Einzelnummer 10 Goldpfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 212
Freitag, den 1. Auguſt 1924.
187. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr. Streik uſw. erliſcht
jede Verpſſchtung auf Erfüllung der
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auftäge und Leiſtung von Schadenerſate. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beſtreibung fällt jeder
Rabat weg. Banſtonte: Deuſche Banl und Dame
ſtädter 8 Nationalbank.
Die ewige Konferenz.-
Anklare Situation.
ein Abſchluß der Konferenz vor 14 Tagen. — Franzöſiſches Mißtrauen. — Verlängerung
r engliſchen Beſatzungsfrift verlangt. — Wenig Gegenliebe für den franzöſiſchen Plan.
Der unmögliche Vorſchlag.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die Wellenlinie der Londoner Konferenz iſt wieder mal in
em Tal angelangt. Nachdem es erſt ſo ausſah, als ob die
inzöſiſch=belgiſche Kompromißvorſchlag al=
3 über den Haufen geworfen, und eine mehr als
ringung der deutſchen Obligationen und ſich auf die Dauer
ttſche Regierung unannehmbar. Sie hat das, ſpricht für eine Vollſitzung am kommenden Samstag.
chbereits in London mitgeteilt, ſchon weil er an
widerſpruchsvoll iſt, denn er macht die Räumung von
Be=
gungen abhängig, die außerhalb der Machtſphäre
tſchlands liegen, die vielleicht überhaupt unerfüllbar
kt ſtehen, daß ſie ihr Kapital in Deutſchland nur inveſtieren,
dem Zurückziehen der franzöſiſchen Truppen, und die
Fran=
n und Belgier wieder ihre Truppen ſolange im Ruhrgebiet
n wollen, bis ſie das Geld erhalten haben, dann bedeutet
praktiſch eine Verewigung der Beſetzung, da nicht
n zu denken iſt, daß das ausgepowerte Deutſchland die
imen aufbringen kann, die zur Zeichnung der deutſchen
Obli=
onen erforderlich ſind. Wir können uns deshalb auch nicht
en, daß die Engländer, und vor allem die Amerikaner, ſich
dieſen Vorſchlag einlaſſen, der, wenn er aufrecht erhalten
t, das Scheitern der Konferenz bedeuten müßte. Aber es
ja möglich; daß die Franzoſen den ganzen
anken nur in die Debatte werfen, um über
toten Punkt zu kommen und über die
Fri=
ſehr ſtark mit ſich reden laſſen werden. Das
aber hat eigentlich keinen Sinn ohne Deutſchland.
darüber beſteht auch in Paris kein Zweifel, daß jede
Ab=
ung in dieſer Richtung, ſchon weil damit ein längeres
bleiben der Engländer in der Kölner=Zone
1rden 10. Januar nächſten Jahres hinaus
ver=
en wäre, eine Abänderung des Verſailler
Ver=
ges notwendig macht und deshalb an die
frei=
lige Zuſtimmung Deutſchlands gebunden iſt.
e franzöſiſche Formel über die
ſchiedsrichter=
ſche Enſcheſdung.
London, 31. Juli. (Wolff.) Der diplomatiſche Berichterſtatter
Daily Telegraph ſchreibt zu der franzöſiſchen Formel über eine
Srichterliche Entſcheidung, die erſte Kommiſſion wird ſich mit dem
Teil der Formel, Uneinigkeit nnnerhalb der Reparationskommiſ=
und des Dawesausſchuſſes bezüglich der Frage eines Verzuges be=
I, die dritte Kommiſſion wird die beiden anderen Teile der Formel
ideln, nämlich den Verzug Deutſchlands bei den Sachlieferungen und
Berzug bei den Transfers in bar.
In erſter Linie beſagt die franzöſiſche Formel, daß, wenn die
Re=
ionskommiſſion einſchließlich des amerikaniſchen ad hoe Mitgliedes
Einigung betreffend des angeblichen deutſchen Verzuges erreicht, ſie
Schiedsgericht von drei Perſonen bilden ſoll, von denen der eine ein
rikaner iſt, während die beiden anderen die Auffaſſung der Mehrheit
der Minderheit vertreten ſollen. Wenn die Kommiſſion
hinſicht=
der Wahl der Schiedsrichter zu keiner Einigung gelangt, ſollen
letz=
durch den Präſidenten des Weltſchiedsgerichtshofes im Hagg ernannt
Zweitens ſchlägt die franzöſiſche Formel die Einrichtung eines
7 Shſtems von Sachlieferungen durch Deutſchland über 1930 hinaus
ſowie die von der deutſchen Regierung einzugehende Verpflichtung
der Sicherung pünktlicher Leiſtungen der deutſchen Induſtrien, ohne
ſchiedliche Behandlung der Allierten. Falls eine der empfangen=
Mächte ſich benachteiligt fühlt, könnte die Reparationskommifſion
einen einſtimmigen Beſchluß in Uebereinſtimmung mit der deut=
Negierung eine andere entſcheidende Inſtanz ernennen, die aus
Mitgliedern, unter denen ſich wiederum ein Amerikaner befindet,
hen ſollz, wenn es wiederum zu keiner Einigung innerhalb der
Re=
tionskommiſſion oder zwiſchen der Kommiſſion und der deutſchen
erung kommt, wird der Präſident des Weltſchiedsgerichtshofes im
einen Schiedsrichter ernennen.
An dritter Stelle erhält jede einzelne Macht, die in der
Ange=
heit der Varzahlungen ſich von dem Transfer=Ausſchuß unfair
be=
elt glaubt, das Recht, ein ähnliches ſchiedsgerichtliches Verfahren zu
nlaſſen. Die Franzoſen wollen dieſer ſchiedsgerichtlichen Inſtanz
ſo=
die doppelte Aufgabe übertragen, darüber zu entſcheiden, ob ſeitens
deutſchen Regierung oder einer finanziellen Gruppe ein Manöver
enommen worden iſt, um die Abſichten des Transfer=Ausſchuſſes zu
zu bringen und zweitens, die notwendigen Maßnahmen zur
Ver=
ng eines ſolchen Manövers zu ergreifen. Es muß indeſſen betont
Isfer=Ausſchuſſes ſind, daß das in der franzöſiſchen Formel vorgeſchla=
Verfahren dem Dawesbericht widerſpricht.
Der Berichterſtatter bemerkt, daß ſich die Kritik wahrſcheinlich, auf
letztgenannten Punkt konzentrieren wird. Die Verantwortlichkeit des
ISfer=Ausſchuſſes im Hinblick auf die Wechſelkurſe der Welt ſei ſo
daß in der Finanzwelt ernſte Bedenken aufkämen, wenn die
Ent=
dung des Ausſchuſſes durch ein Schiedsgericht abgeändert werden
te. Eine Schwächung der Unabhängigkeit des Transfer=Ausſchuſſes
Ne allzu gefährlich ſein. Man könnte erwarten, daß die Franzoſen
* dem Drucke ernſter amerikaniſcher Vorſtellungen ihre Formel
ab=
rn würden. Der Vorſchlag der Franzoſen laufe auf einen
Tauſch=
el hinaus. Sie machten England und den Bankiers in der Sache
Verzuges ein Zugeſtändnis, wollten ſich aber das Necht der Berufung
Auslöſung eines Schiedsſpruches in Angelegenbeiten, die ihre
eigen=
bitalſten Intereſſen berührten, vorbehalten. Ihre Vorſchläge
müß=
achlich geprüft werden.
2aiky News erklärt, die Bedeltung des franzöſiſchen Planes
in dem großen Einfluß, den er in die Hände Amerikas lege. Wenn
berückſichtige, daß das vorgeſehene Schiedsgericht unter dem Vorſitz
Amerikaners ſtehen ſoll und wahrſcheinlich auch ein Amerikaner
Vor=
der des Transfer=Ausſchuſſes ſein werde, daß ferner endlich ein
rikaner zum Oberkommiſſar für die Beaufſchtigung der deutſchen
ahmen auserſehen werde, erkenne man, daß Amerika, wenn es ſich
im techniſchen Sinn vom neuen Europa fernhalte, durch ſeine
inoffi=
n Vertreter doch eine Rolle ſpielen werde, die wichtiger ſei als die
Vertreters irgendeiner anderen Nation.
Der Londoner Fragenkomplex.
Die diplomatiſche Geheinzzisirämerei.
ladung Deutſchlands unmittelbar bevorſtehe, hat der eine allgemeine Wiederbelebung der Arbeiten. Nicht nur die erſte
und dritte Kommiſſion ſind gegen 12 Uhr zuſammengetreten,
ſon=
drn gleichzeitig hat auch eine Sitzung der engliſchen Delegation
klare Situation geſchaffen. Der Vorſchlag, der die ſtattgefunden. Nachmittags werden die Hauptdelegierten
zu=
zmung des Ruhrgebiets zuſammenkoppeln will mit der un= ſammenkommen. Ueber eine Vollſitzung iſt noch nichts beſchloſſen
worden. Es iſt jedoch nicht anzunehmen, daß dieſelbe vor
mor=
zwei Jahren erſtrecken ſoll, iſt ſelbſtverſtändlich für die gen nachmittag ſtattfinden wird. Die meiſte Wahrſcheinlichkeit nein, das heroiſche Epos, das in dieſem Kampf eines einzigen
Diskuſſion. Zunächſt die Sanktionsfrage und im Zu=
Denn wenn die amerikaniſchen Geldgeber auf dem Stand= der Bankwelt, wie ſie auch im erſten Paragraphen des
fran=
zöſiſchen Vorſchlages behandelt werden.
Der zweite Fragenkomplex betrifft
Sachliefe=
rungen und zwar einmal die Möglichkeit
privatwirt=
ſchaftlicher Verfehlungen und die in dieſem Falle zu
treffenden Maßnahmen und zum Zweiten die Frage der Bar=
Ueberweiſung an die Alliierten aus dem
Repa=
rationsfonds. Frankreich wünſcht für den Fall, daß Bar=
Ueberweiſungen nicht möglich ſein ſollten, daß ein Teil der
an=
geſammelten Beträge zur Bezahlung von Sachlieferungen nach
Maßgabe der allierten Wünſche benutzt werden ſollen. Im
Dawesplan wird übrigens die währungspolitiſche Wirkung von
Sachlieferungen und Barzahlungen gleichgeſetzt. Es bedeutet lution über uns gekommen, die eine völlige Umſchichtung
er=
alſo dieſer Vorſchlag eine Abänderung des Dawesberichtes.
Die dritte im Hintergrund der Konferenz ſtehende Frage
be=
ſondern wahrſcheinlich unter der Hand behandelt werden wird.
Neben dieſen drei Punkten ſteht als vierter Punkt noch eine
renz herausgeſtellt worden iſt. Zunächſt die
Verhandlun=
gen mit, der Nepkound in dieſem Zuſammenhang der von
Logan vorgebrachte Kompromißvorſchlag, der zwar nur
zu Protokoll genommen, aber noch nicht weiter behandelt wurde
und der möglicherweiſe noch erweitert oder abgeändert werden
dürſte. Ferner das Eiſenbahnproblem und ſchließlich
eine Summe von Einzelfragen, die nur ſtichwortartig
angedeutet werden können, wie die Räumung der Kölner
Zone, die Frage der Kokslieferungen über das Jahr 1930
hinaus und die Frage der interalliierten Schulden.
Alle dieſe Dinge ſind in den nächſten Tagen in der einen oder Erinnerung an die Tage kriegeriſcher Begeiſterung im Auguſt
iſt eine ſolche Fülle von Arbeit für die Konferenz erwachſen,
ausbildet unter Führungder Vereinigten Staaten.
Es folgt aber eine Fülle von Mißverſtändniſſen
durch die höchſt mangelhafte und zurückhaltende
der Komitees oder die Repko keinerlei Information gibt, in der Nord und Süd, Oſt und Weſt, Arm und Reich, Hoch und Niedrig
Befürchtung, daß daraus wieder politiſche Zwiſchenfälle
erwach=
ſen könnten.
a
Ein engliſches Kompromißoder ein franzöſiſcher
Verſuchsballon.
Paris, 31. Juli. Nach dem Londoner
Sonderberichterſtat=
ter des „Quoditien” ſcheine man in gewiſſen engliſchen Kreiſen
geneigt zu ſein, Frankreich und Belgien folgendes Kompromiß
vorzuſchlagen:
Inkraftretens des Sachverſtändigenplans eine Ende zu machen, .
würde die engliſche Regierung ſich ihrerſeits damit einverſtanden
erklären, die militäriſche Beſetzung der Kölner Zone bis zur an die Zukunft nicht verlieren, es ſoll ein ſtiller Schwur des ge=
Zurückziehung der franzöſiſchen und belgiſchen Truppen aus dem
Ruhrgebiet aufrecht zu erhalten.
löſt werden, die durch die Frage der militäriſchen Beſetzung des
Ruhrgebiets geſchaffen wurde.
z
en, daß nach dem Sachverſtändigenbericht dieſe Funktionen Sache des Das Einladungsſchreiben an Deutſchland. d
Paris, 31. Juli. „Havas” meldet aus London, daß das
an Deutſchland zu richtende Einladungsſchreiben nicht auf die
Einzelheiten der zu beratenden Fragen eingehen wird; es werde
ſich entweder um eine ganz formelle Note oder um eine
münd=
liche Mitteilung durch Vermittlung des Botſchafters handeln.
Jedoch werde die Note nicht vor der nächſten Vollſitzung, d. h.
auszuſehen, daß die Anhörung der Deutſchen die Helden und Opfer des Weltkrieges, ſo iſt es an uns, die wir die
Verhandlungen noch einmal in die Länge ziehen ruhmvollen Traditionen, der deutſchen Luftſtreitkräfte pflegen
werde, und daß die Londoner Konferenz nicht vor und als einen ſicheren Beſitz den kommenden Geſchlechtern über=
Ablauf von 14 Tagen zum Abſchluß gelangen könne.
SD. London, 31. Juli. Halbamtlich wird die
Fertigſtel=
lung des neuen franzöſiſch=belgiſchen Kompromißvorſchlages als Glauben an den gerechten Sieg beſiegelt haben. Aus kleinen
An=
ein Fortſchritt in der Entwicklung der Konferenzarbeiten bezeich= fängen bei Kriegsbeginn zu einer kampf= und
ſchlachtentſcheiden=
net. Die Frage der militäriſchen Räumung der Ruhr liegt
eigent=
lich außerhalb des Arbeitsplanes der Konferenz, deren
Hauptauf=
gabe es lediglich iſt, über die wirtſchaftliche Räumung zu entſchei= den Ruhm und den Erfolg, der die Herzen unſerer Feinde mit
den. Gleichzeitig hat man jedoch in Konferenzkreiſen geglaubt, (
Ankunft in London offiziell auch dieſe Frage zur Frörterung
bringen würden, ſo daß man es für ratſam hielt, ſich auch von .
mit einem vollſtändigen Plan ausgerüſtet zu ſein.
a
Nationaltrauertag.
Zehn Jahre hat es gedauert, bis das deutſche Volk ſich ſoweit
beſonnen hat, — bis ſich auch eine Regierung fand, — um einen
Gedenktag für den Krieg einzuführen. Die Siegerſtaaten haben
das längſt, wir, bei denen es doppelt angebracht geweſen wäre,
waren viel zu ſehr mit innerpolitiſchen Streitigkeiten und
Vor=
würfen beſchäftigt, als daß wir für eine ſolche Pflicht der Würde
und der Dankbarkeit Zeit oder auch nur Sinn gehabt hätten.
Daß für uns eine ſolche Feier in erſter Linie eine Trauerfeier
ſein wird, liegt auf der Hand. Wir denken dabei aller derer, die
in fremder Erde begraben liegen, die ihre Liebe zum deutſchen
Vaterland in Franrkeich, in Belgien, in Rußland, in Italien,
SD. London, 31. Juli. Der heutige Vormittag brachte, auf dem Balkan, in Aſien und in Afrika mit ihrem Leben
be=
zahlten. Wie oft haben wir in bitterer Stunde geſagt, daß ihr
Tod umſonſt geweſen ſei. Das iſt gewiß nicht richtig, ſie ſind
nicht umſonſt geſtorben. Nicht nur, weil ſie mit ihren Leibern
als ein lebendiger Wall die heimatliche Erde deckten und keinem
feindlichen Fuß geſtatteten, den deutſchen Boden zu betreten,
Volkes gegen eine Welt von Feinden enthalten iſt, wird weiter
Im Ganzen ſtehen, wenn man von der techniſchen Einteilung leben, und wird ſie für künftige Generationen unſterblich machen.
der Konferenz abſieht, drei von einander zu trennende Dinge zur. Es iſt eine der ſchönſten Sitten der chriſtlichen Kirche, daß ſie
ihren Totenſonntag eingerichtet hat, um der Entſchlafenen zu
ſammenhang damit die Bedingungen und Vorbehalte, gedenken, die im Laufe des Jahres von uns genommen wurden.
Sittliche Pflicht des Staates iſt es, das gleiche zu tun, ſittliche
Pflicht auch des Volkes, einmal im Jahre aus den grauen
Sor=
gen des Alltags ſich zu erheben und, ſei es auch nur für wenige
Minuten, derer zu gedenken, die ſich für das Volk opferten. „Ein
Tag im Jahre iſt den Toten frei!”
Aber nicht allein der Toten wollen wir gedenken, wir wollen
uns dankbar erinnern an jede einzelne Tat, die in dem
gewalti=
gen Ringen geſchah, wollen ein liebevolles Wort für die
Kriegs=
beſchädigten, für die Witwen und die Auslandsdeutſchen haben,
die Geſundheit und Vermögen im Dienſte des Vaterlandes
ein=
büßten. Mit der politiſchen iſt auch eine wirtſchaftliche
Nevo=
zwungen hat. Die Begriffe von Reich und Arm haben ſich
ver=
ſchoben, Zehntauſende von Familien ſind an den Bettelſtab
ge=
zieht ſich auf die Frage der militäriſchen Räumung, bracht, Millionen müſſen noch einmal da anfangen, wo ſie vor
die zwar der Konferenz nicht zur Beſchlußfaſſung vorgelegt wird, Jahrzehuten ſtanden, die Intellektuellen, die geiſtigen Träger des
früheren Staates ſind untergepflügt, der neue Staat muß ſich neue
Pfeiler ſuchen, auf denen er ſich aufbaut. Aber der Dienſt am
Reihe, von kleineren Fragen zur Erörterung, da die Staate iſt für uns der gleiche geblieben. Die Menſchen wechſeln,
deutſche Einladung aus den Befugniſſen der eigentlichen Konfe= Volk und Staat bleiben dieſelben, die Pflicht des einzelnen dem
Volksganzen gegenüber iſt unwandelbar, ebenſo unwandelbar,
wie das ewige Geſetz, daß nur ein Volk ſeinen Platz an der
Sonne behaupten kann, das es verſteht, durch freie Entwicklung
alle Kräfte in ſeinen Dienſt zu ſtellen.
Auch das haben wir vergeſſen. Viele haben ſich grollend
ab=
gewandt, weil ſie ſich durch die Entwicklung benachteiligt
glaub=
ten. Sie werden wieder zurückfinden, aus der Erkenntnis
her=
aus, daß der Staat nicht Selbſtzweck einzelner Schichten, ſondern
Leben des ganzen Volkes iſt. Und das ſoll der tiefere Sinn der
anderen Weiſe zu löſen, entweder endgültig oder vorläufig. Es 1914 ſein, daß wir trauernd unſere Fahnen ſenken vor den
Op=
ſo daß ihr urſprünglicher Rahmen geſprengt wurde, fern, daß wir uns aber auch aufrichten an der Erinnerung an
und ſie ſich allmählich zu einer Weltkonferenz her= die Zeit, die den kategoriſchen Imperiativ der Pflicht jedem
Deutſchen als etwas Selbſtverſtändliches erſcheinen ließ. Es war
doch einmal möglich, daß wir ein Volk von Brüdern wurden,
Unterrichtung der öffentlichen Meinung, da jedes daß alle Klaſſen= und Glaubensunterſchiede verſchwanden, daß
ſich als eine Weſenseinheit fühlten, die mit gemeinſamer
Kraft=
anſtrengung um das nackte Leben kämpften. Darum gilt es, die
Schlacken des Niederbruchs langſam zu beſeitigen und aus einer
ethiſchen Erinnerung heraus die Ueberzeugung zu retten, daß
ein Volk niemals untergehen kann, das ſolche Höhepunkte, wie
den Auguſt 1914 ſein eigen nennt. Am Sonntag wird der
Reichs=
präſident den Entſchluß der Regierung verkünden, ein
National=
denkmal für die Gefallenen zu errichten, es ſoll uns mehr ſein,
Falls die Beſatzungsmächte bereit ſeien, der militäriſchen Be= es ſoll uns erinnern an die Zeit der höchſten Erhebung und an
ſetzung in längſtens einem Jahre, gerechnet vom Zeitpunkt des die Tage der tiefſten Schmach, es ſoll uns Rückhalt geben, damit
wir durch die Gegenwart hindurch kommen und das Vertrauen
ſamten deutſchen Volkes ſein, nicht zu vergeſſen, was man uns
antat und nicht zu mſten und zu ruhen, bis wir jedes Stück
Auf dieſe Weiſe könnte eine der größten Schwierigkeiten ge= deutſchen Bodens zurückgewonnen haben, das man uns abnahm,
es ſoll uns ein Wahrzeichen ſein für das künftige Deutſchland
unſerer Kinder und Enkel, das einmal reichen wird „ſoweit die
deutſche Zunge klingt und Gott im Himmel Lieder ſingt, das
ganze Deutſchland ſoll es ſein!”
Den Helden der Deutſchen Lufiſtreitkräfte.
Vom Ring der Flieger e. V. wird geſchrieben: Wenn
am Tage der zehnjährigen Wiederkehr des Kriegsbeginns die
heute oder ſogar erſt Freitag, abgehen. Es ſei alſo leicht vor= deutſchen Fahnen ſich ſenken über den Gräbern der gefallenen
liefern, der Helden beſonders zu gedenken, die im Kampf der
Lüfte mit ihrem Leben die Treue für ihr Vaterland und ihren
den Waffe heranwachſend, danken die Luftſtreitkräfte euch, ihr
Helden, die ihr den blutigen Lorbeer um eure Schläfe wandet,
Grauſen und Entſetzen erfüllte! Zerſchlagen iſt die ſcharfe Waffe,
vorausſehen zu müſſen, daß die deutſchen Delegierten nach ihrer die ihr mit eurem Herzblut geſchmiedet, aber ungebrochen lebt der
Siegergeiſt deutſche Flieger und Luftſchiffer und ihrer
Hilfs=
waffen als ein teueres Vermächtnis im deutſchen Volk für alle
Seiten der Konferenz auf eine ſolche Diskuſſion vorzubereiten und Zeiten! Der Ning der Flieger; v. Eberhardt, Generalleutnant
a. D., 1. Vorſitzender.
wirtſch
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Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. Auguſt 1924.
Rummer 21
Der Ruyhander um das Ruhrgeviet.
Herriot gegen Herriot.
* Herriot iſt ein wandlungsfähiger Mann.
Während er früher mit der völligen Räumung des
Ruhrgebietes einverſtanden war, will er neuerdings
die Räumung der Ruhr als ein Druckmittel
ge=
gen Deutſchland benutzen. Dabei ſteht er offenſichtlich
unter dem Eindruck ſeiner Delegationsmitglieder. Urſprünglich
machten die Franzoſen die Räumung von den deutſchen
Zahlun=
gen abhängig, während ſie ſie jetzt von der Ausführung des
Da=
wesplanes abhängig machen wollen, d. h. ſie wollen erſt
ab=
warten, welche Ergebniſſe er zeitigt, und wollen daher die
Räu=
mung abhängig machen von der Schnelligkeit, mit der die deutſche
Anleihe tatſächlich aufgenommen wird, die Anteile verkauft, die
Schuld an die Gläubiger abgetragen wird uſw. Das iſt, nach
Anſicht der „Times” die Grundlage des neuen franzöſiſchen
Memorandums, das in Verbindung mit den belgiſchen
Vorſchlä=
gen eine „hoffnungsvollere Atmoſphäre” geſchaffen habe, aber
of=
fenſichtlich auf eine längere Dauer der Konferenz
deute.
Ebenſo optimiſtiſch äußert ſich das Arbeiterblatt
„Daily Herald” über den franzöſiſchen Vorſchlag, meint
aber ſkeptiſch, es ſei höchſt unwahrſcheinlich, daß die Deutſchen
der franzöſiſchen Auffaſſung von der Räumung der Ruhr
zuſtim=
men werden. Aber, meint das Blatt, es ſei doch ſchon ein
ent=
ſcheidender Fortſchritt, daß die Franzoſen bereit ſeien, die Sache
zu beſprechen.
Vom Tage.
Einigung im erſten Komitee. — Schwierigkeiten
in der dritten Kommiſſion.
SD. Berlin, 80. Juli. Im Laufe des Mittag haben die
erſte und dritte Kommiſſion wieder Sitzungen abgehalten. In
der Vormittagsſitzung waren keine Beſchlüſſe gefaßt worden,
da=
gegen wurde in der Nachmittagsſitzung des erſten Komitees
einſtimmig ein Beſchluß über die erſten Paragraphen des
franzö=
ſiſchen Vorſchlages gefaßt. Snowden hatte zu Beginn der
Sitzung den franzöſiſchen Vorſchlag bezüglich der Sanktionen
kri=
tiſiert und ihm einen anderen Vorſchlag entgegengeſtellt, wonach
die drei Schiedsrichter Neutrale ſein ſollten und wonach die Repko
vor der Anrufung des Schiedsgerichtes zunächſt die Anſicht des
Generalzahlungsagenten und eines Vertreters der Geldleiher
an=
hören müſſe. Auf das Drängen der übrigen Komiteemitglieder
zog aber Snowden ſchließlich ſeinen Vorſchlag zurück
und ſtimmte ebenfalls für den franzöſiſchen Vorſchlag. Hiernach
wird für den Fall eines einſtimmigen Beſchluſſes der Repko ein
Schiedsgericht vorgeſchlagen, das aus drei Mitgliedern beſtehen
und durch einſtimmigen Beſchluß der Repko ernannt werden ſoll.
Iſt für die Ernennung kein einſtimmiger Beſchluß zu erzielen, ſo
wird der Präſident des Haager Schiedsgerichtshofes die drei
Mitglieder ernennen. Der Präſident ſoll ein amerikaniſcher
Bür=
ger ſein. Ueber das Abſtimmungsverfahren dieſes
Schiedsgerich=
tes ſind keine Vorſchriften getroffen, ſo daß ein Majoritätsbeſchluß
möglich erſcheint. Die Rechte Frankreichs, in beſtimmten, nicht
mit dem Dawesplan in Zuſammenhang ſtehenden Fällen,
ſelb=
ſtändige Sanktionen zu ergreifen, ſcheinen auch in dieſem
Vor=
ſchlag gewahrt zu ſein.
Das dritte Komitee (Sachlieferungen), welches ſich mit den
anderen Paragraphen des franzöſiſchen Vorſchlages zu befaſſen
hat, hat bisher ſeine Arbeiten noch nicht abgeſchloſſen. Die von
ihm zu behandelnden Fragen ſtellen den ſchwierigſten Teil der
Aufgabe dar, nämlich die Entſcheidung der Frage, in welchem
Umfange Sachlieferungen von Deutſchland zu leiſten ſind und
in welcher Weiſe die Sachlieferungen vorgenommen werden
ſol=
len. Es ſollen vier Schiedsgerichte eingeſetzt werden und zwar
ein Schiedsgericht für die Sanktionenfrage, ein zweites für den
Fall, daß die Repko zu keinem Beſchluß über die Auslegung des
Dawesplanes kommen kann, ein drittes über die privaten
Ver=
fehlungen bei Sachlieferungen. Ein viertes iſt zur Erledigung
von Meinungsverſchiedenheiten zwiſchen der deutſchen Regierung
und dem Ueberweiſungsausſchuß in Ausſicht genommen. All
dieſe Vorſchläge ſind noch nicht endgültig angenommen. Man
hört edoch, daß die Arbeiten gute Fortſchritte machen.
Von deutſchnationaler Seite wurde im Reichstag der
folgende Antrag eingebracht: „Der Reichstag wolle beſchließen, die
Reichsregierung aufzufordern, den dem Reichsrat vorgelegten Entwurſ
des Geſetzes über die Zölle und die Umſatzſteuer dem Reichstag noch im
Auguſt vorzulegen.
Die von der Stadtverordnetenverſammlung in Hannover
beſchloſ=
ſene Abberufung des Oberbürgermeiſters Leinert iſt
von dem Regierungspräſidenten in Hannover beanſtandet worden.
Das Strafverfahren gegen Oberamtmann Frick dor dem
Mün=
chener Diſziplinargerichtshof kam geſtern zum Abſchluß. Das Urteil
lautet auf Dienſtentlaſſung und Kürzung der Penſion
um ein Zwanzigſtel.
Der Zechenverband hat in einem Schreiben an die vier
Berg=
arbeiterverbände die zur Zeit gültige Lohnordnung zu Ende
Auguſt gekündigt.
Die belgiſche Polizei hat Anweiſung gegeben, den
kom=
muniſtiſchen Abgeordneten Höllein an die deutſche Grenze
zurückzuſchaffen.
Der amerikaniſche Botſchafter Houghton iſt wieder in Berlin
eingetroffen.
In Mannheim iſt in dieſen Tagen eine neue Partei, und
zwar die Unabhängige Nationalſozialiſtiſche Deutſche Arbeiterbewegung,
gegründet worden, deren Leitmotiv „Großdeutſch, chriſtlich, ſozial”
iſt und die ſich auf republikaniſchen Boden ſtellt.
Seit Anfang dieſer Woche ſind in Düſſeldorf ſämtliche
Arbei=
ten, die Bauten und Räumlichkeiten für die Beſatzung betreffen,
einge=
ſtellt worden.
Die Direktion der Niederländiſchen Eiſenbahn
be=
ſchloß, ſämtliche verheirateten Frauen, die ſich im Dienſte
der Eiſenbahn befinden, zum 1. September 1924 zu entlaſſen.
Die franzöſiſche Kammer hat am Mittwoch das
Zünd=
holzmonopol mit 238 gegen 204 Stimmen wieder
herge=
ſtellt, das von der letzten Kammer abgeſchafft worden war.
Die franzöſiſche Regierung hat in der Kammer eine
Niederlage erlitten, indem ihr Vorſchlag, die ſtaatlichen Vorſchüſſe
an die Departements um 1 682000 Franken zu reduzieren, mit 287 gegen
258 Stimmen abgelehnt wurde. Die Kammer hat dann die
Amneſtie=
vorlage in der vom Senat aufgearbeiteten Form angenommen.
In den nächſten Tagen ſoll in Paris eine Verordnung
bekanntgegeben werden, nach der alle franzöſiſchen Häfen, auch die
in den franzöſiſchen Kolonien, an deutſche Schiffe zur Benutzung
freigegeben werden.
Der Rückgang des franzöſiſchen Franken hat ſich
fortgeſetzt. Der Dollar notierte an der geſtrigen Pariſer Börſe
20,90 gegenüber 19,69 am Mittwoch nachmittag.
Nach einer Havasmeldung aus London hat der dem
Kammeraus=
ſchuß für auswärtige Angelegenheiten angehörende radikale
Abgeord=
nete Mangaino dem Miniſterpräſidenten Herrſot einen
Beſuch abgeſtattet.
Das belgiſche Parlament hat ſich auf unbeſtimmte Zeit
vertagt. Wahrſcheinlich wird es erſt am 10. November wieder
zu=
ſammentreten, es ſei denn, daß die Londoner Konferenz
zuſammen=
brechen würde.
Die Tribung glaubt zu wiſſen, daß die meiſten Inhaber von
Nuntiaturen 1. und 2. Klaſſe abgelöſt werden, darunter
namentlich der Nuntius Ceretti in Paris und der Nuntius in Berlin
Pacelli, die beide in den Kardinalsſtand erhoben würden.
Die neue griechiſche Regierung hat in der Kammer ein
Vertrauensvotum erhalten, und zwar mit 181 gegen 141
Stimmen, bei 20 Stimmenthaltungen.
O
Die „große Sieben.
Erweiterung des Rats der Fünf.
Die Londoner Miſſion Franquis.
London, 31. Juli (Europapreß.) Der belgiſche
Staatsminiſter Frangui, der Mitglied des
Sachverſtän=
digenkomitees geweſen iſt, iſt nach kurzem Aufenthalt wieder
nach Brüſſel zurückgereiſt. Er hatte zwei lange Unteredungen
mit Theunis und Owen Young. Man mißt dieſen
Unterredun=
gen große Bedeutung bei; insbeſondere glaubt man, daß dadurch
die Haltung der amerikaniſchen Delegation
gegen=
über dem franzöſiſchen Schiedsgerichtsvorſchlag beeinflußt
worden iſt.
TU.=Loondon; 31. Juli. Der ſogenannte „große Rat der
Fünf” hat ſich geſtern erweitert. Es iſt der Beſchluß gefaßt
wor=
den, den japaniſchen Botſchaſter in London und den belgiſchen
Miniſter des Aeußern hinzuzuziehen. Die „Times” melden, daß
Logan mitgeteilt habe, die amerikaniſche Regierung werde keinen
Widerſpruch erheben, wenn ſich die Reparationskommiſſion durch
Hinzufügung eines amerikaniſchen Mitgliedes erweitere.
Die Delegationsführer ſind um halb fünf Uhr zu einer
Sitz=
ung zuſammengetreten. Die dritte Kommiſſion muß noch über
die Transferierung berichten. Lautet dieſer Bericht günſtig, ſo
wäre die Konferenz, ſoweit die Alliierten in Betracht kommen,
in der Hauptſache als beendet anzuſehen und die Einladung an
Deutſchland könnte als unmittelbar bevorſtehend angeſehen
wer=
den. Reuter fügt hinzu, daß jedoch noch die Bankiers
ihre Meinung zum Ausdruck bringen müßten.
Die Lage iſt nach wie vor dauernd im Fluß, doch überwiegt die
Anſicht, daß der Vorſchlag Herriots eine ernſte Anſtrengung
dar=
ſtellt, zu einer Verſtändigung zu gelangen. Innerhalb und
außer=
halb der Konferenz herrſcht die angeſpannteſte Tätigkeit und
Auf=
rechterhaltung der optimiſtiſchen Stimmung. Die zahlloſen
Ge=
rüchte über einen Mißerfolg der Konferenz ſind durchaus
un=
richtig. Im Gegenteil iſt die hoffnungsfreudige Stimmung im
Wachſen begriffen.
Bayreuther Feſtſpiele.
„Der Ning des Nibelungen.”
