Einzelnummer 10 Goldpfennige
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit X verſehenen Original=Aufſätze und eigeven Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſfattet.
Nummer 303
Freitag, den 31. Oktober 1924.
187. Jahrgang
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Gewait, wie Krieg. Aufruhr Streil uſw erliſcht
ſede Verpſichtung auf Erfüllung der Anzeigeni
aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Be=
Konkurs oder gerichtlicher Beitreibung fällt jeder
Rabatt weg. Bankkonto: Deuiſche Bank und Darme
ſtädter 8 Nationalbani.
Dei Sieg ver Konſervanden m engäng.
Abſolute Mehrheit der Konſervativen. — Vernichtende Niederlage der Liberalen. — Aſquith
unterlegen. — Macdonald wiedergewählt.
Vorläufiges Endergebnis.
Von den bisherigen Ergebniſſen entfallen auf die
Kon=
ſervativen 406 Sitze (gewonnen 161, verloren 8),
Arbei=
terpartei 156 Sitze (gewonnen 22, verloren 73), Liberale
43 Sitze (gewonnen 21, verloren 113), ſonſtige Parteien 13
Sitze (darunter 1 Kommunift).
Gewählt ſind von hervorragenden Perſönlichkeiten alle
führenden Konſervativen, darunter William Simon, Runciman,
Alfred Mond, Kennworthy, weiter Sir Patrik Haſtings,
Hen=
derſon jun., Gusling, Snowden und die Hauptführer Macdönald
und Lloyd George.
Nicht wiedergewählt wurden: „Aſquith, General
Sely, Pringle, Mac Maſtenman, von den Arbeitern Nodges,
Margarete Bondfield, Ben Pillit und Leaſch ſowie die beiden
Henderſon jun. und der Präſident des alten
Gewerkſchaftskon=
greſſes, Churchill.
FU. London, 30. Okt. Nach den amtlichen Mitteilungen
der Wahlergekniſſe ſind bis 9 Uhr abends, deutſche Zeit, 595
Sitze gewählt. Das Ergebns für die letzten 20 Sitze ſteht noch
aus. Die Konſervativen haben 149 gewonnen. Der
Geſamt=
verluſt beträgt bei der Arbeiterpartei 40 und bei den Liberalen
110 Sitze. Seit 1906, als 376 Liberale in das Unterhaus einzogen,
iſt keine Partei mit einer derartigen Mehrheit gewählt worden,
als die Konſervativen heute. Selbſt Macdonald hätte ſeinen Sitz
verloren, wenn ihm ſtatt eines Liberalen ein Konſervativer als
Gegenkandidat gegenübergeſtanden hätte. Der Generalkronanwalt
Sir Patrik Haſting, der durch den Campbell=Fall als der
eigent=
liche Urheber der Neuwahlen anzuſehen iſt, hat ſeinen Sitz
be=
halten. — In dem neuen Parlament werden nur 8 Frauen
ver=
treten ſein, gegen 41 im vergangenen Parlament.
Der amtliche engliſche Funkdienſt meldet um 9 Uhr 35:
Bis=
her haben die Konſervativen 406 Sitze, die Liberalen und
Arbei=
ter zuſammen nur 200 Sitze erhalten. Die von den engliſchen
Konſervativen erreichte Mehrheit iſt die größte ſeit 1832. Die
Arbeiterpartei hat bisher 40 Sitze verloren. Die Stellung
Mac=
donalds im Parlament wird, als völlig erſchüttert angeſehen.
Trotz der Niederlage der Arbeiterpartei hat ſie doch noch 5
Mil=
lionen Stimmen erhalten.
Macdonald iſt in ſeinem Wahlkreis gegen den liberalen
Kandidaten mit einer Mehrheit von 2100 Stimmen,
Lloyd George mit 12000 Stimmen Mehrheit in ſeinem Kreis
wiedergewählt worden. Iſabel Macdonald verſicherte,
daß er ſich auch fernerhin der ſozialen Arbeit widmen werde.
In der Arbeiterpartei iſt man der feſten Anſicht, ſich aus der
er=
reichten geſellſchaftlichen und politiſchen Stellung nicht
zurück=
zuziehen.
man in engliſchen politiſchen Kreiſen Baldwin als ſofortigen
Nachfolger Macdonalds. Als Außenminiſter erwartet man
Auſten Chamberlain.
tworden. Geſundheitsminiſter Wheatley wurde mit 613
Stim=
men Mehrheit (gegen 4153 bei den letzten Wahlen) wieder= Abſchied von ſeinem Wahlort Paisley ſehr nahe, er hoffe aber,
gewählt.
London, 30. Okt. Die konſervativen Wahlſiege waren eine
Uieberraſchung ſelbſt für die alleroptimiſtiſchſten Konſervativen.
Weſonders die vielen Erfolge in den Induſtriebezirken kamen un= 1M0 kIle.
erwartet. Viele Konſervative wurden mit einer Majorität
wieder=
gewählt, die zehnmal größer iſt als früher. In vielen Fällen iſt
eine Zunahme um mehr als das Doppelte zu verzeichnen. In
Craydon iſt die Stimmenzahl von 7000 auf 15000 geſtiegen, in ralen ſein. Die ſchweren liberalen Verluſte ſind noch beſonders
BBrighton von 12000 auf 25 000 uſw. Die Wahlbeteiligung
er=
reichte 70 Prozent. Insgeſamt waren 1402 Kandidaten aufge= tiven, die in ſtreng liberalen Gebieten doch einen Kampf der drei
ſtellt, die ſich auf die einzelnen Parteien wie folgt verteilen: Kon= Parteien erzwangen und ſo die liberalen Stimmen zerſplitterten.
hervative 531, Liberale 346, Sozialiſten 510, andere Parteien 15.
Zwiſchenfälle.
Zwiſchenfälle ereignet. Geſtern nachmittag kam es in der Um= Koſten der Liberalen, erregt die größte Senſation. Die Niederlage
gegend von Durhan während des Wahlganges zu einem erreg=
Een Zwiſchenfall, als der Hauptmann Streatfield als Kan=
Sidat der Konſervativen ſich mit ſeiner Frau in eine
Arbeiterſied=
kung begab. Ungefähr hundert Leute umringten das Auto des
Kleider zerfetzten; dem Hauptmann wurden ebenfalls die Kleider mung im Lande. Die Konſervativen Gewinne mit rieſigen
Mehr=
vom Leibe geriſſen. Die Menge zerſchnitt hierauf die Autoreifen
ind verſuchte, das Auto zu demolieren. Schließlich gelang es den
Bedrohten, nach Durhan zu entkommen.
In London wurde der liberale Kandidat, Hauptmann Denny,
als er im Auto ſeinen Wahlkreis durchfuhr, von einer
Arbeiter=
menge mit Steinen beworfen; ſein Chauffeur wurde ſchwer
ver=
letzt. — Der liberale Kandidat Maſtermann, der in Mancheſter
gewählt worden iſt, wurde beim Betreten des Wahllokals infolge
Ueberanſtrengung ohnmächtig und mußte weggetragen werden, tan. Der Wunſch nach einer ſtabilen Regierung habe über jede
Etrengungen machte, um die Wähler zu gewinnen, durch einen
Meſſerſtich in die Stirn verletzt.
Stanley Baldwin,
der Führer der ſiegreichen Konſervativen Partei.
Die Niederlage Aſquiths.
Die Niederlage Aſquiths iſt der ſchwerſte
Schlag, den die liberale Partei bisher erlitten hat. Der
Arbeitertarteiler Mitchell, der Aſquith in ſeinem Wahlkreis
Pais=
ley geſchlagen hat, hat die ſeit 92 Jahren dort beſtehende liberale
Vorherrſchaft gebrochen. Es läßt ſich im Augenblick noch nicht
ſagen, ob ſich Aſquith nunmehr dauernd vom politiſchen Leben
zurückziehen wird, wie dies ſeine Tochter Lady Carter am Tage
vor den Wahlen in einer Rede andeutete. Jedenfalls wird das
Nachdem die konſervative Mehrheit ſichergeſtellt iſt, bezeichnet Ausſcheiden Aſquiths aus dem parlamentariſchen Leben
allge=
mein bedauert. Man erinnert ſich daran, daß Aſquith immerhin
einer der bedeutendſten Führer des engliſchen Weltreiches war.
Seine perſönliche Niederlage hat der liberale Führer mit einem
Lächeln hingenommen, er gab aber ſpäter ſeiner Enttäuſchung
Snomden iſt mit 4000 Stimmen Mehrheit wiedergewählt, darüber Ausdruck, daß der engliſche Liberalismus einen ſchweren
Schlag erlitten habe. Rein menſchlich, ſo erklärte er, gehe ihm der
daß dieſer Abſchied nur vorübergehend fein werde. Dieſer
Aus=
ſpruch Aſquiths wird verſchiedentlich ſo gedeutet, daß er bereit
ſei, wieder in den politiſchen Kampf einzugreifen, falls die Partei
Die Niederlage von Aſquith in Paisley wird zur Folge
haben, daß ſich der liberale Führer von der Politik zurückzieht.
Lloyd George wird dann der unbeſtrittene Führer der
Libe=
zurückzuführen auf die Taktik der Arbeiterpartei und Konſerva=
Engliſche Preſſeſtimmen.
London, 30. Okt. (Wolff.) Der bisherige Wahlerfolg der
London, 30. Okt. Bei den Wahlen haben ſich zahlreiche Konſervativen auf Koſten der Arbeiterpartei, insbeſondere auf
Aſquiths macht tiefen Eindruck.
Daily News überſchreibt ihre Ausgabe in Fettdruck: „Die
Re=
aktion reißt das Land mit!” In ihrem Leitartikel ſchreibt dasſelbe
Blatt unter der Ueberſchrift „Die Antwort an Sinowjew”, die
Kandidaten. Frau St. wurde von Frauen angegriffen, die ihre bisherigen Wahlergebniſſe ließen keinen Zweifel über die
Stim=
heiten ſeien ſymptomatiſch. Die Mehrheiten der Arbeiterpartei,
ſelbſt dort, wo ſie ihre Sitze behielten, ſeien faſt überall und ſogar
ſehr beträchtlich vermindert.
Die acht Liberalen hätten alle ihre Sitze in Mancheſter
ver=
loren. Wenn nicht noch irgend eine ganz beſondere Veränderung
eintrete, ſo müßte von einer vollſtändigen Niederlage der
Libera=
len geſprochen werden. Die Stimmen der Frauen ſeien diesmal
entſcheidend in die Wagſchale geworfen worden, und zwar überall
gegen die Revolution. Der Sinowjewbrief habe ſeine Arbeit ge=
— Der konſervatide Kandidat des Bezirkes Silvertown, Abgeord= andere Bewegung triumphiert. Augenblicklich ſehe es ſo aus, als
neter Dorand, wurde, als er während ſeiner Wahlreden letzte An= ob die konſervative Mehrheit im neuen Parlament nicht nur eine
abſolute Mehrheit ſein werde, ſondern auch ſtark genug, um die
vereinigte Oppoſition über den Haufen zu werfen.
Der Sieg des Imperiums.
Der große Wahlſieg der engliſchen konſervativen Partei kam
in dieſem Maße für die meiſten unerwartet. Als Macdonald am
Vorabend der Wahl ſeinen Parteifreunden zuredete, ſie möchten
ſich auch durch eine etwaige Niederlage nicht in ihrer
Zukunfts=
gewißheit irre machen laſſen, hat er die Momente, die gegen die
Fortdauer ſeiner Herrſchaft ſprachen, richtig bewertet. Die
Les=
art, daß die Torys einen Teil ihrer Stimmgewinne der
Wahl=
müdigkeit im engliſchen Volke, welches nun einmal einige Jahre
Ruhe haben möchte, verdankten, iſt ziemlich einleuchtend.
Jeden=
falls iſt damit zu rechnen, daß diesmal das Unterhaus die
ver=
faſſungsmäßigen vier Jahre durchhalten wird, wenn nicht etwas
Unerwartetes ſich einſtellen ſollte. Ein Oppoſitionsführer wird
es ſich dreimal überlegen, ob er eine Frage zweiten oder dritten
Ranges zum Anlaß einer parlamentariſchen Kriſe machen wird,
da bei abermaligen vorzeitigen Neuwahlen die Wählerſchaft dem
Störer ihrer Ruhe nicht allzu viel Sympathien entgegenbringen
dürfte.
Als vor einigen Wochen die parlamentariſche Kriſe, die
ſchließlich zur Auflöſung des Unterhauſes führte, ſich zuſpitzte,
wurde von vielen Deutſchen behauptet, ein Sieg der Konſerva=,
tiven wäre Deutſchlands Intereſſen ſchädlich. Wenn Worte Taten
wären, hätte allerdings ſich Macdonald große Verdienſte um das
deutſche Volk erworben. Er begann ſeine Tätigkeit anfangs des
Jahres mit ſeinem Brief an „ſeinen lieben Freund” Poincaré,
Wenn dieſe Betitelung auch vielleicht dem Diplomaten
zugeſchrie=
ben werden muß, ſo hat Macdonald doch mit dieſer erſten
außen=
politiſchen Tat das Verhältnis der britiſchen Regierung zu der
franzöſiſchen Regierung in einer für Englands Intereſſen wenig
günſtigen Weiſe feſtgelegt. Als dann Poincaré bei den Wahlen
vom 11. Mai unterlag, ſetzte Macdonald gegenüber dem neuen
franzöſiſchen Kabinettschef die Politik der Selbſtentäußerung fort.
Seine deutſchen Freunde behaupteten, er könne nicht anders
han=
deln, weil Herriot ſonſt geſtürzt werden und die notwendige
Er=
nüchterung des franzöſiſchen Volkes ein vorzeitiges Ende finden
würde. Macdonald ſchluckte ſchließlich auch die Ruhrbeſetzung
und gab ſeine Zuſtimmung zu einer Reparationsentſcheidung,
die Deutſchland zu einer fortgeſetzten Beunruhigung treiben und
der britiſchen Wirtſchaft das Daſein erſchweren mußte. Der
Man=
datsverluſt, den die Arbeiterpartei zu beklagen hat, rührt
zwei=
fellos davon her, daß ein Teil der früheren Anhänger
Mac=
donalds den von der Arbeiterpartei verſprochenen wirtſchaftlichen
und ſozialen Aufſchwung vermißte. Daneben hat natürlich auch
der Sinowjew=Brief eine Rolle geſpielt, der manchem britiſchen
Wähler die Augen darüber öffnete, daß unter der Aera
Mac=
donalds fremde Parolen in das engliſche Arbeits= und
Wirt=
ſchaftsleben hineingetragen wurden. Pazifiſtiſcher
Internatio=
nalismus und nationaler Imperalismus ſchließen ſich aus.
England hat am Weltkrieg nicht teilgenommen, um die Geſittung
und das Wohlergehen der Menſchheit zu heben, ſondern um zu
gewinnen und ſeine Lebensbedingungen zu ſichern.
Der Sieg der engliſchen Konſervativen iſt der Sieg des
eng=
liſchen Imperiums. Baldwin hat im Wahlkampf darauf
verzich=
tet, die Schutzzollidee in ſeiner Partei in den Vordergrund zu
ſchieben. Er hat ſich ſogar verpflichtet, die Lebenshaltungskoſten
nicht durch irgendwelche Maßnahmen zu erhöhen. In politiſchen
Kreiſen Englands gilt Baldwin mehr als ein Wirtſchafts= und
Finanzfachmann und weniger als ein politiſcher Führer großen
Stils. Baldwin iſt der Schöpfer des engliſch=amerikaniſchen
Finanzausgleichs. Er iſt ein guter Kenner des internationalen
Schuldenproblems und genießt in Amerika perſönliches
Ver=
trauen. Als Nachfolger Bonar Laws in der britiſchen
Miniſter=
präſidentſchaft anfangs vorigen Jahres hat er keine ſehr
glän=
zende Rolle geſpielt. Unter ihm erſtatteten die britiſchen
Kron=
juriſten ihren Bericht über die „Rechtmäßigkeit” (das heißt
Un=
rechtmäßigkeit) der Ruhrbeſetzung und unter ihm wurde auch die
aufſehenerregende Curzon=Note erlaſſen, in welcher ſchärfer als
ſeit Jahren geſchehen, der britiſche imperialiſtiſche Standpunkt
gegenüber den politiſchen Methoden der franzöſiſchen
Staats=
männer geltend gemacht wurde.
Die britiſchen Konſervativen, die in wenigen
Wochen das engliſche Kabinett bilden werden, ſind keine
Freunde Deutſchlands. Im Wahlkampf warf Baldwin
ſeinem Gegner Macdonald vor, er betreibe die Intereſſen
Deutſch=
lands und Rußlands. Parteiſchlagworte und Wahlparolen ſollte
man jedoch nicht ſo ernſt nehmen. So wenig Baldwins künftige
Politik von einer nicht vorhandenen Liebe zu Deutſchland
dik=
tiert ſein wird, ſo wenig wird er die Schaukelpolitik des Schwätzers
Lloyd George und die etwas ruckweiſe ſich vollziehenden
ſtaats=
männiſchen Taten Macdonalds nachahmen. Da wir Deutſchen
vorläufig keine Ausſicht haben, daß man unſere Intereſſen aus
Freundſchaft und Wohlwollen fördert, ſo müſſen und können wir
uns damit begnügen, daß man uns aus egoiſtiſchen
Beweggrün=
den gewiſſe Daſeinsmöglichkeiten offen hält. Daß der Wunſch
und die Hoffnung der Anhänger Poincarés ſich erfüllen wird,
daß der in England zutage getretene Rechtsruck ſich bald auch in
Frankreich einſtellen werde, muß jedoch entſchieden bezweifelt
werden,
Seite 2.
Freitag, den 31. Oktober 1924.
Nummer 303
Franzöſiſche Preſſekommentare.
Paris, 30. Okt. Die Morgenblätter ſind erſt ſpät über die
eng=
liſchen Wahlrefultate informiert worden, ſo daß ausführliche
Kommen=
tare noch nicht vorliegen. Die Zeitungen aber, die ſich mit den Wahlen
beſchäftigen, äußern die Ueberzeugung, daß eine konſervative Regierung
in England zur Macht gelangen werde. Petit Journal ſchreibt,
Baldwin werde der nächſte engliſche Premierminiſter ſein. Er ſei ſtets
ein aufrichtiger Freund Frankreichs geweſen; er ſei aber leider an der
Ausübung ſeiner Regierungstätigkeit durch Lord Curzon ſtändig
behin=
dert worden. Es ſei zu hoffen, daß Curzon nicht wieder Außenminiſter
werde, ſondern daß dieſes Amt Auſten Chamberlain übergeben werde.
— Journée Induſtrielle ſchreibt, daß die engliſchen Wahlen
von großer Bedeutung nicht nur für Englind, ſondern auch für alle
anderen Nationen ſeien.
Italieniſche Preſſeſtimmen.
Mailand, 30. Okt. (Europapreß.) Zum engliſchen
Wahl=
ergebnis ſchreibt die Sera: In England, ſcheint man ſich raſch
davon überzeugt zu haben, daß der Labourismus zum Regieren
noch nicht reif iſt, obwohl Macdonald nicht beſtreiten könne, daß
er ſein Möglichſtes getan habe, um an der Macht zu bleiben. Keine
Partei habe ſich in England ſo für den Wahlkampf gerüſtet, wie
die Labourpartei. Vom Tage ſeines Regierungsantrittes an habe
Macdonald ſeine Tätigkeit dem kommenden Wahlkampf gewidmet.
Er habe nichts unterlaſſen, um die Maſſen, der Bürger, für ſich
günſtig zu ſtimmen. Indeſſen bedeutet der Wahlausgang keine
allgemeine Rechtsorientierung. Die engliſchen Intereſſen und die
Erfahrungen der Labourpartei haben die engliſchen Wähler
ver=
anlaßt, die Konſervativen den Sozialiſten vorzuziehen.
Zwiſchenfall im polniſchen Landtag.
Warſchau, 30. Okt. In der heutigen Sitzung des
pol=
niſchen Landtags kam es zu einem überraſchenden
Zwi=
ſchenfall, deſſen Folgen noch nicht abzuſehen ſind.
Aufge=
bracht durch die geſtrige Rede des Obmannes des
nationaldemo=
kratiſchen Klubs, Stanislaus Glombinſki, der der Regierung
Fügſamkeit gegenüber dem Auslande vorwarf und darin eine
Bedrohung der Zukunft des polniſchen Staates erblickte, erſchien
der Miniſterpräſident Grabſki plötzlich auf der Tribüne, ſtellte
die Vertrauensfrage und verlangte hierüber die
Abſtim=
mung. Dann verließ der Premier mit dem geſamten Kabinett
den Sitzungsſaal. Im Seim herrſchte große Beſtürzung. Der
Seimmarſchall unterbrach die Sitzung und berief den
Senioren=
konvent in den Abendſtunden ein. Die Sitzung wurde auf
mor=
gen vertagt, um den einzelnen Klubs Gelegenheit zu geben, ihre
Stellung zur Regierung Grabſki zu klären.
Schiedsgerichtsabkommen zwiſchen Frankreich
und der Schweiz.
Paris, 30. Okt. (Europapreß.) Heute vormittag iſt das
Schiedsgerichtsabkommen über die Zonenfrage am Quai d’Orſay
unterzeichnet worden. Herriot und der ſchweizeriſche Geſandte
Dunant haben Briefe ausgetauſcht, wonach die franzöſiſche
Re=
gierung und der ſchweizeriſche Bundesrat ſich verpflichten, im
Prinzip der Entſcheidung über einen obligatoriſchen
Schiedsver=
trag in der Zonenfrage zuzuſtimmen.
Clementels Finanzpläne.
Paris, 30. Okt. Finanzminiſter Clementel berichtete heute
vor der Finanzkommiſſion der Kammer über die Pläne der
Re=
gierung für die Erhöhung der Beamtengehälter und
Kriegspen=
ſionen. Aus einem Communiqué geht hervor, daß daraus dem
Staate Mehrausgaben im Betrage von 740 Millionen Franc
ent=
ſtehen, nachdem einer Einſparung von hundert Millionen Francs
Rechnung getragen iſt, die durch Entlaſſung von 25 000 Beamten
un nächſten Jahre ſich ergeben wird. Dieſen Mehrausgaben wolle
hian eine Reihe von Neueinnahmen gegenüberſtellen, worunter
vor allem eine Erhöhung der Rangänderungsſteuer für Inhaber
von Titeln und eine Erhöhung der Einkommenſteuer für
wech=
ſelnde Wertpapiere fallen. Dieſe beiden Erhöhungen würden 220
Millionen Franc ergeben.
Die Verwendung der deutſchen Anleihe.
TU. New York, 30. Okt. Da heute die Einzahlungen
aufdie deutſche Anleihe bei Morgan aufgenommen
wer=
den, beſchäftigen ſich die Börſenkreiſe mit der mutmaßlichen
Ver=
wendung des einkommenden Betrages. Wie verlautet, ſoll das
Geld ſofort zur Verfügung der Reichsbank ſtehen. Doch iſt die
Weiterverwendung ſelbſt in ſonſt gut unterrichteten Kreiſen
un=
bekannt, weil Morgan und die Federal=Reſervebank Schweigen
bewahren. In Bankkreiſen wird vielfach angenommen, daß die
Reichsbank den Erlös der Anleihe als Depoſiten auf verſchiedene
amerikaniſche Banken verteilen wird. Daneben beſtehen aber auch
Vermutungen, daß die Reichsbank ſich den Ertrag unverzüglich
zuſtellen läßt.
Vom Tage.
Zum Proteſt gegen den Kolonialraub und die koloniale Schuldlüge
wird am Jahrestag der Schlacht von Tanga eine allgemeiner
Kolo=
nialfeiertag begangen.
Der Landesausſchuß Baden der Deutſchnationalen Volkspartei hat
beſchloſſen, unabhängig von der Regelung im Reich, in Verhandlungen
mit der Deutſchen Volkspartei, dem Badiſchen Landbund und der
Wirt=
ſchaftlichen Vereinigung wegen eines gemeinſamen
Wahlvor=
ſchlages einzutreten.
Botſchafter a. D. Graf Beunſtorff hat ſeine Abſicht, nicht
wie=
der zum Reichstag zu kandidieren, auf dringendes Erſuchen ſeiner
Wäh=
ler rückgängig gemacht.
Auf Antrag des Miniſterpräſidenten Held und auf Grund einer
einſtweiligen Verfügung des Landgerichtes Dresden wurden in der
Ge=
ſchäftsſtelle der Deutſchnationalen Volkspartei in Dresden und der
Druckerei Hausſuchungen nach einer nachgedruckten Broſchüre des
Miniſterpräſidenten abgehalten und die Druckſtöcke zerſtört. Gegen dieſe
Maßnahmen iſt Einſpruch erhoben worden.
Im Mecklenburgiſchen Landtag wurde ein
Mißtrauens=
antrag gegen die mecklenburgiſche Regierung abgelehnt.
Die für Freitag angeſetzte Mitgliederverſammlung des
Kohlen=
ſyndikats, in der bekanntlich auch über die Frage der
Reparations=
lieferungen verhandelt werden ſollte, iſt verſchoben worden.
Das geſtern gegründete Aktionskomitce für die franzöſiſchen
Inter=
eſſen in Rußland fordert die franzöſiſchen Gläubiger an Rußland in
einem Communiqué auf, in kürzeſter Zeit ihre Forderungen dem
Ko=
mitee bekannt zu geben.
Der ſtändige Generalagent für die Reparationszahlungen Gilbert
iſt geſtern nachmitag in Berlin eingetroffen. Zu ſeinem Empfang waren
außer Vertretern der Reichsregierung auch Owen Young und Rufus
Dawes anweſend. Heute wird Gilbert eine längere Konferenz mit dem
Finanzminiſter Luther haben.
Das ungariſche Juſtizminiſterium hat geſtattet, daß ein
reichsdeut=
ſcher Polizeibeamter, der mit der Unterſuchung des Erzbergermordes
betraut iſt, dem mutmaßlichen Mörder Tilleſſen gegenübergeſtellt
wird. Das weitere Schickſal des Verhafteten wird dann im
Juſtizmini=
ſterium entſchieden werden.
Herriot empfing heute vormittag den deutſchen Botſchafter
v. Hoeſch.
Der Kabinettsrat, der geſtern abend 9 Uhr unter dem Vorſitz
von Herriot zuſammengetreten iſt, dauerte bis Mitternacht. Die
Mini=
ſter beſchäftigten ſich mit einem Geſetzentwurf gegen die Preistreiberei,
Geſtern vormittag iſt das Schiedsgerichtsabkommen
zwi=
ſchen Frankreich und der Schweiz in der Zonenfrage am Quai d’Orſay
unterzeichnet worden.
Die Sanierungsaktion für das Haus Caſtiglioni hat in den
letzten Tagen namhafte Fortſchritte gemacht. Nur einige Wiener und
italieniſche Banken haben noch unbefriedigte Forderungen, die jedoch
durch Effekten gedeckt ſein ſellen.
In der italieniſchen Kammer hat ſich eine liberal=demokratiſche
Gruppe gebildet, die 16 Abgeordnete der liberalen Partei, ſowie der
Demokraten umfaßt, die auf Grund einer eigenen Liſte gewählt
wur=
den. Ihr gehören unter anderem Giolitti und Orlando an.
Der von der Regierung Muſſolini eingeſetzte 15er Ausſchuß
zur Vorbereitung der Verfaſſungsreform hat ſeine Arbeiten begonnen.
Nach Meldungen aus Kairo haben die Unterhandlungen zwiſchen den
Wahabiten und Hedſchas für den Abſchluß eines Friedens zu
keinem Reſultat geführt. Die Wahabiten erklärten, daß der Frieden ſo
lange unmöglich ſei, als der König Ali auf dem Thron bleibe.
Vor einem neuen Lohnkampf im Bergbau?
Berlin, 30. Okt. Im Anſchluß an die von den
Bergarbei=
tern im oberbayeriſchen Kohlenrevier eingereichte Forderung auf
Gewährung einer 20prozentigen Lohnerhöhung, erfahren wir von
gewerkſchaftlicher Seite, daß in den nächſten Tagen die
Zentral=
organiſation der Bergarbeiterſchaft aller deutſchen Reviere die
Forderung nach einer dem geſtiegenen Lebenshaltungsindex
ent=
ſprechenden Geſtaltung der Löhne ſtellen wird. Die Forderung
wird damit begründet, daß trotz der durch den Verzicht der
Berg=
arbeiter auf Lohnerhöhung möglich geweſenen zweimaligen
Koh=
lenpreiserhöhung eine Senkung der Lebensmittelpreiſe nicht
ein=
getreten, vielmehr eine fortſchreitende Steigerung der
Lebens=
mittel zu verzeichnen ſei. Von Arbeitgeberſeite wird dazu erklärt,
daß mit Rückſicht auf die derzeitige Wirtſchaftslage eine
Lohn=
erhöhung für den Bergbau überhaupt nicht tragbar ſei, denn eine
Erhöhung der Kohlenpreiſe würde den im Augenblick ſchon
ſchwierigen Abſatz der Kohlen zum Schaden der
Bergarbeiter=
ſchaft noch weiter verſchlechtern.
Geſetzliche Aenderung der Unfallverſicherung.
Bochum, 30. Okt. Der Gewerkverein Chriſtlicher
Berg=
arbeiter Deutſchlands hatte an das Arbeitsminiſterium ein
Er=
ſuchen um Aufbeſſerung der Bezüge der Unfallrentner und
Er=
werbsbeſchränkten eingereicht. Das Reichsarbeitsminiſterium
antwortete, daß der Entwurf eines zweiten Geſetzes über die
Aen=
derung der Unfallverſicherung ausgearbeitet ſei, der im Herbſt
noch vom Reichstag verabſchiedet werden ſollte. Der Reichstag
iſt aufgelöſt, ohne das neue Geſetz erledigt zu haben. Der
Gewerk=
verein hat die Reichsregierung erſucht, auf dem
Verordnungs=
wege eine Aenderung herbeizuführen.
Aus Bayern.
Die bayeriſche Generalität gegen Ludendorff.
* München, 30. Okt. (Priv.=Tel.) Der bayeriſche
Gene=
ral Krafft von Dellmenfingen läßt heute eine längere
Kund=
gebung der bayeriſchen Generalität veröffentlichen,
in der ein Ueberblick über die Beratungen der bayeriſchen
Gene=
rale am 14. Auguſt und 25. Oktober wegen des Konfliktes
zwi=
ſchen Kronprinz Rupprecht und General Ludendorff gegeben
wird. Nachdem die bayeriſchen Generale bereits am 14. Auguſt
Verwahrung gegen die Forderung des Generals Ludendorff
ein=
gelegt hatten, daß ſich Kronprinz Rupprecht einem von ihm
be=
antragten Ehrengericht unterſtellen ſolle, faßten ſie am 25.
Okto=
ber folgenden Beſchluß:
„Auf Grund der ſämtlichen über den Konflikt S.K.H. des
Kronprinzen von Bayern mit dem General Ludendorff
vorliegen=
den Aktenſtücke erklären wir folgendes: General Ludendorff hat
in der Oeffentlichkeit gegen S.K.H. den Kronprinzen eine
belei=
digende Beſchuldigung erhoben. Er hat ſich, nachdem ihm
nach=
gewieſen worden war, daß ſeine Behauptung unwahr ſei,
gewei=
gert, die Beſchuldigung in angemeſſener Weiſe öffentlich zu
wider=
rufen. Das darauf von S.K.H. gegen ihn beantragte Ehrengericht
hat er abgelehnt. Seine als Grund der Ablehnung angegebene
Forderung, ſich einem Ehrengericht nur dann zu unterwerfen,
wenn das gleiche auch von S. K.H. dem Kronprinzen geſchieht,
ſteht in ſchroffem Widerſpruch mit der Auffaſſung königstreuer
Offiziere. Die unterfertigten Generale der alten königlich
bayeri=
ſchen Armee ſehen ſich daher gezwungen, fernerhin die
Standes=
gemeinſchaft mit General Ludendorff abzulehnen. (gez.) Krafft
von Dellmenfingen, kgl. bayer. General der Artillerie z. D.”
Das Reichsbanner Hörſing.
* Berlin, 30. Okt. (Priv.=Tel.) Der Vorſitzende des
Reichsbanners Schwarz=Rot=Gold hat vor einigen Tagen einen
Wahlaufruf an die Mitglieder des Reichsbanners gerichtet,
wo=
rin der ſchöne Satz ſteht: „Nieder mit den monarchiſtiſch=
reaktio=
nären Deutſchnationalen, den Deutſchvolksparteilern und den
ver=
räteriſchen Kommuniſten, die unſer Volk und Land an den
Ab=
grund gebracht haben und die es treu vereint fortſetzen!“ Das
iſt eine ſehr geſchickte Formulierung und läßt wenigſtens die
Mög=
lichkeit offen, daß Deutſchnationale und Deutſchvoltsparteiler
nach Auffaſſung des Verfaſſers zuſammen mit den Kommuniſtem
das Land an den Abgrund gebracht hätten. Immerhin eine
Stil=
übung, die ſelbſt die Hitze des Wahlkampfes nicht entſchuldigen
könnte. Das Intereſſanteſte aber daran iſt die Perſon des
Ver=
faſſers, der im Nebenamt Oberpräſident der preußiſchen Provinz
Sachſen iſt, nachdem er ſich zunächſt im gleichen Amt in Schleſien
ſeine Sporen zu verdienen ſuchte. In der preußiſchen Regierung
ſitzen deutſchvolksparteiliche Miniſter. Dieſen Miniſtern alſo
macht einer der höchſten preußiſchen Verwaltungsbeamten den
Vorwurf, daß ſie das eigene Land ruinieren. Cin
ungeheuer=
liches Vorgehen, das auch den beſcheidenſten Begriffen der
Be=
amtendiſziplin ins Geſicht ſchlägt und das ſehr vornehm abſticht
beiſpielsweiſe dem Verfahren eines Bennigſen gegenüber, der im
Augenblick, wo er gegen das Schulgeſetz aufruft, ſein Amt als
Oberpräſident zur Verfügung ſtellt. Die deutſchvolksparteilichen
Abgeordneten der preußiſchen Landtagsfraktion haben deshalb
durchaus recht, wenn ſie an den Miniſter des Innern die Frage
richten, ob ſich nach ſeiner Meinung ein ſolcher Wahlaufruf mit
den Pflichten eines leitenden politiſchen Beamten vereinbaren
läßt. Da man aber mit Herrn Hörſing bereits ſonderbare
Er=
fahrungen gemacht hat, ſtellten ſie die weitere Frage, ob der
Mini=
ſter bereit iſt, Herrn Hörſing Agitationskundgebungen zu verbieten.
