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Nachdruck ſämtlicher mit * verſeheuen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 58
Samstag, den 22. Februar 1926.
189. Jahrgang
(1 Dollar — 420 Markl. — Im Falle höherer
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jede Verpſichtung auf Erfällung der
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Rabatt weg. Bankkonto: Deuiſche Vank und Darme
ſädter 8 Nationalbank.
Genfer Vorpoſiengefechte.
Die Ungerechtigkeit gegen Deutſchland.
Von unſerer Berliner Redaktion.
„Der Kampf um die Ratsſitze wird gerade in der engliſchen
reſſe mit auffallender Heftigkeit geführt, und zwar mit ſtarker
rſönlicher Zuſpitzung gegen Herrn Chamberlain, dem
ßt auch jenſeits des Kanals zum Vorwurf gemacht wird, daß
geheime Abmachungen gegenüber Briand
ein=
gangen ſei, die er jetzt erſt dem Kabinett zur Kenntnis
bracht habe. Unter den Befürwortern einer
Erwei=
rung des Rates ſcheint ſich jetzt auch der
General=
kretär des Völkerbunds, Sir Eric Drummond,
befinden, der, als er in Berlin war, für die Einſtellung der
deut=
en Regierungskreiſe weitgehendes Verſtändnis zeigte jetzt aber
eichzeitig mit Deutſchland Polen, Braſilien und Spanien in
n Rat hineinlanzieren will. Von dem Anſpruch Chinas
f einen Ratsſitz ſcheint er noch nichts gewußt zu haben.
So=
nn hat Sir Drummond auch wieder in ſeinem eigenen Genfer
jro Gegner ſeiner Meinung. Maßgebende Beamte des
Völker=
ndes verfechten nach wie vor den deutſchen Standpunkt.
Inwieweit mit den verborgenen Abſichten einer
Befriedi=
ng der polniſchen Wünſche die Aufſtellung der Tagesordnung
s Völkerbundsrats in Zuſammenhang ſteht, läßt ſich noch nicht
nau erkennen. Jedenfalls muß es als ſehr auffällig erklärt
rden, daß der erſte Punkt der Tagesordnung ſich mit der
Er=
nnung des Vorſitzenden und der Mitglieder der
Saarkommiſ=
n, wie überhaupt mit der ganzen Geſtaltung der Dinge an der
jar beſchäftigt. Vermutlich wird bei der Zwiſchenſchaltung
* Vollverſammlung des Völkerbundes Deutſchland erſt an der
ſeiten oder dritten Sitzung teilnehmen können. Wenn alſo
s Programm ſo, wie es jetzt aufgeſtellt iſt, durchgeführt wird,
un bedeutet das, daß in aller Eile, bevor
Deutſch=
nd mitreden kann, die Entſcheidung über die
aarfrage herbeigeführt werden ſoll, daß man
ſobewußt Deutſchland bei dieſer uns interefſierenden
age ausſchalten will.
Wieder iſt es die engliſche Preſſe, die dieſen Tatbeſtand
un=
ſtreicht und von einer Ungerechtigkeit gegen
eutſchland ſpricht, ſo daß von da aus das Verlangen
gel=
id gemacht wird, die britiſche Delegation ſolle angewieſen
rden, eine Umſtellung der Tagesordnung zu verlangen, ſo
ß Deutſchland, vollberechtigtes Mitglied iſt, wenn über die
tar geſprochen wird. Auch dieſer eigenartige Zufall wird von
r engliſchen Preſſe dazu benutzt, um auf die dringende
otwendigkeit einer Ausſprache im Unterhaus
izuweiſen, der Chamberlain aus dem Wege gehen möchte.. Da
er aus der Konſervativen Partei heraus ſelbſt der Wunſch
it wird, den Führer, der britiſchen Delegation noch einmal
entlich zu verhören, ehe er England in Genf feſtlegt, iſt es
ht ausgeſchloſſen, daß die Ausſprache doch noch erzwungen
rd und Chamberlain Farbe bekennen muß. Für
deutſche Delegation wäre es natürlich angenehm, wenn ſie,
* ſie von Berlin abreiſt, über die interenen Abſichten der
eng=
hen Politik volle Klarheit hätte.
Norwegen wünſcht keine Erweiterung des Rates.
London, 26. Februar.
Nach dem diplomatiſchen Korreſpondenten des „Daily
Tele=
aph” hat geſtern der norwegiſche Gefandte beim Foreign Office,
kgeſkrochen und die Haltung ſeiner Regierung zu der Frage
* Ratsſitze dargelegt. Der norwegiſche Standpunkt
mmt faſt völlig mit dem Schwedens überein. Neben
Deutſch=
ad ſoll in der Märzſitzung über keine Erweiterung des
ates entſchieden werden.
Wie der Korreſpondent weiter ſchreibt, iſt der Generalſekretär
* Völkerbunds Sir Drummond für eine Zuweiſung
Indiger Sitze an Polen, Braſilien und Spanien.
ine Anſicht gehe ſogar über die der britiſchen Diplomaten hin=
S, die grundſätzlich für eine Erweiterung des Rates ſind. Der
erichterſtatter erklärt weiter, daß in Bukareſt und
Bel=
ad Enttäuſchung herrſchen würde, wenn Polen
4Afolger der Tſchechoſlowakei im Völkerbund
wer=
wurde. Zwiſchen den drei Mitgliedern der Kleinen
En=
lie lei immer vereinbart geweſen, daß ſie einander im Rate
Dechſeln ſollten. Polen ſei nicht Mitglied der Kleinen Entente,
2 Serbien und Rumänien ſeien ſich klar darüber, daß ſie ihre
ſpluche bei einer Zuwahl Polens in den Rat verſchieben
üßten.
Nach einer Mitteilung der „Times” hat die chineſiſche Regie=
* wiſſen laſſen, daß auch ſie einen ſtändigen Sitz im Völker=
„2skat beanſpruchen werde, falls die Frage der Wahl neuer
Aleder auf der nächſten Tagung zur Sprache kommen werde.
Argentinien und der Völkerbund.
E Eintritt Deutſchlands in den Völkerbund von der argen=
7 Oeffentlichkeit, mit großer Genugtuung aufgenommen
lei. Die Haltung der Regierung, die ſeinerzeit aus dem
Sband ausgetreten ſei, weil Deutſchland nicht zugelaſſen
Dabs bis zur Zeit noch keine Aenderung erfahren. Die
ioung über die zukünftige Haltung der argentiniſchen Re=
9 Zum Völkerbund werde in der nächſten Zeit das
Parla=
beſchäftigen.
TU. Paris, 26. Februar.
Dem „Neiv York Herald” wird aus Buenos Aires berichtet,
England vor der Genſer Tagung.
Unruhe unter den Unterhausenitgliedern über
die Haltung der Regierung.
London, 26. Februar.
Der parlamentariſche Korreſpondent der „Daily News” hält
es für möglich, daß am nächſten Donnerstag im Unterhaus eine
Debatte über die Haltung, der Regierung auf
der Genfer Tagung ſtattfinden wird. Die Regierung
ſei im allgemeinen zwar wenig geneigt, unmittelbar vor der
Kon=
ferenz eine Erörterung zuzulaſſen, die Unruhe unter den
Unter=
hausmitgliedern ſei aßer derart, daß eine Ausſprache
wünſchens=
wert ſei.
Unentſchlofſenheit der engliſchen Regierung.
In Londoner politiſchen Kreiſen herrſcht zurzeit größte
Aktidität. Im Auswärtigen Amt finden täglich Konferenzen
zwiſchen Regierungsvertretern und dem Generalſekretär des
Völ=
kerbundes Drumniond ſtatt. Auch der franzöſiſche, der italieniſch=
und der ſpaniſche Geſandte ſind von Chamberlain in der
Frag=
der Ratsſitze empfangen worden. Gleichzeitig verhandelt die
Regierung mit den Regierungen der Dominions. Auch der
eng=
liſche Geſandte in Warfchau ſteht in ſtändiger Fühlung mit der
polniſchen Regierung. Ueber die Völkerbundspolitik iſt man ſich
bisher jedoch noch nicht ſchlüſſig geworden. Meldungen zufolge
beſtehen innerhalb des Kabinetts Meinungsverſchiedenheiten über
die polniſchen Anſprüche. Die Blätter ſprechen ihr Mißtrauen
über die Haltung Chamberlains aus. An zuſtändiger Londoner
Stelle verlautet, daß die Haltung der engliſchen Regierung
unver=
ändert ſei. Eine Entſcheidung des Kabinetts ſei
noch nicht erfolgt.
Locarnokriſis in Frankreich.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Ueberraſchung in London über die Genfer
Tagesordnung.
London, 26. Februar.
In diplomatiſchen Kreiſen hat, wie der
diplo=
matiſche Korreſpondent des „Daily Telegraph” mitteilt, die
Reihenfolge des Programms des
Völkerbunds=
rates große Ueberraſchung hervorgerufen. Als
erſter Punkt der Tagesordnung ſei die Neuernennung des
Präſi=
denten der Saarregierung und die Beſprechung der
Angelegen=
heiten angeführt, die mit der Frage der Gendarmerie ſowie mit
der Volksabſtimmung im Jahre 1935 im Saargebiet
zuſammen=
hängen. Da Deutſchland ſeinen Sitz im Rat nicht vor dem
zweiten oder dritten Tage einnehmen könne, ſo fragt man ſich,
ob bei Einhaltung der Reihenfolge der Programmpunkte
Deutſch=
land nicht von der Diskuſſion der genannten Probleme
ausge=
ſchloſſen würde, die gerade für Deutſchland von größtem
Inter=
eſſe ſeien. Die Angelegenheit werde im engliſchen Parlament
zur Sprache gebracht werden. Die engliſche Delegation werde
ſich dafür einſetzen, daß die Reihenfolge abgeändert werde. Eine
Fußnote des Programms beſchäftigt ſich mit der Frage der
Kon=
trolle der entmilitariſierten Rheinzone. Die ſchweizeriſche
Re=
gierung werde wahrſcheinlich eine Mitteilung über die
diploma=
tiſche Immunität der Mitglieder des Völkerbundes machen.
Spanien und die Frage der Ratsſitze.
w. Madrid, 26. Februar.
Die „Nacion” veröffentlicht Erklärungen des Außenminiſters
Yanguas über die endgültige Haltung der ſpaniſchen Regierung
bezüglich, der bevorſtehenden Völkerbundsverſammlung. Der
Mi=
niſter führte unter anderem aus, unter den auf der Tagesordnung
ſtehenden Fragen hätten die Fragen, betreffend den Eintritt
Deutſchlands in den Völkerbund und betreffend eventuelle
Vor=
ſchläge des Rates hinſichtlich ſeiner Zuſammenſetzung, politiſche
Bedeutung. Es ſei klar, daß der letzte Vorſchlag nicht
ausſchließ=
lich auf Deutſchland zugeſchnitten ſei, ſondern auch andere
Mit=
glieder des Völkerbundes berühren könne. Spanien erkenne die
Rechtmäßigkeit der Beſtrebungen Deutſchlands nach einem
ſtän=
digen Ratsſitz an. Es ſei jedoch der Meinung, daß ſeine
Forde=
rung nicht beiſeite geſchoben oder verſchoben werden könne.
Spa=
nien hätte ſich bereits im Jahre 1922 um ſeine Zulaſſung als
ſtändiges Völkerhundsratsmitglied beworben. Die ſpaniſche
Re=
gierung ſei feſt entſchloſſen, den Völkerbund offiziell zu erſuchen,
daß unter den eventuellen Vorſchlägen hinſichtlich des Artikels 4
des Paktes der Vorſchlag der Zulaſſung Spaniens als ſtändiges
Ratsmitglied enthalten ſei. Die Regierung glaube, daß kein Grund
die Beiſeiteſchiebung der Forderung rechtfertigen könne.
Der litauiſch=poiniſche Grenzkonflikt. —
Inter=
vention beim Völkerbund.
EP. Genf, 26. Februar.
Die litauiſche Regierung hat an den
Völker=
bund einen energiſchen Proteſt gegen das Vorgehen
polniſcher Grenzwachen an der litauiſch=polniſchen
Demarka=
tionslinie am 17 Februar überreicht und die Intervention des
Völkerbunds verlangt, „um Blutvergießen zu verhüten und die
Befreiung des litauiſchen Bodens zu erlangen, ſowie die
Rück=
gabe der litauiſchen Milizſoldaten, die auf litauiſchem Boden
ſelbſt gefangen genommen worden ſind.”
Dié polniſche Regierung behauptet in einem Telegramm,
das heute dem Generalſekretär des Völkerbunds zugegangen iſt,
daß die litauiſchen Erklärungen unbegründet ſeien und der Wald,
in dem ſſich der Vorfall abgeſpielt habe, ſich auf polniſchem
Ter=
ritorium befinde. Ueberdies hätten keinerlei polniſche Truppen
an dem Zwiſchenfall teilgenommen.
Paris, 25. Februar.
Trotz lokaler Siege für die Regierung hat die Finanzdebatte
in Frankreich weder die erwünſchte politiſche Klärung gebracht,
noch auch ihre eigentliche Aufgabe, die Annahme eines
ausge=
glichenen Budgets erfüllt. Eine Lücke von dreieinhalb
Milliar=
den iſt übrig geblieben, die Doumers Plan, die Schaffung einer
Umſatzſteuer, in der Kammer nicht durchgeſetzt werden konnte —
trotz aller Namensänderunger haben die Führer der
Linkspar=
teien ſie nicht bewilligt — und da die Anwendung der
Loucheur=
ſchen Erſatzſteuer auf den Widerſtand der Rechtsparteien ſtieß.
Der Senat ſollte alſo die Initiative ergreifen, aber das bedeutet
die Aufrollung einer äußerſt heiklen juriſtiſch=politiſchen Frage:
ob nämlich der Senat zu ſolch einem Vorgehen überhaupt ein
Recht hat. Die Meinungen darüber ſind ſelbſtverſtändlich in
zwei Lager geteilt, und es wird in dieſer Hinſicht eine äußerſt
ſpitzfindige Debatte geführt, die aber recht unfruchtbar wirkt.
Die politiſche Seite der Frage beſteht darin, daß ein ſolch
ſelb=
ſtändiges Vorgehen ſeitens des Senates zu einem Konflikt
zwi=
ſchen den beiden geſetzgebenden Körperſchaften führen kann, zu
einem äußerſt bedenklichen Konflikt, den die franzöſiſche Politik
ſeit fünfzig Jahren vermeiden konnte. Die Zeit drängt aber,
Briand droht ſchon mit ſeinem Rücktritt, was auf die öffentliche
Meinung ſehr verſtimmend gewirkt hat. Vom parteipolitiſchen
Standpunkt aus kann man ſich eine idealere Löſung, als eine
ſolche Verſchiebung der Verantwortlichkeit für die den Wählern
mißliebigen Steuerarten gar nicht vorſtellen. Wie ſchwer
dar=
iinter aber das Anſehen der Kammer leiden muß, iſt leicht
einzu=
ſehen. Schon ſeit langem iſt es doch ſo, daß nur der Senat eine
wirkliche moraliſche Autorität in den Augen der Maſſen beſitzt,
während die Kammer dieſe durch ihre andquernden
Partei=
kämpfe ſchon faſt ganz verloren hat.
Die Frage der Votierungen der fehlenden Milliarden beſitzt
alſo ihre Wichtigkeit, wenn ihr auch andererſeits auch keine
prin=
zipielle Bedeutung zukommt, von der die Leute ſprechen, die die
Regierung ſtürzen und die die Auflöſung der Kammer
herbei=
führen möchten.
Währenddem hat aber auch die franzöſiſche Außenpolitik ihre
Schwierigkeiten und Kriſen. Und gerade jetzt haben alle
Ereig=
niſſe inſofern eine doppelte Bedeutung, als ſie ſehr ſtark auf die
innerpolitiſche Situation der Regierung zurückwirken. Eine
Kriſe könnten ſie allerdings kaum verurſachen: das Schlagwort,
daß der Sturz Briands für Frankreich eine Kataſtrophe bedeuten
würde, iſt zu allgemein — wir hatten ſogar Gelegenheit, es in
der engliſchen Preſſe, beſonders in der „Times” wiederzufinden
— aber jeder außenpolitiſche Mißerfolg erhöht den Widerſtand
gegen die innenpolitiſchen Pläne der Regierung.
Der franzöſiſche Verſuch, zwiſchen Rußland und der Schweiz
zu vermitteln, mißlang, doch zeigte ſich in dieſem Punkte die
franzöſiſche Oeffentlichkeit ausnahmsweiſe weniger empfindlich.
Die dadurch notwendig gewordene Verſchiebung der
Abrüſtungs=
konferenz wurde vielmehr mit ſtiller Freude begrüßt. Weder
iſt die innenpolitiſche Lage in Frankreich ſo geartet, noch ſind
die Verhandlungen über die interalliierten Schulden ſo weit
ge=
diehen, daß der Quai d’Orſay jetzt irgend einen ſchweren Kampf
gerne riskieren würde. Ein ſolcher iſt aber um die deutſche
Aufnahme im Völkerbunde, oder richtiger um die
Völkerbunds=
reform entbrannt. Der Kampf um Polens Stellung im
Völker=
bund hat eine Menge ſehr intereſſanter Erſcheinungen gezeitigt,
und die weltpolitiſche Situation intereſſant beleuchtet. Es iſt
aber nicht ausgeſchloſſen, daß die akute Bedeutung dieſes Kampfes
etwas überſchätzt wurde. Die franzöſiſche Regierung würde
jeden=
falls am liebſten zum Rückzug blaſen, und die Kampfrufe der
rechtsſtehenden franzöſiſchen Preſſe — auch abgeſehen davon, daß
ſie ſich insgeheim oft ſelbſt gegen Briand wenden — werden bei
der Regierung ſehr unangenehm empfunden. Intereſſant ſind in
dieſer Beziehung die Ausführungen des „Dépéſche de Toulouſe‟.
Sie gipfeln darin, daß die Propaganda der franzüſiſchen
Natio=
naliſten es geweſen wäre, die dieſe Frage vergiftet hat, indem
ſie das polniſche Aufnahmegeſuch als eine Art von Revanche
gegenüber Deutſchland präſentierte. Man hätte daraus einen
Akt der Verſöhnung machen ſollen".
So leicht wäre dies indeſſen doch wohl auch nicht geweſen,
da jedermann, der etwas politiſches Urteil beſitzt, auch wenn er
in Paris wohnt, auf den erſten Anblick ſehen muß, daß die
Zu=
weiſung eines ſtändigen Sitzes im Völkerbundsrate an Polen
und die Erweiterung dieſes Rates unter Umſtänden einen
Vor=
ſtoß Frankreichs dem neueintretenden Deutſchland, aber auch
England gegenüber bedeuten könnte. Und deshalb kann
die Frage der Völkerbundsreform nach
Auf=
faſſung der vernünftigen Franzoſen nur mit
der Zuſtimmung Deutſchlands gelöſt werden.
Die Preſſekampagne in den verſchiedenen Ländern, welche
in dieſer Frage nicht immer die Zuſtimmung der Regierungen
beſaß, hat aber auch andere Fragen aufgerollt. Sollte etwa
ſpäter der Völkerbund der Kampfplatz der germaniſchen,
latei=
niſchen und flawiſchen Nationen werden? Eine wenig anziehende
Ausſicht. Die Abrüſtungskonferenz wurde bis September oder,
wie andere ſagen, „sine die”, ohne jeden Termin, vertagt. Die
Frage der Völkerbundsreform drohte zu einem internationalen
Konflikt zu werden, zu einem Konflikt, welcher die „
internatio=
nale Solidarität” in ein recht ſonderbares Licht gerückt hätte.
Der Geift von Locarno ſcheint eine Kriſe zu erleiden. Die
hef=
tigen Attacken in der franzöſiſchen Rechtspreſſe gegen Locarno
bezeugen dies genugſam. Aber es war ſchließlich vorauszuſehen,
daß das Werk von Locaeno in dem Augenblick, wo man die
praktiſchen Konſequenzen daraus ziehen möchte, einer kleinen
Kriſe unterworfen ſein würde. An dieſem Zuſtand wird vor=
läufig nichts zu ändern ſein. Ob es nur eine anglückliche
An=
häufung von ſpeziellen Ereigniſſen war, die der jetzigen Lage
einen ſo bedrohlichen Charakter verliehen hat?
Seite 2
Nach der Länder=
Finanzminiſter=Konferenz.
Badens Bedenken gegen die
Steuerſenkungs=
aktion der Reichsregierung.
Karlsruhe, 26. Februar.
In der heutigen Sitzung des Haushaltsausſchuſſes des
Ba=
diſchen Landtages erſtattete Finanzminiſter Dr. Köhler
Bericht über die Konferenz der
Länderfinanz=
miniſter mit dem Reichsfinanzminiſter in Berlin.
Finanz=
miniſter Dr. Köhler führte dabei n. a. aus, daß der
Reichs=
finanzminiſter zwei zuſammenhängende „Ationen,
Steuerſenkung und Ausgabenbeſchränkung,
be=
abſichtige. Von ſeiten der Länder ſei hierbei die
Befürch=
tung ausgeſprochen worden, daß wohl lediglich die
Steuerſen=
kung, nicht aber die Ausgabenbeſchränkung durchgeführt werde.
Der Reichsfinanzminiſter habe im Namen der Reichsregierung
erklärt, die Reichsregierung ſtehe und falle mit
der Forderung keiner neuen Ausgaben im
Reiche. Die Reichstagsbeſchlüſſe der letzten Woche über die
Erhöhung der Erwerbsloſenfürſorge würden allerdings, wie Dr.
Köhler ausführte, zu Zweifeln Veranlaſſung geben, ob. die
Reichsregierung ihre Abſicht verwirklichen werde. Die Art
der ſtückweiſen Senkungder Umſatzſteuer ſei
un=
möglich, da ſie wirtſchaftlich den Käufer nichts nütze und die
Einnahmen des Reiches und der Länder weſentlich verringere.
Für die Beſeitigung der Luxusſteuer ſei auch Baden eingetreten.
Gegen die Senkung der Börſenumfatzſteuer hätten ſich
verſchie=
dene Ländervertreter ausgeſprochen. Schwerſte Bedenken
beſtünden gegen die Nichtveranlagung der
Reichs=
vermögensſteuer im Jahre 1926, da die Gefahr beſtehe,
daß man verlange, die Länder ſollten auf eine Veranlagung der
Grund= und Gewerbeſteuer verzichten. Unhaltbar ſei das
Ver=
hältnis zu dem Aufkommen bei der Einkommenſteuer mit 1,2
Milliarden bei den Lohn= und Gehaltsempfängern und 0,9
Mil=
liarden Rm. bei den Veranlagten. Weiter führte Dr. Köhler aus,
daß der Reichsfinanzminiſter die Ueberweiſung der zugeſicherten
Beträge für 1926 erneut zugeſichert und für 1927 ein
unbeſchränk=
tes Zuſchlagsrecht zur Einkommen= und Körperſchaftsſteuer für
die Länder und Gemeinden in Ausſicht geſtellt habe. Dagegen
hätten ſich bie Länderfinanzminiſter gewandt, da nicht zu
erwar=
ten ſei, daß dieſes unbeſchränkte Zuſchlagsrecht im Reichstag
an=
genomien würde, da weder die Parteien, noch die Wirtſchaft
hiermit einverſtanden ſeien. Bedenken beſtünden auch
hin=
ſichtlich der Uebernahme, des geſamten
außer=
ordentlichen Etats auf Anleihen. Die Bedingungen
für innere Anleihen ſeien noch zu ungünſtig. So müſſe die Stadt
Berlin 6½ v. H. Zinſen bei einem Ausgabekurs von 75 v. H.
be=
zahlen.
In der Frage der Verwaltungsvereinfachung
habe der Reichsfinanzminiſter den Standpunkt vertreten, dieſe
betreffe in der Hauptſache die Gemeinden. Demgegenüber ſei
von den Vertretern der Länder betont wvorden, daß ſich das
Reichsfinanzminiſterium immer mehr aufblähe
und daß das Reich verſuche, noch neue Verwaltungen
einzu=
richten. Die beſondere Sorge der Länderfinanzminiſter ſei die
Balanzierung des Reichsetats im Jahre 1927, wenn keine
ein=
maligen Mittel mehr zur Verfügung ſtehen würden. Der
we=
ſentliche Ausgleichspoſten für dieſes Jahr, die vom
Reichsfinanz=
miniſter erhoffte Erhöhung der Einkommen= und
Körperſchafts=
ſteuer um 400 Millionen, ſei unſicher, ebenſo die übrigen
erwar=
teten Einnahmeerhöhungen aus Zöllen und der
Verbrauchs=
abgabe in Höhe von 200 Millionen Rm. Der preußiſche
Finanz=
miniſter habe erklärt, ſeinen Etat nur dann ausgleichen zu
kön=
nen, wenn die Ueberweiſungen in der bisherigen Höhe erfolgen
würden, die Gebäudeſonderſteuer, in der im
Reichsfinanzaus=
gleichsgeſetz feſtgeſetzten Höhe erhoben und der Reichstag keine
neuen Ausgaben für die Länder beſchließen würde. Hinſichtlich
der Gebäudeſonderſteuer, habe der Reichsfinanzminiſter
mitge=
teilt, daß Länder und Gemeinden ſich darauf verlaſſen könnten,
daß die Hauszinsſteuer ſo bleiben würde wie ſie
im Auguſt 1925 feſtgeſetzt worden ſei. Die
Gebäude=
ſteuer ſei im Rahmen des Geſamtfinanzausgleichs eine feſte
Ein=
nahme, die man nicht herausnehmen könne. Zuſammenfaſſend
erklärte der badiſche Finanzminiſter, daß ein großer Teil
der Länder lebhafte Bedenken gegen die
Steuer=
ſenkungsaktion der Reichsregierung habe.
Be=
züglich des Beſoldungsſperrgeſetzes liege ein Geſetzenwpurf vor,
der ſeine Verlängerung enthalte. Entſprechend der Haltung des
Badiſchen Landtags ſei er für die Aufhebung des
Be=
ſoldungsſperrgeſetzes eingetreten.
*Heſſiſches Landestheater.
Kleines Haus. — Freitag, den 26. Februar,
Don Pasaugle.
Komiſche Oper von Kammarano, Muſik von Donizetti.
Herr Walter Hageböcker vom Gerger Landestheater, der
heute als Gaſt auf Anſtellung den Erneſto ſang, hat einen
natür=
lichen Tenor, der in der Höhe und im korte ſchönen Glanz und
Wärme beſitzt und kräftig ausgibt, in der Unter= und
Mittel=
lage meiſt eng und flach klingt. Sein Aeußeres iſt nicht
vorteil=
haft, Auffaſſung und Spiel noch ungeſchickt. Eigenheiten und
Unfertigkeiten einer kleinen Bühne haften ihm an. Indes, er
hat Temperament, Intelligenz und Humor und ſcheint ſehr
muſi=
kaliſch zu ſein. Da er offenbar noch jung iſt, können ſeine nicht
ungünſtigen Anlagen ſich entwickeln und geſteigerte Leiſtungen
zeitigen. Zu einem endgültigen Urteil wäre ein zweites
Gaſt=
ſpiel in einer anderen Rolle im Großen Haus vielleicht
empfeh=
lenswert.
v. H.
Reichsverband Deutſcher Tonkünſtler
und Muſikſehrer.
Zügunſten der Hilfskaſſe dieſes Verbändes fand im Saale
der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt ein gut beſuchtes Konzert
ſtatt, das die angenehme Bekanntſchaft mit einer begabten
Sän=
gerin, Frau Johanna Faehr von Darmſtadt, vermittelte. Einen
ſchönen, großen und wohlgebildeten Sopran beſitzt die Dame;
ſie ſingt mit Beſeelung und beherrſcht den dramatiſchen Gluck=
und Händel=Stil (Arie aus „Alceſte” und „Fein mit ſüßen
Zau=
berblicken”) ebenſo, wie ſie der Lyrik Hugo Wolffs gerecht zu
werden verſtand; beſonders gut gelang ihr aber deſſen
ſehn=
ſüchtig=leidenſchäftliche „Mignon”: Kennſt du das Land? Das
war Höhepunkt ihrer Darbietungen und erzwang eine Schubert=
Zugabe, die bewies, daß ihr auch Einfachheit und Innigkeit nicht
fremd ſind. Im Bemühen, möglichſt viel Stimme zu zeigen
tat ſie manchmal des Guten zuviel, ſogar die vorzügliche
Aus=
ſprache geriet öfters übertrieben ſcharf (die „t” am Schluſſe eines
Wortes). Auf der Bühne iſt das am Platze; beim Liede wirkt
es hart und ſtörend; und nicht verſchwiegen werden darf — im
Intereſſe der begabten Sängerin —, daß in der höheren
Mittel=
lage irgend etwas, Heiſeres mitſchwingt, das klares,
freiſchweben=
des Klingen des Tones verhindert; woher es rührt, weiß ich
nicht; es ſollte bei dem ſichtlich großen Ernſt der Künſtlerin aber
unſchwer ſich entfernen laſſen; die Höhe iſt frei und tadellos;
mit Recht wurde der von Herrn Heiß muſterhaft begleiteten
Dame ſchmeichelhafteſter Beifall zuteil, der auch den Damen
Samstag, der 27. Februar 1926
R 6
Vom Tage.
Reichspräſident v. Hindenburg, fährt am 2. März nach
Zeipzig zum Beſuch der dortigen Meſſe und des Reichsgerichts.
Die Polizeidirektion Müinchen hat eine von den Münchener
Kommu=
niſten beabſichtigte Geldſammlung zur Durchführung des
Volksbegehrens über die Frage der Fürſtenabfindung nicht
ge=
nehmigt.
Der ſeit einigen Tagen in Holland weilende Völkerbundskommiſſar
für Danzig, Profeſſor Dr. v. Hamel, wird am Samstag dieſer Woche
nach Danzig abreiſen.
Wie in Kattowitz verlautet, ſoll der Wolwode von Schleſien,
Bilſki abberufen werden.
Miniſterpräſident Primo de Rivera erklärte Preſſevertretern
gegenüber, Major Franco habe zwar um Erlaubnis gebeten, mit
dem Flugzeug nach Spanien zurückzukehren, aber die
Regierung halte dieſen Plau für gefährlich und unnötig, weil der
Zweck des Fluges erreicht ſei.
Muſſolini hat den italieniſchen Botſchafter in
Parisnach Rom berufen, um deſſen Bericht über die Stellung
der franzöſiſchen Regierung zur Ratsfrage entgegenzunehmen.
Wie gemeldet wird, iſt der frühere Preſſechef der
fasei=
ſtiſchen Regierung Noſſi, der in den Matteoti=Prozeß
ver=
wickelt worden iſt, nach Nizza geflohen.
General Pangalos hat mitgeteilt, daß er ſich demnächſt nach
Italien begeben wolle, um mit Muſſolini über die beide Länder
intereſſierenden Fragen zu beraten,
Die griechiſche Regierung hat den Völkerbund als
Vermittler in dem griechiſchtürkiſchen Grenzſtreit angerufen.
Nach einer Meldung aus Saloniki hat das türkiſche
Unab=
hängigkeitsgericht in Angora einen Griechen zum Tode
verurteilt, der angeklagt war, für eine fremde Macht in der Türkei
Spionage getrieben zu haben.
Das engliſche Kabinett hielt geſtern einen Miniſterrat ab,
in dem neben inneren auch die Fragen der Natserweiterung
behandelt wurden. Beſchlüſſe wurden keine gefaßt, da das
Kabinett wegen der Genfer Tagung nochmals eine Beſprechung
ab=
halten wird.
Der engliſche Arbeitgeberverbanb für die
Metall=
induſtrie hat beſchloſſen, am 13. März ſämtliche Arbeiter
auszuſperren, wenn nicht bis bahin die ſtreikenden 600 Arbeiter
die Arbeit aufgenommen haben. Von der Ausſperrung würben über
600 000 Leute betroffen. Die Gewerkſchaften haben ſofort einen Kongreß
zufammenberufen.
In unterrichteten Kreiſen rechnet man bamit, daß das
amerika=
niſche Geſetz über die Frage der Freigabe des deutſchen
Eigentums in den Vereinigten Staaten bis ſpäteſtens Anfang März
im Kongreß eingereicht werden wird.
Die mexikaniſche Preſſe richtet heftige Angriffe gegen die
Vereinigten Staaten und fordert eine Annäherungspolitik
gegen;ber den europäiſchen Ländern.
Bayerns Bedenken
gegen das Sieuerermäßigungs=Programm.
München, 26. Februar.
Wie der „Bayeriſche Kurier” mitteilt, hat der bayeriſche
Finanzminiſter bei der Finanzminiſterkonſerenz in Berlin
die allerſchwerſten Bedenken gegen das
Steuer=
ermäßigungsprogramm des Reichsfinanzminiſters
gel=
tend gemacht, da die Senkung der Umſatzſteuer ſich kaum in
nennenswerter Weiſe in einer Verbilligung der Lebenshaltung
der Bevölkerung auswirken wird. Dagegen wird ſich aber der
dem Reich ervachſenden Ausfall an Steuereingängen im geſamten
Reichshaushalt außerordentlich ſtark fühlbar machen. Außerdem
ſoll vom bayeriſchen Finanzminiſter mit aller Deutlichkeit darauf
hingewieſen worden ſein, daß das Gebot größter Sparſamkeit
nicht nur bei den Verwaltungen der Länder und Gemeinden,
ſon=
dern in allererſter Linje bei den Reichsbehörden ſelbſt in die
Er=
ſcheinung treten müſſe.
Die mecklenburgiſch=preußiſche Anſchlußfrage.
* Berlin, 26. Febr. (Priv.=Tel.)
Ebenfo wie in Heſſen, Lippe und Anhalt beſchäftigt man
ſich jetzt auch in Mecklenburg mit der Frage, ob es nicht aus
finanziellen Gründen ratſam erſcheint, Anlehnung an einen
gro=
ßen Nachbarſtaat zu ſuchen und evtl. die eigene ſtaatliche
Selb=
ſtändigkeit aufzugeben. Vom Mecklenburgiſchen Landtag wurde
nunmehr die Landesregierung erſucht, zu prüfen, ob und
gegebe=
nenfalls welche Erſparwiſſe von einem Anſchhiß Mecklenburgs
an Preußen zu erwarten ſind. Ueber Erwägungen rein
theore=
tiſcher Natur wird auch die mecklenburgiſche Staatsregierung,
wie ſpäter auch der Landtag ſelbſt, wohl nicht hinauskommen,
da kaum anzunehmen iſt, daß es den Mecklenburgern ernſtlich
darum zu tun iſt, in Preußen aufzugehen.
Die Deutſchenhetze in Oſtoberſchleſie
Eine Interpellation im polniſchen Landtag
Warſchau, 26. Februar.
Heute haben die Abgeordneten der Deutſchen Vereinicn
eine Interpellation wegen der Deutſchenhetze in Oſtoberſchleſt
eingebracht. Nach Aufzählung einer ganzen Reihe von
Terr=
akten und ſchweren Ausſchreitungen gegen Deutſchſtämmige wi
neuerlich feſtgeſtellt, daß die Hetze verſchiedener polniſcher 9.
tungen die öffentliche Ruhe, Sicherheit und Ordnung in Oſtobe
ſchleſien gefährde. Die Gewalttaten, die in vielen Orten Obe
ſchleſiens eingeſetzt hätten, nähmen täglich in erſchreckender We.
zu. Dieſe Terrorakte würden von Mitgliedern des Verband
der Aufſtändiſchen und des Weſtwarkenvereins ausgeführt, oh
daß die Polizei gegen die Ruheſtörer einſchreite. Die Interp
lanten faſſen die gegenwärtige Lage in Oſtoberſchleſien in folge
den Satz zuſamnten: Der Deutſche iſt vogelfrei, die
Staatsgew=
verſagt und das Banditentum triumphiert. Die unterzeichnet
Abgeordneten der Deutſchen Vereinigung ſtellen daher an d
Miniſterpräſidenten Skrzynſki die Frage, ob er gewillt ſei, wied
geſetzmäßige Zuſtände herbeizuführen und gegen den
Verba=
der Aufſtändiſchen ſowie gegen den Weſtmarkenverein einzuſchre
ten, und ob er bereit ſei, zu erklären, daß der polniſche Stac
bürger deutſcher Nationalität die ihm durch die Verfaffung ve
bürgten Rechte genieße.
Der Eindruck der Skrzynſki=Rede in Berlit
* Berlin, 26. Febr. (Priv.=Tel.)
Die Rede des polniſchen Miniſterpräſidenten Skrzynſki üb
den Locarnovertrag und die Ratsſitze im Seim hat in Berlin
Kreiſem Ueberraſchung hervorgerufen. Wenn auch mit einer neu
Aktion der polniſchen Regierung in der Frage der
Erweiteru=
des Völkerbundsrats gerechnet wurde, ſo weiſt man doch beſo
ders darauf hin, daß die Lage durch dieſe Rede inſofern ve
ſchärft wurde, als der polniſche Miniſterpräſident offiziell die A.
meldung der polniſchen Wünſche auf einen Ratsſitz am 8. Mä
in Genf bekannt gab. Dieſe Wendung der Dinge fordert
ei=
baldige Entſcheidung heraus. Es wird nunmehr auf die He
tung der alliierten Kabinette ankommen und es iſt immerh
möglich, daß dieſer Rede politiſch keine größere Bedeutung z
kommt, als den bereits wiederholt inoffiziell erfolgten Anme
dungen der polniſchen Anſprüche.
In der hieſigen polniſchen Botſchaft wurde geſtern der
Wo=
laut der Rede des polniſchen Außenminiſters Skrzynſki, den h.
ſigen ausländiſchen Preſſevertretungen entſprechend überſet
überreicht, um auf dieſe Weiſe die fremden Mächte für den A
ſpruch Polens auf einen ſtändigen Ratsſitz geneigt zu mache
Wie wir hören hat aber die Rede Skrzynſkis bei den auslä
diſchen Journaliſten eine ſichtliche Enttäuſchung hervorgerufe
da die Beweisführung für nicht ſchlüſſig und nicht überzeuger
gilt. Selbſt diejenigen ausländiſchen Preſſevertreter, die in ihr
politiſchen Einſtellung dem polniſchen Standpunkt näher ſtehe
konnten die Ausführungen des Grafen Ekrzynſki nicht befri
digen. Wie gemeldet wird, iſt auch die Verbreitung der Skrzynſ
Rede durch die polniſchen Geſandtſchaften in London und Par
in Vorbereitung, doch dürfte der Erfolg nicht anders ſein als
Berlin.
Rheiniſche Befreiungsfeier im Reichstag.
Berlin, 26. Februar.
Das Echo der Reichshauptſtadt auf die durch die Befreiut
der Kölner Zone ausgelöſte Freude wird eine Gedenkfeie
ſein, die der Weſtausſchuß für Rhein, Saar und Pfalz a
7. März, nachmittags 4½ Uhr, im Reichstag veranſtaltet.
gleich iſt ſie gedacht als Auftakt zur Reiſe des
Reichspräſident=
an den Rhein. Sie ſteht unter dem dreifachen Zeichen: Freihe
des Rheins! Goerres! und Kölner Dom! Hervorragen
Vertreter der Wiſſenſchaft, die Geheimräte Erich Marcks, Heinri
Finke und Paul Clemen von den Univerſitäten Berlin, Fr.
burg und Bonn, werden kurze Anſprachen halten. Die Fei
wird durch Rundfunk aufgenommen. Die Veranſtaltung i
Plenarſaal und der anſchließende Empfang in der Wandelhes
werden von künſtleriſchen Darbietungen umrahmt ſein.
Renz (Violine) und Vogel (Klavier) nicht vorenthalten
wurde, die in einer Beethoven=Sonate (op. 12 Nr. I),
Phantaſie=
ſtücken von Schumann und einer Sonate (E=Moll) von Joſef
Haas (von welcher nur das Scherzo einen größeren Eindruck
auf mich machte), ſchon oft bewährte muſikaliſche Sicherheit und
gediegene Technik erneut bewieſen. An Weichheit des Klanges
war das Klavier der Geige zuweilen überlegen.
O.
* Das Heldenmal.
Von Fritz Kaiſer=Ilmenau.
Dort, wo die Straße von dem thüringiſchen Dörfcen
Fran=
kenhain ſich hinaufwindet zur Höhe in der Richtung Krawinkel
zu und nicht weit von dieſer kleinen Siedlung wieder zu Tale
fällt, da weiß ich einen ſtillen Ort. Liegt nicht weit vom
Jäger=
haus Friedrichsanfang, dem Idyll im Grünen, um das ein paar
kleine Häuslein ſich ſcharen, die wie vergeſſen von der Welt zu
Füßen einer tauſendjährigen Linde ſinnend dahinträumen im
tie=
fen, köſtlichem Frieden einer zaubervollen, glücklichen Einſiedelei.
Steil und eindrucksvoll ſpringt dort ein grüner Hügel, lieblich
gekrönt von lichtem Baumwuchs, in die Straße hinein und zwingt
ſie mit trotzigem Felsgeſtein zu ſcharfer Kurve. Wie eine ſtreng
gebietende Klippe, eigenwillig und ſchön, ſo ragt das
Naturmonu=
ment dieſer einſamen Straßenwacht vor dem Wanderer auf.
Spricht zu ihm wie eine mächtige Kanzel, auf der die Götter zu
den Menſchen reden mit der Stimme des Sommers, mit der
Leidenſchaft des Sturmes, mit der Stimme des ſäuſelnden
Win=
des und der Güte des lächelnden Sonnenlichtes.
Bewußt oder unbewußt, die Dörfler der beiden kleinen
Ge=
meinden haben dieſen Platz gewählt zum Ausdruck ihres Dankes
an die, die Märtyrer wurden ihrer Liebe für Heimat und Herd.
Glücklicher Einfall, der ihnen da gekommen den biederen
Men=
ſchen, der ihnen ein Werk geſtalten ließ von meiſterlicher
Schlicht=
heit, Schönheit und Würde. Sie trugen einen mächtigen
Fels=
block auf das Hügelhaupt, gaben eine Krone, die ihres Trägers
richtige war, ſchmiegten in zärtelnder Liebe und Wehmut einen
Kranz von feinen Blümlein darum, in die allmorgendlich der
Tau ſeine ſchimmernden Diamanten ſetzt, die diamantenen
Trä=
nen, die geprüfte Herzen heimlich geweint. In den Zweigen
der Bäume da ſchlummert das Lebenslied der Tapferen, wacht
auf beim ſäuſelnden Wind und klingt und ſingt, verſiehmbar
denen, die ihre mannhaften Toten nicht vergeſſen haben
An ſchönen Sommerabenden wandelt die Dorfjugend
ſin=
gend am ſtillen Hügel. Webt um den Heldenſtein einen bunten
Blütenkranz von Heimatliedern und Liebesweſen und tuts
ge=
treulich Jahr um Jahr, getreulich von Geſchlecht zu Geſchlecht.
Nach altem, ſchönem Brauch. Blumen, die nie welken, die über
die Gräber der Menſchen hinweg blühen als ein ſeliges Stück
ihres eigenen Lebens.
*
Indiſche Melodie.
Nachklänge. Auf der Rückreiſe.
Von George Poppff.
Rotes Meer,
an Bord der „Pilsna”, im Januar.