Die muſikaliſche Leitung der großen Nibelungen=Tetralogie
lag in den Händen unſeres Generalmuſikdirektors Michael
Bal=
ling, der nun vor 25 Jahren als muſikaliſcher Aſſiſtent nach
Bayreuth kam und ſeit 20 Jahren bei allen Feſtſpielen die
Wotan=Tragödie dirigierte. Seinem genialen al fresco=Stil liegt
die Farbenpracht dieſer Muſik am beſten und er erzielte mit dem
hinreißend ſchön ſpielenden Orcheſter unvergleichlich tiefe und
grandioſe Wirkungen. Wenn trotzdem die erſte Ring=Aufführung
anfangs nicht ganz die volle Höhe des erſten „Parſifal” erreichen
konnte, deſſen Widergabe ſchlechthin vollendet zu nennen iſt, ſo
wird man den Grund darin zu ſuchen haben, daß hier noch mehr
als beim „Parſifal” und den „Meiſterſingern” ein neues Geſchlecht
darſtellender Künſtler herangebildet werden mußte, denn, wie
wir ſchon neulich ausführten, waren gerade hier die wichtigſten
Nollen neu zn beſetzen, da ihre Inhaber aus den Feſtſpielen der
Vorkriegszeit teils überaltert ſind, teils aus anderen Gründen
für Bayreuth ausſcheiden. Daß dabei nicht ſogleich alle
Erwar=
tungen erfüllt werden können, iſt verſtändlich. Man mißt in
Bayreuth eben mit Rieſenmaß, und „gut” oder „ſchlecht”, ſind
hier mehr als anderswo relative Begriffe. Am meiſten machte
ſich das fühlbar in der Aufführung des „Rheingold”, wo ganz
hervorragende Leiſtungen neben erheblich ſchwächeren ſtanden,
ſo daß die ſtiliſtiſche Geſamtwirkung nicht immer gewahrt blieb
und auf dieſe allein kommt es in= Bayreuth an, nicht auf
fulmi=
nante Einzelleiſtungen. Es war kein ſehr glücklicher Gedanke,
einen ſo tiefen Baß wvie C. Braun mit der Rolle des Wotan zu
betrauen. Bei aller ſtilſicheren dramatiſchen Beherrſchung dieſer
Hauptrolle der ganzen Dichtung, die durch ſeine ragende
Erſchei=
nung wirkſam unterſtützt wird, klingt die Stimme in den höheren
Lagen flach und die notwendige häufige Anwendung der
Kopf=
ſtimme beeinträchtigt die breit ausladenden Partien wie die
Zwieſprache mit Mime und vor allem mit Erda, ſo daß im
gan=
zen genommen dieſem Wotan die Majeſtät fehlen mußte. Die
Fricka der Norwegerin A. Hvoslef fand überraſchenderweiſe
erſt in der gefährlichen Zankſzene in der „Walküre” die Hoheit,
die ſie im „Rheingold” leider noch vermiſſen ließ, während die
Künſtlerin als Gutrune völlig verſagte. Von den Darſtellern der
übrigen Götter befriedigten H. Wunderlich als
ſtimmgewal=
tiger Donner und M. Wiederhold als Froh mit ſeinem
kla=
ren Tenor durchaus, während E. Springs Freia ſich nicht
über den Durchſchnitt erhob. E. Weſtphals Erde vermochte
die Erinnerung an Frau Schumann=Heinks farbenſatte Stimme
nicht zu bannen und ihren Geſängen den breiten Fluß zu geben.
Für dieſe Nolle, die ja keine, dramatiſche Darſtellung, verlangt,
würde man bielleicht ehen iuteKonzskligäß eine igseignetes Ver=
treterin finden. Der Loge von C. Wenckhaus, der ſichtlich
unter Indispoſition litt, und der Fafner von E. Guth ſind von
den letzten Spielen her in beſter Erinnerung. W. Soomer der
diesmal den Faſolt gab, gelang es dank ſeiner ſchönen weichen
Stimme, dieſen lyriſch veranlagten Rieſen von ſeinem rauhen
Bruder abzuheben, wie er auch der Geſtalt des Hunding
gerade=
zu ſympathiſche Züge gab. C. Habichs Alberich iſt gegen
frü=
her noch gewachſen, wenn das möglich iſt, nicht nur an
dämo=
niſcher Größe, ſondern auch muſikaliſch: dieſer Darſteller ſingt
die Rolle ſtatt ſie zu krächzen wie die meiſten ſeiner
Berufsgenoſ=
ſen. In Elſchner, der erſtmalig den Mime gab, hat der
Albenfürſt einen vollkommen gleichwertigen Gegenſpieler
geſun=
den, die Gewinnung dieſes Künſtlers für die Feſtſpiele iſt einer
der allerglücklichſten Griffe geweſen. Die Rheintöchter der
Damen Holmgren, Schmedes und Sarauer ſtanden an
ſtimmlichem Wohlklang der herrlichen Dreiheit von 1912 (G.
Foer=
ſtel, S. Biſchoff=David, O. Metzger=Lattermann) errfeulich nahe,
beſonders in der „Götterdämmerung‟. Sehr glücklich iſt auch die
Beſetzung des Siegmund durch den Dänen L. Melchior,
ſo=
wie der Sieglinde durch S. Krüger. Konnte jener die Nolle
auch geiſtig nicht völlig ausſchöpfen, ſo kam ihm der baritonale
Klang ſeiner Stimme außerordentlich zuſtatten, und am Ende
des erſten Aktes bot er zuſammen mit ſeiner Partnerin, die das
Heldiſche der Sieglindengeſtalt ſtärker als ſonſt üblich betonte,
eine hinreißende Steigerung. Will man den Leiſtungen von
N. Ritter als Siegfried und O. Blomé als Brünhilde
ge=
recht werden, ſo darf nicht vergeſſen werden, daß beide erſtmalig
an den Feſtſpielen teilnehmen und daß Geſtalten wie dieſe nicht
ſofort in allſeitiger Vollendung daſtehen können. Ritter verfügt
über eine leuchtend helle Tenorſtimme, die vielfach lyriſch klingt,
ſo daß dem gereiften Siegfried der „Götterdämmerung” zuweilen
die heldiſche Größe fehlen muß, während Stellen wie der zweite
Akt des „Siegfried” bezaubernd ſchön gelingen müſſen. Auch die
Mär aus jungen Tagen und der Todesgruß kamen ſo zu
unver=
gleichlich tieferer Wirkung als durch die ſonſt übliche dynamiſche
Anſpannung einer ehernen Stimme. Am Schluß des „Siegfried”
hatte der Künſtler allerdings größte Mühe, ſich gegen O. Blomos
ſtürmende Kraft zu behaupten. Dieſe Brünhilde iſt noch nicht
das letzte Ideal, aber ſie kann es werden, denn alle muſikaliſchen
und dramatiſchen Vorausſetzungen ſind in reichem Maße
vorhan=
den. Auch ſie gab ihrem Todesgeſang ergreifend weiche und
warme Töne. Ganz unmöglich war der Waldvogel von Frau
Thanner=Offer. Prachtleiſtungen boten W. Soomer
als Hagen und W. Sonnen als Gunther, und der Dreigeſang
dieſer beiden mit Brünhilde im Mordrat am Ende des zweiten
Aktes der „Götterdämmerung” war einer der monumentalen
Der Räumungsplan.
Vollſiändige militäriſche Ruhrräumung
bis 15. Auguſt 1926.
Vier Etappen: Hagen, Dortmund, Bochum, Eſſen.
TU. Paris, 31. Juli. Nach dem Londoner Berichterſt
es „Matin” wird die militäriſche Räumung des Ruhrgeb
die im äußerſten Falle bis 15. Anguſt 1926 vor ſich gehen
in nachſtehenden Etappen vorgenommen werden:
1. Hagen wird ſofort nach Unterbringung der 800=Millis /=
Anleihe geräumt.
2. Die Linie Dortmund wird geräumt, ſobald Eiſenb
und Induſtrieobligationen in Höhe von 500 Millionen Gold /
untergebracht ſind.
3. Bochum wird gegen Unterbringung weiterer deut
Wertpapiere in Höhe von 500 Millionen Goldmark geräumt
4. Die Eſſener Zone wird nach Unterbringung des gle
Betrages freigegeben werden.
Die Unterbringung der Anleihe das Sigt
zur Räumung.
London, 31. Juli. Wie dereits gemeldet, berieten geſtern
die Delegationsführer über den neuen franzöſiſchen Plan, wonad
Termine der militäriſchen Ruhrräumung von der Flüſſigmachun
deutſchen Eiſenbahnbons und der Induſtrieobligationen abhängi
macht werden ſollen, ſo daß der Abſchluß der militäriſchen Räumr
aktion bis zum 15. Auguſt 1926 hinausgezögert würde. Es wurd
ſchloſſen, zunächſt zu verſuchen, über dieſe Frage in unmittelbaren
handlungen der franzöſiſchen und belgiſchen Regierung ein Uebe
kommen herbeizuführen. Die Franzoſen haben lediglich zugeſtar
daß die Friſt ſchon am 15. Auguſt dieſes Jahres zu laufen beginne
die Räumung in zwei Jahren auch dann erfolgen ſoll, wenn es
De=
land nicht gelingt, die Eiſenbahnbons flüſſig zu machen. Eine
ſchleunigte Räumung des Ruhrgebiers, die bekan
nach dem franzöſiſchen Vorſchlag in vier Etappen erfolgen
wollen die Franzoſen und Belgier nur zugeſtehen, ſofern es Deut
land gelingt, den Betrag von 1,5 Milliarden G
in Eiſenbahnbons oder Induſtrieobligationen binnen einer k
zeren Friſt als zwei Jahren an den Weltbörſen unte
bringen. Belgien und Italien ſollen beabſichtigen, vorzuſchlagen,
Sachlieferungen, die Deutfchland während dieſer 2jährigen Friſt le
auf den Betrag von 1,5 Milliarden in Anrechnung gebracht werden
Das letzte Wort der Bankiers.
TU. London, 31. Juli. In der Beſprechung der
gationsführer erklärte Kellog, nach Rückfrage mit den X
kiers, daß die Selbſternennung der Schiedsri
ter durch die Reparationskommiſſion wahrſchein
unannehmbar für die Bankiers ſein werde. We
erklärte Kellog, daß die Bankiers nicht bereit ſeien, länger
die Löſung der politiſchen Probleme zu warten. Kellog künd
ſodann an, die amerikaniſche Delegation werde 1
Fühlungnahme mit den Bankiers einen Gegenvorſchl
zum franzöſiſchen Vorſchlag formulieren, in dem hdſch
Höchſtmaß von Entgegenkommen, der Bankie
niedergelegt ſein werde. Dieſer Vorſchlag werde in der dri
Kommiſſion vorgelegt werden. Sollte er dort keine gün
Aufnahme finden, ſo würde ſich die amerikaniſche Delegation
Et, der
allen Komiſfionen auf eine ſtreng paſſive Beobachtertätigkeit
ſchränken.
Kurz vor Mitternacht verlautete, der neue amerikanf
Vorſchlag ſehe vor daß die
Reparationskommifſi=
ergänzt durch Amerikaner in erſter Inſtanzei
ſcheiben ſolle über Meinungsverſchiedenheiten im Transſ
komitee. Wenn die Reparationskommiſſion keine Einſtimmig
der Entſcheidung erreichen kann, ſoll der Standpunkt der Me
heit, ſowie der Standpunkt der Minderheit zum Schied
ſpruch einem Kollegium vorgelegt werden, das aus dr
oder fünf Richtern beſteht, die zu dieſem Zwecke von d
Londoner Konferenz auf Lebzeit zu ernenn
ſeien. Wenn der franzöſiſche Vorſchlag in abgeänderter Faſſu
und der neue amerikaniſche Vorſchlag nicht die Zuſtimmung 2
erſten Ausſchuſſes finden könne, werde die amerikaniſe
Delegation in einer Zuſammenkunft der Delegationsche
unter Hinweis auf den Antrag, der für dieſen Fall noch aufre
erhalten wird, wonach die Reparationskomiſſion, Bankiers u
Deutſche gemeinſam die Bedingungen und Garantien für
800=Millionen=Anleihe beraten ſollen, vorſchlagen, de
die deutſche Delegation für dieſe Verhandlu
gen ſofort nach London berufen werden ſol
auch wenn diepolitiſche Formel für die Abſchlu
aktion noch nicht gefunden worden ſei.
dervoll, und die Gegenüberſtellung der Walküre mit der zu
liebenden Weib gewordenen Brünhilde fand die vom Meiſt
gewollte dramatiſche Wirkung. Gewaltig, doch im Piano unen
lich zart, erklangen die Chöre der Mannen. Dekoratio
und Koſtüme ſind gegen früher nur unweſentlich veränder
nur die Halle die Gibichungen mußte erneuert werden und
nun ein prangender Bau nordiſchen Stils geworden. Wie imme
fand auch diesmal das Drama durch die Beleuchtungswirkunge
ſtärkſte Unterſtützung.
Dieſe erſte „Ring”= Aufführung war eine einzige, gewalti
Steigerung. Ließ das „Rheingold” noch manches zu wünſche
übrig, ſo baute ſich das Drama über die Walküren=Tragödie un
das Siegfried=Idrll bis zur Götterdämmerung zu ragender Höh
auf, wie ſie auch hier ſelten iſt, nicht zuletzt ein Verdienſt de
Dirigenten, der beſonders am letzten Tage ſein Orcheſter
ſchwindelnden Höhen führte.
Prof. F. B.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
— Die Vereinigung ehemaliger Lehrer un
Schülerder Domſchule Schleswig (Gymnaſium, Neal
ſchule und früheres Realprogymnaſium) veranſtaltet auf An
regungen, die ſie aus allen Teilen Deutſchlands von ehemalige!
Lehrern und Schülern empfing, am 11., 12. und 13. Septembe.
d. J. eine Zuſammenkunft aller ehemaligen Lehrer und Schüle
der Anſtalten in der Stadt Schleswig. Alle, die an dieſer Zu
ſammenlunft teilnehmen wollen, werden gebeten, zwecks
Zufell=
dung des Feſtprogramms ihre Anſchrift an den Schriftführer del
Vereinigung, Kaufmann Hans Röper, Schleswig,
Bahnhoſ=
ſtraße 7, zu ſenden. Gleichzeitig werden an dieſe Anſchrift die
Anmeldungen zur Mitgliedſchaft an der Vereinigung erbeten,
* Die Uhr der Münchener Frauenkirche. Welche Ausmaße
die große Uhr an den Türmen der Frauenkirche hat, zeigt nache .
folgendes: Zum Zwecke der Erneuerung der Zifferblätter der
Uhr auf den Domtürmen ſind gegenwärtig in luftiger Höhe gleich
Schwalbenneſtern Gerüſte angebracht. Mit welchen Maßen bel 2e
ſolchen Arbeiten gerechnet werden muß, läßt ſich daraus erſehen, A
daß die beiden Zifferblätter der Vorderſeite einen Durchmeſſe.
von 5½ Meter, die übrigen einen ſolchen von 5,8 Meter habel. Ee
Der Minutenzeiger eines jeden Ziffernblattes hat eine Länge
von rund 3 Metern, der Stundenzeiger eine ſolche von 2 Meterhe
das Gewicht der in Kupfer getriebenen zwei Zeiger einſchließlich
der Verſteifungseiſen iſt rund 3 Zentner. Da ſechs Zifferblättel
vorhanden ſind, hat das im nördlichen Turm eigebaute, von de‟
heute noch beſtehenden Münchener Firma Mannhart hergeſtellle
Uhrwerk die bedeutende Geſamtlaſt von annähernd 18 Zentners
ununterbrochen fortzubewegen.
Rnmmer 212
Arveitsioſenvevatte im Interhaus.
nkonſervativer Mißtrauensantrag abgelehnt.
London, 31. Juli. (Wolff.) In ſeiner Unterhausrede,
reffend die Politik der Regierung zur
Be=
ipfung der Arbeitsloſigkeit erwähnte der
Schatz=
ler Snowden, daß der Wert der Ausfuhr 90 Prozent
r ſei, als vor dem Kriege und der Wert der Einfuhr 50
Pro=
höher. Die Induſtrien, welche unter
Arbeitsloſig=
litten, ſeien vor allem die Ausfuhrinduſtrien.
Produktionskoſten ſeien in England ſehr hoch; Hauptaufgabe
Regierung müſſe es ſein, ſie herabzuſetzen.
Unter den Vorſchlägen der Regierung zur
Be=
fung der Arbeitsloſigkeit ſind zu nennen: Standardierung
Ausbau der elektriſchen Kraftanlagen (Unkoſten 10 Millio=
Pfund); Wegebau (5 Millionen Pfund); Förderung der
ſchen Zuckerrübeninduſtrie und Bau eines Themſetunnels.
Snowden erklärte weiter, daß die Eiſenbahngeſellſchaften
Elektrifizierung der Bahnen im Intereſſe ihrer Aktionäre
ab=
gt ſeien. Er ſprach ſich für die Nationaliſierung
Eiſenbahnen aus.
In der anſchließenden Debatte ſagte Lloyd George, daß
Heilmittel der Arbeiterpartei gegen die Arbeitsloſigkeit letzten
s auf Beſeitigung des Privatbeſitzes und Enteignung aller
iſtrien des Landes durch den Staat hinauslaufe. Hiermit
die Arbeiterpartei bis zu den nächſten Parlamentswahlen
en, wo ſie die Mehrheit zu erhalten hoffe. Im übrigen
rächen die Pläne der Regierung dem, was bereits früher
anderen Parteien vorgebracht wurde.
Ein konſervativer Mißtrauensantrag wurde
ßlich mit einer Mehrheit von 50 Stimmen abgelehnt.
Porſtoß des engliſchen Fabrikantenbundes
gegen den Dawesbericht.
ondon, 31. Juli. (Europapreß.) Im Unterhaus
er=
heute Clynes namens der Regierung, daß dieſe die
on des engliſchen Fabrikantenbundes genau prüfen werde.
Regierung ſei aber der Anſicht, daß es unnütz wäre, eine
ſuchungskommiſſion zu ernennen und zu prüfen, welche
ingen die Durchführung des Dawesberichts für die engliſche
ſtrie und für die Arbeitsloſigkeit haben werde. Clynes
weiter mit, daß die Regierung beabſichtige, das Parlament
Auguſt bis 28. Oktober zu vertagen. Lloyd George fragte,
e Regierung vor der Vertagung eine Erklärung über die
renz abgeben werde, worauf Macdonald ihn erſuchte, am
en Montag die Frage wieder zu ſtellen. Er hoffe, dann
ſefriedigende Erklärung geben zu können. Baldwin ſprach
f über die engliſch=ruſſiſche Konferenz. Macdonald geriet
die Fragen Baldwins ſichtlich in Verlegenheit und erklärte,
denke noch vor der Vertagung des Unterhauſes eine
Er=
ig in dieſer Frage abzugeben. Die Regierung hat heute
ittag eine Vorlage eingebracht, in der die Ratifizierung
Laſhingtoner Vorſchlages über die Einführung des
Acht=
ntages beantragt wird.
Aufhebung der Mac Kenna=Zölle.
ondon 31. Juli. (Europapreß.) Vom 1. Auguſt an
wer=
e Mac Kenna=Zölle endgültig aufgehoben ſein. Die
aus=
hen Automobile, Fahrräder, Muſikinſtrumente, Films und
dürfen ſomit zollfrei nach England eingeführt werden,
nd früher 33 Prozent und ſpäter 25 Prozent des Wertes
S oll bezahlt werden mußten. — Die konſervative Preſſe
er=
ſa1 der 1. Auguſt ſei ein trüber Tag für Englands Intereſſen,
n dieſem Tage ab Britannien mit deutſchen, franzöſiſchen
merikaniſchen Automobilen und Fahrrädern, amerikaniſchen
deutſchen Muſikinſtrumenten und Schweizer und deut=
Ihren überſchwemmt werden würde.
Die Ulſter=Frage.
ondon, 31. Juli. (Europapreß.) Die Ulſterfrage droht
er ſchweren Kriſe für Macdonald zu werden. Heute vor=
10 Uhr ſind alle ehemaligen Miniſter in der
ingſtreet zuſammengetreten die den engliſch=iriſchen
ig unterzeichnet haben, nämlich Lloyd George, Baldwin
Birkenhead, Auſten Chamberlain und Evans. Außerdem
die meiſten Mitglieder der gegenwärtigen Regierung an=
). Die Verſammlung hat zwei Stunden gedauert. Ein
funigus wurde aber nicht ausgegeben. — Im Unterhaus
e Macdonald heute nachmittag auf eine Anfrage, ein
Be=
ſei in der Verſammlung nicht gefaßt wurden, er hoffe aber,
n eine Erklärung über den Stand der Angelegenheit
ab=
zu können. Sollte die Regierung eine Niederlage erleiden,
t man Neuwahlen für unvermeidlich.
Das neue Micum=Abkommen.
Verlängerung bis zum 15. Auguſt
mit fünftägiger Kündigungsfriſt.
Düſſeldorf, 31. Juli. Heute wurde von der
Sechſer=
kommiſſion und der Micum das bisherige
Abkom=
men mit folgenden Abänderungen verlängert:
1. Das neue Abkommen gilt bis zu dem Zeitpunkt,
der für den Beginn der Tätigkeit des im
Sachverſtändigengut=
achten vorgeſehenen Reparationszahlungsagenten beſtimmt
wer=
den wird. Indeſſen kann die Sechſerkommiſſion vom 15. Auguſt
ab den Vertrag mit fünftägiger Friſt kündigen.
2. Die Ein= und Ausfuhrabgaben, ſowie die Zu=
und Ablaufgebühren, die im Juni in Kraft waren,
wer=
den vom 1. Auguſt ab auf die Hälfte herabgeſetzt.
3. Die laufende Kohlenſteuer wird vom 1. Auguſt ab
auf 0,25 Mark ermäßigt.
4. Um den Abſatzſchwierigkeiten, unter denen die Zechen im
Monat Juli zu leiden hatten, Rechnung zu tragen, wird die
Kohlenſteuer für dieſen Monat auf 0,50 Mark ermäßigt.
Deutſchlands Leiſiungen an Reparationen.
Paris, 31. Juli. (Europapreß.) Die
Reparationskommiſ=
ſion veröffentlicht eine längere Mitteilung über die deutſchen
Reparationen bis zum 30. Juni 1924. Danach belaufen ſich die
Zahlungen auf 8 405 932000 Goldmark, wovon 1903835 000 in
Barzahlungen, 3 248 414000 in Sachleiſtungen, 368 693 000 in
ab=
getretenen Eiſenbahnen und 2 834 990 000 in noch nicht verteilten
Leiſtungen beſtehen. Die bereits verteilten Leiſtungen der
oben=
genannten 5 570 942 000 Goldmark ſind auf die Hauptländer
wie folgt verteilt worden: Frankreich 1 804 192000, Belgien
1 732 756 000, England 1318 882000, Italien 397 932 000
Gold=
mark. Am meiſten Barzahlungen hat bis jetzt Belgien erhalten,
nämlich 1 383 800 000, am meiſten Sachleiſtungen, vor allem
Koh=
len und Koks, Frankreich, nämlich für 1278 532000 Goldmark.
Frankreich hat für die Beſatzungskoſten 1 381 809 000 Franken
ausgegeben. Für die eigentlichen Reparationen bleiben
Frank=
reich nach Berechnung einiger anderer Kontis noch 101 874000
Goldmark übrig. Mehr als 1½ Milliarden deutſcher
Repara=
tionszahlungen an Frankreich ſind für unproduktive Zwecke
ver=
wendet worden.
Herriot über die deutſch=franzöſiſchen Peziehungen.
SD. London, 1. Aug. Nach einer Beſprechung der „großen
Sieben”, die ſich bis ſpät in die Abendſtunden hineinzog, empfing
der franzöſiſche Premierminiſter Herriot einen Vertreter
der Telegraphen=Union zu einer kurzen Beſprechung.
Herriot gab ſeiner Hoffnung Ausdruck, daß die Konferenz ein
alle Teile befriedigendes Ergebnis finden möge. An Frankreich
ſolle es jedenfalls nicht liegen. Er glaube, daß die deutſchen
Dele=
gierten auch eingeladen werden und hofft, mit dem Außenminiſter
Streſemann und Reichskanzler Marx eingehende
Beſpre=
chungen über den franzöſiſch=deutſchen
Handels=
vertrag zu haben. Dieſer Handelsvertrag, ſo ſagte
Herriot, iſt unbedingt notwendig. Frankreich und
Deutſchland ſind wirtſchaftlich auf Gedeih und Verderben
miteinander verbunden und müſſen zuſammenarbeiten.
Hughes Zuſammenkunft mit den Deutſchen.
Aller Vorausſicht nach wird Staatsſekretär Hughes am
Samstag in Berlin eintreffen. Dem für Sonntag vorgeſehenen
Empfang beim Reichspräſidenten folgt ein Frühſtück, das vom
Reichspräſidenten Ebert zu Ehren des amerikaniſchen
Staats=
ſekretärs gegeben wird und an dem ſich Mitglieder der
Reichs=
regierung und führende deutſche Wirtſchaftler beteiligen werden.
Beſprechungen der Reparationskommiſſion.
London, 31. Juli. (Europapreß.) Der Präſident der
Re=
parationskommiſſion Barthou hatte bereits geſtern Abend 11 Uhr
nach der Ankunft der Kommiſſion eine erſte Unterredung mit
Herriot.
Die Kommiſſion iſt heute vormittag im Hydepark=Hotel zur
erſten offiziöſen Verſammlung zurſammengetreten. Es wurde
beſchloſſen, in den nächſten Tagen offizielle Sitzungen abzuhalten
und ſich mit den Fragen zu beſchäftigen, die ſich aus der
Durch=
führung des Dawesplanes ergeben und die in ihren
Vollmachten=
bereich fallen. Das Datum der erſten offiziellen Sitzung iſt noch
nicht beſtimmt. Die Kommiſſion wird ſich vorausſichtlich in
die=
ſer Sitzung mit der Berufung der deutſchen Delegierten befaſſen.
Drahtbericht unſeres Korreſpondenten.
+ München, 31. Juli.
Im bayeriſchen Landtag wurde heute der Antrag der
Bahe=
riſchen Volkspartei auf Abänderung des § 92 der bayeriſchen
Verfaſſung, der die Erleichterung von
Verfaſſungs=
änderungen bezweckt, abgelehnt. Der Antrag war
vorher im Ausſchuß mit knapper Mehrheit angenommen
wor=
den, doch war es den Regierungsparteien, die ſich für den Antrag
einſetzten, nicht möglich, die im Plenum notwendige Zweidrittel=
Mehrheit aufzubringen. — Ebenſo wurden abgelehnt die
Anträge der Völkiſchen, Kommuniſten und Sozialdemokraten
auf Aufhebung des Ausnahmezuſtandes in
Bayern. Der Miniſter des Innern hatte dem Hauſe die
Ab=
lehnung empfohlen, da die bayeriſche Regierung noch nicht auf
den Ausnahmezuſtand verzichten könne und da außerdem bei
Aufhebung des Ausnahmezuſtandes in Bayern an deſſen Stelle
automatiſch der Reichsausnahmezuſtand treten würde.
Diplomatenwechſel in München.
* München, 31. Juli. (Priv.=Tel.) Der engliſche
Gene=
ralkonſul Clive, der namentlich durch ſeine Reiſe in die Pfalz
bekannt geworden iſt, wird in der nächſten Zeit ſeinen
Po=
ſten in München verlaſſen, um im Auftrage ſeiner
Re=
gierung nach Tanger zu gehen. Als ſein Nachfolger
ſoll der engliſche Vertreter in Athen in Betracht
kommen.
Wie man hört, ſoll auch der amerikaniſche Konſul
Murphy, der ſich gegenwärtig auf Urlaub in Amerika befindet,
auf ſeinen Poſten in München nicht mehr zurückkehren.
Die Amneſtieanträge vom Landtag abgelehnt.
München, 31. Juli. Der Landtag erledigte in ſeiner
vor=
letzten Sitzung am Donnerstag kleine Vorlagen und beriet dann
die Amneſtieanträge der Sozialdemokraten des völkiſchen Blocks
und der Kommuniſten. Der völkiſche Abg. Dr. Roth verlangte,
daß die Teilnehmer an den Novemberereigniſſen amneſtiert
wür=
den, zumal bereits eine Reihe der Räterepublikaner begnadigt ſei.
Bei der Rede des Kommuniſten Schloſſer kam es zu lebhaften
Auseinanderſetzungen zwiſchen den Sozialiſten und
Kommuni=
ſten. Der Präſident mußte eingreifen. Der ſozialiſtiſche Redner
wandte ſich gegen den kommuniſtiſchen und völkiſchen Antrag.
Die Sozialdemokraten würden niemals zulaſſen, daß die
ruſſi=
ſchen Emiſſäre, welche die Arbeiter von dem einen Putſch in den
anderen hetzten, begnadigt würden. Die Anträge wurden
ab=
zelehnt.
Unterbrechupg der Münchener Eiſenbahnverhandlungen
Berlin, 31. Juli. Wie aus München gemeldet wird,
ſind die Verhandlungen zwiſchen der Reichsregierung
und der bayeriſchen Regierung nicht zum Abſchluß
gelangt. Sie dauerten bis unmittelbar vor Abgang des
Ber=
liner Schnellzuges 11.05 Uhr abends, mit dem die Miniſter
Oeſer und Luther nach Berlin zurückfuhren.
Entgegen anders lautenden Gerüchten, iſt auf Grund von
Mitteilungen an unterrichteter Stelle mitzuteilen, daß die
Eiſenbahnverhandlungen nicht abgebrochen
ſind, ſondern lediglich eine Unterbrechung in den
Verhandlungen vorgenommen wurde.
Der Reichsverkehrsminiſter hat den Ständigen Ausſchuß des
Reichseiſenbahnrats zu einer Sitzung auf Dienstag, den 5. Aug.,
vorm. 10 Uhr, im großen Sitzungsſaal des Potsdamer
Perſonen=
bahnhofes in Berlin einberufen. Gegenſtand der
Tagesord=
nung iſt eine allgemeine Ausſprache über die
finan=
zielle Lage der Reichsbahn und die künftige
Tarif=
politik, ſowie eine Anzahl Tariffragen.
Aktive Außenpolitik des Vatikans.
Berlin, 31. Juli. Die Reiſe des Nuntius Pacelli nach
Berlin wird als Beweis dafür gedeutet, daß der Vatikan ſich
wieder zu einer ſtarken aktiven Außenpolitik entſchloſſen hat. In
Berlin beſuchte der Nuntius nicht nur deutſche
Regierungsſtel=
len, ſondern auch die franzöſiſche, engliſche und amerikaniſche
Botſchaft, und zwar nicht in ſeiner Eigenſchaft als Doyen des
Berliner diplomatiſchen Korps. Beſondere Aufmerkſamkeit
er=
regte bei ſeinem letzten Berliner Aufenthalt namentlich auch der
Beſuch der ruſſiſchen Botſchaft. Wie man hört, hatte der
Nun=
tius Pacelli mit dem gegenwärtigen ruſſiſchen Geſchäftsträger in
Berlin, Brodowski, wiederholt eingehende Ausſprachen. In
po=
litiſchen Kreiſen nimmt man dieſen Vorgang zum Anlaß der
Vermutung, daß der Vatikan auch mit Sowjetrußland
diploma=
tiſche Beziehungen zu pflegen beabſichtige.
*Berliner Brief.
gü
ta
Bluff!
erlin ohne Bluff? Undenkbar!
ie Berliner brauchen etwas, um ſich über das graue Einer=
S Alltags erheben zu können. In einer gar nicht ſo ſehr
i Ecke ſeines ziemlich ausgeprägten Gehirns weiß der
Ber=
daß dieſe Senſationen, die er braucht und ſucht, Bluff ſind;
riſt ein konſequenter Anhänger der Philoſophie des Als=Ob:
zufrieden, wenn er ſich über etwas aufregen kann —
gleich=
ob auf der Luſt= oder Unluſtſkala ſeiner Gefühle. Der
All=
der Tod. Der Bluff bringt Bewegung in die Geſchichte.
auch nur eine Scheinbewegung, ſo ſieht’s doch ſo aus, wie
und als ob.
ie nett zum Beiſpiel ſorgt die Berliner Elektriſche, die ein
Monate lang dadurch, daß ſie ihren Verkehr verzehnfachte,
Suſt der Berliner war, neuerdings wieder für Erregungen
egativem Vorzeichen. Nicht nur, daß ſie die Nummern der
nach einer geheimnisvollen Kabbalah durcheinanderwirft,
ſie geht auch wieder zu dem herrlichen ſchneidigen Ton in
Ankündigungen über, den wir mit Schmerzen in den letzten
ii vermißt haben. Während die Eiſenbahn, trotzdem ſie
ſtaatlich war, ſich eines neuen republikaniſchen Tones
be=
ſte und das Publikum „bat”, ſtatt es anzuſchnauzen, errich=
* Berliner Elektriſche wieder eine Diktatur. Geld wird
geivechſelt!” heißt das neue Plakat, das man verſucht hat, in
Lagen aufzuhängen. Eine halbe Million Fahrgäſte hatte
dergungen, ſich einen Tag lang darüber aufzuregen. Uind
darf annehmen, daß unter der halben Million zehn Prozent
, die auf Grund dieſes liebenswrüdigen Plakats dem
ſner beſonders große Scheine gaben".
m Lunapark und in der Ulap — den beiden großen
Rum=
aßen des Berliner Lebens — begann der große Bluff der
Wochen. Kachierte Lotterien! Die Polizei iſt längſt hinter=
Aber vorläufig geht’s immer noch luſtig weiter. Der ſo=und=
Te Beſucher erhält ein Auto oder ein Schlafzimmer oder
Orautomobi” wie der Berliner die Motorräder nennt, die
dem Hinterrad einen Reſerveſitz haben. Findige Firmen
das Srſtem übernommen. Die Zeitungen ſtrotzen von
linſeraten: „Preisausſchreiben”, Bluff! Rieſenbluff!! Man
nur einmal ſolch ein „Preisausſchreiben” zu analyſieren.
Beiſbiel erläßt heute ein „Eichen=Verlag G. m. b. H.
Berlin=
den” ein Preisausſchreiben, deſſen Preiſe die Höhe von
22 000 Mark umfaſſen. Allerlei Achtung!, wird man denken
der Schwanz kommt auch hier nach. Jeder Einſender muf
irk einſenden, wofür er einen Roman erhält, auf Grund
er ein Urteil abgeben ſoll. Das Inſerat bemerkt fett ge=
„Der Preis von 3 Goldmark iſt der Ladenpreis des
S.‟ Das ſoll heißen; wir verdienen natürlich nichts daran.
Dumme glauben es. Die Klügeren wiſſen, daß ein Verlag ſeine
Bücher an die Buchhandlungen für einen Barpreis abgibt, der in
dieſem Falle höchſtens 2 Mark betragen würde. Auf gut deutſch:
der Verlag verdient neben den Prozenten an den 2 Mark an
jedem Exemplar noch eine Mark glatt. Da ferner die Bedingung
gemacht wird, daß die Preiſe „für eine Teilnehmerzahl von
50 000 berechnet ſind und ſich im Verhältnis der Eingänge
er=
höhen oder erniedrigen”, ſo ergibt ſich folgende prächtige
Rech=
nung: 50 000 Exemplare bringen — wohlgemerkt neben dem
normalen Verdienſt des Verlegers — 50 000 Mark Uebergewinn.
Die Höhe der Preiſe beträgt 22000 Mark. Rechnet man die
Un=
koſten des Verlages mit 8000 Mark hinzu, ſo ergibt ſich ein glatter
Gewinn von 20000 Mark. In dieſer Weiſe laſſen ſich alle dieſe
edlen Preisausſchreiben auflöſen. Bluff!
Bluff beherrſcht das Geſchäftsleben. Der Hauptbluff der
Saiſon iſt der Saiſonausverkauf. Die Inſerate zeigen Preiſe an,
daß man denkt. man lebt im Paradies. Die Schauſenſter zeigen
Preiſe an, daß man denkt, das goldene Zeitalter bricht an.
So=
bald man jedoch die Ladentür von innen zugemacht hat, entpuppt
ſich dieſe ganze Preisausſchreiberei als ein Mittel, die Käufer
anzulocken, für das man ſtatt des amerikaniſchen Begriffs Bluff
lieber gern ein eindeutigeres deutſches Wort ſetzen möchte. Das,
was man kaufen will, iſt immer gerade vergriffen, und die
Schau=
fenſterauslagen können leider nicht angegriffen werden. Aber
man habe andere Ware. Die ſtünde zwar nicht auf der
Ausver=
kaufsliſte und ſei „ein wenig” teurer, aber . . . . Und du ſtaunſt,
was ein Geſchäftsmann für „ein wenig teuerer” hält und haſt
raſch die Ladentür wieder von außen zugemacht. Bluff!
Aber die Berliner ſind ſanftmütig. Sie ſchimpfen, ſie ärgern
ſich, ſie laufen alle Stadien der Erregung durch — und ſind
letz=
ten Endes dabei glücklich.
