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Nummer 18
Freitag, den 19. Januar 1923
Einzelnummer 40.00 Mk.
Eine Erklärung des Düſſeldorfer
Regierungspräſidenten.
Düſſeldorf, 17. Jan. (Wolff.) Der Regierungspräſident
Dr. Grützner hat an den Oberdelegierten für die deutſche
Zivilverwaltung in Düſſeldorf, General Danvigne,
folgen=
den Bericht erſtattet:
Zunächſt teile ich Ihnen mit, daß die zu den geſtrigen
Be=
prechungen nach Düſſeldorf geladenen Vertreter der Arbeitgeber
und Arbeitnehmer in äußerſte Erregung verſetzt
wor=
den ſind durch die Behandlung, die ihnen geſtern zuteil
gewor=
den iſt. Sie haben dieſer Erregung mir gegenüber den ſchärfſten
Ausdruck gegeben. Nur ein kommuniſtiſcher Arbeitervertreter
chloß ſich hiervon aus. Die Arbeitgebervertreter insbeſondere
rklärten mir gegenüber, daß ſie ſich dem ihnen zugegangenen
Befehl in keiner Weiſe fügen werden. Die
Arbeitgeber=
ind Arbeitnehmervertreter haben es insbeſondere als äußerſt
ſeinlich und mit ihrer prominenten Stellung im wirtſchäftlichen
Jeben Deutſchlands und des Ruhrgebietes als unvereinbar
efunden, daß die Befatzungsbehörden ihre der produktiven
Ar=
ſeit in erſter Linie beſtimmite Zeit dazu in Anſpruch genommen
aben, ihnen eine weite Reiſe zuzumuten, um ihnen lediglich
inen militäriſchen Befehl mit einigen Begleitworten zu
bermitteln. Die Arbeitgeber= und Arbeitnehmervertreter, die
eſtern die Sitzung aufgeſucht haben, haben mir ihren feſten
Wil=
en ausgeſprochen, niemals wieder zu einer
perſön=
ichen Verhandlung vor den franzöfiſchen
Be=
atzungsbehörden zu erſcheinen. Ich gebe hiervon
Lenntnis, weil ich verpflichtet bin, der Beſatzungsbehörde alle
Nomente mitzuteilen, die eine erhebliche
Beunrnhi=
ung in der Bevölkerung hervorrufen, und ich faſſe meine
Auf=
abe ſo auf, daß ich der Beſatzungsbehörde auch ſolche
Beunruhi=
ungsmomente mitzuteilen habe, die nach Anſicht der Arbeitgeber
nd Arbeitnehmer durch das eigene Vorgehen der
Beſatzungs=
ehörde hervorgerufen worden ſind, welche jedes Verſtändnis
ir die Bedeutung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer im
Ruhr=
ebiet vermiſſen läßt.
Zur Charakteriſierung der Wirtſchafts= und
Ernäh=
ungslage in meinem Regierungsbezirk, wie ſie ſich in den
ſenigen Tagen ſeit dem 11. Januar zugeſpitzt hat, teile ich mit,
aß fie dadurch zu einer völlig unklaren und für die
deut=
hen Verwaltungsbehörden wie auch für die
Beſatzungsbehör=
en zu einer unüberſichtlichen geſporden iſt, und daß es bisher
och nicht im geringſten feſtſteht, wer in den nächſten Tagen die
öhne für die Bergarbeiter im Ruhrgebiet
bezah=
en wird. Es handelt ſich um 550 000 Bergleute bei einem
äglichen Lohn von ganz gering gerechnet 4000 Mark, alſo um
inen Lohnauſwand von 2 Milljarden 400 Millionen deutſchen
tapiermark. Die Bergarbeiterſchaft iſt auf den ungeſtörten
Zezug ihrer Löhne angewieſen, weil ſie
ſelbſtver=
ändlich über Kapital überhgupt nicht und über
Lebensmittel=
orräte in irgendeinem nennenswerten Maße jedenfalls nicht
erfügt.
Die ſeit dem 11. Januar 1923 ergriffenen militäriſchen
Maß=
ahmen haben in den wenigen Tagen bereits eine
durchſchnitt=
che Steigerung der Lebensmittelpreiſe um 50
rozent zur Folge gehabt, die ſich, wohlgemerkt, auf Preiſe
ezieht, die bereits vor dem Einmarſch in das Ruhrgebiet als
aum erſchwinglich bezeichnet wurden. An Getreide und
Rehl ſind Vorräte bis 15. Februar 1923, äußerſtenfalls bis
5. März 1923 im Bezirk vorhanden. Nach Mitteilungen, die mir franzöſiſchen Soldaten befetzt, die die Beſatzung des
i. den letzten Tagen von holländiſchen Großkaufleuten, zuge= Schiffes mit vorgehaltenem Revolver zwangen, audemlinken
angen ſind, ſieht das Ausland, insbeſondere Holland und Ka= Rheinuferanzulegen.
ada, mit Rückſicht auf die völlig ungeklärten Verhältniſſe
da=
on ab, irgendwelche Mengen an Speck und Fleiſch für das
ge=
imte Ruhrgebiet zu liefern. Ich bemerke, daß irgendwelche den im Laufe des heutigen Vormittags auf dem Rhein in
ennenswerte Lager an dieſen Waren im Ruhrgebiet kaum größerem Umfange Kohlenkähne angehalten und
Kohlen=
orhanden ſein dürften.
Als äußerſt bedenklich muß ich es bezeichnen, daß die neu
inmarſchierenden Truppen nicht nur in meinem
Regierungs=
ezirk, ſondern auch im benachbarten weſtfäliſchen
Verwaltungs=
ezirk zu Requirierungen an Futtermitteln über= Straßburg.
egangen ſind, da Deutſchland, beſonders der Weſten, wie ja der
jeſatzungsbehörde bekannt ſein dürfte, unter einer äußerſt
ſtar=
m Futternot leidet die bereits zu einem erheblichen Rückgaug wwird berichtet, daß geſtern abend und heute bisher 14 Schlepp=
* Milch, zu deren außerordentlichen Verteuerung und zu
iner ganz erheblichen Steigerung der
Fleiſch=
reiſe führte. Die Requiſition von Futtermitteln übt ihren
äinfluß nicht nur auf die landwirtſchafliche Erzeugung an Milch mo ſie weitere Weiſungen bekommen würden. Auf dem Rhein=
And Fleiſch aus, ſondern gefährdet auch die Verſorgung der
Nerde in den Städten auf das erheblichſte. Ich muß es auch Schleuſe 7 hinaus, die zwwiſchen Herne und Recklinghauſen liegt,
Is völlige Verkennung der wirtſchaftlichen Verhältniſſe
bezeich=
en, wenn der militäriſche Befehlshaber von Eſſen, wie Mir deutet praktiſch die Verhinderung aller Kohlentransporte aus
eſtern der Oberbürgermeiſter von Eſſen amtlich mitteilte, aus
em Beſtande für die Verpflegung der ſtädtiſchen Pferde 600 dem neubeſetzten Gebiet in das unbeſetzte. Auch der bereits
au=
entner Stroh reguirieren läßt. Ich habe das drin= gekündigte Eingriff in das Eiſenbahnweſen iſt erfolgt. Auf
ver=
ende Erſuchen auszuſprechen, in Zukunſt jede Requiſition von
ebensmitteln und Futtermitteln in den ländlichen und ſtädti= laud rollenden Kohlenzüge angehalten. Bisher liegen
Nen Bezirken des geſamten beſetzten Gebietes, nicht nur des und Herne vor, wo mit militäriſchem Zwange verſchiedene mit
egenwärtig neu beſetzten Gebietes, zu unterlaſſen. Die
Zevölkerung würde es nicht verſtehen, wie ſich überhaupt noch
te Erklärung der franzöſiſchen Beſatzungsbehörde, daß das
mili=
jriſche Vorgehen lediglich den Schutz der franzöſiſchen
Inge=
ieure bezwecke, mit den ſcharfen Eingriffen in die
Lebensmittel=
nd Futterverteilung des geſamten beſetzten Gebietes,
insbeſon=
ere des Ruhrgebietes, vereinbaren ließe.
Schließlich habe ich vorſorglich ſchon jetzt mit aller
chärfe davor zu warnen, irgendwelche
weite=
en Maßnahmen zu ergreifen, die eine Ab= tionslieferungen von Koks und Kohle eines Ausfuhrſcheines der
chnürung des Ruhrgebietes von dem
unbeſetz=
en Deutſchland herbeiführen könnten. Die
Er=
lichtung einer Zollinie würde zur Folge haben, daß im
Ruhr=
ebiet völlige Verwirrung und Störung der
Verkehrs=
littel, namentlich der Eiſenbahnen, herbeigeführt werden würde, zuſtändig iſt. Das Verlangen des franzöſiſchen Oberkommiſſars
las würde namentlich für die Anfang März beginnende Zufuhr
on Kartoffeln nach dem Induſtriegebiet von verhängnisvoller
Lirkung ſein.
Ich bemerke daß das Induſtriegebiet mit Kartoffeln aus den Finanzämer und die in Frage kommenden Zollſtellen darauf
n Kartoffeln für die arbeitende Bevölkerung ſind in dem Ju=
Fſtiegebiet nicht vorhanden. Vielfach hoben auch Perſonen, die Sendungen von Kohle, Koks und Briketts, ausgenommen
Ehen an ſich die Einkellerung von Kartoffeln im Herbſt möglich die Reparationslieferungen an Italien, die Grenze nur mit
Aus=
eweſen wäre, dieſe Maßnahme nicht vornehmen können, weil
aſolge der großen Wohnungsnot die erforderlichen Kellerräume, ren dürfen.
Vom Tage.
Der Sozialpplitiſch= Ausſchuß des Reichstags hat beſchloſſen, die
Grenze für die Verſicherungspflicht bei den Krankentaſſen auf 2400 000
Mark zu erhöhen.
Der Beuliner Pokizeipräſident hat, dem Ernſt der politiſchen Lage
Rechnung tragend, von heute ab die Polizeiſtunde von 1 Uhr auf 41 Uhr
ausnahmslos herabgeſetzt. Zugleich wird von der Polizei ein Verbot
ſämtlicher Tanzluſtbarkeiten in Berlin veröffentlicht werden.
Im Niederöſterreichiſchen und Tivoler Landtag fanden anläßlich des
franzöſiſchen Friedensbruiches Shmpathiekundgebungen für das Deutſche
Reich ſtatt.
Der franzöſiſche Kreisdelegierte der Stadt Bingen hat angeordnet,
daß ſäntliche von auswärts kommenden Zeitungen, bevor ſie au die
Abonnenten ausgegeben oder verkauft welden, ihm zur Zenſut
vorzu=
legen ſind.
Wie die Hadas=Agelikux berichtet, wird ſich die
Reparationskeu=
miſſion zum erſten Male mit der Prüfung der deutſchen Note uom
14. Nocember, betreffend die Repauationszahlungen für das Jahr 1923,
am kommenden Samstag beſchäftigen.
Die Reparationskommiſſion wird ſich morgen mit der Frage der
Benzollieferungen an Italien beſchäftigen und gleichzeitig einige andere
Fragen prüfen, auf die die franzöſiſche Regierung die Aufmerkſamkeit
gelenkt hat, unter anderem die Frage der Entſchädigung, welch= die
Leutſche Regierung den deutſchen Schifsreedern als Erſatz für die
abge=
forderten Handelsſchiffe bewilligt hat.
Der eiigliſche S hatzkanzler Baldivin und der Leiter der Bauk von
Cugland, die mit den Vertetern der Vereinigten Staaten in Waſhington
über die Fundierung der britiſchen Schuld berieten, ſind von
Waſhing=
ton abgereiſt, um mit dem britiſchen Kabinett den endgültigen
Wort=
laut zu beraten.
Wenige Minuten uach Eröffnung der Londoner Börſe ſanf die
Maxk von 96 000 auf 110 000 und ſchloß damft. Auch der franzöſijehe
und der belgiſche Frauken ſanken. Die Lite uar heite viel ſchlechter.
Dollarkurs in Frankfurt am 18. Januar,
abends ½½7 Uhr: 23100.
fehlten. Ich warne deswvegen ſehr eindringlich vor allen
ab=
ſchnürenden Maßnahmen im Verkehrsweſen, weil die
Erfahrun=
gen bei der Errichtung einer Zollinie 1921 es zeigten, daß
Per=
ſöntichkeiten, die mit den Verkehrsverhältniſſen im Ruhrrevier
uicht ſeit Jahr und Tag eingehend vertraut ſind, der Aufgabe.
nicht gewachſen ſind, an Stelle des deutſchen Verkehrsweſens
dieſer Verkehrsverhältniſſe auch nur einigermaßen Herr zu
wer=
den. Dazu kommt, daß das Gebiet, welches gegenwärtig der
Be=
ſetzung unterworfen iſt, das verkehrstechniſch ſchwierigſte Gebiet
nicht nur des europäiſchen Kontinents, ſondern der ganzen
Welt iſt.
„Flußpiraten!"
Karlsruhe, 18. Jan. (Wolff.) In der heutigen Sitzung
des Landtages ſagte Staatspräſident Remmele unter anderem:
Die Franzoſen ſchicken ſich an, auf dem Rhein ſchwimmende
Kohlenkähne anzuhalten — ſo wurde an der Karlsruher
Hafen=
einfahrt heute früh ein Kohlenſchiff von bewaffneten
Eſſen, 18. Jan. (Wolff.) Wie wir zuverläſſig hören,
wur=
ladungen beſchlagnahmt. Die Schiffer wurden angewieſen,
ſich neue Papiere ausſtellen zu laſſen. Wohin die Sendungen
geleitet werden, iſt noch nicht ſicher bekannt. Geſprochen wird von
Eſſen, 18. Jan. (Wolff.) Uieber die bereits gemeldete
Beſchlagnahme von Schiffsraum auf dem Rhein
kähne, die Ruhrkohle für Süddeutſchland geladen hatten, auf
der Rhede von Duisburg von den Franzoſen beſchlagnahmt
wur=
den und die Weiſung erhalten haben, bis Mannheim zu gehen,
Herne=Kanal wurde der geſamte Schiffsverkehr über die
verhindert. Nur der Pendelverkehr wurde geſtattet. Das
be=
ſchiedenen Stationen wurden die nach dem unbeſetzten Deutſch=
Meldungen über ſolche Beſchlagnahmungen aus Langendreer
Koks für Mitteldeutſchland beladene Züge feſtgehalten wurden.
Der Verſuch, einen Kohlenzug in Marken anzuhalten, iſt
miß=
lungen. Doch erwartet man, daß die Beſchlagnahme raſch an
Umfang zunehmen wird.
Berlin, 18. Jan. (Wolff.) Der franzöſiſche Oberkommiſſar
der Rheinprovinz hat von dem Ausfuhramt Ems unter
An=
drohungſchwerer Strafen verlangt, daß dieſes den
Landesfinanzämtern in Köln, Düſſeldorf, Kaſſel, Würzburg und
Darmſtadt Mitteilungen zugehen laſſe, wonach die Repara=
Emſer Ausfuhrſtelle nicht bedürſen. Das Emſer Ausfuhramt
hat daraufhin allen in Betracht kommenden Landesfinanzämtern
bekant gegeben, daß das Ausfuhramt in Ems für die Erteilung
von Aus= und Einfuhrbewilligungen für Kohle und Koks nicht
ſtellt natürlich den Verſuch der, Kohlen und Koks für Frankreich
und Belgien nach wie vor unverhindert durch die deutſchen
Zoll=
ſtellen zu bringen. Die deutſche Regierung macht die
betreffen=
em Oſten Deutſchlands verſorgt wird. Neunenswerte Vorräte aufmerkſam, daß die Reparationslieferungen an Kohle, Kols
und Briketts an Frankreich und Belgien verboten ſind und daß
fuhrſchein des Reichskommiſſars für die Rohlenverteilung paſſie=
* Die Kohlenfrage nach der
Ruhr=
beſetzung.
Von Dr.=Ing. hon. e. Georg Gothein,
Reichsminiſter a. D., Mitglied des Reichstags.
Die Frage, die heute nach dem feindlichen
Ein=
bruch im Vordergrund aller Erörterung ſteht:
„Welche Folgen für die Kohlenverſorgung und
die ganze Wirtſchaftslage Deutſchlands werden
ſich jetzt ergeben?” wird hier von einer der
be=
rufenſten Beurteiler beantwortet. D. Schriftltg.
Die deutſche Kohlenlage iſt durch die feindliche Beſetzung
des Ruhrreviers außerordentlich kritiſch geworden. Von den
15,85 Millionen Tonnen monatlich, die wir im Jahre 1913
för=
derten, ſind wir auf eine Monatsförderung von 10½½ bis 10½
Millionen Tonnen herabgeſunken, von denen 16 Prozent auf
Selbſtverbrauch der Gruben und Deputate abgehen, und von
den übrig bleibenden rund 92½ Millionen Tonnen entfallen
un=
gefähr vier Fünftel auf die von den Franzoſen und Belgiern
beſetzten Gebiete. Uns bleibt nur der kleine Reſt des
oberſchle=
ſiſchen Steinkohlenreviers mit rund 850 000 Tonnen
Monats=
förderung, ſowie die des Waldenburger und der beiden kleinen
ſächſiſchen Kohlenreviere mit zuſammen etwas über 1 Million
Tonnen Förderung übrig. Nun werden allerdings die
Fran=
zoſen ſchon im eigenſten Intereſſe auf die Belieferung der gan=
„zen feindlich beſetzten Gebiete des Rheinlandes, wie Weſtfalen
und der Pfalz Sorge tragen. Aber das übrige Süd= und
Weſt=
deutſchland bleibt nach wie vor auf die Belieferung mit Saar=
und Ruhrkohle angewieſen. Der Norden bis Berlin und weiter
kann ſich natürlich mit der Einfuhr engliſcher Kohle helfen, von
der wir bereits in den letzten Monaten bis 1¾ Millionen
Ton=
nen im Monat bezogen. Aber freilich bewirkt eine derartige
Einfuhr ein ſtarkes Sinken der deutſchen Mark, wie ſich denn guch
der furchtbare Markſturz der beiden letzten Tage zum größten
Teil durch die ſtarken Kohlenkäufe der beſorgten Induſtrie
er=
klären dürfte. Hier wird es Sache des Reiches und der
Reichs=
bank ſein, Deviſen zum Einkauf von Auslandskohle zur
Ver=
fügung zu ſtellen.
Die Verſorgung mit Hausbrand läßt ſich zum guten
Teil mit Braunkohlenbriketts bewerkſtelligen. Unſere
Braun=
kohlenförderung in den nichtbefetzten Gebieten dürfte im Monat
rund 9 Millionen Tonnen betragen. Allerdings iſt ihr
Brenn=
wert nur ein Viertel bis ein Drittel des Brennwertes der
Stein=
kohle, und erſt nach Brikettierung gibt ſie auch für den
Haus=
brand ein gutes Breunmaterial. Jnynerhin läßt ſich hier eine
töeſentlich ſtärkere Förderung herbeiführen und wird man auch
der Induſtrie in beiden Gebieten mit Braunkohle abhelfen
kön=
nen, die einen freilich minderwertigen Erſatz der Steinkohle bei
allen denjenigen Feuerungseinrichtungen darſtellt, die auf
Steinkohlenfeuerung eingeſtellt ſind.
Dringendſte Sparſamkeit mit Kohle iſt
da=
her geboten. Gewiß ſind unſere Eiſenbahnen für einen
längeren Zeitraum mit Kohle verſehen. Angeſichts der
fortwäh=
renden Preis= und Frachtſteigerungen haben ſich auch Induſtrie,
Landwirtſchaft und Hausbrandverbraucher mit verhältnismäßig
reichlichen Vorräten verſehen, und durch verſtärkte Einfuhr
eng=
liſcher, polniſch=oberſchleſiſcher und tſchechiſcher Kohle können wir
unſere Kohlenvorräte weiter ſtrecken. Beim Hausbrand iſt
vor=
teilhaft dazu gekommen, daß die bisherige ungewöhnlich milde
Witterung den Verbrauch in der erſten Hälfte des Winters ſtark
eingeſchränkt hat, ſo daß die Vorräte größer als gewöhnlich ſind.
Eine erhebliche Erſparnis an Kohle ließe ſich dadurch
her=
beiführen, daß man die Achtundvierzig=Stunden=Arbeitswoche
derjenigen Betriebe, welche ſehr viel Heizmaterial verbrauchen,
auf fünf Tage in der Woche zuſammenlegt, da ſowohl die
Hei=
zung der Fabrikräume, wie vor allen Dingen die der
Dampf=
keſſel, in zahlreichen Betrieben guch der Schmelz= und
Trocken=
öfen, bei einem auf fünf Tage mit längerer Arbeitszeit
redu=
zierten Betrieb eine ganz außerordentliche Erſparnis an
Brenn=
material zur Folge hat. Hier gilt es, ſofort mit den
Arbeiter=
organiſationen und den Arbeitgebern ſich ins Benehmen zu ſetzen,
um dieſe Sparſamkeitsmaßnahme durchzuſetzen. Weiten
Arbeiter=
kreiſen wird es auch nur erwünſcht ſein, dann zwei freie Tage
hintereinander in der Woche zu haben.
Die Frauzoſen wollen die 10 Prozent deutſche Kohlenſteuer
für ſich einnehmen. Wir haben keinen Grund, ihnen dazu die
Möglichkeit zu geben, und da ſelbſt nach Kriegsrecht — ein
ande=
res kommt hier ja überhaupt nicht in Betracht — der
krieg=
führende Staat Steuern lediglich auf Grund der vorhandenen
Geſetze erheben kann, ſo wäre es angezeigt, die
Kohlen=
ſtener umgehend zu ſuspendieren. Ihre Abführung
an die deutſchen Finanzämter iſt aus dem beſetzten Gebiet doch
nicht zu ermarten, ſondern ſie würde ohne weiteres von
Fran=
zoſen und Belgiern beſchlagnahmt werden. Die engliſche Kohle
laſſen wir ſowieſo ſteuerfrei ein, ſo daß der Ausfall für uns bei
Suspenſion der Kohlenſteuer nicht allzu ſchwer ins Gewicht fällt
und bei der allgemeinen Verteuerung des Preisniveaus und der
Schwierigkeit, welche die Aufrechterhaltung der Betriebe in den
nächſten Monaten ohnehin haben wird, es eine große
Erleichte=
rung darſtellen wird, wenn die Kohlenſteuer in dieſer Zeit nicht
erhoben wird.. Die Franzoſen aber würden in einer überaus
ſchwierigen Lage ſein und ſich moraliſch vor der ganzen Welt
aufs höchſte ins Unrecht ſetzen, wenn ſie die Kohlenſteuer, die in
Deutſchland aufgehoben iſt, ohne jedes rechtsgültige Geſetz
fort=
erheben wollten.
Ebenſo dürfte es ſich empfehlen, die letzte ungeheuekliche
Erhöhung der Frachtarife; die heute das 2850fache der
Friedenstarife betragen, rückgängig zu machen
Franzoſen und Belgier werden nicht wiſſen, was ſie mit der
Nuhrkohle anfangen ſollen. Sie ſelbſt ſchwimmen im
Kohlen=
überfluß und ſind kaum in der Lage, auf den Kohlenlagerplätzen
ihrer Eiſenbahnen, Gasanſtalten, Elektrizitäts= und Hüttenwerke
ſeitere Kohlen zu lagern. Dürfte es den Ententemächte doch
ohnehin ſehr ſchwer werden, die 2 Millionen Tonnen
Repara=
tionskohle bei ſich unterzubringen. Sie würden geradezu ihre
eigenen Kohlengruben zwingen, die halbe Woche zu feiern, wenn
ſie die Ruhrkohle bei ſich derwenden wollten. Haben ſie doch
be=
reits während des Frühjahrs und Sommers im Saarrevier wie
auf den alten franzöſiſchen Gruben zwei Feierſchichten einlegen
müſſen. Die Förderung der Gruben des Ruhrreviers dort auf
die Halde zu ſchütten, läßt ſich vielleicht drei bis vier Tage
durch=
führen, nicht aber länger. Wohin ſoll dann die Kohle
trans=
portiert werden? Das ganze bisher nach dem Oſten, Norden
Seits 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. Januar 1923.
Nummer 18.
und Süden gegangene Quantum nunmehr nach Frankreich und
Belgien zu leiten, ſind die Bahnlinien völlig außerſtande.
Ent=
weder müſſen alſo die Gruben die Hälfte der
Woche feiern oder aber, da das natürlich bei der dortigen
Bevölkerung nicht länger aufrechterhalten werden könnte, ohne
zu ſchwerſten Ruheſtörungen zu führen, ſo müßten die
Franzoſen nach wenigen Wochen ſich doch
ent=
ſchließen, die Ruhrkohle auch wieder nach dem
anderen Deutſchland zu ſenden. Ihr ganzes
Unter=
nehinen iſt wirtſchaftlich ſo unüberlegt, daß es wohl unſagbare
Verwirrung ſchaffen kann, aber auf die Dauer gar nicht
durch=
führbar iſt und ihnen unſagbare Koſten verurſachen wird, und
eines Tages werden ſie einſehen, daß aus Deutſchland
Repa=
rationsleiſtungen am wenigſten durch derartige Druckmittel zu
erzielen ſind, und daß der Verſuch, ſie einzutreiben, viel mehr
Koſten erfordert, als bei der Aktion herauszuholen ſind. Da
Frankreich ſowieſo in ſchwerſter finanzieller Bedrängnis iſt, ſo
iſt es nur die Frage, wer die Nerven hat länger
durchzuhalten: die Franzoſen oder wir.
Vor das Kriegsgericht zitiert.
Berlin, 18. Jan. Wie die Blätter aus Eſſen melden,
wur=
den Fritz Thyſſen und ſieben andere Zechenbeſitzer heute
vormittag vor ein franzöſiſches Kriegsgericht zitiert.
Wei=
tere 15 Zechenbeſitzer ſollen heute noch die gleiche Aufforderung
erhalten.
