Einzelnummer 15 Goldpfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Moigenzeitung der Landeshauytſtadt
Wöchentliche iluſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 270
Sonntag, den 28. September 1924. 187. Jahrgang
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jſede Verpſichtung auf Erfüllung der
Anzelgen=
aufträge und Leiſfung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beitreibung fällt ſeder
Rabatt weg. Bankkonto: Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter 8 Nationalbant.
IDt
ene deveniiie lede N. eitefenmiiig.
Berlin, 27. Sept. Dr. Streſemann hielt heute in
einer Sitzung der Deutſchen Volkspartei im Blüthner=Saal in
Berlin eine Rede, in der er u. a. ausführte: Die deutſche
Außen=
politik iſt charakteriſiert durch das Zuſtandekommen, der
Lon=
doner Abmachungen. Die Erreichung der verfaſſungsmäßigen
Mehrheit ſei ein Beweis dafür, daß die Haltung der
Reichsregie=
rung gegenüber dem Sachverſtändigengutachten in den weiteſten
Kreiſen des deutſchen Volkes gebilligt worden ſei. Bei den
Ver=
handlungen in London ſei vieles nicht erreicht worden. Aber man
ſolle demgegenüber die Hauptgeſichtspunkte der neuen Lage nicht
gering einſchätzen.
die Verhandlungen wegen der Anleihe
ſeien nach manchen Schwierigkeiten ſo weit gefördert, daß
vor=
ausſichtlich in den nächſten Wochen die Entſcheidung zu erwarten
ſei. Die Beteiligung von Zehntauſenden von Zeichnern in den
Vereinigten Staaten und von England ſei ein nicht zu
unter=
ſchätzendes Moment für das damit feſtgelegte Intereſſe an der
geſunden Entwickelung der deutſchen Wirtſchaft.
Die Räumung des Ruhrgebiets ſei eingeleitet. Die
Räu=
mung des Sanktionsgebiets ſei zugeſagt.
Entſcheidend ſei auch die weltpolitiſche Lage, die dazu führe,
daß die
Verhandlungen wegen der Induſtriekredite
für die deutſche Wirtſchaft erfolgreich ſein könnten. Bedeutſam
ſei für die deutſche Entwickelung auch das Aufhören der
Beſtim=
nungen des Verſailler Vertrages über die einſeitige
Meiſt=
vegünſtigung gegenüber Deutſchland. Es beginne eine Aera der
Handelsvertragsverhandlungen mit den verſchiedenſten Ländern.
für Deutſchland werde es darauf ankommen, die Idee der
Neiſtbegünſtigung auf der Grundlage eines maßvollen deutſchen
Zollſchutzes durchzuführen. Den Wünſchen mancher Intereſſenten
uuf eine angemeſſene Erhöhung der Zölle könne im Staats= und
Virtſchaftsintereſſe nicht nachgegeben werden, denn die deutſche
Wirtſchaft ſei daran intereſſiert; gerade wegen der Verpflichtung
deutſchlands müſſe man mit allen Mitteln auf die Hebung des
xports hinarbeiten. Der Miniſter gab dann der Hoffnung
Aus=
ruck, daß ſich dem Aufhören der einſeitigen Meiſtbegünſtigung
uch das Aufhören der anderen Beſchränkungen Deutſchlands
inſchließen möge.
Wenn man von Deutſchland verlange, daß es die Fahrt für
ie fremden Luftzeuge freigebe, dann ſolle man auch
Entgegenkommen für die deutſchen Flugzeuge
eigen, die heute künſtlich hintangehalten würden. Was
Deutſchland auf dieſem Gebiete zu leiſten vermöge, beweiſe die
froße Fahrt des neuen Zeppelin, auf die das deutſche Volk
nit Stolz blicke. — Deutſchland ließ das größte und erfolgreichſte
Zeppelinſchiff der Welt bauen, das der Menſchheitsentwicklung
teue Wege weiſe, und zum Dank ſoll Deutſchland gezwungen
verden, die Luftſchiffhallen niederzureißen. Das ſei der Geiſt
ſon Verſailles, gegen den Deutſchland ſich wende und gegen den
ich die ziviliſierte Welt mindeſtens in dieſer Frage einmütig
venden ſolte. Man habe
die Londoner Abmachungen
n Zuſamimenhang gebracht mit der Stellungnahme Deutſchlands
u den Meinungsverſchiedenheiten im Völkerbund. Vor der
2öſung der Reparationsfrage, ſo hat insbeſondere Herriot
aus=
ſeführt, würde der Eintritt Deutſchlands auf Schwierigkeiten
feſtoßen haben. Infolgedeſſen war es logiſch und folgerichtig,
aß auch in England die Völkerbundsfrage nicht erörtert worden
ei. — Es ſei tief bedauerlich, daß anläßlich des
Mißverſtänd=
liſſes über die Unterhaltung mit dem wegen der deutſchen Sache
ſochterdienten Lord Parmoor ein Teil der deutſchen Preſſe es
vagte, die deutſche Delegation der Unwahrheit zu zeihen,
In=
wiſchen hat Lord Parmoor in höflicher Weiſe mitteilen laſſen,
ſaß er keinen Zweifel daran habe, daß die Darlegungen des
ſeutſchen Außenminiſters durchaus den Tatſachen entſprechen.
Von erheblicher politiſcher und moraliſcher Bedeutung ſeien die
Erklärungen, die die engliſche Regierung in beiden Fällen
ab=
ſegeben habe. Deutſchland erleide andererſeits eine weitgehende
Einſchränkung ſeiner Souveränität, insbeſondere auf der
Reichs=
ahn und bei der Reichsbank. Entſcheidend ſei aber vor allem
ine Erklärung, ſür die man dem verdienten Führer der
engli=
chen Delegation beim Völkerbund nur dankbar ſein könne. Im
brigen ſei die Stellung der Mächte Deutſchland gegenüber
ge=
ennzeichnet durch die Aufforderung Maedonalds in Genf
bezüg=
ich des Eintritts Deutſchlands in den Völkerbund. Die deutſche
iegierung könne dem engliſchen Miniſterpräſidenten für die
Vorte, die er bei dieſer Gelegenheit gegenüber Deutſchland und
egenüber manch anderen brennenden Fragen der Gegenwart
ge=
unden habe, nur dankbar ſein.
Die Frage des Eintritts Deutſchlands in den Völkerbund
ei von beſonders einſchneidender Bedeutung, da ſie naturgemäß
iur nach Vornahme einer gründlichen Unterſuchung der
euro=
äiſchen Lage erfolgen könne. Die Art und Weiſe, wie manche
Ilätter auf den ſofortigen bedingungsloſen Eintritt Deutſchlands
edrängt haben, entſpreche in keiner Weiſe den deutſchen
Inter=
ſſen. Für die Erwägungen der deutſchen Reichsregierung käme
Betracht, daß dem Völkerbund bedeutſame Aufgaben gegeben
eien, die ſpeziell Teile des deutſchen Volkes betreffen.
Millio=
en von Deutſchen ſeien von ihrem Vaterland losgeriſſen und
ebten in fremden Staaten, teils unter fremder Bedrückung, teils
n neugebildeten Staatsweſen, auf die der Völkerbund
Ein=
luß habe.
Der Kampf für die Rechte der deutſchen Minderheiten, für
die Lebensintereſſen im Saargebiet und darüber hinaus
die Frage der Militärkontrolle, der allgemeinen Abrüſtung
und die Schiedsgerichtsfragen ſeien Dinge, die auch die
Lebensintereſſen Deutſchland. berührten.
Wenn Deutſchland die Möglichkeit gegeben ſei, bei den
Auf=
aben ſeiner grundſätzlichen außenpolitiſchen Einſtellung
ent=
drechend im Völkerbund mitzuwirken, ſo ſeien die Fragen nicht
eine Parteifragen, ſondern dies ſeien Fragen, die kühl und
uchtern vom deutſchen Standpunkt aus betrachtet werden
müß=
en. Die Zeitungsnachrichten von heftigen Kämpfen im Reichs=
kabinett ſeien von Anfang bis zu Ende frei erfunden.
Streſe=
man erklärte, er habe ſtets einmütige Sitzungen erlebt. In allen
Sitzungen, in denen man ſich im Reichskabinett mit dieſen Fragen
beſchäftigte, ſei man fich einig darüber geweſen, daß
Deutſchland bereit ſei, dem Völkerbund beizutreten, wenn
ihm volle Gleichberechtigung neben den anderen
Groß=
mächten gewährleiſtet würde.
Die deutſche Regierung habe ihre Auffaſſung in einem
Me=
morandum niedergelegt, die den im Völkerbundsrat beteiligten
Regierungen übergeben werde, von deren Antwort die
end=
gültige Stellungnahme abhänge, eine Stellungnahme, von der
der Miniſter hofft, daß ſie zur Mitarbeit am Völkerbund führen
werde.
In der inneren Politik ſtehe die
Frage der Regierungsumbildung
im Vordergrund des Intereſſes. Die Erklärung der
Reichstags=
fraktion der Deutſchen Volkspartei kennzeichnete deren
Auffaſ=
ſung, die mit der Idee des Bürgerblocks nichts zu tun habe. Die
Deutſche Volkspartei arbeite noch heute in Preußen und in
Sach=
ſen mit der Sozialdemokratie zuſammen und werde ſich nicht
da=
hin drängen laſſen, daß dieſe Zuſammenarbeit grundſätzlich
ab=
zulehnen ſei. Die Bewältigung der großen Probleme erfordere
dieſe Zuſammenarbeit. Es dürfe nicht verkannt werden, daß
die Forderungen der Deutſchnationalen nicht dieſelben ſeien
wie die, die ſie kurz nach dem errungenen Wahlſieg erhoben
hät=
ten. Es ſei jetzt doch zwiſchen einer großen Anzahl Mitgliedern
der Deutſchnationalen Fraktion und den Regierungsparteien eine
Uebereinſtimmung erfolgt über die notwendige Annahme des
Sachverſtändigengutachtens. Die Tatſache der Annahme des
Sachverſtändigengutachtens ſei die Grundlage der heutigen
Außenpolitik. Stelle ſich die Deutſchnationale Volkspartei auf
den Boden dieſer Tatſache, ſo ſei es falſch, ſie von der
Mitwir=
kung an den Regierungsgeſchäften auszuſchließen. Dieſe ſei
wünſchenswert zwecks Konſolidierung der innerpolitiſchen
Ver=
hältniſſe. Die Politik der Deutſchen Volkspartei, die in immer
weiteren Kreiſen Verſtändnis finde, ſei die Idee der realen
Macht nach außen und die Mitwirkung weiteſter Kreiſe des
Vol=
kes am Staate nach innen.
Falſch ſei es, wenn Herriot glaube, Deutſchland
innerpoli=
tiſche Ratſchläge geben zu müſſen, und verlange, daß es ſich
los=
ſage vom alten Deutſchland. Deutſchland will nicht dieſen
be=
wußten Gegenſatz zwiſchen dem alten und dem neuen Deutſchland.
* Die Regierungserweiterung.
Die Rückwirkung auf Preußen.
Auf dem Vertretertag der Deutſchen Volkspartei in Berlin
iſt zum erſten Male davon geſprochen worden, daß die
Umwand=
lung der Reichsregierung auch für Preußen Folgen haben müſſe.
Der Vizepräſident des Abgeordnetenhauſes, Garnich, hat
bei=
nahe ſchon eine Kündigung der großen Koalition ausgeſprochen.
Das iſt an ſich eine Selbſtverſtändlichkeit. Trotzdem war es klug
von den Deutſchnationalen, daß ſie dazu bisher geſchwiegen
hat=
ten. Denn Preußen iſt der wunde Punkt bei dem ganzen
Rechen=
exempel der neuen Rechtsorientierung. Das preußifche Zentrum
iſt ausgeſprochen links orientiert und geht mit den
Sozialdemo=
rkaten durch dick und dünn. Es hat Mühe genug gekoſtet, bei der
Behandlung der Mietzinsſteuer, die vor einem halben Jahre
bei=
nahe ſchon zum Bruch führte, ein Kompromiß zu ſinden und die
Koalition zuſammenzuhalten, weil der Finanzminiſter mit ſeinem
Rücktritt gedroht hatte. Iſt aber einmal die Umgruppierung im
Reich vorzunehmen, dann muß ſie ſich auch auf die einzelnen
Fraktionen in Preußen übertragen um ſo ſicherer, je weniger man
davon ſpricht. Daß die Deutſchnationalen das eingeſehen haben.
iſt ein weſentlicher Fortſchritt, der für die Entwicklung im Reich
günſtige Ausſichten eröffnet.
Die „Zeit” erhält dazu noch folgende Zuſchrift des
Abgeord=
neten Garnich: Mit Rückſicht auf die zum Teil unvollſtändige,
zum Teil mißverſtändliche Wiedergabe meiner Rede auf dem
Parteitag der Deutſchen Volkspartei am 26. d. M. ſtelle ich feſt,
daß die Ausführungen, die ſich auf die Große Koalition in
Preu=
ßen, insbeſondere auf deren etwaige Auflöſung zum jetzigen
Zeitpunkt bezogen, lediglich einen von mir vertretenen
Stand=
punkt wiedergegeben haben und daß nach dieſer Richtung hin
keinerlei Beſchlüſſe der Fraktion der Deutſchen Volkspartei im
Landtag vorliegen. Ob die Mehrheit der Fraktion mit allen
Teilen meiner Rede übereinſtimmt, laſſe ich dahingeſtellt ſein.
Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß in ſolchen Fragen, namentlich ſoweit
ſie taktiſcher Natur ſind, die Meinungen auseinandergehen.
Tage der Entſcheidung.
* Berlin, 27. Sept. (Priv.=Tel.) In der kommenden Woche
muß ſich das Schickfal der neuen Regierungskonſtellation
ent=
ſcheiden. Am Montag vormittag tritt die Deutſchnationale
Reichs=
tagsfraktion zuſammen, die ſich mit der Entſchließung des
Frak=
tionsvorſtandes der Deutſchen Volkspartei befaſſen und dabei auch
ſchon ihren Vertretern Richtlinien mitgeben wird, für die
Ver=
handlungen, die der Reichskanzler um die Mitte der Woche
auf=
zunehmen beabſichtigt. Am Dienstag tritt dann der
Delegierten=
tag der Deutſchnationalen zuſammen. Man rechnet eigentlich
all=
gemein damit, daß trotz der vereinzelten Widerſtände ſchon die
Richtung, die in der Fraktion eingeſchlagen wird, auf dem
Ver=
tretertag zur notwendigen Durchführung des Londoner
Gut=
achtens und damit auch zu einer poſitiven Einſtellung zu den
Verhandlungen mit dem Reichskanzler erfolgt.
Keine Aenderung der Beamtenſiellung in
der Reichsbahngeſellſchaft.
Berlin, 27. Sept. Nach einer Behauptung der „Roten
Fahne” ſoll ein Perſonalordnungsentwurf der
Reichsbahn=
geſellſchaft die Veamten zu Privatangeſtellten mit
vier=
zehntägiger Kündigung machen. Wie die Blätter erfahren, iſt
dieſe Behauptung unwahr. Die Reichsbahnbeamten bleiben
lebenslänglich angeſtellt, wenn ſie es bisher ſchon waren.
De Looche.
Durch den Beſchluß der Reichsregierung vom vergangenen
Dienstag iſt die Frage des deutſchen Eintritts in den Völkerbund
in das entſcheidende Stadium getreten. Einmütig erklärt die
Reichsregierung, daß ſie den alsbaldigen Eintritt Deutſchlands
in den Völkerbund erſtrebt, von der Erwägung ausgehend, daß
die vom Völkerbund behandelten Fragen — Schutz der
Minder=
heiten, Regelung der Verhältniſſe des Saargebiets, die Frage
der allgemeinen Abrüſtung in Verbindung mit der
Militär=
kontrolle uſw. — nur unter Mitwirkung Deutſchlands in
befrie=
digender Weiſe geregelt werden können. Selbſtverſtändlich, daß
die Reichsregierung in ihrer Entſchließung gleichzeitig auch die
unerläßlichen Vorausſetzungen ſkizziert. Der
Ein=
tritt des Deutſchen Reiches in den Völkerbund wird, alſo
nun=
mehr davon abhängen, ob dieſe unerläßlichen Vorausſetzungen
geſchaffen werden können. Bereits am Mittwoch hat das
Aus=
wärtige Amt eine Denkſchrift an die verſchiedenen deutſchen
Ver=
tretungen bei den in Frage kommenden Staaten abgeſandt, die
als Grundlage für die kommenden Verhandlungen anzuſehen iſt.
Wenn auch eine Veröffentlichung dieſer Denkſchrift vorerſt nicht
in Ausſicht genommen iſt, ſo darf doch wohl ohne weiteres
ange=
nommen werden, daß ſie, abgeſehen von Erörterungen über einen
ſtändigen Sitz des Deutſchen Reiches im Völkerbundsrat,
insbe=
ſondere auch eine Weigerung Deutſchlands enthält, irgendwelche
Mitwirkung bei kriegeriſchen Unternehmungen des Völkerbundes
zu leiſten, wie ſie in deſſen Satzungen vorgeſehen ſind; eine
Selbſtverſtändlichkeit bei der völligen Abrüſtung des Reiches,
welche es jeder deutſchen Regierung zur unbedingten Pflicht
macht, jede Gefahr einer kriegeriſchen Verwicklung des Reiches
von vornherein auszuſchalten. Da die kommenden
Verhand=
lungen einige Zeit in Anſpruch nehmen werden, wird die
dies=
malige Völkerbundstagung auf keinen Fall mehr über den
etwaigen Eintritt Deutſchlands in den Völkerbund zu entſcheiden
haben. Daß die unbedingten Anhänger des
Völkerbundgedan=
kens in Deutſchland über dieſe Verzögerung nicht erfreut ſind,
mag von ihrem Standpunkt aus verſtändlich ſein. Wenn aber
von dieſer Seite alle mißvergnügten Aeußerungen der
franzö=
ſiſchen Preſſe ſorgfältig regiſtriert werden in dem offenſichtlichen
Beſtreben, die deutſche öffentliche Meinung und vielleicht auch
die deutſche Regierung dahin zu beeinfluſſen, daß bei den
kom=
menden Verhandlungen deutſcherſeits ein möglichſt weitgehendes
Entgegenkommen gezeigt wird, ſo muß demgegenüber doch
feſt=
geſtellt werden, daß ein Eintritt Deutſchlands in den Völkerbund
für uns nur dann einen Wert haben kann, wenn ſämtliche
Vorausſetzungen dafür geſchaffen ſind. Es iſt daher eine völlige
Verkennung der Situation, wenn Herr Nanſen einem
Bericht=
erſtatter des „Matin” gegenüber äußerte, daß die deutſchen
Vor=
behalte gemacht worden ſeien, „um die Oppoſition zu
beſchwich=
tigen”. Insbeſondere die Aufrollung der Kriegsſchuldfrage „ſei
einfach eine Geſte‟. Das deutſche Volk und die deutſche
Regie=
rung ſind durchaus bereit, an der Schaffung eines wirklichen
Friedenszuſtandes in Europa mitzuarbeiten, nicht aber dazu, die
erpreßte Unterſchrift unter die Verſailler Ungeheuerlichkeiten aus
freien Stücken zu wiederholen!
Noch immer tagen in Genf die verſchiedenen
Völkerbunds=
kommiſſionen, noch immer wird über den Sicherheitspakt
ver=
handelt. In der Theorie ſehen die Dinge manchmal anders aus
als in der rauhen Wirklichkeit. Nach Artikel 5 des
Sicherheits=
protokolls hat, wenn es ſich bei einem Streit zweier Staaten
nach der Erklärung des einen um eine rein innere Angelegenheit
handelt, der internationale Gerichtshof dieſes nur zu beſtätigen,
womit dann die Angelegenheit erledigt wäre. Bereits vor einigen
Tagen hatte nun der japaniſche Delegierte einen Zuſatzantrag
eingebracht, nach dem auch in einem ſolchen Falle die
Vermitt=
lungsaktion des Völkerbundsrates eintreten ſollte. Nach den
Bemühungen des engliſchen Delegierten, ein Kompromiß
durch=
zudrücken, zog der Vertreter Japans ſchließlich ſeinen
Zuſatz=
antrag zurück, ſtellte aber in Ausſicht, daß Japan unter
Um=
ſtänden das Protokoll nur mit Vorbehalten unterzeichnen könne.
Eine höchſt prekäre Situation, da die Annahme des Protokolls
bekanntlich einſtimmig erfolgen muß. Und hinter verſchloſſenen
Türen wird abermals verhandelt. Der Sturm der Entrüſtung,
der ſich in Japan vor einigen Monaten erhob, als die Vereinigten
Staaten die japaniſche Einwanderung kurzerhand unterbanden,
iſt noch friſch in der Erinnerung. Es iſt verſtändlich, daß die
Einwanderungsfrage auch in Zukunft von den Vereinigten
Staaten für eine rein innerpolitiſche Angelegenheit erklärt
wer=
den wird. Sollte es nun wegen dieſer Frage doch noch einmal
zum Kriege kommen, ſo wäre nach der urſprünglichen Faſſung
des Sicherheitsprotokolls eine Vermittlung des Völkerbundes
ausgeſchloſſen und Japan von vornherein als Angreifer
abge=
ſtempelt. Auch noch in anderer Hinſicht iſt der japaniſche
Vor=
behalt recht bemerkenswert. Die chineſiſche Delegation ſoll
näm=
lich die Abſicht haben, den Völkerbundsrat mit den Vorgängen
zu befaſſen, die ſich augenblicklich in China abſpielen. Die
chine=
ſiſche Regierung beſchwert ſich insbeſondere darüber, daß die
japaniſche Regierung den aufſtändigen Generälen nicht nur ihre
Eiſenbahnen in der Mandſchurei, ſondern auch Waffen,
Flug=
zeuge und ſogar Offiziere zur Verfügung geſtellt habe. Sollte
China ſeine Abſicht in die Tat umſetzen, ſo müßte der
Völker=
bundsrat nach dem Sicherheitsprotokoll zunächſt Japan vorladen
und im Falle einer Weigerung Japans müßte dieſes als
An=
greifer bezeichnet werden. Da in einem ſolchen Falle die
eng=
liſche Flotte die Verſorgung Chinas mit Waffen und Munition
garantieren müßte und infolgedeſſen ein direkter Konflikt mit
der japaniſchen Flotte unausbleiblich wäre, iſt zu verſtehen, daß
verſchiedene Regierungen die Entwicklung der Dinge mit einigem
Unbehagen verfolgen. Eines aber ergibt ſich ohne weiteres aus
dem Zwiſchenfall: je mehr „Friedensgarantien” geſchaffen
wer=
den, um ſo größer wird die Gefahr eines bewaffneten Konfliktes!
In Berlin, Paris und London wird zurzeit über demnächſt
abzuſchließende Handelsverträge verhandelt, nachdem die
fünf=
jährige Friſt, während der nach dem Verſailler Diktat das Deutſche
Reich ſeiner Handelsfreiheit beraubt war, im Januar 1925
ab=
läuft. Es iſt ein Verdienſt des Reichsaußenminiſters, daß er auf
der Londoner Konferenz ſich in der Frage der künftigen
Handels=
beziehungen die Hand freigehalten hat, trotz mehrfacher
fran=
zöſiſcher Verſuche, dieſe, Frage in die Debatte hineinzuziehen.
Für die Franzoſen handelt es ſich vor allen Dingen darum, die
Vorzugsbehandlung Elſaß=Lothringens auch für die Zukunft
durchzuſetzen, da insbeſondere die lothringiſche Schwerinduſtrie
Seite 2.
Sonntag, den 28. September 1924,
Rummer 270.
auf den Abſatz ihrer Produktion in Deutſchland angewieſen iſt.
Der Vorſitzende der Metzer Handelskammer Hubert de Wendel
ſchreibt im „Matin” die elegiſchen Worte: „Wenn in den letzten
Jahren unſere Induſtriellen und Kaufleute mit ihren deutſchen
Kollegen in Berührung geblieben wären, würde die freie
Dis=
kuſſion der wechſelſeitigen Intereſſen wahrſcheinlich zu
annehm=
baren Löſungen ſür die Zukunft geführt haben. Aber leider
zwangen die politiſchen Verhältniſſe uns zu einer abſoluten
Zurückhaltung, ſo daß wir keine Berührung mit unſeren
deut=
ſchen Kollegen haben konnten.‟ Die Verantwortung für dieſe
„politiſchen Verhältniſſe” trägt aber bekanntlich nicht Deutſchland,
ondern für ſie dürften ſich die lothringiſchen Induſtriellen in
Paris bedanken. Es ſei zu hoffen, ſo führt de Wendel weiter
aus, daß das neue Sachlieferungsſyſtem ſo, wie es aus dem
Dawesplan und dem Londoner Abkommen, ſich ergebe, den
lothringiſchen Erzeugern die Gelegenheit gebe, die ſie bisher nicht
gehabt hätten, Sonderabkommen zur Verſorgung mit Koks zu
treffen. Durch die enge Verknüpfung der
Ent=
ſchädigungsfrage mit der Koksverſorgung der
franzöſiſchen Hüttenwerke habe man dieſen
letzten einen ſehr ſchlechten Dienſt erwieſen.
Auch ſpäte Einſicht iſt manchmal heilſam! Auf der anderen Seite
verfolgt die engliſche Baumwollinduſtrie die deutſch=franzöſiſchen
Handelsvertragsverhandlungen mit einiger Sorge, und
Macdo=
nald verſicherte erſt dieſer Tage wieder einer Abordnung aus
Lancaſter, daß die engliſche Regierung die Gefahr, welche der
engliſchen Induſtrie aus einer Verlängerung der deutſchen
Zoll=
freiheit für elſaß=lothringiſche Textilwaren erwüchſe, mit größter
Aufmerkſamkeit verfolge. Zum erſten Male ſeit fünf Jahren ſehen
ſich die Weſtmächte genötigt, im Verkehr mit Deutſchland, an
Stelle des Diktats die Verhandlung zu ſetzen. Daß man ſich an
dieſen Zuſtand noch nicht recht gewöhnen konnte, beweiſt die
Er=
hebung der 26 prozentigen Exportabgabe nun auch durch
Frank=
reich. Immerhin eine Merkwürdigkeit — die Eröffnung von
Handelsvertragsverhandlungen mit den Methoden des
Handels=
krieges.
Während unſere außenpolitiſche Lage ſich in letzter Zeit nicht
unerheblich gebeſſert hat, kann das von unſeren innerpolitiſchen
Verhältniſſen leider durchaus noch nicht geſagt werden, und man
muß abwarten, ob der letzte bemerkenswerte Verſuch der
Deut=
ſchen Volkspartei, eine Klärung herbeizuführen, den gewünſchten
Erfolg haben wird. Die Tatſache, daß, ſo wie die Dinge heute
liegen, die notwendige Verbreiterung der Regierungsbaſis nur
durch eine Einbeziehung der Deutſchnationalen in die
Regie=
rungskoalition möglich erſcheint, hat bei der Linken einen Sturm
der Entrüſtung hervorgerufen. Eine Mehrheitsregierung ohne
So ialdemokratie iſt das erimen laesae majestatis. Man ſollte
im ſozialdemokratiſchen Lager doch etwas vorſichtiger ſein und
die Sehnſucht nach der Sonne der Macht, nicht allzu deutlich
zeigen. Im Gegenteil, die Sozialdemokratie als Partei ſollte
eigentlich froh ſein, wenn ſie noch etwas Zeit hätte,
Perſönlich=
keiten heranzubilden, die wirklich in der Lage ſind, verantworliche
Poſten auszufüllen. Die Erfahrungen, welche die
Sozialdemo=
kratie in dieſer Beziehung gerade, in letzter Zeit hat machen
müſſen, waren doch recht bitter. Wenn man, um nur einen Fall
herauszugreifen, einen 29jährigen Bankbeamten auf Grund ſeiner
parteipolitiſchen Geſinnungstüchtigkeit zum
Staatsbankpräſiden=
ten Thüringens macht, die Stellung mit einem Gehalt ausſtattet,
welches das des Reichspräſidenten erheblich überſteigt, und wenn
dann ſchließlich eine gerichtliche Unterſuchung recht unerfreuliche
Zuſtände an den Tag bringt, ſo iſt das nicht etwa nur ein
Einzel=
fall, ſondern ein Krankheitsſymptom. An die Inhaber der hohen
Staatsämter müſſen von der Geſamtheit die allerhöchſten
An=
forderungen geſtellt werden. Sie ſind nicht dazu da, um
Partei=
männer für ihre Geſinnungstüchtigkeit zu belohnen.
M.
Lord d’Abernon.
* Berlin, 27. Sept. Priv.=Tel.) Der engliſche Botſchafter
Lord d’Abernon, der gegenüber der deutſchen Diplomatie unter
den auswärtigen Vertretern eine Sonderſtellung einnimmt, iſt
zur Berichterſtattung für kurze Zeit nach London gefahren. Im
Zuſammenhang damit wird wieder einmal berichtet, daß er
ab=
berufen und erſetzt werden ſoll. Soweit wir wiſſen, iſt das nicht
ganz richtig. Lord d’Abernon trägt ſich allerdings ſeit langer Zeit
mit Rücktrittsgedanken und hat ſich auch ſeinerzeit vorbehalten,
daß er nach Erledigung der Reparationsfragen ſeinen Abſchied
einreichen würde. Da man aber in London ebenſo wie in Berlin
ſeinen Abſchied ſehr bedauern würde, beſteht die Möglichkeit, daß
er auch weiterhin im Amte bleibt.
Neue Steuern in Frankreich.
Paris, 27. Sept. (Wolff.) Wie bereits berichtet, wird
Finanz=
miniſter Clementel am kommenden Dienstag dem Finanzausſchuß der
Kammer das Budget für 1925 unterbreiten. Nach einigen Abendblättern
wird er bekannt geben, daß im Finanzminiſterium augenblicklich die alten
Vorſchläge wieder geprüft werden, die darauf abzielen, eine
Kapital=
zuwachsſteuer ſowie eine Abgabe vom Wertzuwachs der Immobilien
einzuführen.
* Heſſiſches Landestheater.
Kleines Haus. — Samstag, den 27. September.
Die heimliche Ehe.
Heitere Oper von Bertati. Muſik von D. Cimaroſa.
Vom Tage.
Wie wir hören, findet am 7. und 8. Oktober in Verlin auf
Ein=
ladung des Reichsinnenminiſters eine Konferenz der
Kultus=
miniſter der Länder ſtatt.
Der frühere Staatsbankpräſident Löb reiſte geſtern nach Frankfurt
a. M. ab. Er hält ſich in Frankfurt weiterhin den Behörden zur
Ver=
fügung. Auf dem Wege zum Bahnhof wurden ihm von ſeinen
Parteigenoſſen Ovationen dargebracht.
Die Tagesordnung des Reichsparteitags der
Zentrums=
partei, der endgültig am 28. und 29. Oktober in Frankfurt a. M.
ſtattfindet, umfaßt folgende Punkte: Bericht über das äußere und innere
Leben der Partei, Bericht über die Arbeit der Reichstagsfraktion, über
die Politik und die Zukunft der Partei.
Im Zuſammenhang mit der Fahnenweihe des „Stahlhelm” kam
es in Altona zu Zuſammenſtößen zwiſchen Stahlhelm=Mitgliedern
und Angehörigen des Reichsbanners Schwarz=Rot=Gold. Es entſpann
ſich eine heftige Schießerei, in deren Verlauf der Kriminalpolizei=Aſſiſtent
Meher getötet wurde. Die Frau eines Polizeibeamten, ein Arbeiter und
zwei Straßenpaſſanten wurden durch Schüſſe ſchwer verletzt. Einige Leute
der kämpfenden Parteien erlitten leichtere Verletzungen.
Der franzöſiſche Kabinettsrat, der geſtern nachmittag
um 4 Uhr zuſammentrat, hat ſich, wie Havas hervorhebt, in der
Haupt=
ſache mit wirtſchaftlichen Problemen, alſo mit der Vorbereitung der
deutſch=franzöſiſchen Handelsvertrags=
Verhand=
lungen, beſchäftigt.
Nach einer Havasmeldung aus Brüſſel haben die
Delegier=
ten der ſtreikenden Bergarbeiter ſich grundſätzlich bereit
erklärt, dem Konflikt durch ein ſchiedsgerichtliches Verfahren ein Ende
zu bereiten. Die Delegierten haben ſich verpflichtet, den Schiedsſpruch,
wie er auch immer ausfallen möge, anzunehmen.
Dem Parlamentsberichterſtatter des „Daily Telegraph” zufolge glaubt
man in miniſteriellen Kreiſen, daß die iriſche
Grenzkommiſſions=
vorlage am Freitag im Unterhauſe erledigt ſein wird, worauf ſich
das Haus vertagen wird, bis die Vorlage vom Oberhauſe erledigt iſt.
Man erwarte keine politiſche Kriſe im Zuſammenhang mit
die=
ſer Vorlage.
Der ſchweizeriſche Bundesrat hat gewiſſe Erleichterungen
im internationalen Paßverkehr beſchloſſen.
Der „Kurjer Polſki” meldet, daß auf Grund des polniſch=
ruſ=
ſiſchen Konſularabkommens vom 28. Juli in Lodz,
Lem=
berg und Danzig ruſſiſche Konſulate und in Petersburg, Kiew,
Chabo=
rowsk und Tiflis polniſche Konfulate eröffnet werden.
Havas berichtet aus London, daß die dortigen Blätter die
Unter=
zeichnung eines Abkommens in Waſhington ankündigten, das die
litau=
iſche Schuld an die Vereinigten Staaten konſolidiert.
Die begeiſterte Aufnahme, die dieſes unſterbliche Werk in
der vorigen Spielzeit gefunden hat, iſt ihm auch heute treu
ge=
blieben. Ein volles Haus, ein fröhlich empfangendes, mühelos
genießendes Publikum folgte mit reger Teilnahme allen
Einzel=
heiten der vergnüglichen Handlung, wie der geiſtſprühenden
Muſik des Genies, und überſchüttete Werk und Aufführung mit
Beifall größter Wärme.
Ich wünſchte, unſer Publikum wollte immer ſo aus ſich
herausgehen. Zu wenig noch wird erkannt, daß im Theater alle
Ausführenden, Sänger, Spielleiter, Orcheſter, Dirigenten, vom
Beifall leben. Während ſie, wenn er fehlt, nur allzu leicht
ent=
täuſcht werden, ja Intereſſe und Spannkraft verlieren, iſt jeder
Beifall, und je wärmer deſto ſtärker, im Stande, den Künſtler
ſicher zu machen, ſeine Leiſtung zu befeuern und zu Höhen zu
führen, deren er ſich ſelbſt oft kaum bewußt war. Es wird alſo
jede Aufführung durch ſchnell und oft einſetzenden Beifall in
jedem Fall gewinnen, und ein dankbares, freigebiges Publikum
empfängt ſofort die Belohnung durch erhöhte Leiſtungen. Damit
gerade werden ja erſt die beiden Komponenten des Theaters —
Bühne und Publikum — zuſammengeführt, wird das Publikum
zu einem mitſchöpferiſchen Beteiligten an der Aufführung. Dies
wiſſen und wußten von je romaniſche Völker beſſer als wir
Deutſche, und ſcheuen ſich nie, durch Beifallsſtürme nach
glän=
zenden Leiſtungen Szenen und Akte rückſichtslos zu durchbrechen.
Daß dadurch — natürlich abgeſehen von hochdkamatiſchen und
tragiſchen Stoffen — Werk und Künſtler geſtört würden, glaubt
nur der pedantiſche Deutſche.
Die heutige Aufführung hatte den Stil, das Geſicht und das
Tempo der vorjährigen ausgezeichneten in der Kellerſchen
Ein=
richtung. Das verblüffend einfache Bühnenbild, die glänzende
Spielleitung, die ſchwungvolle Stabführung des Herrn Joſepk
Roſenſtock bewährten ſich aufs Neue. Allerdings verlangt
die Regie von allen Mitwirkenden eine ſeeliſche Sammlung, eine
geiſtige Spannkraft, die ungeheure Anforderungen ſtellt, indem
keine geſangloſe Sekunde durch bewegteſte Mimik und Geſten
un=
ausgefüllt bleibt.
Auch die Beſetzung der Rollen iſt die vorzügliche geblieben.
Das ungleiche Schweſternpaar, intriguant und naiv, durch Paula
Kapper und Margarete Albrecht, die feinkomiſche Tante
durch Eugenie Stefanowa, der treue Geliebte durch Herrn
Höfflin, der draſtiſche Vater durch Herrn Kuhn, der leicht=
Die „Times” berichtet, daß die Grenzſchwierigkeiten
zwi=
ſchen Meſopotamien und der Türkei in London als ſehr ernſt
angeſehen werden. Die Bedingungen des Lauſanner Vertrages mit
Be=
zug auf die Moſſulgrenze würden von der Türkei offen verletzt.
Havas meldet aus Kairo, daß nach einer Meldung der Zeitung „
Mo=
kattam” aus Hedſchas es König Huſſein gelungen ſein ſoll, die
Stämme wieder für ſeine Sache zu ſammeln. Er habe den Oberbefehl
ſeiner Armee ſeinem Sohne, dem Emir Ali, anvertraut.
Dawes über den Oawesplan.
Amerika an dem Erfolg der Anleihe ſtark intereſſiert.
TU. New York, 27. Sept. General Dawes hielt in St.
Claud, im Staate Minneſota, eine Rede, in der er darauf
hin=
wies, daß er die Politik, die Europa bisher fünf Jahre lang
ge=
führt habe, durchaus ablehne. Das bisherige politiſche
Syſtem Europas habe die Wirtſchaft Europas
ruiniert. Der Dawesplan ſei ſchon deshalb zuſtande
gekom=
men, weil Europa müde ſei, wieder die bisherige politiſche
Me=
thode anzuwenden, und nicht mehr die politiſchen Grundſätze der
Demagogen anhören wolle. Europa, ſei bereit, den
Dawesplan auszuführen und werde dies auch in der
Zukunft weiter tun.
Auf die deutſche Anleihe übergehend, führte er aus,
daß die politiſchen Kreiſe Amerikas die Zeit für
ge=
kommen hielten, um die Anleihe zu zeichnen, deren
Auf=
legung man noch vor Mitte Oktober erwarte. Jede
Verzögerung der Auflegung der Anleihe
ge=
ſtalte ihre Auflegung nur ſchwieriger, zumal im
Laufe der Zeit das Publikum das Intereſſe an der Anleihe
ver=
liere. Die Vereinigten Staaten ſeien an dem
Er=
folg der Anleihe ſtark intereſſiert. Mit der
An=
leihe ſtehe und falle der ganze Dawesplan, an
welchem Amerika mit die Verantwortung trage.
*Die Sonderkonzerte des Muſikvereins.
Einführungsworte von Dr. Bodo Wolf.
Oeſer Generaldirektor der
Reichsbahn=Geſellſchaft.
Die erſie Sitzung des Verwaltungsrates.
Berlin, 27. Sept. Heute fand die erſte Sitzung des
Ver=
waltungsrates der deutſchen
Reichsbahn=
geſellſchaft ſtatt, an der die von der Reichsregierung
er=
nannten Mitglieder: Geh. Kommerzienrat Arnhold, Wirkl.
Geh. Rat Batocki, Profeſſor Blum, Kreishauptmann Buck,
Staatsfekretär Fiſcher, Dr. v. Hertel, Geh. Kommerzienrat
Kloeckner, Generaldirektor, Dr. Ott, Dr. v. Siemens
und die vom Treuhänder ernannten Mitglieder Sir W.
Ack=
worth, Staatsſekretär a. D. Bergmann, Präſident
Bian=
chini, Verwaltungsrat Jadot, Generaldirektor Margot,
Exzellenz Dr. v. Miller, Eiſenbahndirektionspräſident a. D.
Sarre und Staatsſekretär a. D. Stieler teilnahmen;
Präſi=
dent Münchmeyer war am Erſcheinen verhindert.
Im Auftrage des Organiſationskomitees der Deutſchen
Reichsbahngeſellſchaft begrüßte das Mitglied des
Organiſations=
komitees Staatsſekretär Vogt die Anweſenden und teilte die
Ernennungen mit, die von den anweſenden Ernannten ſämtlich
angenommen werden. Als Alterspräſident übernahm
Geh. Kommerzienrat Arnhold den Vorſitz der
Verſammlung, die
zum Präſidenten des Verwaltungsrates
einſtimmig Dr. v. Siemens zum erſten
Vize=
präſidenten Staatsſekretär Stieler und
zum zweiten Bizepräſidenten Herrn W.
Ackworth wählte.
Nach Erledigung weiterer geſchäftlicher Formalitäten ſchritt
man zur
Wahl des Generaldirektors.
Die Wahl fiel einſtimmig auf den Reichsverkehrsminiſter
General=
direktor des Unternehmens „Deutſche Reichsbahn” Oeſer. Der
Reichspräſident beſtätigte die Wahl. Der Satzung gemäß wählte
der Verwaltungsrat den permanenten Ausſchuß, der ſich aus
Dr. v. Siemens, Staatsſekretär Stieler, Sir Ackworth,
Staats=
ſekretär Bergmann, Staatsſekretär Fiſcher und dem Geh.
