum; geknechtet liegen große Teile. Und zu
alle=
dem noch die Zerriſſenheit im Innern. Ein jammervolles Bild. Die
ſozialen Einrichtungen Deutſchlands, einſt bahnbrechend für die meiſten
Großmächte, müſſen bitter unter der Vevelendung leiden. Schon ſind
die Mittel nicht mehr vorhanden, um ſo viele Leiden, die an der
Volks=
geſundheit zehren, zu heilen. Ein krankes Volk wird aber nie wieder
zur Höhe kommen. Erfreulich iſt nun die Tatſache, daß in einem großen
Teil der deutſchen Jugend ein geſunder Kern ſteckt, der ſich ſelbſt zu
helfen ſucht. Die in den letzten Jahren entſtandene
Jugendbewe=
gung iſt ein Lichtblick im grauen Bild unſerer Tage. Triebhaft lenkt
heute unſere Jugend die Schritte in die Natur, dem Vorbild für alles
Gütige, Reine, Natürliche, Große, der Urquell für die anhaltendſte
Volksgeſundheit, der Jungborn für rechte Volkskraft. Eine geläuterte
Lebensauffaſſung greift unter der deutſchen Jugend Platz. Die innere
Fühlung mit der großen Lehrmeiſterin Natur durch häufiges
Wan=
dern erzieht ſie zu neuen Menſchen. Rauſch= und Rauchgifte, Schund
und Schmutz, ſeichte Vergnügungen und Vergeudung von Kraft und Geld
für unnütze Dinge kennt ſie nicht. Doch auch zu einem anderen Hochziel
findet ſie: zum beſſeren Verſtändnis für deutſches Volkstum und
an=
derer deutſcher Stämme Eigenarten. Niemals wird echte
Vaterlands=
liebe auf Schulbänken oder aus Büchern großgezogen, erſt die Kenntnis
des Vaterlandes, von Land und Leuten, weckt die unvergängliche, alles
überwindende Liebe zur Heimat und zum Volk. Das Wandern aber
legt durch die Weggenoſſen, durch die Berührung mit der Bevölkerung,
durch den Aufenthalt in den Jugendherbergen mit anderen
Jungwan=
derern den Keim zur Volksgemeinſchaft und damit zu einer
Volkseinheit.
Gerade den Jugendherbergen, von denen viele mit
Jugend=
heimen vevbunden ſind, gebührt der Ruhm, Wegbereiter zur
Volksge=
meinſchaft zu ſein, weil ſie erſt das allgemeine Jugendwandern
ermög=
lichen und damit die Bahn freimachen, das Vaterland zu durchwandern.
Die Jugendherbergen dienen der geſamten Jugend, gleich welcher
Richtung. Sie ſtellen ſich bewußt in den Dienſt der
Volksver=
ſchmelzung und der Verwiſchung der Standesunterſchiede zur
Her=
anbildung eines wirklich einigen Volkes. Iſt es nun zu viel geſagt,
daß die Jugendherbergen Wegbereiter zur deutſchen Volksgemeinſchaft
ſeien? Noch ſteht das Jugendherbergswerk am Anfang. Das meiſte iſt
noch zu tun. Die Mitſtreiter am Werke, meiſt ehrenamtlich tätig,
voll=
enden gern die dem Wohl der Jugend Deutſchlands gewidmete
Schöpfung.
Die Tagung des Verbandes für Deutſche Jugendherbergen (
Zweig=
ausſchuß Südheſſen), die am Samstag und Sonntag in Gberſtadt
ſtatt=
fand, galt der Errichtung einer
Jugendherberge bei Malchen.
Dieſer Gedanke fand einen ſo lebhaften und freudigen Widerhall,
daß der Verlauf der Tagung davon völlig beherrſcht war. Die
Begei=
ſterung dieſes Gedankens füllte nicht nur die Herzen der aus der
en=
geren und weiteren Umgebung zahlreich herbeigeſtrömten Jugend,
ſon=
dern auch aller Jugendfreunde. Keiner unter ihnen, der ſich nicht
ge=
lobt hätte, an der Verwirklichung des Werkes mitzuhelfen. Die
Ge=
meinde Eberſtadt hatte der Jugend und ihren Führern einen warmen
Empfang und eine gaſtfreundliche Aufnahme bereitet und ſtellte ſich
durch Beitritt als körperſchaftliches Mitglied in den Dienſt der Sache.
Gemeindeverwaltung und Gemeindevertretung, Schulverwaltung, der
Ortsausſchuß für Volksbildung und Jugendpflege, die örtlichen Geſang=,
Turn=, Spiel=, Sport= und Wandervereine entſandten Vertreter zur
Tagung und brachten damit ihre Bereitwilligkeit zum Ausdruck. Hand
anzulegen, damit die Jugendherberge bei Malchen erſtehe,
Eingeleitet wurde die Tagung durch eine
große Kundgebung
am Samstag abend. Ein mächtiger Fackelzug, an der Spitze das ſtramme
Pfeifer= und Trommlerkorps der Freien Turnerſchaft, ſetzte ſich um
8½ Uhr vom Kriegerdenkmal aus in Bewegung, paſſierte eine Anzahl
Ortsſtraßen, in denen eine unüberſehbare Menſchenmenge Spalier
bil=
dete. Auf dem Marktplatze angelangt, erleuchtete bald das Feuer der
zuſammengelegten Fackeln die Nacht, drei Geſangvereine, dirigiert von
Lehrer Knöß, ſangen den Chor: „In die Ferne”, der Geſchäftsführer
des Werbebezirks Eberſtadt=Bickenbach=Zwingenberg, Hirt=Pfungſtadt,
hielt eine zündende Anſprache, die lebhaften Beifall der Menge
aus=
löſte. Der Chor „Abendſtändchen” ſchloß dieſen Teil der Feier ab,
worauf ſich die Zugteilnehmer in den Schwanenſaal begaben. Nicht
alle konnten Einlaß bekommen, viele mußten umkehren, ſo daß ihnen die
hier folgenden ſchönen, von heller Begeiſterung getragenen Stunden
verſagt wurden. Beigeordneter Flick überbrachte als erſter Redner
die Grüße der Gemeinde und wünſchte, daß die Tagung in Eberſtadt
von dem erhofften Erfolg gekrönt werden möge. Lehrer Becker ſprach
namens der Schulleitung, des Schulvorſtandes und des Ortsausſchuſſes
für Volksbildung und Jugendpflege. Er wies darauf hin, daß die
Schule einem Ziele, das das körperliche, geiſtige und ſittliche Wohl
un=
ſeres koſtbarſten Gutes, der Jugend, bezwecke und fördere, nicht
fern=
ſtehen, ſondern daran mitwirken wolle. Und wenn ſich hier
Beſtrebun=
gen geltend machen, die das Erwandern der Heimat in den Mittelpunkt
ſtellten, um ſie unſerer Jugend durch unmittelbare Anſchauung näher
zu bringen, ſo ergänzten fene nur den Schulunterricht, der damit erſt
vollendet werde. Darum begrüße die Schule die Aufgabe des
Jugend=
herbergswerkes, das durch die Errichtung von Jugendherbergen eine
noch klaffende Lücke auf dem Gebiete des Wanderns ausfülle. Auch
vom Standpunkte der freien Volksbildungsarbeit ſei die Aufgabe des
Verbandes für deutſche Jugendherbergen als ein hohes hehres Ziel zu
begrüßen. Sie zu unterſtützen, liege ganz auch in derem Sinne,
Landes=
jugendpfarrer v. d. Au=Darmſtadt gab ſeiner Freude Ausdruck, daß
das Jugendherbergswerk nun auch in Eberſtadt einen großen Schritt
vorwärts tun wolle. Die Wohnungsnot ſei groß, aber größer ſei die
feeliſche Not unſerer Jugend. Unſere Bemühungen müßten dahin
gehen, das Heimatgefühl zu erweitern und zu vertieſen. Es ſei in der
Seele des Menſchen tief verankert und müſſe erwandert werden. Die
Jugendherbergen ſtärkten das Heimatgefühl und dringe durch ſie in
Geiſt und Seele.
Schulrat Haſfinger, als Vorſitzender des Zweigausſchuſſes
Südheſſen, fand dann in einer von flammender Begeiſterung
getrage=
nen Rede zu Herzen gehende Worte. Er wandte ſich gegen die
Ver=
äußerlichung unſerer Zeit und mahnte die Jugend, Einkehr zu halten
und zur Verinnerlichung zu ſchreiten. Seit Jahren erſchalle der Ruf
nach Jugendherbergen ins Land. Er gelte der wandernden Jugend.
Wenn ſie hinauspilgeve in Feld und Wald, ſucht ſie hinweg zu
kom=
men über die Schreck= und Birterniſſe der Gegenwart, wolle draußen
neue Kraft und Freude ſchöpfen und das Gefühl zur Heimat, zum
Vaterland ſtärken. Und wir brauchten eine ſolche Jugend, eine Jugend,
die froh ſei und ſinge. Bei ihr gebe es keine Gruppen und Grüppchen,
einmütig wolle ſie zuſammenſtehen und zuſammenhalten. Sie zeige den
Weg, der den Alten kaum noch gemeinſam ſei. Und gerade die heſſiſche
Heimat, die ſo reich an Pracht und Schönheit ſei, wolle der Jugend die
Augen öffnen, damit ſie trinke von dem, was ausgebreitet vor ihr liege.
Sie frage nicht nach Rang und Stand, alle Brüdern und Schweſtern
ſeien bei ihr gleichberechtigt zum Wohle des Ganzen. Daraus erſprieße
ſoziale Geſundheit und rechte vaterländiſche Geſinnung. Heimat und
Vaterland könne man nur dann lieben, wenn man ſie kennen gelernt
habe. Mit dem Jugendwandern werde mithin die Heimat= und
Vater=
landsliebe, die jeder in ſeinem Herzen trage, gefördert und eine hohe
Miſſion erfüllt. Das Schickſal unſeres Volkes würden wir nur dann
meiſtern können, wenn wir es gemeinſam zu überwinden ſuchten und
jeder nach ſeinen Kräften daran mithelfe. Darum rufe er: Helft alle
mit, an der ſchönen Bergſtraße recht bald ein Eigenheim zu errichten,
wo unſere wandernde Jugend Einkehr und Raſt halten kann. Trage
jeder ſein Scherflein dazu bei, damit wir vielleicht ſchon übers Jahr
die Weihe vornehmen können. Noch mehr als bisher gelte es, mitzu=
helfen an dem ſchönen Jugendherbergswerk, das eine Quelle reinſter
Freude für unſere Jugend bilde. So wolle er hoffen und wünſchen,
daß die Tagung in Eberſtadt dazu beitrage, den Gedanken einer
Jugend=
herberge bei Malchen in die Tat umzuſetzen zu unſerer aller Freude.
Seien wir deshalb, ſo ſchloß Redner, nicht nur Hörer des Wortes,
ſon=
dern auch Täter. Brauſender Beifall lohnte die Ausführungen des
Redners.
Umrahmt wurde die Feier durch Geſangsvorträge der
Geſangver=
eine „Sängerluſt” und „Laſſallia”. Zum Schluſſe führte die
Heppen=
heimer Spielgruppe eine Reihe gut gelungener Schattenbilder auf, die
beifällig aufgenommen wurden.
Am Sonntag nachmittag fand dann im Schwanenſaal, nachdem ſich
130 Teilnehmer der Verſammlung als Mitglieder in die Liſten
einge=
zeichnet hatten, die Gründung der Ortsgruppe Eberſtadt
durch den Geſchäftsführer des Gaues Südheſſen ſtatt. Dieſer
unerwar=
tet ſchöne und große Erfolg der Tagung zeigte, wie groß das Intereſſe
an der geplanten Errichtung der Jugendherberge in Eberſtadt iſt und
welch warmen Widerhall die Beſtrebungen des
Jugendherbergsverban=
des hier gefunden haben. Das Gelingen der Aufgabe dürfte damit
ſichergeſtellt ſein. Zum Vorſitzenden der Ortsgruppe wurde Ingenieur
Karl Schmidt, zum ſtellvertretenden Vovſitzenden Karl Bär und
zum Geſchäftsführer Fritz Dächert gewählt. Die Gewählten nahmen
die Wahl an. Schulrat Haſſinger begrüßte die neue Ortsgruppe
mit einem warmen Appell zur tatkräftigen und lebendigen Mitarbeit
und brachte ein kräftiges, widerhallendes „Heil” auf ſie aus. Geſang
und Spiele der Jugendgruppen beſchloſſen ſodann die Tagung, die für
Eberſtadt und die Jugendherbergsbewegung ein Ereignis war und
bleiben wird.
In der Georgenſchule hatte der Verband eine Ausfkellung
ver=
anſtaltet, die einen regen Beſuch aufzuweiſen hatte.
* Arheilgen, 14. Nov. Ab heute liegt die Wählerliſte für die am
5. Dezember dieſes Jahres ſtattfindende Volksabſtimmung über
Auf=
löſung des 3. heſſiſchen Landtages auf dem Rathauſe zur Eiſicht
wäh=
rend der Dienſtunden auf acht Tage offen. — Am 26. dieſes Monats
veranſtaltet der Geſangverein „Sängerluſt” im Gaſthauſe „Zum weißen
Schwanen” ſein Herbſtkonzert. — Nächſten Dienstag beginnt für
die Liga= und Liggerſatzmannſchaft der hieſigen Sportvereinigung das
Hallentraining. — Auch der hieſige Turnverein von 1876 hat von dieſer
Woche an regelmäßige Turnſtunden für feine Schülermnen, Schüiler,
Turnerinnen, Jugendturner, Turner und ältere Turner angeſetzt. Beide
Vereine fordern zu pünktlichem und zahlreichem Erſcheinen auf.
ck. Wixhauſen, 15. Nov. Oeffentliche
Gemeinderats=
ſitzung. Die Errichtung einer Ortsſatzung zur Erhebung einer
Wertzuwachsſteuer wurde genehmigt. Zur Ausbeſſerung von Gräben
und Brücken wurde die Beſchaffung von Kanalröhren beſchloſſen. Der
Koſtenvoranſchlag für das projektierte Schwimmbad, welches vom
Kul=
turbauamt ausgearbeitet wurde, beträgt 18000 Mark. Der
Bürger=
meiſter wird deshalb beauftragt, die polizeiliche ſowie die finanzielle
Genehmigung des aufzunehmenden Kapitals einzuholen. Der
Stunden=
lohn der ausgeſteuerten Erwerbsloſen wird für Verheiratete von 60
auf 75 Pfg., für Ledige von 50 auf 60 Pfg. erhöht.
* Griesheim, 15. Nov. In dieſer Woche finden nur am
Donners=
tag, den 18. November (vormttags von 7—11 Uhr und nachmittags von
1—5 Uhr) Scharfſchießübungen ſtatt. — In dem Gehöft des Philipp
Müller 10., Bahnhofſtraße, hier (in der Nähe des Faſelſtalles), iſt die
Maul= und Klauenſeuche wieder erneut aufgetreten. Die erforderlichen
Sperrmaßnahmen ſind wieder angeordnet worden.
— Eberſtadt, 15. Nov. Seinen 70. Geburtstag begeht morgen der
Kartolithograph Albert Soeder in Eberſtadt. Weit über die
Gren=
zen ſeines Heimatlandes und auch im Ausland wurde er als Fachmann
und Künſtler ſeines Berufes geſchätzt. In Sangeskreiſen wird er noch
bei alten Darmſtädtern in Erinnerung ſein.
X. Babenhauſen, 15. Nov. Durch die Bemühungen des hieſigen
ebangeliſchen Kirchenvorſtandes und der beiden Pfarrämter iſt es
ge=
lungen, im Sürdflügel des Schloſſes einen Saal mit Nebenraum für
Ver=
anſtaltungen, die der Förderung des kirchlichen Gemeindelebens dienen
ſollen, zu erhalten. Das heſſiſche Miniſterium des Innern und das
hieſige Forſtamt haben dabei weitgehendes Entgegenkommen bewieſen,
Die Räumlichkeit zur Abhaltung von Veranſtaltungen der
Jugendver=
einigung, des Frauenvereins, des evangeliſchen Kirchenchors uſw. iſt
run vorhanden, doch fehlt es an dem novwendigen Mobiliar, den
Be=
leuchtungskörpern uſw. Der Kirchenvorſtand hat ſich deshalb an die
Bürgerſchaft mit der Bitte um Stiftung freiwilliger Beiträge und
un=
entgeltliche oder leihweiſe Ueberlaſſung von Stühlen und kleien
Tiſchen gewandt. Es iſt zu hoffen, daß die Bemühungen, das
Gemeinde=
leben zu heben, überall in der Gemeinde Verſtändnis und Unterſtützung
finden werden.
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wie:Haſen, Reh, Hirſch Ziegen uſw.
ſowie: Füchſe, Marder, Iltis und
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Wittmann, Darmſtadt, Beſſungerſtr. 98
Bekanntmachung.
Beim Einlagern von Wintervorräten
erſuchen wir dringend, darauf zu achten,
daß die Haupthähne für Gas und Waſſer
ſowie die Waſſermeſſer ſtets leicht
zu=
gänglich bleiben.
(st16768
Direklion der ſtädtiſchen Betriebe.
Einträge in das Handelsregiſter:
Ab=
teilung 4: Am 8. November 1926
hin=
ſichtlich der Firma: Georg Crößmann,
Darmſtadt: Die Firma iſt erloſchen. —
Abteilung B: Am 11. November 1926
hinſichtlich der Firma: Carl Schenk,
Eiſengießerei und Maſchinenfabrik
Darmſtadt, Geſellſchaft mit
be=
ſchränkter Haftung, Darmſtadt: Die
Prokura des Oberingenieurs Georg
Darm=
ſtädter in Darmſtadt iſt erloſchen.
Darmſtadt, den 12. Nov. 1926.
Amtsgericht I. (16738
Mittwoch, den 17. November
Ifd. Js., nachmittags 2 Uhr,
ver=
ſtei ere ich in Eberſtadt bei
Darm=
ſtadt öffentlich zwangsweiſe gegen
Bar=
zahlung:
1 Karuſſell, eine dazu gehörige
Orgel und ein Wagen.
Zuſammenkunft der Steigliebhaber
an der Bürgermeiſterei in Eberſtadt b. D.
Die Verſteigerung findet vorausſichtlich
(16780
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Nummer 318
Dienstag, den 16. November 1926
Seite 9
D Dieburg, 15. Nob. Im Saal des Gaſthaufes „Zum grünen
WBaum” fand eine Verſammlung ſtatt, die von Bürgermeiſtern,
Ge=
mneinderechmern, Kreisausſchußmitgliedern, Vertretern der
Bezirksſpar=
hraſſen des Kreiſes und des Kreisſchulamtes, des Kreislehrerrates ſowie
ſeiner Reihe von weiteren geladenen Gäſten ſehr zahlreich beſucht war.
