eehisch
Bugcd
Feamimt
Deig ercenen dum 4 aral
tauſ 2.48 Goldmark und 22 Pfennig
hr. abgeholt 225 Goldmark, durch die
2.40 Goldmark ſreſ Haus. Poſtbezugs=
Beſtelgeld monatlich 2.30 Goldmark.
g chleit für Aufnahme von Anzeigen an
Tagen wird nicht übernommen.
Nicht=
zeiner Nummern infolge höherer Gewalt
em Bezieher nicht zur Kürzung des
3. Beſſellungen und Abbeſtellungen durch
= Verbindlichkeit für uns. Poſiſcheckonto:
Franfurt a. M. 1304.
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitang der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuftrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit X verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 242
Sonntag, den 31. Auguſt 1924.
187. Jahrgang
Anzeigenpreis:
27 mm breite Zelle im Kreiſe Darmſtadt 20 Goldpfg.
Finanz=Anzeigen 30 Goldpfg, Rellamezeiſe (02 mm
breitl 4 Goldmark. Anzeigen von auswärts 30 Goldpfg.
Finanz=Anzeigen 45 Goldpfg. 92 mm breite
Relame=
zeiſe 450 Godmar. Aſe Preſe in. Goſtmat
ſt Dolar — 42 Malhl. — M Fole behete.
Gewalt, wie Krieg. Aufruhr, Streit uſw erliſcht
ſede Verpſiſchtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Teiſſung von Schadenerſatz. Bei
Konfurs oder gerſchtlicher Beiſreibung fällt ſeder
Rabatt weg. Bankfonto: Deutſche Bank und
Darm=
ſädter 8 Nationalbani.
Utzerzeichnung des Londoner Abkommeng.
Maud
Sdon, 30. Aug. Die Botſchafter und Geſandten der mung des Ruhrgebiets, auch in militäriſcher Hinſicht, Tage vorher der deutſche Reichstag die für die Durchführung der
eer ſahareu, obwohl das Londoner Protokoll und die vier Anlagen die ſie gebrauchen könne, z. V. den der Kriegsſchulden
Miwn vor 1 Uhr. Nach dem amtlichen engliſchen Funk= gegen unfaire Konkurrenz einzurichten.
iſt das Abkommen ſofort in Kraft.
R, 2r. 0
Sdenual
Telephon
er Räumungsbefehl an
Erholun
e im Park
General Degoutte.
S, 30. Aug. Havas meldet: Entſprechend der Ver=
Ororkäßſichtr”, welche Herriot und Theunis mit ihrem Brief vom
Au u. 1924 an Reichskanzler Marx eingegangen ſind, wird
hl zur militäriſchen Räumung der Zone
brtma: —Hörde ſowie der außerhalb des Ruhrgebiets liegen=
Ges Steile, welche ſeit dem 11. Januar 1923 beſetzt wurden,
glich erteilt, da die endgültige Unterzeichnung
Loo ner Protokolls heute erfolgt iſt. Laut der
übernom=
men — pflichtung wird mit der militäriſchen Räumung
gleich=
ſtig wirtſchaftliche Räumung der Zone erfolgen.
s K5 Sminiſterium hat heute abend an den General
De=
ſtte. Weiſung gerichtet, Vorbereitungen zur Näumung der
Gru biets.* zu treffen, die nach dem 11. Januar 1923 beſetzt wor=
Die Zollgrenze fälſt!
MortgrT ortmund, 30. Aug. Von dem Leiter des Zoll=
Eſchu u in Düſſeldorf iſt ſoeben folgendes Telegramm hier
em Fußbeu, ſgelatg.: „Leiter des Zollausſchuſſes teilt mit, daß alle Ab=
(Ererziet beerh drgen an der Oſtgrenze für die aus dem unbeſetzten
kutſchk” kommenden Waren ab 9. September Mitternacht
Geſchäde hzuſte 3 ſind. Spätere Anweiſungen vorbehalten. Major
Milipp-4
„Eont zunigué der Reparationskemmiſſion.
Pay; 30. Aug. Die Reparationskommiſſion hat heute
renddes Lu cmitrt ein amtliches Communigus herausgegeben, in
em ſies gendes mitteilt: Die Reparationskommiſſion wird
latz 0.,75 Pfg,74
hächh adgültig den Generglagenten für die Reparationszah=
Ttrm
ſten „eten kann, hat Owen Aoung, der zum erſten
ichver: igenkomitee gehörte, bereitwillig zugeſagt, ihn
vor=
fig z z rſehen. Die Reparationskommiſſion hat daher Owen
ung ſtellvertretenden Generglagenten für die
Repara=
enszakl gen ernannt. Die Reparationskommiſſion hat im
ufe d ben Sitzung noch folgende Ernennungen vorgenom=
: 2Zxeroix, der ſeinen bisherigen Poſten beibehalten
rd, iſta) r Treuhänder für die Eiſenbahnobligationen ernannt
rdenst. Italiener Logara wurde zum Treuhänder für die
uſtr 2 igationen ernannt; zum Kommiſſar für die
Mono=
leinngl nn der Generalſekretär der Reparationskommiſſion
(dye, der aus ſeinem bisherigen Amte ausſcheiden wird.
Rex tionskommiſſion hat beſchloſſen, eine Reorganiſation
W Erz rg von Erſparniſſen zu unternehmen, die zum
min=
iſten d 4 Betrag der mit der Schaffung der neuen Poſten ver=
Undenss nkoſten entſprechen wird. Die gleichzeitige
Ausfüh=
ig des inktionen eines Delegierten und eines Treuhänders
Mit E: Gehaltserhöhung verbunden.
O: Young wird ſeinen Poſten, dem „Temps” zufolge,
Mort a-d en und die nötigen Schritte zur Inkraftſetzung des
Sſchberk igenberichts zuerſt in Paris und dann in Berlin
ternekl. Die im amtlichen Communigus erwähnten
Per=
lichke 2 tverden ſich am Mittwoch nach Berlin begeben. Den
ſten E Eiſenbahnkommiſſars wird der franzöſiſche
Sachver=
dige 1o
vevxe übernehmen.
Arikaniſcher 300=Millionen=Kredit.
Ia. ndon, 30. Aug. „Daily Exchange” meldet aus
ſſter m, daß dort am Mittwoch und Donnerstag ein
Ldtalsl men zwiſchen amerikaniſchen Bankiers und deutſchen
duſtrki3, abgeſchloſſen worden ſei, auf Grund deſſen letztere
0N. onen Goldmark Kredit erhalten, voraus=
Et, dS er Reichstag den Dawesbericht annehme. Nachdem
Reick 5 zugeſtimmt hat, ſei nun das Abkommen in Kraft
Feten,
Engliſche Preſſeſtimmen.
Rarum, 30. Aug. (Wolff.) Zur Annahme der Dawes=
P ſo)3t der diplomatiſche Berichterſtatter des „Daily
eau/g: Das Parlament könnte ſich jetzt zwar nicht
gegerz) ſen Vertrag ausſprechen, wie ſtark und
wohlbegrün=
aich ge der Einwände ſeien, die ſich gegen den
Dawes=
n einsd ver gegen die Beifügung des ausgedehnten Planes
Sa: eferungen zu dieſem Dokument richteten. Der
cdter r fährt fort, die Nachrichten, die er aus engliſchen
D Amer” iſchen Bankkreiſen in Paris erhielt, beſtätigten
u Sloner Finanzkreiſen herrſchenden Eindruck, daß die
Dun 9 r Dawesanleihe im Oftober auf ernſte
Rnie keiten ſtoßen würde, ſowohl von ſeiten, der
iſreed, auch von ſeiten der City, wenn nicht einige
Aen=
ung” an dem Londoner Abkommen vorgenommen
wer=
würk) entweder bezüglich des Rechtes zu individuel=
* SaATonen oder bezüglich der ſofortigen Räu=
lier— Mächte und der deutſche Botſchafter trafen um 12.30 endlich bezüglich des Syſtems von Sachlieferungen. Der Sachverſtändigenvorſchläge „notwendigen Geſetze angenommen
AFehimr E1 ushwärtigen Ant ein, um die Londoner Abmachungen allierten oder neutralen Regierungen bei den Verhandlungen angelegte Verſuch, an Stelle des Scheinfriedens von Verſalles
an Kt u ur eichnen. Die Unterzeichnung ging in alphabetiſcher über vorteilhafte Handelsverträge mit Deutſchland nicht einen wirklichen europäiſchen Frieden anzubahnen, ein groß=
Abel ſtſtteihe Ze vor ſich und trug nicht gen geringſten zeremoniellen zurückbleiben. Die britiſche Regierung habe dabei mehrere Hebel, zügiger Verſuch, auch wenn ſich aus ſeiner Durchführung ſchwere
gs bsd tendſte internationale Dokument nach dem Friedens= und der Kredite, um deren Gewährung die Bank von Eng= Jubelhymnen liegt kein Anlaß vor. Die Konſequenzen eines ver=
Zertra on Verſailles ſind. Die Unterzeichnung dauerte bis lich den der Einfuhrabgabe, um einen Schutztarif
8 zem Auswärtigen Amt hatte ſich eine Anzahl Menſchen ſei jetzt frei für die Inkraftſetzung des Dawesberichts. Die ten in London bei ihrer Rückehr als Landesverräter brand=
Stellungnahme der Induſtriellen und Arbeiter in England, die markte und nach dem Staatsgerichtshof rief?
geſa elt, um der Auffahrt der Vertreter der Mächte beizu= über die möglichen Folgen beſorgt ſeien, zeigten, daß die Lage
möglich aus dem Ruhrgebiet hinauszubekommen. Dies ſei für trat der Weltkrieg, als man in Verſailles die Unterſchrift des
zu=
ſchluß die Franzoſen erpicht ſeien. Maedonald ſei es geweſen,
der den Deutſchen riet, der Beibehaltung der Beſatzung während
eines weiteren Jahres zuzuſtimmen. „Warum half er den
Fran=
wort hierauf.
Deutſchlands gezeigt. Die Verantwortung eines
Zuſammen=
bruchs hätte ſchwer auf ihnen gelaſtet.
durch wirtſchaftliche Verhandlungen mit Frankreich und Belgien
eine ſchnellere Näumung der Ruhr zu erzielen hoffe. Dies ſei
heute eine dunklere Feſtſtellung als vor Wochen, denn heute habe
Herriot England verſprochen, Großbritannien von den deutſchen
Verhandlungen zu informieren. Jetzt, da Deutſchland neue Ver=
Nachteile daraus erwachſen. Kein Komitee könne Macdonäld trat, als er im Auguſt 1923 das Staatsruder ergriff. Im Herzen
Ein Rückblick Llond Georges auf die Konferenz.
doner Konferenz und führt aus, in der ganzen Welt ſei jetzt ein
Zündſtoff für die kommenden Kriege. Auf Deutſchland
bezugnehmend, ſagte Lloyd George, die während der feindlichen
Beſetzung begangenen Torheiten hätten viel Exploſivſtoff
ange=
häuft. Die Londoner Regelung ſei vielleicht gerade noch
recht=
blieben noch die bitteren Laſten der
Reparatio=
engen innen. Da dieſer Agent indeſſen nicht ſofort ſeinen den dieſe getragen werden, wenn die deutſchen Arbeiter merk= alter Fehler des Deutſchen, daß er nur alzu leicht von einem
Nach weiteren Betrachtungen über die Lage in Rußland, auf
dem Balkan und in Auſtralien ſchließt Lloyd George, es dürfe
keine Zeit verloren werden, um einen feſten und dauerhaften
Damm gegen die Rückkehr der großen Flut zu bauen.
Die Aufnahme in Paris.
Paris 30. Aug. Die Pariſer Morgenpreſſe zeigt über die geſtrige
Reichstagsabſtimmung keine ſonderliche Freude. Die meiſten Blätter Lage der Dinge zu bringen waren, und als der deutſche
Außen=
ſtellen mit unverkennbarer Beklemmung den Umſchwung der
Deutſch=
nationalen feſt und geben der Befürchtung Ausdruck, daß die
Reichs=
zur Auflöſung des Reichstags zu ſchreiten, keinen Hehl. Die Schuild an
dieſer Unterlaſſung wird in der Hauptſache Streſemann zugeſchrieben. führte eine ſtarke Enttäuſchung weiter Kreiſe zu ſtarken
Wahl=
hänge wieder zu löſen, die ſein Außenminiſter zwiſchen der Volkspartei
und den Deutſchnationalen geknüpft hat.
Mit gewohnter Schärfe äußert der Berliner Korreſpondent des
Echode Paris”: „Die Deutſchnationalen, die ſtets von ihren idealen Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß das deutſche Volk in
vorgeſehen ſein. Die Abſtimmung des Reichstags hat vom Standpunkt nen Kontrollmaßnahmen für unſer nationales Selbſtgefühl eine
der inneren Politik aus eine beſondere Bedeutung. Sie drückt den überaus ernſte Belaſtungsprobe ſein werden. Das Gutachten
Triumph des Bürgerblocks über den Marxismus aus. Die deutſchen
Sozialiſten ſind die großen Beſiegten des geſtrigen Tages.”
Nach dem „Quotidien” hat die geſtrige Abſtimmung bedeutſame hängnisvoller Fehler geweſen.
Folgen ſowohl auf außen= wie auf innerpolitiſchem Gebiet;
außen=
die endgültige Genehmigung des franzöſiſchen und des deutſchen Parla= achtengeſetze annahm, empfing Englands Premierminiſter eine
mentes gefunden und das Reparationsproblem beginnt endlich, ver= Deputation der engliſchen Bergarbeiter, die von der erhöhten
alſo über die Abſtimmung im Reichstag nur freuen; innenpolitiſch iſt
aber die Gefahr einer Rückehr der monarchiſtiſchen Deutſchnationalen Lebensintereſſen befürchten. Daß die deutſchen Sachleiſtungen,
heit triumphiert, und ſelbſt, wenn es richtig iſt. Daß die Rechte die
Zu=
der Gewalt teilnimmt, ſo wird es ihr ſicherlich weniger leicht ſein, die
Oppoſition möglich war.
Auch der „Grzelſior” hat Bedenken=, aber ſchließlich habe jeder, außenminiſter insbeſondere iſt es gelungen, die Frage der Räu=
Tag ſeine eigene Plage und der Tag, an dem Deutſchland den
Dawes=
plan unterſchrieben habe, müſſe für alle Menſchen guten Willens ein mung des Ruhrgebiets durch die Franzoſen in den Vordergrund
Tag der Freude ſein.
nationale Reichstagsfraktion, wer iſt Sieger, wer iſt der Beſiegte?. Das räumung nicht erreicht, trotzdem ſie, allerdings unausgeſprochen
dekrets gut durchgehalten hat und die Nationaliſten gezwungen zu haben fchwunden ſein wird, wird die deutſche Produktivität den Grad
ſcheint, ſich ohne Verſprechung zu unterwerfen.
Der Berliner Berichterſtatter des Journal” ſagt zu der Ab= welcher Sicherung bieten ſoll für die Anleihebeträge, welche die
ſtimmung, daß die Abgeordneten, hauptſächlich die Deutſchnationlen, nur
deshalb ſo geſtimmt hätten, wie ſie es getan haben, weil ſie nicht den i
Mut gehabt hätten, ſich Neuwahlen auszuſetzen; ſie hätten aber dagegen ſoll. Bindende Zuſage hat der franzöſiſche Miniſterpräſident
ge=
nicht für die Ausführung der Reparationen geſtimmt.
g
*
Die Woche.
Am Samstag, den 30. Auguſt 1924, iſt im Foreign Office zu
London der Londoner Pakt unterzeichnet worden, nachdem am
Berichterſtatter ſchließt, die britiſche Regierung dürfe hinter den hatte. Ein neuer Akt der Weltgeſchichte hebt an: der erſte groß
Belaſtung für das deutſche Volk ergibt. In der Tat, für deutſche
land und andere engliſche Banken ſtändig erſucht würden, end= lorenen Krieges, wir werden in den nächſten Jahren unendlich
ſchwer an ihnen zu tragen haben. War alſo die ſcharfe
Oppo=
ſition der Deutſchnationalen, Deutſchvölkiſchen und Kommuniſten
„Daily Chronicle” ſagt in ihrem Leitartikel, der Weg berechtigt?. War es richtig, daß man dort die deutſchen Delegier=
Haß ſchmiedete die Waffe des Verſailler „
Friedensvertra=
ernſt ſei. Die Verantwortung liege in hohem Maße bei Mac= ges”, Haß und Furcht ſuchte ſie zu benutzen zur endgültigen
Ver=
donald. Die Deutſchen wünſchten, die Franzoſen ſo ſchnell wie nichtung des deutſchen Erbfeinds. In ſeine zweite Phaſe erſt
Frankreich der Hebel bei dem Handelsvertrag, auf deſſen Ab= ſammengebrochenen deutſchen Volkes unter jenes
Schanddoku=
ment erpreßte. Mit einer fürchterlichen beiſpielloſen Knechtung
eines großen Kulturvolkes begann die neue Aera des „Friedens
zoſen, die Schraube anzuziehen?‟ Das Land erwarte eine Ant= und des Rechts”: Spaa, London, Cannes, Genua, keine von all
den vielen Konferenzen brachte tatſächliche Entſpannung, keine
den Frieden, weil man in Paris den Frieden nicht wollte.
Die „Times” ſchreiben: Marx hatte einen ſchweren Stand, Wohl war das deutſche Volk bereit, ſchwerſte Opfer zu bringen.
indem er von Anfang an nicht über eine genügende Mehrheit Das aber war der grundlegende Fehler jener „Erfüllungspolitik”
verfügte. Was auch die Gründe der Nationaliſten geweſen ſind, von Erzberger bis Wirth, daß man nicht ſah oder nicht ſehen
ſo haben ſie doch Verſtändnis für die allgemeinen Intereſſen wollte, daß das Frankreich des „nationalen Blocks”, das
Frank=
reich Poincares nicht ſo ſehr Reparationen” wollte als
Vernich=
tung, und daß jede Bereitſchaftserklärung, die verlangten Kriegs=
„Weſtminſter Gazette” ſchreibt: Dr. Marx erklärte, daß er entſchädigungen nach Kräften zu leiſten, nur den einen Erfolg
hatte, daß der Berg der Laſten, immer höher getürmt wurde.
Der Nuhreinbruch (beſchloſſen bereits im Auguſt
1922:) ſollte das Werk Poincares krönen. Faſt ſchien er im
Spätſommer 1923 am Ziel. Während die deutſche Währung ins
Bodenloſe ſank, flackerte blutiger Aufruhr überall empor. Es
handlungen wünſche, bleibe zu hoffen, daß England keinerlei, war keine beneidenswerte Erbſchaft, welche Dr. Streſemann
an=
der Verantwortung entbinden, den engliſchen Handel zu ſchützen, des wichtigſten deutſchen Induſtriegebiets ſtand der Feind. Ein
Pfand” ſollte es bleiben bis zur reſtloſen Erfüllung des
Ver=
ſailler Vertrages, d. h. auf ewige Zeiten. Shylok
be=
ſtand auf ſeinem Schein. In allen Fugen krachte das
London, 30. Aug. (Wolff.) Lloyd. George ver= Gebäude des Deutſchen Reichs; am Rhein unter franzöſiſcher
öffentlicht im „Daily Chronicele” einen Rückblick auf die Lon= Aegide ſeparatiſtiſcher Horden, der rote Terror in Sachſen und
Thüringen, offener Konflikt zwiſchen Bayern und dem Reich,
während die deutſche Mark in kataſtrophalen Sprüngen den
bil=
lionſten Teil ihres Wertes erreichte. Man ſollte über der Kritik
der Gegenwart Vergangenes nicht ganz vergeſſen: Energiſches
Durchgreifen im Innern ermöglichte die Stabiliſierung unſerer
zeitig gekommen, um eine Kataſtrophe zu verhindern. Aber Ss Währung, zielbewußte Außenpolitik, welche nüchtern die
gege=
benen Tatſachen in Rechnung ſtellte, verbeſſerte von Tag zu Tag
nen, die mit jedem Jahre ſchwerer würden. Wie lange wür= die ſchier hoffnungsloſe Lage des Deutſchen Reiches. Es iſt ein
ten, daß die Reparationen aus ihrer Taſche bezahlt würden? Extrem ins andere fällt. Als die internationalen
Sachverſtän=
digen in Berlin eintrafen, ergriff roſenroter Optimismus weite
Kreiſe unſeres Volkes. Zweifellos war die Berufung der
inter=
nationalen Sachverſtändigen ein erheblicher Erfolg inſofern, als
damit ein Weg beſchritten wurde, der letzten Endes dazu führen
mußte, daß das Reparationsproblem, dem politiſchen Streit
ent=
zogen und einer rein wirtſchaftlichen Löſung zugeführt wurde.
Nur allzu ſehr aber vergaß man im deutſchen Volk darüber
zu=
nächſt die ſchweren wirtſchaftlichen Opfer, die zweifellos nach
miniſter davon ſprach, daß es ſein Ziel ſei, durch Arbeit und
regierung die Stimmen der Deutſchnationalen mit weitgehenden Zu= Opfer das deutſche Volk zur Freiheit zu führen, überſah man
geſtändniſſen und Opfern erkauft habe. Die Blätter der Linken machen über dem Ziel den dornenreichen Weg, auf dem es nur zu
errei=
aus ihrem Bedauern, daß die Reichsregierung es nicht vorgezogen habe, chen war. Als dann das Gutachten der internationalen
Sachver=
ſtändigen die ganze Schwere dieſer Opfer klar, erkennen ließ,
„Deubre” fragt, ob der Kanzler in der Lage ſei, die Zuſammen= erfolgen der Oppoſitionsparteien. Es kann keinem Zweifel
unter=
liegen, daß die internationalen Sachverſtändigen die
wirtſchaft=
liche Leiſtungsfähigkeit des deutſchen Volkes überſchätzt haben.
Gefühlen reden, haben ſich kaufen laſſen. Es unterliegt keinem Zweifel, den kommenden Jahren an den Laſten, welche ihm das
Sachver=
daß ihre Teilnahme an den Regierungsgeſchäften nur noch eine Frage ſtändigengutachten auferlegt, überaus ſchwer zu tragen haben
von Tagen iſt. „Eine Kabinettsumbildung dürfte für Anfang. Oktober wird, und es ſteht endlich außer aller Frage, daß die
vorgeſehe=
aber deswegen deutſcherſeits abzulehnen wäre ein geradezu ver=
Nicht nur für uns birgt der Dawes=Plan ſchwere
Belaſtun=
politiſch ſcheint die Lage vereinfacht; die Londoner Abmachungen haben gen. Am gleichen Tage, an dem der deutſche Reichstag die
Gut=
wirklicht zu werden. Vom Standpunkt der Neparationen kann man ſich. Produktivität der deutſchen Kohlengruben ſtarke Schädigung ihrer
niemals ſo groß geweſen, als in dieſem Augenblick. Die ganze Welt die in Zukunft nach Frankreich gehen werden, von der
franzö=
hat die Pflicht, mit der größten Aufmerkſamkeit zu beobachten, was in ſiſchen Induſtrie als ſtarke Konkurrenz gefürchtet werden, iſt
all=
dieſer Beziehung vor ſich gehen wird. — An anderer Stelle heißt es im gemein bekannt. Die ganze Welt hat von uns gefordert, daß wir
„Quotidien”: Auch in Deutſchland hat nach heſtigen Debatten die Klug= den Dawes=Plan annehmen; nicht das Deutſche Reich trägt die
teilung einiger Miniſterſitze gefordert hat, ſo glauben wir nicht, daß ein Verantwortung für die etwaigen Schädigungen, die aus dieſer
Grund vorhanden iſt, darüber beunruhigt zu ſein. Wenn die Rechte an Annahme denen erwachſen, die ihn uns aufgezwungen haben.
Nur über die zur Durchführung des Dawes=Gutachtens not=
Ausführung des Dawesplanes zu verhindern, als ihr dies in der wendigen Maßnahmen ſollte äuf der Londoner Konferenz
ver=
handelt werden. Der deutſchen Delegation, dem deutſchen
Neichs=
zu ſtellen und damit zu berhindern, daß die hauptſächlichſte Frage
Der Petit Pariſien” ſagt: Kabinett Marx und deutſch= überhaupt nicht berührt wurde. Man hat die ſofortige
Nuhr=
werden uns die allernächſten Monate lehren. Der Schein iſt im Augen= ſelbſtverſtändliche Vorausſetzung des Dawes=Gutachtens iſt. Erſt
blick für das Kahinet Marx günſtig, das ſtark im Beſitze des Auflöſungs= wenn der letzte, franzöſiſche Soldat aus dem Ruhrgebiet
ver=
erreichen können, welchen das. Dawes=Gutachten annimmt, und
futernationale Finanzwelt nunnehr in Deutſchland juveſtieren
geben, daß ſpäteſtens am 15. Auguſt 1925 das Ruhrgebiet ge=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 31. Auguſt 1924.
räumt ſein wird. Es wird jetzt Sache der internationalen
Ban=
kiers ſein feſtzuſtellen, ob die deutſche Wirtſchaft auch während
einer noch ein Jahr andauernden Beſetzung des Ruhrgebiets
durch franzöſiſche Truppen genügende Sicherheit für die in
Aus=
ſicht genommene Anleihe bietet oder ob ſie glauben, auf einer
früheren Räumung des Ruhrgebiets beſtehen zu müſſen.
Nicht Ende, ſondern Anfang der deutſchen
Befreiungs=
aktion, ſo hat der Reichsaußenminiſter das Ergebnis der
Lon=
doner Konferenz im auswärtigen Ausſchuß treffend
gekennzeich=
net. Man ſollte ſich nicht neuen Illuſionen hingeben, man ſollte
nicht träumen von einer neuen Aera der Völkerverſöhnung. Daß
aber die düſteren Wetterwolken, welche noch vor kurzem den
koli=
tiſchen Horizont Europas verhüllten, ſich weſentlich gelichtet
haben, iſt zweifelsfreie Tatſache, und auch die kommenden
Ver=
handlungen des Völkerbunds in Genf dürften davon Zeugnis
ablegen. Es mag an dieſer Stelle unerörtert bleiben, ob ein
als=
baldiger Eintritt Deutſchlands in den Völkerbund in unſerem
Intereſſe läge. Die friedliche Zurückziehung des in Verſailles
erpreßten deutſchen Kriegsſchuldbekenntniſſes hat jedenfalls das
eine Bedenken in dieſer Hinſicht beſeitigt, daß nämlich eine
Unter=
zeichnung des Völkerbundspakts deutſcherſeits auch eine
Er=
neuerung jenes Schuldbekenntniſſes bedeuten würde, da ja die
Völkerbundsakte ein Beſtandteil des Verſailler Vertrages iſt.
Kein erfreuliches Bild war es, welches der deutſche
Reichs=
tag in den Tagen vor der Entſcheidung bot. Anſtelle ernſter
ſach=
licher Erörterung widerliches Parteigezänk, bei dem ſogar die
Prügelſzenen nicht fehlten! Ein neues Reichstagswahlgeſetz allein
wird dieſe trüben Verhältniſſe nicht grundlegend zu ändern
ver=
mögen. Wenn das deutſche Volk gelernt haben wird, ſich ruhig
und ſachlich mit politiſchen Problemen zu befaſſen, ſo wird es
dieſe ruhige Sachlichkeit in umſo höherem Maß= auch von ſeinen
Führern, die es in den Reichstag entſendet, verlangen. Die
zwei=
felloſe Beſſerung unſerer außenpolitiſchen Lage wird nun dann
völlig ausgenützt werden können, wenn das deutſche Volk ſich
auch innerpolitiſch endlich einmal auf ſich ſelbſt beſinnt. Wenn
eine große Partei in der gehäſſigſten und perſönlichſten Weiſe
monatelang die Politik der Reichsregierung bekämpft, um dann
zuguterletzt, vor die Verantwortung geſtellt, zur Hälfte für dieſe
ſo heftig befehdete Politik zu ſtimmen, ſo if: das doch wahrlich
kein Zeichen zielbewußten politiſchen Willens. Auch diesmal
wieder wurde das Verhandeln der Parteien zu teilweiſe recht
unerfreulichem Handel.
Vergeblich war man nach den Maiwahlen bemüht, durch eine
Koalition von den Deutſchnationalen bis zu den Demokraten
eine Reichsregierung auf breiter parlamentariſche: Grundlage
zu ſchaffen. Wenn die Verhandlungen der letzten Woche, wie es
faſt den Anſchein hat, nunmehr die Erweiterung der
Regierungs=
koalition im Gefolge haben würden, ſo wäre das immerhin ein
Erfolg, umſomehr als ja die Sozialdemokratie durch ihr völliges
Verſagen im vergangenen Herbſt bewieſen hat, daß mit ihr als
ſicherem Faktor nicht zu rechnen iſt, ſolange nicht ihre Führer das
allgemeine Wohl über das Parteiintereſſe zu ſtellen vermögen.
Schon die Ausführungen Herrn Hilferdings im Reichstag
be=
wieſen zur Genüge, in welchem Grade, dieſer möglicherweiſe
kommende Bürgerblock im ſozialdemokratiſchen Lager
Beklem=
mungen hervorruft. Sichere Führung aber durch eine
ziel=
bewußte Reichsregierung wird die deutſche Arbeiterſchaft ſehr
bald erkennen laſſen, daß ihre Intereſſen nicht durch den
Klaſſen=
kampf zwiſchen „Bürger” und „Arbeiter” gewahrt ſind.
Ik.
Der Eindruck in Amerika.
des Londoner Pakts durch den Reichstag ſeine Befriedigung
aus=
gedrückt und erklärt, er hoffe nunmehr auf eine Beſſerung der
europäiſchen Verhältniſſe. Während Deutſchland und Europa
hart arbeiten müßten, könne Amerika vieles exportieren, was für, veränderten alten Methoden des Beſatzungsregimes werfen.
den Wiederaufbau nötig wäre.
Die führende Morgenpreſſe, welche ſeitenlange Berichte über
die geſtrige Ankunft des Prinzen von Wales bringt, ſchenkt der
Annahme des Londoner Pakts nicht die in Europa erwartete
Be=
achtung. Nur „Net=York Herald” gibt in einem kurzen Leitartikel
der Befriedigung darüber Ausdruck, daß nunmehr der Weg für Kuhn aus Speyer bei General de Metz bereits am 9. Juli
Ein=
eine endgültige Beratung der Einzelheiten der Anleihe frei
werde. Die Auflegung kann nach ſeiner Meinung jedoch kaum
vor Anfang oder Mitte Oktober erfolgen.
Durch Unvorſichtigkeit.
Eſſen, 29. Aug. (Wolff.) Zu dem gemeldeten Unfall in
Sterkrade, durch welchen der Tod des Knaben Walter Kons
herbeigeführt wurde, erfahren wir von zuſtändiger Stelle
fol=
gende Einzelheiten: Beim Hantieren eines Unteroffiziers des
in Sterkrade untergebrachten belgiſchen Kampfgeſchwaders,
wel=
ches Vorbereitungen zum Abtransport nach Belgien traf, mit
der Piſtole, entlud ſich dieſe plötzlich. Der Schuß drang dem
anweſenden 14jährigen Walter Kons unterhalb der linken
Naſen=
höhle in den Kopf und führte den ſofortigen Tod des Knaben
herbei. Die eingeleitete Unterſuchung ergab, daß die Tat durch
Unvorſichtigkeit geſchehen iſt. Der betreffende Unteroffizier
wurde von der belgiſchen Gerichtsbehörde in Haft genommen.
Vom Tage.
Der Reichsminiſter des Aeußern Dr. Streſemann hat einen
vier=
zehntägigen Erholungsurlaub angetreten und ſich an die Nordſee begeben.
Auch der Kanzler wird in den nächſten Tagen aus demſelben Grunde
verreiſen.
Die Rheinlandkommiſſion hat mitgeteilt, daß der
Aus=
weiſungsbefehl gegen den Oberpräſidenten der Rheinprovinz
Fuchs zurückgenommen worden iſt und daß Fuchs wieder
zu=
rückkehren könne.
Im Leipziger Straßenbahnerſtreik iſt eine Einigung
erzielt worden. Die Straßenbahn verkehrt wieder,
Am Montag wird die Repko offiziell feſtſtellen, daß Deutſchland
ſein erſten Verpflichtungen aus dem Dawesplan erfüllt habe. Von dieſem
Augenblick an werden dann die verſchiedenen in den Londoner
Verein=
barungen vorgeſehenen Friſten zu laufen beginnen.
Präſident Coolidge iſt von ſeinem Urlaub nach Waſhington
zurück=
gekehrt.
Wie die Morgenblätter melden, iſt Jeanne Moraud, die im Jahre
1922 wegen Beziehungen zum Feinde zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt
worden war, begnadigt worden.
Wie der Matinmeldet, fand geſtern eine Zuſammenkunft deutſcher,
franzöſiſcher und belgiſcher Artiſten in Paris ſtatt, um eine endgültige
Regelung der internationalen Beziehungen der Artiſten herbeizuführen.
Auf Grund der am 3. Auguſt durch die Regierungen von
Groß=
britannien, Italien und Japan in Paris erfolgten Hinterlegung der
Natifikationsurkunden, welche die türkiſche Regierung ihrerſeits im April
überwieſen hatte, iſt der Lauſaner Vertrag in Kraft
ge=
treten.
„Daily Expreß” tritt in ihrem Leitartikel wiederum für die
Ein=
berufung der großen induſtriellen Konferenz durch Macdonald ein.
In der Angelegenheit der Entdeckung von 107 Büchern des
Ge=
ſchichtswerks von Titus Livius erfährt der „Meſſagero” aus Neapel,
Profeſſor de Martino wahre über die Angelegenheit ſtrengſtes
Still=
ſchweigen und arbeite unabläſſig an der Uebertragung der Bände 1 bis
20. Sobald die Arbeit beendigt iſt, würde Profeſſor de Matino den
voll=
ſtändigen Text veröffentlichen.
Ein Bevollmächtigter des Königs Huſſein iſt nach England
unter=
wegs, um der engliſchen Regierung eine neue Faſſung des Vertrages
zwiſchen England und Hedſchas zu unterbreiten. Es handelt ſich dabei
bereits um die vierte Faſſung.
Das Regierungsblatt „Prawda” veröffentlicht folgende diplomatiſche
Ernennungen. Der jugoflawiſche Geſandte in Sofia Nilan Raditſch
geht als Geſandter nach Paris, an ſeine Stelle tritt Nilan
Gabri=
lowitſch. Der Berliner jugoſlawiſche Geſandte Kaliſchdiiſch
wird zum Gefandten in Rom ernannt. Stewa Pawlowiſch wird
Geſandter in Athen. Die bisherigen Geſandten in Paris und Rom
treten in den Nuheſtand.
Die Tagung des Völkerbundste
Die Abrüſtungsfrage.
Genf, 30. Aug. (Wolff.) Der Völkerbund
urſprünglich heute zu der Antwpork der einzelnen R.
auf den Völkerbundsentwurf d2s Garantiepaktes Ste
men ſollte, hat auf Antrag des Berichterſtatters fü
ſtungsfragen, Beneſch, beſchloſſen, in die Erörter
Frage nicht einzutreten, ſondern ſie ob
teres der Völkerbundsverſammlung
weiſen, die, wie Beneſch erklärte, ihr zweifellos
Aufmerkſamkeit ſchenken werde. Ebenſo wurden die ande .
Tagesordnung ſtehenden Probleme der Rüſtungsbe
der Kontrolle des Waffenhandels, der chemiſchen 9
und der lokalen Sonderabkommen, über die ein
Beri=
miſchten Abrüſtungskommiſſion des Völkerbundes vo=
Völkerbundsverſammlung überwieſen.
Die Moſſulfrage.
Auch die Moſſulfrage gelangte zur Sprache
Grenze zwiſchen Irak und der Türkei, die
des Lauſanner Vertrages mangels einer direkten Eini,
den Beteiligten durch den Völkerbundsrat zu regeln if
kiſche Regierung hatte ſich in ihrer Note vom 28. Augu
nahme an den Beratungen bereit erklärt, falls eine
des Rats erfolge, aber darauf hingewieſen, daß ſie ſi
formeller Niederlegung des Ratifikationsprotokolls in
treten laſſen, könne. Auf Antrag Branting=Sch
ſchloß jetzt der Rat, die türkiſche Regierung einzulad
den Ratsdebatten über dieſe Frage zu beteiligen un
dieſe Tagung Vertreter nach Genf zu ſchicken und ihr z
daß bis zum Eintreffen der türkiſchen Delegierten die
heit vertagt werden ſoll. Das franzöſiſche Ratsmitg
die Erwartung aus, daß, nachdem inzwiſchen der Lauf
trag ratifiziert und die Urkunde in Paris niedergeke
ſei, die Türkei der Einladung Folge leiſtenr
Im weiteren Verlaufe der Sitzung nahm der Ra
von den Vorſchlägen des italieniſchen Senators Cirao
Linderung von aus allgemeinen Kataſtrophen, Erdl
entſtandenen Schäden und überwies das Material 4
bundsverſammlung.
Hierauf vertagte ſich der Rat, um erſt nach dem IE=
Befürchtungen der Pfakz.
Franzoſen und Separatiſien.