„Schiffe, die ſich in der Nacht begegnen." Nur eine Reil
von Lichtern wird ſichtbar. Sie kommen unſerem Schiffe nahe
man ſieht die Bewegung flüchtiger Schatten, man glaubt Stin
men unbekannter Menſchen zu hören, faſt möchte man ſie ſpreche
ſich begrüßen, doch ſchon enteilt wieder alles in der Ferne, be
klingt in der Unendlichkeit, ertrinkt in der Blauſchwärze der fu.
lichen Nacht . Wir fahren heimwärts, nordwärts — die a.
deren nach dem Süden, nach Ceylon, nach Indien, das wwir el
vor wenigen Tagen ſchmerzenden Herzens, verlaſſen haben.
Die Maſchinen der „Pilsna” fauchen und ſtampfen, die Woge
des Meeres ſchlagen, gleichmäßig rauſchend, an die Bordſeite
auf dem bunt illuminierten Deck wird Muſik gemacht, die Paſf
giere tanzen .. . Und dies alles läßt faft vergeſſen, was noch b.
kurzem war, läßt Bilder verblaſſen, die noch vor wenigen Lage
in Sonnenglut und Orientpracht leuchteten, läßt ausruhen ul
ausſpannen Vermag aber nicht jenen Klang zu übertone
der im Gehör noch immer nachſummt, nachſingt, nachſchwine
vermag ſie nicht zu töten — — die peinigende, aber unvergeßlig
Melodie Indiens.
In der bodenloſen Schwermutsmelodie, welche, gleich eine.
unſichtbaren Schleier, über dieſe Länder und Meere ausgebrei!
ſcheint, iſt jener unausſprechliche Reiz des Orients enthalle
der alle Fremden beſtrickt und bezaubert, liegt aber auch jent
verhängnisvolle Etwas verborgen, welches hier des Fremden O
müt packt, in ihm, gleich einem ſüßen, langſame=verderbende
Gifte, wühlt und ſtändig eine merkwürdige Unruhe erzeugh 2.
den meiſten bald zu einer kaum erträglichen Qual wird. Die
Wehmtsſchleier, den viele nicht ſehen, den aber alle ſpürei,
über dem geſamten nahen und fernen Orient ausgebreitel — 2
Paläſtina und Syrien, über Perſien und Indien, bis Siat
China und weiter hält er all dieſe „fernen Länder und Menſche‟
in ſeinem feingewebten, unzerreißbaren Netz gefangen und
ſie nicht aus ſeiner Gewalt
Vielleicht nur einem Lande in dieſen Breitegraden iſt es 4
lungen, ſich dieſem Dunſtkreis zu entziehen und jene Friſche.""
Klarkeit zu bewahren, die uns Weſtlern Licht, Leben und Fre.
bedeutet. Es iſt Lanka, es iſt Ceylon, die roterdige, üppigetr.
biſche, glückſelige Inſel, die „Perle an der Ohrmuſchel Indiens
Und wahrlich — einer märchenhaft=ſchönen und reinen Perle
Cehlon vergleichbar, einer Perle, die am königlichen Haupi..
Orients hängt, aber verſtohlen aus jenem Traumnetz, das diele
Rieſen ſo feſt umfängt, hervorlugt und daher ein ſorgente..
Einzeldaſein zu führen ſcheint. In Ceylon, wo ich zuerſt iſt.
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Nummer 58
Samstag, den 27. Februar 1926
Zur Tagung der
Mandatskommiſſion in Rom.
Von unſerem römiſchen Korreſpondenten.
Dr. R. L. Rom, 25. Februar.
Die Arbeiten der Mandatskommiſſion des Völkerbundes in
Kom gehen ſtill und klanglos ihren von der römiſchen Preſſe
aum beachteten Weg. Man muß die ausländiſchen Zeitungen,
vor allem die franzöſiſchen, leſen, wenn man merken will, daß
ſinter den Kuliſſen ſich wohl allerlei abſpielt. Offiziell und in
den Sitzungen ſehen die Dinge farblos und faſt langweilig aus.
die Herren, die die Mitglieder der Kommiſſion ſind, haben ja
uuch keine beſondere amtliche Bedeutung, da ſie nichts weiter
eſchließen, ſondern nur beraten können. Sie ſind doch
eigent=
ich nur Experten. Wäre dieſe Kommiſſion zum Schluß des
ver=
fangenen Jahres in Rom zuſammengetreten, ſo hätte man aus
den Kommentaren der italieniſchen Preſſe vermutlich allerhand
ſikante Liebenswürdigkeiten gegen Frankreich herausleſen
önnen. Damals war die Schwenkung Muſſolinis nach der
fran=
öſiſchen Seite und die Abkehr von Deutſchland noch nicht ſo
voll=
tändig vollzogen, und dieſe Preſſe in Italien, die doch nur das
chreiben darf, was ihr befohlen oder erlaubt wird, noch nicht
iuf eine vollkommene Zurückhaltung gegenüber Frankreich, auf
in Desintereſſement in der ſyriſchen Frage eingeſchworen. Wenn
nan ſich erinnert, wie während des ſyriſchen Krieges und der
Beſchießung von Damaskus die italieniſchen Blätter die
aus=
ührlichſten Berichte über die franzöſiſchen Greueltaten” in
Damaskus brachten und wie die wirkungsvollſten Bilder von
erſtörten Häuſern und Leichenhaufen den Hochmut auf
Frank=
eich mit dem ſchwachen Franken nährten, dann kann man heute
lur darüber lächeln, wie dieſe Preſſe, die ſchon lange nicht mehr
den Namen eines Vertreters der öffentlichen Meinung verdient,
harakterlos jedem Befehl von oben gehorcht.
Aber der Wind hat ſich eben gedreht, und nach den
Beſpre=
hungen von Rapallo und gewiſſen heimlichen Verhandlungen
wiſchen Italien und Frankreich lautet heute die Order für die
talieniſche Preſſe: Schweigen und Abwarten. Das einzige
Thema, das immer wieder angeſchnitten werden darf und das
ſch ausgezeichnet in die Verhandlungen der Mandatskommiſſion
inpaſſen läßt, iſt die Forderung der italieniſchen Kolonialpolitik
in einem Kolonialmandat beteiligt zu werden. Auch in dieſem
falle wird der alte Trick angewandt, jene Leute zu beſchimpfen,
ſie vor der Aera des Fascismus, vor allem während der
Ver=
ailler Verhandlungen, es verſucht hätten, daß auch Italien zu
en Mandatarmächten ernannt wurde. Muſſolini hat dann im
ergangenen Jahre, wie man ſich wohl noch erinnert, als in
deutſchland zum erſten Male die Mandatsfrage wieder aufgerollt
vurde, ſoſort ſein verklauſuliertes Veto eingelegt, wonach
deutſchland nicht eher an irgendwelche koloniale Betätigung
enken dürfe, ehe nicht Italiens koloniale Notwendigkeiten
be=
riedigt ſeien. Dieſes Thema findet man jetzt in den italieniſchen
Zeitungen immer wieder von Fall zu Fall abgehandelt, und es
ſilt in den Kreiſen, die über die Kolonialpolitik des
Völkerbun=
ſes unterrichtet ſind, als ſicher, daß Frankreich das jetzige
Still=
chweigen der italieniſchen Preſſe in der Damaskus=Angelegenheit
urch feſte Zuſagen an Italien erkauft habe. Dieſe
Verſprechun=
ſen ſollen dahin gehen, daß Frankreich bei nächſter Gelegenheit
m Völkerbund, alſo vermutlich ſobald die Mandatsfrage nach
ſem Eintritt Deutſchlands in den Völkerbund angeſchnitten wird,
inbedingt ſich dafür einſetzen werde, daß zunächſt auch Italien
in Kolonialmandat erhalte und dann erſt über eventuelle deutſche
Vünſche beraten werden dürfe. Ob die zweite Behauptung der
interrichteten Kreiſe den Tatfachen entſpricht, daß Frankreich
ogar in der Frage der Rechte der Italiener in Tunis
Zugeſtänd=
liſſe gemacht habe, das muß die Entwicklung in Tunis ſelbſt
eigen.
Dagegen nimmt man als ziemlich ſicher an, daß in der Frage,
belches Mandar für Italien denkbar ſei, ſchon recht weitgehende
(nterhandlungen ſtattgefunden haben. Es ſcheint zunächſt, daß
nfolge engliſcher Bedenken eine Beteiligung Italiens im
frühe=
en Deutſch=Oſtafrika für ausgeſchloſſen gilt. Hier will England
uf heinen Fall die Italiener Fuß faſſen laſſen und hat deshalb
ruf den Weg nach Abeſſinien verwieſen. Dafür ſind, da
Süd=
veſtafrika infolge des Widerſtandes der Kapregierung ebenfalls
uusfällt, die beiden ehemaligen deutſchen Kolonien Togo und
kamerun in Betracht gezogen worden. Für Togo haben die
Ita=
iener anſcheinend nicht allzuviel Meinung, ganz abgeſehen
da=
ſon, daß die Franzoſen hier auch nicht in ihrem ſüdlichen
Aus=
allstor die Italiener ſitzen haben möchten. Am meiſten
Aus=
icht hat Italien infolgedeſſen in Kamerun, wobei zugleich
offen=
ar bereits Verhandlungen mit Belgien gepflogen werden, um
bei einer italieniſchen Beteiligung an den Kolonialmandaten
auch gewiſſe Ausgleiche im weſtlichen Kongogebiet zu erreichen.
Alle dieſe geheimen Beſprechungen bewegen die kolonialen
Kreiſe viel mehr als die bisher recht farbloſen Verhandlungen
der Mandatskomiſſion in Rom. Man kann ſich jedenfalls des
Eindrucks nicht erwehren, daß Italiens ſtarke Anteilnahme an
den kolonialen Fragen die Löſung der geſamten afrikaniſchen
Kolonialprobleme beſchleunigen kann, wobei nicht nur Belgien
im Kongogebiet, ſondern auch Portugal in Angola in die
De=
batte gezogen werden dürften. Wenn auch die ſyriſche Frage
durch die Behandlung in Rom kaum noch Staub auſwirbeln
dürfte, ſo kann die römiſche Sitzung trotz Muſſolinis Mißachtung
für den Völkerbund doch dadurch, daß die Experten der
Man=
datskomiſſion von italieniſcher Seite bearbeitet werden, eſine
Bedeutung erlangen, die über den ſonſt geringen Rahmen der
hieſigen Tagung hinausgeht.
Ein abenteuerlicher Plan.
Oeſierreich ſoll aufgeteilt werden.
EP. Prag, 26. Februar.
Die nationaldemokratiſche „Narodny Liſty” beſchäftigt ſich
mit einem abenteuerlichen Plan zur Aufteilung
Oeſterreichs, der angeblich in Völkerbundskreiſen erwogen
werden ſoll. Danach ſoll Oeſterreichunter ſeine
Nach=
barſtagten Deutſchland, Italien, Tſchechei und Jugoflawien
aufgeteilt werden. Deutſchland ſolle nach dieſem Plan
Vorarlberg, Teile von Tirol, Salzburg und Oberöſterreich
erhal=
ten, während Wien wit Unteröfterreich an die Tſchechei fallen
würde.
Nintſchitſch und Muſſolini gegen den Anſchluß
Oeſierreichs an Deutſchland.
EP. Rom, 26. Februar.
Der ſüdſlawiſche Außenminiſter Nintſchitſch hat einem
Vertreter der „Tribuna” erklärt, daß der
Meinungsaus=
tauſch mit Muſſolini über die europäiſche Lage und
die aufgerollten beſonderen Fragen angeſichts der gemeinſamen
Intereſſen Italiens und Südſlawiens ſehr nützlich geweſen ſei.
In letzter Zeit weiſe die europäiſche Politik bedeutungsvolle
Ereigniſſe auf, die die Lebensintereſſen aller Staaten und die
Sache des Friedens berührten.
Auf die Frage, wie er ſich zur Bewegung für den
An=
ſchluß Oeſterreichs an Deutſchland ſtelle, ſagte
Nintſchitſch, nur die internationalen Verträge könnten als die
Grundlage der europäiſchen Ordnung angeſehen werden. Der
Anſchluß ſtehe in direktem Gegenſatz zu den beſtehenden
Ver=
trägen, die die Stabilität Europas und den Frieden
gewähr=
leiſten. Wenn man die Verträge zu verletzen beginne, wiſſe man
nicht mehr, wohin das führe. Die enge Zuſammenarbeit zwiſchen
Italien und Südſlawien ſei ſchon im Gange. Der
Freundſchafts=
pakt könne auf Grund der Erfahrungen der letzten Jahre
erwei=
tert werden. In den Beziehungen Südſlawiens zu Rußland
habe ſich vorläufig nichts geändert. Die Beziehungen mit Polen
ſeien ſehr herzlich. Südſlawien unterſtütze ebenſo die Forderung
Polens nach einem ſtändigen Sitz im Völkerbundsrat.
Zur Wirtſchaftslage in Oeſterreich.
Paris, 26. Februar.
Der frühere öſterreichiſche Finanzminiſter Dr. Kienböck
hielt geſtern unter Vorſitz des öſterreichiſchen Gefandten Dr.
Grünberger in der Pariſer Hochſchule für ſoziale Forſchung
einen Vortrag" über die wirtſchaftliche und finanzielle Lage
Oeſterreichs. Er führte aus, daß die Abſatzſchwierigkeiten für
die öſterreichiſche Wirtſchaft ſich mindern würden, wenn das
Gebiet größer und der innere Markt ausgedehnter wäre. Die
Widerſtände gegen innere Strömungen könnten größer ſein,
wenn die Exiſtenz des Staates auf dem freien Willen der
Be=
völkerung beruhe. In der letzten Zeit habe die Handelspolitik
für Oeſterreich eine gefährliche Wendung genommen. Die
Zu=
ſammenfaſſung der wirtſchaftlichen Kräfte Europas ſei ein
all=
gemeines Ziel, dem man zuſtreben ſollte. So ſei in Oeſterreich
der Wunſch nach Vereinigung mit dem Deutſchen Reich in
wirt=
ſchatflicher Beziehung lebhaft erörtert worden, wobei nicht immer
an einen politiſchen Anſchluß gedacht zu werden braucht. Die
Schaffung größerer wirtſchaftlicher Gebiete ſei für Oeſterreich
eine Lebensfrage. Das bloße Einzeichnen neuer Grenzen in die
Landkarte genüge nicht.
Seite 3
Briands Locarno=Rede vor
der Kammer.
Für Aufbau des neuen Europa.
EP. Paris, 26. Februar.
Die Kammer ſetzte, am Nachmittag die Debatte über die
Locarno=Verträge fort. Der Linksradikale Plaiſant meinte,
die Locarno=Verträge ſtellten nicht nur einen Fortſchritt
gegen=
über Verſailles dar, ſondern auch gegenüber den Verhandlungen
von 1922. Hinſichtlich der von Streſemann geforderten
Rück=
wirkungen glaubt ſich der Redner auf die Verſicherungen Briands
verlaſſen zu können, daß dieſe Frage niemals im Verlaufe der
Beſprechungen erörtert worden ſei.
Der Redner der republikaniſch=demokratiſchen Linken
Bar=
tholomé erkennt die Vorteile von Locarno an. Frankreich
habe die in Verſailles zugeſicherte, aber nicht erhaltene Garantie
Englands nunmehr erhalten. Deutſchland werde für die
Aner=
kennung der Unverletzlichkeit des Rheins auf gleichem Fuße
be=
handelt wie Frankreich, was einen großen moraliſchen Erfolg
darſtelle. Er wünſche, daß ganz Frankreich ſich hinter die
Unter=
ſchrift des Präſidenten der Republik ſtellen möge, denn die
Politik des Siegers, die unmittelbar nach dem Kriege
möglich war, ſei nicht mehr angebracht.
Dann beſteigt Miniſterpräſident Briand die
Tri=
büne zu ſeiner lang erwarteten Rede. Er führte darin u. a. aus:
Der Locarnovertrag ſei nicht für ein einzelnes Land
ge=
macht. Er ſei nicht in einem nationaliſtiſchen, ſondern in einem
europäiſchen Geiſte abgefaßt, um den Frieden zu ſichern. Er
befreie Frankreich nicht von der Sorge um ſeine
Sicherheit, aber vor Locarno ſei nichts Beſſeres vorhanden
geweſen. Der Verſailler Vertrag war in vielen Punkten
un=
vollſtändig. Die Sicherheitsfrage ſei in Cannes und Genua
er=
folglos diskutiert worden. In Locarno habe er die Idee wieder
aufgegriffen, die er in Cannes auseinandergeſetzt habe. Nach
den Schrecken des Krieges habe er ſich geſchworen, alle ſeine
Kraft und ſein ganzes Sein in die Dienſte des Friedens zu
ſtel=
len, um die Wiederkehr dieſer furchtbaren Schrecken zu
verhin=
dern. Aber man müſſe auch den Frieden wollen. Der Frieden
erfordere eine unabläſſige Arbeit, mehr noch als der Krieg. Wenn
jedes Volk die Aufgaben erfülle, die der Locarnovertrag fordere,
ſei der Friede garantiert. Den von den Vorrednern geäußerten
Bedenken ſtellt Briand die Tatſache gegenüber, daß der
Völker=
bund in dem griechiſch=bulgariſchen Zwiſchenfall in zwei Tagen
den bereits auflodernden Krieg beſeitigt habe. Er hoffe, daß
Deutſchland die Tragweite des Abkommens erfaſſe. Daß
Deutſchland den Wunſch habe, aus dem Vertrag Vorteile zu
ziehen, ſei ganz natürlich. Aber Frankreich werde ſeine Rechte
verteidigen und beſitze Freunde, die es darin unterſtützen
wür=
den. Man beunruhige ſich über den Eintritt Deutſchlands in den
Völkerbund. Dort herrſche aber eine Atmoſphäre und Tradition,
deren Einfluß ſich Deutſchland nicht entziehen könne.
Unter toſendem Beifall ſchloß der Miniſterpräſident,
Frank=
reich wolle Deutſchland nicht hindern, ſeine Rolle in der Welt
zu ſpielen. Frankreich habe Ruhm genug in ſeiner Geſchichte,
um nicht auf den Ruhm anderer Länder eiferſüchtig zu ſein.
Wolle man, daß Frankreich und Deutſchland unverſöhnliche
Geg=
ner bleiben ſollen? Sollen dieſe beiden tapferen Völker noch
Jahrhunderte lang ſich periodiſch aufeinanderſtürzen, periodiſch
eine Ziviliſation entwickeln, die von einer Welle der Armeen
zer=
ſchmettert und von Blut verdrängt wird? Nein! Wir ſtehen an
der Morgenröte einer neuen Zeit. Wir verſuchen ein
neues Europa zu zimmern. Die Völker müſſen ſich
ein=
ander nähern. Dabei kann Frankreich nicht beiſeite ſtehen. Wenn
Frankreich den Vertrag unterzeichne, bleibe es ſich nur ſelbſt
treu. Es zeige ſich als das Frankreich von geſtern, von heute
und von morgen.
Nach Beendigung ſeiner Rede wird dem Miniſterpräſident
eine begeiſterte Ovation dargebracht. Selbſt die
Oppo=
ſition ſcheint völlig gewonnen. Von allen Seiten wird der
öffent=
liche Anſchlag der Rede gefordert. Darauf vertagt ſich die
Kam=
mer auf morgen.
ſerrſcht eine liebliche Klarheit und Weichheit der Atmoſphäre,
die Menſchengemüter ſo verklärend und beſchwingend, wie ſie
der übrige reſigniert=müde Orient nicht kennt. Und Indien, das
chwermütigſte der Orientländer, wirkt, wenn man es
unmittel=
dar nach Ceylon beſucht, ſo geheimnisvoll, ſo krank und ſo
um=
chleiert, daß man den Geiſt dieſes Landes buchſtäblich wie ein
klagelied, wie eine melancholiſche Melodie empfindet, die
chmerzt betrübt und peinigt.
Bombay, die erſte indiſche Stadt, laſtet einem Alpdruck gleich
auf dem von Ceylon Kommenden: iſt es das ſtickig=tropiſche
Klima, welches nach Lankas erfriſchenden Lüften würgt und
zuält; iſt es die Roheit und Widerwärtigkeit des Hinduismus,
dem man hier faſt ausſchließlich begegnet und der nach Ceylons
tillem Buddhakultus anwidernd und abſtoßend wirkt; oder ſind
2s jene merkwürdigen Laute und jene irritierenden Geſänge, die
das ſtumm=ſelige Ceylon garnicht kannte, die hier aber ſtändig,
aus oft unbekannten Quellen, ans Ohr dringen, jede Ruhe
rauben und die Nerven bald aufpeitſchen, bald erſchlaffen laſſen
ſene Geſänge, die nicht von allen ertragen werden können, die
wie das Völkergemiſch zahlreichen, hoffnungsvoll=wehmütigen
„Melodien Indiens”.
Vor den Hindutempeln und vor den Moſcheen, in den
Palmengärten und nachts auf offener Straße ſitzen dieſe ſchwar=
Zen, braunen und gelben Menſchen, deren Namen und Sippſchaft
Niemand kennt, und ſingen ihre monotonen, klagenden Gebete,
wie ſtille Hunde, die gen Himmel heulen, voll Sehnſucht erfüllt
über eine Heimat, die ſie ſelbſt nicht kennen. Man hört dieſe
Lieder, ſie bleiben im Ohr haften, verfolgen einen ſtändig und
Man kann nicht anders, als von einem Gefühl der Leere erfaßt
zu werden, das ſelbſt jeden Unbeteiligten tief elend macht.
Von ähnlicher Wirkung iſt die Muſik der
Schlangen=
beſchſvörer. Tagtäglich ſtehen ſie vor den Häuſern, vor den
Tem=
bein inmitten der Bazare, auf den Gaſſen und laſſen ein
merk=
wurdiges Flöten ertönen, das ebenſo bösartig=ſüß klingt, wie
Las Gift der Kobras, welche ſie in ihren kunſtvoll geflochtenen
Norben mit ſich führen. Sie ſind eine wahre Plage und drängen
ſich überall mit ihren Kunſtſtückchen auf. Ein Mungo, ein quickes,
Anangenehm=geſchmeidiges Tierchen rennt, an einer Schnur ge=
YAiten, hinterdrein. Es wartet bis es auf die Schlange gehetzt
Dird. Ein widerwärtiges Schauſpiel: während das Mungo den
Dals des Reptils zu durchbeißen ſucht, ringelt ſich dieſes um
Les Mungos ſchlanken Wieſelkörper und trachtet es durch die
Lmälammerung ſeines gefährlichen Schlangenleibes zu erſticken.
2s geſchieht keinem der Tiere etwas, ſie werden immer
recht=
öEluig getrennt und das Schlimmſte bleibt den Zuſchauern,
Lottlob erſeart. Ger der Inder flötet zu dieſem „Spiel” auf
der Flöte irgend eine ſeiner eintönigen Weiſen, die quälender
ſind, als der Anklick der um ihr Leben ringenden Reptilien
und ein Elendgefühl erzeugen, das durch nichts verwunden
werden kann
Kayſerling wählt in ſeinem „Tagebuch” für die Bezeichnung
dieſer Indien=Stimmung ein ruſſiſches Wort — „Unynije‟
und ſchreibt: „Ich will nichts, vermiſſe auch nichts, erweisbare
Gründe habe ich nicht, ich bin eben ſchwermütig. Meine Seele
iſt wie ausgehöhlt ." Mag es Heimweh ſein, mag es etwas
anderes ſein — ich weiß es nicht was es iſt, ich bin eben
ſchwer=
mätig und höre nichts, außer dieſen langgezogenen, mich zur
Ver=
zweiflung treibenden Melodien Indiens, überall in allen
Da fahren Schiffe aus dem Hafen, Schiffe, die in die weite
Ferne gehen, liebe und gleichgültige Menſchen mit ſich
entfüh=
ren und deren Sirenen dabei langgezogene, unſäglich=klagende
Töne ausſtoßen: wir gehen in die Ferne, wir durchqueren die
Ozeane, der Oſten verſchlingt uns und nie kehren wir wieder,
nie kehren wir wieder Den in der Ferne entſchwindenden
Schiffen ſehen die Leute von der Hafenpromenade aus zu, die um
das „Tor von Indien” angelegt iſt: ein wundervoller
Triumph=
bogen, einer himmelhohen, hart am Meere aufgetürmten
Kirchen=
halle gleich. In zarten, bunten, langen Kopftüchern die Frauen,
in wallenden weißen Seidengewändern die Männer — ſo
flanie=
ren ſie hier müde, läſſig und verträumt auf und ab, nach des
Tages würgender Hitze, ein wenig die Kühle der Tropennacht
zu genießen. Und die zart=wehenden Tücher der Frauen und
die üppig=wallenden Gewänder der Männer weiten ſich und
ver=
ſchmelzen hier wieder zu demſelben Schwermutsſchleier des
Orients, der alle dieſe dunklen fremden Menſchen umhüllt und ſie
uns, wie in einem Nebellande, unendlich fern und unwirklich
erſcheinen läßt
Im Yacht=Klub, das neben dem Tor von Indien liegt, ſpielt
ein Hinduorcheſter allerhand europäiſche Weiſen. Die
Melo=
dien gleiten über das ſpiegelglatte Waſſer des Hafens von
Bombay, hüpfen um das Tor von Indien herum und ſchwingen
ſich zum ſaphirblauen Märchenhimmel empor, im Nirrwana
ver=
klingend. Die Hindus ſpielen die europäiſche Muſik jammervoll,
wie Affen, die etwas auswendig gelernt haben. Dieſe Muſik
entſpricht ihrer Seelenſkala nicht und ſagt ihnen nichts. Aber
in manche Töne und Akkorde, mögen ſie noch ſo falſch ſein, legen
ſie ihre Heimatsklänge hinein. Es iſt gleichgültig, was ſie
ſpie=
len — hier, von der Umgebung bedingt, nehmen all dieſe
Lie=
der, ob ernſt oder banal, ein und dieſelbe Stimme an, die
Stimme des Verſagens, des Sehnens, des Oſtens, die zugleich
ſchmeichelt und quält, ebenſo wie der gleichmäßige Betgeſang,
der wie geiſtesabweſend in die Ferne ſtarrenden Hindus",
Und gleichſam zur Vollendung dieſes Bildes, das der
rätſel=
volle Himmel Indiens überdacht, kreiſen hier ſtändig in den
Lüften Hunderte und Tauſende von Geiern, die hier ſo zahlreich,
wie anderswo die Krähen ſind. Es hat etwas Unheimliches und
Symboliſches — dieſes ewige über der Stat Kreiſen der Geier
von den Türmen des Schweigens. Ueberall thronen ſie — auf
den Tempeln, auf den Geſchäftshäuſern des Bazars, auf dem
Dach des „Taj=Mahal” Hotels und auf den Zinnen des Tores
von Indien. Und von überall ertönt ihr Schrei, ihr Geiergeſang,
unabläſſig und warnend .
Merkwürdig und grauenvoll iſt der Ruf eines Geiers: ein
leiſes unſchuldiges Flöten, faſt wie der Ruf eines Pirols nach
dem Regen, lieblich und ſüß; aber in dieſe Süße, in dieſe
Lieb=
lichkeit des Geiergeſanges miſcht ſich, wie in jede Süße und
Lieb=
lichkeit des Orients, ſtets dasſelbe unnennbare Gift, das Gift
der Trugſamkeit und der heimtückiſch=orientaliſchen Melancholie.
Es iſt wieder dieſelbe Melodie, welche den Aether in allen
Wei=
ten und Breiten des Orients durchzittert und die der Hörſinn
hier in allem Klanglichen wiederfindet — ſei es im monotonen
Geſang der betenden Hindus oder im irritierenden Flöten der
Zauberer, in den klagenden Tönen der enteilenden Schiffe, die
die Ferne verſchlingt, oder im trügeriſch=ſüßen Schrei des
Aas=
geiers — als Unterton dringt ſie überall durch, durch Mark und
Bein — die Melodie Indiens, einmal gehört, niemals
ver=
geſſen
Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
S. Ein neuer Männerchor von Arnold
Men=
delsſohn „Verklärung”, dem Leipziger Lehrergeſangverein
zu ſeinem fünfzigjährigen Jubiläum gewidmet, gelangte
ge=
legentlich dieſes Jubiläums unter Leitung von Günther Ramin
kürzlich zur erfolgreichen Erſtaufführung. Die „Leipziger
Abend=
poſt” ſchreibt darüber: „Arnold Mendelsſohn iſt mit der
Ver=
tonung dieſer vom Vorſitzenden des Vereins Albert Siebold
ge=
dichteten kraftvollen Hymne ſehr glücklich geweſen. Er hat eine
ſchöne, in techniſcher Meiſterſchaft ausgeführte, effektvoll
auf=
gebaute Kompoſition geſchaffen, die ihre Wirkung in breiter,
gründlicher Entfaltung von Chor und Orcheſter ſucht und den
Sängern wie dem Dirigenten unverkennbare Freude gemacht hat.
Das Werk ſchlug zündend ein; Dichter und Komponiſt wurden
ſehr gefeiert.” In den „Leipziger Neueſten Nachrichten” leſen
wir: „Mendelsſohn hat dieſes Werk ganz auf leuchtende
Klang=
wirkung geſtellt, ohne viel kontrapunktiſche Arbeit zu geben und
mit vollem Bewußtſein auf die bewährteſten Klangeffekte, der
neudeutſchen Schule zurückgreifend. Die Wirkung auf das feſtlich
geſtimmte Haus war denn auch überaus ſtark, und der greiſe
Komponiſt ſah ſich herzlichſt gefeiert.
— Krefeld: Entgegen der warmen Befürwortung der
Theaterfuſion mit Düſſeldorf durch den Oberbürgermeiſter Dr.
Johannſen haben ſich die ſtädtiſchen Vertreter für die
Beibehal=
tung der künſtleriſchen Selbſtändigkeit ausgeſprochen unter der
Bedingung, daß der Zuſchuß von 500 000 Mark unter keinen
Umſtänden überſchritten wird. In Sachen koſtſpieliger
Aufma=
chung wird ſich der Intendant Martin jetzt mehr beſcheiden
müſſen. Wenn ſolcher Abbau immer angeſetzt wird, dürfte einer
beſſeren Sache gedient ſein.
Seite 4
Samstag, den 2x. Februar 1926
Nummer 38
Die Neuordnung des höheren
Schulweſens in Heſſen.
Von
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing.
Die zur Einführung beſtimmten Lehrpläne ſtellen für Heſſen
den Abſchluß einer ſeit Jahren vorhandenen Reformbewegung
dar; ihre Einführung iſt vorausſichtlich als eine endgültige
Ent=
ſcheidung zu bezeichnen. Es dürfte daher wohl angezeigt
erſchei=
nen, aus ſachlichen Geſichtspunkten zu dieſer außerordentlich
be=
deutungsvollen Entſcheidung Stellung zu nehmen. Dies um ſo
mehr, als die Länder keineswegs in der wichtigen Frage der
zukünftigen Ausbildung unſerer Jugend auf den höheren
Lehr=
anſtalten einer Meinung ſind. Die Lehrpläne geben auch nach
den Erfahrungen der Univerſitäts= und Hochſchulprofeſſoren
An=
laß zu der Befürchtung, daß die jetzt ſchon beſtehende Spaltung
in der Vorbildung in einem für die Weiterbildung auf der
Uni=
verſität ungünſtigen Sinne verſchärft wird. Neben einer
erheb=
lichen Minderung der Bildungsanforderungen kommt eine
weiter=
gehende Differenzierung in der Vorbildung und damit leider
auch eine Erſchwerung der Freizügigkeit auf den höheren Schulen
und den Hochſchulen. Die Minderung der
Bildungsanforderun=
gen und die damit gewollte Erleichterung kann ſchließlich zu
einer Förderung des zurzeit ſo ungeſunden Andranges auf
Hoch=
ſchulbildung führen. Auf den preußiſchen Hochſchulen ſtudieren
zurzeit 31 000 gegen 25 000 im Jahre 1913, an der Techniſchen
Hochſchule in Darmſtadt 2364 gegen 1236 (ohne Gäſte). Mit
Sorgen müſſen wir heute an unſere Jugend denken bei den ſo
beſchränkten Möglichkeiten der Gegenwart.
Von fachverſtändiger Seite wurde bereits darauf
hingewie=
ſen, daß eine Verminderung des frembſprachlichen Unterrichts in
den oberen Klaſſen eintritt, die Oberrealſchule erhält ſchließlich
ein Uebermaß von Mathematik. Die Lehrpläne für die höheren
Mädchenſchulen ſind zurzeit noch nicht erſchienen. Das
Landes=
amt für das Bildungsweſen ſoll beabſichtigen, lediglich den Typ
der Oberrealſchule den Lehrplänen der höheren Mädchenſchulen
zugrunde zu legen. Eine ſolche Auffaſſung müßte die größten
Bedenken hervorrufen. Kann man auch noch nicht ſo weit gehen
wie beiſpielsweiſe Preußen, das ſämtliche neue Schultypen auch
in den Lehrplänen der höheren Mädchenſchulen einführen ſoll,
ſo iſt doch der Typ der Oberrealſchule nicht geeignet, allein dem
Mädchenunterricht zugrunde gelegt zu werden. Hier dürften nur
ſolche Lehrpläne in Betracht kommen, die ſich der weiblichen
Ausbildung in einem weiteren Sinne anpaſſen.
Die finanzielle Seite dürfte in der Gegenwart den ſchwerſten
Bedenken unterliegen. Wird der erweiterte naturwiſſenſchaftliche
Unterricht an allen Oberrealſchulen des Landes durchgeführt, ſo
müſſen alle fehlenden Einrichtungen geſchaffen werden. Von
ſachverſtändiger Seite wurde bemerkt, daß die in Hamburg und
in Bayern für einen muſtergültigen naturwiſſenſchaftlichen
Unter=
richt beſtehenden Einrichtungen nur mit großen Opfern in den
letzten 15 Jahren geſchaffen wurden. Wird die oberſte
Schul=
behörde auch zurzeit gewiſſe Rückſicht nehmen, ſo ſtehen doch jetzt
ſchon für einzelne Städte und ſicher für alle Städte für die
Zu=
kunft ein Wachstum erheblicher Koſten feſt.
Die an und für ſich zu begrüßende Einſtellung von zwei
wei=
teren Stunden für die körperliche Ausbildung erfordert die
Be=
ſchaffung von Spielplätzen und Hallen in allen Städten, die
ſolche Einrichtungen gar nicht oder nur mangelhaft haben. Die
der Stadtverwaltung auch ſeitens der Vereine mitgeteilten
Ab=
ſichten und Bedürfniſſe der Spielplätze ſind ſo bedeutungsvoll,
daß ſie mit öffentlichen Mitteln zurzeit nicht gefördert werden
können. Die Vertreter aller Parteien, der Wirtſchaft und aller
Bevölkerungsſchichten bitten dringend um die Vertagung von
Ausgaben, die nicht unbedingt nötig ſind. Daß in Elternkreiſen
auch die Störung der Schullaufbahn ſehr unangenehm
empfun=
den wird, wenn ein neuer Lehrplan den alten mitten in der
Ausbildung unterbricht, dürfte einleuchten. Beiſpielsweiſe wird
der zurzeit an dem Nealgymnaſium beſtehende erweiterte
natur=
wiſſenſchaftliche Unterricht beſchnitten, da die in den neueſten
Lehrplänen vorgeſehene Stundenzahl nicht ausreicht. Der
bio=
logiſche Unterricht verſchwindet in Zukunft aus dem Lehrplan
der beiden Sekunden, nach einer 2½jährigen Unterbrechung kommt
er wieder mit einer Wochenſtunde in den beiden Primen in
Be=
tracht. Es ſcheint in der Tat auch die weitere Frage einer
be=
ſonderen Prüfung wert, ob es nicht möglich erſcheint, die
Lehr=
pläne im Sinne ein.s Uebergangs, zunächſt beginnend von Sexta
an, durchzuführen. Es würde dann möglich ſein, in Ruhe
Er=
fahrungen zu ſammeln. Tiefgreifende und weitreichende
Aende=
rungen bedürfen ſchon in ruhigen Zeiten einer wohlvorbereiteten
Ausreife. Werden dagegen die Lehrpläne, wie es zurzeit
beab=
ſichtigt iſt, alsbald für das geſamte höhere Schulweſen
durch=
geführt, ſo iſt dieſe Möglichkeit zur Ausreife kaum gegeben. Um
ſo mehr ſollte dieſe Frage geprüft werden, als, wie bereits
be=
merkt, die jetzt bevorſtehende Entſcheidung wohl endgültig ſein
dürfte. Im Iutereſſe der auch für das Bildungsweſen
erfor=
derlichen Nuhe wird man ſich nur ſchwer entſchließen können,
nach zwei Jahren wieder ändern zu wollen.
Hiernach dürfte die Bitte ausgeſprochen werden, die Frage
der Eniführung der Lehrpläne zum Gegenſtand einer erneuten
Prüfung zu machen. Die Reform wäre auf einen Zeitpunkt zu
vertagen, in dem größere Klarheit im Wege der Berſtändigung
aller Länderregierungen erreicht iſt. Aus allgemeinen Gründen
dürfte eine ſtarke Minderung der Bildungsanforderungen nicht
eintreten, auch nicht eine weitere Begünſtigung des Sports, der
bei allen Vorzügen doch gewiſſe Gefahren in ſich trägt. Es
dür=
fen keine neuen Ausgaben den Gemeinden jetzt und für die
Zu=
kunft zugemutet werden.
* Das Bahnabkommen im
franzöſiſch=türkiſchen Vertrage.
Von unſerem Korreſpondenten.
Die Fürſtenabfindung.
on unſerer Berliner Redaktion.
Der Rechtsausſchuß des Reichstages hat am Freitag die
Be=
ratung des Kompromißantrages der Regierungsparteien über die
Abfindung der ehemaligen Fürſten in erſter Leſung beendigt. Es
iſt im weſentlichen bei den urſprünglichen Vorſchlägen geblieben.
Damit iſt aber noch keineswegs geſagt, daß die Vorlage
weiter=
hin glatt über die Bühne gehen wird. Im Gegenteil — es wird
ſehr ſtark mit wechſelnden Mehrheiten gearbeitet. Das iſt bei
der erſten Beratung möglich, in der zweiten dagegen nicht mehr,
weil die Parteien ihre Entſcheidung ſelbſtverſtändlich davon
ab=
hängig machen, wie ſich der Geſetzentwurf als Ganzes geſtaltet,
Die Mehrheit kann ſich ſehr leicht in eine Minderheit
verwan=
deln. Deshalb haben ſämtliche Beſchlüſſe der Mehrheit ſehr
pro=
viſoriſchen Charakter. Die Führer der Regierungsparteien wollen
zu Beginn der nächſten Woche ſich mit den übrigen Parteien in
Verbindung ſetzen und noch einmal den Verſuch machen, eime
Veſtändigung herbeizuführen. Großen Erfolg kann man ſich
davon kaum verſprechen, weil die Sozialdemokraden ſich in der
Frage des Volksentſcheids ſo feſt mit den Kommuniſten
verbun=
den haben, daß ſie ohne ſtarke Blamage die rein parlamentariſche
Entſcheidung der Frage nicht gut hinnehmen werden.
Vermut=
lich wird alſo der ganze Apparat des Volksentſcheids laufen
müſſen, bevor der Reichstag ein Endgeſetz zur Verabſchiedung
bringen kann.
C. M. P. London, 26. Februar.
Von einer leitenden Kreiſen naheſtehenden Perſönlichkeit
wird uns über den franzöſiſch=türkiſchen Vertrag folgendes
mit=
geteilt:
„Verſchiedene Ausſtreuungen über den zwiſchen Henry de
Jouvenel und Ruſchdi Bey verhandelten Vertrag ſind, was die
Abmachungen bezüglich der Bahnen angeht, völlig irrig, aber
es braucht darum bei den Mitteilungen keine mala kides
vor=
zuliegen. Sie rühren einfach daher, daß ihren Urhebern
wahr=
ſcheinlich kein hinreichendes Kartenmaterial vorgelegen hat, aus
denen die Lage der Grenzen und Bahnen zueinander klar
her=
vorgeht.
Ich möchte hierbei einſchieben, daß für die Grenzen in
Klein=
aſien überhaupt nicht ſo genaue Markierungen beſtehen, wie für
die zwiſchen ziviliſierten Ländern. Das iſt ein ſehr bedauerlicher
Zuſtand und nur zu häufig der Anlaß zu Grenzkonflikten, aus
denen alles Mögliche entſtehen kann. Es bleibt namentlich höchſt
dringend zu wünſchen, daß nach der ſo erſtrebenswert
erſcheinen=
den friedlichen Verſtändigung zwiſchen uns und der Türkei über
die Moſſulfrage baldigſt eine Grenzregulierung im Einzelnen
und eine anſchließende Grenzmarkierung nach europäiſchem
Muſter, etwa nach der Art der Schweizer Grenzen, ſtattfindet,
ſoweit das bei dem alpinen Charakter des öſtlichen Teiles irgend
ausführbar iſt. Dieſe unklaren Grenzverhältniſſe treten auch
zwiſchen der Türkei und Franzöſiſch=Syrien in die Erſcheinung.
und das einzige, leider nicht immer hinreichende Mittel beſteht
in dem üblichen Abpatrouillieren der Linien durch Gendarmen
beider Mächte.
Wenn nun verſichert worden iſt, daß in dem neuen Vertrag
Frankreich verſchiedene Gebietsabtretungen gemacht hat, die in
der Hauptſache Teile der Bagdadbahn betreffen, ſo beruht dieſe
Verſion eben auf dem oben erwähnten mangelhaften
Karten=
material. Korrekte Karten entziehen dieſen Annahmen jede
Grundlage. Teile der Bagdadbahn können ſchon deshalb nicht
in türkiſchen Beſitz übergegangen ſein, weil ſich die Bagdadbahn
faſt in ihrer ganzen Länge nördlich der ſyriſchen Grenzen, alſo
bereits auf türkiſchem Gebiet befindet,
Es gibt nur eine einzige Stelle, wo eine Einigung borteilhaft
erſchien. Die ſyriſche Südbahn, die über Aleppo in faſt
ſent=
rechter Richtung auf die Bagdadbahn zuläuft, endet in einer
Gabel, deren Arme nach Nordoſt und Nordweſt abſchneidend auf
die Bagdadbahn zulaufen. Hier ſoll eine an Gebietsfläche ganz
unerhebliche Verſchiebung ſtattfinden. In unſeren Augen kann
von „ſchwerwiegenden” Zugeſtändniſſen, die irgendeine Spitze
gegen uns haben könnten, nicht die Rede ſein. Es iſt nichts
ge=
ſchehen, was unſer gutes Einvernehmen mit Paris irgendwie
ſtören könnte.
Was übrigens die Annahme anlangt, daß Frankreich aus
Sorge vor einer weiteren Expanſion ſeitens des Sultans Ihn
Saud ben Vertrag geſchloſſen haben könnte, ſo iſt einmal kaum
einzuſehen, wie die Türkei auf den Sultan aktiv einwirken könnte,
und zweitens iſt doch wohl der kürzlich ſtattgefundene
freund=
ſchaftliche Beſuch des Sir Gilbert ein voller Erfolg geweſen, und
der Sultan iſt augenſcheinlich ein viel zu kluger und über
euro=
päiſche Verhältniſſe zu gut orientierter Mann, um ſich auf
irgend=
welche Abenteuer einzulaſſen, welche ihn in Konflikt mit
euro=
päiſchen Großmächten bringen könnten.”
NLIL WALAZ
O Taddhaz T.
mafll
Fensterelmer, grau . . . 0.90
Kochtopf, 22 cm . . . . 0.75
Zwiebel- u. Topflappen-
Behälter
0.65
Kind.-Nachttopf, weiß
gestanzt . . .