Kom=
merzeinrat Arnhold zuſammenſetzt. Die nächſte Sitzung findet
am 1. Oktober ſtatt.
lebige Freier durch Herrn Hölzlin, alles Leiſtungen von gleich
hoher Vollendung. Wenn man die wohllautenden Stimmen und
die gepflegte Kunſtfertigkeit ihrer Trägerinnen und Träger in
dieſem köſtlichen Meiſterwerk vernimmt, wird es ſo recht deutlich,
daß die einſeitige Epoche endgültig vorüber iſt, wo weniger durch
Wagners Werke, als durch ſeine Schriften Geſchmack und
Beur=
teilung alter Opern verdorben, der Begriff des Kunſtwerkes
„Oper” willkürlich verſchoben, kunſtgerechtes Singen und
Stimm=
material verroht wurden.
Die aus einem genialen Guß geformte Muſter=Aufführung
bot einen ſeltenen Genuß und ſchweißte Bühne, Publikum —
und Kritik zu einem künſtleriſchen Ganzen glücklich zuſammen.
V. HI.
Die Sonderkonzerte, welche für dieſen Winter geplant ſind, gehören
in der beabſichtigten Form nicht zur Tradition des Muſikvereins. Es iſt
deshalb am Platz, ein kurzes Wort über ihren Zweck und ihre
Bedeu=
tung zu ſagen. Sie wollen dem Neuen, Jungen und Seltenen
dienen. Und das Ziel der Förderung dieſer Kräfte rechtfertigt, glaube
ich, die Einführung der Sonderkonzerte. Selten gehörte alte Kunſt und
die junge Muſik der Gegenwart, weniger gepflegte Klangcharaktere, wie
die vierhändige Klavier= oder die Orgelmuſik, ſtarke jugendliche Talente
unter den Nachſchaffenden: ſie alle ſollen die Programme der
Sonder=
konzerte vorzugsweiſe beſtimmen. So ſtellt ſich gerade das erſt
ge=
plante Konzert als beſonders wichtig dar. Es will ein „
Einfüh=
rungskonzert des jungen nachſchaffenden Talents” ſein. Dieſe
In=
ſtitution ſoll nicht einmalig, ſondern jährlich wiederkehrend ſein, darin
liegt die Bedeutung. Starke, junge, noch unbekannte Talente ſollen wiſſen,
daß ſie im Muſikverein Gelegenheit haben, ihr Können erſtmalig vor
einer größeren Oeffentlichkeit zu zeigen. Das zweite Konzert bringt ſelten
gehörte alte Muſik. Wir ſind ſogar in der glücklichen Lage, eine
m
aufführung aus dem 18. Jahrhundert aufs
Progr=
ſetzen zu können; und mehr noch, der Meiſter, welcher „uraufgeführt”
wird, berührt ſich in ſeiner Biographie mit derjenigen — der Fran
Nat Goethe. Dem folgt kurz vor Weihnachten eine Orgelmuſik
in der Stabtkirche, ganz auf Johann Sebaſtian Bach geſtellt und von
Weihnachts=Choralvorſpielen durchzogen. Günther Ramin, Organiſt
an hiſtoriſcher Stelle, an St. Thomae in Leipzig, iſt für dieſen Abend
ge=
lvonnen. Im Januar ſoll dann die muſikaliſche Moderne
ſpre=
chen: in einem „Hindemith=Abend”, unter perſönlicher
Mitwir=
kung des Komponiſten. Die Faſtnachtszeit bringt einen heiteren Abend:
„Der Humor in der Muſik” dargetan an Werken von Wolfgang
Amade Mozart. — Der letzte Abend greift zurück auf das Konzert
des Darmſtädter Tonkünſtlerfeſtes im Juni des Jahres 1924. Zu dem
allen aber gehört nicht nur die Leitidee, nicht nur der Gedanke, der ſie
in Programmen zur Darſtellung bringt, nicht nur die Künſtler der
Aus=
führung, nicht nur die organiſatoriſche Vorbereitung: — es bedarf vor
allem des Publikums, der „mitwirkenden” Hörerſchaft!
Hof=
fen wir, daß ſie hilft an ihrem Teil, die Kräfte des Neuen, Jungen
und Seltenen zur Entfaltung zu bringen!
Keine Einigung in den Danzig=polniſchen
Eiſenbahnverhandlungen.
Danzig, 27. Sept. Nach der „Danziger Zeitung” führten
die Danzig=polniſchen Eiſenbahnverhandlungen zu keiner
Eini=
gung, da in den Hauptpunkten die Meinungen der beiden
Par=
teien weit auseinandergingen. Es ſei lediglich ein Protokoll
ausgearbeitet worden, in dem die Danziger Forderungen näher
dargelegt ſeien. Aufgabe der Sachverſtändigen des Völkerbundes
werde es jetzt ſein, daraus ein Gutachten auszuarbeiten, über
das der vom Völkerbund beſtellte Oberkommiſſar eine
Entſchei=
dung zu fällen habe.
Der Reichsarbeitsminiſter über das
Waſhingtoner Abkommen.
Berlin, 27. Sept. Die Spitzenverbände der deutſchen
Ar=
beitgeber und Arbeitnehmer wurden vom
Reichsarbeitsmini=
ſterium über die Ergebniſſe der Zuſammenkunft der deutſchen.
engliſchen, franzöſiſchen und belgiſchen Arbeitsminiſter in Bern
vertraulich unterrichtet. Bei dieſen Beſprechungen wurde auch
feſtgeſtellt, daß nach den Erklärungen des Reichsarbeitsminiſters
Brauns in Bern Deutſchland keineswegs beabſichtigt, im Falle
der Ratifizierung des Waſhingtoner Uebereinkommens die
Durch=
führung dieſes Uebereinkommens auf Grund des Artikel 14 unter
Berufung auf die Laſten der Reparationsverpflichtungen hinaus
zuſchieben, daß vielmehr die Anwendung dieſes Artikels nur
für Notlagen außerordentlicher Art in Frage kommt, die
Deutſch=
lands Lebensnotwendigkeiten gefährden, beiſpielsweiſe für den
Fall drohender Sanktionen.
Immer noch 352000 Erwerbsloſe.
Berlin, 27. Sept. Die Berichterſtattung über den
Ar=
beitsmarkt faßt vom 1. Juli bis 15. September erſtmalig
wieder das beſetzte mit dem unbeſetzten deutſchen Gebiet
zuſam=
men. Die Zahl der unterſtützten Erwerbsloſer
zeigt danach eine leichte Abnahme, nämlich von 58800
am 1. September auf 577 000 am 15. September. Dabei bleibt
aber zu berückſichtigen, daß nach den geltenden Beſtimmungen
nur ein Teil der Erwerbsloſen Unterſtützung erhält.
Eine Ausſtellung der intereſſanten
Zeichnungen
des außergewöhnlich begabten jungen Darmſtädter Künſtlers
Anton Hartmann wird zurzeit im „Hamburger Muſeum
für Kunſt und Gewerbe” durch Direktor Prof. Dr. Max
Sauer=
landt veranſtaltet. Daran anſchließend werden die Arbeiten in
der „Städtiſchen Kunſthalle Mannheim” gezeigt werden, die auch
einige Blätter für ihre Sammlung erworben hat. Die
Aner=
kennung, die der junge, vielverſprechende Künſtler bei ſolchen
maßgebenden Stellen findet, iſt ſehr erfreulich und dürfte
viel=
leicht manchem Kunſtliebhaber Veranlaſſung geben, durch
An=
kauf einer Arbeit dieſer aufſtrebenden Begabung Förderung für
die Weiterarbeit zukommen zu laſſen. Gelegenheit iſt dazu
ge=
boten, da in dieſer Woche eine Anzahl der neueſten Zeichnungen
Anton Hartmanns in der Buchhandlung Bergſtraeßer,
Rheinſtraße, zur Beſichtigung aufliegen. Der Künſtler verläßt
demnächſt auf längere Zeit Darmſtadt zu Studienzwecken. —
Zur Einführung in ſein Kunſtſchaffen iſt kurz zu bemerken, daß
hier eine ungemein ſelbſtändige Formkraft Auseinanderſetzungen
des „Ich” mit dem „Es”, des Menſchen mik ſeiner Umwelt in
kraftvoll dynamiſch bewegten Bildwerken, von einer ſeltſam
ſuggeſtiven Intenſität, Sicherheit und Beſtimmtheit der Haltung
L.
darbietet.
Bühnenchronik.
— Intendant Robert Volkner nahm für das Badiſche
Landestheater Karlsruhe das dreiaktige Schauſpiel
„Doktor Guillotin” von Ludwig Wender zur
reichs=
deutſchen Uraufführung an.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
zit
7N
10N
für
ch 9
— Die Städtiſche Kunſtgewerbeſchulle Franki
furt a. M., Neue Mainzer Straße 47, eröffnet am 1. Oktober
ds. Js. in Verbindung mit ihren Abteilungen für graphiſche
Kunſt und Buchgeſtaltung eine mit allen Hilfswerkzeugen ung
Maſchinen ausgeſtattete Fachklaſſe für modernen Bucheinband
Leitung: Meiſter der Einbandkunſt Ernſt Rehbein, Binder der
Ernſt=Ludwig=Drucke. Die Klaſſe bietet vorwärtsſtrebender
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in ihrem Beruf. Desgleichen Ausbildung von Grund auf
Sonderkurſe von 5 bis 8 Uhr. Anmeldungen im
Schule täglich von 11 bis 1 Uhr.
Zekretariat de
[ ← ][ ][ → ]Rummer 270.
Sonntag, den 28. September 1924.
Der Reichspoſtminiſter in Wien
Der Zweck ſeiner Reiſe.
Wien, 27. Sept. In einem Geſpräch mit dem Vertreter der
„Neuen Freien Preſſe” äußerte ſich Reichspoſtminiſter
Höfle über den Zweck ſeiner Reiſe nach Wien und über
wirt=
ſchaftliche und politiſche Fragen Deutſchlands: „Ich bin nach Wien
gekommen,” erklärte der Miniſter, „um u. a. die Einrichtungen der
Poſtſparkaſſe in Oeſterreich zu ſtudieren, da ich mich mit der
Frage beſchäftige, ob bei der Ausgeſtaltung der deutſchen Poſt
m Sinne der Schaffung einer ſelbſttätigen Poſtſparkaſſe das
iſterreichiſche oder belgiſche Muſter zu berückſichtigen ſein wird.
Die weitere Frage, die ich hier zur Ausſprache, evtl. zur Löſung
pringen will, iſt die Herſtellung eines beſſeren und engeren
Tele=
ohon= und Telegrammverkehrs. Wir beabſichtigen,
die für den internationalen Verkehr beſtehenden Oberleitungen
durch Kabel zu erſetzen. Es wird ſich bei den Wiener
Verhand=
ungen auch darum handeln, evtl. die Herſtellung einer
Kabel=
verbindung mit Wien zu ſichern; dieſe könnte von Berlin über
Regensburg, München laufen. Auch der Radioverkehr muß
hier einer eingehenden Erörterung unterzogen werden, zumal in
Oeſterreich mit dem 1. Oktober die geſetzliche Regelung des
Radio=
veſens in Kraft tritt. Der Funkſpruch entwickelte ſich in
Deutſch=
and, was Unterhaltungsdienſt anbelangt, ſehr gut, dagegen iſt
der Nachrichtendienſt einer weſentlichen Verbeſſerung fähig,
in=
dem er nicht nur für den Poſtverkehr, ſondern auch für den Dienſt
der Zeitungen ausgeſtaltet werden kann. Auch hier mag es ſich
mpfehlen, ein engeres Einvernehmen zwiſchen der deutſchen und
der öſterreichiſchen Poſtverwaltung herzuſtellen.
Zu der Bemerkung des Vertreters der „Neuen Freien Preſſe‟,
daß man in Oeſterreich Befürchtungen hinſichtlich zu ſtarken
An=
vachſens der deutſchen Konkurrenz auf dem induſtriellen
Bebiet hege, erklärte der Miniſter: Ich halte dieſe Befürchtungen
für übertrieben und ſie werden am beſten beſeitigt, wenn zwiſchen
Deutſchland und Oeſterreich ein neuer Handelsvertrag in
Geltung kommt, welcher den beiderſetigen Wünſchen und
Inte=
reſſen in viel beſſerer Weiſe entſpricht, als dies gegenwärtig der
Fall iſt. Ich werde aber nach meiner Rückkehr dieſe Furcht vor
der deutſchen Konkurrenz im Kabinett zur Sprache bringen, denn
wir wollen nicht nur in politiſchem, ſondern auch in
wirtſchaft=
lichem Frieden leben.
Als Miniſter für die beſetzten Gebiete Deutſchlands bin ich
für den Wiederaufbau und die Räumung ſchon durch meine
amt=
liche Stellung in höchſtem Maße intereſſiert. Gegenwärtig laufen
n Düſſeldorf und Koblenz Verhandlungen über die
Durchfüh=
rung der Räumung. Die politiſchen Gefangenen ſind größtenteils
aus der Haft befreit. Dagegen erfüllt die Rückkehr der Verbannten
disher nicht die Erwartungen, welche man auf deutſcher Seite
ge=
hegt hat und es iſt bemerkenswert, daß im altbeſetzten Gebiet die
Rückkehr viel größere Schwierigkeiten bereitet werden als im
neu=
beſetzten. Es bleibt zu hoffen, daß man in Frankreich auch in
dieſer Richtung den Wünſchen Deutſchlands Rechnung trägt,
um=
omehr, als Deutſchland beſtrebt iſt, ſeine Verpflichtungen auf
das genaueſte zu erfüllen. Die Zollgrenze iſt weggefallen,
und infolgedeſſen iſt eine ſtarke Belebung des Perſonen= und
Warenverkehrs zu verzeichnen. Solange aber die Regie die
Macht=
befugniſſe nicht an die neugeſchaffene Eiſenbahngeſellſchaft
ab=
jetreten hat, kann von einer Rückkehr zur wirtſchaftlichen Einheit
des Reiches nicht geſprochen werden. Die Räumung der Ruhr.
ſt ſchon aus dieſem Grunde wichtig, weil jeder Aufſchub neue
Be=
denken der fremden Bankiers auslöſen könnte und dies unter
Imſtänden Verzögerungen in der Flüſſigmachung der 800
Mil=
ionen=Anleihe bewirken würde,
Deutſchland iſt bemüht, allen Verpflichtungen aus dem
Lon=
ſoner Abkommen nachzukommen. Es will ſeinerſeits vollkommen
ohal handeln, muß aber auch erwarten, daß die Ententeſtaaten
dieſer Loyalität und dem deutſchen Erfüllungsbeſtreben bei ihrem
Vorgehen Rechnung tragen. Ich bin unbedingter
Anhän=
er der Erlangung von Auslandskrediten um
eden Preis, uns iſt nur mit langfriſtigen Krediten
jedient, welche nicht unmögliche Zins= und ſonſtige Leiſtungen
verlangen. Wenn Handel und Induſtrie ſich Kredite aus dem
Aus=
ande zu verſchaffen ſuchen, ohne ſich zu kümmern, wie ſie die ſich
rgebenden Laſten zukünftig tilgen wollen, ſo kann dies ſchwere
Befahren mit ſich bringen. Die Großinduſtrie wird ſich
ent=
prechende Kredite aus dem Auslande gewiß ſichern, es muß aber
uuch Voxſorge getrofſen werden, daß für mittlere und kleine
Be=
riebe geſorgt wird, wobei evtl. das Reich ſeine Mitwirkung leihen
önnte.
Das Kabinett ſprach ſich für den Eintritt
Deutſch=
ands in den Völkerbund aus, verlangte allerdings
ge=
viſſe Garantien, welche nötig ſeien, damit Deutſchland nicht
recht=
os werde. Wir können nur ſagen: Wir in Deutſchland
fununſer Möglichſtes, um dem Londoner
Abkom=
men zu entſprechen. Esiſtjetzt Sacheder anderen,
dieſen Vertrag nicht nach dem Buchſtaben,
ſon=
dern dem Geiſte nach zuerfüllen.”
Die deutſch=franzöſiſchen Wirt= Macdonald inderVerteidigung.
ſchaftsverhandlungen.
Die deutſche Oeſegstion.
Berlin, 27. Sept. Die deutſche Delegation für die
deutſch=franzöſiſchen Wirtſchaftsverhandlungen
ſetzt ſich wie folgt zuſammen: Leiter und bevollmächtigter Delegierter
Dr. Trendelenburg, Staatsſekretär im
Reichswirtſchaftsminiſte=
rium Weitere Delegierte ſind: Regierungspräſident a. D. Freiherr
v. Dalwigk z.u Lichtenfels, Generalſachverſtändiger für
land=
wirtſchaftliche Fragen, Geſandtſchaftsrat Doehle bei der deutſchen
Botſchaft in Paris, Miniſterialrat Ernſt vom Reichsfinanzminiſterium
Geh. Regierungsrat und Miniſterialrat Fellinger als Vertreter
Preußens, Miniſterialdirektor Dr. Hoffmann vom Reichsminiſterium
für Ernährung und Landwirtſchaft, Miniſterialrat Dr.
Scheffel=
meier als Vertreter Badens, Miniſterialrat Seiboth als Vertreter
Bayerns, Staatsſekretär z. D. Dr. v. Simſon als
Generalſachverſtän=
diger für induſtrielle Fragen und Dr. Woermann,
Legationsſekre=
tär im Auswärtigen Amt, der zugleich die Geſchäfte eines Sekretärs der
Delegation vertritt. Staatsſekretär Dr. Trendelenburg iſt ferner noch
zugeteilt: Dr. v. Selzam vom Auswärtigen Amt.
Die Zuſammenſetzung der franzöſiſchen Oelegation.
Paris, 27. Sept. (Wolff.) Die franzöſiſche
Delega=
tion, die die Handelsvertragsverhandlungen mit Deutſchland führen
wird, ſetzt ſich wie folgt zuſammen: Präſident: Handelsminiſter
Rey=
naldy, ferner Unteraſſiſtent des Miniſterialdirektors im „
Handels=
miniſterium Serruys, Miniſterialdirektor Seydoux als Vertreter
des Miniſteriums für Auswärtige Angelegenheiten, Kabinettchef
Buiſ=
ſon als Vertreter des Finanzminiſteriums, Miniſterialdirektor
Guil=
laume als Vertreter des Miniſteriums für öffentliche Arbeiten
Mi=
niſterialdirektor Leſag als Vertreter des Miniſteriums für
Landwirt=
ſchaft und Miniſterialdirektor Piquenard als Vertreter des
Arbeits=
miniſteriums. Dieſer Delegation werden mehrere Sachverſtändige für
die hauptſächlich in Frage kommenden Induſtriezweige beigegeben werden.
Der franzöſiſchen Delegation, die die Verhandlungen über den
Ab=
ſchluß eines Handelsvertrages mit Deutſchland führen ſoll, ſind
Sach=
verſtändige zugeteilt, die folgende Induſtriezweige vertreten:
Baum=
wolle, Wolle, Seide, Spitzen, Chemikalien und Farben, Wein, Kognak,
elektriſche Produkte, Automobile, Glaswaren, Metallurgie,
Fein=
mechanik, Bergwerksinduſtrie, ſowie ferner ein Vertreter der
Schiffs=
reeder und ein Vertreter der Handelskammer von Straßburg.
Die Unterbrechung der deutſch=engliſchen
Wirtſchaftsverhandlungen.
London, 27. Sept. (Wolff.) „Daily Telegraph” ſchreibt,
die Unterbrechung der deutſch=engliſchen
Wirtſchafts=
verhandlungen ſei inſofern nicht bedauerlich, als die
nun=
mehr in Betracht kommenden induſtriellen Intereſſenten
Eng=
lands bei der Erſetzung desbisherigen engliſchen
Vertragsent=
wurfs, der ſich nicht durch konſtruktive Gedanken auszeichne, durch
einen neuen, für die Verteidigung des britiſchen Handels
geeig=
neten Entwurf mitwirken könnten. Die engliſchen Induſtriellen
würden bei der von England verlangten
Meiſtbegünſtigungs=
klauſel durch die Verſtopfung aller Schlupflöcher, die dieſe Klauſel
ermögliche, beſonders wertvolle Dienſte leiſten können. Das Blatt
hebt als Beiſpiel hervor, daß England zweifellos die
Meiſt=
begünſtigung für allen in England erzeugten Alkohol
verlangen werde, ſelbſt wenn Deutſchland, um ſeinen
Verpflich=
tungen zu entgehen, beſondere Ausdrücke, wie z. B. „Cognak”,
in ſeinen Verträgen mit Frankreich gebrauche.
Die britiſche nationale
Fabrikantenbereini=
gung hat in der Frage des geplanten
Handelsabkom=
mens mit Deutſchland ein Schreiben an den
Pre=
mierminiſter gerichtet, in dem die Hoffnung ausgedrückt
wird, daß die britiſche Induſtrie bei jedem Stadium der
Verhandlungen zu Rate gezogen wird.
Genfer Befürchtungen über die Abrüſtungskonferenz.
London, 27. Sept. (Wolff.) „Daily Telegraph” meldet
aus Genf, es werde jetzt befürchtet, daß, wenn Deutſchland und
Rußland es ablehnen ſollten, an der Abrüſtungskonferenz
teil=
zunehmen, die unter den Anſpizien des Völkerbundes im nächſten
Juni ſtattfindet, die ganze Konferenz ſabotiert werde. In
Völ=
kerbundskreiſen ſei man der Anſicht geweſen, daß, wenn
Deutſch=
land dem Völkerbund in dieſem Jahre beitrete, die Erwartung
gerechtfertigt ſei, daß Amerika nicht nur an der
Abrüſtungskon=
ferenz teilnehmen werde, ſondern auch an dem vorbereitenden
Ausſchuß der Konferenz. Ohne Deutſchland als Mitglied des
Völkerbundes werde Waſhington vielleicht nicht geneigt ſein, an
der Konferenz teilzunehmen.
Nufet
*Vom kommenden Farbenfilm.
Man erinnert ſich: Bald nach der Entdeckung der
Kinemato=
graphie, dieſer bewundernswerten Erfindung unſeres
Jahrhun=
derts, tauchten auch bereits die erſten Verſuche auf, das
Schwarz=
weiß=Bild in Farben zu geben. Die Firma Gaumont in
Pa=
ris hatte ſolche Filme gemacht, die gewiß als Neuheit Aufſehen
erregten, aber doch nur verfrühte Laboratoriumsexperimente
waren. Es wirkte reichlich komiſch, wenn alle Menſchen und alle
Gegenſtände im Film mit bunten Rändern oder gar in bunten
Flecken über die Leinwand huſchten und von dieſen
unzertrenn=
lichen Begleitern durch drei Akte verfolgt wurden. Dann kam
eine große Pauſe des Schweigens. Man experimentierte im
Stil=
len. Bis in den letzten Jahren immer häufiger die Nachricht in
die Welt hinausgerufen wurde: „Der Film in Naturfarben iſt
entdeckt!“
Bald kam dieſer Jubelruf aus Amerika, dem Kontinent, der
ſchon ein Privileg für filmtechniſche Entdeckungen erworben hat,
bald aus der Schweiz, wo die Brüder Pilny in Genf die
Ent=
decker ſein wollten. Dann erſchien ein Wiener, der Doktor
Hna=
tek, und führte wirklich einen Farbenfilm vor, — zur
Ent=
täuſchung der Fachleute, die das Ergebnis als praktiſch
undurch=
führbar und vielfach mangelhaft ablehnten. Die Kinohäuſer
aber ſcheinen jetzt einen unwiderſtehlichen Drang zur Farbe zu
fühlen. Sie ſtellen neuerdings nicht nur Schwarzweiß=
Photo=
graphien aus ihren Filmen in die Schaukäſten, ſondern färben ſie
bunt, um die Attraktion zu erhöhen. Nur wurde durch dieſe
reich=
lich kitſchige Aufmachung der Film ſelbſt noch lange nicht farbig.
Eine Filmgeſellſchaft kam ſchließlich, ſozuſagen in der
Verzweif=
lung, immer noch nichts Neues gefunden zu haben,, auf die Idee,
einen ganzen 2000=Meter=Film mit der Hand kolorieren zu laſſen.
Dieſe koſtſpielige Malerei auf zwei Kilometer hat den Leuten, die
ſie geſehen haben, gefallen. Es war einmal etwas anderes, nur
leider kein Naturfarbenfilm.
In dieſen Tagen hat ein großes Berliner Lichtſpieltheater
einen „Naturfarbenfilm” der „Technikolor=Metro=Pictures”
in New York herausgebracht. Dieſer, übrigens mit zarter Hand
gemachte Film „Lotosblume”, die Geſchichte einer Madame
Butterfly, in japaniſchem Milieu aufgenommen, nennt ſich —
wie die Mehrzahl der früheren — den erſten echten
Naturfarben=
film. Gleichzeitig wird bereits geſagt, die Herſtellung ſei ſo teuer
geweſen, daß ein zweiter Film nach dieſem Verfahren nicht
ge=
macht werden könne. (Es bleibe dahingeſtellt, ob dieſe
Behaup=
tung nicht etwa auch ein Reklametrick ſein ſoll!) Bei der „
Lotos=
blume” iſt es in der Tat gelungen, den farbigen Saum, die
ſoge=
nannten Paralleaxe, zu vermeiden. Die Bilder ſind nicht ohne
Reiz auch für den äſthetiſch empfindlicheren Betrachter, ſie
über=
raſchen das farbenungewohnte Auge des Kinobeſuchers. Die
zarte Tönung der japaniſchen Welt kommt in gewiſſen Valeurs,
beſonders im Rofa von Blüten, im Terrakotta eines Teeſervices,
im Braun der Felſen am Meer, aber auch im Lichtgrün eines
Ge=
wandes ausgezeichnet zur Wirkung. Wer ſchärfer zuſieht, bemerkt
daneben manche Unnatürlichkeit; der Himmel iſt niemals blau,
ſondern grün, das Laub der Bäume iſt fahlgrün, faſt bräunlich,
und dergleichen. Das Ganze wirkt, weil es keine
Farbenüber=
gänge, keine Miſchtöne hat, mehr bunt als farbig und gar
naturfarbig.
Die Schwäche dieſes Verfahrens liegt offenbar darin, daß
hier nur zwei Farben: rot und grün benutzt wurden.
Soweit das Geheimnis der Herſtellung erhellt worden iſt, beſteht
es darin, daß auf zwei Filmbändern durch zwei Filter in jenen
Farben belichtet wurde. Darauf hat man jede Schicht mit roter
und grüner Farbe eingefärbt und die Filmbänder
übereinander=
geklebt.
In Fachkreiſen hat ſich nun in letzter Zeit ein Verfahren
Anhänger geſchaffen, deſſen Ergebniſſe demnächſt auch der
Oef=
fentlichkeit vorgeführt werden ſollen. Der Erfinder iſt der
Ber=
liner Ingenieur Ludwig Horſt, der ſeit vielen Jahren mit
lei=
denſchaftlichem Entdeckerdrange an ſeinem Unternehmen arbeitet.
Sein Verfahren, von Sachverſtändigen als „die ideale Löſung”
geprieſen, ſtützt ſich auf drei Grundfarben: rot, grün und
blau (im Gegenſatz zu dem Zweifarbenſyſtem der „Lotosblume‟
und anderen Verfahren). Durch drei Objektive mit je einem
Far=
benfilter davor wird gleichzeitig aufgenommen, und zwar genau
gleichzeitig, ſo daß auf dem Filmbande übereinander drei
Bild=
chen bei jeder Belichtung entſtehen, das durch den roten, das
durch den grünen, das durch den blauen Filter hindurchgegangene
Bild. Die Eleichzeitigkeit der Aufnahme, die früher niemals
abſolut genau ſich vollzog, wird durch die Anbringung eines
Spie=
gels ermöglicht. Dieſer wirft die vom Objekt einfallenden
Licht=
ſtrahlen durch drei kleinere, lichtdurchläſſig verſilberte Spiegel
hindurch. Infolgedeſſen fällt die Parallaxe, die Verſchiebung der
Umriſſe des aufgenommenen Objektes, ganz fort. Der Rohfilm
iſt vor der Aufnahme durch ein Bad in Aethylrot
farbenempfind=
lich gemacht worden. Von dem Negativfilm kann ebenſo oft
kopiert werden wie von jedem gewöhnlichen Schwarzweiß=Film;
er unterſcheiidet ſich von dieſem naturgemäß durch ſeine dreifache
Länge. Bei der Vorführung im Projektionsapparat werden die
drei Bildchen im Winkel gleichzeitig auf die Leinwand geworfen,
ſo daß ſie ſich hier mit abſoluter Genauigkeit decken, auch bei
ſchnellſter Bewegung. Es braucht kaum geſagt zu werden, daß
wieder die drei Filter rot, grün, blau vorher paſſiert werden.
Die praktiſche Auswertung dieſes Verfahrens, das hier nur
grob ſkizziert werden konnte, erſcheint dadurch leicht möglich, daß
der mit wenigen Handgriffen einzubauende Apparat für die
Vor=
führung, ohne große Koſten (etwa 400 Mark) erworben
Seite 3.
Eine Rechtfertigung ſeiner Politik.
London, 27. Sept. (Europapreß.) Ramſey Macdonald hat
heute nachmittag im Hippodrom von Derby eine längere Rede
gehalten. Er erklärte: Allen jenen, die glauben, wir würden das
Land ruinieren, haben wir bewieſen, daß dies nicht der Fall iſt.
Vielmehr haben wir eine große Zahl von Aufgaben gelöſt, welche
die früheren Regierungen in der Schwebe gelaſſen hatten. Hätten
uns unſere Gegner unterſtützt, ſo wären wir mehr zu leiſten
im=
ſtande geweſen. Hierauf folgte ein Appell an alle politiſchen
Par=
teien, bei der Abgrenzung zwiſchen Ulſter und dem iriſchen
Frei=
ſtaat mitzuwirken, um wenigſtens in dieſem Falle einig zu ſein.
Ulſter habe gewiß ebenſoviel Recht auf Berückſichtigung wie
Ir=
land.
Zum Völkerbund übergehend, ſagte er, Militarismus und
Gewalt haben niemals eine Sicherung gebracht, und die größten
Schwierigkeiten in Genf waren in der Sicherheitsfrage zu
ver=
zeichnen. Was wir jetzt zu tun haben, iſt, den Krieg auf ewig zu
verbannen. Die gegenwärtigen Regierungen haben keinen
au=
deren Wunſch, als ſtändig im Frieden zu regieren. Die engliſche
Preſſe wirft uns vor, die Kriegsflotte dem Völkerbund unterſtellt
zu haben. Aber das iſt nicht wahr.
Der engliſch=ruſſiſche Vertrag bildet die zweite Station der
Arbeiterpolitik auf dem Weg zum Frieden. Man nennt mich den
Bolſchewiſten, weil ich mit dieſem Lande Frieden haben will.
Würde man mich auch den Mohamedaner nennen, wenn ich mit
der Türkei den Frieden abgeſchloſſen hätte? Sicherlich verlangt
das Land mit Recht Aufklärung über dieſen Vertrag. Aber unſere
politiſchen Feinde tun alles, uns dieſe Aufklärungen zu
erſchwe=
ren, und den Abſchluß eines aufrichtigen Friedens zwiſchen
Eng=
land und Rußland zu hintertreiben. Die Engländer ſind ſich
wohl nicht bewußt, daß wir durch dieſen Vertrag Rußland
ge=
genüber in das Verhältnis der Meiſtbegünſtigung gelangen, und
daß wir ſehr vorteilhafte Konzeſſionen erlangen, welche offenbar
in ihrem Wert verkennt werden, und endlich haben wir von der
ruſſiſchen Regierung erreicht, daß die ruſſiſche Propaganda
inner=
halb der engliſchen Grenzen unterbleiben wird. Im Prinzip
wurde auch die Entſchädigung der engliſchen Gläubiger
aner=
kannt. Unverzüglich werden Kommiſſionen feſtſtellen, was an
privaten Schulden engliſchen Staatsbürgern geſchuldet wird. Die
ſchwierigſte Belaſtung aller Verſuche, mit Rußland einen
Ver=
trag abzuſchließen, muß in der Erbſchaft Lloyd Georges erblickt
werden, welcher Rußland ſtets angeriffen hat. Endlich iſt noch
zu ſagen, daß wir Rußland keine Garantien gewähren. Wir
ga=
rantieren nur eine Anleihe, was nicht dasſelbe iſt. Es handelt
ſich nicht um 100 Millionen Pfund Sterling, ſondern kaum um
ein Drittel dieſer Summe. Aber die Zahl 100 hat Lloyd George
auf dem Gewiſſen. Wie dem auch ſei, den Frieden in Europa
können wir nicht erhalten, wenn Rußland abſeits gehalten wird,
und dies iſt der entſcheidende Grund, welcher uns zur
Unterzeich=
nung des Vertrages veranlaßt hat, den zu ratifizieren das
Par=
lament berufen iſt.
Bei dieſer Gelegenheit bemerke ich, daß viele Leute von
all=
gemeinen Wahlen ſprechen. Dieſe Leute ſcheinen von dieſer
An=
gelegenheit mehr zu wiſſen als ich. Ich bin viel mehr daran
in=
tereſſiert, meine gegenwärtige Arbeit zu leiſten, als eine Reihe
von politiſchen Reden in Ausſicht zu nehmen. Zum Schluß folgte
eine unverſchleierte Drohung an die Oppoſition.
Eine Erklärung Japans zum Genfer Protokoll.
TU Genf, 27. Sept. Die japaniſche Delegation gibt
fol=
gende Stellungnahme der offiziöſen Zeitung „Oſuki Aſahi”
be=
kannt: Die Zeitung ſchreibt am 23. September über das Genfer
Protokoll: Wir loben den Geiſt, der die Verhandlungen geleitet
hat. Wir fragen uns aber, ob er zu einem guten Reſultat führen
wird. Die vorgeſehenen Maßnahmen werden ſicherlich nur in
dem Falle angewendet werden, wenn ein kleiner Staat der
An=
greifer iſt. Sie werden den Großmächten gegenüber nie zur
Anwendung kommen, beſonders nicht gegenüber England und
den Vereinigten Staaten. Außerdem iſt die Annahme des
Pro=
tokolls durch Deutſchland, Rußland und die Vereinigten Staaten
noch zweifelhaft, und die Ratifikation durch England iſt durchaus
noch nicht ſicher. Wir brauchen uns deshalb mit unſerer
Stellung=
nahme nicht zu beeilen, um ſo weniger, da auch Staaten, die nicht
unterzeichnet haben, an der Abrüſtungskonferenz teilnehmen
können.
Japan gegen die ſchiedsgerichtlichen Klauſeln.
Paris, 27. Sept. (Wolff.) Der Sonderberichterſtatter der
Havas=
agentur in Genf meldet ofiziös, daß Verhandlungen mit der japaniſchen
Delegation ſeitens der erſten Kommiſſion geführt würden, um eine
Ver=
ſtändigungsgrundlage zu finden, damit Japan ſeine Vorbehalte über
ge=
wiſſe vorgeſehene ſchiedsgerichtliche Klauſeln aufgebe. In japaniſchen
Kreiſen der Völkerbundsverſammlung verſichert man, Japan werde bei
der Schlußabſtimmung über das Protokoll ſich der Stimme enthalten.
werden kann. Die Herſtellung von Filmen iſt allerdings
vorläu=
fig noch in den Händen des Erfinders.
Die Proben, die dieſer Tage einem kleinen Kreiſe von
Inter=
eſſenten in der Filmoberprüfſtelle Berlin gezeigt wurden,
be=
ſchränkten ſich leider nur auf wenige Innenaufnahmen: junge
Eheleute beim Morgenfrühſtück, ein Obſtſtilleben mit Kriſtall,
Woll= und Seidenſtoffe, eine alte Geige u. a. Wichtig wäre
ge=
tpeſen, dazu auch Bewegungsaufnahmen in freier Natur kennen
zu lernen. Soweit das Geſehene ein Urteil zuläßt, darf geſagt
werden, daß dieſe Aufnahmen die naturähnlichſten unter den
bis=
herigen Farbenfilmen ſind (ſoweit ich ſie kenne). Sie ſind vor
allem nicht mehr nur bunt, ſondern ſchon farbig. Erſtaunlich, wie
das Braunrot der Geige, das ſpiegelnde Kriſtall, das ſchattierte
Blondhaar der Frau, überhaupt das Plaſtiſche herauskommt!
Trotzdem muß ich bekennen, daß der Eindruck des Farbgedruckten,
jenes Blanke, Glatte des Drucks auch nach dieſen Aufnahmen
bleibt. Bei aller Anerkennung des großen techniſchen Fortſchrittes
in dieſem Verfahren, — auch hier iſt ein ungelöſter, vielleicht
überhaupt techniſch nicht zu löſender Reſt. Bedenkt man, welch
ein unfaßbarer Unterſchied noch zwiſchen dem gemalten
Natur=
bilde eines Malergenies und der Natur ſelbſt beſteht — eine
Kluft, die nur durch die Auslöſung des gleichen Gefühls im
Be=
trachter überbrückt wird —, ſo wird erſt recht der Abſtand
zwi=
ſchen Natur und techniſcher Reproduktion offenbar. Die Technik
kann und wird immer weiter verfeinert werden, ſie wird
beſten=
falls den Eindruck des Natürlichen erwecken, nicht aber den
Ein=
druck der Natur. Dies muß einmal prinzipiell geſagt werden.
Für die Entwicklung des Films öffnet ſich nun der große
Kampf: Schwarzweiß=Film gegen Farbenfilm. Jener hat den
Vorzug der Erfahrung von Jahren intenſiver Arbeit, die ihn zu
künſtleriſchem Niveau der photographiſchen Technik
empor=
getrieben haben. Dieſer, der Farbenfilm, ſteht am erſten Anfang.
Aber es hat den Reiz des Neuen und die Stoßkraft des
Be=
ginnenden.
D:. Erich Marcus.
* Ein Mordprozeß bei Mitternachtsſonne. Eine eigenartige
Gerichtsverhandlung fand, wie aus Ottawa berichtet wird, an
der Küſte des Polarmeeres ſtatt, während der Schein der
Mitter=
nachtsſonne die nächtliche Sitzung ſo hell machte, wie bei uns um
die Mittagszeit. Der Angeklagte war ein Eskimo namens
Ika=
lupiak, und zwar wurk; er beſchuldigt, einem anderen Eskimo
Hawougach ermordet zu haben. Die Richter hatten eine Reiſe
von 3000 Kilometer nordwärts von Edmonton in Alberta zu
machen, nachdem ihnen im Anguſt das Verbrechen gemeldet
wor=
den war. Die Sitzung fand an Bord eines Schiffes an der
Mün=
dung des Mackenzie=Fluſſes ſtatt. Nachdem der Angeklagte und
einige Zeugen verhört worden waren, wurde das Urteil dahin
gefällt, daß Ikalupiak wegen Totſchlags zu 5 Jahren Gefängnis
verurteilt wurde.
Seite 4.
Sonntag, den 28. September 1924.
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Familie Anton Bong u. Enkel.
Darmſtadt, 26. Sept. 1924.
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tet, dass er wohl kaum mehr einer
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führung durch uns bedarf. Seine Fähigkeit,
das Leben anderer zu deuten, einerlei wie
weit entfernt sie
auch von ihm
woh-
nen mögen, soll
an das
Wunder-
bare grenzen.
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Astrolo-
gen von
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denen
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täten undAnsehen
in der ganzen Welt
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Meister und folgen K
in seinen
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wo Sie Erfolge haben können, und erwähnt
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Ihres Lebens
Seine Beschreibung vergangener,
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wärtiger und zukünftiger Ereignisse wird
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Astro-
loge, Ober Neuadern, sagt:
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der Wahrheit entsprechend Sie sind ein
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habe ich seine planetarischen
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man
Offene Beine verl.
aufkl. Schriftſatz 20. O
j=Lungen=,
Nerven= Nierens,
Leberleiden in ſchwer.
Fäll. konnte nochhelf.
Verlg. Sie mein Rat
Briefl. 1 ℳ. Perſ. Sprech.
9—1, 3—5. Homöop
Inſt. Stoll, Jugenheim,
Bergſtraße, (10098a
Sport und Faßpfege.
3.
Was nützt da alles Trainieren. Hühneraugen kann man nicht
tral-
nieren und wenn der Fuß schwitzt, 30 brennt er. Man könnte dann eher
mit Lumpenmanns Schindmähre den großen Preis von Karlshorst
ge=
winnen, als in solcher Form einen Trostpreis des Sportklubs .Blerherzen”,
Da hilft weiter gar nichts, als fleißige Anwendung von Sanitätsrat D
med. Campe’s Kukirol-Fußbad, denn es stählt die Muskeln, Sehnen und
Nerven des Fußes, verhütet Schwitzen, Brennen und Wundlaufen und
wird darum in Sportkreisen hoch geschätzt. Besonders verhütet ein heißes
len nächtlichen Waden- und Zehen-
Kukirol-Fußbad auch die d
krämpfe nach größeren Anstrengungen.
Um jedermann von der Wichtigkeit der bisher sehr vernachlässigten
Fußpflege für das Wohlbefinden zu überzeugen, bringt jetzt die Kukirol-
Fabrik eine neue Packung heraus, die
nur 30 Pfennig kostet.
Kaufen Sie sofort eine und versuchen Sie es, Ste werden dann
zu=
geben, daß selbst nach langen Märschen oder tagelangem Stelten Sie noch
nie s0 frisch und munter waren, wie nach einem Kukirol-Fußbade.
Die Hühneraugen und Hautschwielen sind in wenigen Tagen sehr
leicht zu entfernen, ohne Schnelden und Blutvergiftung, olzne
Entzün=
dung und Schmerzen, durch das millionenfach bewährte, ärztlich
an=
erkannte, echte Kukirol-Hühneraugen-Pilaster, Ihre
Be-
kannten werden es Ihnen bestätigen. Sanitätsrat Dr. med.