NReg.=Rat Dr. Rindfuß aus Friedberg hielt einen Vortrag über die
ſFörderung der Bautätigkeit durch die heſſiſchen
ſöffentlichen Sparkaſſen und die hierzu von dieſen getroffenen
AMaßnahmen. Redner ging von der Tatſache aus, daß in dieſem Jahr
nin Deutſchland wieder etwa das gleichhohe Kapital wie in der
Vor=
rriegszeit von 1½ Milliarden verbaut wird, daß aber mit Rückſicht auf
ſodie etwa 1,6fachen Baukoſten mit dieſem Kapital nur rund 150 000
Woh=
nmungen gebaut werden können, während in der Vorkriegszeit mit
ſcieſer Summe 240 000 Wohnungen erſtellt werden konnten. Durch
ſDieſe Neubauten kann nur der jährliche Mehrbedarf an Wohnungen
efriedigt werden, während der Fehlbedarf aus der Kriegs= und
Nach=
rriegszeit, der etwa auf 600 000 Wohnungen beziffert iſt, hiermit nicht
ingeholt werden kann. Redner zog hieraus den Schluß, daß zur
wirk=
ſamen Bekämpfung der Wohmungsnot mehr Kapital als ſeither dem
VWohnungsbau zugeführt werden muß. Wenn auch die Kapitalbildung
Wei der allgemeinen Verarmung ſehr erſchwert ſei, ſo müſſe doch von
ſjedem Bauluſtigen wenigſtens ein gewiſſes Eigenkapital verlangt wer=
Gden. Ziel der Sparkaſſen ſei nun, allen denjenigen, die
Baufparver=
ſtträge mit den Sparkaſſen abſchließen, die Anſammlung dioſes
Eigen=
apitals zu erleichtern und ihnen beſondere Vorteile bei der
Gewäh=
rrung von Hypotheken zu gewähren. Wenn alle diejenigen, die in den
rnächſten Jahren mit Hilfe von ſtaatlichen Baudarlehen bauen wollen,
ſtſchon jetzt mit Hilfe eines Bauſparvertrags ihre Erſparniſſe bei der
Sparkaſſe einlegen, dann iſt es möglich, mit Hilfe der von den
Spar=
kaſſen gegebenen gering verzinslichen Zuſatzdarlehen die ſtaatlichen
2Mittel für die Steuerhypotheken derart zu ſtrecken, daß die doppelte
Anzahl von Wohnungen gebaut werden kann. Hierzu ſei vor allem
rnotwendig, daß die ſelbſtverdienende Jugend beiderlei Geſchlechts ſo
früh wie möglich mit der Bauſpartätigkeit beginnt, ſo daß bis zur
Ver=
heiratung das erforderliche Eigenkapital für den Wohnungsbau
zu=
ſammengeſpart iſt. Es ſei im Intereſſe der Sparer umſo wichtiger, mit
den beſtehenden Sparkaſſen als Kommunalen Kreditinſtituten des
Mit=
telſtands und der Arbeiterſchaft zuſammenzuarbeiten, als hier von
fach=
lich geſchulten, bereits vorhandenen Organen die geſamte Arbeit
mit übernommen werden könne, ſo daß nicht, wie bei neugegründeten
Unternehmungen, weſentliche Teile der Spareinlagen für die
Verwal=
tung und die Propagandatätigkeit verloren gingen. An der
Aus=
ſprache beteiligten ſich der Kreisdirektor, Bürgermeiſter Krapp=
Sicken=
hofen, Kreisſchulrat Jaeger, Pfarrer Zöller=Nieder=Roden, Lehrer
Krapp=Reinheim, Bürgermeiſter Wagner=Ueberach, Sparkaſſenbegonter
Owerk=Seligenſtadt, Bürgermeiſter Gotta=Ober=Roden, Regierungsrat
Walter=Dieburg, Bezirksſparkaſſenrechner Glenz=Groß=Bieberau,
Regie=
rungsbaurat Gombel=Dieburg, Bürgermeiſter Schellhaas=Lichtenberg,
Bürgermeiſter Brücher=Groß=Zimmern und Lehrer Thierolf=
Gaperts=
hauſen. Der mehrfach vorgebrachten Anregung, in allen Gemeinden
Zahlſtellen zu errichten, die das Einſammeln der regelmäßigen
Bau=
ſpareinlagen zu erleichtern, wurde von ſeiten der Vertreter der drei
Bezirksſparkaſſen entſprochen. Kreisſchulrat Jäger ſagte zu, dem
Spar=
gedanken wie feither, ſo auch künftig in der Jugend jede Förderung
angedeihen zu laſſen.
* Etzen=Geſäß, 14. Nov. Unſer älteſter Ortseinwohner,
Landwirt Georg Horn, iſt heute an Altersſchwäche ſanft, ohne
vorher=
gehende Krankheit, entſchlafen. Er war 86 Jahre und 9 Monate alt.
m. Beerfelden, 15. Nov. Einen ſchönen Gedenktag begingen geſtern
die Fünfzigjährigen von hier und dem Kirchſpiel.
Mor=
gens war gemeinſamer Kinchgang, zu dem man ſich bei der
Alters=
genoſſin Frau Eckhard ſammelte, die Nachmittags= und Abendſtunden
verbrachte man bei den „Pfarrkameraden” Frau Wtw. Schott und Herrn
E. Beyſel. Die Sache war fein arvangiert, und auch die auswärts
wohnenden Altersgenoſſen und =genoſſinnen waren ziemlich vollzählig
erſchienen. Man tauſchte Jugenderinnerungen aus, ſang dazwiſchen ein
ſchönes Lied und genoß Stunden reinſter Fröhlichkeit; am Abend kam
ſogar noch das Tanzbein in Schwung. Dieſer Tag wird allen
Teilneh=
menden eine ſchöne Erinnerung bleiben; möchten alle bei der Feier als
Sechzigjährige ebenſo vollzählig und munter wieder gegenwärtig ſein.
— Vorgeſtern abend bot der Verein für Raſenſport, ſeinen
Mitgliedern einen wohlgelungenen Underhaltungsabend; Soloſzenen,
Duette und Theaterſtücke wechſelten in bunter Folge und zeigten das
ſchöne Können unſerer Fußballer; nicht nur auf dem Sportplatz ſtellen
ſie wacker ihren Mann, ſondern auch auf der Bühne. Der Abend brachte
auch eine Verloſung, und verlief in einer Art und Weiſe, daß
alle Teilnehmenden aufs höchſte befriedigt waven, dazu trugen auch bei die
guten Tropfen und Bewirtung ſeitens des Saalbeſitzers, Herrn Grab.
* Hirſchhorn, 15. Nob. Wafferſtand des Neckars am 13.
November: 0,92 Meter, am 14. November: 0,88 Meter, am 15. Novem=
ber 0,78 Meter.
* Birkenau, 13. Nov. Geflügelausſtellung. Der hieſige
Kaninchen= und Geflügelzuchtverein veranſtaltet am 20. und 21.
Novem=
ber im Gaſthaus „zum Birkenauer Tal” eine Jubiläums=
Geflügelaus=
ſtellung. Der rührige Verein wurde vor 20 Jahren gegründet und kann
nun auf ſein 20jähriges Beſtehen zurückblicken; er kann das mit dem
Bewußtſein, während der zwei Dezennien überaus ſegensreich gewirkt
und vieles zur Hebung der Geflügelzucht in hieſiger Gemeinde
beige=
tragen zu haben. Auch obige Ausſtellung wird wieder den Beweis
er=
bringen, daß der hieſige Geflügelzuchtverein auf der Höhe der Zeit ſteht.
rs. Fürth, 14. Nov. Neue Turn= und Theaterhalle.
Dem jahrelangen Beſtreben des hieſigen Arbeiter=Turn= und
Kraftſport=
vereins iſt es gelungen, trotz der Ungunſt der Zeit= und Arbeitslage,
ſowie den mannigfaltigſten Hemmungen und Widerſtänden, ſeine große
Turn= und Theaterhalle noch vor Wintersanfang unter Dach zu
brin=
gen. Der mächtige Saalbau auf dem grünen Hügel ſeines Turnplatzes
hinter der Kröckelbacherſtraße, bietet durch ſeine bedeutenden Ausmaße
und namentlich durch ſein ungeſvöhnliches, langgeſtrecktes und
flachge=
wvölbtes Innengewölbe (Stefans=)Dach, das ſich über ſechs mächtige und
breitgeſpannte Bogen wölbt, ein impoſantes Biid und beherrſcht durch
ſeine hohe Lage die ganze Umgebung.
— Jugenheim, 15. Nov. Die Goldene Hochzeit begehen am
18. November in voller Rüſtigkeit Karl Horſt und Frau Elſe, geb.
Braunſchweig, Darmſtädter Straße 46.
* Heppenheim, 14. Nov. Baſar der evang. Gemeinde. Der
von der evangeliſchen Gemeinde veranſtaltete Weihnachtsbaſar nahm
einen ſehr ſchönen Verlauf. Die Turnhalle, welche unter der Leitung
von Frau Fabrikant Wittmer prachtvoll dekoriert war, war während der
beiden Tage überfüllt. Zum Verkauf gelangten praktiſche und
kunſt=
gewerbliche Gegenſtände, Lebensmittel, Spielwaren, Bücher, Bilder
uſw. Auch hatte man einen Reſtaurationsbetrieb eingerichtet. Beſonders
zu erwähnen iſt der bunte Abend, bei welchem beſondere Anerkennung
den muſikaliſchen Leiſtungen von Frau Profeſſor Weimer gebührt, welche
ſchon am Nachmittag teils in Solovortägen, teils als Mitwirkende bei
Orcheſterdarbietungen die Veranſtaltung verſchönerte. Großen Beifall
fanden auch die Lieder der Frau Fabrikant Riedlinger=Auerbach (
Alt=
ſtimme), ſowie das Piſtonſolo des Herrn Franke und die heiteren und
ernſten Rezitationen des Herrn Jäckel=Darmſtadt. — Auch der hieſige
Muſikverein, der Bläſerchor des evangeliſchen Jugendbundes, der
Bläſer=
chor Bensheim, die Feuerwehrkapelle Heppenheim und die Jazzkapelle
Laiſe Birkenau trugen durch ihre guten Leiſtungen viel zu der
wohl=
gelungenen Veranſtaltung bei. — Volksbibliothek. Am
ver=
gangenen Sonntag wurde die Volksbibliothek im katholiſchen
Vereins=
haus Heppenheim neu eröffnet. Es ſind wieder etwa 200 neue Bücher
zur Einſtellung gelangt, ſo daß die Bibliothek über einen reichen
Bücher=
ſchatz verſſiigt. — Waſſer auf der Starkenburg. Nun endlich
iſt es gelungen, die Quelle im Abtsbrunn zu finden, welche die früheren
Bergbewohner mit Waſſer verſorgte. Die Quelle liefert in der Sekunde
etwa ½ Liter Waſſer. Sie war mit ſauber behauenen Steinen
ausge=
mauert und mit dickem Eichenholz ausgelegt. Auch hat man den
früheren Waſſerbehälter und den Schloßbrunnen freigelegt. Da der
Waſſerbehälter höher als die Starkenburg liegt, konnte von hier das
Waſſer leicht auf die Starkenburg geleitet werden. Augenblicklich ſind
nun eine Anzahl Erwerbsloſer beſchäftigt, die Wafſerleitung von dem
Behälter zur Burg zu legen. — Nachdem man die Lindenbäume am
Nordausgang der Stadt gefällt und die Straße kanaliſiert hat, iſt jetzt
mit der Kleinpflaſterung begonnen worden.
Gernsheim, 15. Nov. Waſſerſtand des Rheins am
15. November: 23.
Hauptverſammlung des hefſiſchen Heilſtättenbereins.
WSN. Gießen, 15. Nov. Der Heilſtättenverein für Heſſen, dem
die Eleonorenheilſtätte bei Winterkaſten i. O., die Lupusheilſtätte in
Gießen und die Kinderheilſtationen in Hirſchhorn am Neckar,
Lampert=
heim und Waldmichelbach i. O. angehören, hielt unter dem Vorſitz des
Präſidenten Neumann in der Lupusheilſtätte ſeine Hauptverſammlung
ab. Der Vorſitzende gab zunächſt eine kurze Erläuterung zu dem
ge=
druckt vorliegenden Geſchäftsbericht, der die Jahre 1921—1925 behandelt.
Die Eleonorenheilſtätte in Winterkaſten und die Lupusheilſtätte im
Gießen waren in den letzten Jahren ſtändig voll belegt. Die
Anmel=
dungen von Kranken und Heilungsbedürftigen liegen in ſo großer Zahl
vor, daß die Aufnahme in die Anſtalten nur allmählich erfolgen kann.
Die Lupusheilſtätte in Gießen iſt nicht nur die einzige ihrer Art, ſonderm
gleichzeitig auch außerordentlich modern eingerichtet. Für d.n Andrang
der Heilungsſuchenden ſind beide Häuſer der Anſtalt ſchon heute zu
klein, ſodaß in abſehbarer Zeit ein weiterer Bau ins Auge gefaßt werden
muß. Die Kinderheilſtätten in Hirſchhorn und Waldmichelbach ſind
gleichfalls ſtändig gut beſucht und die Heilerfolge ſind zufriedenſtellend.
Gegen die Anſtalt in Lampertheim ſpricht die ungünſtige Lage in der
Ebene, die nicht ſür Lungenkranke geeignet iſt. Die Fürſorgetätigkeit für
Lungenkranke hat ſich außerordentlich bewährt. Hierfür hat der Verein
bis Ende dieſes Jahres ſchon etwa 65 000 Mark verausgabt. Der Erfolg
dieſer Aufwendungen geht daraus hervor, daß die Erkrankungen an
Lungentuberkuloſe ſchon etwas im Abnehmen begriffen ſind. Der
Neu=
bau der Kinderheilſtäte Winterkaſten iſt im Rohbau fertiggeſtellt. Die
Eröffnung dürfte vorausſichtlich im Auguſt oder September nächſten
Jahres erfolgen. Die Baukoſten dürften ſich auf eine halbe Million
Mark belaufen. Die Lupusheilſtätte wurde 1925 von 263 Patienten,
die Elevnorenheilſtätte in Winterkaſten von 540, die Kinderheilſtätte
in Hirſchhorn, Lampertheim und Waldmichelbach von 137, 54 bzw. 80
Per=
ſonen beſucht. Nach der Neuwahl des Vorſtandes und einem Vortrag
des Chefarztes Dr. Sell über „Neue Wege in der
Tuberkuloſebe=
kämpfung” teilt Präſident Neumann noch mit, daß der Vorſtand der
Landesverſicherungsanſtalt Heſſen beſchloſſen habe, ſtatt der ſchematiſchen
Feſtſetzung der Kurdauer für tuberkuloſe Kranke (höchſtens 13 Wochen)
die individuelle Kurdauer, d. h. Kuren bis zur völligen Wiederherſtellung
des Patienten zu bewilligen.
Dfirsichzarfen Teink gibt
THAI
beseitigt, sofort
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* Aus Oberheſſen. Die Landwirtſchaftliche Schule in
Büdingen begann mit 83 Schülern, die in Nidda mit 32
Schü=
lern das Winterhalbjahr; Schotten iſt aufgelöſt worden, da der
Be=
ſuch infolge ſchlechter Verkehrsverhältniſſe ſehr gering war. — Lehrer
Sauer, der 32 Jahre in Lich tätig iſt, konnte ſeine Silberne Hochzeit
begehen. — In Gießen feiert der Landwirtſchaftliche Verein dieſer
Tage ſein 50jähriges Beſtehen. Der Leiter des
Tierzucht=
inſtituts, Prof. Dr. Krämer, hält den Feſtvortrag. — Der
Einbre=
cher Ph. Röhrig aus Rödgen hat noch mehrere ſchwere Einbrüche
und Fahrraddiebſtähle verübt. Seine Frau ſteht im Verdacht der
Mit=
wiſſerſchaft und Hehlerei. — Am Sonntag hielten die Heſſiſchen
Buch=
drucker im Feſtſaal des Hotel Einhorn ihre Bezirsverſammlung ab. —
Der Vorſitzende der Deutſch=amerikaniſchen Turner, George
Seibel, hat der Gießener Deutſchen Turnerſchaft turnbrüderliche Grüße
übermittelt. Seibel weilte im letzten Winter als Gaſt bei der hieſigen
Turnerſchaft. — In Steinfurth feierte der Kriegerverein ſein 50 Jubiläum; den noch lebenden vier Gründern, darunter zwei
Veteranen von 1870/71, überreichte das Präſidialmitglied der „Haſſia”,
Dr. Vogt, eine Auszeichnung der Kriegerkameradſchaft. Zu Ehren der
gefallenen und verſtorbenen Mitglieder fand eine Gedenkfeier am
Krie=
gerdenkmal ſtatt. — Der 79jährige Altveteran von 1870/71, Jakob
Sell=
heim in Höchſt, der ſchwer leibend iſt, erhielt vom Reichspräſidenten
v. Hindenburg eine Geldſpende. — Das Schöffengericht
Gie=
ßen verurteilte einen Arbeiter aus Frankfurt wegen zehn ſchwerer
Ein=
brüche in Bad=Nauheim und eines Diebſtahls im D=Zug Gießen—
Frank=
furt zu 7½ Jahren Zuchthaus. In Bad=Nauheim hatte er zehn Villen
mach Pelzen, Schmuckſachen, Geld, Silbergeſchirr. Uhren durchſucht, die
Beute verkaufte er in Frankfurt. — In Ranſtadt geriet ein
land=
wirtſchaftlicher Arbeiter in die Trommel der Dreſchmaſchine, die ihm
drei Finger abriß und e Hand zerquetſchte. — Der fürſtliche
Hilfs=
förſter Theodor Luft aus Ortenberg, der im Sommer dieſes
Jahres den gefährlichen Wilderer Faßbender aus Oberſeemen trotz
ſchwerſter Lebensgefahr mit Zähigkeit verfolgte und ſchließlich
überwäl=
tigte, erhielt vom Deutſchen Jägerverband einen Ehrenhirſchfänger und
vom Heſſiſchen Jagdklub ein prachtvolles Bild und eine Ehrenurkunde.
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Seite 10
Dienstag, den 16. November 1926
Nummer 318
Die deutſchen Nobelpreis=Träger
P=ofeſſor Richard Zſigmondy,
Göttingen,
dem für ſeine Unterſuchungen
auf dem Gebiete der Kolloid=
Chemie der Nobelpreis für
—hemie 1925 verliehen wurde.
Profeſſor Paul Hertz,
Profeſſor James Franck,
Göttingen,
Halle a. S.,
zwiſchen denen der Nobelpreis für Phyſik 1925 geteilt
wurde. Sie erhielten den Preis für ihre Unterſuchungen
und die Aufſtellung von Geſetzen über Elektrone und
Atome.
Schweres Bauunglück in Berlin
Die umgeſtürzte Dampframme auf der Straße.
Ein folgenſchwerer Unglücksfall ereignete ſich im Verkehrszentrum Berlins bei dem Bau der
A. E. G.=Schnellbahn. Es ſind dort zum Betonieren der Seitenwände zwei große
Dampf=
rammer benutzt worden, die eiſerne Träger in die Erde treiben. Durch unvorſichtiges Hantieren
mit dem Kran durch den Rottenführer ſtürzte der haushohe eiſerne Gerüſtbau mit dem 300
Zentner ſchweren Kran um und legte ſich auf die Straße. Ein unglücklicher Zufall brachte es
mit ſich, daß im Augenblick des Unglückes ein Straßenbahnwagen und ein Autoomnibus die
Unglücksſtelle paſſierten und von der umſtürzenden Laſt getroffen wurden. Drei Perſonen
ſind bei dem Unglücksfall verletzt worden.
Reich und Ausland.
Die Bevormundung der Deutſchen Studentenſchaft
durch das preußiſche Kultusminiſterium.
Am 30. Oktober hat das preußiſche Kultusminiſterium einen Erlaß
herausgegeben, der in weitgehender Uebereinſtimmung mit dem Erlaß
vom 19. April d. J. die Wiederholung des dort erfolgten Angriffes auf
die finanzielle Selbſtändigkeit der D. St. (Deutſche Studentenſchaft)
dar=
ſtellt. Zwar iſt das Verbot, Beiträge für die „Gefallenen=Gedenkſtiftung
der D. St.” abzuführen, aufgehoben worden, da dieſe inzwiſchen durch
die weitgehende Kontrolle nichtſtudentiſcher Kreiſe gekommen iſt. Dafür
iſt in der gleichen Form wie im April den Einzelſtudentenſchaften
ver=
boten, den vom Studententag faſt einſtimmig beſchloſſenen Beitrag an
die D. St. in voller Höhe abzuführen. 60 Pfg. Kopfbeitrag an die D.
St. erklärt das Miniſterium für ausreichend, obwohl ſich die Vertreter
des gleichen Miniſteriums in eingehenden Sitzungen von der
Notwen=
digkeit des Kopfbeitrages von 75 Pfg. überzeugt haben, den die
Ver=
treter der Studentenſchaft in der gleichen Erkenntnis bewilligt hatten;
was jedem Verein, jeder Gewerkſchaft geſtattet iſt, verſagt man den
deutſchen Studenten.
Ganz abgeſehen dabon, daß dieſe Schmälexung der notwendigen
und von den Studenten für die Gemeinſchaftsarbeit gern gezahlten
Beiträge an den großdeutſchen Zuſammenſchluß aller deutſchen
Studen=
ten nur den Zweck verfolgen kann, der D. St. ihre Arbeir aus
partei=
politiſchen Gründen zu erſchweren oder gar unmöglich zu machen, iſt
bereits im April die Unrechtmäßigkeit einer ſolchen Anordnung
unwider=
legt nachgewieſen worden. Die Staatsminiſterialverordnung vom 18.
September 1920 (das ſogenannte Studentenrecht) gibt dem
Kultusmini=
ſterium zwar das Recht, die Geſamthöhe der Beiträge an die
Einzel=
ſtudentenſchaften feſtzuſetzen, aber nicht die Verwendung dieſer Beiträge
bis in Einzelarbeiten feſtzulegen. Es entſpricht das den Grundgedanken
der Selbſtverwaltung: denn eine Selbſtverwaltung, in der alle
Angele=
genheiten obrigkeitlich verwaltet werden, iſt keine Selbſtverwaltung,
ſondern eine Zwangsverwaltung.
Darüber hinaus wird den Einzelſtudentenſchaften zwangsweiſe
vor=
geſchrieben, wieviel ſie an ihre eigenen Wirtſchaftseinrichtungen
abzu=
führen haben und bei Nichtbefolgung diſziplinariſche Strafe angedroht.
