Darmstädter Tagblatt 1924


27. September 1924

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Nummer 269
Samstag, den 22. September 1924. 187. Jahrgang

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Die Proteſinote an Frankreich.
Der Wortlaut der Note.

Berlin, 26. Sept. Die deutſche Regierung hat der fran=
zöſiſchen
Regierung folgende Note zugeſtellt:
Die Note vom 20. September 1924, in welcher die franzöſiſche
Regierung mitteilt, daß ſie durch Dekret vom 18. September 1924
beſchloſſen hat, die deutſche Einfuhr nach Frankreich mit Wirkung
vom 1. Oktober 1924 mit einer Reparationsabgabe in Höhe von
26 Prozent nach dem Vorbild der engliſchen Reparationsabgabe
zu belaſten, beehrt ſich die deutſche Regierung wie folgt zu beant=
worten
:
Nachdem durch die Ziffer O des Art. 4 Anlage 3 des Lon=
doner
Protokolls vom 16. Auguſt 1924 beſtimmt worden iſt, daß
für die Uebergangszeit ſich die monatlichen Zahlungen der deut=
ſchen
Regierung u. a. auch um den geſchätzten monatlichen Ertrag
der dem Reparations=Recovery=Akt entſprechenden Maßnahmen
anderer alliierter Regierungen vermindern ſollen, iſt die deutſche
Regierung bereit, für die Uebergangszeit in gleicher Weiſe wie
beim German=Reparations=Recovery=Akt bei der Durchführung
der Erhebung der franzöſiſchen Reparationsabgabe mitzuwirken,
wenn und ſoweit ſie von dem Generalagenten für Reparations=
lieferungen
die Zuſicherung erhält, daß er ihr den geſchätzten
monatlichen Ertrag anrechnet und die Auslagen, einſchließlich
eines noch näher zu vereinbarenden Prozentſatzes für Verwal=
tungskoſten
vergütet.
Die deutſche Regierung kann indeſſen ihr Bedauern nicht
unterdrücken, daß die franzöſiſche Regierung, ohne ſich vorher mit
der deutſchen Regierung ins Benehmen zu ſetzen, beſchloſſen hat,
innerhalb der kurzen Friſt von 10 Tagen eine Maßnahme in
Kraft zu ſetzen, die in ihrer Auswirkung eine ſtarke Behinderung
ür den franzöſiſch=deutſchen Warenaustauſch bedeutet.
Was nur die Forderung der franzöſiſchen Regierung auf
ine Exportabgabe nach Ablauf der Uebergangsperiode und da=
nit
die grundſätzliche Seite der Frage betrifft, ſo ſteht die deutſche
ſiegierung auf dem Standpunkt, daß das Sachverſtändigengut=
ſchten
, das nach den Londoner Vereinbarungen die Grundlage
ür die jetzige Reparationsregelung bildet, neben Großbritannien,
ſas in der Frage der Sachlieferungen eine Sonderſtellung ein=
iimmt
, nicht auch anderen reparationsberechtigten alliierten
Staaten das Recht zu einer dem Reparation=Recovery=Akt ähn=
ichen
Maßnahmen zubilligen wollte. Es behandelt die engliſche
keparationsabgabe erſichtlich als Ausnahme, indem es an allen
Stellen, an denen von dieſer Abgabe die Rede iſt, nur den eng=
iſchen
Reparations=Recoverh=Alt erwähnt, und nirgendwie
on der Möglichkeit der Ausdehnung eines ſolchen Verfahrens
uf andere Staaten ſpricht. Das würde auch dem Grund=
edanken
des Sachverſtändigengutachtens wi=
erſprechen
. Dieſes regelt die Transferfrage abſchließend
ahin, daß im Prinzip, abgeſehen von der erwähnten Ausnahme,
ur zwei Formen der Uebertragung der auf das Konto des Gene=
alagenten
für Reparationslieferungen gemachten deutſchen An=
uitätenzahlungen
vorgeſehen ſind, nämlich die Barübertragung
n Wege des direkten Deviſenkaufes und die Uebertragung durch
Sachlieferungen. Dabei iſt die Beſtimmung über die angeſichts
er Währungslage jeweils vorhandenen Möglichkeiten der einen
der der anderen Uebertragungsform ausſchließlich dem Gene=
alagenten
für Reparationsleiſtungen und dem Transferkomitee
berlaſſen und es ſind wegen der Art der Sachlieferungen auch
och beſondere Schutzvorſchriften ausdrücklich vorgeſehen. Dieſe
hematiſche Vorwegnahme von 26 Prozent des Wertes der deut=
hen
Ausfuhr führt dagegen zu dem Ergebnis, daß in Durch=
rechung
der Grundſätze des Sachverſtändigengutachens die zum
ſhutze der deutſchen Währung vorgeſehene unmittelbare und
itſcheidende Mitwirkung des Transferkomitees dabei ausge=
baltet
wird. Damit wird die Abgabe zu einer reinen und un=
ntrollierten
Deviſenzahlung mit allen nachteiligen Folgen für
ie deutſch= Zahlungsbilanz und damit für die deutſche Währung.
Abgefehen von dieſen Bedenken in der Frage des Transfers
ürde die Einführung der Erhebung einer Abgabe von der Ein=
ihr
durch weitere reparationsberechtigte Staaten eine uner=
gliche
Sonderbelaſtung und Diskriminierung des deutſchen
andels bedeuten und auch in dieſer Hinſicht in Widerſpruch mit
n im Sachverſtändigengutachten niedergelegten Grundſatz
hen, daß der deutſche Handel frei und ungehindert ſein ſoll.
D7 die Abſicht der franzöſiſchen Regierung in erſter Linie
ge der Hebertragung von Revarationszahlungen und das
Ia der Anlage 6 zum Dawesqutachten aufzuſtellende Pro=
amm
berührt, ſchlägt die deutſche Regierung vor, vor weiteren
indlungen über die Frage der Exportabgabe nach der Ueber=
it
ein Gutachten des Transferkomitees einzuholen. Sie
ft daher zur Beſchleunigung der Angelegenheit dem General=
ſenten
für Neyarationszahlungen gleichzeitig Abſchrift des vor=
genden
Schriftwechſels zur Kenntnis zugehen.

Die Deniſtänationgle Volfspertei zur Lage.
Berlin, 26. Sept. Die Deutſchnationale Korreſpondenz
reibt zur Lage: Der auf Beſchluß des Parteivorſtandes der
eutſchen Volksxartei erſolgte Schritt bei der Regierung gibt,
ie mit Befriedigung feſtgeſtellt werden kann, die Hoffnung
if ein Fortſchreiten der politiſchen Entwick=
tng
im ſtaatsbürgerlichen Sinne. Die Deutſche
dikspartei hat durch dieſen Schritt, wie anerkannt werden muß,
entſchiedener Weiſe zum Ausdruck gebracht, daß ſie entſchloſſen
auf dem von ihr ſchon in dem Schreiben ihrer Fraktion vom
Auguſt gewieſenen Wege zu beſtehen. Auch die durch das
itliche deutſche Telegraphenbüro erfolgte Mitteilung, daß der
eichskanzler ſeinerſeits die Initiative zur weiteren Entwicklung
greifen werde, zeigt uns, daß ernſthaft an die Heranziehung
r ſechs Millionen deutſchnationaler Wähler zur deutſchen
olisgeneinſchaft ſo, wie es die Entſchließung der Deutſchen
olkspartei verlangt, gedacht wird.
Es wird darauf ankommen, welche Entſchlüſſe die deutſch=
tionale
Reichstagsfraktion und Parteivertretung am 29. und
September faſſen werden.

0

* Die innere Neuorientierung.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Der Beſchluß des Fraktionsvorſtandes der Deutſchen Volks=
partei
hat die Fragen der Innenpolitik wieder mehr in den Vor=
dergrund
gedrängt, die in der letzten Zeit über unſere Stellung
zum Völkerbund zurückgetreten waren. Nachgerade aber wird es
doch Zeit, daß man einmal das Terrain aufdeckt, auf dem
ſich künftighin unſere Innenpolitik zu bewegen haben wird. Die
Delegiertentägung der Deutſchnationalen Volkspartei am 30. Sep=
tember
wird das Stichwort abgeben und innerhalb der nächſten
vierzehn Tage, bis zum 15. Oktober, wird dann das Spiel ent=
ſchieden
. Der Reichskanzler ſelbſt hat offenbar, zuerſt geglaubt,
daß er eine Verſtärkung ſeiner Regierung oder überhaupt eine
innere Umgruppierung nicht nötig hätte. Er rechnete damit, daß
er wie bisher mit den wechſelden Mehrheiten weiter regieren und
ſeine Minderheitsregierung zwiſchen Deutſchnationalen und So=
zialdemokraten
ausbalanzieren könne. Daß das auf längere oder
kürzere Friſt noch möglich ſein wird, möchten wir bezweifeln.
Die Sozialdemokraten halten trotz Oberſchleſien an dem Glauben
feſt, daß die Neuwahl ihnen auf Koſten der Kommuniſten einen
ſtarken Mandatsgewinn bringen würde. Sie haben zudem alle
Brücken, die noch zur Minderheitsregierung führen konnten, durch
ihre ſyſtematiſche Hetze gegen den Reichsaußenminiſter abgebro=
chen
und eine rückwärtige Stellung bezogen, die hart neben der
Oppoſition um jeden Preis liegt. Die Deutſchnationa=
len
ſtehen am Scheidewege. Kommen ſie nicht in die
Regierung hinein, dann können ſie die Einheit der Partei nur
durch ſchärfſte Oppoſition retten. Für ſie iſt dann eine Zurückhal=
tung
nicht mehr möglich. Das nächſte Mißtrauensvotum, mag es
von rechts oder links kommen, würde die geſamte Oppoſition von
rechts und links vereinigt finden. Das Kabinett Marx Streſe=
mann
muß darüber ſtolpern, und was dann werden ſoll, iſt bei
der augenblicklichen Lagerung der Dinge vollkommen ungewiß.
Wir geraten mit oder ohne Neuwahlen in ein Chaos hinein, das
früheſtens nach Wochen durch irgend eine Verlegenheitslöſung
beſeitigt werden kann, jedenfalls aber die Kräfte lahmlegt, die
wir in der Innenpolitik jetzt freihaben müſſen.
Der Zwang zur Arbeit iſt es alſo, der den Reichskanzler
nötigt, die Verbindung nach rechts aufzunehmen. Herr Dr. Wirth
hat zwar fleißig gearbeitet und die Zeit, wo die Regierung ſich
ausſchwieg, benutzt, um das Schlagwort von dem Vürgerblock
durch die Lande zu tragen, weil er damit dem linken Flügel des
Zentrums und der Demokraten die Luſt an der Zuſammenarbeit
mit den Deutſchnationalen nehmen wollte. Er ſelbſt weiß natür=
lich
wie ſchief er die Dinge darſtellt. Zu einem Bürgerblock
müßten doch logiſcherweiſe auch die Deutſchvölkiſchen zählen, die
aber unter keinen Umſtänden ſich an der Regierung beteiligen
werden. Und zudem, nicht unweſentliche Teile der deutſchen Ar=
beiterſchaft
ſind heute bei den Deutſchnationalen, dem Zentrum
und der Deutſchen Volkspartei orientiert. Deshalb iſt auch die
Parole von dem Bürgerblock gegen den Arbeiter unwahr.
Wenn heute eigentlich der Wunſch ganz allgemein iſt, daß die
Regierung MarxStreſemann den Anſchluß nach rechts ſucht
und findet, ſo iſt das nicht eine Frage des Prinzips, ſondern der
praktiſchen Politik. Auch dieſe Regierung wird nicht für die
Ewigkeit ſein. Wir würden uns freuen, wenn wir ſie für eine
Reihe von Jahren haben und ſie das Programm, der inneren
Konſolidierung zu Ende bringt, das wir durchführen müſſen,
wenn wir die Atempauſe ausnutzen wollen, die uns die An=
nahme
des Dawesgutachtens gewährleiſtet. Vorausſetzung dafür
bleibt allerdings, daß auch die Deutſchnationalen ſich der jetzigen
Außenpolitik anſchließen. Niemand verwehrt es ihnen, wenn ſie
dieſes Gutachten auch als Regierungspartei verbeſſern wollen.
Das wollen alle Parteien, weil wir alle der Ueberzeugung ſind,
daß die Laſten, die wir danach zu tragen haben, für unſere Schul=
tern
zu ſchwer ſind. Aber den ehrlichen Willen zur Erfüllung
müſſen wir zeigen, ſchon um unſere Wirtſchaft wieder anzukur=
beln
. Dann wird man auch im Auslande einſehen, daß eine
Aenderung des Syſtems notwendig iſt, die uns das Recht zum
Leben ſichert. Legen alſo die Deutſchnationalen ſich und ihre
Partei auf die grundſätzliche Anerkennung des Dawesgutochtens
offiziell feſt, dann können wir damit rechnen, daß bis zum Be=
ginn
des Reichstages ein um die Deutſchnationalen erweitertes
Kabinett MarxStreſemann gebildet iſt, deſſen Aufgabe es dann
ſein muß, durch Beſeitigung aller Hemmniſſe die Produktions=
maſchine
wieder in Gang zu bringen.
der Her
* Sig8
Aattionder Drutſchen Soltsparter
Das Echo.
Das Echo, das die Erklärung der Deutſchen Volkspartei in
der Berliner Preſſe aller Parteiſchattierungen findet, iſt ein
Beweis für die geſchickte Formulierung, aber auch für die richtige
Berechnung der Wirkung nach allen Seiten. Der Vorwärts
iſt entrüſtet, ebenſo die demokratiſchen Blätter, die faſt
unterſchiedslos der radikalen Richtung angehören, obwohl ſie
ſelbſt gut genug wiſſen, daß der vernünftige Flügel innerhalb
der demokratiſchen Reichstagsfraktion die Mehrheit behalten wird.
Auch Herr Dr. Wirth meldet ſich in der Germania zu
einem perſönlichen Wort und erhebt ſeine warnende Stimme vor
dem Eintritt der Deutſchnationalen in die Regierung. Aber er
fühlt wohl auch, daß der Kampf hoffnungslos iſt, ſobald die
Deutſchnationalen eine vernünftige Politik treiben, und das
ſcheint ſo. Nur die Deutſche Zeitung iſt unzufrieden.
Die Deutſche Tageszeitung macht aus ihrer Zuſtim=
mung
kein Hehl, indem ſie ſchleuniges Handeln verlangt. Selbſt
die Kreuzzeitung hält das kommende ſtaatsbürgerliche
Kabinett für eine gegebene Größe. Wenn alſo der Delegierten=
tag
der Deutſchnationalen am 30. September keine Ueberraſchung
bringt, darf man annehmen, daß die Entſchließung der Deutſchen
Volkspartei das rechte Wort zur rechten Zeit war,

Handelsverträge und hohe Politik.
Bekanntlich hatten ſich die deutſchen Delegierten in London
einem franzöſiſch=belgiſchen Verſuch, die Frage der Handelsver=
träge
auf der Konferenz über das Sachverſtändigen=Programm
in die Debatte hineinzuziehen, energiſch widerſetzt. Außenminiſter
Dr. Streſemann hat Ende Auguſt im Reichstagsplenum nach=
drücklich
verſichert, daß die Reichsregierung in bezug auf die
demnächſt abzuſchließenden Handelsverträge mit den alliierten
Staaten keinerlei Bindungen übernommen habe. Am Donners=
tag
hielten es beſonders engliſche Blätter für angebracht, den
angeblichen Abbruch der deutſch=engliſchen und der deutſch= belgi=
ſchen
Han delsvertrags=Verhandlungen mit allerhand ſenſationel=
len
Betrachtungen auszuſchmücken. Demgegenüber erfuhr man
von amtlichen deutſchen Stellen, daß von einem Abbruch der
Verhandlungen ſchon deshalb gar nicht die Rede ſein könne,
weil es ſich vorerſt nur um Vorbeſprechungen gehandelt habe,
nach welchen die nach Berlin gekommenen auswärtigen Dele=
gierten
zunächſt einmal mit den Regierung ihrer Länder Füh=
lung
nehmen müßten. Es iſt jedoch nicht zu verkennen, daß man
in Frankreich, England und Belgien in bezug auf die mit Deutſch=
land
zu treffenden Handelsabmachungen in einer gewiſſen ner=
vöſen
Spannung iſt. Es iſt ungefähr das erſte Mal ſeit zehn
Jahren, daß die genannten Mächte mit einer deutſchen Regie=
rung
anders als im Diktatton verkehren müſſen. Vorbehaltlich aller
Einzelbeſtimmungen beſitzen die bevorſtehenden Verhandlungen
Deutſchlands mit den alliierten Mächten" über die künftigen
Handelsbeziehungen ſo weittragende Bedeutung für die hohe
Politik, daß ſich ſelbſt der Nichtfachmann und der wirtſchafts=
politiſch
nicht unmittelbar Intereſſierte mit dieſem Problem be=
ſchäftigen
müßte.
Durch die neuen Handelsverträge müſſen wir den Export
unſerer Waren in demjenigen Umfange ſichern, der zur Erfül=
lung
der Londoner Reparationsverpflichtungen notwendig iſt.
Wir müſſen die Aktivität unſerer Handelsbilanz ſchaffen und
planmäßig ſteigern. Dies geſchieht in doppelter Weiſe: durch
Belebung der Ausfuhr und durch Verzicht auf jede entbehrliche
Einfuhr. In beiden Punkten läuft das Intereſſe der großen
Weltwirtſchaftsländer unſerem Intereſſe entgegen. Das Ge=
gebene
wäre hierbei ein Kompromiß auf mittlerer Linie. Da wir
jedoch ſcharf bemeſſene und ſteigende finanzielle Verpflichtungen
gegenüber dem Auslande innezuhalten haben, wird die Grenze
für unſer Entgegenkommen nicht durch allgemeine Loyalität,
ſondern durch ein unerbittliches wirtſchafts= und finanzpolitiſches
Muß beſtimmt. Wenn in britiſchen Zeitungen darüber Klage
geführt wird, daß Deutſchland engliſche Waren mit einem prohi=
bitiven
Zoll belege, ſo iſt vom deutſchen Standpunkt dagegen zu
ſagen, daß wir ein Handicap in den allgemeinen Produktions=
bedingungen
wettzumachen haben und daß wir für diejenigen
Zollpoſten finanziellen Erſatz ſchaffen müſſen, die wir laut dem
Londoner Abkommen an unſere Reparationsgläubiger verpfän=
det
haben. Das enorm Schwierige bei den bevorſtehenden Han=
delsvertrags
=Verhandlungen beſteht darin, daß wir das Geſamt=
ergebnis
aller einzelnen Handelsverträge nicht vor Augen haben
können, wenn wir mit einer einzelnen Macht verhandeln; da=
durch
wird es unſeren Unterhändlern erſchwert, von den aus=
gearbeiteten
Richtlinien auch nur um ein Geringes abzuweichen.
Die Meldung, daß nach England und Frankreich nun auch Bel=
gien
beabſichtige, die 26 prozentige Ausfuhrabgabe auf deutſche
Erzeugniſſe zu legen, beweiſt, daß wir es bei dieſer Maßnahme
nicht nur mit einem Reparationsmanöver, ſondern auch mit der
Schaffung eines Kompenſationsobjektes für die Handelsvertrags=
Verhandlungen zu tun haben. Belgien ſcheint durch die 26 pro=
zentige
Abgabe, zu der es nach dem Londoner Abkommen formell
berechtigt iſt, einen Faktor ſchaffen zu wollen, den es in die Wag=
ſchale
werfen kann, wenn erſt amtlich über den deutſch=belgiſchen
Handelsvertrag verhandelt wird. So ſehr Deutſchland auch
daran intereſſiert iſt, daß die auf dem Reparationskonto aufge=
ſummten
Beträge ihrem eigentlichen Zweck zugeführt und nicht
mit Hilfe der 26 prozentigen Abgabe von einzelnen Reparations=
mächten
vorweg einkaſſiert werden, ſo beſteht doch für uns kein
Anlaß, in dem Verzicht der hauptſächlichſten Reparationsmächte
auf dieſe Abgabe ein beſonders belohnenswertes Entgegen=
kommen
zu ſehen.
Der zwiſchen Deutſchland und Frankreich abzuſchließende
Handelsvertrag erhält eine beſondere Note durch den dringen=
den
Wunſch der Franzoſen, die bevorzugte zollpolitiſche Behand=
lung
Elſaß=Lothringens noch einige Zeit weiterbeſtehen zu laſſen.
Bekanntlich hat dieſer Gedanke ſchon vor einigen Jahren deut=
ſche
und franzöſiſch=belgiſche Wirtſchaftskreiſe in der Form leb=
haft
beſchäftigt, daß eine großzügige Zuſammenarbeit zwiſchen
den Rohſtoff= und Induſtriegebieten angebahnt werden möchte,
die ſich in einem breiten Gürtel auf beiden Ufern des Rheines
hinziehen, und die ſtaatlich zu Frankreich, Deutſchland und Bel=
gien
gehören. Solchen Möglichkeiten hat England ſtets äußer=
ſtes
Mißtrauen entgegengebracht. Es war ja der Kernpunkt der
ſogenannten Kontinental=Politik, daß die entwickelten Wirt=
ſchaftsländer
Mitteleuropas ein möglichſt autarkiſches (d. h. ſelbſt=
genügſames
) Wirtſchaftsgebiet bilden möchten. In dem leb=
haften
Intereſſe, das man in London, Paris und Brüſſel den
Vorverhandlungen, die Deutſchland mit Vertretern der einzelnen
Länder pflegt, entgegenbringt, kommt die Sorge zum Ausdruck,
daß Deutſchland mit dem einen dieſer Länder ſich handels= und
wirtſchaftspolitiſch gegen die anderen Länder verbünden könnte.
Dies iſt vielleicht die erſte wirklich günſtige politiſche Situation,
die das neue Deutſchland gegenüber ſeinen wichtigſten früheren
Gegnern hat.

Unſerer heutigen Ausgabe liegt
R
jegel i. Ad us WOart
bei.

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Seite 2.

Starker Widerſiand gegen eine Kontrolle in
den beſiegten Staaten durch die Nachbarländer.
Genf, 26. Sept. (Wolff.) Wie das Journal de Genéve‟
zu wiſſen glaubt, ſtößt der Gedanke, die Militärkontrolle
in den beſiegten Staaten durch die Nachbarländer
vornehmen zu laſſen, insbeſondere Polen bei der Kontrolle in
Deutſchland, Rumänien bei der in Ungarn mit=
wirken
zu laſſen, im Rate auf ſtarken Widerſtand. Nicht
nur England, Italien und Schweden haben formell Einſpruch
erhoben, ſondern auch andere Ratsmitglieder ſollen ſich dieſem
Standpunkt genähert haben. Das japaniſche Ratsmitglied ſchlug
vor, die Nachbarſtaaten durch Beiſitzer in den Kontrollkommiſ=
ſionen
verteten zu laſſen. Eine weitere Prüfung der Frage wurde
vom Rate dem ſiebengliederigen Ausſchuß übertragen.
Der Ausſchuß für politiſche Fragen behandelte
heute vormittag über das Aufnahmegeſuch San Domin=
gos
. In dem Aufnahmegeſuch erklärt San Domingo, daß es
bereit ſei, die in Artikel 1 des Völkerbundpaktes niedergelegten
Bedingungen anzunehmen und alle Verpflichtungen zu erfüllen,
die einem Völkerbundsſtaat obliegen.
Eine Kompromißlöſung.
Genf, 26. Sept. (Wolff.) Wie bereits bekannt, ſieht einer der
wichtigſten Punkte des Projekts der Militärkommiſſion des
Völkerbundes über die Militärinveſtigationen in den be=
ſiegten
Staaten vor, daß die Unterſuchungskommiſſion ſich aus
Militärſachverſtändigen der zehn Ratsſtaaten und außerdem den alli=
jerten
Nachbarſtaaten zuſammenſetzen ſoll, d. h. im Falle Deutſchlands
außer den gegenwärtigen Natsmitgliedern Frankreich und Belgien noch
die Vertreter Polens und der Tſchechoflowakei. In der heutigen ge=
heimen
Sitzung des Rates wurde infolge des Widerſtandes verſchiedener
Ratsmitglieder gegen die letzte Beſtimmung eine Kompromiß=
löſung
erörtert, nach der die alliierten kleinen Nachbar=
ſtaaten
nur als Beiräte hinzuziehen ſeien. Es ſcheint,
daß dieſe Möglichkeit von der Mehrheit des Rates allmählich ernſthaft
erwogen wird. Unoffizielle Verhandlungen, die heute noch unter den
Ratsmitgliedern ſtattfinden, ſollen dieſen Wunſch möglichſt endgültig
klären. Falls in dieſer wichtigen Frage noch heute eine Einigung er=
zielt
werden kann, wäre damit zu rechnen, daß morgen nachmittag der
Rat endgültig das Projekt über die Militärkontrolle annimmt.
Rüſiungsfragen.
Der dritte Ausſchuß der Völkerbundsverſammlung (Rüſtungsfragen)
beriet heute über folgende Reſolutionen: Die Verſammlung wird auf=
gefordert
den Völkerbundsrat einzuladen, den Mitgliedſtaaten des
Völkerbundes und den Nichtmitgliedſtaaten ein Abkommenprojekt über
den geheimen Waffenhandel zu unterbreiten, und dieſe Regierungen zu
erſuchen, vor der Dezembertagung des Rates den Generalſekretär des
Völkerbundes dahin zu verſtändigen, ob ſie geneigt ſeien, an einer inter=
alliierten
Konferenz teilzunehmen, die im April oder Mai 1925 über
das Abkommenprojekt beraten würde. Der Berichterſtatter für dieſe
Frage, General de Marini (Italien), erklärte, daß dieſes Projekt eine
ausreichende Grundlage für die Konferenz bilde, und daß es daher keiner
Debatte mehr im Ausſchuß und in der Verſammlung bedürfe. Inzwi=
ſchen
habe außerdem der amerikaniſche Geſandte in Bern die Bereit=
willigkeit
der Vereinigten Staaten zur Beteiligung an einer derartigen
Konferenz ausgeſprochen. Es ſei daher vorgeſchlagen, die Staaten ſo=
fort
bei der Zuſtellung des Projekttextes zur Beteiligung an der Kon=
ferenz
einzuladen. Darauf wurde die Reſolution einſtimmig ange=
nommen
.
Grenzregelung und Schiedsgericht.
U. Genf, 26. Sept. Während der Nachmittagsſitzung der
dritten Kommiſſion kam es geſtern zu einer intereſſanten Aus=
einanderſetzung
. Der norwegiſche Delegierte Lange ſchnitt die
Frage an, ob die Grenzen eines Landes, die durch
die beſtehenden Verträge feſtgelegt ſeien, der Gegenſtand
einer ſchiedsgerichtlichen Unterſuchung werden
könne. Der Franzoſe de Jouvenel erklärte, die beſtehenden
Verträge wären das Geſetz, das auf dem Völkerbund aufgebaut
ſei. Der Pole Skrzynski unterſtrich dieſen Standpunkt mit folgen=
den
Worten: Der Plan der Abrüſtung kann nur auf der Sicher=
heit
der Staaten aufgebaut werden. Die Sicherheit beruht auf
dem Recht. Das Recht iſt ein Teil der beſtehenden Verträge. Nur
der Litauer Galvanauska nahm einen ablehnenden Standpunkt
ein, indem er betonte, es gebe eine Reihe von Verträgen, die nicht
auf dem Recht, ſondern auf der Gewalt beruhen. Litauen könne
davon ein Lied ſingen. Zuſammenfaſſend erklärte der Vorſitzende
Politis, daß keine Frage, die Unverſehrtheit des
Gebiets eines Völkerbundmitglieds betreffend,
Gegenſtand einer ſchiedsgerichtlichen Unter=
ſuchung
ſein könne. Dieſe Erklärung fand die Zuſtimmung der
Verſammlung und es wurde beſchloſſen, ſie in dem Protokoll über
die Schiedsgerichts= und Sicherheitsfrage aufzunehmen.

* Giovanni Segantini.
(Zu ſeinem 25. Todestag, dem 28. September 1924.)
Von Dr. Hedwig Fiſchmann.
Gioßanni Segantinis Lebensweg, emporſteigend aus der
lombardiſchen Ebene über das auf halber Höhe der alten Julier=
ſtraße
gelegene Graubündnerdorf Savognin zu dem ſtrahlend
hellen Firnenglanz des Ober=Engadins, um dann auf ſteiler,
einſamer Bergeshöhe im greifbar nahen Anblick der lichtüber=
fluteten
Alpenrieſen allzu früh abzubrechen er iſt Symbol und
Widerſpiegelung des künſtleriſchen Werdeganges dieſes Bildners
der Alpenwelt: dem Licht entgegen! Und Untertöne, dunkel,
träumhaft mitſchwingend, klingen in Segantinis Lebenswerk
auch aus der erſten, früh verlaſſenen Landſchaft ſeiner Kindheit
nach, die ihm wie ein verlorenes Paradies ſein Leben lang vor
Augen ſchwebte. Noch kurz vor dem Ende ſeiner nur vier Jahr=
zehnte
umfaſſenden Bahn gedenkt er in dankbaren Worten ſeiner
Geburtsſtadt Arco, die den ganzen Zauber einer ſüdlich berücken=
den
Vegetation mit den gigantiſchen Bergformen des Hochlandes
eint, als des inneren Sonnenſcheins, deſſen Licht noch ſeine Spät=
werke
durchleuchtet, wie er einſt dieſe maßlos traurige Künſtler=
jugend
verklärt hat.
Denn eine Kindertragödie, wie ſie nur das Leben im ſieg=
reichen
Wettbewerb mit der graueſten Arme=Leut=Dichtung zu ge=
ſtalten
vermag, war die Jugend dieſes elternlos heranwachſen=
den
, tage= und ſochenlang ſich ſelbſt überlaſſenen Kindes. Wie=
derholte
Fluchtverſuche. Aufnahme bei mitleidigen Menſchen,
eine kurze Hirtenidylle, an die ſich die Legende von der Ent=
deckung
ſeiner Künſtlerſchaft wie einſt jener Giottes beim
Zeichnen ſeines Lieblingstieres auf der Schiefertafel knüpft, und
ſchließlich drei wieder von einem Fluchtberſuch unterbrochene ver=
lorene
Jugendjahre in der Mailänder Corrigendenanſtalt: das
ſind die Stationen dieſes Leidensweges eines Kindes. Doch
welch ſtarke ethiſche Kräfte, welch latente künſtleriſche Urgewalten
müſſen in der Seele des Knaben lebendig geweſen ſein, der ſich
aus ſolchen Niederungen des Daſeins in die lichten Höhen abge=
klärter
Künſtlerſchaft emporgerungen hat!
Und wie die äußere Daſeinsform, in die der Zufall der Ge=
burt
Segantini hineingeſtellt, nur Hemmungen und Feſſeln für
ſeine künſtleriſche Entwicklung bedeutete, ſo vermochte er auch
aus der zeitgenöſſiſchen Malerei ſeines Heimatlandes, als ſich
ihm endlich der Weg zur Kunſt erſchloſſen, nicht die lebenbilden=
den
Grundelemente ſeines künſtleriſchen Schaffens zu gewinnen.
Was an Segantinis Lebenswerk, namentlich an den Schöpfun=
gen
ſeiner Frühreriode, aber ſelbſt an manchen Gemälden der
Spätzeit, heute ein Vierteljahrhundert nach ſeinem Tode, als
Schlacken zeitlicher Gebunden heit erſcheint, das ſind die zwei=
fellos
unbewußten Konzeſſionen an den Zeitgeſchmack; was

Samstag, ben 27. September 1924.
Vom Tage.
Die im Reichsverkehrsminiſterium mit den Eiſenbahner=
organiſationen
begennenen Lohnbeſprechungen führten noch zu
keinem Abſchluß.
Die Rheinlandkommiſſion hat eine große Anzahl von
Beamten wieder in ihr Amt zugelaſſen. So können bis auf
Einzelfälle, über die noch verhandelt wird, alle dem Provinzialausſchuß=
kollegium
Koblenz unterſtellten Beamten und Lehrer der Rhein=
provinz
(franzöſiſche Zone) ihr Amt wieder aufnehmen.
Nach einer Mitteilung der franzöſiſchen Regierung ſind in Aus=
führung
der Londoner Vereinbarungen über die Amneſtie bis zum
19. September von franzöſiſcher Seite 1091 ſchwebende Ver=
fahren
niedergeſchlagen und 330 Straf= und Unter=
ſuchungsgefangene
in Freiheit geſetzt worden.
Der Generaldirektor der Deutſch=Luxemburgiſchen
Bergwerks=A.=G. hat bei dem Oemobilmachungskommiſſar, die
Einwilligung zur Kündigung von 4200 Bergleuten zum
15. Oktober beantragt.
Die Mitgliederverſammlung der Ruhrkohlen=A.=G. befaßte
ſich mit der Preisfrage. Es wurde eine Herabſetzung vom
1. Oktober ab beſchloſſen, die ſich im Durchſchnitt der Geſamtliſte auf
etwa 10 Prozent ſtellt.
Die deutſche Delegation für die Handelsvertrags=
verhandlungen
mit Frankreich fährt unter Führung des
Staatsſekretärs von Trendelenburg am Montag nach Paris.
Die Gemeinden der Wofwodſchaft Schleſien wandten ſich an die
Wojwodſchaft mit dem Erſuchen um Streichung ihrer Schulden
im Betrage von rund 70 Milliarden Polenmark, da ſie angeſichts der
kataſtrophalen Finanzlage nicht in der Lage ſind, die Schulden abzu=
tragen
.
Sämtliche Materialicn, Pferde und Automobile der Grube
Laurahütte wurden vom Finanzamt in Königshütte wegen Steuer=
forderungen
gepfändet.
Der Budapeſter Strafſenat machte geſtern die erforderliche Feſtſtel=
lung
, daß der verhaftete Heinrich Förſter mit Schulz, dem
Mörder Erzbergers, identiſch iſt. Ueber das Auslie=
ferungsbehren
der deutſchen Regierung wird demnächſt entſchie=
den
, nachdem zuvor die Staatsanwaltſchaft ihr juriſtiſches Urteil ab=
gegeben
hat.
Nach halbamtlichen Mitteilungen iſt zwiſchen dem polniſchen Außen=
miniſter
und den Außenminiſtern der baltiſchen Staaten vereinbart wor=
den
, daß die nächſte Konferenz der baltiſchen Staaten
im November in Helſing fors ſtattfinden ſoll.
Die Handelsbilanz der Tſchechoſlowakei für Auguſt
iſt mit 110 Millionen paſſiv, während in den Vormonaten die Han=
delsbilanz
durchweg Aktivſaldi aufwies.
Die Sowjetregierung hat über Leningrad (Petersburg) den
Belagerungszuſtand verhängt, da ſie im Zuſammenhang mit
der Hochwaſſerkataſtrophe Plünderungen befürchtet.
Eine Abordnung aus Monaco weilt augenblicklich in Genf, um die
Frage des Eintritts Monacos in den Völkerbund zu
regeln.
Die italieniſche Regierung hat beſchloſſen, dem Völker=
bund
einen Betrag von 1 Million Lire zur. Errichtung
eines Inſtituts für vergleichende Rechtzwiſſen=

ſchaft in Rom zur Verfügung zu ſtellen.