Campe’s Kukirol-Fußbad (Packung 30 und 50 Pfennig
K
A
und Kukirol-Hühneraugen-Pflaster (Schachtel 75 Pfennig
erhalten Sle nur in Apotheken und wirklichen
Fachi-
drogerien. Achten Sie aber darauf, daß Sie die echten
A
Kukirol-Präparate erhalten. Sie sind kenntlich an der
Schutzmarke: „Hahnenkopf mit Fuß‟.
(Lr
Huxrol-Fahrik Groß-Salze hei Hagdehurg
Nummer 230.
Sonutag, den 28. September 1924,
Seite 5.
Nec
A
P
2r
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 28. September.
Jugendherbergstage.
Im Feſtſaal des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums nahmen geſtern abend
um 6 und 8 Uhr die „Jugendherbergs=Werbetage” ihren Anfang. Die
Jugend, die ſelbſt zahlreich erſchienen war, kann zufrieden ſein mit dem
Auftakt zu ihrem erſten Werbetag. Die Feſtfolge war eine hervorragend
gut ausgewählte Reihe von muſikaliſchen Darbietungen, die als Nahmen
zu dem mittelalterlichen Spiel „Der Ackersmann und der Tod” in den
Tönen die Gefühle und Stimmungen der Handlung ergänzten. Als
Ein=
leitung wurde „Air” (von J. Mattheſon, 1681—1764) auf Klavier und
Violine vorgetragen, dem ſich die zweite Sonate von Händel (1685—1759)
anſchloß. Dann folgte als Einleitung des eigentlichen Spiels ein Lied
„Es iſt ein Schnitter, der heißt Tod‟. Die muſikaliſchen und
geſang=
lichen Leiſtungen zeigten eine ausgeprägt künſtleriſche Technik; leider
müſſen wir uns verſagen, die Namen der Künſtler, die Mitglieder der
Mainzer Spielgrupe ſind, hier anzuführen. Das nun folgende
mittel=
alterliche Spiel „Der Ackersmann und der Tod” von Joh. von Saaz
(1400) war ſowohl in Mimik als auch in Form des Vortrags eine
Lei=
ſtung, die weit den Durchſchnitt des Dilettantenhaften übertraf. Herr
S. Kraus und G. Sauermann, beide Angehörige der Mainzer
Spiel=
gruppe, haben durch die Lebendigkeit ihres Spiels die Anweſenden
ſo zu feſſeln gewußt, daß alle Zuhörer von der tiefen Wahrheit des
Dialogs zwiſchen Tod und Menſchen durchdrungen waren. Die
All=
gewalt des Todes raubt wahllos jedes Geſchöpf, ob in der Blüte der
Jahre oder im Alter, — ein Naſen der verlaſſenen Angehörigen, das
ſich immer austobt, um dann einzuſehen, daß gegen den Willen Gottes
nichts zu ändern iſt und ſeiner ergebenen Reſignation ein Gebet
Aus=
druck verleiht. Dies die Grundzüge des Spiels: Der Ackersmann, der
ſein Liebſtes, ſein junges Weib, verloren hat, raſt, läſtert und klagt den
Tod an, der die ewige Wahrheit von dem Werden und Vergehenmüſſen
alles Irdiſchen dem unglücklich Trauernden vergebens klar machen will,
bis er durch die Stimme Gottes zur Ergebenheit und ſtiller Einſicht und
zu einem Gebet geführt wird. Die abſchließende „Sarabande” von Joh.
Seb. Bach reihte ſich ebenbürtig den vorhergegangenen Darbietungen
an und gab einen harmoniſchen Abſchluß. — Die Fülle der
Darbietun=
gen, ihre Gediegenheit und Güte und der wirklich gute Zweck dieſer
Jugendbewegung laſſen hoffen, daß die für heute (Sonntag) geplante
Veranſtaltung der „Deutſchen Jugendherberge”, Ortsgruppe Darmſtadt,
ebenſo harmoniſch verlaufen werde, wie der geſtrige Abend, und auch
mit dem gewünſchten finanziellen Erfolg abſchließen möge, damit die
Deutſche Jugendherberge immer mehr das werde, was ſie ſein will;
Allgemeingut und ein Allgemeinwerk zur Einigung und Geſundung des
geſamten deutſchen Volkes!
— Ernannt wurden: am 18. September 1924 der Oberförſter Friedr.
Kindhäuſer zu Groß=Umſtadt zum Forſtmeiſter der Oberförſterei
Jägersburg und der Oberförſter Otto Zimmer zu Lauterbach zum
Forſtmeiſter der Oberförſterei Grebenau — beide vom 1. Oktober
1924 ab.
— Verſetzung in den Ruheſtand. Auf Grund des Geſetzes zur
Her=
abminderung des öffentlichen Perſonalaufwands vom 19. Dezember 1923
tritt der Verwaltungsoberſekretär Auguſt Heinz bei der Heſſiſcher
Hauptfürſorgeſtelle der Kriegsbeſchädigten= und
Kriegshinterbliebenen=
fürſorge zu Darmſtadt in den einſtweiligen Ruheſtand mit Wirkung vom
1. Nowember 1924 an; der Verwaltungsoberſekretär Johann Müller
bei der Heſſiſchen Hauptfürſorgeſtelle der Kriegsbeſchädigten= und
Kriegs=
hinterbliebenenfürſorge zu Darmſtdat in den einſtweiligen Ruheſtand mit
Wirkung vom 1. November 1924 an.
Erledigt iſt: eine Lehrerſtelle für einen katholiſchen Lehrer an der
Volksſchule zu Nieder=Roden, Kreis Dieburg. Dienſtwohnung
für einen verheirateten Lehrer iſt vorhanden und wird demnächſt frei;
eine Lehrerſtelle für einen katholiſchen Lehrer an der Volksſchule in
Offſtein, Kreis Worms. Dienſtwohnung iſt vorhanden; eine
Lehrer=
ſtelle für eine evangeliſche Lehrerin an der Volksſchule in
Heppen=
heim a. d. W., Kreis Worms. Dienſtwohnung iſt vorhanden; eine
Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer an der Volksſchule zu
Nölsheim, Kreis Worms. Dienſtwohnung iſt vorhanden; eine
Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer an der Volksſchule zu
Monzernheim, Kreis Worms. Dienſtwohnung iſt vorhanden; eine
Lehrerſtelle für einen katholiſchen Lehrer an der Volksſchule in
Dorn=
diel, Kreis Dieburg. Eine ſchöne Dienſtwohnung für
einen verheirateten Lehrer iſt vorhanden; eine Lehrerſtelle für einen
evangeliſchen Lehrer an der Volksſchule zu Eudorf, Kreis Alsfeld
Dienſtwohnung iſt vorhanden, aber zur Zeit noch nicht frei; eine
Lehrer=
ſtelle für einen katholiſchen Lehrer an der Volksſchule in Zornheim
Kreis Mainz. Dienſtwohnung iſt vorhanden; eine Lehrerſtelle für einen
katholiſchen Lehrer an der Volksſchule in Budenheim, Kreis Mainz.
Dienſtwohnung für einen verheirateten Lehrer iſt vorhanden. Mit der
Stelle war ſeither Organiſtendienſt verbunden; zwei Schulſtellen für
zwei katholiſche Lehrer an der Volksſchule in Bretzenheim, Kreis
Mainz. Eine Dienſtwohnung für einen verheirateten Lehrer iſt
vor=
handen und vorausſichtlich bald beziehbar.
Es iſt beabſichtigt, bei dem Amtsgericht Darmſtadt I einen weiteren
(dritten) Gerichtsvollzieher anzuſtellen. Bewerbungen ſind bis zum
10. Oktober d. J. bei dem Juſtizminiſterium einzureichen.
—Kupferſtichkabinett des Landesmuſeums. Häufige Nachfragen
ver=
anlaſſen uns, wiederholt bekannt zu geben, daß der Studienraum
des Kupferſtichkabinetts Mittwochs von 11—1 und 3—5 Uhr,
Frei=
tags von 11—1 Uhr geöffnet iſt. Zu dieſen Zeiten findet an jeden
Intereſſierten die Herausgabe der in den Schränken gelagerten Mappen
Stiche, Zeichnungen uſw.) ſtatt. Auskünfte erteilt der anweſende Beamte.
Die Ausſtellungen des Kupferſtichkabinetts dagegen ſind ſtets
gleich=
zeitig mit den übrigen Sammlungen des Muſeums zugänglich.
Heſſiſches Landestheater. Nach der Erſtaufführung von
Bar=
lachs Stück „Die echten Sedemunds”, die vorausſichtlich am Dienstag,
den 7. Oktober, ſtattfinden wird, folgt als nächſte Neueinſtudierung im
Schauſpiel Guſtav Freytags „Journaliſten”. — Heinrich
Schlus=
nus, der berühmte Bariton der Berliner Staatsoper, wurde von der
Generaldirektion des Heſſiſchen Landestheaters für ein Gaſtſpiel im
Laufe des Januar verpflichtet.
— Die Freie Literariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft hat ſeit
Veröffent=
lichung ihres Winterprogramms einen überaus ſtarken Zuwachs an
Mitgliedern zu verzeichnen. Die ausgezeichnete Auswahl der
bevor=
ſtehenden Veranſtaltungen — Gaſtſpiel der Bayeriſchen
Landes=
bühne mit Luſtſpielen von Ludwig Thoma, die Lautengeſänge von
Kothe und Lies Engelhard, Wilma Mönckebergs Märchen,
die Vortragsabende von Wilhelm Michel und Bert Brecht, das
moderne Kabarett mit Ringelnetz, das Münchener
Marionet=
ten=Theater u. a. — bieten ſo reiche und abwechſelungsvolle Ge
nüſſe, daß der ſtarke Andrang erklärlich iſt, zumal da der
Mitglieds=
beitrag von ſechs Mark für acht Abende äußerſt gering iſt. Die
Mit=
glieder werden gebeten, ihre Karten baldigſt bei der Buchhandlung A.
Bergſträßer abzuholen, da ſonſt anderweitig über die Plätze verfügt
wird. Daſelbſt werden auch Nenanmeldungen entgegengenommen.
— Heſſiſche Bilderbühne. Es iſt der Leitung der Bilderbühne
ge=
lungen, den Film, der anläßlich des Baues und der Probefahrten des
Amerika=Zeppelins aufgenommen worden iſt, ſich für Darmſtadt zu
ſichern. Der Film wird erſcheinen, ſofort wie auch der letzte Teil, der
die Ueberfahrt über den Ozean behandelt, herausgekommen iſt. Wir
machen ſchon jetzt auf die vorzügliche Gelegenheit aufmerkſam, dieſes
gewaltige techniſche Gebilde in ſeinen verſchiedenen Entſtehungsſtadien
im Film ſehen zu können. — Ferner weiſen wir auf den Beſuch des
hochintereſſanten bielogiſchen Filmvortrags von Herrn Dr. Klaus
Hoff=
man, hier, über „Das Werden der Menſchheit” hin. Der
Vor=
trag findet am 29. und 30. d. M., und zwar abends 8 Uhr, alſo nur in
zwei Vorſtellungen, ſtatt. Der Vorverkauf hat bereits lebhaft am
Ver=
kehrsbureau und in der Volkshockſchule eingeſetzt. Es empfiehlt ſich, die
beiden Termine nicht zu verfehlen. Unſere Filmmieter bitten wir, am
Montag, den 29. d. M., den Vortrag zu beſuchen. In dringenden
Aus=
nahmefällen kann auch der Beſuch am Dienstag geſtattet werden.
Ein Wohltätigkeitskonzert zum Beſten der Weihnachtsbeſcherkaſſe
des Heſſiſchen Waiſenſchutzes und der Kleinkinderſchule Mauerſtraße
ver=
anſtaltet der Männergeſangverein Konkordia unter Leitung ſeines
Diri=
genten O. Scheidhauer am Samstag, den 4. Oktober, in der Turnhalle
am Woogsplatz. Dem guten Zweck folgend, wirken in liebenswürdiger
Veiſe mit: Frl. Paula Kapper, Opernſängerin, Herr Kapellmeiſter
Ephraim (Klavier), ſowie das Drumm=Quartett, die Herren
Konzert=
meiſter O. Drumm, Kammermuſiker, O. Scheidhauer Sprenger und
Andreae. Die abwechſelungsreiche Vortragsfolge wird demnächſt im
Anzeigenteil der Tageszeitungen ſowie durch Plakate bekannt gegeben.
Die Eintrittspreiſe ſind nicht zu hoch berechnet worden, damit auch
Min=
derbemittelten Gelegenheit gegeben iſt, ein gutes Konzert zu hören.
Vor=
verkauf bei Chriſtian Arnold am Weißen Turm und Friſeur Spuck,
Pankratiusſtraße 1.
— Südweſtdeutſcher Radioklub. Mittwoch, den 1. Oktober, abends,
findet die nächſte Monatsverſammlung im Reſt. Bürgerhof ſtatt. Wir
bitten, die Anzeige in der heutigen Nummer zu beachten. Geplant iſt
die Vorführung und Prüfung ſelbſtgebaurer Geräte. Mitglieder, die
ihre Geräte vorführen bzw. prüfen laſſen wollen, bitten wir, ſich bis
Dienstag beim Schriftführer, Buchhändler B. Lange, Mühlſtraße 52,
zu melden. Verſuchslizenzen ſind beim Rechner bis 30. September
ab=
zuholen.
Konferenz der heſſiſchen Bergwerksbetriebsleiter.
In Darmſtadt in den Dienſträumen der Oberen Bergbehörde tagte
eine gut beſuchte Konferenz der Betriebsleiter heſſiſcher Bergwerke. Der
Sitzung ging eine Beſichtigung der aus den Gruben „Meſſel” und „Prinz
von Heſſen” bei Darmſtadt ſtammenden Foſſilfunde im Landesmuſeum
voraus, die zum Teil von hoher entwickelungsgeſchichtlicher Bedeutung
ſind. Sie wurden von Profeſſor Dr. Haupt in liebenswürdiger Weiſe
vorgeführt und durch einen anregenden Vortrag erläutert. In der
eigentlichen Konferenz berichtete Oberbergrat Köbrich über Verſuche
zur Niederſchlagung von Tonſchlämmen durch chemiſche Zuſätze. Die
Frage iſt für den oberheſſiſchen Baſalteiſenſteinbergbau von Bedeutung
und noch nicht endgültig gelöſt. Der konzeſſionierte Markſcheider
Mei=
ninghaus aus Gießen ſprach über eine neue preußiſche Makſcheider=
Ordnung und machte Vorſchläge über die Anwendung verſchiedener
ihrer Beſtimmungen in Heſſen. Die Prüfung der Frage einer
ange=
meſſenen Staffelung der durch Geſetz vom 20. Februar 1924 neu
feſt=
geſetzten Stempelgebühren für die Verleihung von Bergwerksfeldern
wurde einer beſonderen Kommiſſion übertragen. Eine eingehende
Aus=
ſprache fand über eine in Ausſicht genommene berggeſetzliche Regelung
des Schwerſpat= und Bauxitbergbaus in Heſſen ſtatt. Ueber die
Durch=
führung der Hauerausbildung im heſſiſchen Bergbau, für die vor einiger
Zeit von der Oberen Bergbehörde beſondere Regeln erlaſſen worden
ſind, machte Bergrat Hundt Vorſchläge. Derſelbe berichtete über neue,
vom Verband deutſcher Elektrotechniker erlaſſener Vorſchriften für die
Errichtung und den Betrieb elektriſcher Starkſtromanlagen und über
eine neue preußiſche Verordnung über die polizeiliche Genehmigung zur
Herſtellung, zum Vertrieb und zum Beſitz von Sprengſtoffen.
Am nächſten Vormittag fand dank dem freundlichen
Entgegenkom=
men der Direktion der Gewerkſchaft Meſſel ein Beſuch der Grube Meſſel
ſtatt, deren Tagebau, Schwelerei und Paraffin= und Mineralölfabrik
unter kundiger Führung der leitenden Betriebsbeamten beſichtigt
wur=
den und viel des Intereſſanten boten.
Ein Meiſterwerk
deutſcher
Klavierbaufunſt
iſt der kleine Flügel aus der Pianofortefabrik
HEINRICH ARNOLD
Ausſkellungs= und Verkaufsräume:
Darmſiadt, Wilhelminenſtraße 9
Preis 2200 Mark
(14222
Jubiläum. Herr Philipp Friedrich und deſſen Ehefrau, hier,
Landwehrſtraße 60, feiern am Sonntag, den 28. September d. J., das
ſeltene Feſt der goldenen Hochzeit. An demſelben Tage ſind es 50
Jahre, daß Genannter bei der Firma Georg Schneider, Holz= und
Koh=
lenhandlung, Friedrichſtraße 40, eingetreten iſt. Außerdem ſind die
Ehe=
leute 25 Jahre beim Bauverein für Arbeiterwohnungen treue Mieter.
Turn= und Sportveranſtaltung im Städtiſchen Saalbau zum
Beſten des Roten Kreuzes. Die Darmſtädter Turnerſchaft, der
Darm=
ſtädter Fechtklub und der Velocipedklub Darmſtadt werden heute
nach=
mittag bei einer großangelegten Wohtlätigkeitsveranſtaltung ſich in den
Dienſt der Roten Kreuz=Sache ſtellen. Die erſten Mannſchaften werden
zu einer Werbeſchau zuſammentreffen, um nur erſtklaſſige Leiſtungen
auf ihren Spezialgebieten zur Vorführung zu bringen. Die Uebungsfolge
enthält eine Fülle von Schauübungen, wie ſie wohl in Darmſtadt in
dieſer Zuſammenſtellung noch nicht gezeigt wurden. Die Veranſtaltung
beginnt um 3½ Uhr nachmittags. Die Vorführungen finden im Saale
ſtatt, ſodaß von allen Plätzen gleichgut geſehen werden kann. Eine
reichhaltige Tombola zu der die hieſigen Geſchäfte wertvolle Gegenſtände
geſtiftet haben, iſt damit verbunden. Der Beſuch dieſer Veranſtaltung
ſei jedermann empfohlen.
* Leichtes Anziehen der Lebenshaltungskoſten=Indexziffer. Die
Lebenshaltungskoſten=Indexziffer der Induſtrie= und Handelszeitung iſt
in der Woche vom 20. bis 26. September von 118,2 auf 118,4, mithin um
0.1 Prozent geſtiegen. Auch in dieſer Woche iſt die Verteuerung der
Lebenshaltung auf die ſteigenden Lebensmittelpreiſe zurückzuführen. Die
Indexziffer für Ernährungskoſten ſtiegen um 0.6 Prozent, während alle
anderen Gruppen unverändert blieben. Es erfuhren die Gruppen
„Kulturelle Ausgaben” eine 1.4prozentige und häusliche
Gebrauchs=
artikel eine 0.9prozentige Senkung.
Bei der Oberpoſtkafſe werden die Bezüge der Ruhegehalts= und
Wartegeldempfänger ſowie der Hinterbliebenen am Dienstag, 30.
Sep=
tember ausgezahlt.
Auszahlung an Kleinrentner. Die Unterſtützungen werden von
jetzt ab in Monatsraten jeweils am letzten Werktag eines
Monats bei der Stadtkaſſe, Grafenſtraße 28 (nicht mehr
Leih=
amt) ausgezahlt. Zahlſtunden von 8—12 Uhr ohne Rückſicht auf
An=
fangsbuchſtaben der Namen. Weitere Veröffentlichungen ergehen für
die Folge nicht mehr. Nächſte Auszahlung ſomit am
kom=
menden Dienstag.
— Das 3. Ziel der ſtaatlichen Grundſteuer für 1924, das am 15.
Ok=
tober fällig iſt, bleibt bis auf weiteres unerhoben und wird zinslos
ge=
ſtundet. (S. beſ. Bekanntmachung des Heſſ. Finanzminiſteriums.)
Der Mieterverein ſchreibt uns: Es liegt wiederum Veranlaſſung
vor, unſere Mitglieder darauf aufmerkſam zu machen, bei der
Er=
hebung der ½jährigen Beiträge, ſich von den Kaſſenboten den Ausweis
über die Berechtigung zur Erhebung vorzeigen zu laſſen. Das
Ab=
verlangen der Mitgliedskarte zwecks Tauſchung oder Uebertritts in einen
anderen Verein, wollen die Mitglieder ablehnen. In ſolchen Fällen, wie
überhaupt in allen Fragen, die die Mieterſchaft betreffen, erſuchen wir
wiederholt, ſich nur an unſere Geſchäftsſtelle, Stiftsſtraße 51, wo jeden
Mittwoch, abends von
Uhr, Auskunft durch einen
Furiſten erteilt wird, zu wenden. Auf die am 30. d. M. in Beſſungen
ſtattfindenden Bezirks=Mitglieder=Verſammlung machen wir ſchon jetzt
aufmerkſam und bitten um recht zahlreichen Beſuch. Neuanmeldungen
werden bei dieſer Verſammlung, ſowie bei allen Vorſtandsmitgliedern
und in der Geſchäftsſtelle jederzeit, auch brieflich, entgegengenommen
— Arbeitsjubiläum. Am 26. September waren es 25 Jahre, daſ
Herr Louis Bitter bei der Firma Joſeph Trier, Möbelfabrik, hier, als
Packer beſchäftigt iſt. Dem Jubilar wurde aus dieſem Anlaß ſeitens
der Firma ſowie ſeiner Mitarbeiter die herzlichſten Glückwünſche
dar=
gebracht und zahlreiche Geſchenke überreicht.
— Orpheum. Kartenverkauf findet ſtatt: Verkehrsbureau von 10
bis 12 Uhr, Orpheumskaſſe von 3 Uhr ab. (Näh. ſ. Anz.)
— Bezirksſchöffengericht. 1. Der Kaminkehrer Gg.
Reicherſtor=
fer von München, zuletzt in Groß=Gerau, war bei der Regiebahn
da=
ſelbſt am Stellwerk und aushilfsweiſe am Fahrkartenſchalter
beſchäf=
tigt. In letzterer Tätigkeit hat er geſtändigerweiſe der Regiebahn
ge=
hörige 1908 Fr. 65 Cts. unterſchlagen und iſt am 11. Mai 1924 von
Groß=Gerau verſchwunden. Des weiteren iſt er des Betrugs zum Nachteil
des Bahnbeamten Maul von Berkach und der Schalterbeamtin Kath.
Sautner beſchuldigt, ſowie der Unterſchlagung einer für den
Bahn=
angeſtellten Bernhard beſtimmten Summe von 20 Fr., ferner ſolcher
von Kleidungsſtücken. Der Angeklagte iſt wegen Diebſtahls und
Be=
trugs vorbeſtraft. Es wird eine Geſamtgefängnisſtrafe von 8 Monaten
beantragt. Urteil: 5 Monate Gefängnis unter Anrechnung von
Monat der Unterſuchungshaft. Das Gericht hat fortgeſetzte Betrugs=
und Unterſchlagungshandlungen angenommen.
— 2. Ernſt Zehner
und Jakob Kreutzner von Planig ſollen daſelbſt im Juni 1922
einen dem Otto Kaiſer gehörigen Motor eines Motorrads aus einer
Bauhütte geſtohlen haben. Das Verfahren war eingeſtellt, aber wieder
aufgenommen worden. Die urſprünglich beim Amtsgericht Wöllſtein
anhängig gemachte Strafſache iſt vom Oberlandesgericht hierher
verwie=
ſen worden. Als Verteidiger des Kreutzner fungiert Rechtsanwalt
Schwörer. Der Staatsanwalt beantragt Freiſprechung mangels
Be=
weiſes. Der Verteidiger findet, daß ſein Klient in keiner Weiſe einer
Täterſchaft überführt ſei. Urteil: Freiſprechung beider
An=
geklagten. Eine Entſchädigung für erlittene Unterſuchungshaft
kann aber für den Angeklagten Zehner nicht in Frage kommen.
Das 36. Jahresfeſi des Chriſtlichen Vereins
Junger Männer Darmſtadt E. V.
Man ſchreibt uns: Einen erhebenden und reich geſegneten Verlauf
nahm das 36. Jahresfeſt des hieſigen Chriſtlichen Vereins Junger
Männer (Alexanderſtraße 22. Infanteriekaſerne) am letzten Sonntag.
Der Tag wurde ſtimmungsvoll eingeleitet durch Blaſen vom Turm
unſerer Stadtkirche. Eine ſtille Stunde der Sammlung vereinte dann
die jungen Männer im Heim. Um 10 Uhr fand ein Feſtgottesdienſt in
r Stiftskirche ſtatt, bei dem Herr Paſtor Braeß=Lühnde aus
Hannover in zu Herzen gehender Weiſe über das Gotteswort: „Dein
Reich komme!” ſprach. Der Gottedienſt, zu dem ſich eine zahlreiche
Ge=
meinde und eine Reihe von Vertretern auswärtiger Vereine mit ihren
Wimpeln eingefunden hatte, wurde verſchönt durch Vorträge des
Po=
ſaunenchors. Nachmittags trafen ſich die Jungmänner im Heim in der
Alexanderſtraße. Der Vorſitzende, Herr Oskar Hauptmann, begrüßte
in herzlicher Willkommenrede die auswärtigen Gäſte, die mit Worten der
Schrift ihre Glückwünſche zur Feier darbrachten. Brudergrüße entboten
dabei u. a. der Weſtdeutſche Jünglingsbund, ſowie Vertreter der
Ver=
eine Wiesbaden, Frankfurt a. M., Wartburg=Mainz, Karlsruhe,
Heidel=
berg, Aſchaffenburg uſw. Anſchließend ſprachen Herr Paſtor Braeß über
die Mahnung „Dienet einander!” ſowie Herr Walter Quitmann aus
Eſſen. Das Treffen wurde umrahmt von Klaviervorträgen des Herrn
Walter Engelter und zwei vollendeten Trompetenſolis von Freund
Heini Brunner. Am Abend vereinte ſich eine ſehr zahlreiche Schar von
Mitgliedern, Vertretern von Brudervereinen und Freunden des
Ver=
eins zur Feier im Gemeindehaus in der Kiesſtraße. Der Poſaunenchor
des Vereins, der unter der umſichtigen Leitung ſeines Dirigenten, Heurn
Breitrück, eine erfreuliche Höhe erreicht hat, bot dabei erhebende
künſt=
leriſche Vorträge, ganz beſonders iſt das Poſaunenquartett zu erwähnen,
das in ſeiner Art heute geradezu vorbildlich genannt werden kann.
Ebenſo zeigte aber auch der jüngere Mandolinenchor unter Leitung des
Herrn Rapp, daß er in der verhältnismäßig kurzen Zeit ſeit ſeiner
Gründung durch liebevollen Fleiß heute ſchon Treffliches leiſten kann.
Der Vorſitzende des Vereins, Herr Oskar Hauptmann, hielt die
Be=
grüßungsrede, in der er eine ſtattliche Reihe bewährter alter Freunde
will=
kommen heißen konnte, die zum Teil von weither zur Feier herbeigeeilt
waren. Herzliche Worte des Glückwunſches fand der Vertreter des
Darm=
ſtädter Jungbundes für E. C. Ein Deklamatorium „Das Jahresfeſt”
bot zahlreichen Mitgliedern des Vereins Gelegenheit, ihr dramatiſches
Können zu zeigen. Zur Steuer der Wahrheit muſt übrigens feſtgeſtellt
werden, daß es auf den Vorſtandsſitzungen des Darmſtädter C. V. J. M.
doch nicht ganz ſo ſchlimm herzugehen pflegt, wie man nach dem launigen
Stücklein vermuten könnte. Die Vorführungen der Turnerriege, die ein
entzückendes Bild jugendlicher Gewandtheit boten, zeigten, welch
er=
freulichen Aufſchwung der edlen Turnkunſt im Verein in letzter Zeit
ge=
nommmen hat. Herr Paſtor Braeß hielt die Feſtanſprache, die ſich ſchon
dadurch hervorhob, daß es keine „Feſtrede” im landläufigen Sinne war.
Er waren vielmehr ſchlichte, aus tiefſtem Herzen quellende Worte, wie
ſie eben nur ein Mann ſprechen kann, deſſen ganzes Herz erfüllt iſt von
Liebe zu unſerer Jugend, von Liebe zu ihren Nöten und Bedürfniſſen.
An dieſer Stelle möchten wir einige Worte des Herrn Paſtors Braeß
nochmals unterſtreichen und ſie auch einem größeren Kreiſe ans Herz
legen: Der Darmſtädter C. V. J. M. in der Alexanderſtraße, deſſen
ganze Arbeit dem Wohle unſerer Jugend gewidmet iſt, braucht noch gar
vieles zur Ausſchmückung ſeiner Näume. Eltern und alle Freunde
unſerer Jugend, hier iſt eurer Betätigung ein ſchönes Ziel geſetzt. Was
ihr für den Verein ſpendet, unſere Jugend wird es euch danken! Zum
Schluſſe wollen wir hier noch die jugendfriſchen Liedervorträge des
Jung=C erwähnen. Nach der Schhußanſprache des Herrn Walter
Quit=
mann=Eſſen ſchloß die erhebende Feier, die bewies, daß die Arbeit des
C. V. J. M. Darmſtadt in ſtetigem, geſegnetem Aufwärtsſchreiten
be=
griffen iſt, mit dem gemeinſam geſungenen alter
lieben Liede „Ach
bleib mit Deiner Gnade bei uns Herr Jeſu Chriſt!“
E
(12421
in Velour, Zylinder, Eilz und Samt
Lina Adler, Darrnstadt, Mauerstraße 2O
— 25jähriges Berufsjubiläum. Am 1. Oktober ſind es 25 Jahre, daß
Herr Gaſtwirt Bill, Ecke Heidelberger= und Beſſungerſtraße in
Darm=
ſtadt, ſein Geſchäft als Gaſtwirt betreibt. Vierzehn Jahre war er im
Beſſunger Hof und übernahm alsdann das Lokal an der
gegenüber=
liegenden Ecke der Beſſungerſtraße, das er heute noch inne hat.
Lokale Peranſtaltungen.
Die blerunter erſchelnenden Notizen ſind ausſchlſeßlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
— Gartenbau=Verein Darmſtadt. Die Anzeige zu der
geſtrigen Notiz über die Generalverſammlung am Donnerstag, den
2. Oktober, ſteht in der heutigen Nummer des Blattes, worauf die
Mit=
glieder hingewieſen werden.
Volkskonzerte des Beamten=Vereins ehem.
Militärmuſiker Ortsgruppe Darmſtadt. Das
Be=
amtenorcheſter beabſichtigt, dieſen Winter ſieben volkstümliche Konzerte
im „Städtiſchen Saalbau” zu veranſtalten. Da das Beamtenorcheſter
eine Zwiſchenſtufe zwiſchen einem Berufs= und Dilettantenorcheſter
bil=
det, hat es ſich vornehmlich zur Aufgabe geſtellt, auch der
minderbemit=
telten Bevölkerung eine gute, ſchöne Muſik bei ganz geringen
Eintritts=
preiſen zu bieten. Das Orcheſter — 70 bis 80 Muſiker — würde ſich
unentgeltlich den muſikliebenden Kreiſen Darmſtadts zur Verfügung
ſtellen. Die Konzerte ſollen ſo gelegt werden, daß ſie jedesmal, in der
erſten Woche im Monat, und zwar Donnerstags, als Stuhlkonzerte
tattfinden. Das erſte Konzert findet am Donnerstag, den 2. Oktober,
ſtatt. Die volkstümlichen Konzerte werden ſo ausgeſtaltet, daß dieſelben
für jedermann verſtändlich ſind und jedem etwas bringen.
Kunſinotizen.
Ueber Werke, Künſher und künſſſeriſche Deranftaltungen, deren im Nachſtehenden Erwähnung
gefchſett, behält ſich die Redaknon ibr Arteil vor.
— Palaſt=Lichtſpiele. Vom Dienstag ab wird im Palaſt=
Theater der neueſte Maxim=Film der Deulig „Die Fledermaus”
vorge=
führt werden. Dieſes große Filmluſtſpiel, das nach der gleichnamigen
Opertte von Joh. Strauß die luſtigen Figuren des Wiener
Walzer=
königs auf die Leinwand bringt, zeigt in verſchwenderiſcher Fülle die
unabſehbare Folge von verwechſelungsreichen Epiſoden und
ausgelaſſe=
nen Verwickelungen, die uns ſchon bei der Operette entzückten. Der
große Maskenball beim Prinzen Orlowsky zählt zu den glänzendſten
Filmaufnahmen der Gegenwart. Die Rollen ſind von hervorragenden
Schauſpielern beſetzt. Die Hauptrolle als Roſalinde ſpielt Eva May.
Des weiteren wirken mit: Lya de Putty, Harry Liedtke, Paul
Heide=
mann. Ilka Grüning, Albert Patry, Wilhelm Bendow, Jakob Tiedtke,
Ernſt Hofmann, Hans Junkermann, Hermann Picha, Hugo Döblin, Paul
Grätz. Die Spielleitung des bekannten Regiſſeurs Max Mack hat dem
ſprühenden Treiben der heiteren Bilder eine atemraubende Spannung
verliehen.
— Senff=Georgi, deſſen berühmte „Luſtige Abende” ſich
auch bei uns außerordentlicher Beliebtheit erfreuen, wurde vom
Im=
preſſario Mochn, der voriges Jahr die großen deutſchen Operngaſtſpiele
mit Weingartner und Rich. Strauß in Südamerika unternahm, ſoeben
für eine große ſüdamerikaniſche Tournee, ſowie von der deutſchen
Ko=
lonie in Madrid für zwei luſtige Abende dortſelbſt verpflichtet. Vor
ſeiner Abreiſe wird er noch eine große Tournee durch Nord= und
Süd=
deutſchland abſolvieren und hierbei auch bei uns nächſten Freitag, den
3. Oktober, abends 8 Uhr, im Saalbau (großer Saal) auf vielfachen
Wunſch nochmals das luſtigſte ſeiner Schlagerprogramme „Trotz alledem
und alledem” darbieten. Karten bei Konzert=Arnold,
Wilhelminen=
ſtraße 9 (Tel. 2560).
Aus den Parteien.
— Deutſche Volkspartei. Auch in den vergangenen Wochen
wo von einer eigentlichen Wahlbewegung noch nicht die Rede ſein konnte,
hat die Deutſche Volkspartei nach wie vor in allen Teilen des Landes
zahlreiche Verſammlungen veranſtaltet, um Aufklärung über die
Politik im Reiche und in Heſſen zu geben. Dieſe Verſammlungen waren
durchweg alle gut beſucht und haben ihren Zweck auch erreicht; ſie haben
weiterhin gezeigt, daß der Gedanke der Deutſchen Volkspartei Fort
ſchritte macht und daß ihre erfolgreiche Politik ihr immer neue Freunde
gewinnt. Von den vielen Vorträgen der letzten Zeit ſeien die in
Darm=
ſtadt, Bensheim, Gießen, Heppenheim, Lampertheim Nauheim, Offenbach
und Dieburg hervorgehoben. Redner waren hauptſächlich Rechtsanwalt
Dingeldey, M. d. L., Dr. Becker, M. d. R. und Generalſekretär
Koll=
bach. Auch in den nächſten Tagen ſind zahlreiche weitere
Verſammlun=
gen vorgeſehen, ſo u. a. eine Kreistagung in Groß=Gerau, bei der
Gene=
ralſekretär Kollbach und Oberreallehrer Kahl ſprechen werden, und
öffent=
liche Verſammlungen in Lichtenberg, Beerfelden und anderen Orten des
Kreiſes Erbach mit den Herren Dingeldey, M. d. L., Kahl und Kollbach
als Vortragenden. Die hochgeſchätzte Vorſitzende des
Reichsfrauenaus=
ſchuſſes der D. V. P., Frau Dr. Matz, wird ebenfalls in unſerem
Wahlkreiſe einige Vorträge demnächſt übernehmen. Am 18. und 19.
Ok=
tober findet dann hier in Darmſtadt, wie bereits angekündigt, der
Landesparteitag der D. V. P. ſtatt, der die bekannteſten
Per=
ſönlichkeiten und beſten Nedner der Partei zuſammenführen wird. Im
Anſchluß daran ſoll die eigentliche Wahlbewegung ihren Anfang nehmen,
für die ſeitens unſerer Partei alle Vorkehrungen getroffen ſind. Die
bisherigen Ergebniſſe unſerer Werbetätigkeit laſſen uns dem Wahltag
mit größter Zuverſicht entgegenſehen.
Ortsgruppe Darmſtadt. Wir machen erneut unſere
ein=
geſchriebenen Mitglieder auf die Mitgliederverſammlung am
Montag, den 29. September, im Gaſthof „Prinz Karl” aufmerkſam. Auf
der Tagesordnung ſteht Vornahme der fatzungsmäßigen Wahlen und
Vortrag von Herrn Profeſſor Dr. Hollatz über: „Goethes politiſche
Weisheit”:
Seite G.
Sonntag, den 28. September 1924.
Rummer 220.
Aas Heſſen.
Tagung der Kriegsopfer im Freiſtaat Heſſen.
Der Zentralverband Deutſcher
Kriegsbeſchädig=
ter und Kriegshinterbliebener E. V. (Sitz Berlin Nr. 18),
Landesverband Freiſtaat Heſſen, hielt in Darmſtadt ſeinen
Landesver=
bandstag ab. Den Geſchäfts=und Kaſſenbericht erſtattete der Vorſitzende,
Herr Verwaltungsinſpektor und Stadtverordneter Friedrich Scheerer,
Offenbach a. M., der auch die Verhandlungen des Landesverbandstages
leitete. Ueber Organiſationsfragen und über die Fragen der Verſorgung
und Fürſorge der Kriegsopfer erſtattete der Gau=Geſchäftsführer, Herr
Heinrich Hecker=Frankfurt a. M., die Berichte. Die Vorſtandswahl ergab
Einſtimmigkeit und wurde als Landesverbands=Vorſitzender der
vor=
genannte Verhandlungsleiter wieder gewählt. Beſchloſſen wurde, den
Namen des Landesverbandes abzuändern und erhält für die Zukunft
der Landesverband den Namen „Starkenburg=Rheinheſſen‟ Zur Frage
der Verſorgung und Fürſorge wurde nachſtehende Entſchließung
an=
genommen.
„Der Landesverbandstag des Zentralverbandes deutſcher
Kriegs=
beſchadigter und Kriegshinterbliebener E. V. (Sitz Berlin Nr. 18),
Landesverband „Starkenburg=Rheinheſſen” erhebt mit aller Schärfe die
Forderung nach einer ausreichenden Verſorgung und Fürſorge der
Kriegsopfer als Nechtsanſpruch. Der Landesverbandstag legte
Ver=
wahrung ein gegen die Unterſtellung der Kriegsopfer unter die
Für=
orgepflicht=Verordnung und damit Unterſtellung der Kriegsopfer unter
die allgemeine Armenpflege. Vor wie nach verlangt der
Landesverbands=
tag eine beſondere Fürſorge für die Kriegsopfer, unabhängig von der
ſonſtigen Wohlfahrtspflege. Ganz beſonders verlangt der
Landes=
verbandstag einen ausreichenden Arbeitsſchutz der Schwerbeſchädigten
und erwerbtstätigen Kriegshinterbliebenen. Die Verſchlechterung in der
Verſorgungsrechtſprechung verlangt der Landeverbandstag ſobald wie
möglich beſeitigt.
Die Geſchaftsſtelle des Landesverbandes „Starkenburg=Rheinheſſen”
befindet ſich in Offenbach a. M., Bettinaſtraße 50 und werden die
Ge=
ſchäfte geführt von Herrn Verwaltungsinſpektor und Stadtverordneter
Friedrich Scheerer. Die Geſchäftsſtelle des Landesverbandes „
Ober=
heſſen” befindet ſich in Gießen, Steinſtraße 86, und werden die Geſchäfte
geführt von Herrn Juſtizinſpektor Karl Möll.
H. Eberſtadt, 26. Sept. In der geſtrigen Gemeinderatsſitzung wurde
ein Antrag des Gemeinderats Dächert angenommen, dem eine
Entſchlie=
ßung zugrunde liegt, worin gegen weiteren Grunderwerb ſeitens
der Provinzial=Pflegeanſtalt Stellung genommen wird. Die
Entſchlie=
ßung ſoll dem Provinzialausſchuß zugeleitet werden. Da die
Woh=
nungsnot in der Gemeinde kataſtrophale Formen angenommen hat,
beab=
ſichtigt dieſe, eine Anzahl weiterer Wohnnngen durch Neubau einiger
Häuſer zu ſchaffen. Es wurde eine engere Kommiſſion gewählt, welche
nähere Vorſchläge hinſichtlich der Lage, Bauweiſe und Finanzierung der
Bauten machen ſoll. Die Bauluſtigen ſollen dabei in einer noch zu
be=
ſtimmenden Weiſe beteiligt werden. In mehreren Sitzungen beſchaftigte
ſich der Gemeinderat mit der Herabſetzung der Gaspreiſe.