Die kommende Finanzreform.
* Berlin, 30. Okt. (Priv.=Tel.) Es hat ſich bald
heraus=
geſtellt, daß das Finanzminiſterium mit ſeinem Dementi wegen
der neuen Steuerreform zuerſt den Mund etwas vollgenommen
hat. Jetzt wird man ſchon entgegenkommender, drückt ſich
aller=
dings dabei in Allgemeinheiten aus, will auch von einer
Finanz=
reform nichts wiſſen, ſondern nur von Steuermilderungen, über
deren Art und Höhe allerdings vorerſt auch noch nichts verlautet,
vermutlich, um nicht den Finanzminiſtern der einzelnen Länder,
die am Freitag nach Berlin kommen, vor den Kopf zu ſtoßen.
Ir=
gendwelche Erleichterungen wird das Kabinett aber beſchließen,
ſchon aus wahltaktiſchen Gründen, abgeſehen davon, daß die
Wirtſchaft Luft braucht. Zweifelhaft iſt aber auch, in welcher
Form die Herabſetzung der einzelnen Steuern erfolgen ſoll.
Teilweiſe wäre es möglich, mit einem Erlaß des
Finanzminiſte=
riums auszukommen, ſoweit in den Steuergeſetzen ſelbſt derartige
Beſtimmungen enthalten ſind, zum Teil durch den
Ueberwach=
ungsausſchuß des Reichstages, und wenn alle Stränge reißen,
wird man vielleicht den berühmten Paragraphen 48 des
Ermäch=
tigungsgeſetzes wieder einmal bemühen müſſen. Der gleiche Weg,
den man übrigens auch vermutlich bei dem deutſch=ſpaniſchen
Handelsvertrag gehen wird, weil eine Hinauszögerung bis zum
Zuſammentritt des Reichstages nicht möglich iſt.
* Heſſiſches Landestheater.
Orpheus und Eurndike.
Oper von Caſalbigi, Muſik von Chr. W. Ritter v. Gluck.
Orpheus iſt der ideale Opernſtoff, ähnlich wie Tannhäuſer:
die Macht der Muſik im Mittelpunkt eines erſchütternden
Dra=
mas. Doch während dem Tannhäuſer das Genie Wagners ſeinen
erſten und letzten Ausdruck gab, ihn zum Typus geſtaltete, wie
Mozart dem Don Juan, ſo hat Orpheus noch keine typiſche Form
gewonnen, obwohl er von je der Lieblingsſtoff aller
Opernkom=
poniſten war. Die primitiven Florentiner um 1600, der berühmte
Orfeo von Monteverdi, Roſſi 1647 in Paris, in Deutſchland
Hein=
rich Schütz 1638, und der alte Haydn — um nur einige zu
nen=
nen — haben ſich daran verſucht. Auch Gluck konnte dem Stoff
den Typus nicht geben. In einem anderen Sinne aber iſt ſein
Orpheus in der Muſikgeſchichte bedeutungsvoll geworden, und
zwar als ein Verſuch, die Oper muſikdramatiſch zu reformieren.
Die Anregung hierzu ging von dem Deklamator Caſalbigi aus,
ſeinem Textdichter.
Das Beſtreben Caſalbigis, der auf die antike Sage in
ein=
fachſter Form zurückgriff, ihr nur leider einen ſüßlichen anderen
Schluß gab, ging nämlich dahin, Muſik und Deklamation ſo viel
als möglich einander zu nähern und eine Dichtung zu ſchaffen,
die ſo „leidenſchaftlich und klangvoll” ſein ſollte, daß ſie allein
durch den Vortrag der Zeitmaße und Stärkegrade faſt wie Muſik
wirken könne. Auf dieſe Gedanken ging Gluck ein und ſchuf unter
Verzicht auf alle üblichen Paſſagen, Kadenzen, Ritornelle eine
neue muſikaliſche Form, die vom Drama ausging und die er ſelbſt
drama per musica nannte. Bei ſeiner Arbeit, die ſpäter in
ſei=
nem Reformwerk Alkeſte den deutlichſten Ausdruck fand, ſuchte
er, wie er ſelbſt geſtand, zu vergeſſen, daß er Muſiker ſei.
Ge=
legentlich äußerte er: „ſo wenig man Gemälde mit Farben macht,
ſo wenig macht man Opern mit Muſik”, Glucks Muſik iſt die
unbedingte Dienerin des Dramas, während Mozart ſeinem Vater
ſchrieb: „bei einer opera muß ſchlechterdings die Poeſie der Muſik
gehorſame Tochter ſein”, und Wagner ſein Kunſtwerk bezeichnet
als die „Syntheſe mimiſcher Improviſation und ſinfoniſcher
Muſik”. Wer hat recht?
Die geſchichtliche Bedeutung Glucks liegt in folgendem Neuen.
Zum erſten Male erhält die Handlung einer Oper als ein Ganzes
dramatiſche Geſtalt, das Lyriſche gewinnt tieferen Gehalt, die
Formen knappſte Prägung, das Rezitativ richtige Deklamation,
das Weſentliche ſiegt über die Floskel. Der Chor betritt zum
erſten Male die Opernbühne, meiſt nur noch illuſtrativ, oft aber
auch ſchon, um in die Handlung gewaltig einzugreifen. Die
Ouvertüre — der Orpheus hat noch die alte Intrada — wird
vom Konzertſtück zum Spiegel des dramatiſchen Inhalts
ver=
edelt. Sinnlicher Reiz, Romantik iſt freilich der ernſten Gewalt
dieſer Sprache fremd. Glucks Begabung für Inſtrumentation iſt
ſpröd; ſein Orcheſter klingt dünn und einförmig. Seine
Objek=
tivität kann nie zünden, löſt nur Bewunderung und Erhebung,
nicht Erſchütterung aus. Dieſer ſtrenge Klaſſizismus, wie weit ab
iſt er vom Expreſſionismus unſerer Tage!
Glucks Orpheus liegt in vier verſchiedenen Bearbeitungen
vor. Die italieniſche erſte Faſſung, die in Wien kühle Aufnahme
fand; die 12 Jahre ſpäter für Paris eingerichtete franzöſiſche, die
durchſchlug und ſich 50 Jahre lang hielt, bis ſie zur Zeit der
„großen Oper” verſchwand. Erſt 1860 kam er wieder heraus, in
einer die italieniſche und franzöſiſche Faſſung verſchmelzenden
Bearbeitung von Berlioz. Endgültige Geſtalt erhielt das Werk
ſodann 1876 durch St. Saens, und die dreiſprachige Partitur auch
einen von Kalbeck verbeſſerten deutſchen Text.
Die Inſzenierung des Orpheus hat mannigfaltige
Wand=
lungen durchgemacht. Urſprünglich im Barockrahmen in Wien
und Paris aufgeführt, trat ſpäter in Berlin die romantiſche
Szene an deſſen Stelle, in München dann der ſogenannte
klaſ=
ſiſche Stil und in Dresden beſonders im Gefilde der Seligen die
ballettmäßige Ausſtattung der Illuſionsbühne. Auch die Regie
paßte ſich wechſelnd dieſen Zeitbedingungen an.
Gluck war 50 Jahre alt, als er den Orpheus ſchuf. Vorher
hatte er, dem Zeitgeſchmack folgend, italieniſche Opern nach Art
der zweiten neapolitaniſchen Schule komponiert, meiſt nach
Text=
büchern des berühmten Metaſtaſio, etwa 40 an der Zahl. Sein
Orpheus beſtärkte ihn in der Verfolgung der durch Caſalbigi
an=
geregten Reformverſuche. Es entſtanden Alkeſte, Paris und
Helena, Armida, die beiden Iphigenien. Dieſe ſind kämpferiſche,
ja gewiſſermaßen belehrende Werke, mit denen er die Richtigkeit
ſeiner Neuerungen beweiſen wollte, weniger aus urſprünglicher
Eingebung, als aus Berechnung hervorgegangen, denen oft ein
trockener Zug eigen iſt. Orpheus aber, in der Mitte ſtehend, iſt
das Uebergangswerk und das ausgereifte Meiſterwerk zugleich.
Noch hatte Gluck kein Syſtem aufgeſtellt, war an keine Regeln
gebunden. Noch beherrſchte er die italieniſche Kunſt, die Schönheit
des Ausdrucks mit der Form zu vereinigen, und er begann
gleichzeitig damit, den Ausdruck zu reinigen, zu veredeln, die
Form zu befreien, zu vereinfachen.
Dies iſt die Ausnahmsſtellung des Orpheus, die als einzige
ſeiner Opern bei Mit= und Nachwelt jedem Streit entging und
bis heute Erfolg gehabt hat.
v. H.
Kleines Haus. — Donnerstag, den 30. Oktober.
Das Poſtamt, ein Bühnenſpiel von Rabindranath Tagore.
Er iſt an allem ſchuld, Komödie von Leo Tolſtoi.
EEin Heiratsantrag, Scherz von Anton Tſchechow.
Die Erlöſung des Menſchen durch die Reinheit des Kindes!
Gegenüber dem neuen Poſtamt ſitzt der kranke Knabe Amal
am Fenſter. Der Arzt hat ihm verboten, auszugehen, und die
Welt zieht an ihm vorüber. Unfreundlich und ungeduldig, wie
die Menſchen ſind, nahen ſie ſich dem armen Knaben. Doch
ſei=
ner kindlichen Reinheit entſtrömt eine ſolche Güte, daß alle ſich
wandeln, und daß ſeine Güte ihnen ſich mitteilt. Der Milchmann
will ihm nun täglich umſonſt friſche Milch bringen; denn Amal
hat ihn gelehrt, wie man glücklich ſein kann, wenn man dicke
Milch verkauft. Der böſe Wachmann will täglich vorſprechen und
Amal die Neuigkeiten aus der Stadt erzählen. Die Kinder wollen
mit ihm ſpielen, das Blumenmädchen will ihm Blumen bringen.
Ja, ſogar der König ſchickt dem Jungen, der als Poſtbote des
Königs durch die Lande ziehen und durch Briefe des Königs die
Menſchen beglücken möchte, einen Brief und als Boten ſeinen
Arzt. Beglückt ſchläft Amal ein zu jenem Schlaf, von dem nur
ein himmliſcher König ihn erwecken kann.
Tagores Bühnenſpiel iſt kein Drama. Es iſt eine
ſtim=
mungsvolle lyriſche Dichtung, getragen von einer edlen
Geſin=
nung und einer ſchönen Gedanklichkeit.
Ich erinnere mich, daß ich vor zwei Jahren die Dichtung bei
der Erſtaufführung in dem Frankfurter Schauſpielhaus geſehen
habe und damals ſtark ergriffen wurde. Die Darmſtädter
Wieder=
gabe litt unter manchen Längen und Dehnungen. Das
Bühnen=
bild von Lothar Schenck von Trapp gab im erſten Aufzug
einen ſchönen Blick aus dem Fenſter auf den blauen indiſchen
Himmel und die charakteriſtiſche Kirche, entſprach aber in der
zweiten Szene in keiner Weiſe der Handlung, die erſt mit dem
beſeligenden Tode des Kindes die befreiende Weite des Himmels
und der Sterne fordert.
Jeſſie Viehrogs „Amal” hatte zwar nicht die überirdiſche
Transparenz, die den Knaben Tagores durchleuchtet, aber ſie
hatte bei aller Erdenſchwere doch bisweilen jenen ſtillen Klang
reiner Kindlichkeit, der zu Herzen ſpricht. Von den übrigen
Geſtal=
ten trug nur Hans Ausfelders Dorfvorſteher ein eigenes
Geſicht; polternd, eingebildet, verſchmitzt. Die anderen blieben
Rummer 303
Seite 3.
Freitag, den 31. Oktsber 1924.
Wahlvorbereitungen.
Wahlaufruf des Zentrums.
Berlin, 30. Okt. (Wolff.) In einem Wahlaufruf der
preu=
ßiſchen Zentrumspartei wird erklärt, daß der ſogen. Großen
Koalition, um deren Zuſtandekommen die Zentrumsfraktion das
größte Verdienſt habe, es zu danken ſei, daß in den letzten
Jah=
ren in Preußen Ruhe und Ordnung geherrſcht haben. Als
föderaliſtiſche Partei habe das Zentrum die Rechte Preußens
als Einzelſtaat entſchieden gewahrt und ſei in den Tagen des
paſ=
ſiven Widerſtandes mit aller Entſchiedenheit für die Rechte der
beſetzten Gebiete eingetreten, wobei es allen Neigungen, Rhein
und Ruhr ihrem Schickſal zu überlaſſen, einen unbeugſamen
Widerſtand entgegengeſetzt habe. Der Aufruf betont, daß das
Zentrum auch weiter für die Erhaltung und Förderung einer
leiſtungsfähigen Landwirtſchaft, eines kräftigen Mittelſtandes,
einer blühenden Induſtrie und einer geachteten und ausreichend
entlohnten Arbeiterſchaft kämpfen werde.
Deutſchnationale Bruderkämpfe.
* Berlin, 30. Okt. (Priv.=Tel. Der radikale Flügel der
Deutſchnationalen Volkspartei hat bei den Auseinanderſetzungen
innerhalb der eigenen Partei eine, ſchwere Niederlage erlitten.
Der erſte Wahlaufruf, ein Produkt des jungen Dr. Everling,
wurde zurückgezogen, der Verfaſſer desavouiert und kaltgeſtellt.
Der zweite Wahlaufruf hält ſich in den Grenzen, die auf ein
Zuſammenarbeiten mit der Deutſchen Volkspartei abgeſteckt ſind.
Trotzdem geben die Unentwegten ihren Kampf nicht auf. Der
frühere Abg. von Freytag=Loringhoven ſpricht noch immer von
einer Erfüllungspolitik des Außenminiſters und ſagt ihm noch
ſonſt einige Schmeicheleien, um zu dem Ergebnis zu kommen, daß
mit der Einheitsfront nicht viel anzufangen ſei. Die „
Kreuz=
zeitung”, eine der Zeitungen der Neinſager, ſagt den
Deutſch=
nationalen eine ſchwere Niederlage voraus, und jetzt hat ſich auch
die „Deutſche „eitung” dem rechten Flügel zur Verfügung geſtellt,
um allerlei Iuterna aus den letzten Fraktionsſitzungen zu
erzäh=
len. Sie geht davon aus, daß Graf Kanitz im Kabinett zunächſt
ein ſtarker Anhänger der Zuziehung der Deutſchnationalen
ge=
weſen, aber abgeſchwenkt ſei, als er geſehen habe, daß er nicht auf
der Miniſterliſte der Deutſchnationalen ſtand. Dieſe Liſte ſollte
vertraulich behandelt werden, iſt aber irgendwie dem Grafen
Kanitz, der ſie wieder dem Kabinett weitergab, und im Zentrum
bekannt geworden. Dafür werden der junge Fürſt Bismarck und
der Freiherr von Richthofen verantwortlich gemacht, mit dem
Er=
folg, daß Bismarck bereits in ſeinem Wahlkreis verdrängt worden
iſt. Herrn von Richthofen kann es die „D. Z.” nicht verzeihen, daß
er ſeinerzeit die kleinen Landwirte zu den Jaſagern
herüber=
gezogen hat. Das Ziel des Kampfes iſt alſo offenſichtlich, die
Ja=
ſager aus der neuen Fraktion auszuſchalten und die
parlamen=
tariſche Vertretung der Partei entſprechend zu radikaliſieren.
Dr. Luther über die Börſenumſatzſieuer.
Berlin, 30. Okt. (Wolff.) Reichsfinanzminiſter Dr. Luther
nimmt in einem Schreiben an den Zentralvorſtand des deutſchen
Bank= und Bankiergewerbes zur Frage der Herabſetzung der
Börſenumſatzſteuer Stellung. Der Miniſter führt u. a. aus, daß
es ihm, nachdem für Umſätze ausländiſcher Zahlungsmittel
ge=
wiſſe Frleichterungen geſchaffen worden waren, nicht
wünſchens=
wert erſchien, die Frage, ob es ſachlich geboten und im Rahmen
der geſamten Steuergeſetzgebung erträglich ſei, eine weitere
Sen=
kung der Börſenumſatzſteuer vorzunehmen, zu entſcheiden, ohne
das Parlamnt zu hören. Zur Klärung von Vorfragen hätten
wiederholt Beſprechungen mit den Herren des Zentralverbandes
und ſonſtigen Sachverſtändigen ſtattgefunden, wobei auch
erör=
tert whrde, inwieweit die gegenwärtige Stille am Aktienmarkt
und die ſonſtigen hervorgehobenen Nachteile wirklich auf die
gegenwärtige Höhe der Börſenumſatzſteuer zurückzuführen ſeien.
Dabei ſei zu bemerken, daß das Anlagebedürfnis von dem
Markt der feſtverzinslichen Werte auch nicht durch die hohen
Spe=
ſen abgehalten wurde. Zu der Frage der Beeinträchtigung der
Erwerbsmöglichkeiten für die am Börſenhandel beteiligten Kreiſe
weiſt der Miniſter darauf hin, daß die Zahl der Perſonen, die
ſich gewerbsmäßig mit dem Effektenhandel beſchäftigen, mit 2571
am 1. Oktober unverkennbar in einem Mißverhältnis ſteht zu
der Zahl am 1. Juli 1914 mit 927 Perſonen. Dazu ſei die Zahl
der Börſenbeſucher in Berlin etwa auf das Vierfache des
Frie=
dens geſtiegen. Danach dürfte der Verſuch, für eine ſo
unver=
hältnismäßig hohe Zahl von Perſonen durch Herabſetzung der
Börſenumſatzſteuer ausreichende Verdienſtquellen zu erſchließen,
keinen Erfolg verſprechen. Schließlich betont der Miniſter, daß
er, da durch die Auflöſung des Reichstags die Möglichkeit einer
parlarientariſchen Ueberprüfung der Tatſache in nächſter Zeit
nicht gegeben iſt, die Prüfung der Frage angeordnet habe, ob
nicht im allgemeinen die Bedürfniſſe der Wirtſchaft und
insbe=
ſondere die Intereſſen der Kleinaktionäre gewiſſe Milderungen
der Börſenumſatzſteuer ſchon demnächſt angezeigt erſcheinen
laſſen.
Ramſay Macdonald,
der frühere Miniſterpräſident, der wiedergewählt wurde.
Lloyd George,
Führer der Liberalen Partei, die eine vernichtende Niederlage erlitt.
Zur Anerkennung Sowjetrußlands.
Die Pariſer Bankiers gegen die Anerkennung
Sowjetrußlands.
Paris 30. Okt. In hieſigen Finanzkreiſen wird die
Aner=
kennung Sowjetrußlands ſkeptiſcher beurteilt. Bezeichnend iſt,
daß die ruſſiſchen Werte, die geſtern an der Börſe 21,70 notierten,
heute 21,20 im Kurſe ſtehen. Auch in ruſſiſchen Emigrantenkreiſen
hat die Anerkennung große Beſtürzung hervorgerufen.
Makla=
koff, der 1917 als Geſandter der proviſoriſchen ruſſiſchen
Regie=
rung nach Paris kam, hat im Auftrage des Ausſchuſſes ruſſiſcher
Emigranten bei dem Miniſterpräſidenten Herriot gegen die
Aner=
kennung der Sowjetregierung proteſtiert.
Tſchitſcherins Optimismus.
Paris, 10. Okt. (Wolff.) Tſchitſcherin hat einem
Vertreter der „Ere Nouvelle” gegenüber Erklärungen abgegeben,
in denen es heißt: Die Finanzleute und die Induſtriellen
Frank=
reichs haben ein beträchtliches Intereſſe daran, daß die
Handels=
beziehungen mit Rußland wieder aufgenommen werden. Wir
verfügen über ungeheure Reichtümer. Damit ſie ausgebeutet
werden, brauchen wir Kapitalien, aber in geringen Summen.
Wenn man an die Produkte denkt, die eine wirtſchaftliche
Aus=
beutung Rußlands liefern können, wenn man die Regelung der
Frage des Privatbeſitzes auf ſpäter verſchiebt, dann ſteht dem
nichts im Wege, daß ſich die ſranzöſiſchen Kapitaliſten ſchon jetzt
in Rußland niederlaſſen. Die Serie der angebotenen
Konzeſſio=
nen, die wir in einer dem Haag gelieferten Liſte anbieten, iſt
nur ein Beginn; ſie betrifft den Export, den wir ſofort vornehmen
können. Sie werde in keiner Weiſe die Zukunft feſtlegen. Werde
Frankreich etwa dulden, daß die ausländiſchen Finanzleute ſich
allein in Rußland niederlaſſen? Die franzöſiſche Induſtrie habe
doch Abſatzgebiete nötig, und er wiſſe, daß die franzöſiſche
Metall=
induſtrie eine ſehr ernſte Kriſe durchmache. Was die Sicherheit
der in Rußland angelegten Kapitalien anlange, ſo biete die
Sowjetregierung alle Garantien, in der Hauptſache aber die
Sta=
bilität. Tſchitſcherin ſagte weiter, ich glaube, daß die
Außen=
politik Poincarés den Jutereſſen Frankreichs nicht gedient hat.
Wenn die Nationen nicht ihre friedlichen Beziehungen
unterein=
ander wieder aufnehmen, ſo wird der Ruin Europas ſie alle
ver=
ſchlingen. Man muß begreifen, daß die imperialiſtiſche Politik,
die vielleicht nicht die des republikanſchen Frankreichs iſt, aber
die von den Nationaliſten betrieben wird, bankerott gemacht wird.
Für Rußland beſteht die ſofort durchführbare Löſung darin, ein
Abkommen mit einer Regierung abzuſchließen, die, indem ſie die
Frage des ehemaligen Beſitzſtandes beiſeite läßt, ſofort alle
Ver=
treter der Sowjets annimmt, deren Aufgabe darin beſteht, den
Handel zu entwickeln und die Mitarbeit des franzöſiſchen
Kapi=
tals für unſere wirtſchaftliche Wiederherſtellung zu ſichern. Wir
ſind ſehr pazifiſtiſch. Wir wollen gute Beziehungen zu
Frank=
reich unterhalten. Aber man muß die Hoffnung aufgeben, daß
man uns mit Gewalt niederringen kann. Unſer Regime, das
unſer Volk ſich ſelbſt ausgeſucht hat, iſt ſtark. Wir werden nicht
unter ein kaudiniſches Joch irgendwelcher Art kriechen.
Kokowzow über die Anerkennung Sowjetrußlands.
Paris, 30. Okt. (Wolff.) Der ehemalige ruſſiſche
Miniſter=
präſident Kokowzow ſprach ſich einem Vertreter des „Echo
de Paris” gegenüber über die Anerkennung der Sowjets durch
Frankreich folgendermaßen aus: Wir Ruſſen haben kein Recht,
Frankreich zu verhindern, das zu tun, was ihm als ſeinen
In=
tereſſen entſprechend erſcheint. Unglücklicherweiſe wird Frankreich
alles verlieren, ohne hoffen zu können, etwas zu gewinnen. In
finanzieller Hinſicht wird die Anerkennung Frankreich nicht
einen Centime einbringen. Es gibt dafür einen einzigen Grund.
Die Sowjets werden eben nicht zahlen, weil ſie kein Geld haben.
Sie würden aber auch nicht zahlen, wenn ſie Geld hätten, weil
ſie dann gehalten wären, wenn ſie Frankreich bezahlten, auch
anderen Nationen ihr Geld zu geben. Sie ſeien dann
verpflich=
tet, auch Deutſchland Geld zu geben, das die Geſchicklichkeit
ge=
habt habe, ſich nach dieſer Richtung im Vertrage von Rapallo
die gleiche Behandlung wie die meiſtbegünſtigſten Nationen zu
ſichern. Auf die Frage nach Konzeſſionen erklärte Kokowzow, die
Sowjets müßten Konzeſſionen gewähren. Es ſei nötig, daß die
Franzoſen ſie annehmen, und beſonders, daß ſie Geldleute
fän=
den, um ſie auszubeuten. Allerdings bezweifelt Kokowzow, daß
eine nach dieſer Richtung von den Sowjets gegebene Garantie
einen Wert haben wird. Wenn Rakowsky oder irgend jemand
anders ruſſiſcher Botſchafter in Paris würde, dann könne man
ſicher ſein, daß die kommuniſtiſche Propaganda ſich in
beängſtigen=
der Weiſe entwickeln werde.
Amerika und Rußland.
* Paris, 30. Okt. (Priv.=Tel.) Nach Meldungen aus
New York wird, wie aus gut unterrichteter offizieller Quelle
ver=
lautet, die Anerkennung der Sowjetregierung durch Frankreich
keine weſentliche Aenderung der Einſtellung des
Staatsdeparte=
ments gegenüber Rußland zur Folge haben.
Kliſchee und es gab keinen Unterſchied, ob ſie Milchmann,
Wach=
mann oder Fakir waren; teils dehnten ſie, wie Amals Vater,
über die Maßen.
II.
Auf den indiſchen Philoſophen folgte der Prediger von
Jas=
naja=Poljana. Er kleidete ſeine Predigt in eine Skizze aus dem
ruſſiſchen Volksleben und richtete ſie diesmal gegen den Alkohol,
der an allem ſchuld iſt. Der Alkohol treibt den Bauern
Michalja dazu, ſein dralles Weib Marfa zu prügeln. Er verführt
den freundlich aufgenommenen Wanderburſchen, als Dieb aus
dem Hauſe zu verſchwinden. Doch letzten Endes hat Tolſtoi
auch hierfür ein verzeihendes Wort; er iſt halt auch nur
ein Menſch.
Die Fähigkeit Tolſtois, Geſtalten aus dem ruſſiſchen
Bauern=
leben realiſtiſche zu zeichnen, wie ſie ſich namentlich in der „Macht
der Finſternis” offenbart, zeigt ſich auch in dieſer Komödie. Im
übrigen iſt ſie dramatiſch nicht von erheblichem Belang.
Die geſpaltene Seele des Wanderburſchen, der ſich durch
Worte berauſcht, der als „Expropriateur der Tat” ſeinen
Dieb=
ſtahl entſchuldigen möchte und in dem doch im Untergrund ein
Reſt menſchlicher Scham lebt, kam in Heinrich Heilingers
ſchillernder Darſtellung feſſelnd zum Ausdruck. Mirjam
Leh=
mann=Haupt war eine friſche, dralle Marfa, Hans
Bau=
meiſter ein polternden Michalja.
III.
Tolſtoi äußerte über ſeinen 32 Jahre jüngeren Freund
Tſchechow einmal: „Tſchechow iſt unerſetzlich. Man lieſt ihn
mit Vergnügen nicht nur einmal, ſondern immer wieder, und
das iſt ſelbſt bei Dickens nicht immer möglich!” Tſchechow kam
aus dem Bauernſtand. Sein Großvater war noch leibeigen, ſein
Vater ein kleiner Kaufmann und Viehhändler. Als Student der
Medizin in Moskau mußte Tſchechow ſeinen Lebensunterhalt ſich
ſelbſt verdienen. So ward er Mitarbeiter an Witzblättern und
ſandte ihnen Scherze und humoriſtiſche Erzählungen, denen
ſpä=
ter die dramatiſchen Arbeiten folgten. Der Scherz „Ein
Hei=
ratsantrag” hat ſchon oft auf deutſchen Bühnen Freude
er=
regt. Es iſt die luſtige Anekdote von dem erregbaren
Guts=
beſitzer, der der Nachbarstochter einen Heiratsantrag machen
möchte, aber mit ihr immer wieder in Diſput gerät, bis der
Vater das ſtreitende Paar liebevoll vereinigt.
Geſpielt wurde von den drei Mitwirkenden in drei
Mund=
arten, wobei der bayeriſche Dialekt des Vaters Hans
Bau=
meiſter vorherrſchte. In der Rolle des Heiratskandidaten
ent=
puppte ſich Paul Maletzki als famoſer Komiker, der mit feinen
Mitteln draſtiſche Wirkungen erzielte. Ilſe Lahn ging als ſtreit=
bare Braut recht friſch aus ſich heraus. Die nette Dekoration
ſtammte auch hier von L. Schenck von Trapp; die
Spiel=
leitung des Abends führte Peter Suhrkamp.
Das Haus nahm die Neuheiten freundlich auf.
* Mainzer Stadttheater.
Erſtaufführung von
„Schlagobers”
heiteres Tanzſpiel von Richard Strauß.
Nachdem am 9. Mai 1924 die Uraufführung dieſes jüngſten
Werkes des gerade in letzter Zeit allerorts, vielgefeierten
Kom=
poniſten an der Wiener Staatsoper erfolgte und zu Beginn dieſes
Monats Breslau die erſte reichsdeutſche Aufführung gebracht
hatte, wurde geſtern abend im hieſigen Stadttheater, das Werk
dem Publikum vorgeführt. In den Hauptrollen gaſtierten Anni
Schwaninger=Zürich und Iril Gadeskow von der
Metropolitan=
oper New York. Die Inſzenierung unterſtand Max Semmler,
und für den Entwurf der Dekorationen und Koſtüme zeichnete
Emil Pirchan von der Berliner Staatsoper. Ueber den Inhalt
dieſes Balletts iſt anläßlich der Uraufführung und an dieſer Stelle
ausgiebig berichtet worden, ſodaß ſich ein erneutes Eingehen
darauf erübrigt. Es mutet immerhin zum mindeſten eigenartig
an, daß Strauß ſeine Kraft und ſein Wiſſen einer ſolchen Aufgabe
zugewandt hat, und man zögert eigentlich keinen Augenblick, ſich
der Auffaſſung einer Wiener Beſprechung in der
Geſamtbewer=
tung des Stückes anzuſchließen, die dahin ging: „Ich liebe Strauß
als einen Könner und Alleskönner; aber daß er auch „
Schlag=
obers” konnte, tut mir faſt wehe.” Läßt es ſich auch vielleicht nicht
ganz rechtfertigen und begründen, Vergleiche in muſikaliſcher
Be=
ziehung zu vorausgegangenen Werken anzuſtellen — man ſtellt ſie
aber an und kommt zu Feſtſtellungen, die gerade Strauß
gegen=
über nicht befriedigen wollen. Gewiß iſt Vereinzeltes
ausgezeich=
net angegriffen und durchgeführt, aber es fehlt eben im
Geſamt=
eindruck der Gehalt, der wirkliche innere Wert, ſodaß man
ſchließ=
lich und letzten Endes nichts übrig behält, als die Erinnerung an
die Aufmachung, und die verblaßt mit dem Rampenlicht nur gar
zu ſchnell.
Deſſen ungeachtet, daß es als ein Verdienſt der Mainzer
Theaterleitung angeſehen wird, wie auch bei den großen Werken
Strauß’ mit an erſter Stelle der deutſchen Auführungen zu
ſtehen — bedauerlich bleibt nur, daß man doch nicht
unerheb=
liche Koſten, Zeit und Mühe für dieſe Erſtaufführung
verwen=
det hat. Andere und dringendere Aufgaben harren der Erledi=
gung, möchte man ihnen das gleiche Intereſſe entgegenbringen.
Die muſikaliſche Leitung unterſtand Herrn Generalmuſikdirektor
Gortner. Das Orcheſter klang — nicht zuletzt begründet durch
die überladene Inſtrumentation — durchgängig ſehr robuſt, ſo
daß der Charakter eines heiteren Tanzſpiels gewiß nicht
ge=
wahrt war. Namentlich die beiden letzten Bilder litten in der
orcheſtralen Behandlung an geradezu erdrückender Schwere.
Wenn das Publikum nach dem 4. Bilde mäßigen Beifall zollte,
und wenn am Schluß der Aufführung etwas lebhafterer Beifall
einſetzte, ſo hatte man den unbedingten Eindruck, daß dieſer
Bei=
fall in erſter Linie der Aufmachung galt, die, ſoweit es ſich um
koſtümliche Ausſtattung handelt, durchaus anerkennenswert war.
Die dekorative Ausſtattung ließ dagegen manchen Wunſch offen;
hier war vieles nur Oberfläche. Neben den beiden Gäſten in
den Hauptrollen darf auch Fräulein Scheninska von der
Mainzer Bühne beſonderes Lob für ſich beanſpruchen in der
Ver=
körperung von „Schlagobers” und „Chartreuſe” und weiter
Herr Walter Kujawski als „Kakao” und „Rum‟. Die
übri=
gen Mitwirkenden, groß und klein, mögen ſich mit einem
Geſamt=
lob begnügen. Der techniſchen Einrichtung ward Herr Roman
Wanner voll und ganz gerecht, während ſich Herr Urban um
die Beleuchtung wohlverdient machte. Der Eindruck, ſowohl was
den Inhalt als auch die muſikaliſche Bearbeitung dieſes
Tanz=
ſpiels anbetrifft, befriedigte nicht nur — nicht, ſondern ſtand im
umgekehrten Verhältnis zu der für dieſe Aufführung gemachten
Reklame. Hoffentlich „ſühnt” Strauß in ſeinem „Intermezzo”
dieſe Tat.
Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
— Eugen Keller in München. Der Generalintendant
der Bayeriſchen Staatstheater Frhr. v. Franckenſtein hat von dem
ihm vertragsmäßig zuſtehenden Rechte der Löſung des
Ver=
trages des Schauſpieldirektors Eugen Keller
zum 31. Auguſt 1925 Gebrauch gemacht, nachdem Herr Keller
einen Vorſchlag, den Vertrag ſofort auf gütlichem Wege zu löſen,
nicht angenommen hat.
* Preisgekrönt. In einem Preisausſchreiben der „
Köl=
niſchen Zeitung” wurde eine Erzählung von Vicki Baum in
Mannheim mit 5000 Mark preisgekrönt. Die Verfaſſerin hat ſich
ſchon fjüher einen Namen als Romanſchriftſtellerin gemacht und
gehörte mehrere Jahre dem Landestheater=Orcheſter als
Harfe=
niſtin an. In ſpäteren Jahren verheiratete ſie ſich mit dem
ehe=
maligen Kapellmeiſter des Landestheater Richard Lert, der jetzt
(als Nachfolger Kleibers) Generalmuſikdirektor in Mannheimt iſt.
Seite 4.
Rummer 303.
„Die Griechen im Szhthenlande.”
Zum Problem der Oſtgrenze des Deutſchen Reiches.
Von
Dr. Walther Croll, Berlin,
Vor einigen Tagen hat ein bekannter Berliner
Univerſitäts=
profeſſor vor einem geſchloſſenen Kreiſe über Reiſeeindrücke aus
der früheren preußiſchen Provinz Poſen berichtet. Neben
Anek=
doten und Mitteilungen feuilletoniſtiſchen Charakters, die in
erſter Linie der Unterhaltung dienten, wurden politiſche und
kul=
turelle Gedanken entwickelt, die öffentliches Intereſſe verdienen.
