Einzelnummer 1.5 Goldpfennige
Bezugspreis:
2i 7 wöchentlich 2 maligem Erſcheinen vom 1. Dezember
31. Dezember 2.18 Goldmart und 22 Pfennig
Aetragegebühr, abgeholt 2.25 Goldmark, durch die
Msenturen 2.40 Goldmart frei Haus. Poſfbezugspreis
n Novemberohne Beſtellgeld monatiſch 2. 45 Goldmark.
L-rantwortlichkeit für Aufnahme von Anzeigen an
FFümmten Tagen wird nicht übernommen.
Nicht=
enscheinen einzelner Nummerm infolge höherer Gewalt
b-echtigt den Bezſeher nicht zur Kürzung des
Bazugspreſes. Beſtellungen und Abbeſſelungen durch
Frnruf ohne Verbindlichkeit für uns. Peſtſcheckonio;
Franfurt a. M. 4304.
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit X verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 339
Samstag, den 6. Dezember 1924.
187. Jahrgang
Anzeigenpreis:
27 mm breſte Zeile im nreiſe Darmſias, 20 Goldpfg.
Finanz=Anzeigen 30 Goldpfg, Relamezeile (92 mm
breit) 1 Goldmark. Anzeigen von auswärts 30 Goldpfg.,
Finanz=Anzeigen 45 Goldpfg., 92 mm breite
Reklame=
zelle 1.50 Goldmark. Alle preiſe in Goldmark
(1 Dollar — 4.20 Marh. — Im Falſe höherer
Gewalt wie Krieg, Aufruhr Streil uſw erliſcht
ſede Verpſichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Kondurs oder gerichtlſcher Beſtreldung fäll ſeder
Rabatt weg. Banſkonto: Deutſche Bank und Darme
ſtädter 8 Nationalbans.
Am Vorabend der Wahſen.
„Beruhigungspillen” für die Wähler.
Zurückgeſtellte engliſch=franzöſiſche Forderungen.
Das Echo der deutſchen Preſſe auf die Andeutungen, daß
(nigland die Kölner Zone am 10. Januar nicht räumen werde,
yut in England ſehr peinlich gewirkt. Die „Weſtminſter Gazette‟.
ze zuerſt die Katze aus dem Sack ließ, fürchtet offenbar
Birkungen auf den Wahlkampf und will uns deshalb
heruhigen mit der Bemerkung, daß eine
Ver=
längerung der Beſetzung nur von kurzer Dauer
Cmgländer aus Köln auch die Franzoſen die Ruhr frei machen
pürden. Sogar das Reuterſche Bureau wird zu einem
lenden=
ha hmen Dementi mobil gemacht. Wir nehmen an, daß der
Aus=
gangspunkt ein entſchiedener Proteſt der deutſchen Regierung
ge=
weſen iſt. Es wäre aber auch immerhin denkbar, daß die
Eng=
länder nur bis nach den Wahlen die ganze
Erör=
terung zurückſchieben wollen, etwa in dem Sinne,
ie kürzlich ein franzöſiſcher Beamter ganz offen erklärte, die
ranzoſen würden nicht ſo dumm ſein, den
eutſchen den Gefallen zu tun, die
Forderun=
en nach dem Abbruch der Friedrichshafener
eppelinwerft etwa vor den Wahlen zu ſtellen.
23enn das die Abſicht iſt, dann können wir uns
ja nach den Wahlen auf mancherlei
Ueberraſch=
ungen gefaßt machen. Wir wollen jedenfalls
uicht überſehen, daß auch das Reuterſche
Bu=
reau ſich alle Möglichkeiten wegen der
angeb=
uung vorbehält.
Mangelhafte Rückkehr zum Rheinlandabkommen.
(Grund der Eindrücke eines engliſchen Politikers, der jüngſt die
Sfalz beſucht hat und auch das Rheinland bereiſte, von einer
irfreulichen Beſſerung der allgemeinen Lage im
beſetz=
ten Gebiet. Doch ſtellt er feſt, daß noch einige dunkke Punkte
twrhanden ſeien, wie die Verſchärfung der ohnehin großen
ohnungsnot — beſonders für die zurückgekehrten
Aus=
gewieſenen — durch die übergroße Zahl der Beſat= gemeiner Abbau von Beamten nicht mehr
mög=
ungstruppen, die Beibehaltung der farbigen
Truppen, die von den Deutſchen als Schimpf und
Demüti=
znung empfunden werden müßte und die zögernde Umſtellung
der Beſatzungsorgane auf den neuen Geiſt. Zur vollen
Be=
friedigung des beſetzten Gebietes ſei es endlich unbedingt
not=
wendig, daß zum Rheinlandabkommen als einem weſentlichen
Beſtandteil des Verſailler Vertrages zurückgekehrt werde, d. h.
daß die ſog. Kampf= und Spezialordonnanzen aufgehoben und
lürgerlichen Grundrechte im beſetzten Gebiet baldigſt wieder
ergeſtellt würden.
England trage einen beſonderen Teil der Gefamtverant=
Sortung für das Beſatzungsregime, das auch in der Pfalz, nicht
ſäne franzöſiſche, ſondern eine interalliierte Angelegenheit ſei.
Wählt keine Zwergparteien!
Berlin, 5. Dez. Die Reichsregierung warnte bereits in
ichrem Wahlaufruf vom 21. Oktober vor einer
Parteizerſplitte=
nung. Nicht in einer Zerſplitterung liegt das Heil, ſondern in
dem Streben zum Ganzen und zur Einheit. Gleichwohl haben
uch für die Dezemberwahlen wieder viele kleine und kleinſte
Sondergruppen eigene Wahlvorſchläge eingereicht. Um ein
Man=
ſat zu erhalten, müſſen auf einen Wahlvorſchlag mindeſtens
40 000 Stimmen entfallen. Durch Zuſammenrechnen der
Reſt=
ſtimmen in den Wahlkreisverbänden kann ein Mandat nur
zu=
geteilt werden, wenn wenigſtens einer der verbundenen
Wahl=
vorſchläge mindeſtens 30000 Stimmen erhalten hat. Auf einen
Reichswahlvorſchlag kann höchſtens die gleiche Zahl von
Man=
daten zugeteilt werden, die auf ihm angeſchloſſenen
Kreiswahl=
worſchläge entfallen ſind. Dieſe Vorſchriften des
Reichswahl=
reſetzes ſollen bewußt die Bildung von Zwergparteien erſchweren.
Bei den letzten Wahlen ſind ſo 842 000 Stimmen, die für
Zwerg=
parteien abgegeben wurden, ohne Einfluß auf die
Zuſammen=
ſetzung des Reichstages geblieben. Die Wähler haben alſo
michts erreicht, als daß ihre Stimmen bei dem Wahlergebnis
vollſtändig ausfielen.
Die Gehälter der Repko=Angeſtellten.
FU. Paris, 5. Dez. Die Reparationskommiſſion hat am
28. November die Gehälter der mit der Ausführung des
Sachver=
ſtändigen=Berichts in Deutſchland beauftragten Perſönlichkeiten
ſeſtgeſetzt. Der Generalagent für die Reparationszahlungen
be=
jeht ein Jahresgehalt von 190 000 Goldmark, der
Eiſen=
wahnkommiſſar 105 000 Goldmark, der
Reichsbankkommiſ=
ſar 95 000 Goldmark, die anderen Kommiſſare je 80 000
Goldmark. Das Jahresgehalt des Treuhi ders beträgt
F5 000 Goldmark. Die Mitglieder des
Uebertragungsaus=
chuſſes, die nur einmal im Monat zuſammentreten, beziehen
rine feſte Monatsentſchädigung von je 1500 Mark neben den
Meiſeſpeſen uſw.
Die Tätigkeit der Interalliierten Militär=
Kontrollkomiſſion.
Berlin, 5. Dez. Von der alliierten
Militärkontrollkommiſ=
ion wurden bisher insgeſamt 1 500 Kontrollbeſuche ausgeführt.
Davon galten 739 der Reichswehr, 345 Polizeiſtellen und Zivil=
Sehörden und 416 Induſtriebetrieben. Nach deutſcher
Auf=
aſſung haben die Beſuche keine unterlagen
da=
ürergeben, daß Deutſchland in irgend eine m
Punkt ſeiner Verpflichtung zur Abrüſtung nicht
nachgekommen wäre.
* Die Arbeitszeitverhältniſſe
in Deutſchland.
Reichswirtſchaftsrat und Arbeitszeitgeſetz.
Die vom Reichswirtſchaftsrat im Herbſt dieſes Jahres
ein=
geſetzte neunköpfige Kommiſſion zur Unterſuchung der
Arbeitszeitverhältniſſe in den verſchiedenſten
Induſtrien Deutſchlands hat ihre Arbeiten bereits zu
ſeindürfte, daß dann aber gleichzeitig mit dem Rückzug der einem weſentlichen Teil durchgeführt und dieſer Tage ihre
Stu=
dien in Süddeutſchland abgeſchloſſen. Das erſte Gutachten, das
ſich mit der Arbeitszeit in den Hochöfen= und Kokereibetrieben
beſchäftigt, dürfte anfangs des nächſten Jahres zu erwarten ſein.
Die übrigen Gutachten werden vorausſichtlich bald folgen, ſo daß
das Reichsarbeitsminiſterium ebenfalls an die Fertigſtellung des
Entwurfes eines neuen Arbeitszeitgeſetzes in abſehbarer Zeit
herangehen kann. Von dem Reichsarbeitsminiſter werden die
entſprechenden Vorarbeiten lebhaft vorwärts getrieben, da er
die Abſicht hat, das neue Arbeitszeitgeſetz gemeinſchaftlich mit
dem Waſhingtoner Abkommen dem neuen Reichstag ſofort nach
dem Zuſammentritt zukommen zu laſſen. Ob aber das Geſetz
im Januar ſchon endgültige Form annehmen kann, läßt ſich heute
natürlich noch nicht ſagen.
Aufhebung der Abbauverordnung.
Berlin, 5. Dez. Am 4. und 5. Dezember haben im
Reichs=
ſich noch nicht reſtlos durchgeführten Entwaff= ſiuanzminiſterium erneut Verhandlungen ſtattgefunden, in denen
die ſeit längerer Zeit ſchwebenden Erwägungen des
Reichs=
finanzminiſteriums über die Aufhebung der
Abbauarti=
kel der Perſonalabbauverordnung zu einem
ge=
wiſſen Abſchluß gekommen ſind. Nach dem Ergebnis der Be=
Kondon, 5. Dez. Der Mancheſter Guardian berichtet auf ſprechungen beabſichtigt die Reichsregierung dem neuen
Reichs=
tag unverzüglich ein Geſetz vorzulegen, das die Anwendung der
Art. 3 und 15 der Abbauverordnung nur noch für ſolche
Ver=
waltungen vorſieht, die durch ein beſonders neues Geſetz zur
Abbauverwaltung erklärt werden. Damit wird der Art. 3, der
die Grundlage für den Abbau der Beamten bildet,
grund=
ſätzlich unwirkſam, ſodaß nach dem Inkrafttreten ein
all=
lich iſt, zu Gunſten der Angeſtellten, bedeutet das den
Wegfall, der allgemeinen geſetzlichen
Entlaſ=
ſungsverpflichtung und die Wiedereinführung der durch
die Betriebsrätebeſtimmungen gewährten Rechte.
Bayern und der Süddeutſche Senat.
+ München, 5. Dez. (Priv.=Tel.) Halbamtlich wird
mit=
ie Hohheitsrechte der deutſchen Regierungen ſowie die ſtaats= geteilt: Auf die Vorſtellungen der Bayeriſchen Staatsregierung
über die Beſetzung des ſüddeutſchen Senats in der
Hauptverhandlung gegen die Mitglieder der Organiſation
„Conſul” vor dem Staatsgerichtshof hat die Reichsregierung
die Zuſicherung gegeben, es ſei für die Zukunft Vorſorge
getrof=
fen, daß die Verteilung der Mitglieder des Staatsgerichtshofs
auf die beiden Senate und die Regelung ihrer Vertretung nicht
von Fall zu Fall, ſondern durch eine allgemeine Anordnung
er=
folge, die den Abmachungen des Berliner Protokolls entſpricht.
Verhaftung eines franzöſiſchen
Geſchäfts=
mannes in Wiesbaden.
Berlin, 5. Dez. Die Pariſer Blätter bringen in großer
Aufmachung Meldungen aus Wiesbaden über die Verhaftung
eines franzöſiſchen Geſchäftsmannes Boudon, die ohne jeden
Grund erfolgt ſei. Es handele ſich um einen Racheakt von
aus=
gewieſenen, kürzlich zurückgekehrten deutſchen Beamten. Ein
offizieller Havasbericht beſagt, Boudon ſei auf Veranlaſſung des
Richters Nandohr feſtgenommen worden, ohne daß eine Anklage
gegen ihn erhoben worden war. Er wurde erſt auf die
dringen=
den Vorſtellungen des Delegierten der interalliierten
Rheinland=
kommiſſion hin freigelaſſen. Die vereinigten Alliierten im
beſetz=
ten Gebiet haben angeſichts des Uebergriffes eine
Proteſterklä=
rung an Herriot gerichtet, den Schutz der franzöſiſchen
Unter=
tanen vor Beläſtigungen durch deutſche Behörden ſicherzuſtellen.
Zu der Verhaftung des franzöſiſchen Kaufmanns Boudon
in Wiesbaden erfahren wir noch, daß es ſich nach Informationen
an zuſtändiger Stelle um eine rein zivile, geſchäftliche und nicht
um eine politiſche Angelegenheit handelt. Der franzöſiſche
Kauf=
mann Boudon hatte einen deutſchen Kompagnon, der gewiſſe
Forderungen an den franzöſiſchen Kaufmann hatte. Daraufhin
erfolgte die Verhaftung. Die genauen Zuſammenhänge ſind noch
nicht bekannt.
Der amerikaniſche Jahresbericht.
Waſhington, 5. Dez. (Europapreß.) In dem
Jahres=
bericht ſchlägt der Kriegsminiſter Wight vor, die Zahl der
Offiziere von 12000 auf 13 000 und die der Soldaten
von 126 000 auf 150 000 zu erhöhen. Ferner fordert er eine
weſentliche Erhöhung der militäriſchen Kredite.
Die letztjährigen Kredite ſeien ſo niedrig geweſen, daß die
Mili=
tärverwaltung gezwungen geweſen ſei, die Rekruten mit
Uni=
formen aus den Kriegsvorräten zu bekleiden, was ihnen ein
wenig militäriſches Ausſehen gegeben habe. Schatzſekretär
Mel=
lon ſchreibt in ſeinem Jahresbericht weiter, daß den
Ver=
einigten Staaten eine Reihe von Jahren geſchäftliche
Blüte ähnlich wie nach den Wahlen von 1896 bevorſtehe.
Er fügt hinzu, daß di Vereinigten Staaten die erſte Nation
ſeien, die die Nachkriegszeit überwunden hätten, daß aber Handel
und Induſtrie Amerikas mit der europäiſchen
Konkur=
renz zu rechnen haben werden, die durch den Dawesplan wieder
aufgerichtet werden wird. Der Bericht führt weiter aus, daß die
Herabſetzung der Steuern von 54 auf 27 Dollar pro
Kopf erfolgt ſei; während die öffentlichen Ausgaben im Jahre
1920 6½ Milliarden Dollar betrugen, konnten ſie im vergangenen
Jahre auf 3½ Milliarden verringert werden.
„Zuverläſſige” und
„Unzuverläſſige” Freunde.
Von
Dr. Walther Croll, Berlin.
In einer Wahlrede in Berlin=Neukölln hat der Vorſitzende
der Deutſch=Demokratiſchen Partei, Reichsminiſter a. D. Koch,
von dem unzuverläſſigen alten Freunde und dem zuverläſſigen
neuen Freunde ſeiner Partei geſprochen. Der unzuverläſſige alte
Freund ſei die Deutſche Volkspartei und der zuverläſſige neue
Freund die Sozialdemokratie. Herr Koch motivierte dieſes Urteil
mit dem Hinweis auf die Haltung, welche die beiden
benachbar=
ten Parteien zum heutigen Staat einnehmen. Er findet die
Sozialdemokratie als politiſchen Weggenoſſen paſſender als die
Deutſche Volkspartei. Als ich ihm die inzwiſchen weiten Kreiſen
bekannt gewordene Haltung der deutſchen ſozialiſtiſchen
Dele=
gierten auf dem Hamburger Kongreß der 2. Internationale im
Auguſt 1922 entgegenhielt, war er ſichtlich erſtaunt und erklärte,
nicht zu wiſſen, was gemeint ſei. Es mag ſein, daß der
demokra=
tiſche Führer inzwiſchen erfahren hat, wie die „zuverläſſigen”
ſozialdemokratiſchen Freunde damals vor zwei Jahren es
ver=
hindert haben, daß ſich eine internationale Organiſation von
Be=
deutung für eine gerechtere und dem deutſchen Volke günſtigere
Löſung der Reparationsfrage ausſprach. Die deutſchen
Sozia=
liſten haben ihre Haltung damit erklärt, daß ſie ſich im Herbſt
1919 auf der Tagung der 2. Internationale in Genf für
Deutſch=
lands Verantwortlichkeit am Weltkriege und für Deutſchlands
Verpflichtung zum Wiederaufbau der Kriegsruinen
ausge=
ſprochen haben und von dieſem Votum nicht abweichen können.
— Es iſt nicht möglich, daß auch nur einer der deutſchen Vertreter
auf dem Hamburger Sozialiſtenkongreß von 1922 der
Ueberzeu=
gung geweſen iſt, das Schuldbekenntnis, das deutſche Sozialiſten
drei Jahre vorher fahrläſſig — aber vielleicht doch in gutem
Glauben — im Namen des deutſchen Volkes abgelegt haben, ſei
ſachlich haltbar. Sie haben ſich damals die Gelegenheit entgehen
laſſen, ihren Irrtum vom Jahre 1919 zu widerrufen. Hierfür
kann es nur zwei Gründe geben: Entweder verbot den deutſchen
Delegirten auf dem Hamburger Sozialiſtenkongreß das
Selbſt=
gefühl, den Irrtum von damals einzugeſtehen, oder aber ſie
fürchteten eine Kriſe in der 2. Internationale und verzichteten
auf die Wahrnehmung deutſcher Intereſſen, wo dieſe
Wahr=
nehmung ſie in Konflikt mit ihren ausländiſchen
Geſinnungs=
genoſſen gebracht hätte. Als mildernder Umſtand könnte hier in
Betracht kommen, daß die deutſchen Sozialiſten nicht wußten,
was es für Deutſchland bedeutete, allein die Verpflichtung zum
Wiederaufbau der geſamten ſichtbaren und unſichtbaren
Kriegs=
ruinen zu übernehmen. Dieſer mildernde Umſtand kommt nicht
in Betracht. 1½ Jahre vor dem Hamburger Sozialiſtenkongreß
war das Londoner Reparationsdiktat ergangen. Acht Monate
vorher hatte das Kabinett Wirth jene Erklärung vom 14.
Dezem=
ber 1921 abgegeben, in welcher um ein Moratorium nachgeſucht
wurde. Im Volke wurde die deutſche Note an die Alliierten vom
14. Dezember 1921 treffend der „Offenbarungseid” genannt. Im
Januar 1922 hatte die Konferenz zu Cannes ſtattgefunden, im
März desſelben Jahres hatte die Reparationskommiſſion eine
Kontrolle über die Reichsfinanzen verhängt, und im April und
Mai hatte der großſpurig aufgemachte, mit allen Schellen und
Klingeln der internationalen Preſſepropaganda begleitete
inter=
nationale Finanz= und Wirtſchaftskongreß” zu Genua
ſtattgefun=
den und ſelbſt die beſcheidenſten Erwartungen grimmig
ent=
täuſcht. Endlich hatte am 12. Januar 1922 Herr Poincaré die
Zügel der Regierung in Frankreich ergriffen und an ſeinen
Ab=
ſichten von vornherein nicht den geringſten Zweifel aufkommen
laſſen. Die ſozialdemokratiſchen Delegierten konnten ſich alſo
nicht darüber täuſchen, daß ſie mit ihrem Votum gegen den
Ham=
burger Antrag eine der letzten Möglichkeiten, das deutſche Volk
vor einer furchtbaren Brandſchatzung zu bewahren, zerſtörten.
Das ſind Herrn Kochs „zuverläſſige” Freunde. Wenn man es
ablehnt, der ſozialdemokratiſchen Partei die bewußte Schädigung
deutſcher Lebensintereſſen anzuſinnen, ſo muß man zwiſchen
zwei Vorwürfen wählen, von denen ſchwer zu ſagen iſt, welcher
der ſchwerere iſt. Entweder haben die deutſchen Delegierten auf
dem Hamburger Sozialiſtenkongreß wirklich geglaubt, durch ihr
Feſthalten an der deutſchen Selbſtbezichtigung den anderen
Völ=
kern ein gutes Beiſpiel zu geben, oder aber ſie waren der Anſicht,
die Reparationslaſt könne ausſchließlich auf die Schultern der
„Beſitzenden” abgewälzt werden. In beiden Fällen iſt es
unver=
ſtändlich, wie die Deutſch=Demokraten in ſolchen Politikern „
zu=
verläſſige Freunde” ſehen können. Denn entweder ſind die
ſozia=
liſtiſchen Führer damals ſelbſt durch die faſt vierjährige
Erfah=
rung nicht belehrt worden, daß ein „gutes Beiſpiel” in die
Kin=
derſtube, nicht aber in den internationalen Verkehr der Völker
gehört; oder aber ſie haben einen wahnwitzigen Anſchlag auf den
„Kapitalismus” gemacht und damit ihr Volk der Ausſaugung
durch ſeine früheren Gegner ausgeliefert. — Vor den Wahlen
zur Nationalverſammlung im Jahre 1919 verkündete die Deutſch=
Demokratiſche Partei, ſie ſei der einzige Hort gegen die
wirt=
ſchaftszerſtörende Politik der Sozialdemokraten. 1924 iſt ſie der
Freund des ehemaligen Gegners, weil ſie in gleicher Weiſe „den
Staat und die Verfaſſung ſchützt‟. Der heutige deutſche Staat
wird ganz wo andersher bedroht als von denen, welchen das
Vaterland über der Staatsform ſteht.
Unſerer heutigen Ausgabe liegt
ze Hegenwatk
sſpugeln. Aüd ms Wat
bei.
Seite 2.
Samstag, den 6. Dezember 1924.
Nummer 339
Deutſchland verlangt die Meiſtbegünſtigung.
Rom, 5. Dez. (Europapreß.) Die deutſch=italieniſchen
Han=
delsvertragsverhandlungen ſpielen ſich hinter geſchloſſenen Türen
ab, indem ſich beide Delegationen zu ſtrengſter Zurückhaltung
ver=
bflichtet haben, um den Verhandlungsverlauf nutzloſen Polemiken
der Intereſſentengruppen zu entziehen. Der Vertrag wird nicht
auf lange Dauer abgeſchloſſen, weil Deutſchland einen neuen
Zolltarif vorbereitet und der Vertrag ohnehin einen ſo ſtarken
Einfluß auf die deutſche und italieniſche Wirtſchaft haben, wird,
daß man ſeine praktiſche Wirkung erproben müßte. Außer
le=
benswichtigen Intereſſen bei der Landwirtſchaft und namentlich
ſeinem Südfrüchteexport, hat Italien jetzt auch die Intereſſen
einer mächtigen Induſtrie zu wahren. Andererſeits iſt man ſich
in Italien bewußt, daß Deutſchland mehr als vor dem Kriege auf
die Ausfuhr von Induſtrieerzeugniſſen und Fertigfabrikaten
an=
gewieſen iſt, anſtelle der Rohſtoffe, deren reichſte Quellen es
ein=
gebüßt hat. Die heikelſte und ſchwierigſte Aufgabe beſteht darin,
ein für beide Teile annehmbares Kompromiß der gegenſeitigen
Intereſſen und Bedürfniſſe zu finden. Für den italieniſch=
deut=
ſchen Handelsverkehr iſt bezeichnend, daß Italien letztes Jahr zum
erſtenmal dem Werte nach mehr nach Deutſchland ausführte, als
nach Italien von Deutſchland eingeführt wurde. Deutſchland
verlangt daher, daß Italien jetzt ihm die
Meiſtbegün=
ſtigungsklauſel gewähre.
Der Londoner Handelsvertrag.
Berlin, 5. Dez. Ueber die deutſch=engliſchen
Handels=
vertragsverhandlungen teilt uns ein Mitglied der geſtern aus
London nach Berlin zurückgekehrten Delegation folgendes mit:
Die Handelsvertragsverhandlungen waren die erſten
Verhand=
lungen, die nicht auf Grund des Vertrages von Verſailles
ge=
führt wurden oder unter deſſen Einfluß ſtanden. Es waren
Ver=
handlungen zwiſchen Gleichgeſtellten, wobei lediglich die
Inte=
reſſen der beiden Parteien zu Worte kamen. Sie wurden
durch=
weg in angenehmem, und freundſchaftlichem Tone geführt.
Durch den Vertrag werden die geſamten Handels= und
Verkehrs=
intereſſen und die Betätigungs= und Niederlaſſungsrechte der
beiderſeitigen ſtaatsangehörigen Geſellſchaften in den beiden
Ländern nach dem Grundſatz der Meiſtbegünſtigung geregelt,
d. h. die deutſchen Staatsangehörigen und Geſellſchaften werden
zukünftig in Großbritannien genau ſo behandelt wie die
Staats=
angehörigen der meiftbegünſtigten Nationen. Ein wie großer
Fortſchritt, das gegen den bisherigen Zuſtand bedeutet, werden
am beſten die deutſchen Kaufleute ermeſſen können, die zu
Groß=
britannien geſchäftliche Beziehungen unterhalten. Wenn es
nicht gelungen iſt, die Einreiſebeſchränkungen ganz aufzuheben,
ſo ift auf Grund der Verhandlungen doch zukünftig deren
libe=
raler Handhabung zu erwarten. Jedenfalls werden die
Deut=
ſchen in England nicht mehr ſchlechter behandelt als die
Angehö=
rigen anderer Nationen. Eine gleichzeitige Regelung unſeres
Verhältnifſes zu Indien und den Dominien und anderen Teilen
des britiſchen Reiches war nicht möglich, da England
verfaſſungs=
mäßig nicht das Recht hat, für Regierungen dieſer Gebiete in
wirtſchaftlichen Dingen bindende Verpflichtungen einzugehen.
Zum Beweis dieſer Behauptung ſei darauf hingewieſen, daß
die Zollpolitik Indiens und der großen Dominien ſich ja in
erſter Linie gegen das Mutterland ſelbſt richtet und trotz aller
Bevorzugung die Zollſätze ſo gehalten ſind, daß ſie die Einfuhr
aus Großbritannien erſchweren. Entgegen anderen Meldungen
hat die britiſche Regierung nun nicht die Abſicht, das
Zuſtande=
kommen einer Regelung zwiſchen Deutſchland und den
oben=
genannten Gebieten zu verhindern, ſie wird vielmehr den
Ver=
trag dort vorlegen und ſeine Annahme empfehlen. Sollte dieſe
Annahme, abgelehnt werden, dann ſteht es Deutſchland frei,
mit den Dominien ohne engliſche Vermittlung zu verhandeln.
Schließlich darf noch darauf aufmerkſam gemacht werden, daß
auch die in den Abſchnitten 1 und 2 des Protokolls gemachten
Konzeſſionen durchaus für beide Teile gelten. Maßgebend dafür
war, daß der Vertrag nicht nur dem Buchſtaben nach das
Meiſt=
begünſtigungsrecht enthalten ſoll, ſondern daß auch weiterhin
die gegenſeitigen Beziehungen geregelt werden ſollen im Geiſte
dieſer Meiſtbegünſtigung.
Der neue franzöſiſche Geſchäftsträger für Berlin.
Berlin, 6. Dez. Der Geſchäftsträger von der franzöſiſchen
Botſchaſt, Graf St. Quentin, verläßt heute nach nahezu
fünf=
jähriger Wirkſamkeit in Berlin dieſen Poſten, um ſich über Paris
auf ſeinen neuen Poſten als Generalſekretär der franzöſiſchen
Delegation in Marokko zu begeben. Sein Nachfolger, André de
Laboulaye, der die letzten Jahre als Botſchaftsrat in
Waſhing=
ton tätig war, wird mit dem Botſchafter de Margerie anfang
nächſter Woche nach Berlin kommen und ſeinen Poſten als
Bot=
ſchaftsrat antreten.
*Lavaters Phyſiognomiſches Kabinett.
Von Dr. Ernſt Zeh.
Joh. Kaſpar Lavater (1741—1801), zu deſſen beſcheidenem
Züricher Pfarrhaus einſt die erlauchteſten Geiſter Europas
wall=
fahrteten, deſſen Reiſe durch Deutſchland einem Triumphzuge
glich, iſt heute nur noch dem Namen nach aus der Goetheliteratur
bekannt. Seine „Phyſiognomiſchen Fragmente zur Beförderung
der Menſchenkenntnis und Menſchenliebe”, ein in den Jahren
1775—78 typographiſch ſorgfältigſt redigiertes Werk in vier
Groß=
quartbänden, eines der gefeiertſten literariſchen Denkmäler der
Sturm=und Drangperiode, ſind heute ſo gut wie vergeſſen.
Zwei Gründe bieten Veranlaſſung, dieſes Kulturdenkmal in die
Erinnerung zurückzurufen, nicht um für die in den „
Phyſiogno=
miſchen Fragmenten” von Lavater mit dem Einſatz ſeiner ganzen
Perſönlichkeit vertretenen ſcheinwiſſenſchaftlichen Experimente eine
Lanze zu brechen, obwohl die Akten über die Möglichkeit einer
ſwiſſenſchaftlich begründeten Phyſiognomik noch keineswegs
ge=
ſchloſſen ſind, ſondern um dem inhumanen Rationalismus der
Gegenwart das Ethos einer von innen her wirkenden lauteren
Perſönlichkeit gegenüberzuſtellen und auf einen bisher völlig
überſehenen und ungehobenen Schatz von nicht alltäglicher
kul=
turgeſchichtlicher Bedeutung hinzuweiſen, auf das von Lavater
angelegte „Phyſiognomiſche Kabinett”.
Was verſtand Lavater unter Phyſiognomik? „Die
Fertigkeit, durch das Aeußerliche des Menſchen ſein
Inneres zu erkennen; das, was nicht unmittelbar in
den Sinn fällt, vermittelſt irgend eines natürlichen
Aus=
drucks wahrzunehmen Die Kenntniſſe des Verhältniſſes des
Aeußeren mit dem Inneren, der ſichtbaren Oberfläche mit dem
unſichtbaren Inhalt . . . Im engeren Verſtand iſt Phyſiognomie
die Geſichtshildung und Phyſiognomik Kenntnis der Geſichtszüge
und ihrer Bedeutung.” (Phyſiognomiſche Fragmente 1. Verſuch,
1. Fragm.) Lavater war dem lebenden Menſchen gegenüber
fraglos mit einer außergewöhnlich empfindſamen Membrane
aus=
geſtattet, deren Schwingung ihm mit der Genauigkeit eines
Seismographen den Charakter ſeines Gegenüber anzeigte. Nichts
ſpricht für dieſe ſeine ausgeprägte Menſchenkenntnis mehr als die
Tatſache, daß er als erſter neben Merck die zukünftige Größe des
jungen Goethe erkannte. Und andererſeits pries Goethe Lavater
als einen intuitiv veranlagten Seelendeuter, auch dann noch, als
er gegenüber Lavater „Liebe und Haß auf ewig los” war. „
Wirk=
lich ging Lavaters Einſicht in die einzelnen Menſchen über alle
Begriffe; man erſtaunte, ihn zu hören, wenn man über dieſen
Vom Tage.
Die Großhandelsindexziffer des Statiſtiſchen
Reichs=
amtes iſt gegenüber der Vorwoche (129,0) auf 128,5 gefallen. Die
Indexziffer für die Lebenshaltung iſt unverändert,
Der völkiſche Block Bayerns hatte Poehner aufgefordert, ſein
Landtagsmandat niederzulegen; dieſer hat dies aber
ab=
gelehnt.
Geſtern hat ſich die franzöſiſche Kammevkommiſſion
zur Unterſuchung über den Urſprung der Wahlfonds für die Wahlen
1924 konſtituiert. Vorſitzender iſt der Sozialiſt Renaudel. Die erſte
Sitzung findet am kommenden Mittwoch ſtatt.
Millerand wird am 9. Dezember in Brüſſel eine Rede
halten, und zwar über das Thema „Vom Krieg zum Frieden”.
Wie der franzöſiſche Botſchafter in Rom auf Befragen beſtätigt,
wird Briand Frankreich auf der Tagung des Völkerbundsrats
in Rom vertreten.
In dem vom Abgeordneten Italo Balbo gegen die Redaktion
der römiſchen „Voce republicana” angeſtrengten
Beleidigungs=
prozeß wurde dere Redakteur des Blattes freigeſprochen und der
Klä=
ger zu den Koſten verurteilt. Das Blatt hatte Balbo die moraliſche
Anſtiftung zur Ermordung des Geiſtlichen Don Minonzi vorgeworfen.
Der ſüdſlawiſche Außenminiſter Nintſchitſch wird nächſte Woche
in Rom erwartet, um mit Muſſolini verſchiedene Fragen zu
behandeln.
Zwiſchen der Schweiz und Lettland iſt ein Handels=
und Niederlaſſungsvertrag auf der Grundlage der
gegen=
ſeitigen Meiſtbegünſtigung unterzeichnet worden.
Die angekündigte Verordnung über die Einführung von
Maximalzöllen in Polen, in doppelter Höhe der Tarifſätze
gegenüber Staaten, die keinen Handelsvertrag mit Polen haben, iſt
ver=
öffentlicht worden und in Kraft getreten.
Aus Warſchau wird gemeldet, daß geſtern in Lodz der
Gene=
ralſtreik proklamiert worden iſt. 50 000 Arbeiter aus ſämtlichen
Induſtrien bevölkern die Straßen von Lodz. Sie verlangen eine
ſofor=
tige Intervention der Regierung.
Es verlautet, daß die Sowjetregierung bei den
Fokker=
werken 250 Flugzeuge beſtellt hat.
Aus Gründen perſönlicher Natur gab eine junge Litauerin
vorgeſtern drei Revolverſchüſſe auf den Vizekonſul der
Ver=
einigten Staaten Henry Dayton in Belgrad ab, der ſchwer
ver=
letzt wurde. Darauf tötete ſie ſich ſelbſt.
Aus Malta iſt in Port Said ein Bataillon Gordon=
Hoch=
länder angekommen.
Aus Marokko treffen für die Spanier ſehr
beunruhig=
gende Nachrichten ein. Die Spanier haben den kleinen Hafen
Rio Martin, einige Kilometer von Tetuan entfernt und ſüdlich von
Ceuta gelegen, verlaſſen müſſen. Im Abſchnitt von Larraſſch hat
ſich die ſpaniſche Garniſon von Kala Buhandun auf Meſerah
zurückgezogen.
Die „Daily Mail” meldet aus Kapſtadt, es verlaute, daß die
Regierung mit deutſchen Stahlerzeugern über die
Errich=
tung von Stahlwerken in Südafrika in ziemlich großem Umfange
verhandele.
Das engliſche Kabinett hat ſich für den weiteren Ausbau des
Flottenſtützpunktes Singapore ausgeſprochen. Die Pläne werden
noch ausgearbeitet.
Antrag und Arteil im Inſurgenten=Prozeß.
Leipzig, 5. Dez. Der Vertreter der
Reichsanwalt=
ſchaft beantragte gegen jeden der Angeklagten unter
Ver=
ſagung mildernder Umſtände wegen ehrloſer Geſinnung
an=
derthalb Jahre Zuchthaus, 400 Mark Geldſtrafe und
zwei Jahre Ehrverluſt. Die Angeklagten ſeien ſich der
Bedeu=
tung und Ziele des Verbandes der Aufſtändiſchen bewußt
ge=
weſen und hätten ihm als Reichsangehörige auch in
wirtſchaft=
licher Notlage nicht beitreten dürfen.
Heute nachmittag wurde in dem Inſurgentenprozeß
vor dem Reichsgericht das Urteil gefällt. Drei Angeklagte
wurden freigeſprochen, da bei ihnen die Annahme als möglich
hingeſtellt wurde, es handele ſich nicht um einen
Inſurgenten=
verband, ſondern um einen Arbeiterbund. Die übrigen
Ange=
klagten wurden wegen Beihilfe zur Vorbereitung eines
hochver=
räteriſchen Unternehmens im Sinne des § 81 Abſatz 3 des
Reichsſtrafgeſetzbuchs verurteilt, und zwar drei Angeklagte zu je
vier Monaten Feſtungshaft und je 100 Mark
Geld=
ſtrafe, die übrigen zu je ſechs Monaten Feſtungshaft
und je 200 Mark Geldſtrafe. Sämtliche Geldſtrafen ſind durch
die Unterſuchungshaft verbüßt, ebenſo die Freiheitsſtrafen, außer
bei vier Angeklagten, die ſeit Juli außer Haft ſind. Bei dieſen
wurden drei Monate und drei Wochen Freiheitsſtrafe auf die
Unterſuchungshaft angerechnet. Sämtliche Angeklagte wurden auf
freien Fuß geſetzt.
In der Urteilsbegründung wird u. a. ausgeführt: Das
Ziel des Verbandes, die Erregung eines neuen
poli=
tiſchen Aufſtandes in Deutſch=Oberſchleſien und
die gewaltſame Losreißung Deutſch=
Oberſchle=
ſiens vom Reich iſt gerichtskundig. Die Angeklagten
haben dieſes Ziel durch ihren Beitritt zum Verband unterſtützt;
ihre wirtſchaftliche Lage bildet keinen Schuldausſchließungsgrund
im Sinne des Strafgeſetzbuchs. Der Senat billigte
je=
doch mildernde Umſtände zu.
oder jenen vertraulich ſprach; ja, es war furchtbar, in der Nähe
eines Mannes zu leben, dem jede Grenze deutlich erſchien, in
welche die Natur uns Individuen einzuſchränken beliebt hat.”
(„Wahrheit und Dichtung”.)
Lavaters „Phyſiognomiſche Fragmente” ſind
zuſammenhang=
los aneinandergereihte Eſſays von zum Teil romantiſcher
Geni=
alität. Aber ihr Verfaſſer hätte gut daran getan, ſich mit den
Einzelanalyſen der Phyſiognomie hiſtoriſcher und noch lebender
Perſönlichkeiten zu beſcheiden, ohne ſich zu ſeinen nur ſcheinbar
generellen Schlüſſen verlocken zu laſſen, deren wiſſenſchaftliche
Begründung durch die tendenziöſe Zielſetzung ſeiner „
Phyſiogno=
miſchen Fragmente” von vorneherein in Frage geſtellt war. In
dem ahnenden Gefühl ſeiner Unſicherheit ſpricht auch Lavater
von der Phyſiognomik als einer erſt werdenden Wiſſenſchaft und
bekennt wiederholt, ſich in ſeinen Urteilen irren zu können.
Trotz=
dem ſuchte er immer wieder, phyſiognomiſche Geſetze aufzuſtellen.
Daran ſcheiterte er. Er mußte ſcheitern, wenn er eine derartig
haltloſe Folgerung vertrat: „Je moraliſch beſſer — deſto ſchöner;
je moraliſch ſchlimmer — deſto häßlicher.‟ Daraus geht deutlich
hervor, daß Lavater in die Phyſiognomien den moraliſchen
Men=
ſchen hineindeutete, daß er in dem Geſicht des einzelnen vor allem
Heilsmöglichkeiten zu entdecken verſuchte, daß er alſo nicht als ein
theoretiſch=wiſſenſchaftlicher Menſch ſeinen Objekten
gegenüber=
ſtand. Wenn er ausruft; „ich möchte euch fühlbar werden laſſen,
wie alles, das Geringſte am Menſchen, am Liebling Gottes
Aus=
druck, Wahrheit, Offenbarung iſt”, ſo ſpricht ein Enthuſiaſt zu
uns, aber nicht der kühle Sucher wiſſenſchaftlicher Wahrheiten.
G. Chr. Lichtenberg, der ſchärfſte Kritiker der Lavaterſchen
Phy=
ſiognomik, erkannte auch dieſe wundeſte Stelle in den
Phyſiog=
nomiſchen Fragmenten und verurteilte, ſelbſt ein äußerlich
ver=
krüppelter Menſch, dieſen Scheinparallelismus körperlicher und
ſeeliſcher Schönheit, mit Recht aufs entſchiedenſte: „Allein gehört
denn unſer Körper der Seele allein zu, oder iſt er nicht ein
gemein=
ſchaftliches Glied ſich in ihm durchkreuzender Reihen, deren jeder
Geſetz er befolgen und deren jeder er Genüge leiſten muß! . . . .
So ſteht unſer Körper zwiſchen Seele und der übrigen Welt in
der Mitte, Spiegel der Wirkungen von beiden. . . . . Soll das
Fleiſch Richter vom Geiſt ſein! . . . . Sage mir, warum der
Tugendhafte ſo oft in einem ſiechen Körper jammert” („Ueber
Phyſiognomik”.) Gewiß könnte auch die in Einzelheiten fraglos
zutreffende Kritik Lichtenbergs auf Grund unſerer in den letzten
Jahrzehnten gewonnenen pſychoanalytiſchen Erfahrungen und
der ſtreng wiſſenſchaftlichen Forſchungsmethoden von Klages
über „Ausdrucksbewegung und Geſtalturgskraft” berichtigt und
zur Ehrenrettung der Phyſiognomik als einer we en auch mehr
Aufrollung der Schuldenfrage.
Amerikaniſches Moratorium
für die franzöſiſchen Schulden.
London, 5. Dez. (Europapreß.) Die „Times” meldet aus
New York, daß über den Beſchluß der
Schuldenfundierungs=
kommiſſion betreffs der Frage der Schuld an Amerika noch der
Schleier des Geheimniſſes liege. Alle Anzeichen deuteten
darauf hin, daß die Kommiſſion ein Moratorium begünſtige,
Der franzöſiſche Botſchafter Juſſerand und der
Staatsſekre=
tär Mellon hatten ſich ſeit der Montagsſitzung der
Kommiſ=
ſion öfter geſprochen. Der Stand der Unterhandlungen ſcheint
im Augenblick der zu ſein, daß kein weiterer Fortſchritt
erzielt werden kann, ohne daß der Kongreß der Kommiſſion
ſelbſt Konzeſſionen in Bezug auf ihre Machtbefugniſſe
macht. Die Kommiſſion werde wahrſcheinlich einen
Schuld=
vertrag auf der Grundlage eines Moratoriums vorſchlagen
und die Verantwortung für die Annahme oder Ablehnung
dem Kongreß überlaſſen.
Waſhington, 5. Dez. (Europapreß.) In Kreiſen, die
der Schuldenfundierungskommiſſion naheſtehen, wird die
Nach=
richt dementiert, daß England gegen die Abſicht der Vereinigten
Staaten proteſtiert habe, Frantreich günſtigere
Zahlungsbeding=
ungen bei der Rückzahlung ſeiner Schulden einzuräumen. Wie
nun verlautet, ſoll wahrend der Londoner Konferenz Maedonald
Herriot verſichert haben, daß er nichts dagegen unternehmen
würde, wenn Frankreich um günſtigere Zahlungsbedingungen bei
den Vereinigten Staaten nachſuche.
Im übrigen ſollen die franzöſiſch=amerikaniſchen
Verhand=
lungen noch im Anfangsſtadium ſein. Juſſerand ſoll mit
Mel=
lon noch eine Reihe von Unterredungen haben, bevor ein Modus
vivendi abgeſchloſſen werde.
London, 5. Dez. (Europapreß.) In politiſchen Kreiſen
verfolgt man mit großer Aufmerkſamkeit die Meldungen aus
Waſhington über die Regelung der franzöſiſchen Kriegsſchulden.
Ein engliſcher Agenturbericht will wiſſen, daß in Amerika eine
ſtarke Bewegung gegen eine günſtigere Behandlung Frankreichs
beſtehe. Die Mehrheit des Kongreſſes ſei dagegen, daß
Frank=
reich günſtigere Bedingungen erhalte als England. In Londoner
Regierungskreiſen erklärt man, daß England keinen Proteſt
ge=
gen eine Begünſtigung Frankreichs nach Waſhington gerichtet
habe. Der engliſche Botſchafter in Waſhington ſei lediglich
er=
ſucht worden, in Erfahrung zu bringen, auf welchem Punkt die
franzöſiſch=amerikaniſchen Verhandlungen gegenwärtig ſtehen.
Nach einer anderen Meldung ſoll dagegen ein Vertreter der
eng=
liſchen Regierung gegenwärtig mit der Waſhingtoner Regierung
in Unterhandlungen ſtehen, um zu erlangen, daß England keine
ſchwereren Bedingungen zu tragen habe, wie Frankreich.
Eve=
ning Standard ſchreibt zu dieſer Frage, daß die Regelung der
interalliierten Schulden gegenüber England jetzt zur
gebieteri=
ſchen Notwendigkeit geworden ſeien. Dieſe Regelung ſei für die
Stabiliſierung der Valuta notwendig. Die Wiederaufrichtung
der Welt wäre aber gefährdet, wenn nur eines der großen
Gläu=
bigerländer, nämlich Amerika, Geld erhalte, während das andere,
England, leer ausginge.
Auch der Star fordert eine baldige Regelung der alliierten
Kriegsſchulden an England. Frankreichs Schuld betrage
gegen=
wärtig 623 Millionen Pfund an England und 789 Millionen
Pfund an Amerika. England ſchulde Amerika 920 Millionen
Pfund. Das beſte wäre, wenn Frankreich England die
ſchuldi=
gen 623 Millionen Pfund bezahlen würde, und wenn England
dieſen Betrag an Amerika entrichten würde. Amerika könnte es
überlaſſen bleiben, nicht auf der Bezahlung feines vollen
Gut=
habens an Frankreich zu beſtehen.
Lärmſzenen im Wiener Nationalrat.
Wien, 5. Dez. (Europapreß.) In der heutigen Sitzung
des Nationalrats gab es eine große Lärmſzene. Während der
Beratung der Novelle zum Arbeitsloſenverſicherungsgeſetz
erho=
ben ſich auf ein gegebenes Zeichen zahlreiche kommuniſtiſche
Ar=
beitsloſe auf der Galerie und riefen in den Saal: Heraus mit
der Erfüllung der Forderungen der Arbeitsloſen, denkt an die
Weihnachten der Arbeitsloſen! Die Seelen ſind ſaniert, aber die
Arbeitsloſen verhungern! Der Präſident ermahnte die Galerie
zur Ruhe. Die lärmenden Kundgebungen der Arbeitsloſen
nah=
men jedoch ihren Fortgang und pflanzten ſich in dem
Sitzungs=
ſaal fort, wo die Chriſtlich=ſozialen und die Sozialdemokraten ſich
gegenſeitig zu beſchimpfen begannen. Die Arbeitsloſen auf der
Galerie riefen im Chor: Hunger! Schließlich unterbrach der
Prä=
ſident die Sitzung auf 10 Minuten und die Parlamentsdiener
entfernten die Manifeſtanten von der Galerie. Nach
Wiederauf=
nahme der Sitzung wurde die Novelle zum
Arbeitsloſenverſiche=
rungsgeſetz mit den Stimmen der Mehrheit gegen die
Sozial=
demokraten in zweiter und dritter Leſung angenommen.
individualpſychologiſchen als nomothetiſchen Wiſſenſchaft ergänzt
werden; aber es beſteht kein Zweifel mehr, daß Lavaters
phyſiog=
nomiſches Werk niemals Anſpruch auf wiſſenſchaftliche Wertung
erheben kann. Seine ſchrankenloſe Phantaſie, ſein ſympathetiſches
Temperament, ſein tiefes Gemüt und die in dieſen
Charakter=
anlagen begründete, durchaus ſubjektiviſtiſche Methode, wenn
überhaupt bei ihm von einer ſolchen die Rede ſein kann, ließen
ihn zu keiner ſyſtematiſchen Begründung phyſiognomiſcher
Tat=
ſachen, zu keiner Wahrſchau im objektiven Sinn, zu keiner
Phy=
ſiognomik als Wiſſenſchaft kommen.
Eine offenſichtliche Fehlerquelle in Lavaters
Phyſiog=
nomik, obwohl man gerade ihr den Schatz des „
Phy=
ſiognomiſchen Kabinetts” zu verdanken hat, liegt auch in
der allzu ſorgloſen Benutzung künſtleriſcher Denkmäler,
in der falſchen Vorausſetzung, aus Bildniſſen, Schattenriſſen,
figürlichen Darſtellungen mit pathognomiſcher Charakteriſtik
(Pathognomie iſt die Zeichenlehre der Affekte) phyſiognomiſche
Erkenntniſſe gewinnen und ſie auf den lebenden Menſchen
über=
tragen zu können. Denn das Kunſtwerk iſt nicht identiſch mit
der biologiſchen Wirklichkeit, die für die Phyſiognomik erſte
Inſtanz ſein muß. Der echte Künſtler wird ſtets gewiſſe
Aus=
druckselemente zur erhöhten Steigerung zuſammenfaſſen,
Neben=
ſächliches ausſcheiden, um über die beabſichtigte Beſeelung
körperlicher Merkmale nicht den geringſten Zweifel im
Be=
ſchauer aufkommen zu laſſen. „Daß der Maler und der
Dichter ihre Tugendhaften ſchön und ihre Laſterhaften häßlich
vorſtellen, kommt nicht von einer durch Intuition erkannten
not=
wendigen Verbindung dieſer Eigenſchaften her, ſondern weil ſie
alsdann Liebe und Haß mit doppelter Kraft erwecken.” (
Lichten=
berg.) Selbſt das Porträt kann nicht als eine objektive Urkunde
für wiſſenſchaftlich exakte phyſiognomiſche Feſtſtellungen in
Be=
tracht kommen. Auch in das Bildnis geht des Künſtlers
Indi=
vidualität mit ein. Der großen Schwierigkeit einer
phyſiogno=
miſchen Darſtellung waren ſich ſchon die chineſiſchen Maler
be=
wußt. Bei Hua Chüan im 12. Jahrhundert heißt es: „Nichts iſt
ſo ſchwer wie ein Porträt. Nicht die Wiedergabe der Züge iſt
ſchwierig, ſondern die Schwierigkeit liegt darin, daß es
gilt, die Quellen des Handelns zu malen, die im Herzen
verborgen ſind.” So ſehr auch Lavater die an den „
Phy=
ſiognomiſchen Fragmenten” mitarbeitenden Künſtler zur
ſtreng=
ſten Objektivität verpflichtete, „ein Geſicht im Spiegel” verlangte,
kein einziger konnte, ganz naturgemäß, dieſe Forderung reſtlos
erfüllen. Und doch war er zur unumgänglich notwendigen
Ver=
anſchaulichung ſeiner phyſiognomiſchen Beobachtungen auf
künſt=
leriſche Mithilfe angewieſen, die letzten Endes verſagen mußté
Rummer 339.
Samstag, den 6. Dezember 1924.
Chamberlain in Paris.
Die Begegnung mit Herriot.
TU. Paris, 5. Dez. Der erſte Beſuch Auſten
Chamber=
ains galt heute vormittag dem Präſidenten der Republik. Im
Anſchluß daran fand um 11 Uhr die Begegnung mit
Her=
t iot ſtatt, zu der kein Zeuge hinzu gezogen war. Es war nicht
rinmal ein Dolmetſcher der Unterredung anweſend, da der
ritiſche Außenminiſter das Franzöſiſche fließend beherrſcht. Um
Uhr gab Herriot im Quai d’Orſay zu Ehren
Chamber=
llains ein Eſſen, zu dem insbeſondere der britiſche
Bot=
ſ hafter in London, Fleuriau, der britiſche Direktor am Quai
*Orſay, Larroche, und der Unterdirektor Seydoux geladen waren.
Die Kanzlei des Miniſterpräſidenten veröffentlicht folgendes
Sommuniqué:
Der engliſche Staatsſekretär für auswärtige Angelegenheiten
Tuſten Chamberlain hatte heute eine zweiſtündige
U—nterredung mit Miniſterpräſidenten Herriot, in deren
Ver=
lmuf die beiden Miniſter die verſchiedenſten ausländiſchen
Prob=
leme beſprochen haben. Es iſt ein Einverſtändnis
er=
ielt worden über die Fragen, die eine ſofortige Löſung
efordern. Gewiſſe Angelegenheiten, die eine längere
Srüfung in Anſpruch nehmen, werden im Einverſtändnis der
lreiden Miniſter im gleichen Geiſte und dem beſtimmten
tegenſeitigen Willen geprüft werden, die
freundſchaft=
lichen Beziehungen, die zwiſchen Frankreich und
Groß=
kritannien beſtehen, zu entwickeln in dem Willen, den Frieden
entfrecht zu erhalten.
Chamberlain mit dem Ueberwachungsplan
Boncourts einverſtanden.
Während die Unterredung noch andauerte, trat die
Kom=
zriſſion des Oberſten Rates für nationale Verteidigung unter
dem Vorſitze Paul Boncourts zuſammen. Die
Studienkom=
miſſion hat auf Veranlaſſung des Miniſterpräſidenten einen
Ueberwachungsplan ausgearbeitet, der ausgeführt
wer=
den ſoll, wenn an die Stelle der interalliierten Militärkontrolle
dre Kontrolle des Völkerbundes tritt. Von dieſem
Plan hat Miniſterpräſident Herriot im Laufe der heutigen
Unterredung Chamberlain Kenntnis gegeben. Die
egliſche Regierung hat bekanntgegeben, daß ſie die Ernennung
anes Vertreters Frankreichs zum Vorſitzenden dieſes ſtändigen
Ueberwachungsausſchuſſes für die Entwaffnung Deutſchlands
uniterſtützen werde.
Chamberlain iſt um 5 Uhr programmäßig nach Rom
meitergereiſt. In Wochenfriſt wird nach der Morgenpreſſe eine
ueue Begrüßung mit Herriot erfolgen. „Ere Nouvelle‟
gbt der Vermutung Ausdruck, daß Chamberlain ſich im
Verlaufe der heutigen Beſprechung bereit erklärt hat,
Frank=
reich gegen Zugeſtändniſſe im Nahen Oſten am
Fhein entgegenzukommen.
Die Angelegenheit Sadoul.
Paris, 5. Dez. (Europapreß.) Die Gleichzeitigkeit der
Amkunft Kraſſins und Sadouls hat in politiſchen Kreiſen ziemlich
überraſcht und wird dahin ausgelegt, daß der neue
Sowjetbot=
ſchaſter offenbar gedenkt, ſich der Angelegenheit Sadoul
anzu=
nehmen. Sie hat aber auch den Eindruck erweckt, daß der
Sowjet=
botſchafter ſeine Tätigkeit mit einer Agitation eröffnen werde,
de in Regierungskreiſen einen ſchlechten Eindruck erwecken wird.
