Einzelnummer 10 Goldpfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illufkrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 107
Mittwoch, den 16. April 1924.
187. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr Streik uſw., erliſcht
jede Verpſiſchtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und
n Schadenerſatz
„N
er
Konturs oder gerſchti
Beltreibung fällt ſei
Rabait weg. Bankkonto: Deuiſche Bank und
Darm=
ſtädter 8 Nationalbank.
Din orgeonis dei Delmet ermängen.
Der Beſchluß des Reichskabinetts.
Berlin, 15. April. (Wolff.) In Uebereinſtimmung mit
der Stellungnahme der Staats= und Miniſterpräſidenten der
Län=
der hat heute das Reichskabinett beſchloſſen, die Anfrage der
Re=
parationskommiſſion über die Sachverſtändigengutachten
be=
jahend zu beantworten.
Das Echo in England.
London, 15. April. Die Entſcheidung in Berlin für die
An=
nahme des Sachverſtändigengutachtens iſt mit großer Genugtuung
be=
grüßt worden und hätte zweifellos mehr Kommentare nach ſich gezogen,
wenn nicht ganz London zurzeit ſtark mit der ruſſiſch=engliſchen
Konfe=
renz in Anſpruch genommen wäre. Daß verſchiedene deutſche Staaten
die Entſcheidung Berlins noch beeinträchtigen könnten, wird für
durch=
aus unwahrſcheinlich gehalten.
Beſprechungen des Reichskanzlers
mit den Parteiführern.
Berlin, 15. April. In Abweſenheit des Partei= und
Frak=
tionsvorſitzenden der Deutſchnationalen Volkspartei,
Staatsmini=
ſter Hergt, wurden am Montag abend auf ihren Wunſch die
Abgeordneten Schultz=Bromberg, Graf=Weſtarp und v. Lindeiner
vom Reichskanzler empfangen. Sie begründeten eingehend den
bereits am Samstag den 12. April angemeldeten Einſpruch der
Partei dagegen, daß die jetzige Reichsregierung, wie es
anſchei=
nend von der Reparationskommiſſion gefordert werde, noch vor
den Wahlen irgendwelche Erklärungen über das
Sachverſtän=
digengutachten abgebe, die über die Verhandlungsbereitſchaft
hin=
aus für Deutſchland bindende Feſtlegung enthalten. Sie fügten
hinzu, daß die Deutſchnationalen ſich vorbehalten müßten,
der=
artige Erklärungen für ſich als bindend anzuerkennen. Der
Reichskanzler ſagte zu, dieſen Einſpruch und die ſonſtigen in
ein=
gehender vertraulicher Beſprechung erörterten Geſichtspunkte dem
Kabinett vorzutragen.
Berlin, 15. April. Der Reichskanzler hat heute morgen
die Führer der Reichstagsfraktionen zu einer Beſprechung über
die durch das Sachverſtändigengutachten geſchaffene politiſche
Lage empfangen. Die Führer der bürgerlichen Mittelparteien
billigten, ebenfalls wie die Sozialdemokraten, durchaus den
Standpunkt der Reichsregierung. Gegenüber der Forderung der
Deutſchnationalen (die bereits geſtern empfangen wurden), daß
die Reichsregierung keine bindenden Verpflichtungen eingehen
dürfte, vertrat der Reichskanzler, wie halbamtlich mitgeteilt wird,
die Auffaſſung, es ſei Pflicht der Reichsregierung, die aus der
ge=
ſamten politiſchen Lage ſich ergebenden unaufſchiebbaren
Ent=
ſcheidungen zu treffen.
Eingabe der vereinigten vaterländiſchen
Verbände.
Berlin, 15. April. (Priv.=Tel.) Dem Reichskanzler iſt
eine Eingabe der Vereinigten vaterländiſchen Verbände
Deutſch=
lands übermittelt worden, in der dringend vor der Annahme der
Sachverſtändigengutachten gewarnt wird, weil dies eine völlige
ſinanzielle Verſklavung Deutſchlands bedeutet, bequeme
Hand=
habe zu neuen Vergewaltigungen, keine Gewähr für eine
voll=
ſtändige Räumung des Ruhrgebietes biete und mit ſeinen neuen
Forderungen noch weit über die Laſten des Verſailler Vertrages
hinausgehe. Eine Annahme der Sachverſtändigenvorſchläge
würde die Aufgabe der Souveränität und der Streichung
Deutſch=
lands aus der Reihe der europäiſchen Mächte bedeuten. Eine
deutſche Regierung, die ſich zur Unterzeichnung ſolcher
Vertrags=
bedingungen bereitfinden läßt, ſo heißt es am Schluſſe der
Ein=
gabe, wird ſich den berechtigten Vorwurf der Preisgabe der
letz=
ten Reſte deutſcher Freiheit zuziehen müſſen.
Dr. Schacht zu dem Sachverftändigengutachten.
Paris, 15. April. (Wolff.) Der Berliner Berichterſtatter
des Echo de Paris hatte eine Unterredung mit
Reichsbankprä=
ſident Dr. Schacht.
Dr. Schacht ſprach ſich über den Sachverſtändigenbericht aus
und ſagte u. a.: Die einzig wirklich intereſſanten Punkte für
Deutſchland ſcheinen in der Tatſache zu liegen, daß das
Repa=
rationsproblem von der vergifteten politiſchen Atmoſphäre, von
der es bisher umgeben war, befreit worden iſt. Das ſei
übrigens das einzige Motio, das die deutſche Regierung
veran=
laſſen könne, die Diskuſſion zu beginnen. Er ſei wahrhaft
er=
ſtaunt geweſen, feſtzuſtellen, daß die Sachverſtändigen
Deutſch=
land nicht wenigſtens für einige Jahre ein vollkommenes
Mo=
ratorium bewilligt hätten. Die internationale Finanz,
beein=
flußt von der Anſtrengung, die Deutſchland gemacht habe, um
ſeine Finanzen zu ſanieren und um ſeine Induſtrie im
Ruhr=
gebiet im Betrieb zu halten, hätte die Zahlungsfähigkeit des
Deutſchen Reiches überſchätzt. Die Laſten der erſten Jahre
könnten unmöglich getragen werden. Schacht erklärte jedoch, er
könne nicht ſagen, ob die Annuitäten, die für 10 Jahre
vorge=
ſehen ſeien, zu hoch ſeien, denn man könne ja nicht ſagen, in
welchem Maß die deutſche Wirtſchaft ſich in dieſer Zeit erholen
werde.
Die Frage, ob die deutſche Regierung die Konkluſionen
der Sachverſtändigen annehmen könne, beantwortete Dr. Schacht
dahin, er müſſe ſehr entſchieden erklären, daß keine deutſche
Regierung nach ſeiner Anſicht die Konkluſionen annehmen
könne, ohne daß einige Vorbedingungen erfüllt ſeien. Folgende
Fragen müßten nach ſeiner Anſicht als wichtiger denn der
In=
halt des Sachverſtändigenberichts geregelt werden:
1. Werde Deutſchland auf wirtſchaftlichem Gebiet auf den
gleichen Fuß geſtellt, wie die anderen Nationen?
2. Werde das Ruhrgebiet geräumt werden?
3. Werden die Beſatzungstruppen im Rheinland auf ein
bernünftiges Maß herabgeſetzt?
Was wir wollen, ſo erklärte Dr. Schacht weiter, iſt die
Rück=
kehr zu dem Zuſtand, der durch den Verſailler Vertrag
vorge=
ſehen iſt. Ohne die Annahme dieſer Vorbedingungen kann nach
meiner Anſicht die deutſche Regierung den Bericht der
Sach=
verſtändigen nicht annehmen.
Auf die Erklärung des Berichterſtatters, Deutſchland könne
in ſeiner augenblicklichen Lage nicht nein ſagen, ohne ſeine
wirt=
ſchaftliche Wiederherſtellung zu gefährden, antwortete Dr.
Schacht:
Ich habe niemals an die ſogenannten Sympathien
Ame=
rikas und Englands geglaubt. Seit 5 Jahren iſt Deutſchland
immer iſoliert geweſen.
Auf die Einwendung, daß die deutſchen Finanzen nicht ſo
glänzend ſeien, daß Deutſchland auf ausländiſche Hilfe
verzich=
ten könne, antwortete Dr. Schacht:
Einverſtanden! Ich füge ſogar hinzu, daß die deutſche
Währung ernſthaft gefährdet würde; wenn die deutſche
Regie=
rung nicht vom Ausland Hilfe erlangt, dann würde man in die
Lage vom Oktober 1923 zurückfallen.
Auf die Frage, ob der Reichsbankpräſident ein Nein der
deutſchen Regierung ins Auge faſſe, wurde geantwortet, die
Re=
gierung ſei nur der Wortführer der öffentlichen Meinung. Das
deutſche Volk werde wirtſchaftliche Laſten nur um den Preis
auf ſich nehmen, daß ihm wenigſtens durch die Befreiung des
Ruhrgebiets und der drei als Sanktion beſetzten rheiniſchen
Städte eine Belohnung gegeben würde. Die Tazſach=, daß die
Sachverſtändigen nicht die Gefamtſchuld Deutſchlands feſtgeſtellt
hätten, könne deutſcherſeits nicht als eine Urſache für eine
Ab=
lehnung der Konkluſionen bezeichnet werden. Dr. Schacht
er=
klärte ſchließlich in Bezug auf die Reichstagswahlen, Frankreich
müſſe konziliant ſein und den deutſchen Mittelparteien eine
zug=
lräftige Wahlperiode liefern.
Zuſiimmung Macdonalds zu dem Gutachten.
London, 15. April. (Wolff.) In Erwiderung auf eine
Anfrage Baldwins im Unterhaus, ob die Regierung irgend eine
Erklärung über die Berichte der Sachverſtändigen abgeben
könnte, erklärte Macdonald, die Regierung habe von der
ein=
mütigen Unterzeichnung der Berichte durch alle
Sachverſtän=
digen mit der größten Befriedigung Kenntnis genommen. Die
Berichte ſtellten nach Anſicht der Regierung ein unparteiiſches,
ſorgfältig erwogenes Bemühen dar, den beteiligten
Regierun=
gen bei ihrer Aufgabe zu helfen, eine Regelung dieſes ſchon
lange ſchwebenden Problems zuſtande zu bringen. Der praktiſche
Wert und die Anwendbarkeit der Schlußfolgerungen der
Sach=
verſtändigen hätten überdies dadurch eine ſchnelle und
bedin=
gungsloſe Anerkennung gefunden, daß die
Reparationskommiſ=
ſion am 11. April den Bericht einſtimmig angenommen hätte
unker der Bedingung, daß die deutſche Regierung ſich bereit
er=
kläre, bei ihrer Ausführung mitzuwirken. Die Regierung ſei der
Meinung, daß von ſolcher Autorität geſtützte Berichte allgemeine.
Zuſtimmung gebieteriſch heiſchten und daß der allgemeine
Wunſch beſtehe, die Gelegenheit, die derartig autorative
Doku=
mente böten, zu benutzen, um den beſtehenden Zuſtand einer
noch nicht erreichten Regelung zu beenden.
Macdonald erklärte weiter, die Regierung ſei der Meinung,
daß ein Punkt beſondere Betonung verdiene und im Bericht
des erſten Komitees unzweideutig ausgeſprochen worden ſei,
nämlich, daß der Bericht ein unteilbares Ganzes ſei und daß die
Unterzeichner jede Verantwortlichkeit ablehnen würden, wenn
einige ihrer Empfehlungen angenommen, andere aber
verwor=
fen würden. Die Regierung meſſe den vereinbarten
Empfeh=
lungen, die ſofort ausgeführt werden könnten, eine ſo hohe
Be=
deutung bei, daß ſie bereit ſei, den Plan in ſeiner Geſamtheit
ihrerſeits zu unterſtützen, vorausgeſetzt, daß alle anderen
Par=
teien bereit ſeien, dasſelbe Verfahren einzuſchlagen. Am 10.
April habe ſie dieſe Anſicht den beteiligten Regierungen
ein=
ſchließlich der der Vereinigten Staaten mitgeteilt.
Baldwin fragte dann, ob der Premierminiſter wiſſe, daß er
in der von ihm eingenommenen Haltung die einmütige
Unter=
frützung des britiſchen Volkes haben werde. Macdonald
erwi=
derte: Ich habe mir gedacht, daß es ſo ſein würde, aber ich bin
Baldwin außerordentlich verpflichtet dafür, daß er dies jetzt
aus=
geſprochen hat.
Günſtige Aufnahme in Belgien.
Paris, 15. April. (Wolff.) Nach einer Hadasmeldung aus
Brüſſel berichtet die Libre Belgique über den geſtrigen
Kabinetts=
rat, die Regierung habe den Bericht der Sachverſtändigen
günſtig aufgenommen. Sie habe den guten Eindruck, den die
Ent=
ſchließungen der Sachverſtändigen in den alliierten Ländern gemacht
haben, um ſo mehr begrüßt, als der Ausgangspunkt der
Sachverſtän=
digenarbeiten in den belgiſchen techniſchen Studien gelegen habe. Wenn
die Entſchließungen der Sachverſtändigen im ganzen Zuſtimmung
fän=
den, ſo bedeute das allerdings nicht, daß ſämtliche Einzelheiten
ne variétur angenommen würden. Dieſe würden vielmehr genau
nach=
geprüft und unter den Alliierten zur Debatte geſtellt werden. In
bel=
giſchen Regierungskreiſen ſcheine man anzunehmen, daß Deutſchland den
Eindruck wirklichen guten Willens erwecken wolle, ohne deshalb jedoch
auf eine Erörterung zu verzichten, und in dem Wunſch, ſie zu inem
möglichſt vorteilhaften Abſchluß zu führen. Alles in allem ſeien die
Miniſter optimiſtiſch.
Italieniſche Zuſtimmung.
Rom, 15. April. (Tel.=Union.) Eine offizielle Note be= könne eine ſtark unter deutſchvölkiſchem Einfluß ſtehende
Regie=
trachtet das Sachverſtändigengutachten als eine Grundlage für
Alliierten deſſen Annahme.
Rom, 15. April. (Wolff.) Die Preſſe beſchäftigt ſich
weiter=
hin mit dem Gutachten der Sachverſtändigen. Die Tribuna
erklärt, die italieniſche Regierung habe ſich noch nicht damit
be=
faßt; es ſchwebten aber Verhandlungen zwiſchen Salvago Raggi
und den Miniſtern Corbino und de Stefani.
caré bisher nicht offiziell geſprochen habe. Frankreich habe
wiederholt Verhandlungen ſcheitern laſſen, weil es lieber die getreten. Nach der Anklage war die Tätigkeit Mondens darauf
militäriſche Ruhrbeſetzung als Reparationsgelder wollte. Alles
komme jetzt darauf an, ob Frankreich ein größeres Verlangen der Verfaſſung des Deutſchen Reiches entſprechend der
Anwei=
nach der Ruhr als nach Reparationen trage.
Epoca glaubt, daß Frankreich die Räumung des
Ruhr=
gebiets verweigern werde,
Die Antwort.
Früher als man gedacht hat, iſt die Entſcheidung des
Reichskabinetts gefallen. Die Reichsregierung hat am
Diens=
tag nachmittag beſchloſſen, von der Entſendung beſonderer
Ver=
treter nach Paris abzuſehen und der Reparationskonmmiſſion
nur eine ſchriftliche Antwort zugehen zu laſſen, die ſich ſtreng an
die Form der Anfrage hält und ſich darum auf die Erklärung
beſchränkt, daß die deutſche Regierung bereit iſt, ihre Mitarbeit
an den Problemen des Sachverſtändigengutachtens
ſicherzuſtel=
len. Dieſe Form dürfte gewählt ſein, weil ſich herausgeſtellt hat,
daß bei der kurzen zur Verfügung ſtehenden Zeit es eine
tech=
niſche Unmöglichkeit war, das Gutachten der Sachverſtändigen
nach allen Richtungen hin durchzuarbeiten, daß alſo eine
ein=
gehende Antwort immer lückenhaft ſein müßte, weil ſie
viel=
leicht irgend eine wichtige Frage nicht anſchnitt, deren
Bedeu=
tung erſt bei ſorgfältigem Studium des
Sachverſtändigengutach=
tens ſich herausſtellt. Schließlich hat ja auch die
Reparations=
kommiſſion mehr als eine grundſätzliche Zuſtimmung nicht
ver=
langt. Die Antwort der Reichsregierung bietet die Baſis zu
weiteren Verhandlungen, bei denen ja dann noch hinreichend
Gelegenheit gegeben ſein wird, von deutſcher Seite Bedenken
geltend zu machen und Sicherungen anzuſtreben, wie ſie der
Reichsbantpräſident als notwendige Vorausſetzungen der
deut=
ſchen Unterſchrift bezeichnet hat. Der Reichskanzler hat am
Dienstag nachmittag den Parteien der Regierungskoalition,
ſo=
wie den Sozialdemokraten die Abſicht der Regierung entwickelt
und bei ihnen grundſätzliche Zuſtimmung gefunden. Er hat am
Montag abend ſchon mit den Deutſchnationalen geſprochen,
deren Abſichten, vielleicht nicht ganz ohne Schuld, mißverſtanden
worden ſind. Die deutſchnationalen Blätter bringen ziemlich
gleichlautende Kommentare, aus denen hervorgeht, daß ſie der
Regierung keineswegs das Recht abſtreiten, ihre
Verhandlungs=
bereitſchaft der Reparationskommiſſion gegenüber auszuſprechen,
daß ſie aber die Reichsregierung davor gewarnt haben, irgend
welche bindenden Zuſagen zu geben mit dem ausdrücklichen
Hinzufügen, daß ſie als Partei ſolche Zuſagen ſpäter nicht
an=
erkennen würden und die Regierung ſich nicht auf den
Reichs=
tag ſtützen könne. Ob es einer ſolchen Warnung bedurft hätte,
darüber braucht man ſich nicht zu ſtreiten. Die Reichsregierung
könnte mit Recht darauf hinweiſen, daß ſie im vollen Beſitz der
parlamentariſchen Gewalt iſt, jedenfalls ſo lange, bis der
Reichs=
tag ſich gegen ſie entſchieden hat, und daß ſie infolgedeſſen auch
durchaus geſchäftsfähig iſt. Wir haben aber ſchon früher
dar=
auf aufmerkſam gemacht, daß es keineswegs in der Abſicht der
Reichsregierung lag, dem kommenden Reichstag die
Verant=
wortung für das, was zu geſchehen hat, abzunehmen. Sie
konnte auch gar nicht daran denken, weil mit der endgültigen
Zuſtimmung zu dem „Sachverſtändigengutachten legislaturiſche
Maßnahmen verbunden ſind, die ohne den Reichstag nicht
erle=
digt werden können. — Um all das handelt es ſich zurzeit nicht.
Es ſtand lediglich die Frage zur Beantwortung, ob Deutſchland
auf das Gutachten der Sachverſtändigen mit einem glatten Nein
antworten oder die Verhandlungen aufnehmen wollte. Die
Reichsregierung hat ſich in Uebereinſtimmung mit — man kann
wohl ſagen 95 Prozent — der deutſchen Oeffentlichkeit für den
letzteren Weg entſchieden. Auch die Vertreter der Induſtrie
ha=
ben ſich öffentlich und noch mehr im vertraulichen Kreiſe dahin
ausgeſprochen, daß es unverantwortlich wäre, die Möglichkeiten
zu zerſchlagen, die ſich ihr bieten. Die Organiſationen der
In=
duſtrie werden ſich nach gründlichem Studium des ganzen
Ma=
terials, vielleicht ſchon in der Woche nach Oſtern, darüber noch
eingehend äußern. Auch die Deutſchnationalen ſind offenbar in
ihrer überwiegenden Mehrheit davon überzeugt, daß ſich aus
dem Sachverſtändigengutachten doch vielleicht für Deutſchland
eine erträgliche Löſung des Reparationsproblems entwickeln
könnte. Mehr hat die Reichsregierung nicht getan. Alles
wei=
tere muß nun Aufgabe von Verhandlungen ſein, die ſich wohl
kaum ſo raſch zum Abſchluß bringen laſſen, daß nicht vorher
ſchon der neue Reichstag zur Stelle wäre.
Rücktritt des Reichsjuſtizminiſters.
Berlin, 15. April. (Wolff.) Der Reichsjuſtizminiſter für
die Juſtiz, Emminger, hat den Reichspräſidenten um
Ent=
hebung von ſeinem Poſten gebeten. Der Reichspräſident hat dem
Erſuchen entſprochen und gleichzeitig den Staatsſekretär im
Reichsjuſtizminiſterium Dr. Joel mit der Führung der Geſchäfte
des Reichsjuſtizminiſteriums beauftragt.
Das neue thüringiſche Staatsminiſierium.
Weimar, 15. April. (Wolff.) In der Vormittagsfitzung
des thüringiſchen Landtags wurde das neue thüringiſche
Staats=
miniſterium gebildet. Dr. Leutheußer und Dr. Sattler bleiben
in der Regierung. Das Finanzminiſterium übernimmt Dr. von
Klüchzner, Staatsräte wurden der Syndikus des
Porzellan=
fabrikantenverbandes Dr. Richter=Kahla und Juſtizrat Dr.
Hertrich=Meiningen.
Für das neue Miniſterium ſtimmten 32 Abgeordnete, dagegen
23. Drei enthielten ſich der Abſtimmung, ein Stimmzettel war
ungültig. Der Abg. Dr. Krüger (Dem.) erklärte, ſeine Fraktion
rung nicht wählen. Vorher kam es zu einer ſtürmiſchen Szene,
eine raſche Löſung der Neparationsfrage und empfiehlt den da der Abg. Froelich (V. S.P.D.) der Regierung
Verfaſſungs=
widrigkeit vorwarf, was der Miniſter Dr. Leutheußer entſchieden
zurückwies.
Der Hochverratsprozeß Monden.
Leipzig, 15. April. (Wolff.) Der Staatsgerichtshof iſt in
Idea Nazionale warnt vor Optimismus, weil Poin= die Verhandlung gegen den Jugendſekretär der kommuniſtiſchen
Partei in Breslau, Richard Monden, wegen Hochverrates
ein=
gerichtet, als politiſcher Leiter der kommuniſtiſchen Jugend in
Breslau die von der Partei heabſichtigte gewaltſame Aenderung
ſung der Zentrale vorzubereiten und in allernächſter Zeit
durch=
zuführen. Die Verhandlung mußte vertagt werden, da die
La=
dungsfriſt nicht eingehalten worden war.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 16. AFril 1924
Rummer 107
Poincarc zu dem
Sachverſtändigen=Gutachten.
Paris, 15. April. (Wolff.) Miniſterpräſident Poincarg
hielt heute anläßlich eines Banketts der demokratiſch=
ſozialiſti=
ſchen Partei (Partei Jonnard) eine Nede über die innere und
äußere Politik, in der er ſich zuerſt mit den Fragen der inneren
Politik beſchäftigte.
Der weſentlichſte Teil ſeiner Rede galt jedoch dem
Sachver=
ſtändigen=Gutachten. Er erklärte u. a.: Ich habe in deutſchen
Zeitungen und, was noch überraſchender iſt, in gewiſſen
fran=
zöſiſchen Blättern geleſen, daß der Bericht der Sachverſtändigen
die Verurteilung unſerer Außenpolitik und insbeſondere der
Ruhrbeſetzung bedeutet. Die Berichte der Sachverſtändigen ſind
im Gegenteil die eklatanteſte Reihtfertigung der Abſtimmungen,
die der Senat einſtimmig und die Kammer mit großer Mehrheit
vorgenotmen haben. Sie beweiſen, daß trotz aller Dementis
Deutſchland ſich offenſichtlich verarmt hat und daß es fähig iſt,
zu zahlen. Es hat 6750 Millionen Goldmark außer Landes
gehen laſſen. An ausländiſchen Deviſen befinden ſich für 1200
Millionen Goldmark in Deutſchland. Deutſchland hat ſeinen
Bürgern nicht ſo viel Steuern auferlegt, wie die alliierten
Na=
tionen. Es hat ſeit 1919 nicht aufgehört, ſeine wirtſchaftlichen
Einrichtungen zu verbeſſern, ſein Eiſenbahnſyſtem zu
vervoll=
kemmnen, ſeine Telephon= und Telegraphenverbindungen, ſeine
Häfen und Kanäle auszubauen. Seine Induſtrie iſt ſo
organi=
iert, daß ſie eine höhere Produktion erzielen kann als vor dem
Krieg. Das Land iſt mit natürlichen Reichtümern verſehen, und
es hat die Mittel, ſie in weiteſtem Maße auszubeuten. Seine
Bevölkerung iſt im Wachſen begriffen. Seine Landwirtſchaft
ent=
wwickelt ſich. Das ſind die Feſtſtellungen der Sachverſtändigen.
Sie erklären ferner, daß Deutſchland in der Lage iſt, einen
pri=
vilegierten Platz in der Welt einzunehmen. Das iſt dasſelbe,
was wir geſagt haben und was Deutſchland leugnet, und was
ſelbſt bei uns viele Leute nicht glauben wollen. Andererſeits ſind
die Gutachten genau in dem Rahmen durchgeführt worden, den
wir abgeſteckt hatten. Sie kommen nicht zu dem Schluß, daß die
Geſamtziffer der deutſchen Schuld herabgeſetzt werden muß.
Sie behalten uns auf dieſe Weiſe die Möglichkeit vor, einen Teil
unſerer eigenen Forderungen zum Zwecke der Regelung der
interalliierten Schulden geltend zu machen, wie wir das ſtets
getan haben. Sie ſetzen die Zahlungsfähigkeit Deutſchlands für
die Zukunft nicht feſt. Sie zeigen vielmehr, daß dieſe
Zahlungs=
fähigkeit ununterbrochen wachſen wird. In dieſem weſentlichen
Punkt iſt es alſo die franzöſiſche Auffaſſung, die den Sieg
davon=
trägt. Schließlich ſind die für die nächſten Jahre vorgefehenen
Zahlungen und übrigen Leiſtungen nicht allein höher, als ſie
Deutſchland für möglich erklärte, ſondern auch als die, welche
Bonar Law ins Auge faßte, ehe wir ins Ruhrgebiet einrückten.
Unſere Beſetzung, die übrigens produktiv geworden iſt, hat
alſo die doppelte Wirkung gehabt, die wir von ihr erhofft hatten.
Sie hat als Unterſtützung für unſere Alliierten und als
Zwangs=
mittel gegenüber Deutſchland gedient. Jetzt wird es Sache der
Reparationskommiſſion ſein, im Rahmen ihrer Kompetenzen
einen endgültigen Plan aufzuſtellen und bei Deutſchland durch
zuſetzen, daß es ihn annimmt, um die von den Sachverſtändigen
vorgeſchlagenen Kontrollmaßnahmen in präziſer Form zu
orga=
niſieren. Dieſer Plan wird in ſeiner Geſamtheit ohne Zweifel
die Wiederherſtellung der wirtſchaftlichen und ſteuerlichen
Ein=
heit vorausſetzen und wir werden erſt verlangen können, daß
dir unſere Pfänder gegen umfangreichere und einträglichere
ein=
tauſchen, und zwar nicht auf eine prinzipielle Erklärung, nicht
auf ein bloß mit den Lippen gegebenes Verſprechen hin, ſondern
wie es die Sachverſtändigen ausdrücklich ſchreiben, erſt, nachdem
Deutſchland in die Ausführung des Sachverſtändigenplanes
ein=
getreten iſt.
Es kann ſelbſtverftändlich keine Rede davon ſein, daß wir
uns aus dem Ruhrgebiet zurückziehen, ehe wir die Bezahlung
des Anteils erlangt haben, der uns zuſteht. Ebenſo wenig kann
die Nede davon ſein, daß wir die Erfaſſung unſeres Pfandes
lockern, ohne daß wir gleichzeitig die Möglichkeit in der Hand
behalten, dieſe Erfaſſung, wenn nötig, ſicher und raſch wieder
herzuſtellen.
Der Bericht ſieht ſogar vor, daß politiſche Sanktionen zwecks
Garantierung der Durchführung des vorgeſchlagenen Planes für
wünſchenswert gelten können. Die Sachverſtändigen erklären
mit Recht, daß dieſe Sanktionen nicht in ihren
Zuſtändigkeits=
bereich gehörten und daß es Sache der Alliierten ſei, ihre Art zu
beſtimmen und ihre Wirkſamkeit zu ſichern. Wir werden alſo über
dieſen Punkt mit unſeren Alliierten zu beraten haben. Es wird
ſetzt für uns leichter ſein als 1922, uns zu verſtändigen und
un=
ſere Intereſſen dabei zu wahren.
General Dawes in Rom.
Paris, 15. April. (Wolff.) Der Korreſpondent des Echo
de Paris in Rom meldet, in diplomatiſchen Kreiſen lege man
der geſtrigen Unterredung des Generals Dawes mit dem
deutſchen Botſchafter in Rom große Bedeutung bei
General Dawes werde heute noch eine Unterredung mit
Muſſo=
lini haben.
Vom Tage.
Zwiſchen der Reichsbank und der
Reichspoſtverwal=
tung iſt ein Abkommen zur Beſchäftigung der disponiblen Gelder
der Poſt zuſtandegekommen. Die Poſtverwvaltung wird für die Mittel,
die ſie zur Einlage bei der Reichsbank verfügbar hat, aus dem
Wechſel=
beſtande der Reichsbank kurzfriſtige Wechſel überwieſen bekommen, und
zwar zum Diskontſatz von neun Prozent.
Heute morgen iſt bei Oſterburken ein franzöſiſches
Flugzeug niedergegangen. Die polizeilichen Erhebungen ſind im
Gange.
Zu dem Jubiläum der Univerſität Neapel, die von
dem Hohenſtaufenkaiſer Friedrich II. gegründet wurde, entſendet die
Reichsregierung auf Einladung der italieniſchen Regierung eine aus
Univerſitätslehrern beſtehende Delegation, deren Führung dem Geh
Reg.=Rat Prof. Penck, Mitglied der Akademie der Wiſſenſchaften,
übertragen iſt.
Geſtern vormittag fand unter dem Voyſitz des Präſidenten
Mille=
rand ein Miniſterrat ſtatt. Heute nachmittag begibt ſich der
Präſident zu vierzehntägigem Aufenthalt nach dem Jagdſchloß
Ram=
bouillet.
Durch ein Bombenattentat wurde die Wohnung des
Bür=
germeiſters von Luxemburg zerſtört. Man vermutet, daß das Attentat
kommuniſtiſchen Urſprungs iſt.