Der Vortragende hat aus perſönlichen Beobachtungen und aus
den Darlegungen führender deutſcher Männer, in den früheren
„Oſtmarken” den Eindruck gewonnen, daß die ehemalige Provinz
Poſen endgültig dem weißen Adler Polens verfallen ſei. Die
Hauptſtadt des Landes, Poſen, das nach der Volkszählung von
1910 rund 157 000 Einwohner zählte, ſoll nach der Anſicht eines
unterrichtcten hohen polniſchen Beamten heute nur noch 3000
Deutſche aufweiſen. Der deutſche Beſucher iſt der Meinung, daß
dieſe Angabe hinter der Wirklichkeit nicht allzuviel zurückbleibe.
Danach hätten die Deutſchen an der Bevölkerung der einzigen
Großſtadt in der ehemaligen deutſchen Oſtmark einen Anteil von
nur 2 Prozent. Es iſt ſchwer, dieſe Behauptung mit der Tatſache
in Einklang zu bringen, daß die Stadt Poſen bei den
Reichstags=
wahlen von 1912 einem deutſch=freiſinnigen Abgeordneten zirka
13 600 Stimmen gab, während der polniſche Kandidat 20 000
Stimmen erhielt; von den bei dieſen Wahlen abgegebenen zirka
3600 ſozialdemokratiſchen Stimmen waren ſicher mehr als die
Hälfte deutſche Arbeiter und Bürger. Es muß alſo ſeither eine
Verlagerung zugunſten Polens ſtattgefunden haben.. Dies
leuch=
tet nur inſofern ein, als mit der deutſchen Herrſchaft zahlreiche
deutſche Beamte, Lehrer, Aerzte, Anwälte und Gewerbetreibende
in der verkleinerte Reich abwanderten. Aber dadurch kann das
Sinken der deutſchen Einwohnerquote von zirka 42 Prozent auf
2 Prozent nicht erklärt werden. Vielmehr müſſen von den
Ein=
wohnern, die ſich während der deutſchen Herrſchaft als Deutſche
fühlten, viele Tauſende zur polniſchen Volksgemeinſchaft
über=
getreten ſein. Es iſt dies eine Erfahrung, die jedes Volk in
Zei=
ten der Not und des Niederganges macht. Vielleicht iſt im „
auf=
geklärten Zeitalter” der Opportunismus in nationalen Fragen
beſonders groß. Auch ſcheint der Faktor eine Rolle zu ſpielen,
daß die Deutſchen in Poſen überwiegend den gebildeten Schichten
angehörten und unter dem geſellſchaftlichen Boykott, den die
Polen über die Nichtpolen verhängten, beſonders litten.
Geſchäft=
liche Erfolge ſowie Ausſichten auf eine politiſche Karriere boten
und bieten ſich natürlich nur Polen. Dazu kommt noch der
bei=
ſpielloſe Terror, den beſonders die niederen polniſchen Gerichte
und die Verwaltungsbehörden Neupolens gegen die Deutſchen
ausüben. Die bekannte deutſche Loyalität gegenüber den
Behör=
den — beſonders wenn ſie land= und volksfremd ſind — hat
zweifellos auch dazu beigetragen, in wenigen Jahren eine für den
polniſchen Staat gefährliche politiſche Irredenta=Bewegung
ein=
ſchlafen zu laſſen. — Vor 50 Jahren ſchrieb ein halbvergeſſener
Breslauer Hiſtoriker ein Buch: „Die Griechen im Szythenlande‟
und ſchilderte darin den ſchleichenden Tod der griechiſchen
Kolo=
nien in der heutigen Ukraine. Der erwähnte Berliner Profeſſor
Freitag, den 31. Oktober 1924.
ſieht die Deutſchen in Poſen als ſolche Griechen im
Szythen=
lande oder — anders ausgedrückt — als die dem Untergang
ge=
weihten Ueberbleibſel einer Völkerbewegung an, die einſt nach
Oſten flutete und jetzt nach Weſten zurückzuebben beginnt.
Es ſei dahingeſtellt, inwieweit ſich die Reiſebeobachtungen
des Profeſſors und die von ihm zitierten Aeußerungen führender
Perſönlichkeiten des Deutſchtums in Poſen mit den wirklichen
Verhältniſſen decken. Der Hörer des Vortrags mußte zu der
Anſicht gelangen, als führe das Deutſchtum in der Oſtmark nur
noch einen Kampf um die Sicherung ſeiner nationalen
Kultur=
güter, und als müßten ſich auch die Vorkämpfer für Deutſchlands
Wiederaufſtieg bei uns im Reiche mit der Propagierung von
Minoritätsrechten für unſere unter fremder Herrſchaft lebenden
Brüder begnügen. Es wird nicht viele ihr Volk liebende und
tatenfrohe Deutſche geben, welche ſich reſigniert in eine der Form
und dem Weſen nach ungerechte Entſcheidung des „
Friedensver=
trages” zu fügen bereit ſind. Zunächſt dürfen wir die unerhörten
Rechtsbrüche, die dauernd an Deutſchen der ehemaligen Oſtmark
begangen werden, nicht weiter mit Schweigen übergehen, wie dies
bisher leider in der deutſchen Oeffentlichkeit die Regel war. Dann
aber müſſen wir auch unſeren durch materielle und nationale Not
gebeugten Brüdern jenſeits unſerer Grenzen den Glauben
wie=
dergeben, daß unſer Volk nicht den Weg der Reſignation und der
Selbſtentäußerung zu gehen bereit iſt. Der Pendel der Geſchichte
hat in den Jahren 1918 bis 1923 weit zu unſeren Ungunſten
aus=
geſchlagen. Wir würden uns an dem Werk unſerer Väter und
an der Zukunft unſeres Volkes verſündigen, wenn wir die
Ver=
ſailler „Rechtstitel”, die nicht einmal ein moraliſches Recht für
ſich haben, als unabänderlich anſehen würden. Bis zur großen
Reviſion des Unfriedensvertrages mag es ſich darum handeln,
wie wir eine erträgliche Grenze nach Oſten ſchaffen. Der reiſende
deutſche Profeſſor deutete an, daß gewiſſe Ideen über den
Korri=
dor und einen deutſchen Oſtſeehafen bei den Polen williges
Ge=
hör finden würden. Hiernach könnte Deutſchland den Korridor
mit Danzig wiedergewinnen und dafür den Polen ausdrücklich
den Königsberger Hafen oder auch „nur” den Memeler Hafen
zur Verfügung ſtellen. Alle ſolche Ideen ſind daher grundſätzlich
zu verwerfen, weil ſie an die Stelle einer Vergewaltigung, gegen
die wir proteſtiert haben, ohne uns indeſſen dagegen wehren zu
können, von uns gebilligte Rechtstitel ſetzen würden. Die lebende
deutſche Generation hat nicht das Recht, unſer Volk in einer
Situ=
ation zu verankern, wie ſie unglücklicher für uns nicht gedacht
werden kann. Es iſt die gleiche Erwägung, die uns zaudern
läßt, mit dem Eintritt in den Genfer Völkerbund an der
Garan=
tie für eine Situation teilzunehmen, die dem deutſchen Volke
denkbar ungüſtig iſt.
Unterhandlungen zwiſchen Wahabiten und Hedſchas.
London, 30. Okt. (Europapreß.) Nach einer Meldung
aus Kairo haben die Unterhandlungen zwiſchen den Wahabiten
und Hedſchas für den Abſchluß des Friedens noch zu keinem
Reſultat geführt. Die Wahabiten erklären, daß der Friede
ſo=
lange unmöglich ſei, als der König Ali auf dem Thron bleibe.
Dieſer letztere hat Maßnahmen angeordnet, um Djiddah gegen
einen möglichen Angriff der Wahabiten zu verteidigen. Nach
einer anderen Meldung iſt der ſyriſche Schriftſteller Amin Rihani
nach Mekka abgereiſt, um zwiſchen den beiden Parteien
vermit=
telnd aufzutreten. Amin Rihani hat ſich vor einiger Zeit
wäh=
rend vier Monaten am Hofe des Sultans der Wahabiten, Jon
Saud, aufgehalten und darüber in den Zeitungen einen Bericht
veröffentlicht.
Die Abrüſtung!
Frankreich und die polniſche Flotte.
London, 29. Okt. (Wolff.) Der Pariſer Berichterſtatter
des „Mancheſter Guardian” berichtet, der lange Beſuch des
pol=
niſchen Kriegsminiſters Sikorski in Frankreich habe die
Bedeu=
tung, daß Polen zu einer Flottenmacht gemacht und von
Frank=
reich mit einer Flotte von modernen Unterſeebooten, Zerſtörern
und Waſſerflugzeugen verſehen werden ſoll. Der neue polniſche
Hafen Gdingen an der Danziger Bucht, wo rieſige Bauten im
Gange ſeien, ſolle zu einer ſtarken Flottenbaſis ausgeſtaltet
wer=
den, und zwar der ſtärkſten, über die Polen in Kriegszeiten
ver=
fügen würde. Strategiſch ſei dies von unverkennbarer
Bedeu=
tung und könne als Ausdehnung der franzöſiſchen Flottenmacht
auf der Oftſee angeſehen werden. Zur Begrſtndung dieſer
Maß=
nahme werde Polens exponierte Stellung zwiſchen Deutſchland
und Rußland ſowie die Notwendigkeit angeführt, eine
Vereini=
gung der deutſchen und ruſſiſchen Flotten zu verhindern. Es
ſei jetzt klar, daß die vor einigen Wochen in der franzöſiſchen
Preſſe veröffentlichten falſchen Berichte über gemeinſame
Flotten=
manöver der deutſchen und ruſſiſchen Geſchwader in der Oſtſee
Propagandazwecken dienten. Man müſſe ſich fragen, wie dieſe
Entwickelung in Einklang gebracht werden könne mit der
Begei=
ſterung, die angeblich in Polen und Frankreich über das Genfer
Abrüſtungsprotokoll herrſche.
Die „Humanité” bringt die genaue Nachbildung einer Adreſſe,
die ein Eiſenbahnarbeiter in Argentuil von einer Ladung
abge=
riſſen hat. Die Adreſſe lautet: „Baſe Maritime Polonaiſe
d’Cherbourg‟. Die Sendung, die am 30. September 1924 durch
den Zug Nr. 4311 von Nantes nach Serguigny ging, beſtand aus
zwei Waggons mit Luftſchiffmotoren. Abſenderin war die
pol=
niſche Ankaufsmiſſion für militäriſche Zwecke in Paris. Die
„Humanité” nimmt an, daß Polen mit Hilfe der franzöſiſchen
Regierung gegen Sowjetrußland ausgerüſtet werden ſoll, und
macht der bürgerlichen Regierung Herriot den Vorwurf, den
Krieg vorzubereiten.
Die Grenzfeſtſetzungskommiſſion für den Trak.
FU. Brüfſel 30. Okt. Der Völkerbund hat folgende Perſonen
zu Mitgliedern der internationalen Grenzregelungskommiſſion im Irak
ernannt: 1. Den ehemaligen ungariſchen Miniſterpräſidenten Grafen
Telecki, 2. den ehemaligen Oberſten der belgiſchen Armee Paulis,
3. den früheren ſchwediſchen Geſandten in Bukareſt Wirſen. Die
Kom=
miſſion wird ſich ſobald wie möglich nach dem Irak begeben.
Der Rückzug der Spanier ernſtlich bedroht.
* London, 29. Okt. (Priv.=Tel.) Der Sonderberichterſtatter
der Times meldet aus Tanger, daß der mächtige Anjeraſtamm,
der ſich bisher Spanien gegenüber loyal verhalten hatte, jetzt mit
den Rebellen gemeinſame Sache zu machen ſcheine. Das
Anjera=
gebiet erſtreckt ſich nördlich und weſtwärts von Tetuan bis Ceuta
und Tanger. Eine ſpaniſche Abteilung wurde bereits im
Anjera=
gebiet angegriffen. Sollte ſich dieſe Vermutung beſtätigen, dann
wäre die Straße Tetuan—Ceuta, und damit der Rückzug der
Spanier, ernſtlich bedroht. Die Rückzugsoperationen haben jetzt
begonnen. Ebenfalls ſind in der Larachezone ſchon mehrere
Stel=
lungen geräumt worden.
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Freitag, den 31. Oktober 1924.
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 31. Oktober.
* Welche Aufgaben hat ein ſtädtiſches Jugendamt?
Das Reichsgeſetz für Jugendwolhfahrt vom 20. Mai iſt in Kraft
ge=
treten und die heſſiſche Regierung hat am 29. Juli eine umfangreiche
Ausführungsverordnung dazu erlaſſen. Mit Dante könnte man nun
fra=
gen: „Geſetze gibt’s, wer iſt’s, der ſie verwaltet?‟ Das Reich hat nur
ein Rahmengeſetz erlaſſen; es gilt nun die praktiſche Geſtaltung der
Jugendhilfe, ſo wie ſie den Geſetzgebern vorſchwebte, in den Ländern, in
den Städten und in den örtlichen Bezirken durchzuführen. Es iſt eine
bekannte Tatſache, daß auf dieſem Wege die Grundgedanken eines neuen
Geſetzes oftmals nicht mit genügender Klarheit erkannt und von den
Ver=
waltungsorganen ihnen nicht genügend Rechnung getragen werden.
Was will nun eigentlich das neue Jugendwohlfahrtsgeſetz, das nach dem
Urteil von erfahrenen Parlamentariern zu den ſchwierigſten Aufgaben
gehörte, die den Reichstag beſchäftigt haben? Die Antwort iſt nicht in
einem kurzen Schlagwort zu geben, ſondern ſie iſt nur einer Darſtellung
der Grundgedanken zu entnehmen, die in dem neuen Geſetz zum
Aus=
druck gebracht ſind. Der ſcharfſinnige Juriſt Bluntſohli hat einmal
er=
klärt: „Die Geſetzee ſind nur der klarſte und wirkſamſte Ausdruck, aber
keineswegs die einzige Quelle des Rechts.” Für das
Jugendwohlfahrts=
geſetz iſt nun eine weſentliche Quelle die Kenntnis der
Vorverhandlun=
gen, die zu der ſchließlichen juriſtiſchen Formulierung geführt haben.
Fer=
ner iſt die quellenmäßige Kunde früherer Geſetze und überhaupt die
Kenntnis der Beſtrebungen auf dem Gebiete der Jugendwohlfahrt
von=
nöten. Mit Hilfe dieſes geiſtigen Rüſtzeuges, läßt ſich viel beſſer
er=
kennen, was die Zwecke und Ziele der neuen Geſetzgebung auf dieſem
Gebiete ſind, als ſie aus dem Wortlaut des Geſetzes und ſeiner
Aus=
führungsbeſtimmungen entnommen werden können.
Das Jugendwohlfahrtgeſetz hat einen Gedanken aufgenommen, der wie
die meiſten wahren und großen Ideen als ſelbſtverſtändlich erſcheint,
nämlich das Recht des Kindes auf Erziehung. Es iſt lange um die
An=
erkennnung dieſes Satzes gerungen worden. Im Keime iſt er ſchon
vor=
gebildet in den Artikeln 120 bis 122 der Reichsverfaſſung, in denen von
der Erziehung des Nachwuchſes zur leiblichen, ſeeliſchen und
geſellſchaft=
lichen Tüchtigkeit und auch von Fürſorgemaßregeln die Rede iſt. Der
Gedanke von dem Recht auf Erziehung hat in dem Paragraphen 1 des
neuen Jugendwohlfahrtgeſetzes die nachſtehende Faſſung erhalten:
„Jedes deutſche Kind hat ein Recht auf Erziehung zur leiblichen,
ſeeliſchen und geſellſchaftlichen Tüchtigkeit . . . Inſoweit der Anſpruch
des Kindes auf Erziehung nicht erfüllt wird, tritt, unbeſchadet der
Mit=
arbeit freiwilliger Tätigkeit, öffentliche Jugendhilfe ein.”
Der allgemeine Eindruck, den man unbedingt aus der ganzen
Vorge=
ſchichte des neuen Geſetzes gewinnt, iſt der, daß dieſes eine eigene
Jugendwohlfahrtbehörde im Sinne hat; es ſollen für ganz Deutſchland
Fachbehörden ins Leben gerufen werden. Auch dies iſt ein
Ge=
danke von weittragender Bedeutung, und den Geſetzgebern hat hier ein
hohes Ziel vorgeſchwebt.
* Hochſchulnachricht. Wie wir erfahren, iſt Herr Profeſſor
Dr.=Ing. A. Kleinlogel (Techniſche Hochſchule), welcher vor
kurzem von einer mehrmonatlichen Amerikareiſe zurückgekehrt iſt,
vom American Concrete Inſtitute in Detroit (in fachtechniſcher
und wiſſenſchaftlicher Hinſicht für Amerika etwa dasſelbe, was
für Deutſchland der Deutſche Ausſchuß für Eiſenbeton iſt) zum
Mitglied ernannt worden.
— Techniſche Hochſchule. In der Abteilung für Kultur= und
Staats=
wiſſenſchaften hat ſich Herr Studienrat Dr. Adolf Bach aus
Wies=
baden für das Fach der Deutſchen Philologie habilitiert. Seine
An=
trittsvorleſung „Der Rhein und die Romantik” findet Montag, den
3. November, 4 Uhr, im Hörſaal 138 ſtatt. Außerdem zeigt er zwei
Semeſtervorleſungen über „Geſchichte der altdeutſchen Dichtung” und
„Sprachgebrauch und Sprachrichtigkeit im Deutſchen” an; beide ſind,
abgeſehen von der Einſchreibgebühr, unentgeltlich. Anmeldungen nimmt
das Sekretariat der Hochſchule bis 5. November entgegen. Näheres
über Ort und Zeit ſagt der Anſchlag am ſchwarzen Brett.
— Künſtlerhilfe. Man ſchreibt uns: Zu den Ständen, die unter der
wirtſchaftlichen Not am ſchwerſten zu leiden haben, gehören die bildenden
Künſtler. Man braucht nur die Ausſtellungen zu beſuchen, um
feſtzu=
ſtellen, wie wenig verkauft wird. Gerade ſo ſpärlich ergehen die
Auf=
träge und gerade ſo wenig wird in den Ateliers verkauft. Das hat zur
Folge, daß ſelbſt namhafte Künſtler kaum noch wiſſen, wie ſie ihr Leben
friſten ſollen; ſehr vielen fehlt die Möglichkeit, ſich das nötige Material
zu beſchaffen, um überhaupt weiter arbeiten zu können. Auf der
an=
deren Seite hat das Verſtändnis für den guten Wandſchmuck in weiteſten.
Kreiſen der Bevölkerung zugenommen. Wer hat nicht den Wunſch, ſeine
Wohnräume mit wirklich guten und originellen Bildern zu ſchmücken, ſei
es mit Radierungen, Holzſchnitten, Litographien, ſei es mit Bildern,
die beſonders wertvoll ſind, weil ſie nur einmal exiſtieren: Zeichnungen,
Aquarellen und dergl.? Oelgemälde ſind für die meiſten unerreichbar
geworden. Dagegen ſind veile noch in der Lage, ſich ein graphiſches
Blatt oder ein Aquarell zu erwerben, allerdings nicht zu den durch
Pro=
viſionen und Unkoſten erhöhten Preiſen, die die Künſtler für beſondere
Leiſtungen in Ausſtellungen anſeren müſſen. Manches Blatt ſteckt in den
die großen Ausſtellungen ſchickt, für das ſich aber Liebhaber finden wer= Braun) des „Verfaſſungs= und Verwaltungsrechts des Großh. Heſſen”.
den, wenn ſie nur von dieſen Blättern erfahren. Um dieſem doppelten
Notſtand wenigſtens in kleinem Umfange abzuhelfen, wird vom erſten
Dezember ab in den Näumen des Landesamtes für das Bildungsweſen
(der ehemaligen Geſchäftsſtelle der Darmſtädter Volkshochſchule), eine
Ver=
kaufsausſtellung, „Künſtlerhilfe”, eingerichtet, die im weſentlichen
gra=
phiſche Blätter aller Art, Aquarelle, Paſtelle und dergl., nicht aber
Oel=
gemälde, aufnehmen und der breiteſten Oeffentlichkeit zugänglich machen
ſoll. Die Künſtler, die dieſe Ausſtellung beſchicken wollen, werden
aufge=
lung, Regierungsrat Henrich, Landesamt für das Bildungsweſen,
mit=
zuteilen.
hat der Firma Gebrüder Roeder A.=G. für ausgezeichnete Lei= gerichtshof erfüllt und ſich zur Uebernahme dieſes Amtes neben dem von
ſtungen auf der Baufachausſtellung Stuttgart 1924 die „Württemberg.
Staatsmedaille in Bronze” verliehen. Die Firma Gebrüder Roeder
A.=G. hatte auf der Baufachausſtellung ihre bekannten Haushaltungsherde Aemter durch ein Gelegenheitsgeſetz zu verkoppeln, darüber unſer Urteil
für Kohlen= und Gasheizung, Koch=, Brat= und Backapparate für
Groß=
küchen für Kohlen= und Gasheizung, ſowie elektriſche Herde und
Grude=
herde ausgeſtellt. Die württembergiſche Staatsmedaille wurde nur eine große Arbeitskraft von ſtarker Begabung, ſeltenen Fähigkeiten
wenigen Ausſtellern der Baufachausſtellung verliehen.
rer Stadt, der Bürgerverein Darmſtadt e. V., feiert am 8. Novem= gangsformen, einem ſteifen Bureaukratismus jederzeit abhold. — Wenn
ber im Städtiſchen Saalbau ſein 75jähriges
Vereins=
jubiläum. Gegründet am 3. November 1849 als Sammel= keit, äußerem Zwange folgend, ſcheiden ſehen, möchten wir die Hoffnung
punkt des Darmſtädter Bürgertums, hat der Verein trotz der
ſtar=
ken ſportlichen Bewegung, die gegen Ende des vorigen Jahr= reichen Erfahrungen und Kenntniſſe gerade auf dem Gebiete
hunderts einſetzte, ſich ſtark gehalten. Er beſitzt ein eigenes Heim
in der Saalbauſtraße, und haben in den ſchönen Räumlichkeiten
des Vereins ſchon viele Kreiſe der Stadt angenehme Stunden
verlebt. Seine Mitglieder ſetzten und ſetzen ſich aus den Kreiſen
des Bürgertums zuſammen. Auch unter den Nachkriegsjahren iſt am 1. November 1899 bei der hieſigen Schutzmannſchaft eingetreten
hatte der Bürgerverein ſchwer zu leiden. Unentwegt, wenn auch Polizei zurückgelegt. Herr Koch, der jetzt im 56. Lebensjahre ſteht,
Feſthalten der jetzigen Generation. Sein 75jähriges Beſtehen ber 1899 zur Dienſtleiſtung beim 1. Polizeirevier eingeſtellt. Am 30.
feiert dieſer altangeſehene Verein durch einen Herren=Abend im Auguſt 1907 wurde er zur Nahrungsmittelprüfungsſtelle verſetzt und
ver=
engeren Kreiſe am Samstag, den 1. November, in ſeinen Ver= blieb dort bis zu ſeiner Beförderung zum Oberwachtmeiſter, Alsdann
einsräumlichkeiten, wobei den Mitgliedern etwas ganz beſon= wurde Herr Koch zum 4. Polizeirevier verſetzt und mit der Verſehung
deres geboten wird. Ferner findet am Samstag, den 8. Novem= bis zum heutigen Tage die Dienſtgeſchäfte des Oberwachtmeiſters auf
ber, im Städtiſchen Saalbau ein großes Feſtkonzert mit Ball und dem 4. Polizeirevier. Herr Koch iſt ein tüchtiger, pflichtgetreuer und
ſonſtigen Darbietungen ſtatt. Ueber das Programm wird an die= gegen jedermann zuvorkommender Beamter. Er genießt ſowohl unter
ſer Stelle im Laufe der nächſten Woche noch eingehender berichtet, dem Publikum als auch bei ſeinen Vorgeſetzten und Untergebenen große
werden. Möge es dem Verein auch fernerhin gelingen, ſeine / Achtung.
Mitglieder feſt zuſammen zu ſchmieden und den Zuſammenhalt
zu fördern, um ihm eine dauernde Lebensfähigkeit zu ermög= beging ſeinen erſten Jahrestag. Geſangliche und inſtrumentale
Dar=
lichen.
— Der heſſiſche Landesverband der Freunde des
humaniſti=
ſchen Gymnaſiums hat den Bonner Kunſtgelehrten Profeſſor Dr. Oberſtudiendirektor Kiſſinger über Neues aus dem Leben der An=
Paul Brandt, den Meiſter der vergleichenden Betrachtung, zu ſtalt. Der Vortragende, Aſſeſſor Dr. Avemarie, früher an der
einer mehrtägigen Vortragsreiſe in Heſſen gewonnen. Daß dies Eleonorenſchule tätig, führte in ſcherzhafter Weiſe in ſein, an Jakob
in dem durchgeführten weiten Umfang möglich war, iſt ein Zei= Grimms berühmte akademiſche Rede über das Alter angelehntes Thema
chen des gegenſeitigen Verſtehens, des wachſenden Zuſammen= ein, indem er auf den Widerſpruch hinwies, daß jeder alt werden, aber
ſchluſſes und der zielſicheren Zuſammenarbeit der humaniſtiſchen fahrlichſten Feind”, „ewige Jugend” als ihren Sehnſuchtstraum. Als
Vereinigungen unſeres Landes. Profeſſor Brandt hat mit gro= Schutzmittel vor dem Altwerden empfahl er, die Seele jung zu
erhal=
ßem Erfolg in Büdingen begonnen und wird die Vortragsreiſe ten, auch durch geſundes herzbefreiendes Lachen, das W. Naabe als eine
am 3. November mit der humaniſtiſchen Veranſtaltung in Bingen der ernſthafteſten Angelegenheiten der Menſchheit bezeichnet habe und
beenden. In kleine en Städten wurden die Veranſtaltungen durch deſſen nach Schopenhauers Wort nur die ernſten Menſchen fähig ſeien.
verſtändnisvolles Miteinanderarbeiten der verſchiedenen lokalen
kulturfördernden Vereine wirkſam gefördert.
Sſichtlich.
Seite 5.
* Der Präſident des Verwaltungsgerichtshofs
Dr. Br. Auguſi Weber
Beamte und iusbeſondere für richterliche Beamte hat man mannigſache Regierung, von den großen Vorteilen einer Einheits=Kurzſchrift über=
und willens ſeien, dieſe ihre politiſche Geſinnung auch in der Recht= und Geld im ganzen öffentlichen Leben, ſondern auch, weil ſich damit ein
ſprechung zur Celtung zu bringen. Vielleicht iſt es ſogar der alleinige neues Band um alle deutſchen Stämme ſchließt.
und eigentliche Grund. Dann ſpreche man ihn auch offen aus. Richtig
Ueberalterung zu bewahren und rechtzeitig von weniger leiſtungsfahigen der Einheits=Kurzſchrift genommen habe, obwohl durch ſie eine ſtarke
Richtern zugunſten der Leiſtungsfähigen zu entlaſten. Hier werden die Umſtellung im behördlichen und Verkehrsleben, zum Teil auch in der
Tatſachen verkannt, indem irrig unterſtellt wird, daß mit Erreichung Schule notwendig werde. Er gibt dann in kurzen Zügen ein Bild der
durchſchnittlich abnimmt.
unterbreitet wurde.
mag; der an zweiter Stelle aufgeführte Grund trifft tatſächlich in den Juli=Entwurf 1922 hatte neben Lübeck als einziger Staat Preußen
leb=
wenigſten Fällen zu: beim Reichsgericht ſo wenig wie bei einem anderen haften Widerſtand entgegengeſetzt, ihn aber auf Eingreifen des
Staats=
höchſten Gerichtshof.
anders urteilen ..
Heſſiſche Bilderbühne
Saalbau
Darmſtadt
Montag und Dienstag, den 3. und 4. November, abends
8 Uhr, nur 2 Vorführungen
Im Film von
Hamburg nach New Hork
einer der beſten Seefahrtsfilme, die es gibt.
Die Zungfernreiſe des größten Hamburger Schiffes
„Albert Ballin”.
Niemand verſäume dieſes Ereignis!
Vorverkauf der Karten im Verkehrsbüro und in der
Volkshochſchule.
(14357
O
hieſigen Polizeiamts am 16. September 1897, wurde Mitglied des
Ver=
waltungsgerichtshofs am 2. Auguſt 1899. Seiner Befähigung entſprach
die Anſtellung al3 Vortragender Rat im Miniſterium des Innern, an
die ſich 1902 die Ernennung zum Miniſterialrat in dieſer Behörde und
zugleich zum Vorſitzenden der Miniſterialabteilung für öffentliche
Ge=
ſundheitspflege und zum Dezernenten für die Hochſchulen anſchloß. Den
Doktorgrad h. e. verliehen die Hochſchulen Gießen und Darmſtadt 1906
bezw. 1908.
Ueber 12 Jahre — ſeit 1. April 1912 — ſtand Präſident Weber an
der Spitze des Verwaltungsgerichtshofes.
Als Schriftſteller iſt er in der Bearbeitung (in Gemeinſchaft mit
Studienmappen und in den Ateliers, das der Künſtler an ſich nicht auf dem als Finanzminiſter Heſſens noch in beſtem Gedenken ſtehenden
(1894) hervorgetreten.
Am 31. Oktober 1924 tritt in Heſſen das Geſetz in Kraft, deſſen
ein=
ziger Artikel lauret: „Die Verbindung der Stelle des Präſidenten des
Verwaltungsgerichtshofs mit der des Präſidenten der
Oberrechnungs=
kammer iſt zuläſſig.” Aus der Begründung des bezüglichen
Geſetzent=
wurfs (Druckſache Nr. 1111 des 2. Landtags des Volksſtaates Heſſen
fordert, dies bis ſpäteſtens zum 10. November dem Leiter der Ausſtel= des Verwaltungsgerichtshofes mit dem Inkrafttreten des eben genannten
Geſetzes zuſammenfällt und daß der derzeitige Präſident der
Oberrech=
nungskammer in ſeiner. Perſon die nach Art, 5 des Verwaltungsrechts=
— Auszeichnung. Das württ. Arbeits= und Ernährungsminiſterium, pflegegeſetzes geforderte Vorausſetzung für den Vorſitz im
Verwaltungs=
ihm bekleideten bereit erklärt habe.
Ob Regierung und Landtag das Richtige getroffen haben, beide
auszuſprechen, ſoll einem beſonderen Artikel vorbehalten bleiben.
Mit dem Ausſcheiden Webers verliert der Verwaltungsgerichtshof
durchdringendem, ſcharfen Verſtand; eine Perſönlichkeit, der auch die ſo kurz vor dem Monatsende?
— Bürgervereins=Jubiläum. Einer der älteſten Vereine unſe= Fühlung mit dem praktiſchen Leben nicht fremd war, von urbanen
Um=
wir Weber ſo noch in voller Arbeitskraft aus ihm liebgewordener
Tätig=
nicht aufgeben, daß die in den verſchiedenſten Dienſtſtellen erworbenen
des Verwaltungsrechts für den heſſiſchen Staat in naher
Zu=
kunft nutzbar gemacht werden möchten.
— Dienſtjubiläum. Herr Polizeioberwachtmeiſter Theodor Koch
und hat ſonach am 1. November 1924 eine 25jährige Dienſtzeit bei der
in kleinerem Rahmen, hat er ſeine Ziele verſolgt, dank dem zähen wurde nach Ableiſtung einer 8jährigen MBitärdienſtzeit am 1.
Novem=
der Geſchäfte eines Oberwachtmeiſters betraut. Als ſolcher verſieht er
— Der Verein ehemaliger Eleonoren= und Frauen=Schülerinnen
bietungen aus den Reihen talentvoller junger Mitglieder ſelbſt
um=
rahmten den im Mittelpunkt ſtehenden Vortkag über das Thema
Jugend und Alter”, und die Mitteilungen des Direktors der Schule,
keiner alt ſein wolle, und kennzeichnete das Alter als der Jugend „ge=
Solche ernſte und doch humorvolle Jugend bleibt auch bewahrt vor dem
„Laſter des Alters”, dem Geiz, der das Herz verhärte und die „Jugend
der Seele” morde. Geſunde Jugend mit geſunder, d. h. reiner froher
— Im Deutſchen Sprachverein fällt der für dieſen Samstag ange= Seele könne allein ein „blühender, fruchtbarer, friſcher Palmbaum
kündigte Vortrag Eduard Engels aus. Näheres iſt aus der Anzeige (Pſ. 92), ein „ver sacrum”, ein „heiliger Frühling” ſein, das Saatkorn
einer neuen Welt!
Deutſche Reichskurzſchrift.
Die Reichskonferenz vom 17. Oktober d. Js. hat die neue Einheits=
Kurzſchrift beſchloſſen. Zur Einführung wurden vorgeſtern abend im
tritt am 1. November nach vollendetem 65. Lebensjahre kraft des im Feſtſaal des Ludwig=Georgs=Gymnaſium auf Veranlaſung des
Landes=
kleinen Heſſen größerem Vorbild nachgeahmten Altersgrenzengeſetzes in amtes für das Bildungsweſen Vorträge gehalten. Miniſterialdirektoy
den Ruheſtand. Als Gründe für Einführung einer Altersgrenze für Urſtadt wies in ſeiner Eröffnungsrede darauf hin, daß die heſſiſche
genannt: 1. das Beſtreben, den Gerichtshof mit Richtern zu beſetzen, die zeugt, dieſe Beſtrebungen ſtets mit allem Nachdruck gefördert habe, nicht
mehr als die gegenwärtigen der neuen Staatsform innerlich zugetan nur aus wirtſchaftlichen Gründen der Erſparung von Zeit, Kraft, Arbeit
Oberſtudiendirektor Pfaff bedauert zunächſt, daß die
Oeffentlich=
wird er deshalb noch nicht. 2. Das Beſtreben, den Gerichtshof vor keit verhältnismäßig ſo wenig Notiz von der neugeſchaffenen Tatſache
eines Alters von 65 bis 68 Jahren die richterliche Leiſtungsfähigkeit Entſtehungsgeſchichte. Die Anregung gab der Deutſche
Stenographen=
bund Gabelsberger im Jahre 1906, im Sinne der nicht lange zuvor ab=
Was wir hierher geſetzt, iſt wörtlich der Petition des Vorſtandes des gehaltenen Orthographie=Konferenz. Die anderen Schulen folgten
Richtervereins am Reichsgericht gegen die geplante Geſetzesvorlage, betr. zögernd. Ende 1906 ſtimmten neun größere Stenographieſchulen in
Einführung einer Altersgrenze für die Mitglieder des Reichsgerichts und Eiſenach zu. Kurz vor Ausbruch des Krieges lag ein Einheitsſyſtem vor,
die Reichsanwälte entnommen, die dem Reichsrate am 11. Juli 1923 der Krieg verhinderte aber deſſen Einführung. Im Februar 1918 zeigte
ſich endgültig, daß eine erſprießliche Arbeit nur von den beiden größten
Es kann dahingeſtellt bleiben, inwiefern der erſtgenannte Grund Schulen Gabelsberger und Stolze=Schrey geleiſtet werden könne, auf
dem oder jenem Volksvertreter bei der Abſtimmung vorgeſchwebt haben, deren Syſtemen nun auch die Einheits=Kurzſchrift aufgebaut iſt. Dem
ſekretärs Schulz durch Kabinettsbeſchluß vom 3. September d. Js. auf=
Mit dem öden, geſetzlich eingeführten Schematismus einer Dienſt= gegeben. Zugleich wurde dann der Kultusminiſterialerlaß vom 7. Aug.
altersgrenze wird man ſachliche Erfolge nicht erzielen. und in der 1924, der ein vereinfachtes Shſtem Stolze=Schreh als künftiges preußi=
Zeitenfolge könnten auch Miniſterien ans Ruder kommen, die hierin ſches Kurzſchriftſyſtem angekündigt hatte, zurückgezogen. Da alle anderen
Länder und Reichsverwaltungen ihre damalige Zuſtimmung zum Juli=
Entwurf 1922 aufrecht erhielten, war damit der Einheitsentwurf ein=
In Darmſtadt am 9. September 1859 geboren, beſtand Präſident ſtimmig anerkannt. Durch die Reichskonferenz vom 17. Oktober d. Js.