Ausder Pfalz, 29. Aug. (Wolff.) Die vom
Reichstags=
abgeordneten Kaas im Reichstag aufgenommene erneute
Füh=
lungnahme des Generals de Metz mit den
Sepa=
ratiſten für den Fall der Ablehnung des Dawesplans hat
in weiten Kreiſen zu der Beſorgnis geführt, daß, wie bei dem
ſogenannten Speyerer Abkommen vom 17. Februar 1924, die
Amneſtieklauſel des Londoner Abkommens von den franzöſiſchen
Beſatzungsbehörden in der Zukunft dahin mißbraucht werde, um
die Separatiſten gegen Zivil= Straf= oder verwaltungstechniſche
Verfahren der deutſchen Behörden, Verfahren, die mit der poli=
New=York, 30. Aug. Coolidge hat über die Annahme tiſchen Betätigung der Separatiſten in keinem Zuſammenhang
ſtehen, zu ſchützen, mit anderen Worten, nach wie vor deutſche
Schutzhoheit im beſetzten Gebiet zu ſabotieren und allenfalls
lahm zu legen. Die Beſorgnis iſt um ſo begründeter, als zwei
Vorgänge aus jüngſter Zeit ein bezeichnendes Licht auf die un=
So war von der deutſchen Juſtizbehörde gegen die auf
An=
ordnung des franzöſiſchen Kapitäns Oullin beim Stab des
Generals de Metz erfolgte Freilaſſung des wegen
Urkundenfäl=
ſchung, Betrügercien und Heiratsſchwindels von der deutſchen
Polizeibehörde dflichtgemäß verhafteten Separatiſtenführers
ſpruch erhoben worden. Am 19. Auguſt — drei Tage nach
Be=
endigung der Londoner Konferenz! — hat nun General de Metz
in der als dringlich bezeichneten Haftſache der deutſchen
Juſtiz=
behörde eine Mitteilung zugehen laſſen, wonach der Fortgang
des Strafverfahrens bis auf weiteren endgültigen Beſcheid nach
den bisherigen Erfahrungen ad Calendas Graecas unterſagt
wird. — Einen weiteren flagranten Eingriff in die deutſche
Rechtspflege bilden das Verbot des Generals de Metz
vom 13. Auguſt 1924, den wegen Landfriedensbruch verfolgten
Separatiſten Bopp aus Pirmaſens feſtzunehmen und die
An=
ordnung, das gegen Bopp in der Hauptverhandlung zu fällende
Urteil dürfe nicht eher vollſtreckt werden, als bis er, der General
bzw. die Rheinlandkommiſſion nach Prüfung der Akten eine
end=
gültige Entſcheidung getroffen hätte. Der Landfriedensbruch
wurde von Bopp bereits am 23. Mai 1923, alſo lange vor der
Separatiſtenbewegung begangen, ſo daß auch hier die Anſicht des
Generals, aus politiſchen Gründen den Schutz ſeiner Günſtlinge
auch auf nichtpolitiſche Vergehen auszudehnen, klar zutage liegt.
tritt der Völkerbundsverſammlung auf Grund einer
Einberufung ſeines Präſidenten die Sitzungen wie
nehmen.
Geheime Sitzung des ungariſchen Ko G
Vormittags tagte in geheimer Sitzung das ſoger
gariſche Komitee des Völkerbundsrats, in dem Fran1 /5.
land, Italien, Rumänien, Jugoſlawien, die TſchechofluK
Ungarn vertreten ſind. An der Sitzung nahm auch de
ſ=
kommiſſar des Völkerbundes in Budapeſt, Smith, teil. Kääcly
erſtattete er Bericht über die erzielten Fortſchritte im f A—ll
Aufbau Ungarns und ſprach der ungariſchen Regierur PM
erkennung für die energiſche Mitarbeit aus. Benei ſr
Smith für ſeinen Bericht und ſeine Tätigkeit und ſprad /
nung aus, daß die Lage in Ungarn ſich weiter ſtabiliſie fsel,
unter Fortſetzung der Reform.
Herriot iſt Samstag früh 5 Uhr nach Lyon
von wo er ſich nach Genf begeben wird. Herriot war 4 Fünt
tor der politiſchen Angelegenheiten Peretti della Rocg .9.
ſeinem Kabinettschef Bergery begleitet.
Denkſchriften des ſaarländiſchen Land ſad
Am Montag wird die Saardelegation in Genf
welche den Mitgliedern des Völkerbundsrats zwei 9e
des ſaarländiſchen Landesrats über die mißbräuchliche
tung des Saargebiets durch Frankreich ſowie über die
Uebergriffe des franzöſiſchen Militärs im Saargebiet 1
wird. In der erſten Denkſchrift wird der Völkerbunds
gebeten, darauf hinzuwirken, die Kohlenpreiſe ſo zu
daß das wirtſchaftliche Gedeihen der Saarinduſtrie ebe
geſtellt werde wie unter der deutſchen Herrſchaft. Fe
in der Denkſchrift gefordert, daß der franzöſiſche Stau
Regierungskommiſſar zur unverzüglichen Aufhebung
ſchränkung der zollfreien Einfuhr deutſcher Waren
Schadloshaltung der ſaarländiſchen Wirtſchaft für di
ſtandenen Schädigungen veranlaßt wird. In der zwe
ſchrift wird der Völkerbund um Unterbindung der We
des franzöſiſchen Militärs für die Fremdenlegion, um
liche Rückgabe der Entführten, um Entſchädigung de
rigen von im franzöſiſchen Heer getöteten oder verlet
länder, um Einſtellung aller Vergehen gegen die B.
rung, ſowie endlich um die endgültige Feſtſetzung eine
Termins zur Räumung des Saargebiets durch die f!
Truppen erſucht.
*Sommerſpielzeit Bruno Harprecht.
In Harprechts Sommer=Theater herrſchte geſtern
Hoch=
betrieb. Die Abendvorſtellung brachte die Erſtaufführung von
Blumenthals und Kadelburgs „Weißen Rößil”, das bei
be=
lebter Darſtellung ſeine alte Zugkraft bewährte. Als Gaſt
ent=
wickelte Hans Baumeiſter in der Rolle des Zahlkellners
„Leopold” einen köſtlichen Humor und wurde als „Weißes Röß!!”
lebhaft gefeiert. Frieda Eichelsheim war eine feſche
Wir=
tin, Bruno Harprecht ein höchſt amüſanter
Glühſtrumpf=
fabrikant.
Hieran ſchloß ſich als Nachtvorſtellung — erſt nach 11 Uhr
beginnend — die Uraufführung des Schwankes „Das
Schützenfeſt” von Heinrich Rüthlein und Fritz Peters.
Eine luſtige Situationskomik wirbelt Menſchen und Szenen ſo
toll durcheinander, daß man bei flotter Darſtellung ihre
Unmög=
lichkeit vergißt. Bruno Harprecht, Walter Brück, F.
Sauer und Eva Biſchoff trugen in erſter Linie die
Hand=
lung. Die Vorſtellung ging erſt um 1 Uhr zu Ende; deshalb
morgen noch einige Worte.
Fünf Jahre Sommerſpielzeit unter
Bruno Harprecht.
In dieſen Tagen, wo Bruno Harprecht wieder einmal von
Darmſtadt Abſchied nimmt, iſt die Feſtſtellung nicht unintereſſant,
daß damit die fünfte Sommerſpielzeit unter ſeiner Leitung
ſchließt. Als Harprecht zum erſten Male 1920 das Orpheum
pach=
tete, ging er von der Wahrnehmung aus, daß gerade in den
Som=
mermonaten offenbar ein Unterhaltungsbedürfnis des
Darm=
ſtädter Theaterpublikums vorhanden war, das zu befriedigen ſich
in den letzten Jahren niemand die Mühe gemacht hat. Und es
lag auf der Hand, daß hier gerade die Lücke ausgefüllt werden
konnte, die das Landestheater — durch Staats= und Stadtzuſchuß
zu einem Kulturprogramm verpflichtet — naturgemäß laſſen
mußte. Denn man mag zu dem Unterhaltungsſtück, dem Schwank,
der Poſſe, dem Luſtſpiel ſtehen wie man will, mit ihrem
Vorhan=
denſein muß man rechnen, und wer den Querſchnitt durch die
lebendige Gegenwart ziehen will, darf ſie nicht überſehen.
Wenn man die Programme und Spielpläne dieſer fünf
Harprechtſchen Sommer durchſieht, ſo findet man, daß unter
ſei=
ner Direktion die ausgeſprochen rohe Produktion keinen Platz
gefunden hat. Harprecht iſt gewiß nicht prüde, und er hat den
Darmſtädtern ungeſchminkt das Programm der heiteren und
komiſchen Ware gezeigt, wie ſie gegenwärtig fabriziert wird.
Aber im Durchſchnitt ſteht — mag auch manches Stück ſchon das
geweſen ſein, was man „ſtarken Tobak” nennt — das Niveau
doch weit über dem, was man in Berlin in dieſen Jahren,
viel=
fach ſelbſt im Winter, gewohnt war. Und gleichzeitig ſieht man
in zunehmendem Maße das Beſtreben, Vergleichsmöglichkeiten
mit guten, älteren Luſtſpielen zu geben, die bereits mehrere
Dezennien hindurch ihre Lebenskraft bewährt haben, und
dar=
über hinaus gerade in den letzten beiden Jahren den Willen,
von hier aus auch den Uebergang zur ernſten literariſchen
Komö=
die zu zeigen. So ſtehen in dieſem Jahre zwiſchen „Vertagter
Nacht”, „Henkersmahlzeit”, „Silbernem Kaninchen”, „
Meiſter=
boxer” uſw. einerſeits, bewährten guten Luſtſpielen wie „Im
wei=
ßen Röß’l” und „Die ſelige Exzellenz” andererſeits Autoren wie
Björnſon (mit „Wenn der junge Wein blüht‟ . . ."), Georg
Hirſchfeld, (mit „Agnes Jordan”) und Georg Kaiſer (mit „
Kol=
portage‟), Dichter, die allen großen Staats= und Stadttheatern
zur Ehre gereichen. Im Jahr zuvor trifft man zwiſchen luſtiger
Gegenwartsproduktion wie „Meiſterboxer” „Wauwau” „Henne
im Korb” uſw. auch Hartleben, Otto Ernſt, ſieht daneben das
un=
gealterte „Komteß Guckerl” und die unverwüſtliche „Charleys
Tante‟. Im Jahre 1922 ſteht „Der Raub der Sabinerinnen”
neben dem „Werwolf”, die „Goldfiſche” von Kadelburg neben
dem „Hühnerhof”, die „Schmetterlingsſchlacht” von Sudermann
neben dem „Keuſchen Lebemann”. „Die Ballerina des Königs”
neben der „Dame mit der Maske”. In den beiden Jahren im
Orpheum — in dem Harprecht über 100 Vorſtellungen gab und
in faſt allen ſelbſt auf der Bühne ſtand — ſtanden von älteren
Stücken im Spielplan „Zapfenſtreich”, „Veilchenfreſſer”, „
Pen=
ſion Schöller”. „Madame Bonivard‟ „Die große Leidenſchaft”
„Haben Sie nichts zu verzollen‟. Der Schlafwagenkontrolleur”
uſw.; von neueren „Königin der Luft”, „Nur ein Traum”, „Meine
Frau, die Hofſchauſpielerin”, „1919‟ Die Poſtmeiſterin‟. „Die
Mauſefalle”, „Luderchen” uſw., alles Stücke, die die Spielpläne
der Großſtadt= und Unterhaltungstheater vielfach monatelang
beherrſcht haben und die infolgedeſſen oft im Brennpunkt des
Intereſſes geſtanden haben.
Zuſammenfaſſend darf jedenfalls geſagt werden, daß Bruno
Harprecht in dieſen fünf Jahren unter vielfach ſchwierigſten
Ver=
hältniſſen ein enormes Stück Arbeit geleiſtet hat und daß es
daher begreiflich iſt, wenn er mit dem Darmſtädter Publikum
aufs innigſte verwachſen iſt, weil er es in ſchweren Zeiten das
Lachen nicht hat verlernen laſſen.
* Schulreformen nach dem Dreißigjäß
Kriege im Vergleich zu den heut”
Erziehungsbeſirebungen.
Von Dr. Eliſabeth. Noack.
Vielleicht iſt keine Zeit der unſerigen ſo vergleichb
Notzeit nach dem Dreißigjährigen Kriege. Der moge
glaubt ſo oft, wenn er an dieſe alten, längſtvergange
denkt, das ſeien damals noch märchenhaft „unorgani
ſtände geweſen, roh und gewalttätig, — hilflos und
Und dann iſt man erſtaunt, wenn die alten, vergitt
bündel von ſo bewußtem, großzügigem Durchgreifen
Gebieten berichten, — wie die Fürſorge für die Kreis
geordnet iſt, wie ihnen ſtatt Almoſen raſch feſte Arbe
wird, wie allerorts trotz der ſtarken Verarmung die A
Krankenpflege, die Waiſenfürſorge geregelt wird, und
zuletzt als Bürgſchaft für die Zukunft die Verbeſſein”
ziehungsweſens in Angriff genommen wird. Das
war damals faſt überall ſtark in Verfall geraten, L.
wollten ſich der Ordnung nicht mehr fügen, ihr durch
genährter Hang zu wildem, ſittenloſen Leben machte
erſten Jahren ſo unangenehm geltend, daß ſelbſt Rau
den Lehrern nichts ganz Seltenes waren. Wiederhol
fordert, daß die Schüler in einfachen Kleidern und ol
erſcheinen ſollen, daß ihnen nächtliche Gelage unterſag
alle Arten von Ausſchweifungen. Aber auch unter T
ſchaft ſah es teilweiſe nicht erfreulich aus, auch hier
Verſäumniſſe und Ausſchreitungen zu verzeichnen.
ſcharf zugegriffen werden. Nun iſt auffallend, wie 1
mend die Reformen in ganz Deutſchland verlaufen!
werden beſondere Kommiſſionen eingeſetzt, die Lehrer
ler überwachen und der Behörde gewiſſenhafte Berich
müſſen über etwaige Mängel oder Fortſchritte. So 9e
Beiſpiel in Erfurt in einer Anweiſung des Rats, de
bisherigen motibus zerrüttete Schuelweſen durch gr.
nung und fleißige Inspection wieder auf einen gewiße
ſetzet werden” ſoll. Uind die „Inspectores” müſſen de
wöchentlich einmal ſämtliche Schulſtunden beſuchen 1
dem bei allen Prüfungen zugegen ſein. Die Lehrer *
gewieſen, vor allem Erzieher zu ſein und als ſolche
zu wirken, ſie ſollen ihren Unterricht pünktlich verſehe
Schülern Geduld haben und „zwiſchen der ſchärfſe
Ztuer 242.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 31. Auguſt 1924.
Seite 3.
Pestagung des Deutſchen Reichstags.
* Berlin, 30. Aug. (Eigener Bericht.)
— Regierungstiſch: Ernährungsminiſter Graf Kagitz, Wirt=
f— iſter Hamm.
3 dent Wallraf eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 30 Minuten.
Helsabkommen mit Spanien wird dem volkswirtſchaftlichen
Ausſchuß überwieſen.
Die Amneſiieanträge.
er Tagesordnung ſteht die Abſtimmung der 2. Leſung über die
nträge der Kommuniſten, Nationalſozialiſten und
Sozialdemo=
zu Der Ausſchuß ſchlägt vor, ſämtliche Anträge abzulehnen.
ſpinnt ſich eine längere Geſchäftsordnungsdebatte
Art der Abſtimmung, ob man im ganzen oder geteilt abſtim=
Die Schwierigkeiten ergeben ſich dadurch, daß die Mehrheit
O3 hnationalen Fraktion unter Führung des Abg. Schultz=
Brom=
des Abg. Lohmann die Abſtimmungsvorſchläge des Präſiden=
Daf gemeinſam mit den Abgg. Dr. Roſenfeld (Soz.), Katz (K.),
(Natſoz.) bekämpft. Ueber den Vorſchlag des Präſidenten,
er die vier vorliegenden Anträge abzuſtimmen, muß im
Ham=
entſchieden werden. Dagegen ſtimmen die Nationalſozialiſten,
demokraten, die Kommuniſten und die Mehrheit der Deutſch=
. Der Vorſchlag des Präſidenten Wallraf wird mit 177 gegen
—nen abgelehnt. Es muß daher über alle einzelnen
ſor, äge getrennt abgeſtimmt werden.
gnzelnen Geſetzentwürfe und Abänderungsanträge werden
m echſelnder Mehrheit abgelehnt. Da ſämtliche Paragraphen
weiter Leſung abgelehnt ſind, entfällt die dritte Leſung.
(Pfuirufe bei den Kommuniſten.)
Bölſe und Umſatzſteuer.
Tagesordnung ſteht dann die erſte Leſung der Geſetze über
Umſatzſteuern.
2oebe (Soz.) beantragt Abſetzung von der Tagesordnung
agung der Beratung. Eine überſtürzte Behandlung
tig und nicht angebracht, zumal der Getreidepreis ohne Zölle
als 1914. Seine Fraktion ſehe in der Vorlage den Verſuch,
ſtenverteilung das Großkapital und die Landwirtſchaft frei zu
daß wieder die beſitzloſen breiten Maſſen betroffen werden.
lage ſei der Kaufpreis für die Hingabe der
len Ueberzeugung der Deutſchnationalen!
Sildemokraten und Kommuniſten haben inzwiſchen den Saal
IIepp (D. Vpt.) widerſpricht dem Abſetzungsantrag der
So=
iten mit aller Entſchiedenheit. Die Sozialdemokratie treibe
he Politik, ſondern wolle die Antwort geben auf die Abſtim=
Freitag; damit richte ſie ſich nur ſelbſt. (Beifall rechts.)
Reichsernährungsminiſter Graf Kanitz
ſozialdemokratiſchen Antrag nicht ſtattzugeben. Die
Regie=
ung 2 ſich der Verantwortung bewußt, die ſie mit der Einbringung
8ungarſſcheher Vei e übernommen habe. Sie ſteht auf dem
Stand=
unk daß die Vorlage alsbald im Ausſchuß mit
Ilew he behandelt werden müſſe. Dort ſei allen
Par=
ien S enheit gegeben zur Stellungnahme. Die Vorlage ſei in
einer ſe mit den Verhandlungen am Freitag in Verbindung zu
ringer Die Einbringung ſei im Reichskabinett ſchon beſchloſſen
wor=
n, alkeis Ergebnis der Londoner Beratungen noch nicht zu
über=
en m!
Abo, einath (Dem.) bedauert, daß die Vorlage in einem
Zeit=
nkt o bracht werde, der den Anſchein erwecke, als ob ſie mit den
ſreitag) handlungen in Verbindung ſtehe. Die Fraktion ſei aber
otzderx — die Ausſchußberatung.
Abel oenen (Komm.) behauptet, daß die Vorlage die
Bezah=
ung fri ie Abſtimmung der Deutſchnationalen ſei. (Große Unruhe
ichts.
Reichsernährungsminiſter Eraf Kanitz
trr rals auf die Dringlichkeit der Vorlage hin mit
kſichhaf die bevorſtehenden
Handelsvertragsverhand=
g. Werde die Vorlage jetzt keinem Ausſchuß überwieſen, ſo
S Teichstag ſtatt Mitte Oktober ſchon Ende September wieder
ſammu eten. (Rufe: Auflöſen!)
Reichswirtſchaftsminiſter Hamm!
diſcht
ſedauerc eſen Auftakt zu den Zollverhandlungen. Dieſe Dinge
ſoll=
anul ” ten doch 3 der politiſchen Agitation herausgelaſſen werden. (Unruhe.)
zundzut Es ſei „endig, daß wir wieder in die Weltwirtſchaft hineinkommen.
uch bed m Handelsvertragsverhandlungen mit Frankreich und
Belg brauche die Regierung dieſe Unterlagen.
Darum u ſe Zeit für eine eingehende Prüfung im Ausſchuß vorhanden
Ab=/ r. Bell (Ztr.) lehnt die Unterſtellung irgend welcher
par=
eipolitr! Motive mit aller Entſchiedenheit ab. Eine Verſchleppung
er Vora, ſei vor dem Volk und dem Lande nicht zu verantworten.
Ab.0 chultz=Bromberg (deutſchnat.) proteſtiert geegn den
Ver=
ſeumdu u orwurf des Kuhhandels. Er fordert die Erledigung der Vor=
Abd vebe (Soz.) gibt zu, daß die heutige Haltung der
Sozial=
ſemokre in einem gewiſſen Zuſammenhang ſtehe mit den Vorgängen
im Fre” (Rufe rechts: Aha !) Esſei aber ſeit Monaten
be=
annt weſen, daß der Umfall der
Deutſchnationa=
en mider Zollvorlage bezahlt werden ſolll (
Hefti=
er Wix” ruch rechts.) Die Deutſche Zeitung habe ebenfalls von einem
Ruhharz vertrag geſprochen (Widerſpruch rechts). Eine ſachliche
Be=
fatung 1 eute nicht möglich.
Er=I ungsminiſter Graf Kanitz ſtellt feſt, daß die
Ausſchuß=
beratigen in der zweiten Hälfte des September
be=
ginn= ollen.
D
bigkeit 1 rechten mittelweg halten”. Körperliche Züchtigung
wird ein Minimum eingeſchränkt, Ohrfeigen ſind gänzlich
werbot 1 Aehnliche Anordnungen liegen uns aus allen
Gegen=
den O Chlands vor, in Stuttgart zum Beiſpiel wird von Jahr
4t Jau enqueſtens Bericht erſtattet über die Verhältniſſe am
Pädags m und die immer ſichtlichere Beſſerung. Auch in dem
vom — ge wenig berührten Preßburg wird 1660, ſehr über
Mangr2r Schulweſen geklagt, worauf der Kirchenkonvent, als
were örde der Schule, für ſtraffere Zucht ſorgt. Und in
bkankk) a. M. wurde daneben eine gründlichere Ueberwachung
der P 4 quartiere durchgeführt, in denen die zahlreichen
aus=
wartig) Schüler untergebracht waren. Auf Sittenreinheit wird
Ft Aart beſonders ſtreng geſehen, als 1663 mit Speners
Dienſt 1 tt der Pietismus in der Stadt einzieht.
ArA anterrichtlich wurde nach dem Krieg vieles gebeſſert,
beſon2) methodiſch traten ſtarke Aenderungen ein. In der
Refortk onszeit hatten die Bemühungen Luthers um das
all=
dmenrU olksſchulweſen weniger Frucht getragen, als die Sorge
ſur die yeren Schulen, die „Lateinſchulen”, die in den meiſten
Moßer)' Städten ſchon beſtanden oder doch neu errichtet wurden.
As 2 2sſchulweſen war damals neu organiſiert worden, der
ſineresl Sbau durch die Verbeſſerung des Lateinunterrichts,
De Bi½igung des Griechiſchen, die Pflege der klaſſiſchen Rede,
buich nders guten Geſangunterricht, Muſiktheorie,
Mathe=
pſchtik Religion vollzogen worden. Melanchthon und Sturm
Dr al.3 gingen hier führend vor und =rreichten ein Aufblühen
Ds 9 9 ten Schulweſens wie nie zuvor. Aber ſchon gegen
ende — Fahrhunderts hatte der Unterricht nachgelaſſen, — nach
Nem 2 igjährigen Kriege zeigte ſich vollends, daß man neu
us waus anußte. Die erwähnte auffallende Uebereinſtimmung
Der nu) nſetzenden Neuerungen im ganzen Reich hatte mehrere
Abg. Becker=Heſſen (D. Vpt.) hebt hervor, daß durch das
Ver=
halten der Sozialdemokraten die Möglichkeit, zu
Handelsvertragsver=
handlungen zu kommen, vergrößert werde. Das ſchade dem arbeitenden
Volke, das ſchade der deutſchen Wirtſchaft im allgemeinen und der
deut=
ſchen Arbeiterſchaft. Dieſer Coup der Sozialdemokraten ſei der erſte
Verſuch der Sabotage der Londoner Abmachungen.
Abg. Schultz= Bromberg (deutſchnat.) beantragt Uebergang zur
Tagesordnung über den Antrag Loebe.
Die Abſtimmung iſt namentlich. Vor der Abſtimmung bezweifelt
Abg. Loebe (Soz.) die Beſchlußfähigkeit des Hauſes.
Von den anweſenden bürgerlichen Parteien werden nur weiße
Zet=
tel abgegeben. Die Auszählug ergibt, daß 215 Abgeordnete anweſend
ſind, die ſämtlich mit Ja geſtimmt haben.
Das Haus iſt alſo beſchlußunfähig.
Präſident Wallraf beraumt eine neue Sitzung für 1.45 Uhr mit
derſelben Tagesordnung an.
Schluß 1.30 Uhr.
Die neue Sitzung.
Kurz vor 2 Uhr wird vom Präſidenten Wallraf die neue Sitzung
eröffnet. Die bürgerlichen Parteien ſind in alter Stärke erſchienen.
Von den Sozialdemokraten und den Kommnniſten
weilen nur einige Horchpoſten im Saal.
Präſident Wallraf teilt gleich zu Beginn der Sitzung mit, daß nach
den Vorſchlägen des Aelteſtenrats der Reichstag ſich bis
15. Oktober vertagen ſoll. Der Präſident ſoll ermächtigt
ſein, auch evtl. eine frühere Einberufung
herbeizu=
führen.
Die Abgg. Dittmann (Soz.) und Koenen (Kom.) bezweifeln
erneut die Beſchlußfähigkeit des Hauſes. Der Präſident muß feſtſtellen,
daß
das Haus wiederum beſchlußunfäbig
iſt. Präſident Wallraf erklärt darauf: Wir treten damit in
die Ferien ein. (Heiterkeit.) Er wünſcht dem Hauſe eine gute
Er=
holung, auch in der Richtung, daß nach der Erregung der letzten Tage
wieder eine ſachliche, parlamentariſche Arbeit beginnen kann. (Lebh.
Beifall.)
Schluß kurz nach 2 Uhr.
Zentrun und Deutſchnationale.
Berlin, 30. Aug. Auf eine aus deutſchnationalen Kreiſen
ſtammende Anregung fand in der Nacht vor den entſcheidenden
Abſtimmungen im Reichstage eine Beſprechung zwiſchen
Vertretern der Deutſchnationalen Volkspartei und
der Zentrumsfraktion des Reichstages über die politiſche
Lage ſtatt. Die Vertreter des Zentrums beſchränkten ſich hierbei
auf zwei Feſtſtellungen bezüglich des Standpunktes ihrer Fraktion:
1. Bei Annahme des Londoner Abkommens durch die
deutſch=
nationale Reichstagsfraktion wird die entſprechende Vertretung
der letzteren in den Ausſchüſſen zur Durchführung des
Abkom=
mens als ſelbſtverſtändlich erachtet.
2. Die Zentrumsfraktion des Reichstages hat ſeit Mai
ein=
mütig auf dem Standpunkt geſtanden, daß bei Annahme des
Sachverſtändigengutachtens durch die deutſchnationale
Reichs=
tagsfraktion dieſe entſprechende Vertretung in der
Reichsregie=
rung finden werde.
Die erreichbaren Mitglieder des Vorſtandes waren einmütig
der Meinung, daß ihre Stellungnahme ſich nicht geändert habe,
und daß demnach bei Annahme des Londoner Abkommens die
deutſchnationale Reichstagsfraktion im Reichskabinett
entſpre=
chend vertreten ſein wird. Gegenüber weiteren deutſchnationalen
Wünſchen iſt eine ſchriftliche Beſtätigung, welche ſich ausſchließlich
auf obige Feſtſtellungen beſchränkte, von dem
Verhandlungs=
führer Guerard erteilt worden. Irgendwelche Verhandlungen
über Perſonalfragen haben nicht ſtattgefunden. Eine am
29. Auguſt eingegangene deutſchnationale Anfrage wegen eines
Kabinettswechſels wurde ſofort abgelehnt.
Einſchränkung der Kundgebungen in Thüringen.
Weimar, 30. Aug. Die thüringiſche Regierung hat eine
Anweiſung an die Städtiſchen Polizeidirektoren herausgegeben,
wonach die Beſtimmungen des zivilen Ausnahmezuſtandes
ſchär=
fer als bisher zu handhaben ſind. Da durch die zahlreichen
poli=
tiſchen Kundgebungen in der letzten Zeit eine Verſchärfung der
politiſchen Gegenſätze in Thüringen eingetreten iſt, werden
künf=
tig nur völlig unpolitiſche Veranſtaltungen unter freiem Himmel
erlaubt werden. Die Notwendigkeit dieſer Anweiſung ergibt ſich,
daraus, daß ſeit Mitte Maiin Thüringen etwa 12000
Kundgebungen unter freiem Himmel ſtattgefunden haben,
die die Landespolizei über Gebühr in Anſpruch genommen haben,
zumal dieſe jetzt zum Ernteſchutz benötigt wird. Ferner hat die
thüringiſche Regierung beſchloſſen, künftig die thüringiſchen
Staatstheater für Veranſtaltungen politiſchen Charakters nicht
mehr zur Verfügung zu ſtellen.
rüng)) =inmal war das Schulweſen der Kirche unterſtellt, und
de eE liſchen Schulbehörden handelten nach einheitlichen
Stüng ai, wie andererſeits in ihrem Sinne auch die
katholi=
en — ktenkollegen. Dann aber lagen jene Erziehungsrefor=
Wer —) gen in der Luft, die in dem edlen, frommen
Menſchen=
eühde: Erzieher Comenius ihren beſten Vertreter
gefun=
den
Thüringer Ordnungen zum Beiſpiel und ſolche der
den Gebiete verraten ſofort die Begeiſterung für die=
und ſeine Pläne, — andere Staaten und Städte
wie=
ihn zwar nicht gelten wegen ſeiner „verdächtigen Ge=
er ſollte eine Union der Lutheraner und Reformier=
Uhren —, aber auch ſie konnten ſich der Einwirkung
Ltzichungsrichtung nicht dauernd entziehen und
führ=
enfalls durch. Die Unterrichtsmethoden wer=
den nun verbeſſert, es wird auf einen ſtufenweiſen Aufbau von
unten her geſehen, der Sprachunterricht lehnt ſich an die
Mutter=
ſprache an, größte Anſchaulichkeit, angenehmerer, lebensvoller
Unterricht, — schola ludus, „die Schule ein Spiel” wird nach
Comenius die Loſung. In Erfurt zum Beiſpiel wird
ausdrück=
lich betont, daß neuzeitliche Unterrichtsmethoden angewendet
werden ſollen, daß beſonders der übermäßige Gedächtnisſtoff
zurücktreten ſoll gegen ſelbſtändige Berichte der Schüler und
klare, verſtändige Wiedererzählung des vom Lehrer
allgemein=
verſtändlich Gebotenen. Halbjährliche Examen ſorgen für die
Einhaltung des Ziels, abgehende Schüler haben ſich einer
Prü=
fung zu unterziehen und erhalten hierauf einen Ausweis: das
Abſchlußexamen der Gymnaſien berechtigt zum
Univerſitäts=
ſtudium.
Wenig Verſtändnis iſt damals für die Leibesübungen
vor=
handen, die heute im Schulunterricht weſentlich geworden ſind,
damals aber noch ganz ausgeſchloſſen blieben. Ja, man hielt
überängſtlich ſogar das Baden im Fluß für ungeſund und verbot
im Winter das Gleiten auf dem Eiſe.
Dagegen erſcheint wieder im Vergleich zu unſerer Zeit die
Muſikpflege an den Schulen ganz erſtaunlich gut und gründlich.
Man hielt die Beſchäftigung mit der Kunſt für vorzüglich
geeig=
net, die wilden Gemüter zu bändigen und veredelnd zu wirken.
Tägliche Muſikſtunden ſorgten für gediegene muſikaliſche
Aus=
bildung, Privatunterricht für die Begabten ſchloß ſich an.
Muſi=
kaliſche Begabung erleichtert für die Begabten den Bildungsgang.
So werden zum Beiſpiel im Stuttgarter Pädagogium
Schüler, die in der Muſik keine Fortſchritte gemacht haben, nicht
zum Examen zugelaſſen. Großer Wert wird darauf gelegt, die
Anfänger in den Unterklaſſen gut in die muſikaliſchen Elemente
einzuführen, mit Noten, Pauſen, Schlüſſeln, Taktarten ſollen ſie
früh vertraut ſein, mit Hilfe der Solmiſation ſollen ſie im
Sin=
gen ohne jegliche inſtrumentale Stütze ſicher werden und jedes
ihnen zuvor unbekannte Stück vom Blatte weg „muſizieren”
kön=
nen. Die ſonntägliche Kirchenmuſik wird hier, wie überall, vom
Schulchor beſorgt, und nach dem Verzeichnis der alten
Muſika=
lien ſind die Anforderungen, die da geſtellt wurden, erheblich
groß. Beſonders begabte Schüler erhalten beim Kapellmeiſter
oder guten Orcheſtermuſikern Inſtrumentalunterricht und
erlern=
ten dazu „die Wiſſenſchaft der Kompoſition”.
Und dieſe Stuttgarter Einrichtungen wiederholen ſich in
allen Städten. So galt das Gymnasium Ernestinum in
Dur=
lach als eine förmliche Muſikbildungsanſtalt, das reiche
Frank=
furt a. M. hatte gar vier Kantoren, die ſich in den Schul= und
England und der Dawespian.
Die Rückwirkungen auf die Kohlenausfuhr.
London, 30. Aug. (Wolff.) Der Präſident der
Arbeit=
gebeivereinigung des Bergbaues, von Großbritannien, Evan
Williams, ſagte geſtern in einem Interview über den
Dawes=
plan und ſeine mögliche Rückwirkung auf die britiſche
Kohlen=
ausfuhr, die Lage der britiſchen Kohleninduſtrie ſei ſehr ernſt
angeſichts der ſteigenden Konkurrenz des Auslandes, den hohen
inländiſchen Produktionskoſten, der kurzen Arbeitszeit und der
Notwendigkeit, einen unwirtſchaftlichen Mindeſtlohn zu zahlen.
Dieſe Urſachen hätten Englands Konkurrenzfähigkeit weſentlich
beeinträchtigt und würden es zukünftig viel ſchwieriger machen,
ſich gegenüber Deutſchland zu behaupten. Dieſe Lage ſei nicht
durch den Dawesplan hervorgerufen. Sie geſtalte ſich vielmehr
ſeit Monaten ſchon immer ſchwieriger, ſeitdem die künſtliche
Blüte, welche durch die Beſetzung der Ruhr eingetreten ſei,
auf=
hörte. Die Arbeitgeber hätten im vorigen Winter die Bergleute
darauf hingewieſen, daß ihre Forderungen bei der zunehmenden
Konkurrenz die Kohleninduſtrie erdrücken würden. Daß dieſe
Warnungen richtig waren, zeigt die Verminderung der Ausfuhr
um 10 Millionen Tonnen während der erſten ſieben Monate des
Jahres, ſowie die darauffolgende Schließung zahlreicher Gruben
im ganzen Lande und die Einſchränkung der Arbeitszeit in den
Exportbezirken. Noch ſchlimmer würde die Lage ſein, wenn die
Kohleninduſtrie verſtaatlicht wäre. Der Präſident fügte hinzu,
die Arbeitgeber ſeien nicht zur Erörterung des Dawesplanes
zuſammengetreten, und es ſei auch nicht wahrſcheinlich, daß ſie
ſich dem Bergarbeiterverband bei der Abſendung einer
Abord=
nung zum Miniſterpräſidenten anſchließen würden. Es ſei etwas
verſpätet, auf den Dawesplan zurückzukommen, nachdem er eine
rein politiſche Angelegenheit wurde.
Der ehemalige Miniſter im Kabinett Lloyd George, Alfred.
Mond, erklärte in einem Interview mit dem politiſchen
Be=
richterſtatter der „Weſtminſter Gazette”, er könne ſich der
An=
ſicht nicht anſchließen, daß die Annahme des Dawesberichts eine
große Verſchlechterung in der Lage des britiſchen Handels mit
ſich bringen werde. Die Erfahrungen aus der Zeit vor dem
Kriege hätten gezeigt, daß die Wohlfahrt Deutſchlands dem
bri=
tiſchen Handel durchaus nicht nachteilig war, ſondern ihm
Vor=
teile brachte. „Deutſchland bezahlte Frankreich ſchon ſeit
Jah=
ren in Reparationskohlen. Dies bedeutete ſchon einen Nachteil
für die britiſche Kohlenausfuhr, aber die engliſche Regierung
kann die franzöſiſche nicht hindern, ſich auf jede mögliche Art
be=
zahlt zu machen. Die Möglichkeit einer Kombination des
lothringiſchen Erzes mit der Ruhrkohle verurſachte eine
ziem=
liche Beſtürzung; aber vor dem Kriege war Lothringen ein Teil
Deutſchlands; die jetzt befürchtete Kombination beſtand alſo
tat=
ſächlich ſchon. Man kann keine Reparationen von Deutſchland
erhalten, ohne daß es Waren ausführt. Noch keine Regierung
erklärte, daß ſie bereit ſei, auf Reparationen zu verzichten.”
Was die Frage des franzöſiſch=deutſchen Handelsvertrages
betreffe, ſo könne auch England einen Handelsvertrag mit
Deutſchland abſchließen. Es werde Aufgabe der Regierung
ſein, England die Meiſtbegünſtigung zu ſichern. Es handele ſich
jetzt darum, daß in ganz Zentraleuropa die wirtſchaftlichen
Grenzen nicht mit den politiſchen übereinſtimmten; um den
Han=
del wieder herzuſtellen, müßten die wirtſchaftlichen Einheiten
wieder hergeſtellt werden.
Mond ſchloß: Was den engliſchen Handel anbetreffe, ſo ſei
die Geſchmeidigkeit und Anpaſſungsfähigkeit Englands auf
indu=
ſtriellem und kommerziellem Gebiet weit größer als allgemein
angenommen zu werden ſcheine.
Der Feldzug gegen die Reparationsanleihe.
London, 30. Aug. Der „Mancheſter Guardian” ſchreibt
in ſeinem Leitartikel, ein Teil der Londoner Preſſe führe einen
Feldzug gegen die Zeichnung der
Reparations=
anleihe in England. Es handele ſich um die gleichen
Blät=
ter, die am lauteſten verlangten, Deutſchland ſolle bis zum
letz=
ten Pfennig zahlen, und welche die Erwägungen hinter dieſen
Feldzug ſtecken, der unter der Loſung, Deutſchland muß zahlen,
den einzig möglichen Plan zur Sicherung der „Reparationen
zerſtöre. Es ſei nicht deutlich, ſei aber wichtig, ſich klar zu
machen, daß man, wenn durch dieſe Mittel die Anleihe
ſabo=
tiert werden ſollte, kein Recht haben würde, Deutſchland
dafür zur Verantwortung zu ziehen.
„Daily Telegraph” führt in einem Leitartikel aus, es ſei
falſch, anzunehmen, daß die einzige Rettung Englands auf dem
europäiſchen Kontinent mit ſeinen gut entwickelten und ſtark
konkurrierenden Induſtrien liege. England müſſe ſein
Augen=
merk auf die Ausgeſtaltung des Verkehrs mit den Ländern des
britiſchen Reiches lenken. Das konſervative Blatt greift die
Ar=
beiterregierung an, weil ſie durch die Preisgabe der
Reichsvor=
zugsbehandlung der engliſchen Induſtrie einen ſchweren Schlag
zufügte.