4Neues Licht auf das Grab Chriſti.
Eine Entdeckung in Jeruſalem.
Die viel erörterte Frage nach dem wahren Grab Chriſti, aus
dem er am dritten Tage auferſtanden, wird durch einen wichtigen
Fund neu beleuchtet, der in der Nähe des Eingangs des ſog.
„Garten=Grabes” vor dem Damaskustor von Jeruſalem
ge=
macht worden iſt. Der Fund, der einem Mitglied des engliſchen
Komitees des Garten=Grabes, Miß Huſſey, zu danken iſt, wird
von dem Rev. C. G. Dobſon in der Times ausführlich
behan=
delt. Bei Reinigungsarbeiten in dem „heiligen Garten”
wur=
den einige lockere Steine von dem Boden vor dem Eingang
des Grabes entfernt, und einer dieſer Steine fiel Miß Huſſey
auf, weil er merkwürdige Zeichen enthielt. Der Stein wurde
gereinigt und dem in Jerufalem weilenden deutſchen
Profeſ=
ſor Brandenburg vorgelegt, der der beſte Kenner auf dem
Ge=
biet der paläſtinenſiſchen Felſengräber iſt. Der Gelehrte er=
klärte den Stein ſofort als herſtammend von einem Altar der
Göttin Cybele oder Aphrodite mit der Säule und dem Baum
der Adonis oder Attys daneben. Dieſer Hinweis auf einen
an=
tiken Aphrodite=Tempel, der in dieſem Fund erblickt werden
muß, iſt von großer Bedeutung für die Feſtſtellung des „
Gar=
ten=Grabes”, als des wahren Grabes Chrifti, denn es iſt eine
bekannte Tatſache, daß Kaiſer Hadrian nach der zweiten und
noch vollſtändigeren Zerſtörung Jeruſalems durch die Römer
im Jahre 135 nach Chriſti eine neue römiſche Stadt namens
Aelia Capitolina auf der Stätte von Jeruſalem erbaute, und
daß er einen Aphrodite= oder Venustempel auf dem Ort
errich=
tete, wo das Heilige Grab gelegen hatte und verehrt worden
war. Nun ſind rings um das Gartengrab deutliche Spuren
eines großen antiken Bauwerkes zu finden. Zu jeder Seite
der Tür befinden ſich die Anſätze zweier Bogen, die in den
Felſen gehauen ſind, und über der Tür ſind drei Kolumbarien
oder Niſchen, wie ſie an heidniſchen Tempeln üblich waren.
Auch ein ſteinerner Bodenbelag und eine Säule ſind noch
vor=
handen. Diejenigen, die dafür eintraten, daß dieſes
Garten=
grab der Schauplatz der Auferſtehung geweſen ſei, haben denn
auch ſtets behauptet, daß dieſe Spuren auf den von Hadrian
erbauten Venustempel hindeuten. Es fehlten aber weitere
Be=
weiſe, und dieſe werden nun in dem aufgefundenen Altarſtein
geboten, der in einer Entfernung von etwa 35—40 Fuß vom
Eingang des Grabes auf der Stätte lag, auf der ſich die Spuren
des alten Tempels vorfinden. Damit wäre alſo eine ſtarke
Unterſtützung der Anſchauung gegeben, die das Grab Chriſti
in den Garten außerhalb der Stadt und nicht in der Mitte
der Stadt ſucht, wo ſich die Grabeskirche und das allgemein
verehrte Grab Chriſti findet.
Dar „Garten=Grab” liegt am Abhang des „Schädelortes”
oder Golgatha und iſt eine bedeutende jüdiſche Grabanlage aus
der Zeit des Todes Chriſti, die außerdem genau auf die
Be=
ſchreibungen von dem Grabe des Joſeph von Arimathias paßt.
Es wurde im Jahre 1867 entdeckt und von den Engländern
angekauft, die ſeitdem dieſe denkwürdige Stätte behüten. Bei
Grabungen wurden hier wichtige Funde gemacht. Der
an=
ſtoßende Boden erwies ſich als eine frühe chriſtliche
Begräbnis=
ſtätte, wie man ſie in der Nähe des heiligen Grabes erwarten
durfte, und wies die Ruinen einer frühen chriſtlichen Kirche
auf. In einem Gewölbe in der Nähe des Grabes wurden zwei
Grabſteine ausgegraben, die die Inſchrift zeigten: „Nonnus
und Onoſimus, Diakone der Kirche der Auferſtehung” und „
Be=
ſtattet in der Nähe meines Herrn”. Auch dieſe Funde würden
zu der Annahme ſtimmen, daß hier das wahre Grab Chriſti lag.
Es gibt allerdings in dieſer Frage noch verſchiedene Rätſel zu
löſen und Schwierigkeiten zu beſeitigen, aber das Problem, mit
dem ſich beſonders deutſche Gelehrte, wie z. B. Prof. G.
Gal=
mann ausführlich beſchäftigt haben, iſt mit dieſem wichtigen
Fund wieder in den Vordergrund der Forſchung gerückt.
wirtſch.
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Ernſt
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Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. Angzſt 1924,
Rummer 21
Oramatiſche Wendung in der
Affäre Matteotti.
Eine Unterredung mit dem faſziſtiſchen
Abgeordneten Or. Roberto Farinacci.
Von unſerem ſtändigen römiſchen Mitarbeiter.
Rom, Ende Juli.
Während die Arbeiten des Gerichtshofes zur Inſtruktion des
Prozeſſes Matteotti ihren ſtreng vorgeſchriebenen Lauf gehen,
hat plötzlich eine Tat des Führers des Faſziſten, des
Abgeord=
neten Roberto Farinacci, eine neue Lage geſchaffen, die aller
Aufmerkſamkeit wert iſt und zweifellos die weitgehendſten
poli=
tiſchen und gerichtlichen Auswirkungen haben wird.
Der Abegordnete und Rechtsanwalt Farinacci hat ſich
an=
geſichts der politiſchen Manöver, die ſich um das Verbrechen
Matteottt abzuſpielen begannen, unvermuteterweiſe bereit erklärt,
die Verteidigung des Hauptbeſchuldigten, und zwar Amerigo
Duminis, zu übernehmen. Wir haben den großen
Parlamen=
tarier um eine Erklärung ſeines Verhaltens gebeten, das in allen
Kreiſen ſolches Aufſehen erregt hat, und erhielten folgendes zur
Antwort:
„Ich lehnte ſeinerzeit die Verteidigung Duminis ab, als ich
aus dem Mund des Abegordneten Dodigliani erfuhr, daß die
Witwe Matteottis die Einmiſchung einiger ſozialiſtiſcher
Abge=
ordneten zurückgewieſen hatte und daß die Zivilklage mit einem
nicht politiſchen Rechtsanwalt geführt werden ſollte. Aber jetzt,
wo ich ſehe, daß die ſozialiftiſchen Abgeordneten Modigliani und
Gonzales ſich in den Prozeß miſchen, bin ich berechtigt
anzuneh=
men, daß dieſelben, in der gleichen Weiſe wie die
Oppoſitions=
preſſe, dem Prozeß einen ausgeſprochen politiſchen Charakter zu
geben verſuchen und daß ſie damit dem Faſzismus, das heißt
dem Regime und in beſonderer Weiſe dem Haupt desſelben, dem
Miniſterpräſidenten, den Prozeß machen wollen.
Ich habe die Verteidigung Duminis zu übernehmen
beſchloſ=
fen, um die Verantwortlichkeit eines der Hauptbeſchuldigten
ſo=
wie der nicht zur faſziſtiſchen Partei Gehörigen feſtſtellen zu
können.
Für mich iſt die ganze Angelegenheit heute noch ein
Ge=
heimnis. Oft habe ich mich gefragt, ob nicht die Verantwortlichen
außerhalb der Partei zu ſuchen ſind und ganz beſonders unter
jenen, die heute ſo emſig in Spekulationen agitieren. In bezug
auf das Verbrechen ſind noch wichtige Punkte zu klären. Warum
iſt Ceſare Roſſi aus Rom verſchwunden und hat ſich nach Paris
begeben gerade in den Tagen, wo der Miniſterpräſident ſich in
Sizilien befand? Warum hatte Roſſi in Paris keine Berührung
mit den dortigen Faſziſten, während er doch Zuſammenkünfte
mit Alceſte de Ambris und mit Luigi Campolonghi hatte, den
Vertretern des Antifaſzismus in Frankreich? Warum wird das
Verbrechen gerade in einem Augenblick begangen wo der
Mini=
ſterpräſident der Partei und den Provinzialſekretären kategoriſch
befohlen hatte, alle Gewaltätigkeiten zu vermeiden?
Ich behalte mir vor, auch einzeln anderen Gerüchten von
Wichtigkeit auf den Grund zu gehen. Es ſcheint, daß Ceſare Roſſi
in der Zeit, wo er ſich verborgen hielt, Zuſammenkünfte mit
unſe=
ren Gegnern gehabt hat und in zahlreichen Blättern in
Maſchi=
nenſchrift angefangen hatte, ſeine Verteidigung vorzubereiten.
Daß Roſſi unſer Feind war und Freund von Zaniboni und
Baldeſi und der ganzen Führerſchaft der Freimaurerei, iſt jetzt
wohl allgemein bekannt, und wenn jemand noch daran zweifeln
ſollte, ſo behalte ich mir vor, dieſe Ausſagen dokumentariſch zu
erhärten.
Ich habe die feſte Ueberzeugung, daß Ceſare Roſſi ſich in
Gemeinſchaft mit vielen von unſeren Gegnern auf die Nachfolge
Muſſolinis vorbereitete. Anders ließe ſich der von ihm an der
Partei begangene Verrat gar nicht erklären.
Ich glaube, daß die Abgeordneten Modigliani und Gonzales
gewiſſe Nachforſchungen zu erſchweren trachten werden, aber ich
werde es mir nicht nehmen laſſen, jene dunklen Punkte reſtlos
aufzuklären, die geeignet ſind, ungeheueres Aufſehen zu erregen.
Ebenſo werde ich beweiſen, daß Roſſi während der Zeit, wo er
ſich verborgen hielt, Umgang hatte mit den Führern der
Oppo=
ſition und der Freimaurer des Palazzo Giuſtiniani. Für jetzt
er=
innere ich nur daran: „Es iſt nichts ſo fein geſponnen, es kommt
doch an die Sonnen.”
Die Auslaſſungen des Abgeordneten Farinacci ſind, wie
man ſieht, ſehr ſchwerwiegend und weittragend. Er beſitzt alſo
Anhaltspunkte, die zu der Vermutung berechtigen, daß der
Hauptanſtifter des Mordes an Matteotti, Ceſare Roſſi, der
Ex=
direktor der Preſſeabteilung im Miniſterium, auf das Verbrechen
im geheimen Einverſtändnis mit der ſozial=popularen=
freimau=
reriſchen Oppoſition hinarbeitete, die unter dem Einfluß der
Drahtzieher des Palazzo Giuſtiniani, das heißt des franzöſiſchen
Großorient, ſtehen. Sie zielten darauf ab, den
Miniſterpräſiden=
ten und das Regime zu diskreditieren und dabei ſtrebten ſie ſelbſt
nach der Macht. Mit anderen Worten: Matteotti iſt von
gedun=
genen Meuchelmördern getötet worden, um der
Oppoſitionskog=
lition ſelbſt damit einen Dienſt zu erweiſen.
Man wir verſtehen, wie weittragend dieſe Gedankengänge
ſind, die der ganzen Angelegenheit eine dramatiſche Wendung
geben können. Die nationalen Parteien, die Liberalen, die
Katho=
liken, die Nationaliſten außer den Faſziſten, ſtehen erſchüttert vor
dieſen Enthüllungen. Im übrigen iſt die Entlarvung der
Oppo=
ſitionsparteien in vollem Gange.
Der Sommer wird wohl nicht vorübergehen, ohne
Ueber=
raſchungen zu bringen, und zweifellos wir man große
Umwäl=
zungen erleben, die die Situation in unerwarteter Weiſe klären
werden.
Muſſolini gegen die Oppoſition.
Rom, 31. Juli. (Europapreß.) In einem Briefe an den
Leiter des faſziſtiſchen Provinzkongreſſes von Bologna
polemi=
ſiert Muſſolini gegen die Oppoſition, indem er unter anderem
ſchreibt: Dieſer Tage wohnten wir einer Sprachenverwirrung bei,
wie beim Turmbau von Babel, die vom Worte der
Normaliſie=
rung beherrſcht wird, deſſen Zweideutigkeit ſchon an den Pranger
geſtellt wurde. Wir ſollten im Grunde brave Liberale werden
und fortfahren mit jener Riſorgimento=Politik, die Liberale,
Republikaner, Föderaliſten und ſogar Sozialiſten umfaſſen.
Nie=
mand hat uns in vernünftiger Weiſe erklärt, was man unter
Normaliſierung verſteht. Wie man ſich zur Normaliſierung
un=
verſchleiert an das Volk wenden ſoll, haben wir ſchon getan und
werden es tun. Wenn es ſich um die Unterdrückung der
Geſetz=
widrigkeit von Faſziſten handelt, werden wir unſere Schuldigkeit
tun, trotz der moraliſchen Geſetzwidrigkeit der Oppoſition
gegen=
über dem Faſzismus. Es iſt immer der Kernpunkt meines
Re=
gierungswerkes geweſen, über alle Italiener zu regieren und
nicht nur für eine Partei. Niemand weiß offen zu ſagen, was
man will. Es beſteht die heimliche Hoffnung, den Faſzismus
wieder der Gnade oder Ungnade des Parlamentarismus
auszu=
liefern und zum alten Syſtem zurückzukehren. Wenn man zum
Beiſpiel verlangt, daß ich nicht mehr der Führer einer Partei
ſein ſoll, fordert man eine Ungeheuerlichkeit. Es iſt doch klar,
daß in Frankreich der Miniſterpräſident auch Führer der Radikal=
Sozialiſtiſchen Partei iſt und im überdomakratiſchen England
Macdonald Regierungschef und Führer der Labour=Partei und
ſogar keine Bedenken hegte, einer antifaſziſtiſchen Verſammlung
von Parlamentariern beizuwohnen. Soweit bin ich in Italien
nicht gegangen und nie hat der große Faſziſtenrat politiſche
Fra=
gen anderer Staaten behandelt. Gegen uns werden ſogar
Ein=
ſchüchterungsverſuche gemacht. Alle vergeſfen, was der
Faſzis=
mus in den Jahren ſeit dem Kriege getan hat, als er einige
tau=
ſend Tote auf dem Felde ließ, die meiſtens jung waren, und daß
er die Revolution machte, ohne irgendwelche Ermächtigung
ein=
zuholen.
Ernſte Lage in Rumänien.
Budapeſt, 31. Juli. (Europapreß.) Nach Meldungen
des „Az Ujſay” aus Bukareſt, ſteht Rumänien vor einer ſehr
ernſten Lage. Die Regierung Bratianu hat beſchloſſen, ſich mit
ſchärfſten Mitteln an der Macht zu halten, während
anderer=
ſeits die Oppoſitionsparteien, mit dem General Avarescu
und dem Siebenbürgener Manzu an der Spitze, zu einem
letz=
ten Angriff gegen die jetzige Regierung rüſten.
Die Stellung der Oppoſition hat ſich ganz beſonders ſeit der
Prager Konferenz der Kleinen Entente verſtärkt,
da dieſe bekanntlich mit einem ſchweren Mißerfolg
fürdie Politik Bratianusendete. Dieſem iſt es nicht
gelungen, die Tſchechoſlowakei und Jugoſlavien zu
Garantie=
verpflichtungen für den Fall eines ruſſiſch=rumäniſchen
Zwiſchen=
falles wegen Beßarabien zu bewegen. Den Berichten des
ge=
nannten Blattes zufolge, durchziehen ſtarke Patrouillen die
Stra=
ßen der Hauptſtadt. Kommuniſtiſche und ſozialiſtiſche Anhänger
werden maſſenhaft alltäglich verhaftet. In der Arbeiterſchaft
herrſcht infolgedeſſen große Erregung.
Die deutſch=polniſchen
Verhandlungen in Wien.
Berlin, 31. Juli. Ueber den Stand der
deutſch=
niſchen Verhandlungen in Wien erfahren wir
unterrichteter Seite folgendes: Am 10. Juli fällte der Sc
richter, der Präſident des oberſchleſiſchen Schiedsgerichts
Kaeckenbeek, über die ihm von Deutſchland und Polen vor
ten Theſen einen Schiedsſpruch, der die Grundlag
abzuſchließenden Vertrages bilden ſoll. Ueber ihn
wird=
noch in Wien verhandelt. Die erſte Gruppe der dem Sc
richter vorgelegten Theſen betraf die Frage des Sta
angehörigkeitswechſels. Die Entſcheidungen in
Punkten ſind faſt durchweg im Sinne der deutſchen Theſen
gefallen. So iſt die Zuläſſigkeit des doppelten Wohnſitzes
und ferner der deutſchen Theſe zugeſtimmt worden, daß de
werb der polniſchen Staatsangehörigkeit durch frühere M
deutſche aus Artikel 3 und 4 des Minderheitenvertrages nick
das an Polen abgetretene Gebiet beſchränkt und nicht davo
hängig iſt, ob der Betreffende die deutſche
Staatsangehö=
bereits am 1. Januar 1908 beſaß. Es iſt weiter anerkannt
den, daß die Ehefrau auch unabhängig vom Ehemann die
niſche Staatsangehörigkeit erwerben kann. Für den Erwer
polniſchen Staatsangehörigkeit durch Geburt nach Artikel
Minderheitsvertrages ſtellt der Schiedsrichter im Sinne des
achtens des ſtändigen internationalen Gerichtshofes im
feſt, daß hierfür bei Perſonen, die noch in Polen wohnhaft
die Tatſache genügt, daß die Eltern zur Zeit der Geburt
Wohnſitz in Polen hatten. Dagegen regte der Schiedsrichte
für die in Polen geborenen, aber bereits von dort abgewand
Perſonen den Erwerb der polniſchen
Staatsangehörigkei=
ſolche zu beſchränken, die trotz der Abwanderung die Verbin
gen mit dem Geburtsland behalten haben. Einzelheiten hie
werden im Verhandlungswege näher beſtimmt. Die Frag
die Unterbrechung des Wohnſitzes zwiſchen 1908 und 1920
Erwerb der polniſchen Staatsangehörigkeit ausſchließt, be
der Schiedsrichter zwar grundſätzlich, ſtellte aber zugleich feſt
eine Unterbrechung nicht vorliegt, wenn die betreffende P
während der Abweſenheit zwiſchen 1908 und 1920 die 9
hatte, in das nunmehr polniſche Gebiet zurückzukehren. Die
deutung dieſer Entſcheidungen erhellt daraus, daß hierdur
allen ſtrittigen Liquidationsangelegenheiten die polniſche St
angehörigkeit der Betroffenen feſtgeſtellt iſt, woraus ſich die
zuläſſigkeit der betreffenden Liquidationen ergibt. Endlich
dient noch hervorgehoben zu werden, daß der Schiedsrichter
gegen der polniſchen Theſe den deutſchen Standpunkt anerka
daß die Frage des Erwerbes oder des Nichterwerbes der
niſchen Staatsangehörigkeit internationalen Charakter hat,
nicht ausſchließlich eine innere Angelegenheit Polens iſt. Au
der zweiten Gruppe der Theſen, die ſich auf die Optionsft
beziehen, hat der Schiedsrichter im Sinne der deutſchen
den internationalen Charakter der Frage grundſätzlich bejah ßer
Option rechtsgültig iſt oder nicht. Dagegen hat er leider
polniſchen Theſe zugeſtimmt, wonach Perſonen, die rechtsg
für Deutſchland optiert haben, auf Verlangen der polniſchen
hörden Polen verlaſſen müſſen. Damit iſt Polen das Aus ſchen
ſungsrecht der Optanten zugeſtanden. Trotzdem beſteht für
irwa
betroffenen Optanten kein Anlaß zu übereilten Schritten, da
Fragen, wer gültig optiert hat und unter welchen näheren
dingungen die Abwanderung zu erfolgen hat, einen beſon?
wichtigen Teil der zurzeit in Wien ſchwebenden Verhandlun
bilden. Dabei handelt es ſich vor allem um die Friſten, die
die Abwanderung zu gewähren ſind, um das Recht der
gehinderten Mitnahme des Vermögens und um die Beibehalt
des unbeweglichen Eigentums in Polen uſw., Fragen, mit d
humaner Regelung gerechnet werden kann. Im übrigen iſt
14. April zwiſchen Deutſchland und Polen ein Abkommen geſd ſ.
ſen worden, wonach die Vertragsbeſtimmungen der in Wier au
ſchließenden Konvention ohne weiteres auf die Perſonen au /0
wenden ſind, die in Deutſchland für Polen optiert haben. Mi
können auch die deutſchen Behörden die Abwanderung aller d
Perſonen verlangen. Allein vor den deutſchen Behörden he
ſeinerzeit in Deutſchland über 24 000 Perſonen für Polen opt
Dr. Reinhard Verdinand Linkann
Dr. Lisa Linkanv, geb. Ruegheimer
VERMAHLTE
New Vork, 31. Juli 1924
Markenräder
(auf Lager)
ſpott=
billig.
Intereſſen=
ten wollen ſich unt.
R 70 an die
Ge=
ſchäftsſtelle wenden.(*
auf dem alten
Fried=
hof an der Nieder=
Ramſtädterſtr. abzug.
Anfragen u E73 a.
d. Geſchäftsſt. (*210011.
Todes=Anzeige.
Nach langem, ſchwerem Leiden
verſchied am 30. Juli meine liebe,
unvergeßliche Frau, unſere
treu=
beſorgte Mutter, Tochter,
Schwe=
ſter, Schwägerin und Tante
Frau Minna Möller
geb. Wenner
im 47. Lebensjahre.
Darmſtadt, den 1. Aug. 1924.
Neckarſtraße 13.
(*22028
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Karl Möller u. Kinder.
9741fk
Die Beerdigung findet Samstag,
den 2. Aug, nachm. 3 Uhr, vom
Portale des alten Friedhofs an
der Nieder=Ramſtädterſtr. aus ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrich
tiger Teilnahme bei dem
Heimgan=
unſrer lieben Mutter innigſt. Dank.
Insbeſondere danken wir Herrn
Pfarrer Wagner für ſeine
troſt=
reichen Worte am Grabe.
Darmſtadt. 31. Juli 1924. (*21960
Familie Fr. Gottmann
Familie B. Weißgeber.
Billige
RäSeT
Teilzahlung
liefere ſeit 19 Jahren.
Stets Lager in:
Bettſtellen, Matratzen,
Patent=
rahmen, Stühlen, Tiſchen,
Klei=
derſchränken, Waſchkom.,
Nacht=
kom., Küchenſchränken, einzeln
uſw., ſowie ganzen Schlafzim.,
eiche u. lackiert, Küchen, natur
laſiert u. lackiert, Diwans,
Chaiſe=
longues, Büfetts, Schreibtiſche,
Flurgarderoben, eiche und weiß,
uſw. Alles enorm billig
bei geringer Anzahlung und
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(9775
[ ← ][ ][ → ]Rummer 212.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. Auguſt 1924.
Seite 5.
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 1. Auguſt.
— Ernannt wurde am 28. Juli der Schulamtsanwärter Karl
Wal=
er aus Steinfurth zum Lehrer an der Volksſchule zu Rendel (Kreis
Friedberg). Durch Entſchließung des Miniſteriums des Innern vom
0. Juli 1924 wurde der Referendar Dr. Joſef Hornef aus Bingen
um Regierungsaſſeſſor ernannt.
— Erledigt iſt eine Lehrerſtelle an der Volksſchule zu
Brauer=
chwend im Kreiſe Alsfeld. Dienſtwohnung iſt vorhanden.
* Kirchliche Gedächtnisfeiern. In den Hauptgottesdienſten
es 3. Auguſt wird das Gedächtnis an den Ausbruch des
Welt=
rieges und an die Gefallenen gefeiert werden. Die in den
Kir=
gen angebrachten Gedächtnistafeln werden im Auftrag der
Lirchengemeinden geſchmückt, und gewiß werden auch einzelne
zemeindeglieder in Erinerung an ihre Toten dieſe Tafeln
be=
jänzen. Im Gottesdienſt in der Stadtkapelle um 8 Uhr
vormit=
igs wirkt der Poſqunenchor der Vereins chriſtlicher junger
Män=
er (Alexanderſtraße) mit. Von 11½ bis 12 Uhr findet feierliches
rauergeläute auf allen Kirchen ſtatt.
— Feier des Verfaffungstages. Nach einer Mitteilung der
Reichs=
gierung beſtehen keine Bedenken, daß am Verfaſſungstage auch den
rbeitern auf Antrag, ſoweit die dienſtlichen Verhältniſſe irgend
es geſtatten, zur Teilnahme an den ſtaatlichen Feiern und zur
Teil=
ihme am Gottesdienſt Dienſtbefreiung mit Lohnfortbezug
währt wird.
— Unterricht in der Fortbildungsſchule. Es wird darauf
hin=
wieſen, daß der Unterricht am 11. Auguſt — dem
Verfaſſungs=
ge — ausfällt. Er beginnt daher erſt Dienstag, den 12. Auguſt.
Sommerſpielzeit Bruno Harprecht. „Die vertagte
acht” wird des großen Erfolges wegen noch bis einſchließlich
onntag gegeben. Bruno Harprecht iſt auf beſonderen
unſch der Verfaſſer eingeladen worden, auch bei der
Auffüh=
ng im Luſtſpielhaus Hamburg den Futtermittelhändler
Dober=
ann, der ihm hier den Bombenerfolg gebracht hat, zu ſpielen. —
abarett zur weißen Maus.” Unter dieſem Motto
ingt die Nachtvorſtellung am Samstag und Sonntag
buntes Programm, das dem ſeit langer Zeit geäußerten
Be=
rfnis nach Sang und Tanz abhelfen ſoll. Neben dem
ſamten Perſonal wirken als Gäſte mit: Käthe
Gothe=
chneider, Lieſel Thiele vom Luſtſpieltheater Wien und
jeda Eichelsheim. Am Flügel fungiert Kapellmeiſter
auff, Konferenzier iſt Franz Sauer.
— Darmſtädter Künſtler auswärts. Ueber den jungen Heldentenor
im Helfmann, der gegenwärtig am Frankfurter Opernhauſe
kt und von dieſem ab Herbſt auf ein Jahr nach Würzburg zum
Ein=
en von größeren Partienen beurlaubt iſt, ſchreibt die „Emſer Ztg.”:
ie bereits am Kunſtabend des Herrn Hofrat Behrend uns die
wun=
bare Stimme des jugendlichen Heldentenors Helfmann erfreute, ſo
fückte ſie auch in dem letzten Unterhaltungsabend des
Geneſungs=
ns für Gelehrte und Künſtler alle Zuhörer. Helfmann iſt vermöge
Beſeelung ſeines Tones keine alltägliche Erſcheinung. Er bringt
was man nicht lernen kann, von der Natur aus mit. Da ſich ſeine
mik in den zwei Jahren hauptſächlich durch den letzten Unterricht,
er ſeit zirka dreiviertel Jahren bei Profeſſor Beines erhalten hat,
gehoben hat, ſo dürfen wir bei energiſchem An=ſich=weiter=arbeiten
Erwartung ausſprechen, daß er ſchon in zwei bis drei Jahren in
reuth den Parſifal ſingen kann.”
Schule der Weisheit, Darmſtadt. Die nächſte Tagung der
ellſchaft für freie Philoſophie findet zu Darmſtadt vom 14. bis
September ſtatt. Ihr Grundthema iſt das gegenſeitige
Ver=
nis von Werden und Vergehen, Leben und Tod. Reihenfolge
Vorträge (jeweils um 11 und 5½ Uhr): am 15. Graf
Her=
in Keyſerling: „Werden und Vergehen”: Prof. Hans Drieſch:
ganiſche Entwicklung”; am 16. Graf Hermann Keyſerling:
ſchichte als Tragödie‟; Dr. med. Hans v. Hattingberg: „Zwi=
Leben und Tod”; am 17. Dr. Paul Dahlke: „Samſara und
wana”; am 18. Dr. Leo Baeck: „Tod und Wiedergeburt”;
Nikolai Arſeniew: „Auferſtehung”; am 19, Graf Hermann
ſerling: Schlußvortrag. — Teilnahmegebühren für Mitglieder
Geſellſchaft für freie Philoſophie 10 Mark, für Nichtmitglieder
Nark. Anmeldungen frühzeitig erbeten, zumal wenn
Privat=
tier gewünſcht wird, bei der Geſchäftsſtelle, Paradeplatz 2.
Zahlung der Verſicherungsrenten für Monat Auguſt beim Poſt=
1. Von den Verſicherungsrenten, die am 1. Auguſt in der
Paket=
abe (im Hofe links) gezahlt werden, erhöhen ſich die Invaliden=
Alters= (A.), Kranken= (K.), Witwen= (W.) und Witwer= (W.)
en um 1 Mark, ſo daß für Invaliden=, Alters= und Krankenrenten
13 jetzt 14 Mark und für Witwen= und Witwerrenten ſtatt 9 jetzt
Nark gezahlt werden. Die Zuſchläge für Kinder ſind nicht erhöht
ſen. Ebenſo tritt bei Waiſenrenten (0 — graues Formular)
Erhöhung der ſeither zahlbaren Beträge nicht ein.
Auszeichnung. Anläßlich der Ausſtellung für Landwirtſchaft,
erbe und Induſtrie in Eſens (Oſtfriesland) wurde die
Motoren=
rik Darmſtadt A. G. in Darmſtadt für die zur
Ausſtel=
gebrachten neuen kompreſſorloſen „Modag‟=Dieſelmotoren, die
ts von 4 Pferdeſtärken an gebaut und die ebenſo wie die größeren
in mit den billigen Rohölen arbeiten und ſomit die wirtſchaftlichſte
iebskraft (zirka 3 Pfg. pro PS=Stunde Brennſtoffkoſten) darſtellen,
der „Goldenen Medaille” ausgezeichnet.
Die Einweihung des Schwimmbades am Arheilger Mühlchen
t am kommenden Sonntag, den 3. Auguſt. nachmittags 2 Uhr, ſtatt.
eige ſiehe in der Samstags=Nr.)
40 Jahre Naturheilverein.
— Vierzig Jahre Tätigkeit im Dienſte perſönlicher und
öffentlicher Geſundheitspflege berechtigen wohl zu einer
Feier, wie ſie am Sonntag ſtattfand. Der Verein wurde am 25. Nov.
1884 gegründet. Herr Lehrer Joſeph in Frankfurt a. M. hatte eine
Verſammlung im Kaffee Höppel berufen, die von 25 Perſonen beſucht
war. Der anweſende freireligiöſe Prediger Ronge übernahm die
Lei=
tung des Vereins.
Zweck des Vereins ſollte ſein, Belehrung zu geben über Leben,
Bau und Funktionen des menſchlichen Körpers und über Mittel und
Wege zur Erhaltung und Wiederherſtellung der Geſundheit durch
natur=
gemäße und arzneiloſe Heilweiſe. Der zweckentſprechenden Anwendung
der natürlichen Heilmittel: Licht, Luft, Waſſer, Diät, Bewegung und
Ruhe verdanken Tauſende die Wiederherſtellung ihrer Geſundheit.
Oeffentliche Vorträge wurden gehalten; die erſten von Dr. Dock
aus der Waid bei St. Gallen und Griebel von Meran. Am 22. Oktober
1887 ſtarb Ronge und Herr Gg. Schupp übernahm den Vorſitz. Die
Zeitſchrift „Der Naturarzt” wurde den Mitgliedern geliefert, eine
Bibliothek wurde gegründet (mit 22 Büchern), die jetzt über 1000 Bände
enthält. Die Vorträge über alle Zweige der Geſundheitspflege und
Krankheit, und beſonders die Frauenvortrige (u. a. der Frau Clara
Muſchke) waren außerordentlich beſucht und vermehrten die Zahl der
Anhänger.
Im Jahre 1889 wurde die Mittelrheiniſche Gruppe der Vereine
für naturgemäße Lebensweiſe gegründet, wodurch die Redner
gemein=
ſam berufen werden konnten. 1890 wurde Herr Laukhardt zum
Vor=
ſitzenden gewählt, der im März 1891 die Leitung an Herrn Buchhändler
Saeng abtrat. — Die ſtändig wachſende Zahl der Mitglieder ſtellte
dem Verein weitere Aufgaben; Vereinsverſammlungen,
gemeinſchaft=
liche Ausflüge (u. a. nach Königſtein zum Beſuche der Dr.
Amelung=
ſchen Kuranſtalt uſw.). Um die Mitglieder mit den Anwendungsformen
des Naturheilverfahrens (Packungen, Maſſage) bekannt zu machen,
wur=
den Unterrichtskurſe abgehalten, zuerſt von Dr. Amelung, dann von
Dr. Welker, Frankfurt a. M.. Die Mitglieder ſollten befähigt ſein, in
leichteren Fällen und bis zur Ankunft des Arztes ſich ſelbſt zu helfen,
und bei Krankheiten dem Arzte helfend zur Seite zu ſtehen. — (In den
letzten Jahren hielt Herr Dr. Kennel dieſe Kurſe ab.) — In den 90er
Jahren ſchloſſen ſich auch akademiſch gebildete Aerzte der Bewegung
an; die wiſſenſchaftliche Begründung der phyſialiſch=diätiſchen Heilweiſe
(wie ſie jektt genannt wird) fand ſie durch Männer wie Prof.
Winter=
nitz, Dr. Lahmaup=Dresden, Dr. Böhm u a. In Frankfur; hatken ſich
mehrere Aerzte niedergelaſſen, u. a. Dr. Hacker, Dr. Spohr, Dr.
Schreiber, in Königſtein Dr. Amelung.
Im Jahre 1900 eröffneten wir an der Nieder=Ramſtädter Straße
einen Spiel= und Sportplatz, der lebhaften Zuſpruch fand. Seitdem
wurden auf dem Exerzierplatz und anderen Plätzen für Schulen unter
Leitung von Lehrern ſolche Plätze angelegt. — Unſeren Platz mußten
wir leider 1902 verlaſſen, da er in den Bebauungsplan fiel. Wir
ſuch=
ten nun einen anderen Platz, an dem Sonnenbäder in Ausſicht
ge=
nommen waren. Herr Fritz Hugenſchütz hatte am Lichtwieſenweg einen
paſſenden Platz gekauft, den er dem Verein zunächſt mietweiſe überließ.
Herr Dr. Diehl in Stolzenberg hielt einen einleitenden Vortrag über
die Bedeutung der Licht=, Luft= und Sonnenbäder. Anteilſcheine
wur=
den ausgegeben zur Einrichtung des Platzes und ſpäterem Ankauf. Zum
Glück fanden wir ein vorzügliches Trinkwaſſer am Platze; die Gebrüder
Becker beſorgten die (durch die Tiefe des Brunnens allerdings
koſtſpie=
lige) Brunnenanlage. Am 28. April 1905 hatten wir die Behörde zur
Eröffnung des Platzes eingeladen. U. a. war Herr Oberbürgermeiſter
Morneweg anweſend, der uns anerkennende Worte mit den beſten
Wün=
ſchen für weitere Fortſchritte ausſprach. Der Beſuch der Platzes, der
ſpäter auch Nichtmitgliedern zugänglich gemacht wurde, war ein guter.
Eingeteilt war er in eine Abteilung für Herren, eine für Frauen und
einen Spielplatz mit Tennisanlage. So ſchufen wir eine Anſtalt, die
als gemeinnützig im beſten Sinne des Wortes anzuſehen iſt.