Nach einer Havasmeldung aus Brüſſel hat der auf der
Meiſt=
begünſtigungsklauſel beruhende belgiſch=fapaniſche
Hau=
delsvertrag die Zuſtimmung des Kabinetts gefunden.
Das türkiſche Parlament hat geſtern einſtimmig den
deutſch=türkiſchen Freunſchaftsvertrag ratifiziert.
In einem Teil der Schweiz beſonder sin der Weſtſchweiz
im Kanton Wallis, wurde heute mittag ein ſtarkes Erdbeben
verſpürt. Beſonders ſtark wahrnehmbar war das Beben bei Zermatt.
Der angerichtete Schaden iſt bedeutend.
Nach einer Havasmeldung aus Teheran iſt in dem neuen
Kabinett Sirdarckepah Miniſterpräſident und
Kriegs=
miniſter und Suka ul Mulk Außenminiſter.
Eine Verordnung des Reichspräſidenten.
Berlin, 15. Axril. Verordnung Nr. 6 zur Verordnung des
Reichspräſidenten vom 28. Februar vom 14. April: Auf Grund des
5 2 der Verordnung des Reiehspräſidenten über die Aufhebung des
mili=
täriſchen Ausnahmezuſtandes und Abwehr ſtaatsfeindlicher Beſtrebungen
vom 28. Februar verbiete ich jede weitere Veröffentlichung und
Verbrei=
tung der vom Parieitag der Kommuniſtiſchen Partei Deutſchlands über
die nächſten Aufgaben dieſer Partei gefaßten Reſolution.
Zuwiderhand=
lungen werden nach § 4 der Verordnung des Reichspräſidenten dom
28. Februar beſtraft.
Der Reichsminiſter des Innern.
Diskontierungsmöglichkeit für Schatzanweiſungen.
Berlin, 15. April. (Wolff.) Zu der unter der
Ueber=
ſchrift „Diskontierungsmöglichkeiten für Schatzanweiſungen”
durch die Preſſe verbreiteten Nachricht über ein Abkommen
zwi=
ſchen dem Reichsfinanzminiſterium und der deutſchen
Giro=
zentrale, wonach Kleinbeſitzer von E=Schatzanweiſungen unter
beſtimmten Vorausſetzungen ihre Stücke in Beträgen von einigen
hundert bis allerhöchſtens 1000 Mark bei allen öffentlichen
Spar=
kaſſen, Girozentralen zu Gelde machen können, weiſt die
Abtei=
lung der Friedensvertrag=Abrechnungsſtelle des
Reichskommiſ=
ſariats für die Reparationslieferungen darauf hin, daß dieſes
Abkommen lediglich die auf Grund der
Kriegsſchädengeſetz=
gebung und des Liquidationsſchädengeſetzes durch das
Reichs=
entſchädigungsamt für die Kriegsſchäden ausgegebenen E=
Schatz=
anweiſungen betrifft. Die von der Friedensvertrag=
Abrechnungs=
ſtelle für engliſche Reparationsabgaben an deutſche Exporteure
und für Reparations= und Sachlieferungen ausgegebenen E=
Schatzanweiſungen fallen alſo nicht unter das Abkommen. Die
von den genannten Stellen ausgegebenen, im übrigen völlig
gleich ausgeſtatteten Schuldberſchreibungen ſind durch die
Nummernbezeichnung genau unterſcheidbar.
Der Bund der Geuſen.
Berlin 15: April. (Priv.=Tel.) Verbände des
Mittel=
ſtandes, insbeſondere des Hypotheken= und Spargläubiger=
Schutz=
verbandes für das Deutſche Reich, haben einen neuen Bund unter
dem Namen Geuſen, eine Partei des enteigneten Mittelſtandes
ins Leben gerufen. Sie werden in verſchiedenen Wahlkreiſen mit
eigenen Liſten auftreten. An der Spitze des Bundes ſteht Herr
Oberlandesgerichtspräſident a. D. Dr. Beſt in Darmſtadt, ferner
Kammergerichtsrat Dr. Sontag=Berlin, Adminiſtrator Kuhn und
Generalſekretär Dr. Müggelmann=Berlin.
Der däniſche Geſandte in Berlin
zum Außenminiſter ernannt.
Kopenhagen, 15. April. Der däniſche Geſandte in Berlin,
Graf Moltke, iſt aufgefordert ſvorden, im Kabinett die Leitung des
Auswärtigen zu übernehmen. Graf Moltke hat ſich darauf ſofort don
Berlin nach Kopenhagen begeben zum Zwecke der Verhandlungen mit
dem zur Bildung des Kabinets beauftragten Genoſſen Staknink. An
der Annahme der Berufung durch Graf Moltke, wird hier nicht
ge=
zweifelt.
Die letzte Reihe
der kleinen Sitſerprozeſſe.
*g München, 15. April. (Priv.=Tel.) Am Dienstag vor= begann vor dem Volksgericht München I die letzte Reihe
der ſogenannten kleinen Hitlerprozeſſe, in denen die Aburteilung
der Straftaten erfolgt, die im Zuſammenhang mit dem
Hitler=
dutſch begangen wurden. Die Verhandlungen werden im
Schwur=
gerichtsſaal des Juſtizpalaſtes durchgeführt, wohin das
Volks=
gericht München I übergeſiedelt iſt. Den Vorſitz führte
Ober=
landesgerichtsrat Simmerding.
Heute verhandelte man zunächſt gegen den Major a. D.
Streck, gegen den Oberleutnant a. D. Knauth und gegen den
Parteiſekretär der Nationalſozialiſten Löſer. Die Verhandlungen
die ſämtlich unter Ausſchluß der Oeffeitlichkeit durchgeführt
wur=
den, endeten mit der Verurteilung der beiden erſten Angeklagten
wegen Beihilfe zum Hochverrat zu einem Jahr drei Monaten
Feſtungshaft mit Bewährungsfriſt bis 1. April 1928 und mit
dem Freiſpruch des letzten Angeklagten, bei dem ſich das Gericht
nicht von einer Schuld im Sinne des Hochverratsparagraphen
überzeugen konnte.
Als Letzter der Angeklagten des heutigen Tages erſchien der
Geſchäftsführer des Völkiſchen Beobachters Amman vor Gericht,
dem die Anklage zur Laſt legte, für die Hitlerregierung und für
den bekannten Wirtſchaftstheoretiker der Nationalſozialiſten Dr.
Gottfried Feder Räume in der Bayeriſchen
Landesbauernkam=
mer und in der Siedlungs= und Landesbank, bei der er früher
angeſtellt war, beſchlagnahmt und den Druck der Proklamation
in der Nacht zum 9. November veranlaßt zu haben. In ſeiner
Druckerei wurde auch die bekannte Proklamation Feder gedruckt,
die die Banken unter Staasaufſicht ſtellte. Der Angeklagte führte
ſeine Verteidigung in der Verhandlung, die öffentlich
durchge=
führt wurde, im weſentlichen in der Richtung, daß er von einer
gewaltſamen Aktion nichts gewußt habe. Er beſchwerte ſich auch
bitter darüber, daß er nach ſeiner Entlaſſung aus der
Unter=
ſuchungshaft durch den Generalſtaatskommiſſar Dr. von Kahr
ſofor wieder in Schutzhaft genommen wurde. Die Ausſagen der
echs geladenen Zeugen gingen erheblich auscinander. Die
Ver=
handlung endete mit der Verurteilung Aminans wegen
Amts=
anmaßung zu 100 Mark Geldſtrafe. Von der Anklage der
Bei=
hilfe zum Hochverrat wurde er freigeſprochen. Die
Verhandlun=
gen werden morgen Mittwoch weitergeführt.
*g. München, 15. April. Am Dienstag, den 23. April,
beginnt vor dem Volksgericht München I im Schwurgerichtsſaal
des Juſtizpalaſtes um 8½ Uhr vormittags der Prozeß gegen
38 Angehörige des Stoßtrupps Hitler wegen Vergehens der
Beihilfe zu einem Verbrechen des Hochverrates. Gegenſtand
dieſes Verfahrens ſind: 1. die Verhaftung der Münchener
Stadträte und des Münchener Oberbürgermeiſters, 2. die
Zer=
ſtörungen in der „Münchener Poſt”, 3. der ſchwere
Hausfriedens=
bruch in der Wohnung des Vizepräſidenten des bayeriſchen
Landtages und ſozialdemokratiſchen Abgeordneten Auer. Die
Miniſterverhaftung und die Geldbeſchlagnahmung bei Pareus
ſind Gegenſtand eines ſpäteren Verfahrens, deſſen Termin noch
nicht feſtſteht, da eine Anzahl der in dieſer Sache ſteckbrieflich
verfolgten Hitlerleute noch nicht ergriffen werden konnte. Den
Vorſitz in der Verhandlung führt Oberlandesgerichtsrat
Simmer=
ding. Ven der Staatsanwaltſchaft ſind 15 Zeugen geladen,
unter ihnen auch der Oberbürgermeiſter Schmitt und die
ſeiner=
zeit als Geiſeln verhafteten Münchener Stadträte, ferner der
Verlagsleiter der „Münchener Poſt” und die Frau des Abg.
Auer. Es iſt mit einer Verhandlungsdauer von etwa acht Tagen
zu rechnen.
Die neue griechiſche Republik.
Athen, 15. April. Das Gefamtergehnis der Volksabſtimmung
läßt erkenuen, daß 70—75 Prozeut der ganzen Bevölkerung abgeſtimmt
haben. Der Miniſterrat beſchloß, das bisherige griechiſche Königreich
mit dem antiken Namen Helleniki Politeja zu benennen, in der
diplo=
matiſchen franzöſiſchen Bezeichnung „Helleniſche Republit”. Eine
all=
gemeine Amneſtie für politiſche Vergehen wird erlaſſen. Sämtliche
Be=
amte werden erneut den Eid auf die Republik zu leiſten haben. Nach
dem bisher überprüften Abſtimmungsergebnis ſind von den auf dem
Lande und den Juſeln abgegebenen 930 000 Stimmen 630 000 Stimmen
für die Republik und rund 300 000 Stimmen dagegen.
Paris, 15. April. (Wolff.) Nach einer Habasmeldung aus
Athen werden über die Volksabſtimmung noch folgende
Einzel=
heiten jetzt bekannt: Die Zahl der Stimmenthaltungen iſt ſehr gering
geweſen. Die Rohaliſten hatten die Mehrheit nur in einigen
Abſtim=
mungsbezirken des Peloponnes und der feſtländiſchen Prodinzen gehabt.
In Thrazien ſei die Abſtimmung faſt einmütig, in Mazedonien und im
Epirus mit großer Mehrheit für die Republik ausgefallen. In Athen
und im Piräus ſtimmten 75 Prozent für die republikaniſche Verfaſſung.
Paris, 15. April. (Wolff.) Wie dem Petit Pariſien aus Athen
berichtet wird, wird in gut unterrichteten Kreiſen angenommen, daß
Zaimis zum Präſidenten der Republik gewählt werde. Nach einer
an=
deren Meldung erwartet man ein Dekret, das General
Konbu=
riotis zum Präſidenten der Republik ernennt, bis die endgülltige
Wahl des Präſidenten erfolgt ſei, die bereits bald nach dem Oſterfeſt
ſtattfinden ſoll.
*Bücher über Kant.
Vorbemerkungen zur 200=Jahrfeier.
Von Dr. Otto Ernſt Heſſe.
Wer kein allzu kurzes Gedächtnis hat, wird ſich, noch
er=
innern, welche Flut von Kantſchriften im Jahre 1904, zur
hun=
dertſten Wiederkehr des Todestages Kants, über Deutſchland
niederging. Man darf ſagen, daß dieſer Tag der Anbruch einer
neuen Kant=Renaiſſance wurde, einer Kant=Renaiſſance
aller=
dings, die zum größten Teil eine fachphiloſophiſche
Angelegen=
heit blieb und nicht in die Geſamtheit des gebildeten deutſchen
Leſepublikums hinüberfloß. Dieſe Geſamtheit tiefer an Kant
heranzuführen, ſollte die Aufgabe und das Reſultat des
Kant=
jubiläums werden, das am 22. April zum 200. Geburtstage des
Großen von Königsberg von Deutſchland und — wie wir mit
Genugtuung feſtſtellen — von der ganzen philoſophiſchen Welt
bis nach Indien und Japan hin begangen werden ſoll. Ueber
die verſchiedenen Interpretationen des Kanziſchen Werkes
hin=
weg muß der Einheitspunkt nicht vergeſſen werden, und die
Einheit, der Menſch Kant, deſſen großes Syſtem das Wachstum
einer mit Widerſprüchen durchzogenen Perſönlichkeit iſt, ſoll
immer der Ausgangspunkt für eine Beſchäftigung miit Kant
ſein.
Wir ſvollen uns nichts vormachen: ſo viele philoſophiſche
Richtungen es in Deutſchland gibt, ſo viele
Kantinterpreta=
tionen gibt es. Es exiſtiert überhaupt nicht ein Kant im
Phi=
loſophiſchen Sinne, es gibt nur eine ganze Reihe
Kantdeutun=
gen. Man muß ſie wenigſtens oberflächlich kennen, wenn man
ſich mit dem Rieſenwerk befaſſen will. Zunächſt einmal hat
der Katholizismus ſeine beſondere Einſtellung zu Kant;
ſie iſt naturgemäß in den Hauptfragen negativ. Wer ſich
dar=
über orientieren will, für den iſt auch heute noch maßgebend das
von der Görres=Geſellſchaft 1904 herausgegebene Buch von
Dr. K. Weiß „Kant und das Chriſtentum”. Ferner haben ſich
neuerlich vor allem der Braunsberger Philoſoph Switalski,
Johannes Heſſen in der Schrift „Die Religionsphiloſophie
des Neukantianismus” (Herder u. Co., Freiburg i. Br.), Joſeph
Geyſer in dem Buch „Einige Hauptprobleme der
Metaphy=
ik” (ebenda) ſowie Auguſt Deneffe S. J. in der ſoeben
er=
ſcheinenden Schrift „Kant und die katholiſche Wahrheit”
(ebenda) mit Kant auseinandergeſetz
Die außerdogmatiſche deutſche Philoſophie iſt ſich
hinſicht=
lich Kants nicht einig. Zur Orientierung ſeien die
Hauptrich=
tungen genannt. Es ſind dies der ſogenannte Neukantianismus,
der von Cohen, Natorp und Caſſirer geführt wird
und der einen ſtrengen Logizismus aus Kant weitergebildet
hat; die Werttheorie der ſogenannten Südweſtdeutſchen oder
Badiſchen Schule, die von Windelband und Nickert
be=
ſtimmt wird und, vou Lotze beeinflußt, eine neue Metaphyſik
er=
ſtrebt; die ſogenannte Phänomenolagie Huſſerls und ſeines
großen Schülerkreifes, die antilogiſtiſch gerichtet iſt, und
ſchließ=
lich die Als=ob=Philoſophie Vaihingers, die die
metaphy=
ſiſchen Ideen als objektiv ungültig, als ſubjektive Vorſtellungen
jedoch als ſehr wertvoll betrachtet. Dies ſind keineswegs alle
Einſtellungen und Weiterbildungen Kants: es gibt deren noch
eine ganze Menge von Nuancen.
Der Laie hält ſich, wenn er ſich in Kant hineinfinden will,
von den hochwichtigen, zum Teil kritiſchen, zum Teil Kant
pro=
duktiv fortführenden Schriften der Genannten am beſten
zu=
nächſt fern und greift zu den Kantbiographien und
Kantdar=
ſtellungen, die Objektivität erſtreben, ſoweit dies bei dem Reich
tum der kantiſchen Philoſophie möglich iſt. Wer an den
Men=
ſchen Kant herankommen will, greift zunächſt zu den Darſtel
lungen der Zeitgenoſſen. Band 4 der „Deutſchen Bibliothek”
(Verlagsgeſellſchaft m. b. H., Berlin W. 66) enthält „Kants
Leben in Darſtellungen von Zeitgenoſſen” und der Verlag Carl
Flemming u. C. T. Wiskott, Berlin W. 50, bringt gleichfalls
ſoeben die Zuſammenfaſſung der drei alten maßgebenden
Bio=
graphien von Jachmann Borowski und Waſiansk
in einem Bande „Kants Leben in Darſtellungen ſeiner
Zeit=
genoſſen” zur Ausgabe. Von Darſtellungen ſeines Lebens und
ſeines Werkes ſeien genannt: die älteſte von Kuno Fiſcher;
die in dieſen Tagen in Fr. Frommans Verlag, Stuttgart,
er=
ſcheinende ſiebente Auflage des Werkes von Friedrich
Paul=
ſen; das ausgezeichnet einführende Buch von M.
Kronen=
berg „Kant. Sein Leben und ſeine Lehre” (H. C. Beckſche
Verlagsbuchhandlung, München); das in vierter Auflage
vor=
liegende, wiſſenſchaftlich allerdings heftig beauſtandete Werk von
Houſton S. Chamberlain (F. Bruckmann A.=G.,
Mün=
chen); Bruno Bauchs bedeutſame Darſtellung (W. de
Gruy=
ter, Berlin); das zweibändig, monumental angelegte Werk
Eugen Kühnemanns „Kant. Der europäiſche Gedanke
im vorkantiſchen Denken” und „Kant. Das Werk Kants und
der europäiſche Gedanke” (H. C. Beckſche Verlagsbuchhandlung,
München); Auguſt Meſſers Schrift „Kants Leben und
Philoſophie” (Strecker u. Schröder, Stuitgart); die knappe Dar
ſtellung O. Külpes in B. C. Teubners „Aus Natur und
Geiſtes=
welt” ſowie das im gleichen Verlag erſchienene Buch A.
Bruns=
wigs „Das Grundproblem Kants”; und vor allem Karl Vor=
länders eben bei Felix Meiner in Leipzig erſchienenes
zwei=
bändiges Werk „Immanuel Kant. Der Mann und ſein Werk”
die große abſchließende Kantbiographie, die das Ideal der
Ob=
jektivität mit allen Mitteln zu erſtreben ſucht.
Von den Schriften, die ſchon ſubjektiv in die Problematik
Kants hineinführen, ſei an erſter Stelle, das bedeutende Werk
Alois Riehls genannt „Der philoſophiſche Kritizismus”, von
dem der erſte Band „Geſchichte des philoſophiſchen Kritizismus”
in dritter Auflage bei Alfred Kröner in Leipzig zum Kantjubi
läum erſcheint, während der zweite und dritte Band im Sommer
folgen werden. Ferner Georg Simmels Kant=Vorleſungen
(Duncker u. Humbolt, Leipzig) und ſein Eſſai „Kant und Goethe‟
Kurt Wolff, München), ſowie die beiden, neukantianiſch
einge=
ſtellten Werke Ernſt Caſſirers „Kants Leben und Lehre‟
(Bruno Caſſirer, Berlin) und „Heinrich von Kleiſt und die
Kantſche Philoſophie” (Reuther u. Reichart, Berlin). Von
an=
deren Werken, die jetzt neu aufgelegt werden, ſeien erwähnt A.
Höflers Buch „Kant”. „Metaphyſiſche Anfangsgründe der
Na=
turſviſſenſchaft” (Johann Ambroſius Barth, Leipzig), F. V.
Schuberts Schrift „Kants politiſche Miſſion” (Allgemeine
Verlagsgeſellſchaft, München), Oskar Ewalds Bücher „Kants
kritiſcher Idealismus” und „Kants Methodologie” in ihren
Grundzügen” (beide bei Ernſt Hofmann u. Co., Berlin), Ernſt
Katzer „Kaut und Luther” (Alfred Töpelmann, Gießen),
Theo=
dor Elſenhans „Fries und Kant” (ebenda), ſowie A.
Els=
bachs Buch „Kant und Einſtein” (Walter de Gruyter u. Co.,
Berlin).
Von unmittelbaren Jubiläumsſchriften zum 22. April iſt
bis=
her folgendes angezeigt worden: ein Kantgedächtnisheft der
Zeit=
ſchrift „Der Vorhof” des rührigen Deſſauer Verlages Karl
Rauch, an dem Liebert, Menzer, Wichmann und
Vai=
hinger mitarbeiten; ein Katalog der Bibliothek Kants, den
Arthur Warda bei Martin Breslauer, Berlin W. 8,
heraus=
gibt und der auch eine Nachbildung des Verſteigerungs=Kataloges
der Bibliothek Kants enthält; ein Buch des Gießener
Univerſitäts=
profeſſors W. Kinkel „Kant zum Gedächtnis” (A. W. Zickfeldt,
Oſterwieck); ein „Kunſt=Laienbrevier” von Felix Groß (H.
Bruck=
mann, München), das für den ungelehrten Gebildeten beſtimmt
iſt; für denſelben Zweck Max Hochdorfs „Kantbuch” (
Deut=
ſches Verlagshaus, Leipzig); die große offizielle Feſtſchrift
der Univerſität Königsberg mit Beiträgen
ausſchließ=
lich Königsberger Profeſſoren; und, nicht zuletzt! eine
Neuaus=
gabe der „Briefe über die Kantiſche Philoſophie” von Karl
Leonhard Reinhold, des Zeitgenoſſen Kants, die dieſer
Mummer 107.
Seite 3
Darmſtädter Tagblatt, Dit.. 1. . 65 21
Engliſches, allzu Engliſches.
Die tieferen Kriſenurſachen.
Von unſerem Korreſpondenten.
v. Kr. London, Anfang April.
Es iſt bekannt, daß der weltberühmte James Watt ſeine
Erfindung der automatiſchen Schieberſteuerung der Dampf
maſchine nur deswegen gemacht hat, weil ihm die Bedienung der
Steuerhebel zu langweilig geworden war. Darum befeſtigte er,
vermittels einiger Stricke und Bindfäden, eine Vorrichtung an
dem Geſtänge, die ſeine Arbeit überflüſſig machte. Mit den
moraliſchen Maßſtab deutſcher Schuſen gemeſſen, finden wir als
treibende Kraft der großen Erfindung nichts weiter als
Träg=
heit und Bequemlichkeit. James Watt aber war, trotzdem, ein
großer Erfinder und überdies iſt er, und deswegen erzählen wir
die bekannte Geſchichte noch einmal,, ein typiſcher Nepräfentank
engliſchen wirtſchaftlichen Denkens. Denn das Ziel der
eng=
liſchen nationalen Arbeit beſteht nicht in der Schäffung von
mehr Arbeit, ſondern in der Verminderung von Arbeit bei
gleichzeitiger Erhöhung von Einkommen und Lebensgenuß. Die
ungeheuere Wirkung der Wattſchen Erfindung gerade in dieſer
Richtung iſt bekannt. Ihr verdankte die engliſche Induſtrie ihre
Ueberlegenheit, die engliſche Nation ihren Reichtum und die Welt
die ſozialiſtiſche Idee. Auf der einen Seite der Medaille der
ſozialiſtiſchen Weltanſchauung ſollte man das Bildnis Marxens,
auf der anderen dasjenige Watts anbringen . . . . den einen alz
Vertreter des Trägheitsgedankens, den anderen als den
Theore=
tiker des konſtitutionellen menſchlichen Arbeitswillens.
Inztriſchen hat Watt und nicht Marx gewonnen, denn auch
der Sozialismus und ſeine Maſchinerie wird betrieben von der
natürlichen Abneigung der Maſſe gegen die gleiche Arbeit, die
Herrn Watt zu ſeiner Erfindung veranlaßte. In Bezug auf
England aber ſteht die Frage ſo: Wie wäre es möglich, das
Ge=
ſamteinkommen der Netion ohne eine weſentliche Aenderung
oder Vermehrung der gegenwärtigen Arbeitsleiſtung ſoweit zu
erhöhen, daß jedermann nur einige Stunden täglich zu arbeiten
hat und dennoch auskömmlich leben kann. In dieſer Hinſicht iſt
ſich ganz England einig. Nur ſind die Anſichten über die
Metho=
den verſchieden.
Die Frankenſtützung gehört in dieſen Zuſammenhang. Die
erſtaunliche Beſſerung des Frankenkurſes hat über Nacht das
Geſpenſt einer inflationiſtiſchen Konkurrenz der franzöſiſchen
und belgiſchen Induſtrien gebannt. Ein rechtzeitig gewährter
Kredit hat den Verluſt von vielen Milliarden verhindert,
hun=
derttauſenden von engliſchen Arbeitern Lohnhöhe und
Einkom=
men geſichert, ihnen eigentlich erſt die Grundlage erneut
geſchaf=
fen, auf der ſie die kommenden Lohnkämpfe ausfechten können.
Ein belgiſch=franzöſiſcher Wettbewerb wäre nicht ſo leicht
mit ſchutzzöllneriſchen Maßnahmen zu beherrſchen geweſen, wie
die deutſche Inflationskonkurrenz, weil man ihm gegenüber
kei=
nen offenen Handelskrieg einleiten konnte. So iſt man denn den
Umweg gegangen, ſtreicht nebenbei den Dank für geleiſtete
Freundſchaftsdienſte ein und erwartet mit Gleichmut auch
bedeu=
tende politiſche Vorteile, verlangt eine Aenderung der
franzö=
ſiſchen Politik! Bluff! Denn die Frankenentwertung hat, bei
allen innerpolitiſchen Gefahren für Poincaré, den Beweis
er=
bracht, daß das angelſächſiſche Ausland eine wirkliche
ſranzöſiſch=
belgiſche Inflation für noch bedenklicher hält als rein politiſche
Gegenſätze.
Aber ſo ſtark die protektioniſtiſchen Waffen des „
freihändle=
riſchen” England ſein mögen, ſo vollendet das Syſtem der
Vor=
zugsbehandlung engliſcher Waren auch ſein mag, man lernt
allgemach, daß dieſe Rüſtung nicht genügt. Der Kapitalverluſt
Des engliſchen Reiches läßt ſich nicht abſchätzen, aber er iſt bedeu
tend, obwohl die buchmäßigen Gewinne darüber täuſchen. Das
nationale Speſen= und Unkoſtenkonto iſt gewaltig gewachſen und
die Kapitalrente hat nachgelaſſen. Die engliſchen Dominions
uind Kolonien ſind nur inſofern eine gute Anlage, als ſie imſtande
ſind, die geliehenen Kapitalien zu verzinſen. Sie ſind dazu
ent=
weder nur auf Koſten der engliſchen Induſtrien, wie zum
Bei=
piel Indien, imſtande, oder aber durch Erhöhung ihres Abſatzes
in Europa, wobei das Mutterlaud die Zwiſchengewinne einſteckt
und ſich dadurch bezahlt macht. Aber die Konſumkraft, die
Kauf=
kraft der großbritaniſchen Bevölkerung wird durch ſolche
Ergeb=
niſſe, ſelbſt wenn ſie eintreten, nur wenig berührt. Zwar
ermög=
lichen die internationalen Handels= und Bankgewinne die
Zah=
lung der Arbeitsloſenunterſtützung für die 1,1 Millionen
Arbeits=
loſer. Aber niemand hezweifelt die zerſetzende und nachteilige
Wirkung von Kurzarbeit und Arbeitsloſigkeit. Die urſprüngliche
Grundlage des engliſchen Wohlſtandes, nämlich die engliſchen
Induſtrien, erſcheinen in ihren Grundfeſten bedroht, wenn es
nicht gelingt, ihren Beſchäftigungsgrad und ihre Rentabilität zu
heben. Eine Hebung des Beſchäftigungsgrades auf Koſten der
Rente iſt jedoch noch gefährlicher als die Zahlung von
Arbeits=
loſenunterſtützung. Damit würde das angelegte Kapital verloren
gehen und in der Folge würde das wiederum der
Unternehmer=
tätigkeit in den überſeeiſchen Gebieten zugute kommen. Eine
Ver=
mehrung der Arbeitsloſigkeit, weitere Vermögensverluſte wären
die unausbleibliche Folge.
Verſchärft wird die Bitternis dieſer Erfahrungen durch die
fortwirkende Erinnerung der Kriegspropaganda. Die Unterbie=
tung durch das Ausland iſt nicht abzuleugnen. Aber man iſt weit
davon entfernt zu erkennen, daß jeder Verkauf ausländiſcher
Pro=
dukte in England wiederum ausländiſche Guthaben in England
erzeugt, und daß dieſe Guthaben innerhalb der engliſchen
Com=
mon=wealth ausgegeben werden und demnach wiederum zum
Ankauf engliſcher Produkte dienen. Man hat aber offenbar ſo
primitive Vorſtellungen von der Struktur des Weltmarktes, daß
man in dieſen Vorgängen etwas ſchlechthin Gefährliches erblickt.
Die Beherrſcher des Weltreiches ſind reichlich nervös geworden.
Mit gutem Grunde. England hat die Kunſt des Verkaufens
längſt verlernt. Die techniſche Ueberlegenheit iſt dahin. Der
Wattſche Gedanke iſt Allgemeingut der Menſchheit geworden; Ar
beitsteilung, Arbeitserſatz, Arbeitsenergie durch
Maſchinenlei=
ſtung. Die ſuggeſtive Wirkung engliſcher Fabrikate iſt dahin
ſelbſt in Deutſchland! Das iſt doppelt peinlich für den alten
Prinzipal, der nun von ſeinem „Officc”ſtuhl herabſteigen, wieder
an den Ladentiſch gehen muß, um ſich die Kundſchaft anzuſehen
Es wird aber nichts anderes übrig bleiben. Wie Deutſchland
unter falſchen politiſchen Vorausſetzungen in den Krieg gegangen
iſt, ſo leidet England heute an überalterten wirtſchaftspolitiſchen
Maximen der Vorkriegs= und Kriegszeit.
Man befindet ſich „auf den Hörnern eines greulichen
Di=
lemnas”. Und das Dilemna hat inzwiſchen noch ein weiteres
Horn bekommen. Die Grundlage der von der Arbeiterpartei
ver=
tretenen Anſchauungen wird, wie man mit Bedauern bemerken
muß, gebildet durch eine ſozialiſtiſch beleuchtee Interpretation der
widerlegten Erbweisheit von der engliſchen Ueberlegenheit. Die
Arbeiter glauben an die engliſche wirtſchaftliche Suprematie, an
die Unerſchütterlichkeit der Grundlagen des engliſchen Wohlſtan
des. Zwar beſitzen ſie nicht wie bei uns als Kronzeugen des „
un=
erſchöpflichen” Reichturms der deutſchen Induſtrie die Anſprüche
des franzöſiſchen Militärimperialismus, wohl aber die Statiſtik
der Inflationsgelvinne nach dem Kriege, die ebenſo papieren
geweſen ſind wie bei uns. Man begreift es nicht, daß der Wert
eines Guthabens weltwirtſchaftlich ſich nicht nach der Höhe ſeines
Anlagewertes ausgedrückt in dem trügeriſchſten aller Maßſtäbe
einer ſtabilen Währung bemißt, ſondern daß ſich das
Realver=
mögen ändert mit der Rentabilität: daß es die jeweils mögliche
Gewinnrate iſt, welche das Kapital ausmacht, das eben nichts iſt
als eine „kapitaliſierte” Gewinnrate. Hier aber ſind Grenzen
Wollte man aber das Weltvermögen nicht nach illuſoriſchen
Forde=
rungen, ſondern nach der durchſchnittlichen Rente aller
wirtſchaft=
lichen Unternehmungen bewerten, dann wird ſich ergeben, daß
trotz der Bereicherung einiger Glücklicher, die Verzinſung der
Nationalvermögen ſtärker geſunken iſt als man gemeinhin
an=
nimmt.