Eſſen, 18. Jan. (Wolff.) Wie wir erfahren, haben ſich
ſämtliche fünf Herren des Zechenverbandes freitvillig bei der
Diviſion eingefunden, wo ſie als Einleitung des gegen ſie
beab=
ſichtigten kriegsgerichtlichen Verfahrens durch einen Offizier
über ihre Weigerung, keine Neparationskohle zu liefern,
proto=
kollariſch vernommen wurden. Sämtliche Herren halten ihre
Weigerung unter Berufung auf das ihnen vom
Reichskohlen=
kommiſſariat erteilte Verbot aufrecht. Den Herren wurde
eröffnet, daß von ihrer Verhaftung vorläufig abgeſehen werde,
daß ſie ſich jedoch jederzeit zur Verfügung des
Kriegs=
gerichts zu halten haben.
Mülheim (Ruhr), 18. Jan. (Wolff.) Der
Oberbürger=
meiſter von Mülheim erhielt heute abend von der franzöſiſchen
Befatzungsbehörde den Auftrag, verſchiedene deutſche
Groß=
induſtrielle, darunter Fritz Thyſſen, aufzufordern, heute abend
9 Uhr in Fredenheim zu erſcheinen und ſie gegebenenfalls durch
Zwang vorzuführen. Der Oberbürgermeiſter hat dieſes
Anſin=
nen abgelehnt, jedoch zugeſagt, daß er den Herren die
Aufforde=
rung übermitteln wolle. Herr Thyſſen erhielt kurz vor 9 Uhr die
Aufforderung, lehnte es aber ab, ihr Folge zu leiſten.
Düſſeldorf, 18. Jan. (Wolff.) Der Präſident des
Landesfinanzamts Düſſeldorf, Finanzrat Dr. Schuthius, iſt
heute von der franzöſiſchen Beſatzungsbehörde verhaftet
wor=
den, nachdem er aufgefordert worden war, die finanziellen
Unter=
lagen der Oberfinanzkaſſe den franzöſiſchen Sachverſtändigen
vor=
zulegen. Schuthius wurde unter militäriſcher Bewachung im
Automobil fortgeführt. Wohin er gebracht wurde, iſt noch
un=
bekaunt.
Eſſen, 18. Jan. (Wolff.) Heute nachmittag wurde in
Alteneſſen ein Schupobeamter von den Franzoſen verhaftet, weil
er einen Offizier nicht gegrüßt hatte.
Innerhalb von Eſſen iſt ſonſt alles ruhig; aber, ſo
ſchreibt die Eſſener Volkszeitung, in Wirklichkeit ſtänden die
Ver=
hältniſſe ganz anders; alles ſei auf Biegen oder
Bre=
chen geſtellt. Auf Grund ſorgfältiger Informationen über
Menſchen und Dinge kann geſagt werden, daß die Induſtriellen,
Direktoren und. Ingenieure es auf jede Gefahr hin ablehnen,
entgegen dem Befehl der deutſchen Regierung, der ſie Gehorſam
ſchulden, irgend etwas zu unternehmen, anzuordnen oder zu
unterlaſſen.‟ Das einzige Argument, das gegen dieſe
ſelbſtver=
ſtändliche Pflichterfüllung nicht bindet, iſt Gewalt. Aber, wer
die Weſtfalen kennt, weiß, daß auch die Gewalt ſie nicht beugen
wird. Bergmann und Bergherr vereinigen ſich in einem Bund
unerſchütterlicher Standhaftigkeit, die ſich im Großen wie im
Kleinen auswirkt.
Bochum, 18. Jan. (Wolff.) Die franzöſiſchen
Beſatzungs=
behörden haben einen Teil des Rathauſes mit dem
Stadtver=
ordnetenſitzungsſaal als Quartier für die Truppen henutzt, ſo
daß weder Magiſtrats= noch Stadtverordnetenſitzungen
ſtattfin=
den können. Da eine Umquartierung trotz nachgewieſener
ander=
weitiger Unterbringungsmöglichkeit nicht erfolgt is, iſt die
Stimmung der Bürgerſchaft aufs neue erregt.
Berlin, 18. Jan. (Wolff.) Der franzöſiſcheOberſt,
der für die Vorgänge in Bochum verantwortlich iſt, iſt
abbe=
rufen worden. Bochum wird durch ein neues Regiment beſetzt
werden. Von der Reichsregierung wird wegen des Erſchießens
des jungen Bergarbeiters Proteſt erhoben werden.
Berlin, 18. Jan. (Wolff.) Den Beamten und Arbeitern
der Reichseiſenbahn iſt, den Beſtimmungen des
Reichskohlenkom=
miſſars entſprechend, verboten worden, Kohlen für
Frankreich und Belgien zu befördern oder bei der
Umleitung deutſcher Kohlenzüge nach diefen Ländern
mitzu=
wirken.
Flammen.
1894—1895.
(Fortſetzung ſtatt Schluß.)
Dieſe Brankkataſtrophe hat meine Mutter nie vergeſſen. Die
Erinnerung daran, das Entſetzen, der Schrecken krampften ſich in
ihrem Hirn zu immer wiederkehrenden furchtbaren Vorſtellungen
zuſammen, und wir waren froh, als ſie nachzulaſſen ſchienen in
dieſen ſich heiterer geſtaltenden Jahren 1894 und 1895.
Als ich im Juli 1895 von einem längeren Beſuche bei der
Königin in Schottland zurückkehrte, fand ich ſie beſonders
mun=
ter und ganz aufgehend in dem Zuſammenleben auf dem
Hei=
ligenberg mit der ihrem Herzen beſonders naheſtehenden Enkelin
Alice: Es was etwas Ideales, iſt man verſucht zu ſagen, um
das Verhältnis der alten Frau zu dem jungen Kinde. Eine
Liebe, die noch geſtärkt wurde durch den Schmerz, daß die Kleine
ſehr ſchwerhörig war. Im Auguſt kam meine Mutter zur
Konfir=
mation Viktors nach Schönberg. Dieſe Feier war die letzte, die
ſie auf Erden mit uns begehen ſollte, und ich werde nie vergeſſen,
wie beglückt ſie war über die Reife und den Ernſt des
Konfir=
manden. — „O, könnte ich doch Alice auch ſo vor dem Altar
ſtehen ſehen!” ſagte ſie, denn alles machte ihr Sorge, was mit
dieſem wunderſchönen, eigenartigen Kinde zuſammenhing, das
niemand ſo zu verſtehen ſchien wie ſie.
Am 10. September entſchloß ſich Mama, für einige Zeit zu
uns zu kommen, ein ſeltenes Ereignis, da ihre Beſuche immer
ſehr kurz waren. Sie kam von Frankfurt, wo ſie zwei Tage im
„Engliſchen Hof” zugebracht. Das erſte, was ſie uns erzählte,
war, noch ganz nerbös aufgeregt: „Stellt Euch vor, heute nacht
war ein Feuer in Frankfurt. Ich wachte auf von lauten
Sig=
nalen, und mit ſchauerlichem Lärm raſſelten die
Feuerlöſch=
maſchinen — eine nach der anderen — mit ſchwelenden Fackeln
— wie Höllenſpuk unter meinen Fenſtern vorbei. O, ſchrecklich,
ſchrecklich! Der Jugenheimer Brand lebt wieder auf. Das
furchtlare, das grauſame Feuer!“ — Nach und nach wich der
un=
angenehme Eindruck, und wir unternahmen, da es ſehr heiß
war, erſt gegen Abend eine Spazierfahrt in die Berge. Oben in
Weitere Truppenbereitſtellungen.
Dortmund, 18. Jan. Hier ziehen noch immer größere
Truppenmengen durch, die öſtlich der Stadt konzentriert werden.
Anſcheinend handelt es ſich um die Bereitſtellung für einen
even=
tuellen weiteren Vormarſch auf Hamm.
Der Nachſchub nieuer Truppen dauert an. Für
heute vormittag ſind ſieben weitere Truppenzüge angemeldet, die
nach Dortmund und Hörde weitergehen; doch wird eine weitere
Ausdehnung der Beſetzung bisher von keiner Stelle gemeldet.
Kulturdokumente.
Eſſen, 18. Jan. (Wolff.) Wie ſich die Franzoſen die
Her=
ſtellung ſympathiſcher Beziehungen zwiſchen der Beſatzung und
der Bevölkerung vorſtellen, darüber gibt ein Kulturdokument
Aufſchluß, durch das ein Teil deröffentlichen Häuſer
für die Beſatzungsarmee reſerviert wird. Es heißt
weiter in dieſem Dokument, jede Verhaftung, und jede von den
deutſchen Behörden vorgenommene polizeiliche Maßnahme, die
ſich ohne Befehl der Beſatzungsbehörde gegen Frauensperſonen
richtet, die mit Militärperſonen der Alliierten in Verbindung
ſtehen und nicht der Kontrolle unterſtehen, wird ſofort zu einem
Rechenſchaftsbericht an die Beſatzungsbehörde führen.
Keines=
falls würden dieſe Maßnahmen den Charakter einer unmäßigen
Bedrückung annehmen, die ein Hindernis bilden würden für die
Herſtellung ſympathiſcher Beziehungen zwiſchen Zivil und Militär.
Ein weiterer Befehl ſchränkt die Bewegungsfreiheit
der deutſchen Polizei erheblich ein, indem ein
bewaff=
netes Eingreifen der Schupo in größerer Stärke als 30 Mann
ohne vorherige Anmeldung bei der Beſatzungsbehörde nicht
er=
folgen darf. Es muß angegeben werden: Gegenſtand und Ort
des Eingreifens, Tag, Stunde und Stärke des Aufgebots und
wahrſcheinliche Dauer des Eingreifens, ſowie möglicherweiſe die
Zahl der Gewehre und der notwendigen Munition.
Von der Beſatzungsbehörde iſt das Singennationaler
Lieder, wie der „Wacht am Rhein” und des Deutſchland=
Liedes verboten worden.
Späte Erkenntnis in England,
U. London, 13. Jan. Alle hier vorliegenden Nachrichten
ſtimmen darin überein, daß ſich die Lage an der Ruhr
in=
folge des feſten deutſchen Widerſtandes für die Franzoſen
weſentlich verſchlechtert habe. Der Pariſer
Korreſpon=
dent der Times, der in der Regel die Auffaſſung der amtlichen
franzöſiſchen Kreiſe wiedergibt, ſtellt feſt, daß die Entwickelung
der Dinge unter jedem Geſichtspunkt einen alarmierenden
Eindruck mache, und deutet an, daß der Augenblick
gekom=
men ſei, wo von dritter Seite ein Vermittlungverſuch gemacht
werden müſſe, ehe es zu ſpät ſei.
London 18. Jen. (Wolff.) Daily Chronicle
ſchreibt in einem Leirartikel zu den wachſenden Koſten und den
Schwierigkeiten der franzöſiſchen Beſetzung des Ruhrgebietes,
die Franzoſen verſuchten, durch Drohungen die
Kohlenbergwerks=
beſitzer von ihrem Gehorſam gegen die Berliner Regierung
ab=
zubringen. Die Zeiten ſeien aber vorbei, wo eine ziviliſierte
Re=
gierung aus einem reichen Mann Reichtümer mit der Folter
herauspreſſen könne. Nach welchem von den Nationen
anerkann=
ten Geſetze könnten außerdem die Franzoſen gegen den
Privat=
beſitz und Privatperſonen vorgehen? Welche Befugnis hätten
die franzöſiſchen Militärbehörden, Privatperſonen zu verhaften
und das Eigentum deutſcher Bürger mit Beſchlag zu belegen?
Dies ſeien Fragen, von denen der künftige Frieden und die
Sicherheit der Ziviliſation abhänge. Daily Chronicle drückt die
Hoffnung aus, daß die Franzoſen die guten Dienſte Englands
annehmen und ſich zurückziehen.
Auch der diplomatiſche Berichterſtatter des Daily Chronicle
befaßt ſich mit den franzöſiſchen Zielen im Ruhrgebiet
und fragt, ob die Reparationen nicht nur ein Vorwand der
Franzoſen ſeien. Frankreich habe zwei Ziele im Auge, erſtens
die dauernde Zerſtückelung und Schwächung Deutſchlands durch
die Loslöſung des Rheinlandes und des Ruhrgebietes, zweitens
die induſtrielle Vorherrſchaft in Europa, mit anderen Worten:
die direkte Herausforderung der induſtriellen
Stellung Englands. Der Eiſenerzreichtum Frankreichs
ſei wertlos ohne die deutſche Mitwirkung, und Frankreich ſei
heute daran, dieſe deutſche Mitwirkung zu erzwingen und
ver=
ſpreche ſich dadon die Erreichung ſeines Zieles.
wd. Berlin, 18. Jan. Nach einer E.E.=Meldung aus
Lon=
don haben die engliſchen Handelskammern folgende
Bedingungen aufgeſtellt:
1. Gewährung eines Moratoriums für Deutſchland.
2. Feſtſtellung der Höhe der Entſchädigungsſumme.
3. Einigung unter den Alliierten über die
Rückzahlungsmoda=
litäten.
4. Feſtſtellung des eventuellen Zinsfußes.
5. Die Gewährung einer internationalen Anleihe für
Deutſch=
land iſt nicht ſo unbedingt notwendig. Zuerſt ſeien
Garan=
tien für die Amortiſation und Zinszahlung zu ſchaffen. Eine
Ein= und Ausfuhrtaxe ſoll ſodann erhoben werden, ebenſo
ſei eine internationale Kontrolle der deutſchen Zölle zu
er=
ſtreben.
6. Die militäriſche Beſetzung müſſe eingeſtellt werden, ſobald
es die Sicherheit der Alliierten geſtatte.
Knoden im einfachen Gaſthauſe, das wir ſehr liebten, aßen wir
zu nacht, und in froher Stimmung fuhren wir in der
erquicken=
den Nachtkühle nach Hauſe. Da — eine halbe Stunde, ehe wir
Schönberg erreichten — vor uns dichter Rauch — roter Schein —
auflodernde Flammen! In Elmshauſen brannte es, und die
ſcheuenden Pferde bringen knapp den Wagen mit wilden Sätzen
dicht an dem brennenden Hauſe vorbei. Meine Mutter lehnt
mit bebenden Gliedern und geſchloſſenen Augen auf dem
Rück=
ſitz und flüſtert: „Es iſt wieder da, das Feuer, das entſetzliche
Feuer!” — Beim Schlafengehen ſpäter ſagte ſie ihrer
Kamner=
frau: „Das Feuer verfolgt mich, Sie werden ſehen, es kommt
auch hierher ...!"
Am nächſten Morgen begab Guſtav: ſich nach Heubach am
Main, wo er mit Vetter Karl Löwenſtein, ſeinem Kondominus
der Herrſchaft Breuberg, zu tun hatte. Es war ſehr heiß, wie
überhaupt ſchon ſeit Wochen. Trotzdem ging Mama am
Vor=
mittag mit mir auf den Altarberg. Ihrem Gang merkte man die
nahenden Siebzig nicht an. Wir ſprachen viel von Alexi, der, ſeit
er im heſſiſchen Leibdragonerregiment diente (von 1892 an), bei
ihr im Alexanderpalais wohnte. Sie hatte ihm eine reizende
Wohnung rechts von der Toreinfahrt eingerichtet. Seine Pferde
ſtanden in ihrem Stall, und er hatte es ſehr gut in dieſem
Zu=
ſammenleben mit ſeiner Großmutter. Sogar ſeinen Hunden ge
ſtattete ſie Zutritt in ihren Räumen, obſchon ſie mehr oder
weni=
ger in beſtändiger Fehde mit ihnen lebte, mit Rückſicht auf ihre
Teppiche und Möbel. Er war nun mit einer Examenarbeit
be=
ſchäftigt in Schönberg und wohnte oben im Dachſtock über ſeines
Vaters Zimmern, in den ſog. Wilhelminenzimmern. Gegen
1 Uhr an dieſem Tage begab ſich Alexi mittags auf die
Schloß=
terraſſe, und auf die Eßglocke wartend, lehnte er ſich an das
Ge=
länder und blickte nach der Turmuhr hinauf. Da ſieht er große
Flammen aus dem Dach gen Himmel ſchlagen — gerade über
ſeinen Zimmern. „Feuer! Feuer!” ſchrie er von der Terraſſe in
das Dorf hinunter. „Es brennt, es brennt!” rufend, liefen die
Schloßbewohner zuſammen. Unſere kleine Feuerſpritze wurde
mit vereinten Kräften die Turmtreppe hinaufgebracht an das
auf dem Speicher befindliche Reſ rvoir. Nur wenige
Waſſer=
tropfen fanden ſich vor, die Hitze hatte alles ausgebrannt. Die
Berlin, 18. Jan. Wie der Vorwärts aus Eſſen meldet,
fand geſtern zwiſchen dem franzöſiſchen General Simon und
der Bezirksleitung des Eiſenbahnerverbandes eine
Ausſprache ſtatt. Simon äußerte den Wunſch, daß die
Arbei=
terſchaft der Beſatzungsbehörde Vertrauen entgegenbringen ſolle.
Alle Wünſche und Beſchwerden der Arbeiter
würden wohlwollend geprüft und nach
Möglich=
keit zugunſten der Arbeiter geregelt werden.
Die Arbeitervertreter proteſtierten zunächſt gegen die Beſetzung,
die ſie als Rechtsbruch und Vergewaltigung bezeichneten. Als
Vermittler in Arbeiterfragen würden ſie nur die deutſchen
Behörden anerkennen. Zur Beſatzungsbehörde würden ſie kein
Vertrauen haben und wollten am liebſten mit ihr überhaupt
nicht in Berührung komen. Das Wohlwollen der
Beſatzungs=
behörde gegenüber den Arbeitern ſei übrigens ſchon dadurch
widerlegt, daß durch die Beſetzung eine Steigerung der
Lebensmittel um 50 Prozent eingetreten ſei.
* Der törichte Verſuch der Eroberer, die deutſche
Arbeiter=
ſchaft durch ſchöne Redensarten zu ködern, nimmt nachgerade
groteske Formen an. Die franzöſiſchen Generale ſcheinen
deut=
ſchen Arbeitern wenig Urteilsfähigkeik zuzutrauen.
Paris 18. Jan. (Wolff.) Das Echo de Paris glaubt,
die deutſchen Zechenbeſitzer würden ſich auf folgendes
Kompro=
miß einlaſſen: Die deutſchen Zechen würden ſich abſichtlich ſo
ſtellen, als wüßten ſie nicht, daß die mit Kohlen beladenen
Waggons und Schiffe nicht die urſprünglich vorgeſehene Route
nehmen, ſondern nach Belgien und Frankreich abtransportiert
würden. Sie würden alſo weiter die Verladung der Kohlen
vornehmen und ſich ſo gebärden, als würden die Waggons und
Schiffe den normalen vorgeſchriebenen Weg nehmen. Dann
wür=
den die Alliierten eingreifen und den Transporten eine neue
Richtung geben. Das ſei aber nur eine Vorausſetzung. Deshalb
habe die franzöſiſche Regierung auch noch nicht auf ihre Abſicht
verzichtet, die nördlich von Eſſen gelegenen Staatsgruben zu
beſchlagnahmen, die allerdings nur die Hälfte der erforderlichen
Reparationskohle liefern könnten.
Italieniſche Bedenken.
Rom 18. Jan. (Wolff.) Die hieſige Abendpreſſe
berur=
teilt einſtimmig die Ausdehnung der militäriſchen Aktion
Frank=
reichs im Ruhrgebiet. Giornale d’Italia ſchreibt: Das franzöſiſche
Vorgehen iſt nichts anderes als eine Verletzung fremden
Territoriums mitten im Frieden. Die Deutſchen
haben vollkommen recht, wenn ſie behaupten, daß Frankreich auf
Grund des Friedensvertrages nicht berechtigt iſt, aus
eige=
ner Initiative ohne vorheriges Abkommen mit allen anderen
Sig=
natarmächten Umſtände zu ſchaffen, welche die Lage Europas
ernſtlich bedrohen. Die Nichterfüllung der Kohlenlieferungen durch
Deutſchland iſt kein genügender Grund zu den ſchwerwiegenden
Maßnahmen, welche, wenn ſie fortgeſetzt würden, die Rückkehr
zur Legalität und zum Frieden auf dem Kontinent unmöglich
machen würden. Das Blatt ſpricht auch die Befürchtung aus,
daß durch das franzöſiſche Vorgehen die Intereſſen Italiens
geſchädigt werden.
Corriere d’Italia ſagt in ſichtlicher Beſorgnis, daß
Frank=
reich entgegen ſeinem Verſprechen der Ruhrkontrolle einen
vor=
wiegend militäriſchen Charakter gebe. Muſſolini habe zwar
dagegen proteſtiert, aber der Inhalt der franzöſiſchen
Aut=
tport ſei noch unbekannt.
Epoca ſchildert, wie die Ingenieurkommiſſion vor allem den
Militärbehörden unterſteht und meint dann, Italien habe kein
Intereſſe, die wirtſchaftliche und politiſche Hegemonie Frankreichs
in Europa zu fördern. Dabei erinnert das Blatt an die Italien
feindliche Politik Frankreichs in Nordafrika,
Mondo befürchtet im Zuſammenhang mit der Beunruhigung
Mitteleuropas neue Komplikationen im Orient und Balkan.
Die Tribung bedauert, daß entgegen dem Verſprechen
Frank=
reichs der Vormarſch im Ruhrgebiet vollſtändig den Charax,
ter verloren hat, den Muſſolini als Vorbedingung ſeiner
Zuſtimmung feſtgelegt hat. Frankreich habe ſeiner Expedition
vorwiegend, wenn nicht ausſchließlich, militäriſchen Charakter
gegeben. Es ſei daher logiſch, daß Italien Frankreich keine
weitere Gefolgſchaft leiſte. Auch müßten gegen die
weitere Ausdehnung der Beſetzung Bedenken verſchiedener Art
ausgeſprochen werden.
Auch die Idea Nazionale iſt der Anſicht, daß das franzöſiſche
Vorgehen der letzten Tage vieldeutig iſt. Italien aber tverde
weder durch Deutſchland noch durch Frankreich eine tatſächliche
Abänderung des Friedensvertrages zulaſſen, ſondern ſeine
eigene Auffaſſung in Paris und London
vertef=
digen.
Memel.
Berlin, 18. Jan. Blättermeldungen aus Königsberg
zu=
folge ſind die Litauer bis auf wenige Kommandos aus der
Stadt Memel abgezogen. Mehrere litauiſche
Freiſchärler=
trupps ſind über die Grenze zurückgegangen.
Königsberg, 18. Jan. (Wolff.) Wie die
Reichsbank=
direktion mitteilt, wird der Geſamtverkehrmit dem
Memel=
gebiet heute wieder aufgenommen.
Memel, 18. Jan. (Wolff.) Die franzöſiſchen
Torpedo=
boote „Senegal” und „Algerien” ſind hier eingetroffen.
Memel, 18. Jan. (Wolff.) Wie das Memeler Dampfboot
meldet, wird der litauiſche Zug Bajohren-Kowno nachmittags
erſtmals wieder abgelaſſen und die zerſtörten
Eiſenbahn=
ſtrecken bei Förſtrei und Heydekrug wiederhergeſtellt.
Die neue Regierung Simonaitis erließ einen Aufruf zur
Bildung einer Armee.
Flammen leckten ſchon in den vorhin von Alexi verlaſſenen
Zim=
mern, da die Decke plötzlich durchbrach, und die brennenden
Maſ=
ſen fielen auf ſein Bett. In der Nacht wäre er rettungslos
ver=
loren geweſen. Er ſtürzte in den Stall und holte die Pferde
her=
aus — kein Waſſer weit und breit — keine Hilfe. Meine Mutter
wankte in den Hof: „Es iſt da, das Feuer, ich, ich habe Euch das
Unglück ins Haus gebracht!” ruft ſie und ſinkt weinend und
betend auf der Veranda, wo ich ſie hinbrachte, in die Knie. Alex:
fällt mir im Hof ſchluchzend um den Hals. Ich ſagte: „Nein,
nein, es iſt nicht möglich, daß Gott zuläßt, daß unſer liebes altee
Schloß abbrennt!” und als ich das ſage, zieht es herein durchs
Schloßtor: alte Weiblein aus dem Dorfe, eine nach der anderen
mit einem Waſſereimer in der Hand, und hinter ihnen raſſelt
bald die Dorfſpritze in den Hof. Die Leute auf dem Feld hatten
die Flammen geſehen und waren heimgeeilt. Aber das Waſſek,
das Waſſer fehlte! Der Bach war ausgetrocknet. Und da obeit
praſſelten die Flammen. Allmählich kam auch vom ferneren Tal
herauf, von überall her Hilfe, Fäſſerwagen mit Waſſer
rumpel=
ten durch das Tor — die Feuerwehr von Bensheim kam und die
von Auerbach, von Reichenbach, Elmshauſen und Wilmshauſeil
— bald glich der Schloßhof einer Wagenburg. Auf den bren
nenden Mauern erſchienen Männer, die die Wände einriſſen, um
den Turm zu retten, unter ihnen ragte die große Geſtalt unſere‟
Nachbarn Freiherrn von Perglas wie ein Zyklop in den rauchl
gen Himmel hinein. Freunde und Bekannte und viele
Unbe=
kannte füllten den Hof, die Treppe, die Zimmer, und mit
Todes=
verachtung wurde gerettet. Ich mußte bei Mama bleiben, konnte
nur ab und zu in das brennende Haus hinein, um anzugebei.
was durchaus gerettet werden mußte. Alles, was in Guſtavs
Zimmern war, mußte, ſolange es möglich, in den anderen Teil
des Schloſſes gebracht werden. — Guſtav! — wie ihn erreichen—
und ihm möglichſt ſchonungsvoll das Entſetzliche mitteilen? Ich
telegraphierte ihm nach Heubach. Er jagte mit Löwenſteinſchen
Pferden nach Aſchaffenburg, kam zu ſpät zum Zug, was er mir
telegraphierte, worauf ich ihm einen Beamten entgegenſchickte
Alle koſtbaren Oelbilder in Guſtads Zimmern wurden von
geſchickten Frauenhänden in umſichtiger Weiſe verpackt une
weggetragen. Auch aus der oberen Garderobe wurde alles
ge=
rettet. Ich begegnete einer lieben alten Dame aus dem Tal,
Fräulein Amaudg Röß
die ich damals uoch kaum kannte,
eine
jreſſe bern
Aktion Franſ
das franzöſi
fremd
Deutſd
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Mi
verte
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Danp
GGe
fenbahl
rgeſte
ufruf
Ruminer 18.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 19. Januar.