Auch heute nahm er wieder dazu Stellung, nachdem die Bremer
Gas=
werke in einem Antwortſchreiben darzulegen verſuchten, daß dies bisher
noch nicht möglich geweſen ſei. Der Gemeinderat war anderer Anſicht
und wünſcht, daß die Gemeindeverwaltung alsbald energiſche Schritte
in Bremen unternehme, da ſich der Gaspreis nach der vereinbarten
Koh=
lenklauſel zu berechnen habe und ein dem Rückgang der Kohlenpreiſe
entſprechender Preisabbau ſchon im Juli hätte eintreten müſſen, zu
wel=
chem Zeitpunkt die Kohlenpreiſe eine Minderung von 20 Prozent
erfah=
ven hatten. Im übrigen ſoll das Material zum Gegenſtand eines
Gut=
achtens gemacht werden, auf Grund deſſen ſich die Gemeindevertretung
alles weitere vorbehält. Dipl.=Oberingenieur Kalbfuß ſoll das Gutachten
erſtatten. — Da die Freitreppen im Orte ein Verkehrshindernis bedeuten
und beſonders nachts eine ſtändige Gefahr für das Publikum bilden und
manchen Unfall ſchon hervorgerufen haben, ſollen alle Hausbeſitzer mit
Freitreppen zur Beſeitigung dieſer aufgefordert werden. Nötigenfalls
werden die Treppen auf Koſten der Säumigen nach Ablauf einer
Schon=
friſt entfernt. Inſolange ſollen die Beſitzer zur Beleuchtung der Treppe
angehalten werden.
— Eberſtadt, 27. Sept. Die Herbſtferien an der hieſigen
Volksſchule haben heute, Samstag, begonnen; ſie dauern drei Wochen.
Eberſtadt, 25. Sept. Wie uns mitgeteilt wird, beabſichtigt die
Burſchenſchaft „Helvetia”=Eberſtadt, demnächſt ihren diesjährigen
Theater=
abend abzuhalten. Da ſich der Verein zur Aufgabe gemacht hat, die alten
Sitten und Gebräuche unſerer engeren Heimat zu pflegen, ſo wird uns
auch das am Sonntag, den 5. Oktober, zur Aufführung kommende
Oden=
wälder Volksſtück von dem Dialektdichter Gg. Löffler ſo recht in das
biedere Leben der Odenwälder einführen. Das Stück betitelt ſich „Schäfer
Hannpaiter” und ſpielt ſich in der Jetztzeit im vorderen Odenwald ab.
Pfungſtadt, 26. Sept. Nächtlicher Ueberfall. Ein hier
bei einer Schiffſchaukel beſchäftigter junger Mann aus Unterfranken
wurde in einer der letzten Nächte in der Sandſtraße von mehreren jungen
Burſchen überfallen und derart zugerichtet, daß er ins Krankenhaus
ge=
bracht werden mußte. Das Gerücht, daß er dort ſeinen Verletzungen
er=
legen iſt, trifft nicht zu.
Von der Vergſtraße, 25. Sepk. Der 12jährige Quartaner Wilhelm
Bock von Hohenſachſen war kürzlich von einem Inſekt im Geſich=
* Aus dem Odenwald, 25. Sept. Bienenzucht. Das Bienenjahr
1924 geht nun zu Ende, aber die Herren Imker werden ihm wohl keie
Träne nachweinen, denn es dürfte wohl eines der ſchlechteſten im letzten
Jahrzehnt geweſen ſein. Die Frühjahrshonigtracht wurde
von der Gluthitze verbrannt und ausgetrocknet bis auf wenige Tage der
Raps= und Apfelbaumblüte, und die Sommer= und Herbſttracht
iſt verregnet, ſo daß die Bienen nicht nur keinen Honigvorrat ſammeln
konnten, ſondern daß manches Volk tatſächlich verhungern mußte. Wenn
einzelne Bienenzüchter in der Lage waren, den Völkern etwas Honig zu
entnehmen, ſo müſſen dieſe es bei der Auffütterung wieder büßen, zumal
der Zuckerpreis gegen früher immer noch ein hoher iſt. Auch die letzte
Hoffnung der Imker auf die Blüte des Buchweizens und des
Heidekrauts wurde durch das unſelige, anhaltende Regenwetter
gänzlich vernichtet, und manchem Bienenzüchter dürfte deswegen die
Ueberwinterung ſeiner Lieblinge ſchwere Sorgen bereiten. Da heißt es
nun zur Zuckerfütterung ſchreiten und damit nicht kargen, um die noch
verhandenen Völker gut ins Frühjahr zu bringen. Ratſam wäre es
dielleicht auch, jetzt ſchon ſchwache Völker zu vereinigen und nur ſtarke
Völker zu überwintern. Das Klagelied über das heurige ſchlechte
Bienen=
ahr wird aber nicht nur im Odenwald geſungen, ſondern auch an der
Bergſtraße, in Rheinheſſen und Oberheſſen.
z. Erzhauſen, 26. Sept. In der vom Gartenbauverein abgehaltenen
Verſammlung wurde die projektierte Ausſtellung von Obſt= und
Garten=
erzeugniſſen auf den 12. Oktober feſtgeſetzt. Anmeldungen zur
Ausſtel=
lung können noch bis 28. d. Mts geſchehen. Von der
Landwirtſchafts=
kammer iſt die Summe von 50 Mark zur Prämiierung zur Verfügung
geſtellt und eine weitere Summe aus der Vereinskaſſe. Es wurde bekannt
gegeben, daß eine neue Kelter angeſchafft worden ſei. Das Keltern wird
dieſes Jahr ſtark betrieben. Ueber das Erbauen eines neuen Kelterhauſes
wurde noch kein endgültiger Beſchluß gefaßt. Dieſer Punkt wurde für
die nächſte Verſammlung vertagt.
* Mörfelden, 24. Sept. Gemeinderatsbericht. Anweſend
ſind 13 Gemeinderatsmitglieder, 2 fehlen. Den Vorſitz führt
Beigeord=
neter Lehrer Klingler. Zweckmäßigkeitshalber wird die Einweiſung der
beiden neuen Gemeinderatsmitglieder Johannes Schulmeyer 12. und
Peter Jungmann 3., welche anſtelle der ausgeſchiedenen Herren
Schlucke=
bier und Klink aufrücken, zuerſt vorgenommen. Beig. Klingler führt die
neugebackenen Gemeinderatsmitglieder durch den üblichen Handſchlag in
ihr Amt ein. — Bei Anfragen und Mitteilungen wurde nochmals auf die
am Sonntag, den 28., ſtattfindende Einweihung der Jugendherberge auf
dem Schulhofe in der Bahnhofſtraße hingewieſen. — Die Gemeindeſteuer
wurde vom Miniſterium genehmigt, die Bürger können ſich auf den in
den nächſten Tagen zu erwartenden Steuerzettel einſtweilen gefaßt
machen. (Einigen wird es wohl doch ein bißchen ſchwach dabei werden!)-
Den zahlreich anweſenden Bauluſtigen wurde eröffnet, daß die
Beſchaf=
fung langfriſtiger Baudarlehen durch die kommunale Landesbank ſich
noch längere Zeit hinausziehen könne. Es wurde ihnen die Aufnahme
kurzfriſtiger Darlehen empfohlen, die ſpäter in Hypotheken umgewandelt
AusVerkauf
wegen Umbau
(10996a
Enorm billlge Preisel
Gebr. Höslein
Damen-Konfektion / Kleiderstoffe
digung, die geſtern ſtattfand, nahmen 160 Schüler des Realgymnaſiums
Weinheim teil. Direktor Dr. Broun legte mit warmempfundenen
Wor=
ten am Grabe einen Kranz nieder.
— Künig (Odenwald), 27. Sept. Der Turnverein König e.
V. begeht am 4. und 5. Oktober 1924 ſein 25jähriges Fahnenjubiläum.
Seit mehr als ſechs Jahrzehnten (gegründer 1863) wirkt der Verein zur
körperlichen und ſittlichen Kräftigung ſeiner Anhänger und hat damit
zur Stärkung und Erhaltung der Volksgeſundheit in hohem Maße
bei=
getragen — die Feier der 50jährigen Wiederkehr der Fahnenweihe war
zuerſt — den Zeitverhältniſſen entſprechend — in engerem Rahmen
gedacht. Durch die zahlreiche Beteiligung der Königer Vereine und
be=
nachbarter Gäſtevereine jedoch verſpricht die Feier ſich zu einer würdigen
zu geſtalten und eine großartige Kundgebung für die ſchöne edle
Turn=
ſache zu werden. Eingeleitet werden die Feierlichkeiten durch einen am
Samstag, den 4. Oktober, abends 8 Uhr, im Saale des Vereinslokals
(Hotel Büchner) ſtattfindenden Feſtkommers. Der Sonntag, 5. Oktober,
bietet ein reichhaltiges Feſtprogramm, aus dem das Nachſtehende
ange=
deutet werden ſoll: Vormittags ½9 Uhr Wetturnen des Königer
Vereins auf dem Turnplatz in der Friedrichſtraße; von 12 bis 1 Uhr
mittags Abholen der auswärtigen Vereine; pünktlich ½2 Uhr
Auf=
ſtellung des Feſtzuges und Umzug durch die Straßen des Städtchens.
Hierzu wird für die auswärtigen Vereine bemerkt, daß die Beteiligung
am Feſtzuge in Bezug auf Form und Teilnehmerzahl bewertet und mit
Feſtzugspreiſen bedacht werden wird. Auf dem ganz in der Nähe des
Turnplatzes in der Friedrichſtraße gelegenen Feſtplatz entwickelt ſich
dann der übliche Feſtverlauf mit Begrüßungsanſprachen, Feſtrede und
dem Muſterriegen=Wetturnen der Gäſtevereine, Konzerte. Um 6 Uhr
nachmittags bringt die Preisverteilung den Siegern den wohlverdienten
Lohn für ihre Leiſtungen. Abends 8 Uhr Feſtball im Vereinslokal
(Hotel Büchner). — Die muſikaliſchen Darbietungen ſind der bekannten
Kapelle Lehr=Trumpfheller, König, übertragen. Alle Vorbereitungen
ſind ſoweit gediehen, daß ein ſchöner und würdiger Verlauf des Feſtes
rt iſt.
geſi
* Michelſtadt i. O., 26. Sept. In der hieſigen Oberrealſchule hält
am Mittwoch, den 1. Oktober, abends 8 Uhr, Herr Studienrat Dr. G
Weiß einen Experimentalvortrag über Runhfunkwellen. Zum
Aus=
bau der Schulſammlung wird ein mäßiges Eintrittsgeld erhoben.
Erbach i. O., 26. Sept. Am Mittwoch, den 1. Oktoher, abends
8,30 Uhr, veranſtaltet die Heſſiſche Bilderbühne (vrrm. Heſſ.
Wander=
kino) im Schützenhof zu Erbach einen Filmvortrag des Kaditäns
Her=
bert über: „Im Film nach Südamerika. Die vielen
Auswanderungs=
luſtigen im Odenwald werden ſich beſonders für dieſen Vortrag
inter=
eſſieren.
Ober=Moffau, 26. Sept. Von den Evangeliſchen der Umgebung
wird hier am Sonntag, den 28. d. M., das Guſtav=Adolf=Feſt
des Dekanats Erbach veranſtaltet. Das Feſt beginnt mit einem
Feſt=
gottesdienſt um 9½ Uhr morgens. Um 2 Uhr iſt ebenfalls in der Kirche
die Verſammlung. Der Moſſauer Kirchenchor hat ſeine Mitwirkung
zu=
geſagt. Die Rede hält Herr Studienrat Liz. Dr. Zimmermann von
Darmſtadt.
* Aus dem Odenwald, 23. Sept. Gutes Bucheckernjahr.
Wie verlautet, ſollen unſere Buchenwälder eine reiche Bucheckernernte
bergen. Leider ſollen aber viele Früchte wurmſtichig ſein. Zur Zeit
des Krieges waren die Bucheln wohl ein geſuchterer Artikel, als ſie es
heuer ſind!
Filmvortrag der Heſſiſchen Bilderbühne
2
„Das Werden des Menſchen
Vortragender: Herr Frauenarzt Dr. Klaus Hoffmann aus Darmſiadt
Städtiſcher Saalbau, Montag u. Dienstag, 29. u. 30. September, 6 u. 8 J6=
Preiſe: 60 Pfg. bis M. 1.80 / Vorverkauf: Verkehrsbüro u. Volkshochſthule
Ke
würden. Bei der großen Notlage der Bauluſtigen erklärten ſich dieſe
einverſtanden, und ſoll die Beſchaffung der kurzfriſtigen Gelder ſofort in
die Wege geleitet werden. — Das Kreisamt Groß=Gerau wies in einer
Zuſchrift darauf hin, daß mit dem 1. November eine Anzahl
Erwerbs=
loſer aus der ſtaatlichen Erwerbsloſenfürſorge ausgeſteuert und der
Ge=
meindefürſorge zur Laſt fallen würden, wofür das Kreisamt der
Ge=
meinde empfiehlt, einſtwsilen Mittel hierfür bereit zuſtellen. In
An=
betracht der troſtlofen Finanzlage der Gemeinde, erklärt ſich der
Ge=
meinderat zu dieſer Maßnahme außerſtande und beſchließt einſtimmig,
eine Eingabe an das Kreisamt bezw. Staat und Reich zu richten mit der
Bitte, die betreffenden Erwerbsloſen weiter durch das Reich zu
unter=
ſtützen, da dieſelben durch die vom Reich herbeigeführte Ruhraktion
er=
werbslos wurden. — Gegen das Urteil des Kreisausſchuſſes, betr. Kläge
der beiden Nachtpoliziſten Geiß und Arndt gegen die Gemeinde wegen
Herabſetzung ihrer Gehälter auf 75 Prozent, welche Klage bekanntlich
zu ungunſten der Gemeinde entſchieden wurde, beſchließt der Gemeinderat
nach heftiger Debatte, keine Berufung einzulegen. — Der in dem
Ge=
meindedoppelwohnhaus, Luiſenſtraße, feſtgeſtellte Schwamm ſoll
unver=
züglich beſeitigt werden. — Die bei den Notſtandsarbeiten im
Ueber=
ſchwemmungsgebiet beſchäftigten Erwerbsloſen ſind wegen der
ſchwie=
rigen Waſſerarbeiten bei der Gemeinde um Erhöhung ihrer Unterſtützung
eingekommen. Auf Grund erlaſſener Verfügungen lehnt der
Gemeinde=
rat eine Erhöhung ab, beſchließt jedoch, den Notſtandsarbeitern das
ge=
ſetzlich zuläſſige Geſchirrgeld zukommen zu laſſen. — Die Oberförſterei
gibt der Gemeinde bekannt, daß vorläufig Verſteigerungen von
Laub=
ſtreu aus den Waldungen nicht mehr ſtattfinden können (aus
ökonomi=
ſchen Gründen), Intereſſenten werden auf die Torfſtreu hingewieſen.
Abermals in die Debatte geworfen wurden die unhaltbaren Zuſtände
des Kirchendaches ſowie der defekte Zuſtand der Türe zur Sakriſtei. Der
Gemeinderat beſchließt, mit 8 bei 5 Stimmenthaltungen, eine Beſichtigung
des Kirchendaches vornehmen zu laſſen. — Gegen das Baugeſuch Peter
und Lorenz Zwilling, Walldorf, außerhalb des Ortsbauplans Mörfelden
zu bauen, hegt der Gemeinderat keine Bedenken. Wird einſtimmig
ge=
nehmigt. — Das Oelen der Fußböden in ſämtlichen Schulen während
der Herbſtferien wird einſtimmig beſchloſſen. — Das Wohnungsgeſuch
des W. Bauſen wird der Wohnungskommiſſion überwieſen.
— Den
Jagdpächtern im Gemeinde=Unterwald wurdedie Errichtung einer
Unter=
kunftshütte dortſelbſt genehmigt. — Die Gemeinderechnung für 1922
wurde nach vorausgegangener Prüfung durch eine Kommiſſion für richtig
befunden. Einwendungen wurden keine gemacht. — Es folgt
nichtöffent=
liche Sitzung.
* Schneppenhauſen, 26. Sept. Einem genial angelegten
Schwindel, der die Gemüter der hieſigen ſowie auch der Mörfelder
Bevölkerung längere Zeit in Aufregung hielt, iſt man jetzt auf die Spur
gekommen. Um die Jahreswende tauchte hier plötzlich ein gewiſſer
Bor=
linghaus auf, der verſchiedenen Bauern, die größere Mengen
Brenn=
holz auf ihrem Anweſen ſitzen hatten, auf den Kopf zuſagte, daß dieſes
Holz ihm gehöre und von den Bauern geſtohlen ſei. Er drohte den
Leuten mit Anzeige, und die meiſten, die wohl kein reines Gewiſſen
hat=
ten, ließen ſich einſchüchtern, dem B. für das Holz, das keineswegs ihm
gehörte, zum Teil recht ſaftige Fuhren Getreide und Kartoffeln
heraus=
zurücken, welche die Bauern obendrein noch nach Mörfelden zu bringen
hatten, wo der Schwindler längere Zeit ſein Standquartier aufgeſchlagen
hatte. Dort in Mörfelden, bei einem gewiſſen W. in der
Weingarten=
ſiraße, war die Beuteſammelſtelle, und an manchen Tagen kamen 3 bis 4
Fuhren hintereinander an. Von hier aus wurde auch der mühelos
er=
worbene „Segen” verſchoben. In Mörfelden, wo B. in einem Gaſthauſe
Wohnung genommen hatte, legte er verſchiedene Geſchäftsleute tüchtig
herein. Bei einem Fahrradhändler „kaufte” er ſich gegen ein gewiſſes
Quantum Holz, das ebenfalls nicht ihm gehörte, ein gutes Fahrrad.
Einen anderen Geſchäftsman legte er mit 50 Raummeter Brennholz und
2 Stämmen herein, welches dieſem ſpäter durch die franzöſiſche
Forſt=
behörde wieder beſchlagnahmt wurde. Zwei Fuhrunternehmer fuhren
eine Woche lang umſonſt Holz aus dem Walde an die Bahn, und zum
Schluſſe, als dem Schwindler der Mörfelder Boden zu heiß wurde,
wurde auch der Gaſtwirt, bei dem er es ſich wohl ſein ließ, unter
Zurück=
laſſung einiger wertloſer Gegenſtände um die Zeche geprellt.
+ Groß=Gerau, 26. Sept. Rückgabe des Zollamtes. Die
deutſchen Zollbeamten dürfen das hieſige Zollamt nach der Räumung
durch die franzöſiſchen Zollbeamten wieder beziehen.
* Sprendlingen (Kr. Offenbach), 25. Sept. Nachdem ſämtliche Orte
der Umgebung Sprendlingens mit elektriſchem Strom verſorgt ſind,
mußte ſich auch die Gemeindeverwaltung, von der Bürgerſchaft dazu
ge=
drängt, entſchließen, von dieſem Segen der Neuzeit Gebrauch zu machen.
Die Verhandlungen mit dem Städtiſchen Elektrizitätswerk Offenbach
führten bald zum Abſchluß der Stromlieferung. Der Firma Brown
u. Boveri in Frankfurt wurde der Ausbau des Ortsnetzes übertragen.
Dieſe Arbeit wird zurzeit mit Hochdruck ausgeführt, da ſie vertraglich
bis zum 1. Dezember d. J. fertiggeſtellt ſein muß. Ein großer Teil der
Die
Hausbeſitzer hat bereits die Hausinſtallation vornehmen laſſen. —
am Sonntag, den 21. d. M. vom Internationalen Gewerkſchaftsbund
ein=
berufene Anti=Kriegsdemonſtration verlief kläglich, da die
unter der kommuniſtiſchen Fuchtel ſtehende Arbeiterſchaft durch eine „
Er=
klärung” des Gewerkſchaftskartells, das ſich für dieſeg Tag einen
kommu=
niſtiſchen Redner verſchieben hatte, was bei den S.P.D.=Leuten
lebhaf=
ten Widerſpruch fand, von dieſer Veranſtaliung ferngehalten wurde. Ein
treffliches Beiſpiel, wie es im „geeinten Proletariat”, in Wirklichkeit
ausſieht.
* Friedberg, 26. Sept. Zum dritten Male beſchäftigte ſich die
Stadt=
verordnetenverſammlung in einer mehr als fünfſtündigen Sitzung mit
den Angriffen, die der Stadtverordnete Jakob gegen das Bauamt, den
Bauausſchuß, die Friedberger Innungen und eine Anzahl Handwerker
gerichtet hat. Bekanntlich gipfelten ſeine Anſchuldigungen darin, daß er
genannten Korporationen Vorwürfe über ihr Verhalten bei Vergebung
von ſtädtiſchen Arbeiten machte. In der letzten Sitzung kam ein
Gut=
achten des Stadtbaudirektors Braubach=Gießen zur Verleſung, welches
ſich dafür ausſprach, daß keinerlei Unregelmäßigkeiten oder
Uebervortei=
lungen nachzuweiſen ſeien. Bei dieſem Gutachten beruhigte ſich aber
Jakob nicht und verlangte Ernennung eines neuen Sachverſtändigen; es
wurde daher beſchloſſen, beiden Parteien einen ſolchen zuzubilligen. Jakob
benannte als ſolchen den Stadtbaumeiſter Steigleder=Frankfurt a. M.,
die andere Seite verzichtete. In der geſtrigen Sitzung berichtete
Bei=
geordneter Dr. Leuchtgens als Vorſitzender des Unterſuchungsausſchuſſes
und betonte, daß er die ganze Angelegenheit in der unparteiiſchſten Weiſe
geführt habe. Das Gutachten des genannten Herrn kommt unter
Bei=
bringung eines großen Zahlenmaterials ebenfalls zu dem Schluſſe, daß
irgend welche Unregelmäßigkeiten nicht vorgekommen ſeien, daß die
Aus=
ſchreibungen der Arbeiten regelrecht erfolgt ſei und daß die Preiſe nicht
zu hoch ſeien. Stadtv. Jakob ſuchte ſich mit Hilfe von Zahlen zu
recht=
fertigen und behauptet, daß die hieſigen Preiſe höher ſeien als z. B. in
Frankfurt. Nach einer langen und teilweiſe ſehr heftigen Debatte kommt
ein Antrag Leuchtgens zur Abſtimmung, welcher zuſtimmende
Kenntnis von dem Gutachten nimmt und die Anſchuldigungen als
durch=
aus haltlos bezeichnet, da keinerlei Verſtöße inbezug auf Vergebung und
Preiſe nachweisbar wären. Die Sozialdemokratiſche Partei erklärt ſich
gegen den Antrag, da die Sache noch nicht genügend geklärt ſei, und
ver=
langt einen neuen Sachverſtändigen. Der Antrag wird ſodann mit 15
gegen 11 Stimmen (Sozialdemokraten und Kommuniſten) angenommen.
In einem Schlußwort bittet der Bürgermeiſter den Stadtv. Jakob, ſeine
durch nichts bewieſene Anſchuldigungen zurückzunehmen; derſelbe erklärt
jedoch, augenblicklich körperlich ſo überanſtrengt zu ſein, daß er dazu
nicht in der Lage ſein. Die Vertreter der Deutſchnationalen, der
Deut=
ſchen Volkspartei, des Zentrums und der Handwerkerpartei geben darauf
eine Erklärung ab, daß ſie mit dem Stadtv. Jakob in keiner Kommiſſion
mehr zuſammen arbeiten würden.
* Gießen, 26. Sept. Der Dank an die Amerikahilfe für
die Gießener Kinder kam geſtern abend auf der Liebigshöhe
durch eine kleine Feier zum Ausdruck, an der auch ein Vertreter der
amerikaniſchen Quäker teilnahm. Ueber 1200 Kinder ſind ſeit den letzten
5 Jahren hier geſpeiſt worden. Valentin Müller, Rektor der hieſigen
Volksſchulen und Stadtverordneter, ſprach in herzlichen Worten den
Dank der Schulkinder und der Schulen aus für das edle Werk chriſtlicher
Nächſtenliebe. Ein Kind übergab dem Miſter Stood einen Blumenſtrauß,
und dieſer gab ſeiner Freude über den guten Erfolg der Speiſung
Ausdruck.
* Gießen, 27. Sept. Auf der Meſſe auf Oswaldsgarten flog ein
Kettenkaruſſell am Sitz mit einem jungen Mann plötzlich in die
Zu=
ſchauermenge. Zum Glück kamen die Beteiligten mit dem Schrecken
davon. — Am hieſigen Bahnhof beging Bahnaſſiſtent Keller ſein 25jäh
riges Dienſtjubiläum. Das gleiche Feſt feierte in der
Betriebs=
werkſtatt der Werkſchloſſer Heinrich Göbel.
Gießen, 25. Sept. Im Anſchluß an den Deutſchen Pfarrtag tagte
heute die Vereinigung preußiſcher Pfarrvereine in
dem Geſellſchaftshaus unter dem Vorſitze des Paſtors D. Dr. Schäfer
aus Remſcheid. Als wichtigſter Punkt der Tagesordnung wurde der
Antrag Weſtfalen zum Beſchluß erhoben: Die Vereinigung preußiſcher
Pfarrvereine wolle dem Wunſche weiter Kreiſe der Pfarrerſchaft
Rech=
nung tragen, in irgend einer Form ſchleunigſt eine Krankenverſicherung
für Pfarrer ins Leben zu rufen ober den Anſchluß an eine ſchon
be=
ſtehende Verſicherung empfehlen.
* Aus dem Kreiſe Gießen, 26. Sept. Sein 30jähriges
Amts=
fubiläum feierte geſtern der Bürgermeiſter Horn von Annerod bei
Gießen; der um die Entwicklung des Dorfes ſehr verdiente Beamte
wurde nach jeder Amtsperiode ohne Gegenkandidat wiedergewählt.
Schul=
hausbau, Waſſerleitung, Kanaliſation, elektriſche Lichtanlage ſind ſeine
Werke.
* Hungen, 26. Sept. Zu der Mordtat wird uns noch geſchrieben:
Eine furchtbare Bluttat hat ſich im Wäldchen zwiſchen
Bellers=
heim und Bettenhauſen zugetragen. Hier in einem Steinbruch fand man
unter Steinen, Sand und Laub verſcharrt die Leiche des 18
jäh=
rigen Dienſtmädchens Eliſabethe Wirth. Sie iſt geboren
in Muſchenheim bei Lich, diente bei einem hieſigen Landwirt und hatte
ein Liebesverhältnis mit dem 26 Jahre alten Metzger Adolf Steul aus
Bellersheim. Da das Verhältnis nicht ohne Folgen blieb, ſo lockte Steul
ſeine Geliebte in das Wäldchen und ſchnitt ihr hier den Hals durch. Die
Leiche ſchleppte er in den nahen Steinbruch. Die Tat muß am 14.
Sep=
tember ausgeführt worden ſein, denn an dieſem Abend kehrte ſie nicht in
ihr Dienſthaus zurück. Steul, der von Bekannten wiederholt nach dem
Mädchen gefragt wurde, verſchwand ſchließlich am 23. September. Als
alle Nachfragen bei Angehörigen und Verwandten erfolglos blieben,
zeigte die Ortsbehörde die Sache der Staatsanwaltſchaft Gießen an.
Geſtern ließ dieſe durch eine Abteilung der Schutzpolizei die Umgebung
von Bellersheim abſuchen und dabei machte man den grauſigen Fund.
Heute findet durch das Kreisgeſundheitsamt die Leichenfektion ſtatt. Der
Tod iſt durch Verblutung eingetreten. Steul iſt flüchtig; man nimmt an,
daß er ins beſetzte Gebiet gegangen iſt und verſuchen wird, in die
fran=
zöſiſche Fremdenlegion zu entkommen. Ob dieſer Schreckenstat herrſcht
eine furchtbare Aufregung in der Umgegend.
* Nidda, 25. Sept. Bürgermeiſter Ludwig Erk wurde unter
all=
gemeiner Beteiligung und zahlreicher auswärtiger Gäſte zur letzten
Ruhe gebettet. Ehrende Nachrufe und Kranzniederlegung erfolgte durch
Kreisdirektor Dr. Gaßner=Büdingen, Juſtizrat Römheld als Vertreter
der Bezirksſparkaſſe und Gewerbeſchule, Pfarrer Strack als Vertreter
des Dekanats Nidda, Bürgermeiſter Fendt als Vertreter des Kreisvereins
Büdingen, Studienrat Laukard als Vertreter der höheren Bürgerſchule,
Rektor Gatzert als Vertreter der Stadt Nidda und der Volksſchule, den
Lorporationen der Stadt. Der Geſangverein
Vereinen und ſämtlichen
Sängerkranz und der Kirchenchor trugen Grablieder vor. Bürgermeiſter
Erk iſt im Alter von 52 Jahren plötzlich geſtorben.
O Nidda, 23. Sept. Die Papierfabrik L. Staffel hat ihren Betrieb
wegen Mangel an Abſatz ſchließen müſſen, ſodaß viele Arbeiter um
ihren Verdienſt kommen. Gerade für die feineren Papierſorten, welche
hier fabriziert werden, iſt der Verbrauch in der Nachkriegszeit ſehr
zurückgegangen, und dazu kommt noch, daß die außerdeutſchen
Abſatz=
gebiete größtenteils verloren gegangen ſind.
* Alsfeld, 24. Sept. Die Kreisgruppe Alsfeld des Spar=
und Hypothekengläubiger=Schutzverbandes hielt
un=
ter dem Vorſitze des Schulrates Huff eine ſtark beſuchte Verſammlung
ab. Mit geſpannteſter Aufmerkſamkeit folgten die Mitglieder den
intereſ=
ſanten Ausführungen des Redners, Geheimrat Beſt aus Darmſtadt, der
über „Die 3. Steuernotverordnung und den gegenwärtigen Stand der
Aufwertungsfrage” referierte. Nachdem noch Dekan Dr. Unverzagt und
der Vorſitzende zu dem Thema geſprochen hatten, wurde eine
Ent=
ſchließung gefaßt, die ſich mit der Bitte an den Reichstag wendet,
der Reichstag möge die Beſtimungen der dritten Steuernotverordnung
über die Aufwertung aufheben und eine anderweitige Regelung
vor=
nehmen.
Merkenfritz bei Gedern, 25. Sept. Ein Kriegerdenkmal
für die Gefallenen des Weltkrieges wurde hier auf dem Friedhof
ein=
geweiht. Die Schulklaſſen ſangen unter Leitung des Lehrers Keil
meh=
rere Lieder, Pfarrer Ittmann=Mittelſeemen hielt die Weiherede. Nach
ihm ſprach ein Vertreter der Kriegsbeſchädigten und =hinterbliebenen.
Das Denkmal zeigt auf ſchwarzem Grund ein weißes Kreuz und darüber
befinden ſich die 13 Namen der Gefallenen.
* Lichenrodt im Vogelsberg, 25. Sept. Ein Kirchenſtreik iſt
hier ausgebrochen; die Urſache bildet das Ehrenmal für die Gefallenen.
Die Gemeinde hatte ein Denkmal beſtellt ohne Pfarrer, Lehrer und
Be=
hörden, um ihre Anficht und ihr Urteil zu fragen. Als das Denkmal
eintraf, ſollte der Pfarrer eine Anſprache halten und der Lehrer mit
den Schülern ſingen. Beide weigerten ſich, da ihnen der betende Krieger
nicht zuſagte. Darauf blieb die Gemeinde mehrere Sonntage der Kirche
fern und ſtreikte. Erſt, nachdem der Pfarrer und das Ortsgericht
ver=
ſprachen, bei der demnächſtigen Einweihung mitzuwirken, hat ſich die
Gemeinde bereit erklärt, den Gottesdienſt wieder zu beſuchen.
O Ulrichſtein (Vogelsberg), 26. Sept. Doch noch eine gute
Ernte. Im öſtlichen Teil des Vogelsbergs iſt im Gegenſatz zum
Weſt=
abhang die Heuernte heinahe vorzüglich ausgefallen. Das Getreide hat
ebenfalls nur wenig gelitten und einen guten Durchſchnittsertrag
ab=
geworfen.
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Reich und Austand.
Die Landung des 3. R. HI5.
Friedrichshafen. Gegen ½7 Uhr flaute der Wind etwas ab.
Auch der Regen wurde dünner. Endlich öffnete ſich kurz vor der Landung
noch ein Pförtchen, durch das die von der Polizei ſehr ſtreng kontrollierte
regenfeuchte Menge drängt. Bald darauf erſcheint das Luftſchiff über
dem Gelände. Geſpenſtig wirkt die Beleuchtung. Nur der Rumpf hebt
ſich ſchwarz ab. Aus der Führergondel kommt das Signal: „Wir wollen
landen,” und ſchon iſt auf dem Gelände alles bereit. Es iſt heute mehr
an Mannſchaften als ſonſt aufgeboten, denn immer noch wehen leichte
Windſtöße über die Wieſe hinweg. Ueber der Landungsſtelle laufen die
Motore noch einmal an, um zu drücken. Sie werden in 50 Meter Höhe
abgeſtellt. Da fällt das erſte Tau mit ſeinen vielen Veräſtelungen. 30
Leute recken ſich, um es zu erreichen, und langſam ſenkt ſich der Rieſe
zur Erde, jubelnd begrüßt von der ſich ſtändig mehrenden Menge. Die
Polizeiwehr hat keinen leichten Stand, die zu den Gondeln Drängenden
zurückzuhalten. Doch es gelingt, und die Bergung kann beginnen, wobei
die Paſſagiere die Gondel nicht verlaſſen dürfen, um das Gewicht des
Luftſchiffes bis in die Halle zu erhalten. Der bereitſtehende
Naupen=
ſchlepper kommt auch diesmal nicht zur Anwendung, doch wird die
äußerſte Vorſicht beim Einbringen in die Halle geübt. Inzwiſchen iſt
es dunkel geworden. Da flammt, als das Schiff ſchon in die
Hallen=
richtung gebracht iſt, ein Scheinwerfer auf und ſtreicht über den
glänzen=
den, regennaſſen Rumpf hin. Draußen im Gelände bleibt er hängen
wo gerade das Luftſchiff auf ſchweren, laufenden Rollen verankert wird
Nun blitzt er in den Bau des Ungetüms. Noch einmal grüßt ihn mit
Hurrarufen die Menge, die hinter den Polizeiwehrleuten unentwegt
durch Pfützen und Sumpfwieſen daherſtampft. Irgendwo im Dunkel
wird das Deutſchlandlied angeſtimmt. Zwiſchen den Reihen flüſtert
man da und dort: „Wenn er wieder herauskommt, gibts keine Landung
mehr.” Auch überall da, wo der Z. R. III auf ſeiner 33ſtündigen Fahrt
in den deutſchen Landen kam, wird man neben der ſtolzen Freude über
dieſes Wunderwerk der deutſchen Technik ein Gefühl wehmütigen
Be=
dauerns dafür gehabt haben, daß das Luftſchiff nicht dem Vaterland des
Schöpfers erhalten bleibt.
Die Verwendung des 3. R. III in Amerika.
Paris. Wie aus Waſhington gemeldet wird, hat das amerikaniſche
Marinedepartement über die künftige Verwendung des Luftſchiffes
Z. R. III bisher noch keinerlei Beſtimmung getroffen. Höchſt
wahrſchein=
lich wird Z. R. III zur Ausbildung von Luftſchiffahrtsperſonal
ge=
braucht werden. Es ſoll verſucht werden, auch für das Verkehrsweſen
das Luftſchiff nutzbar zu machen und danach andere Luftſchiffe zu bauen.
Ob das Luftſchiff zunächſt in einen Poſtdienſt für die transkontinentale
Noute geſtellt wird, iſt noch ungewiß. Z. R. III iſt nicht Eigentum des
Schiffahrtsdepartements, ſondern der geſamten Regierung. Das
Schiff=
fahrtsdepartement hat lediglich das Schiff im Auftrage der Regierung
vorläufig in Verwahrung.
Beſtechungsprozeß Heidelbergers.
AE. Frankfurt a. M. Im weiteren Verlauf des großen
Be=
ſtechungsprozeſſes, der während dieſer Woche vor dem erweiterten
hieſi=
gen Schöffengericht, wie bereits berichtet, zur Verhandlung ſteht, kam der
Schwager des Hauptangeklagten, des Fabrikanten Heidelberger, Prokuriſt
Happ, zu Wort, der an dem Unternehmen des Heidelbergers mit
5 Prozent Tantieme beteiligt war. Als Happ zwecks Kaſſierung eines
Guthabens einmal dort vorſprach, ſoll ihn einer der dortigen
Militär=
beamten gefragt haben: „Ob er jetzt ein Milliönchen
ver=
dienen wolle.” Auf die Frage, wie das gemeint ſei, habe ihm der
Beamte geantwortet: „Dann ſtellen Sie einfach eine
Rech=
nung aus.” Aus der weiteren Vernehmung iſt charakteriſtiſch die
Aeußerung des Zeugleutnants Heinrich, des Leiters des Siegburger
Abrechnungsbureaus, hervorzuheben, daß er außer einer Sendung
Wein von Heidelberger aus Frankfurt a. M. einen Wertbrief
über 1500 Mark ohne Abſender erhielt. Der Vorſitzende
hält dem Angeklagten vor, daß er eine teure
Wohnungsein=
richtung, für ſich und ſeine Frau teure Pelzmäntel uſw.
ge=
kauft habe. Die Abrechnung in Siegburg wurde nach protokollariſcher
Feſtſtellung von Happ beſchleunigt mit dem Bemerken: „Ich werd
es ſchon gutmachen.‟ Dem Siegburger Rechnungsprüfer
Brat=
fiſch gab Heidelberger mehrere hundert Mark. Der
Hilfsfeuer=
werker Schlüter in Siegburg hat laut Buchungszettel zweimal 500
Mark, einmal angeblich für Lebensmittelfendungen, von Heidelberger
erhalten.
Am dritten Verhandlungstag begann das Zeugenverhör. Als
weſentlich ſind die Ausſagen des ſeinerzeitigen Kriminalkommiſſars
Howe anzuführen, der in Siegburg die Feſtſtellungen zu machen hatte.
Es herrſchte nach ſeiner Ausſage dort die größte Unordnung,
wich=
tige Schriftſtücke waren verſchwunden. Es fielen ihm
die guten Wohnungseinrichtungen der Militärbeamten
auf. Kamine aus einem Werke in Vohwinkel ſollen waggonweiſe
gratis geliefert worden ſein, außerdem Jahrespräziſionsuhren aus
dem Schwarzwald u. dgl. mehr. Der Kommiſſar ſtellt feſt, daß die
Ga=
ben Heidelbergers von den Geſchenken anderer Firmen
veit übertrumpft wurden. Für die Arbeitsabnahme war die
Proviſion an die Beamten ſogar in Prozenten feſtgelegt. Das
Trinkgeldgeben habe beim Portier ſchon angefangen.
Einführung der Seidenraupenzucht in Anhalt.
Der Naturwiſſenſchaftliche Verein Deſſau=Wörlitz will ſich
gemein=
ſam mit dem Gartenbaudirektor Herre=Deſſau für die Einführung der
Seidenraupenzucht in Anhalt einſetzen, da ſich gerade das Anhaltiſche
Klima für den Anbau von Maulbeerhecken beſonders eignet. Verſuche,
die Direktor Werre in den letzten Jahren mit dem Anbau des
Maul=
beerbaumes unternommen hat, haben die günſtigſten Ergebniſſe gezeitigt.
Der Anbau der Maulbeerkulturen und die ſich daran anſchließende
Seidenraupenzucht würden einen außerordentlich ergiebigen
Erwerbs=
zweig für Anhalt darſtellen.
Schwere Unwetter in Frankreich.
Paris. In Nord= und Mittelfrankreich haben Unwetter große
Ver=
heerungen angerichtet. Beſonders ſchwer iſt das Departement Lagarde
von den Unwetterſchäden betroffen worden. Durch wolkenbruchartigen
Regen verwandelten ſich die Straßen der Stadt Nimes geradezu in
Sturzbäche. Die Eiſenbahnſchienen ſind an manchen Stellen weg
geſchwemmt worden. Die Telegraphenlinien zwiſchen Paris, Lyon und
Marſeille ſind vollkommen unterbrochen. Militär wurde zu
Rettungs=
arbeiten aufgeboten.
Nach weiteren Meldungen ſind die Schäden, welche die
Ueberſchwem=
mung rechts und links der Rhone angerichet hat, ſehr beträchtlich. Der
Bahnhof Orange iſt überſchwemmt . Auf dem rechten Rhoneufer iſt die
Eiſenbahn in der Nähe der Station Ardoiſe auf einer Strecke von 7.
Metern weggeſchwemmt. Es wurden auch bereits mehrere Leichen von
Ertrunkenen angetrieben. Die Verbindung zwiſchen Paris, Lyon und
Marſeille wird durch Flugzeuge geſichert. Auch in Savoyen ſind durch
Wolkenbrüche große Ueberſchwemmungen verurſacht worden, von denen
beſonders die Gegend des Sees von Bourget und von Chambery
be=
troffen wurde.
Sonntag, den 28. September 1924,
Seite 7.
* Bahreuther Nachleſe.
„Bahreuth” iſt ein Kulturbegriff, der ſich nicht nur aus vorbildlichen
Vorſtellungen von höchſtmöglicher Vollendung, ſondern aus vielerlei
Komponenten zuſammenſetzt. Ein paar von ihnen mögen hier kurz
be=
handelt werden. Auch bei einem ſo durchaus idealiſtiſchen Unternehmen
wie die Bayreuther Feſtſpiele es ſind, dürfen die wirtſchaftlichen Belange
nicht ganz mißachtet werden. Die gedankenlos immer wiederholte Be
hauptung von der Ausbeutung der Gäſte in den Gaſtſtätten,
Woh=
nungen und Geſchäften, ſchon immer eine böswillige Legende, entbehrte
auch in dieſem Jahre jeder tatſächlichen Unterlage. Es gibt in Bayreuth
wie wohl überall teuere und billige Quellen, und jeder Verſtändige muß
einſehen, daß in ausſchließlich für die Feſtſpiele beſtimmten
Unterneh=
mungen, die nur alle zwei Jahre 4 Wochen offen und die ganze übrige
Zeit geſchloſſen ſind, höhere Preiſe berechtigt ſind, aber es bedarf keiner
beſonderen Ortskenntnis und keines großen Spürſinns, um die Stellen
ausfindig zu machen, an denen man gut und billig leben kann.