A
Mie Aufwertungsverhandiungen.
Dr. Luther über die Finanzlage der Gemeinden
Berlin, 26. Sept. Im Unterausſchuß des Aufwertungs=
ausſchuſſes
des Reichstags wurden heute die Verhandlungen
fortgeſetzt über die Frage, inwiefern die Wiederaufnahme der
Verzinſung der Anleihen von Ländern und Gemeinden möglich
ſei. Abg. Fleiſcher (Ztr.) legte einen Antrag vor, wonach die
Mittel für die Wiederaufnahme des Zinſendienſtes aus der Be=
ſteuerung
einer gewiſſen Spekulation aufgebracht werden könnten.
Abg. Dernburg (Dem.) beantragte, daß zur Dotierung des
zu bildenden ſozialen Fonds die mit leiſtungsfähigen Erwerbs=
betrieben
ausgeſtatteten Gemeinden auf dem Geſetzeswege heran=
zuziehen
ſeien.
Im Aufwertungsausſchuß des Reichstages wandte ſich der
Reichsfinanzminiſter gegen die Auffaſſung, daß aus
dem jetzigen Zuſtand der Gemeindefinanzen, beſonders
aus den ausgeſprochen günſtigen Verhältniſſen beſtimmter Ge=
meinden
, der Schluß zu ziehen ſei, die Geſamtheit der Gemeinden
befinde ſich auf die Dauer in einer ſo günſtigen Lage, daß bei
ihren Anleihen eine grundſätzliche Aufwertung ſtattfinden könnte.
Die derzeitige Finanzlage der Gemeinden beruhe auf dem
Finanzausgleich und auf der Höhe, der ihnen überwieſenen
Steuern. Welche Geſtalt der Finanzausgleich künftig annehmen
werde, könne heute niemand ſagen. Deshalb ſei auch die Frage,
ob die Gemeinden zu irgendwelchen Leiſtungen herangezogen
werden können, weil ihre Anleihen zum Teil für gewerbliche
Zwecke verwandt wurden, nicht ſpruchreif. Ueberhaupt müſſe zur
richtigen Beurteilung der ganzen Frage die künftige Steuergeſetz=
gebung
abgewartet werden.
ihm an Ewigkeitswerten eignet: das unermüdliche Ringen mit
den Problemen des Raumes und des Lichtes, die lapidare Größe
und Wucht ſeiner landſchaftlichen Geſtaltung, die rhythmiſche Ab= grundſätzlich andere Einſtellung zu dem Weſen der Kunſt, ſeine
gewogenheit der Kompoſition, die notwendige gegenſeitige Be=
dingtheit
von Natur und Staffage in den beſten ſeiner Schöp=
fungen
das hat ſich der Künſtler in jahrelangen Kämpfen im
Gegenſatz zu ſeiner Umgebung abgerungen. Hier leitete ihn
ſeine einzige und größte Lehrmeiſterin, der er in werbendem
Dienſte raſtlos dahin folgte, wo ihre Linien einfacher und ſtren=
ger
, ihre lichtatmende Atmoſphäre immer klarer und durchſich=
tiger
wurde: die Natur der Alpenwelt. Und ſelbſt dort, wo uns
entgegenzutreten ſcheint, wie bei der Gegenüberſtellung Segan=
tinis
und Millets deſſen Schöpfungen der jüngere Künſtler
ebenſo wenig jemals im Original geſehen hat wie die der fran=
zöſiſchen
und belgiſchen Pointilliſten , vermochte ſie nur durch
eine tief innerliche Wahl= und Weſensverwandtſchaft, die in der ſtehen die Ewigkeitsſchöpfungen ſeiner Kunſt, wie etwa in der
inbrünſtig liebenden Anbetung der Scholle und ihrer primitiven
menſchlichen und tieriſchen Bewohner wurzelt, ausgelöſt zu wer=
den
. Der Weg von Millets Angelus zu Segantinis Ave des lachenden, jauchzenden Lebens ſich emporſchwingen im un=
Maria wie ſcheinbar kurz und geradlinig, wenn er rein lösbaren Ineinanderklang von künſtleriſchen und gedanklichen
äußerlich von Werk zu Werk, nicht aber durch die Urtiefen homo=
gener
Künſtlerſchaft führte.
wird er in der Suche nach dem Licht in der Farbe beſtehen, ſo
formuliert Segantini in einem Brief an ſeinen getreuen Lebens=
freund
und künſtleriſchen Berater, den Kunſthändler Vittero
Grubicy, das maleriſche Problem, um deſſen Löſung er ein Leben
lang mit leidenſchaftlicher Sehnſucht gerungen hat. Führte
doch ſchon das erſte größere Werk des Zwanzigjährigen, das
Innere des Kirchenchors von Sankt Antonio in Mailand mit
einem durch ein hochgelegenes Fenſter in den Raum einfallen=
den
, prismatiſch zerlegten Lichtbündel, mehr inſtinktiv als be=
wußt
, an jenes Problem, an deſſen Ergründung zu gleicher Zeit, men, an deren Flimmern und Glänzen ſich das Auge ihres Mei=
die
junge Generation in Paris fieberhaft arbeitete. Doch noch
etwa ein Jahrzehnt künſtleriſchen Ringens, das Segantini über
den Umweg der Dunkelmalerei, über Interieurſchilderungen mit
dem Widerſtreit einer künſtlichen Lichtquelle gegen den Däm=
merſchein
des Raumes führte, mußte verfließen, bis er die er=
löſende
Formel fand, die ihn zu dem machte, als der er heute
in unſerem Bewußtſein lebendig iſt: zu dem Maler des gleich=
mäßig
klaren Sonnenlichts, der licht= und luftdurchpulſten Fer= eben die erſte Nummer einer neuen Zeitſchrift unter dem Titel:
nen. Dem Prinzip der prismatiſchen Zerlegung der Farben
folgend, einer Technik, die die primären Beſtandteile in moſaik=
artigen
Strichen nebeneinander ſetzt und ihre Wiedervereinigung
zu einem Geſamteindruck ſich im Auge des Beſchauers vollziehen. Billinger, Lasker=Schüler, Max Pechſtein, Prof. H. Poelzig, Eddy
läßt, hat Segantini in bewußter Abweichung von den verwandten
Wegen der Impreſſioniſten und Pointilliſten ſeine eigene Bahn, vorliegende Heft umfaßt 64 Seiten Text, vier Bilder und koſtet
zu dem großen Zielpunkt ſeiner Kunſt durchſchritten.

Ruuttter 269.

Der Bürgerkrieg in China.
Ein Memorandum der auswärtigen Mächte.

TU. Paris, 26. Sept. Nach einer Meldung aus Peking
haben die auswärtigen Legationen der chineſiſchen Re=
gierung
und dem General Tſchang=Tſo=lin, dem Gouverneur von
Mukden, ein Memorandum überreicht, in welchem ausge=
führt
wird, daß, obwohl nicht die Abſicht beſteht, in die gegen=
wärtigen
Feindſeligkeiten einzugreifen, die Beſchießung von
Städten, Dörfern und offenen Orten von den auswärtigen Miſ=
ſionen
ſcharf verurteilt würde und daß, wenn Ausländer aus
dieſem Anlaß getötet oder ihr Beſitz zerſtört würde, die Urheber
der Beſchießung als verantwortlich angeſehen würden. Man
meldet aus Mukden, daß Tſchang=Tſo=lin mitgeteilt habe, er
werde, falls es ihm gelinge, Peking zu bombardieren, es beſon=
ders
auf das Präſidentſchaftsgebäude abſehen. Es liege ihm
aber fern, die Gebäude der ausländiſchen Diplomaten unter
Feuer zu nehmen.

China gegen Rußland.

New York, 26. Sept. Die Pekinger Regierung prote=
ſtierte
ganz energiſch bei dem Pekinger ruſſiſchen Geſandten
gegen das zwiſchen Rußland und dem Gouverneur der Mand=
ſchurei
getroffene Eiſenbahnabkommen. Die Regierung könne
ein derartiges Abkommen nie anerkennen.

Der Oberbefehlshaber der Pekinger Truppen erklärte in
einem Aufruf, daß er ſich für das Leben und Eigentum der Aus4
länder verbürge.
Mukden, 26. Sept. (Wolff.) Reuter. Die zweite und
fünfte Armee Tſchang=Tſo=lins rücken in ſüdweſtlicher Richtung
auf Jehol vor. Wie man glaubt, iſt die Peking=Armee unter
dem Kommando des Generals Fengyuhſiang im Vormarſch auf
Kupehkow begriffen, das an der Großen Mauer 80 Kilometer
ſüdweſtlich von Jehol liegt.
Die Times meldet aus Peking, daß die Zuſammenziehung
von Truppen gegen den Mukdener Oberbefehlshaber Tſchang=
Tſo=lin eifrig fortgeſetzt wird. Die Streitkräfte der Regierung
an dieſer Front, die unter Yu=Del=fu ſtehen, zählen jetzt mehr als
120 000 Mann und werden vorausſichtlich binnen einer Woche
200 000 Mann betragen. In 20 Tagen ſind nahezu 300 Eiſen=
bahnzüge
mit Truppen und Material nach der mandſchuriſchen
Grenze abgegangen.

China klagt Japan an.

Genf, 26. Sept. (Wolff.) In den Wandelgängen des Völken=
bundes
geht das Gerücht, daß die chineſiſche Delegation beim
Völkerbund proteſtieren wird, daß auf den in japaniſchen Händen
befindlichen Eiſenbahnen der Mandſchurei die aufſtänt
diſchen Truppen des Gouverneurs Tſaoyang transportiert
werden. Von japaniſcher Seite wird geltend gemacht, daß Tſaoyang
als Gouberneur der Mandſchurei, über zahlreiche Truppen verfüge,
denen gegenüber keine Möglichkeit beſtände, die Benutzung der Eiſenz
bahn zu verbieten.

Roter Terror in Georgien.

TU. Paris, 26. Sept. Die georgiſche Legation teilt mitz
Die Sowjettruppen, die gegen die in der Provinz Swenthin ver=
ſchanzten
Aufſtändiſchen vorgehen, haben nach wiederholten er=
bitterten
Angriffen, ſich unter großen Verluſten zurückziehen
müſſen. In den von den Sowjets beſetzten Gebieten herrſcht
der rote Terror. Die georgiſche Bevölkerung wird unterſchieds=
los
erſchoſſen.

Türkiſche Truppen rücken gegen Moſſul vor.

London, 26. Sept. (Wolff.) Die Morningpoſt meldet
aus Bagdad, daß ſich ein Bätaillon eingeborener
und britiſcher Soldaten unter britiſchen Offizieren an=
geſichts
des türkiſchen Vorrückens auf Amadia, 65
Meilen nordweſtlich von Moſſul, zurückzieht. Die Morning=
poſt
meldet noch, daß die in Frage kommenden türkiſchen Truppen
2000 Mann betragen.
Macdonald habe geſtern den türkiſchen Geſandten em=
pfangen
und mit ihm die Lage im Irak beſprochen. Von zu=
ſtändiger
Seite verlautet, daß er dabei erklärte, daß der Zwiſchen=
fall
ernſte Bedeutung habe. Der türkiſche Geſandte habe dem
zugeſtimmt, aber erklärt, die Türken hätten ſich jenſeits der
Grenze, alſo auf eigenem Gebiet, befunden.

Die Daily Expreß meldet aus Jeruſalem, daß die fanati=
ſchen
Wahabiten gegenwärtig die Stadt Altaif befeſtigen, die ſechs
Meilen von Mekka entfernt liegt, die ſie kürzlich eingenommen
haben. König Huſſein bereite einen Angriff vor; ſeine Streit=
kräfte
würden von dem Kronprinzen geführt.

Aber trennender als die Schranke einer abweichenden Tech=
nik
ſteht zwiſchen Segantini und dem Impreſſionismus ſeine
Ablehnung der Kunſt um der Kunſt willen. Um den Schmerz
einer trauernden Mutter zu lindern, hatte der Knabe einſt zum
erſten Male zum Stift gegriffen und die Züge des toten Kindes
feſtgehalten; um die Menſchheit emporzuleiten, bildete und ſchuf
der ringende und der reife Künſtler. In jenem offenen Briefe,
in dem er Leo Tolſtois maßloſe Angriffe gegen die Kunſt zurück=
weiſt
, hat Segantini ſeine eigene Auffaſſung von ihrem Weſen
enthüllt: Die Arbeit, die Liebe, die Mütterlichkeit, der Tod ſoll
greifbar deutlich eine Beeinfluſſung durch einen anderen Künſtler durch die Kunſt mit dem Leben in Berührung kommen, und
alles ſoll zur Stärkung und Erhebung unſeres geiſtigen Lebens
dienen. Doch nur dort, wo dieſe leitenden Ideen reſtlos ein=
gehen
in die künſtleriſche Geſtaltung, wo der Maler Segan=
tini
über den Volkserzieher Segantini triumphiert, ent=
Scholle oder im Frühlingstag in den Alpen, das ewig
ernſte Lied der Arbeit, im Maientag im Gebirge der Hymnus
Elementen.
Doch die gewaltige Symphonie der Alpenwelt und zugleich
Wenn die moderne Kunſt einen Charakter haben ſoll, ſo des Menſchenlebens, die in machtvollem Dreiklang Natur, Leben
und Tod das Sein, das Werden und das Vergehen ge=
ſtalten
ſollte, eine Syntheſe, in die er nach ſeinem eigenen Wort
jenes ganz ſtarke Gefühl der Harmonie des Hochgebirges hinein=
legen
wollte, dieſe höchſte und reifſte Schöpfung des Alpen=
bildners
war ihm nicht vergönnt zur letzten Geſtaltung zu brin=
gen
. Unvollendet, wie der Tod den Künſtler jäh hinweggeriſſen,
ihm das dunkle Rätſel des Vergehens entſchleiernd, noch ehe
ſeine Hand die volle künſtleriſche Löſung dafür gefunden, grüßt
das Triptychon von den Wänden des Segantini=Muſeums in
St. Moritz hinüber zu jenen Firnen, an deren Linien und For=
ſters
nimmer ſatt getrunken.
Unerloſchen ſtrahlt in beiden das große, ſtille Leuchten,

Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.

Im Schauſpiel=Verlag Leipzig, Salomonſtraße 16, iſt ſo=
Das Dramatiſche Theater, eine Monatsſchrift für
Theater, Literatur und Künſte, erſchienen. Herausgeber ſind:
F. A. Angermayer und Paul Zech. Mitarbeiter ſind u. a.: Rich.
Smith, Carl Sternheim, Franz Spunda, Stefan Zweig. Das
1,50 Mk.

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Rummer 269.

* Wie der Soſtervundg=Jar tägt . . .
Von unſerem Korreſpondenten.
Genf, im September.
Der Völkerbundsrat, iſt in der Praxis der Völkerbund,
Denn die Bundesverſammlung iſt zu groß und zu ungefügig und
eignet ſich daher wenig als Inſtanz zur Schlichtung internatio=
naler
Streitigkeiten. Das liegt auf der Hand. Aber vor den
Klage führenden Mächten erſteht die Frage, wer der aus Ver=
tretern
von nur 10 Staaten zuſammengeſetzte Rat, oder die aus
Vertretern von 54 Staaten beſtehende Verſammlung ihre
Streitfrage beſſer und parteiiſcher zu entſcheiden vermag.
Der Völkerbund iſt von den Siegerſtaaten geſchaffen
worden, die in erſter Linie gerade den Nat ſo konſtruierten, daß
ihr Einfluß in dieſem Exekutiv=Ausſchuß des Völkerbundes
für alle Zukunft geſichert bleiben ſollte. Bisher iſt es ihnen ge=
lungen
. Aber es braucht nicht ewig ſo zu bleiben. Darin liegt
eines der wenigen Verdienſte Wilſons, daß er immerhin gewiſſe
Beſtimmungen durchgedrückt hat, die in abſehbarer Zukunft den
anderen Mächten zugute kommen werden. Sollten einſt im
Völkerbundsrate Deutſchland, Rußland, die Vereinigten Staaten
und die Türkei erſcheinen ſo wird er ein anderer als heute
ſein. Welches iſt nun ſeine gegenwärtige Geſtalt?
Der Völkerbundsrat beſteht zurzeit aus vier ſtändigen ( Eng=
land
, Frankreich, Italien und Japan) und ſechs nichtſtändigen
(Bekgien, Schweden, Tſchechoſlowakei, Spanien, Braſilien und
Uruguay) Mitgliedern. Wie man ſieht, kommt nur Schweden als
wirklich neutrale Stimme in Betracht. Die beſiegten
Mächte ſind überhaupt nicht vertreten. Die Ge=
währung
eines ſtändigen Sitzes an Deutſchland und die Hinzu=
ziehung
eines weiteren beſiegten oder neutralen Staates zur Zahl
der nichtſtändigen Mitglieder würde das Anſehen des Rates
weſentlich heben und iſt deshalb in Zukunft dringend erforderlich.
Der zukünftige reorganiſierte Völkerbundsrat würde auch
das iſt zu hoffen weniger Geheimdiplomatie trei=
ben
, als es bisher der Fall iſt. Heute werden wirklich bedeutungs=
volle
Streitigkeiten, die, gemäß Artikel 15 des Paktes, vor den
Rat gelangen, nicht in Genf, ſondern in Paris, London, Rom
und in den Hauptſtädten der Kleinen Entente entſchieden. Der
Saal C des Völkerbundsgebäudes, wo der Rat tagt, dient
vorläufig nur der Entente=Politik als clearing houſe, in wel=
chem
die Beſchlüſſe der Siegermächte ihre theatraliſche Abwick=
lung
finden.
Einige Worte über dieſes Völkerbunds=Theater Jede
Frage, die vor den Rat kommt, muß von einem, aus der Zahl der
Ratsmitglieder zu wählenden Berichterſtatter= rappor=
teur
vertreten werden. Die Rapporteure befaſſen ſich aber
oft mit Fragen, denen ſie recht fremd gegenüber ſtehen. Was
weiß zum Beiſpiel der Vertreter Uruguays, von der Lage im
Wilnagebiet? Oder, iſt es nicht merkwürdig, daß der ſeit 4 Jah=
ren
ſtändige Berichterſtatter in Danziger Fragen der Spanier
Quinones de Leon es bis heute noch nicht für nötig befunden
hat, die ſchöne Hanſaſtadt perſönlich aufzuſuchen? Indeſſen hängt
vom Rapporteur ungeheuer viel ab: ſollte der Berichterſtatter
von der Rechtmäßigkeit der durch ihn vertretenen Sache überzeugt
ein und ſich vor dem verſammelten Rate, energiſch ins Zeug
egen ſo dürfte die Entſcheidung wohl ſtets ſeinem Vor=
chlage
gemäß ausfallen. Leider hat man aber bisher in der
Praxis des Völkerbundsrates dieſer Frage verhältnismäßig
venig Beachtung geſchenkt. Was dem Anſehen des Völkerbundes
ehr geſchadet hat.
Behandelt der Rat eine Frage, welche Staaten berührt, die
ticht im Rat vertreten ſind, ſo werden Vertreter dieſer Mächte
ſor den Rat geladen und gebeten, am Ratstiſch Platz zu nehmen.
Das iſt dann immer ein Vorgang, der eine gewiſſe theatra=
iſche
Wirkung nicht zu verfehlen pflegt. Da wie geſagt
ſor der verſammelten Oeffentlichkeit wirkliche Verhandlungen
tie erfolgen und die vorkommenden Fragen bereits im voraus
ntſchieden ſind läuft immer alles erfreulich glatt ab. Gutes
heater! Die Prozedur der Ratstagungen geht ſeit
Jahren nach ein und demſelben Schema vor ſich: 1. Der Vor=
itzende
eröffnet die Sitzung und bittet die Vertreter der in Frage
ommenden Mächte, am Ratstiſch Platz zu nehmen; 2. der Be=
ichterſtatter
verlieſt ſeinen Rapport; 3. die Vertreter derjenigen
Nächte, deren Frage beraten wird, erhalten einer nach dem an=
ſeren
das Wort; 4. die Mitglieder des Rates äußern ſich; 5. der
Vorſitzende erklärt, daß der betreffende Fall entweder erledigt
der auf eine nächſte Sitzung verſchoben worden iſt, und 6. die
Sitzung wird durch gegenſeitige Höflichkeitsformeln und Dankes=
jezeugungen
geſchloſſen.
Die letzte Phaſe der Ratsſitzungen könnte man am beſten
nit dem Ausdruck Chineſiſche Zeremonie bezeichnen:
ie beſteht darin, daß der Völkerbundsrat ſich ſelbſt zu ſeinen
Erfolgen beglückwünſcht und ſich ſelbſt dankt. Das Wort Féli=
itation
ſchwirrt in allen Variationen über das grüne Tuch des

Samstag, den 22. Sep ember 1924.
Ratstiſches. Es kommen alle an die Reihe: der Berichterſtatter
dankt den Vertretern der vor den Rat geladenen Mächte für ihre
Friedfertigkeit, dieſe danken den Ratsmitgliedern für ihren Groß
mut, die Ratsmitglieder ſprechen dem Berichterſtatter ihren Dank
für deſſen Arbeitsleiſtungen aus, der Vorſitzende dankt allen
für den an den Tag gelegten Geiſt der Verſöhnlichkeit und ſo
weiter. Gleichzeitig ergreifen alle Redner die günſtige Gelegen=
heit
, um einige enthuſiaſtiſche Worte über die hehren Prinzipien
des Völkerbundsgedankens, das hohe Ideal der Humanität
uſw. verlautbaren zu laſſen.
Ueberhaupt überſchwängliche Höflichkeit iſt Trumpf! Was
natürlich auch ſeine guten Seiten hat, denn dieſer Höflichkeits=
überfluß
verdeckt nicht ſelten ſo manche Gegenſätze und iſt für die
ſogenannte Atmoſphäre der internationalen Verſtändigung von
unſchätzbarem Wert. Will irgend ein Delegierter an der Rede
zum Beiſpiel des engliſchen Vertreters Kritik üben, ſo wird er
im Genfer Milieu ſchwerlich etwa ſo beginnen: Ich habe
mit Intereſſe die Rede des Vertreters des Britiſchen Imperiums
vernommen, aber . . .", ſondern wahrſcheinlich folgende Form
wählen: Mit außerordentlichem Intereſſe habe ich die bewunde=
rungswürdige
Rede des ſehr ehrenvollen Vertreters des noblen
britiſchen Imperiums vernommen, aber ." Natürlich läßt es
ſich nun leichter dem ſehr ehrenvollen Briten am Zeug flicken,
als im anderen Falle.
Doch wird oft zweifellos zu viel des Guten getan. Einige
Ausdrücke ſind beſonders beliebt. So zum Beiſpiel Das Wort
Kloquent beredſam, bedeutungsvoll. Wenn ein Delegier=
ter
auf die Rede eines anderen Delegierten zu ſprechen kommt,
ſo tut er es nicht anders, als mit dem Beitwort éloquent
Manche verſteigen ſich ſogar zu folgendeen Superlativen: Der
ehrenwerte Vertreter von X. hat ſoeben in ſeiner bedeutungs=
vollen
Rede jenen Idealismus bewieſen, der ſeiner Nation in
ganz beſonderem Maße eigen iſt. In den Ratsſitzungen nehmen
dieſe Chineſiſchen Zeremonien recht viel Zeit in Anſpruch und
drohen manchesmal jedes Maß zu überſchreiten. Beſonders die
Romanen die Vertreter Frankreichs, Spaniens, Belgiens,
Braſiliens und Uruguays leiſten hierin Außerordentliches. Die
Vertreter Englands, Japans und Schwedens ſind dagegen oft zu
zurückhaltend und kühl. Vielleicht wird hierbei in Zukunft die
germaniſche Ruhe von wohltätigem und ausgleichendem Einfluß
ſein".
Die Mitglieder des Völkerbundsrates ſind gut eingeſpielt,
ſie haben ein wundervolles Situationsgefühl und der=
ſtehen
es vorzüglich, jede Stockung der Vorſtellung zu vermeiden.
Trotzdem können die Sitzungen hin und wieder unerwartete
Wendungen nehmen. In derartigen Fällen flüſtert dieſer
oder jener Vertreter der Großmächte dem Vorſitzenden einige
Worte zu, die niemand verſteht, aber die Sitzung iſt
dann ſofort zu Ende. Vor zwei Jahren ereignete ſich, anläßlich
der Beratung einer Danziger Frage, der ſonderbare Fall, daß
der Delegierte Frankreichs offen erklärte, er wolle ſich zunächſt
mit dem Delegierten Englands einigen und ſchlage deshalb vor,
die Sitzung zu vertagen. (!) Das war allerdings noch, als die
Vertreter Frankreichs die Vertreter Poincarés waren.
Neben dem Saale C in welchem der Rat zu tagen pflegt,
iſt ein luxuriöſes Gemach gelegen, auf deſſen Tür die Worte
Séance Privée Geheimſitzung zu leſen ſind.
Hier werden die wenigen Fragen erledigt, die mitunter wirklich
in Genf und nicht in den Hauptſtädten der Entente entſchieden
werden. Erſt wenn ein Problem in der Séance Prinée, in der
Geheimſitzung, völlig geklärt worden iſt kommt es vor eine
öffentliche Ratsſitzung zur olarierung In den Séances
privées ſind die verhängnisvollſten Beſchlüſſe des Rates wie
zum Beiſpiel der oberſchleſiſche Entſcheid gefaßt worden. Auf=
gabe
der in Zukunft dem Rate beitretenden Völker wird es ſein,
die Fortführung dieſer Völkerbunds=Geheimdiplomatie zu ver=
hindern
und der Wiederholung ähnlicher weltpolitiſcher Irr=
tümer
ein für allemal vorzubeugen. Dann erſt dürfte dem
Völkerbund die Bedeutung eines wahren Friedensparlaments
nicht verſagt werden.
Keine Oeffnung der franzöſiſchen Archive.
Paris, 26. Sept. Die Liga für Menſchenrechte, die be=
reits
Poincaré vergeblich um Oeffnung der franzöſiſchen Geheim=
archive
erſucht hat, unternahm am vergangenen Mittwoch den
gleichen Schritt bei Herriot. Das ſchriftliche Erſuchen um Ver=
öffentlichung
der Geheimarchive wurde damit begründet, daß
ſelbſt nach dem perſönlichen Eingeſtändnis Herriots die Zeit der
Geheimdiplomatie endgültig aufgehört habe. Aber auch Herriot
hat das Erſuchen abgelehnt, ſo daß die franzöſiſchen Geheim=
archive
nach wie vor der Oeffentlichkeit vorenthalten bleiben. Die
Liga beabſichtigt, die Frage im November durch Vermittlung
ſozialiſtiſcher Abgeordneter im Parlament zur Sprache zu
bringen.

Das Reparations=Programm.
Sitzung der Reparationskommiſſion.
Paris, 26. Sept. Die Reparationskommiſſion hat heute
vormittag unter dem Vorſitz Barthous den Pariſer Vertreter
Owen Youngs über die Wiedergutmachungsleiſtungen für Sep=
tember
und Oktober vernommen. Die im Dawesgutachten vor=
geſehene
Jahresleiſtung beträgt bekanntlich 1 Milliarde Goldmark,
die von Deutſchland zu entrichtende Monatsrente beträgt daher
83 Millionen Goldmark. In dieſem Betrage ſind Rückerſtattungs=
koſten
, Beſatzungsunkoſten uſw. einbegriffen, ſodaß die Summe
für die Reparationsleiſtungen daraus zu errechnen iſt. Die Re=
parationskommiſſion
hat ferner das Kohlenlieferungsprogramm
für September, das zwiſchen Owen Young und der Reichsregie=
rung
vereinbart worden iſt, genehmigt. Das Programm ſieht
ferner eine 10proz. Herabſetzung der urſprünglich feſtgeſetzten
Lieferungsmengen vor. Vertreter der Kriegslaſtendelegation
hatten beantragt, daß die Kohlen Deutſchland zum Inlandspreis
bezahlt werden würden. Darüber entſpann ſich eine längere Dis=
kuſſion
. Schließlich einigte man ſich dahin, daß der von Deutſch=
land
verlangte Preis um 10 Proz. für Kohlen und um 8 Proz.
für Braunkohlen ermäßigt werde. Die Tonne Braunkohle wird
1318 Goldmark je nach dem Lieferungort koſten. Das Kohlen=
lieferungsprogramm
iſt noch nicht feſtgeſetzt.
Aufſichtsratsſitzung der Deutſchen Rentenbank.
Berlin, 26. Sept. Der Aufſichtsrat der Deutſchen Ren=
tenbank
beſchäftigte ſich heute mit der Beſchlußfaſſung über die
neuen Satzungen der Rentenbank, welche durch das Geſetz vom
30. Auguſt über die Liquidierung des Umlaufes von Renten=
bankſcheinen
nötig geworden iſt. Die neue Satzung wurde von
den zahlreich erſchienenen Vertretern der Landwirtſchaft, der In=
duſtrie
, des Handels, des Gewerbes und der Banken einſtimmig
angenommen. In der Erörterung wurde beſonders auf den wich=
tigen
§ 9 des oben erwähnten Geſetzes hingewieſen. Eine weſent=
liche
Aenderung hinſichtlich der Organiſation hat man nicht für
opportun gehalten. Die wichtigſten Organe der Landwirtſchaft
ſind ſeit Gründung des Inſtitutes bereits vertreten. Nach der
neuen Satzung wird die zukünftige Generalverſammlung die Ver=
tretung
der Anteilseigner der Deutſchen Rentenbank ſein. Sie
beſteht aus 110 Mitgliedern, die durch den deutſchen Landwirt=
ſchaftsrat
(30 Mitglieder), den Reichsbund der Vereinigung der
deutſchen Bauernvereine, dem Reichsverband der deutſchen land=
wirtſchaftlichen
Genoſſenſchaſten und dem Generalverband der
deutſchen Raiffeiſengenoſſenſchaften (alle dieſe je 20 Mitglieder)
gebildet werden. Als Treuhänder ſollen die Anteilseigner be=
ſtellt
werden. Aus der Generalverſammlung kriſtalliſiert ſich der
aus 33 Mitgliedern beſtehende und von der Generalverſammlung
zu wählende Aufſichtsrat heraus. Der Verwaltungsrat wird
künftighin aus dem Vorſitzenden und 11 Mitgliedern beſtehen.
Dieſe werden vom Aufſichtsrat aus ſeiner Mitte gewählt. Der
Vorſitzende wird vom Verwaltungsrat beſtellt. Zum erſten ſtell=
vertretenden
Vorſitzenden wurde der Geh. Juſtizrat Dierich ge=
wählt
. Die Zuwahl des Freiherrn von Richthofen in den Ver=
waltungsrat
wurde genehmigt.
Das deutſche Memorandum abgeſchickt.
U. Berlin, 26. Sept. Wie wir erfahren, iſt das deutſche
Memorandum, in dem die deutſchen Vorausſetzungen und
Wünſche für den Eintritt Deutſchlands in den Völkerbund
niedergelegt ſind, heute an die im Völkerbundsrat vertretenen
zehn Staaten abgegeben worden.
Die neun Unerwünſchten.
Mainz, 26. Sept. Die Namen der neun Ausgewieſenen
aus dem beſetzten Rheinheſſen, deren Rückkehr bisher noch nicht
erfolgt iſt, ſind: Rektor Schorn (Mainz), Schulrat Bach
(Mainz), Pfarrer Haupt (Weiſenau), Pfarrer Korell (Nied.=
Ingelheim), Direktor Will (Mainz), Generalſekretär der Zen=
trumspartei
Diehl (Mainz), Polizeioberinſpekt. Ahl (Worms),
Pfarrer Berck (Mombach), Pfarrer Knaab (Mainz). Wie
verlautet, können die Genannten ſofort mit einem deutſchen Paß
zu einem vierwöchigen Aufenthalt ins beſetzte Gebiet einreiſen.
Es iſt zu hoffen, daß auch dieſe neun Fälle, über die verhandelt
wird, bald eine günſtige Regelung finden.
Der Fall Löb.
Weimar, 26. Sept. Im erweiterten Haushaltsausſchuß des thü=
ringiſchen
Landtags gab heute der Finanzminiſter eine Darlegung des
Falles Löb. Gegenüber dem erdrückenden Beweismaterial verſtummte
die Sozialdemokratiſche Fraktion vollkommen. Es wurde im Ausſchuß der
Antrag geſtellt, daß das von den Sachverſtändigen verfaßte Protokoll
zur Kenntnisnahme vorgelegt würde. Der Finanzminiſter erklärte ſich
hierzu bereit.

(chte deutſche Berſen.
Wer’s nicht glauben mag, wähle einmal als Ziel einer
Vanderung das wälderreiche Fichtelgebirge und achte auf die
nunteren Bächlein, die vom Außenrand der Berge herabrinnen
ind ſich leiſe murmelnd durch das Vorgelände hindurchſchlän=
eln
! Machen eine gar eigenartige Muſik, dieſe oberfränkiſchen
zlitzerbächlein! Wehmütig, wie ein uraltes vergeſſenes Volks=
ied
zieht die ſanfte Melodik der unzähligen Windungen ihres
laufes durch die in ſtillſter Einſamkeit liegenden blumenreichen
Vieſen, denen ſie ihr köſtlich friſches und reines Naß zuführen.
In ſolchen libellenumgaukelten,, von Erlen und Weiden beſchat=
eten
Bächlein gehe man entlang! Ohne Mühe wird man durch
as kriſtallklare Waſſer bis auf den Grund der Bäche ſehen
önnen und dort ſtaunend zahlloſe ſchwarzſchalige Muſcheln ent=
ecken
, eine neben der anderen. Perlmuſcheln ſind es! Wie ausge=
flaſtert
damit iſt oft an manchen Stellen das Bett der Bäche. Doch
aſſeman artig die Zweiſchaler in ihrem kühlen Element! Stehen
uch keine Galgen mehr drohend aufgerichtet am Bachrand wie noch
or Jahrhunderten, vor dem Bachfrevel zu warnen, ſo könnte
och der wachſame Perlenfiſcher verſteckt auf der Lauer liegen.
der holde Anblick eines Perlchens, das vielleicht aus der her=
usgefiſchten
und geöffneten Muſchel dem harmloſen Fremdling
ntgegenblinkt, könnte gar teuer zu ſtehen kommen. So gibt es
lſo wirklich Perlen in den Muſcheln deutſcher Bäche? Ja, und
ogar ganz anſehnliche. Auf der Abbildung unſerer illuſtrierten
Zeilage ſind einige in den Muſcheln bayeriſcher Bäche gefundene
Zerlen in ihrer Originalgröße wiedergegeben. Die größten
Ferlen dieſer Kette wiegen annähernd zwiſchen 15 und 24 Grän
1 Grän ¼ Karat ungefähr /o Gramm), die kleinſten un=
efähr
4 Grän. An Ebenmäßigkeit der geſchätzten kugelrunden
form und Reinheit der ſchimmernd weißen Farbe können ſie es
hon mit ihren gefeierten Schweſtern aus den tropiſchen Meeren
ufnehmen. Und das will viel heißen. Im Grünen Gewölbe
n Dresden liegen zwei Perlketten. Die Perlen der einen ent=
ammen
vogtländiſchen Bächen, die der anderen dem Indiſchen
zean. Es fillt Kennern ſchwer, zwiſchen beiden zu wählen.
Freilich, eine Peregrina wurde bis heute noch nicht aus unſe=
en
deutſchen Schatzbächlein herausgefiſcht. Peregrina, die
Invergleichliche, wird jene koſtbare Rieſenperle genannt, die
inſt Diego de Temes von Panama an den Hof Philipps II.
ſon Spanien brachte. Ihr Anblick war eine Reiſe nach Sevilla
vert. Dem glücklichen Neger, der ſie vom Meeresboden herauf=
ſolte
, brachte ſie die Freiheit, ſeinem Herrn trug ſie hohe Ehrung
in. Und auch mit der Wunderperle im einſtigen Beſitz der
Hebr. Zoſima in Moskau können ſich unſere deutſchen Perlen
in Größe nicht meſſen. Einer ihrer Bewunderer fand zum

*) Siehe Abbildungen in der heutigen Nr. der Gegenwart.