7o ſchreibt die „Ere Nouvelle”, daß, wenn Sadoul nach
Aaris gekommen ſei, um ſeine Unſchuld zu beweiſen und um
vor einem neuen Kriegsgericht ſeine Rehabilitierung zu erlangen,
jDermann verpflichtet ſei, ſeine Argumente anzuhören und von
ſänen Richtern abſolute Unparteilichkeit zu verlangen. Die
Zei=
tung weiſt darauf hin, daß ſie immer gefordert habe, daß auch
der Fall Sadoul in die Amneſtie einbezogen werde. Wenn aber
adoul nun die franzöſiſche Grenze überſchritten habe, um in
Frankreich eine für den ſozialen Frieden gefährliche Agitation zu
entfalten, ſo liege die Frage ganz anders. Man habe in
Frankreich kein Intereſſe daran einer
bolſche=
iſtiſchen Agitation Raum zu geben, auf welche
keicht ein faſziſtiſches Experiment folgen könnte.
Asenn deshalb die Bolſchewiſten im Schutz der
diploma=
tſchen Immunität ihre Propaganda entwickeln wollten,
ſo erklärt die Zeitung, dann wäre ſie die erſte, um der
Regie=
rung zu empfehlen, Kraſſin ſeine Reiſepäſſe
wieder zuzuſtellen.
Der „Quotidien” der ebenfalls als Regierungsorgan
an=
zuſprechen iſt, ſchreibt unter der Ueberſchrift: „Die abſcheulichſte
Regierung!” Unſere Bolſchewiſten ſpielen offenbar kein
orfenes Spiel. Ihre Haltung in der Angelegenheit Sadoul iſt
dafür ein neuer Beweis. Sie haben dieſen Offizier
zu=
rüickkommen laſſen, um eine kommuniſtiſche
Agi=
tätion im ganzen Lande zu entfachen. Sie wollen
dres aber nicht anerkennen.
Eine Rede Baldwins.
Die Aufgaben der engliſchen Regierung.
London, 5. Dez. (Europapreß). Faſt alle Miniſter haben
geſtern abend an einer konſervativen Verſammlung
in der Albert=Hall teilgenommen, wobei Baldwin als
Hauptredner fungierte. Er erklärte, daß die konſervative Partei
noch nie einen ſo glänzenden Sieg errungen habe wie bei den
letzten Wahlen. Die Regierung könne nicht im Voraus ſagen,
daß nun der Frieden ewig herrſchen werde, aber ſie
werde gewiß nicht das Beiſpiel einer der größten
europäiſchen Nationen befolgen, die bankerott
geworden ſei. Die engliſche Wählerſchaft habe endgültig mit
dem Sozialismus abgerechnet und dieſem zu verſtehen
gegeben, daß ſie nicht von Moskau aus kontrolliert ſein wolle.
Ein ſo großes Land wie England werde auf keinen Fall die
Methoden kopieren, die gegenwärtig in Rußland in Gebrauch
ſeien.
Darauf ſprach Baldwin über die ägyptiſche Kriſe. Er
bekämpfte energiſch die von den Gegnern erhobenen
An=
ſchuldigungen, wonach die engliſche Regierung die
Er=
mordung des Sirdar habe benützen wollen, um das engliſche
Protektorat in Aegypten wieder herzuſtellen. Einen
ſolchen Verſuch unternahm die Regierung nicht. Es ſei aber ihre
Pflicht geweſen, raſch zu handeln, um der ägyptiſchen Regierung
zu verſtehen zu geben, daß die Kampagne des Haſſes und
der Attentate aufhören müſſe. England habe nicht die
Abſicht, die Unabhängigkeit wieder zu zerſtören, die es Aegypten
gewährt habe. Es denke nicht einmal daran, ſich in die
ägyp=
tiſche Verwaltung einzumiſchen. Es wünſche lediglich
ſeine Miſſion zu erfüllen, die darin beſtehe, nicht nur die
briti=
ſchen ſondern alle anderen ausländiſchen Intereſſen in Aegypten
auch zu ſchützen. Die Verkehrswege des Reiches müßten
außer=
dem geſichert bleiben. Die Regierung ſei entſchloſſen, die
Ver=
pflichtung, die ſie dem Sudan gegenüber
übernom=
men habe, zu beachten, ebenſo wie diejenigen, die ſie
gegen=
über Aegypten habe. Keine dieſer Rückſichten ſeien mit der
Auf=
rechterhaltung von freundſchaftlichen Beziehungen zwiſchen den
beiden Ländern unvereinbar.
Engliſche Note an den Völkerbund.
Genf, 5. Dez. (Europapreß.) Das Völkerbundsſekretariat
veröffentlicht eine Note Auſten Chamberlains über den
Standpunkt der engliſchen Regierung in dem
eng=
liſch=ägyptiſchen Konflikt. In dieſer Note wird daran erinnert,
daß das engliſche Protektorat über Aegypten auf
Grund der von der engliſchen Regierung am 28. Februar 1922
abgegebenen und am 14. März desſelben Jahres vom
Parla=
ment gutgeheißenen Erklärung aufgehört hat. England
würde jeden Verſuch, ſich in die ägyptiſchen Angelegenheiten
einzumiſchen, als unfreundliche
Handlungs=
weiſe und jeden Angriff auf ägyptiſches Gebiet als ein
Vor=
gehen betrachten, dem es mit allen ihm zu Gebote ſtehenden
Mitteln entgegentreten müßte. Die britiſche Regierung
würde unter dieſen Umſtänden nicht dulden können, daß das
Protkoll betreffend friedliche Beilegung internationaler Streit,
fragen, ſofern es von Aegypten unterzeichnet wird, dieſem die
Möglichkeit geben ſollte, die Intervention des
Völker=
bundes für die Regelung von Fragen nichzuſuchen, die
durch jene Erklärung ausſchließlich dem Gutfinden
der engliſchen Regierung anheimgeſtellt ſind.
Der ägyptiſche Senator Fanus ſoll an den Präſidenten
des Völkerbundsrates Hymans, ein Memorandum
gerichtet haben, das ausführlich den ägyptiſchen
Stand=
punkt zum Konflikt mit England auseinanderſetzt. Der
Sena=
tor führte iene Reihe von Gründen an, wonach der Völkerbund
beſtimmt werden ſoll, dieſen Konflikt beizulegen, da das
Verhält=
nis des Oſtens zum Weſten von der Haltung des Völkerbundes
abhängig ſei.
Umformung des ſpaniſchen Kabinetts.
Paris, 5. Dez. (Europapreß.) Nach Mitteilungen von gut
informierter Seite ſcheint binnen kurzem mit der Umbildung
des ſpaniſchen Direktoriums zu rechnen ſein. Primo
de Riverra wird am 20. Dezember d. J. in Madrid
zurückerwar=
tet. Er hat die Abſicht, ein Zivilkabinett unter ſeinem Vorſitz zu
bilden. Außenminiſter des neuen Kabinetts ſoll der
gegenwär=
tige Londoner Botſchafter Merry del Val werden.
Kriegs=
miniſter wird der Profeſſor für Rechtswiſſenſchaft an der
Ma=
drider Univerſität de Diego, Innenminiſter Gonzales
der gegenwärtige Staatsſekretär des Staatsrechts. Bezeichnend
für die Abſichten der neuen Regierung iſt, daß weiter als
Innen=
miniſter Martinnez Amigo, der Unterſtaatsſekretär im
Innen=
miniſterium iſt, genannt wird. Amigo genießt als „Henker der
kataloniſchen Arbeiter” einen ſchlechten Ruf. Marineminiſter ſoll
Admiral Magaz werden. Für den Poſten eines
Finanz=
miniſters wird noch keine Perſönlichkeit genannt.
dn ſich die äſthetiſch=künſtleriſche Darſtellung unmöglich vereinigen
lieeß mit theoretiſch =wiſſenſchaftlichen Forderungen. Vollends
tügeriſch waren natürlich Lavaters phyſiognomiſche Deutungen
der Konturen von Schattenriſſen; hier verſagten in der Regel
ſaine Orakelſprüche Unbekannten gegenüber.
Lavater hat auch nicht ſcharf unterſchieden zwiſchen den
mimi=
ſchen, d. h. wechſelnden, und den phyſiognomiſchen, d. h. den
uigeborenen oder erworbenen, bleibenden Ausdrucksformen des
Geſichts.
So müſſen wir ſtreng ſcheiden zwiſchen Lavater als Menſchen
und Lavater als Gelehrten. Der Menſch Lavater, der
ſeine heiße Menſchenliebe mit dem Samaritertod beſiegelte,
ſteht nach dem Urteil der Geſchichte vor uns als ein
makelloſes Vorbild, Lavater als Gelehrter hält unſerer Kritik
nicht ſtand. Damit ſind die „Phyſiognomiſchen Fragmente”
kei=
neswegs abgetan. Sie haben das Urteil vieler geſchärft, wie
oethe ſelbſt bekennt, und die eingehende pſychologiſche
Charak=
teriſtik der zwölf Apoſtel in Goethes Aufſatz über das Abendmahl
Läonardos vom Jahre 1817, dieſe Kunſtanalyſe „höchſter
Ord=
ming”, iſt ohne Goethes Mitarbeit am erſten Band der „
Phyſiog=
vomiſchen Fragmente” kaum denkbar. Alle phyſiognomiſchen
Verſuche vor Lavaters Zeit ſchrumpfen in ein Nichts zuſammen
vor der Fülle ſeiner Beobachtungen; alle Phyſiognomen nach ihm
bauten letzthin doch auf das von Lavater hinterlaſſene Erbe auf,
inenn ſie es auch verleugneten oder verkleinerten, um ſelbſt als große
(eiſter dazuſtehen. Was wir in den„Phyſiognomiſchen
Frag=
menten” an wiſſenſchaftlicher Syſtematik vermiſſen, erſetzt Lavater
deurch die „herzlichſten, geiſtreichſten Einzelheiten” (Goethe).
Davon nur zwei Proben! Friedrichs des Großen Profil
charak=
riſiert er als „eine beynahe uneroberliche Mauer, einer halben
ägyptiſchen Pyramide gleich”; bei einem Profil Goethes nach einer
Füſte ſieht der Kommentar „ſteinern nach Stein gearbeitet, aber
ärißerſt charakteriſtiſch für den Phyſiognomiker. Imimer Larve
nes großen Mannes, der das Creditif ſeiner Vollmacht, auf die
enſchheit zu wirken, auf ſeinem Geſicht hat, ſogar auf der
har=
en Larve ſeines Geſichts.” Auch ſonſt finden wir hier und dort
ſanz vortreffiche Beobachtungen, ſo über die blutleere klaſſiziſtiſche
unſt ſeiner Zeit, wenn er von Chodowiecki rühmt, er ſei „
beh=
jahe der Einzige, der nie bloß akademiſche Figuren liefert”
wenn er von Mengs bekennt, daß er ſeinem Geſchmack „zu
alant” wäre, daß er ein Maler ſei, der gerade deshalb aller
Welt gefalle. So nimmt Lavater ſchon manche kunſtkritiſche
Teußerungen der Romantiker vorweg.
Dürfen wir ſo die „Phyſiognomiſchen Fragmente” als eine
och keineswegs ganz ausgeſchöpfte kunſt= und kulturgeſchichtliche
Quelle werten, ſo gilt das in ungleich höherem Grad von der
rieſigen Sammlung, die Lavater für ſeine phyſiognomiſchen
Stu=
dien angelegt hatte. Von allen bekannten Perſönlichkeiten erbat
er oder ließ er ſich Bildniſſe anfertigen. Da aber Lavater auch
ältere Darſtellungen, die irgendwie phyſiognomiſche Bedeutung
hatten, zu erwerben verſuchte, ſo ſammelten ſich auch Blätter von
hohem kultur= und kunſtgeſchichtlichem Wert, beſonders
Handzeich=
nungen Schweizer Künſtler, in ſeinen Mappen an. Im Jahre 1804
erwarb der Wiener Kunſtfreund Reichsgraf Fries von den
Nach=
kommen Lavaters das geſamte „Phyſiognomiſche Kabinett”, das
als einziger Aktivpoſten den Schulden gegenüberſtand, die
La=
vater im Dienſte der Phyſiognomik hinterlaſſen. In 27 Kiſten
verpackt, ſchwamm dieſer kulturgeſchichtliche Schatz Zürichs
donau=
abwärts nach Wien. Als zwei Jahrzehnte ſpäter das Kabinett
wieder verſteigert werden ſollte, erwarb es der Kaiſer Franz am
4. Februar 1828. In der neuen Hofburg wurde nun die
Samm=
lung aufgeſtellt und der Fideikommißbibliothek des Kaiſerhauſes
einverleibt: über 20 000 Nummern in 880 Portefeuilles, die
noch heute die von Lavater ſelbſt beſtimmte kabinettliche Form
haben. Das Phyſiognomiſche Kabinett blieb, ſeitdem es Zürich
verlaſſen, bis auf den heutigen Tag ſo gut wie vergeſſen.
Neu=
gierige mögen ab und zu einmal in den zahlloſen Sammelkäſten
mit nicht allzu großer Pietät herumgeblättert haben; denn die
ganze Sammlung iſt in Unordnung geraten, ſo daß auf die
Rückentitel der einzelnen Kartons kein Verlaß mehr iſt. Erſt jetzt
geht man daran, dieſes beiſpiellos reichhaltige Material
wiſſen=
ſchaftlich zu verarbeiten. Der Literatur=, Kultur= und
Kunſt=
geſchichte dürfte mancher bedeutſame Fund gelingen. Als erſte
Früchte dieſer Bemühungen können wir bereits zwei im
Amal=
thea=Verlag (Wien) erſchienene, von Ed. Caſtle redigierte
Map=
penwerke anzeigen unter dem Geſamttitel: „Die Sammlung
La=
vater” In Mappe I wird behandelt „Lavater und die Seinen”.
in Mappe II „Goethe und ſein Kreis‟. Der Wert dieſer
Ver=
öffentlichung liegt vor allem in der getreuen Wiedergabe nicht
nur der Bildniſſe in ſorgfältigem Vierfarbendruck, ſondern auch
der urſprünglichen Aufmachung einſchließlich der fakſimilierten
Beſchriftung durch Lavaters Hand (ſiehe die Abbildungen in der
„Gegenwart”). Unter den Blättern der Mappe I feſſelt beſonders
eine farbige Handzeichnung von einem zu ſeiner Zeit wohl etwas
überſchätzten Kurferſtecher H. Lips: eine Ganzfigur Lavaters
in ſeinem Arbeitszimmer, auf dem Tiſche ſtehen einige Sammelkäſten
des „Phyſiognomiſchen Kabinetts”. Auf einem anderen Blatt
wird Lavater leicht ſchlafend dargeſtellt. Schlaf ich alſo froh —
wie werd im Leben ich froh ſeyn” ſchreibt er ſelbſt als Gloſſe
zu ſeinem Konterfei. Das iſt der ätheriſch zarte ſchlanke Mann,
„mit dem Mondſtrahl im Geſicht”, deſſen Perſönlichkeit die
Zeit=
genoſſen ſchildern als lang und wohlgewachſen, leiſe und leicht
Seite 3.
Muſſolinis Manifeft.
„Giornale d’Italia” für eine Regierung der Mitte.
Von unſerem römiſchen Korreſpondenten.
Dr. L. Rom, 3. Dez.
Das „Giornale d’Italia” äußerte ſich in einer längeren Kritik
zu dem Manifeſt Muſſolinis an die faſziſtiſchen
Provinzialhäup=
ter. Es ſchreibt, man könnte glauben, eine Nummer des „
Gior=
nale d’Italia” zu leſen, die einige Monate alt ſei, wenn man das
Manifeſt Muſſolinis vor Augen bekomme. Genau das Gleiche
habe — im Intereſſe des Faſzismus — dieſe Zeitung geraten,
als ſie den Faſzismus mahnte, von den gewohnten Sitten zu
laſſen, die Mentalität und die Methoden, die in vollkommenem
Gegenſatz zur Ziviliſation ſtänden, aufzugeben. Jetzt könne man
nur antworten: zu ſpät! Muſſolini erſcheine nicht als ein Mann,
der ſich ſelbſt überzeugt habe, ſondern als ein Mann, der
ge=
zwungen ſei, ſeine Taktik zu ändern, wenn er nicht ſeine Macht
verlieren wolle. Man könne alſo nichts anderes ſagen, als daß
die Lage durch das Manifeſt Muſſolinis nicht geändert werde.
Weiterhin führt dann das „Giornale d’Italia” aus, daß es keine
andere Löſung gebe, als eine Regierungsänderung, die wieder
Geſetz und Recht bringe. Muſſolini verſuche vergebens durch
ſei=
nen Brief an die Faſziſten, dieſe Möglichkeit wiederzugeben. Man
müſſe ſich nach einer Regierung der Mitte umſehen, die
geeignet ſei, einen großen Teil der faſziſtiſchen Elemente zu
ge=
winnen und dem Faſzismus die Sicherheit gäbe, daß er nicht
unter Verfolgungen zu leiden haben würde. Die öffentliche
Mei=
nung ſei im Süden und auf den Inſeln Italiens, alſo in der
Hälfte des Landes vollkommen gegen den Faſzismus. In der
anderen Hälfte fänden ſich zweifellos Zonen, in denen der
Faſzis=
mus noch ganz radikal ſei, und das ſeien beſonders die Gegenden,
wo vorher die entgegengeſetzte Krankheit, der Kommunismus,
geherrſcht habe. Aber die große Mehrheit der arbeitſamen
Be=
völkerung ſei ſich einig, daß man aus der augenblicklichen Lage
herauskommen müſſe.
Muſſolini über die innere Politik.
* Rom, 5. Dez. (Priv.=Tel.) In ſeiner Erwiderung auf
die Kritik einiger Senatoren erklärte Muſſolini in der heutigen
Senatsſitzung:
Um die Lage zu begreifen, muß man der Tatſache Rechnung
tragen, daß eine Revolution ſtattgefunden hat und
ein neues Regime geſchaffen wurde, das in die
Ver=
faſſung hineingereiht werden mußte. Ich bin zur
Geſetz=
lichkeit zurückgekehrt. Könnte eine andere, antifaſziſtiſche
Regierung dieſe Rückkehr zur Geſetzmäßigkeit mehr beſchleunigen?
Ich beſtreite es und erkläre, die im Senat gemachten
Verſprechun=
gen gehalten zu haben. Die Geſetzwidrigkeit iſt ſtreng
unterdrückt worden. Der Faſzismus iſt diſzipliniert worden.
Nach der Ermordung Caſſalinis wurden Repreſſalien verhindert,
indem der Miniſter des Innern ſelbſt für den Ordnungsdienſt
ſorgte. Auch das Verſprechen der Wiedereröffnung
und Beſtätigung des Parlaments iſt
innegehal=
ten worden. Die im Januar erlaſſenen Dekrete ſind durch
dringende Bedürfniſſe gerechfertigt. Da die Kammer nicht immer
tagt, ſind Dekrete unvermeidlich. Eswird behauptet ich
wollte um jeden Preis am Ruder bleiben. Das
iſt nichtwahr. Wenn der König mir am Ende dieſer Debatte
ſagen würde, Sie können gehen, ſo würde ich gehen. Wenn es
ſich aber um „Seine Majeſtät”, den „Corriere della Sera” handelt,
ſo gehe ich nicht. (Vielſeitige Zuſtimmung.)
Muſſolini erinnert ſodann an ſeine Tätigkeit für die
Diſzi=
plinierung und Säuberung der Partei. Auch die
Verſchärfungen hinſichtlich der Miliz ſeien
behan=
delt worden. Muſſolini fuhr fort, die Oppoſition bilde ein
Chaos, in dem die Sozialiſten vorherrſchen. Die Demokraten
haben angeſehene Führer, aber kein Heer, die Liberalen ſind
ent=
zweit. Wenn der Faſzismus zurücktritt,
über=
nehmen die Kommuniſten die Nachkommenſchaft.
Die Durchführung von Albertinis Vorſchlag einer
Militär=
diktatur würde keinen Frieden bringen. Das
Heer darf nicht Politik treiben. Bei der
Verfaſ=
ſungsreform ſuche er Neueinrichtungen zu ſchaffen, ohne aber
die Grundlagen der Verfaſſung anzurühren. Einige Abgeordnete
entfernten ſich aus unſeren Reihen, in der Hoffnung, das, was
ſie im Faſzismus nicht erlangten, in der Oppoſition zu erreichen.
Aber, wenn ich die Verſöhnung nicht erreichte
wäre meine Aufgabe nicht erfüllt. Der Senat muß
ſich klar ausſprechen. Ich nahme kein bedingtes Vertrauen an,
dem ich das Mißtrauen vorziehe. Die Stunde iſt ernſt, aber ihr
werdet ihr gewachſen ſein, weil euer Geiſt jetzt und in Zukunft
vom Gedanken des Königs und des Vaterlandes beſeelt ſein wird.
Die Rede wurde mit begeiſtertem Beifall von
der Mehrheit aufgenommen und viele
Senato=
ren beglückwünſchten Muſſolini.
Der italieniſche Senat hat eine Tagesordnung
Mazziotti, die die Innenpolitik der Regierung
billigt, mit 206 gegen 54 Stimmen angenommen. Die
Regierung hatte die Vertrauensfrage geſtellt. 35 Senatoren
haben ſich der Abſtimmung enthalten.
ſchwebend in Gang und Bewegung, ohne alle Ziererei, mild und
doch lebhaft im Ausdruck. (Siehe die Abbildungen in der „
Gegen=
wart”.)
In der Mappe II finden wir Bildniſſe von Goethe und
ſeiner Familie, von Merck, Sophie von La Roche, Fr. Jakobi, der
gottergebenen Dulderin Katharina Zimmermann, von den beiden
Grafen Stolberg, von Baſedow, Haugwitz, den Stürmern und
Drängern Lenz und Klinger, von Chodowiecki und Karl Auguſt
von Sachſen=Weimar. In unſerem illuſtrierten Beiblatt bilden
wir das auf der Darmſtädter Jahrhundertausſtellung 1914 zuerſt
bekannt gewordene Oelbild Goethes von Bager ab, da dieſer
Wiesbadener Maler als Schüler des Darmſtädter Malers Joh.
Chriſt. Fiedler Beziehungen zu Darmſtadt hatte. Das etwas
nüchterne Goethebildnis Bagers — Goethe war damals 24 Jahre
alt — entſpricht keineswegs unſerer Vorſtellung von Goethe;
auch Lavater machte ſich ein anderes Bild von dem jungen
Feuer=
geiſt, den er damals noch nicht perſönlich kannte. Goethe! Dich malt
und beſchreibt kein Geiſt, der kleiner als du iſt”, ſo beginnt er
die treffliche Beiſchrift zu dieſem Bild. Gerade eine ſolche
indif=
ferente Darſtellung hätte Lavater aber äußerſt vorſichtig machen
ſollen in der phyſiognomiſchen Verwertung künſtleriſcher
Denk=
mäler. Das von dem Kupferſtecher Schmoll weit lebendiger
gezeichnete Bildnis des Darmſtädter Kriegsrates Merck,
deſſen Wiedergabe in unſerer illuſtrierten Beilage beſonders
er=
wünſcht ſein dürfte, erhält den Begleitvers:
„Einer der klügſten Köpfe voll genialiſchen Feinſinns.
ohne ſchöpferſche Kraft, doch ſtrebend nach ſchöpferſchen Kräften.
Witzreich, feingewandt und pfiffig, jeden zu faſſen
Bei der ſchwächeren Seite — und etwas von ihm zu erlauern.”
Lavater trifft mit dieſer Charakteriſtik nicht ganz den Weſenskern
dieſes kritiſch hochbegabten Geiſtes. Man könnte daraus den
Schluß ziehen, Merck ſei ein lediglich verkleinernder, negativ
ein=
geſtellter Kritiker geweſen. Dem iſt nicht ſo. Merck durchſchaute
und geißelte wie kaum ein anderer das hohle äſthetiſierende
Kunſt=
getue des Klaſſizismus. Er empfand wahrhaft individuell
künſt=
leriſch, ganz im Gegenſatz zu dem engherzigen literariſchen
Dogmatismus der Kunſtpedanten ſeiner Zeit. Dagegen iſt
von Merck ein Urteil über Lavater erhalten, das wir
wegen ſeiner prägnanten Faſſung an den Schluß ſetzen wollen.
In einem Brief vom 28. Auguſt 1774 ſchreibt er an Nicolai:
„Kein Menſch mag wohl weniger für ihn (Lavater) eingenommen
geweſen ſeyn als ich . . . allein, wenige Menſchen habe ich
ge=
ſehen, die auf mich einen ſo erbaulichen indruck gemacht hätten
wie dieſer außerordentlich gute Menſch.”
Seite 4
Samstag, den 6. Dezember 1924.
Nummer 339.
Südſſawien
im Zeichen des Wahlkampfes.
Südſlawien ſteht im Zeichen eines erbitterten, ja
verzweifel=
ten Wahlkampfes, denn von den auf den 8. Februar
ausgeſchrie=
benen Wahlen hängt das ganze weitere Schickſal des Reiches ab,
Es iſt kein gewöhnlicher Wahlkampf, der jetzt zwiſchen dem
grei=
ſen Paſitſch, dem Schöpfer des jugoſlawiſchen Reiches, und der
kroatiſchen Oppoſition ausgefochten wird. Es kämpfen hier nicht
nur Parteien, ſondern Nationen gegeneinander. Die
Vergangen=
heit hat es bewieſen, daß zwiſchen Kroaten und Serben eine
Brücke zu ſchlagen unmöglich iſt, und daß eine noch ſo gemäßigte
ſerbiſche Regierung mit den Kroaten, oder vielmehr mit dem
Kroatenführer Raditſch, nicht zuſammenarbeiten kann. Raditſch
war es ſelbſt, der auf den Bruch mit Belgrad hingeſteuert hat
und mit allen Mitteln Neuwahlen herbeizuführen trachtete. Und
dadurch hat ſich die ſeltſame Lage ergeben, daß die kroatiſche
Oppoſition zuſammen mit ihrer erbittertſten Gegnerin, der
groß=
ſerbiſchen radikalen Partei — welche übrigens ihren Namen nicht
verdient, da ſie ſich höchſtens in der Wahlpolitik radikal zeigt,
ſonſt aber die konſervativen ſerbiſchen Elemente vereinigt — auf
die Auflöſung der Skuptſchina drängte.
Der Kampf, welcher ſich urſprünglich nur um die
Selbſt=
beſtimmung der kroatiſchen Nation drehte, iſt der Brennpunkt
eines viel wichtigeren und bedeutungsvolleren Kampfes
gewor=
den. Denn um Raditſch und ſeine Partei, welche alle Mandate
der kroatiſchen Nation beſitzt, ſcharen ſich alle nichtſerbiſchen
Ele=
mente Jugoſlawiens. Die verfehlte Nationalitätenpolitik ſeit
Kriegsende hatte den Erfolg, daß Slowenen, Albaneſen,
Moham=
medaner, Mazedonier, Magyaren und nicht zuletzt die Deutſchen
ſich der kroatiſchen Bewegung anſchloſſen und ſo zu einer wahren
Gefahr für Großſerbien wurden. Denn Serbien droht einerſeits
das Uebergewicht ſeiner Nationalitäten bei dem jetzigen
zentra=
liſtiſchen Syſtem; andererſeits das Verſchwinden unter ſeinen
völkiſch, wirtſchaftlich und kulturell höherſtehenden Nationalitäten
bei einer förderaliſtiſchen Entwicklung.
Es war ein verzweifelter Schritt von Paſitſch, jetzt die
Neu=
wahlen herbeiführen zu laſſen, denn bei einigermaßen normalen
Wahlmethoden können nur die Nationalitäten von dem
Wahl=
kampf einen Erfolg erhoffen. Es handelt ſich hier nicht um
Parteikämpfe, welche durch eine ſtarke Agitation beeinflußt
wer=
den können, ſondern um nationale Kämpfe, deren Endergebnis
auf Grund der Statiſtik mit Leichtigkeit vorher zu beſtimmen iſt.
Wenn trotzdem Raditſch bei den Wahlen eine Niederlage erleiden
ſollte, was ſehr unwahrſcheinlich iſt, könnte das die Regierung
nur durch Gewaltmethoden erreichen. Noch vor einigen Wochen
war es zweifelhaft, ob die kroatiſchen Maſſen geſchloſſen hinter
Raditſch ſtanden. Damals war eine merkliche Umſtimmung zu=
gunſten der gemäßigten Richtung, welche mit dem Fortbeſtehen
des Reiches bei einigen Konzeſſionen zufrieden geweſen wäre, zu
merken. Jetzt iſt die Stimmung der Maſſen erheblich zugunſten
Raditſchs umgeſchlagen. Das Wiedererſcheinen Paſitſchs in der
Regierung genügte, die Kroaten wieder in eine ſtarke Oppoſition
zu treiben.
Das ſüdſlawiſche Reich kämpft jetzt um ſeine Exiſtenz. Wenn
die radikale Partei nicht am Ende die Situation beherrſchen wird,
ſondern Raditſch die Oberhand gewinnt, ſo iſt dies der
Auf=
löſung des Reiches gleichzuſetzen. Es wäre daher leicht
verſtänd=
lich, wenn gegen die republikaniſche Bauernpartei alle
Gewalt=
methoden angewendet werden. Die kürzlich erfolgten
Enthül=
lungen in der „Politica”, dem Blatte, das ſchon früher als
Sprachrohr der Regierung diente, hatten nicht zuletzt den Zweck,
einen Vorwand zur Verfolgung der Kroaten zu liefern.
Wäh=
rend in Altſerbien dieſe etwas fragwürdigen Enthüllungen —
ohne Enthüllungen iſt anſcheinend heutzutage kein Wahlkampf
zu denken — eine große Erbitterung gegen die Kroaten
hervor=
riefen, erblickte die kroatiſche Oeffentlichtkeit, und ſicher nicht ganz
ohne Grund, in dieſen Enthüllungen nur einen Vorwand zur
Verfolgung der Anhänger Raditſchs. Eine Meldung der „
No=
voſti” ſcheint dies auch ſchon zu beſtätigen. Nach dieſem Blatte
ſoll nämlich die Auflöſung und Verfolgung der Raditſchpartei
endgültig beſchloſſen worden ſein, eine Maßnahme, auf die man
im kroatiſchen Lager ſchon lange gefaßt war. Die ganze
Regie=
rungspreſſe gibt ſich Mühe, die Oeffentlichkeit zu überzeugen, daß
Raditſch nur ein kommuniſtiſcher Agent ſei, deſſen Verfolgung im
nationalen Intereſſe liege. Selbſtverſtändlich weiß auch Paſitſch,
daß dies nur ein Vorwand zum energiſchen Auftreten gegen die
Raditſch=Partei liefern kann, aber kein geeignetes
Agitations=
mittel in Kroatien iſt. Dort wirken nämlich dieſe Argumente
nicht überzeugend. Die kroatiſche Bauernſchaft iſt zwar nicht
kommuniſtiſch, aber liebäugelt gern mit Rußland, und der
Ueber=
tritt der kroatiſchen Vereinigung zu der republikaniſchen Fahne,
zu Raditſch, zeigt, daß man die kommuniſtiſche Gefahr ſelbſt in
den bürgerlichen Kreiſen Kroatiens nicht fürchtet.
Es iſt bezeichnend für Paſitſch, daß er, um die Unterjochung
Kroatiens zu verhüllen, zwei einſtige Mitglieder der kroatiſchen
Vereinigung, den früheren kroatiſchen Abgeordneten aus
Dal=
matien Dr. Drinkowitſch und den Agramer Univerſitätsprofeſſor
Dr. Surmin in ſein Kabinett nahm. Beide ſind im Grunde
ge=
nommen ohne Anhängerſchaft und werden nur von den Agramer
Bankkreiſen unterſtützt, die zwar einen gewiſſen nicht zu
unter=
ſchätzenden Teil der kroatiſchen Preſſe in ihren Händen halten,
ſonſt aber keinen Einfluß auf die öffentliche Meinung im flachen
Lande beſitzen. Da die kroatiſche Vereinigung republikaniſch
ge=
worden iſt und gemeinſam mit Raditſch vorgeht, da die
kroatiſch=
nationale Rechtspartei auch mit der Bauernpartei in ein
Bünd=
nis trat, ſind die großſerbiſchen Anklagen, daß in Kroatien eine
bolſchewiſtiſche Revolution vorbereitet werde, hinfällig. In
Kroatien gehört die Zukunft der Bauernpartei, und dies kann
durch die Gewaltmethoden Paſitſchs zwar auf kurze Zeit
unter=
drückt, aber nicht verhindert werden.
Mordkomplott gegen engliſche Kabinettsmitglieder.
London, 5. Dez. (Wolff.) Die Mitteilung der Daily
Mail” über die Entdeckung eines ägyptiſchen Komplotts
zur Ermordung hervorragender Mitglieder des
britiſchen Kabinetts behauptet, es beſtünden alle
An=
zeichen dafür, daß das Komplott das Ergebnis einer von der
Wafd=Partei (d. i. die nationaliſtiſche Partei von Zaghlul
Paſcha) eingelefteten und geführten Propaganda ſei. Die
Nach=
richt von der Entdeckung ſei in einem von Lord Allenby an das
Foreign Office geſandten Telegramm enthalten. Infolge dieſer
Depeſche ſei ſofort eine Sonderſitzung des Kabinetts einberufen
worden. Nach deren Schluß gab der Miniſter des Innern
John=
ſon Hicks eine Mitteilung an eine beſondere Abteilung von
Scot=
land Yard. Infolgedeſſen iſt eiligſt eine Konferenz der
Polizei=
leiter einberufen und Befehl erteilt worden, die beſtehende
Poli=
zeitruppe und die privaten Detektive, die die Kabinettsmitglieder
beſchützen, zu vernehmen. Gewiſſe Kabinettsmitglieder werden
Tag und Nacht von betaffneten Geheimpoliziſten beſchützt. Die
Scotland=Yard=Konferenz habe auch beſchloſſen, daß jedes
Mini=
ſterium ſofort eine beſondere Wache von Polizeioffizieren
erhal=
ten ſoll. Revolver ſeien ſofort an alle Beamten auszugeben. Die
Behörden erhielten auch beſonders praktiſche Anweiſungen, wie
ſie ſich verhalten ſollen, wenn irgend ein Anſchlag auf einen
Miniſter, Beamten oder das Regierungsgebäude unternommen
werden ſollte.
Vor der Auflöſung des äghptiſchen Parlaments.
Der „Matin” meldet aus Kairo, daß das ägyptiſche
Parla=
ment am 9. Dezember aufgelöſt werden wird. Neuwahlen
wer=
den in zwei Monaten ſtattfinden. Wenn das neue Parlament
dem Kabinett ſein Vertrauen vorenthälten ſollte, ſo würde es
ſich gleichfalls auflöſen.
Das Geſuch, das die Wafd=Deputierten geſtern dem
ägyp=
tiſchen König überreicht haben, iſt an das Kabinett weitergegeben
worden. Die Miniſter haben die Angelegenheit beraten. Nach
dieſer Beratung hat ſich der Sprecher mit dem Premierminiſter in
Verbindung geſetzt, das Kabinett ſolle eine Entſcheidung fällen,
Der neue Gouverneur des Sudan.
Kairo, 5. Dez. (Europapreß.) König Fuad hat eine
Verordnung veröffentlicht wonach der bisherige
Gouver=
neur von Uganda Sir Geffroy Archer zum
General=
gouverneur vom Sudan ernannt wird. Die Regierung
erwähnt den Poſten des Sirdar nicht, was darauf hinzuweiſen
ſcheint, daß dieſer in Zukunft getrennt ſein wird. Sir Archer
lei=
ſtet ſchon ſeit ſeinem 19. Lebensjahre Kolonialdienſte. Im Jahre
1912 wurde er Diſtriktskommiſſar in Somaliland, am Jahre 1915
gehörte er der britiſchen Miſſion an, die der Krönung der
Kaiſe=
rin von Abeſſinien beiwohnte. Im Jahre 1919 wurde er
Gouver=
neur des Somalilandes und im Jahre 1922 Gouverneur von
Uganda.
Gumieten geſucht
Beſchlagnahmefreie
3—4 Zimmer=
Wohnung
gegen Friedensmiete
evtl. ½ — 1jährliche
Vorauszahlung, z
mieten geſucht.
An=
geb. u. R 128 an d.
Geſchäftsſt. (*3615921
Ruhiges Frl. ſucht
zum 1. Jan. od. ſpät
leeres od. event, auch
möbl. Zimmer.
rau Maul, Darmſt
Soderſtr 22. (*3617
Dr. jur. ſucht zunächt
für Dezember 1 bis
möbl. Zimmer, evtl.
mit Penſ. Telephol
erwünſcht. (*361088
Angeb. unt. R 112
an die Geſch
Benſioneng
Privat=Mittagtiſch
f. Hrn. Bismarckttr 28
I. (Darmſt.). (16236:
Einige Herren könn.
noch an gut. reichl.,
preisw. Mittagtiſch in
gut. Hauſe teilnehm.
Angeb. unt. R 113
an d. Geſchſt. (*36109
Gelände (Bau=,
Acker=
od. Gartengel.), zirk=
200—600 qm, mit ev
nachträgl. Ankaufsr.,
zu miet geſucht. Ang
unter R 135 an die
Geſchäftsſt. *3616lsg
Etagenhaus
m. Garten in g. Lage
zu kauf. geſ. Anzahl.
5—8000 Mk. Ang. u.
R 120 Geſchſt.*
Büro=Räume
2—3 leere oder teilweiſe möblierte Zimmer
günſtig. Lage, möglichſt Zentrum, für ſofort
geſucht. Angeb. unt. R 115 Geſchſt. (*3 104
Villa
Zweifamilienhaus,
bei Darmſtadt, 8 Zim
mit Zubehör, 3826 qm
ſchön angelegter
Gar=
ten mit 78
Obſtbäu=
men, maſſiv gebaut
5 Zimm. werden für
Käufer frei, zu günſt
Bedingungen.
Villa
in Darmſtadt,
5 Zimm, Dielen, in
erſtklaſſigem Zuſtand,
ſchöner Garten, elektr.
Licht, Gas, preiswert
unter günſtigen
Be=
dingungen.
Außerdem offeriere
3, 4, 5 n. 6
Zimmer=
häuſer, ſowie
Ge=
ſchäftshäuſer in nur
guten Lagen, ſowie
kl Café mit
Woh=
nungseiurichtung für
3500 Mk. nur durch
den Alleinbeauftragt.
Philipp Lepper,
Darmſt
Eliſabethen=
ſtraße 35. (*36213
Tauenbiar
f. Konfitürengeſchäft geeignet, in guter Lage,
baldigſt zu mieten geſucht
Ungeb. unt. R 81 a. d. Geſchäftsſt. (*35975sg
Geſucht
4—3X5 oder 6
Zimmerhaus
in guter, möglichſt
zentraler Lage, mit
Garten; freie
Woh=
nung nicht
erforder=
lich, evtl. Tauſch.
Anzahlung n.
Ueber=
eink unft. Angebot
mit Preis unt. R. 6
Geſchſt. (*35916ds
Bieſe
Morgen, nahe 1
Lichtwieſenweg, zu
verpachten. Angeb. u
R 44 an die Geſchſt.
Grundſtück
für Bau kl. Villa zu
kaufen geſucht.
Aus=
führl. Angeb. u. R 13:
Geſchäftsſt. (*36183sg
Günſtiges Angebot
Beſchlagnahmefreie Villa, 5 Z., Küche,
Bad, Mädchenſtube, Manſardenräume,
Keller u Waſchk, ſehr gut gebaut, mit
Veranda, Balkon, Vor= u. Hintergart,
5 Min v. Darmſt, an d. elektr. Halteſt.
gelegen, ſofort verkäufl. Näheres durch
Büro Eigenheime, Darmſt., Tel. 2853, 5andſtr 24.
16513sg
In beſonders mildaromatiſcher Qualität,
W künſtleriſchzer Aufmachung.
.neuem Jormat,
76
OAOBERST SN
z die eihnachtsgabe der
Valdorf-Astoria Cigarettenfabrik A.C.
für den deutſehen Raucher. 9
Billen=Bauplatz
an ausgeb. Straße,
billig zu verkaufen
Angeb. unter R 14:
Geſchäftsſt ((*36193
Oae Me
Weg mit Obſtbäumen
Waſſerleitung zu
verk. Angeb. u. R 122
a d Geſchſt. (*3614:
Landhäuſer u. Villen
in vornehmen
Holz=
bauten, wärmer und
bedeutend billiger als
Steinhäuſer, in 2—4
Monaten beziehbar,
liefert bedeut,
ober=
bayeriſche Fabrik. —
Katalog und Näheres
unt R 127 an die
Geſchäftsſt (*36124
Ein= Dder
Zwei=
familienhaus
mit größerer
Anzah=
lung im Tintenviert.
zu kaufen geſucht.
Ang. unt. R 146 an
die Geſchſt, 1*36200s8
Dverkehr
Auf ſchönen Villen=
Bauplatz, 500 Mark
aufzunehmen geſucht.
Angebote unter R144
Geſchäftsſt. (*36191
Suchebeteiligung
a. kurgfriſt. Geſchäft
bis 1000 Mark bei
Sicherh. Angeb. u
R 129 an die
Ge=
ſchäftsſtelle. (*36158
Beteilige mich an
Inſtallations=
mi
ſanitären
Anlagen
in jed. gewünſcht.
Höhe. (II 16370
Ang. u. F. T.
5830 anAla=
Haa=
ſenſtrin EVogler,
Frankfurt a. M.
DMn Ke
300 Mk. heit und
Binſen v. Selbſtgeb
geſucht. Zuſchr. erb.
inter R 145 an die
Geſchäftsſt. (*36198
Guterh. (*36105
Grammophon=
platten
z. kf. geſ. Angeb. unt.
R 116 an die Geſchſt.
1 Schaukelpferd zu
kaufen geſucht. Ang.
unter R 123 Geſchſt.
(*36186
2 gut erh. Puppen
zu kaufen geſucht. —
Angeb. mit Preis u.
R 130 an die Ge=
26152
ſchäftsſtelle.
Zuche Motorrad
nicht unter 3 PS.
Ang. m. Pr. u. R 108
a. d. Geſchſt. (*3608
Badeofen (
Kohlen=
feuer.) Badewanne
emailliert) z k. geſ
Angeb. unter R 121
a, d. Geſchit, 1*361481
Schlafzimmermöbel
a. I. Zeit geg.
Ver=
gütung v. beſſ. Leu
ten zu leihen, eventl
zu kaufen geſucht.
Angeb. unt. R 114
an d. Geſchſt. (*36107
Ich bin Käuferjed. A=
Altpapier
zu Höchſtpreiſ. (16469
Lautz, papierhandlg.
Eche Rhein= u. Grafenſtr.
Siermarkg
Kanarienhähne und
Weibchen zu verkauf.
Truffel. Darmſtad
Bismarckſt. 28. (16237a
Stark. Doppel Pony
ſehr gut in der Arb.,
zu verk. Wartensleben,
Darmſt,
Heinheimer=
ſtraße 11. (.:35970
Kanarien=Hähne
und =Weibchen
em=
fiehlt Frick,
Darm=
ſtadt, Neckarſtraße 5,
Stb., II. (*36077sms
Deutſcher
Schäferhund
Rüde, 1½ Jahr alt,
mit erſtklaſſ.
Stamm=
baunt zu verk. Näh
Geſchäftsſt. C36063f
Edle Zuchthähne
aus höchſtpräm.
Lei=
ſtungszucht,
rebhuhn=
farb. Italiener,
rein=
raſſige, ſtolze Tiere
kerngeſund, wegen
Ueberfüllg. d. Ställe
jetzt fehr billig zu
verkaufen. (16415
Wilh. Kraetzinger
Villenkol. Eberſtadt,
Alte Darmſt. Str. 133.
2jähr. Zwergpinſcher
Hündin f. 10ℳℳ abzug
evtl. m.1 Jung., Rüde,
Volk, Darmſt., Nied.=
Ramſtädterſtraße 31.
*36020)
Junger Mannheimer
Zwergſpitz zu verkauf.
Darmſtadt, Neue Nie
derſtr. 18, III. (*3613=
Entlaufen
Wachſamer Hofhund
gegen Futtergeid
ab=
zugeb. Ballonplatz 10.
parterre, (*36165
Jagdhund
entlaufen, deutſcher
Kurzhaar. Name
Hektor. Abzugeben
Stinglmeier
Bickenbach.
2 gute
Zugpferde
mit kompl. Geſchirr,
3 Rollen
1 Kaſtenwagen
zu verkaufen.
Angeb. unter R 133
a. d. Geſchſt. (1648888
in gute Hände zu
ver=
ſchenken. Näheres bei
Kaiſer, Darmſtadt,
Kranichſteinerſtr. 22,
36185
Heute
für Nikolaus:
Erdnüſſe.. . . . pfund 80z
Wallnüfſe per Pfd. . . . 60, 70, 90 ₰
Haſelnüſſe per Pfd. 0.90, 1.00 u. 1.40
Paranüſſe ... . . . . . Pfund 160
ff. Spaniſche Trauben . .pfund 90 ₰
Feigen . . Pfund 50, 60, 80 und 90 9
ff. Spaniſche
Weine
per Flaſche von . . . . 1.20 an
Liköre u. Weinbrand
per Flaſche von . . . . . 3.00 an
Miguel Ripoll
Darmſiadt
Ernſt Ludwigſir. 21
(16522
Telephon 581
25
100
Zigarren
in Geſchenkpäckungen
.. . . . O.80 ℳ an
10 Stck.
2.00
50 „ ..
2 50
4.00 „
Reftpoſten 4 8 Marken=
Zigaretten
ſolange Vorrat 100 Stück 1.95
Beſonders billig!
Riesenzigarette
100 Stück 2.20 Mark
Beachten Sie das Schaufenſter!
Sonntag geöffnet.
Tabakhaus=
(36210
de He Da
Darmſtadt / Eliſabethenſtr. 35
Lebensverſicherung!
Die National Lebensverſ. Akt.=
Geſ. im
National=Konzern
mit der National Allg. Verſ.=A.=
G, errichtet für Darmſtadt und
Bezirk eine
Spezial=Organiſation
u, ſucht einen in Werbung und
Organiſati on erprobten
Spezial=Oirektor
mit allerbeſt, u.
weitverbreitet=
ſten Beziehungen. Günſtige
Stellung! Vielſeitige
Unter=
ſtützung! Angebote befähigter
Außendienſt=Praktiker erbeten
an die Direktion Stettin
Roßmarkt 2, (16473sg
Verkaufe.
1 Schlafzimmer (Eichel 275 ℳ, 1
Plüſch=
divan u. 2 Seſſel, 1 kleiner Diplom=
Schreib=
tiſch, 1 Bett, 1 Tiſch, 1 Gasherd mit
Brat=
ofen, Konſervengläſer u. a. ſehr billig
Samstag vorm. Jaenicke, Darmſtadt,
(*36143
Heidelbergerſtraße 89, I.
Vertradenssache
ist der Einkauf fertiger Herrenkleidung. Meine eigene
Fabrikation großen Stils bürgt nicht nur für die
Tragfähigkeit der von mir verwendeten
Oberstoffe, sondern auch für allerbeste
Zutaten und dauernde
Formen-
schönheit, verbunden mit
vollendeter Paßform
Neueste Preise
SiStet
in den neuesten Formen und la Qualitäten, in meiner Fabrik
von ersten Zuschneidern geschnitten, von
erprob-
ten Kräften hergestellt
preis: 94,43, 30,00, To,oo n.
für Weihnachtsarbeiten
Jackenwolle Gudania) ale Farben
Gebind 18 Pfg.
die beliebten Strumpfwollfabrikate
Strumpfwolle
Gebind 10 Pfg. an
d G=
Knäuel
Babywolle so Prg. Krimmerwolle so Pfg. an
nit der Taube
Strickwolle
Strängchen 10 Pfg.
Geschäftseröffnung !
Der verehrl. Einwohnerſchaft von
Darm=
ſtadt und Umgebung zur Kenntnis, daß
ich hier am Platze ein
Dachdeckergeschäft
eröffnet habe.
Ich bin in der Lage all. Anforderungen
zu genügen und empfehle mich in allen
ins Fach einſchlagenden Arbeiten.
Koſtenvoranſchläge können Sie in meinemn
Büro: Nene Niederſtraße 15, II.,
un=
verbindlich einholen.
(:36119
Um geneigten Zuſpruch bittet
Gebrüder Herbert
Darmſtadt :—: Telephon 3490
sind in Marengostoffen mit oder ohne Samtkragen, für
jede Figur passend, vorrätig
Preis:
40. 99.09 bis 99 M.
Anzude
Junges, fettes Zieiſch
ſowie alle Sorten
Wurſt empfiehlt
Wilhelm Jährling, Darmſtadt
Pferdemetzgerei
(16517
Telephon 1310 Magdalenenſtr. 19 Telephon 1310
Weihnachts=
geſchenke!
Fertige kunſtgeſtrickte
Decken an
in allen Größen von
80 J an. Schöne
Muſter vorh. (*3 064
Adreſſe Geſchäftsſt
Paßbilder
in einer Stunde (1/00a
billig und gut. 8 Heinrich Arnoid
Thiele Nachf.
nur Bleichſtr.9, Tel. 1921leMssssess
2 photogr. Apparate
(9X12 u. 13X18)
preisw. zu verk. Zu
erfr. Darmſt.,
Ploen=
niesſtr. 9, I. (*36095
Sbohete
Klavjer-
stimmen
Tel.
2560
Wilhelminenſtr. 9.
(16081a)
aus Cheviots, Kammgarnen und Meltonstoffen sind in
riesiger Auswahl, auch für sehr schlanke und
starke Herren, erstklassig in Sitz und Verarbeitung.
am Lage
preis: 38. 4B, 55, 65 bis 110n.
Kleinverkaufsstelle
LiSteAlllälier
Darmstadt / Schloßgraben 13a
direkt hinterm Schloß
(16477
Sonntags geöffnet
in vielen
Vigogne
Eſtremadura Nummern
Baumwolle,
Knäuel
Original Biedermeiergarn. Iom.
Filetgarne Filetſtäbe Filetnadeln Filetrahmen
20 Pfg.
alle Nummern
10 Gr. 25 Pfg. 15, 20 Pfg
Glanz
trang
Stickgarn Lpfg. Perlgarngfg. Häkelgarnza s an
Nadelwaren in rieſiger Auswahl
Häkelnadel 10 Pfg., Nähnadeln (25 Stück im Brief)
6 und 10 Pfg., Stecknadeln (200er) 8 Pfg.
nge, Quaſten Kordel, Rin band,
Vorhangmaterial Bries=Bries, Stängchen, Klemmer
200 Mtr. 15 Pfg. an. Ganz rieſiges
Nähgarne Lager in allen Nummern und Farben
Nähſeide Farben Sternſeide 4 Pfg
(*16498a
Kurzwaren aller Art,
Darmſtadt
Gg. Wohupkoger Rheinſtr. 12½2
gegenüber der Hauptpoſt
Wiederverkäufer, Großverbraucher, Schulen Vorzugspreiſe,
Geſchäftszeit bis Weihnachten 8 bis 7 Uhr.
Achtung
ſchmud.
Von heute ab trot
meiner konkurrenzloſ.
Preiſe 500 Rabatt,
Wiederverk. 10:: 20
Erſtes Darmſtädter
Seifenhaus
Schuſtergeſſe 8. (:3614
Sayté
werden geflochten
Flifabethenſtr. 19, II
Darmſtadt.
Guge
Paßbilder
Bhotogr. Werkſtätte
Schuchardſtr. 14, part
Offenv. 9-7 Uhr. (1w3
Klavierzimmer
Schultze
Kammiermuſiker i. 9.
Darmſtadt.
Schieß=
hausſtr. 29 Auftr auch
bei Thies Nachf., Eli
ſabethenſtraße 12.
(*35579ids
Großer Poſten
Kinderwagen
Klappwagen
erſter Fabriken verk.
wir weit unter Preis.
J. Donges & Wieſt
Spezialgeſchäft
Eliſabethenſtr. 25½(1-
Bettfedern=
Reinigung
Dämpfen u.
Desinfi=
zier,, ſowie Aufarbeit.
und Neuanfertig, alk
Matratzen u.
Polſter=
möb, Patentmatr. ir.
allen Größen. (5884a
Lager in
Beit eiiern v. Naun.
Barchent. u. Drellen.
Menger,
Tapezier=
meiſter, Bismarckſtr 58,
Telephon 1608.
Schreibmaſchinen=
Arbeiten
jeder Art werden an
gefertigt (14555,
Eliſabethenſtr. 57, pt.
Ich empfehle mich in
Bilanz und
Steuerweſen
J. P. Blum,
Bücher=
reviſor und
Steuer=
berater (Mz 15315
Mainz;
Auguſtiner=
ſtr. 32, Fernruf 4105,
Seite 6.
Samstag, den 6. Dezember 1924.
Mummer 339.
Besonders preiswerte
Ue Tauuttedelud
AllStooie
Herren-Artikel Trikotagen
hübsche Muster, in großer
Aus=
wahl . ..... . 1.8), 150, 096, 0.40
Strickbinder
Selbstbinder
in mod., gemusterten u. gestr. Dess.
in prachtf. Sortim. 3,50, 2,50, 1,50, 0.00
Hosenträger
solide Band- u. Gummiträg.,, teils m.
Zwirn-u. Lederpatte 2.20, 1.85, 1.20, 0.00
Garnituren
in hübsch. Ausf., im Karton,
Hosen-
träg, u. Sockenh, zus. 4.,50, 3.50, 2,75, B.00
Oberhemden
teils mit 1 u. 2. Kragen, aus nur gut.
waschecht. Qualitäten, teils eintarb.
u.in mod. Streif. 12.50,9.80, 7.75,5.95, T.04
Sporthemden
aus gutem gestreiſten Flanell mit
und ohne Kragen . . . 6.50, 5.60, O.ß0
Nachthemden
aus gutem Cretonne, mit
Umleg=
kragen und Geishaform, 7.75, 6,75, U.60
Nachthemden
aus gutem Croisé, tadellose
Aus-
fahrung .. . . . . . 1025, 8.50, 1.B0
Schlafanzuge
aus gut. Zet., Crepe u. hubsch. gestr.
Flanell, gute Verarbeitung, in nur
waschechten Qualitaten 21. 00, 1756, 10.00
S ch 1rm e
für Damen u. Herren, in gr. Ausw.,
hubsch. Ausf., 15.00, 11.00, 8.90, 6.50,
Normalhemden
für Herren, gute Qualitäten
2.95, 2.45,
Einsatzhemden
aus guter Normalgual., mit hübsch.
gestreitten Einsätzen . . . . 2.75,
Normalhosen
gute Trikotware, in großer
Aus-
wahl . . . . . . . . . 3.25, 2,75,
Normaliacken
für Herren, solide Qualität
... . . 2.95, 2.60,
Trikothosen
mit warmem Futter, gute
Ouali-
igten ...
. . 4.50,
Garnit uren
für Herren, gute Trikotware, Hose
und Jacke zusammen.
Normalhemden
für Damen, solide Qualitäten.
... 4.95,
Normaliacken
für Damen, gute Qualitäten
.. . 350,
Untertaillen
Trikot mit warmem Futter
... 285,
Damenstrümpte
Baumwolle gewebt, Doppelsohle,
Hochferse, schwarz und farbig
Damenstrümpte
feinfadige Ware, Doppelsohle
Hoch-
terse, schwarz
Damenstrümpfe
Seidengriff, schwarz,
Doppel-
sohle. Hochterse
Damenstrümpfe
gute Maccogualitat, Doppelsohle,
Hochferse . . .