Auch der engliſche Sozialismus rechnet mit verkehrten
Maß=
ſtäben, mit einer Währung, die keinen internationalen Kurs mehr
beſitzt. Aber es iſt unmöglich, ihm das zahlenmäßig zu beweiſen.
Die bezaubernde Wirkung falſcher Begriffe, iſt, wie immer,
un=
widerſtehlich. Hier helfen keine Argumente, keine Zahlen, keine
Richtigſtellungen und keine Propaganda. Hier hilft nur die Macht
der Tatſachen. Es iſt keine beneidenswerte Lage. In Deurſchland
hilft die Nachwirkung des verlorenen Krieges, die Schrecken der
Inflation, um Dinge Harzulegen, die weit jenſeits des
Begriffs=
vermögens der Maſſen liegen. Wer aber hilft hier?
Es handelt ſich um die Hervorbringung einer gewaltigen
nationalen Kraftanſtrengung, einer vollſtändigen Reorganiſation
des Wirtſchaftslebens, um eine Umſtellung tief eingewurzelter
optimiſtiſcher Vorſtellungen! Die konſtruktive Löſung der
engliſchen Wirtſchaftskriſis liegt noch in weitem Felde. Der
So=
zialismus kann ſie nicht bringen, obwohl ſich die Hoffnung von
Millionen daran klammert. Er wird aber die Klärung der
Be=
griffe fördern. Das aber hat noch gute Wege. Am weiteſten aber
iſt der Weg zu der Erkenntnis, daß eine deutſche Lieferung für
engliſche Rechnung keine Verminderung, ſondern eine
Vermeh=
rung des engliſchen Wohlſtandes bedeutet, weil gerade England
mit ſeiner weltumſpannenden wirtſchaftlichen Maſchinerie
im=
ſtande iſt, die Reproduktion und Verwertung ſolcher Guthaben
im engliſchen Intereſſe ganz ohne Zwang zu ermöglichen.
Stellungnahme deuiſcher Kreiſe zu den
Micumverträgen.
Berlin 15. April. Aus Kreiſen des deutſchen Bergbaus
erhalten wir folgende Beurteilung des neuen Micumvertrages:
Der Bergbau hat ſich bei der Unterzeichnung des Vertrages in
einer Zwangslage befunden. Er ſtand erſtens unter dem Drud
der zunehmenden Belaſtung und der ſteigenden
Kreditverweige=
rung. Ferner laſtete auf ihm die Verantwortung, weitere
Arbei=
ter zu entlaſſen. Zweitens beſtand die Unmöglichkeit, den paſſiven
Widerſtand noch einmal aufzunehmen. Drittens ſtand er unter
dem Druck der Franzoſen, die um jeden Preis, auch durch den
Einſatz militäriſcher Machtmittel, zum Abſchluß drängten. Die
ſchwere Belaſtung für den Bergbau wird immer weiter ſteigen.
Er wird genötig ſein, noch mehr als bisher ſeine Subſtanz
an=
zugreifen. Es beſteht allerdings ein kleiner Hoffnungsſchimmer
daß nunmehr die Möglichkeit zur Aufnahme weiterer
Erörterun=
gen gegeben iſt. Wenn allerdings dieſe Hoffnung fällt, dann
be=
ſteht kaum noch eine Möglicheit für die Lebensfähigkeit des
Bergbaus. Es iſt alſo durchaus kein Grund zum Triumphieren
gegeben.
ſelbſt als ſeine beſte Interpretation anerkannt hat, in der
Reclam=
ſchen Univerſitätsbibliothek.
Selbſtverſtändlich darf über den Darſtellungen das Werl
Kants ſelbſt nicht vernachläſſigt werden. Für weitere Kreiſe
kommen da vor allem in Betracht die „Sämtlichen Werke‟
in ſechs Bänden, die der Inſel=Verlag, Leipzig, von Felix Groß
hat herausgeben laſſen, ſowie die „Sämtlichen Werke” im Verlag
Felix Meiner in Leipzig, der auch die wichtigſten Schriften
aus=
wahlsweiſe in ſechs Bänden zuſammengefaßt hat. Im Inſel
Verlage findet man auch eine Auswahl von „Kants
Brie=
fen” — Kants Briefwechſel insgeſamt erſchien bei Georg Müller,
München — ſowie ein ſchönes Bändchen „Kant=Ausſprüche”, die
der verſtorbene Raoul Richter zuſammengeſtellt hat. Denſelben
Zweck verfolgt Karl Vorländers Buch „Kants
Weltan=
ſchauung aus ſeinen Werken” (Otto Reichel, Darmſtadt) und
Nudolf Eislers Sammlung „Worte Kants” (F. C. C.
Bruns Verlag, München). Erwähnt ſei die den meiſten natürlich
nicht zugängliche große Ausgabe der Preußiſchen
Akademie der Wiſſenſchaften, die in vier Abteilungen
das geſamte Werk, die Briefe und den handſchriftlichen Nachlaß
Kants in kritiſcher Ausgabe enthält, beziehungsweiſe enthalten
wird.
Zeitgeſchichtllich beſonders intereſſant ſind die im Jahre 1904
erſchienenen Iubiläumsreden und Jubiläumsſchriften. Für den
Intereſſierten feien die wichtigſten, wenigſtens mit dem
Verfaſſer=
namen genannt: Paulſen, Bauch, Vaihinger,
Win=
delband, Falkenberg, Jodl, Jeruſalem, Daſſon,
Riehl, Freudenthal Adickes, Martius, Cohen,
Buſſe, Liebmann, Walter, Elſenhaas, Erdmann.
Diefe Reden und Aufſätze ſind für die Verfaſſer und ihre
Stel=
lungnahme zu Kant ebenſo bedeutſam wie für die
zeitgeſchicht=
liche Entwicklung des Problems Kant. Es wird eine lohnende
Aufgabe ſein, dieſe Schriften mit denen zu vergleichen, die gewiß
im Laufe der nächſten Monate erſcheinen werden. Die Spanne
von zwanzi; Jahren hat im deutſchen Geiſtesleben manches
verändert; liegt boch ein „Weltkrieg” dazwiſchen.
Dieſer Ueberblick will keineswegs vollſtändig ſein. Die Kant=
Literatur, vor allem die Spezialprobleme, iſt heute bereits faſt
unüberſehbar. Eine Kantgeſellſchaft mit eigener
Zeit=
ſchrift, den „Kantſtudien” die ſeit 1896 erſcheinen, nebſt Er
gänzungsheſten bazu, gehen laufend davon Bericht. Auch die
anderen philofsphiſhen Zeitſchriften ſind hauptſächlich auf die
Probleme um Hiant eingeſtelt. Der Komplex Kant tritt ſo immer
mehr neben den Komplex Goethe. Bei Simmel mag man
nach=
leſen, wie dieſe Polarität dem deutſchen Geiſtesleben ſeine
Spannungen und Fruchtbarleit gibt.
Wie ich zu einem Kinde kam.
Von Hanni Weiße.
Ich habe viele Hilfsregiſſeure während meiner Filmlaufbahr
erlebt, tüchtige, mit allen Hunden gehetzte Leute, die — gegen
Pfand und Leihgebühr, oder auch ohne — ſelbſt den Mond vom
Himmel heruntergeholt hätten, wenn er etwa zu einer Aufnahme
gebraucht worden wäre. Aber einer iſt das Muſter von allen.
Er iſt unerreicht und nicht zu verblüffen. Ich will ſeinen Namen
nicht nennen, um’s nicht mit allen anderen zu verderben. Denn
alle Hilfsregiſſeure beim Film ſind tüchtige Leute.
Da paſſierte folgendes: Der Regiſſeur brauchte zu einer
Aufnahme ein kleines Kind, das ich laut Manuſkript als „betränte
Mutter” im Arm halten und wiegen ſollte. Schon ſtand die
Dekoration im Atelier, ſchon ſurrten die Lampen. Schon ſaß
ich an der Wiege. Schon floſſen, ach, meine Tränen. Schon
hielt der Operateur die Hand an der Kurbel.
„Das Kind!” ſchrie der Regiſſeur, „das Kind! Hilfsregiſſeur,
das Kind! Wo iſt das Kind?”
Das Kind! Bei Gott, es war nicht da! Er hatte es
ver=
geſſen! Er, der tüchtigſte Hilfsregiſſeur, hatte etwas
ver=
geſſen! Und noch dazu ein Kind, ein ſo leicht zu beſchaffendes
Requiſit!
„Das Kind! Wo iſt das Kind?”
Ha! Soll er ſich verblüffen laſſen? Ein Gedanke zuckt ihm
blitzſchnell im Kopf.."
„Einen Augenblick, Herr Regiſſeur! Es iſt ſchon da!‟
Mit eincm Sprung iſt der Hilfsregiſſeur an der Tür. Wie
ein Orkan die vier Treppen herunter. Raſt auf die Straße
Rennt ein paar Häuſer lang. Bleibt ſtehen. Stutzt —
Da kommt eine Frau mit einem Kinderwagen angefahren.
Nichtsahnend. Mit einem Satz iſt der Hilfsregiſſeur an dem
Wagen. Reißt das fremde Kind heraus und nimmt’s in den
Arm. Blitzſchnell wieder ins Haus. Stürzt die vier Treppen
hinauf. Rein ins Atelier.
„Das Kind! Das Kind! Soll denn die Hanni Weiße eine
Stunde lang Tränen weinen?
„Hier iſt das Kind ſchon!” ſchreit der Hilfsregiſſeur
unbe=
irrt, mit toternſtem Geſicht und legt mir den Säugling in die
Arme
„Aufnahme!”
Natürlich klappt jetzt was mit den Lampen nicht. Koſtbare
Minuten vergehen. Warum iſt der Hilfsregiſſeur ſo unruhig?
Die Verlängerung der Micumberträge
Berlin, 15. April. (Tel.=Union.) Die Verträge, durch die
die bisher laufenden Mieumverträge um 2 Monate verlängert
werden, ſind heute nachmittag ½5 Uhr in Düſſeldorf von der
Herren Dr. Fritz Thyſſen und Herrn Dr. Vahrenhorſt im Auf
trag der Sechſerkommiſſion unterzeichnet worden. Der Entſchluß,
die Unterſchreibung der Verträge vorzunehmen, iſt der beteiligten
Induſtrie außererdentlich ſchwer gefallen, da die Unterzeichnung
eine neue, ungeheure Belaſtung der Wirtſchaft und Induſtrie der
beſetzten Gebietes bedeutet. Man rechnet damit, daß das nen
veröffentlichte Sachverſtändigengutachten immerhin ſo viel Aus
ſicht und die Möglichkeit bietet, daß für die endgültige Löſung
günſtigere Möglichkeiten erhofft werden können.
Der Wortlaut.
Düſſeldorf, 15. April. Das am 15. April 1924
unter=
zeichnete neue Abkommen des Bergbaues mit der Micum hat
folgenden Wortlaut:
1. Durch die Sachverſtändigenberichte und die Entſcheidung
der Reparationskommiſſion vom 11. April wurde eine neue
Lage geſchaffen, die einen Weg zur Regelung der
Reparations=
frage eröffnet. Die Micum und die Sechſerkommiſſion ſind
da=
her übereingekommen, den Mantelvertrag vom 23. November
1923 unter folgenden Bedingungen und Klarſtellungen bis zur
allgemeinen Regelung der Reparationsfrage, ſpäteſtens bis
zum 15. Juni 1924 zu verlängern.
2. Es bleibt bei der Abmachung, daß der am 23. 11. 1923 au
15 Millionen Dollar feſtgeſetzte Betrag der rückſtändigen
Koh=
lenſteuer dieſe Ziffer nicht überſteigen ſoll. Der darüber
hin=
aus von der Micum in Form von Tratten bereits erhobene
Be=
trag wird den Zechen unter folgenden Bedingungen
zurückerſtat=
tet werden:
a) 1 Million Dollar wird ſofort von dem Betrag der Tratten
abgeſetzt;
b) der Reſt wird ſo bald wie möglich zurückerſtattet.
3. Die laufende Kohlenſteuer wird auf 1,5 Goldmark je
verkaufte Tonne feſtgeſetzt. Dieſer Satz entſpricht dem Werte
des Brennſtoffes am 15. April. Wenn der Wert (Preis der
Fett=Förderkohle) ſich um mehr als 5 Prozent vermindert, ſo
vermindert ſich der Kohlenſteuerſatz um 5 Prozent, wenn die
Preisermäßigung zwiſchen 5 und 10 Prozent beträgt; um 1
Prozent, wenn die Preisermäßigung zwiſchen 10 und 15 Proz.
beträgt.
4. Jede Zeche, bzw. jeder Konzern hat Kohlen und Koks
in den Mengen zu liefern, deren Gewicht nach dem Anteil am
Wert ber Nutzförderung beſtimmt wird. Die insgeſamt zu lie
fernde Menge ſoll dem Programm der Reparationskommiſſion
entſprechend, nach Abzug derjenigen Menge, die von dem
Aachener Bezirk im rheiniſchen Braunkohlenbergbau und dem
Regiebetrieb (bei leterem 27 Proz. der Nutzförderung) zu
lie=
fern ſind.
5. Die Zechen verpflichten ſich, die Verträge anzuerkennen,
die mit der Verkaufsvereinigung für Nebenprodukte geſchloſſen
werden. Die Lieferung ſoll 10 Prozent der Produktion der
Zechen nicht überſchreiten.
6. Die Lieferungen an die Eiſenbahnregie werden zwiſchen
dieſer und den Zechen unmittelbar vereinbart. Wenn eine Ver
ſtändigung nicht erzielt wird, ſoll der offizielle deutſche Preis,
abzüglich 6 Prozent, gelten.
7. Vom 1. April an wird ein Nachlaß von ½ Prozent auf
den Betrag für Zu= und Ablaufgenehmigungen gewährt werden
für metallurgiſche Erzeugniſſe, welche in den Werken der von
der Sechſerkommiſſion vertretenen Konzerne hergeſtellt und aus
dem beſetzten Gebiet verſandt werden. Für jede einzelne Zech
erhöht ſich das auf der Grundlage von 1922 feſtgeſetzte Kontin
gent um 10 Prozent, wenn der Beſchäftigungsgrad zwiſchen
100 und 110 Prozent desjenigen von 1922 beträgt, und 20 Proz.,
wenn er zwiſchen 110 und 120 Prozent beträgt. uſw.
8. Für alle zukünftigen Ausfälle an
Reparationslieferun=
gen infolge ungenügender Waggongeſtellung durch die
Eiſen=
bahnregie oder der ungünſtigen Vorlage von Schiffsraum ſol
die Micum eintreten. Es ſollen die Rückſtände ganz allmählick
aufgeholt werden, daß im Laufe einer Woche der Prozentſatz
der auszuführenden Lieferungen nicht über 35 Prozent der
Ge=
ſamtmenge hinausgeht. Wenn ſerner im Laufe eines Monats
die Zechen aus dem gleichen Grunde nicht ihr geſamte Produt
tion abfahren können, ſollen die für dieſen Monat zu
liefern=
den Reparationsmengen 30 Prozent des Verſandes der Zechen
nicht überſchreiten.
9. die Micum iſt bereit, die Möglichkeit einer weiteren
Ermäßigung der Eingangszölle für Zechenbedarf und die
Ein=
führung des Blockſyſtems für die Zechen ins Auge zu faſſer:.
10. Aus den Vereinbarungen mit der Treuhandſtelle des
Holzhandels ſoll den Holzverbrauchern keine Belaſtung
er=
wachſen.
Warum drängt er heimlich den Operateur? Warum ſchielt er
ſo ängſtlich nach der Tür?. Was iſt da bloß auf der Treppe‟
Endlich dreht der Operateur! Schritte und Rufe dringen
durch das Treppenhaus herauf. Kinderraub! Fangt ihn! Haut
ihn! Großer Gott! Was wird bloß werden? Die Mutter
kommt!
Da ſtürzt ſie in dieſem Augenblick auch ſchon furiengleich
herein. Gerade hat mir der Hilfsregiſſeur das Kind wieder aus
den Armen genommen. Wie ein Tiger ſpringt die Mutter au
ihn los. Ihr Kind!
Doch er hat längſt ſchon wieder Faſſung. Ruhig zieht er
eine Quittung aus der Taſche. Dann ſagt er zu der verblüfften
Mutter:
„Laſſen Sie ſich an der Kaſſe die Leihgebühr für das
Kind auszahlen. Hier iſt die Anweiſung. Wir brauchen es heute
nicht mehr.”
Tableau! Kann man tüchtiger ſein?
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
Die Kirche der Tat. Die Zahl der von den
ebange=
liſchen Kirchengemeinden und Vereinen Groß=Berlins
eingerich=
teten Notſtandsküchen iſt auf 142 geſtiegen, in denen täglich an
15000 Gäſte 20000 bis 22 000 Portionen, verabreicht werden.
Außerdem werden in den evangeliſchen Kindergärten und Kin
derhorten täglich über 7000 Portionen ausgegeben. Unter den
großen Freiwilligkeitsorganiſationen, die den Kampf gegen den
Hunger auf ihre Fahne geſchrieben, ſteht die evangeliſche Kirche
in Groß=Berlin an erſter Stelle.
— Zeitſchrift für Geopolitik. Im Leitaufſatz des
dritten Heftes zeigt Prof. Haushofer am Beiſpiel der
vieltauſend=
jährigen Geſchichte Japans, Chinas und Indiens, wie geopoli
tiſche Einflüſſe die Verſuche zur Durchführung radikaler
Partei=
drogramme maßgebend und fruchtbar beeinflußten. Kanadas
geopolitiſche Eigentümlichkeit leuchtet aus einem Aufſatz L
Hamiltons über die kanadiſche Forſtwirtſchaft hervor; im
zwei=
ten Teil ſeines Aufſatzes über Rhein und Donau als
Staaten=
bildner behandelt Prof. Vogel die Donau und zieht abſchließend
die Folgerungen. Vizeadmiral Hollweg behandelt die
Oel=
probleme des indopazifiſchen Raumes, Prof. Blum unterſucht
geſtützt auf eine Anzahl intereſſanter Karten, die Grundlager
des euroräiſchen Verkehrs. Die Berichterſtattung faßt die
geo=
politiſch bedeutſamen Geſchehniſſe des letzten Monats zuſammen,
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 16. April 1924.
Nummer 107.
Die engliſch=ru ſiſche Konferenz.
* Macdonald, Englands Premier, hat ſich bekanntlich ſtark
geniacht, fein eigener Außenminiſter zu ſein, obwohl es ihm an
Erfahrung auf dieſem Gebiete gebricht. Nunmehr ſteht er vor
einer ſchwierigen Probe auf ſeine ſtaatsmänniſche
Leiſtungsfähig=
keit in Geſtalt der ruſſiſch=engliſchen Konferenz über die
Schulden=
frage und die Probleme der Kreditgewährung wie der
Handels=
freiheit. Den erſten Schritt hatte Macdonald getan durch
förm=
liche Auerkennung der Sowjetregierung, was ihm von namhaften
Rednern des Oberhauſes ſcharf verdacht uid beinahe als ſorgloſe
Preisgabe britiſchen Preſtiges aufs Schuldkonto geſetzt worden
iſt. Die Ruſſen ergriffen natürlich ſehr gern die ihnen
entgegen=
geſtreckte Hand und werden nun durch gewandte Unterhändler
auf der Londoner Konferenz verſuchen, feſte Vereinbarungen für
die Handelsbeziehungen zu England zu erlangen und vor allem
das irgend mögliche an Kreditgewährung dort herauszuholen,
Herr Maedonald wird auf der Hut ſein müſſen, um Englands
Intereſſen vor Uebervorteilung zu bewahren. In der öffentlichen
Meinung dort finden die Gäſte — vom Arbeiterblatt „Daily
Herald” abgeſehen — zurückhaltende Aufnahme. Sie gelten nicht
als unbedingt vertrauenswürdig. Und da führende Bankiers der
Regierung eine Denkſchrift überreicht haben mit Aufzählung der
Forderungen, von deren Anerkennung die Wiedereröffnung des
engliſchen Kredites für Rußland abhängig gemacht werden müſſe
ſo erboſt ſich das genannte Arbeiterblatt über eine vermeintliche
„Verſchwörung” gegen die erſte Zuſammenkunft zweier
Arbeiter=
regierungen. Vorbehalte in der bewußten Denkſchrift, wie der,
daß Privateigentum in Rußland in Zukunft durch Garantie der
ruſſiſchen Regierung vor Beſchlagnahme geſchützt werden müſſe,
daß ferner bolſchewiſtiſche Propaganda in anderen, beſonders
kre=
ditgebeuden Ländern, zu unterlaſſen ſei, erſcheinen aber nur allzu
berechtigt. Macdonald wird einen ergebnisloſen Ausgang der
Konferenz von vornherein in Rechnung ziehen können, auch wenn
ſie ſich monatelang hinziehen ſollte, was übrigens in ruſſiſcher
Abſicht liegen ſoll, um zum wenigſten die Gelegenheit zu nutzen
zur Stärkung der kommuniſtiſchen Bewegung in England.
Mac=
donald hat ſich jedenfalls auf ein nicht unbedenkliches Experiment
eingelaſſen. Indeſſen beſteht die Möglichkeit ſeines baldigen
Sturzes aus Gründen der inneren Politik, und dann würden die
Konferenz=Verhandlungen mit Rußland wohl jählings
abge=
brochen werden. Hat doch Großbritannien heute die Auswahl
unter denen, denen es ſein Geld leihen will.
Die Anſprache Masdonalds.
London, 15. April. (Wolff.) Nach dem amtlichen Text
ſagte Macdonald in ſeiner Anſprache an Nakowſki u. a.,
die britiſche Regierung wünſche in die Verhandlungen
einzu=
ſchließen 1. die Erwägung der zwiſchen den Regierungen
beſtehen=
den Verpflichtungen, die Anſprüche der britiſchen Inhaber
ruſ=
ſiſcher Wertpapiere und der britiſchen Untertanen, deren
Eigen=
tum beſchlagnahmt oder die anderer Weiſe durch die Ereigniſſe
und die Politik Rußlands geſchädigt worden ſeien.
Selbſwer=
ſtändlich werde die Regierung gleichartigen ruſſiſchen Anſprüchen
die gleiche Aufmerkſamkeit widmen.
2. der Verträge, die von vormaligen ruſſiſchen Regierungen
mit der britiſchen Regierung abgeſchloſſen worden ſeien und die
nach internationalem Recht als noch immer bindend für beide
Parteien betrachtet werden müßten. Einige würden ſich als unter
den gegenwärtigen Verhältniſſen unmöglich erweiſen, andere
ſeien vielleicht dem Buchſtaben und Geiſte nach mit neuen
Ver=
pflichtungen im Widerſpruch, die eine der beiden Parteien ſeit
1917 eingegangen ſei. Dieſe Maſſe lebender und toter Verträge
müſſe geordnet werden; was auszumerzen ſei, müſſe beſeitigt
werden, die Verträge, über deren Beibehaltung man ſich einigen
könnte, müßten in Kraſt geſetzt werden.
3. den Erſatz des Handelsabkommens durch einen
Handels=
vertrag und die Erörterung der Beſtimmungen, die in gewöhn
lichen Handelsverträgen nicht enthalten ſeien und die dazu
be=
ſtimmt ſeien, die Hinderniſſe zu beſeitigen, die die Unterſchiede
zwiſchen Verfaſſung und Verwaltung der Räteunion und der
britiſchen Regierung andernfalls der Entwicklung der
wirtſchaft=
lichen Beziehungen in den Weg ſtellen müßten. Endlich wünſche
die britiſche Regierung eine ganz offene Erörterung über die
Propaganda und die feindſeligen Maßnahmen, nicht um auf
ver=
gangene Zwiſchenfälle zurückzukommen, die bei dem Zuſtand
tat=
ſächlicher oder latenter Feindſeligkeit zu entſchuldigen ſeien,
ſon=
dern um zu prüfen, ob die Wiederholung von Schwierigkeiten,
dieſer Art bei den neuen Beziehungen zwiſchen beiden Ländern
nicht vermieden werden könnten.
Macdonald ſagte weiter: Großbritannien ſtellt das Recht der
Räteunion nicht in Frage, in ihren inneren Angelegenheiten nach
Gutdünken zu verfahren, aber es betont, daß die erſte
Vorbedin=
gung für freundſchaftliche, gewinnbringende Beziehungen zwiſchen
der Union und England iſt, daß erſtere in dieſemr Punkte dem
engliſchen Vorbilde folgt und weder direkt noch indirekt
irgend=
wie under den Einwohnern Englands, zu Hauſe oder über See,
eine Propaganda treibt, die, wenn ſie im eigenen Lande ihren
Urſprung hat, vielleicht zuläſſig iſt, nicht aber, wenn ſie vom
Aus=
land aus geleitet und ſogar finanziert wird. Es iſt meine Pflicht,
klarzumachen, daß die Einwohner Großbritanniens in dieſer
Be=
ziehung mehr fordern werden, als formelle Verpflichtungen.
Die=
ſer Punkt wird in feſtem, aber, wie ich hoffe, ſehr
freundſchaft=
lichem Geiſt erörtert und, wie ich weiter hoffe, auch geregelt
werden.
Macdonald ſprach ſodann mit vollſtändiger, aber
freundſchaft=
licher Offenheit über die bevorſtehenden Schwierigkeiten und
ſagte: Die Ziele, die wir erſtreben, können nur erreicht werden,
wenn jede Seite zu vollen Verſtändnis für die andere kommt,
wenn wir die Mehrheit der maßgebenden öffentlichen Meinung
unſerer beiden Länder auf unſerer Seite haben. Ich ſpreche nicht
nur als Führer einer Partei, die am nachdrücklichſten für die
de jure=Anerkennung war, ſondern als Führer einer Regierung,
die bereit iſt, Rußland im Bereich des Möglichen jede Rückſicht
zu gewähren, als Vertreter eines Landes, das beſonders in der
Lage iſt, bei Rußlands wirtſchaftlichem Wiederaufbau
mitzu=
helfen, ſoweit letzteres es wünſcht. Unſere Intereſſen beruhen
auf Gegenſeitigkeit, aber, wenn wir hier und dieſes Mal keine
Verſtändigung erreichen können, dann glaube ich nicht, daß ſie in
der Lage ſein können, dieſen Verſuch mit der gegenwärtigen oder
einer anderen britiſchen Regierung zu wiederholen. Ich ſehe
nicht, wo ſie beſſere Ausſichten haben werden,
Weiter führte Macdonald aus, daß die Regierungsmethode
in Rußland nicht dieſelbe ſei wie die in Großbritannien. Das
dürfe während der Erörterungen nicht vergeſſen werden. Die
Abmachungen müßten nicht nur geſchickte Geſchäftsabſchlüſſe ſein,
ſondern es müſſe der Wille zur Verſtändigung vorhanden ſein.
Die zugefügten Schäden müßten wieder gutgemacht werden. Die
Folgen eines Zuſammenbruchs der Konferenz ſeien zu ernſt für
beide Parteien, als daß man dieſer Möglichkeit gleichgültig
gegen=
überſtehen könne. Die Welt beobachte die Verhandlungen genau
und werde entſprechend des dabei erzielten Ergebniſſes darüber
entſcheiden, nicht nur, ſeſches ihre Beziehungen zu Rußland
ſein ſollen, ſondern auch, weſchen Wert derartige Verhandlungen
bei der Beſeitigung beſtehender Schwierigkeiten und
Meinungs=
verſchiedenheiten haben. England habe den erſten großen Schritt
getan, hoffentlich werde der zweite gemeinſam erfolgen und die
Hoffnungen vieler Millionen von Menſchen rechtfertigen.
Engliſche Preſſeſtimmen.
London, 15. April. (Wolff.) Die „Daily Chronicle‟
ſchreibt zur engliſch=ruſſiſchen Konferenz, wer Frieden und
Wohl=
fahrt für Europa erſehne, müſſe der Konferenz Erfolg wünſchen.
— „Daily Expreß” erklärt: Macdonalds geſtrige Rede ſei des
Hauptwortführers des britiſchen Reiches würdig geſeſen.
Auch die „Times” gibt zu, daß Macdonald geſtern tapfer für
ſeine Auffaſſung eingetreten ſei. Das Blatt, das ſich nach wie
vor den Verhandlungen gegenüber fkeptiſch verhält, fragt, was
eigentlich Rakowſkis Ausführungen mit der Tagesordnung der
Konferenz zu tun gehabt hätten. Macdonald habe ſein Aeußerſtes
getan, um eine neue Atmoſphäre zu ſchaffen. Rakowſki habe
ſedoch in taktloſen Erklärungen die praktiſchen Forderungen der
Gegenwart außer acht gelaſſen. Wenn es Macdonald nicht
all=
mählich gelinge, die Verhandlungen in das rechte Fahrwaſſer
zu leiten, ſo ſei ſchwer zu ſehen, wie die Fühlung mit Rußland
durch die Verhandlungen mit den Sowjetdelegierten wiederher
geſtellt werden könne. Macdonald habe auf jeden Fall klar
aus=
gedrückt, daß dies die letzte Gelegenheit ſei.
„Daily Telegraph” hofft im Intereſſe der europäiſchen
Zivi=
liſation, daß die Beziehungen zwiſchen dem ruſſiſchen Volk und
der übrigen Welt wieder aufgenommen werden. Das Blatt
be=
zweifelt jedoch ſtark, daß die geſtern eröffneten Verhandlungen
zu irgend einem Ergebnis führen werden.
Die „Daily News” die der Rede Macdonalds ebeufalls hohe
Anerkennung zollt, wendet ſich gegen die engliſchen Preſſeangriff
auf die Sowjetdelegation und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß
dieſe Nadelſtiche im Laufe der Verhandlungen unterbleiben und
die Konferenz eine angemeſſene Möglichkeit erhält, in einer
Atmoſphäre des geſunden Menſchenverſtandes und gegenſeitigen
Wohlwollens zu verhandeln.