Gewichtige Stimmen der Wiſſenſchaft haben ſich der einhelligen Anſicht
der Studentenſchaft über die Unrechtmäßigkeit des miniſteriellen
Vor=
gehens angeſchloſſen, insbeſondere der bekannte Staatsrechtler Prof. Dr.
Walter Jellinek=Kiel.
Wir können in dem Erlaß des Herrn Miniſter Becker nur den
Ver=
ſuch ſehen, die D. St. finanziell zu zermürben, bevor man zum Ha
upt=
ſichlage gegen ſie anſetzt. Wir erwarten, daß die Deutſche
Studenten=
ſchaft und mit ihr alle gut deutſch geſinnten Studenten ſich dieſer
Unter=
drückuingspolitik kraftvoll erwehren werden.
* Frankfurter Chronik.
WSN. Von einem Einbrecher niedergeſchlagen. Am
10. November, nachmittags gegen 4 Uhr, wurde in der Stallburgſtraße
eingebrochen. Eine Hausangeſtellte, die um 4 Uhr in die Wohnung
zu=
rückkehrte, wurde von dem Täter, als ſie den Vorplatz betrat, überfallen
und zu Boden geſ=hlagen, ſodaß ſie beſinnungslos liegen blieb. Der
Täter ließ das bereits zuſammengepackte Diebesgut in der Wohnung
zurück und ging flüchtig. Leider iſt er von den anderen Hausbewohnern
nicht geſehen worden, ſodaß er nicht beſchrieben werden kann. —
Weiß=
blech ſtatt Silber. Am 8. ds. Mts. hat ein Händler auf dem
Börſenplatz von einem Unbekannten zerbrochene Beſtecke als Silber
ge=
kauft. Anſcheinend wollte der Händler ein gutes Geſchäft machen.
Nach=
dem er aber die Teile in einer Scheideanſtalt prüfen ließ, mußte er
gewahr werden, daß er nur Weißmetall gekauft hatte.
Vier Perſonen erſtickt.
fm. Kehl. Bei einem Brande in Straßburg=Ruppertsau
er=
ſtickten vier Perſonen. Das Feuer brach in den Vorräten einer
Speze=
reiwarenhandlung aus und ſetzte einen Benzinbehälter in Brand,
der im Nu das Treppenhaus entzündete. Vier im Dachgeſchoß
be=
findliche Bewohner fanden im Rauche den Tod, weil die Feuerwehr
nicht auf ſie aufmerkſam gemacht worden war.
Das verbotene Deutſchlandlied.
fm. Kuſel. Schüler des Progymnaſiums ſangen in einer
Spiel=
ſtunde das Deutſchlandlied, worauf ſofort zwei franzöſiſche Gendarmen
herbeieilten und wegen der „Provokation” die Perſonalien der Schüler
aufnahmen. Mit Spannung darf man der Verhandlung des
franzö=
ſiſchen Militärgerichts in Kaiſerslautern am 19. d. M. entgegenſehen,
vor dem ſich die Schüler verantworten ſollen.
Tödliches Autounglück.
Eſſen (Ruhr). Samstag abend überfuhr auf dem Limbecker
Platz ein in ſchneller Fahrt befindliches Auto die Geſchwiſter Brinkmann
aus Bortrop. Eine davon war ſofort tot, während die andere mit
ſchweren Verletzungen dem Kruppſchen Krankenhaus zugeführt wurde.
Der Chauffeur wurde feſtgenommen.
Winterſportfreizeit im Harz.
Der unterzeichnete Verband veranſtaltet — wie auch in den letzten
Jahren — vom 3. bis 10. Januar 1927 eine Freizeit für junge Mädchen
höherer Schulbildung in Bad Sachſa im Harz. Hierdurch ſoll der
Jugend Gelegenheit gegeben werden, innerhalb der anſtrengenden
Win=
terarbeit einige Tage der Erholung und Freude zu verleben. Das
freundlich eingerichtete Haus „Bergſegen” kommt uns durch den billigen
Preis (etwa 28 Mk.) ſehr entgegen nud ſorgt für gute Unterkunft und
kräftige Verpflegung. Bei Ski= und Rodelſport unter fachkundiger
Leitung, beim Singen und bei Wanderungen im winterlichen Wald
können die jungen Mädchen in froher Gemeinſchaft neue Kräfte ſammeln.
In Vorträgen und Beſprechungen im kleinen Kreiſe, die Not der Zeit
und Fragen des perfönlichen Lebens betreffend, wird Gelegenheit
gege=
ben, über manche Dinge Klarheit zu gewinnen. Näheres beim
Evan=
geliſchen Verband für die weibliche Jugend Deutſchlands, Berlin=
Dah=
lem, Friedbergſtraße 27, Jugendwegburo.
Einweihung des Gedächtnismals bei Veltheim.
Veltheim. Unter ſtarker Anteilnahme der Bevölkerung und in
Gegenwart von Vertretern militäriſcher und ziviler Behörden und der
Angehörigen fand in Veltheim die Einweihung des
Reichs=
wehrdenkmals für die am 31. März 1925 in der Weſer ertrunkenen
Reichswehrſoldaten ſtatt. Die Diviſionspfarrer hielten Anſprachen und
Generalleutnant Freih. v. Ledebour feierte die Treue und
Pflicht=
erfüllung der ertrunkenen Soldaten. Nach dem Liede „Ich hatt’ einen
Kameraden” feuerte die Ehrenkompagnie eine dreifache Salve ab. Mit
einem Vorbeimarſch vor General Reinhard nahm die ſchlichte
Feier=
lichkeit ihr Ende.
Schwerer Grubenunfall im Ruhrgebiet.
Berlin. Die „B. Z.” meldet aus Bottrop: In der Grube der
Zeche Proſper II ſtießen zwei Kohlenzüge zuſammen. Ein Arbeiter
wurde dabei ſo ſchwer verletzt, daß er am Montagmorgen ſtarb. Zwei
andere Arbeiter wurden lebensgefährlich verletzt.
Betrunkene als die Eiſenbahnattentäter bei Hoppegarten.
Berlin. Die „B. Z.” meldet: Die Unterſuchung der
Stein=
wurfattentate, die am Samstag ſpät abends auf Züge in der
Nähe von Hoppegarten verübt wurden, hat ergeben, daß als Täter
drei junge Burſchen in Frage kommen, die in einem Lokal
bei Hoppegarten ſtark gezecht hatten.
Fabrikbrand.
Eislingen (Oberamt Göttingen). In der Nacht zum Montag
brach in der Seidenpapierfabrik im Dachſtuhl Feuer aus, durch das ei
großer Teil des Hauptgebäudes vernichtet wurde. Auch die
Neben=
gebäude wurden ſtark mitgenommen. Der Betrieb wird proviſoriſch
wei=
tergeführt. Die Höhe des Schadens ſteht noch nicht feſt.
Schiffszuſammenſtöße.
Hamburg. In der Nacht zum Sonntag ſtießen in der
Elbe=
mündung, beim Feuerſchiff „Elbe III”, der engliſche Dampfer „Admiral
Haſtings”, und der Hamburgiſche Dampfer „Odin” zuſammen.
„Odin” wurde ſtark beſchädigt elbaufwärts geſchleppt und bei
Bruns=
büttel auf Grund geſetzt. „Admiral Haſtings” iſt ebenfalls mit Schaden
eingetroffen.”
Amſterdam. Der franzöſiſche Dampfer Perdreau, der mit einer
Kohlenladung vo = Finnland unterwegs war, iſt am Samstag an der
holländiſchen Küſte in den Haaksgewäſſern geſtrandet. Die
Be=
ſatzung konnte von einem holländiſchen Rettungsboot aufgenommen und
in den Hafen von Nieuwediep eingebracht werden. Das Schiff wird
als verloren angeſehen.
Brand auf einem Rittergut.
Stralſund. Am Sonntagabend wurde auf dem Rittergut
An=
dershof der Viehſtall durch Großfeuer vernichtet. Mitverbrannt
ſind, über 80 Kühe, 100 Schweine und der geſamte
Futter=
vorrat für den Winter.
Piratenüberfall.
EP Paris. Nach einer Meldung aus Hongkong iſt der franzöſiſche
Paſſagierdampfer „Hanoi” an der Mündung des Lientſcheu
in Indochina von 26 chineſiſchen Piraten überfallen und ausgeraubt
worden. Die Beute beläuft ſich auf 70 000 Dollar. Die Piraten
zwan=
gen dann den Kapitän, an die Küſte zu fahren, wo ſie ihre Beute
aus=
luden und verſchwanden.
iſt der neue Preis für die ſeit fünfzig Jahren
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(1.15422
Zwölf Todesopfer bei einer Granatexploſion.
Rom. Im Fleimsthal (Dolomiten) bei Paneveggio waren
vier=
zehn Waldarbeiter vor einer Baracke verſammelt, als vor der Hütte
eine noch aus der Kriegszeit ſtammende Granate explodierte,
mit der vermutlich unvorſichtig umgegangen war. Von den Anweſenden
vierzehn Perſonen waren elf ſofort tot, darunter drei Frauen.
Die drei anderen Perſonen wurden ſchwer verletzt. Eine davon ſtarb
bald darauf im Spital. Es ſind größtenteils italieniſche Arbeiter
zwiſchen 18 und 20 Jahren.
Verſchüttete Eiſenbahnlinie.
EP Mailand. Die ſüditalieniſche Eiſenbahnlinie Coſenza—
Decollatura iſt durch einen Erdrutſch verſchüttet worden, als
gerade ein Zug durchfuhr. Ein Wagen wurde umgeworfen, indeſſen
kamen die Reiſenden mit dem Schrecken davon. Es gelang dem
Zug=
führer zum Glück, den Zug noch rechtzeitig zum Stehen zu bringen.
* Die Erinnye auf Freifahrt.
(a) New York. Eine überraſchende Entdeckung machten an einem
Oktobertage dieſes Jahres die Zoll= und Prohibitionskontrolleure des
hieſigen Hafens, die innerhalb der drei=Meilen=Zone den aus
Antwer=
pen kommenden Dampfer „Carlier” des Lloyd Rohal Belge anhielten
und auf die bewußte ſchmackhafte Konterbande hin zu durchſuchen
began=
nen. Denn belgiſche und holländiſche Liköre — welche Füllen von
Ge=
ſichten: Avocaat, Genever, Schiedam, Hulſtramp — ſind im
trocken=
gelegten Amerika äußerſt beliebt. Die Beamten krochen alſo unter Deck
zwiſchen unzählige Kiſten, Kaſten, Körbe und Ballen. Aber es war
nichts zu finden und ſchon wollten ſie wieder an das Tageslicht
hinauf=
klettern, als ein aus einer großen Kiſte kommendes Geräuſch ſie ſtutzig
machte und veranlaßte, dieſer Kiſte auf den Leib zu rücken. Das
Vor=
gehen war lohnend genug: zu ihrer und auch der Ueberraſchung der der
Durchſuchung beiwohnenden Offiziere der Beſatzung entſtieg der
ge=
öffneten Kiſte eine bildhübſche junge Frau, die ſich in dieſer primitiven
Kabine, wie weiland der unſterbliche Arthur Gordon Pym, als blinder
Paſſagier häuslich eingerichtet hatte. Im Verhör erzählte die Frau
unter viel Erröten und reichlichen Tränen, ſie ſei die 25jährige
Ehe=
frau Roſa Beukelers=van Camp aus Antwerpen und im Begriffe
ge=
weſen, die Vereinigten Staaten „auf dieſem nicht mehr ungewöhnlichen
Wege” aufzuſuchen, um ihrem Ehegatten gehörig die Leviten zu leſen
und ſeine Rüickkehr an den heimiſchen Herd, wenn nötig mit Gewalt,
zu erzwingen. Dieſer Biedermann habe ſie nämlich vor einem halben
Jahre mit ſeiner Stenotypiſtin verlaſſen und ſei mit ihr nach New
York gereiſt. Völlig mittellos habe ſie ſich als blinder Paſſagier
ein=
ſchiffen müſſen, um ihre Rachemiſſion ausführen zu können.
Die verhörenden Beamten, die ihre Fragen mit einer hinreißenden
Höflichkeit ſtellten, empfanden zwar alle Hochachſtung vor dem
Unter=
nehmungsgeiſt dieſer kleinen Frau, mußten ſio aber, ſo leid es ihnen)
offenſichtlich tat, feſtnehmen und auf dem berüchtigten Ellis=Island
ab=
liefern. Vielleicht, wer kann in ein Männerherz blicken, ſprach dabei
auch ein wenig Solidaritätsgefühl des Geſchlechtes mit —
Univerſitätsſtudium und Moralität.
EP. Die Zahl der jungen Leute, die nach dem Verlaſſen der höheren
Colleges die New Yorker Gefängniſſe bevölkern, ſteigt von Tag zu Tag.
Nach einem Bericht der Direktion des berühmten Gefängniſſes Sing=Sing
waren in dieſem Jahre 672 Gefangene junge Studenten, während ihre
Zahl im Vorjahre nur 19 betrug.
Ausgleichende Gerechtigkeit in der Luft.
EP. Die neue Luftverkehrs=Linie Cairo-Karachi will in ihrem Tarif
ſtrenge Gerechtigkeit walten laſſen. Kein dicker Herr wird dort dasſelbe
zahlen wie ſeine zierliche Nachbarin, oder umgekehrt keine voluminöſe
Dame den gleichen Preis wie der ſchmächtige Jüngling. Jeder Reiſende
hat ein Anrecht auf 225 Pfund für ſeine Perſon und ſein Gepäck. Die
dicken Leute werden ſich entſetzt an den Kopf faſſen. Denn welches
Ge=
päck kann wohl eine ſtarke Dame auf dieſer Reiſe nach Indien mitnehmen,
ohne einen Schilling pro Kilogramm und 160 Kilometer Ueberfracht
be=
zahlen? Kaum ihre Handtaſche höchſtwahrſcheinlich. Kinder, die noch auf
dem „Arm getragen werden”, werden mit ihren Müttern oder
Wärte=
rinnen gewogen, ſo daß eine zarte junge Mutter gegebenenfalls Zwillinge
mitnehmen kann, ohne Ueberfracht zu zahlen. Aeltere Kinder müſſen
zahlen. In dem Tarif iſt jedoch kein Alter angegeben, wodurch ſich die
Möglichkeit großer Meinungsverſchiedenheiten ergeben kann, denn bis
zu welchem Alter wird ein Kind „auf dem Arm getragen”?. Man hat
ſchon die lebhafteſten Auseinanderſetzungen über dieſen Punkt ſich in den
Straßenbahnen erheben ſehen. Wenn aber die diſputierenden Reiſenden
bei einem Streit den betreffenden Beamten der Geſellſchaft etwa zur
Türe hinausdrängten, wären die Folgen nicht vorauszuſehen. Aber
viel=
leicht werden ſie für vorkommende Fälle mit Fallſchirm verſehen.
Gene Tunney will nicht heiraten.
EP. Wie aus New York berichtet wird, hat der neue amerikaniſche
Weltboxmeiſter Gene Tunney der Preſſe gegenüber erklärt, daß nach
ſeiner Meinung ein Boxmeiſter nicht heiraten dürfe; wenn er ſeinen
Titel behalten wolle, dürfe er ſeine Individualität mit niemanden
tei=
len. „Ein Boxmeiſter iſt,” wie Tunney meint, „nicht mehr und nicht
weniger als verheiratet mit ſeinem Beruf.”
Sine Hamserloloen
heilbar?
Ja und nein! Wenn ein Hämorrhoidenkranker dieſes
wirk=
lich ernſte Leiden vernachläſſigt, wird es ihm immer größere Qual
bereiten. Die anfangs unbedeutenden Knoten am Darm wachſen,
ſie wandern in den Darm hinein und platzen ſchließlich auf. Dann
beſteht die Gefahr, daß Blutgerinnſel in die Blutbahnen kommen
und dort zu ſehr g fährlichen Verſtopſungen führen. Es komnrt
hinzu, daß die Schmerzen, das Brennen und das Jucken der
er=
krankten Teile immer unerträglicher werden und den Kranken
körperlich und ſeeliſch zugrunde richten. Schließlich bleibt dem
verzweifelten Patienten nur noch übrig, ſich auf dem Wege der
Operation unſichere Heilung zu verſchaffen.
Muß das ſein? In den meiſten Fällen: Nein! Denn
Hä=
morrhoiden, rechtzeitig als ſolche erkannt und ſachgemäß
behan=
delt, können mit großer Ausſicht auf Erfolg auch ohne Operation
beſeitigt werden. Neben peinlicher Sauberkeit muß eine
geeig=
nete Salbe zur Anwendung kommen, die die Knoten zur
Schrumpfung bringt, die Schmerzen lindert, die Entzündungen
beſeitigt. Die bewährte Humidon=Salbe verbindet alle dieſe
Eigenſchaften in hervorragendem Maße. Schon nach ganz kurzer
Anwendung läßt das Jucken und Brennen nach. Damit iſt ſchon
biel gewonnen; denn fällt der Juckreiz fort, ſo verringert ſich auch
die Gefahr weitergetragener Infektionen. Nun erſt kann der
Heilungsprozeß beginnen. Die Humidon=Salbe wird ſeit Jahren
auch in verzweifelten Fällen gebraucht, und unzählige Kranke
bezeugen, daß ſie faſt Wunderdienſte geleiſtet hat.
Aber die Humidon=Kur iſt keine Wunderkur, ſondern das
Reſultat einer wiſſenſchaftlich wohldurchdachten Arbeit. In
die=
ſer Salbe ſind alle Stoffe vereint, die dieſe tückiſche Krankheit
erfolgreich zu bekämpfen geeignet ſind. Die Humidon=Geſellſchaft
will überzeugen und nicht überreden. Sie ſchickt deshalb jedem
umſonſt eine ausreichende Probe Humidon nebſt ärzlicher
Auf=
klärungsſchrift über Hämorrhoidenleiden. Dieſen koſtenloſen
Verſuch iſt jeder ſeiner Geſundheit ſchuldig, und die Humidon=
Geſellſchaft iſt überzeugt davon, daß jeder Verſuch ein voller
Erfolg wird. Alſo ſchreiben Sie ſofort, ehe Sie es vergeſſen,
nach Probe und Broſchüre an die Humidon=Geſellſchaft m. b. H.,
Verlin W. 8, Block 233.
(TV/16649
Verfand erfoigt durch die Apotheke „Zum weißen Kreuz”,
Nummer 318
Dienstag, den 16. November 1926
Geite 11
2. Bildungstagung des Gaues
Main=Weſer im O. H. P.
Frankfurt a. M., 14. November.
Die zweite Bildungstagung des Gaues Main=Weſer im
Deutſchnatio=
nalen Handlungsgehilfenverband wurde geſtern vormittag im
Palmen=
garten zu Frankfurt a. M. abgehalten. Der Beſuch der Tagung war
mißergewöhnlich ſtark, ein Zeichen für das Intereſſe, das dieſer Tagung
antgegengebracht wurde. Der Männerchor „Deutſcher Sang” im D.H.V.
hrachte zwei Eröffnungsgeſänge „Sanktus” und „O Schutzgeiſt alles
Gochönen” zu Gehör, die mit ſtarkem Empfinden vorgetragen wurden
umd lebhaften Beifall fanden. Dann eröffnete der Gauvorſteher
Auer=
hach, Frankfurt, mit einer herzlichen Begrüßungsanſprache, in der er
ſonders den zahlreichen Ehrengäſten aus Frankfurt, Darmſtadt,
Worms, Offenbach und anderen Städten für ihr Erſcheinen dankte, die
A.agung. Er betonte, daß es das Beſtreben des Verbandes ſei, ideale
ATrbeit zu leiſten und das „Materielle” nicht in den Vordergrund zu ſtellen,
DOie Verinnerlichung und Vertiefung der Perſönlichkeit werde angeſtrabt,
u.nd in dieſem Sinne miſſe der Nachwuchs erzogen werden, denn nur
ſwlche Arbeit, in der die Seele der Perſönlichkeit liege, wirke auf die
Dauer befriedigend. Seiner beſondeven Freude gab er Ausdruck, daß
as Intereſſe an der Tagung ſo rege ſei und die Teilnahme ſo allgemein.
Bwar habe ſich der Magiſtrat der Stadt Frankfurt wegen geſchäftlicher
Verhinderung zu einer Vertretung nicht entſchließen können, aber die
Ehrengäſte ſeien im übrigen zahlreich erſchienen und gerne der
Ein=
adung zur Tagung gefolgt.
Reichstagsabgeordneter Walther Lambach ſprach dann über die
eeliſchen Beziehungen des Kaufmannsgehilfen zu ſeiner Arbeit. Er
mrbeitete ſcharf den Unterſchied heraus, der zwiſchen den Beziehungen
rnderer Stände zu ihrem Berufe und dem Kaufmannsgehilfen beſteht.