Weber im April 1885 die Staatsprüfung, und wandte ſich in der Folge iſt dann die amtliche Syſtemurkunde feſtgelegt worden. Damit iſt die
dem Verwaltungsfache zu. Bereits am 20. Januar 1886 wurde er Polis Reichskurzſchrift endlich zur Tatſache geworden. Was wird ſie uns
zeinſpektor beim hieſigen Polizeiamt, bekleidete Amtmannsſtellen bei bringen?. Redner entwirſt nun ein Bild über die künftigen Segnungen
den Kreisämtern Alzey (21. Juli 1888), Mainz (30. Oktober 1889) und dieſer Einheitlichkeit. Jeder Beamtenanwärter und jeder Beamter bis
Bensheim (18. Juli 1894), erfuhr die Beförderung zum Vorſtand des zu einem gewiſſen Alter wird kurzſchriftkundig ſein müſſen,
unwich=
tigere Gegenſtände können von Behörde zu Behörde kurzſchriftlich
er=
ledigt werden. Die höheren Beamten geben ihre Verfügungen in
Kurz=
ſchrift zu den Akten und brauchen ihre Zeit viel weniger als bisher mit
dem mechaniſchen Schreibwerk zu vergeuden. Auch die Schule kann ſich
in den oberen Klaſſen die Kurzſchrift vielfach zunutze machen, wenn
nicht in jedem einzelnen Falle gefragt werden muß, nach welchem Syſtem
ein Stenograph arbeitet und ob der eine das Syſtem des anderen leſen
kann.
Regierungsrat Schaible entwickelte darauf den ſachlichen
Werde=
gang der neuen Reichskurzſchrift, die im Mitlautbeſtand
gabelsberger=
ſchen, in der Selbſtlautbezeichnung mehr Stolze=Schreyſchen Charakter
trage, wodurch für den Unterricht eine ſtarke Erleichterung in der
Ver=
kehrsſchrift erzielt ſei. Er wies auf eine Menge großer
Deutlichkeits=
werte hin, die aus dem Gabelsbergerſchen Syſtem in das neue Syſtem
gerettet ſeien, die alſo die praktiſchen Vorzüge des Gabelsbergerſchen
Syſtems mit den theoretiſchen des Syſtems Stolze=Schreh verbinden.
Redner gab, unterſtützt durch den Kammerſtenograph Winkler,
Pro=
ben der verſchiedenene Syſteme, und zum Schluß auch nach einen
Ge=
ſchäftsbrief in gekürzter Schrift, obwohl die Redeſchrift amtlich noch
nicht feſtgelegt iſt, um zu zeigen, wie leicht ſich die Gabelsbergerſchen
Kürzungsgrundſätze auf das neue Syſtem übertragen laſſen, wobei er der
Hoffnung Ausdruck gab, daß die Redeſchrift auf den ſeit Jahrhunderten
bewährten geiſtreichen Gedanken Gabelsbergers aufgebaut werde. Mit
der Einheits=Kurzſchrift iſt ein wirklicher Fortſchritt erzielt
wor=
den; darum werden ſich mit ihm auch diejenigen ausſöhnen, die, aus
Liebe zu dem bisher verwandten Syſtem, ſich vorerſt noch nicht mit ihm
befreunden können.
Die ſtenographiſchen Kreiſe waren gut, die Beamtenſchaft und die
Kaufmannſchaft leider nur ſchwach vertreten.
— Die Vereinigung der Freunde des humaniſtiſchen
Gym=
naſiums hält heute Freitag abend ihre zweite
Winter=
veranſtaltung ab. Profeſſor Dr. Paul Brandt=Bonn ſpricht
(mit Lichtbildern) über: „Das Ringen der deutſchen
Kunſt mit der Antike.” Gäſte ſind willkommen. Zur
Deckung der ſachlichen Koſten werden am Saaleingang freiwillige
Spenden entgegengenommen. Die Veranſtaltung findet im
Feſt=
ſaal des Gymnaſiums (Karlſtraße 2) ſtatt und beginnt um 8 Uhr
pünktlich. (Siehe heutige Anzeige.)
— Verſchobenes Konzert. Der für Samstag, den 1. November 1924,
abends 5 Uhr, in den Räumen des Freiherrn v. Oetinger (Karlshof)
angeſagte Klavierabend Graf H. v. Wesdehlen wird verſchoben. Termin
wird noch bekannt gegeben. Die gelöſten Karten behalten ihre Gültigkeit.
— Orpheum — Bunter Bühne. Nach faſt 2½jähriger Pauſe beginnen.
am morgigen Samstag, 1. November, wieder die regelmäßigen täglichen
Varieté=Vorſtellungen, womit einem weitgehenden Bedürfniſſe
entſpro=
chen wird. Der erſte Spielplan für 1.—15. November bringt eine Reihe
glänzender artiſtiſcher Darbietungen und Neuheiten aus dem Gebiet der
bunten Schaubühne. Mit an erſter Stelle iſt die Mitwirkung der
bril=
lanten Unicerſalkünſtlerin Käte Loiſſet zu erwähnen, wie überhaupt der
geſamte Eröffnungsſpielplan geeignet ſein wird, allgemeines Intereſſe
zu erwecken. — Der Kartenverkauf hat im Verkehrsbureau und bei
de Waal, Rheinſtraße 14, begonnen. — Heute, Freitag, den
31. Oktober, wegen Vorbereitung geſchloſſen.
— Taubſtummengottesdienſt. Sonntag, den 2. November nachmit=
1921/94) iſt zu entnehmen, daß zeitlich das Ausſcheiden des Präſidenten tags 2½ Uhr, wird in Darmſtadt im Gemeindehaus der Kiesſtraße
Taubſtummengottesdienſt mit Feier des hl. Abendmahls abgehalten.
Wegen Fahrtausweis wende man ſich an Herrn Pfarrer Heß,
Mühl=
ſtraße 64½.
— Mietzins für den Monat November. Die für Oktober getroffene
Regelung bleibt, auch für November beſtehen. Dieſe Bekanntmachung
des Miniſteriums für Arbeit und Wirtſchaft iſt am B. Oktober erlaſſen.
Vom gleichen Tage datiert das Ausſchreiben, an die Kreisämter und
Oberbürgermeiſter. Im Regierungsorgan wird die Regelung erſt in
der Nr. vom 30. ds. bekannt gegeben. — Sollte es, da es auch Mieter
gibt, die pränumerando zahlen müſſen, nicht möglich ſein, die
Mietzins=
regelung etwas früher den Intereſſentenkreiſen bekannt zu geben, als
* Wichtige Beſtimmung in der Aufwertungsfrage. Die erſte
Ver=
ordnung zur Durchführung des Art. I der 3. St. N. V.
vom 1. Mai 1924 beſtimmt in 8 7: „Durch Hypothek,
Schiffspfand=
recht oder Bahnpfandrecht geſicherte Forderungen werden nach
Maß=
gabe der Vorſchriften des 8 2 Abf. 1 Satz 1, Abf. 2 der 3. St.N.V.
auf 15 Prozent des Goldmarkbetrages aufgewertet (normaler Höchſtſatz).
Nach allgemeinen Vorſchriften (8 3 3. St. N. V.) iſt eine Abweichung
von dieſem normalen Höchſtſatz, unbeſchadet der
Herab=
ſetzung nach 8 2 Abſ. 1 Satz 2, 3 der 3. St. N.V., nur zuläſſig: erſtens,
wenn die Forderung auf den Beziehungen zwiſchen
unterhaltsberechtig=
ten und unterhaltsverpflichteten Perſonen beruht; zweitens, wenn die
Forderung auf den Beziehungen aus der Auseinanderſetzung unter
Mit=
erben, zwiſchen Erben und Pflichtteilsberechtigten unter geſchiedenen
Eyegatten oder unter Eltern und Kindern beruht, ſofern der Gläubiger
zum Kreiſe der Auseinanderſetzungsberechtigten, oder ihrer Erben
ge=
hört; drittens, wenn es ſich um eine Reſtkaufgeldforderung
(Meſtkaufgeld für den Erwerb des mit der Hypothek bei ſteten
Grund=
ſtücks) handelt, die nach dem 31. Dez. 1918 begründet
wor=
den iſt; dies gilt auch dann, wenn die Reſtkaufgeldforderung bei ihrer
Begründung in eine Darlehensforderung umgewandelt worden iſt. Bei
Vorliegen eines dieſer drei genannten Fälle iſt eine von den
Vorſchrif=
ten des 8 2 Abſ. 1 der 3. St.N.V. abweichende Aufwertung
(alſo von obigem Normalſatze abweichend) nur zuläſſig, wenn die
Abweichung vor 1. Januar 1925 bei der
Aufwer=
tungsſtelle beantragt iſt. Die Intereſſenten ſeien deshalb im
eigenſten Intereſſe auf Beohachtung dieſer Friſt nochmals hingewieſen.
— Proteſt gegen Preisſteigerung. Die Berufsorganiſation
der Hausfrauen in München hat bei der baheriſchen
Staats=
regierung eindringlichſten= und ſchärfſten Einſpruch
gegen die andauernden und empfindlichen Preisſteigerungen der
Lebens=
mittel und einer Reihe von dringend nötigen Bedarfsartikeln erhoben.
Die Preisſteigerungen ſeien in dem Maße, wie geſchehen, nicht zu
recht=
fertigen. Schon jetzt, ſo heißt es in der Eingabe, iſt es den Angehörigen
des Mittelſtandes unmöglich, mit ihrem Einkommen ihre Familie zu
er=
halten, es wird dieſer Zuſtand bei fortdauernden Preisſteigerungen zu
einer vollſtändigen Verarmung des Mittelſtandes führen.
Die Gefahr einer neuen Inflation ſteht drohend vor uns, wenn nicht mit
allen Machtmitteln gegen eine weitere Verteuerung der Lebenshaltung
gearbeitet wird. Welch namenloſes Elend ein neuer Verfall unſerer
Währung mit ſich bringen würde, braucht wohl nicht weiter betont zu
werden. Es wird am Schluſſe der Eingabe das dringende Erſuchen
geſtellt, auf das ſchärfſte gegen Preisſteigerungen jeder Art vorzugehen
und dahin zu wirken, daß die Preiſe der Lebensmittel und Gegenſtände
des täglichen Bedarfs auf einen erträglichen Stand geſenkt werden.
— Grundſätze über Vorausfetzung. Art und Maß öffentlicher
Für=
ſorgeleiſtungen vom 27. März 1924. Die Geltungsdauer iſt bis 1. Dez,
1924 verlängert.
Seite 6.
Achtung! Auswanderer!
Dem amerikaniſchen Generalkonſulat in Frankfurt a. Main,
Schillerſtraße 20, iſt bekannt geworden, daß eine gewiſſe Bande
Perſonen, die beabſichtigen auszuwandern, ſyſtematiſch betrügt,
indem ſie ihnen falſche Wartenummern, welche nicht von dem
Generalkonſulat ſelbſt ausgegeben wurden, verkauft.
In Anbetracht dieſes Umſtandes müſſen alle Perſonen, welche
nach den Vereinigten Staaten auszuwandern beabſichtigen und
Wartenummern, die vom Konſulat ausgegeben wurden, beſitzen,
dieſe unter Beilage einer 10=Pf.=Briefmarke dem Konſulat zur
Einſicht zuſenden. Gleichzeitig muß der Einſender ſeinen Namen,
ſeine Adreſſe und das Land ſeiner Geburt, ſowie die Namen und
Geburtsländer ſeiner Frau und Kinder, ſoweit dieſe mit ihm
auswandern wollen, angeben. Dies muß vor dem 31. Dezember
1924 geſchehen. Die Namen ſolcher Perſonen, welche bis zu dem
genannten Datum dieſe Verordnung nicht befolgt haben, werden
von der Warteliſte geſtrichen, und außerdem werden die
Warte=
nummern als ungültig erklärt.
Es iſt wünſchenswert, Briefe, die Wartenummern enthalten,
eingeſchrieben zu ſenden, da das Konſulat keinerlei
Verantwor=
tung für eventuellen Verluſt übernehmen kann. Perſonen, welche
ihre Wartenummer verloren haben, müſſen warten, bis ihnen
eine neue Wartenummer ausgehändigt werden kann.
Es wird ausdrücklich darauf hingewieſen, daß
Wartenum=
mern nicht übertragbar ſind, und nur die vom Konſulat
aus=
gegebenen Gültigkeit haben. Perſonen, welche Wartenummern
auf eine andere Weiſe erworben haben, werden darauf
aufmerk=
ſam gemacht, daß dieſe ungültig ſind und auf keinen Fall
Berück=
ſichtigung finden.
* Die Not der Angeſtellten und Wege zur Selbſthilfe. Einen
aus=
gezeichneten Vortrag über das volkstümliche Geſundheitsweſen in
bezug auf die Tuberkuloſe bot am Dienstag abend im großen Saale des
Bürgerhofs der Chefarzt der Eleonoren=Heilſtätte zu Winterkaſten, Herr
Dr. Sell, im Deutſchnationalen Handlungsgehilfenverband. Mit
Vor=
führung von etwa 80 Lichtbildern verbreitete ſich Herr Dr. Sell über
das Weſen, die Urſachen und die Heilungsmöglichkeiten der Tuberkuloſe,
deren Krankheitserſcheinungen ſo außerordentlich mannigfaltig ſind und
an denen ſoviel eigenes Verſchulden der Bevölkerung haftet. In
ein=
facher und ſchlichter Darſtellung, die darum um ſo überzeugender wirkte,
mußte Herr Dr. Sell immer wieder darauf hinweiſen, daß die
Tubertu=
loſe zwar eine anſteckende, aber auch verhütbare und oft heilbare
Krank=
heit ſei. Eine beredte Sprache in letzterer Beziehung führten die
Kur=
ven, die u. a. von 1905 bis 1913 das Herabdrücken der Tuberkuloſe
durch ſyſtematiſche Bekämpfung, von 1914—1919 als Begleiterſcheinung
des großen Krieges ein gewaltiges Emporſchnellen der
Erkrankungszif=
fern dartaten. Die Mahnungen an jeden Einzelnen in Stadt und Land,
das Seine zur Bekämpfung der furchtbaren Seuche, insbeſondere bei den
Kindern, durch eigenes achtſames Verhalten beizutragen, verdienten in
immer weiteren Kreiſen erneut eingeprägt zu werden. Anſchließend an
Herrn Dr. Sells feſſelnde Ausführungen gaben die Herren Fiſch und
Süß von der Ortsgruppe Daemſtadt des D.H.V., die in eine rege
Wintertätigkeit eingetreten iſt, ihren Gäſten und Kollegen in einer Reihe
ſchöner farbiger Lichtbilder recht anſchaulich Bericht von dem Leben und
Treiben in den Kaufmanns= und Jugenderholungsheimen der
Deutſch=
nationalen Krankenkaſſe, die in der Fürſorge für ihre Mitglieder und
erholungsbedürftigen Angehörigen vorbildlich iſt. Bei geringen Ver=
pflegungsſätzen iſt in den Eigenheimen: Johannesſtift bei Spandau,
Bad Saſſendorf in Weſtfalen (Solbad), Schwäbiſch=Hall, Mergentheim
a. d. Tauber, am Timmendorfer Strand bei Niendorf (Travemünde),
ſowie am Tollenſeſee in gemütlichen und vornehm=ſauberen Gaſtſtätten
nach jedermanns Geſchmack und Einſtellung Sommers und Winters
Ge=
legenheit zu körperlicher und geiſtiger Erholung geboten.
— Das neue Ortsklafſenberzeichnis ſoll infolge der
Reichstagsauf=
löſung im Ermächt igungswege in Kraft geſetzt werden. Die
unterſte Klaſſe B wird in Zukunft wegfallen, dagegen werden für
ein=
zelne Orte neue Klaſſen geſchaffen werden. Mit den Beamtenverbänden
iſt es zu keiner Einigung gekommen, da die Verbände trotz der
Mangel=
haftigkeit des bisherigen Verzeichniſſes für die Beibehaltung des
alten Shſtems waren.
Freitag, den 31. Oktober 1924.
Rummer 303.
* Schwurgericht.
Die Albert Reitzel Ehefrau, Ida geb. Triebes, geboren
am 19. Mai 1900 zu Frankfurt a. M., in Dietesheim wohnhaft, in
Unterſuchungshaft, wird angeklagt, zu Dietesheim am 24. März 1924
oder um dieſe Zeit ihr neugeborenes eheliches Kind, aber nicht mit
Ueberlegung, getötet zu haben. Sie iſt geſtändig.
Am 1. Mai 1924 fand der Güterbodenarbeiter Rehberg bei dem
Reinigen der Abortgrube des Bahnhofs Mühlheim a. M. darin die
Leiche eines neugeborenen Kindes. Die Sektion ergab, daß das Kind
lebensfähig war und, wenn auch wenig, geatmet hnt. Als Todesurſache
wurde im Verlauf der Unterſuchung Verblutung feſtgeſtellt. Die
Er=
mittelungen ergaben die Angeklagte als Mutter des Kindes. Sie beſtritt
zunächſt hartnäckig, überhaupt geboren zu haben, gab aber ſchließlich bei
der Vernehmung vor dem Amtsgericht Offenbach die Geburt zu, leugnete
aber, das Kind, von deſſen Geburt ſie überraſcht worden ſei, vorſätzlich
getötet zu haben.
Nach dieſer Vernehmung ging ſie nach Luxemburg flüchtig, wurde
dort am 6. Juli verhaftet und ausgeliefert. Dem Unterſuchungsrichter
hat ſie ein volles Geſtändnis abgelegt. Danach hat ſie am Morgen des
24. März geboren. Die Geburt ſcheint überraſchend gekommen zu ſein,
wenn auch die Angeklagte über ihren Schwangerſchaftszuſtand nicht im
Unklaren ſein konnte.
Als Urſache für die Tat gibt die Reitzel Verzweiflung darüber an,
daß ihr Mann ſeit vielen Monaten arbeitslos war und ſie nicht gewußt
habe, wie ſie noch ein weiteres Kind ernähren könne. Vor der Geburt
will die Angeklagte den Gedanken der Tötung nicht gehabt haben.
Das Urteil lautet wegen Totſchlags auf 2 Jahre
Gefäng=
nis; 3 Monate und 3 Wochen der erlittenen Unterſuchungshaft werden
auf die Strafe angerechnet. Mildernde Umſtände hat das Gericht in
weiteſtem Maße zugebilligt.
* Bezirksſchöffengericht II. Inſtanz.
In einer Strafſache gegen Obermeiſter Karl Schwob in
Frank=
furt a. M. und Genoſſen handelt es ſich um größere Betrügereien, die
zwei Angeſtellte der Offenbacher Gummiwerke Carl Stöckicht A. G., der
genannte Schwob und Kaufmann Karl Schramm von Neu=
Iſen=
burg, im Sommer und Herbſt 1923 zum Schaden der genannten Werke
verübt haben. Der Kaufmann Hermann Pfiſter in Frankfurt a. M.
und der Automobilhändler Herm. Hch. Quaſt daſelbſt ſind, angeklagt,
in der gleichen Zeit aus einer großen Anzahl von neuen
Automobil=
reifen, von denen ſie wußten oder den Umſtänden nach annehmen
muß=
ten, daß ſie mittelſt einer ſtrafbaren Handlung erlangt waren, einen Teil
der Reifen angekauft oder ſonſt an ſich gebracht oder zu deren Abſatz bei
anderen mitgewirkt zu haben. Schwob und Schramm haben
gemein=
ſchaftlich nach einem fein ausgeheckten Plan gehandelt und das große
Unthrnehmen durch aufgegebene fingierte Beſtellungen geſchädigt. Das
Bezirksſchöffengericht Offenbach hat Schwob und Schramm wegen
Be=
trugs verurteilt: Schwob zu einer Gefängnisſtrafe von 2 Jahren und
Schramm zu einer ſolchen von 1 Jahr 3 Monaten. Die Angeklagten
Pfiſter und Quaſt wurden von dieſem Gericht der Hehlerei ſchuldig
be=
funden und Pfiſter zu 4 Monaten, Quaſt zu 10 Monaten Gefängnis
verurteilt. Die beiden Letzteren haben Berufung eingelegt. Für Pfiſter
tritt Rechtsanwalt Dr. Simon in Frankfurt, für Quaſt Rechtsanwalt
Neuſchäffer als Verteidiger auf.
Pfiſter und Quaſt beſtreiten jede Schuld und erſtreben die
Frei=
ſprechung.
Als einziger Zeuge iſt der rechtskräftig verurteilte Angeklagte
Schwob zur Stelle, der die gegen ihn erkannte Strafe zurzeit in
Butz=
bach verbüßt. Er belaſtet den Angeklagten Pfiſter ſtark, aus ſeinen ins
Einzelne gehenden Ausſagen geht hervor, daß die Kontrolle bei Stöckicht
recht ſchlecht, ja daß gar keine Kontrolle war; daß er Pfiſter gut kannte,
daß Letzterer in die ganze Affäre eingeweiht war, daß ihm Schwob
ins=
beſondere auseinandergeſetzt hatte, daß die ganzen Manipulationen auf
dem Schiebungswege gemacht würden. Pfiſter habe ihm (Schwob) auch
geſagt, ſein Geſellſchafter Feller ſei mit der ganzen Sache wenig
zu=
frieden; es werde für ſie beide (Feller und Pfiſter) zu wenig dabei
ver=
dient; einen beſſeren Verdienſt könnten ſie ſchon um deswillen
bean=
ſpruchen, weil ſie bei der Sache ja doch — wie man zu ſagen pflege —
den Kopf in die Schlinge ſteckten. (Der Kaufmann Eugen Feller in
Frankfurt a. M., Mainluſtſtraße, iſt in der erſten Inſtanz wegen
Heh=
lerei freigeſprochen worden.)
Auch den Angeklagten Quaſt belaſtet Schwob; von Quaſt habe er
für die gelieferten Waren lächerlich geringe Preiſe erhalten. Quaſt
habe auch einmal zu ihm geſagt, er (Schwob) müſſe ja auch zufrieden
ſein, wenn er gar nichts von ihm (Quaſt) erhalte.
Nach den belaſtenden Angaben Schwobs legte der Vorſitzende den
Angeklagten nahe, ob ſie nicht ihre Berufung zurücknehmen wollten.
Rechtsanwalt Dr. Simon ſtellt eine Reihe von Beweisanträgen;
auch Rechtsanwalt Neuſchäffer benennt noch einen weiteren Zeugen.
Das Gericht gibt den Anträgen ſtatt und vertagt die Hauptverhand=
1. November, vorm. 9 Uhr.
Cunbekannter Selbſtmörder. Geſtern vormittag wurde in der
Tanne zwiſchen Waldfriedhof und Bahnkörper eine unbekannte
männ=
liche Leiche mit einem Kopfſchuß aufgefunden. Es handelt ſich um einen
dem Mittelſtand angehörenden Mann im Alter von 45—50 Jahren.
Beſchreibung: Ungefähr 1,70 Meter groß, beleibt, rundes friſches
Ge=
ſicht mit geſtutztem meliertem Schnurrbart, kurzgeſchnittenes meliertes
Haar, Stirnglatze, graubraune Augen, gebogene Naſe, breites Kinn,
und lückenhafte Zähne; „war bekleidet mit einem dunkelgrünen
Loden=
mantel, abgetragenem grauem (Pfeffer und Salz) Sackanzug,
Normal=
hemd mit Bruſteinſatz, ſchwarz geſtreiftem Gummivorhemd, weißer
Nor=
malunterhoſe, weißem Gummiſtehkragen mit Umlegeecken (Größe 44),
dunkelgeblümtem Schlips, braungelben Wollſocken, guterhaltenen
Schnür=
ſchuhen, ſchwarzem weichen Filzhut. An Effekten führte er bei ſich: ein
weißes Taſchentuch mit blauem Rand, ein Taſchenmeſſer mit ſchwarzen
Holzbacken, zwei Klingen und Korkenzieher, ein Kneifer mit
Nickelfaſ=
ſung und 25 Pfg. Bargeld. An den Wäſcheſtücken uſw. befinden ſich
keinerlei Zeichen. Im Schweißband des Hutes lag ein Stück Zeitung,
welche vom Verlag Deutſcher Hutarbeiterverband Altenburg
heraus=
gegeben iſt. Sachdienliche Mitteilungen über die Perſönlichkeit erbittet
das Polizeiamt Darmſtadt, Kriminalabteilung.
Lokale Veranſkaltungen.
Die blerunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten,
im keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritſt
— Modeſpiele. Die im Frühjahr mit großem Erfolg
gegebe=
nen Modeſpiele werden am 8. November 1924, abends 10 Uhr, im
Kleinen Haus als einmalige Nachtvorſtellung in neuer Geſtalt, und zwar
als Tarzan II. (ein Abenteuer im Harem) in Szene gehen.
Mitwir=
kende u. a.: Ilſe Lahn, Grete Carlſen, Richard Jürgas, Hans Ausfelder
vom Landestheater, ſowie erſte Darmſtädter Firmen. Alles. Nähere
durch Plakate. Der Vorverkauf beginnt Samstag, den 1. November,
vormittags, an der Kaſſe im Kleinen Haus.
— Kam. Vereinigung ehem. Heſſ. Garde=Drag. 23,
Hauptgruppe Darmſtadt. Samstag, den 1. November, findet im
Ver=
einslokal Monatsverſammlung ſtatt.
— Kriegerverein Darmſtadt 1874. Der Kriegerverein
Darmſtadt 1874 veranſtaltet am 2. November d. J. in der Turnhalle
am Woogsplatz, abends, einen „Bunten Abend” mit
abwechſelungsrei=
chem Programm und Tanz. Den erſten und ernſten Teil werden Frl.
Elſe Biedenkopf (Sopran), Herr Schauſpieler Eduard Göbel, Herr Karl
Dietrich (Klavier), Herr Edgar Gernet (Violine) und das Darmſtädter
Soloquartett vorwiegend beſtreiten. Herr Göbel bringt Gedichte von
Detlev v. Lilieneron und eines jungen Darmſtädter Dichters zum
Vor=
trag. Der zweite und heitere Teil ſorgt für originelle Ueberraſchungen.
Alles in allem verſpricht der Abend ein recht genußreicher zu werden.
Verſchönt werden die Darbietungen durch Muſikvorträge der unter
Lei=
tung des Herrn Greilich ſtehenden Kapelle des Beamtenbundes
ehemali=
ger Militärmuſiker. (Näh. ſ. Anz.)
— Auf das heute, Freitag, den 31. Oktober abends 8 Uhr, im
Saal=
bau ſtattfindende Gaſtſpiel des Experimental=Pſychologen Fred
Ma=
rion wird hiermit nochmals hingewieſen. Karten bei Konzert=Arnold,
Wilhelminenſtraße 9, und an der Abendkaſſe.
— Ein Tafel= und Servierkurſus für den
Familien=
gebrauch jüngerer und älterer Damen beginnt am Montag, den 3. Nov.,
im Fürſtenſaal Grafenſtraße). Da der Lehrplan ſehr reichhaltig
und das Unterrichtshonorar niedrig iſt, dürfte ſich zahlreiche Beteiligung
empfehlen.
— „Deutſch=Orden.‟ Der Orden iſt eingeladen worden: vom
Kriegerverein 1874 zum Familienabend am 2. Nov. (Turnhalle), vom
Turnverein Jahn” zum Gründungsgedenken am 2. Nov. (
Gemeinde=
haus Eichwieſenſtraße), Schauturnen: vorm. Liebigs=Oberrealſchule;
vom Regimentsverein 116 zum Begrüßungsabend am 8. Nov. (
Bürger=
hof). — Der nächſte Kommende=Abend, zu dem vollzähliges
Er=
ſcheinen dringend notwendig iſt, findet am 7. November im Bürgerhof
ſtatt. Vortrag: Hans Werner Langer.
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Heute nachmittag entſchlief
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Tröſt=
ungen unſerer heiligen Kirche,
unſere gute Mutter Großmutter,
Schwiegermutter, Schweſter und
Schwägerin
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Frau Eliſabeth Pfuhl
geb. Erbach
Witwe des Rektors P. A. Pfuhl.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Fried. Blum, Fuſtizſekretär
Familie Ludwig Geil
Marie Reimann. geb. Erbach
Dr. med. Heinrich Erbach u. Frau
und 3 Enkelkinder.
Darmſtadt, den 29. Okt. 1924.
Die Beerdigung findet Samstag
nachm. 3 Uhr vom Portale des
Waldfriedhofes aus ſtatt.
Todes=Anzeige.
Heute nacht ½2 Uhr entſchlief
in dem Herrn meine liebe,
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Schweſter, Schwiegertochter,
Schwä=
gerin und Tante.
Frau
Margarete Wallhäufer
geborene Engel
im Alter von nahezu 40 Jahren.
Wir bitten um ſtille Teilnahme.
Griesheim b. D., den 30. Okt. 1924.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Peter Wallhäuſer und Kinder
Sandgaſſe 74.
Die Beerdigung findet Samstag,
den 1. November, nachm. 2½ Uhr,
vom Sterbehauſe aus ſtatt.
Ein beſonderer Bittgang erfolgt
nicht.
(31698
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Die Feuerbeſtattung findet in
aller Stille ſtatt. (14361
Durlach, 29. Okt. 1924.
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Nummer 303.
Freitag, den 31. Oktober 1924.
Aus Heſſen.
Seite 7.
führung kam im dichtbeſetzten Saale des weißen Schwanen das Drama zur Stelle.
„Der Bettelſtudent” Zur Einleitung begrüßte Herr Pfarrkurat Kopp
fließen.
ſitzende, Herr Oberſtudienrat Volſing. Die Verdienſte des Herrn
Völ=
kurz geſagt ſoll werden, daß Völſing das von ihm gefügte Werk ſo ge= badeten an den zwei Badetagen nur 14 Perſonen.
fördert hat, daß es vorbildlich im ganzen Deutſchen Reich geworden iſt.
und Tierfreund herzlicher Dank geſagt.
mitglied weitere 5 Mark.
Um 8 Uhr wird ſich alsdann im großen Saale des genannten Gaſthauſes
ein Kommers anſchließen, wozu der hieſige Stenographenverein „
Gabels=
berger” mit einem ausgewählten Programm aufwarten wird. Am
Sonn=
tag vormittag findet das übliche Gauwettſchreiben in der Mädchenſchule
ſtatt, woran ſich etwa 300 Wettſchreiber beteiligen werden. Auf ein
all=
gemeines Feſteſſen um 2 Uhr folgt von 4 Uhr ab eine mit Tanz
ver=
bundene Gaufeier. Herr Regierungsrat Schaible=Darmſtadt, der
Vor=
ſtand des Stenographiſchen Landtagsamts, wird vorausſichtlich die
Feſt=
rede halten, die im Hinblick auf die Einführung der deutſchen
Einheits=
kurzſchrift eine beſondere Bedeutung haben, und eine beſondere
Anzie=
hungskraft ausüben wird. Um 6 Uhr findet ſodann die Verkündung des
Wettſchreibergebniſſes und die Preisverteilung ſtatt. Die Tagung wird
ſchließlich ihren Abſchluß in dem abends um 8 Uhr beginnenden Feſtball
finden.
r. Babenhauſen, 28. Okt. Die geſtrige Gemeinderatsſitzung
wies eine reiche Tagesordnung auf und dauerte bis nach Mitternacht. Zu
Beginn gibt der Herr Bürgermeiſter von einigen, ihm zugegangenen
Schreiben Kenntnis. Der Tauſch des Gemeindehauſes in der Fahrſtraße
Nr. 95 mit einem Acker an der Waldſtraße wird auf Vorſchlag der
Finanz= und Baukommiſſion unter folgenden Bedingungen genehmigt:
Von dem Garten des Gemeindehauſes wird ein Bauplatz mit etwa 15
Meter Straßenfront abgetrennt, das übrige Gemeindeanweſen wird mit
8500 Mark, das Grundſtück der Ludwig Kolb I. mit 4000 Mark bewertet.
Der Unterſchied mit 4500 Mark ſoll am 1. Juli 1925 an die Gemeinde
be=
zahlt werden. Eine Reihe von Lichtfragen wurde ſodann behandelt. Das
Geſuch des Herrn Polizeiaſſiſtenten Rotfuß, die Aſchaffenburger
Straße bis zur Kaſerne bis zum Eintreffen des letzten Zuges um 12½
Uhr nachts zu beleuchten, wird abgelehnt. Die Neufeſtſetzung des
Strom=
preiſes für die elektriſche Straßenbeleuchtung und die Aenderung des
be=
ſtehenden Lichtvertrags ſoll bis Anfang 1925 zurückgeſtellt werden. Die
Baukommiſſion ſoll prüfen, welche Lampen vielleicht entfernt werden
können. Ecke Wilhelm= und Waldſtraße ſoll baldigſt, eine Lampe
ange=
bracht werden. Bei einer Verſteigerung zweier Gemeindehäuſer waren
4000 Mark, bzw. 4500 Mark geboten. Die Genehmigung wird nicht
er=
teilt, der Gemeinderat hält, die Gebote, für zu niedrig. Die
Neufeſt=
ſetzung der Baufluchtlinie in der Schulgaſſe wird nach Einſichtnahme in
zwei vorgelegte Baupläne des Herrn Baurat Gombel=Dieburg genehmigt
(Bauplan B). Den Feuerwehrleuten wird für die Nachtwachen beim
letz=
ten Brand eine Vergütung von 372,75 Mk. gewährt. Die Gemeinde will
auf Vorſchlag des Herrn Bürgermeiſters die Bürgſchaft für etwa 800
Mark Notſtandskredite zur Beſchaffung von Saatgetreide übernehmen.