.... 0.70
Nudelpfonne In
gestanst, 16 om . . . . . . 1.00
Gemüge-Schüssel
24 cm, gestanzt.
0.50
Nachttopf, 22 cm, gestanzt 0.85
Waschbeeken, 30cm, gest. 0.85
Eimer, 28 cm, grau . . . . 0.85
Küchen-Schüssel, 30 cm 0.85
Bazar-Wanne, 86 cm . .0.95
Tollette-Eimer, weiß
groß mit Deckel ...... 4.40
Muschel-Konsole, weiß 0.95
Essenträger, gute Oualit. 0.75
Haffeeflasche, .Liter . 0.85
Milchtopf, 14cm 0.78, 16cm 0.85
Telzschüssel, 38 cm . . . 0.95
Steindut
Teller
neis . ... . . . . . Stek 0.10
Obertassen
neis . ... . . . . . Stek 0.00
Untertassen
neis . ... . . . . . Stiek 1.00
Satz Schüssel
5teilig, groß . . . .
0.75
Satz Schüssel
Stelig, grod . ....... 9.90
Waschbecken
creme . .
.... 0.95
Waschkannen
creme.
0.95
Tonnen-Garnituren
16teil, kein Angsch, mod. Dek. 1.00
Wasch-Garnituren
Steilis, ereme . .. .. . . 4.00
Wasch-Garnituren, bunt
nene Dekore, kowplett. . . . 7.90
Wasch-Garnituren
mit Goldrand, nene mod. Porm 4.00
Speise-Service, komplett
für 6 Pers., 16teilig, moderne
Form und Dekore
9.75
Glas
Weinrömer,
hohem Stiel.
auf grünem,
0.50
Bierbecher, gepreßt . . .
Weingläser, gepreßt . . .
Gelee-Dosen, gepreßt. .
Kompott-Teller, gepreßt
Kuchenplatten, gepreßt.
Aufsatz, 2teilig, groß . . .
Schale, mit 2 Henkel ..
Leuchter, groß . . . . .
Eutterdose, gepreßt . . .
0.15
0.25
0.45
0.09
0.75
1.75
1.68
0.38
0.58
Biverses
Wand-Kafteemühle
geschmiedetes Werk . . . .."
Frotkasten, ff. lackiert
2 Kilo, mod. Dekore ..."
Brotkorb, ff. lackiert . . .
Kartoffelpresse, gt. Gual.
Küchenmesser, gt. Onal.
Alum.-Kaffee-Löff. 6St.
Alum.-EFlöff. od. Gabel
3.50
2.75
0.78
0.85
0.20
0.35
0.45
Porzella
Kaffee-Service, 9teilig
Goldrand u. Linie, kein Anssch. 9.0
Kaffee-Serviee, 15teilig
m. Dogsert-Teller, gnt. Fabrikat 0.(0
Kaffee-Service, f. 12 Pers.
27teil., mod. Randdekore, gut.
Fabrikat, mit Dessert-Teller .10./
Frühstücks-Service
modl. Kant.-Dekore, echt Porz, 9.40
Obst-Serviee, 7teilig
feinste Dekore, echt Porzellan 4./0
Futterdosen, mit
Unter-
gatz, echt Porzellan, bunt .. I.17
Ober- m. Untertuesen
echt Porz., Goldrand u. Linie
kein Augsehuß ...... . 1.30
Obertassen, ind. blau . . 0.25
Tafel-Serviee, gut. Fabrik.
23teil, mod. Vorm u. Dekore 41.90
Tonnen-Garnit., 16teilig
Kuchenteller, echt Porz.
Blum.- u. Frächte-Dek, groß 1.40
Kinderbecher, echt Porz.
mit hübsehen Kinderbildern • V.40
LupWIGSPLATZ
DARMSTADT
LuDWIäspLATZ
2958
[ ← ][ ][ → ]Nummer 58
Samstag, den 27. Februar 1926
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 27. Februar.
*Die Baumpflanzungen und
Garten=
anlagen der Stadt Darmſtadt.
Die zahlreichen bei uns einlaufenden Klagen und Beſchwerden über
die Aenderungen in dem Baumbeſtand der Straßen Darmſtadts gaben
uns Anlaß, von der Stadtverwaltung Aufklärung zu erbitten. Wir
erhalten von Herrn Bürgermeiſter Buxbaum nunmehr folgende
Darſtellung:
„In Straßen die ſich dazu eignen, bilden Baumreihen oder
Alleen einen wirkungsvollen Schmuck. Deshalb prüft die
Stadtver=
waltung jede Möglichkeit zur Anlage von Baumreihen und pflanzt auch
Jahr für Jahr zahlreiche Bäume an. Im Laufe der Jahre haben nun
einige Baumreihen eine derartige Entwicklung angenommen und ſind in
ihrem Wuchs ſo hoch und ſtark geworden, daß ſie für die nahen Häuſer
und ihre Bewohner unerträglich geworden ſind. Ein ſolcher Fall lag
beiſpielsweiſe in der Magdalenenſtraße und liegt jetzt in der
Dieburger=
ſtraße vor, wo dicht bei den Hausfronten die Bäume mit der Zeit zu groß
geworden waren. Die Anlieger, denen durch die gewaltigen
Baum=
ſronen jede Sonne genommen iſt, beſchweren ſich unausgeſetzt und
ver=
langen Beſeitigung der Bäume. Der Spaziergänger will ſie wegen
des Schattens erhalten wiſſen. In ſolchen Fällen tritt dann eine
be=
ſondere Kommiſſion zuſammen, begutachtet jeden Baum und entſcheidet
* im Einzelfall über die Maßnahmen, die getroffen werden ſollen. Wenn
es ſich um wirklich ſchöne Exemplare von Bäumen, um wirklich gute
Baumreihen handelt, dann verſagt die Deputation in der Regel jeglichen
Eingriff. Handelt es ſich aber um dürftige, aufgeſchoſſene Bäume und
iſt der Schaden größer wie der Nutzen, ſo wählt die Deputation meiſtens
das kleinere Uebel und ſtimmt der Beſeitigung zu. Sehr häufig wird
als Ausweg beſchloſſen, die Bäume zu beſchneiden und ſo ihren Wuchs
etwas zu reduzieren. In der Magdalenenſtraße iſt die Entſcheidung
darüher noch ausgeſetzt, ob wieder eine Baumreihe mit beſchränkteu
Wuchs angepflanzt werden ſoll. Wenn einmal 1 bis 2 Jahre vergangen
ſind, wird man ſich mit der Frage zu befaſſen haben.
Bei der Herſtellung des Luiſenplatzes handelt es ſich um eine
Maß=
nahme, über die ſchon ſeit Jahrzehuten verhandelt wird. Seit
Jahr=
zehnten ſind ſich alle Sachverſtändigen und Künſtler darin einig, daß auf
einem ſo regelmäßigen Platz mit rundum monumentaler Bebauung
keine Anlage geſchaffen und unterhalten werden ſollte, die eine
roman=
tiſche Landſchaft darſtellt. Auf einem ſtreng architektoniſch gegliederten
Platzes kann auch nur eine ſtreng ſymmetriſche Anpflauzung zur Geltung
kommen. Nach langen Verhandlungen und eingehenden Beſprechungen
iſt man nun in dieſem Frühjahr dazu gekommen, die Sträucher und
ſchlechtwüchſigen Bäume, die auf den Raſenflächen verteilt waren, zu
beſeitigen und nur die ſtreng regelmäßig eingefügten Baumreihen zu
be=
laſſen. Wenn der Luiſenplatz fertig bepflauzt iſt, dann haben wir neben
den ſymmetriſch angeordneten Bäumen und Baumreihen nur noch
einheit=
liche Grasflächen, die mit einer breiten Liguſterhecke umſäumt ſind.
Neben dieſer gärtneriſchen Anlage des Luiſenplatzes einher geht die
übrige Umgeſtaltung. Sie umfaßte zunächſt die Umlegung der elektriſchen
Straßenbahn aus verkehrstechmiſchen Gründen und ſie wird noch
um=
faſſen die Beſeitigung aller überflüſſigen Ständer und Maſte. Deshalb
werden zur Zeit kräftige Maſte geſtellt, die dann die Unzahl der übrigen
Maſte erſetzen ſollen. Es foll weiter ein großer Teil der Gaslaternen
beſeitigt werden, die Erſatz gefunden haben durch die 2 großen
elektri=
ſchen Maſte. Es waren alſo nicht nur künſtleriſche und ſtädtebauliche
Gründe, die zu der Umgeſtaltung des Luiſenplatzes geführt haben,
ſon=
dern auch verkehrstechniſche Gründe und die ganze Frage iſt aufgerollt
worden durch die Notwendigkeit, für die Linie Arheilgen—Eberſtadt
ein neues Gleis zu ſchaffen.
Nachdem die Stadt den Hermgarten übernommen hat, wird ihre
erſte Sorge ſein, die Herſtellung der Wege zu veranlaſſen. Da aber
die Herſtellung und Unterhaltung ſehr viel koſtet, muß das Beſtreben
der Stadt ſein, überflüſſige Wege zu beſeitigen und die übermäßigen
Wegbreiten ſoweit wie möglich einzuſchränken. Dabei wird ein breiter
Verbindungsweg zwiſchen Bismarck= und Hochſchulſtraße hergeſtellt, der
auch eine Verbindung zwiſchen Theater und Bismarckſtraße einerſeits
und Theater und Hochſchule andererſeits darſtellt. Neben der
Her=
ſtellung der Wege iſt die Stadt beſtrebt, auch den Herrngartenteich zu
erhalten. Ob er erhalten werden kann, hängt davon ab, daß die nötigen
Waſſermengen gewonnen werden und der Boben des Teiches ſo dicht
her=
geſtellt wird, daß er Waſſer hält. Schließlich aber iſt es norwendig,
auch den Baumbeſtand des Herrngaxtens einmal zu regulieren. Es
ſollen, wo immer möglich, größere Grasflächen erhalten und weite
Durch=
ſichten geſchaffen und der Beſtand durch Anpflanzungen abgeſtimmt
werden. Es muß aber andererſeits auch ein oder der andere Baum,
Strauch oder Buſch fallen, um einem dahinterſtehenden beſſeren Baum
das Leben zu erhaelten und einen kräftigen Wuchs zu ſichern. Wo die
Schere und Säge des Gärtners ausſetzt, fängt ſtets die Wildnis an.
Gerade im Herrngarten ſind zahlreiche Bäume überſtändig, weil in
Jahrzehnten dort nichts geſchaß. Es ſind ſogar Bäume darunter, die die
Paſſanten in Lebensgefahr bringen können und wiederholt iſt es paſſiert,
daß mächtige Aeſte heruntergebrochen ſind. Deshalb hat die Stadt auch
be=
ſchloſſen, in einem ſolchen Falle eine Umleitung des Weges vorzunehmen,
denn nur ſo konnte die alte Baumgruppe erhalten werden. Weiter
machte ſich eine neue Umpflanzung der Denkmäler notwendig. Als die
Denkmäler geſetzt wurden, hat man ſie hiuterpflanzt. Da aber die
Schere des Gärtners nicht gebraucht wurde, iſt dieſe Umpflanzung
ver=
wildert, zum Teil abgeſtorben, zum Teil übermäßig groß geworden. Es
ſoll daher dieſe Umpflanzung der Denkmäler neu geordnet werden, und
das iſt bei dem Prinzeßchen=Denkmal bereits geſchehen. Alles in allem
ſoll von dem Herrngarten ſoviel wie möglich erhalten werden und
ge=
wiß wird die Stadt mit ihren Organen nichts unternehmen und nichts
beſeitigen, was die Erhaltung für fernere Zeiten verdient. Da aber jeder
Eingriff erſt ſeine Früchte in Jahren bringt, iſt es unmütz, wegen jeden
Strauches Lärm zu ſchlagen und unberechtigte Kritik zu üben.
Entlang der Rheinſtraße zwiſchen Rheintor und Bahnhof wird im
Laufe dieſes Frühjahrs eine neue Anlage entſtehen, die den Eingang zur
Stadt verſchönern ſoll. Es iſt ſchon lange die Abſicht der Stadt, dieſe
Anlage zu ſchaffen. Während der erſten Nachkriegsjahre war es aber
nicht möglich, das Gelände für dieſen Zweck in Anſpruch zu nehmen, weil
die Benutzung als Gartenland für Kleingächter in großem Umfange
ge=
ſucht wurde. Heute liegen die Verhältniſſe wieder anders. Deshalb hat
ſich die Stadtverwaltung entſchloſſen, nunmehr an die Einrichtung dieſer
Anlage als Notſtandsarbeit heranzutreten in der Ueberzeugung, daß die
erwünſichte Bebauung dieſes Streifens vorerſt gar nicht in Frage kommen
wird. — Eine neue Anlage iſt entſtanden am Orpheum, die Rathenau=
Anlage. Das Gelände, ein tiefer Bahneinſchnitt, hat die Stadt erſt vor
etwa 3 Jahren in ihren Beſitz gebracht, darauf ſofort mit der
Aus=
füllung des Einſchnittes begonnen und ſchließlich jetzt einen Heckengarten
geſchaffen, der in 3 Terraſſen angelegt iſt. Auch hier iſt vorerſt nur ein
unvollkommenes Bild vorhanden, das ſich erſt dann vollſtändig auswirken
wird, wenn der Speſſartring zwiſchen Dieburger Straße und Hohler
Weg durchgeführt worden iſt.
Der Schloßgartenplatz ſoll ebenfall3 vollkommen neu umgeſtaltet
werden. Deshalb ſind auch dort Bäume gefällt worden. Bingen kurzem
wird aber mit der Neupflanzung der Bäune auch dort beg mnen werden
und es werden auch die ärgſten Nörgler ſehr bald zugeſtehen müſſen, daß
es das Richtige war, das Alte zu beſeitigen.
Aehnlich liegen die Verhältniſſe am Wilhelmsplatz. Auch dort hat
der Gärtner eingreifen müſſen, um den übrigen Anlagen Luft zu
ver=
ſchaffen und einen beſſeren Blick auf die Kirche herzuſtellen,
Es ſtellt ſich alſo die geſamte Tätigkeit der Stadtgärtnerei dar als
der ernſtliche Wille, unſere Anlagen in einem neuzeitlichen Sinne
umzu=
geſtalten. Die Gartengeſtaltung als romantiſche Landſchaft auf ſtreng. Verdis „A1da” Anne Mtoſelle, der berihmte Sotyanſtar
ameuika=
gegliederten Plätzen und in kleineren Anlagen iſt heute überlebt. Dieſe
Erkenntnis muß ſich auswrken und wenn dabei hie und da auch ein bürgerin, hatte in dieſer Partie bei ihrem Gaſtſpiel in Wien ſenſatio=
Eingriff nötig iſt, ſo geſchieht es nie ohne ausgeſprochene Abſicht.
— Gefalleuen=Gedenktag. Schon mehr als ein Jahrzehnt iſt es her,
ſeit der große Krieg wie eine rieſige Woge über uns hergebrandet kam,
die Menſchenmaſſen verſchlungen und hinweggeſpült hat, mit denen man
biele große Städte hätte bevölkern können, Menſchnmaſſen,
der einzelne nicht zählte! — Und war doch jeder einzelne für den
K=
aus dem er geriſſen wurde, ſo wichtig, und wein das Sprichwort auch)
behauptet, daß kein Menſch unerſetzlich iſt, ſo hat uns das Leben ohne
Inſere lieben Toten zumindeſt das gelehrt, wie ſchmerzhaft ſchwer wir
auch den einzelnen entbehren! Und mag auch im Laufe der Jahre der
größte Schmerz ſtille werden — ein Vergeſſen gibt es darum nimmer!
Die Treue zu unſeren Toten des Krieges hat ihnen Gedenkſtätten
er=
richtet — Denkmäler und Ehrentafeln halten die teuren Namen
unver=
loren. Und ein Tag iſt zu ihrer Ehrung auserſehen und gibt uns Ge
legenheit,
uu=
leiches Leid erfahren
bekennen, die
bſt gctreu geweſen ſind bis in den Tod.
Frieden geworden — uns aber iſt das Leid der Erinnerung geblieben,
das an ſolchen Tagen noch enmal ſo groß und mächtig wird. Es ruft
uns fort von dem lärmenden Alltagstreiben und führt uns zu den ſtillen
Grabſtätten oder Denkmälern, es füllt uns die Hände mit Blumen, die
wir als ſinnigſtes Opfer unſeres Gedenkens darbringen können.
Wochenſpielplan des Heſſiſchen Landestheater
Großes Haus.
Sonntag, 28. Febr. E 15. Anfang 5 Uhr, Ende 10 Uhr: „
Tri=
ſtan und Jſolde”. Oper von Rich. Wagner. Preiſe:
1.20 bis 12 Mk.
Montag, 1. März. Keine Vorſtellung.
Dienstag, 2. März. 4 14. Anfang 7½ Uhr, Ende nach 10 Uhr:
„Mamſell Angot”. Operette von Lecog. Preiſe: 1.20
bis 12 Mk.
Mittwoch, 3. März. Anfang 7½ Uhr, Ende gegen 9½ Uhr:
Feſtkonzert zur Feier des 70. Geburtstages von Arnold
Mendelsſohn, veranſtaltet vom Heſſ. Landestheater und vom
Muſikverein. Vorverkauf für Mieter ab Freitag, 26. Febr.,
zu Preiſen von 0.80 bis 8 Mk. (Sperrſitz 4.50 Mk.),
Allge=
meiner Vorverkauf ab Samstag, 27. Fehr.
Donnerstag, 4. März. C 15. Anfang 7 Uhr, Ende gegen 10 Uhr:
„Lumpaeivagabundus”. Poſſe von Neſtroy. Preiſe:
1 bis 10 Mk.
Freitag, 5. März. Schüler= und Volksvorſtellung zu
Einheits=
preiſen. Schülermiete rot 5. Anfang 7½ Uhr, Ende 10½
Uhr: „Der Freiſchütz”. Oper von Weber, Preiſe: 1, 2,
3 und 4 Mk.
Samstag, 6. März. Samstags=Fremdenmiete, 7. Vorſtellung.
Anfang 3 Uhr, Ende 5½ Uhr: „Fidelio. Oper von
Beethoven. Preiſe: 0.20 bis 8 Mk.
Sonntag, 7. März. H 8 (Bühnen=Volksbund). Anfang 6 Uhr,
Ende 10 Uhr: Erſtes Gaſtſpiel Anne Noſſelle: „Aüda”,
Orer von Verdi. Vorverkauf für Mieter am 3. und 4. März
zu Preiſen 1 bis 10 Mk., allgemeiner Vorverkauf ab 5. März
zu Preiſen 1.50 bis 15 Mk.
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Kleines Haus.
Sonntag, 28. Febr. Vorm. 11½ Uhr: Gedenkfeier für die
Gefallenen des Weltkrieges, veranſtaltet vom
Volksbund für Kriegsgräberfürſorge. — Abends 7½ Uhr,
Ende 934 Uhr: Zuſatzmiete II (7): „Fugend‟. Dramg
von Halbe. Preiſe: 1 bis 6 Mk.
Montag, 1. März. Keine Vorſtellung.
Dienstag, 2. März. Zuſatzmiete XI (10). Anfang 7½ Uhr, Ende
10 Uhr: Uraufführung: „Der Herr von
Pourceaug=
nac‟ Nach Moliere bearbeitet von Otto Stockhauſen. Preiſe:
1.20 bis 7.20 Mk.
Mittwoch, 3. März. Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr: Gaſtſpiel
des Heſſiſchen Künſtlertheaters: „Mirandolina”.
Luſt=
ſpiel von Goldoni. Preiſe: 0.50 bis 3.50 Mk.
Donnerstag, 4. März. Anfang 8 Uhr: Konzert der Städt.
Akademie für Tonkunſt. Klavier=Abend Rud, Serkin.
Freitag, 5. März. Zuſatzmiete IV (8). Anfang 7 Uhr, Ende 934
Uhr: „Sakuntala”. Schauſpiel von Kalidaſa. Preiſe:
1 bis 6 Mk.
Samstag, 6. März. Zuſatzmiete VT (10). Anfang 7½ Uhr, Ende
10 Uhr: Zum erſten Male wiederholt: „Der Herr von
Pourceaugnac” Preiſe: 1.20 bis 7.20 Mk.
Sonntag, 7. März. Zuſatzmiete X (7). Anfang 7 Uhr, Ende
gegen 10 Uhr: „Datterich”, Lokalpoſſe von Niebergall.
Dargeſtellt durch die Heſſiſche Spielgemeinſchaft. Preiſe:
1 bis 6 Mk.
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— Heſſiſches Laydestheater. Am Sonntag, den 7. März gaſtiert in
iſcher Opernbühnen als Aida. Anne Roſelle, eine gebürtige
Sieben=
nellen Erfolg. Die Preſſe ſchreibt: „Die gewaltige, leidenſchaftglühende
Stimme, die intenſive ſchauſpieleriſche Leiſtung macht Anne Roſelle zu
einem ſtarken Erlebnis. Anne Roſelle iſt eine außergewöhnliche Aida.
Ihre Kunſt verleugnet alle Schwierigkeiten dieſer Partie. Das Publi=
Anne Roſelle
kum geriet außer Rand und Band (Neue Freie P
mii in Puc=inis
wird außerdem noch am Dienstag, 2
Boikstrauertag. Amz margigen Sont
der Stadtkapelle und Sckloßkincke im Vormittagsgottesdienſt dar
Stadi=
kapelle um 10 Uhr die Choralkantate von Mas Reeger „Meinen
Jeſumlaß ich nicht” nochmals zur Darbietung. Als Mitwirkende
haben wieder, wie am Totenſonntag, das Ehepaar Horn (Geſang und
Bratſche) ſowie Fräulein Kickler (Geige) freundlichſt zugeſagt.
Epangeliſche Jugendgemeinſchaft. Kommenden Sonntag, der
28. Februar, nachmittags 0 Uhr, findet ein gemeinſamer
Ju=
endgottesdienſt in der Martinsfirck
; hält Pfarraſſiſtent 2
mitbrit
zrfäl
Arbeiter ſchwere Kopzfverletzungen.
der Sanitätswache, Saalbauſtraße 4—5, Tel, 400, in das Städtiſche
Krankenhaus verbracht werden. Ein älterer Mann erlitt in ſeinem
Garten einen Schlaganfall und wurde von der Sanitätswache, Salbau=
ſtraße 4—6, Tel, 400, nach ſeiner Wohnung verbracht.
—Schloßgemeinde. Der für den morgigen Sonntag, abends 8 Uhr,
im Gemeindehaus Kiesſtraße 17, angekündigte Familienabend gilt unſeren
diesjährigen Konfirmanden. Neben deklamatoriſchen und muſikaliſchen
Darbietungen wird nach der üblichen Teebewirtung Herr Miſſionar
Jürgens, der Leiter des hieſigen Chriſtl. Vereins junger Männer aus
eigenen Erinnerungen einen Vortrag halten über „Die Sagenwelt
Suma=
tras. Auch Gäſte ſind herzlich willkommen.
— Das Stadtmuſeum am Schloßgraben muß wegen Ausbeſſerungs=
und Umräumungsarbeiten am Samstag und Sonntag dieſer Woche
ge=
ſchloſſen bleiben.
— Im Schloßmnſeum finden täglich (außer Samstag) Führungen
vormittags um 11 Uhr und 11½ Uhr ſtatt.
— Ludwigshöhe=Konzert des Städt. Orcheſters. Es ſei hiermit
nochmals auf das Konzert am Sonntag, den 28. Februar, aufmerkſam
gemacht, bei welchem ein ſehr intereſſantes Programm (Werke der
be=
deutendſten Meſter vom 15. Jahrhundert ab bis zur Jetztzeit) zur
Auf=
führung gelangt. Leitung: M. Weber.
— Der Kaufmänniſche Verein bringt in ſeinem heute Abend
ſtatt=
findenden „Heiteren Abend” in Heinz Steinberg=München einen Meiſter
der Vortragskunſt und des Humors. Es wird ſich lohnen, dieſen
be=
rühmten Künſtler zu hören.
— Orpzheum. Die erfolgreiche Operette „Prinzeſſin Olala”, welche
täglich viel Beifall findet, wird nur noch wenige Tage gegeben. In ihr
verabſchieden ſich demnächſt Marga Peter und Guſtav Bertram nebſt
Enſemble. Sieh Anzeige.)
— Dienſtfubiläum. Der Juſtizſekretär Heinrich Bindewvald begeht
am 1. März 1926 bei der Staatsanwaltſchaft Darmſtadt ſein Bjähriges
Dienſtjubiläum.
* Staatsanwalt als Richter. Das Mietſchöffengericht Bingen hat
unter Vorſitz des Staatsanwalts St. als Vorſitzenden ein
Räumungs=
urteil erlaſſen. Das Landgericht hat ſich auf Berufung der
reichsgericht=
lichen Entſcheidung angeſchloſſen, aus dieſem Grunde das Urteil
auf=
gehoben und die Sache zur Nachholung ſämtlicher Prozeßhandlungen an
das genannte Mietfchöffengericht zurückgewieſen. Derſelbe Standpunkt
gilt natürlich auch für rechtskräftige Näumungsurteile, die im Wege des
Wiederaufnahmeverfahrens (Nichtigkeitsklage) beſeitigt werden können.
Leihamt. Die nächſte Verſteigerung der verfallenen Pfänder
findet Donnerstag und Freitag, den 4. und 5. März d. J., von
vor=
mittags 9 Uhr ab ſtatt. Näheres ſiehe Bekanntmachung im
Anzeigen=
teil dieſes Blattes.
Lokale Veranſtaltungen.
Die bierunter erſcheinenden Nofizen ſind aueſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten.
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritiſ.
— Bei der heute ſtattfindenden Monatsverſammlung der
Turn=
gemeinde Darmſtadt 1846 ſtehen den Beſuchern zwei beſondere
Ueberraſchungen bevor. Der Abend wird eingeleitet durch einen von
einem unſerer Mitglieder in der Schweiz aufgenommenen Schnee auf
film; es handelt ſich hier nicht um einen ſog. Trickfilm, der das
Schnee=
ſchuhlaufen nur in höchſter Vollendung zeigt, ſondern der Film wird
uns insbeſondere das wirkliche Schneeſchuhlaufen, wie es von den „
An=
fängern” nach und nach erlernt wird, zeigen. Der zweite Teil des Abends
wird ausgeſüllt von einem Lichtbildervortrag, der eine von mehreren
Turnern im Vorjahre unternommene Wanderung nach den Oetztaler
und Stubayer Eisrieſen zum Gegenſtand hat. Eine große Zahl
herr=
licher Lichtbilder, z. T. eigene Aufnahmen, werden uns die Majeſtät der
Berge vergegenwärtigen, die doch wohl bei der heutigen wirtſchaftlichen
Notlage für viele von uns unerreichbar ſein werden. Die Verſammlung
beginnt pünktlich 8½ Uhr im Kneipſaal und wird um zahlreiches
pünkt=
liches Erſcheinen gebeten.
—Chriſtlicher Jugendverein Darmſtadt
Dieburger=
ſtraße 26 I. Zu unſerem diesjährigen Jahresfeſte am 28. Februar 1926
laden wir alle Freunde und Gönner der evangeliſchen Jungmännerſache
herzlich ein. Der Leitgedanke für dieſen Tag und des Feſtes, ſowie für
unſere ganze Arbeit lautet: Chriſti Kreuz unſere Grundlage. Der
Feſt=
gottesdienſt findet vormittags 10 Uhr in der Stiftskirche ſtatt.
Feſt=
prediger iſt Herr Pfarrer Grünewald=Frankfurt. In derſelben Kirche
iſt auch nachmittags 3 Uhr die Feſtfeier. Herr Pfarrer Grünewald
wird über das Thema reden: „Im Kreuz iſt Kraft” und Herr
Bundes=
gauwart Müller=Caub über das Thema: „Brauſend zieht der Freude
Strom.” Beide Anſprachen werden von muſikaliſchen und
deklama=
toriſchen Darbietungen umrahmt. Abends 8 Uhr findet im
Feierabend=
ſaal noch eine Familienfeier ſtatt. Durch einen Heimatgruß, turneriſche
und gefangliche Darbietungen ſollen wir daran erinnert werden, daß
wir Deutſche ſind. Wir wollen aber auch dabei nicht die vergeſſen, die
für ihr Vaterland in den Tod gingen.
Kunftnofizen.
(eber Werte, Rünſtier und künftleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſiehenden Erwähnung
geſchlebi, behält ſich die Redakſion ſbe ürtell vor
— Reſidenz=Theater. Es war vorauszuſehen, daß „Die
Mühle von Sansſouck” auch in Darmſtadt mit dem gleichen Beifall
auf=
genommen wurde, wie in den Großſtädten, in denen dieſes wunderbare
Filmwerk z. Zt. aufgeführt wird. Zelnik als Regiſſeur hat dieſe kleine
Geſchichte vom Alten Fritz und dem Müller von Sansſouei meiſterhaft
zu einem Filmwerk geſchaffen, welches ſich einen Ruf erwirbt, der genau
wie der alte „Friderieus Rex”=Film unſterblich iſt. Otto Gebühr als
Friedrich der Große, ſeine Generäle und die Parade der langen Kerle
und viele andere ſchöne Momente werden den Beſuchern unvergeßlich
bleiben.
—Union=Theater. Der neue große amerikaniſche
Lubitſch=
film „Drei Frauen” hat, wie überall, auch beim hieſigen
Publi=
kum eine wachſende Begeiſterung ausgelöſt und daher einen
außerordent=
lichen Erfolg zu verzeichnen. Hier iſt keine verfilmte Literatur, ſondern
die Geſchehniſſe ſind von dem Manuſkriptverfaſſer Kraly von
vorn=
herein ſür den Film feſtgelegt und Lubitſch hat ſie mit eine: Kunſt
der Nüancen, des kleinſten Gefühlsausdrucks verſehen, die ſchlechthin
bewunderungswürdig iſt. Die unglaubliche Leichtigkeit des Filmſpiels,
die feinen Wirkungen in der Darſtellung haben das Publikum begeiſtert
mitgeriſſen, vergnüglich geſtimmt und endlich im zweiten, dramatiſchen
Teil der Handlung aufs Aeußerſte geſpannt. Man ſah hier nicht nur
einen hochintereſſanten Sittenroman aus New York, man ſah eine
vol=
lendete menſchlich=tragiſche Geſchichte von dem Betrüger zwiſchen drei
Frauen. Man lobt ganz beſonders das ausgeglichene Spiel der
Dar=
ſteller, vor allem die reizende, blühende Mae Mapot und die reife
Darſtellungstunſt der Pauline Frederick. Der Auftakt des Films
mit dem vergnügten Wirbel eines vornehmen New Yorker Bazars, die
Fröhlichkeit amerikaniſcher Jugend in einem Penſiongt, die Art, wie der
leichtſinnige Schwindler und Lebemann ſich das Herzensvertrauen der
millionenreichen Witwe erringt, das ſind ganz beſonders gelungene
Augenblicke in dieſem Film.
„Dr. Cplin Roß, mit dem Kurbelkaſten umdie Erde
Dieſer hervorragender Kulturfilm bietet ſolch ſelten ſchöne Bilder, daß
man nun wünſchen, dieſe mit aller Gemächlichkeit betrachten zu können,
was allerdings viele Stunden in Anſpruch nehmen würde, da der Film
ohnedies 2½ Stunden Vorführungsdauer erfordert. Die herrlichen
Auf=
nahmen dieſes Weltreiſefilms ſtellen ſo vielſeitige und ſchöne Bilder dar,
daß man ſich nicht genug wundern kann über die wohlgelungene
Auf=
nahmetechnik, trotz der Verſchiedenheit der Beobachtungsmöglickkeiten in
den verſchiedenen Ländern. Hier wurde ganze Arbeit gemacht und aus
dem Feſtgehaltenen kann außerordentlich viel gelernt werden. — Dies iſt
wirklich euſchaut und von einem kunſtſinnigen Auge erfaßt. Dieſes
empfehlenswerte Laufbild wird in der „Heſſiſchen Bilderbühne” (
Per=
keo) noch Sonntag und Montag gezeigt werden. Es wäre ſchade, wenn
nicht jedermann davon Gebrauch machen würde.
Tageskalender für Samstag, den 27. Februar 1926.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr
I. 14: „Dantons Tod.” — Rleines Haus, Anfang 7½ Uhr, Ende
Uhr, Volksvorſtellung zu Einheitspreiſen: „Datterich,
Orpheum, abends 8 Uhr: „Prinzeſſin Olala.” — Brauerei=
Aus=
ſchank „Zur Krone, Schuſtergaſſe: Bockbier= und Schlachtfeſt
mit Konzert. — Hanauer Hof; Schlachtfeſt mit Orcheſterkonzert.
Frankfurter Hof: Künſtler=Konzert. —
Darm=
ſtädter Kegler=Verband, bei Konrad Krichbaum,
Schwa=
nenſtraße: Großes Sport= und Werbetegeln vom 27. Februar bis
de
ſſe u
ag von Prehiger
Kinovor
Gott ſchuldig, wenn Menſchen verloren gehen!
ſtellungen: Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele.
Schwere Autounfälle der letzten Zeit und neute Polizeivorſhriſten
mehnen die Autobeſitzer zur Sicherheit von Perſonen und Wagen,
Fahrt=
richtungsweiſer anzubringen. Die größe Sicherhei” bietet der beleucht=
Vorzüge:
lare gelbppte 7feil geibrot nach Polizei
rbe bei Tag,
her von vorn,
vieſen Pripyt vagen,
Aliceſtraße 25, II.
Seite 6
Gamlstag, den 27. Februar 1926
Nummer 38
Die Gaſtwirte=Innung Heſſen.
Geſtern nachmittag hielt die Gaſtwirte=Innung Heſſen (Sitz
Darm=
ſtadt) im Saale des „Perkeo” eine öffentliche Verſammlung ab, zu der
zahlreiche Gaſtwirte aus Darmſtadt und Umgebung erſchienen waren.
Das Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft war durch Regierungsrat
Morneweg, das Kreisamt durch Negierungsrat Dr. Wolff
ver=
treten. Stadtv, Schnauber eröffnete die Verſammlung mit einem
Garndererltet de Weie und Sie Wueſäalenfnf en
uichdefnfi=
brauchs ſei ſelbſtverſtändlich, aber es dürften nicht ein ganzes
Ge=
werbe und ganze Berufe durch ungeeignete Geſetzgebung vernichtet
werden.
Der ſtellvertretende Präſident des Deutſchen Gaſtwirteverbandes
(Sitz Verlin), Litfin, hielt hierauf einen Vortrag über, das
Ge=
meindebeſtimmungsrecht, Schankſtättengeſetz, Konzeſſionsweſen.
Feier=
abendſtunde. Weinſteuer= und Branntwein=Monopol=Geſetz, Steuerfragen
u. a. m. Am 14. März ſollen im ganzen Neiche Probeabſtimmungen
über das Gemeindebeſtimmungsrecht ſtattfinden; derartige
Abſtimmun=
gen wären unkontrollierbar, denn es würden Zettel eingeſammelt, die
je nach Belieben verwertet werden könnten. Von einer objektiven
Ab=
ſtimmung könne alſo nicht die Rede ſein. Der Vopwurf einer ſtärkeren
Zunahme des Alkoholverbrauchs ſei durchaus unzutreffend. Der Redner
erläuterte hierauf in ausführlichen Darlegungen das
Gemeindebeſtim=
mungsrecht und teilte Aeußerungen unparteiiſcher Beobachter mit, wie
die Trockenlegung in Amerika wirkt, d. h. wie das Geſetz auf die
mannig=
fachſte Art umgangen wird. Der Leiter der Berliner Charité,
Geheim=
rat Pütter, habe in einer Schrift dargelegt, daß das
Gemeindebeſtim=
mungsrecht nicht die erwartete Wirkung haben werde: die Mehrzahl der
deutſchen Aerzte ſtimme dieſer Auffaſſung zu. Der Reichstag ſoll, bevor
er ein neues Schankſtättengeſetz annimmt, einmal bewährte Fachleute
aus dem Wirtsgewerbe zu Rate ziehen. Der Weinbau, der ſo ſchon
notleide, werde noch Schlimmeres erdulden müſſen, wenn eine
Geſetz=
gebung nach amerikaniſchem Muſter bei uns etwa eingeführt würde. Der
Redner ſchloß ſeine ſehr beifällig aufgenommenen Ausführungen mit
einer Aufforderung an die Anweſenden, aufklärend über das
Gemeinde=
beſtimmungsrecht zu wirken, ſowie bei den geſetzlichen Körperſchaften
(Stadtverordnetenverſammlungen, Parlamenten uſp.) im Sinne ſeiner
Ausführungen vorſtellig zu werden.
Im Anſchluß an den Vortrag fand eine Ausſprache ſtatt. Die
Ver=
handlungen fanden ihren Niederſchlag in nachſtehender Entſchließung:
„Die am 26. Februar 1926 im großen Saale des „Perkeo” zu
Darm=
ſtadt verſammelten Gaſtwirte von Darmſtadt und Umgegend, ſowie die
ſonſtigen Intereſſenten des Gärungsgewerbes, des Wein= und
Spiri=
tuoſenhandels, ſowie der Angeſtellten=Verbände erheben Einſpruch gegen
die Abſicht, im neuen Schankſtättengeſetz oder im Geſetz zum Schutze der
Jugend gegen Mißbrauch des Alkoholgenuſſes im Reichstag das ſogen.
Gemeindebeſtimmungsrecht mit einzuführen. Das
Ge=
meindebeſtimmungsrecht führt zur Vernichtung des Gaſtwirtegewerbes,
zur Vernichtung der wichtigen Gärungsinduſtrie, des Weinbaues und
Weinhandels, zur Vernichtung der Exiſtenz vieler hunterttauſender
An=
geſtellter und Arbeitnehmer dieſer Betriebe, ohne daß dadurch der Zweck,
den Mißbrauch des Alkohols zu verhindern, erfüllt wird. Die
Ableh=
nung des Gemeindebeſtimmungsrechts bedeutet keineswegs die
Ableh=
nung der Bekämpfung des Alkoholmißbrauchs. Es iſt jedoch hierfür ein
untaugliches Mittel. Wir fordern zwecks Bekämpfung des
Alkoholmiß=
brauchs: 1. Die Verbeſſerung des Schankkonzeſſionsweſens unter
Bei=
behaltung der Fragen des öffentlichen Bedürfniſſes, unter
entſcheiden=
der Mitwirkung des Gaſtwirtegewerbes; 2. erhöhten Schutz der Jugend
gemäß des vorliegenden Strafgeſetzentwurfs. Dagegen muß das
Ge=
meindebeſtimmungsrecht als unbrauchbare Waffe gegen den Mißbrauch
des Alkoholgenuſſes angeſehen und wegen der kulturellen, ethiſchen und
wirtſchaftlichen Schädigungen, ſowie der dunch Ausübung des Geſetzes
entſtehenden Koſten einerſeits, ſowie andererſeits des hohen Ausfalls von
Steuern, mit denen dann die anderen Gewerbe belaſtet werden müſſen,
abgelehnt werden.”
Die Unterſtützungsmaßnahmen für
Erwerbsloſe.
Von Generalſekretär Wilhelm Fecht, Berlin.
Die geſamten Maßnahmen, die bisher für die Unterſtützung der
Er=
werbsloſen beſchloſſen worden ſind, ſind vielfach unbekannt. Die Preſſe
hat zwar im einzelnen, namentlich über die letzten Verhandlungen zur
Erhöhung der Erverbsloſenunterſtützung, in kurzen Notizen berichtet,
ein überſichtliches Bild ergibt ſich daraus jedoch nicht. Deshalb ſoll
nach=
folgend eine kurze Zuſammenfaſſung gegeben werden.
Der Reichstag hat vor kurzem nach langen Auseinanderſetzungen
eine weitere Erhöhung eines Teiles der Erwerbsloſenſätze zugeſtanden.
Dieſe Erhöhung war in der Form, in der ſie erfolgte, urtwendig und
berechtigt. Sie bringt insbeſondere eine Beſſerſtellung der ledigen
Arbeitsloſen. Das war uotwendig. Die ledigen Arbeitsloſen erhielten
vorher beiſpielsweiſe in Berlin bei einem Alter von über 21. Jahren
rund 9 Mark in der Woche und bei einem Alter von unter 21 Jahren
5 Mark in der Woche. Jetzt ſind die Sätze in den drei in Deutſchland
beſtehenden Ortsklaſſen 4, B, C. für die alleinſtehenden Arbeitsloſen
unter 21 Jahren um 20 Prozent, für alleinſtehende Erwerbsloſe über
21 Jahre um 10 Prozent erhöht worden. Ferner erhalten alle übrigen
Hauptunterſtützungsempfänger, ſofern ſie 8 Wochen nacheinander
unter=
ſtützt worden ſind, ebenfalls einen Zuſchlag von 10 Prozent. Dagegen
ſind die Höchſtſätze nicht erhöht worden. Eine Erhöhung der
Höchſtſätze, das muß namentlich angeſichts der ſozialdemokratiſch=kommu=
wenn vier Arbeitstage ausfallen, bis zu 2½ Tagesſätzen, wenn fünf aus
fallen, bis zu 3½ Tagesſätzen der Erwerbsloſenunterſtützung erhalten
Kurzarbeiterunterſtützung iſt inſoweit nicht zu gewähren, als die An
nahme gerechtfertigt iſt, daß ſie nicht benötigt wird. Damit iſt eine
Löſung gefunden worden, die ohne Zweifel den Schwierigkeiten einiger
maßen gerecht wird.
Daneben tritt als weitere Maßnahme die ſogenannte produktive
Erwerbsloſenfürſorge. Sie hat volkswirtſchaftlich größer!
Bedeutung, weil ſie imſtande iſt. Arbeitswillen und Arbeitsfähigkei
wachzuhalten. Daneben muß auf eine weitere beſondere Wirkung
hin=
gewieſen werden. Sie nimmt den Vorſchriften über die Anwartſchaß
und die Dauer der unterſtützenden Erwerbsloſenfürſorge eine Schärfe
und kommt insbeſondere den ſogenannten Ausgeſteuerten zugute,
d. h. denjenigen, deren Unterſtützungszeit abgelaufen iſt. Namentlick
die neue Faſſung, die die produktive Erwerbsloſenfürſrge mit dem
Erlaß vom 5. Januar 1926 gefunden hat, kommt hierfür, in Frage,
Danach können ausgeſteuerte Erwerbsloſe, die bis dahin aus der
Wohl=
en waren, bis zu einem Drittel z
niſtiſchen Agitation feſtgeſtellt werden, hatte große Bedenken. Man
muß gerade als Anhänger einer Unterſtützung für Erwerbsloſe klar
ausſprechen, daß das Einkommen eines Erwerbsloſen nicht dasjenige
eines vollbeſchäftigten Arbeiters überſchreiten ſoll. Nun iſt im Syſtem
der Erwerbsloſen fürſorge ein grundſätzlicher Fehler, der ſich immer
wieder von neuem bemerkbar macht. Es geht auf die Dauer nicht an,
daß die Unterſtützungen für alle Gruppen von Arbeitnehmern, die
hoch und die gering entlohnt ſind, gleich bemeſſen werden. Der
Ent=
wurf einer Arbeitsloſenverſicherung ſieht ein anderes Syſtem vor. Dies
kann aber nur im Zuſammenhang mit der Verabſchiedung eines
Ar=
beitsloſenverſicherungsgeſetzes geändert werden und läßt ſich nicht ohne
weiteres improviſieren. Die Tatſache nun, daß bereits die Spitzenſätze
der Erwerbsloſenunterſtützung bis in die Löhne ganzer Arbeitergruppen
hineinreichten, iſt wirtſchafts= und ſozialpolitiſch nicht unbedenklich.