Rakowſki gegen den Verſailler Vertrag.
London, 15. April. (Wolff.) Die Stelle in Rakowſkis
geſtriger Rede, die ſich mit der Notwendigkeit einer Reviſiion des
Verſailler Vertrages befaßt, hat folgenden Wortlaut:
Die Sowjetregierung hat wiederholt erklärt, daß nach ihrer
feſten Ueberzeugung die erſte Bedingung eines ſtabilen Friedens
die Reviſiion des Verſailler Vertrages und der anderen damit
verbundenen Verträge iſt. Dieſe Verträge widerſprechen den
elementaren Intereſſen aller Nationen, und ihre Anwendung ir
der Praxis hat nur zu einer Verſchärfung des Kampfes unter
den Nationen und zum Ruin des Wirtſchaftslebens geführt.
Kamenew über die ruſſiſche Finanzreform.
Moskau, 15. April. (Wolff.) Meldung der Ruſſiſchen
Tele=
graphen=Agentur. In einer Verſammlung der Kommuniſtiſchen
Par=
tei erklärte Kamenew, daß die aktive Bilanz des Außenhandels,
die den Ertrag der Finanzreform ſichere, ebenſo feſt gewahrt bleiben
werde, wie das Monopol des Außenhandels. Gleichzeitig wies
Kame=
new auf die Möglichkeit einer gewiſſen Ausdehnung des Imports im
Rahmen der aktiven Bilanz und im Intereſſe der Stabiliſierung der
Preiſe auf den inneren Markt hin. Dieſe Frage wird nach Mitteilung
Kamenews noch beraten.
Ruſſiſche Ausſiellung in Konſtantinopel.
Moskau, 15. April. (Wolff.) Die Induſtrie= und
Roh=
ſtoff=Ausſtellung der Sowjetunion in Konſtantinopel hat, wie
die ruſſiſche Telegraphen=Agentur mitteilt, einen großen Erfolg.
In den Sitzungen der Delegierten der ruſſiſch=türkiſchen
Handels=
kammer, die die Ausſtellung organiſiert hat, wurden durch
Ver=
treter der türkiſchen Handelskammer wichtige prinzipielle
Ent=
ſchlüſſe über die wirtſchaftliche Annäherung zwiſchen der
Sowjet=
union und der Türkei gefaßt.
Italieniſcher Proteſt an die Schweizer Bundesregierung.
TU. Rom, 15. April. Infolge der durch ſchweizeriſche
Bundes=
ſoldaten an der Grenze bei Ponte Treſa hervorgerufenen Zwiſchenfälle
hat die italieniſche Regierung eine Proteſtnote an die ſchweizeriſche
Bundesregierung geſandt, in der die ſofortige Beſtrafung der
Schul=
digen und Reparationen gefordert werden.
Nummer 105.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 14. April 1924.
Seite 5.
Ne
Heinrich Schmzidt
Neuheiten in Rotſiegel=Krabatten
Ernſt=Ludwigsplatz 2
Fernſprecher 2227
Leder=Handſchuhe, ſchwarz, farbig, weis= Herrenwäſche=Wollweſtien4Anterzeuge
Damenſfrümpfe in Seide u. Flor X Sezwirnte Herrenſocken X Taſchentücher
(3009a
Charlotte Maria Schnarr
Friedrich Carl Meltzer
dipl. cand. mach.
Verlobte
Frankfurt a. M.
Darmſtadt
Oederweg 58
Fuchsſir. 18
Gründonnerstag, den 17. April 1924
(*11159
Zur Beerdigung des Kameraden
Heinrich Welker
iſt Treffpunkt der Kameraden des
Kriegervereins 1874 Darmſtadt und
des Verbandes der
kameradſchaft=
lichen Veretnigung der Krieger=
und Marine=Vereine Darmſtadt
1923 und der Muſik zur Abholung
der Fahnen Mitzwoch, den 16. April,
2½ Uhr nachm., Mathildenſtr. 32.
Todes=Anzeige.
Heute mittag 22/, Uhr
ent=
ſchlief nach langem Leiden
Frau
eidmor
Shereſe Woelohdltel
geb. Heck.
Darmſtadt, den 15. April 1924.
Roßdörferſtr.
(4915
Adam Boländer.
Die Beerdigung ſindet
Donners=
tag 2‟/ Uhr auf dem alten
Fried=
hof, Nieder=Ramſtädterſtr., ſtatt.
Todes=Anzeige.
Allen Verwandten, Freunden und Bekannten
die ſchmerzliche Mitteilung, daß unſer innigſtgeliebter
treubeſorgter/ Vater, Großvater, Schwiegervater
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Herr Bernhardt Stock
am Montag, den 14. d. M., früh 8 Uhr, nach kurzem
ſchweren Krankenlager infolge eines Gehirnſchlages
nach vollendet. 81. Lebensjahre ſanft entſchlafen iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Rudolf Pecher
Ernſt=Ludwigſtraße 8
Familie Fritz Goepel.
Darmſtadt, den 15. April 1924.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 17. April,
nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des
Wald=
friedhofes aus ſtatt.
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Am 14. abends entſchlief ſanft mein lieber Mann,
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Darmſtadt, Gut Sachſendorf (Oderbruch), Aſchaffenburg,
Landskronſtr. 94, den 14. April 1924.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Margarethe Jacoby, geb. Hartenbach.
Die Beiſetzung findet am Donnerstag, den 17. April, vormittags 11 Uhr,
vom Portale des Beſſunger Friedhofes aus ſiatt. (*11158
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und Ostaffiſßs. — Bungföhrten um Bfrike.
Todes=Anzeige
Dienstag mittag ½/12 Uhr verſchied nach langem
ſchweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe
Frau, unſere liebe Mutter, Tochter, Schweſter, Schwägerin
und Tante
Frau Anna Götz
geb. Eidmann
im Alter von 36 Jahren.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Götz.
(493
Darmſiadt, den 15. April 1924.
Pankratiusſtraße 70.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 17. April, nachmittags 3 Uhr,
vom Portal des alten Friedhofes Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſtatt.
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Seite 6.
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vom 9. Ifd. Mts.
— Stadtwald — iſt
genehmigt hinſichtlich des Holzes aus
den Förſtereien Heiligkreuz u. Beſſunger
Laubwald, ausgenommen die Fichten
Vb Klaſſe.
Aus der Förſterei Beſſunger Tanne
ſind die Nutzknüppel genehmigt. Alles
üibrige Holz aus den Förſtereien
Beſ=
unger Tanne und Bürgertanne iſt nicht
genehmigt.
Abgabe der Abfuhrſcheine —
Stadt=
kaſſe, Grafenſtraße vormittags — und
erſter Fahrtag: Donnerstag, 17. I. Mts.
Darmſtadt, den 15. April 1924.
Oberförſterei Darmſtadt.
J. V.: Burk.
(4927
Aus den AmtsverHndigungen des Kreſsamts
Darmſtadt und ben Bekanntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 breiter ſchwarzſeidener
Damengürtel mit großer gelber Schnalle.
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und eine Kiſte mit alten Kleidern und
Schuhen. 1 ſchwarzes Handtäſchchen mit
2 Schlüſſeln. 1 Rolle (5 m) elektr. Draht.
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ſchuhe. 1 ſilberner ovaler
Manſchetten=
knopf mit rotem Stein. 1 braunes
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2 Mk. u. Klemmer. 1 grauer geflochtener
Damengürtel. Eine Anzahl verſchiedene
Schlüſſel. 1 große ovale Broſche, ſchwarz
in Silberfaſſung.
Holzverſteigerung.
Mittwoch, den 23. April ds. Js.,
um /,9 Uhr vorm., werden in
Darm=
ſtadt („Heiliges Kreuz”) aus
Diana=
burger Hegſtück 32, 34 und
Mörs=
bacherſchlag 26 verſteigert: Scheiter,
rm: 182 Buchen, 72 Eichen, 3 Erlen, 1
Fichten; Knüppel: 420 Buchen, 50
Hainbuchen, 128 Eichen, 8 Birken, 2.
Erlen, 4 Kiefern, 8 Fichten;
Knüppel=
reiſig, um: 56 Buchen, 36 Eichen;
Reiſig, rm: 91 Buchen, 11 Erlen.
Aus=
kunft erteilen die Herren Förſter Heger=
Forſthaus Kalkofen und Förſter Lang=
Meſſeler Falltorhaus.
(4894
Darmſtadt, den 14. April 1924.
Heſſ. Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
Rf
jöter Mochsuwgsfi
Vürmſtasert Weikenmaett.
Die Ausweiskarten für die für
1924/25 vergebenen Mark=ſtandplätze ſind
in der Zeit vom 22.—26. ds. Mts.,
vor=
mittags gegen Zahlung des Platzgeldes
für das 1. Ziek bei der Städt.
Markt=
verwaltung (Stadthaus, Zimmer 26)
er=
hältlich.
(st4895
Darmſtadt, den 14. April 1924.
Der Oberbürgermeiſter.
E
Jagd=
Verpachtung.
Donnersiag, den 24. April 1924,
nachmittags 1 Uhr, wird in der
Wirt=
ſchaft des Matth. Ochſenſchläger, dahier,
die hieſige Gemeindejagd, umfaſſend
1750 Morgen Feld und Wald, auf 6 Jahre
öffentlich meiſtbietend verſteigert.
Die hieſige Jagd, weiſt einen
ausge=
zeichneten Beſtand an Rehen und Faſanen
auf. Die Jagd iſt von Bahnſtation
Hof=
heim i. R. in 20 Minuten, von
Bahn=
ſtation Biblis in /, Stunde zu erreichen.
Nähere Auskunft iſt auf der
Bürger=
meiſterei zu erfahren.
(4881ms
Wattenheim, am 13. April 1924.
Heſſ. Bürgermeiſterei Wattenheim.
Rummer 102.
Aus der Landeshauptſiadt.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 16. Aprit 1924
*Grundſteuer und Friedensmiete.
Seite 7.
Darmſtadi, 16. April.
*Die Intendantenkriſe.
Die Intendantenkriſe am Heſſiſchen Landestheater iſt
chroniſch geworden. Sie iſt keine Kriſe mehr, ſie iſt eine Tragödie
oder auch eine Farce.
Die heſſiſche Regierung hat die Stellung eines Intendanten
am Heſſiſchen Landestheater vor Monaten öffentlich zur
Wieder=
beſetzung ausgeſchrieben. An die hundert Bewerber haben ſich
auf dieſes Ausſchreiben gemeldet und 80 kamen in die erſte
Wahl, 17 bzw. 19 in die engere und 3 bzw. 5 in die engſte Wahl.
Auf Herz und Nieren wurden die Kandidaten geprüft und alle
möglichen berufenen Inſtanzen und die ſich als ſolche berufen
fühlten, haben ſich gutachtlich und empfehlend geäußert, aber die
Regierung konnte ſich nicht entſchließen oder ſie ſtößt bei ihren
Verpflichtungsverſuchen bei den ihr genehmen Kandidaten auf
wenig Gegenliebe. Dieſes Verhandeln, Prüfen, Vorſchlagen
und Ablehnen geht nun durch vier Monate hindurch und das
Reſultat iſt, daß wir noch immer keinen Intendanten haben.
Keinen bedeutenden und keinen unbedeutenden, keine erſte und
keine nicht=erſte Kraft. Jetzt heißt es ſeit Tagen, der Herr
Finanzminiſter und auch der Herr Oberbürgermeiſter ſeien auf
Entdeckungsreiſen, um neue Kandidaten aufzuſpüren; auch das
bis heute noch ohne Erfolg.
Soweit kann man die Angelegenheit mit einem ernſten und
einem heiteren Auge anſehen. Schließlich kann man es den
zu=
ſtändigen Stellen ja nicht verwehren, zur allgemeinen Heiterkeit
beizutragen.
Aber es gibt eine ſehr ernſte Seite dieſer
Intendanten=
farce. Sie iſt ſo ernſt, daß wir uns verpflichtet fühlen,
nunmehr aus der von uns bisher geübten Zurückhaltung
heraus=
futreten und dann doch die Frage an die Regierung zu
rich=
ten, ob ſie die Abſicht hat, durch ihren Mangel an
Entſchluß=
fähigkeit die Darmſtädter Theater reſtlos zu ruinieren.
Es kann der Regierung doch nicht unbekannt geblieben ſein,
daß das Schauſpiel= und auch das Opernenſemble
Darmſtadts beginnt, ſich aufzulöſen. Die
tüchtig=
ſten Kräfte aus allen Rubriken haben entweder bereits
Engage=
ment nach auswärts angenommen oder ſie ſuchen noch, ſind aber
auf jeden Fall bereit, jedes annehmbare Angebot anzunehmen,
um aus der Ungewißheit in Darmſtadt herauszukommen.
Nie=
mand kann den Herrſchaften das übel nehmen. Sicher ſind viele
Künſtler gern in Darmſtadt und würden der Darmſtädter Bühne
auch treu bleiben, aber wer könnte ihnen zumuten, auch die letzte
noch bleibende Friſt für ein Neuengagement verſtreichen zu laſſen
in der Ungewißheit: Wer wird der kommende Intendant und
kann ich mit ihm oder wird er mit mir abſchließen?
Das muß der Regierung doch bekannt ſein, und es ſollte
ihr doch auch bekannt ſein, daß ſowohl im Schauſpiel wie in der
Oper zurzeit erheblicher Mangel an guten
Kräf=
ten herrſcht. Wir wollen uns hier nicht darüber verbreiten,
worin das begründet iſt, die Tatſache genügt und ſie iſt jedem
Unterrichteten bekannt.
Wir fragen: Was ſoll uns ein noch ſo tüchtiger Intendant
— vorausgeſetzt, daß die Regierung wirklich noch einen findet
wenn dieſer Intendaut in Darmſtadt kein Enſemble mehr
porfindet, mit dem er arbeiten kann, ſo wie es die
künſt=
leriſche Stellung Darmſtadts verlangt, und auch nicht in der Lage
iſt, ſich ein neues Enſemble zu ſchaffen, weil alle guten Kräfte
bereits für die kommende Spielzeit feſtgelegt ſind?
Wenn wir in abſehbarer Zeit ein
Probinz=
theater ſchlimmſter Note geworden ſind, trägt
niemand Schuld daran, als die
Entſchlußloſig=
keit der zuſtändigen Regierungsſtellen. Das
wollen wir doch auf jeden Fall heute ſchon vor aller
Oeffentlich=
keit feſtſtellen.
— In den einſtweiligen Ruheſtand tritt auf Grund des Geſetzes
bom 19. Dezember 1923 zur Herabminderung des öffentlichen Perſonal
aufwands am 1. Juni d. Js. der Miniſterialoberreviſor bei dem
Mini=
ſterium der Finanzen Hubert Opfermann zu Darmſtadt.
— Tanzgaſtſpiel Charlotte Bara. Am Mittwoch, den 16. April, um
71 Uhr finder im Kleinen Haus ein einmaliges Gaſtſpiel von
Char=
lotte Bara ſtatt. Die Tänzerin iſt in Darmſtadt von ihrem Gaſtſpiel
1922 bekannt. Das Darmſtädter Tagblatt ſchrieb damals: „. . . . als
völlig abgeſchloſſenes Kunſtwerk von rein religiöſer Wirkung war die
„Gotiſche Viſion” und ins höchſt künſtleriſche gemeiſtert die ganz auf
Linie eingeſtellte ſcharf charakteriſierte Aegypterin, vollendet auch in der
klaren ausdrucksvollen Bewegung.”
Einkommenſteuervorauszahlungen 1924. Zur Vereinfachung der
Berechnung des Ueberſchuſſes der Einkünfte über die Werbungskoſten
nach Art. I § 7 der 2. Steuernotverordnung hat der Reichsminiſter der
Finanzen nachſtehende Pauſchalbeträge für die Unkoſten zugelaſſen: 1. bei
Aerzten 25 v. H., 2. bei Rechtsanwälten (im Hauptberuf mit Bureau)
33½½z v. H., 3. Handelsvertreter, die ſelbſtändig ſind 33½/z v. H., 4.
Spe=
diteuren 70 v. H. Dieſer Pauſchſatz kann für die erſte Zahlung gewählt
werden. An dieſe Erklärung iſt der betreffende Pflichtige für die
bäteren Vorauszahlungen gebunden. Endgültige Nachprüfung erfolgt
bei der Veranlagung.
— Allgemeine Bergpolizeiverordnung für das Land Heſſen. Eine
neue Bergpolizeiverordnung iſt am 15. ds. in Kraft getreten unter
Aufhebung der beſtehenden vom 13. Juni 1876 und der Verordnung,
die Aufbewahrung und Verwendung briſanter Sprengſtoffe beim
Berg=
werksbetrieb betr. vom 12. Dezember 1894. Für
Braunkohlenbrikett=
fabriken und Braunkohlengufbereitungsanſtalten gilt die neue
Ver=
ordnung ergänzend neben der Bergpolizeiverordnung für die
Braun=
kohlenbrikettfabrifen und =Aufbereitungsanſtalten vom 20. Sept. 1902.
Die Friſt, innerhalb deren nicht genehmigte Funkanlagen zur
nachträglichen Genehmigung angemeldet werden müſſen, läuft am 16.
April ab. Die Verordnung des Reichspräſidenten zum Schutze des
Funkverkehrs vom 8. März 1924 bedroht die Verwendung von
Funk=
geräten aller Art ohne Genehmigung der Reichstelegraphenverwaltung
mit Gefängnis. Straffrei bleibt nur, wer die nachträgliche Genehmigung
bis ſpäteſtens 16. April beantragt. Die Anmeldung hat ſchriftlich bei
dem zuſtändigen Poſtamt zu geſchehen und muß folgende Angaben, über
die benutzten Empfangsgeräte enthalten: a) ob mit oder ohne Stempel
RTV, b) ob ſelbſt gebaut oder fertig gekauft, c) ob
Kriſtalldetektoremp=
fänger mit oder ohne Verſtärker, d) ob Röhrenempfänger. Die
Geneh=
migungsgebühr iſt für alle Arten von Anlagen die gleiche, und zwar
Mark monatlich; ſie wird ſpäter durch das Poſtamt eingezogen werden.
Bei der Anmeldung ſind alſo noch keine Gebühren zu entrichten.
— Koloniale Vereinigung. Alle Kolonialdeutſchen und
Kolonial=
freunde werden nochmals auf die am Mittwoch, den 16. April, abends
Uhr, im „Bürgerhof”, Eliſabethenſtraße 2, ſtattfindende
Verſamm=
ung aufmerkſam gemacht. Der Zweck der Zuſammenkunft iſt die
Grün=
dung einer Vereinigung zur Pflege und Ausbreitung des kolonialen
Gedankens in Darmſtadt und Umgebung. Da in allen größeren Städten,
ogar vielen kleineren als Darmſtadt, ſolche Vereinigungen ſchon lange
beſtehen, wurde eine derartige Vereinigung von vielen hier und der
Umgebung wohnenden Kolonialdeutſchen und Kolonialfreunden ſchmer
lich vermißt. Vergleiche auch Aufforderung in der Montagsnummer
dieſes Blattes.
8 Wohnungstauſch gegen hohe Entſchädigung. Ohne Zweifel, ſo ſagt
eine Entſcheidung des Oberlandesgerichts Hamburg, ſtellt
es eine ungeſunde Entwicklung dar, wenn heute die Zahlung mehr oder
minder großer Abſtandsſummen für die Zuverfügungsſtellung einer
Woh=
nung üblich geworden iſt. Von da bis zum Handeln gegen die guten
Sitten iſt aber noch ein weiterer Schritt. So wie die Dinge ſich entwickelt
haben, iſt die Möglichkeit, die eigene Wohnung zu dem gedachten Zwecke
auszunutzen, zu einem wirtſchaftlichen Gute geworden, deſſen Ausnutzung,
rundſätzlich wenigſtens, nicht den Intereſſen des Gemeinwohls zu wider
ſprechen braucht. Zum Schutze der Intereſſen der Beteiligten wie der
Geſamtheit ſind die Behörden, in erſter Linie der
Bezirkswohnungskom=
miſſar, berufen. Von deſſen Genehmigung hängt es ab, ob eine
Tauſch=
vereinbarung überhaupt Wirklichkeit gewinnen kann. Läßt er ſich hierbei
ſchlechthin von ſachlichen Erwägungen leiten, dann erfahren eben die
Intereſſen der Beteiligten wie der Allgemeinheit im Einzelfalle eine
usreichende Berückſichtigung, ſo daß eine ungerechtfertigte Bevorzugung
inzelner auf Koſten anderer ausſcheidet und die Gunſt der Umſtände,
die im gegebenen Falle den Tauſch ermöglicht, an ſich einen gegen die
guten Sitten verſtoßenden Faktor nicht in ſich zu bergen braucht.
— Kant=Feier. Wir verſveiſen an dieſer Stelle auf die
Gedächt=
nisfeier für Immanuel Kant, am Donnerstag, im Kleinen Haus des
Landesthegters.
Sind Grundſteuern vom 1. April an aus den 30 %
der Friedensmiete zu decken?
Reg.=Rat Tormin=Lübeck ſchreibt dazu in der „Z. für Kom.
Wirtſchaft” Nach § 28 der 3. StNV. müſſen die dem Eigentümer
ver=
eibenden Beträge der geſetzlichen Miete am 1. April 1924 30 Prozent
der Friedensmiete erreicht haben. Vielfach iſt die Anſicht verbreitet,
daß nicht nur zur Deckung der Aufwertungsſteuer (ſog.
Mietzins=
ſteuer) der §5 26 und 28 der 3. StNV., ſondern auch zur Deckung der
Grundſteuern und Umlagen der Länder und Gemeinden, die bereits
unabhängig von der neuen Aufwertungsſteuer erhoben werden,
Miet=
zuſchläge neben den erwähnten 30 Prozeut feſtgeſetzt werden müſſen.
Dieſe Anſicht iſt unrichtig, denn die 30 Prozent ſollen nach dem Wortlaut
des § 28 dem Eigentümer nicht zur freien Verfügung oder
ausſchließ=
lich zur Inſtandſetzung
Abgaben genannt. Daraus folgt, daß die im § 28 der 3. StNV.
genaun=
en 30. Prozenk dem Hauseigentümer in erſter Linie gerade auch zur
Deckung der Grundſteeurn und Umlagen dienen ſollen. Ob ſie dazu
ausreichen, iſt eine Frage, die nur nach den örtlichen Verhältniſſen
ent=
chieden werden kann (beiſpielsweiſe waren in Bayern bisher zur
Deckung der Betriebs= und Inſtandſetzungskoſten einſchließlich
Grund=
ſteuer und Umlage 36 Prozent erforderlich). Jedenfalls forde
2
5. StNV. nicht, daß als Miete erſt die 30 Prozent der Frieden
gezahlt werden und daneben noch ein Zuſchlag für die Grundſteuer
und dann drittens ein Zuſchlag für die Aufwertungsſteuern. Ein
be=
ſonderer Zuſchlag iſt nur für die Aufwertungsſteuer erforderlich.
Natürlich darf dieſe Rechtslage nicht dazu führen,
daß etwa Länder und Gemeinden die
reichsgeſetz=
ichen Beſtimmungen dadurch umgehen, daß ſie an
Stelle der Aufwertungsſteuer eine Grundſteuer
erheben und dieſe dann durch die 30 Prozent ganz
oder teilweiſe decken laſſen. Das wird aber ohne weiteres
ſadurch erkennbar ſein, daß in dieſem Falle die
Grund=
ſteuer das Vorkriegsmaß erheblich überſteigt. In
der Höhe, in der ſie vor dem Kriege erhoben wurden, können die
Grund=
ſteuern ebenfalls mit den 30 Prozent als abgegolten gelten, wenn nicht
nach den örtlichen Verhältniſſen ſchon vor dem Kriege eine ſo hohe
Grundſteuer erhoben wurde, daß die Betriebs= und
Inſtandſetzungs=
koſten mit den 30 Prozent, die ja einen Mindeſtſatz darſtellen, nicht
gedeckt werden können (München, Hamburg).
— Reichsſtelle für Nachläfſe und Nachforſchungen im Ausland. Ab
1. d. M. beſteht dieſe dem Auswärtigen Amt angegliederte Stelle. Sie
übernimmt, infolge Umbildung des Reichswanderungsamts, von deſſen
bisherigem Aufgabenkreis die Angelegenheiten der Nachläſſe
verſtorbe=
ner Deutſcher im Ausland ſowie die Bearbeitungen der Nachforſchungen
und Perſonenſtandsſachen im Ausland.
Fahrplanänderungen. Ab 14. April ds. Js. hält der
Perſonen=
zug 3414 Groß=Zimmern-Darmſtadt wieder regelmäßig in Darmſtadt=
Nord von 3,06 bis 3,07 nachm. Ab 22. April ds. Js. halten nachſtehende
Züge auf Bahnhof Zellhauſen nicht mehr: Perſ.=Zug 451 nach
Wiebelsbach=Heubach (Zellhauſen ſeither ab 4,27 vorm.), Perſ.=Zug 469
nach Wiebelsbach=Heubach (Zellhauſen ſeither ab 11,03 nachm.), Perſ.=
Zug 472 nach Hanau=Oſt (Zellhauſen ſeither ab 9,12 nachm. Der Perſ.=
Zug 2661 Goddelau—Erfelden—Fraukfurt (Main) wird ab Goldſtein
bis Frankfurt a. M. durchweg 5 Minuten früher befördert, Goldſtein
ab 7,04, Fraukfurt (Main)=Hbf. an 7,17 vormittags.
Vier Nordlandfahrten. Das Nordland mit ſeinen Fjorden und
Fielden gewinnt allmählich ſeine alte Bedeutung als Sommerziel der
deutſchen Seetouriſtik wieder. Mit einem intereſſanten und
reichhal=
tigen Reiſeprogramm, das vier Nordlandfahrten umfaßt und eine
be=
ſondere Anziehungskraft auch deshalb ausüben dürfte, weil dieſe
Fahr=
ten durch die neuen Beſtimmungen über Auslandsreiſen nicht betroffen
werden, tritt jetzt die Deutſche Oſt=Afrika=Linie hervor. Die Fahrten
werden durch das neueſte und ſchönſte Schiff der Geſellſchaft, durch
den Turbinendampfer „Uſambara” ausgeführt, der, mit allen
moder=
nen Bequemlichkeiten und Sicherheitseinrichtungen ausgeſtattet, eine
angenehme Seereiſe verbürgt. Die erſte Fahrt dauert vmo 20. Juni bis
um 3. Juli und führt die Reiſeteilnehmer von Hamburg nach dem
Har=
dangerfjord und den Lotefos=Fällen. Von dort aus geht es nach Bergen
ind in die ſchönſten norwegiſchen Fjorde, deren Großartigkeit ſich
einer überraſchenden Lieblichkeit des Landſchaftsbildes paart.
ie
Fahrtroute der am 6. Juli beginnenden und am 24. Juli abſchließenden
zweiten Nordlandfahrt geht von Hamburg über Odde, Molde, Naes,
Trondheim und Tromsö hinauf uach Hammerfeſt und dem Nordkap.
Auf der Rückreiſe werden Lyngseidet, Digermulen, Merok, Gudvangen
und Bergen angelaufen. Die dritte Reiſe, für die eine Dauer von 24
Tagen vorgeſehen iſt, beginnt mit der Ausfahrt ams Hamburg am
2. Juli. Odde iſt wiederum der erſte norwegiſche Anlaufhaſen, den
weitere Fjordhäfen bis hinauf nach Hammerfeſt folgen. Von dieſem
Orte aus führt die Fahrtroute über das Nordtap nach Spitzbergen,
vo die Kings Bai, die Croß Bai, die Magdalenen= und die Smerenberg
Bai beſucht werden. Dann geht es wieder zurück nach Norwegen und
über Digermulen, Merok, Gudvangen und Bergen heimwärts nach
Hamburg. Die dierte Reiſe füllt die Zeit vom 24. Auguſt bis zum
11. September aus. Ihre Fahrtroute iſt die gleiche wie die der zweiten
Reiſe. Auf ſämtlichen Nordlandfahrten werden von den einzelnen
Landungsplätzen aus intereſſante Landausflüge veranſtaltet, auf denen
die Teilnehmer die bedeutendſten nahe der Küſte gelegenen
landſchaft=
lichen und kulturellen Sehenswürdigkeiten kennen lernen. Alle näheren
Auskünfte über Programme, Preiſe uſw. erteilt die Paſſageabteilung
der Woermann=Linie A.=G. und der Deutſchen Oſt=Afxika=Linie ſowie
das Reifeburean der Hamburg=Amerika=Linie in Hamburg.
Lofale Veranſtaltungen.
Die Sterunter erſchelnenden Notizen Aind ausſchlleßlich als Hinweiſe auf Ungelgen zu betrachten,
m ſeinem Feſie ipendwie ais Beſprechung oder Kridk.
— Konfirmanden=Abend! Alle Konfirmanden, denen es
mit dem Gelübde, das ſie am Altar abgelegt haben, ernſt iſt, und die
den feſten Vorſatz haben, ernſte Chriſten und gute Staatsbürger zu
wer=
den; Menſchen, die einmal den Platz in ihrem Lelen ausfüllen und
da=
ſtehen wollen wie der Baum, anpflanzt an den Waſſerbächen, alle
die=
jenigen ſind zu unſerem Konfirmanden=Abend am 2. Oſtertag, abends
3 Uhr, im Vereinsraum Dieburger Str. 26 I herzlich eingeladen.
Muſika=
iſche und deklamatoriſche Darbietungen werden die Feier verſchönern.
Die Bewirtung (Kakao und Gebäck) iſt frei. Karten, die zum Eintritt
berechtigen, ſind bis zum Samstag=Nachmittag, 3 Uhr, ebenfalls (
koſten=
los) in der Dieburger Straße 26 I zu haben. Neben Konfirmanden ſind
in unſeren Reihen ernſt=chriſtlich geſinnte junge Männer, die den Kampf
jegen alles Gemeine, Unwahre und Unchriſtliche aufnehmen wollen,
herzlich willkommen.
e. Stadtmiſſion. Am erſten Feiertag, abends 8 Uhr
nicht 8½ Uhr —, findet eine muſikaliſch=deklamatoriſche Feier ſtatt.
Zu den Reichstagswahlen.
Der Verband heſſiſcher Regimentsvereine erläßt
an ſeine Mitglieder und alle alten Soldaten folgenden Aufruf:
Kameraden! Der Reichstag wurde aufgelöſt. Endlich! iſt wohl
auch das allgemeine Gefühl in unſeren Reihen.