Am 12. Dezember 1895 hat Herr Lehrer Jung einen Vortrag
über das Baden im Naturheilverfahren gehalten, der viel Anklang fand
und mit einer Entſchließung zugunſten eines zu gründenden Städtiſchen
Schwimmbades ſchloß. Herr Lehrer Jung wurde daraufhin in den
Ausſchuß für ein Schwimmbad gewählt, an deſſen Spitze die Herren
Bergſträßer und Wolfskehl ſtanden. — 1896 hat Herr Rinderſpached ein
vegetariſches Speiſehaus eröffnet. In der Kriegszeit konnten wir
er=
ſehen, daß die von uns beſonders empfohlene vegetariſche Lebensweiſe
mehr beachtet wurde und auch die von uns in Vorträgen empfohlene
Kochkiſte zu Ehren kam.
Weitere Vorträge wurden gehalten u. a. von Dr. Disqué, Dr.
Spohr (über vegetariſche Lebensweiſe), Dr. Böhm. Mehrfach hatten
ſich Aerzte hier niedergelaſſen, die aber nach kurzer Zeit wieder
weg=
gingen, bis Herr Dr. Kennel im Frühjahr 1901 hierher zog und im
Verein Vorträge und Unterrichtskurſe abhielt und in ſeiner Anſtalt alle
Heilfaktoren der phyſikaliſchen Heilweiſe (elektriſche Bäder, Licht=
Be=
ſtrahlungen, elektriſche Vibrationsmaſſage uſw.) eingerichtet hat und dem
Verein fortdauernd neue Mitglieder zuführt.
So hat der Verein durch ſeine Veranſtaltungen zugunſten beſſerer
Geſundheitspflege, die Einrichtung des Spielplatzes und beſonders des
Luftbades ſich ein achtungsvolles Anſehen in unſerer Stadt erhalten.
Die Mitgliederzahl ſtieg bis zum Jahre 1914 auf 626 Perſonen aus
allen Kreiſen der Bevölkerung.
In Verbindung mit unſeren Brudervereinen haben wir als Glied
des Deutſchen Bundes der Vereine für naturgemäße Lebens= und
Heil=
weiſe für die Gleichberechtigung unſerer Heilweiſe und beſonders auch
gegen den Alkoholmißbrauch gewirkt. Auch der Jugendpflege haben
wir uns angenommen; Wandern (grundſätzlich ohne Tabak und Alkohol),
Spiele und Reigen gepflegt und empfohlen! Eine Vorführung der
klaſſi=
ſchen Gymnaſtik durch Schülerinnen des Seminars in Kaſſel im März
1914 durch Fräulein Heyl fand freudige Anerkennung der zahlreich
Erſchienenen.
Mit Genugtuung konnten wir bemerken, daß die in erſter Linie in
den Naturheilvereinen und in den Heilanſtalten unſerer Richtung
be=
gründeten Luft= und Sonnenbäder auch von ärztlicher Seite empfohlen /
und in den Krankenhäuſern eingerichtet wurden, und die jetzt am
Großen Woog eingeführten Sonnen= und Luftbäder begrüßen wir mit
freudiger Anteilnahme.
Auf der Generalverſammlung am 25. Oktober 1915 legte
Buch=
händler Saeng nach 25jähriger Tätigkeit ſein Amt als Vorſitzender
nie=
der; er wurde zum Ehrenvorſitzenden ernannt. An ſeine Stelle wurde
Herr Handelslehrer Dr. Siedersleben gewählt, der den Verein
mit Eifer und Geſchick leitete, aber 1921 zurücktrat, da ſeine
Lehrtätig=
keit die Weiterführung des Poſtens nicht erlaubte.
Herr Theoder Schmank, der den Vorſitz übernahm, iſt
fort=
dauern bemüht, dem Verein weitere Aufgaben zu ſtellen. Neuerdings
wurden Turn= und Spielſtunden für Jung und Alt eingerichtet
zuſam=
men mit Mitgliedern der Turngemeinde — bei gutem Wetter im
Luft=
bad, bei ungünſtiger Witterung in der Turnhalle am Woogsplatz. Durch
dieſe Verbindung wurde auch unſere Feſtfeier am Sonntag reichhaltiger
geſtaltet, indem Turner und Turnerinnen durch Vorführungen von
Barrenturnen, Stabübungen und Tanzreigen zur Verſchönerung der
Feier beitrugen. Von der vergnügten Jugend wurden verſchiedene
Kinderſpiele vorgeführt, und in einem Theaterſtück wurde „Der Sieg des
Naturheilverfahrens” in ausgezeichnetem Spiele von Mitgliedern beider
Vereine der beifallsfreudigen Verſammlung vorgeführt.
Des ſchlechten Wetters halber mußte die Feier (der u. a. auch
Ab=
geſandte von anderen Vereinen: Fulda, Hanau, Offenbach, Gießen,
bei=
wohnten) in der Turnhalle abgehalten werden.
Wir wollen nicht verſäumen, nochmals an dieſer Stelle der
mit=
wirkenden Jugend beider Vereine den herzlichſten Dank des
Naturheil=
vereins auszuſprechen für ihre freudige Hingabe bei der Verwirklichung
unſerer Ideen.
— Die Haupt= und Schlußziehung der 23. (249.) Preußiſch=
Süd=
deutſchen Klaſſenlotterie hat mit ihren zahlreichen Treffern
bei der heutigen Kredit= und Geldnot vielen glücklichen Gewinnern
ge=
holfen. Von den Hauptgewinnen fielen: 500 000 Rentenmark auf Nr.
101 740, 300 000 Rmk. auf Nr. 154 352 und die Prämie von 500 000 Rmk.
zuſammen mit einem Gewinn von 1000 Rentenmark auf Nr. 108 969.
— Demnächſt beginnt nun die 24. Preußiſch=Süddeutſche (250.
Preu=
ßiſche Jubiläums=) Klaſſenlotterie, in der bei 320 000 Loſen über
21 Millionen Rmk. als Gewinne zur Ausſpielung kommen. Die Ziehung
der erſten Klaſſe findet am 10. und 11. Oktober ſtatt und bringt einen
Hauptgewinn von 100 000 Rmk. u. a. Nachdem jetzt auch bei der
Staats=
lotterie die Schwierigkeiten der Inflation überwunden und ſtetige
Ver=
hältniſſe eingetreten ſind, wird bei der neuen Lotterie auf Wunſch von
vielen Spielern wieder das frühere Ziehungsverfahren (Ziehung von
Einzelnummern) eingeführt werden, obwohl das jetzige Verfahren ſich
bewährt hat. Loſe der neuen Lotterie ſind bei allen ſtattlichen Lotterie=
Einnehmern zu haben. Die Aufbewahrungsfriſt für die bisherigen
Spieler endet im allgemeinen am 14. Auguſt.
— Treue Mieter. Heuie ſind es 25 Jahre, daß die Familie Adam
Ruppel im Hauſe (, diſtenſtraße 5 wohnt.
Lokale Veranſtaltungen.
Die bierunter erſcheinenden Notizer ſind ausſchließli
in keinem Falle irgendwie als
als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten,
ſeſprechung oder Kritik.
— Eine Sommerfeier veranſtaltet der Jugendbund für
entſchiedenes Chriſtentum am kommenden Sonntag, abends 8 Uhr, im
Saale der Stadtmiſſion, Mühlſtraße 24. (Siehe Anzeige.)
— Die ehemaligen Heſſiſchen Leib=Dragoner
legen durch den Bundesvorſtand und durch den Verwaltungsausſchuß
des Kreisvereins Darmſtadt am Sonntag, den 3. Auguſt, vor dem
Kirchgang einen Kranz am Kriegerdenkmal nieder und nehmen an der
Totengedenkfeier in der Kirche ihrer Konfeſſien und im Saalbau teil.
Verſammlung 9.30 Uhr vormittags am Kaſino, Zeughausſtraße 2. Die
ehemaligen Heſſiſchen Leib=Dragoner werden aufgefordert, ſich zahlreich
zu beteiligen.
— Kam. Vereinigung ehem. Heſſ. Garde= Drag.
Nr. 23, Hauptgruppe Darmſtadt. Samstag, den 2. Auguſt,
Monats=
verſammlung im Vereinslokal.
— Poſaunenfeſt 1924. Die Vereinigten Poſaunenchöre ſeien
an dieſer Stelle nochmals auf die morgen Samstag abend 8 Uhr im
zentral gelegenen Evangel. Vereinshaus, Mühlſtraße 24, ſtattfindenden
1. gemeinſame Probe zum Homburger Poſaunenfeſt aufmerkſam
ge=
macht.
— Zentrale der Kam. Vereinigungen ehem. Heſſ.
Garde=Dragoner 23. Unſere Hauptgruxpe Offenbach ladet
die Haupt= und Ortsgruppen in der Provinz Starkenburg zu ihrem am
z. Auguſt d. Js. ſtattfindenden 10jährigen Stiftungsfeſt ein. Recht
zahl=
reiche Beteiligung erwünſcht.
— Am 3. Auguſt findet am Bernhardsbrünnchen von der
Ka=
meradſchaft „Germania” ein großes Waldfeſt ſtatt. Eg
ſind alle Vorbereitungen getroffen, den verehrlichen Beſuchern einigé
recht vergnügte Stunden zu bereiten.
Kunſinotizen.
Ueber Werte, Künfſier und künfkleriſche Deranſkaltungen, deren im Nachffehenden Erwähnung
geſchſeßt, behäli ſich die Redaſtion ibr Urteil vor.
— Palaſt=Lichtſpiele. Unter dem Titel „Wüſtenrauſch”
derbirgt ſich ein Senſationsdrama, das an Spannung nichts zu wünſchetz
übrig läßt. In die Wüſte Sahara führt dieſer neue große Bavaria=
Film; Araberaufſtände, Steppenbrände, das Getier der Wüſte, und Laſt,
Not, Haß und Rache, Eiferſucht und Liebe werden wirkſam geſchildertz,
aber auch über Sitten und Gebräuche, ſowie allerhand kulturhiſtoriſche
Momente, wie die Brautwerbung, den Bluttrank, ein Reiterfeſt gibt
dieſer Film intereſſante Aufſchlüſſe. Recht hübſche Bauten, ſowie einige
Wüſtenbilder, darunter ein Sandſturm, ſind im Bilde feſtgehalten
wor=
den. Von den Darſtellern verdienen Hermann Vallentin als Scheich
Othmann, Dory Holm als Tochter des Chefingenieurs Robertſon (Alfr.
Graening), Ellen Kürty als Tochter Othmanns, Julius Meszaros der
Löwe des Chaob, beſonders genannt werden. Guſtav von Vandory,
Helene von Mattiaſowsky, Fritz Greiner, Heinz Rolf Münz ſind die
Träger der weiteren Rollen. Ferner gelangt zur Aufführung „Fatty
im Damenbad”, mit dem urgelungenen Fatty Arbuckle und ſeinen
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Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. Auguſt 1924.
Rummer 21
Aus Heſſen.
Enideckung einer urzeitlichen Freilandſiation
bei Mainz.
gwb. Daſeinsbeweiſe des Menſchen der Steinzeit im Mainzer Becken
waren bisher auffällig ſelten, während das Neuwieder Becken ſie weit
zahlreicher aufweiſt. Da iſt jetzt ein für die Kenntnis der Urzeit auf
deut=
ſchem Boden ſehr bedeutſamer Fund bei Mainz gelungen: die auf dem
Linſenberg in der Straße „Am Römerberg” im freien Gelände liegende
Raſtſtelle einer Jägerhorde aus der Diluvialzeit. Geologiſch gehört er
nach der Anſicht des Prof. Ernſt Neeb, des Direktors des Mainzer
Alter=
tums=Muſeums, der die Ausgrabungen leitete, in das Ende der letzten
Eiszeit, archäologiſch in die Zeit, die nach den Funden in Frankreich
Spät=Aurignacien genannt wird — ein Menſchenſkelett dieſer Zeit iſt
be=
kanntlich vor 12 Jahren aus den Hauſerſchen Funden ins Berliner
Mu=
ſeum gekommen. Die geologiſchen und paläontologiſchen Unterſuchungen
hatte der Direktor des Naturhiſtoriſchen Muſeums, Profeſſor Dr.
Schmidtgen, ausgeführt.
A Pfungſtadt, 30. Juli. Gedächtnisfeiern. Für den 3.
Auguſt wird hier ſeitens der Gemeinde keine beſondere Veranſtaltung
ge=
plant. Jedoch ſoll es den Vereinen und Korporationen unbenommen
bleiben, Feiern zu Ehren der Gefallenen zu veranſtalten. Dagegen ſoll
zum Tage der Verfaſſungsfeier (11. Auguſt) ein gemeinſames
Pro=
gramm von Seiten der Gemeinde und der hieſigen Vereine ausgearbeitet
werden.
* Nieder=Ramſtadt, 31. Juli. In einer gemeinſchaftlichen Sitzung
der vom Gemeinderat eingeſetzten Kommiſſion mit den Vorſitzenden
der Ortsvereine, und ſonſtigen Korperationen einigte man ſich dahin, den
diesjährigen Verfaſſungstag in würdiger Weiſe zu begehen. Die
Feier findet bereits am Abend des 10. Auguſt I. Js. ſtatt. Sämtliche
Geſang= und Sportvereine haben ihre Mitwirkung zugeſagt, auch wird
ein Feſtredner gewonnen werden. Die Feier trägt keinerlei politiſchen
Charakter. — Nächſten Sonntag findet in hieſiger Gemeinde die
Kirch=
weihe ſtatt. Aus Anlaß der an dieſem Tage ſtattfindenden
Gedenk=
feier für die im Weltkrieg Gefallenen, war die Abhaltung der Kirchweihe
beinahe in Frage geſtellt. In Anbetracht des Umſtandes, daß die
Vor=
bereitungen ſchon ſämtlich getroffen waren und ſich aus dieſem Grunde
eine Verlegung nicht mehr gut ermöglichen ließe, hat das Miniſterium
des Innern die Abhaltung für kommenden Sonntag geſtattet.
Die Fundſtelle liegt innerhalb des Gebietes, das vom römiſchen
Legionslager eingenommen wurde, 2,70 Meter unter dem heutigen
Ge=
lände. Als man hier eine Straße anlegte, fielen neben römiſchen
Fund=
ſtücken Feuerſteinklingen auf. Man legte unter dem Löß der ſpäteren
Zeit etwa 90 Quadratmeter frei. Da fanden ſich zunächſt eine Reihe
von niedrigen Steinſetzungen aus aufeinandergeſchichteten
unregelmäßi=
gen Kalkſteinplatten, ſie dienten entweder als Sitzgelegenheit oder als
Tiſche, auf denen die Horde ihre Jagdbeute zerlegte, oder ihre
Jagdge=
räte anfertigte. Darauf weiſen die Knochenreſte, die in der Umgebung
der Tiſche lagen, und Feuerſteinabfälle, die dort gefunden wurden. Dazu
kamen zwei Feuerſtellen aus Kalkſteinbrocken, auf denen Holzkohlenaſche
und abgebrannte Knochen lagen, ferner eine tennenartige Stelle: vielleicht
ſind auf dieſer Tenne die flach ausgearbeiteten Felle der erbeuteten Tiere
für den ſpäteren Gebrauch zu Kleidung, Windſchirmen, Zelten und
ähn=
lichem abgeſchabt oder ſonſtwie bearbeitet worden. In verhältnismäßig
großer Zahl kamen künſtlich bearbeitete Gegenſtände zutage:
Feuerſtein=
werkzeuge, wie Klingen, Kratzer, Schaber und Bohrer, ferner
Pfeil=
ſpitzen und Nadeln. Die feinere Form dieſer Werkzeuge iſt für das
Ent=
ſtehen eben in der Spätzeit der Aurignacien bezeichnet.
Dafür ſpricht auch ein weibliches Figürchen, von dem ſich leider nur
das Bruchſtück ihres Unterkörpers fand, aus einem weichen Stein
ge=
ſchnitzt, ehemals im ganzen etwa 7 Zentimeter hoch. Es hat denſelben
Thpus des rieſig aufgeſchwemmten, dicken, nackten Frauenkörpers, wie ihn
ähnlich die neuerdings weit bekannt gewordene ſogenannte Venus von
Willendorf in Oeſterreich und alle die anderen kleinen plaſtiſchen
Kunſt=
werke der Steinzeit tragen, deren Menſchen entweder die mit ihrer
ſeßhaf=
ten Lebensweiſe koloſſal dick gewordenen Weiber ihrer Horden
naturali=
ſtiſch abbildeten oder — was bei dieſen Jägern wohl wahrſcheinlicher iſt
— damit einen Schönheitstypus darſtellen wollen, der ihren eigenen
Frauen gerade fehlte und den ſie für die Ideale ihres Kultus heilig
hiel=
ten. Auch Holzreſte, die zum Vorſchein kamen, zeigen Spuren der
Be=
arbeitung, z. B. in einer Art Kerbſchnitt. Ueber die ganze Fundſtelle
zerſtreut fanden ſich Schneckenhäuschen, ſchlitzartig durchbohrt, anſcheinend
aufgeleſen, um ſie als Schmuckſtücke, Halsketten oder Anhänger zu
ver=
wenden; einige davon kommen in der Rheingegend weder damals noch
heute vor, ſondern ſtammen aus dem Mittelmeer. Von Werkzeugen aus
Knochen liegen bis jetzt einige Meſſer vor. Aus der gleichzeitigen
Tier=
welt wurden feſtgeſtellt: Nenntier, Höhlenbär, Pferd, Rhinozeros,
Mammut.
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X Griesheim, 30. Juli. Die Gedenkfeier für die
Ge=
fallenen ſoll am Sonntag ſo vor ſich gehen, daß am Kriegerdenkmal
eine einfache Feier vorm. 9 Uhr ſtattfindet. Dabei wird Herr
Bürger=
meiſter Schüler und ein Vertreter der Kriegsbeſchädigten ſprechen.
Im Anſchluß daran ſoll dann ein Gottesdienſt ſtattfinden. Dafür fällt
der Gottesdienſt in der Kirche aus.
A. Pfungſtadt, 30. Juli. Wiedereinſetzung der
örtli=
chen Wohnungskommiſſion. Der Gemeinderat nahm in
ſei=
ner letzten Sitzung von einer Verfügung des Kreisamtes, wonach die
hieſige Wohnungskommiſſion wieder in Tätigkeit treten ſoll, Kenntnis=
Ein Beſchluß wurde aber nicht gefaßt. — Der Zuſchuß der Gemeinde für
die Badeanſtalt beläuft ſich für das Rechnungsjahr 1923 auf 4000
Mark.
— Nieder=Beerbach, 30. Juli. Vonder Schule. Der
Gemeinde=
rat hat die vom Schulvorſtand vorgeſchlagene Anſchaffung einer
Näh=
maſchine, ſowie einiger anderer Gegenſtände genehmigt. Ferner wurde
beſchloſſen, den Schulſaal der 3. Klaſſe weißen zu laſſen. Dagegen wurde
die Herſtellung eines Schulhoftores bis ins kommende Frühjahr
zurück=
geſtellt.
r. Babenhauſen, 29. Juli. Eine öffentliche
Gemeinderats=
ſitzung, fand geſtern abend hier ſtatt. Vor Eintritt in die
Tagesord=
nung verlas der Herr Bürgermeiſter die Verfügungen des heſſiſchen
Mi=
niſteriums, die eine am Sonntag, den 3. Auguſt, ſtattzufindende
Gedenk=
feier für die Opfer des Weltkrieges und eine am Sonntag oder Montag,
den 10. bezw. 11. Auguſt, abzuhaltende Verfaſſungsfeier betrifft. Es wird
beſchloſſen, daß die Bürgermeiſterei alle hieſigen Vereine und Bürger
allgemein auffordern ſoll, ſich bei der Totengedenkfeier am
Trauergottes=
dienſt zu beteiligen. Am Vormittag ſoll auf dem Ehrenfriedhof zu Ehren
der Gefallenen im Namen der Stadt ein Kranz niedergelegt werden.
Die Feier des Verfaſſungstages ſoll der Beſchlußfaſſung einer bereits
von anderer Seite einberufenen Verſammlung überlaſſen werden.
Als=
dann erfolgte der Eintritt in die Tagesordnung. Zunächſt wird
ord=
nungsgemäß die Prüfung der Rechnung für 1922 vorgenommen. Zum
Vorſitzenden des Prüfungsausſchuſſes wird Gemeinderat Mahla gewählt.
Es ergeben ſich keine Anſtände. Die Ausführung der Gerſprenzbrücke,
de die Harreshäuſer Allee mit den Kirchwieſen verbinden ſoll und
haupt=
ſächlich der Landwirtſchaft zugute kommt, wird endgültig genehmigt.
Preisangebote waren bei hieſigen Firmen ſchon eingeholt. Die
Bau=
koſten dieſer Brücke werden ſich auf ungefähr 5000—6000 Mk. belaufen.
Die Materiallieferungen und die Ausführung der Arbeiten ſollen den
Wenigſtfordernden übertragen werden. Bei Beſprechung der ſtädtiſchen
Finanzangelegenheiten wird bei dem Voranſchlag für 1924 nur die Ein=
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ſchloſſen. Auf die Erhebung des 6. Zieles ſoll verzichtet werde
nichtöffentlicher Sitzung werden einige Wohnungsangelegenheiter
ſprochen. Für die Forſtwartei Weſt, dahier, ſoll die Gemeinde
Förſter in Vorſchlag bringen. Drei Bewerber haben ſich gemelde
die Gemeindevertretung die Betreffenden nicht kennt, ſoll es der A.
rial=Forſtabteilung überlaſſen bleiben, den geeignetſten Förſter vr
beiden älteſten Bewerbern zu ernennen. Eingehend beſchäftigt ſi.
Gemeinderat mit den Tauſchobjekten bei Abtretung der hieſigen K
an den heſſiſchen Staat. Eine Uebernahme des Schloſſes, das neue
vom Staat der Gemeinde angeboten wird, wird aus verſchiedenen
den vom Gemeinderat einſtimmig und grundſätzlich abgelehnt. 2
der Langſtädter Straße arg zerſtreut liegenden ſtaatlichen Waldpa.
werden der Gemeinde wieder angeboten. Doch legt die Gemein
tretung ſtarken Wert darauf, einen möglichſt abgerundeten und z
menhängenden Wald, der an den Gemeindewald grenzt, zu erl
Wenn die oben genannten Waldſtücke doch zu übernehmen wären,
das nur unter der Bedingung geſchehen, daß bei der Bewertun
zum Tauſch gegebenen Waldparzellen die Zerſtückelung beſonders
ſichtigt und dieſe demgemäß niedriger im Preiſe eingeſetzt werden.
der Uebernahme von Aeckern und ſonſtigen Grundſtücken iſt m
allgemeinen einverſtanden. — Von der gekündigten Stadtanleihe iſ
größere Anzahl Stücke zum Kaufe angeboten worden; ſie ſoll zu
Hundert zurückgekauft werden. Nach Erledigung verſchiedener a=
Angelegenheiten war die Sitzung erſt nach Mitternacht beendet.
+ Groß=Gerau, 30. Juli. Schulärztliche Tätigkeit,
ſoeben von dem Amtsarzt Herrn Dr. Engau, Groß=Gerau, ver
lichten Bericht über die ſchulärztliche Tätigkeit im Kreiſe
Groß=
für 1923 entnehmen wir, daß die Ergebniſſe der Unterſuchungen
gemeinen recht zufriedenſtellend waren. Der Geſundheitszuſtan
Schulanfänger, als auch der der übrigen Kinder kann im allgemeine
gut bezeichnet werden, ein Beweis für den günſtigen Einfluß der
lichen Verhältniſſe. Im einzelnen wäre zu bemerken, daß von den
anfängern 14 Prozent als ſtark unterernährt und 18 Prozent als mi
gemeinleiden (Blutarmut, Skrophuloſe, uſw.) behaftet, feſtgeſtellt wr
Von den übrigen älteren 8170 Kindern wurden immerhin 15,5
P=
als körperlich nicht vollwertig befunden.
* Trohe bei Gießen, 30. Juli. Im hohen Alter von 90
ſtarb geſtern die älteſte Einwohnerin unſeres Dorfes, Frau E. Lor
1e Schotten (Oberh.), 30. Juli. Der Schottener Somr
markt indet am 4. und 5. Auguſt ſtatt. Am Montag findet nu
Pferde= und Rindviehmarkt ſtatt, während am Dienstag Schweine
Ziegenmarkt hinzukommt.
Wiſſen Sie es ſchon?
Sie können ſich jetzt mit ganz geringen Mitteln den Genuß
ſchaffen und täglich im eigenen Heim die Darbietungen des Se
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blatt zum 1. Auguft 1924
Krieg.
Krieg! — urplötzlich war es da, mit Urgewalt ergriff es die
Tenſchheit, riß eine bis da feſtgefügte Welt aus ihren Fugen.
iemand wußte wie es kam, wenige ahnten, wenige fühlten es.
eber die Menge der Millionen brach es herein wie Wetterſchlag.
jas bis dahin Menſch war, Menſch verſchiedenen Charakters,
rſchiedener Sprache, verſchiedenen Stammes, aber immerhin
enſch war und als Menſch unter Menſchen lebte, ſtand ſich
plötzlich feindlich gegenüber, alle Gedanken konzentriert,
es Fühlen und Denken auf ein furchtbares Ziel gerichtet:
ernichtung des andern! Menſch ſtand gegen Menſch, Volk
nd gegen Volk.
Und ein Ringen hub an, wie es die Welt nicht ſah, ſeit
enſchen den Planeten beleben. Sinnlos und doch ſo unendlich
nvoll, planlos und doch ſo unendlich fein gefügt, ohne
Ord=
ng ſcheinbar und doch alles beherrſcht von einem einzigen
dßen Willen und dieſer eine gigantiſche Wille immer wieder
r beherrſcht von dem furchtbarſten, was Menſchen
beherr=
en kann, von der Vernichtung!
Was in Jahrhunderten in friedlichem Wettbewerb der
Völ=
aufgebaut, was zu erhalten und auszubauen das Streben
er war, die an der Kultur mitzuarbeiten berufen waren, fiel
Vernichtung, der Zerſtörung anheim, was die Erde an
ſätzen barg und was jahrhundertelang ihrem Schoße
ent=
igen, was weltumſpannende Technik, was Chemie und
Wiſſen=
ft in Jahrhunderte umſpannenden Aufgaben errungen,
rde in den Dienſt der Vernichtung geſtellt. Güter der Arbeitz
3. Güter des Geiſtes. Und doch ſchwebte über dieſem
Vernich=
gswillen, über dieſem gigantiſchen Werk der Zerſtörung, ein
ndlich großer, ſittlich reiner Gedanke. Was die Natur die
nſchheit lehrt, ewiger heiliger Kampf zur Ausſcheidung des
wächen und freier Fortentwicklung des Geſunden und
Star=
das hat die Menſchheit übernommen und darin allein liegt
ſittliche Rechtfertigung des Kampfes. Inwieweit in dieſem
Welt erſchütternden Ringen dieſer ſittliche Gedanke die
Herr=
ft hatte und behielt, das zu entſcheiden, mag kommenden
chlechtern überlaſſen bleiben.
Es war da das Völkerringen, und in dieſem Ringen ſo groß
urgewaltig, wie die Menſchheit es nie ſah, ſtand das deut=
Volk ällein. Allein mit wenigen, ganz wenigen Freunden,
Freunden, die vielleicht nur Selbſterhaltungstrieb oder
Schick=
beſtimmung an ſeine Seite ſtellte, die ſeiner geiſtigen und
ionalen Einſtellung, ſeinem ganzen, den Krieg
rechtfertigen=
ſittlichem Empfinden dem Deutſchen faſt fremd waren. Allein
Ad das deutſche Volk. Bis dahin geachtet, teilweiſe gefürchtet,
* wenig wohl auch geliebt, jetzt von allen gehaßt mit allen
12 ften, die Menſchheitsempfinden aufbringen kann und deren
1kſte ja der Haß iſt.
In dieſem Alleinſein aber, inmitten dieſes brodelnden Haſſes,
Tes einheitlichen Vernichtungsringes, den die Welt um Deutſch=
1) ſchweißte, blühten die ſittlichen Kräfte der deutſchen Nation
2 blühte ſeine phyſiſche Kraft zu einer Größe empor, die, gleich
I das Völkerringen ſelbſt, von der Welt bisher nicht erlebt
A, nicht geahnt war.
Feinde, erbarmungsloſer Vernichtungswillen ringsum!
Ter Hydra gleich wuchs die Schar der Feinde aus dem Nichts
* or und gegen dieſe Hydra, die über die deutſche Nation ver=
Itend ſich ſtürzte, zu Waſſer, zu Land, aus der Luft blieb das
Itſche Volk ſiegreich und — ward doch beſiegt! Beſiegt? —
Jahre hindurch dauerte das Ringen. Jahre von unerhörter
ftentfaltung angefüllt und Jahre, die unendlich viel Leid
hten über Deutſche und über Völker, die Deutſchlands Feinde
Freunde waren. So groß und ſtark das deutſche Volk
in=
ten dieſer feindlichen Welt ſtand, ſo ſchwere Wunden es
en Feinden ſchlug, ſo ſiegreich es alle Verſuche abſchlug,
heili=
deutſchen Boden zu vernichten, es kam der Tag, an dem
e Kraft zerbrechen mußte unter einer Laſt, die das Schickſal
auferlegt und die zu tragen, auch dieſe Rieſenkraft nicht
reichte. Wer will entſcheiden, was verſagte. Ob die ſittliche,
Die materielle, ob die phyſiſche Kraft. Auch das bleibt der Ge=
Ihte vorbehalten.
Wir aber, die wir mitten in dieſem Kampfe ſtanden, müſſen
mit dem Gedanken vertraut machen, daß es Schickſal war,
über Deutſchland hereinbrach, ein Schickſal, deſſen letztes
niemals Deutſchlands Vernichtung, niemals
tichtung aller der ſittlichen und phyſiſchen Kraftentfaltung
kann, zu der das gleiche Schickſal die gleiche Nation berufen.
Stahlbad des Krieges, das uns ſicher nicht in dem
Augen=
da wir die Waffen ſieg= und ruhmgekrönt aus der Hand
U bauend auf Wahrhaftigkeit und ſittliches Bewußtſein
rer Gegner, verjüngt und gereinigt emporſteigen ließ aus
und Schmerz und Leid, muß für uns, muß für das deut=
Volk, ein ſolches bleiben. Seine Auswirkung kann nur die
kunft, vielleicht erſt die ferne Zukunft bringen. —
Heute, nach einem Jahrzehnt des gigantiſchen Beginnens,
Een wohl noch in der Erinnerung friſch die 1000 Wunden,
n wir noch und werden es noch Menſchenleben hindurch
n, Tränen zu trocknen und Leid zu ſtillen. Aber wiederum
igr uns das Schickſal mitten in der Tätigkeit des Wunden=
Is, des Dulden und Ertragens ſchwerſter Schmach, eine
kentfaltung auf, die vielleicht größer und noch ſtärker iſt,
muß, als wie die auf dem Schlachtfeld. Eine Kraft, eine
che Macht, die uns befähigt, das zu ertragen, was Feinde,
Sich als Sieger fühlen, was richtiger das Schickſal uns auf=
erlegt. Und dieſe zweite Prüfung, unendlich ſchwerer als die erſte
wird erſt erweiſen, ob wir, ob das deutſche Volk, dem Rufe ſeines
Schickſals, den Aufgaben, die es ihm ſtellt, gewachſen iſt.
Heute gilt unſer Erinnern, unſer dankbares,
unauslöſch=
bares Erinnern, den Helden, die ihr Leben ließen für
Deutſch=
lands Ruhm und Größe, und in dieſes Erinnern muß ſich
un=
lösbar flechten die unerſchütterliche Ueberzeugung, daß wir zwar die
erſte Phaſe des ſchweren Ringens verloren, die auf den
Schlacht=
feldern aller Weltteile Entſcheidungen herbeiführen wollte, daß
wir in der zweiten Phaſe mitten im Ringen ſtehen, und daß
die Entſcheidung endgültig erſt kommende Jahrzehnte bringen
werden.
Was der Bund der Feinde erreichen wollte, iſt nicht
ge=
ſchehen. Wir ſind nicht vernichtet. Wir leben! Die deutſche
Nation, deren Vergangenheit eine unendlich tragiſche Geſchichte
von Blut und Tränen, von Tiefſtand und Erhebung, von
Zer=
würfnis und nationaler Einheit iſt, ſie lebt und iſt feſtgefügt, wie
vordem. Wenn auch noch ſo wertvolle Glieder dem Staatskörper
entriſſen durch Macht und Gewaltſpruch ... Deutſchland
lebt und wird leben trotz alledem.
Unſer Hoffen gehört der Zukunft, unſere Pflicht der
Gegenwart, unſere Dankbarkeit, nie verlöſchend, der
Ver=
gangenheit!
M. 8.
Zehn Jahre.
Von
Staatsminiſter von Loebell, Präſident des
Reichs=
bürgerrats.
Fünf Jahre Krieg und Waffenſtillſtand und dann fünf
Jahre Kampf um den Frieden. Das iſt der politiſche Inhalt
der letzten zehn Jahre. Dabei wurde dieſer Kampf um den
Frieden nicht mit den Mitteln der Diplomatie, ſondern mit der
Waffe der Verhetzung und ſchließlich mit allen Waffen des
mo=
dernen Krieges und mit Hilfstruppen alle Raſſen gegen uns
ge=
führt. Wir ſind nicht nur im eigentlichen Kriege, ſondern auch
in dem Ringen um den Frieden bis heute unterlegen. Und
wenn die allgemeine politiſche Situation für uns nicht mehr ganz
ſo furchtbar iſt, wie ſie ſich während dieſer zehn Jahre entwickelte,
ſo hat das, wie wir uns gerade heute ganz offen eingeſtehen
ſollten, nicht ſeinen Grund darin, daß wir irgend etwas auf
po=
litiſchem oder diplomatiſchem Gebiet geleiſtet hätten, ſondern in
der hiſtoriſchen Erfahrungstatſache, daß die Welt eine
gleich=
bleibende Situation für den doch immerhin ſchon beträchtlichen
Zeitraum von zehn Jahren nicht kennt. Man kann ein an der
allgemeinen europäiſchen Kultur ſtark beteiligtes, noch dazu über
die Welt verbreitetes Volk nicht zehn Jahre lang als Auswurf
der Menſchheit behandeln und gewaltſam zu unterdrücken
ver=
ſuchen. So einheitlich war die Weltfront unſerer Gegner denn
doch nicht, daß man mit dem Gegenſatz gegen Deutſchland alle
übrigen natürlichen Gegenſätze der europäiſchen Staaten" hätte
überwinden können.
Nach der äußerlich einheitlichen kriegeriſchen Aktion gegen
uns kam ſchon, wie wir leider erſt zu ſpät erfahren haben, bei
den Beratungen von Verſailles das alte Bild der europäiſchen
Politik und Diplomatie wieder an die Oberfläche. Die
Einheit=
lichkeit der dann gegen uns gerichteten ſogenannten
Friedens=
politik fußte nicht mehr auf einem parallel gerichteten,
allgemei=
nen politiſchen Willen der alliierten Staaten, ſondern nur auf
der bequemen politiſchen Taktik, alle Gegenſätze durch die
Kanal=
rohre der Reparationspolitik zu leiten, und die Flut der
Mei=
nungsverſchiedenheiten, der wirtſchaftlichen Kriſen und der
kul=
turellen Gegenſätze in das bequeme Bett der mitteleuropäiſchen
Kriſis abzulenken. Es zeigt ſich eigentlich von Monat zu Monat
in den letzten 5 Jahren immer deutlicher, daß der Weltkrieg, mit
ſeinen revolutionären Folgen für die Weltwirtſchaft, die
Ver=
worrenheit der europäiſchen Lage, auch für die alliierten
Staa=
ten, noch vermehrt hat. Vor dem Kriege hatte man ſich leidlich
über den Anteil an der Weltproduktion einigen können. Man
hatte zwar auch ſchon damals die Entwicklung zur eng
begrenz=
ten nationalen Wirtſchaftsproduktion gekannt, aber es war doch
immerhin über den Handel und über Staatsverträge hinweg
der Ausgleich gefunden worden, der innerhalb der einzelnen
Staaten ſo etwas wie ein von ſelbſt dahinfließendes
Wirtſchafts=
leben entſtehen ließ. Mit dem Kriege hat ſich die
Wirtſchafts=
produktion der Welt auf einzelnen Gebieten, zum Beiſpiel der
Stahlinduſtrie, ganz außerordentlich geſteigert, auf anderen
Ge=
bieten hat ſich die Weltwirtſchaft ganz neue Wege geſucht.