DDem Landmann und dem Seemann in ihver Verbundenheit mit Volk
und Natur, die eindringliche Erkenntnis der Notwendigkeit ihrer Arbeit
Frür Volk und Menſchheit, ſtellte er den Kaufmann gegenüber. Den
Kauf=
mann aus der Zeit der königlichen Kaufleute ſtellte er gegenüber dem
SHandlungsgehilfen, der ſtets „Gehilfe” bleiben und nie ſelbſtändig ein
ſFveier Meiſter werden wird. In ſeinen weiteren Ausführungen betonte
ger, daß der Kaufmannsgehilfe losgelöſt von Heimat und Sippe,
los=
awelöſt auch vom Sinn ſeiner täglichen Arbeit iſt. Daß er noch bewußt in
feinem Volke ſtehe, verdanke er der Arbeit des Deutſchnationalen Hand=
Flungsgehilfen=Verbandes. Die Ueberwindung der Kluft zwiſchen
Arbeit=
rmehmer und Arbeitgeber ſei nur möglich, wenn beide Teile ein
gemein=
ſames Ziel erſtreben. Es iſt nur zu finden in der Auffaſſung der
Be=
rrufsarbeit als Kampfdienſt am Volke zu Erringung deutſcher Freiheit.
Der Nedner zeigte dann, wie die Enge des deutſchen Lebensraumes alle
Kämpfe der Berufsſtände und Parteien verſchärft. Nicht Klaſſenkampf,
nicht Parteikampf, ſondern Standwertung des
Kaufmanngehilfen=
ſtandes, wie der anderer Stände ſei die geſchichtliche Aufgabe unſerer
Zeit. Dazu gehöre Einordnung der Berufsarbeit in die großen
Not=
wendigkeiten des deutſchen Freiheitslampfes, gemeinſawes Erfaſſen
i. dieſer Aufgaben durch Unternehmer und Angeſtellte. Dazu wiederum ſei
nötig ein Erleben ſolcher Berufsaufgaben durch jeden einzelnen, der
dadurch gemeinſchaftsfähig werde und zugleich unabhängig. Ein neues
freiwilliges Geſchlecht, das ſeine Werktagsarbeit als Kampf ums
Vater=
land verrichte, wachſe heran. Ihm diene das Wirken des
Deutſchnatio=
nalen Handlungsgehilfen=Verbandss. Dieſes Geſchlecht habe wieder
mutige und freie Seelen. Es werde die Nation erfaſſen und beſeelen zu
neuer Freiheit und neuer Größe.
Nach dieſer Anſprache, die mit longanhaltendem Beifall
aufgenom=
men wurde, brachte eing große Anzahl von Ehrengäſten ihre Wünſche
für die Tagung dar. Als Vertreter des Rektors der Univerſität
Frank=
furt a. M. ſprach Prof. Dr. Kalveran=Frankfurt. Beſondeus die
Wirtſchaft und ſozialwiſſenſchaftliche Fakultät beſchäftige ſich mit den
Ge=
danken des Verbandes, deſſen Beſtrebungen durchaus zu begrüßen und
zu unterſüitzen ſeien. Die Perſönlichkeit müſſe ausgebildet werden,
dann bringe das Segen dem Einzelnen wie der Geſamtheit. Der Schlichter
von Heſſen, Oberregierungsrat Dr. Bernheim dankte zugleich auch
eim Namen ſeines Kollegen, des Schlichters von Heſſen=Naſſau, für die
„Einladung und ermahnte die Anweſenden, in Zukunft ebenſo, wie in den
Jahren ſchwerer wirtſchaftlicher Depreſſion mitzuarbeiten an der
Ge=
ſundung der deutſchen Wirtſchaft. Jeder einzelne ſei dazu berufen. Wenn
nur Qualitätsarbeit unter Einſetzung der ganzen Perſönlichkeit geleiſtet
werde, dann ſei Peſſimismus nicht am Platze und der wirtſchaftliche
Wiederaufbau unbedingt möglich. In dieſem Sinne wünſchte er der
Ver=
anſtaltung beſten Erfolg. — Direktor Haſſinger=Darmſtadt wüinſchte
der Tagung im Namen des Landesamtes für das Bildungsieſen Erfolg
und Glück. Er verfolge die Beſtrebungen des Verbandes mit warmem
Intereſſe, da der Verband bemiht ſei, ſeinen Mitgliedern wahre
Volks=
bildung, das iſt Vollbildung zuteil werden zu laſſen. Alle Arbeit müſſe
frei und gern getan werden, der Berufsſtolz, nicht Berufsdünkel, müſſe
bei jedem ausgeprägt ſein, dann wünde der Weg zum Aufſtieg von ſelbſt
gefunden werden und die Hoffnung auf eine beſſere Zukunft ſich erfüllen,
Direktor Menne, der Leiter des Berufsamtes Frankfurt a. M.
ver=
breitete ſich in kurzen Zügen über die Berufsberatung und wünſchte der
Tagung Glück und Erfolg. Weiter brachten die beſten Wünſche für eine
erfolgreiche Tagung dar: Exz. General der Kavallerie a. D. v. Hahn,
Stadtrat Rahde, Bankdirektor Frankfurt a. M., Stadtverordneter
Laas, Frankfurt a. M., Dr. Kilzer und der Vertveter der
Arbeits=
hilfe Schwarz=Weiß=Rot Schütz. Der Gauvorſteher dankte allen
Red=
nern ſür ihre begeiſterten Anſprachen und erteilte dem
Reichsjugend=
führer, Karl Hahn=Hamburg, das Wort zu ſeinen Ausführungen,
Der Redner ging zunächſt von der vielfach herrſchenden Annahme
aus, daß die Gewerkſchaften ſich lediglich aus Sorge um den Beſtand ihrer
Organiſation bemühen würden. Er betonte, daß den Deutſchnationalen
Handlungsgehilfenverband ausſchließlich die Sorge um den Nachwuchs
des Standes zur Aufnahme der Jugendarbeit veranlaßt habe. Die
Arbeit habe auf dem Gebiete des Berufsſchulweſens eingeſetzt, das im
Anfang dieſes Jahrhunderts noch völlig brach lag. Die Aufgaben, die
ſich der D.H.V. für ſeine Jugendarbeit ſtellt, gliedern ſich von vorn= erſtens nach den Fragen des Lehrlingsſchutzes und der Lehrlings=
„aus’bildung und zweitens nach den Fragen der Bildung des Lehrlings als
ſolchen und aus ſich. Für die Wertigkeit eines Menſchen ſei eben nicht nur ſein
fachliches Wiſſen und auch nur bedingt ſein Können
ausſchlag=
gebend, ſondern die Art ſeines Charakters. Die Frage der
Er=
ziehung von Charakteren iſt aber in erſter Linie eine Frage der
Geſin=
nung. Im Hinblick auf die vielen kulturerſetzenden Strömungen, unter
denen die gegenwärtige Jugend aufzuwachſen habe, komme es etwa auf
folgende Werte an: Harte Männlichkeit, Treue und Ehre, Ehrlichkeit,
Unterordnung — Gehorſam. Selbſtzucht, Hingabe, Aufopferung ſür große
„Ideale, Wahrhaftigkeit, Ehrfurcht, Wille, Energie und Tatkraft. Für die
Löſung dieſer Aufgaben ſei das Schlagwort von der Selbſtbeſtimmung
der Jugend abzulehnen. Der Pflege der Berufsgeſinnung kommen
aber auch andere Hemmungen in den Weg, die in dieſem Vortrage zur
Behandlung der ſozial= und wirtſchaftspolitiſchen Aufgaben führten. Das
den Kaufmann charakteriſierende ſei die Fähigkeit des Willensentſchluſſes
zum Handeln, die man mit dem Begriff „Initiative” bezeichnen kann.
Am Schluß der Lehrzeit müſſe jeder Lehrling einer Prüfung ſeiner
prak=
tiſchen Fachkenntniſſe und Fähigkeiten unterzogen werden. Er könne
nur dann als Kaufmannsgehilfe gelten, wenn er die Prüfung beſteht.
Bei den Durchgefallenen muß geprüft werden, ob die Ausbildung oder
ungemigende Veranlagung des Lehrlings daran ſchuld iſt. Dem D. H. V.
ſei die Erziehungsarbeit an der Berufsjugend und die gewerkſchafts= und
ſozialpolitiſchen Beſtrebungen um die Förderung ihrer Ausbildung
Dienſt am Stand, und durch dieſen Pflichterfüllung gegenüber der
Volksgemeinſchaft.
Der Gauvorſteher Auerbach dankte für die intereſſanten
Ausfüh=
rungen, die mit allgemeinem Intereſſe aufgenommen wurden, und ſchloß
die in jeder Beziebung befriedigend und würdig verlaufene Tagung
mit den beſten Hoffnungen und Wünſchen für die Zukunft. Nachmittägs
fanden interne Beſprechungen und Beratungen der Gauvorſteher ſtatt.
Die (röffnung des Aachener Zeitungsmuſeums
WTB. Aachen. In den Räumen des Alten Kurhauſes (Konzerthaus)
wurde das Aachener Zeitungsmuſeum feierlich eröffnet.
Oberbürger=
meiſter Farwick hielt dabei eine Anſprache, in der er ausführte:
Das Aachener Zeitungsmuſeum, das mit dieſer Schau ausgewählter
Stücke zum erſten Mal nach langer Zeit wieder an die Oeffentlichkeit
tritt, iſt das Werk des Sammeleifers des um die Zeitungswiſſenſchaft
hochverdienten Oskar von Forckenbeck. Lange bevor andere den Wert
von Zeitungsſammlungen erkannten, ſchon von 1854 ab, hat von
Forcken=
beck den Aufbau ſeines Zeitungsmuſeums begonnen. Seine großen
Reiſen dienten ihm dazu, die Sammlung zu vermehren. Ende der 80er
Jahre verband er damit einen öffentlichen Leſeſaal. Seit 1890
unter=
ſtützte die Stadt Aachen dieſe Beſtrebungen durch Hergabe eines Lokals
und eines jährlichen Zuſchuſſes. Langjähriger Mitarbeiter von
Forcken=
beck war der Redakteur Max Schleſinger der für ihn auch eine
beſon=
dere Zeitſchrift „Das Zeitungsmuſeum” herausgab. Mehrmals hat von
Forckenbeck auch durch öffentliche Ausſtellungen das Intereſſe für ſeine
Beſtvebungen zu erwecken geſucht, ſo 1886 und beſonders 1890
gelegent=
lich des 450jährigen Jubiläums der Buchdruckerkunſt. Nach v.
Forcken=
becks Tode (1898) bot ſeine Witwe das Muſeum der Stadt Aachen als
Geſchenk an unter der Bedingung, daß die Sammlung erhalten bleibe
und in einem würdigen Lokal untergebracht werde. Die
Stadtverord=
netenverſammlung nahm das Geſchenk mit Dank an. Es gereicht uns
zur beſonderen Ehre, bei der heutigen Exöffnungsfeier neben
Ver=
wandten des Gründers und Stifters auch die Herren Miniſterialrat
Dr. Steiger vom Rheinminiſterium und Miniſterialrat Krauthauſen
und Dr. Görres vom Preußiſchen Innenminiſterium begrüßen zu
dürfen. Um das Zuſtandekommen der Ausſtellung haben ſich beſondere
Verdienſte erworben: Archivdirektor Prof. Dr. Huyskens und Redakteur
Schiffers=Davringhauſen. — Nachdem Redakteur Schiffer=
Davring=
hauſen die ausgeſtellten Stücke gezeigt und erläutert hatte, hielt Dr.
Dovifat=Berlin einen Vorrtag über die deutſche und die
ameri=
kaniſche Preſſe in ihren Hauptproblemen. Hieran ſchloß ſich ein
geſell=
ſchaftlicher Empfang, zu dem die Arbeitsgemeinſchaft der Aachener Preſſe
die Spitzen der Behörden, Vertreter der Verbände ſowie die Vorſtände
der beiden rheiniſchen Preſſe=Berufsorganiſationen geladen hatte. Unter
den Anweſenden bemerkte man Miniſterialrat Dr. Steiger vom
Rhein=
miniſterium und Miniſterialrat Krauthauſen und Dr. Görres vom
Preußiſchen Miniſterium des Innern.
Geſchäftliches.
Wer an Hämorrhoiden leidet tut zut, ſich an die
Humidon=Geſellſchaft, Berlin W 8, Block 233, zu wenden.
Dieſe Geſellſchaft verſendet gratis und franko jedem eine Probe ihrer
ausgezeichneten und bewährten „Humidon=Salbe”, nebſt
medi=
zimiſcher Aufklärungsſchrift über Hämorrhoiden=Leiden. IV/16 649
Mütter, die ihre Töchter gut verheiratet wiſſen
vollen, müſſen ihnen das Rüſtzeug für eine moderne Hausfrau mitgeben.
Hierzu gehören unbedingt die erprobten Fips=Präpargte Fleck=Fips,
Seiden=Fips und Fips=Seife, ſie ſind die Retter in allen
Fleckennöten bei ſämtlichen Stoffen handle es ſich um Flecken von
Oel, Fett, Harz, Teer, Aſphalt, Wagenſchmiere, Oel=Stempel= und
Copierfarbe, Lacke uſw. Mit Fips=Seife führt man die teilweiſe Wäſche
bei Flecken in hellen Strümpfen uſw. mit unbedingtem Erfolg durch,
Erhältlich in jeder beſſeren Drogerie, Herſteller: Drawin=
Geſell=
ſchaft m. b. H., Stuttgart.
Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlotterie.
2. Tag, 2. Klaſſe. In der Vormittags=Ziehung fielen:
2 Gewinne zu 3000 Mark auf Dr. 39 057; 4 Gewinne zu 2000 Mart
auf Nr. 236 933, 256 531; 6 Gewinne zu 1000 Mark auf Nr. 68 570,
194 174, 315 300; 12 Gewinne zu 800 Mark auf Nr. 34 007, 192 912,
245 950, 207 379, 316 999, 338 076; 32 Gewinne zu 500 Mark auf Nr.
14 448, 37 382, 61 915, 64 732, 77 293, 103 292, 135 376, 212 236, 240 899
252 659, 256 269, 271 331, 317 524, 818 515, 337 994, 349 970; ferner 108
Gewinne zu je 300 Mark und 234 Gewinne zu je 180 Mark. — In der
NachmittagsZiehung fielen: 2 Gewinne zu 100 000 Mark auf
Nr. 155 171; 2 Gewinne zu 10 000 Mark auf Nr. 106 238; 2 Gewinne zu
5000 Mark auf Nr. 22 508; 2 Gewinne zu 2000 Mark auf Nr. 78014;
4 Geſinne zu 1000 Mark auf Nr. 9204, 165 801; 8 Gewinne zu 800
Mark auf Nr. 154 838, 157712, 222336, 223 160; 24 Gewinne zu 500
Mark auf Nr. 4605, 41 510, 56 704, 84 197, 115 539, 132 531, 132 756,
176 695, 181992, 221 067, 300 946, 320 732; ferner 86 Gewinne zu je
300 Mark und 292 Gewinne zu je 180 Mark.
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
Dir Ne Deiſfenttichengen unter dieſer deberfchrift übernimmt die Redattion keinerlel
Der=
ziermns; für ſie bleibt auf Orund des 5 21 Abf. 2 des Preſſegeſetzes in vollem Umfange
der Ctender verantwortſſch.) — Einſendungen, die nicht verwendet werden, fönnen nicht
zurückgeſandt. die Ablebnung nicht bearindet werden
— Ausbau der elektriſchen Straßenbahn. Die
Mit=
teilung der „Heag” in Nummer 311 des Tagblattes hat ein Aufhorchen,
beſonders freudig bei den Umwohnern des Schloßgartenplatzes, bewirkt.
Jetzt endlich wirds wohl kommen, daß eine Fahrt aus dieſer Gegend in
Richtung Dieburgerſtraße—Faſanerie nicht mehr mit dem gegen alles
Gefühl gehenden Nück= bezw. Umweg Johanneskirche—Schloß beginnt,
ſondern in kürzeſter Richtung direkt erfolgen kann. Doch in der
er=
wähnten Mitteilung iſt etwas nicht klar. Die Linie Schloß—Hochſchule
uſw. iſt abgetan. Dafür geplant, die Linie am Schloßgartenplatz zu
verlängern bis zum Riegerplatz. „Es beſteht (heißt es weiter) aber auch
neuerdings die Abſicht, dieſe Linie (alſo vom Schloßgartenplatz) nicht
nach dem Riegerplatz zu führen, ſondern nach der
Liebfrauen=
ſtraße uſw uſw. . . . Dieſer letzte Ausbau iſt vorgeſehen und
be=
reits projektiert. Als erſter Ausbau ſoll die Linie bis zum
Riegerplatz (!2) gebaut werden.” — Gibt es alſo zunächſt dennoch
eine Stummelbahn bis zum Riegerplatz und ſpäterhin eine neue Strecke
vom Schloßgartenplatz nach der Liebfrauenſtraße, Kittlerſtraße uſw.?
Oder ſoll dieſe letztere Linie begonnen und etwa bis in die Nähe
des Riegerplatzes geführt werden?
Briefkaſien.
Nach G. Nach der dem Auſwertungsgeſetze angehängten Tabelle
waren 10 Papiermark am 24. Januar 1918 — 8 Goldmark; am 14..
Ja=
nuar 1919 waren 10 Papiermark — 5 Goldmark 13 Pfennig; am 20.
Ja=
nuar 1920 waren 100 Papiermark — 7 Goldmark 75 Pfg.; am 10. Januar
1921 waren 100 Papiermark — 6 Goldmark 5 Pfg.; am 10. Januar
1922 waren 100 Papiermark — 2 Goldmark 52 Pfg., ſonach 80
Papter=
mark — 2 Goldmark. Nach dieſen Angaben können Sie ſich die
ein=
zelnen Beträge ſelbſt leicht ausrechnen.
H. S. 88 1602, 1603 B.G.B., ſtatuiren im Fragefallg eine
Unter=
haltungspflicht des Vaters nur gegenüber minderjährigen
un=
verheirateten Kindern. Die Frage iſt deshalb wohl zu verneinen.
„Schlüfſel.” Nach § 536 B.G.B. hat der Vermieter die vermietete
Sache dem Mieter in einem zu dem vertragsmäßigen Gebrauche
geeig=
neten Zuſtande zu überlaſſen und ſie während der Mietzeit in dieſem
Zuſtande zu erhalten. Zugleich mit der Hauptſache iſt auch das
Zu=
behör zu überlaſſen. Hierunter fallen die zum Gebrauche der
Miet=
ſache ſelbſt unentbehrlichen Sachen, z. B. Schlüſſel bei einer
Woh=
nung. Sonach gehören Ihnen als dem Mieter die Schlüſſel. Sie müſſen
den Vermieter auf Herausgabe des Schlüſſels verklagen, wenn er ſolchen
nicht gutwillig herausgibt.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Dienstag, 16. Nov. 3.30: Stunde der Jugend. Aus Sage
und Leben der Griechen und Römer: „König Oedipus” (für Kinder
vom 10. Jahre ab). O 4.30: Hausorch.: Neue Tanzmuſik. O 5.45:
Leſeſtunde: A. d. Roman „Die Buddenbrooks” von Thomas Mann,
O 6.15: von Caſſel. Dr. Elbert: Pflege des Saatgutes. O 6.45:
„Harnbeſchwerden, ihre Urſachen und ihre Abwehr”, von Dr. Berg,
O 7.15: „Altdeutſche Tafelmalerei”, von Dr. Götz. O 7.45: „
Ein=
zellige und vielzellige Lebeweſen” von Ankel=Gießen. O 8: Stuttgart:
Liederabend Mattia Battiſtini. Giordano: Andrea Chenier. —
Doni=
zetti: Eleonora. — Verdi: Ernani. — Mozart: Nozze di Figaro,
— Leoncavallo: Prologo Pagliacci. — Verdi: J due Foscari.
— Thomas: Chanſon Bachique d’Hamlet. — Roſſini: Tarantella.
Anſchl.: Neue Schallplatten.
Siuttgart.
Dienstag. 16. Nov. 3.50: Bücherfunk. O 4.15: Konzert.
Richter: Regimentskameraden, Marſch. —
pauſe, Einlagen: Otto Lillich. — Marſchner: Fant. aus „Hans
Hei=
ling”.: — Popy: Skand. Legende. — Weßlander: Schwed. Suite.
O. 6.15: Morſekurs. O 6.45: Dr. Hohlbaum lieſt aus eigenen
Werken, O 8: Uebertr. aus der Liederhalle Stuttgart: Mattia
Battiſtini. Lieder=Abend, 8 Vorträge, — Anſchl.: Wunſchabend.