Preiſe der Schönheit dieſer Perle die Worte: Auf weißem
Papier rollt ſie hin wie eine Queckſilberkugel und übertrifft
dieſes Metall noch an Weiße und Glanz. Die größte Perle
aber wurde auf der Londoner Weltausſtellung vom Jahre 1851
gezeigt; ſie ſoll 1800 Grän ſchwer ſein.
Die Fiſcherei nach den Perlen der Seeperlmuſchel denn
um dieſe handelt es ſich bei dieſen unvergleichlich koſtbaren Stücken
muß bis in die älteſten Zeiten zurückreichen. Kriſchna bringt
Perlen als die herrlichſten Meeresfrüchte ſeiner Tochter Pan=
daia
. Die Reliquiendoſe, die Buddhas Eckzahn birgt, Ceylons
verehrungswürdigſtes Heiligtum, iſt überſät mit koſtbaren Per=
len
. In den Sprüchen Salomos wird ein tugendſam Weib über
die köſtlichſte Perle geſtellt; nach der Offenbarung ſind die zwölf
Tore der ewigen Stadt aus Perlen und jegliches Tor von einer
Perle. Perlen prangen in den Gewändern und Gemächern in=
diſcher
Fürſten. Eine 200 Grän ſchwere birnenförmige Rieſen=
perle
hing von der rubinbeſetzten Bruſt des goldenen Pfaues
herab, der auf der Decke des Thronſeſſels des Großmoguls
Aurengzab ſein juwelenſchimmerndes Rad ſchlug. Der Orientale
bringt der Perle eine faſt noch größere Liebe als den Edelſteinen
entgegen; er verehrt ſie als das Sinnbild des Reinen und Keu=
ſchen
. Perlen ſind deshalb das beliebteſte indiſche Brautgeſchenk.
Allgemein iſt in Indien der liebliche Glaube verbreitet, Perlen
ſeien vom Himmel ins Meer gefallener und von den Muſcheln
aufgefangener Tau. So klagt der Dichter Schabl O’ddulah um
den Tod ſeiner Geliebten:
Hin iſt unfre Noſami, die edle Perle! Der Himmel,
Schuf ſie aus reinſtem Tau, ſchuf ſie zur Perle der Welt.
Stille glänzete ſie, doch unerkannt von den Menſchen.
Darum leget ſie Gott ſanft in die Muſchel zurück.
Ausgedehnte Bänke von Seeperlmuſcheln finden ſich im
Roten Meer, im Perſiſchen Meerbuſen, beſonders bei der Inſel
Ceylon und an der Koromandelküſte, in der Südſee, im Golf
von Kalifornien und an der Küſte von Zentralamerika. Uner=
meßlich
muß der Reichtum des indianiſchen Perlentempels von
Tolomecco, der Begräbnisſtätte der Kaziken, geweſen ſein. Per=
len
, koſtbarſte Perlen, wohin das Auge ſah! Die ſpaniſchen Er=
oberer
unter Soto (1539) wußten ſich nicht zu faſſen vor Staunen
beim Anblick dieſes Perlenſchatzes. Seit der Eroberung Aegyp=
tens
wurde auch in Rom ein unerhörter Perlenluxus getrieben,
ſo daß jenes römiſche Sprichwort aufkam: Die Perle iſt auf der
Straße der Liktor der Frau Man wollte damit ſagen: wie
man an dem voranſchreitenden Liktor, dem Platzmacher, den
hohen Rang des ihm folgenden Mannes erkennt, ſo zeugt der
Perlenſchmuck von dem Reichtum und dem Anſehen ſeiner Trä=
gerin
. Bei den Gaſtmählern der Praſſer wurden ſogar in Eſſen=
zen
aufgelöſte Perlen als Zugabe zum Weintrunk den Gäſten
vorgeſetzt. In einer ſeiner Satiren überliefert Horaz:
Jener Sohn des Aeſopus entnahm aus dem Ohr der
Metalla

Eine der köſtlichſten Perlen, und ſchau, zehn hundert
mal Tauſend
Schlürft er, in Eſſig verdünnt.
Beſonders war es längere Zeit in Rom Frauenmode, eine auf=
fallend
große Perle, Unio, die Einzige genannt, im Ohr zu
tragen. Plinius erklärt die Bezeichnung Unio die auch von
der zoologiſchen Nomenklatur übernommen wurde, dahin, daß
von den auserleſenen Perlen niemals zwei völlig gleich große
und ſchöne Stücke zu finden wären, weshalb einer ſolchen Perle
die römiſche Tändelei den Namen Einzige beigelegt habe. Noch
der Kirchenvater Tertullian wendet ſich gegen den Luxus, der in
Rom mit Perlen getrieben wurde: Eine Million Seſtertien ſind
auf eine Perlenſchnur gereiht, ganze Wälder und Inſeln trägt
ein ſchwacher Nacken, in zarten Ohrläppchen hängt ein ſchweres
Zinſenbuch und jeder Finger hat ſeinen Schatz, mit dem er
tändelt.
Die Schätzung der Perlen blieb nun eine dauernde im Abend=
land
. Im Mittelalter machte ganz beſonders die kirchliche Kunſt
einen ausgiebigen Gebrauch von dieſem koſtbaren Schmuckmittel.
Leo III. (F 814) ſtiftete für einen Altar in Sankt Peter Seiden=
vorhänge
, die mit Kreuzen und Goldpurpur und Perlen von
wunderbarer Größe und Schönheit geſchmückt waren. Der
Bügel der in der Wiener Schatzkammer aufbewahrten Kaiſer=
krone
Konrads II. (1024 bis 1039), einer deutſchen, nicht etwa
byzantiniſchen Goldſchmiedearbeit, trägt in Perlen die Inſchrift:
Chuonradus-Dei Gratia Romanorum Imperator Augustus.
Ganz mit Perlen bedeckt iſt der Körper des Gekreuzigten auf
einem Meßgewand im Braunſchweiger Muſeum. Die rieſige
Einfuhr amerikaniſcher Perlen durch die Spanier ſeit der Ent=
deckung
Amerikas vermochte wohl vorübergehend, aber nicht
dauernd Wertſchätzung und Preis echter Perlen herabzudrücken.
Daß nun auch die Muſcheln einiger deutſchen Bäche Perlen
enthalten, muß man wohl ſchon in mittelalterlicher Zeit ent=
deckt
haben. Denn bereits der Mönch und Goldſchmied Rogerus
von Helmershauſen, der deutſche Cellini des Mittelalters, ſpricht
in ſeiner für unſere Kenntnis des romaniſchen Kunſtgewerbes
ſo bedeutſamen Technologie (um 1100 erſchienen) von falſchen, aus
der Perlmutter herausgeſchnittenen Perlen, die ſich im polierten
Zuſtand recht gut zum Schmuck von Goldſchmiedearbeiten ver=
wenden
ließen. War aber die Perlmutter zu jener Zeit allge=
mein
bekannt, ſo hindert nichts die Annahme, daß man auch
Perlen gefunden haben muß; nur ſcheinen die glücklichen Ent=
decker
das Geheimnis ſtreng gehütet zu haben.
Die früheſte Erwähnung deutſcher Perlen finden wir
wohl bei Celtes, der in ſeinen Büchern der Liebe nach den vier
Himmels gegenden Deutſchlands vom Jahre 1502 den Main als
den Fluß preiſt, in deſſen Muſcheln Perlen gefunden wurden.
Die Perlenfiſcherei in den niederbayeriſchen Perlenbächen wurde
bereits im Jahre 1514 als Regal erklärt. In der erſten Hälfte
des 16. Jahrhunderts waren beſonders geſchätzt die Perlen der
Ilz, eines Nebenfluſſes der Donau. Die älteſte Verordnung

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Samstag, den 22. September 1924,

Rummer 268.

Die Faxbſtoff=Induſtrie im Ausſand.

Der Stand und die Entwicklung der Farbſtoff=Induſtrie im
Auslande erregt inſofern unſere berechtigtes Intereſſe, als
Deutſchland vor dem Kriege ein unbeſchränktes Weltmarktmono=
pol
auf dieſem Gebiete inne hatte und die meiſten Länder auf die
Einfuhr deutſcher Farbſtoffe angewieſen waren. Stellte doch
Deutſchland rund 80 Prozent der geſamten Welterzeugung her,
von denen nur ein geringer Teil im eigenen Lande verblieb,
während der größte Teil im Werte von über 230 Millionen Mark
Abſatz im Auslande fand. Dieſe die Handelsbilanz ſtark beein=
fluſſenden
Erfolge waren nur ermöglicht worden durch die
wiſſenſchaftlichen Fortſchritte bei der Verkokung der Kohle und
der gleichzeitigen Gewinnung von Nebenprodukten, nämlich von
Benzol, Teer, Ammoniak, alſo von Rohſtoffen, die den Aus=
gangspunkt
der chemiſchen Großinduſtrie darſtellen.
Dieſe führende Stelle Deutſchlands wurde durch
den Kriegsausbruch jäh unterbunden, und unſere früheren
Gegner ſahen ſich gezwungen, die Herſtellung von Farbſtoffen
ſelbſt in die Hand zu nehmen. Die Erfolge dieſer Bemühungen
ſind nicht gering einzuſchätzen und haben in den betreffenden
Ländern neue Induſtrien ins Leben gerufen, die heute mit den
deutſchen Farbſtoffwerken in ſcharfen Wettbewerb getreten ſind.
Von dieſen Farbſtoff erzeugenden Ländern kommen hauptſächlich
Frankreich, England, die Vereinigten Staaten von Nordamerika
und zum Teil auch die Schweiz in Betracht.
Den Vorkriegsjahresbedarf Frankreichs von 85009000
Tonnen deckten größtenteils die Tochterunternehmungen deut=
ſcher
Farbwerke in Frankreich ſelbſt. Von großen Fabriken be=
fand
ſich nur eine in rein franzöſiſchem Beſitz, und auch dieſe
mußte unter dem Druck der deutſchen Konkurrenzwerke ihr ur=
ſprüngliches
Aktienkapital von 10 Millionen Fr. auf 4 herabſetzen,
um lebensfähig zu bleiben. Nach Kriegsausbruch verfielen die
deutſchen Werke dem Sequeſter und wurden nach vorübergehen=
der
Stillegung weiter fortgeführt. Eine beſondere amtliche Stel=
lung
befaßte ſich mit der Verteilung der Farbſtoffe und Herbei=
ſchaffung
der Rohſtoffe, während in Lyon und Rouen ſich Stu=
diengeſellſchaften
für die wiſſenſchaftliche Erforſchung der eigent=
lichen
Farbſtoffherſtellung bildeten. Zurzeit gibt es etwa neun
große Werke, die ſich zu einem Verkaufsſyndikat zuſammenge=
ſchloſſen
haben. Nennenswert ſind von dieſen die Compagnie
Nationale de Matieres Colorantes et Produits Chimiaues
mit einem Aktienkapital von 100 Millionen Franes, die Com-
pagnie
Frangaise de Saint Gajre du Rhöne (10 Millionen
Aktienkapital), die Société Alsacienne (30 Millionen Aktienkapi=
tal
) und die Société Chimique de la Grande Paroisse (40 Mill.
Aktienkapital). Das Syndikat konnte ſeine Erzeugung ſteigern
von 463 To. im Jahre 1917 auf 2316 To. im Jahre 1919, weiter
auf 6517 To. im Jahre 1920 und auf 5288 To. bzw. 7481 To. für
die Jahre 1921 bzw. 1922. Wenn auch ohne Zweifel ein Erfolg
der franzöſiſchen Farbſtoffinduſtrie nicht abzuleugnen iſt, ſo muß
doch anerkannt werden, daß dieſe Erfolge nur durch die gewalt=
ſame
Aneignung materiellen und geiſtigen deutſchen Eigentums
möglich waren. Von einer gänzlichen Ausſchaltung der Aus=
landsliefrungen
kann aber trotzdem keine Rede ſein, denn nach
einer franzöſiſchen Statiſtik wurden im Jahe 1922 nur 15 Pro=
zent
weniger eingeführt als im letzten Friedensjahre 1913.
In England waren die Verhältniſſe ähnlich. 80 Proz.
des Geſamtbedarfs wurden vor dem Kriege von Deutſchland ge=
liefert
. Nach Kriegsausbruch und nach Beſchlagnahme der deut=
ſchen
Tochterwerke bildete ſich zunächſt eine Geſellſchaft mit dem
Namen Britiſh Dyes Co., weiter vergrößerten die Werke der
Levinſtein=Gruppe ihren Beſitz durch Erwerbung der Farben=
fabriken
zu Clayton und der ſequeſtrierten deutſchen Fabriken
zu Ellesmer=Port. Schließlich wurden alle Werke vereinigt zu
der Britiſh Dyeſtuff Corporation‟. Die öffentliche Meinung
wurde durch das Vorgehen des Dr. Levinſtein ſtark beunruhigt,
nachdem das Parlament der Farbſtoffinduſtrie durch den Dye=
ſtuff
=Akt vom Jahre 1920 einen weitgehenden Schutz zuteil wer=
den
ließ. Dieſer Parlamentsbeſchluß unterſagt auf die Dauer
von zehn Jahren die Einfuhr organiſcher Farbſtoffe und Zwi=
ſchenerzeugniſſe
in das Vereinigte Königreich. Lediglich ſolche
Farbſtoffe, die in England noch nicht gewonnen werden, können
nach beſonderer Erlaubnis durch das Einfuhramt zugelaſſen wer=
den
. An Angriffen auf dieſe Beſtimmung, die der Dyeſtuff=
Corporation gewiſſermaßen ein Monopol ſichert, hat es in der
Preſſe und im Parlament nicht gefehlt, jedoch ohne Erfolg.
Trotz dieſer günſtigen Geſetzgebung befindet ſich die eng=
liſche
Farbſtoffinduſtrie in einer ſchwierigen Lage.
Dies geht vor allem daraus hervor, daß die Britiſh Dyeſtuff=
Corporation im Jahre 1921 mit einem Defizit von über 800 000
Pfund Sterling abſchloß, das durch einen günſtigeren Abſchluß
im Jahre 1922 auf 700 000 Pfund Sterling ermäßigt werden
konnte. Für die deutſchen Farbwerke ſind aber immerhin die

engliſchen Erfolge aus dem Grunde von Bedeutung, da die eng=
liſche
Induſtrie heute in der Lage iſt, 80 Prozent des engliſchen
Bedarfs im eigenen Lande zu decken. Dementſprechend hat auch
die Einfuhr ganz erheblich abgenommen. Der Gewichtsmenge
nach verhalten ſich die Einfuhrzahlen für die Jahre 1913 und 1921
ungefähr wie 6:1, dem Werte nach iſt dagegen das Verhältnis
bei weitem nicht ſo günſtig. Es wurden nämlich 1913 Farbſtoffe
im Werte von 1.892.055 Pfund Sterling eingeführt, 1922 aber
dagegen im Werte von 1.326.174, ein Beweis, daß die hochwer=
tigſten
Farbſtoffe noch immer vom Auslande, d. h. von Deutſch=
land
, bezogen werden müſſen. Nach den neueſten Meldungen
ſollen die Verhandlungen der engliſchen Corporation mit der
deutſchen Intereſſengemeinſchaft zur Einigung geführt haben,
ſo daß alſo in Zukunft der deutſche Einfluß ſich auf dem engli=
ſchen
Markte wieder geltend machen wird.
Von größerem Intereſſe noch iſt die Verfolgung der Farb=
ſtoffinduſtrie
in den Vereinigten Staateln, und zwar
aus dem Grunde, als dieſe bis 1914 noch ſehr wenig entwickelt
war. Dieſe Feſtſtellung iſt geradezu auffallend für ein Land wie
die Vereinigten Staaten, die ſo reiche Kohlenbecken beſitzen und
auch in der Kohlenförderung und Kokserzeugung die führende
Stelle in der Welt innehaben, wie die folgende Zahlentafel zeigt:
Kohlenförderung: Kokserzeugung:
im Jahre 1913:

Vereinigte Staaten . * 517000 41000 England . z z z 291923 18645 Deutſchland z . . 277 342 32 167 Frankreich . 42000 3060 (in tauſend Tonnen).

Während aber in Europa, namentlich in Deutſchland, bei
der Kokserzeugung der gleichzeitigen Gewinnung von Benzol,
Teer und Ammoniak die größte Aufmerkſamkeit geſchenkt wurde,
blieb es in Amerika bei den alten, urſprünglichen Arbeitsbedin=
gungen
lange Jahre. Es iſt dies ſchon aus dem Grunde auffal=
lend
, als die Vereinigten Staaten doch ſonſt jeden techniſchen
Fortſchritt nach Kräften gefördert und begünſtigt haben. So
waren im Jahre 1904 nur 5,2 Prozent aller Koksofenbatterien
mit Einrichtungen für die Nebenproduktengewinnung ausgerüſtet,
welche Zahl ſich für das Jahr 1913 nur auf 27,5 Proz. gehoben
hatte.
Der Krieg vollbrachte hier eine fieberhafte Umwälzung an=
geſichts
des geſteigerten Bedarfs an Benzol, Naphthalin, Phenol
uſw. Dieſe Entwicklung kennzeichnen am beſten folgende Zahlen,
die ſich auf die Benzolgewinnung beziehen:
1914: 4500 000 1916: 21079 000 1917: 36 804000
1918: 44004 000 1920: 87 370 000.
(Die Angaben verſtehen ſich auf Gallonen gleich 4 500 Liter.)
Der heütige Stand iſt nun der, daß die Vereinigten Staaten,
die im Jahre 1913 noch für 10 Millionen Doll. Farbſtoffe ein=
führten
, nunmehr in die Lage verſetzt ſind, ſelbſt auszuführen.
Während im Jahre 1914 nur ſieben Werke Farbſtoffe im Werte
von 2 470 000 Doll. herſtellten, kann man heute 87 Werke zählen,
deren Erzeugung ſich auf über 41 Mill. Doll. beläuft. Die Haupt=
konzerne
der amerikaniſchen Farbſtoffinduſtrie ſind die Du Pont
Co. Remours und die Schoellkopf Anilin Co. zu Buffalo,
Außerdem iſt von Bedeutung die Allied Chemical Dye Cor=
poration
, die fünf große Werke für die Kokserzeugung mit
Nebenproduktengewinnung beſitzt; ferner für die Herſtellung von
Zwiſchenſtoffen (Anilin, Anilinſalze, Naphthol, Naphthylamin)
und für die Farbſtoffe ſelbſt.
Die Schweiz beſaß ſchon vor 1914 eine aufblühende Farb=
ſtoffinduſtrie
, die im Kriege nach Ausſchaltung des deutſchen
Wettbewerbs bei den kriegführenden Ländern reichlichen Abſatz
fand. Der Höhepunkt der Ausfuhr wurde im Jahre 1920 er=
reicht
mit 8488 To. Anilin im Werte von 195 500 000 Franken.
Die Verminderung der Ausfuhr auf 3872 To. für das Jahr 192:
iſt hauptſächlich darauf zurückzuführen, daß die valutaſchwäche=
ren
Einfuhrländer (hauptſächlich Frankreich) ihre Einfuhr ein=
ſchränken
mußten. Neuerdings haben Schweizer Werke in Saint=
Fons bei Lyon eine Tochtergeſellſchaft ins Leben gerufen.
Wenn es dem Auslande auch zum Teil gelungen iſt, ſich von
deutſchen Farbſtofferzeugniſſen freizumachen, ſo wird doch von
franzöſiſcher Seite (Siehe Technique Moderne‟ 1924, 15. Mai)
zugegeben, daß die deutſchen Werke ſich bereits neuen Problemen
zugewandt haben, wie z. B. den Fragen der Herſtellung ſynthe=
tiſcher
Düngemittel, künſtlicher Faſerſtoffe, künſtlicher Gerbſtoffe
und Harze, Ethyl= und Methylalkohols nach ſynthetiſchem Ver=
fahren
u. a. m., und ferner, daß vorausſichtlich der hochentwickelte
Stand jahrelanger Erfahrungen und überlieferter Fertigkeiten
dieſen Beſtrebungen zahlreiche Erfolge ſichern wird.

Amwandlung des
ReichsverFehrsminiſteriums.
Berlin, 26. Sept. Das Reichsverkehrsminiſterium wird
bekanntlich entſprechend der Umwandlung der Reichseiſenbahn,
wie der Reichsverkehrsminiſter Oeſer unlängſt mitteilte, in ein
techniſches Miniſterium umgewandelt werden. Wie wir von gut=
unterrichteter
Seite hierzu erfahren, wird das techniſche Miniſte=
rium
in Zukunft folgende drei Hauptaufgaben zu bewältigen
haben:
1. Die Aufſicht über die Reichsbahngeſellſchaft, ſoweit dies
durch Geſetz geregelt iſt.
2. Soll die Funktion einer Aufſichtsbehörde für ſämtliche
Waſſerſtraßen und Waſſerbauanlagen ausüben, und
3. ſoll es alle Fragen bearbeiten, die das Luft= und Kraft=
fahrweſen
betreffen.
Als Leiter des techniſchen Miniſteriums wird augenblicklich
Staatsſekretär Humbier genannt und weiterhin wird mit der
Möglichkeit gerechnet, daß ein ſehr bekannter deutſchnationaler
Abgeordneter infolge ſeiner Fachkenntniſſe auf techniſchem Gebiet
in das techniſche Miniſterium berufen wird.
Konſtituierung des Verwaltungsrates der Reichsbahn.
Berlin, 26. Sept. Der Verwaltungsrat der deutſchen Reichs=
bahn
tritt am Samstag, den 27. September, zu ſeiner erſten konſti=
tuierenden
Sitzung zuſammen. Es iſt damit zu rechnen, daß die Namen
der Mitglieder, die zum Verwaltungsrat gehören, im Laufe des Frei=
tags
veröffentlicht werden. Der Verwaltungsrat ſetzt ſich aus 18 Mit=
gliedern
zuſammen. Die eine Hälfte davon ernennt die Reichsregierung,
die andere Hälfte der ausländiſche Treuhänder Delacroix. Die Namen
der Mitglieder, die die Reichsregierung zu ernennen hat, ſtehen noch
nicht endgültig feſt. Bei ihrer Auswahl war neben perſönlicher Eignung
auch die Rückſicht auf die einzelnen Landesteile maßgebend. Ein Ver=
treter
des Perſonals wird nicht in den Verwaltungsrat einziehen. In
dieſer Frage iſt übrigens nicht das Reichsverkehrsminiſterium, ſondern
das Reichsfinanzminiſterium federführend. Der Verwaltungsrat hat
den Präſidenten zu ernennen. Es läßt ſich, da die Zuſammenſetzung
des Verwaltungsrats noch nicht bekannt iſt, ſchlecht ſagen, wer dieſe
Stelle künftig einnehmen wird. Es verlautet, daß als Vizepräſident der
Geſellſchaft der ehemalige Staatsſekretär im Reichsverkehrsminiſterium
Stieler auserſehen iſt. Als wahrſcheinlich gilt, daß der Verkehrsminiſter
Oeſer, der bereits jetzt Generaldirektor der deutſchen Reichsbahn iſt,
dieſe Stelle auch in der neuen Reichsbahn=Aktiengeſellſchaft bekleiden wird.
Die Miiglieder des Verwaltungsrates.
Berlin, 26. Sept. Nach dem deutſchen Reichsbahngeſetz hat der
Treuhänder für die Reichsbahngeſellſchaft de la (eix 9 Mitglinder des
Verwaltungsrates der deutſchen Reichsbahn zu ernennen. Der Treu=
händer
hat die Ernennung dieſer Mitglieder jetzt vollzogen.
Die deutſchen Mitglieder, die Herr de la Geix ernannt hat, ſind:
Staatsſekretär a. D. Stieler, Staatsſekretär Bergmann, Exzelenz v.
Miller, München, bekannt als Gründer des deutſchen Muſeums in
München, der Präſident der Handelskammer Hamburg, Münchmeher,
und der ehemalige Präſident des Eiſenbahnzentralrates Sarre.
Herr Stieler genießt in weiten Kreiſen des In= und Auslandes
großes Anſehen. Er war ſ. Zt. Vizepräſident der Internationalen in
der Eiſenbahn=Union. An der Konferenz von Genua nahm Staats=
ſekretär
Stieler als Vertreter des Reichsverkehrsminiſteriums teil. Herr
Stieler wird noch als künftiger Präſident der Reichsbahngeſellſchaft
genannt.
Die ausländiſchen Mitglieder des Verwaltungsrates, die Herr de
la G. eix ernannt hat. ſind: der Engländer Asworth, bekannt durch ſeine
Tätigkeit im Organiſtenkomitee, der Franzoſe Margot, Generaldirektor
der Paris=Orleans=Peditorain, der Belgier Jadet, ein bekannter belgi=
ſcher
Finanzmann und der Italiener Bianchini, bekannt als Mitglied
des Organiſationskomitee für Induſtrie=Obligationen.

Die luftpolitiſche Lage.
Berlin, 26. Sept. Der Chef des engliſchen Zivil= und
Luftfahrweſens, General Bruncker, hatte am 25. September län=
gere
Beſprechungen im Reichsverkehrsminiſterium. Die Ver=
handlungen
hatten die Fortſetzung und Weiterentwicklung des
deutſch=engliſchen Luftverkehrs zum Gegenſtand,
Auf beiden Seiten war die Ausſprache durch den Wunſch be=
herrſcht
, die beſtehenden Schwierigkeiten nach Möglichkeit zu
überbrücken. Die Verhandlungen eröffnen die Ausſicht, daß die
luftpolitiſche Lage in nächſter Zeit eine gewiſſe Entlaſtung er=
fahren
wird.
Der Beginn der Anleihe=Verhandlungen.
London, 26. Sept. In der nächſten Woche erwartet man in
London die Ankunft der deutſchen Anleihedelegation, mit der die
endgültigen Vereinbarungen getroffen werden. Reichsbankpräſi=
dent
Dr. Schacht befindet ſich ſchon ſeit einigen Tagen in London,
jedoch hat er nur bisher Vorbeſprechungen in der Anleihefrage
geführt. Man erwartet auch zum Abſchluß der Verhandlungen
den Reichsfinanzminiſter Dr. Luther, der ſich vorausſichtlich auch
in der nächſten Woche nach London begeben wird.

über die dortige Perlenfiſcherei ſtammt aus dem Jahre 1579.
Ueber die Ilz=Perlen heißt es in einer alten Technologie vom
Jahre 1705, daß ſie den orientaliſchen an der Größe wenig
nachgeben, bißweilen auch an Glantz nicht viel geringer ſcheinen,
daß die wenigſten aber davon zeitig werden‟. Die ſyſtematiſche
landesherrliche Ausbeute der reichen oberfränkiſchen Perlenbäche
ſetzte eigentlich erſt ſpät ein. Ergötzlich ſind da die Geſchichten,
die über die Entdeckung der Perlenfunde im Volksmund von
Fall zu Fall erzählt wurden oder in den einſtigen landesherr=
lichen
Archiven noch der Bearbeitung harren. Hiervon nur ein ur=
kundlich
geſichertes Beiſpiel! Im Jahre 1729 erkrankte einem
Bauern in Fohrenreuth, einem oberfränkiſchen Dorf bei der Grüna,
die nach der Entdeckung ihrer perlhaltigen Muſcheln Perlenbach
umgetauft wurde, ein Stück Vieh, das auf einem Auge blind
wurde. Dem Bauern wurde geraten, die Schalen einer Muſchel=
ſchnecke
zu pulveriſieren und das Pulver dem erkrankten Tier
ins Auge zu blaſen. Der Bauer ſchickte ſeinen Sohn Sebaſtian
an die Grüna, um ſolche Muſcheln zu holen. Bei dieſer Ge=
legenheit
fand der Bauernburſche auch Perlen, ohne ihren Wert
zu ahnen. Arglos plauderte er von ſeinem Fund. So erfuhr
die Behörde davon. Sebaſtian wurde nun vors Gericht zitiert
und gab unter dem 26. November 1731 zu Protokoll:
Auf ſeines Vaters Geheiß wäre er in den Grüng=Bach ge=
gangen
, habe eilf bis zwölf Muſcheln herausgenommen, ſolche
auf ſeines Vaters gränzenden Wieſe geworfen und aus Vergeſ=
ſenheit
allda liegen laſſen, bis nach etlichen Tagen ſein Vater ihn
hieran erinnert, da er ſich dann wieder in daſige Gegend begeben
und die auf die Wieſen geworfenen Muſcheln dergeſtalt getroffen,
daß ſie insgeſamt von der Sonn aufgezogen und eines Glieds
lang offen geweſen. Aus der erſten, welche er davon aufgehoben,
wäre ihm ein weißes Kügelein in die Hände gefallen, worauf er
auch die übrigen ergriffen, aus welchen er noch 5 Kügelein, da=
von
etliche weiß und etliche braun ausgeſehen, bekommen und
ſolche nebſt den Muſcheln mit nacher Haus genommen, ſeinem
Vater gewieſen und vielen Leuten davon geſaget. Am dritten
Tag ſei er abermals zum Bach gegangen, aus welchem er noch
6 Kügelein, die man jetzt Perlen heiße, erhalten. Von dieſen
12 Stücken habe er der Frau von Reitzenſtein zu Rehau elf Stück
vor 3 Gulden verkauft. Und weil er die Sach keineswegs ge=
heim
gehalten, ſo hätte es endlich der von Beulwitz zu Pilgrams=
reuth
(der Beſitzer des Baches) erfahren, der die Küglein von
ihm begehrt, darauf er ſolcke von der Frau v. Reitzenſtein wieder
abgefordert und zurückbekommen, ſodann dem von Beulwitz
dieſelben übergeben, von dem ſie Seiner Hochfürſtlichen
Durchlaucht untertänigſt übergeben worden. Sofort wurde
nun in der Grüna beziehungsweiſe dem Perlenbach die
Perlenfiſcherei als Regal erklärt und am Bache ein eigenes Per=
lenhaus
(ſiehe Illuſtrierte Beilage) erbaut. Außer in den ober=
fränkiſchen
Bächen gibt es noch Perlmuſcheln in den Bächen
Niederbayerns, des ſächſiſchen Vogtlandes, der Oberpfalz, Schle=

ſiens, Schleswig=Holſteins. Selbſt in Baden wurde unter Carl
Theodor und ſpäter auch in Heſſen der Verſuch gemacht,
Muſchelkolonien in den Nebenbächen des Neckars anzuſiedeln.
Als Entſtehungsurſache der Perlenbildung nimmt man das
Eindringen von Fremdkörpern zwiſchen Schale und Mantelwand
an; es kann aber auch eine innere Urſache vorliegen, wenn
Körner der Oberflächenhaut in den Mantel des Tieres gelangen.
Dieſe läſtigen Eindringlinge werden dann mit ſchuppenartig ge=
lagerten
Schichten der Schalenſubzanz umgeben, ſo daß ſich
nach und nach um den eingedrungenen Kern die Perle bildet,
die ſtändig wächſt, da der Reizzuſtand nicht nachläßt. Doch iſt das
Wachstum der Perle ein ſehr langſames; eine Perle von Erbſen=
größe
hat bereits ein Alter von 12 bis 20 Jahren. Die Schön=
heit
einer Perle richtet ſich ganz nach der Mantellage, in der ſie
entſteht und wächſt. In dem die Perlmutterſchicht ausſcheiden=
den
Teil des Mantels wird die Perle am ſchönſten und reinſten
werden. Am meiſten begehrt ſind die ganz runden und reinen,
etwas durchſcheinenden und ſilberartig glänzenden Perlen, d. h.
die Perlen vom reinſten Waſſer‟. Der Preis einer Perle wächſt
ganz erheblich mit ihrer Größe. Von den Perlen der Abbildung
im illuſtrierten Beiblatt dürften die größten Perlen zwiſchen
1000 und 1500 Mk. wert ſein, die kleinſten annähernd 80100 Mk.
Noch höher ſteigt der Preis, wenn mehrere gute Perlen von glei=
cher
Schönheit und Größe zu einer Kette vereinigt werden kön=
nen
. So kann ein Gehänge von 40 nur erbſengroßen, aber
gleichmäßig geſtalteten Perlen 1. Klaſſe auf 6070 000 Mk. und
noch höher bewertet werden. Wie ſelten aber eine ſolche Zu=
ſammenſtellung
möglich iſt, lehren die ſtatiſtiſchen Ergebniſſe der
bayeriſchen Perlenfiſcherei. In den Jahren 19021911 wurden
in den ſämtlichen Bächen Oberfrankens 263625 Perlmuſcheln
auf Perlen hin geöffnet. Man fand insgeſamt 1090 Stück
Perlen 1. bis 3. Klaſſe. Der Rehauer Perlenbach (ſiehe illuſtr.
Beiblatt) lieferte in dieſem Zeitraum von 42 491 Muſcheln nur
ſechs Perlen 1. Klaſſe und 26 Perlen 2. und 3. Klaſſe, ſo daß
alſo auf 1328 Muſcheln erſt eine brauchbare Perle, auf 7082 Mu=
ſcheln
erſt eine Perle 1. Klaſſe kam. Der Verſuch, erſtklaſſige
runde Perlen durch künſtliche Einführung von Fremdkörpern in
die Muſchel zu erzeugen, iſt bis jetzt der deutſchen Perlenzucht
noch richt gelungen. Dem Problem der künſtlich angeregten
Perlenbildung widmete ſich in den letzten Jahren ganz beſonders
der Jadaner Mikomoto, der Perlmutterkügelchen ſozuſagen zum
Okulieren der japaniſchen Meermuſchel verwendet. Das Ver=
fahren
ſcheint geglückt zu ſein, da auf dem Pariſer Perlenmarkt
fehon Mikemotoperlen angeboten werden. In China ſoll übri=
gens
ſchon im 13. Jahrhundert ein gewiſſer Je=Jin=Yang dieſe
Methode der künſtlich geſteigerten Perlenerzeugung geübt haben;
die Zunft, die dann dieſe Perlen gewerbsmäßig herſtellte, errich=
tete
ihm ſosar einen beſonderen Tempel. Da aber das Verfahren
recht mühſam iſt und das Wachstum der Perlen ein ſehr langſames
ſo wird wohl auch in nächſter Zukunft der unermeßliche Reichtum der

ozeaniſchen Perlenbänke die reichſte Ausbeute liefern. Was wollen
die wenigen Perlenfiſcher unſerer deutſchen Perlenbäche beſagen
gegenüber dem Heer der indiſchen Perlenfiſcher! Im Jahre 1732
wurde zur Hege der Perlmuſchel in dem Rehauer Perlenbach
ein eigener Perleninſpektor, der zugleich Förſter war, und 1733
ein beſonderer Perlenfiſcher angeſtellt im Jahre 1666 machten
die Holländer eine Flottille von 200 000 Perlenfiſchern an den
Perlenbänken Ceylons mobil. Daß ſich aber trotzdem eines
Tages die Hege und Pflege unſerer einheimiſchen Perlenmuſchel
verlohnen dürfte, lehrte ſchon eine am 23. Mai 1911 abgehaltene.
öffentliche Verſteigerung ausſchließlich bayeriſcher Perlen. Das
teuerſte Los, beſtehend aus 59 Stück Perlen 1. Klaſſe, war mit
47 000 Mk. eingeſchätzt und wurde auf 75 000 Mk. in die Höhe
geſteigert. Und mit einer Abnahme der Perlenpreiſe kann kaum
gerechnet werden; denn die Perle gehört zu jenen Koſtbarkeiten,
deren Lebensdauer eine begrenzte iſt, ſo daß der Perlenreichtum
kaum zunehmen dürfte. Von der ganzen Herrlichkeit der in
römiſchen Gräbern gefundenen Perlen iſt nichts weiter übrig ge=
blieben
als ein vom leiſeſten Windhauch entführtes Häuflein
Staub.
Je nach der Form unterſcheidet man Barockperlen von
unregelmäßiger Größe, Flügelperlen von langgeſtreckter dün=
ner
Form; größere Perlen heißen Paragonperlen Stück=
Zahlperlen die kleineren, die noch einzeln in den Handel kom=
men
, Saat= oder Unzenperlen die noch kleineren (unter 4
Grän), die partieweiſe verkauft werden, Sand=, Stoß= oder
Staubperlen die ganz kleinen. Außer den weißen Perlen gibt
es auch noch ſchwarze, roſenrote, hellblaue aus tropiſchen Meeren.
Käufer von Perlen müſſen auf der Hut ſein vor den gefälſch=
ten
, den Surrogatperlen. Schon in Griechenland wurden Per=
len
aus Glimmermaſſe gefälſcht. In älteren deutſchen Techno=
logien
findet man zahlreiche Rezepte zur Herſtellung von künſt=
lichen
Perlen. Beſonders trachtete man danach, aus den billigen
Unzenperlen wertvollere große Stücke zu machen. Der Verſuch
mußte natürlich mißlingen. Künſtliche Wachsperlen, auch Bour=
guignonperlen
genannt, fertigte zuerſt im 17. Jahrhundert der
Pariſer Paternoſtermacher Jacquin; er hinterlegte hohle dünne
Glaskugeln mit einer aus den Schuppen eines Weißfiſchs ge=
wonnenen
Eſſenz und goß dann den Hohlraum mit Wachs aus.
Gute Wachsperlen werden nicht gering bewertet, da ihre Güte
von der Sorgfalt der ſchwierigen Herſtellung abhängig iſt. Recht
täuſchend ſind die Surrogatperlen aus Cellit. Wer ſich beim
Kauf von Perlen vor Schaden hüten will, tut gut daran, immer
eine echte Perle von reinſtem Waſſer als Vergleichsperle zur
Hand zu haben. Denn ſonſt könnte es ihm gelegentlich noch
ſchlechter gehen wie jenem ausgehungerten Beduinen, der einen
Sack geraubter Perlen für Bohnen hielt und kochen wollte: als
aber die gar harten Bohnen nimmermehr erweichen wollten,
tauſchte er ſie einem vorüberziehenden Händler von Gaza gegen
ein rotes Fes ein.
E. Zeh, Heppenheim a. d. B.

[ ][  ][ ]

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[ ][  ][ ]

Seite 6.

Samstag, den 27. September 1924.