Damenhandschuhe
Damenstrümpfe
fein gestrickt Wolle, mit Stulpe
Seidenflor, leines, klares Gewebe,
1.Fel und buntem Rand.
schwarz, Doppelsohle, Hochferse
425
2.90
1.00
Damenstrümpfe
gute K’seide, teinfäd. Ware,
Hoch-
terse, D’sohle, schwarz und in allen
mod. Kleider- u. Schuhfarben, 2.95,
Damenstrümpfe
Leder-Imitat,, durchgefüttert, gute
Qualitat
.. 3.50, 2.50,
reine Wolle gewebt, Doppel-
sohle, Hochferse, schwarz
Herrensocken
kräftige Ware, Baumwolle ..
He
Trens
OCk
en
Doppolsohle, Hochferse, mit
hub-
schen Karos und Streifen
WollMarens.
errenso
ck
en
in großer Auswahl, hübsche Sortimente,
. ... sehr vorteilhatt . . . . . .
Kunstseide, plattiert, in modernen
Farben . . ... . ....
Handschuhe
Damenhandschuhe
Leder-Imitat., mit Steppnaht und
Seidenraupe, gelb . .
1.00
Damenhandschuhe
Leder-Imitat., mit Raupe und
bun-
tem Putter
.... . 150, 1.00
Damenhandschuhe
„Rothschilds Schlager‟, Leder-Imit.
mit eleg, Futter u. Seidenraupe . 1.10
Damenhandschuhe
Wolltrikot mit gestickter Raupe. 4.00
Damenhandschuhe.
fein gestrickte wollene Qualität mit
Stulpen und Fransen
Herrenhandschuhe
Herrenhandschuhe
Wolle, gestrickte gute Qualitäten,
.. . 2.50, 1.95,
Kinderhandschuhe
große Posten, gestrickt,
hüb-
sche bunte Farben, mit gerauhter
Stulpe
...
.. . 1.10,
Kinderfäustel
reine Wolle, gestrickt, weiß
Wir hatten Gelegenhelt, enorme Posten
Damentaschentücher, Herrentaschentücher und Kindertaschentücher
außergewöhnllch vorteilhaft einzukaufen und bringen diese ab heute
zu seiten billigen Preisen in den Verkauf.
Unser Geschäft ist an Wochentagen ununterbrochen von 8½——7 Uhr und Sonntags von 1—6 Uhr geöffnet
(16527
DARMSTADT
O.
M..
B.
M.
WARKT
L. Borné
Uhrmacher und Juweller
25 Ernst-Ludwigstraße 25
Uhren, Zuwelen
Gold- u. Silberwaren
Elfenbein und Bernstelnschmuck
Bestecke und Tafelgeräte in Silber
und versilbert
Besteckkästen in allen Größen
Teewagen — Bowlen
Trauringe, massiv und fugenlos,
in 8, 14 und 18 Karat Gold
Bestellungen auf silberne Paten-
1öffel und Bestecke frühzeltig
(15298a
erbeten.
Hierdurch nehme ich alle von mir
über Fräulein Liesel Harreus
weiter verbreiteten Gerüchte mit
dem Ausdruck tiefsten Bedauerns
Zurdek 7/C. O.
(e36171)
öeſtes Fabrikat,
er=
halten Sie billigſt bei
bequemer (14747a
Teilzahlung
Darmſtadt
Große Ochſengaſſe 12
Fahrradhaus
Gg. Hahn & Co.
Offeriere!
Geſchäftshäuſer im
Zentrum der Stadt
unter gnnſtigen
Be=
dingungen bei kleiner
Anzahlung (14600g
Hermann Hahn,
Jmmobilien
Darmſt, Karlſtr. 11.
Telephon 3070.
Liebhaber=
Photo=
Arbeiten
fertigt gut. billig
und ſchnell 41333a
Thiele Nachf.,
Bleichſtraße Nr. 9.
Telephon 1912.
Gasverbrauchsapparate
aller Art
Herde, Heizöfen, Badeöfen, Bügeleiſen uſw.
in bewährteſter Ausführung
gegen bequeme
Ratenzahlungen
in den Ausſtellungsräumen des ſtädtiſchen Gaswerks
Grafenſtraße 30, (cke Eliſabethenſtraße
ſowie durch Vermittlung
der durch Aushang bekannten Inſtallationsgeſchäfte.
Oirektion
der ſtädtiſchen Betriebe.
St. 16520
Wer
aus ſeiner alten
Strich=
jage eine wirklich
moderne Sport=Weſte
gearbeitet haben will,
wende ſich nur an
den Fachmann, weil
dieſer f. einwandfreie
Arbeit garanttert.
Maſch.=Strickerei
Braunwarth
im Hauſe der
Heils=
armee, hinter dem
ſtädt. Schwimmbade.
Fachmäßiges
Umar=
beiten von modernen
Strichwaren auf
Spezialmaſchinen.
(*36093)
Achtung!
Empfehle erſtklaſſiges
Fleiſch per Pfv. 30D
ſowie alle Sorten
(e361as
Wurſt.
Peter Diehl
Darmſt , Schlobgaſſe 2.
Telephon 1584.
Chriſl. und a. gute
Bücher liefert, raſch
auf Beſt.: (*86058
Demmel & Moos,
Darmſtadt,
Beſſungerſtr. Nr. 86.
Gelegenheitskauf
für Beihnachten!
Näh=
maſchinen
beſte Marke, langi
Garantie,
konkurrenz=
los billig ! (16468eg
Fahrradhaus
G. Hahn & Co.
Gr. Bchſengaſſe 12.
10/0 Rubatr
Domen= und
Herren=Sport=
Weſten,
Strickjacken,
Damen=
Strümpfe
h
Anna Beriay
Damſtadt
*
Echuchardſtr. 13.
(g6089)
Obütee
und (16809a
Mützen
erſtklaſſige Fabrikate,
zn billigſten Preiſen
Hans Hartmann
Darmſt.,
Zeughaus=
ſtraße Laden)
Pianos
in nur hochwertiger
Bualitäft (ülea
bei zeitgemäßer
An=
zahlung u. bequemen
Teilzahlungen liefer=
Offenbacher
Planoforte=Fabrit
Alois Knauer &Co.
Offenbach a. M.
Bieberſtraße 5,
Fernruf 2305 u. 2917,
Langjährige
ſchrift=
liche Garautie!
Vertreter mit
Fabrih=
lager:
Wilh. Mayer,
Darm=
ſtadt, Viktpriaſtr, 39.
An den Sonntagen
v. Weihnachten bleibt
unſer Geſchäft ge=
Effnet.
Rummer 339.
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſiadt, 6. Dezember.
— Ernannt wurden: am 25. November der Amtsobergehilfe Karl
E irich aus Schotten zum Amtsobergehilfen bei dem Kreisamt Gießen;
4re Verſorgungsanwärter Willi Krahl aus Gießen zum Amtsgehilfen
ki dem Kreisamt Alsfeld, Richard Leſchhorn aus Gießen zum
2 mtsgehilfen bei dem Kceisamt Schotten, Peter Schäfer aus Ham=
* elbach zum Antsgehilfen bei dem Kreisamt Alzey, ſämtliche mit
Wir=
lang vom 16. Dezember 1824 an; am 25. November die Schulamtsan=
Härterin Anna Lantelme aus Affolterbach zur Lehrerin an der
7 olksſchule zu Nieder=Ramſtadt (Kreis Darmſtadt); am 29. November
ter Lehrer Friedrich Hermann Arnold, zu Hüttenthal zum Lehrer
err der Volksſchule zu Meſſel (Kreis Darmſtadt).
— Verſetzungen in den Ruheſtand. In den einſtweiligen Ruheſtand
breten auf Grund des Geſetzes vom 19. Dezember 1923 zur
Herabminde=
k.ng des öffentlichen Perſonalaufwandes am 1. Januar 1925 der
Regie=
tringsbaurat Karl Zimmermann bei der Kreisverwaltung zu
Hep=
tenheim und die Oberaſſiſtentin bei der Kanzlei des Miniſteriums des
Irnnern Marie Rübſamen.
— Erledigt iſt eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer an
d—er Volksſchule in Dortelweil (Kreis Friedberg). Die
Dienſtwoh=
mung iſt noch nicht frei.
Militär=Kontrollſtellen. Nachdem die Gebiete zwiſchen den
Brük=
kmköpfen von Köln, Koblenz und Mainz von den franzöſiſchen Truppen
räumt worden ſind und ſomit der Zuſtand wie vor der Rhein=
Ruhr=
attion wieder hergeſtellt iſt, ſind im Bezirk der Eiſenbahndirektion
Frank=
rt a. M. folgende militäriſchen Kontrollſtellen eingerichtet worden:
ir den Verkehr nach der Kölner Beſatzungszone in Hennef,
Pu=
d—rbach, Herſchbach und Nieder=Erbach; für den Verkehr mit
d—r Mainzer Beſatzungszone in Diez, Wörsdorf, Höchſt a. M.
und Goldſtein. Die Kontrolle iſt rein militäriſch und erſtreckt ſich
in Perſonenverkehr auf die Prüfung der Perſonalausweiſe oder
Reiſe=
pſſe und im Güterverkehr auf die Durchführung des Verbotes der
Be=
ſiederung von Waffen, Munition und Kiegsgerät im Verkehr mit dem
einiſchen Beſatzungsgebiet. (Verordnung 67 der Interalliierten
Rhein=
rndkommiſſion.)
— Heſſiſches Landestheater. Am Samstag, den 13. Dezember, 2½
Ucr nachmittags, gelangt Vicki Baums Weihnachtsmärchen „Das
Chriſtſternlein” im Großen Haus des Landestheaters zur
Urauf=
hrung. Die Muſik wurde von Graf L. von Kalkreuth für das Werk
Armponiert. Muſikaliſche Leitung Fritz Bohne, Spielleitung Kurt Barre.
Täe vorkommenden Tänze wurden von Lizzie Maudrik einſtudiert. —
ATorgen, Sonntag, findet vormittags 11 Uhr, im Kleinen Haus des
4undestheaters die zweite Morgenfeier ſtatt. Gertrud Callam
ſtärd altitalieniſche Arien von Gluck und Donizetti ſingen. Am Flügel.
Xrdolf Ephraim.
— Drittes Sinfoniekonzert. „Ein Konzert im alten Stil”, ſo kann
ntan die Vortragsfolge des nächſten Sinfoniekonzertes bezeichnen.
Friede=
nrnn Bach, der bedeutende Sohn des großen Joh. Sebaſtian, Rigel,
9—illy, Händel, Namen aus einer längſt vergangenen, aber nicht
ver=
g ſſenen Epoche. Von erſterem eine Ouvertüre, die zu dem beſten zählt,
ntaas ſeit ſeinem Vater geſchrieben wurde. Eine entzückende Sinfonie von
Fägel, von Robert Sondheimer neu herausgegeben, und die von Felig
ASottl bearbeitete Ballettſuite von Lully, ſind die Aufgaben, die dem
Twcheſter zufallen. Zwei Arien vom Altmeiſter Händel, von der
be=
kennten Sopraniſtin Birgit Engell geſungen, ergänzen das Programm
z— einem einheitlichen Ganzen.
— Guſtav Freytags Luſtſpiel „Die Journaliſten” kommt heute als
h itte Volksvorſtellung zu Einheitspreiſen für abſehbare Zeit zum letzten
Aale zur Aufführung. Preiſe: 0,50, 1,50, 2 und 3 Mk.
— Im Schloßmuſeum finden täglich (außer Samstag) Führungen
uer 11 Uhr und 11½ Uhr ſtatt.
— Gewerbemuſeum. Die Ausſtellung des Deutſchen Bundes
Heimat=
ſchutz in den Räumen des Gewerbemuſeums bietet eine Fülle von
An=
rrgungen auf dem wichtigſten Gebiet der praktiſchen Kunſtpflege. Es
nrire daher erwünſcht, wenn die hieſigen Schulen den Schülern der oberen
Kaſſen Gelegenheit gäben, die Ausſtellung zu beſuchen. Um den Lehrern,
de zur Führung ihrer Kleſſen bereit ſind, die Ueberſicht über das
aus=
gtſtellte Material zu erleichtern, veranſtaltet das Muſeum am heutigen
Smmstag um 3 Uhr eine Führung für Lehrer. Am Sonntag um
1.. Uhr findet eine öffentliche Führung ſtatt.
— St. Eliſabeth. Man ſchreibt uns: Einrichtung einer
Volks=
kſiche und Wöchnerinnenhilfe. Die große Not der Zeit
ver=
limgt außerordentliche Hilfe. Heute muß jeder zupacken und die Not
ledern, die er vor ſich ſieht. Hilfe von auswärts kommt oft zu ſpät.
Auts dieſem Gedanken heraus hat man in der Pfarrei St. Eliſabeth wie
itx vorigen Jahre, ſo auch heute wieder die Volksküche und die
Wöch=
w rinnenhilfe neu aufleben laſſen in der Form, daß Familien ſich bereit
ekklären, Mittageſſen an bedürftige Kinder und alte Leute ohne irgend
nelches Entgelt abzugeben. Dieſe Einrichtung hat ſich als überaus
ſegens=
uſich erwieſen. Rund 10 000 Mittageſſen wurden von Oktober 1923 bis
ai 1924 geſpendet. Vielen armen Familien wurde dadurch aus der
Awt geholfen, beſonders armen, unterernährten Kindern eine große
Trohltat erwieſen. Die Arbeitsloſigkeit vieler Familienväter drängt
b ſonders in dieſem Jahre auf Erſchließung dieſer Hilfsquelle. Es haben
ſich bereits zahlreiche Familien zu dieſem Werk gemeldet. Für
ſtötzung kommen in Frage in erſter Linie ſchulpflichtige Kinder arbeits=
Itſer Väter und Witwen. Insbeſondere nimmt man ſich verſchämter
Aamen an. Soweit die Bedürftigkeit der Kinder perſönlich nicht bekannt
5 läßt ſie ſich durch Fühlungnahme mit den Schulvorſtänden leicht
feſt=
ſtllen. Zwecks Erledeigung der großen Arbeit, welche die Art des
Unter=
nahmens mit ſich bringt, hat ſich ein Caritasausſchuß von Frauen und
Juungfrauen gebildet aus der Eliſabethenkonferenz und dem Frauenbund
d—r Pfarrei. Ebenſo beſteht die Wöchnerinnenhilfe wie ſeither weiter
Bedürftige Wöchnerinnen der Pfarrei erhalten in den erſten 14 Tagen
durch eine der Damen täglich Hilfe und Eſſen. Ein hierzu noch
einge=
rahteter Wanderkorb mit allen notwendigen Gegenſtänden ſteht nach
AKöglichkeit zur Verfügung. Die Leitung des Unternehmens iſt ſehr
dank=
har für entſprechende Mitteilungen und Angabe von Adreſſen. Solche
nehmen gerne entgegen die Oberin der Barmherzigen Schweſtern (am
Schloßgartenplatz), die Vorſitzende der Eliſabethenkonferenz, Frau Wolf
(Wiktoriaſtraße 50½), ſowie Herr Ingenieur Preißmann, der Vorſitzende
der St. Vinzenzkonferenz (Mollerſtraße 13). Der Segen Gottes, an dem
ſSließlich alles gelegen, hat das Hilfswerk im letzten Jahre reichlich
be=
dacht. Möge er auch in dieſem Winter nicht fehlen.
— Regers Klavierquintett C-Moll Opus 21.
Bur heutigen Erſtaufführung durch das Schnurrbuſch=Quartett.)
Die Vollendung dieſes Werkes am 3. Februar 1898 bildete
ten künſtleriſchen Abſchluß des Wiesbadener Aufenthalts Max
Regers vor ſeiner Ueberſiedlung in ſeine Heimatſtadt Weiden.
Beim Abſchied aus Weiden 1902 übergab Reger das Manuſkript
ſ inem Lehrer und Freunde Adalbert Lindner, bei dem das Werk
dann verſchollen blieb, bis es bei der Uraufführung in
Düſſel=
dwrf beim Tonkünſtlerfeſt 1922 zum ernſtenmal zum Erklingen
gebracht wurde, alſo ſechs Jahre nach dem Tode ſeines Schöpfers
Es iſt anzunehmen, daß es Reger ſelbſt nie gehört hat. Bald
ach der Uraufführung folgte die Drucklegung im Verlage Schott
u. Söhne und ſeine zweite Aufführung beim Regerfeſt 1923 in
ünchen mit Schmid=Lindner, der ſo manches Werk Regers aus
der Taufe hob, am Klavier,
Die Anregung zu dem Werke dürfte durch den Tod Johannes
Frahms 1897 erfolgt ſein, wie ja der Adagioſatz mit der
Anleh=
ting des Themas an die „Sabphiſche Ode” ein ergreifendes
Eequiem für den toten Meiſter iſt. Das Werk zerfällt in vier
Sätze: 1. Agitato, 2. Intermezzo, 3. Adagio con Variazioni,
4. Finale. Alle Sätze weiſen in ihrer muſikaliſchen Struktur die
rößte Klarheit auf und tragen durchweg ſinfoniſchen Charakter.
Die Themen ſind wohl brahmſiſch, aber in der Durchführung und
Harmoniſicrung echter Reger, die Variationen und die Schluß
frge Muſterbeiſpiele eines klanglich wirkſamen Kontrapunktes
Auf den kraftvoll dahinſtürmenden erſten Satz folgt ein
drurchſichtig und klanglich reizvoll gearbeitetes Intermezzo und
das Adagio mit einem wundervollen, breit angelegten Thema.
„In den Variationen wird das Thema jedesmal nur
andeutungs=
weiſe und verſchleiert wiedergegeben, ſo daß ſich jedesmal ein
ſelbſtändiges, eigenartiges Stimmungsbild ergibt. Dieſes Adagio
gehört mit zu dem Schönſten und Ergreifendſten, was Reger
geſchrieben hat. Das hieran ſich anſchließende Finale ſucht
ſeines=
gleichen hinſichtlich Prägnanz der Themen und Kühnheit der
Durchführung. Zum erſten Male bringt Reger eine Fuge in
einem Kammermuſikwerk. In bgechantiſchem Jubel ſchließt eine
G. B.
jängere Kodg das Werk ab.
Samstag, den 6. Dezember 1924.
—Gasabparate. Wir machen auch an dieſer Stelle nochmals auf die
außerordentlichen Erleichterungen beim Ankauf von
Gasverbrauchsappa=
raten aufmerkſam. Durch weitgehendſte, geſtaffelte Ratenzahlungen iſt
es dem kaufenden Publikum ermöglicht, bei geringer geldlicher Belaſtung
ſich dauernd die Benutzung und ſchließlich auch den Beſitz neuzeitlicher
und ſparſamſter Gasverbrauchsapparate zu ſichern. Auch iſt durch ein
Abkommen mit der Inſtallateurvereinigung Darmſtadt nunmehr
Gele=
genheit geboten, alle einſchlägigen Gasverbrauchsapparate in den durch
Aushang kenntlich gemachten Inſtallationsgeſchäften zu den gleichen
Vorzugsbedingungen, wie in der Verkaufsſtelle des Städt. Gaswerks
zu erwerben.
* Für die Anmeldung von Forderungen zur Aufwertung hat der
Hypotheken=Gläubiger= und Sparer=Schutzverband ein Merkblatt
mit Formular herausgegeben. Es empfiehlt ſich, dieſes Formular zur
Anmeldung aufzuwertender Forderungen zu verwenden, da es alle Rechte
einer ſpäteren Geſetzgebung vorbehält. Verkaufsſtellen beliebe man aus
der heutigen Anzeige zu erſehen.
Darmstadt
Elisabethenste. 23 Heute Samstag
Gerfderlelest
in bekannter Güte mit Champagnerkraut
Jazz-Band-Kapelle
Orchesterleitung: Albertio
genannt der König der Jazz-Band.
— Hohes Alter. Herr Wilhelm Geyer, Schloſſer, Neue
Nieder=
ſtraße 12, begeht heute Samstag in voller geiſtiger und körperlicher
Friſche ſeinen 80. Geburtstag.
— Fahrrad= und Motorradſchwindel. Ein Ehepaar, begleitet von
einem etwa 3jährigen Kinde, hat in verſchiedenen Städten, ſo auch hier,
Fahrräder gegen eine Anzahlung von 30—40 Mk. nach Unterzeichnung
eines Abzählungsvertrags erſchwindelt. Hier gab der Mann ſich als
Bahnbeamter von Meſſel aus. In zwei verſchiedenen Geſchäften
ge=
langte er auf dieſe Weiſe in den Beſitz eines Herrenrades „Korona”,
Mod. 1 Nr. 441 125 und eines Opelrades 701 045. Der gleiche
Shwind=
ler hat ſich in Guben, Kottbus und anderen Städtenn auf dieſelbe Art
Räder erſchwindelt und konnte bisher nicht ermittelt werden; in allen
Fällen hat er ſich jedoch als Beamter (Landmeſſer, Supernumerar,
Ge=
meindebeamter uſw.) unter den verſchiedenſten Namen ausgegeben. —
Ein Motorrad erſchwindelt hat ein etwa 30—33 Jahre alter
Mann. Er ließ ſich in einem Geſchäft ein Motorrad Marke „Derad”,
Fahrgeſtell 4886, Motor 4467, polizeiliches Kennzeichen 5 S 310, 3pferd.
zu einer kurzen Probefahrt geben, und kehrte nicht mehr zurück. Der
Täter iſt etwa 1,70 Meter groß, trägt dunkelbraunen Raglan, grünen
Filzhut, ſchwarze Schnürſchuhe und iſt bartlos.
— Feſtgenommen wurde hier ein Mann, der ſich im Beſitze einer
Anzahl fabrikneuer Alpakabeſtecke, die den Stempel
Württem=
bergiſche Metallwarenfabrik Geislingen tragenn, befand. Ein Teil der
Beſtecke trug das Monogramm B.R. Scheinbar rühren dieſelben aus
einem Diebſtahl her; der Eigentümer konnte bisher noch nicht ermittelt
werden. — Ermittelt wurde der Dieb, der vor einigen Tagen einem
unbemittelten Mann ein Schwein geſtohlen und abgeſchlachtet hat.
* Bezirksſchöffengericht. 1. Der Kaufmann Willy Steul in
Frank=
furt a. M. war bei Kaufmann Feis hier als Außenbeamter in der
Ver=
ſicherungsbranche tätig. Er bezog 150 Mk. Monatsgehalt, Reiſeſpeſen
und 10 Prozent Proviſion. Er iſt geſtändig, im September 1924 drei
Anträge auf Lebensverſicherung fälſchlich angefertigt, beſtreitet aber,
durch dieſe Handlung die Verſicherungsgeſellſchaft Intag=Phöbus
geſchä=
digt zu haben; er hebe nur den Anſchein erwecken wollen, daß er
ge=
ſchäftlich tätig geweſen ſei. Es bleibt immerhin eine einfache
Urkunden=
fälſchung beſtehen. Wegen Verfehlung gegen § 267 St.G.B. werden
drei Monate Gefängnis vom Staatsanwalt beantragt. Urteil ſechs
Wochen Gefängnis. — 2. Unter der Anklage der Beſtechung ſteht
Handelsmann Iſidor M., ledig, von Michelſtadt. Er ſoll dem
Oberwacht=
meiſter Jöſt in Michelſtadt von der nächſten Schlachtung Fleiſch
ver=
ſprochen haben, um ihn zu veranlaſſen, von einer Anzeige wegen
Nicht=
eintragung einer Kuh ins Kontrollbuch Abſtand zu nehmen. Es war
von der Preisprüfungsſtelle Frankfurt a. M. eine Anfrage bei dem
Oberwachtmeiſter eingelaufen, die bezweckte, feſtzuſtellen, ob bei dem
Kauf und Verkauf eines Stückes Vieh eine Ueberforderung vorliege. M.
batte die Eintragung im Kontrollbuch nicht gemacht, wie er angibt, im
Drange der Geſchäfte vergeſſen. M. befürchtete, daß ihm vom Kreisamt
Erbach die Erlaubnis zum Vieheinkauf entzogen werde. Im Anſchluſſe
an die Tatſache, daß er den Eintrag im Buch unterlaſſen, wollte M. den
Polizeibeamten veranlaſſen, dieſe Tatſache im Bericht nicht zu erwähnen,
ſtellte er Fleiſchlieferung an den Oberwachtmeiſter bzw. deſſen Frau in
Ausſicht. Der Staatsanwalt hält den Tatbeſtand des § 333 R. St. G. für
gegeben und eine Geldſtrafe von 100 Mk. für eine angemeſſene Sühne.
Die Verteidigung beſtreitet, daß der Angeklagte den Polizeibeamten zu
einer pflichtwidrigen Handlung habe veranlaſſen wollen, denn die
An=
frage von Frankfurt a. M. habe ja nur die Feſtſtellung bewirkt, ob ein
unrechtmäßiger Preisaufſchlag vorliege; eine Beſtechung habe dem
An=
geklagten ferngelegen; dieſer habe lediglich gefragt, ob denn die
Nicht=
eintragung des Viehs ins Kontrollbuch in den geforderten Bericht gehöre.
Der Staatsanwalt hält dem entgegen, daß ſich der Angeklagte bewußt
geweſen ſei, etwas Pflichtwidriges zu verlangen, denn er beſorgte die
Entziehung der Karte durch das Kreisamt. Urteil Geldſtrafe von
100 Mark.
Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
+Chriſtentum und Oeffentlichkeit. Vom 18. bis
23. Januar 1925 findet in der Evangeliſch=ſozialen Schule in
Spandau, Johannisſtift, eine Paſtorentagung ſtatt, auf der
führende Perſönlichkeiten des kirchlichen und öffentlichen Lebens
zu den verſchiedenen Fragen der Gegenwart Stellung nehmen
werden. Unter anderen reden Prälat Schoell über „Die
ſoziale Botſchaft der evangeliſchen Kirche‟. Direktor Steinweg
über „Wohlfahrtspflege”, Profeſſor Brunſtäd über „
Arbeiter=
fragen” Generalſekretär Baltruſch über „Chriſtliche und
freie Gewerkſchaften‟ Direktor Hinderer über „Evangeliſche
Preſſearbeit”, Anmeldungen ſind bis zum 10. Januar 1925 an
die Geſchäftsſtelle der Evangeliſch=ſozialen Schule in Spandau
zu richten. Die Koſten für Unterkunft und Verpflegung während
der ganzen Tagung betragen pro Perſon 20 Mark. Beihilfen bis
zur Hälfte des Fahrpreiſes 3. Klaſſe, ſowie die Koſten der
Hei=
zung können erſtattet werden.
Wahlhumor.
C. K. Auch die ernſteſten Dinge haben ihre luſtige Seite, und
ſo fehlt es denn auch bei den Wahlen nicht an komiſchen
Vorfäl=
len, von denen einige hier erzählt ſeien. Bibelfeſte Wähler
haben nicht nur in den angelſächſiſchen Ländern, ſondern auch
bei uns ihre Anſchauung durch Bibelzitate ausgedrückt. So war
einmal auf einem Wahlzettel aufgeſchrieben: „Jeſaias 41,
Vers 24.‟ Wer neugierig genug war, um die Stelle aufzuſuchen,
der fand die folgende unzweideutige Erklärung: „Siehe, Ihr ſeid
aus Nichts, und Euer Tun iſt auch aus Nichts, und Euch wählen
iſt ein Greuel.‟ Ein anderer Wahlzettel verwies auf das Buch
Eſther, Vers 8, und damit auf den folgenden Spruch: „Und die
Sonne ging auf und es war helle, und die Elenden gewannen
und brachten um die Stolzen.” In einem ländlichen Wahlkreis
ſollte eine große Verſammlung ſtattfinden, für die mehrere
her=
vorragende Redner gewonnen waren. Das Zentralwahlkomitee
hatte ſich an den Schulzen des Dorfes gewendet, er möge alles
auf das Beſte einrichten. Für würdigen Empfang der Redner
Seite 2.
*Orpheum.
Die nachgerade anerkannt guten Varietédarbietungen im Orpheum
bleiben auch bei der diesmaligen Vorführung nicht hinter den früher ge=
Zeigten zurück, ja man kann ſagen, einige Leiſtungen überraſchen
ge=
radezu durch ihre neue, eigenartige, nie vorher geſehene Kunſtfertigkeit
and exakte Ausführung. Das Varieté bietet durch das Verſchiedene und
Reichhaltige ſeines Programms jedem etwas und wird der Geſchmack
eines Einzelnen durch eine Vorführung nicht getroffen, ſo kann er ſich
an der nächſten Nummer entſchädigen, denn wer vieles bringt, wird
jedem etwas bringen, und daraus erklärt es ſich auch, daß ſich der Beſuch
der Vorführungen immer größerer Beliebtheit erfreut und die hellen
Mienen aller Heimkehrenden nach der Vorſtellung nur Freude und
Be=
friedigung ausdrücken. Es wird daher auch niemand, der ſich eine
an=
genehme, den großzügigen Erwartungen unſerer Zeit entſprechende,
ab=
wechſlungsreiche und dabei gemütliche und humoriſtiſche
Abendunterhal=
tung verſchaffen will, verſäumen, ein neues Programm im Orpheum
anzuſehen, wird er doch reichlich für den weiten Weg entſchädigt und
feuert durch ſeinen Beſuch nebenbei noch unſere einzige derartige, in
weiteſten Kreiſen beliebte Vergnügungsſtätte an, immer neue — wie die
jetzige Vorführung wieder zeigt — Rekordleiſtungen zu bringen. Und
nun zu dem diesmaligen Programm:
Ein flottes Muſikſtück der bekannt guten Orpheumskapelle, die
wäh=
rend des ganzen Abends konzertiert, eröffnet den Abend. Als erſter
trat der jugendliche Xylophon=Virtuoſe Alfred Walde auf, der mit
her=
vorragender techniſcher Fertigkeit die ſchwierigſten Muſikſtücke ſpielte und
ſein Inſtrument ſelbſt im Dunkeln voll und ganz beherrſcht. Die
Leiſt=
ungen des jungen Künſtlers verraten ein ausgeſprochen muſikaliſches
Ta=
lent. Es folgte die Krokodil=Szene der Sayton=Comp, die „Nacht am
Nil”, ſchon in Dekoration und Lichteffekten ſehenswert, die
Akrobaten=
leiſtungen der „Schlangenmenſchen” nach Abſtreifung ihrer Krokodilhaut,
ſind wohl kaum zu übertreffen. Die nächſte Nummer „2 Windſor’s
und Hanni Sturm” bringen raſſig=feurige Tanzleiſtungen und hübſche
Lieder einer Dame, die ſich plötzlich entpuppt als — doch das bleibt der
Beurteilung der Zuſchauer überlaſſen. — Ein ſehr guter Humoriſt,
Franz Gravenhorſt, erfreute mit ſeinen glänzenden Darbietungen — auch
einem Dialektvortrag — das Publikum, das ſtürmiſch eine Zugabe
for=
derte. Mit den „3 Finlays”, einem Doppel=Ruh=Flug=Akt, akrobatiſchen
Leiſtungen mit ſchlechthin tollkühnen atemraubenden Momenten, die
größte Bewunderung und Anerkennung ernteten, iſt erſt der erſte Teil
abgeſchloſſen, der ſchon ein Eliteprogramm in ſich darſtellt. In der
Pauſe wurde, wie üblich, eine große Reihe wirkungsvoller
Reklame=
bilder gezeigt. Wenn man geglaubt hatte, im erſten Teil nicht zu
übertreffende Leiſtungen geſehen zu haben, ſo wurde man im zweiten
Teil inſofern eines anderen belehrt, als die Darbietungen jeder
Num=
mer in ſich wiederum höchſte Anforderungen an die Darſteller ſtellten.
Die Gebr. Willuhn in ihrem humoriſtiſchen Trapez=Akt brachten z. B.
in ihrem freien Kopfſtand auf dem Trapez mit einem an einem Arm
turnenden Akrobaten Balancekunſtſtücke, wie ſie wohl ſelten jemand in
den beſten Zirkusvorſtellungen geſehen haben wird. Auch in den
folgen=
den drei Nummern: M. und A. W. Asra, als Original=Billard=Künſtler,
Grygorh=Haswells in ihren ikariſchen Spielen: „Hochſchülers
Zeitver=
treib” und Max Ture, der beſte humoriſtiſche Jongleur, treten nur
erſt=
klaſſige Künſtler auf, die mit ſpielender Leichtigkeit die ſchwierigſten
Kunſtſtücke fehlerlos mit ſtaunenswerter Sicherheit ausführen, —
Rück=
blickend auf die Vorführungen, kann man wohl ſagen, daß das
Pro=
gramm von Anfang bis Ende ſehenswert und erſtklaſſig iſt; rauſchender
Beifall des Publikums gibt dieſer Beurteilung den beſten Beweis. O.
* Kleine Strafkammer. 1. Ein Vorfall, der ſich am 21. November
1923 im Städtiſchen Wohlfahrtsamt zutrug, beſchäftigte ſich am 5. Dez.
in zweiter Inſtanz das Strafgericht. Der damals erwerbsloſe Valentin
Itzel von Darmſtadt hatte, im Begriff, wegzugehen, ſich eine Pfeife
im Gebäude anzünden wollen, als ihm dies unter Hinweis auf das
be=
ſtehende Rauchverbot der ſtädtiſche Beamte Emil Gutenſtein unterſagte
und mit einer Zeitung das Feuer ausſchlug. Darauf antwortete Itzel
mit einer Ohrfeige, die er dem Beamten applizierte. Das Gericht gab
nach wiederholter Beweisaufnahme der Berufung des Angeklagten
in=
ſofern ſtatt, als die vom erſten Richter erkannte Geldſtrafe von 30 Mk.
auf 15 Mark herabgeſetzt wurde, wobei die zuerkannte
Publikations=
befugnis beſtehen blieb. Das Gericht erwog, daß Itzel in hohem Maße
gereizt geweſen ſei durch das nicht geeignete Vergehen des Zeugen
Guten=
ſtein, der anders hätte handeln können. — 2. Eine Berufung des
Neben=
klägers Otto Schmitt hier rollt eine Strafſache gegen Helene Rummel,
Ludwig Nees, Anton Schittler und Ludwig Mitteldorf hier
wegen Körperverletzung im zweiten Rechtswege auf. Der Vorfall hat
ſich in der Rummelſchen Wirtſchaft in der Bleichſtraße abgeſpielt. Das
Amtsgericht hat darüber am 13. Oktober d. Js. geurteilt mit dem
Er=
gebniſſe, daß Frau Rummel für ſtraffrei erklärt, die übrigen Angeklagten
freigeſprochen wurden. Das Urteil erkennt unter Aufhebung des erſten
Urteils gegen Frau Rummel und Schittler auf je 10 Gmk.
Geldſtrafe, Nees und Mitteldorf werden freigeſprochen.
Lokale Veranſtaltungen.
Die blerunter erſchelnenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
— Heſſiſche Bilderbühne. Als Erſtaufführung für
Darm=
ſtadt hat die Bilderbühne den beſten diesjährigen afrikaniſchen
Expedi=
tionsfilm: „Mit Kurbelkamera und Büchſe im Sumpf und Urwald von
Afrika”, angenommen und bringt den Film in der nächſten Woche zur
Vorführung. Allen Freunden großer Reiſebeſchreibungen, allen
Jagd=
liebhabern, allen denjenigen, die ſtändig in der Zeitung mit Intereſſe
die ägyptiſch=engliſchen Spannungen im Sudan verfolgen und die den
Willen haben, klarere Vorſtellungen von den Verhältniſſen in jenen
Gegenden zu haben, ſei der Beſuch des Films außerordentlich empfohlen.
Der Vorverkauf findet wie immer im Verkehrsbureau und in der
Volks=
hochſchule ſtat:.
Durngemeinde Darmſtadt. Trotz der vielen Pflichten,
die ſich für die Familienmitglieder jetzt kurz vor dem Weihnachtsfeſt
er=
geben, hat ſich der Vorſtand entſchloſſen, heute abend
Monatsverſamm=
lung abzuhalten, um die Fühlung mit den treuen Anhängern dieſer
al=
ten, ſchönen Einrichtung beizubehalten. Alle Mitglieder ſind hierzu
herzlichſt eingeladen. (Siehe heutige Anzeige und unſere
Monats=
ſchrift Nr. 3.)
Ehem. 6ler. Auf die Weihnachtsfeier am Sonntag, den 7. Dez.,
im Konkordiaſaal, wird hiermit nochmals hingewieſen. (Siehe Anzeige.)
— Die Vereinigung ehemaliger 116er, Darmſtadt
und Umgebung, begeht gemeinſchaftlich mit den Vereinen 117er, 118er
und 168er am 14. Dezember in der Turnhalle am Woogsplatz ihre
Weihnachtsfeier, wozu auch die Brudervereine von auswärts
ein=
geladen werden.
war auch geſorgt, aber als die Verſammlung beginnen ſollte,
waren nur die Redner und die Mitglieder des Komitees zur
Stelle. Die auswärtigen Herren wunderten ſich darüber und
meinten, das Intereſſe für die Wahl ſcheine ja ſehr ſchwach zu
ſein, ob der Schulze denn nicht die Verſammlung durch
Zeitun=
gen und Flugblätter gehörig bekannt gemacht habe. Da aber
ſchüttelte der Schulze überlegen ſeinen Weſtfalenſchädel und ſagte
ſchmunzelnd: „Nee, nee, dat wollen wi jo grade nich. Wi hewit
de Sake heimlick hollen, domet de Gegners keinen Rüker dovan
kriegen ſollen.” Ein andermäl, auch in Weſtfalen, ſollte der
Ver=
ſammlungsleiter, ein biederer Landwirt, den Kandidaten
ein=
führen. „Verehrte Parteifreunde,” ſagte er, „wir haben heute
einen hochverehrten Gaſt in unſerer Mitte, der aus weiter Ferne
herbeigeeilt iſt, um durch die Wucht ſeiner Beredſamkeit Schulter
an Schulter mit uns den Sieg zu erringen. Die Nennung ſeines
bloßen Namens hat ſchon genügt, um den Saal bis auf den
letz=
ten Platz zu füllen. Denn wer ſollte ihn nicht kennen, den großen
Parlamentarier, unſeren lieben Abgeordneten . Dann trat
eine peinliche Pauſe ein und man hörte, wie der Redner ſeinem
Nebenmann angſtvoll, aber weit vernehmlich zuflüſterte: „Tom
Dunnerkiel, Hinnerk, wu heit he denn eegentlick noch?”
Schlag=
fertig war die Antwort eines Kandidaten, dem ein Störenfried
in der Verſammlung zurief: „Ich würde Sie ja wählen, wenn
Sie nicht ſo ein Narr wären”, worauf der andere erwiderte:
„Dann bin ich ja gerade der rechte Kandidat, um Sie im
Parla=
ment zu vertreten.” Als noch dieStimmzettel von den vor dem
Wahllokal ſtehenden Vertretern der einzelnen Parteien verteilt
wurden, ſtellte einmal ein Mitglied des Wahlkomitees einen
zu=
verläſſigen, aber nicht gerade ſehr ſchlauen Mann mit einem
großen Paket Stimmzetteln auf, die er zur Verteilung bringen
ſollte. Als er nach einiger Zeit nachſah, fand er den
Zettelver=
teiler, aber mit leeren Händen daſtehend. Ueber die lebhafte
Wahlbeteiligung erſtaunt, fragte er, ob er ſchon alle Zettel
ver=
teilt habe. „Ach, das hatte ich gar nicht nötig,” ſagte der andere
zufrieden. „Einer hat ſie mir alle auf einmal für drei Mark
ab=
gekauft.” Recht boshaft war der Zufall, der unter ein
Wahl=
plakat mit der Aufſchrift: „Wählt unſeren Kandidaten! Wir ſind
die wahre Partei des Volkes!” den Anfang einer Varieté=Anzeige
brachte: „Stets wechſelndes Programm! Es iſt zum Totlachen!“
Seite 8.
Samstag, den 6. Dezember 1924.
Zu den
Die Wahlhandlung
beginnt am Sonntag in Darmſtadt und den übrigen Städten des
Landes vormittags um 9 Uhr.
4Paterländiſcher Abend.
Wahlkundgebung der Deutſchen Volkspartei.
Die Deutſche Volkspartei veranſtaltete geſtern in der Turnhalle am
Woogsplatz, die überfüllt war, einen vaterländiſchen Abend; er war eine
machtvolle und erhebende Kundgebung der Partei für die kommenden
Wahlen. Von den Galerien herab, die ebenfallz überfüllt waren,
grüß=
ten die Wahlplakate der Partei herab. Auf dem Podium hatte eine
Kapelle ehemaliger Militärmuſiker Platz genommm, die den Abend mit
einem ſchwungvollen Marſch unter Leitung von Herrn Buslau eröffnete.
Generalſekretär Kollbach begrüßte im Namen der Volkspartei die
Anweſenden, beſonders begrüßte er die Mitwirkenden an dieſem Abend:
Herrn Pfarrer Marx, Herrn Rezitator Hellborn, Kapellmeiſter Buslau
und die Kapelle ehemaliger Militärmuſiker. Nur wenige Stunden, ſo
führte der Redner weiter aus, trennen uns, von den Wahlen; wir
wol=
len mit dieſer Veranſtaltung bekunden, daß es über den Parteien noch
etwas gibt, was über ihnen ſteht, das iſt der Gedanke des Vaterlandes.
Dieſen Gedanken wollen wir heute abend pflegen. Wir wollen ſtolz ſein
auf die Vergangenheit unſeres Volkes. Wenn Sie jetzt die Märſche
hören, dann wird die Erunerung an vergangene Zeiten aufſteigen. Wir
wollen ſtolz darauf ſein auch in den Tagen des Unglücks. Dieſen Stolz
und dieſe Erinnerung wollen wir pflegen.
Es folgte ein Marſch, dann bot Herr Hellborn (früher erſter
Regiſſeur am Gießener Stadttheater) Lilienerons „Pidder Lüng”, eine
Dichtung, die den alten Frieſenſpruch: „Lever dod as Slav” verherrlicht.
Der Rezitator fand mit der Dichtung eine begeiſterte Aufnahme beim
Publikum. Nachdem dann die Quvertüre von Suppés „Dichter und
Bauer” von der Kapelle in einer ausgezeichneten Wiedergabe geboten
war, hielt Pfarrer Marx von der Johannesgemeinde eine Aaſprache,
in der er ausführte, daß es ein glücklicher Gedanke der führenden
Män=
ner der Deutſchen Volkspartei war, noch zwei Tage vor der
Entſchei=
dungsſchlacht zu dieſem Abend einzuladen, der ein anderes Gepräge habe
als die anderen Abende dieſer Woche. Es ſpreche ſich darin eine
Sieges=
zuberſicht aus, daß die Deutſche Volkspartei darauf verzichten könne, kurz
vor der Wahl an einem Abend ſich mit den Gegnern auseinanderzuſetzen.
Es iſt ſchwer — ſo meinte der Redner —, jetzt etwas über das Vaterland
zu ſagen, was mächtig widerhallt imn den Herzen deutſcher Männer und
Frauen. Es dränge ſich immer das alte Lied auf „Ich hatte einſt ein
ſchönes Vaterland”. Wenn wir irgend etwas bedürfen, um in dieſer Zeit
der Not aufrecht zu bleiben, dann iſt es der Glaube an das Vaterland;
ohne dieſen Glauben ſchwebt alles politiſche Denken und Handeln in der
Luft. Unſer Vaterland iſt wie ein Menſch, der mit gebrochenem
Nück=
grat daliegt; es iſt das Ausbeutungsobjekt der Nationen um uns
her=
um, die der Haß zuſammenhält. Durch unſer Volk geht ein unheilvoller
Riß; es ſtehen ſich gleichſam zwei Völker gegenüber, als wenn ſie nicht
zuſammengehörten, und doch ſind ſie auf Gedeih und Verderb
miteinan=
der verbunden. Wir dürfen uns aber den Glauben an unſer Vaterland
nicht rauben laſſen. Stützen für dieſen Glauben haben wir an unſerer
tauſendjährigen Geſchichte. Wir erſehen daraus, wie ſchwer es unſerem
Volke immer gemacht worden iſt, ſich emporzuarbeiten; nach
Höhepunk=
ten ſind wir bald wieder klein geworden. Die Entfaltung des deutſchen
Geiſtes iſt eine Größe, die unverlierbar: deutſche Wiſſenſchaft, deutſche
Technik und deutſcher Fleiß werden ſich behaupten. Wir dürfen an
unſerem Vaterlande nicht verzweifeln, auch nicht im Hinblick auf unſere
Jugend. Sie iſt anders als wir; ſie muß anders ſein, denn die Kämpfe,
die ſie einmal zu beſtehen hat, werden ganze Menſchen erfordern.
Poli=
tiſche Fragen intereſſieren unſere Jugend wenig. Bei den vielen
Par=
teien iſt es für ſie ſchwer, ſich eine auszuſuchen, und der
Parlamentaris=
mus wird ſie auch kaum begeiſtern. Wenn die Jugend nur Liebe hat
zum Deutſchtum und zur deutſchen Kunſt, dann wird ſie auf dem rechten
Wege ſein. Wir wollen unſeren Kindern und Kindeskindern von den
Auguſtagen des Jahres 1914 erzählen, als das deutſche Volk von dem
Gedankene beſeelt war, daß ſeine Sache rein war. Guſtav Frenſſen hat
dieſe Zeit die größten Tage in der Geſchichte der Menſchheit genanmt.
Wir brauchen Männer, die führen können, Herrſchernaturen. Möge
Gott uns ſie zar rechten Zeit ſchenken, dann wollen wir ihnen folgen.
Durch die Wahl ſchaffen wir für die kommende Zeit. Unſer deutſches
Vaterland, an das wir glauben, es lebe hoch!”
Im Anſchluß an das begeiſtert aufgenommene Hoch ſangen die
An=
weſenden das Deutſchlandlied. Es folgten nun in buntem W.chſel
Muſik=
vorträge der Kapelle, ſowie ernſte und heitere Rezitationen des Herrn
Hellborn. Zwiſchendurch wurden Theaterplätze verloſt; die Loſe
waren koſtenlos verabfolgt worden. Die Losbriefe förderten eine Reihe
von ſchönen Gewinnen zutage. Die ſchön und harmuniſch verlaufene
Verſammlung fand mit einer zündenden Anſprache von Generalſekretär
Kollbach ihr Ende, der auf die Bedeutung der Wahlen hinwies und
die Anweſenden aufforderte die heutige Verſammlung zu beſuchen, in
der Rechtsanwalt Dingeldeh und Vizekanzler Jarves, der für ſein
Deutſchtum himter Verkermauern litt, ſprechen werden.
* Wahlverſammlung der Zentrumspartei.
Der Konkordia=Saal war ſehr gut beſetzt, als Herr Lehrer Goy
kurz nach 8 Uhr die erſte und einzige Zentrumsverſammlung in
Darm=
ſtadt geſtern abend eröfnete. An Stelle der beiden angekündigten
Red=
ner, Dr. Bockus=Mainz und Rechtsanwalt Nuß=Worms, die im letzten
Augenblick durch anderweitige Wahlarbeit verhindert waven, ſprach
zu=
erſt Profeſſor Dr. Stohr=Mainz.
Das Zentrum erhebt den Anſpruch, daß alle Kanzler, die es dem
deutſchen Volke geſtellt hat, nationale Politik getrieben haben. Wenn
ein Mann Anſpruch darauf hat, nicht mißdeutet zu werden, dann iſt es
der Kanzler Marx, der am deutſchen Rhein geboren iſt und die
Be=
drückungen ſelbſt miterleben mußte. Wer nationale Geſinnung
hat, weiß, daß einem jeden Volk an der Stelle, an die es geſtellt wurde,
ſeine beſondere Aufgabe gegeben iſt. Das Zentrum hat den
Friedens=
vertrag gewiß nicht mit Luſt und Liebe unterſchrieben, aber ſeine
Stel=
lung zu dieſem Vertrag iſt eine ganz andere als die der
Deutſchnatio=
nalen, die den Vertrag nicht unterſchrieben, aber andere Parteien zur
Unterſchrift drängten. Wir erkennen den Mut Streſemanns
an, der mit der Politik Cunos brach. Eine ſtete, ruhige, obfervolle
Wahlen.
Politik überzeugte die Gegner, daß Deutſchlands Wege jetzt Treu und
Glauben verdienten. Den Genfer Völkerbund betrachten wir gewiß
alle mit Mißtrauen, aber es iſt jetzt doch ernſthaft der Anfang gemacht,
an der Befriedung der Welt zu arbeiten. Redner behandelte die
deutſch=
nationale Politik vom katholiſchen Standpunkt aus, die religiöſe und
Schulfrage. Als zweiter Redner ſprach der Innenminiſter, Herr von
Brentano, beſonders über die heſſiſchen Verhältniſſe.
„Not tut uns mehr als je Einigkeit, ſtatt deſſen zerſplittern wir uns in
unzählige Parteien und Zwergparteien, die, wenn ſie den einen oder
anderen Abgeordneten durchbekommen, im Parlament doch ohne Einfluß
bleiben. Was die heſſiſchen Miniſter betrifft, ſo haben dieſe
mit Ausnahme eines kleinen Staates die geringſten Miniſtergehälter in
Deutſchland. Immer wieder ſind alle heſſiſchen Miniſter in Berlin,
lei=
der ohne Erfolg, gegen die Jammer=Gehälter der unteren und mittleren
Beamten=Gruppen aufgetreten. Keine Partei kann allen Wünſchen
nach=
kommen. Staat und Staatsämter dürfen nicht als Dominen einzelner
Parteien angeſehen werden, dieſem Standpunkte des preußiſchen
Finanz=
miniſters trete ich vollkommen bei. Bis vor ſechs Wochen gab es in
Heſſen unter allen Provinzialdirektoren und Kreisdirektoren keinen
Katholiken. Im folgenden ſpreche ich nur von höheren Beamten, im
Finanzminiſterium iſt nur ein Katholik, desgleichen im Miniſterium der
Juſtiz, im Innenminiſterium, am Oberlandesgericht uff. Was hat man
gegen die Koglition in Heſſen einzuwenden? Es iſt eine
Ver=
nunftehe, keine Ehe aus Liebe, und Heſſen iſt, von einer bedauerlichen
rohen Ausnahme ebgeſehen, ruhig geblieben. Ohne alle anderen
Geſichts=
punkte zu berühren, will ich erwähnen, daß z. B. das Miniſterium des
Innern 1914 an höheren Beamten 21 zählte, 19B nur 2, während die
Zahl der Einläufe von 31897 auf 52898 geſtiegen iſt. Die
Zentrums=
partei iſt ſich gleich geblieben, ſie macht keine Verſprechungen, die ſie nicht
halten kann. Beiden Rednern wurde anhaltender Beifall zuteil. Eine
H.W.W.
kurze Ausſprache ſchloß den Abend ab.
*
H. Eberſtadt, 5. Dez. Geſtern abend ſprach auf Einladung der
Ortsgruppe der Deutſchnationalen Volkspartei in einer
öffentlichen Wählerverſammlung im Gaſthaus „Zur Eiſenbahn” Freih.
v Forſtner über die bevorſtehenden Wahlen. Der Redner führte in
ſeinem Referat etwa folgendes aus: Es gibt nur eine Ueberlegung:
Wählen Sie am 7. Dezember die Partei, die Ihnen am nächſten ſteht,
wahlen Sie Männer im die neuen Parlamente, welche befähigt ſind
die Geſchicke unſeres Volkes zu leiten. Den Kampf gegen den
Parla=
mentarismus wird unſere Partei weiterführen, weil wir das beſchämende
Schauſpiel beim letzten Wahlkampf erlebt haben, daß die Miniſter der
Regierung, anſtatt in Berlin in ernſter Arbeit das Dawes=Gutachten
zu prüfen, im Lande herumgereiſt ſind und Wahlreden gehalten haben.
Nicht den Klaſſenkampf ſollten die Gegner auf die Fahne ſchreiben,
ſon=
dern wenn wir den Frieden haben wollen, müſſen wir alle
zuſammen=
ſtehen und uns Achtung gegen einander bezeugen. Wir haben den
Wahlkampf unter den Farben Schwarz=weiß=rot begonnen, und dieſe
Farben ſind uns etwas anderes, als ein Dekorationsmittel. Die Flagge
Schwarz=weiß=rot iſt auf unſeren Ueberſeedampfern vor aller Welt
ge=
achtet, weil ſie dank der Tüchtigkeit unſerer Arbeiter und Ingenieure
unſere Waren hinüberbrachten, die als gut angeſehen wurden. Wir
hoffen, daß Deutſchland durch dieſe Farben wieder zu Anſehen kommt.
Wir kämpfen auch gegen den proviſoriſch prolongierten Reichspräſidenten
Ebert, weil er gegen die erhobenen Beſchuldigungen ſeiner
Stellung=
nahme zu den Streikverboten bisher nicht das Geringſte unternommen
hat, um Klarheit in die Angelegenheit zu bringen. In der Diskuſſion
ſprachen Redner der Sozialdemokraten, Jahnſohn und Gemeinderat
Gärtner, für die Kommuniſtiſche Partei Quari und für die
Deutſch=
nationale Partei Bergſträßer. Redner erwiderte im Schlußwort,
hier=
bei, wie auch im Refergt, häufig durch Zwiſchenrufe der Gegner
unter=
brochen. Der Verſammlungsleiter, Gemeinderat Mahr, ſchloß darauf
die gut beſuchte Verſammlung.
I. Eberſtadt, 4. Dez. (Wählerverſammlung) Geſtern
Abend ſprach auf Einladung der Ortsgruppe des Heſſiſchen
Bauernbun=
des, in einer öffentlichen Wählerverſammlung im Gaſthaus „Zur
Eiſen=
bahn”, Dipl.=Ing. Kauth=Gernsheim über die Reichs= und
Landtags=
wahlen. In einer mehr als zweiſtündigen Rede legte der äußerſt
tem=
peramentvolle Redner die Ziele dar, um die es für die Kleinbauern und
Landwirte in der kommenden Wahl am 7. Dezember gehe. Er führte
aus, daß es nicht um die Fragen der Staatsform und der Reichsfarben
gehen dürfe, ſondern um die großen Probleme der deutſchen Wirtſchaft,
die ihrer Löſung harrten. So in erſter Linie um das Dawes=Gutachten,
bei dem ſich die Auffaſſungen nach rechts und links ſcheiden würden. Ein
Ausweichen vor dieſer Frage gebe es nicht. Redner ſteht auf dem
Stand=
punkt, daß verhandelt werden mußte und kritiſiert nur die Form. in der
das Gutachten zuſtande kam und angenommen wurde. Die
Linkspar=
teien, beſonders die Demokraten, ſeien viel zu bereitwillig geweſen. Es
hätte mehr Zurückhaltung und Würde gezeigt werden müſſen. Die
Landwirtſchaft bezeichnet der Redner als die Trägerin der deutſchen
Wirtſchaft, ohne die auch die deutſche Induſtrie nicht exiſtieren könne.