In=
folgedeſſen iſt auch bei der Erhöhung im Dezember ſchon eine
zeit=
liche Beſchränkung dieſer Sätze vorgeſehen worden.
Dieſe Geſichtspunkte waren denn auch ſchuld daran, daß die
geſchäfts=
führende Neichsregierung im Sommer eine endgültige Entſcheidung
nicht fällen wollte, und daß dieſe endgültige Löfung auf mancherlei
Schwierigkeiten in der parlamentariſchen Behandlung ſtieß. Dazu trat
ein anderes, mindeſtens ebenſo ſchwverwiegendes Problem, die Fürſorge
für die Kurzarbeiter. Dieſe Kurzarbeiter, d. h. Arbeitnehmer,
deren Betriebe nicht voll die Woche durcharbeiten, waren teilweiſe
gegen=
über den Vollerwerbsloſen benachteiligt. Es gab eine große Anzahl
Fälle, in denen Kurzarbeiter geringeres Einkommen als
Vollerwerbs=
loſe bezogen. Das war eine Ungerechtigkeit, die abgeſtellt werden mußte.
Nun machten ſich Bedenken gegen die Einführung einer
Kurzarbeiter=
unterſtützung geltend. So wurde u. a. erklärt, eine
Kurzarbeiterunter=
ſtützung bedeute indirekt eine Unterſtützung der Betriebe. Schließlich
hat man ſich aber doch auf den Standpunkt geeint, daß Arbeitnehmer
eines gewverblichen Betriebes, in dem mindeſtens 10 Arbeitnehmer
be=
ſchäftigt ſind, aus Mitteln der Erwerbsloſenfürſorge
Kurzarbeiterunter=
ſtützung erhalten, wenn in einer Kalenderwoche 3. 4 oder 5 volle
Arbeits=
tage ausfallen. Wird in regelmäßigem Wechſel eine Kalenderwoche
ge=
arbeitet und eine gefeiert, ſo ſteht die Feierwoche dem Ausfall von je
drei vollen Arbeitstagen i beiden Kalenderwochen gleich. Wenn drei
Arbeitstage ausfallen, beträgt die Unterſtützung einen Tagesſatz, bei
dier 2 Tagesſätze bei fünf 3 Tagesſätze der Erwverbsloſenunterſtützung.
Hat der Kurzarbeiter drei zuſchlagsberechtigte Angehörige, ſo kann er,
der äioſdieft eut. A cheirſe de uer arefer Ertgerſaifen eiter
ſind ſolche anzuſehen, in denen die Zahl der unterſtützten Erwerbsloſen
2 b. H. der Erwerbsloſenzahl überſchreitet.
Um ſich die Bedeutung der produktiven Erwerbsloſenfürſorge nach
dem neueſten Stand klar zu machen, ſei feſtgeſtellt, daß aus
Reichsmit=
teln, die im Haushaltsjahr 1925 für die Zwecke der
Erwerbsloſenfür=
ſorge bereitgeſtellt worden waren, etwa 50 Millionen vergeben werden
konnten. Dazu tritt nach dem geſetzlichen Schlüſſel die gleiche Summe,
die aus Mitteln der Länder kommt. Mit dem Betrag von 100
Millio=
nen können 100 000 Menſchen auf etwa 100 Tage beſchäftigt werden
Be=
merkt muß dabei allerdings werden, daß die produktive
Erwerbsloſen=
fürſorge auch nicht dazu da iſt, künſtliche Arbeitsgelegenheit zu
ſchaf=
fen, wie das bei mancherlei Kanalbauwünſchen der Fall iſt.
Naturgemäß bringt die Erwerbsloſigkeit außerdem ſchwere
finan=
zielle Laſten für Neich, Länder und Gemeinden. Die Unterſtützung von
1½ Millionen Arbeitsloſen, wie ſie am 1. Januar 1926 vorhanden
paren, erfordert ſchon beinahe 100 Millionen Mark im Monat. 40
Mil=
lionen waren von den Gemeinden, 60 aus Mitteln des Reiches und der
Länder zu decken. Inzwiſchen hat die Arbeitsloſigkeit ſtark zugenommen.
Wir haben zurzeit über 2 Millionen Vollerwerbsloſe und ungefähr 3
Millionen unterſtützungsberechtigte Familienangehörigen. Dazu treten
etwva 2 Millionen Kurzarbeiter. Nach der jetzigen Regelung dürſten
deshalb monatlich vom Reich und den Ländern 110 bis 120 Millionen
aufzubringen ſein. Dazu tritt die Belaſtung der Gemeinden von 50 bis
55 Millionen.
Will man jedoch die völlige Bedeutung der Erwerbsloſigkeit klar
machen, dann iſt folgende Erwägung notwendig: Es iſt zwar möglich,
daß in der nächſten Zeit die Ziffer der Erwerbsloſen etwas zurückgeht.
Eine große Erwerbsloſigkeit wird aber nicht lange beſtehen. Sie iſt ein
Zeichen der völligen Umſchichtung der Erwerbsverhältniſſe in
Deutſch=
land. Die Zahl der Erwerbstätigen iſt augenblicklich höher
als in der Vorkriegszeit. Nach der Berufszählung von 1907 waren im
jetzigen Reichsgebiet 274 Millionen Menſchen erwerbstätig. Nach
Schätzungen des Statiſtiſchen Amtes zählten die Erwerbstätigen, im
Deutſchland Anfang 1924 etwa 33 Millionen! Das iſt die Folge der
Herabſetzung der Heeresſtärke von 800 000 auf 100 200 Mann: findet
ſeine Erklärung in Veränderungen im Altersaufbau der Bevölkerung
und ſchließlich nicht zuletzt in der Rückkehr zahlreicher
An=
gehöriger der verarmten Rentnerſchicht in das
Er=
werbsleben. Allein bei den Arbeitern iſt eine Steigerung von 13
auf 16 Millionen eingetreten. Soll alſo die Erwerbsloſigkeit als
Dauer=
erſcheinung verſchwinden oder zurückgedrängt werden, ſo müſſen
weſent=
lich umfangreichere Maßnahmen getroffen werden. Mit
Unterſtützun=
gen allein iſt das Problem nicht zu löſen. Wirtſchaftspolitiſche
Maß=
nahmen, aber auch das Problem „Siedlungspolitik und Arbeitsloſe‟
ſei hier nur wenigſtens andeutungsweiſe genannt, um eine Richtung
anzugeben, in der ſich unſere zukünſtige Arbeit auf dieſem Gebiete zu
beſvegen hat.
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Aar
Enznn
Nummer 38
Samsfag, den 22. Februar 1926
Geite 7
Aus Heſſen.
A. Eberſtadt, 26. Febr. Am kommenden Sonntag findet hier die
Beigeordneten Stichwahl ſtatt, bei der ſich der derzeitige
Beigeordnete Flick (Soz.) und der Kandidat der bürgerlichen Parteien,
Weißbindermeiſter Georg Geißler, gegenüberſtehen. Bei dem erſten
Wahlgange am letzten Sonntag errang Flick 1734, Geißler 1581
Stim=
men. Der Kandidat der Kommuniſtiſchen Partei, Schreiner Heinrich
Elans, erhielt 338 Stimmen und kam mithin für die Stichwahl nicht
in Betracht. — Der Provinzialtag der Provinz Starkenburg hat für
die Erbauung eines Bweifamilienhauſes für Beamte der Provinzial=
Pflegeanſtalt Eberſtadt einen Kredit bis zur Höhe von 30000 Mark
be=
willigt. — In der Zeit vom 28. Februar bis 7. März finden im Saale
„Zum Darmſtädter Hof” (Laun) allabendlich um 8 Uhr beginnend
Goangeliſationsvorträge des Miſſionar=Evangeliſten Semmel=
Darm=
ſtadt ſtatt. — Die für geſtern anberaumte Gemeinderatsſitzung iſt auf
Antrag der bürgerlichen Gemeinderatsfraktion auf Donnerstag, den
4. März, vertagt worben.
— Pfungſtadt, 26. Febr. Die Geſellenprüfung der Schneider=
Pflichtinnung des Landkreiſes Darmſtadt findet anfangs April d. J.
ſtatt. Es haben ſich ſämtliche Schneider und Schneiderinnen, welche ihre
Lehrzeit beendet haben, bis längſtens zum 15. März bei dem
Vorſitzen=
den der Geſellenprüfungskommiſſion, Herrn Chr. Hofmann,
Schneider=
meiſter, Pfungſtadt, zu melden. Auch diejenigen, welche ihre Lehrzeit
erſt im Oktober beenden, haben ſich ebenfalls zu melden. Als
Prüfungs=
gebühr ſind bei der Anmeldung 7 Mark zu entrichten.
* Ober=Ramſtadt, 26. Febr. In der Darmſtädter Straße ſind ſchon
ſeit langen Jahren zwei kleine Waſſerpumpen aufgeſtellt. Die
Waſſer=
zuleitung wurbe in letzter Zeit geſperrt, da die Brunnen oftmals als
Spielzeug von Kindern benutzt und beſchädigt wurden. Man ſollte aber
fetzt, bei Eintritt beſſeren Wetters, doch wieder an ihre Inbetriebnahme
denken. Bekanntlich wird gerade die Darmſtädter Straße während der
wärmeren Jahreszeit von unzähligen Wanderfreunden nach dem
Oden=
wald und zurück paſſiert, die für einen Trunk Waſſer oftmals ſehr
dank=
bar ſind. Durch entſprechende Maßnahmen (evtl. Ausſetzen einer
Be=
lohnung für Namhaftmachung unnötiger Inanſpruchnahme der
Bru=
nen, Beſchädigung uſw.) dürfte für die Zukunft weiterer Unfug
unter=
bunden werden können.
B. Dieburg, 26. Febr. Im hieſigen evangeliſchen Männerverein
hielt im Gaſthaus von W. Neuroth, Herr Schulrat i. R. Gunderloch
einen Vortrag über die Wartburg in Sage und Geſchichte.
Der Redner verſtand es, ein lebendiges Bild aus der Kulturgeſchichte zu
ſchaffen; von den Sagen, die mit der Erbauung der Burg und dem
Sängerſtreit verknüpft ſind und die ſich an die Perſon der heiligen
Eliſa=
beth ſchmiegen, ausgehend, ſchilderte er die Mäcenatengeſtalt Landgraf
Hermanns von Thüringen, dann die Epoche Luther auf der Wartburg
und abermals 300 Jahre ſpäter das Wartburgfeſt der Deutſchen
Bur=
ſchenſchaft. Weiter wurden bie baulichen Anlagen der Burg, ihre
Archi=
tektur und die Kunſtſchätze, die ſie in den Malereien Moritz von Schwinds
birgt, geſchildert. Dem Vortragenden dankte Herr Pfarrer Schrimpf für
den gründlichen, feſſelnden Vortrag.
* Reinheim, 26. Febr. Spurlos verſchwunden iſt
ſeit Montag, den 22. d. M., der hieſige Bürgermeiſtereiſekretär
Heinrich Vollrath. 40 Jahre alt, Vater von zwei
Kin=
dern. Auf dem weſtlichen Kriegsſchauplatz verlor er den linken
Fuß. Er fuhr am Montag vormittag per Bahn von Reinheim
nach Dieburg, wurde zuletzt in Groß=Zimmern geſehen und ſoll
den Zug von Groß=Zimmern nach Darmſtadt benutzt haben.
Seitdem fehlt jegliche Spur. Vollrath erfreute ſich allgemeiner
Beliebtheit in der Gemeinde. Im Intereſſe der Familie wäre
baldige zweckdienliche Mitteilung erwünſcht.
* Erbach, 26. Febr. Während der Gefallenen=
Gedenk=
feier anläßlich des Volkstrauertages am Sonntag, W8. d. M.
wird der Geſangverein Tugendbund=Erbach in der hieſigen Stadtkirche
eine Gedenktafel für ſeine im Weltkriege gefallenen Mitglieder einweihen.
— Hirſchhorn, 26. Febr. Waſſerſtand des Neckars am
25. Februar 1,81 Meter, am 26. Februar 1,67 Meter.
* Lampertheim, 25. Febr. Gemeinderatsbericht. Zur
Er=
ſedigung der reſtlichen Tagesordnung vom 18. ds. Mts. trat der
Ge=
meinderat, vorgeſtern abend 7 Uhr zuſammen. n Vorlage kymmt die
Gemeinde= und Gaswerksrechnung für das Jahr 1924 und wird
Zuſtim=
mung erteilt. Die einzelnen Poſitionen derſelben follen jedoch noch
ein=
mal geprüft werden und wird hierzu Herr Jakob Schmidr von der
Deut=
ſchen Volkspartei und Herr Adam Schmitt vom Zentrum beſtimmt. Die
Durchſicht hält die Linke nicht für notwendig und ernennt deshalb keines
ihrer Mitglieder zur Prüfungskommiſſion. — Durch das Kreisamt
Bens=
heim wurde vom 10. bis 19. Dezember 1925 eine Viſitation der
Ge=
meindekaſſe vorgenommen und kommt das nun eingetroffene
Viſitations=
protokoll zur Kenntnis des Gemeinderats. — Die Witwe des früheren
Gemeinderechners Adam Bär hat um Gewährung einer Fürſorge durch
die Gemeinde nachgeſucht. Der durch die Stattgabe eintretenden
Konſe=
quenzen halber kann das Geſuch keine Berückſichtigung erfahren. — In
geheimer Sitzung wurden dann noch verſchiedene Bürgſchaftsgeſuche
er=
ledigt.
— Gernsheim, 26. Febr. Waſſerſtand des Rheins am
26. Februar 1,19 Meter.
Ck. Wixhaufen, 25. Febr. Am 20. und A1. ds. Mts. fand hier,
ver=
anſtaltet vom hieſigen „Geflügelzüchterverein”, im Gaſthaus zur Traube
eine Geflügelausſtellung ſtatt, die äußerſt gut beſchickt war und ſich regen
Zuſpruchs erfreute. Man bekam manch ſchönes Exemplar zu ſehen.
* Groß=Gerau, 25. Febr. Weiterbeſtehen des Kreig=
Krankenhauſes. Das Weiterbeſtehen des Kreis=Krankenhaufſes
kann nunmehr als geſichert gelten. Denn in einer unter dem Vorſitz
des Kreisdirettors Dr. Merk abgehaltenen Sitzung des Kreisausſchuſſes
in Gemeinſchaft mit dem Sonderausſchuß des Gemeinderats von Groß=
Gerau kam es dahingehend zu einer grundſätzlichen Verſtändigung, daß
der Weiterbetrieb des Kreis=Krankenhauſes auch weiterhin, d. h. nach
dem 1. April bs Js. auf Nechttung des Kreiſes vorgenommen werden
ſoll. Die Ausarbeitung der ausführlichen Vertragsbeſtimmungen iſt
Sache einer gemeinſchaftlichen Kommiſſion.
8 Klein=Gerau, 26. Febr. Die Polizei ſtellte hier bei einer
Bigeunerbande eine eingehende Unterſuchung an, da die Zigeuner im
Verdacht ſtanden, in Darmſtadt einen Diebſtahl ausgeführt zu haben.
Die Unterſuchung führte jedoch nichts Belaſtendes zutage. Schließlich
wurden die Zigeuner nach Rheinheſſen abgeſchoben.
* Nauheim, 25. Febr. Dem Ertrinken nahe war das Kind
des Eiſenbahners Michgel Lang, hier. In einem unbeachteten
Augen=
blick fiel das beim Spielen beſchäftigte Kind in den zurzeit reißenden
Schwarzbach. Ein zufällig vorübergehender Mann ſah es gerade noch
unter der Mühlbrücke verſchwinden. Mit Hilfe des ſchnell
herbeigerufe=
nen Müllerknechtes gelang es noch im letzten Moment, den bereits dem
Tode nahe Knaben zu retten. — In der Gemarkung Nauheim, die als
Metropole des Spargelbaues gilt, werden dieſes Jahr dermaßen
viele neue Spargelfelder angelegt, daß dies einen Rekord ſeit dem An=
Pflanzen hier darſtellt. Vielleicht beſteht dadurch die Hoffnung, daß die
Spargel billiger werden.
* Aus dem Kreiſe Offenbach, 25. Febr. Der Betrieb der
Kraftwagen=
berbindungen von Offenbach nach Froſchhäuſen, Heuſenſtamm,
Lämmer=
ſpiel, Mühlheim und Obertshauſen, den unternehmungsluſtige
Kraft=
wagenbeſitzer ſeit einigen Wochen zur größten Freude und Zufriedenheit
der Bewohner der genannten Orte eingerichtet hatten, iſt ſeit Samstag
bom Kreisamt auf Veranlaſſung der Reichsbahn verboten worden. Die
Freude war alſo nur kurz. E3 iſt recht bedauerlich, daß einmal die fünf
Orte die lange erſehnte und geregelte Verbindung nach der Kreisſtadt
blötzlich verlieren, ehe ein gleichwertiger Erſatz geſchaffen iſt,
anderer=
ſeits auch die Unternehmer in der heutigen ſchweren Zeit eine
Einnahme=
quelle verſiegen ſehen, die der Entwicklung fähig geweſen wäre. Die
Verbindungen waren jedoch nur vorläufig genehmigt, und ſo war eines
Tages mit dem Verbot zu rechnen. Es darf aber erwartet werden, daß
Man den Orten baldigſt gleichwvertige Verkehrsmöglichkeiten ſchafft. Man
kann nicht jemand ohne Entſchädigung nehmen, was ſein Beſitz war.
gkl. Rüffelsheim, 26. Febr. Ein auswärtiger Arbeiter verlor ſeine
Lohndüte mit nahezu 60 Mark Inhalt, die ein Lehrjunge der Opelwerte
fand, dem Verlierer aushändigte und auf jede Belohnung verzichtete.
V. Guſtavsburg, 26. Febr. Zu Ehren der im Weltkriege Gefallenen
mmdet am Sonntag vormittag um 11½ Uhr eine Gedächtnisfeier unter
Mitwirkung hieſiger Vereine ſtatt.
R. Biſchofsheim, 26. Febr. Der Heſſiſche Sängerbund, dem ſich in
kurzer Zeit 500 Geſangvereine mit 15 000 Sängern angeſchloſſen haben,
halt am Sonntag, den 28. Februar, nachmittags 2 Uhr, hier im Saalbau
Schad eine Vertreterzuſammenkunft ſämtlicher Männergeſangvereine des
kreiſes Groß=Gerau ab. Zur Debatte ſteht die Bezirkseinteilung des
Freiſes, die Wahl eines Bezirks= und Kreisvorſtandes, ſowie die
Feſt=
jegung der Kreisſatzungen. Das Referat hat Herr Bundesvorſitzender
Bitter aus Darmſtadt übernommen, der gleichzeitig auch über Zweck und
Brle des Heſſiſchen Sängerbundes ſprechen wird.
Rheinheſſen.
WSN. Alzey, B. Febr. Leichenfund. Im hieſigen Stadtwald
wurde geſtern bie Leiche eines 50jährigen Mannes aufgefunden, die an
Bruſt und Leib zahlreiche Stichwunden aufwies. Man vermutet in dem
Toten, der nur halb bekleidet war und keinerlei Wertgegenſtände oder
Papiere bei ſich hatte, einen Mann von auswärts, der zum Holzankauf
hierher gekommen war.
WSN. Pfeddersheim, 25. Febr. Abbau heſſiſcher
Amts=
gerichte. Die Nachricht über die beabſichtigte Aufhebung des hieſigen
Amtsgerichts hat hier ſehr verſtimmt. Der diesbezügliche Antrag iſt von
dem ſogenannten Sparausſchuß des Heſſiſchen Landtags geſtellt worden.
Falls der Antrag zum Beſchluß erhoben werden ſollte, würde die Stadt
Pfeddersheim ihre mehr als tauſend Jahre alte Gerſchtsbarkeit
ver=
lieren.
WSN. Hattersheim, B. Febr. Vermißt. Seit 14 Tagen wird
hier der Kaufmann Karl Naſſauer vermißt. Seit Donnerstag wird
fer=
ner der Bahnarbeiter Martin Mann vermißt, der ſich nach ſeiner
Frank=
furter Arbeitsſtätte begeben hatte, dort aber nicht eingetroffen iſt. Alle
Nachforſchungen waren bis jetzt vergebens. Man vermutet, daß ihm ein
Unfall zugeſtoßen iſt.
M. Gau=Bickelheim, B. Febr. Beigeordnetenwahl. Bei
der hier ſtattgefundenen Beigeordnetenwahl haben von 780
Wahlberech=
tigten 703 abgeſtimmt. Die Stimmen verteilen ſich wie folgt: Dachdecker
Staudt (Z.) 212, Landwirt Daniel Beck (Dem.) 234, Landwirt Dominik
Schnabel (3.) 251 Stimmen. 6 Stimmen waren ungültig. Zwiſchen
Beck (Dem.) und Schnabel (Z.) findet Stichwahl ſtatt.
WSN. Worms, 26. Febr. Proteſtkundgebung der
Er=
werbsloſen. Geſtern nachmittag veranſtalteten die Erwerbsloſen der
Stadt im Anſchluß an eine Verſammlung, in der die Gleichſtellung der
ausgeſteuerten Erwerbsloſen mit denen der übrigen Erwerbsloſen
ge=
fordert wurde, große Straßendemonſtrationen. Eine in der
Verſamm=
lung gewählte Kommiſſion begab ſich auf das Rathaus, um mit den
zu=
ſtändigen Dezernenten über ihre Wünſche zu unterhandeln. Während
der Verhandlungen hielten ſich die Erwerbsloſen in Maſſen vor dem
Rathaus auf. Nachdem die Verhandlungen anſcheinend ergebnislos
ver=
laufen waren, bildeten die Erwerbsloſen einen Zug, der ſich geſchloſſen
und wohlgeordnet durch die Stadt bewegte. Dabei ſangen die
demon=
ſtrierenden Erwerbsloſen die Internationale. Nach der Auflöſung des
Zuges wurde eine weitere Kommiſſion gebildet mit der Aufgabe, ſich
heute nach Darmſtadt zu begeben, um dort mit den Fraktionsvorſitzenden
der kommuniſtiſchen und ſozialdemokratiſchen Landtagsfraktion in
Ver=
bindung zu treten und ihnen die Wünſche und Forderungen der Wormſer
Erwerbsloſen vorzutragen, damit dieſe geeignete Schritte im Landtag
unternehmen könnten. Zu Zwiſchenfällen iſt es nicht gekommen.
M. Vingen a. Rh., B. Febr. Zwiſchen Prellbock und
Puffer. Auf eine bedauerliche Weiſe ums Leben gekommen iſt der
15jährige Johann Brand aus dem benachbarten Kempten. Der Junge
war im Binger Hafen zwiſchen dem Prellbock und einem Wagen in dem
Augenblick, als dieſer an einen Rangierzug der ſtädtiſchen Hafenbahn
angekoppelt werden ſollte. Beim Zurückſtoßen kam B. zwiſchen Puffer
und Prellbock und wurde derart gequetſcht, daß er nach wenigen
Stun=
den ſeinen Verletzungen erlegen iſt.
M. Bingen a. Rh., 25. Febr. Ein Kurioſum in der Beſetzung iſt.
im benachbarten Preußen zu verzeichnen. Bekanntlich iſt Bingerbrück,
das der Sitz der Bürgermeiſterei Wald=Algesheim iſt, von den
Englän=
dern beſetzt. Wie vom Reichskommiſſar für die beſetzten Gebiete
mit=
geteilt wurde, iſt nur die Gemeinde Bingerbrück als engliſch
be=
ſetztes Gebiet anerkannt worden. Der Reſt der Büirgermeiſterei rechnet
zur franzöſiſchen Beſatzungszone.
M. Bingen, 25. Febr. Stadtverordnetenſitzung. In der
heute hier abgehaltenen Stadtverordnetenſitzung wurde über die Frage
des Verkaufs des elektriſchen Kraftwerkes an das Rheiniſch=Weſtfäliſche
Elektrizitätswerk beraten. Es war dies eine der wichtigſten Fragen, die
die Stadtverordnetenverſammlung ſeit ihrem Beſtehen zu erledigen
hatte. Der heutigen Sitzung ſind Verhandlungen zwiſchen den
Vertre=
tern der Stadt Bingen, der Stadt und dem Kreiſe Kreuznach einerſeits
als Vertreter des Rhein=Nahe=Kraftwerkes und dem Rhein.=Weſtf. Werk
andererſeits vorausgegangen, und dieſe Verhandlungen haben ergeben,
daß die Lage des Rhein=Nahe=Werks gegenüber dem übermächtigen
Rhein.=Weſtf. Werk ſo iſt, daß das erſtere, wohl oder übel nachgeben
muß mit der Maßgabe, ſich ſo zu günſtigen Bedingungen wie nur
mög=
lich zu verkaufen. Seitens des Referenten des ſtädtiſchen Elektrizitäts=
Ausſchuſſes, Rechtsanwalt Weber, wurde die Sachlage in einer Rede
von etwa 1½ Stunden erläutert. Er griff, zurück auf den Werdegang
des Weikes, das zeitweilig der Firma Brown Boveri gehörk habe, dann
in den Beſitz der Stadt übergegangen ſei, die gemeinſam mit Kreuznach
die Rhein=Nahe=Kraftverſorgung gegründet habe und ſchließlich
gemein=
ſam mit dem Rheinheſſiſchen Werk eine neue Bindung eingegangen ſei,
vor einem halben Jahre erſt, und als Gegengewicht gegen das Rhein.=
Weſtf. Werk. Heute ſtehe die Sache ſo, daß die Großabnehmer des
Rhein=Nahe=Kraftwerkes nacheinander abſplitterten und ins Lager des
Rhein.=Weſtf. Werks übergingen, daß Gau=Algesheim ebenſo wie
Rhein=
heſſen ſchon zu dem Rhein.=Weſtf. Werke gehörten, daß der heſſiſche Staat
Aktionär dieſes Werkes ſei. So werde Bingen eingekreiſt. Wiederum
aber wünſche das Rhein.=Weſtf. Werk Bingen als Bindeglied und Brücke
nach Süddeutſchland. Man habe gegen ſolche Verträge und Abſchlüſſe,
wie ſie hier in Betracht kämen, ſeine ſchweren Bedenken, aber man habe
doch durch die dreitägigen Verhandlungen auch Vorteile von Bedeutung
herausgelockt. Verkauft werden ſollten an das Rheiniſch=Weſtfäliſche
Werk, dem 72 Gemeinden und Städte angehörten, das Binger Werk, das
Hochſpannungs= und Niederſpannungsnetz mit Stromlieferung für 30
Jahre. Nach 15 Jahren habe die Stadt aber das Recht, das
Nieder=
ſpannungsnetz zurückzukaufen. Die Stadt Bingen erhalte bar 1 200 000
Mark, und zwar 600 000 Mark ſofort bei Vertragsabſchluß und 600 000
Mark ein halbes Jahr danach, ferner 225 Aktien zu je 120 Mark im
Nominalwert von 225 000 Mark und im Kurswert von 270 000 Mark.
Ferner ſtünden ihr bei der Auseinanderſetzung mit dem Rhein=Nahe=
Kraftwerk mindeſtens 100 000 Mark noch zu, ſo daß alſo die Stadt ſich
auf 1570 000 Mark in den Einnahmen ſtellte. Durch die Unterhandlungen
ſeien 370000 Mark mehr herausgeholt worden, als zuerſt geboten
wor=
den waren. Die jährlichen Einnahmen der Stadt, Zinſen, Divibende
uſw. betrügen 208000 Mark und würden ſich noch weiter, 1932 aber
garantiert um weitere 10 000 Mark erhöhen. Der Redner brachte noch
einen Antrag der Zentrumsfraktion zur Kenntnis, wonach das Rhein.=
Weſtf. Werk die Angeſtellten und Arbeiter übernehmen und die
beſtehen=
den Tarifverträge einhalten ſoll, ebenſo die Ruhegehälter uſw.
anzu=
erkennen habe. Die Leitungen ſollten bis zu den Zählern gelegt
wer=
den und mit dem Hoſpital ſoll das Rhein.=Weſtf. Werk einen beſonderen
Vertrag abſchließen. Seitens verſchiedener Redner wurde der Vertrag
befürwortet, ſeitens der Sozialdemokraten entſchieben bekämpft, da es
ſich hier um eine kapitaliſtiſche Sache handele. Erklärt wurde, daß der
Lichtſtrom bei Lieferung durch das Rhein.=Weſtf. Werk 38½½ Pf., der
Kraftſtrom 18½/= Pf. die Kilowattſtunde koſten ſoll. Der Vertrag wurde
gegen 5 Stimmen mit 18 Stimmen Mehrheit angenommen.
* Vilbel, 25. Febr. Das ſeltene Feſt der goldenen Hochzeit
feiern nächſten Samstag die Eheleute Schreiner Philipp Felſinger II.
Die Ehefrau Felſinger iſt heute noch als Gemeindehebamme tätig.
* Gießen, 25. Febr. Nächſten Samstag und Sonntag findet in der
hieſigen Schwimmhalle des Volksbades ein Lehrkurſus für
Schwimmen und Springen ſtatt; mit der Durchführung iſt
der hieſige Schwimmverein betraut worden. Der Lehrer an der
Deut=
ſchen Hochſchule für Lelbesübung, Herr Kellner, Schwimmlehrer Stern
aus Magdeburg und der Vorſitzende des Deutſchen Schwimmverbandes
Dr. Geiſow, werden Vorträge halten. Auch werden zahlreiche
Ver=
treter der benachbarten Schwimmſportvereine erwartet. — Eine
männ=
liche Leiche wurde an der Okerfabrik bei Lollar aus der Lahn
ge=
zogen. Papiere fehlen, die Wäſcheſtücke tragen die Buchſtaben C. K.
Der Mann ſcheint jüdiſcher Abſtammung zu ſein.
* Nidda, 25. Febr. Dem Altbürgermeiſter Viehl zu Rainrod, der
lange Jahre den Kriegervereinsbezirk Schotten leitete, wurde die
höchſte Auszeichnung der Kriegerkameradſchaft Haſſia verliehen, nämlich
das Haſſig=Ehrenkreuz. Viehl gehört der Haſſia ſeit 50 Jahren an.
Segen stiftet
die Frau durch Kaiser’s
Brust-Garamellen mit den
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Parlamentariſches.
* Finanzausſchuß des Heſſiſchen Landtags.
Der Finanzausſchuß erledigte in ſeiner geſtrigen Sitzung zahlreiche
Vorſtellungen und Anträge. Es waren darunter viele Vorſtellungen
von Einzelperſonen wegen ihrer Gehaltsverhälmiſſe oder ihrer
Ruhe=
ſtandsbezüge. Unter den Anträgen von allgemeinerer Bedeutung war
ein Antrag des kommuniſtiſchen Abgeordneten Galm, daß die
Beitrei=
bung rückſtändiger Kirchenſteuern ſofort eingeſtellt wird. Der Antrag
wurbe abgelehnt. Anträge der Abgeordneten Balſer und Reiber
wegen Auszahlung von Abfindungsrenten und von Renten an
ausge=
ſchiedene verheiratete Lehrerinnen wurden durch die Regierungsantwort
für erledigt erklärt. Ebenfalls wurde ein Antrag der Abgeordnetem
Felder und Heinſtadt zum Arbeitsloſenverſicherungsgeſetz für
erledigt erklärt, da den Wünſchen bereits entſprochen wird. Ein
An=
trag der Abgeordneten Angermeier und Gen. wegen
reichsgeſetz=
licher Regelung des Zinsfußes für Darlehen wurde einſtimmig
abge=
lehnt. Ein Antrag der Abgeordneten Roth und Gen. wegen
Aufwer=
tung der Abfindung wiederverheirateter Kriegerwitwen wurde ebenfalls
abgelehnt, dafür aber ein Antrag Storck angenommen, daß bei der
Reichsregierung Vorſtellungen erhoben werden mit dem Ziel der
Auf=
wertung der Abfindungen. Anträge der Abgeordneten Angermeier
und Gen. wegen Feſtſetzung der Pacht für Grundſtücke, der Jagdpacht
und der Not der Erwerbsloſen bes Kreiſes Dieburg wurden für erledigt
erklärt. Ebenfalls wurde für erledigt erklärt die Vorſtellung der
Kreis=
obmänner und Delegierten der Odenwaldgemeinden des Kreiſes
Heppen=
heim wegen Heraufſetzung der Gemeinden in eine höhere Klaſſe der
Er=
werbsloſenfürſorge und Emreihung in das Wirtſchaftsgebiet III ſowie
eine Vorſtellung des Vorſtandes des Verbandes, der Fabrikarbeiter
Deutſchlands wegen Erhöhung der Unterſtützungsſätze für Erwerbsloſe
und Wiedereinführung der Unterſtützung für Kurzarbeiter. Ein Antrag
der Abgeordneten Schott Dingeldey und Gen. wegen
Wieder=
beſetzung des zweiten Notariats in Wörrſtadt wurde mit 8 gegen 3
Stim=
men abgelehnt. Ein in Verbindung damit geſtellter Antrag Dr.
Wer=
ner, in dem die Regierung erſucht wird, dem Landtag eine Aufſtellung
vorzulegen über die Zahl der Notariate in Heſſen, über die Höhe der
Einkünfte der Notare und über die Höhe der Penſionsbezüge, wurde
einſtimmig angenommen. Ein Antrag der Abgeordneten Schreiber
und Gen. zur Einſtellung von Hilfskräften bei den Aufwertungsſtellen
wurde angenommen. Eine Vorſtellung der Brauerei Steinhäuſer=
Windecker in Friedberg, betr. Stempel für Grundſtückserwerb juriſtiſcher
Perſonen, wurde der Regierung zur Berückſichtigung überwieſen. Ein
Antrag der Abgeordneten Galm und Gen. wegen Ueberdachung des
Bahnhofs in Oberroden fand in der Form Zuſtimmung, daß die
Re=
gierung erſucht wird, Vorſtellung deswegen bei der Reichsbahndirektion
zu erheben. Anträge der Abgeordneten Storck und Gen, ſowie des
Abgeordneten Dr. Leuchtgens, die ſich auf das Reichs=
Beſoldungs=
ſperrgeſetz beziehen, wurben durch die Regierungsantwort für erledigt
erklärt. Ein Antrag der Abgeordneten Lautenbacher und Gen.
zur Bereitſtellung eines Kredits in Höhe der noch ausſtehenden
Bau=
zuſchüſſe wurde gegen 2 Stimmen angenommen. Ein Antrag
Dingel=
dey und Gen., betr. die allgemeine Wirtſchaftsnot, wurde durch die
Re=
gierungsantwort für erledigt erklärt. — Der Finanzausſchuß und einige
Regierungsvertreter begeben ſich heute nach Gießen, um dort einige
Uni=
verſitätsinſtitute zu beſichtigen. Die Abfahrt erfolgt um 6.20 Uhr
vor=
mittags vom Darmſtädter Bahnhof aus.
Schutz der Gläubiger der hefſiſchen Gemeinden und
Eine Eingabe bes Hypothekengläubigee und Sparerſchutzverbandes
an das heſſiſche Staatsminiſterinm und den beſſiſchen Landtag.
Unbeſchadet ſeiner grundſätzlichen Stellungnahme zu den Reichsgeſetzen
wvendet ſich der Landesverbanb Heſſen des Hypothekengläubiger= und
Sparerſchutzverbandes für das Deutſche Reich in einer Eingabe an die
heſſiſche Staatsregierung und die heſſiſche Volksvertretung mit der
drin=
genden Bitte, von den dieſen reichsgeſetzlich zuſtehenden Befugniſſen im
Sinne einer Verbeſſerung der Lage der Gläubiger der Gemeinden und
Sparkaſſen möglichſt weitgehenden Gebrauch zu machen.
Es wird in der Eingabe nach eingehender Begründung beantragt,
„durch Landesgeſetz für die Ablöſung der öffentlichen Anleihen der
Ge=
meinden und Gemeindeverbände gemäß § 30 Abſ. 2 d. Anl.=Abl.=Geſ.
zu beſtimmen:
17 Die ausgeloſten Teilbeträge von Ablöſungsanleihen ſind durch
Bar=
zahlung des Zehnfachen ihres Nennbetragswertes einzulöſen.
2. Die Tilgungshauer beträgt 30 Jahre unb kann durch Beſchluß des
Schuldners abgekürzt werden.
3. Die nach Ziff. 1 ſich ergebenden Einlöſungsbeträge ſind ab 1. Januar
1926 mit 3 v. H. jährlich zu verzinſen. Die Zinſen werden in Halb=
löſungsbetrages ſind die weiteren 2 v. H. Zinſen gemäß 8 43 Abſ. 1
des Abl.=Geſ. zu entrichten.
4. Anleihe=Altbeſitzern, die nachweislich nach dem 14. Juni 1922 in
Folge Kündigung des Schuldners heimbezahlte Anleihebeträge ohne
ausdrütcklichen Vorbehalt angenommen haben, ſteht der gleiche
An=
ſpruch nach § 40 Abſ. 3 des Anl.=Abl.=Geſ. zu, wie jenen, die ſich ihre
Rechte vorbehalten haben.”
Es heißt dann in der Eingabe betr. die Aufwertung der Guthaben
der öffentlichen Sparkaſſen weiter:
„Durch § 58 des Aufwertungsgeſetzes ſind den Landesregierungen
weitgehende Rechte zur Regelung der Aufwertung der Guthaben bei
öffentlichen Sparkaſſen eingeräumt. Wir beantragen hievvon in
folgen=
dem Sinne Gebrauch zu machen:
1. Die Höhe der Aufwertungsquote bei den öffentlichen Sparkaſſen
dürfte keinesfalls unter 25 v. H. des Goldmarkbetrages liegen. Denn da
die meiſten privaten Schuldner gemäß § 63 Abſ. 1 des
Aufwertungs=
geſetzes nuf 25 Prozent aufzuwerten haben, wirde eine geringere
Ab=
findung der Einleger der öffentlichen Sparkaſſen deren Anſehen als
unbedingt ſichere öffentliche Anſtalten ſchwer erſchüttern. Eine
Auf=
wertung der Sparguthaben auf 25 Proz wird bei Berückſichtigung
unſe=
rer Anträge für die Ablöſung der heſſiſchen Gemeinde=Anleihen ohne
große Zuſchüſſe der bürgenden Gemeinden möglich ſein, vorausgeſetzt,
daß die Sparkaſſen die Aufwertung ihrer Hypotheken energiſch durchführen.
Hätten die Sparkaſſen mit Unterſtützung der Gemeinden ſich um eine
ge=
rechte Auſwertungsgeſetzgebung bemüht, ſo wäre ihre Lage und die ihrer
Gläubiger eine für beide Teile erfreulichere.
Dieſe Unterlaſſungsſünde darf aber nicht zu einer unerträglichen
Ver=
kürzung gerade der ſozial ſchwächſten Sparer, die ihre ſauer erübrigten
Groſchen vertrauensvoll den öffentlichen Sparkaſſen anvertrauten,
führen.
2) Ebenſo wichtig für den einzelnen Einleger iſt die Art und Weiſe,
wvie ſein Guthaben in Goldmark berechnet wird. Die anſcheinend
be=
ſtehende Abſicht, nur die Einlagen in Goldmark umzurechnen, die
Rück=
zahlungen aber zum Nennwert von dem Goldmarkguthaben abzuziehen,
müßte zu einer Beraubung vieler Sparer auch um den ihnen geſetzlich
zuſtehenden Aufwertungsbetrag führen. Eine ehrliche und gerechte
Be=
wertung der Guthaben nach ihrem Goldmarkwert kann ſich nur ergeben,
wenn alle Zahlungen auf Goldmark umgerechnet werden. Nur zur
Er=
leiehterung der Geſchäftslaſt kann auf Grund des § 58 Abf. 3 des
Aufw.=Geſ. die Berückſichtigung von Aufwertungsbeträgen unter 1 Mk.
unterbleiben.
Wir beantragen daher für die Heſſ. Sparkaſſen zu beſtimmen:
1)Die Sparguthaben der heſſ. öffentlichen Sparkaſſen, die auf Mark
lauten, ſind auf 25 v. H. ihres Goldmarkwertes feſtzuſetzen.
2)Bei der Berechnung des Goldmarkwertes ſind alle Ein= und
Rück=
zuhlungen auf ihren Goldmarkwert zu bringen, nach dem 14. Juni
1922 geleiftete Ein= und Rückzahlungen aber nur zu berückſichtigen,
falls ihr Goldmarkwert mindeſtens 4 Mk. beträgt.
* Butzbach, 25. Febr. Ihr 40jähriges Dienſtjübiläum
beging Fräulein Anna Kbberer, die ſeit dieſer Zeit ununterbrochen in
der Familie des Medizinalrates Dr. Vogt tätig iſt. Am Tage des
Ju=
biläums traf ein Glückwunſchſchreiben vom Reichspräſidenten
Hinden=
burg ein, ein anſehnliches Geſchenk war beigefügt. Die Jubtlarin hat
mit ſeltener Treue, Gewiſſenhaftigkeit und Ergebenheit der Familig
Vogt gedient und wird ſchon ſeit Jahren als Familienglied behandelt
und geſchätzt.
* Alsfeld, 25. Febr. Die Erbauung des Volks= und
Schwimm=
bades wurde aus finanziellen Gründen vom Stadtbauamt
zurück=
geſtellt, dagegen das Erweiterungsprojekt der ſtädtiſchen
Waſſer=
leitung, welches die BZuführung einer Quelle bei Oberbreitenbach
vorſieht, nach dem Plane des Kulturbauamtes genehmigt und 8000 Mark
bewilligt. Für Inſtandſetzung des Sportplatzes wurden 4000 Mark
bewilligt.
* Nieder=Erlenbach, 25. Febr. Eine betrügeriſche
Zigeu=
verin kaufte bei dem Bäcker Schüler einen Laib Brot und bezahlte
mit einem Zwanzigmarkſchein. Als ihr der Bäcker herausgab, ſtrich ſie
ihren Schein wieder mit ein, und ehe der Bäcker zu ſich kam, war ſie
verſchwunden. In Vilbel wurde die Betrügerin bei ähnlichen Verſuchen
verhaftet.
Geite 8
Familiennachrichten
Stat Karten.
Hennh Lange
Willi Wiegand
Verlobte
Büdingen
Darmſtadt
Februar 1926.
((5492
Gott der Herr nahm heute meine
innigſtgeliebte, herzensgute Gattin,
unſere liebe Tochter, Schweſter,
Schwiegertochter, Schwägerin und
Tante
Frau
Sophie Maus
geb. Schmank
nach ſchwerer Krankheit zu ſich in
ſein himmliſches Reich.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Anguſt Mans
Familie Franz Schmank.
Michelſtadt und Darmſtadt, den
(25524
26. Februar 1926.
Gott dem Allmächtigen hat es
gefallen, nach langem ſchweren,
mit Geduld ertragenen Leiden
meine innigſt geliebte Frau, unſere
treuſorgende Mutter,
Schwieger=
mutter und Großmutter
Frau Eliſabeth Gratwohl
geb. Illert
im 68. Lebensjahre zu ſich in die
Ewigkeit zu nehmen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Peter Gratwohl
Bernhard Gratwohl und Fran
Engelbert Gratwohl und Fran
Frau Kath. Piroth, geb. Gratwohl
Emil Hettwer
Lndwig Kaltenſchnee
Enkelin und Enkel.