In der nichtöffentlichen Sitzung werden zum Schluſſe verſchiedene
Steuerreklamationen, Wohnungsangelgenheiten, Rechnungen und
Ver=
träge erledigt.
r. Babenhauſen, 28. Okr. Einer Anregung von hier zur Einlegung
eines Zuges an Sonntagnachmittagen iſt die Eiſenbahndirektion — mit
Dank ſei dies hier feſtgeſtellt — jetzt nachgekommen. Vom Sonntag,
den 2. November d. J., ab geht eine Triebwagenfahrt von Aſchaffenburg
bis Darmſtadt (Babenhauſen ab 3,51 Uhr nachmittags) an Sonn= und
Feiertagen.
— Zwingenberg. 29. Okt. Apothekeverpachtung. Die
hie=
ſige Apotheke des Apothekers Pfannmüller wurde verpachtet, und zwar
an Apotheker Ziebow.
A. Auerbach, 29. Okt. Gemeinderatsſitzung. In der
ge=
ſtern abend ſtattgefundenen öffentlichen Gemeinderatsſitzung ſtand eine
ganze Reihe von Gegenſtänden zur Verhandlung. Vor Eintritt in die
Tagesordnung wurde auf Vorſchlag des Vorſitzenden, Bürgermeiſter
Blickensdörfer, die Erweiterung des Friedhofes in die nichtöffentliche
Sitzung verwieſen, da dieſe Frage noch nicht ſo weit vorgeſchritten ſei,
um ſie vor der Oeffentlichkeit zu verhandeln. Als erſter Punkt ſtand
auf der Tagesordnung ein Geſuch der Schützengeſellſchaft Auerbach um
Ueberlaſſung von Bruchſteinen aus dem Bruche an dem Notgotteswege.
Das Geſuch wurde abgelehnt, obwohl man in der Mehrheit der
An=
gelegenheit ſympathiſch gegenüberſtand. Die Steine ſind für
Wohnungs=
bauten gebrochen, könnten alſo für andere Zwecke nicht gut abgegeben
werden. — Der Gewerkſchaftsbund der Angeſtellten ſucht in betreff der
Krone um Betriebskonzeſſion nach. Die Bedürfnisfrage wurde bejaht.
— Eine Frau Roth=Berlin, die nach hier überzuſiedeln gedenkt, beantragt
käufliche Ueberlaſſung des Grabes ihres Kindes auf dem Friedhof, was
ihr zugeſagt wurde. — Der P. Metzger Witwe wurden zwei Gräberplätze
auf dem Friedhof käuflich überlaſſen. — Die Anpflanzung einer Anzahl
junger Obſtbäume auf den Gemeindegrundſtücken wurde beſchloſſen. —
Dem Roten Kreuz wurde auf Anſuchen ein jährlicher Beitrag aus der
Gemeindekaſſe im Betrage von 10 Mark bewilligt. — Das Geſuch des
Turnvereins „Gut Heil” um Ueberlaſſung eines Schulſaales zur
Abhal=
tung von Geſangsſtunden wurde abgelehnt. Begründet wurde dieſe
Ablehnung damit, daß die Schulſäle allmählich allzuviel von den
Ver=
einen in Anſpruch genommen werden, und könne dies für die Dauer
nicht ſo weiter gehen. — Abgelehnt wurde ein Geſuch der Frau
Chri=
ſtine Schlappner um Erlaß von Platzmiete während der Kirchweihtage.
— Genehmigt wurde die Verpahtung eines Ackers an Heinrich Riebel.
— Johann Kaltwaſſer will die Toreinfahrt zum Gemeindehaus in der
pberen Bachgaſſe berichtigt haben. Dieſem Anſinnen wurde entſprochen
und ſoll der in Frage ſtehende Pfoſten zurückverſetzt werden. — Der
Vorſitzende des Schulvorſtandes beantragt Verlegung von Gas in das
Schulhaus. Dieſem Geſuch wurde teilweiſe entſprochen, und zwar die
Verlegung in die Schulküche; die Verlegung in die beiden oberen Säle
wurde abgelehnt. — Eingehend und viel wurde bei der Vorlage des
ab=
geänderten Straßenmeßbriefes Lochſteinchen-Krummenäcker verhandelt,
beſonders über die Lage des Rohrſtranges der Waſſerleitung, die eine
Verlegung im Krummenäckerweg erfordert. Der vorhandene Mißſtand
ſoll durch Ankauf von Gelände beſeitigt werden. — Die Haltung bzw.
Fütterung des Gemeindeebers gab Anlaß zu eingehender Erörterung
und ſoll der Landwirt Elgert für ſeine Mühe und Aufwendung eine
entſprechende Bezahlung erhalten, da die bisherige Vergütung gar zu
gering geweſen ſei. Man erkennt an, daß die Bezahlung erhöht
wer=
den müſſe, und ſoll zwiſchen Bürgermeiſterei und Elgert über die
An=
gelegenheit verhandelt werden. — Lehrer Meher, der an der oberen
Grafenſtraße ein Wohnhaus errichten will, erſucht um einen Abſtich
Waſſer von der Waſſerleitung. Da in dieſem Straßenteil aber die
Lei=
tung noch nicht liegt und eine proviſoriſche Legung von dem
Haupt=
ſtrange nach der Bauſtelle zu weit und zu koſtſpielig iſt, wurde beſchloſſen,
der Antragſteller möge ſich mit einem benachbarten Grundſtücksbeſitzer in
Verbindung ſetzen zwecks Abgabe von Waſſer zu den Bauarbeiten. Der
projektierte Ausbau der Grafenſtraße hat auch den Ausbau der
Waſſer=
leitung zur Folge. Hierauf trat man in die nichtöffentliche Sitzung ein.
— Pfaffen=Beerfurth, 30, Okt. unglücksfall. Im hieſigen
Tonwerk paſſierte ein Unfall, der ſehr leicht ſchlimmere Folgen haben
konnte. Der Arbeiter Heim aus Brensbach war mit dem Einfahren
von Lehmſteinen beſchäftigt, als der Haufen über ihm zuſammenſtürzte
* Arheilgen, 29. Okt. Der Verein katholiſcher Fami= und ihn faſt begrub. Glücklicherweiſe hat er nur Hautabſchürfungen und
lien Arheilgens veranſtaltete einen Theaterabend. Zur Auf= einen Bluterguß im Fuße davongetragen. Aerztliche Hilfe war ſofort
i. Beerfelden, 26. Okt. Der hieſige Verein für
Raſen=
die Erſchienenen und ſeine Erläuterung des an die Zuſchauer manche An= ſport hatte heute doppelten Beſuch. Die Erbacher 1.
Jugendmann=
forderungen ſtellenden Stückes wurde mit dankbarem Beifall aufgenom= ſchaft trug mit der hieſigen erſten Jugendmannſchaft ein
Freundſchafts=
men. Die Darſtellung ſtand auf einer für Dilettanten hohen Stufe. Die ſpiel aus, in dem Erbach mit 5:0 ſiegreich war. Daran anſchließend, folgte
Darſteller waren in ihre Rollen hineingewachſen und es hinterließ das ein Wettſpiel zwiſchen der Michelſtädter zweiten Mannſchaft und der
Ganze bei den Zuſchauern einen packenden Eindruck. Von den Sbielern hieſigen erſten Mannſchaft, das mit 2:2 unentſchieden blieb. Gleich von
wären beſonders die Darſteller der Hauptrollen, die Herren Bauer, vornherein gingen die Spieler mit großem Feuer ans Zeug, und dieſes
Heuſer, Neunert und Quaſigroh. Auch die übrigen Herren gaben ihr Tempo hielt auch an. Da der hieſige Verein erſt ein halbes Jahr beſteht,
Beſtes. Der Reinertrag des Abends wird dem Kirchenbaufond zu= der Michelſtädter Verein dagegen ſchon ſeit 1911, ſo können die hieſigen
„bbercamſtaßt. 30. Pkt. Am 9. Nohember wird im Salbau das Spieler mit Befriedigung auf ken Ausgang des Nahmitags zurüickblicken.
sojährige Stiftungsfeſt des Tierſchutzvereins ge= Die Witterung war ſchr günſtig, und zahlriches Publiun folgte mit
feiert werden; viele Mitglieder und Freunde der guten und edlen Sache Sbannung dem bewegten Treiben. Man mert mit Genugtuung, daß
werden erwartet werden. Die Feſtrede hält der verdienſtvolle Vor= alſetigs Intereſſe dm für her neuen Sport entgegengebracht wird.
* Birkenau, 28. Okt. Jedem Deutſchen wöchentlich ein
ſing, die er ſich in ſeiner Fachpreſſe, der Tierſchutzetung, um dieſes edle Bad. Gs iſt wirklich zu belagen, daß unſere ſchone Badeanſtalt im
Werk erworben hat, einzeln aufzuführen, würde zu weit führen. Nur neuten Schuhaufe ſo ſchlicht frecuentiert wird. In der letzten Woche
* Aus dem Weſchnitztal, 26. Okt. Obſtausſtellung. Die kürz=
Deshalb ſei Bölſing hier namens ſeiner Freunde als edler Menſchen= lich in Fürth aurangierte Obſtausſtelung war von allen Gemeinden des
Tales und der weiteren Umgegend ungemein reichlich beſchickt und zwar
Groß=Zimmern, 30. Okt. Wirtſchaftsbeihilfe. Nach mit gutem Obſt und den bekantneſten und anbauwürdigſten Sorten. Die
einem Beſchluß des Gemeinderates ſollen alle Erwerbsloſe Sozial= und Zahl der Ausſteller, die ihr Obſt den geſtellten Aufgaben entſprechend,
Kleinrentner zur Beſchaffung ihrer Wintervorräte Wirtſchaftsbeihilfen ſorgfältig ausg ſucht und aufgeſtellt hatten, war zwar nicht ſehr groß, aber
erhalten. Einzelſtehende Perſonen erhalten 10 Mark, jedes Familien= ihre Leiſtungen ließen erkennen, daß ſie beſtrebt waren, rationellen
Obſt=
bau zu treiben und die Obſtkultur immer mehr zu fördern, und aus
HI. Dieburg, 30. Okt. Am 8. und 9. November findet hierorts der der reichhaltigen Ausſtellung konnte man entſchieden große Fortſchritte
IX. Gautag des Gaues Darmſtadt Gabelsbergerſcher wahrnehmen. Die Zahl der Ortsgruppen, die ausgeſtellt hatten, war
Stenographen ſtatt. Die Tagung wird, durch die am Samstag, eigentlich gering, dabei fehlte auch merkwürdigerweiſe die Ortsgruppe
den 8. November, nachmittags 6 Uhr, im kleinen Saal des Gaſthauſes Fürth. Von auswärtigen Vereinen hatte ſich Gadernheim an der Aus=
Zum weißen Roß” ſtattfindende Vertreterverſammlung eröffnet werden, ſtellung rühmlichſt beteiligt. Gg. Pfeiffer, daſelbſt, erhielt vier zweite
OOP
Wolle u. Strümofe
in dauerhaften Oualitäten billigst bei-
Dachenburger
Im Rieſenzirkus.
Das Wort iſt nicht übertrieben. Alles an dieſem größten deutſchen
Zirkusunternehmen, das zurzeit in Frankfurt allabendlich 10 000 bis
15 000 Menſchen anzieht, trägt Rieſenausmaße, qualitativ und
quan=
titativ.
Der Beſucher der offenen Auges das hundert Meter lange Zelt
be=
tritt, muß zunächſt ſtaunen, über die Technik allein der äußeren
Ein=
richtungen. Es iſt ſtaunenswert, zumal wenn man weiß, daß Abbau und
Aufbau innerhalb 7 Stunden vor ſich gehen kann, dieſes Nieſenzelt das
von 7 Maſten getragen und von einem Gewirr von vielen hundert
Stan=
gen, Drahtſeilen und dergleichen geſtützt wird, zu betrachten. „Gewirr”
iſt ſelbſtverſtändlich nur ein Begriff, denn letzten Endes iſt gerade die
techniſche Leiſtung, daß jede Gerüſtſtange, jedes Seil, genaueſt berechnet
ſein muß, ſich minutios dem Ganzen einfügt, denn nur ſo kann dieſes
Rieſenzelt getragen werden und eventuellen Stürmen trotzen.
Staunend auch die blendende Lichterfülle, die den Beſucher empfängt,
die auch auf den billigſten Plätzen noch in gewiſſem Sinne komfortable
Einrichtung, die peinliche Ordnung und Sauberkeit.
Staunenswert ebenſo und höchſt angenehm empfunden, die
aufmerk=
ſame, ſchlechthin alles berückſichtigende Orientierung. Zurechtweiſung,
Be=
dienung und Verſorgung mit allem möglichen, deſſen der Beſucher
be=
darf, der 3 Stunden hindurch auf ſeinem Platz ausharren muß. Ein
ganzes Heer von höflichen und zuvorkommenden Platzanweiſern ſteht zur
Verfügung.
Staunenswert endlich das, was der Beſucher im Zeitraum von drei
Stunden in dieſem Rieſenunternehmen erblickt. 3 Manegen, gleich groß,
mit Ein= und Ausgängen von allen Seiten, dazu noch weite Plätze für
Parterreakrobaten und Gymnaſtik, in ſchwindelnder Höhe an der
Zirkus=
decke unzählige Vorrichtungen für turneriſche, gymnaſtiſche Darbietungen.
Berechtigt iſt die, ſich jedem Beſucher aufdrängende Anſicht, daß das, was
in drei Manegen vorgeführt wird, ſinnverwirrend und ermüdend wirken
muß, jedoch iſt das gerade nicht der Fall. Gewiß, es iſt eine ſchier
er=
drückende Fülle der Darbietungen, die im Laufe des Abends den
Be=
ſucher fortgeſetzt in Spannung und Schauluſt halten, aber es wird
we=
der eine übertriebene Anforderung an die Nerven geſtellt, noch iſt
tat=
ſächlich das Dargebotene ſinnverwirrend, denn es unterſcheidet ſich ſehr
weſentlich von den amerikaniſchen Unternehmungen in gleichen
Rieſen=
ausmaßen. Hier iſt das amerikaniſch großzügige überraſchend gebändigt
von deutſchem Ordnungsſinn und deutſcher Diſziplin. Der Beſucher, dem
die Fülle zu erdrückend wird, darf ſich ohne Verluſt mit dem Betrachten
deſſen, was in einer Manege vorgeht, begnügen. In allen drei
Mane=
gen wird gleichzeitig dasſelbe, allerdings in immer anderen Variationen
geboten, d. h. es iſt gewiſſermaßen jedes „Fach” drei= und mehrfach
beſetzt.
Zwei ſtark beſetzte Muſikkapellen ſpielen ununterbrochen und haben
jeweils wichtige, genau abgegrenzte Aufgaben zu erfüllen, denn die Muſik
ſpielt, was ja jeder Zirkusbeſucher weiß, beſonders bei den
Pferdedreſ=
ſuren eine große Rolle.
Nun das Programm ſelbſt. In wahrhaft großzügiger Weiſe hat das
Zirkusunternehmen Krone nach 2½jährigem Aufenthalt in Italien, das
ihm vermutlich während der deutſchen Inflationszeit, die allen deutſchen
Unternehmungen dieſer Art den Todesſtoß verſetzte, die materiellen
Mittel erbracht, alles das, was an deutſchen Zirkusunternehmungen
SooooooooooooooooooooooogoooooO übrig geblieben, ſoweit es beſter Qualität war, in ſeinem Unternehmen
vereinigt, und iſt ſo in der Lage, tatſächlich eine Ueberſicht vom beſten
Es würde zu weit führen, auf die erſtklaſſigen Darbietungen zirzen=
Marguardt erhielt zwei erſte und zwei dritte Preiſe; alle Hochachtung ſiſcher Kunſt näher einzugehen. Das Programm bringt ſelbſtverſtändlich
vor dieſen drei Ausſtellern! Die Ausſtellung war überſichtlich, geſchickt alles, was man in einem erſtklaſſigen Zirkus zu ſehen gewohnt iſt. Wilde
arrangiert und lehrreich; Sorten, die der rationelle Obſtbau entbehren Aitte ungariſchen Temperaments, Voltigekünſte, Reiterſzenen komiſcher
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Preiſe, einen dritten Preis und zwei Anerkennungen, Gg. Meyer erhielt zu bieten.
einen erſten, zwei zweite, zwei dritte Preiſe und eine Anerkennung; H.
Herrn Kreisobſtbauinſpektor Ohrtmann=Heppenheim, zu danken.
Stadtverordnetenverſammlung ausgeſchieden.
kam ſofort ins Krankenhaus.
meinde übernimmt für die Baugenoſſenſchaft eine Bürgſchaft von 1500 zutragen und vieles andere mehr.
Mark.
fabrik fiel eine 25 Jahre alte Arbeiterin eine Treppe herunter. Sie zog ſtaunenswert. Ein Wagen mit einer Gruppe wildgefangener
Berber=
tiert werden.
gonnen, weitere Vorträge werden folgen. Das Städtiſche Polytechnikum Tiger und 8 Bengaltiger werden in verſchiedenen Gruppen m
Höchſt=
wird, wie in den Vorjahren, eine Reihe von Vorträgen allgemein bilden= leiſtungen moderner Raubtierdreſſur vorgeführt.
der Art aus den verſchiedenſten Fachgebieten veranſtalten, die auch
weite=
von Dürigen), Deutſche Sprache (Aſſeſſor Dr. Krämer), Kunſt der Gegen= und für die Ausfüllung der unvermeidlichen Pauſen, ſchließlich iſt auch
hieſigen höheren Lehranſtalten, der Auguſtiner= und der Schillerſchule, von Scheinwerfer beleuchtet, die gefährlichen und waghalſigen
Evolu=
daß ſie, um die Beziehungen zwiſchen Schule und Elternhaus zu ſtärken tionen von den Geſchwiſtern Steh zu bewundern.
und das freundliche Verhältnis zu kräftigen, eine Reihe von Winterver=
Aula der Auguſtinerſchule ſtattfinden werden. Ein Lichtbildervortrag täten der vorzüglich gepflegten
Tiere=
des Herrn Oberſtudiendirektors Altendorf: „In die Eiswelt des Berner
Oberlands und Zermatts” wird den Anfang machen, weiterhin ſind
ge=
plant: Vorträge, muſikaliſche Abende, ein Theaterabend und ein Weih=
* Nierſtein, 29. Okt. Ein ſchwerer Autounfall trug ſich
nachtsſpiel: — Die FreieVereinigung Winterhilfe, die im geſtern abend in Nierſtein zu. Ein Auto=Transportwagen der Firma
vergangenen Winter in ſo ſegensreicher Weiſe durch Ausgabe von war=
Diem in Mainz fuhr, mit Wein beladen, die Straße nach Mainz. Einem
mem Mittageſſen an Bedürſtige gewirkt hat, will auch in dieſem Winter entgegenkommenden Perſonenwagen wollte der Chauffeur des
verun=
wieder ihre Tätigkeit eröffnen, vorausgeſetzt, daß die benötigten großen glückten Wagens in dem Moment ausweichen, als beide Wagen die enge
Mittel zuſammenkommen. Ein Blumentag, der am verfloſſenen Sonn= Stelle, die durch die Schutzdämme gegen Hochwaſſer entſtanden iſt,
paſ=
tag ſtattfand, hat über tauſend Mark eingebracht, auch verſchiedene ſieren mußten Jedenfalls durch die hellbrennenden Lampen des entgegen=
Vereine wollen demnächſt Wohltätigkeitsveranſtaltungen veranſtalten, kommenden Wagens geblendet, kam der Chauffeur des verunglückten
Einen ſehr guten Erfolg hatte im letzten Winter ein Weihnachtsmarkt;
Wagens zu weit rechts und fuhr mit voller Geſchwindigkeit auf den
vor=
das Komitee hat deshalb in einer Sitzung beſchloſſen, auch in dieſem
Winter, am 4. Dezember einen ſolchen und zwar in noch erweiterter gebauten Schutzdamm auf. Der Wagen wurde dadurch ſo ſtark beſchädigt
(er war bis zur Umkuppelungsſcheibe auf den Damm gekommen Vorder=
Form zu veranſtalten. Man hofft, daß ein großer Teil der Verkaufs= achſe, Federn uſw. waren gebrochen), daß er nur mit großer Mühe
ab=
gegenſtände ſchenkweiſe überlaſſen werde, doch ſollen auch die Friedber= gehoben nerden konnte. Wie durch ein Wunder blieb der Chanffeur,
ger Geſchäftsleute mit Einkäufen bedacht werden.
der im weiten Bogen aus dem Wagen geſchleudert wurde, unverſehrt.
kann, waren entweder gar nicht benannt, oder nicht prämiert. — Obſt= und grotesker Art, 5= bis Ffache Jockeiakte auf geſatteltem und ungeſat=
und Gemuſe=Konſerven waren nicht beſonders reichlich beſchickt, aber alle teltem Pferd. Hohe Schule der alten und modernen Schule. Ein Heer
ausgeſtellten Konſerven waren hübſch und ſorgfältig zuſammengeſtellt und von gertenſchlanken Artiſtinnen, Trapezkünſtlerinnen, Tänzerinnen,
man kam zu der Ueberzeugung, daß auch die Konſervierung des Obſtes Bauchtänzerinnen aller Nationalitäten, Kraſtakrobaten, Gladigtoren,
erſt=
auf dem platten Lande bedeutende Fortſchritte gemacht hat. Alles in klaſſige Darbietungen auf reitſportlichem Gebiet, Reiterſpiele, fliegende
allem: die diesjährige Obſtausſtellung hat gezeigt, in welch reger Weiſe Menſchen, Sprünge von der Zirkusdecke in ein tief unten geſpanntes
die Obſtkultur in unſerem Kreiſe gepflegt und gefördert wird. Es iſt dies Netz, Maſſenfreiheitsdreſſuren, die bis zu 100 Pferden, Kamelen, Ochſen
in erſter Linie unſerem Kreisobſtbauverein und ſeinem rührigen Leiter, und Eſeln uſw. gleichzeitig in einer Manege zu ſehen ſind. Sachen
wech=
ſeln in ſchöner Folge miteinander. Dann ein längerer exotiſcher Zug
* Offenbach, 29. Okt. Die ſozialdemokratiſche Stadtverordnete grabiſcher und indiſcher Truppen mit Kamelen, Dromedaren. Zebus
Frieda Rudolph, Hausfrau, hat ihr Amt niedergelegt, um ſich Büffel, Lamas, fantaſtiſch fürſtlich geſattelten Rieſenelefanten, einer
ganz ihrer Familie widmen zu können. Damit ſcheidet die zweite und ganzen Herde Zwergelefanten, ferner Täuzer mit Tänzerinnen, den
letzte weibliche Stadtverordnete der ſozialdemokratiſchen Fraktion ſchlanken, halbnakten Leib von lebenden Schlangen umringelt, zieben
aus der Stadtverordnetenverſammlung aus. Ihr Nachfolger iſt der unter den Klängen einer eintönig=prickelnden Muſik durch die Wa=
Handlungsgehilfe Arthur Paul Gallion, der bereits als unab= egen und das ganze Zirkusinnere, um dann ein indiſches fantaſtiſches
hängiger Sozialdemokrat der Stadtvertretung einmal angehörte. Spiel „Unter Indiens Glutenſonne” vorzuführen. Da erblickt der Be=
Von den männlichen Sozialdemokraten iſt bis jetzt niemand aus der ſucher alles, was an geheimnisvollen Künſten immer wieder von
indi=
ſchen Fakiven geleiſtet wird. Dieſe indiſchen Künſtler, gefeit gegen
. Groß=Gerau, 98. Okt. unfall. Bei den Dampfwalzarbeiten Stich und Hieb, gegen Feuersglut, Glasſcherben und ſpitzen Nägel, ſie
am Felſenkeller ſtürzte ein Arbeiter hin, geriet unter das Rad der Dampf= tanzen auf Glasſcherben und auf langen ſpitzen Nägeln herum,
beſtei=
walze und wurde an Armen und Füßen erheblich verletzt. Der Verletzte gen Leitern, deren Sproſſen haarſcharfe Schwerter ſind, ohne ſich
irgend=
wie zu verwunden, ſie ſpeien und ſchlucken Feuer, hüllen ihren ganzen
Walldorf, 30, Okt. Bürgſchaftsübernahme. Die Ge= nakten Körper in Feuersglut, ohne auch nur eine Brandwunde davon=
Dann ſind hervorzuheben die wundervollen und umfangreichen
Offenbach, 30, Ort. Unfall. In einer hieſigen Zigaretten= Raubtierdreſſuren, auch hierbei iſt wiederum die techniſche Einrichtung
ſich innere Verletzungen zu und mußte ins Städt. Krankenhaus transpor= löwen, deren Wildheit und „Unnahbarkeit” beweiſt, daß ſie erſt kurze
Zeit in Dreſſur ſind, werden von einem Rieſenelefanten in die Menge
Friedberg, 26. Okt. Das beginnende Winterhalbjahr gezogen. Mit wenig Handgriffen iſt dieſer Käfigwagen in einem
Vor=
wird unſerer geiſtig ſo regſamen Stadt eine Reihe von Veranſtaltungen führungskäfig umgewandelt und der Dompteur beginnt ſeine
gefähr=
bringen, die gewiß die allgemeine Beachtung aller Volkskreiſe verdienen, liche Arbeit. Zu gleicher Zeit werden in den beiden anderen Manegen
Bereits hat der Volksbildungsverein in ſehr glücklicher Weiſe ſeine Win= große Dreſſurkäfige aufgebaut und 12 Bengal=, Königs= und ſibiriſche
terarbeit durch den Vortrag des Geheimerats D. Behagel aus Gießen be= Tiger, eine ebenſo zahlreiche Gruppe von Eisbären, 12 Löwen und
So wickelt ſich faſt minutiös genau auf Glockenſchlag das
Rieſen=
ren Kreiſen für eine ſehr niedrige Gebühr zuläſſig ſind. Wir nennen programm des Abends, das mit dem Vorgeſagten auch nicht
an=
u a. nur: Staats= und Bürgerkunde (Rechtsanwalt Schröder), Der nähernd erſchöpft iſt. Ein ganzes Heer von Auguſten und Clowns,
Roman des 9. Jahrhunderts (Profeſſor Colin=Gießen), Ruſſiſch (Apoth. darunter eine treffliche Parodie Charlie Chaplins ſorgen für Heiterkeit
wart (Profeſſor Keller), Deutſche Wirtſchaftskunde (Priv=Dozent Dr. das noch nicht ausreichend, und nach Schluß der Vorſtellung haben die
Granderel=Gießen). Nun veröffentlichen auch die Direktionen der beiden Beſucher Gelegenheit außerhalb des Zirkuszeltes in ſchwindelnder Höhe
Wer am Tage den Zirkus beſucht, hat Gelegenheit, die
Raubtier=
anſtaltungen bieten wollen, die gegen ein mäßiges Eintrittsgeld in der ſchau zu ſehen, er wird erſtaunt ſein, über die ausgezeichneten Quali=
M. St.
verleiht ein rosiges, jugendfrisches
Antlitz und ein zarter schöner Teint.
Alles dies erzeugt die allein echte
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strasse 21. In Leeheim: Georg Cisinger.
Cbenſo kam der Wein nicht zu Schaden.
* Schotten, 29. Okt. Sein goldenes Berufsjubiläum
konnte der Schäfer Link in Eichelsdorf begehen, der ſeit ſeinem
17. Lebensjahre die dortige Schafherde 50 Jahre ununterbrochen betreut.
— In Gedern brannte die Hofreite eines Landwirtes nieder.
* Ortenberg, 28. Okt. Der Kalte Markt hat geſtern ſeinen
An=
fang genommen und zeigt einen außerordentlichen Zuſtrom der
Land=
leute Oberheſſens. Geſtern begann der Pferdemarkt, der mit etwa 400
Pferden und Fohlen beſchickt war. Auch der heutige Rindvieh= und
Schweinemarkt wies einen hohen Tierbeſtand auf. Die Geſchäftsleute und
Gaſtwirte boten alles auf, um dem Nieſenbeſuch gerecht zu werden.
Ueberall in den Wirtſchaften ſpielten Muſikkapellen, darunter auch
bahe=
riſche. Die Zigeuner hatten ſich wieder in großer, Zahl zum
Pferde=
markt eingefunden, ihre Wagen ſtanden in langer Reihe von Ortenberg
nach Selters zu. Mit dem Markt iſt — nach zehn Jahren wieder
eine Marktlotterie verbunden.
Henlt;
* Herkel” 2
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1. Vorlegung des Jahresberichtes, der Bilanz nebſt Gewinn=
und Verluſtrechnung für das abgelaufene Geſchäftsjahr,
ſowie des Berichtes des Aufſichtsrates und Beſchlußfaſſung
über die Genehmigung dieſer Vorlagen.
2. Entlaſtung des Vorſtandes und des Aufſichtsrates.
3. Verwendung des Reingewinnes.
4. Vorlegung der Gold=Eröffnungs=Bilanz auf 1. Juli 1924
ſowie des Prüfungsberichtes des Vorſtandes und des
Auf=
ſichtsrates über die Goldmark=Eröffnungs=Bilanz und der
Hergang der Umſtellung. Genehmigung der Bilanz.
15. Umſtellung der Geſellſchaft in der Weiſe, daß das
Gold=
kapital auf 8-M. 540 000— feſtgeſetzt wird, eingeteilt mit:
3800 Stück Stammattien im Nennwert von je 140 G.=M.,
200 Stück Vorzugsaktien im Nennwert von je 40 G.=M.
6. Anderung des Geſelſchaftsvertrages
a)84 und 8 18 entſprechen dem Beſchluß zu Ziffer 5;
b) 817 Anderung der Bezüge der Aufſichtsratsmitglieder;
) Ermächtigung des Aufſichtsrates zur Vornahme
der=
jenigen, die Faſſung betreffenden Anderungen, der
vor=
ſtehenden Beſchlüſſe, die von dem Regiſter=Richter
ge=
fordert werden ſollten.
7. Aufſichtsratswahl.
Diejenigen Aktionäre, welche in der Generalverſammlung
ihr Stimmrecht ausüben wollen, haben ihre Aktien ſpäteſtens
3 Tage vor der Generalverſammlung bei der Direktion der
Motorenfabrik Darmſtadt A.=G. in Darmſtadt oder bei der
Darmſtädter und Nationalbank K.=G. a. A. in Darmſtadt
bzw. in ihren Filialen oder bei einem deutſchen Notar zu
hinterlegen.
Darmſtadt, den 20. Oktober 1924.
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Darmſtadt, Blumenthalſtraße 7.
Es ſind hiermit bei Vermeitung der
Pfändung gemahnt zu zahlen:
1. Die Beiträge der Freiwilligen und
Unſtändigen für Monat September.
2. Die Beiträge der Arbeitgeber für
Mo=
nat Auguſt.
Bei den Freiwilligen und
Unſtändi=
gen werden die geſetzlichen
Mahngebüh=
ren erhoben. Arbeitgeber, die ſich mit
den Beiträgen für Monat Auguſt im
Ver=
zuge befinden, haben gemäß den
geſetz=
lichen Beſtimmungen 1½ Zuſchlag für
jede Woche des Verzuges zu entrichten.
Darmſtadt, den 30. Okt. 1924. (14312
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Freitag, den 31. Oktober 1924.
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Freitag, den 31. Oktober 1924.
Reich und Ausland.
Frobenius an die Frankfurter Univerſität berufen.
S. Frankfurt. Dem bekannten Afrikaforſcher Leo Frobenius
iſt auf Antrag der philoſophiſchen Fakultät der Univerſität Frankfurt ein
Lehrauftrag für Völkerkunde vom Kultusminiſterium erteilt
wor=
den. Der Antrag war entſtanden bei den Verhandlungen, die die Stadt
Frankfurt mit dem Afrikaforſcher wegen der Uebernahme ſeines
Mu=
ſeums in München gepflogen hatte, man hofft, die bedeutende
Samm=
lung von Leo Frobenius dem hieſigen Völkermuſeum angliedern zu
können.
Der Naſſauiſche Verkehrsverband.
8. Frankfurt. In Frankfurt iſt am Dienstag der Naſſauiſche
Verkehrsverband wieder aufgelebt, der ſchon im Jahre 1914 gegründet
wurde, aber durch die Kriegsjahre wenig Geltung hatte. Jetzt waren
alle in Frage kommenden Orte vertreten und es ſoll eine großzügige
Verkehrspolitik begonnen werden, die ſich auf das
Siedlungs=
weſen, die Nutzbarmachung der Waſſerläufe und die Verbeſſerung des
Zugverkehrs erſtreckt. In Frankfurt ſoll eine Zentralſtelle geſchaffen
werden. Betrübend waren die Mitteilungen, die von einigen Vertretern
der beſetzten Gebiete gemacht wurden, ſo wurde namentlich aus
König=
ſtein berichtet, daß faſt der geſamte Wildbeſtand unter der
Be=
fatzung ausgerottet wurde und daß große Strecken Wald, ſo der Gipfel
des Kleinen Feldberges, abgerodet ſeien.
Kleine Frankfurter Chronik.
Die Angelegenheit der beſchlagnahmten Sportkaſſe der
„Eintracht” wird weitere Kreiſe ziehen. Für die nächſte
Stadtverord=
netenverſammlung liegen faſt von ſämtlichen Fraktionen Anträge vor, die
fordern, daß die Steuerſchuld bis zur Entſcheidung in dem
Verwaltungs=
gerichtsverfahren ausgeſetzt werde. — Zu der dritten ſüdweſtdeutſchen
Tagung der Hals=, Naſen= und Ohrenärzte hatten ſich
auch zahlreiche Vertreter aus dem Ausland eingefunden, die teilweiſe
ſelbſt in Vorträgen das Wort ergriffen. — Zur Erweiterung des
Woh=
nungsbauprogramms hat der Magiſtrat beſchloſſen,
Hauszins=
ſteuerhypotheken für weitere 260 Wohnungen im Betrage von 1500 000
Mark zur Verfügung zu ſtellen. Zur Unterbringung von Obdachlofen
wurde der Ankauf von zwei Baracken zum Preiſe von 40 000 Mark
be=
ſchloſſen. — Die Chemiſche Fabrik in Griesheim iſt zur Entlafſung
von mehreren Hundert Arbeitern und zur teilweiſen Einſchränkung des
Geſamtbetriebes gezwungen. — Die Arbeitsmarktlage in
Frank=
furt ſelbſt hat ſich wieder etwas gebeſſert, die Zahl der Arbeitsgeſuche
iſt um 300 auf 12351 zurückgegangen. — Im Frankfurter
Tanz=
palais wird am 31. Oktober im Auftrage des Reichsverbands für
Transport die Herbſtmeiſterſchaft von Weſtdeutſchland ausgetragen.