Die Landwirte und Kleinbauern ſeien Produzenten, die mit den
Konfu=
menten rechnen und zu rechnen haben. Ihre Politik müſſe ſich künftig
einſtellen: hier Stadt hier Land!. Die Loſung müſſe ſein: Arbeit für
das geſamte Volkl. Auch die Arbeiterſchaft ſei falſch geführt worden.
Programme aufzuſtellen, ſei eine Kleinigkeit, aber es müſſe auch die
Grundlage für ihre Ausführung vorhanden ſein. Was würde aus dem
Arbeiter werden, wenn die Landwirtſchaft nicht wäre! Die
Landwirt=
ſchaft iſt frei von jeglicher aggreſſiver Voreingenommenheit gegen die
Arbeiterſchaft. Der Kampf gegen ſie geht lediglich um den ſiunngemäßen
Ausgleich. Was möglich iſt, ſoll ihnen im Lohnkampfe werden. In
dieſem Sinne muß verſucht werden, das ſoziale Problem der
Arbeiter=
ſchaft zu löſen. Die Frage des Achtſtundentages iſt eine heille Frage,
die nur im Zuſammenhang mit den Erforderniſſen unſerer
zuſammen=
gebrochenen Wirtſchaft gelöſt werden kann. Die Landbevölkerung muß
in ihrer Geſamtheit zuſammenſtehen und zuſammenwirken im Intereſſe
des Wiederaufbaues. In der Diskuſſion ſprach der Kommnniſt Quari,
dem der Referent im Schlußwort erwiderte. Der Verſammlungsleiter,
Herr Gemeinderat Harniſchfeger ſchloß hierauf die Verſammlung,
eben=
falls mit einem Appell an die Wähler, am Wahltage für die Liſte des
Heſſiſchen Bauernbundes einzutreten.
Heppenheim, 4. Dez. Wahlverſammlung. Herr
Ober=
landesgerichtspräſident Dr. Beſt=Darmſtadt wird Samstag, den
6. Dezember, abends, im Hotel „Halber Mond”, dahier, fprechen. Da
Herr Beſt eine weit bekannte Perſönlichkeit iſt und als
Hauptverteidi=
ger der Aufwertung in gutem Rufe ſteht, dürſte ſich die
Verſamm=
lung eines guten Beſuchs erfreuen.
Rummer 339.
Pfungſtadt, 5. Dez. Die am Freitag abend von der
Deut=
ſchen Volkspartei abgehaltene Wahlverſammlung erfreute ſich
eines guten Beſuchs. Fräulein Birnbaum. M. d. L., die Rednerin
des Abends, hat durch ihre ſachlichen Ausführungen über die
volkspar=
teiliche Politik Regenſchaft abgelegt, die Zukunftsziele der Partei uns
die Wege zur Erreichung derſelben in eingehender Weiſe gezeigt.
Nach=
dem jetzt ſchon von einer Beſſerung der wirtſchaftlichen Lage geſprocher,
werden kann, ruſt die Deutſche Volkspartei, unter ihrem bewährter,
Führer Dr. Streſemann, alle ſtaatsbejahenden, auf dem Boden der
Verfaſſung ſtehenden Parteien auf den Plan, um im neuen
Reichstag=
endlich eine Regierung, hinter der der größte Teil des Parlaments
ſteht=
bilden zu können. Deshalb wähle jeder am Wahltage eine gefunde
Mit=
telſtandspolitik, die Politik Dr. Streſemanns und ſomit die Politik der
Deutſchen Volkspartei. Da ſich niemand in der Diskuſſion zu Worte
meldete, ſchloß der Vorſitzende die Verſammlung, indem er gleichzeitig
für die der Rednerin geſpendeten Aufmerkſamkeit dankte.
— Ober=Ramſtadt 5. Dez. Landtagskandidat Dr. Keller,
der in den letzten Tagen faſt durchweg glänzend verlaufene
Verſamm=
lungen in Altenſtadt, Büdingen, Darmſtadt,
Gins=
heim, König, Lauterbach Lich. Nidda Oppenheim,
Weinolsheim und Wimpfen abgehalten hat, ſprach hier im
überfülltem Saale für die Deutſche Volkspartei. Die
Ver=
ſammlung wurde von Herrn Oberpoſtinſpektor Weber in vorbildlicher
Weiſe geleitet. Dr. Keller verbreitete ſich ausführlich über alle wichtiger
Fragen, die für die diesmaligen Wahlen in Betracht kommen, und fans
reichen Beifall für ſeine Ausführungen. Gegner waren zwar anweſend
machten aber von der Gelegenheit ſich auszuſprechen, keinen Gebrauch,
Die Verſammlung dürfte einen vollen Erfolg für die Deutſche
Volkz=
partei im Modautale bedeuten.
— Bensheim, 5. Dez. Die öffentliche Wählerverſammlung der
Deutſchen Volkspartei, in der hier Neichstagsabgeordneter
Dauch=Hamburg ſprach, wurde zu einem vollen Erfolg. Geſpannt
lauſchten die zahlreichen Zuhörer den ſachverſtändigen Ausführungen
des bedeutenden Politikers. Reicher Beifall lohnte den Redner. Zur
Diskuſſion meldete ſich niemand. Herr Staatsanwalt Kleinjung
war der Verfammlung ein geſchickter Leiter.
* Wahlbewegung, in der Mainſpitze. Wie überall,
findet auch bei uns in der Mainſpitze in den letzten Tagen eine rege
Tätigkeit der Parteien ſtatt. Die erſten Kräfte der Parteien ſprechen
bei uns zu den Wahlberechtigten. So Herr Dingeldey, von der
Deutſchen Volkspartei, Herr Korell von den
Demokra=
ten, die Herren David und Strecker von den
Sozialdemo=
kraten. Aber auch die Zentrummspartei iſt nicht untätig
geblieben. Auch ſie hat in unſerem Gebiet eine rege Tätigkeit entfaltet
und führende Männer der Partei hierher entſandt. So ſprachen in einer
Reihe von Verſammlungen die Herren Direktor Burgbacher, ſowie
Gewerkſchaftsſekretär Weſp und der Landwirt Ludwig zu den
Wäh=
lern. Ueberall wurden die Erfolge des Kabinetts Marx behandelt und
den Verſammlungsbeſuchern an Hand von Beweiſen gezeigt, daß
ge=
rade der Reichskanzler Marx es war, der durch ſeine Perſon ſo viel
erreicht hat. Scharf gingen die Redner mit denjenigen Parteien ins
Gericht, die noch vor einigen Monaten die Zentrumspolitik Erzberger—
Wirth—Marx bekämpfen und heute den Erfolg des Reichskanzlers
Mar=
für ſich beanſpruchen. Aber auch die Landwirte erfuhren einmal durch
den Landwirt Ludwig, wo wirklich die wahren Freunde der
Landwirt=
ſchaft ſitzen. In den großen Induſtrieorten unſerer Gegend ſprach des
Metallarbeiterſekretär Wefp zu den Wählern. Nachdem auch dieſes
Redner die Erfolge des Kabinetts Marx nach der außenpolitiſchen
Seite=
den Verſammelten erklärt hatte, behandelte gerade dieſer Redner auß
Grund ſeiner reichen Erfahrungen die Politik Marx von der
wirtſchaft=
lichen Seite aus und kam zu dem Reſultat, daß Reichskanzler Mars
durch den Londoner Abſchluß die Lage der deutſchen Arbeiterſchaß
weſentlich erleichtert hat. In allen Verſammlungen fanden gerade dieſe
Ausführungen großen Beifall, und auch die Ausſprachen zeigten, daß
auch die Gegner nichts gegen die Zentrumspartei vorbringen konnten,
ja manchmal haben ſie das Geſagte ohne weiteres anerkannt. So können
wir nach den bis heute abgehaltenen und ſo gut beſuchten
Zentrums=
verſammlungen, frohen Muts dem kommenden Sonntag entgegenſehen.
Wir Zentrumsanhänger in der Mainſpitze hoffen beſtimmt, daß auch bei
ihnen die Zentrumspartei zum Siege ſchreiten wird, denn ſie kämpft ja
„Mit Gott, für Wahrheit, Freiheit und Recht!”
— Vollaufwertung perſönlicher Forderung. Das Kammergericht
Berlin hat den 8 7 der 1. Durchfährungsverordnung zur 3. St.N.V. für
ungültig erklärt in einer am 13. v. M. gefällten Entſcheidung. Gründe:
Der 8 7 iſt, ſoweit er die Aufwertung der perſönlichen Forderung auf
15 Proz, des Goldmarkbetrags anordnet, für ungültig zu erklären. Das
Gericht führt dazu aus, daß 8 3 für die perſönliche Forderung der
Wei=
terentwicklung des Nechts, die im Reichsgerichtsurteil vom B. Nov. 1923
ihren vorläufigen Abſchluß gefunden hat, freie Bahn läßt, während die
3. St.N.V. in gewollter Außerachtlaſſung der durch die Rechtſprechung
für die Aufwertung entwickelten Grundſätze, die Aufwertung der
dring=
lichen Forderung auf 15 Proz, beſchränkt. Dagegen iſt für die
For=
derung nach 8 3 die Aufwertung bis zum vollen
Nenn=
betrag zugelafſen. — Der genannte Beſchluß erzeugt
neuer=
lich Rechtsunſicherheit. Man ſieht auch hieraus wieder, wie dringlich die
gefetzgeberifche Löſung des ganzen Fragenkomplexes iſt.
— Nächſte Dampferabfahrten der Hamburg=Amerika Linie. Nach
New York: D. „Albert Ballin am 6. 12. D. „Thuringia” am 11. 12,
D. „Deutſchland” am 18. 12. D. „Mount Clay” am 23. 12., D. „
Cleve=
land” am 31. 12, D. „Weſtphalia” am 8. 1. 25., Nach Kanada: D.
„Thuringia” am 11. 12., D. „Weſtphalia” am 8. 1. 25. Nach
Phila=
delphia—Baltimore—Norfolk: D. „Weſterwald” am 16.
12, D. „Monticello” am 30. 12. Ein Dampfer am 16. 1. B. Nachder
Weſtküſte—Nordamerika: D. „Holger” ea. 6. 12., D. „
Sach=
ſen” ea. 20. 12, „M. S. Iſis” ea. 10. 1. B. Nach Südamerika=
Oſtküſte: D. „Sachſenwald” am 13 12., D. „Wasgenwald” am 20. 12,
D. „Württemberg” am 10. 1 25., D. „Jdarwald” am 10. 1. Nach
Süd=
amerika-Weſtküſte: D. „Murla” am 6. 12., D. „Nitrokis” am 13.
12., D. „Nellerwald” am 30. 12., D. „Gerfried” am 94. 12. Nach Guba
—Mexiko: D. „Nord=Schleswig” am 10. 12., D. „Nio Panueo” am
20. 12, D. „Antiochia” am 24. 12., D. „Liguria” am 30. 12., D. „
Holſg=
tia” am 10. 1. 25. Nach Weſtindien: D. „Galicia” am 13. 12., D.
„Radames” am 3. 1. 25. Nach Afrika: D. „Livadia” am 20. 12,
D. „Njaſſa” am 7. 2. 2. Nach Oſtaſien: D. „Lorenzolam 6. 12,
M. S. „Fulda” am 13. 12., D. „Agabenor am 20. 12., M. S. „
Münſter=
land” am N. 12. Hamburg=Rhein=Linie wöchentlich ein
Dampfer.
Me Aohlen wollene Melet Hell Banlgenlvelnädt
In den letzten Tagen kaufte ich enorme Posten Waren bedeutend unter Preis. Dieser Vorteil kommt voll und ganz meiner Kundschaft zu teil
Enorme Posten Bettdamaste, Handtuchstoffe, Kleiderstoffe, Helour de laine
in nur guten Oualitäten
Große
posten 130 cm breite Damaste ... Neter 245, 195, 1.85
n nur guten haltbaren Onalitäten
Große
Posten Handtuchstorre"
Ueter 95, 76, 55. B83
Große
Posten ReinW. Rammgarn-cheviok
in allen Farben
.. . Ueter
1.90
Große
etwas ganz besonders gutes
Posten 160 cm breite Pamaste i Onaltät . . Ueter 2,95,
200 cm lang, besonders eute
Posten Halbl. Tarertücher Onalität.
. . Stück
Große
in allen modernen Farben
Posten Reinwoll. Gabardine
... Meter
Ein
Große Posten Veleur de laine für Mänkel in alen modernen Farben, auch sämtliche braunen Farben leter 9.50 1.9B
Beim Einkauf von Waren im Werte von Mk. 15.— und mehr erhält, jeder Kunde eine Eintrittskarte — Balkonloge,
Loge oder Sperrsitz — zur ersten Aufführung im Hessischen
Landestheater (Großes Haus) des Weihnachtsmärchens „Ua3 UALISLBLGTAIEIA
2.45
6.90
3.95
6.90
Große
Posten
(allerbestes deutsches Fabrikat
Reste in deloutine, Schurzen- und Rissensatin, Bettkattune in Längen von 1½ bis 8 Meter) eNorm billig
(6508
Marteuceh
Geschäfts-
Ludwigstr. 15
Damen-Wäsche
bedeutend unter Preis
haus
diAelIeie Barmstadt
Rummer 339.
Samstag, den 6. Dezember 1924.
Seite 9.
Aus Heſſen.
* Griesheim, 5. Dez. Gemeinderatsbericht. 1. Mit
Rück=
ſicht auf die ſehr enormen Reparaturkoſten der Fuhrwerkswage, die
in keinem Verhältnis zu dem tatſächlichen Wert der Wage ſtehen, werden
die Mittel zum Ankauf einer neuen Fuhrwerkswage bewilligt. — 2. Für
die Durchführung der Winterhilfe für bedürftige Familien wurde ein
Kredit von 8000 Goldmark bewilligt. Die Betreuung der Bedürftigen
ſoll durch die Wohlfahrtskommiſſion erfolgen, wobei auf den Grad der
Bedürftigkeit der einzelnen Familien gebührende Rückſicht zu nehmen iſt.
— 3. Die Ortslöhne wurden wie folgr feſtgeſetzt für männliche über 21
Jahre 5 Mk., weibliche 3,75 Mk., von 16—21 Jahren 3,80 Mk., bzw. 2,80
Mk., unter 21 Jahren 2,50 Mk., bzw. 1,80 Mk. — 4. Die Feſtſetzung des
durchſchnittlichen Jahresarbeitsverdienſtes für land= und
forſtwirtſchaft=
liche Arbeiter wurde wie folgt vorgenommen: für Männer über 21 Jahre
1500 Mk., für Frauen 1125 Mk., von 16—21 Jahren 1140 Mk., bzw. 855
Mk., unter 16 Jahren 750 Mk., bzw. 562,50 Mk. — 5. Die Hundeſteuer
für das Jahr 1925 wurde wie folgt feſtgeſetzt: für den erſten Hund 6
Mk., für jeden weiteren Hund 6 Mk. mehr. Währt der Hundebeſitz das
ganze Jahr, ſo werden für jeden m Zugang gekommenen Hund folgende
Teilſätze erhoben: ſofern der Hundebeſitz beginnt: a) nach dem 1. Januar
aber vor dem 1. April 34 der Sätze; b) nach dem 1. April aber vor dem
1. Juli ½ der Sätze; c) nach dem 1. Juli aber vor dem 1. Oktober ¼
der Sätze. — 6. Die Stellungnahme zur weiteren Mitgliedſchaft der Ge=
Gemeinde bei der Bezirksſparkaſſe Groß=Gerau wurde auf die nächſte
Sitz=
ung zurückgeſtellt. — 7. Das Kreisamt Darmſtadt hatte bezüglich der
Er=
weiterung des Ortsbauplanes zwiſchen Hofmann= und Georgſtraße bzw.
Sandgaſſe und Riedbahn verſchiedene Aenderungen bzgl. der
Straßen=
breite vorgeſchlagen, die den völligen Verhältniſſen nicht genügend
Nech=
nung trugen, zu der der Gemeinderat entſprechend Stellung nahm. —
8. Mit der Jubiläumsſammlung für das Rote Kreuz ſoll die obere
Mäd=
chenklaſſe betraut werden. — 9. Die Entſcheidung über die Geſuche um
Ermäßigung der Steigpreiſe für Heugras infolge Ueberſchwemmung,
wird der Feld, und Wieſen=Kommiſſion überlaſſen. 10. Die Einſtufung
des Schutzmanns Kiſſinger als Oberſchutzmann in Gruppe V der
Be=
ſoldungsordnung wurde genehmigt. — 11. Der Weidenverſteigerung vom
3. Dezember d. J. mit einem Erlös von 2213 Mk. wurde trotz eingelegter
Mehrgebote die Genehmigung erteilt. — 12. Das ſeither von Peter
Nothnagel III. gepachtete Grundſtück an der Raugaſſe ſoll als
Obſtbaum=
ſchule Verwendung finden. — 13. Die ſogenannte Brücklewieſe (2
Mor=
gen), die gegenwärtig eine Jahrespacht von 20 Mk. einbringt, iſt
zurück=
zunehmen und der Anlage einer Weidenkultur nutzbar zu machen. —
14. Weitere 16 Vorlagen, die ſich auf Stundungs= und
Wohlfahrtsange=
legenheiten bezogen, wurden in zuſtimmendem Sinne erledigt.
8 Eberſtadt, 3. Dez. Die Zahl der Arbeitsloſen iſt auf
95 angewachſen. Die Gemeind beſchäftigt zirka 60 Niolarbeiter.
A Pfungſtadt, 3. Dez. Die Wahlhandlung wird hier am
Sonntag in drei Sälen der Knabenſchule (an der Kirche) vorgenommen
werden. — Als Feldgeſchworenen der Gemeinde wurden der
Gemeinderat Ludwig Jäger II. und der Feldſchütze i. R. Adam
Wein=
gärtner eidlich verpflichtet.
* Nieder=Ramſtadt, 5. Dez. Gemeinderatsbericht. Durch
Einführung eines geſtaffelten Tarifs für Kraftſtrom iſt auch eine
Aende=
rung des Stromlieferungsvertrages mit der Anſtalt für Epileptiſche
not=
wendig geworden. Der Gemeinderat ſtimmte dem Abänderungsentwurf
Anſtalt und Mühlenbetrieb, getrennt gehalten werden. — Der Gemeinde= und links entſpräche dem Vorſpannen eines Pferdes vorn am Wagen,
rat nimmt Kenntnis von dem Stand der Befeſtigungsarbeiten in der
Kilianſtraße und genehmigt, daß die Straßenfluchtlinie bei dem
Ge=
lände der Mitteldeutſchen Zündholzfabrik nochmals etwas verändert wird.
Ein Geſuch des Hermann Heil um Tieferlegung der Straße, wurde, da
aus techniſchen Gründen undurchführbar, für erledigt erklärt. Es wurde
moch beſchloſſen, vor der endgültigen Befeſtigung der Straße die
Waſſer=
leitung zu legen, ſowie zum Zwecke der Erhaltung eines Zuganges zum
Spengler angrenzt, nicht zu veräußern. — Eine Debatte entſpann ſich
Furz barüber, wem das Obſt auf den ſeinerzeit durch den verſtorbenen
Dehrer im Schulhaushof angepflanzten Bäumen gehöre. Der Gemeinde=
Tat beſchloß, daß die Bäume in das Eigentum der Gemeinde
überge=
mangen ſeien und daß der derzeitige Inhaber der Dienſtwohnung die
Obſtnutzung gegen Zahlung einer jährlichen Anerkennungsgebühr an die
Gemeindekaſſe haben ſoll. — Die Anfertigung von 12 Stück Rohſärgen
ſpird den Wenigſtfordernden, Schreinermeiſter Keil und Nanſt, zum
Preiſe von 13 Mark pro Stück übertragen. — Anſtelle der urſprünglich in Ausſprache machte ein Deutſchnationaler einen mißglückten Rettungs=
Ausſicht genommenen Aufſtellung eines Reſevoirs für die
Gemeindebade=
anſtalt ſoll nunmehr auf ſachverſtändiges Anraten hin, ein Reduzier= Beifall der Verſammlung. Den Klagen eines ausgewieſenen
Bahn=
wentil eingebaut werden, unter der Vorausſetzung, daß die ausführende
SFirma volle Garantie für tadelloſes Funktionieren übernimmt und ſich
verpflichtet, das Reduzierventil wieder durch ein Reſervoir zu erſetzen,
geſuche werden der Finanzkommiſſion zur Vorberatung überwieſen. —
geld von je 200 Mark zu gewähren wird inſoweit entſprochen, als der
rhrer Tätigkeit auch auf dieſe Gemeinde entfällt. — Der Gemeinderat
rahme der leerſtehenden Näume in dem Fabrikgebäude der
Mitteldeut=
chen Zündholzfabrik. Die Einwendungen der Firma, daß der Betrieb die der Ortsgruppevorſitzende Herr Maurermeiſter Kämmerer mit Ge=
Hei Eintritt beſſerer wirtſchaftlicher Verhältniſſe wieder eröffnet würde,
aufgenommen wird und es der Firma ſeinerzeit bei dem Aufkauf nur fahren wird.
Darum zu tun geweſen iſt, den Kleinbetrieb als Konkurrenz
auszuſchal=
ten. Einem Anſinnen des Kreisamtes entſprechend, beſchließt deshalb
der Gemeinderat den erforderlichen Kredit für Einrichtung von
Wohn=
ungen bei einer Durchführung der Beſchlagnahme zu bewilligen, da er chen erhalten. Herr Hamann wird dieſem Rufe folgen und unſere
Ge=
s in anbetracht der großen Wohnungsnot nicht weiter zu verantworten
können glaubt, daß die nun ſchon nahezu ein ganzes Jahr lang leer= hat, ſehr vermiſſen.
ſtehenden Räume noch fernerhin unbenutzt bleiben. — Die Neuverpach=
Sache vorliegendes Geſuch eines Pächters um Herabſetzung des Pacht= Abfahren von Weihnachtsbäumen aus den nahen Waldungen des
angren=
preiſes für erledigt erklärt. — Verſchiedene öffentliche Verſteigerungen
üüber Ausführung von Gemeindefuhren werden genehmigt. — Das Ge=
Bemeindeherdes wird abſchläglich beſchieden, da die Gemeinde den Herd
elbſt benötigt. — Ebenfo mußte auch ein Geſuch des Fahrradhändlers Staats= und Gemeindewaldungen hat man überall begonnen.
Knöll, dahier, um käufliche Ueberlaſſung gemeindlichen Geländes,
gegen=
über dem Chauſſeehaus, abgelehnt werden, da dieſes zu dem
beabſich=
tigten Zweck nicht abgetreten werden kann. — Aus Anlaß eines
beſon=
deren Falles wurde noch beſchloſſen, ortsüblich bekannt machen zu laſſen,
daß das Abreißen oder das Ueberkleben von Plakaten auf den
Gemeinde=
plakattafeln, verboten iſt und daß ſich die Vereine oder Parteien ſtreng
nach der Plakattafelordnung zu richten haben. Zuwiderhandlungen haben
Beſtrafungen zu gewärtigen. — Den Schluß bildete noch eine kurze
Ge=
heimſitzung.
* Nieder=Ramſtadt, 5. Dez. Die Maul= und Klauenſeuche
im hieſigen Faſelſtall, die nebenbei bemerkt, diesmal einen normalen
Ver=
lauf nahm, iſt jetzt wieder erloſchen, ſodaß geſtern das
Kreisveterinär=
amt die Aufhebung der Sperrmaßnahmen anordnete. Der Faſelſtall
bleibt indeſſen noch bis Mitte nächſter Woche geſchloſſen. — Die
Orts=
durchfahrt Nieder=Ramſtadt vom Chauſſeehaus bis zur Modaubrücke
iſt behufs Einlegung eines Regenwaſſerkanals auf ungefähr 3 Wochen
für Fuhrwerke, Kraftwagen und Krafträder geſperrt. Der Verkehr wird
durch die Ober=Ramſtädterſtraße geleitet.
Aüdle
Apparate und Zubehör
stets preiswert Im
Radio-Haus Pieplov
Darmstadt
( 35803
Aiexanderstrasse 6
Beachten Sie die 3 Schaufenster dieses grössten und leistungs-
Hhigsten Sperialhauges beider Hessen. — Schreiben Sie sofort
wegen Preislisten, Prospekten oder
Vertreter-
besuch. — Antenne reohtzeitig bestellen.
Komplette Apparate mit allem Zubehör von 30 Mk. an-
Günstige Bezugsguelle auch für Wiederverkänfer.
Jugenheim (Bergſtraße), 4. Dez. In einer von der Ortsgruppe
Jugenheim der Deutſchen Volkspartei am 27. November einberufenen
Wählerverſammlung ſprachen Herr Landgerichtsrat Altendorf über die
Lage im Reich und Herr Stadtverordneter Haury über die Zuſtände in
unſerem engeren Vaterland. Der erſtere Redner entwickelte in lichtvoller
Darſtellung das Weſen der von der Deutſchen Volkspartei betriebenen
Politik. Sie hält ſich fern von Illuſionen und großen Worten und
er=
ſtrebt das jeweils Mögliche und Erreichbare unter dem Geſichtswinkel
des nationalen Wohles. Mit ſolcher nüchternen, ohne Blender
arbeiten=
den Politik ſind die Maſſen nicht gerade leicht zu gewinnen. Unter
Einſetzung ihrer Popularität bei den Frühjahrswahlen iſt die Partei
ihren geraden Weg gegangen. Mit der ſeitherigen Koalition geht es
nicht mehr. Eine tragfähige national geſinnte Mehrheit iſt nur zu
zu unter der Vorausſetzung, daß auch fernerhin die beiden Betriebe, erlangen durch Koalitionsverbreiterung nach rechts (eine nach rechts
eines anderen hinten). Es iſt ſchade, daß die zum Staatswohl notwendige
Annäherung an die D. D. nicht gefördert wird durch
Wahlkampfmetho=
den der Deutſchnationglen, die als unwahrhaftig bezeichnet werden
müſſen. (Aus der Verſammlung heraus war dem Redner einer der in
Maſſen ausgeſtreuten deutſchnationalen Wahlaufrufe vorgelegt worden,
in dem behauptet wird, von den durch „dieſe Regierung” bei der Entente
zu vertretenden Forderungen, wie Räumung des Ruhrgebietes, Rückkehr
Modaubach das Vorgartengelände, ſoweit es an das Eigentum des Wilh. der Gefangenen und Ausgewieſenen uſw. ſei gar nichrs erreicht!)
Dem Völkerbund könnten wir nur unter beſtimmten Garantien
bei=
treten. Herr Haury beleuchtete die Inkonſequenz und ſtete
Umfallbereit=
ſchaft der Koglitionsparteien in Heſſen, die perſönliche Note an
leiten=
den Stellen, unſer Steuerelend, den Miniſterenüberfluß, und die von
unten nach oben ſtatt von oben nach unten vor ſich gehende
Abbau=
wirtſchaft und noch mehr Unerfreuliches im Heſſenland unter
zahlen=
mäßiger Belegung ſeiner Behauptungen. Seine Feſtſtellungen empfand
man auf ſozialdemokratiſcher Seite als Volksverhetzung, In der freien
verſuch für das oben charakteriſierte Flugblatt. Er fand dabei nicht den
beamten über die verſagende Wohnungsfürſorge im beſetzten Gebiet
konnte Herr Landgerichtsrat Altendorf in autoritativer Form die
tröſt=
liche Mitteilung entgegenſetzen, daß mit Neuordnung der Verhältniſſe
Falls die Sache verſagt. — Verſchiedene Steuerſtundungs= und Erlaß= von nun an die Beſatzungsmächte ſelbſt für die Koſten der
Unter=
bringung ihrer Leute aufzukommen haben. Dies wird bei den knickeri=
Einem Anſinnen des Kreisamtes, den Hebammen ein jährliches Warte= ſchen Franzoſen ſehr bald Wirkungen erzielen, die uns nur erwünſcht
ſein können. Bayern hat auch für ſeine Ausgewieſenen muſtergültig
Betrag auf je 150 Mk. feſtgeſetzt wird. Die fehlenden je 50 Mk. ſollen geſorgt. Einem Sozialdemokraten, der ſchon von Chriſtentums wegen
ich die Hebammen durch die Gemeinde Waſchenbach erwirken, da ein Teil eine Völkergemeinſchaft forderte, hielt Herr Altendorf entgegen, daß
ein rechter Chriſt erſt für ſeine Familie und damit für ſein Volk ſorgt
immt Kenntnis von dem Gang der Verhandlungen über die Beſchlag= und dann erſt für die Menſchheit. Der franzöſiſche und engliſche Arbeiter
halte vor allem zu ihrem Volk. Die anregend verlaufene Verſammlung,
ſchick leitete, hinterließ und vertiefte erſichtlich den Eindruck, daß unſer
rindet bei dem Gemeinderat wenig Glauben. Es wird vielmehr für deutſches Volk bei der nur mit Wirklichkeiten arbeitenden
illuſionsfeind=
tpahrſcheinlicher angenommen, daß der Betrieb überhaupt nicht mehr lichen Politik der Arbeit und des Opfers nicht ſchlecht gefahren iſt. und
— Bensheim, 3. Dez. Ernennung. Der ſchon eine Reihe von
Jahren an der Gewerbeſchule mit großem Erfolg tätige Kunſtmaler
Ha=
mann hat einen Ruf als Profeſſor an die Städtiſche Malfhule in
Mün=
werbeſchule wird dieſen Künſtler, dem ſie ungeheuer viel zu verdanken
— Von der Bergſtraße, 3. Dez. Weihnachtsbäume. Das
Her=
ung der Grundſtücke an den Bruchäckern wird genehmigt, ein in gleicher annahen des ſchönen Weihnachtsfeſtes gibt ſich kund durch das Hauen und
zenden Odenwaldes. Aus allen Tälern kommen zahlreiche Fuhren dieſer
Bäume, um in die nahen Städte und Ortſchaften verbracht zu werden.
uch des Jak. Reitz um Ueberlaſſung eines inzwiſchen freigewordenen Mögen ſie überall, wo dieſe Bäume den Weihnachtstiſch zieren, recht frohe
Feſttage mit ſich bringen. — Holzſchlag. Mit dem Holzſchlag in den
* Von der Bergſtraße, 4. Dez. Billiges Fleiſch.
kaufen auch die Metzger der Stadt Bensheim das Pfd. „prima
Rind=
fleiſch” für 60 Pfg.
Nun ver=
Heppenheim (Bergſtraße), 5. Dez. Bei der am 1. Dezember
ſtatt=
gehabten Viehzählung wurden in hieſiger Stadt gezählt: 139 Pferde,
514 Stück Rindvieh (515) 27 Schafe (26), 577 Schweine (922), 1061
Ziegen (1014), 5857 Stück Federvieh. Nichtbeſchaupflichtige
Hausſchlach=
tungen von Schweinen wurden in der Zeit vom 1. 12. 1923—30. 11. 1924
397 vorgenommen. Die in Klamern beigeſetzten Zahlen bedeuten die am
1. Oktobr 19B3 ermittelten Viehbeſtände.
X Kirch=Beerfurth i. O., 3. Dez. Unfall. Beim Spielen mit
einer Axt wurde einem ſechs Jahre alten Jungen die rechte Hand faſt
ganz durchgehauen.
— Groß=Umſtadt, 4. Dez. Am letzten Dienstag hielt die Deutſche
Volkspartei ihre Wahlverſammlung ab, die ſehr ſtark beſucht war.
Der Saal der „Krone” reichte nicht aus, die Beſucher zu faſſen; es
mußten noch Nebenräume dazu genommen werden. Leiter der
Verſamm=
lung war Herr Gg. Weber VIII.. Herr Landgerichtsrat Altendorf
behandelte in vornehmer und ſachlicher Rede die politiſche Lage im
Reich, Herr Zimmermeiſter Haury in trefflicher Weiſe die politiſche
Lage in Heſſen. Die Demokraten ſtellten zwei Gegenredner, deren einer
aus Frankfurt war, einen der „Hypothekengläubiger= und Sparer=
Schutz=
verband. Ihnen erwiderte Herr Altendorf in ſeinem Schlußwort, wobei
er beſonders den Frankfurter Herrn wegen ſeiner Angiffe gegen die
Perſon Streſemanns abführte und noch die poſitive Stellung der D.V.P.
zu den landwirtſchaftlichen Schutzzöllen darlegte.
* Birkenau, 4. Dez. Freilichtbühne. Hier hat ſich ſeit
einigen Monaten eine „Varieté=Freilicht=Bühne niedergelaſſen, die
be=
abſichtigt, während des Winters hier und in den benachbarten
Ort=
ſchaften abwechſelnd Vorſtellungen zu geben. Zu dieſem Zwecke hat
die Spielgeſellſchaft den großen Saal des Gaſthauſes. „Zum deutſchen
Kaiſer” während der ganzen Spielzeit gemietet. Wie es ſcheint, werden
die Vorſtellungen befriedigend beſucht und dürfte der Unternehmer wohl
auf ſeine Koſten kommen.
+ Groß=Gerau, 4. Dez. Schadenfeuer. Gegen abend brach
in der Fahrradhandlung Rauch, Hellwigſtraße, durch in Brand geratenes
Benzin Feuer aus. Die Werkſtätte, das Magazin und ein Treppenhaus
ſtanden im Nu in Flammen. Der ſofort herbeieilenden Pflichſt= und
Freiwilligen Feuerwehr gelang es, das Feuer einzudämmen und
inner=
halb zweier Stunden zu löſchen. Viel Material, darunter auch neue
und zur Reparatur gegebene Fahrräder, iſt verbrannt. Der Schaden iſt
beträchtlich.
ch. Nierſtein, 3. Dez. Schwer verunglückt iſt geſtern abend
der Steuermann eines hier vor Anker gegangenen Schleppdampfers.
Der Bedauernswerte fiel beim Verlaſſen der Ruderbrücke ſo
unglück=
lich auf Deck, daß er ſich einen komplizierten Beinbruch zuzog. — Das
Haus des Küfermeiſters und Weinhändlers Jakob Gerhardt, der, wie
be=
kannt, das Gaſthaus zur Krone erworben hat, ging durch Verkauf in den
Beſitz des Schloſſermeiſters Andreas Seip dahier über. — Die Zahl der
Wahlberechtigten in hieſiger Gemeinde bei der am Sonntag
ſtattfindenden Reichs= und Landtagswahl beträgt 2970. Gewählt wird in
zwei Bezirken im Rathaus. Bezirk 1 umfaßt die Wähler mit den
An=
fangsbuchſtaben A—L, Bezirk 2 die von M—Z.
* Butzbach, 3. Dez. Die neugewählte
Stadtverordnetetenverſamm=
lung wird in Kürze aus ihrer Mitte oder aus der Bürgerſchaft zwei
Beigeordnete zu wählen haben. Da die bürgerlichen die
Mehr=
heit haben, iſt es möglich, daß zwei bürgerliche Abgeordnete gewählt
werden. Von verſchiedenen Seiten wird nun vorgeſchlagen, einen
Sozialdemokraten zum Beigeordneten zu wählen, um dieſe Partei bei
den bevorſtehenden ſozialen Fragen, wie Wohnungsfragen,
Wohlfahrts=
fragen. Fürſorge uſw. zur Mitarbeit heranzuziehen.
* Gießen, 3. Dez. In die Klinik wurde ſchwer verletzt der 20 Jahre
alte Schneidergeſelle Auguſt Becker aus Alten=Buſeck eingeliefert, welcher
beim Holzfahren vom Wagen geſtürzt war und ſchwere Verletzungen
im Unterleib davon getragen hatte. An ſeinem Aufkommen wird
ge=
zweifelt.
* Rendel i. d. Wetterau, 5. Dez. Pfarrer Korell, der etwa vor einem
Jahre aus dem beſetzten Gebiete ausgewieſen wurde, hat unſer Dorf
dieſer Tage wieder verlaſſen und iſt nach Ober=Ingelheim zu rückgekehrt.
Er hatte es verſtanden, ſich die Herzen der Einwohnerſchaft zu gewinnen,
die ihm ein treues Andenken bewahren wird.
— Ulrichſtein i. Oberh., 4. Dez. Ein Ausſchuß in Ulrichſtein i.
Ober=
heſſen erläßt folgenden Aufruf: Spendet für Turm und
Glocken von Ulrichſtein! Unſer heſſiſches Bergſtädtchen
Ulrich=
ſtein wurde am 13. September von einem ſchweren Brandunglück
heim=
geſucht. Nachts um 9411 Uhr geriet ein Wohnhaus in Brand, und durch
Funkenflug wurde das Feuer, auf den Kirchturm übertragen. Man
mag ſich das Entſetzen ausmalen, das uns ergriff, als wir unſeren lieben
Kirchturm in Flammen ſtehen ſahen. Der faſt 38 Meter hohe Turm
brannte, ſoweit er aus Holz hergeſtellt war, ab, und wurde auch innen
zerſtört. Die Turmuhr wurde ſchwer beſchädigt. Das Allerſchlimmſte
aber iſt: auch die drei Glocken ſind abgeſtürzt und geſprungen. Die eine
war von 1798, die andere von 1788 und die dritte, zum Erſatz für eine
im Krieg beſchlagnahmte, angeſchafft, war von 1920. Sie alle drei ſind
nun zerſtört. Unſer Kirchturm iſt nicht wegzudenken aus dem
Land=
ſchaftsbild des hohen Vogelsberges; er war ein Wahrzeichen der ganzen
Gegend. Uns aber, die wir um ihn herum wohnten, war er mehr: er
war uns wie der aufgereckte Finger Gottes, — wie ein Wegweiſer von
unſerer Welt zur Ewigkeit; weil er uns lieb iſt, darum müſſen wir
ihn wiederhaben. Wir ſind entſchloſſen, ihn in alter Form wieder
er=
ſtehen zu laſſen, wenn unſer Vertrauen nicht enttäuſcht wird. Turm
und Glocken waren gut verſichert, aber trotzdem wird die Gemeinde
viel=
leicht 5 oder 6 oder 7000 Mk. aufbringen müſſen, um den Turm wieder
ſo aufzubauen, wie er war. Es gehört nicht viel dazu, ſich zu ſagen,
daß ein kleines Bergſtädtchen im nicht reichen hohen Vogelsberg einen
ſolchen Betrag nicht aufzubringen vermag. Darum rufen wir herzlich
auf, uns durch Gaben zu helfen! Unſer Gottvertrauen läßt uns auch
auf brüderliche Hilfe vertrauenl Spendet für Turm und
Glocken von Ulrichſtein! Spenden erbeten an Pfarrer
Korn=
mann, Ulrichſtein, Poſtſcheckkonto Frankfurt a. Main, Nr. 160821.
* Grünberg, 3. Dez. In ſchwere Lebensgefahr geriet ein
Monteur der an dem Ueberlandwerk bei Ober=Ofleiden eine
Ausbeſſe=
rung vornahm. Er kam der Hochſpunnleitung zu nahe, ſtürzte ab und
blieb bewußtlos liegen. Nach Eintreffen des Arztes kam er wieder zu
ſich. Am Kopfe hat er ſchwere Brandwunden erlitten.
* Schotten, 3. Dez. Der Hochwildbeſtand in den
ausgedehn=
ten Wäldern zwiſchen Laubach, Ulrichſtein und Schotten iſt gegen die
Vorkriegszeit auf etwa den zehnten Teil heruntergegangen. Bei den
jüngſten größeren Jagden wurde nicht ein einziger Hirſch geſchoſſen.
Man führt dieſe Erſcheinung hauptſächlich auf die Wilddieberei zurück.
Sie Kom:
Unsere Preise besagen alles!
Damen-Halbschuhe,
eliebte Form, Lady,
im guter
Lederverar-
beitung.
Damen-Halbschuhe,
Ia Roßcherreau, hoch-
Flegant . . ..
Damen-Halbschuhe,
bequem in Form und
Absatz ...
Damen-Halbschnhe,
entzückend., halbspitze
Form, mit halbhohem
Absatz. . . . .
50
Damen-Halbschuhe,
Ia Boxkalf, beste Ver-
A
4rbeitung .
Kamelhaar-
Schnallen-
stiefel mit Lederkappe
u. Ledersohle, haltbares
Fabrikat für Herren,
Damen und Kinder,
Gr. 21/24 . . . .
Kinderstiefel aus
Che-
vreau und Roßchevreau,
teste Kappen, mit Absatz-
Heck Gr. 25/26 4,90,
Gr. 23/24 4.20, Gr. 20/22
3. 20,Gr. 18/21ohneFleck
Mädchen-Schnlstiefel,
echt Rindbox, reine
Lederverarbeitung, stra-
Pazier- und wetterfeste
Ware, Gr. 34/35 6.90,
Gr. 31/33 6.40, Gr. 29/30
5.90, dr. 27/28 . .
220
*
380
Sie Sehen
Jedes Angebot
Damen-Schnürstiefel
anerkannt solide Ware,
beste Verarbeitung . .
Damen-Läck.
Halb-
schuhe, Ia
Verarbei-
tung, rassige Form. . 44-
Orig.-Goodyear-Welt
Damen-Schnürstielel
solider guter
Straßen-
stiefel.
Orig.-Goodyear-Welt
Damen-Schnürstiefel
14:
Ia Boxkalf.
Orig.- Goocyear-Welt
Damen-Lack-
Halb-
schuhe, dezente Form,
gediegene lerarbeitung 40
ein Schlager!
Herren.Schnürstiefel
gutes und haltbares
Fabrikat. .
Herren-Schnürstiefel
150 echt Rindbox, wetter-
980
u. strapazierfeste Ware d
Orig.- Goodyear-Welt
Herren-Schnürstiefel 2O50
150 anerkannter Schlager AG
Orig.-Goodyear-Welt
Herren-Schnürstiefel
V mit echter
nässeschüt-
zender Zwischensohle 4X
Orig.- Goodyear-Welt
Herren-Schnürstiefel
echt Boxkalf, ebenfalls
mit Zwischensohle .. 40
Gutscheine!
Die in den Vorkriegsjahren zu
Geschenk-
zwecken benutzten Gutscheine haben wir
auf vielseitigen Wunsch wieder
einge-
füührt. Diese Gutscheine baben
Gältig-
keit in unseren sämtlichen 107 deutschen
Verkaufsstellen. Durch diese Freizügigkeit
ist der Gutschein ein wertvolles Geschenk
füir an anderen Filialorten wohnende
Verwandte oder wenn Fußgröße und
Geschmack nicht genau bekaunt sind.
Mdrik
(16508
Verkaufsstelle
Conrad Tack & Cie., G. m. b. H.
&Gie. A.G
Darmstadt
Bulrg Ludwigstraße 77
B.MAGDEBURe Ununterbrochen geöffnet v. 8½—7Uh=
(16410fsa
Die trauernden Hinterbliebenen:
Marie Knippel, geb. Römer
Handarbeitslehrerin
Familie Wilh. Knippel
Fanilie Heinrich Maus
Familie Wilh. Pfeiffer
Familie Johanna Knippel.
Hahn b. Pfungſtadt, Darmſtadt, 5. Dez. 24.
Die Beerdigung findet Sonntag, den 7. Dezember
nachmittags 2 Uhr, ſtatt. (*36138
Seite 10.
Samstag, den 6. Dezember 1924.
Rummer 339.
RA
WI2
OHNER K OL.DAFRMSTADDT
FABRIK: GRAFENSTRASSE 39
AUSSTELLUNG: WILHELMINENSTRASSE 31
WIR BRINGEN HUNDERTE WON STORES UND WORHANGEN AUS UNSERER
GROSSVERKAUFS-ABTEILUNG WEGEN NEUBEMUSTERUNG
ZU HERABGESETZTENEREIOEN
UNSERE HANDGEARBEITETEN VORHANGE SIND IN DEN PREISLAGEN
Mk. 35.— Wk. 45.— Wk. 55.— Wk. 65.— Wk. 76.— Wk. 85.— UNDEOHER
DER VERKAUF EINDET N DER FABRKK ORAFENSTRASSE 3O STATT
UND DAUERT NUR KURZE ZET
Familiennachrichten
Die Verlobung ihrer Tochter
Lisel mit dem Leutnant a. D.
Herrn Karl-August Baur
zei-
gen an
Rechtsanwalt
Oarl Neuschäffer und
Frau Marie, geb. Ude
Meine Verlobung mit
Fräu-
lein Lisel Neuschäffer gebe
ich hierdurch bekannt
Karl-August Baur
Ltn. a. D. Lg.-J.-Reg. 115
Darmstadt, Miklas 1924
A5.0 3
Die Verlobung unserer
Toch-
ter Heli mit Herrn Dipl.-ing.
Hans Schneider geben wir
hiermit bekannt.
Adolf Rud. Müller
und Frau Magde
geb. Sittenauer
Darmstadt, Schulstr. 14
Meine Verlobung mit
Fräu-
lein Heli Müller, Tochter des
Herrn Kaufmann Adolf Rud.
Müller und seiner Frau
Ge-
mahlin Magda, geb. Sittenauer,
beehre ich mich anzuzeigen.
Hans Schneider
Dipl.-Ing.
Charlottenburg. Neue Kantstsr. 20 I.I.
Dezember 1924
Am Donnerstag abend entſchlief nach
kurzem, ſchwerem Krankenlager im Ater von
80 Jahren mein lieber Mann, unſer
treu=
beſorgter Vater, Schwiegervater, Großvater,
Schwager und Onkel
Herr
Friedrich Kaſtor
Leutnant a. D.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Auguſte Kaſtorf, geb. Thiele
Alwine Dietz, geb. Kaſiorf
Dr. med. Friedrich Kaſtorf, prakt. Arzt
Wilhelm Dietz, Eiſenbahn=Oberingenieur
Doris Kaſtorf, geb. Randhahn
und 2 Enkel.
Arheilgen b. Darmſiadt, und Pfungſtadt,
den 5. Dezember 1924
Die Beerdigung findet am Montag, den 8. Dez., nachm.
3 Uhr, von der Kapelle des Waldfriedhofes, Darmſtadt,
aus ſtatt.
(*36208
G
Me
Frauenlob
Eine weit.
Annahme=
ſtelle befi det ſich in
Darmſtadt ( 36164
Ballonel. 10, part.
Todes=Anzeige.
Dem Herrn über Leben und Tod hat es
ge=
fallen, meinen lieben, herzensguten Gatten, unſeren
treuſorgenden Vater, Schwiegervater, Großvater,
Bruder, Schwager und Onkel
Herrn Zuſtus Knippel
im Alter von 62 Jahren nach langem ſchweren
mit Geduld ertragenem Leiden zu erlöſen.
Am Abend ſeines arbeitsreichen Lebens iſt das
Haupt unſerer Familie
Georg Hch. Haas
Kirchenvorſteher, Beteran von 1870,71
nach kurzem Leiden im Alter von 77 Jahren heute
früh ſanft entſchlafen.
Reinheim, den 5. Dezember 1924.
In tiefer Trauer:
Georg Hch. Haas Witwe
Familie Ludw. Haas
Familie Franz Oeſtreicher
Darmſtadt, Hochſtr. 14.
Die Beerdigung findet Sonntag, den 7. Dezember,
nachmittags 21, Uhr, ſtatt. (*36220
Donnerstag, den 4. Dezember,
früh, entſchlief nach kurzem
Kran=
kenlager, fern von Heimat und
Eltern, unſer Landsmann
Denades Menie
Darmſtadt, den 4. Dezember 1924.
(s6o74 Die bulgariſche
Elgt., gebild. Dame,
hier fremd, wünſcht
gebild, älteren,
ver=
mög. Herrn, als
Freund
k. z.
behufs Ehe I.
Angeb. mit gen.
Ang. unter R 103
an d. Geſchäftsſtelle
bs. Blattes. (36047
Studentenſchaft.
Bitwe ohne Kinder
Ende 40er, von
an=
genehmem Aeußern,
wünſcht mit einem
Herrn od Witwer n
ſich. Stellung zwecks
bekannt zu
Heirat werden.
Angebote unt. 8 1
Geſchäftsſt. (3621s
Gie Siugee
Mir MOTOR unb NARLcNr.
die beite Weeihnachtsgabe
sINSER CO. NZHMASCHINEN AEESES.
Darmstadt, Ernst-Ludwigstrasse 18
Eberstadt, Neue Darmstädterstr. 15
Langen, Ecke Fahr- u. Obergasse 2
Der beste Gesellschafter
* für Jung und Alt ist das Grammophon
GRAMOLA
Größte Auswahl in Apparaten und Platten
Spezial-Geschäft
R
K. Jäger, Darmstadt
Nur diese Schutzmarke
Georgenstr. 11
16293a
Telefon 2579
bürgt für Oualtist
3—4=Sitzer m. allen
Schikanen, in beſter
Verfaſſung, zu verk.
Angeb. u. R 42 an d.
Seſchäftsſt. (3584009
Ke
gut durchrepartert, 3
verkaufen. Darmſtadt,
Alte Niederſtraße 23.
(e36188sc)
2 ſchmiedeeiſerne
Kovierpreſſen
1. amerik. Jourual,
Schaukelpferd,
Kauf=
laden u. Pferdeſtal.
zu verkaufen. Nähl
K-Schäftsſt. (B16510
Für Ihre
Weihnachts-
EiMkddfé
ſuchen Sie wirklich praktiſche und brauchbare
Geschenk-Artikel
Wir halten unſere Lager beſonders reich ſortiert und bieten
Ihnen zu äußerſt geſtellten preiſen in unſeren
bekannt guten Qualitäten
E Koſfümſtoffe / Mantelſtoffe r
I Bluſenſtoffe / Sportflanelle
Biberette, Krimmer, Samte, Seiden”
Aparte Sachen in allen Muſfern und Farben
Reichhaltiges Herrenstofflager
Unſere Weißwaren=Abteilung bietet eine ſpezielle Auswahl
beſter Fabrikate.
Koltern, Steppdecken, Schlafdecken,
Bettücher in allen Preislagen
Sämtliche Trikotagen, Wäſche und
Weißwaren
für Herren, Damen und Kinder.
Reiches Sortiment
interöcke, Schißzen
Taſchentücher
Schals
Mitch
in piaus und Tüll
Alle Arten
Tiſch=Oecken
Strümpfef Damen
Herren und Kinder
Bet=Vorlagen
Läuferſtioffe
ſowie ſämtliche Stückwaren zur Anfertigung
von Tiſch=, Beit= und Leſbwäſche.
Bitte Schaufenſter beachten
16412
Hepl e lehn
Darmſtadt / Ludwigſtr. 6
Rummer 339.
Samstag den 6. D zember 1924.
P
d
Ich wähle demokratiſch:
1. Weil ich eine Frau bin!
Der Deutſchen Demokratiſchen Partei verdanke ich mein politiſches Mitbeſtimmuugsrecht. Die
Rechtsparteien waren früher ausgeſprochene Gegner des Frauenſtimmrechts. Die demokratiſchen Frauen
Helene Lange und Gertrud Bäumer dagegen ſind als Vorkämpferinnen der Frauenbewegung allbekannt.
Der Weltkrieg hätte niemals ſo lange dauern hönnen, wenn die Frauen, einig in ihrem geſunden
weib=
lichen Empfinden, ſich dagegen geſträubt hätten. Denn die Frauen bilden die Mehrheit der Wählerſchaft.
In der Weimarer Verfaſſung, die den Demokraten Hugo Preuß zum Schöpfer hat, iſt
die politiſche und rechtliche Gleichſtellung der deutſchen Frau mit dem Mann verankert.
Die Deutſche Demokratiſche Partei iſt die Partei der Frau!
Sie allein hat mehrere Frauen an abſolut ſicherer Stelle auf den Kandidatenliſten aufgeſtellt.
Ich wähle demokratiſch=
2. Weil ich meine Familie liebe!
Sie ſteht meinem Herzen am nächſten, und ihr vor allem möchte ich neue Sorgen erſparen, die
durch politiſche und wirtſchaftliche Unruhen hervorgerufen werden.
Die Inflation und den Ruhrkrieg mit allen ihren Nöten und Plagen wird keine Hausfrau und
Mutter je vergeſſen.
Der Demokrat und jetzige Reichsbankpräſident Dr. Schacht hat die Währung befeſtigt, ihm
gehört meine Stimme.
Der heſſiſche demokratiſche Reichstagsabgeordnete Pfarrer Korell, der ſelbſt ausgewieſen war,
hat ſich wie kaum einer für das beſetzte Rheinland eingeſetzt. Ihn wähle ich. — Meinen Mann
will ich vor Arbeitsloſigkeit geſchützt und ihm ein auskömmliches Einkommen geſichert wiſſen. Darum
ſtehe ich zur Partei Friedrich Naumann.
Meinen Kindern wünſche ich eine beſſere Zukunft in Frieden und Freiheit nach dem ergreifenden
Wort Fritz Reuters in „kein Hüſung”:
Die Tat ſei mein — Der Segen Dein!
Frei ſollſt Du ſein — Frei ſollſt Du ſein!
Die geringſte „Tat”, die es für die Frauen am 7. Dezember zu vollbringen gilt, iſt die Abgabe
des demokratiſchen Stimmzettels.
Ich wähle demokratiſch:
3. Weil ich mein Volk und Vaterland liebe!
Das deutſche Volk hat unter dem Kriege und ſeinen Folgen unſäglich gelitten.
Zu den Männern, die ſchon während des Krieges für eine Verſtändigung eintraten, gehörten
die Vorläufer der Deutſchen Demokratiſchen Partei! Die Kriegsverlängerer waren die Alldeutſchen und
die Vaterlandspartei, dieſelben, die unter Cuno=Becker ſich auf das verderbliche Ruhrabenteuer einließen
und heute mit dem Gedanken eines Rachekrieges ſpielen. Das Maß ihrer Schuld iſt gerüttelt voll.
Die Demokraten haben den Bürgerblock, der dieſe Volksverderber wieder in den Sattel heben
ſollte, zerſchlagen. —
Die Annahme des Londoner Gutachtens und die infolgedeſſen für das beſetzte Gebiet eingetretenen
Erleichterungen bedeutet die Überleitung in ruhige, ſichere Zeiten.
Den Deutſchnationalen, die im Reichstag nicht Ja oder Nein dazu ſagen konnten, keine
Stimme! Keine Stimme auch der Deutſchen Volkspartei, die die Deutſchnationalen wieder in den
Sattel ſetzen wollten.
Der Deutſchen Demokratiſchen Partei, die ſchon zum 4. Mai unter der Parole für Verſtändigung
und für Annahme des Dawes=Gutachtens eintrat, gehört mein Vertrauen.
Ich wähle demokratiſch:
4. Weil ich an die kulturelle und menſchheitliche
Hendung der Demokratie glaube!
Jede einfache Frau kann die Schrift des bedeutendſten modernen Philoſophen Immanuel Kant
verſtehen, die „Vom ewigen Frieden” handelt. Sie iſt eine Vorahnung des Völkerbundes. Die
Vor=
kämpfer für den Gedanken der friedlichen Schlichtung der Streitigkeiten zwiſchen den Völkern ſtehen
in den Reihen der Deutſchen Demokraten.
Welche Frau, die Mann und Kinder wirklich liebt, ſollte ſolches Bemühen nicht von Herzen
unterſtützen?
Fort mit dem Kriege!
Die Demokratie iſt der Hort des Friedens!
Seite 11.
Deutſche Dichter und Denker der
Gegenwart für die Demokratie.