Berlin.
Dienstag, 16. Nov. 4.30: Walt Whitman. Einl. Worte:
Erich Burger. Rez.: Gertrud Eyſoldt. Vom Wegrand. Geſang
von mir ſelbſt. Gib mir die ſtille, glänzende Sonne. Als ich am
Schluß des Tages hörte. Was meine Mutter mir erzählte.
Geflüſter vom himmliſchen Tod. O 5: Kammermuſik. Dem Gedenken
Beethovens. O. 6.30: Oberſt v. Abercron: Der Zauber einer
Fahrt im Freiballon. O 7.05: Dr. Hochdorf: Auf helleniſcher
Erde. O 7.30: Prof. Saltenburg: Das Theater. O 8:
Ur=
aufführung: „Die Gletſcherfee”, Operette v. Rudolf Presber und
Leo Walther Stein. Muſik v. Willy Bredſchneider. Perſ.: Tobias
Webſter: Fr. Groß; Maud, ſeine Tochter; Maria Huſſa=Greve;
Miß Pott: Chriſtel von Pommer; Johannes Baumgarten,
Berg=
führer: Erik Wirl; Curt Sprüngli: A. Hell; Gottfried Nägeli,
Beſitzer des „Schweizer Hof”: L. Hainiſch; Dr. Peter Flemming:
Willy Winter: Marcheſa Gattamelata: Fritz Treu; Knut Peterſon:
A. Groſſe; Werner Affolder: H. Sternberg; Emmerenzia, ſeine
Tochter: Lucie Bredſchneider.
Stettin. 7.05: Oberbürgermeiſter Kolbe, Stargard: Die
Stadt Stargard in Pommern.
Königswuſterhauſen. Dienstag, 16. Nov. C. M. Alfieri, G.
v. Eyſeren: Spaniſch. O 3.30: Dr. Strohmeyer: Methodik des
franz. Unterrichts auf Grund der Richtlinien: Ausſprache und
Sprachfarbigkeit. Der Unterricht in der Grammatik. O 4.30: Aus
der pädagogiſchen Welt. O 5: Dr. Lasker: Die moderne
Schach=
partie. O. 6: Min.=Dir. Geh. Reg.=Rat Dr. Sitzler: Ueberblick
über das Arbeitsrecht der Gegenwart und Ausblick in die Zukunft.
O 6.30: Dr. Neuburger: Lyriker der Romantik. O 7: Reg.=Rat
Dr. Krammer: Deutſche Kulturgeſchichte des 19, Jahrh. O 7.30;
Dr. Fechter: Eduard Mörike.
Wetterbericht.
Wettervorherſage für Mittwoch, den 17. November 1926.
(Nach der Wetterlage vom 15. November 1926.)
Bei abnehmender Bewölkung Nachtfroſtgefahr, durchweg trocken.
Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Haben Sie in letzter Zeit
unſere TUFUMA geraucht?
Im Geſchmack beſonders blumig und mild,
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in der Fackung unſerem altberühmten Sortiment angepaßt,
ſo iſi ſie ſeit einigen Wochen auf dem Markt.
6 Pg.,
ein mäßiger Preis für eine ſolche Qualität.
Seite 12
Dienstag, den 16. November 1926
Nummer 318
Sporn Shier und Tarnen.
Handball.
Deutſche Turnerſchaft, Main=Rhein=Gau.
Griesheim — Aſchaffenburg 6:0; Eberſtadt — Langen 1:1;
Sprendlingen — Pfungſtadt (Freundſchaftsſpiel) 4:7.
U=Klaſſe: Griesheim gewann ſicher, wie auch erwartet, gegen
Aſchaffenburg. Eberſtadt bot eine gute Leiſtung und war Langen
eben=
bürtig. Das ſiegbringende Tor für Eberſtadt wurde auf Langens
Ein=
ſpruch hin vom Schiedsrichter als Fehlentſcheidung zurückgenommen.
Bei Sprendlingen — Pfungſtadt war der Unparteiiſche nicht erſchienen.
Man einigte ſich auf ein Freundſchaftsſpiel, und Pfungſtadt ſiegte 7:4,
trotz drei Erſatzleuten.
A=Klaſſe: Beſſungen — Neu=Iſenburg 3:4. Verteiltes Spiel;
Beſſungens Torwächter ſchwach, 2. und 3. Tor unbedingt haltbar, das
ſiegbringende Tor fiel in der letzten Minute, die als Verlängerung
nachgeſpielt worden war. Tgſ. Griesheim — Groß=Gerau 3:7;
Wor=
felden — Wolfskehlen 1:21 Egelsbach — Seeheim 2:1 (0:1), Seeheim
lieferte ſein ſchönſtes Spiel bis jetzt und hat unverdient verloren.
Langen — Bickenbach 3:3, ſehr anſtändiges Spiel, das von Bickenbach
mit 10 Mann beſtritten und offen gehalten wurde. Tgd. Darmſtadt —
Walldorf 3:2. Ungenaues Zuſpiel bei Darmſtadt, beiderſeitige
Schuß=
freudigkeit und gute Torhüter.
B=Klaſſe: Wolfskehlen —Erfelden 1:5. Ueberraſchend ſchoß
Wolfskehlen das Führungstor und behauptete ſich 1:1 bis Halbzeit;
dann wurde Erfelden als die techniſch beſſere Mannſchaft überlegen.
Walldorf — Griesheim Tgd. 0:7. Walldorf hatte nur 9 Mann auf
eigenem Platz zur Stelle und hielt trotzdem das Spiel offen. Arheilgen
— Babenhauſen 3:1.
C=Klaſſe: Alsbach — Bickenbach 3:3; Bensheim —
Zwingen=
berg 3:1; verteiltes Spiel, leichte Ueberlegenheit von B.
Heppen=
heim — Jugenheim 4:1, ſehr ſchönes Spiel. Tgſ. Ober=Ramſtadt —
Arheilgen 1:4, harter Kampf. Ober=Ramſtadt — Roßdorf 5:1. Langen
— Tgſ. Darmſtadt 7:1! Langen 1. Sieger! Goddelau — Nauheim 7:4.
Erfelden — Groß=Gerau 1:8.
Jugend: Pfungſtadt — Jugenheim 7:0, beiderſeits ſchöne
Lei=
ſtungen, Jugenheim körperlich ſchwächer, ſchöner Verlauf. Ober=
Ramſtadt — 2gd. Griesheim 1:2, ausgeglichenes Spiel, Griesheim
glück=
licher Sieger. Tgſ. Griesheim — Nauheim 1:6, ruhiges Spiel.
„Rot=Weiß”, V. f. L.
Am Sonntag weilte die 1. Jugendmannſchaft in Langen zum
fäl=
ligen Verbandsſpiel gegen den dortigen Turn= und Sportverein. Trotz
der feuchten und unebenen Platzverhältniſſe wurde doch ein ſchönes und
faires Spiel gezeigt. Die rot=weißen Jungens drängten in der erſten
Halbzeit ſehr und konnten ſchon mit 4:0 in die Pauſe gehen. Nach
An=
pfiff nahmen die „Rot=Weißen” ſofort das Heft wieder in die Hand
und ſchoſſen in gleichen Abſtänden noch ſechsmal ein. Trotzdem ließen
ſich die Langener den Mut nicht abkaufen und kämpften noch mit aller
Energie bis zur letzten Minute, jedoch alle Angriffe zerſchellten an der
Darmſtädter Verteidigung. Mit dem hohen Reſultat 10:0 konnte „Rot=
Weiß” als verdienter Sieger den Platz verlaſſen.
Fußball.
Weiterſtadt — Geinsheim 1:0 (1:0).
Weiterſtadt konnte am vergangenen Sonntage aus Geinsheim zwei
Punkte mit nach Hauſe nehmen und mit acht Punkten die Spitze der
Tabelle erreichen. Weiterſtadt ſpielte die erſte Spielhälfte überlegen
und konnte in der 17. Minute aus einem Eckball das einzige Tor des
Spieles erzielen. Geinsheim verlegte ſich mehr auf die Verteidigung
ſeines Heiligtums, da Weiterſtadt den Wind im Rücken hatte. Nach
Wiederantritt drängte Geinsheim etwas, konnte jedoch durch die gute
Arbeit Weiterſtadts Torwart Verteidigung und Läuferreihe außer
einigen Eckbällen nichts erreichen. Weiterſtadt hatte noch manche
Tor=
gelegenheit, die jedoch vergeben wurden. Dem Schiedsrichter, einem
Herrn aus Bensheim, gebührt ein Lob. Nur durch ſein energiſches
Durchgreifen konnte das Spiel zu Ende geführt werden.
Sp.=Vg. Pfungſtadt — Germania=Eberſtadt 1:3 (0:1), Ecken 4:7.
Eberſtadt hat Platzwahl und trat mit folgender Mannſchaft an:
Hebermehl, Dächert, Weitzel, Kölſch, Nickel, Zickler, Weitzel Fr., Pfeiffer,
Fiſcher, Seeh, Meher. Pfungſtadt hat Anſtoßz und ſetzt ſich durch großen
Eifer ſofort in die Spielhälfte Eberſtadts feſt. Die Verteidigung
Eber=
ſtadts kann jedoch immer noch rechtzeitig klären, oder die Ballſicherheit
des Eberſtädter Torwächters ließ einen Erfolg nicht zu. Eberſtadt
kommt zur erſten Ecke, die aber nichts einbringt. Jetzt kommt Eberſtadt
beſſer auf, Pfungſtadt kann jedoch das Spiel immer noch leicht
über=
legen geſtalten. Auch die zweite und dritte Ecke kann Eberſtadt nicht
anbringen. Pfungſtadt kann mit ſeinen zwei Ecken ebenfalls nicht
er=
folgreich ſein. Eberſtadt wird gegen Schluß der erſten Halbzeit beſſer
und kann dann auch 5 Min. vor Schluß durch Meyer, der einen
Durch=
bruch unternahm, in Führung gehen. — Bei Wiederbeginn iſt ſich
Eber=
ſtadt bewußt, was auf dem Spiele ſteht und wird überlegen. Eberſtadt
hatte umgeſtellt. Sein Rechtsaußen nutzte bei einem zu weiten Ausflug
des Pfungſtädter Torwächters die Situation und ſchoß entſchloſſen zum
zweiten Tor ein. Die 4. — 7. Ecke kann Eberſtadt noch immer nicht
ver=
werten. Eine Viertelſtunde vor Schluß erhält Eberſtadt an der
Straf=
raumgrenze einen Strafſtoß zugeſprochen, den der Mittelſtürmer
Eber=
ſtadts zum dritten Tor einſchoß. Vier Minuten vor Schluß erzielt
Pfungſtadt durch einen Durchbruch ſein Ehrentor. Pfungſtadts letzter
Eckball geht ins Außen. Darauf Schluß. Der Viernheimer
Schieds=
richter konnte nicht beſonders gefallen.
Radfahren.
Darmſtädter Biehele Klub 1883 in Heilbronn ſiegreich.
Am vergangenen Sonntag fand in Heilbronn a. N. anläßlich eines
großen Saalſportfeſtes die Austragung der Meiſterſchaften des
Landes=
verbandes Baden=Württemberg und Rheinpfalz ſtatt. Ausrichter dieſer
Veranſtaltung war im Gau 93 des B. d. R. der Radfahrerverein „
Wan=
derluſt 01” Heilbronn, der gleichzeitig ſein 25jähriges Stiftungsfeſt
da=
mit verband. Neben der Austragung der Meiſterſchaften obengenannten
Landesverbandes wurden noch verſchiedene Wettbewerbe im Saalſport,
offen für alle Vereine des B. d. R., ausgetragen. Zu einem dieſer
Wettbewerbe, im 6er=Niederradreigen, entſandte auch der Darmſtädter
Bichcle=Klub 1883 eine Mannſchaft. In dieſem ſehr ſcharfen und ſtark
beſchickten Wettbewerb traten neun der beſten Vereine Süddeutſchlands
an. In einwandfreier, ſicherer Fahrweiſe gelang es der Mannſchaft des
D.B. C. 1883 mit den Fahrern: A. Rühl, Gg. Weber, E. Glaub, P.
Haas, Gg. Leichtlein, L. Hax, Leitung Louis Hax, überlegen den
1. Preis mit 8 810 Punkten zu erringen; zweiter Preisträger
wurde. R.V. „Wanderer 01” Stuttgart mit 8,/425 Punkten. Auf dieſen
erneuten glänzenden Erfolg darf neben der betr. Mannſchaft der D.B. C.
1883 beſonders ſtolz ſein. — Als beſonderer Beweis ſeiner
Leiſtungs=
fähigkeit im Saalſport darf es weiter angeſehen werden, daß der D.B. C.
1883 von ſeiten des Vorſtandes des Landesverbandes Heſſen eingeladen
wurde, mit ſeiner 1. und 2. Damenriege im 12er=Damen=Koſtümreigen
bei einer beſonderen Ehrung ſämtlicher Landesverbandsmeiſter von
Heſſen in Frankfurt a. M. am 27. dieſes Monats mitzuwirken. Neben
den eigentlichen Meiſtern ſtartet dortſelbſt als einziger Verein nur der
D.B.C. 1883 mit erwähnter Mannſchaft.
Kraftſport.
Am Sonntag, den 14. Nobember, fanden in Roßdorf die Vorkämpfe
um die Gaumeiſterſchaft zwiſchen „Deutſche Eiche”, Roßdorf —
Kraft=
ſportverein Werſau und Kraftſportabteilung des Turnvereins Nieder=
Ramſtadt ſtatt. Nachdem „Deutſche Eiche” gegen Kraftſportverein
Werſau eine Niederlage erlitten hatte, wurde die Kraftſportabteilung
Nieder=Ramſtadt mit 10:4 Sieger gegen Werſau. Beſonders
hervorzu=
heben ſind die Leiſtungen folgender Ringer, denen ausnahmslos äußerſt
ſtarke Gegner gegenüberſtanden: Fliegengewicht: K. Beck;
Bantam=
gewicht: W. Faltermann; Federgewicht: Gg. Schanz; Leichtgewicht:
Ad. Göbel; Leichtmittelgewicht: Aug. Schanz; Schwermittelgewicht
kämpften die Ringer Gg. Brendel, K. Faltermann und H. Göbel.
Gleich=
zeitig ſei auf den letzten Kampf in der Vorrunde um die Gaumeiſterſchaft,
der nächſten Samstag zwiſchen Nieder=Ramſtädter Kraftſportabteilung
und der Arheilgens in Nieder=Ramſtadt ausgetragen wird, aufmerkſam
gemacht.
Schießſport.
Privilegierte Schützengeſellſchaft Darmſtadt.
Wie alljährlich, nahm auch in dieſem Jahre die Privileg.
Schützen=
geſellſchaft Darmſtadt in ihrem Schützenheim, dem „Neuen
Schieß=
haus” am letzten Samstag, den 13. November 1926, ihre Siegerehrung
vor. Um es vorweg zu ſagen, es war ein voller Erfolg. Die mit
Tan=
nengrün geſchmückten Räume waren faſt überfüllt, es hielt ſchwer, noch
ein Plätzchen zu ergattern, ein Zeichen, daß die P. S. G.D. (Darmſtadts
älteſter Verein) ſich immer noch einer großen Beliebtheit erfreut.
Herr Oberſchützenmeiſter Diefenbach eröffnete den Abend durch
eine herzliche Begrüßungsanſprache, dankte den Vertvetern der
befreun=
deten Vereine für ihr Erſcheinen und begrüßte beſonders die Herren
des Jagdklubs ſowie die Mitglieder der Schützengeſellſchaft Babenhauſen.
Die letzteren hatten es ſich, trotz anderweiter Abhaltung, nicht nehmen
laſſen, noch um 10 Uhr abends von Babenhauſen nach Darmſtadt zu
fahren, um dem Dekorierungsfeſt der engbefreundeten Privileg.
Schützen=
geſellſchaft beiwohnen zu können. — Weiter dankte Herr Diefenbach der
Ruderabteilung des Schwimmklubs Jung=Deutſchland, die ſich in
lie=
benswürdiger Weiſe bereit erklärt hatte, durch Darbietungen aller Art
die Gäſte zu unterhalten. — Die Vortragsreihe eröffnete, nach einem
Prolog, geſprochen von Frl. Franz, unſere Schützenſchweſter Frau
Ol=
digs, die mit ihrer ſchönen Stimme verſchiedene Lieder kunſtvoll zu
Ge=
hör brachte. — Bei der nun folgenden Dekorierung wurden die Sieger
des letzten Jahres einzeln vorgerufen, um am Gabentiſch ihre
Auszeich=
nung einzeln in Empfang zu nehmen. Der Ehrenſchützenmeiſter
ver=
ſtand es meiſterhaft, die einzelnen Sieger mit treffenden Worten zu
begrüßen. — Ausgezeichnet wurden mit ſilbernen Bechern. Münzen,
Plaketten uſw. die Herren Karl Endres, Hermann Schönberger. Alberr
Boſch, Prof. Hohenner, Paul Kröh und W. Weiſel. — Die Begeiſterung
erreichte ihren Höhepunkt, als unſer Meiſterſchütze Auguſt Gunſchmann
zum Schützenkönig erklärt und mit der ſilbernen Königskette geſchmückt
wurde. — Nach Beendigung des offiziellen Teils trat der gemütliche Teil
in ſein Recht. Die rührigen Mitglieder der Ruderabteilung des
Schwimmklubs Jung=Deutſchland überraſchten nun mit einem
vollſtän=
digen Programm, das den Humor in feiner, dezenter Art in allen
Schattierungen brachte. — Der Ehrenſchützenmeiſter nahm denn auch
Gelegenheit, den Darſtellern den Dank der Privileg. Schützengeſellſchaft
zu übermitteln. — Ein gemütliches Beiſammenſein, wie lange, darf nicht
verraten werden, ſchloß dieſes ſchön verlaufene Feſt, auf welches die
P. S. G.D. wiederum ſtolz ſein kann.
Sportliteratur.
Führer und Berater auf Reiſe und Wanderung. Durch
Verbeſſe=
rungen der Verkehrsmittel ſchrumpfen die Entfernungen immer mehu
zuſammen. Die Perſonen und Warenbeförderung iſt nicht mehr an
Schienenwege gebunden und ſelbſt die entlegenſten Landſtraßen ſind
be=
lebt von Kraftfahrzeugen, Radfahrern und Touriſten. — Die
Orientie=
rungrung in unbekannten Gegenden iſt ſehr einfach, hat man den
zu=
verläſſigen „Continental=Reiſeführer”. Zunächſt das „Continental=
Handbuch” mit weit über 2000 Ortsbeſchreibungen, Stadtplänen,
An=
gaben über Hotels, Garagen, Tankſtellen, ausgearbeiteten Touren uſw.
für 4 Mk.; dann der „Continental=Atlas für
Mittel=
europa”, der ein überſichtliches Straßennetz von Paris bis Warſchau
und von Kopenhngen bis Mailand auf vielen mehrfarbigen Karten
ent=
hält Maßſtab 1:100 000, Preis 6 Mk. Der „Continental=
Atlas für Deutſchland” bringt im Maßſtab 1:500 000 ein ganz
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Kraftfahrer unentbehrlich. Bei Radfahrern und Touriſten erfreut ſich die
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Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Sireeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für den Inſeratenteil: Willy Kuhle;
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt.
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Nummer 318
Dienstag, 16. November
eueſte Nachrichten
Vom Holzmarkt.
Soweit man nach dem Verlauf der erſten dieswinterlichen
Holzver=
ku ufstermine in den Staatsforſten beurteilen kann, wagen ſich zahlreiche
Sägewerksbeſitzer bei der Abgabe ihrer Gebote etwas zu weit vor. Der
Neu=Strelitz ſtattgefundene Holzverkauf läßt darauf ſchließen. War
uch das zum Verkauf angebotene Holz zum Teil gut, ſo ſind doch die
disfür gezahlten Preiſe nach Anſicht vieler Fachleute nicht
gerechtfer=
tIt, weil die Preiſe am Schnittholzmarkt nur für ſtarkes Material, wie
8 Millimeter Stamm, für Bohlen 55 Millimeter ſtark, und allenfalls
—r breite, aſtreine Seiten bei voller Blankheit um etwa 5 Mark je
ubikmeter geſtiegen ſind. In allen anderen Sortimenten gibt es
An=
bote in Hülle und Fülle; bei deren Ankauf entſcheidet allein die
Billig=
ſit der Preiſe. Von den Verhandlungen mit Polen hört man, daß
e gewiſſe Annäherung zu erkennen iſt. Aus dieſem Grunde wird
das Projekt, eine vollkommene Sperre der Einfuhr zu verhängen. z. Zt.
nächt erwogen. Am Schwellenmarkt liegen die Verhältniſſe inſofern
uuigünſtig, als der Waldbeſitz bei den Preiſen, die ihm für
Schwellen=
olz geboten werden, keine Rechnung finden kann. Einige
Schwellen=
trroduzenten ſind in letzter Zeit dazu übergegangen, mit Waldbeſitzern
Fieferungsverträge auf Rohholz mit der Maßgabe zu ſchließen, daß
It tztere an dem Erträgnis der Schwvellenbelieferung des Eiſenbahn=
—ntralamtes in irgend einer Form intereſſiert werden. Das
Eiſen=
hnzentralamt ſoll von der Staatsforſtveraltung größere Mengen
Tohholz zur Schwellenherſtellung und Ausarbeitung überwieſen
er=
halten. Lebhaft war in letzter Zeit die Nachfrage nach Sperrholz, das
nielfach die Verwendung von Brettern in der Möbelfabrikation zu ver=
Frängen beginnt. Verſchiedene Möbelfabriken, die bisher aſtreine Sei=
En in größeren Mengen verarbeiteten, ſind dazu übergegangen, in
*ren Betrieben Sperrplatten aus Gabun und Erlen zu verwenden.