*3 Verwaltungsgerichtshof. Einwendungen gegen die
Kreis=
tagswahl im Kreiſe Worms. Erſchienen iſt: der Kreisdirek
tor von Worms und als Vertreter der Reklamanten Nunne=Worms,
Letzterer hat die Wahl angefochten, weil Art. 39 Abſ. 3 Z. 2 des neuen
Wahlgeſetzes vom Auguſt 1922 berletzt ſei und Stimmzettel abgegeben
zuorden ſeien, die Aenderungen enthalten bzw. das Kennwort nichtt
ent=
halten hätten. Es handelt ſich um Stimmzettel, die nicht das Kennwort
des Wahlvorſchlags „Freie Bauernſchaft” enthielten. Der
Kreisaus=
ſchuß hat den Einſpruch abgelehnt und die Stimmen für güiltig erklärt.
Die Wahlvorſchläge und Stimmzettel harten als Kennwort „Vereinigte
freie heſſiſche Bauernſchaft” enthalten. Der Kreisausſchuß hat erwogen,
daß ein Zweifel darübeu, von wem der Wahlvorſchlag ausgehe, nicht
beſtehen könnte; die Partei, die dieſen Wahlvorſchlag gemacht, ſei den
Wählern bekannt, ſo daß von einer Täuſchung der Wähler keine Nede
fein könne; ein Zweifel über die Identität von Wahlvorſchlag und
Stimmzettel ſei unerfindlich; die „Freie Bauernſchaft” habe nur dieſen
einen Wahlzettel hinausge
dem Wahlvorſchlag übereinſtimmen. Der Heſſiſche Bauernderein, der
in Rheinheſſen vertreten ſei, dürfe nicht mit der Freien Bikuernſchaft
berwechſelt werden, alſo ſeien Wähler möglicherweiſ= durch
di=
drucksweiſe des Stimmzettels getäuſcht wvorden. Der Kreisdireltor von
Worms beantragt Abweiſung der Reklamation. Die Aktiolegitimakion
des Wählers Runne ſei nicht zu beanſtanden, als Vertreter von Sozial
demokraten und Zentrum eiſcheine er nicht zur Aufechtung berechtigt
Der Vertreter des Staatsintcreſſes ſteht auf dm Standpunkte, über die
Wahlhandlung könne der Gerichtshof nur in toto entſcheiden, nicht könne
er einzelne Stimmzettel für ungültig erklären, dies ſei Sache der
Wahl=
kommiſſionen. Dies ſcheine äuch der Standpuukt des neuen Geſetzes zu
ſein. Eine Offenlegung der Akten hinſichtlich der Kreis= und
Provin=
zialtagswahl ſei im Gegenſatz zu den Beſtimmungen hinſichtlich der
Gemeinderatswahl nicht vorgeſchrieben. In langen Ausführungen
legt der Vertreter des Staatsintereſſes die große Kompliziertheit der
zwei hinſichtlich der Beanſtandungen aller Wahlen nebeneinanderher
laufenden Verwaltungsſtreitderfahren dar und kennzeichnet die Konf
quenzen, zu denen der Ausgang dieſer Prozeduren führen kann. Di
Legitimation des Wählers Runne ſei nicht zu beanſtanden; umteriell
ckönne dem Keunwort keine beſondere Bedeutung beigelegt werden. E
handele ſich um eing Sollvorſchrift. Ein Verſtoß gegen Art. 39 des
nig
ſchlag ſie ihre Stimme geben wollten. Rerlamant R. erklärt, er habe
nicht gegen die ganze Wahl reklamiert, ſondern nur mit ſeinem
Ein=
ſpruch dagegen ſich gewandt, daß die in Frage ſtehenden Stimmzettel
des Wahlborſchlags für gültig erklärt ſeien. Urteil: Die
Einwendun=
gen des Reklamanten werden als unbegründet zurückgeſieſen; der
Reklamant Runne hat die Koſten zu tragen.
Provinzialausſchuß. 1. Geſuch des Wilhelm Heil zu
Offeu=
bach um Erlaubnis zum Branntweinausſchank. Die ſtädtiſche Deputa=
ſind Beanſtandungen nicht zu erheben. Das Geſuch wird abgelehut.
2. Geſuch der Leonhard Schiemer Witwe zu Offenbach um
Erlaub=
nis zum Betriebe einer Schankwirtſchaft im Hauſe Kaiſerſtraße 63
Die Geſuchſtellerin iſt nicht erſchienen; ſie will mit der Kaffeewirtſchaft
auch Spicituoſenausſchank derbinden. Die lokalen Inſtanzen derneinen
das Bedürfnis. Zwei Wirtſchaften in der Nähe, die Alkohol ausſchänken
von Sprendlingen Gemeinderas Anthes von da und Techmniker Sdr
Stroh von Sprendlingen; ſpäter auch Regierungsrat Winkelmann,
Vor=
ſitzender der Lokalkommiſfion. Die Gasverſorgung bedingt Erweiterung
des Werkes auch wegen induſtrieller Zwecke und Bstriebe. Die Geineinde
vill 10 Mk. für den Quadratmeter geben, die Eigentümer wollen aber
35 Mk. für den Quadratmeter haben. Vergleichspreiſe aus Veräuße
rungen liegen nicht vor. Die Lokalkommiſſion ſpricht ſich für den Preis
von 35 Mk. für den Quadratmeter aus. Das Gutachten der Kommiſſion
datiert vom 26. September 1922. Das zu enteignende Gelände iſt
vegen Dringlichkeit verſtärkter Gaserzeugung bereits ſeit Herbſt 1922
die Gemeinde Sprendlingen nbgelehnt hat und noch ablehnt. Wenn
man die zuletzt gezahlten Pachtpreiſe berückſichtigt, kommt nach Anficht
der zu Enteignenden ein Preis von 200 Mk. für den Qugdratmeter des
Geländes jetzt als Enteignungspreis in Betracht; der Preis müſſe ſo
geſtaltet ſein, daß die zu Enteignenden für das erhaltene Geld ſich
wie=
der das benötigte Gelände erwerben könnten, oder die Gemeinde ſolle
Tauſchgelände zur Verfüigung ſtellen. Die Entſcheidung wird am
24. Januar wrkündet — 4. Klage des Georg Geyer IV. und Gen.
in Darmſtadt gegen den Beſchluß der Stadtverordnetenverſammlung der
Stadt Darmſtadt vom 3. Auguſt 1622 wegen Erhöhung des Sprung
geldes. Die Sache hat den Provinzialausſchuß ſchon einmal in der
Sitzung vom 5. Mai 1921 beſchäftigt. Damals wurde der Beſchluß der
Stadtverordneten aufgehoben und die Sach= an die Stadtverwaltung
zurückveriviefen. Nun liegt ein neuer Beſchluß der Stadtverordneten
vom 3. Auguſt 1922 vor, der ein neues — erhöhtes — Sprunggeid
vor=
ieht. Beſſunger Gemeindeangehörige fechſten durch Geh. Rat Dr.
Jäger dieſen Beſchluß, weil gegen § 20 des Eingemeindungsvertrages
vom 1. April 1888 verſtoßend, an. Die Stadt vertritt R.=A. Dr.
Oppen=
heimer. In klaren Rechtsausführungen erläutert der Vertreter der
ſkläger den Wortlaut des § 20: „Der für Beſſungen beſtehende
Faſel=
tall wird auch für die Zukunft als Gemeindeanſtalt beibehalten; der
Faſelwärter von Beſſungen tritt in ſeinem ſeitherigen Verhältnis in den
Lienſt der Geſamtgemeinde. Die geſamten Koſten für das Fafelvieh),
deſſen Wartung und Unterhaltung, werden auf das Geſamtſteuerkapital
ibernommen.‟ Der Anwalt der Kläger vertritt die Auslegung, daß
ein ſolcher Vertrag für die Beſſunger Viehbeſitzer ein Sprunggeld
über=
zaupt nicht zulaſſe und daß dieſer Vertrag ſich auch nicht nur, wie der
Provinzialausſchuß in ſeinem Urteil vom 5. Mai 1921 in der
Begrun=
dung gomeint habe, auf die derzeitigen Beſſunger Viehbeſitzer
eziehe, ſondern auch auf deren Erben. Der Vertrag zlviſchen
Daum=
tadt und Beſſungen ſtelle hinſichtlich des § 20 einen Vertrag zugunſten
Darmſtädter Tagdiatt, Freitng, den 43. Jununr 4323.
Seite 3.
Dritter dar, der gemeinrechtlich anerkannt und auch durch Art 17
171 E.G.B.G.B. aufrechterhalten ſei. Die klagenden Viehbeſitzer
verlangten eine Auslegung des Vertrages in dieſem Sinne. Die Stadt
vertritt den Standpunkt, daß von Zahlung des Sprunggeldes nach
die ſpäter erlaſſenen heſſiſchen Geſetze, betr. die Haltung des Faſelviehs.
Die Stadt habe ungeheuere Koſten für das Faſelvieh aufzuvenden und
ſie ſei durch dem 1888er Vertrag nicht gehindert, von den Viehbeſitzern
Gebühren für Koſten der Unterhaltung des Faſelviehs zu erheben,
die ſog. „Clauſula rebus ſie ſtantibus” wüiſſe bei Auslegung des 1888er
Vertrages zugunſten der Stadt herangezogen werden. Geh. Nat Dr
Jäger vertveiſt darauf, daß eine ganze Reihe von Beſtimmungen des
Eingemeindungsvertvages privatrechtliche Verhältniſſe (z. B. Orts
bürgernutzen, Sparkaſſe, Schulden) regeln. Vor 1. April 1888 ſei ein
kleines Sprunggeld in Beſſungen erhoben worden, das mit
Inkraft=
tveten des Eingemeindungsdertrages aber in Wegfall gekommen ſei
Gg. Geher IV. ſelbſt erklärt, daß auch das erhöhte Sprunggeld von
den Klägern angefordert worden ſei; ſie hätten ſich ſolcher Anforderung
fügen müſſen, da ſie nicht hätten wauten können, bis die
Verwaltungs=
ſtreitſache entſchieden ſei. Der Faſelwärter habe die Zuführung der
Tiere nuu
nun wohl den Verwaltungsgerichtshof beſchäftigen
— Volkshochſchule — Morgenfeier. Die Morgenfeier am Sonntag
den 21. Januar, vormittags 11.15 Uhr pünktlich, im Kleinen Haus des
Heſſ. Landestheaters bringt Ruſſiſche Dichtung und Muſik
zu Gehör. Eugenie Stefanowa, deren Altſtimme und „
tiefmuſika=
liſcher beſeelter Vortrag”, gelegentlich der Eröffnungsfeier der
Städti=
ſchen Akademie für Muſik gerühmt wurde, ſingt dier Lieder von N
Rimsky=Korſſakow und A. Gretchaninow — ſämtlich für Darmſtadt zum
crſten Male. Am Flügel begleitet Kaul Dietrich. Erſtmalig gelangt
dan
unſeres heimiſchen Kirchenmuſikdirektors Arnold Mendelsſohn gefeiert
wurde, verſpricht ein muuſikaliſches Ereignis. Der 15jährige Richard
Langs=Kaſſel wird am Flügel begleiten; ihm wird ſtaunenswerte
Technik und die Leiſtung eines reifenden Künſtlers nachgerühmt. Pro=
Hhetiſche Stellen aus Doſtofewski, die unſerer Gegenwaut gelten, ſollen
den Untergrund bilden, auf dem das Tiefe und Erlöſende der Muſik
durch die Mitwirkung dieſer hervorragenden Künſtler zu nachhaltiger
Wirkung kommen wird. Der Reinertrag der Morgenfeier fließt der
geiſtigen Nothilfe zu. Karten zu 400 und 300 Mark an der Kaſſe
des Kleinen Hauſes. Für Mitglieder der Volkshochſchule zum ermäßigten
Preiſe von 300 200 und 100 Mk. nur in der Geſchäftsſtelle. (Vgl.
An=
ze in der Mittwoch=Ausgabe.)
RDV Gegen den Mißbrauch von Schülerferienkarten. In letzter Zeit
ſind häufig Mißbräuche mit Schülerferienkarten feſtgeſtellt worden; ſo iſt
beſonders die Beſtimmung mißachtet oder umgangen worden, nach der
dieſe Ferienkarten nur zwiſchen dem Schul= oder Univerſitärzort und
dem Wohnort der Eltern benutzt werden dürfen; die Vergünſtigung
wurde auch zum Beſuch von Bekannten und Verſpandten in Aaſpruch
genommen. Da die Hochſchulen in den Anträgen der Studierenden den
Wohnort der Eltern beſcheinigen müſſen, hat der Reichsverkehrsminiſter,
wie die Reichszentrale für Deutſche Verkehrswerbung mitreilt, die
Hoch=
ſchulen in einer beſonderen Verfügung erſucht, dieſe Beſcheinigungen nur
nach ſorgfältiger Prüfung der Angaben auszuſtellen. Eine
durchgrei=
fende Bekämpfung des Mißbrauchs iſt für die Studierenden ſelbſt von
größter Bedeutung, weil ſonſt die Ausgabe von Schülerferienkauien
ein=
geſchränkt werden müßte. — Der Antrag der Hochſchule für die Wiſſen
ſchaft des Judentums in Berlin, für deren Studierende das Preuß,
Miniſterium für Wiſſenſchaft, Kunſt und Volksbildung die Vergünſtigung
der Schülerkarten nachgeſucht hatte, iſt vom Reichsverkehrsminiſter
ge=
nehmigt worden.
Bei der Stationskaſſe Darmſtadt Hbf. gelangt ab 18. ds. Mts.
eine Nachzahlung an Ruhegeyaltsempfänger ſowie an Hinterbliebene
von Veamten zur Auszahlung.
he. Zur Frage der Einheits=Stenographie. Die Entſcheidung
der Frage der Einheits=Stenographie iſt, underslautenden Meldungen
entgegen, noch nicht gefallen. Die entſ heidende Regierungskonferenz,
zu der auch Heſſen einen Vertreter entſenden wird, und die zu dem
letzten Oktober=Eutſvurf Stellung nehmen tund, findet am 31. Oktober
in Berlin ſtatt.
— Bekämpfung der Schundliteratur. Jugend= und Volksbücher ſind
vor wvie nach in der Dieburger Straße 26 I. zu billigen Preiſen
er=
hä1tl
Der Verband Heſſiſcher Regimentsvereine hat an die
Reichsuegie=
rung das nachſtehende Schreiben gerichtet: „Mit dankbarer Freude
haben wir die Erklärung der Reichsvegierung, ſowie des Herrn
Reichs=
kanzleus Rede geleſen, die ſich gegen die Beſetzung deutſchen Bodens un
der Rußr richtet. Wiu erklären: Entſchloſſen zu jedem Opfer, ſtehen
wir hinter der Reichsregierung! Es gilt, frecher Raubgier unſeres
Erbfeindes den entſchloffenen Willen des ganzen deutſchem Volkes
ent=
gegenzuſetzen. Wir ſind bereit, mit der Reichsregierung in d ſem Sinne
durch Dick und Dünn zu gehen. Unſer Herz, unſere Kraft, unſer
Können, Wollen und Leben gehört dem deutſchen Vaterland. Wir ver
trauen unſevem heiligen Recht, wir hoffen auf den Tag der Einigung
aller deutſchen Männer, wir glauben felſenfeſt an den Tag, der
Deutſch=
land die Freiheit bringt!“ — Im Namen don 28 000 ehemaligen Sol
daten. Der Verband Heſſiſcher Regimentspereine (gez.): von Lyncke‟
Generalmajor a. D., Vorſitzender.”
— Jugendbund und Jugendvereinigung der Panlusgemeinde
ver=
anſtalteten im Gemeindeſaal am Montag, 16. Jan., einen Lichtbilder
abend über: Rudolf Schäfer. Zu Anfang gab Herr Pfarraſſiſtent
Wolf einige erläuternde Worte über den zum Teil noch unbekannten
jedoch hervorragenden Maler, deſſen künſtleriſche Federzeichnungen noich
manchen der Anieſenden vor Augen ſein werden. Belebt wurde der
Abend durch Darbietungen des Jugendbundes auf muſikaliſchem Gebiet.
Die meiſtear Bilder wurden ſinnentſprechend umrahmt von Chöuen,
Einzelgeſängen oder muſikaliſchen Aufſührungen, die im allgemeinen gut
zum Vortrag gebracht wurden, wenn auch einige Sologeſänge durchaus
nicht gefallen konnten. — Man muß fa nicht gerade vor der
Oeffentlich=
eit ſingen! — Zweifellos aber hat die Muſik viel zur Verſchönerung
dieſer ſchlichten, dem Ernſt der Zeit entſprechenden Feier beigerragen.
‟ Darmſtädter Nothilfe (Fürſorge=Ausſchuß). Die Geſchäftsſtelle
des Fürſorge=Ausſchuſſes muß unaufſchiebbarer Abſchluß= und Abreih,
nungsarbeiten halber nächſte Woche geſchloſſen bleiben. Anrräge können
in dieſer Zeit nicht entgegengenommen und bearbeitet werden. Al
Montag, den 29. Ifd. Mts., ſteht die Geſchäftsſielle wieder wie bisheu
zur Verfügun
* Griechiſche Plaſtik. Wir erinnern an den heute abend
8 Uhr pünktlich in der Vereinigung der Freunde
des humaniſtiſchen Gymnaſiums (Feſtſaal des
Lud=
wig Georgs=Gymnaſiums, Karlſtraße 2) ſtattfindenden Vortrag
(mit Lichtbildern) von Dr. Karl Liſtmann. — Gäſte
will=
kommen.
* Der zweite Künſtlerabend des Gewerkſchaftsbundes der Angeſtellten
(Ortsgruppe Darmſtadt) fand im Saale des „Perkeo” ſtatt. In einer
kurzen Begrüßungsanſprache betonte der Vorſitzende des
Bildungsaus=
ſchufſes daß der G.d.A. beſtrebt ſei, den Mitgliedern durch ein
verhält=
nismäßig billiges Eintrittsgeld wirklich künſtleriſchen Genuß zu
berei=
ten, und er hoffe, den Mitgliedern auch in Zukunft auf dieſem Gebiet
Erſprießliches bieten zu können. Die für dieſen Abend gehegten
Er=
wartugen wurden in vollem Maße gerechtfertigt. Wie den euſten
Abend ſo hatte auch diesmal Herr Kuhn vom Heſſiſchen Landestheater
die Leitung übernommen, und ernteten die Vorträge der Mitglieder des
Heſſiſchen Landestheaters ſtürmiſchen Beifall des überfüllten Saales
Einzelheiten zu erſvähnen, erübzigt ſich, denn alle Darbietungen ſtanden
auf hoher künſtleriſcher Stufe und verdienen volles
—Theater=Verein Darmſtadt 22. 2
Anzeigenteil
erſicht=
lich, findet am Samstag, 20. Jan., abe
ein Familier
abend mit Theater und Ball im
n. Strafkammer. Ein Gewohnheitsberbrecher, der das
Durchſchnitts=
maß der Gemeingefährlichkeit durch Gewandtheit und Tatkraft weit
hinter ſich läßt, der bekannte, jetzt 25 jährige Schreiner Philipp
Riedel, von hier, hatte ſich wieder einmal wegen verſchiedener, in
Rückfall derübter ſchwerer Diebſtähle zu verantworten. Zwei davor
insgeſamt 10 Jahre Gefängnis erhalten, während deren Verbüßung
den ihm beliebten Kniff des Löffelverſchluckens anwandte, um zwee
Operation ins Kraukenhaus gebracht zu werden, und ſo beſſere
Gelegen=
heit zum Entweichen zu erlangen. Noch nicht von der Magenwunde he
geſtellt, entwiſchte R. aus dem Johanniterſpital Nieder=Weiſel, verbar
ſich kurze Zeit in Frankfurt a. M. und ſuchte, etwas zu Kräften gekommen,
ſein hieſiges Arbeitsfeld auf. Binnen wenigen Tagen beging er die
erſt=
erwähnten beiden nächtlichen Einbrüche in Wohnungen der Mühl= und
Ohlyſtraße mit größter Frechheit und ſehr reichem Beuteertrag. Man
faßte ihn kurz darauf, als er nach der in der Nähe des Südbahnhofs teil
weiſe verſteckten Beute ſehen wollte, ab, und er wurde vorläufig in die
Strafanſtalt Butzbach zurückgebracht. Im vorigen Frühjahr war R. dort
abermals ausgebrochen, und ſofort ſetzte das alte Treiben hier ein.
E=
leugnet zwar im Gegenfatz zu den übrigen Anklagepunkten gerade dieſe
Epiſode, doch erſcheinr er auch inſofern völlig überführt. Der in einen
Villa des Hohlen Wegs wohnende General v. M. ertappte den nächtlichen
Beſucher mitten im Werk, ſeine Piſtole verſagte, und R. gewann Zeit
aus dem Fenſter des erſten Stocks zu entſpringen. Eine Anzahl
Schmuck=
ſachen konnte er dabei mitnehmen, das übrige Zuſammengepackte ließ
im Stich und ebenſo ſeine bei der Tat vorſichtshalber ausgezogenen Stie
fel. Er hatte letztere gegen die Butzbacher Anſtaltsſtiefel ausgetauſcht,
was ſvahrſcheinlich bei ſeiner Mutter und dem Stiefvater hieu geſchehen
iſt, denn Erſtere erkannte die ſo beſchlagnahmten Stiefel gegenüber der
Polizei alsbald als die ihres Mannes an. Nunmehr wird dies
allerding=
beſtritten. Was das Leugnen des Einbruchs bei v. M. betrifft, ſo iſt das
Motiv vielleicht darin zu finden, daß der ſonſt verwegene Verbrecher
da=
mals vor der drohenden Schußwaffe klein beigegeben und auf den Knieen
uim Schonung gefleht hatte, welche Rolle er aus gewiſſer Eitelkeit nicht
einräumen will. Er hatte zu der geſtrigen Verhandlung das Auftreten
gewechſelt, verzichtete auf das früher öfters benutzte Simulieren der
wilden Mannes oder Trottels und gab ſich gewiſſermaßen anſtändig. Die
Augenzeugen der Ueberraſchung durch v. M. erkannten ihn mit vollſter
Sicherheit wieder und hatten auch unmittelbar nach dem Vorfall au
polizeiliche Vorlage von etwa 80 Einbrecherphotographien das Bild R.*
gleich ficher als mit jenem nächtlichen Eindringling übereinſtimmend
be=
funden. Zur Anklage ſtand ferner noch ein von R. zugegebener Ein
bruchsverſuch gleicher Art aus Heilbronn, wo er Nachts in der Villa des
Kommerzienrats Knorr verſcheucht ſvorden war. R. pflegt mit
Stemm=
eiſen, Nachſchluſſeln uſw. vorzugehen und beſitzt eine gewiſſe, ſtets in der
Begleitumſtänden erkennbare Spezialität. Erwähnt ſei außerdem, daß er
zur Verübung des erwähnten Diebſtahls in der Ohlyſtraße das nämliche
Haus wählte, wo er mehrere Jahre zuvor den Vorbeſitzer ebenfalls
gründlich geplündert hatte. Die Dreiſtigkeit iſt überall geradezu
ver=
blüffend, obwohl R. nach pſychiarriſcher Anſicht gemindert
zurechnungs=
fähig ſein ſoll. Entſprungen aus Gerichtsgebäuden, Strafanſtalten und
Wohnungen iſt er ſchon ſehr häufig, und es liegt im dringenden Intereſſ
der öffentlichen Sicherheit, ihn möglichſt lange unſchädlich zu machen.
Inziviſchen ſind ihm für Einbruch in Frankenthal weitere 3 Jahre
Zucht=
haus zuteil geworden. Das geſtrige Urteil lautet bezüglich der vier
Fälle auf insgeſamt ſieben Jahre Zuchthaus nebſt 10 jährigem
Ehrverluſt. R. war gefefſelt aus Butzbach zuu Verhandlung vorgeführt
und kam dorthin zurück.
* Beſitzwechſel. Das bekannte, ſeit dem Jahre 1862 beſtehende Ko
lonialwarenhaus nebſt Feinkoſthandlung und Zigarren=Spezialgeſchäft
A. Reichard, Ecke Bleich= und Kaſinoſtraße, iſt mit dem 1. Januar
1923 in die Hände der Firma Darmſtädteß
Lebensmittel=
haus. Inhaber A. Welz u. Co., Ludwigſtraßd 8, übergegangen, die
nunmehr beide Geſchäfte in erweitertem Umfange führen werden.
h Froſtgefahr. Für den Verſand froſtempfindlicher Waren macht die
Badiſche Landeswetterwarte darauf aufmerkſam, daß ſich der Froſt über
das ganze Reichsgebietz ausgebreitet hat und daß mit einer
fortſchreiten=
den Verſchärfung in den nächſten Tagen gerechnet werden muß
— Unfall. Vorgeſtein abend überfuhr ein ohne Laterne fahrender
Nadfahrer einen älteren Mann auf dem dunklen Meßplatz, ohne ſich
nach dem Ueberfahrenen umzuſehen. Es wäre Pflicht des Radfahrers
deir Verletzten ſchadlos zu halten, zumal er auf derbotenem Wege 1
ohne brennende Laterne fuhr.
Lokale Veranſtaltungen.