Kirchendienſt teilen, die Vorſchriften für den geſanglichen und
theoretiſchen Unterricht ſind äußerſt ſorgfältig, um die
Kirchen=
muſik auf einen ausgezeichneten Stand zu bringen. Im
benach=
barten Heſſen=Darmſtadt wirkt der vom Landgrafen aus Gotha
berufene W. C. Briegel durch Aufführungen und Herausgabe
geeigneter volkstümlicher Kompoſitionen auf die Schulchöre im
ganzen Lande, er ſucht die Kirchenmuſik auf einen ſo guten
Stand zu bringen bis in die kleinſten Dörfer hinein, wie er das
in Thüringen und Sachſen gefunden habe."
Durch die Teilnahme der Schüler an den gottesdienſtlichen
Muſikaufführungen wurde damals ein Doppeltes erreicht: die
Kinder wirkten bei den edelſten, beſten Kunſtwerken mit, die
Ge=
meinde aber hörte allſonntäglich gute Muſik neueſter
Kompo=
ſition und wurde ebenfalls „erzogen‟. Dieſer Weg der
Volks=
bildung iſt ja heute in fo allgemeinem, wirkungsvollen Maße
nicht mehr gangbar. Damals bildete die Kirche noch den
Mittel=
punkt im Leben der Bevölkerung, der Kirchenbeſuch war in allen
Ständen noch regelmäßig, wenn auch die Kirchenzucht nicht
über=
all ſo ſtreng war wie in Durlach, wo jeder, der ohne triftigen
Grund den Gottesdienſt verſäumte, an den Pranger geſtellt
wurde. Beſonders beliebte geiſtliche Kompoſitionen waren in
der Kirche wie bei Schulfeiern die bibliſchen Dialoge und kleinen
Oratorien, dramatiſch=bewegte Szenen auf Schriftworte: vom
verlorenen Sohn, vom reichen Mann und armen Lazarus, vom
Phariſäer und Zöllner u. a. m. Eine ähnliche Stelle wie dieſe
Muſikaufführungen nehmen im Jeſuitenkollegium die lateiniſchen
Theaterſtücke ein, die auch die gleichen Stoffe behandeln.
Beſon=
ders bei den Prüfungsfeiern nehmen ſolche Muſik= und
Theater=
aufführungen immer einen beträchtlichen Raum ein neben der
lateiniſchen Feſtrede. Heute ſucht man dieſe alte, verlorene
Ver=
bindung zwiſchen Schule, Kirche und Volk auf andere Weiſe zu
erſetzen. Kameradſchaftliche Stellung der Schüler zu den
Leh=
rern, Wanderungen, Aufführungen, Elternabende, Schul= und
Elternchöre und andere Veranſtaltungen ſollen dazu dienen.
Eine ſpätere Zeit wird erweiſen, wieweit es uns gelungen iſt,
eine Zuſammenfaſſung der Kräſte zu ſinden, die zu neuer,
frucht=
bringender Erziehungsarbeit den Boden ſchafft.
Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
Von dem ſoeben mit dem Eichendorff=Preis
ausgezeich=
neten Dichter Max Herrmann=Neiße, erſcheint jetzt im
Verlag „Die Schmiede” Berlin, ſein neueſter Gedichtband „Im
Stern des Schmerzes”
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 31. Anguſt 1924
Rummer 3
oſen
man
Wekl
Ang
Moskauer Zwiſchenfälle.
Von
Georges Popoff.
Noch iſt der deutſch=ruſſiſche Zwiſchenfall in aller
Erinne=
rung, da bringt der Telegraph bereits eine neue Meldung von
einem engliſch=ruſſiſchen „accident” der ſich diesmal in Moskau
ereignet hat: Der dortige engliſche Geſchäftsträger Hodgſon teilt
mit, daß er und ſeine Kollegen in letzter Zeit von der Moskauer
Geheimpolizei, der Tſcheka, aufmerkſamer als bisher bewacht und
geradezu beläſtigt worden ſind. Ihre Telephonverbindungen
würden ſtets unterbrochen und ihre Privatkorreſpondenz
ge=
öffnet. Alle Beſucher der britiſchen Miſſion werden beſpitzelt
und zum Teil nach Verlaſſen der Geſandtſchaft über den Zweck
ihres Beſuches ausgefragt. Hodgſon habe vor einiger Zeit bei
Rakowski proteſtiert. Dieſer habe verſprochen, eine Unterſuchung
vorzunehmen. Aber die Sachlage habe ſich nicht im geringſten
gebeſſert. Und ſo weiter ..
Der berühmte deutſch=ruſſiſche Zwiſchenfall hatte bewieſen,
daß bei den im Auslande beſtehenden Moskauer
Handelsver=
tretungen recht ſonderbare, „aſiatiſche‟ Zuſtände zu herrſchen
ſchienen, was man eigentlich ſtets geahnt hatte. Ebenſo dürfte
es ſelbſt dem „unpolitiſchen” Leſer nicht unbekannt ſein, daß
ähnliche Zuſtände in den Beziehungen der Sowjetmacht zu den
ausländiſchen Vertretungen in Moskau beſtünden. Doch was
man noch nicht überall weiß, das ſind die Details, iſt die
Tat=
ſache, daß ſich die Sachlage nicht im geringſten gebeſſert hat und
auch keine Ausſichten einer Beſſerung zu beſtehen ſcheinen.
Es muß ſchon ſehr ſchlimm geworden ſein, daß Mr. Hodgſon
trotz der ſoeben erfolgten Unterzeichnung des engliſch=ruſſiſchen
Vertrages ſich genötigt ſah, einen formellen Proteſt zu erheben.
Denn nicht erſt in den letzten Wochen, ſondern bereits ſeit
Jah=
ren wird er und die britiſche Miſſion in Moskau von der Tſcheka
„beläſtigt”. Hierüber erſchien am 11. Juni vorigen Jahres in
der „Times” ein überaus intereſſanter und ausführlicher Bericht,
aus dem man entnehmen konnte, daß der britiſche Vertreter in
Moskau ſeit Jahr und Tag unter der Zudringlichkeit der Tſcheka
zu leiden hat.
ten der Tſcheka bewacht. Zu dieſem Zweck haben ſie das der der Tſcheka Dienſte zu erweiſen, d. h. als deren Spione ihre aus=
Miſſion gegenüberliegende Haus mit Beſchlag belegt und ſich
dort ein= für allemal feſtgeſetzt. Zum Ueberfluß haben ſich in
der nächſten Umgebung des Miſſionsgebäudes allerhand Aepfel=,
Zigaretten= und Schnürſenkel=Händler aufgeſtellt, die von
Leu=
der Tſcheka identifiziert worden ſind. Außerdem wimmeln
ſtän=
dig zahlreiche „unmaskierte” Tſchekiſten in der Nähe des Ge= nicht alle haben hierzu den Mut, wider Willen dienen ſie der
ſandtſchaftsgebäudes umher, die man ſofort als ſolche erkennt.
Doch ſind manche von ihnen recht gewandt, wenn es gilt, un= ſich ſcheu herum, wagen nicht mehr, ihren ehemaligen Freunden
nützes Auffehen zu vermeiden. Einer ihrer beliebteſten Kniffe
beſteht darin, daß ſie auf Augenblicke in irgend einem Hofe
ver=
ſchwinden, dort ihre Kopfbedeckung wechſeln und dann wieder
als „neue Menſchen” zum Vorſchein kommen. Ein Filzhut,
gegen eine Pelzmütze vertauſcht kann oft den aufmerkſamſten
Beobachter täuſchen, und es beſteht kein Zweifel, daß manche
Agenten der Tſcheka ſtets nicht weniger als ein halbes Dutzend
Mützen und Hüte mit ſich führen.
Bittſteller, auch ins Innere der Miſſion ein. Im ſelben „Times”=
Bericht wird erwähnt, daß die Mitglieder der britiſchen Miſſion
nicht ſelten beim Oeffnen der Türen auf völlig fremde Indivi=
dien ſtoßen, welche direkt am Schlüſſelloch lauern und lauſchen.
Zur gleichen Zeit verſucht die Tſcheka mit allen möglichen
Mit=
teln, die niedrigeren Angeſtellten der diplomatiſchen
Vertretun=
gen, wie Diener, Chauffeure, Zimmermädchen, Köche,
Lauf=
burſchen uſw., zu kaufen und ſich dienſtbar zu machen. Leider
gelingt ihr das hin und wieder, wodurch ſich die kaum
glaub=
haften Tatſachen erklären, daß aus verſchiedenen ausländiſchen
Miſſionen oft wichtige Dokumente verſchwinden und es
beiſpiels=
weiſe der Tſcheka gelungen iſt, ſelbſt Einblick in Mr. Hodgſons
Tagebuch zu erhalten. (!)
Wodurch erklärt ſich dieſes merkwürdige, alle Grenzen der
internationalen Gepflogenheiten übertretende Intereſſe der
bol=
ſchewiſtiſchen Geheimpolizei für die Vorgänge im Innern der
ausländiſchen Vertretungen? Es iſt außer Zweifel ſeit ſieben
Jahren ein und derſelbe Grund: Die Tſcheka iſt von einem
krankhaften Mißtrauen allem Ausländiſchen gegenüber erfüllt
und feſt davon überzeugt, daß in jedem ausländiſchen
Geſandt=
ſchaftsgebäude grandioſe konterrevolutionäre Verſchwörungen
geſponnen werden. Es iſt krankhaft. Es iſt aber auch
begreif=
lich: Die Tſcheka iſt in Rußland allmächtig, ſie wacht über allem,
ſie kennt die Seele eines jeden ruſſiſchen Bürgers „wie ihre
Hoſentaſche”, ſie dringt überall ein, ſie kann alles. . . Nur in die
Gebäude einiger „diplomatiſcher Vertretungen” ſoll ſie nicht
ein=
dringen dürfen? Das muß ſie irretieren, muß ihrem
Begriffs=
vermögen unfaßlich ſein, und ſie verſucht, „nun erſt gerade”
dort=
hin einzudringen, wohin man ihr den Eintritt verweigert.
Alles, was ſich auf die Zuſtände in und um der britiſchen
Miſſion bezieht, trifft natürlich im ſelben Maße auch auf jede
andere, und beiſpielsweiſe auch auf die deutſche Vertretung in
Moskau zu. Ueber die dort herrſchenden Zuſtände konnte ich
mich in Anbetracht der Tatſache, daß ich dort mehrere Monate
gewohnt hatte, durch perſönlichen Augenſchein informieren. Eine
beſondere Gefahr ſind die verſchiedenen ehemaligen deutſchen
Kriegsgefangenen, die, in Rußland zu Kommuniſten geworden,
nun das Vertrauen, welches man ihnen eventuell in der
deut=
ſchen Botſchaft entgegenbringen könnte, im Intereſſe ihres
zwei=
ten Vaterlandes — der Tſcheka — mißbrauchen.
Zu direkt dramatiſchen Verwicklungen kommt es, wenn die
Tſcheka ſich an die ruſſiſchen Beſucher der ausländiſchen
Diplo=
maten heranmacht. Sie fängt dieſe Unglücklichen ab, ſperrt ſie
Der Eingang zur britiſchen Miſſion wird ſtändig von Agen= ins Gefängnis, mracht ſie „mürbe” und verlangt dann von ihnen,
ländiſchen Freunde auszuforſchen, ihnen wichtige Dokumente zu
entwenden uſw. Es iſt vorgekommen, daß manche dieſer
Unglück=
lichen nach ihrer Haftentlaſſung ſofort von der Lubjanka zu
ihren ausländiſchen Freunden geeilt ſind und unter Tränen
ge=
ten, welche in der „Lubjanka” verkehrten, ſämtlich als Angeſtellte, ſtanden haben, welche Schändlichkeiten man von ihnen fordert,
und was ſie, unter dem Zwang, verſprochen hätten. . . Doch
Tſcheka, ſchämen ſich ihrer neuen zweideutigen Stellung, drücken
offen ins Geſicht zu ſehen, und ſind für ihr Leben ſeeliſch
gebro=
chene Menſchen.
Aus dieſer Situation erwachſen die zahlreichen „
Mißver=
ſtändniſſe”, welche ſich hin und wieder zwiſchen den
Sowjet=
behörden und den ausländiſchen Vertretungen abſpielen. Der
Deutſche nennt dieſe Zuſammenſtöße „Zwiſchenfälle”, der
Eng=
länder „aceidents” der Ruſſe „Inzidenty‟. Es iſt immer ein
und dasſelbe: die Lage der Ausländer in Rußland iſt unnormal,
Oft dringen dieſe Agenten, als harmloſe Beſucher, oder weil die Lage der Sowjetmacht inmitten einer bürgerlichen Welt
an und für ſich eine Anomalie iſt, wie das Zuſammenleben unternimmt. Der unbekannte Abſender droht in ſeine
zweier Weſen in einem Käfig, von denen das eine das andere
am liebſten mit Haut und Haaren verſchlingen möchte, eine
ſoziologiſche Anomalie iſt und ſtets bleiben wird. un
„Zwiſchenfälle”, die „accidents”, die „Inzidenty” ſini
anderes als vorläufige Geplänkel, welche unweigerlie
Tages zum Entſcheidungskampf führen müſſen, der nur
Triumph der einen und mit der Vernichtung der anderer
wird enden können.
Ruſſiſche Kriegsgelüſte?
Kopenhagen, 30. Aug. Aus London wird de
ſchen Regierungsblatt „Socialdemokraten” geſchrieben, d
jet=Generalſtab in Moskau beginnt mit dem Säbel zu
Man betrachtet den Zeitpunkt für eine militäriſche Ab
mit Polen als überaus günſtig. In Rußland würde eine
erklärung an Polen und Rumänien mit einem Schlag al
teihaß auslöſchen. Selbſt die Weißgardiſten würden
beiden Länder in den Krieg ziehen, die nach dem Weltkr
land ſo viel Land raubten. Wie die Verhältniſſe ſich
haben, muß man der Zukunft voll Beſorgnis entgegenſ
Eine diplomatiſche Intervention bei
chineſiſchen Außenminiſter.
TU Paris, 30. Aug. Havas meldet aus Peking
Botſchafter Frankreichs, Englands, Amerikas und Japg
gemeinſamen Schritt beim chineſiſchen Außenminiſter u
men haben. Sie geben im Namen ihrer Regierungen
goriſche Erklärung ab, daß die chineſiſche Regierung
Schäden, die den Untertanen der vier Mächte im Falle
geriſchen Zuſammenſtößen zwiſchen den
Militärgou/ſ=
von Tſe=Kiang und Kwang=Tſu erwachſen, aufzukomy
Die amerikaniſche Flotte im Oſiei
Waſhington, 30. Aug. (Europapreß.) Das
departement teilt mit, daß gegenwärtig in der Nähe vor
hai ſich ein amerikaniſches Kanonenboot und ein Zer
befinden. In der Nähe von Canton, das ebenfalls
Kriegszone liege, befinde ſich das Kanonenboot „Aſhn
den bſtaſiatiſchen Gewäſſern befinden ſich folgende St
7 Kanonenboote, ein Geſchwader im chineſiſchen Meer,
aus 14 Zerſtörerbooten unter dem Befehl des Admir
ſont. Dieſer letztere führt den Oberbefehl über alle c
ſchen Marineſtreitkräfte im äußerſten Oſten, und iſt e
nötigenfalls Anordnungen über die Verwendung der (
treffen, ohne die Zuſtimmung der amerikaniſchen Regie
zuholen.
Ankündigung eines Bombenanſchlag
das Palais Bourbon.
Paris, 30. Aug. Der Kammerpräſident Pain!
dem „Petit Pariſien” zufolge, geſtern abend in ſeiner
Brief vor, der von einem gewiſſen Möller aus Metz
war. Der Abſender teilt darin mit, er ſei feſt entſchloſſ
nächſten Tagen in das Palais Bourbon eine Bombe
dern als Zeichen des Proteſtes gegen die in Elſaß=L
befolgte Politik. Painlevé hat dieſen Brief ſelbſtverſte
fort der Polizei übergeben, die die nötigen Nachft
an, daß er insebſondere es auf das Leben einer Reihe
geordneten der Linken abgeſehen habe.
e
Freudigen Herzens
zeigen die Geburt einer
geſunden Tochter an
Jacob Stern und Frau
Sophie, geb. Oppenheimer
Hannover, 28. Aug. 1924
Hohenzollernſtr. 14
(*24974
Wilma Biek
Otto Ruths
Verlobte
Darmſtadt, 31. Auguſt 1924
Heidelbergerſtr. 17 Barckhausſtr. 57
(*25039
hre am Sonntag, den 31. Auguſt,
Inachmittags 2 Uhr, in der
Martins=
kirche ſtattfindende Trauung zeigen
hiermit an
Eliſabeth Hallſtein
Karl Philippi
Darmſtadt, den 30. Auguſt 1924
Liebfrauenſtr. 41
(*24
Statt Karten.
Am 27. Auguſt verſchied mach
kurzem Krankenlager unſer lieber
Vater, Schwiegervater, Großvater,
Urgroßvater, Schwager und Onkel
Sattlermeiſter
im Alter von 79 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Aug. Kahmann.
Die Beerdigung fand in aller
Stille ſtatt. (10963
Todes=Anzeige.
Gottes Wille war es, unſer
liebes und unvergeßliches Kind
und Brüderchen
Günther
nach kurzer, ſchwerer Krankheit
im Alter von 2½ Jahren zu ſich
zu nehmen.
Darmſtadt, den 29. Aug. 1924.
Inſelſtraße 19.
(*24990
Familie
Jacob Flickinger.
auf Teilzahlung geg.
kl. Raten (*24817goi
Roßdörferſtr. 75, I.
Wer fertigt
Entwürfe für
mo=
dernen Haarſchmuck
für eine größ,
Kamm=
fabrik an? (10930
Gefl. Angebote u.
N 53 Geſchäftsſt.
Dankſagung.
Pilhelm Ganß
Da es uns nicht möglich
iſt, jedem einzelnen, wie wir es
ſo gerne möchten, unſeren Dank
für die überaus herzliche
Teil=
nahme und die herrlichen
Blu=
menſpenden auszuſprechen, bitten
wir unſern innigſten Dank auf
dieſem Wege entgegennehmen
zu wollen.
Familie Theodor Hehl
Dr. Wellmer.
Am 27. Auguſt ſtarb plötzlich
unſer Kamerad
Oblt. a. D.
Fritz v. Hahn.
Die Beerdigung findet am
Mon=
tag, den 1. Sept., 11 Uhr vorm.,
auf dem alten Friedhof ſtatt.
Die Kameraden werden um
Be=
teiligung gebeten. (*25026
Offizier= und Regimentsverein
des ehem. Großh. Artilleriekorps.
Dankſagung.
Für alle Liebe und
Aufmerkſam=
keiten, die während der Krankheit
und dem Heimgange unſres lieben
Herrn
Frl. nimmt n. Kunden
an in Neuaufertigen,
Ausbeſſern, Umänd.
v. Wäſche u. Kleidern,
Bubenhoſen,
Kinder=
mänteln, (*25 75
Näheres Bauer.
Hiesſtr. 34, II., I.
Dankſagung.
Herzlichen, aufrichtigen Danr
ſagen wir hiermit Allen, die
wäh=
rend der Krankheit und beim Tode H
unſeres lieben Vaters, das ſchwere
Leid mit uns getragen und uns
ihre Teilnahme bewieſen haben.
Wir danken beſonders den
Schwe=
ſtern der göttlichen Vorſehung für
die liebevolle Pflege am
Kranken=
bette, dem Herrn Bürgermeiſter
Brücher, unſerer Arbeiterſchaft, dem
Deutſchen Turnverein 1863 und dem
Männerquartett Harmonie/ für die
ehrenden Nachrufe am Grabe ſowie
all denen, die ihre Liebe und
Ver=
ehrung durch Blumen= und
Wachs=
ſpenden uns kundgegeben haben.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Theodor Michell.
Groß=Zimmern, 30. Aug. 1924.
10943
Hämorrhoiden
Vollſt. ſchmerzl.
Dauer=
beſeit, ohne Berufsſt.
Gratisausk. d. Rud.
Rinue, Diepholz 60.
(I. Bln. 10937)
Seettettcé
Ich halte meine
Sprechſtunde
wieder täglich von
3—4 Uhr ab.
Generalarzt a. D.
Dr. Eichel
Saalbauſtr 67 110000gm
Lessebsssess
Von der
Reise zurück
Schmidt
Saalbaustr. 60 ( fgm
Kaufmann
ihm und uns in ſoüberaus reichem
Maße erwieſen wurden, insbeſondere
ſür die troſtreichen Worte des Herrn
Pfairer Briegleb und für die
ehren=
den Nachrufe des Herrn Heimer
namens der Freiwilligen San
täts=
kolonne, des Herrn Hax namens
ſeiner Altersgenoſſen und des Hrn.
Rapp namens des Einzelhandels,
ſagen innigen Dank
(10913
Im Namen der
trauernden Hinterbliebenen:
10e7 AK Frau Eliſe Ganß, geb. Koob.
Groß=Umſtadt, im Auguſt 1924.
Dankſagung.
Für die aufrichtige Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſeres lieben
Onkels
Herrn
Heintich Stroh
Bahnwärter i. R.
ſagen wir allen Anteilnehmenden,
den Abordnungen der Eiſenbahn=
Beamten=Vereine für ihre ſchönen
Kranzſpenden, beſonders Hrn.
Pfarr=
aſſiſtenten Reinhardt für ſeine
wohl=
tuende Rede herzl. Dank. (*25045
Die trauernden Verwandten.
m. Sitztruhe, z.
kau=
fen geſucht. Angeb.
nebſt Preisang unt.
N64 a. d. Geſchäfts=
25073
ſtelle.
Handkarren
oder mittelgr. Hand=
Leiterwagen,guterh.,
zulaufen geſ. Ang u.
N54 Geſchſt /725011
:Toog, 30. Aug 1924
aſſerhöhe . 3,86 m
ſtwärme 142
ſerwärme vor
Uhr 16‟ C.
Zu verk. 1 Unter=
Stia=Zähler, 10 Amp.,
110 Volt bis 120 K.
W.=St. Arheil
ſtraße 18, I.
futerh).
Bettſteile,n. Stroßſ
tr. 15 ℳ4 (*25033
Schuknechtſtr. 58, I.
Gut erh. Babykorb
mit Vorhang u.
Ma=
tratze z. verk. (*24975
Mathildenſtr. 34, pt.
2 bis 3 gute
Dauerbrandöfen
zu kauf. gef. (*24991
Angeb. unt. N 43
in die Geſchäftsſtelle.
Kleiderſchrant
gut erhalt., zu kauf.
geſucht. Angeb. mit
Preisangabe u. N 41
beſchſt.
4966
Damenrad.
gut erhalt., zu kauf.
geſucht. Ang.b. mit
Preisangabe u. N 40
a. d. Geſchſt. (*24965
Br. Umblutigs Mahnan
Mein ob seiner Grobheit berühmter Kollege Dr. Heil
hemalige baurische Zentrumsfülurer, der allerdings auch nicht.
lr ieken Stirbt, sondern der populäre Berliner 4ral zuse euml”
ößeren Damengesellschaft: „lch bin überzeugt, meiſte P4
eine fon Ihnen einen rud breehen könnte, ahne zieh 10 0ü4
müssen.: Das war vor 100 Jalren. Bis vor etn4 204 .
(niätsrat Dr. mech. Campes Kukzirol- Fudbadk zuftauchte, halt
e Fußpllege last keinerlei Fortschritte gemacht, Mlteht
finftigere Behandlung der Zähne, mit denen man früher ebeillt.
instände machte, immerhin schon vor einigen Jahrzehlltet
at. Man weiß jetzt, daß der menschliche Organismus nieht
Re Lungen, sondern auch durch die Haut atmet.
Wenn nun ein so nervenreiches Organ, wie der Fuß. *el
eine enge lederne Kapsel gepaßt und mit einem Dunste 104
übelriechenden Schmeiße umgeben ist, 80 isr das Zelbsluet”s
Gesundheit sehr schädlich, ganz abgesehen davon, d38 dei 2
Strämpfe und das Schuhwerk zerfrißt und Wundlaufen und Br
Füße verursscht.
Es ist eine Tatsache, da6 Leute, die unangenehm flecheh!
dem Munde oder aus den Sehuhen, das selbsf nicht bemehlet
Andere bemerten es natütlieh, aber neil niemand deh
sagen mill: „Lieber Freund. Du rlechst übel” 80 erſthſt er
selbst menn es so args ist, 4a9 ein Zimmer, in dem er 2ich
kurzer Zeit „durchduftet: ist.
Und es sind, genau wie vor 100 Jahren, nicht nuf die Kr
der unteren Stände, die sich schämen müßten, wendl Sie 4
genötigt wären, dem Arzt die bloßen Füße zu zeigen.
Bessere Eußpftege tut dringend not und Qazu f
Dr. med Campe’s Kukirol-Eußbad da. Nicht seine Nachahmt.
Nachahmuugen sind meistens Schund, sondern das echte, I.
kannten Schutzmarke klahnenkopf mit Euß”.
Das echte Kukirol-Eußbad enthält als wirksamsten Besl”
rod-Ft. dessen Herstellungsverfahren durch deutsches K
geschützt ist.
Alle Versuche von Nachahmern, ein dem Kuklrol Fußbad
annähernd gleichwertiges Präparat herauszubriugen, veilte!
zukunft s heitern.
Füße, die regelmäßig mit Kukirol-Fußbad behandelt weide"
zuch weniger, denn es kräftigt Nerien und Sehnen. Wel dis
0 außerordentlich wichtig ist und weil die Mehtheit eist 10
es Kukirol=Futzbades Aufch einen Versuch überzeugt weite!
tie Kukirol-Fabrik neben den bisherigen Doppelpackungen et
ackung herausgebracht, die
nun 30 Pfennig koster
ind jetzt in allen Apotheken und wirklichen Fachdrogehlelt
Versuchen Sie es soſortl. Sie werden überrascht seiſ, 7
gegenüber einem Seilenfußbade wirkt, wie wohl die
fingen und wie kräftig und elastiseh Sie Fudmülsche bes‟
enen Sie sich bisher nie zerschlagen fühlten. Die 30 Pfenl
je bestimmt nicht reuen.
Fragen Sie Ihren Arzt, er wird Innen das alles be81
Verlangen Sie auch von uns die sehr wichtige Beoschüte 1
uGpfleges. Wir senden Innen diese kostealos und potzolle
de Verbindlichkeit für Sie.
Auberdem erteilt unsere, unter der Leitung eines 2
1raies Stehende Missenschaftliche Abtelung kostenlos Ref 1c
ber alle Fragen, die sich auf Fußpflege und Eid:
eiden beziehen.
Der Kukirol-Walzerist im Verlage Ernst Hugo Becr-"
Karmen, erschienen und in allen Musikallen-Handlugged
rhältlich. Außerdem ist jede Kapelle in der 1age
en Kuktrol=Walzer zu spielen. Bitten Sie deu Kapelle
eister in dem 1.okal, das Sie mit Ihrem Besuch beehieh
en Kukirol-Walzer zu spielen.
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zäiral-Fahrik Hart Krisp, Groaß Salt2
Drahtanschrift: Kukirolfabrik Großsalee
Fernrufe: Schönebeck (Elbe/ 436 894, 0ed
nmer 242.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 31. Auguſt 1924.
Seite 5.
ſus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 31. Auguſt.
*Ernte.
Von Reinhold Braun.
Eiſenbahnzuge aus ſah ich auf die ſteigenden Waſſer. Das
gan== and glich einem Netz von trüben Seen. Dort ragte noch ein
Fah=”, wie eine Brücke auf, daneben, durch rinnende Waſſer von ihm
lgetro, ei Feld mit Garben. Menſchen darauf, in ängſtlicher Haſt
u Garh m Garbe auf den Fahrweg durch das Waſſer tragend, um das
n biſſe” nte noch zu bergen und auf dem wartenden Wagen
heimzu=
ſehrn
ser brauſte der Zug. Dasſelbe Bild: Waſſer! Waſſer! Die
Gar1 der Felder ſchwammen darauf umher, dazwiſchen Bretter,
Fürs zeräte aller Art, tote Tiere. Es war ein ſchmerzvoller Anblick.
e!
e Interbenlit
s, etlichen Tagen fuhr ich die gleiche Strecke mit dem Zuge. Die
Aubehimſtſlt Wafm atten ſich verlaufen; Garben, wenn auch nicht in großer Fülle,
ſtanSr vieder in Reih und Glied, und Sonne, Sonne überm weiten
9anS luf einer Station hielt der Zug. Dreſcherſchlag klang vom
DorFf über: Takt des unverwüſtlichen Lebens!
ſichen 2
S as Ganze nicht ein Bild unſeres gegenwärtigen Seins?
S 'ſalswogen ſind über uns gekommen, Gut und Freude zer=
före r.
r dier M
D uns nicht, unſern Mut, unſere Tatkraft, unſern Glauben,
ſchen
unſem Iffnung! —
ertg
— herklang, Takt des unverwüſtlichen Lebens! Lied der Arbeit!
und allem noch Herzen, die von Dank und Troſt wiſſen!
e Floite in?) och Ernte! Trotz alles Schweren! Und was wir nicht mehr
ernte nnen, unſerer Kinder Ernte ſoll es ſein!
wärtka n d
Ment
er iſt das Wort „Ernte” in unſere Mitte gerückt!
Canton, 93
—r doch alle in deutſchen Landen wieder ehrfürchtig würden vor
us Lmoneluf n den, es birgt!
finden ſich fohn) ? Dr es doch wie ein Klang von Verſöhnung durch alle ginge,
er im chineſſtmn „Stad—/ 9 Land, Hand= und Kopfarbeiter, jung und alt!
dem Befell ge n. Ek eines der Lebenswörter unſeres Volkes! Es verknüpft uns
n Oberbefeſl zu g mit B Mutter Erde, mit allen, die ihre Handlanger in einem ganz
ußerſten Ofin m= edlen, 1 ne ſind, die ihr Leben in köſtlicher Unmittelbarkeit mit dem der
r die Ver
großes uttter leben! Es bringt uns dem Worte „Werk” nahe! Es lebt
neein S echten Sozialismus in ihm! Verantwortung leuchtet aus ihm
mit Er, heller Flamme, Gottverbundenheit in einem tiefen und
wei=
ten S atmet es.
E ebt ein Geheimnis um das Wort: Die große Unerforſchlichkeit
vom — den und Wachſen, von den ehernen Geſetzen des Alls, von dem
rätſel— n Kommen und Gehen alles Lebendigen, von Leben und Tod!
2 Wort iſt Mahnung und Verheißung, Hoffnung und Erfüllung,
Tat 1.* Ruhe, Menſchenwerk und Gnade einer ewig waltenden Macht.
Es iſ i tte und Dank, es iſt Friede und Freude!
müſſen uns wieder ganz hinfinden zu dem mütterlichen Wort,
gerad / rum, weil wir in vielen Teilen unſeres Volkes der deutſchen
Erde oachſen und entlaufen ſind! Unſer Heimweh zum Grunde
deutſe Heimat muß ſich an dem Worte wieder entzünden!
Sat und Ernte gehören zuſammen! Und damit Volkstum und
les, um das Wort ſchwingt Treue und Sitte!s
— ſieht, welche ſchickſalsvolle Verknüpfung für uns in dem Wort
jegt! iſer Leben hängt an ihm!
2 wir aus ihm das hohe Erkennen nehmen, das wir alle ſo
not=
gendä tben!
E1 Schaffen und Händefalten! Wenn wir beides wieder ganz
f erten und lernen, dann bleiben wir die herrlich Unverwüſtlichen!
— vmmerſpielzeit Bruno Harprecht. Mit dem heutigen
Lage ließt die diesjährige Sommerſpielzeit. In der
Abend=
vorſtes g um 8 Uhr gibt es noch ein letztes Mal „Im
wei=
ſßen 5!” mit Bruno Harprecht, Frieda Eichelsheim und
ſHans umeiſter. Um 104 Uhr beginnt dann die letzte
Vor=
ſſtell g, und zwar auf vielſeitigen Wunſch nochmals der
ſgrößt 1 acherfolg der Saiſon: „Die vertagte Nacht” mit
Brun; arprecht in der Hauptrolle. Wer noch einmal herzhaft
U lacher U, verſäume nicht dieſe beiden letzten Vorſtellungen.
— fiſches Landestheater. Zu Anton Bruckners 100.
Ge=
burttrg, werden vom Heſſiſchen Landestheater unter Mitwirkung
des — ters und des Muſikvereins Darmſtadt im Großen Haus am
9, 11—)5 15. September drei Konzerte veranſtaltet. Zur Aufführung
gelang! die 1., 7. und 8. Sinfonie, das Andante aus der nachgelaſſenen
Sinfo g die Meſſe in D=Moll und das Tedeum. Die muſikaliſche
Lei=
tung Michael Balling übernommen. Als Soliſten wirken die
PMitgri= des Landestheaters Gertrud Gercke, Anng Jacobs,
bans, d efflin und Heinrich Hölzlin mit. — Für die Mieter des
Lande aters beginnt der Vorverkauf am Freitag, den 5. Sept.,
von T. und 4—6 Uhr an der Tageskaſſe des Großen Hauſes. Die
Miett=4), für die drei Konzerte betragen 12, 10, 9, 7 und 5 Mk. Das
Chork rt am 15. September iſt zugleich das erſte
Vereins=
kons; des Muſikvereins. Die Mitglieder des Muſikvereins
habewt Vorkaufsrecht auf ihren Vereinsplatz für das erſte und
zweitst uckner=Konzert zu entſprechend ermäßigten Preiſen. Abholung
dieſer rten ebenfalls Freitag, den 5. Sept.
— ädtiſche Akademie für Tonkunſt. Mittwoch, den 3. Sept
be=
ginnes ieder die Vorträge des Herrn Dr. Bodo Wolf.
Viel=
ſeitige Zünſchen entſprechend, beginnen die Vorträge in Zukunft
abenS5 Uhr im Saale der Städt. Akademie. Aus Anlaß von
Bruck=
ners Geburtstag wird Dr. Wolf am 3. September über Bruckner
als S honiker ſprechen und dabei die Werke erläutern, die in den
Konz—” des Heſſ. Landestheaters aus Anlaß des Brucknerfeſtes am
un N. September zum Vortrag kommen. Im zweiten Vortrag, am
Mittw” den 10. Sept., wird Dr. Wolf die Meſſe Bruckners ſeinen
Beſtex agen zugrunde legen als Einführung in das Konzert des Heſſ.
Land ( aters und des Muſikvereins am 15. Sept. In dem 3. und 4.
Vort— am Mittwoch, den 17. und 24. Sept., ſpricht Dr. Wolf über
ds — te Buch Paul Bekkers: „Richard Wagner. Das Leben im
WVerE— id gibt damit allen denjenigen Gelegenheit, ſich mit der
inter=
eſſantt öchrift Bekkers vertraut zu machen, die nicht in der Lage ſind,
ſich 2 Verk anzuſchaffen. Anmeldungen für die vier Vorträge im
Sekts it der Städt, Akademie. Abonnements 3 Mk., Einzelvortrag
MT. die Lehrer und Schüler der Städt. Akademie erhalten Karten
für i Perſon zum halben Preis. Für die Mitglieder des
Muſikver=
die Vergünſtigungen bei Herrn Baumann zu erfragen, der
Kartenverkauf an die Mitglieder des Muſikvereins
übernom=
lethe=Morgenfeier. Wir weiſen nochmals auf die heute
vor=
ta der Aula der Landesbaugewerkſchule (Neckarſtraße) pünktlich
ſtattfindende Morgenfeier hin. Mitwirkende: Liesbeth Achatz=
Krafck rl Dietrich, Hermann Bräuning=Oktavio.
— Südweſtdeutſche Kunſtausſtellung Darmſtadt 1924. Es iſt
wiederum eine Anzahl von Kunſtwerken verkauft worden: „Allee”,
Kreidezeichnung von Theodor Stamm=Darmſtadt: „Woog”,
Holz=
ſchnitt von Georg Altheim=Darmſtadt: „Alte Frau”, Radierung
von Friedrich Barth=Karlsruhe: „Muſikanten‟, Oelgemälde von
Ernſt Eimer=Darmſtadt. Die Ausſtellung wurde von höheren
Schulklaſſen und vom Pädagogiſchen Kurſus unter Führung von
Lehrern beſucht.
v. H.
— Orpheum. Der Sonntagskarten=Verkauf findet ſtatt:
Verkehrs=
bureau von 10—12 Uhr und an der Orpheumskaſſe von 3 Uhr ab.
Gaſt=
ſpiel des Kölner Volkstheaters: „Familie Raffke‟. Anfang
8 Uhr. (S. Anz.)
— Bühnenvolksbund. Die ſeitherigen Einzeichnungen erachten wir
für verbindlich. Neueinzeichnungen bei Chr. Arnold, am Weißen Turm
Wer chriſtlich und deutſch fühlt, zählt zu uns. Wir machen beſonders
die noch fehlenden chriſtlichen Vereine beider Konfeſſionen darauf
auf=
merkſam, daß wir geſchloſſene Sondervorſtellungen mit von uns
aus=
gewähltem Spielplan veranſtalten, wodurch die Pflege
chriſt=
lichdeutſcher Weltanſchauung gewährleiſtet wird.
— Muſikverein und Brucknerfeſt. Das erſte Konzert des
Muſikver=
eins findet in dieſem Jahre ſchon am 15. September (Hauptprobe am
14. Sept.) ſtatt, und zwar im Nahmen des vom Landestheater
veranſtal=
teten Brucknerfeſtes. Das letztere wird aus zwei Symphonie=Abenden
und dem Konzert unter Mitwirkung des Muſikvereins beſtehen, in dem
die Meſſe in D=Moll und das Tedeum von Bruckner aufgeführt werden.