Darmſtadt, Bern (Schweiz),
Wiesbaden und Büdingen.
Die Beerdigung findet Montag,
1. März 26, nachm. ½4 Uhr, auf dem
Waldfriedhof ſtatt.
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Statt jeder beſonderen Anzeige.
Am 25. d. Mts. entſchlief ſanft
nach kurzer Krankheit unſer lieber
Vater, Schwiegervater und
Groß=
vater
Herr
Bilhelm Geiger
Sattlermeiſter
im 85. Lebensjahre.
Dietranernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 26. Febr. 1926.
Mauerſtr. 17.
(3036
Die Beerdigung findet Montag,
den 1. März, vormittags 11 Uhr,
auf dem Beſſunger Friedhof ſtatt.
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Donnerstag mittag entſchlief ſanft nach
ſchwerer Krankheit mein geliebter Gatte, unſer
guter Vater
D. Aagaft Riein
Chemiker.
Die Hinterbliebenen:
Hedwig Klein, geb. Perk
Annemarie Klein
Hermann Klein.
Darmſtadt, den 26. Februar 1926.
Gervinusſtr. 79.
(e5414
Die Beiſetzung findet am Montag, den 1. März,
nach=
mittags um 3 Uhr, auf dem Friedhof an der Nieder=
Ramſiädterſiraße ſtatt. Das Seelenamt wird Dienstag,
den 2. März um 82, Uhr in St. Ludwig gehalten.
Von Belleidsbeſuchen bittet man abſehen zu wollen.
Nachruf.
Am 23. Februar verſchied nach längerer
Krankheit, jedoch ganz unerwartet, unſer
Mitglied
Herr
Dr. Agaf Mem
Chemiker und Betriebsleiter.
Wir betrauern in ihm einen lieben
Kol=
legen und Freund von vorbildlichen
Eigen=
ſchaften, den der Tod nach einem Leben voll
Arbeit und Pflichterfüllung uns viel zu früh
entriſſen hat. Sein Andenken wird bei uns
dauernd weiterleben.
(*5494
Bereinigung Merck ſcher Chemiker.
Nachruf.
Am 25. Februar ſiarb nach ſchwerem
Leiden unſer hochverehrter Betriebsführer
Herr
Dr. Anguſt Ment.
Tieftrauernd ſiehen wir an der Bahre
dieſes viel zu früh von uns geſchiedenen
Vorgeſetzten. Seine edle Geſinnung und
vorbildliche Pflichttreue wird von uns nie
vergeſſen werden.
25493
Die Angeftellten und Arbeiter
der Abt. 14 der Firma &. Merdk.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
die ſchmerzliche Mitteilung, daß der Herr über
Leben und Tod heute früh s Uhr unſere
innigſtgeliebte, treuſorgende Mutter,
Schwie=
germutter, Großmutter, Schwägerin und Tante
Frau
A
Ralyalie dei 4iwd.
geb. Geibel
im 67. Lebensjahre zu ſich genommen hat.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Oelp. soor
Darmſtadt, Danzig, Bad=Nauheim u. Bergen.
Gardiſtenſir. 10.
Dſe Beerdigung ſindet Montag, den 1. März 1926,
nachmittags ½4 Uhr, vom (Eingang des alten Friedhofs
an der Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſtatt.
Geſtern vormittag 9½, Uhr entſchlief ſanft
mein herzensguter Mann, unſer lieber, guter Vater,
Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und
Onkel
Hert Karl Heußner
im 66. Lebensjahre.
In tiefer Trauer:
Eliſabeth Heußner, geb. Müller
Familie Karl Heußner, Wiesbaden
Familie E. Ohmen, Frankfurt a. M.
Familie B. Kalbe, Darmſtadt
Familie Sandwall, Helſingborg.
Darmſtadt, den 26. Februar 1926.
(25464
Die Beerdigung findet am Montag, den 1. März,
nachmittags 2½ Uhr, auf dem alten Friedhof ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem Hinſcheiden unſerer lieben Entſchlafenen, ſowie
für die zahlreichen Blumenſpenden, insbeſondere der
Zimmermeiſter=Vereinigung Darmſtadt und den
Ar=
beitern für die Kranzniederlegung, ſprechen wir Allen
auf dieſem Wege unſeren innigſten Dank aus. Ganz
beſonders danken wir Herrn Pfarrer Paul für die
troſtreiche Grabrede, Herrn Dr. Gaßner und den
evangeliſchen Schweſtern für die liebevolle Pflege.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Wilhelm Vöglein
Zimmermeiſter.
Gberſtadt, den 26. Februar 1926.
Mühltalſtr. 34.
(5445
Allen lieben Freunden, die unſerer teuren
Entſchlafenen während ihrer Krankheit und bei
ihrem Heimgange ſo liebend gedachten, ſagen
herzlichen Dank
Eliſe Keller
Lina Riemenſchneider, geb. Keller
Wilhelm Keller, Indianapolis (Ind.),
Nord=Amerika
Dr. med. Emil Keller, Hannover.
(25556)
Gefallenen=Gedenkfeier
am Volkstrauertag (Sonntag, den
28. Februar) mittags 11½ Uhr, im
Kleinen Haus des Landestheaters
Gedächtnisrede: Herr
Landestu=
gendpfarrer Lic. v. d. Au.
Mitwirkende: Herr Joſeph
Her=
mann, Geſang, und das Städt.
Orcheſter, unter Leitung von Hearn
Muſikdtrektor W. Schmitt.
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Nmmer 38
Samstag, den 27. Februar 1926
Seite 9.
Nachrichten des Standesamts Darmſtadt.
Sterbefälle. Am 12. Febr.: Simon Franz Treffert, Oberamtsgehilfe,
53 J., Dieburger Straße 72; Marie Roth geb. Müller, 73 J.,
Emil=
ſtraße 11. Am 13.: Dr. Hugo Wilhelm Boßelmann, Regierungsrat im
Reichsgeſundheitsamt, Schnießhausſtr. 130; Eva Ripper, geb. Weber, 64 J.
von Pfaffenbeerfurth (Kreis Erbach), hier Eliſabethenſtift; Barbara
Möller geb. Braun, 73 J., Große Ochſengaſſe 3; Karl Martin Horneff,
Poſtſchaffner, 30 J., Dieburger Str. 10. Am 15.: Georg Karl Meyer,
10 Mon., Arheilger Str. 51. Am 13.: Heinr. Schäfer, 10 T., von
Er=
felden (Kreis Groß=Gerau), hier Stadtkrankenhaus. Am 11.: Peter
Engelhard, Schneider, 70 J., ledig, Dieburg. Am 15. Febr.: Marie
Lein geb. Stüber, 67 J., Kaſinoſtr. 23. Am 16.: Marie Henriette Graf
geb. Voos, Wendelſtadtſtr. 49; Heinrich Bender, 3 Mon., Schuchardſtr. 14;
Friedrich Hoth, Gaſtwirt, 79 J., Martinſtr. 101; Kathar. Schott, 74 J.,
ledig, Schloßgaſſe 1. Am 17.: Heinrich Merkel.
Kreisamtsbureauvor=
ſteher i. R., 70 J., Erbacher Str. 69. Am 18.: Jakob Menges,
Fuhr=
mann, 76 J., Kleine Kaplaneigaſſe 6. Am 17.: Barbara Schaub, 27 J.,
ledig, Frankfurterſtr. 80. Am 18.: Philipp Janzer, 5 Mon., von Uffhofen,
hier Heinheimerſtraße 21; Bernhard Herzfeld, Kaufmann, 59 J., von
Weiterſtadt, hier Stadtkrankenhaus. Am 19.: Jeanette Sternfels geb.
Spies, 78 J., Waldſtr. 13. Am 18.: Wilhelm Lentz, Lehrer i. R., 58 J.,
Kiesſtr. 32; Phil. Luſt, 57 J., Hilfsarbeiter, Obergaſſe 5.
Gottesdienſtliche Anzeigen.
Evangeliſche Gemeinden.
Sonntag Reminiscere, den 28. Februar 1926.
Volkstrauertag.
In allen Kirchen Kollekte zum Beſten der Kriegshilfe.
Nachmittags 1—1½ Uhr: Ehrengeläute auf allen Kirchen für die
Gefallenen.
Stadtkirche: Samstag, den 27. Febr, abends 8½ Uhr: Andacht. —
Sonntag, den 28. Febr., vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Prälat
D. Dr. Diehl. (Kirchenchor.) — Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt.
Wfarrer Heß. — Freitag, den 5. März, abends 8 Uhr:
Kirchen=
konzert zum Beſten der Gefallenen=Ehrung in der Stadtkirche unter
Mitwirkung von dem Männerchor „Liedertafel”, Frau Johanna Faehr
(Sopran), Stadtorganiſt W. Borngäſſer (Orgel) und Walter Pfaff
(Cello). Eintrittskarten in den Verkaufsſtellen.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9 bis 5 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet. Eingang: Nordtüre.
Stadtkapelle: Vorm. 8½ Uhr: Morgenandacht. Pfarrer Heß —
Um 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß. (Kirchengeſangverein:
Kantate von Max Reger.)— Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Kleberger. — Abends 5 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Schäfer. — Mittwoch, den 3. März, abends 6 Uhr: 3.
Paſſionsan=
pacht: „Letzte Liebesgemeinſchaft” „Pfarrer Zimmermann.
Schloßkirche: Vereinigung zur Abhaltung lutheriſcher Gotresdienſte.
Vorm. 9½ Uhr: Beichte und Anmeldung in der Sakriſtei. — Um
10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heil. Abendmahls.
Univerſi=
tätsprofeſſor D. Frick aus Gießen. — Um 11¾ Uhr: Gedenkfeier der
Darmſtädter Burſchenſchaften für die Gefallenen. Pfarrer Paul aus
Eberſtadt.
Der im Kirchenzettel für Sonntag, den 28. Febr., vorgeſehene
Fa=
milienabend wird mit Rückſicht auf den Volkstrauertag verſchoben,
Amtshandlungen an Auswärtigen bis 28 Februar:
Pfarrer Wagner; vom 1. März ab: Pfarrer Zimmermann.
Martinskirche: Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Beringer. — Um 11 Uhr: Kindergottesdienſt für den Weſtbezirk.
Pfarrer D. Waitz. — Abends 6 Uhr: Jugendgottesdienſt. Pfarraſſiſt
Weinberger. — Mittwoch, den 3. März, abends 8 Uhr: 3.
Paſſions=
andacht. Pfarraſſiſtent Müller.
Fohanneskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Marx.
— Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 5 Uhr: Pfarrer
Wagner. — Mittwoch, den 3. März, abends 8 Uhr: 3. Paſſionsandacht
in der Kirche. Pfarrer Marx. — Samstag, den 6. März, abends
8 Uhr: Vortrag von Profeſſor D. Dr. Frick: „Die Kirche im
öffent=
lichen Leben Amerikas”, Otto Berndt=Halle, Aiexanderſtr. 22.
Ein=
tritt 1 Mk und 50 Pfg.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Vorm. 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt. Pfarraſſiſtent Schäfer. — Um 11½ Uhr:
Kindergottes=
dienſt. Pfarraſſiſtent Schäfer — Abends 6 Uhr: Abendgottesdienſt,
Pfarrer Pabſt. — Abends 8 Uhr im Gemeindehaus:
Generalver=
ſammlung des evang. Frauenvereins, verbunden mit Teeabend.
Mit=
wirkung des Kirchenchors und anderer Kräfte — Montag, den 1. März,
nachm. 3 Uhr, im Gemeindehaus: Vorſtandsſitzung des evang
Frauen=
vereins. — Mittwoch, den 3. März, abends 8 Uhr: 3. Paſſionsandacht
in der Kirche Pfarrer Pabſt, — Donnerstag, den 4 März, abends
8 Uhr, im Gemeindehaus: Monatsverſammlung der evang.
Männer=
vereinigung. Ausſprache über das Sektenweſen, beſonders der
ſoge=
nannten „Ernſten Bibelforſcher”, eingeleitet durch einen Vortrag von
Lehrer Knell.
Paulnskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Dr. Wendel. — Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent Dr.
Wendel. — Mittwoch, den 3. März, abends 8 Uhr, in der Kirche
3. Paſſionsandacht. Pfarraſſiſtent Dr. Wendel.
Die Pauluskirche iſt tagsüber zu ſtiller Andacht geöffnet.
Stiftskirche: Samstag, den 27. Febr., abends 8 Uhr:
Paſſions=
betſtunde. — Sonntag, den 28. Febr., vorm. 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. Jahresfeſt des Chriſtlichen Jugendvereins. Pfarrer
Grüne=
wald=Frankfurt a. M. — Un 11½ Uhr: Kindergottesdienſt.
Ebangel. Sonntagsverein (Chriſtl. Verein junger Mädchen)
Nachm. 3 Uhr: Beſuch der Feier in der Stiftskirche. — Donnerstag,
den 4. März, abends 8 Uhr: 3 Paſſionsandacht.
Kranichſtein (Schloßkavelle): Vorm. 10 Uhr: Predigtgottesdienſt
Pfarraſſiſtenr Strack=Arheilgen.
Ebangel. Kirche in Eberſtadt: Vorm 10 Uhr: Gedächtnis
gottesdienſt. Pfarrafſiſtent Hagel — Um 11½ Uhr:
Kindergottes=
dienſt — Nachm. 5 Uhr: Bibelſtunde. — Mittwoch, den 3. März,
abends 8 Uhr: Frauenabend bei den evang. Schweſtern mnit Andacht.
— Freitag, den 5. März, abends 8 Uhr: 3. Paſſionsgottesdienſt
Sbang. Gemeinde Traiſa: Vorm 10 Uhr: Hauprgottesdienſt.
(Gedenken der Gefallenen.) Kollekte für die Kriegshilfe — Die
Kin=
dergottesdienſte fallen aus. — Montag: E. F. G. Mädchenabend /Schule).
— Mittwoch: Frauenabenb. — Donnerstag: E. J. G. Jungenabend
(Schule). — Freitag: Singabend.
Kirche zu Nieder=Ramſtadt: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Mitvirkung des Kirchenchors. Kollekte für die kirchliche Kriegshilfe
— Nachm. ½2 Uhr auf dem Friedhof zu Waſchenbach und um 3 Uhr
auf dem Friedhof zu Nieder=Ramſtadt: Gedächtnisfeiern für die
Ge=
fallenen. — Abends 8 Uhr: Paſſionsandacht. — Dienstag:
Kirchen=
chor. — Mittwoch: Jungmädchenverein
Evangeliſche Gemeinde Roßdorf: Sonntag, den 28. Febr., vorm.
10 Uhr: Hauptyottesdienſt unter Mitwirkung des
Kirchengeſangver=
eins und des Poſaunenchors — Um 11 Uhr: Chriſtenlehre (Kollekte).
— Abends 8 Uhr: 2. Paſſionsgottesdienſt. — Montag:
Frauenver=
ein. — Dienstag: Jungmädchenverein. — Freitag: Jugendbund „
Wart=
burg”. — Mittwochs und Freitags: Kirchengeſangverein.
Evang. Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24): Sonntag, vorm. 9 Uhr
Gebetsſtunde. — Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 3½ Uhr:
Bibelſtunde. Pred. Semmel. Thema: „Ein Glaube, über den Feſus
ſtaunt” (Matth. 15, 21—28). — Dienstag, abends 8½ Uhr:
Bibelbe=
ſprechſtunde (Kriegerdankbund). — Mittwoch, nachm. 4 Uhr:
Kinder=
bund für Knaben und Mädchen. — Donnerstag, abends 8½ Uhr:
Bibelſtunde. — Freitag, abends 8½ Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde und
Bibelſtunde in der Stadtmädchenſchule Beſſungen. — Samstag, abends
8 Uhr: Poſaunenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr. 24). Sonntag, nachm. 2½ Uhr
Bibelſtunde für Jünglinge. — Um 4¾ Uhr: Bibelſtunde für Jung
frauen. — Abends 8½ Uhr: Jugendevangeliſation. Sekretär Nöll. —
Dienstag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde für Jünglinge und Gebetsſtunde
für Jungfrauen. — Mittwoch, abends 8 Uhr: Freundeskreis für
Jüng=
linge. — Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für Jünglinge,
— Freitag, abends 8½ Uhr: Freundeskreis für junge Mädchen. —
Im 8 Uhr: Turnſtunde für Jünglinge in der Turnhalle der Realſchule.
Ehriſtlicher Berein Junger Männer Darmſtadt, e. V., Alexander
ſtr. 22 (Infanterie=Kaſ., Hof links): Sonntag, den 28 Febr., vorm.
Uhr: Morgenwache: Mark. 10, 17—27. — Nachm. 3 Uhr: Heim
ſtunden, Jugendabteilung: Ulubalang. Batakſage — Um 5 Uhr: Mit
gliederverſammlung (Jugendabteilung). — Abends 8 Uhr: Mitglieder=
verſammlung (Männerabteilung). Werk des Mula Djadi na Bolon.
Batakſage. — Montag, den 1. März, abends 8½ Uhr: Muſikübung;
Klampfen und Lauten, Herr Umſonſt. — Dienstag, den 2 März,
abends 8½ Uhr: Bibelſtunde (Jugendabteilung): „Turmbau zu Babel”
— Abends 8½ Uhr; Bibelſtunde (Männerabteilung): Luk 20, 41—47
— Mittwoch, den 3. März, abends 8½ Uhr: Heimabend (
Jugendabtei=
lung(. — Donnerstag, den 4. März, abends 8½ Uhr:
Familienbibel=
ſtunde: „Vom Handeln des Menſchen”, Miſſ. Jürgens. — Freitag,
den 5. März, abends 8 Uhr: Turnen in der Ludwigs=Oberrealſchule,
— Samstag, den 6.März, nachm. 3 Uhr: Jungſcharſtunde. — Um
5 Uhr: Hausorcheſter. — Das Heim iſt außer Freitags ab 7½ Uhr
geöffnet; Samstags bis 7 Uhr, Sonntags ab 3 Uhr.
Möttlinger Freunde=Kreis: Montag, abends 8½ Uhr, im
Feier=
abendſaal, Stiftſtraße 51: Bibelſtunde. Miſſ. Jürgens=Darmſtadt.
Chriſtlicher Jugendverein Darmſtadt (Dieburgerſtraße 26, 1.):
Sonntag, vorm. 8½ Uhr: Morgenwache. — Um 10 Uhr: Feſtgottesdienſt
in der Stiftskirche. Feſtprediger: Pfarrer Grünewald Frankfurt a.
M. — Nachm. 3 Uhr: Feſtgottesdienſt in der Stiftskirche. Feſtredner;
Pfarrer Grünewald Franlfurt a. M. und Bundesgauwart Müller=
Caub (Rhein). — Abends 8 Uhr: Familienfeier im Feierabendſaal,
Stiftſtraße 51. — Montag, abends 8½= Uhr: Gebetsſtunde. —
Diens=
tag, abends 6½—8½ Uhr: Turnen in der Turnhalle der
Müller=
ſchule. — Abends 8¾ Uhr: Peſaunenchor. — Mittwoch, abends 8 Uhr;
Jugend=Bibelſtunde. — Donnerstag, abends 8 Uhr: Männerchor. —
Abends 8½ Uhr: Familien=Bibelſtunde. — Freitag, abends 8 Uhr:
Leiter= und Helferverſammlung. —— Samstag, abends 8 Uhr:
Poſaunen=
chor. — Jeden Mittwoch von 8 bis 7 Uhr: Jungſcharſtunden.
Stn=
gen, Spielen, Vorleſen, Andacht.
Katholiſcher Gottesdienſt.
Sonntag, den 28. Februar 1926.
St. Martinskapelle und Liebfrauenkirche.
Samstags und vor Feiertagen, nachm, von 5—7 und 8—8½ Uhr:
Beichtgelegenheit in der Martinskapelle,
Sonn= und Feiertags, vorm. 6½ Uhr: Beichtgelegenheit in der
Martinskapelle. — Um 7 Uhr: Heil. Meſſe ebenda. — Um 8 Uhr:
Heil. Meſſe mit Predigt ebenda. — Um 9½ Uhr: Hochamt mit
Pre=
digt in Liebfrauen. — Nachm. 2 Uhr: Chriſtenlehre in der
Martins=
kapelle. — Um 2½ Uhr: Andacht ebenda.
In der Liebfrauenkirche: Jeden Mittwoch, nachmittags 5 Uhr:
Faſtenandacht.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Ehriſtliche Berſammlung (Waldſtr. 18): Sonntag, den 28. Febr.;
vorm. 11¼ Uhr: Sonntagsſchule. — Nachm. 4½ Uhr: Verkündtgung
des Wortes Gottes. — Mittwoch, den 3. März, abends 8½ Uhr:
Ge=
betsſtunde. — Freitag, den 5. März, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde,
Jedermann iſt freundlich eingeladen.
Soangeliſche Gemeinſchaft (Eliſabethenſtraße 44): Sonntag, den
28. Febr., vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. — Abends 8 Uhr:
Gottes=
dienſt. — Donnerstag, den 4. März, abends 8½ Uhr; Bibelſtunde,
Pred. Erhardt.
Ehriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtr. 40): Sonntag;
den 28. Febr., vorm. 10 Uhr: Heiligungsſtunde. — Um 11 Uhr:
Sonn=
tagsſchule. — Nachm. 4 Uhr: Jugendbund. — Abends 8 Uhr:
Evan=
geliſation. — Dienstag, den 2. März, abends 8 Uhr: Bibelſtunde,
Kirche Feſu Ehriſti der Heiligen der letzten Tage (Darmſtadt,
Nieder=Ramſtädterſtr. 13): Sonntag, den 28. Febr., vorm. 10½ Uhr:
Sonntagsſchule, — Abends 7½ Uhr: Gottesdienſt. — Mittwoch, den
3. März, abends 7½ Uhr: Fortbildungsverein. Jedermann
will=
kommen.
Methodiſtengemeinde: Sonntag, den 28. Febr.; nachm. 4 Uhr=
Gottesdienſt Eliſabethenſtr. 25½,
Die Heilsarmee, Schulzengaſſe 3: Sonntag, vorm. 10 Uhr:
Heili=
gungsſtunde. — Um 11½ und 3 Uhr: Kindergott sdienſt. — Abends
7½ Uhr auf dem Marktplatz und um 8 Uhr: Oeffentliche Verſammlung:
— Mittwoch und Freitag, abends 8 Uhr: Oeffentliche Verſammlungen,
Federmann iſt herzlich eingeladen. Kapitän Engel
Die Heilsarmee Pfungſtadt, Pfarrgaſſe 19: Sonntag, morgens
10 Uhr: Heiligungsſtunde. — Abends 8½ Uhr: Oeffentl.
Heilsver=
ſammlung: — Mittwoch, abends 8½ Uhr: Oeffentl. Heilsverſammlung,
— Freitag, abends 8½ Uhr: Heiligungsverſ. Adjudantin Land
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Samſtag, den 6. März, 8½—1 Uhr.
Aufnahmeprüfung:
Moxtag, den 19. Aprll 7½ Uhr.
Beglnn des Unterrichts:
Dienſtag, den 20. April 7½ Uhr.
Bei der Anmeldung, die auch ſchon vor dem angegebenen Tage
möglich iſt, ſind Geburts= und Impt= (bez. Wiederimpf) ſchein ſowit
das Abgangszeugnis der zuletzt beſuchten Schule vorzulegen.
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Anzüge ſchon von 25 Mk. ab am Tager haben, allein
es widerſtrebt uns, für minderwertige Ware
eine lebhafte Propaganda zu entfalten, und es gehört
zu den Grundſätzen unſeres Hauſes, anläßlich unſerer
zum Verkauf zu bringen. Wer unſere Angeboie einer
Prüfung unterzieht, Qualität und Verarbeitung
unſerer Anzüge mit anderen Angeboien vergleicht,
deſſen Entſchluß fällt fraglos zu unſeren Gunſien aus.
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Seſte 71
Nummer 58
Reich und Ausland.
Engliſcher Dank für die Rettungstat
der „Bremen”
Bremen. Auf Einlabung des hieſigen großbritanniſchen
Kon=
ſulats fand in Gegenwart des Vertreters der engliſchen Botſchaft in
Berlin, Botſchaftsrat Addiſon, und eines Marine=Attachés der
eng=
liſchen Botſchaft ſowie unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung
aller Kreiſe der Schiffahrt, des Handels, der bremiſchen Zivilbehörden,
der fremdländiſchen Konſulate und aller dem Schiffahrtsweſen
nahe=
ſtehenden Perſönlichkeiten im Empfangs= und Warteſaal des Nord=
Heutſchen Lloyd die feierliche Ueberreichung des Ehrengeſchenkes
des Board of Trade in London an den Kapitän Wurpts des
Nord=
deutſchen Lloyddampfers Bremen” anläßlich der Errettung
eines Teiles der Mannſchaft des engliſchen Dampfers Lariſtan”
aus Seenot ſtatt. Zu Beginn der eindrucksvollen Feier ergriff zunächſt
der Vertreter der engliſchen Botſchaft in Berlin, Addiſon, das Wort,
und ſprach als Abgeſandter der engliſchen Regierung Kapitän Wurpts
und ſeinen Offizieren und Mannſchaften die höchſte Anerkennung und
wärmſte Dankbarkeit für ihre täpfere Tat aus, durch die es der „
Bre=
men” nach 36 Stunden heldenmütigſter Anſtrengung gelang, ſechs
Mit=
glieder der Beſatzung des engliſchen Dampfers „Lariſtan” zu retten. Er
empfinde beſondere Befriedigung darüber, daß ihm die Aufgabe zuteil
geworden ſei, dieſes Beiſpiel deutſchen Mufs vor aller Oeffentlichkeit
hervorzuheben. Wenn Wurpts bei der Ankunft in Queenstown jedes
Lob für ſeine Perſon abgelehnt habe und nur ſeine Pflicht getan zu
haben angab, ſo ſei dies eine bezeichnende Antwort eines braven
See=
mannes und Gentleman. Er ſei überzeugt davon, daß die Anweſenden
auf ihre mutigen Offiziere und Mannſchaften ſtolz ſeien, und auch auf
die Tatfache, daß das Schiff hier ſeinen Heimathafen habe und dazu
noch den Namen der ſchönen und in der Weltgeſchichte berühmten Stadt
Bremen trage. Sein Hoch galt dem Kapitän Wurpts und den
Offi=
zieren und Mannſchaften des braven Schiffes „Bremen”, in das die
An=
weſenden begeiſtert einſtimmten. Im Namen der engliſchen Regierung
überreichte der Botſchaftsrat darauf Wurpts ein Ehrengeſchenk in Form
eines wertvollen filbernen Tafelaufſatzes. Wurpts dankte dem
Vor=
redner für die anerkennenden Worte. Er wiederholte, daß er und ſeine
Leute nur ihre Pflicht getan hätten, die er, wie alle Schiffe des
Nord=
deutſchen Lloyd ſowie der ganzen deutſchen Handelsflotte, auch
ferner=
hin tun würden. Im Namen ſämtlicher Kapitäne, Offiziere und
Mann=
ſchaften des Norddeutſchen Lloyd ſagte er: „Wenn wieder ein S.=O.=S.=
Ruf ertönt, wir ſind da!‟ Damit fand die denkwürdige Feier ihren
Abſchluß.
Die Sunlight=Fabrik zerſtört.
c. Berlin. Der „Lok.=Anz.” berichtet aus London: Am
Freitag brach in der Port Sunlight=Fabrik der Lever Brothers Feuer
aus, das einen Schaden von 600 000 Goldmark anrichtete. Die V0
Ar=
beiter konnten ſich aus der brennenden Fabrik retten. Die Fabrik ſelbſt
iſt vollſtändig vom Erdboden raſiert.
Der Prozeß gegen Freiherrn von Lützow.
IU. Berlin. Die weiteren Vernehmungen einer Reihe von
Schülern und Eltern in dem Prozeß gegen den Freiherrn von Lützow
ergaben kaum etwas Belaſtendes für den Angeklagten. Ein 18jähriger
Gymnaſiaſt, der in der Odenwaldſchule in der Familie des Angeklagten
lebte, wurde über das Verhältnis Lützows zu dem Schüler Weiſe
ge=
ragt. Weiſe iſt dem Angeklagten durch ſeine verſchiedenen Schulen
gefolgt. Er galt als Lieblingsſchüler und hat hinterher Lützow am
ſchwerſten belaſtet. Der Zeuge hat aber nichts Auffallendes in dem
Verkehr des Angeklagten mit dem Schüler Weiſe beobachtet. Der Zeuge
hat einmal bemerkt, daß ein Lehrer einen Knaben küßte, das ſei aber
nicht auffallend geweſen. Auf die Frage eines Beiſitzers, ob es üblich
geweſen ſei, daß der Familienvater ins Schlafzimmer kam und Gute
Nacht ſagte und ſich auf das Bett der Schüler ſetzte, antwortete der
Zeuge: „Das iſt allgemein ſo Sitte geiveſen”. Auch der nächſte Zeuge,
ein 21jähriger Student, hat keinerlei Wahrnehyungen über beſondere
Beziehungen zwiſchen dem Angeklagten und dem Schüler Weiſe
be=
merkt. Der Zeuge ſchildert Weiſe als einen jungen Menſchen, der ſtark
enommiert. Als nächſter Zeuge wurde ein Oberamtmann vernommen,
der einen Sohn in Bukow und ſpäter in Zoſſen hatte und dem
Eltern=
beirat angehörte. Lützow habe ihm einmal geſchrieben, daß er den
Fungen hätte prügeln müſſen. Er ſoi damit einverſtanden geweſen. Bei
Beſuchen in Bukow hätten die Kinder aber keineswegs einen
verprügel=
en Eindruck gemächt. Auch beim Baden habe er nicht den Eindruck
ſewonnen, daß ſich die Jungen anſtößig benahmen. Der Zeuge meinte,
daß die Gegnerſchaft gegen Lützow aus der Bukower Bürgerſchaft
her=
vorgegangen ſei, die Anſtoß daran genommen hätte, daß der Lehrer
nit den Jungen badete und ſich von ihnen duzen ließ. Auch der Vater
ines anderen Schülers äußerte ſich durchaus günſtig über die
Ver=
ſältniſſe in Zoſſen. Eine. Elternverſammlung habe auch das Prügeln
ſes Angeklagten gebilligt, nachdem dieſer jeden Fall genau geſchildert
ſabe. Nur die Mutter eines Jungen, die jetzt als Nebenklägerin
auf=
retende Frau, behauptet, daß ihr Junge eine außerordentlich größe
Zahl von Schlägen bekommen habe. Die Zeugin ſchränkte aber jetzt
hre Behauptung ein. Der nächſte Zeuge, der frühere Belaſtungszeuge
Volksſchullehrer Meyer aus Bukow, bekundete, daß er im Ort
Nach=
eiliges über das Landerziehungsheim gehört hätte, ſo daß Lützow mit
ſen Schülern Arm in Arm gehe, und dann, daß er mit einem Schüler
ine Wette abgeſchloſſen hätte, die dahin ginge, daß der Scheiler, wenn
* eine Mathematikaufgabe löfe, eine Tafel Schokolade bekäme, im
an=
ſern Falle würde er an das Bett gebunden werden. Nachdem es ihm
ſelungen ſei, einen in der Anſtalt tätigen Junglehrer zu einem
Vor=
jehen zu veranlaſſen, habe er Geheimrat Schneider auf die Dinge
auf=
nerkſam gemacht. Dieſer habe erwidert, er verſtehe von Lützow nicht,
ſenn er wiſſe doch, daß bei einer Wiederholung ſein Bleiben in Bukow
inmöglich ſei. Weiterhin wurde ein 16jähriger Schüler vernommen,
eer ausſagte, er habe mehrfach ſchlechte Arbeiten geliefert, und da habe
s Schläge gegeben. Vorſitzender: „War Ihnen auch der Ausdruck
Trommelfeuer bekannt?” Zeuge: „Ich habe es nicht bekommen, aber
ſavon gehört. Das war ein Prügeln ſchnell aus dem Handgelenk.”
luch dieſer Zeuge bekundete, daß nach der Verabfolgung der Schläge
ſer Angeklagte ihm die Hand auf die Schulter gelegt und begütigend
ſeſagt hätte: „Nun wollen wir wieder gut ſein.” Nach weiteren,
ziem=
ich belangloſen Ausſagen wurde die Verhandlung auf Samstag
rüh 9½ Uhr vertagt.
Samstag, den 27. Februar 1926
Eine neue mutige Tat deutſcher Geeleute.
Die Stadt Jaffa aus großer Gefahr gerettet
DD. Hamburg. Wie die „Hamburger Nachrichten” melden,
vollbrachte der Hamburger Dampfer „Olga Siemers”, am
28. Januar eine Tat, die ſich würdig an die der „Weſtphalia” anreiht.
Die „Egyptian Gazette” vom 9. Februar veröffentlicht darüber eine
Zuſchrift, die folgende Einzelheiten enthält: Am 28. Januar brach auf
dem Segelſchiff „El Oneh”, das eine Ladung Petroleum und Benzin
an Bord hatte und zwiſchen acht großen Dampfern auf der Reede von
Jaffa, nicht weit von der Stadt vor Anker lag, plötzlich Feuer aus,
das mit furchtbarer Schnelligkeit um ſich griff. Die Hafenbehörde und
die Einwohner der Stadt wurden angeſichts der der Stadt und den
vor Anker liegenden Schiffen drohenden ungeheuren Gefahr von einer
Panik ergriffen. Vergebens verſuchte die Hafenverwaltung das
Schiff fortzuſchaffen. Der Dampfer „Olga Siemers”, der Siemers=
Levante=Linie, lag ungefähr 60 Meter von dem brennenden Segler
entfernt. Der Kapitän des Dampfers, Paul Hanſen beſchloß bei
der drohenden Gefahr, ſofort einzugreifen und den Segler von der
Reede abzuſchleppen. Er verſtändigte ſich mit einem kleinen in der
Nähe liegenden Boot und übergab ihm ein Schlepptau, das unter großer
Lebensgefahr auf dem brennenden Schiff feſtgemacht wurde.
Unmittel=
bar hierauf lichtete „Olga Siemers” die Anker und fuhr mit dem
brennenden Schiff im Schlepp aus dem Hafen. Kapitän
Hanſen war ſich über die Gefahr für ſich und ſeine Leute vollkommen
im Klaren, da jeden Augenblick auf dem brennenden Schiff eine
Explo=
ſion erfolgen konnte. Tatſächlich war „Olga Siemers” bald von einem
Flammenmeer umgeben. Kapitän Hanſen beabſichtigte, das brennende
Schiff weit vom Land abzufchleppen, aber nach einer Fahrt von wenig
mehr als zwei Seemeilen brach die Troſſe. Das Segelſchiff war jedoch
ſchon ſo weit abgeſchleppt, daß keine Gefahr mehr für die vor Anker
liegenden Dampfer beſtand. „Olga Siemers” kehrte dann zu ihrem
Ankerplatz zurück, und anderthalb Stunden ſpäter fand auf dem Segler
eine furchtbare Exploſion ſtatt. — Der
Diſtriktskom=
miſſar von Jaffa hat am 30. Januar an Kapitän Hanſen
folgendes Schreiben gerichtet: „Ich habe den Wunſch, Ihnen den
Dank der Ortsverwaltung für die wertvolle Hilfe zu übermitteln, die
Sie durch das Abſchleppen des Seglers „El Oneh” geleiſtet haben, auf
dem auf der Reede von Jaffa Feuer ausbrach. Ihrem ſofortigen
Ein=
treten und Ihrer Hilfsbereitſchaft iſt die Abkehr einer großen Gefahr
von der Stadt zu verdanken, wofür Ihnen außerordentliche
Anerken=
nung gezollt wird. Auch der Bürgermeiſter von Jaffa hat mich
ge=
beten, namens aller Einwohner der Stadt ſeinen Dank für die von
Ihnen geleiſtete Hilfe ausſprechen zu wollen. Ein genauer Bericht über
den Vorfall und Ihre Tat wird der Zentralvegierung eingereicht
werden.”
Wiederaufnahme des Fechenbach=Prozeſſes beantragt.
c. Berlin. Nach Blättermeldungen aus München hat
Fechen=
bach nunmehr den Wiederaufnahmeantrag gegen das Urteil des
Volks=
gerichts I vom 20. Oktober 1922, das auf elf Jahre Zuchthaus und zehn
Jahre Ehrverluſt lautete, durch ſeinen Verteidiger einreichen laſſen.
Ueber den Antrag entſcheidet in erſter Inſtanz das Landgericht
Mün=
chen I, auf ſofortige Beſchwerde in zweiter Inſtanz das Reichsgericht.
Die neue Hauptverhandlung ſelbſt würde vor das Reichsgericht kommen.
Schwere Ausſchreitungen der Moſelwinzer.
WSN. Bernkaſtel. Für Donnerstag nachmittag 4 Uhr war
hier eine Winzerverſammlung anberaumt, in der u. a. die
Reichstagsabgeordneten Prälat Kaas und v. Guerard ſprechen
ſollten. Schon vor Beginn der Verſammlung ſtrömten Hunderte von
Winzern aus den umliegenden Dörfern in Bernkaſtel zuſammen. Es
hatten ſich ſchließlich 1500 bis 2000 Perſonen angeſammelt, die unter
Vorantragung einer ſchwarzen Fahne und unter Mitführung zahlreicher
auf die Not der Winzer Bezug nehmenden Schilder vor das
Finanz=
amt zogen. Aus einem bisher noch nicht aufgeklärten Anlaß begann
plötzlich ein allgemeines Steinbombardement auf die
Fen=
ſter des Finanzamts. Alle Fenſterſcheiben wurden eingeworfen,
und ehe noch die drei herangezogenen Landjäger etwas ausrichten
konn=
ten, ſtürmte die Menge das Finanzamt, mißhandelte die ſich
entgegen=
ſtellenden Finanzbeamten, warf alle in den Zimmern befindlichen
Ge=
genſtände und Akten auf die Straße, wo ſie aufgeſtapelt und in
Brand geſteckt wurden. Der Zug begab ſich dann nach der
Finanzkaſſe, die gleichfalls geſtürmt wurde. Auch hier wurden alle in
der Kaſſe befindlichen Gegenſtände, darunter auch der Geldſchrank auf
die Straße geſtürzt und alles Brennbare angezündet. Dann ging es
auf die andere Moſelſeite zu dem dort liegenden Zollamt, wo ſich
ähn=
liche Vorgänge abſpielten. Später fand die angekündigte Verſammlung
ſtatt, die unter großer Erregung, jedoch ohne beſondere Störung verlief.
Der Landesverband für das Dachdeckerhandwerk Südweſt=
Deutſchlands,
Sitz Neuwied, hält am 27. und 28. Februar in Aachen, im Hotel
„Großer Monarch”, Büchel Nr. 51, ſeinen 30. Landesverbandstag ab.
Außer den üblichen geſchäftlichen Angelegenheiten werden u. a.
behan=
delt: Tariffragen im Dächdeckerhandwerk, handwerkliche
Gegenwarts=
fragen (Geſetzentwurf zur Förderung des Preisabbaues uſw.),
Auf=
gaben und Tätigkeit unſeres Reichsverbandes, Fachſchulweſen, Entwurf
einer Meiſterprüfungsordnung im Dachdeckerhandwerk, organiſatoriſche
Fragen u. a. m.
Verhaftete Mörder.
Hamburg. Der des Mordes an der Frau Frieda Timm in
Hamburg Dorotheenſtraße, verdächtige Ingenieur Wilhelm
Dick=
mann und deſſen Sohn wurden in Lavenberg in Pommern
ver=
haftet. Beide waren ſeit dem Mordtage am 26. Januar flüchtig.
Sie werden von dem dortigen Amtsgericht nach Hamburg übergeführt.
* Ein Rieſenprozeß.
r. Prag. Vor dem Prager Schwurgericht begann der Prozeß
gegen mehr als 60 Einwohner des tſchechiſchen Ortes Kamilow
bei Königſtadl, die ein regelrechtes Brandlegerkomplott
ge=
bildet und ihre Anweſen nach ausgiebiger Verſicherung angezündet
hat=
ten, um in den Beſitz der Verſicherungsſumme zu gelangen. In
Wirk=
lichkeit wurde nur an einen der Abbrändler durch die
Verſicherungs=
anſtalt Schadenerſatz ausgezahlt, weil die Nachforſchungen über die
ge=
radezu ſerienweiſe in Erſcheinung tretenden Brände in Kamilow
er=
gaben, daß ausnahmslos Brandſtiftung vorlag. Gegen 70 Perſonen
wurden deshalb in Haft genommen. Der Prozeß dauert einige Tage.
G
* Einfache Mittel.
Aufſig a. d. E. (Böhmen). Die politiſche Bezirksverwaltung in
Auſſig hat die Abhaltung der für den 28. d. M. vom Deutſchen Verband
und von allen deutſchen nichtmarxiſtiſchen Parteien angeſagten
Ein=
ſpruchsverſammlung gegen die in ihren Auswirkungen gegen die
deutſche Sprache in Böhmen geradezu kataſtrophale Sprachenverordnung
verboten.
Abſturz eines italieniſchen Bombenflugzeuges.
TU. Bern. Auf dem Flugplatz bei Turin iſt ein großes
Bomben=
flugzeug bei Sturzflügen abgeſtürzt und verbrannt. Beide Inſaſſen
konnten nur als verkohlte Leichen geborgen werden.
Den Zeitungen, die in Eberſtadt zur Verteilung gelangen, liegt heute
ein Flugblatt der Allgemeinen freien Wählervereinigung bei. (3020
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Strauß: „Die Tauben von San Marco‟, Polka. 4. Mendelssohn: „
Vene-
zianisches Gondellied”. 5. Tschaikowsky: „Capriccio italien” 6. Joh,
Strauß: „Lagunenwalzer”. 7 Tschaikowsky: „Baccarole‟, 8. Offenbach:
Barcarole aus „Hoffmanns Erzählungen”. X 5.47—6.15: Lesestunde. Aus
dem Roman „Die Regulatoren im Arkansas” von Gerstäcker, X 6.15—6.45:
Stunde des Südwestdeutschen Radio-Clubs. X 6.45—7.10: Stenographischer
Fortbildungskursus. X 7.10—7.30: Umschau über die Fortschritte in
Wissenschaft und Technik. X 7.30—8: Rechtsanwalt Dr. Hoeniger: „Das
Betriebsrisiko im Arbeitsvertrag‟ X 8—9.30: Ubertragung von
Wias-
baden: Konzert im Kurhaus. X 9.30—10.30: Chorkonzert des „Klub
Harmonie” der Opelwerke Rüsseisheim, X Bis 12: Ubertragung anz
Berlin: Tanzmusik.
Stuttgart.
Samstag, 27. Febr. 2: Schallplattenkonzert. X 3: s Greile rc
Strümpfelbech erzählt. Rundfunkorch. X 4.15: Tanzmusik. Mitw.: Helene
Brandt-Schüle, H. WVerder, Philharc. Orch. 6.30: Dramaturg.
Funk-
stunde (Oper). X 7: Fr. C. Endres: Neuer Orient, Griechenland.
X 7.30: Morse-Kursus. X 8: Kammervereinig, d. Philharm. Orchesters.