Ulm Grubenholzmarkt haben ſich die Verhältniſſe zweifellos gebeſſert.
Dem Waldbeſitz liegen erhebliche Anfragen von allen Seiten vor.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Bemerkenswerte Exportſteigerung der deutſchen Eiſeninduſtrie.
DDie deutſche eiſenverarbeitende Induſtrie, deren Export im Jahre
7 913 die anſehnliche Menge von 63 894 270 Doppelzentnern Eiſen und
Eiſenwaren erreichte, hat es vermocht, in den erſten neun Monaten 1926
wereits wieder 39 857 989 Doppelzentner zu exportieren gegen 28 315 914
Doppelzentner im ganzen Jahre 1925 und 19 572 322 Doppelzentner in
1924. Bemerkenswert iſt dabei, daß der Export an Fertigfabrikaten in
ſen erſten neun Monaten 1926 den des Jahres 1913 erreicht und zum
Teil überholt hat. Wenn trotzdem der Export der eiſenverarbeitenden
Induſtrie in 1926 bisher um rund 24 000 000 Doppelzentner hinter dem
es Jahres 1913 zurückbleibt, ſo fällt dieſer Rückgang in der Hauptſache
müf Roheiſen, Rohluppen, Stab= und Formeiſen, ſowie Blech und
TDraht, alſo Walzwerks= bzw. Hüittenprodukte, während die
Kleineiſen=
uinduſtrie ihren urſprünglichen Stand wieder erreicht hat. Bei
er Einfuhr der deutſchen eiſenverarbeitenden Induſtrie liegen
WDie Verhältniſſe umgekehrt wie bei der Ausfuhr. Während die
Aus=
fuhr vom Jahre 1924 ab ſtetig und kräftig zunahm, nahm die Einfuhr
dim ſelben Zeitraum ebenſo ſtetig und kräftig ab, um aber dennoch mit
8198659 Doppelzentnern in den erſten neun Monaten 1926 nicht uner=
Aheblich die von 1913 mit 7 247 120 Doppelzentnern zu überſchreiten.
Deutſche Woerner=Werke A.G., Mannheim. Die G.V., in der 7
SAktionäre 9009 Stimmen vertraten, genehmigte den Abſchluß und nahm
Edie Anzeige des Vorſtandes gemäß § 240 H.G.B. entgegen. Die
Ver=
rmögensaufſtellung weiſt bei einem Aktienkapital von 440 000 RM. einen
Werluſt von 320000 RM. aus. Die Verwaltung führt ihn darauf
f zurück, daß das Kapital bei der Goldmarkumſtellung nicht ſcharf genug
zuſammengeſtellt wurde, ferner auf die ungünſtigen Verhältniſſe in
der Zigarrenbranche, ſowie zu langſame Abwickelung eines großen
Auf=
trages mit einem ausländiſchen Regieſtaat und auf verfehlte
Maß=
nahmen eines Vorſtandsmitgliedes, das dafür die volle Haftung
aner=
kannt habe. Vorſtand und Aufſichtsrat wurden einſtimmig entlaſtet.
Die Verſammlung beſchloß die Zuſammenlegung des Aktienkapitals im
Verhältnis 4:1 auf 110 000 RM. und Wiedererhöhung um bis zu 140000
Reichsmark auf bis zu 250 000 RM. Die neuen Aktien werden zunächſt
mit 25 Prozent eingezahlt. Die Vorzugsaktien mit 30fachem
Stimm=
recht werden in gewöhnliche Stammaktien umgewandellt. Der
Geſchäfts=
gang hat ſich ſeit einigen Monaten erheblich gebeſſert und der
Auftrags=
eingang hält an.
Deutſche Vereinsbank. Kom.=Geſ. a. A. in Frankfurt a. M. Das
Inſtitut, das bekanntlich die Rechtsform einer Kommanditgeſellſchaft auf
Aktien angenommen und ab 15. November die laufenden Geſchäfte des
Bankhauſes L. und E. Wertheimber unter Eintritt von deſſen Inhabern
in ſeine Verwaltung übernommen hat, teilt nunmehr die Perſonalien
mit. Die Herren Kurt Krahwer, Max Naufork und Dr. jur. Alexander
Roſenzweig ſind zu perſönlich haftenden Geſellſchaftern und Herr Herm.
Levi zum Direktor und Generalbevollmächtigten beſtellt worden.
Kautſchuk G. m. b. H., Frankfurt a. M. Unter Beteiligung der
Metallgeſellſchaft in Frankfurt a. M. iſt unter der Firma „Kautſchuk=
Geſellſchaft mit beſchränkter Haftung”, Frankfurt a. M., dieſer Tage
eine Neugründung erfolgt. Das Stammkapital der neuen Geſellſchaft
be=
läuft ſich auf 1 Mill. RM. Gegenſtand des Unternehmens iſt der Handel
mit Kautſchuk in jeglicher Form, ſowie der Handel mit ſolchen
Mate=
rialien, die bei der Verarbeitung von Kautſchuk oder den hieraus
her=
geſtellten Erzeugniſſen Anwendung finden. Die Geſellſchaft ſoll unter
Umſtänden zur Erreichung ihres Zweckes auch gleichartige oder ähnliche
Unternehmungen, die ſich mit dem Handel oder der Herſtellung oder
Verarbeitung ſolcher Stoffe befaſſen, erwerben können, bzw. ſich an
ſolchen Undernehmungen beteiligen oder deren Vertretung übernehmen.
Zu Geſchäftsführern der Geſellſchaft ſind beſtellt: Direktor Richard
Erlanger (Metallgeſellſchaft, Frankfurt a. M.) und Direktor Dr.
Sieg=
fried Auerbach (Metallgeſellſchaft, Frankfurt a. M.).
Leipziger Pianoforte= und Phonola=Fabriken Hupfeld und Gebr.
Zimmermann, A.=G., Leipzig. Auf Beſchluß des A.=R. ſoll eine
Divi=
dende von 10 Prozent auf das für das Geſchäftsjahr 1925/26
dividenden=
berechtigte A.=K. von 2 520000 Mark ausgeſchüttet werden. Femer
be=
antragt die Verwaltung die Erhöhung des A.=K. um 680 000 Mk. ab
1. 7. 1926 dividendenberechtigter Aktien auf 4,5 Millionen. Ein
Teil=
betrag der neuen Aktien wird den alten Hupfeldaktionären beſonders
zum Bezuge angeboten, und zwar im Verhältnis 5:1. Auf die üibrigen
Aktien erhalten alle Aktionäre ein weiteres Bezugsrecht im Verhältnis
10:1. Der Ausgabekurs der neuen Aktien wird von der G.=V. feſtgeſetzt.
Rheiniſch=Weſtfäliſches Kohlenſyndikat. Das Reparationsabkommen
zwiſchen dem Kohlenſyndikat und dem Office de Houilleries Siniſtrees
hat die Genehmigung der deutſchen und der franzöſiſchen Regierung
gefunden. Die Auswechſelung der Noten ſteht unmittelbar bevor. Das
neue Verfahren bedarf noch der Genehmigung der
Reparationskommiſ=
ſion und des Transferkommiſſars, die aber wohl keine Einwendungen
erheben werden.
Die Lage der Rheinſchiffahrt. Die Frachten ſind in der abgelaufenen
Woche durchweg unverändert geblieben. Jedoch neigten die Sätze eher
zur Abſchwächung, und zwar im Zuſammenhang mit dem Abflauen
des engliſchen Bergarbeiterſtreiks und weiterhin infolge des zurzeit
günſtigen Waſſerſtandes. Die Schiffe können wieder voll geladen werden,
wodurch ſich die Nachfrage nach Leerraum begreiflicherweiſe ganz
weſent=
lich vermindert hat. Der Schlepplohn, der vorübergehend auf der
Strecke Rotterdam=Ruhrort angezogen hatte, iſt auf dieſer Strecke wieder
auf ſeinen alten Stand zurückgegangen. Es wird bezahlt von
Rotter=
dam nach Ruhrort bis 30 ct. Tarif, talwärts 15—18 Pf. pro Tonne.
Auf der Strecke Ruhrort—Mannheim werden 90 Pf. bis 1 Mk. angelegt.
Die Getreidefracht von Antwerpen nach Mannheim notiert unverändert,
2.95 Fl., Rotterdäm-Mannheim 2,70 Fl. Das Geſchäft als ſolches iſt
unverändert und wind weiterhin lediglich von den Kohlenverſendungen
getragen. Der Schiffahrtsſtreik iſt durch die Verbindlichkeitserklärung
des Schiedsſpruches erledigt. In deſſen Auswirkung werden durchweg
6—8 Prozent höhere Löhne bezahlt. Für die Oberrhein=Schiffahrt wird
erhofft, daß die Kohlenverladungen rheinaufwärts bald in größerem
Umfange aufgenommen werden.
Bayeriſch=Oeſterreichiſche Konferenz in München. Angeregt von
der Deutſchen Wirtſchaftskammer für Oeſterreich in Wien, findet am
27. November in München eine Konferenz zur Regelung der Fragen
ſtatt, die den Holzhandel und die Holzinduſtrie in Oeſterreich und
Bayern betreffen. Das Holzgeſchäft liegt ſtark danieder, wozu auch
verſchiedene Verkehrsſchwierigkeiten wefentlich beigetragen haben. In
München ſollen dieſe Schwierigkeiten eingehend behandelt und
Maß=
nahmen zu ihrer Behebung beſchloſſen werden. Führer der öſter=
Wichiſchen Unterhändler wird Handelsminiſter a. D. Heinl ſein,
Die Einnahmen des Reiches an Steuern, Zöllen und Abgaben für
die Zeit vom 1. April bis 31. Oktober 1926. Die Einnahmen des
Rei=
ches an Zöllen, Steuern und Abgaben beliefen ſich im Oktober im
ganzen auf 741 034 097,79 Mark (von April bis Oktober 4 100 644 315,03
Mark, Voranſchlag für Einnahmen im Rechmungsjahr 1926 6 555 300
Mark). Von dieſen Emnahmen entfielen auf Beſitz= und
Verkehrs=
ſteuern für den Monat Oktober 534 881 793,28 Mark (April bis Oktober
2770 216 217,43 Mark, Voranſchlag 4 506 000 000 Mark). Hiervon
er=
brachten fortdauernde Steuern den Betrag von 523 575 016,05 Mark
(April bis Oktober 2 735 972 767,29 Mark, Voranſchlag 4 476 000 000
Mark). Einmalige Steuern ergaben 11306 777,23 Mark (April bis
Oktober 34 243 450,14 Mark, Voranſchlag 30 Millionen Mark). Zölle
und Verbrauchsabgaben erzielten die Summe von isgeſamt 3 745 834,41
Mark (April bis Oktober 35 718 135,09 Mark, Voranſchlag 52 300000
Mark). Der Reſt von 13 319,48 Mark (April bis Oktober 188 997,37
Mark) ergab ſich aus ſonſtigen Abgaben.
Das europäiſche Aluminium=Syndikat. Das kürzlich zuſtande
ge=
kommene europäiſche Aluminium=Syndihat umfaßt die geſamte
euro=
päiſche Aluminium=Induſtrie, ſoweit ſie ſich nicht in amerikaniſchen
Händen befindet. Die Vereinbarung ſieht einen Erfahrungsaustauſch
und Stabiliſierung der Preiſe und der europäiſchen Märkde vor und
be=
trachtet als ihre vornehmſte Aufgabe die Zuſammenarbeit mit der
Halb=
zeug= und Fertiginduſtrie. Mit der Bildung des Syndikats wurden die
Aluminiumpreiſe um 12 Prozent herabgeſetzt, und es iſt beabſichtigt,
den Pveis in dieſer Höhe zu ſtabiliſieren.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 15. November.
Nachdem die durch die Notierung des Bezugsrechts für die J. G.
Farbeninduſtrie hervorgerufenen Erſchütterungen jetzt verſchwunden
ſind, kehrte die zuverſichtlichere Stimmung an der Börſe wieder zurück.
Spekulation und Publikum traten daher auch heute wieder als Käufer
auf und ſorgten für einen recht feſten Wochenbeginn. Auch der leichte
Geldſtand regte zu neuen Erwerbungen an. Im Vordergrund
ſtan=
den J. G. Farben mit plus 3 Prozent. Wenn man den niedrigſten
Kurs der vergangenen Woche zum Vergleich heranzieht, ſo haben die
J. G. Aktien das abgegangene Bezugsrecht bereits voll wieder geholt.
Ferner waren Rheinſtahl mit einer Beſſerung von 5 Prozent ſehr
be=
gehrt, auch Oberbedarf weiter ſteigend und plus 4 Prozent. Die
übri=
gen Werte des Montanmarktes waren dagegen zu den erſten Kurſen
nur behauptet, Harpener ſogar etwas ſchwächer. Große Umſätze hatte
der Automarkt aufzuweiſen. Kleher gewannen 4 Prozent. Damler
3 Prozent. Ferner gewannen Metallbank 4 Prozent, Banken und
Schiffahrtswerte wieſen nur beſcheidene Kursbeſſerungen auf, während
ſich die Elektrowerte nur behaupteten. Der Rentenmarkt hatte
lebhaf=
tes Geſchäft, Schutzgebietsanleihen gaben allerdings etwas nach,
Kriegs=
anleihen aber waren feſter, und von den ausländiſchen Renten beſonders
die Türken und die Golrumänen. Auch der Freiverkehr war etwas
feſter. Benz 103, Brown Boveri 160, Ufa 37½, Deutſche Petroleum 91,
Growag 70. Im weiteren Verlaufe blieb die Stimmung feſt.
Rheinſtahl=
aktien ſtiegen bis auf 215 in Anlehnung an die Parität für einen
Um=
tauſch gegen die J. G. Aktien im Verhältnis von 2 zu 1. Sehr
leb=
haft war ſpäter auf die Tendenz für ausländiſche Renten, von denen
beſonders Anatolier ſehr lebhaft umgeſetzt wurden und ſtark anzogen.
Tägliches Geld 5½ Prozent, London=Paris 145.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 15. November.
Der Beginn der neuen Börſenwoche fiel mit dem Mediotermin
zu=
fammen. Das Geſchäft war daher infolge der techniſchen Abwickelung
der Liquidation außergewöhnlich ſtill. Die Tendenz behielt ihre
wider=
ſtandsfähige Grundſtimmung, wenngleich das herausgekommene
Prä=
mienmaterial nur zu billigeren Kurſen Aufnahme finden konnte,
Glatt=
ſtellungen in größerem Ausmaß fanden jedoch nicht ſtatt, da bei den
Prolongationen, wie ſchon mehrfach angedeutet, im allgemeinen keine
Schwierigkeiten bereitet wurden und auch der offene Markt für
kurz=
friſtige Gelder eine überveichliche Flüſſigkeit zeigte. Die
Medioliqui=
dation hatte kaum nennenswerte Beträge an Tagesgeld abſorviert ſo
daß der Satz mit 3½ bis 5½ unverändert blieb. Monatsgeld 6—7
Pro=
zent. In Finanzkreiſen fand man auch für die nächſte Zeit mit einem
Anhalten dieſer Situation zu vechnen, zumal das Ausland geneigt iſt,
größere Kapitalien nach Deutſchland zu legen. Einiges Intereſſe
be=
ſtand trotz der im allgemeinen vorherrſchenden Luſtloſigkeit für
Auto=
werte und andere Maſchinenfabriken, von Metallwerten für die Aktien
der Metallbank, ferner für Baſalaktien im Hinblick auf die geplante
Einführung des Papiers zum Terminverkehr, für Hanſa=Dampfſchiffahrt
pl. 4½, rumäniſche und ruſſiſche Renten, ſowie ſolche Auslandsventen,
in denen die Zinszahlungen wieder aufgenommen ſind, bzw. werden
(Türken, öſterreichiſche und ungariſche Goldrenten). Am Markt der
heimiſchen Staatsventen wurde die Ablöſungsſchuld einſchließlich
Aus=
loſungsrecht des deutſchen Reiches zum erſten Mal mit 339 notiert.
Kriegsanleihe 0,828 bis 0,835. Schutzgebietsanleihe ca. 8½. Das
Publi=
kum verhielt ſich abwartend und trennte ſich noch nicht von ſeinen
Effek=
tenbeſtänden. Für die zuverſichtliche Einſtellung der Bankenkundſchaft
ſcheinen die güünſtigeren Nachrichten über die Entwicklung der
wirtſchaft=
lichen Lage und der aus den Geſchäftsberichten der Aktiengeſellſchaften
ſprechende hoffnungsvollere Ton in erſter Linie maßgebend zu ſein. Am
Deviſenmarkt lag der franzöſiſche Franken mit 145 gegen London
be=
merkenswert feſt. Die Lira wurde dagegen mit 117½ angeboten. Die
übrigen fremden Valuten zeigten keine Veränderungen.
Privatdiskont kurze Sicht 43/ lange Sicht 47/. Die Börſe ſchloß
für die bevorzugten Werte in feſter Haltung und ſonſt ruhig, jedoch
widerſtandsfähig. Man nannte gegen 2.30 Uhr u. a., und zwar bei den
Terminwerten per Ultimo Nordd. Lloyd 176½, Hanſa 260½, Hamburg=
Süd 295½, Berliner Handel ſehr feſt 284½, Daimler 112½, Gelſenkirchen
abbröckelnd 175½, Verein. Stahlwerke 152¾, Harpener 193½, Rheinſtahl
213½, J.=G.=Farbeninduſtrie 345, Kriegsanleihe 0,823.
Im weiteven Verlauf der Börſe traten aus= und inländiſche
Renten=
werte durch eine allgemeine Geſchäftsbelebung hervor. Es beſtand
an=
ſcheinend das Beſtreben, die an den Aktienmärkten erzielten Gewinne
durch Anſchaffung dieſer Werte ſicherzuſtellen. Mon wollte von
be=
ſonderen Transaktionsmöglichkeiten und vor allem davon wiſſen, daß
ausgehend von den Banken in der Automobilinduſtrie zu irgend einem
Zuſammenſchluß zu kommen.
Aſchaffb. Bellſtoff
Augsb.=Nürnb. Maſch
Bamag=Meguin .
Berl E. W. Vorzug.
Berlin. Karlsruhe Int
Braunkohlen=Briketts
Bremer Bulkan.
Bremer Wolle ..
Deutſch.=Atlant. Tel.
Teutſche Maſchinen
Deutſch.=Nied. Tel.
Teutſche Erdöl .....
Deutſche Petroleum
Dt. Kaliwerke ...
Tonnersmarckhütte
Tynamit Nobel. . .
Elektr. Lieferung. ..
J. G. Farben ...."
R. Friſter ....
Eaggenau Vorz..
Gelſenk. Gußſtahl.
8. f. elektr. Untern.
Kalle Maſchinen
Kan. Maſch. Egeſt. .
Hanſa Dampſchf.
150,5 15. 11 Hemoor Zement 13 11.] 125.87. 1as Hirſch Kupfer .. 122 25 54.— 34.5 Höſch Eiſen ... 164.— Hohenlohe Werke 26.5 108.875 197.— Kahla Porzellan 106 25 161.— 180.75 Lindes Eismaſch. 155 — 110. 119.5 Lingel Schuh .." 85.— 118.— 143.25 Linke u. Hofmann L. Loewe u. Co.. 218.25 123.5 125.— C. Lorenz. 122.— 17.5 Ndl. Kohle... 189.— Nordd. Gummi.. Orenſtein .. 131.5 123.5 127.875 Rathgeber Waggon 75.— 125.— 135. Rombacher Hütten 15.— 169.25 Roſitzer Zucker .....! 12 .— 154.— 153 25 Rütgerswerke ...... 145. — 347. Sachſenwerk .... ..." 115.— 1118 75 9o. 92.25 Sähſ. Gußſtahl. . . . . 193.5 54.— 56.25 Siemens Glaz.... Ver. Lauſitzer Glas.. 172.— 175.— Volkſtedter Porzell. 153.— 162.— 1 Weſtf. E. Langendreer 63.— 1105 118.5 Wittener Gußſtahl. 243.— 260.— Wanderer=Werke.. .. 192.— 1192.5
15. 11.