1920 gewählt, trug dieſer erſte Reichstag der deutſchen Republik
noch den Stempel einer revolutionszerrütteten Zeit. Die lebendige
politiſche Entwicklung des Volkes hat die in taktiſchen Koalitionsſorgen
erſtarrte Volksvertretung längſt überholt.
Die für den 4. Mai angeſetzten Neuwahlen legen dem deutſchen
Volk erneut ſeine Schickſalsbeſtimmung in die Hand.
Kameraden, alte Soldaten! Auch auf Euch kommt es an!
Unſere Regimentsvereine treiben zwar keine Politik, darin liegt
ihre Stärke. In der treuen Kameradſchaft ſind wir alle gleich.
Aber was wir erſtreben wollen, iſt die Erhaltung der alten
Kamerad=
ſchaft, die Wiedergeburt unſeres über alles geliebten deutſchen
Vaterlan=
des, das Wiedererwachen eines ſtark betonten Volksbewußtſeins als
Heſſen und Deutſche, die deutſche Einheit, die Wiederkehr der
Wehrfreu=
digkeit, die allein den Aufbau und Beſtand deutſchen Landes ſichern
ann.
Wir treten bewußt ein für deutſchen Glauben, deutſche Treue,
deutſche Ordnung im Volksleben; wir erſehnen eine Regierung, die,
frei von einſeitigen Parteizielen, unſeren Regimentsvereinen die
Frei=
heit des Handelns zurückgibt, unſere Verſammlungen nicht verbietet.
Kameraden! Dieſe rein vaterländiſchen Ziele verfolgen, heißt nicht
Politik treiben. Das Wohl und Wehe unſeres Vaterlandes ſteht uns
turmhoch über allen Parteien und ihrem Parlamentarismus.
Wir haben uns an keine politiſche Partei gebunden; es gibt
ver=
ſchiedene, die unſeren Zielen dienen und auf vaterländiſchem Boden
ſtehen.
Kameraden! Eure Pflicht als deutſche Männer und alte Soldaten
verlangt, daß Ihr am 4. Mai eintretet für eine natürliche Mehrheit
im kommenden Reichstag, eine Regierung, die vaterländiſch fühlt und
auch handelt.
Denkt daran, daß der 4. Mai das Schickſal Deutſchlands auf 5 Jahre
beſtimmt und gebt Eure Stimme ab im Bewußtſein der Verantwortung,
dem Vaterlande zu dienen.
„
Das iſt alte Soldgtenart4
* Hundetolſwut.
Im Hinblick auf die immer noch beſtehende. „Hundeſperre” iſt. es
vielleicht angebracht, einmal die Urſachen und Erſcheinungen etwas
näher ins Auge zu faſſen, die das Bild der Hundetollwut, auch
Wut=
krankheit oder Lyſſa genannt, bedingen. Denn der Laie weiß von
die=
er furchtbaren Erkrankung im allgemeinen viel zu wenig, und nur ſo
iſt es zu erklären, daß immer noch Fälle vorkommen, wo gegen die
poli=
zeilichen Schutz= und Abſperrvorſchriften verſtoßen wird, die, wie i
ſier eigens betonen möchte, nicht ſtreng genug überwacht und nichnt
ſcharf genug durchgeführt werden können. Jeder Verſtoß gegen dieſe
yygieniſchen Maßnahmen kennzeichnet ſich als ungeheure
Verantwor=
tungsloſigkeit.
Um es gleich vorneweg zu ſagen: Die Lyſſa des Menſchen iſt
eine akute und ohne rechtzeitige ärztliche Behandlung ſtets tötlich
verlaufende Krankheit, die durch den Biß wutkranker Tiere, am
häu=
figſten von Hunden, oder durch ihren Speichel übertragen wird, der
auf irgend eine Weiſe in eine Wunde gelangt. Doch nicht allein durch
Hunde kann die verderbliche Krankheit übertragen werden. Es ſind
Fälle vorgekommen, da Katzen, auch Füchſe und Wölfe die Lyſſa
übertragen haben und es ſteht feſt, daß auch durch wutkranke
Men=
chen eine Weiterverbreitung erfolgen kann. Ein ſolcher Fall — ſie
ſind glücklicherweiſe ſehr ſelten — iſt in der Literatur beſchrieben.
Aus der Tatſache, daß die Krankheit „übertragbar” iſt, geht
her=
vor, daß es ſich um eine Infektionskrankheit handelt, um eine
Krank=
heit alſo, die ihre letzte Bedingung in dem Vorhandenſein eines
ſpe=
zifiſchen Erregers findet. Während man heute die Erreger der
mei=
ſten Infektionskrankheiten ſehr genau kennt, ſo hat man doch den
Er=
eger der Hundetollwut noch nicht recht identifizieren können.
Aller=
dings iſt 1903 durch Negri im Nervenſyſtem wutkranker Tiere das
Vorhandenſein von rundlichen, etwa /.oo Millimeter großen Körperchen
nachgewieſen worden, und dieſer Befund, der Nachweis der „Negriſchen
Körperchen” dient auch heute noch als der beſte und zuverläſſigſte
Nachwveis für die Diagnoſe. Daß das Nervenſyſtem bei Tier wie bei
Menſch tatſächlich der Sitz des Krankheitsgiftes iſt, wird durch die
Tat=
ſache bewieſen, daß eine Einverleibung geringer Mengen ſolcher „
in=
fizierter” Nervenſubſtanz am Verſuchstiere den Ausbruch der
Krank=
ſeit zur Folge hat. Doch auch der Speichel wutkranker Tier hat
ſtark infizierende Eigenſchaften, ohne daß in ihm dieſe „Negriſchen
Körperchen” zu finden geweſen wären. Deshalb müſſen weitere
For=
ſchungen erſt noch lehren, ob die Anſicht Negris, dieſe rundlichen
Zell=
körperchen ſeien die Erreger der Tollwut, zu Recht beſteht.
Beim Hunde zeigen ſich die Vorläufer der Krankheit nach einem
Zeitraum von 3—5 Wochen nach erfolgter Infektion, alſo nach dem
Biß durch einen anderen, kranken Hund. Dieſer Zeitraum, innerhalb
deſſen ſich im Körper des befallenen Organismus der endgültige
Aus=
bruch der Krankheit vorbereitet, weil die eingedrungenen Erreger
ſol=
ſen ſie ihre volle Wirkung entfalten, ſich erſt den Boden der für ſie
günſtigen Lebensbedingungen ſchaffen und
ſich vermehren müſſen,
wird Schlummerzeit oder „Inkubationszeit” genannt. Sie iſt
charakte=
riſtiſch für jede Infektionskrankheit, iſt aber natürlich jeweils zeitlich
ganz verſchieden. Sie beträgt z. B. bei Influenza 1—3 Tage, bei
Typhus 1—3 Wochen, bei der Tollwut des Menſchen 14 Tage bis zu
dielen Monaten. Da nun aber durch einen lyſſg=infizierten Hund
chon dor dem deutlichen Auftreten der eigentlichen
Krankheitser=
cheinungen, alſo während des Inkubationsſtadiums, eine
Uebertra=
gung durch den Speichel natürlichexweiſe möglich iſt, ſo kann auch der
Biß ſcheinbar nicht wutkranker Hunde die
Gefah=
der Krankheitsübertragung in ſich tragen. Gerade dieſe
Tatſache ſollte uns zur Warnung dienen und legt uns die Berechtigung
der allerſchärfſten Gegenmaßnahmen klav vor Augen.
Bei der ausgebrochenen Krankheit beim Hunde unterſcheidet man
zwei berſchiedene Formen, in denen die Krankheit auftreten kann, die
raſende und die ſtille Wut, deren verſchiedene Erſcheinungen nach
Vaſteur durch die verſchiedenartige Lokaliſation der Giftſtoffe im
Nervenſyſtem bedingt ſind. Die raſende oder konvulſive Wut beginnt
mit dem „Irritationsſtadium”, in dem ſich eine große Reizbarkeit und
gefährliche Sucht, zu beißen bei dem unſtet und heulend bellenden
Hunde geltend macht, der ſchnell abmagert, da er an Stelle der
ge=
wöhnlichen Nahrung häufig unverdauliche Gegenſtände, wie Erde,
Holzſtücke, Laub und Kot verſchluckt. Durch das Auftreten von
Ochlingkrämpfen, die ſich bei jedem Verſuche, zu trinken, ſtets
viederholen, kommt es dann zur Erſcheinung der Waſſerſcheu.
Nach 3 oder 4 Tagen ſchließt ſich das Stadium der „Paralyſe”, an,
Lähmungen, die, an den Hinterbeinen beginnend, ſich auf den ganzen
Körper ausdehnen, worauf in Kürze der Tod eintritt, der kein
be=
allenes Tier verſchont.
Noc) ſchneller verläuft die ſeltenere
„ſtille”, Wut, da ſich die Lähmungen ſchon früher, ohne das
voraus=
gehende Reizſtadium, einſtellen.
Beim Menſchen zeichnet ſich die Wutkrankheit, wie erwähnt,
durch ein oft ſehr langes Inkubationsſtadium aus, das bis zu mehreren
Nonaten betragen kann. Die eigentlichen Krankheitserſcheinungen
be=
ginnen meiſt mit Schmerzen in der Umgebung der Bißſtelle, mauchmal
verbunden mit einer entzündlichen Rötung dieſer Stelle. Bald aber
ſtellen ſich die Anzeichen einer ſchweren Erkrankung ein.
Appetit=
mangel, Kopfſchmerzen, trübe Stimmung, Unruhe, Angſtgefühl,
Schlaf=
loſigkeit, leichte Schling= und Atembeſchwerden, leichte
Temperatur=
erhöhung und als Charakteriſtikum ein Widerwille gegen Flüſſigkeiten
trotz ſtarken Durſtes gelten als Vorboten der Erkrankung. Nach
einigen Stunden bis Tagen erfolgt dann der erſte Anfall äußerſt
ſchmerzhafter Schlingkrämpfe bei dem Verſuch, zu trinken.
Der=
irtige Anfälle, die ſchließlich allein ſchon durch den Anblick eines
Trinkgefäßes ausgelöſt werden, machen in der Folge jegliche
Nahrungs=
aufnahme, ſogar das Verſchlucken des Speichels, völlig unmöglich.
Eine ins Extreme geſteigerte Reizbarkeit läßt jeden, noch ſo geringen,
äußeren Anlaß (Streicheln, Berühren, Gexäuſch, Licht) zur Urſache
der furchtbarſten, ſich über den ganzen Körper erſtreckenden Krämpfe
werden. Später treten Delirien, ja richtiggehende Raſereianfälle dazu
worauf auch hier ſich Lähmungserſcheinungen ganzer Körperabſchnitte
einſtellen, die durch heftiges und fortdauerndes Erbrechen eingeleitet
werden. Und nun erfolgt bald, unter ſchnellem Verfall der Kräfte
und immer höher werdendem Fieber, der Tod durch die Lähmung des
wichtigſten Organes, des Herzens. Das Entſetzliche aber iſt, daß das
Bewußtſein dieſer Kranken bis zum letzten Moment voll erhalten
blei=
ben kann.
Das beſte Mittel gegen dieſe furchtbare Krankheit iſt ihre
Ver=
hütung. „Krankheiten verhüten iſt beſſer, wie Krankheiten heilen.”
Mit andern Worten: Die ſtrengſte Befolgung und Durchführung der
polizeilichen Schutzvorſchriften. Frei herumlaufende Hunde ſind unter
allen Umſtänden ſofort zu töten und ſelbſt vor beaufſichtigten und
epflegten Tieren ſoll man ſich in Zeiten des Auftretens der Krankheit
in Acht nehmen. Iſt tatſächlich eine Verletzung durch einen, wenn
auch ſcheinbar geſunden Hund erfolgt, ſo verſäume man nich
ofort einen Arzt aufzuſuchen, denn die Behandlung hat nur dann
Wert, wenn ſie zeitig vorgenommen wird. Andernfalls iſt der Verletzte
unweigerlich der Krankheit und dem Tode verfallen. Iſt die Verletzung
ganz friſch, dann kann der Arzt verſuchen, durch lokale Wundbehand
lung ein Eindringen der Erreger in den Körper zu verhindern. Ein
olches Verfahren iſt jedoch natürlich ſehr unſicher und wirkt auch nur
wenige Minuten nach erfolgter Verletzung.
Das ſicherſte Mittel, durch das der ſo Betroffene in den meiſten
Fällen gerettet wird, iſt die Paſteurſche Schutzimpfung. Ich muß es
mir verſagen, an dieſer Stelle näher auf Weſen und Wirkung dieſes
Heilverfahrens einzugehen, da es auf äußerſt komplizierten
Stoffwech=
ſelvorgängen beruht, die weitgehende Vorkenntniſſe in der
mikroſko=
piſchen Anatomie und der Phyſiologie bedingen. Rechtzeitig, d. h.
ſo=
fort angewandt, vermag das Mittel den Ausbruch der Krankheit zu
verhindern, denn es macht den Organismus den Krankheitserregern
egenüber widerſtandsfähig, unempfindlich, es drückt ihm die geeigneten
Waffen in die Fauſt, macht ihn „immun‟. Die Erreger ſind dann nicht
nehr imſtande, Unheil anzurichten, ſie ſtehen gleichſam vor
feſtverſchloſ=
enen Türen. Aber, wie geſagt, nur dann, wenn man keine Zeit
ver=
loren hat. —
Dr. E. Kp.
— Verordnung über Ausreiſegebühren. Die weiter angekündigten
Befreiungen betreffen: 1. deutſche Reichsangehörige, die im Ausland
Wohnſitz oder dauernden Aufenthalt, dagegen im Inland keinen
Wohn=
itz haben; 2. Perſonen, die nachweislich zum Beſuche von
Familien=
angehörigen ins Ausland reiſen, ſofern es ſich um Ehegatten, Verwandte
der Verſchwägerte in gerader Linie handelt und die zu beſuchenden
Perſonen im Ausland Wohnſitz oder dauernden Aufenthalt, im Inland
dagegen keinen Wohnſitz haben; 3. Perſonen, die nachweislich aus
be=
ſonderen Familienanläſſen (Geburt, Eheſchließung, ſchwere Erkrankung,
Todesfall) zu nahen Angehörigen ins Ausland reiſen; als nahe
An=
gehörige gelten: Ehegatten, Verwandte und Verſchwägerte in gerader
Linie ſowie Perſonen, die in der Seitenlinie im 2. Grade verwandt ſind;
Perſonen, die nachweislich zum Beſuche don nahen Angehörigen
(Nr. 3) vder zur Regelung von Familien= oder
Vermögensangelegenhei=
ie
ten in das abgetretene Gebiet reiſen; 5. Rechtsanwälte
beruflich ins Ausland reiſen, ſofern der Vorſtand der Anwaltska
die Notwendigkeit der Reiſe beſchleunigt; ſolcher Beſcheinigung bedarf
s nicht, wenn es ſich nachweislich um Verhandlungen vor einem
inter=
nationalen Gericht handelt; 6. Aerzte, die nachweislich zu
Konſulations=
oder Operationszwecken oder zur Teilnahme an Kongreſſen ins
Aus=
and reiſen; 7. Angehörige anderer freier Berufe, die nachweislich zur
Ausübung ihres Berufs ins Ausland reiſen; 8. Studierende, die im
Rahmen des Studienplanes auf eine ausländiſche Hochſchule gehen. Ein
Härteparagraph geſtattet in beſonderen Einzelfällen Gebührenfreiheit.
In Kraft ſeit 5. April 1924.
Ausfall von Zügen. Ab 22. April fallen die Perſonenzüge
Pz. 2830 (W) Biblis ab 4.43, Hofheim (Ried) an 4.50 Uhr nachm. und
Pz. 2831 (W) Hofheim (Ried) ab 5.15, Biblis an 5.22 Uhr nachm.
we=
gen geringer Beſetzung aus.
Seite 8.
Darmſtädter Dagblatt, Mittwoch, den 16. April 1924.
Runizer 107.
Aus Heſſen.
— Grieshein, 12. April. Tollwut. Auf Anordnung des
Kreis=
amts Groß=Gerau iſt, wie in anderen Gemeinden, ſo auch hier eine
Per=
ſon beſtimmt worden, die ſämtliche ohne Mcrlkorb frei umherlaufende
Hunde mit einer Schlinge einfängt. Die eingefangenen Hunde ſind 24
Stunden durch die Bürgermeiſterei aufzubewahren und dem Eigentümer
gegen Zahlung einer Abholungsgebühr von 10 Goldmark auszuliefern.
Hunde, die innerhalb 24 Stunden nicht abgeholt werden, ſind zu töten,
— Zur Konfirmation kommen in dieſem Jahre 56 Knaben und 67
Mäd=
chen. Neu aufgenommen werden zu Beginn des neuen Schuljahres 27
Knaben und 37 Mädchen.
Eberſtadt, 14. April. Samariterprüfung. Im Saale
„Zur Harmonie” fand geſtern mittag in „Anweſenheit Darmſtädter
häſte die diesjährige Schlußprüfunx der Arbeiter=Samariter=Kolonne
unter Leitung des Kolonnenarztes Dr. Aſcher=Eberſtadt ſtatt. Der
praktiſchen und theoretiſchen Prüfung unterzogen ſich 9 Perſonen, die
gut beſtanden. Im letzten Jahre hatte die Kolonne in zirka 120 Fällen
die erſte Hilfe geleiſtet.
* Eberſtadt, 14. April. Beſchwerdeführung. Seitens der
Villenbeſitzer der Villenkolonie „Ludwigshöhe” iſt gegen die beabſichtigte
Errichtung eines Kaffeebetriebs in derſelben beim Kreisamt Beſchwerde
eingelegt worden. — Holzverſteigerung. Bei der am Samstag
in dem fiskalifthen Wald hinter der Villenkolonie abgehaltenen
Brenn=
holzverſteigerung wurden für 2 Raummeter Knüppelholz 15 Mk., für
50 Wellen 5—7 Mk. gelöſt. Gleichzeitig fand eine
Stammholzverſteige=
rung ſtat. — Die Konfirmation der Knaben findet am 2.
Oſter=
feiertag ſtatt, die der Mädchen acht Tage ſpäter. — Schulgarten
Auf dem Gebiete des praktiſchen Werkunterrichts geht die hieſige
Ge=
meinde führend voran. Man hat nämlich beſchloſſen, auf einem
Ge=
meindegrundſtück am Griesheimer Weg hinter dem Garten der
Klein=
kinderſchule nach Ablöſung des ſeitherigen Pachtvertrags einen
Schul=
lehrgarten herzurichten, auf dem eine Baumſchule errichtet und die
Schulkinder praktiſch in alle Obſt= und Gartenbauarbeiten eingeführt
werden ſollen.
Pfungſtadt, 14. April. Eltern=Abend im
Turnver=
ein. Im Saale „Zum Rheiniſchen Hof” hielten die Jugendabteilungen
des Turnvereins e. V. einen wohlgelungenen Eltern=Abend ab. Zum
guten Gelingen der Veranſtaltung hatten insbeſondere die Bemühungen
des Jugendturnwarts K. Eſſelborm beigetragen. Deklamationen,
Reigen, Schattenſpiele und dergleichen wechſelten in bunter Reihenfolge
miteinander ab.
r. Anerbach, 11. April. Schützenfeſt. Die 300jährige Feier des
hieſigen Schützendereins findet am 31. Mai und 1. Juni ſtatt. Als
Feſt=
platz iſt der Garten bes ehemaligen Hotels, oberhalb der Ernſt Ludwig=
Promenade, „Zur Kronc” beſtimmt. Der Vereinsſchießſtand wird
be=
trächtlich erweitert. Feſtkapelle iſt die Kapelle Mickley=Weber, Darmſtadt.
Die Einladungen an die Brudervereine ſind bereits ergangen. Das Feſt
wird vorausſichtlich einen großen Charakter annehmen.
* Ober=Ramſtadt, 14. April. In ſeiner Wohnung erſchoſſen
hat ſich geſtern abend gegen 11 Uhr der etwa 50jährige Zimmermann
Jakob Becker. Die Leiche war durch den Schuß, der mit einem
Kara=
biner, Mod. 88, abgegeben wurde, fürchterlich zugerichtet. Becker
hinter=
läßt ſeine Ehefrau und noch eine Tochter, die am Sonntag konfirmiert
werden wird.
— Lengfelb, 14. April. Am letzten Samstag abend fand in der
„Goldenen Kette” eine Abſchlußfeier des Kochkurſes des
Land=
wirtſchaftsamts Groß=Umſtadt ſtatt, die von etwa 200
Perfonen beſucht war und ſich zu einem ſtimmungsvollen Familienabend
geſtaltete. Herr Bürgermeiſter Grünewald und Herr Direktor Har
wieſen in längeren Reden auf die Bedeutung der Fortbildung 1
Frauen und Mädchen hin. Herr Bürgermeiſter Grüneſvald zollte d
Leiſtungen der Lehrerin und der Schülerinnen beſondere Anerkennung,
die es in verhältnismäßig kurzer Zeit zu einem erſtaunlichen Erfolg
gebracht hätten, was die reiche Ausſtellung beweiſe. Herr Referendar
Petri trug Schillers Lied von der Glocke mit feiner Empfindung vor,
was ſich ſtimmungsvoll in den Rahmen des Abends einfügte. Es
folg=
ten noch zahlreiche Vorträge heiterer und ernſter Art. Ein beſonderes
Verdienſt erwarb ſich der Mandolinenklub, der durch ſeine guten
Dar=
bietungen den Abend verſchönte. Man kann den Kurſus mit ſeiner
ſchönen Abſchlußfeier als einen guten Erfolg auf dem Wege der pr
tiſchen Volksbildung anſehen. Wir begrüßen daher den in Ausſicht
geſtellten weiteren Ausbau dieſer Kurſe freudig und hoffen auf eine
bal=
dige Wiederholung.
B. Beerfelden, 15. April. Wie wir vernehmen, bietet ſich den
Einwohnern von Beerfelden und Umgegend in allernächſter Zeit die
ſeltene Gelegenheit, einen Vortrag des Generals v. d. Goltz übe
das Thema „Meine Sendung in Finnland und Baltikum” zu hören.
Es iſt dem „Verein für Heimatkunde und Volkstum im Odenwald”
ge=
lungen, den General für Sonntag, den 27. April, abends 8 Uhr, zu
einem Vortrag in der hieſigen Turnhalle zu gewinnen. Die Miſſion
des Generals im Weltkrieg in Finnland und Baltikum iſt uns allen
noch in beſter Erinnerung, und bedeutet es für die hieſige Ein= und
Umwohnerſchaft einen ganz beſonderen Genuß, dem Vor
des
be=
ühmten Feldherrn und von den Finnen als ihren Befreier verehrten
Generals Graf v. d. Goltz beizuwohnen. Ein vollbeſetztes Haus iſt
den Veranſtaltern zu wünſchen.
Kreditnot in der Landwirtſchaft.
Die im Reichsverband, der deutſchen landwirtſchaftlichen
Genoſſen=
vereinigten Provinzial= und Landeszentralkaſſen, denen 25 000
Einzel=
genoſſenſchaften angeſchloſſen ſind mit mehr als 2½ Millionen
Einzel=
mitgliedern, vorwiegend Landwirte, haben in ihrer Ausſchußſitzung am
10. April I. Js. folgende Beſchlüſſe gefaßt:
Die von der Rentenbank für die Landwirtſchaft zur Verfügung
geſtellten Kreditmittel ſind, foweit ſie über Reichsbank und Preußiſche
Zentralgenoſſenſchaftskaſſe durch uns den Mitgliedsgenoſſenſchaften zuge
führt worden ſind, völlig unzulänglich und entſprechen bei weitem nicht
der der Landwirtſchaft für die Rentenbank als Sicherheit auferlegten
Grundſchuld.
Die Zentralkaſſen, als Kredit= und Geldausgleichſtellen der
boden=
ſtändigen und auf gemeinnütziger Grundlage arbeitenden Genoſſenſchaften
verſorgen die angeſchloſſenen Landwirte, insbeſondere den kleinen und
mittleren Grundbeſitzer ſowie die gewerbliche Landbevölkerung mit
Kre=
dit und erblicken hierin ihre Hauptaufgabe. Dieſe genoſſenſchaftlich
zu=
ſammengeſchloſſene Landbevölkerung hat naturgemaß in den
Kredit=
genoſſenſchaften und dieſe wieder in den Zentralkaſſen die einzige
Kredit=
quelle.
2. Im Intereſſe der Förderung der landwirtſchaftlichen Produktior
und ſomit der Ernährung unſeres deutſchen Volkes fordern wir eine
ausreichende ſachgemäße Zuleitung der zur Verfügung ſtehenden
Renten=
markmittel, in erſter Linie durch die Preußiſche
Zentralgenoſſenſchafts=
kaſſe, an die genoſſenſchaftliche Kreditorganiſation.
WVir ſtellen feſt, daß ein plötzliches Abſchneiden der Kredite für die
Landwirtſchaft während der jetzigen Frühjahrsbeſtellung eine unheilvolle
Wirkung für die diesjährige Ernte haben muß.
3. Es wird eine Kommiſſion gewählt, die Feſtſtellungen inbezug auf
die Höhe und Verteilung der bisher der Landwirtſchaft zugeführten
Kre=
dite zu machen hat und erneut bei den beteiligten Inſtanzen —
Renten=
bank, Reichsbank, Miniſterien — wegen ausreichender Kreditverſorgung
vorſtellig werden foll.
r. Babenhauſen, 12. April. Die zweite Gemeinderats
ſitzung für dieſe Woche fand geſtern abend ſtatt. Das Baugeſuch des
Herrn Schroth fand wegen der Stellung des Nebengebäudes zum
Wohn=
hauſe nicht die Genehmigung des Gemeinderats. Herr Schroth, der
per=
önlich der Sitzung beitvohnte, erklärte ſich bereit, zwecks Abänderung
des Bauplans mit ſeinem Architekten zu verhandeln. Die bei der
letz=
ten Sitzung begonnenen Beſprechungen über den der hieſigen
Turn=
gemeinde zu gewährenden Turnplatz werden fortgeſetzt. Der
Gemeinde=
rat einigte ſich ſchließlich dahin, den Platz an der Lache den Turnern
zur Verfügung zu ſtellen. Er ſoll Eigentum der Gemeinde bleiben.
Die Gemeinde verpflichtet ſich, eine Stützmauer gegen die Lache
aufzu=
ühren und das tief gelegene Gelände, ſoweit wie’s nötig iſt,
auszu=
üllen. Sollte die Turngemeinde einen öffentlichen Wirtſchaftsbetrieb
in der Turnhalle errichten, ſo iſt ſie verpflichtet, einen noch zu
beſtim=
menden Pachtpreis an die Gemeinde zu zahlen, oder ſie muß den Platz
käuflich erwerben. Der Antrag Heß wegen Erbauung eines Saales
wird nach kurzer Beſprechung zurückgeſtellt. Der Gemeinderat will mit
Herrn Heß perſönlich an Ort und Stelle wegen der Feſtſetzung der
Baufluchtlinie und der Saalhöhe uſw. verhandeln. Endgültig
angenom=
men wird das Baugeſuch der Herren Hepp und Müller. Die
Straßen=
frontlänge wird mit 27 Meter genehmigt, der Preis des Quadratmeters
ſoll 4 Mark betragen. Innerhalb zwei Jahren muß der Platz bebaut
ein, ſonſt geht ſer zu den gleichen Zahlungsbedingungen wieder in den
Beſitz der Gemeinde über. Ein Geſuch des hieſigen Volksbank um
Er=
bauung eines zweiſtöckigen Geſchäftshauſes an der Bahnhofſtraße neben
dem Baugelände der Herren Müller und Hepp wird unter den gleichen
Bedingungen und demſelben Preiſe genehmigt. Herr Foh. Fiſcher bittet
um die Genehmigung, außerhalb des Ortsbauplanes an der Dieburger=
Aſchaffenburger Straße ein Wohnhaus zu errichten. Der Gemeinderat
will ſich zuerſt einmal den Platz anſehen, ehe er ſeine Zuſtimmung
er=
teilt. Das Kuratorium der Höheren Bürgerſchule teilt mit, daß nach
dem Weggang der Lehrerin Frau A. Burkhard die Koſten für die fünfte
Lehrerſtelle an der Höheren Bürgerſchule nach einem Schreiben des
Heſſiſchen Landesamts für das Bildungsweſen ganz von der Gemeinde
zu tragen ſind, und bittet um Uebernahme der perſönlichen Koſten
die=
ſer Stelle, um die Schule auf der alten Höhe zu erhalten. G.=N. Müller
beſpricht den Antrag vom pädagogiſchen Standpunkt aus, weiſt darauf
hin, daß leider faſt alle Entſcheidungen heute nur vom wirtſchaftlichen
und finanziellen Standpunkte entſchieden werden, und bittet dringend im
Hinblick auf eine günſtige Weiterentwickelung der Höheren Bürgerſchule,
die Koſten für die 5. Lehrerſtelle zu gewähren. Nach Abſtimmung wird
das Kapitel für das kommende Schuljahr genehmigt. Der Gemeinderat
ſpricht dabei den dringenden Wunſch aus, dieſe Stelle möge durch eine
männliche Lehrkraft beſetzt werden. Für die kommenden
Reichstags=
wahlen iſt unſer Städtchen in zwei Wahlbezirke eingeteilt.
Wahlvor=
ſteher für den 1. Wahlbezirk iſt Herr Beigeordneter Hauff, ſein
Stell=
vertreter G.=R. Müller, als Beiſitzer werden beſtimmt die Herren G.=R.
Held 1. und 2. und Herr G.=R. Horſt. Wahlvorſteher für den 2. Bezirk
iſt Herr Bürgermeiſter Rühl, Stellvertreter Herr G.=R. Göhrig,
Bei=
ſitzer G.=R.Brenger und die Herren W. Rühl 2= und H. Fr. Richter.
Die Freiwillige Feuerwehr wünſcht die Anſchaffung einer neuen
frei=
ſtehenden Leiter, von 12 Helmen und 3 Schnüren für die Sigualhörner.