Viele Männer und Frauen, deren Namen im deutſchen
Geiſtesleben heute Glanz und Bedeutung haben, denken und
fühlen republikaniſch und demokratiſch. So haben ſich für die
Demokratie erklärt: Riccarda Huch, Guſtav Frenſſen,
Walter v. Molo, Fritz v. Unruh, Thomas Mann,
Bernhard Kellermann, Heinrich Mann u. a. m.
Außerdem erließen geſtern
über hundert Vertreter des deutſchen
Geiſteslebens
folgende Erklärung:
Die unterzeichneten Vertreter des deutſchen Geiſteslebens,
die nicht alle der Deutſchen Demokratiſchen Partei angehören,
ſehen es als ihre nationale Pflicht an, bei dieſer Reichstagswahl
zur Stimmabgabe
für die Kandidaten der Deutſchen Demokratiſchen Partei
aufzufordern, denn nur die Deutſche Demokratiſche Partei
ver=
bürgt die Fortſetzung der notwendigen nationalen Außenpolitik,
und nur ſie vertritt im Gegenſatz zum trennenden Bürgerblock
den Gedanken wahrer Volksgemei nſchaft und
ſözia=
ler Gerechtigkeit.
Die Erklärung trägt folgende Unterſchriften:
Prof. Ach=Göttingen, Prof. Altmann=Heidelberg, Prof.
Andreas=Heidelberg, Prof. Anſchütz=Heidelberg, Prof.
Apelt=Leipzig, Prof. Askenaſy=Karlsruhe, Dr. Gertrud
Bäumer=Berlin, Prof. Baumgarten=Kicl, Prof. W.
Baumgartner=Marburg, Prof. Bergſträßer=Potsdam,
Prof. v. Blume=Tübingen, Prof. Benn=Berlin, Prof. M.
Born=Göttingen, Prof. Bredig=Karlsruhe, Prof. Lujo
Brentano=München, Profeſſor Brinkmann=Heidelberg,
Prof. Britt=Tübingen, Prof. E. R. Curtius=Heidelberg,
Prof. Darmſtädter=Göttingen, Prof. Daur=Heidelberg,
Prof. Delbrück=Berlin, Prof. M. Deutſchbein=Marburg,
Prof. M. Dibelins=Heidelberg, Prof. Deren=Leipzig, Prof.
Drieſch=Leipzig, Prof. Eulenburg=Berlin, Prof.
Fre=
denhagen=Greifswald, Prof. Gaupp=Tübingen, Profeſſor
Gehrig=Dresden, Prof. Geiler=Heidelberg, Prof. Goetz=
Leipzig, Pfarrer Gaus=Berlin, Prof. Grünfeld=Halle, Prof.
Gunkel=Halle, Prof. Hampe=Heidelberg, Prof.
Heing=
heimer= Heidelberg, Staatspräſident Dr. Helpach=Baden,
Prof. Herbſt=Heidelberg, Prof. Herkner=Berlin, Profeſſor
Hermann=Hamburg, Staatspräſident a. D. Hieber=
Stutt=
gart, Prof. Hebohm=Berlin, Prof. E. Hoffmanu=
Heidel=
berg, Prof. Holl=Karlsruhe, Riccarda Huch=München,
Prof. Hätſchek=Göttingen, Prof. H. Hermelink=Marburg,
Prof. Heller=Marburg, Prof. Haa8=Tübingen, Prof.
Höl=
ſcher=Marburg, Prof. Heſſenberg=Tübingen, Dr.
Hoh=
mann=München, Prof. Jäckh=Berlin, Prof. Jaſpers=
Heidelberg, Prof. Jakobſohn=Marburg, Prof. Jaſtrow=
Berlin, Prof. Jenſſen=Göttingen, Prof. Joſt=Heidelberg,
Prof. Julcher=Marburg, Schulrat Prof. Georg
Kerſchen=
ſteiner=München, Prof. Klemperer=Dresden, Profeſſor
Klingmüller=Greifswald, Profeſſor Kromayer=Leipzig,
Prof. Kühn=Göttingen, Profeſſor Landsberg=Vonn, Dr.
Helene Lange=Berlin, Prof. M. Lehmann=Göttingen,
Prof. Leipoldt=Leipzig, Prof. Lewin=Breslau, Prof. Max
Liebermann=Verlin, Thomas Mann=München, Prof.
Meinecke=Berlin, Dr. Mommſen=Göttingen, Prof.
Mül=
ler=Bonn, Prof. Niebergall=Marburg, Prof. R. Otto=
Marburg, Prof. Auguſt v. Parſeval=Berlin, Prof. Th.
Poſ=
ner=Greifswald, Prof. Pringsheim=Göttingen, Profeſſor
Probſt=Karlsruhe, Prof. Rade=Marburg, Muſeumsdirektor
Riez=Stettin, Geſandter a. D. Dr. Richter=Berlin, Ernſt
Rosner=München, Prof. Rothenbücher=München, Dr.
Paul Rohrbach=Berlin, Prof. Rumpf=Mannheim, Prof.
C. Runge=Göttingen, Profeſſor Sackur=Karlsruhe, Profeſſor
Schermann=München, Prof. Schücking=Berlin, Prof.
Schücking=Breslau, Prof. Semrau=Greifswald, Miniſter
a. D. Prof. Seyfert=Dresden, Prof. Spiegelberg=
Mün=
chen, Prof. Stählin=Berlin, Prof. Stengel=Marburg,
Profeſſor Steindorff=Leipzig, Prof. Steinmann=Bonn,
Prof. W. Stimming=Leipzig, Prof. Straßmann=Berlin,
Prof. Thena=Heidelberg, Prof. Titius=Berlin, Prof. W.
Tröltſch=Marburg, Dr. v. Ubiſch=Heidelberg, Profeſſor
Wagg=Heidelberg, Prof. W. Weisbach=Berlin, Prof. Alfred
Weber=Heidelberg, Dr. Marianne Weber=Heidelberg, Prof.
A. Windaus=Göttingen, Prof. Walther=Göttingen, Prof.
Julius Wolf=Berlin, Prof. Ziehen=Frankfurt a. M., Prof.
K. Ziegler=Greifswald, Prof. L. Zimmermann=
Göt=
tingen.
Admiral von Truppel
der ehemalige Gouverneur von Kiautſchou, Reichstagskandidat
der Deutſchen Demokratiſchen Partei, erklärte in einer Rede am
2. Dezember in Deſſau:
„Die Demokratiſche Partei hat von Anfang an im
Reichs=
tag „nationale Realpolitik” getrieben, viel früher als Herr
Streſemann.”
Major von Parſeval
führte in der gleichen Verſammlung aus:
„Ich bin Demokrat, weil ich Gegner derjenigen bin, die uns
ins Unglüs geſtoßen haben, und weil die Demokratie die
Staatsform iſt, die unſerem Volke erlaubt, neue
Hoffnun=
gen für die Zukunft zu hegen . . . . Wollen Sie alſo für
eine Zuſammenarbeit der Völker, für Einheit und für
Wie=
deraufbau ſein, ſo müſſen Sie demolratiſch wählen. Sind
Sie aber für einen Putſch, für Zerſetzung und neues Unglück
— dann deutſchnational.”
Nummer 339
SLsta, den G. D zember 1924.
Wochentags ununterbrochen geöffnet von 8½2 bis 7 Uhr
Damenwäsche
Taschentücher
Damen-Träger- Hemden aus guten
Stoffen, m Stickerei 2.95, 2.45, 1.95 1
Damen-Cretonne-Beinkleid
festoniert.
Damen-Prinzeß-Rock mit breiter
6.75, 4.50 0
Stickerei
Damen-Croisé-Hemd, Vorderschluß
solide Oualität
Damen-Croisé-Beinkleid
mit Feston".
Damen-Croisé-Nachthemd
aus schön gerauhter Ware
Kinder-Taschentücher, Bildertücher
und weiße mit Rand . . . . 0.18 U
Damen-Taschentücher
„
mit Hohleaum
.-
Damen-Taschentücher, gebogt und 0
mit gestickten Ecken . . . von d.-
Herren-Taschentücher, Linon, gute
von u.0
Oualität,
Herren-Taschentücher
von 0.9
rein Leinen
Strümpfe
Handschuhe
Trikotagen
Wollwaren
Herren-Normalhemden, solide Oua
mit und ohne Einsatz .4.50, 3.60
Herren-Normalhosen
gute Oualitäten . . . . 2.50, 2.9
Herren-Normaljacken . . . . von 1
Kinder-Leib- und Seelhosen
in allen Größen . . .Gr. 60 von 1
Damen-Schlupfhosen
in Riesen-Auswahl .
von 1
Damen-Hemdhosen, gewebt, von 8
Korsettschoner, gewebt . . . von
Knaben-Sweater . . . . . . vond
von 4
Rau-Shawls . . . . . .
Damen-Strümpfe, schwarz, verst.
Ferse und Spitze
....
Damen-Strümpfe, b wolle, schwarz
und farbig, Doppelsohle, Hochferse
Damen-Strümpfe, schwarz,
Seiden-
griff mit Laufmasche . . . . . . .
Damen-Strümpfe, farbig, Seidenflor
mit Doppelsohle, Hochf 3.95, 1.95
Damen-Strümpfe, Macco, beste Oual.
schwarz und braun . . 2.50, 2.00
Damen-Strümpfe, Wolle, gewebt m
Doppels. u. Hocht 4.90, 3.75, 3.25
Damen-Handschuhe, imit. Wildleder
m. Futter, schwarz und farbig 1.45
Damen-Handschuhe,imit. Wildleder
mit Seidenfutter
Damen-Handschuhe, imit. Wildleder
mit dicken Seidenraupen u. Biegel
Herren-Handschuhe, imit. Wildleder
2.35, 1.95
Kinder-Handschuhe . . . . . von 0.
Kinder-Strümpfe
Wolle und Wolle plattiert . . . .
Herren-Socken, Sportstrümpfe
Sportstutzen, Hafer socken
Fextilhaus Ludwigsplatz
RIESEN-AUSWAHL
Praktischer Geschenke
zu vorteilhaften Preisen
Foulé, einfarb u. gestr
Darmstadt, Elisabethenstr. 1
reinwollene Oualität 1.od
485
Herren-Westen ..
Damen-Sportwesten
in großer Auswahl
Crépe marocaine, 105/110cn
brt , einfarb. u gestr.
reine Wolle . . 4.50 0.00
Die Ziehung
der 3. Breisacher
Münster-
bau-Geld-Lotterie ist auf
den 30. Dezember verlegt
Kinder-Sportwesten
Morgen Sonntag geöffnet von 1 bis 6 Uhr
Grdl. Klavierunter=
Piano, erſtklaſſig
billig abzugeben
V. Bund, Darmſtadt,
richt (Einzelunterricht)
für Anf. u vorgeſchr
Schüler (bei mäßigem
Hon) erteilt (15101aſeleg. Puppen=Sport=
L. Indorf, Darmſt., wagen, alles wie neu,
Schwanenſtr. 32, III.
chuchardtſtr. Nr. 9
(16234a)
Steptanz
Unterr ert. M. Wolff,
Frankfurt a. M.,
Steinweg 3. (II. 16483
Eichberg-Pralinen .. . . 4 Pfd. von 4
Eichberg-Sahnetrüffel . .. 1 Prfd
Bichberg Harzipan-Kartoffeln Apre
Kaffee:
stets frisch gebrannt
3.20 3 60 4.— 4.40
grün blau rot gold
Zu verk.; 1 neues
Dalli”=Bügeleiſen, 1
Fleiſchmaſch. u. 1
Re=
gulator. Darmſtadt
Karlſtr. 71, I. (*36141
Gut erh., emaill. 2fl.
Gasherd m. Tiſch für
15 ℳ z. verk. (*36102
Darmſtadt
Bruchwieſenſtr. 2, I
Margipan-
Torten, Herze, Früchte, Würste, Gemüse ete
Aee:
Hausmarken ¼ 1.75
ferner die bekannten
Eichberg-Mischungen
außerdenn
Ronnefeld-Tee
Meßmer-Tee
Riquet-Tee
Popoff-Tee
Lipton-Tee
aile Sorten am Lager.
2 Kinderſchlitten,
1 Dampfmaſch., ein
Kino zu verk.
Darm=
ſtadt, Liebfrauenſtr.
Nr. 66, I., r. (*36081
Größere Anzahl faſ
neuer Romane
preis=
wert zu verkaufen
Darmſtadt,
Wiener=
ſtraße 73, pt (*36086sg
Lebkuchen
laufend frische Sendungen von Haeberlein & Metzger,
Hiidenbrand, Berlin
Sehr gut erh. Grude
zu verkauf. (*36102
Näh. Geſchäftsſtelle.
Guterh. Roederherd
zu vk. Darmſt. ,
Kranich=
ſteinerſtr. 15. (*36160
Schöne große
Modell=
Dampf=
maſchine
mit Kupferkeſſel u.
Kohlenfeurung zu
verkauf. (*36050fs
Dar ſtadt
Liebigſtr. 10, Manſ.
Liköre, Weine, Weinbrand
erster Firmen
Größte Auswahl bil igste Preise
Feinster alter Malnga Flasche 2.80
inkl. Glas und Steuer
Tiſch=
bandſäge
Kakao:
Felsche, van Houter
Reichardt, Stollwerck,
Eszet, Riguet
Hilden-
brand usw.
Wählen
Sie uur erſtklaſſiſche
Muſik=Inſtrumente
v. Kunſt=Geigenbauer
Max Gerbert
nur Rheinſtraße 17
Ecke Gra enſtr (*36201
Größte Auswah,
Konkurrenzl. billigſt
Preiſe Spez. alte u
neue Meiſter=Geigen..
Fachm Reparaturw.
mit eingebaut.
Dreh=
ſtrom=Elektromotor z.
verkaufen. (*35842ds5
Anfrag. unt. R 43
an die Geſchſt. erbet.
Gutſp. Harmonium!
Holzſtr. 24, I I. /(*36207
Frisch eingetroffen Alleinverkauf
Sämtliche Fabrikate der Firma W. Felsche-Leipzig.
Feinste deutsche Marke.
Einladung zum Wettbewerb
Es gilt, Verse zu schmleden.
Japan-Porzellan
WeitereSendungeingetroffen
Grosse Auswahl in einfachen und eleganten Dekors
Damit ſich der Name unſerer Sanitätsrat Dr. Sperlings Nerven=Schokolade der großen
Allgemeinheit beſſer einprägt, ergeht deshalb an die zahlreichen Freunde unſeres Präparats und
alle, die eine poetiſche Ader in ſich fühlen die Aufforderung, uns mit zwei= bis ſechszeiligen
Reklamereimen zu unterſtützen. In welcher Weiſe dieſe Aufgabe gelöſt wird, darin laſſen wir jedem
Einſender freie Hand; es muß lediglich nur auf unſer Präparat Bezug genommen ſein. Auch ſtellen
wir nicht zur Bedingung, daß der ganze Name — Sanitätsrat Dr. Sperlings Nerven=Schokolade —
in einer Verszeile untergebracht wird, ſondern es iſt nur Wert darauf zu legen, daß unſer Präparat
unberkennbar und in einer prägnanten Form aus dem Versgebilde hervorleuchtet. Außerdem
wollen wir noch die Erleichterung gewähren, daß erforderlichenfalls die Worte „Sanitätsraf” und
„Dr.” in Wegfall kommen können, ohne daß dieſes bei der Beurteilung des eingeſandten Verſes
irgendwie von Einfluß ſein wird.
Wir führen hier einen Zweizeiler an:
Sanltätsrat Dr. Sperling’s Nerven-Schokolade
Bekanntllch nervenstärkend wirkt im höchsten Grade.
Unter allen Umſtänden ſetzen wir Mk. 5000.— an Preiſen aus, halten jedoch für die beſten und
entſprechend unſern Propagandadrichtlinien brauchbarſten Einſendungen wiederum auf 1000
Ein=
gänge 1000 Mark Preiſe zur Verfügung, ſo daß bei 100 000 Eingängen folgende Preiſe zur
Verteilung kommen würden:
1. Preis: Wohnhaus, schlüsselfertig, neu erbaut am Platze des Prelstrigerz, oder ein
.. . H. 20 000.—
fabrikneues Markenauto in modernster Austführung im Werte von je .
2. Prels: 1 fabrikneues Auto (Wanderer) oder eine vollständige Wohnungselnriehtung mit
H. s000.—
Wäscheausstaltung im Werte von je
2. Prele: jabrikneues Auto (Opel) oder eine voilständige Wohnungseinrlchtung mit
H. 4400.—
„
Wäschseusstattung im Werte von je
4. Preis: 1 vollständige Wohnungseinrlohtung, bestchend aus Spolse- Herren- und
Schlaf-
zimmer und Küche, oder ein fabrikneues schweros Motorrad im Werte von le . . H. 2 600.—
6. Preis: 2 kompl. Zimmereinrichtungen oder Wäscheausstattung oder fabrikneues Mötor-
M. 1500.—
rad im Werte von je „
8. Preis: 2 kompl. Zimmereinrichtungen oder Wäscheausstattung oder fabrikneues Hotor-
. . . H. 1 200.—
rad im Werte von je.
7. Preis: 1 kompl. Zimmereinrichtung oder fabrikneues Hotorrad im Werte von Jo. . . M. 1000.—
8. Preis: kompl. Zimmereinrichtung oder fabrikneues Motorrad im Werte von je „ „ M. 800.—
9. Preis: / kompl. Zimmereinrichtung oder febrikneues Motorrad im Werte von je . M. 800.—
10. Preis: 1 fabrikneues Lelchtkrattrad Werte von .
M. 600.—
11.—60. Prels: jo ein Horren- oder Damenjahrrad bester Ausführung. Marke Pfell, im
Werte von je M. 150.—.
M. 7500.—
61.—160. Preis: je eine Markennähmaschine (Sahwingschitf) im Worte von le M. 150.— M. 15000.—
161.—260. Preis: je ein Fahrrad oder „loa‟-Photoapparat im Worte von le M. 100.— M. 10 000.—
281——560, Prels: je eine „loa‟-Kamerz 2/12 Im Werte von je M. 50.—. „ . . . M. 16 000.—
A. 8 700.—
561—850. Preis: ſe eine „lca‟-Kamera 61/2/9 im Werte von je M. 30.—. „
851.— 1000. Prels: Partllmerlen und Seifen in Luxusausführung im Werte von ſe M. 20.— M. 8 000.—
Goramtbotrag M. 100 600—
Die korrekte Durchführung unſeres Wettbewerbs verbürgt unſere Firma und das Preiskomitee.
Die Bertrauenswürdigkeit wird außerdem prädeſtiniert durch das Ergebnis unſeres, durch das
Thüringiſche Miniſterium genehmigten Preisausſchreibens, wonach wir 4000 Preiſe im Werte von
Mk. 40 000.— zur Verteilung bringen konnten, u. a. der 1. Preis ein Auto im Werte von
Mk. 15 000.—, Preisträger: Herr H. Theveſſen, Vierſen, 2. Preis ein Motorrad im Werte von
Mk. 2000.—, Preisträger: Herr A. Müller, Adorf, 8. und 4. Preis je ein Motorrad im Werte
von Mk. 1000.—, Preisträger: Herr M. Rudolph, Panitzſch. Herr G. Hochhuth, Berlin, 6. und
6. Preis ein Motorrad und komplette Zimmereinrichtung im Werte von je Mk. 600.—, Preisträger
Herr W. Witte, Neukölln, Herr W. Mulder, Hamburg, ſowie 37 Fahrräder und Nähmaſchinen und
50 Photoapparate. Zweifellos werden recht viele neue Freunde ihr Intereſſe an unſerem Präparat
bekunden und uns mit den mannigfaltigſten Kindern ihrer Muſe beglücken. Es iſt daher anzunehmen
daß die ausgeſevten Preiſe ſich im gleichen Verhältnis erhöhen werden, als die Zahl von 100 000.
überſchritten wird.
Auch behalten wir uns vor, weitere gute, nicht prämiierte Einſendungen noch mit Troſtpreiſen
in bedenken.
Tellnahmebedingungen:
a) Unſer Wettbewerb iſt offen für jedermann, ausgeſchloſſen ſind nur Angehörige unſerer Firma
und deren Familienmitglieder.
b) Jeder Einſendung ſind Mk. 2.20 (jedoch keine Briefmarken) beizufügen, wofür dann jedem
Teilnehmer eine Packung unſerer Sanitätsrat Dr. Sperlings Nerven=Schokolade zum regulären
Verkaufspreis portofrei überſandt wird. Die Einſendung kann in verſchloſſenem Briefumſchlag (der
Sicherheit halber möglichſt unter „Einſchreiben”) oder durch überweiſung des Betrages auf unſer
Poſtſcheck 33 058 Leipzig erfolgen, in welch letzterem Falle der Vers auch auf den Bahlkartenabſchnitt
niedergeſchrieben werden kann. Die Adreſſenangabe bitte recht deutlich. Die Angabe der Zeitung,
der der Wettbewerb entnommen iſt, iſt erwünſcht.
c) Die Einſendungen werden numeriert, und erfolgt der Verſand unſeres Präparats in der
Reihenfolge der Eingänge.
„d) Das Preiskomitee, beſtehend aus den Herren Schriftſteller E. R. Mellinghoff, Oberhaufen,
Sanitätsrat Dr. Sperling, Waltershauſen, Arno Schumann, Erfurt, vereidigter Bücherreviſor
beim Landgericht Erfurt, und zwei Herren unſerer Firma, entſcheidet über die eingeſandten
Be=
werbungen und übernimmt unter nolarieller Kontrolle die Preisverteilung.
) Die Preisverteilung iſt endgültig und unanfechtbar, und unterwirft ſich jeder Teilnehmer
unſeren Bedingungen.
1) Die prämiierten Einſendungen gehen in unſeren Beſitz über, alle anderen werden vernichtet.
) Die Preisverteilung findet im Laufe des Dezembers ſtatt und wird das Ergebnis mit den
Namen und Einſendungen der erſten Preisträger allen Teilnehmern ſchriſtlich bekanntgegeben byw.
veröffentlicht.
h) Die Preisträger werden ſämtlich ſchriſtlich benachrichtigt, der Verſand der Preils gſeigt
koſtenlos.
1) Jeder Teilnehmer darf ſich nur mit einem Wers bewerhen,
E) Schriftwechſel kann nicht geführt werden.
F Schlacht=
Freibant hof
Darmſtadt
Samstag vorm. von
8 Uhr ab. (16475
Extra preiswert:
10 Cremestangen . . . . . 1.10 1 Pfd. feinste Bruchschokolde 1.50
3 Tafeln verschiedene Speiseschokolade 4 100 Gramm . . . . . . 1.00
3 Tafeln verschiedene Cremeschokolade 2 125 Gramm . . . . . 1.00
Spanischen
Unterricht
gibt Spanier in und
außer dem Hauſe.
Vila, Lichtenbergſtr.
Nr. 26, III. (15880a
Nachhilfe=Unterricht
in all.
Oberrealſchul=
fäch, w. billigſt erteilt.
Anfertigen, Pauſen u.
Entwerfen von
Ma=
ſchinenzeichnungen
wird ſorgfältigſt
aus=
geführt. (*36080sm
Jelepf
9‟
da04
Grnst-
Budwigst. 6
(16519
Bettnäſſen
ſofortige Befreiung
Alter u. Geſchlecht
an=
geb. Auskunft koſtenl.
Dr. med. Eisenbach
München 421
Kreisſtr. 61. (TV1462:
Heinheimerſtr. 20, bei
Horn, 2 möbl. Zim.,
heizb., mit Licht und
Bad zu vermieten.
Kompl. Schlafz=
Ein=
richt. f. 1-2 Perſ.z vm.
Ang. unt. R 147 an
die Geſchſt. (*36206
m. Penſ. a.
berufs=
tät. Frl. od. Herrn
vm. Darmſt.,
Mathil=
denplatz 7, II., König.
(*36155)
Viktoriapl. 2, III.
bei Jonas, 2 möbl.
Zimmer 2 Bett.) m.
Küchenb.z vm. (*35948
*35516igm)
an die Geſchäftsſtelle
Beckſtr. 68, I. (Becker),
2 ſchöne, ſehr gut
möbliert. Zimmer an
ſoliden Herrn ſofort
oder ſpäter zu
ver=
mieten.
(*36078
Riedeſelſtr. 35, 1. St.,
bei Meyer, fein
m öbl. Zimmer
an ruhigen Herrn
per 15. d. Mts. zu
vermieten. (*35929
Roßdörferſtr. 29, III.,
b. Wiſſig, möbl. heizb.
Zimm. abzugeb, am
I. an ſol. Fräul. (*36069
Martinſtraße 72, I.
Schmidrhoff
2—3 möbl. Zimmer
mit Küchenbeu. i gut.
Hauſe z. verm. Anzuſ
9—11 Uhr und :—4
(2361898g
Uhr.
Schön möbl. Zimmer
zu verm b. Neuſchulz,
Heidelbergerſtr. 74, I
(*36178
Kahlertſtr. 43, II., b
Lehrmund, freundl.
möbl. Zim. z. 1. Jan.
zu vermieten. (*36199
Suche moderne 5 6 Zimmer=
Woh=
nung mit elektriſch
(*36212
Licht.
Gebe moderne 3=
Zimmer=Wohnnng
im „Norden”.
Angebote unter
R 148 an die
Ge=
ſchäftsſtolle ds. Bl.
(Darmſtadt)
Soderſtr. 22, 1. St.
(Freund), 2 gut möbl.
Zimmer mit
Küchen=
benutzung an älteres
Ehepaar zum 15. Dez
zu vermiet. (26246=
Fuchsſtr. 21,1,
bei Reg.=Rat Abrie,
gut möbl. Wohn= u
Schlafz. (elektr. Licht.
Oeutſche Eigenart
in allen auf unſerm Gebiet ſiegenden Dingen zu pflegen,
iſt unſere Richtſchnur. Das Bewußiſein unſerer Ueberlegenheit
über fremöländiſche Erzeugniſſe ſtärkt uns in unſerm Kampfe
gegen ſede Fremdtümelei. Unſere geſetzlich geſchützten
Neuerburgmarken
Ind Das Ergebnis einer ſorgfälnig erprobten Herſtellungsweiſe unter Verwendung alletfelaſter
Rohſtoffe und aſtbewährter Rezepte. Köle Reife und würzige fülle geben unſern
Er=
zrugniſſen ein eigenes Gepräge ſachlicher Höchſtleiſtung. An ihrer beſonderen Eigenart ſind
ſie eine Gruppe für ſich, ein Hohes Lied deutſcher Deſtillakionskunſt. Wie weiſen
aus=
dräcklich darauf hin, daß ſich unſer Haus nur mit der Herſtellung von Weindrand und
feinen Eikören befaßt und nicht beteiligt iſt an Anternehmungen anderer Ari.
n. (*35525is
OH5
Für die vielen Ehrungen,
Ge=
ſchenke und Blumenſpenden
an=
läßlich unſerer Goldenen Hochzeit
herzlichen Dank.
(* 361
Gg. Prieſter Verkführer i. R.
und Frau (setss
Kara.
1) Meideſchluß iſt der 15. Deiember 1924.
F. A. Ruthemann, Waltershausen (Thür.), Gegr. 1892
Generalvertrleb für Deutsohland dor Ban.-Rat Dr. 8porlinge Hervon-Behokelady
Generalvertreter: Ludwig Germann, Darmſtadt, Grafenſir. 35.
PuppenſtubWohn= u Schlafzim.
z verk. darmſt., Lucas=
we 23, rechts 36191 Billig zuverk.
Gaszuglampen 3 u
6 ℳ+, Lyra, Pendel zu
2., Wandarm mit
Nohr, verſtellb., 4.0,
ſchon ged 4flam. Gas=
herd 10ℳℳ, alles voll= Teteterett
1 ſehr wenig ge=
fahrener
Fafaldagen und Wäſche, Stühle,
m. 6facher Bereifung,
elegant lack., 4/20 PS.,
billig zu abzugeben.
Angeb. unt. O. 46
an die Geſchäftsſtelle
ds. Blattes. (16474si.
Ssttssst ſtänd., warme Mäntel
6-8ℳ (mittl. Größe)
Hüte, Mützen (Nr. 55
bis 59 50 5 bis 2ℳ,
lein Frauen=Hemden
Sauerkrauttopf (401).
Teilzahlg. geſtattet!
Darmſtadt, Fuchs=
ſtraße 21, II. (*36151 Bügelofen, Steh=
leiter (10 Spr.), Zopf=
brett zu verkaufen
Rühl. Darmſtadt Rolladen
neu, mit Läufer und
Walzen, ſowie 6 Paar
Flügeltüren billig zu
verkauf. Darmſt., Ma= ſtädterſtraße 5½, II.
thildenſtr. 31, p. (336190 Ruthsſtr. 6. (*35991 Damdfmaſchiue
mit 8 Modellen ( auf=
montiert) zu verkauf.
Darmſtadt N.=Ram=
36090) Wagen Pferdemiſt
1 Militär=Feldwagen
zu verkaufen.
Peter Diehl
Darmſtadt
bill. abzug. Darmſt., Groß=Gerauer Weg 7.
360g3 Gebr., guterh. groß.
Puppenwagen
mögl. Gummiräd., z.
kaufen geſucht.
Angebote m. Preis=
angabe unter R 117
an d. Geſchſt. (*36100 [ ← ][ ][ → ]
339.
Samstag, den 6. Dezember 1924.
Seite 13.
Handball.
Sport, Spiel und Turnen
6
Handhallſpiel Sp.=B. 98 — D. J. K. Sachſenhauſen findet bereits
um 1 Uhr ſtatt.
Fußball.
Der weſtdeutſche Fußballmeiſter disqualifiziert.
Der Weſtdeutſche Spielverband hat den Duisburger
Spiel=
e rein mit einem Spielverbot von ſechs Wochen belegt, weil er
wie=
elholt gegen die Verbandsſatzungen verſtoßen hat, indem er trotz
zDrmaliger Verwarnungen nicht ſpielberechtigte Spieler einſtellte.
Rugby.
Stiftung eines Rugby Pokals.
Der bekannte Frankfurter Sportsmann Oskar Kreuzer, der ſowohl
— Tennis= wie auch als Rugbyſpieler einen internationalen Ruf
ge=
z—ßt, hat dem Brandenburg=Mitteldeutſchen Rugby=Verband einen
wert=
en Pokal als Wanderpreis geſtiftet, den der jeweilige Meiſter des
Frrbandes erhält. Entgültig kann der Preis errungen werden, wenn er
zrimal gewonnen werden iſt.
Winterſport.
Die deutſche Hochſchulmeiſterſchaft im Skilaufen
zT am 25. und 26. Februar auf dem Feldberg im Schwarzwald
uSgetragen werden.
Deutſch=holländiſcher Eislaufwettkampf.
Anfang Februar 1925 ſoll in Davos ein Länderkampf Deutſchland—
MUland im Eisſchnelllaufen über 500, 1500, 5000 und 10 000 Meter
ſtatt=
den. Als Vertreter Deutſchlands kommen hierfür in Betracht: der
eiſter Müller=Berlin, ferner Vollſtadt=Altona, Neuſtifter=München,
6-und, Stöhr, Kleeberg (Berlin). Auf holländiſcher Seite kommen in
rer Linie De Koning und De Krufl in Frage. Die Verhandlungen
miſchen dem Kgl. Holländiſchen Schlittſchuhläufer=Verband und dem
O utſchen Eislauf=Verband ſind noch nicht abgeſchloſſen.
Eislaufmeiſterſchaften.
Die deutſche Meiſterſchaft im Eisſchnellaufen bringt der Altonaer
Schlittſchuhläuferverein in Verbindung mit mehreren anderen
Schnell=
aafwettbewerben für den 9. und 10. Januar 1925 zur Ausſchreibung.
der Wettbewerb, der über 500, 1500 und 5000 Meter führt, iſt von W.
Müller (Berliner Schlittſchuhklub) zu verteidigen. Die Wertung erfolgt
nich Punkten dergeſtalt, daß als Punktzahlen bei 500 Meter die
Sekun=
der zahlen der erreichten Zeiten, bei 1500 Meter der dritte Teil, bei
50 Meter der zehnte Teil der in Sekunden umgerechneten Zeiten
ylten. Sieger iſt der, der die niedrigſte Geſamtpunktzahl hat. — Ueber
die gleichen Strecken geht das Schnellaufen um den Preis der Stadt
Atona, den im vergangenen Jahr H. Kleeberg vom Berliner
Schlitt=
ſch uhklub gewann. Meldeſchluß iſt am 6. Januar 1925 bei H. Knudſen,
Atona, Eggersallee 20. — Die Berliner Eislaufmeiſterſchaften
ge=
ſarigen durch den Berliner Eislaufverein von 1886 der wie bereits
ge=
meldet, am 24. und 25. Januar die Europameiſterſchaft im Kunſtlaufen
ſur Herren veranſtaltet, Ende Dezember oder Anfang Januar zur
Earlli e e eueree eie Df eu e
nicht ausgetragen wurde. Der internationale Schlittſchuh=Klub Davos
vrröffentlicht die Ausſchreibungen für die am 31. Januar und 1. Februar
ſtrttfindende Damen=Weltlaufmeiſterſchaft im
Kunſt=
lrufen, die im letzten Winter Frau Plank=Szabo (Wien) gewann.
Deer erſte Tag bringt die Pflicht=, der zweite Tag die Kürlaufen.
Da=
n ben verzeichnet das Programm noch internationale Schnellaufen,
Eis=
hrckey und einen Walzerwettbewerb. Nennungen ſind bis zum 27.
Ja=
ynar beim Veranſtalter abzugeben.
Radfahren.
Flugſport.
Rund um die Zugſpitze.
Die bahriſchen Flugverbände treten in dieſem Winter mit einer
ſportlich neuartigen Veranſtaltung an die Oeffentlichkeit. Am 31. Januar
und 1. Februar wird ein Flugwettbewerb „Rund um die Zugſpitze”
ver=
anſtaltet. Das Protektorat hat der Bayriſche Miniſter Ritter von Meinel
übernommen. Der erſte Tag bringt den Start zum Flug um die
Zug=
ſpitze in Schleisheim. Nach Umfliegen des Wendepunktes, des Münchener
Hauſes auf dem Zugſpitzengipfel, wird auf dem Flugplatz Garmiſch=
Partenkirchen gelandet. Um Gelegenheit zu geben, den Wettbewerb aus
nächſter Nähe zu beobachten, werden mehrere Junkers=Verkehrsflugzeuge
die Teilnehmer begleiten. Das zweitägige Turnier ſieht ferner vor:
Höhen= und Gleitflüge mit Ziellandung, Geſchicklichkeits= und
Kunſt=
fliegen, Geſchwindigkeits=Differenzflüge, Fallſchirmabſprünge, eine
kom=
binierte Staffel zwiſchen Flugzeug, Skiläufer, Skijöring und Automobil.
Der Münchener Verein für Luftfahrt wird ſich mit ſeinen Ballons
be=
teiligen, außerdem werden einige der Rhönſegelflieger auf den
benach=
barten Höhen ihre Kunſt im Segelfliegen zeigen.
Boxen.
Die Stundenrekorde der deutſchen Radrennbahn.
Eine Zuſammenſtellung der Stundenhöchſtleiſtungen im Radfahren
bemter Motorſchrittmachern zeigt, daß ſich die neue Bahn in Elberfeld
as die weitaus ſchnellſte erwieſen hat, denn Saldow legte am 5. Oktober
8-,080 Kilometer in einer Stunde zurück. Die bisher ſchnellſte deutſche
T ahn, Dresden ſteht mit 81,210 Kilometer, die ebenfalls von Saldow im
Auguſt dieſes Jahres gefahren wurden, an zweiter Stelle. Danach
fol=
gen: Chemnitz mit 78,265 Kilometer (Saldow), Hannover mit 73,210
Zilometer (Wegmann), Eſſen mit 72,300 Kilometer (Bauer), Düſſeldorf
mit 72,000 Kilometer (Wittig), Berlin—Olympia mit 71,530 Kilometer
Wittig), Berlin—Stadion mit 70,468 Kilometer (Thomas), Nürnberg
7D,400 Kilometer (Sawall), Köln—Riehl mit 67,800 Kilometer (Bauer),
Freslau mit 67,250 Kilometer (Wegmann), Berlin—Treptow mit 63,460
ilometer (Lewanow), Forſt i. L. mit 63,370 Kilometer (Sturm),
Magde=
buurg mit 63,200 Kilometer (Weiß), Dortmund mit 58,830 Kilometer
(Suignard) und Erfurt mit 56,300 Kilometer (Sturm).
Eröffnungsrennen der Berliner Winterbahn.
Die erſten Radrennen auf der Bahn des Berliner Sportpalaſts, die
leeute, Samstag, den 6. Dezember, 7½ Uhr abends beginnen, bringen
ells Hauptnummer ein 200=Runden=Punktfahren an dem Hoffmann,
wäußler, Gottfried, Oeſtermeier, Münzner, Osk. Tietz, Sennecke, Schwab,
Golle, Rudel, Techmer, Jenſſen, Kroll, Stoltz und Behrendt teilnehmen.
Dieſe 15 Fahrer beſtreiten auch das Fliegerhauptfahren, zu dem
außer=
dem noch A. Meyer, Paſſenheim, Krahner, Schrefeld, Otto Tietz. Müller
und Erxleben zugelaſſen ſind. Für das Ein=Stundenmannſchaftsfahren
ſind folgende Paare verpflichtet worden: Schmidt-Paſſenheim, Krahner
—Neinas, Schulz—Schönborn, Pawke—Tetzlaff, Lehmann-Kutzer
Erx=
geben—Seel. Zimmermann—P. Meher, A. Meher-Jenske, Müller—
Raujekat, Linſener—Krüger und Schrefeld—Otto Tietz.
Das Feſt der Meiſter.
Der Gau Leipzig des Bundes Deutſcher Radfahrer bringt ſein
Winterſaalſportfeſt am Sonntag, 8. Februar, zur Durchführung.
Sämt=
iche deutſchen Meiſter im Saalfahren haben bereits ihre Zuſage erteilt,
im Zweier= und Dreierradballſpiel Gebr. Stoltze=Hornung (Erfurt), im
Einerkunſtfahren Gutſchmidt=Caputh, im Sechſer= und Achterkunſtreigen
R.=V. Friſchauf=Hainichen bezw. R.=C. Pfeil=Erfurt. Auch der Start des
Sekannten Schweizer Vereins Veloclub an der Sihl=Zürich iſt ſo gut wie
ſicher.
Dauerrennen auf der Breslauer Winterbahn.
Für die Dauerrennen auf der Breslauer Winterbahn, die am
Sonn=
rag, den 14. Dezember, ſtattfinden, wurden der deutſche Meiſter Saldow,
Ferner Krupkat und Thomas verpflichtet, die in drei Läufen über 10, 15
und 25 Kilometer zuſammentreffen.
Eine neue Rabrennbahn in Halle a. S.
Die Arbeit für eine neue Radrennbahn in Halle iſt in Angriff
Senommen. Es hat ſich ein Konſortium, beſtehend aus Mitgliedern des
D.M.V., B. D.R. und V. D.R. gebildet mit der Aufgabe, eine Rad= und
Motorradrennbahn herzuſtellen. Die Bahn wird eine Länge von 600
MMeter aufweiſen. Für Anlage leichtathletiſcher und fußballſportlicher
Fampfſtätten im Imenraum iſt gleichfalls Sorge getragen.
New Yorker Sechstagerennen. — Noch drei Mannſchaften an der Spitze.
Das von 15 Mannſchaften beſtrittene 32. New Yorker Sechstage=
Tennen nahm am Montag früh in der weiten Halle von Madiſonſquare
Garden programmäßig ſeinen Anfang. Die ſerſten Nachtſtunden
ver=
liefen bei ſcharfem Tempo ziemlich eintönig. Erſt nach der
Nachmittags=
wertung entfeſſelte der Belgier Gooſſens eine Jagd, die nach 12
Minu=
ten damit endete, daß die ſchweizeriſch=italieniſche Mannſchaft Egg=
Girardengo, die ſtets einwandfrei abgelöſt hatte, eine Runde Vorſprung
zugeſprochen erhielt, während eine Reihe anderer Mannſchaften dabei
eine oder mehrere Runden einbüßten. In der zweiten Nacht entfeſſelte
Gaſtman gegen 2 Uhr morgens einen neuen Vorſtoß, der ein allgemeines
Durcheinander zur Folge hatte. Nachdem der von dem dröhnenden
Lärmen und Schreien der erregten Maſſen begleitete Poſitionskampf
ab=
geflaut war, verkündete das Renngericht, daß die Mannſchaften Mac
Namara—van Kempen und Walthour—Giorgetti eine Runde gewonnen
hatten und nunmehr mit Egg=Girardengo zuſammen an der Spitze
lie=
gen. Bei den Wertungskämpfen taten ſich beſonders van Kempen und
der Belgier Stockelynx hervor. Nach 41 Stunden, in denen die drei
Spitzenmannſchaften 1113,657 Kilom. zurückgelegt hatten, war der Stand
des Rennens folgender: Mac Namara—van Kempen 91 P., Walthour
—Giorgetti 49 P., Egg—Girardengo 27 P.; eine Runde zurück: Madden
—Bekmann 47 P.; Kockler—Stockholm 42, Goullet—Horan 33, Gooſſens
—Buyſſv 32, Belloni—Deruyter 30, Hanley—Mge Begth 25, Tahlor—
Benezatto 14 P., Grenda-Coburn 7 P.
Turnen.
Die Kriſe im Deutſchen Amateur=Boxverband. — Der Süddeutſche
Verband aufgelöſt. — Ein Südweſtdeutſcher Amateur=Box=Verband
gegründet.
Bekanntlich hat der Deutſche Reichsverband für Amateurboxen, Sitz
Berlin, ſeit einigen Wochen den geſchäftsführenden Ausſchuß des
Süd=
deutſchen Amateur=Boxverbandes, Sitz Frankfurt, ſeines Amtes enthoben,
was er mit unordentlicher Geſchäftsführung und Beſchwerden
verſchie=
dener Verbandsvereine begründete. Zum Vertrauensmann, der die
Er=
ledigung der laufenden Verbandsgeſchäfte vorläufig zu übernehmen hatte,
wurde der Vorſitzende der Boxabteilung des Fußballklubs „Phönix”,
beſtellt.
Die ganze Tagung ſtand unter dem Zeichen größter Erregung, und
ſehr oft wurde eine beinahe perſönliche Note in die Verhandlungen
hineingetragen. Der ſuſpendierte Verbandsvorſtand, der durch ſeinen
zweiten Vorſitzenden, Strack=Offenbach, und den dritten Vorſitzenden,
Ehrhardt=Frankfurt, ſowie den Sportwart Schönig=Frankfurt vertreten
war (der erſte Vorſitzende Jungfermann war wegen Krankheitsfall am
Erſcheinen verhindert), trat ſofort in die denkbar ſchärfſte Oppoſition
ein und beanſtandete zunächſt, daß Bradenahl überhaupt nicht Mitglied
des Verbandes, bzw. ſtimmberechtigt ſei. Erſt nach 1½ Stunden, als
Bradenahl den Nachweis erbracht hatte, daß ſeine Anmeldung zum
Reichsverband ordnungsgemäß vollzogen war, kam man über dieſen
Punkt hinweg. Schon allein daraus geht die koloſſale Hartnäckigkeit
her=
vor, mit der der Süddeutſche Verbandsvorſtand ſeine Intereſſen vertrat.
Die Anklageſchrift des Reichsverband und die einzelnen
Widerlegungs=
momente des Süddeutſchen Verbandes waren Gegenſtand ſchärfſter und
teiweiſe erbittertſter Diskuſſion. Beim dritten Punkt der Tagesordnung:
Neuwahl des Süddeutſchen Vorſtandes wurde zunächſt dem alten
Vor=
ſtand mit 36 Stimmen gegen 10 Enthaltungen, das Vertrauen
ausge=
ſprochen, worauf der Vertreter des Reichsverbandes, Delegierter
Gerſt=
mann, erklärte, gemäß ſeinen Vollmachten unter keinen Umſtänden einen
Frankfurter Verband anerkennen zu können. Die hierauf einſetzende
Er=
regung war unbeſchreiblich. Es wurde dann von den verſchiedenſten
Ver=
einsvertretern zum Ausdruck gebracht, daß man ſich in Süddeutſchland
ſeinen Verbandsvorſtand ſelbſt wählen könne und jeden, dem Berliner
Verband genehmen ablehnen werde. Die ſüddeutſchen Vereine zeigten bei
dieſer Gelegenheit eine ſeltene Einmütigkeit. Im Namen des
Reichsver=
bandes löſte darauf der Berliner Delegierte den Süddeutſchen Amateur=
Boxverband auf, nachdem er keine andere Gelegenheit ſah, ſeinen
Wei=
ſungen entſprechend zu verfahren.
Nachdem der Stab über das Leben des Süddeutſchen Amateur=
Box=
verbandes gebrochen war, beſchloſſen die anweſenden Vereine die
Grün=
dung eines Südweſtdeutſchen Amateur=Boxverbandes und beſtellten zum
geſchäftsführndeen vorläufigen Vorſtand: Strack=Offenbach, 1.
Vorſitzen=
der: „Junker=Offenbach, Schriftführer: Schönig=Frankfurt, Sportwart;
Hack=Bockenheim, Kaſſier. An den Reichsverband ſoll um Aufnahme
herangetreten werden. Im Ablehnungsfall ſind weitere Schritte
vorge=
ſehen. Die erſte Tagung des neuen Verbandes, die ſich mit der
end=
gültigen Wahl des Vorſtandes befaſſen foll, ſoll im Januar 1925 in
Heidelberg ſtattfinden.
Sch.
Die Geſchichte der Boxweltmeiſterſchaft im Schwergewicht.
Trotz des großen Alters, das der Boxſport hat, kennen wir eine
Weltmeiſterſchaft in unſerem heutigen Sinne erſt ſeit dem Jahre 1880.
Zahlreich waren die Kämpfer, die ſich ſeit dem Beſtehen des Boxſports
mit einem Meiſtertitel ſchmücken konnten, offiziell der erſte Weltmeiſter
war aber der Amerikaner Paddy Ryan, der 1880 dieſen Titel
zuge=
ſprochen erhielt. Seit dieſer Zeit hat die viel umſtrittene Meiſterwürde,
deren Träger beſonders in den letzten Jahren ungeheure finanzielle
Vorteile daraus ziehen konnten, oft den Beſitzer gewechſelt. Paddy Ryan
mußte 1886 ſeinen Titel an ſeinen Landsmann Jack Kilrain
ab=
geben, der vorher den engliſchen Meiſter Jam Smith geſchlagen hatte.
Im Jahre darauf beanſpruchte John Sullivan nach einem in 75 Runden
erkämpften Sieg über ſeinen Landsmann Kilrain den Weltmeiſtertitel
für ſich. Das Gleiche tat auch ein engliſcher Boxer namens Mitchell.
Es erhob ſich ein lebhafter Streit, der damit endete, daß man
Sulli=
van und Mitchelk am 10. März 1888 in Chantilly bei Paris
gegen=
überſtellte. Der Kampf, der mit bloßen Fäuſten ausgetragen wurde,
ging über 39 Runden und endete nach äußerſt erbittertem Fight
unent=
ſchieden. Beide waren vollkommen erſchöpft. Trotz dieſes Reſultats ſah
man auch weiterhin Sullivan als Weltmeiſter an, bis vier Jahre ſpäter
ein junger amerikaniſcher Kaufmann namens Jim Corbett, der ſich
durch einige ſchöne Erfolge bemerkbar gemacht hatte, die er weniger
ſeiner Kraft als ſeinem wiſſenſchaftlichen Boxen zu verdanken hatte, am
7. September 1892 in New York Sullivan in der 23. Runde entſcheidend
ſchlagen konnte. Der neue Titelhalter konnte ſich fünf Jahre ſeiner
Würde erfreuen. 1897 mußte er in Carſon die Ueberlegenheit des
damals hauptſächlich im Halbſchwergewicht kämpfenden Bob
Fitzſim=
mons anerkennen, der nach 14 Runden durch k. o. gewann.
Fitzſim=
mons war einer der beſten, wenn nicht vielleicht der beſte Boxer der Welt,
die je gelebt haben, und ſtand damals bereits im 37. Lebensjahre. Am
9. Juni 1899 wechſelte der Weltmeiſtertitel abermals ſeinen Beſitzer.
Jim Jeffries, ein Boxer von herkuliſcher Geſtalt und über 100
Kilogramm ſchwer, kämpfte mit dem beinahe 50 Pfund leichteren
Fitz=
ſimmons um den Titel und ſchlug den faſt 40jährigen Weltmeiſter dank
ſeiner großen Kraft und Jugend k. v. Jeffries verteidigte ſeinen Titel
hintereinander gegen eine ganze Reihe von Herausforderern, wie
Cor=
bett, Sharkey, Rullin, Monroe uſw., und zog ſich dann ungeſchlagen
ins Privatleben zurück. Der zum Weltmeiſter erklärte Marvin Hart
behielt die Würde nur wenige Monate und mußte ſie am 15. Februar
1906 an Tommy Burns abtreten. Dann tauchte der berühmte
Neger Jack Johnſon auf, der ſich eifrig bemühte, mit Burns
zu=
ſammenzukommen. Dieſer verſtand es jedoch ſtets, dem Neger
auszu=
weichen, der ihn ſchließlich in Auſtralien ſtellen und ihm am 26.
Dezem=
ber 1908 in Sidney nach 14 Runden den Titel abnehmen konnte. Damit
wurde zum erſten Male ein Neger Weltmeiſter aller Kategorien. Der
neue Ruhm des Negers ließ aber die weißen Amerikaner nicht zur Ruhe
kommen und Joffries wurde von ſeinen Freunden bewogen, ſich noch
einmal an den Titel heranzumachen. Es kam dann 1910 der denkwürdige
Kampf in Reno (Kalifornien) zuſtande, in welchem nach dramatiſchem
Verlauf Johnſon ſeinen Gegner nach 15 Runden überlegenen Kampfes
glatt erledigte. Auch hier mußte das Alter der Jugend weichen.
Meh=
rere Jahre blieb dann Johnſon Weltmeiſter, vernachläſſigte aber ſeine
Form und ſo konnte der 115 Kilogramm ſchwere Jeß Willard am
5. April 1916 in der 26. Runde den Neger ſchlagen. Am 4. Juli 1919
wechſelte der Weltmeiſtertitel dann zum letzten Male, ſeinen Beſitzer.
Jeß Willard mußte in Teledo bereits in der 3. Runde gegen Jack
Dempſey, der damals 26 Jahre alt war, aufgeben. Dempfey, der
180 Meter groß iſt und zirka 87 Kilogramm wiegt, verdankt ſeine
überaus zahlreichen Erfolge ſeiner furchtbaren Schlagkraft und
Schnellig=
keit, der bisher nur der ausgezeichnete Taktiker Tom Gibbobs, der
über 15 Runden nur nach Punkten verlor, ſtandhalten konnte. Als
Weltmeiſter hat Dempſey nur noch wenig gekämpft, da ſich einmal keine
geeigneten Gegner für ihn fanden, andererſeits aber das
Zuſtandekom=
men eines Kampfes an den reichlich unbeſcheidenen Forderungen
Demp=
ſehs ſcheiterte. Er traf am 2. Juli 1921 in New York auf den Franzoſen
George Carpentier, der damals Weltmeiſter im Halbſchwergewicht war,
und ſchlug dieſen in der 4. Runde k. o. Einen ſenſationellen Verlauf
nahm dann Dempſeys bisher letzter Titelkampf am 16. September 1923
in New York, wo er von dem Argentinier Louis Firpo aus dem Ring
geſchlagen wurde, Firpo dann aber in der 2. Runde furchtbar
zuſammen=
ſchlug. Dempſeyz hat ſeitdem pauſiert und ſich hauptſächlich im Film
be=
tätigt. Neuerdings hat er auch die Abſicht kundgegeben, ſich vom
Box=
ſport zurückzuziehen, da angeblich keine Gegner für ihn vorhanden ſind,
obgleich Leute wie Tom Gibbons, Jack Renault, Tony Fuente, Harry
Wills ſchon lange auf Dempſey warten. Aber wie geſagt, unter einer
halben Million Dollar macht es Herr Dempſey ja nicht mehr, und bei
dieſen Summen kann ſelbſt ein ſo geriſſener Veranſtalter wie Tex
Rickard nur ſchwer auf ſeine Koſten kommen.
Der Hermannslauf der Deutſchen Turnerſchaft.
Die Eilbotenläufe ſind in den letzten Jahrzehnten zu einem
be=
liebten Zugmittel bei den Wettkampffeſten geworden. Und auch
Eil=
botenläufe „Quer durch eine Stadt” und von Stadt zu Stadt erfreuen
ſich allgemeiner Beliebtheit. Was aber wollen die größten unter ihnen
bedeuten gegenüber dem gewaltigen Eilbotenlauf aller Zeiten im Jahre
1913, den die Deutſche Turnerſchaft zur Einweihung des
Völkerſchlacht=
denkmals in Leipzig ausgeführt hat? Bei durchſchnittlich 200 Meter
Laufſtrecke für den einzelnen Läufer haben über 40 000 Turner an dieſem
Rieſeneilbotenlauf teilgenommen, der von den Landesgrenzen
Deutſch=
lands zu der berühmten Leipziger Gedächtnishalle führt. Ein Teil des
Laufes wurde ſogar in Amerika von den Turnern der dortigen
deut=
ſchen Turnvereine übernommen. Von Bremerhaven, vom Knivsberg bei
Flensburg, vom Ernſt=Moritz=Arndt=Denkmal auf Rügen von
Taurog=
gen an der ruſſiſchen Grenze, von der Dreikaiſerecke in Myslowitz, von
der Befreiungshalle in Kehlheim, von der Zeppelinwerft am Bodenſee,
von Straßburg und von Waterloo gingen die Läufe zum Herzen
Deutſch=
lands. Eine ſtattliche Reihe von Nebenläufen, die ſich dann mit den
Hauptläufen vereinigten, wurde noch angeſchloſſen, ſo daß insgeſamt
8000 Kilometer zurückgelegt wurden.
Dieſe Rieſenleiſtung wird im Jahre 1925 ihre Wiederholung
fin=
den und vorausſichtlich noch erheblich übertroffen werden. Denn die
Deutſche Turnerſchaft plant in gleicher Weiſe wie bei der Einweihung
des Völkerſchlachtdenkmals in Leipzig bei der 50=Jahrfeier des
Her=
mannsdenkmals im Teutoburger Wald bei Detmold einen Eilbotenlauf.
den ſie Hermannslauf genannt hat, und vom 14. bis 16. Auguſt
durchführen wird. Es ſind insgeſamt 12 Läufe beabſichtigt, deren Zahl
ſich durch verſchiedene Nebenläufe, von denen bereits 6 feſtliegen, noch
weſentlich vermehren wird. Infolge der durch den Friedensvertrag von
Verſailles bewirkten Verkürzung der deutſchen Landesgrenzen mußten
die meiſten der Ausgangsſtellen des Leipziger Laufes in Wegfall
kom=
men. Diesmal gehen die Läufe aus von Norden in Oſtfriesland,
Wil=
helmshaven, Lehe, Flensburg, Lübeck, Saßnitz, Oſtpreußen, Cleiwitz,
Wahlſtadt, Kulm, Kelheim, München, Lindau, Konſtanz, dem
Nieder=
walddenkmal, Saarbrücken, Aachen, Weſel.