Bewundernswürdig war die behördliche Organiſation des
ge=
waltigen Betriebes. In ausführlichen und eingehenden Verordnungen
hatte die Stadtverwaltung alles, aber auch wirklich alles in geradezu
glänzender Weiſe geregelt, ſo daß der rieſige Verkehr ohne die geringſte
Reibung ſich abrollte, wobei der umſichtigen und energiſchen wie
takt=
vollen Schutzmannſchaft ein beſonderes Lob gebührt. Selbſt an ſo
gefähr=
lichen Punkten wie der Vereinigung der Nibelungen= und
Bürger=
reuther Straße, am Fuße des Feſtſpielhügels, gab es auch an den
Höhe=
punkten der Auffahrt keine Stockung. Der Zeitentwicklung war
Rech=
nung getragen, indem der Hauptauffahrtsweg zum Hügel jetzt den
Kraft=
wagen vorbehalten war, denen er noch 1914 verſchloſſen war, während
nun die Pferdewagen den Weg am Oſthange nehmen mußten.
Selbſt=
verſtändlich war geſorgt, daß die Motoren und Hupen keine fremden
„Motive” in die Aufführungen hineinbringen konnten. Daß auch die
Preiſe für die Beförderungsmittel jeder Art ganz eingehend tarifiert
waren, verſteht ſich ganz von ſelbſt.
Das Publikum war in dieſem Jahre vielleicht noch beſſer als
früher, man ſah eine Menge vertrauter Geſichter, und durch die
Vor=
rechte, die man den Inhabern der Patronate gewährt hatte, war dem
Zuſtrom unerwünſchter Elemente eine wirkſame Schranke vorgelegt.
Mitläufer gibts natürlich überall, man erkennt ſie in Bahreuth am
ſicherſten, wenn eine Aufführung des „Parſival” zu Ende iſt. Ausländer
waren überaus ſelten: Deutſche aus Oeſterreich und den abgeriſſenen
Landesteilen rechnen nicht dazu, und dann blieben nur ein paar
Skan=
dinavier, Holländer und Amerikaner übrig. Auch Fürſtlichkeiten waren
in dieſem Jahre wieder in größerer Zahl anweſend, voran der
Bulgaren=
zar Ferdinand, der nie fehlen mag, wenn man in Bayreuth deutſche
Kunſt ſpielt. An den Hauptproben hat auch Ludendorff teilgenommen
und natürlich fehlten auch die Apoſtel des Wagnertums an unſeren
deut=
ſehen Hochſchulen nicht wie Sternfeld, Golther, Prüfer u. a.
Frau Coſima Wagner hat ſich hochbetagt den Anſtrengungen und
Aufregungen der Feſtſpiele nicht mehr ausſetzen können, aber ſie hat es
ſich nicht verſagen wollen, an der Hauptbrobe des 2. Aktes des „Parſifal”
teilzunehmen. Der ehrwürdige, andächtige Greiſenkopf H. von
Wolzo=
gens grüßte in jeder Aufführung von ſeinem ſeit Jahrzehnten
ange=
ſtammten Platze in der mittleren Galerie wie eine ernſte Mahnung au
alte Zeiten. Siegfried Wagner, der den ganzen weitverzweigten Apparat
mit feſter Hand leitete, war überall, und am Schluſſe der erſten
Auf=
führung des „Ringes” erzwang der tobende Beifall endlich ſein lang
Erwartetes Erſcheinen, doch nicht auf der Höhe der Bühne, ſondern ganz
beſcheiden in der vorderſten Reihe des Zuſchauerraumes. Wer Siegfried
Wagner in ſeiner Bayreuther Tätigkeit während der letzten 25 Jahre
beobachten konnte, ſteht verſtändnislos vor der tendenziös böswilligen
Beurteilung die dieſe künſtleriſche Kraftnatur in einem gewiſſen Teile
der „deutſchen” Preſſe findet. Erfreulicherweiſe werden wir auch in
Darmſtadt in dieſem Spielwinter wieder die Aufführung eines ſeiner
beſten Werke erleben.
Die für die deutſche Kunſt ſo unendlich bedeutſame Tatſache der
Neubelebung Bayreuths hat in der ganzen gebildeten Welt ihren
Wider=
hall gefunden. Die Reichsregierung ſchickte dem Hauſe Wahnfried zum
22. Juli ein warmes Begrüßungstelegramm, und ein Mitglied der
paniſchen Botſchaft in Berlin legte im Namen ſeines Landes einen
prachtvollen Kranz am Grabe des Meiſters nieder, das in dieſem Jahre
auch durch den Garten von Wahnfried zugänglich war und unter
Blumenſpenden faſt verſchwand.
Bayreuth hat ſeine ſteile Höhe wieder gefunden, kleine Mängel an
dieſen erſten Aufführungen nach 10 langen Jahren des Schweigens und
in wirtſchaftlich ſchwerſter Zeit fallen in Nichts zuſammen, wenn man
nicht nach Beckmeſſers Art vom Kleinen ausgeht, ſondern die künſtleriſche
Geſamtleiſtung ins Auge faßt. Um aber dieſe zu erreichen, wird hier
auch das Kleinſte wichtig genommen, hier kennt man keine
Nebenſächlich=
keiten und Nebenrollen, der Vertreter des Nachtwächters wird ebenſt
ſorgfälitig ausgewählt, wie der des Hans Sachs, und alle fügen ſich willig
dem einen großen künſtleriſchen Willen ein. Wer das nicht kann oder
will, iſt hier fehl am Ort, und deshalb fehlen hier auch zumeiſt die ganz
großen „Stars”. Aber die Treue gegen den Willen des Meiſters und
ſeine künſtleriſche Tradition wird niemals zur Schablone. Wie anders
klingt zum Beiſpiel das Orcheſter, ob Muck oder Balling e3 lenkt: dort
kriſtallklare ſcharfe Konturierung der muſikaliſchen Linie, hier breite,
üppig berauſchende Farbgebung, und eines ſo echt und ſtiltren wie das
andere. Nur bei kleinen Geiſtern iſt Tradition gleichbedeutend mit
Zwang.
C
ine große Frage bewegte alle: wann werden die nächſten Feſtſpiele
ſein? Wünſche und Vermutungen aller Art ſtiegen auf und wurden in
tſychologiſch begreiflicher Selbſttäuſchung für Tatſachen genommen. An
Zufälligkeiten, wie Jubiläumsdgten (1876—1926) bindet ſich Bayreuth
nicht, hat ſogar eine verſtändliche Abneigung gegen zeitgebundene
künſt=
leriſche Veranſtaltungen. Die Entſcheidung, die erſt nach gewiſſenhafter
Prüfung des künſtleriſchen und finaziellen Fazits dieſer erſten Spiele
nach dem Kriege möglich war, iſt nun gefallen und durch Siegfried
Wagners auch im Darmſtädter Tagblatt veröffentlichte Mitteilung der
ganzen Welt bekannt geworden, der deutſche Kunſt etwas iſt.
Deut=
ſcher Idealismus hat wiederum geſiegt, und die Bayreuther Feſtſpiele,
unter unſäglichen Schwierigkeiten zu neuem Leben erweckt, haben ihre
unverwüftliche Lebenskraft erneut herrlich erwieſen.
Prof. Dr. Fr. Behn.
Rund=Funk=Programm.
Sonntag, den 28. September 1924.
Frankfurt a. M. (467 m). 8 Uhr: Morgenfeier veranſt. v. Wartburgverein e. V.,
Frank=
urt a. M.: 1. Motette (Bläſerchor des Wartburgvereins, Leitung Herr P.
Rauſchen=
berger). 2. Du Hirte Fſraels (Kirchenchor der Lukasgemeinde, Leitung Herr Letſchert).
3. Anſprache: Herr Pfarrer Dr. theol. Kübel von der Weißfrauengemeinde. 4. Choral
(Bläſerchor des Wartburgvereins e. V., Frankfurt a. M., Leitung Herr P.
Rauſchen=
berger). 5. Sei getreu bis in den Tod (Kirchenchor der Lukasgemeinde, Leitung Herr
etſchert). 6. Motette (Bläſerchor des Wartburgvereins e. V., Frankfurt a. M.,
Leitung: Herr P. Rauſchenberger). — 3.30—4.30 Uhr: Kinderſtunde. — 4.30 bis
5.30 Uhr: Sonntagnachmittagskonzert. — 8 Uhr: Stunde der Frankfurter Zeitung.
3.30 Uhr: Joh. Seb. Bach. 1. Klavierkonzert mit Streichorcheſter in D=Moll. 2. Jeſus
ſol
in erſter Wort — Arie aus der Kantante: Gott wie Dein Name iſt auch De
—3. Erfüllet, ihr himmliſchen, göttlichen Flammen — Arie aus der Kantante:
Vie ſchön leucht uns der Morgenſtern” 4. Brandenburgiſches Konzert Nr. 6 in
z9
ür zwei Bratſchen, zwei Gamben, Cello und Baß. Mitwirkende: Frau Gertrud
Dur f;
(Sopran), Frau Emma Lübbecke=Job (Klavier), das Amarquartett, Herr
Hind
Niſcha Schneider (Gambe), Herr Bieger (Cello), Herr Kellner (Baß”). — 9.30 Uhr:
ach
ichtendienſt, Wettermeldung, Sportberich
Berlin (430, bzw. 500 m). 4.30—6.25 Uhr: Unterhaltungsmuſik (Berliner Funk
1. Pantine vivant, Leoncavolla. 2. Ouverture z. d. Oper „DerzBarbier von
kapelle
Sevilla”, Roſſini. 3. Reverence de Pupé, Bucceri. 4. Introduktion und Chor der
ensboten aus der Oper „Rienzi”, Wagner. 5. Fantaſie aus der Oper „Der Frei
ſchiü
Weber. 6. Tauſend und eine Nacht, Walzer, Joh. Strauß. 7. Ouverture:
gen, ein Mittag, ein Abend in Wien, Suppe. 8. Zehn ſelige Minuten, Pot=
Ein
indemann. 9. Tanzen möcht ich, Walzer aus der Operette „Die
Cſardas=
pourr
alman. 10. Horch, die Jazzband ſpielt, Shimmylied aus der Operette
He e
Liſter Globetrotter”, Otto Urack. 11. Feuert lo8! Marſch, Holzmann. Während der
Pauſen: „Natſchläge fürs Haus”. — 6.30 Uhr: Die Funkprinzeſſin erzählt: Von
Son=
enſtrahlen, Mond und E
rnen. 1. Der Mond auf Reiſen, Elſe Hofmann, 2. Pate
onnenſtrahl, 3. Die Sternblumen, Sophie Reinheimer. Die Funkprinzeſſin, Adele
Froesler. — 8.30—10 Uhr: Tanzweiſen aus drei Jahrhunderten. 1a) Gavotte,
Goſſec, b) Menuett, Bocherini, c) Menuett, Mozart, d) Deutſche Tänze, Schubert,
2a) Die Schönbrunner, Walzer, Lanner, b) Mazurka, Chopin, c) Frauenherz, Polka
ſoſ. Stranß, d) Transaktionen, Walzer, Joſ. Strauß, 3a) Aufforderung zum
Mazurka,
Tanz, Weber, b) Pokonaiſe, c) Polka, d) Morgenblätter, Walzer, Joh. Strauß. 4.
wei ſlaviſche Tänze, Dvorak. Drei ungariſche Tänze, Brahms, 5a) Unter dem
Ster=
nenbanner, Marſch Souſa, b) Whystling rufus, Cape walk, c) Destiny, Boſton
Baynes, d) Warte, warte nur ein Weilchen, aus „Marietta”, Kollo, e) Loca, Tango
milonga, M. Joves, f) Je cherche apres Titine, L. Daniderff, Geſpielt von der
Ber=
liner Funkkapelle. Anſchließend Bekanntgabe der neueſten Tagesnachrichten,
Zeit=
anſage, Wettedienſt, Sportnachrichten, Theaterdienſt.
England. London (365) 8 Uhr: Oratorium „Elias” (Mendelsſohn), übertragen an
Glasgow. — Bournemouth (385), 8.55 Uhr: Kantate „Die heilige Stadt” (Gaul).
Newcaſtle (400) 0.15 Uhr: Kammermuſik. London (365) 3 Uhr: „Das O4ratorium
Glasgow (420) 3 Uhr: Symphoniekonzert. Aberdeen (495) 3 Uhr: Bach=
Menbels=
ſohn=Händel=Programm.
Briefkaſfen.
W. S., hier. Nach § 4 des jüngſt verabſchiedeten Münzgeſetzes
gelten als Reichsſilbermünzen bis auf weiteres auch die auf Grund des
Geſetzes vom 20. März 1924 ausgeprägten Silbermünzen. Es ſind
dies die über 1, 2 und 3 Mark lautenden. Weitere Silbermünzen
früherer Zeit ſind nicht geſetzliche Zahlungsmitel. Auf Grund des
Ge=
ſetzes vom 20. März 1924 ſind keine Reichsſilbermünzen über 5 Mark
Nennwert geprägt worden.
M. R. K. 3, hier. Erſte Frage: So viel wir wiſſen, nein. Aber
die Münchener Neueſten Nachrichten dürften für Sie in Betracht
kom=
men. Zweite Frage: „Der Bodenſee” Verkehrs= und Heimatzeitſchrift
für das geſamte Bodenſeegebiet. Es iſt dies eine alte, beliebte
Verkehrs=
propagandazeitſchrift, deren Verlagsort am leichteſten aus der
Poſt=
zeitungsliſte feſtzuſtellen wäre.
Geſchäftliches.
Altmeiſter Goethe und — der Kaffee. In der Jugend
wie im Alter war Goethe ein abgeſagter Feind von Tee und Kaffee.
Er nahm zum Frühſtück in der Regel nur Suppe. Seine Feindſchaft
gegen Kaffee kommt in ſeinem berühmten Abrechnungsbrief, den er nach
ſeiner Rückkehr an die tiefgekränkte einſtige Freundin Charlotte von
Stein ſchreibt, prägnant zum Ausdruck. Das Kaffeetrinken bezeichnet
Goethe als Hauptquelle der ungerechten Verſtimmung, deren er Frau
von Stein zeiht. „Unglücklicherweiſe”, ſagt er, „haſt Du ſchon lange
mei=
nen Nat in Abſicht des Kaffees verachtet und eine Diät eingeführt, die
Deiner Geſundheit höchſt ſchädlich iſt. Es iſt genug, daß es ſchon ſchwer
hält, manche Eindrücke moraliſch zu überwinden. Du verſtärkſt die
hypochondriſche, quälende Kraft der traurigen Vorſtellungen durch ein
phyſiſches Mittel, deſſen Schädlichkeit Du eine Zeit lang wohl eingeſehen
und das Du wohl aus Liebe zu mir auf eine Weile vermieden und Dich
wohl befunden hatteſt.” Nun ja, ſagen wir vom 20. Jahrhundert,
da=
mals gab es noch keinen coffeinfreien Kaffee, der Frau von Stein vor
dieſer Zurechtweiſung bewahrt hätte.
Der Stadtauflage unſerer heutigen Ausgabe liegt ein Proſpekt der
Fa. Wilh. Köhler G. m. b. H., Darmſtadt, bei, worauf wir unſere
ver=
ehrlichen Leſer aufmerkſam machen.
(12429
Unſerer heutigen Landauflage liegt ein Proſpekt der Staatl.
Lotte=
rie=Einnahme Kullmann, Darmſtadt, bei, auf die wir unſere verehrl.
Leſer aufmerkſam machen.
(K. 12428
Tageskalender.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 6 Uhr, Ende 10 Uhr
(H 1): „Tannhäuſer”. — Kleines Haus, Anfang 7 Uhr, Ende 9½ Uhr
(Zuſatzmiete 12): „Der Floh im Panzerhaus”. — Orpheum, abends
8 Uhr: „Der kühne Schwimmer”. — Mozartſaal, Schulſtraße 8,
Vortrag: „Chriſtus oder Mohammed”. — Hotel Schmitz;
Künſtler=
konzert. — Darmſtädter Hof, Zum Mühltal, Nieder=
Beerbach: Kirchweihe. — Turnhalle Woogsplatz,
nach=
mittags 3½ Uhr: Liedertag. — Mozartſaal, Schulſtraße 8,
abends 8 Uhr, Vortrag: „Völkerbund oder Völkerkrieg”. — Zum
Ochſen, Beſſunger Straße, abends 7½ Uhr,
Mitgliederverſamm=
lung. — Flugplatz der Heſſenflieger an der Nieder=
Ram=
ſtädter Straße: Deutſcher Luftwettbewerb Darmſtadt. —
Rummel=
bräu, ab 4 Uhr: Konzert. — Ludwigshöhe, ab 4 Uhr und ab
7 Uhr: Tanz. — Sportplatzreſtaurant, Böllenfalltor, von
4—7 und 8—11 Uhr: Konzert. — Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=
Lichtſpiele: Kinovorſtellungen.
Verſteigerungskalender. — Montag, 29. September.
Pferdeverſteigerung, vormittags 11,45 Uhr, auf dem Hofe des
Marſtallgebäudes, Mathildenplatz 17. — Fabrikgebäude Groß=
Gerauer Weg 7, vormittags 10 Uhr: Verſteigerung eines
eiſer=
nen Schmiedeherdes und vieles andere.
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Sottesdienſt der iſrgelitiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße),
Neujahrsfeſt.
Sonntag, den 28. Sept. Vorabendgottesdienſt 6 Uhr Predigt,
Montag, den 29. Sept. Morgengottesdienſt 7 Uhr 45 Min.
Predigt 9 Uhr 20 Min. — Abendgottesdienſt 6 Uhr 45 Min.
Dienstag, den 30. Sept.
Morgengottesdienſt 7 Uhr 45 Min.
zrodigt 9 Uhr 20 Min. — Feſtesſchluß 6 Uhr 50 Min.
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Seite 8
Sonntag, den 28. September 1924
Rummer 220.
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Darmstädter Kammerorchester
as Darmstädter Kammerorchester erlaubtsich,
L seinen Mitgliedern und Freunden das
Pro-
gramm für den kommenden Winter vorzulegen.
Es ist dem Orchester gelungen, als Nachfolger
des Herrn Wogt Herrn Kapellmeister FRIEDEI.
FISCHER zu gewinnen, einen feinsinnigen, als
Dirigent sehr geschätzten Musiker.
I. Gesamtprogramm
für die B in Aussicht genommenen Konzerte,
die im Kleinen Haus des Hessischen
Landes-
theaters stattfinden werden.
ERSTES KONZERT:
Samstag, 1. November 1924
Mitwirkender: Herr Professor GUSTAV HAVE-
MANN, Berlin (Violine)
1. Ouverture zu Iphigenie in Aulis
Gluck
2. Violinkonzert in G-moll . . . Joh. Seb. Bach
3. Violinkonzert in Es-dur . . . W. A. Mozart
4. Serenade
W. A. Mozart
ZWEITES KONZERT: Anfang Januar 1925
Mitwirkender: Herr GUSTI BECK (Klavier)
1. Brandenburgisches Konzert Nr 8, J. S. Bach
2, Klavierkonzert von Morazt oder Beethoven
3. Symphonie
Schubert
DRITTES KONZERT: Anfang Apzül 1925
Mitwirkender unbestimmt.
1. Ouverture z, Oratorium „Esther‟, Dittersdort
2. Arien . .
.. . . . . . . . Händel
8. Conzerto grosso . . . . . . . . . . Händel
4, Militär-Symphonie . . .
Havdn
Aenderungen im Falle unvorhergesehener
Er-
eignisse oder wesentlicher Verschiebung der
wirtschaftlichen Verhältnisse bleiben vorbehalt.
II. Mitgliedsbeiträge
Der Jahresbeitrag für inaktive Mitgliedenr
beträgt für einen Platz in den Logen Mk. 10.—,
im Sperrsitz und I. Rang Mk. 7 50.
Die Bestellung der Plätze hat schriftlich an
die Adresse des Herrn Gerh. Hickler,
Darm-
stadt, Heidelbergerstr 28, zu erfolgen.
Die Ausgabe der Karten gegen Entrichtung
der Beiträge findet vom 1.—10. Oktober bei
der Firma G. Thies Nachf. (L. Schutter),
Elisabethenstraße Nr. 12, statt. Zusendung der
Karten erfolgt auf Wunsch gegen eine Gebühr
von 15 Pfg. Auf Wunsch kann die Zahlung
der Beiträge in 2 Raten erfolgen. Die erste
Rate ist bei Empfang der Mitgliedskarte, die
zweite am 2. Januar 1925 fällig, Ein
Rück-
tritt von der Mitgliedschaft onne Zahlung der
zweiten Rate ist ausgeschlossen.
(12377
Darmstadt, im Sept. 1924. Der Vorstand.
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4. Einrichtung und Ueberwachung von Buchhaltungen
5. Erſtellung von Bilanzen
6. Vermögensberechnungen
7. Verhütung von Konkurſen, Vertretung, Geſchäftsaufſicht
8. Organiſationsweſen
9. Reklameweſen und Beteiligungen
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[ ← ][ ][ → ]Rummer 270.
Sonntag, den 28. September 1924.
Seite 9.
Sport, Spiel und Zurnen.
Schwimmen.
Die verbandsoffenen Schwimmwettkämpfe in Darmſiadt
am 4. und 5. Oktober.
Vier deutſche Meiſter und Rekordinhaber am Start.
33 Vereine mit 197 Meldungen — ein hervorragendes Meldeergebnis
für eine Veranſtaltung, die ziemlich am Schluſſe eines Jahres liegt, das
an Schwimmwettkämpfen in und außer Deutſchland mehr wie reich war.
Zwar fehlt „Hellas” Magdeburg wegen der bereits bekannten
Disquali=
fikation ſeiner erſten Mannſchaft, aber trotzdem haben die Rennen eie
Beſetzung erfahren, die Kämpfe verſprechen, wie ſie in Einzelrennen und
Staffeln nicht ſpannender gedacht werden können. Daß knappſte
Reſul=
tate und aufreibendſte Kämpfe die Regel ſein werden, beweiſt der
Um=
ſtand, daß in vielen Fällen eine Vorausfage außerordentlich ſchwer iſt.
Dazu kommt der Umſtand, daß vor allem in vielen Staffeln von den
Ver=
einen Leute an den Start geſchickt werden, die als ausgeſprochene
Hallen=
ſchwimmer manches Reſultat auf freier Bahn ändern werden.
Der erſte Tag
beginnt mit einer glänzend beſetzten II. Beliebig=Staffel 3 mal 50 Meter
deren Ausgang ein Handſchlagergebnis ſein dürfte. Wenn Düſſeldorf
keine Ueberraſchung bringt, wird das Ende zwiſchen Moenus Offenbach,
Nickar Heidelberg und Jungdeutſchland liegen. Jede dieſer Mannſchaften
hat einen ſchwächeren Punkt, doch iſt nach den bis jetzt gezeigten
Leiſtun=
gen anzunehmen, daß Darmſtadt im eigenen Bad einen kleinen Vorteil
hat, der ihm zu einem knappen Sieg verhelfen dürfte. Das nächſte
Ren=
nen bringt ein in Darmſtadt noch nicht gebotenes Ereignis, einen
Zwei=
kampf Berges-Vierkötter=Köln. Vierkötter, der diesjährige Strom= und
Oſtſeemeiſter, der lange Zeit über längere Strecken ungeſchlagen war, der
drei Jahre lang die deutſche Meiſterſchaft über 1500 Meter innehatte,
trifft hier auf ſeinen zähen, mehrfachen Beſieger Berges, den jetzigen
In=
haber der deutſchen Meiſterſchaft über 400 und 1500 Meter. Vierkötter iſt
bekannt als der ungemein ausdauernde und hartnäckige Konkurrent, dem
bis jetzt nur Berges überlegen war; Berges iſt der, der in dieſem Jahr
nicht weniger wie fünfmal den 400=Meter=Rekord unterbot. Daß dieſe
beiden ſich hiernach eine heiße Schlacht liefern werden, iſt beſtimmt. Als
Sieger ſehen wir infolge ſeiner ununterbrochenen Routine gerade über
dieſe Strecke Berges, dem es bei guter Form gelingen ſollte, die vor zwei
Jahren in Darmſtadt von dem deutſchen Meiſter Heinrich geſchwommene
Zeit von 5,35 erheblich zu unterbieten, ja unter Umſtänden den deutſchen
Rekord von 5,26,6 zu verbeſſern. Glänzende Beſetzung haben ſämtliche
Jugendrennen erfahren, ſo der nächſte Kampf, das Jugend=Rücken über
100 Meter. Fiſcher=Frankfurt zeigte ſich im freien Waſſer als überlegener
Schwimmer, doch liegt ihm nach ſeiner Offenbacher Leiſtung das
Hallen=
bad nicht ſo ſehr, ſo daß eher anzunehmen iſt, daß der Sieger in einem
der weſtdeutſchen Konkurrenten, Tegethoff=M. Gladbach oder Dreibholz=
Elberfeld, zu ſuchen iſt; der Ausgang iſt jedenfalls offen. Als Erſten
im Senior Zeite 100 Meter ſehen wir Kinzius=Eſſen, der in ſeinen letzten
Rennen ſehr ordentliche Zeiten zeigte. Einen ſchönen Kampf verſprechen
die 400 Meter Bruſt zwiſchen Fauſt=Göppingen, dem deutſchen 50=Meter=
Rekordmann, und Pascoe=Gießen. Sieger dürfte der routiniertere und
ſtilſichere Fauſt werden, jedoch wird Pascoe, dem gerade mittlere
Bruſt=
ſtrecken ſehr gut liegen, ihm hart an den Ferſen hängen. Ueberlegene
Siegerin im I. Damenbruſt 100 Meter iſt Fräulein Arndt=Gießen, die
Zweite in der deutſchen Bruſtmeiſterſchaft, die ſich überraſcheid zu
höch=
ſter Form entwickelt hat. Einen harten Kampf werden ſich ihre Konkur
rentinnen um den zweiten Platz liefern. Bruchteile von Sekunden
wer=
den auch zwiſchen den Erſten in der II. Lagenſtaffel 4 mal 50 Meter
lie=
gen. Düſſeldorf, Offenbach, Heidelberg und Darmſtadt werden hier einen
ſtetig wechſelnden Kampf liefern, der beim dritten Mann entſchieden ſein
muß, da die Schlußleute ungefähr gleich ſind. Der Ausgang iſt
vollkom=
men ungewiß. Ebenſo ungewiß iſt vorläufig der Sieg im
Damenjugend=
bruſt 100 Meter, in dem regulär E. Backof=Offenbach ſiechere Siegerin
wäre; ſie iſt jedoch überraſchenderweiſe am 28. September in Heidelberg
zu einem Damenſeniorrennen gemeldet, ſo daß ihr bei deſſen Beſtreiten
eine Teilnahme am Jugendrennen gemäß A. W. B. unmöglich wäre. Sollte
ſie nicht mehr ſtarten können, ſo ſehen wir S. Großmann=Köln als
knappe Siegerin. Mit 17 Leuten beſetzt ſind die 100 Meter Jugend
be=
liebig, die Bühler=Frankfurt, Vogt=Heidelberg und Weigel=Offenbach als
erſte Anwärter ſehen. Ein intereſſantes Rennen zeigen die 100 Meter
Damen beliebig mit drei Konkurrentinnen; T. Arndt=Gießen dürfte durch
das vorhergehende Bruſtrennen benachteiligt ſein, ſo daß vor allem
L. Keller=Darmſtadt und E. Kraußert=Frankfurt in Frage kommen. Nach
ihren mehrfachen knappen, aber ſicheren Siegen über Fräulein Kraußert
ſehen wir Fräulein Keller als knappe Erſte. Einen hervorragenden
Kampf liefern ſich im I. beliebig 100 Meter Berges, Benke=Berlin,
Dahlem=Breslau und Gropper=Augsburg. Dahlem ſchlug vor 14 Tagen
den deutſchen Meiſter Heinrich, Gropper ſchlug in München Berges mit
Handſchlag, hierfür revanchierte ſich der Darmſtädter, indem er in
Buda=
peſt in der deutſchen Länderſtaffel über 4 mal 100 Meter die beſte Zeit
mit 1,04,3 ſchwamm. Sollte er hier in gleicher Form ſein, dann iſt auch
Dahlem verloren; berückſichtigt man jedoch, daß Berges vorher 400 Mtr.
zu ſchwimmen hat, ſo iſt anzunehmen, daß der erſte Platz für ihn etwas
fraglich erſcheint; ein ungewiſſer Ausgang — einer der aufregendſten
Kämpfe Günther=Gelſenkirchen iſt als ſicherer Sieger in den folgenden
II. 100 Meter anzuſprechen, da er nach ſeinen Sommerleiſtungen ſeine
Hauptgegner, die allerdings ziemlich zahlreich ſind, knapp hinter ſich
laſſen wird. Eine offene Sache, wie jedes Springen, iſt das II.
Sprin=
gen, das von ſechs ziemlich gleichwertigen Gegnern beſtritten wird. Das
II. Bruſtſchwimmen 100 Meter bringt die beſten II. Senioren
Deutſch=
lands an den Start. Weiß=Nürnberg, Hidding=Göppingen, Dorfmüller=
Rheydt werden die Hauptanwärter auf den erſten Platz ſein, während
erbittert unter dem Reſtt gekämpft werden wird. Der endgültige
Ge=
winn eines Wanderpreiſes ſteht im nächſten Rennen, der
Damenlagen=
ſtaffel, für Darmſtadt auf dem Spiel. Drei gleichwertige Mannſchaften:
Darmſtadt, Frankfurt und Köln, ſtreiten ſich um die Siegespalme. Wer
der Glückliche ſein wird, iſt unmöglich zu ſagen, da neue Leute
ſchwim=
men. Als letztes Rennen des erſten Tages tritt Poſeidon Köln in ſeiner
Spezialſtaffel gegen Darmſtadt in ſeiner Spezialſtaffel an. 100, 200,
300 Meter werden beiden Vereinen eine harte Nuß werden, bei Köln
drei ziemlich gleichwertige Leute mit Vierkötter am Schluß, bei
Darm=
ſtadt zwei ſchwächere Vorderleute und den zäheſten, Berges, am Schluß;
für Berges gilt es, verlorenes Terrain aufzuholen, für Vierkötter
ge=
wonnenes zu halten. Der Sieger — —??
Der Sport des Sonntags.
ks.- Pferdeſport: Die bedeutendſte Entſcheidung auf dem grünen
Raſen iſt der Deutſche Stuten=Preis in Hamburg=Horn. In
der über 2400 Meter führenden Prüfung der dreijährigen Ladies ſteht
ein Zweikampf Oſtrea—Marquiſe in Ausſicht, denn Leſe und Quarta
reichen an die Klaſſe der beiden vorgenannten nicht heran. Eine
aus=
erleſene Geſellſchaft junger Pferde beſtreitet das Hamburger Criterium.
Hier muß man Weißdorn Vertrauen ſchenken. In Fürſt Emmo. Laufjunge,
Stromer, Magnet und Maira hat der Oppenheimer jedoch Pferde gegen
ſich, die ihm auf der kurzen Diſtanz von 1000 Meter einen Erfolg nicht
leicht machen werden. Der Rennklub Frankfurt a. M. beſchließt die
Saiſon mit einer dreitägigen Veranſtaltung, die diesmal leider nicht
eine ſo große ſportliche Ausbeute wie in früheren Jahren bringen wird.
Die weſtdeutſche Renngemeinde iſt in Neuß verſammelt, in
Oſtdeutſch=
land ladet Königsberg i. P. zu Gaſte. In Berlin beherrſchen die Traber
das Feld. Dem Mariendorfer Verein dürfte wieder ein voller Erfolg
ſicher ſein, zumal er eine Prüfung von der Bedeutung des
Stiftungs=
preiſes für Zweijährige auf ſeinem Programm zu verzeichnen hat. Die
Traber ſind weiterhin in München=Daglfing in Tätigkeit.
Radſport: Ein gutes Programm bietet die Berliner
Olympia=
bahn, die für die Dauerrennen Sawall, Saldow, Wegmann, Lejour, für
die Fliegerrennen Spencer, Rütt, Lorenz, Hahn verpflichtet hat.
Welt=
meiſter Linart ſoll in Köln eine Gaſtrolle geben. Seine Gegner im
100 Kilometer=Rennen ſind Wittig, Bauer und Blekemolen. Auf der
Magdeburger Bahn geben ſich Roſellen, Thomas, Weiß und Guignard ein
Stelldichein, die Dortmunder Bahn ſieht in den Dauerrennen Golle,
Makowiak, Behours und Gubler in Wettbewerb, während in Nürnberg
in einem 100 Kilometer=Mannſchaftsrennen eine Reihe unſerer beſten
Berufsfahrer die Klingen kreuzen werden. — Amateurbahnrennen ſind
nach Bochum, Barmen, Frankfurt a. M. angeſetzt. — Das Programm
der Straßenfahrer iſt wieder ſehr umfangreich, jedoch ohne Delikateſſe.
„Rund um den Bergiſchen Dom” der „Große Straßenpreis vom Rhein
zur Moſel” „Rund um den Hamburger Stadtpark”, „Stuttgart—
München” ſind für Bundesamateure, die Meiſterſchaft der Mark
Branden=
burg für Unionsamateure offen
Motorſport: In internationaler Beziehung ſteht das
Schwaben=
berg=Rennen des Kgl. Ungariſchen AC. obenan, in dem die
Mercedes=
fahrer in Abweſenheit von Rützler (Steyr) keine Konkurrenz zu ſcheuen
brauchen. Von den Veranſtaltungen im Reiche ſeien das
Automobil=
bergrennen in Winterberg, die internationalen Motorradbahnrennen in
Hannover, zu denen die auf der Avus geſtarteten Ausländer eingeladen
wurden, die Motorradbahnrennen in Barmen (ADAC.) und die
Märki=
ſche Herbſtfahrt des DMV. hervorgehoben.
Flugſport: Der am Freitag in Darmſtadt begonnene Süd=
V. f. R. Darmſtadt Ia Jugend — Pfalz Ludwigshafen 1. Jugend.
Heute nachmittag um ½4 Uhr ſtehen ſich auf dem V. f. R.=Platz obige
Jugendmannſchaften im friedlichen Wettkampf gegenüber. Die 1. Jugend
von Pfalz Ludwigshafen hat vor kurzem die Gaumeiſterſchaft im
Nord=
pfalzgau errungen mit dem Torverhältnis von 49: 3 in ihren
Abteilungs=
ſpielen und dem von 12:0 in ihren Verbandsſchlußſpielen. Nur bei
Aufbietung aller Energie wird es der 1. Jugend des V. f. R. gelingen,
dieſen Gegner, der an Spielſtärke Mannheim=Waldhof gleichkommt,
nie=
derzuzwingen. Es iſt Pflicht aller Mitglieder und Freunde des V. f. R.,
dieſem Spiel beizuwohnen und dadurch ihr Intereſſe für unſere
Jugend=
ſache kund zu tun. Vor dieſem Spiel empfängt die Ib=Jugend des V.f.R.
die kombinierte 1. und 2. Jugend der beſtbekannten Germania
Pfung=
ſtadt. Da beide Mannſchaften als ſpielſtark bekannt ſind, wird ſich auch
ein Beſuch dieſes Treffens empfehlen. An weiteren Spielen finden ſtatt:
V. f. R. IIa Jugend — IIa Jugend Germania Frankfurt in Frankf.
V. f. R. IIb Jugend — 1, Jugend F. Sp.V. Seeheim um 11 Uhr.
V. f. R. Ia Schüler — 1. Schüler Haſſia Dieburg um 10 Uhr.
V. f. R. Ib Schüler — 1. Schüler Sp.V. Meſſel in Meſſel.
Fußballklub Union e. V. Darmſtadt.
Heute Sonntag ſtehen ſich auf dem Sportplatz an der Heidelberger
Straße die 1. Mannſchaften Germanias Eberſtadt und Unions im
Privat=
ſpiel gegenüber. Beide Mannſchaften werden bemüiht ſein, ein faires
Spiel vorzuführen. Das Treffen dürfte ſchon deshalb größeres Intereſſe
verdienen, als ſich beide Vereine auch in den kommenden Verbandsſpielen
gegenüberſtehen. Spielbeginn 3½ Uhr.
Die 1. Mannſchaft begibt ſich am gleichen Tag nach Eberſtadt, um
gegen die 2. Mannſchaft Germanias unſere Farben würdig zu vertreten.
deutſche Zuverläſſigkeitsflug für Klein= und Sportflugzeuge findet ebenda
am Sonntag ſein Ende.
Fußball: Die Repräſentativſpiele Nord= gegen Weſtdeutſchland
in Elberfeld und Mitteldeutſchland gegen Deutſch=Böhmen in Reichen=
berg (CSR.) ſowie der Länderkampf Tſchechoſlowakei gegen
Jugo=
ſlawien in Agram ſind in den Vordergrund zu rücken. Sowohl im
Fuß=
ball wie auch im Hockeybetrieb nehmen im übrigen die Punktkämpfe
ihren Fortgang.
Handball: Der VfR. Zeitz iſt in Berlin beim SCC., Dresdenſia
gegen Dresden bei Zehlendorf 88 zu Gaſte.
Rugby: Der Berliner Meiſter Preußen hat den FC. Hannover 97
zu einem Wettſpiel verpflichtet.
Leichtathletik: Das Laufen und Gehen Herne-Bochum-
Herne über 25 Kilometer verſammelt nicht nur gute deutſche Klaſſe,
ſondern auch eine Reihe von Ausländern am Start. Zahlreiche deutſche
Leichtathleten ſind in Prag. Die Berliner Hempel, Wils, Schumann
und Pohl haben zum Tſchechiſchen Marathonlauf gemeldet. Schoemann,
Lehniger und Krüger beteiligen ſich an den Wettkämpfen von Slavia=
Prag. Erwähnt ſei noch, daß in Leipzig die Reichspolizeiwettkämpfe
ſtattfinden, die ſich auf alle Sportarten erſtrecken.
Schwimmen: Gut beſetzt ſind die nationalen Wettkämpfe des
SC. Chemnitz von 1892. In Heidelberg ſind vornehmlich ſüddeutſche
Vereine in Konkurrenz.
Boxen: Erminio Spalla=Italien und der Holländer Piet Van der
Veer kämpfen in Mailand um die Europameiſterſchaft im Schwergewicht.
Vorſchan auf Karlshorſt.
Jahresſitzung des D. F. B.
Der Deutſche Fußballbund hat die Tagesordnung für ſeinen am
November in Eiſenach ſtattfindenden Bundestag feſtgelegt.
Bemer=
kenswert ſind folgende Punkte: Spiele gegen Berufsſpielermannſchaften,
Bundesjubiläum 1925. Von den verſchiedenen Anträgen dürften
fol=
gende intereſſieren: „Es wird für das geſamte Bundesgebiet ein
ein=
heitlicher Spielerpaß eingeführt”. „Diejenige Klaſſe der
Verbandsver=
eine, die den Vertreter zur DFB.=Meiſterſchaft ſtellt, wird als DFB.=
Klaſſe bezeichnet.‟ Der Bundesſpielausſchuß wird eine Aenderung des
bisherigen Syſtems der Austragung der Bundesmeiſterſchaften
be=
antragen.
Schießſport.
ks.- Am Montag bietet der Verein für Hindernisrennen (Karlshorſt) ein
intereſſantes Programm, in deſſen Mittelpunkt das Große Hürdenrennen
über 4000 Meter ſteht. Cabinet noir 69½ (X), Perikles 691/ (X),
Gué=
nolé 67½ (Wurſt), Lobredner 66 (Kukulies), Nerr 65 (X), Denkſtein 63
(Maté) und Mortala 59 (X) gelten als Starter. — Unſere Vorausſagen:
1. Reichard—St. Martin; 2. Kadewitt—Spaniola; 3. Civiliſt—
Hagel=
ſchlag; 4. Denkſtein—Perikles; 5. Mitterwurzer—Immerweiß; 6. Stall
Kuhn-Narr; 7. Doktor—Mundſchenk.
Unſere Vorausfagen für Sonntag.
Hamburg=Horn. 1. Landung=Eierkuchen; 2. Oberon 2=Roland;
3. Roſendame=Luftpoſt; 4. Weißdorn=Maira; 5. Oſtrea=Marquiſe; 6.
Pa=
trizier=Caſſiopeja; 7. Anfang=Waffe.
Frankfurt a. M. 1. Rößling=Leda; 2. Stall Opel=Landrat:
3. Ehrentraut=Donnerretter; 4. Taugenichts=Stall Opel; 5. Mobil=
Palette; 6. Hexenmeiſter=Stall Opel.
Neuß. 1. Blocksberg=Golfſtrom; 2. Fataliſt=Draufgänger 2;
3. Chibouk=Balmung; 4. Freilicht=Günſtling; 5. Lilienſtein=Loriſſa;
6. Sedalia=Morgengabe;
. Turban=Peter.