Die hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu
betrachten, iu keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
— Die öffentlichen Heizverſuche mit Braunkohlen
unter Benutzung von Dr. Schneiders Patentroſt finden nächſten
Samstag von halb 4 bis 5 Uhr in der Schulkliche, Rundeturmſtraße 11
ſtatt. Der Zutritt iſt unentgeltlich,
Vereinigte Darmſtädter Männergeſangver
eine. Wir verweiſen an dieſer Stelle auf den am 20. Januar 1923 i,
der Turnhalle am Woogsplatz ſtattfindenden Liederabend der vereinigten
Daumſtädter Männergeſangvereine. (Siehe Anzeige.)
Sie trug auf ihren Armen vorſichtig, wie einen Täufling, ein
ioſtbares Seidenkleid mit Schleppe, um es, wie ſchon einige
indere Kleider vorher, im Portierzimmer unten auf dem Bett
fu deponieren. In meinem Zimmer wimmelte es von Damer
und Herren und von allerhand mir fremden Leuten aus
Bens=
heim und Umgegend, die ausräumten. Alle halfen, Nuhe und
Ordnung herrſchte. Es war, als ob nur der eine Gedanke alle
dieſe zu uns gehörenden und auch fremden Menſchen leitete: das
ilte Schloß da oben und as darin iſt, darf nicht ein Raub der
Flammen werden — dafür iſt es uns allen zu lieb.
Noch heute treten mir die Tränen in die Augen, wenn ich an
ſene Stunden der Angſt denke, die durch ſo viel reine menſchliche
Liebe verklärt wurden, und was auch die Zeiten brachten und
bringen mögen, nie wird in meinem Herzen die Dankbarkeit
er=
öſchen, nicht nur für die Schönberger, für unſere Freunde,
Be=
dienſteten und Bekannten, ſondern auch für die Bensheimer und
die ganze umliegende Bevölkerung. — Es war gegen Abend, als
mir die Feuerwehr melden ließ, die Gefahr für den Hauptteil
des Schloſſe ſei vorüber. Nur das Dach und die
Wilhelminen=
zimmer waren verbrannt, und die darunter liegenden Zimmer
Buſtavs hatten ſehr durch das Waſſer gelitten. — Mit heißem
Dank gegen Gott ſchloß ich die Kinder in die Arme. Meine kleine
Edda hatte tIpfer den Schrecken überwunden, aber meine arme
verbringen, ſei ihr unmöglich. Alexi fuhr ſie abends nach Hauſe.
Es war ihre letzte Fahrt über unſere ſchönen Berge und Täler,
Ich ahnte dies nicht, gottlob! Genug des Schweren lag ſchon
auf mir.
Der Hauptbau ſah aus wie ein wüſtes Möbelmagazin, und
lich ließ für uns und die Kinder die Luiſenzimmer im Torbau
und die Bilderzimmer herrichten. Es dauerte Tage, bis wir
Uinſere Gebrauchsſachen wiederfanden, aber nicht ein Gegenſtand,
nicht der kleinſte fehlte!
Es wurde Nacht. Im verwüſteten Schloßhof braunten ein=
Zelne Fackeln, und Feuerwehrleute hielten die Wacht. Das Bild
Mahnte an Hagen und die Gibichenhalle. Schwarz hoben die
Geſtälten ſich vem Nachthiuntel ab. Um Mitternacht erſt kehrte
der C3,
(0 verſtört, aßer voll Dank,
Schlim=
mere
(Schluß folgt.)
7aüfüuder
* Ein deutſcher Zedernwald. Die Zeder gehört für uns zu
den exotiſchen Bäumen, die wir nach der Bibelſtelle auf dem
Libanon und in fernen Gegenden ſuchen. Deshalb wird es
überraſchen, wenn man erfährt, daß es einen deutſchen
Zedern=
wald gibt. Dieſer Wald verdankt, worin in „Ueber Land und
Meer” erinnert wird, ſeine Entſtehung der Initiative des
Be=
ten Bleiſtiftfabrik, des Freiherrn Lothar von
lich die Faſſungen aus Zedernholz gefertigt, und zwar benutzt
nian dazut nicht die eigentliche Zeder, ſondern zwei
Wacholder=
arten, die virginiſche und bermudiſche, die den Namen „rote
Zeder” erhalten haben. Das Holz, das ſich durch braunrote
Farbe und eigenartigen Geruch auszeichnet, wird außer zu
Blei=
ſtiften hauptſächlich noch zu Zigarrenkiſten verwendet. In
Deutſchland ſind die „roten Zedern” ſchon lange als Zierbäume
heiniſch, aber einen ganzen Wald von Zedern ſchuf erſt in der
Mitte der 70er Jahre Freiherr von Faber bei Stein in der
Nähe von Nürnberg. Dieſer Forſt, der nur wenig über ſechs
Hektar groß iſt, aber doch der größte der Welt ſein ſoll, weil der
virginiſche Wacholder auch in Amerika nur vereinzelt vorkommt,
hat ſich herrlich entwickelt und iſt heute eine Sehenswürdigkeit
erſten Ranges. Die Bäume wurden aus Samen gezogen, der
aus Amerika herübergebracht ſorden war, und das Aufziehen
ſowie Pflanzen der jungen Stämnichen erfolgte nach den
Grund=
ſätzen unſerer heimifthen Waldpflege. Beſonders die
Forſt=
männer widmen dieſem deutſchen Zedernwald eine lebhafte
Teilnahme, und er wird nicht nur von deutſchen, ſondern auch
von ausländiſehen Fachleuten häufig beſucht. Das Vorbild
Fabers hat dazu geführt, daß dieſe „rote Zeder” jetzt auch ander
wärts bäufiger angepflanzt wird, und zweifellos lohnt ſich der
vermehrte Ankan infolge des vielfachen Nutzens, den das Hu
gewährt.
* Die politiſchen Clowns. Daß der Zirkus zum Schauplatz
politiſcher Diskuſſionen und Verhaftungen wird, iſt eine neue
Erſcheinung, die ſich jetzt in Riga ereignet hat. Die lettländiſche
politiſche Polizei drang kürzlich, wie der Daily Mail aus Riga
berichtet wird, während cer Abendborſtellung in den Zirkus und
verhaftete die beiden beliebten Clowus Nipſi und Pipſi. Die
Clowvus hatten verſchiedene politiſche Scherze gemacht, die den
Uinwillen der Behörden erregten und zu ihrer Gefangenſetzung
führten. Es gibt viele politiſche Parteien in Lettland, und es
war daher ſehr leicht, durch irgendwelihe Bemerkungen bei einer
von ihnen Anſtoß zu erregen. Man begnügte ſich damit, Nipſi
und Pipſi ernſthafte Vorhaltungen zu machen, und ſie wurden
dann ſvieder aus dem Gefängnis entiaſſen.
Im Kupferſtichkabinett des Landesmuſeums
wird gegenwärtig eine Ausſtellung von Photographien gezeigt,
die der im vorigen Jahr nach Darmſtadt überſiedelte
Folk=
woangverlag leihweiſe aus ſeinem großen Bilderarchiv zur
Verfügung geſtellt hat. Falls dieſe Photographiſchen
Ausſtellun=
gen einiges Intereſſe ſinden, beſteht die Abſicht, eine größere
Reihe von weiteren Samnilungen zu zeigen.
Die erſte Ausſtellung umfaßt die Keramik der
altperua=
niſchen Kultur. Obwohl in verſchiedenen Muſeen der alten
uind der neuen Welt eine große Fülle von alten peruaniſchen
Ge=
ſäßen aufbewahrt wird, iſt dieſes Material ſo gut wie völlig
un=
bekannt geblieben. Es gibt aber auf der Erde keine Epoche und
kein Volk, das eine auch nur annähernd inhaltvolle Keramik
ge=
ſchaffen hätte. Peru hat vor der Beſetzung durch die Spanier die
Drehſcheibe noch nicht gekannt und hat in ſeinen Gefäßen, die
hauptſächlich zur Aufbewahrung der Chicha gedient haben, eine
ſolche Unzahl von Motiven dargeſtellt, daß es im Laufe der Zeit
möglich ſein wird, aus den bekannten tauſenden von Gefäßen den
größten Teil der früheren religiöſen Vorſtellungen dieſes Volkes
ebenſo feſtzuſtellen, wie ſeine Sitten und Gebräuche, ſowie die
Pflanzen und Tiere, die in ſeinem Leben irgend eine Rolle
ſpielt haßen. (Der Folktvangverlag hat bereits zwei Bände über
Peruaniſche Keramik erſcheinen laſſen.) Die ausgeſtellten Gefäße
ſind aber auch für jeden Künſtler und Kunſtgewerbler
außer=
ordentlich anregend. Sie zeigen, welche unendliche Möglichkeiten,
an die unſere Kunſt niemals gedacht hat, in der Keramik liegen,
und mit außerordentlicher Geſchicklichkeit von den alten Peruänern
in die Wirklichkeit umgeſetzt wurden. Das Alter der Gefäße iſt
nicht leicht zu beſtimnten. Eine größere Anzahl derſelben geht
wohl beſtimmt auf die Zeit vor Chriſti Geburt zurück. Einen
reicheren Beitrag zur Geſchichte eines vernichtete
um denke
Volkes kann man
Seite 4.
Darmſtädter Dagblatt, Freitag, den 19. Januar 1923.
Unedemiſche Feier der Technigen Hohſchule.
* Die Techniſche Hochſchule beging den Gedenktag der
Reichs=
gründung geſtern vormittag durch eine eindruckstiefe akademiſche
Feier im Kleinen Hauſe des Landestheaters, an der Rektor und Senat,
faßt der gefamte Lehrkörper, die Studentenſchaft und zahlreiche Gäſte
teilnahmen. Auch Großherzog Ernſt Ludwig und die beiden Prinzen
be=
fanden ſich unter den Ehrengäſten. Die Feier ſtand äußerlich und
in=
haltlich unter dem Eindruck der neueſten Vergewaltigungen des wehrloſen
deutſchen Volkes, aber auch unter dem erhebenden und begeiſterden
Ein=
druck der Tatſache, daß die deutſche Negierung, das deutſche Volk, endlich
nicht mehr geſonnen ſeien, die Ungerechtigkeiten und Demütigungen des
ſiegeswahnſinnigen Frankreich geduldig und widerſpruchslos hinzunehmen.
War ſo die Feier tief ernſt und würdig, ſo trug ſie, doch das Gepräge
ſtolzer Farbenentfaltung und offener jugendlich=ſtarker
Bekenntnisfreudig=
keit, die den Feiern deutſcher, akademiſcher Jugend ſtets eigen geweſen,
und trug vor allem und als Höchſtes das Gepräge der Einigkeit,
feſten einigenden, entſchloſſenen Willens. Und mit freudigem Stolz,
wvenn auch ohne lauten Jubel, nahm die Bevölkerung teil an der Feier,
ſoweit dieſe ſich in der Oeffentlichkeit abſpielte, freute ſich des
farben=
frohen, erhebenden Bildes wehender Fahnen und blitzender Schläger in
den Händen der Jugend, die berufen iſt, des deutſchen Volkes Zukunft
zu tragen und — die ſich der ungeheuren, ſchwveren Verantwortung dieſer
Berufung bewußt iſt.
Rektor und Senat, Gäſte und Dozenten hatten ſich ½ Stunde vor
Beginn der Feier im Sitzungsſaale der Techniſchen Hochſchule verſammelt,
und wurden im feierlichen Zuge dunch die Chargierten der etwa dreißig
Verbindungen im bollen Wichs und mit Fahnen zum Kleinen Hauſe
ge=
leitet, wo die Feier ſtattfand.
Das Kleine Haus bot ein Bild ſelten geſchauter farbenfroher
Feſt=
lichkeit. Vor dem tiefdunkelblauen Hintergrund des Rundhorizonts, auf
der ſtrahlend erleuchteten Bühne nahmen die Chargierten mit ihren
Fahnen Aufſtellung in einem Halbkreiſe, der ſich durch das Orcheſter in
den Zuſchauerraum fortſetzt und einen feſtlichen Rahmen bildete. In dem
Logen nahmen die geladenen Gäſte Platz: Der Großherzog und die
Prinzen, die Vertreter der Regierung, der Stadt, des Landtages und der
Preſſe. Der Ausſchuß der Studierenden in Wichs mit der Fahne der
Techniſchen Hochſchule geleitete unter Fanfarenklängen den Rektor Magn,
Geheimerat Peterſen, zum Rednerpult auf der Bühne, und die
Pro=
feſſoren und Dozenten nahmen im Halbrund Platz. Das gemeinſam
ge=
ſungene „Burſchen heraus!” leitete die Feier ein.
Geheimerat Peterſen
hielt eine Begrüßungsanſprache voll klingender Zuberſicht, voll tiefem
Ernſt über Deutſchlands Not, aber auch voll Stolz ob der Haltung der
Männer wie Thyſſen im neu vergewvaltigten Ruhrgebiet. — Gewiß drängt
ſich die Frage auf nach der Berechtigung von „Feiern” in der Zeit
un=
ſerer größten Not. Aber wie es in ſchwverer Zeit den Meuſchen zur Kirche
drängt, zur Zwieſprache mit ſeinem Herrgott, ſo drängt es uns, in
den, damit gute Kräfte gewecht werden und gute Gedanken, daß uns von
neuem erfüllt unerſchütterlicher Glaube an unſere
Zu=
kunft, aus dem Stolz heraus deutſch zu ſein. Stolz dürfen wir ſein
aus der Zeit heraus, der die Feier gilt, aber auch aus der Zeit die
hinter uns liegt, des großen Geſchehens im Weltkriege, das alle geiſtigen
und ſittlichen Kräfte, die unſerem Volke inne wohnen, frei machte. Frei
dürfen wir das Haupt erheben, auch aus den Ereigniſſen der letzten Tage
heraus. Wiederum iſt großes Unrecht über uns hereingebrochen, aber
dieſes Unrecht wurde nicht mehr widerſpruchslos hingenommen, ſondern
es hat einen Widerſtand erſtehen laſſen, endlich, der uns wieder mit
Hoffnung und Stolz erfüllt. (Lebhafter Beifall.) Heute endlich ſteht
hinter unſerer Verwahrung gegen Unrecht und Willkür der Geiſt des
unbeugſamen Widerſtandes, heute iſt Proteſt keine nutzloſe Phraſe. Von
dem Widerſtand dieſer letzten Tage geht eine wundervolle Kraft aus, die der Bau=Debutation beantragt wird.
die Schwachen ſtärkt und die Starken mitreißt. Eine Kraft, die das
Das formloſe Durcheinander des Widerſtreits der Meinungen ordnet ſich,
geht durch unſer Volk. Gedanken der Selbſtbeſinnung werden wach. Die gel würde in dieſen Fällen nach erfolgter Abrechnung beantragt werden.
nur für den morgigen Tag zu ſorgen. Gedanken werden auch wach vom batamt wird die beantragte Ermächtigung erteilt.
Knirſchen der Kanonenräder, vom Hämmern der Maſchinengewehre:
Ge=
danken aber, gegen die Vernunft ankämpft, Vernunft auch
gebeugt liegt. Es wird erwachen, wenn die Zeit gekommen iſt. Wir
ſtarker Sturm folgen wird, der alles mitreißt! (Langanhaltender Beis gebeten. Die erforderliche Summe wird bewilligt.
fall.) Die heutige Feier foll ſo nicht ſein eine ſolche der Wehmut und der
Trauer um Verlorenes, ſondern eine ſolche des Glaubens und der
Zuverſicht. (Langanhaltender Beifall.)
Student Pfeiffer,
Anſprache ein mit einem Erinnern an Verſailles, das 1871 dem Sehnen
des deutſchen Volkes Erfüllung brachte, und ging dann nach kurzem
Verweilen in der geſchichtlichen Entwickelung über zu dem zweiten
Ver=
ſailles, das wohl kommen mußte, und vor dem wir jetzt ſtehen. Heute
wollen die Feinde zerſtören, was damals geſchaffen wurde, wollen das
das jetzt aus jahrelanger Dumpfheit zu erwachen beginnt. Und dieſer vor, deren Genehmigung beantragt wird.
Wille wird getragen von der deutſchen Jugend. Die deutſche Jugend
nnüberwindlich erſcheint, (Beifall.) Dann erinnert Redner ſeien. Sie beantragt, die Wohnungsbauabgabe, die bei derartigen
an die durch erneute Beſchlüſſe betonte Einigung der deutſchen Studenten= Käufen erhoben wird, entſprechend zu vergrößern, um den
Wohnungs=
ſchaft. Heute, in der Zeit der Not wird die deutſche Jugend zum
Vater=
land ſtehen ſie kennt, mit dieſem Gelübde ſchloß die kernige, ernſte und baufonds zu vermehren.
überzeugende Rede, kein höheres Gebot, als dem Vaterland zu diener, über Minderbemittelten zu.
Die Feſtrede
ſchichtsſtudium gründend, gab der Redner ein Erinnerungsbild an die wellen, ohne jedoch Anſprüche auf eine Wohnung zu erheben.
Jahre, Taten und Vorarbeiten, die zur Reichsgründung führten, eine
Bismarck mit weitblickendem, ſtaatsmänniſchem Geſchick geſtaltete Werk Spekulation in Grundſtücken. Hier müſſe eine Rechtsſicherheit
ein=
vollendet war, deſſen Mängel der Kanzler kannte, und deren Abſtellung greiſen.
er von der Zukunft erwartete. Heute gilt es, die Einheit des Reiches zu
verteidigen, neu zu feſtigen. Das Kaiſertum iſt nicht mehr, die Dynaſtien Gebührenvorlage ein. Durch die Gebühren ſollen die Auslagen wieder
angewieſen auf den Zuſammenhalt des Volkes, der Stämme. Weite Teile nungsamtes eine Sitzung ſtattfinden, um Beunruhigungen, die in der
des Landes ſind der furchtbaren Gefahr der fremden Beſatzung preis= Bevölkerung Platz gegriffen haben, entgegenzutreten.
gegeben. Sie alle werden ihr Deutſchtum nicht behaupten können, wenn
ſie nicht die unumſtößliche Gewißheit haben, daß das geſamte deutſche Klarſtellung der Gebühren für den Inſtandſetzungsausſchuß.
von der Frage: Bundesſtagt oder Einheitsſtaat. Nach des Redners
ver=
anderen zuerſt den Deutſchen zu ſehen und nicht den Parteimann, tigung gebeten, den Beitrag an das Inſtitut jeweils zu Beginn des
(Beifall.
Ernſte Worte gläubigen Vertrauens in die Zukunft des deutſchen auszuzahlen, da ſonſt die Lieferung der Zeitſchrift in Frage geſtellt iſt,
Volkes ſchloß auch dieſe Nede.
Dann ergriff nochmals Rektor, Geheimerat Peterſen, das Wort
zu einer begeiſternden und eindrucksvollen Schlußanſprache, in der er
mitteilte, daß die Techniſche Hochſchule beſchloſſen habe, die Herren
Thhſſen und Stinnes zu Ehrenbürgern der Techni=
Kundgebung für den 18. Januar 1923.
Am Gedenktag der Reichsgründung geben die deutſchen Hochſchulen
ihrem Schmerz und ihrer Trauer über den Bruch von Rechten und
Ver=
trägen Ausdruck, deſſen unſere Feinde ſich durch Beſetzung des
Ruhr=
gebietes aufs neue ſchuldig machen. Lehrkörper und Studentenſchaft lung von Mietenverzeichniſſen, die von den Hauseigentümern
auszu=
legen vor der ganzen Welt entrüſtete Verwahrung gegen die widerrecht= füllen ſind, notwendig. Die Herſtellungskoſten für die Vordrucke für
lichen Gewaltmaßnahmen ein, die weder im Verſailler Friedensdiktat dieſe Verzeichniſſe betragen rund 97000 Mark. Es wird
nachträg=
noch im Völkerrecht einen Boden finden. Sie vertrauen der mannhaften liche Kreditbewilligung beantragt, die genehmigt wird.
und feſten Haltung der Neichsregierung und geloben, ſich in unwandels Erweiterung des Krebits des Wolſchrtsants für Bode und Beiluren
barer Treue allezeit einzuſetzen für Volk und Heimat.
geheißen. Mit einem dreifachen Hoch auf das deutſche Vaterland, das verſtändnis mit der Wohlfahrts=Deputation Nachbewilligung der
bis=
begeiſterten Widerhall fand, und dem Geſang des Deutſchlandliedes, ſchloß her entſtandenen Kreditüberſchreitung in Höhe von 304 400 Mark,
ſo=
die Feier.
Feierlich wurden Rektor und Profeſſoren wieder zur Hochſchule ge= genehmigt.
leitet, dann bewegte ſich der endloſe Zug der Studierenden, voran die
Chargierten mit Fahnen zum Bismarckdenkmal auf dem
Ludwigs=
gla”, woſelbſt nach einer kernigen Anſprache des Vorſitzenden des Hoch= ſtreitung ihrer laufenden Unkoſten einen Beitrag aus der Stadtkaſſe
ſchulringes deurſcher Art, Student Wolf, Kränze am Denkmal uieder= zu bewilligen. In Uebereinſtimmung mit dem Feuerlöſch=Ausſchnß
gelegt wurden, Feſtlicher Umzug durch die Wilhelminen= und Rheinſtraße
zur Hochſchule, beſchloß die Feiet.
Stadtverordnetenverſannlunk.
brr. Darmſtadt, 18. Januar.
Zu Beginn der heutigen Sitzung, der erſten im neuen Jahre, zu der
noch einmal die bisherigen Stadtverordneten geladen waren, ergriff der
Oberbürgermeiſter das Wort zu dem Rechtsbruch der franzöſiſchen
Ne=
gierung und führte u. a. aus:
Meine Damen und Herren! Darmſtadts Bürgerſchaft gibt
der Empörung Ausdruck über den Gewaltakt, den die gegenwärtige
fran=
zöſſche Negierung, jeder Rechtsgrunblage entbehrend, durch die
Be=
ſetzung des Ruhrgebietes gegenüber dem wehrloſen deutſchen Volk
ver=
übt hat. Die Stadtverwaltung und die Stadtverordnetenverſammlung
erheben als die berufenen Vertreter unſerer Bürgerſchaft den ſchärfſten
Proteſt. Der mit allen militäriſchen Machtmitteln ausgeführte Einfall
in das Kerngebiet deutſchen wirtſchaftlichen Lebens, iſt ein Attentat gegen
den Frieden unſeres Landes, gegen die Freiheit und das Recht unſerer
Brüder. Die Zumutung ablehnend, bei dieſem Gewaltakt zu helfen,
fühlen wir uns einmütig und entſchloffen, indem wir Ruhe, Ernſt und
Würde und einen ſtarken Willen bekunden. Unſeren treuen,
rheiniſch=
weſtfäliſchen Brüdern die Hand drückend, ſind wir überzeugt, daß ſie dem
Namen unſeres Volkes Ehre machen werden. Es wirb der franzöſiſchen
Negierung nicht gelingen, das deutſche Volk auseinander zu reißen. Der
deutſchen Wirtſchaft und der deutſchen Arbeiter wollen wir mit den
Gefühlen der inneren Erhebung gedenken und barauf bauen, daß die
Verſtlapung für ein Volt unmöglich iſt, das eintritt für ſeine Freiheit und
ſein Necht.
Mit dem Proteſt erklärte ſich die geſamte
Stadtverordnetenverſamm=
lung einverſtanden. Hierauf wurde in die Tagesordnung eingetreten,
Erhöhung der Gebühren für die Zuchtviehhaltung.
Die Zuchtviehhaltung erfordert einen ganz bedeutenden
Koſten=
aufwand. Das zurzeit zur Erhebung kommende Sprunggeld von
40 Mark für Kühe und Rinder, 35 Mark für Schweine und 10 Mark
für Ziegen ſteht aber in keinem Verhältnis zu deu Aufwendungen, jo
daß eine Erhöhung gerechtfertigt iſt. Demgemäß hat die Land= und
Forſtwirtſchafts=Deputation am 29. November d. J. beſchloſſen, das
Sprunggeld künſtig nach dem Milchſtallpreis zu bemeſſen, und zwar
Durch die dringend nokwendig gewordene Beſchaffung von
Klei=
dungsſtücken für die Feuerwache iſt der im Voranſchlag (Rubrit 291)
Rummer 18.
Arfingſenilicgng ir Jie Beſchafung dur unfaenen in Fe=
Feuerwache.
vorgeſehene Kredit um 184500 Mark überſchritten worden. Es wird
beantragt, dieſen Betrag aus Ergänzungsmitteln zur Verfügung zu
ſtellen. Der Antrag wird angenommen.
Erhöhung der Kundeſteuer.
Der heſſiſche Landtag hat jetzt ein Geſetz verabſchiedet, durch das
die ſtaatlichen Hundeſteuerſätze erheblich erhöht wurden und den
Ge=
meinden die volle Beſteueruugsfreiheit des Hundesbeſitzes eingeräumt
wurde.
Wie die anderen heſſiſchen Städte, beabſichtigt auch die hieſige
ſtädtiſche Verwaltung, vom 1. Januar 1923 zeitgemäße
Steuererhöhun=
gen eintreten zu laſſen, und ſtellt deshalb folgenden Antrag: Ab 1.
Ja=
nuar 1923 beträgt die Hundeſteuer, ſofern der Hundebeſitz das ganze
Jahr hindurch dauert, für den erſten Hund — 2000 Mark, für den
zwei=
ten Hund — 3000 Mark, ſteigend für jeden weiteren Hund um weitere
1000 Mark. Währt der Hundebeſitz nicht das ganze Jahr, ſo werden
für jeden in Abgang gekommenen Hund folgende Teilſätze erhoben:
a) ſofern der Hundebeſitz nach dem 1. Januar, aber vor dem 1. April
beginnt — drei Vierteile, b) ſofern der Hundebeſitz nach dem 1. April,
aber vor dem 1. Juli beginnt — die Hälfte, c) ſofern der Hundebeſitz
nach dem 1. Juli, aber vor dem 1. November beginnt — ein Vierteil
der obigen Sätze mit der Maßgabe, daß bei mehrfachem Hundebeſitz die
vorerwähnten Teilſätze jeweils von dem höchſten Steuerſatz zu
berech=
nen ſind.
Stadtv. Haury hält den Entwurf für unannehmbar.