Die Leitung des Landestheaters hat ſich in entgegenkommender Weiſe
bereit erklärt, unſeren Mitgliedern den Beſuch auch der beiden
Sym=
phonieabende zu ermäßigten Preiſen zu ermöglichen und ihnen für dieſe
beiden Abende ihre Vereinsplätze einzuräumen. Inaktive Mitglieder,
welche von dieſem Vorrecht Gebrauch machen wollen, müſſen am Freitag,
den 5. September, von 11—1 Uhr und 4—6 Uhr in der Vorhalle des
Landestheaters als Ausweis ihre Mitgliedskarten einlöſen und alsdann
gegen Vorzeigen derſelben zu der gleichen Zeit die Eintrittskarten für
die beiden Symphoniekonzerte an der Theaterkaſſe kaufen. Für die
übrigen inaktiven Mitglieder findet die Ausgabe der Mitgliedskarten
erſt vom 8 —11. September zwiſchen 10—12 Uhr und 3—6 Uhr im
Ver=
einshauſe ſtatt.
— St. Elifabethenkirche, Heute, den 31. Aug., feiert der hochw. Herr
Pater Karl Schreiber von der Kongregation der Miſſionare der
hl. Familie aus Ravengiersburg (Hunsrück) ſein feierliches Primizamt.
Beginn desſelben um 9 Uhr. Nachmittags 3 Uhr feierliche Veſper,
an=
ſchließend Austeilung des Primizſegens.
C. Die Kongregation der Niederbronner Barmherzigen Schweſtern,
der die hieſige Niederlaſſung angehört, beging dieſer Tage den 75.
Ge=
denktag ihres Beſtehens.
— Die Kaufmänniſche Stenographengeſellſchaft „Gabelsberger” e. V.
eröffnet, wie aus dem Anzeigenteil unſeres Blattes bereits erſichtlich, am
Montag, den 1. Sept., und Donnerstag, den 4. Sept., abends
7½ Uhr, neue Kurſe in Stenographie und Maſchinenſchreiben in
ihren Unterrichtsräumen, Mathildenplatz 8. Die Geſchäftsſtelle der
genannten Geſellſchaft gibt bereitwilligſt Auskunft.
8 Bezirksſchöffengericht. 1. Der Kaufmann Bernh. Berghöfer,
gebürtig in Homberg, Bez. Kaſſel, wohnhaft in Darmſtadt, iſt
an=
geklagt, im Auguſr und September 1923 die Grasſamenſammler zur
Forderung übermäßiger Preiſe angereizt und dadurch gegen 8 1 der
Preistreibereiverordnung vom 13. Juni 1923 verſtoßen zu haben,
Berg=
höfer erklärt, er ſei als Angeſtellter einer holländiſchen Firma, mit der
er einen ſchriftlichen Vertrag hatte, tätig geweſen. Die Preiſe waren
ihm von Holland vorgeſchrieben, allerdings ſei ſeine prozentuale Ver= um ſo höher, als die bezahlten Preiſe niedrig ſeien. Im Auguſt
1923 ſei er aufs Land gegangen, feſte Preiſe hätten ſich noch nicht
ge=
bildet gehabt, die Gebote habe er in holländiſchen Gulden gemacht. In
Fehlheim häten ihm die Leute geſagt, von der Darmſtädter Konkurrenz
ſeien ihnen Schandgebote gemacht. Der Grasſamen ſei 1923 ſämtlich
nach dem Ausland gegangen. Die Gebote der Darmſtädter Konkurrenz
ſeien unter den von ihm gebotenen Preiſen geblieben. Er habe ſich
übrigens in ſeinen Preisgeboten nicht feſtgelegt, durch ein geſchicktes
Manöver ſei es ihm gelungen, hernach doch geringere Preiſe zu zahlen.
Die Angelegenheit Berghöfer hat Kommerzienrat Lennig, Inhaber der
Firma Guſtav Schott in Aſchaffenburg, zur Anzeige gebracht. Bei der
ganzen Sache ſpielt die Tatſache erheblich mit, daß die Fehlheimer die
Inflation wie andere Leute auch ſpürten, und daß andererſeits die
Darmſtädter Konkurenz unliebſam davon berührt war, daß Berghöfer
in Fehlheim als Konkurrent ihnen gegenüber auftrat und deshalb von
den Händlern bevorzugt wurde, weil er Deviſenzahlung in Ausſicht ſtellen
konnte und in Ausſicht ſtellte. Es werden außer dem Zeugen Lennig
eine Reihe hieſiger Sachverſtändiger vernommen, die Vernehmung
er=
gibt aber nichts Weſentliches zur Sache, die von Berghöfer gebotenen
Preiſe ſind wohl höher geweſen als die der Darmſtädter Konkurrenz;
immerhin haben ſich ſeine Angebote im Rahmen des Weltmarktpreiſes
gehalten. Der Staatsanwalt hält nach dem Ergebnis der
Beweisauf=
nahme die Anklage für begründet und beantragt, auf eine Geldſtrafe zu
erkennen. Die Verteidigung findet dagegen, daß das Ergebnis der
Beweisaufnahme nichts dafür geliefert hätte, daß Berghöfer die
Gras=
ſamenſammler zur Forderung übermäßiger Preiſe verleitet habe.
Von übermäßigen Preiſen könne überhaupt nicht die Rede ſein. Auf
der einen Seite habe die ſich immer mehr entwertende Mark geſtanden,
auf der anderen Seite der feſte holländiſche Gulden. So ſcheide auch
pbjektiv eine ſtrafbare Handlung aus, in ſubjektiver Beziehung habe
Berghöfer kein Strafgeſetz verletzt. Urkeil: Freiſprechung. Das
Gericht ſchließt ſich den Ausführungen des Amtsgerichts an, das
ſeiner=
zeit das Verfahren gegen Berghöfer eingeſtellt hat. Ein Preiswucher
iſt bei Geſchäften ins Ausland überhaupt nicht möglich, aber der
An=
geklagte hat ſich auch im Fragefall keines Preiswuchers ſchuldig gemacht.
— 2. Karl Seybold, in Auerbach wohnhaft, und Hch.
Beicht=
mann in Bensheim ſtehen unter der Anklage des
Münzverbre=
chens, Sehbold auch des Diebſtahls eines Fahrrads. Sehbold ſoll eine
deutſche Dollarſchatzanweiſung auf 10 Doll. — 42 Mk. gefälſcht und ſie
mit Beichtmann zuſammen in Worms anzubringen verſucht haben.
Zu=
nächſt probierte man die Ausgabe in einem Wormſer Bordell, wo man
den Schein ungewechſelt zurückgab, alsdann in einem Konſumgeſchäft
daſelbſt, wo man indes wußte, daß es ſolche Scheine gar nicht gibt.
Beide wurden in Worms deshalb feſtgehalten. Die Fälſchung iſt ſo
ungeſchickt vollzogen, daß ſie leicht erkennbar iſt. Beichtmann will nicht
gewußt haben, daß der fragliche Schein gefälſcht ſei. Sehzbold will den
Schein von einem ihm unbekannten Herrn, dem er Geld gewechſelt habe,
am Fahrkartenſchalter der Station Bensheim erhalten haben. Die
ganze Tat hat ſich um Weihnachten 1923 zugetragen, beide Angeklagte
waren damals arbeitslos und fuhren zuſammen von Bensheim nach
Worms, um dort angeblich bei Dörr u. Reinhart Arbeit zu ſuchen. Das
Fahrrad ſoll Seybold einem franzöſiſchen Offizier in Worms von der
Straße weg geſtohlen haben. Tatſächlich hat er das Rad (ein
Diamant=
rad, nach der Nummer als dem Offizier gehörig feſtgeſtellt) am 24.
De=
zember 1923 dem Sohn des Wirts Sauter um 70 Mk. verkauft. Eine
weitere falſche Dollarſchatzanweiſung hat Seybold dem Kaufmann Diehl
in Worms bei Ankauf einer Sporthoſe in Zahlung gegeben, dem der
Schein einige Wochen ſpäter von einem weiteren Abnehmer, weil
ge=
fälſcht, zurückgegeben wurde. Der Strafantrag des Staatsanwalts geht
gegen Sehzbold wegen Münzverbrechens auf eine Gefängnisſtrafe von
2 Jahren, wegen Diebſtahls auf eine ſolche von 1 Jahr,
zuſammen=
gezogen in eine Geſamtſtrafe von 2 Jahren, gegen Beichtmann wegen
Betrugsverſuchs auf eine Gefängnisſtrafe von 8 Monaten, bei beiden
unter teilweiſer Anrechnung der Unterſuchungshaft. Urteil: Gegen
Seh=
bold wird auf eine Geſamtgefängnisſtrafe von 1 Jahr
6 Monaten, wegen Münzverbrechens und Diebſtahls erkannt,
ange=
rechnet werden ihm 6 Monate und 2 Wochen der erlittenen
Unter=
ſuchungshaft. Beichtmann wird mangels Beweiſes
freige=
ſprochen.
Monatskalender für Aquarien= und
Terrarienfreunde September 1924.
Man kann jetzt ſchon anfangen, die Fiſche im Aquarium an
Trocken=
futter zu gewöhnen. Bei einigen Futterſorten empfiehlt es ſich, dieſelben
vor Verwendung mit kochendem Waſſer abzubrühen, damit bei den
Fiſchen keine Verſtopfung eintritt. Bei anderen würden durch dieſes
Verfahren Eiweißſtoffe zum Gerinnen gebracht und das Futter gerade
unverdaulich gemacht werden. Man ſollte daher beim Eiakauf von
künſt=
lichem Fiſchfutter eine Gebrauchsanweiſung reſp. einen Aufſchluß über
ſeine Zuſammenſetzung verlangen. — Futtertiere gibt es ſonſt draußen
genug. Zu empfehlen ſind die ſchwarz=grauen Larven und Nymphen der
Stechmücken, die überall in Tümpeln und Lachen zu finden ſind. — Im
Auguſt war es Zeit, mit der Nachzucht zu räumen, und wer ſich Fiſche
zulegen will, muß es jetzt tun, weil ſie ſich nun noch leicht eingewöhnen
laſſen.
Wer ſeinen Sommerurlaub am Meeresſtrand verlebt hat, dem iſt
gewiß der große gelb=graue Seeſtichling (Gasterosteus spinachia)
auf=
gefallen. Das Männchen hat ein ſchönes zitronengelbes Hochzeitskleid.
Das Neſt befindet ſich an Pfählen oder an den Blättern vom Seegras.
Es beſteht aus Algenklumpen, die mit einem weißlichen Faden kreuz und
quer umſchnürt ſind. Dieſe Fäden ſind Abſonderungen der Harnblaſe.
Das Männchen übt Brutpflege in derſelben Weiſe wie ſeine
Verwand=
ten, der dreiſtachlige Stichling und der Zwergſtichling, die auch
maſſen=
haft in den Küſtengewäſſern vorkommen.
Intereſſante Brutpflege üben auch die Grundeln unſerer
Küſten=
gewäſſer. Die Weibchen laichen unter leeren Muſchelſchalen und die
Männchen bewachen und verteidigen dieſe Neſter. Vorzüglich hält ſich
im Aquarium die Schwarzgrundel (Gobzus niger). Sie wird auch
außer=
ordentlich zahm und zutraulich. — Eine häufige Erſcheinung am Nord=
und Oſtſeeſtrand iſt der rote Seeſtern; das Tier hat eine Menge Augen
die an fadenförmigen Gebilden am Ende der fünf Arme ſitzen. Es frißt
Muſcheln, die es auf folgende Art zu öffnen verſteht:
In der Mitte der Arme liegen in einer Ninne warzenförmige
Er=
höhungen, aus denen Saugfüße hervorgeſtreckt werden können. Der
See=
ſtern legt nun ſeine Arme um eine Muſchel herum, ſtreckt ſeine
Saug=
füße heraus und heftet ſich an beiden Schalen der Muſchel feſt. Sodann
zieht er ſie alle auf einmal wieder zurück, reißt dabei die Schalen der
Muſchel auseinander und ſtülpt ſeinen Magen hinein. Der Magenſaft
betäubt und tötet die Muſchel, und die Mahlzeit kann beginnen.
(Mitgeteilt vom Verein für Aquarien= und Terrarienkunde „
Hot=
tonia‟=Darmſtadt. Sitzung jeden 1. und 3. Samstag im Monat im
Ver=
einslokal „Karlsburg‟, Ecke Karl= und Kiesſtraße. Gäſte und Freunde
des Vereins ſtets willkommen. Bibliothek und Präparatenſammlung
He.
vorhanden.)
— Der Schachklub Darmſtadt veranſtaltet am Mittwoch, den
3. Sept., 8½ Uhr abends, im Reſtaurant Kaiſerſaal (Grafenſtraße) ein
Problemlöſungsturnier in zwei Gruppen für mehr und
minder geübte Löſer. Es kommt eine Anzahl Bücherpreiſe zur
Vertei=
lung. Aufgabenfreunde und =Löſer, auch Nichtklubmitglieder werden
eingeladen, ſich zu beteiligen. Die zur Löſung vorgelegten Probleme,
Originale bekannter Meiſter, haben wir uns zum Erſtabdruck für die
Schachecke der „Gegenwart” geſichert und werden ſie dort im Lauf der
nächſten Woche bringen.
— Erinnerungsfeier des ehem. 2. Großh. Heſſ. Feldart.=Regiments
Nr. 61. In den Tagen vom 6.—8. Sept. findet aus Anlaß der vor
25 Jahren erfolgten Gründung des ehem. 2. Großh. Heſſ. Feldartillerie=
Regts. Nr. 61 in Darmſtadt unter Teilnahme der Kameraden der aus
dem Regiment hervorgegangenen Formationen Reſ. 25. 111, 247, 249,
eine Erinnerungsfeier ſtatt. Wir verweiſen auf die
Tagesord=
nung im Anzeigenteil.
— Fünffaches Jubiläum. Am 2. September begehen die Eheleute
E. A. Lattreuter aus Nierſtein, z. Zt. hier wohnhaft, das ſilberne,
die Eltern des Mannes das goldene Ehejubiläum. Am gleichen Tage
werden es 25 Jahre, daß Herr Lattreuter Bürger der Gemeinde
Nier=
ſtein wurde, ſeine Buchdruckerei daſelbſt eröffnete und die „Nierſteiner
Warte” herausgibt, die allerdings wegen erfolgter Ausweiſung des
Ver=
legers vorläufig ihr Erſcheinen einſtellen mußte.
T Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird der Weberweg
zwiſchen Alfred=Meſſelweg und Voglerweg vom 1. September ab bis
aufweiteres für den Fuhrwerks= und Radfahrverkehr geſperrt.
— Klaffenlotterie. Es iſt noch eine namhafte Anzahl Spieler mit
der Erhebung reſp. Verrechnung ihrer Gewinne aus der letzten 5. Klaſſe=
Ziehung im Rückſtande. Obgleich der Anſpruch auf den Gewinnbetrag
erſt nach einigen Monaten verfällt, iſt es doch angebracht, die Spieler
hier nochmals darauf hinzuweiſen, damit vor Beginn der demnächſtigen
24. (250.) Lotterie die rückſtändigen Gewinnauszahlungen erfolgt ſind.
— Der Telephon=Schnellverkehr. Wie wir erfahren, iſt im
Fern=
ſprechweſen einer Reihe ſüdweſtdeutſcher Städte eine Neuerung
be=
abſichtigt, die bisher nur im Ruhrgebiet in einzelnen Städten und
außerdem nur noch in Hamburg eingeführt iſt. Es handelt ſich um den
ſog, Schnellverkehr, deſſen Einrichtung in einzelnen beſonders ſtark in
Anſpruch genommenen Bezirken durchgeführt werden ſoll. In Ausſicht
genommen iſt bei der ſüdweſtdeutſchen Einrichtung des Schnellverkehrs
auch der Bezirk Frankfurt mit den Knotenämtern Darmſtadt
Mainz und Wiesbaden. Nach der Fertigſtellung dieſes Schnellverkehrs
wird es möglich ſein, dieſe Plätze und die ihnen angeſchloſſenen Orte
vom Amt ohne weiteres zu bekommen; man braucht nur ebenſo wie im
Ortsverkehr die gewünſchte Nummer nebſt Amt zu verlangen, worauf
die Verbindung ohne die Inanſpruchnahme des Fernamts
zuſtande=
kommt. Ohne weiteres zu erreichen ſind dann z. B. Hanau, Friedberg,
Bad=Nauheim, Homburg, Oberurſel, Cronberg, Königſtein Bad=Soden,
Höchſt. Neu=Iſenburg, im Umkreis von Darmſtadt: Michelſtadt, Worms
und Groß=Gerau, bei Mainz: Alzey und Bingen, bei Wiesbaden:
Langenſchwalbach, Rüdesheim, Eltville und Biebrich.
8 Lichtverbilligung. Durch das Entgegenkommen der Kraftwerke
A.=G war es dem ſtädtiſchen Wohlfahrtsamt in Freital in Sachſen
(Stadt mit 30 000 Einwohnern) möglich, allen Sozial= und
Klein=
rentnern ſowie Fürſorgeunterſtützungsempfängern und verheirateten
Erwerbsloſen mit längever Erwerbsloſigkeit
Lichtverbilligungs=
gutſcheine zu gewähren. Die Verbilligung beträgt mindeſtens 50
Prozent, in ganz bedürftigen Fällen 75 und 100 Prozent.
Lokale Veranſtaliungen.
Die bierunter erſchelnenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu beirachten,
imn keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritſl.
— Darmſtädter Kegelklub „Safepulwer”. Anläßlich
des diesjährigen Stiftungsfeſtes findet am Sonntag, den 31. Auguſt, ab
10 Uhr vorm., Samstag, den 6. Sept., ab 4 Uhr nachm., und
Sonn=
tag, den 7. Sept., ab 10 Uhr vorm, ein Preiskegeln, verbunden
mit einem Klubriegenkegeln innerhalb. des Darmſtädter Keglerverbandes,
auf der neu hergerichteten Kegelbahn im Reſtaurant Sitte, Karlſtraße,
ſtatt. Die zur Verteilung kommenden Preiſe ſind bei der Firma
Hell=
muth hier, Ecke Wilhelminen= und Eliſabethenſtraße, im Schaufenſter
ausgeſtellt.
Kunſinotizen.
Ueber Werte, Künſtier und künſtleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſiehenden Erwähnung
geſchſeht, behält ſich die Redalion ibr Urteil vor.
— Palaſt=Lichtſpiele. Wir bringen den beſten Film dieſes
Jahres aus der Produktion der Fox Film Corporation, New York:
„Mutter‟. Die einfache Geſchichte von der Aufopferung einer
Mut=
ter für ihre Kinder, deren unerſchöpfliche Liebe über alle Hinderniſſe
und Widerwärtigkeiten des Lebens den Sieg davonträgt. Es iſt die
Er=
zählung aus den Tiefen des menſchlichen Daſeins, die jedes Herz rühren
muß.
U
„,
eO eloclelelstelnel desttn
1. Der Zahnstein
Absatz des Speichels ähnlich wie der Kesselstein des
Er hat eine graugrüne, braune bis schwarze Färbung
Unächst ein Schönkeitsfehler, der den Zähnen ein häßliches,
Ites Aussehen gibt und einen üblen, fauligen Geruch aus
10e Verursacht. Er ist aber auch ein höchst gefährlicher
S Gebisses, weil er Zahnfleisch- und Kieferschwund sowie
Gentzündungen und Eiterungen verursacht. Er ist äußerst
1O und härt; oft umHleidet er in harter Kruste den ganzen
enfblößt die Wrzel und vrrusacht ein Lockerwerden
Heseitigt Chlorodon
2. Mißfarbener Zahnbelag
hervorgerufen durch starkes Rauchen von Zigarren und Zigaretten,
ist weniger schädlich, aber ein um so auffallenderer
Schönheits-
fehler des Gebisses. Wie entfernt man Zahnstein und Zahnbelag?
(Heder mit Mundwasser noch mit sogenamten Lösungsmitteln; in
dieser Beziehung ähnelt der Zahnsfein auch dem Resselstein, gegen
den allerlei Lösungsmittel sich als wirküngslos erwiesen haben und
die rein mechänische Beseifigung sich am besten bewährt. Millienen,
die heute Chtorodont täglich im Gebrauch haben und ihre schönen
fweißen Zähne dieser Zahnpflege verdanken, haben es selbst
aus-
probiert, 0aß Mundwasser die mechanische Reinigungskraft der
mikro-
skopisch feinen Feihen Kreide im Chlorodont hicht ersetzen kann.
3. Ubler Mundgeruch
als Folge mangelhafter Zahnpflege macht sich weniger dem davon
Betroffenen, als seiner näheren Umgebung bemerkbar. Neutrale
Salze im Chlorodont, die eine vermehrte Speichelbildung und
da-
durch eine natürliche Mundreinigung bewirken, in Verbindung mit
dem herrlich erfrischenden Pfefferminzgeschmack beseitigen diesen
markanten Schönheitsfehler unmittelbar. Jeder Tube Chlorodont
ist eine genaue Gebrauchsanweisung beigefügt. Chiorodont-
Zahn-
paste und die dafür geeignete Chlorodont-Zahnbürste mit
ge-
zahntem Borstenschnitt sind die besten Hilfsmittel gegen den
ge-
fürchteten Zahnstein, mißfarbenen Zahnbelag und den oft damit
verbundenen üblen Mundgeruch.
Se4
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Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 31. Auguft 1924.
Nummer 24.
Aus Heſſen.
iſt. Von dieſem Geſichtspunkt ausgehend, wurde ſchließlich auch die
Er=
richtung der Badeanſtalt beſchloſſen und die weiteren Ausführungen der
H. Eberſtadt, 29. Aug. In der geſtrigen Gemeinderatsſitzung teilte
der Bürgermeiſter auf eine Anfrage des Gemeinderats Meidinger mit,
daß am 26. Auguſt eine Sitzung des Bauausſchuſſes in Gemeinſchaft mit
den im Induſtriegebiet anſäſſigen Unternehmern ſtattgefunden und ſich
mit der Frage des Anſchlußgleiſes dortſelbſt befaßt habe. Nach
dem von der Reichsbahndirektion bereits gebilligten Plane iſt ein
An=
ſchlußgleis von einer Länge von etwa 900 Metern, von der
Eiſenbahn=
brücke abzweigend und über den Griesheimerweg gehend, vorgeſehen.
Der Plan fand allſeitige Zuſtimmung und ſoll die Ausführung des
Pro=
jekts möglichſt bald in Angriff genommen werden. Da ein
Koſten=
anſchlag noch nicht vorlag, konnte auch noch kein Beſchluß über die
Auf=
bringung der Koſten gefaßt werden. Wie der Bürgermeiſter ausführte,
lehnt die Reichsbahndirektion vorläufig die Tragung der Koſten ab.
So=
bald ein Koſtenanſchlag vorliegt, ſoll die Angelegenheit weiter behandelt
werden. Das Gewerkſchaftskartell beanſtandet in einem Antrage, daß
die Gaswerke Bremen trotz Senkung der Kohlenpreiſe um etwa 20
Pro=
zent den Gaspreis bisher noch nicht ermäßigt haben, trotzdem dies doch
auf Grund der ſchiedsgerichtlichen Abmachungen (Berechnung des
Gas=
preiſes nach einer Kohlenklauſel) erforderlich geweſen wäre. Es wird
beſchloſſen, unverzüglich entſprechende Verhandlungen mit der Geſellſchaft
einzuleiten und eine Ermäßigung des Gaspreiſes zu erwirken. Zur
Ver=
fügung des Kreisamts vom 27. Juni 1924, betreffend Regelung der
Woh=
nungsverhältniſſe in Eberſtadt, lag ein Antrag des Gemeinderats Heißt
und ein ſolcher der ſozialdemokratiſchen Gemeinderatsfraktion vor, die
beide die Neubildung einer örtlichen Wohnungskommiſſion im Intereſſe
der Wohnungsſuchenden für erforderlich erachteten. In die Kommiſſion
gewählt wurden die vier Gemeinderatsmitglieder, welche bereits der
im Vorjahre wegen der bekannten Vorgänge aufgelöſten
Wohnungskom=
miſſion angehörten und die ſich mit der Berufung in die neue
Kommiſ=
ſion unter Abgabe einer ſchriftlichen Erklärung einverſtanden erklärten,
ſowie die außerhalb des Gemeinderats ſtehenden Herren Philipp
Hof=
mann 4., Wilhelm Weiſert, Wilhelm Sattler und Ludwig Bär. Der
Verein „Soldatenkameradſchaft” und die Ortsgruppe des Reichsbundes
der Kriegsbeſchädigten haben in ihren Eingaben an die
Gemeindever=
tretung angeregt, der Frage der Errichtung eines Denkmals für die
Ge=
fallenen im Weltkriege von neuem näher zu treten. Der Anſatz hierzu
war nicht vielverſprechend. Es kam zu einer lebhaften Debatte über den
Antrag Mahr, der den Einfluß der Gemeindevertretung in dem zur
Bildung vorgeſchlagenen Ausſchuß ausgeſchaltet wiſſen wollte. Der
An=
trag wurde einſtimmig abgelehnt und der Antrag des Gemeinderats
Gärtner angenommen. Hiernach ſoll der vorläufige Ausſchuß aus 5
Ge=
meinderatsmitgliedern und je zwei Vertretern der genannten beiden
Vereinen beſtehen. Seitens des Gemeinderats wurden vorgeſchlagen und
gewählt: Gärtner, Meidinger, Kaltwaſſer, Heißt, Mahr. Die Antwort
auf die Vorſtellung der Gemeinde bei der Heag wegen der letzthin
er=
folgten Erhöhung der Fahrpreiſe für Wochenkarten wird zur Kenntnis
gebracht. Man konnte ſich mit der Begründung der Erhöhung nicht ganz
zufrieden geben und forderte, nochmals den Standpunkt der Antragſteller
zu vertreten und darauf hinzuwirken, daß die Preiſe auf die
urſprüng=
lichen zurückgeſetzt werden.
* Nieder=Ramſtadt, 30. Aug. Gemeinderatsbericht.
Ge=
meinderat Steiger erſtattet Bericht für die Elektrizitätskommiſſion. Der
Gemeinderat ſchließ ſich den Anordnungen derſelben an und genehmigt
insbeſondere, daß die Bauleitung über die Tiefbau= und Maurerarbeiten
bei der Turbinenanlage in der Schneckenmühle der Kreisbauverwaltung
übertragen wird. — Auf Vorſchlag der Baukommiſſion wird beſchloſſen:
a) den Notſchulſaal im alten Rathaus neu herrichten zu laſſen, b) im
Be=
herbergungsraum des alten Rathauſes einen neuen Ofen mit Rohr und
zwei neue Schlafdecken zu beſchaffen, ſowie im Vorraum eine
Waſſerzapf=
ſtelle anzubringen, c) anſtelle des bisherigen Hausverwalters im alten
Schneiderſchen Hauſe den Gemeinderat Caſtritius als ſolchen zu beſtellen,
ſowie im dieſem Gebäude verſchiedene kleinere Reparaturarbeiten
ausfüh=
ren zu laſſen. — Bezüglich der Vergebung kleinerer gemeindlicher
Repa=
raturarbeiten tritt in den bisherigen Gepflogenheiten inſofern eine
Aen=
derung ein, als unter den in Betracht kommenden Handwerkern im
all=
gemeinen von Halbjahr zu Halbjahr abzuwechſeln iſt unter der
Voraus=
ſetzung, daß der Betrag der auszuführenden Arbeiten 100 Mk. erreicht.
Iſt dies nicht der Fall oder wird die Summe ſchon früher erreicht, dann
erſtreckt bezw. vermindert ſich die Friſt. — Einen längeren Zeitraum
be=
anſpruchte die Beratung des Punktes: Errichtung einer gemeindlichen
Badeanſtalt beim Elektrizitätswerk. Allgemein war man ſich darüber
einig, daß die Schaffung einer ſolchen Anſtalt ein unbedingtes Bedürfnis
Baukommiſſion übertragen. — Zur Verſchönerung des Straßenbildes ſoll
der noch ſtehende Mittelbau im ehemaligen Schneiderſchen Anweſen
nun=
mehr niedergeriſſen werden, insbeſondere auch um deswillen ſchon, weil
das anfallende Baumaterial anderweitig Verwendung finden kann. —
Der Bericht über die Beſichtigung des Modaubachufers in Gemeinſchaft
mit dem Vorſtand des Räumungsverbandes und die dabei feſtgeſtellten
demnächſt vorzunehmenden Räumungsarbeiten, wird zur Kenntnis
ge=
nommen und die Verwaltung nunmehr ermächtigt, den auf die Gemeinde
entfallenden Koſtenbeitrag auszuzahlen. — Auf Anſinnen des Kreisamtes
iſt die Dienſtkaution des Gemeinderechners neu feſtzuſetzen. Der
Ge=
meinderat ſetzt die in Beſtellung einer Sicherungshypothek auf vom
Ortsgericht abzuſchätzende Grundſtücke ſicherzuſtellende Summe auf 6000
Goldmark feſt. — Der Punkt Neuregelung des Sprunggeldes vom
Faſel=
vieh wird der Faſelviehkommiſſion zur Ausarbeitung eines Entwurfs
übertragen. Gleichzeitig wird die Neuanſchaffung von zwei weiteren
Zuchtziegenböcken beſchloſſen. — Das Windfallholz im Gemeindewald ſoll
baldmöglichſt aufgearbeitet und verwertet werden. — Ein Geſuch des
Metzgermeiſters Roßmann wegen der Ableitung ſeines Abfallwaſſers wird
an die Baukommiſſion verwieſen. — Das Anſinnen des Ziegeleibeſitzers
Dächert, betreffend Beitrag zu den Unterhaltungskoſten des
Mordach=
wegs, wird als ungenügend zurückgewieſen. — Verſchiedene
Verſteigerun=
gen werden noch genehmigt. Zum Schluß Armenſachen.
* Nieder=Ramſtadt, 29. Aug. Die Veranſtaltung einer Lokal=Obſt=
und Gartenerzeugniſſeausſtellung durch den hieſigen Obſt= und
Garten=
bauverein iſt nunmehr beſtimmt ſichergeſtellt. Dem Vorſtand iſt es
ge=
lungen, für Prämierungszwecke ganz anſehnliche Beträge von
intereſſier=
ten Kreiſen zu erhalten, ſodaß ſich eine Beteiligung an der Ausſtellung
ſchont lohnt. Auch die Preisrichter ſind bereits gewonnen. Es werden
dies zwei ſachverſtändige Männer von auswärts und einer aus den
Reihen des hieſigen Vereins ſein. Den Mitgliedern wird jetzt bereits
empfohlen, ſich auf die vorausſichtlich Anfang Oktober I. Js. ſtattfindende
Ausſtellung einzuſtellen. Nähere Mitteilung, insbeſondere die Be=
Dingungen und ſonſtigen Exforderniſſe, ergehen demnächſt.
— Groß=Umſtadt, 30. Aug. Am Sonntag, den 7. September,
ver=
anſtaltet der Mitteldeutſche Jugendwanderring in Dreieichenhain
einen Jugendwandertag. Derſelbe beginnt vormittags mit einigen
Wett=
kämpfen, wie Geländelauf, Gehen uſw., nachmittags vereinigen ſich die
Teilnehmer in der ſchönen Burgruine zu gemütlichem Beiſammenſein mit
Vorträgen uſw. Der mit dem J. W. T. verbundenen Wettkämpfe wegen
findet derſelbe nur bei günſtigem Wetter ſtatt. Hoffentlich hat der
Wettergott ein Einſehen und beſchert ſchönes Wanderwettex.
* Beerfelden, 27. Aug. Der zweite Vorſitzende des Heſſiſchen
Fecht=
vereins „Waiſenſchutz”, Herr Dreſſel=Mainz, hatte auf geſtern abend zu
Herrn Grab „Zum Ochſen” eingeladen, um den vor dem Krieg
beſtande=
nen Ortsverein wieder neu zu beleben. Der Erfolg war gut, denn mit
20 Mitgliedern konnte ſich der Verein unter dem Vorſitz des Herrn
Bürgermeiſters Löb konſtituieren. — Der Landesverein hat ſich die
Er=
bauung eines Kinderheims zur Aufgabe gemacht, bedürftige Kinder jeder
Religion ſollen darin untergebracht werden. Der Verein gibt zurzeit
ſchon halbwaiſe Kinder in Pflege oder unterftützt Witwen oder Witwer
bei Bedürftigkeit. Regelmäßige Weihnachsbeſcherungen lindern die Not
bedürftiger Halbwaiſen. Mit Rückſicht auf dieſe ſchönen Ziele iſt dem
Verein weiteres Blühen zu wünſchen.
Der Tiefſtand der Möbeſpreiſe
iſterreicht. Teilweiſe bewegen ſich dieſelben unter
Herſtellungs=
wert. Es iſt anzunehmen, daß die bevorſtehende politiſche
Ent=
ſpannung und die Aufhebung der Zollgrenze das Geſchäft belebt
und daß die Preiſe anziehen. Wir raten daher allen Intereſſenten
notwendige Anſchaffungen nichtlänger zurückzuſtellen und laden
zurzwangloſen Beſichtigung unſererreichh. Ausſtellung höfl. ein
Zahlungserleichterung — Aufbewahrung
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Darmſtadt, Werkſtätten für Wohnungseinrichtungen
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* Von der Weſchnitz, 22. Ang. Beſchnitz ſchiffbar. Dur.
anhaltenden Regen iſt das Waſſer der Weſchnitz ſo geſtiegen, daß di
ſchiffbar geworden iſt. Ein Zweiſitzerboot neueſten Modells fuhr
Tat dieſer Tage mit 2 Inſaſſen ohne Unfall von Weinbeim
Gernsheim.
— Aus dem Odenwald, 30. Aug. Man ſchreibt uns: Ein neut
Führer über einige vielbeſuchte Orte unſerer engeren Heimat, w
Kürze erſcheinen. Profeſſor Bronner in Mainz, der ſeit
Jahr=
am heſſiſchen Kunſtdenkmälerwerk mitarbeitet und der in Darmſtaß
teren Kreiſen durch ſeine im Gewerbemuſeum veranſtaltete Ausüt
von Aquarellen aus Rheinheſſen und Oberheſſen bekannt wurde.
Aufgabe übernommen, einen kunſtgeſchichtlichen Fü
über die Burgen im nördlichen Odenwald: Otz
Schloß=Nauſes, Breuberg, Lichtenberg, Roden
Schnellerts und Reichenberg zu ſchreiben, der im Verl
Buchhandlung Karl Zibulski in Groß=Umſtadt erſcheint. Die
vollen Schickſale dieſer Burgen werden ausführlich erzählt, die
geſchichte auf Grund eigener Aufnahmen und Forſchungen dar
Ueber 50 Abbildungen von Grundriſſen, Geſamtanſichten
leriſch bemerkenswerte Einzelheiten und Rekonſtruktionen nach Fede
nungen und Aquarellen des Verfaſſers, ſowie Abbildungen nach
Stichen veranſchaulichen die intereſſante Beſchreibung der Burgen
* Heppenheim, 28. Aug. Typhusfälle wurden in der ſog
ten „Odenwaldſchule” im benachbarten Ober=Hambach feſtgeſtellt
25 Jahre alte Kochin der Anſtalt iſt der Krankheit bereits erleger
Medizinalbehörde hat alle Vorſichtsmaßregeln getroffen, um die 8
verbeitung der gefürchteten Krankheit zu verhindern.
8 Büttelborn, 29. Aug. Mandats=Niederlegung.
führer Hirſch hat ſeine Gemeinderatsamt niedergelegt. Nachfol
der Maurer Ph. Gölzenleuchter von der Sozialdemokre
Partei.
* Mainz, 29. Aug. Auf ſeiner Jagd im Walde von Kirchhein
den wurde am 1. Juni der Obermedizinairat Dr. Frantz aus
F=
thal von Forſtbeamten der franzöſiſchen Beſatzung angehalten un
ſeinem Waffenſchein gefragt. Frantz weigerte ſich, den Schein zu
und es kam zu einem Wortwechſel. Wegen inkorrekten Verhalter
Frantz vom Militärpolizeigericht zu 20 Tagen Gefängni
500 Mark Geldſtrafe verurteilt worden. Das Militä
lationsgericht hob dieſes Urteil auf und nahm den Angeklagten ne
gehender Verhandlung und nachdem der Verteidiger auf das Amn
gbkommen, das vorausſichtlich binnen kurzem definitiv würd
gewieſen hatte, in eine Gefängnisſtrafe von 25 Tagen und eine
ſtrafe von 700 Goldmark.
1. Friedberg, 29. Aug. In der geſtern unter dem Vorſitz des
Bürgermeiſters Dr. Seyd abgehaltenen Stadtverordn
ſitzung wurden zwei neue Straßen mit dem Namen Karl Trax
(nach dem um Friedberg ſehr verdienten Fabrikanten gl. Namen
Peter Geibelſtraße (nach dem bekannten Wetterauer Volksdicht
nannt. Zu dem Ehrendenkmal des Regt. 168, das in Offenbach e
werden foll, bewilligte die Stadt 300 Maxk (bekanntlich hat das 3
dieſes Regts, in Friedberg garniſoniert). Die Gewerbeſteuer wi
40 Prozent feſtgeſetzt (der Staat erhebt 60 Prozent). Die Mehrk
Verſammlung iſt nur für 30 Prozent, da der Vorſitzende ſich mit
Beſchluſſe nicht beruhigen will und die Sache anfechten will, w
nochmaliger Beratung der vorgeſchlagene Satz genehmigt. Die
beſtehende Fremdenſteuer, deren Ertrag mit 2000 Mark eingeſt
ſoll mit fofortiger Wirkung aufgehoben werden. Bei dem Pun
Tagesordnung „Vergebung von Arbeiten und Lieferung für
herſtellungen” kommt es zu ſehr erregten Auseinanderſetzungen.
Jakob erhebt gegen die Friedberger Handwerker ſchwere Beſchuldf
indem er ihnen bei Einreichung von Angeboten vorherige Verſtän
und Truſtbildung vorwirft. Mehrere als Stadtverordnete ge
Handwerker wehren ſich in heftiger Weiſe und nennen die Angr
durch nichts erwieſen. Auch der Stadtbaumeiſter und der Vor
weiſen die Angriffe als unbegründet zurück. Von ſozialdemokr
und kommuniſtiſcher Seite werden jedoch die Angriffe als nicht en
bezeichnet. Die Angelegenheit ſoll deshalb an den Bauausſchuf
wieſen werden und einer durchaus unparteiiſchen Prüfung unte
werden.