Mariendorf. 1. Fahrt Jauß=Tell; 2. Fahrt Weiß=Winnie;
3. Schwarzwaldmädel=Fahrt Großmann; 4. Buchdrucker=Zora; 5.
Kar=
neval=Maikönigin 1; 6. Edeltochter=Doritha; 7. Leichtſinn=Manfred;
8. Geſtüt Bindow=Frankenſtein,
Fußball.
Freie Turngemeinde Pfungſtadt — Spielvereinigung 1921 Darmſtadt.
Im weiteren Verlauf der Verbandsſpiele ſtehen ſich heute nachmittag
3 Uhr auf dem Platze an der „Windmühle‟, Ecke Gräfenhäuſer Weg und
Pallaswieſenſtraße, die 1. Mannſchaften vorgenannter Vereine gegenüber.
Spannend und intereſſant verliefen ſchon immer die Spiele, die ſich die
beiden Gegner ſeither lieferten. Auch diesmal iſt guter Sport zu
erwar=
ten. Darmſtadt wird alles daranſetzen müſſen, wenn es die beiden
Punkte, die es zur weiteren Führung in der Tabelle nötig braucht,
ein=
heimſen will. Ein Beſuch des Treffens dürfte ſich empfehlen, zumal
weiter kein anderes Spiel in Darmſtadt ſtattfindet.
Heſſiſcher Schießſportverband, Sitz Darmſtadt.
Am Sonntag, den 28. September, beginnt das zweite Verbands=
und Werbeſchießen, welches diesmal der Schützengeſellſchaft „Wildſchütz”
in den „Drei Haſen”, Heinheimerſtraße, übertragen wurde. Die ganzen
Arbeiten deuten darauf hin, daß es dem erſten Verbandsſchießen würdig
zur Seite ſteht. Auch für die Jugend iſt eine Konkurrenz vorhanden. Die
Schüitzengeſellſchaft „Wildſchütz” wird beweiſen, daß der Heſſiſche
Schieß=
ſportverband ſtolz ſein kann auf ſeine Schützen, zumal bei einem Schießen
in Aſchaffenburg=Damm die Vereine des Verbandes gezeigt haben, daß
ſie konkurrenzfähig ſind, denn der allergrößte Teil der Preiſe wanderte
nach Darmſtadt, davon 11 der Schützengeſellſchaft „Wildſchütz” und 15 mit
dem 1. Gruppenpreis zu „Weidmannsheil‟ Darmſtadt. Aber auch die
anderen Verbandsvereine, wie „Diana” und „Jägerblut”, holten ſich noch
eine Anzahl ſchöne Preiſe und ließen ſo einen ganz kleinen Teil ſelbſt
in Damm. Am Samstag, den 27. September, fand zur Eröffnung des
zweiten Verbands= und Werbeſchießens in den „Drei Haſen” ein
Kom=
mers ſtatt, dem ein Ehrenſcheibenſchießen angegliedert iſt. Euch abſeits
ſtehenden Schützen rufen wir zu: „Eilt herbei und ſchließt Euch unſerer
Sache an!” Nur eine einheitlich geſchloſſene Schar kommt ſchnell an’3
—8
Ziel. Ein „Gut Schuß” dem zweiten Verbandsſchießen.
Motorſport.
Mailand—Neapel.
Die Motorrad=Diſtanzfahrt Mailand—Neapel,
die in zwei Etappen über insgeſamt 877 km führte, endete
überraſchen=
der Weiſe mit dem Siege eines Konkurrenten der unteren Kategorie,
wie aus nachſtehendem Geſamtklaſſement hervorgeht: 1. E. Self (
Nor=
ton 350 ccm) 18:05: 36; 2. G. Zanchetta (500 ccm Gilera) 18 :05 : 36;
3. U. Prini (300 ccm Frera) 18: 11: 36.4) A. Ruggeri (500 ccm Indian)
18: 40:00.
Winterſport.
Eislaufmeiſterſchaften des Jahres 1925.
Die Internationale Eislaufvereinigung hat für den Winter 1925
folgendes Programm der Europa= und Weltmeiſterſchaften aufgeſtellt:
25. Januar in Berlin: Europameiſterſchaft im Kunſtlaufen; 31.
Januar und 1. Februar in Davos: Weltmeiſterſchaft im Kunſtlaufen
für Damen; 7. und 8. Februar in St. Moritz: Europameiſterſchaft
im Schnellaufen; 14. und 15. Februar in Wien: Weltmeiſterſchaft im
Kunſtlaufen für Herren und Paarlauf=Weltmeiſterſchaft; 21. und 22.
Februar in Kriſtiania: Weltmeiſterſchaft im Schnellaufen.
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Seite 10.
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Nr. 38, Sonntag, 28. Sept. 1924
Das Roſenkavalier=Motiv
Das iſt für die Heutigen die literariſche Formel für das zwar
icht immer eindrucksvoll, aber doch ſchon häufig behandelte
Thema von der alternden Frau und dem
jun=
en Mann. Vielleicht hat die Antike es ſchon gekannt, aber
ſei dem Mangel an Poeſie und ſeeliſcher Vertiefung, die ſie den
Beziehungen zwiſchen den Geſchlechtern entgegenbrachte, hat ſie
hm keine Reize abgewinnen können. Wenn die verwitwete
the=
janiſche Königin Jokaſte dem Fremden, der nach den Jahren ihr
Sohn ſein konnte und ſich als ſolcher ja auch ſchließlich zum
ſchau=
dernden Entſetzen aller Beteiligten herausſtellt, die Hand zum
Fhebunde reichte, ſo ſprach da in erſter Linie die Sorge für die
Stadt mit, die des Beſchützers entbehrte.
Wie Grillparzer die alte Sapphoſage bearbeitet, entſteht der
Konflikt aus dem Mißverhältnis der Jahre. Die reife,
künſt=
erifch hochſtehende Frau, hat ſich von den olympiſchen Spielen
einen naiven jungen Wagenlenker als Herrn und Gebieter in die
beimat mitgebracht. Anfangs ſchmeichelt es dem Phaon, daß
„Hellas” erſte Frau auf Hellas' letzten Jüngling mochte ſchau’n!“
hald aber zieht ihn elementare Neigung zu der jungen Dienerin
einer Herrin.
Mehr als einmal mag es geſchehen, daß gerade Frauen, die
ich durch Begabung und Beruf aus der Menge hervorheben, die
fühn die kluge Ueberlegung hausbackener Naturen in den Wind
zu ſchlagen lieben, das tragiſche Sappholos in einem Zuſtand der
Verblendung wählen. Denn tragiſch bleibt es immer
In der Renaiſſance ſtellte man öfter zur Diskuſſion die
Frage: darf ein Greis ſich noch verheiraten? Humaniſtiſche
Schrift=
ſteller gaben die Antwort, je nach ihrem perſönlichen Geſchmack.
Aber niemals hat man davon gehört, daß die Frage auch im
Hinblick auf die „Greiſin” geſtellt wurde. Erſt als man die Jugend
der Frau weiter hinaufgerückt hatte, als aus Balzae’s „Frau von
dreißig Jahren” längſt die von vierzig und darüber geworden
war, begann man die Sache unter einem neuen Geſichtswinkel zu
betrachten. Wenn freilich noch Seribe in dem einſt viel gegebenen
Luſtſpiel „Ein Glas Waſſer” die in den jugendlichen
Ma=
ſham verliebte ehrgeizige Herzogin von Malborough ein
glänzendes Fiasko mit ihren Johannistrieben erleben läßt,
ſo nimmt ſich ein ſpäterer franzöſiſcher Roman ſchon
vol=
ler Sentimentalität der Klaſſe der „Halb Alten” an, die
noch am Ausgang der Fünfziger oder Anfang der
Sech=
ziger — das bleibt ſich ſchon ziemlich gleich — ein Recht auf den
volden Jugendwahn zu haben glauben. Auch Maupaſſant ſtreift
einmal das Thema, aber als feinſter Pſychologe. In ſeiner
Skizze iſt es der Mann, den die Trauer überfällt bei der
Ge=
wißheit, daß die Zeit ihn trennt von dem Weſen, das eigentlich
ſeine tiefſte Neigung merken könnte. „Wie ſchön muß dieſer
Bqum geweſen ſein, als er in voller Blüte ſtand!‟ Das unge=
1un.
fähr iſt der Sinn der Reſignationsſtimmung.
Auf dieſer aufgebaut und durchgeführt zeigen ſich Textbuch
und Muſik im Richard Strauß’ſchen „Roſenkavalier‟. Die
Marſchallin Marie Thereſe, die der ganze Anmutszauber des
Rokoko umfließt, iſt keine alte Kokette, keine „grande amoureuſe‟,
die ſich ihre Liebesſklaven hält, wie die Heldin im Eros=Roman
von Anne Marie Nathuſius. Sie iſt eine feinſinnige träumeriſche
Natur, die mit fraulicher Würde ſchließlich doch weiß, wann die
Stunde des Abſchieds gekommen, wann ſie ihn an eine Jüngere
abtreten muß. Wie ſie, die reife Frau, überhaupt an dieſen
fugendlichen Liebhaber geraten iſt? — ja, das iſt nun allerdings
eine, andere Frage! Vielleicht war der Gatte der Marſchallin
von der Sorte des plumpen rohen v. Lerchenau!
Nun nimmt die Oeſterreicherin Oſſip Schubin in einem
ſoeben bei Georg Weſtermann in Braunſchweig erſchienenen
Ro=
man „Der Roſenkavalier” das Motiv von neuem auf.
Bei ihr iſt es eine berühmte Sängerin, die im Spätherbſt ihres
Lebens, das an erotiſchen Erfahrungen reich, noch einmal in
hef=
tiger Leidenſchaft gepackt wird zu einem jungen unverdorbenen
Menſchen, der als Sekretär in ihre Dienſte getreten iſt. Der
Aus=
gang kann kein anderer als ein tragiſcher ſein. Der junge
Rai=
mund, der in der gefeierten Frau ſeine Wohltäterin und
gottbe=
gnadete Künſtlerin verehrt hat, wendet ſich gepeinigt von ihr, als
er ihre unheimliche ſpäte Glut für ihn gewahr wird. Dabei wirkt
die Selvaygini, die neben mancher Berühmtheit den
Aberglau=
ben teilt, das Alter würde ſich ſcheuen, an dieſes Wunderwerk von
Natur und Kunſt zu taſten, nicht einmal abſtoßend. Wer
einiger=
maßen bewandert iſt in der Bühnengeſchichte der letzten
Jahr=
zehnte, mag unſchwer auf das Modell der Schubinſchen Heldin
Tiebende verſöhnen iſt ſo leicht, wie ein eben gelöſchtes Licht
wieder anzuzünden.
Gegen die äußere Leerheit, die Tochter der Koketterie, gibt es
kein wirkſameres Mittel als das Lächerlichmachen.
Nichts feſſelt die Frau ſo feſt an die Welt, als das Bewußtſein,
Menſchen bis ins innerſie Herz beglücken zu können.
Frauenpflicht ſchlägt Wunden. In dieſen Wunden liegt aber
auch der Balſam, der ſie heilt.
Karl M. E. Imer.
raten. Mit der Meiſterſchaft ihrer virtuoſen Technik verfolgt die
Schriftſtellerin die einzelnen Phaſen der abnehmenden Kraft der
alternden Künſtlerin, die zwei Dinge nicht entbehren kann: die
Liebe und den „großen Beifallsdonner”, den ſie noch einmal im
Konzertſaal ſich erzwingt, bevor ſie für immer den
Lebensſchau=
platz verläßt.
Der Roman klingt aus in dem Gedanken: „Für viele Frauen
iſt das Alter die ſchönſte Lebensepoche. Nur muß man ihm
reundlich entgegengehen. Wenn man ſich dagegen wehrt, dann
wird es böſe, wird ein uns beſtändig demütigender,
entmutigen=
der, grauſamer Feind!”
Dr. E. Menſch.
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* Der Sieg der Blauäugigen
„Es iſt faſt immer der Mann mit den blauen Augen, der im
Lebenskampf ſiegt,” ſagt der engliſche Raſſentheoretiker Frederick
Graves in einem Auffatz. „Der Pſychologe wird ſtets die
Beob=
achtung machen, daß, mag der braunäugige und ſchwarzäugige
Mann auch wundervolle Pläne und Träume haben, doch der
Blauäugige es iſt, der die Taten tut. Die großen Reiche ſind von
Blauäugigen aufgebaut worden; ſie ſind im allgemeinen körperlich
ſtärker und haben geiſtig größere Ausdauer und Widerſtandskraft.
Man mag den Blauäugigen niederſchlagen, aber er wird wieder
aufſtehen, und die Niederlage, wird ſeinen Siegeswillen ſtärken.
Der Arzt wird feſtſtellen, daß der blauäugige Nordländer
Krank=
heiten und Operationen beſſer aushält als der dunklere romaniſche
Typ. Unſere großen Athleten ſind blauäugig. Der Mann, der
den Evereſt erklimmt, der die Sahara durchquert und im Urwald
des tropiſchen Afrika vordringt — der großer Krieger, Seemann
und Forſcher iſt von dieſem Typus. Der dunkeläugige Mann mag
ein häufig angenehmerer Gefährte ſein; er kann als Dichter,
Kom=
poniſt, Künſtler und Erfinder Großes leiſten, aber es iſt zu
fein=
fühlig, zu phantaſiebegabt für ein Leben der großen Tat. Der
blauäugige Mann gehört dem kälteren, nüchterneren Norden an;
bei ihm iſt der Wille das Ausſchlaggebende. Wenn man eine
ge=
fährliche und kühne Aufgabe zu vergeben hat, die Energie,
Tat=
kraft und Ausdauer verlangt, dann wird ſich am beſten an den
Mann mit dem ſtählernen blauen Auge wenden.”
Oasfurchtloſe Baby
In der richtigen Auswahl der Lektüre liegt eine
Erziehungs=
frage von außerordentlicher Bedeutung. Es kommt hierbei nicht
allein darauf an, was man lieſt, ſondern auch, wie man lieſt.
Denn darin liegt das Geheimnis, wie es kommt, daß die Lektüre
bei manchen Frauen nur zerſtreuend und verflachend wirkt,
wäh=
rend ſie andere bildet und geiſtig hebt. Viele Beiſpiele laſſen ſich
aufzählen, in denen unwiſſentliche, ungebildete Frauen durch eine
zufällig oder abſichtlich gewählte Lektüre beſtimmter Werke ſich
auf eine geiſtige Höhe aufgeſchwungen haben, die ſie befähigte,
immer höher zu ſteigen und ihrem Geiſte eine wiſſenſchaftliche
Reife zu verleihen, die ſie auf andere Weiſe ſich nie anzueignen
vermochten. Auf der anderen Seite hat man an den recht vielen
traurigen Beiſpielen die verwirrende oder abſtumpfende Wirkung
einer ſchlecht gewählten oder ſchlecht angewandten Lektüre zu
beobachten Gelegenheit. Wie die permanente Anſpannung des
Geiſtes bei fortgeſetzter Lektüre von Senſations= und
Schauer=
romanen in eine überreizte Stimmung derſetzt, ſo verſetzt auch
die lebhaft durch die vorgeführten Bilder angeregte Phantaſie das
Geiſtesleben der Frau in eine Sphäre, deren Aufenthalt ſchädlich
und erſtickend für die edlen Keime des fraulichen Gemüts wirkt.
Schon die Erziehung der Kinder durch die Frau als Mutter muß
auf die geordnete Wahl der Lektüre ſehen. Dieſe Erziehung ſoll
ſich nicht darauf beſchränken, alles Ungehörige und Unpaſſende
aus dem Geſichtskreis der Jugend zu derbannen, ſondern auch
die methodiſche Auswahl, die richtige Reihenfolge deſſen, was
dem Geiſt der Jugend durch die mütterliche Erziehung geboten
wird, muß der ſtrengen Aufſicht der Frau unterliegen. Die
Er=
teilung oder Verſagung der Erlaubnis, ein Buch zu leſen oder
nicht zu leſen, kann die Frau immer nur von der vorherigen
Kenntnisnahme abhängig machen. Aber auch, wenn das „erlaubte‟
Buch geleſen iſt, muß ſich die Frau als Erzieherin durch
Unter=
haltung über den Inhalt des Buches die Gewißheit verſchaffen,
daß das Gebotene auch wirklich gründlich geleſen und verſtanden
wurde. Für Jung und Alt iſt der beſte Weg, ſich zu überzeugen,
ob das Geleſene geiſtig verdaut wurde, der, den Hergang der
Geſchichte kurz zu erzählen. Ein berühmter Dichter und
Frauen=
kenner hat einmal geſagt, daß eine vernünftige und gebildete
Frau ihre Bücher immer mit der Feder in der Hand lieſt, um
Lebensgedanken in kurzer Form auf dem Papier feſthalten zu
können. Dadurch wird die Denktätigkeit angeregt. Es iſt
nach=
gewieſen worden, daß die Mehrzahl der Frauen belehrende
Lek=
türe verſchmäht und mit Vorliebe zur ſeichten
Unterhaltungslek=
türe greift, wobei die Bücher im wahren Sinne des Wortes
„durchgeflogen” werden, ohne ein eigentliches Eingehen auf den
Kern des Inhalts. Dieſe Art des Buchkonſumierens ſollte jede
Frau energiſch bei ſich und anderen bekämpfen, denn ſie befördert
die Gedankenloſigkekit und geiſtige Flachheit der Frauenzirkel in
erſchreckender Weiſe. Die Erziehung an ſich ſelbſt hat bei der
Frau immer den bildenden Zweck zu beachten und darf nie die
Gefahren außer acht laſſen, die aus einer ſchlechten Lektüre
ent=
ſtehen können.
S. R.
Amerikaniſche Kinderpſychologen, die ſich jetzt in eingehenden
Unterſuchungen mit der kindlichen Angſt beſchäftigt haben, wollen
zu dem überraſchenden Ergebnis gekommen ſein, daß das
durch=
ſchnittlich geſunde Kind ohne jedes Gefühl der Furcht geboren
wird, mit einziger Ausnahme, der Furcht vor Geräuſchen. Der
New Yorker Kinderpſychologe Dr. Cunningham beſchreibt einen
Fall, bei dem ein Kind, das nur auf dem Lande gelebt hatte, nach
der Großſtadt gebracht wurde und die erſte Nacht in einem
Zim=
mer verbrachte, in dem man die Lichter von den Straßen ſah und
die Autohupen hörte. Dieſes Kind das bis dahin noch nicht die
geringſte Spur von Angſt gezeigt hatte, wurde dadurch ſo erſchreckt,
daß es von nun an beim Schlafengehen Furcht zeigte. Man will
gefunden haben, daß Kinder im Alter von einigen Monaten bis
zu zwei Jahren furchtlos mit Schlangen ſpielen. In 90 Prozent
aller Fälle wird dem Baby die Angſt erſt durch die Eltern oder
das Kindermädchen eingeflößt. Auch die Furcht vor Pelztieren,
die man bei Kindern ziemlich allgemein beobachtet, geht nach
Cun=
ningham auf Eindrücke zurück, die mit dem Tier nichts zu tun
haben. Er beobachtete, daß ein zweijähriges Baby ſich vor einem
Kaninchen fürchtete, weil einmal beim Anblick eines Kaninchens
eine eiſerne Stange heruntergefallen war, die das Kind erſchreckt
hatte. Gab man dem Kind, wenn es ein Kaninchen erblickte,
zu=
gleich ein Stückchen Zucker, ſo zeigte es vor dem Tier nicht die
ge=
ringſte Furcht.
Frauen=Rundſchau
Ein Kongreß für Kinderſchutz und =pflege.
Auf dem in den nächſten Wochen in Santiago (Chile)
ſtattfinden=
dem panamerikaniſchen Kongreß für Kinderſchutz und =pflege iſt
auch Deutſchland mit vielſeitigem Material vertreten über die
Arbeit auf den verſchiedenartigen Gebieten der Jugendwohlfahrt
und Fürſorge. Neben reichem Bildermaterial und Mappen
wer=
den ſämtliche Zeitſchriften, Tagesberichte und Werke über die
Jugendbewegung und =pflege auf der Ausſtellung vertreten ſein,
die mit dicſem Kongreß verbunden iſt. Weiter werden ſtatiſtiſche
Angaben und Darſtellungen in umfaſſender Weiſe den heutigen
Stand der deutſchen öffentlichen und privaten Jugend=
Wohl=
ahrtsarbeit darſtellen, und gutes, gediegenes Kinderſpielzeug,
ſowie die wichtigſten Beſchäftigungsmittel für die Kinder, auch
über dieſes Gebiet unterrichten.
Fr. S.
Zur Förderung der Jugendbewegung. Die
Volkshochſchule Wiesbaden veranſtaltet ein Preisausſchreiben
zur Erlangung einer „dramatiſchen, bühnenwirkſamen Dichtung
aus dem Ideenkreiſe der Jugendbewegung‟ Da ein von ihr
ſchon ausgeſchriebener Märchenwettbewerb außerordentlich guten
Erfolg hatte, ſo erwartet ſie auch am neueſten Preisausſchreiben
regſte Beteiligung aller intereſſierten Kreiſe, die von der
Ge=
ſchäftsſtelle der Volkshochſchule, Abt. C, Wiesbaden, Lyzeum 2,
auf Wunſch die Bedingungen erhalten können.
B.
* Weltuntergang
Luſtſpiel in einem Aufzug.
Perſonen: Frau Rot, Frau Grün, Frau Weiß.
Schauplatz: Vorplatztüre von Frau Rot.
Frau Grün (kommt die Treppe herauf mit einem Leib Brot).
Ach Gott, ach Gott, was e Wetter! Is mer ſo alt und
muß noch draus erum laufe wege ſeim bißche Brot
Frau Rot: Nun, Frau Grün, waren Sie ſchon in der Stadt?
Frau Grün: Ach, guten Tag, Frau Rot! Ja, ich war beim Bäcker
Ach, mer kann kaum de Schirm halte, ſo tratſchts.
Was e Wetter, was e Wetter!
Frau Weiß: Was brauch mer ſich über das Wetter zu wunnern!
Wo doch die Welt unnergeh wird. Dodofür baßt’s.
Frau Grün: Was? Die Welt ſoll unnergeh? Ei woher wiſſe Sie
denn des?
Frau Weiß: s hot doch im Blättche geſtanne, hawe Sie’s net geleſe?
Frau Grün: Ach nein, des hab ich net geleſe. Ei wann ſoll ſe
dann unnergeh?
Frau Weiß: Heut Nacht!
Frau Grün: (ringt die Hände). Ach Gott „wann ich des doch eher
gewißt hätt!
Frau Rot: Nun — da hätten Sie auch nichts dagegen tun können.
Warum bekümmert Sie das ſo, daß Sie es erſt jetzt
erfahren?
Frau Grün: Ach, vorhin beim Bäcker hab ich in halwe
Kwetſche=
kuche liege ſeh’ — un ich eß doch vor mei Lewe gern
Kwetſchekuche — ich hab aber dadefür kei Geld —
aber heut wann doch die Welt unnergeht, do hätt
ich mir den Kwetſchekuche kaaft. Ach, daß ich des net
eher gewißt hab!!
Frau Rot: So Zwetſchenkuchen? den eſſe ich auch gern. War er
ſchön?
Frau Grün: Ach, ſo ſchee! ſo ſchee!
Frau Rot: (zu Frau Weiß, ihrer Putzfrau). Hier haben Sie Geld,
Holen Sie den Zwetſchenkuchen.
Frau Weiß (eilig ab).
Pauſe.
Frau Grün: Ob er noch da is? Am End is er ſchon verkauft. Bis
ich mit meine alte Bein” heim kommen bin — do geht
ſchon e Weil druff.
Frau Rot:
Frau Weiß:
Frau Rot:
Frau Grün
Frau Rot
Frau Grün=
Frau Weiß:
Frau Grün
Frau Weiß:
Frau Grün:
Nun, wir wollen ſehn. Ach, da kommt ja Frau Weiß.
Hier is Kwetſchekuche! 3 Sticker!
Geben Sie her. So. Hier hat jede ein Stück.
prahlend): Ich ſoll auch hawe? Ach, was ſin Sie e
gut Frau!
(lächelnd): Laſſen Sie ihn ſich gut ſchmecken. Jetzt
kann ja die Welt untergehn.
Ach, was ſcheener Kwetſchekuche, ich bedank mich auch
vielmals. Jetzt aber gleich enauf in mei Manſardche
un Kaffee gekocht. Ach mei ſcheener Kwetſchekuche!
Hawe Sie kei Angſt?
Warum Angſt?
No, weil die Welt unnergeht.
Da hab ich gar net mer dra gedenkt. No, ſie mag
unnergeh! Ich hab Kwetſchekuche!
Wenn die Heideblüht
Was wiſſen wir Städter von der Heide. Wir Städter! Wo
blüht ſie für uns?
Die meiſten von uns bedenken gar nicht, daß ſie jetzt ihre
zarten, mattroten Glöckchen entfaltet. Aber da liegt plötzlich
eine zertretene Riſpe mit den feinen nadelförmigen Blättern
mit=
ten auf dem Weg: Ein Kind vielleicht verlor ſie, als es mit
den Geſpielen vom Wald heimkam, aus müden, achtloſen Händen.
Und nun mit einem Mal wiſſen wir, daß die Heide blüht.
Und wir erinnern uns, daß wir ein ſtilles Gedicht geleſen
haben von einem Kutnerhaus zwiſchen den Kiefern des flachen
waldigen Landſtriches und von alten Grabmälern hinter den
Bü=
ſchen. Ein roſenroter Schimmer fliege um ſie her, hieß es darin.
Und wir wußten wieder, daß dies das morgenrotfarbene
Leuch=
ten der Heide war. Und ſehnten uns.
Wie oft, wie oft hatten wir uns aus der Enge in die Weite
flüchten wollen, aus beklemmenden Häuſern, aus Lärm und
haſtender, vielleicht vernichtender Arbeit in die Ruhe jenes
Be=
zirks, wo man unter Moos= und Schindeldächern wohnt, die
Sonne dunkelrot hinter dem Torfmoor ſinken ſieht, wo der
ſchweigſame Schäfer zwiſchen ſeinen wolligen Tieren langſam
geht. Und wo die Heide blüht, die barmherzige Heide, die jedes
Stück Oedland mild verhüllt. Wir meinten, daß wir im Inner=
ſten beſchwichtigt wiederkehren würden. Wir träumten ſchließlich
des Nachts von ſolchen wundervollen Fahrten ins Roſenrote.
Aber wir kamen niemals dahin. Ein wenig reuevoll zogen wir
immer wieder die Ferienſtraße der vielen, denn ſchließlich lockte
uns ſtets das Großartige, das Feſtliche, das Erhabene. Und
wieder zu anderen kräftigeren Stunden ſchämten wir uns unſerer
weichmütigen, weltflüchtigen Gefühle.
Wenn die Heide blüht. Voll roſenroter Geheimniſſe ſind die
Heide=Wälder. Lieblich blüht die Heide. Aber gar viele lockt es
nicht, in dieſe Wälder hineinzugehen. Sie finden ſich nicht fort
aus den Wegen mühſeliger Arbeit. Sie lieben beinahe die
ſtau=
bige Straße der Stadt, die ſie tagaus, tagein zu begehen haben.
Und meinen müde, das Wunderbare, Erlöſende, könne niemals
ſo nahe den Häuſermauern zu finden ſein. So nahe dem AUltag.
Für ſie blüht die Heide in den Auslagen der Blumengeſchäfte,
auf den Ständern des Marktes. Reizend, zwiſchen den Büſchen
glühender Dahlien, herbſtmilder Aſtern, raſchelnder Strohblumen,
ſtehen da die duftigen Sträuße der Heideblumen, duftlos, wie die
meiſten Blumen, mit denen der ſpäte Sommer, der frühe Herbſt
uns beſchenken. Und manchmal kommt die Heide auch ins Haus.
Die Bauernfrau, die draußen am Waldrand ihr Heim hat, bringt
Körbe voll an die Türen und verhökert die roſa Glocken, Strauß
um Strauß.
Jeder beſchäftigt ſich auf ſeiner Weiſe mit der Heide. Und
mancher ſtellt Anforderungen, die ſie wirklich nicht erfüllen kann.
Man ſtellt die friſch blühende in ein leeres Glas und verlangt von
ihr, daß ſie den ganzen Winter über roſenfarbig prange. Sie
tut es nicht. Ihre ſchwachen Lebenskräfte reichen nicht zu. Nach
wenigen Tagen ſchließt ſie müde die Glocken, die aſchengrau,
un=
anſehnlich werden. Man mutet ihr auch zu, daß ſie das Wetter
prophezeie. Riſpen, die bis oben hinaus, bis zu den letzten
Stiel=
pitzen, blühen, ſollen einen harten Winter bedeuten. Ach, der
ſanften Blume, die nur in der Sonne gedeiht und roſenrote
Sonne aus jeder Glocke wiederſtrahlt, iſt Winterähnen doch ſo
fern!
Der Optimiſt ſagt, die Heide ſei ſeine Blume. Weil ſie doch
roſig ſei, wie ſeine ganze Anſchauung von den Dingen. Und er
wundert ſich, daß dieſe ganze Erde nicht überhaupt roſiger,
hoff=
nungsfreudiger geſtimmt ſei, daß ſie nicht als ſtändig roſenfarbige
Kugel durch den Weltraum ſegle.
Friedrich Wilhelm Fuchs=
*Wäſche mit abſtechendem Blendenbeſatz
Ebenſowohl für die Frau, die in bewußter Abſicht durch die
dunklen und farbigen Blendenſtreifen die Zartheit ihrer Haut zur
Geltung bringen will, wie für die, die in dem glattkantigen
Ab=
ſchluß den praktiſchen Wert beim Tragen und Waſchen erblickt,
werden unſere heute abgebildeten Wäſcheſtücke gleichen Reiz
be=
ſitzen. Nur die Wahl des Materials iſt maßgebend, um nach
unſeren Vorlagen mit Hilfe der Beyer=Schnitte Wäſche von
höch=
ſter Eleganz aus Schleierſtoff, Seidenbatiſt, Wäſcheſeide,
China=
krepp, Seidentrikot und Baſtſeide erſtehen zu laſſen, oder ſie für
wirklich praktiſchen Gebrauch und mit Rückſicht auf den
kommen=
den Winter, ſie aus Wäſcheſtoff, Flanell, Barchent und
Woll=
trikot anzufertigen. Der Erfolg liegt in der geſchmackvollen
Zu=
ſammenſtellung der Farben, denen ſich nicht ſelten das graſſe
ſchwarz hinzugeſellt. Beſonders zart zu ſeidigen Stoffen wirkt
eine gelblich getönte Blende aus feinem Waſchtüll. Hohl= und
Leiterſtichnähte dienen meiſtens als Verbindung oder
Hand=
ſtickerei, ſowie zarte Blütenranken aus Seidenband decken den
Anſatz der Blenden. Die angeſchnittenen Achſeln ſind durch Stoff=
und Bandträger vollſtändig verdrängt worden, ſogar bei
Nacht=
hemden finden ſie Anwendung, wie Abbildung 68 337 zeigt. An
Braut= und Ballwäſche verwendet man ſogar hierfür Perlſchnüre
und Platinkettchen. Zwei= und dreifache Bandſpangen hält man
auf den Achſeln durch kleine Straßſpangen zuſammen. Siehe
Ab=
bildung 68 114.
Tüllblenden, unter Blütenranken angeſetzt, ſchmücken die
Brautgarnitur aus weißem Chinakrepp, Abbildung 68 201—03.
Das Nachthemd in Schlupfform iſt ſeitlich zuſammengefaßt.
Perl=
ſchnüre tragen das glatte Taghemd und das ringsum geſchloſſene
Beinkleid iſt oben durch einen Gummizug zuſammengehalten.
Er=
forderlich zum Nachthemd 2,60 Meter, zum Taghemd 2,10 Meter,
zum Beinkleid 1,40 Meter Stoff von 80 Zentimeter Breite.
Beher=Schnitte für 46 Zentimeter Oberweite.
Lochſtickerei und Langettenbogen, die einer breiten Tüllblende
aufliegen, bilden den oberen und unteren Abſchluß des
Leibchen=
rockes aus Opal. Wäſcheſeide oder Chinakrepp. Abbildung
68297. Der ſeitlich gereihte Rock iſt durch einfache Naht mit dem
Leibchen verbunden, das durch Bandträger gehalten wird.
Rück=
wärts verdeckter Kuopfſchluß. Erforderlich 2,60 Meter Stoff, 80
Zentimeter breit. Beher=Schnitte für 46 und 52 Zentimeter
Oberweite. Beher=Abplättmuſter Nr. 30 961/II I. m.
Blenden aus ſchwarzer Waſchſeide ſtehen in wirkungsvollem
Gegenſatz zu dem von Seidentrikot des Hemdbeinkleides.
Abbil=
dung 68 262. Es iſt in tiefer Gürtellinie mit einem
Gummiband=
zug und rückwärts mit Knopfſchluß verſehen. Erfordert 2,15
Meter Trikot, 140 Zentimeter breit. Beyer=Schnitte für 44, 48
Zentimeter Oberweite.
Praktiſch und für die kühlere Witterung berechnet iſt das
Nachthemd in Kimonoſchlupfform aus Waſchkrepp, Flanell oder
Barchent, Abbildung 68253. Kragen und Blenden aus
abſtechen=
dem Stoff begrenzen den Halsausſchnitt und die Aermelränder.
Doppelknöpfe halten den vorderen Schlitz zuſammen, eine zierliche
Stickerei ſchmückt die Ecken des Kragens. Erfordert 2,60 Meter
Stoff, 80 Zentimeter breit. Beyer=Schnitte 46 und 52
Zenti=
meter Oberweite.
Abbildung 68114 zeigt ein kurzes Taghemd ſowie ein
Bein=
kleid mit Zugſaum. An beiden ſichern Schrägblenden den
bogi=
gen Rand. Erfordert 2,10 Meter Trikot, 1,40 Meter breit. Beyer=
Schnitte für 48 Zentimeter Oberweite.
Reizend in der Zuſammenſtellung iſt die Garnitur aus roſa
Wäſcheſeide mit fliederfarbenen Randblenden, die mit Hohlnaht
angeſetzt und mit Punkten beſtickt, pattenartig in den Stoff
ein=
greifen. Die Achſelträger an Nacht= und Taghemd ſind in der
Farbe der Blenden genäht. Eine andere hübſche
Zuſammenſtel=
lung hierfür iſt ſilbergrau mit roſa. Erforderlich für das
Nacht=
hemd 2,50 Meter Stoff, für das Taghemd 1,70 Meter, für das
Beinkleid 1,40 Meter Stoff von 80 Zentimeter Breite. Beher=
Schnitte für 46 Zentimeter Oberweite erhältlich.
So ſteht es im Belieben der Frau, unſere Abbildungen
ele=
gant oder praktiſch zu verwerten und zu wählen, was ihr gefällt
und ſteht. Und danach braucht wohl keine Frau erſt das
Spieg=
lein an der Wand zu befragen.
* Das beſtickte Herbſtkleid
Es will uns in ſeiner Ausführung ſchon als ein merkliches
Hinneigen zur Direktoiremode erſcheinen. Iſt es doch zumeiſt
vom Leibchenanſatz aufwärts, bis etwa handbreit über die
na=
türliche Taillenlinie, mehr oder weniger künſtleriſch und reich mit
Stickerei ausgeſtattet. Alle bekannten Techniken kommen bei
die=
ſer neuen Kleidausſtattung im Herbſt wieder voll zur Geltung
und große, kunſtgewerbliche Ateliers arbeiten mit vermehrten
Kräften unter Hochdruck, die ihnen aus der Konfektion wie von
Privat zuſtrömenden Beſtellungen auszuführen. Für praftiſche
Frauen ergibt ſich bei der Wahl eines derartig beſtickten
Herbſt=
kleides eine wundervolle Gelegenheit zur Verwendung noch
vor=
handener Stoffe. Mit einer Kleinigkeit neuen Stoffes zum
Oberteil des Leibchens, ſelbſt in abſtechender Farbe, kann
Vor=
handenes unter dieſer Stickerei, dieſem als Rockteil angeſetzt
wer=
den, der noch dazu, wenn er auf moderne Art pliſſiert iſt, alſo
entweder feinſtes Stehpliſſee oder neben handbreiten Falten
—5 Pliſſeefalten aufweiſt, ſehr gut verſchiedene Nähte und
Stückeleien ganz unauffällig verſteckt. So ſahen wir ein
derarti=
ges Kleid, das uns direkt zur Nachahmung reizte, mit einem
marineblauen Cheviotrocke, einem ebenſolchen Leibchenteil, der
zirka handbreit über die natürliche Taillenlinie hinauf mit einem
weinroten Anſatz als Ergänzung, mit etwas hellerer blauer
Ma=
ſchinen=Seidenſtickerei in Kurbelſtich und dazwiſchen verſtreuten
glänzenden, rubinroten Glasſteinchen als Inneres der Blüten,
ein äußerſt apartes Ganzes zeigte. Ein ziemlich breiter Anſatz
am Kimonoärmel, von der Mitte desſelben ab beginnend,
eben=
falls mit der gleichen Stickerei bedeckt, bildete die weitere
Aus=
ſtattung des überraſchend kleidſamen Herbſtmodelles, das auch
in anderen Farbenzuſammenſtellungen, wie ſchwarzer Rock mit
ſaftgrünem Leibchen und dunkelgrüner Stickerei, äußerſt apart
wirkte.
L. E.
Moderne Frauen — moderne Kleider
Soweit man es bisher überſehen kann, wandelt die kommende
Herbſt= und Wintermode nur ſcheinbar auf ausgetretenen
Bah=
nen, ſie bringt doch ſehr viel Neues, das vorbereitend auf eine
neue Linie hindeutet. Zunächſt bleibt die uns vom Sommer her
vertraute Schlankform gewahrt. Das Leibchen formt, ohne direkt
anſchließend zu ſein, die Konturen des Körpers gewiſſenhaft nach.
Es iſt lang und umſchließt beſonders die Hüftpartie vollſtändig
glatt. Mehr noch als das Leibchen iſt der Rock dem Körper
an=
gepaßt und zwar ſo, daß an unterer Weite, die ein wenig
Be=
wegungsfreiheit geſtattet, faſt nichts mehr übrig bleibt. Solch
ein Kleid ſieht gewiß tadellos aus auf einer ſchlanken,
ebenmäßi=
gen Figur, die würdig wäre, einem Bildhauer als Vorbild zu
dienen. Für alle anderen aber iſt eine etwas weniger indiskrete
Mode viel vorteilhafter. Es iſt aus dieſem Grunde oft recht
ſchwer, das Richtige zu treffen. Zu Vielerlei iſt zu beachten,
da=
rum bedarf man vor allen Dingen eines guten, unparteiiſchen
Ratgebers. Hierzu ſeien die bekannten „Beyers Mode=
Führer” empfohlen, die in zwei Ausgaben, Band 1 „Moden
für Erwachſene” und Band 2 „Jungmädchen= und
Kinderklei=
dung” etwa 500 Vorlagen der neueſten Haus=, Sport= Reiſe= und
Geſellſchaftskleidung ſowie eine Fülle reizender jugendlicher
Mo=
delle bringen. Ein großer Schnittmuſterbogen mit je 20 Modellen
liegt jedem Band bei. Die Führer ſind überall für Goldmark
1,30 (Band 1) bzw. Mk. 1,20 (Band 2) erhältlich, wo nicht, unter
Nachnahme vom Verlag Otto Beyer, Leipzig T.
„Immer nach die neueſte Mode‟
meint Frau Raffke. „Auf die ſchlanke Linie kommts
an, ſie bleibt auch im Herbſt 1924 Trumpf
das ſagen Alle” — und mutig ſchickt ſie ſich an, ihre
äußere Erſcheinung den Erforderniſſen der Mode
anzu=
paſſen. Ihre Figur erſetzt durch Breite, was ihr an Höhe
ab=
geht, durch Rundung, was ihr an Proportionen fehlt. Und nun
zwängt ſie ſich in ein auf Figur gearbeitetes Kleid neueſter Mode,
mit ſehr engem Rock und einem Oberteil, das jeder Linie ihrer
Leiblichkeit ebenſo gewiſſenhaft folgt. „Hochmodern geht ſie nun
und der Beſchauer wendet ſich mit Grauſen. Was der
gerten=
ſchlanken Zwanzigjährigen ſtehen mag, was, wenn die Figi. dazu
geſchaffen iſt, ausgezeichnet wirkt, hier wirds zur Karrikatur.
Leicht iſt freilich die richtige Wahl unter den tauſendfaltigen
Modeſchöpfungen bei dem ſteten Fluß aller modiſchen Dinge ſelbſt
für die Frau mit beruhigtem und ſicherem Geſchmack nicht. Sie
braucht einen Führer, der ihr das Wählen hilft, was gerade ihr
ſteht, der ſie belehrt über das, was ſie zu meiden hat: einen
Führer, der in gedrängter Ueberſicht den Niederſchlag aller
modi=
ſchen Ereigniſſe der kommenden Saiſon wiederſpiegelt — dabei
aber in weiſer Berechnung nur das bringt, was ſelbſt gefertigt
werden kann und bei aller Kleidſamkeit Rückſicht auf die
Zeitver=
hältniſſe nimmt. — Und er iſt da! Der von Tauſenden erwartete
„Beyers Mode=Führer. 2 Bände ſinds diesmal. Band 1:
Damenkleidung, Preis Mk. 1,30, 40 Seiten Umfang, 4 farbige
Tafeln, beſtes Papier, großer doppelſeitiger Muſterbogen mit 4(
Schnitten. Band 2: Jungmädchen= und Kinderkleidung, Preis
Mk. 1,20, 32 Seiten Umfang, 4 farbige Tafeln, beſtes Papier,
dop=
pelſeitiger großer Muſterbogen mit 40 Schnitten. Zu haben in
jedem einſchlägigen Geſchäft, wo nicht, unter Nachnahme vom
Verlag Otto Beyer, Leipzig T. Eine Warnung zum Schluß:
Trotz der Rieſenauflagen ſind die Führer ſiets bald vergriffen.