Sonate op. 5 Nr. 2 (Beethoven); 2. Serenade op. 10 (Dohnanxi);
3. Streichguartett in F-dur op. 96 (Dvorak). Ausf.: Prof. Indig u. Frau,
Konzertm. C. Heß (Bratsche), Konzertm. H. Weil (Cello), A. Haagen
(Klavier), X 9.30: Funkbrettl. Mitw.: Hilde Binder, Maria Fieohtl, Kittw
Rolfen, F. Forster, F. Schätzler, C. Struve, H. Mönch, H. Werder, P. Künstner,
Rundfunkorch. 1. Our. „Dichter und Bauer” (Suppé); 2. Sei gegrüßt, du
blühender Tannenforst (Weinzierl); 3. Frühling in Wien (Stolz); 4. Im
Januar, im März, April (Benatzky); 5. Chili-Bombom (Donaldsen); 6. Die
Gretchenfrisur (Robitschek); 7. a) Serenade, b) Souvenir (Drdla); 8. Dös
is a Vein (Engel-Berger); 9. Balletsuite (Popy); 10. Ein Abend am
Traunsee: 11. Das Versprechen hinterm Herd. Singspiel von Baumann.
12. Walzer a. Czardasfürstin” (Kalman); 13. O Römerin; 14.
Zigeuner-
lied (Robitschek); 15. In ein Kloster will ich gehen (Léhar); 16. Abends
in dem kleinen Städtchen (Benatzky); 17. Im Tingel-Tangel (C. Strure);
18. Heinzelmännchens Wachtparade (Eulenberg).
Berlin.
Sonnabend, 27. Febr. 4.30: Die Violin-Sonate, 1. Bach: Sonaté
C-moll. — 2. Platter (geb. um 1700): Sonate E-moll (Konzertm.
Wolks-
thal, Violine; Philipp Jarnach, Klavier). — 5: Heitere Stunde (Lilly
Flohr, Sopran; Paul Schneider-Duncker: Robert Koppel, Rez.). — Lilly
Fjohr. X 6.45: Esperanto. + 7.15: MeCizinisch-hygienische Plauderei
(San.-Rat Dr. Paul Frank), + 7.45: Prof. Dr. Diethe: „Das farbige
Kinobild‟. X 8.30: Konzert des Musikkorps des III. Bataillons 9. (Preuß.)
Inf.-Regt. 1. Kunstmärsche: a) Schubert: Militärmarsch Nr. 1:
b) Gounod: Hochzeitsmarsch und Brautgesang aus „Romeo und Julia”:
() Strauß: Königsmarsch; d) Wagner: Marsch und Chor aus „
Tann-
häuser‟. — 2. Präsentiermärsche: a) Altpreußischer Präsentiermarsch;
h) Hackenberger: Flamme empor, — 3. Langsamer Marsch: a) Roland:
Parademarech der Langen Keris aus „Friederieus Rex”; b) Möllendork:
Kavallerie-Parademarsch Nr. 1. 4. Geschwindmürsche: a) Rossini:
Marsch aus der Oper „Moses‟: b) Marsch aus Petersburg (1837); c) Joh.
Strauß: Radetzkymarsch; d) W. Kollo: Lindenmarsch aus „Drunter und
drüber‟ X 10.30: Tanzmusik. — Künigswusterhausen. 3: Prof.
Dr. Amsel und Oberschulleiter Westermann: Einheitskurzschrift. 3.30:
Dr. Belius, Referentin im Landwirtschaftsministerinm: Entwicklung des
ländlichen Fraueubildungswesens in der Jetzzeit, X 4: Dipl.-
Gartenlau-
inspektor Günther: Allgemeine Vorbedingungen für erkolgreichen
Obst-
bau. + 4.30: Hetti Walther, Vorsteherin der hauswirtschaftlichen
Abteilung des Lettevereins: Unser tüglich Brot.
Preußiſch=Süddeutſche Kſaſſenlotterie.
20, Tag der 5. Klaſſe. In der Vormirtags=Ziehung vom
25. Februar fielen: 4 Gewinne zu 10000 Mk. auf Nr. 89 455,
157 156; 4 Gewinne zu 5000 Mk. auf Nr. 242 295, 255 902; 10
Ge=
winne zu 3000 Mk. auf Nr. 14 816, 50 113, 88517, 205 508, 291 121,
16 Gewinne zu 2000 Mk. auf Nr. 11211, 40 113, 115 660, 153 760,
178 265, 183 084, 254 251, 258877; 28 Gewinne zu 1000 Mk. auf Nr.
11309, 31 973, 64 090, 97 842, 98 343, 111 293, 126 117, 144 659,
163 415, 174 748, 188 616, 203 705, 204 695, 246 144; ferner 96
Ge=
winne zu 500 Mk. und 166 Gewinne zu 300 Mk. — In der
Nachmit=
tags=Ziehung fielen: 4 Gewinne zu 5000 Mk. auf Nr. 219 125,
240 578; 4- Gewinne zu 3000 Mk. auf Nr. 86 522, 201581; 10
Ge=
winne zu 2000 Mk. auf Nr. 80 605, 89944, 188242, 254 675, 285 390;
28 Gewinne zu 1000 Mk. auf Nr. 1539, 2328, 8917, 15 532, 15 727,
18760, 37 911, 72819, 79 218, 97 577, 100 852, 128 32, 158 263,
183 243; ferner 104 Gewinne zu 500 Mk. und 220 Gewinne zu 300 Mk.
— Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000
Mark, 4 Gewinne zu je 10000 Mk., 19 zu je 3000 Mk., 16 zu je 2000
Mark, 42 zu je 1000 Mk., 144 zu je 500 Mk. und 340 zu je 300 Mr.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve
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Verantwortlich für den Inſeratenteil; Willy Kuhle
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt.
Die hentige Nummer hat 20 Geiten.
Maz Zuund Zuli Heuc. Sapt.. Okk. Nov. Dez. Hack der Seit Ein= assree Sttng führung vom 1.( k4. 25 Die urlosrlkakrEdef
ALO OILOEIA
beweist besser als Worte
die dauernd ſteidende
Mnetkennung
Geite 12
Samstag, den 22. Februar 1926
* Der kaiferliche Schatz von Nara.
Von
Dr. Ernſt Zeh.
Im Tempelbezirk des im 8. Jahrhundert erbauten
Todaiji=
kloſters von Nara ſteht ein von Mauern umgebener und
mili=
täriſch bewachter, auf einem Pfahlwerk lagernder rieſiger
Block=
bau; der Shoſoin, d. h. in etwas umſchriebener Ueberſetzung „ein
Bau, in dem man verſchiedene Gegenſtände aufbewahrt”. Wohl
verwahrt und verſiegelt ſind die tuchtigen Turen. ein
Licht=
ſtrahl dringt durch eine Fenſterluke ins Innere; geheimnisvoll
die Tempelpilger abwehrend liegt der von uralten Bäumen
be=
ſchattete Bau mit ſeinen altersgrauen Bohlenwänden da wie ein
foſſiles Rieſentier. Eine rauhe Schale um einen im Tageslicht
mir märchenhafter Pracht erſtrahlenden Inhalt! Der Shoſoin von
Nara hat nichr ſeinesgleichen mehr auf Erden. Iſt er doch die
älteſte, niemals von menſchlicher Habgier angetaſtete
Schatzkam=
mer der Welt, angefüllt mit der ganzen beweglichen
Hinterlaſſen=
ſchaft des japaniſchen saiſers Shomu (724—749)! Nach dem
Tode dieſes Faiſers im Jahre 756, der nach 24jähriger Regierung
auf den Thron derzichtet und ſich als budohiſtiſcher Mönch hatte
einkleiden laſſen, ſtiftete ſeine Tochter, die Kaiſerin Kolen, das
geſamte weltliche und religiöſe Palaſtgerät ihres kaiſerlichen
Vaters dem im Kondo, der goldenen Halle, des Todaijikloſters
thronenden Roſhana=Buddha. Der Roſhana=Buddha (ind.
Lo=
cana) iſt eine görtliche Perſonifikation der Gemeinſchaft (Sangha)
der gläubigen Buddhiſten. Vermehrt wurde dieſe Stiftung
noch durch reiche Geſchenke der Kaiſerinwitwe Komyo, daß „um
dieſer verdienſtvollen Handlung willen die abgeſchiedene Seele
des Kniſers Hilfe finde und der heilige Wagen ſchnell in das
juwelengleiche Land, im Herzen der Lotosblumen gelange, wo
ſeine Seele ewiges Entzücken genießen möge‟. Hohen Beamten
wurde die Aufſicht des koſtbaren Schatzes anvertraut; ein
um=
ſtändliches Zeremoniell war bei der Oeffnung und Lüftung
vor=
geſchrieben. Nur Auserwählten wurde der Beſuch des Shoſoin
geſtattet, und dieſe Vergünſtigung wurde nur einmal von jedem
Kaiſer während ſeiner Regierungszeit erteilt. Galt doch der
Shoſoin als japaniſches Nationalheiligtum, als „myſtiſche
Erb=
ſchaft” von Kaiſer an Kaiſer! Keiner von den Weltreiſenden mit
Ausnahme Fenolloſas, der ſchon in den achtziger Jahren den von
der weſteuropäiſchen Ziviliſation geblendeten Japanern die
Augen wieder öffnete für ihre ſo hochſtehende künſtleriſche
Ver=
gangenheit, ahnte die univerſale Bedeutung der im Shoſoin
ſchlummernden Schätze für die geſamte aſiatiſche Kunſt, bis der
Präſident des kaiſerlichen Muſeums in Tokio, Mikaku Matano,
den Shoſoin in einem 6bändigen Foliowerk in den Jahren 1908
bis 1910 herausgab unter dem Titel „Toyei Shuko”, „das Licht
der Juwelen auf den göttlichen Inſeln, der öſtlichen See‟ *)
Ueberſchwenglich ſcheint uns ſolcher Titel zu ſein. Doch wer ſich
nur einmal vertieft hat in den unerhörten Reichtum dieſer
monu=
mentalen japaniſchen Veröffentlichung, die uns auf 376 Tafeln
teils im Lichtdruck, teils in der mit unſeren europäiſchen
Repro=
duktionsverfahren ſo meiſterlich kombinierten japaniſchen
far=
bigen Holzſchnitt=Technik mit 588 Gegenſtänden des über 3000
Nummern zählenden Schatzes bekannt macht, wird dieſe poetiſche
Einführung der Shoſoin=Veröffentlichung ohne Zögern
unter=
ſchreiben. Spiegelt ſich doch in den Schätzen des Shoſoin in einer
beiſpielloſen, in der Kunſtgeſchichte einzig daſtehenden
Zuſam=
menfaſſung eine der glänzendſten Kulturepochen der Menſchheit
wieder: die von lebendigſter Geiſtigkeit durchdrungene Zeit der
großen Kaiſer der Tang=Dynaſtie (618—907). Wir müſſen etwas
weiter ausholen, ſolche Behauptung zu begründen. Setzt es doch
Ereigniſſe von weltgeſchichtlicher Bedeutung voraus, wenn uns
das im Shoſoin geborgene und noch erhaltene gefamte
Palaſt=
inventar eines japaniſchen Kaiſers eine unverfälſchte
Vor=
ſtellung von dem märchenhaften Glanz am Hofe der
chineſi=
ſchen Tangkaiſer zu geben vermag.
In das Jahr 552 fällt das für die geſamte japaniſche
Ge=
ſchichte wohl denhwürdigſte Ereignis: der König Seimei von
Kudara (Korea) ſandte dem japaniſchen Kaiſer Kimmei (540 bis
557) als Geſchenk die für den buddhiſtiſchen Kult notwendigen
Tempelgeräte: ein Buddhaſtandbild aus Gold und Bronze,
buddhiſtiſche Schriften, Gebetsfahnen und Baldachine. Wohl
be=
ſtanden ſchon vorher Beziehungen des noch nicht buddhiſtiſchen
Japan zum aſiatiſchen Feſtland; buddhiſtiſche Miſſionare, aus
China und Korea hatten ſchon vor dem denkwürdigen Jahr 552
japaniſchen Boden betreten und ſich hier als freie Untextanen des
Kaiſers dauernd niedergelaſſen, wie auch wiederholt chineſiſche
und koreaniſche Kunſthandwerker, beſonders Brokatweberinnen
und Lederarbeiter von dem noch auf der Stufe einer barbariſchen
Halbkultur ſtehenden japaniſchen Inſelreich freudig
aufgenom=
men wurden. Durch das im Jahre 552 angebotene Geſchenk des
koreaniſchen Königs wurde nun aber das japaniſche Kaiſerhaus
dazu gedrängt, offen Stellung zu nehmen zu der vom Feſtland
verkündeten Lehre Buddhas, die im vierten nachchriſtlichen
Jahr=
hundert von China aus in Korea Eingang gefunden hatte. Der
japaniſche Kaiſer Kimmei und die Notabeln des dem kaiſerlichen
Hauſe blutsverwandten Sogageſchlechtes entſchieden ſich für die
Annahme der von Korea überſandten buddhiſtiſchen Heiligtümer.
Doch nicht kampflos konnte ſich die neue Lehre in Japan
ausbrei=
ten. Das mächtige Adelsgeſchlecht der Muraji nahm ganz
ent=
ſchieden Stellung gegen die Aufnahme des Buddhismus mit der
Begründung, die nationalen Kami, die Geiſter der Ahnen,
wür=
den ob der Anbetung der landesfremden Gottheit in Zorn
ge=
raten und ſchweres Unheil über das Inſelreich bringen.
Stan=
den doch die Muraji an der Spitze des einheimiſchen
Shinto=
kults. „Shin=to” „Weg der (Landes=) Götter”, nannte man
nämlich ſeit dem Eindringen des Buddhismus den nationalen
Natur= und Ahnendienſt im Gegenſatz zu „Butſu=to”, dem „Weg
*) In engliſcher Sprache erſchienen 1910 3 Bände: Toyei
Shuko: An illustratod catalogue of the Imperial treasury
called She
1at Nara. Tokyo 1910.
Buddhas”, der neuen Lehre. Doch Buddha ſiegte in dieſem
Nin=
gen. Im Jahre 627 ſtanden bereits 46 buddhiſtiſche Tempel,
die mit der Pracht ihrer künſtleriſchen Ausſtattung die
einheimi=
ſchen primitiven Shintotempel ganz in den Schatten ſtellten. Und
im Jahre 674 erließ Kaiſer Temmu eine Verfügung, nach der in
jedem Haus ein Altar zur Verehrung Buddhas aufgeſtellt
wer=
den mußte.
Mit dem Sieg des Buddhismus, der aber keineswegs zu
einer Verdrängung oder gar Bekämpfung des einheimiſchen
Shintoismus führte, iſt nun Japan „das Wachs, in das China
ſein Siegel einprägt”. Welch einen unwiderſtehlichen Eindruck
mußte doch auch in jener Zeit die hohe, verfeinerte Kultur Chinas
auf die ia jederzeit ſo aufnahmefähigen Japauer machen! Hatte
doch das vorbuddhiſtiſche Japan noch keine hohe Kunſt, keine
Schrift, keine Städte, kein geſchriebenes Necht uſw. wie China!
Im Jahre 622 aus China zurückkehrende Japaner erſtatten
be=
wundernd der Kaiſerin Suſto Bericht von dem Geſehenen:
„Das Land der großen Dang iſt ein ſeltſames Land, aufs reichſte
mit Geſetzen und Regulativen ausgeſtattet. Wir müſſen ſtets
mit ihm in Verbindung bleiben.‟ Dieſe überragende kulturelle
Vormachtſtellung Chinas hat auf ſtaatspolitiſchem Gebiet vor
allem dazu geführt, daß die japaniſchen Kaiſer ihre ganze Kraft
einſetzten, nach dem Muſter des chineſiſchen Kaiſerhofes den
vor=
buddhiſtiſchen feudalen Geſchlechterſtaat Japans in einen
zentta=
liſierten kaiferlichen Beamtenſtaat umzuwandeln.
Dieſe Revolution von oben ſetzte bereits ein mit den
Re=
formperſuchen des für den Buddhismus glühend begeiſterten,
hochbegabten Prinzen Umayado, der für die ihm verwandte große
Kkaiſerin Suiko (592—628) die Regentſchaft führte. Zwar drang
Umahado, der Erbquer der erſten großen Buddhatempel bei
Oſaka und Nara, nach der Ueberlieferung ſelbſt ein für den
buddhiſtiſchen Kult tätiger Künſtler, in der japaniſchen Geſchichte
allgemein bekannt unter dem in der Tat verdienten poſthumen
Ehrentitel „Shotoku=Taiſhi” „der hochweiſe und tugendvolle
Kronprinz”, nicht durch; ja er mußte ſein entſchiedenes Eintreten
für die Einführung der chineſiſchen Staatsverfaſſung mit dem
Untergang ſeines Geſchlechtes bezahlen. Erſt unter dem Kaiſer
Kotoku (645—654) fanden nach erbitterten Kämpfen dieſe
Reform=
verſuche in der ſogen. Taikwa=Reform ihren Abſchluß. Welch
eine umwälzende Bedeutung der Einbruch der chineſiſchen Kultur
für das ganze Leben des japaniſchen Volkes hatte, beſagt die
offizielle japaniſche Benennung dieſer Umwandlung des
Ge=
ſchlechterſtaates mit ſeinem erblichen Staatsämtern in einen
zen=
traliſtiſch regierten Staat mit bezahlten und jederzeit abſetzbaren
Beamten; denn Tai=kwa heißt nichts anderes als „große
Ver=
änderung‟ Dieſer „großen Veränderung” der japaniſchen
Staatsverfaſſung entſprach nun auch eine ebenſo radikale
An=
nahme chineſiſcher Kultur auf allen Gebieten religiöſer und
pro=
faner Lebensführung.
China war in jener Zeit die herrſchende Kulturmacht
Aſiens und übertraf, „den Glanz, den die Khane und Kalifen
in Samarkand, Damaskus und Bagdad entfalteten‟. Nach
einer kurzen Vorblüte unter der Sui=Dynaſtie (588—618),
die China nach jahrhündertlanger politiſcher Zerriſſenheit
wie=
der einte, wurde das „Reich der Mitte” unter der Tangdynaſtie
(618—907) der blühendſte und mächtigſte Kulturſtaat der Welt.
Ueber das Pamirgebirge hinaus reichte das Machtwort
Tai=
tſungs (627—649); 88 Staaten Transkaſpiens erkannten die
Oberhoheit Chinas an. Die damalige Hauptſtadt Changan, das
heutige im reichgeſegneten Wei=ho=Tal gelegene Tſinangfu, auch
jetzt noch eine der größten Städte Chinas, war der kulturelle
Sammelpuntt Aſiens. Geſandte der byzantiniſchen Kaiſer, der
Kalifen und zahlreicher indiſcher Fürſten, erſchienen am
glänzen=
den Hofe der Tangkaiſer. Der geradezu univerſalen Ausdehnung
dieſes Nieſenreiches entſprach auch die weitherzige Toleranz der
Dangkaiſer, die den Vekennern aller Religionen gleiches
Afyl=
recht gewährten; in den chineſtſchen Städten erhoben ſich die
Kirchen, Moſcheen und Tempel von ſyriſchen Neſtorianern,
ugri=
ſchen Manichäern, Muhammedanern, indiſchem Buddhiſten und
traniſchen Parſen. Als ein einſamer ehrwürdiger Zeuge jener
toleranten Herrſchaft der Dangkaifer ſteht heute noch in
Tſi=
nangfu das von Neſtorianern i. J. 781 zur Erinnerung an die
huldvolle Aufnahme in Changan, wohin ſie 635 unter dem Mönch
Olupun gekommen waren, und an das Emporblühen ihrer
Ge=
meinde errichtete Steindenkmal „Tching=tchiaopei”, „der Stein
himmliſcher Verehrung”, in deſſen vom Kaiſer ſelbſt genehmigter
Inſchrift die hohen Lehren der chriſtlichen Neſtorianer vor ganz
China gefeiert werden. Und eine noch heute erzählte Anekdote
(überliefert von A. Tafel in ſeinem wiſſenſchaftlich ſo
zuverläſ=
ſigen Buch „Meine Tibetreiſe”), illuſtriert vortrefflich die Pflege
friedfertiger Beziehungen der Dangdynaſtie zu fremden
Nationen. So ſoll der erſte Dangkaiſer Kao=tſu (618—626) den
Austauſch von 300 chineſiſchen Jünglingen gegen 300 junge
Mu=
hammedaner gewünſcht haben, was auch geſchah. Aber den
jungen Weſtaſiaten wollte kein Chineſe in Changan ſeine
Toch=
ter zur Frau geben. Da ließ der Kaiſer in ſeinem Palaſt eine
große Theaterfeſtlichkeit veranſtalten, bei der nur Frauen zuſehen
durften; aber während des Spiels ſtürzten die heimlich
verſteck=
ten jungen Muhammedaner herbei, und jeder konnte ſich mit
Einverſtändnis des Kaiſers ein Mädchen rauben und heiraten.
Und ſeit dieſer Zeit leben Chineſen und Muhammedaner „
ein=
trächtig”*) zuſammen. Perſiſche, jüdiſche, arabiſche Händler
ſiedelten ſich in den großen Handelsſtädten des chineſiſchen
Welt=
reiches an. Ja, in dem bunten Gewimmel fremder Söldner,
Ma=
gier und fahrender Leute am Hofe in Changan tauchten ſogar
rothäutige Indianer auf. Künſte und Wiſſenſchaften blühten in
dieſem Goldenen Zeitalter der chineſiſchen Kulzur. Changan war
*) Den meiſt aus Turkeſtan, Kaſchmir und Samarkand in
China eingewanderten Muhammedanern ſollen ſchon nach dem
Tode der erſten Dangkaiſer die Chineſen ihre Töchter als Frauen
wieder verweigert haben. Nach dem furchtbaren Aufſtand der
Muhammedaner, der ſogenannten Dunganen, ſanken die meiſten
zu Bettlern herunter, da ſie keine chineſiſche Stadt in ihren
Mauern mehr dulden wollte.
Nummer 38
die Weltuniverſität Aſtens; ſelbſt aus Turkeſtan und Tibet kamen
die Scholaren herbei. Wer kennt heute nicht die klaſſiſchen,
lori=
ſchen Dichtungen des trunlenen himmliſchen Zechers Li=Tai=voh
(699—762) und des ſchwermütigen Tu=Fu (712—770), deren
Lie=
der wie Weihrauch am Throne der Tangtaiſer emporſtiegen!
Ebenbürtig ſtanden ihnen zur Seite die Meiſter der Malerei,
allen voran Wang Wei (699—759), der auch Muſiker und Dichter,
und Wu Tao=tſe. Und keine noch ſo farbenprächtige und den
hiſto=
riſchen Tatſachen entſprechende Schilderung dürfte uns die letzte
Vergeiſtigung der Dangkultur tiefer ahnen laſſen, als jene
er=
habene Legende, die den Meiſter Wu Tao=tſe ſo aus dem Leben
ſcheiden läßt, daß er vor den erſtaunten Augen ſeines kaiſerlichen
Herrn hineinſchreitet in eine ſich geheimnisvoll öffnende Grotte
auf einem von ihm.gemalten Wandbild des kaiſerlichen Palaſtes.
um ſo für immer einzugehen in die geiſtige Realität ſeiner
eige=
nen ihm vom Himmel eingegebenen Schöpfung.
Aber von der märchenhaften Pracht der Sui= und
Tang=
zeit ſind auf chineſiſchem Boden nur jene Denkmäler erhalten
ge=
blieben, die, in die Felſen und Höhlen wilder Gebirge gemeißelt,
der Zerſtörung trotzten. Und wir würden wohl von
orienta=
liſcher Uebertreibung ſprechen müſſen, wenn wir die
farben=
glühenden Schilderungen der Dangzeit allein auf dieſe
hand=
werksmäßig ausgeführten bildhaueriſchen Maſſenarbeiten
be=
ziehen mußten. Nur in den Grotten von Lung=ien lernen wir
in einem großartigen Prozeſſionsrelief vom Jahre 642 die
Hoſ=
geſellſchaft der Dangzeit tennen. Dieſes Dentmal bedeutet für
unſere Anſchauung von dem hochkultivierten Menſchentum jener
Zeit ſehr viel; aber es iſt nicht mehr, als wenn uns vom
Peri=
tleiſchen Zeitalter nichts erhalten wäre als Bruchſtücke des
Frieſes vom Parthenon. Und ſelbſt die Grabplaſtik der
Dang=
zeit, die in den letzten Jahrzehnten wieder ans Tageslicht kam,
und deren künſtleriſchen Schwung wir nicht minder hoch
ein=
ſchätzen und bewundern wie die beſten griechiſchen Terratotten,
vermag unſerer hochgeſpannten Vorſtellung von der künſtleriſchen
Hochkultur der Tangzeit keinen Erſatz zu bieten.
Unwieder=
bringlich wäre die tünſtleriſche Kultur der Dangzeit in ihren
Höchſtleiſtungen für unſere Anſchauung verloren, hätte ſich nicht
„Nippon”, „das Land der aufgehenden Sonne”, (der offizielle
Name Nippon für Japan ſcheint unter Shotoku aufgekommen
zu ſein) rüdhaltlos dem übermächtigen Einfluß „des Reiches der
Mitte” geöffnet und ſeine von der Tangkultur empfangene
künſt=
leriſche Hinterlaſſenſchaft treuer bewahrt, als China ſelbſt. So
ſehr war Japan bei ſeinem Eintritt in die aſiatiſchen
Hochkul=
turen der von China empfangende Teil, daß wir die im
Tempel=
bezirk von Nara noch ſtehenden Kunſtſchöpfungen, ſoweit ſie dem
7. und 8. Jahrhundert angehören, unbedenklich, als vollgültige
künſtleriſche Oſſenbarungen der Tangzeit anſprechen dürfen. Wie
ſehr die Japaner ſelbſt davon durchdrungen waren, daß das
ſaft=
ſtrotzende Reis der Dangzeit den kräftigen japaniſchen Wildling
der vorgeſchichtlichen Zeit veredelte, beweiſt die Tatſache, daß die
Chineſen heute noch von den Japanern „Tojins”, d. h. Tangleute
genannt werden. Es iſt ganz ausgeſchloſſen, daß die
monumen=
talen Bildwerke der buddhiſtiſchen Tempel Naras, die
weltent=
rückte Shaka (Buddha)=Trinität des Horyiuji=Tempels vom
Jahre 623, die anmutige Kwannon (Göttin der Gnade) des
Nonnenkloſters Chuguji, die erhabene Jakuſhi=Trinität in der
Goldenen Halle des Jakuſhiji=Kloſters, um nur einige Beiſpiele
zu nennen, die heute durch die vorbildliche Monographie von
With in denkbar beſten Abbildungen jedem nahegerückt ſind, der
Intuition japaniſcher Künſtler ihr Daſein verdanken. Gewiß
werden an dieſer aſiatiſchen Großplaſtik von phidiaſiſchem
Aus=
maß auch japaniſche Hände reichlich beſchäftigt geweſen ſein; aber
die Lehrmeiſter waren Koreaner und Chineſen, die den auf dem
aſiatiſchen Feſtland ausgebildeten Stil der Tangzeit auf
japani=
ſchen Boden verpflanzten. Erſt gegen Ende der ſogen.
Nara=
periode (710—794) macht ſich in den Bildnisſtatuen berühmter
Prieſter wohl eine national=iapaniſche Kunſt bemerkbar. Aber
gerade die Naraperiode iſt die klaſſiſche Zeit hellſter und noch
heute ſichtbarer Ausſtrahlung der großen Tangzeit auf das
japa=
niſche Inſelreich. Nicht Korea iſt jetzt mehr wie im 6.
Jahrhun=
dert die Brücke der Vermittlung chineſiſcher Kultur, ſondern ohne
Zwviſchenträger werden die engſten Beziehungen von Japan zu
China unterhalten. Schon in den Jahren 653/54 war der
japa=
niſche Prieſter Doſho in China ein Schüler des berühmten
Indienpilgers Hſüan=Tſang; Gembo lebte von 716—735 im „Land
der Mitte” und brachte mehr als 5000 Bücher und viele
Skulp=
turen mit in ſeine Heimat an den kaiſerlichen Hof. Auch
chine=
ſiſche Prieſter kamen in dieſer Zeit nach Japan, ſo Doſen i.
736 in Begleitung des indiſchen Prieſters Baramon Sojo und
Kwanſin i. J. 753, der auf Bitten japaniſcher Studierender
Japan beſuchte. Changan, die Hauptſtadt der Dangkaiſer, iſt
das Vorbild, nach dem die Kaiſerin Gemmei (708—714) in der
anmutigen Ebene von Yamato die erſte japaniſche Reſidenzſtadt
Nara mit einem Palaſt anlegen ließ. Und einer der glühendſten
Anhänger des Buddhismus und Verehrer der chineſiſchen
Tang=
kultur war der Kaiſer Shomu (724—48 + 756) mit ſeiner
Ge=
mahlin Komyo. Unter den Auſpizien dieſes frommen
Kaiſer=
paares wurde für den Todaijitempel in Nara das bronzene
Koloſſalſtandbild des Roſhana=Buddha aufgerichtet. Alle Stände
des Volkes, ſelbſt die Hofdamen, mußten ſich auf kaiſerlichen
Be=
fehl beteiligen an den ſo umfangreichen Arbeiten für dieſen
kühn=
ſten und größten Bronzeguß der Welt, zu deſſen Vergoldung
allein 20000 japaniſche Pfund dieſes koſtbaven Metalls
der=
braucht wurden. Scheidet nun auch dieſes mächtige Götterbild
wegen ſeiner plumpen und entſtellenden Reſtaurierung, die ihm
nach wiederholter Zerſtörung durch Feuer zuteil geworden war,
aus als ein Zeuge für die Bildnerei der Narazeit, die ja durch
andere beſterhaltene Bildwerke und ganz beſonders durch die zu
gleicher Zeit gegoſſene rieſige Bronzelaterne im Hofe des Todafi
noch glänzend repräſentiert wird, ſo wird ſolcher Verluſt doch
reichlich aufgewogen durch jene Stiftung des geſamten, im
Sho=
ſoin bis auf heute aufbewahrten Palaſtgerätes des Kaiſerpaares
an den Roſhana=Buddha. lind von den Schätzen des Shoſoin
leuchtet auch uns noch ein heller Schein aus Chinas größter Zeit.
(Schluß folgt.)
Dio geplagte Mausfrau muß entlastot werden!
Sie spart Mühe und Zeit, wenn sie zur Herstellung guter Suppen MAGGls Suppenwürfel verwendet. Das lange
Zurichten fällt weg. Auf einfachste Weise — nur noch durch Kochen mit Wasser — bereitet sie daraus
köstliche Suppen, achtet aber sorgsam auf die auf jedem Würfel beändliche Kochvorschrift. Große
Sorten-
auswahl, deshalb reiche Abwechslung. Würfel für 2 Teller 13 Pfg.
Zu dem am 19., 20. und 21. Juni 1926
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Nummer 58
Samstag, den 27. Februar 1926
Seite 13
Das Sportprogramm des Sonntags.
Fußball.
In Fortſetzung der Endſpiele um die ſüddeutſche Meiſterſchaft ſind
ir den kommenden Sonntag folgende Spiele angeſetzt. In Fürth:
zp. Vg. Fürth-Bayern München. In Saarbrücken: F. V.
Saar=
rücken-Karlsruher F. V. Die Fürther Begegnung wird aller
Wahr=
heinlichkeit nach die Vorentſcheidung in der ſüddeutſchen Meiſterſchaft
ringen. Das Können der Bayern hat ſich bisher gegen allerdings
vielſchwächere Mannſchaften in überzeugender Weiſe durchgeſetzt, am
oonntag aber werden die Münchener den untrüglichſten Beweis ihrer
erzeitigen Spielſtärke erbringen müſſen, da beiderſeits mit ziemlich
leichen Waffen gekämpft wird. Für Bayern ſpricht in dem Kampfe die
ei hohem techniſchen und taktiſchen Können größere Schnelligkeit
gegen=
ber den Fürthern. Die Fürther haben dagegen den in ſolch großen
pielen ausſchlaggebenden Vorteil des eigenen Platzes und den
mora=
ſchen Rückhalt an ihren Anhängern. Irgend etwas Beſtimmtes aber
ei dieſem ſicher Nerven aufreibendem Spiel vorauszuſagen, iſt unter
ſerückſichtigung der Imponderabilien, die vornehmlich auf
pſycholo=
iſchem Gebiet liegen dürften, wohl kaum möglich. In Saarbrücken
ird es gleichfalls einen ſehr harten Kampf geben, zumal beide
Mann=
haften mit ähnlichem Syſtem arbeiten. Letzten Endes wird hier die
rößere Durchſchlagskraft ausſchlaggebend ſein. Es würde uns nicht
undern, wenn dieſe gerade bei den Saarländern unter Berückſichtigung
rer Vertrautheit mit den ſandigen Bodenverhältniſſen ihrer Anlage
izutreffen ſei. Ein weiteres außerordentlich wichtiges Spiel findet in
kannheim am kommenden Sonntag ſtatt. Auf Grund der Verfügung
s Spielausſchuſſes des Süddeutſchen Fußballverbands ſtehen ſich auf
im V. f. R.=Platz hinter den Brauereien Hanau 93 und
Fußballſport=
erein in dem entſcheidenden Spiel um die Mainbezirksmeiſterſchaft
genüber. Die größere Ausſicht in dieſem Kampfe ſprechen wir dem
S. V. auf Grund ſeiner beſſeren Läuferreihe zu. In
Württemberg=
ſaden ſoll noch ein letztes Verbandsſpiel zwiſchen dem S. C. Stuttgart
nd dem V. f. R. Heilbronn ausgetragen werden. München erlebt
n Lokalderby. Wacker und 1860 München begegnen ſich hier im
Pokal=
impf der 5. Runde. Wacker wird in dieſem Spiel zu beweiſen haben,
b die zuletzt gezeigte gute Form von Beſtand iſt. Im übrigen ſind
och folgende Privatſpiele bekannt geworden: Eintracht—Sp Vgg.
öln=Sülz 07, Offenbacher Kickers-Phönix Ludwigshafen, Saar 05
ſaarbrücken—1. F. C. Nürnberg (Samstag), F. S V. Mainz 05—
F. C. Nürnberg (Sonntag), Stuttgarter Kickers—V. f. R. Stuttgart.
uch in Weſtdeutſchland werden die Spiele um das grün=weiße
ſand fortgeſetzt.
Radſport.
Am kommenden Sonntag iſt die Dortmunder Weſtfalenhalle
aber=
tals der Schauplatz radſportlicher Großkämpfe. Das Hauptergebnis
es Tages bildet das Vierſtundenmannſchaftsfahren „Um den
Hel=
engedenkpreis”. Schon die Art der Austragung verſpricht
aller=
eſtklaſſigen Radſport. Allein zwanzig Wertungskämpfe werden
aus=
etragen, zwiſchen denen ſogar noch eine Tempoſtunde eingeſchoben iſt,
ei der jede Runde gewertet wird. Die beſten Fahrer des Bundes
eutſcher Radfahrer werden ſich am Start einfinden, u. a.
Oſzmella=
ſchorn, Köln, Roßbach=Frankenſtein, Köln, Nauſch, Köln, Krollmann,
freslau, Debunne=van den Boſch, Belgien, Steffes Blank, Berlin,
junge=Skutſchinski, Breslau, und viele andere. — Das internationale
liegerrennen um den ,Auguſt Lehr=Preis” wird von folgenden
ervorragenden Landesvertretern beſtritten. Oſzmella, Deutſchland,
ſebunne, Belgien, Martinetti, Italien und Maczairak, Holland. Von
en Auslandsveranſtaltungen intereſſiert uns am meiſten das große
ſauerrennen auf der Brüſſeler Winterbahn, an dem als einziger
deut=
her Vertreter Karl Saldow teilnimmt. Seine Gegner werden keine
deringeren als Linnar, Graſſin und der Amerikaner Keenan ſein.
Winterſport.
Da die Austragung irgend welcher Winterſportwettbewerbe wegen
er anhaltenden warmen Witterung nicht in Frage kommen kann, bleibt
as Programm recht mager. Lediglich in Berlin finden die
Entſchei=
ungskämpfe um die deutſche Eishockeymeiſterſchaft ſtatt, an denen ſich
a. auch der S. C. Rießerſee und der Münchener Eislaufverein
be=
eiligen.
Leichtathletik.
Am 27. und 28. Februar finden in Halle a. d. Saale die Deutſchen
dochſchulmeiſterſchaften 1926 im Turnen und Waldlaufen ſtatt. Die
urnwettbewerbe ſetzen ſich zuſammen aus Zehnkampf, Hand=, Geräte=
Freiübungsdreikampf. Statt des Zehnkampfs iſt neben den genannten
Vettbewerben auch ein Siebenkampf für Studentinnen vorgeſehen. Der
Valdlauf, der über 7,5 Kilometer lange Strecke führt, wird als
Einzel=
neiſterſchaft und als Mannſchaftslauf ausgetragen. Am ſelben Tage
verden auch die Meiſterſchaften im Säbel=, Florett= und Degenfechten
jeſtritten.
Handball.
Deutſche Turnerſchaft. Main=Rhein=Gau.
Am Sonntag, vormittags 9 Uhr, findet in Bickenbach eine Gau=
Schiedsrichterverſammlung ſtatt, und anläßlich dieſer Sitzung wird
nach=
nittags 3 Uhr das erſte Auswahlſpiel ausgetragen. Es ſpielen: Trikot:
veiß: Hoſe: ſchwarz: Fuchs (Groß=Gerau); Dingeldein (Bickenbach),
Sinner 1. (Nauheim); Krämer (Sprendlingen), Roth (Eberſtadt),
Schneider (Bickenbach); Müller (Griesheim), Reppert, Hofferbert (Tgſ.
Darmſtadt), Götz, Repp (Arheilgen). — Trikot: rot, Hoſe: rot:
Stör (Erfelden), Schmidt (Sprendlingen), Langendorf (Worfelden),
Sinner 2 (Nauheim), Schadt (Groß=Gerau); Brenner (Langen),
Win=
er (Groß=Gerau), Storck (Sprendlingen); Schaffner (Pfungſtadt)
Doll (Langen); Eidmann (Eberſtadt). Leitung: Obmann Müller.
„D. J. K.” Frankfurt=Sachſenhauſen in Darmſtadt.
Das am Sonntag, den 28. Februar, nachmittags 3 Uhr, auf dem
Stadion zum Austrag kommende Pokalverbandsſpiel der Frankfurter
Handballliga „Deutſche Jugendkraft” gegen die gleiche des
Sportver=
eins Darmſtadt 1898 begegnet in allen Sportskreiſen weiteſtgehendem
Intereſſe. Die Frankfurter Mannſchaft wird in ſtärkſter Aufſtellung
intreten. Kampferprobt und zäh, wie ſie ſich in den ſeitherigen
Spie=
en bewährt hat, wird ſie ſich nicht ſo leicht aus dem Rennen werfen
aſſen, zumal ſie weiß, daß der Sturmführer der Darmſtädter
Mann=
chaft, Jans, noch ſchonungsbedürftig iſt und deshalb nicht antreten
kann. — An ſeiner Stelle übernimmt Allwohn den Poſten des
Mittel=
türmers, während Juda nach längerer Pauſe wieder als linker
Außen=
kurmer Verwendung finden wird. — Das eine ſteht jetzt ſchon feſt:
Darmſtadt darf das Spiel nicht leicht nehmen und muß alles aus ſich
herausgeben, um auch diesmal erfolgreich ſein zu können. — Die Kaſſe
wird bereits um 2 Uhr geöffnet. Von dieſem Zeitpunkt ab ſtehen auch
extrawagen der elektriſchen Straßenbahn ab Verkehrsbüro zur
Ver=
fügung. — Das zweifellos eine ſportliche Delikateſſe werdende Spiel
uird in Verbindung mit dem prachtvollen Wetter ſeine
Anziehungs=
kkaft auf die Darmſtädter Sportgemeinde wiederum nicht verfehlen,
zu=
mal die volkstümlichen Eintrittspreiſe jedem, ohne Ausnahme, den
Zeſuch ermöglichen.
Sportverein Darmſtadt 1898 e. V.
Am nächſten Sonntag werden die Pokalſpiele fortgeſetzt. So hat
auch Darmſtadt wiederum Gelegenheit, ein Handballſpiel zweier guter
Sgamannſchaften auf dem Stadion ausgetragen zu ſehen. Kein
Ge=
aerer, als der Verein „Deutſche Jugendkraft”, Frankfurt=Sachſen=
hauſen, der alleinige vorjährige Bezwinger der Darmſtädter
Meiſter=
mannſchaft, wird ſich der hieſigen Mannſchaft als Gegner ſtellen.
Zeigte bereits der Maſſenbeſuch des Stadions am letzten Sonntag das
ſteigende Intereſſe, das man allerſeits dem Handballſport in Darmſtadt
entgegenbringt, ſo wird das Spiel gegen D. J. K. Frankfurt=
Sachſen=
hauſen am nächſten Sonntag dieſes noch weiter erhöhen, wenn man
bedenkt, daß gerade die Pokalſpiele Kampfſpiele im wahrſten Sinne des
Wortes ſind, bei denen jede Mannſchaft ihr Letztes hergeben muß, um
keine Enttäuſchung zu erleben. Die Eintrittspreiſe ſind wieder ſo
ge=
halten, daß jeder, der ein Herz für Spiel und Sport hat, das Stadion
aufſuchen kann. Wir werden an dieſer Stelle die
Mannſchaftsauf=
ſtellungen in der Sonntagsnummer veröffentlichen.
Fußball.
F.C. Union 1918, e. V.
Liga= und Liga=Reſervemannſchaft fahren am kommenden Sonntag,
einer Einladung von F. C. Phönix folgend, zu einem Werbeſpiel nach
Heidelberg. Dieſer Aufenthalt in dem gerade fetzt ſo herrlich=ſchönen
Neckarſtädtchen wird mit einer Beſichtigung des Schloſſes und anderer
Schönheiten verbunden werden. Er iſt alſo gewiſſermaßen der
Früh=
jahrsausflug des Vereins. Treffpunkt Ecke Beſſungerſtr. und
Heidel=
bergerſtr. um 7.45 Uhr, die Abfahrt vom Südbahnhof 8.03 mit
Sonn=
tagskarte. — Die Jugendmannſchaften ſind ſpielfrei.
V. f. R. Darmſtadt.
Das Programm des V. f. R. für den morgigen Sonntag bringt
zunächſt das Treffen der 1. Mannſchaft in Heppenheim. Die
Raſenſpie=
ler werden ſich ſehr anſtrengen müſſen, um einen Sieg dem Vorſpiel
ent=
ſprechend zu wiederholen. — Auf dem V. f. R.=Platz (Exerzierplatz)
fin=
den nachmittags zwei intereſſante Spiele ſtatt. Um 1.30 Uhr tritt
„F. C. G7‟ Bensheim mit ſeiner 2. Mannſchaft den Junioren der
Naſen=
ſpieler gegenüber. Nach den beiden glänzenden Reſultaten der letzten
Spiele erwarten wir die Junioren in Front. Anſchließend 3 Uhr
emp=
fängt die 2. Mannſchaft des V. f. R. die 1. Mannſchaft des ſpielſtarken
Sportvereins Lengfeld. Auch dieſes Spiel wird allgemein intereſſieren.