Oberbürgermeiſter glaubt, daß die Gebühren den heutigen
Geldverhältniſſen entſprechen.
Die Eingabe des Vereins für Hundefreunde um Ermäßigung der
Hundeſteuer bei der Aufzüchtung von Raſſehunden wird abgelehnt. Die
Vorlage wird angenommen.
Abſchluß der Staötkaffe und der ſtädtiſchen Nebenkaſſen
Die Abſchlüſſe werden genehmigt.
Kreditübertragung für die im Jahre 1920 ausgeloſten, jedoch nicht
eingelöſten Schuldverſchreibungen.
Jm Verwaltungsjahr 1920 konnte über den Betrag von 198700
Mark für ausgeloſte, jedoch nicht eingelöſte Schuldverſchreibungen der
Stadt Darmſtadt noch nicht abgerechnet werden. Es wird daher
bean=
derart, daß bei Kühen und Rindern der jeweilige Stallpreis für 3 Liter tragt, den nicht verwendeten Kredit in gleichem Betrage m das Ver=
Milch, bei Schweinen der jeieilige Stallpreis für 2 Liter Miſch und waltungsjahr 1921 zu übertmgen. Es wird entſprechend dem Antrag
bei Ziegen der jelveilige Stallpreis von 1. Liter Milch für jeden Sprung beſ loſſen.
entrichtet wird. Dem wird zugeſtimmt.
Kreditbewilligung für eine Kanalherſtellung.
Der Kanal vor den Baracken Mühlſtraße 4, der derſtopft war der Anteil der Stadt an dem Fehlbetrag des Landestheaters für die
mußte underzüglich freigelegt werden. Hierdurch ſind 31 000 Mark Spielzeit 1921/22 — 4377 350 Mk. 11 Pf. Nach Abzug des im Vor=
Koſten entſtanden. Die Bau=Deputation hat die Herſtellung nachträg= anſchlag für 1921 vorgeſehenen Kredits von 1 160 00 Mk. verbleibt ein
feierlicher Stunde die Herzen zu erheben. In feierlicher Stunde müſſen lich gutgeheißen. Es wird Zuſtimmung und Vereitſtellung des fehlen= Reſtbetrag von 3317550 Mk. 11 Pf. Die Kreditnachbewilligung in
die Saiten der Menſchenſele zum Klingen und Schwingen gebracht wer= den Kredits aus Ergänzungsmitteln beantragt. Der Kredit wird ge= dieſer höhe wird beantragt.
nehmigt.
Stadtd. Barth wünſcht, daß dem Intendanten nahegelegt wird,
Beſchaffung von Kaualreinigungsgeräten.
daß man ſi chin künſtleriſcher Beziehung etwas mehr Zurückhaltung auf=
Abfchluß der Kaſſe des Landestheaters für die Spielzeit 1921/22.
Nach Miteilung des Heſſiſchen Miniſteriums der Finanzen beträgt
wurzelungen iſt die Beſchaffung von Reinigungsgeräten erforderlich. Muſkern.
Die Anſchaffungskoſten betragen 280 000 Mark. Mit Zuſtimmung der
Geräte wird genehmigt.
Dachherſtellung und Uuterhaltungsarbeiten.
turmſtraße 7 iſt ein Krebit von etwa 30 000 Mark erforderlich, deſſen werde tragen können.
Bereitſtellung zu Laſten von Ergänzungsmitteln im Einverſtändnis mit einderſtanden,
Gleichzeitig wird beantragt, das ſtädtiſche Hochbauamt zu ermäch=
Gewifſen des Vaterlandes, das lange ſchlummerte, neu erweckt hat, tigen, unbedingt notwendige dringliche Unterhaltungsarbeiten an ſtädtis legen laſſen, und ſtellt eine weitene Erhöhung der Thegterbreiſe in
und ein gemeinſamer, einigender Wille dringt überall durch. Ein Raunen kredite bereits aufgebrauckt ſind. Die Bereitſtellung der fehlenden Mit= ten Preiſen gegeben werden. Ein Zuſammenbruch des Darmſtädter
Erkenntnis wird wach, daß es höhere Ziele gibt, als nur für das Jch. Der Kredit von 30 000 Mk. wird angenommen. Dem ſtädtiſchen HoB Angeſtelltenentlaſſungen nach ſich ziehen.
Inſtandſetzungen in der Stadtmädchenſchule I.
Für die Unterhaltung der Zeutralheizungsanlage, ſpwie für die ter heſchäftigt würden.
ringt gegen Hoffnung. Die Hoffnung muß ſich beſcheiden, 1e ſtirbt bauliche Unterhaltung des Schulgebäudes der ſtädtiſchen
Mädchen=
aber nicht! (Lebhafter Beifall.) Wir wiſſen, daß das Vaterland ſchule I ſind Herſtellungen im Koſtenauftuand von rund 90 000 Mark Preispolitik zurück.
erforderlich. Im Einvernehmen mit der Bau=Deputation wird um
wiſſen, daß wenn die Sonne einſt das Gewölk zerreißend, aufgeht, ein Bereitſtellung des fehlenden Kredits zu Laſten von Grgänzungsmitteln urſachen. — Hierauf wird der Abſchluß genehmigt.
Herſtellung der Heizungsanlage im Stadthaus.
der Vorſitzende der Stüdentenſchaft der Techniſchen Hochſchule, leitete ſeine nehmen mit der Bau=Deputation wird um Bereitſtellung des Kredits Ernährungsbedarf für Lebensmittel feſtzuſtellen und an Hand deſſeu
Erhebung von Gebühren beim Mieteinigungsamt.
14 der Mieterſchutzverordmung, ſowie des Reichsmietengeſetzes hin= 10 244 000 Mark.
inige Deutſche Reich wieder zertrümmern, um es dauernd in Ohnmacht ſichtlich der Tätigkeit der Inſtaudſetzungskommiſſion neu geregelt ver=
und Sklaberei halten zu köunen. Ein Wolln, das ſcheitern wird und Pn. E3 liegen zuei Cutwirfe von Gebührenorduungen für die weitern, daß das ſteuerfreie Eiukommen ohne die
Verſorgmasgebil=
muß an dem einmütig entſchloſſenen Willen des ganzen deutſchen Volkes, Tätigkeit des Mieteinigugsants und der Inſtandſetzungskommiſſol niſſe den Lohn eines gelernten Arbeiters” mit. drei Kindern ulli=
Frau Stadtv. Balſer wünſcht, daß bei der Anwendung der
Ge=
verzagt nicht, für die deutſche Studentenſchaft gibt es nichts, was bühren Unterſchiede geuacht zuerden, und weiſt darauf hin, daß in der Gebihren ins Unendliche ſteigern dürden
letzten Zeit in hieſiger Stadt Hausverkäufe an Ausländer vorgekommen
Beigeordneter Bugbaum geht auf den Hauskauf ein und bemerkt, bis 1. April 1923 erforderlich. Es wird Bewilligung beantragt.
hielt Profeſſor Dr. W. Windelband über das Thema: „Bismarck daß die Hauskäufer nur Saarländer ſeien und keine Ausländer, die
und der Partikukarismus 1870/71‟. Auf tiefſchürfendes Ge= ihre Erſparniſſe mit Hilfe der Valuta in Grund= und Hausbeſitz anlegen miſſion ein, die erſprießlich im allgemeinen Intereſſe handele. Bis zur
treffende Charatteriſſerung des Werkes Bismarcks, der Schwierigkeiten, die Wohnungsgot nicht vermindert wird. — Stadtü. Haury iſt für biſoriums bittet er, da 5000 Mark nicht mehr den beutigen
Geldver=
die er zu überwinden hatte, bei Heſſen, Württemberg, Bahern und Annahme der vorliegenden Entwürfe. — Stadtu. Hütſch wendet ſich hältniſſen entſorechen, 30 000 Mark zu bewilligen unter entſprechender
ſchließlich bei dem eigenen kaiſerlichen Herrn, bis das große und von gegen, den mehrfachen Verkauf ein= und desſelben Hauſes und die Verteilung auf Polizei, Stadt und Rotes Kreuz,
Stadtd. Heß weiſt auf die Notwendigkeit der Erhaltung der
Bahnhofsmiſſion hin, die zugleich nationale Arbeit leiſte, und ſetzt ſich
Der Oberbürgermeiſter tritt für die Verabſchiedung der gleichfalls für die Erhöhung der Summe auf 30 000 Mark ein
Beig. Delp erklärt ſich mit dem Antrag des Stadtv. Dr. Emmert
ſind zuſammengebrochen, die Nation iſt auf ſich ſelbſt geſtellt. Wir ſind herauskommen. In nächſter Zeit ſoll auch über, die Praxis des Woh= ling einverſtanden.
Die Verſammlung beſchließt demgemäß.
Erweiterung von Krediten für 1922 für das Wohlfahrtsamt.
Die Gebührenordnung wird hierauf angenommen, vorbehaltlich der
Die dem Wohlfahrtsamt durch den Voranſchlag für 1922 zur
Ver=
fügung geſtellten Kredite reichen unter dem Zwang der Verhältniſſe
Vol hinter imnen ſteht, Bebhaſter Beifal) unſere Zutuft iſt beherſcht Erhshung des Beitrags zum Leutſchen Auslandsönſtitut in Stutgart, nicht aus, ſie ſnd zum Teil bereſts erbelich überſchktn. Das Nocl=
Das Deutſche Auslands=Inſtitut in Stuttgart hat den Beitrag für fahrtsamt hat deshalb Anträge auf Krediterweiterungen geſtellt, ſo für
ſontiſcher lieberzeugng köne die Antvart zur heſßen. Einheits= 1gs auf 20 Mark und fir dis Jahr 1aß3 auf deräufſt 3id Mark die Veſchaffungn doen Lebensnteln, fir Sihne ud. Frunsfurtfelen.
t aat,. Freilich zur Zeit iſt deſer Einheitzſtagt nach ütone, öſt noch feſtgeſetzt. Sither hat die Stat einen Veitrag don 10 Mark g= bei Unfällen für Pfkegegeldſtz” für Zerbringugstoſen mnd der=
Zur Reinigung der Rohrkanäle und zur Beſeitigung von Veur= erlegen möge, und wendet ſich gegen die Einſtellung von weiteren
Stadtv. Dr. Ofann glaubt, daß man mit dem Voranſchlag für
Bau=Deputation wird Genehmigung unter Bereitſtellung des fehlenden 1922/23 nicht auskomme, und daß mit einem ganz großen Defizit für
dieſes Winterhalbjahr zu rechmen ſein werde. Die Theaterkommiſſion
Kredübetrags aus Ergärzungsmitteln beantragt. Die Beſchaffung der folle doch von Zeit zu Zeit einen Nechnungsbericht vorlegen. Es fehe
nicht nach einer beſonderen Sparſamkeit im Theater aus. Dr. Oſann
rechnet mit einem künftigen Theaterdefizit von 20 Millionen Mark für
Für die Inſtandſetzung des Daches des ſtädtiſchen Hauſes Runde= die Stadt allein und zweifelt daran, ob die Stadt einen ſolchen Luxus
Stadtv. Schmidt iſt mit der Ergreifung von Sparmaßnahmen
Der Oberbürgermeiſter, will ſich künſtig jeden Monat
einen Ueberblick über den Stand der Einnahmen und Ausgaben
vor=
ſchen Gebäuden auch danu k. H. zu veranlaſſen, wenn die Unterhaltungs= Ausſicht. Doch ſollen für einzelne Grupyen Vorſtellungen zu ermäßig=
Kunſtinſtituts würde ſchwere finanzielle Folgen und Arbeiter= bezu.
Stadtu. Aßmuthiſt für ſachgemäße Erſparniſſe. Doch müſſe man
ſich dafüir einſetzen, daß das Inſtitnt erhalten und die Angeſtellten wei=
Der Oberbürgermeiſter führt das Defizit auf die heutige
Stadtv. Hütſch wünſcht, daß die Proben keine Ueberſtunden
Neuregelung der Unterſtützungsſätze für die Wohlfahrtspfleglinge.
Die fortſchreitende Geldentwertung macht erneut eine Erhöhung
der Unterſtützungsſätze für die Wohlfahrtspfleglinge erforderlich. Um
Für die Unterhaltung der Zentralheizungsanlage im „Stadthaus unter den heutigen Verhältniſſen der Unterſtützungspflicht gerecht
wei=
iſt ein Koſtenaufwand von rund 42000 Mark entſtanden. Im Einver= den zu können, hat das Wohlfahrtsaut vorgeſchlagen, mrnatlich einen
zu Laſten von Ergänzungsmitteln gebeten. Der Kredit wird genehmigt, die Unterſtützungsſätze jeweils zu errechnen. Es wird beantragt, dieſer
Regelung zuzuſtimmen, die am 94. Dezember erhöhten
Unterſtützungs=
ſätze zu geuehmigen unter Bereitſtellung der allmonatlich erforderlichen
Die Gebühren des Mieteinigungsamts müſſen in Ausführung des Mittel. Für den Monat Januau berechnen ſich die Aufwendungen auf
Stadtv. Ittmann bittet, den Begriff Bedürftigkeit dahin zu
er=
überſteigt.
Gegen dieſen Antrag wendet ſich der Beig. Delp, da ſich ſonſt die
Der Autrag der Verwaltung wird genehmigt.
Beitrag zu den Koſten der Bahnhofsmiſſion.
Zur Ermöglichung des Fortbeſtehens der Bahnhofsmiſſion iſt die
Bürgermeiſter Mueller ſagt wohlwollende Behandlung gegen= Gewährung eines Zuſchuſſes aus ſtädtiſchen Mitteln zu deu Koſten
die=
ſer Einrichtung in Höhe von 5000 Mark für die Zeit vom 1. Januar
Stadto. Dr. Gmmerling geht auf die Tätigkeit der Bahnhofz=
Einrichtung der Jugendämter ſei es aber dringend notwendig, die Bahu=
Stadty. Leuſchner glaubt, daß durch die Gebührenerhebung hofsmiſſion zu erhalten. Im Intereſſe der Aufrechterhaltung des Pro=
ein ſehr zartes Treiſhausplänzlen, das gehent und gebflegnt verden muß, leiſt. Es wird Genehmiang zur Auszallung der erhöſten Beiträge vleichen. Es wird im Einverſtändnis mit der WVohlſahrfschebutston
Der Deutſche muß nah dem Worte Bönarks endlich lernel, in dem von 30 bsh. 30 Mark begntrngt. Wicheritig wird um die Ermäßs Nachbebillgung begntraot. Die Nachbewillgung wird erteilt=
Kalenderjahres und nicht erſt nach Genehmigung des Voranſchlags
Dem wird zugeſtimmt.
Geſundheitspflege.
Der Beitrag zum Deutſchen Verein für öffentliche Geſundheits= Angelegenheit zu.
ſchen Hochſchule zu ernennen. Langanhaltender Beifall.) pflege iſt vom Aalengerjahr 193 ab auf 2 Mark für je 1000 Einwohner Ausſtellung „Deutſche Kunſt” gewährten Zuſchuß von 50000 Mark
Gleich dem Gelöbnis aller deutſchen Hochſchulen verlas Redner dann dieſe feſtgeſetzt worden. Der Beitrag betrug ſeither 20 Mark und 1 Mark rund 50 Prozent unverbraucht wieder an die Stadt zurückgegangen
Zuſchlag für je 1000 Einwohner. Es wird beantragt, der Auszahlung ſeien. Außerdem ſeien für das Ausſtellungsgebäude 20 000 Mark Miete
des erhöhten Beitrags zuzuſtimmen. Demgemäß wird beſchloſſen.
bezahlt worden.
Mitteilungen.
Stadtv. Leuſchner beantragt die Bereitſtellung von
Notſtands=
arbeiten um der überhandnehmenden Arbeitsloſigkeit zu begegnen,
Erhöhung des Beitrags zum Deutſchen Verein für öffentliche Weiter beantragt er Kommungliſſerung der Beerdigung bezw. die
An=
ſchaffung von Einheitsſärgen. Die Verwaltung ſagt Prüfung dieſer
Bürgermeiſter Mueller gibt bekannt, daß von dem ſeinerzeit der
Krebitbewilligung für die Herſtellung der Vordrucke für die
Mietenverzeichniſſe.
Als Unterlage für die zu errichtenden Hauskonten iſt die Herſtel=
Die dem Wohlfahrtsamt für Landaufenthalte Bade= und
Heil=
kuren für Kinder und Erwachſene für 1922 zur Verfügung ſtehenden
unter ſtürmiſchem Beifall wurde die Kundgebung einſtimmig gut= Mittel ſind aufgebraucht und bereits überſchritten. Es wird im
Ein=
wie Bereitſtellung der zur weiteren Durchführung von Kuren noch
er=
forderlichen Mittel von 371 400 Mark beantragt. Die Summen werden
Beitrag zu den Koſten der Freiwilligen Feuerwehr.
Die Freiwillige Feuerwehr hat darum nachgeſucht, ihr zur
Be=
zuird beantragt, 50 Mark jährlich gutzuheißen. Deu Antrag wird
zugeſtimmt.
Beig. Buxbaum gibt die Erhöhung des Tarifes der Buchdrucker
von 50 000 auf 95 000 Prozent bekannt. Eine weitere Erhöhung ſtehe
bevor.
Der Beſchluß, von den Beſitzern von Wahlgräbern Gebühren zu
erheßen, wird aufgehoben, da ſich die Erhebung der Gebühren 10mal
höher ſtellen würde als die Gebühren ſelbſt.
Neuerdings ſind wieder Verdächtigungen wie Schiebung und niht
emwandfreie Geſchäftsführung gegen Beamte des Wohnungsamtes
aus=
geſprochen worden. Auch eine Eingabe des Bundes der
Wohnungs=
ſuchenden erhebt ſolche ſchwvere Anklagen. Darauf hat der Beig. Delb
den zukünftigen Stadtvo. Schlitt gebeten, ihm bis zum 10. Januar das
Belaſtungsmaterial zur Verfügung zu ſtellen. Einwandfreies Material
wurde bis jetzt nicht beſchafft. Der Beigeordnete betonte, man könne vont
jedem anſtändigen Menſchen verlangen, daß er, weun er als Kläger
auftritt, auch den Beweis für ſeine Anklage erbringe. Die Verwaltung
habe nicht nur das Intereſſe der Allgemeinheit zu vertreren, ſondern
ſie habe auch für Intereſſen und die Würde ihrer Beamten einzutreten.
Wenn ſich das Wohnungsamt oder einzelne Beamten Schiebungen oder
niht einwandfreie Geſchäftsführung zuſchulden kommen ließen, ſo
wverde die Verwaltung die nottvendigen Maßnahmen ergreifen, ſobald
man den Beweis für ſo ungeheuerliche Beſchuldigungen erbringen könne.
Die Verwaltung wverde Gelegnheit geben, in einer der uächſten
Sitzu=
gen das Wohnungsproblem zu beſprechen,
Rummer 18.
Stach, Haurh fihnt Peſchaerde über de Srsßenahn Knſte.
lich der grünen Linie.
Stadtv. Schnauber wendet ſich gegen die 40prozentige Erhöhung
der Fremdenſteuer, die eine Belaſtung des Hotelgewenbes ſei. — Beig,
Daub widerſpricht dem.
Eine längere Ausſprache entſpann ſich über Mißſtände bei der
Not=
hilfe, die beſtanden haben.
Nach einigen weiteren Mitteilungen ſchloß die öffentliche Sitzung.
Aus den Parteien.
* Die Deutſche Demokratiſche Pautei hielt am
Diens=
tag abend in den Lokalitäten des „Kaiſerſaals” ihre
Jahreshaupt=
verſammlung ab, die ſich eines ſehr guten Beſuchs ſeitens der
Mitglieder zu erfreuen hatte. Landesparteiſekretär Kuhlmann
er=
ſtattete den Jahresbericht, der ein anſchauliches Bild der in öffentlichen
Verſammlungen, Staatsbürger=Abenden, Mitgliederverſammlungen,
ge=
ſelligen Zuſammenkünften und Ausflügen geleiſteten Werbearbeit, ſowie
der internen Tätigkeit im Vorſtand, Großem Ausſchuß, Frauen=Ausſchuß,
Jugendgruppe, Beamten= und Angeſtellten=Ausſchuß, Ausſchuß für
Hand=
werk und Gewerbe, Ausſchuß für Handel und Induſtrie,
Kommunal=
politiſcher Ausſchuß und in den maucherlei anderen Ausſchüſſen gab. Der
Erfolg ſei denn auch der verhältnismäßig günſtige Ausgang der
Kom=
munalwahlen und ein Anſteigen der Mitgliederziffer geweſen.
Juſtiz=
oberſekretär Reichert gab den Kaſſenbericht, der, trotz der
mit der Geldentwertung enorm geſtiegenen Unkoſten, einen anſehnlichen
Ueberſchuß verzeichnen konnte. — Der Vorſitzende, Prof. Dr.
Heide=
broek, dankte beiden Herren ſowie der Parteiſekretärin Schneider
und allen freiwilligen Helfern für ihre treue Arbeit, die ſicher bald zu
Erfolgen führen würde. — Bei der Vorſtandswahl wurde zum
Ehren=
vorſitzenden Buchhändler L. Saeng ſen., zu Vorſitzenden Prof. Dr.
Heidebroek, Frau Balſer und Oberfinanzrat Windiſch, zu
ſtellvertretenden Vorſitzenden Eiſenbahningenienr Karnatz, Fräulein
Direktor Habicht, gewählt. Weiterhin gehören dem Vorſtande an die
Vorſitzenden der verſchiedenen Ausſchüſſe, des Landesvereins, des
Pro=
dinzialvereins, des Kreisvereins, der Landtagsfraktion und der
Stadt=
verordnetenfraktion. Dazu ſollen, nach einem von der Verſammlung
an=
genommenen Antrag noch eine Anzahl von hervorragenden
Parteifreun=
den als Beiräte hinzugezogen werden. — Nach einer Reihe von
Mit=
teilungen erhielt dann Landtagsabg. Reiber das Wort zu einem
Neferat über die politiſche Lage im Reich und in Heſſen. Redner ging
zunächſt auf die durch den Raubzug der Franzoſen im Ruhrgebiet
ge=
ſchaffene Lage ein und bezeichnete es u. a. als das Gebot der Stunde,
ſich geſchloſſen hinter die Reichsregierung zu ſtellen, damit das, was ſie
jetzt tut, Erfolg hat. Wenn wir jetzt die Nerven verlieren, und es den
Franzoſen gelingt, uns einzuſchüchtern, iſt alles verloren. Wir wollen
auch nicht zu viel von der Hilfe Englands und Amerikas erwarten,
wenn es auch wichtig iſt, daß Frankreich und Belgien keine Nation ganz
auf ihrer Seite haben. Wir haben in den vergangenen Leidensjahren
viele Sympathien in der Welt, auch bei ehemaligen Feinden gewvonnen.
Das ſei ein Erfolg der ſogen. Erfüllungspolitik, deren Opfer Rathenau
war. Ueber die Geſinnung des beſetzten Gebiets können wir voller
Zu=
verſicht ſein, denn bis auf die an Zahl verſchwvindend kleinen Anhäager
von Dorten und Smeets, ſei die Bevölkerung deutſch bis auf die Knochen.
Die Franzoſen werden mit ihren Bajonetten keinen wirklich Deutſchen
zum Franzoſen machen. Wir werden allerdings ſchwer zu leiden haben.
Aber darin wird ſich die echte Vaterlandsliebe bewähren. So lange es
dem Vaterlande gut ging, war die Betätigung der Liebe zu ihm leicht:
Man brauchte nur einige vaterländiſche Lieder zu ſingen. Jetzt aber
wer=
den wir frieren und hungern müſſen. Und trotzdem wird der Streich der
Franzoſen mißlingen, wenn wir nur wollen, zeigen wir uns würdig
unſerer Vorfahren, die in und nach dem 30 jährigen Kriege und während
der Franzoſenherrſchaft vor 100 Jahren noch Schwereres geduldig
ge=
tragen haben und dadurch zu Deutſchlands Wiederauferſtehen beigetragen
haben. Trotz allen Leides und aller Entbehrung gilt uns Deutſchland,
Deutſchland über alles in der Welt. — Stürmiſcher Beifall begleitete
dieſe markigen Ausführungen, nach denen Redner dann auf die heſſiſche
Regierungskriſis einging, die zwar an Bedeutung hinter den
weltpoliti=
ſchen Ereigniſſen faſt verſchwände, die aber baldigſt zu löſen nicht zum
wenigſten auch in außenpolitiſchem Intereſſe nötig ſei, denn wer weiß,
ob wir auch nicht noch beſetzt würden und dann eine geſchloſſene
Regie=
rung bitter nötig hätten. Der Vortragende ſchilderte dann die Entſtehung
und den Verlauf der Regierungskriſis und ging auch andeutungsweiſe
auf die letzten Verhandlungen ein, die eine bevorſtehende Löſung möglich
erſcheinen ließen. — An der Ausſprache, die ſich bis weit nach
Mitternacht hinzog, beteiligten ſich Finanzminiſter Henrich, Prof. Dr.
Heidebroek und eine große Zahl von Rednern. — Mit Worten des
Daukes ſchloß dann der Vorſitzende die Verſammlung.