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Plüschjacke 19.45 1Damen-Flauschmantel
4,75
mit Tresse garnier . . 9.75
Blusenschoner . .
mit imit, Belabegatz , 29.75
1 Damen-
1 Jumper
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Blauschmantel 19.75 1 Damen-
4,75 reine Wolle, gestrickt . 9.75
Kostümrock".
Gabardine-Kleid . 29.75
1 Covercoat-
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Mantel 19.75
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Covercoat-Mantel. . 29.75
1 seidener
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elegand verarbeitet . 19.75
4.75 Trikot-Prinzeßrock . . 9.75
1 Damen-Kostüm
Wolle, bestickt
1 Damen-Kleid
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reinnoll, Stotten 19.75 mit Trese garniert 29.75
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3 m Ia Velour de laine
1 Strickweste f. Damen
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3½ Meter Ia
9.75
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1 hochelegante
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8 Meter
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4 Meter
Samtvelour
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4.75 Pinette, doppelbret .. 9.75 Popeline, reine Weue 19.75 Felzkragen Nolis=
4 Meter
ziege, m. bamasttutter 29,75
2½ Meter
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3 Meter Wollstoft,
9.75 Seidentrikot, 140 cm breit 19.75 1 Zimmerteppich, ea. 160
2 Meter karierten
em breit, 240 em lang 29,75
Lodenstotk, 130 cm breit 4.75 gestreitt, doppelbreit
1 echter
3 Meter
4.75 Kostumstort, 140 em breit 9.75 Nappa-Lederhut ... 19.40 18teppdecke, Loppelte
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Lederhut 19.45 1 Diwandecke zwei=
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[ ][  ][ ]

Rummer 269.
Aus der Landeshauptſitadt.
Darmſtadt, 27. September.
Frei= und Paſſagier=Flüge.
Die Heſſenflieger, Verein für Luftfahrt, Darmſtadt, haben in ihr
Programm zum Deutſchen Luftwettbewerb Darmſtadt 1924 wiederum
Paſſagierflüge aufgenommen, die ſich bereits bei der letzten Veranſtal=
tung
im Juli eines großen Andrangs erfreuten. Die Veranſtalter haben
aber auch das dringende Bedürfnis, möglichſt vielen Freunden des
Flugſports den hohen Genuß eines Fluges zu verſchaffen. Darum
kommen an die Beſucher des Flugplatzes eine Reihe von Freiflügen zur
Verteilung. Die Verteilung der Freiflüge iſt ſo gedacht, daß auf die
Eintrittskarten zum Luftwettbewerb die Freiflüge prozentual verteilt
werden. Es hat alſo jeder, der eine Eintrittskarte löſt, die Möglichkeit,
einen Freiflug zu erhalten. Man hat von einer Verloſung der Freiflüge
Abſtand genommen, weil man durch die Methode der prozentualen Ver=
teilung
viel eher die Möglichkeit hat, einer möglichſt großen Anzahl
von Inhabern von Eintrittskarten einen Freiflug zu gewährleiſten. Das
dürfte nicht ſchwer halten, da die Eintrittspreiſe ſo niedrig gehalten ſind,
daß ſich jeder, der ſich für die Flugveranſtaltungen intereſſiert, dieſen
Preis leiſten kann. Die Preiſe der Plätze betragen 5, 3, 2, 1 und 0,50 .
Wer ſich beizeiten mit Eintrittskarten verſorgen will, der hat dazu Ge=
legenheit
bei den Vorverkaufsſtellen. Intereſſenten finden dieſe in der
heutigen Anzeige.
Die Paſſagierflüge werden mit Ganzmetall=Junkers= Flug=
zeugen
ausgeführt. Dieſes Flugzeug iſt eine bequeme Verkehrsmaſchine,
die dem Reiſenden in geſchloſſener Kabine angenehmen, gegen jede
Witterung geſchützten Aufenthalt bietet. In dem Ganz=Metall=Junkers=
Flugzeug können mit dem Führer 6 Perſonen bequem Platz nehmen.
Das Flugzeug iſt vollſtändig aus Dural=Blech gebaut, völlig regendicht
und feuerſicher. Der 185pferdige Motor verleiht der Maſchine eine
Reiſegeſchwindigkeit von 150 Kilometer in der Stunde, die im Bedarfs=
falle
auf 180 Kilometer pro Stunde geſteigert werden kann. Das Flug=
zeug
hat ſeine Eignung im mehrjährigen Luftverkehr, auf großen Ex=
peditionen
in den Tropen und in den Arktis, ſowie bei internationalen
Konkurrenzen glänzend erwieſen. Ein Paſſagierflug iſt alſo
böllig gefahrlos. Die Paſſagierflüge werden am Sonntag,
Montag und Dienstag über der Bergſtraße und dem Odenwald aus=
geführt
. Der Mitfliegende hat alſo die ſchönſte Gelegenheit, ſich das
herrliche Panorama unſerer näheren Umgebung anzuſehen. Der Preis
für eine Fahrt beträgt nur 18,50 Mark. Karten zu den Paſſagierflügen
ſind bereits im Vorverkauf (ſiehe Anzeige) zu haben, außerdem während
den Flugtagen am Flugſchalter auf dem Flugplatz.
Ernannt wurden: am 19. September der Oberſtudiendirektor am
Gymnaſium zu Worms Guſtav Lauteſchläger zum Oberſtudien=
direktor
des Ludwig=Georgs=Gymnaſium in Darmſtadt mit Wirkung vom
1. Oktober 1924 ab; am 19. September der Polizeiwachtmeiſter auf
Probe Emil Kollmer aus Pforzheim zum Polizeiwachtmeiſter mit
Wirkung vom 1. Oktober 1924 an.
In den Ruheſtand verſetzt wurden: am 8. Auguſt die Lehrerin
an der Volksſchule zu Mainz Clara Werner; am 13. Auguſt der
Lehrer an der Volksſchule zu Mainz Georg Schöpp beide auf ihr
Nachſuchen vom 1. September 1924 ab; am 18. September der Juſtiz=
Oberwachtmeiſter bei dem Amtsgericht Oppenheim Georg Schnell=
bächer
auf Nachſuchen mit Wirkung vom Tage des Dienſtantritts
ſeines Nachfolgers.
Südweſtdeutſche Kunſtausſtellung Darmſtadt 1924. Es wird daran
erinnert, daß der letzte billige Sonntag zum Eintrittsgeld von 50 Pf.
der kommende Sonntag iſt, und der letzte Beſuchstag der Ausſtellung
Dienstag, der 30. September. In dieſer Woche beſuchte das Lehrer=
ſeminar
von Friedberg die Ausſtellung. An Verkäufen iſt hinzugekom=
men
Pellegrini, Radierung von Reinhold Nägele=Stuttgart. v. HI.
Kunſtterein. Die Darmſtädter Kunſtausſtellung, veranſtaltet von
der Deutſchen Kunſtgenoſſenſchaft, kann infolge außerordentlich ſtarker
Beſchickung nicht ſchon Sonntag, den 28. September, ſondern erſt Sonn=
tag
, den 5. Oktober, eröffnet werden.
Qualitätsausſtellung des Heſſiſchen Künſtlerkartells. In die ge=
ſchäftsführende
Ausſtellungskommiſſion wurden die Herren Deppert,
Hallerſtede, Hofferberth, Prof. Kempin, Poſch, Soeder und Fräulein
Stegmaher gewählt und die Geſchäftsleitung als ſolche in die Hände des
Herrn K. H. Ruppel gelegt. Es wird nochmals darauf hingewieſen,
daß in Anbetracht der Kürze der Zeit die Einlieferung der Werke un=
bedingt
in der Zeit vom 2.8. Oktober geſchieht und daß die dafür not=
wendigen
Ausſtellungsbedingungen, ſoweit noch vorrätig, an der Kaſſe
der jetzigen Ausſtellung im ſtädtiſchen Ausſtellungsgebäude erhältlich
ſind. Die Jurierung der Werke findet am 9. Oktober ſtatt.
Bühnenvolksbund. Morgen Sonntag iſt die erſte Vorſtellung der
Miete H, Tannhäuſer Einige wenige Karten beider Mieten können
heute noch bei Chr. Arnold am weißen Turm auch an noch nicht ein=
gezeichnete
Theaterbeſucher abgegeben werden.
Heſſiſcher Beamtenbund. Sonntag, den 28. September, findet in
Darmſtadt der 5. Bundestag des Heſſiſchen Beamtenbundes und am
Abend vorher in der Turnhalle am Woogsplatz ein vom Ortskartell
Darmſtadt des Deutſchen Beamtenbundes zu Ehren der auswärtigen
Gäſte veranſtalteter Begrüßungsabend ſtatt. In eine für die Beamten=
ſchaft
ſchwere Zeit fällt dieſe Tagung, weil ſich das Berufsbeamtentum
in einer wirtſchaftlichen Not befindet, der geſteuert werden muß. Die
Beamtenſchaft will nicht etwa eine Beſſerſtellung vor anderen Berufs=
ſchichten
, ſondern ſie will nur eine Beachtung ihrer dringendſten Lebens=
notwendigkeiten
. Die Beamtenſchaft will verhüten, daß ihr Stand der
Verelendung preisgegeben wird zum Nachteil des ganzen Volkes.
Schauübung der Freiwilligen Sanitäts=Hauptkolonne vom Roten
Kreuz am Oſtbahnhof. Der Uebung liegt der Gedanke zugrunde, daß
auf einer Eiſenbahnſtrecke in der Nähe Darmſtadts ein Eiſenbahnunglück
dadurch entſtanden iſt, daß ein Güterzug mit einem Perſonenzug zu=
ſammengeſtoßen
iſt. Außer Materialſchaden ſind auch etwa 18 bis 20
Reiſende mehr oder weniger ſchwer verletzt worden. Um den Verletz=
ten
die erſte Hilfe angedeihen zu laſſen und ſie abzutransportieren von
der Unglücksſtelle, wird die Freiwillige Sanitäts=Hauptkolonne vom
Roten Kreuz alarmiert. Um ½12 Uhr vormittags trifft der Kolonnen=
führer
auf der Unfallſtelle ein und holt durch Radfahrer die inzwiſchen
alarmierten Züge (erſter, zweiter, dritter vierter Zug Darmſtadt, fünfter
Zug Arheilgen) an die Unfallſtelle heran. Die Mitglieder der Züge
treffen einzeln, wie ſie der Alarm erreicht hat, nacheinander an der
Unfallſtelle ein, teils in Zivil, teils in Uniform. Wieder ein anderer
Teil der Mannſchaften hat die Gerätſchaften (Tragbahren, Verbands=
käſten
Schienen, Räderbahren uſw.) im Depot geholt, auf ein Laſtauto
verladen, und trifft mit dieſem zuſammen auf der Unglücksſtelle raſch ein.
In der Annahme, daß der Eiſenbahnhilfszug eine anderweite Verwen=
dung
gefunden hat, werden die Verletzten von Mannſchaften der Ko=
lonne
aus den beſchädigten Perſonenwagen herausgeladen, die leichter
Verletzten ſofort verbunden, die ſchwerer Verletzten auf Tragbahren nach
einem nahe gelegenen Verbandszelt gebracht und dort verbunden. Wäh=
rend
dieſer Zeit richten zwei andere Abteilungen einen gedeckten und
einen offenen Güterwagen zum Transport der ſchwerer Verletzten her,
ebenſo das vorhandene Laſtauto. Nach Fertigſtellung dieſer Arbeiten
werden die inzwiſchen Verbundenen in die hergerichteten Wagen und
Fahrzeuge eingeladen und mit Begleitmannſchaften abtransportiert.
Durch die Uebung ſoll dem Publikum gezeigt werden, in welcher Weiſe
die Kolonne vom Roten Kreuz bereits ausgebildet und in der Lage iſt,
ſchnelle Hilfe bei allen Unglücksfällen zu gewährleiſten. (Sonntag, vor=
mittags
10½ Uhr.)
Gartenbauverein Darmſtadt. Die Mitglieder werden auf die
Anzeige in heutiger Nummer hingewieſen, wonach die erſte Monatsver=
ſammlung
nach der Sommerpauſe als Generalverſammlung einberufen
wird, da in ihr eine eingehende Erörterung und Beſchlußfaſſung über
die für 1925 projektierte heſſiſche Gartenbau=Ausſtellung ſtattfinden ſoll.
Ein Vortrag über die im Sommer d. J. in Stuttgart abgehaltene große
württemb. Gartenbau=Ausſtellung wird den Abend einleiten. Mit
Rückſicht auf die Wichtigkeit der zu faſſenden Beſchlüſſe iſt ein zahlreicher
Beſuch der Verſammlung am Donnerstag, den 2. Oktober, abends 8 Uhr,
im Fürſtenſaal ſehr erwünſcht, zumal auch an dieſem Abend eine. Aus=
ſtellung
und Prämiierung der von den Mitgliedern ſelbſt gezogenen
Pflanzen und Blumenſtöcke ſtattfinden ſoll. Die hierfür beſtimmten
Topfpflanzen ſind am genannten Tage zwiſchen 4 und 5 Uhr nachmittags
im Fürſtenſaal gegen eine Gebühr von 0,50 Mk. (zur teilweiſen Deckung
der Unkoſten) einzuliefern und nach Schluß der Verſammlung von den
Mitgliedern wieder mitzunehmen. Am Abend ſelbſt erſt eingelieferte
Pflanzen körnen bei der Prämiierung nicht mehr berückſichtigt werden.
Bei der Oberfinanzkafſe werden die den Ruhegehalts= und Warte=
geldempfängern
, ſowie den Hinterbliebenen für Oktober zuſtehenden
Bezüge am Dienskag, den 30. September von 812 Uhr vormittags
ausbezahlt.
Die Bezüge der Staatsbeamten i. R. und Hinterbliebenen von
Staatsbeamten für den Monat Oktober werden bei der Landeshypothe=
kenbank
ausbezahlt an die Berechtigten, deren Familiennamen beginnen
mit den Buchſtaben AK, am Dienstag, den 30. September, LZ am
Mittwoch, den 30. Oktober, jeweils von 8½12½ Uhr. Die an beiden
Tagen Verhinderten können ihre Bezüge noch am Donnerstag, den 2.,
und Freitag, den 3. Oktober, in Empfang nehmen.
Beim Verſorgungsamt findet die Zahlung der Penſionen (nicht
Kriegsbeſthädigtenrenten) am Dienstag, den 30. September, von 10 Uhr
vormittags bis 12½ Uhr nachmittags und von 35 Uhr nachmittags
ſtatt. Die am Mittwoch, den 1. Oktober, nicht abgeholten Penſionen
werden am Donnerstag, den 2. Oktober, koſtenpflichtig zugeſandt.

Samstag, deit 22. September 1924.

Seite 2.

Wochenſpielplan des Heſſiſchen Landestheaters
von Sonntag, den 28. Sept., bis Sonntag, den 5. Oktober.
Großes Haus.
Sonntag: II 1. Anfang 6 Uhr, Ende 10 Uhr: Tannhäuſer.
Preiſe: 1 bis. 10 Mk.
Montag: Geſchloſſen.
Dienstag: A 2. Anfang 7 Uhr, Ende 10½ Uhr: Carmen.
Preiſe: 1 bis 10 Mk.
Mittwoch: K 1. Anfang 7 Uhr, Ende 10½ Uhr: Schwanen=
weiß
. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Donnerst.: C 1, a 1. Anfang 7 Uhr, Ende 10½ Uhr: Leben
Eduards II. von England. Preiſe 0,8 bis 8 Mk.
Freitag: Geſchloſſen.
Samstag: E 2. Anfang 7 Uhr, Ende nach 10 Uhr: Neu ein=
ſtudiert
u. neu inſz.: Der Maskenball 110 Mk.
Sonntag: B 3. Anfang 7 Uhr, Ende 10 Uhr: Der Freiſchütz.
Preiſe 1 bis 10 Mk.
Kleines Haus.
Sonntag: Zuſatzmiete I (1). Anfang 7½ Uhr, Ende 934 Uhr:
Der Floh im Panzerhaus, Preiſe 1 bis 5 Mk.
Montag: Geſchloſſen.
Dienstag: Geſchloſſen.
Mittwoch: Zuſatzmiete VIII ( F 2). Anfang 7½ Uhr, Ende
10 Uhr: Miß Sara Sampſon Preiſe 0,703,50 Mk.
Donnerst.: Zuſatzmiete IV (2). Anfang 7½ Uhr, Ende nach
10 Uhr: Die heimliche Ehe Preiſe 1 bis 5 Mk.
Freitag: Anfang 7½ Uhr, Ende nach 9 Uhr: 1. Beethoven=
Sonatenabend DrummRoſenſtock. Dauerkarte (drei
Abende) für Mieter des Landestheaters 2, 4, 6 Mk.,
für Nichtmieter 2,50, 5, 7 Mk.
Samstag: Zuſatzmiete VI (2). Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhrt
Miß Sara Sampſon Preiſe 0,70 bis 3,50 Mk.
Sonntag: Zuſatzmiete IX ( G 2). Anfang 7½ Uhr, Ende
9½ Uhr: Der Floh im Panzerhaus, 0,804 Mk.
Heſſiſches Landestheater. Als nächſte Erſtauffüh=
rung
des Schauſpiels wird in der erſten Oktober=Hälfte Ernſt
Barlachs Stück Die echten Sedemunds zur Aufführung
gelangen. Die Oper bereitet in der gleichen Zeit die Erſtauffüh=
rung
von Wolf=Ferraris komiſcher Oper Die neugierigen
Frauen vor.
Heſſiſches Landestheater. Im Laufe der Spielzeit 1924/25 wer=
den
vom Orcheſter des Landestheaters 7 Konzerte gegeben, deren erſtes
am Montag, den 13. Oktober, im Großen Haus ſtattfindet. Das Pro=
gramm
des erſten Konzerts (Mozart, Beethoven, Schubert) wird zeit=
gerecht
bekant gegeben werden.

Filmportrag der Heſſiſchen Bilderbühne
Das Werden des Menſchen
Vortragender: Herr Frauenarzt Dr. Klaus Hoffmann aus Darmſiadt
Städtiſcher Saalbau, Montag u. Dienstag, 29. u. 30. September, 6 u. 8 Uhr
Preiſe: 60 Pfg. bis M. 1.80 / Vorverkauf: Verkehrsbüro u. Volkshochſchule
12182 a
Evangeliſche Jugendgemeinſchaft, Darmſtadt. Infolge der gro=
ßen
Nachfrage nach Karten zu der Veranſtaltung am Samstag abend
um 8 Uhr im Ludwig=Georgs=Gymnaſium wird, um eine Ueberfüllung
des Saales zu vermeiden, die gleiche Veranſtaltung mit derſelben Folge
um 6 Uhr gegeben. Es ergeht an die Jugendbünde die Bitte, möglichſt
alle zu der Feier um 6 Uhr zu kommen, damit der Saal nicht zu über=
füllt
wird.
Turneriſche und ſportliche Vorführungen finden am Sonntag, den
28. Septmber, nachmittags 3½ Uhr, im Saalbau unter freundl. Mit=
wirkung
der Darmſtädter Turnerſchaft, des hieſigen Fechtklubs und des
Velocipedklubs ſtatt, deren Reinerlös den wohltätigen Zwecken des
Roten Kreuzes zufließt. Die Vorführungsfolge, 18 Nummern umfaſſend,
iſt wirkungsvoll zuſammengeſtellt und ſo abwechſlungsreich, wie ſie ſelbſt
in Darmſtadt ſelten geboten wird, ſodaß wir den Beſuch der Veranſtal=
tung
beſtens empfehlen können. Eine reichhaltige Tombola, für die
die Darmſtädter Geſchäftswelt in dankenswerter Weiſe ſchöne, z. T. wert=
volle
Gaben beiſteuerte, wird vielen Freude bereiten.
Turngemeinde Befſungen 1865 e. V. Darmſtadt. Man ſchreibt
uns: Die erſte Nummer der Monatsſchrift der T. G. B. 1865 iſt erſchienen
und wohl im Beſitz eines jeden Mitgliedes gekommen. Aus dieſer
Nummer iſt zu erſehen, daß Männer an der Arbeit ſind, die keine Mühe
ſcheuen, die Mitglieder auf ihre altangeſtammte T. G. B. aufmerkſma zu
machen. Wir müſſen ſoweit kommen, daß die T. G. B. wieder das iſt,
was ſie vor dem Kriege war. Um dieſes Ziel zu erreichen, iſt es un=
bedingt
erforderlich, daß jedermann nach ſeiner Art mithilft, um dies
zu verwirklichen. Den erſten glücklichen Griff hierzu haben die älteren
Turner getan, indem ſie Samstags abends pünktlich um 8½ Uhr zum
Turnen und zur Aneiferung der Jugend erſcheinen. Kommt, ihr viele
noch abſeits Stehende, ſeht was gearbeitet wird, gar mancher von euch
wird wieder den Weg zum Turnhauſe zur Mitarbeit finden. Die
T. G. B. braucht Männer. Der Turnbetrieb hat ſich ganz weſentlich
gehoben, nur fehlen immer noch die Jugendlichen (Zöglinge). Es müßte
doch bei geeigneter Werbetätigkeit zu erreichen ſein, daß die Eltern im
Südviertel unſerer Stadt uns ihre ſchulentlaſſenen Mädchen und Jungen
zum Turnen ſchicken zum Wohle der Jugend ſelbſt. Daß auf ſtrenge
Ordnung gehalten wird, bedarf weiter keiner Erwähnung, denn Unter=
ordnung
unter einen ſtarken Willen muß ſein. Bei der T. G. B. wird
neben der Turnerei das Spiel (Hand= und Fauſtball), Leichtathletik,
Schwimmen und das Wandern gepflegt. Es dürfte ſomit für jeden Ge=
legenheit
geboten ſein, ſich nach eigenem Ermeſſen zu betätigen. Ferner
muß nochmals darauf hingewieſen werden, daß wieder regelmäßig
(Kneipe) ſtattfindet. Hierbei iſt die beſte Gelegenheit, ſich gegenſeitig
auszuſprechen, ſich näher kennen und ſchätzen zu lernen. Nun zu etwas
anderem: Am Sonntag, den 28. September I. J., nachmittags 3 Uhr iſt
die 1. Turner=Riege (Kunſtfreiübungen) und die 1. Frauen=Riege
(Barren) bei der Veranſtaltung des Roten Kreuzes im Saalbau ver=
pflichtet
. Es wäre zu wünſchen, wenn recht viel Turner und Turne=
rinnen
, gerade wegen der turneriſchen Vorführungen der Veranſtaltung
beiwohnen würde. Karten hierfür ſind an der Saalbaukaſſe zu haben.
Die Wanderabteilung ruft ebenfalls am Sonntag, den 28. September
zur 6. Wanderung. Diesmal führt der Wanderwart Weygandt, und zwar
geht es von Darmſtadt Himmelsleiter Frankenſtein Tannenberg
Ober=BeerbachEberſtadtDarmſtadt. Die Marſchzeit beträgt 7 Std.
Nuckſackverpflegung iſt vorgeſehen. Die Teilnehmer treffen ſich am Sonn=
tag
früh am Südausgang des Beſſunger Herrngartens. Abmarſch
pünktlich um 7 Uhr vormittags. Alle Wanderluſtige ſind herzlich will=
kommen
.
* Turngemeinde Darmſtadt 1846. Am nächſten Sonntag, nachmittag,
findet im Saalbau zum Beſten des Roten Kreuzes eine Turn= und Sport=
veranſtaltung
ſtatt, wobei auch unſere Abteilungen mitwirken. Wir bitten
unſere Mitglieder, auch ihrerſeits durch zahlreichen Beſuch den guten
Zweck unterſtützen zu helfen.
Die Wanderabteilung der Turgemeinde 1846 unternimmt am
nächſten Sonntag, eine Wanderung über den Breiten Stein, Neutſch nach
Oberbeerbach; um hier mit der Wanderabteilung der Turngemeinde
Worms zuſammenzutreffen. Von Ober=Beerbach, gemeinſame Wande=
rung
über den Frankenſtein nach Eberſtadt, woſelbſt gemütliches Zu=
ſammenſein
bis zur Abfahrt der Wormſer Turnſchweſtern und Brüder,
vorausſichtlich im Darmſtädter Hof, ſtattfindet. Alle Turnerinnen und
Turner, auch Gäſte, welche mit dabei waren, werden ſich gewiß noch den
ſchönen Stunden bei den früheren Wanderungen, welche wir mit unſeren
lieben Wormſern gemeinſam ausführten, erinnern. Möge dieſe Erinne=
rung
dazu beitragen, daß die Beteiligung an obiger Wanderung von
ſeiten der Turngemeindemitglieder eine recht große werden möge, um
die herzliche Freundſchaft, welche wir der Wanderabteilung der Turn=
gemeinde
Worms ſtets entgegengebracht haben, nach ſo langer Trennung
aufs Neue wieder zu beweiſen. Der Abmarſch findet bei Ruckſackver=
pflegung
pünktlich um 7½ Uhr vom Tierbrunnen am alten Friedhof
aus ſtatt. Gäſte ſind ekenfalls wieder herzlich willkommen.
* Mit 75 Jahren noch aktiver Turner. Herr Stabsquartiermeiſter
i. R., Ph. Landzettel, feiert heute ſeinen 7 5. Geburstag. Er
gehört der Altersabteilung der Turngemeinde Darmſtadt 1846 an, wo=
ſelbſt
er neben Wandern und Schwimmen zweimal die Woche in ſeltener
Kraft regelmäßig an den Turnübungen teil nimmt. Seine körperliche
und geiſtige Friſche verdankt er zum großen Teil geregelter Leibes=
übungen
, die er im Kreiſe Gleichgeſinnter in der Turngemeinde pflegt.
Gehören doch zu der Altersabteilung mehrere Mitglieder, die das
70. Lebensjahr überſchritten haben. Ein Beweis dafür, wie das Turnen
bis ins hohe Lebensalter hinein den Menſchen jung und lebensfriſch
erhält. Möge dem Senior der Darmſtädter aktiven Turner das Glück
beſchieden ſein, noch recht lange, in derſelben Friſche und dem gleichen
turneriſchen Geiſte, zum Vorbild der Jugend, und zu ſeinem eigenen
Nutzen ſich turneriſch betätigen zu können. Gut=Heil!

* Ueber den Großſchiffahrtsweg Rhein=Main=Donau
ſprach der 1. Vorſitzende des Bayernvereins, Herr Ritter am Don=
nerstag
abend im Konkordiaſaal. Im Allgemeinintereſſe iſt dem Bayern=
verein
ſehr zu danken, daß er derartige belehrende Vorträge der Allge=
meinheit
zugänglich macht und es iſt ſehr zu bedauern, daß der ſchwach=
beſuchte
Vortrag von einem nur geringen Intereſſe der Oeffentlichkeit für
ein Projekt zeugt, das für unſer Vaterland eine enorme Bedeutung hat.
Nach einer kurzen Begrüßung führte Herr Ritter etwa folgendes aus:
Der Rhein=Main=Donau=Kanal verbindet nach ſeiner Vollendung die
Nordſee mit dem Schwarzen Meer. Die hohe kulturelle Aufgabe dieſer
Waſſerverbindung iſt ſchon vor tauſend Jahren erkannt worden, der Ge=
danke
eines Baues alſo keineswegs neu. Schon 793 wollte Karl der
Große eine Verbindung des Mains mit der Donau bauen, die nur an
den techniſchen Schwierigkeiten ſcheiterte. Im 17., 18. und 19. Jahrhun=
dert
waren es franzöſiſche Kaufleute, die immer wieder auf die Notwen=
digkeit
einer derartigen Waſſerſtraße hinwieſen, und der Bayernkönig
Ludwig I. ließ ſich 1830 einen diesbezüglichen Entwurf vorlegen, ſo daß
ſchon 1836 mit dem Bau des Donau=Ludwig=Main=Kanals begonnen
wurde. Daß dieſer Kanal keine größere Bedeutung haben konnte, er=
klärte
ſich aus der ungenügenden Tiefe, die ſtellenweiſe nur 90 Zentimeter
betrug, für große Schiffe alſo unfahrbar wurde und durch den Eiſen=
bahnverkehr
bald verdrängt wurde. Trotzdem war der Anſtoß zur Wei=
terbildung
dieſes Projekts gegeben; ein vor etwa 30 Jahren mit 325 Mit=
gliedern
gegründeter Donau=Rhein=Kanal=Verein, der in kurzer Zeit
2000 Mitglieder zählte, beſchäftigte ſich mit dem Bauplan, konnte nach
zirka 20 Jahren im Jahre 1912 die Zuſtimmung der beiden bayeriſchen
Regierungshäuſer erhalten und nach weiteren 10 Jahren im Frühjahr
1922 mit dem Bau beginnen. Der Redner führte nun den Vorteil für die
durch den Kanal berührten Städte an, das Aufblühen des Handels und
Verkehrs, insbeſondere in Mainz, Frankfurt, Aſchaffenburg, Bamberg,
Nürnberg bis Paſſau. Die äußerſt günſtigen Frachtverhältniſſe waren
mit genau berechneten Zahlen veranſchaulicht und die unbedingte Renta=
bilität
des fertigen Kanals dokumentiert. Wir erfahren, welch ungeheuere
Anforderungen an die Technik geſtellt werden, welche Schwierigkeiten
beim Bau dieſes Rieſenkanals überwunden werden müſſen. Wenn wir
bedenken, daß bei Bamberg eine Mainbrücke 150 Meter talabwärts ver=
ſchoben
werden mußte und dieſe Arbeit mit zwei Schiffen und hydrau=
lichen
Preſſen in einem Tag geleiſtet wurde, können wir den Fortſchritt
des Kanalbaus trotz aller Schwierigkeiten als geſichert betrachten. Die
Durchſchiffung des Kanals wird durch Schleuſen ermöglicht, der Waſſer=
bedarf
, der bei einem 5=Millionen=Tonnen=Verkehr zirka 25 Kubikmeter
in der Sekunde erfordert, wird durch Kanäle gedeckt. Eine beſondere
Schwierigkeit bot nur die Waſſerbeſchaffung am Fränkiſchen Jura, wo
man einen 95 Kilometer langen Verbindungskanal mit dem Lech herſtel=
len
mußte und einen mittleren Verkehr bei eventueller Unterbindung
dieſer Waſſerzufuhr durch Staubecken für ſechs bis acht Tage aufrecht
erhalten kann. Die Bau=, Betriebs= und Unterhaltungskoſten waren für
1914 berechnet und betrugen für den Bau 533 Millionen Mark, für jähr=
liche
Unterhaltung etwa 3,5 Millionen Mark (ohne Zinſen), die Betriebs=
koſten
ſollen aber durch den Schiffahrtsverkehr gedeckt werden, ſind aber
ſicher gedeckt durch die Einnahmen der an der Schiffahrtsſtraße liegenden
33 elektriſchen Kraftwerke. (Von dieſen liegen 18 am Main, 12 am Kanal.
und 3 an der Donau.) Man hat eine Frachterſparnis von 52 Millionen
Mark bei einem Verkehr von zirka 10 Millionen Tonnen errechnet, ganz
abgeſehen von dem wirklichen volkswirtſchaftlichen Nutzen, der durch
Hebung der Weltwirtſchaft und der Steuerkraft der einzelnen Länder
noch ganz unberechenbar groß ſein wird. Der Redner hebt dann die
ſpezielle Bedeutung des Kanals für Bayern hervor und führt einige Wert=
urteile
namhafter Perſönlichkeiten an, die alle darin einig ſind, daß dieſer
Kanal eine Notwendigkeit nicht nur für Deutſchland, ſondern für ganz
Europa iſt. Der vormalige Reichskanzler Dr. Wirth weiſt in ſeiner Be=
urteilung
noch beſonders darauf hin, daß dieſes Werk, das größte der
Gegenwart, neben ſeiner Bedeutung für Handel und Induſtrie das Sym=
bol
inniger Verbindung zwiſchen Nord und Süd iſt. Der Kanal, der in
10 bis 15 Jahren, alſo 1930, nach menſchlicher Berechnung beendet ſein
dürfte, wird die Bemühungen der 1921/22 mit 900 Millionen Mark ge=
gründeten
Rhein=Main=Donau=A. G. mit Erfolg krönen und die Berech=
tigung
und Notwendigkeit dieſer Anlage beweiſen.
Das Schloßmuſeum iſt geöffnet: Samstag, Nachmittags=Führung
½4 und 4 Uhr; Sonntag, Vormittags=Führung 10, ½11 und 11 Uhr.
Nähſchule. In den Mitteilungen über die Errichtung einer
Nähſchule in der Johannesgemeinde iſt ein Irrtum unterlaufen. Es
finden wöchentlich an 5 Tagen die Unterrichtsſtunden ſtatt, dem=
entſprechend
iſt auch der wöchentliche Preis mit 1,20 Mark an=
geſetzt
.
Da aus Anlaß der Meſſe am Sonntag, den 28. September, für die
Stadt ein geſteigerter örtlicher Geſchäftsverkehr zu erwarten iſt, weiſen
wir darauf hin, daß für dieſen Tag eine Vermehrung der
Beſchäftigungs= und Verkaufszeiten nach der Bekannt=
machung
des Kreisamts Darmſtadt vom 3. November 1919 und 12. Okto=
ber
1922, betreffend Sonntagsruhe im Bezirk der Stadt Darmſtadt, zu=
gelaſſen
iſt.
Zechbetrüger. Ein hieſiger Techniker macht in letzter Zeit viele
Gaſthäuſer unſicher, indem er nach größeren Zechgelagen in einem gün=
ſtigen
Augenblick, ohne bezahlt zu haben, verſchwindet. Seine Feſtnahme
war bis jetzt nicht möglich, weshalb größte Vorſicht geboten und im Be=
tretungsfalle
Benachrichtigung der Kriminalpolizei erforderlich erſcheint.
Geſchädigte, die noch keine Anzeige erſtattet haben, wollen dies um=
gehend
tun.
* Unfall. Geſtern nachmittag verunglückte in der Backofenſchneiſe
ein junger Mann mit ſeinem Rad und erlitt einen rechten Unterſchenkel=
bruch
. Derſelbe wurde durch die Sanitätswache Schützenſtraße mittels
Auto nach dem Städt. Krankenhaus verbracht.
Lokale Veranſtaltungen.
Die blerunfer erſchelnenden Netizen ſind ausſchſießlich als Hinweiſe auf Anzelgen zu betrachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
Im Hotel Schmitz, Rheinſtraße 50, findet am Samstag und
Sonntag Künſtlerkonzert ſtatt. (S. Anz.)
Eine Ausſtellung für Damen mit Vorführung und
Beratung durch eine ärztlich ausgebildete Vertreterin über die bewähr=
teſten
Hilfsmittel zum Erhalten und Wiederherſtellen der Schlankheit,
Schönheit, Geſundheit der Frau veranſtalten auch in unſerer Stadt die
bekannten Thalyſia=Werke, Leipzig=Con. 81. Wer am Beſuch verhin=
dert
iſt, kann ſich von dort aufklärende Druckſachen koſtenlos kommen
laſſen. Näheres im Anzeigenteil.
Verein der Offiziere des Großh. Heſſ. Inf.=
Leibg.=Regts. 115. Die Vereinigung früherer Leibgardiſten lädt
zu ihrem am Samstag, den 4. Oktober, im Saalbau ſtattfindenden Fami=
lienabend
ein und hofft auf eine recht zahlreiche Beteiligung ſeitens der
Herren Offiziere, Vergl. auch heutige Anzeige.
Aus den Parteien.
Deutſche Volkspartei. Unſere Mitglieder ſeien nochmals
an die bereits angekündigte Mitgliederverſammlung erinnert, die am
Montag, den 29. September, im Gaſthof Prinz Karl (Ecke Schul=
und Karlſtraße) ſtattfindet. Auf der Tagesordnung ſtehen: 1. die Vor=
nahme
der ſatzungsmäßigen Wahlen und 2. ein Vortrag von Herrn
Dr. Hollatz über: Goethes politiſche Weisheit
Deutſchnationaler Frauenausſchuß. Am Donners=
tag
, den 2. Oktober, nachmittags findet im Gelben Saal bei Sitte unſere
monatliche geſellige Zuſammenkunft ſtatt, bei der Frl. Anna Ethel
rezitieren und Frl. Hilde Groß ſingen wird.

Parlamentariſches.