Sechs Helme und die Schnüren werden genehmigt; die Bürgermeiſterei
ſoll Erkundigungen bei verſchiedenen Firmen über den Preis einer
klei=
neren Leiter einziehen. Zwecks Einfriedigung und Verputzung der
neut gebauten Gemeindehäuſer und Verputzung des Hoſpitalſchulhauſes,
das nach allgemeiner Anſicht ſich in äußerſt ſchlechtem Zuſtand ſich
befin=
der, ſoll ein Voranſchlag eingeholt werden. Die Schäfereigeſellſchaft
er=
ſucht um Verlängerung der Schafweide im hieſigen Stadtwalde. Die
Genehmigung wird erteilt, der jährliche Pachtpreis foll 500 Goldmar
betragen, 300 Stück Schafe dürfen nur gehalten werden und die
Pacht=
verträge ſollen wie ſeither befolgt werden. Bei einer Erneuerung der
ſtädtifchen Mobiliarverſicherung und der Haftpflicht ſoll auf die
Frie=
densſätze zurückgegangen werden. Dem Herrn Krapp, der als
Fleiſch=
beſchauer während der Erkrankung des Herrn Schlachthausverwalters
Bender tätig war, werden für ſeine Tätigkeit 60 Mark bewilligt.
In=
folge der überreichen Tagesordnung war die Sitzung erſt nach 1. Uhr
nachts zu Ende.
Stockheim i. O., 15. April. Waſſerleitung. Die Gemeinde
erhält jetzt durch Anſchluß von Dorf=Erbach eine eigene
Waſſerleitungs=
anlage.
Offenbach, 13. April. Mit welchen Koſten die Parteien bei
den Wahlen, zunächſt bei den bevorſtehenden Reichstagswahlen,
zu rechnen haben, erſieht man ungefähr ſchon daraus, daß für die
Ab=
ſchrift der amtlichen Wählerliſte hier allein 1000, Goldmark herechnet
werden, während die Wählerliſte zur Landtagswahl 1921 noch für 70
Goldmark zu haben war. Der Preis von 1000 Mark wäre natüplich,
noch höher, wenn die Liſte mit Maſchinenſchrift nicht ſofort vierfach
hätte hergeſtellt werden können. Für jeden Namen der Liſte, die rund
53 000 Wählerinnen und Wähler enthält, werden nämlich 6
Gold=
pfennige gefordert, ſo daß allein 3180 Mark Arbeitslohn entſtehen. Durch
das Frauenwahlrecht ſind die Liſten natürlich mehr als doppelt ſo ſtark
geworden. Die hohen Koſten veranlaſſen die Parteien, nur dann eine
Abſchrift der Liſte anzufordern, wenn die Wahl beſondere Bedeutung
hat, wie z. B. die bevorſtehende Reichstagswahl, und auch die Liſte
mehrfach dazu benutzt werden kann, wie dies dieſes Jahr bei
Reichs=
tags= und Landtagswahlen (im Herbſt) möglich iſt. Wenig bekannt
dürfte noch ſein, daß die Reichswahlordnung bei der Aufſtellung der
Wählerliſten von der Beifügung des Berufs der Wähler und
Wählerin=
nen abſieht. Es iſt dies ein Mangel, der den Wert der Abſchrift
beein=
trächtigt, denn wer ſich eine Wählerliſte verſchafft, der möchte doch auch
gerne wiſſen, wen er vor ſich hat, damit er leichter die Nämlichkeit
des Wählers feſtſtellen kann. Dieſer Mangel der Reichswahlordnung
muß bis zur nächſten Reichswahl unbedingt beſeitigt werden. Unſere
Landtagswählerliſte kennen erfreulicherweiſe dieſen Mangel noch nicht.
Die ſchöne Vorkriegsgepflogenheit, wonach hier die Wählerliſten
ge=
druckt und jedem Wähler auf Verlangen unentgeltlich ausgehändigt
wurden, iſt endgültig vorüber. Es wird aber jeder Einwohner, der ir
der Wählerliſte ſteht, durch eine Karte von ſeiner Aufnahme in die
Wählerliſte benachrichtigt. — Beim Umbau unſeres Bahnhofes zeigt
ich allmählich wieder Leben. Die Aufſchüttung des Bahndammes
macht täglich Fortſchritte, und auch die Bauhandwerker haben ſich
teil=
weiſe wieder eingeſtellt. Zweifellos hat die Reichsbahn irgendwo eine
Anleihe bekommen, womit ſie in der Lage iſt, auch den unfertigen
Zu=
ſtand des hieſigen Bahnhofs zu beſeitigen.
I. Gießen, 13. April. In der Lahn wurde die Leiche des
Oberbau=
ſekretärs Schmandt geländet, der vor vier Wochen freiwillig den Tod in
der Lahn ſuchte. Er war während des Krieges an der Bagdadbahn
beſchäftigte und erkrankte damals ſchwer an der Malaria. Ein
Kopf=
leiden war zurürkgeblieben.
Nidda, 14. April. Der Familienabend, den die
Orts=
gruppe der Deutſchen Volkspartei veranſtaltete, war
gut beſucht und nahm einen harmoniſchen, echt deutſchen Verlauf. Nach
den Eröffnungsworten des Vorſitzenden, Herrn Amtsgerichtsrat Muhl,
der auch verſchiedene Zuſchriften der Landesgeſchäftsſtelle politiſchen
In=
halts ſowie Anträge der Landtagsfraktion bekannt gab, hielt die
Land=
tagsabgeordnete Fräulein Birnbaum einen ausgezeichneten Vortrag,
deſſen Mittelpunkt die Streſemannſche Jnnen= und Außenpolitik bildete,
wie ſie der Reichsparteitag in Hannover klar herausgeſtellt hat. Die
Rednerin kam ſpäter noch auf die heſſiſche Frage zu ſprechen und führte
aus, aus welchen Gründen die Deutſche Volkspartei die ſeinerzeitige C
örterung in der Oeffentlichkeit bedauert habe. Einige jüngere und ältere
Freunde tugen durch muſikaliſche Darbietungen und durch Vorträge zur
Verſchönerung des Abends bei, und das Gefühl der gemeinſamen
natio=
nalen Not löſte eine weitere Anſprache ſowie verſchiedene gemeinſame
Ge=
ſänge patriotiſcher Lieder aus.
k. Aus dem Biebertal, 13. April. In der Bevölkerung herrſcht
leb=
hafte Befriedigung darüber, daß ab morgen wieder der Verkehr mit
Gießen durch die Biebertalbahn beſſer geordnet wird. Von morgen
ab verkehren täglich je vier Perſonenzüge; auch an den Sonntagen
fahren die Züge, ſodaß unſer Tälchen wieder on zahlreichen Ausflüglern
beſucht werden wird.
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(Sonderbericht unſeres Korreſpondenten.)
waren alle Teile der evangeliſchen Welt ſowie die griechiſch=orthodoxe außer Betrieb ſein wird, läßt ſich noch nicht ermeſſen.
Kirche, Deutſchland durch 4 Abgeordnete des Deutſchen Evang.
der Konferenz Lie, Stange=Leipzig. Die Zahl der Vertreter für ſtetem Steigen begriffen; bis jetzt überſchwemmte das Waſſer, das am
die britiſche 150 für die amerikaniſche und 85 für die griechiſche Abtei= mit Ueberſchwemmung.
lung feſtgeſetzt. Die Vorberatungen über das Konferenzprogramm
ziehungsprobleme zugewieſen.
Die Hochwaſſerkataſtrophe im Weichſelgebiet, ſein, wenn die Gefahr vorüber iſt.
Die kurzen Meldungen der polniſchen Preſſe über die
Hochwaſſer=
gebiet von einer ſo ungeheuren Hochwaſſerkataſtrophe betroffen, wie
landes, ungeheures Unglück gebracht.
ſtreifen von Schulitz abwärts bis Koſelitz und auch weiter nördlich ein= mont ſtehen zwei Nobelſche Petroleumtanks unter Waſſer.
ſchließlich der Ortſchaften unter Waſſer, und infolge Rückſtaues von der
Weichſel her iſt auch das Gelände an der Unterbrahe bis Bromberg
reichend überſchwemmt. Die ungeheure Waſſerwelle kam plötzlich in der
wohner davon völlig überraſcht wurden. Die unmittelbare Urſache der
Kataſtrophe war eine Eisverſtopfung bei Eulm, die ſich in
kurzer Zeit bis Thorn aufwärts derart auswirkte, daß dieſer Teil des
Stromes infolge des Hinderniſſes bei Culm ſo ungeheuer anſchwoll,
daß die Waſſermaſſen über Ufer und Damm brachen. Die Bahn
Bromberg—Thorn fährt an den meiſten gefährdeten Stellen im
Waſſer, und der Bahnverkehr auf dieſer Strecke kann überhaupt nur bei
Tage ſtattfinden.
Der Schaden iſt unermeßlich, da es infolge des rapiden Anwachſeus
des Waſſers in den gefährdeten Uferſtrichen nicht immer möglich war,
Vieh und bewegliche Habe in Sicherheit zu bringen. In Thorn ſtieg
am Aufbruchstag das Waſſer von 3,40 auf 6,54 Meter über Null,
Sams=
tag früh ſtand es auf 6,80 Meter. Die Gegend bei Thorn bildet einen
gewaltigen See. Vom „Weinberg” aus geſehen bietet ſich dem
Blick nach Oſten, Süden und Weſten eine einzige Waſſerfläche dar. Die
ganzen Kämben, auch die Baſarkämpe ſeine Inſel im Strombett), ſind
vom Waſſer hoch überflutet. Die Uferbahnanlagen vor der Stadt ſin
völlig überſchwvemmt. In Schulitz bei Bromberg reichte das Waſſer,
das mit unbegreiflicher Schnelligkeit wuchs, teilweiſe bis an die Häuſer
und Gärten an der nördlichen Marktſeite. Die Häuſer an der
Nord=
ſeite der Bromberger Straße ſtanden bereits am Samstag nachmittag
unter Waſſer und mußten z. T. geräumt werden. Im Laufe des
Sonn=
tags ſtieg das Waſſer wiederum beträchtlich und überſchwemmte einzelne
Straßen innerhalb der Stadt. Die geſamte Gegend nördlich der Bahn=
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 14. April 1924.
ſtrecke Langenau—Schulitz bildet eine unüberſehbare
Waſſer=
fläche, aus der nur noch die oberen Hälften der Häuſer und die
Baum=
kronen hervorſehen.
Auch die Brahe iſt infolge des Hochwaſſers über die Ufer getreten.
Deutſche evang. Kirchenmänner in England. Eine beſonders folgenſchwere Auswirkung rief ihr Hochwaſſer für die
Bromberger ſtädtiſche Gasanſtalt hervor, die zeitweilig ihren Betrieb
einſtellen mußte. Die Ueberſchwemmung der Brahe hatte nämlich eine
Birmingham. Unter dem Vorſitz des ſchwediſchen Erzbiſchofs ſo bedeutende Erhöhung des Grundwaſſerſpiegels zur Folge, daß in der
D. Dr. Soederblom tagte in Birmingham der Internationale. Gasanſtalt die Dampfrohre an den Gasöfen, ſowie die Keller
Vorbereitungsausſchuß der Weltkonferenz für praktiſches im Maſchinenraum unter Waſſer geſetzt wurden. Somit mußte die
Chriſtentum, die 1925 in Stockholm ſtattfinden ſoll. Vertreten weitere Gasproduktion eingeſtellt werden. Wie lange die Gasanſtalt
Nach Meldungen aus dem Kreiſe Culm hat das Waſſer die Wie=
Kirchenbunds: „Vizepräſident D. Dr. Kapler, Ober=Konſ=Rat ſen und Felder von Culmiſch=Roßgarten, Schöneiche und Steinwege
Scholz=Berlin, Reichsgerichtspräſident Dr. Simons=Leipzig und völlig überflutet. Aehnlich lauten die Meldungen aus der Schwetz=
Landesbiſchof D. Jhmels=Dresden, ſowie den europäiſchen Sekretär Neuenburger Niederung. In Dirſchau iſt das Weichſelhochwaſſer in
die 3 Wochen berechnete Konfereuz in Stockholm wurde auf 175 für den 31. März vormittags mit 8 40 Meter ſeinen Höchſtſtand erreichte, einen
eurov, kontinentalen Proteſtantismus (darunter 60 deutſche), 135 für Teil der Häuſer der Schloßſtraße und bedrohte weitere Teile der Stadt
Wie rieſig der Schaden ſein wird, den die Elementargewalt des
ſind diesſeits und jenſeits des Ozeans bereits im Gang. Den deutſchen Weichſelwaſſers diesmal verurfacht hat, kann man danach bemeſſen, daß
evangeliſchen Kirchen wurde die Behandlung der ſozialen und Er= nach verläßlichen Meldungen in der Wojewodſchaft Warſchau 40 und in
Pommerellen 20 Dörfer überſchwemmt worden ſind. (Der Kurf. Pozn.
ſpricht von Hunderten überſchwemmten Dörfern und Dutzenden von
kleinen Städten.) Den Schaden des näheren abzuſchätzen, wird es Zeit
Nicht weniger kataſtrophal ſind die Folgen des Hochwaſſers im
Ober=
kataſtrophe im geſamten Stromgebiet der Weichſel finden durch ausführ= laufe der Weichſel. So ſteht nach Warſchauer Meldungen das
Elektrizi=
liche Meldungen der Deutſchen Rundſchau in Polen ihre Beſtätigung, tätswerk in Przemysl unter Waſſer, ſo daß Przemysl ohne elektriſche
Ja, die Befürchtungen, die der langandauernde Winter und die großen Kraſt iſt. Das Waſſer hat im Werk und den Kabelanlagen ungeheuren
Schneefälle hinſichtlich des zu erwartenden Frühjahrshochwaſſers hervor= Schaden angerichtet. Der Salinen= und Badeort Ciechoeinek iſt
rufen mußten, ſind noch weit übertroffen worden. Wie die bisherigen von dem Hochwaſſer der Weichſel unmittelbar bedroht. Das Waſſer ſteht
Nachrichten erkennen laſſen, iſt das weſtpreußiſche Weichſel= jetzt ſchon in gleicher Höhe mit dem Schutzwall, wenn auch nur noch eine
geringe Steigerung eintritt, ſo iſt der ganze Badeort verloren
ſie ſeit 40 Jahren nicht zu verzeichnen iſt und die die Ueberſchwemmun= und die Salinen werden ertränkt. Eiſenbahnwagen ſtehen bereit, um
gen der Märztage des Jahres 1888 noch übertrifft. Die anſtürmenden das wertvollſte Material fortzuſchaffen. Bei Jablonna bei Warſchau
Waſſtermaſſen des Stromes haben in den verſchiedenſten Teilen ſeines Ge= iſt ein Eisſtau gebildet, dem man jetzt durch Beſchießung mit ſchwerer
biets große Strecken fruchtbaren Landes und ſelbſt volkreiche Dörfar und Artillerie beizukommen ſucht. Aus einigen Vororten Warſchaus wird die
Städte überflutet und damit über Tauſende der Bewohner des Weichſel= Bevölkerung auf Kähnen gerettet. Das Pulvermagazin bei Sochgezew
und das Schießbaumwollager ſind durch die Ueberſchwemmung vernichtet.
Sowohl aus Bromberg ſelbſt, wie aus Thorn, Graubenz und der Das Waſſer drang in die Lagerräume. Bei Wyſzogrod wurden zwei
Schwetz=Neuenburger Niederung, ſowie aus Dirſchau und Danzig liegen eiſerne Brückenpfeiler vom Eis fortgeriſſen. Bei Noſydwor ſieht
der Deutſchen Rundſchau in Polen ausführliche Schilderungen über die man mit den Eismaſſen Hausdächer treiben, auf denen teilweiſe noch
Kataſtrophe vor. Danach ſteht der ganze breite und fruchtbare Ufer= Menſchen ſitzen, denen keine Hilfe gebracht werden kann. In Mary=
Religiöſer Wahnſinn unter Eskimos.
Eine düſtere Geſchichte von religiöſem Fanatismus in der Nacht
Nacht von Freitag zu Samstag der vergangenen Woche, ſo daß die Be= der Polarwelt wird aus Ottawva berichtet. Dieſe unheimlichen Szenen
A e Slnanſcherläafung imn Richen Noder.
ab und wurden erſt jetzt durch Berichte bekannt, die einige kauadiſche
Poliziſten aus der Welt des ewigen Eiſes mitbrachten. Der Leiter der
Faktorei von Kivetuk an der Oſtküſte der Baffinsinſel. Neakutuk der
Kröſus und mächtigſte Mann der Niederlaſſung, hatte ſich eines Tages
als Prophet aufgetan und kurz nach Eintrit des Winters verkündet,
daß der Große Geiſt befohlen habe, ſeine Gefährten nach dem Laud
über den Sternen zu führen. Det ſeltſame Heilige brütete
ſtunden=
lang über der Bibel und forderte von ſeinen Anhäugern merkwürdige
Bräuche und Kaſteiungen. So mußte ſich das ganze Dorf tagelang
jeder Nahrung enthalten. Zu andern Zeiten wieder gab er das Zeichen
für Orgien, bei denen man ſich betrank und alle möglichen
Scheußlich=
keiten vornahm. Einige der Dorfbewohner begingen Selbſtmord, weil
ſie ſich auf keine andere Weiſe dem Einfluß des Propheten entziehen
konnten. Andere wurden wahnſinnig. Mehrere Männer wurden
getötet, weil ſie an der Wahrheit der Lehre des Neakutuk zweifelten.
Ein Eskimo, der nicht leſen und ſchreiben konnte, wurde hingerichtet,
weil er die Bibel beſchimpft haben ſollte. Als nach der langen arktiſchen
Nacht die Sonne wiederkehrte, nahmen die Dorfbelvohner davon keine
Notiz, ſondern blieben unter dem Einfluß des Propheten in ihren
Höhlen. Schließlich wurde der Fluch von dem Dorfe dadurch
genom=
men, daß ein ſtarker Mann, Kidlappik, den Neakutuk tötete, weil er ſeine
Frau wegen Verletzung der Geſetze ſchwer geſchlagen hatte.
Briefkaſten.
— Künſtliche Düngemittel für Gemüſegärten. Ein beſtes
Dünge=
mittel für Gemüſegärten gibt es nicht. Das Gemüſe benötigt zu ſeiner
Entwicklung als Nahrung die vier Grundſtoffe: Stickſtoff.
Phosphor=
ſäure, Kali und Kalk. Falls nur einer dieſer Pflanzennährſtoffe fehlt,
kann die Pflauze ſich nicht entwickeln, oder mit anderen Worten, die
Entwickelung der Pflanzen richtet ſich nach demienigen Nährſtoff, der
im Boden in geringſter Menge vorhanden iſt. Wohl gibt es einige ſehr
gute Miſchdünger, die alle oder mehreue Pflanzennährſtoffe in gewiſſem
Verhältnis gemiſcht enthalten, aber die Anwendung ſolcher Dünger iſt
im allgemeinen weniger zu empfehlen. Wir empfehlen Ihnen, ſich an
die verſchiedenen landwirtſchaftlichen Beratungsſtellen hier, wie Lan
wirtſchaftskammer (Rheinſtraße) Landwirtſchaftsamt (Niedeſelſtraße)
oder Landwirtſchaftl. Zentralgenoſſenſchaft (am Marienplatz) unter
An=
gabe der Bodenverhältniſſe, der Größe der Grundſtücke und zu welchen
Gemüſeſorten Sie Dünger wollen, zu wenden, die Ihnen gerne jede
Auskunft erteilen. Wir verſveiſen ferner auf die Landwirtſchaftliche
Beilage unſerer Zeitung, die in der Regel am Montag erſcheint und in
der wiederholt über Gemüſedüngung Aufſätze beröffentlicht worden
ſind und noch veriffentlicht werden.
Rech
Der Kalkmangel unſerer Nahrung iſt die Urſache vieler
Schwäche=
zuſtände. Wiſſenſchaftlich erprobt als zuverläſſiges Mittel zur
An=
reicherung der täglichen Nahrung mit Kalk iſt Kalzan, hergeſtellt nach
Vorſchrift der Profeſſoren Emmerich und Loew. Man beachte den un=
UV 4904
ſerer heutigen Ausgabe beigefügten Proſpekt.
Betterbericht der Gießener Wetterwarte.
Wettervorherſage für Donnerstag, 17. April.
Wechſelnd bewölkt, aus Weſten drehende Winde, ſchwache
Abküh=
lung, leichte geringe Niederſchläge.
Senese
Orpheum 734 Uhr: Die luſtige Witwe. — Union=, Reſidenz=,
Zentral=Thegter, Palaſt=Lichtſpiele: „Kinovorſtellungen.
Ae Hte
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ortlich für
Poitil und Wirtſchaft : Rudalf Maupe
2
Bron
ür Feutlleton und He
ſiſche Nachrichten: Mar
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Sport: Dr. Eugen Buhlmann.
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ch für Schlußdenſt: Andreas Bauer
Derantwortlich für den Inſerat
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Die heutige Rummer hat 18 Seiten
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Seite 10.
Darmſtädter Dagblatt, Mittwoch, den 16. April 1924.
Rummer 107.
Sport, Spiel und Turnen.
Motorradſport.
Darmſtädter Motorrad=Meiſterſchaft.
Für die ſeitens des Motorrad=Klubs Darmſtadt (D. M. V.) hier
auszutragende Motorradklub=Meiſterſchaft fand der 1. Lauf ſtatt.
Trotz denkbar ungünſtigſter Witterung und Wegeverhältniſſe ſtellten
ſich 98 Prozent der gemeldeten Fahrer den Startern. Ein Zeugnis des
im Klub herrſchenden echten Sportgeiſtes. Die Strecke führte mit Start
und Ziel an den Hirſchköpfen über Dieburg, Gundernhauſen, Roßdorf,
Glasberg, Oſtbahnhof zurück durch die Dieburger Straße zum Start,
insgeſamt 29 Kilometer, welche zweimal zurückzulegen waren.
Dank der muſtergültigen Organiſation, insbeſondere auf Bezug der
Streckenbeſetzung, konnte jeglicher größere Unfall vermieden werden.
Die Ausarbeitung der Veranſtaltung lag in den bewährten Händen der
Herren Peſcher, Langer und Ranzow, für die Durchführung derſelben
hatten ſich die Herren Mafor a. D. Goepel, Direktor Müller,
Oberleut=
nant Röder und Oberleutnant Wittich beſonders verdient gemacht.
Die beſte Zeit erzielte Herr Mettenheimer auf engliſchem Triumph
mit einer Durchſchnittsgeſchwindigkeit von über 70 Kilometern.
Nachſtehend die einzelnen Ergebniſſe:
Klaſſel bis 150 Kubikzentimeter: 1. L. Baumert auf
Buſſe 1,46,38; 2. A. Deckart auf Grade.
Klaſſe II bis 250 Kubikzentimeter: 1. Henke auf
Dolf 107,4; 2. H. Benz auf N. S. U.; 3. N. Deckart auf Dolf.
Klaſſe IIIbis 350 Kubikzentimeter: 1. G. Wieſt auf
D. Rad 1,11,8; 2. Farner auf D. Rad; 3. Schmidt auf D. Rad.
Klaſſe I
bis 500 Kubikzentimeter: Mettenheimer
auf engl. Triumph 54,12.
Klaſſe I bis 750 Kubikzentimeter: Rudolf Peſcher
auf Wanderer 1,06,7.
Klaſfe IVüber 750 Kubikzentimeter: 1. Langer auf
Harley Davidſohn 1,02,15; 2. L. Vogel auf Harley Davidſohn; 3. Joſ.
Kempa auf N. e. UI.
Herr Keller landete auf Mars mit Seitenwagen und Juſaſſe mit
ziuka 70 Kilometer Geſchwindigkeit in einer der ſchärfſten Kurven
in=
folge plötzlicher Lockerung der Steuerung durch Ueberſchlagen im
Gra=
ben, ohne ernſtlichen Schaden davonzutragen, jedoch mußte er aufgeben.
Aehnlich erging es Herrn Rud. Deckart auf Dolf und Herrn Kempa
nuf N. S. 17., die ohne Zwiſchenfall ſicherlich auch beſſer abgeſchnitten
hätten.
Tennis.
Deutſch=iatlieniſche Tennniswettlämpfe.
Die Wiederaufnahme der internationalen Beziehungen im Sport
zieht erfreulicherweiſe immer weitere Kreiſe. Nach der glänzenden
Auf=
nahme des deutſihen Rennfahrers Karl Wittig in Paris werden noch
in dieſem Monat deutſche Tennisſpieler in Rom gegen italieniſche in
ie Schranken treten. Der, Lawn=Tennis=Turnier=Klul
Berlin (Rot=Weiß) hat als der ſpielſtärkſte und führende Klub
Deutſchlands eine Einladung zur Teilnahme an dem am 26. April in
Rom unter Leitung des Circelo Lawn Tennis Club beginnenden
Tur=
niers erhalten und iſt außerdem von dem Lawn=Tennis=Klub Parioli
zu einem deutſch=italieniſchen Wettkampf aufgefordert worden.
er
Laſvn=Tennis=Turnier=Klub hat beide Einladungen angenommen und
als Teilnehmer folgende Spieler aufgeſtellt: Rahe, H. Kleinſchrot
Bölling, Uhl und Frau Neppach, von denen letztere die Reiſe nach dem
Süden bereits angetreten hat.
Fechien.
Fechtabteilung der Turugemeinde Darmſtadt 1846.
Zum Junioren=Bezirkswettfechten des 2. Bezirks am 13. April in
Offenbach a. M. war die Fechtabteilung mit 11 Mann angetreten. Sie
war damit die zahlenmäßig Stärkſte dieſes Tages. Auch diesmal galt
es, die Farben Darmſtadts würdig zu vertreten. Darmſtadts Fechter
waren vor allen andern durch gute Stellung und vornehme
Waffen=
führung ausgezeichnet. Zu erwähnen iſt das ſchneidige Draufgehen
unſerer Jüngſten, wenn es auch in der Sicherheit des Stoßes fehlt.
Auch die Parade ließ bei manchem zu wünſchen übrig. Der Erfolg
unſerer Sieger war verdient, auch die Abteilungsjüngſten hielten ſich,
tapfer. Unter 65 Bewerbern errangen von der Fechtabteilung
Darm=
ſtadt: Brauns 2 den 11. Sieg mit 23½ Punkten, Amelung den 15.
Sieg mit 22 Punkten, Burkhardt den 23. Sieg mit 18¾ Punkten, Kraft
den 24. Sieg mit 181 Punkten. Sie wurden mit Ehrenurkunden
aus=
gezeichnet. Wetzſtein 17½ Punkte, Getroſt, Kurtz, Seip je 17½ Punkte,
Beher, Wenzlau je 17 Punkte, Herbert 13 Punkte. Die Kampfrichter
der Abteilung: Brauns 1, Kötting, Fritz Müller vertraten freudie
und mit Erfolg unſere Sache; auch ſie waren in dem Urteil einig, daß
der vornehme, ruhige Fechter nur ſelten die erſten Plätze belegt.
Dieſe Feſtſtellung ſoll manchen Jungmannen tröſten und ihm zugleich
Lob ſein.
Turnen.
Main=Rheingau Deutſcher Turnerſchaft.
Ein neuer Beweis für die Arbeit, die auf ſportlichem Gebiete im
Main=Rheingau geleiſtet wird, war die am Sonntag in der Beſſunger
Turnhalle ſtattgefundene Gau=Uebungsſtunde. Vormittags fand eine
Ausſprache des Gau=Sport=Ausſchuſſes über die
Wettkampfbeſtimmun=
gen der Deutſchen Turnerſchaft und die Durchführung von Sportfeſten
ſtatt. Anſchließend daran wurde die erſte Gqu=Uebungsſtunde für
Ver=
einsſportwerte abgehalten.
F. C. und den F. C. Baſel, der Hamburger Sportverein weiterhin
den däniſchen Meiſter Frem= Kopenhagen verpflichtet. Der
Beſuch, den vor zwei Jahren eine ſüdſchwediſche
Verbandsmann=
ſchaft in Norddeutſchland machte, ſoll in dieſem Jahre erwidert werden.
Eine norddeutſche Mannſchaft, beſtehend, aus ſechzehn Spielern,
abſolviert im Sommer drei Spiele in Schweden, und zwar in Malmö,
Landskrong und Helſingborg.
Hockeg.
Um den Silberſchild.
Bei denkbau ungünſtigſter Witterung lieferten ſich die
Verbands=
mannſchaften von Berlin und Südoſtdeutſchland in Görlitz
das fällige Silberſchildvorrundenſpiel. Erwartungsgemäß waren die
Berliner ihren ſüdoſtdeutſchen Gegnern weit überlegen. Sie zeigten
ein techniſch und taktiſch hervorragendes Zuſammenſpiel, dem die
Geg=
ner in keiner Weiſe gewachſen waren. Ganz hervorragend waren bei
den Berlinern Heimann und Boche. In der erſten Hälfte vermochten
die Südoſtdeutſchen noch einigen Widerſtand entgegenzuſetzen, knappten
nach dem Wechſel aber zuſammen. Berlin ſiegte mit dem gleichen
Re=
ſultat von 11:0 (4:0), wie Norddeutſchland in Hamburg gegen
Nordoſt=
deutſchland gewonnen hatte.
Schach.
Fußball.
Juternationale Fußballſpicle.
Der engliſche Pokalſieger Bolten Wanderers hat außer mit
Berlin, Nürnberg und Wien noch weitere Spiele abgeſchloſſen. Die
eng=
liſchen Profeſſionals ſpielen weiterhin am 4. Mai in Dresden gegen
GutsMuts, am 11. Mai in Prag gegen Sparta und am 16. Mai gegen
die tſchechiſche Olympiamannſchaft. — Cardiff City bereitet
gleich=
falls eine größere Tournee vor. Für den Monat Mai iſt ein Wettſpiel
mit Slavia=Prag abgeſchloſſen worden. — In Dresden ſpielt
am Karfreitag Kispeſti=Budapeſt gegen die dortige
Spielver=
einigung, Feyenord=Rotterdam am 20. April gegen den
glei=
chen Verein. Die beiden Spiele der engliſchen Amateurmannſchaft
Corinthians am 18. und 21. April gegen den Hamburger
Sport=
verein, die von Boas=Holland geleitet werden, ſind geſichert. Viktoria
und Eimsbüttel=Hamburg haben für die Oſtertage den Ilforder
Neu=Yorker Schachturnier.
Die Kämpfe auf den 64. Feldern im Hotel Alamac ſind nunmehr
bis zur 20. Runde gediehen. Trotzdem noch zwei Runden ausſtehen, iſt
der endgültige Sieg von Dr. Emanuel Lasker ziemlich feſtſtehend.
Er hat 1½ Punkte Vorſprung vor Capablanca, der in der 19. und 20.
Runde nur eine Partie gewann und eine remis machte, während Dr.