—Deutſche Demokratiſche Partei, Frauengruppe
Darmſtadt. Die Hauptverſammlung leitete Frl. Rahaus. Die
Vor=
üitzende ermahnte die Frauen, in dieſer Zeit der großen Not mehr denn
je zuſammenzuhalten und mitzuhelfen an der Verbreitung des
demo=
kratiſchen Gedankens. Gerade die Frauen ſind dazu berufen, den
Ge=
danken in die breiteſten Volksſchichten hineinzutragen. — Die
Verſamm=
lung erhebt flammenden Proteſt gegen das Unrecht, welches uns durch
die geſvalttätige Beſetzung des Ruhrgebietes geſchieht. — Der
Geſchäfts=
beriht läßt eine rege Tätigkeit im vergangenen Jahre erkennen. Auf
den Kaſſenbericht folgt die Neuwahl des Vorſtandes. Es tritt eine
kleine Aenderung ein. Frau Scheidt wird an Stelle von Frau
Pringsheim zur zweiten Vorſitzenden gewählt. Die Rednerin des
Abends, Frl. A. Keller, machte uns mit dem am 1. April 1923 in
Kraft tretenden Jugendwohlfahrtsgeſetz bekaunt. Die Rednerin führte
u. a. aus: Die große Zerſplitterung der für die Jugendfürſorge
be=
ſtehenden Beſtimmungen hatte ſchon vor dem Krieg den Wunſch vieler
Sachverſtändigen hervorgerufen, ein einheitliches Jugendrecht zu
ſchaf=
fen. Die Verhältniſſe aber nach dem Krieg, hervorgerufen durch die
wirtſchaftlichen Bedingungen, drängten auf die endliche Verwirklichung
eines einheitlichen Jugendwohlfahrtsrechts. Nach langen Beratungen
und Vorarbeiten konnte endlich im März 1921 der letzte Entwurf an
den Reichstag gelangen, ſeine Verabſchiedung jedoch erfolgte erſt am
14. Juni 1922. Die ſechs Abſchnitte des Geſetzes beſchäftigen ſich mit den
verſchiedenen Gebieten der Jugendfürſorge. An der Spitze des Geſetzes
ſteht als leitender Grundgedanke der Satz, daß jedes deutſche
Kind ein Recht auf körperliche, geiſtige und
ſitt=
liche Erziehung habe. Dieſes Recht ſoll jedoch von den
Or=
ganen der öffentlichen Gewalt nur dann vertreten werden, wenn die
Eltern nicht in der Lage ſind, von dieſem ihrem höchſten Recht Gebrauch
zu machen. Die Organe nun, die in ſolchen Fällen den Rechtsanſpruch
des Kindes vertreten, ſind die nen zu errichtenden Jugendwohlfahrts=
Dormundſchaftsbefen. Schudgnufſcht. Ftrlſorgeitehug und
Ait=
wirkung in der Jugendhilfe bei den Polizeibehörden. Hinzutreten die
Aufgaben des 8 4, im weſentlichen Geſundheitsmaßnahmen, ſo
Mutter=
ſchutz, Säuglings= und Kleinkinderfürſorge und Schulkinderfürſorge.
Dieſe verſchiedenen Aufgabengebiete, die zum großen Teil hier durch
die freiwillige Tätigkeit der privaten Jugendwohlfahrtsverbände
aus=
geübt wurden, ſoll denſelben in keiner Weiſe genommen werden.
Viel=
mehr iſt es Aufgabe des Jugendamtes, dieſe Tätigkeit zu fördern,
an=
zuregen, zur Mitarbeit heranzuziehen, und ein planvolles
Ineinander=
greifen aller zuſtändigen Organe und Einrichtungen zu bewirken.
Der=
ſelbe Gedanke kommt zum Ausdruck in dem Aufbau und Verfahren der
Jugendämter. Sie ſind als Einrichtungen von Gemeinden oder
Ge=
meindeverbänden für einen beſtimmten Bezirk einzurichten, deren
Ab=
grenzung durch die oberſte Landesbehörde zu beſtimmen iſt. Um aber
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. Januar 1923.
Seite 5.
die freie Liebestätigkeit auch hier nicht auszuſchalten, kann natürlich die
amtliche Vormundſchaft jederzeit an einen geeigneten Einzelvormund
abgegeben werden. Die Beſugniſſe des Vormundſchaftsgerichts als der
beſchlußfaſſenden Stelle wird durch dieſe Verwaltungsvorſchriften nicht
beeinträchtigt. Der Abſchnitt 6, der ſich mit der Fürſorgeerziehung
be=
ſchäftigt, bringt zum erſtenmal in das deutſche Geſetze die
Schutzauf=
ſicht, die in gewiſſem Sinne die erſte Stufe der Fürſorgeerziehung
darſtellt.
Für die Aufbringung der Koſten der Durchführung des
Reichs=
jugendwohlfahrtsgeſetzes hat das Reich zunächſt 100 Millionen
vorge=
ſehen, die natürlich in keiner Weiſe allein die Verwaltungsausgaben
decken werden. Neben dieſen Mitteln werden die Länder als die
Trä=
ger der Koſten anzuſehen ſein, und von ihrem ſozialen Verſtändnis
und ihrer Bereitwilligkeit, Mittel zu bewilligen, wird die Durchführung
des Geſetzes abhängen.
* Arheilgen, 17. Jan. Geſtern verunglückte der Sohn des
Eiſenbahrzverkſtättearbeiters Adam Bauer ſchwer indem er beim
Feueranzünden Benzin in die Flamme goß. Der 15jährige Junge zog
ſich derſchiedene ſchlimme Brandwunden im Geſicht und an den Händen
zu und mußte ſich in ärztliche Behandlung begeben. Wiederum eine
Warnung, beim Feueranzünden kein Petroleum, Benzin oder dergl.
zu verwenden. — Der hieſige Polizei= und
Schutzhunde=
verein hat auf ſeiner diesjährigen Generalverſammlung beſchloſſen,
ſeinen Namen in „Verein der Hundefreunde für Polizei= und
Schutz=
hundeweſen Arheilgen” abzuändern. — Billiges Fleiſch kann
die hieſige Bevölkerung zurzeit bei den hieſigen Landwirten einkaufen,
da dieſelben beginnen, ſchlachtreifes Rinddieh ſelbſt auszuhauen. So
wird dieſe Woche das Pfund fettes Kuhfleiſch zu 800 Mark angeboten,
während es bei den Metzgern bedeutend höher im Preiſe ſteht.
2. Erzhauſen, 18. Jan. Am Montag fand im hieſigen
Gemeinde=
wald die Verſteigerung von 14 Feſtmetern Stammholz ſtatt. Der
Erlös beziffert ſich auf 1 451 000 Mark. Nächſte Woche wird eine
Ver=
ſteigerung des zerſtreut ſitzenden Holzes im Rathaus abgehalten. Die
Holzhauerei auf der Abtriebsfläche im Gemeindewald iſt noch nicht
be=
endet. Dieſe Verſteigerung findet am Platze ſtatt. — Der Gemeinderat
hat die Hundeſteuer für 1923 auuf 1000 Mk. feſtgeſetzt; die
Staats=
ſteuer beträgt 500 Mk., ſomit hat hier jeder Hundebeſitzer 1500 Mark
Hundeſteuer zu entrichten.
ließ die junge Sophie Petri geſund ihre Eltern, um einen reli= nicht! Schlagt Euch nicht gegenſeitig die Schädel ein, ſondern ſeid alle
giöſen Vortrag zu beſuchen. Nach dieſem gingen noch Freundinnen ein
Stück Wegs mit ihr; unter Lachen und Scherzen ging ſie von dieſen
weg. Vor der elterlichen Haustür brach das junge, lebensfriſche
Mäd=
chen zuſammen. Ein Herzſchlag brachte ihr den frühen Tod. Sie
ſtand im blühenden Alter von 17 Jahren. Erſt morgens fand ſie der
Vater tot vor der Türe.
r Hahn bei Pfungſtadt, 16. Jan. Der ſeitherige Schulvorſtand
wurde wiedergewählt. Es ſind dies die Herren Herbert und Strauch
vom Gemeindergt und Hch. Dörr und Gg Pühler. — Der
Waſſer=
preis wwurde auf 80 Mk. für den Kubikmeter erhöht.
hieſigen Nachtwächterpoſten haben ſich ſechs Bewerber gemeldet. Der
Gemeinderat hat daraufhin alle ſechs Perſonen angeſtellt. Es ſollen
immer zwei Mann zuſammen Dienſt tun.
B. Gernsheim, 16. Jan. Ein guter Fang. Die Gebrüder
Weckerle, Söhne des Bäckermeiſters Adam Weckerle bemerkten, ſchon
einige Tage, daß Marder in ihrer Hofreite ſeien. Weckerle ſtellte eine
Marderfalle, er hatte das Glück einen Marder zu erlegen. Gewiß einen
guten Fang, da der Pelz eben 90 000 Mark koſtet. — Die Erben des
ver=
ſtorbenen Seb. Kiſſel I. hatten das elterliche Haus nebſt Aeckern
verſtei=
gern laſſen. Für Haus und Aecker wurden 1 466 000 Mark gelöſt, ſie
werden wahrſcheinlich noch zweimal verſteigert nächſte Woche. — Die
Maul= und Klauenſeuche geht ihrem Ende entgegen. Hoffentlich wird es
nicht mehr lange dauern, damit die Landleute ihren Bedarf an Ferkeln
decken können.
wd. Mainz, 18. Jan. Folgender kraſſer Fall von
Wohnungs=
wucher wird uns berichtet: Ein hieſiger Schneider inſerierte in einem
hieſigen Blatt am Dienstag zwei Zimner, die an Untermieter
abzu=
geben ſeien. Bei der großen Wohnungsnot fafnd ſich denn auch bald ein
Wohnungsſuchender, der die beiden Zimmer mieten wvollte. Nach der
Mieto gefragt, forderte das wackere Schneiderlein fage und ſchreibe
70 000 Mark wronatlich ohne jede Verpflegung für die beiden einfach
möblierten Zimmer als Miete. Für jedes Zimmer wollte der Biedere
30 000 Mk. ohne Licht und Heizung haben. Auf die wucheriſche Höhe
ſeiner Forderung aufmerkſam gemacht, ſagte der Mann, er wuiſſe jede
Nacht für jedes Zimmer 1000 Mk. haben. Betrübt zog der
Pohnung=
uchende, der den ganzen Monat vielleicht nicht den Mietpreis als
Ein=
kommen hat, von dannen. Anzeige beim Wohnungsamt wurde erſtattet.
Und man darf hoffen, daß es mit allen Mitteln gegen derartige
Aus=
beuter einſchreitet.
Reich und Ausland.
Preisſteigerung auf allen Gebieten der Warenwirtſchaft.
Berlin. Die Berſchlechterung des Markkurſes infolge der
Be=
ſetzung des Ruhrgebietes löſte eine weitere akute Preisſteigerung an
allen Gebieten der Warenwirtſchaft aus. Die auf den Stichtag des 15.
Januar berechnete Großhandels=(Stichtag=)Indexziffer des Statiſtiſchen
Reichsamtes iſt von dem 1670fachen am 5. Januar auf das 2131fache
gegewüber dem Friedensſtande oder um 27,6 v. H. am 15. Januar
ge=
ſtiegen. Im gleichen 10tägigen Zeitraum haben die vorwiegend im
Inland erzeugten Rohſtoffe (Inlandswaren) von dem 1472fachen auf
das 1894fache oder um 28,6 v. H., die Einfuhrwaren von 2660fachen auf
das 3316fache oder um 24,7 v. H. angezogen. Das Preisnivean der
Lebensmittel hob ſich von dem 1311fachen auf das 1703fache oder um
29,9 v. H., das der Induſtrieſtoffe von dem 2342fachen auf das 2931fache
oder um 25. v. H.
Nachahmenswerte Studentenhilfe.
Karlsruhe. Die ſchwere wirtſchaftliche Nor, mit der unſere
ſtudierende Jugend, vor allem auch jene der deutſchen Kunſtſchulen zu
ringen hat, hat, wie die Badiſche Preſſe” berichtet, eine größere Anzahl
Garlsruher Hotels und Reſtaurateure veranlaßt, je einem Studierenden
der Landeskunſtſchule einen Mittagstiſch unentgeltlich zur Verfügung zu
ſtellen. Dieſer Entſchluß verdient nicht nur in ſozialer Hinſicht
beſon=
dere Anerkennung, er bebeutet auch ein Stück praktiſcher Kulturhilfe,
Manchem jungen Künſtler wird auf dieſe Weife der aufreibende Kampf
mit der drückenden Not unſerer Tage erleichtert und ihm zugleich die
Möglichkeit zu erfolgreicher Fortſetzung ſeiner Studien gegeben,
Blutiger Ausgang eines Fuſballſpieles.
Ettlingen. Einen blutigen Ausgang nahm ein Fußballſpiel,
nach deſſen Beendigung es zwiſchen einigen der Spieler zum Streit
kam. Einer der Spieler verletzte einen Burſchen durch einen
Revolver=
ſchuß lebensgefährlich; ein anderer Burſche erhielr einen Schuß in den
Fuß. Die Kameraden des Angeſchoſſenen ſtürzten ſich auf den
Revolver=
helden und verprügelten ihn.
Sonntag, den 14. Januar 1983, am Tage der Trauer um Deutſchlands
Not.
Schon am frühen Morgen hatten ſich mehr als 70 Turnerinnen
und Turner der T. G.D. 1846 zur Teilnahme daran aufgemacht. Uebeu
ſchneeige und vereiſte Wege ging es hinauf auf den Altkönig mit ſeinen
rieſigen Ringwällen, dem Zeichen altgermaniſcher Trutzhaftigkeit, und
weiter hinauf auf den Feldberg, zwiſchen ſchweigenden Tannen und
Fichtenwäldern aufwärts und abwärts, die in ihren weißſchimmernden
Kleidern ein prächtiges Bild winterlicher Schönheit boten; hinunter
nach Ober=Urſel, wo ſich Turnſchweſtern und Turnbrüder aus dem
gan=
zen 9. Kreiſe, bis nach Saarbrücken hin, im dicht gefüllten Saale des
dortigen Turnvereins zuſammenfanden.
Jubelnde Begeiſterung weckten die Begrüßungsworte Dr.
Ben=
ders, die, dem Ernſt des Tages Rechnung tragend, ganz beſonders
den Schweſtern und Brüdern der beſetzten Gebiete galten und ausklangen
in ein feuriges Bekenntnis zum Deutſchtum, wie es einſt Jahn und
ſeine Turner in herrlichen Taten ablegten; es in Lied, Wort und Tat
zu pflegen, wie die Ahnen taten, ſei unſere Aufgabe. „Seien wir ein
einig Volk von Brüdern! Zeigen wir, daß wir uns nicht
auseinander=
reißen laſſen und daß die Not uns das Köſtlichſte bringt: die deutſche
Einheit! — Bringen wir ſo dem Vaterlande die alte Schönheit wieder!
Kommen muß ſie! Und wenn wir daran glauben, dann wird ſie
kom=
man!“ — Und wic er dann ſprach von Arndt und Fichte, und vom
deutſchen Gemüte, das nicht haſſen kann und doch den Vampyr haſſen
ſollte, der das deutſche Vaterland ausſaugt; und wie er redete vom
Rheine als vom deutſchen Strome und von unſerer Knechtſchaft und der
ſittlichen Pflicht des Deutſchen, der ſein Volk liebt, bei ſich anzufangen
aufzubquen und ſich ein Beiſpiel zu nehmen an den Brüdern überm
Rheine, die dulden und leiden und doch deutſch bleiben, da brauſte es
wie ein trotziger Schwur: O Deutſchland, hoch in Ehren”, durch den
Saal, und die Hände ſchloſſen ſich zu einer Kette, die nie reiße, als
Sinnbild der Worte: „Zeigt der Welt, daß wir treu zuſammenſteh’n!“
Von eßenſo tieſem wie heiligem Feuer der Begeiſterung und der
Vaterlandsliebe getragen waren die Worte des Kreisturuwarts, der die
Grüße aus dem beſetzten Rheinlande niederlegte in dem Gelöbnis, tren
am Vaterlande feſtzuhalten und ſich das Deutſchtum nicht entreißen zu
laſſen, laut es zu verkünden, ſolange noch ein Tropfen Blut in
rheini=
ſchen Adern rolle. Tief aber mußte es alle fühlenden Herzen ergreifen,
als er im Namen der rheiniſchen Brüder und Schweſtern die Bitte aus=
B. Weiterſtadt, 18. Jan. Plötzlicher Toß. Geſtern abend ver= ſprach: Bewahrt auch Ihr uns die Treue! Zeigt ſie! Streitet Euch
einig und zeigt der Welt das Bild eines einigen geſchloſſenen
Deutſch=
lands — Der Rhein aber muß deutſch bleiben!“
Lieder und Gedichte, meiſterlich vorgetragen von verſchiedenen Ge
ſangsabteilungen und einzelnen Turnerinnen und Turnern, ſämtlich
ausklingend im Bekenntniſſe zu Liebe und Eintracht, zu brüderlichem
Zuſammenhalten und deutſcher Treue, fanden den Weg zu den
ergrif=
fenen Herzen und bertieften die Wirkung der ernſten und weihevollen
Stunden, die für die Auswärtigen einen ſchönen Abſchluß fanden in
dem Bericht Dr. Benders über das Zuſammentreffen der deutſchen
Turnerjugend ganz Deutſchlands an althiſtoriſcher Stätte in Weimar,
r. Eſchollbrücken, 16. Jan. Sechs Nachtwächter. Auf den wo ſie ſich um ihre bewährten Führer ſcharte, um den Geiſt des wahren
deutſchen Weſens in ſich aufzunehmen. Dort haben ſie, deutſche Jungen
und Mädchen, in dunkler Nacht beim lodernden Feuer geſchworen, eiuig,
gut und deutſch zu ſein, treu und wahr, und alles Schlechte im Herzen
hineinzuwerfen in die Flammen, daß es vertilgt ſei! — So nahmen ſ.
den Geiſt von Weimar mit hinaus ins deutſche Land, ihn als ein heili
ges Vermächtnis zu bewahren und ihn in den ſpäveren Jahren ebenſo
rein und hoch den kommenden Geſchlechtern zu vermitteln in dem
Wahlſpruche alles Geiſtesturnens: „Du, Vaterland, ſollſt einig bleiben
durch mich!”
Herrliche Worte waren es, die geſprochen wurden von Männern,
die ihre ganze Kraft ſo hohen Zielen widmen. Unvergeſſen werden ſie
allen bleiben, die ſie vernahmen! Klar und deutlich aber hoben dieſe
wenigen Stunden den Beweis erbracht, daß der alte deutſche Geiſt noch
lebt in den Reihen und Herzen unſerer tatenfrohen Turnerinnen und
Turner als ein Quell von innerer und äußerer Kraft, wie fie unſerm
hartgeprüften und ſchwer niederliegenden Vaterlande ſo bitter nottut.
T. HI.
B. Handball im Main=Rhein=Gau der D. T. Die
Spielergebniſſe des letzten Sonntags waren folgende: Turngeſellſchaft
Griesheim fuhr nach Langen und mußte eine 2:1=Niederlage mit nach
Hauſe nehmen. Beide Mannſchaften lieferten ſich ein ausgeglichenes,
offenes Spiel, bei dem Langen als der Glücklichere die beiden Punkte
errang. — Turngemeinde Griesheim weilte in Worfelden beim dortigen
T.=V. und konnte ein unentſchiedenes 3:3=Reſultat mit nach Haufe
neh=
men. — Stockſtadt konnte wegen ſeines überſchwvemmten Platzes gegen
Darmſtadt nicht antreten, verzichtet jedoch auf ein nochualiges Spiel,
ſomit Darmſtadt die Punkte ſchenkend. — Am Sonntag, den 21. Jan.
finden folgende Spiele ſtatt: Tade. Darmſtadt muß ſich als Gaſt der
Tgeſ. Griesheim auf dem Griesheimer Sand uächtig anſtrengen, um
beide Punkte in Sicherheit zu bringen. — Worfelden empfängt auf
ſei=
nem Platze „Vorwärts”=Langen. Langen hot ſich in den letzten Wochen
zu einem beachtenswerten Geguer emporgeſchtungen. Das zweifellos
wichtigſte Spiel, das auch entſcheidend für die Gaumeiſterſchaft ſein
könnte findet in dem Spiel der Spitzenreiter Griesheim und Pfungſtadt
in Pfungſtadt ſtatt. Griesheim, eine junge, ausdauernde, von
unge=
heuerem Siegeswillen beſeelte Mannſchaft, wird auf Pfungſtädter Boden
gegen das vorzügliche, techniſch vollendete Spiel des Altmeiſters
Pfung=
ſtadt einen ſchweren Stand haben. Heiß wird es zweifellos hergehen.
Hpiel, Hport und Turnen.
Aus der Turngemeinde Darmſtadt 1846.
Kreiswandertag des Mittelrhein=Kreiſes ber D. T.
* Zu einer machtvollen Kundgebung für unſer deutſches Turnen als
einem der Träger deutſchen Volkstums und deutſcher Kraft und für
unverbrüchliche Treue zu Vaterland und den rheiniſchen Brüdern
ge=
ſtaltete ſich der Kreiswandertag des Mittelrheintreiſes der D. T. am
Gottesdienſt der iſraelitiſchen Religionsgemeinde
Hauptſynagoge Friedrichſtraße).
Freitag, den 19. Jan. Vorabendgottesdienſt 5 Uhr 00 Min.
Samstag, den 20. Jan. Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min,
Schrifterklärung. — Sabbatausgang 5 Uhr 50 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7 Uhr 00 Min. —
Nachm. 6 Uhr 30 Min,
Gottesdienſt in der Ehnagoge der Fſraelit. Reliaionsgeſellſchaft.
Samstag, den 20, Jan. Vorabend 4 Uhr 80 Min. — Morgens
8 Uhr — Nachm 4 Uhr — Sabbatausgang 5 Uhr 50 Min,
Wochengottesdtenſt: Morgens 7 Uhr 00 Min. — Nachm. 4 Uhr,
Wetterbericht der Gießener Wetterwarte.
Wettervorherſage für den 20. Januar:
Wolkig bis heiter. Keine vennenswerten Niederſchläge, Froſt.
Welterlage iſt wenig verändert.
Tageskalender.
Landestheater, Großes Haus. Anfang 7 Uhr Ende nach 9
Uhr (D 13): „Spiel des Lebens”. — Vereinigung de
Freunde des humaniſtiſchen Gymnaſiums, abends
8 Uhr: Dr. Karl Liſtmann über griechiſche Plaſtik. — Deutfcher
und öſterreichiſcher Alpenverein (Sektion Darmſtadt und
Sekt. Starkenburg), abends 8 Uhr in der Aula des Realgymnaſiums:
Lichtbilder=Vortrag. — Bund der Kinderreichen, 7½ Uhr
im Feierabendfaal: „Weihnachtsfeier. — Union=, Neſidenz=Theater,
Palaſt=Lichtſpiele: Kinovorſtellungen.
Druck und Verlag: L. C. Wittich. Verantwortlich für Politik und
Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, „Stadt und Land”.
„Reich und Ausland”: Max Streeſe; für den Inſeratenteil: Pauk
Lange — ſämtlich in Darmſtadt.
Die henzige Nummer hat 8 Seiten.
Familiennachrichten
Ihre am Sonntag, 21. Jan.,
T nachm. 3 Uhr, in der
Stadt-
kapelle stattfindende Trauung
beehren sich anzuzeigen
Bertha Thienemann
Christian Ganßert
Rheinstraße 39
Gold und Silber
in Bruch u Gegenſtänden kauft zu höchſten
Tagespreiſen Ferd. Frauk.
Goldſchmiede=
meiſter, Ludwigſtraße 15, II.
(*1744
Dr. Koch verreiſt
bis 26. Jan. Vertr. d
HerrenD Dr. Barthel
Buchhold, Stern, uss
Flurgarderobe und
Fellvorlage geſucht.
Angeb u. G 102 an
die Geſchſt, (*1749
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Unſer lieber Onkel und Großonkel
Herr
Chriſtoph Fey
wurde heute nach kurzem Leiden
im 83. Lebensjahre in ein beſſeres
Jenſeité abberufen.
Dietrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 18. Januar 1923
Heinheimerſtr. 78.
Die Beerdtgung findet Sämstag
den 20 d. M., nachm. a3 Uhr,
vom Portal des Friedho’s an der
Niever=Ramſtädterſtraße aus ſtatt
Kranzſpenden ſind nicht im Sinn
des Verſtorbenen.
Todes=Anzeige.
Heute morgen entſchlief ſanft
nach kurzem ſchweren Leiden unſre
inninſtgeliebte, treubeſorgte
Mut=
ter, Schwiegermutter und
Groß=
mutter
Frau
Eliſabethe Kuntz
geb. Flaſchenträger.
je trauernden Kinterbliebenen:
Familie Heinrich Kuntz
Schreinermeiſtev.
Darmſtadt. den 18. Jan. 192/
*1748
Wendelſtadtſtr. 32.
Tie Beerdigung findet Samstag,
den 20. Januar, nachm. 2 Uhr
auf dem alten Friedhof ſtatt.
unnse Bealtsche
Cabliau, 1—3 pfündig 280.—
Seelachs, ohne Kopf. 400.—
Seelachs, im Ausſchnitt
geputzt und bratfertig 480.—
Heringe, Marinaden, Räucherwaren
Ia geräuch. Leberwurſt 1 275.—
Limburger Käſe //4 250.—
Enkirch & Rühl
Fernruf 2599. (540) Kiesſtraße 41.
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be=
teiligen. Stelle ev. Büro ſamt
Einrichtung zur Verfügung. (*1760
Gefl. Angebote unter G 108
an die Geſchäftsſtelle.
Darmſtädter Tagblatt
Der Zuckerpreis im Einzelhandel.