1. F. C. Nürnberg gegen Mainzer Fußballſportverein 05.
Wenn in Sportkreiſen über die Bedeutung der Fußballblubs und
=Vereine geſprochen wird, dann ſteht der Nürnberger 1. F.=C. ſtets in
der Neihe der ganz hervorragenden Vertreter. Ueberall in
Deutſch=
land und im Ausland iſt der deutſche Meiſter im Fußball bekannt und
gefürchtet. Seine Mannen haben ſich bewährt an jeder Stelle, auf die
ſie in ſportlicher Kampfbereitſchaft geſtellt wurden und haben immer
die in ſie geſetzten Erwartungen gerechtfertigt. So kam es, daß für
eine wirkſame Vertretung deutſcher Fußballintereſſen im Ausland in
erſter Linie die Nürnberger Elf in Frage kam oder aber, daß ſie
zu=
ſammen mit der Sp.=Vereinigung Fürth eine internationale Mannſchaft
aufſtellten. Heiß umſtrittene Schlußkämpfe ſahen die Nürnberger in
der ſüddeutſchen und deutſchen Meiſterſchaft, und heute ſchon ſteht der
Name des 1. F.=C. Nürnberg mit goldenen Lettern in der Chronik des
Fußballes verzeichnet. In dieſem Jahre wird der deutſche Meiſter ja
leider nicht an den Endkämpfen um die ſüddeutſche und dadurch auch
nicht an denen um die deutſche Meiſterſchaft teilnehmen können, woran
allerdings nur ein unperſönliches Mißgeſchick die Schuld trägt. Daß
er ganz einwandfrei zu den ſtärkſten Mannſchaften Süddeutſchlands
gehört, dafür zeugen die Reſultate der letzthin ausgetragenen
Meiſter=
ſchaftsſpiele. Die Sp.=Vg. Fürth wurde von ihm zum erſten Male mit
3:1 und 5:1 geſchlagen. Die Münchener Bayern” ſchlug er in
Nürn=
berg 3:1, allerdings konnte „Bayern” in München ganz knapp 1:0
ge=
winnen. Ebenſo wurde der allgemeine Sportverein Nürnberg, der
ſei=
nerſeits „Bayern” mit 3:1 beſiegt hatte, vom 1. F.=C. Nürnberg mit
4:2 geſchlagen. Daraus geht ohne weiteres hervor, daß der Nürnberger
Klub in der vorderſten Siegerreihe ſteht. Man darf mit Recht geſpannt
ſein, wie ſich unſer Mainzer Fußballſportverein 05 am Sonntag
gegen=
über einem ſo erfolgreichen Gegner behaupten wird. Es liegt auf der
Hand, daß unſere einheimiſchen Kämpen das Letzte einſetzen müſſen, um
dem Meiſter ein ebenbürtiges Spiel zu liefern.
Leichtathletik.
Waldlaufmeiſterſchaften am 14. März b. J., nachmittags 8 Uhr,
auf dem Arheilger Mühlchen.
Die amtliche Bekanntmachung des Frankfurter Landesverbandes für
Leichtathlctik hat für die Durchführung obiger Meiſterſchaften
erfreu=
licherweiſe eine klare Feſtlegung gefunden. Dies iſt um ſo lobenswerter,
als damit endlich jedem ſporttreibenden Verein und Sportsmann, aus
welchem Lager er auch kommt, Gelegenheit gegeben wird, ſich an dieſem
Meiſterwettbewerb zu beteiligen. Die Abwicklung dieſer Veranſtaltung
wurde der Sportvereinigung 04 Arheilgen übertragen. Start und Ziel
befinden ſich auf dem Sportplatz Arheilger Mühlchen. Die Strecke führt
über 8 Kilometer durch den Wildpark Kranichſtein und kommt als
Meiſterſchaft für Einzel= und Mannſchaftslauf, ferner für B= und C=
Ver=
eine des Frankfurter Landesverbandes und eine Klaſſe für Anfänger
zur Austragung. Die Jugendſtrecke geht über 3 Kilometer als Einzel=
und Mannſchaftswettbewerb mit gleichem Ziel und Start. Die Sieger
erhalten Plaketten. Meldeſchluß iſt am 6. März. Alle Anfragen ſind
an H. Sturmfels zu richten.
Ringen.
Um die Meiſterſchaft im Ringen von Nordweſtdeutſchland.
Nachdem auch der II. Kreis (Mittelrhein) ſeinen Kreismeiſter in dem
Athletverein Vorwärts” Groß=Zimmern feſtgeſtellt hat, treten an den
kommenden Sonntagen die fünf Kreismeiſter zur Austragung der
Gruppenmeiſterſchaft von Nordweſtdeutſchland an. Nachfolgende Zeilen
ſollen Aufſchluß geben über die einzelnen Kreismeiſter vom Rheinland,
Mittelrhein, Saargebiet, Weſtfalen und Norden=Hamburg. Wir ſehen
folgende Vereine im Wettbewerb um den Meiſtertitel. 1. Kreis (
Rhein=
land). Siegfried Koblenz konnte den vorjährigen Kreismciſter Kölner
Club für Kraftſport hinter ſich laſſen. Als gute ausgeſprochene
Kampf=
mannſchaft trifft ſie leider gleich auf einen ſehr ſtarken Gegner, den
Meiſter des III. Kreiſes (Weſtfalen) Heros Dortmund, welcher gleich
Koblenz dem vorjährigen Meiſter Witten den Rang abgelaufen hat. Wer
von beiden Mannſchaften die beſſere iſt, iſt ſchwer zu ſagen und erſt
der Kampf ſelbſt wird Aufklärung bringen. Der Kreismeiſter des II.
Kreiſes „Vorwärts” Groß=Zimmern empfängt am 7. März den Meiſter
des V. Kreiſes (Norden) Sportverein 1884 Hamm. Ueber unſeren
Kreis=
meiſter werden wir in nächſter Zeit noch manches zu ſagen haben. Wir
kennen ſeine Stärke und ſeine Schwächen. Letztere müſſen unbedingt,
wenn auch niht ganz beſeitigt, ſo doch gemildert werden, wenn die
Mannſchaft dieſe ſchweren Kämpfe durchſetzen will. Hamm iſt für uns
ein unbeſchriebenes Blatt. Die Mannſchaft brachte es fertig, Vereine
wie Hamburg und Hirſchenfelde aus dem Rennen zu werfen. Und das
ſagt uns genug. Wenn auch der II. Kreis in der deutſchen
Meiſter=
mannſchaft Kreuznach, welche zur Teilnahme an den Endkämpfen um die
deutſche Meiſterſchaft berechtigt iſt, noch ein gutes Eiſen im Feuer hat,
ſo muß Groß=Zimmern erſt recht alles daran ſetzen, den II. Kreis aut
zu vertreten. Das Freilos hat Kraftſportverein Zweibrücken 16. Kreis
Saar). Auch dieſe Mannſchaft iſt neu und wird erſt in den kommenden
Kämpfen zeigen müſſen, was ſie leiſtet. Zu dieſen ſchweren harten
Kämpfen gute Kampfleiter, dann wird auch dieſen Kämpfen der ſportliche
Erfolg nicht verſagt bleiben.
Turnen.
Die deutſchen Turner zum Volkstraueriag.
Die Einrichtung des Volkstrauertages am 28. Februar iſt ein Akt
der Dankbarkeit und der Pietät gegenüber den deutſchen Volksgenoſſen,
die im Weltkriege dem Vaterlande und der Allgemeinheit das Höchſte
gaben, ſich ſelbſt, indem ſie ihr Leben opferten. Auch die deutſchen
Tur=
ner gedenken am 28. Februar in ſtiller Wehmut aller gefallenen
Volks=
genoſſen, beſonders aber ihrer Turnbrüder, die ihnen einſt als Freunde
wert waren, die ſie in der Blüte der Kraft und auf dem Höhepunkte
kör=
perlicher Leiſtungsfähigkeit dahingeben mußten. Es gibt wohl keinen
der 12000 Vereine der Deutſchen Turnerſchaft, der nicht ſchwere Opfer
beklagen müßte. Die Deutſche Turnerſchaft verlor im Weltkrieg
ins=
geſamt 155 675 Mitglieder.
Furchtbar und gewaltig zugleich ſind alſo die Opfer, die die Deutſche
Turnerſchaft dem Vaterlande gebracht hat. Sie ſind zugleich aber ein
Beweis dafür, daß turneriſche Arbeit Dienſt am Vaterlande ſein will,
bereit, ſelbſt das Letzte hinzugeben. Sie alle, die in fremder Erde
ge=
bettet ſind, und die fern von der Heimat in fremdem Lande ruhem
müſſen, ſie ſtarben im Sinne jenes Wortes, nach dem der Tod für das
Vaterland „ſüß und ehrenvoll” ſei. Wenn daher am Trauertage des
deutſchen Volkes die Herzen mit Wehmut im Gedenken an die Verlorenen
erfüllt ſind, ſo auch mit dem Bewußtſein der Größe des Opfers und mit
Stolz über eine derartige Leiſtung im Dienſte des deutſchen Volkes.
Möge die Jugend Herz und Charakter am Beiſpiel dieſer Hingabe und
Größe bilden und ſich die Geſinnung der Dahingeſchiedenen gegenüber
ihrem Volk als Vorbild ſetzen! Mögen auch die, die in Reih’ und Glied
mit den Gefallenen ſtanden, oder die ſie als treue Freunde ſchätzten, ihnem
in der Erinnerung immergrüne Kränze winden und ihnen das packende
und Herzen zerreißende Lied vom „guten Kameraden” fingen!
Gedenk=
tafeln und Gedenkſteine hat wohl feder Turnverein ſeinen teuren Totem
gewidmet, und keine Turnerfeier geht vorüber, ohne daß man ſich der
Toten erinnert, und kein größeres Turnfeſt wird gefeiert ohne
Toten=
gedenken (man denke an die Totenfeier der 300 000 beim Feſtzug auf
dem Deutſchen Turnfeſt 1923 in München!). Aber das ſchönſte und
herr=
lichſte Denkmal, das nicht aus Stein oder Metall iſt, lebt in den Herzen
und iſt in ihnen lebendig durch nacheifernde Tat. Man braucht dem
Krieg nicht zu wollen, wenn man die Geſinnung der Dahingeſchiedenen
preiſt. Aber die Erinnerung an ihre Tat wirkt volkserzieheriſch und
macht die Maſſen innerlich ſtark, furchtlos, mutig und treu. In einer
Zeit deutſcher Not, ſeeliſcher wie materieller, wird es gut ſein, wenn
man Einkehr hält, um ſich in der Erhebung an den großen Opfern eine
ſchönere und beſſere Zukunft zu geſtalten. Die deutſchen Turner werden
Fpw.
ſich ihrer Vorgänger und Brüder würdig erweiſen.
Schießſport.
Heſſ. Schießſport=Verband.
Am Sonntag, den 28. Februar beginnt das offizielle
Uebungsſchie=
ßen auf den Ständen hinter dem Karlshof. An dieſem Tage können die
Schützen ungezwungen ihre Gewehre einſchießen und die Hilfszielmittel
ausprobieren. Es ſoll dies die Vorbereitung ſein zu den an dem
darauf=
folgenden Sonntag beginnenden allgemeinen Verbandstraining. An
dieſes anſchließend, werden die verſchiedenen Wettbewerbe und
Wett=
kämpfe ausgefochten, die unſer Land und unſere Stadt hoffentlich mit
an erſter Stelle im Kleinkaliberſport finden. Auch die noch fernſtehenden
Schützen werden zu dieſen Uebungstagen eingeladen. Es ſtehen ihnen
gegen ein geringes Endgelt Stände zur Verfügung. Jeder, der ſich
ſpäter an den größeren Wettbewerben beteiligen möchte, ſollte ſich die
Uobungsgelegenheit nicht entgehen laſſen. Auf ihr Schützen, der
Früh=
ling naht, hinaus in die Natur, ſucht euch Erholung und ſtärkt euere
Nerven auf unſeren Ständen hinter dem Karlshof! Gut Schuß!
Schüitzengeſellſchaft „Jägerblut”, Mitglied des H. S. S. V.
Die Schützengeſellſchaft „Jägerblut” hält augenblicklich ein größeres
Werbeſchießen auf ihren Zimmerſtänden im „Schnockenloch” ab. Viele
ſehr ſchöne und wertvolle Preiſe ſtehen zur Verfügung. Dieſes Schießen
ſoll dazu dienen, das Intereſſe an dem Kleinkaliberſport zu heben und
zu fördern. Geſchoſſen wird jeden Tag ab 7 Uhr abends und Sonntag
von 10 Uhr vormittags. Beendet iſt das Schießen am 14. März. Jedem
Schüitzen, der einen wertvollen Preis erringen will, iſt eine Veteiligung
zu empfehlen. Die Schützengeſellſchaft „Jägerblut” führt das Schießen
in korrekter Weiſe durch, ſodaß die Gewähr geboten iſt, daß ein Schütze
behandelt wird, wie der andere. Eine Beſichtigung der Preiſe kann
jederzeit beim Wirt Wittmer „Schnockeloch”, vorgennommen werden.
Dieſer gibt auch Auskunft..
Stand des Meiſterſchaftsſchießens des Flobertſchützenvereins Erbach
nach dem 2. Treffen:
I. Klaſſe B.
Name:
Gänge verl. gew. Punkte Ringzahl
Wilh. Meiſinger
265
Friedel Schneider".
253
Wilhelm Ehrhardt
242
Ludwig Ehrhardt".
256
Ernſt Schmidt.
244
L. Stellwag jun.
223
Otto Müller
221
Georg Engelhardt
202
Paul Lutze
193
Johann Weber
192
Karl Müller
156
W. Wehrauch (i. 2. Gang
nicht angetreten)
A. Edelmann
L. Stellwag II. .
II. Klaſſe A.
Ernſt Johe
P. Mohr.
Fr. Steamüller
A. Stellwag
A. Stegwüiller
K. Holzherr.
Gg. Keil ...
W. Heim . . . .
J. Steinert . . .
K. Fehr . . . .
L. Mayer . . . .
Uhr.
Fortſetzung des Schießens an
gegen
Es treten an: Kl. B.: K. Müller
E. Schmidt, Gſeorg Engelhardt—
Mei=
L. Ehrhardt. W. Ehrhardt—A. C
eim,
ſinger, L. Stellwag II.—Paul
Stei=
A. Stellwag—Gg. Keil, P. Mohr
nert, A. Stegmüller—K. Holzherr
Seife 14
1stag, den 27. Februar 1926
Nummer 58
K
FA. große Zille-Bilm!
Sie Meide len gans!
Wie werde ich schön?
Lachen verlüngt
Lachen verschönt
— also vergessen Sie
einmal die Sorgen des All-
WT tags u. lachen Sie über
Prinzessin
Te
Kt
Die Operette von Jean Gilbert
—im ORPHEUM —
AAANLIA
BAktel In den Hauptrollen: B Akte!
Aud Egede Hissen, Maly Delschaft, Rosa Valetti,
Alfons Fryland, Viktor Janson, Herm. Picha, Willy
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Samstag, 27. Februar
Nummer 58
AarnſtadterCagblat
Börſe und Geldmarkt.
Wer in der letzten Woche die Säle der Berliner Effektenbörſe betrat,
konnte ſich in die ruhigſten Geſchäftstage des hinter uns liegenden
De=
preſſionsjahres verſetzt fühlen. Die Wertpapierbörſe war von einer ſo
ausgeſprochenen Luſtloſigkeit beherrſcht, daß man mit vollem Recht von
einer abſoluten Stagnation ſprechen kann. Allerdings iſt dieſe
anſchei=
nend nicht ganz freiwilliger Natur geweſen. Die Spekulation konnte
nicht kaufen, da ihre zum Ultimo noch laufenden Engagements eher einen
Abbau erforderten. Das Publikum hielt ſich infolge des herannahenden
Monatsendes fern und die New Yorker Spekulation hatte mit den
Vor=
gängen an ihrem eigenen Markt zu tun. Es iſt hier ſchon auf den ſeit
kurzem zu verzeichnenden ſtärkeren Kontakt zwiſchen der New Yorker
und der Berliner Wertpapierbörſe hingewieſen worden. Die gleiche
Un=
ſicherheit und Nervoſität, wie wir ſie jetzt wieder haben, herrſcht auch
ſeit kurzem in New York. Andere Ausländer bleiben den deutſchen
bruar recht unangenehm bemerkbar machte. Die zweimaligen
Abwick=
lungen der Termingeſchäfte im Monat wirken unnötig hemmend auf
das Geſchäft, und man ſollte überlegen, ob nicht ein endgültiges
Fallen=
laſſen der Medioregulierungen möglich wäre. In den am
Effektenhan=
del beteiligten Kreiſen wird man hierin nur Zuſtimmung finden. Die
Regulierungen zum Ultimo nahmen diesmal bereits ſehr früh ihren
An=
fang. Infolge der ſchon erwähnten großen ſpekulativen Engagements
erfolgten verhältnismäßig große Poſitionslöſungen, zu denen ſich noch
Exekutionen geſellten. Einige kleinere Maklerfirmen find dieſer Tage
als Aufgabe geſtrichen worden, ebenſo eine alte Berliner Bankfiuma, die
allerdings in letzter Zeit keine Effektengeſchäfte mehr betrieb. Bei der
fehlenden Aufnahmefähigkeit mußten dieſe Verkäufe entſcheidend auf
die Tendenz wirken, die ſomit ſtets unſicher, meiſt aber rückläufig war.
Die Stimmung iſt unter dieſen Umſtänden in den Börſenſälen
gegen=
wärtig nicht gerade die beſte, liegt doch der Kern dieſer Nervoſität
weni=
ger in wirtſchaftlichen Tageserſcheinungen, wie vielfach geglaubt wird,
ſondern einzig und allein in der für das heutige Deutſchland
charak=
teriſtiſchen Kapitalknappheit. Die Börſenſpekulation weiſt nur wenige
leiſtungsfähige Hände auf. Alle übrigen Kulliſſiers ſind ſchwache
Mit=
läufer, die bei einer unvorhergeſehenen Entwicklung der Tendenz teils
mehr, teils weniger raſch vom Schickſal ereilt werden. Dies ging aus
einem Einzelfall, wie er ſich letzthin ereignete, wieder einmal recht
deut=
lich hervor. Am Kriegsanleihemarkt fand bekanntlich vor kurzem ein
Auftrieb des Kurſes der 5prozentigen Reichsanleihe ſtatt, der mit den
unglaublichſten Verſionen begründet wurde. Inzwiſchen iſt nun unter
ſehr ſtarken Schwankungen wieder ein Rückſchlag erfolgt, der den
Aus=
gangspunkt der neuerdings auftretenden verſchiedenen
Maklerſchwierig=
keiten darſtellt. Am Markt der alten deutſchen Staatsanleihen iſt
über=
haupt gegenwärtig manches noch ſehr undurchſichtig, ſo auch der
Fragen=
komplex, der ſich um die Schutzgebietsanleihe gruppiert. Man ſcheint
von Albion in Spekulantenkreiſen Günſtiges zu erwarten, da jetzt im
Londoner Kolonialminiſterium dieſe Dinge durchgeſprochen werden, um
eine eigene Kolonialanleihe zum Zweck von Eiſenbahnbauten auflegen
zu können. Unabhängig von der ruhigen Börſe ſteht neuerdings der
Markt der Vorkriegspfandbriefe, an dem ſeitens der
Aufwertungsſchuld=
ner noch beträchtliche Käufe ſtattfinden. Zum Teil dürften ſich auch
ſpekulative Intereſſenten mehr dieſen Werten zugewandt haben, da die
zu erwartenden Teilungsmaſſen durchſchnittlich erheblich höhere Kurſe
der alten Pfandbriefe rechtfertigen dürften, als ſie zurzeit beſtehen.
Am Geldmarkt konnte man bis zum Mittwoch ein Anhalten der
aus=
geſprochenen Flüſſigkeit beobachten. Am Donnerstag ſetzten plötzlich
ſtär=
kere Geldabziehungen ein, an denen ſowohl die Provinz= als auch die
Berliner Großbanken beteiligt geweſen ſind. Für letztere dürfte die
Rück=
ſicht auf Schaffung einer möglichſt günſtigen Liquidität am 27. ds. Mts.,
dem Ultimo und Stichtag der Zweimonatsbilanzen, der Grund geweſen
ſein. Der Tagesgeldſatz, den man bisher mit 4½—6 Prozent inoffiziell
aber bis zu 2 Prozent herunter nannte, befeſtigte ſich daher um zirka
1 Prozent. Immerhin iſt aber Prolongationsgeld ohne weiteres
erhält=
lich und zwar zu 7 bis 7½ Prozent, je nach der Größe der Beträge.
Die rückläufige Bewegung des Privatdiskonts dürfte mit dem Satz von
5 Prozent vorläufig zum Abſchluß gekommen ſein. Der Anreiz für
Her=
gabe von Privatdiskonten durch die Banken dürfte damit eine
beden=
tende Förderung erfahren haben. Die Vergrößerung der Spanne
zwi=
ſchen dem Reichsbankdiskontſatz (jetzt 3 Prozent Differenz) läßt allgemein
erwarten, daß die Reichsbank nach dem Quartalswechſel bald ebenfalls
an eine Herabſetzung ihres Diskontſatzes herangehen werde.
Sympto=
matiſche Bedeutung legt man der Geldverteilung übrigens nicht bei,
ſon=
dern glaubt, daß dieſe nach dem Ultimo ſehr bald wieder in die bisherige
Flüſſigkeit umſchlagen wird.
Ermäßigung des Lombardſatzes der Reichsbank
Berlin, 26. Februar.
Wie der „Deutſche Handelsdienſt” meldet, hat ſich das
Reichsbankdirektorium, gemäß den verſchiedenen Ankündigungen
in der letzten Zeit, nunmehr dazu entſchloſſen, den
Lombard=
zinsſatz um ein Prozent, von 10 auf 9 Prozent, herabzuſetzen.
Die Beleihungsgrenze für Goldpfandbriefe wurde, wie
gleich=
zeitig verlautet, von bisher 66½½ Prozent auf 75 Prozent des
Nennwertes erhöht.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 26. Februar.
Im Verlauf der heutigen Börſe konnte die feſte Tendenz, die ſich
bei Eröfnung eingeſtellt hatte, die Oberhand behalten, zumal die in den
letzten Tagen etwas tätigere Kontermine ſich in ihren Erwartungen
ge=
täuſcht fah und aus dieſem Grunde zu größeren Deckungen ſchritt, die
jedoch durch inzwiſchen eingetretene Auslandskäufe weſentlich erſchwert
wurden. Nur vorübergehend konnte ſich eine leichte Kursabſchwächung
durchſetzen, als jedoch die ausländiſchen Rentenmärkte und auch der
Vor=
kriegspfandbriefmarkt eine ſehr intenſive Feſtigkeit annahm, griff
wieder=
um auf den variablen und Terminmärkten eine recht zuverſichtliche
Stim=
mung um ſich, trotz des höberen Zinsſatzes für Tägliches Geld. Beſonders
die Montanwerke und die Elektroaktien, letztere auf beſſere
Dividenden=
ausſichten, waren im Kurs geſteigert. Die Verhandlung über den
Mon=
tantruſt ſollen auch weiter eine günſtige Entwicklung nehmen. Auch der
Kaſſamarkt brachte eine feſte Tendenz zum Ausdruck. Beſonders waren
die Zuckeraktien weiter gefragt und feſter, und ferner Zellſtoff Waldhof
und Aſchaffenburger Zellſtoff. Auf dem fremden Rentenmarkte ſetzten
ſowohl Türken wie Ruſſen auf Pariſer Anregung höher ein und konnten
im Verlaufe noch weiter anziehen. Der deutſche Anleihemarkt war
leb=
hafter und ſcheinen namentlich Deckungen den Kurs der Kriegsanleihe
ſtark nach oben geführt zu haben. Umfangreiche Umſätze fanden auch auf
dem Vorkriegspfandbriefmarkt ſtatt. Die bereits geſtern eingeſetzte
größere Nachfrage nach Kapitalien trat auch heute recht merklich hervor,
doch wird diefer Zuſtand als vorübergehend bezeichnet und mit der
Ultimregulierung in Verbindung gebracht. Tägliches Geld 7½ Prozent,
Geld bis Medio März 8—9 Prozent.
Vertreder aller deutſchen Rundfunkgeſellſchaften tagten geſtern in
Stuttgart zur erſten konſtituierenden Verſammlung der
Reichsrundfunk=
geſellſchaft.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 26. Februar.
Die Zurückhaltung des Auslandes und des Publikums verhinderte
auch heute ein nennenswertes Geſchäft an der Börſe. Die
Grundſtim=
mung war jedoch ziemlich feſt und widerſtandsfähig, wobei ſich das
In=
tereſſe der Spekulation mehr einzelnen Spezialwerten zuwandte. Eine
gewiſſe Anregung boten der an Rußland zu gewährende 300=Millionen=
Kredit, wovon eine Belebung des deutſchen Ausfuhrgeſchäfts für
ein=
zelne Induſtriezweige erwartet wird, ſowie die Ausführungen von
Ge=
heimrat Deutſch über die Ausſichten der deutſchen Elektrizitätswirtſchaft
in der heutigen Generalverſammlung der A.E.G. Der Kursſtand
ver=
änderte ſich im allgemeinen nicht erheblich, doch überwogen ſchon
an=
fangs bis 1 Prozent und vereinzelt 2 Prozent betragende Beſſerungen.
Am Montanmarkt wandte ſich das Intereſſe hauptſächlich Rheinſtahl,
Rombacher und Mansfelder Bergbauaktien bei Beſſerungen bis 2
Pro=
zent und von Elektrowerten Siemens u. Halske zu. Kahlbaum und
Oſtwerke ſtiegen weiter um 2 Prozent. Schiffahrts= und Bankaktien
ver=
änderten ihren Kursſtand nicht erheblich. Hanſa verloren 2 Prozent.
Bemerkenswert war aber die recht feſte Haltung des Rentenmarktes, auf
dem Kriegsanleihe ſowie auch die meiſten anderen Vorkriegsaktien der
Länder, ſowie Schutzgebietsanleihen recht feſt lagen. Das gleiche gilt
von Gold= und Vorkriegshypothekenbankpfandbriefen bei aber nur
leich=
ten Kursbeſferungen. Stärker war die Nachfrage nach Rentenbriefen,
die ſeit einigen Tagen wieder notiert werden und die mit Pluszeichen an
den Maklertafeln erſchienen. Ziemlich große ſpekulative Nachfrage
herrſchte nach ruſſiſchen Renten und ruſſiſchen Eiſenbahnprioritäten,
an=
ſcheinend in Rückwirkung des Induſtriekredits für Rußland. Die
Geld=
ſätze wurden heute für Geld bis morgen und auf einige Tage über
Ultimo mit 6 bis 8 Prozent und für Monatsgeld mit 6½ bis 7½
Pro=
zent genannt. Am Deviſenmarkt ſteht Oslo um 1,43 Mark gebeſſert.
Privatdiskont kurze und lange Sicht 5 Prozent. An der Nachbörſe
ſtellte ſich eine allgemeine Beruhigung ein. Die Kurſe blieben
be=
hauptet. Zu den höchſten Tagesnotierungen ſchloſſen ausländiſche
Ren=
ten, namentlich Türken und Ruſſen. An den Aktienmärkten ſchloſſen
u. a. Mannesmann 85½4, Rombacher 23½, Harpener 108, Gelſenkirchen
89½, Phönix 767/s, Deutſch=Luxemburg 88, Rheinſtahl 81½/, Hapag
1313/s, Nordd. Lloyd 12734, Farbeninduſtrie 126 Die Kriegsanleihe
hörte man nachbörslich mit 0,372½, die Schutzgebietsanleihe mit 7,70.
25. 2. 1 26. 2.
25. 2. 1 26. 2.
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i2.43 H2.7
15 325 15 333/ 15.30 15.3
26 2.
Velo / Brief
167.97 153 231167.93 153.43
711 1.711
9.05 190312.555 19.094
5 39.13/ 91 39/ 91.6
H103.89 403.15/103.93 103.24) Nio de Janeiro
112 43112.71
10.553 19.393 19.53/ 11.89!
H15.35 15.33 13.87 15.33
1ey.372 20.134123 333/21.449
4 195 4.205 4.197 4.205
zu 73 z0 33 z3.715 89.91
59,13 53271 53.10 59.241
Schwediſcher Wirtſchaftsbrief
Feſterer und lebhafterer Papiermarkt. Unſicherer Holzmarkt.
Der Zuſammenſchluß der Eiſen=Induſtrie. Kritiſche Lage
im Kohlenhandel. Die Lage der chemiſch=techniſchen
Induſtrie=
zweige. Die ſchwediſche Fenſterglas=Induſtrie. Die
Ent=
wicklung der Druckfarben=Induſtrie. Preisrückgang für
Textilwaren.
Die verfloſſenen Monate dieſes Jahres haben weiter die
Anſchau=
ung befeſtigt, daß das ſchwediſche Wirtſchaftsleben wohl langſam, aber
ſtetig eine Beſſerung erfährt. Die Banken haben im Verhältnis zum
Vorjahr große flüſſige Mittel, was allerdings zu einem Teil auf groß=
Aktieneinkäufe des Auslandes zurückzuführen iſt.
Der Papiermarkt erfuhr während der verfloſſenen Monate einen
recht bedeutenden Aufſchwung. Die Nachfrage nach Packpapier war
ge=
ſteigert, ſo daß ſogar für einzelne Sorten eine Preisſteigerung zu
ver=
zeichnen war. Beſonders Kraftpapier wurde lebhaft gefragt. Dieſe
Werke ſind gut mit Aufträgen verſehen, ſo daß größere und große
Auf=
träge im Durchſchnitt erſt in 3—4 Monaten zur Lieferung gebracht
wer=
den können. Sulfit=Packpapier wurde in gleichem Maße gefragt.
Zeitungspapier wurde nur in beſchränkten Mengen abgeſetzt. Die Preiſe
haben jedoch eine Veränderung nicht erfahren. Die Lage für die
Fein=
papier=Induſtrie iſt nicht ſonderlich günſtig, da die ſchwediſchen Werke
nur ſchwer mit den kontinentalen Lieferwerken konkurrieren können.
Die Lage der Papiermaſſe=Induſtrie muß nach wie vor als außer
gewöhnlich günſtig bezeichnet werden. Die letzten 14 Tage brachten, allein
einen Umfatz von 25 000 Tonnen ſür Lieferung in dieſem Jahr, für
Lieferung 1927 werden ca. 40 000 Tonnen als weiter verkauft aufgegeben,
ſo daß die Geſamtverkäufe für Lieferung 1927 heute bereits ca. 160 000
Tonnen in Sulfitmaſſe, ungebleicht, betragen. Als hauptſächliche Käufer
werden England und Amerika aufgegeben. Sehr lebhaft wurde
Stark=
ſulfit gefragt, worin Abſchlüſſe mit Frankreich, Spanien und Italien
getätigt wurden, auf einer Preisbaſis von 24,50—25,25 Kr. per 100 Kilo,
eif Antwerpen-Rouen. Die Notierungen für Sulfit, leicht gebleicht,
nach England betragen 14,12,6—15 2 per Tonne, eif engliſchem Hafen.
Die ſtarke Nachfrage nach Sulfat konnte einige Preiserhöhungen
be=
dingen, ſodaß nach Amerika getätigte Verkäufe zu 3,25—3,35 Dollar per
100 Ibs. ex. dock abgeſchloſſen wurden. England und Amerika traten
bereits als Käufer für Lieferung 1927 auf. Die günſtige Lage der Sulfit=
und Sulfat=Induſtrie hat zur Folge, daß viele der in einer weniger
günſtigen Lage ſich befindenden Sägewerke eine entſprechende und
erfolg=
reiche Umſtellung vorgenommen haben. So hat z. B. die Sägewerks=
A.=G. Kopparberg=Hofors die Anſchaffung des nötigen
Maſchinen=
materials beſchloſſen, um eine neue Sulfat=Fabrik zu errichten, die eine
Jahres=Erzeugung von ca. 30000 Tonnen haben wird.
Für den Holzmarkt brachten die verfloſſenen Monate keine Klärung.
Die Verkäufe waren quantitativ zufriedenſtellend, bei ſehr gedwickten
Preiſen. Ueber die weitere Preisentwicklung wird erſt Klarheit eintreten
können, wenn Rußland mit ſeinen Notierungen herauskommt. Es wird
angenommen, daß die ruſſiſchen Preiſe ſich den jetzigen, von ſchwediſchen
Sägewerken erzielten Preiſen anpaſſen. Gerüchtweiſe verlautet, daß die
ruſſiſchen Forderungen ca. X 15,10,— für 7” Ware betragen werden, ci
Empfangshafen. Sollten dieſe Nachrichten Beſtätigung erfahren, hat
Schweden bei ſeinen bisher getätigten Verkäufen den höchſtmöglichen
Preis erzielt. Man iſt jedoch trotz der bisherigen Entwicklung häufige
der Anſchauung, daß die Preiſe eine Verbeſſerung erfahren werden, de
der Bedarf Englands in dieſem Jahr bedeutend ſein ſoll. Frankreich trat
nur geringen Umfanges als Kaufer auf, was jedoch in der Franken
Baiſſe ſeine Urſache haben dürfte. Nach Spanien verkaufte Schweden
im Vorjahr ſehr zufriedenſtellend. Es liegen Anzeichen vor, daß auch in
dieſem Jahr nach dort gut verkauft werden wird. Holland war in der
letzten Wochen dem Markt fern geblieben, dagegen war die Nachfrage
aus Deutſchland etwas lebhafter. Holland bezahlte für 7” Ware 16
bis 162,50 Gulden, eine Baſis, die auch bei Verkäufen nach Deutſchland
Anwendung fand. Die Geſamtverkäufe dieſes Jahres wurden kürzlich
mit 225 000 ſtds. angegeben, eine Menge, die dem finniſchen Umſatz
nich=
unbedeutend nachſteht.
Der Abſatz in Grubenhölzern läßt wie 1925 auch in dieſem
Jah=
zu wünſchen übrig. Dieſes war hauptſächlich in der Lage der engliſchen
Gruben=Induſtrie urſächlich. England iſt Hauptabnehmer ffür ſchwediſch
Grubenhölzer, weshalb eine Rückwirkung unausbleiblich iſt. Die
Aus=
fuhr von Grubenhölzern betrug 1925 nur 519 028 Kubikmeter. In
übrigen iſt man der Meinung, daß für die geſamte Holzinduſtrie ein
Preisfall nicht mehr in Frage kommen kann, da die Stellung der Werke
bereits heute außerordentlich kompliziert iſt.
Die ſchon früher berichteten Zuſammenſchluß=Beſtrebungen in der
Eiſen=Induſtrie ſcheinen nach vorliegenden Mitteilungen nunmehr zu
einem Reſultat zu führen. Es iſt beabſichtigt, dabei den unter Bildung
befindlichen Ruhrtruſt als Vorbild zu nehmen. Faſt alle in Frage ſtehen
den Werke haben ſich zuſtimmend geäußert. Von kompetenter Seite wiri
dieſe Maßnahme als dringend notwendig und als eilig bezeichnet, da die
meiſten Werke ſeit längerer Zeit vom Kapital lebten. Nur wenige Werke
die Spezialſorten herſtellten, hatten einen Gewinn zu berzeichnen. D
Läger ſind ſehr groß und wird die Realiſation derſelben eine der erſter
Aufgaben der Verkaufsorganiſation des Truſtes ſein. Die Schwierig
keiten werden jedoch teilweiſe ſehr groß ſein, da einige Werke eine Um
ſtellung durchgehen müſſen, um auf eine rentable Arbeitsbaſis geſtellt zu
werden. Außerdem iſt beabſichtigt, die Exportverkäufe gemeinſam durch.
zuführen, hauptſächlich durch Zuſammenlegung der in Frage ſtehenden
Betriebe.
Durch den Zuſammenbruch einer bedeutenden Kohlen=Importfirme
wurde kürzlich die ſchlechte Lage dieſes Wirtſchaftszweiges beleuchtet
Auch die Lage der anderen Kohlenimporteure iſt durcſchnittlich ſehr
ungünſtig, da die letzten Jahre auf Grund der abnormen Lage bedeutende
Verluſte mit ſich brachten. Die vorjährigen Bilanzen kennzeichneten
deutlich die Verhältniſſe, die ſich auch in dieſem Jahr nicht beſſern dürf
ten. Sehr erſchwerend wirkte der vorjährige milde Winter, der nich
annähernd den berechneten Umſatz brachte. Die Notlage brachte einer
Konkurrenzkampf mit ſich, der bedenkliche Folgen hatte. Beſonders in
Staatspapiere
a) Deutſche
5% Reichsanleihe
4% Reichsanleihe
3
„
Dollar=Schatzanw.
K.=Schatzanw. 23
K.=Schatzanw. 24
4½% IVundV R.=
Schatz
4½%I.-IX. „
4% D. Schutzgb. . .
Sparprämienanl.
4½ Preuß. Konſ.
3½%0 „
3%0
4% Baden alt
3½% „
3% „ 1896
4%Bayern ....."
....
3½%
..."
3%6
8-16% Heſſ. unt. 2
49
3½%
4% Württ, alte
b) Sonſtige,
europäiſche
50 Bos. E.B 1914
5% „L. Inv. 1914
4½% 1898
4½% „1902
4%
5% Bulg. Taba
4% Oſt. Goldr.
41ſ% Silberr.
4½ „einh. R. (kon.
4½% Oſt. Staatsr
v. 1913
4 ½%Oſt. Schatz. 14
0.376
0.36
99.25
7.n
0.22
0.40
0.35
0.35
R.
0.34
0.34
21.25
1.85
1.80
2.25
3% Port. (Spz.) III
5% Rum. am. R.03
½%„ Gold. 13
4½ „ am.konv.
4% „ am.05
1.15
6.
5. 425
1.60
2.30
4% Türk. (Adm. /03/ 10.25
„ (Bagd.) I
(Bagd III 10.90
4% „ 1911 Zoll./ 11.25
2 Ung. St 1913
St 1914 17.73
„ Goldr
„ St 10.15.30
„ Kronr. 1.30
% „ Eiſ. Tor /11
Außereuro=
päiſche
5% Mex am. inn
5% „ äuß. 99
„ Gold. 04
„ konſ inn
% „ Irrigat.
%o Tamaulivas
20
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
3% Doll. Gold. 1932/ 93
Gold 1935/ 93.5
Frk.=Hyp.=
Goldpfdbr. R.1. 92
%o Frff. Hhu.=B
Neihe 21 92.5
Fkſ. Pfandbr.
„ Gold Reihe 21 72
Em. 3!
Neck. AG. G158
8% Pfälz.=Hyp.=Bk.
24
Rh.=Hyp. 6d. 24
%o Rhein=Main=
Donau. Gold 23
Ohne
Zins=
berechnung
Bd.=Bd.=Gz. 23
Bdw. Kohl. 23
Fr. Pf.Bk. G I
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23
% Heid. Holzw. 23
5% Heſſ. Brk.=Nog
„ Rogganl. 2‟
½⁄ Mannh. Stadt=
. 23
8% Offenb.,Holz
Pfälziſche=Hpp.
Bk. Gld .... 24
Pr. Kaliw.
Pr. Roggenw.
50 Rh. H. B. Gb . 24
5% Sächſ. Brk. 23.
Roggenw 23
% Südd Feſt=B G
Borkriegs=Hyp.=B.
Pfandbrieſe
Bahr. Vereinsb.
Bayr. Handelsb
Bahr. Hhp. u. Wech
Frkf. Hyp.=Bk.
Frff. Pfandbr.=Bk
Hamb. Hyp.=Bk
Meining Hyp.=B!
Pfälz. Hyp.=Bk.
Preuß. Pf br.=Bk
Rhein. Hyp.=B.
Südd Bodenkr.
Württ. Hhp.=B...
90.5
91
70.5
16
10.20
1.90
4.15
5.35
11.25
4.03
Staatl. od. prov
garantiert
Heſſ. L.=Hyp.=B.
Landeskr. Caſſel
Naſſau. Ldsb.
Obligationen v.
Transportanſt.
4% Eliſ.=Bahn.
49 Galiz. Carl=
Lud.=T
5% Oſt. Südb (8
2,6% Alte „
2.6% Neue
48Oſt. Staatsb. 8:
3%Oſt „ 1.b.8.E
3½Oſt . 9 E
3%Oſt „ 1885
3%Oſt „Erg. Ne
4% Rud. Silber.
40 Rud Salzkg.)
4½% Anat S.1
%⁄Anat. S. II
%⁄ Angt S.III
Salon. Monaſt
5% Tehuantepec.
4½%
Bank=Aktien
Allg. D.=Credit.
Bad. Bk.
Bkf. Brauind.
Barmer Bankv.
Bay Hyp=.Wch
* Berl. Handelsgef
Comm.u Privatb
Darmſt u. Nat=Bk.
Deutſche Ban!
Eff.u Wchſ.=Bk.
2 Hyp.=Bk. Mein
Vereins=Vk.
Disf.=Geſellſch.
Dresdener Bk..
Frankf. Bk.
1.20
7.40
2.25
1.25
12.2
12.2
12.2
5.25
18
17.75
18
1.62
9.5
14.45
Frrf. Hyp.=Bk.
Frif. Pfdbr.=Bk. . 93.5
Gotha Grundkr. Bk. /105
Metallbank. .
83.5
Mitteld. Creditb. 1200.75
Oſterr. Creditanſt. 6.75
Pfälz. Hyp.=Bk.. . . 72
Reichsbank=Ant. . . 15:.2:
Rhein Creditbk.
94
Rhein=Hyp.=Bk.
Südd. Disc.=Geſ. 98
Wiener Bankverein 6.02
Mainz. Aktienbr. . 112
Schöfferhof (Bind.)/151.5
Schwarz=Storchen 81
Werger ..... . . . . 87
98.23
41.5
83.
100.5
14.
198.75
127
127
80.5
92.5
120.75
115.5
72
Bergwerkö=Akt.
Berzelius.
Bochum. Bergb
Buderus.
Dt. Luxemburg
Eſchw. Beraw.
Gelſenkirch. Bow.
Harp Berab.
Ilſe Bergb.
Genußſchein. .
Kali=Afchersleb
Kali, Salzdetfurt.
Kali. Weſterregln
Klöcknerwerke
Mannesm.=Röhr.
Mansfelder
Oberbedarf
Obſchleſ Eiſ. Caro)
Otavi=Ant.
Phönix=Bergb.
Rhein Braunk.
Rhein Stahlw.
Rombach. Hütte
A. Riebeck Monte
Tellus Bgb.
Ver Laurahütte.
Induſtrie=Aft.
Eichbaum(Mannh.)
Henninger
..
Löwenbr.=München
32
37.75
139. 2-
9u
106.5
104
30
114.
1.3
4
27.75
76.5
81.2
23
82.5
S8.5
00
173
Akkum. Berlin ..
Adler & Oppenh.
Aölerw (v. Kleye
A. E. G. Stamm.
L0A. E. G. Vzg.4
5 %A. E. G. Vig. B.
Amme Gieſecke
Aſchaff. Zellſtoff
Badenia (Weinh.
Bad Maſch. Durl
Bad. Uhren, Furti
Bamag=Meguin
Bahr. Spiegel
Beck & Henkel
Bergmann El.
Bing Metall.
Brem.=Beſigh=Ol.
Eement Heidelb.
Tement Karlſtadt
Cement. Lothr.
Chem Albert..
Chem Brockh.
Chem. Milch.
Daimler Motoren.
Dt Eiſenhandel
Deutſche Erdöl
D. G. u. Silb Scheid.
Dingler Maſch
Dresd. Schnellpr
Dürrkopp
Dürr Ratingen
Dyckerhoff & W.
Eiſenw Kaiſersl.
Eiſenw L. Mehe
El. Lieferung.
El. Licht= u. Kraft
Elſ. Bad Wolle.
Emag.
Email. Ulrich
Enzinger Werke.