Zwi=
ſchen Nord= und Südamerika wurde der kürzeſte Weg, ſtatt des
Umweges über London und Europa gewählt. Das Syſtem der
Weltwirtſchaft war geſtürzt. Die europäiſchen Siegerſtaaten
mußten an dem Tage, an dem ſie aus dem Rauſche des Sieges
infolge dringender eigener Sorgen erwachten, die bittere
Er=
kenntnis hinnehmen, daß ihre wirtſchaftlichen Schwierigkeiten
ins Unglaubliche gewachſen waren.
Frankreich glaubte am längſten an die Möglichkeit, mit den
Ergebniſſen eines politiſchen Erfolges, wie ſie im „Verſailler
Vertrag niedergelegt ſind, ſich eine neue große Wirtſchaftsbaſis
auf Koſten Deutſchlands ſchaffen zu können. Es ſchritt, mehr
unbewußt, dazu, für dieſes Ziel ein neues Syſtem anzuwenden,
ſtatt der vor dem Kriege üblichen Methode; ſtatt
wirtſchaft=
licher Zwangsverträge wurde das Syſtem der territorialen
Beſetzung der wichtigſten Produktionsquellen Deutſchlands
im=
mer mehr ausgeprägt. England, das vor dem Kriege ſeine
na=
tionale Produktion durch den Gewinn aus dem Handel
er=
gänzt hatte, ſchritt allmählich an der Peripherie Europas, in
Rußland, in der Türkei, am Mittelmeer, zu ähnlichen Verſuchen,
und zwar mit um ſo größerer Eile, als ſich immer deutlicher
herausſtellte, daß für England die große Einheitlichkeit des
wirt=
ſchaftlichen Weltreiches nicht mehr gegeben war, und daß die
Ko=
lonien auf manchen Gebieten in erhebliche Konkurrenz mit dem
Mutterlande geraten waren. Aus dieſen für das Europa der
Induſtrien und der Weltwirtſchaft maßgebenden Faktoren
ent=
wickelten ſich ſehr, ſchnell die alten Gegenſätze zwiſchen
Frank=
reich, der alte Kampf um Rußland, die alten Streitfragen auf
dem Balkan, die alten Sorgen Italieus und, ganz im Hinter=
grunde, ſogar die alte zwieſpältige politiſche Stellung
Deutſch=
lands. Die Verſuche, aus den Nachfolgeſtaaten der
Donaumo=
narchie und aus Polen einen neuen Faktor in die europäiſche
Diplomatie einzufügen, ſind, trotz der großen diplomatiſchen
Ge=
ſchicklichkeit der tſchechiſchen Außenminiſters, an der Abhängigkeit
dieſer kleinen Staaten von Frankreich oder England geſcheitert.
Neu iſt in der politiſchen Diplomatie Europas nur das
Kapi=
tel Amerika. Denn was vor dem Kriege nur ganz fern
geahn=
ter Zuſammenhang zwiſchen der europäiſchen Politik und der
amerikaniſchen Wirtſchaft war, nämlich die Abhängigkeit
Euro=
pas von dem Ertrag der immer ſtärker wachſenden
amerikani=
ſchen Produktion, das war mit dem Kriege mit einem Schlage
ganz klare Tatſache geworden. Mit Berückſichtigung der nun
einmal zunächſt ausſchlaggebenden wirtſchaftlichen Grundlage
aller europäiſchen Politik, ſind die eigentlichen Sieger des
Welt=
krieges diejenigen Männer, die die Schuldſcheine der europäiſchen
Staaten in ihren Kaſſenſchränken liegen haben. Und je mehr ſich nun
in den letzten zwei Jahren, im beſonderen wieder in einer ja von
Deutſchland kaum beachteten Weltpolitik, die alten Gegenſätze in
Europa an die Oberfläche gearbeitet haben, um ſo ſtärker
ge=
riet Deutſchland, als der wirtſchaftlich ſchwächſte Punkt Europas,
in dem ſich allmählich ſchließenden Kreislauf der Ereigniſſe in
Berührung mit den Vereinigten Staaten von Amerika, bis
ſchließlich von drüben die Regelung der Reparationsfrage um
einen erheblichen Schritt mit dem Dawes=Gutachten
weiterge=
bracht und Deutſchland damit immer mehr aus der Drucklinie
der europäiſchen Politik herausgebracht wurde. Ganz deutlich
iſt zwar dieſe ſeltſame Entwicklung, die nachträglich „kluge”
Po=
litiker ſchon vor dem Kriege haben kennen wollen, wenn ſie von
der Notwendigkeit einer ſtarken Verſchuldung Deutſchlands in
New York ſprachen, auch heute noch nicht in die Erſcheinung
ge=
treten. Denn auf der Londoner Konferenz iſt, ganz gleich, ob
die ſogenannte Löſung der Reparationsfrage jetzt ſehr, ſchnell
kommt oder noch Wochen dauert, immerhin die Parallele zwiſchen
Deutſchlands politiſchen Intereſſen und den amerikaniſchen
Wirtſchaftsintereſſen noch nicht die beherrſchende Note geweſen.
Aber wir befinden uns — und das iſt das einzige Ergebnis der
furchtbaren Kämpfe der letzten zehn Jahre, an denen nicht wir,
der wir gar nicht der ausſchlaggebende Faktor vor dem Kriege
waren, ſondern die anderen die Schuld tragen — doch in einer
politiſchen Lage, in der wir wieder einmal den Verſuch machen
können, uns zu einem wirtſchaftlich feſten Staatsgefüge und zu
einer wirklich national fundierten Wirtſchaft zu entwickeln.
Mö=
gen die kommenden Jahre, die noch in manchem an die Zeiten
der Wiedererweckung Preußens und an die ſpätere Zeit der
Gründung des Reiches erinnern, nicht nur ein deutſches
Ge=
ſchlecht finden, das begeiſtert iſt von ſeinem Vaterland, ſondern
ein Geſchlecht, das auch endlich die nüchterne, ſachliche und ſo
ungeheuer ernſte Arbeit der Politik und Wirtſchaft leiſtet.
Fälſchungen der Entente.
Von
Profeſſor Georg Karo.
Während der ſtürmiſchen Auguſtwochen vor zehn Jahren
waren die im Kampf auf Leben und Tod verſtrickten Völker
wenigſtens in einem Punkte völlig gleich geſinnt: im Vertrauen
auf die gerechte und heilge Sache, für die ſie fochten. Es war
zunächſt das rein inſtinktive Vertrauen jedes normalen Menſchen
zum eigenen Vaterlande; es wurde genährt und gefeſtigt, zu
unverrückbarer Ueberzeugung geformt durch die Erklärungen,
die jede Regierung ihrem Volke von den Urſachen des
Welt=
brandes gab, vor allem durch die amtlichen Publikationen
diplo=
matiſcher Dokumente, die ſogenannten Farbbücher, die Anfang
Auguſt raſch nacheinander erſchienen. Man pflegt ſie jetzt
viel=
fach als überholt und unzuverläſſig zu mißachten, nur wenige
kennen ſie mehr. Heute, nach einem Jahrzehnt, können wir ſie
richtiger beurteilen und nach ihrer Bedeutung werten.
Prüfen wir nach dieſen Geſichtspunkten das Deutſche
Weiß=
buch von 1914; die vollſtändige Publikation der deutſchen
Do=
kumente zum Kriegsausbruch läßt hier allein genaue Vergleiche
mit den Originalen zu. Da iſt das höchſt erfreuliche Ergebnis,
daß im Jahre 1914 wohl einige Schriftſtücke unvollſtändig,
an=
dere mit kleinen Aenderungen publiziert, in ganz wenigen
Fäl=
len ein paar Worte zugeſetzt worden ſind, aber niemals in
einem, den Sinn des Originals irgendwie entſtellenden oder
gar umfälſchenden Sinne. So ſchneidet das auch von „
Deut=
ſchen” ſo viel verdächtigte Deutſche Weißbuch recht gut ab.
Nun zur Entente. Ueber den Wert des ruſſiſchen
Orangebuches haben die von den Bolſchewiſten
veröffent=
lichten Aktenſammlungen erwünſchte Klarheit gebracht. Das
Büchlein des Geſandten Freihern von Romberg „Die
Fälſchun=
gen des ruſſiſchen Orangebuches” (Berlin 1922) gibt darüber eine
beſonders bequeme Ueberſicht, weil die ausgelaſſenen oder
ge=
fälſchten Teile rot gedruckt ſind. Daß gegenüber 30 im
Orange=
buch abgedruckten Dokumenten 29 in dieſem unterdrückte ſtehen,
belaſtet das ruſſiſche Außenminiſterium weniger als die
Tat=
ſache, daß nur 10 Dokumente ungefälſcht, 20 dagegen mehr oder
minder durch Auslaſſungen oder Aenderungen ſo ſehr entſtellt
ſind, daß ihr Sinn zum Teil geradezu ins Gegenteil verkehrt
er=
ſcheint. So muß der Leſer ein vollkommen falſches Bild von
der ruſſiſchen und auch der franzöſiſchen Politik während der
kritiſchen Juliwochen 1914 gewinnen. Dieſe Fälſchungen
über=
ſteigen jedes auch von uns vermutete Maß. Deutſchlands und
auch Oeſterreichs Bemühungen um den Frieden ſind ebenſo
planmäßig unterdrückt, wie alle Anzeichen kriegsbereiter Haltung
Rußlands und Frankreichs.
Sehr viel ſchwieriger iſt die Erkenntnis bei Frankreich,
da hier nur das veröffentlicht iſt, was die Regierung erlaubte.
Immerhin ſind an verſchiedenen Orten nicht nur eine Reihe
neuer Aktenſtücke im Verlaufe der Jahre erſchienen, ſondern
Fälſchungen des franzöſiſchen Gelbbuches in einem ganz
ver=
blüffenden Umfange erwieſen. A. v. Wegerer und A. Bach
haben das in der vortrefflichen Monatsſchrift „Die
Kriegs=
ſchuldfrage” feſtgenagelt (Sept. 1923, S. 61: Mai 1924, S. 129
bis 158). Nicht allein die drei erſten Dokumente des
Gelb=
buches, die ſich auf die Vorgeſchichte des Krieges beziehen, ſind
als „von Anfang bis zu Ende erfunden” erwieſen; nicht nur
ſirtſch
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. Anguſt 1924.
Rummer 212
ſind Umſtellungen vorgenommen worden, die den Sinn ändern,
zum Teil geradezu umkehren, ſondern es ſind gelegentlich zwei
Dokumente in eines zuſammengeſchweißt worden und haben
dadurch einen anderen Sinn gewonnen; und was das Stärkſte,
ſoviel wir wiſſen, von keiner anderen Regierung geleiſtete, iſt:
in zwei ſicher nachweisbaren Fällen, wahrſcheinlich aber noch
in manchen anderen, iſt aus dem Originaltelegramm durch
um=
fangreiche Zuſätze ein ganz neues gefälſchtes Dokument
ge=
tvorden; ſo aus einem Telegramm des Botſchafters in St.
Petersburg, Paléologue, das in ein paar Worten die allgemeine
Mobilmachung der ruſſiſchen Armee meldet, der mehrere Sätze
lange Erguß Gelbbuch 118, der die ruſſiſchen Maßnahmen als
„aus gebieteriſchen ſtrategiſchen Gründen, gebotene Antwort auf
die Mobilmachung Oeſterreichs und Deutſchlands hinſtellt,
ge=
rade, als hätte Rußland nur in äußerſter Gefahr gehandelt.
Ebenſo iſt aus einem kurzen Erlaß des franzöſiſchen
Miniſter=
präſidenten Viviani vom 31. Juli ein faſt dreimal ſo langes
Schriftſtück geworden, und während der urſprüngliche Erlaß
ausdrücklich zugibt, daß der „Friede, ſelbſt zu dieſer ſpäten
Stunde, noch bewahrt werden kann, wenn Rußland die
Einſtel=
lung der militäriſchen Vorbereitungen an die Einſtellung
Oeſter=
reichs und der anderen Mächte anſchließt, und wenn der Wunſch
nach Erhaltung des Friedens in Berlin aufrichtig iſt”, iſt
dar=
aus im Gelbbuch 120 ein ganzer Roman geworden, der nichts
bon dieſen Friedensmöglichkeiten enthält, ſondern umgekehrt nur
betont und zu beweiſen ſucht, daß „Deutſchland den Krieg wolle‟,
In England ſind von jeher die amtlichen Berichte und
Er=
laſſe mit Rückſicht auf ſpätere Veröffentlichung möglichſt
vor=
ſichtig abgefaßt worden. Sie wurden durch Privatbriefe
er=
gänzt, die natürlich nicht in die Blaubücher aufgenommen zu
werden brauchten. Das haben engliſche Memoirenwerke bis
in die neueſte Zeit hinein (ich erinnere an Churchill, Buchanan,
Campbell=Bannerman) ausgiebig bewieſen. Infolgedeſſen iſt
es auch gar nicht nötig geweſen, in dem engliſchen Blaubuch
von 1914 umfangreiche Aenderungen der Originaltexte
vorzuneh=
men. In einigen Fällen iſt es aber doch geſchehen. Sie ſind
bisher nicht ſyſtematiſch zuſammengeſtellt worden, auf ein paar
beſonders wichtige Beiſpiele hat der norwegiſche Gelehrte H. H.
Aall (The Neutral Inveſtigation of the Cauſes of the War,
S. 57 ff.) hingewieſen, vor allem auf einen Erlaß Greys an den
Botſchafter in Paris, Sir F. Bertie, der am 30. Juli auf eine
entſcheidende Mitteilung Bezug nimmt, die erſt am 31. Juli aus
Paris nach London abgegangen iſt und Deutſchlands
kriege=
riſche Maßnahmen gegen Frankreich beweiſen ſoll. Es handelt
ſich hier nicht etwa um einen bloßen Irrtum, denn in einer
ſpä=
teren Auflage des engliſchen Blaubuches hat man ſich
vergeb=
lich bemüht, die unmögliche Datierung zu verwiſchen. Dieſe
ſcheinbar kleinliche Frage iſt aber von höchſter Bedeutung, weil
es ſich hier gerade um ein entſcheidendes Dokument handelt, auf
Grund deſſen Grey das engliſche Parlament von dem
unbegrün=
deten Angriff auf Frankreich überzeugen zu können hoffte.
Frei=
lich können ſich dieſe engliſchen Fälſchungen nicht mit denen der
Ruſſen und Franzoſen meſſen, aber bewußte und abſichtliche
Entſtellungen liegen auch hier vor. Mag man noch ſo viel auf
Rechnung der Eile ſetzen, in der ſolche Farbbücher hergeſtellt
wurden (in Berlin bekam ein unglücklicher Beamter des
Aus=
wärtigen Amtes über 800 Dokumente, mit der Weiſung, daraus
in 24 Stunden ein Weißbuch herzuſtellen), ſo beſteht doch ein
grundlegender Unterſchied zwiſchen Flüchtigkeitsfehlern und
Aenderungen, deren tendenziöſer Zweck ſie eben zu Fälſchungen
macht. Dieſer Unterſchied läßt ſich unbedingt zugunſten
Deutſch=
lands und zu ungunſten der Entente feſtſtellen. Wir ſollten uns
deshalb auch hier wieder einmal vor der beliebten und
verächt=
lichen Formel hüten: „Wir haben es auch nicht beſſer gemacht”,
und lieber an die Worte denken, die Goethe 1806 an Cotta
ſchrieb: „Der Feind wird uns um ſo weniger ehren, wenn wir
uns ſelbſt ſo wenig ehren und achten, daß wir nichts Beſſeres
zu tun wiſſen, als vor ſeinen Augen unſere Blößen aufzudecken”
* Die deutſche Flettenſchöpfung
und der Peltkrieg.
Von
Korvettenkapitän Gadow, Berlin.
Zur Stunde, da ſich die zehnjährige Wiederkehr des großen
Unheils begibt, ziemt auch ein Rückblick auf die Bedeutung der
größten Tat, welche deutſcher Lebenswille im letzten Halb=
Jahr=
hundert vollbrachte: die Schaffung einer ſtarken Seerüſtung.
Es kann nur als ein Zeichen unmännlicher Bußfertigkeit
ge=
wertet werden, wenn Gegner der alten deutſchen Staatsform
und Politik ſich zuſammenfinden mit den Gegnern des deutſchen
Volkes und Reiches in gemeinſamen Anklagen gegen alles,
was die Machtſtellung dieſes Reiches und damit die Wohlfahrt
ſeiner Angehörigen einſt verbürgte. In vorderſter Reihe ſteht
hierbei — durchaus zu Unrecht — regelmäßig das Werk des
genialen Tirpitz. Es wird regelmäßig überſehen, daß die
deut=
ſche Machtſtellung in den Jahrzehnten vor dem Kriege ſich aus
ſehr viel mehr und ſtärkeren Faktoren zuſammenſetzte als allein
aus ſeiner Seegeltung. Zugegeben, daß das Wachſen der
Hoch=
ſeeflotte eine pſpchologiſch nicht richtig eingeſchätzte Wirkung auf
die Stimmung der engliſchen öffentlichen Meinung ausübte, und
daß die Geſamtpolitik dieſer Wirkung keineswegs Rechnung trug,
ſo bleibt doch beſtehen, daß die Zunahme der Bevölkerungszahl,
der Heeresſtärke, der Kapitalskraft, der Induſtrie und des
Han=
delsumfagges Deutſchlands mit jener vermeintlichen Bedrohung
zuſammenwirkten, um unter engliſcher Führung die
Gegenrüſt=
ung und Vereinigung der übrigen Mächte auszulöſen, die ganz
andere Motive zum Kriege trieben. Für England jedenfalls ſtellte
ſich das Bild des deutſchen Rivalen immer als Ganzes dar,
furchteinflößend und raumheiſchend auf allen Gebieten, nicht
nur auf der See, eine europäiſche Vormacht jener typiſchen
Struk=
tur, wie ſie die engliſche Politik in ihrer Geſchichte niemals
ge=
duldet hat, weil ſie ein ausgeglichenes europäiſches Syſtem
braucht, um ſich den Aufgaben des Weltreichs widmen zu können.
Es iſt Illuſion, zu glauben, daß ſich dieſer Grundſatz etwa heute
gewandelt haben könne. Was aber jene andern Einzelheiten der
deutſchen Machtſtellung angeht, ſo ſagte ſchon Bismarck, daß man
der deutſchen Induſtrie leider keine Zügel anlegen könne. Das
gleiche gilt von allen genannten wirtſchaftlichen Machtfaktoren,
und eine gerechte Beurteilung wird die Flottengründung immer
nur als männlichen und berechtigten Verſuch würdigen, die von
deutſcher Tüchtigkeit und Kraft geſchaffene Weltſtellung durch
militäriſche Macht zu ſichern und zu decken.
England hat ſchon mehr als eine Flottenpanik gekannt. In
den 50er Jahren hatte die franzöſiſche Flotte in Geſtalt moderner
Dampffahrzeuge eine gefährliche Schlagfertigkeit erlangt, nach
Faſchoda beunruhigte die gleiche Macht durch ihre neuartigen
Torpedoſtreitkräfte. In beiden Fällen wurde in England eine
Stimmung entfeſſelt, wie wir ſie bei Durchführung der
Flotten=
geſetze kennen lernten. Daß es damals nicht zum Kriege kam,
lag an der anderweitig geringeren Machtſtellung Frankreichs, die
nicht zu äußerſten Schritten drängte.
Der ehemalige engliſche Botſchafter in Berlin, Sir Frank
Lascelles, beſcheinigte Deutſchland 1917 in der „Pall Mall
Ga=
zette” daß ſeine Seerüſtung vom Friedenswillen getragen worden
ſei, und die amerikaniſchen Hiſtoriker Stevens und Weſtcott
ſchreiben in ihrer „Hiſtory of Seapower”, daß Deutſchland zum
Schutze ſeiner Weltwirtſchaft durchaus zu politiſchen und
militä=
riſchen Schutzvorkehrungen berechtigt geweſen ſei, und daß ſeine
Ausdehnungsbeſtrebungen genügend Parallelen in der Tätigkeit
underer Mächte gefunden habe. Angeſichts ſolcher Kronzeugen
ſollte das deutſche Volk über die entgegengeſetzten, aus
Feind=
ſchaft oder ſchwächlichem Kleinmut herrührenden Anſichten nur
zur Tagesordnung übergehen, nachdem es zur Genüge erfahren
hat, wie freiwillige oder erzwungene Machtloſigkeit in der Welt
betrachtet und behandelt wird. Die wirtſchaftliche Entwicklung
Deutſchlands nimmt von neuem die alten Wege. Stärkſter
Außen=
handel iſt ihr künftiges Kennzeichen, und angeſichts der
Erſchöp=
fung des oſteuropäiſchen und ruſſiſchen Marktes geht dieſer
über=
viegend auf den Seeſtraßen vor ſich. Eine neue deutſche
Handels=
flotte von beachtenswerter Stärke (2,5 Millionen Tonnen gegen
5 Mill. To. vor dem Kriege) ſteht zu ſeiner Verfügung, aber keine
ausreichende Flottenmacht zu ſeinem Schutze bereit. Die
Zu=
kunft dieſes Außenhandels und ſeiner Trägerin, der
Handels=
flotte, wird auch der beſte Prüfſtein werden für die Anſicht, daß
Deutſchland auch auf friedlichem und rüſtungsloſem Wege ſeine
Wirtſchaftsziele habe erreichen können; eine Anſicht, die ſich ſchon
durch die Beſtimmungen des Friedensvertrages, betr. die
Han=
delsflotte, die Küſtenverteidigung, die Waſſerſtraßen und den
Außenhandel, und die noch heute beſtehende Einreiſeverweigerung
in engliſche Kolonien in ſchärfſter Weiſe widerlegt ſieht.
Die Leiſtungen der deutſchen Seemacht im Weltkriege ſtehen
ebenbürtig den Heldentaten der Land= und Luftmacht zur Seite.
Durch falſche Einſchätzung des Gegners von leitender Stelle an
hrem frühzeitigen Einſatz gehindert, vermochte ſie doch auf
an=
deren Wegen die feindliche Uebermacht an den Rand der
Nieder=
lage zu bringen. Die Auslandskreuzer und Hilfskreuzer
ver=
breiteten Ruhm und Schrecken über die See und konnten den
feindlichen Handel aufs ſchwerſte ſchädigen. Siegreich wehte die
Kriegsflaage bei Coronel, im nördlichen Eismeer und am
afrika=
aniſchen Kap; ehrenvoll ſanken Schiffe unter ihr in der Themſe,
bei Helgoland, Falkland und auf der Doggerbank in die Tiefe.
Am Skagerrak zerbrach der britiſche Plan, den Eingang in die
Oſtſee zu erzwingen und den Ruſſen die Hand zu reichen; an den
Dardanellen ſtand deutſche Matroſenartillerie, in Flandern das
Marinekorps auf unerſchütterter Wacht, und der U=Bootkrieg,
durch die gleiche zaghafte Entſchlußkraft gehemmt wie der Einſat
der Hochſeeflotte, wußte den Gegner ſo zu treffen, daß er den
gefürchteten ſtarken Bruder zu Hilfe rief, der ihn rettete und ihm
mit gelaſſener Hand das Erbe der Weltherrſchaft, den Dreizack
Neptuns, entwand. Den Sieg zu erzwingen war auch der
deut=
ſchen Hochſeeflotte nicht vergönnt, ſie ſank dahin wie Heer,
Volks=
raft und nationaler Stolz. Aus ihrem gewaltigen Grabe aber
erſteht ungeſchwächt der Glaube an die Zukunft eines Volkes,
das ſolcher Taten fähig war und deſſen Lebenswillen das Unglück
beugen, aber nicht brechen kann.
Die tragiſche Nacht
Petersburg — Paris — Berlin
Die Ereigniſſe der Nacht vom 29. zum 30. Juli 1914 im Lichte
letzten Kriegsſchuldforſchung.
Aus dem Archiv der Zentralſtelle für Erfo
ſchung der Kriegsurſachen.
DVG. Am ſpäten Abend des 29. Juli 1914 empfängt
Zar ein Telegramm des deutſchen Kaiſers, in dem in ernſte
Worten vor einer Ueberſpannung der Situation durch n
täriſche Maßnahmen gewarnt wird, da von Berlin aus mit a
Mitteln für die Erhaltung des Friedens gearbeitet werde.
Zar, der vor wenigen Stunden ſein Einverſtändnis zur al
meinen Mobilmachung gegeben hat, erkennt, welche furchtk
Verantwortung in dieſem Augenblick auf ihm ruht. Er ſt
ans Telephon und fordert den Generalſtabschef auf, den Be
zur allgemeinen Mobilmachung anzuhalten. Schon iſt der C
der Mobilmachungsabteilung, Generalleutnant Sergei Dol
rolski, auf dem Haupttelegraphenamt, ſchon iſt der Befehl
nahmefertig für alle Apparate. Im letzten Augenblick erre
Dobrorolski der Telephonanruf des Generalſtabschefs, der
Befehl des Zaren übermittelt.
Die Kataſtrophe war nur für Stunden abgewendet.
die franzöſiſche und engliſche Regierung ein Veto gegen die
gemeine Mobilmachung in der gleichen Nacht in Petersburg
gelegt, ſo wäre vielleicht das Schlimmſte vermieden worden.
nichts dergleichen geſchah. Gegen Abend des 29. Juli hatt S
now nach Paris und London telegraphiert, daß der Krieg
vermeidlich geworden ſei. Jswolski, der ruſſiſche Botſchafter
Paris, meldet in der Nacht vom 29. zum 30. Juli:
Der Botſchafter in Paris an den Miniſter des Aeußeren.
Paris, den 17./30. Juli 1
Telegramm Nr. 208.
Ihr Telegramm Nr. 1551 erhalten.
Ich habe dieſes Telegramm in der Nacht erhalten und h.
ſeinen Inhalt ſofort, d. h. um 3 Uhr nachts, dem Miniſter
Aeußeren mitgeteilt. Auf meine Veranlaſſung hat unſer M
tärattaché dem Kriegsminiſter dieſelbe Mitteilung gemacht.
Elyſée hat ſofort zwiſchen Poincaré, Viviani und dem Krie
miniſter Meſſimy eine Beratung ſtattgefunden, als deren
Er=
nis dem franzöſiſchen Botſchafter in Petersburg ein
Telegra=
ungefähr folgenden Inhalts geſchickt worden iſt. Das
Telegra=
beginnt mit einem Hinweis auf den Wortlaut der Weiſung
die ihm vom Panzerſchiff „France” aus erteilt worden wa
Dann heißt es: „Die franzöſiſche Regierung iſt bereit, alle Bü
nispflicht zu erfüllen. Sie meint jedoch, daß es im jetzigen Aug
blick, in dem noch zwiſchen den weniger intereſſierten Mäch
Verhandlungen ſtattfinden, zweckmäßig wäre, daß Rußland,
weit es die Verteidigungs= und Vorſichtsmaßregeln zulaſſen.
es zu treffen für nötig erachtet, unmittelbar keine Maßnahr
ergreift, welche Deutſchland als Vorwand dienen könnten, die
gemeine oder partielle Mobiliſierung ſeiner Kräfte anzuordne
Jswolsk
an di
ſcamen
In jener nächtlichen Beratung im Elyſée entſchied ſich
Schickſal Europas. Nicht einen Augenblick zögerten die vere
wortlichen Leiter Frankreichs, der ruſſiſchen Regierung ihre
terſtützung zu leihen, obwohl ſie genau wußten, daß zu die
Stunde eine Möglichkeit der Erhaltung des Friedens noch
ſtand. Sie kannten die Bemühungen Deutſchlands in Wien,
gerade um dieſelbe Stunde, da man in Paris für den Krieg
ſchied, ihren Höhepunkt erreichten. In geſchickter Weiſe hat
die franzöſiſche Regierung verſtanden, nach außen hin den hei
leriſchen Schein des Friedliebenden zu wahren, um das eig
Volk zu täuſchen und deſto ſicherer in die Kataſtrophe hine
zuziehen. Jswolski berichtet darüber in der gleichen Nacht:
Der Botſchafter in Frankreich an den Miniſter des Aeußerei
Telegramm Nr. 210.
Paris, den 17./30. Juli 12
Fortſetzung meines Telegramms Nr. 209.
Margerie, den ich ſoeben geſprochen habe, ſagte mir, die
fr=
zöſiſche Regierung wolle ſich nicht in unſere militäriſchen Vor
reitungen einmiſchen, halte es aber für äußerſt wünſchensw
daß dieſe Vorbereitungen, in Anbetracht der noch andauern!
Verhandlungen zur Erhaltung des Friedens, einen mögli
wenig offenen und herausfordernden Charakter haben. Sein
ſeits hat der Kriegsminiſter denſelben Gedanken unſerem M
tärattache entwickelt und geſagt, wir könnten erklären, daß
im höheren Intereſſe des Friedens bereit ſind, unſere Mo
machungsvorbereitungen zeitweilig zu verlangſamen, was 1
nicht hindern würde, unſere Vorbereitungen fortzuſetzen und
gar zu verſtärken, wobei wir uns nach Möglichkeit größerer
Tr=
pentransporte zu enthalten hätten. Um halb zehn findet un
dem Vorſitz Poincarés ein Miniſterrat ſtatt, nach deſſen Been
Jswolski
gung ich ſogleich Viviani ſehen werde.
Während in Paris auch nicht der leiſeſte Verſuch einer me
genden Einwirkung auf Petersburg ins Auge gefaßt wurde,
ugend
gende
10 Jahre
undert
toch nid
er Sie
ehen,
ſch. 9.
Wie es war.
Zum 1. Auguſt 1924.
Promenadenmuſik vor der Feldherrnhalle in München. Der
weite Platz birſt von Menſchen, deren bebende Spannung die
heiße Luft in zitternde Schwingungen zu verſetzen ſcheint.
Plötz=
lich braudet die Menge, indeß der Sturm des Applauſes, den der
Hohenfriedberger Marſch entfacht hat, ſchlagartig abreißt, zum
Tor des Reſidenzgartens hinüber, von wo ein neuer Strom
von weißen Extrablättern ſich in das Menſchenmeer ergießt. —
„Ruſſiſcher Einfall in Oſtpreußen! — Eine Friedensaktion des
Kaiſers in zwölfter Stunde!” — Schon iſt das Intereſſe erloſchen.
Man will nichts mehr wiſſen von Friedensaktionen. „Die Wacht
am Rhein” brauſt auf. Die Muſik verliert ſich, die
ſechsund=
zwanzig Tubaträger, die mit aller Kraft ihrer gewiß reſpektablen
Lungen und dem begeiſternden Bewußtſein ihrer momentanen
Wichtigkeit aus dem Blech herauspuſten, was es irgend hergibt,
hören ihre eigenen Inſtrumente kaum mehr vor dem dröhnenden
Zuſammenklang der vielen tauſend Stimmen. — Vom
Kriegs=
miniſterium her kommen einige Automobile mit der
Generalſtabs=
flagge. Man drängt ſich um ſie. „Was gibt’s Neues?” — Die
Offiziere zucken die Achſeln. Dem alten Oberſtleutnant laufen
Tränen über die Backen, wie die eherne Flut des Liedes über ihn
hinbrauſt. Langſam und geduldig ſchiebt ſich das Auto durch die
Menge. Alles, was Reſerviſt iſt, fühlt ſich bereits verpflichtet —
wenn auch noch in Zivil — vor den Offizieren militäriſche
Hal=
tung einzunehmen. Die Chargierten einiger Verbindungen
be=
nutzen eine abermalige Stockung, um ſich bei den Offizieren über
die ſicherſte Chance zu erkundigen, gegebenenfalls ſofort als
Frei=
willige aufgenommen zu werden und ob es möglich ſei, daß ihre
Verbindungen geſchloſſen angenommen würden. Der
Oberſt=
leutnant macht ein zweifelhaftes Geſicht. Es ſeien bereits für
alle Münchener Regimenter zu viele Vormerkungen da. Er rate,
ſich an ein in kleiner Garniſon ſtationiertes Regiment zu wenden,
wo die Einſtellung von Verbindungen in eorpore vielleicht noch
möglich ſei. — Vor den Stufen der Feldherrnhalle ſtaut ſich die
Menge und iſt entſchloſſen, die Kapelle nicht abziehen zu laſſen.
Ueber manches rotglänzende Trompetergeſicht huſcht ein fideles
Feixen. So wichtig haben ſie ſich noch nie fühlen dürfen. Aber
der Muſikmeiſter macht ein ernſtes Geſicht. Er tritt vor und
flüſtert mit einem bierechten Münchener Ureinwohner. „Jo dann,
wann’s dös is,” ſagt er und kehrt ſich geheimnisvoll verklärt
gegen die Menge. „Seid’s ſtad, Leut, gebt Platz”, ſagt er und
teilt mit Armen, die Hektoliterfäſſer zu dirigieren gewohnt ſind,
die Menſchenmauer. „Dö Muſiker woll’n a no amal zu ihrin
Gſchpuſis, eh’ daß es aufi geht, gegen dene dreckige Schlawacken.”
Dieſe menſchliche Argumentation reſpektiert die Menge. Die
Kapelle zieht ab und ſpielt auf dem Marſch „Deutſchland, Deutſch=
land über alles‟. Die Straßen berſten vom Geſang der Menge
die hinterdreinzieht.
Aber der Platz bleibt ſchwarz von Menſchen. Nun, da die
Muſik fehlt, wächſt die Spannung ins Unerträgliche. Was ſoll
man tun? Abreiſen — nach Hauſe fahren? Unmöglich, in dem
welthiſtoriſchen Augenblick, der kommen muß und jede Minute
kommen kann, durch irgendwelche entlegenen Gegenden zu
gon=
deln. Alſo warten. Aber das frißt an den Nerven, an denen
ſich ohnehin die ununterbrochene Spannung der letzten drei Tage
ſehr bemerkbar macht. Alſo ein wenig hinaus aus der Stadt,
nicht zu weit, um jeden Augenblick zurück ſein zu können. — Aber
es iſt draußen wie drinnen. Alle Welt fiebert der Entſcheidung
entgegen. An den Halteſtellen der Straßenbahn, die nach
Geiſel=
parteig hinausfährt, ſtehen Haufen von Menſchen. Sie wollen
nicht mitfahren, ſie wollen die lesten Nachrichten hören, die man
in der Stadt hat. Die Schaffner ſind begabte Redakteure. Sie
verſtehen es, aus den paar Zeilen der Extrablätter zündende und
volkstümliche Leitartikel zu machen. — Eine junge Dame, die
offenbar der blutrünſtigen Snada des Schaffners nicht recht
traut, ſteigt auf und glaubt, von mir Zuverläſſiges erfahren zu
können. „Glauben Sie denn wirklich?” fragt ſie mit verräteriſch
zuckenden Lippen. „Mein Verlobter iſt heute früh fort zum
Regiment.” — Ich, plötzlich vor der Notwendigkeit, über mein
Empfinden klar und ſozuſagen verantwortlich Rechenſchaft zu
geben, ſage: „Ja, ich halte den Krieg für unvermeidlich. Aber
beſſer jetzt, als ein oder einige Jahre ſpäter. Es iſt die
folge=
richtige und unabänderliche Entwicklung.” Sie nickt. „Ja,
das ſagen ſie Alle, aber —” und dann iſt es aus mit der
Faſſung.