Die Durchführung des Laufes wird nicht nur einen überzeugenden
Eindruck von der organiſatoriſchen und techniſchen Leiſtungsfähigkeit
der Deutſchen Turnerſchaft geben, ſondern auch, was beſonders
be=
grüßungswert erſcheint, das vaterländiſche Empfinden weiter Kreiſe
wecken und zu einer gewaltigen Kundgebung des deutſchen
Volksgemein=
ſchaftsgedankens werden.
Ringen.
Schikat wirft Laſſarteſſe.
Die Ringkämpfe in Breslau hatten nur einen ſchwachen
Beſuch aufzuweiſen. Der frühere Weltmeiſter Laſſarteſſe=Frankreich war
für den kürzlich mit friſchen Siegeslorbeeren aus Amerika zurückgekehrten
Tilſiter Richard Schikat kein ebenbürtiger Gegner und erlag ſchon
nach 8 Minuten einem Ueberwurf. Der Finne Sirk warf den
Bres=
lauer Brückner nach 31 Minuten ebenfalls durch Ueberwurf, während
Schachmeiſter=Berlin, nach 26 Minuten den Neger Eſſaw durch
Hüftſchwung auf die Schultern legte.
Pferdeſport.
Traberimporte aus Amerika.
Oeſterreich will ſeinen Vorſprung auf dem Gebiete der Traberzucht
nicht verlieren. Es hat eben erſt den Deckhengü Guardian Truſt 2:02
1/4 (1:16) eingeführt, und ſchon wieder einen neuen erſtklaſſigen Hengſt
in Amerika erworben: Peter Harveſter, der als Vierjähriger 2:05 1/4
(1:17,8) trabte. Ein noch wertvollerer Ankauf wurde in Amerika aber
für deutſche Rechnung gemacht, und zwar der Dreijährige
Co=
lonel Bosworth 2:06 3/4, der in der verfloſſenen Saiſon einen
Rekord von 2:02 3/4 (1:16,3) erzielte und damit das beſte Pferd iſt, das
bisher übers Waſſer zu uns kam.
Vom Turf.
Der Jokeyzlehrling A. Kalff jr., der Sohn des Trainers N. Kalff,
verbringt den Winter in England, wo er von Trainer Alex Waugh
weiter ausgebildet werden ſoll. — Die 4j. Weiſtritz v. Nuage=Wache, die
vom Stall Charlottenthal als Mutterſtute an das Geſtüt Ludenberg
verkauft wurde, iſt vor ihrem Transport ins Geſtüt an inneren
Ver=
letzungen eingegangen.
Frankfurter Rund=Funk=Programm.
Samstag, 6. Dez. 11.10 Uhr: Wirtſchaftsmeldungen: Berliner und
Hamburger Produkten (Vorbörſe), amerikaniſche Produkten (
Anfangs=
kurſe). — 11,55 Uhr: Zeitangabe. — 12 Uhr: Nachrichtendienſt. —
4.10 Uhr: Wirtſchaftsmeldungen: Amtliche Produktenbörſe, Hamburg,
Berlin, Köln, Magdeburger Zucker und Nürnberger Hopfen,
Deviſen=
kurſe. — 4.30—6.00 Uhr: Rundfunknachmittag in Muſik und Wort.
— 6.00—6.30 Uhr: Die Leſeſtunde (An die Jugend): Aus dem
Ro=
man. Der Ruf der Wildnis”, von Jack London — 7.30 Uhr: Vortrag
von Herrn Rudolf Werner: „Wie wird das Bettler= und
Landſtrei=
cherweſen am beſten bekämpft?” — 8 Uhr: Vortrag von einem
Frank=
furter Profeſſor: „Schülerreiſe nach Schweden 1924‟. — 8.30 Uhr:
Gaſtſpielabend Münchener Künſtler. 1. Mozart: Arie der Pamina
aus der Oper „Die Zauberflöte”. 2. Franz Adam: Drei Lieder:
a) Im Lenz, b) Wie traumverloren klingt dein ſüßes Lied, c) O ſüßes
Glück. 3. Carl Ditter v. Dittersdorf: Arie der Eleonore, aus der
Oper „Doktor und Apotheker”: „Wie kann wohl Freude noch”
4. Pergoleſi: Arie der Serpina, aus der Oper „La Lerva Padrona”,
5. Schubert: Der Hart auf dem Felſen. 6. Mozart: Trio für
Kla=
vier, Klarinette und Viola, Op. 14, Nr. 2, in Es=Dur (Andante —
Menuetto — Allegretto). — 9.30 Uhr: Nachrichtendienſt,
Wetter=
meldung, Sportbericht. — 9.40 Uhr: Die Spätankündigung: „Dieſes
iſt die Witwe Bolte, die das auch nicht gerne wollte!” — 9.50 Uhr:
Theater= und Konzertkalender. — 9.55 Uhr: Zeitvorbereitung. —
9,55 Uhr: Drei Minuten der Hausfrau. — 10 Uhr: Zeitangabe. —
10—11 Uhr: Volkstümliche Klaſſik, Konzert des Hausorcheſters.
Sonntag, 7. Dez. 8.30 Uhr: Morgenfeier veranſtaltet vom
Wartburg=
verein e. V. 1. Marſch aus „Judas Makkabäus”, Händel. (
Bläſer=
chor des Wartburgvereins. Leitung: Herr P. Rauſchenberger). 2. Die
Himmel rühmen. (Jugendchor der Johannisgemeinde.) 3. Choral:
Mir nach, ſpricht Chriſtus”, Schein. (Bläſerchor.) 4. Anſprache: Herr
Pfarrer Grimm von der Johannisgemeinde. 5. „Macht hoch die Tür,
das Tor macht weit”. (Jugendchor.) 6. „Veſpergeſang” (Jugendchor).
7. Motette: „Macht auf die Tore der Gerechtigkeit” Klein. (
Bläſer=
chor des Wartburgvereins.) 4—5 Uhr: Kinderſtunde. — 5—6 Uhr:
Sonntagsnachmittagskonzert. — 8 Uhr: Stunde der Frankfurter
Zei=
tung. — 8.30 Uhr: „Datterich”, Lokalpoſſe von E. Niebergall. (
Dar=
ſtellung einzelner Szenen). — 9.30 Uhr: Zeitangabe, Wettermeldung,
Sportbericht. — Abends und die ganze Nacht hindurch: Verkündigung
der Wahlreſultate.
Briefkaſten.
H. F. 13. Soweit wir wiſſen, nein. Zunächſt dürfte, wenn
bertrag=
lich nichts feſtgelegt iſt, die Hausordnung maßgebend ſein, beſteht ſolche
nicht, dann iſt die Ortsſitte maßgebend.
Tageskaiender.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 7½ Uhr, Ende nach 10
Uhr (Außer Miete): „Die Journaliſten”. — Kleines Haus,
Sams=
tags=Fremdenmiete, 2. Vorſtellung, Anfang nachmittags 3 Uhr, Ende
5½ Uhr: „Die heimliche Ehe”, abends Anfang 8 Uhr, Ende 9½ Uhr:
Zweiter Kammermuſik=Abend des Schnurrbuſch Quartetts. —
Or=
pheum, abends 8 Uhr: Varieté. — Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=
Lichtſpiele: Kinovorſtellungen. — Deutſche Volkpartei,
abends 7½ Uhr, in der Turnhalle (Woogsplatz): Wählerverſammlung.
Wetterbericht der Gießener Wetterwarte.
Wettervorherfage für Sonntag, den 7. Dezember:
Meiſt bedeckt, wenig kälter, mit leichten Niederſchlägen iſt noch zu
rechnen
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Pokitik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve
Veramwortlich für Fenilleton und Hefſiſche Nachrichten: Mar Strueft
Verantwontlich für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
Verantwortlich für Schhußdienſt: Andreas Bauer
Verantwortlich für den Inſeratenteil: Willy Kuhle
Druch und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt.
Die heutige Nummer hat 22 Seiten
[ ← ][ ][ → ]Seite 14.
Samstag, den 6. Dezember 1924.
Rummer 880.
Wir ſuchen für ſofort oder
ſpäter mehrere tüchtige
branchekundige
für unſere Abteilungen
Kurzwaren,
Strümpfe und
Handſchuhe.
Gebr. Rothſchild
G. m. b. H.
Darmſtadt. Markt.
280m f
9 Mobel=Verkauf!
1= u. 2türig. Kleider=)
ſchränke. Sekretär, /s
Trumeau, Auszieh=
Steg=, runde, viereck. e
Tiſche, Stühle, Kom=/s
moden, Waſchkom=
moden, Seſſel, Sofa/b=
u. 4 Seſſel, grüner
Plüſch, faſt neue Näh=
maſchine, Rauch=,/
Zier= u. Nähtiſche, 2/
nußb. Backenſeſſel,
Holländer, Rodel=
ſchlitten uſw. billig T
zu verkaufen., (*362181J
Möbel=An= u. Verkauf)g
P. Kraft, LadenIu
Karl=EckeSteinackerſt. 19 3 gebr. Zimmeröfch.,
noch g. erh., auch für
Kontor geeig., z. vk. !
Darmſt., Beſſunger= 2
ſtr. 94, I. (36055 e
Chaiſelongue /y
neu, prima Polſte=
t1
rung, preiswert zu
12
verkaufen J, Frieß,
Tapeziermſtr., Darm=
ſtadt, Klappacher= 9
ſtraße 30. (*36067sd s
Zu verkaufenlf.
8
guterhalt. Salon, 1
nußb. Büfett mit
echter w. Marmor=
platte, 1 Eßſervice
(128 teilig), Gläſer, 1
gr. Puppentheater u.
gr. Burg. Anzuſehen
nur bis 4 Uhr nachm.
Näh. Darmſt., Viktoria=
ſtraße 42, pt. 1*36150) 2 Muſchelbettſtelllen
mit Patentmatratzen,
2 Nachtſchr. m. Mar=
morpl, 2tür. Kleider=
ſchr., 180 breit, mit 4/2
Schublad., guterh., zu
verk. Anzuſehen von
2—4 Uhr. (*36154
Darmſt., Schwanen=
ſtraße 20, I. rechts. 9 Ein poliert,, obaler/2
Tiſch zu verk. Darm=
ſtadt, Ballonplatz 10,
parterre, (*36163 Weinſchrank für 130
Flſch., großer Gas=
ofen z. vk. Darmſtadt,
Ernſt=Ludwigsplatz 4
F. B. Grodhaus. 9
* 36187
11
Ladentheke I
ſchön, maſſiv (235X
90), 110 hoch, zu verk.
Adr. Geſchſt. (*36138) Haartrocken=Apparat!”
mit Waſſer= u. Gas=
Betrieb bill. zu verk. 7
Darmſt., Gr. Ochſen=
(*36096
gaſſe 28. Schienen=Spur 0, Wa=
gen u. Einzelteile zur
Eiſenbahn z. vk. Darms
ſtadt, Kranichſteiner=
ſtraße 42, I. r. (*361621 Große Zinh= Sich=
badewanne l=
und Zinkblech=Kaſten
(f. Waſſer)f. Zentral=
heizung zu verkaufen.
Näh. Geſchſt. (*36129 Schweißanlage
kompl., 95 ℳ, Feld=
ſchmiede 25 ℳ, groß.
Ofen 20 ℳ zu verk.
Darmſt. Frankfurter=
ſtr. 26, Hof. (*36222 Wer hanft
alte 1000 Markſch.?
Gefl. Ang. m. Pr. unt.
S 3 Geſchſt. (*36217 Weihnachtsgeſchenke!
Tüll=Einſätze ( Hand=
arbeit) für Kopfkiſſ,
auch Gehrock m. Weſte
bill. abzug. Darmſt.,
Mauerſtraße 6, II.
ealf
205
Alexanderſtr. 3
Nähmaſchinen
ſeſſel mit Tiſch,
Diplomat, eich,
herſchrk., prachtv.
ins, Chaiſelon=
armatr., Spiegel,
tühle, Waſchſchrke.
it weiß. Marmor,
chtſchränke, 2
Mo=
rraddecken (Contin,
X3) und and mehr.
Berkauf auch
albſchuhe 67) V.
dietz, Darmſt.,
Gra=
nſtr. 27, i. Hof I.
(*36140)
Getr.
Herrenanzüge
us gutem Hauſe zu
erkaufen. (*36123
Näh. Geſchäftsſtelle.
Neues ſchw. D.=Koſt.,
ealplüſchjacke, ſehr
ut erh., b. abzug.
armſtadt.
Soder=
raße 56, II (*36132
Telhnäcinsaagſtenang
Telephon 1630
Telephon 1630
Mee ee
Mädchen
tagsüb. geſ. Darmſt.,
N.=Ramſtädterſtr. 53.
(16495
1. Stock.
Darmſtadt, Pankratiusſtr. 1 u. Lauteſchlägerſtr. 4, nächſi der Hochſchule
Spezialausstellung
in Marzipan
Das Marzipan wird in meinem Betrieb nach
Bedarf täglich friſch hergeſtellt. Garantiere
für reinſte Ware, die mit Mandeln und
Zucker zubereitet wird.
Preis im Aufſchnitt // Pfund 60 ₰
Formen=Marzipan ½½. Pfund 80 ₰
Weihnachtgebäck
3 Sorten Buttergebackenes
zu 50, 60 u. 80 9 je / Pfd.
Anisgebackenes .. //.Pfd. 50 8
Makronen ..."
4Pfd. 90 8
Baumkeks.
4Pfd. 40
Zimtſterne.
Pfd. 50 ₰
Lebkuchen v. 5 9 bis ℳ 1.50 d. Stück
Lebkuchen in Paketen und Doſen
Chriſtſtollen in Ta Qualität
werden auf Beſtellung angefertigt
Schokoladeartikel
Schokolade=puppen
in allen Größen v. 30 ₰ an bis 3 ℳ
Weihnachtsmänner
von 10 9 an bis ℳ 50.—
Chriſtbaum=Behang
(gefüllt und ungefüllt)
Kinderkaufläden=Artikel
Bonbonnieren in all. Größen
und Preislagen
Pralines zus59 b. ℳ130je*/Pfd.
Feinſte Marken=Schokolade
zu den üblichen Preiſen
Sämtliche vorſiehend angebotenen Konditorei=Waren — mit Ausnahme
der Marken=Tafelſchokolade und einiger Praliné=Miſchungen — werden in
meinem eigenen Betrieb hergeſtellt und ſind deshalb ſiets ſriſch auf Lager.
Ich geſtatte mir, darauf hinzuweiſen, daß ich wegen Platzmangel in meinem
Taden Pankratiusſtraße 1 noch eine Verkaufsſtelle im Laden
Lauteschlägerstrasse Nr. 4 (neben Park-Cafe)
eingerichtet habe, die als „Schokoladenhaus Petermann” kenntlich gemacht iſt.
(16516
Eröffnung Samstag nachmittag!
Vielfach geäußerten Wünſchen meiner werten Kundſchaft entſprechend,
werde ich darin Liköre und prima Flaschenweine zum Verkauf
anbieten und glaube verſichern zu dürfen, daß ich auch hierin das Beſie
zu liefern vermag.
Meine werte Kundſchaft kann alſo von jetzt ab ihren Bedarf ſowohl in
meinem ſeitherigen Ladengeſchäft, als auch im neu eingerichteten
Schokoladen=
haus, Tauteſchlägerſtraße 4, decken.
A4
Fräulein
ſucht ſtundenw.
Be=
ſchäftigung im Haush.
Angeb. u. R 124 a.
d. Geſchſt. ((36135
Männlich
Weſte! Kontoriſt
r. z vk. 54 J., tüchtig u.
zu=
rſtr. 17, verläſſig, mit guten
36017 Referenzen, ſuch
Eine Anzahl ſchöne Stellung für Büro,
il neue Lager oder Verſand.
Platz= Angeb. u. R 134
u verk. an d. Geſchſt. (1648.
Schwanen=/Hausburſche, 20 J.
I. (*36115 ſucht ſich nach hier zu
aar D.= verändern, g. Zeugn.
Gr. 39, vorh. Greim, Darmſt.,
Paar, H.=Schn.= Kardiſtenſtr. 23,p. 36114
Bankbeamter
mit 6jähr. Bankprax..
24 Jahre, Stenograph
u. Maſchinenſchreib.
ſucht, geſtützt auf I.
Zeugn., geeign.
Poſi=
tion. Engl., franz.
ſpan, u. ital,
Sprach=
kenntn. vorh.
Selbi=
ger verfügt, auch üb.
gute Kenntniſſe der
Radiotechn. u. würde
auch in dieſer Branche
irgendwelchen Poſten
annehmen. Gefl.
An=
geb. unter R 132 an
die Geſchſt. (*36169
nur beſte Kräfte, mit längerer Erfahrung, an die Geſchäftsſtelle
für unſere mechaniſche Abteilung geſucht.
Vorzuſt. Mont. u. Donnerst, 9—12, 3—5.
G. m. b, H., Kleiderfabrik,
Philipp Heß, darmſt, Heidelergerſtr. 129
Lehlmädchen
msglichſt ſchulfrei, aus guter Familie, in
Spielwarengeſchäft ſofort geſucht. Angeb.
mit Lebenslauf unter R 110 an die Ge=
(*36071
ſchäftsſtelle.
Jung. intellg. Mann,
verh. (Eiſenb.,
abge=
baut), ſucht Beſchäft.,
gl. welcher Art, ge
feſten Lohn. (*36098
LLinneill Angeb. unt. R 118) ſofort geſucht. Zu
Offene Stellen
Weiblich
gebraucht,
Soderſtraße 54
Werkſtatt. (*36113
Billig abzugeben:
neuer gr. Ueberzieh.
für ſchl. Fig.,
Kon=
firmandenhut, ſchw
Damenmanr. (Seiden=
Plüſch), gebs.
Darm=
ſtadt, Kiesſtr. 80,
436103)
Getr. Herrenkleider,
Smoking (faft neu),
Winterüberzieher,
beide auf Seide,
Chaiſelonguebecke
verk. Darmſt.,
Martin=
ſtraße 68, I. (*36181
Anfängern
zum ſof. Eintritt ge
Kanzlei der
Rechtsanwält
Darmſtadt, Grafen=
*3613‟
ſtraße 43.
Junge
Stenotypiſtin
mit leichten
Büro=
ſofortigem Eintritt
geſucht.
Handſchrift=
benslauf u. Gehalts=
ds. Blattes. (*36219
Zeugnis=Abſchriften
Bäumer’s (14642a
Maſchinenſchreibſtube,
Rheinſtr. 8. Tel. 1223.
Nur Qualitätsarbeit!
Geſucht tücht.
Allein=
mädchen od. unabh.
Frau, w. gut kocht,
alle Hausarb. u. etw.
Näh. beſorgt. Gr.
Wäſche auß. d. Haus.
Vorſtell. nachmittags.
Battenberg,
Darmſt., Bahnhofspl.
5, III, i. Hotel Poſt
*35056)
ält, erfahrene Kraf=
zur Pfege einer leid.
Dame und leichter
Hausarbeit, Tägl. v
10—5 Uhr. Vorzu
ſpr. Sonntag vorm.
Darmſt., Steinſtr. 5
(*3607
2. Stock. Zuv. Mädchen
tagsüber in kl. Haus=
(*36097
halt geſ.
Zu erfr. Geſchäftsſt. Zuverläſſ., in Haush.
u. Küche erf. Mädchen
zu ält. Ehepaar geſ.
Darmſtadt, Viktoria=
platz 10, I. (*36157 Braves Mädchen in
einfach. Haushalt mit
Kindern geſ (*360 31
Darmſt., Schießhaus=
ſtraße 55, pt. (*36073 Dei Mäichen
oder einf. Stütze mit
guten Empfehlungen
für Küche und etwas
Hausarbeit, geſucht.
Hausm. vorhanden..
Frau Dr. Sauer
Zwingenberg a. d. B,
(*35120fs) Saubere Frau
zur Mithilfe im Haus=
halt geſucht. Darmſt.
Rhönring 71, part.
36187) Ein ält, Herr,60er,ſucht
Haushälterin
Heir.n.ausgeſchl. Näh.
in der Geſchſt. (*36196 Alleinmädchen
tüchtig, gutempfohl.,
in kl. Haush. (4 Er=
wachſene) ſofort oder
ſpäter geſucht. Zeit=
gemäß Lohn. Darmſt.,
Roquetteweg 4, part.
(K 16511) Mi Nebenverd., z. vergeb.
Adrefſenverlag Ludw.
Oſtermaier, München,
Reichenbachſtraße 49.
(J. Meh. 16496) Sauſchlöſſer
nur durchaus tüchtig.
u. ſelbſtänd. Arbeiter,
ſofort fur dauernt
geſucht:
(*36149
Karl Heinzerling
Schlofſermeiſter
Emilſtraße 28. 2tüchtige, ſelbſtändige
Elektro=
monteure
für Inſtallation für
melden bei (16505
„Rheinelektra‟
Darmſt. Neckarſtr. 24. Lebensmittel=
In Stenographie u. Großhandlung
Schreibmaſchine bew. ſucht per 1. Jan. 1925,
evtl. ſofort, erfahr.,
tücht. Reiſenden, der
den hieſigen Bezirk
und Odenwald be=
reits mit beſtem Er=
Heyd & Sandmann, folg bereiſt hat. Ge=
boten wird gutes Ge=
halt u. Speſen. Her=
ren in mittl. Jahren
mit eigenem Kunden=
kreis belieben Angeb
mit Referenzen und
arbeiten vertraut, zu Zeugnisabſchriften
einzureichen u. R 126
an die Geſchäftsſtelle
ſich geſchriebenen Le= ds. Blattes. (*36125sm inter 8 2/ Suche per ſofort für
ca. 4 Wochen einen
durchaus zuverlä ſſig.
Chauffeur
für kleinen Wagen.
Bedingung ſind Zeug=
niſſe, welche die Ge=
wiſſenhaftigk. garant.
Angebote u. R111
Geſchäftsſt. (*36112
Buchhalter
für Kontokorrent und als Fakturiſt
für=
ſofort geſucht. Alter nicht über 20 Jahre.
Flottes, gewiſſenhaftes Arbeiten und gute
Handſchrift Vorausſetzung. Selbſtgeſchrieb.
Angebote mit Zeugnisabſchriften und mögl:
mit Bild an die
(16518
perſonalabteilung der Verlags anſtalt
Alexander Koch, G. m. b. H., Darmſt.
erbeten. Perſönl. Vorſtellg. zunächſt zwecklos
K 4
Bürovorſteher
gewandt in Schrift u. Wort, ſelbſtänd.
im Klageweſen, zum baldigen Eintritt
auf größeres kaufm. Büro geſucht. Gefl.
5 Anerbiet, unt. R 141 a. d. Gefch. (*36175
Tarnhnnomannnggg
Tüchtige
Müſchinenmeiſter
für beſten Illuſtrations= u.
Farbendruck ſofort geſucht.
L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerer
Direktion.
(16524
Wer.
chreibt ſofort einigt
Tauſd. Adreſſ.? Näh.
bei Geſchäftsſt. (16490
Lehrling ſtellt ſof. ein
Ludwig Vollrath
Spengler= u.
Inſtalla=
tionsmeiſter, Darmſt.,
N.=Ramſtädterſtr. 51.
*36088
WIR SÜCHEN EINEN
DURCHAUS TÜCHTIOEN
FlLETZEICHNER ODER
ZEICHNERIN
FRITZ FRATSCHNER & OO.
WIR SÜCHEN EINE
PERFEKTE
LAMPENSCHIRMNAHERIN
FRITZ FRATSCHNER & CO.
SÜCHEN PER SOFORT
EINEN ERSTKLASSIGEN
INNENDEKORATEUR
VERHEIRATET — GEGEN
HOCHSTLOHN
FRTZ FRATSCHNER & CO.
Zuverläſſig,verkehr=
und ſtadtkundiger
fürDauerſtellung per
ſofort geſucht. Näher
Geſchſt. (*35871dfs
WIR SUCHEN EINE
PERFEKTE STENOTVPISTIN
UND SCHREIBMASCHINEN-
FRRULEMN
FRITZ FRATSCHNER & OO.
WIR SÜCHENEINENELOTTEN
ZEICHNER
FUR MOBEL UND
INNENDEKORATION
FRITZ FRATSCHNER & OO.
WIR SÜCHEN EINEN
TUCHTIGEN WERKMEISTER
FUR POLSTERMOBEL
VERHEIRATET
GEGEN HOcHSTLOHN
FRITZ FRATSCHNER & CO.
WIR SÜCHEN EINGE
POLSTERER
ERSTE KRAFTE
GEOEN HOCHSTLOHN
FRITZ FRATSCHNER & CO.
Lehrling
mit höherer Schulbildung,
Fortbildungs=
ſchulfrei, für Büro und Lager zum
1. April 1925 geſucht. Selbſtgeſchrieb.
ausführl. Bewerbungsſchreiben erbeten an
Holzwerke, G. m. b. H.
Darmſtadt 16499 Weiterſtädterſtr. 98
Fräulein
nicht über 18 Jahre,
für Zigarrengeſchäft
ſofort geſucht. Angeb.
m. Zeugnisabſchrift.
u. Lichtbild u. R 136
a. d. Geſchſt. (*36182
Suche Stellungals
Weißzeugnäherin
in hieſigem Geſchäft
ab 1. Januar, evtl.
früher. Angeb. unt.
R50 an d.
Geſchäfts=
ſtelle ds Bl. (*35880ds
Junges kräft.
Mäd=
chen ſucht Stellung
in gutem Hauſe. Ang.
unter R 131 an die
Geſchäftsſt. (*36172
Deſt ält Mäöch.
16467
welches ſchon in beſſ.
Häuſ. lange tätig war,
ſucht Stellg. ab1 Jan.
oder ſofort. Ang. unt.
R 142 Geſchſt, ( 36192
Erſtes Werk der
Markenartikelbranche
ſucht
zum baldigen Eintritt einen tüchtigen und ſrebfamen
Reiſenden
Die Bewerber müſſen über gute Beziehungen zu Groß= und Klein=
Ab=
nehmern der Kolonialwaren=, Drogen= und verwandten Branche im Gebiet
Heſſen=Darmſtadt verfügen. Es handelt ſich bei guten Leiſtungen um eine
Lebensſtellung mit einem guten, zeitgemäßen Einkommen (Gehalt,
Pro=
viſion und Speſen).
I. K. 16484
Nur durchaus gewandte und erfahrene Verkaufskräfte wollen ausführliche
Bewerbungen mit lückenloſen Zeugnisabſchriften und möglichſt auch
Licht=
bild einſenden an die Geſchäftsſtelle ds, Bf. unter R125.
Lebenswogen.
Roman von Pgul Lindenberg.
(Nagdrud verboten.
449)
Ein ſeliges Lächeln glitt über Aſtas Geſicht, ſie ſtrich ſich mit
der Hand über die Stirn, wie um trennende Gedanken zu
ver=
ſcheuchen:
„Anaſtaſia, ja — ja — ſo hieß ich — Meſotten — da ſpielte
ſich — Rolf hieß der große Hund —
„Rolf, unſer treuer Bernhardiner,” jubelte Wolf, „o mein
geliebtes Schweſterchen, hab’ ich dich gefunden!“ Er ſtrich ihr das
maſſe Haar zuruck, küßte ſie, ſtreichelte ihre Wangen.
„Wolf — mein Bruder — mein lieber, lieber Bruder!”
Es war ein glücklicher Abend, den die Freunde mit Aſta und
TTatjana in Geſellſchaft des Abtes auf der nach dem Kloſtergarten
gehenden Veranda verbrachten.
Der Abt Vuc Karadzic, eine würdige Erſcheinung mit wal=
Ilendem weißen Bart, hatte ſich auf das liebevollſte der Geretteten
ungenommen und mit tiefer Teilnahme ihre Schickſale gehört.
„Hier bei mir, meine lieben Töchter,” hatte er ſich an Aſta
und Tatjana gewandt, „ſollen Sie ein friedliches Aſyl finden;
„Sie beide haben die Ruhe nach wilden Lebensſtürmen verdient!”
Man hatte beſchloſſen, daß Wolf und Klaus nach zwei Tagen
„die Rückreiſe antreten ſollten, um dem Großfürſten alles münd=
Eich zu berichten und weiteres zu beſchließen.
Zwei kurze und doch ſchöne Tagel
In innigem Zuſammenſein, verbrachte man ſie in dieſer
Wildnis von Oleander= und Lorbeerbüſchen, Pinien, Oliven,
„Zypreſſen, Eichen, Goldregen, Myrthen und Flieder, in dem Klo=
Iſtergarten mit Roſen und Kamelien am blauen Meer mit dem
Blick auf das weißleuchtende Naguſa. Nur die wildzerklüfteten
Grotten vermied man mit ihren ſchimmernden Felſenklippen,
ähren Untiefen und Strudeln, in denen die beiden Ruſſen ihren
Untergang gefunden.
Und dann kam die Abſchiedsſtunde!
Klaus wollte Aſtas Hand nicht loslaſſen, ihre Augen ſtanden
voll Tränen und Tränen, lagen in ihrer Stimme: „Glückliche
Fahrt und frohe Wiederkehr!”
„Ja, frohe Wiederkehr, Aſta — — geliebte, teure Aſta!"
Und da ſchlang ſie die Arme um ihn und küßte ihn. —
Tatjana reichte Wolf den Ring, den ihm ihr Vater
über=
geben: „Bitte, nehmen Sie ihn — ein Amulett für die Reiſe —
„Iſch werde ihn Ihrem Vater zurückgeben.
„Ich bat Sie, ihn zu tragen — meine Mutter gab ihn einſt
meinem Vater — —
„Und Sie wiſſen, Tatjana, was auf dem Ring ſteht? .."
„Ich bin dein —‟
„Und du biſt mein?” Wie fragender Jubel lag es in Wolfs
Stimme.
„Und du biſt mein . . ." wiederholte Tatjana zärtlich.
Er zog ſie ſanft an ſich: „Teures, holdes Mädchen, wie ſehr,
wie ſehr liebe ich dich!”
„Und ich dich auch, du Liebſter, du mein Erretter, mein
Held!”
16. Kapitel.
Wieder vereint!
Es war in der Wohnung des Geheimrats Replin.
Wolf und Klaus waren am Nachmittag des geſtrgen Tages
in Berlin eingetroffen. Erſterer hatte gleich nach ſeiner Ankunft
Herrn Redlich aufgeſucht und ihm die näheren Aufklärungen
ge=
geben, ihm gedankt, was er für Aſta getan und ihm mitgeteilt,
daß er ihm die für ſeine Schweſter aufgewendeten Koſten erſetzen
werde. „Das eilt gar nicht,” verehrter Herr Baron,” hatte Herr
Redlich geantwortet, „die Hauptſache iſt, daß Ihre Schweſter au
der Seite Ihres Freundes glücklich wird! Und wenn Sie mich
irgendwie gebrauchen können, ich werde gern Ihnen und Ihrer
Schweſter jederzeit zur Seite ſtehen.‟ Sichtlich bewegt hatt er
den ihm von Wolf übergebenen Brief Aſtas geleſen, dann Wolf
zu dem verhüllten Mignongemälde führend und den Vorhang
zurückziehen: „Ich habe ja kaum noch ein Anrecht auf dies Bild
— aber ich bitte Sie, es mir zu laſſen, es wird mir ſtets eine
Er=
innerung, eine ſehr liebe Erinnerung ſein, und ich werde den
Künſtler um eine Kopie erſuchen, die eine beſcheidene
Hochzeits=
gabe von mir ſein ſoll. Und wenn Fräulein Aſta Berlin berührt,
nicht wahr, ich darf ſie dann begrüßen und ihr perſönlich alles
Gute und Frohe wünſchen?” — Das hatte Wolf gern verſprochen
und darauf der Wirtſchafterin Frau Gringel, ihrer hübſchen
Nichte Mizerl und Emmerich Schönbart die ihm von Aſta
mit=
gegebenen, von freundlichen Zeilen begleiteten beſcheidenen Ga=
Seite 15.
ben überreicht, die froheſten Dank hervorgerufen. Emmerich hatte
auf einen Ring an ſeiner linken Hand gedeutet und auf Frau
Gringel gewieſen: „Auch wir, Herr Baron, haben das
glüabrin=
gende Schiff der Hoffnung beſtiegen und wollen bald in den
be=
ſeligenden Hafen der Ehe einlaufen, wie der Dichter ſo ſchön
ſagt —” aber ſeine rundliche Braut hatte ihn durch ein
ener=
giſches Zupfen an ſeinem Zitat gehindert.
Klaus hatte ſich während dieſes Beſuches bei ſeiner Behörde
zurückgemeldet und an den amtlichen Stellen nach der Wohnung
Herrn Maſchkes geforſcht, um ſich bei dieſem nach ſeinem
Aufent=
halt in Sibirien und der Bewandnis mit Georg zu erkundigen.
Endlich hatte er nach vielem Umherlaufen die Adreſſe des
ein=
ſtigen Gefangenen erfahren, ihn aber nicht angetroffen,
ebenſo=
wenig Frau Maſchke und Georg.
Wolf hatte ſich nach ſeiner geſtrigen Ankunft für die heutige
elfte Vormittagsſtunde beim Geheimrat Replin angeſagt, um ſich
von ihm zum Großfürſten zu begeben, mit Klaus, der in aller
Frühe ſeine Nachforſchungen fortſetzen und ihn dann beim
Ge=
heimrat abholen wollte.
Als Wolf das Empfangszimmer des Geheimrats betrat, kam
ihm ſchnellen Schrittes der Großfürſt entgegen, ihn innig in die
Arme ſchließend: „Willkommen, mein teurer junger Freund —
wie danke ich Ihnen für alles, was Sie für mich, für mein
ge=
liebtes Kind getan! Sie haben uns beiden ein neues Leben
ge=
geben, dem Vater das Kind, dem Kind den Vater!”
Wolf wehrte ab: „Es war mir eine liebe, eine herrliche
Auf=
gabe — und ohne die Hilfe meines Freundes und meiner
Schwe=
ſter hätte ich ſie nicht löſen können!“
„Ihrer Schweſter?” fragte der Großfürſt erſtaunt. „Sie
ſag=
ten mir doch, ſie wäre verſchollen.”
„Das war ſie — und in Lacroma fand ich ſie wieder!”
„Das müſſen Sie näher erzählen, und vieles andere. Wir
erhielten ja nur eine kurze Depeſche über die glückliche Ankunft
auf der Inſel. Kommen Sie, Replin, der mich ſofort heute früh
von Ihrer Ankunft benachrichtigte, harrt gleichfalls Ihrer!”
Dann mußte er eingehend erzählen — er tat es in ſchlichter,
ſchmuckloſer Weiſe, das Gelingen hauptſächlich Klaus und Aſta
zuſchiebend und von ihrer Verlobung berichtend.
(Schluß folgt.)
Grosser
WUIHLIOUIIIO VOHAAA
zu ausserordentlich billigen Preisen!
Günstige Gelegenheit für den Einkauf praktischer Weihnachtsgeschenke
Jackenkleider
blau, schwarz und farbig
19.50 29 50 39.00 48.00 65.00 und höher
Kleider
moderne Macharten — Wolle, Seide, Samt
7.50 13.50 19.75 29.50 39.00 und höher
Jumper u. Kasaks
Seide und Wolle
5.75 12.75 18.75 25.50 29.00 und höher
Kostümröcke
blau, schwarz und farbig
3.75 5.75 7.75 9.50 12.50 und höher
Mäntel
einfarbige und gemusterte Stoffe
8.50 12.75 18.50 22.50 29.50 und höher
Schwarze Mäntel
beste Qualitäten — auch für sehr starke Damen
29.50 36.50 45.00 49.00 59.00 und höher
Astrachan-und Plüsch-Häntel
erprobte Oualitäten
39.00 45 00 59.00 75.00 98.00 und höher
Belz-Jacken
in den gangbarsten Fellarten
12500 15800 17500 19800 22500 und höher
Morgenröcke, Unterröcke, Servier-Kleider, Kinder-
Mäntel, Regen-Mäntel, Windiacken, Strickiacken.
Strickwesten, ganz besonders vorteilhaft
Beachten Sie unsere Schaufenster!
Ludwigstraße 5
6471
Grösstes Haus für Damen- und Mädchen-Konfektion!
[ ← ][ ][ → ]Nummer 339.
Seite 16.
Samstag, den 6. Dezember 1924,
n günstigsten Preisen ermöglicht uns, Ihnen in allen Abtellur
en hervorragend billige
Großzüglger Elnkauf
Weihnachts-Angebote machen zu können
12.80
Fausch-Mantel in goliter Onalitzt, nene Unster
17.50
Velour-Mantel im molernen Varben, meit gearbeitet
Velour de laine-Mantel tesche Form, versehielene molerne Farben . . 29.50
reinwollener Kammgarn-Cheviot, ganz gefüttert, mit reicher
Damen-Kostüm Tresensaniernus .... . . . . . . . . . . . 950 23,15
5.95
Taillen-Kleider gestreikt, molene Uachurt
Taillen-Kleider rinnollener Cheriot, wockerne Knopke mnd Tregensarniernug: 8.50
Seiden-Trikot-Kleider i großer 4nsnahl, alle nene Farben. . . 125, 9.80
.. 49, 3.95
Seiden-Trikot-Jumper, in rielen Tarben: ..
6.95
Seiden-Irikot-Hasahs letzte Wenheiten, moderne Farhen 4. 7.
7.50
Velour de laine-Rock iu modernen nenen Streiten ;
Kleider-, Kostüme
und Mantelstoffe
doppelbreit, in
Kleider-Schotten netter Ausmuste=
Utr. 1.65 una 1.40
ung . . .
Streifen F. Kleider u. Blusen
Utr. 1.88, 0.98
sehr preiswert . .
in wunder-
Reinwollene Finetté barer 4ns-
.. Ntr. 3.95
musterung, doppelbreit . . . .
Gabardine doppebreit, reine Wolle,
Nt. 3.80
schwarz und marine
Kammgarn-Cheviot 120 em breit,
2.95
reine Wolle
Gabardine 130 em breit, reine Wolle, in
tr. 3.95
den neuesten Farben . ..
Uheviors doppelbreit, reine Wolle, schr
vorteilhaft . .
Utr. 195
Ein Posten
Waschseide i vilen modernen
Farben, doppelbreit ..."
u. 4.50
Mantel-Flausch 130 em breit, reine
. Utr. 490, 3.95
Wolle ...
Velour de laine i allen mocernen
a50, 1.90
Farben ..
Samt / Slinks / Krimmer
und Astrachan
in grösster Auswahl zu billigsten Preisen
Damen-Strümpfe HI. Mahl, schnarz u. farbig, Paar 145, 088, 0.39
Damen-Strümpfe schnarz u. brann, verst. Verse u. Spitze, Paar 0.55
Damen-Strümpfe schn.u. Seidendor, m. Doppels, u. Hocht, Paar 1.10
Damen-Strümpfé reine Molle, genebt ..."
3.25
Männer-Socken, grau und bnnt . . . . Paar 0,68, 052, 0.48,.0 32
1 Posten Herren- Socken reine Wolle, grau, wie landgestr.
Paar 1.38
schwarz, Banmw. gestrickt,
Posten Kinder-Strümpfe aröße 5. 6, 7,8. ..paar 0.98
reine Wolle, Göße 5 und 6,
Posten Kinder-Strümpfe
Paar 188, 1.76
mit warmem Futter
Damen-Trikot-Handschuhe
Paar 135, 125. 0.95
Herren-Handschuhe mit. Widleder, mit Fatter, Baar 1.50, 1.25
Aus unserem
Teppich-
und Gardinenlager
Bett-Vorlagen gsetig
1.45
1.40
Läufer im Inte, Tapestry.
Sofa-Kissen Kochelleinen,
1.95
Kaffeedecken naschecht
2.95
130/160 0.
Künstler-Tischdecken
3.95
a 70 cm
Linoleum-Läufer
2.40
Biber-Bettücher
4.95
Koltern viele Uustern,schnere Gual, 7.90 6 90
Steppdecken gseitis, Satm . ... 16.80
Extra billig
ca. 200X300
Plüschteppiche nur 59 00
Brises-Bises ..... . 095, 075, 0.50
Etamine-Halbstores .. . 495, 2.25
7.90
Madras-Garnitur Ztellis .
über 2 Betten
Tült-Bettdecken
1300, 9.50
Leinen-Garnitur ztelig . . . 900, 7.50
Galeriehorden ... Mtr. 1.35, 095, 0.60
Hessing- Garnitur komplett, ve
1.95
stellbar bis 160
Nummer 339.
Der Haarmann=Prozeß.
Der Vernehmung Grans.
Hannover. Auch am zweiten Verhandlungstag im
Haarmann=
eiozeß war der Zuſchauerraum wieder dicht gefüllt. Oberpräſident
oske wohnte der Sitzung ebenfalls bei.
Haarmann erklärte auf eine Frage des Vorſitzenden, daß er die
ichenteile in die Leine geſchafft habe und die Kleidungsſtücke zuerſt
zmbrannt, ſpäter an Grans gegeben habe, der ſie verkaufte. Zum
7—il habe Haarmann ſie auch ſelbſt verkauft.
Nunmehr wird die Vernehmung Grans fortgeſetzt. Haarmann
treift in die Feſtſtellungen von Grans ein mit dem Bemerken: „Ich
nSchte Grans nicht hineinreißen. Aber er muß bei der Wahrheit
blei=
mr. Er hat von meinem Gelde gelebt, er hat mich belogen und
be=
t. hlen. Wenn Grans leugnet, werde ich noch andere Sachen erzählen.”
Im weiteren Verlauf des Verhörs erklärte Haarmann, Grans wiſſe
uch mehr und noch einer wiſſe etwas.
Vorſitzender: Sie ſtehen heute vor dem irdiſchen Richter, ſpäter
urr dem himmliſchen.
Haarmann: Das weiß ich.
Vorſitzender: Erleichtern Sie Ihr Gewiſſen, damit Sie ruhig
tarben können.
Haarmann: Man hat mir alles genommen. Ich wollte mit
ans ein Geſchäft haben. Er hat aber mein Geld benutzt, um es
rchzubringen.
Grans beſtreitet nach wie vor, von Haarmann ſelbſt gelebt zu
ſben, gibt aber zu, von ihm indirekt ſehr viele Vorteile gehabt zu
lben. Eine Frage des Vorſitzenden, ob Grans gewußt habe, daß
Haar=
nann junge Männer tötete, verneint Grans. Das Fleiſch, das er bei
ärarmann geſehen habe, ſtammte von einem Pferdeſchlächter. Grans
Slärt, Schlächter=Karl nicht zu kennen. Auf Wunſch des Oberſtaats=
„altes wird feſtgeſtellt, daß ſich die Spitzeldienſte
Haar=
nranns auf vier bis fünf Fälle beziehen und daß er nie im Auftrage des
Lolizeipräſidiums, ſondern privatim, auf Anregung des Kommiſſars
) üller handelte. Von der Polizei hat er nie eine Belohnung erhalten,
idern nur von den Geſchädigten.
„Nunmehr werden
die Einzelfälle der Opfer Haarmanns
Sandelt. Zunächſt kommt Fritz Rothe, Hannover, an die Reihe, der
et dem 25. September 1918 vermißt wurde. Bei der Erörterung der
Snzelheiten der Mordtat wird die Oeffentlichkeit ausgeſchloſſen.
Nach Wiederherſtellung der Oeffentlichkeit kommt der Fall des
oeiten Opfers Haarmanns zur Verhandlung. Es handelt
uv um die 17jährige Franke, Berlin. Haarmann erklärt ſofort,
rege ihn zu ſehr auf, daß ſoviele Frauen da ſeien; ſie ſollten raus=
„chen. Franke wird ſeit dem 12. Februar 19B3 vermißt. Auf
Emzelheiten will ſich Haamann nicht mehr beſinnen können. Während
hrarmann weiterhin behauptet, daß der Schrank, in dem die Leiche
Cegen hat, offengeſtanden habe, als Grans kam, beſtreitet letzterer
ſes. Haarmann habe immer ſelbſt den Schlüſſel zum Schranke
ge=
ubt. Vorſitzender: Haben Sie auch noch die Leichen in den Schrank
ge=
t, nachdem er nicht mehr verſchließbar war? Haarmann: Ja, da
zirig ja die Geſchichte erſt los. Wenn ein Opfer da war, das tot war,
ing Grans immer ans Fenſter.
Grans beſtreitet erneut Leichen in der Wohnung Haarmanns
ge=
en zu haben. Im weiteren Verlauf der Vernehmung gibt Haarmann
daß er Grans erzählt habe, wie er ſein erſtes Opfer umbrachte. Er
mit Grans ſehr intim geweſen. Dann wird Haarmann aufgeregt
u d ruft: „Ich bitte, ſofort auch Witkowski zu verhaften. Er und
—ans haben Hennies ermordet. Das war ich nicht!” Grans
be=
tteitet das und erklärt, Frau Engel ſei Zeuge, daß er den Mantel
S Hennies von Haarmann gekauft habe. Haarmann ſchildert darauf
Fall Hennies und erzählt: „Eines Morgens, als ich nach Hauſe kam,
Be ich die Leiche des Hennies in meiner Wohnung in der Roten Reihe
Funden.” Wogegen Grans erzählt, Witkowski habe die Wohnung in
roten Reihe nicht betreten. Haarmann erklärte nochmals aufs Beſtimm=
Te, daß er Hennies nicht umgebracht habe und führt aus, daß die an
Hen=
s begangene Tat ein Mord ſei, während er nicht gemordet habe.
leinend erklärt er weiter: „Daß ſolche Lausbuben mich zum Opfer
nacht haben, iſt gemein.”
Darauf tritt eine Pauſe von einer halben Stunde ein. Um 1,25 Uhr
rden die Verhandlungen wieder aufgenommen, und es wird die
Ver=
nchmung über den Fall Franke fortgeſetzt. Auf eine Anfrage des
Smatsanwaltes erzählt Haarmann, wie Grans nachts bei ihm ans
ßiriſter anklopfte, als er noch mit der Leiche Frankes beſchäftigt war.
rans bleibt auf wiederholte Vorhaltungen bei der Behauptung, daß
die Leiche nicht geſehen habe, auch nicht im Schranke. Nunmehr
ummt der Fall des 16½jährigen Schulze=Golshorn, der ſeit dem
ärz vermißt wurde, zur Verhandlung. Haarmann erkennt Schulz
Bilde nicht wieder. Es wird Schulzes Anzug hereingebracht,
baarmann erklärt, es ſei ihm, als ob er dieſen Anzug gekauft
* Der Maſſenmord von Haiger.
Der Haiger Maſſenmord hat durch das Geſtändnis Angerſteins eine
mehr als ſeltſane Wendung genommen. Er hat zwar bis jetzr nur erſt
Tat zugeſ anden, ein umfaſſendes Geſtändnis konnte er noch nicht
ſakegen, da zu ſeiner ſchweren Verletzung noch eine Bauchfellentzündung
hinzugetreten iſt. Tappte die Kriminalpolizei auf Grund der Ausſagen
Angerſteins zu Anfang noch im Dunkeln, ſo lenkte ſich plötzlich der
Ver=
derhr gegen ihn ſelbſt, als bei Unterſuchung des umliegenden, friſch
ge=
ügten Feldes keinerlei Fußſpuren feſtgeſtellt wurden. Auch bei den
Cfichen fand man verſchiedene Haare, die mit denen Angerſteins
über=
eirſtimmten; ja, ſchließlich entdeckte man ſogar noch Fingerabdrücke, die
n Grund eingehender Unterſuchungen als die Angerſteins feſtgeſtellt
rden konnten. Gleichzeitig ergaben die Nachforſchungen in Haiger
ſelbſt allerlei Material, das Angerſtein ſtark belaſtete und keinen Zweifel
m hr darüber ließ, daß er die Tat ſelbſt ausgeführt hat.
Unklar allerdings iſt noch, wie der Mörder vorgegangen iſt.
Wahr=
ceinlich hat Angerſtein zuerſt ſeine im Bett liegende Frau getötet und
deun die übrigen Perſonen einzeln in das Haus gelöckt und durch
furcht=
brre Beilhiebe und Stiche mit einem Hirſchfänger getötet. Nachdem
die acht Perſonen umgebracht waren, ging Angerſtein in den Keller, holte
Aenzol, übergoß ſein Privatbureau fingerhoch damit und begab ſich
ein auch in das obere Stockwerk, wo er das gleiche Manöver vornahm.
Die dort angeſtellten Erhebungen ergaben nun, daß Angerſtein
nrhmittags, wahrſcheinlich ſchon nach vollbrachter Tat, in einem Laden
uggeblich für „ſeine liebe Frau” zwei Tafeln Schokolade kaufte. Dann
ung er in ein Inſtallationsgeſchäft und kaufte ſich ein Taſchenmeſſer.
S in dritter Gang war nach einer Buchhandlung. Vermutlich wollte
Angerſtein durch dieſe Beſorgungen den Verdacht von ſich ablenken; er
eging aber den Fehler, zu verſchiedenen Perſonen, auch zu einem
Pelizeibeamten, von dumpfen Ahnungen zu ſprechen, daß zu Hauſe
twas paſſiert wäre. Inzwiſchen war die Dunkelheit hereingebrochen,
und Angerſtein begab ſich wieder in ſein Haus zurück. Dort hat er dann
derin Brand angelegt, wahrſcheinlich aber in der Aufregung vergeſſen,
urch im Parterregeſchoß das Benzol anzuzünden, ſo daß dieſer Raum
nllſtändig unverſehrt blieb. Dann muß ſich Angerſtein vor das Haus
ngeben und ſich ſelbſt einen Stich in den Unterleib, der die
Magen=
nde verletzte, beigebracht haben. Bei ſeiner Vernehmung durch den
S aatsanwalt gab er an, daß er auf dem Rückwege von der Poſt vor
ſemer Haustüre von einem großen ſtarken Mann überfallen worden ſei.
Deſe Angabe irritierte im erſten Augenblick die Kriminalpolizei; es
ge=
ſarig aber doch dann außerordentlich ſchnell, ihn als den Täter zu
ent=
even.
Der Fall Angerſtein iſt zwar ein Ereignis ungewöhnlicher Art, doch
ennt die gerichtsärztliche Literatur Fälle, die mit dem jetzigen eine
auf=
allende Aehnlichkeit haben. Im Jahre 1868 hat ein holſteiniſcher
Zruernburſche Timm Thode acht Hausgenoſſen: Vater, Mutter,
Schwe=
tr, vier Brüder und ein Dienſtmädchen, ermordet und hinterher das
brus angezündet. Auch die beiden großen Wachthunde hatte er beſei=
. Ein ähnlicher Fall liegt noch gar nicht lange zurück; es handelt ſich
er um die Schreckenstat des Lehrers Wagner in Degerloch bei
Mühl=
heuſen. Dieſer ermordete am 4. September 1913 ſeine Frzu und vier
ſmder. Am nächſten Tage begab er ſich nach Mühlhauſen, wo er unter
derr Paſſanten auf offener Straße ein Blutbad anrichtete, von denen er
acht niederſchoß und elf verwundete. Wagner wurde ohne weiteres als
Prran iker erkannt und in die Irrenanſtalt gebracht. Ob es ſich bei
Argerſtein ebenfalls um einen Geiſteskranken handelt, wird der weitere
V rlauf der Unterſuchung ergeber
Segen stittdt
die Frau durch Kaiser’s
Brust-Caramellen mit
dem 3 Tannen. Sie
ver-
ibtdamit sich. Husten
Heiserkeit,
Verschlei-
muing, Keuchhusten,
Brust- und
Rachenka-
tarrh und beugt Er-
Dosen 80 Pfg , aber nie offen
kältungen vor. Beweise:
7000 not. beglaubigte
Zeugnisse von Aerzten u
A Prinzten. Von Millionen
* im Gebrauch.-
Apetittan-
regende, feinschmeckende
Bonbons. Zu haben in
Apotheken, Drogerien u.
wo Plakate sichtbar. Nur
in Paketen zu 30 Pfg.,
Lass, Siesich nichtsanderes aufreden, (V,12427
Samstag, den 6. Dezember 1924.
Seite 17.
Reich und Ausland.
40. Kongreß Deutſcher Oentiſten in Erfurt.
B. Die vom 28. bis 30. November tagende und von Delegierten der
Landes= und Großbezirke, auch aus den beſetzten Gebieten ſtark beſchickte
40. Generalverſammlung des Reichsverbandes Deutſcher Dentiſten
er=
ledigte eine Reihe wichtiger, auch die Allgemeinheit intereſſierenden:
Fragen.
Zur Begrüßung des Kongreſſes hatten ſich verſchiedene Vertreter
der Behörden uſwv. eingefunden. So Oberbürgermeiſter Dr. Mann,
Regierungsrat v. Kuhnhardt als Vertreter des Regierungspräſidenten,
Verſicherungsdirektor Zenker, Stadtrat Dr. Jakobi, Stadtſchulrat Dr.
Gutſche, Stadtverordnetenvorſteher Flache, Berufsſchuldirektor Schacht,
der Vorſitzende des Betriebskaſſenverbandes Dünkler; Volberth,
Fräu=
lein Grammann, Vorſitzende des Krankenkaſſenverbandes weiblicher
An=
geſtellten.
Ferner als Vertreter des Reichsverbandes Oeſterreich. Zahntechniker
deſſen Präſident Otto Buſch und der Vizepräſident Frz. Weber.
Hierauf begannen die Beratungen der Kommiſſionen bzw. der
Delegiertenverſammlung.
Neben der Bereitſtellung beträchtlicher Mittel zum Ausbau der
periodiſchen Fachliterarur (Deutſche Dentiſtiſche Wochenſchr.) ſtand
der Ausbau einer Anzahl von Berufsſchulen und Fortbildungsinſtituten
(Berlin, Karlsruhe, München, Frankfurt a. M., Kiel uſw.) zur
Be=
ratung. Die Berufsſchulen ſind zum größten Teile bereits beſtehenden
ſtädtiſchen Gewerbeſchulen angegliedrt und bilden eine ganz
außerordent=
lich wertvolle Unterſtützung und Ergänzung der fachmänniſchen
Aus=
bildung. Die Fortbildungs=Inſtitute dienen der Ausbildung in der
eigentlichen Zahnbehandlung bzw. der Fortbildung der jungen Dentiſten
zu Aſſiſtenten.
Einen weiteren wichtigen Punkt der Tagesordnung bildete die
ſtaat=
liche Prüfung der Dentiſten als Zulaſſungsbedingung zur
Kranken=
kaſſenbehandlung (8 123 der Reichsverſicherungsverordnung). Als
Mit=
glieder der ſtaatlichen Prüfungs=Kommiſſionen fungieren im allgemeinen
ein höherer Medizinalbeamter, ein Zahnarzt und zwei Dentiſten.