38.5
95.25
67‟
65
92
6.8
113.
19.7
29
46
39
45.5
ü=
95
65
76
37.9
3
33.6
3.3.2
87.2-
30.5
6.5
79
41
30
34.2
17.5
10%
841
100
25
30
22
Eßlinger Maſch:.
Ettlinger Spinn. . . 1200
Faber Bleiſtift . . 68.3
Faber & Schleicher / *0
Fahr, Pirmaſens. / 35
Farbenind. J. G. 126
Felten E Guilleau.
Feinmech. (Jetter)/ 61.5
27.5
Feiſt. Sekt
73.5
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof... 61
Frkf.=M. Pok u. W./ 352
Fuchs Waggon
Ganz, Ludw. .
Geiling & Cie.
Germania Linol.. . 12).25
Gelſenk. Gußſt.
Goldſchmidt. Th.
Gotha Waggon .. 33
Greffenius
90.2
Gritzner. Maſch.
Grün & Bilfinger. 85
Hafenmühle Frkf.. 50
Hammerſen
Hanfw Füſſen .. . 55
Hartm & Braun.
Heyligenſtacdt. . 22
Hilpert Armatur. 23
Hindrichs=Aufferm. 42
88
Hirſch Kupfer
45
Hoch=Tiefbau
63.75
Holzmann
5..
Holzverk. Ind..
Hydrom Breslau
0.52
Inag
Junghans
Kammg Kaiſersl 84.5
Karlsruher Maſch . / 32.7
115.5
Karſtadt R
Alein Sch. &T icker 3..2½
9.5
Knorr, Heilbronn
Konſerv. Braun . . 42
Krauß Lokom. .
Lahmeher ... . . . . 83.25
Lech Augsbura
84.56
67
Meie Miie Spicharz. 22.5 Lingel Schuhw.. Löhnberg. Mühle". 32 Ludwigsh. Walzm 48 Lüdenſcheid Metal 40.1 Luther, Mühlenb. Lux. Induſtrie ... 16 Mainkraft Höchſt Metallgeſ. Frkf. .." 93,5 Mehzer Dr. Paul Miag. Mühlenb.. .. 90 Moenus Stamm.. 34.75 Motorenf. Deutz Motorenf „Oberurſ. 34 Neckarſ. Fahrz 33.1 Neckarw. Eßlingen 91 Beters Union 63.5 Pfälz. Näh Kauſer 40 Philipps. 16 Porzellan Weſſel”. 51 Prometh. Frrf. Rein Gebb. & Schall 45.5 Rhein. Elektr Rhein Metall=Vz 20 Rückforth Rütgerswerke .. 73.5 S hleußner.. 20 Schneid. & Hanau 46 Schnellpr Frank 60 Schramm Lackf. Schrift Stempel 75.25 Schucker Elektr. 81.2 Schuhf Weſſel. .. 28 25 Schuhf Herz 26 Schuh. Leander. Schultz Grünlack.. 30 Seilind Wolff..." 31.5 Sichel & Co. 5-2: Siemens Glas Siemens & Halske 100.5 Siidd Immob. .. 34 Thür elektr. Lief. 81.25 Uhren Furtwängl. 2
Mieiee
Ver.f. Chem. Ind..
Ver. d. Olfbr. Mann
Ver. Faßf. Caſſel
Gummi. Bln.=Frkf.
Pinſel=Nürnberg
Ultramarin . . . . . .
Zellſtoff Berl. .
Vogtl. Maſch. ....
Voigt & Haeffner
Volthom. Seil
Banß & Freytag.
Wegelin Rußfbr.
Zellſt Waldhof
Zuckerf. Waghäuſe
Zuckerf. Frankentl
Zuckerf Heilbronn
Zuckerf. Offſtein.
Zuckerf. Rheingau
Zuckerf. Stuttgart
Transport= und
Zerſicherung&=Akt.
A. Dt. Eiſenbahn.
Dt. Eiſenb.=Geſ.
El. Hochbahn=Berl.
Schantung E. B.
Südd. Eiſenb.=Geſ.),
Hapag
Nordd. Lloyzd.
53.7!
91
26
84. 75
99
105.5
a4.75
43.25
44
56.9
44.5
W.
Frk.. Allg. Verſ.
Frankona Rückv.
Darmſt. Werte
Bahnbedarf
Dampfk Rodberg
Helvetia Konſ...
Gebr. Lutz....
Motorf. Darmſt.
Gebr. Roeder ...
Venulethé Ellenb.=
103
32
1.81
15
41
90
Nummer 58
Samstag, den 27. Februar 1926
is war die Lage äußerſt ſchwierig, die durch eine Maßnahme des
„kholmer Gaswerkes verſchärft wurde, das auf Grund ſeines großen
slagers die Preiſe drückte. Auf Grund früher abgeſchloſſener
Kon=
ſte und der ſpäteren Preisſteigerung, wird Koks zur Zeit mit einem
terpreis verkauft, der mit 40 bis 50 bre per Hektoliter berechnet wird.
großen Unternehmungen können ſich nur mit Hilfe der Banken
hal=
während die Lage der kleineren Firmen als ſehr kritiſch bezeichnet
„den muß.
Die chemiſch=techniſche Induſtrie konnte, wie die meiſten der anderen
zuſtriezweige, eine Verbeſſerung verzeichnen. In der Zementinduſtrie
nten die Preiſe 1925 eine Erhöhung erfahren. Der Export erfuhr eine
eutende Erhöhung und betrug mit 137 000 Tonnen ungefähr doppelt
jel wie 1924. Teilweiſe konnten die Betriebe jedoch nicht voll aufrecht
alten werden. Die Superphosphat=Induſtrie konnte 1925 im Lande
ſt eine Umſatzerhöhung herbeifiihren. Es beſtehen Ausſichten, daß
es auch weiterhin der Fall ſein wird. Man hat es ſich angelegen ſein
en, den Umſatz durch Reklame und Broſchüren zu erweitern und
nit gute Erfolge gehabt. Die Ausfuhr betrug 88 624 Tonnen gegen
/1 sonnen 1924. Auf Grund der belgiſchen und holländiſchen
Kon=
renz war das finanzielle Ergebnis jedoch weniger befriedigend. Die
=ſteller von Holzſprit hatten noch mit einigen Schwierigkeiten zu
ipfen, da ſich die ruſſiſche, finniſche und polniſche Konkurrenz auf den
sfuhrmärkten ſtark bemerkbar machte. Die Preiſe haben jedoch in der
ten Zeit eine ſteigende Tendenz aufgewieſen. Der Abſatz in Holzteer
ahr eine Steigerung, ohne daß jedoch der Vorkriegsumſatz erreicht
den konnte. Die vegetabiliſche Oele und Kraftfuttermittel
her=
ſende Induſtrie war gut beſchäftigt. Die Erzeugniſſe derſelben wurden
jotfächlich von der ſchwediſchen Induſtrie und Landwirtſchaft
auf=
ommen. Einzelne Oelſorten, die hauptſächlich in Reymersholm
her=
ellt wurden, konnten im Ausland guten Abſatz finden, wobei als
ufer hauptſächlich Italien, Frankreich, Belgien, Jugoſlavien und
Por=
al zu nennen ſind.
Die ſchwediſche Fenſterglas=Induſtrie befindet ſich in einer ſehr
echten Lage. Die Ausſichten, daß eine Beſſerung eintritt, ſind
außer=
entlich gering. Von den 12 noch 1920 in Gang befindlichen Werken
eiten z. Zr. nur noch 2, die jedoch auch in kürzerer oder längerer Zeit
hören dürften. Neue Arbeitsabkommen konnten nichſt getroffen
wer=
da die Fabriken einen Zollſchutz von der Fortſetzung der Betriebe
jängig machen.
Die ſchwediſche Druckfarben=Induſtrie hat in den letzten Jahren einen
bedeutenden Aufſchwung erfahren. Eine Anzahl Werke befaßten
ſeit längerer Zeit mit der Herſtellung von Normalfarben, deren
alität der deutſchen Qualität gleichwertig ſein ſoll. Der Verbrauch
Druckfarben hat ſich in den letzten Jahren ſehr vergrößert, da viele
tſchriften neuerdings in Mehrfarbendruck erſcheinen. Auch die
Indu=
e wendet für Reklamezwecke Mehrfarbendrucke an, wobei als
be=
tender Abnehmer z. B. die Streichholz=Induſtrie zu nennen iſt. Die
ifuhr deutſcher Farben hat infolgedeſſen einen ſtarken Rückgang
er=
ren.
Die ſchwediſche Textilwaren=Induſtrie hat nach wie vor mit großen
wierigkeiten zu kämpfen, da eine Konkurrenz mit deutſchen und
echoſlowakiſchen Fabrikanten ſehr ſchwer iſt. Ausgenommen ſind jedoch
ige Spezialfabrikate, wie z. B. Scheuertücher. Aus dem ſchwediſchen
eisindex geht hervor, daß Textilwaren einen bemerkenswerten
Rück=
g im Preis erfahren haben. Der ſtarke Winter brachte einen guten
ſatz in Winterwaren, ſo daß die großen Läger des vorigen Jahres
größten Teil geräumt werden konnten.
Geite 17
Die preußiſchen Spareinlagen im Januar 1926.
Die Spareinlagen der preußiſchen Sparkaſſen zeigen nach der durch
Weihnachtsfeſt verurſachten geringeren Zunahme im Dezember 1925
den Januar 1926 wiederum eine ſtarke Vermehrung, und zwar um
id 109 Mill. Reichsmark. Hierbei iſt aber allerdings zu berückſichtigen.
z im Januar die Zinsgutſchriften für das Jahr 1925 erfolgten. Da
hebungen der gutgeſchriebenen Zinſen im weſentlichen Umfange nicht
genommen worden ſind — im Januar betrugen die Rückzahlungen
geſamt 127,8 Mill. Reichsmark, gegenüber einem Monatsdurchſchnitt
Rückzahlungen im zweiten Halbjahr 1925 von 121,2 Mill.
Reichs=
rk — konnte eine ſehr beträchtliche Zunahme des Einlagenbeſtandes,
Ende Januar den Betrag von 1 205,4 Mill. Rm. erreichte, eintreten,
Giroeinlagen zeigen eine Beſtandsvermehrung im Januar um
5 Mill. von rund 600 auf 631,5 Mill. Rm., einſchl. Zinsgutſchriften,
izahlungen und Rückzahlungen hielten ſich im Januar in den
üb=
ſen Grenzen.
Herabſetzung der Sollzinſen.
Seitens der Berliner Stempelvereinigung iſt in der Frage
der Debetzinſen eine Entſcheidung dahingehend getroffen
wor=
den, daß der Sollzinsſatz mit Wirkung vom 1. März ab von
10 Prozent auf 9 Prozent herabgeſetzt werden ſoll. Dieſe
Rege=
lung gilt für alle den „allgemeinen Abmachungen”
angeſchloſ=
ſenen Bankenvereinigungen des Reiches. Infolgedeſſen
verbil=
ligen ſich die geſamten Kreditbedingungen von bisher 12,4 Proz.
auf 11,4 Prozent.
Normierung des Kreditweſens.
Berlin, 26. Februar.
Ein Antrag Dr. Porſch (Zentrum) wünſcht, daß bei der
Renten=
bankkreditanſtalt die Minimalgrenze für die Kredite auf 5000 Mark
herabgeſetzt wird, daß die Formalitäten für die Kredite unter 5000
Mark vereinfacht werden, vor allem durch Verzicht auf die koſtſpielige
Anfertigung von Kataſterauszügen und Zeichnungen. Weinbau und
Forſtwirtſchaft ſollen in die Kreditaktion einbezogen werden und die
Rationierung der Zwiſchenkreditwege ſoll ſo geſtaltet werden, daß die
Gebiete mit kleinbäuerlichem und vielfach parzelliertem Beſitz nicht
be=
nachteiligt werden. Schließlich ſoll die Ausſchaltung verteuernder
be=
rufsmäßiger Vermittler wieder hergeſtellt werden.
Die Sanierungsbeſtrebungen bei der Maſchinenfabrik Badenia. In
einer Betriebsverſammlung der Angeſtellten und Arbeiter der
Maſchinen=
fabrik Badenia, an der etwa 800 Perſonen teilnahmen, wurde nach
aus=
führlicher Beſprechung der Lage eine Entſchließung angenommen, die dem
badiſchen Landtag folgendes Geſuch unterbreitet: „Unter Bezugnahme
auf
Landwirtſchaft verbundenen Maſchinenfabrik Badenia, vorm. W. Platz
Söhne A.=G., Weinheim, brotlos gewordenen Angeſtellten und Arbeiter
auf Jahre hinaus in der Induſtrie Weinheims und Umgebung keine
andere Beſchäftigung finden können, bitten die Unterzeichneten den
Badiſchen Landtag dringend, durch beſchleunigte Einbringung eines
An=
trages eine ausreichende Zuwendung von Mitteln an die Badenia in
dieſem beſonderen Falle, vielleicht durch die in Ausſicht genommene Bank
für Gewährung von Kredit an die Induſtrie, ermöglichen zu wollen‟. Es
wurde auch beſchloſſen, daß die heſſiſchen Gemeinden um Beteiligung an
der Leiſtung von Garantien herangetreten werden ſolle.
Vom unnotierten Aktienmarkt. Am Donnerstag ſind die letzten,
bis=
her noch in Papiermark=Prozenten gehandelten Werte des unnotierten
Berliner Aktienmarktes auf Reichsmark umgeſtellt worden. Es handelt
ſich um folgende Papiere: Adler=Kali (erſter Goldkurs 27½), Benz (39),
Friſter u. Roßmann (—), Terrain=Niederſchönhauſen (—), Stoewer (95).
Damit erfolgt jetzt der Handel ſämtlicher unnotierten Werte in
Reichs=
mark=Prozenten, im Gegenſatz zum offiziellen Induſtrieaktienmarkt, an
dem noch zahlreiche Aktienkurſe in Papiermark=Prozenten notiert werden.
Produktenberichte.
Berliner Probuktenbericht vom 26. Februgr. Die letzttägige ſehr
ruhige Umſatztätigkeit im Berliner Produktenhandel hielt auch heute an.
Die erneute Verflauung der amerikaniſchen Börſen, herbeigeführt durch
den Geſetzentwurf über die Beſhränkung des Terminhandels für
Ge=
treide, unterliegt naturgemäß auch der hieſige Markt, wenn auch der
Einfluß nicht allzu groß iſt. Das Weizenangebot für prompte Abladung
bleibt außerordentlich gering. Roggen iſt reichlich offeriert und findet
glatte Aufnahme. Gerſte und Hafer in ruhigem Verkehr. Futtermittel
ſtill. Im Zeitgeſchäft eröffnete Weizen per März mit 262 1 Mark und
Mai mit 267 0,50 Mark höher. Roggen per März auf Realiſationen
um 1 Mark auf 159 rückgängig. Mailieferung mit 172 0,50 Mark höher.
Mainzer Produktenbericht vom 26. Februar. Weizen 25,50—26,
Roggen 16,25—16,75, Hafer 18,25—19, Braugerſte 20,50—21,50,
Futter=
gerſte 15—16,50, Weizenmehl (Spez. 0) 40,50—41,50, Roggenmehl 25,50
bis 26, Weizenkleie fein 9,50, Weizenkleine grob 11—11,75, Roggenkleie
9,75—10,50, Weizenfuttermehl —, Malzkeime 12—14, Biertreber 16,75
bis 17,25, Kleeheu 8,50—9, Wieſenheu 8—8,25, Maſchinenſtroh 3,20,
Wieſenheu, gepreßt, 9, Drahtpreßſtroh 5—6, Weiße Bohnen 26, Viktoria=
Erbſen —. Tendenz: ſehr ruhig.
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 24. Februar 1926. Die auf
den Stihtag des 24. Februar berechnete Großhandelsindexziffer des
Statiſtiſchen Reichsamts iſt, wie wir geſtern meldeten, gegenüber dem
Stande vom 17. Febr. (118,2) um 0,5 v. H. auf 117,6 zurückgegangen.
Ge=
ſunken ſind die Preiſe für Gerſte, Hafer, Zucker, Schweinefleiſch, Speck,
einige Textilrohſtoffe, Baumwollhalbwaren und Zink. Höher lagen die
Preiſe für Weizen, Butter, Schmalz, Blei, Kupfer und Zinn. Von den
Hauptgruppen haben die Agrarerzeugniſſe von 112,3 auf 111,5 oder um
0,7 v. H., die Induſtrieſtoffe von 129,/4 auf 129,0 oder um 0,3 v. H.
nach=
gegeben.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 96. Februar.
Weizen: Der Markt eröffnete in ſtetiger Haltung auf erhöhte
Liver=
pooler Kabel und beſſere ausländiſche Lokonachfrage. Dann trat eine
ſehr ſchwache Tendenz zutage auf Grund größerer Zwangsverkäufe und
größerer Ankünfte. Im Schlußverkehr konnten ſich die Preiſe etwas
er=
holen, ſchließen jedoch noch 1½—2 C. unter geſtern.
Mais: Der Markt begann in ziemlich ſtetiger Haltung auf gebeſſerte
heimiſche Lokonachfrage und Baiſſedeckungen. Später trat eine
Abſchwä=
chung ein. Die Termine ſchließen etwas über geſtern.
Hafer: Der Markt verkehrte in ziemlich ſtetiger Haltung und nahezu
unveränderter Preislage.
Baumwolle: Der Markt verkehrte auch heute in ſchwächerer Haltung
in Erwartung größerer Tenders. Später konnte eine leichte Erholung
eintreten. Die Kurſe zeigten noch Abgaben von 15—20 Pkt.
Kaffee: Der Markt verkehrte in ſchwächerer Haltung im Einklang
mit ermäßigten Braſilpreiſen. Die Termine gaben 20—30 Pkt. nach.
Zucker: Dringenderes Kubaangebot und größere Vorräte bei den
Raffinerien bewirkten eine leichte Abſchwächung.
Kakao: Ausgehend von der Schwäche am Lokomarkt verkehrte der
Markt in ſchwacher Verfaſſung.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Der Reichsrat ſtimmte in ſeiner letzten Sitzung einem
Geſetz=
entwurf über Gewährung von Darlehen zur Hebung der
landwirtſchaft=
lichen Erzeugung zu. Danach ſollen aus Mitteln der
Reichsgetreide=
ſtelle 60 Millionen Mark für dieſen Zweck verwendet werden.
An der heutigen Börſe in Halle wurde die Zahlungseinſtellung der
Getreidegroßhandelsfirma Karl Schmidt, die ſich in der Hauptſache mit
Gerſtenhandel mit Brauereien beſchäftigt, bekannt. Die Paſſiva ſollen
1½ Millionen Rm. betragen.
Die Arnold Giliſſens Bank berichtet über die Zeichmung der drei
Millionen Goldmark betragenden achtprozentigen Goldmarkanleihe 1926
der Stadt Bonn, von der zunächſt eine Million Goldmark angeboten
werden. Stücke bis zum Abſchnitt von 1 bis 2000 Goldmark ſeien ab
16. März zu erhalten. Die Goldmark werde zu 60 Pence gerechnet und
der Ausgabekurs betrage 88,5 Prozent.
Die faſt ſeit einem Jahre laufenden Handelsvertragsverhandlungen
zwiſchen Oeſterreich und Ungarn ſtehen nunmehr unmittelbar vor dem
Abſchluß. Die Zollſätze ſind heute vormittag fertiggeſtellt, ſo daß nur
noch einige Fragen der Textierung offen ſind.
Der Abgeordnete Borel hat in der franzöſiſchen Kammer einen
Geſetzentwurf zur Stabiliſierung des Franken eingebracht. Der
Geſetz=
entwurf ſieht vor, den Finanzminiſter zu ermächtigen, für Rechnung des
Staates Gold= und Silbermünzen anzukaufen. Der Kaufpreis ſoll auf
dem Verordnungswege feſtgeſetzt werden.
Eine engliſch=amerikaniſche Finanzgruppe, deren Vertreter bereits
in Warſchau weilen, trägt ſich mit der Abſicht, das oſtoberſchleſiſche
Elektrizitätswerk Chorzow zu erwerben und durch den Ausbau des
Werkes ganz Oſt=Oberſchleſien mit Elektrizität zu verſorgen.
Eine Abordnung des ruſſiſchen Papiertruſtes iſt in New York
ein=
getroffen. Wie es heißt, iſt der Ankauf von Maſchinen zur
Papier=
fabrikation im Werte von 3,5 Millionen Dollar geplant.
Die Bankfirma Burr u. Cy. bietet jetzt die ſeinerzeit übernommenen
6 Millionen Mark=Aktien der Bayeriſchen Hypotheken= und Wechſelbank
zu München in New York zur Zeichnung an und zwar zu 24 Dollar
für jede Aktie im Nominalwerte von 100 Reichsmark.
Die Boſch=Klage abgewieſen. Die von der Robert Boſch
A.=G., Stuttgart, in Amerika eingereichte Klage auf Herausgabe oder
Entſchädigung ſür die Beſchlagnahme der Boſchpatente iſt vom
Bundes=
rate koſtenpflichtig abgewieſen worden.
sden Amtsverkündigungen des Kreisamts
Emſtadt und den Bekanntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 weiße Damentellermütze.
Nickelzwicker in Futteral. 1 ſülberne
ge=
ebene Broſche (Trauben). 1 bl.
Stoff=
itel mit Taſchentuch und Schokolade.
leines graues Portemonnaie mit 6 Pfg.
Baumſäge 1 braunes Por emonnaie
tüber 29 Mk. 1 Herrenſchirm 1 weißes
mmchen. — Zugelaufen: 1 ſchwarzer
iſtard mit weißer Bruſt. 1 junger br.
nd. 1 dunkelgrauer Pinſcher. 1 hellgr.
häferhund. 1 weißer Spitz.
Sonntagsdienſt und Nachtdienſt in
Apotheken Darmſtadts: Es verſehen
Sonntagsdienſt und in der Woche vom
Febr. bis einſchließlich 6. März den
ſchtdienſt die Apotheke am Juſtizpalaſt,
smarckſtraße 9, die Einhorn=Apotheke,
chſtraße 10½.
Verſteigerung
im fkädt. Leihamt, Kirchſtr. 9
Donnerstag und Freitag, den
4, und 5. März ds. Js., von
vormittags 9—1 Uhr
Verſteige=
rung der bis Ende Februar ds.
Js, verfallenen Pfänder, und
zwar:
Brillanten, Gold= und
Silber=
waren, Taſchenuhren, Anzüge,
Frauenkleider, Wäſche, Stiefel,
Operngläſer, Photoapparate,
Nähmaſchinen, Fahrräder,
Muſikinſtrumente uſw.
Am Mittwoch, den 3. März
ds. Js., bleibt das Amt wegen
Vorbereitung zur Verſteigerung
geſchloſſen.
(st2980
Darmſtadt, den 26. Febr. 1926.
Städtiſches Leihamt.
Samstag, den 13. März 1926,
ormittags 10 Uhr, wird im
Gaſt=
aus „zum Freiſchütz” in Viernheim
ſe Jagd im Dominialjagdbezirk „Heide:
Gemarkung Viernheim auf 632 ha
sald und 27 ha Feld auf 12 Jahre
ffentlich verpachtet. Der Bezirk liegt
biſchen Badiſcher Landesgrenze, der
jahn Viernheim — Lampertheim und
iernheimer Feld im Süd=Oſten und geht
is zur Lichthammerſchneiſe nördlich,
alteſtelle Poſtſtraße. Rotwildjagd iſt
ſcht einbegriffen, Rotwild dort auch
icht mehr vorkommend.
Auswärtige Pachtliebhaber wollen
Gh vor Verpachtung über ihre Perſon
usweiſen.
(2988
Sei
enheim=
äberfteigerung!
Montag, den 8. März, vormitt.
9 Uhr, werden im „Kaiſerſaal” zu
Griesheim aus Diſtrikt Harras. Abt.
1, 2, 3. 22, 23, 24, Abtrieb für die
Hoch=
ſpannungsleitung, verſteigert:
Fm. Stämme Buche: 0,82 III. Kl.
0,43 IV. Kl.; Eiche: 6,13 II. Kl.; 58,44
III. Kl.; 138,85 IV. Kl.; 61,43 V. Kl.;
24,94 VI. Kl. Kiefer: 2,34 I. Kl.
1,94 II. Kl.; 83,32 III. Kl.; 79,97 TN
Kl.; 18,66 V. Kl. Fichte: 2,03 IV. Kl.;
3,85 Va Kl.; 6,70 Vb Kl. Im.
Derb=
ſtangen: Buche: 2,39 I. Kl.; 0,33
II. Kl. Hainbuche: 0,12 I. Kl.
Stammholzverzeichniſſe ſind zum
Preis von 1 RM. beim Forſtamt
Darmſtadt, Ohlyſtraße 75 und bei Herrn
Förſter Ahlheim, Forſthaus Harras,
der auch nähere Auskunft erteilt, erhältlich.
Darmſtadt, den 26. Februar 1926.
Heſſ. Forſtamt Darmſtadt.
J. V. Burk.
(3027e
Mittwoch, den 3. März 1926,
vormitt. 9½, Uhr anfangend, werden
im Altheimer Gemeindewald verſteigert:
31 Eichen=Stämme III.—Vl. Kl.—17,33 fm
III. u. IV. . — 1.40,
2Ulmen=
IV. . — 0,45,
2 Hainbuch.=,
2 Linden=
V. — 070,
10 Erlen=
V. u. VI. . — 3,45,
7 Kiefern=
II. u. V.. — 44,34,
II.—V., — 6,08,
16 Fichten=
=Derbſtangen — 112,
19
21 „ =Reisſtangen — 1,16,
Das Holz wird vorgezeigt (ausſchl.
Erlenſtammholz) u. iſt günſtig abzufahren.
Unter dem Kiefernſtammholz befindet
ſich ſehr ſchönes Schnittholz und für
Pumpenſtöcke geeignetes. Auskunft durch
Herrn Förſter Schmidt zu Forſthaus
(3033s0
Thomashütte.
Zuſammenkunft auf der neuenChauſſee
an den Meſſeler Wieſen.
Altheim, am 25, Februar 1926.
Bürgermeiſterei Altheim
Funck.
Am Hamstag, den 6. März 1926,
nachmittags 2 Uhr, wird auf dem
Rathauſe zu Worfelden die Gemeindejagd
in der Gemarkung Worfelden, umfaſſend
825 Hektar in ungefähr zwei gleichgroßen
Jagdrevieren öffentlich meiſtbietend au
die Dauer von 9 Jahren verpachtet.
An=
ſchließend erfolgt die Verpachtung der
Fiſcherei.
Die näheren Bedingungen werden im
Verpachtungstermin bekanntgegeben.
Aus=
wärtige Pächter haben ſich über ihre
2961
Perſon auszuweiſen.
Heſſiſche Bürgermeiſterei Worfelden
Klink.
Betr. Verſteigerung von
Fund=
gegenſtänden.
Bekanntmachung:
Wir bringen hiermit zur Kenntnis, daß
die im Bereiche des Betriebes der
elek=
triſchen Straßenbahn in den Jahren
1920/24 gefundenen Gegenſtände, —
ins=
beſondere Schirme und Stöcke —
am Dienstag, den 2. März 1926
vormittags 10 Uhr im Hauſe
Luiſen=
ſtraße 18, Erdgeſchoß, gegen Barzahlung
(2966s0
verſteigert werden.
Darmſtadt, den 24. Febr. 1926.
Heſſ Eiſenbahn A.=G.
0.
Letzte.
Freitag, 5. März 1926, vormitt
10 Uhr, zu Burg Frankenſtein
Forſtorte Sommersgrund Abt. 7 und 9,
Keltersgrund 11, Dornbach 19, Gemarkung
Eberſtadt Waldgrundſtücke am
Waſſer=
werk, Gemarkung Malchen „am Wieschen”
und Rtedberg.
Nutzholz 5 Lärchederbſtangen (
Stirn=
pfad), 28 Rm. Buchenutzſcheiter
geſpalten, Wagnerholz 1,25 Mtr.
lang, 1 Rm., Lärchenutzknüppel 2,30 Mtr.
lang Zaunpfoſten.
Brennholz=Scheiter Buche 140.
Birke 20, Eiche 40, Kiefer 23, Knäppel
Buche 161, Birke 28, Eiche 42,
Kirſch=
baum 7, Kiefer 63, Knüppelreiſig
Eiche 50, Birke 16, Kiefer 83,
Buchen=
aſtwellen 2650, Stammwellen 1950,
Stöcke Buche 53.
Blau unterſtrichenes Holz wird nicht
verſteigert. Auskunft bei Herrn Förſter
Pfänder, Forſthaus Sommergrund bei
(2989
Eberſtadt.
Eberſtadt, 24. Februar 1926.
Forſtamt Eberſtadt.
Samstag, den 6. März ds. Js.,
nachm. 3‟, Uhr, kommt im Hotel zur
Poſt in Höchſt i. O. die Jagd im
Kloſter=
wald auf 9 Jahre zur Verpachtung.
Die Jagd umfaßt 756 Morgen und
iſt von den Bahnſtationen Höchſt i. O.
und Mümling=Grumbach i. O. in wenigen
(3034
Minuten zu erreichen.
Forſtgehilfe Heid in Mümling=
Grumbach i. O. zeigt die Jagd auf
Ver=
langen vor.
Neuſtadt i. Odenw, den 24. Febr. 1926.
Fürſtlich Erbach=Schönbergiſche
Oberförſterei.
die weltbekannte Marke
Erstklassig, äußerst billig durch enorme
Produktion. Zahlungserleichterung
Alleinverkauf
Rheinstr. 19
Haas & Bernhard 8o06a
Montag, den 1. März, vormitt.
9 Uhr, werden aus dem Walde des
Herrn Baron von Willich, Hof Illbach,
meiſtbietend verſteigert:
Stämme Kiefer: 4 St. II. Kl., 5,39 Fm
„ 9 , III. Kl., 9,52
Zuſammenkunft auf der Straße
Reinheim—Hahn, Abzweig Illbacher Hof
Nähere Auskunft erteilt Herr Förſter
Speier zu Groß=Bieberau.
(299=
Groß=Bieberau, den 24. Februar 1926.
von Willich’ſche Forſtverwaltung.
Am Samstag, d. 27. Februar 1926,
nachmittags 3 Uhr, verſteigere ich
Beſſungerſtr. 9nachſtehende Gegenſtände
öffentlich zwangsweiſe gegen Barzahlung:
1 Partie Seife, Seifenpulver, Parfüm
Seifenſchnitzel, Scheuertücher uſw.
Darmſtadt, den 27. Februar 1926.
Glaſer,
(3021
Stellvertreter desGerichtsvollziehersPortner
Montag, den 1. März 1926,
vor=
mittags 10 Uhr, Everſteigere ich wegen
Sterbefall in meiner Hofreite:
1 gutes Ackerpferd, 3
Einſpänner=
wagen, 1 Paar Ernteleitern,
1 Pfuhlfaß, Häckſelmaſchine,
Pflüge, hölzerne und eiſerne
Eggen und verſchiedenes Acker=
(2886fs
gerät
gegen Barzahlung.
Adam Klöppinger II. Bitwe
Pfungſtadt, Seeheimerſtraße 45.
Immobilien
Haus=
grundſtück
möglichſt in
verkehrs=
reicher Lage zu kauf
geſ. Verlangt wird
vor allem, daß ein
Raum von 2 bis 3
Zimmer zu
Büro=
zwecken ſofort oder
innerh. kurzer Friſt
freigem, werd. kann.
Angeb. unt. N 55 an
die Geſchäftsſt. dieſes
Blattes.
Beziehbares
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Conrad & Hellmund,
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N52 Geſchſt. (5450
Ein=, Zwei= od. Drei=
Familien=
haus
je 4—6 Zimm.,
tadel=
los erhalt., in guter
Lage, zu kaufen
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ſucht. Anzahl. 10 000
Mk. u. weitere
regel=
mäßig. Tilgung nach
Vereinbg. Angeb. m.
Preis erbeten unter
N37 an d
Geſchäfts=
ſtelle ds. Bl. (*5402
Einfam.-Haus
9 Zimmer mit
Zu=
behör, Am
Heinrich=
wingertsweg, alsbald
beziehbar, bei 18000
Mark Anzahlung
ſo=
fort zu verk. Näheres
durch Arch. Kugel,
Wittmannſtraße 4.1.
Teleph. 3192. (B252
K
Herren=Anzug,
Maß=
arb ,„ 1,68 m, ſchl. Fig.;
Konfirmatiouskleid
(Samt) preisw. zu
verkauf. Bismarckſtr.
Nr. 21, I. (*5496
Hühnerſtall m.
Draht=
gitterauslauf zu verk.
Martinſt. 2½a, II. (7 528
Dichwurz
zu verk. (2824dfg
Bürgermeiſterei
Pfungſtadt.
Geſucht
feines, kleines Geſchäft
in beſter Lage, Luxus= oder
Gold=
waren=Branche bevorzugt. Angebote
unter M. M. C. 139 an die Geſchäfts=
(II. Mhm.3016
ſtelle ds. Blattes.
Lagerplätze
undInduſtrie=Gelände
im Fabrikviertel Darmſtadt in beſter
Lage und nächſter Nähe des Stamm=
Gleiſes mit Eleisanſchlußmöglichkeit zu
verkaufen oder zu verpachten.
An=
fragen unter A83 an die
Geſchäfts=
ſttlle ds. Bl. erbeten.
(3025
Seite 18
Samstag, den 27. Februat 1926
Heilige Ketten.
Von Hanns Werner Langer.
(Nachdruck verboten)
„Doktor, jetzt fliehen wir. Hinweg über ungezählte
Kame=
raden, die der Tod ins Meer ſtieß, hinweg über ungezählte
Schiffe, die in Einſamkeit verſanken. Kurs Schottland! Kurs
nach der Hoffnung! Ob der ſchaukelnde Kahn hält, ob die See
ſteigt und der nächſte Sturz uns zerſchmettert? Und wir
rech=
nen die Prozente der Rettungsmöglichkeiten nach. Von tauſend
Schiffen ſinken hundert. Warum ſollen gerade wir dabei ſein?
Zehn Korb, fünfzig Korb, Milliarden Korb hat der Tod in
ſei=
nem Weltenſchiff verſtaut. Vielleicht überſieht er uns winziges
Fiſchlein. Da blinkt es ein=, zwei=, dreimal, links voraus und
wieder rechts voraus; da ruft es Land, wir legen an, wir ſtehen
auf der Erde und werfen ſtolz uns in die Siegerbruſt. Sieger,
Doktor? Warum quälen wir uns mit Rätſeln, wir Stümper!
Wenn Gott nicht allmächtig wäre, dann wären wir’s. So ſind
wir nur allnichtig.”
Der Sturm ließ nach; doch beſchloß der Kapitän, nicht mehr
zu fiſchen, ſondern Aberdeen anzulaufen; er hatte ſo ſchon eine
gute Reiſe.
Und durch Sternennächte rauſchte „Senator Tamm”. Als der
Orion am hellſten leuchtete, hörte der Doktor die Beichte eines
alten Mannes.
„Es gibt zwei Reden, Herr. Die erſte ſpricht man in den
bunten Tag, die Worte brauchend, wie das Hirn ſie ſendet. Die
zweite ſpricht man, wenn man feiern will, und Worte, die das
Herz uns ſendet. Die beiden Reden ſind verſchieden unter ſich,
wie Nacht und Tag. Das ſtumpfe Ohr hört nur den Buchſtab',
das helle Herz alleine hört den Klang. So wißt Ihr auch, wie
Dichter reden, wenn ſie Dichter ſind. Doch alle Dichter aller
Wel=
ten vermochten nie den Klang für Eins zu finden; ehrfürchtig
reihten ſie ſtumme Zeichen aneinander: Gott. Doch was darinnen
alles beſchloſſen liegt, dafür genügen niemals alle Worte aller
Welten.
Ich liebte ein Mädchen. So beginnt jedwedes fröhliche Lied,
das mit Leid endet.
Ich war ein friſcher Burſch aus gutem Hauſe. Ich hatte
Liebe um mich, wahrlich faſt zuviel. Doch alle, die mich liebten,
hatten ihre Pläne mit mir. Ich ſollte ſtudieren, ich ſollte
Beam=
ter werden, ich ſollte verſorgt ſein, ja, ich ſollte glücklich ſein. Und
ich liebte ein Mädchen, das paßte in all dieſe Pläne nicht hinein.
Es war einfach, aus geringerem Haus und ſo wie ich: treu. Wir
ließen nicht voneinander. Man verſtieß mich, um mich durch die
Not ſchneller wieder zu haben. Da zerbrach man die Ketten
zwi=
ſchen mir und den Meinen auf immer. Einer alten Neigung
fol=
gend, fuhr ich zur See. Das Mädchen gebar mir einen Sohn.
Sie war aber nicht meine Frau, denn noch langte es nicht zu
einem Haushalt. Wir mußten beide verdienen. Als ich weit un=
ten in der Südſee war, gebar ſie mir einen zweiten Sohu, an dem
ſie ſtarb. Ich gab die Kinder zu guten Menſchen und ließ ſie
aufziehen in Güte und Gerechtigkeit. Aber ich mußte frönen um
das Ziehgeld. Die Kinder trugen einen anderen Namen wie
ich. Ihr „Vater” klang fremd und fragend. Sie wurden
um=
hegt, geliebt, wahrlich faſt zuviel. Jeder hatte ſeine Pläne mit
ihnen. Am glühendſten aber ihr Vater, der ihnen Fron und
Einſamkeit erſparen wollte. Sie ſollten ſtudieren, verſorgt ſein.
ja, glücklich werden. Und jeder liebte ein Mädchen, das paßte in
alle dieſe Pläne nicht hinein. Der Aelteſte riß ſich von ſeinem
Vater los — und ich weiß nicht, ob und wo er lebt. Den
Jüng=
ſten, den ſollt Ihr beſuchen, Herr!
Aus den Gräbern ſchlingen ſich Ketten zu den Lebendigen.
Glied um Glied zieht ſie das Leben ein. Der Streek wird
im=
mer kürzer, bald ſind wir vereint!“
Der Koch ſtand auf.
„Ich muß an meinen Dienſt, Kafſee kochen. Die Wache
wech=
ſelt bald. Das war die Beichte eines alten Mannes, Herr und”
— er flüſterte es — „Ihr werdet noch lange daran denken. Wir
Seeleute ſchauen oft die Wege weit voraus, die andere nicht ſehen
können. Grab, Krankenbett und . . .
Er ſchlich in ſeine Kombüſe und dem Doktor war es, als
wenn der Koch ſchluchze.
Tage in Aberdeen ſind flüchtige Schatten. Nichts bleibt
haf=
ten als das Geſchrei der Fragner, das Gefeilſch der Großhändler
und der üble Geruch zerſchrotteter Fiſche. Dieſe Eindrücke ſind
nicht, daß ſie das Herz behält, und erſt, als „Senator Tamm”
wieder auf freier See ſchaukelte, wurde dem Doktor bewußt, daß
er auf ſchottiſcher Erde geweilt. Und ein Anderes gab ſeine
Ge=
danken nicht frei. Es war die Beichte des alten Mannes.
An=
fänglich hatte er eine Enttäuſchung zu überwinden. Des Kochs
Schickſal ſchien ihm unbedeutend, zu ſein in der Flut
gewaltige=
rer Menſchen= und Völkerſchickſale. Ihn hatte der Telegrammſtil
abgeſtoßen, die faſt nüchterne Art, mit zerbrochenen Herzen zu
ſpielen. Nun aber grüßte des Doktors Seele Unendlichkeit und
Ewigkeit; die Buchſtaben verblaßten und der Klang der Beichte
rauſchte in Waſſern und Winden. Allein ſtand er auf Deck, als
gehöre ihm Meer und Himmel. Aus jedem Wellenberg ſah er
ein anderes Bild ſpiegeln, und ſonderbar, ſie alle zuſammen
wa=
ren das Antlitz eines Weibes. Jetzt lächelte es, jetzt weinte es,
jetzt brachen die Augen, jetzt war die Welt öde und leer. Und wie
ſich Hände ineinander ſchlingen, wenn das Herz etwas
Erſchüt=
terndes erlebt, ſo verſchlangen ſich die Ketten des Doktors und
des alten Mannes.
Wer dich nicht kennt, Einſamkeit, und wer nicht weiß, wie
ſchlecht ein einſam Herze ſchlägt, der ſieht ſie nie, die gold’nen
und die roſt gen Ketten.
Der Koch rührte nicht mehr an jene Stunde. Als ſei nichts
geweſen, machte er den Doltor mit allen Schiffer= und
Fiſcherei=
gebräuchen bekannt, erzählte ihm von den alten
Walfängerfahr=
ten, von Schiffbrüchen und Meerſeltſamkeiten, er half ihm den
Ekel der Schlachtwirklichkeit zu überwinden, ja, er brachte es
Nummter 50
fertig, daß der Doktor felbſt ein Meſſer nahm und mithal. 81
iſt ſüßer Lohn, einen dankbaren Blick, einen dankbaren
Händ=
druck zu ernten von Ermatteten, denen man mit ſeiner ſchwacher
Arbeit etwas Atem ſchenken darf. Der Doktor verweilte oft in
Mannſchaftslogis und die Leute hatten ihn ſo gern, daß ſie nich
eher ruhten, bis er ihnen noch eine Reiſe mitzumachen verſprach
Ein Fläſchchen Rum, das er ſpendete, oder eine Kiſte Zigarren
die er verteilte, wirkten Wunder auf die harten Menſchen, die da=
Leben nur noch vom Meſſer und vom blutigen. Deck her be
trachteten.
dor M
Aber der Doktor ließ ſich ſeine abendlichen Stunden am
Bu=
nicht nehmen. Aus dem großen Glück, das er vor wenigen Wo
chen noch jubelnd umſpannte, war ein Gewiſſen geworden. Nich
nur, daß er eifrig an der Pflichtſchrift für die Fiſchereigeſellſchaf
ſchrieb; er machte auch das ſtaubige Buch ſeines Lebens weit au
und ließ ſich von Gott Klänge hineinſchreiben. Er war nicht mehr
Gelehrter, nicht mehr Forſcher, deſſen Ruhm ein Nämchen in der
Fachwiſſenſchaft ſein konnte; er war ein Menſch, deſſen Pflicht iſt
zu lieben. Wo Pflichten ſind, ſind Schmerzen, und auch der
Dor=
tor fühlte ſeine Einſamkeit. Auch er ſehnte ſich nach dem Weik
und er lachte über die abgebrauchte Redensart, die auch er of
im Munde geführt: Die Wiſſenſchaft ſei ſeine Geliebte. Sein
Herz ſchlug Wurzeln hinüber nach dem alten Koch. Und dieſe
Wurzeln ſogen ihre Kraft aus dem Schickſal dieſes weib= und
kinderloſen Menſchen, der ein Weib hatte und deſſen Kind lebt
Wie ſich die Welt verändern kann! Der Doktor hatte ſeinen
Fuß auf Heimatland geſetzt, nachdem er zwei Reiſen, alſo acht
Wochen auf dem Meere geweſen. Wie man ganz andere Augen
bekommen kann und die Hohlheit mancher Lebensgewohnheit
plötzlich erſchreckend ſpürt! Ein Abſchied iſt immer ſchwer und
das Handſchütteln mit den harten Seeleuten tut beiden wehe,
Und wenn ein alter Schiffskoch die Hände nicht loslaſſen kann,
wenn ihm große Tränen langſam aus den müden Augen treten
und wenn er flüſtert:
(Schluß folgt.)
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