204. —
124.25
1635
26 75
102.5
158. —
81.— 86.5
220.—
122. 625
158.—
23.—
80. 25
146.
193.5
185.—
125.5
6.5
80.25
67.—
Deviſenmarkt.
Amſterdam=R.
Luenos-Aires.
Brüſſel-Antw.
Cslo ....."
Kopenhagen
Stockholm.
Kelſingfors.
Italien ..
London..
Nem=York..
Paris.. . . .."
Schreiz ..."
Seanien ...
11.
Geld Brief
153.23 168.70
1.710 1-714
59.58 53.70
705.75 105.53
112 16f12 44
112.25 112.53
10.575 10.811
17.41 17.71
20.333 20.45
4. 2055 1. 2155
13 85 13.33
81.09/ 81.2
63 62 63.7
15. 11.
Geld /Brief
1.708 1.712/ Prag .....
105.33 105.5) Japan.
112.22112.50/ Sofia
163.27 158.88l Bien D.=Oſt. abgl
53.565 53.705/ Qudapeſt. . ..
112.16 112.77 Kio de Janeiro
10.5711½8171Zugoſlavien..
17.37/ 17.71 konſtantinopel.
20.339 20.75il2iſſabon ..
4. 205/ 4.M6l Danzig ......."
14.03 14.13) Uthen ......"
81.19 81.30 kanada . . . . . .
63.69/ 63.95/1rugugh ....
13. 11. 1 15. 11.
Geld /BrieflGeld / Brief
59.29 59.79 59.29 59.73
2.4 2/12.192/12.455 12.795
5.837/ 5.-907 5.83 5.91
.06) 2.069/ 2.053 2.067
0.545 0.547 0.551 0.553
3.031 3.031/ 3.94 3.05
1.415 7.4351 7.777 7.137
2.123 2.131 2.:25 2.135
1.525/21.575/21.53 21.575
81.45/ 31.551 81.77 81.67
5.19 5.211 5.24 5.25
7.20/ 4.219 7 203 1.219
4.1851 4.1951 5.185 1.195
Produktenberichte.
Mannheimer Produktenbericht vom 15. November. Infolge der von
den Auslandsbörſen gemeldeten rückläufigen Bewegung verkehrte auch
der hieſige Markt in ruhiger Haltung. Nahe Ware bleibt jedoch geſucht,
und infolgedeſſen bewegten ſich die Preiſe während der
Vormittagsſtun=
den auf ziemlich unverändertem Miveau. Man nannte gegen 19½
Uhr: Weizen inl. 30,50—30,75, ausl. 32—34, Roggen inl. 25,50—25,75,
Hafer inl. 19,50—20,50, Braugerſte 26,25—29,50, Futtergerſte 21,50 bis
22,50, Mais 20, Weizenmehl 42,25—42,50, Brotmehl 32,25—32,50,
Roggenmehl 34,75—36,50, Weizenkleie 11,50, Biertreber 16,75—17.
Frankfurter Produktenbericht vom 15. November. Da von den auss
ländiſchen Getreidemärkten gedrückte Kurſe gemeldet werden, verkehrte
auch der heutige Montagsmarkt in abgeſchwächter Haltung. Das Geſchäft
war im allgemeinen recht ſtill und luſtlos. Für Weizen und Roggen
wurden die Forderungen um je 25 Pf. herabgeſetzt, ebenſo für Mais.
Auch das Mehlgeſchäft lag ruhig und ſchwächer. Roggenmehl gab um
50 Pf. und Weizenmehl um 25 Pf. im Preiſe nach. Kleie unverändert.
Es notierten: Weizen 29,50—29,75, Roggen 24,25—24,50, Sommergerſte.
24—26,50, Hafer inl. 2—20,25, Mais 19,75, Weizenmehl 42—42,50,
Roggenmehl 35—36, Weizenkleie 11,25, Roggenkleie 11,25, Erbſen 45—80,
Linſen 50—90, Heu 8—9,50, Weizen= und Roggenſtreu 4.25—5, gebündelt
3,75—4, Treber 17.25.
Berliner Produktenbericht vom 15. November. Das Angebot in
beiden Brotgetreidearten blieb weiter ſehr gering, und da es in Mühlen
ſtark an Material fehlt, blieben die niedrigeren amerikaniſchen
Termin=
notierungen gänzlich ohne Eindruck. Die Weizen=Offerten waren vom
Auslande für vordere Ware nur wenig ermäßigt, ſpätere Poſitionen
waren dagegen nachgiebiger. Im Zeitmarkte waren die Notierungen ſür
beide Brotgetreidearten nur unweſentlich verändert. In den heutigen
Vormittagsſtunden ſind wiederum verſchiedentlich Abſchlüſſe in Weſtern=
Roggen nach dem Rheinlande zuſtande gekommen. Weizenmehl hatte
weiter ſchwieriges Geſchäft, während Roggenmehl ſtetig lag. Hafen
konnte ſeinen Preisſtand gut behaupten. Die Eigner zeigten ſich wenig
zu Konzeſſionen geneigt. Gerſte iſt in mittlenen Qualitäten reichlicher
angeboten, während es an Offerten=Material für gute Sorten mangelt.
Viehmärkte.
Mannheimer Viehmarkt vom 15. November. Dem heutigen
Schlacht=
viehmarkt waren zugefahren B5 Ochſen, 105 Bullen, 733 Kühe und
Rinder, 552 Kälber, 98 Schafe, 2592 Schweine und 10 Ziegen. Preiſe:
Ochſen a) 40—58, b) 29—38, c) 24—27, d) 22—25; Bullen a) 45—48,
h) 38—42, c) 32—36, d) 28—38; Kühe a) 36—46, b) 32—36, c) 24—26,
d) 12—18; Freſſer a) 57—59, b) 34—44; Kälber b) 70—74, c) 66—70,
d) 56—60, e) 46—50; Schafe b) 30—42; Schweine a) 78—80, b) 78—80,
c) 79—81, d) 78—79, e) 77—78, O 75—76, Sauen 60—68. Marktverlauf:
Mit Kälbern ruhig, langſam geräumt; mit Schweinen ruhig, langſam
geräumt; mit Großvieh ruhig, Ueberſtand.
Frankfurter Viehmarkt vom 15. November. Der Auftrieb des
heu=
tigen Hauptmarktes beſtand aus 291 Ochſen, 49 Bullen, 745 Kühen, 343
Färſen, 309 Kälbern, 297 Schafen und 4158 Schweinen. Verglichen mit
dem Auftrieb des Hauptmarktes der vergangenen Woche, waren 75
Ochſen weniger, dagegen 95 Kühe und 35 Färſen mehr angetrieben.
Ferner ſtanden 12 Kälber und 825 Schweine mehr zum Verkauf,
wäh=
rend Schafe einen Minderauftrieb von 50 Stück zu verzeichnen hatten.
Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochſen a1) 57—61, a2) 54
bis 58, b1) und b2) 48—53, c) 42—47; Bullen a) 49—53, b) 40—48;
Kühe a) 48—51, b) 41—47, c) 31—40, d) 20—30; Färſen a) 55—60,
b) 48—54, c) 36—47; Kälber b) 72—77, c) 62—71, d) 48—60; Schafe
a) 37—41, b) 30—36, c) 25—29; Schweine von über 3 Zentnern
Lebend=
gewicht 76—78, von 240 bis 300 Pfund 76—79, von 200 bis 240 Pfund
77—80, von 160 bis 200 Pfund 76—78, von 120 bis 160 Pfund 72—76,
Sauen 65—70. Marktverlauf: Sperrmarkt. Geſchäft in Rindern
lang=
ſam, in Kälbern und Schafen rege, in Schweinen gedrückt. Schweine
hinterlaſſen Ueberſtand. Die Fleiſchgroßhandelspreiſe wurden wie folgk
feſtgeſetzt: Ochſen= und Rindfleiſch 1. Qual. 90—95, 2. Quakk. 85—90,
Bullenfleiſch 85—90, Kuhfleiſch 1. Qual. 60—70, 2. Qual. 50—60, 3. Qual.
35—45, Kalbfleiſch 2. Qual. 95—10, Hammelfleiſch 65—75,
Schweine=
fleiſch 90—100. Gefrierfleiſch, Rindfleiſch: Vorderviertel 52 und
Hinter=
viertel 58.
Amerikaniſche Kabelnachrichien.
* New York, 15. Nov. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der Markt verbehrte in ſtetiger Haltung auf höhere
Kabel=
notierungen, doch ſchwächte ſich die Tendenz ſpäter ab auf ſchleppende
Exportnachfrage. Die Termine zeigen noch einige Aufbeſſerungen.
Mais: Der Markt begann in ziemlich feſter Haltung auf Meldungen
von übermäßigen Niederſchlägen und kleine Ankünfte. Später trat eine
Abſchwächung ein auf den Wochenbericht. Die Termine zeigen noch
Auf=
beſſerungen von 1 C. und darüber.
Hafer: Der Markt nahm einen ziemlich ſtetigen Verlauf mit leichten
Kursaufbeſſerungen.
Baumwolle: Anfangs war die Haltung abgeſchwächt, da die Pflanzer
Verkäufe vornahmen. Schließlich aber konnte ſich eine Befeſtigung
durch=
ſetzen auf erhöhte Liverpooler Kabel und Käufe der Wallſtreet.
Kaffee: Der Markt nahm einen ſtetigen Verlauf auf Deckungskäufe
des Auslandes, erhöhte braſil. Forderungen und zurückhaltende braſiſ.
Offerten.
Zucker: Nach etwas ſchwächerem Beginn ſetzte ſich eine Befeſtigung
durch auf erhöhte ausländiſche Notierungen und gute Abrufe für
Raf=
finadezucker.
Kakao: Höhere Kabelnotierungen, Käufe des Auslandes, gebeſſerte
Kaufluſt der Fabriken und Feſtigkeit für nahe Lieferungsmonate gaben
dem Markt eine feſte Stimmung, ſo daß die Termine bis 50 Pkt.
an=
ziehen konnten.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Nunmehr erſcheint die Einigung im internationalen Schienenkartell
geſichert. Bei den neuen Verhandlungen, die vorausſichtlich Anfang
Dezember in Luxemburg ſtattfinden ſollen, erwartet man beſtimmt die
Unterſchrift Deutſchlands, die bisher noch ausſteht.
Im überſeeiſchen Ausland ſind eine Anzahl neuer ehrenamtlicher
Vertretungen des Leipziger Meßamts gegründet worden, und zwar in
Britiſch=Indien, Bombay, Südindien, Britiſch=Oſtafrika, Daresſalam,
Tanganjika (ehemals Deutſch=Oſtafrika) und auf den Philippinen.
Die in Paris geführten Verhandlungen über die Erneuerung des
deutſch=franzöſiſchen Kalivertrages haben nach einer Meldung der
„Journée Induſtrielle”, zu einem vollkommenen Erfolg geführt. Der
Austauſch der Unterſchriften ſoll zwiſchen dem 2. und 30. November
auf einer neuen gemeinſamen Beſprechung in Paris ſtattfinden.
Die Wochenbilanz der Bank von Frankreich weiſt eine Verringerung
der Vorſcheiſſe der Bank an den Staat um 500 Mill. Franken und der
umlaufenden Zahlungsmittel um 723 871 255 Franken auf. Die Ankäufe
von Deviſen, Gold und Silber belaufen ſich auf 1328 798 133 Franken
und weiſen gegenüber der Vorwoche eine Vermehrung um 125 393 856
Franken auf.
Der britiſche Eiſen= und Stahlinduſtriellenverband teilt mit, daß
Ende Oktober nur 5 Hochöfen in Betrieb waren gegen 147 vor dem
1. Mai 1926, dem Beginn des Grubenſtreiks. Die Oktoberproduktion
erreichte 13 100 Tonnen gegen 473 700 Tonnen im Oktober 1925.
Aus London verlautet, daß der bulgariſche Anleihebetrag auf 3
Mil=
lionen Pfund Sterling erhöht wurde.
Nummehr ſoll auch in der europäiſchen Aluminiuminduſtrie eine
internationale Vereinbarung zuſtande gekommen ſein. Die deutſche
Aluminärminduſtrie verſpreche ſich davon beſondere Vorteile.
Die bedeutende Bukareſter Handelsfirma David Stern verlangt ein
Moratorium und bezeichnet ihre Paſſiven mit 14 Millionen Lei. An
dieſer Inſolvenz ſind deutſche Lieferanten in ganz außerordentlichem
Maße beteiligt.
Eine Reihe von Finanzgruppen in den Süüdſtaaten der U. S.A., denen
insgeſamt 162 Millionen Dollar Kapital zur Verfügung ſtehen, wollen
nunmehr mit der Beleihung von 4 Millionen Ballen Baumwolle auf
1½ Jahr beginnen; als Baſis werden 45 Dollar per Ballen angegeben.
Die Bankfirma Dillon, Read u. Co. kündigt zum 1. Januar 1927
die noch ausſtehenden Bonds der Siemens u. Halske A.=G., kündbar ab
1928, zur Zurückzahlung.
In Sydney wurden Eei der letzten Auktion 200 Ballen beſter Wollen
angeboten. Merinowollen gingen bis auf 31½ d per Id. Hauptkäufer
waren Deutſchland, England, Frankreich und Jgpan.
I. Frankfurter Kursbericht vom 15. Novbr. 1926.
Borkriegs-Oyp.B.
Pfandbriefe.
Bay Vereinsb...
Bayr= Handelsb..
Bahr. Hyp.u. Wechf
Berliner Hyp. Bk.)
Frſ.Hyp.=Bk. 1
Frif. Pfandbr.=B.
Hamb. Hyp.=B.
Mecklb. Hyp.=u. Bb.
Meining. Kyp.=Bt.
Nordd. Gr.Fr.=Bk.)
Pfälz. Hyp.=Bk..
Preuß.Bob.Fr.=B.
PrCent.=B. Fr.=B.
Preuß. Pſdbr.=Bk. 1
14.45
15.25
8.1
11.37
eorshg ens
„ 93
42 Eliſ.=Bahn ſtfr.
47 Galiz= Carl.
Lub.=B.)
45
abg
48 Kaſchau=Sderb.
42
abg.
15%0 Oſt. Nwſtb. 74
5% Oſt. Südb. (/9).
2,6% Alte" „
12,62 Neue,
580 Oſt.=Ung. 13/74
4%Oſt. Staatsb.83 1
3%Oſt. . 1.b.8. E.
3%Oſt. . 9. E.
3%Oſt. 1885
3%Oſt. „ Erg.Netz
32 Naab Oedbg. 83
13%
91
32
27
425 Rud. Silber .. 1
4 Rud. Salzig.)
4½%Anat., S.I
4½%Angt, S. U/3
4½% Angt., S. II
15% Salon.Monaſt.)
15% Tehuantepee. *
4½%
Bank=Aktien
29.75
Allg. D.=Kredit:.
Bad. Bk. . . . .
Br. f. Brauind.
1147.5
173.75
Bergwerké=Akt.
Bochum.Bergb. .
Buderus. .....
Dt. Luxemburg...
Eſchw. Beraw.. . .!.
Gelſenkirch.Bgw.
Harp. Bergb.....!.
Nſe Bergb. St. .!
Genußſchein „I1
Kali=Aſchersleb. 1
Kali. Salzdetfurt..
Kali. Beſterregln.
Rlöcknerwerke....!
Mannesm.=Röhr.
Mansfelder . .....
Oberbedarf ....
Obſchleſ.Eiſ.Caro)
Otavi=Min.=Ant..
Phönir=Bergb. .../1
Ryein,=Braunk. ..
Rhein. Stahlw. . .ſ.
A. Riebea Montan!
1117.75
173
175
177.25
194.55
268
159
154
163.5
1.3.5
187
138.75
118.9
40.5
138.9
252
212.5
188*
Krum. Berlin.
Adler & Oppenh.
Adlerw. Gv. Kleyer)
8%E A. G. Bzg.A.
15% A. E. G. Bzg.B.
A. E. G. Stamm ... 1
Anglo=Cont. Guano)
Aſchaff. Zellſtoff ./1
Badenia (Beinh.)
Bad. Maſch. Durl.
Bad. Uhren, Furtw.
Bamag=Meguin
Baſt Nürnberg
Bayr. Spiegel ..
Beck & Henkel ....
Bergmann G.. ...!
Bing. Metall. ..
Brem.=Beſigh=Ol.
Bürſtenfbr. Erlang.
Sement=Heivelb.
Fement, Parlſtadt
WCement, Lothr. . .
lShem. Albert. ....
Chem. Brockh. ...
Chem. Milch ....!!
IDaimler Motoren • 11
Dt. Eiſenhandel.
Deutſche Erdöl ...
D. G. u. Silb. Scheid. 186.5
Dingler, Zweibrück.!
417.5
88.5
78
168.5
122
40
55
135
64.5
79
164.5
78
72.5
83
100
111
91.75
196‟
Mnt Hche
Dürkopp.. ..
Dürr. Ratingen
2nckerhoff E B.
Eiſenw. Kaiſersl.
G Licht= u. Kraft
Ei. Lieferung.
Eli. Bad. Wolle
Email. Ulrich
Enzinger Berke
Eßlinger. Maſch.
Ettlinger Spinn.
Faber Bleiſtift ...
Faber & Schleicher
Fahr, Birmaſens.
Farbenind. F. G.
Felten & Guilleau.
Feinmech. (Jetter)
Feiſt, Sekt. Frkf.
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof
Frkf.=M. Pok.u. B.
Fuch. Waggon St.
Geiling & Cie.....
Germanig Linol..
Gelſenk. Gußſt. . .
Goldſchmidt, Th.
Gotha Waggon...
Gritzner. Maſch... . ſ.
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle Frift.!
....
Hammerſen
Hanfw. Füſſen ...
Hanſa Lloyo, Br.
Hartm. & Braun..
Heyligenſtaedt. ..
Hüpert, Armatur.
Hinorichs=Aufferm.
Hirſch, Kupfer ....!!
Hoch=Tiei Eſſen.
Holzmann .....
Holzverk. Ind. . ..
öydrom. Breslau:
Inag ........
Junghan3 St...
Kammg. Faiſersl.
IKarlsruher Mach.
128
78
47.75
180
65
155.5
155
60
55
94
1695
210
1109.25
94
a6.25
347
118
87.5
83‟,
0.85
88
196
128
139
11e1
37.75
64
99.5
124.5
1159
66.75
5a
25.25
112.5
139
47.5
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106
15.75
139
182.5
177.5
114.75
33.5
16.
44.75
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B.
V
nach dem gleichnamigen Roman
10 Akte
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Darmſtadt, über:
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des Norddeutſchen Lloyd von Bremen über
Anſtrallen und die Südſee=Inſeln nach
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Unſere Mitglieder und ihre
Familien=
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freundlichſt eingeladen.
Eingeführte Gäſte ſind willkommen
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Das
Soutlien
der
Eieoe
in 17 Bildern von Karl Farkas und Fr.
Grünbaum. Mnsik v. Dr. Neumann.
Bilder-Folge:
1. Das Spiel kann beginnen (Prolog). 2. Der
exotische Bräntigam. 3. Jonrnal der
Liebe erstes Blatt. 4. Das Ladenmädel
aus der Parfümerie, 5. a Ulittle Drehrerei
beim henrigen Wein, 6. Theaterpläne der
Dira. 7. Beim Dancing im Hotel Bristol.
8. Vision! 9. Mein liebes Wien. 10.
Erute-
fest in d. Czarda. 11. Rundfank Prag—
Wien-Bndapest. 12. Vor dem
Verkehrs-
büro, 13. Intermeaso 14. Sennor und
Sennorita. 15. Die Badegirls von Florida.
16. Journal der Liebe, letztes Blatt.
17. Hochzeitsmorgen.
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Verstärktes großes Orchester. (16783
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Freitag, 19. Nov.,
abends 8 uhr.
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Lud=
wig=Georg=Gym
naſiums, Eingang
Karlſtraße 2:
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Oberſtudiendirek=
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„Meine
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gen in Tirol 1926.”
Mit Lichtbildern.
Die Mitglieder der
Sektion Starkenburg
und eingeführte Gäſte
ſind willkommen.
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Rummer 318
Dienstag, den 16. November 1926
Seite 45
Das ewige Wunder
Roman von Guido Kreutzer.