Der Finanzausſchuß ſetzte geſtern im weſentlichen die Be=
ratungen
der Vorſtellungen und Anträge fort. Eine
Vorſtellung des Verbandes der Verwaltungs= und Juſtizſekretäre,
in die Gruppe 7 befördert zu werden, wurde nach dem Antrag
des Berichterſtatters der Regierung zur Berückſichtigung überwieſen.
Die Vorſtellung H. Mink in Darmſtadt um Uebertragung der Heizung
im Landtagsgebäude wurde in dieſer Form abgelehnt, jedoch ſoll den
Wünſchen des Geſuchſtellers in anderer Form Rechnung getragen wer=
den
. Der Antrag des Abg. Schreiber und Gen., betr. die Neufeſtſetzung
der Miete für Beamtenwohnungen, wurde für erledigt erklärt, nachdem
die Regierung ſeit der Stellung dieſes Antrags in deſſen Sinne tätig
geweſen iſt. Der Antrag des Abg. Reiber, betr, das Losholz aus den
Staatswaldungen, führte zu einer intereſſanten Debatte. Trotzdem die
Zahl der Losholzbezieher in den 132 Gemeinden Oberheſſens, in denen
ſolches verabfolgt wird, durch Zuzug ſtändig wächſt, ſo daß die Zahl der
Bezieher nach den eigenen Angaben der Regierung ſeit 1913 um 50 Pro=
zent
geſtiegen iſt, erklärt die Regierung, daß die Ausdehnung des Los=
holzbezuges
auf die paar Beamten, Lehrer und Aerzte in den genannten
Orten nicht zu verantworten ſei, und das, obwohl jeder in einer Ge=
meinde
Zuziehende, ſelbſt wenn er der vermögendſte Mann iſt, dieſes
Losholz ohne weiteres zu außerordentlich billigem Preiſe erhält. Der
Antrag wurde gegen die Stimmen der Linken und des Antragſtellers
abgelehnt. Annahme fanden drei Regierungsvorlagen, die Bad Nau=
heim
, Bad Salzhauſen und Wölfersheim zum Gegenſtand hatten. Für
Bauausführungen und Inſtandſetzung der techniſchen Anlagen in Bad
Nauheim wurden 391 500 Mk., für den Ausbau des Kraftwerkes Wölfers=
heim
und der Braunkohlenwerke 27 000 Mk. und für bauliche Arbeiten
in Salzhauſen 78 500 Mk. bewilligt. Fortſetzung Dienstag.

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Samstag, dent 22. September 1924.

Rummer 269.

Aus Heſſen.

* II. Eberſtadt, 26. Sept. Gemeinderatsbericht. Die Sitzung
wurde von dem Beigeordneten Flick geleitet. Der Gebührentarif für
die Gemeinde=Brücken= und =Viehwage wird ab 1. Oktober 1924 wie folgt
feſtgeſetzt: a) Brückenwage: 1. Fuhrwerke mit Ladungen aller Art 5 Pfg.
per 100 Kg., Mindeſtgebühr 30 Pfg., 2. Autos mit Ladungen aller Art
10 Pfg. per 100 Kg., Mindeſtgebühr 60 Pfg.; b) Viehwage: 1. Für ein
Stück Großvieh 60 Pfg., 2. für ein Stück Kleinvieh 30 Pfg. Die Ver=
gütung
des Wiegemeiſters ſoll nach wie vor 30 Prozent der wirklich ver=
einnahmten
Wiegegebühren betragen. Den Geſuchen des Georg Heil 4.,
Ludw. Hechler 2. Wwe., Konrad Bernhardt und Georg Klinger um Be=
willigung
des ſtaatlichen und gemeindlichen Bauzuſchuſſes aus Mitteln
des Rechnungsjahres 1925 wird ſtattgegeben. Das Geſuch des Fritz Wei=
zenmüller
um Kanaliſierung der Schulſtraße wird abgelehnt, da man
dieſe nicht für unbedingt nötig erachtet. Die Einführung elektriſcher
Beleuchtung in den Schulen ſoll erſt im nächſten Jahre erfolgen. Der
Kredit hierfür ſoll in den nächſtjährigen Voranſchlag eingeſtellt werden.
Dagegen ſoll die Gasbeleuchtung im Schulhofe alsbald durch elektriſche
Beleuchtung erſetzt werden. Der Kredit für die Beſchaffung von Fuß=
bodenöl
für das Oelen der Schulräume entſprechend dem Antrage des
Schulvorſtandes wird genehmigt. Die Ausführung der Arbeiten für die
Legung der elektriſchen Lichtleitung im Wachtlokal wird dem Karl Wolf
als Wenigſtnehmenden übertragen. Die Ausführung der Spenglerarbeit
an dem Geräteſchuppen beim Gemeindewaſſerwerk erhält Philipp Kehrer
zum Angebotspreiſe. Einer Vorſtellung der Feldſchützen bezüglich der
Beſchaffung waſſerdichter Umhänge entſprechend wird ſtattgegeben. Es
werden 5 Umhänge einmalig und ausnahmsweiſe beſchafft und die Koſten
gemäß den amtlichen Richtlinien zu /s auf die Gemeindekaſſe übernom=
men
, während 2/s die Feldſchützen ſelbſt zu tragen haben. Zur beſſeren
Ueberwachung der Fahrtgeſchwindigkeiten der Kraftfahrzeuge, ſoll eine
Stoppuhr für die Polizei beſchafft werden. Für das Konzeſſionsgeſuch
des Leopold Götze zu Höchſt a. M. (Gaſthaus Zur Traube) wird die
Bedürfnisfrage in geheimer Abſtimmung mit 11 gegen 6 Stimmen be=
jaht
. Die Eingabe des Gaſtwirtevereins Eberſtadt gegen die beantragte
Konzeſſion des Vorgenannten wird für erledigt erklärt. Der vom Lan=
desamt
für das Bildungsweſen vorgeſchlagenen Anſtellung der Gewerbe=
lehrer
Perth und Rodemer erhebt der Gemeinderat keine Bedenken.
Dem Ortsausſchuß für Volksbildung und Jugendpflege wird auf Antrag
ein Zuſchuß von 200 Mk. biwilligt. Die Heag beabſichtigt, von der
Transformatorenſtation Eberſtadt aus durch das Villenviertel nach der
Duncanſchule eine Niederſpannungs=Freileitung zu errichten, wozu die
Abholzung eines Streifens Gemeindewaldung erforderlich iſt. Der Vor=
lage
wird zugeſtimmt. Der Antrag des Ortsausſchuſſes für Leibes=
übungen
um Beſchaffung von Vorhängen für den Turnſaal findet Ge=
nehmigung
. Die Beſchwerde des Heinrich Claus und Prof. Mirus, be=
treffend
Plakatanſchlag, wird anerkannt. Es wird beſchloſſen, gegen Per=
ſonen
, welche Plakatanſchläge beſchädigen und entfernen, polizeilich ein=
zuſchreiten
und zur Anzeige zu bringen. In geheimer Sitzung: Wohl=
fahrtsangelegenheiten
.
* Roßdorf, 26. Sept. Sonntag abend findet im Gemeinſchaftsſaal,
Bahnhofſtraße, ein Evangeliſationsvortrag über das Thema:
Erwählung und Beſtimmung ſtatt. Redner: Herr Gaiſer, Darmſtadt.
R. Zwingenberg a. B., 25. Sept. Ochſenjagd auf den Eiſen=
bahnſchienen
. Eine für die Zuſchauer höchſt beluſtigende, aber für
die Beteiligten weniger angenehme Ochſenjagd fand hier dieſer Tage
ſtatt. Abends war aus einem Viehwagen Vieh aus Mannheim hier aus=
geladen
worden. Als nun durch einen vorüberfahrenden Schnellzug die
Tiere beunruhigt wurden, ergriff eines der Tiere, ein junger Ochſe voll
feurigen Bluts, die Flucht und ſtürmte auf das Bahngleiſe und hinter
dem Schnellzug her. Hinter ihm jagten die mit ſeiner Ausladung Be=
ſchäftigten
her in der Richtung auf die Station Hähnlein. Endlich ſah
der Ochſe ein, daß der Schnellzug doch beſſer laufen konnte, und gab ſeine
Verfolgung auf. Er ließ ſich aber auch jetzt noch nicht fangen, ſondern
jagte ortseinwärts. Dort geriet er in einen Bauernhof und fiel in der
Dunkelheit in eine Dunggrube. Im letzten Moment, bevor er ſein bei
den heutigen Viehpreiſen recht koſtbares Leben beinahe ausgehaucht hätte,
gelang es, den nur mit dem Kopf herausguchkenden Vierbeiner zu ret=
ten
. Die Jagd hatte eine Menge Zuſchauer herangelockt.
R. Zwingenberg, 25. Sept. Zu dem Brand des Nickelſchen
Werkes wird noch gemeldet, daß die Bekämpfung des Feuers ſich ſehr
ſchwierig geſtaltete, zumal die Hydkanten in der Dunkelheit nur mit
Mühe gefunden werden konnten. Ein Glück war es, daß der Wind von
Südweſten kam, ſodaß es gelang, wenigſtens die Wohnräume zu halten,
die bereits geräumt waren. Beſonderes Lob verdient ein Feuerwehr=
mann
, der unter großer Gefahr die Motoranlagen zu retten verſuchte.
Die große Schnelligkeit, mit der das Feuer um ſich griff, machte eine
Rettung der eigentlichen Werkſtätte ausſichtslos. Das Feuer fand auch
in den Spänen und ſonſtigen Holzvorräten reiche Nahrung. In der
ſpäten Nachtſtunde griff das Feuer nochmals um ſich, konnte aber ein=
gedämmt
werden. Als die auswärtigen Wehren kamen, war nicht mehr
viel zu retten. Die Werkſtätte Nickels war erſt vor kurzer Zeit erwei=
tert
worden.
* Aus dem Kreiſe Heppenheim, 25. Sept. Schutz für Sonn=
tagsruhe
. Es iſt eine bekannte Tatſache, daß die Sonntagsruhe und
der Sonntagsgottesdienſt vielfach geſtört werden durch Feſtlichkeiten, Um=
züge
, durch Ausflüge von Vereinen mit Muſik und Gefang und andere
Darbietungen. Das Kreisamt weiſt deswegen die Polizeiorgane an, die=
ſer
Ungehörigkeit und dieſem Unfuge mit aller Schärfe entgegenzutreten
und Ueberſchreitungen unnachſichtlich zur Anzeige zu bringen.
* Mörlenbach, 25. Sept. Die Hauptverſammlung des Landwirtſchaft=
lichen
Bezirksvereins Heppenheim findet am Sonntag, den 28. d. Mts.,
nachm. 2 Uhr, im Gaſthaus zum Schützenhof hier ſtatt. Landwirtſchafts=
lehrer
Dr. Schül wird dabei einen Vortrag halten über: Bereitung
und Behandlung der Obſtweine.
* Hirſchhorn, 25. Sept. Verunglückt. Der Arbeiter Joſ. Ehret
ſtürzte beim Brechen von Obſt vom Baume und war ſofort tot. Der Ver=
ſtorbene
hinterläßt eine Witwe, deren erſter Mann im Kriege fiel, und
drei unmündige Kinder im Alter von 3, 8 und 13 Jahren. Die ganze
Gemeinde nimmt aufrichtige Teilnahme an dem betrübenden Trauerfalle.

* Mainzer Stadttheater.
Freitag, den 26. September.
Uraufführung:
Alexander.
Schauſpiel von Gerhard Halm.
Ein allgemein menſchlicher Konflikt im Rahmen eines ge=
ſchichtlichen
Schauſpiels!
Wenn der Vorhang der Bühne ſich hebt, zeigen ſich ſchon
äußerlich die Pole, zwiſchen denen die Handlung ſich abſpielt.
Alexander der Große zieht nach ſiegreichem Kampfe in
die Stadt der Perſer ein. Im Feſtſaal hat die Leibwache Auf=
ſtellung
genommen; auf der einen Seite die Mazedonier, ernſt,
verſchloſſen, erzgeſchient, auf der anderen Seite die Perſer, weich,
in reich geſtickten Gewändern mit verzierten Waffen. Alexander
erſcheint in vollem Königsſchmuck, umdrängt von perſiſchen Höf=
lingen
, zur Seite Spitamenes, ſein neuer perſiſcher Günſt=
ling
, während Klitus ſein mazedoniſcher Waffengefährte,
ſtill=beſcheiden zu den Mazedoniern tritt.
Zwiſchen dieſen drei Perſönlichkeiten ſpielt das Drama ſich
ab. Alexander, der geborene Herrenmenſch, aber berauſcht von
dem Erfolge ſeiner Siege, umſchmeichelt von der Schaar der per=
ſiſchen
Höflinge, fühlt ſich als Sohn des Jupiter Ammon, und
es reizt ihn, bei der bevorſtehenden Siegesfeier als Gott ſich

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anbeten zu laſſen. Spitamenes, eine Sklavennatur, ſchmeichelt
dem Wahn des Königs; er fühlt inſtinktiv, daß er eines Herren=
menſchen
, wie Alexander es iſt, zu ſeiner Ergänzung bedarf. Er
iſt bereit, dem König bei der Siegesfeier die Tiara, das göttliche
Zeichen, zu reichen.
Klitus, der Mazedonier=Oberſt, in dem des Königs beſſeres
Teil ſich verkörpert, ſieht ſchmerzlich, wie Alexander unter dem
Einfluß der Perſer ſein Weſen verändert. Er führt ernſte Zwie=
ſprache
mit dem König; Alexander, in Wut, entreißt ihm das
Schwert, droht ihm mit dem Tode. Doch Klitus bäumt ſich nicht
auf, ſondern bekennt müde verzweifelnd und doch überlegen;
In fernen Welten draußen
Durchziehen Sonnen ruhig ihre Bahn,
Kometen ſchweifen und Planeten kreiſen:
Da ſtirbt ein Menſch im All. Was liegt daran?
Von ſolcher Größe überwältigt, kniet Alexander vor Klitus
nieder und bittet ihn, die Freundſchaft ihm zu erhalten.
Doch bald überkommt den König ein Gefühl der Scham, daß
er ſein Innerſtes vor Klitus offenbart und ſich vor ihm erniedrigt
hat. Bei der Siegesfeier entzündet ſich unter der lauten Ver=
ehrung
des Volkes, von neuem des Königs herriſcher Sinn;
Spitamenes betet den König als Gott an und reicht ihm ein
purpurnes Diadem, die Tiara, die Alexander auf das Haupt ſich
ſetzt. Alle knien nieder; ſelbſt die Mazedonier geben dem Befehl
des Königs nach und fallen zur Erde: nur Klitus verweigert die
göttliche Anbetung, traurig und klar verkündend: Er iſt ein
Menſch wie wir und unſeres menſchlichſten Mit=
leids
würdig! Berauſcht von ſeinem Königtum, maßlos
gereizt durch dieſe Worte ſtößt Alexander ſeinem einzigen
Freunde das Schwert in die Bruſt.
Der König findet ſich ſelbſt wieder; erſchüttert geſteht er:
Klitus, Klitus, Freund!
Schickſt du mir ſolche Männer noch im Tode
Zu Freunden, welch’ ein Mann, ein Freund
Mußt du geweſen ſein!
Gereinigt und befreit geht Alexander aus dem inneren
Kampfe hervor.

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Furchtbar und doch ſegensvoll zugleich iſt das Erwachen des
Königs aus der Verblendung. Ein Verſuch des Spitamenes,
den toten Klitus als Gottesfrevler zu ſtempeln, mißlingt; Spita=
menes
wirft die Maske ab und bekennt ſich als Spieler nur, der
nie an Alexanders Gottheit geglaubt hat. Der Tapferſte der Maze=
donier
aber erbietet ſich, bei der Todesfeier für Klitus die Fackel
in die Totenkammer zu ſchleudern und ſich im Tode dem
Freunde zu orfern.
Die Aufführung des Schauſpiels machte dem Mainzer Stadt=
theater
alle Ehre. Der Inſzenierung lag der Gedanke der Mün=
chener
Shakeſpeare=Bühne zugrunde. Eine von Wilhelm Hul=
ler
entworfene Feſthalle mit Vorder= und Oberbühne bildet die
Szene für ſämtliche Aufzüge. Durch wechſelnde Beleuchtung gab
Paul Peterſz jeden Aufzug in einem eigenen Rahmen. Die
weite Bühne des perſiſchen Himmels begleitete Alexanders Ein=
zug
im erſten Akt; ein düſteres Rot leuchtete über der tragiſchen
Siegfried=Feier, die in Klitus' Tod ausklingt. Mit Geſchick war
dieſe Szene zu einem dramatiſchen Höhepunkt geſteigert.
Die Rolle des Alexanders bietet der Darſtellung eine große
und ſchwierige Aufgabe. Walter Bäuerle verſtand es, die
innere Wandlung des Königs, den Uebergang von Wut und
Reue glaubhaft wiederzugeben, wenn auch die letzte Größe ſeiner
Geſtalt noch fernblieb.
Einen ſcharfen und feſſelnden Umriß erhielt die Perſönlich=
keit
des Klitus durch Karl Robert Schäfer. Mit guten ſchau=
ſpieleriſchen
Mitteln, einer vollen tragfähigen Stimme und einem
ſchönen klaren Profil verſtand der Künſtler eine prächtige Friſche
und Urwüchſigkeit der Empfindung, die den mazedoniſchen
Führer zu überzeugendem Leben erſtehen ließ.
Als Spitamenes vermied Max Wallen mit Recht die
ſcharfen Züge des Intriganten und zeichnete in dem Perſer in
erſter Linie den ſchwächlichen, ſchmeichleriſchen Höfling. Unter
den mazedoniſchen Kriegern fiel Karl Lindt durch ausdrucks=
volles
Spiel auf.
Das ausverkaufte Haus wurde von der packenden Handlung
ſichtlich gefeſſelt und rief den Dichter, wie die Darſteller zum
Schluß mit lebhaftem Beifall wiederholt an die Rampe. Z.
Mord in Gießen.
Gießen, 26. Sept. Wie uns ſoeben telephoniſch mitgeteilt
wird, fand geſtern auf Verankaſſung der Staatsanwaltſchaft in
Gießen eine Streife durch die Umgegend von Bellersheim durch
Gendarmerie und Schutzpolizei nach der Leiche der ſeit 14 Tagen
verſchwundenen Eliſabeth Wirth ſtatt. Nach längerem Suchen
wurde die Leiche in einem alte nSteinbruch aufgefunden. Die
Leiche wies einen Stich am Halſe und andere Verletzungen auf.
Sie war mit Steinen, Erde und Schutt bedeckt. Der des Mordes
verdächtige Adolph Steul iſt verſchwunden und konnte noch nicht
ermittelt werden.
* Gießen, 24. Sept. Der heutige Gießener Pferdemarkt hatte
unter dem Regenwetter außerordentlich zu leiden. Die Zahl der Beſucher
war nicht ſo groß wie ſonſt. Der Geſchäftsgang war als flau, ja ſogar
als ſchlecht zu bezeichnen. Die Kaufluſt war ſehr gering. Sein 25 jäh=
riges
Berufsjübiläum beging der Reiſende Karl Demurh. Die
Firma Koch u. Eichauer und die Angeſtellten überreichten ihm Geſchenke.
Heinrich Wagner aus Wieſeck iſt heute 30 Jahre ununterbrochen am
hieſigen Gaswerk als Arbeiter bezw. Vorarbeiter tätig.
* Schotten, 24. Sept. Einen Werkunterrichtskurſus ver=
anſtaltete
Schulrat Denzer=Worms hier; es nahmen daran 25 Lehrer teil.
Der Leiter des Kurſus verſtand es ausgezeichnet, die Teilnehmer mit
Weſen und Ziel des Arbeitsunterrichts in ſeiner Beziehung zu den ein=
zelnen
Unterrichtsfächern bekannt zu machen. Die Technik des Werk=
unterrichts
beſteht im Zeichnen, Papparbeiten, Formen in Ton, Falten,
Anlage von Sandkaſtenreliefs uſw.
* Nidda, 22. Sept. Die Hauptverſammlung des Oberheſſiſchen Miſ=
ſionsvereins
findet am 6. Oktober hier ſtatt. Miſſionar Gieſenwetter
aus Barmen hält einen Vortrag: Die geiſtlichen Strömungen im heu=
tigen
China und das Chriſtentum, Lehrer Ratz=Ober=Horgern wird
die Miſſion in der Schule behandeln und eine Unterrichtsſtunde mit
Schulkindern halten. Zahlreiche Lehrer, Geiſtliche und Miſſionsfreunde
werden erwartet.

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[ ][  ][ ]

Rummer 269.

Samstag, den 27. September 1924.

Seite 9.

* Oas neuentdeckte Auſiralien.
Von Dr.=Ing. h. c. F. M. Feldhaus.
Als die Welt erfuhr, daß man einen fünften Erdteil
Auſtralien entdeckt hatte, ſuchten die Romanſchreiber dieſes
rätſelhafte Land in ihrer Art zu entſchleiern. 1781, neun Jahre
nach der Entdeckung, ſchrieb Reſtif de la Bretonne einen franzö=
ſiſchen
Roman Das entdeckte Auſtralien, der drei Jahre ſpä=
ter
unter dem Titel Der fliegende Menſch, ein Halbroman in
deutſcher Ausgabe bekannt wurde:
In einem Poſtwagen zwiſchen Lyon und Paris treffen ein
Mönch, einige Schauſpieler und Pariſer Bürger mit einem Fran=
zoſen
zuſammen, der aus dem neuen, fern im Süden liegenden
Erdteil Auſtralien kam. Der Roman erzählt, wie dieſer Rei=
ſende
, der Victorin hieß, vor langer Zeit nach Auſtralien ver=
ſchlagen
worden war. Verwunderlich iſt es, daß alle Abenteuer
Victorins mit Hilfe einer Flugmaſchine geſchehen.
Victorin liebte in ſeiner Heimat, der Dauphins, Chriſtine,
die ſchöne Tochter eines vornehmen Edelmannes. Er ſelbſt aber
war von niederem Stand. Weil der Vater die Tochter einem
armen Mann nicht gegeben hätte, wollte Victorin Chriſtine auf
einen unbeſteigbaren =Berg entführen. Ein Diener, ein ziem=
licher
Taugenichts erdachte eine Flugmaſchine mit einem Räder=
werk
von Holz und zwei leinenen Flügeln. Dieſe ſchwere Ma=
ſchine
konnte einen Menſchen von der Erde emporheben; aber
nur eine ſehr ermüdende Anſtrengung vermochte die Räder in
Gang zu bringen. Bei Flugübungen mit dieſer Maſchine
ſtürzte der Diener in einen Teich und ertrank.
Mittlerweile war Chriſtine tn Jahren und Schönheit ge=
wachſen
und man ſprach von ihrer Vermählung. Victorin hatte
mit Sorgfalt den Flug jedes Inſekts und jedes Vogels unter=
ſucht
, und ſo gelang ihm eine Verbeſſerung: ſeine Maſchine
berſchaffte ihm, mittels ſchneller Bewegung der Räder, den Flug
einer Rebhenne, um ſich von der Erde zu erheben, und durch
eine noch gelindere Bewegung erhielt er den Flug der größeren
Zugvögel, die die Luft bloß zu gewiſſen abgeſetzten Zeiten ſchla=
gen
. Er machte ſich Flügel aus dem leichteſten ſeidenen Zeuge
und zog ihn über Fiſchbeinſtäbe, die oben ſtark und nach und
nach ſchwächer zuliefen, ziemlich wie die Seiten von Vogel=
federn
.
Unten waren die Flügel der Maſchine an den Stiefeln Vie=
torins
befeſtigt. Starke Riemen hielten ſie an den Lenden und
Schultern feſt. Eine Art von ſehr ſpitzigem Sonnenſchirm, der,
wenn er ausgeſpannt war, von ſechs ſeidenen Leinen gehalten
war, diente dazu, weiterzukommen, den Kopf zu erheben oder
eine völlig ſenkrechte Lage anzunehmen.
Victorins Probeflug mit ſeiner Maſchine dauerte etwa
15 Minuten und führte über einen Luftweg von 14 Kilometern.
Zu einer echten Liebesgeſchichte gehört ein Ständchen, und
ſo fliegt Victorin alsbald in geringer Höhe, über Chriſtinens
Haus und ſingt aus der Luft:
Holde, reizende Chriſtine,
die ich anzubeten mich erkühne
*
Alles ſteckte den Kopf zum Fenſter hinaus; den Sänger
aber ſah man nicht. Victorin flog unbemerkt ſieben Meilen zur
Stadt zurück und entriß unterwegs ein junges Mädchen aus den
Händen einiger Schwelger und brachte ſie durchs offene Fenſter
ſicher in ihr Bett. Dies machte am anderen Tage viel Gerede.
In der Dauphiné lag ein Berg, den man den unbeſteiglichen
nannte, weil er die Geſtalt eines umgekehrten Zuckerhutes hat.
Dorthin flog Victorin. Als er ermittelt hatte, daß ſich dieſer
Berg nur mit einer Flugmaſchine erreichen ließ, bereitete er dort
alles Nötige für die Zukunft vor. Allnächtlich ſchaffte er Acker=
gerät
, Kleidung und Wäſche, Hühner, Kaninchen und Schafe
dorthin. Als man auf dem Schloß von Chriſtinens Eltern große
Wäſche hatte, trug Victorin alles nötige Weißzeug in etliche Pa=

kete zuſammen und ſchaffte in einer Nacht die ganze weiße Aus=
ſteuer
auf den Berg.
Beim nächſten Flug nahm er ein Mädchen aus der Gegend,
die natürlich ſogleich ohnemächtig wurde, mit auf die Berghöhe,
und als ſie wieder zu ſich gekommen war, wies er ſie an, in der
Bergeshöhle für Bequemlichkeit zu ſorgen. Dann kamen drei
Pferde, ein Pflug und Saatgetreide auf dem Luftweg an die
Reihe, und ein ſchönes Bett, Stühle, Tiſche, eine Kommode und
ſogar ein Sofa, auch Silberzeug folgten. Zu den Pferden
brauchte Victorin einen Knecht, und als dieſer eines Tages in
der Landſchaft verſchwunden war, erzählte man ſich, der Teufel
habe ihn geholt und durch die Lüfte weggeführt.
Er trug ferner auf den unbeſteiglichen Berg einen Schuh=
macher
, eine Putzmacherin, die zur Kammerfrau beſtimmt war,
eine Näherin, einen Schneider und eine Köchin. Da ihm in der
Folge beifiel, daß vielleicht alle dieſe Leute einige Neigung ge=
geneinander
haben könnten, ſo brachte er ihnen an einem ſchönen
Abend auch einen Prieſter ...
Nachdem auf dem Berg noch vielerlei Notwendiges und An=
genehmes
hergerichtet worden war ſo eine Windmühle zum
Getreidemahlen erſchien Victorin fliegend vor Chriſtine:
Fürchten Sie nichts, Göttin meiner Seele, ſagte er ihr, ich
bete Sie an, fürchten Sie nicht. Chriſtine fiel dennoch in Ohn=

Madras=Oekorationen /Tüll=Oekorationen

Etamine=Dekorationen / Leinen=Oekorationen
in großer Auswahl neu eingetroffen
12298
Darmstädter Teppich- und Gardinenhaus
Heinrich Meger
Ernſt= Ludwigſtr. 19 / Darmstadt / Ernſt= Ludwigſtr. 19

O

macht, weil ſie glaubte, eine Art Ungeheuer wollte ſie entführen,
und ſie hatte nur noch Zeit, einen durchdringenden Schrei aus=
zuſtoßen
. Ihr Vater hörte den Schrei, und er glaubte, ein Teil
des Schloſſes ſei eingefallen und ſeine Tochter darunter begra=
ben
. Indes ſchwang ſich Victorin mit ſeiner koſtbaren Beute
durch die Luft.
Da der Prieſter auf dem Berg bereitgehalten war, fand die
Trauung von Victorin und Chriſtine ſtatt und wurde dem Vater
durch einen ihm im Flug übermittelten Brief mitgeteilt.
Victorin bekam Kinder, von denen jedes ſein Flügelkleid er=
hielt
. Auch Chriſtine entſchloß ſich, zum Schutz dieſer Jugend
mitzufliegen.
Nun war aber auf dem unbeſteiglichen Berg wenig Ausſicht,
ein größeres, glücklicheres Staatsweſen zu gründen. Darum
entſchloß man ſich, nach dem ferneren Südland, nach Auſtralien,
auszuwandern. Victorin und ſein jüngſter Sohn traten auf
ſtärkeren Flugmaſchinen die Erkundungsreiſe an, benetzt mit den
Tränen der Ihrigen. Nach acht Nächten erreichten ſie den Aequa=
tor
, und in der zwölften Nacht kamen ſie auf eine Inſel, deren

Bewohner den Fledermäuſen glichen; denn ſie ſahen bei Tag
nichts und kamen nur nachts zum Vorſchein. Dieſe Nachtmen=
ſchen
ſtaunten ſehr, als ſie die Europäer fliegen ſahen. Als
Victorin die Inſel erforſcht hatte, flog er nach Europa zurück,
nahm unterwegs aus den Diamantbrüchen des Königreichs
Golconda die ſchönſten Steine mit, verkaufte ſie in England und
ſchaffte ſich für den Erlös ein prächtiges Schiff an. Von Breſt
aus führte er dann alle Bewohner des unbeſteiglichen Berges
nach Auſtralien. Auf hoher See wurde die Fahrt dadurch be=
ſchleunigt
, daß Victorin und ſein Sohn ſich in die Luft erhoben
und durch ein an dem Maſtbaum befeſtigtes Seil das Schiff re=
gierten
. So konnten ſie des Kompaſſes entbehren und die
Schiffsleute über den gewählten Weg im unklaren laſſen. Nach
drei Monaten landete das Schiff auf der auſtraliſchen Inſel, wo
Fleiß und Geſchicklichkeit die neuen Bewohner bald zu wohl=
habenden
Leuten machten. Entdeckungsflüge zu den umliegen=
den
Inſeln machten die Europäer, mit Rieſenmenſchen, Affen=
menſchen
, Bärenmenſchen, Hundemenſchen, Schweinemenſchen,
Schafmenſchen und anderen ſonderbaren Geſchöpfen bekannt. Mit
den Rieſenmenſchen wurden Ehen geſchloſſen und dadurch ein
neues Geſchlecht geſchaffen, das größer als die Europäer und
geiſtvoller als die Urbewohner der Rieſeninſel war.
Als dieſe auſtraliſche Kolonie ſich immer mehr ausdehnte,
holten Victorins Enkel aus Frankreich mehrere Maler, Bild=
hauer
, Gelehrte, Schriftſteller, Muſiker und Schauſpieler, nach
Auſtralien. Es kamen Geſetze auf dem neuen Eiland zuſtande,
die jedem Bewohner ein glückliches Dafein ermöglichten. Die
Verfaſſung war eine rein ſoziale: jedermann arbeitete an dem
gemeinſchaftlichen Wohl. Alle waren einander gleich. Es gab
keine Ehrenämter und kein Vorrecht der Geburt. Die Jugend
mußte alle ſchwere Arbeit verrichten und dem Alter allein ſtand
Ehre zu. Jede Ehe dauerte nur ein Jahr und das folgende
Jahr war ehefrei. Die Kinder kannten keinen anderen Vater
als den Staat. Erſt mit hundert Jahren zählte man zu den
Alten. Bis zum fünfzigſten Jahre war man der reifen Jugend
zugerechnet. Göttliche Verehrung wurde nur der Sonne er=
wieſen
.
In einer Schlußſchrift dieſer Erzählung wird vorgeſchlagen,
daß man auch in Europa, unter dem Vorſitz der franzöſiſchen
Nation, einen Völkerbund gründen möge, der am beſten ſeinen
Sitz in der Schweiz habe: von dieſer allgemeinen Verbrüde=
rung
hätte man ſich die nämlichen Vorteile zu verſprechen, wie
von einem gut geleiteten Einzelſtaat.
Victorin und ſeine Sippe machten von ihrer Inſel aus Luft=
ausflüge
in die Umgegend und entdeckten dabei die merkwürdig=
ſten
Kreuzungen zwiſchen Menſchen und Tieren, z. B. Affen=
menſchen
, Bärenmenſchen, Hundemenſchen, Bibermenſchen, Gem=
ſemenſchen
, Pferdemenſchen, Schweinemenſchen, Widdermenſchen,
Schafmenſchen, Eſelmenſchen, Froſchmenſchen, Schlangenmen=
ſchen
, Elefantenmenſchen, Löwenmenſchen und Vogelmenſchen.
Jede dieſer Menſchenarten wird in einem phantaſievollen Kup=
ferſtich
dargeſtellt. Stets ſpielen die europäiſchen Flieger in die=
ſen
Szenen eine Rolle. Entweder belauſchen ſie die Menſchen=
tiere
, oder ſie werfen Netze aus ſchießen mit Feuergewehren,
=oder werden ſelbſt angegriffen. Es iſt reizvoll zu ſehen, wie hier
Dichter und Künſtler vier Jahre vor Erfindung der Luft=
ballons
, in einer Zeit, da niemand an die Verwirklichung der
Flugmaſchinen dachte die weltumſpannende Bedeutung des
Fliegens phantaſtiſch darſtellten.
Mit ſeinen ſozialen Gedanken gehört dieſer Roman zu den
Utopien, zu jenen Büchern, die die Löſung des ſozialen Pro=
blems
in ein fernes, in Wirklichkeit nicht vorhandenes Reich
verlegen.

Briefkaſten.
A. F., hier. In der ganzen Frage liegt die Entſcheidung bei der
Generalverſammlung. Es muß alſo Ihr Beſtreben ſein, möglichſt viel
Intereſſenten auf Ihren Standpunkt zu vereinigen, damit der entgegen=
ſtehende
Antrag der Verwaltung fällt.

TTu

A

au8 Unserer Kinder-Abteileng

Wir bltten loden angeführten Artikel aut Prels und Gualität zu prüiten

destriekte Kinder-Röekehen
in weiß und weiß mit bunt . 1.40, 1.20,
Gestrickte Kinder-Höschen
für Knaben und Mädchen . . 0.80, 0.75,
destrickte Schnhehen
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destr. Ueberniebjäckehen
Handarbeit, in weiß u. weiß mit bunt, 4.00,
destr. Ueberniebjäckehen Rit=
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weiß, weiß mit bunt u. farbig, 8.00, 7.00,
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Kinder-Flausehmäntelehen
in vielen Farben . . . . . . 9.75, 8.50,

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.. . . 250, 2.00, 1.00
0.10 mit Stiekerei ..."
Astrachan-Wagen-Decken
0.10 m neis .. . . . . . . . 1250, 9.50, 0.00
Kinder-Wagen-Kissen
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gebogt und mit Stickerei . . 225, 1.80, 1.90
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weiß, Batist und Voile .. . 9.75, 8,50, 1.00
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mit Stickerei, geschlossen . . 1.50, 1.40, 1.00
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als Turnhoge geeignet . . . . 1.70, 1.60, 1.00
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mit Stickerei . .
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Puchwoigstr.

[ ][  ][ ]

feite 10.

Samétag, den 27. September 1924.

Rummer 269.

Der Siegesſiug des 42 126.

rlin, 26. Sept. Während der Nacht kreuzte der Z. R. 3 über
der Oſtſee und dehnte ſeine Fahrt nach Norden bis über die ſüdſchwe=
diſche
Küſte aus. Dann kehrte er über Dänemark und insbeſondere
Kepenhagen nach der deutſchen Oſtſeeküſte zurück und machte gegen 4 Uhr
morgens verſchiedene Schleifenfahrten über Swinemünde. Nach einem
Abſtecher nach der pommerſchen Küſte bis Kolberg wendete er dann und
überflog gegen ¼8 Uhr Stettin. Auch dort wurde ihm während ſeiner
janzen Fahrt ein großartiger Empfang bereitet. Nach einem Funfſpruch,
den 3. R. 3 nach Berlin fandte, wollte er gegen 9 Uhr über Berlin
erſcheinen. Bis um ½9 Uhr war er jedoch noch nicht ſichtbar. Nach einer
letzten Meldung ſoll er einen Abſtecher nach Mecklenburg gemacht haben
und war zuletzt über Neuſtrelitz ſichtbar.

Reictz und Austanv.

* Pon der Frankfurter Herbſimeſſe.

Sturmſchäden in Skandinavien.

Stockholm. Der in den letzten Tagen über ganz Skandinavien
und einen Teil von Finnland wütende orkanartige Sturm hat namend=

Das Luftſchiff über der Reichshaupiſiadt.