Ueber die Ausſichten im Dentiſtenberuf äußerten ſich die Delegierten,
die infolge des außergewöhnlichen Zuſtroms ehemaliger Offiziere uſw.
zur Zahnheilkunde eingetreten geweſene Ueberfüllung infolge
Abwande=
rung aus dem Beruf nun wieder etwas zurückgegangen iſt, ſodaß jungen
Leuten mit guter Schulbildung und Luſt und Geſchick zu feineren
tech=
niſchen Arbeiten die Möglichkeit geboten erſcheint, ſich ſpäter als Dentiſt
aber im Intereſſe derjenigen jungen Leute, die dieſen Beruf ergreifen
wollen, ſich bei der Standesorganiſation Deutſcher Dentiſten über eitte wünſcht ſein, wenn ſie nicht gleichzeitig ein Beweis dafür wäre, daß
etwa anzunehmende Lehrſtelle vorher zu erkundigen, damit nicht dugch
ungeeignete Lehre ſpäter Unannehmlichkeiten auftreten. Das Gen Fral
ſekretariat des Reichsverbandes Deutſcher Dentiſten (Bensheim/H ſſen) 1921 noch 350 000, 1922 120 00 und 1923 nur noch 45 000 Tonnen. In
gibt Anfragenden unentgeltlich Auskunft.
Ganz beſonderen Wert legte der Kongreß darauf, durch geeignete
Maßnahmen die Möglichkeit zu ſchaffen, daß auch dem unter der Schwere
der Zeit ganz beſonders leidenden Teil der Bevölkerung, der weder
krankenverſichert noch mit den modernen Verhältniſſen angepaßten
Ein=
künften verſorgt iſt, die Zahnbehandlung im Intereſſe des allgemeinen
Geſundheitszuſtandes zu erſchwinglichen Preiſen geſichert iſt.
Zum Schluß wurde ſeitens des Kongreſſes der Beſchluß gefaßt, für
Aufklärung darüber Sorge zu tragen, daß das Publikum ſich nicht durch
die während die Krieges und der Nachkriegszeit emporgewucherten
Auswüchſe des Berufes und die von dieſen beliebte Reklame leiten läßt,
den teilweiſe bombaſtiſchen Verſprechungen Glauben zu ſchenken.
Ge=
wiſſenhafte, möglichſt ſchmerzloſe und billige Behandluag liegt im
Inte=
reſſe eines jeden Fachmannes und bedürfen derartige
Selbſtverſtändlich=
keiten keiner beſonderen Betonung oder gar Reklauge. Es wird ſeitens
der Standesvertretung die Oeffentlichkeit im eigenen Intereſſe gebeten,
gegenüber allen öffentlichen Reklamen über Zahnbehandlung weite geſuchte Rolf Wilda aus Deſſau verhaftet. Er kam in Begleitung einer
gehendſte Vorſicht walten zu laſſen. Als nächſter Kongreß wurde Kiel
gewählt.
Mit dem Kongreß verbunden war eine große und intereſſante
Aus=
ſtellung von Inſtrumenten, Apparten und Materialien zur
Zahnbehand=
lung, die von faſt ſämtlichen großen Fabriken und Handlungen der
Dental=Induſtrie beſchickt war.
Wohnungsverkäufe des Wohnungsamtes.
S. Frankfurt. Das Frankfurter Wohnungsamt läßt ſich in
vie=
len Fällen für die Ueberlaſſung einer Wohnung eine Abfindungsſumme
zahlen, die manchmal recht hoch iſt und die zur Neuerſtellung von
Woh=
nungen für Unbemittelte verwandt wird. In einer Gerichtsverhandlung
wurde jetzt einmal näher auf dieſe Unterſchiede der Ueberlaſſung von
Wohnungen gegen Dringlichkeitsſchein oder gegen Abfindungsſumme
eingegangen. Ein Kriegsbeſchädigter mit dem Dringlichkeitsſchein hatte
eine Wohnung vom Wohnungsamt gekauft, hatte auch die Anzahlung
ge=
leiſtet konnte aber den Reſt nicht aufbringen, da das Wohnungsamt
4000 Mari verlangt hatte. Das Gericht erklärte ſich mit dieſem
Ver=
jahre des Frankfurter Wohnungsamtes in keiner Weiſe
einver=
ſtanden, da auf dieſe Weiſe nur derjenige eine
Woh=
nung erhalte, der über die nötigen Mittel verfüge und daß hierdurch
beſonders begüterten Ausländern die Möglichkeit gegeben ſei, ſich hier
anſäſig zu machen, während die Einheimiſchen jahrelang vergeblich
war=
ten könn,n. Es ſei merkwürdig, daß die Oeffentlichkeit nicht erfahre, wie
viel Austauſchwohnungen jährlich verkauft würden, welche Wohnungen
nur auf den Dringlichkeitsſchein abgegeben würden und wieviel
Aus=
länder gegen Bezahlung ſich in Frankfurt jährlich anſäſſig, machten. Das
Gericht vertagte die Verhandlung, um dieſe Frage klarzuſtellen,
Deuiſche Ferienkinder in Eſland.
Infolge der wirtſchaftlichen Kriſe, die Eſtland eben zu überſtehen
hatte, war es den dort anſäſſigen Deutſchen nicht möglich, ihre
Gaſtfreund=
ſchaft in demſelben großen Maße, wie im vorigen Sommer, auszuüben.
Die Zahl der Balten in Eſtland iſt eine geringe, es ſind rund 18000
(1,7 Proz.), von denen 7000 auf die Hauptſtadt Reval entfallen.
Die Ferienkinderzentrale des Eſtländiſchen Deutſchen Frauenverbands
faßte dennoch den Entſchluß, 185 erholungsbedürftigen Kindern aus allen
Gauen Deutſchlands einen Sommeraufenthalt zu gewähren. Die
Beför=
derung geſchah größtenteils mit den Dampfern der Stettiner Dampfer=
Kompagnie A.=G., wo ſie koſtenfreie Beförderung und Verpflegung
er=
hielten. Die Kinder wurden im ganzen Lande zerſtreut, und alle haben
ſie den herrlichen Sommer in vollen Zügen genoſſen. Es iſt ſeit
Jahr=
zehnten einer der ſchönſten nordiſchen Sommer geweſen, faſt ganz ohne
Negen. Die kleinen Feriengäſte ſind von den Pflegeeltern in der
herz=
lichſten Weiſe aufgenommen und wie die eigenen Kinder beſchenkt
wor=
den. Die Eindrücke, die die Kinder von dem deutſchen Leben und den
Sitten der Balten gewonnen haben, bleiben fürs Leben, und ich glaube,
daß ſie gerne an die Zeit zurückdenken. Wer einmal den Abſchiedsſzenen
beigewohnt hat, der wird es beſtätigen können.
Der Rücktransport ließ ſich nicht allein durch die Dampfer
bewerk=
ſtelligen. 94 Kinder traten die Heimreiſe zur Se an und der Reſt fuhr
mit einem Bahntransport, zu dem in bereitwilligſter Weiſe von ſeiten
des eſtniſchen Verkehrsminiſteriums koſtenfreie Fahrt in Sonderwagen
gewährt wurde. In Riga hatten die Kinder einen Tag Aufenthalt, wo
ſie in der großen Gilde aufgenommen und verpflegt wurden. Die Gilde
iſt der Zuſammenſchluß der deutſchen Kaufmannſchaft, die ſeit
Jahrhun=
derten beſteht. Bei der Weiterfahrt durch Lettland und Litauen erlebten
die Kinder von ſeiten des litauiſchen Roten Kreuzes eine außerordentlich
freundliche Aufnahme. Während eines Aufenthalts, wo die Kinder
ver=
pflegt wuden, ſpielte ihnen eine Militärkapelle muntere Weiſen vor,
Nach langer Fahrt gelangten alle Kinder wohlbehalten bei ihren Eltern
an. — Sowohl den Balten, als auch insbeſondere der
Ferienkinderzen=
trale, war es eine große Freude, ihr im vorigen Jahr begonnenes Werk
der Nüchſtenliebe weiterführen zu können.
Georg Blosfeld.
Die Kriſe in Schiffahrt und Schiffbau.
Unter der Ueberſchrift „Ein offenes Wort zur Schiffahrts= und
SSchiffbaukriſe”, veröffentlicht die „Kölniſche Zeitung”, aus berufener
Feder eine Darſtellung der ſchweren Notlage des Schiffbaus. An Hand
von Zahlen wird erörtert, um wieviel die Arbeiten auf ausländiſche
Rech=
eine angeſehene und ausreichende Exiſtenz zu erwerben. Dabei liegt es nung bei den Schiffswerften geſtiegen ſind. An und für ſich könne ja eine
Steigerung der Auslandsaufträge für den heimiſchen Schiffbau nur
er=
unſere Werften von den Inlandsaufträgen nicht mehr leben können. Von
Neubauten aus dem Inlande erhielten die deutſchen Reedereien im Jahre
dieſem Jahre erreichen die Inlindsaufträge noch nicht einmal 40000
Tonnen. Der Verfaſſer des Artikels zieht daraus den Schluß, daß wir
heute an einem entſcheidenden Wendepunkte für unſere Schiffahrt und
die deutſche Werftinduſtrie angelangt ſind. Schiffahrt und Schiffbau
brauchen in ihrer Notlage den Staat, man dürfe nicht vor dem Geſpenſt
„Subvention” zurückſchrecken. Das gute alte Prinzip „Alles ganz aus
eigner Kraft in voller Freiheit” könne heute nur noch theoretiſche
Bedeu=
tung haben, weil eben die eigene Kraft nicht mehr hinreicht. Die Lage
ſcheine ſich auf die Frage zuzuſpitzen, ob und wie es ſich ermöglichen läßt,
der Schiffahrt und der Werftinduſtrie durch das Reich langfriſtige und
leicht derzinsliche Kredite zur Verfügung zu ſtellen, um ſie in den Stand
zu ſetzen, ihre Flotte in abſehbarer Zeit auf den Vorkriegsſtand zu
bringen.
Der falſche Harry Piel.
Im Schloßeafé in Magdeburg wurde der ſchon lange ſteckbrieflich
Dame in die Bar des genannten Cafés, gab, ſich als Filmſchauſpieler
Harry Piel aus, verlangte Sekt und lud den anweſenden Geſchäftsführer
zum Trinken ein. Dieſer lehnte aber ab. Kurze Zeit darauf kam der
Kellner zum Geſchäftsführer und teilte ihm mit, daß der angebliche Harry
Piel mit einem Scheck, lautend über tauſend Mark, zahlen wolle. Der
Geſchäftsführer forderte Barzahlung, die ihm verweigert wurde. Man
holte dann einen Schutzmann herbei. Als dieſer das Lokal betrat, kam
ihm der Zechpreller mit einer Larve im Geſicht und einem geladenen
Revolver in der Hand entgegen und forderte ihn auf, ihm den Ausgang
zu zeigen. In dieſem Moment griff ein Gaſt ein. Er faßte den
Ver=
brecher von hinten an den Ellenbogen und warf ihn zu Boden, ſo daß
ein Entrinnen nicht mehr möglich war. Daraufhin wurde der Verbrecher
der Polizei zugeführt. Die Polizei hatte einen guten Fang gemacht.
Wilda hatte Schecks im Werte von 10 000 Mark, unterzeichnet mit „von
Budenhauſen” und „Harry Piel” bei ſich.
Richarda Wagnera ...
Rb. Aus Karlsbad in Böhmen wird uns berichte: Der tſchechiſche
Chauvinismus hat mit der Zuſammenſtellung derneuen Karlsbader
Stra=
ßenbezeichnungen ein Kulturkurioſa geſchaffen, das wert iſt, der
Nach=
welt erhalten zu bleiben. Seit wenigen Tagen gibt es in der
weltbe=
rühmten Sprudelſtadt folgende Straßennamen: „Göthova”, „
Schiller=
ova” Lutherova”, Richarda Wagnera” „Gabelsbergerova” und „Felis
Dahna”. — Aus den Anweiſungen für die Kurfrequenz im Jahre 1924
geht hervor, daß die deutſche Sprudelſtadt Karlsbad aus Deutſchland
und Deutſchöſterreich einen Beſuch aufzuweiſen hatte, der jenen der
tſchechiſchen, ſlawiſchen und überſeeiſchen Länder um ein Vielfaches
über=
traf.
Das neue deutſche Klubhaus in London.
Schlechter Geſchäftsgang der Frankfurter Ortskrankenkaſſe.
8. Frankfurt. Die hieſige Ortskrankenkaſſe zählt 176 000
Mit=
glieder, von denen 3,6 Prozent ungefähr die ſtändige Krankenziffer
bil=
den. Dieſe 6300 Perſonen bedeuten für die Kaſſe eine ſehr ſtarke
Be=
laſtung, da ſich der Krankenſtand des vorigen Jahres z. B. auf 3000
Per=
ſonen hielt. Infolge des doppelten Krankenſtandes ſind die Ausgaben
für Krankengeld, ärztliche Pflege und Arzneimittel ſo hoch, daß die Kaſſe
in den letzten Monaten erhebliche Beträge aus ihren Reſerven entnehmen
mußte. An eine Herabſetzung der Beiträge, die augenblicklich ſieben
Prozent des Arbeitsverdienſtes betragen, iſt daher nicht zu denken, da
ſchon ſo das Defizit eines Monats über 100 000 Mark hinausgeht. Die
Kaſſe führt ihre ſchlechte Lage auf die allgemeine wirtſchaftliche Lage
zu=
rück, da immer noch ſehr viel Kurzarbeit herrſcht, beſonders ſei die
Ver=
ſicherungsgrenze bei einem monatlichen Einkommen von 200 Mark zu
niedrig bemeſſen, da jetzt wieder viele Angriffe durch neue
Gehaltser=
höhungen ausſcheiden. Zunächſt werden daher die Beitragsleiſtungen der
freiwilligen Mitglieder, die 14 Prozent des Geſamtbeſtandes ausmachen,
erhöht werden, da dieſe einen verhältnismäßig ſehr niedrigen Beitrag
zahlen. Dabei iſt ſtatiſtiſch nachgewieſen, daß beſonders die weiblichen
freiwilligen Mitglieder die Kaſſe viel ſtärker belaſten als die
Pflichtmit=
glieder. Von Wichtigkeit iſt beſonders die Tatſache, daß am 1. Dezember
eine neue Verordnung der Reichsregierung in Kraft tritt, wonach in
Zu=
kunft keine Erwerbsloſenbeiträge zu zahlen ſind für die Hausangeſtellten,
die in der häuslichen Gemeinſchaft des Arbeitgebers aufgenommen ſind.
Die Zukunft des transatlantiſchen Zeppelinflugverkehrs.
DD. Berlin. Ueber die Abſichten und Pläne zur Ausgeſtaltung
des internationalen Zeppelinflugverkehrs wird uns geſchrieben:
Das Schickſaal der Zeppelinhalle in Friedrichshafen hat die geſamte
Oeffentlichkeit der Welt in der letzten Zeit in beſonderem Maße
intereſ=
ſiert. Der Proteſt, der nach der erſten ſo wohl gelungenen Amerikafahrt keit haben, worauf hierdurch beſonders hingewieſen wird.
des „3 R. 3” faſt in der ganzen Welt gegen eine Zerſtörung der Halle,
wie ſie die Franzoſen auf Grund des Verſailler Vertrages fordern, laut
geworden iſt, ſcheint den Erfolg gehabt zu haben, daß an eine Zerſtörung
vorläufig nicht mehr im Ernſt gedacht wird. Der Gedanke eines Luft= ein glücklicher Gedanke. Doppeltes Gold wird alſo durch den in
vor=
ſchiffverkehrs zwiſchen Europa und Amerika macht inzwiſchen weitere
Fortſchritte. Es ſteht feſt, daß Amerika dem Gedanken eines
regelmäßi=
gen Verkehrs ſehr ſympatiſch gegenüberſteht. Es iſt jedoch unmöglich,
daß ſich Amerika allein finanziell an einem derartigen Unternehmen
be=
erforderlich. Es kann vorerſt noch keiner das Riſiko übernehmen und die
Initiative ergreifen. Zunächſt iſt ein wöchentlicher Poſtverkehr zwiſchen
Amerika und Deutſchland geplant. Erſt ſpäter wird ſich ein erfolgreicher fehlen, die der Körperpflege den letzten Abſchluß, dem gut angezogenen
Paſſagierverkehr ermöglichen laſſen. Um dem breiten Publikum einen
derartigen Luſtverkehr zu ermöglichen, müſſen erſt 40 bis 50 gelungene
Fahrten ausgeführt ſein. Es iſt ferner die Gründung einer deutſch= turm, Dr. Dralle’s Birkenwaſſer u. a.
ſpaniſchen Geſellſchaft beabſichtigt, die den Verkehr zwiſchen Spanien
und Argentinien bewerkſtelligen ſoll. Beſonders jetzt nach der Z. R.3”= daß ſeine Gaben immer willkommen ſind, Freude bringen und den
Fahrt mißt man dieſem Projekt in Spanien das allergrößte Intereſſe
bei. Auch eine deutſch=engliſche Luftſchiffahrtsgeſellſchaft, die den Verkehr
nach Indien leiten ſoll, liegt im Bereich der Möglichkeit. Deutſchland iſt
bereits vor einem Jahr aufgefordert worden, ſich an einem ſolchen Unter= liebe fremde Parfümerien. Sie ſollen angeblich beſſer ſein als deutſche.
nehmen zu beteiligen. Der gleichfalls viel erörterte transſibiriſche Ver= Daß dadurch die Arbeitsmöglichkeiten bei uns ſich verringern, deutſches
kehr iſt techniſch nicht gut möglich, da das Luftſchiff eine Höhe nehmen
müßte, die praktiſch nicht im Bereich der Möglichkeit liegt. Ein Verkehr Erwägungen ſpielen keine Rolle. Aber eine Tatſache, auf die
hinge=
von Petersburg nach Irkutſk iſt allerdings ſehr gut denkbar: Auch für wieſen werden muß, ſollte doch Eindruck machen: Weshalb kauft das
Polarfahrten und Forſchungsreiſen eigne ſich das Luftſchiff der Zukunft,
das um dieles größer ſein wird, als „3. R. 3‟. Die atmoſphäriſchen
Be=
dingungen für den Polarflug ſind außerordentlich günſtig, ſo daß man
innerhalb von acht Tagen eine Hin= und Rückreiſe bequem zurücklegen die deutſchen Marken, die der verwvöhnte Ausländer gern kauft, auch
kann.
Der deutſche Klub in London, der jetzt eine Mitgliederzahl von über
700 in London anſäſſigen Deutſchen hat, verlegte kürzlich ſein
Haupt=
quartier von Kenſington nach einem mehr zentral gelegenen Punkte der
Stadt, — und hat ſich nun zwiſchen Strand und Themſe in der Nähe
des Savoy=Hotels eingerichtet. Die neuen Räume des Klubs liegen
tat=
ſächlich ſo nahe bei dieſem Hotel, daß die Mitglieder, wenn ſie nach der
durch Radio weitergegebenen Muſik der Savoykapelle tanzen, auch
gleich=
zeitig die Muſik aus dem Ballraum ſelbſt, hören können, wenn ſie die
Fenſter öffnen.
Ein literariſcher Zirkel iſt die letzte Errungenſchaft des deutſchen
Klubs. G. Bernard Shaw wird am 4. Dezember dort über St. Joan
ſein vielbeſprochenes Schauſpiel ſprechen, das jetzt auch in Berlin gege=
ben wird.
Die Opfer des Erdbebens in Batavia.
DD. London. Nach den letzten Meldungen aus Batavia ſind bei
dem Erdbeben etwas 90 Menſchen ums Leben gekommen.
e stehen
Koferrh-
Bonbons
virkenden Zusafz,
Eeſchäft iches.
Anläßlich des Weihnachts=Verkaufs gibt die Fa. J. Rehfeld an die
Kunden Theaterkarten, welche für die erſte Vorſtellung des
Weihnachts=
märchens „Das Chriſtkindlein” am Samstag, den 13. Dezember, Gültig=
Gold wert iſt das richtige Präparat für zerrüttete Nerven und zur
allgemeinen Kräftigung. Gold wert iſt aber auch eine gute Idee oder
liegender Nummer abgedruckten Ideenwettbewerb der Firma F. A.
Ruthemann, Waltershauſen, Thür., geboten. — Wer greift da nicht zu!!
„Womit erfreue ich meine Lieben zum Feſt?” Im Zeichen dieſer ewig
teiligt. Die deutſche Beteiligung iſt ſchon aus pſychologiſchen Gründen alten und ewig neuen Frage ſteht die Weihnachtszeit. — Mannigfaltig in
Art und Umfang ſind die Gaben, je nachdem üppig oder beſcheidener,
aber auf keinem Weihnachtstiſche ſollte eines jener angenehmen Dinge
Menſchen die letzte perſönliche Note geben: Dralle’s Lavendelwaſſer
und Lavendelſeife, Parfümerie Poppy oder Illuſion im Leucht=
Der Name „Dralle” gewährleiſtet dem Schenkenden das Bewußtſein,
Empfänger nie enttäuſchen.
Und noch eins:
Weite Kreiſe der deutſchen Damenwelt kaufen immer noch mit Vor=
Geld ins Ausland fließt, die Zahlungsbilanz ſich verſchlechtert, ſolche
Ausland deutſche Parfümerien, ſogar in recht großen Mengen?
Sollte ſich nicht auch die deutſche Damenwelt bekehren laſſen von
dem alten Vorurteil und zum mindeſten den Verſuch machen, ob nicht
ihrem Geſchmack genügen?
mit derm Sntiseetisch
[ ← ][ ][ → ]Seite 18.
Gottesdienſtliche Anzeigen.
Evangeliſche Gemeinden.
2. Adventsſonatag, den 7. Dezember 1924.
Stadtkirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
gle=
berger — Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Heß. —
Abends 5 Uhr: Abendgottesdienſt mit Feier des heil. Abendmahls,
Pfarrer Vogel.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9 Uhr vormittags bis 3 Uhr
„nachmittags zu ſtiller Andacht geöffnet. Eingang: Nordtüre.
Stadtkapelle: Vorm. 8½ Uhr: Morgenandacht. Pfarrer Vogel,
— um 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß. — Um 1114 Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarrer Kleberger.
Schloßkirche: Vorm 10 Uhr: Haupegottesdienſt mit Feier des heil
Abendnals. Pfarcer Zimmermann. — Um 11½ Uhr:
Kindergottes=
dienſt. Pfarrer Zimmermann.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Heß.
Gemeindehaus (Kiesſtr. 17) Mittwoch, den 10. Dez., abends 6 Uhr:
Bibelſtunde über Lied 33. Pfarrer Vogel — Freitag, den 12. Dez
abends 8½ Uhr: Gemeindeverein der Markusgemeinde: Vortrag des
Profeſſors Pfannmüller über: „Das Wiedererwachen des
Buddhis=
mus im Geiſtesleben der Gegenwart”. — Sonntag, den 14. Dez abends
8 Uhr: Familienabend der Markusgemeinde. Muſik und Deklamation.
Teebewirtung.
Martinskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Reinhardt. — um 11 Uhr: Kindergottesdienſt für den Weſtbezirk.
Pfarrer D. Waitz. — Abends 6 Uhr: Predigtgottesdienſt. Pfarraſſiſt,
Müller. Feier des heil. Abendmahls mit Vorbereitung. Anmeldung
von 16 Uhr an in der Sakriſtei. — Montag, den 8. Dez., abends
8 Uhr im Gemeindehaus: Lichtbildervortrag über: „Weihnachten in
Bildern alter und neuer Meiſter”. Pfarrer D. Waitz. — Mittwoch,
den 10. Dez; abends 8 Uhr im Martinsſtift: „Bibelſtunde (8. Gebot),
Pfarrer Beringer.
Altersheim: Vorm. ½10 Uhr; Pfarraſſiſtent Müller.
Johanneskirche: Samstag, den 6. Dez., abends 8 Uhr:
Jugend=
gottesdienſt der evangeliſchen Jugendgemeinſchaft — Sonntag, den
7. Dez, vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt Pfarrer Goethe. (Kollekte
für den Samariterverein.) — Um 11½ Uhr: Kindergottesdzenſt —
Abends 5 Uhr: Pfarrer Marx. Feier des heil. Abendmahls mit
Vor=
bereitung. — Abends 8 Uhr im Gemeindehaus: Adventsfeier des
Frauenvereins. Teekarten zu 50 Pfg. bein Kirchendiener. —
Diens=
tag, den 9. Dez abends 8 Uhr im Gemeindehaus:
Monatsverſamm=
lung des Männervereins. Lichtbildervortrag von Studienrat Dr. Better,
über: „Deutſches Volkstum in Sie enbürgen‟. Entritt frei. Gäſte
willkommen. — Mittwoch, den 10. Dez, abends 8 Uhr: Bibelſtunde
im Gemeindehaus. Pfarrer Goethe.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. P arraſſiſtent Nürnberger. — Um 11 Uhr:
Kindergottes=
dienſt. Pfarraſſiſtent Nürnberger. — Abends 6 Uhr:
Abendgottes=
dienſt. Pfarrer Wagner.
Bauluskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Rückert.
— Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Rückert.
Nachtwachen) übernehmen die Brüder (Diakonen) der
Männertranken=
pflege=Station im Evang. Männerheim, Forſtmeiſterſtr, 9. Fern=
ſpreiher 2883.
Stiftskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Miſſ. Bellon.
— Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. — Evang.
Sonntagsver=
ein (Chriſtl. Verein junger Mädchen). Sonntag, nachm. von 4 bis
7 Uhr: Vereinsſtunden (Jugendſonntag). — Donnerstag, den 11. Dez.,
abends 8 Uhr: Betſtunde.
Samstag, den 6. Dezember 1924.
Ebang. Stadtmiſſion Mühlſtraße 24): Sonntag, vorm. 7½ Uhr:
Hofmiſſon. — Um 9 Uhr: Gebetsſtunde. — Um 11½ Uhr:
Kinder=
gottesdienſt — Nachm. 2½. Uhr: Bibelbeſprechſtunde für Jünglinge.
— um 3½ Uhr: Bibelſtunde. Pred Semmel. Thema: „Aufregung
in der Stadt” (Matth. 21, 10). — Abends 8 Uhr: Lichtbildervortrag
Blaukreuz. — Montag, abends 8½ Uhr: Werbeabend
Kriegerdank=
bund. — Dienstag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde für Jünglinge und
Gebetsſtunde für Jungfrauen. — Mittwoch, nachm 4 Uhr: Kinderbund
für Knaben und Mädchen. — Donnerstag, abends 8½ Uhr:
Bibel=
ſtunde. Pred. Semmel Thema: „Der gelöſten Zunge Lobgeſang”
(Luk 1, 67). — Freitag, abends 8 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde — Abends
8½ Uhr: Bibelſtunde in der Stadrmädchenſchule (Beſſungerſtraßel. —
Samstag, abends 8 Uhr: Poſaunenchor. — Fugendbund für E. C.,
Mühlſtraße 24: Sonntag, vorm. 7 Uhr: Weiheſtunde — Um 9 Uhr:
Weißkreuzſtunde für Fünglinge. — Nachm. 4½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde
für Jungfrauen. — Dienstag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde. —
Mitt=
woch, abends 8½ Uhr: Freundeskreis=Bibelſtunde. — Donnerstag,
abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für Fünglinge. — Samstag, abends 8 Uhr:
Orcheſter.
Vereinigung chriſtl. Eiſenbahner, Mühlſtr. 24, Samstag,
den 6. Dez abends 6 Uhr: Bibelbeſprechſtunde.
Ehriſtlicher Verein junger Männer Larmſtadt, E.V.,
Alexander=
ſtraße 22 (Infanrerie=Kaſerne, 1. Hof links): Sonntag, den 7.
Dez=
abends 8½ Uhr: Heimabend (nur für junge Männer). — Dienstag,
abends 8½ Uhr: Bibelſtunde für Haupt= und Jugendabteilung. H.
Paſche. — Donnerstag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde im
Familien=
kreiſe. Miſſ. Rottmann. — Samstag, abends 8½ Uhr: Wochenſchluß.
— Das Heim iſt geöffnet: Täglich ab 7½ Uhr abends, außerdem
Sonntags von 3—6 Uhr nachmittags.
Wartburgverein Darmſtadt (C. V. J. M.). Vereinslokal:
Ge=
meindehaus der Martinsgemeinde, Liebfrauenſtr. 6 (Mollerſtr. gs). gung des Wortes Gottes. — Mittwoch, den 10. Dez, abends 83 1.,
Wir verweiſen unſere Mitglieder auf die Veranſtaltungen des C. V.
J. M., Alexanderſtr.
Chriſtlicher Jugendverein Darmſtadt (Dieburgerſtr. 26, I.):
Sonn=
tag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde. — Um 10 Uhr: Kirchgang — Nach= ſation. — Donnerstag, den 11. Dez., abends 8½4 Uhr: Bibelſtun!
mittags 3 Uhr: Gemütliches Beiſammenſein. —Abenos 8½4 Uhr: Mit= Prediger Erhardt.
glieder=Verſammlung. — Montag, abends 8½ Uhr: Stilles
Beiſam=
abends 8½ Uhr: Bibelſtunde für Angehörige (Offenb. Joh., Apotheker
Winter). — Donnerstag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde für junge
Männer (Kandidat der Theol, Lautenſchläger. — Samstag, abends
8½ Uhr: Poſaunenſtunde.
Katholiſche Gemeinden.
Sonntag, den 7. Dezember 1924.
St. Ludwigskirche: Samstag, nachm. 4 Uhr und abends 8 Uhr:
Beichtgelegenheit.
Sonntag, vorm. 16 Uhr: Beichtgelegenheit — Um 6 Uhr:
Rorate=
amt. — Um 7 Uhr: Heil Meſſe mit Predigt. — Um 8 Uhr:
Sing=
meſſe mit Predigt und Kommunion des Männerapoſtolates. — Um
Häusliche Pflege von kranken Männern (Aushilfe am Tage und 9½= Uhr: Hochamt mit Predigt. — Um 11 Uhr: Singmeſſe mit Nieder=Ramſtädterſtr. 13): Sonntag, den 7. Dez, vorm. 10½ Un
Prebigt. — Nachm. ½3 Uhr: Chriſtenlehre und Roſenkranz=
Bruder=
ſchaftsandacht und Prozeſſion. — An allen Werltagen, vorm, 612 Uhr: 1o. Dez, abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Jedermann willkommen.
Rorateamt.
Kavelle der Barmherzigen Schweſtern: Sonntag, vorm. 127 Uhr:
Heil. Meſſe. — Um 6 Uhr Roſenkranzandacht.
Kapelle in der Waldſtraße: Sonntag, vorm. 7 Uhr: Heil, Meſſe. 8 Uhr: Eine beſondere Verſammlung.
Kapellſe in Nieder=Ramſtadt: Sonntag, vorm. ½10 Uhr:
Hoch=
amt mit Puedigt.
f
Rummer 339;
St. Eliſabethenkirche: Samstag, nachm, um 5 Uhr und aben)
8 uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Sonntag, vorm. von 6 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Um 17 Uhr: Frühmeſſe. — Um 8 Uhr: Heil. Meſſe mit Predigt
Generalkommunion der Jünglinge und des Männerapoſtolates. —
91= Uhr: Hochamt mit Predigt. — Nachm. 2 Uhr: Adventsandst
St. Martinskapelle am Herdweg: Samstag, nachm. von 5—7
und abends von 8—8½= Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Sonntag, vorm. 6½ Uhr: Beichte. — Um 7½ Uhr: Heil. Meſſe.
Um 794 Uhr: Predigt. — Um 8½ Uhr: Heil Meſſe. — Um 91 —I
Hochamit und Predigt. — Nachm. 2 Uhr: Chriſtenlehre. — Um 21. 11
Andacht.
St. Fidelis in der Waldſtraße (Kapelle der Engliſchen Fräulenu
An allen Sonn= und Feiertagen morg. 8 Uhr: heil. Meſſe und Preb
Kirche zu Eberſtadt: Samstag, nachm. 5 Uhr, und abends 8 1y
Beichtgelegenheit.
Sonntag, vorm. 746 Uhr: Beichtgelegenheit. — Um ½7 Uhr: Fr.,
meſſe — Um 9½ Uhr: Hochamt mit Predigt. — Nachm, 132 11
ehriſtenlehre, — um 2 Uhr: Andacht.
Provinzial=Pflegeanſtalt bei Eberſtadt: Montag, morg, ½8 m.
Heil. Meſſe und Prebigt.
Kapelle zu Pfungſtadt: Sonntag, vorm. 7 Uhr:
Beichtgeleg=
heit. — Um 7½ Uhr: Hochamt und Predigt.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Ehriſtliche Verſammlung (Waldſtr. 18): Sonntag, den 7. De
vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 4½ Uhr: Verkümt
Gebetsſtunde. — Freitag, den 12. Dez., abends 8½4 Uhr: Bibelſtun.”
Evangeliſche Gemeinſchaft (Eliſabethenſtraße 44): Sonntag, Sy
7. Dez., nachm. 2 Uhr: Sonntagsſthule. — Abends 8 Uhr: Evangnel
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40): Sonnt=.
menſein. — Dienstag, abends 8½ Uhr: Singſtunde. — Mittwoch, den 7. Dez vorm 1410 Uhr: Heiligungsſtunde. — Abends. 8 Un,
Evangeliſationsverſammlung. — Dienstag, abends 8 Uhr: Bibelſtunn,
— Freitag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde.
Gemeinde der Siebententags=Adventiſten, Mauerſtr. 5, I.: Fro
tag, abends 8 Uhr und Samstags, vorm. 110 Uhr: Oeffentl.
Gote=
dienſt. — Sonntag, abends 8 Uhr: Religiöſer Vortrag.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtr. 1.
Sonntag, den 7. Dez., vorm 10 Uhr: Bibelſtunde. Pred. Wei
hold=Worms. — Um 11 Uhr: Sonntagsſchule (derſelbe). — Nach=r
4 Uhr: Predigt. Prediger „Zeinhold — Donnerstag, den 11.
De=
abends 8½ Uhr: Gebetsſtunde. Jedermann iſt herzlich eingeladen.
Kirche Feſn Chriſti der Heiligen der letzten Tage (Darmſtac.
Sonntagsſchule. — Abends 71 Uhr: Gottesdienſt. — Mittwoch en
Die Heilsarmee, Schulzengaſſe 3: Sonntag, vorm. 10 Uhr: Heiü
gungs=Verſammlung. — Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. — Aben!
Methodiſtengemeinde (Frankfurterſtr. 3): Sonntag, den 7. De
fällt der Gottesdienſt aus.
Vertr.; 1. Medde &. Co. Darmstadt, Waldstr. 7. zussota
Schweizer
Armbanduhrenund
Taſchenuhren
in Qualitätsausführung
ſehr preiswert bei
Ad. Kolb, Darmstadt
Eliſabethenſtraße 31.
Hausuhren, Zimmeruhren
ſchöne Wecher.
Mitglied u. Vertreter der Deutſchen Uhrmacher=
Genoſſenſchaft „Präziſion” Glashütte
(3 eigene Fabriken).
(16497
Ein ſeltenes Ereignis
iſt es für jeden Menſchen, wenn er in
die Lage kommt, ſich Möbel kaufen
zu müſſen. Deshalb ſollten Sie den
Weg nicht ſcheuen und ſich das reich.
haltige Lager der „Hausrat”
Gemein=
nützigen Möbelverſorgung G. m. b. H.
anſehen. Sie erhalten alles in
ge=
diegener und geſchmackvoller
Aus=
führung auf langfriſtige Teilzahlung,
bei geringer Anzahlung. „Hausrat”
G. m. b. H., Heidelbergerſtraße 129
(Halte elle der Straßenbahnlinien
6 und 8), Telephon 1025. (9011a
Heſſ. Landesverein für Toten=Einäſcherung
Einladung
zur Mitglieder=Verſammlung am Mittwoch, 10. Dezbr., nachm.
6 Uhr, im Kaiſerſaal Darmſtadt kleines Zimmer).
Tages=Ordnung:
1. Bericht des Vorſitzenden.
2. Kaſſenbericht und Feſtſetzung des Mitgliedsbeitrags.
3. Eingabe an die Bürger meiſterei.
4. Wahl des Ausſchuſſes.
Der Vorſitzende:
San. Rat Dr. Heil.
desrgsansitusran
muss sich die nebenstehende Packung
ein-
prägen, in der allein die Feinkost-
Marga-
rine „Schrsan im Blauband” geliefert wird.
Sie ist undbertrefflich für Küche
und Haushalt und entspricht den
höchsten Anforderungen des
ver-
nölnten Geschmackes.
Preis 50 Pfennig
das Halbpfund.
la Kernleder reibriemen Marke „Eber‟
Rund- und Kordelschnüre,
Näh- und Binderiemen
Leder-Menschetten
Leder-Dichtungs-Scheiben
und Ringe
Textil-Treibriemen
Kamelhaar, Baleta,
Baum-
wolle, Gummi ete.
Hanfriemen Marke Trlumpf
Treibriemen-Leder, Sattler
Leder, Portefeuille-Leder,
Möbel-Leder
Gummi- u. Asbest-
Fabri-
kate, Platten, Schläuche
Packungen
Maschinen-Oele u. Fette
Treibriemenwachs
Riemenverbinder
Riemenspanner
Holzriemenscheiben!
gangbare Dimensionen
stets auf Lager
e ehen
ersiklassige Erzeugnisse.
MARNE EBER.
Erste Eberstädter
Freibriemenfsbrik Georg Baler, Eberstadt b. D.
Fernsprecher Eberstadt 304
(7774a)
Alicestrasse 9.
Pension Lnternstionale-Darmstadt
Saalbaustr. 72 (z6t44sdt Telephon 2489
Henzeitl behagl einsericht. Pamilienheim
Zimmer mit und ohne Verpflegung
für länger, od. vorübergeh. Aufenth.
Zentralheieg, Bad 4 Mällge Prelse
Bes.: Frin. I. I.
I. Conzelmann
vom Guten das Beſte.
Verſäumen Sie nicht, vor Kauf meine
Preiſe einzuholen.
(16515a
— Zahlungserleichterung —
L. Waldschmitt
Darmſtadt — Hölgesſtr. 1.
AW. ZIMMERMANN
Beerdigungsgeſchäft
Georg Beſt
Bismarckſiraße 21
Fernruf 987
7156a
DARMSTADT
Grafenſtr. 21 (nächſt Rheinſtr.)
Damen=Küte
in großer Auswahl ( 36083sm
Hüte und Pelze werden umgearbeitet.
Anna Berſch
Schuchardſtr. 18, Darmſtadt.
BMELI A-G HalaEe wein-
EAIN2 A.BhElA
BREINEREI U LIKOgEABRlK
BERLiNt SM 6g
De
EGeorg v. Olnhauſen:
EWaldſchmidtſtr. 95 / Frankfurt a. M. / Telephon H. 6311/125
Abteilung I
ESegeltuche aller Art
I— Wagendecken, Waggondecken.
Auch Leihanſfalt
s Zelte aller Art. (l. 6186
La
Abteilung II
Laſt= u. Lieferautomobiles
neu u. gebraucht, 1, 2, 3 u. 55
Tonn. Tragkraft. Große Aus=S
wahl. Lagerbeſuch lohnend. 2
A
erhalten Sie bei mir zu
konkurrenzloſen
O Neſin 8
und weitgehenden
Leilzahlungen
nur in der
Grafenſtraße 26
m1. Siock
neben der Stadikaſſe
Rein Laden!
Sonntags geöffnet.
„ooooSSecadTodtdonittc
Ia Oberheſiſche Wurſtwaren
Gervelatwurſt. ff. in Rindsdarm, Pfd. Mk. 1.30
Mettwurſt, zum Roheſſen
„ 150
Rollſchinken, 5 bis 10 Pfund”.
„ 128
Sveck, mager, feſt geräuchert .
„109
Preßkopf. rot (Fuldger).
„ 1489
Vogelgberger Schwartemagen . . „140
Lieferung erfolgt gegen Nachnahme
Wiederverkäufer wollen Offerte einholen
Wilhelm Schlörb, Sohn
Fabrik feiner Fleiſch= und Wurſtwarer:
Schotten (Heſſen.) (WVuGgis
seitertesrtrsses
Reſtpoſten
Eigaretten
Goldmundſtück, 100 Stück . . . . 90 *
Aigarren
4, 5, 6 J und höher
in Kiſten zu 10, 25, 50 und 100 Stück
R. B.
(Reichsbanner)
Zigaretten
in ſchwarz, rot, goldner Staniol=Packung
3. 4 und 5 3.
Jabakhaus „Havanna”
Darmſtadt, Magdalenenſtr. 1
neben der Apotheke 2äatt
Rummer 830.
Samstag, den 6. Dezember 1924.
Seite 19.
TÖT
AN
Sprechmaschinen
und Schallplatten
ven, Gräfmeslien
Apparate und
Schallplatten (sosa
31 Rheinstrasse 31
Ant18- ar der r4. 4arr Arnotd & sohn
Pianofabrik, Darmstadt, Erbacherstrasse.
Söe8
26
aus eigner Röſtung, täglich friſch
/ im Großen — im Kleinen /
ff. Weihnachtsgebäck
Gg. Hax
Brot= und Feinbäckerei
Darmſtadt, Rückertſtr., Ecke Martinſtr. Tel. 1357.
(* 36120
D!
Glückauf
Handels= und Bergbau G. m. b. H. Frankfurt a. M.
Telephon Maingau 2017
Feuerbachſtr. 7
Zum Konzern der Zeche Emſcher Lippe
(Friedr. Krupp A.=G.) gehörig
empfiehlt ſich zur prompten Lieferung aller Sorten
für Hausbrand und Induſtrie. (16150a
Auch Braunkohlenbriketts aus Mitteldeutſchland jede
Menge prompt lieferbar.
Anfrage erbeten.
Hermannſtr. 29
Tocſtelgein kiupy Darmſtadt
Gründliche Ausbildung im Haushalt,
Wiſſenſchaften, Schneidern,
Wäſche=
nähen und Handarbeiten Cz535öems
Für 15. Januar 2 Plätze frei!
Das Bessere ist
des Guten Feind!
Verlangen Sie, dass in hr Fahrrad die
A
das neue Modell K 24
mit Lamellen-Bremse
eingebaut wird. Sie ist die neueste, beste und
absoluf zuverlässigste.
Leichtester Lauf und sicherste Bremswirkung.
Bequemes Auswechseln des Hinterrades.
Zu beziehen durch alle Fabrrad-Handlungen!
tempelwerk Frankturt am Mein-Süd
Qualitäts=Möbel!!!
Sehr billig!!! (15548a
Komplette Speiſezimmer
Mr. 450, 580, 750, 980, 1150
Komplette Herrenzimmer
Mr. 590, 720, 850, 980, 1100
Schlafzimmer, mit Marm., 180 Schrank
Mk. 590, 750, 890, 1050, 1200
Komplette Küchen, natur laſiert,
ſchöne Formen . Mk. 250, 350, 450
Zahlungserleichterung —
K. Klenk * Darmſtadt
Möbelfabrik
Landwehrſtraße 31 u. Kranichſteinerſtrage 37
Praktiſche
Weihnachts=Geſchenke
Radfahrer
zu billigſten Preiſen.
Kinderfahrräder
22 u. 25 ℳ
Rieſenbälle
für Kinder 1,50, 1,75
u. 2 ℳ (16450fs
Fahrradhaus
Gg. Hahn S Co.
adt
Gr. Ochſengafſe 12
Unterzeichnete Firmen empfehlen zu
billigſt geſtellten Preiſen
ihre ſelbſtgefertigten
Derhmäcin Arten
als:
ff. Marzipan: in Würſten, Broten, Torten, Herzen, Früchten,
Kartoffeln, Brenten uſw.
ff. Honigkuchen: in verſchiedener Aufmachung, Baſler
Leckerli, Makronen, Haſelnuß=, Elieſen=,
Schofo=
laden=Tebkuchen uſw.
ff. Weihnachtsgebäck: Anis, Buttergebackenes,
Pfeffer=
nüſſe, Spekulatius, Zimtſterne, alle Arten
Makro=
nen= und Haſelnußgebäck, aus beſten Mandeln und
Haſelnüſſen hergeſtellt.
Außerdem:
Reichliche Auswahl in Pralinen und Desserts, loſe und
gepackt, Bonbonieren und Geſchenk=Packungen, nur führende
Marken in allen Preislagen. — Christbaumbehang und
Kaufladenartikel. Mürnberger Lebkuchen von
Haeber=
lein 8 Meßzger. Liqueure, Weinbrand und
Punsch-
essenzen. In hervorragender Güte empfehlen wir zum Feſt
Christstollen ſowie alle Arten Kuchen und Torten.
Die Beſiellungen werden aufs Pünktlichſie ausgeführt
W. Barth, Grafenſtraße 27
K. Baur, Karlſtraße 113
V. Brückner Ww., Hoffmannſiraße 1
F. R. Eichberg, Inh. R. Tenz,
Rheinſtraße 26
L. Graßmann, Wilhelminenſtraße 6
K. Güll, Soderſtraße 16,
16159a
Ecke Mühlſtraße
W. Haurn, Heidelbergerſtraße, Ecke
Sandbergſtraße
F. Hecker, Inh. H. Löblein,
Soderſtraße 2
L. Reinfurt, Schulſiraße 4
M. Schnitzler, Wilhelminenplatz 2
E. Schütz, Luiſenſtraße 10
Gg. Schwarz, Ludwigsplatz 4
O. Wolff, Mathildenplatz 6
UNION
Deutsche Verlagsgesellschaft
Stuttgart / Berlin / Leipzig / Wien
Lauet aif Seitgase
Kür die Hausbibliothek:
A.F. Beckers Weltgeſchichte. 6. Aufl.
Text, eiwa 1900 Abbldungen. 7 Doppelbände.
Ganzleinen Gm. 74.—, Halbleder Gm. 130.—
Kulturgeſchichte des deutſchen
Von Rudolf Quanter, 763 Seiter
Bolkes. mit 221 Abbildungen und 8 Kunſt
beilagen. In Ganzleinenband Gm. 18.—
In ſedem Hauſe müßte dieſe Kulturgeſchſchte der
eigenen Nation einen Platz haben.
Bocks Buch vom geſunden und
18. Auflage. Mit
kranken Menſchen. 152 Abbldungen,
18 ein= und mehrfarbigen Tafeln. Geb. Gm. 14.—
Eine Sammlung
Die Bücher der Frau. bes Notwendigen,
Praktiſchen und Schönen für die gebildete
Frauen=
welt. Jeder Band gebunden Gm. 4.50,
Doppel=
bände Gm. 7.50
1ſ2. Die Frau, was ſie von Körper und
Kind wiſſen muß. 3. Wege zur
Frauenſchön=
heit. 4. Billiges Haushalten. 5. Die Erziehung
des Kindes zur Geſundheit und
Arbeits=
freudigkeit. 6. Die gebildete Frau. 7. Zu
Dauſe und in der Geſellſchaft. 8. Die
er=
fahrene Frau im häuslichen Wirkungskreiſe.
9/10. Geſunde Küche. Mit 1216erprobten Rezepten.
Beliebte Romane:
ſJakob Schafner, Das Wunderbare
Roman. In Ganzleinen gebunden Gm. 6.—, in
Dalbleder gebunden Gm. 12
Vonan.
Georg Engel, Die Mauer. In
Ganz=
leinen gebunden Gm. 5.50
E. Marlitts Ausgewählte Romane
Ungekürzte Original=Ausgabe. Das Geheimnis
der alten Mamſell. Das Heideprinzeßchen.
Reichsgräfin Giſela. Die zweite Frau,
Goldelfe. Dieſe 5 Bände in Ganzleinen
ge=
bunden, in ſchöner Geſchenkkaſſette Gm. 20.—
Ein=
zeln jeder Band Gm. 4.—
Kür die Jugerd:
Der Gute Kamerad. 39. Jazrgang.
rierte Knabenzeitun
Das Kränzchen. 31. Jahrgang.
Illuſtrierte Mädchenzeitung.
Alle Wochen ſe 1 Hefi. Jede Zeitung
vierteljähr=
lich Gm. 2.40, einzeln ſedes Wochenheſt 20 Pf.
Ein=
tritt in das Abonnement lederzeit.
Phyzſikaliſches Experimentierbuch
Von Richard Beißwanger.
für Kngben. Anleitung zum Experimentieren
und zur Selbſtanfertigung der nötigen Apparate.
Mit 216 Abbldungen. Gebunden Gm. 5.—
Von Sophie
Jungmädelgeſchichten. Kloerß. Mit
einem zweifarbigen Titelbild und 10 Textbldern.
7.—10. Auflage. Gebunden Gm. 5.50
Von Dr. Thaſ=
Griechiſche Heldenſagen. Klo von
Scheffer. Mit 111 Abbildungen und 8
Kunſt=
bellagen. Geb. Gm. 7.50
Eines der ſchönſten und wertvollſten Geſchenkbücher
für die Jugend.
Friedrich Bilhelm Waders
Erzäh=
eiDorado. Miſt 17 Einſchaltbildern.
lungen. Gebunden Gm. 7.50. 1 Die Tote
Stade / Der letzte Atlantide / Im Lande
der Zwerge Nach den Mondbergen / Ophir
Wunderwelten / Oranſehof ! Der König
der Unnahbaren Berge Die Meffingſtadt.
JederBand mit mehrfarbigem Titelbild und 8
Ton=
druckbldern. Gebunden ſe Gm. 6.80
Erzählung für Knaben.
Der gelbe Haiſiſch. BonBietorHelling.
Bildern. Gebunden Gm. 5.50
Erzählung für Mädchen.
Banderdünen. Von Elſe Steinkeller.
Mit 26 Bildern. Gebunden Gm. 5.50
ind andere Erzählungen. Von
Der Ruhin griedrich Hebbel. Mit 5
Bil=
von E. Kutzer. In Ganzleinenband Gm. 3.—
und andere Erzählungen. Von Adal=
AbDiAS bert Stifter. Mit 6 Nadierungen von
Ferdinand Stgeger. In Ganzleinenband Gm. 4.—
Daagez
Weihnachtsſchlager! Ein prächtiges Geſchenk für jedermann:
Eine Wanderung
Das bayeriſche Hochland mit Salzburg und Innsbruck. durch deutſches
Alpengebiet. 152 der ſchönſten Landſchaftsbilder in Tiefdruck. Mit Text von Dr. A. Drever,
Querguartformat, Ganzleinenband nach einem Original von Ernſt Platz. Preis Gm. 20.—
Wer die erhabene Bergwelt ſah und eine würdige Erinnerung daran beſitzen möchte, wer die
Berge als ſeine Heimat verehrt und liebt, wer dem Bergſport huldigt im Sommer oder Winter,
wer für künftige Reſen Pläne machen will, der ſindet in dieſem Album ſeltene Schäge und neinſtes
künſtleriſches Genießen.
Kataloge über Haus= und Geſchenkbücher, ſowie Romane,
Novellen und erſtklaſſige Jugendliteratur von der
Union Deutſche Verlagsgeſellſchaft in Stuttgart
koſtenfrei
Zu haben in allen Buchhandlungen
2teil. Puppenſtube 1 faſt neues Fahrral
zu verkauf. Wiener= ſof. zu verk. Darmſt.,
ſtraße 59, pt., Darm= Donnersbergr. 30, pt.
ſtadt, (e85887ds
(*36127)
Gut erhalt.
Peddig=
rohr=Sitz=Liegewagen
zu verkauf. Darmſt.
Lindenhofſtr. 13, pt.
Eine gute Küche 12ſlamt. Gasher)
bill. zu verk. (*36076
Näh. Geſchäftsſtelle.
Tchmeckt Ihr Pfeifehen?
Dann prob eren
Hicht ganz?! . Sie mal
Jede VAUEN=Pfeife iſt eigens dazu
ge=
macht, Ihnen reſtloſe Befriedigung,
Ge=
nuß und Freude am Rauchen zu
verſchaf=
fen. Wir unterziehen die aus beſtem,
alt=
abgelagerten Bruyéreholz ſorgfältig
ge=
arbeitete VAUEN-Pfeife einem ſpeziellen
Prozez und einer beſonderen
Impräg=
nation, ſodaß vom erſten Zug an nicht nur
ein angenehmes und wohlbekömmliches,
ſondern entſchieden genußreiches
Tabak=
rauchen gewährle ſtet iſt. Aber kaufen S e
keine VAUEN=Pfeife ohne eingeprägte
Schutzmarke VAUEN. (I1 Nch. 15335
Unterſtützt die heimiſche Induſtrie. —
Bevor Sie ſich für den Kauf eines
Motor=
rads entſchließen, beſichtigen Sie unſere neue
Aufte BeftorU
Maſchine, Modell 1925, mit dem
ſieg=
gewohnten Columbus=Motor 250
ccm. 7,5 P28. Bremsleiſtung, mit
Dreigang= Getriebe, Kichſtarter und
Kettenantrieb.
Zum Zwecke der Popularität haben wir
die Siegesmaſchine von der
Zuverläſſigkeits=
fahrt durch Bergſtraße und Odenwald am
Sonntag den 23. 11. 24 in dem beſtbekannten
und leiſtungsfähigen Sporthaus Hch. Beher,
dahier, Rheinſtraße, einige Tage
aus=
geſtellt.
(16232is
Motorradwerk
Gebr.
Darmstadt, Darmstraße 10.
Telephon 3015
Sportweſten Strickleidung
Kinder= und Winter=Garnituren
kaufen Sie am billigften in der
Maſch.=Strickerei Braunwarth
i. Hauſe d. Heilsarmee h. d. Schwimmbad
(1533( a)
SKonfektion s
Arbeitskleider und Herrenartikel
kaufen Sie billigſt bei (11645a
Bleichſtr.
G. Magsam, Nr. 53.
gtandige Laſtautofahrten
nach allen Richtungen
ſowie Be= u. Entladen
v. Waggons, auch kleine
Fnhren werden
an=
genommen
Prompte Bedienung
Friedrich Löchel
Darmſtadt
(14600a
Arheilgerſtr. 63 : : Telephon 270
eite!
aller Art zu bill. Preiſen
mit Zahlungserleichterung.
Sonntags geöffnet.
Darmſtadt, Alte Niederſtr. 25, I.
(* 35997fs1)
Z c7e
Sie kaufen
Hammelfleiſch
zum Kochen und Ragout
Pfd. 20 Pfennig
zum Braten
Pfd. 80 Pfennig
Köpfe 4 Leber = Lunge
von friſcher Schlachtung
zum billigſten Tagespreis
Eche Wald= und Saalbauſtraße
T
(*3618
Seite 20.
O
H.=B.
Eliſabethenſtr. 421.St.
Darmſtadt —
erhalten Sie
Damen= U. Herren=
Mantelkleider
Koſtüme
Koſfümröcke
Sportweſten
Sport= und
Cutawahhoſen
owie
Knabenanzüge
unter erleicht. Zahlungsbedingungen
Ein Verſuch ſehr lohnend.
Es ladet höflichſt ein
Wilh. Oidzuhn=
Sonntags geöffnet.
KKf
Samstag, den 6. Dezember 1924,
Nummer 339.
Samstag, ebnntag. Montag
estra billiger Sonderverkauf von
Sportweſten.
Maſch.=Strickerei im Hauſe d.
Heils=
armee, hinter dem Schwimmbad. (*36092
Hemden nach Maß
itzenstrasse 5 —
Taschentücher, Trikotwäsche
(15500a
Kaufen Sie Ihre Weihnachtsgeſchenke
wo Sie wollen
Nähmaſchinen
und
Fahrräder
gegen bequeme Teilzahlung, aber nur bei
Fr. Gütting, Schuchardſtr. 10.