Lasker zwei Siege zu verzeichnen hatte. Es müßte jetzt der Fall
ein=
treten, daß Lasker ſeine noch ausſtehenden Partien beide verliert und
Capablanca ſeine beiden Treffen gewinnt. Dann erſt hat der
Weltmeiſter einen halben Punkt Vorſprung und damit den Sieg. Dieſe
Möglichkeit iſt jedoch ſö wenig wahrſcheinlich, daß man in Dr. Last
bereits den endgültigen Sieger bezeichnen kann. In der 19. Kunde
gewann Yates überaſchenderweiſe gegen Reti, Aljechin gegen Jauotoski
Dr. Laster gegen Eduard Lasker, Marſhall gegen Mareczy und
Tgpa=
blanca gegen Tartakower. Die 20. Runde ſah Reti abermals in
ſchlechter Form, der hier gegen Eduard Lasker unterlag. Dr. Em,
Las=
ker blieb über Makeczy ſiegreich. Capablauca=Yates ſowie Marſhall=
Aljechin trennten ſich remis, während das Treffen Bogoljuboff=J molvski
abgebrochen werden mußte. Dr. Lasker führt nunmehr mit 14 Punkten
vor Capablanca 12½, Aljechin 11½, Marfhall 10½, Reti 9½.,
Bogol=
juboff 6½ uſw.
Rudern.
Die Europameiſterſchaften im Rudern.
Die Europameiſterſchaften im Rudern, die der Schweiz zur
Durch=
führung übertragen wurden, ſind endgültig auf den 2. und 3. Auguſt
feſtgeſetzt worden und gelangen auf dem Züricher See zur
Ent=
ſcheidung. Insgeſamt gelangen 11 Rennen zur Ausſchreibung, davon
ſieben Europameiſterſchaften im Einer, Doppelzweier, Zweier mit und
ohne Steuermann, Vierer mit und ohne Steuermann und Achter, die
nur für die der F. J. S. A. angehörenden Verbände offen ſind. Die
vier verbleibenden Konkurrenzen ſind Einladungsrennen, die, wie in
Schweizer Ruderkreiſen zuverſichtlich gehofft wird, alle nicht dem
Inter=
nationalen Ruderverband angeſchloſſenen Verbände, wie Deutſchland
Oeſterreich uſw., mit den anderen Verbänden in friedlichem Wettſtreit
verſammeln werden. Die allen Ländern offenen Rennen werden
vor=
ausſichtlich die Bootsgattungen Einer, Vierer mit Steuer, Jollenvierer
und Achter umfaſſen.
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früchte werden in erſtaunlicher
Menge geerntet, wie es bisher
nur der ſonnendurchglühte
Sü=
den fertig gebracht hat. Die ſehr
ſehr frühreifenden Rieſenfrüchte
liegen förmlich in Haufen um
die Pflanze, das Fleiſch iſt voll
und feſt, hochedel, tpunderbar
ſchmelzend, von beſtrickendem
Aromau. honigähnlicher Süßig=
OM
keit. Eine ausgiebige Koſtprobe
übt auf unſere
Geſchmacksner=
ven eine berückende Wirkung
aus. Man hat beim Anblick eines Beetes dieſer Erdbeeren den
Eindruck des Außergewöhnlichen, Unerwarketen, noch nie Da
geweſenen. An jeder Pflanze wurde durchſchnittlich ein
Frucht=
anſatz von 300 Stück gezählt. Das hier Gebotene übertrifft das
bisher im nördlichen Klima für möglich Gehaltene bedeutend.
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* Die ſeit über 50 Jahren in Darmſtadt beſtehende Samenhandlung
A. Le Cog u. Co. iſt in eine Aktiengeſellſchaft umgewandelt worden
mit einem Aktienkapital von 50 000 Goldmark. Den erſten Aufſichtsrat
bilden die Herren Bankdirektor Kredel, Direktor Karl Kahlert, Dr. jur.
Alfred Hirſch, Amtsgerichtsrat Dr. Wilhelm Mahr, Adam Weckerle. Zum
Vorſtand wurde beſtellt Herr Direktor Ernſt Hermes.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Rudolf Karſtadt A.=G., Hamburg. Die Geſellſchaft
hat Meldungen zufolge in Mancheſter aus einer Konkursmaſſe die
Ein=
richtung einer Spinnerei mit Maſchinen gekauft. Der Kaufpreis beträgt
etwa 26—27 000 Pfund Sterling, während der Wert annähernd 100 000
Pfund Sterling beträgt. Eine Kapitalstransaktion iſt mit dem Kaufe
nicht verbunden. Wie die Verwaltung hierzu mitteilt, werden die
er=
worbene Einrichtung und Maſchinen nach Deutſchland geſchafft, um
hier in der Spinnerei in Bocholt, die im Ausbau begriffen iſt,
Auf=
ſtellung zu finden. Nach Inbetriebnahme dieſer Spinnerei wird der
ganze Bedarf der Webereien des Karſtadter Konzerns ſelbſt geſponnen.
Die Wirtſchaft des Ausſandes.
* Die franzöſiſche Handelsbilanz im Jahre 1923.
Die franzöſiſche Zollverwaltung veröffentlicht die Ziffern über die
fran=
zöſiſche Ein= und Ausfuhr im Jahre 1923, wonach die Einfuhr
32 614 560 000.— Frs. betrugen gegen 23 930 328 000.— Frs. 1922. Die
Ausfuhr betrug insgeſamt 30 431 510000.— Frs. gegen 21 378 948 000.—
Franes 1922. Die Angaben ſind berechnet für die Einfuhr nach den von
der Zollverwaltung geprüften Erklärungen zur Feſtſtellung des Wertes
der Umfatzſteuer und für die Ausfuhr nach den Taxierungen der
Kom=
miſſion für Zollwerte. Zu bemerken iſt jedoch, daß die Werte vielfach im
Widerſpruch ſtehen mit den Angaben der Handelsbilanzen anderer
Län=
der. Nach obigen Angaben ergibt ſich nun, daß die Paſſivität der
frau=
zöſiſchen Handelsbilanz im letzten Jahre bedeutend abgenommen hat.
Der Ueberſchuß der Einfuhr im Betrage von 2 183 050 000.— Frs. wird
wohl faſt ganz aufgewogen durch das Ergebnis des unſichtbaren Handels,
der durch den Fremdenverkehr gebildet wird und der im letzten Jahre
in Frankreich überaus ſtark war. Durch den Frankenrückgang hat ſich
be=
ſonders in den letzten Monaten des Jahres 1923 die Bilanz weſentlich
verſchlechtert, da in dieſen Monaten, beſonders im Dezember, der
Ein=
fuhrüberſchuß ſehr beträchtig war und die Ziffer von 750 Mill. Fres.
er=
reichte. Dem Gewichte nach betrug die Geſamteinfuhr im Jahre 19
54 921 837 Tonnen gegen 51 418 201 Tonnen im Jahre 1922, die Ausfuhr
dagegen 24 789 020 Tonnen gegen 22 642857 Tonnen 1922. Der Wert
einer Ausfuhrtonne nahm alſo mehr zu als der Wert einer Import=
Tonne, dies infolge, der Frankenentwertung. Ferner nahm der Import
von Fertigfabrikaten 16/036 Tonnen ab, während die Ausfuhr ſtieg.
An Kohlen wurden importiertr30 672847 Tonnen gegenüber annähernd
29 Mill. Tonnen i. V. Der größte Teil der importierten Kohlen ſtammte
aus England und ſtellte ſich infolge des Frankenrückganges ſehr teuer.
Die Geſamtausgabe für Kohle betrug 3 674 494 000.— Fus. gegen
2 397 763 000.— Frs. i. V. Die Ausfuhr an Lebensmitteln (Wein) iſt
um 42 Prozent geſtiegen, während die Einfuhr zirka 12 Prozent
zu=
nahm. „Verglichen mit der Handelsbilanz von 1913 ergibt ſich, daß die
Einfuhr um 24 Milliarden Franken den Werten nach, aber nur um 10
Mill. Tonnen dem Gewichte nach geſtiegen iſt. Die Ausfuhr ſtieg in der
entſprechenden Weiſe um 23,5 Milliarden Frs. und nur um 2,7 Mill.
Tonnen. Beſonders zugenommen hat die Ausfuhr ſowie auch die
Ein=
fuhr nach England. Die Ausfuhr ſtieg von 3 960 000 000 Frs. auf 6,154
Mill. Fres. Die Einfuhr aus England hingegen von 3,406 Mill. Frs.
auf 5,272 Mill., Frs. Nach der bilgiſch=luxemburgiſchen Zollunion ſtieg
die Ausfuhr von 5,015 Mill. Frs. auf 5,805 Mill. Frs. Die Ausfuhr
nach Deutſchland ging von 1,969 Milliarden auf 1,085 Milliarden,
des=
gleichen die Einfuhr von 1,297 Milliarden auf 1,048 Milliarden infolge
der Ruhrbeſetzung zurück. Die Ausfuhr nach der Tſchecho=Slowvakei nahm
von 62 auf 53, alſo um 9 Mill. ab. Dagegen ſtieg die Ausfuhr nach der
Schweiz von 1,001 Milliarden auf 2,113 Milliarden. Die Einfuhr aus
der Tſchecho=Slowakei ging von 290 auf 209, alſo um 81 Mill. zurück.
Die Einfuhr aus Amerika ſtieg von 3,863 Milliarden Frs. auf 5,049
Milliarden Frs.
Meſſen.
Rußland auf der Kölner Meſſe. Die Union der
Sozialiſtiſchen Sowjet=Republiken wird mit einer umfangreichen
Aus=
ſtellung ruſſiſcher Erzeugniſſe auf der Kölner Meſſe vertreten ſein.
In einem beſonderen „Ruſſiſchen Pavillon” wird alles das
zur Schau geſtellt werden, was Rußland heute ausführen kann. Es
handelt ſich dabei in erſter Linie um Rohſtoffe und Halbfabrikate, aber
uch um Erzeugniſſe der ruſſiſchen Volkskunſt. U. a. werden folgende
Dinge ausgeſtellt: 1. Getreide: Weizen, Gerſte, Roggen, Hirſe,
Mais, Buchweizen, Hülſenfrüchte, Oelkuchen, Hafer, Wikken u. a.;
2. Rohſtoffe: Rauchwaren, Felle und Häute, Borſten, Roßhaar,
Hanf, Flachs, Hede, Arzneikräuter, Rohtabak, Naphtha, Erze, Asbeſt
u. a.; 3. Fabrikate und Halbfabrikate: rektifiz. Spiritus,
Fuſelöle und Eſter (Amylacetat), Juchtenleder, Gummierzeugniſſe,
Galoſchen, Ueberſchuhe u. a.; 4. Volkskunſt:
Spitzen,
Klöppel=
ſpitzen, Stickereien, Gewebe, Spielwaren, Holzſchnitzereien, Teppiche,
Ural=Halbedelſteine, ruſſiſches Porzellan u. a.
Warenmärkte.
wb. Berliner Produktenbericht. Das Wetter, iſt über
Nacht frühlingsmäßig warm und ſchön geworden. Dieſe Erlöſung von
der unbeſtändigen kalten Witterung hat im Produktenverkehr ebenſo
wie die bevorſtehenden Feiertage die Unternehmungsluſt allgemein noch
vorſichtiger gemacht, als ſie ohnehin ſchon war. Inlandsweizen iſt
ſpär=
lich angeboten, doch beſteht einige Bedarfsnachfrage. In Noggen fehlt
es nicht an Ware, wohl aber an Kaufluſt. Letzteres gilt allgemein auch
für Gerſte und Hafer. Die Kleiepreiſe wurden durch größere
Zwangs=
ankäufe etwas nach oben beeinflußt.
wb. Amtliche Notierungen der Frankfurter Börſe,
Abtei=
lung Getreide, vom 15. April. Getxeide, Hülſenfrüchte und Biertreber
ohne Sack, Weizenmehl, Roggenmehl und Kleie mit Sack. Preis je 100
Kilogramm: Weizen, Wetterau 18,15—18,50, Roggen 16—16,50,
Sommer=
gerſte für Brauzwecke 20—21, Hafer, inländiſch 15—15,60, Hafer,
aus=
ländiſch 00—00, Weizenmehl, ſüdd. Spezial 0. 27,75—28,75, Roggenmehl
23,50—24, Weizen= und Roggenkleie 10—11, Mais, gelb 19,25—20.
Ten=
denz: ruhig.
Vom Holzmarkt.
r. Unſer fachmänniſcher Mitarbeiter ſchreibt uns: Wie auf allen
Ge=
bieten des Warenhandels, ſo haben auch am Holzmarkt die
Kredit=
beſchränkungen der Reichsbank verſtimmend, teilweiſe ſogar
außer=
ordentlich ungünſtig eingewirkt. Man ſpricht davon, daß einzelne
klei=
nere Betriebe der verarbeitenden Gewerbe ihren Wechſelverpflichtungen
nicht werden nachkommen können. Die Kreditbeſchränkungen und die
teilweiſe auch verhängte Diskontſperre kamen zu plötzlich. Die einzel
nen Unternehmer konnten ſich auf die veränderten Verhältniſſe nicht
rechtzeitig einſtellen. Bei der ſchon an und für ſich drückenden Geldnot
war es nicht möglich, mit der erforderlichen Geſchwindigkeit die
notwen=
digen Kapitalbeträge aufzubringen. Die Zahlweiſe hat ſich im
Holz=
gewerbe ſehr verſchlechtert; bares Geld iſt kaum noch aufzubringen, und
die Hergabe von Wechſeln bei Holzverkäufen mußte eingeſchränkt
wer=
den, da die Sägewerksbeſitzer und Holzhändler das hereinkommende
Wechſelmaterial ihrerſeits nicht unterbringen können. Mehre Tage
hin=
durch trat eine Stockung am Holzmarkt ein, die indeſſen behoben zu ſein
ſcheint. Nach den vorliegenden Nachrichten ſind wieder von
verſchie=
denen Sägewerksbeſitzern mit Holzhandlungen Abfchlüſſe getätigt
wor=
den. Hierbei wurde ſogar teilweiſe eine weitere Steigerung der ſchon
über der Weltmarkthöhe liegenden Preiſe am Schnittholzmarkt
der=
ſucht und bedauerlicherweiſe an einzelnen Stellen mit Erfolg
durch=
geführt. In der Ueberſchreitung der Weltmarktpreiſe liegt für das
ge=
ſamte deutſche Holzgewerbe die größte Gefahr. Wer ſich heute mit
teu=
rem Holz eindeckt, geht an dem Beſtreben der Reichsbank, durch
Kredit=
beſchränkungen allmählich einem Preisabbau die Wege zu ebnen, acht
los vorüber. — Einige Umſätze erfolgten am Schwellenmarkt. Auch
das Grubenholzgeſchäft zeigte Anſätze zu einer Belebung. Von
Laub=
hölzern wurde gute, hochwertige trockene Eichenſchnittware von den
Be=
trieben der holzverarbeitenden Induſtrie, die jetzt Zubehörteile für die
Radio=Juduſtrie anfertigen, verlangt. Infolgedeſſen iſt das Lager am
deutſchen Eichenmarkt in den hierfür geeigneten Abmeſſungen, ſoweit
trockene Beſchaffenheit in Frage kommt, nahezu gelichtet.
Börſen.
Frankfurter Börſenbericht vom 15. April.
(Eig. Ber.) Die Börſe eröffnete ruhig und in behaupteter Haltung.
Wenn auch die Kaſſakurſe des Vortages eingangs nur von wenigen
Papieren erreicht wurden, ſo war doch gegenüber dem geſtrigen
Abend=
verkehr eine leichte Befeſtigung zu verzeichnen. Die Umſätze waren
geringer, als an den Vortagen, da beſondere Anregung für die Börſe
nicht vorlag und die bevorſtehenden Feiertage Veranlaſſung zur
Zu=
rückhaltung gaben. Von Montanwerten waren anfangs Mannesmann
weiter erholt, während die übrigen Papiere dieſes Marktes ſchwächer
einſetzten. Auch die führenden Chemie= und elektr. Werte eröffneten
durchſchnittlich ½ bis 1 Bill. Proz. unter den geſtrigen Kaſſakurſen.
Als feſter ſind hier zu nennen: „Chem. Mainz u. Bergmann. Zucker
aktien und Großbankwerte blieben wenig verändert. Schiffahrtsaktien
leicht abgeſchwächt. Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe machte ſich
zu=
nehmendes, Realiſationsbedüxfnis bemerkbar und es kam beſonders
von der Spekulation ziemlich viel Material heraus. Neben
Gewinn=
ſicherungen, die auf den leicht erholten Kursſtand vorgenommen
wur=
den, ſcheint es ſich auch um Fortſetzung der Entlaſtungsverkäufe, bzw.
um Vorſorge für den Ultimo zu handeln. Die Kurſe gaben auf der
ganzen Linie leicht nach und die Kaſſanotierungen ſtellten ſich bei
ab=
nehmender Umſatztätigkeit auf allen Gebieten niedrige.r Der
Ein=
heitsmarkt blieb beſſer behauptet, als die größeren Märkte — es ſind
hier bei einer ganzen Anzahl von Papieren weitere Kursſteigerungen
zu verzeichnen, ſo bei Badiſche Maſchinen, Beck u. Henkel, Berzelius,
Breuer und Lederwerke Spicharz. Stärker gedrückt waren, dagegen
Ultramarin und Golo. Der freie Verkehr neigte nach anfänglich guter
Widerſtandsfähigkeit ſpäter wieder zur Schwäche. Man hörte hier:
Beckerſtahl 8½, Benz 5, Brown Boveri 21 Entrepriſe 41, Falcon
0,375, Growag 0,225, Hanſa Lloyd 1,9, Kayſer Waggon 0,475,
Kreich=
gauer 0,300, Krügershall 65/g, Meher Textil 0,6, Petroleum 14,
Ra=
ſtatter Waggon 6½, Kabel Rheydt 7, Schebera 234, Ufa 6‟=. Die
Nachbörſe war ruhig, neigte aber weiter zur Schwäche.
wb. Berliner Börſenſtimmungsbild. Die bevorſtehende
viertägige Unterbrechung durch die Oſterfeiertage wirft an der Börſe
bereits ihre Schatten voraus. Der geſtrige Anlauf zu einer
Kursbefe=
ſtigung und Geſchäftsbelebung hat nicht angehalten. Die Börſe bot
da=
her wieder das alte Bild der Unſicherheit und Lebloſigkeit.
Hervor=
gerufen iſt dies in der Hauptſache durch Realiſationen der Spekulation
wegen des Ausbleibens der erwarteten weiteren Käuferſchichten. Die
Kursbildung war unregelmäßig. Anfangs zeigten ſich für einige
füh=
rende Werte noch Erholungen von 1 bis 2 Billionen Prozent, wogegen
die Mehrzahl Einbußen ungefähr in gleichem Maße aufwies. Die
ab=
bröckelnde Haltung wurde dann allgemeiner, ſo daß auch die
Anfangs=
kursgewinne teilweiſe wieder verſchwinden. Auf keinem Gebiete kam
es zu Umſätzen von irgendwelcher Bedeutung. Dies gilt auch vom
Rentenmarkt, wo heimiſche Anleihen überwiegend mäßige Einbußen
erfuhren. Aehnlich war die Kursbildung auch bei den zu Einheitskurſen
gehandelten Induſtriepapieren. Am Geldmarkt ſowie am Deviſenmarkt
haben ſich die Verhältniſſe nicht geändert. Die Deviſennachfrage iſt
etwas geringer, die Zuteilungen blieben unverändert; die Kurſe
wur=
den mäßig heraufgeſetzt. Was die in der Preſſe mehrfach erörterten
Interventionsabſichten Berliner Banken nach dem Wiener Muſter
an=
belangt, wird dazu von beteiligter Seite bemerkt, daß ein Anlaß jetzt
nicht mehr vorliege und daß ein Vorgehen großen Stils ſchon deshalb
ſich verböte, weil die dazu unbedingt erforderlichen großen Mittel
überall fehlten. Die Banken hätten bekanntlich Mühe, das reguläre
Kreditbedürfnis zu befriedigen.
Oeviſenmarkt.
KAeGeld
—
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e Amſterdam=Rotterdam: 33
* 23
* Brüſſel=Antwerpen ....." Chriſtiania. . . . . . . . . . . . . Proz. Kopenhagen .......... Stockholm . . . . . . . . . . . . . 11. Helſingfors .. .. .. .. .." 10.* Italien .............." London ... . .. ........ 18.2 1. 331 New=York ..... .. ...... P
S. ... . ....." 1Pr Schweiz ... . . . . . . . . ... Pro Spanien .............. 03- Zien (i. D.=Oſterr. abg.). 74 1Proz. Prag ......... ........ 1Proz. Budapeſt. . . . . . . . . . . . .. Bu
S=Aires. . . . . . . .. ." 1. 0z. Bulgarien. .. . . . . . . . . .." Japan . . . . . . . . .. ... .. 1.77 1 1. Proz= Rio de Janeiro ... ....." 0.47. 0.4 0.47. Proz. elgrad. . . . . . . . . . . . . . . 5.6 vll Liſſabon ........... ..." 1Pr. Danzig ..............." 72.81 73.19 73.01 73.39 1 Proz.
Berliner Kurſe. (Eigene telegr. Meldung.
Sämtliche Zahlen verſtehen ſich mit 1000 000000.
Aktiengeſ. für Anilinfr
ſchaffenburgerZellſtoff
ugsb.=Nürnb. Maſch..
Zerl.=Anhalt=Maſchinen
I. f.Elektr. W. vorzug.
Deichlite Hkets
Braunkohlen=Bri
Bremer Vulkan ......"
Zolle.. . .. . ..
Chem. Hehden.......
Weiler ......."
Deutſch=Atlant. Tel.. .
Deutſche Maſchinen.
Deutſch=Niedld. Tel. .
Deut
Erdöl .......
Petroleum.
Dt. Kaliwer
t. Waffen
Donnersmarckhütte . ..
dynamit Nobel ......"
Elberfelder Farben. . ..
lektr. Lieferung .....
iſter
...
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rz. .....
Gelſenk. Gußſtahl .."
Geſ. f. elektr. Untern..
Halle Maſchinen ....."
Han. Maſch.=Egeſt.. . . .
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ke.... Lahla Porzellan ..... 5S Lindes Eismaſch. . . .. ingel Schuh ......" Linke u. Hofmann .. . . L. Loewe u. Co. ....." Lorenz ......... Meguin
he Kohle ändiſ.
jiede 3 dd. Gummi .... 42100 Orenſtein. . .. Baggon.
ithge 2 00 100 ombe
Hütten. er ...." 9c itgersw
rke .. nwerk . .
ichſiſche Guſ 140 Siemens Glas ....... 2000
1. hale Eiſenhütte . . . . zuſie Volfſt.
ella,
ter Pr Weſtf. Eiſ. Langendreer 70 180 14500 Wittener Gußſtahl .. . ." 76000 Wanderer=Werke ..... 10000 9000
Frankenkurs in London: 69.90
Markkurs „ „ 19.00
Darmſtädter und Nationalbank, Kommandit=Geſellſchaft auf Aktien.
Frankfurter Kursbericht vom 15
Die Notierungen ſind in Billionen Prozent ausgedrückt.
April 1924,
Europäiſche Staatspapiere,
a) Deutſche.
5% Reichsanleihe ..........
........
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dollar=Goldanleihe
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Sparprämienanleihe .. ... ..
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X.
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49 Bad. Anl. unk. 1935 .....
v. 1907 ......"
Bahern Anleihe ......
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Heſſ. Dollar Goldmk.=Schatzanw.
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2 Heſſen unk. 1
2%„ ................."
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42 Württemberger .........."
b)Ausländiſche.
5½ Bosnien L.=E.=B. v. 1914..
veſt.=Anl. v. 19
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02 ........"
v.
42
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Bulgar. Taba
Griech. Monopol ...."
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4½
6 1918
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4½% Oeſt. S
......
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4% Oeſt.
4½ einheitl. Rente ....."
5% Rum. am. Rente v. 03 ..
Goldrente v. 13.
4½% „
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48 „ am. b. 05 .....
426 Türk. (Admin.) v. 1903....
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4½% Ung. Staatsr. v. 14 ....
„ Goldrente ... .. ..."
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Staatsr. v. 10 ....
4% „ Kronenrente .... ..
Außereuropäiſche.
5% Mexik. amort. innere . . . . . .
nſ. äuß. v. 99... . .
Io v. 04. ſtfr. . . . .
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konſ. inner. .....
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Irrigationse
:
5½ Tamaulipas, Serie I......"
— 93‟ 0 — 4. 4,2 600 T z — 3.1 —
3.” — Fie 3.7 — 2,3
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Oblig. v. Transportanſt.
bethbahr
n. . . .
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5% Oeſt. Südb. (Lomb.) ſtfr. ..
6% Alte Oeſt. Südb. (Lomb.)
,6¾Neue
eſt. Staatsb. v. 1883 ....
1. b. 8. Em..
t.
„ 9. Em. ..
v. 1885 ...
28
Staatsb. b. Erg. Netz.
6 Rudolfb. (Salzkammerg.) ..
% Anatolier I..
„
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r. Conſt. Jor
ique Monaſtir ...."
Tehuantepee: zursar:a..
4½9
„ .
Nach Sachwert verzinsl,
Schuldverſchreibungen.
5% Badenw. Kohlenwertanl.
ſſ. Braunk.=Rogg. Anl. v. 23
Preuß. Kaliwert=Anleihe ..
Roggenwert=Anl.
% Sächſ. Braunk.=Anl. Ser. Iu., II
% Südd. Feſtwertbk. . . . . . . . .
Bank=Aktien.
Allg. Deutſche Creditanſtalt. . . .
ank für Brauinduſtrie ......
Barmer Bankverein.
..
Baher Hypotheken= u. W
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Zerliner Handelsgeſellſchaft .
ommerz= und Privatbank.
idter u. Nationalbank
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DeutſcheEffekten=
Deutſche Hypot.=Bank Mein.. .
Deutſche Vereinsbank ....."
Zconto=Geſellſchaft .. . . .....
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Rhein. Creditb
.
Süddeutſche Disconto=Geſell
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Bergwerks=Aktien.
Berzelius .. . . . . . ..........."
Bochumer Bergb. .. . . . .. . . ..
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iler Bergwerks=Akt. ....
Gelſenkirchen Bergw. .. .. . . ."
Harpener Bergbau.... . . . . . . .
Kaliwerke Aſchersleben .... . ..
Salzdetfurth .. . . . . .
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ſteregeln ......
Klöcknerwerke (abg. Lothr. Hütte)
Mannesmann Röhren ......."
M.
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Otavi Minen u. Eb.=Ant. .. . ."
Phönix Bergbau ............"
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Rhein. Stahlwerke ... . . . . . . . .
Riebeck Montan.. . . . . . . . . ....
Kombacher Hütte.. . .
Tellus Bergb.
u. Hütten=Akt. . .
Ver. Laurahütte . . . . . . . . . . . . .
Aktien indnſtr. Anternehmung.
Brauereien
Henninger Kempf=Stern. . . . . .
Löwenbräu München ........"
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Vorzug Lit. B,.
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glo=Continental=Guano .. .
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Zellſtoff....."
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Badiſche Anilin=n. Sodafal
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Spiegel ........."
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Bing. Metalwverke ...anaa.
Brockhues, Nieder=Walluf...
Cementwerk Heidelberg. . ...
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Griesheim Elektron ..
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Beiler=ter=mer ... .. ..".
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dingler, Bweibrücken ......"
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Dürkoppwerk (Stamm) .....
d. Ratinger (Dürr).....
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Eiſenwerk Kaiſerslautern ....."
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Elberfelder Farbw. v.
Lupfer= u. Meſſing
Elektr. Lieferungs.=Geſ. .....
Licht und Kraft .. . . . ..
Elſäſſ. Bad. Wolle..
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mag, Frankfurt a. M.. . . . . ..
Email.= E Stanzw, Ullrich ..."
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ger Maſchinen ..........
Ettlingen Spinnerei .........
Faber, Joh., Bleiſtift ........"
Faber & Schleicher .........."
Fahr, Gebr., Pirma
Felten & Guilleaume, Carlsw..
Feinmechank (Jetter). .....
eiſt Sektkellerei Frankf. a. M..
Frankfurter Gas.... . . . . . . . . ."
Frankfurter Hof ..........."
Frf. Maſch. Pokor;
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Fuchs, Waggon Stamm ....
Ganz, Ludwig, Mainz ......."
Geiling & Cie. .............."
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ſen Gußſtahl ......."
Goldſcht
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Gotha Waggon..
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Greffenius, Maſe
Gritzner Maſchinenf. Durlach.
Grün & Bilfinger ..........."
Hammerſen (Osnabrück) ......"
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Lupf.
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Hehligenſtaedt, Gießen ......
pert Armaturenf. . . . . . . . . .
Hindrichs=Auffermann. . . . . . . .
Hirſch Kupfer u. Meſſ...... ..
och= und Tiefbau .........."
hſter Farben .............
Holzmann, Phil. ......
Holzverk.=Induſtr. .. . . . . . . .
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rlsruher Maſchinen ........
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Enorr, beilberonsvin
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Ib & Schüle St
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Konſervenfabrik Braun ......
ß & Co., Lokom. . . . . . . .
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Augsburg ............."
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Lingel, Schuhw. Erfurt ......"
berger Mühle .........."
denſcheid Metallw.
uther, Maſch.=u Mühle
iſche Induſtrie ...........
tinkraftwerke Höchſt......."
teguin, Butzbach .........."
lgeſ. Frkft. . . . . . . . . .. . ..
ſeher, Dr. Paul ........."
ag, Mühlenb., Frankf. a. M.,
Moenus Stamm .. . . . . . . . . . .
(otorenfabrik Deutz.
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Notorenfabrik Oberur
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Leckarwerke Eßl. Stamm . .).
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Ffälz. Nähm., Kayſer ......"
Philipps A.=G. .... .. .. .."
Porzellan Weſſel ..
iniger, Gebbert
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Rhein. Elektr. Stamm . . . . . . . .
Metall Vorzüge ... . ..
Rhenania, Aachen .........
Liedinger
Naſchinen .. . . . . .
Rückforth, Stettin ........"
Rütgerswerke ........
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Schleußner (Frankfurt
Schneider & Hanau.
.
Schnellpreſſen Frank
Schramm Lackfabrik. . . . . . . .
Schriftgießerei Stempel, Ffm.
Schuckert Elektr. (Nürnberg) ..
Schuhfabrik Berneis=Weſſel ..
huhfabrik Hert pff
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ſchuhf. Leander
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ſchultz, Grünlack, Rdsh.... . . ..