Wem daran liegt, für Herbſt und Winter rechtzeitig gerüſtet zu
ſein, der beſtelle ſofort.
*1-L3
Der zeitgemäße Haushalt
Wenn Trikotwäſche weich und ſchmiegſlam
bleiben ſoll. Wenn irgend möglich, ſollte die Hausfrau die
ſämtliche Trikotunterwäſche, wie Jäckchen, Beinkleider und
Hem=
den, ganz geſondert von der übrigen Wäſche reinigen. Das kann
ſie um ſo beſſer, als dieſe Wäſche nicht gekocht und gebrüht zu
werden braucht. Da viele ſogenannte Garnituren, wie
Unterjäck=
chen und Beinkleid, heute — einer Modeforderung entſprechend —
arbig gehalten ſind, ſo muß zur Erhaltung ihres guten
Aus=
ſehens ein vorheriges langes Einweichen unterbleiben. Die
Praxis zeigte nun, daß zwei verſchiedene Seifenbäder,
nachein=
ander angewendet, am gründlichſten die Reinigung dieſer Stücke
bewirken. Nachdem man zunächſt, für jedes dieſer Bäder einen
Eimer gut heißes, jedoch nicht kochendes Waſſer mit kalt
einge=
quirltem Perſil (drei Eßlöffel voll pro Eimer) verrührte, wäſcht
man erſt die hellſte farbige Garnitur in dem einen, dann ſofort
im anderen Bade rechts und links ſauber durch und übergießt ſie
in einem dritten Becken mit klarem, reinen Waſſer von 30 bis 40
Grad R. Sind ſämtliche Garnituren und Trikotwäſcheſtücke au
die gleiche Weiſe gereinigt und mit heißem Spülwaſſer übergoſſen
worden, drückt man ſie noch einmal ſämtlich in warmen Waſſer
durch, um ſie, nach links getvendet, möglich in freier Luft zu
trock=
nen und ſchließlich fadengerade zu bügeln, ſtatt ſie, wie üblich, zu
rollen, wodurch das Gewebe meiſt viel zu ſehr ausgedehnt wird.
Alte, unverbrauchte Strumpflängen
nutz=
bringend zu verwerten. Die noch einigermaßen gut
er=
haltenen Längen ſchneidet man in handflächengroße ovale oder
runde Stücke, von denen man drei bis vier aufeinanderlegt, mi
alten Wollborten, Schrägſtreifen oder Band einfaßt, oder aue
mit alten: Baumwollgarn umhäkelt oder umſticht, mit
Aufhänge=
öſe verſieht.
V.
Speiſenzettel:
Sonntag: Sagoſuppe. Kalbsbruſt mit Semmelfüllung,
Roſenkohl. Pflaumenkompott
Montag: Kartoffelklöße mit geſchmorten Pflaumen.
Dienstag: Hafermehlſuppe, Dicker Reis mit Pilzhäckerli.
Mittwoch: Erbſen mit Möhren u. Semmel=Abſtechklößchen,
Donnerstag: Käſeſpatzen mit Tomatenſalat.
Freitag: Schellfiſchragout mit Makkaroni.
48
Samstag: Srinat mit Semmel=Rührei.
Modebrief
Liebe Freundin!
Das war ja viel Neues und Angenehmes auf einmal, was
mir deine Zeilen brachten. Einmal freut es mich ſehr, daß du
meine Ratſchläge ſchon an einem der Kleider für deine Töchter
verwirklichen konnteſt, zum andern, daß auch deine beiden Schwe
ſtern davon profitieren wollen." Ich wollte, ich dürfte dabei ſein,
wenn ſie zu dir kommen, um mit dir gemeinſam alle notwendigen
Einkäufe für ihre eigene, wie für die Herbſtkleidung deiner Nichten
zu machen. Da ihr doch ſicher im Spezialgeſchäft von Wilhelm
Lanz, Ludwigplatz, kaufen werdet, wie ich wohl ganz richtig
ver=
mute, ſo laßt euch doch einmal die weichen, ſchmiegſamen
Foulé=
tuche vorlegen, die bei einer außerordentlichen Abwechſlung der
Farben und bei doppelter Breite noch verhältnismäßig billig zu
haben ſind und in der Leuchtkraft ihrer Farben ein ausgezeich
netes Material für eines der hochmodernen, geſtickten Nachmittags=
und Abendkleider bieten. Nun fragſt du, was ihr für Stoff zu
flotten Sportjacken wählen ſollt, die du ja beſonders gut zu
ar=
beiten verſtehſt. Nun, da es ſich bei deinen Nichten um friſche,
lebhafte Mädelchen handelt, ſo würde ich dir dafür die hoch
modernen farbigen Krimmerſtoffe empfehlen, die in Jade, Beige,
Rot, Silbergrau, Roſtbraun uſw. zu haben ſind und von der
Mode ſtark bevorzugt werden. Vergiß aber an ihnen bei ihrer
Anfertigung bezw. beim Zuſchneiden (ich nehme an, daß du das
wie immer mit kunſtgeübter Hand übernimmſt) nicht, ein paar
große, tiefe und breite Schoßtaſchen, die ja bei kaltem Wetter den
Händen den erforderlichen Schutz bieten ſollen.
Nun aber zu den Künſtlerſtoffen, zur Sportkleidung für deine
Töchter, die dieſen (nach deinen Zeilen zu ſchließen) ganz
beſon=
ders am Herzen zu liegen ſcheinen. Hier bei uns ſind ſie ſelbſt
redend in allen erſtklaſſigen Geſchäften zu haben, aber ich kann
mir nicht vorſtellen, daß ſie nicht auch bei euch, im immer
wohl=
aſſortierten Lager von Wilhelm Lanz, Ludwigsplatz, vorhanden
wären. Habe ich doch ſeine Schaufenſterauslage heute noch in
beſter Erinnerung. Deine Töchter tun ganz recht daran, ſie ſich
für ihre Herbſt= und Winterſportkleidung zu wünſchen. Und da
ſie geſtreift und kariert mit den dazu paſſenden Unis (ſogen.
Rupfen) als handgewebte Künſtlerſtoffe zu haben ſind, ſo werdet
ihr ſicher bei ihm für Ilſe und Hanna Paſſendes darunter finden.
Hoffend, daß dir die „Qual der Wahl” angeſichts des vielen
ſchönen Neuen, das ihr drei bei euren Einkäufen ſehen und
be=
wundern könnt, nicht ſchwer wird, grüßt euch alle zuſammen
Tr
eure alte treue Freundin Lore. 4
Rummer 220.
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ch!
„Sunndags=Noochmiddags=Bedrachdunge.
Was eichentlich dra ſchuld war, deß kann ich heit gor net emal
ſo genau mehr ſage. Un ich geb’s vun vornerei unumwunde zu,
daß wann mer deß ganze Johr, am Kaffeekobbche lutſcht un
Jäjel drinkt, halb Malz, halb Deitſche, un nor an ganz beſunners
hoche Feierdäg ſiwwe Bohne an en Zwärnsfaden binne dhut un
henkt ſe en Aageblick in de Kaffeedibbe, alſo daß aam dann ſo en
annalieſefeſte Burgunder immerhin des ſeeliche Gleichgewicht e
bische aus de Ordnung bringe kann.
s kann awwer aach ſei, daß mei Freund, der Ooſepfeil, der
wo de Leit ſunſt bloß mit ſeim nixnutziche Bleiſtift uff die Nerve
fellt, indem er allerhand A’ziechlichkeite in e effentlich Zeidung
enei mold, alſo es kann aach ſei, daß der Pfeil mein
weltſchmerz=
leriſche Zuſtand vun=dere Woch uff=em Gewiſſe hodd. Dann Sie
wiſſe doch noch, daß mer der Dobbeldecker, der windſchiefe, die
vorich Woch in=eme ginſtiche Aageblick des Verſpräche abgeluxt
hodd, ich ſollt beim Fluchweddbewärb emal mit=em in die Luft
fahrn. Un weil er ſich jedenfalls gedenkt hodd, ich dhet widder
Hufzinke mache, do is er mer die Woch gor net vun de Socke
gange un hodd in aaner Dur Sprich geklobbt un mit
Schborts=
ausdrick um ſich geſchmiſſe, wie e gelernder Affejadicker, ſodaß
mer’s ſchun ſchwinnelich worrn is beim bloße zuheern.
Wie geſagd, ich bin mer net ganz im Klore dodriwwer, ob an meim
Herzklobbe der Ooſeburgunder ſchuldich war, den womerunſer „
jing=
ſter” Ehrenbärcher geſchickt hodd, odder der Ooſepfeil mit ſeine
Fluch=
maſchine. Jedenfalls, ſoviel is ſicher, ich bin die Woch erumgange,
wie als wann ich en Stich in’s ſommnambuhleriche hedd un
hab’s elend mit de Angſt zudhu krickt. Un ich hab mei ſämtliche
Eliedmaße ſchun in=eme babbedeckelene Einheitsſarch lieje ſähe
un hab ſchun geheert, wie de Herr Owwerborjemaaſter in de
Stadtratsſitzung e Gedächtnisredd, uff mich vum Stabel loſſe
dhut, wobei ſich ſämtliche Gemaanerät einſtimmich vun ihre
Sonntag, den 28. September 1924.
un warum mir ſo wahnſinnich drufflos kajäkern, do fliggd mer
uff aamol wos ins Geſicht, ich verlier 1s Iwwergewicht un greiſ
in meine Verzweifelung nooch eme feſte Halt, verwiſch awwer
aus Verſehe ausgerächent meine Zwangsmiedern ihrn „Willäm”
der hodd nadierlich noochgäwwe, un mit=eme gewaldiche Blumbs
bin ich uff mei vier Buchſtawe geſeechelt. Alſo ich ſag=derr Ihne,
Sitz erhewe, un wie er mei Loblied ſingd, un unner Drene bun
dem „unerſetzliche” Verluſt ſpricht, den wo die Stadt dorch mei
Hinſcheide bedroffe hedd; un wie dodruffhie die ganz Kaffrus
uff=em Rodhaus in e Geſchlux un e Geſchnibbs ausbräche dhut
un erſt widder zu ſich kimmd, wann de Ower devo
ſchwäzzt, daß es Ehrenflicht weer, „den Name unſerer
großen Mitbärcherin, der leider allzu frieh des Dods
ver=
blichenen ehr= un tugendſamen Jungfrau Sabina Bimmbernell”
der Noochwäld zu erhalte, un wie er dann de Vorſchlag macht,
die Klaa Kablerneigaß in e Bienche Bimmbernell=Stroß
umzu=
daafe, woriwwer ſich ſofort e Rieſedißkuſſion endſpinne dhut, un
en Mordskrawwal endſteht, weil „die” un „die” Baddei
be=
zieglich Benennung vun ere Stroß noch net berickſichdicht weer
worrn, un wie ſich dodruffhin die verſchiedene Baddeiowwerbonſe
an de Hoorn krieje, wobei ſe ganz vergeſſe, daß ſe uff em
Rad=
haus ſin un net in=ere Baddeiverſammlung, un wie dann dem
Ower ſein Vorſchlag unner’n Diſch fellt un e nei’ Sitzung
albe=
raumt muß werin un ſo weider ad infinidumm . . . ."
Unner uns geſagd, wann ich nor deß noch erleb, wann ſe
ſich nooch meim Dod emal uff=em Rodhaus driwwer ſtreide, was
for=e Stroß ſe mein Name gäwwe ſolle, dann will ich gern
ſtärwe. Awwer vordehand bräſſierd mer’s noch net. Un deßhalb
hodd mer aach deß Verſpräche, wo ich dem Ooſepfeil gäwwe hab,
ekliche Herzbeklemmunge verurſacht, un ich hab Zuſtend krickt,
in dene wo ich’s vor radſam gehalde hab, mei Sach zu beſtelle
un mei Teſtamend zu mache. Un ich hab alles, mei bewegliches
un mei unbewegliches Mobiliar, ordnungsgemäß unner meine
Verwandte un Bekannde verdaalt; bis uff den Burgunder, den
hab ich mir ſellwert vermacht. Un ſo hab ich alle awend
Ab=
ſſchied mit mer gedrunke un bin mer um de Hals gefalle un hab
mer hoch un heilich geſchworn, daß ich mit dem Pfeil im Läwe
net mehr in die Luft fahr, ſundern liewer aus de Haud, dann
deß bin ich gewehnt un do kann aam nix baſſiern debei.
En klaane Vorgeſchmack, wie deß is, wann mer kreiz un
iwwerzwärch in de Luft erum fliggd, den hab ich ja ſchun krickt,
wie mich die Woch mei Zwangsmiedern uff de Meß in die Bud
eneigezackert hodd, wo haus a geſchriwwe ſteht: „Hier kann man
ſich dod lachen”. Jawohl, vun wäche. Mir war’s dodebei
dorchaus net zum Lache, dann ich bin kaum richdich drinn gewäſe,
do is aach ſchun de Boddem unner meine Fieß fortgeritſcht,
ſo=
daß ich gezwunge war, mit meine Zwangsmiedern per
Lings=
kalobb loszuſauſe, laafſte net ſo gild’s net. Aſo ich kann Ihne
ſage, ſo bin ich in meim ganze Läwe noch net geloffe, ich glaab.
mir hawwe in de Minnud gud un gern unſer zwaahunnerd
Killemeder zurickgelegt. Un eh ich nor gewißt hob, wo’s hiegeht
Begen stiftet
die Frau durch Kaiser!=
Brust-Caramellen mit
den 3 Tannen. Sie ver-
Breibtdamit sich. Husten
Heiserkeit,
Verschlei-
mung, Keuchhusten,
Brust- und
Rachenka-
arrh und beugt Er-
kältungen vor. Beweis:
7000 nob. beglaubigte
Zeugnisse von Aerzten u.
Privaten, Von Millionen
im Gebrauch.
Appetitan-
regende, feinschmeckende
Bonbons. Zu haben in
Apotheken, Drogerien u.
wo Plakate sichtbar. Nur
in Paketen zu 30 Pfg.,
osen 80 Pfg., aber nieoffen, Lass. Sie sich nichts anderes aufreden. (V.12427
es is alles mit mer rum gange un ich hab gedenkt, noja, jetzt
flieggſte aus de Wäld un kannſt in Zukunft als Stern dridder
odder vierder Giede mit deine Zwangmiedern ihrm falſche Zobk
im Wäldenall erumſauſe un kannſt awends uff geh un morjends
unner.
Awwer die Vorſehung hadd’s doch annerſter mit mer
be=
ſchloſſe, dann eh ich mich verguckt hab, hodd ſe mich ärchendwo an
die Wand gefeierd, un domid meine Planedelaafbahn im letzte
Aageblick e End gemacht. Ich hab ganz verdaddert erum geguckt,
wo ich eichentlich hiegerade bin, awwer des Gelächter
ringsdiche=
rum hodd mich verhältnismäßich ſchnell in die Wärklichkeit
zu=
rickgerufe. Un wie ich eichentlich aus dere Bud, wo ſich die Leid
uff mei Koſte dodlache wollte, enauskumme bin, deß waaß ich
heit noch net richdich. Mei Zwangsdmiedern, die Schneegans,
had ſich jedenfalls ſchun vorher aus em Staab gemacht un war
froh, wie icheer dehaam ihrn Willäm widder um de Kobb
ge=
wiggeld hab.
Damit ich awwer ganz genau waaß, wie mer’s bei dem
Deitſche Luftweddbewärb geht, hab ich mer zu aller
Vorſicht vun dem Sterngucker, der wo am Schwimmbad uff de
Droddwakand aam for=e Mack des Horresgob ſtelle dhut, noch
emol ſchnell e bißche in die Zukumfd gucke loſſe. Leider hab=ich
awwer die Vordräch verſäumd, die wo die Fraa Ungern=
Stern=
bärch bei’s Merke iwwer die Aſtrologie gehalde hodd, deßhalb
bin ich aus dem neimodiſche „Sena” ſeine Sternguckerei net ganz
draus kumme. So hodd er mer zum Beiſpiel geweisſagd, ich
weer im Tierkreiszeiche der Fiſch geborn (ſtimmt, deshalb eß ich
aach die Rollmöbs ſo gern) un unner de Reſchendſchafd vum
Nebdun (ſtimmt net, es war unnerm Ludwich de Verrde); un
ich weer e „Dobbelnaduhr” (ſtimmt, awwer deß behaubd ganz
Darmſtadt, un deß ſieht e Blinder ohne Färnrohr, daß ich net
hinne wie vorne bin); un ich weer e „Peſſimiſt” (ſtimmd, dann
ich halt’s for ausgeſchloſſe, daß mer deß all bezahle kenne, was
uns de Dawäß uffokſtrowierd hodd); un ich weer e „Fandaſt”
der wo ſich mit Agelegenheide befaſſe dhet, die wo er net löſe
kennd (deß is uff’s Wohnungsamt geſticheld); un große „
End=
deiſchunge” dhet ich erläwe (deß is mir nix neies); un jedenfalls
kreegd ich die Maſern, (no, deß is jo widder en
Hoffnungs=
ſchimmer); un in de nechſte Zeid dhete mer große „
Schickſals=
iechunge” bevorſteh (aha, deß is die Haubdſach, un deß geht uff
mei Luftſchifferei mit dem Pfeil).
Alſo nooch dem Erlebnis in dere Bud, wo mer ſich uff mei
Koſte for zwanzich Fennich dodgelacht hodd, un nooch dene
Weis=
agunge vun dem Sterngucker in Hemdsärmel, daß ſich mei
melangkohliſch Stimmung net gehowe hodd, un ich hab mer
des=
halb aa Gläsche um’s annere vun dem Burgunder eiflöße miſſe,
ſo daß ich als awends, wann ich ins Bedd geſtieje bin, des Gefiehl
hadd, als dhet ich ſchun in dere Fluchmaſchien ſitze; s hodd ſich
alles mit mer gedreht . . . .
Sogar gedraamt hab=ich bun dere verflixte Fliecherei. So
is mer’s vorgäſterd nacht deitlich gewäſe, als hedd der
Ooſe=
pfeil mich un mei Zwangsmiedern bereits enausgeſchleift uff de
Fluchblatz, wo ſchun Dauſende vun Menſche Kohb aa Kobb
newernanner geſtanne hawwe un hawwe uff den Momend
geword, wo ich mit meine Zwangsmiedern in die Luft
geh. Sogar der geſamde Ehrenausſchuß hodd uns in
alle Backe gepätzt un hodd geſagd: „Nor kaa Angſt, ihr
Mädercher!” Un die Leid hawwe mit ihrne Sackdicher
gewedelt, wie mer hoch gange ſin, un wie die Muſick
de dridde Duſch geſchmedert hodd, do ſin mer ſchun uff
die Ludwigsheeh zugeſteierd. Noochher ſin mer kreitz un
kwehr iwwer de Stadt erum geſchwirrd un hawwe uns die
Paſted aus de Vogelspärreſchbäckdief beſchachtelt. Un do muß
ich doch ſage wann mer ſich die Sach vun owe bedracht, do ſieht
ſe doch erheblich annerſter aus, als wie wann mer vun unne
nuffguckt. Diräckt lächerlich klaa kumme aam do die Menſche vor,
mit all ihrne Flauſe, un mit ihrm Dinkel, un mit ihrne Jagd
nooch em Glick un mit ihrne Großwannsſucht; un mit ihre Sorje
un mit dem ganze Griemsgrams, mit dem ſe ſich wichdich
mache. Un mir is unſer liewer Herrgodd ei gefalle — was mag
der alſo emol denke, wann er ſo vun ganz owwerunner ſich den
Schwindel uff däre Wäld bedrachte dhut. . . . . . . ."
Midemal hodd mich die Luft a gewandelt, emal recht
herz=
haft auszuſpucke. Awwer uff des Mannewer war der Pfeil
cheints net gefaßt, die Fluchmaſchin is ins Wackele kumme un
18 umgekibbd un dadebei bin ich mit meine Zwangsmiedern
iwwer Bord geſeechelt. E: Glick war’s, daß mer grad widder
in de Neh vum Fluchblatz warn. Drotzdem hab ich meine
Zwangs=
miedern vorſichtshalwer noch raſch noochgerufe: Geb acht, daß
Seite 13.
de net unner die Elektriſch kimmſt! Dann die rennt in ihrm
Duſſel in alles enei. Ich ſelbſt hab mei Riddekiehl als Fallſcherm
bin un bin dodorch wohlbehalde
uff=em Fluchblatz geland, wo ſe
grad dabei warn, mei
Zwangs=
miedern widder auszugrawe, die
wo ſich mit ihrne därre Baa in
die Erd eneigebohrd hadd wie e
Hobbeſtang, ſo daß ſe bloß noch
mit de Nas erausgeguckt hodd.
No, un wann ich aach meine
Zwangsmiedern ſo en klaane
Poſte gegennt hedd, wäche
Flur=
ſchade un ſo, ſowar ich doch froh,
wie mein Wecker gerabbelt hodd
un die ganz Sach war net wahr.
Un wann ich mer aach ſage muß:
Träume ſind Schäume, ſo wärf
ich doch zehe Fennich in die Arme=
Klr. K.I.
bix, wann ich den ganze
Fluch=
weddbewärb hinner mir hab.
G4
Jedenfalls, eh’ ich heid dodraus
mit dem Pfeil in die Lifde kut=
48
ſchier, neh ich merevierblädderich
* 8- gleebladd in mein Unnerrock un
V
nemm vorſichtshalwer noch mei
mmdar mmmmamrmn Hrmmfſcht
Zwangsmiedern mit, dann uff
die baßt des Sprichword:
Un=
kraut vergeht net! Un wann dere nis baſſiert, kumm ich zum
mindeſte mit=eme blaue Aag devo. In dieſem Sinne:
„Flug Heil, un uff Widderſehe beim Deitſche
Luftweddbewärb!“
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Wie die Woch zum Abſchied de
letzte Zebbelin noch emol iwwer mei Haus gefloge is — bidde,
iwwer mei Haus; wann aaner ſeegt, er wer iwwer ſei Haus
gefloge, ſo is deß purer Schwindel —, do hedd ich dem liewe
Kabidehn gern en Haufe Beſtellunge an mei ameriganiſche
Freunde mitgäwe. Awwer ich hab mich net gedraut, weil ich
gedenkt hab, er hodd ſchun genug Ballaſt an Bord. Nemlich vun
driwwe riwwer gehn mer allerhand Uffdräch zu, wos ich all
erlediche ſoll. So hodd mer neilich aaner geſchriwwe, ich ſoll
emol mit dem Frankforder Konnſulad e enerchiſch Wördche redde,
wäche weil die ſei Fraa net eniwwerloſſe. Ich hab mich aach
emol erkundicht, wie ſich die Sach verhellt, un mußt zu meim
Laadwäſe feſtſtelle, daß do gradezu drauriche Zuſtend herrſche.
Deßhalb, liewer Auguſt, dreeſt dich mit dene viele, viele
annere, dene wo’s genau ſo geht, wie dir, un die wo aach awends
in e „kalt” Bedd ſteije miſſe. Ich kann derr deß noochſiehle, es
bleibt=derr awwer nix annerſter iwwrich, als dich vorerſt noch e
Weilche mit=ere Beddflaſch zu behelfe. Den Betrag, den de
bei=
gefiecht hoſt, hab ich de Ebbiläbdiſche Aſtald iwwerweiſe loſſe; du
werſt nix degäche hawwe un die kenne’s needich brauche. Beſten
Bank un viele Grieß.)
Aach meine Saarbrickener Freunde kann ich net helfe, dann
ich hab bis jetzt noch net feſtſtelle kenne, wo der Ausdruck „Staab
iwwer die Gääle” herkimmd. Vermudlich is es e rein logahler
Ausdruck; bedeide dhut er ſoviel wie: ſich aus em Staab mache;
ſtaabaus gäwwei odder: ſtaawe geh. Vielleicht waaß aaner aus
unſerm Läſerkreis Beſcheid. —
Jedenfalls, ſoviel is ſicher, daß ich mich demnechſt aach noch
aus em Staab mach. Dann wie wir’s ſcheint, ſo bricht in de
nechſte Dage uff=em Rodhaus en Boxer=Uffſtand aus. Die
Stadt=
räd lege ſchun ihr Pulwer drucke un ſchleife ihr Säwel un hawwe
ſich em Pitthan uff=em Karlshof ſei „dicke Bertha” gelehnt, for=en
Gasa griff uff die Stadtverwaldung. Awwer die
Stadtverwal=
dung is acch net faul, dann vun unſere vier Borjemaaſter
iwwer=
nemme zwaa als gelernde Kompaniefiehrer die Stradeſchie, die
annern zwaa verfaſſe die Dagesberichde, die Feierwehr werd
mo=
bill gemacht, aach der Owerſtkommandierende vun de bewaffende
Ortsgewalt hodd erheehte Gefechtsbereitſchaft ageordent, die
Straßekehrer kumme mit ihre Flammeſpucker, die Ladärnebutzer
werrn beriddegemacht, un die Radsdiener, als der kampferbrobde
Sturm= un Stoßdrubb, iewe bereits ihrn Schlachtgeſang:
Stadt=
räd, voh Stadträd, wie wird es Eich ergehen
Deß gibt e bludich Dräffe, de ganze Mackblatz ſchwimmt! Un
warum? Bloß wäche, weil die Stadtverwaldung im Gefiehl vun
ihre Allmacht, aam, der wo zu ihr im
Geſchwiſterkindsvedders=
bäßcheverwandtſchaftsverhältnis ſteht, ausnahmsweis emol
e Wohnung zugewieſe hodd, weil ſei jetzich
rebberaduhr=
bederfdich weer, obgleich er gor net vorgemärkt is (im
heechſte Fall „vordringlich‟). Die Benemmedidhät vun unſere
Stadtverwaldung, die wo iwwer de Kobb vun de
Wohnungs=
zuteilungskommiſſion un ſogar gäche dere ihrn ablehnende
Be=
ſchluß, gladd iwwer Wohnunge verfiegd, wann un wie ſe will,
alſo deß halde die Stadträd in ihre kindliche Unſchuld net for
Recht un hawwe deßhalb de Krieg erkleert. Wann ich jo wißt,
daß ſe gewinne dhete, die Stadträd, do dhet ich mit=en in de
Kambf ziehe, als Mackedendern. Awwer ich ſeh’s ſchun kumme,
die krieje wie gewehnlich ihr Wagges, un dann gäwwe ſe widder
klaa bei. Noochher ſteh ich allaa uff em Schlachtfeld mit meim
Brandeweih’fäßche.
Dann deß kennt mer jo; es erſte, wos aaner verlierd,
wann=
er uff’s Rodhaus kimmd, deß is des bißche Rickgrad. Un wann
ſe beiſamme ſitze, ſin ſe froh, wann ſe ſtundelang iwwer
Stroße=
umbenennunge debadiern derfe, un wann ſe ſchee brav ſin, krieje
e aach e vornehm Radsſtubb gebaud, wo ſe ſich dann nooch de
Stadtradsſitzunge eneiſetze, un derfe deß ſcheene Lied ſinge: Wer
nur den lieben Godd läßt walten . . ."
Uff die Art un Weis glaabt mer ſich deß Verdraue vun de
Berjerſchafd zurickzugewinne. Es Gächedaal werrd richdich ſei.
Nur wer ſie erkannt, ihre wohltuende Nähe,
gefühlt und ihre großen Vorzüge ausprobiert
hat. Nur wer die große Gelegenheit — ſie zu
koſten — benutzt hat. Nur wer die von ihr
aus=
gehende, dauernde große Wohltat genoſſen hat.
Nur wer in die glückliche Lage verſetzt war, den
hohen Grad ihrer tatſächlichen
Volltommen=
heit ihr zugeſiehen und öffentlich ausſagen zu
müſſen. Nur wer den, durch ſie zu erreichenden,
vielfachen Erfolg, im vollen Verſtand, in der
Freude mit ihr, ſchon einmal durchlebt hat, nur
der kann den großen Vorteil richtig ermeſſen,
den die niedrigen Preiſe einer im Großbetrieb
hergeſtellten, großſtädtiſchen erſtklaſſigen
Herren= und Knaben=Kleidung, wie ſie vom
Kleider=Hörr, Darmſtadt, Grafenſtraße 23½
in der größten Auswahl geführt wird, für ihn
bedeuten und ſich als deſſen ſteter Kunde
be=
ſtimmt erhalten. Tauſende haben es getan.
Ihre Zahl wird durch ihre eignen
unermüd=
lichen Ausſagen, über ihre ſo ſehr günſtigen
Er=
ahrungen mit Hörr’sKleidungtäglich vermehrt.
(12406
TCirP5PE2
[ ← ][ ][ → ]28. Septemnber 1924
Nr. 270
Die endgültigen Friſten der
Goldöllanzierung.
mals und von verſchiedenen Stellen abgeändert worden. Die
Abänderungsverordnungen ſind teils im Reichsgeſetzblatt, teils
im Reichsanzeiger erſchienen. Da ein Unterſchied zu machen iſt
zwiſchen der handelsrechtlichen Goldmarkbilanz und der
Steuer=
eröffnungsbilanz, herrſchen vielfach noch Unklarheiten, welche
Friſten in den verſchiedenen Fällen einzuhalten ſind. Außerdem
iſt durch die Friſtverkä: gerungen über die urſprünglich
vorge=
ſehenen Termine hinaus eine verſchiedene Behandlung je nach
der Dauer des Geſchäftsjahres der Betroffenen eingetreten, die
ſachlich in keiner Weiſe gerechtfertigt iſt, die aber wohl beachtet
werden muß. Zur Klarſtellung geben wir nachfolgend nochmals
eine Ueberſicht auf Grund der neueſten geſetzlichen Beſtimmungen:
Es iſt einmal zu unterſcheiden zwiſchen Aktiengeſellſchaften,
Kommanditgeſellſchaften, Geſellſchaften mit beſchränkter Haftung=
und Verſicherungsvereinen a. G. (Gruppe 1) und den ſonſtigen
Kaufleuten, die zur Führung von Handelsbüchern verpflichtet
ſind, Einzelfirmen, Handelsgeſellſchaften,
Kommanditgeſellſchaf=
ten (Gruppe 2). Für beide Gruppen iſt zu unterſcheiden: die
Aufſtellung der handelsrechtlichen Goldmarkbilanz, die alſo für
den internen kaufmänniſchen Betrieb gilt, und der
Steuereröff=
nungsbilanz, die die Grundlage für die Einkommenſteuer des
Jahres 1924 bilden ſoll.
Gruppe 1: Für Geſellſchaften dieſer Gruppen, deren
Ge=
ſchäftsjahr mit dem Kalenderjahr zuſammenfällt, iſt ſowohl die
Friſt zur Aufſtellung und Vorlegung (an die
Geſellſchafterver=
ſammlung) der handelsrechtlichen Goldmarkbilanz als auch der
Steuerbilanz bis zum 30. November d. Js. verlängert worden.
Für Geſellſchaften dieſer Gruppe, deren Geſchäftsjahr nicht
mit dem Kalenderjahr zuſammenfällt, bleibt es bei den
bisheri=
gen Beſtimmungen, d. h. die handelsrechtliche Goldmarkbilanz iſt
innerhalb der erſten ſechs Monate des neuen Geſchäftsjahres
vorzulegen. Dieſe Friſt kann durch das Gericht angemeſſen, aber
gemäß § 2 Abſ. 4 der Durchführungsbeſtimmungen zur
Verord=
nung über die Goldmarkbilanzen, doch wohl nur bis auf neun
Monate ver. gert werden, Es ſoll freilich auch Regiſterrichter
geben, die auf Grund der geſetzlichen Beſtimmung in der
Verord=
nung über Goldmarkbilanzen die Friſt auch über neun Monate
hinaus verlängern. Geſchieht das nicht, ſo ergibt ſich z. B. für
eine Aktiengeſellſchaft, deren Geſchäftsjahr erſt mit dem 1. Febr.
beginnt, die merkwürdige Folge, daß ſie trotz des ſpäteren
An=
fangs ihres Geſchäftsjahres die Goldmarkbilanz auch mit
ver=
längerter Friſt, bereits bis zum 31. Oktober 1924, aufſtellen muß.
Die Steuerbilanz bziv. das nach dem Geſetz vorgeſehene Inventar
iſt dem Finanzamt in allen Fällen, wo das Geſchäftsjahr und
Kalenderjahr nicht zuſammenſallen, bis zum 30. September 1924
einzureichen. Das Finanzamt kann auch hier Friſtverlängerung
gewähren.
Gruppe 2: Für die dieſer Gruppe angehörigen Kaufleute
und Geſellſchaften beſteht eine Friſt zur Aufſtellung der
Gold=
markbilanz nach dem Geſetz überhaupt nicht, ſie hat vielmehr
gemäß § 39 Abſ. 2 des Handelsgeſetzbuchs nur innerhalb der
einem ordnungsmäßigen Geſchäftsgang entſprechenden Zeit zu
er=
folgen. Dagegen können durch den Geſellſchaftsvertrag Friſten
vorgeſehen ſein. Die Steuereröffnungsbilanz iſt bei allen
Geſell=
ſchaften dieſer Gruppe dem Finanzamt bis zum 30. September
1924 vorzulegen, wenn nicht rechtzeitig eine Friſtverlängerung
be=
antragt und bewilligt worden iſt.
Aa
„Die Beprennonam (erdonarnt
B.R. Während in den Vereinigten Staaten in faſt allen
Wirtſchafts=
zweigen die Geſchäftsbelebung langſame, aber ſtetige Fortſchritte macht,
hat ſich am Erdölmarkt die Depreſſion, unter der die Petroleum=
Indu=
ſtrie ſchon ſeit Monaten zu leiden hat, in den letzten Wochen noch
ver=
ſchärft. Die Preiſe für Rohöl und raffinierte Produkte zeigen eine
ſtark rückläufige Tendenz, da es der Induſtrie trotz aller Bemühungen
nicht gelungen iſt, Produktion und Konſum mit einander in Einklang
zu bringen. Die in der Union zu Anfang des Jahres vorgenommenen
Produktionseinſchränkungen blieben wirkungslos, weil ſie infolge ſtarker
Abnahme des Verbrauchs nicht zu einer Verringerung der Vorräte
führten. Trotzdem hätte ſich zweifellos das Mißverhältnis zwiſchen
Erzeugung und Verbrauch beſeitigen laſſen, wenn die
Produktionsein=
ſchränkungen von Dauer geweſen wären. Seit dem Frühjahr hat aber
die Petroleumerzeugung in den Vereinigten Staaten wieder erheblich
zugenommen. Ende Juli bezifferte ſich die Tagesproduktion an Rohöl
auf durchſchnittlich 2 000 000 Faß gegen 1 750 000 Faß zu Anfang Januar.
Die nachſtehende, vom American Petroleum Inſtitute ausgearbeitete
Tabelle, gibt Aufſchluß darüber, wie ſich die amerikaniſche
Petroleum=
wirtſchaft in der erſten Jahreshälfte entwickelt hat.
Rohölerzeugung und Verbrauch im erſten Halbjahr 1924.
(alles in Faß)
Einfuh= Januar
56 435 000
7651 232 Februar
55 454 000
8070 345 März
59 729 000
10 109 260 Produktion u. Einfuhr 64 106 202 63 524 345 69 838 960 Heimiſcher Konſum
Ausfuhr
Bunkeröl 50 226 134
8 423 948
3 159 596 41 248 090
9389 476
3144 597 47 613 805
9020 646
3 069 339 Geſamter Abſatz 61 809 378 53 782 163 59 708 850 Erzeugungsüberſchuß 2 296 714 9742 182 10 135 110 Heimiſche Erzeugung
Einfuhr April
59 433000
8476 605 Mai
61 653 000
2253 789 Juni
59 439 000
8080 831 Produktion und Einfuhr 67 909 605 70 906 789 67 519831 Heimiſcher Konſum
Ausfuhr
Bunkeröl 47 270 107
10 133 042
3598 189 49 851 811
10 283 380
383 105. 49 907 743
10455 926
3649 847 Geſamter Abſatz 61 001 338 63 968 496 64 013 516 Erzeugungsüberſchuß 6 908 267 6 938 293 3 506 315
Dieſe Ziffern laſſen erkennen, daß ſich die Vorräte an Rohöl von
Monat zu Monat erhöht haben und zwar bis Ende Juni um insgeſamt
39 526 881 Faß. Am Schluß der erſten Jahreshälfte beliefen ſich die
ſichtbaren Vorräte an Rohöl in den Vereinigten Staaten auf 387 364 019
Faß, während die Beſtände an raffinierten Produkten ſich auf 125 134 403
Faß bezifferten. Die Union beſaß alſo Mitte des Jahres einen
Erdöl=
vorrat von 512 508 403 Faß, d. h. mehr als 50 Prozent der vorjährigen
Welterzeugung und faſt 70 Prozent der amerikaniſchen Produktion.
Ob=
gleich infolge der Ausfuhrſteigerung im 2. Quartal der Abſatz ſich etwas
günſtiger geſtaltet hat, iſt an eine Geſundung des Marktes im weiteren
Verlauf des Jahres nicht zu denken. Die Ueberproduktion im
amerika=
niſchen Erdölgebiet iſt ſo erheblich, daß ſelbſt eine weitere. Zunahme des
Exports und eine Erhöhung des heimiſchen Konſums den Markt nicht zu
entlaſten vermöchte. Die Fachkreiſe, die noch vor kurzem für den Herbſt
mit einer Beſſerung der Verhältniſſe gereihnet hatten, ſind recht
peſſi=
miſtiſch geworden und halten einen weiteren erheblichen Preisrückgang
für unvermeidlich.
Handel und Wandel in Heſſen.
— Konkurs. Ueber das Vermögen der Firma Franz Verron
u. Guß A.=G., Maſchinenfabrik in Hirſchhorn, hat das Amtsgericht
da=
ſelbſt am 25. d. Konkurs eröffnet. Verwalter iſt Rechtsanwalt und Notar
Hill daſelbſt. Anmeldefriſtablauf am 15. Oktober, Prüfungskermin am
20. Oktober, vormittags 9,15 Uhr, beim Amtsgericht Hirſchhorn.
Erwerbsgeſellſchaften.
*fm. Badiſche Lokaleiſenbahnen A.G. Gerade die
Pri=
vateiſenbahnen litten ſtark unter der Inflation, der ſie nicht immer raſch
genug folgen konnten, und der ſchlechten Wirtſchaftslage. Die Güter=
und Perſonentarife waren weit unter den Geſtehungskoſten gehalten, ſo
daß Einſparungen auf allen Gebieten, ſelbſt da, wo ſie einen ſchweren
Verluſt des Anlagevermögens bedeuten, vorgenommen werden mußten:
Handelsbiatt
Mit der Einführung wertbeſtändigen Geldes begann die Rentabiltät ſich
wieder zu heben, doch müſſen alle Ueberſchüſſe in die viele Jahre
hin=
durch vernachläſſigten Betriebsanlagen geſteckt werden, ſo daß es falſch
wäre, irgendwelche Erwartungen auf die Dividendenverteilung zu hegen.
Die Papiermarkbilanz, die nur formale Bedeutung hat, zeigt Ueberſchüſſe
auf der Strecke Bruchſal—Hilsbach-Menzingen 2916,16, bei der Bühler=
Die mit der Goldbilanzierung verbundenen Friſten ſind mehr= talbahn 1857,58, bei der Albtalbahn 9635,31 bei der Strecke
Neckar=
biſchofsheim-Hüffenhardt 1045,79 Billionen Mark. Nach Abzug der
ge=
ſetzlichen Rücklagen bleibt noch ein Verluſt von 49 745,04 Billionen Mark.
Die Vorräte der Bahnen ſind mit 32 800 Billionen Mark bewertet, an
Außenſtänden ſind 131 649,/49, an Verkehrsſchulden aber 140 302,43
Bil=
lionen Mark vorhanden. Der Erneuerungsfonds beziffert ſich auf
69 248,95, der Reſervefonds auf 748 799 Billionen Mark.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
— Die Kohlenförderung und Kokserzeugung im
Ruhrgebiet. Nach vorläufigen Berechnungen wurden in der Woche
vom 14. bis 20. September im geſamten Ruhrgebiet (ohne die von der
Regie betriebenen 3 Zechen und 10 Kokereien) in ſechs Arbeitstagen
2012 217 To. Kohle gefördert (auf das beſetzte Gebiet entfallen davon
1849 417 To.) gegen 2014201 (1853 516) To. in der vorhergehenden
Woche bei ebenfalls ſechs Arbeitstagen. Die Kokserzeugung ſtellte ſich
in der Berichtswoche in ſieben Tagen (in den Kokereien wird auch
Sonn=
tags gearbeitet) auf 392 838 To. (beſetztes Gebiet 359 217) gegen 391 442
(357 119) To. in der vorhergehenden Woche. Die arbeitstägliche
Kohlen=
förderung, immer ohne die beſetzten Betriebe, betrug in der Woche vom
14. bis 20. September im geſamten Nuhrgebiet 335 370 To. (gegen
335 700 To. in der Woche vorher und 368 681 To. im Durchſchnitt des
ganzen Jahres 1913), die tägliche Kokserzeugung ſtellte ſich auf 56 120 To.