* Gießen, 29. Aug. In die Klinik eingeliefert wu
Mädchen aus Marienberg im Weſterwald. Das Mädchen war m
Rad geſtürzt und hatte ſich am Knie erheblich verletzt. — Ein
brecherpaar treibt in der Umgegend ſein Weſen und verübte
in Hauſen, Großen=Buſeck Klein=Linden und anderen Orten Ein
Der Kaufmann Jung in Klein=Linden hatte zum Glück eine Alat
die ihn weckte, worauf die Diebe flüchteten. Die Polizei iſt
der Spur.
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Darmſtädter Dagblatt, Sonntag, den 31. Auguſt 1924.
Seite 3.
Sport, Spiel und Turnen.
Der Sport des Sonntags.
letzten Tage im Auguſt herrſcht ein Sportbetrieb, wie er
leb=
haft aum auszudenken iſt. Rennſportlich tritt Hoppegarten
wiely n den Vordergrund. Einige unſerer Elite=Zweijährigen, wie
Wei z , Fürſt Emmo, Hermoder und Olympier werden hier im
Oppu m=Rennen über 1200 Meter unter gleichem Gewicht einer neuen
Pro x iiterzogen, die zu Gunſten des Oppenheimers Weißdorn
aus=
falle Ite. In Baden=Baden iſt Kehraus. Die meiſten Beſitzer haben
bere 5 ie Rückreiſe angetreten, da das moraſtiſche Geläuf, das von Tag
z D chwerer geworden iſt, ungemeine Kräfte aus den Pferden
her=
ausr)t. Im Preis der Stadt Baden über 2000 Meter werden
vor=
ausſä) h Pan Robert, Fauche le Blé, Habicht, Hornbori und
Mädchen=
jäger Start erſcheinen. Netter Sport iſt in Dresden, zu erwarten,
3 ſ= ud Hindernisrennen in bunter Reihenfolge wechſeln. In
Weſt3 chland ladet Mülheim=Duisburg zu Gaſte. Das Betätigungs=
Traber erſtreckt ſich auf Altona=Bahrenfeld, München=Daglfing
rkirchen. Im
Radſport
bieteckl. Berliner Olympiabahn als Hauptnummer ein 100 Kilometer
Dauss nen mit der Beſetzung Saldow, Wittig, Roſellen, Thomas und
Saw o en gleichen Fahrern, die im Endlauf der deutſchen Meiſterſchaft
zuſarm waren. Die am 24. Auguſt verregneten Dortmunder Rennen
werd o eute fortgeſetzt. Als Erſatz für Roſellen und Bordini ſind
Baue d Lewanow verpflichtet worden. Die dem VDR. angeſchloſſene
Bahrm. Leipzig wird nach langer Pauſe wieder geöffnet. Ueber die
Beſers der Rennen iſt noch nichts bekannt. Auch in Nürnberg ſollen
die a— chriebenen Rennen zur Abhaltung kommen. — Das Programm
rOßenfahrer umfaßt u. a. Niederſachſenpreis in Braunſchweig
meter), Großer Straßenpreis von Aachen (150 Kilometer),
. Achterfahrt in Gerolzhofen (223 Kilometer); Großer
Kur=
ern is in Caſſel (240 Kilometer). — Die Vereinigung Deutſcher
Radſ— erbände ladet zur Hauptverſammlung nach Schweinfurt.
Her=
nſei noch, daß dem im Vorjahre bei Oranienburg tötlich ver=
nſelberg=Rennen des DMV., das auf einer 33,5 Kilometer
=ndſtrecke im Thüringer Wald in 7 Klaſſen entſchieden wird.
ligung iſt recht gut ausgefallen. Das Oſtſee=Pokal=Rennen alf
S2 Stettin—Swinemünde—Stettin hat bei den Motorradfahrern
iel Anklang gefunden Im
Fußball
Länderkampf Deutſchland—Schweden, der im
Stadion zu Berlin zum Austrag gelangt, im Vordergrund
—hniſſe. Nur unter Einſatz aller Kräfte wird es der deutſchen
rih ſein, ein gutes Ergebnis gegen die hervorragenden
ſchwedi=
e herauszuholen. In Mitteldeutſchland gaſtiert eine
rumäni=
ſchaft, die nach dem Spiel am Samstag in Dresden am
Sonn=
gin mnitz gegen die Repräſentativen von Mitteldeutſchland antritt.
Ungar id Polen liefern ſich in Budapeſt das fällige Länderſpiel. Von
rößem Privatſpielen ſeien folgende hervorgehoben: 1. FC. Nürnberg
hannoverſche Auswahlelf, Bayern=München gegen FC. St.
lemania=Berlin gegen Sportfreunde Breslau, Real Sociedat
S ſtian gegen DFC. und Slavia=Prag. Wie im Fußballſport, ſo
in der
Leichtathletik
Yaſtaltung, die alle anderen weit überragt, nämlich der
Länder=
urſchland — Schweiz in Düfſeldorf. Drei Mal ſind die
hinher hen ſiegreich geweſen und man kann nicht umhin, ihnen auch
mol i der vierten Austragung ein klares Uebergewicht einzuräumen,
(per ſind die Anhänger der Deutſchen Turnerſchaft aus allen
eim! Reiches zu den Meiſterſchaften in den volkstümlichen Uebungen
eich verſammelt. Die Herbſtſaiſon der Langſtreckenläufer
be=
der Dauerprüfung um das Championat der Streckenläufer
sportplatz in Berlin=Moabit. Aus der Reihe der Bewerber, die
5 Kilometer=Bahnlaufen gemeldet haben, greifen wir
Graß=
au, Gerull=Dnisburg, Brandt=Chemnitz, Stampe=München, die
Zürſten, Albrecht, Wanderer, Ohle ſowie den Verteidiger Vietz
Marathonſieger Hempel (SC. Charl.) nimmt an eine
Dauerprüfung zufammen mit dem Dänen Axel Jenſen
und dem Ungarn Kiraly in Kopenhagen teil, während ſein Klubkamerad
Pohl in Prag die deutſchen Intereſſen vertreten wird. — Die Schlag=
und Fauſtballmeiſterſchaften der DSB. werden mit der
Vorrunde begonnen. In Hamburg ſtehen ſich die Meiſter von Berlin=
Nord= und Oſtdeutſchland gegenüber, in Dresden die Meiſter des
ſüd=
deutſchen, ſüdoſtdeutſchen und des mitteldeutſchen Verbandes. Das
Rudern
iſt ſo gut wie zu Ende. Alle für Sonntag angeſetzten Veranſtaltungen
haben nicht mehr als örtliches Intereſſe. Das Gleiche iſt vom
Schwimmſport
ſagen, der aber immerhin noch mit einer wichtigen Entſcheidung, und
zwar der um die Deutſche Waſſerballmeiſterſchaft
auf=
wartet. Waſſerfreunde Hannover und Hellas=Magdeburg haben ſich für
das Endſpiel, das in Berlin=Plötzenſee ausgetragen wird, qualifiziert.
Tennis.
Wie die Fußballer und Leichtathleten, ſo ſtehen auch die Tennisſpieler
vor einem Länderkampf gegen Holland. Die deutſchen Intereſſen
bei dem in Nordwyk (Holland) ſtattfindenden Treffen vertreten Frau
Friedleben, Frau Neppach, Froitzheim, Rahe, Hayden und Dr. H.
Klein=
ſchroth. Im
Boxen
ſind die Meiſterſchaften des Atlethikſportverbandes in Augsburg zu
er=
wähnen, an denen jedoch vornehmlich nur ſüddeutſche Amateure
inte=
reſſiert ſind. In Hamburg klettern einige gute Profeſſionals zu
Aus=
ſcheidungskämpfen im Feder=, Welter= und Mittelgewicht durch die Seile.
Fußball.
Akad. Sp.=Cl.—Sp.=Vgg. Pfungſtadt.
Der Akademiſche Sportklub ſpielt heute Sonntag
vor=
mittag 11 Uhr zum erſten Male in Verbandsſpielen. Unſeres Wiſſens
iſt dies das erſtemal, daß eine reine Studentenmannſchaft, ein
akademi=
ſcher Klub, an Verbandsſpielen des Deutſchen Fußballbundes teilnimmt.
Mit den beſten Hoffnungen tritt die Ferien=Mannſchaft, leider durch
einige Abſagen von in Ferien weilenden Spielern geſchwächt, ihrem
Gegner, der Spielvereinigung Pfungſtadt (4=Klaſſe) gegenüber.
Sp.=Vgg. 04 Arheilgen—F.=Sp.=V. Sprendlingen.
Endlich nach 9 Wochen abſolviert mit dem heutigen Tage die
Liga=
mannſchaft der 04 Arheilgen einmal wieder ein Freundſchaftsſpiel auf
eigenem Platze am „Arheilger Mühlchen”. Als Gaſt weilt die Ligaelf
von F.=Sp.=V. Sprendlingen zum fälligen Rückſpiele. Das Vorſpiel
endete mit 4:2 für Sprendlingen. Da ſich die 04 in letzter Zeit bedeutend
gebeſſert haben und Sprendlingen über eine feine, techniſche Mannſchaft
verfügt, dürfte wohl von beiden Seiten ein ſchönes Spiel geliefert werden.
Ein Beſuch iſt daher ſehr empfehlenswert, umſomehr, da die
Eintritts=
preiſe ſehr niedrig gehalten ſind. Spielanfang 3 Uhr. Im
Verbands=
ſpiel um die Gaumeiſterſchaft treten ſich um 1 Uhr die beiden
Jugend=
mannſchaften von Sp.=V. Lengfeld und Sp.=Vgg. gegenüber. Anſchließend
ſpielt die Ligareſerve gegen die 1. Mannſchaft von Sp.=V. Lengfeld.
Am Vormittage um 10 Uhr abſolviert die 1. Jugendmannſchaft von
Sp.=V. 98 Darmſtadt ein Verbandsſpiel gegen die gleiche von
Weiter=
ſtadt=Braunshardt. Da W.=B. zum beſetzten Gebiet gehört und Sp.=V.=
Jugend dieſerhalb keine Einreiſe beſitzt, findet das Spiel auf dem
Arheil=
ger Mühlchen ſtatt.
Handball.
Handballabteilung des Sportvereins Darmſtadt 1898
Eisfeller
Meier
Galm
Götz
Juda
Kadel
Bönſel
Fiſcher
Daniel
Reuter Penzel
So ſieht leider die Mannſchaft aus, die heute gegen ihren ſtärkſten
Gegner und einzigen Bezwinger, den Polizeiſportverein Frankfurt, um
3 Uhr auf dem Platz der Gutleutkaſerne in Frankfurt ſpielen muß. Die
Seele der Mannſchaft und der Führer der Stürmerreihe, Hauptmann
Jans, erlitt geſtern bei einem Sturz ſo ſchwere Verletzungen, daß er
wohl einige Tage pauſieren muß und ſchweren Herzens ſeine „Zöglinge‟
allein fahren läßt. Doch die Sportvereinler haben noch nie verzagt und
deshalb auch nicht verſagt. Drum auf in die Höhle des Löwen mit dem
Schlachtruf: „Nun erſt recht!“
Hada.
Motoeſport.
Motorrad=Turnier.
Das von dem Motorradklub Darmſtadt im D.M.V.
ber=
anſtaltete Turnier wird in ſeiner Aufmachung und Zahl der Teilnehmer
wohl eine Senſation erſten Ranges für Darmſtadt werden. Schon das
Training am Freitag, beſonders die Fuchsjagden, zeitigten manchen
auf=
regenden Moment, wobei man die Fahrer bewundern mußte mit ihrer
Geiſtesgegenwart und Geſchicklichkeit, mit der ſie in den gefährlichſten
Situationen ihre Maſchinen meiſterten. Unter den Gemeldeten finden
wir unſere bekannteſten Darmſtädter Fahrer, u. a. Fritz Kappel, Adolf
Langer jr., Georg Hahn, Gebrüder Zürtz, Jof. Kempa, Fritz Storck,
Paul Häcker, Rud. Deckart, Lud. Baumert, Karl Freund uſſ. Auch der
Frankfurter, Heidelberger und Mannheimer Motorradklub werden
ge=
ſchloſſen an der Veranſtaltung teilnehmen.
15 Meldungen zum Großen Preis von Italien.
Der Meldeſchluß für das am 7. September in Mailand ſtattfindende
Automobilrennen um den großen Preis von Italien über 800 Kilometer
iſt abgelaufen. Von fünf Fabriken ſind 15 Wagen genannt worden:
nämlich 4 Fiat (Nazzaro, Bordino, Salamano, X), 4 Alfa Romeo
(Ascari, Campari, Minoia, Wagner), 1 Miller (Graf Zborowski). Das
Training hat bereits begonnen. Fiat hatte zwei Wagen des Lyon Typ
mit Bordino und Nazzaro nach Monza geſandt. Gleichzeitig probierte
auch Neubauer mit einer 4 Zyl. Mercedes=Type die Bahn aus.
Während Nazzaro zurückblieb, beſchleunigte Bordino das Tempo ſofort,
aber Nebauer folgte ihm wie ein Schatten. Die Runden wurden von
den beiden glatt in 3:43 zurückgelegt, was bei einer Rundenlänge von
10 Kilometer eine durchſchnittliche Geſchwindigkeit von 161,435 Kilometer
ergibt. Der Rekord iſt alſo ſchon in dieſem inoffiziellen Training weit
überboten worden. Werner fuhr einige Nunden auf ſeinem 8 Zyl.
Mercedes. Er überſchritt dabei die 180 Kilometer erheblich. Nach dem
Training wurde der Wagen in die Untertürkheimer Fabrik zurückgeſandt.
In wenigen Tagen ſollen die ſämtlichen Mercedes=Wagen aber wieder in
Mailand eintreffen.
Rudern.
Deutſcher Ruder=Verbandstag.
Der 20. ordentliche Rudertag des Deutſchen Ruderverbandes geht
vom 20. bis 22. September in Danzig vor ſich. Am erſten Tag treten
der Ausſchuß des DRV. und der Jugendruderausſchuß zuſammen,
während am darauffolgenden Tag die eigentliche Hauptſitzung folgt. Die
Tagesordnung iſt recht umfangreich und beſonders die 60 Anträge
werden einen breiten Raum in den Verhandlungen einnehmen.
Be=
merkenswert iſt der Antrag des Ausſchuſſes: „Beſchlußfaſſung über die
Verbereitung zur Teilnahme an den nächſten olympiſchen Spielen”.
Wegen der unliebſamen Vorkommniſſe bei der letzten
Meiſterſchafts=
regatta beantragt der RK. am Wannſee, die Meiſterſchaftsregatta nur
auf ſolchen Stecken auszutragen auf denen Gleichwertung aller
Start=
plätze beſteht, da die ſtark gekrümmte und durch Strom beeinträchtigte
Strecke Frankfurt a. M. für den Zweck vollkommen ungeeignet iſt.
Be=
richte, Neuwahlen uſw. vervollſtändigen die reichhaltige Traktandenliſte.
Der dritte Tag iſt geſellſchaftlichen Veranſtaltungen vorbehalten.
Pferdeſport.
Mannheimer Herbſt=Pferderennen.
Bei dem dieſer Tage ſtattgefundenen Annahme= und
Ausſcheidungs=
termin für das am 7. September beginnende Herbſtmeeting ſind nur
wenige Unterſchriften geſtrichen worden. 163 Pferde haben noch
Startberechtigung und es iſt nach den einlaufenden
Unterkunftsbeſtellun=
gen beſtimmt zu erwarten, daß wieder über 100 Pferde in die ſportlichen
Ereigniſſe eingreifen werden. Bei dieſem großen Aufgebot ſind ſtarke
Felder und ſpannende Endkämpfe ſelbſtverſtändlich. Die ſüddeutſchen
Ställe ſind ohne Ausnahme mit ihrer ganzen Streitmacht noch im
Treffen, aus dem Rheinland wurde für die Lots der Trainer Barleben,
Bauermeiſter, Printen, Janſen und Atzenrath die Startberechtigung
gewahrt und von den vielen Berliner und ſonſtigen norddeutſchen
Städten hat keiner vollſtändig ſtreichen laſſen. Neu auf den Mannheimer
Plan treten noch die Ställe Lewin, Geſtüt Starpel, Stall Sulzberger
und Hemſoth, ferner die Trainer Thiede, Johnſon jun., v. Zobeltitz und
Campbell. Die jetzt in Baden=Baden verſammelten Pferde ,die in
Mannheim laufen ſollen, werden nächſte Woche vorausſichtlich mit einem
Extrazug überführt werden.
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noch nicht,
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Seite 8,
Datmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 31. Anguſt 1924.
Nummer 24
An einem Regen=Sonntagnachmittag
Die Frau und Herr Profeſſor Schick,
Gemütlich im Zimmer beiſammenſaß,
Sie las ganz laut den Sturm in’s Glück.
Die hübſche Tochter nun grad zwanzig Jahr,
Im Nebenzimmer hört es mit,
Zufrieden ſie mit ſich im Spiegel lacht,
Sie denkt dabei, wenn ich ihn wißt?
Im Kaffeehaus, vor ſich Hörr’s Inſerat,
Ein ſchöner, junger Mann, der ſinnt,
Taut zu ſich ſelbſter ſpricht, es wird gemacht,
In Hörrs Kleidung wird ſie geſfürmt.
BeimAusgangFräuleinSchick am nächſi
Ein Herr vor ihr, zu dem ſie’s zieht,
Ach, Rudolf, herrlich, nun ſag mir einn
Seit Jahren ſchon ſah ich dich nicht.
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meraden noch zahlreiche Quartiere,
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Samstag, den 6. September:
8 Uhr abends: Begrüßungsabend im
„Chauſſeehaus”.
Sonntag, den 7. September:
8 Uhr: Kranzniederlegung.
9½ Uhr: Zuſammenkunft im
„Rummelbräu”
11 Uhr: Gemeinſchaftlicher Abmarſch
zum Saalbau.
12 Uhr: Gedächtnisfeier für die
gefal=
lenen Kameraden im Saalbaugarten.
1 Uhr: Gemeinſames Mittageſſen
in verſchiedenen Lokalen.
Von 3 Ihr ab: Konzert im Saalbau;
von 8 Uhr ab: Tanz.
Montag, den 8. September:
2 Uhr: Gemeinſamer Spaziergang
nach Kranichſtein.
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Vereins
Verſchiedene”:
get80
kummer 242
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 31. Auguſt 1924.
Seite 9.
Der neue Zeppelin über dem Bodenſee.
Die Führer= und Paſſagiergondel des Luftſchiffes.
Patu, Pält
1IN
B=
Reich und Ausſand.
O bemerkenswerte Erweiterung des deutſchen Weſtindiendienſtes.
Wiederaufbau unſerer Verkehrs= und Wirtſchaftsbeziehungen
zu tindien vollzieht ſich in einem erfreulich lebhaften Tempo. Als
jür ausſichtsreiche Erweiterung unſerer Schiffsverbindungen mit
die=
ſewr den deutſchen Außenhandel ſo wichtigen Ueberſeegebiet darf
die der Hamburg=Amerika=Linie kürzlich vorgenommene Einſtellung
dres größerer, mit umfaſſenden Paſſagiereinrichtungen ausgerüſteter
Da in die Weſtindienfahrt gewertet werden. Die beſondere
Be=
dei dieſer Neuerung liegt darin, daß nunmehr die
zentralamerika=
niſc’ und ſüdamerikaniſchen Küſtenländer des Caribiſchen Meeres, wie
Vem ela, Columbien, Panama uſw., wieder in den Bereich der
deut=
ſches Zaſſagierfahrt einbezogen ſind. Die drei neu in dieſen Dienſt
einz nden Schiffe ſind die früher in der Südamerikafahrt
beſchäftig=
ten 1mpfer „Teutonia”, „Rugia” und „Galicia”. Sie vermögen in
ein ornehm ausgeſtatteten, auch verwöhnte Reiſeanſprüche
befriedi=
ger 1. Klaſſe je 60 bzw. 90, in einer modernen 3. Klaſſe je 400 bis
600 ( ſagiere zu befördern, und laſſen in ihrer geſamten Einrichtung
das— ſtreben der Geſellſchaft erkennen, auch in dieſem wieder
aufge=
norr ren Paſſagierdienſt alle jene Faktoren zur Geltung zu bringen,
die nals den guten Ruf der Hapag in der Weſtindienfahrt
begrün=
dets Daß dieſer, in nahezu 50jähriger weſtindiſcher Verſuchsarbeit
ernri ne gute Ruf der deutſchen Linie ſich ungeſchmälert erhalten hat,
ernr; der Verlauf der erſten Rundreiſe des Dampfers „Teutonia‟. Das
Schloar in allen Häfen Gegenſtand freundlicher Empfänge. Amtliche
wie imerzielle Kreiſe gaben ihrer Genugtuung und Freude über die
Wie iufnahme des regelmäßigen Paſſagierdienſtes herzlichen
Aus=
dru Dieſes allgemeine Intereſſe, das dem Schiff an allen Pl.
tSrgebracht wurde; und das ſich nicht nur in Feſtreden und in
Zeim Zartikeln, fondern auch in vollbeſetzten Kabinen auf der
Heim=
reiſ- undete, läßt erwarten, daß die Indienſtſtellung der drei
genann=
ten agierdampfer ſich als eine wertvolle Ergänzung des
Weſtindien=
dier der Hamburg=Amerika=Linie erweiſen wird.
Rundfunk und Kriminaliſtik.
Frankfurt a. M. Die Bedeutung des Rundfunk für die
poli—t hen Zwecke wurde hier vor einiger Zeit ſchon einmal dadurch
illuſſ +, daß ein Motorraddiebſtahl nach Bekanntgabe durch den
hie=
ſigeru ender ſchnell aufgeklärt werden konnte. Es dürfte auch nicht
unbei t ſein, daß im Ausland mit der Einbeziehung des Rundfunk
in E politiſchen Dienſt die beſten Erfolge erzielt werden. Wie wir
nun Ien, ſoll ſchon in der nächſten Zeit dem Rundfunkprogramm des
hieſi 5. Senders auch der ſogen. „Kriminalfunk” angegliedert
werk! Schwere Kapitalverbrechen und ſonſtige Straftaten, die im
Int! der Allgemeinheit liegen und ſchleuniger Aufklärung bedürfen
werk) in Zukunft unmittelbar durch den Rundfunk bekannt gegeben.
Krir loberinſpekter Hader=Frankfurt hat bereits in einem
Radiovor=
trags, die Bedeutung des Rundfunk für die Kriminaliſtik hingewieſen.
Ein Ausreißer.
rau a. M. Bei der Bahnhofskontrolle am 28. Auguſt wurde
von 1. Kriminalpolizei ein 16jähriger Pole namens Jan Lalka
feſt=
gencl en, der von Dormow in Polniſch=Oberſchleſien bis Hanau unter
eines iiſenbahnzug gelangt war. Er fuhr anfangs bis Berlin, wo
er ſF k Tage in einer Erdhöhle am Zoo aufgehalten hat. Von dort
aus—” er, ſich immer an das Untergeſtell eines Eiſenbahnwagens
an=
klan-nd, bis hierher. Sein Ziel war Frankreich, das er über
Frank=
furt 4 M. erreichen wollte. Der Aufgegriffene verſteht kein Wort
Dei! In ſeinem Beſitz befanden ſich wertvolle Briefmarken,
Ziga=
rett ind Poſtkarten, Anſichten des Berliner Zoo, die zweifellos von
eine— diebſtahl herrühren. Der Junge war ſeinen Eltern
durchge=
brar-ü war bereits zweimal von der Polizei aufgegriffen worden, doch
gela s ihm immer wieder, zu entfliehen.
Exploſionsunglück.
rau a. M. Die bei dem Exploſionsunglück bei der Firma
Hor— A.=G. verunglückten Arbeiter Deuſir und Ewig, beide aus
Ham ſind ihren Verletzungen erlegen. Das Unglück iſt auf eine Ex=
PloſE) es Terpentin=Deſtillier=Apparates zurückzuführen.
De—— nturleiter der Baheriſchen Notenbank in Zweibrücken verhaftet.
Karlsruhe. Aus Zweibrücken wird gemeldet, daß auf
Ver=
anle g des Unterſuchungsrichters der Inhaber der dortigen Agentur
eriſchen Notenbank, Bankier Franz Hill, verhaftet wurde,
Die Wiederherſtellung der Rheinflotte.
nnheim. Die Reederei vorm. Gebr. Fendel A.=G., eine der
bedesl öſten auf dem Rhein, hat in der letzten Zeit 50 neue Laſtſchiffe
erba laſſen. Andere Reedereien ſind ebenfalls beſtrebt, ſich
Neubau=
ten Tegen.
Verhaftet.
nchen. Münchener Blättern zufolge nahm im Auftrag der
waltſchaft Waldenburg die Polizei bei zwei Münchener Ban=
Suche nach Geſchäftspapieren vor, beſchlagnahmte dieſe und
Dlte ſie der Waldenburger Staatsanwaltſchaft. Die
Haus=
r erfolgten, weil der Direktor der Stadtbank in Waldenburg
—r) große Darlehen bei einer Hamburger Bank aufgenommen
s Geld angeblich ohne Verſtändigung der zuſtändigen Behörde
ein 2rlieh, und zwar 600 000 Mark an eine norddeutſche Bank und
konen Mark an Münchener Banken. Die Münchener
Haus=
ücEer dienten dem Zweck, die Angelegenheit zu klären. Der
Direk=
tr. Stadtbank Waldenburg wurde unter dem Verdacht verhaftet,
nichte wwandfrei gehandelt zu haben.
Defizit der Wembleyer Ausſtellung.
don. Die Reichsausſtellung von Wembley wird
vorausſicht=
inem bedeutenden Defizit abſchließen. Die Ausſtellung wird in
D S geſchloſſen werden. Es iſt berechnet worden, daß fie in dieſer
Zeit von 18 Billionen Perſonen beſucht werden müßte, um ein
Defi=
zit s rmeiden. Ein Teil des Ausſtellungsprogramms konnte nicht
bernaſ cht werden, insbeſondere die Darſtellung der Hauptepiſoden der
englN; Geſchichte.
Fliegerunglück.
don. Auf dem Flugfelde von Duxford iſt ein Militärflieger
. Der Flieger wurde getötet. Gleichzeitig wurden auch zwei
KinS9 eſchlagen, auf die das Flugzeug geſtürzt iſt.
Exploſion eines Arſenals.
en. Im Marine=Arſenal ereignete ſich Mittwoch nachts eine
I” wodurch zahlreiche Perſonen getötet oder verletzt wurden.
* geſamte Munitionsvorrat des Arſenals iſt zerſtört worden.
Die Probefahrt des „3. R. 3” iſt durchaus zufriedenſtellend
ver=
laufen. Zeitweilig fiel ſtarker, ſich bis zum Wolkenbruch
ſteigern=
der Regen, der wie graue Tücher über dem Zeppelin hing. Das
Schiff fuhr weit über Bregenz hinaus, kehrte in ruhiger Fahrt
zurück und manöverierte etwa eine halbe Stunde über dem See.
Prächtig war der Anblick des ſchönen, ſilbern leuchtenden
Schif=
fes über der köſtlichen Seelandſchaft mit den Schweizer Bergen
dahinter. Und dann ſenkte ſich das Schiff und ſtand, von
Hun=
derten von Seemöven umſchwärmt, wieder auf feſtem Boden.
Amerikaniſcher Senſationsprozeß.
New York. Aus Chicago wird gemeldet, daß ſich im Prozeß der
jugendlichen Mörder Lob und Leopold heftige Zwiſchenfälle ereignet
haben. Der Staatsanwalt erklärte, daß, wenn die Mörder freigeſprochen
würden, ſie ſicher der Rache des Volkes nicht entgehen werden und daß
ſie mit großer Sicherheit früher oder ſpäter gelyncht würden. Die nach
Tauſenden zählende Volksmenge ſtieß vor dem Gebäude heftige
Drohun=
gen aus. Die Arbeiter ernannten unter ſich ein Schwurgericht, das die
Mörder zum Tode verurteilte.
Die Weltflieger.
New York. „Aſſociated Preß” meldet, daß die amerikaniſchen
Flieger ihren Abflug von Jvigtut nach Indien wegen des ſchlechten
Wetters verſchoben haben.
Ein glücklicher Menſch.
Ein Mann, der noch nie einen Eiſenbahnzug, ein Auto, eine
elek=
triſche Bahn geſehen hat und dem ſelbſt das Kino ein Buch von ſieben
Siegeln war, iſt kürzlich zu Fleedwood in Lancaſter eingekehrt. Dieſes
lebende Weltwunder iſt dabei ſeines Zeichens ſogar Verkehrsbeamter,
nämlich Briefträger auf der Poſtſtation von Saint Kilda, einer kleinen
Inſel im Weſten der Hebriden. Er hat zum erſten Male, in ſeinem
Leben Urlaub genommen und die Inſel ſeiner Väter verlaſſen, um aufs
Feſtland zu gehen. Als er den erſten Straßenbahnwagen ſah, war er
zunächſt unſchlüfſig, ob es nicht beſſer ſei, zu fliehen. Aber ein
Auto=
mobil, das aus der entgegengeſetzten Richtung kam, enthob ihn dieſer
Ueberlegung. Der brave Briefträger fiel vom Erſtaunen ins Entſetzen
und vom Vergnügen in maßloſen Schreck. Nicht minder aufregend war
für ihn die erſte Kinovorſtellung, denn er konnte ſich erſt nach längerer
Zeit davon überzeugen, daß die Gewehre und Kanonen, die auf der
Leinwand abgefeuert wurden, für ihn keine ernſte Gefahr bedeuteten.
Uebrigens ſcheint dem Inſelbewohner die Ziviliſation nicht ſehr
impo=
niert zu haben, denn ſchon nach dem erſten Tage ſeines
Feſtlandaufent=
haltes wandte er ſich mit Grauſen wieder nach der Einſamkeit ſeiner
Heimatinſel.
Schweres Zug=Unglück.
Simla. Ein ſchwerer Zuſammenoß ereignete ſich auf der
Eiſen=
bahnlinie zwiſchen Multan und Lahore. Bis jetzt ſind 67 Leichen
auf=
gefunden. Man glaubt, daß ſich noch 20 unter den Trümmern befinden.
Die Zahl der Verwundeten beläuft ſich auf 102, davon ſind 53 ſchwer
verletzt.
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion keiſnerlei
Ver=
antwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des Preſſegeſetzes in vollem Umfange
der Einſender verantwortlich.) — Einſendungen, die nicht verwendet werden, können nicht
zurückgeſandt, die Ablebnung nicht bearündst werden.
— Die Leſehalle wurde am vorigen Freitag mit 15 Minuten
und am letzten Donnerstag mit 10 Minuten Verſpätung geöffnet. Auf
die einfache Feſtſtellung dieſer Tatſache wurde in barſchem Ton
geant=
wortet: Wenn es Ihnen nicht recht iſt, können Sie ſich ja beſchweren!,
was ich hiermit tun möchte.
Civis.
Brieffaſten.
E. G. Aus dem geſtern verabſchiedeten Münzgeſetzentwurf iſt eine
ſolche Annahme nicht zu folgern. Definitives läßt ſich erſt ſagen, wenn
der genaue Wortlaut des Geſetzes im „Reichsgefetzblatt” vorliegt.
Geſchäftliches.
„Die Kunſt, kahl zu werden”” könnte man die allgemeine
übliche Art der Haarpflege nennen. Das tägliche Waſchen der Haare,
die Millimeterfriſur der Herren, das Einfetten mit Haarölen und
Po=
maden bedeutet ebenſo „vorzeitigen Haartod”, deſſen Folgeerſcheinung
die Glatze iſt, wie die Anwendung ſtark alkohölartiger Kopfwaſſer. Dieſe
Erkenntnis hat den Gebrauch des Javol gefördert, das ſich, wie
wiſſen=
ſchaftliche Verſuche und langjährige Erfahrungen beſtätigen, als mildes
Anregungsmittel für den Haarboden und die Entwickelung der
Haar=
keime bewährt hat.
Modenſchau. Die ſich im laufenden Jahre fo raſch eingeführte
Werkſtätte modernder Bekleidungskunſt von Guſtel Ußner veranſtaltet
am 1., 2. und 3. September im Hauſe Sandſtraße 14 eine eigene
Moden=
ſchau. Alle daſelbſt vorgeführten Modelle ſtellen eigene Entwürfe dar
und beweiſt die Firma auch hiermit, daß der ihr vorausgehende Ruf
voll und ganz berechtigt iſt. Vorgeführt werden eine größere Anzahl
wirklich erſtklaſſiger Modelle und fei auch an diefer Stelle auf die
Ver=
anſtaltung hingewieſen.
„Schwan im Blauband” nennt ſich eine neue Margarine=
Qualität, für welche heute in unſerem Blatte eine Reihe neuartiger
In=
ſerate beginnt. Daß es zahlreiche Margarineſorten gibt, die den
Ge=
ſchmack des Publikums mehr oder weniger befriedigen, iſt altbekannt.
Es beſteht aber ein Bedürfnis für einen wirklich hervorragenden
Butter=
erſatz, der ſelbſt einem verwöhnten Geſchmack Rechnung trägt, und dieſe
Lücke dürfte mit der Einführung der neuen Feinkoſt=Margarine „Schwan
im Blauband” zur allgemeinen Zufriedenheit ausgefüllt ſein. Ein
Ver=
ſuch kann deshalb den Leſerinnen unſeres Blattes nur empfohlen werden.
Rund=Funk=Programm.
Sonntag, 3 1. Auguſti
Berlin (430 bzw. 500). 5.30—7 Uhr nachm.: Unterhaltungsmuſik (
Ber=
liner Funkkapelle). — 7 Uhr nachm.: Märchen, geleſen von Hede
Geber. — 8—9 Uhr nachm.: Beethoven=Wagner=Abend.
Dirigent: Kapellmeiſter Otto Urack, fr. Staatsoper Berlin. 1.
Sin=
fonie Nr. 3 (Eroica), Beethoven, 2. Ouvertüre zur Oper „Rienzi”
Wagner. 3. Siegfried=Idyll, Wagner. 4. Ouvertüre zur Oper „Die
Meiſterſinger von Nürnberg”, Wagner. Das Orcheſter beſteht aus
Mitgliedern des Berliner Philharmon. Orcheſters. — 9.15—11 Uhr:
Tanzmuſik. Während der Pauſe: Bekanntgabe der neueſten
Ta=
gesnachrichten, Zeitanſage, Wetterdienſt.
Frankfurt a. M. (467 m.) 8 Uhr Morgenfeier (veranſtaltet vom
Wart=
burgverein e. V.): 1. Die große Doxologie (Bläſerchor des
Wartburg=
vereins) von Bortnianski. 2. Choral: „Eins iſt not” von J. S. Bach.
3. Anſprache: Herr Pfarrer Karl Veidt von der Paulsgemeinde. 4.
Motette: „Leih’ aus deinen Himmels Höhen” von Th. W. v. Gluck.
5. Choral: „Gott iſt die Liebe”, — 4—6 Uhr: Bunter
Kindernachmit=
tag, veranſtaltet von der Märchentante, dem Märchenonkel und dem
Hausorcheſter. — 8 Uhr: Stunde der Frankfurter Zeitung:
Reiſe=
ſchilderungen von Waldemar Bonſels, Hanns Johſt und Leop. Weiß.
8.30 Uhr: Die heiteren Klaſſiker: 1. Ouvertüre „Coſi fan tutte” von
Mozart. 2. Kaffeekantate von Bach. 3. Capriccio: „Die Wut über
den verlorenen Groſchen” von Beethoven. 4. Terzett „Liebes Mandl,
haſt Du’s Bandl” von Mozart. 5. Zwei Sätze aus dem Fagottkonzert
von Weber. 6. Ouvertüre zur Tannhäuſer Parodie von (Wagner=)
Binder. Mitwirkende: Frl. Kandt (Sopran), die Herren Schramm
(Tenor), Staudenmeyer (Bariton), Henke (Fagott) — ſämtlich von der
Frankfurter Oper. Am Grotrian=Steinweg=Flügel Herr Dr. Merten;
ein Kammerorcheſter. — 9.30 Uhr: Nachichtendienſt Wettermeldung,
Sportbericht und Tagesbericht des Rhön=Segelflug=Wettbewerbs.
Engliſche Stationen: Birmingham (475): 9.00 Uhr: Symphonie=
Konzert. Bournemouth (385): 3.00 Uhr: Händel= und Elgar=
Kenzert. Cardiff (351): 9.00 Uhr: Muſik und Arbeit.
Rae
Landestheater, Kleines Haus, Sommerſpielzeit Bruno Harprecht,
abends 8 Uhr, Abſchiedsvorſtellung: „Im weitzen Rößl”,; abends
10½ Uhr, letzte Vorſtellung: „Vertagte Nacht”, — Orpheum
abends 8 Uhr, Gaſtſpiel des Kölner Volkstheaters: „Familie Raffke‟,
— Württemberger, abends 8 Uhr bei Englert, Ballonplatz 4:
Verſammlung. — Reichsbund der Kriegsbeſchädigten und =
hinter=
bliebenen: Familienausflug nach Zwingenberg. —
Orangerie=
garten: Große Ziegenſchau. — Reichsbund der
Zivildienſt=
berechtigten: Spaziergang nach Roßdorf. — Motorrad=Klub
Darmſtadt, nachmittags 3 Uhr auf dem Exerzierplatz: Großes
Motorrad=Turnier. — Darmſtädter Bicycle=Klub,
2½ Uhr ab Schwimmbad: Familienſpäziergang nach Traiſa (Heſſiſcher
Hof). — Mauerſtraße 5, abends 8 Uhr, Vortrag: „Warnung
vor falſcher Anbetung” — Verein ehem. 6ler, vormittags
10 Uhr, im Rummelbräu: Vollverſammlung. — Café Aſtoria,
nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr: Künſtlerkonzert. —
Herrn=
garten ab 11 Uhr vormittags: Promenadenkonzert. — S. S.