Eine Luftverbindung Frankfurt a. M.—Baſel?
fm. Karlsruhe. Die Neue Badiſche Landeszeitung in
Mann=
heim wirft die Frage des Anſchluſſes Badens an den Luftverkehr auf
und weiſt auf die Bedeutung einer Luftverbindung von Frankfurt nach
der Schweiz hin. Da ein ſolcher Ausbau des Luftverkehrs auch für
Heſ=
ſen und Darmſtadt zweifellos von Wert wäre, geben wir im folgenden
die Ausführungen des genannten Blattes zu dieſer Frage wieder:
Kürz=
lich meldeten wir die großzügigen Pläne der Bayeriſchen
Luftverkehrs=
geſellſchaft, und nunmehr liegt aus Stuttgart eine Meldung vor, daß
dort auf Anregung der Stuttgarter Handelskammer die Bildung einer
Luftverkehrs=Aktiengeſellſchaft Württemberg mit einem Kapital von
600 000 Mark beſchloſſen worden iſt. Der Staat, die Stadt Stuttgart,
ſowie Induſtrie und Handel ſollen je ein Drittel des Kapitals
aufbrin=
gen. Es wurde ein Gründungskomitee eingeſetzt. Die Geſellſchaft ſoll
Württemberg in den innerdeutſchen und den internationalen
Flugver=
kehr einbeziehen. Gelegentlich der in Mannheim kürzlich veranſtalteten
Fliegertage iſt bekannt geworden, daß der Badiſch=Pfälziſche Luftfahrt=
Verein dasſelbe anſtrebt, was die neugegründete Luftverkehrs=A. G.
Württemberg will: Die Einbeziehung von Mannheim und damit Badens
in den innerdeutſchen Luftverkehr und evtl. internationalen Flugverkehr.
Den Platz für einen Flughafen hat die Stadtgemeinde Mannheim zur
Verfügung geſtellt. Aber ſonſt fehlt noch ſo gut wie alles. Eine
Flug=
ſtrecke Frankfurt a. M.—Mannheim—Schweiz zum Beiſpiel wäre äußerſt
lohnend, aber die Organiſation und Durchführung eines ſolchen
Pro=
jektes erfordert Mittel. Es wäre dringend nötig, daß die von
Mann=
heim ausgehenden Luftfahrtsbeſtrebungen eine breitere Grundlage
er=
halten, damit ſich den Plänen auch Ausſicht auf Verwirklichung bietet.
Die beſchlagnahmten Flugzeuge.
Berlin. Der Lokalanzeiger berichtet aus Paris: Halbamtlich
wird mitgeteilt, es beſtände berechtigte Hoffnung dafür, daß Deutſchland
ſeine Haltung den beſchlagnahmten Luftſchiffen gegenüber ändern würde
und ſowohl den kürzlich bei Stuttgart niedergegangenen Flugapparat
wie auch die im Laufe des letzten Jahres beſchlagnahmten 12 Apparate
demnächſt den franzöſiſchen Fluggeſellfchaften wieder ausliefern werde.
Eine hochherzige Spende.
Berlin. Dem ſtädtiſchen Hoſpital in der Fröbelſtraße iſt durch
Vermittlung des Grafen Arco von der Telefunken=Geſellſchaft ein
Rundfunkapparat mit Kopfhörern und Lautſprecher geſtiftet worden.
Durch dieſe hochherzige Spende iſt es möglich geweſen, ſämtliche
Statio=
nen der etwa 500 Kranke umfaſſenden Nervenabteilung der Anſtalt an
die Antenne anzuſchließen und das Gerät transportabel einzurichten,
ſodaß alle dieſe hilfloſen Menſchen abwechſelnd an der Unterhaltung
teilnehmen können.
Abflauen der Solinger Typhusepidemie.
Solingen. Die Typhusepidemie, die hier ſeit einiger Zeit
graſ=
ſiert, ſcheint nun zum Stillſtand gekommen zu ſein. In den letzten
Tagen ſind keine neuen Erkrankungen mehr aufgetreten. Man glaubt,
die Quelle der Infizierung erkannt und unſchädlich gemacht zu haben.
Bemerkenswert iſt, daß von der Krankheit nur ſolche Perſonen befallen
wurden, die während des Krieges nicht geimpft worden ſind. Einer
amt=
lichen Bekanntmachung zufolge iſt die Gefahr der Seuchenverbreitung
mnmehr beſeitigt, wenn auch im Verkehr mit den Erkrankten noch
Vor=
ſicht geboten iſt.
Eine Feier anläßlich der Räumung Remſcheids.
Kemſcheid. Anläßlich der Befreiung der Stadt von der
Be=
fatzung fand hier eine große Kundgebung ſtatt, an der ſich eine Anzahl
von Verbänden und Vereinen beteiligte. Von 3 Uhr ab formierte ſich
auf den Plätzen am Stadtpark ein Feſtzug, der ſich dann durch die
feſt=
lich geſchmückten Straßen am Kaiſerplatz bewegte. Oberbürgermeiſter
Dr. Hartmann hielt eine zündende Anſprache, die in einem Gelübde der
Hingabe an Volk und Reich und in ein Hoch auf unſer Vaterland
aus=
klang. Der Geſang des Deutſchland=Liedes und des Niederländiſchen
Dankgebets beſchloß die erhebende Feier.
Seite 13.
Die Preſſe auf der Deutſchen Verkehrsausftellung
München 1925.
Von Dr. Karl d’Eſter, Profeſſor für wiſſenſchaftliche Zeitungskunde an
der Univerſität München.
Daß Preſſe und Verkehr eng miteinander verwandt ſind, hat die
Leitung der Deutſchen Verkehrsausſtellung München 1925 ſchon durch
ein literariſches Preisausſchreiben mit dem gleichen Titel bekundet. Es
wäre nun ſehr zu begrüßen, wenn auch nach einer wichtigen Anregung,
die von dem Leiter des Hamburger Preſſeamtes, Dr. Zinn bei der
Ver=
ſammlung des großen Preſſeausſchuſſes der Verkehrsausſtellung in
München in die Debatte geworfen wurde, der Preſſe ein Raum auf
der Ausſtellung ſelbſt eingeräumt würde.
Wer die Bugra in Leipzig mit ihren ſo anſchaulichen Bildern über
den Nachrichtenverkehr einer großen Zeitung u. a. geſehen hat, der wird
es nicht überflüſſig finden, daß der heutige hohe Stand des
Nachrichten=
verkehrs nach dieſer Methode gezeigt wird. Wir haben ja in den letzten
Monaten und Jahren eine ſolche Umwälzung des Nachrichtenweſens
erlebt, daß wir beinahe an ein Märchen aus Tauſend und eine Nacht
glauben möchten. Wir beſitzen zwar ein dickes Buch des
Nachrichten=
weſens der alten Griechen und Römer, eine tiefgründige Arbeit eines
bayriſchen Gelehrten, aber über das neuzeitliche, doch ſo unendlich
wichtige Gebiet der Nachrichtenvermittlung ſind wir auf
unzuſammen=
hängende Aufſätze angewieſen, die ſelten die nötige Anſchaulichkeit
zei=
gen. Da könnte die Ausſtellung für Verkehr eine Lücke füllen und
wei=
teſten Kreiſen einen Begriff vom Nachrichtendienſt der Preſſe
vermit=
teln. Auch noch manche andere Gebiete ließen ſich nennen, für die man
wichtige Zuſammenhänge mit dem Hauptgebiet der Ausſtellung leicht
herſtellen kann.
Der Reichsfunkverband
veranſtaltete anläßlich des einjährigen Beſtehens des deutſchen
Rund=
funkſenders in Berlin in Anweſenheit von Vertretern der Reichs= und
preußiſchen Miniſterien im Herrenhaus eine Feier. Der Vorſitzende
des Reichsfukverbandes Dr. Voß teilte in ſeiner Begrüßungsanſprache
mit, daß zukünftig Mittel aus den Ueberſchüſſen des Verbandes zu
For=
ſchungszwecken und der Errichtung einer Rundfunkvolkshochſchule
her=
gegeben werden. Staatsſekretär Dr. Bredow führte u. a. aus, daß die
Zahl der Teilnehmer von Anfang des Jahres bis jetzt von 6000 auf
350 000 geſtiegen, und ganz Deutſchland, ausgenommen das beſetzte
Ge=
biet, mit Darbietungen verſorgt ſei. Durch Verſtärkung der Sender
und Verbeſſerung des Empfangsgeräts ſoll angeſtrebt werden, daß in
einem möglichſt weitem Umkreis um jeden Sender der Empfang ohne
die Verwendung von Außenantennen möglich iſt. Den ländlichen
Be=
zirken ſoll durch die Aufſtellung von Zwiſchenſendern und die
Ueber=
tragung von Darbietungen auf den Starkſtromleitungen geholfen
wer=
den. Ein Zentralſender wird alle Gemeinden Deutſchlands mit
Nach=
richten aller Art verſorgen.
Die Zeppelinmannſchaft auf der Rückreiſe
Nach einer Meldung des „New Yorker Herald” haben 10 Mann
der Beſatzung des Amerika=Zeppelins geſtern auf dem Dampfer „
Mün=
chen” die Rückreiſe nach Deutſchland angetreten.
Kapitän Eckener iſt unterwegs nach Akron, wo er heute mit dem
Direktorium der Good Year Zeppelin Company konferieren wird.
In etwa 14 Tagen wird er dann nach Lakehurſt zurückkehren.
„Deutſch=ruſſiſcher Luftverkehr”.
Der diesjährige regelmäßige Luftverkehr auf der Strecke
Königs=
berg—Moskau hat hinſichtlich der Benutzung durch Paſſagiere und durch
Inanſpruchnahme als Frachttransportmittel eine ſteigende Ausnutzung
gezeigt.
Der regelmäßige Dienſt auf dieſer Strecke wird am 31. Oktober aus
meteorologiſchen Gründen vorübergehend auf kurze Zeit eingeſtellt.
Die Deruluft, welche dieſen Luftdienſt betreibt, beabſichtigt —
ge=
ſtützt auf die in den Vorjahren während der Winterzeit geſammelten
Erfahrungen — die Strecke Königsberg—Moskau in dieſem Jahre auch
während der Wintermonate zu befliegen. Die Eröffnung des
Winter=
flugbetriebes wird noch mitgeteilt.
Drei Werber für die Fremdenlegion verhaftet.
Goslar. Auf dem Bahnhof Seeſen bei Goslar wurden drei
Män=
ner der Landwirt Hoffmeiſter, der Lehrer Rautmann und der Schloſſer
Schrader, verhaftet, als ſie im Begriffe waren, junge Leute für die
Fremdenlegion anzuwerben. Sie werden ſich wegen Landesverrats und
Spionage zu verantworten haben.
Raubmörder Clemens Bernet hingerichtet.
Bern. Im Gefängnishof in Altdorf wurde heute der 44jährige
Raubmörder Clemens Bernet, welcher am 31. Auguſt ein Mädchen
bei einem Raubverſuch tötete, durch die Guillotine
hingerich=
tet. Es iſt dies ſeit 1910 die erſte Hinrichtung in der Schweiz.
Der Daskalow=Mörder zu zwanzig Jahren Kerker verurteilt.
Prag. Bei den geſtrigen Verhandlungen in Tabor im
Mord=
prozeß Daskalow ſtellte der Gerichtsſenat die Frage, ob das Verbrechen
als Meuchelmord anzuſehen ſei. Die Geſchworenen bejahten dieſe Frage.
Die Attentäter Ciconkov wurde zu zwanzig Jahren Kerker verurteilt.
Nach der Strafverbüßung wird er aus der Tſchechoſlowakei ausgewieſen.
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Samstag, den 1. November 1924,
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Beichtgelegenheit.
Samstag, vorm. ½6 Uhr: Beichtgelegenheit — Um 6 Uhr: Erſte
heil. Meſſe — Um 7 Uhr: Heil Meſſe mit Roſenkranz. — Um 8 Uhr:
Singmeſſe mit Predigt — Um ½10 Uhr: Hochamt mit Predigt. —
Um 11 Uhr: Singmeſſe mit Predigt — Nachm 3 Uhr: Fe erliche Veſper,
K pelle der Barmherzigen Schweſtern: Samstag, vorm. ½7 Uhr:
Heil Meſſe. — Abends 6 Uhr: Roſenkranzandacht.
Kapelle in der Waldſtraße: Samstag, vorm. 7 Uhr: Heil. Meſſe.
St. Eliſabethenkirche: Freitag, nachm. 5 Uhr und abends 8 Uhr:
Gelegenheit zur heil. Beichte.
Samstag, vorm. von 6 Uhr an: Gelegenheit zur heil Beichte. —
Um ½7 Uhr: Frühmeſſe. — Um 8 Uhr: Heil. Meſſe mit Predigt. —
Um ½10 Uhr: Hochamt mit Predigt — Nachm. 2 Uhr: Feierliche
Veſper. — Abends 5—7 und 8 —9 Uhr: Beichtgelegenheit.
St. Martinskapelle zu Beſſungen: Freitag, abends von 5—7 und
8—8½ Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Samstag, vorm. 6½ Uhr: Heil. Beichte. — Um 7½ Uhr: Hl. Meſſe,
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St. Fidelis: In der Kapelle der Engliſchen Fräulein an der
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ſtraße vorm 8 Uhr: Heil. Meſſe und Predigt.
Kirche zu Eberſtadt: Samstag, nachm. 5 Uhr und abends 8 Uhr:
Beichtgelegenheit.
Samstag, vorm. 6 Uhr: Beichtgelegenheit — Um 6½ Uhr:
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teilung der heil. Kommunion. — Um 9½ Uhr: Hochamt —
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tags 2 Uhr: Andacht.
Kapelle zu Pfungſtadt: Samstag, vorm. 7 Uhr: Beichtgelegenheit,
— Um 7½ Uhr: Hochamt und Predigt. — Nachm. 4 Uhr: Andacht.
Gottesdienſt der iſraelitiſchen Religionsgemeinde.
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Freitag, den 31. Okt Vorabendgottesdienſt 5 Uhr 00 Nin.
Samstag, den 1. Nov. Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min.
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erklärung — Sabbatausgang 5 Uhr 50 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen: „Morgens 7 Uhr 15 Min. —
Abend 6 Uhr 30 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der Fſrgel. Religionsgeſellſchaft.
Samstag, den 1. Nov. Vorabend 4 Uhr 30 Min. — Morgens
8 Uhr. — Nachm 4 Uhr 00 Min. — Sabatausgang 5 Uhr 50 Min,
Wochengottesdienſt: Morgens 6 Uhr 30 Min. — Nachm. 4 Uhr
30 Min
Tageskalender.
Landestheatev, Großes Haus (E 4), Anfang 7½ Uhr, Ende
10 Uhr: „Orpheus und Eurydike‟. — Kleines Haus (K 4), Anfang
7½ Uhr. Ende 10 Uhr: Die Journaliſten”. — Stadttheater
Mainz, 8 Uhr abends: „Schlagobers”. — Union=, Reſidenz=Theater,
Palaſt=Lichtſpiele: Kinovorführungen. — Städt. Saalbau,
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platz abens 8½ Uhr: Ringkämpfe. — Städt.
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Wettervorherſage für Samstag, 1. November:
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Verantwortlis, für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Feuillton und Heſſiſche Nachr chten: Max Streei=
Verantwortlich für Sport: Dr. Eugen Buhlmann.
Verantwortlich für Schlußd en:: Andreas Bauer
Verantwertlich für den Inſratente!: Willy Kuhle
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Nr. 303
31. Oftober 1924
Das anzerikaniſche
Schiff=
fagrtsprobien.
Das amerikaniſche Schiffahrtsamt hat ſich angeſichts der
durchgreifenden Erholung, die ſich am Frachtenmarkt vollzogen
hat, dazu entſchloſſen, einen Teil der aufgelegten ſtaatlichen
Han=
delstonnage wieder in Betrieb zu bringen. Präſident Palmer
von der Emergeney Fleet Corporation hat bereits die Anweiſung
erhalten, für die beſchleunigte Durchführung dieſes Beſchluſſes
Sorge zu tragen. Vorläufig ſollen eine Reihe moderner
Fracht=
dampfer, die zum Transport von Getreide und Baumwolle
ge=
eignet ſind, ausgerüſtet werden. Dieſe Schiffe ſind für die Fahrt
zwiſchen den atlantiſchen und europäiſchen Häfen in Ausſicht
ge=
nommen. Im Bedarfsfall ſollen ſpäter weitere brachliegende
Frachtdampfer ihrer eigentlichen Beſtimmung wieder zugeführt
werden.
Der Shipping Board eskomptiert in ſeinen Dispoſitionen die
für die nächſten Monate zu erwartende, weitere Belebung des
Welthandels, die es ermöglichen würde, einen erheblichen
Pro=
zentſatz der in amerikaniſchen Häfen, ſtill liegenden Tonnage
wieder zu verwerten. Der den amerikaniſchen Schiffahrtskreiſen
keineswegs unerwartet gekommene Entſchluß wird vom
Ship=
ping Board damit begründet, daß bei der Behörde in den letzten
Wochen aus allen Wirtſchaftszweigen Tauſende von Briefen
ein=
gegangen ſeien, in denen unter Hinweis auf die gegenwärtigen
wirtſchaftlichen Verkehrsverhältniſſe auf das dringendſte eine
ſtärkere Ausnützung der ſtaatlichen Handelstonnage gefordert
werde.
Es entſpricht den Tatſachen, daß namentlich die
Landwirt=
ſchaft und die Baumwollpflanzer, obgleich ſie im allgemeinen
durchaus nicht als Anhänger der amtlichen Schiffahrtspolitik
bzw. des amerikaniſchen Schiffahrtsprotektionismus zu
betrach=
ten ſind, in dieſem Fall die Beſtrebungen der Schiffahrtsbehörden
unterſtützen. Die Argumente dieſer Intereſſentengruppen
be=
ruhen auf der Befürchtung, daß ſich der Transport ihrer
Erzeug=
niſſe nach Europa im Spätherbſt und ſpäter durch ein weiteres
Anziehen der Frachtraten nicht unweſentlich verteuern könne.
Dadurch, daß das Schifahrtsamt veranlaßt wird, eine
vorüber=
gehende Frachtraumverknappung durch Bereitſtellung der
ange=
forderten Tonnage zu beheben, hofft man, jede Ueberſpannung
der Frachtraten im Keim zu erſticken und ſich wenigſtens
wäh=
rend der Erntebewegung relatinv billige Transportſätze zu Veizenkleie 11,50, Roggenkleie 1125. Tendenz: unverändert.
ſichern.
Die Entſcheidung darüber, ob § 28 des Merchant Marine
Aet, der Vorzugstarife auf den amerikaniſchen Eiſenbahnen für
alle auf amerikaniſchen Schiffen transportierten Erzeugniſſe
vor=
ſieht, definitiv Anfang nächſten Jahres eingeführt wird, iſt noch
immer nicht gefallen. Infolge der Aktivität, die die
Schiffahrts=
behörden neuerdings entfalten, ſind auch die Gegner des
Schiff=
fahrtsprotektionismus wieder rühriger geworden. Vor kurzem
hat der New Yorker Board of Trade and Transportation an den
Handelsminiſter Hoover eine Eingabe gerichtet, in der auf das
entſchiedenſte gegen die protektioniſtiſchen Beſtrebungen Stellung
genommen wird. In der Eingabe wird die Verſicherung des
Shipping Board, daß genügend amerikaniſche Schiffe bereit
ge=
ſtellt werden könnten, bezweifelt und erklärt, di Prwirklichung
des Protektionsmus werde auf den amerkaniſchen Außenhandel
entmutigend, beunruhigend, ja verheernd wirken.
Man erwartet, daß die maßgebenden Stellen in Kürze zu
dem Proteſt der New Yorker Handels= und Transportbehörde
Stellung nehmen werden und daß dann endlich eine Klärung
B. R.
des Schiffahrtsproblems erfolgt.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
a. M. In der heute ſtattgefundenen außerordentlichen
Generalverſamm=
lung wurde dem bisherigen Aufſichtsrat der Geſellſchaft Entlaſtung
er=
teilt. Der neugewählte Aufſichtsrat beſteht aus folgenden Herren:
Bank=
direktor Alfred Simokat, Frankfurt a. M. (Vorſitzender), Dr. Egon
Maier, Friedberg ſſtellvertretender Vorſitzender), Rechtsanwalt Fritz
Klopfer, Frankfurt a. M., Direktor Franz Grundhöfer, Frankfurt a. M.
Rechtsanwalt und Notar Dr. Richard Seligmann, Frankfurt a. M. Die
Dndelsdiatt
mit der Chemiſchen Fabrik Flörsheim Dr. H. Nördlinger A.=G., Flörs= Umſätzen vorübergehend den Kurs von 11 Prozent und ſchließen mit
heim a. M., beſtehende Intereſſengemeinſchaft wurde gelöſt.
Banken.
* Reichsbankausweis vom 23. Oktober. Der Ausweis
der Kreditanſprüche namhafte Rückflüſſe von Zahlungsmitteln aus dem
Verkehr. Im Diskontverkehr wurden 19,8 Mill Reichsmark neu aus= nungsvoller geworden, wozu u. a. auch die Ankündigung von
durch=
um 0,8 auf 16,8 Millionen Reichsmark.
verbuchte) Beſtand der Reichsbank an Rentenbankſcheinen vermehrte ſich hat das Intereſſe für Kalipapiere etwas nachgelaſſen. Südſee=
Phosphat=
hang mit dieſer Entwicklung nahmen die fremden Gelder um 157,9 auf Guinea=Aktien, deren Notiz als zweiter Goldkurs heute erfolgen ſollte,
986,4 Mill. Reichsmark zu.
Der Geldbeſtand wurde weiter um 16,9 auf 630,5 Mill. Reichsmark
verſtärkt. Als deckungsfähige Deviſen, die nach 8 28 des Bankgeſetzes
neben dem Goldbeſtande und im Verhältnis von 1:3 zu dieſem für die
Notendeckung heranzuziehen ſind, wurden 210,2 Mill. Reichsmark — gegen preußiſchen Konſols und auch verſchiedenen Staatsanleihen zugute=
204,5 in der Vorwoche — aus den Deviſenbeſtänden der Bank abgezweigt.
Die für die Deckung des Notenumlaufs in Betracht kommende Summe
an Gold und Deviſen hat ſich demgemäß um 22,5 auf 840,7 Mill.
Reichs=
mark erhöht. Danach belief ſich am 23. d. M. die Deckung der Noten
durch Gold allein auf 48 Prozent, durch Gold und deckungsfähige
Devi=
ſen auf 64 Prozent.
Warenmärkte.
—w. Berliner Produktenmarkt. Nachdem geſtern nach= Chriſtiania.. .
mittag die Preiſe für Brotgetreide ziemlich erheblich nachgegeben hat= Kopenhagen ..
ten, war heute die Tendenz hierfür leicht befeſtigt, zumal vom Inlande
das Angebot in ſofort greifbarer Ware ſpärlich bleibt. Im
Mehlge=
ſchäft hat ſich noch wenig gebeſſert; hier wirken die anhaltenden Verkäufe
der zweiten Hand nach wie vor preisdrückend. Gerſte hatte in guten New=Norck ..........."
Qualitäten wieder einiges Geſchäft. Hafer war von auswärts nur wenig
augeboten.
w. Amtliche Notierungen der Frankfurter
Ge=
treidebörſe vom 30. Oktober. (Getreide, Hülſenfrüchte und
Bier=
treber ohne Sack, Weizenmehl, Roggenmehl und Kleie mit Sack). Preiſe Budapeſt. ............
je 100 Kilogramm: Weizen, Wetterau 22,50—23,50, Roggen 22—23,
Sommergerſte für Brauzwecke 24—27,50 Hafer, inländ. 19—22, ausländ.
00—00, Weizenmehl, ſüdd. Spezial Null 34—37, Roggenmehl 30,50—34,
— Mannheimer Produktenbörſe. Die ruhige Tendenz
hat auch heute angehalten, weil die zweite Hand weiter mit Abgabe für
Wanen im Markte iſt, auf der für ſie noch kein Verluſt ruht. Die Müh= Konſtantinopel ........
len, die neue Mehlabſchlüſſe nicht machen können, halten ſich
augenblick=
lich von Einkäufen vollſtändig zurück. Unter dieſen Umſtänden konnten
die leichten amerikaniſchen Preiserhöhungen keinen Einfluß ausüben.
Im=
merhin ſind weitere nennenswerte Preisabſchwächungen für
Inlandge=
treide nicht mehr eingetreten. Verlangt wurden für die 100 Kg.: Weizen,
inländ. 23—25, ausländ. 26—38,5, Roggen, inländ. 21—23, ausländ.
22—24, Gerſte 26—28,5, Futteugerſte 24—24,5, Hafer, inländ. 18—20, Berlf.Elektr.W.vorzug.
ausländ. 20— 22,5, Mais mit Sack 21—21,75. Die Mühlenforderungen
lauteten für Weizenmehl, Spezial Null, auf 37 Mk. die 100 Kg., für
Roggenmehl 35 Mk. Die zweite Hand gab mit 35 bezw. 31,5 ab.
— Mannheimer Kleinviehmarkt vom 30. Okt. Zum
heutigen Kleinviehmarkt waren zugeführt: 47 Kälber, 24 Schafe, 114
Schweine und 567 Ferkle und Läufer. Bezahlt wurden für die 50 Kg. Deutſch=Atlant. Tel..
Lebendgewicht: Kälber 58—74, Schweine 56—80, Ferkel und Läufer pro
Stück 8—30 Mk. Schafe wurden nicht verkauſt. Die Tendenz für
Käl=
ber war ruhig. Der Markt wurde langſam geräumt; bei Schweinen
ergab ſich Ueberſtand.
Börſen.
* Frankfurter Börſe vom 30. Oktober 1924. (Eigener
Bericht.) An der heutigen Börſe machte die ſeit einigen Tagen vorherr= Elektr. Lieferung ... leichte Beſſerung zunächſt weitere Fortſchritte. Man eröffnete
auf allen Gebieten befeſtigt bei atwas lebhafteren Geſchäft. Bevorzugt
waren wiederum Farbenwerte, auch in Montan= und Großbank=Aktien
— Cheiſche Fabrik M. Jakobi, A.=G., Frankfurt war etwas Geſchäft bei leicht anziehenden Kurſen. Ebenſo konnten die Geſ. f. eleſtr. Untern.,
Nentenmärkte, ſowohl die ausländiſchen als auch die heimiſchen, ziemlich
einheitlich von der feſteren Tendenz profitieren. Später ſchritt die
Spe=
kulation auf dem erhöhten Niveau zu Gewinnrealiſationen, wozu auch
der bevorſtehende Ultimo beſondere Veranlaſſung gab. Infolgedeſſen
wurde die Stimmung etwas leichter und die Kaſſekurſe brachten auf allen
Gebieten geringe Abſchwächungen. Beſondere Bewegung trat nirgends
in Erſcheinung. Im Freiverkehr überſchritten Ufa=Aktien unter größeren
107g Prozent. Die Nachbörſe war wieder etwas feſter. Man hörte gegen
2 Uhr Höchſter 16,5, Kriegsanleihe 517,5—522,3½ Proz., Preuß.
Con=
ſols 1,26,5.
—w. Berliner Börſe. Nachdem die Verkäufe, die in der letztem
Zeit den Kursſtand weiter nach unten gedrückt hatten, aufgehört haben,
der Reichsbank vom 23. d. M. zeigte gegenüber einer leichten Zunahme regt ſich zu den ermäßigten Kurſen, wenn auch noch vorſichtig, etwas
Kaufluſt. Die Stimmung der Börſe iſt jedenfalls ruhiger und
hoff=
geliehen, ſo daß ſich die Wechſelbeſtände der Bank auf 2 173,7 Mill. greifenden Reformen im Steuerweſen beigetragen hat. Man hofft aber,
Neichsmark erhöhten. Dabei iſt zu berückſichtigen, daß die Summe der daß die Herabſetzung der Umſatzſteuer bedeutend früher erfolgt und
außerhalb der Bank rediskontierten Wechſel um 21,3 auf 277,5 Mill. nicht erſt in Verbindung mit der bevorſtehenden Finanzreform. Wenn
Neichsmark anwuchs. Die Lombardanlage vermehrte ſich unbedeutend das Geſchäft auch noch weit davon entfernt iſt, als halbwegs lebhaft
be=
zeichnet zu werden, ſo genügte die vorhandene geringe Unternehmungs=
An Reichsbanknoten und Reutenbankſcheinen floſſen insgeſamt 156.1 luſt bereits, um die Kurſe der führenden Montan= und Induſtriepapiere
Mill. Neichsmark in die Kaſſen der Bank zurück. Der Notenumlauf um 1 Million und vereinzelt darüber ſteigen zu laſſen. Die beſſere
nahm um 83,6 auf 13131, der Umlauf an Nentenbankſcheinen um 72,5 Stimmung machte ſich auch in mäßigen Kursbeſſerungen bei den zu
Ein=
auf etwa 1720 Mill. Reichsmark ab. Der (unter den Sonſtigen Aktien heitskurſen gehandelten Induſtriepapieren bemerkbar. Im Freiverkehr
dementſprechend von 289,8 auf 362,3 Mill. Reichsmark. Im Zuſammen= Aktien wurden aber mit 25 bis 30 wieder höher bewertet. Für
Neu=
wurde im Großverkehr ein Kurs nicht feſtgeſetzt. Per Kaſſe wurde er
infolge größeren Angebotes auf 72 gegenüber rechnungsmäßig 80
nor=
miert. Heimiſche Anleihen verzeichneten bei mäßigen Schwankungen
durchweg erneute Kursbeſſerungen, die gleicherweiſe Reichsanleihen,
kommen. Am Geldmarkt hat mit der Erledigung des Ultimos die
Nach=
frage aufgehört. Geld iſt daher wieder etwas ſtärker angeboten.
Oeviſenmarkt.
eGel
Brief e
Brie Mefe
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Die Notierungen ſind in Billionen
Frankfurter Kursbericht vom 30. Oktober 1924.
Europäiſche Staatspapiere.
a) Deutſche.
5% Reichsanleihe ..... ......"
........"
4%
3½½ „
Dollar=Goldanleihe per 1935
1932
Dollar=Schatzanweiſungen .
4½% IV. u. V. Schatzanweiſg.
4½%VI.—IX.
4% Dt. Schutzgebiet v.0.8-11u. 13
v. 14
Sparprämienanleihe ... . . . ."
Bwangsanleihe .............."
4% Preuß. Konſols .........."
.........."
3½%
.........."
4% Bad. Anl. unk. 1935.. . . ...
3½% „ „ v. 1907.......
3%0 „ „ v. 1896.......
4% Bahern Anleihe ........."
......."
3½s0
Heſſ. Dollar Goldmk.=Schatzanw.
rckz. 26 ..
8—16%0 Heſſen Reihe XXXII.
...........
untilg. b. 28
3% Heſſen unk. 1924 ........"
.....
3½%..
........
4% Württemberger alte ......
b) Ausländiſche.
5% Bosnien L.=E.=B. v. 1914..
5% L.=Inveſt.=Anl. v. 1914
4½% „ 1902 ...."
42
5% Bulgar. Tabak 1902.. . ..
13% Griech. Monopol ...
4½%0 Oſt. Staatsrente v. 1918
ab 1918 ..."
½% Oſt. Schatzanweiſ. ſtfr.
.......
v. 1914 ..
420 Oſt. Goldrente .........
4% „ einheitl. Rente ......"
5% Rum. am. Rente v. 03 ....
4½2% „ Goldrente v. 13 ....
42 „ am. Goldrente konv.
4% „ am. v. 05 ...
4%0 Türk. (Admin.) v. 1903.
4% „ (Bagdad, Ser. 1 ..
„ II
429
47 b. 1911, Zollanl. ...
%6 Ung. Staatsr. v. 14
„ Goldrente ..
Staatsr. v. 10
42
„ Kronenrente ..
420
Kußereuropäiſche.
*2 Mexik. amort. innere
foni. äu5. d. 99
Geid 3. 04, Ifr. . ..
14
2¾.
kori, inner.
Frigati nsauleihe
52 Tamnaulipas, Serie l....!
Oblig. v. Trauöportauſt.
42 Elifabethbaß ſter.
43 Gal. Carl Ludw.=Bahn.
5% Oſt. Südb. (Lomb.), ſtſr.
420 Oſt. Staatsb. b. 1883 ..... 0.39 0.5225 0.93 „ 1b.8. Em. .. 98 9.6 0.875 9. Em. ..... 137 1: v. 1885 .... 94.75 94.75 g Oſt. Staatsb. b. Erg. Netz. 9.75 275 100 100 425 Rudolfb. (Salzkammerg.). 37.6 87.8
0.4750 % Anatolier I........." 72 Salon. Conſt. Jonktion .... 0.375
5elo
0.385 0.38
5.5
94 1 3% Salonique Monaſtir ......
5% Tehuantepee. . ..........."
4½%
...... 7.5 13 u.75üc Nach Sachwert verzinsl. 1.15 Schuldverſchreibungen. 1.187* 5% Badenw. Kohlenwrtanl. v. 23 10 10 1.3
139 1.15
14
1423 2 Fftr. Pfandbr.=Bk. Goldobl.
Em. .......
5% Fftr. Pfandbr.=Bk. Goldobl.
II. Em.. . . . . . . . .
69 Großkraftwerk. „Mannheim 1.5 1.54 zu 61.5 SeS Eeſicheau 5% Neckar A.=G. Stuttgart Gold 6 M anl. v. 23 ....." 2.6 2.6 6.25 M
05e54
1.15 5% Pfälzer Hyp. Bank. Gold= 0.5
1.185 Pfdbr. v. 24 ....
5%0 Preuß. Kaliwert=Anleihe .. 1.95 1.15 Roggenwert=Anl. 17 1.5 1.55 5% Rhein. Hypot.=Bank Gold=
Pfdbr. v. 24 ... 1.55 5.5 5% Rhein=Mai,
anl. v. 23... 15. Seicht ine 825 5% Südb. Feſtwertbk. Goldobl. 1 156 Bank=Aktien. 2.9 3.05 Allg. Deutſche Creditanſt.. . . . . . 1.7 7.25 7.25 Bank für Brauinduſtrie ......."