(55 920 bzw. 62 718 To.). Im beſetzten Gebiet ergab ſih eine
arbeits=
tägliche Kohlenförderung von 308 241 To. (308 919 bzw. 348 581 To.) und
eine tägliche Kokserzeugung 51 317 To. (51 017 bzw. 58 338 To.).
Bevorſtehende Aufhebung der
Deviſenver=
kehrsbeſchränkungen. Die Reichsregierung kann ſich den
ge=
wichtigen Gründen, die die Wirtſchaft ſeit langem für die Aufhebung der
Deviſenverkehrsbeſchränkungen vorbringt, nach der Annahme der
Dawes=
geſetze nicht mehr verſchließen. Die Aufhebung kann aber nicht eher
er=
folgen, als bis auch die weſentliche Vorausſetzung für das Inkrafttreten
der Dawesgeſetze, das Zuſtandekommen der 800=Millionen=Anleihe,
ge=
ſichert iſt, da inzwiſchen noch beunruhigende Momente auf die Währung
zurückwirken können. Sobald die Verträge über die Anleihe
unter=
zeichnet ſind, wird der Reichswirtſchaftsminiſter die Deviſengeſetzgebung
außer Kraft ſetzen. Aufrecht erhalten bleiben vorläufig der Einheitskurs
und diejenigen Beſtimmungen mehr gewerbepolizeilicher Narur, die die
Deviſenbanken, Wechſelſtuben und Dewiſenmakler betreffen, aber auch
dieſe Beſtimmungen werden den veränderten Umſtänden angepaßt
wer=
den. Der Abau des Kommiſſars für die Deviſenerfaſſung war bereits
ſeit langem für den 30. September vorgeſehen; da eine Verlängerung
ſeiner Tätigkeit für die Uebergangszeit nicht mehr erforderlich erſcheint,
wird an dieſem Zeitpunkt feſtgehalten. Seine Geſchäfte werden bis zum
Außerkrafttreten der Devifengeſetzgebung vom
Reichswirtſchaftsminiſte=
rium erledigt.
* Neue Preiſe für Dacheindeckungen. Der Verband
Deutſcher Dachpappenfabrikanten hat folgende neue Preiſe für
Dachein=
deckungen beſchloſſen: a) für die Herſtellung eines doppellagigen
Klebe=
pappdaches aus einer Lage 100er und einer Lage 150er Dachpappe
2 Goldmark, b) für die Herſtellung eines doppellagigen Kiespappdaches
aus einer Lage 100er und einer Lage 150er Dachpappe 2,33 Goldmark,
c) für das Ueberkleben eines alten Pappdaches, mit einer Lage 100er
Dachpappe 1,30 Goldmark 4) für den Anſtrich eines alten Pappdaches
0,15 Goldmark. Die Preiſe verſtehen ſich für 1 Quadratmeter Dachfläche
bei Arbeiten für wenigſtens 1000 Quadratmeter Geſamtfläche am Platze
des Ausführenden bei normalen Verhältniſſen unter Zugrundelegung der
gegenwärtigen Richtpreiſe des Verbandes für Dachpappe und gelten im
allgemeinen nur für Dachdeckung auf Holzſchalung, während bei
Ausfüh=
rung auf Beton eine entſprechende Zulage hinzukommt.
* Neue Richtpreiſe für Dachpappe und
Iſolier=
pappe. Der Verband Deutſcher Dachpappenfabrikanten hat die
folgen=
den neuen Richtpreiſe beſchloſſen: a) für Dachpappe mit 80er, 100er,
150er, 200er Rohpappeneinlage — 0,56, 0,48, 0,34, 0,26 Goldmark für den
Quadratmeter; b) für Iſolierpappe mit 80er. 100er, 125er
Rohpappen=
einlage — 1,10, 0,88, 0,58 Goldmark für den Quadratmeter.
Das Reichsgericht für den Schutz des
Aktien=
kapitals vor Ueberfremdung. Die außerordentliche
General=
verſammlung einer Aktien=Geſellſchaft beſchloß Ende Januar 1923, die
Erhöhung des Akienkapitals von 12 auf 20 Mill. Mark. Für 7 Mill.
Mark wurden auf den Inhaber lautende Stammaktien ausgegeben und
für 1 Mill. Mark Vorzugsaktien, auf Inhaber lautend. Das
Be=
zugsrecht der Aktionäre wurde bezüglich aller
Ak=
tien ausgeſchloſſen. Die 7000 jungen Stammaktien zu je 1000
Mark wurden einem Bankkonſortium mit der Verpflichtung
über=
laſſen, ſie den alten Aktionären zum Kurſe von 476 Prozent im
Ver=
hältnis von 2:1 anzubieten und die reſtlichen 1000 Stammaktien den
Mitgliedern des Aufſichtsrates und Vorſtandes zu 1000 Prozent. Auch
die Vorzugsmitglieder wurden für die Verwaltungsmitglieder beſtimmt.
Dieſe Beſchlüſſe ſind gemäß § 271 H.G.Bewegungen Geſetzesverletzung
und Verſtoß gegen die guten Sitten angefochten. Es wurde
hervorge=
hoben, daß entgegen 8 256 H. G.B. die Zuteilung von jungen Aktien an
Vorſtand und Aufſichtsrat nicht als Gegenſtand der T.O. angegeben ge
weſen. Auch hätten ſich die Mitglieder der Verwaltung gemäß 8 252,
Abſ. 3, Satz 2. der Abſtimmung enthalten müſſen. Landgericht gab der
Klage ſtatt, OLG. wies ſie ab, RG. wies Reviſion zurück. Gründe:
„Die Abſicht, die Vorzugsaktien und einen Teil der Stammaktien den
Mitgliedern der Verwaltung zuzuteilen, brauchte nicht angekündigt zu
werden. Es war bekannt geworden, daß die Kapitalerhöhung unter
Ausſchluß des Bezugsrechts der Aktionäre ſtattfinden ſolle, und damit
mußte mit der neuzeitlichen Entwicklung des Aktienweſens jeder
ge=
ſchäftskundige Aktionär auf eine Zuteilung von jungen Aktien an ein
Bankkonſortium dder an die Verwaltung rechnen.
Hinſichtlich der Behauptung der Geſetz= und Sittenwidrigkeit wird
ausgeführt: „Die Generalverſammlung iſt, wie OLG. hervorhebt, Herr
ihres Willens und man muß ſie gewähren laſſen, ſolange ſie nicht das
Wohl der Geſellſchaft aus eigenſüchtigen Beweggründen gefährdet. Das
trifft hier nicht zu. Die Vorzugs= und Stammaktien ſind der
Verwal=
tung lediglich zu dem Zwecke überantwortet worden, um die Geſellſchaft
vor Ueberfremdung und dem Eindringen eines Wettbewerbsunternehmens
zu ſichern. Die Schaffung von Vorzugsaktien mit mehrfachem
Stimm=
recht und deren Zuteilung an die Mitglieder=Verwaltung iſt an ſich
ge=
ſetzlich zuläſſig (88 185, 182 HGB.) Sie iſt in der Inflationszeit vielfach
zur wirtſchaftlichen Notwendigkeit geworden. Eine Verhütung der
Ueberfremdung verfolgende Beſchlußfaſſung läuft dem Geiſte des
Aktien=
rechts nicht zuwider.”
Wirtſchaft des Auslandes.
* Der amerikaniſche Eiſen= und Stahlmarkt. „Iron
Trade Review”, Cleveland, Ohio, kabelt: Die Marktlage erfuhr durch
die Mitteilung, daß der Stahltruſt Pittsburgh als Frachtbaſis
aufge=
geben wurde, eine Belebung. Die unabhängigen Werke ſind dem
Vor=
gehen gefolgt und liefern auf Frachtbaſis Erzeuger= oder Lieferungsort.
Für weſtliche Käufer ergibt ſich dadurch auf 1 To. Draht und Röhren ein
Vorteil von 3—5 Dollar. Die Uneinheitlichkeit der Preisentwickelung
behindert noch den Abſatz. Die New York Central Eiſenbahn fragt
180 000 To. Schienen an, ein neues Tankwerk 60 000 To. Stahl. Von
Japan liegt eine Anfrage auf 56 000 Normalkiſten Weißblech vor. Der
Roheiſenmarkt iſt ruhiger. Von Röhrengießereien wurde ein Abſchluß
von 75 000 To. Roheiſen getätigt. Die von Chicago im vergangenen
Monat in Bauſtahl zuſtande gekommenen Abſchlüſſe ſind die
umfang=
reichſten in den letzten 10 Jahren. Die Stahlproduktion beträgt zurzeit
60 Prozent der Leiſtungsfähigkeit.
Warenmärkte.
* Von den ſüddeutſchen Waren= und
Produkten=
märkten. Die von den überſeeiſchen Exportländern, auch in dieſer
Woche wieder vorgenommenen Preiserhöhungen ſind auf den ſüddeutſchen
Markt von geringem Einfluß geweſen, obwohl ſie ein ziemlich großes
Ausmaß erreichten. Zuletzt lauteten die Forderungen für
Auslands=
getreide eif. Mannheim, je 100 Kg., wie folgt: Kanſas I, auf dem Rheine
ſchwimmend, Fl. 16,50, desgl. II Fl. 13,75, Baruſſo Fl. 16, Roſa Fé, 5
79 Kg., Fl. 16,75, indiſcher Wei=en, Karachi cheice white, Fl. 16,
Mani=
toba I Fl. 17,25, auſtraliſcher Weizen Fl. 17,00. Hier iſt das Geſchäft
nach der Lebhaftigkeit der letzten Wochen etwas ruhiger geworden, weil
man ſich Zurückhaltung auferlegt. Aber auch die Landwirte halten in
manchen Gegenden zurück, ſoweit ſie nicht Zahlungsverpflichtungen zu
er=
füllen haben, und deshalb zur Abgabe von Ware ſich veranlaßt ſehen.
Aus anderen Gegenden wieder iſt das Angebot reichlicher geworden. Die
ſüddeutſchen Mühlen waren in der letzten Woche in der Hauptſache
Käu=
fer für Roggen, der dementſprechend im Preiſe anziehen konnte. Die
Forderungen dafür ſind binnen Wochenfriſt um rund. 1 Fl. auf Fl. 13,90
die 100 Kg. eif. Rotterdam geſtiegen. Hier iſt man der Anſicht, daß
die=
ſer Preis ſeine Begrenzung nunmehr in dem Umſtand, finden wird,
daß ſich ſchönes, weißes Weizenbrotmehl bereits 2 Mark die 100 Kg. unter
dem Roggenmehlpreis bewegt, ſodaß der Konſum ſich wieder vom
Rog=
genmehl ab= und dem Weizenmehl zuwenden dürfte: Sehr feſt lag Brau=
gerſte beſter Beſchaffenheit, wogegen die Brauereien für geringe
Quali=
täten keine Kaufneigung bekundeten. Prachtvolle Gerſten waren wieder
aus der Pfalz und Rheinheſſen am Markte; vom Auslande kann
Gleichwertiges kaum geboten werden. Hinzu kommt, daß Dänemark
große Lieferungsverpflichtungen nach England übernommen hat, das
höhere Preiſe als Deutſchland für dieſe däniſchen Gerſten anlegt und
außerdem als benachbartes Inſelland weniger Riſiko für den Transport
bietet. Ferner gehen viele ausländiſche Ablader, nicht gerne auf den
Deutſch=Niederländiſchen Kontrakt III ein, der geſunde Auslieferung
vor=
ſchreibt; ſie wollen nur auf Deutſch=Niederländer Kontrakt II verkaufen,
weil dieſe lediglich geſunde, handelsübliche Ware in Durchſchnittsqualität
zurzeit und am Orte der Verſchiffung eingeladen, zur Bedingung macht.
Für unberegnete, aus Hannaſaat, herrührende Gerſte, wurden bis zu
29 Mk. die 100 Kg. ab Station bezahlt. Jedoch handelt es ſich dabei
um ſo ſeltene Ware, daß ſie nicht als Norm für die Preisbildung dienen
kann. Für mittlere Gerſten bezahlte man 26—N7 Mk., für geringere
zeigte ſich keinerlei Kaufneigung. Das Hafergeſchäft lag ruhig bei feſter
Markthaltung. Da vielfach ſo naß geerntete Ware angeboten wird, daß
ſie erſt behandelt werden muß, wendet ſich der Konſum dem ſchönen
trockenen Auslandshafer zu, wie ſolcher jetzt hier aus Argentinien, Chile,
La Plata angeboten wird. Auch aus Oſtpreußen und Schleſien liegen
Angebote in unverregnetem ſchönen Hafer zu 22,30 franko Mannheim
vor. Die amtlichen Notierungen bieten, verglichen mit jenen der
Vor=
woche, folgende Veränderungen: Weizen, inländiſcher, 24—25 Mk. (
Vor=
woche 24—24,50 Mk.), ausländiſcher M—2,50 (26,50—28 Mk.), Roggen,
inländiſcher, 21—22 (20,50—21 Mk.), ausländiſcher 23—24 (22,50—23 Mk.),
Braugerſte 25—28,50 (25—27,50 Mk.), Hafer, inländiſcher 19,50—22,30
(20—22 Mk.), ausländiſcher 21—23,50 (21—24 Mk.), Mais, mit Sack,
20,25 (20,25—20,50 Mk.).
Im Mehlhandel ging es, ſoweit Weizenmehl in Frage kommt,
ruhiger als zuvor her. Weizenmehl, Spezial 0, koſtet unverändert wie
in der Vorwoche 36,50—37 Mk. die 100 Kg. Für Roggenmehl jedoch iſt
der Preis von 30,5—31,50 auf 33 Mk. die 100 Kg. geſtiegen. Da
Weizen=
brotmehl auf 31,00 Mk. ſteht, alſo 2 Mk. billiger pro 100 Kg. ſich ſtellt,
rechnet man in Fachkreiſen nicht mehr mit einem namhaften Weitergehen
dieſer Bewegung. Für Nachmehl werden 23 Mk., für Futtermehl 16,75
Mk., für Weizenkleie 12,75—13,00 Mk., für Roggenkleie 12,25—12,75 Mk.
pro Dz. gefordert. Entſprechend der Brotgetreidebewegung haben ſich
auch die Forderungen für Auslandsweizenmehl, erhöht um etwa 25—35
Dollarcents die 100 Kg. Man verlangt 36—40 Mk. und je nach
Quali=
tät für Roggenmehl 31—34 Mk., frei Mannheim. Der Preis von 34 Mk.
gilt allerdings nur für hochfeines Auszugsmehl. Die größere Nachfrage,
namentlich in Roggenmehl, erſtreckt ſich jedoch auf nahe oder greifbare
Ware. Angebote in franzöſiſchem Mehl lagen vor mit Doll. 8, frei Grenze
auf Oktoberlieferung. Direkte Berliner Mehlangebote ließen hierher
keine Rechnung.
Der Futtermittelmarkt lag feſt. Beſonders lebhafte
Nach=
frage beſtand für Oelkuchen. Man verlangte ab Oelfabrikſtationen für
je 100 Kg. Kokoskuchen 23 Mk., Erdnußkuchen 25 Mk., Leinkuchen 25,50,
Palmuchen 20, Rapsuchen 15 Mk. Trockenſchnitzel auf ſpätere Lieferung
ſcheiterten im Abſchluß an zu hohen Forderungen; Biertreber wenig
an=
geboten und wegen des geringen Anfalles geſucht mit 16—17 Mk. die
100 Kg. ohne Sack; Haferſchalenmelaſſe 10—10,50 Mk., Torfmelaſſe in
prompter Ware angeboten, mit 8 Mk., aber wenig verlangt, dagegen für
ſpätere Lieferungsabſchlüſſe begehrt und mit 8,50 Mk. gehandelt. Für
vollwertige Zuckerſchnitzel verlangte man 24 Mk. Inländiſche Leinſaaten
ſind geſucht und ohne Angebot. Kanarienſaat ſtark ſteigend, weil wegen
der kriegeriſchen Verhältniſſe in Marokko die Zufuhren von dort
aus=
bleiben. Von Kleeſagten italieniſcher Rotklee, ſeidenfrei, mit 1000 Lire,
italieniſcher Luzerne mit 840—850 Lire die 100 Kg. frei Brenner
an=
geboten.
Von Hülſenfrüchten wurden ungariſche Bohnen aus zweiten
Hand zu Doll. 8,40 frei Paſſau die 100 Kg. gehandelt, ab ſüddeutſchen
Stationen lagen Angebote darin zu 36—37 Mk. vor. Ganze polierte
Erbſen waren mit 37 Mk. angeboten. Neue Linſen wurden mit 57—58
Mk., fränkiſche mit 54 Mark die 100 Kg. ab ſüddeutſchen Stationen
ge=
nannt. Das Geſchäft in Hülſenfrüchten blieb unter Hinweis auf
Befürch=
tungen wegen der Kartoffelernte lebhaft, es wird aber daran erinnert,
daß das naſſe Jahr 1915 eine große Kartoffelernte brachte.
Im Malzgeſchäft war es lebhafter, nachdem ſich die Brauereien
an die erhöhten Preiſe gewöhnt haben. Verlangt wurden für die 100 Kg.
gutes Malz 30 Mk., dagegen war für Brauzwecke nicht mehr geeignetes
altes Malz zu Brennzwecken mit 35—40 Mk. gehandelt worden.
Am Hopfenmarkt wurden namentlich gute grüne Qualitätem
zu erhöhtem Preiſe gekauft; in geringeren Qualitäten dagegen lag das
Geſchäft ruhiger. Prima badiſche Hopfen wurden in Walldorf in
prä=
pariertem Zuſtande zu 270—300 Mk. je Zentner gehandelt, badiſche
Schneckenhopfen zu 125 Mk. Die Pflücke iſt in Baden beendet. Drei
Viertel der Ernte dürften bereits in den Händen des Handels ſich
be=
finden. In Württemberg iſt das Einkaufsgeſchäft zurzeit ſehr rege bei
zwiſchen 180—250 Mk. ſich bewegenden Preiſen. Aus der Pfalz gingen
einige Poſten Hopfen aus der Bergzabener Gegend an Walldorfer
Platz=
händler zu 240 Mk. per Zentner über. Das Einkaufsgeſchäft in Elſaß,
iſt lebhafter geworden. Die dortigen Pflanzer haben ſich zu einem
Syn=
dikat zuſammengeſchloſſen, um beſſere Preiſe zu erzielen. Am Hagenauer
Markt wurden größere Poſten prima Hopfen zu 1000 Fr. je Zentner
gehandelt, die dem Vernehmen nach zum Teil für engliſche Rechnung aus
dem Markte gingen.
Am Tabakmarkte wurden 1923er Bauerntabake in Heddesheim
zu 65 Mk., auf der badiſchen Haardt zu 82 Mk. der Zentner gehandelt,
Preiſe, die gegen die zuletzt genannten eine Aufwärtsbewegung erkennem
laſſen. Rippen blieben zu bisherigen Preiſen geſucht. Der neue Tabab
iſt bis auf einige Nachzügler unter Dach. Bisher war das Wetter für
das Trocknen ungünſtig. Von neuen Sandgrumpen ſind die erſten
Par=
tien der 1924er Ernte in Friedrichstal zum Verwiegen gekommen; ſie
wurden pro Zentner mit 35 Mk. bezahlt. Das erſte neue Sandblatt
iſt gleichfalls in Friedrichstal zu 70 Mk. der Zentner verkauft worden,
Anordnung von Geſchäftsaufſichten. Ueber das
Vermögen der Maſchinenfabrik Heinrich Kaiſer, Aktiengeſellſchaft in
Offenbach, iſt zwecks Abwendung des Konkurſes Geſchäftsaufſicht
ange=
ordnet worden. Der Rechtsanwalt und Notar Dr. Schoenenberg in
Offenbach iſt zur Geſchäftsaufſichtsperſon beſtellt. — Ueber das
Ver=
mögen der Firma W. Stadtmüller, Giegerich u. Balzer zu
Offenbach a. M. wurde zwecks Abwendung des Konkurſes die
Geſchäfts=
aufſicht angeordnet. Der Rechtsanwalt Dr. Krausgrill zu Offenbach
wurde zur Geſchäftsaufſichtsperſon beſtellt.
w. Berliner Produktenbericht. Die feſte Tendenz des
amerikaniſchen Getreidemarktes übertrug ſich auch auf den hieſigen
Pro=
duktenmarkt. Die Unternehmungsluſt war indeſſen gering und die
er=
höhten Forderungen waren nur ſchwer durchzuſetzen. Weizen, der jetzt
auch in guter Qualität herauskommt, wurde von den Mühlen zu
an=
nehmbaren Preiſen aufgenommen. Der geringe Preisunterſchied
zwi=
ſchen den Weizen= und Roggennotierungen führte dem erſteren Artikel
mehr Beachtung zu. Roggen wurde in prompter Ware wenig offeriert;
etwas mehr Angebot zeigte ſich für ſpätere Lieferung und daher ſind die
bisherigen Reports nicht mehr voll aufrecht zu erhalten. Hafer war in
ganz guten Qualitäten feſt und leicht unterzubringen; minderwertiges
Material iſt aber ſchwer zu verkaufen. Für Gerſte wird meiſt zu viel
gefordert. Futterartikel waren ſtill.
Börſen.
* Frankfurter Börſe. Wochenbericht für die Zeit vom 22.
bis N. September 1924. (Eigener Bericht.) Der Wochenbeginn brachte
für die Aktienmärkte nicht die nach dem Verlauf der Freitagsbörſe
er=
wartete Geſchäftsbelebung. Die erſten Kurſe wieſen zwar leichte
Er=
höhunger auf, doch wurde die Tendenz im weiteren Verlaufe wieder
ſchwächer, da der weitere Kursrückgang der K=Schatzanweiſungen ſtarb
verſtimmte. Auch an der Dienstagsbörſe ſetzten ſich die Kursrückgänge
auf dem Aktiennarkt in geringem Ausmaße fort, ſelbſt auf dem
Renten=
markt nahmen die Umſätze bedeutend ab, wenn ſich auch auf dieſem
Markt die Kurſe noch behaupten konnten. An der Mittwochsbörſe war.
die Stimmung auf dem Aktienmarkt weſentlich freundlicher,
insbeſon=
dere nahmen die Umſätze weſentlich zu. Beſonders feſt lagen von
weſt=
lichen Montanwerten Rheinſtahl und Phönix. Auch der Rentenmarkt
lag im großen und ganzen recht feſt, da die Meldungen über die
Stel=
lungnahme des Ausſchuſſes und der Regierung hinſichtlich der
Aufwer=
tungsfrage an der Börſe noſt nicht bekannt waren. Als jedoch an der
Donnerstagsbörſe die im Aufwertungsausſchuß abgegebenen Erklärungen
der Regierung bekannt waren, ſetzte bereits zur Börſenbeginn ein
ſchar=
fer Kursrückgang am Rentenmarkt ein, der im weiteren Verlaufe ſo
ſehr zunahm, daß z. B. Kriegsanleihe ſich innerhalb 24 Stunden von
1140 auf 560 ermäßigte. Die Befürchtung, daß infolge des
Zuſammen=
bruchs der Hauſſeſpekulation auf dem Aneihemarkt Schwierigkeiten
ent=
ſtehen würden, blieb auch auf dem Aktienmarkt nicht ohne Einfluß und
es kam hauptſächlich gegen Schluß der Börſe auch auf dieſem Markte zu
erheblichen Kursrückgängen. An der Freitagsbörſe ſetzten ſich auf dem
Rentenmarkt die Kursrückgänge zunächſt in ſtarkem Ausmaße fort,
vor=
hörslich ging Kriegsanleihe bis auf 350 Milliard. Prozent zurück,
wäh=
rend der Aktienmarkt eine überraſchend widerſtandsfähige, ja feſte
Hal=
tung zeigte. Beſonders die Montanwerte lagen infolge von Käufen von
erſter Seite ſehr feſt, z. B. Harpener, die 634 Prozent gewinnen
konn=
ten. Auch am Rentenmarkt konnten ſich im weiteren Verlaufe die
vor=
börslichen Tiefkurſe erholen, z. B. wurde Kriegsanleihe gegen
Börſen=
ſchluß mit etwa 500 Milliard. Prozent umgeſetz
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Das deutſche Herz.
Sonntag, den 28. September 1924.
Seite 15.
100)
Roman von Adolf Schmitthenner.
(Nachdruck verboten.)
„Ich habe lange geſchlafen; ich danke dir, daß du mir
gehol=
fen haſt. Nun zeige mir den Weg nach Hauſe.”
„Und ſie nannte einen Ort, den es gar nicht mehr gab. Und
wie ſie weiter zuſammenredeten, ſtellte es ſich heraus, daß von
den Städten, Burgen, Klöſtern, von denen das Mädchen redete,
keine Spur mehr vorhanden war.
„Da iſt auch mein Vater und meine Mutter tot!” klagte das
Mädchen. „Was ſoll ich in der Welt? Ich gehe wieder in meinen
Baum.”
„Der Geſelle aber ſagte: „Wenn du hineingehſt, geh ich
mit dir.
„Ach nein”, ſagte das Mädchen, ,der Platz iſt viel zu klein.
Für mich allein war er zu eng.
„Das ſag’ ich dir” verſicherte der Geſelle, wenn du wieder
in den Baum gehſt, dann ſtech’ ich mir mein Meſſer in die Bruſt,
denn ohne dich kann ich nicht leben.”
„So will ich noch ein wenig bei dir bleiben”, ſagte das
Mäd=
chen beklommen.
„Sie ſetzten ſich unter den Baum ins Moos und ſahen
einander freundlich an.
„Ich will dir etwas zum Troſt erzählen”, ſagte der Geſelle.
„Sind auch alle Leute geſtorben, die zu deiner Zeit gelebt haben,
ich weiß eine Frau, die lebt noch, die will ſich deiner annehmen
und dich pflegen.”
„Wer iſt denn das?” fragte das Mädchen in holder Freude.
„Das iſt die Frau Minne.”
„Ach ſo!” ſagte ſie und ſchaute in die goldig flutende
Wellen=
bucht der Haare, die ſich in ihren Schoß ſchmiegte.
„Jawohl”, ſagte er und küßte ſie. Und ſie küßte ihn wieder,
und ſie umhalſten ſich.
„Ich habe daheim ein Häuslein, das liegt an einem Bach,
hat zwei große Räder, die klappern bei Tag und Nacht,”
„Zeig mir dein Häuslein”, ſagte ſie; „iſt darinnen mehr Platz
als in meinem Baum, ſo will ich immer bei dir bleiben und
deine Gattin ſein.”
„Da krachte es in dem Baume fürchterlich. Er zerbrach dicht
über der Wurzel, wankte hin und her und ſtürzte in ſich
zuſam=
men. Das ganze Land erdröhnte, und weithin wurde es
toten=
ſtill im Walde.
„Als die beiden Burſchen, die aus der Ferne zuſahen,
herbei=
gelaufen waren, lag ein grünes Gebirge vor ihnen aufgetürmt,
und unzählige Vögelein flatterten im Kreiſe umher und klagten
um ihre Brut. Sonſt hörten ſie keinen Laut. Da grauſte es ihnen,
und ſie eilten davon, ohne umzuſchauen.
„Das wollen wir jetzt auch tun” ſchloß Margarete. „Meine
Geſchichte iſt aus, und der Abend iſt gekommen.”
Neunundzwanzigſtes Kapitel.
Als die drei aus der Hütte traten, waren ſie aus der Nacht
in die Dämmerung gekommen. Schwarzgrau ſchauten die
Wol=
ken durch das Gegitter, und der Wildbach in der Schlucht rauſchte
mächtiger als vorher.
„Es regnet noch immer, aber das hilft nun nichts, wir
müſſen hindurch”, ſagte Friedrich.
Er ging voran. Sie kamen unter dem Felſendach hervor,
erklommen die Stufe und ſtiegen durch den Wald über glattes,
wäſſeriges Laub, in die Halde hinan.
Als der Pfad breiter wurde, daß ſie nebeneinander gehen
konnten und ſich die Augen an das Dämmerlicht gewöhnt hatten,
ſagte Margarete: „Jetzt hat jedes von uns ſeine Geſchichte
er=
zählt, nun kommt zum Schluſſe für den Heimweg eine, die wir
miteinander machen. Wir erzählen der Reihe nach herum; wer
nimmer weiter weiß, der fordert eins der beiden andern auf zum
Fortfahren. Widerrede gibt’s nicht. Wird die Geſchichte nicht
weitergehauen, ſo wird ſie weitergeſtochen. Vater, du fängſt an!
Der Pfad ſenkte ſich, er ging in einer Bergfalte durch
Nieder=
holz auf das Wieſental zurück. Langgeſtreckt an der Straße lag
vor ihnen das Dörflein Langental. Die Lichter ſchimmerten
durch den Nebel.
Ich fange an”, ſagte Helmſtatt.
„Es war einmal ein König, der wohnte auf einem ſtolzen
Schloß und hatte viele Diener und Pferde und Waffen. Auch
war er gerecht und weiſe und die Leute nannten ihn . . .
Fried=
rich, fahre fort!“
Friedrich nahm das Wort. „Die Leute nannten ihn König
Salomo, nicht nur, weil er ſehr weiſe war, ſondern weil er ſo,
hieß. Der König Salomo hatte zuweilen Langeweile. Zwar
dichtete er täglich zwölf bis fünfzehn Sprüche und legte ſich nie
zu Bett, ohne ſie in ſeine große Bibel geſchrieben zu haben,
hin=
ter die Pſalmen ſeines Vaters David. Aber wenn er damit
fer=
tig war, wurde ihm die Zeit lang, und er ſeufzte: „Ach, wenn nur
etwas oder jemand zu mir käme!
„Eines Tages wurde ſein Wunſch erfüllt. Da kam . . .
Mar=
garete, weiterfahren!“
„Da kam die Königin von Saba” erzählte Margarete. „Die
war über die Maßen ſchön und ſehr ſtolz. Fünf Könige hatten
um ſie geworben, aber ſie hatte alle verſchmäht, weil ihr keiner
gefiel. Sie war zwar nicht ſo weiſe als Salomo, aber viel
ge=
ſcheiter als er. Sie wurde begleitet von einem Haushofmeiſter,
der war zwar ſonſt ein ordentlicher Mann, aber er war ein Vater
von vielen ungezogenen Jungen, von denen war einer häßlicher
als der andere; und es waren lauter . . . Vater, du fährſt fort.”
Philipp ſpann den Faden weiter.
„Die Jungen des Hausho meiſters waren lauter Stallbuben.
Aber ſie waren gar nicht ungezogen, wie die Königin von Saba
meinte, ſondern ſehr artig und verſtändig. Hatten ſie die Pferde
beſorgt und den Stall gemiſtet, ſo unterwieſen ſie die Königin,
denn dazu hatte ſie ihr Vater erzogen. Und zwar unterrichtete
ſie jeder nur in einer einzigen Lehre. Der erſte ermahnte ſie
täglich:
„Königin, Königin,
Du bekommſt ein Doppelkinn!“
„Der zweite unterwies ſie folgendermaßen;
„Königin von Sabe,
Trink nicht zu viel zur Labe!”
„Der Dritte aber lehrte ſie die Wahrheit:
„Lerne du
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„Als der König Salomo ſolches ſah, verwunderte er ſich und
ſprach . . . Friedrich, du fährſt fort.”
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Ueber d. Rieseverfolg berichtete u. a.:
Stuttgart. Neues Tagblatt: „Senff-Georgi ist ein
Schalk mit „einer bezwingenden Lustigkeit, behend
und voll sprühenden Lebens. Alles an ibm lebt und
lacht, und wer nicht schon ganz versauert ist, der
lacht mit.”
Stuttgart. Schwäbisch. Merkur: „Ein Feuerwerk
von Witz und Humor ergießt sich in den Saal s0 daß
man aus dem Lachen nicht mehr herauskommt.
Alle bedeutsameren deutschen Humoristen stehen mit
ihren besten Sachen auf seinem reichhalt. Programm.”
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Seite 18.
Sonntag, den 28. September 1924.
Nummer 220.
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— Darmſtadt —
Dirigent: Oskar Scheidhauer,
Sonntag, den 4. Oktober, abends 8 Uhr, in
der Turnhalle am Boogsplatz
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Konzert
zum Beften der Beihnachtsbeſcherkafſe des
heſſiſchen Waiſenſchutz und der
Kleinkinder=
ſchule Mauerſtraße.
Soliſt.=Mitwirkung: Frl. Paula Kapper
Opernſängerin, Herr KapellmeiſterEphraim,
das Drummquartett, Herr Konzertmeiſter
O. Drumm, O. Scheidhauer, N. Sprenger,
H. Andrae, ſämtl. vom Heſſ. Landestheater.
In der Vortragsfolge: Chöre,
Streich=
quartette und Soprangeſänge von Mozart,
Haydn, Hugo Wolf, J. Weismann, Zerlett
Fiſcher und Silcher.
Karten zu 2.00, 1.50 und 1.00 Mark bei
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Weißen Turm, Friſeur Spuck,
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Donnerstag, den
2, Okt, abends 8 Uhr
im Fürſtenſaal
General=
verſammlung
Vortrag
über die Gartenbau=
Ausſtellung in
Stutt=
gart. Beſchlußfaſſung
über die Heſſ. Garten
bau=Ausſtellung 1925.
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Beſorgungen jeder Art durch
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Einträge in das Handelsregiſter,
Ab=
teilung 4: Am 22. Sept. 1924:
Neuein=
trag: Firma: Albert Reſch,
Spedi=
teur, Darmſtadt. Inhaber: Albert Reſch,
Spediteur in Darmſtadt. Albert Reſch
Ehefrau, Henriette, geborene Berges in
Darmſtadt, iſt zur Prokuriſtin beſtellt.
Aenderungen: Firma: Louis Andreß,
Darmſtadt: Die Firma iſt erloſchen.
Firma: Stempel=Schulz,
Gravier=
anſtalt Bruno Schulz, Darmſtadt,
Die Prokyra des Auguſt Wieſt iſt
er=
loſchen. Firma: Erſtes Darmſtädter
Sporthaus Lorenz Adelmann,
Darm=
ſtadt: Die Firma iſt geändert in:
Hport=
haus Lorenz Adelmann. Lorenz
Adelmann Ehefrau, Babette, geborene
Nachtrab in Darmſtadt, iſt zur
Pro=
kuriſtin beſtellt. Firma: Heinrich
Eckert &e Co., Darmſtadt: Die
Geſell=
ſchaft iſt aufgelöſt. Geſchäft ſamt Firma
iſt auf den ſeitherigen Geſellſchafter
Kauf=
mann Heinrich Eckert in Griesheim bei
Darmſtadt als Einzelkaufmann
überge=
gangen. Am 24. September 1924: Firma:
Karl Marx, Darmſtadt: Die Prokura
des Robert Marx iſt erloſchen. (12374
Darmſtadt, den 25. Sept. 1924,
Amtsgericht I.
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Marke eingestempetl)
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Fachzeichnen, Schriftſchreiben, Freihandzeichnen,
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kunde zur Vorbereitung auf die Meiſterprüfung.
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ſticken, Richelieu, Hardanger, Stricken und
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ſowie Filetarbeiten nebſt Zeichnen der
entſprechenden Entwürfe. (Cehrplan ſteht
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zur Verfügung.)
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2 bis 3 Damen teilnehmen. Anmeldungen
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Vormittags 8 — 1 Uhr, nachmittags 3 —4½½ Uhr,
Samstags nur bis 12½½, Uhr.
Darmſtadt, den 25. September 1924.
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt.
Einträge in das Handelsregiſter
Ab=
teilung B: Am 28. Juli 1924: Firma:
Rentenanſtalt und
Lebensverſiche=
rungsbank Darmſtädte
Zweignie=
derlaſſung der Frankfurter
Lebens=
verſicherungs= Aktiengeſellſchaft,
Darmſtadt: Das Grundkapital iſt nach
durchgeführtem Beſchluß der
General=
verſammlung vom 19. September 1923
um 24 Millionen Mark erhöht und
be=
trägt nunmehr 30 Millionen Mark. Durch
denſelben Beſchluß iſt der
Geſellſchafts=
vertrag geändert. Es ſind 24000 Stück
auf Namen lautende neue Aktien zu
1000 Mark zum Nennbetrage ausgegeben.
Am 23. September 1924: Firma:
Darm=
ſtädter Reviſtons= und Treuhand=
Aktiengeſellſchaft, Darmſtadt: Dr.
Heinrich Klein, Kaufmann in Darmſtadt,
iſt zum Vorſtandsmitglied beſtellt.
Darmſtadt, den 25. Sept. 1924.
Amtsgericht I.
(12373
Freihändiger
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Städt, deihamt, Kirchſtraße 9 Mobel=Verkauf
aus einem Nachkaſſe.
eimmer (nubh ). Spiegelſchr.,
1 Schlafttanther (Hanb./. 2tür.,
Waſch=
komm m. Marm. u. Spieg., Ia Roßhaarmatr.
1 Büfett. nußb., 1 Anszugtiſch mit ſechs
Rohrſtühlen, Bücherſchrank u. 1 Diplomat=
Bekanntmachung
ſchreibtiſch, nußb., 1 Kücheneinrichtung
betreffend die ſtaatliche Grundſteuer in weiß.
(12384
für 1924.
Pfeilerſchrank mit Spiegel,
Waſch=
kommode mit Marmor und Spiegel, ein
Das am 15. Oktober 1924 fällige Damenmahagoniſchreibtiſch m. Glasauf=
3. Ziel der ſtagtlichen Grundſtener für ſatz, Diplomat u. Schreibtiſch mit
Auf=
das Rechnungsjahr 1924 bleibt bis auf ſatz, Kommode, Kleiderſchvänke,
Bücher=
weiteres unerhoben. Es gilt als aufſ ſchränke, eich.,, Tiſche u. Stühle, Diwan;
Chaiſelongue, vollſt. gute Betten,
Woll=
unbeſtimmte Zeit zinslos geſtundet
Beſondere Antragsſtellung bei dem Fi= matratzen, Federbetten u. Kiſſen, Spie
gel, Bilder, Aufſtellſachen, Kinderwag,
nanzamt iſt nicht erforderlich.
uſw. uſw.
Dieſe Anordnung bezieht ſich nicht
1 Teeſagen in Mahagoni,
auf die Erhebung und Beitreibung et= 1 großer Kaſſenſchrank, ganz in Eiſen,
waiger rückſtändiger Beträge aus vor= 1 mittelgroßer Eisſchrank, 2tür., drei
deren Raten.
Fenſter Ia Plüſch=Vorhänge m. Zubeh.
Unberührt hiervon bleibt ferner die zu niederen Preiſen im
Einziehung der ſtaatlichen Sonderſtener Möbel= und Auktionshaus
vom bebauten Grundbeſitz.
Krummeck
Darmſtadt, den 24. September 1924.
Auktionator und Taxator
Heſſ. Miniſterium der Finanzen.
(12423
Henrich.
Darmſtadt, Nr. 1 Bleichſtraße Nr. 1.
Annahme von Verkäufen und Taxationen,
Grube Prinz von Heſſen. gäg. geöffnet b. 8—f Uhrunnterbrochen
Der Kohlenverkauf
iſt eingeſtellt. Stauge
Städtiſche Grubenverwaltung.
Verſteigerungs=
Anzeige.
Am Mittwoch, den 1. Okt. 1924,
von vormittags 9 Uhr ab, verſteigere ich
Handbergſtraße 43
in Paketen zu 100 Gramm
öffentlich, zwangsweiſe, gegen
Bar=
zahlung. Die Verſteigerung findet
be=
ſtimmt ſtatt.
(12448
Darmſtadt, den 27. Sept. 1924.
Axer, Gerichtsvollzieher
u.Stellbertreter des Gerichtshollz. Portyer.
Umſtändehalber iſt ein faſt noch neues
dunkelbraunes
Lüffet
Eichen-Bunell nebſt Kreuenl
und dazu paſſende Standuhr preiswer
(12263fsg
zu verkaufen.
Angebote u. V 15 an die Geſchäftsſtelle,
Hamstag, den 4, Honnzag, den
5, und Montag, den 6. Oktober
1924, jeweils von nachm. 2 Uhr ab,
werden infolge Wegzugs auf freiwilligen
Antrag in der Marbach, gegenüber dem
Kurhauſe, folgende nur guterhaltene
Wohnungs= und Küchen=Einrichtungen,
(TV,12396
beſtehend aus:
einem kompletten Wohnzimmer,
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zwei kompletten Schlafzimmern,
nußbaum fourniert und poliert,
einem Bauernzimmer,
einer Romplett. Kücheneinrichtg.
mit ſämtl. Küchengerätſchaften.
Ferner ſämtliche Haus., Küchen=
und Gartengeräte, Grudeherd,
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zellan, Kriſtall, Teppiche, Felle
Bilder, Beleuchtungskörper u.
Haushaltungsſachen aller Art,
in nur beſtem Zuſtande meiſtbietend
gegen Barzahlung öffentlich
ver=
ſteigert.
Beſichtigung der Gegenſtände kann
jeweils eine Stunde vor Beginn der
Verſteigerungen erfolgen. Je nach Höhe
des Betrags können Ratenzahlungen
ge=
währt werden.
Erbach, am 25. September 1924.
Der Beauftragte:
Lorz, Verwaltung