Möwe Darmſtadt 9 Uhr vormittags und 2,30 Uhr nachmittags,
im Woog: Gau=Jugendſchwimmfeſt. — Heſſ. Fechtverein
Wai=
ſenſchutz nachmittags ½4 Uhr, im Saalbau: Sommerfeſt. —
„Zur Poſt” Nieder=Ramſtadt: Kirchweihfeſt. — „
Darm=
ſtädter Hof” Nieder=Ramſtadt: Kirchweihfeſt. —
Re=
ſtauration Germann, Meſſel; Kirchweihfeſt. —
Gaſt=
wirtſchaft Georg Heberer 3., Meſſel; Kirchweihfeſt.
Reſtauration Nummelbräu ab 4 Uhr nachmittags:
Künſtlerkonzert. — Sportplatz=Reſtaurant, Böllenfalltor,
von 4—7 Uhr und 8—11 Uhr: Konzert. — Union=, Reſidenz=Theater=
Palaſt=Lichtſpiele: Kinovorſtellungen.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauv
Verantwortl.— für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Feuilleton und Heſſiſche Nachrichten Max Stteei,
Verantwortlich für Sport; Dr. Eugen Buhlmann
Verantwortlich für Schlußdent: Andreas Bauer
Verantwertlich für den Inſeratenteil: Willy Kuhle
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtad:.
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Mainz gegen ſchöne! Einträge in das Handelsregiſte
unlteilung 4: Aenderungen: Am 21
n= 1924: Firma: Bella Katzmann. —
in ſtadt: Die Prokura der Bella Ka —
liſt erloſchen. Firma: Heſſiſche —
ſchuh=Erzeugung Paul W.
* Darmſtadt: Die Firma iſt erloſche —
22. Aug. 1924: Firma: Bankge /4
zu tauſchen geſucht. (* Ewald Holling, Darmſtadt Die B
liſt erloſchen. Am 26. Auguſt
Firma: Friedr. Krick jr., Lart —:
Die Firma iſt erloſchen. Am 27. 41.
1924: Firma: J. Rau, Darmſtat S
h= Firma iſt erloſchen. Firma: Ed o
Goldberg, Darmſtadt: Die F'
79 erloſchen. Abteilung B: Aenderu
in Am 27. Aug. 1924: Firma: Conral 3
8 Cie., Geſellſchaft mit beſch /74
Tauſch! ter Haftung, Darmſtadt: 9a5 8
kapital iſt auf 5000 Goldmart h0
Viertel, Geſucht 5—glſetzt. Firma: Hettinger .X-
Geſellſchaft mit beſchränkter
tung, Tabakwaren und 2e
mittelhandlung,Darmſtadt: Die H.
iſt geändert in: Tabaßwarei
triebsgeſellſchaft mit beſchr. *
Haftung. Der Gegenſtand des
nehmens iſt wie folgt geändert:
mit Tabakwaren und Betriebeinſch
Handelsgeſchäfte. Firma: Südde 2
Glas=Werke, Geſellſchaft m *
ſchränkter Haftung, Darmſtadt E
Beſchluß der Geſellſchafter vom Al
1924 ſind die Beſtimmungen des Ne
ſchaftsvertrags über die Vertret.
Möbl. Zimmerß fugnis (8 7) geändert. Die Lei
wird, ſolange nur ein Geſchäft
beſtellt iſt, von dieſem, wenn
Geſchäftsſührer beſtellt ſind, d Ei
zwei Geſchäftsführer oder dure
Geſchäftsführer und einen Prl
gſoder durch zwei Prokuriſten v. ah,
ſoweit nicht die Geſellſchaftsverſat 70
einem Geſchäftsführer die ſelb Gw=
Vertretung überträgt. Kaufmar
delsgerichtsrat Albert Alt und
mann. Alwin Storm, beide in
ſind zu Geſchäftsführern beſtellt
daß jeder zur ſelbſtändigen Ve
der Geſellſchaft befugt iſt. Der G 28
führer Kaufmann Werner Hoefs it
ſtadt iſt ebenfalls zur ſelbſtändis
tretung berechtigt.
Darmſtadt, den 28. Aug. 1924
Heſſiſches Amtsgericht I.
Einträge in das Handelsregi
teilung B: Aenderungen: Am 2
1924: Firma: Hannoverſche
waltungs= und Treuhand=s
geſellſchaft, Darmſtadt: Die F (.s,
geändert in: Darmſtädter Rer
— und Treuhand=Aktiengeſe
Der Gegenſtand des Unternehr
geändert wie folgt: 2) Allgemeit
handtätigkeit, beſtehend in Anle
Verwaltung von Vermögen Or
eigenen Namen; b) Fürſorge fü ſ.
biger bei Verluſtgefahr und S
einigung gegenüber fremden
Burkard, möbl., Z. m. und Unternehmungen (Sanieru
Pfandhalterſchaft); ) Reviſi.
Büchern und Bilanzen anderer
nehmungen; 4)
Wirtſchaftsberat=
mer, ſeh. Eing, ohne Beratung in Steuer= und Ver
nheiten. Am 28. Augu
Heinheimerſt. 84
bei Schanz, gut
möbliertes Zimmer
ſofort zu verm. (uc4
Waen Ganfef ece
iſt auf 1805000 Goldmard
tzt. Durch Beſchluß der Ger
imlung vom 2. Auguſt 1924
Geſellſchaftsvertrag geändert
Darmſtadt, den 28. Aug. 192
Heſſiſches Amtsgericht I.
Mauerſtr. 15, Birx, /Beſſungerſtr
möbl. Zimmer, evtl. 1. Stock, Jurk
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Zimmer m=
[ ← ][ ][ → ]Tummer 242.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 31. Auguſt 1924.
Seite 11.
Eine ſommerliche Autoreiſe
Darmſtadt-Neapel.
Als Goethe im September 1786 im Poſtwagen nach
Ita=
fuhr, ſchien ihm die Fahrt entſetzlich raſch ſich zu vollziehen:
Poſtillons fuhren, daß einem Sehen und Hören verging,
—ſo leid es mir tat, dieſe herrlichen Gegenden mit der
entſetz=
men Schnelle und bei Nacht wie im Fluge zu durchreiſen, ſo
mees mich doch innerlich, daß ein günſtiger Wind hinter mir
Wies und mich meinen Wünſchen zujagte.‟ Der Poſtwagen
„.der Vetturin der Gegenwart iſt das Auto. Wie früher die
Swagen, ſo bietet jetzt das Auto den engen Anſchluß an die
Sr. Es gibt die Möglichkeit, verborgene Schönheiten der
Or und der Kunſt, die mit der Bahn nicht zu erreichen ſind,
nießen. Es faßt die entfernteſten Orte in raſcher Folge
zu=
ven und erlaubt zugleich, jede Stimmung auszukoſten.
In einem ſonnigen Juli=Vormittag ſauſte unſer Wagen von
Sinſtadt durch die Faſanerie über Dieburg und Höchſt das
lingtal aufwärts auf den Krähberg. Unter den alten
Bäu=
m des Reißen=Kreuzes werden Decken auf die Erde gebreitet
z m Anblick der Odenwaldberge gefrühſtückt. Das Neckartal
m einen Burgen führt nach Heilbronn; hier ſchweift von dem
a1 „Gaſthof zum Falken” der Blick auf den ſtillen Marktplatz
im das Renaiſſance=Rathaus, in deſſen Saal einſt Götz mit
d= ſernen Hand die Ohrfeigen androhte, die „Kopfweh,
Zahn=
w ind alles Weh der Erden aus dem Grunde kurieren”, und
z—ch auf das Wohnhaus des Reichsſchultheißen, dem Kätchen
Heilbronn entſtammen ſoll.
eber Bietigheim und Beſigheim mit den mittelalterlichen
2en und Kirchen geht die Fahrt nach Stuttgart, wo raſch
Barths Schenkenführer, Oſteria” beim Verlag erſtanden
— nach Tübingen, reizvoll mit ſeinen alten Häuſern, am
Ftionst
ſich aufbauend, und über die Berge der ſchwäbiſchen Alb
n— Stetten am kalten Markt, einer überraſchend freundlichen
Dieſchſiht : S terfriſche. Von hier durch ein wildes Tal abwärts zur
21, die ſich ein ſchmales Bett durch die Kalkfelſen der Alb
ge hen hat. Im engromantiſchen Donautal gleitet der Wagen
Den Welai rur und ſicher hinab. Während die Spitzen der Berge noch
im heine der ſcheidenden Sonne leuchten, grüßt von der Ferne
PDeNShſe, ſchh der mattgrüne Mond herüber. Sigmaringen mit dem
euen und gebruähng ar-u eilem Felſen gelegenen Fürſtenſchloß gibt erſtes
Nacht=
ſewie Einzelnithe H-er.
uf freiem, bewaldetem Kalkfelskegel ragt die Burg Hohen=
Geifnet 10 414 zoc t, die Friedrich Wilhelm IV. als Königsſchloß aufführen
UNunferſrizu lie mpor. In der Friſche des Vormittags erreichen wir über
hme von Anſiu, Hur zollern, Heiligenberg und Salem mit ſeiner glabaſter=
Targlinn, re 2. Kloſterkirche den Bodenſee. Grün ſchillert der See
in v Sonne. Meersburg, Friedrichshafen, das geliebte
Waſſer=
birt liegen vorüber. Lindau iſt die letzte deutſche Stadt: die
Htt0
Fri= des Waſſers iſt zu verlockend, als daß nicht vor Tiſch
ze in daß hudü eirnilendes Bad genommen würde.
Aenderung
aß= und Zollſtelle werden bei Bregenz ohne Schwierigkeit
ma: Bell hung übd riten und nun geht es über Bludenz im Tale des Ill
je Prolua da ku duu das ſchöne Vorarlberg. In ſteilen Kehren ſteigt das Auto
auue Höhe des Arlberg (1800 Meter) und fährt in der fri=
Erzeugung 10” ſch=6 Tbendluft mit raſchen Windungen wieder talabwärts nach
StZ rton, den beliebten Ausgangspunkt zur Darmſtädter Hütte.
DSr. Anton von Sommerfriſchlern überfüllt iſt, fahren wir
Holling, 2a — wes, nach dem nahen Pettneu, wo wir freundliche Unterkunft
Nw..
Friedr, Krich
Geſenſch
ſtung, 2o.
Hetit
abahn
om Tal der Roſanna biegt die Straße in Landeck ſüdlich
Ober=Inntal ein. Hoch=Finſtermünz liegt an der Stelle,
wo ſterreich, Italien und die Schweiz ſich jetzt berühren, und
iei eine prächtige Ausſicht, in das maleriſche Inntal. Bei
Na ks werden, die Päſſe für Perſonen und Auto geprüftt das
wird nicht unterſucht: es genügt die Erklärung, daß wir
zur holung reifen. Auf der Höhe von Reſchen=Scheideck, der
Wo’ ſcheide zwiſchen Inn= und Etſch, öffnet ſich ein herrlicher
Blil uf die Schneefelder der Ortler=Kette. Die Straße
ſenu ch durch das ſchöne Tal am grünen Reſchen=See vorbei
naol Tals. Das Auto ſchlägt raſchere und raſchere Fahrt ein.
haft mit be”. Will ir Fluge getragen, ſchweben wir durch die wundervolle
Nay den Gletſchern, des Ortlers, den Feldern des ewigen
Schnes entgegen; es waren Augenblicke von ſolcher Schönheit
und Größe, daß ſie nicht aus dem Gedächtnis ſchwinden.
Bei Spondinig=Prad biegt der Wagen in das enge Sulden=
Tal ein und ſteigt in ſteiler Fahrt mit vielen Kehren auf
ſchma=
ler Straße zur Höhe des Suldenhotels empor, das, wie ein
ein=
ſamer Vorpoſten in das Maſſiv der Ortlergruppe vorgeſchoben,
am Fuße der Gletſcher und Schneefelder in ſtiller, nur von den
Gebirgswaſſern durchrauſchter Natur liegt.
Ein Ruhetag in dieſer Einſamkeit.
Mit Geſchick ſteuert unſer trefflicher Karg den 16/45=
Merce=
des die ſchmale Suldenſtraße wieder hinab und nun über
Tra=
foi in vielen Windungen mit herrlicher Ausſicht auf Madatſch=
Gletſcher, Trafoier Ferner und Ortler durch eine großartige
Alpen=Gebirgslandſchaft auf das Stilfſer Joch. An den
Seiten der Straße liegt Schnee. Um das Stilfſer Joch wurde
in den Jahren 1915 bis 1918 heftig gekämpft. Die Gaſthöfe
Fer=
dinandshöhe und Drei=Sprachen=Spitze ſind zerſchoſſen. Die
Trümmer der Mauern ragen in die jetzt ſo friedliche Bergluft.
Eine Kantine bietet Unterkunft. Das Stilfſer Joch war früher
die Grenze zwiſchen Oeſterreich und Italien. Die Bevölkerung
nördlich des Stilfſer Jochs iſt von ausgeſprochen deutſcher Art.
Daß ſie jetzt zu Italien geſchlagen iſt, muß jeder, der durch
die=
ſes Land fährt und mit dieſen deutſchen Männern ſpricht, als
einen Hohn auf Wilſons Grundſatz, daß jedes Volk dem Staat
ſeiner Art angehören ſoll, empfinden.
In zahlreichen Windungen geht es von der Höhe des
Stilf=
ſer Jochs mit ſeinen 2800 Metern wieder abwärts. Zahlreiche
Spuren der ſchweren Kämpfe ſind ſichtbar. Zerſchoſſene Häuſer
ſtehen am Wege. Die Drahtverhaue ſind ſtellenweiſe an den
Berghängen noch geſpannt. Große Rollen verroſteter
Draht=
geflechte liegen — jetzt nach fünf Jahren — noch an der Straße.
Ueber Bormio und Tirano mit ſeinen alten Paläſten
er=
reichen wir in raſcher Fahrt, die ſich bis zu 80 und 90 Kilometern
ſteigert, bei Colico den Comer=See. Ein friedliches Bild
öffnet ſich. Auf dem See ſpiegelt ſich die abendliche Sonne; die
Glocken der Dörfer läuten ihr ſamstägliches Ave Maria. In
Varenna, am Oſtufer des Sees, ſtellen wir in einem Gaſthof ein,
der wie ein italieniſcher Palazzo an den See gebaut iſt. Ein
Teraſſen=Garten führt nach dem Waſſer. Die Oleander blühen
und duften mit ihren ſtark roten und weißen Blüten. In einer
Grotte des Gartens werden die Kleider abgeworfen, und nachdem
wir am Mittag auf der Höhe des Stilfſer Jochs Schneeballen
geworfen, ſchwimmen wir nun beim letzten Strahl der
Abend=
ſonne in dem milden, warmen Waſſer dieſes ſüdlichen Sees.
Am nächſten Tage iſt Mailand raſch erreicht. Es iſt nicht
der Zweck der Autoreiſe, die großen italieniſchen Städte, die mit
der Eiſenbahn leicht zugänglich ſind, in ihren Einzelheiten
ken=
nen zu lernen, noch iſt es der Zweck dieſer Zeilen, ſie zu
ſchil=
dern. Nur einzelne Eindrücke ſollen herausgegriffen werden.
Dom, Brera und Leonardos „Abendmahl” ſind die weſentlichen
Punkte, neben einer überaus gaſtfreien Aufnahme bei
italieni=
ſchen Freunden. Intereſſant iſt es, zu hören, wie die italieniſche
Geſchäftswelt die Handelsbeziehungen zu Deutſchland wieder
gerne pflegen möchte, aber durch die hohen deutſchen Preiſe ſich
gehemmt fühlt.
Ueber die Certoſa di Pavia, deren Faſſade, ein
Meiſter=
werk der italieniſchen Frührenaiſſance, in den ſchönſten
Far=
ben des Marmors ſchwelgt, deren Kreuzgang mit ſeinem Bronze=
Brunnen die Blütendüfte des italieniſchen Sommers ausſtrömt, ſammenſtellung, wie Schinken mit Feigen, Tunfiſch mit Melone,
ſtoßen wir bei Pigzenza auf die breite Via Emilia. Von Konful
Aemilius Lepidus nach dem zweiten puniſchen Kriege für die
Kriegszüge des römiſchen Heeres erbaut, dient ſie heute vor
allem aus ausgezeichnete Autoſtraße. Parma und Modena
wer=
den paſſiert. Bologna, die mittelalterliche Univerſität mit ſorten von den einfachen Gelati bis zu der verſchmitzten Caſſata
ihren Laubengängen, iſt eine herrliche Stätte verſchwiegener
abendlicher Kneiven.
Im Savona=Tal ſteigt die Straße zu den Apeninnen durchglühten ſüßen Weine in Weiß und Rot, wie der
lilien=
zeriſſen, waldlos und von der Hitze des Sommers verſengt.
Kurz ver der Höhe des Futa=Paſſes finden wir in einem
ein=
fachen Alberge kühle Mittagsruhe, Spaghetti, Pollo arroſto und friedigend, ſo hatten wir im Süden über ſteinige Strecken und
ſüßen Landwein.
Florenz liegt in der Hitze der Nachmittagsſonne, als wik
durch die Porta San Gallo einfahren. Ich liebe dieſe Stadt
vor allen anderen in Italien: „Wie eine Waſſerlilie hervorragt
über dem Spiegel des Sees, ſo ruht auf dieſem reizenden Boden
das reizendere Florenz mit ſeinen ewigen Werken, mit ſeinem im Golf und bei Capri.
unerſchöpflichen Reichtum” — ſo pries vor 100 Jahren Leo in
ſeiner Geſchichte der italieniſchen Staaten die Stadt am Arno.
In keiner anderen Stadt ſind die Reize der Landſchaft in ſo
wunderbarer Weiſe mit der Blüte der Kunſt verſchmolzen. Keine
andere Stadt führt ſo tief in das Herz der Renaiſſance, unb es
birgt dieſe Stadt jenes unvergleichliche Werk der Kunſt, das, wie
auf früheren Italienfahrten, ſo auch diesmal wieder den tiefſten
und ſtärkſten Eindruck mir gegeben hat: Raffaels „Madonna
della Sedia”: die herrlichſte Verkörperung der Mutterliebe und
zugleich des hingebungsvollſten Vertrauens des Kindes zur
Mutter, die reſtloſe Erſchöpfung tiefſter Menſchlichkeit, geboren
aus der Gefühlswelt, von der eine Linie führt zu einer anderen
Blüte italieniſcher Kunſt, zu Eleonore Duſes Menſchen=
Dar=
ſtellung.
Ich jagte in den wenigen Tagen des Florentiner Aufenthalts
nicht nach Sehenswürdigkeiten. Ich floh die Unruhe der neuen
Piazza Vittorio Emanuele, nach der ſich jetzt der Mittelpunkt
des Verkehrs und der Fremden verſchoben hat. Ich ging zu
Raffgel, Botticelli und Fra Angelico. Ich zog mich zurück auf
die jetzt gegen früher ſo ſtill gewordene Piazza della Signoria,
die keine modernen Reſtaurants hat, auf der jetzt nicht mehr die
Fremden, ſondern nur noch Florentiner Bürger und Kutſcher
ihren Kaffee nero trinken, auf der aber die Geſchichte von
Jahr=
hunderten, die Pracht der Medici wie die Tragik Savonarolas
vor dem geiſtigen Auge aufſteigen. — Ich ſuchte Darmſtädter
Freunde auf; Dr. Karl Wolfskehl, der Dichter aus der
Gruppe Stefan Georges, bildet den Mittelpunkt eines
ange=
regten Kreiſes; Hans Schiebelhuth hat in Florenz Gattin
und neu= Heimat gefunden.
In der Frühe des Morgens verließen wir Florenz über die
Hügelſtraße mit ihren herrlichen Ausſichten, fuhren durch eine
freundliche Landſchaft, die Straße ſtieg, das Tor einer Stadt
öffnete ſich, das Auto kletterte durch ſchmale Straßen aufwärts,
hielt an: vor uns leuchtete in der Sonne eines friſchen
Vormit=
tags der Dom von Siena, ſtrahlend im Glanze des weißen,
ſchwarzen und roten Marmors.
Die kleinen mittelalterlichen Städte liegen auf der Höhe der
Berge, befeſtigt und abgeſchloſſen gegen die benachbarten Feinde.
So führt die Straße von Stadt zu Stadt, nicht wie in
Deutſch=
land im Tale entlang, ſondern bergauf, bergab. Manch
reiz=
volles Bergſtädtchen erſchloß ſich. So Montepulciano, das
wein=
berühmte, mit ſeinen Renaiſſance=Paläſten, die durch das
Eben=
maß ihrer Formen wohltun; ſo Orvieto, deſſen gotiſcher Dom
mit ſeinen Reliefs und Moſaiken in bunteſter Farbenfreude in
den blauen Himmel aufſteigt.
Das heutige Rom iſt die Stadt der Gegenſätze, der
Wider=
ſprüche. Hier Forum, dort Peterskirche, zwiſchen beiden der
Corſo Umberto mit engliſchen Banken und franzöſiſchen
Ge=
ſchäften. Wir ſaßen an einem warmen Abend auf der
Dach=
terraſſe des Cafés La Rinaſzente; vor uns lag in der Tiefe im
Dunkel der Nacht das alte Römer=Forum, neben uns ſpielte eine
Jazz=Band vor eleganteſten Damen die neueſten Tanzſchlager;
ein Sinnbild für die Widerſpältigkeit dieſer Stadt!
Hatten wir uns während des Tages in die Geſchichte des
alten Rom oder in die Herrlichkeiten des päpſtlichen Mittelalters
verſenkt, ſo zogen wir abends in eine der nicht von Fremden
verdorbenen Trattorien zum Mahl. Welche leiblichen Genüſſe
tun ſich hier auf: die Vorſpeiſen in ihrer ungewöhnlichen
Zu=
die ſchmalen, langen Eiernudeln, Spaghetti genannt, in der
ver=
ſchiebenſten Zubereitung, die zarten Languſten, die mancherlei
Fiſche von der klaren Seezunge bis zum gebackenen Tintenfiſch,
die weniger abwechſlungsreichen Fleiſchſpeiſen, die köſtlichen
Eis=
alla Siciliana. Dazu die ausgezeichneten italienifchen Weine,
von denen neben dem toskaniſchen Chianti namentlich die
ſonnen=
auf. Täler und Schluchten öffnen ſich. Die Berge ſind wild= duftige Alnatico, der ſtarke Nebiolo aus Piemont, der weiße
Orvieto und mancher andere uns erfreuen.
Waren bis Rom die Straßen für Autöfahrti ditkchaus bes
unvorherſehbare Gefälle zu klagen. Am ſchlimmſten iſt es in und
bei Neapel, das wir über Ceprano und Monte Caſnio in
acht=
ſtündiger Fahrt erreichten. Dafür entſchädigte Neapels herrliche
Lage, ein ſchöner Abend auf dem Poſſilip mit dem Blick auf den
Veſuv und den Golf von Neapel und die erfriſchenden Bäder
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Nemlich de Ferſcht vun Torn un Taxis, der hodd bekanntlich
Reichsroſt erfunne. Odder vielmehr de Afang devo, indem
es nemlich zu ſeiner Zeit noch kaa „Deitſches Reich” gäwe
I=ſundern ungefehr ſo e Stickerers drei Dutzend Vaderländer.
iwwer den Zuſtand ſin mer jo goddſeidank heit enaus, die
Ihl vun de deitſche Vaderländer hodd ſich erheblich verringerd.
S dings, e „Deitſches Reich” kennd mer aach heid widder bloß
m. dem Name nooch un mir ſin in dere Beziehung ſtreng
ge=
m me genau widder ſo weid, wie vor hunnerd Johr, wo mer
ige hodd:
Was iſt des Deitſchen Vaderland?
Iſt’s Bayernland? Iſt’s Preißenland?
Iſt’s, wo am Bäld die Meefe zieht?
Iſt’s, wo im Fäld die Schnebfe brieht?
Nein, nein — nein, nein — un ſo weider.
2 vor hunnerd Johr un heid is der aanziche Unnerſchied
— der, daß damals die „fiehrende” Volksmenner wenichſtens
is wie e Ahnung hadde vun=eme Deitſche Reich, währendem
S ſeid —
Cwwer ich kumm ab vun meim Dhema.
fange mer alſo noch emol ganz vorne vum allerforderſte
Dgo a. Nemlich der Ferſcht vun Torn un Taxis, deß war
e ier Brackdiguß un er is deßhalb eines ſcheenen Dages uff
d Bedanke verfalle, en reſchulierde Poſtbedrieb in Zehne zu
ſo lm damit, daß die Leid net immer zu worde hawwe brauche,
b=y mol en Handwerksborſch, odder en Bärnfiehrer in die
EI End kumme is, der wo=en en Brief mitgebracht odder
mit=
g unme hodd, an die Verwandt= un Bekanntſchaft un ſo.
o, die Erfindung vun dere Idee mit dem reſchulierde
Poſt=
b— b war mit aam Wort en Schlager, der Ferſcht vun Torn
uaxis hadd ſei Glick gemacht un hodd ſich ſpeder als
ſtaa=
rSi: Mann zur Ruh geſetzt. Aus ſeine erfunnene Idee hodd
ſi—i nigſam die nachmalich, beziehungsweis die jetzich
Reichs=
p endwiggeld; bis uff einiche deitſche Vaderländer, die wo
ih jeheilichte Präſärwadrechte zulieb ihr eiche Reichspoſt
ge=
hei hawwe, valleicht aach, weil ſe die preißiſch Gärmania net
voitſe konnde un hawwe deßhalb liewer Leewe un
Härſch=
geih un ſo Zeiks uff ihr Briefmacke gemold.
Darmſtädter Dagblatt, Sonntag, den 31. Auguſt 1924.
Seite 13.
D.
ewiß, zwiſche ſeiner Zeid, wo noch der vielbeſungene
„S ager” mit ſeine Poſtkutſch dorch’s Land gefahrn is un hodd
am em Friedhof un an jedem Wertshaus aans odder aan
„g9ſe” — un zwiſche heid, wo ſe bloß noch uff die Hubb dricke
uni echſtensfalls an=em Wertshaus bloß emol aan bloſe, do is
en 1 ßer Schiedunner. Soviel awwer kann mer ruhig ſage,
Briiguſſe hodd’s bei de Poſt immer gäwwe. Wie
beiſpiels=
mei) de alde Stefan ſeelich, dem wo’s bloß drum zu dhu
walaß alles muſtergildich fungzionierd hodd, ſo daß Jeder ſo
ſch=” wie de Hund gautzt zu ſeim Sach kumme is. Odder de
Pclilsgie, der wo ſich unnerm willhälminiſche Zeidalder mehr
ufffi ſchneidiche Ton verleecht hodd un der wo am liebſte mit
ſei=; Briefdreecher Addacke geridde un Lumbeabäll abgehalde
heät
ß haaßt, in de letzte Johrn war mer widder devo
ab=
kun), ſowohl vum muſtergildiche Fungzioniern, als wie aach
vuu chneidiche Ton. Sundern mer hodd mit Eifer denooch
geß!o, den ganze Poſtbedrieb ſo muſtergildich umſtendlich
wi 3 eechlich zu mache. Un der neie Ton, der war eichendlich
mei rob wie ſchneidich. Zwar die Poſt hodd ſich do net viel
drr: i zubilde brauche, als wie wann deß nor allaa bei ihr ſo
gek; weer; es hodd valleicht Behördlichkeide gäwwe, die
wo=
ersi dere Beziehung noch de Rang abgelaafe hawwe, ſowohl
in /zugnahm bedräffs vun wäche de Umſtendlichkeid
als) aach im Hieblick uff den rubrizierde ſchneidiche Ton, dann
der tere, der war eichentlich weder grob noch ſchneidich,
ſun=
der) hodd iwwerhaubd nix gedaucht. (Un wann mer jetzt
ga Y herkimmd un ſeecht, dodemid hedd ich die
Owwerreichs=
fin amtsdiſtricktsei’nemmereie gemaant, dann zeich ich en a',
wSl iebler Noochrede. Eweſowenich hadd ich dodebei ’s
Woh=
nir amt im Aag, gans im Gächedaal, deß leihd mer nooch
wis x im Mage. Sundern deß ſin ganz unverbindliche
allge=
me) Bemärggunge, die wo ſich jeder im ſtille Kämmerlein nooch
ſei3 chene Guſto un Geſchmack ausleche kann, wie er will un
wiült baßt.)
* gruße Ganze awwer därf mer ehrlich un offe eraus ſage,
da y dißbeziegliche Beherdlichkeide widder uff dem Wähk der
Beling ſin. Langſam, awwer ſicher erwache ſe aus dem
Zu” vun=eme golderne Zeidalder, un ſie verleeche ſich widder
mel in mehr druff, daß widder einichermaße Ordnung in den
dod aunere Bedrieb kimmd. Sogar bei de Schubbo hodd
mel igeſähe, daß die Dißzieblien net allaa dorch Spazierngeh
un ord gehowe wärd, ſundern daß mer e Middageſſe wann’s
ſeiv ß aach emol dorch ſtramme Haldung erſetze kann. Alſo
ger? twie’s frieher aach war. Deß aanzige Amt, bei dem wo’s
noch e bißche habert, deß is valleicht noch des Wohnungsamt,
awwer deß ſpielt aach dodebei net mit, dann deß is e Amt for
ſich, deß wo wenicher uff Ordnung zu halde hodd, ſundern bei
dem’s mehr uff die Umſtendlichkeit akimmt.
No, alſo korzum, aach bei de verehrliche Reichspoſt hebt ſich
widder des Standesbewußtſein, ſie krickt’s gewiſſermaße mit=em
Stolz zu dhun un maand, ſie mißt de Vorreider mache un
mißt, was Ordnung un ſo bedrifft, an de Spitz marſchiern. Net,
daß ſe ſich widder druff verlecht, rädſelhafde Inſchrifde zu leeſe
un de Dockder ihr unleſerliche Räzäbde zu endziffern, die ſvo
die Abbedheker net erausbringe; naa, ſo weid ſin mer noch net.
Awwer uff ſprachwiſſensſchaftlichem Gebied rennt ſe
ſich doch in allerhand geiſtiche Unkoſte. Un beſunners die
Darm=
ſtädter Reichspoſt=Owwerpoſtdiräckzion. Alſo die hodd ſich
kor=
zerhand vun Bealien losgeſagd un gibbt uff eiche Fauſt e
arra=
wiſches Werderverzeichnis eraus, gewiſſermaße e Iwwerſetzung
vum klaane un große Aamolaans ins Owwerpoſtdeitſch=
Fone=
diſche. Un in ihre bekannde Beſcheidenheid nennt ſe des
arra=
wiſche Werderverzeichnis „Zahlenausſprache im
Fernſprechver=
kehr. Herausgegäben vun de Owwerpoſtdiräckzion Darmſtadt.”
Wie mer deß uff de Redackzion mei Kollech zur gefellichen
Beachdung ausgehendicht hodd, do hab ich zu=em geſagd: „Max,”
hab ich geſagd, „wann deß nor gud abgeht, un wann uns do
nor kaa Una’nehmlichkeide draus erwachſe. — „Woſo?” ſeegt
dodruff mei Kolleech, de Max. — „Eino,” ſag ich, „wann die in
Bealien dehinner kumme, daß die Darmſtädter
Owwerpoſtdiräck=
zion nix mehr nroch de Bealiener freegt, noochher is es net gans
ausgeſchloſſe, daß de Herr Reichspoſtminiſter die Reſchierung in
Bealien ſchaff macht, un die hodd nis Eilichereres zu dhu un
ſchickt e Rejemend Reichswehrſaldade nooch Darmſtadt un leßt
die Poſt belagern, un ſpuckt Dood un Verdärwe, un gibt net
ehnder nooch, bis der Verbrecher vun dere Zahleausſprach
aus=
geliwwert is.” — „Do magſte net gans u recht hawwe,” ſeegt
do=
druff de Max, „awwer deß geht uns perſeenlich nix a”, deß meeche
die mitnanner ausmache. Jedenfalls unnerſtehn mir de
Owwer=
poſtdiräckzion Darmſtadt, deß is unſer nechſte vorgeſetzde Beherde
im Fernſprechverkehr un nooch dere hawwe mer uns zu richde,
Un wann die Zahleausſprach zu innerbollidiſche Verwiggelunge
fiehrd un die Owwerpoſtdiräckzion Darmſtadt will de Bealiener
abſelud Drotz biede, dann mag ſe aach ſähe, wie ſe mit=en agnich
wärd. Un ſolang bis die Streidfrog noch net eiwandfrei geleeſt is,
haaßt’s bei uns ei fach: nuhl, einſſ, zwoh, drrei, fieärr, fünneff,
ſechs, ſiebänn, acht, noihn, zähn, älff, zewwolff, drreizähn
Ich waaß eichendlich heid net mehr gans genau, ob mei
Kolleech Max noch weider gezehlt hodd, un ich waaß aach heid
noch net, wie ich eichendlich erauskumme bin aus unſere
Redack=
zionsſtubb; ich hadd bloß, wie ich de Rheinſtrooß enuff bin, ſo
en indifferenzierde Geſchmack uff de Zung nooch Koynjack,
Ball=
drian, Bienche, Hoffmannsdrobbe un Oddekolonſch. Woraus ich
geſchloſſe hab, daß ſe uff de Redackzion ſcheinbar nix unverſucht
geloſſe hawwe, mich aus meine unklorformerierde Oh’macht
wid=
der ins Läwe zurickzurufe. is ſchee vum Widdich, daß er im
Verbandskaſte uff ſeine Redackzionsſtubb aach Middel hodd, wo
demit mer Doode uffwecke kann. Ich glaab, dißmol hedd=ich de
Ruhs gehadd, ohne Dockder. Un ich kann gewiß ſchun en
Stimmel verdrage.
(Awwer ich bidd mer aus, daß mei verehrliche Läſer un ſo
jetzt net haufeweis uff unſer Redackzionsſtubb gelagfe kumme
un bilde ſich ei’, ſie kennde duſchur in Oh’macht falle; deß geht
ſchlechterdings net, dann mir ſin doch ſchließlich kaa Handelsſchau.)
Jedenfalls will ich for’ſch Erſte mol zugucke, wie mer ſich in
Bealien zu dere Darmſtädter Zahleausſprach ſtellt. Un im nechſte
„fieärrdel” Johr werr=ich um die Poſt erum en große: Boge
mache. Net, daß mer do ahnungslos midde uff de Rheinſtrooß
in e Feiergefächt enei gereed odder es fellt aam im Vabeigeh e
Kanon uff de Kobb. Godd, wann mer aach an meim Läwe nis
mehr liggd, awwer ſo bräſſierd mer’s dann doch net.
No, der wo den Gedanke ausgeheckt hodd mit dem fonediſche
Fernſprechzahleverkehrsaa molaans, in dem ſeine Haud meecht
ich net ſtecke. Was wärrd dem in de letzte Zeid all gewunſche
worrn ſei. Ich glaab, deß hellt aaner allaa gor net aus. Un ich
hab mer ſage loſſe, verſchiedene Telefonengel dhete bereits im
Spidal lieje, weil ſe ſich beim Auswennichlerne vun dem
Zahle=
allfabeed die Zung abgebroche hedde. Jano, deß kann nu’ alles
nix helfe, Befehl is Befehl, un Ordnung muß ſei, de Arm geheerd
in de Aermel. —
Jetzt hodd mer neilich ſo e tächniſcher Poſtunkel uffgebunne,
daß die Zeid net mehr färn weer, wo mer net bloß färnſchwäzze
kennt, ſundern aach färn ſehe. Un in Zukumfd dhete ſe aam
noch e Maddſcheib newer de Dellefolabberad henke, un do dhet
mer zu gleicher Zeid aach die Perſon, mit däre wo mer ſchwäzze
dhet, in voller Läwensgreeß vor ſich ſähe. No, do muß ich offe
ſage, deß is enſchiede en Fordſchridd. Awwer bei Licht bedracht
aach widder en Rickſchridd, dann ich verſeenlich dellefonier liewer,
wann ich deßjeniche net ſäh, mit dem wo ich ſchwäzz, dann
warum, mer hodd mehr Kuraſch. Un dann war’s ſeidher des
Scheene, daß mer wächem Dellefoniern net äxdra hodd Tiolädde
zu mache brauche: mer konnd midde in de Nacht im allerdieſſte
Negliſchee mit de vornehmſte Leid dellefoniſch verkehrn, ohne daß
mer ſich hodd zu ſcheeme brauche. Deß heerd do nadierlich uff.
Mer kann ſich doch net im Hemd vor wildfremde Menſche ſähe
loſſe. Un de Nachtdiſch=Dellefo=Beſitzer, dene wärrd jedenfalls
de Abberad endzoge: die Poſtdellefomädcher kemde jo ſunſt aus
de Schamreedlichkeid gor net mehr eraus. Un erſt die Dockder!
No, die miſſe ſich in Zukumfd mit Stiwwel un Sporn ins Bedd
leeche, wann ſe net Duſchur es Aerchernis effendlich erreeche
wolle.
Nu denk ich mer die Sach ſo, daß derjeniche, der wo die
„Zahleausſprach im Fernſprechverkehr” erfunne hodd, ſchließlich
drotz ſeine Arweidsiwwerlaſtung aach noch ſoviel Zeid iwwrich
hodd un gibd e Baddie leichtfaßliche Vorſchrifde raus iwwer wie
mer in Zukumfd beim Dellefoniern a gezoge ſei muß. No, mer
wolle’s mol uff uns erakumme loſſe un wolle mol ſähe, was ſe
alſo uff de Owwerpoſtdiräckzion for=e „Fernſprechverkehrs=
Toilädde=Vorſchrift” aushecke. Dann wie geſagd, an Brackdiguſſe
fehlts net bei de Poſt, die werrn die Sach ſchun fingern. Genau
wie bei dem Zahle=Galimadias.