Die Endhalteſtelle iſt erreicht. Ich fühle, daß es unmöglich
iſt, hier draußen, zu ſein, während in der Stadt vielleicht — —
Ich fahre mit derſelben Bahn wieder zurück. Die Inſaſſen der
Bahn, die uns entgegen kommt, winken von Weitem. Beide
Wagen halten auf offener Strecke. „Der Krieg ſoll erklärt ſein”
— Soll — ſoll. — Keiner weiß es genau. Unſer Wagen fährt in
verbotenem Tempo ſtadtwärts. Vor dem Gebäude der
Mün=
chener Neueſten Nachrichten” ſteht er feſtgekeilt in einer Menge,
die weder gewillt noch imſtande iſt, zu weichen. Plötzlich gellen
vom nahen Marienplatz Hornſignale herüber. Die
Menſchen=
maſſen ſetzen ſich in Bewegung, eine rieſige grollende Menge. —
Wir ſehen nur eben noch, wie, in einem Auto ſtehend, ein Offizier
eine Kundgebung verlieſt; als er zu Ende iſt, ſteht der Trompeter
neben dem Führerſitz auf und gibt abermals drei Signale. Aber
ſie werden faſt verſchlungen von dem Sturm, mit dem ſich die
endlich gelöſte Spannung Raum bricht. Das iſt nicht der beliebte
Münchener „Krawall‟. Es iſt dies, daß man plötzlich, einem
ungeheuren Schickſal gegenüber, ſich als Gemeinſchaft und
ange=
ſichts der unermeßlichen Pflicht den Willen zur Pflichterfüllung
ins Unerſchöpfliche geſteigert fühlt. Darum iſt keine Stimme laut
genug, das Bekenntnis zum Vaterland und zum Herrſcher ſo
kraftvoll abzulegen, wie man möchte, daher der nicht end
wollende Ueberſchwang, der doch ernſt bleibt, angeſichts
ernſten Entſcheidung, daher auch das Leid, das in dieſen Tas
ſelten fehlte, wo Menſchen von ihrer Liebe und Hingabebreitſch
fürs Vaterland Zeugnis ablegten, das: „Wir treten zum
Be=
vor Gott den Gerechten”.
* Die erſten Auguſttage 19414
bei der Marine.
Es läuten die Glocken, den Toten zur Ehre und Gedächtn
Die Heimat, die deutſche Seele, zerriſſen und todwund in
ſchmerzerfüllten Einſamkeit ihres Geſchicks, lauſchen betrof
dem Klang. Denn ach, was dieſes Jahrzehnt gebracht an T
und Trauern, an Haß und Gift, Irrtum und Enttäuſchung,
in all ſeiner Wirkung noch ſo nahe bei uns, ſo gegenwärtig u
letzten Endes ſo unfaßlich, unbegreiflich. Was ſagt ihr u=
Glocken, die ihr damals über dem Auszug derer klanget, die
wußten Willens für Deutſchlands Leben und Zukunft dem h0
ſten Opfer entgegenſchritten und jubelten: „Auch das Opfer I
Lebens gilt dem Leben. Das iſt unſer Dienſt, ſelber zu Opfe
und Geſchenken zu werden.” Von eurer Höhe herab, wie wl
ihr den Sinn des Sinnloſen ausdeuten?
Ernſt aber tönt der Glocken Sprache: Wir leihen unſer
Erzes Stimme dem Tode und dem Leben. Das Leben aber ſie
und ſei’s im Tode. Es wußten alle, die ſo hehren Willens
horſam waren ewigem Gebot. Und willſt du leben, deutſch
Land, hat dieſer Wille urſprünglich unbeugſame Richtung n.
und Kraft, ſo mach’ er wieder deine Jugend, deine Männer, der
Frauen bereit zum Lebensopfer, das das Leben ſchafft. —
Es ſind Tage und Wochen gekommen, in denen die Erint
rungen der Zeit von 10 Jahren jeden, der uns deutſchen Me
ſchen etwas ſagen zu ſollen, die Geiſter mit ſeinem Willen u.
nach ſeiner Erkenntnis leiten zu können glaubt, treibt, ſei
Stimme zu erheben; warnend, mahnend, und jeder lenkt
Blicke auf den Teil des Erkennbaren, der ſeine Anſichten u
Schlüſſe zu beſtätigen meint. Führer bieten ſich an, werbend 1
Gunſt und Gehör, jeder des rechten Weges unfehlbar ſicher u.
auf die Zahl ſeiner Jünger deutend. Die Teſtamente grof
Führer, die Tagebücher und lebensvollen Erzählungen von Mc
tiern, die das Grauſen vieltauſendfachen Todes und die Tode
mahd der Materialſchlacht, des feſſelloſen letzten Kampfes
Ma=
gegen Mann überdauert haben, liegen vor uns; währenddes
ab=
ſchreitet das Schickſal unaufhaltſam und täglich in unerbittlich
Tatſächlichkeit ſeinen Weg, nagt das Ungeheuer des luggeboren
Teufelspaktes am Marke unſerer Kraft, ſchlingen ſich neue
Knot=
zu unheildrohender Wirrnis. Es droht die äußerſte Gefahr, de
der durch die ſchweren Schickſalsſchläge der früheren Vergange
Nummer 212.
eſchah in Berlin in dieſen Stunden? Am ſpäten Abend des 29.
Fuli ging im Berliner Auswärtigen Amt die Meldung des
Gra=
en Pourtales aus Petersburg ein, daß nach Mitteilung
Saſo=
ows Wien ſich kategoriſch geweigert habe, in direkte
Verhand=
angen mit Petersburg einzutreten. Dieſes Telegramm erregte
den Berliner leitenden Kreiſen, den höchſten Unwillen und
ſorn. Alle Bemühungen Berlins der letzten Tage hatten als
ndziel die direkte Auseinanderſetzung Wien=Petersburg vor
ugen. Da Wien ſich nun weigerte, war die ganze
Vermittlungs=
tion der deutſchen Regierung in Frage geſtellt.
Miniſterialdirektor von Stumm, der das Telegramm des
rafen Pourtalés zuerſt erhielt, ſchrieb einen Entwurf für ein
elegramm nach Wien nieder und begab ſich damit in ſpäter
achtſtunde durch den Park des Auswärtigen Amtes in die Villa
s Staatsſekretärs von Jagow. Jagow las das Konzept
tumms durch, änderte es an einigen Stellen und ging dann
m Reichskanzler. Da im Reichskanzlerpalais um dieſe Stunde
es war gegen zwei Uhr nachts — bereits alles zur Ruhe
ge=
ingen war, ſtieg der Staatsſekretär durch ein offenes Fenſter
i und begab ſich direkt in das Schlafzimmer des Kanzlers. An
nem Bett fand dann die Beratung über eine letzte energiſche
eiſung nach Wien ſtatt. Die beiden Männer waren ſich der
efahr des Augenblicks und der Koſtbarkeit jeder Minute wohl
wußt. Während zur gleichen Stunde in Paris im Elyſée=
Pa=
ſt für den Krieg entſchieden wurde, gingen der deutſche
Reichs=
nzler und der Staatsſekretär in ihrer Friedensliebe ſo weit,
r öſterreichiſch=ungariſchen Regierung mit der Aufkündigung
s Bundesvehältniſſes zu drohen:
„Wir ſind zwar bereit, unſere Bündnispflicht zu erfüllen,
müſſen es aber ablehnen, uns von Wien leichtfertig und ohne
Beachtung unſerer Ratſchläge in einen Weltbrand hineinziehen
zu laſſen.”
Dies war die Sprache einer Regierung, die den Frieden
llte, ſelbſt um den Preis ener diplomatiſchen Niederlage.
ährend das vorſtehend Telegramm von Berlin nach Wien
ig, war von Paris nach Petersburg das Telegramm
unter=
gs, das für den ruſſiſchen Kriegswillen den letzten Ausſchlag
ſeben hat.
Gedenke, daß du ein Ahnherr biſt.
Von
arl Hopp, M. d. R., Präſident des Reichs=Landbundes.
„Es beſchwören euch eure noch ungeborenen Nachkommen!“
„Ihr rühmt euch eurer Vorfahren, rufen ſie euch zu, und
ießt mit Stolz euch an eine edle Reihe. Sorget, daß bei euch
Kette nicht abreißt, machet, daß auch wir uns eurer rühmen
nen, und durch euch, als untadeliges Mitglied, uns
anſchlie=
an dieſelbe glorreiche Reihe. Verſchuldet nicht, daß wir uns
Abkunft von euch, als einer niederen, barbariſchen, laviſchen
men müſſen; daß wir unſere Abſtammung verbergen oder
en fremden Namen und eine fremde Abkunft erlügen müſſen,
nicht ſogleich, ohne weitere Prüfung, weggeworfen und
zer=
en zu werden. Wie das mächtige Geſchlecht, das von euch
gehen wird, wird euer Andenken ausfallen in der Geſchichte:
ehrenvoll, wenn dieſes ehrenvoll für euch zeugt; aber
ſo=
gar über Gebühr ſchmählich, wenn der Sieger eure
Ge=
ſchichte macht!“
Alſo ſprach Fichte vor mehr denn hundert Jahren durch die
gend zur deutſchen Nation! Und war es nicht, wie wenn
ide dieſes erhabene Wort unſer Volk beſeelte, als es vor nun
Jahren in den Kampf zog, der mindeſtens über ein
Jahr=
dert und ſeine Generationen entſcheiden ſoll, und der heute
nicht abgeſchloſſen iſt? Und heute ſcheint es uns, als würde
Sieger unſere Geſchichte machen, und wie bitter iſt es, zu
en, daß nur ſehr wenige Deutſche daran denken, wie ſchmäh=
I7 dann unſer Andenken in der Geſchichte ausfallen wird. Und
wenige wiederum unter denen, die daran denken, laſſen
urch ihr Handeln beſtimmen? Und ſo iſt es ſchon ſeit Jah=
Gerade hierin liegt ein tiefer Grund dafür, daß der
Welt=
pf bisher gegen uns entſchieden hat. Ein Volk, deſſen lebende
eration nicht der kommenden, ſondern ſich ſelbſt dient,
ſchrei=
abwärts und hat kein Recht auf den Sieg! Es ſoll hier nicht
Rede von denjenigen ſein, die — meiſtens artfremd —
be=
ſt unſer Volk lehren das Andenken ſeiner Vorfahren zu
be=
jutzen und mit ſeiner Geſchichte und Herkunft zu brechen.
2h nicht von dem Teil des Volkes, der ſolch teufliſchem Geſin=
1 gsgift, gemiſcht aus Feigheit und tieriſcher Sucht nach
Zügel=
gkeit, verfallen iſt; es ſoll uns vielmehr darauf ankommen,
Urſachen zu erkennen und die Kräfte in unſerem Volke zu
en, die ſich ihren geſunden heldiſchen Sinn und damit das
3)t auf Führung bewahrt haben. Sie müſſen das Beiſpiel
en, denn ohne Führerbeiſpiele kann man die Maſſenmenſchen
1t zu Helden machen.
Wo nun finden ſich die Kräfte, denen die Weltanſchauung
tes, wie ſie aus unſerem Eingangswort hervorleuchtet, noch
ie eine Selbſtverſtändlichkeit und der Urſprung ihres Den=
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. Auguſt 1924.
kens und Handelns iſt? Oder beſſer, wo können dieſe Kräſte
gedeihen, wo iſt gewiſſermaßen noch ein natürlicher Boden für das
Gefuhl des Stolzes für eine Reihe von Vorfahren und der
Sorge, daß dieſe Kette nicht abriſſe? Unwillkürlich denkt man
dabei zunächſt an den Adel und das alteingeſeſſene
traditions=
pflegende Bürgertum. Es bleibt uns aber die Erkenntnis nicht
erſpart, daß auch hier die meiſten Kräfte verſagt haben, falſch
dagegen iſt es, zu ſagen, ſie hätten alle verſagt. Dieſe Anſicht
entſpringt vielmehr der Tatſache, daß einmal die allgemeine
Ten=
denz ſolche Führung zugunſten des Gleichheitsprinzips ablehnte
und damit auch berufene Führer zurückſtieß, zum anderen, daß
unwillkürlich doch mehr oder weniger gerade eine derartige
Füh=
rerſchaft unbewußt erwartet wurde und darum ihr. Nichtkommen
ganz beſonders als „Verſagen” auffiel. Heute müßten wir von
vorne anfangen und, wie geſagt, nach dem Boden ſuchen, auf
dem Fichteſcher Geiſt gedeihen kann, und dieſer Boden iſt in
erſter Linie das Landvolk.
Als unſere Städte noch keinen Aſphalt hatten, und es
in=
folgedeſſen auch noch keine „Aſphaltgeborenen” gab, als alte
Handwerks= und Kaufmannsfamilien noch ihre Häuſer
vererb=
ten, als die ſtraffe Zucht der Innungen für Anſtand, Ehre,
Va=
terlands= und Traditionsgefühl in Gewerbe und Handwerk
ſorgte, da lebte die Weltanſchauung, die Fichte, der Volksſohn
auf dem Gelehrtenſtuhl, uns lehrte, auch im Bürgertum der
Stadte. Heute kennen nur wenige Städter noch ihr
Geburts=
haus, geſchweige denn das ihrer Vorfahren. Kein Wunder, wenn
ſo ungeheuer viele traditionslos geworden ſind und auch das
Gefühl daſür verloren haben, daß ſie ſelbſt Ahnherrn ſind.
Die=
ſes Gefühl allein aber gibt dem Menſchen den Sinn der
Ver=
antwortung für die Zukunft ſeines Geſchlechts und Volkes.
Auch auf dem Lande iſt es in dieſer Hinſicht ſchlechter
ge=
worden, weil das Ueberwuchern der Städte eine ſtaatliche
Ver=
nachläſſigung der Landvolksbelange verurſacht hat, und deshalb
ſtehen wir gegenwärtig vor der Gefahr, daß auch der
alteinge=
ſeſſene Beſitz, ſei er bäuerlich, mittel oder groß, vernichtet wird
und in andere Hände übergeht, und zwar nicht in die Hände,
denen er ein Wert iſt, den man pflegen und hüten muß, ſondern
der ihnen zur Spekulation dient. Das Erbgut der Väter aber
iſt es, das den Faden im Menſchen knüpft zu ſeinen Voreltern
und ſeinen Blick auf die ruhmreiche Vergangenheit des
Volks=
tums lenkt, auf die er ſtolz iſt, die er nicht preisgibt, ſondern die
er eher noch übertreffen möchte, auf daß auch ſeine Generation
ehrenvoll in der Geſchichte daſtehe. Hierin aber liegt der tiefſte
Sinn des Kulturgedankens, der ein Volk aufwärts führen kann,
ohne ihn iſt keine Kultur, ſondern vergänglicher Scheinglanz.
Wird er getötet oder wird ihm der Lebensboden entzogen, ſo
tötet man das Volk.
Das zu bedenken iſt eine Aufgabe, die wir heute beim
Rück=
blick auf das wehrhafte und kampfesfrohe Deutſchland von 1914
nicht vergeſſen dürfen. Solch ein Rückblick, ſolch ein Stillehalten
darf kein trübſeliges Nachtrauern der Vergangenheit ſein,
ſon=
dern es muß ein Beſinnen ſein, daß unſere innerlichen
Stim=
mungen anklingen und uns die Wahrheiten ſuchen läßt, mit
denen uns unſere Vorfahren das Deutſche Reich ſchufen, und die
deshalb für ſich ſelbſt und ihre Echtheit ſprechen. Darum:
Gedenke, daß du ein Ahnherr biſt!
Franzöſiſcher Kolonial=Militarismus.
Von
Gouverneur a. D. Dr. Seitz.
Zehn Jahre ſind verfloſſen, ſeit der große Krieg begann,
der angeblich den idealen und humanen Zweck hatte, dem
deut=
ſchen Imperialismus und Militarismus, mit anderen Worten
der deutſchen Eroberungsſucht ein Ziel zu ſetzen. Dabei
muß=
ten natürlich auch die deutſchen Kolonien herhalten, die aus
dem, was ſie waren — Stützpunkte unſerer Wirtſchaft und
unſe=
res Handels — zu militäriſchen Stützpunkten umgeſtempelt
wur=
den, zu Ausgangspunkten für die Aufrichtung einer deutſchen
Weltherrſchaft. Wir aber wiſſen, wie das Inſtrument beſchaffen
war, mit dem Deutſchland nach Angabe ſeiner Feinde von ſeinen
Kolonien aus die Welt erobern wollte.
Betrachten wir demgegenüber einmal die Kolonialarmee
un=
ſeres Hauptgegners, der Franzoſen. Der Bericht den vor
kur=
zem die Armee=Kommiſſion der franzöſiſchen Kammer am
18. März d. J. über die Verluſte im Weltkriege erſtattet hat, gibt
darüber intereſſante Aufklärungen. Frankreich hatte bei
Aus=
bruch des Krieges in ſeinem Kolonialreich, deſſen Bevölkerung
der Bericht für die Gegenwart auf 55 Millionen Menſchen
(Nordafrika eingerechnet) ſchätzt, eine reguläre Armee von
105 000 Eingeborenen. Europäer und Polizei ſind dabei nicht
eingerechnet. Demgegenüber betrug in den deutſchen Kolonien,
mit einer Bevölkerung von 11 Millionen, die Geſamtzahl der im
Dienſte der Schutztruppen und der Polizei verwendeten
Farbi=
gen 8700 Mann. Schon der Vergleich dieſer Ziffern 8700 gegen
105 000 zeigt, daß Frankreich, dem angeblich jede
Eroberungs=
ſucht fern liegt, die militäriſchen Hilfsmitteln ſeiner Kolonien
ſchon vor dem Kriege in viel höherem Maße ausgenützt hat, als
das eroberungsſüchtige Deutſchland, und zwar, wenigſtens be=
in weſentlichen Zügen für eine Behauptung gegenüber den
Iten Erforderniſſen der Weltpolitik widerſtands= und verſtänd=
1 os gewordene deutſche Nationalcharakter durch die vernichten=
Wirkungen des Kriegsausganges für die Löſung der
Zu=
ftsaufgaben immer untüchtiger wird, wenn nicht eine Schicht
enigen Fähigkeiten in hervorragendem Maße züchtet, deren
angeſichts unſerer politiſchen Lage und unſerer Veranlagung
ürfen, und ihrem Volke den Führer ſchenkt, der uns noch
ein=
den Weg zur Freiheit, Selbſtändigkeit und Erfüllung unſerer
tgeſchichtlichen Aufgaben führt.
Hierzu iſt erſte Vorbedingung die klare Erkenntnis der Kräfte,
in der Geſchichte wirken und die Vorausſetzungen für den
ſtieg eines Volkes geben, aber auch der Strömungen, die
n ſolchen Aufſtieg verhindern und den Keim der ſtaatlichen
nichtung in ſich tragen.
Die Taten unſerer Wehrmacht im Kriege und das Opfer
erer Toten tragen den Stempel eines Geiſtes, der in der
Ver=
genheit und den Tiefen unſeres Volkstums wurzelt, und
nbaren Kräfte, deren wir in der Zukunft bedürfen werden
nie zuvor. Das Werk ehrfürchtiger Dankbarkeit ſei das
chhalten ihrer Erinnerung und das Feſthalten an dem
Glau=
an die Zukunft Deutſchlands, für das jene ſtarben! —
Während den Grenzen in Oſt und Weſt unaufhörlich die
ippen ransporte zueilten, erhielt der Oberbefehlshaber der
ſeeſtreitkräfte, Großadmiral Prinz Heinrich von Preußen, am
luguſt 1914 früh den Befehl des Admiralſtabes, daß die
Feind=
zkeiten gegen Rußland zu eröffnen ſeien, da ruſſiſche Truppen
deutſche Grenze überſchritten hatten. Am Abend des gleichen
les legt der Kleine Kreuzer „Augsburg” vor dem Kriegshafen
au Minen und beſchießt ihn, zuſammen mit dem Kleinen
uzer „Magdeburg”.
Am 4. Auguſt, unmittelbar nach dem Bekanntwerden des
egszuſtandes mit England, gab die deutſche Flottenleitung
ktelegraphiſchen Befehl zum Auslaufen des Hilfsſtreuminen=
Ibfers „Königin Luiſe‟. Am gleichen Tage ſprachen deutſche
iſfsgeſchütze der „Goeben” und „Breslau” vor Bone und
Lippeville, um die von dort ausgehenden Truppentransporte
G Zerſtörung der Landungsanlagen zu unterbinden, und
Zen anſchließend nach Meſſina, um Kohlen aufzufüllen. Vor
Reede lag ein ſtarkes engliſch=franzöſiſches Geſchwader, um
beiden Kreuzer nach dem Auslaufen zu vernichten. Der eng=
Admiral hatte ſchon ſeit Wochen Befehl erhalten, die
deut=
n Schiffe zu „beſchatten” ihnen wie ein Schatten zu folgen.
Indch gelang den Kzeuzern die algeriſche Beſchießung und am
2as Einlaufen in die Dardanellen, damit die Löſung einer
in Aufgabe erſten Ranges, indem ſie in einer ungeklärten
ierigen Lage das treibende und führende Element bil=
15 Träger und Bahnbrecher der Politik haben ſie eine
itliche Entſcheidung herbeigeführt, dabei aber auch
ge=
aß die richtige Einleitung und glückliche Durchführung
einer großen Aufgabe nur möglich iſt, wenn ſich gründliches
Ver=
ſtändnis für den feſten Zuſammenhang von Politik und Seemacht
mit entſchloſſenem Unternehmungsgeiſt paart, der Verantwortung
und Einſatz nicht ſcheut. Am 11. Auguſt wurden beide Schiffe
durch die türkiſche Regierung gekauft, am 12. übten ſie bereits
unter türkiſcher Flagge Polizeidienſte in den Meerengen aus,
durchſuchten britiſche Schiffe und hielten ſie zurück, was bei der
ſeebeherrſchenden britiſchen Macht Erſtaunen und Empörung
wachrief, aber das türkiſche Selbſtbewußtſein in erwünſchter
Weiſe ſteigerte.
Die Unternehmung des Hilfsſtreuminendampfers „Königin
Luiſe” gegen die Themſemündung verdient beſondere
Erwäh=
nung als die erſte Waffentat, die Deutſche und Engländer im
Kampfe ein ander gegenüberſtellte, und iſt in ihrer Bedeutung von
der heldenmütigen Beſatzung voll empfunden worden. Unter
Führung des Korvettenkapitäns Biermann verließ der nur mit
zwei 3,7=em=Revolverkanonen und einigen Gewehren bewaffnete
Dampfer mit 200 Minen am 4. Auguſt abends die Ems und
nahm Kurs, auf die Themſemündung. Am 5. Auguſt mittags
wurde der geſchützte Kreuzer „Amphion” mit 16 Zerſtörern
ge=
ſichtet. Das ſofort begonnene Minenwerfen ging ohne Störung
von ſtatten, dann aber griffen die Zerſtörer an. „Königin Luiſe‟
nahm mit ihrer weit unterlegenen Bewaffnung und
Geſchwindig=
keit das Gefecht an. Nach über einſtündigem ungleichen Kampf
war das Schiff kampfunfähig, die Munition verſchoſſen, der
größte Teil der Beſatzung gefallen oder verwundet. Das Schiff
ſank mit wehender Flagge, 4 Offiziere und 73 Mann fanden den
Heldentod, 20 wurden verwundet. Der Kreuzer „Amphion” lief
am folgenden Morgen bei der Rückkehr von einem Vorſtoß in die
deutſche Bucht auf die gelegten Minen und ſank mit einem
Ver=
luſt von etwa 150 Mann, darunter auch leider 18 der Geretteten
der „Königin Luiſe‟.
So zeigten die erſten Ereigniſſe des Seekrieges, daß auch bei
der Marine der Geiſt lebendig war, der Deutſchland in dem nun
folgenden Kampf um ſeine ſtaatliche Exiſtenz und Freiheit zu den
Anſtrengungen befähigte, die auch die Gegner zwangen, ihr
Letz=
tes einzuſetzen und das Ringen zu einer weltgeſchichtlichen
Aus=
einanderſetzung von unerhörter Größe und nie geſehener
Furcht=
barkeit werden ließ.
* Wieder jung werden.
Von Reinhold Braun.
Es gibt ein Welken, das ganz leiſe und ohne beſondere
äußere Zeichen vor ſich geht, daß man es ſelber kaum merkt,
be=
fonders dann nicht, wenn das Leben im ununterbrochenen Trott
dahingeht.
Aber plötzlich, eines Tages, erſchrickt man tief in ſich, wie alt
man geworden iſt und daß die Gärten der Seele von einem
Seite 9.
züglich Nord= und Weſtafrikas, in der ausgeſprochenen Abſicht,
dieſe Truppen gegebenenfalls auch in Europa zu verwenden.
In welchem Maße das tatſächlich geſchehen iſt, zeigen
fol=
gende Zahlen: in den geſamten franzöſiſchen Kolonien wurden
während des Krieges zur Verwendung gegen Deutſchland
aus=
gehoben 569 000 Mann, darunter 181000 Mann Senegaleſen,
173 000 Algerier, 80 000 Tuneſier, 48 000 Indochineſen, 41000
Malagaſſen und 40 000 Marokkaner. Aber damit nicht genug.
Neben den Kombattanten wurden noch 220 000 eingeborene
Ar=
beiter während des Krieges ausgehoben, die ebenſoviele Kräfte
in Frankreich für den Frontdienſt freimachten. Alſo nahezu
800 000 waffen= und arbeitsfähige Männer haben die
franzö=
ſiſchen Kolonien für den Weltkrieg geſtellt, eine Zahl, die ſelbſt
bei den gewaltigen Ziffern, mit denen man im Weltkriege
rech=
nen muß, erheblich ins Gewicht fällt. Und wie dieſe Truppen
ausgenutzt wurden, beweiſt die Tatſache, daß allein von den rund
140000 rein ſchwarzer Truppen, die in Europa verwendet
wur=
den, über 70000 Mann auf den Schlachtfeldern und in den
La=
zaretten geſtorben ſind.
Frankreich hat ſeine Kolonien nicht abgerüſtet, ſondern
be=
nützt die Erfahrungen, die es im Weltkriege gemacht hat, um ſich
eine Kolonialarmee zu ſchaffen, die ihm für die Zukunft das
un=
bedingte politiſche und militäriſche Uebergewicht in Europa ſichert.
Die franzöſiſche Politik geht, wie ſchon in den Zeiten Richelieus
und Colberts, im Gegenſatz zu der engliſchen, bewußt darauf
aus, die Eingeborenen, wenigſtens äußerlich, zu Franzoſen zu
machen und grundſätzlich zum franzöſiſchen Heeresdienſt in der
gleichen Weiſe heranzuziehen, wie die weißen Franzoſen. Mit
Stolz ſprechen heute ſchon franzöſiſche Generäle davon, die
Franzoſen ſeien nicht ein Volk von 38, ſondern von 100
Millio=
nen Menſchen. Die franzöſiſche Kammer hat dieſe Fragen ſehr
eingehend behandelt. Da wird erzählt, wie ſchon Richelieu die
königlichen Galeeren mit ſchwarzen Ruderern bemannte, wie der
Marſchall von Sachſen ſich eine ſchwarze Leibgarde, auf lauter
Schimmeln beritten, errichtete, wie die Zuaven von Sebaſtopol,
die Turkos bei Weißenburg kämpften, um endlich zu zeigen, wie
Blaiſe Diagne, das von den ſenegaleſiſchen Städten. Dakar.
Goeree, St. Louis und Rufisque gewählte ſchwarze Mitglied des
franzöſiſchen Parlaments als Kommiſſar der franzöſiſchen
Re=
publik, umgeben von einem Stab weißer und ſchwarzer Offiziere,
in den Jahren 1917 und 1918 in wenigen Monaten das eine Mal
65000, das andere Mal 72000 ſchwarze Rekruten aushob. Wie
ſchön ſagt der franzöſiſche Kammerbericht: „Dieſe Kraftäußerung
iſt die ſchönſte Belohnung unſeres koloniſatoriſchen Genies und
unſerer Methoden der Pazifikation und Ziviliſation”.
Aber man blieb dabei nicht ſtehen. Zur Verſchmelzung der
Franzoſen mit den Negern zur Raſſe der Zukunft, wie ſie Herr
Diagne in einer großen Rede in Paris proklamierte, wurden
nach dem Kriege 200 Negerinnen aus Weſtindien als die
Müt=
ter der Zukunftsfranzoſen nach Frankreich importiert, wurden
3 Senegaleſenregimenter nach Frankreich in Garniſon gelegt,
wurden die gemiſchten Bataillone geſchaffen, in denen Seite an
Seite Franzoſen und Neger ſtehen, wurde den Eingeborenen,
beſonders den Senegaleſen das Aufrücken zum Offizier auch in
weißen Regimentern ermöglicht. So wird ſyſtematiſch daran
ge=
arbeitet, die Grundlagen für die geſetzliche Einführung der
allgemei=
nen Dienſtpflicht in ſämtlichen franzöſiſchen Kolonien zu ſchaffen.
Für die franzöſiſche Kammer iſt der gegenwärtige Zuſtand
nur ein Uebergangsſtadium, ſie hat die Durchführung einer
Or=
ganiſation im Auge, die Frankreich in abſehbarer Zeit eine
Ko=
lonialarmee von über 3 Millionen ausgebildeter Soldaten, im
Alter von 18 bis 45 Jahren, liefern wird. Sie fürchtet auch
nicht die Gefahren, die eine ſolche Armee von Algeriern,
Tune=
ſiern, Marokkanern, Senegaleſen uſw. für Frankreich ſelbſt eines
Tages bringen könnte. Das Schickſal Karthagos ſchreckt, die
Franzoſen nicht, denn die Karthager hatten nur Söldnerbanden,
keine nationale Armee, in die, wie in die franzöſiſche Armee, die
fremden Elemente feſt eingegliedert waren. Mag ſein. Eines
aber ſteht feſt, eine derartige große, aus kriegeriſchen Stämmen
zuſammengeſetzte Armee muß beſchäftigt werden. Mit
Gama=
ſchen= und Paradedienſt ſind die Eingeborenen auf die Dauer
nicht zufriedenzuſtellen. Sie wollen wiſſen, warum ſie Soldat
ſind. Und ſo viel Aufſtände gibt es ſelbſt in den franzöſiſchen
Kolonien nicht zu bekämpfen, um dieſe Truppenmaſſe genügend
zu beſchäftigen. Die Kolonialarmee, in ihrer jetzigen Stärke, iſt
mit ein Faktor, der Frankreich immer zu neuen Gewaltſtreichen
in Europa treiben muß. Dieſe Neuorganiſation der franzöſiſchen
Kolonialarmee iſt der deutlichſte Ausdruck des dem franzöſiſchen
Volke innewohnenden Militarismus. Nur dem Militarismus
dienen die franzöſiſchen Kolonien, und mit Recht ſagt ein
Eng=
länder in der engliſchen Zeitſchrift „Truth”: „Soldaten ſind das
Hauptprodukt der franzöſiſchen Kolonien, zuerſt und zuletzt:
Soldaten”
Unbegreiflich aber bleibt es, wie angeſichts der Entwicklung
des franzöſiſchen Heerweſens ſeit dem großen Kriege immer noch
gutgläubige Deutſche behaupten können: der franzöſiſche
Mili=
tarismus wird ſich von ſelbſt totlaufen. Bis jetzt iſt er nur
immer lebendiger geworden, und ob Herr Herriot und ſeine
Genoſſen imſtande ſind, dieſem Militarismus, der bisher in
Frankreich das Bleibende im Wechſel der Erſcheinungen war,
Halt zu bieten, wird man vorläufig mit Recht bezweifeln müſſen.
großen Welken befallen ſind. Man hat ſich ſo lange nicht ſelber
beſucht, oder wenn man es tat, dann war es irgendeine durch
äußere Dinge „gehobene Stimmung”, daß man über ſich ſelber
gleichſam wegſah und nur von einem fernen, außer uns liegenden
Blitzen und Blinken gefangen genommen war.
Da kam die Stunde, wo man einmal ſich wirklich wieder ſelber
gehörte, und da kam das Erſchrecken mit.
Oder man hörte ein Lied aus jungen Seelen, und man
ver=
ſtand die Innigkeit des Liedes nicht mehr, man fand kein
Ver=
hältnis zu ſeinem friſchen Rhythmus.
Da tauchte plötzlich eine Erinnerung auf; damals ſangft du
ja auch das Lied und ſangſt es in Begeiſterung und Freude. Du
warſt doch damals auch ſchon ziemlich „geſetzt”. Aber es war
noch ein Frühling in dir, der mit tauſend Blüten aufbrach beim
Singen des Liedes.
Und heute?
Ach, wie alt bin ich doch geworden!
„Ja, ja die böſen Zeiten!” wirſt du ſagen.
Und mit Recht! Denn ſie ſind auch zu einem Teile ſchuld
daran. Aber die größere Schuld liegt doch bei dir ſelber!
Du haſt dich einfach welken laſſen! Du wurdeſt in dir kraft=
und ſaftlos! Du ließeſt es alles ſo gehen! Du ſtemmteſt wohl
dann und wann ein wenig dagegen. Aber unr für Sekunden,
höchſtens Minuten. Und dann wurdeſt du wieder getrieben.
Die größere Schuld liegt bei uns allen. Wir alle ſind zu welk
geworden an der harten Zeit. Es bleibt dabei: Vieles iſt zu
entſchuldigen; aber ſehr vieles nicht!
Wir verſäumten unſere Pflicht: jung zu bleiben!
Das iſt auch ein Stück echten Deutſch= und Menſchentums
Wir haben die Kunſt verlernt, uns den Tagesgiften
gegen=
über unantaſtbar zu machen.
Wir ſahen auch in aller Haſt und Trübſeligkeit die Dinge
nicht mehr, an denen wir jung bleiben konnten!
Nun aber iſt es die höchſte Zeit, als oberſte Pflicht neben
die der Liebe die des Jungwerdens zu ſtellen. Sie gehört auch
zur Forderung unſeres Tages! Verſäumen wir ſie, verſäumen
wir eine helle Zukunft!
Denn nur an unſerer inneren Jugendlichkeit, unſerer
Spann=
kraft, unſerem Mute, unſerer Begeiſterung und unſerem Glauben
ann ſie kommen!
Jung werden! Das iſt alles. Denn dann haben wir uns
elbſt in der Gewalt und damit das Beſte! Nur aus unſerer
zuſammengeriſſenheit in jeder Form blüht die Tat! Und wir
jaben doch ſo große, einzig große Schätze, aus denen wir wieder
ung werden können, aus denen unſere Seele Kraft und Sonne.
Schönheit und Göttlichkeit trinkt, daß wir in uns eine
Frühlings=
nächtigkeit fühlen, die alle Feſſeln ſprengt und alles überwindet.
werden!
Verantwortlich: Max Streeſe.
[ ← ][ ][ → ] Sensations-Drama in 6 Akten
Araberaufstände — Steppenbrände — Wilde
Tiere — Haß und Rache — Eitersucht und
Liebe — Sitten und Gebräuche der
Wüsten-
bevölkerung — Allerhand kulturhistorische
Momente, wie die Brautwerbung, der
Blut=
trank, ein Reitertest, werden wirksam
geschildert.
In den Hauptrollen:
Alfred Gräening, Herm. Vallentin, Fritz Greiner
Helene v. Mattyasovsky, Dary Holm, Ellen Kürti
Fatty im Damenbad
3 humorvolle Akte.