Seit dem 1. Dezember darf Mundzucker nur noch gegen Abgabe
einer Zuckermarke verabfolgt werden. Das Publikum war des Glaubens,
daß die Einführung der Karte den Zucker verbilligen und einen
Einheits=
preis für Zucker ſchaffen ſollte. Dieſe Erwartung beruht auf einem
Mißverſtändnis. Die Zuckerkarte hat nur den Zweck, eine tunlichſt
gleich=
mäßige Verteilung des Zuckers an die Verbraucher zu ſichern, dem
Hamſtern zu wehren, auf den Preis iſt ſie ohne Einfluß. Der
Grund=
preis des Zuckers wird für den Großhandel durch das Reich einheitlich
feſtgeſetzt: Er betrug für Melis Baſis Magdeburg für den im Oktober
freigegebenen Mundzucker, 6000 Mark für den Zentner, für den im
November freigegebenen Mundzucker 12 000 Mark, für den im Dezember
als erſte Januarhälfte freigegebenen Mundzucker, 20 000 Mark, als
zweite Januarhälfte 26 000 Mark. Zu dieſem Grundpreis kommt der
Sortenzuſchlag (Raffinade, Würfelzucker, Hutzucker, Brotzucker) hinzu,
der heute zwiſchen 10 Mark bis 2000 Mark für den Zentner ſchwankt, und
der ſogenannte „Ortszuſchlag‟. Dieſer ergibt ſich daraus, daß die
Fabri=
ken nicht alle gleichmäßig zu ihren Nüben= und
Rohzuckerverſorgungs=
gebieten liegen, und deshalb für die Zufuhr der Rüben bzuu, des
Roh=
zuckers zum Teil ſehr hohe Unkoſten haben, um den ſich ihr fertiger
Zucker verteuert. Der Ortszuſchlag bewegt ſich heute zwviſchen 130 Mark
bis 1800 Mark für 50 Kilogramm, die Sorten= und Outszuſchläge
wver=
den nicht von den einzelnen Fabriken willkürlich, ſondern nach genauer
Prüfung durch die Zuckerwirtſchaftsſtelle feſtgeſetzt. Von etwas
gerin=
gerer Bedeutung iſt der verſchiedene Preis, den die Zuckerfabriken für
ihre Säcke berechnen, und der bekanntlich von dem ſich ganz nach dem
jeweiligen Dollarſtand richtenden Jutemarkt, ſowie auch von der
Lie=
ferungsmöglichkeit der Jutefabriken abhängig iſt.
Die Zuckerwirtſchaftsſtelle weiſt den einzelnen Fabriken die Gebiete
zu, welche ſie mit ihrem Zucker zu beliefern haben. Die Aufgabe, dieſe
Bezirke zu beſtimmen, iſt ſehr ſchwer, weil ſie mit einem Eingriff in die
alten Geſchäftsbeziehungen der Fabriken und des Handels verbunden
iſt. In Mitteldeutſchland liegen die Fabriken dicht beieinander, für
Süddeutſchland kommen überhaupt nur wenige in Frage. Die
fracht=
günſtige oder ungünſtige Lage der Fabriten iſt von eutſcheidender
Wich=
tigkeit für den Preis des Zuckers. Die Belaſtung eines Sackes Zuckers
durch die Fracht kann zwiſchen 500—4500 Mark ſchwvanken, ſie wird im
Januar noch größer ſein.
Aus alledem ergibt ſich, daß der Zucker bei der einzelnen Freigabe
trotz des einheitlichen Grundpreiſes, wenn er an den Kleinhändler
ge=
langt, Preisunterſchiede aufweiſen muß, die ſich für das Pfund auf 50 Mkk.
und darüber ſtellen können, die Kleinhändler alſo, je nach dem Urſprunge
des von ihnen verkauften Zuckers, dieſe Ware nur mit erheblichen
Unter=
ſchieden zum Verkauf ſtellen können.
Der Zucker der einzelnen Freigaben kommt nicht gleichzeitig von
den Fabriken zum Verſand. Die Urſachen ſind ganz verſchieden. Bei
Beginn der Campagne hat ſich vielfach die Aufnahme der Arbeit
der=
zögert, an manchen Stellen traten Störungen ein, die Geſtellung der
Eiſenbahnwagen erfolgte nicht prompt, die Frachtkähne waren zu lange
unterwegs, oder auch der Abruf des Zuckers erfolgte derſpätet. Dies
mußte bei allen den Mengen der Fall ſein, die auf Grund der Preuß.
Ausführungsanweiſung vom 14. Oktober zunächſt in Reſerve (15 Proz.)
gehalten werden mußten, um erwieſenem örtlichen Zuckermangel
ab=
helfen zu können.
So iſt es gekommen, daß Zucker, der zum Verbrauch im Oktober bzw.
November beſtimmt war, und deſſen Grundpreis 6000 Mark betrug, erſt
in den letzten Tagen des Novembers oder ſogau erſt anfangs Dezember
von den Fabriken verſandt werden konnte. Juzwiſchen gelangte aber
auch bereits der Zucker aus der zweiten Freigabe, deſſen Grundpreis
12 000 Mark betrug, zur Ausgabe, es befanden ſich alſo nebeneinander
im Handel Zuckermengen, deren Grundpreiſe um 100 Prozent auseinander
gingen. Kleinhändler, denen es geglückt war, größere Mengen der erſten
Freigabe zu erwerben, oder die noch zu einem ſpäteren Zeitpunkt Zucker
der erſten Freigabe erhalten hatten, waren deshalb in der Lage, noch
billigen Zucker zu verkaufen, während ihr Nachbar bereits gezwungen
wird ſich zeigen, wenn jetzt der Zucker der erſten Januarfreigabe (
Grund=
preis 20 000 Mark) oder der zweiten Januarfreigabe (20 000 Mark) an
den Markt kommt.
Alle Kreife des Handels haben ſich auf das nachdrücklichſte gewehrt,
daß ſogar innerhalb eines Monats Mundzucker mit verſchiedenem
Grund=
preis ausgegeben wird. Bei der fortſchreitenden Entwertung der Mark
hat ſich aber die Zuckerinduſtrie außerſtande erklärt, für ſechs Wochen
im Voraus den Preis ihrer Erzeugniſſe feſtzuſetzen. Die Notwendigkeit,
den Preis des Zuckeus der Entwertung der Mark anzupaſſen, ergibt ſich
dabei nicht nur aus den ſteigenden Arbeitslöhnen und aus den ſteigenden
Preiſen für Kohlen, Oele uſw., ſondern auch daraus, daß dem Landwirt
die Zuckerrüben nicht ſofort nach der Ernte gegen einen feſten Preis
ab=
gekauft werden können, ſondern der Preis in Teilbeträgen nach Maßgabe die vorgeſchlagene Kapitalserhöhung um 550 Mill. Mk. vom
der Verarbeitung nud des Abſatzes entrichtet wird und deshalb auch
dem Werte des Geldes angepaßt werden muß, mit dem effektiv die
Zah=
lung erfolgt. Anderenfalls wäre der Landwirt außerſtande, die
künſt=
lichen Düngemittel zu bezahlen, welche die Zuckerrüben am meiſten von
allen Feldfrüchten beanſpruchen.
Die Einzelhändler, welche teuren Zucker kaufen müſſen, während der
Nachbar noch billigeren verkaufen kann, und denen daraus
Schwierig=
keiten bei ihrer Kundſchaft erwachſen, verlangen Feſtſetzung von einheit= des Vorſtandes bezw. im Intereſſe der Geſellſchaft verwendet werden.
lichen Verkaufspreiſen. Die gleiche Forderung erhebt die
Verbraucher=
der Gründe gegenüber ſteht und leicht zu dem Argwohn neigt, daß un= die nicht den Aktionären zum Bezuge angebotenen neuen Aktien zum Teil
lautere Machenſchaften die Urſachen ſeien.
Die zuſtändigen Regierungsſtellen und alle Kreiſe haben eingehend
erwogen, ob dem zweifelloſen Uebel dieſer Preisunterſchiede nicht durch
Feſtſetzung von Einheitspreiſen abgeholfen werden kann. Eshat ſich
alsunmöglicherwieſen. Da der Zucker mit der Entwertung der
Mark fortgeſetzt im Preiſe geſtiegen iſt, alſo fortgeſetzt am Markt teurer
werden muß, ſo könnte die Feſtſetzung des Einheitspreiſes doch nur
darauf hinauslaufen, von dem Zeitpunkte an, zu welchem Mundzucker mit
rer Freigabe zu billigerem Preiſe zu verbieten: es wäre dem Gefühl des
Neides, aber nicht dem Wunſche möglichſt billigerer Verſorgung der
Be=
geſchriebenen höheren Verkaufspreiſe bei billiger eingekauftem Zucker dem auf nominal 600 Mill. Mk. vorzuſchlagen. Die geſamten neuen Aktien
Kleinhändler erwüchſe, müßte doch für öffentliche Zwecke eingezogen wer= werden von einem Konſortium unter Führung des Hamburger
Bank=
zu der Beläſtigung und Verärgerung weiterer Kreiſe kaum im Ver= pflichtung übernommen, einen Teilbetrag von 150 Mill. Mark den
Aktio=
rechtfertigen.
gerechnet werden kann, wird es deshalb auch unmöglich ſein, den
Mund=
zucker zu Einheitspreiſen in den Verkehr zu bringen.
Anruf der internationalen Kaufmannſchaft.
* Der Deutſche Induſtrie= und Handelstag hat im Anſchluß an eine
von flammender Begeiſterung getragenen Anſprache ſeines Präſidenten
Herrn Franz von Mendelsſohn in einer am 17. Januar 1923 von ſeinem
Hauptausſchuß abgegebenen Erklärung beſonders die die
Kaufmann=
ſchaft unmittelbar angehenden Dinge hervorgehoben und einen Aufruf
an die internationale Kaufmannſchaft gerichtet. Es heißt in der
Er=
klärung:
gegen die weitere rechtswidrige Beſetzung deutſcher Gebietsteile durch
franzöſiſche und belgiſche Truppen, deren Anweſenheit und Tätigkeit
ebenſo wie die Eingrifffe ausländiſcher Ingenieure die deutſche
Wirt=
ſchaft zerſtören, Kohlennot, Hunger und Elend über das ſchon jahrelang
gequälte deutſche Volk bringen werden.
Wir ſtellen im Namen von Deutſchlands Induſtrie und Handel vor
der Kaufmannſchaft der ganzen Welt feſt, daß die franzöſiſche und
belgi=
deutſchen Gebieten der vollen militäriſchen Befehls= und Strafgewalt
unterwerfen und die Befugnis in Anſpruch nehmen, von den
Handels=
kammern, Arbeitgeber= und Arbeitnehmerverbäuden, ſowie den
Kauf=
leuten jede Auskunft zu verlangen; ſie zur Mitarbeit bei ihrem, die
deutſche Wirtſchaft vernichtenden Vorgehen zu zwingen und die Bureaus
und die Betriebsalagen zu durchſuchen. Erfahrungsgemäß geſellt ſich
dazu grobe Verletzung des Briefgeheimniſſes.
fremden Mächten einem Zwange unterworfen werden, welchen kein
würde. Wir wiſſen, daß die Drohungen an der Feſtigkeit der deutſchen
Unternehmer und Arbeituehmer in Induſtrie, Handel und Verkehr des
beſetzten Gebietes wie bisher ſo auch künftig wirkungslos abprallen wer=
ſpreche
en für ihre bisherige Haltung wärmſten
nd
Dank und aufrichtige Anerkennung aus; aber dieſe Zuverſicht enthebt
uns nicht der Verpflichtung, in dieſer Stunde vor der ganzen Welt
feſt=
zuſtellen, daß von einer Nation, die ſich von jeher ihres Sinnes für
Frei=
heit und Ritterlichkeit gerühmt hat, ein ſo ſchmachvoller und unerhörter
Eingriff in die Rechte eines freien Volkes und ſeines Kaufmannsſtandes
erfolgt iſt, wie ihn die Welt noch nicht geſehen hat, ſeitdem ſie den
Be=
griff freier Kulturvölker und feierlich geſchloſſener Friedensverträge
hennt.
h. Pfälziſche Mühlenwerke Mannheim. Der
Aufſichts=
rat ſchlägt eine Verdoppelung des im November von 18 auf 50 Mill. Mk.
betragenden Aktienkapitals auf nun 100 Mill. Mk. vor.
h. PfälziſcheHypothekenbank Ludwigshafen a. Rh.
Der Pfälziſchen Hypothekenbank wurde die Genehmigung zur Ausgabe
von 20 Mill. Mark 4 proz. Kommunalſchuldherſchreibungen erteilt.
h. A.=G. Kühnle, Kopp u. Kauſch in Frankenthal
Die v. G.=V. genehmigte den Rechuungsabſchluß, die Dividenden=
Aus=
ſchüttung von 25 Prozent und wählte das ausſcheidende
Aufſichtsratsmit=
glied Prof. Du. ing. Anton Stauß in Obereßlingen wieder.
h. Pfälziſche Lederwerke A.=G., Rodalben (Pfalz).
Die a.=v. G.=V. beſchloß die Erhöhung des Aktienkapitals von 3,1. um
5 Mill. Mk. Stammaktien. Von den neuen Stammaktien ſollen 3 Mill.
Mark den alten Stammaktionären im Verhältnis von 1: 1 zu 400 Proz.
angeboten, die reſtlichen 2 Mill. Mark durch die Darmſtädter
National=
bank, Filiale Pirmaſens, im Einvernehmen mit dem Aufſichtsrat
beſtmög=
lich verwvertet werden. Die Kapitalserhöhung dient für den bereits in
Angriff genommenen Fabrikerweiterungsbau, durch den die
Produktions=
möglichkeit um das Doppelte erhöht werden ſoll. Die Beſchaffung der
für den Bau erforderlichen Maſchinen und Baumateriglien iſt bereits
erfolgt.
h. Pfälziſche Nähmaſchinen= und Fahrrädeufabrik
vorm. Gebrüdeu Kayſer in Kaiſerslautern. Laut
Generalverſammlungsbeſchluß werden die noch unausgeloſten Teilſchuld=
Obligationen des zu 4½ Prozeut verzinslichen und zu 103 Prozeut
rückzahlbaren Prioritätsdarlehens vom 17. Februar 1891 zum 1. Juli
1823 gekündigt.
Die Kartoffelpreisnotierungskommiſſion zu
Frankfurt a. M. hat folgende Preisnotierungen für
Speiſekartof=
feln am 15. Januar mitgeteilt (Erzeugerpreis ab Vollbahyſtation des
Erzeugers): weißſchalig 800 Mk., rotſchalig 800 Mk., gelbfleiſchig 800
bis 850 Mk.; (Großhaudelspreiſe frei Frankfurt a. M.): weißſchalig
1000 Mk., rotſckalig 1000 Mk., gelbfleiſchig 1000—1050 Mk.
. Handels= und Gewerbebank A.=G., Fuankfuut
a. M. Die im vorigen Jahr mit 5 Mill. Mk., darunter 1 Mill. Mk.
Vor=
zugsaktien, aus einer Genoſſenſchaft in eine A.=G. umgelvandelte
Ge=
ſellſchaft, beſchloß in ihrer Hauptverſammlung die Erhöhung des
Aktien=
kapitals um 25 auf 30 Mill. Mk. durch Ausgabe von 1 Mill. Mk. mit
25 Prozeut eingezahlten 25 ſtimmigen Vorzugsaktien und 24 Mill. Mark
Stammakten, zur Hälfte gewinnberechtigt für das laufende Geſchäftsjahr.
Die neuen Aktien werden von einem unter Führung des
Aufſichtsrats=
vorſitzenden ſtehenden Konſortium zu pari übernommen, welches ſie ohne
Nutzen für ſich den alten Attionären nach Maßgabe ihres Beſitzes
an=
bieten ſoll, und zwar im Verhältnis von 4: 1 zu 400 Prozent. Dann
wurde die weitere Erhöhung um 20 Mill. Mark auf 50 Mill. Mark
ge=
nehmigt. Dieſe letzteren Aktien ſollen gegebenenfalls zum Teil zum
Er=
werb eines eigenen Bankhauſes verwendet werden. Die Kapitalserhöhung
wurde damit begründet, daß das alte, allerdings noch nicht verwäſſerte
Aktienkapital in keinem Verhältnis mehr zum Umſatz und täglichen Geld
ſtehe. Das Unternehmen eutwickle ſich ſehr günſtig, habe vor einem halben
Jahre eine Filiale in Wiesbaden, und werde demnächſt eine ſolche in
Mainz errichten. Die Rohbilanz laſſe nach reichlichen Abſchreibungen
eine Dividende von 18—20 Prozent (i. V. 9 Prozent) erwarten.
. 9proz. Anleihe der Stadt Fulda. Ein Konſortium
unter Führung der Dresdener Bank, Filiale Frankfurt, hat eine 9proz.
war, Zucker der zweiten Freigabe zu verkaufen. Dieſelbe Erſcheinung Anleihe in Höhe von 30 Mill. Mk. übernommen. Die Anleihe wird vom
Jahre 1923 ab mit 3 Prozent, zuzüglich erſparter Zinſen, durch Verlofung
zum Nennwert getilgt. Die Mittel dienen zum Bau von Wohnungen
und zur Erweiterung des ſtädtiſchen Gas= und Waſſerwerks.
Die G.=V. der Union Deutſche
Verlagsgeſell=
ſchaft in Stuttgart genehmigte einſtimmig die vorgeſchlagene
Ka=
pitalserhöhung um 13 auf 20 Mill. Mark. Ausgegeben werden 13 000 ab
1. Januar 1923 gewinnberechtigte Inhaberſtammaktien zu je 1000 Mark,
die den alten Aktionären auf einen Teilbetrag von 7 Mill. Mark im
Ver=
hältnis von 1: 1. zu 200 Prozeut und auf einen weiteren Teilbetrag im
Verhältnis von 7 : 2 zu 1500 Prozent angeboten werden.
b. Dresdner Bank. Die außerordentliche Generalverſammlung,
in der 32 Aktionäre 889 365 Stimmen vertraten, genehmigte einſtimmig
1. Januar 1923 ab dividendenberechſtigter Aktien auf 1,1 Milliarden Mark.
Von den neuen Aktien ſollen 275 Mill. Mk. den bisherigen Aktionären
im Verhältnis von 2:1 zum Kurſe von 900 Prozent zum Bezuge
ange=
boten werden, ferner ſollen 250 Mill. Mk. an das Bankhaus Hardi u. Co.,
G. m. b. H., in Berlin, begeben werden zum Kurſe von 100 Prozent.
Dieſe ſowie die reſtlichen 125 Mill. Mk., die zum gleichen Kurſe an die
Treuhandvereinigung A.=G. Berlin begeben werden, ſollen nach Weiſung
Die beantragten Statutcnänderungen fanden gleichfalls die Zuſtimmung
ſchaft, welche dieſem Wirrwarr auf dem Zuckermarkte ohne Kenntnis der Verſammlung. Wie von der Verwaltung mitgeteilt wird, werden
mit zehnjähriger Sperrverpflichtung belegt, um gegebenenfalls einer
Ueberfremdungsgefahr begegnen zu können. Dieſe Maßnahme hält die
Verwaltung für praktiſcher als die Schaffung von Vorzugsaktien. Ueber
die Geſchäftslage der Bank wurde mitgeteilt, daß die Umſätze nach wie
vor ſehr bedeutend ſind, und daß trotz ſteigender Unkoſten befriedigende
Ergebniſſe erzielt werden.
Die Hamburger Handelsbank
Kommanditge=
ſellſchaft a. A. nimmt eine Verdierfachung ihres Kapitals vor. In
höherem Grundpreiſe ausgegeben wird, den Verkauf von Zucker frühe= der Aufſichtsratſitzung wurde beſchloſſen, einer auf den 8. Februar nach
Hamburg einzuberufenden G.=V. eine Erhöhung des Kommanditkapitals
der Bank von nominal 150 Millionen Mark, durch Ausgabe von 450
völkerung Rechnung getragen. Der Mehrgewinn, welcher aus dem vor= Millionen Mark ab 1. Januar 1923 dividendenberechtigter Stammaktien
den. Die damit verbundene Arbeit, deren Koſten zu dem Ertrage und hauſes Carlo 3. Thomſon zum Kurſe von 230 Prozent mit der
Ver=
hältnis ſtehen, läßt ſich durch ihren mehr als zweifelhaften Nutzen nicht nären im Verhältnis von 1:1 zum Kurſe von 250 Prozent anzubieten.
Die Begebung der übrigen 300 Mill. Mark wird im Einvernehmen mit
Solange nicht mit einer gewiſſen Stabiliſierung unſerer Verhältniſſe den Geſchäftsinhabern und dem Aufſichtsrat erfolgen. Von dem über den
Uebernahmepreis zu erzielenden Mehrerlös fallen dem Reſervefonds der
Bank 75 Prozent zu. Die Reſerven allein kommen damit auf annähernd
eine Milliarde Mark. Einen erheblichen Betrag der neuen Aktien wird
die allgemeine Depoſitenbank in Wien zur Verſtärkung ihrer dauernden
Beteiligung übernehmen. Der Aufſichtsrat genehmigte ferner die Anfang
dieſes Jahres in Ausſicht genommene Errichtung einer Niederlaſſung der
Bank in Berlin.
Jahresbericht der Hamburger Hypothekenbank.
Als erſter Jahresbericht von Hypothekenbanken erſcheint wieder derjenige
richtsjahr gut angelaſſen. Das Berichtsjahr hat einen Zuwachs von
89 Mill. Mark gebracht, während nach dem Stillſtand während des Krie=
Der Deutſche Induſtrie= und Handelstag erhebt ſchärfſten Einſpruch ges in den Jahren 1919 bis 1921 ſich das Geſchäft um rund 13,22 Mill.
Mk. auf 20 Mill. Mk. hatte vermehren können. Die 100 Mill. Mk. 4proz, wärtsſchnellen des Kurſes um tauſend Mark. Der Dollar erreichte den
bis 1932 unkündbaren Pfandbriefe, die ſich die Geſellſchaft Ende 1921
ihnen ein Kurs von 115 Prozent erreicht, deſſen Agio dem
Pfandbrief=
agiokonto zugefloſſen iſt. Im Dezember 1922 wurde die gleiche Emiſſion
um weitere 100 Mill. Mk. erweitert, mit deren Verkauf iuzwiſchen
be=
gonnen iſt, und die auch reger Nachfrage begegnet. Die Hypotheken= jeder Art, ohne daß ſich Angebot zeigte. Man hörte durchweg nur
ſche Regierung die Vertreter von Handel und Induſtrie in den beſetzten zahlungen der Bank beliefen ſich im Berichtsjahr auf 168,98 Mill. Mark.
An Rückflüſſen hatte ſie einſchließlich 52 714 Mark Tilgungs= und
Amor=
tiſationshypotheken 123,67 Mill. Mark zu verzeichnen, ſodaß ſich der
Hypothekenbeſtand um rund 45 Mill. Mark auf rund 671 Mill. Mark
kredite übe=laſſenen Hypotheken in den an Polen übergegangenen Landes=
Erſatz zu ſchaffen. Im zweiten Halbjahr hat der Erwerb von Deckungs= Nachfrage für Mehl ſuchten Mühlen aus allen Landesgegenden driu=
Der deutſche Kaufmann ſoll mithin, weil wir wehrlos ſind, von hypptheken mit dem Pfandbriefabſatz und gegenüber dem
Hypotheken=
rückfluß nicht gleichen Schritt gehalten. Die Bank hat deshalb einen Teil
geſittetes Volk dem Kaufmannsſtande ſeines eigenen Landes zumuten der Pfandbriefe mit Schatzwechſeln bedecken müſſen. Inzwiſchen ſind
jedoch von den aus der Bilanz erſichtlichen Hypotheken weitere unter= 9
lagsreif geworden, ſo daß das Proviſorium bald wieder von dem
norma=
len Zuſtand abgelöſt ſein wird. Nach Abzug der geſamten Unkoſten und
19. Jan. 1923 Nr. 18
der Pfandbriefzinſen derbleibt ein Ueberſchuß von 6 501 524 (5 409 540)
Mark, aus dem 12 (10) Prozent Dividende verteilt und 770 162 (798 681)
Prozent auf neue Rechnung vorgetragen werden ſollen. In der Bilanz
ſtehen zu Buch: Hypotheken mit 671,40 (626,08) Mill. Mark, Debitoren
mit 4,11. (4,7) Mill. Mark, anderſeits Krebitoren mit 29,09 (7,05) Mill. Mk.
Die neuen Lohnverhandlungen im
Kaliberg=
bau ſind, wie wir zuverläſſig hören, noch uicht zum Abſchluß gelangt.
Das Schiedsgericht, das am letzten Samstag tagte, kam zu einem
Schieds=
ſpruch, der ſich der im Braunkohlenbergbau getroffenen Tarifabmachung
anpaßt, und über deſſen Ablehnung oder Annahme eine Friſt bis zum
18. ds. Mts. geſtellt iſt. Erſt nach dieſem Termin wird ſich der
Reichs=
kalirat mit der alsdann uotwendigen Neuregelung der Kalipreiſe
be=
ſchäftigen können.
Die Zeichnung auf die öſterreichiſche
Goldan=
leihe wurde geſtern geſchloſſen. Das genaue Ergebnis liegt noch nicht
vor. Die Geſantzeichnungen dürſten rund 4 Millionen Dollars betragen.
Die reſtlichen 2 Millionen Dollar der aufgelegten Geſamtſumme werden
gemäß der Garautie von den Bauten übernommen.
e. Schwedens Außenhaudel. Die günſtige Entwicklung
des ſchlvediſchen Außenhandels auch im November 1922 geht aus einer
regelmäßig von Göteboras Handelstidning veröffentlichten
Tabelle hervor, in der die mouatlich ein= und ausgeführten Warenmengen
in Beziehung gebracht werden zu den Außenhandelsmengen der
entſpre=
chenden Zeit 1913, die gleich 100 gefetzt ſind. Dabei wird feſtgeſtellt, daß
im November die Ausfuhr beſſere Ziffern aufweiſt als
1913, da ſie 6 Prozent größer geweſen iſt, während die Einfuhr ebenſo
groß war wie im November 1913. Weit über den Vorkriegsumfang
hin=
aus gehen:
Holzmaſſeausfuhr
80 Prozent
Mehlausfuhr
66 Prozent
Padierausfuhr
—56 Prozent
Ausfuhr geſägter Holziaren — 11 Prozent
ſich hierbei (außer dem Mehl) um die hauptſächlichen
Ausfuhr=
güter Schwedens handelt, vern
denr dertasſalf der Krtſcuen Nehn We eſchobiſ
Berlin, 18. Jan. Die Reichsbank erhöhte den
Wechſeldis=
kont von 10 auf 12 Prozent und den Lombardzinsfuß von 11 auf 13
Prozent.
...... 85535.00 33964.10 108223.75 108771.25 Paris......
T 1244.— 1250.60 1543.65 151.35 Schweiß.