(Nachdruck verboten)
Bis gegen Mitternacht blieb er noch, um geſtreng die Durch=
Phrung ſeiner ärztlichen Verordnungen zu überwachen. Dann
te er ſich in die Untergrundbahn und fuhr nach Hauſe.
Da=
vü i konſtatierte er unterwegs neidlos, aber ſcharfſinnig, daß ſeine
enwig unaufgeräumte Junggeſellenbude in der Wriezenerſtraße
kinen Vergleich wit dem verſchwenderiſchen Luxus dieſer
koſi=
uen kleinen Villa an der Heerſtraße aushalte. Und geiſtig tat
ſich darauf etwvas zugute, daß ihm die ſardoniſche Sentenz
infiel: „Wie klug müßten die Frauen ſein, wenn ſie all den
B erſtand hätten, den die Männer ihretwegen verlieren!” Womit
er in dieſem Sonderfalle vermutlich den alten Fürſten Edward
G=gon Schark zu Taureggen meinte, den jedermann im „
Zus=
hnlum=Theater” als „Habitué” dieſer negativen „moraliſchen
An=
ſholt” und als offiziellen Freund der erſten Salondame kannte . . .
Die entzückende junge Hedda Yellin aber verbrachte eine
erzentriſche Nacht:
Kaum war der Arzt verſchwunden, als ſie dem
Hausmäd=
ogen befahl, ſämtliche Medikamente aus dem Schlafzimmer zu
Ehaffen und eine ganze Flaſche Kölniſch Waſſer durch den
Zer=
ſſsäuber zu jagen, damit dieſe gräßliche „mediziniſche
Atmo=
wphäre” ſich wieder verflüchtige. — Nachher ließ ſie ſich ſo
un=
arhört ſtarken Mokka brauen, daß er unweigerlich jeden
tür=
ſäſchen Padiſchah aus den Pantinen gekippt hätte. — Rauchte
in paar Zigaretten, die ſie ſonſt verabſcheute. — Saß halb
auf=
echt, den Kopf in die Hand geſtützt, und grübelte vor ſich hin,
wobei ſich einmal Tränen in ihre Augen ſtahlen. — Griff nach
Tarlo Gozzis „Venezianiſchen Liebesabenteuern”, die auf dem
Machttiſch lagen; ſtarrte verſtändnislos ein paar Druckſeiten an
ind warf das Buch quer durchs Zimmer auf einen Seſſel. —
DDann wollte ſie Vilma Kalerghi anrufen, als ihr noch rechtzeitig
infiel, daß die Freundin bei einer Gymkhana auf der
Grune=
brvald=Rennbahn das Sektbufett übernommen hatte und natür=
Tich unmöglich ſchon zu Hauſe ſein konnte, da der anſchließende
BBall ſicher bis zum Morgengrauen dauerte. — Wenn doch
wenig=
iſſtens der Fürſt in Berlin geweſen wäre! Was bisher nie
vor=
pgekommen war: ſie ſehnte ſich nach deſſen Geſellſchaft! Denn bei
ſſeiner Klugheit und Welterfahrung würde ſie mit ihm
unauffäl=
ig über Malte von Reeg haben ſprechen und ſich Rat und Troſt
holen können. Beſtimmt hätte ſich das Geſpräch irgendwie
zweck=
entſprechend dirigieren laſſen. Wo Se. Durchlaucht doch ein ſo
konzilianter Frauenkenner waren!!
Nun aber blieb ſie allein und damit wehrlos ihren Gedanken
füberlaſſen. Oh — wie die quälten und marterten! Seit vorgeſtern
abend, ſeit dem elend mißglückten Ausflug in den Lunapark,
waren ſie ihr immer auf den Ferſen und ließen ſie keine Sekunde
los. Seitdem vegetierte ſie innerlich nur noch von lauter
Wider=
ſprüchen. Zitterte vor drängendem Herzensfubel und erſtarrte
im Froſthauch eiſiger Troſtloſigkeit; fieberte vor bacchantiſcher
Lebensluſt und ſehnte ſich doch nach tiefſter Einſamkeit; träumte
erregt über neuen unerhörten Toilettenkompoſitionen und ekelte
ſich unſagbar vor dem ganzen Plunder; hätte ihre Rolle in der
„Vierge et eoeotte” noch tauſendmal leichtfertiger ſpielen mögen
und trug ſich gleichzeitig mit der ernſthaften Erwägung: völlig
umzuſatteln, fortan nur noch in klaſſiſchen Dramen auf hohem
Kothurn über die Bretter zu wallen und das tragiſche R zu
rollen. Alle Begriffe zerflatterten ihr. Hundert Dinge griff ſie
an und ließ ſie wieder fallen. Nichts intereſſierte ſie über
Minu=
ten hinaus. Alles ſchien ihr ſchal und öde und beziehungslos,
was nicht zu der eigentlichen Welt Malte von Reegs eine Brücke
ſchlug. Noch immer faſzinierten ſie ſeine flackrig glühenden
Augen; noch immer hörte ſie ſeine heiſer raunende Stimme; noch
immer ſpürte ſie erſchauernd den verkrampften Druck ſeiner Fauſt
um ihr Handgelenk. Fahnenflüchtig war ſie geworden! Hatte
ihn in all ſeiner Not und Qual feige allein gelaſſen, um zu
flüch=
ten! Was war aber nachher geſchehen? Sie wußte es nicht. Sie
wagte darüber gar nicht nachzudenken; wagte auch keine Zeitung
zur Hand zu nehmen; wagte keiner all der tauſend Möglichkeiten
nachzugehen, die ihr aufgeſtörtes Gehirn gebar . ..
Plötzlich ertrug ſie es nicht länger im Bett. Unter dem
leich=
ten Plumeau vermeinte ſie zu erſticken. Sie warf die Decke zurück,
zog ein Hauskleid über, ging in den Salon und ſchaltete das
Licht in der geäderten Onyxſchale ein. Alle Fenſter auf, damit
der Frühling hereinkonnte! Dann ſetzte ſie ſich zum Flügel,
prä=
ludierte. Und nun erwachte aus ziellos wehen Phantaſien unter
ihren Händen unverſehens eine Melodie, perlte ihre ſehnſüchtig
ſüße Stimme auf:
Im Rauſch einer Nacht will ich ſelig verſinken,
in Küſſen ertrinken
mit dir.
Im Rauſch einer Nacht brennt die Sehnſucht im Herzen
nach Wonnen und Schmerzen
in mir.
Im Rauſch einer Nacht hat der Duft von Holunder
auf ewig das Wunder
vollbracht.
Nie ſollſt du vergeſſen,
daß wir uns beſeſſen
im Rauſch einer göttlichen Nacht!
Liebling, Liebling, ſprich:
Liebling, liebſt du mich?
Sag es mir hunderte, tarſende Mal,
daß ich die Frau deiner Wahl!
Liebling, biſt du mein?
Liebling, ich bin dein!
Denk nicht an morgen,
an nüchterne Sorgen;
das Heute ſoll wundervoll ſein!! . . .
Im Rauſch einer Nacht will ich ſelig verſinken,
in Küſſen ertrinken
mit dir . . ."
Da zerriß das brünſtige Liebeswerben in jähem
Aufſchluch=
zen. Da neigte ſie tief den Kopf und legte das Geſicht in die
Hände. Wie im Krampf zuckten die Schultern.
Denn da war wieder flackernde Lohe in überweiten, irren
Augen; war wieder eine Stimme — zerbrochen und zerſpliſſen
und flüfternd, als verrate ſie Totgeheimniſſe:
„Ah — Sie wußten nicht, daß ich verlobt war? Doch, doch!
Eine ganz große Liebe auf den erſten Blick. Schon eine
Vor=
ahnung irdiſcher Seligkeit. Und zum Herbſt wollten wir
hei=
raten."
Hedda Yellin taumelte vom Klavierſeſſel hoch, tat ein paar
Schritte, lachte ſo ſchrill und höhniſch auf, daß Hausmädchen und
Köchin — die auf der Diele geſtanden und beklommen dieſem
ſehnſüchtigen nächtlichen Singen und haltloſen Weinen gelauſcht
hatten — ſich erſchrocken anſtarrten.
Im nächſten Moment mußten ſie hilfreich beiſpringen. Denn
mit einmal ſtand ihre junge Herrin auf der Schwelle — fahl,
taumelig, mit fiebrig glänzenden Augen.
Man brachte ſie wieder zu Bett. Der Reſt der Nacht verlief
in Sorge, Angſt und Ratloſigkeit.
Minutenlang war es, daß ſich die Kranke ruhelos in den
Kiſſen umherwarf. Dann wieder lag ſie reglos, wie geſtorben.
und ſtarrte mit verängſtigten Augen irgendwohin ins Halbdunkel
des nur von einer kleinen Nachttiſchlampe ſanft erhellten
weiß=
goldenen Empire=Schlafzimmers, deſſen Watteauſche
Schäferin=
nen und Fragonardſche Kavaliere ſie aus ihren ovalen
Bronze=
rahmen tröſtend und verſtändnisvoll anlächelten. Unverſehens
kauerte ſie wieder aufrecht und verlangte nach Puder, Handſpiegel,
einem Glas Sekt, einer Zigarette; oder befahl, daß man ſofort.
aber ſofort Vilma Kalerghi anrufe und herbitte. Gleich darauf
ſchüttelte ſie verneinend den Kopf, hatte ein wunderlich trauriges,
förmlich um Verzeihung bittendes Lächeln auf den Lippen, ſank
kraftlos in die Kiſſen zurück, murmelte unverſtändliche Worte,
ſchluchzte ein paarmal auf, lag wieder reglos und verlor ſich in
irgendwelchen wachen Traumphantaſien
Erſt, als draußen im Vorgarten zaghaftes Vogelgezwitſcher
anhub und der ſtrahlend heraufziehende junge Morgen das
Blatt=
gewirr der Fliederbüſche und die hellgrünen Spitzen der
blühen=
den beiden Tannen, die wie finſtere Wächter die Freitreppe
flan=
kierten, mit goldenen Zauberhänden überſchmeichelte — erſt da
fiel ſie in tiefen, erlöſenden Schlaf.
Zwei Stunden ſpäter erſchien Dr. Laſamnick, um nach ſeiner
Patientin zu ſehen. Auch Vilma Kalerghi, die inzwiſchen von
dem geſtrigen Unfall im „Tuskulum=Theater” erfahren hatte, rief
telephoniſch an, verhandelte lange und beſorgt mit der Köchin,
ſtellte tauſend Frogen und hinterließ, daß ſie am Nachmittag
zwiſchen fünf und ſechs perſönlich kommen würde. (Fortſ. folgt.)
Sie wollte zum Film!
Viele Damen haben eine unbezähmbare Neigung,
Filmſchau=
ſpielerin zu werden. Dazu gehört vor allem ein anmutiges,
ſchönes Geſicht. Schönes Ausſehen iſt oft wichtiger, als großes
Talent!
Eine Dame mit ausdrucksvollem Mienenſpiel wollte zum
Film gehen. Sie lud Filmregiſſeure und Direktoren ein, einem
neuartigen Rezitationsabend von ihr beizuwohnen. Der Abend
kam, und auch etliche der Geladenen kamen. Sie beurteilten das
Minenſpiel der Dame günſtig; aber die Dame hatte in ihrem
Geſicht einige harte Züge und ſcharfe Linien. Dieſe ſtörenden
Linien machten eine Filmlaufbahn, wie man der Dame ſchonend
ſagte, kaum ausſichtsreich.
Einer der Regiſſeure nahm die Dame zur Seite und ſagte,
daß ſie die Fehler ihres Geſichts beſeitigen könne. Er kenne
ein erprobtes Mittel. Er ſelbſt wende es an und andere
Film=
künſtler und Filmkünſtlerinnen ebenfalls. Dies begehrenswerte
Mittel ſei Marylan=Creme!
Die angehende, Filmdiva begann, Marylan=Creme zu
er=
proben. Bald ſpürte ſie den Erfolg. Die Falten verſchwanden
immer mehr und mehr und ihre graue, feſte Haut wurde weich
und von durchſichtiger, roſiger Friſche.
Daraus können auch Sie eine für Sie wichtge Lehre ziehen:
Schönheit braucht keineswegs angeboren zu ſein, ſie kann zu
einem großen Teil erworben werden. Haben Sie ein ſchönes
Aus=
ſehen, ſo hüten Sie es wie ein Juwel. Nehmen Sie die köſtliche
Marylan=Creme. Wollen Sie ſich ein günſtiges ſchönes Ausſehen
erwerben, und es ohne Falten behalten, ſo greifen Sie ebenfalls
ſchnell zur beſten Freundin Ihres Geſichts, zur Marylan=Creme.
Probieren Sie auf unſere Koſten! Sie bekommen eine Probe
der verſchönenden und verjüngenden Marylan=Cveme koſtenlos
und portofrei und dazu ein intereſſantes Büchlei über richtig
angewandte Schönheitspflege.
Außerdem fügen wir noch eine Bildſammlung von
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größen bei, welche — obwohl ſie ſämtlich jung und ſchön ſind —
ſehr gern Marylan=Creme anwenden.
All dieſes koſtet Sie keinen Pfennig. Auch das Porto
be=
zahlen wir. Alſo ſchreiben Sie bitte ſogleich an den Marylan=
Vertrieb, Berlin 47, Friedrichſtraße 24
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Frau Elſe Forſtmann=Köln
eine hervorragende Kennerin des geſamten
Frauen=
lebens, deren Vorträge in allen Städten ſtets
aus=
verkanfte Hänſer fanden, ſpricht auf Wunſch am
Donnerstag, 18. Novbr., abends 8 Uhr, in Darmſtadt
im Mathildenhöhſaale über folgende Themen:
Das Liebesleben des Weibes!
Weibliche Geſchlechtskraft
und Lebensverjüngung!
Wie erhalte ich mir die Liebe meines Mannes? Was
keine Frau weiß und was jede Frau wiſſen muß. —
Ueber Eiferſucht und ihre Bekämpfung. — Warum der
Mann Untreue begeyt? — Was gefällt dem Mann am
Weibe?— Körperliche und geiſtige Liebe. — Mutterſchaft
und Kinderſegen. — Die Nervoſität der Frau und ihre
Beziehungen zu den Unterleibsorganen. — Die ſexuelle
Intereſſenloſigkeit der Frau und ihre Urſache. — Ueber
Geſunderhaltung und Verjüngung des weiblichen Körpers
und des Geiſtes. — Wie überſteht die Frau am beſten
die Wechſeljahre? — Die Krankheiten der Wechſeljahre
und ihre Verhütung — Warum werden ſo viele Frauen
viel zu früh alt? — Wie beſeitigt man Schönheitsfehler,
Falten,Runzeln, übermäßigeKorpulenz, Magerkeit uſw. ?—
Wie erhält man ſchöne Körperformen?
Die Vorträge der Frau Elſe Forſtmann wurden
wieder=
holt von Stadtmedizinalräten ſowie von wiſſenſchaftl.
Tolksbildungs= und Naturheilvereinen durch Zeugniſſe
und Empfehlungsſchreiben als wirklich gemeinnützig
und rein volksbildend glänzend anerkannt nicht nur
in vielen großen Städten Deutſchlands, ſondern auch
in den Städten des Auslandes; und dieſe Vorträge
der Frau Forſtmann ſind daher, ſo heißt es in einem
Schreiben, „nicht zu verwechſeln mit jenen ſogenannten
„Frauen=Borträgen”, die mit vielen Worten wenig ſagen”.
Preſſeurteile:
„Fränkiſcher Kurſer”, Nürnberg, 2. November 1926.
Die ausgezeichnete Rednerin brachte all das
viele Wiſſenswerte in dezenter, einfacher Weiſe zur
Kenntnis. Wohl jede der anweſenden Frauen hatte den
Endruck, daß die auf tiefaründiger Kenntnis des
Frauen=
lebens beruhenden Ratſchläge von einer Frau erteilt
wu den, die von dem ehrlichen Beſtreben beſeelt iſt,
Aufklärung in die große Menge unſerer Frauen zu tragen.
Der Vortrag wurde von allen Anweſenden mit
größter Befriedigung aufgenommen."
„Münchner Zeitung” vom 12. Oktober 1926.
Eine Frauenfrage! Wie mache ich mich geſund und
meinen Mann glücklich? Eine Kardinalfrage für die
Frau! Eiſe Forſtmann gab zu glatter Löſung ſchlicht
und eindringlich guten Rat, im dicht gedrängten
Muſeum=
ſaal. Denn das Intereſſe iſt aktuell, geſchärit durch die
Nor der Zeit. Indem der Vortrag Ethiſches und
Praktiſches geſchickt ins Gleichgewich brachte, hob er
das Niveau von dem mit rationeller Körperpflege Hand
in Hand gebenden Haut und Haar verſchönernden
Mitteln bis zu den feinfühligen Takt ragen geiſtiger und 1
ſeeliſcher Gemeinſchaft. Mancher Merks, der Beherzigung
wert, wurde in beiden Teilen gegeben . ."
Karten zu Mk. 1.50, 2 — und 2.50 nur an der Abendkaſſe
eine Stunde vor Beginn des Vortrags.
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Der 2. November=Vereinsabend,
Mittwoch, den 17. November, fällt aus.
Am Mittwoch, den 24. November,
findet im Vereinslokal ein Vortrag über
neue Buchhaltungsſyſteme ſtatt.
Beſondere Einladung ergeht noch.
Der Vorſtand.
16385)
Bei den
Nationalſozialiſten
ſpricht Guſtav Simon über
„Nationaler oder internationaler
60zialismus”
am Mittwoch, 17. November, 8½ Uhr, im
Saal d. Fah=Ausſchanks, Alexanderſtr. 23.
Eintritt frei! (*30163) Eintritt frei!
Einlaß 7 Uhr
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und Niederramſtädterſtraße
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Raſſee, a Mk. 2.60 Lubwigshöhſtr 1 /15741
Heſſiſches Landestheater,
Dienstag, den 16. November 1926
abends 7½ Uhr
F 3 (Darmſtädter Volksbühne)
Oberon
Eine romantiſche Oper von C. M. v. Weber
Nach dem gleichnamigen Gedicht von
Chr. M. Wielands
Bühnen=Einrichtung von Guſtav Mahler
Muſikaliſ her Leiter: Max Hüsgen
InSzene geſetztv Hans=Esdras Mutzenbecher
Choreographie: Manda von Kreibig
Bühvenbild und Koſtüme:
Lothar Schenck von Trapp
Perſonen:
Oberon, Köntg der Elfen Rubolf Strzeletz
Heinrich Hölzlin
von Bagdad . ..
Rezia, ſeine Tochter . . . Gertrud Gercke
Fatime, deren Vertraute, Paula Kapper
Ein Kaiſer der Vorzeit, Oskar Grauert
Der Ritter Hüon von
. . . Rud. Ritter a. G
Bordeaux.
Scherasmin, ſein Knappe, Leo Barczinski
Titania, Oberons
Gertrud Gercke
Gemahlin.
Grete Penſe
Puck
Elfen
Droll)
Fee Guttmann
Erſtes Meermädchen SittaMüller=Wiſchin
ZweitesMeermädchen . . Anneltes Roerig
Babekan, perſiſcher Prinz Oscar Grauert
Almanſor,Emir von Tunis Heinrich Kuhn
Roſchana ſeineGemahlin S. Müller=Wiſchin
Abdallah, ein Seeräuber . Hans Ney
Ein Gartenhüter . . . . . Adolf Klotz
Elfen, Nymphen und Meermädchen, das
Gefolge des Kalifen und das Gefolge Rezias,
Sklaven, Tänzerinnen, Fanitſcharenmuſiker,
Wachen, Seeräuber, das Gefolge eines
Kaiſers der Vorzeit
Ort der Handlung: Franken, Bagdad
und Tunis
Chöre: Berthold Sander
Spielwart Fritz Wilde
Preiſe der Plätze: 1 bis 10 Mk.
Eintritt der Mieter in den Zuſchauerraum
nur gegen Vorzeigung der Mietkartezuläſſig
Zwei Pauſen werden durch das Fallen
des eiſernen Vorhanges angezeigt
Anfang 7½ Uhr Ende 10 Uhr
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Dienstag, den 16. November 1926
abends 7½ Uhr
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Der Raub der Habinerinnen
Schwank in 4 Akten von
Franz und Paul von Schönthan
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Friederike, deſſen Frau. Marg Carlſen
Paula, deren Tochter . . Kaete Foerder
Dr. Neumeiſter . . . . . Robert Klupp
Marianne, ſeine Frau . . Ilſe Lahn
Karl Groß .. . . . . Hans Epskamp
Emil Groß, genannt Sterneck,
. .. Walter Bluhm
deſſen Sohn."
EmanuelStrieſe, Theater=
Paul Maletzki
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