Barmer Baniverein.......... 1.25
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2.2 52.75 Rhein. Creditbank. Rhein. Hypothekenbank. 4.75 46 Süddeutſche Disconto=Geſellſch. 7.5 (5 25 Weſtbauk
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15
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1.35
2.779
28
2.6
25
27
2.4
2.9
—
2.93
5.13
0.85
3.8
1.05
13.35
au4
NR
[ ← ][ ][ → ]Rummer 303.
Freitag, den 31. Oktober 1924,
Seite 15.
Lebenswogen.
Roman von Paul Lindenberg.
(Nachdruck verbofen.)
16)
Aſta hatte den angebotenen Platz eingenommen: „Leider,
Herr Redlich, ich hatte vorgeſtern ſogar eine Stunde abſagen
müſſen; geſtern blieb ich zu Haus, nun gehts ja etwas beſſer.”
Ihre Stimme hatte einen weichen Klang, war ſie verhallt, ſo ſchien
es, als ob noch ein zart klingender Ton zurückgeblieben, dem man
weiter lauſchen möchte. Das holde Geſicht hatte viel Ruhig=
Ver=
ſchloſſenes, aber doch ein ungemein liebreizendes, die ſchlanke
Geſtalt, von einem dunkelblauen Tuchkleid umhüllt, war von
ſchönſtem Ebenmaß; wie in der Stimme lag auch in den
Be=
wegungen etwas Schwingendes, Schwebendes, das, weil es
durchaus natürlich war, einen eigenen Zauber ausübte.
„Was hat denn Profeſſor Kronſtein geſagt, den Sie kürzlich
konſuliert?"
„Das Uebliche, Herr Redlich, Nervenabnutzung,
Ausſpan=
nung nötig und ebenſo Luftveränderung! Das ſind immer die
Mittel, wenn die Aerzte nicht aus noch ein wiſſen und ihre
Pul=
ver nicht mehr helfen.”
„Ja, ja, gewiß. Aber ich glaube, daß Profeſſor Kronſtein
doch nicht ſo unrecht hat. Ausſpannung und Luftveränderung
würden gewiß von Nutzen und dauernder Wirkung ſein. Und wie
wärs, wenn beides im Bereich der Möglichkeit, einer ſchnellen
Möglichkeit läge? Wenn ich Sie fragte, ob Sie eine Seereiſe
nach Neapel machen möchten?”
Aſta blickte ihn erſtaunt an: „Nach Neapel? Und jetzt?”
„Ja liebes Fräulein Aſta. Und Sie könnten mir dabei einen
Gefallen, einen großen Gefallen erweiſen, der für Sie mit
keiner=
lei Mühe und Verantwortung verknüpft wäre. Es handelt ſich
darum, einem lieben Freund in Neapel, der übrigens mit einer
Deutſchen verheiratet iſt, eine wichtige Mitteilung zukommen zu
laſſen, die ich aus beſonderen Gründen nicht der Poſt anvertrauen
möchte, denn auf die neugierigen Herren Italiener iſt nicht viel
Verlaß. Sie iſt geſchäftlicher Natur. Sie ſelbſt würden in Neapel
in der Familie meines Freundes aufs gaſtliche aufgenommen
werden, nach Belieben dort verbleiben, empfingen gewiß auch viel
künſtleriſche Anregungen im „bel canto”, die Neapeler Oper iſt
ja berühmt. überlegen ſie ſich meinen Vorſchlag, es hat ein paar
Tage Zeit — übermorgen etwa, halt, da iſt ja das Feſt bei
Pro=
feſſor Minzoff, an dem Sie doch teilnehmen? Er kommt übrigens
auch heute."
Aſta wurde einer Antwort überhoben, da Mizerl die erſten
Gäſte meldete.
„Ich möchte mich zurückziehen, Herr Redlich, wirklich, mir iſt
gar nicht gut zumute”, ſagte Aſta ſchnell.
„Ach, bleiben Sie nur ein Stündchen, Fräulein Aſta, Sie
hocken ja fortwährend zu Haus,” bat Herr Redlich, der zugleich
in das Nebenzimmer ſchritt, um ſeine Beſucher zu begrüßen.
Es war ein von ſeiner Frau begleiteter Bankier, mit dem
der Gaſtgeber auch geſchäftlich zu tun hatte, bald folgten ein
ehemaliger Polizeimajor, zwei jüngere Induſtrielle, die ſich viel
in der Welt umgeſehen, ein bekannter Schauſpieler, dann der
Direktor eines großen Operettentheaters, ſchließlich Profeſſor
Minzoff, der bekannte bulgariſche Maler, mit ſeiner hübſchen
Frau, einer lebhaften Süddeutſchen, und ihrem achtzehnjährigen
Töchterchen.
Nochnials öffnete ſich die Tür, und ein hochgewachſener,
ge=
bräunter, blondbärtiger Herr in ſchlichtem Straßenanzug trat ein.
„Onkel Ewerlöf!” rief Aſta aus und eilte ihm entgegen.
„Welche Ueberraſchung, welche Freude!”
„Guten Abend, mein liebes Töchterle, ja, ja, unverhofft
kommt oft! Ich hab hier Einkäufe zu machen, meldete mich heute
früh telephoniſch bei Herrn Redlich, um dich aufzuſuchen, da bat
er mich, davon abzuſehen, ich würde dich heute abend hier ſehen.”
Herr Redlich ſtellte den ſchwediſchen Hünen vor, dann ging
man zu Tiſch, aber vorher ſagte Aſta noch zum Hausherrn leiſe:
„Wie ſehr danke ich Ihnen für dieſe frohe Ueberraſchung,” und
ein heller Freudenſchimmer flog über des Bedankten Geſicht.
Aſta ſaß zwiſchen ihrem Pflegevater und dem Bankdirektor,
die Unterhaltung war angeregt, die Stimmung, nicht zuletzt
in=
folge der von Mizerl ſehr geſchickt gereichten trefflichen Speiſen
und der von Moppel fleißig eingeſchenkten guten Weine, eine
frohſinnige. Selbſt Aſta fühlte ihre Kopfſchmerzen verſchwinden
und plauderte lebhafter, wie man es ſonſt an ihr gewöhnt war.
Der bulgariſche Künſtler erzählte mancherlei aus ſeiner Sturm=
und Drangzeit in Paris, wo er zwei Jahre gelebt und ſich oft
ſchwer hatte durchſchlagen müſſen.
(Fortſetzung folgt.)
B Mk. 37 Pfg
ene
Murmtgen eMncen
lach fol
(II. K.11508
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... „ 1.14 1 Tasse Milch
.... Ca. „0.08 2 Teelöftel voll Zimmt .. Ca. „ 0 05 1 Päckchen Dr. Oetker’s„Backin‟ .. ... „ 0.08
M. 3 37
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UELB. H.
[ ← ][ ][ → ]Rummer 303.
* Oer Eskorial.
Spaniſche Reiſebilder von Major a. D. Krauße d’Avis.
Der Eskorial hat nicht nur eine Geſchichte, ſondern auch eine
Vorgeſchichte. Als Philipp II. im Jahr. 1557 in der Schlacht bei
St. Quentin aus militäriſchen Rückſichten gezwungen war, ein
dem hl. Laurentius geweihtes Kloſter zu zerſtören, gelobte er
noch auf dem Schlachtfelde dem Heiligen, ihm in ſeiner Heimat,
der iberiſchen Halbinſel, ein neues und ſchöneres Kloſter zu bauen.
Nach Rückſprache mit ſeinem Finanzminiſter entſchied der gute
König, daß die Niederländer, denen er eben ihr Kloſter zerſtört
hatte, an dieſem gottgefälligen Werke teilnehmen dürften. Die
von ihnen geleiſteten Zuſchüſſe (Reparationsſummen würde man
heute ſagen) haben die Erfüllung des Königlichen Gelübdes
wenn nicht erſt ermöglicht, ſo doch weſentlich erleichtert. Die
Stel=
lungnahme des hl. Laurentius zu dieſer ganzen Angelegenheit
findet ſich in der Chronik leider nicht verzeichnet.
Nördlich Madrids zieht ſich halbmondförmig ein kahles
Fel=
ſngebirge hin, die Sierra de Guadarrama. An dem
ſüdweſt=
lichen Ausläufer dieſer Felſenkette hatte der König einen Platz
beſtimmt, der das neue Kloſter tragen ſollte. Der König, in
deſſen Reich die Sonne nicht unterging, befahl, und die Welt
arbeitete. Von Amerika kamen Gold und koſtbare Hölzer, Europa
ſtellte die Künſtler und Handwerker, und tauſende von Menſchen
waren tätig in einer ſonſt unſpaniſchen Exaktheit und
Pünktlich=
keit. Nach 24 Jahren war der letzte Stein am Platze, das
Ge=
lübde war erfüllt. Ein gewaltiger Palaſt in der Form eines
Noſtes, auf dem der hl. Laurentius ſeinerzeit gebraten worden
ſein ſoll, gab der Welt Kunde von des Königs Willen. Ein
Kloſter ſollte es werden. Es wurde aber auch gleichzeitig zum
königlichen Reſidenzſchloß beſtimmt. Dieſer Palaſt iſt der Eskorial.
Die Eiſenbahn, die von Madrid hierher führt, muß auf der
51 Kilometer langen Strecke ziemlich ſteigen. Denn 1000 Meter
über dem Meeresſpiegel liegt das Ziel. Aus der eintönigen,
rauhen kaſtilianiſchen Hochebene erſcheint am Horizont das
Fel=
ſengebirge. Kein Baum, kein Strauch und auch keine unſerer
Singvögel. Grelle Sonne und Staub. In dieſer Eintönigkeit
erhebt ſich der gewaltige Bau oder beſſer geſagt; ein rieſiger
Steinkaſten. Man ſteht ſtarr vor dieſen Maſſen und weiß nicht,
was man denken oder gar ſagen ſoll. Kann dieſer Kaſten, den
ſeine Zeit das achte Weltwunber nannte, ein Kunſtwerk genannt
werden? Man vergleich unwillkürlich mit Vorgängern aus
frühe=
ren Jahrhunderten: dem päpſtlichen Palaſt in Avignon und der
Marienburg. Der erſtere in der ſchönen Landſchaft Südfrankreichs
im Rhonetal. Trotz aller grauſamer Geſchichte zeigt er das Bild
des Landes lebensfroher Menſchen. Der zweite ein Prunkbau der
Ritterzeit, der im neu eroberten deutſchen Kulturlande
reichs=
deutſche Macht und Kultur zeigen ſollte. Seine Gotik paßt in
Oſtpreußens Waldlandſchaft. Und nun hier dieſer kalte
Stein=
kaſten! Und doch iſt auch er am Platze. Lernt man Spaniens
Geſchichte verſtehen, ſo kann man ſich in dieſer Landſchaft gar
nichts anderes denken als einen Bau, wie er tatſächlich ſteht. Ein
Rechteck, von vier ſcharfkantigen Türmen eingefaßt, in ſeiner
Mitte unter hoher Kuppel die Kirche, deren Portal nochmals
von zwei höheren Türmen flankiert wird. Wer Zahlen wiſſen
will, der höre und ſtaune: Der Bau beſitzt eine Außenlänge von
206 Metern und eine Breite von 161 Metern. Er hat 2673
Fen=
ſter, von denen 1111 zur Außenfront gehören. 1200 Türen, 86
Treppen und Gänge von einer Geſamtlänge von etwa 160
Kilo=
metern enthalten die Steinmaſſen, die 16 Höfe umſpannen. In
Kirchen und Kapellen befinden ſich 40 Altäre. 89 Springbrunnen
ſorgen für Kühlung und es „ſollen” 7500 Reliquien in ihm
ge=
borgen ſein. Der Geſamteindruck, den dieſer Bau macht, iſt eben
der überwältigender Größe. Und doch iſt er ein Kunſtwerk, das
ewig bleiben wird. Denn die gewaltigen Maſſen ſind in einer
Harmonie verbunden, die die Trockenheit des Stils vergeſſen
läßt. Man muß ihn da betrachten, wo er ſteht. Und da iſt er
auch, was er ſein ſoll; der würdige Palaſt des mächtigſten Königs
der Erde.
Um ſich aber in die Seele dieſes Baues hineindenken zu
können, muß man ſich näher mit dem königlichen Erbauer
be=
ſchäftigen. Das Wort Reſidenz trifft den Gedanken nur inſofern,
als es der Aufenthaltsort des Königs ſein ſollte. Aber Philipp II.
war kein Menſch wie andere. Wohl niemals in der Weltgeſchichte
war ein Monarch einſamer auf ſeinem Thron als er. Sein
Lebensziel war ein katholiſches Weltreich, das jeden
Anders=
denkenden zerſchmettern ſollte. Mit dieſem fanatiſch
durchgeführ=
ten Gedanken ſtemmte er, der mächtige Monarch und doch vor
Gott nur ein Menſch, ſich gegen Zeit und Geſchichte. Sein
un=
beugſamer Wille verbot ihm, nachzugeben, denn er handelte ja
nicht für ſich, ſondern für ſeinen Gott. Bei den Menſchen fand er
natürlich kein Verſtändnis, das war die Tragik ſeines Lebens.
Er wurde einſam und zog ſich zu ſeinem Gott zurück. Die
Men=
ſchen ſollten des Königs Macht ſehen, daher der Rieſenbau. Vor
Gott zeigte er ſeine Demut und lebte in dem Palaſt in mönchiſcher
Zelle. Die Geſchichte nennt Philipp grauſam. Sie erzählt, daß
er als junger Prinz ſein Lieblingsäffchen an offenem Feuer
langſam verbrennen ließ, um Studien zu machen, wie man
Got=
tesläſterer und Ketzer beſtrafen müſſe. Oft wird von einem
Wahnſinnigen geſprochen. Gewiß war er nicht wie andere Men=
Freitag, den 31. Oktober 1924.
Seite 17.
ſchen, und der Erfolg ſeines Lebens ſpricht für das Urteil derer,
die ihn verdammen. Man muß aber bedenken, in welcher Zeit
dieſer König lebte und daß Toledos finſtere Kirchenpolitik, die
römiſcher war als Rom, die Erziehung dieſes Prinzen beeinflußt
hat. Im Sinne dieſer Erzieher lag es allerdings nicht, daß der
junge König ſich von Toledo loslöſte, dem er auch äußerlich
Aus=
druck gab, als er die königliche Reſidenz von Toledo nach Madrid
verlegte, und daß er ſich ſpäter im Eskorial zum weltlichen Papſt
der Chriſter heit machte und auch Rom ſeinen Willen fühlen ließ.
Gegen dieſe fanatiſche Leidenſchaft für ſeinen. Glauben waren die
übrigen Menſchen machtlos. Der immer einſamer Werdende
wurde ein Verächter alles Weltlichen und mißtrauiſch. Für ſeine
Mitmenſchen wurde er zur Sphinx. Niemand, der ihm Vortrag
hielt, wußte, was der König weiß. Keinen Sprechenden
unter=
brach er. Wortlos entließ er ihn, aber er handelte. Und aus
ſei=
nen Taten ſah man, daß er alles wußte. Sein die ganze Welt
umſpannender Agentendienſt machte ihn wiſſender als ſeine
Miniſter. Nur einem ſchenkte er Vertrauen und ſprach mit ihm —
das war ſein Gott. Zu jeder Stunde des Tages mußte er mit
ihm in Fühlung ſein. Seine Kammern lagen daher direkt neben
der Kirche und durch eine Glastüre konnte er von ſeinem Bett
den Hochalter ſehen. Seine Räume in ihrer Kleinheit und
klöſter=
lichen Einfachheit ſind und bleiben daher das Zentrum des
Rieſenbaues. Unter ſeinen Kammern und unter der Kirche liegt
die Gruft der Königlichen Familie. Wer ſo von der Welt
los=
gelöſt mit der Ewigkeit in Fühlung iſt, den ſchreckt auch der Tod
nicht. Kirche und Gruft gaben die Stimmung, in der er lebte.
Als Bauplan zur Kirche beſtimmte er einen Entwurf,
ähn=
lich dem erſten, den Bramante für die Peterskirche in Rom
vor=
geſehen hatte. Gewaltig und mächtig wirkt dieſe Kirche, aber
kalt. Sie iſt die Kirche der Toten, die unter ihr liegen. Von
Karl V. beginnend, liegen alle ſpaniſchen Könige in einem Raum
in Niſchen in der Wand, in benachbarten Räumen und Gängen
die Mitglieder der Königlichen Familie. Trotz aller Schönheit
vieler Monumente macht dieſe Gruft einen ſchaurigen Eindruck,
denn Philipps Geiſt herrſcht hier, trotzdem ſeine Nachfolger die
Ausſtattung der Grabkammern luxuriöſer geſtalteten, als es im
Sinne des Erbauers geweſen iſt. Man atmet auf, wenn man in
andere Näume kommt. Wohltuend wirkt, daß in des Königs
Raum, troßz aller klöſterlichen Einfachheit gute Kunſt vorhanden
iſt. Ein kleiner Altar, Schreibtiſch und Wandſchrank, dazu der
von Bildern bekannte Seſſel. Im Schränkchen eine Sammlung
Dürerſcher Zeichnungen zeigen, daß der König auch dieſen
Mei=
ſter zu ſchätzen wußte. Auch der Hochaltar iſt von künſtleriſcher
Bedeutung. Wundervoll ſind auch die anſtoßenden Räume der
Sakriſtei und des Kapitelſaales mit ihren Gemäldeſammlungen.
Patinir, Titian, Ribera, Velasquez und andere große Namen
zeigen ihre Meiſterwerke. Daneben ſind in wahren Prunkräumen
die Sammlungen koſtbarer Bücher und Handſchriften
unterge=
bracht. Der Abſchied aus dieſen Räumen wird ſchwer.
Die Teile des Eskorial, von denen wir bis jetzt geſprochen
haben, waren und bleiben die Seele des Rieſenbaues. Daneben
enthält er noch das von dem König geſtiftete Kloſter, das heute
noch beſteht und eine Knabenſchule leitet, und die Räume, die
Philipps Nachfolger im Geiſte ihrer Zeit als Wohnräume
aus=
gebaut und eingerichtet haben, wodurch ſie den Eskorial erſt zum
Königsſchloß machten. Aber dieſe profanen Fluchten, mögen ſie
im einzelnen noch ſo ſchön ſein, ſie paſſen nicht in dieſen Bau.
Trotzdem ſind ſie ſehr ſehenswert, denn ſie ſind Denkmäler der
Kunſt ihrer Zeit, abſchließend mit Empire. Auf allen Gebieten
des Kunſthandwerkes findet ſich gutes und erſtklaſſiges, wobei
beſonders die bedeutenden Wandteppiche zu erwähnen ſind. Aber
Goya’s lebensfreudigen ſpaniſchen Stimmungsbilder, die dieſe
herrlichen in ihrer Art einzigen Wandteppiche zeigen, wirken hier
ſtörend, wie Tanzmuſik in der Kirche. Man müßte ſie wo anders
ſehen, frei von der Stimmung des Eskariol.
An der einen Seite des Palaſtes zieht ſich ein Park hin, der
in ruhigen Linien gehalten, in ſeinen Farben, tiefdunkelgrün mit
ſchwarzen Schatten als paſſender Rahmen wirkt. Was aber nicht
paßt, iſt das Miniaturſchlößchen, das ein Mann ohne Stilgefühl
dort hineingeſetzt hat. Im Rokoko konnte man ſich manchen
Spaß erlauben, aber das geht entſchieden zu weit. Es ſollte
LML
sagt es dem Andern
die Weltmarke
E bürgt für Qualität!
in dieſer Einöde ein Erſatz ſein für Araniuez (das, wo die
ſchönen Tage herkommen). Gewiß, das Häuschen iſt hübſch und
nett und hätte ich es wo anders geſehen, ſo wäre mir manches
mehr in Erinnerung geblieben. Den Widerſpruch, den ich aber in
allem ſo ſtörend empfand, kann man am beſten daraus erſehen,
daß ich mich heute nur noch genau an eines erinnere. Das war
eine Sitzgelegenheit . .. nun wie ſoll ich ſagen .. . gewiſſermaßen
— na, einmal muß es doch raus . . . . es war ein Nachtſtuhl!
Aber ein ganz beſonderer. Auch innen war er mit Seide
gefüt=
tert! Uff!. Es war halt einer für feine Leute. Als Ergänzung
hätten wir dazu heute das Deutſche Reichs=Gebrauchs=Muſter
Nr. 877030 vom 10. 7. 24: „Vorrichtung zur Förderung des
Stuhlganges durch akuſtiſche Wellen! Aber das gehört eigentlich
nicht hierher.
Der Eskorial iſt gebaut von dem Golde, das die ſpaniſchen
Feldherrn aus Mexiko und Südamerika herüberſandten und von
Geldern, die heute als Reparationsſummen bezeichnet werden.
Man mag über dieſen Bau denken wie man will, man mag ihn
ſchön und anſprechend, oder kalt und abſtoßend finden — immer
wird man zugeben müſſen, daß er ein gewaltiges lehrreiches
Kulturdenkmal für die Menſchheit ſeit Jahrhunderten geweſen iſt
und vielleicht nach Jahrtauſenden auch in ſeinen Ruinen noch
ſein wird. Vergleicht man die Anlage von Kriegsgeldern in
dieſen griſtokratiſchen Zeiten mit dem, was heute geſchieht, ſo
fällt der Vergleich beſtimmt zugunſten vergangener Zeiten aus.
Was ſich die heutigen Demokratien der Welt mit der
Verſchleu=
derung der dem wehrloſen Feinde erpreßten Gelder leiſten, kommt
mit den Kulturleiſtungen früherer Jahrhunderte nicht mit.
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
(Für die Veröffentlſchungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion keinerlei
Ver=
antwortung; für ſie bleibt auf Grund des 5 24 Abſ. 2 des Preſſegeſetzes in vollem Umfange
der Einſender verantwortlich.) — Einſendungen, die nicht verwendei werden, können nicht
zurückgeſandt, die Ablehnung nicht begründet werden
Die Bebauung des Palaisgartens.
Bienchen Bimbernell hat in ihren letzten
Sonntagsnachmittagsbe=
trachtungen unter Hinweis auf die in der Buchhandlung Saeng (
Kirch=
ſtraße) aufliegende Proteſtliſte zum Volksentſcheid über die Bebauung
des Palaisgartens angeregt. Leider fehlt in weiten Kreiſen unſerer
Be=
völkerung die Einſicht dafür, wie erheblich das Bebauungsprojekt das
Darmſtädter Stadtbild zu verändern gewillt iſt, und daß es ein völliges
Sichhinwegſetzen über die ſtädtebaulichen Abſichten vergangener
Jahr=
hunderte bedeutet. Es geht nicht an, den Palaisgarten als Ding für
ſich zu betrachten, iſt er doch ein Teil einer ſtädtebaulichen Gruppe,
be=
ſtehend aus Rheinſtraße—Luiſenplatz, dem Mathildenplatz einer= dem
Palaisgarten andererſeits. In Ausmaß und Anordnung dieſer Gruppe
blieb uns Darmſtädtern das beſte Stück der vornehmen, großzügigen
Baugeſinnung des 18. Jahrhunderts bewahrt. Will man es wirklich
auf ſich nehmen, nunmehr die ganze weiſe Abgewogenheit dieſer alten
Stadtanlage zu zerſtreuen, indem man den Luiſenplatz des einen
grü=
nen Flügels beraubt und damit auf den Sinn der Rheinſtraße als
Symmetrieachſe aufhebt? Warum ſchweigen unſere Stadthiſtorikers
Ferner: warum ſpricht keiner unſerer Aerzte über die ſanitäre
Wichtig=
keit von Gärten, gerade im Stadtinnern?
Rund=Funk=Programm.
Samstag, den 1. November 1924:
Fraukfurt a. M. (467 m). 11.10 nhr: Wirtſchaftsmeldungen: Berl. u. Hamb. Produkten
(Vorbörſe), amerik. Produkten (Anfangskurſe). — 11.55 Uhr: Zeitangabe. — 12 Uhr:
Nachrichtendienſt. — 4.10 Uhr: Wirtſchaftsmeldungen: Kmtl. Produktenbörſe,
Ham=
burg, Berlin, Köln, Magd. Zucker u. Nürnbg. Hopfen. — Deviſenkurſe. — 4.30 bis
6 Uhr: Rundfunknachmittag in Muſik und Wort. — 6—6.30 Uhr: Die Leſeſtunde
(das heitere Buch): „Die Reiſe des Herrn Sebaſtian Wenzel” von Alice Behrend
(Fortſetzung). — 6.30 Uhr: Die Abendankündigung. — 7.30 Uhr: Zur Uraufführung
der „Medea” des Euripides in der Nachdichtung von Fohannes Tralow am 1.
Novem=
ber: Einführende Worte und Szenen, geleſen vom Autor. — 8 Uhr: Vortrag von
Herrn Kurt Offenburg: „Hofmannsthal und die Zeit”. — 8.30 Uhr: Allerſeelen.
Kantate „Ich will den Kreuzſtab gerne tragen”, Joh. Seb. Bach. Ausführende: Herr
Arthur Holl (Bariton). — Ein gemiſchter Chor, ein Kammerorcheſter unter Leitung
von Herrn Dr. Merten von der Frankfurter Oper. — 9.30 Uhr: Nachrichtendienſt,
Wettermeldung, Sportbericht. — 9.40 Uhr: Die Abendankündigung: — Reklame für
Sie? — 9.50 Uhr: Theater= und Konzertkalender. — 9.55 Uhr: Zeitvorbereitung. —
9.56 Uhr: Drei Minuten der Hausfrau. — 10 Uhr: Zeitangabe.
Berlin (430, bzw. 500 m). 10 Uhr: Bericht über die Kleinhandelspreiſe der wichtigſten
Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. — 10.15 uhr: Erſte Bekanntgabe der neueſten
Tagesnachrichten, Wetterdienſt. — 11.35 Uhr: Funkbörſe (die Notierungen der
Ber=
liner und Hamburger Produktenvorbörſe) auf Welle 500. — 12.15 Uhr: Kurzer
Tendenzbericht der Berliner Vorbörſe. — 12.55 Uhr: übermittlung des Zeitzeichens
—105 Uhr: Zweite Bekanntgabe der neueſten Tagesnachrichten, Wetterdienſt. —
2.15 Uhr: Kurzer Tendenzbericht der Berliner Börſe. — 3 Uhr: Funkbörſe (die
amt=
lichen Notierungen der Berliner und Hamburger Produkten= und Viehbörſe; amtliche
Deviſen) auf Welle 500. — 4 Uhr: Funkbörſe (Getreide eif. Hamburg; Berliner
Kolonialwaren=Großhandelspreiſe) auf Welle 500. — 4.30—6.30 Uhr:
Unter=
haltungsmuſik (Berliner Funkkapelle): 1. Mauriſches Hochzeitsſtändchen, M. Oſcheit,
2. Quverture zu der Oper „Raimond”, Thomas. 3. Roſen aus dem Süden, Walzer,
Joh. Strauß. 4. Ungariſche Tänze 5 und 8. Brahms. 5. Menuett aus der Ks=Dur=
Symphonie, W. A. Mozart. 6. Fantaſie aus der Oper „Bohéme‟, Puccini. 7.
Boſto=
nade, Meher=Helmund. 8. Hoch lebe der Tanz, Walzer, Waldteufel. 9. Zehn ſelige
Minuten, Potpourri, Lindemann. 10. Was die kleinen Mädchen träumen, aus der
Operette „Mädi”, Stoltz. Bährend der Pauſen: Ratſchläge fürs Haus. — 6.20 Uhr:
Vortrag des Herrn Ob.=Ing. Nairz: „Die Funkeinrichtung des Amerika=Zeppelins”.
— 6.45 Uhr: Vortrag: Profeſſor Oscar Bie ſpricht über „Die Oper im Sendeſpiel”.—
730 Uhr: Sendeſpielbihne, Leitung: Cornelius Pronsgeſt. 1. Veranſtaltung:
Figaros Hochzeit, Oper in 3 Akten von W. A. Mozart ffür den Rundfunk umgearbeitet).
Dirigent: Generalmuſikdirektor Erich Kleiber. Perſonenverzeichnis: Graf, Cornelius
Bronsgeeſt. Gräfin, Emmy Bettendorf. Suſanne, Frene Eden. Figaro, Leo
Schützen=
dorf. Cherubin, Elfriede Marherr=Wagner. Marzelline, Fda von Scheele. Bartolo,
Hermann Bachmann. Baſil o. Waldemar Henke. Don Curzio, Robert Philip. Antonio
Rudolf Kraſa. Bärbchen, Charlotte Lindemann. Chor und Orcheſter der
Staats=
oper. Anſchließend: Dritte Bekanntgabe der neueſten Tagesnachrichten, Zeitanſage.
Wetterdienſt, Sportnachrichten, Theaterdienſt. — 10.30—11.30 Uhr: Tanzmuſik.
England (MEB). Alle Stationen außer Belfaſt 7.30 Uhr: Eine Stunde bei John
Maſefield — Konzertübertragung von Mancheſter.
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Seite 18.
Freitag, den 31. Oktober 1924.
Rummer 303.
Sport, Spiel und Zurnen.
* Erſie Kniebis=Berg=Prüfungsfahrt.
Der Automobilklub „Schwarzwald” e. V., mit dem Sitze in
Offen=
burg in Baden, hatte als jüngſter Automobilklub in Baden, zu einer
Bergprüfungsfahrt eingeladen. Dieſe ſeine Tat, ſchon ſeit längerer
Zeit geplant, konnte der rührige Klub aber erſt vollziehen, nachdem ſich
die im Offenburger Gebiet ſitzende franzöſiſche Beſatzung zurückgezogen
hatte. Als dies erfolgt war, iſt auch die Ausſchreibung hinausgegangen,
und zahlreich waren die Meldungen eingegangen, die in einer
Teil=
nahme der erſten Veranſtaltung derſelben das würdige Gepräge geben
ſollten. Beſonders aber iſt die gewählte Strecke zu erwähnen. Dieſe
ſelbſt iſt eine Bergſtrecke mit etwa 8, teilweiſe ſogar 12 Prozent
Stei=
gung, hat eine ſehr gute und gepflegte Bodenbeſchaffenheit, und weiſt
an Krümmungen und Kurven 65 Krummungen auf, unter denen ſieben
Haarnadelkurven höchſte Anforderungen an die Fahrer ſtellen. So iſt
die Frage des Bedürfniſſes dieſer Rennprüfung glatt gelöſt und es muß
geſagt werden, daß mit dieſer Strecke ein ſelten geeignetes Prüffeld
erſchloſſen worden iſt. Wenn ſich bei der erſten Veranſtaltung auch einige
kleine Regie=Mängel gezeigt haben — das von Fachleuten gebaute
Tele=
phon verſagte — ſo wird dies von Einſichtigen gern entſchrildigt, doch
muß anderſeits betont werden, daß die rührigen Geſtalter dieſer
Ver=
anſtaltung alles Lob verdienen und ihren Lohn zweifelsohne in der
wei=
teren Ausgeſtaltung dieſes Rennens in den kommenden Jahren ernten
dürfen. Und da wird und kann die Anerkennung dieſer opfervollen
Pionierarbeit nicht ausbleiben.
Den Auftakt zum Rennen ſelbſt gab eine genußreiche Fahrt, die
vom Sammelppunkt in Offenburg hin über Appenweier, Oberkirch, dann
entlang der Rench durch das im Herbſtſchmuck prangende, maleriſch
hübſch daliegende Renchtal, weiter über Oppenau, Peterstal zum
Start=
orte Griesbach führte, dem Orte, in dem einſt Erzberger nach einer
Schaffensperiode Erholung ſuchte, uns aber durch eine unſelige Tat jäh
entriſſen wurde. Eindrucksvoll war dieſe Fahrt, ein Werbezug, für das
Automobil; in ihrer Tracht geſchmückt, begrüßten jubelnd die
Land=
bewohner die zahlreich und geſchmackvoll ausgeſtatteten Typen und naiv
war manch ein raſſiger Kraftwagen bewundert. Auffallend ſtark waren
die ſchnittigen, in vornehmer Linienführung und ſolider
Werkmanns=
arbeit erſtellten Karoſſerien der Offenburger Firma Dierks u.
Wrob=
lewski, die einige Stöwer=, Preſto=, Dürhopp= und Hag=Chaſſis der
teil=
nehmenden Konkurrenten ausgeſtattet hat, vertreten. Der Auſtro=
Daimler des Herrn Feittelberg=Stuttgart mit Karoſſerie Eichelbaum
G. m. b. H., Berlin, war Klaſſe.
Auf der Fahrt ſchieden bereits zwei der Favoriten durch Defekte
aus. W. Brenner Baden=Baden, deſſen Bugatti als ſehr ausſichtsreicher
Bewerber galt, wegen Differetialbruch, und Walter Krauth=Offenburg
auf Mimoa wegen Rahmenbruchs.
Angekommen in Griesbach herrſchte dann in dem ſonſt ſo lieb und
ruhig daliegenden Oertchen reger Betrieb. Die Heuptſtraße bis hin
zum Kurhaus glich einem Wagenpark von Kraftwagen und
Motorrä=
dern. Gegen halb 12 Uhr entließ dann der Starter in Folgen von drei
Minuten die Konkurrenten, die Klaſſen der ſtärkſten Motorräder voraus.
Unter den Wagen fuhren die der Tourenkategorie zuerſt, den Schluß
bildeten die Rennwagen. Die Strecke bot ein ſehr lebhaftes Bild und
ſchneidige Fahrkunſt und geſchicktes Nehmen der Kurven war von der
Menge lebhaft bejubelt. Die Zuſchauer waren muſtergülitg von der
Rennſtrecke abgeſperrt durch die Griesbacher und Peterstaler Polizei
und Feuerwehr, ſowie durch das Gendarmeriekorps von Oberkirch und
die Freiwillige Sanitätskolonne aus Offenburg. Auf der
Alexander=
ſchanze am Gipfelpunkte des Kniebis, an der Stelle, da die Grenzpfähle
Baden und Württemberg trennen, war das Ziel. Eine
mehrtauſend=
köpfige Menge feierte hier begeiſtert die Eintreffenden und
beglück=
wünſchte in der in Baden üblichen Herzlichkeit die Lenker der Fahrzeuge.