Endlich war in der Luft das bekannte Singen der Zeppelinmotoren
hörbar, wenngleich auch das Luftſchiff ſelbſt noch nicht geſehen wurde.
Es traf von Nordweſten her kommend zunächſt auf dem Flugplatz Staa=
ken
ein. Hier wurde es durch den Bürgermeiſter Dr. Scholtz mit funk=
telegraphiſcher
Anſprache willkommen geheißen. Mächtige Erdfeuer
waren entzündet, um durch die Rauchentwicklung die Aufmerkſamkeit des
Führers auf den Lufthafen zu lenken. Endlich um 9.15 Uhr ertönt aus
Nordweſt in der Richtung nach Spandau in geringer Höhe ein mächtiges
Brauſen. Wenige Minuten ſpäter taucht aus dem Nebel der ſilverne
Leib des Luftkreuzers auf. 3. R. 3 flog weſtlich am Hafen vorbei und
machte eine Schleife und kam dann zurück. In 50 bis 75 Meter Höhe
brauſte der Zeppelin heran. Man hörte deutlich ein helles Glockenſignal
in der Höhe, und auf dieſes Kommando begannen die Maſchinen rück=
wärts
zu laufen, um ſo die Fahrt zu bremſen. Mit bewundernswerter
Sicherheit ſteuerte Dr. Eckener, der ganz deutlich zu erkennen war, die
mitten im Felde ſteckende Flagge an, und ganz langſam kommt das Schiff
tiefer. Etwa 50 Meter über dem Boden ſtockt die Fahrt einige Sekunden,
und aus der Führergondel ſauſt der Poſtſack in die Tiefe. Dann nahm
das Schiff den Kurs auf das Zentrum der Stadt. Das Luftſchiff kreuzte
faſt eine Stunde über Berlin. Es umkreiſte das Schloß und den Dom,
flog über das Zenghaus, deſſen Dächer ebenſo wie die Geſchäftshäuſer
Unter den Linden von Menſchen dicht beſetzt waren. Unter den Linden
ſelbſt, auf dem Pariſer Platz und vor dem Brandenburger Tor ſtanden
Tauſende und Tauſende, die begeiſtert dem Schiff zuwinkten. Aller Ver=
kehr
war unterbunden, Autobuſſe, Droſchken und Kraftwagen ſtanden ein=
gekeilt
in der Menſchenmenge und harrten, bis in ſauſender Fahrt der
Z. R. 3 hinter den Dächern verſchwand. Mit Rieſenkreiſen überflog
das Luftſchiff die Berliner Vororte und verließ dann die Reichshauptſtadt.

Die Funkſtelle Königsberg in Preußen rief in der Nacht
den Kreuzer an und erbat dringend ſeinen Beſuch. Der Führer mußte
jedoch die Antwort geben: Wir können leider wegen Wetterlage unſe
rem eigenen Wunſche, Königsberg zu begrüßen, nicht folgen. Königs=
berg
ſandte darauf folgenden Gruß: Stolzer Kreuzer der Luft ſei uns
gegrüßt im Oſten. Daß du uns nicht vergeſſen, dafür nimm unſeren
Dank. Fahre zu unſerer Ehre über den Ozean. Es begleiten dich unſere
Wünſche und Gebete.

Um 11.50 Uhr erreichte Z. R. 3 Dresden, wo ihm ein begei=
ſterter
Empfang zuteil wurde. Einige große Betriebe hatten ihr Per=
ſonal
beurlaubt. Z. R. 3 kam bei prachtvollem Sonnenwetter über die
Stadt, fuhr zunächſt eine große Schleife und wandte ſich dann den
Außenbezirken zu. Gegen 12.05 Uhr verließ das Schiff die Stadt in
Richtung Leipzig.
12.20 Uhr hat das Luftſchiff, von Dresden kommend, Chemnitz
überflogen. Nach einer Schleife über der Stadt iſt es in der Richtung
auf Zwickau davongeflogen.
Kurz nach 1 Uhr wurde Z. R. 3 aus der Richtung Zwickau Reichen=
bach
kommend über dem Elſtertal bei Plauen geſichtet. Das Luftſchiff
nahm Kurs auf Hof in Bahern, wo es gegen 1.35 Uhr nachmittags
eintraf. Z. R. 3 entſchwand in ſüdlicher Richtung.
Z. N. 3 erſchien um 2.45 Uhr bei Nürnberg, ſtreifte die Stadt
und entfernte ſich in ſüdweſtlicher Richtung. Die eigentliche Stadt wurde
nicht berührt.
Nachdem Z. R. 3 Augsburg berührt hatte, nahm er weſtlichen
Kurs und ſteuerte, ohne München zu berühren, in Richtung Ulm
Stuttgart. In München hatten Tauſende auf den Dächern, Straßen
und Plätzen die Ankunft des Luftſchiffes erwartet.
Nachdem das Luftſchiff Z. R. 3 um 4.17 Uhr Ulm a. d. Donau
überflogen hatte, iſt es kurz nach 5 Uhr nach Friedrichshafen
zurückgekehrt. Dort herrſcht zurzeit ſtarker Wind. Die für 5.30 Uhr vor=
geſehene
Landung wird dadurch vorerſt noch verzögert.
Da infolge ſtarken Regens das Luftſchiff Z. R. 3 in Friedrichs=
hafen
nicht landen konnte, ſtattete es 5.35 Uhr der Geburtsſtadt ſeines
Erfinders, der Bodenſee=Metropole Konſtanz, einen Beſuch ab. In
ſtolzem Fluge beſchrieb es einige Schleifen über der Stadt und entbot ihr
ſeinen Gruß durch wiederholtes Neigen der Spitze. Trotz des Regens
ſtanden Tauſende von Menſchen auf den Straßen und Dächern, um dem
Luftſchiff zuzujubeln. Bald darauf nahm das Luftſchiff direkten Kurs
nach Friedrichshafen.

Glücklich geſandet.

Friedrichshafen, 26. Sept. Das Luftſchiff Z. R. 3 iſt nach
33½ſtündiger Fahrt um 6.29 Uhr glatt gelandet und um 7 Uhr glücklich
in der Halle geborgen worden.

Wetterbericht der Gießener Wetterwarte.
Wettervorherſage für Sonntag, den 28. September:

AE. Frankfurt a. M. Nach allem, was man auf den täglichen
üundgängen durch die Meſſe übereinſtimmend hören kann, ſind die Er=
hartungen
, die man auf die Frankfurter Herbſtmeſſe geſetzt hat, nicht
ehr hoch geweſen, namentlich mit Rückſicht auf die in Leipzig und Köln
gemachten Erfahrungen. Dieſe an ſich niedrig geſteckten Hoffnungen
haben im großen Ganzen eine angenehme Enttäuſchung er=
fahren
. Vielfach iſt zu hören, daß das geſchäftliche Ergebnis der Meſſe
Leipzig und Köln übertroffen hat.
Bedeutſam für die hieſige Herbſtmeſſe fiel ins Gewicht die Oeffnung
der Schranken nach dem beſetzten Gebiet. Der Beſuch von dort ſoll alle
Erwartungen übertroffen haben. Namentlich auch das Saarland
war ſowohl offiziell als durch ſeine Kaufmannſchaft ſehr gut vertreten.
Zu Ehren des offiziellen Saarlandsbeſuchs fanden wiederholt Begrü=
ßungsveranſtaltungen
ſtatt, die den kerndeutſchen Geiſt der Saarländer
kundgaben. Auf einem Saarländerfrühſtück der Meſſeleitung wurde feſt=
geſtellt
, daß auch bei den Franzoſen über das Ergebnis der Abſtimmung
im Jahre 1935 kein Zweifel mehr beſtehe. Direktor Sutter vom
Meßamt betonte, daß nur ein verſöhntes Europa alle Hoffnungen ver=
wirklichen
könne, und brachte das erſte Hoch auf Europa aus,
das von den Feſtgäſten, wenn auch überraſcht, ſo doch gern aufgenommen
wurde.
Aus dem Vielerlei der Meſſe iſt eine kleine, aber geſchmackvolle
Ausftellung hervorzuheben. Die türkiſche Regierung hat zum
erſtenmal eine fremde Meſſe mit einer Ausſtellung der Erzeugniſſe des
Landes beſchickt. Arrangiert iſt die Ausſtellung von der Türkiſch=
Deutſchen Handelskammer in Frankfurt, hinter der ſowohl

O

Hoher Feiertage halben

bleibt unſer Geſchäft Montag, den
29. und Dienstag, den 30. September

geschlossen.
Es empfiehlt ſich daher, noch heute
alle Einkäufe vorzunehmen, wozu
unſer reichlich ſortiertes Tager zu
bekannt vorteilhaften Preiſen
hinreichend Gelegenheit bietet

G.f
Mäſſen=Schug=seltadf ennander b.
Ludwigsplatz 2 + Darmſtadt x Ludwigsplatz 2

12314

von deutſcher wie von türkiſcher Seite die bedeutendſten Handels und
Induſtrieunternehmungen wie auch die offiziellen Regierungsſtellen
ſtehen. Die türkiſche Preſſe ſpricht ſich zu dem Entſchluß der
türkiſchen Regierung, die Handelsbeziehungen mit Deutſchland beſonders
zu fördern, wie mir der Syndikus der Kammer, Hauptmann Rühl, ver=
ſichert
, ſehr beifällig aus.

Von der Motorenfabrik Darmſtadt A.=G. (Modag)
werden wir darauf aufmerkſam gemacht, daß die Firma in dem erſten
Bericht über die Meſſe falſch wiedergegeben war. Außerdem iſt der neue
Modag=Schlepper nicht mit einem kompreſſorloſen Dieſel=
Motor von 12 PS, ſondern mit einem ſolchen von 1618 PS ausgeſtattet.
Weiter ſind noch von den Neuheiten der Firma u. a. komplettes Licht=
aggregat
, mit Dynamo und Schalttafel, ſowie kompreſſorloſer Modag=
Dieſel=Motor von 25 PS für Gewerbebetrieb, ſowie die fahrbaren Ma=
ſchinen
mit kompreſſorloſen Dieſel=Maſchinen zum Antrieb von Dreſch=
maſchinen
zu erwähnen.
Millionenunterſchlagung.
Köln a. Rh. Wie das Kölner Tagblatt aus Berlin erfährt, iſt
man bei dem Zollamt Neu=Köln einer Unterſchlagung auf die Spur ge=
kommen
, die ſich auf mehrere Millionen Goldmark beläuft. Die Hinter=
ziehungen
, die von einer bekannten Berliner Likörfabrik in großem Stil
verübt wurden, waren nur dadurch möglich, daß ein Beamter des Zoll=
amtes
Beihilfe leiſtete. Der Oberzollinſpektor Quel, der der ſchweren
Urkundenfälſchung und der Beſtechung beſchuldigt wird, wurde auf Ver=
anlaſſung
der Staatsanwaltſchaft verhaftet. Es beſteht der Verdacht, daß
auch andere bekannte Berliner Firmen an den Durchſtechereien beteiligt
ſind. Zahlreiche neue Verhaftungen in dieſer Aufſehen erregenden An=
gelegenheit
ſtehen bevor.

Heiter bis bewölkt, nördliche bis weſtliche Winde, kühler, vereinzelte
Regenfälle.

Ein ſchweres Motorradunglück.
Karlsruhe. Auf der Landſtraße nach Dürmersheim ereignete
ſich am Donnerstag akend bei Forchheim ein ſchweres Motorradunglück,
bei dem der Fahrer, der 18jährige Guſtav Bohner aus Bulach, ſofort
getötet und ſein Mitfahrer, Müller aus Oettigheim, ſchwer verletzt wurde.
Letzkerer wurde in bewußtloſem Zuſtande in das Krankenhaus verbracht.
Das Unglück hat ſich vermutlich dadurch ereignet, daß der Fahrer mit
einem Motorrad in den Schienenweg der Lokalbahn geriet und darin
hängen blieb, wobei beide von dem Rad herabgeſchlendert wurden.

lich an den Küſtenorten durch Ueberſchwemmung großen Schaden an=
gerichtet
. Nach den von der finniſchen Küſte vorliegenden Meldungen

iſt nicht nur eine große Menge Vieh ertrunken, ſondern auch eine große
Anzahl Menſchen umgekommen. Der telephoniſche und telegraphiſche
Verkehr iſt größenteils unterbrochen. Auch der Eiſenbahnverkehr iſt
auf verſchiedenen Linien eingeſtellt, da die Eiſenbahndämme unterſpült
wurden. Am Veneranſee iſt ein 5 Kilometer langer Schutzdamm ge=
borſten
. Die Waſſermaſſen haben weite Landſtrecken überflutet. An der
Küſte wurden Trümmer von zahlreichen Schiffen angeſpült, darunter
auch ſolche des deutſchen Dampfers Irmgard.

Stimmen aus dem Leſerkreiſe.

(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktſon keinerlei Ven=
antwortung
; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des Preſſegeſetzes in vollem Umfange
der Einſender verantwortlich.) Einſendungen, die nicht verwendet werden, können nicht
zurückgeſandt, die Ablebnung nicht begründet werden.

Anfrage: Iſt es der Leitung des Realgymnaſiums bekannt, daß der
Klaſſenlehrer der Klaſſe IIIa ſeiner Klaſſe nicht geſtattete, am Donners=
tag
den Flug des letzten deutſchen Zeppelin=Luftſchiffes zu ſehen? Auf
keinen Fall hätte man die Schüler um dieſen hiſtoriſchen Augenblick
bringen dürfen.
Ein Vater.

Rund=Funk=Programm.

Samstag, den 27. September.
Frankfurt a. M. (464 m). 1012 Uhr: Sonderkonzert für die Frankfurter Meſſe.
11.10 Uhr: Wirtſchaftsmeldungen. 11.55 Uhr: Zeitangabe. 12 Uhr: Nachrichten=
dienſt
. 4.10 Uhr: Wirtſchaftsmeldungen. 4.306 Uhr: Rundfunknachmittag in
Muſik und Wort. 7.30 Uhr: Vortrag von Herrn Staatsanwalt Graf Lanckoronski;
Das moderne Gefängnisweſen. 8. Vortrag von Herrn Karl Stricker: Das Weſen
der Arbeitsſchule 2. 8.30 Uhr: Neue deutſche Kammermuſik. 9.30 Uhr: Nach=
richtendienſt
, Wettermeldung und Sportbericht. 9.40 Uhr: Bericht der 88. Voll=
ſammlung
der Geſellſchaft deutſcher Naturforſcher und Arzte in Innsbruck. 9.55 Nhr:
Zeitvorbereitung. 9.56 Uhr: Drei Minuten der Hausfrau. 10 Uhr: Zeitangabe.
1011 Uhr: Zigeunermuſik.
zerlin (430, bzw. 500 m). 10 Uhr: Bericht über die Kleinhandelspreiſe der wichtigſten
Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. 10.15 Uhr: Erſte Bekanntgabe der neueſten
Tagesnachrichten. 11.35 Uhr: Funkböre (die Notierungen der Berliner und Ham=
burger
Produktenbörſe). 12.55 Uhr: Übermittlung des Zeitzeichens, Wetterdienſt.
3 Uhr: Funkbörſe (die amtlichen Notierungen der Beriner und Hamburger Pro=
dukten
= und Viehbörſejamtliche Deviſen).4 Uhr: Funkbörſe (Getreide eif. Hamburg:
Berliner Kolonialwaren=Großhandelspreiſe). 4.306.30 Uhr: Unterhaltungsmuſik

(Berliner Funkkapelle). 1. Norwegiſcher Brautzug, Grieg. 2. Ouverture zu der Oper
Leſtoc, Auber, 3. Hofballtänze, Walzer, Lanner. 4. Mazurka, Dvorak. 5. Fantaſie

aus der Oper Eugen Onegin, Tſchaikowsky. 6. Liebestraum nach dem Balle,
Czibulka. 7. Fantaſie aus dem Ballet Coppelia‟, Delibes. 8. Die Huſaren kommen,
Eilenberg. Während der Pauſen Ratſchläge fürs Haus. 7.45 Nhr: Vortragsreihe
Südamerika, II. Vortrag: Herr Dr. phil. Hugo Poethko, Buenos=Aires: Argen=
tinien
, Land und Leute‟. 8.3010 Uhr: Erſtes Gaſtſpiel des Kabaretts Zum
Springenden Funkvunkt, Mitwirkende: Mizzi Dreſſel, Hilde Falk, Lilly Flohr,
Robert Koppel, Wolfgang Zilzer. Conference: Kurt Robitſchek. Regie des Abends:
Dr. Karl Wilczynski. Am Steinwayflügel Kapellmeiſter Otto Urack. Anſchließend:
Dritte Bekanntgabe der neueſten Tagesnachrichten, Zeitanſage, Wetterdienſt, Sport=
nachrichten
, Theaterdienſt. 10.3011.30 Uhr: Tan,

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12339

Geſchäftliches.

Großes Aufſehen erregt in der hieſigen Frauenwelt der in den Zei=
tungen
beſprochene neueſte Fortſchritt in der Küchenpraxis. Die be=
kannte
Rotti=Geſellſchaft München, welche als rein deutſches Unterneh=
men
ſeit Jahren Hervorragendes leiſtet, hat ſeinerzeit auch die erſten,
heute über die ganze Erde verbreiteten Bouillonwürfel im Großen her=
geſtellt
und mit den Rotti=Suppenwürfeln ſowie Rotti=Würze wegen des
eigenartig feinen, gehaltvollen Wohlgeſchmacks immer weitere Kreiſe er=
obert
. Jede Hausfrau kauft daher Notti=Suppenerzeugniſſe.

Tageskalender.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 7 Uhr, Ende 10½ Uhr
(E 1): Leben Eduards II. von England Kleines Haus, Anfang
7½ Uhr, Ende 10 Uhr (Zuſatzmiete Vl:): Die heimliche Ehe‟
Orpheum, abends 8 Uhr: Der kühne Schwimmer, Jugend=
herbergstage
1924, abends 8 Uhr, im Feſtſaal des Ludwig=
Georg=Gymnaſiums, Karlſtraße 2: Der Ackersmann aus Böhmen.
Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele: Kinovorſtellungen.

Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Feuilleton und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſ=
Verantwortlich für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
Verantwortlich für Schlußdienſt: Andreas Bauer
Verantwortlich für den Inſeratenteil: Willy Kuhle
Druch und Veplag: L. C. Wittich ſämtlich in Darmſtadt.

Die heutige Rummer hat 16 Seiten

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Nicn

Nummer 269.

Satistag, den 22. September 1924.

Seite 11.

Sport, Spiel und Turnen.
Um 11 Uhr 30 wurde etwas überhaſtet wieder geſtartet, um das Ziel
Suundamsfahrt des Auromobilklubg Berkin über Torgau, Herzberg, Jüterbog, Treuenbriezen und Potzdam
zu erreichen. Der Oberleitungswagen legte ein gemäßigtes Tempo vor,
weil die Kolonne möglichſt geſchloſſen auf der Avus eintreffen ſollte.
von Oeutſchland.
Trotzdem zogen ſich hinter Tox au die Wagen etwas auseinander.

Erfurt, 24. September.
Da die Jubiläumsfahrt nicht länger ausgedehnt werden konnte und
andererſeits möglichſt, alle Kartellklubs beſucht werden ſollten, ſo muß=
ten
heute abend Parallelveranſtaltungen ſtattfinden.
In Erfurt begrüßte der Vorſitzende des Erfurter Automobilklubs
die Mitglieder des Automobilklubs von Deutſchland, für welche Staats=
ſekretär
von Radowitz dankte. Hofjuwelier Werner ſprach der Ober=
leitung
im Namen der Fahrer den Dank für die mühevolle Organiſa=
tionsarbeit
aus.
In Gotha, wo ein Teil der Fahrtteilnehmer untergebracht war,
ſprach Geheimrat Zeiß, der Präſident des Herzöglichen Automobilklubs,
Worte der Begrüßung und beleuchtete die Beziehungen der Kartell=
klubs
untereinander, ſowie zum A. v. D. und den Behörden. Der Prä=
ſident
des Mitteldeutſchen Automobilklubs in Eiſenach, Direktor Neuter,
ſprach über die Entwickelung des Kraftfahrweſens in ſeinen Anfängen,
und dr Präſident Schwarz des Mühlhauſener Automobilklubs gab ein
Bild von der Entwickelung des jüngſten Kartellklubs und ſeiner Stel=
lung
zum A. v. D.
Fabrikant Trutz dankte allen Rednern im Namen des A. v. D. ins=
beſondere
dankte er den Kartellklubs für ihre Mitarbeit bei der Förde=
rung
des Automobilſports, der in erſter Linie auf die Initiative des
A. v. D. vor dem Kriege zurückzuführen ſei, bat auch für die Zukunft
um die Mitwirkung der drei Kartellklubs und ſchloß mit einem Hoch
auf dieſe.
Dann ſprach noch Staatsminiſter Dr. Sattler, über die Aufgaben
der Behörden zur Förderung des Automobilsmus und Oberbürger=
meiſter
Dr. Scheffler für die Stadt Gotha, indem er die Gäſte begrüßte
und ein Hoch auf die Oberleitung ausbrachte.
Berlin, 25. September.
In Eiſenach traf man 7 Uhr früh oder war es 7 Uhr c. t.?
fämtliche Fahrtteilnehmer wieder am Start verſammelt. Hier muß ich
in die Wolfsſchlucht greifen, um einige Teilnehmer, die ſchon i ihr ver=
ſchwunden
waren, wieder herauszuholen.
Einmal ſei ohne Zwang durch den 8 11 des Preſſegeſetzes feſtgeſtellt,
daß der irrtümlich als ausgeſchieden gemeldete Geheimrat Kant auf
Dixi ſich beſter Geſundheit als Menſch und Fahrtteilnehmer erfreut;
ſodann tauchte auch Herr Talbot wieder auf, nachdem ihm die Arbei=
ter
der Adler=Reparaturwerkſtatt in München in eifriger, teils frei=
williger
fünfzehnſtündiger Arbeit ſeinen Wagen wieder fahrbereit ge=
macht
hatten.
Das Wetter war meiſt trübe; die Sonne überzeugte ſich einige Male
kurz, wie weit wir uns dem Ziel genähert hatten, zog aber dann die
Gardine ſtets raſch wieder zu. Ebenſo unbeſtändig waren die Straßen=
verhältniſſe
, vielfach gut, ſtellenweiſe aber auch ganz miſerabel.
Was die Streckenorganiſation anbetrifft, ſo fand man ſich inner=
halb
der Orte leicht an Hand der Klaſinaſchen Kraftfahrkarten zurecht;
in den teilweiſe verzwickten Städten, wie Weimar, wo das Hotel Kai=
ſerin
Auguſta‟ Erfriſchungen an die Wagen reichen ließ, Naumburg
und Leipzig wurde den Wagen durch Flaggenträger der Weg ſicher ge=
wieſen
. Beſonders erfreulich war der Umſtand, daß ſich hierzu in Wei=
mar
ein Kraftradklub zur Verfügung geſtellt hatte, und es wäre ſehr
zu wünſchen, daß dieſes den Anfang eines zunehmenden Verſtändniſſes
der Beſitzer beider Fahrzeuggattungen für die gegenſeitige Eigenart
ihrer Fahrzeuge bildete.
In der Höhe von Apolda, das rechts liegen blieb, hatten ſich eine
Reihe von Apollo=Wagen, darunter auch der U=Bootwagen des Direktors
Slevogt, eingefunden und waren an der Straße aufmarſchiert, um die
Jubiläumsfahrer zu begrüßen. Die Schönheiten des Saaletales, an
das der Weg bald im Serpentinen hinabführte, ſind zu bekannt, als daß
man ſie noch beſonders zu preiſen brauchte.
Gegen 10 Uhr 30 traf man in Leipzig ein und wurde bei einem
Mittageſſen, das der Leipziger Automobilklub im Boologiſchen Garten
vorbereitet hatte, von deſſen Präſidenten, Fabrikdirektor Köllmann, be=
grüßt
, der nochmals die beſten Wünſche zum B5jährigen Jubiläum aus=
ſprach
und ein Hoch auf den A. v. D. ausbrachte.
Staatsſekretär von Radowitz, nach der überſtandenen Erkältung
ſeiner Stimme wieder mächtig, erwiderte, daß der Leipziger Automobik=
klub
ein Beiſpiel dafür bilde, was durch Einigkeit erreicht werden könne.
Er dankte für die vorzügliche Organiſation der Fahrt innerhalb des
Klubbezirkes und ſchloß mit einem Hoch auf den Kartellklub.

Aug den Amtsverkändlgungen des Kreisamts
Darmſtadt und den Bekanntmachungen des
Polizelamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 Paket mit einer neuen
weißen Damenhoſe, Damenbemd u. Halter,
1 goldenes Medaillon. 1 Photographen=
apparat
mit Lederfutteral. 1 Damenkleid,
gelb mit blauer Verzierung, 1 ſilbernes
Medaillon mit Blumen und Gravierungen,
1 kleines Rad, für einen Handleiterwagen.
1 braunlederne Brieftaſche, 2 kl. Schlüſſel.
1 großer Schlüſſel. 1 mittelgroß, Schlüſſel.
1 mittelgroßer Schlüſſel. 1 alte Handtaſche
mit Portemonnaie nebſt Inhalt. 1 Hand=
taſche
mit zwei Eßkännchen. 1 Broſche
mit der Jahreszahl 14-1, 1 Taſchenfeuer=
zeug
. 1 Patentſchlüſſel, 1 rotbrauner Tuch=
Kinderſchuh. 1 braune Kinderſandale. Ein
mittelgroßer Schlüſſel, 1 grauer Stoff=
gürtel
. 1 blaues, geſtricktes Kindermützchen.
1 kleines ſilbernes Meſſer, 1 braune Be=
ſuchstaſche
mit Inhalt, 2 mittelgroße
Schlüſſel und 1 Drücker. 3 mittelgroße
Schlüſſel. 1 großer Schlüſſel. 1 kleines
4
braunes Portemonnaie, 1 ſchwarz Kinder=
ſchuh
. 1 Stenographieheft. 1 ſchwarze
Brieftaſche mit verſchiedenen Briefen.
Zugelaufen: 1 Hund (Dobermann).
Sonntagsdienſt und Nachtdienſt in
den Apotheken Darmſtadts: Es verſehen
den Sonntagsdienſt und in der Woche vom
27. Sept. bis einſchließlich 4. Oktob, den
Nachtdienſt die Löwen=Apotheke, Ballon;

platz 11,, die Adlerapotheke, Wilhelminen=
platz
17, die Hirſch=Apotheke, Nieder= Ram=
ſtädterſtraße
21.

Auf der Avus hatte ſich eine große Zahl von Daheimgebliebenen
eingefunden, um die Teilnehmer zu begrüßen, ſo die Herren Admiral
Nampold von Lengerke, Vieregg und Direktor Günther. Bis um 5 Uhr
waren alle Wagen, bis auf einen, der aber noch zu erwarten iſt, glücklich
eingelaufen, und nachdem man ſich an Bowle und Kaffee gelabt hatte
und die Streckenbücher abgegeben waren, war jeder entlaſſen.
Auf die Ergebniſſe der Fahrt, welche erſt morgen bekannt gegeben
werden ſollen, wird noch zurückzukommen ſein. Kurt Bernhard.

Das Fußballſ=Programm des Sonntags

Vom Odenwaldkreis.
Das Hauptintereſſe beanſprucht in unſerer Gegend das Entſchei=
dungsſpiel
des Sportvereins Darmſtadt mit dem Fußballverein Kaiſers=
lautern
um den Aufſtieg zur Bezirksliga. Beide Ligamannſchaften haben
die gleiche Punktzahl errungen und entſcheiden nun den Aufſtieg in einem
neuen Kampf, der auf dem Platze des V. f. R. Mannheim am Sonntag
vormittag um ½11 Uhr ausgetragen wird. Da viel für das ſportliche
Leben Darmſtadts von einem Aufſtieg des Sportvereins abhängt, ſo er=
hoffen
wir für dieſen Sieg und Aufſtieg. In den anderen Klaſſen ſind
folgende Spiele angeſetzt:
Kreisliga. Viktoria Griesheim empfängt Olympia Lorſch.
Sportvereinigung Arheilgen muß nach Viernheim zur dortigen Vereini=
gung
Amieitia 09. Im dritten Treffen begegnen ſich in Bürſtadt der
dortige V. f. N. und Spielvereinigung Sandhofen. Fußballverein Wein=
heim
und Germania Pfungſtadt ſind ſpielfrei.
A=Klaſſe. Die Terminliſte des Gaues Bergſtraße ſieht für dieſen
Sonntag Pokaltermine vor. Von dieſen ſelbſt, ſowie von Privatſpielen
iſt nichts bekannt geworden. Im Gaa Ried treffen ſich V. f. L. Lampert=
heim
Alemannia Groß,Rohrheim; Fortung Heddesheim Olympia
Lampertheim; Fußballverein, Hofheim Fußballverein, Ladenburg;
F. C. Bensheim Olympia Laudenbach: Konkordia Gernsheim Star=
kenburgia
Heppenheim. Es ſind alſo ſämtliche Vereine in dieſem Gau
im Kampf.
B=Klaſſe. Im Gau Ried treffen ſich nur Fußballverein Biblis
und Fußballverein Hemsbach. Dagegen herrſcht im Gau Bergſtraße weit
größerer Betrieb. Es ſpielen hier: Sportverein Lengfeld Fußball=
verein
Michelſtadt; Sportverein Darmſtadt Junioren Sportverein
Roßdorf; V. f. B. Ober=Namſtadt Spielvgg. Pfungſtadt; Olympia
Hahn Fußballverein Steinbach; Sportverein Groß=Geran Reſ.
Chattia Wolfkehlen; Germania Leeheim Viktoria Griesheim Reſ.;,
Sportverein Goddelau Boruſſia Dornheim; Sportverein Geinsheim
Olympia Biebesheim. Alſo auch hier ein recht ſtattlicher Betrieb.
C=Klaſſe. Die Terminliſte weiſt folgende Spiele auf: Sport=
verein
Höchſt F. C. Kirch=Beerfurth; Sportverein König Spielvgg.
Zipfen; Sportverein Meſſel Fußballſportverein Groß=Zimmern;
Union Ober=Ramſtadt Germania Dieburg. Da hierzu noch die Nied=
vereine
, deren Terminliſte noch nicht zu erfahren war, treten, ſo iſt wohl
in faſt jedem Ort des Odenwaldkreiſes für ſportliche Unterhaltung ge=
ſorgt
, zumal auch untere und Jugendmannſchaften überall in die Kämpfe
mit eingreifen. Aber gutes Wetter wird dazu gebraucht! Und das wün=
ſchen
wir allen.
Sportverein 98 Darmſtadt.
Das Ausſcheidungsſpiel um den Aufſtieg zur Bezirksliga zwiſchen
Sp.=V. Darmſtadt und =V. Kaiſerslautern findet Sonntag vormittag
10½ Uhr auf dem V. f. R.=Platz in Mannheim ſtatt. Alſo nicht wie ur=
ſprünglich
bekannt wurde, auf dem Phönixplatz um 3 Uhr. Zum zweiten
und letzten Male diefes Jahr ſteht der Sportverein vor einem ent=
ſcheidenden
Wendepunkt ſeiner Fußballgeſchichte. In Karlsruhe war
neben aufopferndem Spiel der ganzen Mannſchaft Fortung hold, das
wollen wir offen eingeſtehen. Wie wird es in Mannheim werden? Der
Gegner für dort, der F.=V. Kaiſerslautern, hat durch ſeinen letztſonn=
tägiſchen
Sieg über Ludwigshafen beträchtlich an Achtung und Zu=
trauen
gewonnen. Jedoch ihren hier gezeichten Leiſtungen nach zu ur=
teilen
, wo ſie nicht einmal ein reguläves Tor (ſeine Erfolgé beſtanden,
wie erinnerlich, aus 2 Elfmeterſtößen) erzielte, iſt die Mannſchaft doch
als nicht ganz ebenbürtig zu betrachten. Eifer und Wille zum Sieg
ſteckt in ihr, was auch letzten Sonntag den Ausſchlag gegeben hat. Sport=
vereins
Mannfchaft, die doch über oft erprobtes Können verfügt, ſollte

Straßenbenennung.
Durch Beſchluß der Stadtverordneten=
Verſammlung vom 18. ds. Mts. wurde
die vor den Neubauten öſtlich des Nord=
bahnhofs
herziehende Straße Am
Nordbahnhof benannt. (st12310
Darmſtadt, den 24. Sept. 1924.
Der Oberbürgermeiſter.


Eradfung der
Stadtverordneten=Verſammlung.
Die Stadtwahlkommiſſion ſtellte feſt
daß an Stelle des verſtorbenen Herren
Lorenz Schmidt
Herr Gewerkſchaftsſekretär
Johames Weſp
als Mitglied in die Stadtverordneten=
Verſammlung einzutreten hat.
Das Protokoll der Stadtwahlkom=
miſſion
liegt am 1., 2. und 3. Oktober
d. Js. im Stadthaus, Zimmer Nr. 33,
während der Dienſtſtunden zur Einſicht
der Beteiligten und Stimmberechtigten
auf. Einwendungen gegen die Wahl und
den Gewählten ſind während dieſer Zeit
ſchriftlich oder zu Protokoll bei dem Urter=
zeichneten
bei Meidung des Ausſchluſſes
(St. 12324
vorzubringen.
Darmſtadt, den 27. September 1924.
Der Stadtwahlkommiſſar
Daub, Bürgermeiſter.

Ditifnſes trich. Obssalt echäftlich.
Preig pro AMd pun 50.Mfennis.*

Lette höchste Errungenschaft.
Vollständige Umwälzung der Margarinefabrikzafion.
Die beste Sparhflfe im Haushalt.
Von feinster Morkzereibutter nicht zu unterscheiden.
puuemieleh- graus dre Kindrrzeiev -Der Wome Eacer
doe E Eindau vo

Montag, den 29. September 1924
vormittags 11,45 Uhr
ſollen auf dem Hofe des Marſtallgebäudes,
Mathildenplatz 17, dahier, ſechs ausge=
muſterte
Landgeſtütsbeſchäler verſteigert
werden.
Hiervon einer (Belgier) unter der Be=
dingung
des ſofortigen Abſchlachtens,
ein Belgier, 14 Jahre alt, zwei kaſtrierte
Belgier, 6 und 65 Jahre alt, ſicher im
Geſchirr, und zwei Oldenburger, je 15
(12211ds
Jahre alt, angefahren.
Darmſtadt, den 23. September 1924.
Heſſiſche Landgeſtüts=Direktion
Schörke.

Pekanntmachung.
Durch Verfügung des Heſſ. Miniſteriums
der Juſtiz vom 22. d8. Mts. bin ich be=
auftragt
worden, die dritte Gerichtsvoll=
zieherſtelle
des Amtsgerichts Darmſtadt I.
einſtweilen zu verwalten.
Mein Geſchäftsloßal befindet ſich
(*27907
Kahlertſtr. 5:/,, II.
Dann, Gerichtsvollzieher.