(Mnttdtsgo
(Spezial-Ausschank)
Grafen- und Waldstrasse-Ecke
Samstag den 2. August —6Uhr
M. Baumann
Rheinstr. 2
Rheinstr. 2
1. Der alte Fritz (Marsch)
5. Der Korsar (Ouvertü
v. Blou
2. Der Barbier von Bagdad
6. Wotans Abschied un
(Ourertüre)
Gorneling
zauber a. d. Oper Wall
3. a) Caprice Moskowsky
b) Spanischer Tanz
Sarasate 7. Rhapsodie Ur. 4
4. Hoffmanns Erzählungen
8. Das Rheingold
(Fantasie)
Otfenbach
(Große Fantasie)
Sonntags von 11—1 Uhr: Früh-Konzert
wirtſck
meiſter
nehmit
Ernſt
Bedin
„Selb
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Quad=
meind
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über
ſtaltur
Zeit
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Freier
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Bewu
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man
Welt
Ange
allen
mit
gonn
die
Sam
wärt
Buw
vere
teile
Her
lun
men
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Fr itag den 1. Auguſt 1924.
Nummer 21
Telephon Nr. 2505
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Telephon Nr. 2 505
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Freitag, den 1. August 1924
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Kameradſchaftlicher Kriegervereint
Oarmſtadt
Gegründet 1874
Gegründet 1814
Samstag, den 2. Aug. 1924, abends 7½ Uhr
30jähr. Süäftungsfeſt
im Konkordiaſaal
Konzert * Theater 4 Tanz
Hierzu werden, ſämtliche Kameraden des Vereins, der
Verbandsvereine und der Regimentsvereine mit ihren An”
gehörigen ſowie Freunde und Gönner des Vereins
freund=
z21840
lichſt eingeladen.
Der Porſiand.
Iaatonnnndnnnr
ſind die Beſten.
Fabrikanten
ernhard Me
Söhne,
Croß-Zimmern, 7
Seite 11.
Nummer 212.
Darmſtädter Dagblatt, Freitag, den 1. Auguſt 1924.
Sport, Spiel und Zurnen.
Fußball.
Leichtathletik.
Sportvrein 98 Darmſtadt.
Hipp=hipp=hurra! Die fußballoſe Zeit iſt wieder — um. Dieſer
Zeit=
inkt wurde von Tauſenden herbeigeſehnt, die ſehr wohl wiſſen, wie
Ues Jahr Sonntag für Sonntag, die Uebungsſpiele und Abende in
* Woche gar nicht mitgerechnet, Sport, und mitunter harter, bedeutet
re Leiſtung und Anſtrengung, die einesteils nicht hoch genug gewertet
rden kann, andernteils aber auch mal der Ruhe und des Ausſpannens
darf. Uebung mach den Meiſter; doch was zu viel iſt, iſt zu viel. Na,
ſe unfreiwillige, aber ach ſo notwendige Nuhepauſe iſt nun vorüber.
e langweiligen, eintönigen Sonntagnachmittage gibt es nicht mehr.
ir ſind wieder am Anfang eines neuen Spieljahres; was wird es
ngen?. Wird es ſo erfolgreich wie das vergangene, oder werden wir
ar unſer Hoffen und Wünſchen erfüllt ſehen?. Die reſtloſe Hingabe
Aktiven, die aufopfernde Arbeit der Verwaltung des Vereins
wur=
belohnt durch die Kreismeiſterſchaft. Noch iſt das Ziel nicht ganz
er=
cht, das alte Spieljahr hat es uns nicht mehr beſchert; die
Bezirks=
z will im neuen errungen werden. Glück auf denn zu dem geſteckten
Wie an dieſer Stelle ſchon kurz erwähnt, rücken im Rheinbezirk
i Vereine auf in die Bezirksliga. Da vier Kreismeiſter vorhanden
), ſind Ausſcheidungsſpiele, Vor= und Rückſpiel dieſer vier nötig, um
beiden beſten zu ermitteln. „Im alten Spieljahr hat der
Sport=
ein 98 bereits zwei dieſer Spiele mit wechſelndem Erfolg hinter ſich
racht, er verlor und gewann je ein Spiel gegen V. f. L.Neckarau.
nmenden Sonntag nun finden dieſe Aufſtiegsſpiele ihre Fortſetzung.
ortverein empfängt auf dem Stadion den F. C. Germania 04=
Lud=
shafen. Seit langen Jahren vor dem Kriege in freundſchaftlichem
kehr zueinander ſtehend, werden ſich die beiden Gegner einen
hart=
igen, erbitterten Kampf liefern. Wir wollen aber hoffen, daß ſich andere 35 Sek. Er hats ſchon anders gekonnt.
Spiel in den Grenzen des Erlaubten bewegt, wenn es ſich auch um
große Sache handelt.
Die Deutſche Fußballmeiſterſchaft wird revidiert.
Wenn man ein wenig zurückdenkt wird man ſich einer ähnlichen
iſion erinnern, die namentlich in Süddeutſchland laut in die Welt
npetet wurde. Es war, als der Hamburger Sportverein als friſcher nach ihrer Vorkampfleiſtung (auch der einzelnen Leute)) einen anderen
ſcher Meiſter ſich mit der Spielvereinigung Fürth maß und knapp
rlag. Heute iſt es umgekehrt, der H.S.V. erwartet am 3. Auguſt
Revanchekampf gegen den jetzigen deutſchen Meiſter, 1. F.C. Nürn= ſtrafte ſie noch dazu.
Wer wird ſiegen?.
Der Hamburger Sport=Verein hat eine Mannſchaftsaufſtellung,
überlegen ſein dürfte.
Das beſte an der Mannſchaft iſt wieder der
arm. Fick, Schneider und Kolzen, waren in Berlin ſchwache
kte und ſind abgebgut. Die Mannſchaft ſteht jetzt wie folgt:
Martens
Beher. Niſſe
Voß; Halvorſen Krohn
Breuel Lang Harder Ziegenſpeck Nave.
entpuppte ſich in letzter Zeit als ein H. S.V.=Methoden=Stürmer
großen Formats; vorläufig wird er als Läufer nicht mehr ſpielen,
enſpeck iſt dem alten Kalle Schneider unbedingt
vorzuziehen=
da der H.S.V. wieder mit dem raumgreifenden Flügelſpiel arbeitet. A
Hamburg ſieht man dem Spiel mit großen Hoffnungen entgegen,
aſſen haben. — Vor dem Spiel harren der Zuſchauer allerhand
rraſchungen: Leichtathletik, Staffelläufe uſw.
Adols Jäger ſchlug mit ſeinen Junioren Eimsbüttel 4: 1. —
orick =Hamburg ſiegte in Bielefeld gegen „Arminig” 3:1.
n.
Rückblick auf die Jugendwettkämpfe.
damit daß er ſeine großzügige Ausſchreibung an alle deutſchen Vereine Sonntag ſeiner Beſtimmung übergeben werden kann. Er hat eine
t dieſe nür zu kurz bemeſſene Nuhebauſe unſeren Aktiven tut. Ein ſchickte. Damit kam eine Veranſtaltung zuſtande, die erſt nachgemacht anſehnliche Breite und Länge, dürſte daher allen Anforderungen
ge=
werden muß.
Wer noch fehlte? Zum Beiſpiel irgend ein Verein aus
Nord=
deutſchland, die Kölner Jungens hätten wir gerne geſehen und die
Mag=
ſind alle Gebietsteile vertreten.
Studentenheim beſtens geſorgt.
Am meiſten bewundert wurden die Plätze am Böllenfalltor und das
Stadion. Auch die Stadt ſelbſt ſchnitt bei manchem Vergleich recht
Der Beluch der Wettkämpfe von Seiten der Jugend war flau!
Trotz freiem Eintritt und Programm.) Die Erwachſenen waren in der ſchwimmen für Turnerjugend: 100 Meter; 5. Seitenſchwimmen für
Ueberzahl.
Das Wetter war mehr als mäßig für Teilnehmer und Platz.
Die Bahn gut. Der Hochſprung faſt unbenutzbar durch Waſſer.
Die Abwicklung der zwanzig Hauptkämpfe war in zwei
Stun=
den geſchehen, ſodaß jeder, der etwas ſehen wollte, keinen Augenblick 11. Seitenſchwimmen für Turnerinnen: 100 Meter; 12. Rückenſchwimmen
gelangweilt war. Es gab ſo viel zu ſehen, und ſo raſch aufeinander,
daß man
Zwiſchenläufe und Entſcheidungen verwechſelte!
Wobleiben die Darmſtädter Athleten? Hujer konnte
im Dreikampf hinter Allwohn A. S. C. nur zweiter werden, da Hupe
nur 11,18 Kugel ſtieß, Allwohn 12,56 Meter. Hujer nur 5,70 Meter ſchwimmens Siegerverkündigung.
Weitſprung Allwzohn 5,99 Meter, er 2.2 Sek. für 200 Meter lief, der
Die größte Ueberraſchung war, daß Deginder den
Hochſprung gewann und Pabſt die 100 Meter verlor. Das kann er aber
jederzeit wieder korrigieren. Die Niederlage über 100 Meter wird
auch nicht wett gemacht durch einen Weitſprung mit 6 Meter 7
Zenti=
meter, wobei er noch 40 Zentimeter verſchenkte.
Die Darmſtädter 4mal 100=Meter=Staffel hätte
Platz haben können, wenn nicht jeder ſich in Einzelkämpfen verbraucht
hätte. Daß die Umſtellung im Endlauf, noch ein paar Meter koſtete,
Küch der ausſichtsreichſte Bewerber für die 100 und
20 Meter. Jahrgang 04,05 dürſte als Jungmann nicht mehr ſtarten,
da er neulich bei den Verbandsmeiſterſchaften Dritter wurde. Er hätte
derienigen von Berlin (im Kampfe um die Deutſche Meiſterſchaft) beides gewinnen können, wenn nicht am Vormittaa die Behörde, ihm
einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Dadurch fiel auch die
Mannſchaft für die Schwedenſtaffel ins Waſſer.
Der am zahlreichſten beſetzte Wettbewerb waren die 100 Meter 06/07
mit 42 Bewerbern.
Im Endkampf hatten ſich vier Läufer qualifiziert, darunter zwar
Darmſtädter Pabſt und Schneidewind.
und dann die Münchener. Ihre Leiſtungen werden ſobald von
keinem erreicht werden,
1000 Meter in 2 Minuten 43 Sek.
Die Kugel 13,30 Meter weit.
Am ſchnellſten hatte ſich der Starter mit ſeiner großen Kanone
el nud Rave als Außenſtürmer werden wohl ſtark beſchäftigt wer= Reſpekt verſchafft. Bis auf einen Blindgänger der Munition nie ein
Verſager! Die zwei Sekunden Pauſe hat er den Sprintern beigebracht.
Im Demonſtrationszug verabſchiedeten ſich die Berliner
wird der neu hergeſtellte H.SV.=Platz eine Rekordzuſchauermenge. Jugend von Darmſtadt. — Und am Zug in der Bahnhofshalle hörte man
zum letzten Male:
Hg. — Ho — He
D. S C. — Hurra, hurra, hurra!
— — Dann 14 Stunden 4. Klaſſe Bahnfahrt. Aber: Die Hauptſache,
wenn wir man jut nach Hauſe kommen, jans, ejal wie!
Schwimmen.
Gauſchwimmfeſt bes Main—Rhein=Gaues Deutſcher Turnerſchaft.
Kommenden Sonntag, 3. Auguſt, findet in Dieburg das
Gau=
ſchwimmfeſt des Main—Rhein=Gaues ſtatt, zu dem der Turnverein
Dieburg ſeit Wochen die notwendigen Verbereitungen getroffen hat. Der
Schwimmplatz, unmittelbar am ſtädt. Schloßgarten gelegen (Flußwaſſer
der Gerſprenz), hat ſeitens der Gemeindeverwaltung einen umfang=
Die Organiſation: Der Veranſtalter hatte recht behalten, reichen Ausbau erhalten und iſt ſoweit fertiggeſtellt, daß er nächſten
nügen, die an einen neuzeitlichen Schwimmplatz geſtellt werden und darf
ſomit den Schwimmplätzen umliegender größerer Gemeinden würdig zur
deburger oder Leipziger müſſen im nächſten Jahr noch dabei ſein, dann Seite geſtellt nerden. Den Auftakt zum Schwimmfeſt bildet ein am
Abend vorher im „Mainzer Hof” ſtattfindender Begrüßungsabend zu
Die auswärtigen Teilnehmer aus München und Berlin Ehren der bereits eingetroffenen Schwimmer und ſonſtigen Gäſte. Das
trafen am Samstäg in Darmſtadt ein. Samstag und Sonntag abend Wettſchwimmen ſelbſt wickelt ſich wie nachſtehend in folgenden
waren ſie beim Veranſtalter zu Gaſte. Für Wohnung war im Uebungen ab: Vormittags 9 Uhr: 1. Hauptſpringen, für Turner: 6
Sprünge, 3 Pflichtſprünge vom 1 Meter und 3 Meter hohen Brett, 2
Kürſprünge, 1 Poſtenſprung: 2. Mehrkampf für Turner: Neunkampf;
3. Mehrkampf für Turnerinnen: Fünfkampf. Nachmittags 2½ Uhr:
günſtig ab. Hat ein Darmſtädter ſchon einmal ſeinen Sportplatz gelobt? 1. Figurenliegen der Turnerinnen; 2. Vereinslagenſtaffel: 4 mal 30
Meter; 3. Bruſtſchwimmen für Turnerinnen: 100 Meter; 4. Rücken=
Turner: 100 Meter; 6. Bruſtſtaffel für Turnerinnen: 5 mal 50 Meter;
7. Bruſtſchwimmen für Turner: 100 Meter, V. D. W., 8. Bruſtſtaffel
für Turner: 10 mal 50 Meter; 9. Rückenſchwimmen für Turnerinnen:
100 Meter; 10. Bruſtſchwimmen für Turnerinnen: 100 Meter, V. D. W.;
für Turner: 100 Meter; 13. Bruſtſchwimmen für Turnerjugend: 100
Meter; 14. Bruſtſchwimmen für Turner: 100 Meter; 15.
Seitenſchwim=
men für Turnerjugend: 100 Meter; 16. Beliebige Staffel für Turner:
4 mal 100 Meter; 17. Lagenſtaffel für Turnerinnen: 4 mal 50 Meter;
18. Jugendlagenſtaffel: 4 mal 50 Meter. Nach Beendigung des Wett=
Neue deutſche Schwimmerſiege in Kopenhagen.
Der am Sonntag begonnene Dreiländerkampf im Schwimmen
Deutſchland—Schweden-Dänemark in der däniſchen
Haupt=
ſtadt wurde am Montag fortgeſetzt und ſah mit einer Ausnahme die
Deutſchen auf der ganzen Linie ſiegreich. Gropper=Augsburg war in
den beiden Rückenſchwimmen nicht zu ſchlagen. Rademacher ſicherte ſich
auch das 100=Meter=Bruſtſchwimmen, Luber und Dr. Lechnir waren in
den beiden Springkonkurrenzen eine Klaſſe für ſich. Das Waſſerballſpiel
gewann die deutſche Mannſchaft mit nicht weniger als 7:0 gegen
Däne=
mark. Die 4mal 50=Meter=Lagenſtaffel beendete die deutſche Mannſchaft
mit großer Ueberlegenheit ſiegreich. Lediglich Heinrich=Leipzig ſtieß im
100=Meter=Freiſtilſchwimmen, in den beiden Schweden Arne Borg und
Trolle auf überlegene Klaſſe. — Nachſtehend die Einzelergebniſſe: 100=
MeterRücken: 1. GropperAugsburg 1:216; 2. Pundahl=Dänemark
1:23,2. — 200=Meter Rücken: 1. Gropper 3:06,6; 2. Peterſen=Dänemark
3:142. — 100Mcter=Freiſtil: 1. Arne Borg=Schweden 1:01: 2. Trolle=
Schweden 1:05,8; 3 Heinrich=Leipzig 1:07 — 100Meter=Bruſt: 1.
Rade=
macher=Magdeburg 1:25: 2. Nielſen=Dänemark 1:25,4. — 4mal 50Meter=
Lagenſtaffel: 1. Deutſchland 2:21,8 2. Hermes=Kopenhagen 2:40 9.
Turmſpringen: 1. Luber=Berlin; Kunſtſpringen: 1. Dr. Lechnir=Deſſau.
— Waſſerball: Deutſchland-Dänemark 7:0.
Radfahren.
41. Bundestag und Sportwoche des Bundes Deutſcher Radfahrer.
Ehrenpreis des Reichspräſidenten.
Der Reichspräſident hat ſein Intereſſe für das große Bundesfeſt,
das vom 31. Juli bis 10. Auguſt 1924 in Frankfurts Mauern
ſtatt=
findet, dadurch bekundet, daß er einen Ehrenpreis geſtiftet hat.
Gleich=
zeitig läßt er den zur Austragung der Meiſterſchaften des Bundes
ver=
ſammelten Radfahrer ſeine beſten Grüße und Wünſche für einen guten
ſportlichen Verlauf der Veranſtaltung übermitteln.
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lun
Seite 12.
Reich und Ausland.
Beilegung des Heidelberger Kommunalkonfliktes.
Heidelberg. Der Bürgerausſchuß befaßte ſich geſtern nochmals
mit dem ſtädtiſchen Voranſchlag für 1924—25, der bekanntlich mit den aus. Die Löſcharbeiten hatten wenig Erfolg. Sämtliche Betriebs=
Stimmen der Deutſch=Nationalen, Liberalen, des Zentrums und der
Kommuniſten abgelehnt worden war, was dann das Rücktrittsgeſuch von worden. Nur wenige, bereits fertiggeſtellte landwirtſchaftliche Maſchinen
Oberbürgermeiſter Profeſſor Dr. Walz zur Folge gehabt hatte. Der
ab=
geänderte Voranſchlag wurde heute in namentlicher Abſtimmung mit 58
gegen 53 Stimmen angenommen; dagegen ſtimmten nur die Deutſch=
Nationalen und Kommuniſten. Die Umwandlung der Gas=,
Elektrizi=
täts= und Waſſerwerke wurde gegen die 28 Stimmen der Deutſch=
Natio=
nalen und der Deutſch=Liberalen Volkspartei abgelehnt, dagegen die
Selbſtändigmachung des Städtiſchen Wirtſchaftsamtes (das jetzt in der
Hauptſache eine Großſchreinerei und den ſtädtiſchen Fuhrpark betreibt)
mit großer Mehrheit gegen die Stimmen der Linken angenommen.
Hochwaſſer in Bayern.
München. Am Mittwoch nachmittag um 2 Uhr erreichte die Jſar
in München einen Stand von 5 Metern. Der Fluß führte gewaltige
Menge Holz, Bauhütten und alles erdenkliche Material mit ſich. Die
Anlagen in der Nähe des Fluſſes ſind überſchwemmt. Auf den Jſar
brücken ſtauen ſich viele Neugierige, die dem Schauſpiel zuſehen. Auch
aus dem Donaugebiet wird Hochwaſſer gemeldet, ebenſo aus dem
Fluß=
gebiet der Altmühl, der Tauber und der Wörnitz. Die Iſar iſt im
weiteren Steigen begriffen. Auch die Flußgebiete Wertach, Lech, Ammer
und Saglach führen eine ſeit langen Jahren nicht mehr beobachtete
Hochwaſſermenge.
Die Gattin des Kammerſängers Feinhals tödlich verunglückt.
München. Donnerstag vergangener Woche trat Frau Feinhals
mit Sohn und Tochter von München eine Reiſe nach Meran an, um von
dort aus nach Trafoi zu fahren, wo ſie mit ihrem Gatten
zuſammentref=
fen wollte. In einem Geſellſchaftsauto war die Fahrt von Meran nach
Trafoi angetreten. Zwiſchen Gomage und Trafoi wollte ein Privatauto
dem Geſellſchaftswagen vorfahren, dieſer wich aus, geriet aber dabei in
den Straßengraben und überſchlug ſich. Dadurch wurden acht
Fahr=
gäſte verletzt, unter ihnen Frau Feinhals ſo ſchwer, daß ſie bald darauf
ſtarb. Frau Feinhals gehörte in ihren jüngeren Jahren ebenfalls der
Bühne an. Vor ihrer Verheiratung wirkte ſie als Altiſtin neben ihrem
ſpäteren Gatten am Stadttheater in Mainz.
Note Kreuz=Tagung.
Bad Kreuznach. Der Rote Kreuz=Tag in Stadt und Bad
Kreuznach fand die Bevölkerung in ſeltener Einmütigkeit. Ein
vielge=
der, ſportlicher, künſtleriſcher Art lockte Tauſende von Nah und Fern.
Die ſportlichen Kämpfe auf der Rad= und Motorradrennbahn, die
Kon=
zerte auf verſchiedenen Stadtplätzen, der Stafetten=Lauf durch die Stadt,
die Vorführungen der Turnvereine auf den Sportplätzen im Salinental,
die altdeutſchen Spiele und Reigen des Jugendrings auf der Spielwieſe
im Kurpark, boten den eifrigen Sammlerinnen viel Gelegenheit, die
Opferwilligkeit Abertauſender dem guten Zwecke nutzbar zu machen. Das
Maſſenkonzert der Kreuznacher Sänger — 400 Herren und Damen —
abends im Kurpark unter Begleitung der verſtärkten Kurkapelle, welche
u. a. das Nahetal=Lied, Frühling am Rhein, das deutſche Lied und zum
Schluß den Preischor aus den Meiſterſingern ſangen, wurde unter
toben=
den Beiallsſtürmen von mehr als zehntauſend Zuhörern zu einem
er=
hebenden Bekenntnis deutſcher Heimatliebe, deutſchen Weſens und
deut=
ſcher Kunſt.
Juſtiz auf dem Lande.
Kreuznach. Mit Miſtgabeln, Knüppeln und ähnlichen Waffen
ſäuberten Sonntag Morgen die Einwohner von Göſenroth ihren Ort von
fahrendem Volk. Spielte ſich da in einem Wagen ein wenig zärtliches,
handgreifliches Eheidyll ab. Ein gutmütiger Bauer, der verſuchte, den der Wache. Während des Verhörs erſchien auch der ſtille
Kriminal=
wütenden Eherich zu beruhigen, kam nicht gut an. Der Ehetyrann ließ
ſich in ſeinem vermeintlichen Eherechte nicht hineinreden und nahm eine ſie ſich auch ſchon mit wüſten Worten auf ihn. Gut trainierte
Polizei=
drohende Haltung gegen den Bauer ein, ſchimpfte und wetterte und
feuerte gar einen Schreckſchuß in die Luft. Bald lief das ganze Dorf
zu=
ſammen und die entrüſteten Bauern machten dem lärmenden Streit ein
raſches Ende, indem ſie mit vereinigten Kräften die Eindringlinge zum
Dorf hinausjagten.
„Verjüngen Sie Ihr Ausſehen!
wenn Sie in ſchwerer Zeit raſch ergraut ſind,
mit Hennigſon’s Haarfarbe „Julco”.
Färbt naturgetreu und haltbar! Unſchädlich!
In Apotheken, Drogerien, Parfümeriegeſchäften. (7698a
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. Auguſt 1924.
* Unpolitiſche Tagesſchau.
Auf noch nicht aufgeklärte Weiſe brach in der Maſchinenfabrik A. G.
vorm. Chriſtian Schmidt in Berlin ein
verheerender Brand
maſchinen ſind mit den Fabrikgebäuden ein Raub der Flammen
ge=
konnten gerettet werden. Der entſtandene Schaden iſt bedeutend. Der
Betrieb kann in den nächſten Monaten nicht wieder aufgenommen
werden.
Ein anderes Fabrikunglück wird aus Magdeburg berichtet. In
der dortigen Werkzeugmaſchinenfabrik A.G. wurden vier Arbeiter bei
der Exploſion eines Benzinbehälters ſchwer verletzt. Zwei der Arbeiter
ſind bereits an den erlittenen Wunden geſtorben, während die beiden
anderen in Lebensgefahr ſchweben.
Ein ſonderbarer Todesfall hat ſich in der Ortſchaft
Bangor in Wales zugetragen. Um gegen etwaige Ueberfälle oder
Einbrüche während der Nachtzeit geſichert zu ſein, pflegte der
wohl=
habende Herr Thorntons ein mächtiges, ſcharf geſchliffenes Meſſer neben
ſein Bette zu legen. Der vorſorgliche Mann muß nun eines Nachts
den unſinnigen Traum gehabt haben, er ſelbſt ſei ein Einbrecher in
ſeinem Haus, während zu gleicher Zeit ſein zweites Ich im Bett lag
und dem Einbrecher auflauerte. Denn in der Nacht erwachte plötzlich
ſeine Gattin und entdeckte mit Grauſen, daß ihr Gemahl ſich im Schlaf
den Hals durchſchnitten hatte.
Der „Selbſtmörder wider Willen”
lebte noch über eine Stunde nach der unſeligen Tat und konnte noch
die Worte niederſchreiben: „Ich habe geträumt, ich hätte es getan, beim
Erwachen habe ich feſtgeſtellt, daß es wahr war”. — E3 iſt allerdings
auch möglich, daß der Mann geträumt hatte, ein Dieb hätte ihm
wirk=
lich ſein Vermögen geſtohlen, und daß daraufhin Miſter Jones
Thorn=
tons, übermannt vom Kummer über den Verluſt, zur Mordwaffe
ge=
griffen hat. Bei dieſer Annahme müßte aber weiter gefolgert werden,
daß Mr. Jones beim blutigen Erwachen dann unbedingt hätte ſchreiben
müſſen: „Iſt auch mein Geld fort?”
In neuerer Zeit hat in Berlin eine „arme ſchwache Frau” unter
dem Namen „Boxer=Berta” eine eigenartige Berühmtheit erlangt.
Wie kürzlich mitgeteilt wurde, hat ſich „die arme ſchwache Frau” erſt vor
einigen Tagen vor dem Strafgericht wegen Beamtenbeleidigung zu
verantworten gehabt. Das Gericht zeigte damals weitgehendes
Ver=
ſtändnis für ihre weibliche „Schwäche” und verurteilte ſie nur zu einem
ſtaltiges, über den ganzen Tag ſich erſtreckendes Programm unterhalten= Monat Gefängnis, welche Strafe noch dazu durch die Unterſuchungshaft
für verbüßt angerechnet wurde. Doch ſchon melden die Berliner
Blät=
ter ein
neues Auftreten der „Boxer=Berta”.
Wie gewöhnlich machte ſie ihren Abendſpaziergang in der Gegend
des Anhalter Bahnhofs und geriet wieder einmal mit einem Mann in
einer Schankwirtſchaft in Streit. Nach kurzem Wortgefecht entbrannte
auf der Straße eine luſtige Prügelei. Boxer=Berta ſchien diesmal ein
ganz beachtenswertes Gegenüber gefunden zu haben, ſo daß ſie
Ge=
legenheit hatte, ihr ganzes Können zu zeigen. Bald waren die Kämpfer
von einer johlenden Menge umringt, denn niemand wollte die
Gelegen=
heit verſäumen, einem unentgeltlichen Boxkampf beizuwohnen. Der
Menſchenauflauf zog einen Kriminalbeamten an, der aber, nachdem er
die Urſache feſtgeſtellt hatte, ſogleich wieder — lautlos, wie er gekommen
war — verſchwand. Die Boxer=Berta rief, während ſie den Gegner
fortwährend mit regelrechten Boxſchlägen bedrohte, der wiſſe, warum
er ſo ſtill wieder abgezogen ſei. Ein Beamter der Schutzpolizei war
anderer Anſicht über den unentgeltlichen Boxkampf, als der
Kriminal=
beamte. Mit energiſchem Säbelraſſeln ſchaffte er das Kämpferpaar nach
beamte. Kaum hatte ihn die „arme ſchwache Frau” erkannt, da ſtürzte
beamte bändigten in kurzer Zeit die Raſende und ſperrten ſie in eine
Zelle, wo ſie ihre Wut an den mächtigen Türplanten auslaſſen konnte.
Bis zum nächſten Tage hatte ſie ſich ſo weit beruhigt, daß man es nun
wagen durfte, ſie der Kriminalpolizei vorzuführen. Zur Vermeidung
neuer Boxkämpfe zwängte man ſie in eine Ecke und ſchleppte einen
mächtigen Tiſch davor. Das ſchwache Weib ſpottete dieſer
Einmaue=
rung und das Ergebnis des Verhörs war, daß ſie — trotz des großen
Tiſches — wegen Beleidigung und tätlichem Angriff auf einen
Krimi=
nalbeamten dem Unterſuchungsrichter vorgeführt werden mußte. Das
Strafgericht, vor dem ſie ſich nun wieder zu verantworten hat, wird
hoffentlich diesmal die Schwäche der „armen ſchwachen Frau” in
Be=
rechnung ziehen und ihr eine entſprechende „ſchonende‟ Beſchäftigung
geben.
Rummer 21
Feuersbrunſt in der Univerſität Löwen.
Brüſſel. Durch eine Feuersbrunſt iſt der größte Teil de r.
verſität von Loewen zerſtört worden, insbeſondere das chemiſche
ratorium. Der Schaden iſt ſehr groß.
Fliegerunglück in einer Pariſer Straße.
Paris. Ein ſchweres Fliegerunglück ereignete ſich in einem
ſer Vorort. Ein junger Militärflieger, der mit ſeinem Flugzer
kommen war, um ſeine Landsleute und ſeine dort wohnende 9
zu begrüßen, ſtürzte vor dem Schaufenſter eines Geſchäfts ab.
wurden zwei vor dem Laden ſtehende Frauen und der Montel
Flugzeuges getötet. Die Mutter des Fliegers iſt ſchwer verletzt
ſelbſt ſind beide Beine zerſchmettert.
Schweres Eiſenbahnunglück in Amerika.
New York. Auf dem Bahnhof von Long Island City
geſtern zwei überfüllte Eiſenbahnzüge zuſammen. Ueber 50 Pe m
wurden zum größten Teil ſehr ſchwer verletzt. Dem Zuſamm
folgte eine Panik, bei der Frauen und Kinder zertreten wurden.
Zuſammenſtoß wird auf eine falſche Signalſtellung zurückgeführt.
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Man verlange ausdrücklich „Lebewohl”
Gottesdienſt der iſraelitiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße),
Freitag, den 1. Aug. Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 2. Aug. Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min
Sabbatausgang 9 Uhr 00 Min,
Wochentags=Gottesdienſt: „Morgens 7 Uhr. — Abends 7
Gottesdienſt in der Synagoge der Iſrgel. Religionsgeſellſcha
Samstag, den 2. Aug. Vorabend 7 Uhr 25 Min. — Mo
7 Uhr 45 Min. — Nachm. 5 Uhr. — Sabatausgang 9 Uhr 00 Min
Wochengottesdienſt: Morgens 6 Uhr 15 Min. — Nachm.
15 Min,
Wetterbericht der Gießener Wetterwarte.
Wettervorherfage für Samstag, den 2. Auguſt:
Zunächſt noch trocken, ſpäter erneute Trübung.
Tageskalender.
Sommerſpielzeit Bruno Harprecht (Kleines Haus),
abends „Vertagte Nacht”. — Train 18, abends 8½ Uhr bei
(Karlſtraße): Verſammlung. — Union=, Reſidenz= Theater, P
Lichtſpiele: Kinovorſtellungen.
Haunfſchrfleitung: 1. . Mar Streeſe
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: i. V. Andreas Bauer
Verantwortlich für Feuilleton und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe
Verantwortlich für Sport: Dr. Eugen Buhlmann.
Verantwortlich für den Schlußdienſt: Andreas Bauer
Verantwortlich für den Inſeratenteil: i. V. Ad. Fleiſchmann
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten
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führer beſtellt. Die Prokura des Rich
Naible iſt erloſchen; am 28. Juli 19
Heſſiſches Verſandhaus, Geſellſch
mit beſchränkter Haftung in Da
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vom 16. Juli 1924 iſt die Geſellſc
aufgelöſt. Maximilian Freiherr Rö
von Diersburg in Darmſtadt iſt 3
Liquidator beſtellt; am 28. Juli 19
Moenania, Aktiengeſellſchaft
chemiſche und pharmazeutiſche
zeugniſſe, Haupniederlaſſung
Ma=
heim Zweigniederlaſſung Darmſta
Durch Beſchluß der Generalverſammlt
vom 10. Juli 1923 iſt der Geſellſchaf
vertrag geändert. Der Sitz der Geſ.
ſchaft iſt von Mannheim nach Darmſt
verlegt. Die Zweigniederlaſſung inDar
ſtadt iſt zur Hauptniederlaſſung erhob
Darmſtadt, den 28. Juli 1924. (9‟
Amtsgericht Darmſtadt I.
Nummer 212.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. Auguſt 1924.
Seite 13.
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Darmſtädter Tagblatt
Die Eiſen= und Stahlwareninduſtrie
im Juni
Handelsblatt
1. Auguſt 1924 Nr. 2
Dem Eiſen= und Stahlwaren=Induſtriebund wird über die Lage
ſeines Induſtriezweiges im Monat Juni wie folgt berichtet:
Hagener Bezirk.
Die Lage der Eiſenfertigwareninduſtrie im Märkiſchen Lande
zeigte im Monat Juni noch keine Beſſerung. Die Kreditnot hat zur
Beſtellung von Geſchäftsaufſichten geführt und zu der Anmeldung von
Betriebs= oder Betriebsabteilungs=Stillegungen beim
Regierungs=
präſidenten, wonach allein in dem Bezirke Hagen=Schwelm in aller
Kürze Entlaſſungen aus etwa 65 Betrieben unvermeidlich ſein werden.
Die Ausfuhr iſt nur gering. Das Inland kauft infolge der
Kapi=
talſchwachheit nur das Notwendigſte. Die Unſicherheit über das
Schick=
ſal des Sachverſtändigengutachtens und die wachſende Ueberzeugung,
daß die in den Gutachten geforderten Leiſtungen, da ſie deutſchen
Wohlſtand vorausſetzen, bei unſerm heutigen und künftigen Elend
un=
tragbar ſind, drücken auf die Lage der Induſtrie im Märkiſchen Bezirk
außerordentlich.
Remſcheider und Velberter Bezirk.
Die Geſchäftslage in der Remſcheider Werkzeuginduſtrie, der
Cro=
nenberger Hämmer= Aexte=, Beil= und Schraubeninduſtrie, der
Vel=
berter und Radevormwalder Schlöſſer= und Baubeſchlaginduſtrie hat
ſich im Monat Juni weiterhin erheblich verſchlechtert. Nicht nur der
Umſatz iſt bei faſt allen Artikeln zurückgegangen, ſondern auch der
Auf=
tragseingang hat ganz bedenklich nachgelaſſen. Die Rohſtoffverſorgung
war an ſich gut, jedoch wird vielfach über die Höhe der Rohſtoffpreiſe
geklagt und über die Unmöglichkeit, hinreichend Rohſtoffe zu kaufen,
weil die nötigen Betriebskapitalien fehlen. Die Löhne ſind geblieben.
Die Verkaufspreiſe konnten zumeiſt nicht in der Höhe erzielt werden,
wie die Kalkulation es erforderlich macht= Schuld daran iſt beſonders
einmal der ſchon bemängelte zu hohe Rohſtoffpreis, der vor allem den
Wettbewerb im Ausland auf das ungünſtigſte beeinflußt. Ferner im
Inlande die zahlreichen Notverkäufe infolge des Kapitalmangels. So
iſt zurzeit an ein lohnendes Geſchäft gar nicht zu denken und auch für
die nächſte Zeit erſcheint der Augenblick ſehr trübe. Bei dieſer
ertrag=
loſen Wirtſchaft wirken die nach dem Umſatz erhobenen Steuern
ver=
nichtend auf die Induſtrie und den Handel. Die übermäßig hohen
Steuern in Verbindung mit den Abgaben an die Beſatzung für
Zu=
lauf, Ablauf, Ausfuhr und Einfuhr können ſchon jetzt von vielen nicht
mehr aufgebracht werden und werden weiterhin zu einer Vernichtung
zahlreicher Betriebe führen. Im Auslandsgeſchäft gewinnt die
auslän=
diſche Induſtrie immer mehr an Boden, insbeſondere die Induſtrie in
den Vereinigten Staaten und Englands, aber auch z. B. Braſilien geht
für das deutſche Geſchäft immer mehr verloren, angeſichts der
Aus=
dehnung, die die Eigenfabrikation von Eiſenwaren in dieſen Ländern
genommen hat. Die Firmen im beſetzten Gebiet klagen nicht nur über
die direkten Zollſätze und Abgaben an die Beſatzung, nicht minder ſtark
wirken die durch die Micumverträge erheblich verteuerten Preiſe für
die Rohmaterialien auf die Kalkulation ein. Eine Steuererleichterung
wird von allen Seiten auf das dringendſte und mit vollem Recht
gefordert.