3416.45 4389.— 411.- Spanien
D 2842.85 99 3591.- 3609.— Italien
. 87.75 892.25 1092.25 10R7.75 Liſſaßon=Opo
D. Dänemark.
..- 3591.— 3609.— 4513.70 7536 30 Norwegen:
3388.50 3403.50 4264.30 4285.75 Schweden ..
D. 4800.20 4924.00 6184.50 6215.50 Helſingfors”,
11885 45115 558.60 561.40 New=York .
... 18254.25 16345,75 23191.90 232e3.10 Deutſch=Oſterreich (abg.). ..... 25.38 65 25.51 35 31.17 20 31.32 80 Budapeſt.. . . . . . . . . . . .. ....." 6.95 6.96 2N 7.98 — 6.32 — Prag ....................." 504.75 507.20 (29.40 632,60 Bgram. . . . . . . . . .. .. .. .. . . . 159.90 160.40 184.,55 185.45
w. Frankfurter Abenddeviſen vom 18. Jan. Die
amt=
lichen Notierungen konnten ſich im Abendverkehr gut behaupten. Die
Umſätze blieben eng begrenzt. Dollarnoten 23,250. Man nannte
fer=
ner Belgien 1370, Holland 9175, London 107,000, Paris 1540, Neu=York
23,100—23,300, Holland 9175, Schweiz 4335, Italien 1100.
v. Frankfurt a. M., 18. Jan. Die ungünſtige Beurteilung
der weiteren Entwickelung unſerer politiſechn Lage war wiederum die
Urſache der Steigerung der Deviſen. Der Dollar erreichte geſtern in
ſpäter Abendſtunde den Stand von 20 000. Die panikartige Entwicklung
iſt im Frühverkehr weitergeſchritten. Man nannte einen Preis von
22 200, ſpäter 23 000, 24 000 23 500, Kabel Neu=York, London waren
ſtärker geſucht, und zeigen trotz der beſcheidenen Umſätze eine ſehr feſte
Tendenz. Im Effektenverkehr von Bureau zu Bureau wurden
über=
wiegend hohe Kurſe genannt. Die Kaufaufträge, welche bereits heute
vormittag vorlagen, laſſen für morgen eine ſehr feſte Börſe erwarten.
Von den Auslandspapieern gehören Bagdad, Türken, Bosniſche E.B.=
Anleihe, Otavi==Shares zu den geſuchteſten Werten. Oeſterreichiſche
Kre=
dit 5000 Geld. Starke Nachfrage herrſchte nach Kaſſainduſtrieaktien
wvobei es ſich um Spezialwerte handelt, welche teilweiſe geſtern ſtark
rationiert oder mangels Material geſtrichen wurden. Sehr feſt lagen
Hiag, Holzmann, Kupferwerke Heddernheim, Hanfwverk Füſſen,
Leh=
werke, Maſchinenfabrik Gritzner, Frankfurter Maſchinenfabrik,
Olea=
wverke, letztere zirka 33 000 bis 36 000 taxiert. Adlerwerke feſt.
Bevor=
zugter erſcheinen Bankaktien. Deutſche Bank, Dresdner, Metallbant
40 (00 bis 43 000 genannt. Chemiſche Werte begehrt. Momtanpapiere
nicht ganz einheitlich. Tellus ſehr geſucht. Im Freiverkehr ſtellten
ſich die 6 bevorzugteren Werte auf 1000 bis 2000 Prozent höher.
Mans=
felder hörte man 34 000, Emelka 6000, Hanſa=Cloyd 5300. Gegen 1 Uhr
ſtellte ſich der Dollar 23 300.
w. Deviſenmarkt. Berlin, 18. Januar Telegr, Auszahlungen für:
Geld
Re .
Geld
Be Amſterdam=Rotterdam ... ... 7221 90 V 907.25 9122,75 Brüſſel=Antwerpen .........." 1122,18 119783 1393.50 1403.50 Chriſtiania . . . . . . . .. ... . .. . .." 3351.60 3363.40 4239.37 4260,63 Kopenhagen ...
........ 3581 02 3598,98 4513.68 4536.32 Stockholm.
..... 4887.75 4912.25 6174.52 6205.48 Helſingfors
....... 451.86 454 14 568,57 571.43 Italien...
........" 882 78 887.23 1107 22 1112.78 London
... 84787.50 85212.50 10573250 107267.50 New=York.
18154.50 18245.50 22967 43 23082,67 Paris...
....." 1236.30 1243.10 1526.17 1533,83 Schweiz.
D 3421.42 3438.58 4299.22 4320.,78 Spanien
„. 2832.90 B47.10
24.32 3571.05 3588.95 Wien (in Deutſch=Oſterr, abg.). 24 18 30.92 31.08 Prag ....... .. .. . .... ...... 507.72 510.28 728.42 631.58 Budapeſt.. . . . . . . . . . . . . .. . . . 6.93 6.95 8.42 8.48 Buenos=Aires . . .. ...... .. . . ." 6807.93 6812,07 6034.87 6065.13 Bulgarien .................." 114.71— 115.29 144,63 145.37 Japan .. .. .. ...... ......... 8778.— 8813— 11072.3 11127.75 Rio de Janeiro ............." 2034.90 1045.10 2568.50 2571.44 Belgrad. . . . .. .... .. . .. 163,59 164.40 159.,60 160.40
Zärich, 18. Januar. Bolff. Wechſelkurſe 12 Uhr mittags.
Wien .... . . 0.00.75 0.00, 75/Italien .. . . 26.10—/B.
IBuenos-Air. 199.1/ 199.1,
Prag ...... 14.70/14.70—/Brüſſel .... 33.0G5 /32
Zudapeſt .. 0.2041, 0.201,
Holland ... 210.85 212.—1Kopenhager 105.25/ 105. 75/Ugram .... 498.— 190.—
New=York „ 5.32/ 5.37— Stockholm 143.)./ 144. 10 Parſchau. . 0.01.2/, 0.01.85
w. Berliner Börſe. Der gewaltige Maukſturz im Auslande,
namentlich in Neu=York, und die Nachrichten über die Ausdehnung der
der Hypothekenbank. Hamburg. Das Pfandbriefgeſchäft hat ſich im Be= franzöſiſchen Gewaltherrſchaft im Nuhrgebiet haben am Vormittag den
Deviſenmarkt in größte Aufregung verſetzt. Allſeitig herrſchte ſtürmiſche
Nachfrage. Umſätze konnten aber wegen Mangels an Material nur in
kleinem Umfange erfolgen. Käufe von 1000 Dollars bewirkten ein Auf=
Preis von 24 000 Mark. Erſt an der Mittagsbörſe geſtaltete ſich das
genehmigen ließ, ſind im weſentlichen plaziert; am Jahresende wurde mit Geſchäft etwas ruhiger, ohne aber eine weſentliche Abſchwächung der
Kurſe zu bringen. Der Dollar ſenkte ſich bis auf 22 000, zog dann aber
wieder auf 23 000 an. Die Grundtendenz blieb außerordentlich feſt,
Die Effektenhändler zeigten ſehr ſtarken Begehr nach Induſtrieaktien
Geldkurſe, die teilweiſe um tauſend Prozent, gegen geſtern ſich höher
ſtellten.
w. Berliner Produktenmarkt. Der Produktenmarkt
ſpie=
gelte die Ervegung wieder, in welche die kataſtrophale Markentwertuug
erhöhte. Für die im Anfang 1922 der Wiederaufbaugeſellſchaft für Neal= die Wirtſchaftskreiſe verſetzt hat. Angebot vom Inlande machte ſich
wieder knapp bemerkbar, und die von allen Seiten kommende Kaufluſt
teilen, iſt es ihr in verhältnismäßig kurzer Zeit gelungen, geeigneten mußte enorm geſteigerte Forderungen bewilligen. Bei überwältigender
gend zu kaufen, auch in Roggen kamen wegen mangelnden Angebots
nur kleine Umſätze zu ſtark erhöhten Preiſen zuſtande. Gerſte und Hafer
boten im Handel dasſelbe Bild. Für Mais beſtand bei den rieſigen
Bankgeschaft
Fernsprecher 1308, 1309
1—22 2BUrV
Aktien / Renten / Delisen / Sorten
Rummer 18.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. Jauuar 1923.
Das helle Licht.
Roman von Friedrich Kipp.
(Nachdrutk
Seite 7.
Viertes Kapitel.
An der nörblichen Anhöhe, von der man am Tage den
ſpitzen Kirchturm des Dorfes aus dem Grün der Bäume
her=
vorragen fah, glomm ein verwegen ausſehender Menſch den
kaum betretenen Platz hinan, blieb ſtehen, wiſchte ſich den
Schweiß mit dem Handrücken von der Stirne und verſchwand
in dem Schatten, der ſchwer und dunkel vom Tale die Höhen
des Bergkegels hinankroch. Vom Wege nach rechts abbiegend,
gelangte er in den Wald, der an den ſanfteren
gegenüberliegen=
den Abhängen ſich hinzog. Noch war der Mond nicht
aufgegan=
gen und tiefe Nacht herrſchte zwiſchen den wie ſchlanke Säulen
daſtehenden Stämmen. Aber der Jobes, der zu dieſer
Nacht=
ſtunde den einſamen Pfad ging, kannte ſich aus. Ohne nur
ein=
mal anzuſtoßen, wußte er ſeinen Weg zu finden. Nientand
vermochte ihn hier zu ſehen, und auf dem weichen Untergrund
klang faſt lautlos ſein Schritt.
An einer Lichtung, die in eine langgeſtreckte Wieſe
aus=
lief, blieb er lauſchend ſtehen und ſpähte umher.
Ungefähr in der Mitte ſtanden drei uralte rieſige Kiefern,
vön verkrüppeltem Unterholz umgeben.
Zwiſchen den Sträuchern am Fuße der größten Kiefer
er=
kannte das ſcharfe Auge des Jobes eine dunkle Geſtalt, die mit
dem Rücken am Baumſtamm lehnte.
„Andreas,” murmelte der Lauſchende halblaut vor ſich hin.
„Hat alſo doch Wort gehalten und iſt ſchon am Platze! Ob er
das Geld hat?”
Es war mehr Gewinnſucht als Jagdluſt, was den
verlot=
terten Wirtsſohn ſich dem verwegenen Wilddieb hatte
an=
ſchließen laſſen. Faul und träge; ein zügelloſer Trinker und
Spieler, reichte zein Taſchengeld nie aus, und Meiners, ſein
Vater, obſchon er ſelber trank und meiſtens nicht Herr ſeiner
Sinne war, wußte doch die Hand auf den Geldbeutel zu halten,
ſo daß Andreas an dem Jobes, der ihn durch Teilung des
Ver=
dienſtes an dem erbeuteten Wilde ſtets zu feſſeln wußte, einen
willkommenen Geſellſchafter fand. Dem Wildſchützen ſelbſt aber
war ein Genoſſe zum Poſtenſtehen und zum Fortſchaffen der
Beute recht angenehm, und darum hielt er ſich gut Freund mit
dem jungen Menſchen. Jobes trat leiſe zu dem Daſitzenden,
der ſich nicht regte.
„Wahrhaftig, er ſchläft!” ſtieß er hervor.
Seine regelmäßigen Atemzüge waren deutlich zu
ver=
nehmen.
Der Wilderer ſtieß ihn mit dem Fuß. in die Seite, und
ſo=
gleich ſchnellte der Schläfer auf.
„Zum Henker!” fluchte er. „Ich bin beim Warten
einge=
ſchlafen. Da hätten mich die Grünröcke ebenſo gut überraſchen
können wie Du. Iſt’s ſchon ſpät in der Zeit?”
„Gerade recht. In ein paar Minuten kommt der Mond.
Hinten den Hängen wird es ſchon hell. Haſt Dn das Geld?”
„Ja doch! Hier iſt es."
Er zog einen ledernen Beutel aus der Taſche und ließ die
Goldmünzen darin klingen.
„Ganze tauſend Mark ſind es,” ſagte er mit vor Erregung
zitternder Stimme, was dem Jobes auffiel. Auch das
begehr=
liche Aufleuchten in den Zügen des Jünglings fah er.
Er räuſperte ſich und ſchritt näher hinzu. „Hat
Blau=
bäckle alſo doch Wort gehalten.” Leiſe hatte er dieſe Worte vor
ſich hingeſprochen, dann fügte er laut hinzu: „Nun, es iſt gut!
Gib her!‟ Damit hatte er den Beutel mit einer raſchen
Be=
wegung an ſich geriſſen und ließ ihn in der weiten Taſche des
zerlumpten Rockes verſchwinden.
„Was ſoll das heißen,” begehrte der Burſche auf. „Was
wiliſt Du mit dem Gelde?”
„Schrei doch nicht ſo,” verſetzte Jobes ruhig. „Willſt Du
uns die Grünröcke auf den Hals locken? Das Geld werde ich
dem Scheelhans ſchon aushändigen. Oder trauſt Du mir nicht?
Bei mir iſt es doch beſſer aufgehoben wie in Deiner Taſche.”
Andreas blickte ihn mit giftigem Blick von der Seite an.
„Was brauchen wir den Scheelhans all das ſchöne Geld
allein verdienen lafſen?” ſagte er lauernd. „Können wir nicht
ſelber dem alten Randers den Garaus machen?
„Willſt Du es tun?” fragte er lachend.
„Wer, ich?” entrüſtete ſich Andreas. „Nein, einen Menſchen
umbringen, das vernöchte ich nicht. Aber Du haſt doch die
Kurage dazu."
„Weuns darauf allein aukäme,” ſagte der Wilderer mit
ver=
ächtlich klingender Stimme, „dann hätte der Grünrock ſchon
längſt ſein Teſtament machen können. Aber ich werde mich
hüten, die Sache iſt zu gefährlich, und wenn es herauskommt,
was bei dergleichen Geſchehniſſen unter hundert Fällen
neun=
undneunzigmal der Fall iſt, kann ich meine Rechnung mit dem
Satan machen. Nein, für ein= lumpige Summe von tauſend
Mark riskiere ich meinen Kopf und Kragen nicht. Iſt mir auch
Wurſt um das Geld. Habe nie was darum gegeben. — Wenn
ich nur ſoviel habe, um mir mal die Naſe zu begießen, dann
reicht’s ſchon. Du biſt überhaupt viel zu dumm dazu, um zu
begreifen, warum man den Böcken nachſtellt, weil Du ja nichts
anderes dabei im Kopfe haſt, als Geld zu verdienen. Ich hab’s
mir ja ſchon oft vorgenommen, den Betrieb einzuſtellen, und
habe es auch ſchon für einige Wochen fertig gebracht, aber, wenn
dann die hellen Mondſcheinnächte heraufzogen, wenn der Nebel
über den Tälern dampfte und die dunklen Schatten durch die
Stämme krochen, dann packte mich eine Unruhe, eine Haſt, die
ich nicht begreifen konnte. Andreas, Du kennſt das nicht, wie
das kribbelt und lockt, das an den Nerven zehrt und Dich krank
macht. Dann habe ich oft geſtanden, ſtundenlang, und habe in
die Berge hineingehorcht, aus denen das Röhren des Hirſches
langanhaltend herüberdrang, und dann packte es mich mit
blin=
der Wucht: ich war nicht mehr Herr meines Ichs, die Hand griff
zitternd nach dem Gewehr, und erſt draußen, weit in den
Ber=
gen, da kam ich wieder auf vernünftige Gedanken und fühlte
mich in meinem Element. Nein, um Geld zu verdienen, darum
tue ich es nicht, das kommt erſt in zweiter und dritter Linie,
ich würde mich ſonſt nicht mit Dir befaſſen, um den Erlös zu
teilen. Meine Böcke würde ich auch zuletzt ſchon ſo los werden.
Nun brauche ich mich allerdings nicht darum zu bekümmern,
und das iſt mir ebenſo recht. Nein, mit dem Randers, da laß
den Scheelhans ſehen, wie er mit der Sache fertig wird. — Wenn
man ihm ſpäter dafür den Kopf abſchlägt, ſo iſt das nicht
un=
ſere Schuld, und den Förſter ſind wir los.
Andreas hatte ſeinen Gefährten während ſeiner Rede groß
angeſehen. Nein, das begriff er nicht, daß jemand, nur um
dem Vergnügen zu huldigen, ſich einer ſolchen, faſt täglichen
Ge=
fahr ausſetzte, von den Grünröcken niedergeknallt zu werden.
Gott ja, wenn man dabei etwas verdienen kann, dann riskiert
man ſchon etwas! Aber nur zum Vergnügen! Das ging über
ſeinen Horizont. Er ſchüttelte mit dem Kopfe.
„Es iſt doch ſchade um all die ſchönen Goldfüchſe,” meinte
er und ſah lüſtern nach der Taſche des Gefährten.
(Fortſetzung folgt.)
Zwei transportable Baracken, 15,0/6,2:
bezw. 23,40 6,32 m groß, auf den
Ab=
bruch zu verkaufen. Nähere Auskunft
wird beim Städt. Hochbauamt,
Grafen=
ſtraße 30, I., erteilt, woſelbſt nuch die
Bedingungen offenliegen und vorgedruckte
Angebotsformulare gegen Erſtattung der
Selbſtkoſten bis zum 25. ds. Mts.,
vor=
mittags 10 Uhr, dem Städt.
Hochbau=
amt, Grafenſtraße 30, I., Zimmer Nr. 9
einzureichen ſind. (st53=
Darmſtadt, den 18. Januar 1923.
Städt. Hochbauamt.
Stellengeſucheg
Weiblich
in ungek.
39. Fkl. Stellung
ſpan”, engl. u. franz
Handelskorreſp., möchte
ſich verändern. /*1665
Angeb. unt. G 67
an die Geſchäftsſt.
ſucht Stellung.
Ia Zeugniſſe.
ſuch d. Mannheime
Handelsſchule. An
u. Er 23. Gſthſt. /* 17
Selbſtändiges
Fräulein
ſucht Stellung be
ält. Ehepaar, einz
Herin oder Dame,
Ang unt. G 105 ar
die Geſchſt.
Jung. Mädchen m
ſchöner Handſchrif
übernimmt ſchriftl
Heimarbeit. Angeb.
unter G 75 an die
Geſchäftsſt.
Z2e
Jg. Frau ſucht
Ar=
beit, geht auch tvaſch.
u putzen Schwanen=
(48
ſtraße 8, II.
Aelt. Mädch., läng.
Jahre in fein. Hauſe
tätig geweſen, ſucht
Stelig, ain liebſt. b
einz. Perſon, wo ihm
Gelegenh. gebot.
nach ſeiner Verheir
weiter wohnen zu
können, geg. Ueber
nahme der Haus
arbeit ohne gegen
ſeitige Vergütung.
Ang. unt. G 110an
die Geſchſt. (*176
Männlich
Penſionär, noch rüſtig,
ſucht
Neben=
beſchäftigung
für geringe Vergütg",
evtl auch Einkaſſieren
von Geidern Näh
Geſchäftsſt. (*169
AOffene Stelleng
Weivlich
Aelt,
gebi det. Fkädleln
kinderlieb, das alle
Hausarb. übern.. mi
Familienanſchl ſofort
nach. Off nbach ge
Hier vorzuſt.:
Holf=
maunſtr 48 (*1674
Strickerinnen
gegh Bezahl. ge ucht
Neue Niederſtr. 21,1I
Aeltere Dame ſuch
Alleinmädch., Stütze
od Hilfe b n. d. Spülen.
Friedrichſt. 12, I. 7710"
Für /4 Tag
zuverl. Frau oder
Mädchen geſ. (*1
brichweg 10. Erdgeſch
Braves,
ordentl. Mädchen
bei ſehr hoh. Lohr
beſt. Verpfleg. u. Be
handlg. p. ſofort od
1 Fehr gei. W3erner
Roßdörferſtr. 87, I. (*1.
W. Heirat m. M. dch.
zuverl. Alleinmädch.
w kochen kann, zum
1 Febr. od. ſp. in ruh.
Haush. geſ. Lohn4000
Mark
Heidelberger=
ſtraße 9½, 1I. /*1630
Ein in allen
Haus=
arb. u. Koch. erfahr.
Mädchen
in ruh. Haushalt bei
hoh. Lohn geſ. Näl
Olbrichweg 14, II.
wöchentlich ziveimal
geſ. Kelter,
Heinrich=
ſtraße 147, I. /*1691
Zuverl ,ordentl Frau
od Mädchen 3—4 ma!
wöchentl. in kl. Haus=
Suche für ſofort an
ſtändiges
bei zeitgemäß. Loht
Landgraf=Philipp=
Anlage 60, 1. (*1595
M
mädchen zu
kinder=
oſem Ehepaar nach
Frankfurt a. M. bei
hohem Lehn per
1. Febr. geſucht.
An=
fragen
beiFrauBaß=
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1641
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Kr-P, Eine Walzernacht.
P Der Mann mit den Gever-
G.--augen, Wild-West-Sensat.-
Film in 6 Akten. — Katzenbilder.
Ein Weib der Wüste, Sittenroman
in 6Akt. Hauptdarst Lucie Doraine.
Thenenaufſatz
zu kaufen geſucht.
(528
Gg. Schubhegel, Rheinſtraße 121
Kohlenverkaufspreiſe
ab 1. und 12. Januar 1923 für
Sack=
zentnerlieferungen frei Keller:
ab. 1. 1. 23 ab. 12. 1. 23
Fettſchrot . . . . . M. 2825.— M. 3925.—
Fettnußkohlen I III , 3170.— 4505.—
4810.—
Eßnußkohlen IIII . „ 3350.—
4665.—
Eßnußkohlen III . „ 3265.—
Fettſtückkohlen . . „ 3130.— „ 4440.—
Magerſtückkohlen 3180.—
4525.—
Anthrazitnuß=
kohlen II . . . . 3595
Anthrazitnuß=
4800.—
kohlen III ... „ 3345.—
Eiform= u.
Stein=
kohlenbriketts . . 4010.—
4920.
Gießereikoks . . .„ 3420.—
5430.
Brechkoks IIII . . „ 3725.—
5160.—
Brechkoks III ... „ 3565.—
Braunkohlenbrik. „ 2210.— „ 2835.—
Fuhrenlieferungen von 30 Zentnern
an ermäßigen ſich um 25 Mk. für den
Zentner. Abladen wird beſonders mit
18 Mk. berechnet. Verbrauchsſteuer
und Wiegegebühr hierfür hat der
Emp=
fänger zu entrichten. Zahlung hat vor
der Lieferung zu erfolgen.
Darmſtadt, den 17. Jan. 1923. (st521
Städt. Kohlenausgleichſtelle.
Nutzholzverſteigerung.
Dienstag, den 23. Januar d. J.,
vorm. 9 Uhr, wverden in Darmſtadt,
Wirtſchaft „zum Heiligen Kreuz”,
ver=
ſteigert: aus Förſterei Krauſe Buche
TAlleeſchlag 18, Feldhügel 16. Kuhlache
12) Stämme: 11 Lärchen III—I.—
11,14 fm; 62 Fichten II--V — 53,93 fm:
aus Förſterei Kalkofen (Mörsbacher
Schlag 6, Viehtrift 53) 3 Lärchen III—V
— 2,35 fm, 31 Fichten IV—V — 8,92 fm,
16 „Kiefern III—V — 8,80 fm,
Derb=
ſtangen: 10 Fichten — 0,67 Im; aus
Förſterei Kleeneck (Zinkeneck 1,
Kleen=
eck 43 und 45 Nutzſcheiter: 52,7 rm
Eichen; aus Förſterei Einſiedel (Ober
der Rottwieſe 15) Stämme: 245 Fichten
V. — 43,27 fm. Derbſtangen: 1595
Fichten — 126,21 fm, Baumpfähle —
4 rm Fichten, Nutzſcheiter: 27 rm
Eichen (Spitalwieſenhege, Abt. 20); aus
Förſterei Kranichſtein (
Schauberts=
wieſenhege 61) Stämme: g147 Fichten
IV und V — 38,88 fm; Derbſtangen:
259 Fichten — 18.55 fm, Nutzſcheiter:
7,2 rm, Eichen (Bucheneck 70, 72).
Die blan unterſtrichenen Nummern
werden nicht verſteigert. Die
Eichen=
nutzſcheiter werden zuerſt ausgeboten.
Darmſtadt, 18. Januar 1923.
Heſſ. Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
(543
Verdingung.
1. Die Glaſerarbeiten (rd. 1250 qm
Fenſter);
2. Die elektr. Licht= und
Signalan=
lagen (rd. 645 Brennſtellen)
für die Neubauten: Offizier=Wohnbauten
am Gautor=Mainz ſollen in öffentlichem
Wettbewerb vergeben werden. Die
Ver=
dingungsunterlagen liegen bei der
Bau=
abteilung des Reichsvermögensamts
Mainz=Stadt, Münſterplatz 2, Zimmer
Nr. 4, in der Zeit von 9—12 und 3 bis
5 Uhr zur Einſicht auf und werden gegen
Erſtattung der Herſtellungskoſten
abge=
geben. Die Angebote ſind verſchloſſen
und verſiegelt mit der jeweiligen Arbeits=
Aufſchrift: Angebot . . . . . . . Arbeiten
für die Offizier=Wohnbauten am Gautor=
Mainz beim R.=V.=A. Mainz=Stadt
ſpäte=
ſtens bis zum 27. Januar 1923,
vor=
mittags 10 Uhr, einzureichen, woſelbſt
Eröffnung der eingegangenen Angebote
ſtattfindet. Die Arbeiten werden in Loſen
(7498
vergeben.”
Zuſchlagsfriſt 8 Tage.
Main), den 15. Januar 1923.
Reichsvermögensamt Mainz=Stadt.
Faſelochs=Verſteigerung.
Dienstag, den 23. Jan. Ifd. Js.,
nachmittags 1 Uhr, wird in hieſigem
Faſelſtall ein zur weiteren Zucht
aus=
rangierter, gutgenährter Faſelochſe
öffent=
lich meiſtbietend verſteigert. (523
Gundernhauſen, den 16. Jan. 1923,
Die Büirgermeiſterei Gundernhauſen.
Schütz.
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