Iwwrichens, daß die Poſt aach Sinn hodd for
Geſellſchafts=
ſpiele, deß hedd ich mer net draame loſſe. Nemlich bei de
Lud=
wigsplätzler wollt ſe ſich aach emol in’s gude Licht ſetze un do
hodd ſe neilich in Talljeheeh an’s ehemals Beddingers Brauerei
zwaa Klowe ei gedibbeld. No, hab ich gedenkt, wann ſich dodra
niemand im Dunkele e Loch in de Bauch ſteeßt, will ich’s lowe.
Märkwärdicherweis, die Bollezei, die wo ſich doch ſunſt an allem
ſteeßt, die hodd ſich an dene Klowe net geſtoße. Dodefor hawwe
awwer ſo e paar „Spaßvöjel” nooch acht Dag den aane Klofe
widder rausgeboſſelt. Die Poſt hodd ſich awwer nix äſtemiern
loſſe un hodd widder en neie Klowe eneigedibbeld. E paar
Dag denooch war der annere Klowe haus. Dodruffhie hodd
die Poſt aach do widder en neie eneigegibſt. Ich hab ſchun for
mich gedenkt, du willſt doch emol ſähe, wem dodebei deerſt die
Geduld platzt. Awwer nooch drei Woche war die Poſt deerſt des
Geſellſchaftsſpiel mied. Sie hodd jetzt die zwaa Klowe eiſach
mit „Schnellbinder” eigegibſt und hodd gleich den Briefkaſte
druff geſetzt; do warn die annern noochher die Dumme, die
mache=rer jetzt die Klowe net mehr raus. Alſo mit aam Word:
es gibt noch Brackdiguſſe bei de Poſt; ſogar beim Klowe=Eigibſe.
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Unner dere Maſſion
Schreiwe=
brief, die wo mer die Woch zugegange is, warn aach zwaa, in
dene wo ſe mer des Geſchlächt abſtreide wolle. Der aane Brieſ
war aus Offebach (des liggd im Kreis Dunnerkeil) un der anner
war aus Pointe Claire (des liggd in Kanada). Der Offebächer
werrd aach noch grob (noja, was kann aus Offebach Gudes
kumme, außer de Portmannee un de Gerbſaire!) un ſeegt, mei
bees Mundwerk ließ zwar uff e Frauenzimmer ſchließe, awwer
for e Frauenzimmer hedd ich zuviel Lohchick! Alſo mei liewer
Offebächer Windbeidel, deß is vor alle Dinge e Dublo=
Belei=
dichung, un dodruff ruht Feſtung, nicht unter zwei Jahren, im
Uneinbringlichkeitsfall Geldſtrof bis zu ſiwwe Mack un zehe
Fen=
nich; ganz abgeſähe vun dere Schachtel Zigarädde, die wo debei
geläche hodd, un die wo als Beſtächung uffzufaſſe is. Daß ich e
bees Mundwerk hedd, deß hodd mir bis dado noch kaaner
ge=
ſagd, un daß deß e Karacktereichenſchaft weer vun uns Weibsleid,
deß kann nor aaner behaubde, der wo im neie deitſche
Barlamen=
darismuß kaan Beſcheid waaß. Uin was die Lohchick bedrifft, ſo
verwechſele die Herrn der Schebfung des „Erkenntnisvermöge‟
jedenfalls mit=em Fauſtrecht. For e derardich „lohchiſche
Beweis=
kraft” hawwe mir Weibsleid allerdings kaa Verſtendnis, am
wenichſte, wie ſe ewe im Reichsdag zur Geldung kimmt.
Wann deß des Weſe is, an dem Deitſchland geneſe ſoll, dann
peif ich uff eier ganz Lohchick, meine Herrn, un ſag uff gud
Deitſch: „Fui Deiwel!”—— En ſtärkere preßgeſetzliche Ausdruck
ſteht mer for die Lohchick leider net zu Gebod. Uuff de Zung
hab ich awwer noch was ganz annerſter . . . . ."
Alſo, mei liewer Offebächer, die Zigarädde warn beſſer wie
die Aſichte iwwer „Lohchick” un ſo. — Im Iwwriche mecht ich
noch emol for aller Effentlichkeid konſtadiern: die Addickel ſchreib
ich, des Bienche Bimmbernell, ganz allaa, un alle Zuſchrifte, die
wo e anner Adräß drage — ſin ungildich.
Meine Landsleid in Kanada awwer will ich emol
ausnahms=
weis ihrn Wunſch erfille. Un wie mei Freund un Speezel, der
ſchebbaaniche Pfeil, ſei nei Flugabberädche ferdich hodd, kumme
mer eniwwer nooch Ameriga; ich hab doch driwwe allerhand zu
beſorje, deß geht dann in aam hie. — Un vun Badavia nooch
Kanada, deß is, meim Globuß nooch, doch nor en Gickelsſchridd.
Allerdings, ob deß Flaſchebier richdich eniwwer kimmt, deß kann
ich net verſpreche, deß kimmd ganz uff=em Pfeil ſein Modohr a'.
Den Gruß awwer, den ich vun dene kanadiſche Heinermädcher
hier beſtelle ſoll, den kann ich vorerſt net los werrn, dann warum?
Weil unſer nei Adräßbuch ſchun beinoh zwaa Johr lang
krohniſch in annern Umſtend is. Deß gibd e Schwergeburd.
Jedenfalls kimmt’s zum Präſidendeſchnidd. No, wie ich ſo
hinne=
rum erfahrn hab, ſoll’s endgildich am erſte Ockdowa uff die Wäld
kumme un de Schlapp iwwernimmt dann deß neie Adräßbuch
ſoford in ſei Andikwariad, do is ſe am beſte uffgehowe; wann
net de Libbmann May gleich die ganz Ufflag als alt Babier
uff=
kaaft un dhut ſe eiſſtambfe, do weer ſe valleicht noch beſſer
uff=
gehowe, wie im Schlapp ſeim Andikwariad. — Jedenfalls, deß
neie Adräßbuch geheerd bereits beim Erſcheine de
Vergangen=
heid a. — Un deß is gewiß e Säldenheid. —
Allerdings, e Säldenheid war’s aach, wann aaner, meine
Verſprächunge nooch, am boriche Sunndag uff de „Handelsſchau”
uff ſei Rächnung kumme is. No, ſo hab ich deß aach net
ge=
maant! Wer awwer zu korz kumme is, der ſoll heid enaus geh
in de Orrangſcheriegadde. Heid is nemlich de „Gaaſe=
Ausſtel=
lung” draus un do gibt’s dißmol wärklich, un uff Ehr un
Seelich=
keit, Milch, Budder un Kees for nix — nadierlich aach net
waggo=
weis, ſundern bloß zum Verſuche. Die ſcheenſte Gaaſe werrn
owwedrei noch brämierd. Mei Zwangsmiedern macht aach hie.
Nu indräſſierd mich’s bloß emol, ob ſe ſich en Preis hehlt.
Iwwrichens, weil mer grad vun die Gaaſe=Ausſtellung
ſchwätze wie ſteht’s dann mit em verbillichte Gaspreis, Herr
Nuß? Mir hawwe Ihne doch net bloß ſpaßhalwer zum
Gas=
werks=Diräckder gemacht! Nor emol los un net ſchenierd, mir
kenne in dere Beziehung allerhand verdrage, do kenne Se uns
net verbliffe. So billig wie mir es Gas verkonſumiern wolle,
kenne Se’s zwar net liwwern, Herr Nuß, awwer ſo deier, wie’s
de Herr Ridzerd gern verklobbe mecht — brauche Se’s net zu
liwwern; es gibt immer doch ſo was wie en goldene
Middel=
wähk! Alſo, wann mir zwaa gude Freunde bleiwe wolle, dann
zeige Se emol, was Se kenne, wann Se aach dodebei gewiſſe Leid
vor de Bauch ſtoße; nor net ſchenierd. Der Dank der Berjerſchaft
is Eich gewiß, Herr Nuß; broduziern Se ſich emol als Nußknacker!
im
mit Luftballons=Verteilung an Kinder b. Einkauf b. 3 Mk. an
G. m. b. H.
igſtra
Ze
Hüt
Ben
loſen
man
Darmſtädter Tagblatt
DonderdeTa
31. Auguſt 4924 Nr.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
w. Der Ausweis der Reichsbank vom 23. Auguſt zeigt
eine beträchtliche Entlaſtung der geſamten Kapitalanlage, und zwar um
110 auf 1848,8 Trill. Mk. Der Rückgang erklärt ſich aus der
Weiter=
begebung von Wechſeln aus dem Portefeuillebeſtande der Bank. Es
wurden nämlich 145 Trill. Mk. an ſolchen Wechſeln neu begeben, ſo daß
die Summe der außerhalb der Reichsbank rediskontierten Wechſel auf
228,6 Trill. Mk. geſtiegen iſt. Die eingetretene Entlaſtung der Anlagen
bleibt um 35 Trill. Mk. hinter dem Betrag der Rediskontierungen
zu=
rück, weil die der Reichsbank durch die Rediskontierung zugefloſſenen
Mittel zckum Teil bereits während der Berichtswoche wieder zu Krediten
an die Wirtſchaft verwendet wurden. Im einzelnen iſt der Beſtand an
Papiermarkwecheſnl und Lombardforderungen um 93,6 auf 795,2 Trill.
Mark zurückgegangen, während ſich für das Rentenmarkwechſel= und
=lombardkonto eine Verminderung um 13,8 auf 977,2 Mill. Rmk. ergab.
Die Rückflüſſe an Zahlungsmitteln ſetzten ſich fort. Der Umlauf an
Reichsbanknoten nahm um 42,5 auf 1129,2 Trill. Mk., der
Nentenmark=
umlauf um 46,3 auf etwa 1715 Mill. Rmk. ab. Die Beſtände der
Reichs=
bank an Rentenmarkſcheinen haben ſich dementſprechend auf 390,3 Mill.
Rentenmark erhöht. Die fremden Gelder der Bank weiſen nach der
Zunahme während der beiden Vorwochen diesmal eine Verminderung
im ganzen um 45,1 auf 824,2 Trill. Mk. auf.
Für den Goldbeſtand wurden von neuem 8,9 Mill. Goldmark in
Gold im Ausland erworben. Der Goldvorrat der Reichsbank vermehrte
ſich dadurch auf 507 Mill. Gmk. Der Scheidemünzenbeſtand zeigte eine
Zunahme um 2,4 auf 26,1 Trill. Mk.
— Jahresbericht des Vereins Hamburger Reeder.
Der zum erſten Male ſeit 10 Jahren wieder erſchienene Jahresbericht
des Vereins Hamburger Reeder widmet in der Einleitung dem
lang=
jährigen, in Deutſchlands ſchwerſter Stunde jäh geſchiedenen 1.
Vorſitzen=
den des Vereins Albert Ballin einen bewegten Nachruf. Im Bericht
ſelbſt wird u. a. feſtgeſtellt, daß die deutſche Hochſeeflotte auch heute
noch nicht den Eigenbedarf Deutſchlands zu decken vermag. Die deutſche
Reederei, die 1914 rund 12 Prozent des Weltſchiffsraums in ſich
ver=
einigte, verfügt trotz des angeſtrengten Wiederaufbaues heute nur über
4 Prozent der Welttonnage. Eine weitere Vergrößerung iſt vorerſt
nicht zu erwarten. Die Betriebskoſten der Schiffahrt ereichten den
Welt=
ſtandard. Die Hoffnung auf eine gewinnbringende Tätigkeit der
deut=
ſchen Schiffahrt ſind angeſichts der ſozialen und ſteuerlichen Belaſtungen
ſehr gering. Der Stand der Segelſchiffahrt wurde ſo ſchwierig, daß
Segelſchiffe faſt gar nicht mehr gebaut werden.
— Neuer Wechſelkredit des Kaliſyndikats. Mit
Rückſicht auf die bekannte Kreditmittelnot der deutſchen Landwirtſchaft
hat das Deutſche Kaliſyndikat die Zuſage der Reichsbank erhalten, noch
bis zum 15. Oktober bei Aufträgen zur prompten Lieferung einen
drei=
monatigen Wechſelkredit zu gewähren. Die Hälfte der Diskontſpeſen
(Reichsbankſatz) trägt — neben dem Wechſelſtempel — entgegenkommend
das Syndikat. Bei Barzahlung bleibt der übliche Kaſſaſkonto von 1½
Prozent beſtehen; außerdem gewährt das Syndikat eine Zinsvergütung
von 3¾ Prozent, d. h. je Monat 1½ Prozent.
— Farbwerke vorm. Meiſter, Luceius u. Brüning,
Höchſt a. M. Das Unternehmen beruft die ordentliche
Generalver=
ſammlung auf den 20. September zur Entgegennahme der
Papiermark=
bilanz per 31. Dezember 1923.
* Linoleumfabrik Maximiliansau. Der Aufſichtsrat
der Linoleumfabrik Maximiliansau beſchloß, der für den 10. Oktober
einzuberufenden Generalverſammlung die Umſtellung des 25 Millionen
betragenden Atienkapitals auf 3 Millionen vorzuſchlagen und die 900000
Mark Verzugsaktien auf 18 000 Mark umzuwerten.
— Geſchäftsaufſichten und Konkurſe im
Handels=
kammerbezirk Mannheim. Die Handelskammer für den Kreis
Mannheim teilt uns in Ergänzung ihrer bisherigen vier
Veröffent=
lichungen der Liſte der unter Geſchäftsaufſicht geſtellten bzw. in Konkurs
geratenen Firmen folgendes mit: 1. angeordnete Geſchäftsaufſichten:
Friedrich Meyſiek, Woll= und Webwarenhandlung in Mannheim E2, 7.
Beſchluß vom 20. Aug.) — 2. Aufgehobene Geſchäftsaufſichten: M.
Mel=
liand, Chemiſche Fabrik A. G. Fabrik techniſcher Oele und Fetter,
Mann=
heim, Induſtriehafen (Beſchluß vom 15. Aug. gemäß 8 66,3 der
Ge=
ſchäftsaufſichtsverordnung). Erwin Koppel, Neuſtadt, Zweigniederlaſſung
Mannheim und Frankfurt a. M. (Beſchluß des Amtsgerichts Neuſtadt
a. d. H. vom 22. Aug., da Schuldner Aufhebung ſelbſt beantragt). —
3. Konkurſe: Fritz Kaſt, Schuhwarenhändler in Mannheim G 6, 6 (
Be=
ſchluß vom 15. Aug.), Burger u. Co., Handel mit elektriſchen Artikeln
und Apparaten in Mannheim, Tullaſtraße 14 (Beſchluß vom 26. Aug.).
Einfuhr von Tabak zum perſönlichen Gebrauch
der Reiſenden. Wie uns die Außenhandelsabteilung der
Handels=
kammer für den Kreis Mannheim mitteilt, hat der leitende Zollausſchuß
bekannt gemacht, daß Tabakfabrikate, die von Reiſenden zum
perſön=
lichen Verbrauch während der Reiſe ein= oder ausgeführt werden,
zoll=
frei zu laſſen ſind. Die zollfrei durchzulaſſende Menge iſt nach der
vor=
ausſichtlichen Reiſedauer und nach dem normalen Verbrauch eines
Rei=
ſenden zu berechnen. Jede unnötige Härte wie auch jede
außergewöhn=
liche Weitherzigkeit, die geeignet wäre, zu Mißbräuchen zu führen, ſoll
vermieden werden.
Meſſen.
— Die Leipziger Herbſtmeſſe. Die unmittelbar vor
Beginn der Leipziger Herbſtmeſſe bekannt gewordene Annahme der
Dawesgeſetze durch den Reichstag wirkte wie ein Zauberwort auf die
Stimmung der bereits zahlreich eingetroffenen Meſſebeſucher ein. Die
Parole, die in der Geſchäftswelt ausgegeben war, lautete auf „
Zurück=
haltung”, ſo daß eine ſtille Meſſe zu erwarten ſtand. Seit Freitag
nach=
mittag änderte ſich das Bild. Die Kaufluſt iſt im Wachſen begriffen;
man darf erwarten, daß dieſer Stimmungsumſchwung bereits am
Sonn=
tag, dem erſten offiziellen Meßtag, in Erſcheinung treten wird. Von
Mund zu Mund ging am Freitag die Kunde von der Annahme der
Ge=
ſetze. Wenn man ſich auch keineswegs angeſichts der bevorſtehenden
Laſten einer freudigen Stimmung hingibr, ſo erwartet man doch vor
allem eine Stabilität der Verhältniſſe, die ein ungeſtörtes Arbeiten
ver=
bürgt. Die Zahl der Anmeldungen zur Meſſe iſt ſeit Freitag ſtark
gewachſen. Da es ſich um zahlreiche telegraphiſche Beſuchsankündigun=
gen handelt, ſo iſt die Mutmaßung gerechtfertigt, daß ſich insbeſondere
nach Eintreffen der Nachricht über das Ergebnis der
Reichstagsverhand=
lungen viele Geſchäftsleute zur Fahrt zur Meſſe entſchloſſen haben. Der
Streik der Straßenbahner iſt beendet. Die Meſſe rüſtet ſich zum
Emp=
fang der Gäſte.
Wirtſchaft des Auslandes.
* Die amerikaniſche Kapitalinveſtierung im
Aus=
lande. Nach amtlichen Berechnungen ſind in dem Ende Juni
abge=
laufenen Fiskaljahr insgeſamt 369 Millionen Dollars in ausländiſchen
Werten inveſtiert worden. Davon entfallen 147 Millionen Dollars auf
Emiſſionen, die zu Konvertierungszwecken aufgelegt wurden, ſo daß ſich
der Nettoabfluß amerikaniſchen Kapitals ins Ausland auf 222 Millionen
Dollars gegen 150 Millionen Dollars in der gleichen Zeit des Vorjahrs
bezifferte.
*.) Niederländiſch=Indiſche Staatsanleihe. Am
29. Auguſt wird in Amſterdam eine Staatsanleihe Niederländiſch=
In=
diens im Betrag von 75 Millionen Gulden zur Zeichnung aufgelegt. Die
Anleihe beſitzt 40jährige Laufzeit, iſt mit einem Zinsfuß von 6 Prozent
ausgeſtattet und wird zum Kurs von 97½ Prozent angeboten.
auf
Umstellung
Goldmarkbasis
erfordert die Neu-Anfertigung
bezw. den Ueberdruck der alten
Unser mit den mnodernsten
Hilfs-
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betrieb bietet Banken und Aktien-
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Darmstadt / Rheinstrasse 23
104773,
Warenmärkie.
Süddeutſche Waren= und Produktenmärkte. An
den Getreidemärkten herrſchte in der abgelaufenen
Berichts=
woche lebhafter Verkehr in Auslandsgetreide. Die Preiſe ſind bei
Be=
ginn der Woche täglich zurückgegangen, haben aber zu Ende der Woche
den alten Preisſtand beinahe wieder erreicht. Es war ein flotter Abſatz
von ſeiten des Konſums feſtzuſtellen, was den Markt belebte. Für
Aus=
landsgetreide lauteten die Forderungen für die 100 Kilogramm eif
Rotterdam: Manitobaweizen I September=Abladung 15,40, desgleichen
II 14,90, desgleichen III 14,65 holl. Gulden. Beſonders bevorzugt war
wieder Hard= und Redwinterweizen und man bezahlte für Hardwinter
II, ſeeſchwimmend, 14,50, für ſpätere Termine 14—14,10, für
Red=
winter II per Auguſt=September=Verſchiffung 13,95—14 holl. Gulden.
Roggen Weſtern II September erzielte 10,90—10,35—10,75 holl.
Gul=
den. Von Auslandsgerſte war Malting Barley, je nach
Abladungs=
termin, 12,20—12,60 holl. Gulden am Markte. Hafer Kanada=Weſtern III
ſtellte ſich auf 11,45—11,65. Plata=Hafer, 46/47 Kg. ſchwer, Auguſt=
Sep=
tember 9,85—9,95 holl. Gulden. Von Mais blieb greifbare Ware
ge=
ſucht, während entferntere Sichten weniger Intereſſe fanden. Greifbare
Ware, in Rotterdam disponibel, erzielte 10,10—10,25 holl. Gulden eif
Rotterdam.
Das Geſchäft in Inlandsgetreide lag feſt, da infolge des
anhalten=
den Regenwetters ernſte Befürchtungen wegen der Inlandsernte
ge=
hegt werden. Inlandsweizen wurde zuletzt mit 22,50—23,50 GMk.
notiert. Das Geſchäft beſtand indes hauptſächlich in Auslandsweizen,
der in der Preislage von 25—27 GMk. die 100 Kg. frei Waggon
Mann=
heim umging. Roggen, rheiniſcher wurde zu 17,70 GMk. eif
Mann=
heim und ſüddeutſcher zu 18,50—19 GMk. bahnfrei Mannheim
gehan=
delt. Gerſte hatte lebhaften Verkehr, doch reflektierte der Handel nur
auf ganz prima Ware, wofür bis 24 GMk. die 100 Kg. bahnfrei
Mann=
heim angelegt wurden.
Die Getreidepreiſe im hieſigen Verkehr lauteten amtlich zufe
die 100 Kg. waggonfrei Mannheim: für Weizen inl. 22,50—B,50
25—N, Noggen inl. 18,50—19, ausl. 19—19,50, Gerſte 22—21
19—21, Mais mit Sack 18,75—19.
Am Mehlmarkt hielt der lebhafte Verkehr an. Weizenmehl
Null, das anfangs der Woche 34,50 GMk. die 100 Kg. bahnfrei
heimer Mühlen koſtete, wurde Mitte der Woche mit 33,75 GMk
doch ſtieg der Preis ſpäterhin im Einklang mit der feſteren
am Brotgetreidemarkt wieder auf 34 GMk. Aus zweiter Hand
faſt gar keine Angebote mehr vor, was zur Folge hatte, daß die
nung zwiſchen der erſten und zweiten Hand ſich weſentlich verkl
ſie beträgt gegenwärtig nur etwa 0,25 GMk. für die 100 Ka.
ſches Weizenmehl wurde zu 7,75 Dollar Frachtparität deutſcher
ſtationen gehandelt. Roggenmehl fand zu 26,50—27 GMk. ver
bahnfrei Mannheim Aufnahme. Verſteigerungen waren in dieſe
keine zu verzeichnen.
Für Futtermittel hielt die lebhafte Nachfrage an. Beſonder
blieb geſucht und ging zu 11,25—11,50 GMk. per 100 Ka.
Hände über. Biertreber ſtellten ſich auf 14,25—15 GMk. und Ma
auf 12,50—13,50 GMk. die 100 Kg. ab Verladeſtationen. Für
klaſſige Malzkeime, ſtaubfrei, die für techniſche Zwecke gefragt ſin
den 14,50—15 GMk. für die 100 Kg. gelöſt. Weizenfuttermehl
man mit 13,80—14 und Weizennachmehl mit 18—20 GMk. die
ab Mühlenſtationen. Von Oelkuchen waren Kokoskuchen
Leinkuchen zu 22,50 und Rapskuchen zu 12,50 GMk. die 100 K
ladeſtationen offerierto Italieniſches Reisfuttermehl, 24 Proz
und Eiweiß enthaltend, wurde zu 13,50—14 GMk. die 100 Kg. f
ſcher Grenzſtationen gehandelt.
Für Malz war die Stimmung feſt, da die Berichte über di
friedigende Welternte in Gerſte anregend auf den Verkehr ein)
Vorjährige Malze blieben geſucht und wurden für gute Sorten.
Qualität, 38—42 GMk. per 100 Kg. ab Malzfabrikſtationen
Erſtklaſſige neue Malze erreichten einen Preisſtand bis zu 45
Geringere Malze erzielten entſprechend billigere Preiſe.
Für Hopfen war die Stimmung feſt, da die Berichte über de
jährigen Ernteausfall nicht befriedigen. Die Pflanze ſoll durch
haltende regneriſche Witterung in vielen Gegenden ſtark gelitten
Die Preiſe für gute Hopfen ſchwanken je nach Qualität
zwiſ=
bis 300 GMk. und für geringere Sorten zwiſchen 150—200 G
Zentner.
Hülſenfrüchte verkehrten in feſter Haltung. Für Tauber= un
fränkiſche Linſen werden 25—27 GMk. für die 100 Kg. bezahlt.
erbſen wurden zu 32—33 GMk. und Folgererbſen zu 30—31 G.
100 Kg. gehandelt.
Von Oelſaaten hatte Raps weiter feſten Markt und die Pre
auf 37—38 GMk. die 100 Kg. frei Waggon Mannheim geſtiegen
Kleeſaaten hatten bei ſteigenden Preiſen feſten Markt.
Im Tabakhandel hat ſich die Nachfrage nach alten Taba
hoben. An einigen Gundiplätzen wie auch an den Haardtorten
mehrfach Käufe getätigt, wobei die Preiſe eine Steigerung
5 GMk. per Zentner erfahren. Auch für Rippen beſtand mehr
und infolge der beſſeren Nachfrage haben die Preiſe für übe
Rippen eine Beſſerung erfahren; man zahlte zuletzt, je nach Be
heit, 16—20 GMk. für den Zentner. Für die Ausreifung der
iſt das anhaltende regneriſche Wetter recht ungünſtig; es wäre r
trockenes und warmes Wetter erwünſcht, wenn die Ernte nicht g
werden will.
w. Berliner Produktenbericht. Der Produkt
war auch heute unter der Führung von Roggen feſt. Bei anh
ſtarker Nachfrage nach Roggenmehl wurden die Preiſe höher. D
genangebot in Inlandsware bleibt nach wie vor klein, jedoch
Nachfrage nicht dringend, da ſich amerikaniſcher Roggen trotz
Cif=Notierungen billiger ſtellte. Weizen bei ruhigem Weizenmeh
wenig belebt und ſtetig; ebenſo Hafer, der für das Rheinland un
falen gefragt wurde. Gerſte und Futterartikel behielten ihre fe
denz bei.
* Getreide= und Futtermittelbericht. Mitgete
der Rauhfutter= Futtermittel=, Getreide=, Gemüſe= und Hül
Großhandlung Internationale Import= und Export=Handelsge)
m.b. H. Emden. Deutfcher Markt. (Preiſe wo Zeit
Goldmark.) Futtermittel: La Platamais frei Hamb
Bremer Kai 8,60—8,70, Kleeheu ab norddeutſcher Station 4
Wieſenheu ab norddeutſcher Station 2,75—3,00, Getreide=Preßbal
ab nordd. Station 1,30—1,40. — Getreide: Inländer Haf
9,60, Weizen 9,75—10, Roggen 9,20—9,40, Sommergerſte 10
Wintergerſte 10—10,60. — Hülſenfrüchte: Grüne Spei
12—12,25, graue Speiſeerbſen 9—9,50, graue Futtererbſen 8,
Ackerbohnen 10—10,75. — (Ohne Verantwortung. Aenderung
behalten!
Börſen.
* Wochenbericht der Frankfurter Börſe.
Bericht.) Die Verhandlungen im Reichstag über die Annahme
doner Abmachungen hielten auch die Börſe während der ganze!
in Spannung, und die Stimmung war mehrfachen Schwankung
geſetzt, je nachdem die Ausſichten für die Annahme der Geſetze
oder ungünſtiger erſchienen. Im allgemeinen bewahrte die Bd
ihre zuverſichtliche Haltung, doch legte ſich die Spekulation 91
rückhaltung auf, und die Geſchäftstätigkeit ging beſonders an der
märkten an manchen Tagen auf ein Minimum zurück. Die hu
ten beinahe auf allen Aktiengebieten Neigung zur Schwäche, une
der Freitagsbörſe erfolgte ein Umſchwung, da an dieſem Lag
der Börſenſtunden die Gefahr einer Reichstagsauflöſung ber
überwunden gelten durfte, weshalb die Spekulation zu umſa!
Meinungskäufen ſchritt. Auch an den deutſchen Rentenmarkken
Geſchäft ſtiller geworden, und hier trat am Donnerstag, ſogal
empfindlicher Rückſchlag ein, der allerdings nicht auf die poln!!
zurückzuführen iſt, ſondern auf Gerüchte, wonach die Beleihungs
Renten von der Scehandlung herabgeſetzt werden ſollten. Ze
anleihe erlitt einen Kurseinbruch bis auf zirka 730, konnte jehde
am folgenden Tage ebenſo wie die übrigen Renten, nachden
erwähnten Nachrichten dementiert worden waren, ihren borig
ſtand wieder ungefähr erreichen.
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Pfändung gemahnt zu zahlen:
1. Die Beiträge der Freiwilligen und
Unſtändigen für Monat Juli.
2. Die Beiträge der Arbeitgeber für
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nat Juni.
Bei den Freiwilligen und
Unſtändi=
gen werden die geſetzlichen
Mahngebüh=
ren erhoben. Arbeitgeber, die ſich mit
den Beiträgen für Monat Juni im
Ver=
zuge befinden, haben gemäß den
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jede Woche des Verzuges zu entrichten.
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Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 31. Auguſt 1924.
Seite 15.
Das deutſche Herz.
Roman von Adolf Schmitthenner.
(Nachdruck verboten.)
Friedrich teilte den allgemeinen Siegesjubel nicht. Daß ſich
nach Wimpfen am Neckar zurückgezogen hatte, war ihm ein.
eis dafür, daß der Alte mit Zähigkeit an ſeinem Plane, ſich
Neckarmündung zu bemächtigen, feſthielt. „Erſt eine zweite
z eiche Schlacht wird ihn aus unſrer Gegend vertreiben,” ſag=
. Als er nun aber hörte, daß Mansfeld im Aerger ſich vom
kgrafen getrennt habe und wieder über den Rhein
zurück=
ngen ſei, um ſeine Plünderungen zu vollenden, ſchüttelte
sen Kopf und meinte: „Das iſt die echte deutſche Libertät!”
als ihm tags darauf berichtet wurde, daß in Eilmärſchen
paniſches Heer unter General Cordoba von Miltenberg her
Amorbach und Buchen an den Neckar gelangt ſei und eine
2 Nacht hindurch in Hunderten von mitgeführten Kähnen
ſeckarelz über den Neckar geſetzt ſei, da wußte er, daß der
fgraf verſpielt habe.
Einige Tage darauf dröhnten wieder die Fenſter des Schloſ=
Diesmal kam der Kanonendonner von Südoſten her. In
fem Schweigen wartete man auf Nachricht. Noch am Abend
r man, daß die Armee des Markgrafen von Baden
ver=
t, ſeinLager mit allen Geſchützen erobert, Herzog Magnus
Württemberg gefallen und der Markgraf ſelbſt nur mit
der Not entronnen ſei.
Gott ſei Dank, Hans iſt nicht dabei!” dachte Urſula.
Fried=
aber ſah düſter vor ſich hin. Er erkannte, daß die evange=
Sache für das Neckartal verloren ſei.
Es folgten bange Tage der Stille. Man erwartete die
trunkenen Truppen. Aber ſie entfernten ſich. Tilly zog
den Kraichgau in das Rheintal zurück und nach Norden dem
rückenden Halberſtädter entgegen. Einige Wochen
hin=
ſchwebte man in banger Erwartung. Da brachten Flug=
— die Nachricht von der Schlacht bei Höchſt, in der die letzte
e, die für den Pfälzer ins Feld getreten war, zerſprengt
e. Nun war das Schickſal des Odenwalds und des Ne=
Is entſchieden. Tilly zog zum zweitenmal vor Heidelberg.
Stadt wurde eingeſchloſſen. Die Belagerung begann.
Hans war unter den Verteidigern der Stadt. Viele Land=
) die Lebensmittel dorthin fahren mußten, hatten ihn dort
en.
kun aber zeigten ſich auch die Folgen von dem eigenmäch=
Schritte des jungen Hirſchhorn. Aus allen Gegenden ka=
Klagen über eine ganz andre Behandlung Hirſchhornſchen
tums, als ſie bisher üblich geweſen war. Das fünfzackige
en hatte keine Zaubermacht mehr. Als ſich Friedrich bei
und beim Kurfürſten beſchwerte, erhielt er zur Antwort,
das Hirſchhornſche Eigentum auf keine Schonung rechnen
ſolange, ein Herr von Hirſchhorn für die Gegenpartei
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kämpfe. Auf Friedrichs Verſicherung hin, daß ihm ſelber dies
ein großes Herzeleid ſei, bekam er von ſeinem Lehensherrn in
ungewohnt barſchem Ton den Befehl, er ſolle mit ſeiner
väter=
lichen Gewalt den Sohn zurückhalten. Tilly aber ſchrieb ihm,
daß er ſoviel als möglich ſei auch fürderhin die Hrſchhornſchen
Dörfer und Lehenshöfe ſchonen werde, wenn der Ritter von
Hirſchhorn ſeinen Sohn, der dem Heere viel Schaden zugefügt
habe, aus dem Kampfe zurückbringe.
„Der Bube verdirbt mir mein ganzes Werk,” knirſchte
Friedrich.
Am Abend dieſes Tages kramte er viel in ſeinem Zimmer,
und der Notar mußte ſchreiben und ſiegeln. Als er zu ſeiner
Frau in die Kemenate trat, es war ſchon ſpäte Nacht, ſagte er:
„Du mußt mir morgen früh die beſten Sachen richten, denn ich
reite nach Heidelberg.”
Da wußte ſie, was dies zu bedeuten habe.
„Er bringt Hans zurück,” ſagte ſie zu ſich. Aber ſie konnte
ſich nicht freuen. Auf einmal fuhr ſie mit der Hand nach ihrem.
Herzen.
„Was haſt du?” fragte ihr Gemahl.
Sie wußte nichts zu ſagen, aber ſie war bis in den Tod
erſchrocken.
Einundzwanzigſtes Kapitel.
Es war am 7. September des Jahres 1622, zehn Tage, bevor
Generalleutnant Czerclges von Tilly die Stadt Heidelberg mit
ſtürmender Hand eroberte. Es hatte in der Nacht ein wenig
geregnet. Der alte Sommerſtaub der Hundstage war gedämpft
und die Matten waren erquickt. Die hohen Wolken ſahen
ſchatten=
haft und dunkel aus. Aber ſie waren zerriſſen, und zwiſchen
hindurch leuchtete der tiefblaue Himmel.
„Du haſt gutes Wetter,” ſagte Urſula, hob ſich auf die Zehen
und gab ihrem Mann einen letzten Kuß. Sie ſah ſchon etwas
ſchwerfällig aus. Ihr Gatte bemerkte es, ſegnete mit der Rechten
ihr blondes Haupt, nickte ihr noch einmal freundlich zu und ritt
zum Tore hinaus.
Er fuhr über den Neckar und trabte auf dem linken Ufer
am Strom hin. Urſula hatte ihren Gatten herausgeputzt, denn
er wollte Eindruck machen. Wenn ſich der leichte Mantel
ver=
ſchob, den er über ſein Prachtkleid gehüllt hatte, blitzte die
gol=
dene Kette, ein Geſchenk des früheren Kurfürſten von Mainz.
Auch die vier Diener, die hinter ihm drein ritten, waren in neuer
und ſtattlicher Gewandung. Einer hielt ein weißes Fähnlein
im Steigbügel, zum Zeugnis dafür, daß die Reiter keiner der
beiden kriegführenden Parteien angehörten.
Hinter dem Neckarhäuſer Hof ſtießen die Reiſenden auf die
erſte Tillyſche Feldwache. Sie gehörte zu den Truppen, die den
unbezwungenen Dilsberg eingeſchloſſen hielten. Höflich wurde
Friedrich begrüßt, ehrerbietig durch die Reihen der Soldaten
ge=
leitet, die rechts und links auf dem Boden ſaßen, mit Schuſtern
und Schneidern oder mit Kochen beſchäftigt. Als ſie am Ende
angelangt waren, ſagte der Offizier: „Andre müſſen ſich’s ge=
fallen laſſen, daß ihnen die Augen verbunden werden. Ihr ſeid
Friedrich Hirſchhorn, Gott befohlen!“
Als ſie um den Dilsberger Kegel herumgekommen waren
und die Feſte im Rücken hatten, krachte über ihnen ein Schuß,
und ein zweiter und ein dritter. Eine ſchwere Kugel, wie ein
Kindskopf groß, flog über ſie hinweg und grub ſich in den
Neckar=
kies am Rande des Waſſers, ſo daß die Steinchen hoch
auf=
ſpritzten.
„Das gilt uns!” rief Hirſchhorn. „Sie ſchießen von der
Feſtung. Auseinander!“
Die Reiter ſprengten im Galopp dahin, einer dicht am Fluß,
einer dicht an der Bergſeite, die beiden übrigen hintereinander.
Es wurde nimmer geſchoſſen.
Sie näherten ſich dem Städtlein Neckargemünd. Die Gefahr
war vorüber. Sie trabten hintereinander auf dem Leinpfad, der
ſich zwiſchen der Stadtmauer und dem Fluſſe hinzog. Wie ſie
um die Ecke bogen, hielten vor ihnen fünf Reiter und ſperrten
den Weg.
Friedrich, der voraus ritt, ſchaute zurück, rief „Halt!” und
ließ dicht vor dem vorderſten der Fünfe ſein Pferd ſtehen.
Es war ein etwa ſechzigjähriger kleiner Mann. In ſich
ver=
ſunken, hing er auf ſeinem Gaul. Ein ungeheurer Hut
beſchat=
tete ſein wetterbraunes Geſicht. Ein langer, grauer Knebelbart
hing über ſein verſchliſſenes Koller. Unter buſchigen Brauen
blickten ſcharfe graue Augen.
(Fortſetzung folgt.)
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echti
„Wer im Geringſten treu
iſt, der iſt auch im
Großen treu.” Lukas 16, 10.
, was innerhalb der menſchlichen Geſellſchaft aus Maſſe
nd auf Maſſe ſich zurückbezieht, haftet mit naturhafter
otw gkeit die Oberflächlichkeit an. Und Oberflächlichkeit iſt
n, auf dem Erzeugniſſe gedeihen können die Tiefe zur
ng brauchen. Schon das ſollte ein Zeichen dafür ſein,
der Maſſenmoral nicht viel anzufangen iſt. Moral ſetzt
ldung voraus. Aber die Maſſe hat keinen Willen, der
olgt. Sie folgt Inſtinkten. Denn Maſſe und
Gemein=
keineswegs dasſelbe. Gemeinſchaft ſtellt die Summe
nsregungen dar, die gleichmäßig auf ein gleiches, allen
nietes Ziel gerichtet ſind. Maſſe iſt Chaos! Darum aber
) nicht leicht, der Maſſe entgegenzuwirken, d. h. in dem
urcheinander Ordnung zu ſchaffen und in
unerſchütter=
gerichtigkeit dem anerkannten Ziel nachzuſtreben.