Niegends

werden Ihnen ſolche günſtigen Bedingungen
geboten: Langfriſtige, bequeme Teilzahlung,
geringe Anzahlung, niedrigſte Preiſe, da
lein Riſikoaufſchlag berechnet wird und der
Einkauf im großen für unſere neun Ge=
ſchäftsſtellen
getätigt werden kann, außerdem
wir ſatzungsgemäß einen Gewinn nicht er=
zſelen
dürfen. Hausrat Gemeinnützige
Möbelverſorgung für das Rhein=, Main=
und Lahngebſet G. m. b. H., Heidelbergen=
ſtraße
129.
(9795a

bei ernſter Spielauffaſſung ein Sieg nicht allzu ſchwver fallen. Und daß
jeder einzelne der elf Vertreter unſerer Stadt weiß, worum er geht,
dürfte man doch annehmen; Ermahnungen überflüſſig. Die Sympatmen
der Zuſchauer dürften nicht allzuſehr auf Darmſtadts Seite ſein, denn
wir ſind nicht gern geſehene Gäſte; nur geduldet in der Mannheimer
Kante, denn die Vereino da unten ſind geladen wegen der Reiſen nach
hier. Und wie ja jedermann bekannt, ſpielen bei derart wichtigen Treffen
gerade die anfeuernden Rufe der Anhänger eine grwichtige Nolle. Dar=
um
ihr 98er und Anhänger, opfert Euch wie Eure ſaner verbienten
Pfennige und begleitet Eure Mannſchaft auf ihrer ſchweren Fahrt. Sie
wird es Euch hoffentlich belohnen durch einen Sieg und damit eine
Reihe erſtklaſſiger Spiele, die wir in der Bezirksliga zweifllos hierher
bekommen werden. Abfahrt der Mannſchaft mit mit Schnelluug 744
(Gutratgeber ſtrengſtens verbeten). Auch der Perſonenzug um 3 Uhr
erreicht noch zeitig genug don Schauplay des Ereigniſſes.
Mit Rückſicht auf die Ungewißheit, in welcher Klaſſe die Ligamann=
ſchaft
Sportvereins ſpielt, ſind auch die übrigen Mannſchaften noch
verbandsſpielfrei! Nur die Juniorenmannſchaft, die in der B=Klaſſe
beteiligt iſt, macht eine rühmliche Ausnahme. Nachdem das erſte Spiel
vergangenen Sonntag infolge allzu ſchlechter Platzverhältniſſe in Leng=
feld
mit 0:2 verloren wurde, dürfte morgen die Reaktion eintreten. Die
1. Mannſchaft von Roßdorf iſt der Gegner in dieſem Kampfe, der durch
das Entgegenkommen dieſes Vereins um 4½ Uhr nach dem Spiel der
erſten Handballmannſchaft auf dem Stadion ſteigt. Es darf hier guter
Sport erwartet werden und alle Zuſchauer voll auf ihre Rechnung
kommen.
Zum weiteren Meiſterſchaftsſpiel begibt ſich die 1a Jugendmannſchaft
nach Lengfeld. Arheilgen gelang es dort wwei Punkte mu holen, hoffent=
lich
machen es unſere wackeren Jungens nach, denn noch ſind nicht alle
Meiſterausſichten verſpielt, wie man mir geflüſtert hat. Alſo friſch ans
Werk. Die 1b=Jugend begibt ſich nach Aſchaffenburg=Danrm, während
die 2a=Jugend die gleiche von demſelben Verein um 10 Uhr hier empfängt.
Die 1b=Schüler ſpielen gegen die gleichen von Eintracht bier um 11 Uhr
auf dem Uebungsplatz.
F. C. Union Darmſtadt, Jugendabteilung.
Für morgen, Sonntag, hat ſich die Jugendabteilung wieder einige
ſpielſtarke Gegner verpflichtet und ſpielen:
1a Jugend1. Jugend Olympia Lorſch um ½12 Uhr,
1b Jugend1. Jugend Sportverein Noßdorf um ¼9 Uhr,
2a Jugend2b Jugend Spertverein Darmſtadt um 411 Uhr,
1a Schüler1. Schüler Sp.=Vgg. Arheilgen um ½10 Uhr.
Dieſe Mannſchaften zu obengenannter Zeit auf der Rennbahn, während
ſich die 1b Schüler um ½3 Uhr nach Arheilgen begeben, um der Ub=
Schülermannſchaft der Sportvereimigung 04 Arheilgen gegenüberrntreten.
F.C. Eintracht Darmſtadt Verein für Leibesübungen Reckarau,
1. Schülermannſchaften.
Am kommenden Sonntag unternehmen die reiſeluſtigen Eintrachſts=
Schüler nach längerer Pauſe einen Ausflug nach Mannheim=Neckarau,
um dort gegen die ſpielſtarke Schülerelf vom V. f. L. anzutreten. Wir
hoffen, daß dieſe Mannſchaft in Neckarau ihre Farbe würdig vertritt,
Sportverein Mefſel I Fnßballſportverein Groß=Zimmern I.
Zum zweiten fälligen Verbandsſpiele in der C=Klaſſe treffen ſich am
98. September nachmittags 3 Uhr, obongenannte Mannſchaften auf dem
Sportplatz in Meſſel. Sein erſtes Verbandsſpiel konnt: Meſſel am vori=
gen
Sonntag in Eſchollbrücken gegen die ſpielſtarke, ermania nach
äußerſt hartem Kampfe 4:2 (2:0) für ſich entſcheiden. Da Groß=Zimmern
auch eine ſpielgeübte Mannſchaft ins Feld ſtellt, iſt am kommenden Sonn=
tag
ein ſpannendes Spiel zu erwarten, auf deſſen Ausgang man geſpamt
ſein kann, da dem Sieger zwei wertvolle Punkte zuwinken.
Leichtathletik.
Heſſen, V. f. L., Darmſtadt.
Das Meldeergebnis zu den Vereinsmeiſterſchaften iſt als fehr gut
zu bezeichnen. Nach Ablauf der Meldefriſt liegen nunmehr zirka 70
Meldungen in den einzelnen Konkurrenzen vor. Sämtliche Wettkämpfer
treffen ſich zum Umkleiden punkt 9 Uhr im Nummelbräu, woſelbſt bis
9,15 Uhr die Ausgabe der Startnummern erfolgt. Das Programm
wird ſich in zwei Stunden abwickeln und es ſind recht ſpannende Kämpfe
zu erwarten. Die Reihenfolge der Wettkämpfe iſt genau nach Zeit feſt=
gelegt
und kann im Rummelbräu eingeſehen werden. Teilnehmer, die
nach einmaligem Aufruf nicht am Start erſcheiuen, können ſpäter nücht
mehr zugelaſſen werden.
Abends, 8 Uhr findet in den vorderen Räumen bes Rummelbräu
gemütliches Zuſammenſein, verbunden mit Siegerehrung und Preisver=
teilung
, ſtatt.
Zu beiden Veranſtaltungen bitten wir fämtliche Mitglieder, ſowie
die Eltern unſere Jugend um zahlreichen Beſuch.

Perſteigerungs=Anzeige.
Im Auftragedes Herrn Rechtsanwalts Dr. Neuroth
zu Darmſtadt, als Verwalter im Konkurſe Schröter
(Karoſſerie), verſteigere ich
Montag, den 29. September
und nötigenfalls
Dienstag, den 30. September I. Js.,
jedesmal vormittags 10 Uhr anfangend, im
Fabrikgebäude, Groß=Gerauerweg 2,
(gegenüber dem Offizier=Kaſino der 61er Artidlerie)
die nachbenannten, zur Konkursmaſſe gehörigen
Gegenſtände meiſtbietend gegen Barzahlung:
1 eiſ. Schmiedeherd mit 1 Feuer, Rauchfang, dopp.
Zylindergebläſe, 1 Zweihorn=Amboß mit Klotz und
1Kupferſchmiede=Amboß ſamt Zubehör,1 diſenbohr=
maſchinemit
Riemen, 1 Schweißapparat mit Zubehör
4 Hobelbänne, mehrere Werhbänke mit Parallel=
ſchraubſtöchen
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1 groß. eiſ. Waſſerbehälter, Wandſchränke u. Werk=
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2 Vorgelage, 5 Transmiſſionsſcheiben mit Riemen,
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Seite 12.

Santstag, deit 27. Sexteuber 1924.

Gottesdienſtliche Anzeigen.
Ebangeliſche Gemeinden.
15. Sonntag nach Trinitatis, den 28. September 1924.
Stadtkirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Zimmer=
mann
.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9 Uhr vormittags bis 5 Uhr
nachmittags zu ſtiller Andacht geöffnet. Eingang: Nordtüre.
Stadtkapelle: Vorm. 8½ Uhr: Morgenandacht. Pfarrer Vogel,
Um 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Müller. Um
11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Entlaſſung der Konfirmanden. Pfarrer
Kleberger. Abends 6 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfr. Wagner II.
Schloßkirche: Vereinigung zur Abhaltung lutheriſcher Gottesdienſte.
Vorm. 9½ Uhr: Beichte und Anmeldung in der Sakriſtei; um 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt mit Feier des heil. Abendmahls. Oberhofprediger
a. D. Ehrhardt, Pfarrer zu Hirzenhain.
Amtshandlungen an Auswärtigen bis 30, Sept.: Pfarrer
Gvethe; vom 1. Okt. an: Pfarrer Vogel.
Martinskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Reinhardt. Um 11 Uhr: Kindergottesdienſt für den Weſtbezirk.
Pfarrer D. Waitz.
Altersheim: Vorm. ½10 Uhr: Pfarrer Beringer.
Johanneskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Goethe. Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Vorm. 10 Uhr: Hauptgottes=
dienſt
. Pfarraſſiſtent Gerſtenmaier. Um 11½ Uhr: Kindergottes=
dienſt
. Pfarraſſiſtent Gerſtenmaier. Mittwoch, den 1, Oktober,
abends 8 Uhr: Monatsverſammlung der Männervereinigung.
Pauluskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. ( Kirchweihſonn=
tag
. Kirchenchor.) Pfarrer Rückert, Um 11½ Uhr: Kindergottes=
dienſt
. Pfarrer Rückert.
Häusliche Pflege von kranken Männern (Aushilfe am Tage und
Nachtwachen) übernehmen die Brüder (Diakonen) der Männerkranken=
pflege
=Station im Evang. Männerheim, Forſtmeiſterſtr, 9. Fern=
ſprecher
2883.
Stiftskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Miſſ. Bellon,
Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Evang. Sonntagsver=
ein
(Chriſtl. Verein junger Mädchen): Sonntag, nachm. 4½ Uhr: Spa=
ziergang
. Zuſammenkunft bei gutem Wetter am Böllenfalltor.
Donnerstag, den 2. Okt., abends 8 Uhr: Betſtunde,
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24): Sonntag, vorm. 9 Uhr: Straßen=
predigt
(Orangeriegarten). Um 9 Uhr: Gebetsſtunde. Um 11½ Uhr:
Kindergottesdienſt. Nachm. 3½ Uhr: Bibelſtunde. Pred. Neuber.
Abends 8½ Uhr: Zeugnisabend. Montag, abends 8½ Uhr:
Bibelbeſprechſtunde für Männer. Mittwoch, nachm. 4 Uhr: Kinder=
bund
für Knaben und Mädchen. Donnerstag, abends 8½ Uhr:
Bibelſtunde. Pfarrer Schäfer, Freitag, abends 8½ Uhr: Blaukreuz=
ſtunde
und Bibelſtunde in der Stadtmädchenſchule, Beſſungerſtraße.

Samstag, abends 8 Uhr: Poſqunenchor. Jugendbund fürE. C.,
Mühlſtraße 24: Sonntag, vorm. 9 Uhr: Straßenpredigt ( Orangerie=
garten
. Nachm. 2½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde für Jünglinge. Um
4½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde für Jungfrauen. Abends 8½ Uhr:
Evangeliſation: Dienstag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde für Jüng=
linge
und Gebetsſtunde für Jungfrauen. Mittwoch, abends 8½ Uhr:
Unterhaltungsabend, für Jünglinge. Donnerstag, abends 8 Uhr:
Gebetsſtunde für Jünglinge. Samstag, abends 8 Uhr: Poſaunenchor,
Ehriſtlicher Berein junger Männer Darmſtadt, E. V., Alexander=
ſtraße
22 (Infanterie=Kaſerne, 1. Hof links): Dienstag, abends 8½ Uhr:
Bibelſtunde der Haupt= und Jugendabteilung (getrennt). Donners=
tag
, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde im Familienkreiſe, Samstag,
abends 8½ Uhr: Wochenſchluß.
Wartburgverein Darmſtadt (C. B. J. M.). Vereinslokal: Ge=
meindehaus
der Martinsgemeinde, Liebfrauenſtr, 6 (Mollerſtr. 23).
Sonntag, den 28. Sept., abends 8 Uhr: Heimabend. Dienstag, den
30. Sept abends 8½ Uhr: Bibelſtunde im Heim.
Ehriſtlicher Jugendverein Darmſtadt (Dieburgerſtr. 26, I.): Jeden
Mittwoch, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde (Beſprechung der Offenbarung
Johannes),
Katholiſche Gemeinden.
Sonntag, den 28. September 1924,
St. Ludwigskirche: Samstag, nachm. 4 Uhr und abends 8 Uhr:
Beichtgelegenheit.
Sonntag, vorm. ½6 Uhr: Beichtgelegenheit Um 6 Uhr: Erſte
heil. Meſſe. Um 7 Uhr: Heil. Meſſe mit Predigt. Um 8 Uhr:
Singmeſſe mit Predigt. Um 9½ Uhr: Hochamt mit Predigt. Um
11 Uhr: Singmeſſe mit Predigt. Nachm. 3 Uhr: Andacht zu den
heil. Engeln. Abends 6 Uhr: Herz=Mariä=Bruderſchaftsandacht mit
Predigt. Mittwoch, Donnerstag, Freitag, abends 8 Uhr: Predigten
zur Vorbereitung auf das Roſenkranzfeſt. Mittwoch bis Samstag,
vorm ½79 Uhr: Ausſetzung des allerheiligſten Sakramentes. Um
½7 Uhr: Heil. Meſſe mit Roſenkranz. Donnerstag, nachm. 5 Uhr;
Beichtgelegenheit.
Kapelle der Barmherzigen Schweſtern: Sonntag, vorm. 1=7 Uhr:
Heil. Meſſe. Nachm. 2 Uhr: Roſenkranzandacht. Um ½4 Uhr:
Verſammlung der Jungfrauen=Kongregation.
Kapelle in der Waldſtraße: Sonntag, vorm. 7 Uhr: Heil. Meſſe.
Kapelle zu Griesheim: Sonntag, vorm. 9½ Uhr: Hochamt mit
Predigt.
St. Eliſabethenkirche: Samstag, nachm, um 5 Uhr und abends
8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Sonntag, vorm, von 6 Uhr an: Gelegenheit zur heil, Beichte,
Um ½7 Uhr: Frühmeſſe. Um 8 Uhr: Heil. Meſſe mit Predigt.
Um 9½ Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. 2 Uhr: Andacht,
St. Martinskapelle am Herdweg: Samstag, nachm. von 5 bis
7 Uhr und abends von 8½9 Uhr: Gelegenheit zur heil, Beichte.

Rummer 269.
Sonntag, vorm. 8½ Uhr: Heil. Beichte. Um 7½ Uhr: Heil,
Meſſe. Um 73/ Uhr: Predigt. Um 8½ Uhr: Heil. Meſſe. Um
9½ Uhr: Predigt. Nachm. 2 Uhr: Chriſtenlehre. Um 2½ Uhr;
Andacht.
St. Fideliskirche: An allen Sonn= und Feiertagen morg. 8 Uhr;
heil. Meſſe und Predigt in der Kapelle der Engliſchen Fräulein in der
Waldſtraße.
Kirche zu Eberſtadt: Samstag, nachm. 5 Uhr, und abends 8 Uhr,
Beichtgelegenheit.
Sonntag, vorm. 6 Uhr: Beichtgelegenheit. Um 6½ Uhr: Aus=
teilung
der heil. Kommunion. Um 9½ Uhr: Hochamt mit Predigt,
Nachm. ½2 Uhr: Chriſtenlehre. Um 2 Uhr: Andacht.
Provinzial=Pflegeanſtalt bei Eberſtadt: Montag, morg, ½8 Uhr=
Heil. Meſſe und Predigt.
Kapelle zu Pfungſtadt: Sonntag, vorm. 7 Uhr: Beichtgelegen=
heit
. Um 7½ Uhr: Hochamt und Predigt.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Ehriſtliche Verſammlung (Waldſtr. 18): Sonntag, den 28. Sept.;
vorm. 111 Uhr: Kindergottesdienſt. Nachm. 4½ Uhr: Verkündi=
gung
des Wortes Gottes. Mittwoch, den 1. Okt., abends 8½ Uhr:
Gebetsſtunde. Freitag, den 3. Okt., abends 8½ Uhr: Bibelſtunde,
Jedermann iſt freundlich eingeladen.
Evangeliſche Gemeinſchaft (Eliſabethenſtraße 44): Sonntag, den
28. Sept., vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8½ Uhr: Gottcs=
dienſt
Um 9 Uhr: Jugendbund. Donnerstag, den 2. Okt., abends
8½ Uhr: Bibelſtunde. Pred. Erhardt.
Ehriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40): Sonntag,
den 28. Sept., vorm. 8 Uhr: Heiligungsſtunde, Abends 8 Uhr: Evan=
geliſation
. Dienstag, abends 8 Uhr: Bibelſtunde, Freitag, abends
8 Uhr: Gebetsſtunde.
Gemeinde der Siebententags=Adventiſten, Mauerſtr. 5, I.: Frei=
tag
, abends 8 Uhr und Samstags, vorm. ½10 Uhr: Oeffentl. Gottes=
dienſt
. Sonntag, abends 8 Uhr: Religiöſer Vortrag,
Gemeinde gläubig getaufter Ehriſten (Baptiſten), Mauerſtr. 17.
Sonntag, den 28. Sept., vorm. 10 Uhr: Gebetsſtunde. Nachm.
4 Uhr: Predigt, Donnerstag, den 2. Oktober, abends 8½ Uhr;
Bibelſtunde.
Kirche Jeſu Chriſti der Heiligen der letzten Tage (Darmſtadt,
Nieder=Ramſtädterſtr. 13): Sonntag, den 28. Sept., vorm. 10½ Uhr;
Sonntagsſchule, Abends 7½ Uhr: Gottesdienſt. Mittwoch, den
1. Okt., abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Jedermann willkommen.
Die Heilsarmee, Schulzengaſſe 3: Sonntag, vorm. 10 Uhr: Heili=
gungs
=Verſammlung. Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Abends
8 Uhr: Eine beſondere Verſammlung.
Methodiſtengemeinde (Frankfurterſtr. 3): Sonntag, den 28. Sept.;
vorm. 10 Uhr: Predigt. Um 11 Uhr: Sonntagsſchule.

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Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 26. Septbr. 1924.
Die Beerdigung findet Montag,
den 29. d. Mts., nachm. 3½ Uhr,
auf dem alten Friedhof ſtatt.

Dr. phil. Hans Leip
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Fürth i. Od., 27. Sept. 1924
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In tiefſter Trauer:
Konr. Caſtritius
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Hanni Schwarz.
Darmſtadt, den 26. Sept. 1924.
Die Beerdigung findet Montag,
den 29. Sept., vormitt. 10 Uhr,
vom Portale des Waldfriedhofs
aus ſtatt. (*27879

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herz=
licher
Teilnahme bei dem uns
ſo ſchwer betroffenen Verluſie
unſerer innigſigeliebten Mutter
und Großmutter
Frau Margarethe Reiß
ſagen wir Allen unſeren innigſten
Dank, insbeſondere Hrn Pfarrer
D. Waitz für die troſtreiche Grab=
rede
, den Schweſtern und allen
Bekannten für die liebevolle
Pfiege u. die zahlreichen Blumen=
ſpenden
.
(*27838
Die trauernd. Hinterbliebenen.

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Dank. Insbeſondere Hrn. Pfarrer
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herzlichen Dank. Feiste A
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſiadt, 26. Sept. 1924.

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Die Beerdigung findet ſtatt: Samstag, 27. Sept., mittags
1Uhr, vonder Trauerhalle d. Frankfurter Hauptfriedhofes.
Seelenamt wird am gleichen Tag, 7¾4 Uhr, in der St.
Bernarduskirche gehalten.
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Verfahren gelangte 1923 zirka 2000 mal zur Anwendung mit guten
Erfolgen. Tauſende ehemalige Stotterer, die ſich nach meiner
Methode vom Stotterübel befreit haben und jetzt glückliche und
wie von neuem geborene Menſchen ſind, haben dies durch Dank=
briefe
bekundet. Eine Anzahl dieſer Original=Dankbriefe liegen
in den Sprechſtunden zur gefl. Einſicht aus. Ich werde nun am
Dienstag, 30. Sept., v. 117 ühr in Darmſtadt im Hotel Prinz Heinrich
Sprechſtunden abhalten. Ich erſuche alle Stotterleidende, ſich
mit vollem Vertrauen in meinen Sprechſtunden einzufinden, wo
dieſelben koſtenfreie Auskunft erhalten, wie ſie ſich in kurzer Friſt
von dem läſtigen Uebel befreien können. Bei Kindern kann das
Uebel mit Hilfe der Eltern oder Erzieher beſeitigt werden. (Es
iſt nicht erforderlich, daß kleinere Kinder in die Sprechſtunde
mitgebracht werden.)
Da ich auf dem Gebiete des Stotterweſens an Tauſenden
die wertvollſten Erfahrungen in langjähriger Tätigkeit geſammelt
habe, bin ich in der Lage, über eine völlig einwandfreie radikal
wirkende Selbſtbefreiungsmethode zu verfügen.
(12292
*Verſäume es kein am Stotterübel Leidender oder Eltern
ſtotternder Kinder, ſich in meinen Sprechſtunden einzufinden,
zumal die Auskunft koſtenlos iſt und niemand ſich zu etwas ver=
pflichten
braucht. Auch bitte ich alle Intereſſenten, welche ſchon
Kurſe mitgemacht oder Apparate bezogen, ohne einen Erfolg er=
zielt
zu haben, meine Sprechſtunden nicht zu verſäumen,
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Darmſtadt
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unter dem Ehrenſchutz des Heſſiſchen Staatspräſidenten
Herrn Staatspräſident Ulrich.
Veranſtalter:
Heſſen=Flieger
Verein für Luftfahrt, Darmſtadt.
Ausgeflogen werden: 1. Kurvenflug mit Ziellandung, 2. Schnellig=
keitsflug
mit Meldungsabwurf, 3. Höhenflug mit Kurvengleitflug,
4. Geſchicklichkeitsflug, 5, Stafettenflug, 6. Fünf=Länder=Flug,
Einlagen: Fallſchirmabſprünge Ballonabſchüſſe Paſſagier=,
Schau= und Freiflüge.
Borverkaufsſtellen: Heinz Beher, Rheinſtraße, Otto Broszoska,
Rheinſtraße, Arthur Guthmann, Waldſtr., Karl Koch, Karlſtr. 7
Julius Mylius, Herdweg 2, Fritz Pfeil, Eliſabethenſtr., Leo Keller,
Ernſt=Ludwigſtraße und am Verkehrsbüro.
Preiſe der Plätze: Mk. 5., 3., 2., 1. und 50 Pfennig,
Muſik des Beamtenvereins ehem. Militärmuſiker, Leitung Herr
Obermuſikmeiſter Weber.
Für Verpflegung und Getränke iſt beſtens geſorgt. Preiſe nicht
teuerer wie in der Stadt.
(12342

echter Pelzmantel
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Gebrauchsanweisung:
Vor dem Einlegen der Wäsche ist die
Sprühseife in lauwarmem Wasser Voll=
ständig
aufzulösen. Gewöhnliche Ge-
brauchswäsche
wird alsdann ge-
kocht
, emnpfindliche Stoffe, wie
5
Wolle, Seide und Florgewebe
dürfen dagegen nur lauwarm
gewaschen werden.

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Jugendherbergstage
1924
Darmſtadt, 27./28. September.
Veranſkaltung en:
Samstag, 27. 9., abends 6 u. 8 Uhr
P im Feſtſaal des Ludwig=Georgs=
Gymnaſiums, Karlſtr. 2
DerAckermann ausBöhmen
(Ein mittelalterliches Spiel
von Johannes von Saaz (1400)
Sonntag, den 28. 9.
Zug derwanderndenJugend
durch dſe Straßen: Nikolaſweg,
Stiftsſir., Alexanderſt., Schloßgraben
Schillerplatz, Markt, Ludwigſtraße,
Eliſabethenffr., Wilhelminenſtraße,
Karlſtraße nach dem Orangeriegarten.
Dort von 3 Uhr ab
Spiel einer Mainzer Gruppe
Spiele / Reigen / Aufführungen
der hieſigen Bünde. (*27857
Werbekarten zu 50 Pfg. für Erwach=
ſene
und 30 Pfg. für Jugendliche be=
rechtigen
zum Beſuch beider Veran=
ſtaltungen
. Vorverkauf:
Verkehrsbüro, Haus d. Jugend, Stifts=
ſtr
. 45, Saeng, Kirchſtr., H. L. Schlapp,
Schulſtr., Lina Paul, Wendelſtadtſtr.
Br6-are-

C. D.N

auf 4. Oktober. Näheres folgt.
Der Präſident.
23860)

Heute Samstag

Metzelſuppe Schlachtplatte
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Darmſtadt
Aexanderſtr. 23 Michael Fabian

Heute Samstag
und Sonntag
Mekzelsuppe
Wellfleiſch mit Kraut
Schweinepfeffer, Bratwurſt
Hausmacher Wurſt (e78s7
Spezialität: Schlachtplatten
Reſtaur. Franz Puttler
Darmſtadt, Landwehrſtr. 62, Tel. 3182

3 Bortage: ehultraſe s

im Mozart=Saal
Darmſtadt
Sonntag, den 28. September, abds. 8 Uhr
1, Thema im Lichte d. Bibel u. Geſchichte:
Völkerbund oder Völkerkrieg?
2. u. 3. Thema folgt am 29. Sept. u. 5, Okt.
ſiehe Plakate) Nedner; Pr. J. F. Grieſer
Damen u. Herren willkommen. Eintr. frei!

Sonntag, 28. Sept.
7½, Uhr
Gaſihaus
Zum Ochſen
Beſſungerſtr.
Außerordentliche
Mitgliederverſammlung
1. Vortrag d. H. Landwirtſchaftsrat Seeger.
2. Preisverteilung.
3. Gemütlicher Teil.

D
Kirchweihe
Nieder=Beerbach
Sonntag u. Montag, 28. u. 29. ds. Mts.
27769
Es ladet freundlichſt ein
Ludwig Simmermacher,
Darmſtädter Hof.
Chriſtoph Lautenſchläger,
Zum Mühltal.

An einem Anfang November beginnenden
Janzirkel d. Löſer ſchen Janzſchule
können noch Damen u. Herren aus guter
achtbarer Familie teilnehmen, (*27859
Ferdinandine Löſer, Darmſtadt, Hohlerw. 9,

[ ][  ][ ]

27. Sepfember 1924
Handel und Wandel in Heſſen.
* Holzwarenfabrik Rexroth=Lynen A.=G., Michel=
ſtadt
(Heſſen). In der Generalverſammlung der Geſellſchaft wurde
die Aenderung der Firma auf den Namen Rexroth=Lynen, Aktien= Geſell=
ſchaft
, beſchloſſen. Der bisherige Aufſichtsrat wurde wiedergewählt.
Hinzugewählt wurde Se. Erlaucht der Erbgraf von Erbach=Erbach in Er=
bach
. Vorſitzender des Aufſichtsrats iſt, wie bisher, Herr Bankdirektor
Kredl=Darmſtadt, ſtellv. Vorſitzender Se. Erlaucht der Erbgraf von
Erbach=Erbach. Die Papiermarkbilanz wurde genehmigt und der Ge=
winn
auf neue Rechnung vorgetragen. Von der Ausſchüttung einer
Dividende hat man Abſtand genommen. In der Verſammlung wurde
ferner beſchloſſen, das bisherige=Papiermarkkapital von 50 Millionen
auf 500 00 Goldmark umzuſtellen. 50 339,34 Mk. wurden der ordent=
lichen
Rücklage überwieſen.

Die Ernteſchätzung für Buchweizen und Hül=
ſenfrüchte
. Die Statiſtiſche Korreſpondenz veröffentlicht die Ernte=
ſchätzung
für Buchweizen und Hülſenfrüchte. Danach ergeben ſich folgende
Erntemengen: Buchweizen 352 998 Dz., d. h. 52478 Dz. oder 17,5 mehr
als im Vorjahr, Erbſen 1 608 889 Dz., d. h. 209 356 Dz. oder 15 Proz.
mehr als i. V., Speiſebohnen 52 919 Dz., d. h. 14 679 Dz. oder 39,3 Proz.
mehr als i. V., Ackerbohnen 1134 674 Dp., d. h. 107 252 Dz. oder 10,/4
Proz. mehr als i. V. Die Statiſtiſche Korreſpondenz bemerkt dazu: Ab=
geſehen
von zwei Fällen wurde die diesjährige Ernte an Buchweizen und
Hülſenfrüchte noch in keinem der letzten 6 Jahre erreicht. Daß ſich bis
Anfang September trotz der geänderten Wetterlage die Beurteilung der
Ernte nicht änderte, ſcheint aus den Zahlen für Hafergemenge und für
Hafer hervorzugehen. Im Staatsdurchſchnitt lautet das Ergebnis für
Hafer nach der Auguſtſchätzung 18,4 und nach der Septemberſchätzung
18,5 Dz. für den Hektar; für Gemenge ſind die beiden Zahlen 17,0 und
16,8 D.
Die Großhandels=Indexziffer. Der auf den Stich=
tag
des 23. September berechnete Großhandels=Index des Statiſtiſchen
Reichsamts iſt gegenüber dem Stande vom 16. September (128,6) weiter
um 1,1 v. H. auf 130,0 geſtiegen. Von den Hauptgruppen erhöhten ſich
Lebensmittel von 123,3 auf 125,9 oder um 2,6 v. H., davon die Gruppe
Getreide und Kartoffeln von 115,0 auf 116,4 oder um 1,2 v. H., Indu=
ſtrieſtoffe
gingen von 138,4 auf 137,8 oder um 0,4 v. H. zurück, daron
die Gruppe Kohle und Eiſen von 129,4 auf 128,5 oder um 0,7 v. H.; In=
landswaren
zogen von 123,0 auf 124,5 oder um 1,2 v. H., Einfuhrwaren
von 156,5 auf 157,7 oder um 0,8 v. H. an.
Wochenüberſicht der Deutſchen Golddiskont=
bank
vom 23. September 1924. (Die Zahlen ſind zu leſen: Pfund Ster=
ling
, Schilling, Pence.) Aktiva; Goldbeſtand 9000..; Noten aus=
ländiſcher
Banken 73.15.1; Täglich fällige Forderungen im Ausland
767 691.12.8; Wechſel und Schecks 6 405 056.12.2, davon kurzfriſtig
2 402 671.2.9; Noch nicht eingezahltes Aktienkapital 3 357 300..; Son=
ſtige
Aktiva 37 966.7.7; zuſammen 10 577 088 Pfund Sterling 7 Schilling
6 Pence. Paſſiva: Grundkapital 10 000 000..; Reſervefonds
; Banknotenumlauf ..; Täglich fällige Verbindlichkeiten
94 000.14.11; Sonſtige Paſſiva 483 087.12.7; zuſammen 10 577 088 Pfund
Sterling 7 Schilling 6 Pence. Giroverbindlichkeiten 6 451 625 Pfund
Sterling 9 Schilling 10 Pence.
Banken.
Handels= und Gewerbebank A.=G., Karlsruhe.
Die G.=V. der Handels= und Gewerbebank A.=G., Karlsruhe i. B., ge=
nehmigte
u. a. die Papiermarkbilanz per 31. Dezember 1923 und die
gleichzeitig vorgelegte Goldmarkbilanz per 1. Januar 1924. Eine Divi=
dende
kommt nicht zur Verteilung; der rechnungsmäßige Ueberſchuß
wird vorgetragen. Das Goldkapital der Geſellſchaft beträgt künftighin
210 000 Mk. (200 000 Mk. Stamm= und 10 000 Mk. Vorzugsaktien). Dem
Reſervefonds wurden 10 000 M. zugewieſen. Das ausſcheidende Mit=
glied
des Aufſichsrates, Bankdirektor O. Seeligmann=Karlsruhe, wurde
wieder= und neu in den Aufſichtsrat Fabrikant Dr. ing. h. c. Herm.
Guhl, Generaldirektor Dr. jur. Ferd. Ruh (Junker= u. Ruhwerke A.=G.,
und Gutsbeſitzer Hans Freiherr von Seldeneck, ſämtlich in Karlsruhe,
gewählt.
Warenmärkte.
w. Amtliche Notierungen der Frankfurter Ge=
treidebörſe
vom 26. September. Preiſe für je 100 Kilogramm in
Goldmark: Wetterauer Weizen 24,5025,50; Roggen 2323,75; Som=
mergerſte
für Brauzwecke 25,5027,50; Hafer inländiſcher 22,5023,50.
ausländiſcher ; Weizenmehl, ſüdd. Spezial 0 36,7537,50; Roggen=
mehl
32,2533; Weizenkleie 12,7513; Roggenkleie 12,5012,75. Ten=
denz
: feſt.
w. Berliner Produktenbericht. Der Produktenmarkt litt
in ſeiner Tendenz durch die Rentenverflauung an der Fondsbörſe. Die
Unternehmungsluſt hielt ſich zurück. Auslandsware war aus zweiter
Hand leicht zu kaufen. Roggen blieb aber infolge des geringen Inlands=
angebots
feſt. Das Mehlgeſchäft war ruhig. Gerſte wurde wenig um=

geſetzt. Von Hafer waren bei reichlichem Angebot nur gute Qualitäten
zu verkaufen. Futterartikel waren ſehr ſtill.
Ifm. Süddeutſche Edelmetallkurſe. Am Donnerstag
wurden in Stuttgart folgende Edelmetallpreiſe notiert: Feingold das
Gramm 2,81 Mk. (Geld), 2,84 Mk. (Brief); Platin, handelsübliche Ware,
das Gramm 14,20 bzw. 14,70 Mk.; Feinkornſilber das Kilogramm 9.
bzw. 96 Mk.; Silber in Barren, 1000/1000 f., das Kilogramm 94 bzw.
95 Mk. Notierungen von 3 Uhr nachmittags. Tendenz; ruhig. Am
Freitag wurden am Pforzheimer Platze folgende Großhandelspreiſe für
Edelmetalle notiert: Barrengold das Gramm 2,81½ Mk. (Geld), 2,82½
Mark (Brief); Platin das Gramm 14,65 bzw. 14,95 Mk.; Feinſilber das
Kilogramm 96,50 bzw. 97 Mk. Notierungen von 11 Uhr vormittags
Tendenz: ruhig. (Mitgeteilt von der Darmſtädter und Nationalbank,
Filiale Pforzheim.)
* Export=Chemikalien=Marktbericht.
* Hamburg, 26. Sept. Export=Chemikalien= Markt=
bericht
. Auch die vergangene Woche brachte keine beſonderen Bewe=
gungen
auf dem Chemikalienmarkt. Der Aetzkali=Markt war weiter ſehr
feſt, der Nachfrage kann nicht genügt werden; der letztbezahlte Preis war
12,50 8. Da das Hauptgeſchäft in dieſem Produkt von den Herſtellern
direkt mit dem Ausland gemacht wird, bleibt natürlich für den Exporteur
ſo gut wie gar nichts übrig. Im großen und ganzen kann man wohl
ſagen, daß das Geſchäft wohl für den Hamburger Exportmarkt gar nicht
ſo ſehr ſchlecht wäre, wenn nicht faſt jeder größere Produzentenkonzern
in den meiſten Ländern eigene Vertretungen uſw. hätte. Denn die direk=
ten
Abſchlüfſe, die ohne Exporteur gemacht werden, ſind auch jetzt nicht
ſo unbedeutend, wenn man auch hier von einem lebhaften Geſchäft nicht
reden kann. Der erſte Sturm in der hieſigen Chlormagneſiumhauſfe hat
ſich inzwiſchen gelegt. Nach Geldkurſen von 4,5 kann man nun wieder
mit 4, kaufen. Die Zwiſchenhand, die die billigeren Poſten aufgekauft
hatte, ſcheut jetzt die evtl. Notwendigkeit, herankommende Warenpoſten
einzulagern, was bei dem billigen Artikel zu Verluſten führen würde in=
folge
der verhältnismäßigen hohen Speſen, und ſtößt wieder ab. So
war es ja auch meiſtens bei derartigen Hauſſen. Sonſt iſt der Markt faſt
unverändert.
Nachſtehend die augenblicklichen Notierungen der gangbarſten Chemi=
kalien
:

Nr. 269

Anilin mit 17½ Geld, Phoenix 40½ Geld, Elberfelder 142/, Höchſter
14½. Keſſakurs für Kriegsanleihe 490 Milliard. Prozent. Im Freiver=
kehr
hörte man Becker Kohle 5 Prozent, Petroleum 15½, Ufa 107/
w. Berliner Börſenſtimmungsbild. Die Börſe eröff=
nete
in wild erregtem Geſchäft auf dem Anleihemarkt, wo die Kurſe in=
folge
der Veröffentlichung des Reichsfinanzminiſteriums zur Aufwer=
tung
der Kriegsanleihe einen weiteren kräftigen Kursſturz erfahren
hatten. Die amtlichen Notierungen ſtellten ſich aber, wenn auch weſent=
lich
unter den geſtrigen Schlußkurſen, doch etwas höher, als man an der
Vorbörſe geſprochen hatte. Kriegsanleihe wurde vorbörslich mit 325
genannt. Der Aktienmarkt war von vornherein ziemlich gut gehalten,
obgleich allgemein davon geſprochen wurde, daß viele Spekulanten zur
Deckung der Verluſte am Anleihemarkt gezwungen waren. Auch hieß
es daß Inſolvenzen am Anleihemarkt bevorſtänden. Bald nach Be=
ginn
erfuhr die Geſamthaltung aber einen vollſtändigen Umſchwung,
als auf dem Montanmarkt Harpener in ſcharfen Sprüngen um 5 Billio=
nen
Prozent gegen die Anfangskurſe anſtiegen auf das Gerücht hin, daß
die Geſellſchaft bei der Umſtellung auf Goldmarkbilanz von einer Zu=
ſammenlegung
der Aktien werde abſehen können. Von gleichartigen
Werten glaubte man ähnliche Hoffnungen eines guten Ergebniſſes hegen
zu können, und daraufhin zogen auch Gelſenkirchen, Mannesmann und
Köln=Neueſſen um 2 bis 3 Billionen Prozent an. Die übrigen Induſtrie=
werte
wurden hiervon ebenfalls günſtig beeinflußt. Schiffahrtsaktien
beſſerten ſich auf die Preſſemeldung, daß die Börſenvorſtände bei der
Regierung die Aufhebung des Ausfuhrverbots für Schiffahrtsaktien be=
antragt
hätten. Bankaktien waren ſehr ſtill und wenig verändert. Aus=
ländiſche
Renten ſetzten meiſt weſentlich niedriger ein, beſſerten ſich aber
im Verlaufe ebenſo wie deutſche Anleihen. Kanada=Aktien ſchwächten
ſich weiter ab.
Oeviſenmarkt.