Darmſtadt.
(163372
O2
Apfelwein ..
Johannisbeerwein, ſüß . . . 0.90
22er Edesheimer Weißwein 0.80
Deutſcher Rotwein von 1.20 an
22er OppenheimerSchloßberg 1.80
die Flaſche mit Steuer ohne Glas (14800a
Bowlen=Sekt mit Steuer . . . 2.40
Weinbrand, Arrac, Rumu.=Verſchn.
agespreis
beſte Qualität ſtets zum billi
Martin Jahn
Pallaswieſenſtraße 30 Tel. 305
Warum
wählen Sie ſo lange?
Eine gute Photographie ist das beste
Weihnachts-Geschenk. Bestellungen
werden frühzeitig erbeten. (*35971fs
Photogr. Atelier
Hoffmann, Darmstadt,
Zimmerstrasse 3.
Fuhrleiſtungens
aller Arl erledigt bei billigſter Berechnung
Kies=Induſtrie * Darmſtadt
Inhaber: Ludwig Enes
Tel. 1551 Darmſtadt Beſſungerſtr. 69
Deamte und An=
geſtellte
erhalten von Lebensmittelgeſchäft,
welches nur la Qualitätsware liefert,
gegen monatliche Abrechnung
Paren.
7
Anfragen unter R 119 an die
Geſchäftsſielle ds. Blattes. (36117
Deſſenn. Bahter
Derfammräng
am Samstag, den 6. Dezember
abends pünktlich 7½ Uhr, in der
Turnhalle am Woogsplatz
Es ſprechen:
Reichsinnenminiſter Pizekanzler
SRioARdZ!
und Landtagsabgeordneter
DMAtLOT!
Freie Ausſprache!
Deutſche Volkspartei
(15460=
TOO
Mitt
Lnsskiilnke
amllennUhsen.
90
zarkasdwsichr Gangn!
3
aner wein Lihsonseehhrrmt9
O0
snsrnonsenestsitattennn
DUy.
2
M Anusseers sanranatean
In aſien einschlägigen Seschäften erhältſlcK.
Aufwertung von Spareinlagen
Anmeldungen
von Spareinlagen zur Aufwertung auf Grund der 3. Steuernotverordnung werden
bis 31.Dezember 1924
vorgenommen. — Wer die Anmeldung bis zu dieſem Zeitpunkt verſäumt, verliert
ſeinen Aufwertungsanſpruch. — Anmeldeſielle: Einlagenkaſſe im Erdgeſchoß.
Dienſiſiunden: Vormittags von 8½½— 1 Uhr, nachmittags von 3 — 4½½ Uhr, Samstags
nur bis 12½/, Uhr. Die betreffenden Sparkaſſenbücher ſind bei d. Anmeldung vorzulegen.
Darmſtadt, den 29. November 1924.
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt
Goldene Worte!
„Wir wollen nicht die Vorherrſchaft eines Teiles des
Vol=
kes, nicht die Vorherrſchaft einer Kräftegruppe, ſondern das
Miteinanderherrſchen aller geſunden Kräfte des Volkes”,
Reichskanzler Dr. Marx.
„Die Zentrumspartei iſt die Volksgemeinſchaft im Kleinen,
darin ruht die Kraft unſerer Politik.”
Dr. Marx.
„Ich glaube an eine langſame, aber darum deſto ſtärkere
Feſtigung unſeres inneren Volks= und Staatslebens. Alle, die
mit mir dieſen Glauben haben, mögen den langſamen Weg
Reichskanzler Marx.
mit mir gehen”
„Jeder, der der Entwicklung in Deutſchland ſeit den Tagen
der Revolution gefolgt iſt, muß feſtſtellen, welch große
Aner=
kennung der Zentrumspartei und den katholiſchen politiſchen
Führern gebührt. Die Anerkennung muß man Dr. Marx und
den anderen Zentrumsführern zollen, daß ſie Deutſchland
gerettet haben”.
Politiſche Zeitſchrift „America‟
„Wähler, willſt Du poſitive Arbeit des Reichstages, willſt
Du eine zielklare, beſonnene, und vernünftige Politik, willſt
Du keinen Zick=Zack=Kurs, keinen Rechts=, keinen Linksblock,
dann tritt ein für die Politik der Mitte, die ſich auf die mittlere
Linie des Zentrums ſtützt, wie ſie ſich im Namen Marx
verkörpert”. (Streſemann in Hamburg.)
(16525
Darum ſei die Loſung für den 7. Dezember
Auf! Für Marx und ſein Werk!
Wählt Zentrum!
Feld Nr. 3.
Gelegenheiten.
1 neues Herko=
Motorrad mit
Ge=
triebe und Kickſtarter
1 gebr. D. K. W.=
Sportmodell,
faſt neu,
1 Brennabor=
Herrenrad,
1 Brennabor=
Damenrad,
beide kaum benutzt,
abzugeben. (16230ids
Carl Lorsch
Fahrzeuge und
Reparaturwerkſtätte
Darmſtadt
Pankratiusſtraße 2½
Telephon 1613.
Natur lackierte
Küchen.
äußerſt günſtig.
Gebrüder Lang
Darmſtadt
Mühlſtr. 26. (148104
Gritzner
Näh=
maſchinen
Oualitätserzeug=
nis erſten Ranges.
Ueber 3 Million.
i. Gebrauch, große
Auswahl. Billigſte!
Preiſe.
Zahlungser=
leichterung. Vertr;
Benz & Co.
Grafenkraße 20/22.
Aſſ0
Preiswerte (15547
Weihnachts=
Geſchenke:
Rauchtiſche, Teetiſche
Serviertiſche
Blumenkrippen
Friſiertoiletten
Einzelmöbel
in I. Qualität billigft
Möbelfabr. K. Klen
Darmſt. , Landwehrſt. 31
Zahlungserleichterung.
Vonie
Blüten=, Schleuder=,
garant. rein, 10 Pfd..
Büchſe franko ℳ 10.50
halbe ℳ 6.— Nachn
0 Pfg. mehr.
Fiſcher=
ehrer, em., Imkerei,
Honigverſ., Oberneu-
und 81. Kr. Bremen
(I. Bln. 15096)
Kohlen
Holz
Briketts
liefert in Fuhren u
Zentner (15491a
Ph. Heleine
Darmſtadt,
Wiener=
ſtraße 65. Tel. 1234
Motor= u. Fahr
rad=Beleuchtung
empfiehltkonkurrenz=
los billig (13518a
Fahrradhaus
Bg. Hahn & Co.
Broße Dchſengafſe 12
Fell=
Vorlagen
zu ſehr bill. Preiſen
wieder eingetroffen.
Sonntags geöffnet.
Darmſtadt
Ulte Niederſtraße 2.
Triumph=
Motorräder
ſofort billigſt
lieferbar (uauca
J. Dongesk Wieſt,
Aus den Amtsverkäündigungen des Kreisamts
Darmſtadt und den Bekanntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 Zehnmarkſchein, 1 kleines
Taſchenmeſſer mit braunem Stiel. 1 blauer;
1 ſchwarzer und 1 grauer Kinderhandſchuh.
1 ſchwarzes Kinderhandtäſchchen. 1 Paar
braune Kinderturnſchuhe. 1 braunes
Kin=
derpelzmützchen. 1 grauer
Herrenpelzkra=
gen. 1 ſilbernes Bröſchchen (Muttergottes=
und Heilandbild). 1 brauner gefütterter
Herrenglacéhandſchuh. 1 weißer rohſeid.
Schal. 1 Vorſchlagkette (1 Meter). 1 Paar
braune Damen=Autohandſchuhe. 1
Damen=
ſchirm (modern). 1 kleines grüngeſtrichenes
Büſtengeſtell. 1 Nickelbrille. 1 ſchwarzer
und 1 roter langer Tropfen=Ohrring in
Silberfaſſung. Eine Anzahl verſchiedene
Schlüſſel. 1 ſchwarzes Kindertäſchchen mit
Taſchentuch. 1 gelbſeidener Schal. 15 Mk.
in Hartgeld, 1 grüngeſtrichener
Fenſter=
laden (vor 14 Tagen). — Zugelaufen: Ein
junger grauer Wolfshund 1 junger
rot=
brauner Dackel. 1 kleiner Rehpinſcher. Ein
weißes Kätzchen mit dunklen Flecken. Ein
roter Fuchshund. 1 brauner Baſtardhund.
Sonntagsdienſt und Nachtdienſt in
den Apotheken Darmſtadts: Es verſehen
den Sonntagsdienſt und in der Woche vom
5. Dez. bis einſchließlich 13. Dez. den
Nachtdienſt die Apotheke am Juſtizpalaft,
Bismarckſtraße 9, die Einhorn=Apotheke,
Kirchſtraße 10½
Einträge in das Handelsregiſter B:
Am 1. Dezember 1924: Tabakwaren=
Vertriebsgeſellſchaft mit
beſchränk=
ter Haftung in Darmſtadt: Durch
Be=
ſchluß der Geſellſchafter vom 21.
No=
vember 1924 iſt die Geſellſchaft
aufge=
löſt. Ludwig Beutel, Kaufmann in
Darmſtadt, iſt zum Liquidator beſtellt;
am 2. Dezember 1924: Heſſiſche
Lan=
deshypothekenbank,
Xktiengeſell=
ſchaft in Darmſtadt: Landesbankdirektor
Emil Baſtian iſt aus dem Vorſtand
aus=
geſchieden.
(16504
Darmſtadt, den 4. Dez. 1924.
Amtsgericht Darmſtadt I.
Die Lieferung von etwa 300 ehm
Pflaſterſteinen
zur Herſtellung der Zufahrtsſtraße am
Lämmchesberg, Schul=, Kirchſtraße und
Sackgaſſe in Eberſtadt b. D. ſoll
ſub=
miſſionsweiſe vergeben werden.
Ange=
botsunterlagen ſind beim
Gemeindebau=
amt erhältlich. Die Angebote ſind
ver=
ſchlofſen mit Aufſchrift „Pflaſterſtein=
Lieferung” verſehen bis ſpäteſtens
Don=
nerstag, den 18. Dezember 1924,
nachm. 3 Uhr, bei der Bürgermeiſterei
Eberſtadt abzugeben.
(16479
Eberſtadt, den 4. Dez. 1924.
Heſſ. Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
Verſteigerung vonZiegenböcken.
Montag, den 8. ds. Mts., vorm.
11 Uhr, werden im hieſigen Faſelſtall
7 überzählige
Ziegenböcke
öffentlich meiſtbietend verſteigert.
Griesheim, den 5. Dezbr. 1924.
Heſſ. Bürgermeiſterei. (16494
Maſſchwein= Verkauf.
Mittwoch, den 10. ds. Mts., vormitt.
11:, Uhr, ſoll im hiefigen Faſelſtall ein
der Gemeinde gehöriges, ſchweres,
gut=
gemäſtetes Schwein öffentlich verſteigert
werden.
(16528
Pfungſtadt, den 4. Dezember 1924.
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
Schwinn.
Spultet, Sorſicht:
Benützt zur Anmeldung Eurer
auf=
zuwertenden Forderungen (
Sparkaſſen=
guthaben uſw.). um Eure Rechte auf
alle Fälle zu wahren, nur das vom
Hypothekengläubiger= und Sparerſchutz=
Verband herausgegebene
Anmeldungs=
formular.
(16491
Mit Merkblatt ſind zu haben für
10 Pfennige: Im Verkehrsbüro,
Zei=
tungsverkäufer Werner, Hauptpoſt,
und Buchhandlung Säng, Kirchſtraße.
6. Dezember 1924
Dndersbtett
Nr. 339
Wirtſchaftliche Rundſchau.
*fm. Die Lage des Arbeitsmarkts in Baden, iſt ſich
Sgenüber der Vorwoche faſt völlig gleich geblieben. Die Zahl der
Er=
veerbsloſen verminderte ſich um 264. Die Zahl der Arbeitsſuchenden iſt
rund 90 zurückgegangen. In der Landwirtſchaft war, bedingt durch
die vorgeſchrittene Jahreszeit, die Vermittlertätigkeit naturgemäß
ge=
n—ng. Die Induſtrie der Steine und Erden hatte ſtellenweiſe ungedeckten
edarf an Marmorhauern und =Schleifern. Auch in der
Metallindu=
fie wurden Facharbeiter eingeſtellt. Auch nach Elektromonteuren,
Blech=
ern und Inſtallateuren beſtand Nachfrage. Die Lage der Schwarz=
Bälder Uhreninduſtrie und der Pforzheimer Schmuckwareninduſtrie blieb
Umverändert. Auch in der Möbelinduſtrie, Tabak=, Leder= und
Papier=
unduſtrie beſteht Nachfrage nach Arbeitskräften, ebenſo im Spinnſtoff=
Swerbe, im Bau= und Bekleidungsgewerbe. Im Gaſtwirtsgewerbe
da=
gegen hielt das Ueberangebot von Arbeitskräften an.
Efm. Die Vertretung der badiſchen Wirtſchaft bei
dien Pariſer Verhandlungen. Auf Grund des Voranſchlags
deer Handelskammer für die Kreiſe Karlsruhe und Baden iſt als
Sach=
terſtändiger für die deutſch=franzöſiſchen Wirtſchaftsverhandlungen
H aufmann Martin Elſas, Vorſtandsmitglied der Handelskammer für
Karlsruhe und Baden, in Paris eingetroffen.
Verſicherungsweſen.
Erwerbsgeſellſchaften.
w. Gebr. Roſenberg, Holz=A. G., Köln a. Rh. Die
ßerordentliche Generalverfammlung dieſer Geſellſchaft wurde in dem
C=ilvahauſe in Berlin, Friedrichſtraße 23, abgehalten. Sie genehmigte
zie vorgelegte Goldmarkeröffnungsbilanz für den 1. Januar 1924, die ein
Aermögen der Geſellſchaft von 700 000 Goldmark aufweiſt. Sodann iſt
beſchloſſen worden, das Grundkapital von 50 Millionen Papiermark auf
7r0 000 Goldmark zu ermäßigen. Die Ermäßigung erfolgt dadurch, daß
de Zahl der Aktien auf 35 000 und ihr Nennbetrag auf je 20 Goldmark
zerringert wird. Auf 10 alte Aktien über je 1000 Papiermark kommen
ſ mit 7 neue Aktien über je 20 Goldmark. Weiter wurde beſchloſſen, das
” rundkapital um bis 1 Million Goldmark durch Ausgabe von
Stamm=
aStien zu je 100 Goldmark nom., die auf den Inhaber lauten und die
25 1. Januar 1925 dividendenberechtigt ſein ſollen, zu erhöhen. Das
ge=
ſrtzliche Bezugsrecht der Aktionäre wird ausgeſchloſſen. Die jungen
Arktien werden einem Konſortium übergeben, deſſen Zuſammenſetzung
) urd Führung der Vorſtand beſtimmt, das die Aktien zum Kurſe von
windeſtens 100 Prozent zeichnen und mit ihnen nach Weiſung verfahren
ſU. Inſoweit die Kapitalserhöhung bis zum 31. Dezember 1925 noch
necht durchgeführt iſt, gilt ſie als geſcheitert. Die durch die Umſtellung
wotwendig gewordenen Satzungsänderungen wurden genehmigt und der
ufſichtsrat zur Durchführung der Aenderungen ermächtigt.
Banken.
Der Reichsbankausweis.
Im Zuſammenhang mit den Ultimoanſprüchen ſtieg die
Wechſel=
anlage der Reichsbank nach dem Ausweis vom 29. November um
1.9 auf 2290,2 Millionen Reichsmark, wobei zu berückſichtigen iſt, daß
dre Summe der rediskontierten Wechſel gleichzeitig um 33.4 auf 397.6
ATillionen Reichsmark abnahm. Die Lombardforderungen veränderten
ſich kaum. Die Zahlungsmittelanforderungen waren wie zu den
vorher=
ghenden Monatsſchlüſſen recht bedeutend. An Banknoten und
Nenten=
brukſcheinen zuſammen floſſen in der Berichtswoche 442.9 Mill. Rm. (
ge=
gen 496,6 Mill. in der letzten Oktoberwoche) ab. Der Umlauf an beiden
Ceeldzeichen ſtellte ſich Ende November insgeſamt auf 3543 Mill. Rm.,
Xd. i. um 44 Mill. höher als Ende Oktober d J. Der Notenumlauf allein
nahm in der Ultimowoche um 313.1 auf 1863.2 Mill. zu. Die Beſtände
der Reichsbank an Rentenbankſcheinen gingen im ganzen um 229.8 auf
2 2.8 Mill. zurück, und zwar wurden 129.8 Mill, in den Verkehr
gege=
hen. Der Rentenmarkumlauf wuchs demgemäß auf etwa 1680 Mill.,
nährend rund 100 Mill. zur Rückzahlung auf das Darlehn der
Reichs=
brnk bei der Rentenbank verwandt wurden. Da außerdem weitere 3.1
MMAZill. in Rentenmarkwechſeln an die Rentenbank übergeben wurden,
er=
fuhr das Darlehn eine Verminderung um 103.1 auf 6847 Mill. Die
frmden Gelder gingen zum Monatsſchluß um 200,4 auf 703.9 Mill.
zu=
urck. Die Abnahme erfolgte zum größten Teil bei den öffentlichen
Crithaben; die von privater Seite für den Ultimo benötigten Mittel
u uuden diesmal in der Hauptſache auf dem Kreditwege bei der Bank
uſchafft. Die Goldbeſtände zeigen eine geringe Zunahme um 0.7 auf
25.5 Mill., die zur Golddeckung herangezogenen Deviſenbeſtände eine
ſtAche um 0.2 auf 231.8 Mill. Die Deckungsziffern ergaben im
Zuſam=
nenhang mit der beträchtlichen Vermehrung des Notenumlaufs eine
Abnahme von 44.8 auf 37.3 Prozent für die Notendeckung durch Gold
„Tein, von 598 auf 49.8 für die Notendeckung durch Gold und Deckungs=
Aviſen. — Die Kaſſenbeſtände an Scheidemünzen verminderten ſich um
35 auf 49.5 Mill.
* Aachener und Münchener Lebensverſicherungs=
Aktien=Geſellſchaft. Die bisherige Aachen=Potsdamer
Lebens=
verſicherungs=Akt.=Geſ., die, wie wir bereits berichteten, in die Aachener
und Münchener Gruppe (Aachener und Münchener Feuer=Verſicherungs=
Geſellſchaft in Aachen, Hamburg=Bremer Feuer=Verſicherungs=
Geſell=
ſchaft in Hamburg, Verſicherungsgeſellſchaft Thuringia in Erfurt)
ein=
getreten iſt, hielt in Aachen, im Quellenhof, ihre Generalverſammlung
ab, die über den Papiermarkabſchluß für das Jahr 1923, die
Goldum=
ſtellung und Aenderungen des Geſellſchaftsvertrages zu beſchließen hatte.
Es waren ſämtliche Aktionäre mit allen Stimmen vertreten. Die
Ver=
ſammlung beſchloß einſtimmig im Sinne der von der Verwaltung
ge=
ſtellten Anträge. Das Geſchäftsjahr 1923 ſchließt ohne Gewinn oder
Verluſt ab. Das Kapital wird wie bereits beſprochen, auf 3 Millionen
Goldmark, mit 30 Proz. Einzahlung — 900 000 Mk. umgeſtellt;
außer=
dem verfügt die Geſellſchaft über eine Umſtellungsbarrücklage von rund
300 000 Mk. Der Grundbeſitz der Geſellſchaft beſteht aus zwei
wertvol=
len Geſchäftsgebäuden in Aachen und Potsdam, die einen vorſichtig
ge=
ſchätzten Friedenswert von rund 1 200 000 Mk. haben und mit 50 Proz.
dieſes Wertes — 600 000 Mk. in die Bilanz eingeſetzt ſind. Die
flüſſi=
gen Mittel der Geſellſchaft belaufen ſich auf über 600 000 Mk. Das
In=
wentar iſt auf 1 Mk. abgeſchrieben. Es wurde beſchloſſen, den Namen
der Geſellſchaft, mit Rückſicht auf die Zugehörigkeit zur Aachener und
Münchener Gruppe, in „Aachener und Münchener Lebensverſicherungs=
Aktien=Geſellſchaft” abzuändern. In den Aufſichtsrat der Geſellſchaft
wurden gewählt die Herren: 1. Regierungsvizepräſident a. D. Robert
von Görſchen in Aachen (Vorſitz), 2. Rechtsanwalt Dr. Fritz Besgen in
Aachen (ſtellv. Vorſitzender), 3. Direktor a. D. F. J. Dorſt in Aachen,
4. Fabrikbeſitzer Fritz Heinrigs in Aachen, 5. Fabrikbeſitzer Alfred Jske
in Inden, 6. Fabrikbeſitzer Fritz Neumann in Eſchweiler, 7.
Kommer=
zienrat Arthur Paſtor in Aachen, 8. Dipl.=Ing. Fritz Peters in
Eſch=
weiler. 9. Landrat Hermann Pütz in Aachen, 10. Generaldirektor
Arthur Schweisfurth in Aachen, 11. Direktor M. Schleiermacher in
Hamburg, 12. Generaldirektor Wilhelm Spans in Aachen, 13. Geh.
Juſtizrat, Dr. jur. h. c. Karl Springsfeld in Aachen, 14. Direktor Max
Stock in Erfurt. Ueber den Verlauf des Geſchäfts wurde berichtet, daß
das Neugeſchäft einen günſtigen Aufſchwung genommen hat und nur
über den ſchleppenden Eingang der Prämiengelder zu klagen iſt. Für
die Folge iſt auf der Grundlage der ſtarken Gruppenorganiſation mit
einem erheblichen Anwachſen des Geſchäfts zu rechnen. Mit dem Eintritt
der neuen finanzkräftigen Geſellſchaft auf breiter organiſatoriſcher
Grundlage in den Wettbewerb, wird einem lebhaften wirtſchaftlichen
Be=
dürfnis Rechnung getragen.
Warenmärkte.
w. Amtliche Notierungen der Frankfurter Börſe,
Abteilung Getreide, vom 5. Dezember. (Getreide,
Hül=
ſenfrüchte und Biertreber ohne Sack, Weizenmehl, Roggenmehl und
Kleie mit Sack.) Preis je 100 Kilogr. Weizen, Wetterau 20,50—22,50,
Roggen 20,50—21,50, Sommergerſte für Brauzwecke 24—26, Hafer,
in=
ländiſch 17 50—21,50, ausl. —, Weizenmehl, ſüdd. Spez. 0 35—38,15,
Roggenmehl 31—34, Weizenkleie 13, Roggenkleie 12. Tendenz: ruhig.
w. Berliner Produktenbericht. Die Tendenz des
Pro=
duktenmarktes iſt vorwiegend matt. Weizen war auf handelsrechtliche
Lieferungen vermehrt angeboten. Auch die Auslandsberichte lauteten
ungünſtig. Auch die Preiſe für Roggen wurden durch größere
Ver=
kaufsaufträge aus der Provinz gedrückt. Inlandsabladungen zur
ſofor=
tigen Verfügung waren nur zu billigeren Preiſen verkäuflich. Die erſte
Hand kann die geforderten Preiſe nicht durchſetzen. Von Hafer und
Gerſte waren gute Qualitäten gefragt, die reichlich angebotene
Mittel=
ware war dagegen nicht unterzubringen. Mehl war trotz niedrigerer
Forderungen geſchäftslos. Futterartikel lagen ſtill.
Börſen.
* Frankfurter Börſe vom 5. Dez. (Eigener Bericht.) Von
der heutigen Börſe iſt wenig zu berichten. Man eröffnete u
Aktien=
markt bei ziemlich lebhaftem Geſchäft mit leicht befeſtigten Kurſen, wobei
wiederum Montan= und Chemiewerte beſonders beachtet waren. Irgend
welche ſpezielle Anregungen lagen nicht vor. Nach Feſtſtellung der erſten
Kurſe wurde das Geſchäft etwas ruhiger und das Kursniveau gab auf
Realiſationen zum Wochenende geringfügig nach. Zu den Kaſſekurſen
machte ſich wieder etwas Nachfrage auf den hauptſächlichſten Märkten
geltend, ſo daß zur Einheitsnotiz die Anfangskurſe faſt überall wieder
erreicht und teilweiſe ſrgar wieder überſchritten wurden. An der
Nach=
börſe machte die Befeſtigung noch etwas Fortſchritte. Man hörte um
2 Uhr Anilin 26½½ G., 26½ Br., Höchſter 24,3 G., Deutſch=Luxemburg
78—78½. — Im Freiverkehr waren Ufa ſpät nachbörslich mit 12¼
ge=
ſucht. De= Kaſſamarkt lag überwiegend feſt. Als nennenswert höher
ſind zu erwähnen: Frankfurter Allgem. Verſicherung 72, Gebr. Fahr 7,
Bremen=Beſigheimer Oel 30,5, Ver. Dt. Oel 37, Weiler ter Meer 21¾.
— Der Renkenmarkt war vorbörslich lebhaft und unter ſehr ſtarken
Schwankungen befeſtigt. Im vorbörslichen Freiverkehr wurde ein Kurs
von 875 für Kriegsanleihe geſtreift. Die erſte Notiz ſtellte ſich auf 875.
Im Verlauf gab der Kurs unter anhaltenden Schwankungen etwa auf
835 Md. Prozent nach, um ſich nachbörslich auf 865 Md. Prozent zu
erholen.
w. Berliner Börſenſtimmungsbild. Im
Börſenver=
kehr herrſchte durchweg eine zuverſichtliche Stimmung. Gleich zu
Be=
ginn führten Käufe zu einer Erhöhung des Kursniveaus für nahezu
ſämtliche Gruppen der Induſtriewerte. Angeregt war das Geſchäft
hauptſächlich auf dem Montanmarkte, wo ſchwere Papiere ein bis zwei
Prozent gewannen. Chemiſche und Elektrizitätswerte zogen in
mäßige=
rem Umfange an. Von Maſchinenfabriken fanden nur einzelne Papiere,
wie Augsburg=Nürnberger, Gebr. Böhler und Berlin=Karlsruher
In=
duſtrie größere Beachtung. Deutſche Kaliwerte beſſerten ſich nach der
Bekanntgabe des Umſtellungsverhältniſſes von 5:1. Von Bankaktien
traten nur Diskontogeſellſchaft und Reichsbank durch mäßige Erholungen
hervor. Auch auf dem Schiffahrtsaktienmarkt war das Geſchäft
be=
ſchränkt; nur Hamburger Paketfahrt und Hamburg=Südamerika
ver=
mochten ſich um Bruchteile eines Prozents zu erhöhen. Von den
Bahn=
ktien erfuhren Kanada eine Beſſerung von 1, Proz. Das Umſatzgebiet
der deutſchen Anleihen war bei feſter Stimmung anfangs ziemlich
be=
lebt. Deutſche Anleihe ging etwas in die Höhe und konnte ſich auch
ſpäterhin behaupten. Das Geſchäft wurde allmählich ziemlich ſtill. Die
feſte Stimmung erhielt ſich aber unverändert. Die Börſenkreiſe
verhal=
ten ſich jedoch zurückhaltend, im Hinblick auf die bevorſtehende Wahl und
auch aus dem Grunde, da zum Wochenſchluß wenig Neigung zur
Ein=
gehung neuer Engagements beſteht.
Deviſenmarkt.
Geld
zrief. Kue
eid Vfe
tiert Amſterdam=Rotterdam . 169,89 170.31 i 170.31 voll Brüſſel=Antwerpen ....." 20.97— 21.03— 20.76 20.82— voll Chriſtiania. 62.52— 62.68 62.72 62.88 voll Kopenhagen 74.01— 74.19— 74.06— 74.24— voll Stockholm. 113.06 113.34 112.96 113.24 voll Helſingsfors 17.,54— 10.58— 10.535 10.575 voll Italien".
London 18.22—
19.6)
4.195 18.26—
19.65—
4.205 18.13—
19.63—
4.195 18.17—
19.68—
4.2 5 voll
voll
voll New=Norck Paris.. 23.08— 23.14— 22.97— 23. 13— voll Schweiz 81. 18— 81.38— 81.22— 81.42— voll Spanien 57.93— 58.07— 57 93 58 07 vonl Wien (i. D.=Oſterr. 5.905 5.925 5.9070 5.9270 voll Prag .. 12.64— 12.68— 12.,64— 12.68— vonl Budapeſt. 5.67— 5.69— 5.69— 5.71— voll Buenos=Aires. 1.6086 1.6120 161— 1.6140 voll Bulgarien. 3.065 3.075 3.065 3.075 voll Japan ...... 1.60 8 1.61 2 1.6030 1.6070 von Rio de Janeiro 0.48 4 0.48 6 0.4860 0.4880 voll Belgrad. 6.16— 6.18— 6. 22 6.24— voll Liſſabon 18.73— 18.77— 18 98— 19.02— voll Danzig 77.85 78.05 78.05— voll Konſtantinopel" . 2.295 2.305 2.28— 2.29— voll
Berliner Kurſe. EEigene telegraphiſche Melbung.)
Sämtliche Zahlen verſtehen ſich mit 1000000000
Aktiengeſ. für Anilinfr.
Aſchaffenburg. Zellſtoff
Ausgb.=Nürnb. Maſch.
Berl.=Anhalt=Maſchinen
Berl. f.Elektr. W. vorzug.
Bismarckhütte
Braunkohlen=Briketts.
Bremer Vulkan
Wolle. ..
C.em. Heyden
Weiler
Deutſch=Atlant. Tel.
Deutſche Maſchinen ..
Deutſch=Niedld. Tel...
Deutſche Erdöl ......
Deutſche Betroleum.. .
Dt. Kaliwerke
Dt. Waffen u. Munitton 91625
Donnersmarckhütte.
Dynamit Nobel ..
Elberfelder Farben ..
Elektr. Lieferung
R. Friſter .
Gagegnau Vorz.
Gelſenk. Gußſtahl..
Geſ. f. eleſtr. Untern..
Halle Maſchinen
Han. Maſch.=Egeſt
22875 5. 12.
23500 Hanſa Dampfſch. . . . . 4. 12 5. 12.
950 27100 26500 Hemoor Zement ...." — 60600 25000 26750 Hirch Kupfer ......" 18000 17625 4000 4200 Höſch Eiſen ..... 61875 66500 5375 5500 Hohenlohe Werke, 23750 25375 — Kahla Po=zellan 7500 7700 R3d 45750 Lindes Eismaſch. . 800 800 81500 85000 Lingel Schuh .." 2300 2200 142500 142000 Linke u. Hofmann 11000 14300 3200 3250 L. Loewe u. eo. 67500 67360 21750 21000 C. Lorenz .. 4800 5200 25500 Meguin ... 8750 8400 700 7150 Niederländiſche Kohle — 57250 29500 Nordd. Gummi. 0400 45000 48800 Orenſtein. . .... .. 18750 18500 14400 Rathgeber Waggon .. 6500 6500 9000 29725 Rom acher Hütten 2500 23700 942,0 Ro itzer Zucker 50000 105000 1 110000 Rütgerswerke 16000 16900 11300 11400 Sachſenwerk .. 1860 1800 22375 2 875 Sächſiſche Gußſtahl .. 14800 14550 82500 82250 Siemens Glas ... 20750 4300 5250 Thale Eiſenhütte 6750 7100 Ver. Lauſitzer Glas. Ric 22000 24000 Volkſtedter Porzellan. 6750 129875 130500 Weſtf. Eiſ. Landendreer 1750 17900 10400 10500 Wittener Gußſtahl 16625 27500 78000 73000 Wanderer=Wer 9900 10000
Darmſtädter und Nationalbank, Kommandit=Geſelſchaft auf Abtien.
Snropäiſche Staatspapiere.
a) Deutſche.
5½ Reichsanleihe ..........."
Zwllar=Goldanleihe per 1935 ..
1932..
2vllar=Schatzanweiſungen ....
4½% IV. u. V. Schatzanweiſg..
44% HI.—IK.
(½Dt. Schutzgebiet v. 0.8-11u. 13
v. 14
SSarprämienanleihe ........."
Zwwangsanleihe ............."
4½ Preuß. Konſols .........."
344%0
...
4½ Bad. Anl. unk. 1935.. .....
34% „ v. 1907.......
B½ „ „ v. 1896.... . . .
4½ Bahern Anleihe ........."
34
.......
iefſ. Dollar Goldmk.=Schatzanw.
rck. 26
—16% beſſen Reihe XXXHI.
muntilg. b. 28
S Heſſen unk 1924 ...
..
B½%....."
s „ ...........
4S Württemberger alte ......"
b)Ausländiſche.
5— Bosnien L.=E.=B. v. 1914..
L.=Inveſt.=Anl. v. 1914
S% 1902 ..........
............
S Bulgar. Tabak 1902... .. ..
12 % Griech. Monopol .......
S% Oſt. Staatsrente v. 1913
ab 1918 ....
S% Oſt. Schatzanweiſ. ſtfr.
5. 1914 ...
....
S Oſt. Goldrente ........."
einheitl. Rente ......
Rum. am. Rente v. 08 ....
Goldrente v. 18 ....
am. Goldrente konv.
am. v. 05 ...."
5 Türk. (Admin. ) v. 1903.. ..
(Bagdad. Ser. I ..
„L..........
v. 1911, Zollanl. ..
5% Ung. Staatér. v. 14 ...
Goldrente ......
„ Staat r. v. 10 ....
S „ Kronenrente .....
Außereuropäkiſche.
5e Mexit. amort. innere .. . ."
„ vonf. äuß. v. 99 ....
Gold v. 04, ſtfr. ...
S konf. inner. ......"
4½% „ Irrigati nsanleihe
78 Tamaulipas. Serie 1.....
Oblig. v. Transportanſt.
4½ Eliſabethbahn ſtfr.. . .. . .
42 Gal. Carl Ludw.=Bahn ...
Fx Oſt. Südb. (Lomb.). ſtfr.
— 105 85 1.45 19.
2,6% Alte Oft. Südb. (Lomb.).
2,6% Neue" „
49 Oſt. Staatsb. v. 1883 ...
1. b. 8. Em. .
*
9. Em.
v. 1885
3% Oſt. Staatsb. b. Erg. Netz.
42 Rudolfb. (Salzkammerg.).
4½% Anatolier I
30 Salon. Conſt. Fonktion . .
30 Salonique Monaſtir ..
5% Tehuantepee.
......
4½%
Nach Sachwert verzinsl.
Schutdverſchrei ungen.
Badenw. Ko lenwrtanl. v. 23
127 Fftr. Pfandbr.=Bk. Goldobl.
1Em.
5% Fftr. Pfandbr.=Bk. Goldobl.
II. Em.. . . . . . . . . . . . . . . . . .."
6% Großkraftwerk. Mannheim
Kohlenwertanl. v. 23......."
6% Heſſ. Braunk.=Rogg. Anl. v. 23
5% Heſſ. Roggenanleihe v. 1923
5% Neckar A.=G. Stuttgart Gold
anl. v. 23 ......."
50 Pfälzer Hyp. Bank. Gold=
Pfdbr. v. 24 .............."
5% Preuß. Kaliwert=Anleihe..
„ Roggenwert=Anl. . .
5%
5% Rhein. Hypot.=Bank Gold=
Pfdbr. v. 24 .......T...
5% Rhein=Main=Dona
Gold=
anl. v. 23........"
5% Sächſ. Braunk.=Anl. v. 23,
Ser. Iu. II..
5% Sächſ. Roggenwertanl. v. 23
5% Südd. Feſtwertbk. Goldobl.
Bank=Aktien.
Allg. Deutſche Creditanſt.. . . . . .
Bank für Brauinduſtrie .......
Barmer Banwerein
...
Bayer Hypotheken= u. Wechſelb.
Berliner Handelsgeſellſchaft
Commerz= und Privatbank
Darmſtädter u. Nationalbank.
Deutſche Banf
Deutſche Effekt.= u. Wechſelban:
Deut che Hypot.=Banf Mein.
Deutſche Vereinsbank ........"
Disconto=Geſellſchaft . .. ......"
Dresdener Bank............."
Frankfurter Bank.........."
Frankfurter Hypotheken=Bank.
Metallbank.
..
Mitteldeutſche Creditbank ....."
Oſterreichiſche Creditanſtalt. . .
Reichsbank=Ant.
......
Rhein. Creditbank ...........
Rhein, Hypothekenbank
Süddeutſche Disconto=Geſellſch
Weſtbank ...................
Wiener Bankverein ........."
Bergwerks=Aktien.
Berzelius
........
Bochumer Bergb. ........ ..
Buderus . . . . . . . . ..........
Dt. Luxemburger .. . . . . . . . . .."
Eſchweiler Berowerks=Akt. . ...
Gelſenkirchen Bergw. ........"
Harpener Bergbau ........."
7.— Teuierd M— Milliouen M4 — Milliarden aU — ohne Umſatz X —rationiert
Kaliwerke Aſchersleben ...... 14.25
Salzdeturt .......
Beſtereg In ......
Klöcknerwerke (abg. Lothr.=Hütte
Mannesmann Röhren.... . . .."
Mansfelder
..
Oberbedarf
.............
Oberſchleſ. Eiſen Caro) .......
Otavi Minen u. Eb. Ant. . . . . .
Phönix Bergbau........ .. ..."
Rhein. Stahlwerke . .. . . .. . . . .
Riebeck Montan . ............
Rombach Hütte .. . . . . .. .. .."
Tellus Bergb.= u. Hütten=Akt.. .
Ver. Laurahütte ............"
Aitien induſtr. Unterneimu g:
Brauer ien.
Henninger Kemp Stern ....."
Löwenbräu M nchen..
Schöfferhof (Binding) ........"
Werger ....
D
Akkumulat. Berlin ..........."
Adler & Oppenheimer ........"
Adlerwerie (v. Kleger)........"
A. E. G. Stamm .. . . . . . . . ."
6% A. E. G. Vorzug Lit. 4 .....
25 A. E. G. Vorzug Lit. B
Amme Gie’ cke & Konegen.. ...
Anglo=Continental=Guano ...
Anilin Bln.=T eptow .........
Aſchaffenburger Zellſtoff ......"
Badenia (Weinheim) ... .....
Babiſche Anilin= u. Sodafabrik,
Bad. Maſchf. Durlach ........"
Bad Uhrenfabr. Furtwangen..
Baldur Piano ..............."
Baſt Nürnberg ... ...... .....
Bahrich Spiegel ............"
Beck & Hen el CCaſſel) ........"
Bergmann El. Werke ... . . . . .."
Bing. Me allwerke ... .. . ...."
Brockhues, Nieder=Walluf ....."
Eementwert Heide berg.......
Krlt dt........
Lothring n (Metz)
Chem. Werke Alber: ......"
„ G iesheim El ltron ...
„ F brik Milch
„ Weiler=te me
Daimler Motoren .........."
Deutſch. Eiſen ndel Berlin ...
Deutſche Erdöl
Dt. Gold= u. Silberſcheideanſt.,
Dingler, Zweibrücken ........."
Dresdn Schnellpreſſe ......"
Dürkoppwerk (Stamm).. . . . . .
Düſſeld. Ratinger (Dürr)......"
Dyckerhoff & Bidm. St mm...
Eiſenwer, Kaiſerölaute n...
L. Meyer fr. . ......
Elberfelder Farbw. v. Baher...
Elberfelder Kupfer=u. Meſſingw.
Elektr. Lieſerungs=Geſ. ......."
Elektr. Licht und Kraft . . . . . . ..
Elſäſſ. Bad. Wolle .........."
Emag, Frankfurt a. M. ...... .
Email.- E Stanzw. ullrich .....
Enzinger Werke ............."
Eßlinger Maſchinen ..........
Ettlinger Spinnerei .........."
Faber Joh. Bleiſtift .........."
Frankfurter Kursbericht vom 5. Dezember 1924.
146 Faber & Schleicher ...........
Fahr, Gebr. Pirmaſens ..... .
Felten & Guilleaume, Carlsw.
Feinmechanik (Fetter)
..
F iſt Sektkellerei Frankf. a.M..
Frankfurte Gas ..........."
Frankfurter Hof ............
Fkf. Maſch. Pokorny & Wittek.,
Fuchs Waggon Stamm ......
Ganz. Ludwig, Mainz ........
Geiling & Cie. ...............
Germania Linoleum ........."
Gelſenkirchen Gußſtahl . . . . . ."
Goldſchmidt, Th.
Gotha Waggon ............"
Greffenius, Maſchinen Stamm.
Gritzner Maſchinenf. Durlach.
Grün & Bilfinger ............"
H mmerſen (Osnabrück) ......"
Hanfwerke Füſſen .........."
Heobernheimer Kupfer .......
Heyligenſtaedt, Gießen ......."
Hilpert, Armaturenf. . . . . . . . . .
Hindrich=Auffermann . . . . . . .
Hirſch Kupfer u. Meſſ. ... . . . . .
Hoch= und Tiefbau ...........
Höchſter Farben .............
Holzmann, Phil. . . .. . .. . . . . . .
Holzverk.=Induſtr. . .. .... . . . .
Hydrometer Breslau ........."
Fnag ......................"
Jung ans St mm ... . . . . . . .
Karlsruher Maſchinen ........
Karſtadt, R. ...............
Klein, Schanzlin & Becker .....
Knorr, Heilbronn ............
0.65 Kolb & Schüle, Spinn. . . . . . . .
Konſervenfabrik Braun .. ...
Krauß & Co., Lot m. .
...
28.5 Lahmeher & Co. ..
Lech. Augsburg ... ........"
Lederw. Rothe .............
5.4 Lederwerke Spicharz ........"
Lingel Schuhw Erjurt.......
Löhnberger Mühle ........"
Lüdenſchein Metallw. ... . ..."
Luther, Maſch.= Mühlenbau..
Lux’ſche Inouſtrie
......."
Mainkraftwerte Höchſt........
Meguin. Butzbach ...."
Metallge). F.ift. ....."
Meyer, Dr. Paul ......."
Miag, Mühlenb. Frankf. a. M.
Moenus S.amm
Motoren brik Deutz......."
Motorenfabrik Oberurſel .....
Reckarſulmer Fahrzeuawerke..
Neckarwerke Fßl Stamm.
Sle zwerke Franfturt a. M.
Beters Unio, Frankfurt a. M..
Pfäiz Nähm., Kayſer ........
Bhiliops A.-6
........
Porzellan Weiſſel ..........
Reiniger. Gebber & Schall.
Rhein Elektr. Stumm..
Ryein. Met. 11 Vorzüge ..
Rhenania Aachen ........"
Riedin er Maſchinen ........"
Rückfo ty, Stetti.
Nutgerswerk.
Sleußner (Frankfur a. M.)
Schneider & Hanau.
Schuellpreſſen Frankenthal ..
Schramm Lackfabrik
Schniſtgieveret Stempel. Ffn.
Shuck. r: lektt (Nurnperg) .
4. 12.
5.7)
6.75
30
14.75
Schuhfao.t Bernels=Weld ...
Schuhfubtik Herz.........."
Schuhf. L rander, Of enbach ...
Schultz, Grünlack, Rdsh. ... . . ."
Seilinduſtrie Wolff..........."
Sichel & Co., Mainz.... . . . . .."
Siemens Elektr. Bekriebe .. . . .
Siemens Glasinduſtrie .......
Siemens & Halske ........ ..."
Stöckicht=Offenbach=Gummi . .
Süddeutſche Immobilien ....."
Thüring. =lektr. Lief.=Geſ., Gotha
Uhrenfobrik Furtwäng er ....."
Beithwerke in Sandbach .....
Verein f Chem Induſtrie Frkft
Verein deutſch. Olfabr. Mannh.
„. Faßfabriken Caſſel ....."
„ Gummifabr. Bln.=Frkft.
Pinſelfabr. Nürnberg ..
Ultramarin .. . . . . . . . . ."
Zellſtoff, Berlin .......
Vogtländ. Maſch. Vorzüge ....
Vogtländ. Maſch. St imme ....
Voigt & Haeffner Stämme . . . .
Voltohm. Seil .............."
Wanß & Frentag ............"
Wegelin Rußfabrik.... . . . . . . ."
Zellſtoff Waldhof Stamm.. . ..
Zuckerfabr. Waghäuſel ......."
Frankenthal ......"
Heilbronn ........
Offſtein ........."
Rheingau ........
Stuttgart .. ... ..
36.5
3 65
2.5
16.75
19.5
2.75
5. 12.
73
20
2.75
19.75
7.2
Deu ſche Eiſenb.=Geſ. Fitm. . . .
Schantung E. B. ..........."
Süddeutſche Eiſenbahn=Geſ....
Ha dag (Paketfahrt) .........." 47
2.4
71.5
21.9 17
2.65
70
25.35
3.5 Nor b. Llond. 3.6 Darm ädter Werte Bahnbedarf
............ 1.5 Dumpfkeſſe Rodberg ......." 4.5 4.3 Helvetia Konſervenfabrik ....." 4.5 ......
Gebr Lutz 21.7 Motorenfabrik Darmſtadt . . . .. 8.0 8.9 Gebr. Roeder
..... 8.2, 8.25 Venuleth & Ellenberger 33 Unnotierte Aktien. Apt
.................." 1.9 Beckerkohle. ..............." 3.5 Beckerſtahl ................." 0.9 Benz... . . . . . . .." 4.2 Brown Boveri Chem Andreae Deutſche Petroleum 14 Diamond Shares Entrepriſe Falkonwerke . — Großkraftw. Bürttbg. (Growag 0. :25 — Unterfranten (Ufra) Hania Lloyd Hero Conſerven ............ Holſatiawerke, Altona ........" Kabel Rhendt .............." Krügershall Kali ............ 6.,5 Metall Starkenburg .......... Otto & Quanz.............. kaſtutter Waggon ..........." Textil=Ind, Barmen (Tiag) ..."
Ufa Film ... U.5 [ ← ][ ]
Rae
Ein Spiel von Mutterliebe u. Kindes
schmerzen in 8 wuchtigen,
tief-
ergreifenden Akten
In den HAUPTROLLERI
Bsssie Love• Gsorg Hughes
der alle Herzen erodert !
der ledes Herz erweicht!
Das Hotel zu den 3 Affen
Lustspiel in 2 Akten
Neue Wochenschau
Z. R. 3 in Amerika
16507s0
Heute Samstag, abd. 8½), Uhr
Der Vorſtand,
16487
Union-Theater
Nur noch zwei Tage der Prunk- und
Ausstattungsfilm in 2 Teilen
Messalina
Seite 22.
9. Leu 6. Dezember 1924.
SI
Rummer 339,
VEINHANDLUNS
Restaurant Rehberger
Jnh.: Karl Teoschle=
Heute Samstag
Schlachtfest
Sperfalität:
Mänchener Schlacht-Platten
Im Ausschaak:
Extra Starkgebrautes
Doppel-Bock-Bler
Gesatig
Verbandsſchau
von
Kaninchen und
Geflügel
des Hefſiſchen Landesverbandes
im „Chauſſeehaus”
Darmſtadt — Heidelbergerſtraße (essono
Eröffnung: Sonntag, vormittags 9 Uhr.
I. Darmſtädter Kleintierzuchtverein.
Mitglieder und Wähler unſerer Partei, die aus irgend
welchem Grund nicht zu den Wahllokalen gehen können,
werden per Auto abgeholt. Wir bitten diesbezügliche
Wünſche auf der
Geſchäftsſtelle, Wilhelminenſtr. 5, mündlich oder
durch Fernruf 1304 und 1819
anzumelden. Am Wahltag, Sonntag, den T. Dezember,
bitten wir die Meldungen auch noch an unſer
Zentralbüro in der Turnhalle Woogsplatz
Fernruf 1917 zu richten.
(1641488
oder:
Saalbau, Jagdzimmer, Fernruf 420, Schnellbächer, .
Pallaswieſenſir. 19, Fernruf 2184 (Metzgermeiſter Laux),
Gaſiwirt Nagel, Ecke Mauer= und Tauteſchlägerſtr.,
Fern=
ruf 874, Gaſtwirt Canz, Chauſſeehaus (Heidelbergerſtr. 89),
Fernruf 4366, woſelbſt auch Rat und Auskünfte erteilt werden.
sc
Orphenm unrd Schalplatten
Midch
Meuer 1—15. Dezbr.:
e Ein Varieté=Programm O
wie es ſeinſoll!
e Feſſelnd, reichhaltig, vielſeiſtige
von Anfang bis zu Ende!
(Näheres Tagesplakate.)
Karten: de Waal, Rheinſtraße 14,
Verkehrsbüro, Ernſt=Ludwigsplatz
31 Rheinſtr. 31.
(1606ba)
6 Akte — I. Teil — 6 Akte
IIssamäs 1e
5 Akte — II. Teil — 5 Akte
Beide Tefle in einem Programm!
Der Film zeist die Oualen des
römigahen Sklaventums und das
ausschweifende Leben u. Treiben
der Leibeigenen.
(36197
Anfang 3 Uhr. ir Letzte Abendvorstellung 8 Uhr
esidenz-Theater
das Tolende zcnieksät
Sittenroman in 6 Akten
Hauptdarsteller: ERNSY RÜCKERT
Prank Norton
in dem Abenteuer-Roman
Der unheimliche Fahrgast5 Atte
Heute Samstag, 6. Dezdr.
4
Eihacchtſent
(165141
mit Konzert
D Auswahlreiche Küche.
Ferner empfehle das beliebte Mainzer
Aktienbier im Ausſchank und in Flaſchen,
ſowie ff. Ausſchank= und Flaſchenweine zu
den billigſten Tagespreiſen.
(u65ö8
Es ladet freundlichſt ein der Wirt
Franenberein u. Mäunnerbereinig.
der Martindgemeinde. 2 Darmſtadt
I. Vortragsabend
Montag, den 8 Dezember 1824,
OAFE HASSIA
Darmstadt
Heute Samstag, den 6. Dezember
abends 8 Uhr (esergs
Auftreten erstklassiger Künstler
Sportplatz
Heidelbergerstr.
Fonntag, den 7. Dezember
nachmittags 3 Uhr
Münster
gegen
Umion
I. Mannschaften./36og9
K
mit Kinderbeſcherung
des Vereins ehml. 61. Artill
Am Sonntag, den 7. Dez., nachm.
4Uhr, im Konkordiaſaal, Waldſtraße
Mnſikaliſche Leitung Oberm. M. Weber
Großes Beihnachtsprogramm
Wegen Kinderbeſcherung wollen ſich alle
Mitglieder vollzählig einfinden. (16523
Der Borſtand.
abends 8 Uhr, im Gemeindehaus,
Liebfrauenſtraße 6, (16472
Lichtbildervortrag
von Herrn Pfarrer D. Waitz über
„Weihnachten im Bilde alter
und neuer Meiſter.”
— Eintritt frei. —
Vor dem Vortrag, findet die
Fahres=
u. Mitgliederverſammlung d.
Frauen=
vereins ſtatt. Tagesordnung: 1.
Jahres=
berichtu. Rechnungsabl. ;2. Vorſtandsw.
M. Grünewald, Darmſtadt
Arheilgerſtraße 50.
Landestheater.
Großes Haus.
Samstag, 6. Dez.
Außer Miete.
Die Journaliſten
von G. Freyztag.
Anf. 7½,Ende n. 10 Uhr.
Preiſe:
0.50, 1, 1.50, 2, 3 Mk.
Klein. Haus. (V16512
Nachmittags 3 Uhr
Samstags=Fremdenmlete
2. Borſtellung
Die heimliche Ehe
von D. Cimaroſa.
Ende 6½ Uhr.
Preiſe: 1—5 Mark.
Abends 8 Uhr
Zweiter
Kammermuſikabend
D4e
Schnurrbuſchquartetts
Ende 91, Uhr.
Preiſe: 1. 2 und 3 Mk
Bücher und Noten
werden gut u.
preis=
wert gebund. Horn,
Darmſt.,
Alexander=
ſtraße 4, I. G613c
Alte u neue
Meiſterin=
ſtrumente,
Schnlergeigen,
ſowie ſämtliche
Zupfinſtrumn.,
ff. Salten und
Beſtandtelle in
groß. Ausw.
(eB5goiesm
Br. Rügemer
Geigenhaumeiſter
Darmſtadt.
Hügelſtraße 2.
Verlangen
Sie
Angebot
in (tssi4a
von
Rheinſtraße 31
Eliſabethenſtr. 28.
Arnold & Sohn
Darmſtadt.
Fahrräder
und Nähmaschinen
bequeine Teilzahlung,
konkurrenzlos billige
Preiſe. 23605tlsg
Fahrradhaus B. Orio
Darmſtadt, Kariſtr 14
Vor Weihnachten jed.
Sonntag, ab 2 Uhr,
geöffnet.
Heute Samstag
Wmit Konzert
(* 36203
Es ladet höflichſt ein
Otto Rau
Darmſtadt, Heidelbergerſtr. 40
Zum Luftſchiff=Darmſtadt
Cangsaffe 32‟
Langgaſfe 32
Samst. 6., Sonnt. 7. dezember
Spanſau
S wozu höflichſt einladet
36116
Georg Weber,
Heute Samstag
wozu freundlichſt einladet ( ssoze
Hermann Schäfer
Lichtenbergſtraße 75, Darmſtadt.
Metzelſuppe
Heute
Samstag
beim
Meenzer Müller
Darmſtadt, Schuſtergaſſe 3 (*36204
Alles wieder friſch in bekannter Gite
Zum Baheriſchen 90
Darmſtadt
Ballonplatz B 141
Heute großes
Karl Siein
eſauran d Srcf
Darmſtadt ( 36153) Bleichſiraße 3E.
jachtfen
wezu freundlichſf einladet (esauss 1ren
Geſwirtſchaft u. Apfelweinkelterel- 11ü
Heute Samstag und Sonntag
Heute Samstag
Jean Geßner, Darmſtadt
Saglbauſtrafe 05. — (ezßig
Reſtauration
„Zum beſſiſchen Haus”
Darmſiadt * Ecke Grafen= und Baldfiraße
Heute Samstag
Haſpelm. Kraut
II
ssizo Friedrich Rummel
Bin von heute ab unter Nummer 1826
an das Telephomnetz angeſchloſſen.
Reſtauration „Sonne‟
Luiſenſtraße 6, Darmſtadt.
Heute Samstag
Morgens Wellfleiſch mit Kraut.
Wozu freundlichſt einladet (*36085
Joſef Stocker.
Samstag und Sonntag
wozu ergebenſt einlade. (*36094
H. Katzenbach
Kaſtan enallee, Darmſtedt,
14 Apfelwein (Speierling), Fay Bier.
Samstag, den 6. Dezember
Wozu freundlichſt einladet (B 1641
Ludwig Lind Ww.
Darmſtadt
Beſſungerſtraße 39 : Beſſungerſtraße 30
9
S
Darmſtadt, Karlſtraße 104
Samstag und Honntag
Metzel=
ſuppe.
Tel. 2807. — Tel. 2807.
(*36111)
Heute Samstalg
Zum grünen Laub
Es ladet höflichſt ein
(*36038
H. Ziemer, Darmſtadt.
Reichstags= u. Landtagswahl 1924
Sahnefmiinie
Schneliſte Bekannigabe durch direkten Zuruf des Darmſtädter Tagblatts am Sonntag abend im
Darmstadt
Kaßfeehaus Ernst Ladwig
gegenüber der Haupipost