Unter dieſen gefielen die beiden Mitglieder des Freiburger
Motorſport=
klubs Zick und Lauber auf luftgekühlten D.K.W.=Maſchinen, der
Hau=
ſacher Otto Stadter auf luftgekühlter mit Dreiganggetriebe verſehener
Stuttgarter Klotz=Maſchine, die verſchiedenen Modelle der N.S.U.=
Werke, deren Fabrikate ſich auch die ſiegreichen Damen bedienten, dann
beſonders in der 50der Klaſſe die B.M.W.=Maſchine, die weitaus
über=
legen ſich zeigte, und in der Beiwagenklaſſe die Trumpf Aß Vertreterin.
Die 350 und 750er Kategorie=Klaſſe war den ſchnellen engliſchen
Ma=
ſchinen A. J. S. und B. S.A. nicht zu nehmen. Unter den Wagen
platzier=
ten ſich der kleine 4 P8 Opel mit nur zwei Punkten zurück hinter dem
franzöſiſchen Mathis, der ein verzweifelt ſcharfes Rennen fuhr, in der
5 PS Klaſſe trennt die Hag=Maſchine nur einen Punkt von der
Wan=
derer, während das Rennen der 6 PS Klaſſe ein Kampf der
Bugatti=
wagen war. In der 8 PS Klaſſe unterlag Dürkopp dem Rennwagentyp
Bugatti, währen in der 10 PS Klaſſe Stöwer, Preſto und Dürkopp ſich
in die Ehren teilten. In der Rennwagenklaſſe war Wanderer, Hag und
Dürkopp die Preisträger. Der ſchnellſte Wagen war der 6 PS Wanderer
des Herrn C. E. Baumeiſter=Stuttgart.
Bei der Preisverteilung, zu der ein ſelten reich ausgeſtatteter
Gabentiſch wertvoller und ſinnreicher Ehrenpreiſe, über deren Fülle,
Güte und Wert es nur ein Lob der Anerkennung gab, zur Verfügung
ſtand, wurden folgende Sonderpreiſe außer den aus der Siegerliſte
er=
ſichtlichen Preiſen gegeben:
Max Dold=Wanderpreis für Tourenwagen: Ludwig Lochner=
Offen=
burg.
Lochner=Wanderpreis für Tourenwagen, geſteuert von Damen: Frl.
Emma Adler=Offenburg.
Wilhelm Dierks=Wanderpreis für beſtgefahrene Motorradzeit: Emil
Fuhs=Baden=Baden.
Sonderehrenpreis für außer Konkurrenz gefahrene Rekordzeit:
Ludwig Fiſcher=Offenburg, für beſte Fahrtechnik und gezeigte
beſon=
dere ſportliche Diſziplin: Dir. Feittelberg=Stuttgart, für den beſten
Privatfahrer in der Klaſſe der Rennwagen: Frank Henſel=Frankfurt
a. M., auf Hag=Rennwagen, Ernſt Glockner=Freiburg, auf P. u. P.
350 ccm Motorrad, für kürzeſte gefahrene Zeit: Emil Fuhs=Baden=
Baden, für kürzeſte gefahrene Zeit auf einer deutſchen Maſchine: A.
Diefenbach=Mannheim auf B.M.W.
Die Preisttäger in den einzelnen Kategorien der gefahrenen
Ren=
nen ſind:
Motorräder:
Bis 150 ccm=Zylinder=Inhalt: Willy Zick=Oberhauſen, D.K.W.,
8:58,2 Min., Erwin Lauber=Freiburg i. Br., D.K.W., 9:41,6 Min.
Bis 250 ccm=Zylinder=Inhalt: Otto Stadter=Hauſach, Klotz, 11:33,2
Min., Frau Eleonore Kindler=Baden=Baden, N.S.U., 13:08 Min.,
Otto Wagner=Offenburg, N. S.U 13:08,8 Min., Eugen Meiſenbacher=
Calmbach, Klotz, 13:14,2 Min., Frl. Gredel Leibold=Ettenheim, N. S.U.,
14:59,8 Min.
Bis 350 ccm=Zylinder=Inhalt: Emil Fuhs=Baden=Baden, A.J.S.,
6:44,8 Min., Ernſt Islinger=Mannheim, Ardie=Sport, 7:06,2 Min.,
Oscar Schmidt=Villingen, P. u. P., 8:04,2 Min., Hermann Scherer=
St. Georgen b. Freiburg, Hecker, 8:47,4 Min., Ernſt Glockner=Freiburg
i. Br., P. u. P., 9:03,6 Min.
Bis 500 ccm=Zylinder=Inhalt: A. Diefenbach=Mannheim, B.M.W.,
6:54,2 Min., Sch. Mikome=Immendingen, J.M., 8:30,2 Min., Ferdinand
Bender=Wildbad, K.G., Allright, 9:56,2 Min., Ernſt Vorhauer=Aachen,
Mimoa, 10:15 Min., Max Kaufmann=Lahr i. B., B.M.W., 12:07,2
Min.
Bis 750 ccm=Zylinder=Inhalt: Emil Streule=Oppenau, B. S.A.,
7:51,6 Min., Alfred Schollmeyer=Villingen, engl. Triumph, 9:26,6 Min.,
Franz Heck=Konſtanz, R. S., 10:30 Min.
Bis 1000 ccm=Zylinder=Inhalt: Eugen Kugler=Alpirsbach, N.S.u.,
8:08,2 Min., Otto Scheiffelen=Alpirsbach, Mars, 8:51,8 Min.
Mit Beiwagen bis 500 ccm=Zylinder=Inhalt: Max Ell=Stuttgart,
Trumph Aß, 9:23,2 Min., Hermann Rittner=Freiburg i. Br., Viktoria,
14:44 Min.
Mit Beiwagen bis 1000 ccm=Zylinder=Inhalt: Karl Häberle=
Mann=
heim, Norton m. Peka, 9:15 Min., Walter Schmit=Wildbad, N.S.u.,
13:28,6 Min.,
Anwärter auf den Wilhelm Dierks=Wanderpreis für beſtgefahrene
Motorradzeit: Emil Fuhs=Baden=Baden, 6:44,8 Min.
Tourenwagen:
Die Bewertung erfolgt nach der A. D. A. C.=Formel.
W— mal
Ve8
wobei W der Wertungsfaktor in Punktzahl iſt, t die
gefahrene Zeit in Sekunden, PS die wirkliche Ste er=PSn und G das
geſamte Gewicht des Fahrzeuges in kg einſchließlich der Fahrer und
Beifahrer bedeutet.
Bis effektive 3,99 Steuer=PS: Oskar Garbrecht=Bühl, Mathis, 152,
371 Punkte, Willy Diebold=Lahr, Opel, 154,706 Punkte.
Bis effektive 4 99 Steuer=PS: Heinz Mölders=Offenburg. Wanderer,
142,874 Punkte. Franz Wroblewski.=Offenburg, Hag, 143,955 Punkte.
Bis effektive 5,99 Steuer=PS: Ludwig Lochner=Offenburg, Bugatti,
98,277 Punkte, Emil Hornung=Baden=Baden, Bugatti, 100,931 Punkte,
Fritz Henko jr.=Offenburg, Bugatti, 128,773 Punkte. Emma Adler=
Offenbura, Bugatti, 129,349 Punkte, Ernſt Wißler=Wildbad, Bugatti,
130,351 Punkte, Wilhelm Schleicher=Fcankfurt a. M., Kieling, 134,55.
Bis effektive 7.99 Steuer=PS: Otto, Lang=Baden=Oos, Bugatti,
111,127 Punkte, Willy Oeſterlein=Stuttgart, Dürkopp, 150,210 Punkte
Bis effektiv 9,99 Steuer=PS: Karl Wagner=Stuttgart, Stöwer,
150,048 Punkte; Karl Weſtermann=Raſtatt, Preſto, 154,621 Punkte;
Maria Bauer=Offenburg, Dürkopp, 183,476 Punkte: Moritz Lederle=
Freiburg i. Br., Preſto, 258,079 Punkte.
Ueber 10 Steuer=PS: Dir. Eugen Feittelberg=Stuttgart, Auſtro=
Daimler, 112 Punkte.
Anwärter auf den Max Dold=Wanderpreis für Tourenwagen:
Lud=
wig Lochner=Offenburg, 98,277 Punkte. Anwärterin auf den Lochner=
Wanderpreis für Tourenwagen (geſteuert von Damen): Fräulein Emma
Adler=Offenburg, mit 129,340 Punkte.
Rennwagen:
Bis 6 Steuer=PS: C. E. Baumeiſter=Stuttgart, Wanderer 6:42
Min., Franz Nau=Darmſtadt, Hag, 8:36 Min., Frank Wenſel=
Frank=
furt a. M., Hag, 8:46,4 Min.
Ueber 6 Steuer=PS: Joſef Reuter=Zell am Harmersbach, Dürkopp,
8:41 Min.
Den Ehrenpreis für den ſchnellſten Wagen hat Herr C. E.
Bau=
meiſter=Stuttgart auf Wanderer mit 6:42 Min., den Sonder=Ehrenpreis
für außer Konkurrenz gefahrene Rekordzeit in 6:37 Min. hat Herr
Lud=
wig Fiſcher=Offenburg auf Bugatti errungen. Ein Sonder=Ehrenpreis
für die beſte Fahrtechnik und gezeigte beſondere ſportliche Diſziplin iſt
Herrn Dir. Eugen Feittelberg=Stuttgart verliehen worden.
Mit einem Feſtball ſchloß die eindrucksvolle Veranſtaltung
wohl=
gelungen ab. Den ſämtlichen durchs Ziel gegangenen Teilnehmern ward
vom Klub eine recht geſchmackvoll ausgeführte Plakette „Erinnerung an
die erſte Kniebis=Berg=Prüfungsfahrt” überreicht.
K. B.
Motorſport.
Neuer Motorrad=Weltrekorb.
Auf der Rekordbahn von Paris=Montlhéry gelang dem
Schweizer Motorradfahrer Franconi mit einer Motoſacochemaſchine
ein Angriff auf den Zehnkilometer=Weltrekord der Kategorie 500
Kubik=
zentimeter. Franconi fuhr die Strecke in 4 Min. 15 Sek. (
Stunden=
mittel 141,176 Kilometer) und verbeſſerte damit den beſtehenden Rekord
um drei Fünftelſekunden. — In Charlotte (Neu=Kalifornien) ward
eine neue Autorennbahn eröffnet, wobei der erſte Motorradfahrer B.
Hill über eine Nunde eine Stundengeſchwindigkeit von zirka 200 Klm.
herausbrachte. — Ein 250=Meilen=Autorennen auf der gleichen Bahn
gewann Tom Milton in 2:06:56 gegen Copper und Hill.
A.D.A. C.=Winterfahrt 1924.
Die A.D.A.C.=Winterfahrt 1925, in Garmiſch=Partenkirchen
wird Mitte Februar zum Austrag gelangen. Im Gegenſatz zum
Vor=
jahre iſt diesmal noch eine Erweiterung des Programms vorgeſehen, das
im Vorjahre eine Streckenfahrt, ein Bergrennen und eine Gymkhana auf
dem Rieſſerſee umfaßte. Die Ausſchreibungen erſcheinen am 15. Nov.
Fußball.
Bundestag des Deutſchen Fußball=Bundes.
Am Samstag, den 1. November, beginnt in Berlin im „Ruſſiſchen
Hof” die diesjährige Herbſttagung des Deutſchen Fußball=Bundes. Die
Geſchehniſſe innerhalb des größten Sportverbandes der Welt im
Zeit=
raum von einem Jahre ſind naturgemäß derart vielgeſtaltig, daß einer
ſolchen Haupttagung, verbunden mit Rechenſchaftsberichten, eine
außer=
ordentliche Bedeutung innewohnt. Schon tas innere Weſen und der
Zweck des deutſchen Fußballſportes „Körper= und Leibesübungen”
„Jugenderziehung” uſw. geben dieſer Tagung heute ein hochaktuelles
Relief, wenn man dabei in Betracht zieht, daß der D.F.B. über eine
Million Mitglieder in ſich vereinigt. Daß innerhalb einer derart rieſigen
Bewegung Widerſtände ſich auftürmen, Meinungsverſchiedenheiten Platz
greifen, und andere Evolutionen entſtehen, liegt in der Maſſenbewegung
begründet. Es bedarf daher einer elaſtiſchen Organiſation, ſowie einer
klugen Führung, um die Ziele einer ſolchen großen Bewegung zu
er=
reichen. Das Programm dieſer Bundestagung iſt nun auch der Größe
des Bundes entſprechend außerordentlich umfaſſend und bedeutungsvoll.
Abgeſehen von den obligaten Punkten einer ſolchen Tagesordnung, wie
Anweſenheitsliſte, Berichte der Bundesorgane, ebenſo Entlaſtung dieſer
Organe, Neuwahlen, Haushaltungsplan uſw., ſind es vor allen Dingen
die verſchiedenſten Anträge des Bundes und der Verbände, die der
Tagung ihr beſonderes Gepräge verleihen, Anträge, die tief in die
Sou=
veränität der Verbände eingreifen, wiederum aber auch den
Bundesge=
danken ſtärken ſollen. Völlige Syſtemänderung der Bundesmeiſterſchaft,
Reduzierung der internationalen Länderſpiele, Anlehnung der Farben
des D.F.B. an die Reichsflagge Schwarz=rot=gold, Satzungsänderungen,
endlich Neuformulierung des Amateur=Paragraphen. Ferner Bemeſſung
der Vertreter der Landesverbände zum D.F.B. nach der Zahl der
Mit=
glieder des betr. Verbandes. Für je 100 000 Mitglieder oder weniger,
einen Vertreter, für je weitere volle 100 000 Mitglieder einen weiteren
Vertreter, Bildung eines Bundes=Schiedsrichter=Ausſchuſſes. Wie man
ſieht, ein überaus anſehnliches Programm, das den Führern des D. F.B.
vorgeſetzt wird und deſſen reibungsloſe Erledigung kaum vorausgeſagt
verden kann. Mögen ſich die Prominenten des größten Leibesübungen
treibenden Bundes ihrer Pflichten bewußt ſein.
Leichtathletik.
Verlegung der Deutſchen Leichtathletik=Meiſterſchaften.
Die Deutſche Sportbehörde für Leichtathletik, die erſt kürzlich in
Eiſe=
nach ihre allgemeinen Termine für das nächſte Jahr feſtgelegt hat, muß
bereits jetzt eine Aenderung der Meiſterſchaftstermine vornehmen. Mit
Rückſicht auf die von dem befreundeten Bund Deutſcher Radfahrer im
nächſten Jahre in großem Stile international ausgeſchriebene
Nadfern=
fahrt Zürich=Berlin, für die als internationaler Termin der erſte
Auguſt=
ſonntag beſtimmt warde, und für die als Ziel lediglich das Stadion in
Berlin in Frage kommt, hat die D. S.B, die für dieſen Tag vorgeſehenen
deutſchen Meiſterſchaften um acht Tage verſchoben, ſo daß ſie nunmehr
am 8. und 9. Auguſt im Grunewaldſtadion zur Durchführung
kom=
men. Damit fallen allerdings die deutſchen Leichtathletikmeiſterſchaften
und die deutſchen Schwimm=Meiſterſchaften zuſammen, doch hat ſich
ent=
gegenkommender Weiſe auch der Deutſche Schwimmverband, deſſen
Meiſterſchaften in Bremen ſtattfinden, mit dieſer Zuſammenlegung
ein=
verſtanden erklärt. Entſprechend der Verlegung der deutſchen
Meiſter=
ſchaften werden auch alle Landesverbands=Meiſterſchaften um acht Tage
verſchoben, d. h. ſie finden in den einzelnen Gebieten am 19. Juli ihre
Erledigung.
Finnlands führende Stellung.
Finnlands führende Stellung in der Leichtathletik, die bei den
letz=
ten Olympiaden deutlich zum Ausdruck gekommen iſt, wird noch
weiter=
hin illuſtriert durch die Leiſtungen finniſcher Sportsleute in der
ver=
gangenen Saiſon. Danach verfügt der finniſche Sportverband nicht nur
über einige wenige Größen, durch deren Siege die Sonderſtellung
ge=
kennzeichnet iſt, ſondern auch die übrige große Maſſe der
Sporttreiben=
den birgt eine in keiner Nation der Welt vorhandene große Zahl von
Sportsleuten, deren Leiſtungen über dem Durchſchnitt ſtehen. Nach der
Jahresſtatiſtik gab es in Finnland in der abgelaufenen Saiſon die rieſige
Zahl von 56 Läufern, von denen jeder die 1500=Meter=Strecke unter
4:20 zurückgelegt hat, darunter neun, die weit unter deutſcher
Rekord=
zeit liefen und zwar Nurmi 3:52,6, Ritola 3:58,3, Liewendahl 4:00,3,
A. Peuſſa 4:00,6, J. Luoma 4:01,6, G. Janſſon 4:01,7, E. Borg 4:02,6,
V. Hietala 4:03,7 und S. Tala 4:03,7. Im Speerwerfen verfügt
Finn=
land über 23 Sportler, die Würfe von über 55 Meter zu verzeichnen
haben, darunter Ekviſt mit 65,33 Meter und Myyrrä 63,17 Meter. 13
Leichtathleten haben im Diskuswerfen die 40 Meter=Marke
überſchrit=
ten. Wir nennen hier Erikſon mit 48,74 Meter und Hilden mit 44,14
Meter — Im 5000=Meter=Laufen erzielten Nurmi, Ritola, Jokela,
Sipilä, Seppäla und Katz die glänzenden Zeiten von 14:98,2 — 14:31,6
— 15:08,3 — 15:14,2 — 15:14,4 bzv. 15:17,2.
Mi
ZUM EIHREIBEA
Für alle rheumatiſch Veranlagten.
Ueberraſchende Wirkung.
In allen Apotheken. Tube 1.— M.
Flaſchen zu 1,50M., Doppelflaſchen 2,50M.
Pferdeſpori.
Kehraus in Karlshorſt.
Bei gutem Wetter und ausgezeichnetem Beſuch beſchloß der Verein
für Hindernisrennen ſeine diesjährige Rennſaiſon. Im Mittelpunkt
des letzten Tages ſtand traditionsgemäß das Parforce=
Jagd=
rennen, das, im Jahre 1884 gegründet, zum 40. Male entſchieden
wurde. Es war ein farbenfrohes Bild, als ſich das große Feld von 14
Steeplern, ſämtlich von Herren im roten Rock geritten, auf den 750
Meter langen Weg machte, auf dem es nicht weniger als 25 der
ſchwer=
ſten Hinderniſſe zu bewältigen galt. Es zeigte ſich dann auch, daß der
größte Teil der Bewerber den überaus großen Anforderungen eines
ſolchen Rennens, das noch dazu in der bisher ſchnellſten Zeit von 9:55,3
erledigt wurde, nicht gewachſen war, denn nur 5 Pferde erreichten das
Ziel, ebenſo viele wurden niedergebrochen angehalten, während 4 den
Sprüngen zum Opfer fielen, unter dieſen auch der Favorit Narr, der
vollkommen geſchlagen am letzten Sprung aus Müdigkeit zu Fall kam.
Rächer führte zunächſt in flotter Fahrt vor Raufbold, Waldfrieden und
dem Rudel, dem in klarem Abſtand Colberg und Tüchtig folgten. Auf
der gegenüberliegenden Seite legten ſich Paleſtrina und Rappelkopf
hin=
ter den führenden Rächer, der aber am Knick ſtürzte. Raufbold hatte
nun die Spitze vor Paleſtrina, Don 2. und dem auseinandergezogenen
Felde. Am Großen Karlshorſter Sprung machte Narr einen Fehler,
Kurz vor dem Großen Bach wurde Champfleuri lahm angehalten,
wäh=
rend der Eiſenbahnbach den noch recht gut gehenden Paleſtrina und
Don 2. zum Verhängnis wurde. Rappelkopf, Narr, Wetterſcheide
Col=
berg und Artilleriefeuer kamen geſchloſſen in die Gerade. Die von
ihrem Beſitzer ſehr ſchonend gerittene Wetterſcheide unternahm einen
Angriff auf den führenden Rappelkopf und ſchlug ihn ſehr ſicher mit
einer halben Länge. Colberg beſetzte den dritten Platz. In weiten
Ab=
ſtänden langten dann noch Artilleriefeuer und Waldfrieden am Ziel an.
Die Ergebniſſe: Herero=Jagdrennen. Ehrenpreis und 2500
Mark, 3500 Meter: 1. v. Griesheims Albatros (v. Drachenfels), 2.
Häſe=
ler (Bartels), 3. Chriſtſchmuck (Wenmoſh). Tot. 44, Pl. 17, 72. 23.
Ferner: Heldin (4), Miniſter 2. (gef.), Choral (gef.), Preußenburg,
Heckenroſe (ausgebr.), Mein Bürſchel (angeh.), Bremen, Provinz,
Chaf=
ſeur, Eiſenbahner (gef.), Veilchen 3., Cimba (angeh.), Alarm 2. (gef.).
2—4—3 Lg. — Kiekemahl=Hürdenrennen. 3000 Mark, 3000
Meter: 1. Memento (Nuß), 2. Wolkenſchieber (Bittner), 3. Paris (C.
Seiffert). Tot. 95, Pl. 22, 21, 16. Ferner: Grazie (4), Ganymed
(angeh.). Hexenmeiſter 2., Markgräfin, Brandfackel (gef.), Alarid (angeh.).
Hals—2—3 Lg. — Hubertnus=Jagdrennen. Ehrenpreis und
4500 Mark, 4000 Meter: 1. C. Panſes Onkel Otto (F. Braun), 2. Hiltrud
(v. Borcke), 3. Sultan (v. Eckartsberg). Tot. 42, Pl. 18, 16. Ferner:
Gigerl (4), Herzliesl, Murtchen (angeh.). 4—).—34 Lg. — Kinder=
Jagdrennen. 3000 Mark, 3400 Meter: 1. Heinz Stahls Berſeba
(Stys), 2. Solo (Hartmannchen), 3. Wippizo (Kränzlein). Tot. 68, Pl. 17,
18, 17. Ferner: Chartreuſe 2. (4), Otus. Primavera, Madi, Lachſalve,
Rößling, Märchenzauberin, Tamara, Bubi. 5.—3—Hals. —
Par=
foree=Jagdrennen. Ehrenpreis und 18 000 Mark, 7500 Meter:
1. v. Belows Wetterſcheide (Beſ.), 2. Rappelkopf (v. Eckartsberg), 3.
Col=
berg (Hr. Staudinger). Tot. 158, Pl. 35, 35, 21. Ferner:
Artillerie=
feuer (4), Waldfrieden, Rächer (gef.), Raufbold (angeh.), Don 2. (gef.),
Carlsminde (angeh.) Tüchtig (angeh.), Cormoran 2. (angeh.), Paleſtrina
(gef.), Narr (gef.), Champfleuri (angeh.). ½—3—Weile. — Winter=
Preis. 4500 Mark, 2800 Meter: 1. H. Naſhs Cardinal 2. (Thalecke),
2. Phariſäer (E. Eichhorn), 3. Tereſina (Lewicki), Tot. 30, Pl. 15, 20,
16. Ferner: Fichte (4). Mandarin, Eichkatze, Nogulna, Schirmherr,
Fipa 2. 2—1½—2ſ, Lg. — Troſt=Ausgleich. 8000 Mark, 3400
Meter: 1. H. Popps Jongleur (Gorßler), 2. Heldin (Nuß), 3.
Jungfern=
rede (Kränzlein), Tot. 85, Pl. 28, 26, 23. Ferner: Ma Berthe (4),
Blau=
ſchwarz, Maikäfer (gef.), Gnädigſte, Nalog, Mirakel, Siege. 2—6—2 Lg.
— Ultimatum. Ehrenpreis und 3000 Mark, 1200 Meter: 1. Abt.:
1. A. Rotbitſcheks Trajan (Tarras), 2. Valant (üſchen), 3. Veleda
(Albers), Tot. 36, Pl. 24, 26, 21. Ferner: Cyane (4), Waldfee,
Hexen=
prinz, Edel, Kokoro, Glashäger. ½4—½ Lg. 2. Abt.: 1. H. Naſhs Aarau
(Huquenin), 2. Jojo (D. Schmidt), 3. Czepel (M. Schmidt). Tot. 159,
Pl. 37, 15, 27. Ferner: Vietznitz (4), Hanka, Staffelei, La Bourrée,
Chalderon, Hexentanz, Emeritus. 5ſ.—2—1 Lg.
Traber=Weltrekorde.
Die Traber=Weltrekovde, die ſämtlich in Amerika erzieltz
wurden, ſind nach Schluß der diesjährigen Saiſon die folgenden:
Zwei=
jährige: Poppy: 1 Meile: 2:06½ (1 Km.: 1:18 6); Dreijährige: Colonel
Rosworth und Guy Richard 2:02 (1:16,3), Vierjährige: Elta Druien
2:09½ (1:16,1), beſte Stute: Tilly Brooke 1:59 (1:13,4), beſter Hengſt:
Favouian 2:10¾ (1:15,7), beſter Wallach: Czar Worthy 2:01½ (1:15,5).
Gegen dieſe Zeiten ſtehen unſere beſten Rekords trotz aller
Verbeſſerun=
gen in dieſem Jahre noch weit zurück.
Flugſport.
Weltrekorde mit Wafſerflugzeugen.
Vier neue Weltrekorde mit Waſſerflugzeugen
wurden am Sonntag in Baltimore aufgeſtellt. Der amerikaniſche
Leut=
nant Ralph Ofſtie flog 100 Km. in 21:04 und 200 Km. in 41:45, was
einem Stundenmittel von 286,075 bzw. 287,425 Km. entſpricht. Leutnant
Cuddihy ſtellte über 3 Km. mit einer Geſchwindigkeit von 308,571 Km.
einen neuen Weltrekord auf, während Leutnant Hardiſon die beſtehende
Welthöchſtleiſtung im Fliegen mit 2000 Kg. Belaſtung um über 50
Mi=
iuten auf 1 Std. 45 Min. verbeſſerte.
Tennis.
Weitere deutſche Tennisſiege in Spanien.
Im Anſchluß an den deutſch=ſpaniſchen Klubkampf in Barcelona
ſollte das Internationale Tennisturnier des S. C. Pompeha=Barcelona
ſeinen Anfang nehmen, jedoch wurde der Klubkampf auf Wunſch der
Spanier noch um weitere fünf Spiele vermehrt, nachdem die erſten
ſieben bereits von den Mitgliedern des Berliner Schlittſchuhklub
ge=
wonnen worden waren. In dieſen fünf Spielen ging nur eines für den
B.S.C. verloren. Kreuzer unterlag gegen Juanica 2—6 5—7 3—6. Die
übrigen Spiele gewannen Moldenhauer gegen Sindreu 3—6 5—7 6—4
zur., Demaſius gegen Morales 2—6 6—1 6—1 6—3, Froitzheim=Kreuzer
gegen Juanica=Sapriſa 7—9 7—5 6—2 3—6 6—3 und Demaſius=
Molden=
hauer gegen Flaqueur=Tornella 4—6 6—2 6—3 6—2. Das
Schlußergeb=
nis für den Berliner Schlittſchuhklub iſt nunmehr 11:1 Punkte bei 33:11
Sätzen und 246:170 Spielen.
Schwimmen.
Der Weltmeiſter im Bruſtſchwimmen geſchlagen.
Der Amerikaner Skelton, der bei den Pariſer Olympiſchen Spielen
die Weltmeiſterſchaft im Bruſtſchwimmen gewann, hat in ſeiner Heimat
jetzt einen Bezwinger gefunden. Gelegentlich der Austragung der
Amerikaniſchen Hallenmeiſterſchaften in New York verlor Skelton die
440 Yards=Bruſtmeiſterſchaft an R. Patterſon=Chicago, einem
Schüler von Norman Roß, der in 7:03,2 gewann. Die viermal 220 Yard=
Freiſtilſtaffel fiel an den Illinois=Athletic=Klub in 10:06,2 mit der
Mannſchaft Mc. Gillivray, Wallen, Horn, Norman Roß. Letzterer holte
ſich auch die Fünfmeilen=Meiſterſchaft in 1:57:24,6 gegen den Auſtralier
Beaurepaire.
Eine neue Schwimmergröße
iſt in Amerika aufgetaucht. Der auf den echt „amerikaniſchen” Namen
Philipp Daubenſpeck hörende junge Schwimmer ſiegte in Los
An=
geles (Kalifornien) über 100 Yards in 55 Sekunden, über 50 Yards in
23,4 Sek. gegen Sam Kahanamoku. — Einen neuen Weltrekord
im 220 Yards=Bruſtſchwimmen ſchuf die Amerikanerin Geraghty mit
3: 20,4.
Winterſport.
Länderſkiſpringen in der Schweiz.
Auf ſkiſportlichem Gebiete ſtehen für den kommenden Winter in der
Schweiz wieder große Ereigniſſe bevor. In der zweiten Hälfte des
Januar 1925 ſollen, wie im vergangenen Jahre, die Beſten aller
ſki=
ſporttreibenden Länder in der Schweiz zuſammenkommen und ſich im
Sprunglauf meſſen. Bisher ſind folgende Termine in Ausſicht
genom=
men: 18. Januar in Pontreſina, 20. Januar in St. Moritz,
22. Januar in Davos, 25. Januar in Kloſters, 27. Januar in Aroſa.
Jedes Land wird die drei Beſten ſeiner Springergilde und einen
Erſatz=
mann nach der Schweiz abordnen. — Die neue Berninaſchanze in
Pon=
treſina iſt nunmehr fertiggeſtellt. Sie wird am 3. und 4. Januar mit
einem Bündner Skirennen, das der Skiklub Bernina übernommen hat,
eröffnet werden.
Mimiier 303.
Freitag, den 31. Oktober 1924.
Seite 19.
O
Der große Abenteuer-Fllm
Bor Bouroafer
2 Telle!
12 Akte!
Beide Teile in einem Programm!
In den HAUPTROLLEN:
Harry Liedike, Loo Hohl
Kurt Middendorf, Eugen Rex
Carmen Richard, Erich Harden
Die Untermarseraufaahmen siad mit Hlfe des
Dräger- Tiefsce- Tauchapparates aufgenommen.
Neue Wochenschaus
Deutschlandfahrt Z. R. II.
Turnhalle Woogsplatz
Freitag letzter Tag der Ringkampfkonkurrenz
Die letzten Stichkämpfe
1. Paar: Omeltſchenko gegen Schneider
Fehringer
Gerigkoff
Orlando
Schneider
Fehringer
omeltſchenko
5. Vietor le Braſſeur; Fehringer
Nach den Kämpfen Proklamierung der Sieger u. Preisverteilg.
Einlaß 7 Uhr. Anfang der Kämpfe 80 Uhr.
Niemand verſäume die letzte Vorſtellung. ( 31720
Schloss-Cafe
Rheinstraße 2 Darmstadt Rheinstraße 2
Kt.
Rheinisches Tonkunstler-Orchester
Kapellmeister Willy Sehlupp
Freitag, 31. Oktober 1924
Opennar Abend
14340) Sonntag von 11—1 Uhr
Früh-Konzert
8 Billarde
Billardsaal I. Stock
8 Blllarde
ganz hervorragend in Güte u. Wohlgeſchmack
im Ausſchank und Flaſchenbier! (z17z9
Schloßgaſſe 25 :: Dieburgerſtr. 85
Dar größte Sittenfiim der diesjäbrigen Spielzeit in 7 Akten
Mädchen
die man nicht heiratet!
In den Hauptrollen:
Ellen Kürte, Karl Beckersachs
Hans Mierendorf, Albert Steinrück
(31733
M Aue
Letzte Abendvorführung 8 Uhr.
Die Theater sind geheizt
Residena-Theater
Die Tragödie einer
Liebesnscht
Abenteuerfim in 6 Akten m.
Jack Maylong und
Darry Holm
Der Eirenkönig
5 Akten, in der Hanptrolle
Stegmund Breitbart
„Der stärkste Maun
der Welt”
Großes
Abschieds-Konzert
der Kapelle Willy Melchior
am Freitag, den 31. Oktober 1924
abends ab 8½ Uhr
Spielfolge:
1. „Maritana‟, Onverture ... . .
. . Wallace
2. „Hofballtänze‟, Walzer...... ..
. Lanner
3. Große Fantasie aus „Elektra‟ ... Rich. Stranß
4. Potpourri aus „Fledermaus‟. . . . . Joh. Strauß
5. Cxardas Nr. 1 (Violin-Solo). ... . . Monti
6. Ouverture zu „Orpheus in der
Untermelt‟. . ... .. . ............. Binder
7. Großes Potpourri a. „Die Bajadere‟ Kalman
8. Große Fantasie „Erinnerung an
Bayreuth‟ ... . . . . . . . . . . . . . . . . . . R. Wagner
Vereinigung der Freunde
des humanistischen
Gymnasiums, Darmstadt
Heute Freitag, den 31. Oktober,
abends 8 Uhr, im Festsaal des
Ludwig-Georgs-Gymnastems
Karlstraße 2
PAUL BRANDA
9
Das Ringen der
deutschen Kunst
mit der Antike
(Mit Lichtbildera)
Gätte willtommen. — 4m Saal.
eingang freiw. Spenden zur
Deck-
ung der sachlichen Kosten.
14309
Reſtauration Preuſch
(*31708
Karlſtraße 104
Samstag, den 1. November:
Me
tzel=
ſuppe.
Langsſſe
„Zum Luftſchiff”, — 33—
Samstag, den 1. und Sonntag, d. 2. Nov.
Metzel=
uppe.
Reichhaltige Speiſekarte ſowie, ff. Stark=
Bier aus d. Brauerei Diſchinger. ( 31673
wozu höfl einladet
Gearg Weber.
eandin Aeuig
wieder neu eröffnet.
Samstag
* Metzelſuppe.
P Morgens Wellfleiſch mit
Kraut. Abends Schlachtplatte, Bratwurſt.
Es ladet höflichſt ein
( 3142e
J. V.: Joh. Mangold.
Bismarck=Eck
Eke Bismarchſtr=Wendelſtadtſtr.
Darmſtadt.
Samstag
Von 9 Uhr ab: Welfleiſch.
(*31772
iBiener Pilſener.
Aſchaffenburger Märzenbräu im Ausſchank.
Cyrinign Schmidt.
Zum Halben Mond.
Heute Freitag u.
mor=
gen Hamstag.
Metelſpe.
Morgens: Wellfleiſch mit Kraut. ff.
Brat=
wurſt. Im Ausſchank das beliebte Fayz=Bier,
Es ladet höflichſt ein
(*31na1
Peter Heß, Darmſtadt, Kl. Kaplaneig. 2
Adalbert Eppler
Zur Hammelstrift
Zur Arh
ger Kirchweihe
empfehle meine neurenovierten
Lokalitäten
(3175
Ve
Großes Saus.
Freitag, 31, Okt.
E
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