Aetzkali 88/92% . . . . 8 12.50
Bariumcarbonat 98/1000 3.40
Chlorbarium kriſt. 98/1000 4.50
dto kriſtmehl 96/98% 3.85
Chlorſ. Kali pulv. . . . . 8,50
Rotblauſ. Kali kriſt. . . . . 52.
Glauberſalz f. kriſt.
Glhcerin 280 chem, rei=
35.
Kaliumbichromat .
19.50
Natriumbichromat
15.50
Salmiakſalz 98/1009
9.60
Schwefelkohlenſtoff
8.40
Weinſteinſäure
41.
Aetznatron 125/280
15.10.
Ameiſenſäure 85% tech. . . 36..
69..
Anilinſalz . . .
Antichlor gew. kriſt.
7. 5.
dto perlform
9. 5.
Antimon erudum .
34..
Antimonoxyd .
45..
Betanaphtol pulv.
64..
Oxalſäure 98/100%
D 2
Pottaſche calc. gem.
Schwefelſ. Tonerde14/15%, 5. 2.6

Bitterſalz techn. kriſt. 3. 5.
dto u. S. P. IX
Bleizucker weiß . . . . ., 42.
dto braun . . . . . 37.
Brom flüſſig . . . . . . . 98.
Bromkali . . . . per 1 kg sh. 1/11
Bromnatrium . .
Carbolſäure 39/400 . . 55..
Chlorcalcium 70/75 . .

. 5.15.
y 2/6
X..

Chlormagneſium geſchm., 4..
Chromalaun ca. 15% .. 21..
Eſſigſäure 80% .. . . .. 40..
dto 98/100% . .. 48..
Gelbblauſ. Kali
AAle 2
Sulfat gem. 96/98% loſe 3..
AR
Hirſchhornſalz pulv.
dto Stck. . . .. 31.
Kaliumpermanganat . . . 37.10.
Kupfervitriol 98/99% ..20.10.
Kalialaunſtücke . . . . . . 7.
dto kriſtmehl .. 6.12.
Phosphor rot amorph . 380..
Schwefelnatrium 60/629 10.10.
Tetrachlorkohlenſtoff . . ., 43.

une e Ve Amſterdam=Rotterdam . . 161.99 162.61 161.99 162.81 voll Brüſſel=Antwerpen .. . . ." 19.95 20.05 20.30 20.40 voll Chriſtiania. . . . . . . . . . . . ." 58.05 58.35 58.35 58.65 voil Kopenhagen .. .. ... ..." 72.32 72.68 72.07 72.43 voll Stockholm . . . . . . . . . . . .. 111.37 111.93 111.37 111.43 voll Helſingfors .. . . . . . . . .. 10.49 10.55 10.49 10.55 voll T.
Italien ...... 18.35 18.45 18.35 18.45 voll. London .. .. ... 18, 745 18.835 18.745 18.835 voll. New=York ... . . .. . .. . .." 4.19 4.21 4.19 4.21 voll Paris. . . . . . . . . . . . . . . .. 22.09 22.21 22.12 22.24 voll Schweiz .. . . . . . . . . . . .." 79.675 80.075 79.00 80.50 voll Spanien .............." 65.26 55.54 55.76 66.04 voll Wien (i. D.=Oſterr. abg.). 5.92 5.94 5.92 5.94 voll Prag ............ ..... 12.565 12.625 12.55 12.61 voll Budapeſt. . . . . . . . . . . .. . 5.41 5.43 5.45 5.37 voll Buenos=Aires. . . . . . . . . . 1.475 1.465 1.475 1.485 voll Bulgarien. . . . . . . . . . . .." 3.06 3.08 3.075 3.095 voll Japan . . . . . . ......... 1.675 1.685 1.675 1.665 voll Rio de Janeiro ... . ...." 0.395 0.405 0.395 0.405 voll Belgrad. . . . . . . . .. . ... . 5.89 5.91 5.89 5.91 voll
Liſſabon". 12.22 12.28 voll Danzig ............... 74.91 75 29 74.91 75.29 voll Konſtantinopel .. . . .. .. " 2.27 .29 2.29 voll Berliner Kurſe. (Eigene telegr. Meldung.)

Sämtliche Zahlen verſtehen ſich mit 1000 000000.

Die =Preiſe verſtehen ſich per 100 kg, die P=Preiſe ver 1000 k netto
einſchließlich üblicher Verpackung, fob Hamburg geliefert,

* Frankfurter Börſenbericht vom 26. Septem=
ber
1924. (Eigener Bericht.) Im heutigen Frühverkehr ſetzten ſich
die ſcharfen Kursrückgänge am deutſchen Rentenmarkt zunächſt weiter
fort. 5proz. Kriegsanleihe erreichte mit 340 Milliard, einen neuen Tief=
ſtand
. Verbörslich und bei Beginn des offiziellen Verkehrs ſetzte ſich
infolge von Eindeckungen und Arbitragekäufen eine Befeſtigung durch
und die Kurſe konnten ſich unter ſtarken Schwankungen im Börſenverlauf
gegenüber den Vormittagskurſen kräftig erholen. Kriegsanleihe, die mit
390 Milliard. zuerſt zur Notiz kam, erreichte gegen 2 Uhr einen Kurs
von 500 Milliard. Prozent, der an der Nachbörſe noch teilweiſe über=
ſchritten
wurde. Etwa um 2.15 Uhr hörte man wieder 460 bis 480
Milliard. Prozent. Die Kursbewegungen der übrigen Werte dieſes
Marktes vollzogen ſich etwa in denſelben Abſtufungen. Der Aktienmarkt
lag wider Erwarten etwas freundlicher und zeigte ſich recht widerſtands=
fähig
und ſpäter befeſtigt. Man beobachtete Käufe von allererſter Seite
am Montan= und Chemiemarkte, die dem Aktienmarkt einen recht guten
Rückhalt boten. An der Nachbörſe wurden für Chemie= und Montan=
werte
die höchſten Tageskurſe erreicht. Man hörte um zirka 2 Uhr Bad.

Aktiengeſ. für Anilinfr.
AſchaffenburgerZellſtoff
Augsb.=Nürnb. Maſch..
Berl.=Anhalt=Maſchinen
Berl. f. Elektr. W. vorzug. / 5875
Bismarckhütte .. . . .
Braunkohlen=Briketts".
Bremer Vulkan ......"
Wolle. .. . . .
Chem. Heyden ..
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Deutſche Maſchinen.
Deutſch=Niedld. Tel.
Deutſche Erdöl ....
Deutſche Petroleum.
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Donnersmarckhütte .
Dynamit Nobel ..."
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Gaggenau Vorz. . . . . .
Gelſenk. Gußſtahl. . . .
Geſ. f. elektr. Untern.. .
Halle Maſchinen ..
Han. Maſch.=Egeſt.. . .

25. 9. 26. 9. 25. 9. 14375 1350) Hanſa Dampfſch. . . . 19000) 18500 Hemoor Zement ... 52000 21730 20250 Hirſch Kupfer. 17500 4900 4900 Höſch Eiſen. 42500 5625 Hohenlohe Werke. 18500 Kahla Porzellan .. 6500 35500 35000 Lindes Eismaſch. . . . . 56000 55500 Lingel Schuh ..... 2300 191000 95000 Linke u. Hofmann .. ." 11800 2750 2750 L. Loewe u. Co. ..." 57000 12500 13000 C. Lorenz. 4500 18500 18750 Meguin 9210 5300 5250 Niederländiſche Kohle 40250 25250 25100 Nordd. Gummi .. 0:00 36300 35750 Orenſtein. . . . . . . . . 16625 Rathgeber Waggon.. 5300 47250 46000 Rombacher Hütten. . . . 17625 65125 65000 Roſitzer Zucker ....... 4400 84500 84500 Rütgerswerke ......" 17250 8300 4250 Sachſenwerk . . . . . . ." 2100 14625 14500 Sächſiſche Gußſtahl . . 17000 13250 13100 Siemens Glas ....... 17600 2600 2700 Thale Eiſenhütte . . . . 6125 6125 Ver. Lauſitzer Glas .. 19750 14600 14500 Volkſtedter Porzellan. 6600 14000 13375 Weſtf. Eiſ. Langendree 13500 102530 10625 Wittener Gußſtahl ... 23000 56000 I Wanderer=Werke ....." 7600

Frankenkurs in London:
Markkurs

84.53
18.75

Europäiſche Staatspapiere,
a) Deutſche.
6% Reichsanleihe ..........."

40

3½%

Dollar=Goldanleihe per 1935 ..
1932..
Dollar=Schatzanweiſungen
4½% IV. u. V. Schatzanwveiſg.
4½% H.IX.
4½ Dt. Schutzgebiet v.0,8-11u.13
v. 14
Sparprämienanleihe ...
Zwangsanleihe . . . . . .
4% Preuß. Konſols

3½½%
.
8%
4% Bad. Anl. unk. 1935 ......"
3½% v. 1907 ......."
1896 ......."
4% Bahern Anleihe .........
......."
Heſſ. Dollar Goldmk.=Schatzanw.
rckz. 26 .. . . . . . . . . . . . ..."
816 Heſſen Reihe XXXYI.
untilgb. b. 28 .. . . . . . . . . .. ..
4½ Heſſen unk. 1924.. . . . . . . . .
3½% .......... ....."

30
4% Württemberger alte ...
b) Ausländiſche.
5% Bosnien L.=E.=B. v. 1914..
5% L.=Inveſt.=Anl. v. 1914
4½ v. 1902 .........."
. . . .
48
5% Bulgar. Tabak 1902... . .
12/,% Griech. Monopol ......"
4½% Oeſt. Staatsrente v. 1913
ab 1918 ........."
(½% Oeſt. Schatzanweiſ., ſtfr.
v. 1914 ............
4%0 Oeſt. Goldrente ........."
4% einheitl. Nente ......
2
5% Rum. am. Nente v. 03....
4½½ Goldrente v. 13 ....
am. Goldrente konv.
%0
am. v. 05 . .. .. .
4%
4% Türk. (Admin.) v. 1903..
Bagdad) Eer. 1
420
II..
4½ v. 1911, Zollanl. ...
4½2 Ung. Staatsr. v. 14 ....
Goldrente ... ....."
4½
Staatsr. v. 10 ....
Kronenrente ... ..
ußereuropäiſche.
Mexik. amort. innere
fonſ. äuß. 3. 99... ..
Gols v. 04, ſtfr. . .
konk. inner.
Irrigationsanleihe
as. Serie I.

25. 9.

0,795
09B
0,9
9,75
65.5
063
0,64
G½o
0,55
16,75 M2
13
2,125
1.3
155
1,6
4,2
8,25 M
0,5
1,2
11
1,4

Gl.
i
10

4
7.,5

6.25

11.5
10
117.
77
1,8

B.
16

Sblig. u, Transportanſt.
4½ Cliſabethbahn ſtſr.
4 % Gal. Carl Ludwv.=Bahn..
Südb. (Lomb.) ſtir.

26. 9.

0.39
0,55
0,525
13
91.,75
100
C5.5
0.4
0,33
10,5
19
0.675
0,8
0,9

1.1
4,2
z,75
0.8
0.7
11

1,1
1071
8.

19.

19

2,6% Alte Oeſt. Südb. (Lomb.
2.6%Neue
4½ Oeſt. Staatsb. v. 1883 ...."
1. b. 8. En..
3% Oeſt.
9. Em. .. . ."
v. 1885 ....
3% Oeſt. Staatsb. b. Erg. Netz,
4% Rudolfb. (Salzkammerg.) ..
4½% Anatolier I............"
% Salon. Conſt. Jonction ...
2 Salonique Monaſtir ......"
5% Tehuantepec. . . . . . . . . . . . ."
4½½
Nach Sachwert verzinsl.
Schuldverſchreibungen.
5% Badenw. Kohlenwrtanl. v. 23
5% Ffter. Pfandbr.=Bk. Goldobl.
I. Em.

5% Fſter. Pfandbr.=Bk. Goldobl.
II. Em. . . . . . . . . . . . . . . . .."
6% Großkraftwerk Mannheim
Kohlenwertanl. v. 23.... ...
6% Heſſ.Braunk.=Rogg. Anl. v. 23
5%Neckar A.=G. Stuttgart Gold=
anl
. v. 23... ......"
5% Pfälzer Hyp.=Bank. Gold=
Pfdbr. v. 24... . . . . . . . . ....
5% Preuß. Kaliwert=Anleihe ..
5% Roggenwert=Anl. . .
5% Rhein. Hypot.=Bank Gold=
Pfdbr. v. 24 .............."
5% Rhein=Main=Donau Gold=
anl
. v. 23 ....... .........
5% Süchſ. Braunk.=Anl. v. 23
Ser. I u. II...............
5% Sächſ. Roggenwertanl. v. 23
5% Südd, Feſtwertbk. Goldobl,
Bank=Aktien.
Allg. Deutſche Creditanſtalt. . . .
Bank für Brauinduſtrie ......"
Barmer Bankverein. . . . . . . ..
Baher Hypotheken= u. Wechſelb.
Berliner Handelsgeſellſchaft ...
Commerz= und Privatbank
Darmſtädter u. Nationalbank
Deutſche Bank .............."
DeutſcheEffekten- u. Wechſelban!
Deutſche Hypot.=Bank Mein.. . .
Deutſche Vereinsbank ........"
Disconto=Geſellſchaft .. . . . . . . .
Dresdner Bank. . . . . . . . . . . . .."
Frankfurter Bank ...........
Hypotheken=Bank.
Metallbank. . . . . . . . . . . . . . . .."
Mitteldeutſche Creditbank. . . . . ."
Oeſterreichiſche Creditanſtalt ...
Reichsbank=Ant. . . . . . . . . . . . . ."
Rhein. Creditban ..........."
Hypothekenbank . . . . ..
Süddeutſche Disconto=Geſellſch.
Weſtbank ... .. . ............"
Wiener Bankverein ......"
Bergwverkö=Aktien.
Berzelius.................."
Bochamer Bergb. .. .. . . . ...."
Buderus. . . . . . . . . . .........
Dt. Luxemburger ......
Cſchweiler Bergwverfs-Akt. .. ..
Gelſenkirchen Bergw. ... . . . .."
urpener Bergbau...

Notierungen ſind in Billionen Prozent ausgedrückt,

Frankfurter Kursbericht vom 26. September 1924.

25. 9. 6,75 4.5 11 10,5 9. Glo 23 9.1 91 1,79 172 60,75 10,5 3,5 4.9 4,75 1.7 2.65 1,5 1,4 1,7 1.9 18 1,75 2= 2,15
25 4. 75 9,25 10.8 10.5 3.4
3,6 3,5 0.33 1B/g 12.25 67 61. 1, 75 12,8, 12.5 1,72 1.65 9,330 u,310 48 48,25 2.2 2,25 471- 4,75 8 25 *,25 0.23 73

Kaliwerke Aſchersleben
Salzdetfurth.
Weſteregeln".
Klöcknerwerke (abg. Lothr. Hütte)
Mannesmann Röhren..
Mansfelder .. ...
.:.
10.25 Oberbedarf ..............."
Oberſchleſ. Eiſen (Caro) ......"
8,5 Otavi Minen u. Eb.=Ant. ...."
Phönix Bergbau ............"
Rhein. Stahlwerke .. . . . . . . . . ."
Riebeck Montan.. . . . . . . . . . .. ."

39
38,5
3.7
117
23,75
39,25

1725
39
36.5
3,3
10.25

38.25
34,5

A.
A

Rombacher Hütte .. . . .. ... .." 14 165 Tellus Bergb.=u. Hütten=Akt. . . 1,8 17 Ver. Laurahütte .. 6½ 6.1 Aktien induſtr. Anternehmung. Brauereien Henninger Kempf=Stern. . . . . . 39 38,5 61 Löwenbrän München ........" 56.5 37 Schöfferhof (Binding).... ...." 10,6 Verger .....
17 Rkkumulat. Berlin ..........." Adler & Oppenheimer .. . . . .." Adlerwerke (v. Kleher) ......." A. E. G. Stamm. . . . . . . . . 8,25 6% Vorzug Lit. 4 ... 2. 5% Vorzug Lit. B ..." Amme Gieſecke & Konegen 3.7 Anglo=Continental=Guano .. Anilin Bin.=Treptow.. . . . . . . ." 141 13,5 Aſchaffenburger Zellſtoff....." 18,5 18.25 Badenia (Weinheim) .. . . . . . . ." 0.825 U.804 1,73 Badiſche Anilin=n. Sodafabrik", 17.25 16 Bad. Maſchf. Durlach .. . ...." 15 Bad. Uhrenfabr. Furtwangen .. 13.5 11. Baldur Piano. .. . . . . . . .. . . ." 1.9 1,8: Baſt Nürnberg .............. 5, 25 Bahriſch. Spiegel ............" Beck & Henkel (Cafſel) ........" 2,7 Bergmann El. Werke ...... . . ." 12,25 Bing. Metallwerke ..... . . ...." 2,6 * Brockhues, Nieder=Walluf..... 4.9 Eementwerk Heidelberg.. . .... 15 14 Karlſiadt . . . . . . .. 6.2 Lothringen (Metz). 3.9 Chem. Werke Albert. ........ 38,5 38 Griesheim Elektron ...." 14.75 14,I Fabrik Milch .........." 11.4 11.2 Weiler=ter=mer .. . .. ..." 12.25 Daimler Motoren ............" 2,75 *2 Deutſch. Eiſenhandel Berlin .. 5,5 Deutſche Erdöl ... . . .. . .. .. ." Dt. Gold= u. Silberſcheideanſt. 13.8 Dingler, Zweibrücken . . . . . . . ." Dresdener Schnellpreſſen ...." 2e. Dürfoppwerk (Stamm) .. . . .." Düſſeld. Ratinger (Dürr) ..... 45 Döckerhof & Widm. Stamm .. . DS‟ Eiſenwerk Kaiſerslautern ....." L. Meher fr. ....." Elberfelder Farbw. v. Baher .." 14,5 Kupfer= u. Meſſingw. Elektr. Lieferungs.=Geſ. ..... Licht und Kraft ... . . .. Elſäfſ. Bad. Wolle........ . . .. 6.25 Emag, Frankfurt a. M.. . . . . ." u.320 Email.- E Stanzuu, lillrich ..." 3,9 Enzinger Perke ............" Eßlinger Maſchinen ...... Ettlingen Spinnerei ...."

Faber & Schleicher ... . . . ...."
Fahr, Gebr., Pirmaſens .. . .."
Felten & Guilleaume, Carlsw.. .
Feinmechank (Jetter). . . . . . . . ."
Feiſt Sektkellerei Frankf. a. M..
Frankfurter Gas... . . . . . .. . ..
Frankfurter Hof ............."
Fkf. Maſch. Pokorny & Wittek. 3,3
Fuchs, Waggon Stamm .. . . ."
Ganz, Ludwig, Mainz .......
Geiling E Cie. .............."
Germania Linoleum .. . . . . . . .
Gelenkirchen Gußſtahl ......."
Goldſchmidt, Th. ... . . . .. ....
Gotha Waggon ....... ..... ..
Greffenius, Maſchinen Stamm.
Gritzner Maſchinenf. Durlach. . .
Grün & Bilfinger ...........
Hammerſen (Osnabrück) ......"
Hanfwerke Füſſen ..........."
Heddernheimer Kupfer ......."
Heyligenſtaedt, Gießen .......
Hilpert Armaturenf. . . . . . . . . .
Hindrichs=Auffermann. . . . . . . .
Hirſch Kupfer u. Meſſ. ... . . . ."
Hoch= und Tiefbau .........."
Höchſter Farben ............."
Holzmann, Phil. ............
Holzverk.=Induſtr. ...... . ...."
Hydrometer Breslau ........"
Inag ......................
Junghans Stamm. . . . . . . . . . .
Karlsruher Maſchinen ... . . .. ."
Karſtadt R... . . . . .. .........
Klein, Schanzlin & Becker ...
Knorr, Heilbronn ..... ... ..."
Kolb & Schüle Spinn. . . . . . . .
Konſervenfabrik Braun ... . ..
Krauß & Co., Lokom. . . . . . . . .
Lahmehyer & Co. ............"
Lech, Augsburg .............
Lederw. Rothe .............."
Lederwerke Spicharz .. ......"
Lingel, Schuhw. Erfurt .. ....
Löhnberger Mühle ......
Lüdenſcheid Metallw. . . . . . . . .
Luther, Maſch.=u Müh enbau.. 3,5
Lux’ſche Induſtrie ..........."
Mainkraftwerke Höchſt..... .."
Meguin, Butzbach ...

Metallgeſ. Frkft. . . . .

Meher, Dr. Paul ......."
Miag, Mühlenb., Frankf. a. M..
Moenus Stamm ...
Motoreniabrik Deutz ........."
5,2 Motorenfabrik Oberurſel ....."
Reckarſulmer Fahrzeugwerke ... 4,5
13,5 Neckarwerke Eßl. Stamm . . . . .
Oleawerke Frankfurt a. M... . .
Beters Union Frankfurt a. M.
Pfälz. Nähm., Kayſer .......
Philipps A.=G. .......
Porzellan Weſſel ...........
Reiniger, Gebbert & Schall. . .
Rhein. Elektr. Stamm . . . . . . . .
Metall Vorzüge ... . . ..
Rhenania, Aachen ...........
Riedinger, Maſchinen .. . . . . . . .
Rückforth, Stettin .........
Rütgerswerke ......."
Schleußner (Frankfurt a. M.) .
Schneider & Hanau..... . ."
Schnellpreſſen Frankenthal. .
Schramm Lackfabrik. . . . . . . .
Schriftgießerei Stempel,
berg
ickert Elektr. (Ni

5,2 3.3 19,75 13 12 1,6 4,6 4,6 16 16 1,2 1 0,260/ 1.05 105 10.2 9,75 114 11,2 2.65 2,2 28,75 13,6 14,25 15,75 15,25 13,9
6,5 13,5 6,5 2,1 2.1 4.3 4,8 5,2 2,6 2,25 14,25 14.3 5.05 6,1 6,1 1,5 3.3 475 3.25 77 5,3
2,4 3,55 8,25 10.5 11.9 11.5 0,830 1.45 2.4 2,2 16 6 5.9 3,25 1,55 13 3.1 5,25
8.25 5,25 7,75 1.95 7.5 7,5 7.5 4,5 4,25
0.560 16.25 16.25 2,95 6.9 6,7:

Schuhfabrik Berneis=Weſſel ..."
Schuhfabrik Herz............"
Schuhf. Leander Offenbach ..."
Schultz, Grünlack, Rdsh..... . . ."
Seilinduſtrie Wolff .........."
Sichel & Co., Mainz........."
Siemens Elektr. Betriebe .. . ..
Siemens Glasinduſtrie .. . . . ..
Siemens & Halske... . . . . . . . ."
Stöckicht=Offenbach=Gummi ...
Süddeutſche Immobilien .. . .."

Verein f. Chem. Induſtr. Frkft.
Verein deutſch. Olfabr. Mannh.
Faßfabriken Caſſel ..."
Gummifabr. Bln.=Frkf..
inſelfabr. Nürnberg ..
Atramarin ........."
Zellſtoff, Berlin ......."
Vogtländ, Maſch. Vorzüge ....
Stämme . . . .
Voigt & Haeffner Stämme . . .
Voltohm, Seil ...."
Wayß & Frehtag. . . . . . . . . . ..."
Wegelin Rußfabrik .........."
Zellſtoff Waldhof Stamm .. . ."
Zuckerfabr. Waghäuſel ... ....."
Frankenthal ......"
Heilbronn. . . . . . . . .
Offſtein ..........
Rheingau ........."
Stuttgart . . . . . . . . .

8,9
1.9
3,8
11,5
26,5
3,75
3,1
15,4
115
1,6
19
2,75
2,5
8,9
2,85
3.45
2.8
3,2
33

weg 95, Ga

Transport=Aktien.
Deutſche Eiſenb.=Geſ. Fftm. ..
Schantung E. B. .. ..........
Süddeutſche Eiſenbahn=Geſ. ..
Hapag (Paketfahrt) .........."
Nordd. Llohd. . . . . . . . . . . . . .." 38
I.6
26 25
4,8 37
35
4,75 Darmſtädter Werte. Bahnbebarf . . . . . .. . ........" Dampfkeſſel Rodberg... . . . . . . 39 Helvetia Konſervenfabrik. . . . . . 4,5 435 Gebr. Lutz .................." 24,25 Motorenbfarik Darmſtadt . . . ." Gebr. Roeder .........." 6,6 6,0 Venuleth E Ellenberger 30 Nnnotierte Aktien. Apt . . . . . . ... .. .. .. . .. . ... 2,75 Beckerkohle .. . . . ." Beckerſtahl .. . . . . .. ... ...... Benz..... ........... Brown Boveri ............." 13. Chem. Andreae ............" Deutſche Petroleum .. . . . . . . . . Diamond Shares .. .. ...... Entrepriſe .. . . . . . . . ... . .. Falconwerke .. . . .. . . ... .. Großkraftw. Württemb. (Growag, Unterfranken (Ufra) ......... Hanſa Lloyzd ... ........." Hero Conſerven ........... Holſatiawerke, Altona . . . . . . . Kabel Rheydt..........." Krügersyall Kalt........ Metall Starkendurg" . Otto & Quanz... . . Raſtatter Waggon .........
Textil=Ind. Barmen (Tiag).. Ufa Film ..."

[ ][  ][ ]

Rummer 269.

ember 1924

Samstag, den 27. September 1924.

Seite 15.

99)

Das deutſche Herz.
Roman von Adolf Schmitthenner.
(Nachdruck verboten.)

Da fragte der Stallbube: Ja, bin ich denn jetzt ein Glücks=
kind
oder ein Pechvogel?
Das weiß ich nicht! ſchrie der Geiſt mit fürchterlicher
Stimme und verſchwand, denn auf dem Kirchturm ſchlug es
in Uhr.
Der Stallbube aber beſann ſich die ganze Nacht hindurch,
ob er ein Glückskind oder ein Pechvogel ſei. Am Morgen ließ
er den Kopf hängen. Er dachte nichts andres mehr und hinter=
ſinnte
ſich und wurde ein armer Tropf. Den ganzen Tag trottelte
er im Stall herum, kratzte ſich hinter den Ohren und grübelte
darüber nach, ob er ein Glückskind oder ein Pechvogel ſei. Des
Nachts löſte ihn der Geiſt ab und lief melancholiſch am Futter=
gang
hin und her, ließ den Kopf hängen und jammerte wegen
ſeines goldenen Kornes. Als der Stallbub geſtorben war, gingen
zwei Geſpenſter im Stalle um, die ſchrien einander an: Haſt du
mein goldenes Korn gefreſſen? ,Bin ich ein Glückskind oder
ein Pechvogel? Ich weiß es nicht! Ich weiß es nicht!
Meine Geſchichte iſt aus.
Du, ſagte Friedrich nach einer Weile, früher waren deine
Etallbubengeſchichten ſchöner, denn ſie waren wüſter.
Ja, weißt du, erwiderte Philipp, ſie haben ſich ausgereift
und ſind lehrhaftig geworden; darüber haben ſie alles Wüſte
Schöne, meinſt du.
abgeſtoßen. Meine Geſchichte zum Beiſpiel iſt ſehr er=
baulich
; nicht wahr, Margarete? Man ſoll nicht darüber grü=
beln
, ob man ein Pechvogel ſei.
Margarete ſah vor ſich hin; auf ihrem Antlitz lag ein eigen=
tümlicher
Ernſt.
Ach, da willſt du hinaus! rief ſie mit erzwungenem Scherz.
Ich habe gemeint, die Moral deiner Geſchichte ſei: Du ſollſt
nicht zu viel Linſen eſſen.
Nun aber kommt Eure Geſchichte, Margarete! rief Fried=
rich
. Der Regen platſcht ärger als je. Erzählet!
Es war einmal ein Buchbaum, fing Margarete an, der
war uralt und ſchaute über den ganzen Wald. Vor alters wurde
er hohl und bekam einen Riß vom unterſten Aſt bis zur Wurzel.
Aber ſeine Aeſte blieben alle friſch, und wenn der Frühling kam,
ſtanden ſeine Millionen Zweige voll von Blättern.
Eines Tages kam ein Räuber, der hatte einen Anſchlag
auf einen Bauernhof. Er trieb ſich den ganzen Tag im Wald
herum, und als es Nacht wurde, verſteckte er, ſich in die hohle
Buche. Der Baum konnte es nicht wehren. Aber es rauſchte und

brauſte in ſeinem Wipfel und er ſchütterte und zitterte bis zur
Wurzel, ſo daß der Räuber vor Angſt kein Auge ſchloß und noch
vor Tag aus dem Baume ſchlüpfte.
Ein andermal hatten ſich zwei Kinder im Walde verirrt,
und als der Abend kam, fürchteten ſie ſich und weinten ſehr. Da
kamen ſie an den Baum und ſchlüpften hinein; der Baum aber
rauſchte ſie in Schlaf, und als ſie am Morgen erwachten, warf er
ihnen viele Buchecker ins tauige Gras, und er ſagte ihnen den
Weg und ſchaute ihnen nach und freute ſich, als er ſah, wie ſie
ihrem lieben Vater entgegenliefen.
Nun geſchah es an einem Maitag, daß ein ſehr ſchönes
Mädchen von einem Jäger verfolgt wurde. Sie floh zu dem
Baum, ſchlüpfte hinein und bat: Verbirg mich! Gleich darauf
kam der Jägenr, ſie zu ſuchen. Sie iſt nicht da! rief ihm der
Baum zu. Doch, ſie muß da ſein; ich habe ſie herlaufen ſehen!
Nein, ſie iſt nicht da, ſagte der Baum. Wenn du’s nicht
glaubſt, nehme ich meinen dickſten Aſt und ſchlag dich tot. Da
glaubte es der Jäger und ging davon.
Nach einer Weile ſagte das Mädchen? Ich danke dir, lieber
Baum! und wollte herausſchlüpfen.
Bleib noch ein bißchen da, die Gegend iſt noch unſicher.
Nach einer Stunde ſagte das Mädchen: Aber jetzt will ich
gehen, ich habe weit heim.
Ach, bleib noch ein bißchen, der Tag iſt noch lang.
Das Mädchen blieb noch ein gutes Stück, dann ſagte es:
Jetzt muß ich mich ſputen, und es machte Anſtalt, herauszu=
ſteigen
.
Ach, jetzt iſt es ſchon zu ſpät’, ſagte der Baum; ,du wirſt
noch mitten im Walde ſein, wenn die Nacht kommt.
Das Mädchen ſpähte durch die Ritze und ſah, daß es ſchon
ganz düſter war. Da entſchloß es ſich, zu bleiben, und da es
ein reines Herz hatte, war es bald eingeſchlafen.
Die Wahrheit aber war, daß ſich der Baum, ſeit das ſchöne
Mädchen in ſeinem Kern ſteckte, ſo wohl und wonnig fühlte wie
noch nie in ſeinem Leben. Die Freude rieſelte ihm bis in die
letzten Würzelchen und Blättchen. Darum wollte er das Mäd=
chen
für immer behalten.
Auf den Maitag folgte eine wunderſchöne Mainacht. Die
Nachtigallen ſangen, und der grüne Boden duftete, und der ganze
Wald war voller Wonne. Ueber den Baum aber kam ein Sprie=
ßen
, Grünen und Wachſen, ſeine zerriſſene Rinde wurde weich
und wellig, ſie ſtreckte und dehnte ſich, ſie wurde voller Saft und
wuchs und wuchs, und ſiehe, als das Mädchen aufwachte, war es
ſtockfinſter, denn die Rinde war zugewachſen. Da meinte das
Mädchen, es ſei ſtockfinſtere Nacht und ſchlief wieder ein.
Der Baum aber wuchs immer größer und ſchöner, ſeine
Aeſte ſtreckten ſich weit hinaus. Viele hundert Vögelein niſteten
in ſeiner Krone, die ſelber war, wie ein großer Wald. Bald

ſchaute der Baum über das ganze Gebirge hinaus, ſo daß man
von vielen Stunden her nach dem Wipfel wies und ſagte: Dort
iſt die Wunderbuche!
Das kam alles von dem roten Blut und von dem Atem
des ſchönen Mädchens her, das in ſeinem Mark lebte.
So vergingen ſiebenhundert Jahre, und an dem Baume
war keine Spur des Alters zu merken.
Indeſſen wurde aber auch das Mädchen immer größer,
blühender und ſchöner. Seine Haare wuchſen zu einem goldenen
Mantel, und ſie wuchſen durch das Holz und durch die Rinde
hindurch, und oft fanden die Leute, wenn ſie im Wald gingen,
goldenes Frauenhaar; es wehte im Winde her und blieb am
Kleide hängen und es flatterte am Ginſter. Die Leute konnten
ſich nicht denken, wo die Haare herkämen, darum ſagten ſie zu
einander: Es ſind Haare der wilden Weiber im wütenden Heer.
Eines Tages kamen drei Burſchen des Weges daher, die
wußten von dem allem nichts, hatten auch noch nichts von der
Buche gehört. Der Tag war der allerſchönſte Sommertag. O,
wie ſchauten und ſtaunten ſie, als ſie die Buche erblickten! Sie
umgingen ſie in der Runde und blickten hinauf und jubelten.
Dann warfen ſie ſich ins grüne Moos, aßen, tranken aus einem
Quell, der daneben ſprudelte, und entſchliefen. Als ſie ſich ſo
erquickt hatten, wollten zwei weitergehen; der dritte aber zog
ſein Dolchmeſſer aus dem Gürtel und ſagte: Ich muß zuerſt mein
Zeichen in den Baum ſchneiden. Und er fing an, ein großes
Herz in die Rinde zu graben.
Aber wie verwunderte er ſich, als ihm auf einmal goldene
Haarſpitzen entgegenleuchteten. Wo er in die Rinde geſchnitten
hatte, ſproßten ſie heraus, und man ſah ſie wachſen und wachſen.
Er rief ſeine Geſellen und zeigte ihnen das Wunder. Da er=
ſchraken
ſie dergeſtalt, daß ſie entſprangen und erſt in weiter
Ferne ſtehenblieben. Komm! riefen ſie ihrem Geſellen zu. Die
Rinde bewegt ſich und zittert, es iſt eine greuliche Schlange im
Baum, die wird herausbrechen und dich freſſen.
Schlangen haben keine goldenen Haare! rief er zurück und
lachte. Gehet ihr nur, ich bleibe!
Da gingen ſie davon, blieben aber in einiger Entfernung,
um zu ſehen, was ihrem Geſellen widerführe.
Der ſchnitt ſorgſam in die Rinde hinein, von oben nach
unten, damit er die goldenen Haare nicht zerſchneide. Und ſiehe,
da ſchwoll und drückte es von innen, und der Riß wurde von
ſelber größer, und ein ganzes Heer von goldenen Haaren quoll
heraus. Er half mit den Händen nach und ſchaffte Luft, und das
Mädchen preßte von innen, und auf einmal zerſchliß die Rinde
von der Wurzel an bis über Mannesgröße, und die Jungfrau
trat heraus, in den wogenden, blitzenden Mantel ihrer Haare
gehüllt.
(Fortſetzung folgt.)

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