Schmalkalder Bezirk.
Die geſchäftlichen Verhältniſſe im Monat Juni haben im hieſigen
Induſtriebezirk keine Beſſerung erfahren. Die Beſchäftigung iſt zwar
im großen und ganzen genügend, ſie hat nur in einigen Branchen etwas
nachgelaſſen. Was aber überall gleichmäßig drückt, das iſt die immer
ſchlimmer werdende Kapitalknappheit, die ſich, je länger deſto mehr, als
induſtriemordenb erweiſt. Es gibt wohl nur wenige Betriebe, die nicht
furchtbar ſchwer unter dieſer Kalamität leiden. Einzelne haben nur
aus dieſem Grunde zu Stillegungen oder Einſchränkungen greifen
müſſen. Der Export hat wegen zu hoher Preiſe nachgelaſſen; es iſt
be=
greiflich, daß die Induſtrie heute unter den rieſigen Steuern und
Ab=
gaben und anderen vermehrten Unkoſten nicht mehr im Ausland
wett=
beherbsfähig iſt. Die Zukunft liegt jedenfalls trüber als je vor uns
und es wäre nur zu wünſchen, daß die Regierung endlich durch eine
großzügige Kredithilfsaktion dieſen zu einer ſchweren Kataſtrophe
trei=
benden Verhältniſſen zu begegnen verſuchen würde.
wie Blei, Borſten, Branntwein (Spiritus, Weingeiſt), Eiſen, Flachs,
Garn (baumwollenes), Getreide, Hanf, Häute, Holz (in langen
Stäm=
men), Kaffee, Leder, Leinwand (roh und gebleicht), Mais, Material=
waren, Oelſaat, Pottaſche, Rüböl, Rum, Seide (Rohſeide), Tabak (in
Blättern und Rollen), Wein, Zink, Zinn, Zucker. Darüber hinaus
bleibt es den Bankanſtalten unbenommen, auch für andere Gegenſtände,
die ſie für lombardfähig halten, von Fall zu Fall die Entſcheidung des
Reichsbank=Direktoriums einzuholen, die ſelbſtverſtändlich von der
allgemeinen Kredit= und Wirtſchaftslage in hohem
Maße abhängig iſt. Auf die Anfrage des Z.D.G., ob die Bearbeitung
der neuen Lombardbedingungen bereits ſoweit gefördert ſei, daß mit
deren Veröffentlichung bald gerechnet werden könne, wurde ſeitens der
Reichsbank geantwortet, daß die Bearbeitung der neuen Bedingungen
zwar in die Wege geleitet ſei; wann die Veröffentlichung erfolge, ließe
ſich jedoch erſt ſagen, wenn die allgemeine wirtſchaftpolitiſche Situation
überſichtlicher geworden wäre.
Wirtſchaft des Auslandes.
B.R. Vor dem Abbruch der engliſch=ruſſiſchen
Verhandlungen. In der City wird erwartet, daß die
engliſch=
ruſſiſchen Wirtſchaftsverhandlungen in Kürze ergebnislos abgebrochen
werden, da keine Ausſicht mehr beſteht, zu einer Verſtändigung zu
ge=
langen. Die letzten, aus Moskau eingegangenen Inſtruktionen ſind
nach Anſicht der Londoner Finanzkreiſe derartig, daß ſie als
Grund=
lage für die gewünſchte Anleihe, mit der die Konferenz ſteht und fällt,
nicht in Betracht kommen. Die Erklärung des Miniſterpräſidenten über
den Verlauf der Verhandlungen, die noch vor Vertagung des
Parla=
ments erfolgen foll, wird von der City mit begreiflicher Spannung
erwartet.
Waxenmärkte.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
* Warenbeleihung durch die Reichsbank. In dieſer
Frage, welche die deutſchen Kaufmannskreife bei der drängenden
Ka=
pitalnot mehr denn je intereſſiert, hatte ſich der Zentralverband des
deutſchen Großhandels, wie er uns mitteilt, kürzlich an die Reichsbank
gewandt, um von dieſer ein Verzeichnis der bei der Reichsbank
be=
leihbaren Waren zu erhalten zu dem Zwecke, dem Handel Klarheit
darüber zu verſchaffen, welche Waren beleihbar ſind und welche nicht.
Die Reichsbank erwiderte darauf, daß ein Verzeichnis ſolcher Waren
nicht erſchienen ſei. Geeignet zur Beleihung im Lombard ſeien nur
Kaufmannswaren von guter Beſchaffenheit, die ſich
am Ort ſelbſt befinden und dem Verderben nicht leicht ausgeſetzt ſind,
w. Amtliche Notierungen der Frankfurter Börſe,
Abteilung Getreide, vom 31. Juli. Getreide, Hülſenfrüchte und
Bier=
treber ohne Sack, Weizermehl, Roggenmehl und Kleie mit Sack. Preis
je 100 Kilogramm: Weizen (Wetterau) 20.50—21, Roggen 17.80—18,
Sommergerſte für Brauzwecke 18—18.50, Hafer (inländiſch) 18—18.50,
Hafer (ausländiſch) —.—, Weizenmehl ſüdd. Spezial 0 31.75—33,
Rog=
genmehl 26—26.50, Weizen= und Roggenkleie 10.50—10.75. Tendenz
unverändert.
* Frankfurter Viehmarkt. Der Auftrieb des
Neben=
marktes beſtand aus 4 Ochſen, 2 Bullen und 6 Färſen und Kühen, des
ferneren aus 1330 Kälbern, 195 Schafen und 1171 Schweinen. Notiert
wurden nach Goldmark für den Zentner Lebendgewicht: Kälber 35—50,
Schafe 30—40, Schweine 60—68. Marktverlauf: Gedrückter Handel, bei
Schweinen Ueberſtand.
* Mannheimer Produktenbörſe. Die Tendenz war
ruhig, aber feſt. Die Preiſe blieben gut behauptet trotz niedrigerer
amerikaniſcher Kurſe und beſſeren Wetters. Verlangt wurden für die
100 Kilo waggonfrei Mannheim: Weizen inländ, 21—22, ausländ. 24
bis 26,75, Roggen inländ. 17,25—17,50, ausländ. 18—18,50, Gerſte 17,50
bis 19, Hafer 17—17,75, Mais 17,25, Weizenmehl 32,50—33, Roggenmehl.
25,50—26,50.
* Mannheimer Viehmarkt. Zum Markt waren zugeführt:
50 Kälber, 544 Schweine, 386 Ferkel und Läufer. Es wurden gehandelt
pro 50 Kilo Lebendgewicht: Kälber mit 38—48 Mk., Schweine 60—69
und Ferkel und Läufer pro Stück 9—26 Mark. Marktverlauf: mit
Käl=
bern ruhig, langſam geräumt; mit Schweinen ruhig, Ueberſtand; Ferkel.
und Läufer lebhaft.
w. Berliner Produktenbericht. Das Geſchäft am
Pro=
duktenmarkt zeigte heute eine weitere Abnahme, da beſondere Anregung
fehlte und Nachfrage für den Export weniger hervortrat. Auch das
wieder ſehr ſchleppend gewordene Mehlgeſchäft machte die Kaufluſt
vor=
ſichtig. Die Preisforderungen für Weizen lauteten entgegenkommender,
was jedoch das Geſchäft nicht anzuregen vermochte. Roggen war
reich=
licher angeboten. Jür Gerſte beſtand etwas Nachfrage. Hafer konnte
ſich ziemlich behaudten, obwohl vielfach zu niedrigeren Preiſen zu kaufen
verſucht wurde. Für Futterartikel beſtand für ſpätere Lieferung
Nach=
frage, jedoch bei niedrigeren Preisgeboten.
deutſchen Renten, insbeſondere für Kriegsanleihe, die früheren 1
wieder bemerkt worden ſeien. Kriegsanleihe, die mit 305 einſetzte
bis 335. Noch größer war die Steigerung für 3½ und 3prozentige
ſols, die von 700 bzw. 710 bis 780 bzw. 790 ſtiegen. Sehr grotze fe
ſchäft war anfangs auch in Türken=Renten, Zolltürken und Bagda
8,5, I. Anatol. 9, doch ließ das Geſchäft ſpäter hier etwas nach.
waren ferner Ruſſen auf die Beilegung des deutſch=ruſſiſchen K
tes; hauptſächlich Ruſſenbank=Aktien, in denen ſtarke ſpekulative
ſtattfanden, uno die bis 10,5 gehandelt wurden. Das Intereſſe der
blieb zum Schluß auf die Anleihen beſchränkt, die zu den höchſten s
den Markt verließen.
w. Berliner Börſenbericht. Die Schwierigkeiten,
Frankreich auf der Londoner Konferenz in der Räumungsfrage
wirkten etwas verſtimmend und veranlaßten die Börſenkreiſe zu m
rückhaltung und zu Abgabeneigung. Dieſe Aenderung kam ſchon ber
erſten Kursfeſtſtellung in einer mäßigen Abſchwächung auf allen
m=
ſatzgebieten mit Ausnahme des Marktes der deutſchen Anleihe
ſchieden zum Ausdruck. Das Geſchäft ging aber aus einem engen 5 nicht heraus und die Verluſte überſchritten nur in verein
Fällen 1 B. Prozent. Im Gegenfatz zu dieſen Verhältniſſen
deutſche Anleihen und preußiſche Konſols ziemlich anſehnlich, d5.
Spekulation für dieſe Papiere wieder Intereſſe durch nicht nac f.
bare Gerüchte über amerikaniſche Käufe zu erwecken verſtanden hat.
Canada=Aktien wurden unter ähnlichem Einfluß in die Höhe geſetz
ſtellten ſich um 2½ Bill. Prozent höher. Das Geſchäft trug au m
der zweiten Börſenſtunde im allgemeinen einen ſehr ſchlepp
Charakter. Tägl. Geld war wie geſtern für ½ und ¼ pro Mille
erhältlich.
Oeviſenmarkt.
Brief Brief. Amſterdam=Rotterdam .. 160.10 160.90 160 10 160.90 Brüſſel=Antwerpen ....." 19.025 19.125 18.95 19.05 Chriſtiania. . .56.51 56.79 56.61 56.89 Kopenhagen 67.58 67.92 67.53 67.87 Stockholm... 111.42 111.98 111.42 111.98 Helſingfors 10.47— 10.53— 10,47— 10.53— Italien.. 18.10— 18.20 — 18.10— 18.20— London 18.42— 18.51— 18.44— 18.:3— New=York, 4.19 4.21 4.19 4.21, Paris... 21.00— 21.10— 20 95— 21.05— Schweiz. 77.46 77.84— 77.61 77.99 Spanien .............." 55.61 55.89 55.61 55.89 Wien (i. D.=Oſterr. abg.). 5.91— 5.93— 5 90— 5.92—
Prag ...... 12.39— 12.45 — 12.40— 12.45— Budapeſt.. .
D 5.29 — 5.31— 5.31— 5.33— Buenos=Aires. . . . . . . . . . 1.365 1.375 1.365 1.375 Bulgarien. .......... . 3.01— 3.03 — 3.05 3.07— Japan ..
.......... 1.715 1.725 1.715 1.725 Rio de Janeiro ... . .. . ." 0.305 0.405 0.385 0.395 Belgrad..
... 4.98— 5.00— 5.01 5.03— Liſſabon ..
- 11.27 11.33 1127 11.33 Danzig ......." 73.47 73.83 73.47 73 83
Berliner Kurſe. (Eigene telegr. Meldung.)
Sämtliche Zahlen verſtehen ſich mit 1000 000000.
Börſen.
Frankfurter Börſe vom 31. Juli 1924. (Eigener
Bericht.) Nachdem die Nachrichten aus London wieder einmal
ungün=
ſtiger lauten und außerdem die Deviſe Paris ziemlich ſchwach liegt,
ver=
hielt ſich die Spekulation heute recht zurückhaltend und die Aktien hatten
durchweg Kurseinbuße zu verzeichnen. Eine Ausnahme bildeten einige
Spezialwerte, wie Reiniger, Gebbert, Inag und Oeſterr. Creditanſtalt=
Aktien, die in größeren Poſten aus dem Markte genommen wurden. Am
Kaſſamarkte zeichneten ſich beſonders Ettlinger Spinnerei durch eine
bedeutende Kursſteigerung aus. Vom Publikum lagen heute noch
zahl=
reiche Kaufaufträge vor, dagegen entledigte ſich die Börſe von der Ware,
die ſie in den letzten Wochen zu weichenden Kurſen aufgenommen hatte.
Im Gegenſatz zu den Aktienmärkten nahm heute auf dem Rentenmarkt
die Tätigkeit wieder größeren Umfang an und es verlautete, daß für die
Aktiengeſ. für Anilinfr.
AſchaffenburgerZellſtoff 19000
Augsb.=Nürnb. Maſch. / 21750
Berl.=Anhalt=Maſchinen
Berl. ſ.Elektr. W.vorzug.
Bismarckhütte .. . . . .
Braunkohlen=Briketts.
Bremer Vulkan ......"
Wolle. .......
Chem. Heyden ......."
Weiler .......
Deutſch=Atlant. Tel.. . .
Deutſche Maſchinen. . .
Deutſch=Niedld. Tel. .
Deutſche Erdöl ......"
Deutſche Petroleum ..
Dt. Kaliwerke ......
Dt. Waffen u. Munit ion ) 83000
Donnersmarckhütte . . .
Dynamit Nobel ......
Elberfelder Farben. . . .
Elektr. Lieferung ....."
R. Friſter ..........
Gaggenau Vorz. ....
Gelſenk. Gußſtahl .... 1 11000
Geſ. f. elektr. Untern...
Halle Maſchinen ..
Han. Maſch.=Egeſt.. . . .
13375 12300 Hanſa Dampfſch. . . . . 39. 7.
18500 19600 Hemoor Zement ....." 37500 21730 Hirſch Kupfer ......" 19900 5875 5250 Höſch Eiſen ....... 36000 5100 4750 Hehenlohe Werke.. . ..
Kahla Porzellan ....." 21750 8300 20500 19500 Lindes Eismaſch. . . . . . 7100 45060 45500 Lingel Schuh ....... 2300 73r00 75000 Linke u. Hofmann .. 11900 3700 3200 L. Loeme u. Co. ...." 59000 12900 12125 C. Lorenz. 4700 12000 10500 Megnin.
....." 6000 6250 Niederländiſche Kohle. 33500 16960 16900 Nordd. Gummi ......" 0400 40875 39250 Orenſtein. . . . . . . . . . .. 14250 Rathgeber Waggon.. . 5400 35000 33800 Rombacher Hütten. . .. 13875 75375 Roſitzer Zucker ......" 26750 80000 82000 Rütgerswerke ......." 13750 5875 6590 Sachſenwerk. 1600 11875 13500 Sächſiſche Gußſtahl . .. 15875 13500 12700 Siemens Glas ....... 15000 2600 Steaua Romana . . . .. 795 7625 Ver. Lauſitzer Glas .. 11500 Volkſtedter Porzellan.. 5900 15100 15000 Weſtf. Eiſ. Langendreer 12000 9123 8750 Wittener Gußſtahl .... 26000 45500 55000 Wanderer=Werke ..... 7900
Frankenkurs in London:
Markkurs „
88.25
18.50
Darmſtädter und Nationalbank, Kommandit=Geſellſchaft auf Aktien.
Die Notierungen ſind in Billionen Prozent ausgedrückt.
Frankfurter Kursbericht vom 31. Juli 192
Europäiſche Staatspapiere,
a) Deutſche.
5% Reichsanleihe ..........."
3½%
3%0
Dollar=Goldanleihe per 1935 ..
„ 1932 ..
Dollar=Schatzanweiſungen ..."
4½% II. u. V. Schatzanweiſg.
4½% VI.—IK.
4½ Dt. Schutzgebiet v.0,8-11u.13
v. 14
Sparprämienanleihe .. . .. ...."
Zwangsanleihe ..... . . . .. . . . ."
4% Preuß. Konſols ........."
„
8½%
........."
48 Bab. Anl. unk. 1985 ......"
3½% „ v. 1907 ......."
„ 1896 ......."
8%
4% Bahern Anleihe ........."
3½%
Heſſ. Dollar Goldmk.=Schatzanw.
rck. 26 ....... . . . ... . .
8—16% Heſſen Reihe XXXHI.
untilgb. b. 28 . .. . . . . . . . . ..."
4½ Heſſen unk. 1924.. . . . . . . . .
3½%- ..
J „ ...
4% Württemberger alte ......"
30. 7.
b)Ausländiſche.
5% Bosnien L.=E.=B. v. 1914..
L.=Inveſt.=Anl. v. 1914
62lo
½ v. 1902 .........."
S .
6¾ Bulgar. Tabak 1902.. . . . . .
15/ % Griech. Monopol ..... .."
4½% Oeſt. Staatsrente v. 1913
ab 1918 ............
4½% Oeſt. Schatzanweiſ., ſtfr.
v. 1914 .......... ........"
4% Oeſt. Goldrente ........."
4% einheitl. Rente ......"
4,2
4,2
82.4
2,75
2.75
0.280
11.,5 Md
0,680
0,760
0725
4,2
875 T
0.650
0,623
0,575
0.560
42
4,
82.25
025)
2.8
2,8
0.280
120
93
5% Rum. am. Rente v. 03 ....
4½% Goldrente v. 13 ....
4% „ am. Goldrente konv.
4½ „ am. v. 05 ..... ....
47 Türk. (Admin.) v. 1903.
4½ „ (Bagdad) Ser. I
„II
4½
42 „ v. 1911, Zollanl.
4½½ Ung. Staatsr. v. 14
4% „ Goldrente ....
„ Staatsr. v. 10
4½
Kronenrente ..
4%
Außereuropäiſche.
6½ Mexik. amon. innere . . . . . .
5% „ konſ. äuß. v. 99... ..
Golv v. 04. ſtfr. .. .
5% „ konſ. inner. ... ...
Frrigationsanleihe"
5½ Tamaulipas. Serie l......
1,5
6,25
7.75
6,25
0.900
Oblig. v. Transportanſt.
4¾ Eliſabethbahn ſtfr. . . . . .
4% Gal. Carl Ludw.=Bahn...
5% Oeſt. Südb. (Lomb.) ſtfr. ..
0,900
0,6501
0,630
0.600
0.650
d9,
1,3
2,6% Alte Oeſt. Südb. (Lomb.
2 6%Neus „
4% Oeſt. Staatsb. v. 1883 ....
3% Oeſt. „ 1. b. 8. Em..
„ 9. Em. . ...
v. 1885 ...."
3% Oeſt. Staatsb. b. Erg. Netz.
4% Rudolfb. (Salzkammerg.) ..
4½% Anatolier I............"
3% Salon. Conſt. Jonction ...
3% Salonique Monaſtir ......"
5% Tehuantepec. . . . .. . . . . . ..
4½%
Nach Sachwert verzinsl.
Schuldverſchreibungen.
5% Badenw. Kohlenwrtanl. v. 23
5% Ffter. Pfandbr.=Bk. Goldobl.
I. Em. . . . . . . .
5% Ffter. Pfandbr.=Bk. Goldobl.
II. Em. . . . . . . . . .
„
6% Großkraftwerk Mannheim
Kohlenwertanl. v. 23......
6% Hefſ. Braunk.=Rogg. Anl. v. 23
5%Neckar A.=G. Stuttgart
Gold=
anl. b. 23.........."
5% Pfälzer Hyp.=Bank. Gold=
Pfdbr. v. 24... .. .. ........"
5% Preuß. Kaliwert=Anleihe ..
5% „ Roggenwert=Anl. . .
5% Rhein. Hypot.=Bank Gold=
Pfdbr. v. 24 ..."
5% Rhein=Main=Donau
Gold=
anl. v. 23 ................
5% Sächſ. Braunk.=Anl. v. 23
Ser. I u. HI........... ....
5% Sächſ. Roggenwertanl. v. 23
5% Südd. Feſtwvertbk. Goldobl,
Bank=Rktien.
Allg. Deutſche Credikanſtalt. . . .
Bank für Brauinduſtrie ......"
Barmer Bankverein.. . . . . . . . .
Baher Hypotheken= u. Wechſelb.
Berliner Handelsgeſellſchaft . ..
Commerz= und Privatbank ..."
Darmſtädter u. Nationalbank ..
Deutſche Bank.. .. . .
DeutſcheEffekten= u. Wechſelbank
Deutſche Hypot.=Bank Mein.. ..
Deutſche Vereinsbank ........"
Disconto=Geſellſchaft .......
Dresdner Bank.. .. .. .
Frankfurter Bank ........"
Hypotheken=Bank.
Metallbank. . . . . .
Mitteldeutſche Creditbank. . . . . .
Oeſterreichiſche Creditanſtalt . ..
Reichsbank=Ant. . . . . . . . . . . . .!
Rhein. Creditban ..........."
Hypothekenbank ......"
Süddeutſche Disconto=Geſellſch.
Weſtbank ..............
Wiener Bankerein ........
Kaliwerke Aſchersleben .. . . . .
Salzdetfurth .. . . ."
Weſteregeln ..
glöcknerwerke (abg. Lothr. Hütte)
Mannesmann Röhren ..
Mansfelder .........."
..
Oberbedarf ................."
Oberſchleſ. Eiſen (Caro) ....."
Otavi Minen u. Eb.=Ant. ..
Phönix Bergbau ...
Rhein. Stahlwerke.
Riebeck Montan.. . .
Rombacher Hütte .. ... .."
Tellus Bergb.= u. Hütten=Akt. . .
Ver. Laurahütte . . . . .
Aktien induſtr. Anternehmung.
Brauereien
*
Henninger Kempf=Stern. . . . . .
Löwenbräu München ......"
Schöfferhof (Binding)........
Verger ....
Bergwverks=Aktien.
Berzelius ..............
Bochamer Bergb. ..... .."
Buderus............. . ..
Dt. Luxemburger .. . . . . . ."
Eſchweiler Bergwerks=Akt.
Gelſenkirchen Vergw. ....
Harpener Bergbau.. . . . ..
0340
108/,
5,75
1.8
2.9
14,25
225
6387
39(g
3.3
8
0.260
0.262
5,75
2.9
13,5
2.1
9,390
39
1.8
7.9
0,275
0.26.
56,5
rationiert,
D— Tauſend M— Millionen Md— Mill
Akkumulat. Berlin .........
Adler & Oppenheimer ......."
Adlerwerke iv. Kleher) ......."
A. E. G. Stamm. . . . . . . . .
6% „ „„ Vorzug Lit. 4 ..."
5% „ „ Vorzug Lit. B ...
Amme Gieſecke & Konegen ...."
Anglo=Continental=Guano .. . .."
Anilin Bln.=Treptow. . ....
Aſchaffenburger Zellſtoff .....
Badenia (Weinheim).........
Badiſche Anilin= n. Sodafabrik.
Bad. Maſchf. Durlach ........
Bad. Uhrenfabr. Furtwangen..
Baldur Piano. . . . . . . . . . . . . .."
Baſt Nürnberg .............."
Bayriſch. Spiegel ............"
Beck & Henkel (Caſſel) ........"
Bergmann El. Werke ..... . . . .
Bing. Metallwerke .........."
Brockhues, Nieder=Walluf.....
Cementwerk Heidelberg.. ....."
Karlſtadt . . . . . . .."
„
Lothringen (Metz).
Chem. Werke Albert. . ... .. . ..
Griesheim Elektron ...."
„ Fabrik Milch .........."
„ Veiler=ter=mer .. . . ...."
Daimler Motoren ... ... ......"
Deutſch. Eiſenhandel Berlin ..
Deutſche Erdöl ............."
Dt. Gold= u. Silberſcheideanſt. .
Dingler, Zweibrücken ........"
Dresdener Schnellpreſſen ....
Dürkoppwerk (Stamm) ......"
Düſſeld. Ratinger (Dürr) .....
Dyckerhof & Widm. Stamm ...
Siſenwerk Kaiſerslautern ....."
L. Meyer jr. ... . .."
Elberfelder Farbw. v. Baher.."
Kupfer= u. Meſſingw.
Elektr. Lieferungs.=Geſ. ......"
Licht und Kraſt . ... .
Elſäſſ. Bad. Wolle. . .... .... ."
Emag, Frankſurt a. M.. . . . . . .
Email.- E Stanzw, Ullrich ...."
Enzinger Werke ..... ........
Eßlinger Maſchinen ..........
Ettlingen Spinnerei .........
Faber, Joh. Bleiſtift ........
30. 7.
10.25
15,5
42,25
27,25
3,8
9.25
1125
25,25
28½=
B‟g
35
31.
9,25
14,5
41,5
26.5
3,
8,75
27
1,55
905
2,8
2,
2,5
9,1
13
19,2
0.,800
16.25
13,5
11.9
1,4
5.73
4,6
2.:
13,75
2.25
5,75
10.625
6.9
3,25
35
14,2
10
12.75
2,55
4
40.5
14/,
3,7
18,75
0,800
15,75
13.3
11.9
1.4
51
13,5
2.17
5,3
6.9
3.85
31
13,75
5,4
ſi=
2.7
29.
1,25
1.:
13.9
12.75
7.3
6,35
0,270
3,4
Faber & Schleicher ... . . ....."
Fahr, Gebr., Pirmaſens .. . .."
Felten & Guilleaume, Carlsw...
Feinmechank (Fetter)........."
Feiſt Sektkellerei Frankf. a. M..
Frankfurter Gas.. . . . . . . . . . . .
Frankfurter Hof.............
Fkf. Maſch. Pokorny & Wittek.
Fuchs, Waggon Stamm .. . . .
Ganz. Ludwig. Mainz ......"
Geiling E Cie...............
Germania Linoleum .. . .. . . . ."
Gelenkirchen Gußſtahl ......"
Goldſchmidt, Th. ... .. .... ..."
Gotha Waggon.... ........."
Greffenius, Maſchinen Stamm.
Gritzner Maſchinenf. Durlach. . .
Grün & Bilfinger ..........."
Hammerſen (Osnabrückh) ......"
Hanfwerke Füſſen ..........."
Heddernheimer Kupfer ......."
Heyligenſtaedt, Gießen ......."
Hilpert Armaturenf. .. . . . . ..
Hindrichs=Auffermann. . . . . . . .
Hirſch Kupfer u. Meſſ. .... . . .
Hoch= und Tiefbau ..........
Höchſter Farben ............."
Holzmann, Phil. ....... . . . ..
Holzverk.=Induſtr. . . . .... . . . .
Hydrometer Breslau ......."
Fnag .............."
Junghans Stamm. . . .
Karlsruher Maſchinen ..
Karſtadt R.
glein, Schanzlin & Becker ...
Knorr, Heilbronn ............"
Kolb & Schüle Spinn. .... . ..
Konſervenfabrik Braun ......"
Krauß & Co., Lokom. . . . . . . . .
Lahmeyer & Co. ............"
Lech, Augsburg ........
...
Lederw. Rothe .............."
Lederwerke Spicharz ........"
Lingel, Schuhw. Erfurt ... . .."
Löhnberger Mühle ........"
Lüdenſcheid Metallw. . ..... ..
Luther, Maſch.=u Nüh enbau..
Lux’ſche Induſtrie .........
Mainkruftwerke Höchſt......."
Meguin, Butzbach ..........."
Metallgeſ. Frkft. . . . . . . . . . . . . .
Meher, Dr. Paul ..........."
Miag, Mühlenb., Frankf. a. M..
Moenus Stamm .. . . . . . . . .. .
Motorenfabrik Deuz........."
Motorenfabrik Oberurſel ....."
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0-
13
131,
02
5o 5½ [ ← ][ ][ → ]kummer 212.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 1. Auguſt 1924.
Seite
Das deutſche Herz.
148
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1G
B
16
*
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Roman von Adolf Schmitthenner.
(Nachdruck verboten.)
So war es bei Tag. Wer dagegen des Nachts aus dem
de der Neckarberge in das Hügelland des Stübercent
ge=
dert kam, der ſah zu allererſt ein einziges Licht ſchimmern.
/ah es lange Zeit vor ſich und mußte immer hinſchauen, wie
* hell und freundlich aus der Tiefe ſchimmerte. Erſt wenn
nz nahe an das Licht herangekommen war, ſo daß man den
rechts herum drehen mußte, um es zu ſehen, ſchickten auch
brigen Wohnſtätten des Dörfleins ihren leuchtenden Gruß.
doch war kein Kundiger erfreut oder getröſtet, wenn er jenes
ein ſah. und je näher er kam, deſto banger ſchlug das Herz,
owie froh war er, wenn das Licht hinter ihm brannte, und
ſtreckten ſich die Beine, damit ſein Schimmer hinter dem
min verſinke. Gewöhnlich kamen die nächtlichen Wanderer
ſchrien vorüber. Kein Gebell verfolgte ihren flüchtigen
S tt, denn in der Nacht waren die Hunde bei ihrem Meiſter in
Zütte. Aber es begegnete ihnen vielleicht eine vermummte
lt, die haſtig vorüberhuſchte, oder auf klapperdürrem Roß
uckliger, kleiner Reiter. Wenn dann der Wanderer ſtehen
und lauſchte, hörte er bald einen eigentümlichen Pfiff. Es
eine Folge von drei Tönen. Wer dieſen Pfiff vor einem
in Hauſe tat als vor dieſem einzigen, oder wer es ſich gar
(len ließ, ihn in einem der Centdörfer auf der Straße oder
ſer Kirche ertönen zu laſſen, der bekam eine Tracht Prügel,
dieſer Pfiff war der allergrößte Schimpf; es war der
erspfiff.
Ein Mann aus Reichartshauſen, der in jener Nacht, bei deren
rechen Friedrich ſeinen Knecht begrub, einen Botengang nach
zu machen hatte, begegnete unweit des Waldes einem ſtatt=
Reiter, der in ſcharfem Trab die Straße herunterritt. Der
r trat auf die Seite. Iſt’s der Junker Hirſchhorn oder iſt
ticht? Sein Großoheim, der tolle Hans, iſt manches Mal
dieſes Weges geritten zu dem dort ſeinem Vorfahr. Ob der
Reiter wohl dasſelbe Ziel hat?
Der Bauer ſtand und ſchaute die Straße zurück. Richtig, an
dem Kreuzweg, vor dem Lichte, hielt der Reiter, und deutlich
ſchallte der Henkerspfiff herüber. Die Hunde ſchlugen an, hielten
aber alsbald wieder Ruhe, und eine hohe Geſtalt kam aus der
Hütte auf den wartenden Reiter zu.
„Hat er nicht den Turm verhängt für jeden, der zum Henker
laufe und Zaubermittel hole,” dachte der Bauer, „und jetzt pfeift
er ſelber dem Henker.”
Der Bauer wartete eine Weile, dann ging er haſtig, als ob
er ſich ſürchte, ſeines Weges weiter.
Der Junker aber wollte kein Zaubermittel; er wollte den
Henker ſelbſt.
„Ihr ſeid es,” ſagte Meiſter Jakob und ließ verdrießlich ſeine
hochgehaltene Laterne ſinken. „Ich dachte, es ſei der Apotheker
von Biſchofsheim, und hab' ihm ſeine Büchſe voll mit
Menſchen=
fett ſchon herausgebracht.”
„Stellet die Büchſe an ihren Ort und nehmt euer Richtbeil
und euer Gezeug. Beſteiget euer Roß und reitet alsbald hinter
mir her."
„Wohin?” fragte der Henker und warf einen mißtrauiſchen
Blick unter ſeinen buſchigen Brauen vor.
„Auf meine Burg Hirſchhorn.”
„Als Nachrichter?”
Friedrich nickte und ſagte: „Von Rechts wegen.”
„Wer hat den Spruch gefällt?”
„Er wird erſt gefällt.”
„Von wem?”
„Vum Hauſe Hirſchhorn. Du weißt, daß mein Geſchlecht den
Blutbann in ſeiner Stammburg hat. Er geht von der Linde bis
zur Schildmauer. Im Burghauſe ſelbſt iſt gefrevelt worden, was
dein Beil ſcharfrichten ſoll.”
„Wann ſoll es geſchehen?”
„Von jetzt an in ſo viel Zeit, als ein Klepper braucht, von
hier auf die Burg zu traben.”
„Noch in dieſer Nacht?”
A.
„Und der Richtblock? Soll ich ihn mitnehmen? Dann
brauche ich den Wagen.”
„Es iſt ein Richtblock vorhanden.”
„Wer iſt der arme Sünder?”
„Du wirſt es erfahren.”
„Gut. Geht es vom Leben zum Tod?”
„Nein.”
„So brauch’ ich das Gezeug zum Blutſtillen.”
„Spute dich. Ich warte hier.”
Meiſter Jakob ging in das Haus zurück, und das Licht
be=
wegte ſich hinter den Fenſtern, ſo daß ſie wechſelnd dunkel und
hell wurden. Man hörte ſeine befehlende Stimme. Ein Knecht
ging mit der Laterne in den Stall und führte einen Gaul heraus.
Bald kam der Meiſter in ſeinenn langen roten Mantel. Er hatte
das Richtbeil umgegürtet und trug ein Bündel, das ihm der
Knecht abnahm und hinter dem Sattel auf das Roß ſchnürte.
Derweilen war der Junker langſam auf der Straße hin und
wieder geritten. Als der Henker aufgeſeſſen war, ritt Friedrich,
der gerade wieder ſein Pferd umgewendet hatte, in weitem Bogen
an ihm vorüber und ohne umzuſehen die Straße hinauf gegen
den Wald zu. Der Mann, auf deſſen Rücken die Schärfe des
Richtbeiles blinkte, trabte in gemeſſener Entfernung hinter
ihm her.
Mitternacht war vorüber, als der Hirſchhorner Fährmann
aus dem Schlafe fuhr. Er richtete ſich in ſeinem Lager auf und
lauſchte.
„Hol über! Hol!”
„Der Junker wird es ſein,” ſagte er zu ſich, während er ſich
ankleidete. „Er iſt zu Pferd, ich muß die Fähre nehmen.”
Als er drüben ankam, fah er einen Steinwurf weit vom Ufer
entfernt einen zweiten Reiter unter den Bäumen.
Der Junker führte ſein Pferd auf die Bretter. Der
Fähr=
mann ſah nach dem andern hinüber und rief: „Heda! Wird es
bald?” Jener aber rührte ſich nicht vom Fleck.
„Stoß ab,” ſagte Friedrich. „Der dort fährt für ſich allein.”
(Fortſetzung folgt.)
jae Amdiitigg im
Abelfihten
hat die kleine Patrone „Burnus” hervorgerufen,
weil die Wäſche bei der Verwendung dieſes
Einweich=
mittels zum größten Teile ſchon durch das Einweichen
gereinigt wird, ſodaß dem Waſchen ſelbſt lediglich die
Bedeutung einer kurzen Nachbehandlung zukommt=
Burnus hat nämlich die erſkaunliche Fähigkeit, den
Schmutz von der Wäſche faſt ganz ſelbſitätig
abzu=
löſen, wenn man ſie über Nacht in lauwarmes (evtl.
kaltes) Waſſer legt, dem etwas Burnus zugeſetzt iſt.
Die Verwendung dieſes Mittels bedeutet alſo keine
Mehrausgabe beim Waſchen, ſondern man ſpart im
Gegenteil dabei in beträchtlichem Maße Seife, Arbeit
und Feuerung. Zudem wird die koſfbare Wäſche
geſchont wie bei keinem anderen Verfahren.
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unendlich viele Hausfrauen haben uns dieſe Vorzüge
freudig beſiätigt. Eine Patrone für 25 Pfennige
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