Seilinduſtrie Wolff .........."
Sichel & Co., Mainz ........."
induſtrie .. . . . . ." Siemens & Halsl
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nmi .. ." P utſche Immobilien.
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fabr. Bln.=Frkf. fabr. Nürnberg. 1 Ura
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Seil....... .. .. . ahß &
ehtag. . . . . ..... .." 5,9 245 1ßfabrik".
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Offſtein ... . ...... Rheingau ........." 4 1.3
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..... fkeſſel Rodberg.
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1 * Raſtatter Waggon .........." Remy Chem. . . . . . . . . . . .. ... Textil=Ind. Varmen (Tiag) .... Ufa Film .. . . . . . . . . .... ...." 75 8,4 8 Unterfranken Großkraftw. . .. . . 0.55 0.525 [ ← ][ ][ → ]
Nummer 107.
Hans Peter Kromm der Lebendige.
Eine Geſchichte von Ufer zu Ufer
von Johanna Wolff.
103)
(Nachdruck verboten.)
Und ihr Geiſt vertrocknete, ihr Denken wurde ein
beſchränk=
tes Denken; je weniger ſie arbeiteten, deſto beſchränkter wurden
ſie. Sie wurden ſo kurzſichtig, daß ſie nur ganz in der Nähe
ſahen.
Da ſtanden etliche aus ihrer Mitte auf und riefen: Das
Volk muß gebildet werden! Als ſie aber darangingen, merkten
ſie, daß Wiſſen Mühe macht und Bildung keine Sache iſt, die man
vonr Buſch pflücken und in ſich hineineſſen kann, wie man
Aepfel ißt.
Auch Lernen muß dem Menſchen im Blut liegen, und zum
Wiſſen muß einem der Verſtand gewachſen ſein; Schulen allein
machens auch nicht.
Da wurden ſie unſtet, und ihr Sinn wurde ein verſchlagener
Sinn; was der andere beſſer hatte, das ſtahlen ſie; ſie
übervor=
teilten die Kleinen, ſie betrogen die Redlichen, ſie ſchoben ſich
untereinander Geſchäfte zu, die das Licht nicht vertragen konnten.
Treuhand und Ehrlichſein waren vom Handel gewichen;
um kleines Gut beſchmutzte man ſich die Seele. Wer am lauteſten
ſchrie, hatte die meiſten Zuhörer; Keuſchheit war ein
Unerhör=
tes geworden, Gemeinheit ging nackt umher und wurde gekrönt.
Da zog der im Himmel ſaß die Brauen aneinander und
ſprach bei ſich ſelbſt alſo: „Habe ich dieſe nicht lange genug
ertragen? Sie ſchlagen das Leben tot, das ich geſchaffen habe.
Sie waſchen ſich in ihrem eignen Unrat, weil ſie die Hand nicht
regen wollen, Waſſer zu ſchöpfen, das ihnen zur Seite quillt. Sie
liegen umher, faul, feil und feige.
Wohlan! Was werden ſie tun, ſo ich die Kräfte der Himmel
nicht bewegen, noch die Erde im Gleichmaß halten mag? Sollen
ſie mein Brot eſſen und müßig gehn, daß mein Weltgarten zur
Wüſte wird? Nein! Ich will das Licht der Geſtirne weder
auf=
noch zudecken und die Schleuſen meiner Waſſer weder auftun
noch verſtopfen. Die Stürme ſollen ihren Weg gehn, daß ſich die
Wolken in eins ballen; niemand ſoll die Hand darunter tun,
aufzuhalten, was ihnen auf den Kopf kommen wird.”
Und Gott rief an alle Kinder des Lichts und alle Boten
ſeiner Gewalt, die in der Schöpfung hin= und hergingen, und
ſprach: „Euer Dienſt iſt nicht von nöten. Wohlan, ruhet ein
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 16. April 1924.
Seite 15.
wenig!‟ Da wuſchen ſie das Schaffensleuchten von ihren
Hän=
den und den Glanz vom Angeſicht, ſchloſſen die Flügel
zuſam=
men und blieben im Unbewegten, das ganz voll Stille iſt.
Der Göttliche aber ging ein in ſich ſelber auf einem Weg,
da ihm keiner nachkommen konnte. Er ſchlug die Tür hinter
ſich zu und ſaß in ſeiner Herrlichkeit, wie in einer Arche.
„Werden ſie nun gewahr werden, daß Göttlichſein Arbeit
iſt und Schöpferwerk etwas, das mir ſelber Mühe macht? Ich
habe die Welt gerichtet, daß ſie von Menſchenhand gebauet und
bewahret werde, und ſoll fort und fort keine Kraft eines Gottes
wirkſam ſein, ohne der Menſchen Kraft, denn Eines ſind ſie, und
ſind wirkſam Eins im Andern.
Soll nun, was göttlich iſt, arbeiten für das Ungöttliche?
Faul, feil und feige, haben ſie ein Gelächter gemacht aus dem,
was unſichtbar und ewig iſt! Mag ihnen die Not den Star
ſtechen, der ihnen am Auge ſitzt.”
Und Gott fing in ſeiner Hand die Lebendigkeit der Lüfte
und alle geheime Kraft, die treibend den Erdboden
durchwan=
delte. Da zuckte es und ſtand ſtille. Und die Menſchen wurden
das Seltſame, das in der Schöpfung vorging, gewahr und
tanzten.
Alsbald zog der Himmel ſich zuſammen wie ein Sack; die
Wolken hingen tief, und kam ein Strömen hernieder Tag und
Nacht, ganz ohne Halt und Aufhören.
„Es geht vorüber,” ſprachen die Menſchen. Und tanzten.
Die Kinder des Lichts aber und die Boten der göttlichen
Gewalt konnten es ohne Werken nicht aushalten. Sie zupften
einander die Flügel und raunten: „Tanzen nicht die Menſchen?
So laſſet uns tun, wie die auf Erden tun!” Sie ſprangen auf
und ſcherzten miteinander. Sie ſpielten mit Schimmerbällen, die
flogen ins Unbegrenzte; manche blieben dort ſtecken, andre kamen
zurück.
„Schön iſt es auszuruhn!” rief’s von hüben und drüben.
Auf allen Ebenen des Seins erklangen Wunderflöten; die
Klein=
ſten noch ſchnitzten ſich Pfeiflein aus hartem Glanz, deſſen es
oben zuviel wurde; denn die Erde trank das Licht nicht auf, das
dort ſein Quellen hatte.
„Es liegt ein Wohlgetöne in der Luft,” ſagten die
Men=
ſchen. „Iſt’s nicht Tanzmuſik, die von oben herkommt? Wohlan,
hier unten noch einmal!” Und ihr Luſtreigen ging weiter.
Und die wilden Tiere wurden wilder, und das Zahme, das
dem Menſchen gedient hatte, verſagte zu gehorchen. Aber eſſen
wollten ſie alle!
„Barum ſollen wir Zucht leiden und Art halten, wir
Un=
beſinnlichen, wo doch die Menſchen, die über uns geſetzt ſind,
umherliegen, faul, feil und feige? Iſt nicht Menſchengutſein die
Macht, die uns in den Sielen hält? Nun iſt ihr Zaum loſe
ge=
worden —
ſo brechen wir durch.”
Alſo verſtändigten ſich die Tiere untereinander, fuhren gegen
ihre Treiber auf, bockten, bäumten ſich und ſuchten die Freiheit,
die ihnen abhanden gekommen war
Es tobte aber ein Sturm, der ohne Halt und Grenzen war.
Die Wälder zerbrachen, die Wolken barſten hernieder,
un=
geteilt; alle Frucht der Scholle verkam; Schiffe verſchwanden in
den Wirbeln, alles, was hoch und feſt gefügt geweſen, fiel
zu=
fammen und ſank in die Flut. Schließlich konnten die Menſchen
nicht weiter tanzen, ihre Füße glitten aus auf dem Schlüpfrigen,
ſie wußten nicht, wohin ſie ſich bergen ſollten; denn das Wogen
ſtieg ihnen nach und jagte ſie von einer Zufluchtſtätte zur
andern, und war keine Arche da, Lebendiges aufzunehmen.
Und die Menſchen heulten vor Wut, ſie rauften ihr Haar
und ſchlugen die Brüſte, ſie ſchalten die Geſtirne und zankten
mit Sturm und Wolken, die nicht mehr Dienſt taten. „Was
ſollen wir tun?” So ſchrien ſie. Und war Verzweiflung bis zum
Tod in ihrem Schreien.
„Arbeiten ſollt ihr!” So erging eine Stimme, die ſehr hell
„Arbeiten!‟ Da hoben ſie die
und durchdringend war —
Köpfe und lauſchten.
Nicht oben war der Rufer, nicht unten — aus ihrer Mitte
kam er — unter Menſchen ein Menſch, deſſen Herz groß und
gütig war: Ein Mann! Der hatte ſeine Kraft bewahrt. Die
Muskeln ſeiner Arme ſtanden wie Seile, er allein war ſtetig am
Werken geblieben.
„Arbeiten ſollt ihr!” ſo rief ſeine Stimme zum andernmal.
Der Sturm hat enre Wälder zerbrochen, wohlan, ſammelt die
Stümpfe, die übrig geblieben ſind. Fluten haben eure
Wohn=
ſtätten wüſte gemacht; herzu! leitet die Waſſer ab in Tiefen, in
Gräben und Rinnſale, die euch den Acker feuchten. Baut auf,
was eingeſtürzt! Was von Schlick und Schlamm überronnen iſt,
grabt empor — — lebt wieder
„Muß denn Leben Arbeit und Atmen Mühe ſein?” fragten
ſie aus ihrer Zerſchlagenheit heraus. Und er antwortete ihnen:
„Es muß! Menſchenſchweiß iſt eine Feuchte wunderſam und iſt
das Weißbluten im Frieden, ohne das nichts Rechtes zuſtande
kommt.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 107
Beilage zum Darmſtädter Tagblatt
Mittwoch, 16. April
1924
Jſadora Dungan
bei den Bolſchewiſten.
Von Georges Popoff, Moskau.
Ja, ſehen Sie, meine Tanzkunſt und die Philoſophie
Nietzſches — das iſt ein und dasſelbe, abſolut dasſelbe ...
Dieſe gewagte Behauptung kam von den Lippen einer ältlichen,
ohne jegliche Diskretion geſchminkten Dame, die in theatraliſcher
Poſe vor mir ſaß und verführeriſch zu lächeln verſuchte —
ſadora Duncan. Das Haar ſo ſchlecht gefärbt, daß die
herab=
fließende Farbe am Nacken=deutliche Spuren hinterlaſſen hatte,
die Schminke ſo dick aufgetragen, daß ſie wie Stuck abbröckelte,
trotzdem aber die Falten im Geſicht nicht verdecken konnte, den
Kopf kokett und mauiriert auf zwei Fingerſpitzen geſtützt, um
die Schultern einen phantaſtiſchen Schleier gewickelt — ſo ſaß
ſie da: eine groteske Ruine! Das war alſo die „göttliche
Iſa=
dora”, die Trägerin eines einſt gefeierten Namens?. Sollte ich
lachen? Ach nein, danach war mir gar nicht zumute: ein leiſes
Grufeln ſchiich mir den Rücken hinunter ...
„Beſtrafte Neugier”, fuhr es mir durch den Kopf, „wveshalb
auch dieſes gewaltſame Selbſtzerſtören bisher erhaben
ſcheinen=
der Illuſionen 12"‟ Aber es war wirklich nicht zu umgehen
geweſen: denn Tag für Tag führte mein Weg an jenem kleinen,
feudalen Palais auf der Pretſchiſtonka vorbei, in dem einſt die
„Prinaballerina Seiner Majeſtät des Selbſtherrſchers aller
Reußen”, Anua Balaſchowa, mit ihrem ſteinreichen Gatten
ge=
wohnt und „ganz Moskau” bewirtet hatte, bis
— — eines
ſchönen Tages ſie, ihr Gatte und „ganz Moskau” das Weite
ſuchen mußten .. . . Neue Feſte wurden dann in Moskau von
neuen Herren gefeiert . . . . Im Palais auf der Pretſchiſtonka
hieſt eine andere „Primaballerina” Einzug — die Tänzerin
Seiner Majeſtät des Roten Zaren Ilütſch ... . Und im Heim
der Balaſchowa wurden nun andere Weiſen geſpielt und andere
Tänze getanzt . . . (Nur die menſchlichen Leidenſchaften blieben
offenſichtlich dieſelben ...)
Leider derwandelte die Sturmflut „Revolution” das elegante
kleine Palais der nunmehr entrechteten Balaſchowa bald in
einen häßlichen Stall. Jeder Straßenpaſſaut konnte ſich
hier=
von leicht überzeugen, denn die Fenſter zum Parterre waren ſtets
unverhängt und man ſah ungeniert in die ſonderbare Welt der
Tanzſchule Jſadora Duncans hinein: in den kahlen, ſtallartigen
Sälen lagen und ſaßen auf ſchmierigen Pritſchen etwa 40 bis 50
bildhübſche, aber garſtig ſchmutzige Mädchen im Alter von 12 bis
17 Jahren und — lauſten ſich! Parole d’honneur — es war
ihre ſtändige Beſchäftigung. Hin und wieder hantierten ſie auch
mit grauſchwarzen, zerlumpten Handtüchern, oder balgten ſich.
Das Ganze erinnerte an ein Aſyl für obdachloſe Kinder. Am
Abend waren die Räume ſtets erleuchtet, und dann ſah man
alles noch deutlicher. Unter anderem bemerkte man, daß dieſe
„Sowjetkinder” wirklich nichts zum Anziehen hatten. Das
vor=
beiflaniererde Proletariat und andere nichtstuende Moskowiter
machten ſtets in Gruppen am „Palais Duncan” Halt und
be=
trachteten ſchmunzelnd, die ſchlafengehenden Lauſekinder
Jſa=
doras, denen tagsüber Nietzſches Tanzphiloſophie (ins
Bolſche=
wiſtiſche übertragen) beigebracht wurde ...
Natürlich besriff das „Rote Moskau” dieſe Tanzphiloſophie
uicht ſofort und kommentierte den Anblick der 50 halbnackten
.
Gottesdienſtliche Anzeigen.
Evangeliſche Gemeinden.
Gründonnerstag, den 17. April 1924.
Stadtkirche: Nachm. 5 Uhr: Gottesdienſt mit Feier des heiligen
Abendmahls (Einzelkelch). Pfarrer Vogel.
Stadtkapelle: Abends 6 Uhr: Gottesdienſt mit Feier des heiligen
Abendmahls. Pfarrer Heß.
Martinskirche: Abends 8 Uhr: Abendmahlsgottesdienſt mit
Vor=
bereitung. Anmeldung von 148 Uhr an in der Sakriſtei, Pfr. D.Waitz.
Johanneskirche: Abends 8 Uhr: Abendmahlsgottesdienſt mit
Vor=
bereitung. Pfarrer Goethe.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Abends 8 Uhr;
Abend=
mahlsgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Gerſtenmaier, Anmeldung von
Uhr an in der Sakriſtei.
Pauluskirche: Abends 6 Uhr: Abendmahlsfeier mit Einzelkelch,
Pfarrer Rückert.
Stiftskirche: Nachm. 3 Uhr: 5. Paſſionsandacht. — Abends 8 Uhr:
Beichte und Abendmahl.
Karfreitag; den 18. April 1924.
Stadtkirche: Vor. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heil.
Abendmahls. Pfarrer Kleberger. — 11½ Uhr: Kindergottesdienſt.
farrer Heß. — Nachm. 5 Uhr: Gottesdienſt mit Feier des heiligen
Abendmahls. Pfarrer Wagner II. (Vor= und nachmittags Kollekte
für die Kinderſchule der Lukasgemeinde.)
Stadtkapelle: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Müller, (Kollekte für die Kinderſchule der Kaplaneigemeinde.)
Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Vogel.
Schloßkirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heil.
Abendmahls, Pfarrer Zimmermann, (Kollekte für die
Gemeinde=
pflege.)
Martinskirche: (Kollekte für die Gemeindeſchweſternſtation.)
Vor=
mittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Beringer. Feier des heil.
jungen Mädchen im „Palais Duncan” auf eine ganz andere
Weiſe. Das ruſſiſche Proletgriat hat eben, trotz der reinen,
hehren Lehre des Kommunisnnus, eine ſchmutzige Phantaſie..
Ich ging dieſen böſen Gerüchten unch und konnte mit Freuden
konſtatieren; daß in Winklichkeit den 50 kleinen Mägdelein
tat=
ſächlich nur die Künſte der roten Terpſichore beigebracht wurden
und nichts derartiges, was mit den Geſetzbüchern irgend eines
verworfenen kapitaliſtiſchen Staates kollidieren würde . . . Dieſe
Gerüchte waren aſſo „ſtark übertrieben”
Frivolere Dinge wurden dagegen von Jſadora ſelbſt, ihren
nächſten Mitarbeiterinnen und ihren Freunden berichtet. Ich
will die Chronique ſcandaleuſe dieſer charmanten Frau nicht
vergrößern. Ob es wahr iſt, daß der Volkskommiſſar
Lunat=
ſcharsti (wie es ganz Moskau flüſtert) bei ihr kein ſeltener Gaſt
iſt und an ihren Orgien mit viel Behagen und Luſt teilnimmt —
wer mag es wiſſen?. Weshalb die alternde Tänzerin den jungen
Dichter=Bauer Jeſſenin heiratete, der, Kommuniſt und
Anti=
ſemit zugleich, nicht nur die Juden, ſondern auch die gute, liebe
Jſadora geprügelt haben ſoll — wer kann es erraten?
„Ich will auch nicht berichten, was mir ein fremder Diplomat
erzählte, der bei Jſadora „ein und aus” ging und mich
mehr=
mals aufforderte, „mitzugehen”; „Sie ſind abends ſtets
will=
kommen”, fügte er dabei hinzu, „aber nur unter einer Bedingung
Alkohol mitnehmen!” „Ich will darübr ſchweigen, obgleich
ich gerne „mitgenommen” hätte und „hingegangen” wäre, denn
ich kann von mir nicht behaupten, ein übernatürlich ſittenreiner
Menſch zu ſein. Doch ich widerſtand der Verſuchung mit
Er=
folg, aus Gründen „höherer Politik”. Was ein geiſtreicher
Herr im Kreml mir nie geglaubt hat. Er meinte immer — nicht
mein Fleiſch ſei zu ſtark, ſondern meine Valuta zu ſchwach.
Nachts blieb ich alſo dem ſowjetiſtiſchen Venusberge fern,
aber eines Tages —
— ſchritt ich hinein. Und das
Tages=
licht war meine Rettung. Schon im Treppenflur ſaß etwas
Ab=
ſtoßendes; eine dicke, lila=geſchminkte, buntſcheckig gekleidete
Matrone vom Schlage jener Damen, die in deutſchen
Hafen=
ſtädten Matroſenkneipen ſchlimmſter Obſervanz unterhalten.
Dieſer furchterregende Cerberus gab ſich als „Directrice” der
Duncan=Schule aus. Sie beſtürmte mich ſofort mit zahlreichen
Fragen — ob ich ihr ein Viſum nach Deutſchland verſchaffen
könnte? — ob ich ihr einige Villets zum nächſten Tanzabend der
Göttlichen abkaufen wolle? und dergleichen. Es war ſchwer von
ihr loszukommen, aber nachdem dieſes, uicht ohne Mühe,
den=
noch gelungen war, ſtürmte man deſto behender die Treppe
hinauf, durch weite Säle fliehend, Rettung ſuchend ..."
Kahle Säle, kahle Wände, unſauberer Fußboden,
kalt=
feuchte Luft, Ungemütlichkeit und Verwahrloſung überall.
Schließlich macht man in einem büroartigen Zimmer halt, wo
man auf den erſten lebenden Menſchen ſtößt; ein uniformierter
Wächter, im Dreß der Tſcheka, mit einem Revolver an der Seite,
das unſympathiſche Geſicht glatt rafiert, gepudert, laſterhaft.
Mit wem habe ich das „Vergnügen”?
— „Ich bin der
Komman=
dant der Dunean=Schule”, klingt es nicht ohne Stolz dem
Beſu=
cher entgegen. „Kommandant der Duncanſchule?” Auch das noch!
Selam. Der Kommandant macht Fiſimatenten und ſagt, die
Gött=
liche ſei unwohl. Dann verſchwindet er aber hinter einen Paravent,
von wo allerhand unartikulierte Laute hervordringen. ..
Nach einer Weile wird langſam, unendlich langſam, der
Vorhang beiſeite geſchoben, nein — „klaſſiſch geteilt” — und
zum Vorſchein kommt Sie..., ein zerbröckelndes, einſt
erhabe=
nes Gebäude. Etwa wie eine klaſſiſche Säule, die zerfällt und
ſich bereits mit irgend einem Unkraut bedeckt hat. Jſadora
Hmmmmn
Sakriſtei. — Nachm. 2 uhr: Kindergoktesdienſt, für den Weſtbezik.
Pfarrer D. Waitz. — Abends 8 Uhr: Pfarraſſiſtent Müller. Feier
des heil. Abendmahls mit Vorbereitung. Anmeldung von 148 Uhr an
in der Sakriſtei.
Altersheim: Vorm. 9½ Uhr: Pfarraſſiſtent Reinhardt. Feier
des heil. Abendmahls mit Vorbereitung.
Johanneskirche: Vorm. 10 Uhr: Pfarrer Goethe.
Feier des
heil. Abendmahls mit Vorbereitung. (Kollekte für das Syriſche
Waiſen=
haus.) — Um 11½ Uhr; Kindergottesdienſt. — Nachm. 5 Uhr:
Liturgi=
ſcher Gottesdienſt unter Mitwirkung des Kirchengeſangvereins. Feier
des heil. Abendmahls mit Vorbereitung. Pfarrer Marx.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Vorm. 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt mit Feier des heil. Abendmahls. Pfarrer Wagner.
An=
meldung von ½10 Uhr an in der Sakriſtei. — Nachm. 2 Uhr:
Kinder=
gottesdienſt. Pfarrer Wagner. — Um 3 Uhr: Liturgiſche Feier unter
Mitwirkung des Kirchenchors (8, und 9, Paſſionsandacht), Pfarraſſiſtent
Gerſtenmaier.
Pauluskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfr. Rückert.
Feier des heil. Abendmahls mit Vorbereitung. Anmeldung von ½10 Uhr
an in der Sakriſtei. — Nachm. 4 Uhr: Kirchenmuſikaliſche Feier; u. a.
Aufführung der Arnold Mendelsſohnſchen Chorwerke: „Das Leiden des
Herrn” und „Auferſtehung”. (Freiwillige Gaben zur Deckung der
Koſten werden erbeten)
Stiftskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. — Nachm. 3 Uhr:
6. Paſſionsandacht. — Karſamstag, den 19. April, nachm. 3 Uhr: 7.
Paſſionsandacht,
Ehriſtlicher Jugendverein Darmſtadt (Dieburgerſtr, 26, I.)
Kar=
freitag, abends 8½ Uhr: Evangeliſationsſtunde.
Katholiſche Gemeinden.
Gründonnerstag, den 17. April 1924.
St. Ludwigskirche: Mittwoch, nachm. 4 Uhr und abends 8 Uhr:
Beichtgelegenheit,
Duncan — die einſtige Römerin — als alternde, geſchminkte
Franzöſin, nun verwandelt in eine bolſchewiſtiſche
Moskowi=
terin. Fürwahr, eine originelle Kombination. Aber etwas
chockierend. Manche äußern ſich ührr die „ſowjetiſierte‟
Jſadora noch draſtiſcher . . Genug. Der Reſt ſei Schweigen..
Laßt Jſadora reden . . . „Ja, Rußland war für mich eine
große Enttäuſchung. Die Sowjetregierung hat mich ſchlimm
myſtifiziert. Lenin, ja Lenin ſelbſt hat verſprochen, mir die
Möglichkeit zu geben, eine Tanzſchule für 5000 Kinder zu
grün=
den. Alles ſollte frei ſein. Oh — in Freude und Schönheit
hätte ich die Kinder der Kommune Rußland zu nie geahnter
menſchlicher Freiheit erzogen. Zarathuſtras Lehren ſchwebten
mir, verwirklicht, vor .. . Aber aus all dieſen Träumen wurde
nichts. Statt 5000 — gab man mir nur
—50 Kinder.
Sie müſſen zugeben, daß zwiſchen 5000 und 50 ein gewiſſer
Un=
terſchied beſteht!” Ich nickte ſtumm, denn ich dachte an die
bekannten, überzeugenden Theorien Adam Rieſes, gegen, die
ſchwer etwas einzuwenden iſt ...
Jſadora Duncan kam in Rage. Sie faßte mich am Arm:
„Nun hören Sie weiter. Jetzt gibt die Sowjetregierung mir
nicht einmal die Mittel für den Unterhalt dieſer 50 Kinder. Ich
ſelbſt ſoll die Koſten dieſer Schule und des Palais tragen.
Wo=
her ſoll ich das Geld nehmen?. Ich beſitze ja nichts zehr.
Al=
les hat man mir geraubt . . .‟ Das Herz kramufte ſich mir im
Leibe zuſammen. Ich ſah Jfadora ſchmerzerfüllten Blickes an,
ſie aber klagte weiter: „Und unhöflich ſiund die Leute hier zu
mir! Geſtern paſſierte mir folgendes: das Orcheſter, welches
ich für meinen heutigen Tanzabend verpflichtet hatte, machte
mir zur Generalprobe eine Szene und weigert ſich, heute zu
ſpielen. Ich bin untröſtlich. Die Muſiker ſagen — ſie wären
ehrliche Kommuniſten und wollten nicht für mich ſpielen, weil
ich koſtbare Pelze trage, reich ſei und wie eine Bourshuika lebe.
Das iſt doch gelogen! Führe ich denn ein bourgeoiſes. Leben?
Sind meine Pelze koſtbar?‟ Dabei wies ſie mit koketter
Hand=
bewegung auf ihre wundervolle Zobelſtola. Ich ſchüttelte
kräf=
tig den Kopf. Das beruhigte die Göttliche und ſie fuhr alſo
fort: „Ich beſitze nichts. Ich gehöre zum Proletariat. Ich hin
Kommuniſtin. Die getauzte Internationale iſt meine
Schöp=
fung. Mein Leben, mein Tanz, meine Kunſt iſt
Kommunis=
mus, Kommunismus, Kommunismus!"
Schluchzen durchſchüttelte den ältlichen, morſchen Körper.
Ein hyſteriſcher Ausbruch klaſſiſcher Ekſtaſe. Tränen,
bernſtein=
klare Tränen rollten über die faltigen Wangen und hinterließen
auf der Puderſchicht Spuren — Spuren, die nicht mehr zu
Ju=
gend und Schönheit zurückführten .. Auch ich war
erſchüt=
tert, ergriff haſtig eine patſchige, parfümierte Hand, küßte ſie
einmal, zweimal, dreimal und ſtürzte zum Zimmer hinaus —
vorbei am „Kommandanten”, vorbei an Mama=Directrice,
hin=
aus an die friſche, freie Luft.
Erſt draußen, auf der Straße, atmete ich erleichtert auf
und dachte — wie glücklich doch Jſadora Duncans Schutzpatron
Zarathuſtra war, daß ſeine Wege ihn nie nach Moskau, zu
die=
ſem bolſchewiſtiſchen Venusberg geführt hatten ..
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wird jede halbe= Stunde die heil, Kommunion ausgeteilt. — um 9 Uhr=
Feierliches Hochamt; danach Ausſetzung des Allerheil. Sakramentes und
ſtille Anbetung während des Tages. — Abends 6 Uhr: Paſſionsandächt.
St Eliſabethenkirche: Donnerstag, vorm. 8 Uhr: Gottesdienſt. —
Nachm. 5 Uhr: Andacht.
St. Martinskapelle zu Beſſungen: Mittwoch, nachmittags 5 Uhr,
Gelegenheit zur heil. Beichte.
Donnerstag, vormittags 7 Uhr: Hochamt mit Austeilung der heiligen
Kommunion, darauf Anbetung. — Abends 5 Uhr: Schlußandacht,
Karfreitag, den 18. April 1924,
St. Ludwigskirche: Kollekte für das heil, Land. Vorm. 7 Uhr:
Ausſetzung des Allerheil. Sakramentes. — Um 9 Uhr: Feierlicher
Gottesdienſt mit lateiniſcher Paſſion nach Johannes; den Tag über
ſtille Anbetung des Allerheiligſten Sakramentes. — Abends 6 Uhr:
Predigt und Paſſionsandacht. Der Kirchenchor ſingt. „Die ſieben
letz=
ten Worte” nach Fidelis Müller.
St. Eliſabethenkirche: Vorm. 8 Uhr: Gottesdienſt. — Nachmit=
5 Uhr: Andacht.
St. Martinskapelle zu Beſſungen: Um 8 Uhr Zeremonien, darauf
Anbetung. — Abends 5 Uhr Schlußandacht.
Karſamstag, den 19. April 1924.
St. Ludwigskirche: Kollekte für die Kuſtodie vom heil. Grab in
Feruſalem. Vorm. 18 Uhr: Weihe des Feuers, der Oſterkerze und
des Taufwaſſers. — Um 9 Uhr: Feierliches Hochamt. — Nachm. 4 Uhr
und abends 8 Uhr: Beichtgelegenheit.
St. Eliſabethenkirche: Vorm. 8 Uhr: Gottesdienſt. — Nachm.
5 Uhr: Andacht.
St. Martinskapelle zu Beſſungen: Morgens 6 Uhr Beginn der
Weihen, darauf Hochamt. Austeilung von Weihwaſſer.
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Wiederauftret. Marga Peter (Titelrolle)
Danilo: Hans Danninger
Tagesordnung:
1. Bericht über die bisherige Tätigkeit,
2. Vorſchlag des Zentral=Vorſtandes auf
Abänderung des Namens in: „Bund der
Geuſen”. 3. Ansſprache: (4876
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Anhänger eines Rechtsſchutzes der
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2. Johann Sebaſtian Bach: Konzert D-dul
für Klavier, Flöte, Violine und Streich!
orcheſter.
(Fräulein Elſe Dofflein (Klavier), die
Herren Ludwig Wilk (Flöte) und Willy
Heuſer (Bioline).
3. Feſtvortrag: HermannGraf Kehſerling.
G. F. Händel; Conzerto grosso Nr. 1
B-dur op 3 Nr. 1 für Orcheſter
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beitet von Max Reeger.
(Orcheſter: Der Inſtrumental=Verein
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