Da=
negativ ausgedrückt, treu ſein können!
iſt leider ein etwas abgegriffenes Wort. Es wird zu
ier und Wein gebraucht, und viel zu viel bei offiziellen
fiziellen Kundgebungen. Am traurigſten entſtellt wirkt
28 mit Bezug auf Maſſe gebraucht wird. Treue iſt der
feinſte Ausdruck deſſen, was in der
Perſönlichkeits=
eckt. Perſönlichkeit und Maſſe aber ſind noch ſtärkere
als es Tag und Nacht ſind. Tag und Nacht haben
Sgemeinſamkeiten. Perſönlichkeit und Maſſe dagegen
chlechterdings einander aus!
och beruht auf der Treue alles, was wir Sittlichkeit
as mit Willensbildung, mit Erziehung, mit
Gemein=
gabe im Zuſammenhang ſteht. Was heißt denn
Ver=
g haben anderes als treu=ſein! Treu ſein ſich ſelbſt,
vem Geſetze, das das Leben in einer Gemeinſchaft
le=
rnacht, treu ſein der ewigen Gottheit, aus der alles
3 iſt und ſein wird!
lich iſt das Treu=ſein ſchwer, es ſtellt Aufgaben, es
for=
ngen, es macht ein Abwälzen der eigenen Pflicht ganz
denn das hieße: ſich ſelbſt aufgeben, ſich von ſich ſelbſt
Treu=ſein" führt an die Urquelle der menſchlichen
keit heran. Es liegt etwas darin, was ſchön iſt und
Heilig! Etwas Göttliches! Und den Namen des
Gött=
der Menſch nicht mißbrauchen, nicht unnütz im Munde
or dem Göttlichen ſoll er in Ehrfurcht und Demut ſich
üben als ein Gebet, das ihm die Würde der
Gottes=
gibt. Darum kann man das Treu=ſein auch nicht
eigent=
ſondern muß es pflegen als etwas, das von Anfang
iſt und das gepflegt ſein will. Die Treue iſt auch nicht
irdiſche Leben gebunden. Sie greift über den Tod
erdauert ihn, trotzt ihm! Das iſt recht eigentlich das
er göttlichen Natur.
s noch einer Erörterung, ob Treue aus der Maſſe
oren werden kann, ob Treue in der Maſſe möglich iſt?
freilich nur noch der Erörterung einer Frage, die
auf=
ante, nämlich der Frage, was ſoll geſchehen, damit
der wertgehalten und geübt und gepflegt und geheiligt
adeſſen, darauf gibt das heutige Sonntagsevangelium
t: Wer im Geringſten treu iſt, der iſt auch im Großen
tper im Geringſten unrecht iſt, der iſt auch im Großen
Spruchweisheiten über die Frau
Für die Frau iſt ein Leben ohne Form ſchlimm; noch
ſchlimmer Form ohne Leben!
Ohne Streben können Frauen weder ein Ziel erreichen
noch Schiffbruch leiden. *
Sich ſelbſt behüten, ſchafft den größten Reichtum.
Ohne Selbſizufriedenheit iſt die Frau immer einſam ..
K. Emha.
u
u
Tau
und hergleitet. Die nüchterne Zweckform zeigt das
Zigaretten=
etui uns ſelten allein. Reiche Guillochierung oder Gravierung,
Linie in blau, ſchwarz oder weiß Email, Monogramme in der
Fläche oder im heraldiſchen Stil in einer Ecke, Hämmerung der
Handarbeit bringen allein oder miteinander verbunden
hunder=
terlei Abwechſlung in ihr Ausſehen. Am Schloß kann ein Saphir
in Cabouchonſchliff angebracht ſein, kleine Brillanten geben
ge=
fällige Verzierung bei koſtbaren Goldetuis. Auch Alpakaetuis,
ſauber und gut gearbeitet, kann man tragen, doch achte man dabei
auf gute Arbeit, beſonders am Scharnier. Nicht der Stoff macht
beim Etui den Charakter, ſondern die Arbeit. Iſt ſie nicht
ge=
fällig und ſauber, dann wird das Ganze ein Blechbehälter, mehr
oder minder wertvoll, aber niemals ein Schmuckſtück, mit dem
Auge und Hand tändelnd ſpielen, niemals ein
Erinnerungs=
geſchenk, das ein Dutzend mal am Tage frohe Gedanken ins
Gedächtnis ruft.
Weſche Jahreszeit ſteht der Frau am beſten?
Dä‟
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Schmu ck.
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jarr-
rt*
ag D
hetir
ie zi3
an—n
ſp. d
Pc
ber A
ſch Hei leitet
dehälr
m
garette iſt das Kind unſerer nervöſen Zeit, die nach
rickelnden Reizen verlangt, nach tändelndem
Augen=
nach Abwechſlung und Laune. Deshalb präſentiert
h nicht wie die behagliche Ruhe der bürgerlich=ſoliden
der wohlbewahrenden ſchützenden Häuslichkeit einer
ſondern in dem koketten Etui aus Gold und Silber.
liegt die volle Form der Türkin in ſchwerem Rauch=
1s Silber mit Emailſchmuck in mauriſchem Charakter.
9e Ruſſin ſchmiegt ſich in den ſchmalen Raum eines
Frack=, Sport= oder Damenetuis, aus denen man ſie
Fingern hervorholt. Sie iſt die Zigarette des Flirts,
rten Unterhaltung, bei der die Hand nervös erregt
feſten Kanten und die glatten Flächen des Metalls
das Auge zwiſchen den bewegten Reflexen der im
pielenden Lichter und den leichten Rauchwölkchen hin=
Ueber die Frage, in welcher Jahreszeit die Frau ihre höchſte
Schönheit entfaltet, iſt in England ein heftiger Streit entbrannt.
Die Umfrage eines Londoner Blattes hat nämlich die
verſchieden=
artigſten und entgegengeſetzteſten Anſichten ergeben. Die
Mode=
ſachverſtändigen erklären, daß die Damen im Juli und Auguſt am
reizvollſten ausſehen, weil ſie in dieſer ſommerlichen Zeit die
leichteſten und anmutigſten Gewänder tragen. Sie glauben, daß
der Frau nichts ſo gut ſteht, wie ein weißes Kleid oder eine
andere jener duftigen Schöpfungen, wie ſie die Sommermode
ſchafft. Die Künſtler aber neigen mehr dazu, dem Winter die
Palme zu reichen, und ſie führen dafür den Grund an, daß in
dieſer Jahreszeit der großen Bälle und Feſte die Dame am
häufigſten in Geſellſchaftstoilette erſcheint. „Alle Frauen ſehen
im Abendkleid entzückender aus als ſonſt” meint z. B. der
Zeich=
ner George Whitelaw. „Das künſtliche Licht, die ſanften Farben,
die größere Sorgfalt, mit der ſich die Frau zu einem Feſt
an=
zieht — all das trägt dazu bei, ihren höchſten Reiz zu entfalten.”
Aber gegen den Winter wird andererſeits, angeführt, daß in
unſerem nordiſchen Klima Wind und Kälte höchſt ungünſtig auf
Frauenſchönheit einwirken. „Die Engländerin ſieht am beſten
aus, wenn kein Wind weht,” ſagt der Maler Novinſon. „Eine
Frau wird durch den Wind immer zerzauſt, und der Teint wird
gerötet. Unglücklicherweiſe herrſcht bei uns faſt immer Wind!”
Deshalb entſcheidet der Maler Dowo für den Frühling: „Im
Frühling herrſcht nicht die Wärme, die den Teint beeinträchtigt,
herrſcht nicht der Oſtwind, der eine rote Naſenſpitze verleiht. Die
Kleider ſind in dieſer Jahreszeit beſonders friſch und reizvoll.
Die Frauen fühlen ſich von neuer Jugend belebt. Deshalb ſind
ſie im Frühling am ſchönſten.” Auch mehrere der befragten
Damen ſprechen ſich für den Mai aus, während die Zeichnerin
Mrs Macdonald den Herbſt für die Jahreszeit hält, die den
Frauen am beſten ſteht, weil ſie dann in der kleidſamen
Sport=
tracht auftreten.
B.
*Zeitgloſſen
Es gibt Politiker, denen eine ganze Seſſion über nichts
ein=
fällt, und dazu noch andere, denen dies wieder nicht im
gering=
ſten auffällt.
Das Gebet der Nachbeter beſteht in lauter Amen.
Ein geſchickter Volksredner verſteht in allen Lagen ſo zu
reden, daß er von vornherein verhindert, daß darüber gedacht
wird, wovon er ſpricht.
Der bekannte Landſchaftsmaler Profeſſor Flavacek hat
ein=
mal definiert: „für die Frau iſt Kunſt jene Kraft, die die
Exi=
ſtenz der Frau, den Alltag der Frau mit verfeinertem Sinn zum
erträglichen Muß geſtaltet, die ihre Seele in höhere Regionen,
in das Gebiet der Schönheit führt, in die ideale Welt.” Wenn
die Frau ſich die Wirkung dieſer idealen Welt zu ſchaffen vermag,
dann kann ſie einen unermeßlichen Einfluß auf die ganze
menſch=
liche Geſellſchaft ausüben. Ein Blick in das Leben der Gegenwart
lehrt, daß die moderne Frau allzuoft verſagt, wenn ſie ſich auf das
Gebiet der Kunſt begibt. Die meiſten Frauen unſerer Zeit gehen
in der Schablone der Zeitſtrömung unter, ſie finden nicht die
Tat=
kraft, ſo wie früher der geiſtige Mittelpunkt ihrer Geſellſchaft zu
ſein. Darum können ſich nur wenige Frauen zu jenen Tugenden
aufraffen, wie ſolche die Frauenſeele vergangener Zeiten in
erhebender Weiſe offenbarten. Kurz und klar geſagt: es fehlt den
Frauen der Gegenwart an Energie für die Kunſt.
Kunſt iſt der Flug in die ideale Welt! Alle Reflexionen, die
gewiſſermaßen eine Flucht in die ideale Welt ſind, reſultieren aus
den angeſtellten Betrachtungen über das Sehen und Begreifen der
Natur. Die Natur ſpricht zu jeder Frau: ſchau und freue dich
des Lebens! Der ganze Prozeß der Menſchheitsentwicklung
voll=
zog ſich ja in den drei Etappen: Wahrnehmen, Beachten,
Beob=
achten. Dieſe drei Stadien führten zur Kunſt und zur
Wiſſen=
ſchaft. Wie reift nun die Frau zur Künſtlerin heran? Es ſind
die Eindrücke der Natur, die das innere Sehvermögen, — die
Seele! — erwecken und damit die Hörfähigkeit, die Stimmen der
Natur zu belauſchen. Das ganze Sein der Frau kann ſich im
Gefühl des Empfundenen löſen! Auf Grund dieſes Gefühls
kann dann die Frau das Empfangene in Wort, Muſik, Malerei
oder Plaſtik wiedergeben, was zuerſt Begleiterſcheinung war, iſt
gegenſtändlich geworden, ſelbſtändig in ſeiner Wirkung — in
ſolchen hochbegnadeten Frauen lebt und waltet Kunſt! Dieſe
Kunft muß veredelnd auf das Seelenlehen der Frau einwirken,
denn ſie meiſtert die angeborenen Inſtinkte des Weibes; ſolche
Frauen müſſen glättend und klärend auf das geſellſchaftliche und
wirtſchaftliche Leben kraft ihres eigenen veredelten Einfluſſes
wirken. Es gibt für dieſe Tatſache zahlreiche geſchichtliche
Be=
weiſe! Kunſt kann daher, ebenſowie Wiſſenſchaft, von den Frauen
nie genug gehegt und gepflegt werden. Gehegt und gepflegt nicht
allein von den Auserwählten, den Künſtlerinnen, ſondern auch
von den Laien, die durch Intereſſe am künſtleriſchen Wirken und
Schaffen mittätig ſind beim Aufbau und Ausbau des großen
Werkes der Kunſt.
Die Schablone des Zeitgeiſtes beherrſcht unſere Kunſt in
einer Weiſe, die Einheit und Einigkeit über das Ziel vermiſſen
läßt. Arm am eigenen Fühlen und techniſcher Sicherheit halten
die Künſtler bis in die fernſten Jahrhunderte Rückſchau nach
einer Kunſtrichtung, die ſie der Gegenwart anpaſſen wollen. Das
iſt verkehrt! Nicht die Zeitſtrömung ſoll die Kunſt beeinfluſſen,
ſondern die Kunſt ſoll der ſtets ruhende Pol in der Flucht der
Erſcheinungen ſein. Wie notwendig iſt es gerade heute, daß die
Kunſt der Zeit Wege bahnt zu erneuerter Beſitznahme idealer
Werte und zur Erneuerung verfeinerter Lebensauffaſſung!
Leider wirkt das Degenerierende der heutigen Geſellſchaft auf die
Frauen ſo zerſetzend, daß man an der Pſyche der Frau und der
Mädchen zweifeln muß. Geſinnungen einer Frauenſeele,
Lieb=
reiz, die die Kunſt der Frau krönen ſoll, wo kann man ſie noch
erkennen? Die Frauen — Künſtlerinnen und Laien — trachten
den Mann an Geſchmackloſigkeit und Abſonderlichkeiten noch zu.
übertreffen, man erblickt auf allen Kunſtgebieten nur einen
Wett=
kampf in der Freiheit und Gedankenkühnheit zwiſchen Mann und
Frau. Das Ideal iſt tot. . . ..
Der Appell an die Frauen der Gegenwart, ſich nicht von der
Zeitſchablone beſiegen zu laſſen, ſondern auf dem Wege der Kunſt
der Welt die Poeſie zu retten, iſt mehr als ein Appell „um der
Menſchheit willen‟. Es iſt ein Appell an die Würde der Frau,
Karl Meitner=Heckert.
Frauen=Rundſchau
Die Frau und der Bergſport. Die Beteiligung der
Frau auch auf dieſem Gebiet hat viel mehr, als man allgemein
annimmt, in den letzten Jahren zugenommen. Seit 7 Jahren
be=
ſteht ſogar ein beſonderer Frauen=Alpenverein. Dieſer, der in
19 Sektionen 1083 Mitglieder umfaßt, von denen 606 auf die
fran=
zöſiſche, 433 auf die deutſche und 44 auf die italieniſche Schweiz
entfallen, hat in Grindelwald ein eigenes Zentralklubhaus füu
1924/25 gemietet.
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1.
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inen
Vermäit
ſein!
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ind t—i
nW
Millioel
zwinkel
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munal
Le
und mI
und d
ind r!
A.N
E.3
jereinpi
Loſen-n
brüllt 1
äterchens Freihandel
Von Heinz Scharpf.
lige Muter von Kaſan! Was weiß die ehrſame Gilde
annſchaft für Lieder zu ſingen, ſeit man ſich in
Peters=
r zum freien Handel bekannt hat.
int da, zehntauſend Werſt von Moskau entfernt, im
Wladimir Wladimirowitſch ein roter Gardiſt und kauft
Den zehn ſchönen Hoſenriemen, die den Stolz und das
des braven Händlers ausmachen und weiß Gott wie
inde gelangt ſein mögen. — Zwanzig Millionen Rubel
Gardiſt dafür! — Einfach geſchenkt! Gardiſten aber
hrer hohen Löhnung arme Teufel, was iſt dabei, wenn
dändler eine Rechnung für den Riemen per dreißig
Rubel ausſtellt und die erhaltenen zwanzig dafür
einſteckt? Wer die anderen zehn dem Herrn Soldaten
t, das geht doch einzig und allein Gott und die
kom=
erwaltung an.
und leben laſſen! denkt Wladimir Wladimirowitſch
ht dem Herrn Gardiſten ein langes Leben, ſo lang
haft wie das prima Leder des ſchönen Hoſenriemens,
ſich vergnügt die Hände ob des gemachten Geſchäfts.
der Käuſer reibt ſich im Stillen die Hände und emp=
iederg
Nitr eif=
uiert aber nicht lange, kommt er wieder zur Türe
rzt und wirft dem erſchreckten Geſchäftsmann den
en vor die Füße, daß es nur ſo ziſcht. „Hundeſohn”
azu, „gib mir ſofort meine dreißig Millionen Rubel
ſt zieh ich Dir die Haut lebendig vom Leibe und gerb
ſeres Leder daraus wie das, mit dem Du mich übers
t wollteſt!”, und dabei ſchwingt er drohend ſeine
rnir Wladimirowitſch will dem Herrn Gardiſten ſeine
Nillionen zurückzahlen, aber der beſteht auf ſeinem
Dier, Du Aas, das haſt Du doch ſelbſt geſchrieben,
ilionen Rubel bar erhalten für einen Hoſenriemen!
em Geld.”
Wladimirowitſch verlegt ſich aufs Bitten. Herr Gardiſt hin,
und Herr Gardiſt her, aber der packt den Jammernden an der
Bruſt und der Geprellte muß zahlen. Mit zehn Millionen
Verluſt.
Händeringend verfolgt der greinende Kaufmann den
Be=
trüger noch bis auf die Straße und ruft die Hilfe eines
vorbei=
ſchreitenden Offiziers an.
„O, Herr Militärführer, hören Sie mich an, ich bin
betro=
gen, ich bin ein geſchlagener Mann! Helfen Sie mir, ſonſt bin
ich für immer ruiniert!“
Der „Offizier läßt ſich den Fall vortragen, zuckt aber die
Achſeln. Der Schein iſt gegen den Verkäufer. Jedoch der Herr
Militärführer hat ein gutes Herz und will den Schaden halbwege
gut machen. Er tritt alſo ein und erſteht ebenfalls einen
Hoſen=
riemen. Und zahlt bar und ehrlich zwanzig Millionen dafür
auf den Tiſch. Stellt aber — weil der ſchöne Riemen wirklich
geſchenkt iſt, noch eine Rechnung per zehn Millionen Rubel
aus für einen bei Wladimir Wladimirowitſch zum Ladenpreis
gekauften Hoſenriemen. Mit dieſem Papier kann der wackere
Händler jederzeit zum Zahlmeiſter gehen und ſich dafür zehn
Millionen Rubel auszahlen laſſen auf Rechnung der
Kommunal=
verwaltung. Damit iſt ſein Verluſt dann wettgemacht. — Ja,
es gibt noch gute Menſchen im heiligen Rußland. Die
barm=
herzige Mutter von Kaſan ſei bedankt!
Im Laufſchritt eilt Wladimirowitſch zur
Kommunalverwal=
tung und bekommt ohne Feilſchen und Prügel ſeine zehn
Mil=
lionen Rubel ausbezahlt, mit denen er ſich ſtillvergnügt in
ſei=
nen Laden zurückbegibt.
Aber der Tag iſt noch nicht zu Ende, und es iſt noch lange
nicht alles Reingewinn, was man im Sacke hat. Es vergeht
keine halbe Stunde, trabt eine Patrouille die Straße herauf und
hält vor Wladimirs Laden.
„Was ſteht den Herrn zu Dienſten?”
„Gib. Deine Hoſenriemen her für meine Leute, ſie werden
Dir bar bezahlt. Zehn Millionen Rubel das Stück!” brummt
der Kommandant.
Wladimir Wladimirowitſch hat kein Herz u.
mehr. Und ſchon ſind ſeine ſchönen Riemen in der
„Ihr Räuber,” kreiſchte der ſchlotternde Handelsmann, „20
Millionen koſtet mich jedes Stück ſelbſt, ich kann ſie nicht um die
Hälfte herlaſſen.”
Aber da wird ihm auch ſchon ein Papier unter die Naſe gehalten.
Zehn Millionen Rubel für einen bei Wladimir Wladimirowitſch
zum Ladenpreis gekauften Hoſenriemen . . ., ſteht da ſchwarz auf
weiß und der Empfang der Summe iſt von ihm eigenhändig
be=
ſtätigt. Das Kommunalamt aber hat jederzeit das Recht, alle
Vor=
räte für das Militär gegen Vergütung des feſtgeſetzten
Laden=
preiſes zu beſchlagnahmen. Armer betrogener Kaufmann, da nützt
kein Jammern und Wehklagen. Du haſt dir ſelbſt den Strick
ge=
dreht. Aber wenn ſie ihn auch totſchlagen, ſo ſchnell läßt der alte
Wladimirowitſch ſeine ſchönen Riemen nicht her. Direkt zum
Staatskommiſſariat in die nächſte Stadt eilt er und legt zitternd
das Geld hin, das ihm dieſe verfluchte Patrouille dagelaſſen. Er
will dafür bei allen Heiligen ſeine zehn Riemen wieder haben,
ſo=
fern es eine Gerechtigkeit im neuen Rußland geben ſoll.
Der Kommiſſär iſt gerade abweſend, aber der ſtellvertretende
Beamte will der Sache auf den Grund gehen und befiehlt dem
Kaufmann, in acht Tagen wieder zu kommen.
Nach, acht Tagen iſt der Herr Stellvertreter nirgends mehr
zu finden und der Herr Kommiſſar fragt barſch nach der
Beſtäti=
gung für das erlegte Geld. Amtliche Beſtätigung aber hat
Wladi=
mirowitſch keine. Mit zum Himmel gerungenen Händen muß er
wieder abziehen. Seine Hoſenriemen ſind futſch. Dreifach iſt er
betrogen.
Nein, bei dem toten Väterchen Zar, es war wirklich kein
Ge=
ſchäft, als freier Handelsmann zehntauſend Werſt von Moskau
entfernt zu leben. Eine ganze zwanzig Millionen Rubel=Note
war dem armen Wladimirowitſch bei dem Handel verblieben, die
ihm der Lump von einem Militärführer dagelaſſen.
Wehmütig betrachtete der geſchlagene Mann die
funkelnagel=
neue Note. Dann verbuchte er ſie immerhin als Reingewinn.
Denn ex hatte die Hoſenriemen ſeinerzeit von der
Heeres=
verwaltung hintenherum um eine alte Zehnrubelnote gekauft. —
e war falſd
Bte Poce derr Leutte
Darmſtädter Tagblatt
Kinderkleidung für Straße und Schule
Beim Studium eines Koſtümwerkes und alter Modebilder
iſt es außerordentlich intereſſant, feſtzuſtellen: „Wie die Alten
ſungen, ſo zwitſchern die Jungen.” Getreulich der Mode der
Eltern wurden die Kleinen gekleidet, oft in heute komiſch
wir=
kendem Gegenſatz zu den kindlichen Formen und Bewegungen.
Je mehr ſich die Hygiene und Körperkultur vervollkommneten,
bildete ſich eine eigene Mode der Kinder heraus beſtimmt, den
ſich reckenden und ſtreckenden Gliedern möglichſt viel
Bewegungs=
freiheit zu geſtatten. Und ſo haben wir heute eine
Kleidungs=
form für Kinder, die faſt den Anſchein hat, als Vorbild für die
herrſchende Mode der Erwachſenen angeſehen werden zu
kön=
nen. Mögen auch hierfür andere Gründe als die der
Geſund=
heitspflege gewaltet haben, denn Frau Mode duldet keine
Diktatur.
Die loſe Hänger= und Kittelform, ringsum oder nur
ſtück=
weiſe gegürtet oder durch Bänder und Stoffſtreifen
zuſammen=
gehalten, ſind durchweg halsfrei gearbeitet, meiſt mit hellen,
waſchbaren Kragen abſchließend, für Herbſt und Winter mit
langen Aermeln. Reih=, Toll= und Pliſſeefalten, Bieſen und
Stepperei, ein Bündchen am Kragenſchluß oder luſtige bunte
Wollſtickerei in einfacher koſtenloſer Ausführung, bilden den
einfachen, aber praktiſchen Ausputz der Kleider, für die die
In=
duſtrie weichen Wollſtoff einfarbig, geſtreift, kariert, glatten und
gerippten Velvet und molligwarmen Wolltrikot geſchaffen hat,
die allen praktiſchen Anforderungen der Schulkleider; gerecht
werden. Die hübſchen Modelle dieſes Blattes ſind mit Hilfe
der bewährten Bayer=Schnitte zu arbeiten.
MK. 48 136. Sehr kleidſam iſt die Form des Schlupfkleides
aus dunkelblauem Wolltrikot mit weißer Pikeegarnitur und
vorn mit Seidenlitze verſchnürt. Zwei Pikeeſtreifen oder
Lack=
ledergürtel decken — vorn durch die Tollfalten geleitet — die
Reihfalten. Erf.: etwa 1,40 Meter Stoff, 140 Zentimeter breit.
Beher=Schnitte für 9, 11 und 13 Jahre.
MK. 48123. Ueber einer roten Flanellbluſe mit
Falbel=
umrandung an Kragen und Aufſchlägen wird, ein ärmelloſer
Schlupfhänger aus kariertem Wollſtoff getragen, deſſen
durch=
gehende Vorder= und Rückenbahn über den eingeſetzten
Falten=
teilen durch Stoffbänder zuſammengehalten werden. Erf.:
etwa 2 Meter karierter, 1,85 Meter roter Stoff, je 100 Zentimeter
breit. Bayer=Schnitte für 7, 9 und 11 Jahre.
KK. 48 187. Der mit zwei Knopfreihen verſehene Mantel
aus meliertem Wollſtoff iſt offen und geſchloſſen zu tragen und
mit großen, aufgeſteppten Klapptaſchen ausgeſtattet. Die Aermel
können durch Spangen enger geſtellt werden. Erf.: etwa 1,70
Meter Stoff, 120 Zentimeter breit. Beher=Schnitte für 9 und
11 Jahre.
MK. 48 205. Dunklere Treſſe, die gleichzeitig den
Binde=
ſchluß ergibt, ſchmückt den Schalkragen, in Manſchettenhöhe die
Aermel und den Taſchenrand des loſen Mäntelchen aus hellem
Tuch. Erf. für 3 Jahre: etwa 1,50 Meter Tuch, 100 Zentimeter
breit. Bayer=Schnitte für 3, 5 und 7 Jahre.
MK. 48 203. Recht praktiſch iſt der dreiviertellange Schlüpfer
aus Homeſpun, an dem Lederblenden Aermelränder und
Taſcheneingriffe ſchützen. Gleiches Leder ergibt auch den
Um=
ſchlagkragen. Erf.: etwa 1,80 Meter Stoff, 130 Zentimeter
breit. Beher=Schnitte für 11, 13 und 15 Jahre.
MK. 7258. Der kleidſame hübſche Mädchenmantel aus
braunem, weichen Velvet iſt oben eingereiht, einer ſchmalen
run=
den Paſſe zwiſchengefügt. Der weitabſtehende Umlegekragen hat
vorn wie der Mantel Schnallenſchluß. Ebenſo ſind die tief an= Der Mantel aus ſchwarzem Seidenrips, der auf weißem
Seiden=
geſetzten Aermel durch Schnallenſchluß vor der Hand anliegend
gemacht. Erf.: für 6 Jahre etwa 2 Meter Stoff, 90 Zentimeter Kragen auf. Die Aermel hängen auf japaniſche Art weit und
breit. Beher=Schnitte für 6 und 8 Jahre.
KK. 6965. Der für die Schule recht praktiſche Anzug aus
Homeſpun beſteht aus einem durch ein Leibchen gehaltenem kariertem Panne mit origineller Federpoſe vervollſtändigt den
Beinkleid und einer mit Paſſe gearbeiteten Joppe, die von
einem durch aufgeſetzte Tollfalten geleiteten Gürtel
zuſammen=
gehalten wird. Ein Leinenkragen mit Seidenſchleife bildet den hübſchen Kleidern!
vorderen Abſchluß. Erf.: etwa 2 Meter Stoff, 140 Zentimeter
breit. Beher=Schnitte für 7, 9 und 11 Jahre.
MK. 2485. Das hübſche Kittelkleid iſt aus ſandfarbenem,
rotkariertem Wollſtoff angefertigt. Ein roter Lackledergürtel
hält die Falten der vorn und rückwärts gleichartig eingeſetzten
Teile zuſammen. Durch kleine Einſchnitte iſt vorn eine Paſſe große Frage, die heut ſo viele Mädchenköpfe beſchäftigt, und
gebildet, der der untere Einſchnittrand leicht gereiht unterge= auch unter den Modeſchöpfern iſt ein grimmiger Kampf über
ſteppt iſt. Ein extra umzulegender weißer Batiſtkragen mit Wert und Unwert des kurzgeſchnittenen Frauenhaars
ent=
etwa 4 Meter Stoff, 90 Zentimeter breit. Beyer=Schnitte für 10, frage, die kürzlich ein Londoner Blatt veranſtaltete, folgende
12 und 14 Jahre.
beziehen durch „Beher=Schnitte”, Leipzig, Rathausring 13.
arbeitet und ſenden jetzt die erſten Modelle hinaus, die wohl den tragenden. Unter den Frauen ſind es hauptſächlich die, die
Beifall ihrer Trägerinnen finden dürften.
außerordentlich chick und unſer Modell zeigt ein ganz neues Ko= nen Haares eintreten.
ſtüm aus braunem Wolltrikot mit farbigen Streifen aus
Seiden=
trikot. Die ziemlich lange Jacke hat den neuartigen Schalkragen,
der, nach hintenüber geſchlagen und tief im Rücken herabhängend,
den etwas langweilig gewordenen runden Ausſchnitt in
anmuti=
ger Weiſe unterbricht. Das Knabenhafte, für das die
Frauen=
mode ſeit einiger Zeit ſchwärmt, wird durch die ſchmale Form,
den Gürtel und die Taſchen auch fernerhin betont und der runde
hochköpfige Hut aus ſchwarzem Seidenpanne mit roter
Feder=
phantaſie verſtärkt dieſen Eindruck noch. Man redet ja ſehr viel
vom Direktoireſtil, von Puffs und hochgerückter Taille, aber
vor=
läufig ſind wir noch nicht ſo weit, denn die Frauen müſſen ſehr
Koſtüm aus braunem Wolltrikot
mit farbigen Streifen aus Seidentrikot. Die Jacke mit neuem
Schalkragen. Hut aus ſchwarzem Seidenpanne
mit roter Federphantaſie
langſam und vorſichtig der Mode freudig zum Siege verhelfen.
futter gearbeitet iſt, weiſt reiche Stickerei und Paſſementerie am
lang herunter, und der Kragen hat wieder die beliebte Schalform,
iſt durchbrochen und mit Franſen geſchmückt. Ein hoher Hut aus
hübſchen Geſamteindruck.
Man ſieht, die Frauen erwarten den Herbſt mit Ruhe und
Renate Ramm.
Fürund widerden Bubenkop
Bleibt der Bubenkopf oder berſchwindet er? Das iſt die
roter Schleife ergibt den oberen Abſchluß. Erf. für 12 Jahre: brannt. Die Verteidiger des Bubenkopfes haben in einer Um=
Vorzüge für ihn angeführt: „Der Bubenkopf offenbart die
Wo keine Schnittverkaufsſtelle am Ort, ſind alle Schnitte zu natürliche Schönheit der Kopflinien; er befördert das
Wachs=
tum des Haares; er iſt viel bequemer und macht das Friſieren
leichter; er ſteht Frauen aller Altersklaſſen. Die Gegner
brin=
gen zwei Hauptgründe wider den Bubenkopf vor: „Er iſt für
*Die erſten Herbſtmo dellelGeſelſchaften nicht geeignet und paßt nicht zur großen Toilette,
er iſt für die Frau zu männlich.‟ Die Friſeure ſcheinen nach
Schon? . . . . Es iſt aber doch noch Sommer und die Frauen ihren Antworten für den Bubenkopf eintreten zu wollen; ſie
tragen noch helle Kleideu!? Ja, darum bekümmern ſich aber müſſen dabei alſo wohl beſſer auf ihre Rechnung kommen.
die Modehäuſer nicht. In emſigem, eifrigen Schaffen haben ſie Die Mode hat ihnen zahlreiche Kundinnen zugeführt. Dagegen
monatelang in der geheimnisvollen Atmoſphäre der Ateliers ge= ſind die Fabrikanten von Kämmen und Haarnadeln die
Leid=
über keinen ſehr reichen Haarwuchs verfügen, oder denen die
Die breit geſtreiften und ſehr groß karierten Stoffe ſind. Haare ausgehen, welche für die Beibehaltung des kurzgeſchnitte=
4Mode=Enthüllunge
Wir haben gegenwärtig eine ſehr „offenherzige‟ Mob
Halsausſchnitt läßt oben viel frei, und der kurze Rock bed
ten nicht viel. Dazu kommen jetzt noch die nackten Arme,
ſonderen Anſtoß erregen. Es hat ſich daher verſchiedent
ſtarker Widerſpruch gegen dieſe „Mode=Enthüllungen”.
gemacht, und es ſind nicht nur die Geiſtlichen, die von de
zel aus dagegen predigen, ſondern auch andere Weltver
ſuchen die Frauenwelt zu einem freigebigeren. Stofbe
zurückzuführen. Nun läßt ſich zu dieſem Thema leicht r.
Wort des weiſen Ben Akiba ſagen: „Alles ſchon dage
Wahrſcheinlich haben bereits die altägyptiſchen Prieſter d
men am Hofe der Pharao ihren Halsausſchnitt vorge
und niemals iſt grimmiger, biſſiger und großartiger die 1
hafte Kleidung der Damenwelt verſpottet worden, als t
altrömiſchen Satirikern Juvenal und Martin. Im
Mi=
ging man mit ſtrengſten Verboten vor, aber auch das nü
nig, und wenn den Frauen genau vorgeſchrieben wur!
hoch die Kleider oben am Halſe ſein mußten, dann ließen
Beine durch irgendwelche Schlitze hervorlugen. Die Sit
diger aller Zeiten, von Geiler von Kaiſersberg bis zu A!
a Santa=Clara und den ungeheuer groben Gottesdiene
Barock haben gewettert und geſchimpft, die Frauen beſel
und angefleht, von dieſem unſittlichen Treiben zu laſſen
nachhaltigen Erfolg zu haben. Deshalb dürſte auch der
„Kreuzzug” nicht viel Erfolg haben. Zu Ehren unſeret 7
welt darf daran erinnert werden, daß ſie es noch lange
ſchlimm treiben, wie es früher geſchah. Man iſt zwar ſch1
mit bei der Hand, das eigene Zeitalter als das ſitenlo
verfluchen und die gerade herrſchende Frauenmode fü
Gipfel der Unanſtändigkeit zu erklären, aber wer ein we
Modebuch der Zeiten blättert, findet immer noch ſchlir
Der kühnſte Halsausſchnitt unſrer Tage iſt gemäßigt im 2
zu der Tiefe, bis zu der der Ausſchnitt im Barock herabſti
die durchſichtige Toilette von heut iſt noch immer eine ſe
bare Verhüllung gegenüber den ſpinnwebfeinen Hend
denen die Damen des Directoire als einzigem Kleidungs!
der Promenade erſchienen. Das Rokoko milderte die de
anſtändigkeit des Barocks, indem es das Buſentuch einful.
dem aber freilich auch nicht ſehr viel gewonnen war, A.
aus den Gedichten unſerer deutſchen Angkreontiker erſehl
die dieſem leichten Tüchlein ſo viel liebevolle Aufmer
widmeten. Beſonders aber iſt das 19. Jahrhundern
gute alte Zeit, an „Modeenthüllungen” ſehr reich geweſe
betont eine feine Modekennerin, Lady Norah Bentich,
der Vergangenheit gewidmeten Betrachtung. „An weſch
im heutigen Europa”, ſchreibt ſie, „wäre es möglich,
Dame ſo erſchiene, wie die Prinzeſſin Pauline Meter
einem Feſt unter Napoleon III., bei dem ſie bis zur Tal
haupt nichts anhatte und ihre Reize nur ein wenig m.
aufgelöſten langen Haar verhüllte? Der Hof Napoleons
überhaupt „Enthüllungen” im wahrſten Sinne des Vo
ſehen, wie ſie ſonſt wohl kaum je vorgekommen ſind.
damen ſuchten ſich in der Durchſichtigkeit und Knabpl
Toiletten zu überbieten, und die Kaiſerin ging mit gut
böſem Beiſpiel voran. Die ſchöne Prinzeſſin Caſtiglione
eines Tages ſo wenig bekleidet, daß die gewiß nicht
Eugenie ihr einen Schal umlegen ließ, damit ſie ſich u
kälte‟. Napoleon I. Schweſter, die ſchöne Pauline Borg
ſich von Canava als Venus modellieren ließ, war auf 1
ſo ſtolz, daß ſie eines Tages durch die Straßen von 3
indem ſie ihre nackten Beine zum Wagenfenſter heraus
ließ, damit alle dieſes Wunder begutachten könnten ..
Der zeitgemäße Hau
Sengſtellen in feiner Herren=Plätt
ohne Waſchen zu entfernen. um nicht das Ve
Stück wieder einer Wäſche unterziehen zu müſſen, wend
gendes unſchädliche Bleichmittel an: ½4 Liter Waſſer koc
50 Gramm Chlorkalk eine halbe Stunde, worauf diele
keit nach dem Abkühlen entſchäumt und in ſaubere Flchſc.
gefüllt wird (gut verkorkt aufbewahren). Mit dieſem &
tel wird nun ein Läppchen befeuchtet und damit die Se
betupſt, die ſofort verſchwinden. Sofort mit klarem Vee
Schwämmchen nachgerieben, wird das Angreifen der V‟
verhindert. Man kann darauf mit der Plättarbeit we
fahren.
Gelees oder Cremes, die beim Stüts
ſammenfließen, infolge zu geringen Gelatin.
verteilt man entweder in Cremegläſer oder man häuft Ue
Glasſchale auf und verziert ſie mit Schlagſahne und Barl
Speiſezettel.
Sonntag: Tomatenſuppe. Roaſtbeef mit Neie
Pfirſichſpeiſe.
Montag: Speck=Makkaroniſchüfſel mit Gurken=Tom”
Dienstag: Gebackener Reis mit Würſtchen.
Mittwoch: Gurkengemüſe mit Bratkartoffeln.
Donnerstag: Kartoffelmus mit Pilzhäckerli
Freitag: Geb. Seelachs mit Kartoffelſalat.
Samstag: Kohlrgbigemüſe.